!M Erster Blatt 179. Jahrgang Samstag, 5. Januar 1929 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. BeHagen Die Illustriert« Gießener Familien blätter Heimat im Bild Die Scholle. Vezvgrpreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 16 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gießen. poMdiecftonto: Frankfurt am Main 11686. MtzenerAnzeigek General-Anzeiger für Oberhessen vrrS vnb Verlag: Vrvhl'sche Universttätr-Vuch- und Steindruckerei R. Lange in Gletzrn. Zchrkftleitung und Geschaftrstelle: Zchulttrahr 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfcnnig; für Re« Klameanzeigen von 70 nun Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in ©teilen. Welche Absichten hat Marker Gilbert? Oer Reparationsagent ist über die Wirkung seines Berichts erstaunt. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 5. Ian. Wenn es sich nicht um eine so überaus ernste Angelegenheit handelte, könnte man mit einigem Humor die Meldungen entgegennehmen, die heute aus Amerika vorliegen, nachdem dort der Reparationsagent Parker Gilbert mit der „Berengaria" eingetroffen ist. Denn der Verfasser des in den letzten Tagen von der ganzen Weltpresse so lebhaft erörterten und zum Teil heftig umstrittenen Berichts scheint über d i e Enttäuschung sehr e r ft a u n t, die er damit in Deutschland her- oorgerufen hat, und lehnt gleichzeitiv die Inanspruchnahme durch lie französische Presse als ihr „Bundes- genösse" ebenso entschieden ab. Zur Begründung beruft er sich merkwürdigerweise darauf, daß der Bericht er st im englischen Text vorliege, und daß man in Deutschland wahrscheinlich andere Kommentare schreiben würde, wenn erst der deutsche Tert vorlieae. Das ist eine sehr sonderbare Ansicht. Denn wenn nicht der deutsche Text von dem englischen dem Inhalt nach abwiche — und das wird wohl doch niemand, und am allerwenigsten Parker Gilbert, ernstlich unterstellen — dann würde also seine Ansicht bedeuten, daß er den Verbreitern und Erläute- rern seines als Neujahrcgabe veröffentlichten Berichts ungenügende Kenntnis der englischen Sprache zutraut. Davon kann leider, wie wir aus genauester Kenntnis der Vorgänge feststellen können, nicht die Rede sein; die Ausführungen des Neparationsagenten sind v o l l k o m - men richtig verstanden worden. Allerdings finden sich in den einzelnen Kapiteln, die sich mit den Detailfragen des deutschen Budgets, derWäh- rungssicherung, der Aus- und Einfuhr des Anleihewesens usw. befassen, noch manche Feststellungen und Urteile, die wesentlich skeptischer und zurückhaltender lauten als der Gesamtüberblick und die Schlußfolgerungen, die als die Hauptteile des Berichts für die Oeffentlichkeit aus diesem herausgezogen worden find. Wer wenn Porter Gilbert die Heranziehung dieser Einzelfeststellungen als Bestandteile des Bildes wünschte, das er von der deutschen Leistungsfähigkeit und der deutschen Finanzlage entworfen hat — warum hat er sie dann i n der zusammenfassenden Darstellung nicht entsprechend berücksichtigt? Es kann durchaus sein, daß die Interpellation, die jeM von der Weltöffentlichkeit seinen Gesamt- feststellungen gegeben wird, nicht seinen eigentlichen Absichten entspricht; darauf ist schon Lingedeutet worden, als man den Widerspruch zwischen dem Optimismus Parker Gilberts und den erheblich weniger rosigen Berichten der Treuhänder für Eisenbahn» und Industrieobligationen seststellte. Aber der Gedanke liegt ja nicht fern, daß der Reparationsagent, der bisher vornehmlich für die korrekte Abwicklung des Dawesplanes verantwortlich war, nun eine gewisse Derant- wortung in erster Linie für die Interessen der Gläubiger und gegenüber feinen eigenen Landsleuten empfindet, um auf diesem Wege das Zustandekommen einer ihnen möglichst erwünschten und tragbar^ erscheinenden Gcsamtlösung vorzubereiten. War das nicht die Absicht und war das rosig gefärbte Gesamtbild von der deutschen Leistungsfäh g eit ein unfreiwillig gewissermaßen nur im Hinblick auf die dargestellte vierjährige Dersuchsperiode so erscheinendes, dann wird man allerdings nicht umhin können, der in den abge.'aufenen Jahren so ost und gern anerkannten Geschicklichl. it des Reparationsagenten eine bedeutend ungünstigere Bote auszustellen. Dann wäre es freilich erwünscht, wenn er das jetzt klipp und klar erklärte und damit eine nicht gewollte und unheilvolle Beeinflussung der kommenden Sachverständigenarbeit verhinderte. Wirkungen in Krankreich. Das Echo des „TempS". Paris, 4. Ian, (TU.) Der „Temps" beschäftigt sich am Freitag mit der Stellungnahme der deutschen Presse zum Gilvertbericht. Aach Meinung des Blattes hat Deutschland vor allem das größte Interesse an einer endgültigen Regelung der Reparation. einmal um den Gesamtbetrag seiner Schulden zu kennen, zum anderen aber, weil es nur mit Hilfe einer völligen oder teilweisen Kommerzialisierung seiner Schuld eine vorzeitige Aheinland- räumung erwarten könne. Wenn man auch immer wieder wiederhole, daß die Aeparations- und die Aäumungssrage nicht miteinander zusammenhingen, so bleibe die Lösung der einen Frage doch der Aegelung der anderen untergeordnet. Man werde in Berlin nicht mit Erfolg damit rechnen können, vor ten Augen der Sachverständigen den wunderbaren wirtschaftlichen W i - deraufstieg des Reiches zu verbergen, der e.ne unbestreitbare Tatsache ,ei. Den deutschen Einwand, den Dawesplan bisher nur dank der Auslandkredite erfüllt zu haben,weist der „Temps" mit der Begründung zurück, daß der deutsche Haushalt mit überflüssigen Ausgaben angefüllt sei und Deutschland beträchtliche Ersparnisse mach.n könne, ohne In irgendetwas die Entwicklung sein.s Wohlstandes zu verhindern oder die Cxistenzbedürfnisse deS Volkes einzuschränken. Der Gilbertberichl eine ZemhigimgspM für Amerika. Schweizer Prcjscstimnien. Genf, 4. Ian. (2U.) Die schweizerische Presse schildert jetzt in spaltenlangen Berichten die heftige Kritik, die der Bericht des Reparationsagenten Parker Gilbert in der gesamten deutschen Oeffentlichkeit gefunden hat. Die Blätter heben hierbei die seltene Einmütigkeit der gesamten deutschen Presse gegenüber der übertrieben günstigen Darstellung der fi» Bukarest, 5. Ian. (TU.) Das amtliche Organ der Regierung, „L'Jndspcndence Roumcune", beschäftigt sich in seinem Leitartikel mit der Lit - winow - Rote an Polen über das Inkrafttreten des Kelloggpaktes in Osteuropa und stellt fest, daß die polnische Regierung es für ihre Pflicht gehalten habe, die rumänisch e Negierung über diese Note z u unterrichten. Einige Verbündete Rumäniens nähmen den russischen Vorschlag n i ch t ernst, weil er zu gleicher Zeit an Polen und an Litauen gerichtet worden sei, obwohl die Differenzen zwischen diesen beiden Staaten bekannt seien. Andere Verbündete Rumäniens dagegen betrachten den russischen Vorschlag als ernst, weil Rußland ausländisches K a - nanziellen Leistungssähigkeit Deutschlands hervor, wobei besonders auf die Kritik von sozialdemokratischer Seite hingewiesen wird. Die „Reu» Züricher Zeitung" macht hierbei auf den Bericht des amerikanischen Handelsattaches in Berlin, Allport, aufmerksam, der von einer ungewöhnlich schwierigen Wirtschaftslage in Deutschland spricht. Hierbei weist das Blatt auf die Zunahme der Arbeitslosigkeit in Deutschland hin. Eine recht bemerkenswerte Auffassung vertritt der auch in Deutschland bekannte Chefredakteur der „Baseler Rachrichten", O e r i. Er schreibt: Sehr viel Berechtigung liegt darin, wenn die deutschen Kritiker auf Parker Gilberts Hinweggleiten über die Tatsache aufmerksam machen, daß Deutschland seine Reparationszahlungen während der letzten Jahre zum großen Teil nicht aus eigener Kraft, sondern aus fremden, namentlich aus amerikanischem Kredit geleistet habe. Diese Tatsache sehe Parker Gilbert nicht, oder er wolle sie nicht sehen, weil er eben letzten Endes doch nicht ein unbefangener Sachverständiger, sondern ein befangener CB e r tretet der amerikanischen Gläubiger sei. Parker Gilberts Bericht sei eine Beruht- gungspille für die amerikanischen Gläubiger Deutschlands. Im vergangenen Herbst sei aus guter Quelle bekannt geworden, daß eine mächtige Gruppe der Reuyorker Hochfinanz daran denke, den nach Deutschland fließenden Kreditstrom abzudämmen. Der Optimismus, den Parker Gilbert jetzt in seinem Bericht zur Schau trage, sei durchaus nicht als Zuckerbrödchen für Poincare zu bewerten, sondern als Kampfmittel derjenigen amerikanischen Kapitalisten, die auf Gedeih und Verderben in Deutschland engagiert seien. Das Mailänder Somßemtteniat. Neberraschcnde Entdeckungen. Berlin, 6. Jan. (Prio.-Tel.) Aus Italien kommt die überraschende Nachricht, daß man jetzt endlich die Urheber des Mailänder Bombenattentats, das zwanzig Opfer gefordert hatte, entdeckt habe. Es handelt sich aber keineswegs um Kommunisten oder Feinde des fafzistischen Staates, sondern um Faszisten selbst, die zum Teil sogar an führender Stelle in der Partei pital brauche und wisse, daß ohne feste Frie« densgarantie dieses Kapital nicht zu haben sein werde. Die rumänische Negierung hat in ihrer Antwort an Polen dargelegt, sie freue sich über das friedliche Angebot der Sowjetregierung, das sie aber nur bann als aufrichtig betrachten könne, wenn es an sämtliche Nachbarn Sowjetrußlands gerichtet werde. Wenn auch Rumänien auf dem Standpunkt stehe, daß es nur bann mit Ruß- (anb in Verhandlungen eintreten könne, wenn Rußlanb bie jetzige Grenze Rumäniens anerkenne, so scheine es doch durchaus möglich, daß auch Rumänien durch die polnische Vermittlung in Verhandlungen eintrete, um dem Abschluß des vorgeschla- genen Protokolls beizutreten. -It IM lixi mmi rnn ni Rumänien und der Kesiogg-Maki. Der Friede in Osteuropa. Ein schlechter Scherz. Am Anfang des neuen Jahres steht gleichsam als Symbol für die erste und wichtigste Aufgabe europäisier Politik der Jahresbericht des Generalagenten für die Reparationen. Fast mutet uns das umfangreiche Elaborat des Herrn Parker Gilbert, das wir allerdings vorläufig erst auszugsweise vorgesetzt bekommen haben, als ein verunglückter Silvcsterfcherz an, ist doch in ihm kaum etwas von dem ernsthaften Bemühen nach strenger Sachlichkeit und wahrhafter Erkenntnis der wirtschaftlichen Zusammenhänge zu {puren, das seine früheren Berichte auszeichnete, lieber seine ursprüngliche Rolle als Geschäftsführer der Gläubiger Deutschlands, der die Zahlungen des Schuldners einzieht und unter die Gläubiger verteilt, hat sich der Amerikaner allerdings längst herausgehoben zu einer Art von Finanzkontrolleur, der bie gesamte beutsche Finanzwirtschaft öffentlicher wie privater Natur seiner Kritik unterwirft, Bean- ftanbungen macht und Ratschläge erteilt, um die den Fremden niemand gebeten hat. Wir haben seine kritischen Aeußerungen früherer Jahre nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern auf ihre Stichhaltigkeit hin ernsthaft geprüft und diskutiert, weil sie uns das Urteil eines erfahrenen und fachkundigen Mannes zu fein schienen, der sich redlich Mühe gab, sich von den ihm im Grunde sehr fremden deutschen innerpolitischen Verhältnissen und von der tatsächlichen Lage der deutschen Wirtschaft ein leidlich zutreffendes Bild zu machen. Der jetzt vorliegende Bericht über das letzte Dawesjahr ist allerdings dazu angetan, diesen immerhin günst gen Eindruck gründlich zu verwischen. Nicht, als ob nicht auch heute noch eine Reihe von Beanstandungen, die Parker Gilbert an der Finanzgebarung unserer öffentlichen Körperfchasten vom Reich angefangen, über den Ländern zu den großen Kommunen übt, im wesentlichen zutreffend wären. O nein, wir wissen selbst sehr wohl, daß hier vieles faul und verbesserungsbedürftig ist, aber wir wissen auch, was der Amerikaner, dem der deutsche Staatsaufbau in seiner geschichtlichen Gewordenheit auch nach vier Jahren eifrigen Studierens noch ein Buch mit sieben Siegeln zu sein scheint, offenbar nicht weiß, daß nämlich eine R e i chs- und Verwaltung s- re form, von der er sich goldene Berge verspricht, einmal nur in langsamer, logischer Entwicklung vor sich gehen kann, wenn sie etwas taugen soll, und daß zum andern diese Reform erst nach gewiß recht kostspieligen Uebergangsjahren sehr allmählich erheblichere Einsparungen bei den Verwaltungskosten bringen wird. Das darf uns zwar nicht hindern, alles daran zu setzen, unseren Verwaltungsapparat mit der denkbar möglichsten Beschleunigung und in dem dringend notwendigen Maße zu rationalisieren, aber wir müssen uns gleichzeitig auch wehren, wenn der Reparationsagent es so hinzustellen sucht, als ob nur mit der Verwaltungsreform unsere ganze Finanzkalamität in Bausch und Vogen ein Ende hätte. Davon kann doch beim besten Willen keine Rede fein, und Herr Parker Gilbert, der be- sonders gern sich immer wieder den Finanz- Ausgleich vorknöpft, verdient darauf hingewiesen ;u werden, daß Derttschland ohne Kenntnis Oer endgültigen und unabänderlichen Höhe seiner auswär- :igen Schuld, unmöglich an eine endgültige 23er- .eikung der inneren Lasten denken kann, mit der )och eine Neuregelung des Finanzausgleichs um 'öslich verbunden sein müßte. Aber diese kritischen Anmerkungen sind ja nicht icu, sie sind schon aus den früheren Berichten des Reparationsagenten bekannt und haben damals chon — mir erinnern nur an die Kontroverse mit )em Reichsfinanzminister Köhler — zu lebhaften Auseinandersetzungen geführt. Neu dagegen und in hrer Wirkung geradezu gefährlich ist die völlige Bcrtennung der wirtschaftlichenLage, n der Deutschland sich befindet, mit der durchaus rrigen Schlußfolgerung, daß der Dawesplan glän- «nd funktioniere und Deutschland wohl imstande ei, den Verpflichtungen aus dem Dawesplan voll md ganz nachzukommen. Reichskanzler H e r m a n n OZüiler hat offenbar diese falsche Auffassung des Separationsagenten bereits gekannt, jedenfalls war eine Aeuherung, daß die Fortschritt, die wir ge- nacht hätten, übertrieben würden und manche aus- ändifchen Beobachter Deutschland in einem Zustand ähen, der nicht den Tatsachen entspräche, die richtige Introort auf den Bericht Parker Gilberts, — und be- onders wirkungsvoll, da sie an so weithin sichtbarer Stelle, wie beim Neujahrsempfang des Staatsoberhaupts vom Leiter der deutschen Gesamt- olilit erfolgte. Der Reparationsagent muß sich en schweren Vorwurf gefallen lassen, einen völlig inseitigen, bewußt schön gefqrbten Bericht über )eutschlands gegenwärtige Wirtschaftslage und die wirtschaftlichen Aussichten der nächsten Zukunft er= tattet zu haben. Er hat die seiner Absicht günsti- en Momente herausgestrichen und die für seine Zwecke unbrauchbaren, weil ungünstigen Momente eifeite geschoben. So ist schon der von ihm belebte Vergleich zwischen dem durch Kriegs- und inflationsjahre ruinierten, wirtschaftlich zusammen- ebrochenen Deutschland des Jahres 1924, also vor Inkrafttreten des Daroesplans, mit dem Deutichland on heute völlig irreführend. Denn selbstverständ- ch ist aus diesem tiefsten Tal deutschen Elends ein lufstieg und sogar ein ganz gewaltiger zu ver- sichnen. Wer wollte das leugnen? Aber wer kann 3 andererseits auch bestreiten, daß die günstige lonjunktur, die unserer Wirtschaft den Wiederauf- au aus den Trümmern erleichterte und die heute ingst wieder abzubröckeln begonnen hat, eine g e - orgte Konjunktur war? Deutschland hat vier Jahre lang von Ausland- nleihen gelebt, im wesentlichen von fremdem Geld -ine Daroeszahlungen geleistet. Wo sind die eberschüsse, aus denen nach der Ansicht der laroessachoerständigen Deutschland die Reparatio- nen bestreiten sollte? Ganz willkürlich greift Parker Gilbert den günstigen Septtmberabschluß unserer Handelsbilanz heraus, um daran zu demonstrieren, daß es mit der deutschen Wirtschaft stetig aufwärts gehe, und man mit Bestimmtheit annehmen dürfe, daß Deutschland aus seinen Exportüberschüssen seinen Verpflichtungen nachkommen könne. Daß davon keine Rede sein kann, zeigt schon die Handelsbilanz des nächsten Monats mit ihrem Passiosaldo von 250 Millionen Mark. Geradezu kindlich mutet der Hinweis des Reparationsagenten auf die sich gleich- gebliebenen Zinssätze an. Das krasse Mißverhältnis zwischen Kapitalbedarf und Kapitalbildung hat uns mit einem so irrsinnig hohen Zinsfuß bedacht, der nicht nur jede Rentabilität der deutschen Wirtschaftsunternehmungen unmöglich macht, sondern bei der enorm wachsenden Auslandverschuldung die deutsche Wirtschaft in immer steigenderem Maße auch den privaten Auslandgläubigern tributpflichtig macht. Heber die katastrophalen Wirkungen, die diese Lage des innerdeutschen Geldmarkts zusammen mit einer Reihe anderer Momente, auf bie deutsche Landwirtschaft gehabt hat, verliert der Reparationsagent kaum ein paar Worte. Wie kann man aber von einer widerstandsfähigen und den Ansprüchen des Dawesplanes durchaus gewachsenen Volksroirtscl)aft sprechen, wenn ihr Fundament, die Landwirtschaft, in schweren Fieberzuckungen liegt, wenn ferner wichtigste Industriezweige, wie z. B. Textil, Kohle, Eisen und Stahl, ernste Krisen durchzukämpfen haben? Der Rcparationsag.nt begrüßt es, daß die Reigung zu einer übermäßigen Expansion der Wirtschaft, wie sie sich 1927 entwickelte, jetzt eingebämmt ist. Wie ist bicre seltsame Auffassung, wie sie hier zutage tritt, mit der früher immer wieder betonten Rotwendlgleit zu vereinigLN, die deutschen Schuldenzahlungen aus den Exportüberschüssen zu leisten? Warum fehlt in diesem Bericht gerade der fruh.r ständig wiederkehrende Hinweis an die Gläubiger durch eine protektionistische Zollpolitik nicht diese für das Funktionieren des Dawesplanes unbedingt erforderliche Ausfuhr deutscher Waren zu verhindern? Wie reimt sich mit dieser rosigen Auffassung des Reparation lagenten der Bericht, den der Handelsattache der amerikanischen Botschaft in Berlin soeben seiner Behörde in Washington erstattet hat, und in dem die ungewöhnlich schwere Wirtfchaftskrisis fest- gestellt wird, die Deutschland jetzt viel empfindlicher treffe, als im Vorjahre? Herr Parker Gilbert, der ja soeben in Amerika eingetroffen ist, wird dort hoffentlich Gelegenheit nehmen, die so sehr von seiner eigenen Meinung abweichende Auffassung seines Landsmannes gründlich zu studieren, der an seine Beobachtungen die Frage knüpft, ob Deutschland, das bislang die Daweszahlungen durch riesige Auslandanleihen ermöglicht habe, auch in Zukunft unter anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten die im Dawesplan vorgesehenen Höchstzahlungen werde bewerkstelligen können. Dem Bericht des Reparationsagenten kommt natürlich eine ganz besondere Bedeutung in einem Augenblick zu, wo sich das von den an der Reparationsfrage beteiligten Regierungen in Genf in Aussicht genommene Sachverständigen- fomilee rüstet, feine Arbeiten zur Heber - prüfung des Dawesplanes und der deutschen Leistungssähigkeit auszunehmen. Was man durch die Berufung unvoreingenommener Finanz- und Wirtschaftsspezialiften verhindern wollte, die einseitige Beeinflussung der öffentlich n Meinung, ist nun doch geschehen, und zwar durch den Bericht d«s Reparationsagenten selbst, also von autoritativster Seite. Parker Gilbert hat mit ihm sein Plädoyer als Anwalt der GläuRger- mächte oortoeggenommeiT. Der deutschen Sache ist damit ein kaum wieder gut zu machender Schaden zugefügt worden. Das beweisen schon die begeisterten Zustimmungskundgebungen, die die Pariser Presse dem von ihr früher recht mißtrauisch beobachteten Reparalionsagenten zollt.n. Die Verhandlungen über eine vernünftige End- lösung der Reparatioirsfrage sind durch die einseitige und vorzeitige Stellungnahme Parker Gilberts zweifellos sehr erschwert worden, und wenn sie an der Maßlosigkeit der französischen Forderungen scheitern sollten, so wird man daran der schwer begreiflichen Taktik des Reparationsagenten nicht wenig Schuld beimesfen müssen. M SüchverstMdWnkoMee. Tie Einschaltung der Repaiattonskommission. London, 5. Jan. (MTV. Funkspruch.) „Times" berichtet: Die Regierungen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Belgiens find jetzt endgültig aus formalen Gründen übereingekommen, die Ernennung ihrer Sachverständigen für den neuen Reparationsfach- vcrständigenausjchuß durch die Rcpara- tionskommiffion vornehmen zu lassen. Die Methode der Ernennung der amerikanischen Sachverständigen wird in wenigen Tagen b e s 6) l o f f e n werden, wenn der volle Bericht vom britischen Botschafter in Washington eingegangen ist. •Jan. Hyerr Thor^fr^ iStockh iDerdeen rtaml 3 in der Jrmv M dieser äM Io hat d-s au-ö h,^r!e gel°n L Jeften sich « A Spanien’ 0^ 1.3anuar Ja t. ragender Mag A dieses Fest $ ist in der Neu feste geworden, ydfling, doh die zrvesen seien, Die tj heute immer r Verständnis für l die M da man Umgang mit den ter WissionSverei Lcherze machte, i He'demission wi> nommen von ttdi Menschen getrage nehmen, sagen a hätten lein Decht, wohnen, für ihre da auch die Eur zugedachte Destr |o redet, verkenn turn». Sind seir daß ihnen in il Teste und Heiss' nicht davon las tragen. Sine treibe, wäre all für bankerott er Seit ungefähr heit eifrig am allen Punkten . gemeinten entßi vor neue und Monare hab Wegs überall n auf der Stufe eu 3n Indien, U Sendboten der ( die leine Lhrist S’-liUT Verfüger i. -hen, mit be Kultur bänger Eedanlenweü -eben ter frei? kann heute nicht sie in frommen sind, einfach na gilt, dort neue f vegs ein neuer klarer Lrkenntni buten ein Jude ^Worten sei 3, liehen jetzt schon was ihre Derfas mcht von (Juror abendländischen $ Mten sind, i M. Nicht berge hammedaner nut Den die Miss,» Edlen. Das ha, Mrnation Extern 1928 We Gefch 72« Shint* ns« ^en Mel r gewitter auf. — Das Hochwasser des Tiber bildet in Rom das Hauptereignis des Tages Der Pegelstand am heutigen Nachmittag betrug 14,75 Meter. Es ist dies der höchste Stand feit 1913. Hunderte von Menschen schauen von den Brücken auf die reißenden Fluten des Tiber hinab, die zahlreiche ausgeriffene Bäume mit sich führen. Die alte Tiber- inlel ist z. B. überschwemmt. Die berühmte Paulus- Basilika auf der Straße nach Ostia ist gänzlich von Wasser umgeben. Nach Ostia selbst fahren keine Autobusse mehr, sondern nur noch Kähne. Bisher wurden mehr als 300 Personen in das städtische Asyl gebracht. In Orte ist, den letzten Berichten zu- folge, der Tiber bereits um zwei Meter gefallen, in Rom fällt er jedoch noch nicht, weil die Gedirgs- ftüsse der Sabina große Wassermengen mit sich führen und der Regen nicht aufhören will. Drei Kinder ertrunken. Beim Betreten eines Weihers ertraufen in brr Rähe von Wehrden (Saargebiet) drei Schulknaben im Atter von acht, zehn und elf 3ahren. Eine Rettung war nicht mög.'ich, da die Einbruch- ftelle mitten im Weiher liegt und das. Cis nicht genügend tragfähig war. 3m Gebirge erfroren. Der 18jährige Schüler Horst Laux aus Leipzig hat sich auf einer Schneeschuhtour mit einem Schulkameraden auf dem Aiesengebirgslamm verirrt, so daß die beiden die Rächt im Freien zubringen mutzten. Dabei ist Laur, der einzige Sohn einer Witwe, erfroren. Sein T-e- gleiter konnte sich in die Spinbierbaude retten. Fünf Schüler erhalten die preußische Rettungsmedaille. Das preutzischr StaatSmi iiterium hat wieder die Griimerungsmedaille für Rettung aus Gefahr an eine große Zahl wagemutiger Rlenschen verllehem Unter ihnen bejnben sich nicht weniger als fünf Schüler: Hans Günther Dühring aus Elberfeld, Kurt Pamalfki aus Kiel, Karl Kühnapfel aus Emmerich, Oskar Z i s en i h aus Potsdam und Friedrich D r e b e i aus Raumburg/Saate. Zahlreiche Todesopfer der Lholera in Vorderindien. Eine furchtbare Choleraep.dem e. d e Tausend« von Menschen hingerafft, verursacht in Tra - vancore große wirticha tliche Verluste. 3n dieser Woche erkrankten etwa 1020 Personen, von denen die Hältte starb. Die Gesamtzahl der Erkrankungen in den letz en 4 Monaten beträgt etwa 14 000, davon sind 8000 gestorben. Oie Wetterlage. ®werxemas. 0 neuer O naft> »edecRt. ® voixig. e oroecni «Kege«| » 5chnee a »reupein « nebei R Orwittp.