Montag, 4- November 1929 179. Zahrgang Nr. 259 Erstes Blatt Tardieu bringt ein Kabinett zustande Die Annahme des Volksbegehrens wagt der Landesverteidigung und die Bettauung Per- nots von dcr Republikanisch-demokratischen Binion mit einem wichtigen Ministerporttfeuille ein besonderes Merkmal. Man könne den Ausgang des bevorstehenden Kampfes mit Ruhe erwarten, wenn man sich einerseits die Persönlichkeit deS neuen Ministerpräsidenten sowie anderseits die Rotwendigkeit vor Augen ha t?, unter den gegenwärtigen Umständen eine neue Krise zu vermeiden. Eine neue Kabinettskrise würde die un- vermci.liche K am.mer a u f l ö s u n g bedeuten und dem Ruf des parlamentarischen Regimes einen | schweren Schlag zufügen. Deutschland beweise, daß der Poungplan, in dessen Ramen von Frankreich alle Opfer gefordert würden, in Deutschland nicht gefalle. Dies seien neue Umstände, die sich die Regierung zunutze machen müsse und die eine vollständige U m ft e 11 u n g der französischen Auhenpv i ik erleichtern könnten. Unmöglich könne die im Ok.ober verurteilte Verzichlspolitik beibehalten werden. Rach dem ..Temps" ist die Beibehaltung Driands im Auhenmimirerlum ein Pfand für die Beständigkeit der französischen Außenpolitik, die Rückkehr Maginots aus den Posten des Kriegs- ministers ein Unterpfand dec Wachsamkeit in Tardieus Ministerliste. Paris, 2.Koo. (IDB.) Slndrs Tardieu hat heute abend fein Kabinett endgültig gebildet. Die Ministerliste lautet solgender- maßen: Ministerpräsidium und Inneres: Andrs Tardieu. Justizministerium: Senator Lucien Hubert. Finanzministerium: Senator Chöron. Auswärtige Angelegenheiten: Briand. Kriegsminister: M a g i n o t. Marine: Georges L e y g u e s. Landwirtschaft: Hennessy. Oefsentliche Arbeiten: p e r n o t. handel: Pierre Lt.enne F l a n d i n. Luftfahrtministerium: Laurent-Cyna c. Kolonien: P i e t r i. Arbeitsminister: L o u ch e u r. Unterricht: Senator Pierre M a r r a u d. Pensionsministcr: Senator Galtet. Ministerium für Post, Telephon und Telegraph: Germain Martin. Ministerium für Handelsmarine: Roll in. Das Ministerium Tardieu ist zahlenmähig das stärkste, das die dritte Republik je gekannt hat. Cs besieht aus 16 Ministern und 12 Unterst a a t s f e k r e t ä r e n. Bei der Beurteilung der Zusammensetzung ist vor ollen Dingen zu beachten, dah zwar drei 2N i n l st e r , nämlich die Senatoren Hubert, Marraud und Gallet, bei der radikal- republitanifchen Linken, also der Radikalen Senatsfraktion, eingeschrieben sind, aber nicht bei der Radikalen Partei. Der vierte Senator, der Minister ist, ist Senator Che- r o n. Er gehört zur Republikanischen Verein i g u n g. 2m übrigen seht sich die Gruppierung nach Parteien wie folgt zusammen: Acht Links- republikaner, nämlich Tardieu. Leygues. Flandin, Pietri, Rollin, Barsty, h^raud und Pel- scha: sechs Mitglieder der Radikalen Linken, nämlich Loucheur, Laurent-Eynac, Dcr- main Martin, Mallarme, Manaut und Deligne; zwei Sozialrepublikaner, nämlich Briand und Hennessy; zwei Mitglieder der Demokratisch-fozialenAktion, nämlich Maginot und Francois Poncet; drei Mitglieder der Republikanisch-demokratisch en Betel n i g u n g (Marin-Gruvpe). nämlich Oberkirch, Pernot und Serot; zwei Mitglieder der Unabhängigen Linken, nämlich Delmonte und Henri Patch ein katholischer Demokrat, nämlich Ehampetier de Ribes. Ein Experiment. Erste Beurteilung in dcr Presse. Paris 3. Rov. (WB.) Das Kabinett Tardieu. das in der Mitternachtsstunde zum Sonntag nach schweren Wehen geboren wurde, wird von der Morgenprese mit großer Zurück ha Itung ausgenommen. Man erklärt, daß Tardieu vorläufig die technische Frage der -du° dunq eines Ministeriums geregelt habe, über dessen Lebensfähigkeit man sich nicht aussprechen könne, bevor es nicht im Feuer des Parlaments Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Thefredaltteur: Dr. Friedt Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. 10,06 Prozent aus 99,5 Prozent des Reichsgebiets. Berlin, 2. Koo. (WB.) Kach den beim Reichs- wahlleitet bis zum 2. Kooember, 18.45 Uhr, eingegangenen TNcldungen stellt sich das Ergebnis wie folgt: Zahl der Stimmberechtigten 41 073 459, Zahl der Eintragungen 4 133 812, mithin Beteiligungsziffer 10,06 o. h. Gemessen an der Gesamtzahl der Stimmberechtigten (41 278 897) liegen die Eintragungszisfern aus 99,5 o. h. des Reichsgebiets oor. Es stehen noch aus die Ergebnisse aus zehn Gemeinden des Stimm- kreifes Kr. 24 (Oberbayern-Scy woben) mit rund 1770 Stimmberechtigten und aus Teilen des Slimmkreises 25 (Kl e d e r b a y e r n) mit rund 203 670 Stimmberechtigten. Für die übrigen 33 Stimmkreise liegen die oorläufigen Eintragungs- etgebniffe vollständig vor. Da die Zahl der Eintragungen, die für die Annahme erreicht werden muhte, 4 127 889 beträgt, ist das Bolksbegehten also angenommen. Urne gehen sollten. Gerade weil aber an einem Enderfolg nicht zu denken ist, weil darüber hinaus feststeht, daß der Kampf um das Gesetz unsere außen- politische Lage nicht erleichtert, für die innenpolitische Entwicklung dagegen ein Hemmschuh ist, wäre es die verständigste Lösung, wenn der Reichsausschuh mit kühnem Entschluß den ganzen Entwurf zurückzöge und dadurch f u r eine Politik der Verständigung unter den bürgerlichen Parteien den Weg wieder frei machte. Aber daran wagt man leider kaum noch zu denken. Eriche in i >öglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblättei Heimat im Bild Die Scholle Monotr-Bezugrpretr: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspsennig für Trägcr- lohn, auch bei Nichter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Hernsorechanschlüffe anterSammeInummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Sranlfnrt am Main 11686. gestanden habe. r , , _ Petit Journal" erklärt: Die erfolgte Bildung des Ministeriums Tardieu hat wenigstens den Vorteil, alle Befürchtungen zu beseitigen die bezüglich der weiteren Mitarbeit Driands laut zu werden anfingen. — „^re Rouvelle" fragt: Auf welche Mehrheit, um nicht zu sagen, auf welche Minde r be 11, wird sich diese widerspruchsvolle Ministerformatton stützen? Briand behält das Außenministerium: wir können es nur billigen, daß er au8 dieser seltsamen Schlacht die Friedenspolitik gerettet bat. Es ist von Bedeutung,, daß der einzige Mann, der in der Lage ist, oas Problem i>ed Voung-Planes im Sinne von Locarno, d H. im Sinne der Aussöhnung Europas, zu ^losen, Außenminister bleibt. Das, und zwar das allein, wird das Land begreifen. Die Republique" , das Organ Daladiers, schreibt": Die Radikalen werden sich dem Kabinett Tardieu gegenüber nicht t> d r b e - dacht feindselig verhalten, aber fie toer- den nicht das 2Randat vergessen, das die Demokratie ihnen anvertraut hat Sie werden nicht Nachlassen, aufmerksam über der Konsolidierung des Friedens zu wachen. — „Oeuvre er Nur:t. In der Stunde, in der Briand mehrere wichtige Angelegenheiten für Frankreich vertreten muß wäre es gut gewesen, wenn die französische Frie denspolitik von allen Linkspartewn unterstützt worden wäre. — Der sozialistische „PoPu• laire" glaubt bereits für Donnerstag also dem Tag, an dem das neue Kabinett sich dem Parlament vorstellt, eine neue Regierungskrise antündigen zu können In feiner Beurteilung des Äabinettä Tar bleu hebt das „Journal des Debats die Ernennu g Maginot5 zu n Kriezemi ister her or. Es tocrle die persönliche Aus Fade Tardieus sein, zu zeigen, ob das neue Mimswrium die gerechtfertigten Befürchtungen beschwichtigen könne. Deutschland habe ihm Gelegenheit gegeben, die Haager Abmachungen noch einmal zu überprüfen. Das Dolksbegehren m Oie französische preffe zum Volksbegehren. Paris, 4. Nov. (TU.) Neben der Beilegung der Ministerkrife nimmt dec Ausgang des deutschen Volksbegehrens die Aufmerksamkeit der französijchen Oeffentlichleit in Anspruch. Schon seit Tagen hatten die Blätter ihren Lesern die jeweils bekanntgewordenen Eintragungszisfern mitgeteill und besprechen nun nach dem Abschluß in langen Leitartikeln die Aussichten des kommenden Volksentscheides. Der „T e m p s" erklärt: Wenn die An- Hänger Hugenbergs jetzt einen knappen Erfolg da- oongetragen hätten, so müsse man dies bedauern, weil der Volksentscheid für einige Wochen Unruhe in das politische Leben Deutschlands bringen werde. Die Nationalisten könnten sich ihres Erfolges nicht rühmen, da er eher eine Enttäuschung fei. An den abgegebenen Stimmen erkenne man, w o sich in Deutschland der Strom zugunsten der Friedenspolitik abzeichne und wo sich der Widerstand gegen diese Politik sammle. Das Blatt ist nicht der Ansicht, daß die Inkraftsetzung des Youngplans verzögert werden wird. — Das „Journal des D 6 b a t s" schreibt: Man werde abwarten müssen, ob die Nationalisten Unterstützung von anderen Parteien erhalten und eine Bewegung gegen die Auswirkungen des Versailler Vertrages schaffen könnten oder die leitenden Männer den Mut haben würden, dem deutschen Volke seine internationalen Verpflichtungen vor Augen zu halten. Das Schicksal der Haager Abmachungen hänge in hohem Maße davon ab. — „Paris S o i r" sicht in dem Erfolg Hugenbergs ein Ergebnis ohne große Tragweite. — Der sozialistische „S o i r" schreibt, der Erfolg werde sich nicht Berlin. Es veröffentlicht eine Kundgebung, in der festgestellt wird, daß das Dolksbegehren „trotz aller Derleumdungen der Erfüllungspresse", „beispiellosem Terror" und „skrupello^m ©e- innungszwang" mit Erfolg burchge - ühr t worden sei. Die Kundgebung schloßt: „Die erste Schlacht ist gewonnenl DerKarnpf geht weiter!" Echo der Berliner preffe. Berlin, 2. Rov. Zur Annahme des Dolks- begehrens nimmt bisher nur ein Teil der Berliner Blätter Stellung. In dem sozialbernokra- tischen „Abend" heißt es: Den Herren vom nationalen Block mag vielleicht zunächst einmal ein Stein vom Herzen fallen, wenn ihnen die Blamage eines Scheiterns gleich beim ersten Anlauf erspart bleibt. Aber sie haben damit nichts anderes gewonnen, als daß sie mit unabwendbarer Gewißheit der endgültigen Blamage bei der Volksabstimmung entgegengehen. Aehn- lich äußert sich das „Berliner Tageblatt", das den Volksentscheid, bei dem Hugen- berg und Hitler über 20 Millionen an die Wahlurne bringen müssen, als ein völlig aussichtsloses Unterfangen bezeichnet. Sie werden jetzt, da das Ergebnis des Volksbegehrens feststeht, im stillen seufzen: „Weh uns, wir haben gesiegt!" Die „Vos fische Zeitung" erllärt, daß der Schaden, den die zügellose Agitation dem Staat und der Wirtschaft bereits zugefügt habe, durch den nunmehr notwendig werdenden Volksentscheid ins Ungemessene vermehrt werde. — D.e „Den t - sche Allgemeine Zeitung" fordert, daß der Kampf, der nunmehr noch wochenlang wettergehen soll, die Außenpolitik nicht außer Acht lassen möge. Auf beiden Seiten müsse vielmehr der Gesichtspunkt richtunggebend fein, daß es vermieden werden muffe, dem außenpolitischen Gegner in der Frage des Voung- planes unfreiwillig in die Hände zu arbeiten. — Die kommunistische „We l t am Abend" betont: Richt die Deutschnationalen haben diesen Sieg errungen, sondern die Rationalsozialisten. — Unter der Ueberschrift „Die erste Schlacht gewonnen" sagt die „Kreuzpeilung": Wenn auch die erreichten Ziffern dre erforderliche Höhe nur wenig überschritten haben, so darf der Ausgang doch mit vollem Recht alfl ein Erfolg der nationalen Bewegung gebucht werden. War es auch nur ein knapper Sieg, so wollen wir uns seiner freuen und ihn als einen Antrieb werten, im weiteren Kampf gegen Tributplan und Kriegsschuldlüge. — Die „Deutsche Zeitung" schreibt: Wir haben den Rach- weis geliefert, daß mehr als jeder zehnte Deutsche den Wahnsinn der Tribute als Verbrechen an uns und unseren Kindern und Enkeln ablefrf. DerSparseldzugderSMe. Der Deutsche Städtetag hat die Folgerung aus der wenig günstigen Lage des Geldmarktes gezogen, die toieüer ein Ergebnis der ^normalen wirtschaftlichen Entwicklung ist. Um über die wachsenden Schwierigkeiten der Kred'tt- versorguna hinauszukommen, empfiehlt, der Deutsche Stäkt tag den Städten, finanzielle Selbstzucht zu üben, d. h. sich mit einem Bperrzahr einverstanden zu erllären, das am 1. September 1929 beginnen soll. 3m Ablauf des Sperrjahres sollen keinerlei Anleihen ausgenommen werden, weder kurzfristige, noch langfristige. Aber diese Enthaltsamkeit erscheint sofort m einem anderen Lichte, wenn berücksichtigt wird, daß die Städte während des tzperrjahres ihre erhebliche kurzfristige Verschuldung in eine langfristige umwandeln sollen. Schon, markttechnisch bedeutet das keine Schonzeit für den Geldmarkt, denn die Umwandlung der kurzfristigen Schulden, die auf 1,2 Milliarden Mark geschäht, werden können, ist ohne Inanspruchnahme beträchtlicher Mittel nicht möglich. Ob es aber durchführbar ist, diefe Mittel bei den Sparkassen und Giroverbän- den zu suchen, erscheint zum mindesten zweisel- hast. Es muß zugegeben werden, daß manche Städte die Anleihemittel vielfach, ober nicht durchweg, mit für den Wohnungsbau verwandt haben, wobei hier zunächst nicht untersucht zu werden braucht, daß diese Mischung gemeindlicher und privater Daugeldbefchassung dem Wohnungsbau selbst und inlbefondere den Mietern sehr schlecht bekommen ist. Jedenfalls ist damit zu rechnen, daß das Sperrjahr für den Daumarkt eine Drosselung bedeutet, deren wirtschaftliche Folgen unübersehbar sind. Es wäre aber eine Selbsttäuschung, anzunehmen, daß der Beschluß des Städtetages ans allgemeinwirtschaftlichen Erwägungen fcroorgegangen fei. Tatsache ist doch, daß die Kreditbeschaffung im Inland und Ausland außerordentlich schwer geworden ist, weiter, daß die städtischen Anleihen heute so tief im Kurse stehen, daß sich daraus unter Umständen eine Verlustquelle von noch nicht übersehbarer Größe und Gefahr ergeben kann. Hier sei nur an den Mißerfolg der Anleiheoperationen für drei der größten und wohl auch kreditfähigsten Städte erinnert: Berlin, Frankfurt a. M. und Breslau. Für die Städte droht die kurzfristige Verschuldung ein Ballast zu werden, oer zur Versackung der Gemeindefinanzen führen kann und muh. Wenn sie also damit aufräumen wollen, so ist dagegen nichts einzuwenden. Wohl aber muß Widerspruch dagegen erhoben werden, für die Umschuldung der Städte die Mittel der Sparkassen ausschließlich in Anspruch zu nehmen. Die Sparkassen würden damit ihrer wichtigen Aufgabe entfremdet, Kredite für den Mittelstand bereitstellen zu können. Weiter sind die Sparkassen die Geldgeber für den Baumarkt, für die sich bei der ganzen Organisation des deutschen Geldmarktes überhaupt kein Ersah schassen läßt. Die Umschuldung bet Städte würde auf Grund dieser Maßnahmen zu einer Belastung von Wirtschaft und Geldmarkt werden, die, was nicht außer Ach gelassen werden darf, auch die Städte selbst treffen wird. Es wird daher zu prüfen sein, ob die Umschuldung zum Teil nicht dadurch vorgenommen werden kann, daß die Gemeinden t b r e Ausgaben drosseln, also nicht etwa die für den Wohnungsbau. Beispielsweise konnte die Stadt Berlin Dutzende von Millionen tm Jahre einsparen dadurch, daß sie sämtliche wirtschaftliche Betriebe schließt, die an sich nichts mit der Selbstverwaltung zu tun haben. Auch die Ueoer- führung der Berliner Verkchrsgesellschaft in einen gemischt-wirtschaftlichen Betrieb könnte ohne weiteres das Ergebnis größerer Ertragfähigkeit erzielen. Endlich will uns scheinen, daß ein Sperr - jahr nicht a u s r e i ch t, die angespannten ®e- meindefinanzen zu ordnen. Es darf doch auch keine Rede davon sein, daß nach Ablauf des Sperrjahres, trenn es vielleicht gelungen ist, einen Teil der kurzfristtgen Kredite umzuschulden, sofort wieder neue kurz- oder langfristige Kredite ausgenommen werden. Bei der geringen Kapitnlnildung in Deutschland muß das was wi.k- lich als neues Kapital zugebt, zunächst für die Produktion gesichert bleiben. Wesentlich ist, daß das neugebildete Kapital auch neue produktive Werte erzeugt, damit wieder neues Kapital schafft, um auf diesem einzig möglichen Wege zu einer Senkung der Zinssätze zu kommen Wenn manche Gemeinden weiter für unproduktive Zwecke Anleihen aufnehmen, so muß das den Zinssatz soweit hinauftreiben, daß die ganze Wirtschaft an Lähmung zugrunde geht. Die Herabsetzung des Reichsbankdiskonts um 0,5 v. H. darf nicht als em Zeichen ausgelegt werden, daß die wir^s^.aftliche Lage sich irgendwie gebessert habe. Geld wird für absehbare Zeit eine knappe und damit teure Ware fein und bleiben. Die Städte werden selbst entdecken, daß, wenn sie sich vom Anleihemarkt zurückziehen, viel eheraus den Finanzsorgen herauskommen. Es httst nichts, auf Verhältnisse der Vorkriegszeit zu verwetten, also darauf, daß die Gemeinden sich früher auch verschuldeten: der Unterschied ist, daß Deutschland damals ein reiches Land war, wahrend es heute nicht nur den größten Teil seines mobilen Volts, ermögens eingeouht hat, sondern auch aus Jahrzehnte hinaus gezwungen ist, den größten Teil des Wirtschaftsertrags als Tribut auszuliesern. Eine Kundgebung des Reichsausschusses. Berlin. 