^wmostilk. »CS senr «Knte- 0$i £> n«stoe» sudtuowest q ’.tc/mijtne» nordv/esl Oie Pfene mecen mit dem wmae Pie oeiaen Stauoncn stenenden Zah» ten gesen die Temperatur an Pie Linien verbinde.) Orte mit gleiUiet* nf nzeresaiveau umaererhneten Luitdruca Wettervoraussage. An der Ostseite des seit letzten Dienstag unsere Wetterlage beherrschenden Hochdruckgebietes drängen die Druckstörungen das Hoch mehr nordostwätts ab. Trotzdem werden seine Kaltluftmassen vorerst bei uns das Frostwetter noch halten. Jedoch ist zu Beginn der kommenden Woche durch das Vordringen maritimer Warmluftmassen ein weiterer Abbau des hohen Druckes, sowie Temperaturanstieg nicht ausgeschlossen. Wettervorhersage für Sonntag: Meist wolkig mit stellenweiser Aufheiterung, Frost, keine oder nur vereinzelte Schneefälle. Witterungsaussichten für Montag: Abschwächen des Frostwetters uxrhrscheinlich. Lufttemperaturen am 4. Januar: mittags —4,7 Grad Celsius, abends —4,9 Grad Celsius' am 5. Jan.: morgens —3,5 Grad Celsius. Maximum — 3,2 Grad Celsius, Minimum —5,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 4. Januar: abends —.0,3 Grad Celsius-, am 5. Januar: morgens —0,6 Grad Celsius. — Schneedecke 1 Zentimeter. Dinlerfporknachrichten der Hess. Delterdlenststelle. Vogelsberg (Hoherodskopf): Nebel, minus 7 Grad Celsius, 25 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, gekörnt, Sportmöglichkeit für Ski sehr gut. Odenwald (Tromm): Bedeckt, minus 5 Grad Celsius, 10 Zentimeter Schnee, stark verweht, Spottmöglichkeit keine. Sauerland: (Winterberg): Nebel, minus 9 Grad Celsius, 25 Zentimeter Schnee, 3 bis 5 Zentimeter Neufchi^ee, etwas verweht, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Schwarzwald (Feldberg). Nebel, —12 Grad Celsius, 30 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Beschaffenheit: etwas verweht. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. — R u h e st e i n. Bewölkt, —8 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut. Alpen (Garmisch-Partenkirchen). Bewölkt, —7 Grad Celsius, 36 Zentimeter Schnee, Pulverschnee. Sportmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. — Berchtesgaden. Bewölkt, — 6 Grad Celsius, 75 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee. Ski und Rodel gut. Freitag, d. 4.Jan. 192'9, T aDd^. >L>M *NNO 1 9'0* 1 KUR Mrloge. Darfri Ifegl W tiefste Gruni fär em. ■mmilHlUUlIhl fttwwnemntinbimaimtllOlll EINER OR1ENTRE1SE Heule {ähren, unsere Tabak -Einlt&ifer Le quem m einem BrutMed, Ler bamalfgen •* Für die Schmückung deutscher Sammelgräber auf den früheren Kriegsschauplätzen wurde vor einigen Wochen von der hi?s gcn Ortsgruppe des Bundes Deutsche Kriegsgräber-Fürsorge eine Sammlung in Gieren und Umgegend veranstaltet, die das erfreuliche Resultat von rund 1500 Mark erbracht Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage H i rsch-Apotheke Gießen, Frankfurter Straße Nr. 4 Das Pfarrer Heumann-Buch 272 Seiten, 150 Abbildungen, erhält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Heumann & Co., Nürnberg M 613. 1040 SPEZIAL-MAZEDONEN-MISCHUNO Bet allen Kennern, m» einer vordem kaum Zoleta in Borterintira. wHetft, de Tausend« fnutiadjl in Tra« E tliche Drüusie. 3« 1 1020 Personen, 16. Die Desamizahl der h en 4 Donnen betrögt d 8000 gestorben. 1831: Reichspostminister Heinrich von Stephan. Gründer des Weltpostvereins, in Stolp geboren. Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmackt: Butter 140 bis 160 Pfennig. Matte 30 bis 35, Käse flO Stück) 60 bis 140. Wirsing 15 bis 20 (pro Zentner 10 bis 12 Mk.). Weißkraut 10 bis 15 (6 bis 7 Mk.), Rotkraut 20 bis 25 (12 bis 15 Mk.), Arpfel 20 bis 43 (20 bis 35 Mk.), Birnen 10 bis 30 (10 bis 20 Mk.), Kartoffeln 5 (3,80 bis 4.50 Mk.), gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 25 bis 35, Unter, kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 bis 25, Rosen, kohl 40 bis 60, Feldsalat 120 bis 150, Tomaten 80 bis 90. Zwiebeln 15 bis 20. Mrerrettich 50 bis 150. Schwarzwurzeln 50 bis 70, Dörrobst 35 bis 40. Rüste 60 bis 80. Honig 40 bis 50, junge Hahne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120 pro Pfund: Eier 18 bis 19, Blumenkohl 60 bis 120, Endivion 20 bis 30 Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pfennig pro Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Artillerist enverein: Generaloorsammlung, 8,30 Uhr. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsber- ger": Qrdentl. Generalversammlung. Stadt Lich, 8,30 Uhr. — Däckerverein .Früh auf“: Generalversammlung. „Stadt Kassel', 8 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Fürst der Abenteurer". — Astoria-Lichtspiele: „Die Mädchen, farm". — Lageskalender für Sonntag. Stadtthsater: „Die geschiedene Frau“, 18 bis 21 Uhr. — Gießener Koirzert-Verein: Konzert .Wilhelm Backhaus". 5 Uhr nachm.. in der Reuen Aula der Universität. — 224er: Weihnachtsfeier, 8 Uhr, im Auerhahn. — Reichsverband der Zivildienstberech!igten:Moiuttsoersamnt- lung. 4 Uhr nachm., in der „Stadt Lich". — Eis-Verein: Militärckonzert auf der Eisbahn von 2,30 bis 4,30 Uhr. — Lichtspielhaus, Dahnhof- straße: „Der Fürst der Abenteurer“. — Astcria- Lichtspicle: „Die Mädchens arm". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stodt- theaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz macht darauf aufmerksam, daß das Neue Operettentheater Frankfurt die morgige Operette „Die geschiedene Frau" nur einmal geben wird. Die Aufführung findet zu ermäßigten Operettenpreisen als Fremdenvorstellung statt. Diese bekannte Operette von Leo Fall wird auch in Gießen große Zugkraft haben. — Als Neuinszenierung geht nächste Woche Otto Ernsts „Flachsmann als Erzieher" unter der Spielleitung von Julius B a st 6 in Szene. — Dienstag, 8. Januar, zum letztenmal „Der Patriot", Drama in fünf Akten von Alfred Neumann. Mittwoch, 9. Januar, zweite Wiederholung des Schwanks „Charleys Tante" (Musik von Hugo Hirsch). — Verein für das Deutschtum im Aus- lande. Die „Arbeitsgemeinschaft der Gießener Jugend- und Schulgruppen des VDA." veranstaltet am morgigen Sonntag, 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, im Saale der „Liebigshöhe" einen „Bunten Abend" mit reichhattigem Programm. Im Interesse der ge- meinnütziqen Ziele des VDA. ist ein Besuch zu ernp. fehlen. Man beachte die heutige Anzeige. — Der Goethe-Bund hat zu seinem dritten dieswinterlichen Dichterabend den bekannten Dichter Earl Zuckmayer gewinnen können. Der Dichter steht heute durch die Aufführungen seiner beiden Bühnenwerke „Schinderhannes" und „Katharina Knie" im Mittelpunkt des literarischen Interesses. So wird der hiesige Vortragsabend Zuckmayers, der ein guter Interpret seiner Werke ist, wohl allseits das größte Jnteresie finden. (Siehe heutige Anzeige.) — Vom Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, wird uns geschrieben: Vom 7. bis 10. Januar wird im Lichtspielhaus eine Revue aufgeführt mit dem Titel „Drunter und drüber"; 25 Bilder, 20 Mitwirrende, 200 Kostüme. Die Revue gastierte bisher mit größtem Erfolg in allen Großstädäten. Bekannte Künstler von Namen sind dabei, u. a. Lydia B u s e w s k a vom Staatstheater Mannheim, Hans Kraushaar vom Operettentheater Leipzig sowie das bekannte Tänzerpaar Hildegarde de Peer und Gerd van Durp vom Staatstheater Amsterdam. Die Kostüme sind in den ersten Berliner und Pariser Ateliers angefertigt. Man beachte die heutige Anzeige. — Gesellschaft für Erd- und Völker- künde. Kommenden Donnerstagabend in der Neuen Aula Lichtbildervortrog von Professor Dr. Bu r • chard (Jena) über „Bulgarien, Land und Leute". (Siehe b^it'ge Anzeige.) — Gewerbeverein Gießen. Nächsten Donnerstag Mitgliederversammlung mit wichtiger Tagesordnung. (Siehe heutige Anzeige.) 8N Listen zu. ÄZL 11 sich "•tonten. ' erfroren. Gier * Acllung,medaille. S-SFÄ aus Emmerich, Oskar und -nedrichDrebe- । uiidntf» oraussage. Dache durch s -jlbbau - Äfl n n t o 6 • »«•Ts »•»«••* — 4,9 WJJ jlaptnuin ®r«» jeroWtOpfL^ fein •*d ... M-' «• ffira» *€»***, ’ienlint^ Or. Meesmann 60 Jahre alt. Am heutigen 5. Januar kann der frühere langjährige Syndikus der Mainzer Handelskammer, Dr. rer. pol. b. c. Paul Meesmann in Gießen, der heute noch als Verwalrungsdirektor der Süddeutschen Eisen- und Stahl-Berufsgenosienschaft, sowie als Geschäftsführer des Mitteldeutschen Fabri- kontenvereins und der Süddeutschen Gruppe des Vereins Deutscher Eisen- und Stahlindustrieller tät.g ist, seinen 6 0. Geburtstag begehen. Als Praktiker wie als Theoretiker der Volkswirtschaft hat Meesmann Hervorragendes geleistet und sich zugleich nicht mindere Verdienste als nationaler Politiker erworben, der das unerschrockene Bekenntnis zu seinen varerländischen Ueberzeugungen im Jahre der Ruhrbesetzung 1923 mit mehrmonatiger Haft in französischer Gefangenschaft und darauf folgender Ausweisung aus dem besetzten Gebiet hat büßen müssen. Die Zeit seiner unfreiwilligen Muße hat er im Wintersemester 1923 24 zu Vorlesungen an der Hessischen Landesuniversität Gießen benutzt, die, neuerdings unter dem Titel „Grundfragen der Wirtschaft" gedruckt, eine wertvolle Ergänzung volkswirtschaftlicher Lehre aus der Praxis der Wirtschaft barbieten. Schon vorher hatte, bei Gelegenheit seiner 25jährigen Zugehörigkeit zur Mainzer Handels- tammer, die Universität Gießen Meesmanns fruchtbare Tätigkeit im Dienste der Wirtschaft und der Erkenntnis ihrer Lebensbedingungen durch die 23er- leihung des Dr. rer. pol. h. c. anerkannt. Die Gießener Diehmärkte 1928. Im verflossenen Jahre fanden in unserer Stadt 24 Rindermärkte statt gegen 17 im Jahre 1927. Der A u f t r i e b auf den Rindermärkten des Jahres 1928 bezifferte sich insgesamt auf 27 361 Stück; davon waren 20 382 Stück Großvieh und 6979 Kälber. Der Gesamtauftrieb im Jahre 1927 belief sich auf 16 680 Stück, wovon 11 667 Stück Großvieh und 5013 Kälber waren. Durchschnittlich standen auf jedem Rindermarkt des Jahres 1928 zum Verkauf 849 Stück Großvieh und 291 Kälber. Das Jahr 1928 brachte weiter 1 2 Sch weine- Märkte, gegen 16 im Jahre 1927. Der Gesamtauftrieb im Jahre 1928 belief sich hier auf 1255 Tiere, von denen 1253 Ferkel und 2 Schlachtschweine waren; die entsprechenden Ziffern des Jahres 1927 sind 2091 bzw. 2087 bzw. 4. Im Durchschnitt waren 1928 auf jedem Schweinemarkt 104 Ferkel zum Verkauf gestellt. Pferdemärkte wurden im Jahre 1928 zwei abvehalten, die gleiche Zahl wie im Vorjahre. Der Auftrieb belief sich im Jahre 1928 auf 834 Stück, wovon 779 Pferde und 55 Fohlen waren; die entsprechenden Ziffern des Jahres 1927 sind 727 bzw. 695 bzw. 32. Der Durchschnittsauftrieb auf jedem Pferdemarkt belief sich im Jahre 1928 auf 390 Pferde und 28 Fohlen. Oer Wiesecker Auioverkauf gescheitert? Wie uns aus W i e s e ck berichtet wird, soll der Verkauf der Kraft-Omnibusse des ZweckverbandesWieseck-Alten-Buseck an die Kraftverkehrsgesellschaft e s - s e n" durch Rücktritt der letzteren von dem geplanten Kaufe gescheitert fein. Der Betrieb der Omnibus-Linie, der am 1. Januar von der Kraft- Verkehrsgesellschaft ,Flesten" übernommen werden sollte, ist bis jetzt noch in den Händen des Zweck- verbandes Wieseck-Alten-Buseck verblieben. Als Gründe für den Rücktritt der Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" hört man die verschiedensten Angaben, auf deren Wiedergabe wir hier verzichten, da wir nach dieser Richtung hin bis zur Stunde mit Zuverlässigkeit nichts feststellen konnten. Oer Karneval in Hessen. WSR. Nachdem schon im vorigen Jahve die dem Karnevalvergnügen lange Zett gezogenen Grenzen weitgehend gelockert worden sind, hat der hessische Mi'ist er des Innern verfugt, daß in biefem Jahre die Regelung der Karnevalveranstaltungen wieder ausschließlich durch die örtlichenPolizeibehörden erfolgen soll. Damit ist in Hessen wieder dieselbe Karnevalsordnung wie vor dem Kriege in Kraft, wo baä herkömmliche Fast nachts treiben und die an ben meisten Orten tradi ionellen Fastnachts- umzüge grundsätzlich keinerlei Einschränkungen unterworsen waren. Rur im besetzten Gebiet sollen erforderlichensalls durch die Provinzialdirektion Rheinhessen in Mainz bestimmte Richtli ien erlassen werden, um Zusammenstöße mit den Desatzungstruppen zu vermeiden. Daten für Lonntag. 6. Januar. 1412: die Jungfrau von Orleans in Domremy ge- boren; — 1822: der Altertumsforscher Heinrich Schliemann in Neubuckow geboren; — 1828: der Literatur- und Kunsthistoriker Hermann Grimm in Kassel geboren; — 1838: der Komponist Max Bruch in Köln geboren; — 1925: der Musitüirigent Ferd. Löwe in Wien gestorben. Daten für Montag, 7. Januar. 1529: der Erzbildner Peter Vischer in Nürnberg gestorben; — 1695: Maria Stuart hingcrichtet; — Aus her provinzialbaupistadt. Gießen, den 5. Januar 1929. Landesmijsionsfest. Dor mehreren Jahren hat die Ostenbacher Firma Gebrüder K l i n g s p o r ein Werk des Künstlers Rudolf Koch herausgegeben, daS im Scherenschnitte den Zug der drei Weisen — oder, wie man auch sagt — ber drei Kö. ize aus dem Moroenlan.de darstellt. Mit reicher Kraft der Phantasie reiht der Künstler ei i Bild an das andere. Die drei Männer stehen in dunkler Rächt, auf einem Turme bei einem Sternkundigen und f(bauen nach einem Sterne aus. der glänzeird am Himmel steht. Run rüsten sie sich zur Reise nach dem Westen, sie nehmen Aoschied von ihren Gereuen, ein Kamel wird mit dem Reisegepäck beladen. Durch weite Länderst recken geht der .'eg, eine Brücke wölbt sich über einen Fluß. c - diese Brücke ziehen die Männer mit ihrem ,ieic. Dann ist ein breiter Strom zu überfahren, ?' Fährmann rudert hinüber, In der Heide a;tc i die Reisenden neben einem Ziehbrunnen, ,i.. einem Feuer; dunkel ist die Rächt, aber der v ein leuchte'. Der Winter lastet auf dem Lande, c e Zv:i Äö. i;e wärmen sich im Walde an einem ,~ucr. Endlich gelangen sie an einem Winter- ai i- >d nach Bethlehem, die Bevölkerung des b^ädtchens strömt zusammen und staunt das Wüstentier an. Don Kindern geleitet gehen dir Männer nach dem Stalle und finden das Jesuskind in der Krippe liegend. Wir dieser Künstler die alte Geschichte ausdeutet, Io hat das auch das Volksgemüt durch Jahrhunderte getan Wunderstme Li der und Bräuche heften sich an den Zug der drei Könige, und der Epiphanien- oder Dreikönigtag. der auf den 6. Januar fällt, ist in alter Zett ein hervorragender Festtag der Christenheit getoe en. Längst wird dieses Fest nicht mehr besonders gefeiert. Es ist in der Renzert zum L an de s mrs s i o n s- feste geworden, weil man von dem Gedanken ausging, daß die drei Könige die ersten Heiden gewesen seien, die zu Jesus kamen. Leider fehlt eS heute immer noch in weiten Kreisen an dem Verständnis für die Arbeit der Heidenmission; die Zeit, da man über die Missionare und ihren Umgang mit den Regern, sowie über die Arbeit der Missionsvereine in der Heimat unpassende Scherze machte, ist noch nicht vorüber, und die Heidenmission wird immer noch im Grunde genommen von kleinen Kreisen religiös angeregter Menschen getragen. Solche, die die Sache ernster nehmen, sagen auch, die europäischen Christen hätten kein Recht, Völker, die in fernen Erb le len wohnen, für ihre Weltanschauung zu gewinnen, da auch die Europäer sich gegen ähnliche, ihnen zugedachte Bestrebungen wehren würden. Wer so redet, verkennt die innerste Art des Christentums. Sind seine Anhänger davon überzeugt, daß ihnen in ihrem Glauben an Christus das Beste und Heilsamste geschenkt ist, so können sie nicht davon lassen, das Evangelium weiterzutragen. Eine Christenheit, die keine Mission treibe, wäre aller Ideale bar, würde sich selbst für bankerott erklären. Seit ungesähr hundert Jahren ist die Christenheit eifrig am Werke der Heidenbekehrung, an allen Punkten der Erde sind blühende Missionsgemeinden entstanden. Heute sieht sich die Mission vor neue und schwere Aufgaben gestellt. Die Missionare haben erkannt, daß sie es keineswegs überall mit Menschen zu tun haben, die aus der Stufe einer sehr primitiven Kultur stehen. In Indien, Afrika und China sehen sich die Sendboten der Christenheit vor Menschen gestellt, die leine Christen sind und über eine altererbte Kultur verfügen. Darum kann es dort nicht mehr . s;en, mit dem Glauben auch eine neue bessere Kultur bringen zu wollen, sondern es heißt, die Gedankenwelt des Christentums in das geistige Leben der fremden Völker hineinzutragen. Man (mm heute nicht mehr die kirchlichen Formen, wie sie in frommen Kreisen Württembergs zu finden sind, einfach nach Asien übertragen, sondern es gilt, dort neue Formen zu suchen. Das ist keineswegs ein neuer Gedanke; schon Paulus hat in fiarer Erkenntnis der Lage gesagt, daß et den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche geworden sei. In Japan, Korea und Indien bestehen jetzt schon nationale christliche Kirchen, die, was ihre Verfassung und ihre Formen betrifft, nicht von Europa abhängig sind und die den abendländischen Kirchen, die unter sich mannigfach gespalten sind, in dem Einigungswerke voraus sind. Richt vergessen darf werden, daß die Mohammedaner mit Waffen geistiger Art scharf gegen die Missionsbestrebungen der Christenheit kämpfen. DaS hat sich namentlich gezeigt, als auf dem Internattonalen Kongreß der Missionare, der Ostern 1928 zu Jerusalem tagte, die neuen Aufgaben der Mission klar herausgestellt wurden. Wer die Geschichte der Heidenmission verfolgt hat, der weiß, daß sie in der Zukunft dem Gebote der Stunde gewachsen sein wird und daß es die Heimatgemeinden an brr Darreichung der nötigen Mittel nicht fehlen lassen dürfen. Ick, tt. hak. Mit Hilfe dieser Summe konnte für die Schmückung der Sammelgräber unserer gefallenen Brüder auf den früheren Kampfseldern viel getan werden. Die Höhe des Sammlungse^ebnisses ist von der Bundesleitung mit großer Befriedigung vermerkt worden. " Zusammenstoß zwischen Motorrad und Auto. An dec Ecke Bismarckstrahe und Ludwigstraße ereignete sich heute vormittag gegen Vs10 AUjr ein Zusammenstoß zwischen einem Motorradfahrer mit Beisitzer und dem Personenauto eines hiesigen ArzteS. Der Arzt kam mit seinem Wagen nach Zeugenaussagen in sehr mäßiger Geschwindigkeit und unter vorschriftsmäßiger Signalgebung die Bismarckstrahe entlang in der Richtung nach dem Schiffenberger Weg. Als er die Ludwigstraße kreuzen wollte, kam im gleichen Augenblick der Motorradler, ein Soldat unseres Bataillons, mit einem Zivilisten auf dem Soziussitz aus der Richtung Ludwigsplah her und rannte das Auto in der Mitte an. Durch den Anprall kamen die Motorradler natürlich zu Fall, wobei der Zivilist schwere Verletzungen am Kopfe erlitt, während der Soldat mit leichteren Verletzungen daoongekommen zu sein scheint. Der Lenker des Autos, der Arzt selber, erlitt durch Glassplitter einige Schnittwunden im Gesicht, trotzdem bemühte er sich sosort um den ichweroerletzten Zivilisten, der bald darauf von der rasch herbeigerufenen Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz * nach der Chirurgischen Klinik verbracht werden mußte. Wo der Lenker des Motorrades, der Soldat, geblieben ist, konnte uns bisher nicht angegeben werden. Das Motorrad ist schwer beschädigt, das Personenauto hat in der Mitte der Karosser.e einigen Schaden erlitten. Der Vorfall hatte natürlich im Handumdrehen eine riesige Menschenansammlung zur Folge. ** Eine Ortsbausatzung für das Baugelände an der Grünberger Straße und der Straße nach Rödgen, dem sog. Professoreneck, wird im heutigen Anzeigenteil veröffentlicht. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Die Museen sind am Sonntag, 6. Januar, zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet. Die Räume sind erwärmt. ** Die städtische Kunstsammlung im Neuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, ist morgen, Sonntag, von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. ** Städtische Brennholzversteige- rung. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwald, Bezirk des Försters Arft, mürben folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheiter 18 Mark, Buchenknüppel 13 Mark, Buchen- stocke 8 Mark je Raummeter; Buchenreiser 25 Mark, Eichenreiser 15 Mark, Fichtenreiser 12 Mark je hundert Wellen. •* Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet tri Gießen Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt statt, dem am Mittwoch Schweinemarkt folgt. *♦ Die Frankfurter Pferdemärkte für 1 929 werden im heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Interessenten seien auf diese Anzeige besonders hingewiesen. Kunst und Wissenschaft. Glückwünsche des hessischen Slaatspräsidenken an die kleistprelsträgerin. Staatspräsident A d e l u n g hat an die diesjährige Kleist Preisträgerin, eine geborene Mainzerin, folgenden Glückwunsch gerichtet: „Frau Dr. B a d v a n y i geb. Reilinn Berlin. Sehr verehrte Frau Doktor! Zur Verleihung des Kleist- Preises 1928 für Ihre beiden Novellen „Aufstand der Fischer von St. Barbara" und „Grubetsch" spreche ich Ihnen meinen herzlichsten Glückwunsch aus. Ich habe mich sehr gefreut, baß ber Kleistpreis diesmal an ein Kind des Hefsenlanbes, an eine Mainzerin, gefallen ist. Ich wünsche Ihrer schriftstellerischen Tätigkeit weiterhin solche Erfolge unb bin mit bem Ausbruck meiner aufrichtigen Hochschätzung Ihr ergebener A b e l u n g." berliner Börse. Berlin, 5. Jan. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Dormittagsverkehr ist von Geschäft bis jetzt kaum die Rede. Die Stimmung scheint jedoch eher etwas freundlicher zu sein, da man mit weiteren Deckungen der Spekulation an der Börse rechnen zu können glaubt. Das Kursniveau ist noch unverändert. Farben etwa 265. Am Devisenmarkt hörte man Paris 124,09, Mailand 92,63, Madrid 29,73, das Pfund 485,1750 und den Dollar 4,2005. Anläßlich meine« Haben Sie Inventur schon Radio? Ausverkaufs habe ich einige Tausend RESTE Apparate in jeder Preislage Herren Mäntel-Paletots-Anzüge Netzanschluß - Geräte Ing.H.Brinkmann LBemard kaufen Sie jetzt viel billiger Extra zurückgesetzt sind ^4 xv A/ 20/o winier-Mäitel 10/0 155D Plockstra&e 16 Landhaus^ UUMlle Rabatt Rabatt Größtes Sloffspezialgeschält am Platze /seiner 3—6 3im.= in großer Auswahl billig ab. 41D 133D erbeten. SMilDliM I Praktische AnSbil- 1134 O 09181 Praktische AuSbil- Gesucht sofort 959 JV 'j tll. Honorar, tim noch nur erünlt iunfl. Anmeld, erbet. schw. Cfcn, sowie u. 09136 a.d.G. Anz. 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Die Wirklichkeit hat, trotzdem ich wieder auf festem Grund wandle, noch viel Aehn- lichkeit mit Geträumtem, und während ich mich schon auf die Fahrt durch Berlin freue, geistert durch mein Slnterbewußtsein schattenhaft die Erinnerung an die Fliege, die ich im Stiche gelassen habe. Deutsche Waffenversieigerung in Amerika. In Neuyork wird eine bedeutsame Auktion in diesen Tagen in den American Art Galleries abgehalten. Man versteigert dort eine Waffen- und Rüstungssammlung aus verschiedenstem Besitz. Das Schloß des Fürsten R a d z i w i l l, das Dresdener Iohanneum, und viele andere Institute, die ihre Namen nicht genannt wissen wollen, haben Stücke aus ihrem Bestände beigesteuert. Im Katalog ist eine deutsche gotische Turnierausrüstung des späten 15. Jahrhunderts aus dem Besitz des Fürsten Radziwill besonders erwähnt, in helfen Rüstkammer das Werk hochgeschätzt war, ferner ein sächsisches Schwert, das reich ornamentiert aus dem Jahre 1580 stammt. Früher gehörte es dem Kurfürsten Christian I. Durch einen sehr wich- tigen Stempel dokumentiert es sich als Werk des Waffenschmieds von Philipp IV. von Spanien, während die vorher erwähnte Rüstung sich als Wert des Augsburger Schmiedes Anton Pfeffenhauser ausweist. Nicht unerwähnt bleiben darf eine weitere deutsche Rüstung, die dem späten 15. Jahrhundert angehört. Sie war ursprünglich für Portugal geschaffen und stammte aus der königlichen Rüstkammer in Lissabon. ’ttishSe ^•Geräte nann Bahnhof- en Bäiie Nr. 17 t hdpio ooeo üfler öen fouu unck ^Dtlbc'*ule - ~"l Anfängen en- n lewahl sehe lang r. 21. üllöbil- bilattj- baltrr djmbr.l libcnb- le^rgang 'N der öeuiktenGitti beitätiirMlit für Tomen u. Herren, uniei Vfiiuni eines "aailich neurfificn Veoierä Der Sur*, fdtriir. Untetudj 8- fltlh 12 RM. lin o’Otlbilbnnnölcbr: naitd bfninm am Reichen Abend um b Ubt. Änmeld n» (in Herrn Kronz Hanstctn, Wilhelm- ürafje 6 il, ober zu llnlklr/chkSbeninn trbtitn. IW D Si/nWereln cgi 1861 u. Domewpifij .Slivkisvkkliel''.' ffii-W ,atS' CtltUt il. Buch' dienern- i'vnorar, oienrnb-' lb. erbet G. Anz. raöe rM» nlung ; "»!) )C$ iig der irtes in naK tta>- of, »a'L figen^ !!?W; Touuiaa, 6. Kan» nachmittags tiir, im„!bchlpka" MmMll Ei scheinen sämtlich. AlierSgenosien er- lorberlnti. D lo ag. dem , sinbei x, gemäß rtzungen- * 1 Cüll. kauieu vSjühri. 09143 on In», erb. Dai riWiMW ml: GlK“ hnbet SUbr-imOtiW Hoi fiöÖlöDi' 1851 v- ec-innA !"obe°» r fre» * 7 ,H«'' »w- Stadttheater SSftSÄS äwillt« w OptttM’®1?* Sronffflrt n Eiiimalme i^53 nBk S-S SM vonW’»'’ Ogan.' -SS:-' NtzK-. Mik f u. 360*. von Samstag, 5. Zanuar 1920 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 4 Zweites Blatt Shaw weiß es wieder besser. Er sagt seine Meinung über Sprechfilm—Fernsehen —Krieg der Angelsachsen — Spiritismus - und seine literarischen plane. gesicht zu bringen. Copyright by United Press. Nachdruck, auch im Auszug, verboten. Drr Bühne wirb wahrscheinlich nicht so diel Abt'.ag g?tan werben durch sprechende Filme, für deren Dorführung ja auch ein Theater erforderlich ist, als durch drahtlose Fernsicht. Man bars nicht außer acht lassen, daß ein Theater weit weniger Bequemlichkeit bietet, als das Syeim einer Familie von mäßigem Wohlstand. Zudem gelangt man besonders an feuchten Ab-enden nur auf umständliche und kostspielige Drise ins Theater. Gegenwärtig kann ein Thea- drr mit niedrigen Preisen, in dem die besten Sitz; nicht mehr als etwa vier Mark kosten, und das seinen Besuchern wenigstens ein drei- einhalbstündiges solides Programm bietet, stets aus ein Publikum rechnen, das sich aus Untermietern und Leuten zusainmenfeht, deren Wohn- Ratten überfüllt und unbequem sind. Setzt man Bi? Preise aber so weit herauf daß sie nur Leuten erschwinglich sind, die über ein komfortables Heim verfügen, so ist bas Publikum futsch. Ich gehe nur widerwillig ins Theater und tpürb? nie wieder meinen Fuß über die Schwelle eines Theaters sehen, wenn man mir bas Stück zu Haus'! vorführen könnte. Wer, bet sich einen guten Radio-Apparat leisten kann, würde noch in Kon'.erte gehen, wenn sein Bedarf an Musik durch Rundfunk verbreitet wurde? Daraus ergibt sich, aus welcher Richtung die wichtigsten Veränderungen zu erwarten find. Man muß fein Augenmerk auf zwei Entwicklungslinien richten, nämlich das R.'Produktionsverfahren, mit dessen Hilfe eine Aufführung fo oft wiederholt werden kann, als sich nur Zuhöver anlocken lassen, und den Rundfunk, bei dem Millionen von Menschen an einer einzigen Ausführung teilnehmen. Beide tv'irl-en daraus hin, künstlerische Aufführmrgen fo überaus lukrativ zu machen, daß man die gewaltigen und bisher unerschwinglichen Kosten autz-er acht lassen kann, die erforderlich sind, um sie so vollendet zu gestalten, wie es sich nur mit D'ld. Mühe und käuflichem Talent erreichen laßt. - Ist -eine Bücherzensur vom „moralischen" Gesichtspunkte aus berechtigt? und wo sollte man öi'2 Grenze ziehen? Was fruchtet es. Grenzen zu ziehen, wenn die ©rennen in stetem Fluß sind? Wo fi-’gt die Grenze, die man bei Shelleys , George Dernard Shaw tft — dies für alle, bw es noch nicht wissen sollten — der berühmteste und vielleicht sogar bedeutendste, sicherlich der pellametüchtigste und ohne alle Zweifel der frechste unb»r den englischen Dichtern der Gegenwart: er schwört auf den Sozialismus und weigert sich, je in seinem Leben den Boden der Bereinigten Staaten zu betreten. Er schlägt sich mit allen nur -einigermaßen aktuellen Problemen der Zeit herum, ist bald für, bald gegen den Film, lebt vom Paradox wie Oscar Wilde, ist ein ausgezeichneter Kenner der Bühne, wird in Deutschland fast m-chr (und sicher besser) gesprelt als in England, wo ->t durch allerlei Anzapfungen noch gestellter Persönlichkeiten nicht zum Besten üt sich geworben hat. Sein deutscher Sieberseher st Siegfried Trebitsch, sein Verleger S. Fischer n Berlin, sein bekanntestes Stück „Die heilige Johanna", s-ein phantastischstes „Methusalem", fein neuestes Buch „Führer zum Sozialismus für dir intelligente Frau". G. D. S. — in England ist -er mit diesen drei Buchstaben vollauf bezeichnet — ist. obwohl schon über 70, ein eifriger Anhänger moderner Körperkultur. Deshalb sieht man ihn in den illustrierten Blättern fast nur im Wass-rr plätschernd, oder jedenfalls im Badeanzug abg-?bildet. Darauf hält er ebensosehr wie auf den Dollbart, den er sich noch immer picht hat abn-ehrnen lassen. — Der folgende Ar- tik-rl ist die Frucht eines Interviews mit einem Pressevertreter, der es wagte, bis vor sein An» Eine Kliege fliegt von Wien nach Berlin. Von Robert Michel. ■ Es gibt große Fliegen, die in brummendem Zickzack so rasch vorwärtslommen. daß ihnen das Auge kaum zu folgen vermag: aber die kleinen, hie streichen langsamer durch die Lust, und man geht kaum fehl, wenn man annimmt, daß ein solches Insekt wohl nicht mehr als zehn Kilometer In der Stunde zurückzulegen vermöchte, irgendeinen Zwang nach einem fernen Ziele re’ folgend. Wien -Der in ist eine Distanz von mehr als fünfhundert Ki ometer, also brauch e eine Fliege, würde sie ,ich zu einem solchen Flug entschließen, rund fünfzig Stunden. Aber die F tage, ym die es sich hier handelt, wird die Strecke etwa in einem Zehntel dieser Zeit hinter sich gebracht haben. Sie ist das Erste, was mir besonders auffüllt, als ich im Flugzeug Platz nehme. Eie ist kleiner als eine gewöhnliche Zimmerfliege, und wenn ich für ihr Aeuße^eZ einen bezcichnen- ten Ausdruck suchen soll, möchte ich am ehesten sagen, daß sie unelegant ist. Es gibt ja auch unter den Tieren elegante und unelegante Erscheinungen. Ein eng'i.ches Reitpferd, eine Schwalbt, ein russisches Wind pie , eine Schlange, die teilten wohl immer elegant. Dann gibt es Tiere, die zu manchen Zeiten durchaus als elegant bezeichnet werden tonnen, wogegen sie unter anderen Modebegrif en als plump und unbehol en gelten müßen, wie etwa daS Schaf. Diese Fliege hat nichts Schnittiges, sie hat die Flügel nicht glatt angrschmiegt, sondern eher zerzaust, und der Kopf ist stumpf und zu groß: sie hat sozusagen ein vollkommen unsportliches Ausfeh.n. Wie sie ja auf dem Fensterglas neben mir umherkriecht. re£e ich dahinter durch die Scheibe, wie die Windstöße an der Tragfläche des Aeroplans Leihen und wie sich an die Stande, an der sonst nur ein einzelner bei Start nachMt, eine ganze Staube von Menschen klammert. Der Sturm, der draußen tobt, hält mich davon ab, den ungeladenen Mitpaß agier, der meine Aufmerksamkeit „Cenci", Tolstois „Macht der Finsternis". Ibsens „Gespenstern", bei „Frau Warrens Gewerbe" und „Der Entlarvung von Blanco Posnet" zog? Slnb wie sollte man Altersgrenzen festfehen? Man kann j-rdes Buch einem Kind in die Hand geben. Cs wird in ihm nur das entdecken, was feine Unschuld hineinlegt. Mit einundzwanzig Iahven müssen die jungen Leute bereits genügend Charakt-rrsestigkcit besitzen, um ungebetenen Ratgebern zu erwidern, sie sollten vor der eigenen Tüve kehren. Wenn man Erwachsenen überhaupt Schranken sehen will, so sollte das durch das G-e s e tz und nicht durch 3en‘ur,-ef)örben geschehen. Wenn man mich fragt, ob ich für eine ab gestufte Zensur eintrete, so habe ich die gleiche Empfindung, als habe man mich gefragt, ob ich eine abgestuste Inquisition befürworte. Wozu wollt ihr überhaupt eine Zensur? Seid ihr denn gerade bei der Auswahl eurer Lektüre geschäftsunfähig? Ob die Dereinigten Staaten unter einer Monarchie besser führen, wurde davon abhängen, wie weit man diesen Gedanken durch- führte. Wenn jeder Cinzelstaat der Union einen König, einen Hof und eine Dynastie besähe, dann Gnade Gott den Dereinigten Staaten! Ich würde nicht einmal Vorschlägen, einen Dundes- tonig ins Weihe Haus zu sehen. Wenn jedoch Amerika in den Verband des britischen Reiches als ein Dominium nach dem Muster von Kanada ober Australien wieder eintreten wollte, so würden die Amerikaner überrascht sein, wie viel bequemer es wäre, eine gekrönte Republik statt einer tyrannisch präsidierten zu fein. Wenn Amerika gegen uns in den Krieg zöge und uns schlüge, so wurde das eine ganz annehmbare Form fein, an das britische Reich wieder angeschlossen zu werden. Aber abgesehen von einer solchen Riederlage kann ich mir nichts denken, das England veranlassen könnte, den „Verlorenen Sohn" wieder aufzunehmen. Man muh sich klar machen, daß England früher gern Kolonien hatte, weil England der Hund war und die Kolonien den Schwanz bildeten. Gegenwärtig beginnt der Schwanz den Hund so heftig zu wedeln, dah England demnächst den Schwanz wird ab beiß en müssen, wenn es künftighin auch nur seine Seele noch sein eigen wird nennen wollen. Wenn sich d'.e Vereinigten Staaten uns anschlössen, so würde diese Kombination großartig, beispiellos, unwiderstehlich fein, kurz, in jeder Hinsicht der amerikanischen Großmacht schmeicheln. Aber was würde aus dieser armen kleinen Insel, auf der ich l-rbe? Rur noch ein übervölkerteres und unbeque- meres Irland? Ich fürchte deshalb, die Amerikaner werden sich wie bisher behelfen und sich mit einem gelegentlichen Besuch des Prince of Wales zufriedengeben müssen. Ist ein Krieg zwischen den Vereinigten Staaten und Grohbritan« nien denkbar? Ratürlich ist ein solcher Krieg denkbar. Es gibt keine schwierigere Ausgabe in der Welt, als Männer von englischer Abstammung daran zu verhindern, miteinander zu streiten! Ich erinnere mich noch sehr gut an eine große Versammlung, die im Mansin-Hause abgehalten wurde, um die hundert Jahre 'Frieden zwischen Großbritannien und den Vereinig en Staaten zu feiern. Der damalige Mr. Asqu.th (der spätere Lord Oxford), der Erzbischof von Canterbury und der amerikanische Botschafter hielten beredte Ansprachen, in denen sie alle drei sagten, wie wundervoll es sei, daß zwischen den beiden verwandten Völkern ein ganzes Jahrhundert lang keine Feindseligkeit stattgefunden habe. Tatsache ist es indessen, dah es während des genannten Zeitraumes kaum zehn Minuten gegeben hat, in denen die beiden Völker nicht mehr oder weniger auf dem Sprunge standen, einander an die Kehle zu fahren. so ungebührlich in Anspruch nimmt, in das Unwetter hinauszuiagen. Schon g eilen wir über die grüne Fläche hin, und als wir uns von der Erde wegheben, seht sich die Fliege a'uf meine Brust, als wollte sie bei mir, dem einzigen lebenden Wesen in der Kabine, Schuh suchen. Dieses Gehaben hat etwas Bedrückendes für mich, und ich stelle mit einer gewi/sen Zerstreutheit fest, dah, während wir uns immer hi her heöen, das Rad unten seitwärts ich immer langsamer dreht und schließlich ganz still hält. Aber das Flugzeug ist ständig voll Unruhe. Da ist dieses unentwegte Zittern im Takte des Motors, da ist ab und zu das Schwanlen nach seitwärts, durch einen Windstoß verursacht, und da ist vor allem und immer wieder in unregelmäßigen Abständen em kleines oder ein größeres Hinabsinken in den Luftlöchern. Die Fliege bleibt nicht lange auf meiner Brust. Sie schwirrt in gerader Dichtung nach vorwärts und seht sich an die Wand, die uns von den Piloten trennt. Sie hat mit diesem Flug, wenn man es recht betrachtet, die Schnelligkeit des Aeroplans noch Überboten. Aber der Aufentyall so nahe beim Motor scheint ihr Behagen zu beeinträchtigen, denn nun kriecht sie der Langs- wand zu und bleibt auf einer Fensterschetbe sitzen. Offenbar blickt sie ins Weite, und ich tue unwillkürlich das gleiche. Da muh ,ch allmählich feststellen, dah ich mich nicht des Dewußllctns erfreuen kann, hoch und frei und schnell durch die Lüfte zu schweben. Die Welt liegt )o Elein da unten, sieht fo eintönig flächig aus, daß der Flug schier unerlrag ich langsam erscheint: wenn man bei Sonnenschein den Schalten des Aeroplans verfolgen kann, ist es, als kröche ein wm- ziaer Wurm ganz langsam fiber eine Landkarte. Man sollte die Möglichfeit haben, sich durch den Kabinenboden an einem Seil, etwa in emem kleinen Korbfitz, um einige Meter tieferzukurbeln. Da käme man vielleicht zum richtigen Genuß des Fliegens. Run ist die Fliege wieder ganz nahe neben mir und ich bemerke n.cht ohne Reid, dah fie auf die heftigsten Schwankungen des Apparats nur mit kaum merklichen lässigen Bewegungen rea- Wenn wir nur unseren Hah offen bekennen und uns über die Hintergründe klar werden wollten, würden wir vielleicht Aussicht haben, unsere Seelen von dem Hah zu reinigen. Aber all das Getue, als seien wir liebevolle Vettern, ist reines Gift und führt nur dazu, das; wir voll Eifersucht unsere Flotten weiter vergrößern. Wer daran zweifelt, der braucht nur die Zeitungen über die englisch-französischen FlollenverHandlungen und die Ausnahme, die sie bei ihrem Dekanntwerden in Amerika sanden, nachzulesen. Als Liebesaffäre kann man alles Mögliche bezeichnen, alles was zum Beispiel zwischen einem jahrelangen Briefwechsel von Leuten liegt, die einander kaum je zu Gesicht bekommen haben, und den Weiterungen, die ein Trinkgelage nach sich gezogen hat. In Wirklichkeit sind-alle Fälle, die überhaupt erwähnenswert sind, verschieden gelagert Ich konnte versichern, dah ich nie verliebt gewesen sei. Ich könnte aber auch versichern, daß ich immer verliebt gewesen bin. Ihr würdet dadurch nicht klüger sein als zuvor. Deshalb werde ich euch darüber lieber gar nichts sagen. Leben wir als Individuen in Ewigkeit weiter? — Wenn ihr ewig leben wollt, wenn ihr die Erinnerung an eure Mißgriffe und Unzulänglichkeiten, Schwächen und Fehlgriffe, Erniedrigungen, Sünden und Krankheiten bis ans Ende aller Zeiten mit euch schleppen wollt, so müht ihr zu euch selbst in einem besseren Der- hältnis stehen, als es mir je gelungen ist, zwischen meiner Person und Dernard Shaw herzustellen. Folgt meinem Rat und dem Dorschlag Dogberrys: Stirb wie ein Gentleman und danke Gott, dah du einen Schelm los bi ft! Alles was in dir wert war, erhalten zu werden, wird wieder Derwendung finden bei dem Versuch, einen Menschen zu schaffen, der besser ist als du. Alle meine Bekannten, die an ein ewiges Fortbestehen ihrer Persönlichkeit glauben, machen zur Bedingung, daß sie in der nächsten Welt Engel fein werden. Da fie aber in einen solchen Falle sich sicherlich weder selbst wiedererkennen werden, noch von ihren Freunden wiedereekannt werden werden, so könnten sie eigentlich ebenso gut ohne Murren den Weg alles Fleisches gehen und an ein künftiges Leben glauben, ohne darauf zu bestehen, dah ihre Ramen und Adressen beibehalten werden. Tennyson riet ihnen, ihr to.es Selbst alsVorstufezuhöherenDingen zu betrachten: auch ich gebe ihnen denselben Rat. Sie aber wünschen, daß ihre tote Persönlichkeit aufbewahrt wird, wie meine ®robmutter Kerzenstummel aufzuheben pflegte. _ Für solche Ueberheblichkeit fehlt mir das Verständnis. Spiritismus? — Ich lernte den Spiritismus zuerst kennen, als ich noch ein kleiner Zunge war. Meine Mutter vertrieb sich im Alter die Zeit damit, dah sie, wie sie es nannte, Geisterzeichnungen machte (ich besitze davon noch irgendwo ein ganzes Bündel), und dah sie mit den Toten Zwiesprache hielt. Sie war genau so gesund und vernünftig, wie Sir Oliver Lodge: daraus geht hervor, dah der Glaube an den Spiritismus, wenn er eine Starrheit ist, doch ein Fimmel ist, den ein völlig gesunder Mensch in einer gedankendichten Kammer in sich tragen kann, ohne dah seine allgemeine geistige Gesundheit darunter zu leiden braucht. Ich bemerkte, daß meine Mutter bald der Geister ihrer Bekannten, einschliehlich der verstorbenen Verwandten, derentwegen sie sich dem Spirillsmus zugewandt hatte, überdrüssig wurde. Seither stand sie fast ausschließlich nur noch mit einem Weisen aus dem 6. Jahrtausend vor Christus in Verbindung. Sieber dieses Thema habe ich mich nie zuvor in der Oeffentlichkeit geäußert. Ich habe den Mund gehalten, weil ich nicht gerne etwas sagen wollte, an dem meine Mutter hätte Anstoh neh- giert, wogegen ich immer wieder erschrocken nach den Lehncn fasse. Freilich gehört das Fliegen zu ihren Lebensgewohnh.iten und es ist begreiflich, daß sie sich im Flugzeug rascher zurechtsindet als ich, der ich mich zum erstenmal in meinem Leben durch die Luft tragen lasse. Immerhin ist diese Läss:gkeit ein wenig ärgerlich und ich sage zu ihr, obschon ich die Worte nicht laut werden lasse, etwa folgendes: .Run, meine Liebe, wie wäre es. wenn ich dich beim Fenster hinaus- liehe? Der Lustdruck wäre nicht übel und könnte deine kleine Seele vielleicht aus dir hinaus- pressen. Sind toenn du ihn auch überstanden hättest, wie wäre es in diesen Höhen in solchem Sturm? Kämst du jemals wieder hinunter zur Erde, du, die du beinahe leichter bist als Luft? Und wenn es dir gelänge, tiefer zu ko.nmen, du kämst in recht ungemütliche Zonen, etwa in die Regionen, in denen Schwalben nach Deute jagen!" Hier endigt mein imaginäres Gespräch, denn plötzlich wird es dunkel und gleich darauf trommeln Schlohen auf die Tragflächen und gegen die Fenster. Dichter Hagel, ein Gewebe von wagrechten weihen Strichen, umschließt uns von allen Seiten. Gin einziges solches Eisgeschoh könnte der Fliege den Garaus machen. Diese Gewißheit hat etwas Versöhnliches und ich lasse von dein Vorhaben ab, das Insekt in den Weltenraum yinauszujagen. Stunden vergehen. Sieber den böhmischen Gebirgen tobt der Sturm mit verdreifachter Kraft — aber die Fliege ist da. 2n Dresden will die Landung nicht gelingen; mehrmals müssen wir, von Windstößen abgetrieben, steil hochgehen ehe es nach neuÄichen Versuchen glückt, auf festen Dvden zu kommen — aber die Fliege ist da. Weiter fliegen wir über flaches Sandland und der Sturm spielt wieder sein beängstigendes Spiel mit uns — aber die Fliege ist da. Sie kriecht über meine Hände, sie kriecht über mein Gesicht, ist hier, ist dort, geschäftig und unbeirrbar, ruhig und beruhigend. Endlich heben sich uns die Häuser von Berlin, wie aus dem Steinbaukasten hingestellt, mit zierlichen Alleen dazwischen, entgegen. Wie auf einem Fächer schwanken sie bald auf der linken, bald auf der rechten Seite, « men können. Von dieser Regel bin ich auch nach ihrem Tode nicht abgewichen, weil ich mit Oliver Lodge und Conan Doyle befreundet bin. Es gibt auch in meiner Vergangenheit eine Tatsache. die es uns unmöglich macht, in dieser Frage zu einer Siebereinstimmung zu gelangen. Keiner von beiden hat nach meiner festen Sieberzeugung je bei einer Seance gemogelt. Aber ich habe es getan. Ich pflegte zu sagen, daß spiritistische Seancen nur Wert haben könnten, wenn ihre Resultate alles, was man in Versuchen, bei denen jeder Beteiligte nach Kräften mogelte, in den Schatten stellen würden. Demgemäß mogelte ich und war von meinem Erfolg (ich bin durchaus kein Zauberkünstler) überrascht. Roch mehr war ich überrascht durch die Eirtdeckung, dah es um so leichter war, meine Opfer zu täuschen, oder vielmehr zur Selbsttäuschung zu veranlassen, je kultivierter, klüger und phantasiebegabter sie waren. Selbst als ich alles eingestand, wollten sie mir kaum glauben. So ging meine Einfalt dahin, und ich konnte die Versuche von Lodge und Doyle nicht mit denselben Augen ansehen wie sie. Man wird finden, daß dir Hauptschwierigkeit darin liegt, dah fast alle Spirittsten, so weit es sich nicht um wunderselige Einfaltspinsel handelt, einen Menschen verloren haben, der ihnen ü.b war. Man kann auch einen Trost und eine Hoffnung nicht mit denselben Mi kein zunichte machen, wie man ein wissenschaftliches Experiment kritisiert. Wie sollte es mir in den Sinn kommen Sir Frank Benson mit einem Skeptizismus aus dem Gleichgewicht zu bringen, wenn ihn seine Beziehungen zu den Toten glücklich machen? Die Aufnahme, die mein letztes Buch „Führer 3um Sozialismus für die intelligente Frau" gefunden hat, tft überwälli- genb gewesen. Daraus hatte ich auch gerechnet! Im Augenblick arbeite ich an keinem neuen Buch oder Theaterstück. Ich beschäftige mich vielmehr mit einer Gesamtausgabe mcl-.er Werke, für die ich schon seit Jahren leider vergeblich Muße suchte. Es gibt eine Menge Schriften von mir, die in der Presse zerstreut und die niemals ge- sammelt worden sind. Sie sind fast unzugänglich und zumeist vergessen. Rur Amateurbiblio-rra- phen haben Rotizen darüber. Sind ohne ihre Hilfe würde ich niemals Im Stande fein, diese Schriften wieder auszufinden. Ich bin nicht der Mann für vorbedachte Pläne: vielmehr habe ich stets zu viele Rückstände aufzuarbeiten, um je das Bedürfnis nach neuen Planen zu empfinden. Oie Bilanzen -er Sozialversicherungen. Zwei Monate früher als im vergangenen Jahrs sind diesmal die Ergebnisse der Gefchäftsgebarung Der Sozialversicherungen des Jahres 1927 fertig- gestellt worden. Im ganzen gesehen, zeigen die Ziffern für 1927 — man braucht also fast ein Jahr zur Errechnung der Ergebnisse — einen recht beträchtlichen Anstieg. Allerdings sagen die reinen Zahlen wenig, denn einmal haben Gesetzesänderungen, wie die Auswertungssregelung der Vor- kriegsbeträge bei der Invalidenversicherung, eine Erweiterung der finanziellen Grundlage der betref- senden Versicherung gebracht und schließlich fehlt uns zur Beurteilung die Möglichkeit eines Vergleichs mit der Vorkriegszeit, da sowohl der Kreis der Versicherten wie auch die Höhe der Leistungen inzwischen wesentlich verändert sind. Zudem sind leider die Gewinn- und Verlustrechnungen m vielen Fällen noch etwas undurchsichtig, da nicht ohne weiteres, wie bei der Invalidenversicherung, zu übersehen ist, mit welchen Summen das Reich an der Aufbringung der Lasten beteiligt ist. Und schließlich steht die Soziakversicheruna für das Jahr 1927 unter dem Zeichen einer günstigen Konjunktur, also eines guten Arbeitsmarktes, so daß auch der Ueberblicf, der für das Jahr 1928 auf Grund der vorläufigen Ergebnisse gegeben wird, eine starke Zurückhaltung von Selten der zuständigen Stellen zeigt. Gegenüber 1926 sind die Gesamteinnahmen der Sozialversicherung im Jahr 1927 um rund eine halbe Milliarde Mark auf 3,6 Milliarden angestiegen. Für 1928 ist eine Schätzung noch nicht möglich. Die Gesamtausgaben sind ebenfalls von 2,5 Milliarden um eine halbe Milliarde angewach- । sen. Bei dem Ueberschlag für das Jahr 1928 ergibt ; sich, daß die Angestelltenoersicherung relativ am günstigsten dasteht, was zum Teil damit zu erklären ist, daß diese Versicherung erst relativ jung ist. Bei einer Gesamteinnahme von 392 Millionen dürften sich die Ausgaben auf ungefähr 135 Millionen stellen, so daß der Rücklage 250 Millionen Mark zugeführt werden können. Ein erstaunliches Ergebnis. Der Kampf um größere Leistungen der Angestelltenoersicherung wird sicherlich noch weiter gehen. Bei der Invalidenversicherung kommt man nach den vorläufigen Schätzungen, wobei allerdings auch Gelder des Reiches eine gewisse Rolle spielen, zu einem Einnahmeüberschuß von mehr als 300 Millionen Mark. Aber trotz dieser teilweise recht günstigen Bilanzen ist der Kampf und die Diskussion um die Gestaltung der Sozialversicherung noch nicht abgeschlossen. Gerade in letzter Zeit tauchen verschiedentlich Gedanken auf, die auf die Bildung sogenannter Sozialsparkassen abzielen, die den Versicherten statt eines Rentenanspruches in festen Kapitalbesih setzen sollen. Eingehende Berechnungen liegen bereits vor. Man berechnet, daß auf Grund des Durchschnitts der jetzigen sozialen Abgaben des Arbeitnehmers dieser mit den gleichen Aufwendungen bei der Einrechnung von Zins und Zinseszins imstande wäre, ein Kapital zu bilden, das feine wirtschaftliche Eristenz nach einer gewißen Altersgrenze sicherte. Auf diesem Wege glaubt man über die Sozialsparkasse den vielfach kritisierten Weg der sozialen Rentenzahlung überwinden zu können. LandwirtMastliches Semssellsthasiswesen. Kursus beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität in Gießen. Erster Tag. (Schluß.) Pros. Dr. M o m b e r t, Gießen, zeigte zuerst in einleitenden Worten zu seinem fesselnden Vorträge über: „Oie Besonderheiten des Marktes für landwirtschaftliche Erzeugnisse" die ‘Bedeutung be3 Marktes für jedes wirtschaftliche Unternehmen und ging dann dazu über, die Gegensätze zwischen Industrie und Landwirtschaft herauszuschälen. Bei der Industrie sind besonders wichtig die Beziehungen zum Markt von der Seite des Güterangebotes aus betrachtet: hier liegt Verringerung oder Vermehrung der Güter beim Unternehmer. Qi s weiteres wesentliches Merkmal für die Industrie zeigt sich eine dauernde Entwick.ung zum Großbetrieb im Gegensatz zur Landwirtscha t. Der Zusammenschluß in der Form der QI.»