2. Rov. (Privat.) DaS Präsidium des Reichsausschusses für das deutsche Volksbegehren tagte am heutigen Samstag in GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dri'S und Verlag: vrLhl'fche UniversitStr Such- und Steindruckerei R. Lange in Sieben. §chriftlettung und Geschäftsstelle: ZchuMrahe 7. Rach einem dramatisch geradezu spannenden Hin und Her hat das Zünglein an der Wage nun endgültig über die Schicksalszahl von 4,12 Millionen ausgcschlagen: die Stimmen für das Volksbegehren haben damit die M.mmal- grenze von zehn Prozent der Stimmbereä t g'.en überschritten. Das Dolklbcgchren ist also angenommen und kann weitergeleit:t werden. Rach den Eindrücken der ersten Lage hat wohl niemand mehr diesen Ausgang erwartet. Es hat sich aber auch hier wieder gezeigt — genau wie bei der Wahl des Reichspräsidenten daß es verkehrt ist, sein Urteil lediglich auf die Entscheidung der Großstädte aufzubauen. Das L a n d hat auch heute noch in Deutschland em gewichtiges Wort mitzuredcn. die überraschend hohe Beteiligung in den agrarischen Gegenden des Rordostens hat den Ausschlag gegeben und ben Aussall aus ganz Süddeutschland wie aus dem dicht besiedelten Westen ausgeglichen. Rein politisch bleibt natürlich die Zahl selbst auf die Beurteilung des Ergebnisses ohne Bedeutung, zehntau'end mehr oder weniger ist schließlich ein Spiel des Zusalls, und vielleicht wäre es für die Deutschnationalen, agitatorisch gesehen, sogar das Beste gewesen, wenn sie mit wenigen tausend Stimmen hinter der Mindest- zcchl blieben. S'.e hatten bann eine gute Entschuldigung gehabt in dem starle.i Druck, der von der preußischen Regierung auf die Beamten auggeübt war und dec weiterhin auf andere Volksschichten abfärben könnte. Jetzt dagegen stehen sie vor tec Frage, die Aktton wetterzusüh. ren, obwohl sie genau wissen, daß der Kamps aussichtslos ist. Denn im zweiten Wahlgang, beim Volksentscheid, muh sich — auch wenn keine Verfassungsänderung vorliegt, was_ iuri- sttsch noch nicht ganz ertoic en ist — dieH älf t e aller Stimmberechtigten an der Abstimmung beteiligen. Da die Gegner des Volks- begehiens zu Hause bleiben werden, muh der Reichsausschuh also über zwanzig Mil- lione n Stimmen aufbringen, das find sechzehn Millionen mehr als beim Volksbegehren. Wenn man dagegen hält, daß selbst bei der Fürstenenleignung nur rund fünfzehn Millionen Stimmen zusammenkamen, bann ist damit das Urteil über die Erfolgsmöglichkeiten bereits gesproßen, selbst falls etwa das nächste Mal um der Unruhe willen die Kommunisten mit zur nS-CL icrdecn- 8 «ff Klagern [WPans ° VranKt Lorn - 5cilly5Z^K2—2 5onntaa, INoVemb. |92g^81mas; Durch men sich aus uns. nach 5dl Herbst-B Viren sr Zimmers Da stan der strahl Er tom r schnnung sollen ui Dtnteru Ich h< gcholl. < trachtet, heraus, wenn toi len sie st sie ab ui entfallet. Äir w< der den bereut- * lern goSete ff färbten aubcrh^ rand 5 müde sur Heb Aruc Es K Hcrbstv^ dir dann ch°-ie-,.- wir loM diese He stimmte Der Beamte im neuen Staat. Eine Hede des Staatspräsidenten Dr. Me!ung bei der Abschlußfeier der Hessischen Verwaltungsakademie. fortsetzen. Trotz der Drohungen Hugenbergs und Hitlers werde der reaktionäre Antrag schließlich mit einem Mißerfolg enden. Immerhin werde die Abstimmung interessant sein da sie einen Einblick in das Denken der deutschen Massen ermöglichen werde. Nationalsozialismus uni) Etaatsform. Hitler zur Frage Monarchie oder Republik München. 2. Rov. (SU.) Der ehemalige bayerische Kronprinz Rupprecht hatte sich einein bayerischen Minister gegenüber zu dem Volksbegehren in ablehnendem Sinne geäußert und auch ein Ultimatum Hitlers, das ihn zum Widerruf seiner Erklärung aufforderte, abgelehnt. 2m Zusammenhang mit diesen Dor° gangen wird nun ein Artikel Hitlers in der Samstagsausgabe des „Illustrirten Beobachters" viel beachtet, worin Hiller zur JSrage der Slaatsform Stellung nimmt. Er rügt die Haltung des Kronprinzen Ruprecht zum Volks» begehren und erklärt, die nationalsoziaustrsche Bewegung habe bisher die Frage Republik oder Monarchie nicht berührt. Wenn aber die Monarchen s c l b st wenig Wert auf eine solche Gesinnung legten, dann werde das der Anlaß sein, eine gründliche Ueberprüfung der nationalsozialistischen Einstellung vcrzunehmen. Man könne es auf die Dauer dann nicht mehr verantworten, daß durch die Offenlassung der Frage Monarchie oder Republik den republr» kanischen Behörden Handhaben für Die Unterdrückung und Verfolgung hunderttausender braver Menschen gegeben wurden, daß man selbst aber in derselben Zeit auch Rippenstöße von berufensten Vertretern der Monarchie bekäme. Er halte es bei solchen Erfahrungen für richtig, von nationalsozialistischer Seite die Republik als Staatsform eindeutig anzuerkennen und nur der Rovemberdemokratie den rücksichtslosesten Kampf anzusagen und weiter durchzuführen. Die Ergänzung des Reichskabmeits. Der Bolksparteitcr Dr. Albrecht wird voraussichtlich Wirtschastsminister. Berlin, 4. Rov. Rachdem in diesen Sagen im Anschluß an die volksparteiliche Fraktions- sitzung ohne Unterbrechung interne Besprechungen zwischen den interessierten Parteien über die Regierungsumbildung stattgefunden haben, darf man nunmehr annehmen, daß die Umbildung der Reichsregierung keinen Schwierigkeiten mehr begegnen wird. Wenn auch das Zentrum durch seinen Abgeordneten Brüning zu erkennen gab, daß es am liebsten das Justizministerium mit einem anderen Portefeuille vertauschen würde, so kommt dieser Aeußerung anscheinend nur der Charakter einer vorsorglichen Maßnahme zu, da man nach unseren Informationen auch in den Kreisen des Zentrums auf dem Standpunkt steht, in Anbetracht der kurz bevorstehenden zweiten Haager Konferenz, die in etwa vier Wochen eröffnet werden soll, nach Möglichkeit jede Kabinetts- kr-isis auszuschalten. Somit durfte Der Reichspräsident schon in den nächsten Sagen Dr. Curtius zum endgültigen Reichsauhen- minifter und höchstwahrscheinlich den volksparteilichen Abgeordneten Dr. Albrecht zum Reichswirtschaftsminister ernennen. Wahrscheinlich wird die nächste Kabinettssihung das komplette Reichskabinett schon beisammen sehen. Die Aufklärung „ der Gprengstoffanschläge. Altona. 2. Rov. (S.-U.) 3n einer vom Pressedezernenten des Altonaer Landgerichtes einberufenen Besprechung gab der Untersuchungsrichter, Landgerichtsdirektor Dr. M a s u r , eine Darstellung der bei den Bemühungen zur Aufklärung der S p r e n g st o f f a n- schlüge erzielten Fortschritte. Die Vernehmung von Herbert Schmidt hat nach den Ausführungen Dr. Masurs ergeben, daß der fluch- t i g'c Alfred Kaphengst Höllenmaschinen systematisch herstellte Die Höllenma schinen wurden auf einer Wiese bei Altona vor Der jeweiligen Verwendung aus - probiert. So stammen die in Itzehoe und in Oldenburg zur Explosion gebrachten Bomben von Kaphengst. Als H a u p t a n st i f t e r für alle Anschläge hat nach den bisherigen Feststellungen der Hofbesitzer Klaus Heim aus St. An- nen-Oesterselde zu gelten. In der Pressebesprechung wurde noch mitgeteilt, daß der unter dem Verdacht Der Begünstigung am Freitag festgenommene Werner Brandt aus Altona dringend verdächtig sei, die Flucht des Alsred Kaphengst in irgendeiner Verbindung mit Berlin finanziert zu haben. Brandt, Der Maler von Beruf sei, sei es auch gewesen, der die zur Bombenherstellung dienende Werkstatt nach deren Liquidation von Kaphengst und Schmidt abgemietet habe. Ueber die Rolle, Die Der LanD- volksührer Hamkens - Setcnbüll in Der Bombenangelegenheit spiele, teilte Staatsanwaltschaftsrat Dr. Eichholz folgenDcS mit: Zur Richtigstellung immer wiederkehrenDer irresüh- renDer Rachrichten in Der Öffentlichkeit, insbesondere iü Schleswig-Holstein, weist Die Justiz- Pressestelle in Berlin-Moabit Darauf hin, Daß Die Voruntersuchung auch gegen Landwirt Wilhelm Hamkens-Setenbüll ihren Fortgang nimmt; Denn Hamkens selbst hat bei seiner polizeilichen Vernehmung und später zu Protokoll des Untersuchungsrichters erklärt, er habe aus persönlichen Aeußerungen des Landwirts Klaus Heim erfahren, daß dieser d i e AnwenDungvonGewaltmitteln plane. Als einen seiner Mitarbeiter hierbei habe Klaus Heim den Kaufmann Herbert Volck bezeichnet. Daß bei den ersten drei Attentaten Der SynDi- hi8 Guido Weschke beteiligt gewesen sei. habe er. Hamkens, gleichfalls gesagt. Diese Dezich- tigungen hat Hamkens auch bei seiner richte» lichen Gegenüberstellung mit Dem angeschulDigten Heim aufrecht erhalten. Danach besteht gegen Hamkens nach seiner eigenen Aussage mindestens der begründete Verdacht eines Vergehens gegen Paragraphen 13 des Sprengstoff- gesetzeS unvermindert fort Darmstadt, 3. Rov. Die Hessische Verwaltungsakademie feierte gestern im Beisein Des Staatsp: '.deuten Dr. Adelung, des Innenministers Le u sch ne r, zahlreicher Gäste und 5Sörer Den Abschluß ihres ersten Sechssemester- Lehrga?.g,'. Rach Der Begrüßungsrede des Stu° dienleiters Professor Dr. Hollah und musikalischen Darbietungen hielt Staatspräsident Dr. Äderung. eine Ansprache, in Der er il a. erklärte: Ich bin Der Einladung gefolgt, weil Ihre Arbeit wie kaum eine zweite restlos Der öffentlichen Verwaltung zukommt und weil in dieser Arbeit ein so hohes Maß von Idealismus und Wertschätzung des Peamtenberufs überhaupt enthalten ist, daß es mich drängt, Sie von Herzen zu beglückwünschen. — Ich begrüße vor allem Den fortschrittlichen Geist, Den Die Derwaltungsaiademie erkennen läßt, den Geist, Der sich nicht nur auf Die Rechte des Berufsbeamten stützt, sondern Dec auch Die erweiterten P f lich ten des Beamten des demokratisch-repu- bilitanischen Staates klar erkannt hat und sich Darauf einstellt. Es läßt sich nicht leugnen, daß heute das Beamtentum eine wesentlich andere Stellung im Staate einnimmt, als vor Dem Kriege. Die Träger des früheren . ObrigEeite- staates waren neben Den Fürsten Die Beamten und das Heer. Sie waren der Kern, das Absolute des Staates; in ihre Berechtigung unD Damit in ihre Produktivität in rein staatlichem Sinne waren Daher keinerlei Zweifel gesetzt. Rach Dem Kriege ist nun Der Staatsaufbau auf Die breitere Basis Der Volks- gesamtheit gestellt, in der Die Beamtenschaft nur ein Seil unter Seilen ist und nicht mehr als die alleinige Stühe des Staates angesehen wird. Diese Umlehrung der Slaatsauf- sassung zeigt sich vielleicht am deutlichsten Darin, daß Dolkskreise, Die früher dem Staate ablehnend oder gleichgültig gegenüberstanden, heute — ich erinnere beispielsweise an Die veränderte Stellung Der Arbeiterschaft — zu den Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Merkwürdige Behandlung der Landes» Universität Gießen. Darmstadt, 2. Rov. Im Finanzausschuß des Hessischen Landtags wurde ein demokratischer Antrag, ein Feldbereinigungsamt von Oberhessen nach Rhein Hessen zu verlegen, durch Die Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Da die Feldbereinigungsarbeiten in Oberhessen bereits sehr weit vorgeschritten sind, ist ein Amt bereits nach Rheinhessen verlegt. Eine längere Aussprache entspann sich um Die Regierungsvorlage auf Reueinrichtung des Lehrstuhles Elektrotechnik II an Der Technischen Hochschule, wofür an persönlichen Kosten 4954 Mk., an Sachkrediterhöhung 833 Mk. und für anzuschaffende Apparaturen und Einrichtungsgegenstände einmalig 80 000 Mk., davon 40 000 Mk. alsbald verlangt werden. Im kommenden @tat_ wird sodann Die erste von Drei Jahresraten für Dau und Einrichtung eines Institutes für Fernmeldetechnik mit 130 000 Mk. angefordert werden. Professor Petersen und Staatspräsident Dr. Adelung betonten die Wichtigkeit dieses Lehrstuhles und die Bedeutung für die hessische Elek'-oindustrie, die einen Betrag von etwa 170 000 RM. als Zuschuß in Aussicht gestellt habe. Die Technische Hochschule Dominiere in diesem Lehrfach und Die Ausfuhr Dieser Apparate sei ein beträchtlicher Anteil am Deut- eben Export. Rach längeren Beratungen wird die Vorlage mit zehn zu Drei Stimmen des Landbundes und des Abg. Dr. Best (VRP.) angenommen. Da Die nach Artikel56 Der hessischen Verfassung notwendige qualifizierte Mehrheit damit erreicht war, gilt der Lehrstuhl als genehmigt. Diese qualifizierte Mehrheit fand sich nicht für die Regierungsvorlage über Bewilligung von Be - rufungsforderungen bei Besetzung des durch Emeritierung von Professor Dr. Elbs sreiaewordenen ordentlichen Lehr- stuhls für Chemie an Der Universität Gießen, wosür an persö"'ichen Kosten 1000 Reichsmark und einmütig an Sachlostcn 8003 RM. verlangt werden. Die- Vorlage muh also durch das Plenum gehen, wo ihre Annahme aber sicher ist. Oie Nachfolge des Ministerialdirektors Liebel. Darmstadt, 2. Rov. (WTB.) Wie wir hören, soll als Rachfolger des verstorbenen Mini- sterialdircktors Uebel von der Landwirtschaftsabteilung des Hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft Graf Matuschka aus Koblenz in Aussicht genommen sein. Das Vorschlagsrecht zu diesem Posten stand dem Zentrum zu und Die Betrauung von Graf Matuschka soll so gut wie sicher sein. Richt nur in Der Presse des Bauernbundes, Der Die Besetzung Dieses für Die LanDwirtschaft wichtigsten Postens mit einem hessischen Fachmann verlangt, macht sich WiDerstanD gegen Diese Rachfolgeschaft geltend», auch innerhalb Der Koalitionsparteien scheinen Die Wider- ftänDc noch nicht r ft los beseitigt zu sein. Oie Eröffnung des Disziplinarverfahrens gegen Oberbürgermeister Böß. Berlin, 2. 2kov. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat Der Ober- vräsiDent persönlich Den Oberbürgermeister Böß über Die gegen ihn erhobenen BeschulDi- gungen vernommen und dem Anträge des Oberbürgermeisters entsprechend Das förmliche Disziplinarverfahren eröffnet. Zum Untersuchungsrichter ernannte Der OberpräsiDent Den auch in Den sonstigen Disziplinarsachen fungierenden Oberregierungsrat Sapolski. Dem Anträge des Oberbürgermeisters Böß auf Beurlaubung hat Der Oberpräsident zunächst auf vier Wochen entsprochen. Sn sämtlichen stärksten Stützen des Staates zu rechnen sind. Wir sehen ferner, wie sich heute die Wirtschaft, die früher dem Staate lediglich das Recht zugestand, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen, bemüht, selbstgestaltend in das Staatswesen einzugreifen. Und sie ist es ja auch, Die zuerst Die Frage von Der Produktivität des Berufsbeamten aufgeworfen hat. Die Beamtenschaft hat in ihrem überwiegenden Seil erkannt, daß dieser gewandelten Staatsauffassung innerhalb des Volkes und innerhalb DeS wirtschaftlichen Lebens auch ein neuer TYP Des Beamten entsprechen mutz. Der Beamte im parlamentarisch regierten Staate bedarf Der viel stärkeren DurchDringung, Daß er Das Organ zur Ausführung ganz bestimmter Lebensziele Des Staates, Der Ration, ist. Wer Den Staat als Die höchste Organisationsform volklicher Gemeinschaft erkannt hat, der kann nicht Gegner des Berufsbeamtentums sein, weil dieses im Mechanismus der Staatsapparate gar nicht entbehrt werden könnte. So haben wir gesehen, wie Das Beamtentum fein Bestes getan hat an Aufbau und Ausbau, weil es sich in seiner Mehrheit nicht der Zeit verschloß und ihre Rotwendigkeiten rechtzeitig erkannte. Und wenn Die Arbeit Der Hessischen Verwaltungsakademie ihren Seil dazu beigetragen hat, diesen Geist in die hessische Beamtenschaft hineinzutragen, so muh man ihr zugestehen, Daß sie im wahrsten Sinne im Dienste deö Volksstaates arbeitet. Dafür spreche ich Ihnen Den Dank Der hessischen Regierung aus unD wünsche dieser Ihrer Arbeit auch für die Zukunft das beste Gelingen. Anschließend sprachen Dr. C l a ß für den Deutschen und Hessischen Beamtenbund, Rektor K i - lian, Mainz, für die Hörer, Professor Dr. Giese, Frankfurt, für die Frankfurter und ein Vertreter der Hamburger Verwaltungsakademie. Die Festrede hielt der ehemalige Rcichsminister Dr. Schiffer über die Stellung des Beamten I früher und heute. Musikalische Darbietungen be- I endeten Die Feier. eröffneten Disziplinarverfahren aus Anlaß Skla- rek ernannte der Oberpräsident den Oberregierungsrat Dr. Gaede zum Beamten der Staatsanwaltschaft. Grenzverletzung durch ein polnisches Militärflugzeug. Mess ritz, 2. Rov. (WSB.) Heute nachmittag 2.30 Uhr landete bei der Stadt Dornst an der deutsch-polnischen Grenze auf deutschem Gebiet ein polnisches Militärflugzeug. Der Pilot, ein Flugschüler Der Posener Militärflugschule, gab an, er habe wegen Benzinmangels notlanden müssen. Er behauptete ferner, auf dem Rückfluge von Posen nach Dromberg gewesen zu fein. Dis zur Klärung der Angelegenheit wird das Flugzeug beschlagnahmt. Aus aller Welt. Schwere Erkrankung des Prinzen Max von Baben. Prinz Max von Baden, der letzte Reichskanzler des Kaiserreichs, liegt seit einiger Zeit im Städtischen Krankenhaus in Konstanz schwerkrank darnieder. Der Zustand des Kranken war (Sonntag besorgniserregend, doch trat nacht3 eine Besserung ein, so daß Der Kranke lange schlafen konnte und zeitweise das Bewußtsein wiedererlangte. Der Prinz steht im 63. Lebensjahre. Zum Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte. Zu dem Zusammenbruch der Bank für Deutsche Beamte e. G. m. b. H. teilt Der Deutsche Ge- nossenschaftsverband mit: „Die Bank für Deutsche Beamte ist im Lause des Jahres 1926 Mitglied des Revisionsverbandes gewerblicher Genossenschaften zu Berlin geworden. Bei einer bereits im März 1927 vorgenommenen außerordentlichen Revision der Bank durch den dem Deutschen Genossenschaftsverband angeschlossenen Revisionsverband ergaben sich schwerste Verfehlungen. In einer eingehenden Besprechung mit Vorstand und Aufsichtsrat wurde die Bedingung gestellt, daß Die bisherigen leitenden Direktoren der Bank, die beiden Brüder Weber, und Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Rothscheidt, sofort ihres P ostens enthoben würden. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wies diese Forderung höhnisch zurück. Um dem jetzt unvermeidlichen Aus sch luh aus dem Revisionsverband zu entgehen, trat Die Dank aus Dem Revisionsverband aus und schloß sich dem Reichsverband der Landbundgenossenschaften an. der die Bank ohne Rückfrage bei dem Deutschen Cenossenschaftsverband a u f n a h m. Der Revisionsverband des Deutschen Genossenschaftsverbandes hatte damit alle gesetzlichen Möglichkeiten eines Einschreitens erschöpft. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats trägt jedenfalls für die großen Verluste Der Bank die Hauptverantwortung." Born D.DA. Auf der Herbsthauptausschußsitzung des Vereins für das Deutschtum im Ausland gedachte der Vorsitzende, Gesandter z. D. Freiherr von dem Bussche-Haddenhausen zunächst des verstorbenen Außenministers, in welchem der V. D. A. und das Auslanddeutschtum einen verständnisvollen Freund verloren habe. Professor Dr. R ü h l m a n n (Berlin) gab sodann ein aufschlußreiches Bild der mit sehr großen staatlichen Mitteln arbeitenden französischen Kulturpropaganda, die sich in erster Linie auf Organisationen wie die in gewisser Beziehung ähnlich wie der V. D. A. arbeitende Alliance tran- gaise stützt. In den für Deutschland sich ergebenden Folgerungen warnte Dr. Rühlmann im besonderen vor einer Kürzung wichtiger Kulturaufgaben im Etat, zumal die Parlamente bei der Macht der wirt- schastlichen und sozialen Organisationen zu einer Streichung gerade solcher Mittel neigten. Der Bericht des geschäftsführenden Vorsitzenden, Konteradmiral a. D. Seebohm, ließ das umfassende Arbeitsgebiet des D. D. A. nach Innen und außen hervor- treten, zeigte im besonderen, wie die Werbungs- und Sammeltätigkeit auch durch die schwierigen Wirtschaftsverhältnisse nicht beeinträchtigt morden ist. Besondere Beachtung erfordern Die Derfolgungsmaß- nahmen in Polen, die sich in den letzten Tagen wieder mit verstärkter Kraft gegen die deutschen Führer und die deutsche Jugend richten. Im neuen Staate Jugoslawien beginnen sich die Verhältnisse fast ebenso schlimm wie in Südtirol zu gestalten. Eine Tragödie erschütternden Umfanges spielt sich in Rußland ab, wo hunderttausend tüchtiger deutscher Bauern den für diese auswärtsstrebenden Menschen unerträglichen wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen durch Auswanderung zu entgehen suchen, ohne daß irgendeine Möglichkeit, ihnen wirklich zu helfen, besteht. Die Schulgruppenleiter des V. D. A. wollen der Hauptleitung zur 50. Jahrestagung Pfingsten 1930 eine Jubiläumsspende der Jugend zur Verfügung stellen. In der Plassenburg bei Kulmbach hat sich der V. D. A. für seine Jugend ein schönes Heim als Ausgangspunkt für Grenzlandwanderun- qen geschaffen. In Sachsen ist dem Verein von der Deutsch-Amerikanerin Margarete Cronan ebenfalls ein Heim geschenkt. Der falsche Miilclschullehrer. In Landsberg an Der Warthe wurde Der in Driesen beschäftigte Mittelschullehrer. Johann Uphus aus Bentheim vom Erweiterten 'Schöffengericht wegen schwerer Urkundenfälschung und wegen Betrugs zu zwei Monaten und zwei Wochen Gefängnis verurteilt morden. Uphus hatte sämtliche für seine Laufbahn erforderlichen Abgangszeugnisse und sonstigen Dokumente, asgefangen vom Abiturientenzeugnis, felbft angefertigt und war auf Grund dieser gefälschten Urkunden vom Oktober 1926 bis Herbst 1928 als Mittelschullehrdr in Driesen z u allgemeinerZusriedenheit tätig. Die Sache kam erst ans Licht, als er sich selbst plötzlich auch den Doftor titel verlieh. Der Bürgermeister von Driesen sah sich dadurch zu einer genaueren Untersuchung veranlaßt. Die ergab, daß Uphus zwar Das Gymnasium in Bentheim absolviert, aber kein Reifezeugnis erlangt hat. Trotzdem hat er auf Grund eines selbst angefertigten . Reifezeugnisses vier Seme st er Naturwissenschaft studiert. Nach dem plötzlichen Ende seiner Lehrtätigkeit in Driesen hatte er sich nach Göttingen begeben, um dort Theologie zu stu- dieren. Auf eine ihm zugegangene schriftliche Aufforderung des Driesener Bürgermeisters, der Regierung in Frankfurt a. d. O. feine Dokumente zu übersenden, hatte er auf einer mit dem Namen feines Bruders unterzeichneten Karte geantwortet, Johann Uphus fei d e r ft o r b e n. Dank dieses Kniffs war er zunächst einige Monate unbehelligt geblieben. TBo wird am meisten Kaffee getrunken? Amerika ist der größte Abnehmer der Kaffeeerzeugung Brasiliens. Aber die ^reinigten Staaten haben keinesfalls Den größten Verbrauch überhaupt. In Schweden wird mehr Kaffee getrunken als in Amerika und noch höher ist der Bedarf an Kaffee in Dem kleinen Dänemark. Eine Statistik hat festgestellt, daß in Schweden z. D. jährlich 7 Kilogramm Kaffee pro Kopf der Bevölkerung konsumiert werden. Der Amerikaner verbraucht nur 6 Kilogramm, während auf Die Bewohner Belgiens unD Hollands 5Va Kilogramm für jeden Einwohner berechnet sind. Deutschland, Italien und Die Schweiz führen nicht mehr als 3 Kilogramm für jeden Einwohner ein. Am bescheidensten ist Der Kaffeeverbrauch in England (V» Kilogramm), Denn die Engländer sind als Teetrinker bekannt. Don Den „faffcetrinlenden“ Städten stehen Konstantinopel an erster. Wien an zweiter Stelle. In Konstantinopel entfallen auf jeden Bewohner mehr als sieben, in Wien zuwellen bis zu neun Kilogramm Kaffee jährlich. Oie Wetterlage. Qwontemos O neuer. nedecKL» »roiKig. • oedeent eKegtti * Schnee a Graupeln. - MeDel K Geeiter.(§)Wind$tille.-O^ «enter Ost massiger Südsüdwest, ft sturmucner ncrdwesl Oie »lene fliegen mit dem wmde. Pie oeiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Linien veroinden Orte mit gleichen^ ml Meeresniveau umgertthnelen Luftdruck Wettervoraussage. Das westliche Hoch hat sich unter Verstärkung nach Dem Kontinent ausgebreitet unD über Frankreich, sowie im Westen von Deutschland zum Auflösen Der Wolkendecke geführt. Dagegen brachte im nordöstlichen Telle Deutschlands Der Rückseiteneinfluß Der abziehenDen nordischenStö- rang heute morgen noch Riederschläge. Der hohe Druck bestimmt zunächst Die Wetterlage, so Daß trockenes Wetter mit nächtlichem Temperalur- rüdgang bis in Gefrierpunktnähe unD Darunter zu erwarten ist. Eine stabile Wetterlage von längerer Dauer scheint sich jedoch nicht zu entwickeln, da sich bereits im Rordwesten über den britischen Inseln unter Baromcterfall Warmluft vordrängt und dort schon wieder zu Riederschlägen führt. Wettervoraussage für Dienstag. Stellenweise Frühnebel, tagsüber vielfach heiteres Wetter, trocken, nachts Frostgefahr. Witterungsaussichten für Mittwoch. Anfänglich Fortdauer der herrschenden Wetterlage, später Bewölkung und mllderes Wetter wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 3. November: mittags 8,9 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 4. November: morgens 1,6 Grad. Maximum 9,6 Grab, Minimifm 1 12 Grad. - . Leiten sich die "Ä-^Uen pirol -u Msse ^fiSr "tgehen fu*?net^11, Iwirl4auhPine des A 7) «r ^leii, esfagunoi®0^ iS?;' br te ** S& Uiehiek. SsS i»"Äynt 10 |t Q n q e f»r t;. i '^yrtuLnoom ’ ""skiedenheit '?? Licht, als er sich i verlieh. IQO iio) dadurch -u 'eranlaßt, die erqaö m 'n Bentheim "ab.' ugnis erlangt hat. ange^ertigten Iftaturroil, plötzlichen Ende •nJ®« er sich nach >orl Theologie zu ftu. ngene schriftliche Auf. rgermeisters, der Re. • leine Dokumente zu ner mit dem Namen en Karte geantwortet, e n. Dank dieses Kniffs tonate unbehel. aff« getrunken? )ßte Abnehmer der Aber die Vereinig- falls den groß- Pt. In Schweden m als in Amerika rf an Kaffee in dem StatW hat feftge- D. jährlich 7 Kilver Bevölkerung Ion« ritanct verbraucht d auf die Bewohner nds 51/« Kilogramm chnet find. Deutsch- ie Schweiz führen amm für jeden Ein- nsten ist der Kas'ce- ! , Kilogramm), denn ctrin’er bekannt. Von len stehen Äonftan» n an zweiter Stelle. ien auf Mn Be» x Men zuweilen ms e jährlich. ertaae. tt^rgea!. n WM ’/?M6 > eMt* -uiiyuii, cauS'EMärkuns -ZGH WS Si*Lf» »s £5&**5«* »sEd-n°-S WS SM i intu”1 ' Sius der Vwvinziaihauptstadt. Giehen, den 4. November 1929. Oie letzten 2Rofen. Wir waren draußen gewesen im Wall), trotz der drohenden Wolken, die von Zeit zu Zeit den Tag verdunkelten, und wir hatten es nicht bereut. Kam doch zuletzt — wenn auch schüch» tcrn — die Sonne noch einmal durch und vergoldete mit ihren Strahlen den wundersam gefärbten Wald und die kahle Flur. Alles war zauberhaft verwandelt. Wir standen am Waldrand inmitten des rieselnden Laubes, das nun müde zur Erde fiel. Der Wind hatte sich aufgemacht und durchwühlte die Bäume. Es war das AbschiedSlied. das er den fallenden Blättern sang. Ileberall raschelte das Laub, knackten die reifen Bucheckern, die nun auch von den Bäumen geweht werden. Es hat einen eigenartigen Reiz, in solchem Herbstwald zu gehen. Ganz von selbst kommen dir dann Gedanken des Abschieds, der Melancholie. „Ach, wie bald, ach, wie bald ✓ .älnd wir können die Dichter verstehen, die gerade diese Herbsttage besungen haben. Eine unbestimmte Wehmut schleicht sich in unser Herz. Welkes Laub, lein Bogelruf — Ach wie stille, wie verlassen? (Lenau). Durch leere Felder, über Wiesen ohne Blumen führte uns der Weg. Schweigen legte sich auf uns. Wir kamen sinnend und nachdenklich nach Hause. Die Sonne war längst weg, rauhe Herbstlust halte unsere Backen gerötet, und wir waren froh, als uns die milde Wärme des Zimmers umfing. 3d) knipste das Licht an. Da stand mitten auf dem Tisch, gerade unter der strahlenden Lampe, der letzte Rosenstrauß. Er kam mix In diesem Augenblick wie eine Erscheinung aus einer anderen Welt vor. Was sollen uns Rosen, wenn die Ratur sich zur Winterruhe rüstet? Ich hatte sie am Morgen aus dem Garten geholt. Schon einige Tage hatte ich sie betrachtet, sie wollten nicht recht aus der Knospe heraus. Die Rächte waren wohl zu kühl, und wenn der Morgenirebel über der Erde lag, beugten sie stumm und ergeben ihr Haupt. 3ch schnitt sie ab und stellte sie in die Base. 3n der Wärme entfalteten sie sich schnell und strömten einen köstlichen Duft aus. der das ganze Zimmer erfüllte. Die Schönheit der Blumen und ihr Dust waren es, die nun so eigenartig auf mich wirkten, als ich von dem Herbstspaziergang zurück- kam. Grüßten doch diese letzten Rosen als Zeichen des vergangenen Sommers, als eine Erinnerung an sonnige Tage. Sie täuschten noch einmal die Sommerherrlichkeit vor, ließen für Augenblicke vergessen, daß es nun Herbst ist. Wie schnell verblühen die Rosen an heißen Sagen! Am Morgen noch herrliche Knospen, am Abend fallen schon die Blütenblätter ab. Die letzten S>er6ftblumen aber sind gehärtet durch die tüpfen Rächte, bleiben lange in der Knospe und erfreuen uns auch für Wochen mit ihren herrlichen Blüten und ihrem Wohlgeruch. ES ist, als ob sie die Schönheit des Sommers aufgespeichert hätten, und nur den letzten Rosen entströmt dieser herrliche Duft. Sie sind wie die köstlichen Werke unserer Künstler, die nach arbeitsreichem Leben, nach freudigen und schme.zlichen Erfahrungen, ihr Bestes gaben, um ihre Mitmenschen zu erfreuen. Die letzten Rosen bringen unS die schönsten Erinnerungen, sie zeigen mit ihren Blüten zugleich aber auch hinüber nach dem kommenden Frühling, sie sind uns ein Sinnbild des Abschieds, aber auch Träger einer Hoffnung, die in der Brust eines jeden Menschen lebt. Wohl ist es Herbst, doch warte nur, doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht. Es steht die Welt in 'Veilchen. (Storm). Z. Taten für Dienstag, 5. November. Sonnenaufgang 6.59 Uhr, Sonnenuntergang 16.28 Uhr. — Mondaufgang 11.32 Uhr, Monduntergang 18.33 Uhr. 1414: Konzil zu Konstanz; — 1494: der Dichter Hans Sachs in Nürnberg geboren; — 1878: der englische Physiker James (Eiere Maxwell in Edinburg gestorben. Bornotizcn. — Tageskalender für Montag.Hans- besiherverein Gießen: Mitgliederversammlung, 20 Uhr, im (Safe Leib. — Gießener Freiw. Feuerwehr: Monatsversammlung, 20 Uhr, bei König (.Stadt Kassel'). — Wohlmuth-Jnstitut: Lichtbildervortrag über .Raturkraft und Medikamente!", 20 Uhr, im Hotel Hindenburg. — St. u. Oe. Alpenverein, Sektion Gießen: Licht- blldervortrag ,Hochtouren in 3apan', 20.30 Uhr, im Horsaale des Physik. Instituts. — Arbeitsamt Gießen: Vortragsabend der Abt. Berufsberatung, 19.30 Mn. Gvethe-Schulhaus, Westanlage. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Der Skanoal in Badcn-BavLn' und „Die blaue Maus'. — Astoria-Lichlspidle: .Das brennende Schiff" und »Wenn zwei sich» lieben“. — Aus d e m Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: 2Ü.orgen, Dienstag, 5. November, erste Wiederholung, der Operette „Schwarzwaldmädel": Operetten-dastspiele Frankfurt a. M. — Mitwoch, 6. Novcmbt.tr, Georg Kaisers „Hellseherei" (Spielleitung Dr. Praüh), Dieser neueste Kaiser hat nach der Gießener Ausführung Anlaß zu starken Diskussionen gegeben uvd dürfte bis jetzt einer der interessantesten Theaterastende dieser Spielzeit fein. Am 8.November gastiers Hemüne Körner mit eigenem Ensemble. Sonnig, 10. November, erster Tag des Kammerspielzykls>; Goethe-Morgenfeier, zusammen mit dem Goethebvud. — Die Dienstagkur Je derDolkshoch- schule beginnen morgen, 2v Uhr, in der Universität. Der Kurs „Rhythmische Körperschulung" findet in der Grabenstraße 11 (Hinterhaus) statt und wird wieder, wie früher, gemeinsam ü a. d. Gn. Anz. iDohnongstaufd). Geboten in Krank- iUita.M.: 2Ziin^ Küche, bero. 'Mansarde und Bad. Mieie NM. 63.-. Geiucht iu (siegen: gleiche Lriohuung. Siüftalh & Benöer (ti. IN. b. H. Möbeltransport. Walliorstiave 49 b. Tel. 3519. j Stellenangebote | Ml zuverl. u. kautions- 1 -'ihiq, sofort gesucht. Sch ml. An icb. unt. |. 0911) an d. Gn. Anz. Verkäufe Eßzimmer mit großem Tisch (24 'BcrfJ, Silber- schrank, besonders geeignet für Weinstube od. kleines Restaurant. zusammen od. einzeln billio abzugeben. eben oVor- tänn-i,Beleuchtungskörper . Bücherschrank usw. 07116 Garteustr. 10. SUDDEUTSCHLANDS GUTE FÜNFER Süddeutschiand Ist berühmt für die fachgerechte Verstellung guter Zlgaretten. Durch Jahrzehnte hat D der st - Süddeutfchlanbs gute §ünfer - In Lhren bestanden. 