®., der Kartelle usw. gibt der Industrie ihre starke Stellung aus dem Markte. Ganz anders bei der Landwirtschaft, die von der Ernte abhängig ist. Die Anpassung der Industrie an die Marktlage geht leicht und schnell vonstatten, in der Landwirtschaft ist eine große Zeitspanne nötig zwischen Produktionsänderung und Qlbsatz der Produkte. Dazwischen liegt oft ein Zwischenraum von Monaten, in denen sich zudem noch große Veränderungen wirtscha tlicher Qlatur vollziehen können. Weiterhin wurde auf die Tatsache verwiesen, daß die Produkte in kurzer Frist geerntet und auch in solcher wieder abgeseht werden müssen. Das bedingt ungünstige Preise kurz nach der Ernte, die nur in der Weise zu vermeiden wären, wenn die Landwirtscha t Vorräte an- fammelt, sie vom Markte zurückhalten könnte, bis günstige Zeiten gekommen sind. Diese Tatsachen gaben Gelegenheit, näher auf die Einlagerung der Ernteprodukte, auf die Kreditierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse einzugehen. Der Landwirt muh seine Produkte lagern können. Sn glücklicher Weise ist das schon im Qluslande, Qlmerita, Kanada usw., gehandhabt worden. Wenn man der Landwirtschaft dienen will, mutz man mit aller Deutlichkeit aussprechen, datz der Qlbsatz noch immer recht mangelhaft organisiert ist. Gerade die QIrt des Absatzes muh verbessert werden, und dabei ist den Gerwssenschaften be» sondere Bedeutung beizumessen. Zwar ist darin nicht das einzige Mittel zu einer Heilung zu' sehen, aber doch eine Hilfe, die nicht zu unter* schätzen ist. Alle staatliche Hilfe kann erst wirksam und dauerhaft werden, je mehr tatkräftige Selbsthil e vorhanden ist. llnö dazu tragen die Genossenschaften bei. Zweiter Tag. Zu Beginn des zweiten Tages referierte Verbandsdirektor Berg Darmstadt, über den Stand des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens. Gr hob hervor, daß für die Wirtschastsversas- sung der Gegenwart wenige Erscheinungen so charakteristisch seien, wie das Vordringen des kollektiven Betriebes gegenüber der Einzelunternehmung. Der gewaltigen Zentralisation des industriellen Lebens auf der einen Seite steht eine bis zum kleinsten Parzellenbetrieb herabgehende Dezentralisation der Landwirtschaft gegenüber. Die landwirtschaftliche Gütererzeugung ist der Gefahr der Erdrückung durch die großen Wirt- schastsmächte ausgesetzt, wenn sie ni.bt auch ihrerseits zu festem wirtschaftlichen Zusammenschluß gelangt. Die beste Form i't die Genossenschaft. Sie hat bodenständigen Charafter und b.ingt nicht nur Kavital zum Zusammenschluß, so'dem wirtschaftliche Ära t?, und zwar solche fi*a -. I Iler, persönlicher und ethischer Art i n Rachbarschafts- verbande. Heber dm Aufbau des landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens gab der Berichterstatter ein klares Bild. Von den 40 000 land- wirtschastlichen Genossenschaften gehören dem Reichsverband 25 800 (64 Prozent), dem Raiffeisen-Verband 8600 (21 Prozent) und der Rest mit 15 Prozent kleineren Organisationen an. Heber die Hälfte der deutschen landwirtschast- lichen GeTrossenschasten bilden die Spar- und Darlehenskassen (Dorsbanken). Dann folgt die große Gruppe der Bezugs» und Absatzienossenschaften mit 4500, Molkereien mit 4100 und sonstige Genossenschaften mit 11 400. Wesensunverschiede bei ben großen Gen'ssenschastsorganisati'>nen bestehen in sachlicher Hi isicht nicht mehr, vielleicht noch in der Art der Organisation (Zentralisatien und Dezentralisation). Sn wichtigen Fragen arbeiten die Spitzenperbände zusammen. Anschauliche Zahlen gab der Berichterstatter über die wirtschaftlichen Leistungen der Genossenschaften. Zum Schluffe hob der Vortragende die soziale Bedeutung des landwirtschaftlichen Ge-rossenscha tswe- sens hervor und kam zu dem Schlüsse, daß das Genossenschaftswesen in feiner Gesamtheit ein gewaltiges Gebäude darstellt, das bäuerlicher Gemeinfinn, geleitet durch ideelle Begeisterung und durch taktisches Geschick führender, geschästS- tüchtiger Männer binnen weniger Sahrzehnte errichtet hat. Der zwecke Redner des Tages, Prof. Dr. H i l 1- ring Haus (Berlin), ging in seinem Vortrage über: Oer finanzielle Ausbau der Genossenschaften von den Bestrebungen Friedrich Wilhelm Raiffeisens und Schulze-Delihschs aus, die einzelnen Kreditgenossenschaften zusammenzuschl'.eßen. Von weittragendster Bedeutung für die Entwickelung des gesamten Genofsenschastswes ms in Stadt uno Land war die im Jahre 1895 errichtete preußische Zentralgenofsenschaftskasse, die zunächst ihren Wirkungskreis auf Preußen beschränkte, seit einer Reihe von Jahren aber das genossenschaftliche Zentralkreditanstitut für die gesamte deutsche landwinschafGliche Genofsenschaftsorzanisation und den überwiegendsten Teil der städtischen Genossenschaften geworden ist. Sn anschaulicher Weise gab der Vortragende eine Charakterisierung der wirtschaftlichen Lage des städtischen und ländlichen Mittelstandes vor Gründung der Preußenkassse, sowie der Entstehung und der Entwickelung dieser Anstalt bis in die neueste Zeit. 3m zweiten Teile des Vortrages wurde ausführlich der finanzielle Ausbau des Genossenschaftswesens nach der Stabilisierung dargelegt. Es wurde gezeigt, wie im Jahre 1924 selbst tonte Kreise der Schulze-Delitzschen Genossenschaften sich zu Zentralkassen zusammenschlosfen und die Bedeutung dieser Selosthilfeeinrichtungen erkannt haben. 3n seinen Schluhausiührungen verbreitete Lache Bajazzo! Roman von J. Echneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. 6a. 37. Fortsetzung Nachdruck verboten. „Wie komisch das Leben manchmal spielt. Run begreife ich alles! Auch ihr Verhalten während deiner Krankheit! Ich danke dir, mein Lieber, datz du dein und ihr Geheimnis nun auch zu dem meinen gemacht hast. Willst du jetzt mit mir herüberkommen und meine Frau begrüßen?" „Rein, Hans! Sch habe das Gefühl, datz ich kein Recht besitze, jetzt schon wieder zwischen euch beiden zu sitzen. Wenn ich mir deine Liebe wieder voll und ganz verdient habe, werde ich kommen und fragen, ob du mich wieder haben willst!" Feßmann hielt die Hand zurück, mit der Hettingen nach seinem Hut griff. „Komm, mein Lieber! Eine Stunde zum Abschied muht du mir noch schenken." Er hatte schon die Türe zum Wohnzimmer geöffnet und trat zugleich mit ihm ein. Beide Hände hob Hilde in Schreck und Freude, fühlte sie zwischen die Hettingens genommen und an ein bebendes Lippenpaar gedrückt. „Hans hat verziehen, gnädige Frau! Run habe ich nur noch um 3hr Vergeben au bitten.“ Sie hielt statt aller Antwort seine Rechte fest und sah ihn an wie jemand, der lange fort- gewesen war und dem man in der ersten Freude des Wiedersehens nichts zu schenken hatte als eine Träne des Glückes. Es ging schon gegen elf Uhr. als Joachim an der Seite der beiden geliebten Menschen die hell- erleuchtcte Ringstraße hinunterging. Sie hatten es sich nicht nehmen lassen, ihn bis zmn Schwar- zenberger-Plah zu bringen. Damit Feßmann den Freund noch länger haben konnte, machte man den Weg zu Zutz. Und dann kam das letzte Lebewohl. Hettingen biß die Zähne krampfhaft aufeinander, ehe er den Mund zum Sprechen öffnete. „Darf ich meine Schuld als gelöscht betrachten, Hans?" „Bis zmn letzten Rest!" „Und wenn du auch anders gesagt hättest, mein Lieber! Sch trage ja dein Blut in mit!" „Seien Sie tausendmal bedankt, Frau Hilde! Darf ich. Hans?" Et sah erst auf Fetzmann. und als dieser schweigend nickte, küßte er die zitternden Ftauenlippen. die sich ihm ohne Zögern boten. „Run habe ich noch eine Schwester! — — Hans wird dir alles erklären, Hilde!" Ein letztes Winken Hetlingens — — dann klappte das Tor hinter ihm zu. Mit einem leisen Weinen lehnte Brunhilde das Gesicht gegen die Schulter des ©alten. Strahlender Soniienschimmer lag über dem bergumfriedeten Tal. als die elektrische Maschine in den Bahnhof von Bellinzona einfubr. ?Salmen schaukelten ihre Fächer in der stachl- laren Lust und dem erfrischenden Hauche, der von den schneebedeckten Höhen kam. Düfteschwer hingen die Gly i >ien von den Spalieren der Villen. Sn Rot und Gelb schillerten die weißbekiesten Wege vom ersten sollenden Blattwerk, das von den Bäumen rauschte. Hettingen sprang in seinem Abteil auf die Füße und schüttelte gewaltsam den Schlaf aus den Augen. „Bellinzona!" ruf draußen eine laute Stimme. DaS Fenster eilig herablassend, hielt Soachim nach einem Träger Umschau! Statt eines solchen aber kam ein junger, elegant geneideter Mann aus ihn zugelaufen, sprang auf das Trittbrett und streckte ihm erfreut die Rechte entgegen. „Ra, also, Baron! Da find Sie ja! Scharbe bereits die Möglichkeit erwogen, daß Sie in Zürich den Anschluß versäumt Baben.“ Hettingens Gesicht war ein einziges ungläubiges Staunen. „Darf ich mir die Frage erlauben, mit wem ich di? Ehre habe? Soviel ich mich erinnere, hatte ich noch nie das Vergnügen!" Sin herzliches Auslachen deS anderen ließ Soachim in aller Eile ein paar Dutzend Gesichter Revue passieren: aber dieses eine war nicht darunter. .Es tut mir leid," sagte er achsel- sich der Vortragende über die gegenwärtige und tünflige Auf^ave der Kredttge.-.os.enschaften und betonte in eindringlicher Weise die Rotwendigleit der DurchfüchrO^ gesunder genossenschaft- licher Grundsätze, dabei insbesondere darauf hinweisend. daß die Tatsache, daß die deutschen Genossenschaften heute insgesamt schon über weit mehr als 2 Milliarden Mark Spareinlagen verfügen. ganz besonders die Schaffung genügender Kreditreserven erforderlich macht. Der nächste Redner, Professor Dr. K l e b e r g e r (Gießen), referierte über: Zitfragen aus dem Gebiete der Dünge- und Futtermitteldewertung und ihre Bedeutung für den genossen« schastlichen Warenverkehr. Der genossenschaftliche Warenverkehr hat einen wesentlichen Anteil an der Gesundung der Markt- Verhältnisse des Dünge- und Futtermittelmarktes genommen. Die Genossenschaft muß gute Ware zu einwandfreien Preisen liefern: sie mutz daher vom Handel und von den Erzeugern einwandfreie Ware verlangen und möglichst unter Kontrolle einkaufen. Diese Kontrolle ift in der letzten Zeit wesentlich erschwert worden. Nicht nur, daß sich die Zahl der Düngemittel wesentlich vermehrt hat, sondern auch d:e Formen der verschiedenen Düngemittel find im Gegensatz zu früheren Jahrzehnten einem starken Wechsel unterworfen. Noch am konstantesten sind die Verhältn.sse auf dem Kal.markt. Wesentlich anders liegen die Dinge hinsichtlich der Phospborsäure und des Stickstoffs. Bei diesen beiden Düngemittel- gruppen we.st der Markt grüßte Bielgestalt gkeit auf, die durch die verschiedenen Formen von Misch, hungern noch vergrößert wird. Ankauf von Misch, hunger ist hann am Platze, wenn die Gehalte garantiert und genau festgelegt sind und wenn der Preis dem Mischungsverhältnis entspricht. Die Bedeutung des Dolldüngers, meist Gern sche von Stickstoff, Kali, Phosphorsaure, oft auch Kalk, liegt darin, daß er ungebildeten Landwirten die Möglichkeit der Anwendung eines technisch richtig zusammengesetzten Düngers liefert. Da aber eine Anpassung an bie statischen Verhältnisse des Bodens nicht erfolgt, wird leicht auf her einen Seite Nährstoffverschwendung getrieben, während auf der anderen Seite Nährstoffmangel herrscht. So können die heutigen Volldünger weder nach ihrer Zusammensetzung, noch nach ihrer technischen Struktur als ideale Form be» zeichnet werden. Auch die Gehaltsgarantie ist kein absoluter Schutz gegen Erscheinungen wie Entmischung und Hygroskopizität. Deshalb muß von her Technik verlangt werden, daß sie den garantierten Gehalt in jedem Volumen sichert. Auf dem Futtermittelmarkte liegen die Verhältnisse noch schwieriger. Die landw.rtschaftlich wichtgen Futterstoffe, insbesondere Kleien und getrocknete Rück- stände der Bierbrauereien, sind im Laufe der letzten Zeit in ihrer Qualität vielfach stark zurückgegangen. Es sollte mit die Aufgabe der Genossenschaften sein, durch genau präzisierte Garantie und dauernde Nachkontrolle reinigend auf die Atmosphäre des Marktes zu wirken. Bei den neuerdings zahlreich angc- botenen Mischfuttermitteln versagt allerdings jede Gehaltsgarantie. Hier müssen eben die Genossenschaften Abschlüsse mit leistungsfähigen Handels- und sonstigen Lieferfirmen treffen und ihre Misch- futtermittel unter persönlicher Kontrolle ihres Bevollmächtigten direkt für ihre Zwecke Herstellen lassen. Zum Schluß behandelte Prof. Dr. S e s s o u s (Gießen) die Frage der Bedeutung der Gortenvereinheitlichung für den genossenschaftlichen Absatz und führte etwa folgendes aus: . Zu einer Normung. Standardisierung landwirtschaftlichdr Massengüter gehört zunächst eine Vereinheitlichung der bisher noch außerordentlich zahlreich auf dem Markt vertretenen Sorten unserer landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Der Referent wies nach, daß eine Verminderung der Sorten bis auf ganz wenige niemals in ähnlichem Verhältnis möglich sein wird, wie bei anderen Waren. Geographische Lage, Bodenverhältnisse und Wirtschaftserfordernisse werden stets eine ganze Reihe von Pflanzensorten bedingen, welche den bei uns sehr wechselnden Verhältnissen an= gepaßt sein müssen, um jeweils unter den ihnen zusagenden Bedingungen Höchstleistungen hervorbringen zu können. Trotzdem sind viele Sorten vorhanden, die ein so geringes Anbaugebiet haben. daß sie ohne Schwierigkeiten - durch andere, in ihren Ansprüchen und Leistungen ganz ähnliche ältere erseht werden können. Dem an sie gerichteten Appell nach Vereinheitlichung der zuckend und forschte wieder in den hübschen sympathischen Zügen. Es glückte nicht. „Sch muß Sie bitten, mk behilflich zu sein!" sprach er kopfschüttelnd, daß fein Gedächtnis ihn diesmal so im Stiche ließ. „Lassen Sie's. Baron! Das Erinnern kommt schon noch! Setzt geben Sie mir vorderhand Shre Koffer heraus. Der Zug lauft in. drei Minuten nach Lugano weiter!" Er winkte einem betreßten Diener und zeigte auf die beiden fieber* kofjer. die er auf den Bahnsteig gestellt hatte,. Snzwischen war Hettingen aus dem 'Abteil gestiegen. Den Mantel über dem Arm und den Hut in der Hand, blickte er nach dem jungen Herrn, der jetzt mit dem Bedienten sprach. Sn seinem Gehirn schlugen die Ramen wie in einer Trommel auf. Der seine war nicht darunter. Kein noch so kleines Erinnern an ihn, weder an sein Gesicht noch an seine Sprache oder sonst irgend etwas, das ihm auf dir Spur geholfen hätte. „Sie haben mich hoisentlich nicht verwechselt!" sagte er, als er mit seinem Begleiter dem Kraitwagen zuschritt, der vor dem Stationsgebäude auf sie toartete. „Durchaus nicht, Herr Baron!" Wieder dieses herzliche Auflachen. „Sch habe nur ein etwas besseres Gedächtnis!" Soachim gab da- Rennen auf. Es toar umsonst, fein Gehirn noch weiter anzustrengen, zum Schlüsse funttiDnirrte es möglicherweise überhaupt nicht mehr. Das Auto durchschnitt eine Menge schattiger Straßenreihen, flitzte an grünen, olmnenüber- wucherten Villen vorüber, wandte sich i t scharfer Krümmung nach Süden, eine staubbedeckte Chaussee hinab, deren Bäume in dicke graue Wolken gehüllt zurückblieben. „Roch ein paar Minuten, Baron!" jagte der junge Mann an Joachims Seite, der sih ganz in Resignation versenkte, bis die Aufklärung kommen würde. „Sv!' Zwischen einer wundervoll geschnittenen manneshohen Hecke tat sich ein kunstvoll geschmiedetes Gittertor auf, von dem eine breite Aufsahrtsstraße nach dem schloßähnlichen Ge- Dorten ist die Landwirtschaft bereit, nachzukom- men. Es arbeiten Registerkommisfionen daran, um die vielen Doppelgänger unter unseren Kultnr- forten zu erfassen, die dann den älteren erprobten Sorten, sofern die Abkömmlinge keinen besonderen wirtschaftlichen Wert aufweisen, Platz zu machen haben. So hat die Kartoffelregisterkommission berefts von rund 1000 identifizierten Sorten 444 Doppelgänger erkannt und festgestellt, daß von 335 selbständigen Sorten auf dem Markt nur 100 Sorten eine wirkliche Bedeutung zukommt. Ganz ähnlich wird es mit den Setreide- forten sein, nur 20 Prozent aller angebauten Sorten werden allein einen nennenswerten wirtschaftlichen Wert haben. Es muß dahin kommen, daß nicht mehr aus jeder Hofreite eine andere Sorte auf den Markt kommt, und nicht nur das.' 2lus jeder Ortschaft oder besser Gegend mit gleichen Anbaubedingungen dürfen in Zukunft nicht nur wenige Sorten angeboten werden, sondern diese müssen auch in einheitlicher, guter Qualität dem Markte zugeführt werden. Dies wird nur möglich fein, wenn ein», einheitliche Herrichtung = Reinigung zustande kommt, was wohl am ehesten auf genossenschaftlichem Wege möglich sein wird. Erst wenn dem Handel eine einheitlich hergerichtete Ware von guter Beschaffenheit in größeren Mengen angebeten wird, können auch bessere Preise erzielt werden. Der Müller, Bäcker. Brauer usw. kann eher mit einem großen Poften guter Ware, 2. Qualität, etwas anfangen, als wenn dieselbe Menge in Pöstchen verschiedenster Güte. 1. bis 10., angeboten wird. Rach Qualität gestaffelte Produkte verfeinern den Handel, es wird dadu-ch eine gerechtere Bezahlung herbeigeführt: f r wirklich gute Ware wird in der ganzen Welt mehr bezahlt, ftlnd zu dieser Standardisierung der Massengüter ist die Vereinheitlichung der Sorten unbedingtes Erfordernis, dann kann auch der Produzent geringerer Mengen, also der Kleinbesih. die Wohltat der Belechung der von ihm der Rorm entsprechend abgelieferten Waren genießen. Anleitung und Erziehung wird bet hem zu erstrebenden Ziel dem einzelnen Landwirt außer von landwirtschaftlichen Körperschaften auch von den Genossenschaften in erster Linie gegeben werden müssen. Für den genossen»' schastlichen Absatz bedeutet die Vereinheitlichung der Sorten den ersten Schritt zur Standardisierung. __________ Oberhefsen. Landkreis Gictzen. —Klein-Lin den, 4. San. Auf sein 20jähriges Bestehen fa:m in diesem 3ar xe der hiesige Schützen klub „Roland" zurück- blicken. Aus diesem Anlaß findet am 3. Februar im Jöaale des Turnerheims eine Feier nebst Schützenball statt. Gleichzeitig wird das neue Veveinsbanner eingeweiht werden. * Alten-Duseck, 4. San. Aus unserem kirchlichen Gem.eindeleben ist für das Sahr 1928 folgendes zu berichten: Taufen fanbe-n 16 statt (im Vorjahr 33). Konfirmiert wurden 29 Kinder (44). Getraut wurden 19 Paare (10). 2lm hl. Abendmahl nahmen teil 1420 Gemeindeglieder (1426). Kirchlich beerdigt wurden 24 Gemeindegli 6t (20). Sn der Fi.ialgemei deTrvhe, die seit 30. Oktooer 1927 auch eigenen Gottesdienst hat, fanden 12 Gottesdienste statt. I Daubr in gen, 4. Jan. Unter dem Vorsitz von Lehrer Ziegler, Kes.elbach, fand hier eine Sitzung des Gesamtvorstandes des Bezirks IV des Lahngaues im „Hessischen Sängerbund" (Lum^atal-Sängerbund) statt, die sich hauptsächlich mit Fragen des diesjährigen Bundesfestes, das am 9.Suli in Staufenberg statt,inden soll, befaßte. Zu Beginn stellte der Vorsitzende fest, daß, wenn auch ein Verein seinen Austritt erklärt hat, der Bund doch in seinem Bestände nicht zurückgeht, vielmehr an MitglleOerzahl im verflossenen Sabre wieder zugenommen hat und auch jetzt Beitritte wieder in Aussicht gestellt sind. Wegen Bestellung des Kritikers für das mit dem Dun- desfest verbundene Kritiksingen konnte der engere Vorstand noch zu keinem Resultate kommen, da der ursprünglich dazu vorgesehene Herr an dem betreffenden Tage verhindert ist, an- dererseits eine Verlegung des Dundesfestes nicht angeht. Der engere Vorstand soll sich mit anderen Herren wegen llebemabme des Pre'.s- richteramles in Verbindung setzen und besonders daraus bedacht sein, daß für den Bund keine allzu hohen Kosten entstehen. Als erster Wertungschor wird bestimmt „Schenkenbachs D.iter- bäube führte, das tief i:n Hintergründe zwischen uralten Baumbeständen sich dem Blicke bot Sn einer Zeitspanne von wenigen Sekunden hielt der Wagen vor dem Portal, dessen beide Flügeltüren Dfienftanben. „Willkommen zu Hause, Baron Hettingen." Soachim sah geradeaus, von irgendwoher kam eine kühle Welle aus ihn zugeftutet, Dust von Rosen und Hyazinthen mit dem von Heliotrop gemengt, umschmeichelte ihn. Langsam setzte er den Fuß in die Halle, die sich in bämmembem HalbdunkÄ vor ihm auftat. „Die Eltern freuen sich unendlich, Sie kennenzulernen!" hörte Soachim neben sich sagen. alS er den Riefenteppich entlangschritt. „Sch werde Sie sofort melden lassen." „Helfen Sie mir, um Gottes willen! 'Mein Kopf ist am Zerspringen." Hettingen faßte mit beiden Händen nach dem Arm seines Begleiters. Ein lachendes Augenpaar tauchte in d)s fci.ie. „Seb will Sie nicht länger quälen! Kommen Sie also!" Aus dem Kirchendämmer der Halle, in welchem hohe Eichenjal^usirn dir draußen brütende Sonnenhitze abhielten, schimmerten prächttge Felle auf, Geweih an Geweih grüßte von deii Wänden, in einer Viftzahl und einer Seltenheit, daß Soachim keinen Blick mehr davon wandte. Gegen den Aufgang zum Oberstock war ein Riesengobelin gespannt, der Siegfrieds Kampf mit dem Drachen zeigte. Hochausgerichtet dräute der schillernde Leib des UngetümeS dem Beschau r entgegen. Weit vorgestreckt, die Zähne fletschend, starrten die Augen eines kunstvoll präparierten Krokrdiles nach Hettingen, der für einen Moment den Schritt verhielt. Ein schußartiges Erinnern! „Diebow!" schttr er hi raus. Von der Treppe her tarn ein helles, sroheS Lachen. „Diebow!" rief Joachim noch einmal. Oben neigte sich ein Gesicht über daS Gv- länder: »Sind sie nun im Bilde, 'Baron?* (Fortsetzung folgt.) deren NWK 143U Telcvbou 1414 Staufenberg, den 4. Januar 1929, 09148 em. 67851) Lager. CarlSchunck .£» bePa 11; Vehholti ich NWK Wolke Die Beerdigung findet Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 5/»2 Uhr statt. Asbest- Platten. 1,2,8.4 und 5 mm wieder am besteht nach wie vor weiter. Dietzen, den 4. Januar 1929. Hessisches Amtsgericht. schwere Schädelverletzungen, an Folgen sie mittags verstarb. Studern crictli nriinbUdre Nachhilfe auch neg n Mtuaaö- oder Abendttsä». Lctzr. ?Infleb. n. 09141 an d. Gieß. Au», erd. DienStaa große MSbcloertteigeraug. Siebe MontagSanzetge. In tiefer Trauer - Margrethe Schön geb. Pfaff und alle Angehörigen itui Gewann Russenpserde und 1 Boaei ^berner Kuh au uerfnufen. 091(0 Hammitraße 1» MöklSllWlig ö?5 ze!l«nsl!tz?s im Winter EifahiiinaSaeinäß findet tm Winter etnejiermebne ftettablnnerunß tm Körper flau, fo daß Sie aerade tn der jetztnen Jahreszeit aegen vorhandene oder An befüvrtitenbe KorvulenA eimnß ordeniltcheS iutt muss n. Wir raten Ihnen, jetzt erntete Wochen hin« durch moraenS, mttragS und abends 2 Tvtuba- Ke,ne au nebmen. lOöv Meine Hebe unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter. Pflegemutter. Schwägerin, unsere gute Tante Frau Anna Marg.Rinn geb. Gernandt ist am 3. Januar 1929. abends gegen 10 Uhr, nach kurzem Leiden im 77. Lebensjahre santt entschlalen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Marg. Sack geb. Rinn Ludwig Sack VII. Familie K. Hebstreit Heuchelheim, Marburg, den 4- Januar 1929. Die Beerdigung findet am Sonntag, 6. Januar 1929, nachm. 2 Uhr. vom Sterbehause in Heuchelheim, Gießener Straße 17. aus statt I4ID ClWelgmWe'MUeillW- Beiein zn ©tünöetg (tzeW). Die Befichligimn und Neuauinahnur der Bierde findet statt: iVür die Orte der Babenan: Mittwoch, den 9. Januar d. I. nachm. 2 Uhr. in Londorf. Für die Orte des Buseckertala: Irrung» 11. Jan. b.$., worin.SFsUbttn Reiskirchen. Für fließen and Umgegend: Freitag, den ll.Jauuard.J. nachm. 12> ?Uhr, in (Mieden am Rheinischen Hoi. ,vüt Schlfienbergn. Umgegend: Freiiag, den 11. Jan. d.Jt nachm. 2 Lior, in flarbeateiob. Die nicht voraetührten Tiere werde» aus Kosten der Besitzer besichtigt. Autzer« dem und die Bierde ausgespanm und ohne Geschirr vorAutühren. Grünberg «Hefienl, den 5. Januar 1929. Lchäier, Direktor. 110D Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater, chwiegervater. Großvater, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Karl Schön, Schreiner im Alter von 53 Jahren WM. UM! Einige Hundert Liter la hygienisch bearbeitete Vorzugsmilch und wöchentlich ein Zentner la .Viarkcnbntter ganz oder un Austrag au den billigsten Tagespreisen abAugefen. Für Backer oder Abnehmer in Ka nen billiger. Bestellungen erbeten unter 09138 an den (Lietzener Anzeiger. Sternwolle ottbewö^rte gute Strickwolle Frankfurt a.M. Pferde-Märkte 7. Januar, 4. Febr., 11. Mirz, 15. April, U. Mai, 10. Juni, 8. Juli, 19. Äufnet, 7. Oktober, 2. Deeember. Durchschnittlicher Auitrieb 700 Pierde aller Rassen, auch Schlachtpferde-, ßröbte Auswahl u. beste Gelegenheit I. Kauf od. Tausch Ein Besuch dieser Märkte ist zu Ctupfehlen. Der Handel Sonntags verbot. Wir stellen für unsere neuen Artikel noch 1 bis 2 Verkäufer Achtung! Schlosser und Autoreparaleure Montag, den 7. Januar, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, ab 2 Ubr: 1 Leichtspindel-Drehbank 2 Meter Drehlänge, 2 Kali lägen, 3 Tischbohrmaschinen. Schraubstöcke, ^eldschmieden.Handwerk- zeuge, eine Bohrmaschine, Lagerböcke, Schneckengetriebe, 'Baienihitter. Borge- lege. Riemenscheiben. Tretoorrtchtungen ts.Drehbänkel. t>räbvorrichtungen, Aulo- selgen. Zeuerlöichapparaie, Stahidrähie. 30 Schmirgeisteine in verschied. Grögen. Schmirgelmaschinen und noch viele andere Werkzeuge. Bersteigerung bestimmt Ludwig Hartmetz Auktionator u. Tarator, Rcuenwea 28 Bekanntmachnng. Der nächste Viehmarkt in Gietzen findet statt: 109C Dienstag, den 8. Januar 1929: Rindvieh- (Nutzoieh-) Markt. Mittwoch, den 9. Januar 1929: Sdjrodne- markt. Austriebszeit an beiden Markttagen von 8X- bis 10 Ahr vormittags. Aus dem Rind- viehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. Gietzen. den 5. Januar 1929. Der Oberbürgermeister. I.D.: Dr. Rosen b erg. Elektrolux G. m. b. H Diezstratze 4 Kopf der Bevölkerung entfallen also rund 50 Klko« gramm Fleisch im Jahr. Rech der Aufstellung des Statistischen Reichsarnles trinkt jed:r Deutsche im Durchschnitt 81 Liter Bier im Jahre. An Schaum- wein kommt auf den Kopf der Bevölkerung nur etwa eine Fünftel Flasche, einschließlich Fruchtschaumwein, während überhaupt runo 15 Millionen Flaschen Schaumwein getrunken werden. Der Branntweinverbrauch, für den 100-D H.-Weingeist als Norm anzusehen ist, beträgt 3.8 Liter pro Kopf der Bevölkerung. 33 Millionen Zigaretten werden durchschnittlich im Jahr in Deutschland verbraucht. Neuer Radiumfundplatz Aus London wird berichtet: Die Radium* Produktion der Welt ist gegenwärtig ein belgisches Monopol, weshalb die Preise diese« Stosses viel höher sind, als wenn mehr als ein Unternehmen sich mit der Äadiumerzeugung befaßte. Unter dem Vorsitz von Sir Ernest Rutherford hat sich nun ein Komitee gebildet. das sich bemühen wird, Aadiumfundplätz« innerhalb des britischen Reiches auszuforschen und zu explodieren. Man hat bereits gute Resultate mit Radiumfunden in der Mount Painten Mine in Südaustralien gemacht, und wenn die radiumhaltigen Minerale dort wirklich so reichlich vorhanden find, wie gemeldet wird, dann würde es möglich fein, Radium auch in England aus dem Material, das innerhalb des britischen Reiches gefunden wird, zu fabrizieren. Ruch für die übrige Welt würde dies von grotzer Bedeutung fein. Hessen. ns Gießen. b«n, 4.3an. Aus sm Yen Ia:m in di^ernXit ffub „Aolend" zurück- nlch findet am 3, Februar rheims eine Feier nebst eich'eilig wird bti neue :tyt werden. !, 4. 3an. Aus unserem indeleben ist für das u berichten. Tausen sandra 33). Konsinnieri wurden mt wurden 19 Paare (10). ahmen teil 1420 Gemeinde- ich beerdigt wurden 24 Oe* LerZs'.ialMei deTrvhe, ’i auch eigenen Gnüesdiensl Xenfte ftatt l M Mr dem Borst , Kclielbach, fand h er eine Vorstandes des De* jnflauei im .^eisi* tf* (Lum.M-LLngerbund) blich mit Fragen des Öres* -lies das am 9.3uli m n soll, befaßte. Zu Beginn > f»ft, daß, wenn auch ein tt erflärl ^ der Dund mit ni* »i* 4f ün oerilossenen Mc c n bat und auch letzt Del' M gestellt smd. W" ti für das mit dem Dnn* ritikfingen tonnte «t 1 d) Mül wrgwene Herr verhindert ist, E sfeEfie .-U-Ltz ^^istergnmde^^" M ” ,“^4 i” »”" s$i -r*1 I H , -»rjjent ^aÄ^^ S de Mjn praW jüiv ÄS^*' jl davon t ein 6 zKsi K» I* Besucht die Handels- schale Ennseimann (»)ui eibaltener Kinderwagen billig zu verk. 09163 LLolkengasse 27 11. Schluss bildete bte übliche WelbnachtSverlvsimg, die viel Heiterkeit erregte. Kreis Alsfeld. >4 Alsfeld. 4. Jan. Am RsufahrStage veranstaltete das Hotel , Deutsches Haus" tm großen Saale daselbst ein Militärkonzert, das von dem Wus ikkorps des Ausbildung sbataillons in Marburg unter Leitung tpn Musikmeister Groh« stattfand und recht gut vesucht war. Das Konzert war ein voller Erfolg, die Leistungen der Ka.elle sehr gut. Das gut geschulte Orchester erwies sich in fader Beziehung aus der Höhr, sowohl in der Dläfer- besehung, als auch in dar Streichmusik. Das zu Gehör gebrachte Programm war geschmackvoll und svrAältig ausgewählt. Der Beifall war stark und ehrlich. — Am 2. 3anuar fand dahier der üblich« Reuj ahrsma rkt statt, der das ge- wohitte bunte Treiben in der Stadt brachte. Immerhin war ein Rach lassen des Besuches gegen früher wahrzunehmen, wie auch aus dem Besuch der verschiedenen Tanzlokale h r^orging. Hierbei spricht die allgemeine wirtschaftliche Lage mit, di« für die landwirtschaftliche Bevölkerung im Krei'e wie überall ungünstig ist. Aus diesem Grunde lieh auch das Weihnachtsgeschäft für die Kaufleute zu wünschen übrig. preuhen. Kreis Marburg. WSN. Marburg. 4. Jan. In Erfurt war ein Tapezierer namens Becker unter dcm Verdacht verhaftet worden, der Mörder des Marburger Studenten Schwerdtfeger zu fein Bei feinem Verhör stellte Och heraus, daß er am Abend der Tat nicht in Marburg geweilt hat. Becker wurde aus der Haft e n 11 a ff en. Die Ermittlungen sind nunmehr in anderer Richtung aufgenommen worden. Wie wir hören, wird der Regierungspräsident die au-gefetzte Belohnung wahrscheinlich von 1000 auf 3000 Mark erhöhen. Dillkreis. WSR. Dillenburg. 4. Jan. Beim Schlitt- lchUhlaufen auf einem tiefen Fabrikweiher in der Nähe von Eichen brach der 13jährige Otto Kemper auf der noch schwachen Eisdecke ein und sank in die Tiefe. Sein 17jähriger Bruder, der ihn retten wollte, brach gleichfalls ein und drohte unterzugehen, doch gelang es herbeigeeilten Fabrikarbeitern, ihn an das Ufer zu ziehen. Erft nach mehrstündigem Absuchen war es möglich, den jüngeren Bruder unwett der Einbruchsstelle als Leiche zu bergen. bl Bicken, 4. 2an. Hier ereignete sich heute vormittag ein Unglückssall. tem leider ein Menschenleben zum Opfer fiel. Frau Regine Dörr glitt beim Besteigen der Leiter in der Scheune aus und stürzte a b. Sie erlitt Tieft", wozu ftie Stimmen kostenlos geliefert werden. Die Bereine sollen, soweit dies noch nicht geschehen, ihren Bedarf an Stimmen sofort der Bundesleitung mitteilen. Ferner soll jeder Verein ein leichtes Volkslied gewertet bekommen. Der Ebor »Wo gen Himmel Eichen raien", der ebenso tote »Schenlenbachs R.ilerlied" beim d eFähri'en .Hessischen Sangersest" in Darmstadt als Mas.en- chor gefunden wird, ist von den Bundes vereinen ebenfalls gut' zu üben. Beim Dundessest wird durch Los ein Terein bestimmt, der den Chor vorzutragen hat. Anschl «)end findet eine Besprechung deZselben statt, nachmittags wird er als Massenchor des Bundes auf dem Fest platz erkli'' en. Die Partituren der selbstgewählten . Bo kSlieder sind bis zum L Mai an den Bor- । sitzen, en des Musikausschus es, Berufsschullehrer Eberle in Lollar, einzusenden. Ferner sollen die Vereine schnellstens die beiden weiteren Chöre für das Stundenkonzert des Lahngaues tn Darmstadt Vorschlägen, lln.er den zur Wahl gestellten befindet sich eine Komvosition des 2. Bundesvorsitenden Eberle (,Heffenlied"), Zite den Dereinen zum Vorschlag empfohlen wird. Da die Wahl eines neuen Bundesrechners notwendig geworden ist, wurde Detriebsassistent Latsch in Daubringen hierzu einstimmig gewählt. Es wurde noch gebeten, die Bestands- : erhebungen pünktlich einzuliesern. Rach einigen Chorvorträgen te3 Gesangvereins Daubringen (Eberle) schloß der Voriitzen.de mit Worten des DanleZ die angeregt verlaufene Sitzung. t Treis a. d. L d a., 3m verflossenen Jahre wurden dahier 15 Kinder getauft und 29 konfirmiert (15 Knaben und 14 Mädchen); getraut wurden 18 Paare, beerdigt 13 Personen, darunter zwei Kinder. An Kollekten und Liebesgaben gingen ein 1823 Mk. An den öffentlichen Gottesdiensten nahmen teil 11 117 Erwachsene und 5771 Kinder, am hl. Abendmahl 1144 Personen. / Watzenborn-Steinberg, 3. 3an. 3m abgelaufenen 3ahre wurden in der hiesigen Cv. Gemeinde getauft 51 Kinder, getraut 21 Paare, kirchlich beerdigt 17 Personen und konfirmiert 41 Kinder. Von den Verstorbenen waren acht über 70 3ahre alt. neun im Alter bis zu 70 Jahren. I Steinbach, 4.Jan. Der hiesige Gesangverein „Germania" (1. Vorsitzender I. Schneider) ist dem Hessischen Sänger- bund beigetreten. D Lich, 4. Dez. Einen vollen Erfolg hatte das Hessische Künstlertheater (Leitung Hans Meißner) mit seinen settheriaen Gastspielen in unserer Stadt. Die letzte Vorstellung von „Maria Stuart" von Schiller fand vor fast ausoertauftem Hause statt. Mit großem Interesse sieht man den kommenden Gastspielen entgegen. Unserem Volks- bilbungsoereln (Vorsitzender Bürgermeister Geil) haben wir es zu verdanken, daß wir in diesem Wintc diesen Kunstgenuß haben dürfen. — — Hungen, 4. 3an. Wegen Verkaufs des s o g. Streugeländes des Fürsten von Braunfels innerhalb der Gemarkung Bellersheim schweben zur Zeit Verhandlungen zwischen der Gemeinde Bellersheim und der Fürstlich Braun selsschen Gutsverwaltung. DaS Streugelände, das etwa 450 Morgen umfaßt, hatten seither die Landwirte in Pacht. Dis jetzt sind der Fürstlichen Verwaltung etwa 800 Mk. für den Morgen geboten worden. Der hiesige Fürstliche GutShof behält noch etwa 500 Morgen, die geschlossen um den Hof liegen und von bester Güte sind- Kreis Friedberg. Z Friedberg. 4. 3aiu Heute abend ging hier die dreitägige Tagung für Musikerzieher und Chorleiter zu Ende, die vom ^ssifchen Kultusministerium hier veranstaltet worden ist. Es nahmen 43 Besucher daran r teil, zumeist Lehrer, auch einige 3ntereffenten aus dem Kreise Gietzen. Kursleiter war der bekannte Musikpädagoge H. Werke, seit einiger Zett Hochschuldozent für Musik in Leipzig. Das umfangreiche Programm, das hx den drei Tagen bewältigt wurde, führte in alle Nr. 4 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Samstag, 5. Januar 1929 Oie europäischen Ausgaben für 1929. Außenpolitische Umschau. DonDr.OttoHoehsch, o.professor bei Geschichte an t»r Universität Berlin, M. b. 3t Deutschland ist in das zehnte Jahr nach Kriegsende und Revolution einget.elen. Es wird ein Jahr schwerer außenpolltifcher Kample und Entscheidungen sein! Denn in ihm sollen und müßen die Fragen der Rheinlandräumung und d:r neuen Re/a.ationsordnung zur Entscheidung kommen. Mit tieiem Ernst hat in seiner Reu» jahrsansprache der Reichspräsident das nachdrück.ich untors.^ichen und so auch mahnend an das deutsche Volk ihm den Ausblick aus diese schweren Kämpfe erössnet. Mit Rächt hat er gesagt, das; es gelte, a u s der Grundlage des Kellogg -Paktes weiterzuarbeiten. Am 31.Dezeml«c hat Litwinow. der stellvertretende russische Außenminister, Polen (und auch Litauen) in einer Rote dorgeschlagen, durch ein S o n d e r p r o t o k o l l drn Kellogg-Patt zwischen Rußland und Polen in Äuflit totten zu lassen, ehe ihn die anderen Staaten ratifiziert haben. Das kommt praktisch im Verhältnis zwischen Rußland und Polen auf drn Aichtangrisssvertrag hinaus, den Rußland schon längst Polen vorgeschlagen^ hat und über den die Verhand.ungen nicht vvrwärts- grkommen sind. Für die Welt im allgemeinen aber ist nachdenklicher Litwinows Hinweis, daß der Kellogg-Palt noch nicht in Kraft getreten s-ri, daß noch nicht ein einziger dec d er- zehn Staaten, die ihn am 27. August 1928 unter- schri-rben haben, ihn rati.iziert haben! Der russische Minister hat ganz Recht mit diesem Hin- wris, und wir fragen: warum bat Deutschland diesen Pall bis heute noch nicht ratifiziert? Warum England und Frankreich damit zögern, ist ohne weiteres klar. Aber warum Deutschland, das an der Zusammenarbeit mit Rordamerika auss höchste interessiert ist, dies« Gelegenheit bisher hat Vorbeigehen lassen, das können wir nicht begrei.en und erklärt sich nur auS -einem Mangel an Gesamtübersicht über die Wrltpolitik, den man der außenpolitischen Führung eines Landes eigentlich nicht sollte vor- we r en dürfen. Ist der Hinweis des Reichspräsidenten, mit dem dieser ein« Demcrkung des Runtius ausnahm, zugleich auch ein Wink an die Adorf e der deutschen Außenpolitik? Wir hoffen es und erwarten, daß nun Deutschland das im eigensten Interesse baldigst nachholt! 8 Man wird auch drm russischen Minister nicht bestreiten können, daß «r mit Recht in dieser Verzögerung durch die unterzeichnenden Staaten wieder den Mangel an Bereitwilligkeit erkennt und betont, eine wirkliche Friedensord- nung in Europa zu begründen. Er hat am 6. Dezember in einem Briese an den Vorsitzenden der Abru st ungskom Mission des Völkerbundes in dieser Frage gedrängt. Darauf hat Herr Loudon ihm geantwortet, daß nunmehr di« nächst« Tagung di-:ser voi;, ereitenden Kommission auf den 15. April «rinberufen worden fei. Für die abermalige Hinausschiebung führt man in Genf an. daß der am 4. März sein Amt antretende n-eue Präsident Hoover erst die Möglichkeit haben müsse, die amerikanischen Delegierten zu ernennen. Das läßt sich hören, ist aber doch nicht viel mehr als eine Redensart. Denn die Genfer Abrüstungssragen bewegen sich um die Landabrüstung, an der Amerika so gut wie nicht inler- essiert ist, und seine Delegierten hätten vor und nach dem 4. März genau das gleiche in dieser Konferenz getan. Aber wollte man nicht zum vollen Gespött werden, mußte man sich einen Stoß geben und immerhin hat man auf der anderen Seite, die die Abrüstung nicht wollen, 7wch -ein Vierteljahr bis dahin Zeit. Weder die Abrüstungs- noch die Räumungs- frag-e werden in diesem Vierteljahr im Vordergrund st-ehen. Da herrscht durchaus vor die R e - parations-erörterung. Die ersten Sachverständigen (Englands und soweit wir orientiert sind, auch Japans) sind bereits ernannt, die anderen werden bald folgen. Man kann rechnen, daß -etwa im Februar die Konferenz komplett sÄn wird. Was auf ihr für Deutschland auf dem Spiele steht, ist bekannt und wird noch oft genug hervorzuheben sein. Am 2. ist der Jahresbericht des R « - parationSag-rnten als letzter vor der Konserenz erschienen. Auch über ihn. von dem natürlich die Sachverständigen ausgehen, ohne an ihn gebunden zu sein, wird noch oft zu sprechen sein. Gr kvrist um zwei Punkte. Einmal kommt nun (für uns persönlich gar keine äleberraschung und längst von uns erwartet) sein« Mahnung, den sogenannten Finanzausgleich zwischen dem Reich und den Ländern durch,zuführen und damit, wie er glaubt, außerordentliche Ersparnisse zu gewinnen. Welche Versäumnisse liegen auf diesem Gebiete von feiten der deutschen Politik vor, wobei wir viel weniger im Auge haben, daß die Arbeit an sich, die wahrhaft höchst verwickelt und schwierig ist, nicht weiter gekommen ist, als vielmehr die Versäumnis, daß man so lange Zeit sich beim Reparationsagenten diese Vorstellung kstsetzen ließ, die deutsch« Verwaltungs- konstruktlon in Reich, Ländern und Gemeinden sei unerlaubt kostspielig und verschwenderisch. Der andere Punkt ist sein Hinweis, der in dieser optimistischen Schärfe von ihm so noch nicht ausgesprochen wurde und der darum befremdet, daß die deutsche wirtschaftliche Leistungsfäh i g k -r i t ausreiche, die Lasten des jetzigen Planes quasi als normal zu tragen. Sind wir wirklich gerüstet, personell und materiell, gegen dies« Ausfassung mit dem Erfolg aufzutreten, der uns vor einer unmöglichen und unerträglichen Lösung schützen kann? Mit großer Sorge blicken wir gerade auf diese Situation hin! Auf der anderen Seite, bei Frankreich, sind Wir nun gespannt, wie sich Poincare zu seinem Schuldenabkommen mit Amerika und England stellen wird. Frankreich, Poincare tritt in den ReparationsVerhandlungen als ein unerbittlicher Gläubiger Deutschlands' auf, der sich unbedingt an den Buchstaben des sogenannten Rechts hängt und seine Forderungen bekanntlich auch sehr genau angemeldet hat. Aber dasselbe Frankreich ist ein säumiger Schuldner Amerika gegenüber! Das heißt: den Zinsendienst leistet ja Frankreich für seine Schulden an Amerika schon seit über einem Jahr. Aber es sträubt sich immer noch gegen Amerikas Forderung, formell seine Schuld an das letztere in dem bekannten Abkommen anzuerkennen. Es ist bekannt, warum es sich sträubt. Es ist weiter bekannt, daß es im nächsten August 400 Millionen Dollar an Amerika zahlen muß. Cs wünscht diese Summe nicht, obwohl es das könnte, aus seinen Barbeständen zu nehm.n, und wünscht eben dafür die sogenannte „Kommerzialisierung" eines Teiles der deutschen Reparationsschuld, der bekannten Cisen- bahnobligafionen. Das heißt wieder, daß Amerika, um zunächst für diese Forderung sein Geld von Frankreich zu bekommen, seinerseits Deutschland eine Anleihe geben soll, aus der und mit der Frankreichs Schuld an Amerika beglichen werden könne. So soll Amerika sich selber aus seiner Tasche für einen Schuldner b zahlen, der nicht einmal seine Schuld an diesen Cl ubiger anerkennen will! Entschlösse sich nun aber Poincare, das Mellon-Dc renger-Aokommen §u_ ratifizieren, so fällt der dringlichste Grund, nämlich die Bezahlung der nächsten Schuld, im Au zust weg, weil sich das dann in die Gefamtregelung ein ordnet. So ist Poincare allerdings in einer Klemme. Spricht das auch bei seiner Steigung mit, fortwährend die Dinge auf die Vertrauenskrise zu treiben und gegeben.nsalls zurückzutreten? In einem Aufruf für eine „paneuro- pärsche Konferenz" im Jahre 1929 sagt der bekannte Graf Coudenhove, daß vor 40 Jahren die erste panamerikanisch« Konferenz zusammengetreten, aus der die panamerikanische Union hervorging, und daß der letzteren es zu verdanken sei, daß Amerika seinen Frieden bewahrt«. wahrend Europa. Asien und Afrika von schwersten Kriegen heim'efucht worden seien. Daran ist jedensalls soviel richttg, daß die amerikanischen Kriege dieser Zeitspanne sich nicht entfernt mit den anderen vergl ichen lassen, an die Coudenhove denkt, und daß. trotz etwa jetzt eben des Konflikts zwischen Bolivien und Paraguay. der ganze amerikanische Konttnent, vom Rorden Kanadas bis zum Kap Hoorn, in gesicherterem Frieden lebt als unser Europa. Auch wcnn man die Erfolge der panamerikanischen Organisation nicht überschätzt, sie ist doch da. Sie arbeitet unb sie hat gewisse Erfolge. Wir sind durchaus nicht gleicher Meinung mit dem Grasen Coudenhove in bezug darauf, wie er sich die Gcsamtorganisation eines Europas für den Frieden denkt. Aber Recht hat er ohne Zweifel mit dem unermüdlichen Hinweise, daß Europa ohne eine solche Ordnung unweigerlich neuen Kriegen und neuem Unheil entgegengeht. Recht hat er wiederum darin nicht, wenn er glaubt, daß diese europäische Ordnung sich unabhängig von Amerika vollziehen könne. Beides gehört zusammen, aufeinander- wirkend und einander befördernd: Der Wille und die Aufrichtigkeit in Europa, eine Ordnung des Friedens zu schaffen, und die Mttarbeit Amerikas daran. Vergleicht man nun, was dafür die beiden Kontinente in den letzten Jahren geleistet haben, so ist di« a k t i v e D i i a n 5 auf feiten Amerikas: die finanzielle Hilfe, die Rüstungsbindung in bezug auf die Linienschiffe, der Kelloggpatt. Aus der europäischen Seit« aber: das Fiasko der Abrüstungsverhandlung, das System der Verträge. in dem immer ein Staat mi: dem Rachbar seines Rachbarn gegen den Rachbam sich zusammenfindet. Zuletzt das neue englisch-französische Bündnis, die zahllosen Reibungs- und Gefahrenstellen der Friedensverträge und der völlige Mangel einer Hilfe und Revision dafür. Unter diesen Verhältnissen geht nun der Kreis der europäischen Staatsmänner an die Aufgabe, die beiden Spannungen zu losen, die nicht nur deutsche Interessen betreffen, sondern europäische Spannungen sind. Denn die Frage der Rhein- lan-bräumung und die Reuordnung der Reparation sind europäische Fragen im weitesten Sinne des Wortes. Ohne ihre wirkliche Lösung kommt Europa nicht zum wahren Frieden, und ohne den aufrichtigen Willen, sie zu lösen, wird es auch nicht die Mitarbeit Amerikas dafür finden, die Europa brauche. So stellt sich uns die Ausgabe, allerdings c1- :ers als etwa dem Grafen Coudenhove, und von einer „pan- europäifchen Konferenz" erwarten mir Dafür sehr wenig oder nichts. Tiesemst ist der Ausblick auf die Aufgaben und Entscheidungen des neuen Jahres für unser deutsches Volk. Es muß sich und seine Führung auf das äußerste zu einheitlicher Willensund Krastentfallung zusammennehmen, wenn «S überhaupt hoffen soll, daß das kommend« Jahr in den beiden Zentralfragen seiner Außenpolitik ihm erträgliche Lösungen bringe! Chinesenstädie im Abendland. In den Chinesenvierteln von Berlin, Paris, London, Aeuyork und San Franzisco. Z Millionen Söhne des Himmels auf der Wanderschaft. — Oer Kampf der Geheimgesellschafien. Don Richard Tlie&urg. Schüchtern, beinahe demütig, gewissermaßen sich entschuldigend, daß sie überhaupt leben, so huschen schmächtige Gestalten mit gelblichen Ge- sichtern, Platten Rasen und kleinen geschlitzten Augen durch die Straßen der europäischen Grvtz- stäktte. Rur wenigen scharfen Beobachtern gelingt es, fie voneinander zu unterscheiden: es sind Chinesen, die fern von ihrer Heimat studieren oder im Kleinhairdel bescheiden ihren Lebensunterhalt verdienen. Mit etwas Mitleid und vielleicht mit einiger Geringschätzung blicken die meisten Europäer auf diese fremden Gäste. Vergeblich versuchen sie einige Laute ihrer unverständlichen Sprache aufzufangen, doch bald läßt die Aufmerksamkeit des Beobachters nach, da es fast unmöglich ist. über die Lebensführung dieser Fremden etwas Authentisches zu erfahren. Wer einen Chinesen witcklich kennenlernen will, muß sich in das chinesische Viertel begeben, das heute nicht nur London, Reuyork und San Franzisko, sondern auch Berlin und Paris aufweifen. Dort legen die gelben Einwanderer die Maske der Höflichkeit und der Verschlossenheit ab. dort entspinnen sich lebhafte Diskussionen zwischen den Leuten, die der äüneingew-ihte sonst für wortkarg hält, und dort kommt ein Gefühl zum Durchbruch, das fast jeden der sieben Millionen chinesischen Auswanderer bewegt: die Sehnsucht nach der Heimat. Mag es ihnen in, ihrem unglücklichen, seit langer Zeit von Bürgerkriegen zerrissenen Vaterland noch so schlecht ge-angen sein, stets wird ihnen ihre Heimat in der Fremde als «in Paradies erscheinen, nach dem sie sich sehnen, und auch der ärmste chinesische Kuli spart Pfennig auf Pfennig, um in China wenigstens begraben zu werden. Wer aber gär keine Aussicht hat, die Summe zusammenzubringen, die zur Erfüllung dieses letzten Wunsches notwendig ift, der kaust sich ein Deutelchen mit chinesischer Erde, damit sein Kopf im fremden Land auf dem Boden der Heimat ruhen fann. Eine Welt für sich bilden bi« kleinen chinesischen Händler, die in einer der schmutzigsten Gegenden Berlins, im „Schlesischen Viertel", wohnen. Eng zusammengedrängt hausen sie in unsauberen, dunklen Zimmern, und ein Teil dieser elenden Behausungen dient ihnen nebenbei noch als Lagerraum. In ihren Zimmern lagert der chinesische Tee, mit dem sie hausieren, und ihre Wohnung beherbergt auch all die kleinen Kunst- gegenstände, die si« abzusehen trachten. Im Westen Berlins wohnen die chinesischen Studenten, die eigene Klubs besitzen und durch ihre umherreisenden Landsleute die Fühlung mit der Heimat bewahren. Besonders im letzten Jahre haben bedeutende chinesische Politiker in Berlin geweilt, und ihre Anhänger haben die Anwesenheit dieser Führer dazu benutzt, polittsche Meetings zu veranstalten. Im westlichen Stadtteil Berlins liegen die drei chinesischen Restaurants, in denen man auch viele Europäer trifft, die dort die chinesische Küche EennenLmen wollen. Chinesische Eier, Haifischflossen und Suppe aus Vogelnestern kann man dort genießen, oder ein Ragout aus verschiedenen Gemüsen und Fleischstückchen, dessen Zusammensetzung auch der erfahrenste Feinschmecker nicht herausfinden kann. In einer häßlichen Arbeitervorstadt im Rord- westen von Paris befindet sich das chinesische Viertel der Seinestadt. In Straßen mit niedrigen, ärmlichen Häusern, die mit chinesischen Kreideaufschriften bedeckt sind, wohnen die chinesischen Proletarier, die in den Fabriken ihr Brot verdienen. Man kann nicht behaupten, daß sie in Paris freundlich behandelt werden: die Polizei Ifie&t sie nicht gern, und auch die übrigen Behörden legen keinen besonderen Wert auf ihre Anwesenheit. Roch enger als in Berlin schließen sich die Chinesen in Paris von der Außenwelt ab; fie haben sogar eine eigene medizinische Klinik. Da si« sich in Paris nur aufhalten dürfen, wenn sie eine Bescheinigung ihres Arbeitgebers bringen, sind die stellungslosen Chinesen ständig auf der Flucht vor der französischen Fremdenpolizei. Ihre Erbitterung gegen die französischen Behörden ist nicht grundlos; man hat den 60 000 chinesischen Arbeitern, die während des Krieges nach Frankreich verschickt wurden, goldene Berge versprochen, möchte jetzt jedoch nicht an diese Zeit erinnert werden. 