2n einem ganz modernen Fabri- kationsbetrieb wird sie hergesteUt, und zwar in der ausgesprochenen Geschmacksrichtung des süddeutschen Rauchers. Deshalb sollte auch jeder Süddeutsche, der bisher fremde Marken rauchte,prüfen, ob ihm die heimische Industrie nicht Lbenbürüges, wenn nicht gar Besseres bietet. Und wenn er dies festgestellt hat,warum in die §erne schweifen....? LWMWW MMWWM t grfv W Nr**&vr* 'v- x H WMA MWW MM MM ** Nöte und Sorgen des kaufmännischen Mittel st andes. Lieber dieses Thema sprach am Donnerstagabend im Kaufmännischen Dereinshaus der Verbandssekretär Albrecht vom Edeka-Veröand Berlin-Wilmersdorf vor Mitgliedern des Vereins der Einzelhändler, sowie der hiesigen Edeka-Grohhandelgenossenschaft. Er behandelte zunächst eine Reihe von Steuer- fragen, wobei er die Gewerbesteuer als eine äußerst ungerechte Steuer bezeichnete, auf deren Beseitigung hingewirkt werden müsse. Solange dies nicht zu erreichen sei, erscheine die Heranziehung weiterer Berufskreise zu dieser Steuer, insbesondere der freien Berufe (in Hessen ist dies bereits geschehen), erforderlich. Auch die Umwandlung in eine Berufssteuer, zu der auch Arbeiter und Angestellte heranzuziehen seien, erscheine gerechtfertigt. Sn Anbetracht der trostlosen Lage des gewerblichen Mittelstandes sei weit größere Sparsamkeit in den Verwaltungen notwendig. Höhere Gewerbesteuern seien nicht tragbar, evtl, müsse den Kommunen wieder die Möglichkeit gegeben werden, Zuschläge zur Einkommensteuer zu erheben. Der Redner sprach dann von der außerordentlich hohen steuerlichen Belastung des Hausbesitzes, der am Ende seiner Kraft sei. Er verlangte Lockerung und allmähliche Beseitigung der Zwangswirtschaft. Ferner sei ein Ausgleich der Alt- und Neumieten unbedingt erforderlich. Der Redner besprach dann das Lebensmittelgeseh, das viele Härten aufweise, sowie das Arbeitsschutzgeseh, das sich für die Geschäftswelt sehr verhängnisvoll auswirke und außerordentlich verbesserungsbedürftig sei. Weiter besprach er die Schädigung des gewerblichen Mittelstandes durch Konsumvereine, Wirt'chafts- verbände einzelner Berufsgruppen, Warenhäuser, Einheitsläden, Filialgeschäfte, Konzerne, Hausierhandel usw., um sich dann eingehend mit dem Rabattsparmarkenshstem zu befassen. Sm zweiten Teile seines Vortrags erörterte der Redner die Frage: „Gibt es Wege zur Besserung?" Er ist der Auffassung, daß die Lage des gewerblichen Mittelstandes nur auf dem Wege der Selbsthilfe gebessert werden kann. Zu diesem Zwecke sei die Schaffung von Einkaufsgenossenschaften für alle Branchen notwendig, denen sich die Geschäftsinhaber restlos anschließen müßten. Ebenso sei eine den derzeitigen Verhältnissen Rechnung tragende Umstellung der Geschäfte erforderlich. Er freue sich, daß man in Gießen in dieser Hinsicht das Richtige getroffen habe. Auch die Durchführung entsprechender Reklame, sowie die Kundenwerbung seien von großer Bedeutung. Besonders wichtig sei die Mitarbeit des gewerblichen Mittelstandes in den einzelnen Körperschaften, selbst wenn dadurch finanzielle Opfer gebracht werden müßten. An die interessanten Ausführungen schloß sich eine rege Aussprache an. •• Aus den Missionsgemeinden in Afrika und Borneo. Der Bortrag, den Missionsinspeltor Huppenbauer dieser Tage in der Stadtkirche hielt, erfreute sich eines recht guten Besuchs, was angesichts der hochinteressan- ten Mitteilungen, die er machte, sehr erfreulich war. Der Posaunenchor des hiesigen Dibelkränz- chens leitete die Veranstaltung durch ein Dor- tragsstück ein. Sodann begrüßte Pfarrassistent Schlaudraff den Vortragenden im Namen der Evangelischen Cemeinde Gießen und insbesondere des Frauenmissionsvereins, der hier für die Gesamtgemeinde besteht. Der Vortragende teilte zur Einleitung mit, daß die ganze Missionsgemeinde von großer Sorge erfüllt sei um Sparmaßnahmen der Gießener StadlverwalMng. An der Spitze unseres heutigen Dlaltrs veröffentlichen wir einen Artik l, der einen Spar- beschluh des D.ut.chen S.ält.taget; mit Bindung für alle ihm angeschlo.s.'nen Städte behände.t. Auf unsere Anfrage bei der Gießener Stadtverwaltung, welche Maßnahmen zur Herbeiführung von Ersparnissen in der Gießener Kommunal- vcrwaltung erfolgt seien, wird uns m tgeteilt, daß der Oberbürgermeister schon vor dem jetzigen Sparbeschluh des Deutschen Slädt t.ig2s von sich aus entsprechende Verfügungen an die städtischen Ressorts erlassen hat. Strengste Sparsamkeit Pflicht aller Dezernate. Am 15. 3 ult 1929 erging folgende Verfügung des Oberbürgermeisters an sämtliche Dezernate der Stadtverwaltung: „Dec jetzt von dem Stadlrat verabschiedete Voranschlag ist in dem Einnahme- und Ausgabeabschnitt derart angespannt, daß nur bei äußer st er Sparsamkeit der dem- nächstige Rechnungsabschluß ohne Fehlbetrag abschließen wird. Die in dem Ausgabeabschnitt vorgesehenen Kredite dürfen unter keinen ll mständen überschritten werden. Die in der vermögensrcchnung vorgesehenen Kredite dürfen ebenfalls nicht überschritten werden, damit die notwendige Kapitalaufnahme eingeschränkt wird. Ge- ländeankäuse können nur noch innerhalb des hierfür vorgesehenen Kredits erfolgen." Dazu ist gleichzeitig dem Rechnungsamt Auftrag erteilt worden, die Innehaltung dieser Verfügung strengstens zu überwachen und Ausgabe- anwcisungen. für die kein Kredit vorhanden ist, den Dienststellen mit entsprechendem Vermerk zurückzugeben. Drosselung der Bauarbeiter,. Am 21. Oktober 1929 hat der Oberbürgermeister folgende weitere Verfügung an die Dezernenten der Stadtverwaltung gerichtet: „Die Geldbeschaffung ist zur Zeit derart schwierig, daß alle noch nicht begonnenen Arbeiten, auch wenn sie im Voranschlag 1929 vorgesehen find, unterbleiben müssen. Bei den bereits in Angriff genommenen Reu- Herstellungen und Anterhaltungsarbei't'n ist vorerst nur das dringend Rotwendig- fortzuführen. Falls eine Besserung auf dem Geldmarkt nicht eintritt — und dies wird kaum zu erwarten sein — so ist es äußerst fraglich, ob die begonnenen Reubauten sämtlich fertig- gestellt werden können." das Geschick von drei Basler Missionaren, die am 17. August von chinesischen Räubern abgefangen würben und seitdem an unbekanntem Ort gesangencehalten toer.en. Die Räuber verlangen ein Lösege.d von 4 000 000 Mk. Abgesehen davon. daß es der Mission ganz unmöglich ist, eine solche Summe zu bezahlen, wollen auch die Gefangenen selber nicht, daß das geschehe, da in diesem Falle das Leben und die .reiheit aller in China lebenden Missionsleute allzu sehr bedroht werde, well ihre Gefangennahme für die Räuber ein allzu einträgliches Geschäft sein würde. Sodann ging der Redner auf sein eigentliches Thema über und schilderte die Verhältnisse in den heutigen Christengemeinden in Afrika und Borneo. Besonders wertvoll war an seinen Ausführungen, daß er nicht nur die Licht-, sondern auch die Schattenseiten in den Misfions- gemeinden zeigte und so ein durchaus wahrheitsgetreues Bild der heutigen Verhältnisse dort entwarf. Pfarrer Mahr Han'eite im Sinn aller Anwesenden, als er dem Vortragenden in herzlichen Worten deren Dank aussprach und mit eindringlichen Worten darauf hinwies, daß die Missionsgemein' e der angestammten Basler Mission unbedingt die Treue halten müsse, daß sie die Missionsarbeit betreiben müsse nicht als cin$ Liebhaberei, sondern, weil sie sich den Gemeinden da draußen auf dem Missionsfeld gegenüber verantwortlich wisse. Der Posaunenchor des Bibelkränzchens, der auch die Gesänge begleitete, beschloß die eindrucksvolle Feier unter Leitung von Pfarrer Lenz mit einem Musikstück. Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: Die Oktober-Zusammenkunft der Frauengruppe der D. V. P. sah eine stattliche Zahl von Besuchern. Zuerst fand die Neuwahl des Vorstandes statt. Frau Landgerichtsdirektor Schudt bat, den ersten Vorsitz niederlegen zu dürfen und schlug an ihrer Stelle Fräulein Clara Birnbaum vor, die einstimmig gewählt wurde, ebenso Frau Schudt als zweite Vorsitzende. Rach Erledigung einiger anderer Fragen ergriff Frau Abg. Birnbaum das Wort zu ihrem Vortrag über „Politische Tagesfragen". Ohne sich in Einzelheiten zu verlieren, gab sie ein klares Bild der Ergebnisse der Haager Konferenz, beleuchtete die politischen Erfolge, so vor allem die Rheinlandräumung, die dem jahrhundertealten und noch immer lebendigen Streben Frankreichs nach Besitz des Rheins (sie führte zum Beweis einen Artikel des „Echo de Paris" vom 3. September 1929 an) ein Ende seht, die Beseitigung der so drückend empfundenen Kontrollorgane mit ihren verhängnisvollen Begleiterscheinungen, und damit die Wiedergewinnung der Souveränität Deutschlands. Die wirtschaftlichen Bedingungen sind, trotzdem auch hier manche erheblichen Vorteile gegenüber dem Dawesplan den Gegnern abgerungen wurden, noch immer fast unerträglich, wie es von der deutschen Delegation stets betont worden ist, doch stellt der Voungplan nur eine weitere Etappe auf dem Weg zur endgültigen Befreiung dar und muh eines Tages revidiert werden, denn auch früher sind großen Kriegen mehrere Verträge gefolgt. Auch enthält der Boungplan einen Transfer- und Zahlungsaufschub und die Möglichkeit einer Revision. Nur ein festgeschlossenes und von ftartem. vaterländischem Willen erfülltes Volk könne allmählich die Fesseln des Versailler Diktates lösen. Es sei tief bedauerlich, daß das Volksbegehren nach Form und Inhalt durchaus ungeeignet, günstigere Bedingungen zu erringen, im Gegenteil die Zerrissenheit vermehre und bei den in Abwehr befindlichen Stellen zu äußerst bedenklichen Schritten geführt habe. Richt nur bei den Schlußverhandlungen über den QJoungpIan sei eine verantwortungsbereite nationale Opposition vielleicht imstande gewesen, durch positive Vorschläge die schwierigen Verhandlungen der Delegierten zu stützen, sondern auch bei den kommenden, schweren innerpolitischen Auseinandersetzungen sei eine Geschlossenheit des Bürgertums notwendig, bei den Reformen auf dem Gebiet der Verwaltung und in den finanz- und wirtschaftspolitischen Fragen. Rach einer kurzen Erläuterung der schwierigen Materie „Volksbegehren und Volksentscheid" schloß die Rednerin ihren interessanten und fesselnden Vortrag, in dem sie den Anwesenden noch einmal das Wirken Stresemanns in warmen Worten vor Augen geführt, seine Realpolitik, die von der alles durchdringenden Sdee geleitet war, „Befreiung des Rheinlandes und Wiedergewinnung der Stellung, die Deutschland unter den Völkern gebührt" — ein Kampfs den der große Staatsmann ohne Macht übermächtigen Gegnern gegenüber geführt hat. Rach Worten des Dankes und einer lebhaften Aussprache schloß Frau Schudt die Versammlung. *• Aus dem GießenerStandesamts- r e g i st e r. Es verstarben in der Zeit vom 15. bis 31. Oktober: 16. Oktober: Wilhe'm Daniel, Kaufmann, 34 Sahre, Marktstraße 2. Karl Baldauf, Bahnwärter i. R., 63 Sahre, Sonnenstr. 9; 18.: Philippine Weiß, geb. Doelcker, 45 Sahre, Leihgesterner Weg 140; 22.: Paul Oskar Arthur Schuster, Kaufmann. 63 Sahre, Glaubrechtstr. 14, Toni Sohann Walldorf, 1 Woche, An der Kläranlage 61; 26.: Paul Zugehör. Lokomotivführer i. R., 62 Sahre, Ebelstraße 34, Therese Frey, geb. Däumel, Witwe, 68 Sahre, Hessenstraße 2; 28.: Ferdinand Sauer, Schreiner, 59 Sahre. Bahnhofstraße 30; 30.: Sohann Albrecht Karl Wilhelm Heinrich Rau, Rangiermeister i. R.. 76 Sahre, Hillebrandstraße 8, Louis Dierau. Werkstattenvorsteher i. R.. 68 Sahre, Stephan- straße 45, Karoline Reinschmidt, geb. Haubach, Witwe, 82 Sahre, Klinikstraße 22a; 31.: Georg Reinstein, Maschinenmeister, 61 Sahre, Weh- steinstrahe 40. 3tt der Sirohmiete verbrannt. WSD. Petterweil (Kr. Friedberg), 3. Rov. Beim Wegräumen der Aschenreste einer vor einigen Wochen hier verbrannten Strohmiete wurden menschliche Knochen- re st e gefunden. Allem Anschein nach haben bei dem Brande Obdachlose, die in dem Strohhaufen nächtigten, vielleicht auch durch eigene Unvorsichtigkeit den Brand verschuldeten, dabei den Tod gefunden. Es konnten bisher keinerlei Merkmale festgestellt werden, die zur Sdentifizie- rung der Zahl der Toten und ihrer Herkunft führen könnten. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt R r. 8 0 vom l.Rovember enthält: Straßen- sperre-Aufhebung. — Außerkurssetzung von Münzen. — Reichssteuerüberweifungen. für ös-Erschöpfte. Spezialkaranstalt Holheli ins bei Frankf.a.M. — Prospekte durc ■ '.'.vf A. 4 Samstag morgen um 3a/4 Uhr entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein herzensguter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwager und Pate Büroräume sofort zu vermieten Frau H. Vetter Liebigstraße 151. orizu Täglich Frische Seefische Fisch-Filets Größte Auswahl! Beste Qualität! Fischhaus Cuxhaven Marktstraße 14 / Telephon 2417. Heinrich Fritz Treis an der Lumda, den 2. November 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. November, nachmittags um 2V, Uhr, vom Trauerhause aus statt. 9Ü89L Frau Marie IM Ä Maliern Die trauernden Hinterbliebenen: Tobias Heck Maria Heck Elisabeth Diehl Wwe. Gießen (Schützenstrabe 62). den 4. November 1929. Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 5. November 1929, nachmittags 21/, Uhr, vom Portale des Neuen Friedhofes aus. "71 IS Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben, herzensguten Mann, unseren lieben Bruder, Schwiegersohn und Schwager Heinrich Schäfer I. im Alter von 52 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Fritz geb. Opper Wilhelm Fritz Lina Fritz. Todes-Anzeige. Wir teilen hierdurch Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht mit, daß am Samstagmoigen 9Uhr meine liebe, herzensgute Frau, Mutter, Tochter, unsere Schwägerin und Kusine Sonntag abend 9 Uhr unerwartet in die Ewigkeit abzurufen. In tiefer Trauer: im Alter von 49 Jahren von einem langen, mit großer Geduld ertragenem Leiden durch den Tod erlöst worden ist. Frau Marie Schäfer geb. Seeger Familie Seeger Familie Rabenau Familie Kneipp Familie Strack Langsdorf. Marburg, Sindlingen, Unterliederbach, Hindenburg, den 4. November 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. November 1929, nachmittags 3'/, Uhr, statt. 9J95D 9i96D 0/51 Asbest- Platten 1.2. 3,4 und ä mm. wieder am Lager. 6785 J) CarlSchunck älßöieie AlMNiM worb lodincmäh il uteiöroevi oe- stimmt ii revar Oöeti^x Gießen, viollslrdl $cleubon 2403 Verkauf v. neuen u. flebr. Kino Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Blnscheiden meines lieben Mannes, unseres lieben Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Herrn Karl Nicolaus Orgelbaumeister die uns in so reichem Maße von allen Seiten zu ieil wurde, sprechen wir hiermit unseren herz ichsten Dank aus. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Nicolaus Wwe. geb. Förster. Lieh, den 4. November 1929. Nach 42jähriger Tätigkeit in unserem Filialbetrieb in Großen-Buseck verschied plötzlich, mitten aus der Arbeit gerissen, unser Werktührer Herr Heinrich Roth Ein äußerst pflichttreuer Mitarbeiter ist mit ihm dahingegangen, dessen Ableben wir tief bedauern. Wir werden seiner stets dankbar gedenken. Klingspor, G. m.b. H. Zigarrenfabriken. Gießen, den 4. November 1929. 3ur Ucbcrnubme metn.^erianln hnlen suche ich ubeiall Persönlichkeiten Monatlicher Bet dienst 160 Mk. Manual und Menntnisse nidit erforderlich Mein Meisen noch Hausieren, angenehme Arbeiten Im t'anfc. 90s4\ Karl Röll, Hain,tadt, Mr. Cfienbacü. Postfach 100 Sirkenbesenreiserverlaus. Mittwoch, den 6. November, werden von 9 Uhr ab etwa 90 Gebund Besenreisig aus der Försterei Atzenhain öffentlich versteigert. Zusammenkunft beim Pflanzgarten im Forstort Winkelkopf, an der Straße Stangenrod—Weitershain. Grünberg, 1. November 1929. (90800 hessisches Forstamt Grünberg. Herzlichen Dank an alle, die mich zu meinem 80. Geburtstag in so liebevoller Weise beehrten Julius Sräufigam. Gießen, den 4. November 1929. ortib Nächste Woche! IMA&I aSeld'totterie D ■0 Ziehung garantiert ’Wis.iu El I125001 |>00O| S. Jot i. m "ä Porto u. teste 304 Kj § L. F. Ohnacker S 00 __ Sie Reichsbank hat, wie wir am Samstag in einem Teile der Auflage noch melden konnten, den Wechseldiskont um Vs Prozent von 7*/s auf 7 Prozent, und den Lombardzins f ü h von 8Vs auf 6 Prozent ermäßigt. Oie Begründung. In der Zentralausschußsitzung der Reichsbaick begründete der Vorsitzende, Reichsbanlpräsident Dr. Schacht, die Diskontsenkung w'e folgt: Die Beunruhigung, die im Frühjahr im Zusammenhang mit dem Verlauf der Pariser Verhandlungen in Deutschland entstanden und durch das Verhalten gewisser ausländischer Kreise noch verschärft worden war, hatte damals zu einer starken Vermind erung des Gold- und Devisenbestandes der Reichsbank geführt. Die Bank hatte sich daher veranlaßt gesehen, ttotz verminderter Akttvität der Wirtschaft ihren Diskont- und Lom- bardsah am 25. April um 1 Prozent zu er- höhen und außerdem im Kreditgeschäft starke Einschränkungen eintreten zu lassen. 