50 000 Chinesen wurden nach fünf Jahren auf Staatskosten in ihre Heimat zurückbefördert, aber den 10 000, die in Frankreich zurückgeblieben sind, geht es sehr schlecht. Ein elendes Leben führen auch die Bewohner des Londoner chinesischen Viertels, das nahe dem berüchtigten Whitechapel liegt. Tafeln mit chinesischen Schriftzeichen bedecken die ärmlichen Häuser, vor den Türen lungern Chinesen herum; fie hocken auf den Fußsteigen, sie schau.n aus den schmierigen Fenstern der Häuser. Kleine schmutzige Läden, in denen man Tee, gebackene Fische und Reis erhall, tragen ebenfalls Schiller mit chinesischen Aufschriften, daneben gibt es Geschäfte, die kleine Dernstei rgöhen, Schirm« aus Bambus, Papierfächer und lackierte Dosen verkaufen. Der größte Teil der in London lebenden Chinesen hält sich nur furAe Zeit in der englischen Hauptstadt aus; es sind Heiner, die in London bleiben, solange ihr Dampfer in den Docks liegt. Reben den chinesischen Restaurants gibt es dort noch Opiumstuben, in denen viele Chinesen ihre Ersparnisse für dieses Rauschgill ausgeben. „Chinatown“ heißt das chinesische Viertel in Reuyork; in drei kleinen, häßlichen Straßen hausen dort etwa 5000 Chinesen. Auch hier sieht man schmutzige Läden mit unverständlichen Schriftzeichen. Charakteristisch sind in diesen Straßen di« tiefen, dunklen Keller!uken, zu denen steile Treppen hto.unterführen. Eia Gewirr von unterirdischen Gängen verlindet die Häuser dieser Viertels, und jahrzentelang war Chinatown die Zentrale des internationalen Ovimnschmuggels. Vergebens bemühte sich die Polizei, diesen Zuständen ein Ende zu machen; nie konnten die Hauptbeteiligten gefaßt werden. Wurde doch einmal ein richtiger Chinese verhaftet, so erklärte der Dolmetscher sofort, daß er den Dialekt der Zeugen nicht verstehen könne, und wenn gar ein Chinese gegen feinen Landsmann aus- sagt«, so wurde er schon am nächsten Tag ermordet. Erst durch den erbitterten Kampf zwischen zwei chinesischen Geheimgesellschasten, „Tongs" genannt, den sich die Polizeibehörden zunutze machten, gelang es, im Chinesenviertel einigermaßen Ordnung zu schaffen. Roch unheimlicher ist das Chinesenviertel von San Franzisko, ileberall auf den Straßen sieht man die Stände der Tee- und Seidenhändler, chinesische Barbiere rasieren auf o'fener Straße die Köpfe und Deine ihrer Kunden, und die Driefschrciben, die zugleich ihre Klienten juristisch beraten, find stets von einem Kreis ti:n Ratsuchenden umgeben. Wahrsager sitzen auf der Straße und lesen aus dicken Dächern Zauberformeln. Tischler und Holzschnitzer üben ebenfalls ihr Gewerbe öffentlich aus. Chinesen handeln auch mit getrocknetem Geflügel, gedörrten Fischen und konservierten Enteneiern, und in den Händen von Chinesen liegt der Schweinebande! dieser großen Stadt In San Franzisko gibt es auch elegante chinesische Restaurants, in denen die rafii i -rieften Leckerbissen her gestellt werden, und chinesische Theater erfreuen mit alten chinesischen Stücken die Dcwohner dieses Viertels. Sechs „Tongs", d. h. sechs chinesische Organisationen kontrollieren die Chinesenviertel Rordameri- kas; sie sorgen für die chinesischen Auswanderer, die sie mit unerbittlicher Strenge regieren, ziehen dafür eine Art von Steuern ein. Sie bilden einen Staat im Staat, und kein Chinese wird es wagen, vor amerila.fischen Gerichten arrszusogen, wenn fein Song es ihm nicht erlaubt. Am freiesten leben di« chinesischen Auswanderer Wohl in Moskau, denn die Sowjetunion hat stets besonderen Wert daraus gelegt, ihre freundschaftlichen Gefühle gegen das chinesische Volk besonders zu betonen. Air einer chinefischen ilni- versität, der bis vor einiger Zell Karl Radek Vorstand und die sich „Sun-Vat-Sen-älniversität der chinesischen Arbeiter" nannte, werden 620 besonders begabte chinesische Studenten ausgebildet. Selbstverständlich legt man dabei besonderen Wert darauf, die Chinesen politisch zu beeinflussen. Während sich früher ein Strom chinesischer Auswanderer nach Australien ergoß, da dieses dünnbesi.delle Land den Einwanderern d ic gute Zukunft bot, hat das übervölkerte Ci;i a di ses Abfluß gebiet ei.rgebüßt, denn die australischen Behörden bekamen Angst vor der gelben Ftut, die sich über ihr Land ergoß; sie sperrten die Gre zen gegen die Einwanderer. Die grö" :td Erfolge haben die Chinesen bisher aus Jaecr zu verzeichnen gehabt; dort ist es ihnen allmählich gelungen, sich eine führende Stellung im Wirtschaftsleben zu sichern. Fast alle diese C',i- nefen haben als Hausierer angefan.icn, und allmählich ist es tonen gelungen, last den gesamten Handel an sich zu reißen. Daneben gibt es freilich auch dort ein chinesisches Proletarrat, das in bitterster Armut lebt. Wirtschaft. AdLerwerke vorm. Heinrich Meyer A.-G., Frankfurt a. M. Die Verwaltung teilt mit: In der gestrigen Auffichtsratssitzung erftatictc die Direktion Bericht über den Verlauf des Geschäftsjahres 1927/28, sowie über die augenblickliche geschäftliche Lage des Werkes. Der Umsatz hat sich im abgelaufenen Ve- schäftsjahr gegenüber dem Vorjahr« um rund 20 Proz. auf rund 57 Mill. Mark gesteigert. D.s Produkte des Werkes haben in zunehmen er Weise Anklang gefunden, insbesondere e reut s ch der von der Gesellschaft im großen Stil h: :s- gebrachte Standard 6 Wagen be.onder r Belle t- yeit und erobert sich sowohl im Inland« wie auch in befriedigendem Matze im Ausland« imu.ee mehr den Markt. Auch der neuerdings heraus- gebrachte 8°Zylinder-Wagen findet großen Anklang. Die Gesellschaft hat diesen beiden Tyben seit der Automobilausstellung in Berlin einen weiteren Wagentyp, den 8/35 Favorit zugesügt. Für diesen Wagen liegen, ebenso wie für den 8-Zylinder, sowie ganz besonders für den Standard 6-Wagen, erhebliche Bestellungen vor. so dah mit einer nennenswerten Erhöhung des Ilm» sahes zu rechnen ift Die Geschäftslage in der Fahrrad-Abteilung war im aubgelaufenen Geschäftsjahr nicht befriedigend. Der Umsatz tonnte nicht gesteigert werden, liegt auch im Augenblick noch nicht günstig. Dagegen hat die Schreibmaschinenabteilung ihre älmsätze nennensw .rt erhöht und ist auch laufend stark beschäfttgt. Das Programm der technischen Amge - staltung der Gesellschaft ist im wesentlichen durchgeführt. Die technisch« und fabritaio- rische Grundlage des Unternehmend steht heute auf hoher Stufe; auch im Vergleich mit aus^ ländischen, speziell amerikanischen Verhältnissen. Diesem Umstande verdanken die Adlerwerke, daß ihre Fabrikate infolge ihrer Qualität und der relativ niedrigen Preise in seiner steigenden Absatzentwicklung begriffen sind. Das umfassende Programm der technischen Umgestaltung hat über Erwarten hohe Geldmittel in Anspruch genommen» und zwar insgesamt 14 Millionen Mark, wo^ durch die Bankschulden auf 15 Millionen Mark angewachsen sind. In den hohen Aufwendungen für die beschleunigte technische älmstellung liegen in Verbindung mit der nur allmählichen Entwicklung des Konsums die Schwierigkeiten der deutschen Auwmobilindustrie begründet, die naturgemäß auch an den Adlerwerlen nicht spurlos vorübergegangen sind. Die Durchführung der kaufmännischen Organisation ist im Gang«. Mit der finanziellen Orbnung muß das Bestreben verbunden fein, die dauernde Rentabilität des Untemehn ens zu sichern. Denn es muh erreicht werden, -.af) ein auch vom internationalen Standpunkt aus konkurrenzfähiges Llntemehmen gewinnbringend arbeitet Erst nach Fertigstellung der Jnventuraufnahme und der dann vorliegenden vollständigen Heber- sicht über die geschäftlichen Verhältnisse werden Vorstand und Aufsichtsrat in der Lage sein, das Finanzprogramm in kaufmännisch klarer Weise zur Erledigung zu bringen. Schon heute muh gesagt werden, daß die Jnventur- berechnungen unter vorsichtigsten Gesichtspunkten erfolgen werden, wodurch der Abschluß maßgebend beeinflußt werden dürfte. Die Verwaltung ist bestrebt, mit der Durchführung dieses Programmes den Aktionären eine weitsichtige und rentable Entwicklung zu sichern. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Wenn auch eine Belebung des Geschäftes nicht eintreten konnte, so vollzog sich an der Effetten- borfe der liebergang vorn alten zum neuen 3a n-e doch in freundlicherer Stimmung. Die Spekulation ließ zunächst den Ultimo vorübergehen, der, wie man es erwartet hatte, infolge der meist nur kleinen Posi.tonen keine sehr starke Belastung für den Markt bedeutete, und schritt danach, allerdings nur zögernd, zu neuen Engagements. Verschiedentlich hatte man gehofft, daß das Publikum zu den Anlagetern'llnen sich etwas reger am Geschäft beteiligen werde. Der Ordereingang bei den Danken blieb jedoch nach wie vor außerordentlich gering. Auch das Ausland trat nur gelegentlich auf einigen bevorzugten Marktgebieten als Käufer auf. Die herrschende Zurückhaltung wurde erheblich verstärkt durch ben Reparationsbericht Parker Gilberts. Die Ansichten darüber waren zunächst nicht elichlltlich, doch konnte man meist die Meinung höre.,, daß infolge der günstigen Beurteilung ber deutschen Wirtschaftslage durch Parker Gilbert Deutschland bei den kommenden Reparationsverhandlungen nur sehr schwer eine neu* nenstverte Herabsetzung der Reparativnssumme durchsetzen könne. Auch hier z.izt sich wieder, daß das neue Börsenjahr volttommen im Zeichen der Reparationsfrage steht und seine ®nt- wicklung von der Lösung dieser Frage obhängt. Mit Befriedigung betrachtete man die Situation am Geldmarkt, der trotz des Iahresultimo relativ flüssig blieb. Der Zahltag bereitete keinerlei Schwierigkeiten, und der Privatdiskont konnte zweimal um je 1/8 Prozent auf 6V< Prozent ermäßigt werden. Infolge der reichlichen Borsorge der Banken stand Tages- und Monats- aeld in ausreichender Menge zur Verfügung. Man erwartet nunmehr als Folge des Konjunkturabstiegs eine allgemeine Erleichterung des Geldmarktes. Brr- lchicdcntlich soll schon mit dem Abbau der hohen kurzfristigen Auslandsverschuldung begonnen worden sein, was man an der Steigerung des Dol- 'arkurses erkennen wollte. Bor allem aber hofft man weiterhin auf eine baldige Senkung des Reichsbankdiskontes. Eine Stühe lgrd der Markt ferner in der überwiegend festen Haltung der Aeuyorker Börse. I.-G.-Farben und die Glektrowerte standen wieder im Vordergründe des Interesses. Namentlich Rbeag konnten einen ansehnlichen Kursgewinn erzielen. Etwas bester als in der vergangenen Woche war die Mci- nung außerdem für Montanwerke, von denen Mannesmann bevorzugt waren auf Gerüchte von einer gegen das Vorjahr unveränderten Divi- oerde imb einer wahrscheinlichen Kapitalerhöhang. Etwas stärker gefragt waren hier noch Rheinische Braunkohlen. Der Streik der französischen (Bergarbeiter an der Loire regte ebenfalls etwas an. Einige Kaufneigung war ferner für Banken und Zellst off werte sestza stellen. Merkliche Kurssteigerungen erzielten die Kaliaktien auf die andauernd günstigen Absatzverhältnisse und die bevorstehenden Generalversammlungen im Salzdetsurthkonzern. Etwas verstimmt war man jedoch späterhin über den Jahresbericht der Gebr. Dammann-Bank, nach dem auch evtl, ein- tretende Dividendensteigerungen der Kaliwerte durchaus nicht mit den stark erhöhten Kursen Schri.t halten könnten. Lebhaft gesucht und fester waren noch Kupferwerte, vor allem Otavi-Minen, auf die neuen KuPferpreiSerhöyungen. Zum Wochenschluß wurde die Haltung allgemein unsicher und schwächer. Tie Kommentare der ausländischen Presse zu dem Repara- tionsbericht, in denen fast durchweg Deutschlands Zahlungsfähigkeit hervorgehoben wird, lösten eine merkliche Verstimmung aus. Dazu ka n der Jahresbericht der Reichs-Kredit-Gesellschaft, der im Gegensatz zu Parker Gilbert dir Situation wesentlich pessimistischer betrachtet. Die Spekula lion nahm Abgaben vor, die am Farben-, Elektro- und Montanmarkt zu mehrprozentigen Kursverlusten führten. Ausgesprochen schwach lagen außerdem Autoaktien, namentlich Kleyer. Deutsche Anleihen waren vernachlässigt, auch ausländische Renten meist still, Anatolier auf die Rctti iz>e- rung des Abkommens etwas fester, ebenso Türken auf die bevorstehenden Kuponzahlungen. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. frage, d schritten, Sn der ersten Derichtswoche Im neuen Jahre machte sich, in Rachwirkung der Anterbrechung durch die Feiertage, eine größere Geschästsstille bemerkbar. Die i.i geringem Maße an den Markt kommende Ware genügte vollkommen der Rach- frage, da die Händler nut selten zu Amsähen schritten, Anregungen von irgendeiner Seite volllommen fehlten und die schlechte Beteiligung von Grohhändlerseite, sowie der Mühlen und des Exports eher noch entmutigend wirkte. Die etwas erholten Auslandsnotierungen hatten kaum einen Einfluß auf die Stimmung und blieben im großen und ganzen ohne Einfluß, nur machte sich hiervon eine gewisse Widerständssähiakeit des Mark'es bemerkbar, so daß der Grundton nicht unfreundlich war. Preisveräirderungen traten kaum ein, nur Weizen mußte etwas ermäßigt werden, doch bestand auf ermäßigte Forderungen der Provinz einiges Interesse hierfür. Das Meblgeschäst war sehr still, obwohl sich die Mühlen sehr entgegenkommend zeigten. Auch z-mn Woche: schluß blieb das Geschäft klein, und die Tendenz war sehr rußig. Besondere Bewegungen sind von reinem Markt zu berichten. Verglichen mit den Rotierungen der vergangen ren Woche wurde Weizen 0.10 Mark billiger notiert, wahrend die übrigen Getreidearten alle gut behauptet blieben. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 22.90, Roagen 22.50, Sommergerste 23.75 bis 24.—, Hafer" inländisch. 22.75 bN 23.-, Mais für Fufterzw cke 22.—, Weizenmehl 32.50 bis 32.75, W i ermell Niederrhein.. 32.- bis 32.25, Roggenmehl 29 25 bts 30—, Weizenkl t? 13.75 bis 13.85, Roggen- fleie 14.25 bis 14.50 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter SchSachtviehmarkt. In Rachwirkung der Feiertage konnte sich am Frankfurter Produktenmarct nur langsames Geschäft entwickeln. Obwohl in der Weihnachtswoche ein Rindermarkt nicht statt- gesunden hat/ war hier der Handel schleppend und es verblieb größerer Xlebcrftanb. Am Kälbermarkt war das Geschäft ruhig, doch machte sich stärkere Nachfrage nach gutgenährtem Bieh geltem), das auch über Notiz bezahlt wurde. Schweine hatten etwas regere Nachfrage zu verzeichnen und der Markt wurde geräumt. Es trafen im allgemeinen Preisrückgänge ein. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 138 Kälber mehr angeirieben; während 61 Schafe und 91 Schweine weniger zum Verlauf ftanben. In Nindern war ein Vergleich nicht festzustellen, da in der Weihnachtswoche feine zum Verkauf standen. Der Cd.: |amt auf trieb bestand aus: 1549 Rindern, darunter befanden sich 417 Ochsen, 62 Dutten, 597 Kühen und 386 Färsen, ferner aus 1433 Kälbern, 230 Schafen und 2825 Schweinen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 52 bis 55, ll 47 bis 51, BI 42 bis 46, Bullen A 47 bis 50, II 43 bis 46, Kühe A 40 bis 45, B 33 bis 39. C 28 bis 32, D 22 bis 27, Färsen A 53 bis 58, B 47 bis 52, C 40 bis 46, Kälber B 70 bis 74, C 64 bis 69, D 58 bis 63, Schafe A I 45 bis 50, B 38 bis 44, Schweine B 73 bis 76, C 73 bis 76, D 73 bis 77. E 70 bis 74. Im Vergleich mit den Notierungen des letzten Marktes gaben Rinder bis zu 2 Mark, Kälber bis zu 6 Mark, und Schweine bis zu 3 Mark nach. Schafe blieben gut behauptet. * Konkurs der Möbelfabrik Hensel & 21 n b r c a e, Mainz. Die Inhaber der Möbelfabrik Hensel & Andreae in Mainz hatten zur Abwendung des Konkurses das Vergleichsverfahren beantragt. Diesem Antrag wurde vom Amtsgericht nicht stattgegeben, und soeben das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Dr. S. L e o i, Mainz, wurde zum Konkursverwaller bestellt. Die Anmeldefrist für Forderungen läuft am 20. Januar ab. Prüfungstermin wurde auf den 29. Januar anberaumt. * Brauerei Henninger - Kempff - Stern A.-G., Frankfurt a. M. Nach dem Bericht für das Geschäftsjahr 1926 27 ergab sich durch I das gute Sommerwetter eine Steigerung des Absatzes um einige tausend Hektoliter. Der Konkurrenzkampf mit auswärtigen Brauereien mache sich mehr als früher bemerkbar und habe ungünstig gewirkt. Es wurde ein Bruttogewinn von (alles in Millionen Mark) 7,744 (7,273) erzielt. Andererseits erhöhten sich die Unkosten auf 4,594 (4,496) und die Steuern auf 2,263 (1,883), so daß nach 0,213 (0,200) Abschreibungen ein Reingewinn von 0,740 (0,745) einschließlich 0,066 Vortrag aus dem Vorjahre verbleibt. Heraus werden wieder 10 v H. Dividende auf 3,96 Stamm- und 7 d. H. auf 0,012 Vorzugsaktien verteilt, dem Wohlfahrtsfonds 0,016 (0,019), der Reserve wieder 0,20fr Übermiefen und 0,066 vorgetragen. In der Bilanz erscheinen auf 1,05 (0,84) erhöhte Gläubiger, 0,75 (0,79) Hypotheken, 0,37 (0,50) Aufwertungskonto. Demgegenüber stehen auf 1,99 (1,67) gefte gerte Debitoren, 0,91 (0,72) Vorräte, 1,02 (1,14) Wertpapiere und 0,11 (0,06) Kasse und Wechsel. Die Anlagewerte stehen mit 3,79 (3,77) flu Buch. Im neuen Jahre sei der Bierabsatz befriedigend. * Zahlungsschwierigkeiten der Waggonfabrik H. Fuchs A.-G.. Heide l b e r g. Die Gesellschaft teilt ihren Gläubigern mit, daß sie sich in Zahlungsschwier'.gfetten befinde und genötigt sei, beim Gericht einen Ver- aleichsvorschlag einzubringen. Sie schlägt vor, die Gläubiger bis zu 1000 Mk. voll auszuzahlen, während die größeren Gläubiger für einm Teil ihrer Forderungen neue Aktien b.T zu sanierenden Gesellschaft übernehmen und den Rest als Barzahlung in vier Quartalsraten erhalten sollen. Das Aktienkapital soll scharf zusammengelegt und dann wieder erhöht, der Betrieb schr stark eingeschränkt werden. Die Firma teilt den Gläubigern ferner mit, daß sie bei gütlicher Regelung mit einer glücklichen D.eberwindung der Krisis rechne. Sie macht jedoch auch darauf aufmerksam, daß, wenn der Vergleich nicht zustande kommt, der Antrag zugleich als Konkursantrag gelten müsse. Das Aktienkavit-'l der Gesellschaft bei tagt 1,52 Mitt. Mk. Dieses Kapital ist nach Erklärung der Firma zum größten Teil verloren. ' Süddeutsche Zucker A.-G., Mannheim. Die Gene-a.'v:rsammlung genehmigte den bekannten Abschluß sür das Geschäftsjahr 1927/28 mit 10 Prozent Dividende auf die Stammaktien. Der Auftichtsrcrtsvorsihende begrüßte es. daß Reichsregierung und Reichstag sich noch im Dezember dazu entschlösse;, haben, der Dumving- einsuhr fremden Zuckers durch die Zotterhöhung ein Ende zu sehen und dadurch für die deutsche landwirtscha ttiche Prod'tttion den Schutz beizubehalten. ohne den keine Zuckerproduktion in Europa existieren könne. Leider hatte das Gesetz sehr schnell verabschiedet werden müsien, so daß es nichts vermieden werden konnte, daß eine wenig glückliche, praktisch nicht verwendbare Formulierung in das Gesetz hineingekommen sei. Da aber die Reichsregierung und so ziemlich alle Parteien des Reichstages mit der Industrie über den Fehler einig seien, nämlich Zollschutz zu gewähren, ohne die Belastung des Konsumenten zu steigern, fei au hoffen, daß in gemeinsamem Zusammen wir len zwischen den maßgebenden Faktoren eine bessere Fassung gesunden werde. * Stillegung einer Bochumer Zeche. Die gestern im Dberbergamt zu Bochum in Anwesenheit der Vertreter Der Interessenten und der Behörden geführten Verhandlungen über die Stilllegung der Zeche „Konstantin der Große" III unter Entlassung von 650 Arbeitern führten zu dem Ergebnis, daß die Anlage in Zukunft nur als Wetter- schacht der Zeche ..Konstantin der Große" VI bis VII dienen wird. Die Entlassungen werden indessen auf rund 460 bis 470 Mann beschränkt. Im Wege freier Vereinbarung wurde eine Reih- von Abmachungen zur Wahrung der sozialen Belange der zu Entlassenden getroffen. Die Sperrfrist läuft am 12. März ! d. I. ab. * Erhöhte Spartätigkeit in Hessen- Rassau und Waldeck. Am Schlüsse des Monats November zeigten die Spareinlagen bei den Sparkassen in Hessen-Nassau und Waldeck einen Zuwachs um 5,4 Millionen Mark und stiegen damit auf 2121 Millionen Mark. Die Einzahlungen betrugen 18.2 Millionen Mark, die Auszahlungen 12,8 Millionen Mark. Die Giro-, Scheck-, Kontokorrent- und Depositeneinlagen hatten Ende November einen Bestand von 80,9 Millionen Mark bei 298,5 Millionen Mark Einzahlungen und 299 Millionen Mark Auszahlungen. Fra: nrtcr Börse Frankfurt a. M., 5. Jan. Tendenz: weiter etwas erholt. — Nachdem an der gestrigen Abendbörse eine Beruhigung eingetreten war, eröffnete die heutige Wochenschlußbörse in freundlicher Haltung. Die Spekulation war zuversichtlicher gestimmt und schritt zu weiteren Deckungen. Das Geschäft bewegte sich jedoch in engen Grenzen. Die erholte gestrige Neuyorker Börse und der flüssige hiesige Geldmarkt gaben der Börse eine Stütze. Das Fehlen jeglicher Orders und die große Arbeitslosigkeit im Reiche, die nach den Berichten der Arbeitsämter zum Ausdruck kommt, wirkten auf der anderen Seite geschäftshemmend. Nur bevorzugte Werte waren zeitweise lebhafter gehandelt. Gegenüber der gestrigen Abendvörse gingen die Kursbesserungen zumeist bis 3 v. H. Im Vordergründe des Interesses standen vor allem Elektrowerte. Bergmann plus 3 v. H., Licht und Kraft plus 2 5 d. H., und Schuckert etwa plus 1 v. H. A. E. G. waren aus den bekannten Gründen weiter vernachlässigt und knapp gehalten. Banken eröffneten 1 v. H. niedriger. Reger gefragt waren noch Salzdetfurth mit plus 4 v. H. und Svenska mit plus 3,50 Mark. Ebenso Farben mit plus 2,25 v. H. Montanwerte still. Rheinische Braunkohlen und Mansselder je 1 v. H. gebessert. Die übrigen Werte dieses Marktes blieben gut behauptet. Banken durchweg etwas niedriger. Nur Neichsbank eine Kleinigkeit erholt. Norddeutsche Lloyd minus 2 v. H.. Hapag gut gehalten. Am Automarkt waren Kleyer mit minus 3 25 v. H. wieder verstärkt angeboten, da das bekannt gewordene Kommunique feine Befriedigung auslöste. Die gesteigerte Umsatz- tätigfeil im Unternehmen blieb ganz ohne Einfluß, da die unvermeidliche Sanierung nachteilig wirkte. Für Daimler bestand dagegen Nachfrage mit plus 1.25 v. H. Am Rentenmarkt war für'Ablösung ohne Option bei anziehendem Kurse lebhafteres Interesse vorhanden. Im Verlaufe beschränkte sich das Geschäft auf ganz vereinzelte Werte, die Spekulation schritt erneut zu Abgaben, so daß wieder kleine Kursrückgänge eintraten. Die Tendenz war jedoch nicht unfreundlich. Weiter stark angeboten waren Adlerwerke bei einem erneuten Verluste von 1,5 v. H., Siemens minus 2 v. H. Der Geldmarkt erfuhr eine weitere Erleichterung mit 4,5 v. H . für Tagesgeld. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2040, gegen Bfund 20 3825, London aegen Kabel 4,851750, gegen Varis 124,09. gegen Mailand 92,65, gegen Madrid 29,72, gegen Holland 12,0750. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 6. Januar, 15 bis 17.30 Uhr: Trilltrall und seine Brüder. 19 bis gegen 23 Ahr: Die Fledermaus. Montag, 7. Januar, 19.30 bis gegen 23 llfjr: Carmen. Dienstag. 8. Januar, 20 bis gegen 22.30 116r: Ariadne auf Naxos. Mittwoch, 9. Januar, 15 bis 17.30 Ahr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis nach 22.30 Ahr: Die Jüdin. Donnerstag, 10. Januar, 19.30 bis nach 22.30 Ahr: Manon. Freitag. 11. Januar. 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Samson und Dalila. Samstag. 12. Januar. 15 bis 17.30 Ahr: Trilltrall und seine Brüder. 19.30 bis gegen 23 Ahr: Die Fledermaus. Sonntag, 13. Januar. 15 bis 17.30 Ahr: Trilltrall und seine Brüder. 19 bis nach 22.30 Ahr: Aida. Montag. 14. Januar, 18.30 bis gegen 23 Ahr: Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Sonntag. 6. Januar, 20 bis nach 22.30 Uhr: Die Petroleum-Inseln. Montag, 7. Januar, 2) bis nach 22.30 Ahr: Die Petroleum-Inseln. Dienstag, 8. Januar, 20 bis nach 22 Ahr: Schwengel. Mittwoch, 9. Januar, 20 bis gegen 22 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. Donnerstag, 10. Januar, 20 bis gegen 22 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. Freitag. 11. Januar. 19 bis nach 21 Ahr: Schwengel. 22 bis gegen 24 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. Sams ag, 12. Januar. 19 bis nach 21 Ahr: Im weißen Röhl. 22 biS gegen 24 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. Sonntag. 13. Januar. 15-30 bis gegen 17.30 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. '19 bis noch 21 Ahr: Schwengel. 22 bis gegen 24 Ahr: Gastspiel Blauer Vogel. Montag. 14. Januar, 20 bis nach 22.30 Ahr: Die Petroleum-Inseln. Büchertisch. *" Willy Meyer: Von Wright bis Junkers. Das erste Di^rteljahrhundert M:n- schcnflug 1903 bis 1928. Mit 147 Abbildungen. (1. Aufl.) Berlin: Deutsche V.rlazSgesellschaft für Politik und Geschichte m. b. & 1923. XII, 52 Setten Text: 80 Setten Abbildungen auf Kunstdruckpapier. Großoktav. Kart. 7.50 Mk., Ganzleinen 10 Mk. (622) — Der Verfasser dieses schon äußerlich sehr ansprechend ausg statteten Buches ift einer der ältesten Flleger, der an der Entwicklung des deutschen Flugwesens seit 1911 rückwirkend teilgenommen hat. In vorzüglicher Darstellung, unterstützt von 147 gut gewählten Photos, legt der Verfasser — eine Fülle von zuverlässigem, wertvollem Material auf engem Raum bietend — einen Querschnitt durch den Leistungskomplex der Flugzeuge während deS ersten Vierteljahrhunderts ihrer Existenz. Der Verfasser nimmt, über diesen Zeitabschnitt hinausgreifend, in seinen Bericht auch die in die Jahre 1891 bis 1896 fallenden, fundamentalen Antersuchungen und Experimente Otto Lilienthals, „des Vaters des Menschenflugs", mit auf. Entstehung und Entwicklung des Flu^wesms sind zurückzuführen auf das Zusammenwirken oder Fortspinnen genialer Ideen, die im wesentlichen deutschen, amerikan.sch n und französischen Köpfer entsprangen, und auf das besonn ne Drausgän ier- tum einiger wagemutiger Optimisten der verschiedensten Rationen,, welche die Ideen in die Praxis umseh ten. Besondere Mühe hat der Verfasser darauf verwandt, die Entwicklungslinien der von ihm bearbeiteten Materie klar und scharf her- auszumeißeln, so daß jeder, der sein lebendig geschriebenes, in einprägsamer Knappheit gehaltenes Buch liest, einen ausgezeichneten, zutreffenden Aeberblick über ein Gebiet erhält, auf dem große, vielfach für unmöglich gehaltene Leistungen bereits vollbracht wurden und vermutlich noch größere zum Segen der Menschheit zu erwarten sind. — Rund um die Manege. Tagebuch eines Zirkusmannes. Von A. H. Kober. Mit 27 Zirkus- bildern. Kart. 6,50 Mark. (695.) — Nach vielen Zirkusdichtungen erscheint hier eine authentische Darstellung eines wirklichen Zirkusmannes. Der das Buch schrieb, begleitet seit Jahren den Zirkus Sarra- sani auf seinen Weltreisen. Neunzehn Staaten Europas und Amerikas hat er mit ihm durchwandert. Er hat mit fremdem Volk jeder Nation und jedes Ranges zusammengelebt und kennt Jahrmarktleute und Exoten nicht weniger genau als die berühmtesten Artisten und die großen Tierbändiger. Aller Leben enthüllte sich ihm, ihr Stolz und ihre Not, die Sell- samkeit ihres Aberglaubens, die Härte manches Schicksals, Aufstieg und Sturz. Tiere und Menschen, Künstler und Direktoren ziehen an uns vorbei in farbig-schillerndem, bewegtem Zug, immer spannend, immer voll pulsierendem Leben. Niemals erliegt Kober der so naheliegenden Versuchuna, sentimental zu werden. Er bleibt sachlich und glaubt nicht, eine Wirklichkeit, die spannender ist als Romane, mit „poetischer" Sentimentalität aufputzen zu müssen. So ist ein frisches Buch voll ernster und heiterer, niemals langweiliger Schilderungen entstanden. Aus dem Amtsverkündiqunasblatt. • Das AmtsoerkündigungsblattNr. L vorn 4. Januar enthält: Die Vornahme der Fleischbeschau. — Revision der Bierdruck-Apparate — Die Einfuhr von Vieh aus stark verseuchten Gebietsteilen. Kurszeiisl der BerZmer und Franksurier Börse. Dre hinter den Papieren anpe'ührten Zistern geben die Höhe der zuletzt defchlostenen Dividende an. - Retchsbankdiskont 7 Prozent, Sombardzinsfuß 8 Prozent. Frrmbfuri a. M Berlin Schlutz-I Kur, 1.Uhr- Kur» Sch ut) Kur* 'Anfang fiur«. Datum 4 L 5 1. 111 I & t. 6% »ddrtanleifr u 1927 87,5 _ ■•'7.5 De flnl.-’21bloi.-@d)ul6 mti Au» loi.«iKcd)!fn 53,9 ’ ,5 ,3.7 ttdgl otjne Äuelol.-tfkctite 7% Rtanfl hyp.-Bl «oldvt 15.15 15,35 • 4.8 15.4 nt- tünt-bar M« 1932 90 - *y»% dilji-mtldje öop.-8anf Stau Gvlvvi 81,8 — abg Bortriegs-Odligation. rückzahlbar 1939 — - 4% Schwer» Bunveib.-Lrü.. 95,5 - <% il ffteneldiiidit Äoldrle.. —- — 33 4,no% Crittn Sicherere. 2,n 2.5 4% Ctfierrdd) einheiU Wtt 1,775 «% Ungariiche (Bolotte 26.175 26.25 26,4 4% Ungarische StoatSr. v. 1910 4^?'<> vesgi von 1913 25.1, 1.75 4% Ungarische flronenrte. 1.75 — _ 1% turl. flollanleibe o. 1911 11,55 — 12,5 _ 4% Lürkiiche Bagbadbahn-Aal., Serie l — 12.4 _ 4% oeüßl Serie II 12,45 — 12,5 — 4% Rumänen ronoen Air. 11.4 Rumänen Voldanl eon 1919 20.75 - 81 — OTg. Deunche <£1|en>atpi ¥i - Hamburg-Ämerila fulei * 137,25 137,4 37.25 137,5 Hamb Silvam Damvtich. Hansa Damvtlchsts . • 8 * 179 10 - 171.u Rork-deuNcher Lloyv . . . Illg Deutsche Crrvitan st. 6 1-5,75 1-3.75 i.,5 133.5 10 141 <41,2- 141,2. formet Bankverein 10 — — 143 - berliner Hanvel-geieMch. 12 - — .48 248 -ommeq- unv Privai-Barr! 11 198.75 19» 198 2. 198 P arm ft o Rarwnochan! 12 293 '9<.7v 292 Deutsche Boni 10 173 _ .73.. 173 . DI«tonlo.(»eIrMcha|i Litt.. 10 166.70 — < i.<>,75 . 6,7; £ regnet Bant . . . 10 173,6 173,5 > ?3 2s 1/3 7a ».1'UeldeuiIche tttttrttixml . 9 215,5 lSri5llbanf . . , s -45.75 145.5 145 ir 331 331,5 28.5 Frauksurt a. M Berlin Schluh» ft'irs 1-Uhr- Kur« Seb-uh 1 Än>ano trurs flure Tfitum: | 4 1 5 l. 4. 1. 1 »> A.iL.c» . . ... 8 188 186.5 187. a 229 6a 18. • Bergmann . . . .... 9 2'26.3 2:9. 231 Eiekir Lieferungen . ... 10 — 180 179 5 L'lcht unk frtafi ... 10 ■248.: 251 -49 7.. 218 ,reiten 4 Guilleaume. .... 8 147 146.2 116.1., ©ei. f. iLlekN Untern.. ... 10 — 264 263.2. k>amb tiletn Lerch . ... 10 — — 155 h i55 Sihetn. (Sieht . . . . . . 9 — — 179 Schlei. Sieht . . . ... 10 — 232.7a 234.5 Schuckeri . . . .... 8 256,9 257.5 257 .57.5 Siemen« 4 HalSk» . . ... 12 • 22,.; 121.5 421,5 421 Tranrlradio . . , . . . . 8 — 160 L'chmran 4 tte. . . • . . . 10 180 — 180 178.5 6uDecuz . . • ... t> 82,5 82.25 Deutliche ürvil . . . . . . 6 — 135.75 i.>5,9 115,6 Essener Lteintohl» . , ... 8 !■ M 9 4 — ©elienftrdienet . . « 123 122.75 123.25 123 Harvener . . . . . . 6 135,9 — 136.1. 136 Hoeich Eiiea. ...» . . . . 8 «• — 122.. 120..1 31 It Bergbau . , . Klocknerwerte . . . . . . . - 8 233,i — 231.0 4u0 • ... 7 - — 104.25 104 Kvln-Neueiieo. . . . . . S •— 121.5 DionneSmann . . , . . . . 8 129.75 129.7. 128.7 130.5 MankselOer . . . .... 7 116.25 117 116 117 Cberfdilei Crllenb Dedart... 6 — I1I.2- Ldertchlei stolswerle . 6 — — 114,65 115 Bdonir Bergbau »H 89 — 8i,6 89.6 Nhetniiche Braunkohlen 10 289 490 -80.5., 490 myelnNabl 1. % Jrch» 4V, 137 »37 Biedeck Montan 7,2 — — Bereintote Ltabl». . . . « -3.5 _ •2,Ko i’i 2^ Otaoi Minen . . . «sh " 25 61,25 8.65 ' 9 Sali Äicher^Ieden ... 10 291 <91 . ftart Westeregeln ... 10 293 :93.o 294,9 >31.25 HaHroetl Saüvetltrrl- . . U 5^9 623 580 .1 «8 Aarben.jnouttt» . . . u 63 65 25 64,5 465.5 tnnnmü Nobel . . . . 6 — — 124,5 Lcheiveanilali . . Äolvichmidt . . , . . . • • . . . . 6 186,5 6 — JA. 7. bi Nütgerswerke . . ■ - e 4 104.25 — 104,5 104.5 MetavaeiellichaA. . . . .11 — — Banknoten. FrauKkurr a. M Berlin Schlub- Ante 1-Ubr- fiur» Schul,- Kur» 121 n lang 6ur» Datum: 4. i 5 I. 1 | 5 1 •Bbutuu yoijuiann .....7 139 - 139.0 139 peioeivergeriLenieru .... 10 138 Semen: Karlitadl .... 8 - _ Sat>6 4 Freitag .... 10 134.6 — — — SdtuUbcte Batzenhcha ... 15 — — •24.5 Cftroerte .... 12 — — 280 75 282 Ber. Sianzstoy .....16 — — j35.. 532.. Bembcrg .......14 — - 450 164 Zellstofi Waldchos.....12 * 282, i 28:4... 283 Zellstoff Bichassenburg ... 12 Gbatlotfenbtirger Datier ... 7 207 — 206 206 — - 135.13 135.75 Teliauer Ga- .... 8 — .'26. i. 229.4 Daimler Motoren......0 09. <5 68.6 69 i Demag . ...... 0 — — 45-5 16.5 laoierwertf Schoer ...... 6 74,5 71.L, 72 73.5 Vuoro. Loewe ..... 10 — 245 — Nat. 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UI.65 112,09 Dcoisch-Lesterr, i 100 Arenai 58.98 59,22 Nurnänttche Noten...... 2.53 2,.55 U2.03 Echweiier Noten ...... 80.78 81,tO Spanische Noten ...... 68.28 8.56 IschechoilowaUsche Noten . . 12.40 ij,46 Ungarische 'lloten 73,00 : 1,60 Devisenmark! Bcrlin- -Krank' r! a ZTL 4. ganuat 5 Januar Amtliche Noki.rung Amtliche Notierung i «selb 1 «rre ■^clb 1 Bri. flmfL.'Jloii 168,57 106,91 168,56 168,90 Buin-LlreS »,7-8 1,772 1,707 1.771 Brsl.-Äniw '8.35 38,47 Ö8.:,35 58.455 Cbriftlanto lll.lt 112,13 111.tu 112,13 «ovendaarn 112,01 112,-3 112.01 112.23 Srockbolm 112,^9 112.51 112.29 112.51 HrlnnatorL. 10.553 IO,j73 10.551 IO.Ö75 Italien <1.975 <2,015 21,975 22.015 London. . . 20.-58 -0.398 SO.. .58 2o,398 'Jitunorf . . t ■ 186.) 1.204- 4.1970 «.2050 Pari« . . . 1-.40 (u.lJ lda(>5 lö 445 Erb wetz . . -0.82 ■>0,98 .0,825 0.08.', @üa ten . •8.50 o8.h< -8.50 •8.64 Iavan 1.932 1.936 i.93O 1.9 4 liio de '.49k5 -.5005 >.4985 0.5005 Men in D-. 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März 1928 wird nach Begutachtung durch den Herrn Oberbürgermeister und den Kreisausschuß mit Genehmigung des Herrn hessisch-- i Ministers des Innern vom 4. Dezember 1928 zu Nr. M. d. I. 47629 auf Grund der Bestimmungen in Art. 2, 29, 37, 44 und 59 des Gesetzes vom 30. April 1881 die Allgemeine Bauordnung betreffend und Paragraphen 3 bis 5, 7, 9, 66 und 78 der Verordnung vom 1. Februar 1882, die Ausführung der Allgemeinen Bauordnung betr., zu dem Bebauungsplan über das Baugelände an der G> '-nberger Straße und der Straße nach Rödgen für die beiden Baublöcke 1 und II folgende Ortsbausatzung erlassen: 8 1- Zu Artikel 29 Allgemeine Bauordnung. Gewerbebetriebe, die unter den § 16 der RGO. fallen oder die durch schädliche Dünste, starken Rauch oder lästiges Geräusch, Nachteile, Gefahren oder Belästigungen für die Anwohner herbeiführen, sind grundsätzlich verboten. § 2. Zu Artikel 29 Allgemeine Bauordnung. Für die Bebauung wird die zweigeschossige Bauweise vorgeschrieben, d. h. es dürfen von Oberkante—Kellergeschoß bis zum Hauptgesims nur zwei Geschosse ausgeführt werden. Bei Gebäuden mit flachem Dach können Dachaufbauten zur Unterbringung von Bodenkammern gestattet werden, jedoch müssen diese ebenfalls flach abgedeckt sein, und muß deren Dachvorderkante so weit zurückliegen, daß sie ein vom Haupt-Ge- sims zur Horizontale angenommener Steigungswinkel von 60 Grad nicht überschreitet. 8 3. Zu Artikel 37, 59 Allgemeine Bauordnung und § 78 Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Grundstücke von weniger als 800 qm dürfen nicht bebaut werden. Die Grundstücksbreite in der Straßenflucht muß mindestens 17 m für ein Haus betragen. Doppelhäuser sind ausgeschlossen, mit Ausnahme des in § 4, letzter Absatz, genannten Eckgrundstücks. Die Erbauung von Seiten- oder Hintergebäuden, die rein gewerblichen oder Wohnzwecken dienen, ist verboten. Stallungen oder Kraftwagenschuppen, sofern sie dem eigenen Bedarf der Wohnungsinhaber der Vorderhäuser dienen, dürfen nur mit besonderer Genehmigung der städtischen Baudeputation errichtet werden. 103C § 4. Zu Artikel 37, 44, 59 Allgemeine Bauordnung und 88 66 und 78 Ausführungsverordnung zur Allgemeinen Bauordnung. Für die Bebauung des Baugebietes wird die offene Bauweise vorgeschrieben. In den zu erbauenden Häusern sind mindestens 75 qm Wohnfläche im Stock unterzubringen. Die Errichtung selbständiger Wohnungen im Dachgeschoß ist nur erlaubt, wenn ihre technische Ausgestaltung einen genügenden Schutz gegen Witterungseinflüsse (Regen, Schnee, Külte und Hitze) verbürgt. Die Entfernung der Gebäude von der Nachbarzone muß mindestens vier Meter betragen. Bei Anlage von geschlossenen Veranden und Erkern in diesem Zwischenraum -Ist der Abstand von der Nachbargrenze um das Maß der Vorbauten entsprechend zu erweitern. In dem Baublock I (Dreieck zwischen Grünberger Straße und der Straße nach Rödgen) sind die Baufluchtlinien und die Stellung der Gebäude, wie im Bebauungsplan angegeben, genau einzuhalten. Dagegen kann in dem Baublock II, rechts der nach Grünberg führenden Straße, eine von der Baufluchtlinie abweichende Stellung der Gebäude in begründeten Fällen unter besonders festzusetzenden Bedingungen zu- gelassen werden: eine Verminderung der Dorgartentiefe ist jedoch nicht gestattet. An der Gabelung der Grünberger Straße und der Straße nach Rödgen des Baublocks I ist ein der örtlichen Lage und der Grundstücksform entsprechendes Gebäude zu erstellen, das auch ein Doppelhaus sein kann. 8 5. Alle Gebäudeteile müssen gut durchgebil- det sein und ein gefälliges architektonisches Aeußere erhallen. 8 6. Vorstehende Ortsbausatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung in Kraft. Gießen, den 28. Dezember 1928. Der Oberbürgermeister. 3.23.: Dr. Hamm. Bekanntmachung. Dienstag, den 8. Januar 1929 findet Ruh- und Brennholzoersteigerung aus den Waldungen der Stadt Laubach, und zwar Distrikt Wann 10a, b, c, Rother Stahl 7, 8 und Einfürste 7g statt. Es kommen zur Versteigerung: 1. Nutzholz. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 13 Stück, 2. Kl. 7 Stück, 3. Klasse 2 Stück. Nutzscheiter: Buche 5,6 rm. 2. Brennholz. Buche: Scheit 470 rm, Knüppel 255 rm, Reiser 760 rm 3. Kl., Stöcke 141 rm. Eiche, Fichte, Birke: Knüppel 22 rm. Die Derbstangen aus Wann 10b sowie das Brennholz aus Einfürste 7g recht» der Straße Laubach—Lauter kommen unvorgezeigt mittags beim Feuer zum Ausgebot. Lesholz: flächenweise. Zusammenkunft vormittags 10J4 Uhr am Unteren Wannweg bei Brennholz Nr. 349. 98D Laubach, den 2. Januar 1929. Hessische Bürgermeisterei. Högy. 14 >V in Strickmoden Strumpfwaren Trikotagen Fabrikation — Großhandel gibt lebhaftem Detailgeschäft dieser Branche Bardarlehen in Abschnitten nicht unter 5000Mk. gejren Hypotheken- sicherheit zu Äußerst günstigen Bedingungen. Genau del alliierte Angaben unt. F.T.L.196 durch R dolf Mosee. Franktort a. 11. erbeten. Drucksachen aller Art ftattung Wirtin un6 preiswert »I« BtWIdje Unio«r|ltäUruderet, 8. dangt, Metzen, rchnltzr. t er t)eä Menschen geistes noch in der Sturm* und Drungzeit befinden. Die Forderung nach wirtschaftlicher Erzeugung der Kraft führte zu eingehenden Unter- su-chungen auf den zahlreichen Sonderge^ielem Es schick so, als ob sich der Hochdruckdampf allgemein durchsetzt und die Dirdervruckdampf- maschine mit der Zeit ganz verdrängt. Ein starker Wettbewerber ist die Dieselmaschlne, die in steigendem Maße, U3belD.ü>ere $ur Spitzendeckung, Eingang findet. Ihr bisherrger Dac^ teil, teuereren D.ennst-vfs zu brauchen, wird durch den K o h l e n st a u b d i e s e l m o t o r vermieden, über den erstmalig in diesem Jahre berichtet wurde. In fünfzehnjähriger Entwicklnngsarbrrt waren mannigsacye Schwierigkeiten zu überwinden. Wenn die aus ihn gesetzten S>o,fmmgen in Erfüllung gehen, so ist Um eine große Zukunft vorauszusagen. Das Bestreben, mit unseren Enecgievorräten zu sparen, führte zur Ausschau nach neuen Kra t- quellen. Sv hat man in England versuchsweise eine Kraftanlage in Betrieb 'genommen, die mit Gas aus Klärschlamm arbeitet Heber den Kläob'cker befinden sich große Det-nglocken, die das so.ist nuhl)s entweichende Grubengas auffangen und einem Gasbehälter zrfühven,^ aus dem eine Gasmaschine von 150 Pferdestärken gespeist wird. Ein geradezu abenteuerlicher Plan zur Schaffung und Ausnutzung einer Wasserkraft größten Stils in Aordasrilazur Derlorgung Aegyptens mit Energie tauchte auf. Man will vom Mittelmeer einen Stichkanal zu einer tief unter dem Meeresspiegel liegendem Senkung in der Sahara bauen und an einer Gesa llstuse von 60 Meter ein Kraftwerk errichten, das mindeftens 170 000 Pferdestärken ausnutzen soll. Aus dem sich in der Senkung bildenden See werden täglich etwa 115 Millionen Liter Wasser verdunsten, so daß der dauernde Wasserzusluß gewährleistet ist Zu Forschungszwecken ist es der elektrotechni- schen Industrie gelungen, Höchstspannun- gen von 3 600 000 Bolt zu erzeugen, die insbesondere zum Prüfen von Isolatoren dienen. Aehnlichen Zwecken dient eine Gewitterspannungsanlage, die am Monte Generoso bei Lugano errichtet wurde, und mit der man in erster Linie Versuche zur Atomzertrümmerung durchführen teilt Im Bergbaubetrieb ist das neue Druckluft- versahversahren einMrungsrcif gemacht worden. Die abgebauten Strecken unter Tage müssen bekanntlich wieder ausgefüllt werden, damit das Hangende nicht zu Bruch gehen kcmnr Das geschieht nach dem neuen Verfahren mit Sa:.d, der durch Druckluft mit großer Geschwindigkeit fortgeschleudert wird, und der sich so feststopft, daß er wie eine Betonmasse steht Die Kokrr.ioetriebe haben durchgreifend: Umstellungen vorgenommen, damit sie möglichst wirtmachen suchten, was ihnen auch gelang. Die Brüder Wright, die ihre Versuche nach den srucht- lofen Verkaufsverhandlungen abgebrochen halten, sahen sich daher gezwungen, an den in Frankreich, in Italien und auch in Amerika ausgeschriebenen Wettbewerben teilzunehmen. Wilbur fuhr daher im Sommer 1908 nach Frankreich, Orville blieb in Amerika. Beide errangen in kurzer Seit nicht nur ihre alte Vorrangstellung zurück, sondern konnten zahlreiche neue Höchstleistungen erzielen. Endlich wurde ihnen auch der woh verdiente klingende Erfolg zuteil: Beträchtliche Wettbewerbs- und Ehrenpreise fielen ihnen zu. In Amerika wurden die Flieger begeistert empfangen. Die (Regierung kaufte ihnen die Erfindung ab — auch die Versuche, die mit selbsttätiger Flugzeug st euerung gemacht worden sind. Im Schiffbau gewinnt die Die elmaschine immer mehr (Raum. Der Umbau des alten Kriegsschiffes „Zähungen" zum Fernlenk- schiff, das drahtlos von einem Beg eit chiff aus nicht nur gelenkt wird, sondern auch vie c andere Defeh'e aus.üh.t. z.igt d n hohen Stand der Technik, insbesondere auch der Aachrichten- technik. Im elektrischen Aachrichtenwesen selosti sind die Fortschritte besonders augenfällig. Die Umstellung des Fern p.echeer.ehrs vom Landauf den S e l b st a n ch l u ß b e t r i e b geht u ex- all rüstig vorwärts. In Bayern ist das Sonder- fernspiechneh der Deutschen (Reichsbahn so weit ausgebaut worden, daß auch der Fernverkehr vol kommen selbsttätig abg w ck lt w rd. DaS ist dadurch möglich geworden, daß Wech e ström zum Fernwahlen benutzt wird. Eine amerikanische Er- sindang, nach der nicht die Gefprächszahl, sondern die Gesprächsdauer berechnet wird, soll sich im Versuchsbetrieb gut bete hrt haben. Bei der Funktelegraphie hat man dis merkwürdige Beobachtung gemacht, daß dis Wellen als Echo anscheinend aus den 'Delten- raum zurückgeworsen werden. Eine ähnliche Erscheinung tr'tt beim Emp'ang starker Sen.er auf. die säst aut dem Gegenme.idian liegen, wobei sich die auf beiden Seiten um die Erde herum- lausenden Wellen stören. Der Sprechfunk überbrückt immer weitere Ent'crnungen; so tour a bei pielstoei e Ansang deS Jahres von Berlin über Deuyork nach San Francisko gebrochen. Im Oktober bestand der deuk'che Rundfunk fünf Jahre. In dieser Zeit hat er den Dor prur^ des Auslandes mindestens eingeholt. in manchen Punkten hat er es sogar über lügett. Hiervon [egt die Einsührung des Gleichwellenfunks des Berliner und Magdeburger Senders ein beredtes Zeugnis ab. Der Kurzwellenrund f u n t breitet sich immer mehr aus. Proben hörten wir z.D. bei der He'ertragung des Sebt-c- linemp'angs in Amerika. Einen we enttichen Fortschritt stellt die von Tee unten entwickelteSchir.n- gitterröhre dar. die in Sonderschaltungen eine erhebliche Leistungsste g.rung der Empfänger gewährleistet. Beachtung verdient auch ein neuartiger Trockengleichrichter zum Selbstladcn der Sammler, der aus oxydierten Kupferp'atten aufgebaut ist. (Reue Wege zur (Rundfunkmu ik wrden in der Funkver'uchsstelle bei der Staatlichen Hochschule für Mustk mit dem Fe r n d i r i g i e r e n beschritten. Der Dirigent und die einzelnen Künstler können sich an ganz getrennten Orten befinden das ihnen durch Kopfhörer zugeleitete Klavierspiel des Dirigenten gibt ihnen Takt und Tempo. Ihr Spiel, das durch Mikrophone ausgenommen wird, und das sie ebenfalls im Hörer zusammen mit dem Spiel der übrigen Künstler vernehmen, wird dann irgendwo auf einen Lautsprecher gegeben. Auch der Tonsilm nach dem Triergon- Bersahren wurde versuchsweise im (Rund,unk verwendet. Es hat den Anschein, als ob hier noch bedeutende Zukun tsmög'ichkeiten offen regen. Das größte Interesse wird allerorts dem Dild- sunk und ganz besonders dem Fernseher entgegengebracht. Die Bildfunkgeräte sind inzwischen so vereinfacht worden, daß in England. Oesterreich und neuerdings auch in Deutschland versuchsweise regelmäßig Dildsendungen durch (Rundfunksender verbreitet werden. Mit dem Fernsehen sind wir in Deutschland anscheinend hinter Amerika zurück, wo bereits drei Sender arbeiten und sogar schon besonders zugeschnittene Stücke als Hörbilder auf zwei Wellen verbreitet werden. Die diesjährige Funlausstellung hat aber gezeigt, daß auch bei uns lebhaft gearbeitet wird, und zwar mit gutem Ersolg. Man will aber nicht eher an die Oesfentlichkeit treten, ehe nicht wirklich brauchbare und dabei erschwingliche Geräte durchgebildet sind. Aus der Fülle der Ergebnisse wissen'chaftlicher Forschertätigkeit sei der besonders interessanten Erscheinung gedacht, die sich bei hochfrequenten Schallwellen beobachten lassen. Ein durch elektrische Hochfrequenz zu Schwingungen angeregter Quarzkristall, wie er ja auch als Wellenmesser für Rundfunksender benutzt wird, Die konstruktiven Derbesserungen des Lautsprechers und der Ueberyang zum trichterlosen System bei geschmackvoller äußerer Formengebung haben sehr roesenllich zur nunmehr oorzugsweisen Benutzung von Mehrröhrenapparaten beigetragen. Was die Beschaffung eines Lautsprechers betrifft, so ist es ratsam, mit Rücksicht aus die Qualität der Tonwidergabe nicht die ganz billigen Preislagen zu wählen, sondern solche von etwa 40 Mark an. Unter der großen Zahl der verschiedenartigsten Röhrenempfänger ist ein volkstümlicher Apparat an erster Stelle zu nennen: die Kombination von Audion und zwei Stufen Widerstandsverstärkung (auch teilweise mit sog. Mehrfachröhren). Diese Dreiröhrengeräte smd in kleinen Kästchen einfach und gefällig zusammengebaut und können von jedem Laien ohne Schwierigkeiten bedient werden. (Einheitspreis mehrerer Fabrikate 39,50 Mark einschließlich Röhren und Derbindungsschnur.) Hauptsächlich zum Lautsprecheremofang des Orts- bzw. Bezirkssenders geeignet, gelingt es auch, einige stärkere auswärtige Sender damit zu Gehör zu bringen, namentlich bann, wenn die Empfangsröhren mit einem Rückkopplungsaudion verbunden sind. Für ben Rundfunkteilnehmer, der bereits einen Detektorapparat besitzt, der aber nur ab und zu den Lautsprecher in Betrieb nehmen will, genügt die Hinzu- schaltung eines Zweifach-Niederfrequenz- bzw. Widerstandsverstärkers, eine Methode, durch welche dank der reinen Detektorgleichrichtung eine besonders klare Wiedergabe erzielt wird. Der vorgenannte Dreiröhrenapparat reicht nicht aus, um größere Entfernungen zu überbrücken und fremde Stationen scharf zu trennen. Der eigentliche Fern- empfanget muß gut selektiv sein, da die Wellenlängen in nur geringen Abständen nebeneinanderliegen, und bedarf zum mindestens einer Hoch- frequenzstufe, die der Empfangsröhre die schwachen Hochfrequenzströme bereits verstärkt zuführt. Eine Verbindung: Hochfrequenzstufe — Audion — einfache oder doppelte Niederfrequenz- bzw. Wider- standsoerstärkung wird sehr viel angewandt und genügt erweiterten Ansprüchen. (Preis etwa 60 bis 100 Mark einschließlich Röhren.) Bei sorgsältlgem Zusammenbau stehen die Leistungen eine» solchen 25 Jahre Molorsiug. Die ersten Versuche der Brüder Wright. Ein Dezembertag im Jahre 1903. Kalt und schneidend fegt der Wind durch die Dünen bei Kilty-Hawk in Aordkarolina am Atlantischen Ozean. Ein kleines Häuflein Menschen umsteht einen seltsamen, au8_ Holz und Leinwand zusammengezimmerten Vogel. Jetzt klettert jemand hinein und nimmt etwas links Don_ der Mitte auf der unteren von zwei Trageflächen Platz. (Rechts neben ihm steht ein Benzinmotor, der nun angeworfen wird. Zwei große, rechts und links hinter den Trageflächen angeordnete zweiflügelige Luftschrauben beginnen sich zu drehen, zuerst langsam, dann bei laut knatterndem Motor immer schneller. Der Vogel beginnt vorwärts zu gleiten. Doch ist er auf der Erde. Doch plötzlich macht er sich frei, erhebt sich vom Boden und schwebt, fliegt eine ganze Strecke weit, um sanft und glatt zu landen. Der große Wurf der Brüder Wright war gelungen. Das Flugzeug begann seinen Siegeskauf. Wilbur und Orville Wright waren die beiden Söhne des Bischofs Milton Wright zu Dayton im Staate Ohio. In dieser Stadt besaßen sie eine Fahrradfabrik. Schon in den neunziger Jahren