2n der Zwischenzeit haben sich die Verhältnisse des Marktes und der Reichsbank grundlegend geändert. Es war der Bank möglich, ihren Gold- und Devisenbestand wieder aufzufüllen. Er betrug am 31. Oktober 1929 2588 Mill. Mk., gegenüber 991 Mill. Mk. am 30. April 1929 und 2696 Mill. Mk. am 31. Oktober 1928. Die 2n- anspruchnahme der Reichsbank im Kreditgeschäft ist zurückgegangen: der Bestand an Inlandwechseln senkte sich von 2734 Will. Mk. am 30. April auf 2119 Mill. Mark am 31. Oktober d. 2. Sowohl der Umlauf an Roten- und Rentenbankscheinen, als auch der gesamte Zahlungsmittelumlauf bewegen sich etwa in Vorjahrshöhe. Die Deckung der umlaufenden Reichsbanknoten durch Gold und deckungsfähige Devisen besserte sich von 43 Prozent am 30. April 1929 auf 53,6 Prozent am 31. Oktober 1929. Vom Standpunkt des Status der Reichsbank bestehen daher keine Vedenken, der nach wie vor schwer kämpfenden Wirtschaft durch eine Senkung des Diskontsatzes entgegenzukommen. Daß dieser Schritt nicht eher getan werden konnte, war in der Hauptsache in den angespannten Verhältnissen an den ausländischen Geldmärkten begründet. Da sich indessen neuerdings an den meisten Auslandgeldplätzen mit Zinssenkungen verbundene Erleichterungen durchzusehen beginnen, i inne*' x s- •“"(M auch einen guten Augenblick an der Tür stehen — du.'ch den Kontrast berührt und einigermaßen WH SSSS ^05»,iu tartß51 ist jedenfalls von keiner Seite Widerspruch er- Wan muß diese Vorgänge registrieren, weil sie grundsätzlich bedeutungsvoll sind. Aber man darf dabei nicht vergessen, daß sie nicht aus Humanität oder bloßem Gerechtigkeitsgefühl in Gang gesetzt worden sind, sondern vor allem wegen der verhängnisvollen Bedeutung, die das Präjudiz des Versailler Vertrages f ü r a II c künftigen Völkerkonflikte geschallen hat. England mit seinen über die ganze Erde verbreiteten Besitzungen und Handelsniederlasfun- gen ist durch eine Zerstörung der früheren Rechtsgrundsähe, die eine Antastung von Privateigentum auch im Kriege ausschlosfen, für die Zukunst am stärksten gefährdet. Es hall deshalb ein hohes 2nteresse daran, nicht durch sein eigenes Verhalten Rechtsgrundsätze zu schaffen. mit deren Hilfe g:g:benensa.ls seine eigenen Staatsbürger in jedem Fall internationaler Konflikte aufs schwerste bedroht werden könnten. Angesichts dieses Sachverhalts und des früheren Verhaltens der Labour-Parly zur prinzipiellen Seite dieser Frage ist es einigermaßen verwun. erlich, daß sie nicht die vorliegende Gelegenheit benutzt hat, um mindesten» ganz entschieden von den Methoden ihrer Vorgänger abzurücken. efenreiferveriüuf. jrftort Wwkelkop , °n sss» ■ (*d i AorslanüSrünberg^—, Wtzrv htlt* im. n btt Klage Le !n zu ‘Sa**® «sä» "3‘Sä fn interessant^ Mit Ä" und ^!eman?z?^n 1 geführt („• o bat- '7- w 'dne Aachi üS!- icn geführt ff SÄ1'- er lebhaften V Dvr. \Sf*s** :ober- tUw bom 15. KW T?4, Acre e Frey, 59 Saftre Vm. Mich, Jrari Rangiermeister l A - vr Jchre, Stephan. KE. gtb. Hembach, 5tta^22a; 31.: Srvrg 61 Jahre, Dey. niete verbrannt. ! DKedberg), 3. Hob. ■ Aschenreste einer vor ^brannten Stroh, übliche Knochen» m Anschein nach haben hlose, die in dem Stroh, leicht auch durch eigene :and verschuldeten, dabei konnten bisher keinerlei 'den, die zur Identishie- ten und ihrer Herkunft hat das Reichsbankdireltorium sich entschlossen, den Diskont- und Lornbardfatz der Reichsbank um Vs Prozent zu errnayige.i. Bei der Bemessung der Herabsetzung muhte auf die internationalen Geldmarktverhältnis e. die relative Höhe der Sätze des Berliner offenen Marktes und die zum 2ahresschluß zu erwartenden Mehransprüche die gebotene Rücksicht genommen werden. Oer Wendepunkt? Sie Reichsbank hat ihren Siskontsah um Vs Prozent ermäßigt. Aus der Begründung, die sie in ihrem (Kommunique der Diskontsenkungs- maßnahme gibt, sind zwei Gesichtspunkte hervorzuheben, nämlich daß vom Standpunkt des S t a - tus der Reichsbank keine Bedenken bestehen, der schwer kämpfenden Wirtschaft durch eine Verbilligung der Geldsätze entgegenzukom- men, anderseits der Hinweis darauf, daß bei der Bemessung der Herabsetzung auf die internationalen Geldmarktverhältnisse, auf die relative Höhe der deutschen Geldfähe und die Mehransprüche zum Iahresultimo Rücksicht genommen werden mußte. Der bisherige Diskontsatz der Reichsbank von ZVs Prozent bestand seit dem 25. April 1929 und war eine Folge der krisenhasten, vom Auslande hergekommenen Entwicklung, die damals während der Pariser Reparationsverhandlungen über den Poungplan die deutsche Währung in Gefahr zu bringen drohte. Die Diskonterhöhung vom April war also eine reine währungspolitische Maßnahme, deren nachhaltige Wirkung noch durch die von der Reichsbank ergriffenen Kredit- reftriltionen verstärkt worden war. Sie hat ihren vollen Zweck erreicht: denn das Vertrauen des Auslandes in die deutsche Währung, soweit es unberechtigterweise durch politische Einflüsse erschüttert war, ist inzwischen wiederhergestellt worden. Gerade angesichts dieser Tatsache kann man, abgesehen von lediglich wirtschaftlichen Gesichtspunkten, dieDis- kontsenkung der Reichsbank als Einleitung einer grundlegenden Veränderung unserer Kapital- und Geldmarktlage, die sich allerdings erst noch ergeben muh, mit erfreulicher Befriedigung entgegennehmen. Daß die Reichsbank diesen Schritt so schnell gegangen ist, beweist nicht nur der Erfolg der Zusammenarbeit der internationalen Notenbanken, die in Der eingetretenen internationalen Diskonts enkungswelle ihren beredten Ausdruck findet, sondern auch die von dem deutschen Zenttalkreditinstitut anerkannte NotDas pvlittsche Vorbild Paneuropas ist die Schweiz — das wirtschaftliche Vorbild find die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die Schweiz hat durch ihr Bundessystem und ihre Toleranz bewiesen, daß Europäer verschiedener Zunge friedlich, frei, gleichberechtigt und foli» darifch zusammen leben können. Sie Vereinigten Staaten haben bewiesen, daß ein großer innerer Markt die Voraussetzung bildet für allgemeinen Wohlstand. Ohne das Beispiel der Schweiz könnte Paneuropa als politische Utopie erscheinen — ohne das Beispiel der Vereinigten Staaten als wirtschaftliche Utopie. Für den Völkerbund bedeutet Paneuropa den Weg zum Universalismus.^Nur durch Pan- europa können die Vereinigten Staaten den Weg nach Gens finden. Senn die Schaffung Pan- europas gäbe dem Völkerbund die Möglichkeit, jene Funktionen auf Paneuropa zu übertragen, an denen die Vereinigten Staaten von Amerika Anstoß nehmen, und so deren Beitritt vorzu- bereiten. Senn ist einmal Paneuropa geschaffen, so ist eine Weltorganisation nötiger als je, um einen Rahmen zu schassen für die internationale Zusammenarbeit zwischen Europa und den übrigen Kontinenten. Cs ist darum eine glückliche Fügung, daß die Verwirklichung Paneuropas von Genf aus ihren Ausgang nimmt. Sie Rede Briands ist vielleicht das größte Ereignis, das sich bisher im Völkerbund ereignet hat. Sie eröffnet ein neues Blatt europäischer Geschichte. Das Ziel ist aber so groß, der Weg so schwierig, daß die Regierungen dieses Werk nur durchführen können, wenn sie getragen werden durch die öffentliche Meinung ihrer Völker. Diesen Willen der Völker, diesen neuen europäischen Patriotismus zu schaffen, bleibt das Ziel und die Aufgabe der Pan- europa-Union. Niemand sieht die ungeheuren Schwierigkeiten, die dem europäischen Zusammenschluß entgegenstehen, klarer als wir. Aber wir wissen auch, daß es einen anderen Ausweg, eine andere Heilling, eine andere Rettung für Europa nicht gibt. Darum muß der Versuch gewagt werden: der Versuch, durch die Rationalisierung Europas seinen Frieden und seine Wirtschaft zu sichern. halte das sogar für sehr wahrscheinlich und natürlich —. aber feine sonstigen Schilderungen von 2hnen, nämlich, daß Sie ein ordentliches, tüchtiges, einfaches Mädchen wären, scheinen mir, wenn ich Sie so betrachte, den Tatsachen nicht gerade zu entsprechen." „Aber ich ..." „Ordentliche, häusliche Mädchen verwenden weniger Puder für ihr Gesicht und mehr Stoff für ihre Röcke. Verstehst du, mein Kind? Das ist meine Ansicht. Und darum kann ich dir nur den Rat erteilen: gib meinen 2ungen auf. Du hist, weiß Gott, nicht ein Mädchen, das in einem ruhigen, bürgerlichen Haushalt ihr Glück finden könnte." . r,. Sie schwieg, gleichzeitig befriedigt und erschöpft. Die andere schob ihr gelassen einen Stuhl hin. „Vielleicht sehen Sie sich," sagte sie ruhig. ,,2ch glaube, sie kommt gerade." Die Tür öffnete sich. Ein einfach gelleidetes. anmutiges junges Mädchen trat herein. Die lurzgelockte und -beredte Dame wandte sich ihr zu und sagte freundlich: „Liebes Kind, die Dame hier ist die Mutter von Bert. Sie wünscht mit dir zu reden." Das ;u tge Mädchen errötete über und über. .,O, wie nett von 2hnen. Aber nehmen Sie doch erst Platz, gnädige grau.“ Die sturmerprobte alte Dame setzte sich wortlos. Abgekämpft. Später sagte das junge Mädchen zu ihrer Mutter: „Ich verstehe wirklich nicht, wie Bert behaupten kann, seine Mutter wäre eine so schwer zu behandelnde Dame. Sie ist doch so freundlich. Beinahe verlegen. Kaum daß sie ein Wort gesagt hat." . Und ihr „bübisches" Mütterchen verschwieg wohlweislich, daß das Pulver der alten Same bereits verschossen war — auf sie. ikranke Spezialiaranötal! Hothe^m a.M. - Prospekte durch htsbarkeit und zur solidarischen Abwehr des Friedensstörers zwingt, der Sonderbünd- I nisse zwecklos und unmöglich macht, die Minderheiten sichert, die Abrüstung ermöglicht und durchführt. Sie europäische Revolutionsgesahr verschwindet durch eine rationelle Organisation der europäischen Produktion, durch den Abbau der Zwischenzölle und die Schaffung eines europäischen Marktes. Gleichzeitig würde diese Um- Wandlung Europas in einen einzigen Wirtschaftskörper den europäischen Frieden vom guten Willen der Regierungen und Völker abhängig machen. Senn bei dem wirtschaftlichen Charakter moderner Kriegssührung wäre ein Krieg zwischen Mitgliedern eines gemeinsamen Wirtschaftsgebietes technisch unmöglich._________________ 91 oV" -,Lel t Dank zMÄäch» werden mit der Verlobung der beiden, im Mittelakt unfreiwillig zusammen geratenen Kabinengäste — in allen Ehren — die Autorinnen glänzend gerechtfertigt. Es mutz doch alles mit rechten Singen zugehen. Und die amerikanische Moral, die man zuvor schon bedenklich schwanken sah, ist noch einmal gerettet. Der erste Akt ist kurz, harmlos und geräuschvoll. Er dient dazu, die erforderliche Verwirrung zu stiften und die Verwechslung der Paare und der Kabinentüren gebührend vorzubereiten. Dabei kommen die Fahrgäste vor der Abreise mit Gepolter durch den Zuschauerraum das Fallreep hinauf gestolpert. r ,rr _ Heinrich Hub sorgte als Regisseur ßir Betrieb, Radau und Heiterkeit. Karl Löffler hatte einen stattlichen Ueberseedampser, eine bewegte See, einen dicken Mond und eine luxuriöse zweischläfrige Kabine dazu gesttftet. Hub und Ingeborg Scherer ernteten auch — im Mittelakt — angenehm leicht betleiuet, in ihren Betten schaukelnd, mit allerlei Hallo und Gekreisch und saftigen Witzen die Lorbeeren des Abends. ~ , Außerdem machten sich, paarweise. Ilse 3 a h n und Eduard Wesener, Luise Jüngling und Karl Volck, Trude Hetz und Franz Arzdorf um die Premiere verdient. Sie Neuerscheinung fand, bei mäßigem Besuch, eine sehr freundliche Aufnahme. Ur. In. Die Nationalisierung Europas. Von X N. Graf Goudenhove-Kalergi, Präsidenten der Paneuropa-llnion. Der Aufsatz des Führers der paneuro- päisck en Bewegung ist im Hinblick auf die lebhafte Diskussion der europäischen tfrage von besonderem Interesse, gleichgültig wie man im einzelnen zu dem Gedanken eines Paneuropas sich einstellen mag. Europa ist durch den Krieg verarmt und lebt dennoch als Verschwender. Durch die Unvernunft seiner politischen und wirtschaftlichen Organisation verschwendet es einen sehr großen Teil feiner Kraft, feiner Zeit, feines Geistes und seines Geldes. Sie Rüstungen der europäischen Staaten gegeneinander sind reine Verschwendung: denn die nationale Sicherheit laht sich besser und billiger durch ein paneuropäisches Kollektivbündnis sichern. Sie europäischen Binnenzölle sind Verschwendung: denn sie unterbinden die Produktion, verlleinem die Märkte, vergrößern die Produktionskosten, verteuern die Waren, drücken die Löhne und den Lebensstandard. An der europäischen Rüstungsverschwendung verdient nur die Rüstungsindustrie. An der europäischen Zollverschwendung verdienen nur die Produzenten minderwertiger Waren, die international nicht konkurrenz ahig sind. Sie europäischen Massen bezahlen diese doppelte Verschwendung: dauernd mit ihrem Elend und periodisch mit ihrem Blut. Gegenüber dieser Verschwendung und Des- vrganisation ist Paneuropa ein politisches und wirtschaftliches Rationalisierungs - Programm. Cs schützt Europa vor den zwei Todesgefahren, denen es entgegengeht: LemKr.eg und der Revolution. Senn die Bildung neuer europäischer Staatengruppen hat begonnen. Wird dieser Weg fortgesetzt, so führt er zwangsläufig zur Spaltung Europas in ein revisionistisches und in ein antirevisionistisches Lager. Der Gegensatz zwischen dem Block der zufriedenen und dem Block der unzufriedenen Staaten wird tiefer und unüberbrückbarer fein als einst der Gegensatz zwischen Dreibund und Entente. Der Krieg Ware in absehbarer Zeit unvermeidlich. W1? Die dies); Mio Banknoten. a. 7N. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt * ! D tii K i »}. Au d> Mi 5 <3 Bi 07l|? Oie AuSsichien auf dem Arbeiismarki. Es ist zur Zeit schwer, ein Urteil über die Wirtschaftslage in Deutschland abzugeben. Denn der große Mangel an billigem Kapital hat es mit sich gebracht, daß sich von dieser Seite gesehen heute fast alle Geschäfte in einer ungünstigen Situation befinden. Nachdem die Erntearbeiten in der Landwirtschaft beendet worden sind und damit der Höhepunkt des land- wirtschastlichen Teschasligungsgrades erreicht ist, kann eine saisonmähige Entlastung des deutschen Arbeitsmarktes nicht mehr erwartet werden. Infolgedessen haben sich auch die ungünstigen Anzeichen für ein baldiges Saisonende auf dem Arbeitsmarkt verstärkt, und in der Arbeitslosenversicherung ist die Zahl von 830 020 Haupt- unterstühungsempfängern erreicht worden, das sind rund 220 000 Köpfe mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres, in dem diese Grenze erst Witte November überschritte wurde. Wenn also die deutsche Wirtschaft trotz des verhältnismäßig günstigen Fortganges der Bautätigkeit im laufenden Jahre nicht in der Lage war, die freiwerdenden Arbeitskräfte aufzunehmen, so liegt hierin vor allem der Beweis, daß die Gesamt- lage des Jahres 1 929 ungünstig ist und zu der Mehrbelastung des Arbeitsmarktes beigetragen hat. Aber auch die Aussichten für den Bau markt sind nicht gerade als günstig, zumindest aber als unsicher anzusehen. Die Schwierigkeiten liegen vor allem auf dem Gebiete der Wohnungsbaufinanzierung, wo nur durch verstärkte Inanspruchnahme kurzfristiger Kredite, die gegenwärtig etwa 1/2 Milliarde Mark betragen dürften, für die fehlenden Hypothekar- kredite ein Ausgleich geschaffen werden konnte. Die angespannte Finanzlage der Kommunen zwingt Die öffentliche Bautätigkeit zur Vorsicht und 'Einschränkung, während die gewerbliche Bautätigkeit auch durch die schwierigen Kapitalverhältnisse zurückgehen muß. Man kann natürlich die Aussichten der Wirtschaftslage nicht nur von der Seite des Daumarltes aus betrachten. Die Schlüsselindustrien verfügen über Pro- dultionszisfern, die immer noch ziemlich hoch sind und ganz und gar nicht auf eine rückgängige Konjunktur hindeuten. Allerdings wird es sich in der nächsten Zeit zeigen, ob die Industrie infolge der verringerten Aufnahmefähigkeit des Inlandrnarktes gezwungen ist, sich stärker im Export zu betätigen. Die Voraussetzungen für eine solche stärkere Betätigung sind, wie die Außen- handelszisfern beweisen, gegeben, denn die Ausfuhr von Fertigwaren konnte in diesem Jahre von Monat zu Monat, wenn auch letzthin in vermindertem Tempo, gesteigert werden. MG' der öe-l J ura’ dcs jahres 5199, 2 sielen l 1614 2 davon Entbch 3m UM 31C64 88 835 glied sind?! verbau Erschci gang b ftellcn i vier N fest, dal se MtS Dääe blieb a zurück, Brvtpr was ei spricht, zenaus Pfund Drvte 12133' Deihk 629U 11163 46 970 falle 660658, für SP Spareir die restl dm Gr em gü Ireffpwi Halali: | (Straße oortwib ' V', . •'Mto Set 2li b-^u DerU xorniitt Hauses fichtsrc sammU der fiortzi De!^ nahin1 i benögewicht 85 bis 88, von etwa 160 bi£ 200 Pfund Lebendgewicht 84 bis 87. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 80 bis 84. Marktverlauf: Rinder mäßig-rege, ausverkauft. Schweine schleppend, Lieberstand. Kälber und Schafe rege, geräumt. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Nov. Zu Beginn der neuen Woche herrschte an ier Produktenbörse ruhige Stimmung. Das Geschäft bewegte sich in engen Grenzen, die Grundstimmung war gut behauptet. Etwas Nachfrage bestand am Drot- getreidemarkt für Weizen, der etwas anziehen konnte. Roggen war dagegen knapp gehalten. Einige älmsähe kamen ferner am Mehimarkt zustande, an dem Weizenmehl im Einklang mit der Preislage für Weizen 0,50 Mk. höher lag. Futtermittel waren vernachlässigt. Weizenkleie eher etwas schwächer. Es wurden notiert: Weizen 25,50 bis 25,60; Roggen 18 50 bis 18,75; Sommergerste für Brauzwecke 20 bis 20,50; Hafer, inländischer 18,75; Mais (gew) für andere Zwecke 19,25; Weizenmehl, süddeutsche Spezial 0 38 bis 33,50; Roggenmehl 27.25 bis 28; Weizenkleie 9,75 bis 10; Roggenkleie 10 bis 10,25; Erbsen, je nach Qualität für Sf e'sezwecke 31 bis 44; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 100; Heu. süddeutsches, gut, gesund, trocken 11 bis 11,25; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 6;. Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5.75 bis 6; Treber, getrocknet 16,50 bis 17,50. Tendenz: ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Geschäft ruhig. Kühlhausware weiter gefragt, frische Ware stark vernachlässigt. Die steigenden Arbeitslosenziffern drücken stärker auf die Stimmung. Man red)net jedoch mit Eintritt einer källeren Witterung mit einem besseren Geschäft. Preise in Pfennig per Stück: bulgarische 12.25 bis 12.50; holländische 16.00 bis 18,00; jugoslawische 12,25 bis 12,50; polnische 11,50 bis 11,75; russische 12,50 bis 12,75; chinesische 11,50 bis 12; dänische 16,00 bis 18,50; belg.-slandr. 15,75 bis 16,00; rumänische 11,75 bis 12,00; norddeutsche 15,00 bis 16,00. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 v. H., Lombardzinsfuß 8 o. H. • D i e amtliche Großhandelsindex- z i f f e r. Die auf den Stichtag des 30. Oktober berechnete Grohhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegenüber der Vorwoche (137,0) um 0.4 Prozent auf 136,5 Prozent zurückgegan- gen. Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,8 Prozent auf 130,2 (131,2) gesunken. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat um 0.2 Prozent auf 130,6 (130,8) nachgegeben. Die Indexziffer für industrielle Fertigwaren weist mit 156,5 keine Veränderung auf. ’ Elektrizitäts-A. -G. vorrn. W. L a h- metjer & Co., Frankfurt a. M. Die G.-V. genehmigte ohne Erörterung den bekannten Abschluß für 1828/29 mit 12 (i. CB. 10) Prvz. Dividende auf die Stamm- und 6 Proz. auf die Vorzugsaktien. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 4.Nov. Tendenz: etwas schwächer. — In Dörsenkreisen hatte man gehofft, daß das Volksbegehren einen negativen Verlauf nehmen würde. Man war mit der Erreichung der erforderlichen Stimmenzahl sehr unzufrieden, wenn auch nur ein ganz geringer Erfolg zu verzeichnen ist, wobei allerdings das Endziel auf einen Volksentscheid weit im Hintergründe steht. Zu Beginn der neuen Woche wurde hierdurch die Börse nachteilig beeinflußt, so daß die Tendenz zur Schwäche neigte. Die Unternehmungslust beschränkte sich auf ein Minimum, da Anregungen nicht Vorlagen, zumal die meisten Auslandbörsen am Samstag geschlossen waren. Orders lagen kaum vor, aber auch das Angebot war nicht dringend, so daß die Kursrückgänge in den meisten Fällen äußerst gering blieben. Gegenüber den Schlußkurfen vom Samstag ergaben sich Abschwächungen boru 1 bis 3 Prozent. Nur Spezialwerte waren etwas mehr angeboten und hatten dementsprechend größere Verluste aufzuweisen. Dies traf vor allem am Elektromarkt zu. Schuckert '>1' H Wendigkeit, den von der Wirtschaft so dringend ersehnten Abbau des deutschen Zinsniveaus von sich aus einzuleiten. Denn die Reichsbank hat nicht erst eine Entspannung am Geld- und Kapitalmarkt abgewartet, sondern sie hat von sich aus das Mittel der Diskontsenkung angewandt, um diese Entspannung herbeizuführen und dadurch wenigstens den Versuch einer Konjunkturankurbelung zu machen. Man darf hinsichtlich der Folgen der Diskontsenkung für die Konjunktur nicht zu optimistischer Auffassung sein, denn zunächst einmal beträgt die Senkung nur Vs Prozent, weiter aber mutz abgewartet werden, ob sich am Kapitalmarkt wirklich eine bedeutende Besserung der Verhältnisse ergibt. Anderseits ist überhaupt eine Diskontsenkung am Ausgang des Jahres eine ungewöhnliche Erscheinung, da zum Jahresende sich der Kreditbedarf der Wirtschaft erheblich verstärkt. Die Reichsbank wäre sicherlich in der Lage gewesen, eine Diskontfenkung um 1 Prozent vorzunehmen, wenn sie lediglich von der günstigen Verfassung ihres Status ausgegangen wäre, zumal auch der Llltimo-Oktober- ausweis ein normales Aussehen zeigt und die seit Wochen anhaltende günstige Entwicklung des Reichsbankstatus erneut bestätigt. Aber eines muß in diesem Zusammenhang noch sehr beachtet werden: das Kapitalbedürfnis der öffentlichen Hand, insbesondere der Kommunen, welches bisher nur mager befriedigt werden konnte. Sollte sich Herausstellen, daß an den internationalen Geldmärkten wirklich der Wendepunkt eingetreten ist, ferner daß die öffentliche Kreditversorgung Deutschlands von jetzt ab in klarere Bahnen geleitet werden kann, dann wird zu Beginn des nächsten Jahres bestimmt mit einer abermaligen Diskontfenkung um V2 Prozent zu rechnen sein. 0er Rsichsbank-Giaius am 31. Oktober. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Oktober hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards' und Effekten in der Ultimo- Woche um 619,8 Millionen auf 2741,3 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 463,5 Millionen auf 2-150.0 Mill RM, die Lombardbestände um 64,6 Millionen auf 106,6 Mill. RM. und die Befände an Reichsschatzwechseln um 86,7 Mill, auf 92,2 Mill. RM. zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 762,5 Milk. Reichsmark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknvten um 722,5 Will, auf 4333:0 Milk. RM., derjenige an Rentenbankscheinen um 40,0 Mikl, auf 407.1 Mill. RM. erhöht. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 14,2 Mill. RM. zurückgeaangen. Die fremden Gelder zeigen mit 454,0 Mill. RM. eine Abnahme um 100,5 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen haben sich von 15.2 Mill, auf 2588.1 Mill. RM. erhöht, und zwar haben ixe Goldbestände um 10.2 Mill, auf 2229,1 Mill. Reichsmark, die Bestände, an deckungsfähigen Devisen um 5,0 Mill, auf 359,0 Millionen Reichsmark zugenommen. Die Deckung derNoten durch Gold allein .betrug 46,1 v. H. gegen 54,0 V. H. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 53,6 v. H. gegen 62,6 v. H. Zinsen-Abbau. In Anpassung an die Entwicklung der Geldmarktlage und mit Rücksicht auf die von der Reichsbank dorgenommene Diskontermäßigung hat die Preußische Staatsbank (See- handlung) ihre im Verkehr mit den Banken und Bankiers geltenden sämtlichen Haben- und Soll-Zinssätze um 0,5 v. H. herabgesetzt. Die Abgabe der preußischen Schahanweisungen mit sechsmonatiger Laufzeit erfolgt an die Banken zum Diskontsatz von 8 v. H. nominell, d. h. wegen der Vorauszahlung der Zinsen effektiv zu 8,33 v. H. Die ^Bereinigung Berliner Banken und Bankiers hat infolge d.>r Ermäßigung des ReichsbankdiZko.'.tsahes ebenfalls beschlossen. die Habenzinsen für täglich fällige Guthaben von 4.5 auf 4 v. H. in provisionsfreier Rechnung und von 5 auf 4,5 v. H. in provisionspflichtiger Rechnung herabzusetzen. Die Sollzinsen werden ebenfalls um 0,5 v. H. ermäßigt. eröffneten 5, Siemens 4 und Gesfürek 3,75 Proz. schwächer. AEG. und Licht und Krast lagen wenig verändert. Stärker gedrückt waren noch von Kunstseidenwerten Aku mit minus 5 Prozent und von Zellstoffwerten Waldhof mit minus 4 5 Prozent. Am Chemiemarkt gaben Farben 1'75 Prozent und Deutsche Erdöl 3 Prozent nach. Kaliaktien bis 3 Prozent schwächer. Nur Montanwerte ruhig, und Montanpapiere waren um 1 bis 2,5 Prozent abgeschwächt. Etwas Interesse bestand für Danken. Danatbank. Deutsche Dank und Dresdner Bank konnten bis 1,75 Prozent gewinnen. Renten still und zumeist leicht nachgebend. Im Verlaufe trat eine wesentliche Beruhigung ein, nachdem schon gleich nach Festsetzung der ersten Kurse eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu erkennen war. Die Stimmung besserte sich weiter, so daß in der zweiten Dörsenstunde die Tendenz freundlicher war. Am Elektromarkt traten bei etwas zunehmendem Interesse Besserungen von 1 bis 2,5 Prozent ein. Auch an den übrigen Märkten waren kleine Erholungen zu verzeichnen. Am Geldmarkt war der Sah für Tagesgeld mit 8 Prozent etwas angespannter. Arn Devisenmarkt war die Mark etwas nachgebend. Man nannte Mark gegen Dollar 4.1810, gegen Pfund 20,402, London gegen Kabel 4,8795, gegen Paris 123,835, gegen Madrid 34,30, gegen Mailand 93,15, gegen Holland 12,0890. Berliner Börse. Berlin, 4. Nov. Nachdem die Spekulation sich schon im heutigen Dormittagsverkehr größere Zurückhaltung auferlegt hatte, eröffnete auch die erste offizielle Dürfe der neuen Woche in unsicherer Haltung. Der dreitägige Ausfall der Neuyorker Börse lieh nicht nur die Anregungen von drüben ausfallen, sondern hatte auch Bedenken aufkommen lassen, daß die Baissebewegung drüben ihr Ende noch nicht erreicht habe. Vorläufig könne man sich noch kein klares Bild darüber machen, wie sich auf das Resultat des Volksbegehrens hin die innen- und außenpolitische Lage, nicht zuletzt aber auch die internationale Situation, entwickeln werden. Die 0,5- proz. Diskontsenkung der Reichsbank war schon am Samstag in der Kursbewegung eskontiert. Beachtung fand dagegen, daß noch ein Direktor bei der Aku ausgeschieden ist, man wollte aus diesem Llmstand folgern, daß bei dieser Gesellschaft noch nicht alles in Ordnung ^u sein scheine. Die ersten Notierungen waren zwar nicht ganz so schwach wie vorbörslich erwartet, da die Spekulation angeblich noch hier und da Material schuldig war. Die Rückgänge betrugen aber doch in sehr vielen Fällen 1 bis 3 Prvz. Darüber hinaus verloren Reichsbank 4,25 Prozent, Salzdetfurth 3,75 Proz., Deutsche Linoleum 3,75 Proz., RWE. 4 Proz., Siemens 3,9 Proz., Löwe 4,5 Proz., Aku 5,40 Proz., Polyphon 3,5 Proz. usw. Durch festere Haltung zeichneten sich Bank für Brauindustrie, Laura- hütte, BMW. und Schlesische Textil aus. Letztere gewannen bei einer Steigerung von 16,75 auf 18 Prozent zirka 10 Prozent ihres Wertes. Deutsche Anleihen schwächer. Ablösung ohne minus 0.25 Proz. Don Ausländern konnten Bosnische Eisenbahn 0,5 Proz. anziehen. Pfandbriefe weiter ruhig. Die Kurse schienen aber im allgemeinen behauptet zu sein. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 8,25 Prozent bis Lo, 5 Proz.; Monatsgeld 8,5 bis 10 Proz., Warenwechsel 7,75 bis 7,25 Proz. Im Verlaufe gaben die Kurse bei ruhigem Geschäft weiter nach. Im allgemeinen konnte man erneute Verluste bis zu 1,5 Prozent feststellen. Polyphon waren um 4 Prozent nichtiger. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M. 4. Nov. Auftrieb: Rinder 1483 Stück; darunter '338 Ochsen, 60 Bullen, 625 Kühe, 432 Färsen; Kälber 379; Schafe 148; Schweine 4965. Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 57 bis 61, ältere 53 bis 56, sonstige vollfleischige jüngere 48 bis 52; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 56 bis 59; sonstige vollfleischige ober ausgemästete 50 bis 55: Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts. 47 bis 51, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 46, fleischige 36 bis 42, gering genährte 28 bis 35; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 57 bis 61, vollfleischige 53 bis 56, fleischige 48 bis 52. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 82 bis 85, mittlere Mast- und Saugkälber 76 bis 81, geringe Kälber 70 bis 75. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 84 bis 87, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 84 bis 87, von etwa 200 bis 240 Pfund Le- Büchertisch. — Hessischer Landkalender für das I a hr 1930 (211. Jahrgang). Herausgegeben im Auftrage der Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege von Karl Esselborn. Darmstadt, C. F. Wintersche Buchdruckerei. Preis 70 Pf. (513) — Durch die besonders geschickte Auswahl der aufgenommenen Aussätze und Bilder wird der neue Jahrgang des Landkalenders noch mehr als sonst allen Beoölkerungsschichten willkommen fein. Neben den belehrenden Aufsätzen — darunter einer von Amtsgerichtsrat Franz Gros in Gießen über das Hochstaplertum — kommt auch Gemüt und Humor nicht zu kurz. Wie immer ist der biographische Teil, der neben Lebensskizzen der Minister von Brentano und Henrich u. a. in das Leben und Wirken des bekannten Künstlers Adolf Beyer in Darmstadt einführt und 250 Jahre Dienst an der hessischen Schule in der aus Oberhessen stammenden Familie Henkelmann an uns vorüberziehen läßt, gut vertreten. Recht glücklich ist diesmal die Auswahl der Gedichte ausgefallen, unter denen wir auch eine Reihe tiefempfundener des Herausgebers finden. Und eine besondere Zierde sind die Bilder. Neben denen des geborenen Obcr- hessen Carl Barnas, von denen die beiden von der alten Friedrichshütte bei Laubach zugleich einen wertvollen Beitrag zur Kulturgeschichte liefern, muten die Adolf Beyers ganz besonders heimatlich an und wirken in ihrer duftigen Schlichtheit gerad.zu nervenberuhigend. Hoffentlich greifen in Stadt und Land recht viele in ihren sonntäglichen ober abendlichen Mußestunden nach dem alten Hausfreund. Sie werden es nicht bereuen. — Das Novemberheft der Zeitschrift „D i e Kun ft", Verlag F. Bruckmann, A.-G., München, gibt aus Anlaß der Courbet-Ausstellung im Palais des Beaux Arts in Paris an Hand guter Reproduktionen eine eingehende Darstellung der künstlerischen Entwicklung dieses Meisters. Brachte das Oktoberheft schon einen Uebcrblitf über die Brunnenschöpfungen des schwedischen Bildhaues Carl Milles, so finden wir nun hier eine Fortsetzung der Beschreibung feiner Werke. Mit den malerischen Schöpfungen Otto Herbigs, des Spaniers Juan Gris und den Landschaften von Franz Radziwill befassen sich weitere illustrierte Beiträge. In dem der Bau- und Wohnkunst gewidmeten Teil wird das Problem des Daches — ob Flachdach als wesentliches Gestaltungsprinzip oder wetterschützendes Steildach —- von Dr.-Jng. Döcker sehr eingehend besprochen. ■ •.>•11 ■ Vol Di 1. Chv 2. Bull Mari Dr.G d'.nL 4. IW bad Hin 6. Um tv Ban Wo n: Kurse sälew links I Heil- stranlsurt a M Berlin >-ch!»K- Kure । Uhr tti-r Lchlutz. Kure Aniang. Kurc Datum 2. 11 4- 11 2 11- 4 11 «erclninte Stahl® - - - Olav! Minen . ... 16'/, fiai'toerle iWifietileßen . . i- fiai werte Westeregeln ... 10 Äaiuvei e Salzdenurth . ■ . 15 I. ®. starben.stnvustrte ... 12 Dynamit Nobel.......6 Scheldeanstall Goldschmidt ........ 5 RütgerSwerke ........ 6 Melallg. u-llichask.......8 Philipp Vi"aef|na ...... Lüdd. ßuda ...... 10 63,5 211,5 218 337 190,5 — 145,5 67,5 76,5 120 90 120,5 89 220 207,5 147 38 257,5 356' 46,5 54 104 222 155 215 188,5 143,75 76,13 119,5 90,5 88.5 204 144,75 38,25 256 — - 47 154,75 108,65 63 213 218 337,13 191 90.75 69,13 77 119,9 90,75 87.5 284 223,75 173,4 223,5 206.5 142 97 176,25 38,75 257,75 49.5 181 19 77,25 169,5 355 46,75 50 54,5 122 222 154 107,75 62,75 210,25 215 333,5 190 68,25 75,5 119,25 89,75 285,5 223,5 168 221,25 205,5 97.5 176 38,75 254 48,5 176,5 77 353 - 122 — 1 - ^ranlkurt a M Berlin Sajiufy Kure | '•Ui); Kur Schiuv I Rute | (Union f|» Rur: Datum 2 11 4 11 2 11- 4 11 Hamburg-Amerika Palei . . 113 111,13 112,5 111 Hamb.-Slidam. Tampsich . b — — — 163 Hansa Dann ssthiss..... 10 — — 154 152,75 Norddeutscher Lloyd .... . k 107 105,5 107 106 tillg. Deutsche ISreDttanIL . . 10 120 — 121,25 120,5 Barmer Bankverein .... Berliner Hanvelsgeiellich. . . 10 121,5 — 122 121 11 187 — 188.75 187 Commerz- und Prival-Bcmk . 11 168 167,75 163 167,75 Dacmst. u. Nativnalbanl . r. 250 248,25 250,75 249,5 Deutsche Bank ...... n 159 158,75 159,25 158,5 Dirconto-Geseilichast, Ant. i< 158,75 154 159,25 158,5 Dresdner Bank...... u 155,5 — 155 154 ReichLbanl........ i 272 — 272 269 A.E.G......... 177 176 177,5 176,25 Bergmann . . 208 —— 209,5 169 206,5 Elektr. LielerungSgesellichast i 167,5 —* 168,75 Licht und Krall . i< 178 — 179,75 177 stellen & Guilleaume .... IVt 123,5 —— 124,5 —— Gei. f. Elektr. Untern.. . . . 10 181,75 178 180.5 178 Hamb. Eleklr -Lerke .... 1 — — 133-25 133.75 Rhein, eicht........ 146,5 146,5 147 147 Schlei. (Sieh- ...... 1' — — 167,4 164 Schuckert & Co. ..... n 196 191 194,4 191,5 Siemens & Halske..... 16 316 312 316,9 313 TranSradto........ . 8 — — 130 128,5 Lahmeyer 4 So....... 10 177 — 176 174 Buderus..... . . . . 6 66,5 65,5 66,4 65,5 Deutsche Erdöl ...... . 6 104 101 103,5 102,25 Cifener Steinkohle..... — — 135 135 Geilenkirchener...... . 130 — 129,75 129.25 . ü 139,5 137 138,5 139 Hoesch Eilen........ 6S — 122 121,75 Nile Bergbau....... 10 217 — 212,75 212 Klocknermerke..... • 102 100,25 102,5 100,25 Köln-Neuesten . » . —— -- 119,25 119,75 Mannesmann »Röhren . . . . 