beschäftigten sie sich lebhaft mit Flugfragen. Sie fanden in dem .Eisenbahningenieur Oktave C h a n u t c einen begeisterten Lehrer, der, von den Erfolgen Otto L i l i e n thals angeregt, mit selbstentworfenen Gleitfliegern im Hügel- gelände am Michigansee zahlreiche Flugversuche anstellte. Der jähe Tod Lilienthals am 10. Aug. 1896 war den beiden Brüdern eine Warnung, mit äußerster Borsicht und Sorgfalt ans Werl zu gehen. Das damals noch recht dürftige Schrifttum über den Bogelslug und die Flugtechnik konnte ihnen nicht viel mehr als allgemeine Fingerzeige geben; fo mußten sie denn nach dem alten Sprichwort handeln: Probieren geht über Studieren. Als besonders brauchbar fanden sie den schon von ihrem Lehrmeister angegebenen Doppeldecker, den sie jedoch ganz wesentlich verbesserten. Alle ihre Flugzeuge haben sie zunächst als Drachen untersucht, ehe sie sich ihnen selbst anvertrauten. Schon frühzeitig erkannten sie die Aotwendigleit eines besonderen Höhensteuers, das sie in Form einer verstellbaren wagerechten Fläche vor den Trageflächen anbrachten. Die nächste wichtige Erfindung war das hinter den Trageflächen angeordnete Seitensteuer, daß aus zwei senkrecht gestellten Flächen bestand. Eine der bedeutendsten Berbesserungen stellte aber die Verwindbarkeit der Haupttrage- slächen dar; durch diese war es ihnen möglich, die wagerechte Lage des Flugzeugs mit geringem Kraftaufwand sicherzustellen, ohne das Körpergewicht nach der einen oder der anderen Seite verlegen zu müssen, wie es bei allen früheren Gleitflugzeugen notwendig gewesen war. Diese drei Steuermittel: Höhensteuer, Seitensteuer und Verwindung finden sich auch heute noch, wenn auch in veränderter Form, als die wichtigsten Glieder bei allen Flugzeugen wieder. Die Wirkung wurde an unbemannten Drachen durch Steuerung mit Schnüren von der Erde aus erprobt. Mit zäher Ausdauer widmeten sich dann die Brüder der Erprobung des Gleitflugzeugs. In den Jahren bis 1903 haben sie mehrere tau- send Gleikflüge ausgeführt. Erst als sie sich vollkommen sicher fühlten, gingen sie an den Einbau eines Motors. Die (Nachrichten über die gelungenen Motorflüge wurden nirgendwo ernst genommen. Selbst vier Jahre später haben Fachleute nicht an die Tatsachen glauben wollen, obwohl schon im Oktober des Jahres 1905 die Kunde aus Amerika gekommen war. daß die Wrights in einem Dauerflug von fast 40 Minuten etwa 40 Kilometer zu- rüdgelegt hätten. So kam es. daß die Angebote der Brüder auf Verkauf ihrer Erfindung für eine Million Dollar von der amerikanischen und dann auch von der französischen (Regierung ab» gelehnt wurden. Inzwischen waren in Frankreich zahlreiche Männer am Werk, die in wenigen Jahren den amerikanischen Vorsprung wettzuscbafllich arbeiten können. Die als Debenerzeug- nis anfallenden großen GaZmengen werden von den Industriebezirken als Ferngas to.i er geleitet Die Gewi mung von O e I aus Kohle weist dauernd steigende Ziffern auf. In Deutschland sind in verstossenen Jahre zahlreiche Hochhäuser teils fertig-«stellt, tells in Qlngiifi genommen worden. Besonders bemerkenswert ist das erste Industriehochhaus Ea- rvpas, das 11 Stockwerke hohe neue Schaltwerk der Sinnens-Schuckert-Werke, A.tiengestllschast. Das Verkehrswesen hat wichtige Fort- schrille zu verzeichnen. Die Berliner Stadtoahn wurde zum Teil bereits auf den elekt.ischen (Betrieb umgefteUL Der Firma Krupp gelang der Bau einer neuen Wechselstromlokomotive für die übliche Wechselzahl von 50 Perioden. Die Deutsche Reichsbahn hat ihre Versuche mit selbsttätiger Zug st euerung fo tge- setzt mib dabei vorzügliche Ergeb llste mit einem neuen Verfahr en zur Beeinflussung der Bremsen mit einem Lichtstrahl erzielt In Amerika hat man zur Verständigung d.'s Zugführers mit dem Schlußbremser mit Vo.t.il drahtlose Kurzwellen verwendet Zur Aachprüfung der Schienen auf (Risse hat man ebenfalls in Amerika ein neues Verfahren erprobt, bei dem von einem Prüs- toage.i ein niedrig gespannter StiDn über zwei Kontakte durch die Schienen gelei et wird. Beim Lieberfahren eines Schienen.ifses sinkt der Strom, und die Stelle wird selbfttä-ig mit Farbe bespritzt. Die Internationale Kraftfahrzeugausstellung im Herbst in Berlin vereinte alle namhaften Werke der Welt Einen bemer- ke.iswer.en Fortschritt im Kraftwagenbau stellt die neue selbsttätige Kupplung der Aallonalen Automobilgesellschaft dar, die das Schalten und Kuppeln so gut wie überflüssig macht und für den Kraftwagen da? zu werden verspricht Was für das Fahrrad der Freilau' geworden ist (Raketenauto und (Raketenflugzeug haben viel von sich reden gemacht Ci te (Reihe teils gelungener, teils mißglückter Versuche hat wohl zu wichtigen Erkenntiiissen geführt, gleichzeitig aber auch gezeigt, daß diese bisher versuchten (Rückstoßmittel wenig geeignet sind. Die Luftfahrt brachte Deutschland Welt- erfolge. Der O st ° W e st - F l u g Köhls auf einer Iunkersmaschine und die glanzvolle Amerikafahrt unseres neuen Ze p pe l i n l u s ts ch i f - fes sind noch In aller Gedächtnis Die wertvollen Erfahrungen, die der Lustschiffbau Zeppelin gesammelt hat, sollen beim Bau ei res neuen Schisses verwertet werden, das 1930 seine ersten Fahrten aufnehmen soll. Auch die bisher vernachlässigten Fragen des Lu'tschi fhallenbaues wurden insbesondere gelegentlich der glänzend beschickten Internationalen Luftfahrt- ausstellung ins richllge Licht gerückt. Die technisch richtige Lösung ist die drehbare Halle, und eine solche soll auch bei Berlin gebaut werden, das als Haupthafen cmserfehen ist. Im Flugzeugbau stellt die Verwendung von Spalt- flügeln einen sehr beachtenswerten Fortschritt dar, da hierdurch die Sicherheit des Fliegens ganz wesentlich gesteigert wird. Belangreich sind allerdings für eine erheblich geringere Summe, als sie ursprünglich gefordert worden war. Die Fortschritte, die in den seither verflossenen 25 Jahren gemacht worden sind, konnten nicht sinnfälliger vor Augen geführt werden, als in der diesjährigen Internationalen Luftfahrlausstellung zu Berlin. Vom ersten Wrigthfchen Motorflugzeug bis zum drei- und viermotorigen Ganzmetall-Berkehrsflugzeug — weich' ein Weg! Unb doch stecken wir erst In den Anfängen eines Weltluftverkehrs. Die Technik schreitet mit solchen (Riesenschritten voran, daß heute wohl noch niemand Voraussagen kann, wohin uns die Entwicklung der nächsten 25 Jahre treiben wird! W. B. großer Beliebtheit erfreut Die Reihenfolge, die in vorstehendem kurzen llederblick über die gebräuchlichsten Radioempsanas- apparale gegeben ist, wird auch für den Selbst - bau sich als zweckmäßig erweisen. Ein gewisses physikalisches Derständnis ist hierbei Voraussetzung, und insbesondere bei dem Betrieb von Rückkopp- lungs- und Mehrröhrenempfängern sollte man sich über die elektrischen Vorgänge unbedingt klar sein. Um wirkliche Freude an dem gebastelten Gerät zu erleben, fängt man nicht — wie so häufig beobachtet — etwa mit einer sogenannten ,,Röhren- Kunstschaltung", mechanisch nach Plänen zusammen- gestellt, an. Schon der Bau des einsachsten Empfängers ist bei vollkommenem Erfaßen der Materie sehr instruktiv, und der Ehrgeiz, das so interessant« und umfangreiche Gebiet der Hochfrequenzströme weiter kennenzulernen, wird dann den Bastler von selbst zum Bau eines Mehrröhren-Gerätes führen. Die im Handel befindlichen Fünf- und Sechs-Röhrenempfänger sind zumeist nach dem N e u t r o d y n e - Prinzip geschallet. In ihrer modernen Form find diese Apparate so konstruiert, daß sie nur mit einem Knopf abgestimmt zu werden brauchen und die Stationen auf einer nach Wellenlängen cichbaren Skala eingetragen werden können. Die Ergebnisse sind ganz vorzüglich; infolge der scharfen Selektivität werden unter Ausschaltung des Ortssenders fast sämtliche europäischen Sender im Lautsprecher empfangen, zum Teil bei Benutzung einer Rahmenantenne. Allerdings belaufen sich die Anschaffungskosten dieser Apparate, die auch mit eingebauten Netzanschlußgeräten geliefert werden, auf mehrere hundert Mark. Als vollkommenster Empfänger schließlich erscheint der Superheterodyne-Apparat. ein Trans- ponierunasempfänger mit sechs bis zehn Röhren, der sich besonders in Amerika wegen feiner Reichweite, Lautstärke und Reinheit der Uebertragungen Die Wahi des Empfangsgerätes. Von Dr. Alfred Fricke. Der Kreis der Rundfunkteilnehmer, welcher während der Sommermonate sich nur wenig vergrößert, gewinnt erfahrungsgemäß im Winter um so mehr an Ausdehnung. Mit den langen Abenden wendet sich das Interesse wieder verstärkt dem Radio zu; Apparate werden gebastelt, die alte Empfangsanlage wird verbessert, oder durch einen modernen Empfänger ersetzt. Besonders aber im neuen Jahre dürste sich die Zahl der Radiofreunde vermehren, da, wie die letzte Berliner Funkausstellung gezeigt hat, ein gewisser Höhepunkt in der Ausbildung der Empfangstechnik erreicht ist. Die heutige Vervollkommnung der Geräte, welche in der Einfachheit des Aufbaues und der Bedienung zum Ausdruck kommt, wird neben der Verbilligung vielfach dazu bewegen, eine Empfangsanlage anzuschaffen. (Dabei tauchen stets die Fragen aus: Welcher Art muß das Empfangsgerät fein, das ich mir kaufe ober baue, und wie teuer stellt sich die Anlage? Dem Laien hierfür einige Richtlinien zu geben ist der Zweck dieses Aufsatzes. Als batterieloser, einfachster und billigster Empfänger sei zustächst der D e t e k t o r a p p a r a 1 genannt. Obwohl dieser durch die Bevorzugung des Lautsprecherempfanges, welcher nur mittels Rohren- gerät ermöglicht wird, etwas in den Hintergrund gedrängt ist, erfüllt er doch da feinen Zweck ausreichend, wo man sich — in der Nähe einer Sendestation — mit Kopfhörern begnügen will. Die Entfernung darf bei einer Röhrenleistung des Senders von 0,7 bis 1.5 KW bis zu etwa 15 Kilometer, bei 4 KW Röhrenleistung bis zu etwa 70 Kilometer und bei Stationen mit noch größerer Energie, z. B. 20 KW, etwa 200 Kilometer betragen. Dabei ist nicht die Voraussetzung einer Hochantenne gemacht, besser natürlich, wenn sie vorhanden Wird der Apparat fertig gekauft, so stellen sich die Kosten aus etwa 10 bis 20 Mark einschließlich Detektor. Hierzu kommen die Kopfhörer mit 10 bis 12 Mark, ferner (wie auch für andere Empfänger erforderlich) An- Rückblick mtf die Technik des Jahres 1928. Von Wilhelm Buchmaun. tennenlitze, Schnüre, Klemmen, Stecker, Erdleitungsdraht ufw., zusammen etwa 3 bis 5 Mark. Für alle übrigen Empsänger, die Röhrenapparate, ist gemeinsam, daß fremde Stromquellen benötigt werden. In Deutschland sind heute zumeist noch Batterien im Gebrauch: ein Akkumulator kostet je nach der «Anzahl der Zellen und der Ampere-Stunden 10 bis 40 Mark, eine Anodenbatterie 6 bis 18 Mark. Bei mittlerer Inanspruchnahme hat die Anodenbatterie eine Lebensdauer von etwa 6 bis 8 Monaten; der Akkumulator muß nach etwa drei- bis oiermonatlichem Betrieb aufgeladen werden. Der Vollständigkeit halber feien die Heizelemente (Preis etwa 2 bis 3 Mark) erwähnt, welche dann in Frage kommen, wenn nur eine oder zwei Rohren mit kleinem Stromverbrauch (ohne Lautsprecherbetrieb) zu beheizen sind. — Wie in Amerika schon länger, so geht neuerdings auch bei uns die Tendenz dahin, die elektrische Kraft aus dem Leitungsnetz zu entnehmen, um die Batterien überflüssig zu machen. Es gibt hier mehrere Methoden, die zu beschreiben in diesem Rahmen zu weit fuhren würde. Nur soviel möge gesagt sein, daß sich unter den Netzanschlußapparaten für die Zukunft wohl die Gattung durchsetzen wird, welche als selbständiges Vorsatzgerät sowohl Beheizungsstrom liefert, als auch zur Speisung der Anoden dient. Diese Typen haben vor solchen, die mit dem Empfänger zusammengebaut sind, den praktischen Vorteil, daß sie gesondert beschafft (da meistens ,dsr Empfänger bereits vorhanden ist) und beliebig an verschiedene Empfangsapparate und Verstärker an- geschlossen werden können. Außerdem ist es bei getrennter Apparatur leichter möglich, eine etwaige Fehler- oder Störungsquelle zu finden und zu> beseitigen. Einer allgemeinen Einführung der Netzanschlußgeräte stehen zur Zeit noch die nicyt geringen Anschaffungskosten entgegen, wobei abu andererseits zu bedenken ist, daß Batterien ersetzt- , : bzw. geladen werden müssen. Die Preise für Netz- apparate zur Entnahme des Heiz- und Ano^n- । stromes bewegen sich etwa zwischen lo0 bis 2o0 1 Mark, für solche zur Entnahme des Anodenstromes | allein zwischen 80 bis 150 Mark. Men- 11.30 Auch in Ihren Apparat gehören 10137V nur die bekannten VALVO -Röhren! Muskator MST HEIZUNG WOLF NETTERSJACOBIwemu 9ERLIN W 15« FINNENTROP'/WESTF Die WoftüiliallVdkmMiifw ? Verlr.: Emil öec.ißr, Uammsir. 43. Gießen. Tei. 1190 WELLBLECH-BAUTEN WELLBLECH-GARAGEN ist der beste Helferin der Landwirtschaft Weshalb also melken Sie noch mil der Hand? 14.30: 15.05 16.35 des 18,10 in den nädftcn Jahren 8um Dützen der schcn auswirkcn werden. DRUCKSACHEN ALLER ART liefert tn jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhPaehe Unlversltlto-Druckerei R. Lange, OieflMi Fordern Sie Einzelheiten von RAMES0HI&SCHMIDT A-G OELDEi-WESTE. vermag allerlei mechanische Wirkungen auSzn- lösen, wie Glas za durchbohren. Holz zu entflammen. Flüssigkeiten innig zu mischen usw. Besonders merkwürdig ist, daß durch die überaus schnellen Schallwcl.en kleine und kleinste Lebewesen foiort getötet, ja in Stücke gerissen werden. Vielleicht öffnet sich hier der Heilkunde ein neuer Weg zur Bekamp, ung von Krankheitserregern. Die medizinische Röntgentechnik, die bisher neöen dem gewöhnlichen Röntgenbild und dem einfachen Leuchtbild nur das räumliche Röntgenbild kannte, hat durch das räumliche Röntgensehen ein neues Mittel in die Hand des Arztes gegeben. das unfchähbare Dienste leisten wird. Es ist dadurch möglich geworden, die innereit Teile des Körpers, wie z. D. das Herz, räumlich, das heißt als Körper nicht nur flachenhaft zu seifen. Von Erfindung.n, d.e sich einführten, und die allgemeineres Interesse beanspruchen, seien kurz erwäh-t: das Photomaton g nannte „Käst- lein Knipsdich". d.e Reklametageslichtschrift mit Spiegelung der Hel igleit des Himmels und der Flettnerlüfter, der auf Straßenbahnen, Omnibussen usw. schon überall anzutresfen ist. Zum Schluß sei noch der Regelung gedacht, die dem in der Industrie tätigen, erfindenden Angestellten ein Recht an seinen Erfindungen zubilligt. Denn uns also das Jahr 1928 keine sprunghaften Fortschritte gebracht hat, so ist doch auf allen Gebieten rührig gearbeitet, und es sind weitere Fortschritte angebahnt worden, die sich Da große Tag der westdeutschen Skimend. Etwa 100 Jugendliche am Start. — Oie Fortschritte des Iugendskilaufs bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 19: Von Kassel: Vortövg. 19 bis 19,32: Funkhochschule: „Fett- RrmHfrmkprogramm. Sonntag, 6. Januar. 8,30 bis 9,30: Von Kassel: Morgenfeier. sucht". Vortrag von Oberarzt Dr. Spiro. 19,30 bis 20: Rvrbert Jacques: Vorlesung aus eigenen Werken, „Der Ritt nach Dolores . 20: Vom großen Saal des Saalbaues: Rach Stuttgart: Konzert Umberto Urbano. Anschließend: Schall- Platten-Konzert: „Reuestes". Mittwoch, 9. Januar. 6.30: Morgengymnajtik. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Gegenwartsstunde, oorzetragen von Schulrat Schwarzhaupt, M. d. A.: „Der Abgeordnete, seine Fraktion und die Fraktionen untereinander?'. 13,15 bis 14,15: Scha tt vlatt en - Konzert: Walzer, Bezugsquellen-Nachweis und Literatur vom alleinigen Fabrikanten: Bergisches Kraftfutterwerk 6. m. b. H. H206D Düsseldorf-Hafen Telephon 10801 » Postscheck-Konto Köln 12261 Dienstag, 3. Januar. 6.30: Morgengymnastik. 13,30 bis Schallplatten - Ko.rzert: Alte Operetten, bis 15,35: Stunde der Jugend, bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert Rundfunkorchesters: Aus galanter Feit. MbI-° tpärtigen PolmlVjJ sie die Schwierigst »olililchem ®eb'cle leien der ®ti sich ihrer Mr° Schicksal bewuhi u. a. fort: »Eben der Drohen Koa oierungsbildung^ ' zurüctkehtt, wnv e Scst'gung her KJ )Um 3ufammentntl der etwa om 22. nicht an. 2ln die Forderung richten nicht durch üb gen zu erschwere! Der Artikel ver dings jede Parier durchaus berechlii daß auch die Dc tritt in die Drohe aussehungen | sie ihren Wähle: man alle die St' Verhandlungen l die, wie etwa di wisse sozialdei wünsche, nich prinzipielle Gesic politische Eftstcr stellt werden ki zum Beispiel nc den 11. Augus! tag zu erkläre: wehrprogrammat Aeichswehr in di ' sollte jetzt nur bilden, um die i fen zu können, f mauern des H richtung und De! Ernsie Lac für Arbeit Berlin, 7.3ar buchten Mitteilun» ans'alt für Arbeit ' ina n 31 elfen JMe Behauptung f, 3« - widerleg '* die finanzielle £ Jin st oerfchlech Tn wicklunq der fti! m: W«f der Keichsan S,unb o Millionen ld)on im 3ar 2°7zusamme 2 nyti9e em ffnm. °"lahlich der ; fei fcä!?; ML KL! 'JOrm Don%Sl3l?lDei lung 17*1 i „ 8 ie i n e r i „ legrisfen. r «y bä* 4 »ix L1'!* hal bis 12: Elternstunde. 12 bis 13: Geistliche Musik. 14 bis 15,30: Vom Stadion Nürnberg: Reprä- sentativ-Spiel Süddeutschland ge.;en Ri^>rrvster- reich. 15,30 bis 16,30: Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,30: Konzert des Rundfunkorchesters: Opern- Musik. 17,30 bis 18,15: Stunde des Landes. 16,15 bis 19: eolunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19 bis 19,30: Sportnachrichten. 20 bis 21: Fröhliche Stunde. 21: Sinfonie-Konzert. Darauf bis 0,30: Tanzmusik. Montag, 7. Januar. 6,30: Morgengymna>iil. 12,30 bis 13,30: Schall- platten-Konzert. 15.05 bis 15,35: Sttnrde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst: „Anregungen zur abwechselungsreichen Gestaltung des Küchenzettels: Einige winterliche Suppm". 16,35 bis 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 18,10 bis 18,30: Lefestunde. 18,30 bis 19: »Prolog im Himmel" in Goethes Faust!, Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19 bis 19,30: „ Lohnsteucrfragen.", Vortrag von ©teuer» inspertor Hermann Fleischer, FranAurt a. M. 19,30: Vom Frankfurter Opernhaus: »Carmen", Oper in vier Akten von Georges Dizet. Anschließend: Konzert auf zwei Klavieren. ^rli^mögncn11 s;&!ä K Ä? obe"?. Marsche und Charakterstücke. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauendienst: Praktische Winke und Warenkunde: »Was muß die Hausfrau über die Säuberung der Wäsche wissen". 16,35 bis 18,05: Konzert des Rundfunkorchesters: Operettenmusik. 18,10 bis 18,30: Dücherstunde. 18.30 bis 18,45: Von Kassel: Fünfzehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind. 18,45 bis 19,15: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 60 Silben auswärts). 19,15 bis 19,30: Sencken berg -Viertel stunde: „Ein S .nicken berg- Am morgigen Sonntag, 6. Januar, finden die Jugendwettläufe des S. K. S. in Winterberg statt. Dies ist ein Ereignis, dos von Jahr zu Jahr mehr Interesse und Beachtung in den Sportkreisen unserer Gegend findet. D. Red. Schneller klopfen die Herzen der jugendlichen westdeutschenSkiläufer, wenn sie an den morgigen Sonntag denken, an dem sie vor einem großen und kritischen Forum Zeugnis ablegen sollen von ihrem Können auf den langen Hölzern. Sie laufen doch alle erst ein paar Jahre, aber sie brennen nun auf die Wettkämpfe, bei denen sie ihre jungen Kräfte messen können; und jeder von ihnen hofft auf die Siegespalme. Im Gegensatz zu den letzten Jahren gab es in diesem Winter wenigstens in Westdeutschland schon guten Schnee, der zu einem Training nun einmal gehört und durch nichts anderes vollwertig zu er- setzen ist. Die Bergortsgruppen des S. K. S., die Sauerländer, waren darin selbstverständlich bevorzugt, denn im Flachland hält nun einmal der Schnee nicht lange. Als ein Ersatz — aber eben nur ein Ersatz — den zudem die Bergortsgruppen als Dortraining zum Skilauf nicht zu entbehren brauchen, sind die Trockenskikurse anzusehen, die von den Jugendwarten in Zusammenarbeit mit den Amateurskilehrern für die Jugendlichen der einzelnen Ortsgruppen abgehaiten werden. In diesen Kursen werden den Jungen und Mädels zuerst einmal die Skier, die Bindungen richtig.angepaßt und dann in langsamer Fortentwicklung, erst ohne, später mit Skiern die Glieder gelenkig gemacht, oder, was in diesem Alter wichtiger ist, sie werden gelehrt, Glieder und Muskeln willens- und oft zwangsmäßig zu gebrauchen. Aus der Turnhalle geht es dann, wenn irgend möglich, recht bald in den Schnee auf den Uebungshang, wo die gewonnenen Kenntnisse in der Praxis ausprobiert, durch den Skilchrer verbessert und durch Lob und Tadel gesteigert werden. Kleine Gemeinschaftstouren, Spiele auf Skiern bringen Abwechslung und neue Freude und regen zum Kräftemessen an. Um den Jugendlichen des schneearmen Flachlandes die Ausübung dieses schönen und gesunden Sportes im weitesten Maße zu ermöglichen, ge- schicht allerhand. So verteilen reiche Ortsgruppen alljährlich eine ganze Anzahl von Gratisskiern, ober geben sie als Preise bei Jugendwettkämpsen ab. Dies scheint jedenfalls das richtigste Mittel zu fein, um ängstlichen Eltern auch des „Grundes" zu berauben, hinter dem sie ihre unbegründete Furcht vor dem .Lesährlichen" Sport verbergen; anderer- «r.5" sLr •Reiite n( Technikum läge iwErteu/t-Schule u7,. MischinenoaaEletfr»- tecnnn,Hüct>-u. Titfma, Ton/nousirit _ W»f tmeuter-* Meile«•#«.■ I Sted^KeeieeLthfpDnt frBL M 3a5t*. Vortrag von Pros. DrevermaE 19,86 bis 19,45: Französische Litevaturprvben. 19,45 bis 20,15: Französischer Sprachunterricht. 20,15 bis 21,15: „Humor und Tragik der Zett". 21,15: Diolin-Konzert Alice Molnar. Donnerstag, 10. Januar. 6,30: Morgengymnastik. 12,30 bis 13,30: Schall- Platten-Konzert. Orchesterstücke. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrauen* dienst: »Die Konsumentin zur Konsumentin". 16.35 bis 18,05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Von Kassel: Vortrag. 18,45 bis 19: Englische Literaturproben. 19 bis 19,30: Englischer Sprachunterricht. 20,15 bis 21,30: Von Stuttgart: „Schwäbischer Abend". 21,33 bis 22,45: „Spanische Stunde" ^L'Heure Espagnole), Musikalische Komödie in einem Akt von Maurice Ravel, Text von Franc-Rohain. Freitag, 11. Januar. 6,30: Morgengymnastik. 12 bis ,13: Schall- Platten-Konzert: Buntes Programm.' 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 15,55 bis 16,05: Hausfrau end ienst: „Was Konsumenttnnen fragen". 16,35 bis 17,15: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenvereiir, Frankfurt a. M., Wochenschau des Frankfurter HaussrAuenvcreins: Von der Kochtante: ^Was man aus Biskuitteig machen kann". 17,15 bis 17,45: Vortragszyklus des Fraueiwerbandes Hes- sen-Rassau. 17,45 bis 18,30: Von Köln: Konzert des Rundsuntorchesters. 18,30 bis 19: „Die Ro- vembersturmtage an der Rordsee und das S^e- rettungstvesen am der deutschen Küste", Vortrag von Karl Kühlenthal, Konter-Admiral a. D. 19 bis 19.30: Vortragszyklus des Allgemeinen Deutschen Getverkschaftsbundes. 19 3) b 5 19,50: Zwair- zig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19,50 bis 20: Film-Wochenschau. Samstag, 12. Januar. 6.30: Morgengymnastik. 12,45 bis 13,15: Schulfunk: Französisch 13,15 bis 14,15: MtttagS- konzert des Rundfunkorchesters. 15: Bericht über die Schneeverhältnisfe. 15,05 bis 15,35: Stunde der Jugend. 1555 bis 16.05: Hausfrauendienst: »Was bietet die Gasgesellschaft ihren Abnehmern?'' 16,35 bis 18,05: >Äach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18,10 bis 18,30: Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Briefkasten. 18,45 bis 19,15: Eftieraitto-H nter rich t. 19,15 bis 19,45: Vortragszyklus des Deutschnationalen Handluntzs- gehilfenveroandes: „Der sozialpolittsche und wirtschaftspolitische Sinn des 'Betriebsrätegesehes", VortraZ von Alfred Gürteler, Berlin. 19,45 bis 20,15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Das Hühnerei", Vortvag von Prof. Max Flesch. 20,15: „Die Hausdame", Lustspiel in drei Auszügen von Erik Hostrup. Anschließend: bis 0,30: Von Berlin: Tanzmusik. z—-Was ist Togal?—x Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel bei Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel. Laut notarieller Bestätigung anerkennen über 5000 Ärzte, darunter viele bedeutende Pro- fesioren, die gute Wirkung des Togal. Fragen Sie Ihren Arzt In allen Apotheken Mark 1.40 rVetKwft schafft Körbe voll Wintereier und v « Ihren Hühnern ideale Gesundheit. Nur echt |n Orlginel'flcken mit Schu zmarke, Plombe und Etikett STICKSTOFFDÜNGER