103 102,75 103,25 -103,25 ®lan#fclt>ci Bergbau . . . 121 —- 119.75 118,13 Lbench'el. (hien-eoatj . . . —— — 73,5 —— Cbcndilei. Koiswerke. . . . 98-5 97 Phönix Bergbau...... 107 — 107,13 106 Rheinstche Braunkohle». . . Rheinstahl........ Ul 262,25 109,9 103,5 260 109,75 259 109,75 Riebeck Montan...... 110 stranksurt a M Berste eil>. on 1 ........ 7% Deutsche Relchranlcihe von 1929 ......... T-. liln.. Ablöl Schuld mit Aue .oL-tNcdHcu........ T" r "hn" l'l>">m. Rechl-> 8% Hess. Bolköstaat von 1929 krückzahlb. 102%) .... Obcrhcilen Provinz »Anleihe mst Auelol.»Nechten...... Dciilicke Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ...... 8% stranks. Hyp.-Bank Goldvle. XIil unkündbar bis 1994 . 7% stranks. Hnp.-Bank Goldpse unkündbar bis 1932 ..... 4¥t% Rbestiilche Hyp.-Bank Lian, öolbpte........ 8% Pr. Landeöpsandbriesanstalt. Psandbriese 91. 17..... 8% Pr. LaiidespsandbriesanNalt, Komm.»Obi. R. 18..... 7% Pr. LaiideevIandbriesanstaU, Psandbriese 8L 10..... .w. aua. ^>orlrreg»»ObItgation. rückzahlbar 1932 ..... 4% OesterretchstlN« ®ol6tte.. 4,20% Oellerr SU6errM 4% Oesterreichstche Einheitliche Rente.......... 4% Ungarstche Goldrte..... 4% Ungarische Staaltr. o. 1910 4y,% detgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrte.. . . 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl. Serie 1......... 4% bc-Sgl. Serie II. 6% Rumünstche veretnh. von 1903 ' • • » • 4y,% )Numänfl(6e vereinh. Rente von 1018 ....... 4% Rumanstche vereinh. Rente 87,25 99 50 9,8 89,25 47,25 48,3 94,75 85,5 78,65 98 95 89 26,5 3,25 21,6 2 7,55 7,4 7,4 8,7 13,85 ? 1 1 |£ 1 1 | | I | 1 1 1 1 II 1 1 1 ÄS 1 1 1 i 1 87,5 99 50,1 9,75 89 43,25 98 95 89 26,5 2,05 21,8 21,25 2 7.7 7,65 7,7 8,6 14 7,1 ? «>S || | Il In» IS 1 1 II 1 1 1 I । । । । • । । । Berlin, 2- November Geld Brief ■ Amerikanische Noten..... Belgische Noten. ...... 4,166 58,28 4,186 58,52 Dänische Noten ........ 111,58 112,02 Englische Noten ........ 20,342 20,422 stränzosische Noten..... . 16,44 16,50 Holländische Noten ....... 168,19 168,87 Itallonstche Noten........ 21,82 21,90 Norwegische Noten....... 111.66 112,10 Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling 58,55 53,79 Rumänische Noten....... 2,472 2,492 Schwedische Noten ....... 111,88 112,32 Schwerer Noten ........ 80,82 81.14 Spanische Noten........ Tschechoslowakische Noten..... 59,18 59.42 12,325 12,385 Ungarische Noten ........ 72,83 73,13 2 November 4 November 'Amtliche Notierung Amtliche Geld Notierung Bries Geld Bries Amst-«Notl 168,53 168,87 168,59 168,93 Buen.-AireS 1,728 1,732 1.734 1,738 Brss.-Antw 58,42 58,54 58.43 58,55 Christiania 111,87 112,09 111,91 112,13 Kopenhagen 111,92 112,14 111,94 112,16 Stockholm ■ 112.16 112,38 112,10 112,32 HelstiigforS. Italien. - 10,489 21,87 10,509 21,91 10,493 21.88 10,513 21,92 London. . . 20,374 20,414 20,378 20,460 Ncuvork . . 4,1765 ,1845 4,177 4.185 Paris.... 16,45 16,49 16.45 16,49 Schweiz .. 80,925 81.085 80,965 81.125 Spanien . 59,46 2,008 59,58 59.31 59,43 Japan . . - 2,01. 2.020 2,024 ?Hio de Jan Wien in D-- 0,4895 0,4915 0,4895 0,4915 Ceft. abgesl 58,72 58,84 58,74 58,86 Prag . . . . Belirad . 12,372 12,392 12,37 12,93 7,387 ,401 7.386 7,400 Vndavest - 70,01 70,15 73,01 73,15 ihil Tariert? 3,017 3,023 3,024 3,030 Lissabon -. . 18,78 18,82 18,78 18,82 Tanjig. . . .Oonft-niin- 81,45 81,61 81,47 81,63 1,978 1,682 1,978 1,982 Athen. . 5,395 5,405 5,415 5.425 Sanaba . 4.116 4,124 4,121 4.129 Urn .uab . 4,016 20,895 4,024 3,996 4.004 (Sotto .. 20,935 20,89 20,90 °bik^«°ÄU> ***&"'* » ter m.^8inn be_ echäst bSkn5 ’ eltons m ■Bt°t' lCT am rniotr Spalten, * o.k ani 59 mit touritn nn? 3€nHeie Mn 1Ä:> iS 2) biS &8£5; i. Äl*» KM- «LkL ?««£ 1 9etr^t 16,50 bis lriermarkt. yarf Bernatyäfliat ^etn drücken stärker *l ,e.M. mit Ein. 3 ml einem ty« V™5> » A 16,00 !?.5O; bolnischr : N bis 12,75; chi- JW« 16.00 bis 18,50; 1 70,15 3,Pg 18,8. 81,6' lltz },4O6 .12 4,1» 58,2 112,« 20,422 16,50 168,87 21-9° 112.10 58,7? 2.192 112-32 81.1 59.42 12,385 73,13 I. Hl. • 2WL- -166Z 1,733 58,55 112- 112-16 112-32 10,513 21,92 20,46° 4,185 16,1? «•'S 59-43 2,021 0,4915 58-86 12-93 7,400 73,15 ,030 18,§ &S S-Z !:!Z 20-90 Konsumverein Gießen und Umgegend. Der Aufsichtsrat des Konsumvereins Dietzen und chlmgegend hatte zur ordentlichen Vertreterversammlung auf «Sonntag» tormittag im großen Saale des Gewerkschafts- Hauses eingeladen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Fr. Vetters, eröffnete die Versammlung mit begrüßenden Worten, gedachte der im verflossenen Geschäftsjahr 1928 29 verstorbenen Mitglieder und stellte anschließend die Beschlußfähigkeit der Versammlung fest. Darauf nahm das Wort zum Bericht des Vorstandes für 1928/29 der Geschäftsführer Fr. Diener. Er wies auf den gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht hin und erklärte dann u. a.: 3m Ausdehnungsbereich des Vereins wurden zu Anfang des «Jeschäfts- jahreS 3271 Arbeitslos« gezühu, im Dezember 5799, 3anuar 10256, Februar 12 923, ab März sielen die Zahlen, im Juni waren trotzdem noch 1614 Arbeitslose vorhanden. Die Kaufkraft der davon betroffenen Mitglieder sank, Vot und Entbehrung nahmen zu. 3m Konsumverein Gießen stieg der Umsatz von 3 016 603 Mark im Vorjahre auf 3 105 438 Mark im Derichtsjahre, ein Mehr von 88 835 Mark. Der Durchschnittsumsatz pro Mitglied beträgt 3CO Mark (i. D. 298 Mark), das sind 72 Mark unter dem Durchschnitt im Zentralverband. Der Redner besprach sodann die in Erscheinung getretene Steigerung und den Rückgang des Umsatzes in den einzelnen Verteilungs- stellen und stellte an Hand der Umsahzisfern von vier Derbrauchergruppen innerhalb des Vereins fest, daß der Durchschnittsumsatz von 702 Mark je Mitglied zu erreichen und anzustreben sei. Die V ä ck e r c i hatte einen Umsatz von 416 802 Mark, blieb aber gegen das Vorjahr um 6032 Mark zurück, da zu Beginn des Geschäftsjahres der Vrotpreis um 4 Pf. je Laib gesenkt wurde, was einem Umsahausfall von 20 000 Mark entspricht. Verbacken wurden: 136 060 Pfund Wei- zenauszugmehl, 1 208124 Pfund Brotmehl, 3673 Pfund S>efc. Diese Mehlmengen ergaben 397 470 Brote je 4 Pfund (179 074 Brote 1. Sorte, 121331 Mischbrote, 89 608 Roggenbrote, 7457 Weißbrote), 1 486 472 Brötchen und Feingebäck, 6291 Kuchen. Der K o n di t o re i u m sa tz betrug 11 163 Mark. Der Umsatz an Kaffee stieg von 46 970 Pfund auf 51 897 Pfund. Die Sparkasse des Vereins weist einen Bestand von 660 658,36 Mark (einschl. 35 452,32 Mark Zinsen für Spareinlagen) auf. Wehr als 60 v. H. der Spareinlagen sind durch flüssige Mittel gedeckt, die restlichen etwa 40 d. H. haben Sicherheit durch den Grundbesitz. Auch die Kohlenkasse zeigt ein günstiges Bild. — Beschäftigt wurden 133 Personen, die zusammen 240 797 Mark (i. D. 219 424 Mark) bezogen. Die Aussichten der deutschen Wirtschaft seien zur Zeit recht ungünstig. Der Zusammenschluß der Großbanken, die Qkrtruftung der 3ndustrie und die damit im Zusammenhang stehende Entlassung tausender tüchtiger Angestellten würden eine Vermehrung des Einzelhandels bringen. Durch die Uebersüllung des Kleinhandels werde auch auf jener Seite der Existenzkampf erschwert. Als Wurzel dieses Uebels werde zu unrecht der Konsumverein angesehen. Die Behauptung, die Konsumvereine seien steuerfrei, entspreche nicht den Tatsachen, denn im letzten Jahre seien von den im Zentralverband zusammen geschlossenen Vereinen über 14 Millionen Mark Steuern gezahlt worden, vom Konsum- Verein Gießen 52 000 Mark. Durch die gesetzlichen Vorschriften machte sich die Einführung von Ausweiskarten für die Mitglieder bei der Wqrenentnahme erforderlich. Diese Maßnahme solle einerseits den Verein vor «Schaden bewahren und andererseits die Warenentnahme von Richtmitgliedern unterbinden. Die Bilanz, Gewinn- und verluskrechnung. Der Kassierer des Vereins, I. Günderokh, verbreitete sich eingehend über den Kassenbericht und erläuterte die einzelnen Posten: Bilanz. Aktiva: Betriebsmittel: a) Vorräte 304 039 Mark b) Einrichtungen 122 940 Mark, zusammen 426 979 Mark: Grundbesitz 530 675 Mark; Angelegte und flüssige QHittel 423 522,98 Mark; Forderungen 3457,84 Mk.; insgesamt 1 384 634,82 Mark. Passiva: Eigene Mittel: a) Geschäftsguthaben 213 167,98 Mark, b) Reserven 246 659,78 Mark, zusammen 459 827,76 Mark; Grundschulden 19 742,80 Mark; laufende Verpflichtungen: Spareinlagen einschließlich Aufwertung und Spar- markcn 662 693,86 Mark, Lieferantenschulden 59 377,39 Mark, Umsatzsteuer 5127,35 Mark, Pensionsfonds 21 445,24 Mark, Anteil ausgeschiedener Genossen 5934,16 Mark, Kohlen 17 880,12 Mark, Rabattguthaben 121 474,44 Mark. Roch zu zahlende Linkasten 4308,40 Mark, zusammen 898 240,96 Mark; Erübrigung 6823,30 Mark; insgesamt 1 384 634,82 Mark. Die Gewinn- und Derlustrechnung weist aus: Soll: An Allgemeinen Unkosten 107 191,66 Mark; Steuern 32 079,92 Mark; Zinsen 22 643,47 Mark: Lohn und (Sehalt 240 797,37 Mark: Fuhrwerksunkosten 2639,16 Mark; Kraftwagenunkosten 17 508,56 Mark: Abschreibungen 44 479,84 Mark: Erübrigung 6823,30 Mark: insgesamt 474 163,28 Mark. Haben: Per Warenrohertrag 457 787,62 Mark; Leergut 6641,60 Mk.; Diskont 9734,06 Mark; insgesamt 474 163,28 Mk. Die Rückvergütung für 1928/29 an die Mitglieder beträgt 121 474,44 Mk., die demnächst zur Auszahlung gelangt bzw. dem Geschäftsanteil gutgeschrieben wird. Für das laufende Geschäftsjahr 1929/30 ist die Rückvergütung von 4 v. H. auf 5 v. H. erhöht worden. Der Grundbesitz wurde um zwei Grundstücke vermehrt, so daß jetzt 15 Anwesen im Werte von 530 675 Mk. vorhanden sind. 3n der Stadt Gießen sind acht Grundstücke, in den Orten des Ausdehnungsbezirks sieben Grundstücke Dcreinseigentum. Die Belastung beträgt nur 19 742,80 Mk. Die Zahl der Derteilungsstellen, die fast alle neuzeitliche Ladeneinrichtungen haben, beträgt 38. Der Mitglieder st and betrug am 1. Juli 1928: 10113, Zugang 575, zusammen 10 688. Aus- geschieden sind durch Kündigung 290, durch Tod 13, durch Ausschließung 38, zusammen 341; mithin Mitgliederstand am 30. Juni 1929: 10 347. Das Geschäftsguthaben der Mitglieder betrug am 1. Juli 1928: 192 918,92 Mk., am 30. Juni 1929: 217 447,23 Mk.; also ein Mehr von 24 528,31 Mk. Die Haftsumme betrug am 1. Juli 1928: 303 390 Mk. und wurde durch 234 neu beigetretene Genossen um 7020 Mk. vermehrt; sie betrug am 30. Juni 1929: 310 410 Mk. Der Bericht des Aufsichlsral» wurde von dessen Vorsitzenden, Fr. Detters, erstattet; er gibt Aufschluß über die im Berichtsjahre von vier Mitgliedern des Aufsichtsrats fortlaufend vorgenommenen Revisionen; hierbei ergaben sich keinerlei Beanstandungen. Auch fand eine eingehende Revision durch den Derbands- rcvisor Hoff statt, der die ordnungsmäßige Geschäftsführung bestätigte und in seinem Revisions- bericht wertvolle Anregungen gab. Der Redner beleuchtete weiter die Ursachen des Zusammenbruchs so vieler alter Privatunternehmungen und kam zu dem Ergebnis, daß man trotz der un- gemein schwierigen wirtschaftlichen Lage dennoch mit der Entwicklung des Konsumvereins Gießen zufrieden sein könne. Die Aussprache und Beschlußfassung. Die Aussprache über die drei Berichte war ausgiebig. Einstimmig wurden die Berichte genehmigt und der gesamten Derwaltung Entlastung erteilt. Die Erübrigung wurde in der vom Kassierer vorgeschlagenen Weise verteilt. Die ausscheidenden Mitglieder des Dorstandes und Aufsichtsrats: A. Mann (für den Dorstand), H. Reh, A Braun und K. Bremer (für den Aufsichtsrat) wurden auf Dorschlag einstimmig wiedergewählt. Der Antrag des Dorstandes, betr. Sterbe- unterstützung für Mitglieder und deren Angehörige, wurde einstimmig angenommen. Rach dem vorliegenden Sahungs- entwurf für die Sterbeunterstühung ist diese eine freiwillige, Beiträge werden nicht erhoben. Dem Dorstand und Aufsichtsrat wurde die Ausarbeitung der Satzung nach den in der Aussprache zutage getretenen Gesichtspunkten überwiesen. Um 1.20 Uhr schloß der Dorsihende die Der- treterversammlung, der eine Ausstellung von Waren angegliedert war. Oberheffen. (Sroßfeuer in Iriedelhausen. □J Lollar, 4. Nov. Am Samstagabend, kurz nach 9 Uhr, ging die etwa 100 Meter vom H o f - gut Friedelhausen stehende, erst vor einigen Jahren neu erbaute sog. Feldscheune in Flammen auf. Die große, mit Dorräten gefüllte Scheune branntebisauf diemassi- ven Umfassungsmauern nieder. Der mächtige Feuerschein war in weitem Umkreise bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags zu sehen. Mitverbrannt sind die ungedroschene Korn- frucht von etwa 60 Morgen Ackerland und die gleichfalls ungedroschene Körnerfrucht von etwa 30 Morgen Gerste. Vernichtet. wurden ferner die in der Scheune stehenden Maschinen und Wagen, wie Drekchwagen, Strohpresse, Düngerstreuer, zwei Kastenwagen und sonstige landwirtschaftliche Geräte. Weiter fielen dem Feuer zum Opfer 300 Zentner künstlicher Dünger und etwa 700 Zentner Kartoffeln, die in der Scheune lagen. Ein unmittelbar vor der Scheune stehender Motorpflug hat Brandschaden erlitten. Der Gesa m t s ch a d e n dürfte etwa 30 000 bis 40 000 Mark betragen. Das dem Besitzer des Hofgutes, Grafen Eberhard von Schwerin, gehörige Gebäude, wie die Maschinen und Fruchtvorräte des Gutspächters Adam Dörrschück waren versichert. Die Feuerwehr von Sichertshausen war rasch zur Stelle, muhte sich aber in Anbetracht des Wassermangels und des dem Feuer gute Rahrung bietenden Scheuneninhaltes auf die Verhütung eines Uebergreifens der Flammen auf den nahen Wald beschränken. Die Entstehungsursache des Brandes ist bisher unbekannt. Die Gendarmerie Lollar war während des Brandes an der Brandstelle und hat die Ermittelungen auch am Sonntag fortgesetzt. Von einem Aviv ioigefahren. ch Ortenberg, 4. Nov. In der letzten Nacht ereignete sich auf der Straß« von Bleichen- bach nach Selters ein s chwerer Unglück s f a l l, dem leider ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel. Kurz vor dem Kraftwagen eines jungen Kaufmannes aus Ortenberg versuchten einige Burschen aus Selters, allotriatreibend, die Straß« zu überqueren, lediglich aus Unfug, ohne das ein Anlaß hierzu vorlag. Dabei wurde ein junger Mann namens Pfeiffer aus «Selters, der als Schreinerlehrling in wenigen Tagen ausgelernt hätte, bedauerlicherweise so unglücklich von dem Kraftwagen gefaßt und zu Boden Volkshochschule Morgen, 20 Uhr, beginnen die Dienstagskurse 1. Oharaktorkudo: Dr.phil.Joh.Neumann 2. ' estalter den deutschen Schicksals: Marx, Bismarck, Stein. 1. Karl Marx. I)r. GumbeL 3. GGethes Metamorphose der PHanzon: tv.iid. phü. H. Rang. 4. Rhythmische Körperschulung: H. Steinbach, Marie Kübel, Grabenstraße 7, Hinterhaus. d. Musikgruppe ftr etwas Vorgeschrittene nur Hebung im Zusammenspiel: Franz Bauer jr. Singsaal der Oberrealschule. Wo nichts anderes vermerkt, finden die Kurse In der Universität statt; die Hörsäle werden am Schwarten Brett, II.Stock links bekanntgegeben. [9077D Reit- und Fahrklub Gießen und Umgebung e.V. Die diesjährige Hubertusjagd findet a. Dienstag, d. 5. d.M. statt Treffpunkt 15 Uhr auf d. Höhe d. Daubringer-Paß Halali: Gegen 16 Uhr in Nähe der Wellersburg (Straße Gießen-Marburg). Zuschauer können oortselbst das Feld beobachten. Der Vorstand. Bahniiofs-Restanrant Derbekannt gute Mittagstisch zu kleinen Preisen im Abonnement _______________________________' Ö94ZD Rest.zumpostkeller Morgen Dienstag Schlachtfest mit Konzert Bis 4 Llhr morgens geöffnet 07 ii? Jakob Steinbach Aufnahme In die ncubrgoimcnen Kurse nach bis Anfang Jtooember möglich. Logische Handelsschulen Gießen ♦ Herborn Verlangen Sie ausführl. Druckschrift von der Schulleitung Gießen, Soethcstraße 32 Dienstag, den s.Aovember 1929 nachm. 2 Uhr, versteigere ich im ,,Löwen", Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1. zwei Bohrmaschinen, vier Nähmaschinen, drei Ausziehtische, 6 Stühle, zwei Flur- garderobcn, zwei Sprechapparate, 8 platten, einen Bücherschrank, 7 Schreibtische, eine Kommode, einen Heurechen, L Büfetts, zwei Kredenzen, zwei Diwane, einen Leder- seffel, eine Negistrierkaffe, eine Oberlock- motormaschlne, zwei Steppdecken, 2 Betttücher, zwei Bettbezüge, vier Kopfbezüge, zwei Standuhren, zwei Sofas, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz,einen Schrank, eine Schreibladenkasse, vier Klaviere, neun Meter Kammgarnstoff, eine Gehrungsschneidmaschine, einen Eistransformator, zwei Instrumentenschranke, ein Entbin- dungsdett, einen Teppich, ein Aktenregal, 14 Mantel, eine Schärfmaschine, einen Kaffenschrank, eine Schreibmaschine, ein Schränkchen, zwei Kleiderschränke, 3 Tische, einen Radioapparat mit Lautsprecher, drei Pferde, 9 Schweine, eine Kuh. 9076V 2. Voraussichtlich bestimmt: 1 Fahrrad (Marke Misa Jlr. 270087). Ferner an Ort und Stelle: (Bekanntgabe erfolgt in obigem Lokal): einen Amboß, ein Pferd, 1 Häckselmaschine, eine Betonmischtrommel, 1 Einspännerwaqen, 4 Doppel- spännerwagen, 1 Elektro-Motor, 26 P. S., 11OO Touren Nr. 9112, Gleichstrommotor, 500 Dolt, auch für 440 Volt verwendbar, runde Form, gut erhalten, mit Anlaffer und Hebelschalter. ’ AoRftol Gerichtsvollzieher in Gießen ; yCVUn Oammstr. 24 I, Telephon 4039 J7034 MIM verwenden nachweisbar mit bestem Erfolg „Jlci- febet’d Kugelgelenk- Bruchband" D. R.-Ba- tent — ohne Feder, ohne Gummi, ohne Schenkel- rtemen — für alle Arten von Brüchen. ES ist die etnfachsie und sicherste Bandage, weil die Pelone in einem Kugelgelenk nach allen Seiten drehbar ist und genau die Bruchpsorte „abriegelt". Das Kugelgelenk- Bruchband übt an keiner Körvernclle einen lästigen Druck aus. Wundscheuern, selbst bei schwerster Arbeit und der grössten Hitze, ist nätulico ausgeschlossen: es hält auch schwerste Brüche nut Sicherheit unter Garantie zurück. Wo noch Aussicht aus utiWe W« des Bruches vorhanden ist, wird diese - durch das Tragen meines Bandes bei Tag und Nacht — naturgemäß beträchtlich ge- sördert. Nur Maßanterugung. Ärztlich be- gutachiet.BieleDankschreiben.Bollkominen konkurrenzlos! Kostenlose Borsllh- rung des neuesten Modells «auch die Herren Aerzte sind höfl. eingeladenl in Gießen: Hotel „Prinz Carl", SelterSweg. Mittwoch, den 6. November, 10-5 Uhr. Der Erfinder und alleinige Hersteller: Üflöl zieiMl, ZreMM (Willi). Zwangsversteigerung. hausanwejen und Grundbesitz des Maurermeisters üatl Leicht in Rodheim n. d. L. werden am 12. November. 9 Uhr. im Ge- richtstagslakal in Rodheim versteigert. Amtsgericht Gladenbach. (9087V Verkaufstelle Gießen: Bahnhofstraße 90/92. ofnjs M W M — T ■ •. v : 1 • / / ' : w. -A ■ i D ” MHM wir ■’l k- Vii Tomen, Sport und Spiel. geworfen, baß der Tob auf ber Stelle eintrat Landkreis Gießen. ±, Wieseck, 4.Hob. Die Arbeiterge- sangvereine „Eintracht" Gießen und „Sängerkranz" Wies eck, die sich unter Leitung des Chormeisters Heinrich Meher- Wieseck zu einer Chorgemeinschaft zusammen- geschlossen haben, veranstalteten gestern nachmittag im Saale Hormann ein K o n z e r t. Wenn auch der Besuch der Veranstaltung leider zu wünschen übrig lieh, so wurden die Anwesenden aber doch von den Darbietungen nicht enttäuscht. Im ersten Teil wurden Chöre von Httmann, Dein, Botnianskh, Meyer, Wesseler und Otte« graben vorgetragen, wovon besonders „Empor zum Licht", gemischter Chor mit Orchesterbegleitung, zu erwähnen ist. Das Orchester gefiel ganz besonders in der Ouvertüre „Ein Morgen, ein Mittag, ein Abend in Wien" von Suppä, sowie in „Die Perlen", Solo für zwei Trompeten von Hoch unter Mitwirkung der Solisten Topp und Schwarzlose. Der zweite Teil des Programms brachte Musik und Chöre zu Rosamunde von Franz Schubert. Musik, Sänger und Sängerinnen waren auf glanzvoller Höhe. Besonders seien hierbei die gemischten Chöre mit Orchesterbegleitung erwähnt. Das Altsolo, gesungen von zwei Sängerinnen des Gießener Vereins, war eine gute Leistung die sich würdig in das Ganze einfügte. Das Konzert, von rund •150 Mitwiüenden ausgeführt, war in allen Teilen ein Kunstgenuß, der auch in dem starken Beifall die verdiente Würdigung fand. Das Publikum war vollkommen zufrieden. Es wäre zu wünschen, daß der Chor den beschrittenen Weg weitergeht und bei späteren öffentlichen Veranstaltungen einen stärkeren Besuch aus der Bürgerschaft bei sich sehen kann. al. Allen dors (Lahn), 2. Nov. Zur Gemeinderatswahl sind in unserer Gemeinde vier Wahlvorfchläge eingereicht. Bei der ersten Verhältniswahl im Jahre 1919 war ein Wahlvorschlag zustande gekommen, bei den späteren Wahlen in 1923 und 1925 zwei, jetzt vier. Diesmal hat der Gewerbevcrein einen eigenen Wahlvorschlag, die Arbeiter gehen mit zwei Vorschlägen zur Wahl. Einfache Listenverbindung ist hergestellt zwischen den beiden Wahlvorschlägen Ar. 1 und 4, und zwischen Ar. 2 und 3. Die Wahlvorschläge tauten: 1. Sozialdemokratische Partei: 1. Ludwig Luh IX., Rentenempfänger, 2. Ludwig Wagner V., Bergmann, 3. Wilhelm Stengel, Rangiermeister, 4. Philipp Wallhäuser, Schaffner, 5. Karl Volk IV., Maurer, 6. Ludwig Volk IX., Bahnarbeiter, 7. Otto Volt II., Rammer. 2. Wahlvorfchlag, Kennwort Heinrich Keiner: 1. Heinrich Keiner, Kaufmann, 2. Ludwig Wagner IV., Schmiedemeister, 3. Ludwig Weiß V., Weihbindermeister, 4. Ludwig Möglich, Maurermeister, 5. Ludwig Volk X., Wagnermeister, 6. Fritz Kersting, Schuhmacher, 7. Karl Schütz, Sattler, 8. Karl Luh I., Zimmermeister, 9. Ludwig Volk II., Fuhrmann. 3. Wahlvorschlag, Kennwort Karl Gärth: 1. Karl Gärth, Landwirt, 2. Ludwig Volk XXL, Landwirt, 3. Philipp Steinmüller II., Landwirt, 4. Karl Faber, Landwirt, 5. Iohs. Volk II., Schreinermeister, 6. Friedrich Held, Landwirt, 7. Karl Lenz L, Landwirt, 8. Georg Volk, Landwirt, 9. Ludwig Volk VI., Schmied und Landwirt. 4. Wahlvorfchlag, Kennwort Wilhelm Theiß: 1. Wilhelm Theiß, Hüttenarbcit.r, 2. Ludwig Viehmann IV., Weißbinder, 3. Wilhelm Weller, Taglöhner, 4. Ludwig Dormehl, Rottenführer, 5. Ludwig Heep VII.. Rangiermeister, 6. Wilhelm Derg- häuser. Invalide. # Hungen, 2. Aov. Schneidermeister und Gastwirt Wilhelm Pletsch und seine Ehefrau Helene feierten heute das Fest der goldenen Hochzeit. Beide Iubilare sind noch verhältnismäßig rüstig und erfreuen sich guter Gesundheit. — Ihren 8 0. Geburtstag konnte gestern eine der ältesten Einwohnerinnen, Frau Elisabeth Eisenhut Wwe., geborene von Helmolt, feiern. Die Greisin ist geistig .und körperlich noch verhältnismäßig rüstig. Starkenburg. Schwerer Autounsall aus der Opelbahn. WER. Mainz, 3. Aov. Beim Einfahren eines neuen Opelwagens auf der Opelbahn in Rüsselsheim platzte der Reifen eines Vorderrades. Das mit hoher Geschwindigkeit fahrende Auto überschlug sich und begrub den Lenker des Wagens, den bekannten 25jährigen Rennfahrer Hans Wolf aus Frankfurt a. M., Jußball-Städtekampf Frankfurt - Mrnberg-Fürth 1:2(1:0) Im Frankfurter Stadion fand gestern vor etwa 12 000 Zuschauern ein Fußball-Städtekampf Frankfurt—Aürnberg-Fürth statt, zu dem beide Parteien nicht in stärkster Aufstellung erschienen waren. Aamentlich auf Frankfurter Seite sah man nur einige wenige von den namhaften Spielern, die in erster Linie für repräsentative Zwecke in Frage gekommen wären. Die Eintracht- und Rot- weiß-Leute fehlten ganz. Hm fo angenehmer überraschte die Tatsache, daß sich die heimische Auswahlelf, die aus Leuten des F. Sp. D. und der Union bestand, gegen die immerhin sehr starke Aufstellung der Bayern über alles Erwarten gut hielt und mit etwas Glück sogar einen Sieg, mindestens aber ein verdientes Unentschieden hätte erreichen können. Die Gäste stellten eine einheitliche und technisch sehr gute Elf, der die Frankfurter mit Eifer und Hingabe, vor allem aber auch mit achtbarem Können begegneten. Das Treffen wurde sehr fair und leidlich spannend, wenn auch nicht mit dem letzten Rest von Hingabe durchgeführt. Vereinzelt sah man sehr gute Kombinationsleistungen. Anfangs waren die Frankfurter leicht im Vorteil und führten durch einen Schuh ihres Mittelstürmers Leichter bereits nach 3 Minuten. Dann wurde der Kampf ausgeglichen, später beherrschten die Bayern mit geringer Heberlegenheit das Feld. Zum Schluß wurden die Frankfurter nochmals recht bedrohlich. Erst kurz nach der Pause war es dem bayrischen Mittelstürmer Franz gelungen, den Ausgleich aus nächster Tornähe zu erzielen, und etwa 10 Minuten vor Schluß erreichte derselbe Spieler durch placierten Strafstoß aus 18 Meter das siegbringende Tor. Schiedsrichter L i st aus Stuttgart leitete sehr korrekt. Oie Fußball-Verbandsspiele in Süddeutschland. In den beiden Gruppen Bayerns und der Gruppe Main fanden diesmal nur je zwei Ver- bandsfpiele statt, da sich die Spieler einiger Vereine noch auf der spielerisch verunglückten Reise in Budapest befanden. Der Bezirk Main-Hessen sah in der Gruppe Main Rotweiß Frankfurt über die Sp. Vgg. Griesheim mit 7:3 Toren siegreich, wodurch die Griesheimer weiterhin in bedrohlicher Abstiegsgefahr bleiben. Die Offenbacher Kickers retteten sich durch ein klares 5:1 gegen den Aachbarrivalen, Germania Bieber, vermutlich endgültig aus aller Dedrohnis. Die Gruppe Hessen hatte vor allem das wichtige Wormser Ortstreffen auf dem Programm, das von Wormatia auf eigenem Platze mit 1:0 überraschend knapp gegen Alemannia gewonnen wurde. V. f. L. Aeu-Isenburg siegte mit dem gleichen 1:0 über den S. V. Wiesbaden. Mit dem 5: 3 hatte der F. Sp. V. 05 Mainz offenbar keine allzu große Heberlegenheit gegen den S. V. 98 Darmstadt bewiesen, dagegen überraschte unter sich. Wolf wurde in das hiesige Städtische Krankenhaus transportiert, wo ein schwerer Schädelbruch, em dreifacher Kieferbruch und innere Verletzungen festgestellt wurden. Sein Zustand ist besorgniserregend. Preußen. Kreis Wetzlar. JJ Wetzlar, 31. Oft. Zwei historische Gebäude unserer Stadt werden zur Zeit von Grund auf erneuert. Das eine ist die evangelische Kirche am Schillerplatz, heute noch im Volksmund die Franziskanerkirche genannt, weil sie im Mittelalter einen Bestandteil des an dieser Stelle bestandenen Franziskanerklosters bildete. Aachdem der äußere Teil der Kirche hinsichtlich des Mauerwerks und der Kirchenfenster vollkommen wiederhergestellt ist, wird auch das Innere des Gotteshauses von Grund auf erneuert. Dazu hat die evangelische Gemeinde wesentliche Zuschüsse des Staates und der Provinz erhalten. Unter der Leitung des staatlichen Hochbauamtes ist im Altarraum der Kirche ein wasserdichter Daum für eine Warmluftheizung hergestellt worden, deren Montierung in den nächsten Wochen erfolgen wird. Außerdem ist der Fußboden vollkommen erneuert und ebenfalls wasserdicht hergestellt worden, um der Gefahr des der l.F. C. 03 Langen durch fein glattes 4:0 gegen Hassia Dingen. 2m Bezirk Bayern hielt sich in der Gruppe Nordbayern Bayern Hof gegen den 1. F. C. Bayreuth sehr gut. 1:1 war das Ergebnis. Auch zwischen dem QL S. V. Nürnberg und dem V. f. R. Fürth gab es keinen großen Torunterschied. 4:3 gewannen die Nürnberger. 2n der Gruppe Südbahern benutzte der D. S. D. München den Vorteil des eigenen Platzes zu einem 3:1 gegen Schwaben Augsburg. Mit dem gleichen Ergebnis gegen Teutonia München erregte der F. V. 94 Ulm Aufsehen. Lim den Handball-Pokal der OSB. Süddeulschland — Westdeutschland 7:5 (5:2). Das in Mülheim a. d. Ruhr gestern ausgetragene Handballspiel zwischen Süd- und Westdeutschland nahm vor 1500 Zuschauern einen recht spannenden Verlauf. Beide Mannschaften hatten auf Ersatz zurückgreifen müssen, der bei den Süddeutschen sich bewahrte, während er in der westdeutschen Elf versagte. Dies gilt vor allem von dem Halblinken Hansen. Aber auch die westdeutsche Verteidigung ließ viel zu 'wünschen übrig, dagegen war der Torwart ganz ausgezeichnet. Die süddeutsche Elf harmonierte in allen Teilen und lieferte ein hochstehendes Spiel. Süddeutschland lag bereits bei der Pause mit 5:2 Toren in Führung. Die süddeutschen Torschützen waren Zacherl (vier) und Fuchs. Nach der Pause waren die Westdeutschen etwas besser, es kam jetzt zeitweise zu einem sehr hartnäckig geführten Kampf. Doch konnten die Westdeutschen cs nicht verhindern, daß Süddeutschland noch zwei weitere Tore erzielte, denen die Westdeutschen nur drei entgegensetzen konnte. Damit stand der Sieg Süddeutschlands mit 7:5 fest. Die weiteren Spiele. Im allgemeinen nahmen die Spiele der Vorrunde um den Handballpokal der Deutschen Sportbehörde nicht den Verlaus, den man erwartet hätte. So gelang es in Hannover den Norddeutschen erst nach einer Spielverlängerung, Südostdeutschland mit 9:7 Loren zu schlagen. Aber auch Mitteldeutschland hatte in Halle seine Mühe, ehe es den Daltenverband mit 8:5 (4:3) Toren abfertigen konnte. 3n der Zwischenrunde. begegnen sich also Süd-, Mittel- und Norddeutschland, sowie die in der Vorrunde spielfrei gebliebene Berliner Mannschaft. Küppers schwimmt Europa-Rekordzeit. Auf dem Jubilaums-Schwimmfest in Ruhrort stellte Küppers (Viersen) im 100-Meter-Rücken- schwimmen mit 1,09 Minuten einen neuen deutschen und gleichzeitig Europa-Rekord auf. Er unterbot damit feine eigene Bestleistung um fast eine Sekunde. Auf derselben Veranstaltung wurde der deutsche Brustmeister S i e t a s von dem Kölner B u d i g in 1.15 Minuten einwandfrei geschlagen. Grundwass^rs zu begegnen. Bei den Wiederherstellungsarbeiten hat man außer gut erhaltenen Grüften am südlichen Flügel noch eine gut erhaltene Treppe aufgefunden, die eine Verbindung zu dem früheren Kloster herstellte. In den letzten Tagen ist das Innere der Kirche vollkommen eingerüstet worden, um die Wände reinigen und bemalen zu können. An Stelle der während der Kriegszeic geopferten Orgel soll eine vollkommen neue gebaut werden. Elektrische' Beleuchtung an Stelle der früher üblichen Kerzenbeleuchtung ist ebenfalls vorgesehen. Man hofft, mit den Arbeiten bis zum Frühjahr nächsten Jahres fertig zu sein. Während diese Arbeiten zu Lasten der evangelischen Gemeinde gehen, ist auf städtische Kosten das unter Altertumsschutz stehende Wirtschaftsgebäude vom Hofgut Magdalenenhausen in den letzten Monaten von Grund auf ausgebaut worden. Das Hofgut Magdalenenhausen mit einem Grundbesitz von etwa 400 Morgen hatte die Stadt während der Inflationszeit von dem Fürsten zu Solms-Braunfels erworben, und es war bisher zur landwirtschaftlichen Benutzung verpachtet. Nachdem nun das sehr geräumige Wirtschaftsgebäude innen und außen mit einem Kostenaufwand von rund 60 000 Mark vollkommen wohnlich hergerichtet ist und in seiner neuen Gestalt einen prächtigen Anblick bietet, außerdem in gesunder Lage direkt an schönen Buchenwäldern gelegen ist, besteht die (Absicht, die ganze Ansage als Sommerfrische zu verpachten. Die Ausschreibung ist bereits erfolgt Dieser Tage weilte eine Regierungskommission aus Koblenz hier, um den Ausbau dieser beiden Gebäude zu besichtigen, wobei auch die Anlagen am Kalsinunt in Augenschein genommen wurden. Wie wir hören, waren die Herren mit dem Gesehenen sehr zufrieden. O Oberkleen, 31.Oft. Der Friedhof unserer Gemeinde, der um die Kirche herumliegt, ist fast vollständig belegt Die Gemeinde ist daher gezwungen, einen neuen Friedhof anzulegen. Das hierzu erforderliche Gelände wurde bei der Durchführung der Zusammenlegung der Gemarkung ausgewiesen. Der neue Friedhof wird am Dorfausgange nach Niederkleen, westlich der Kleebachtalstraße, eingerichtet. Die Einfriedigungsarbeiten sind dem Bauunternehmer Hofmann in Ebersgöns übertragen. Die Schmiedearbeiten führt der Schmied Wilh. Schnorr von hier aus. — Die Versuche, eine neue Quelle für die Gemeinde-Wasserleitung zu erschließen, sind von Erfolg gewesen. Es wurde durch- den Bauunternehmer Zöller in Dornholzhausen an der Straße Oberkleen-Oberweh in der Nähe der alten Wasserleitungsquelle auf einem Gemeindegrundstück eine zweite Quelle gefaßt, die eine solche Wassermenge liefert, daß der Wasserbedarf der Gemeinde voll gedeckt ist. Einschränkungen im Wasserverbrauchs, wie sie bisher vorgenommen werden mußten, werden sich für die Folge nicht mehr als notwendig erweisen. Tierschutz und Schlachten. Der Gießener Tierschuh-Verein, Kaiserallee 1, teilt uns mit: Man betäube nach Vtöglichkeit jedes Tier vor dem Schlachten. Ist das unmöglich, so lasse man nach dem Schnitt den Kopf des Tieres nicht herabhängen, denn so lange warmes Blut im Gehirn ist, lebt und fuijlt das Tier. Bei aufgerichtetem Kopf stirbt es rascher. Deshalb trage man das Geflügel nicht mit herabhängendem Kopf zum Schlachten. Alle Werkzeuge müssen scharf sein. Hühner aller Art und Puten betäubt man durch kräftigen Kopf schlag und schneidet, oder schlägt ihnen dann den Kopf ab. Gänsen und Enten durchsticht man nach der Betäubung mit spitzem Messer den ersten Halswirbel hinten. Bloßer Kehlschnitt und das Hin- einstechen in den Schnabel ist grausam. Fische betäubt man durch kräftigen Schlag auf den Kopf und durchschneidet dann die Wirbelsäule hinter dem Kopf. Das Abschuppen des lebenden Fisches ist grausam, ebenso der Transport von Fischen ohne Wasser, wobei das Tier schreckliche Atemnot leidet. Kaninchen betäubt man durch einen wuchtigen Schlag mit einem schweren Stück Holz hinter die Ohren und durchschneidet dann die Halsadern. Bei Hausschlachtung von größeren Tieren sorge man für rasche gründliche Betäubung und lasse nach dem Schlachten mit aufgerichtetem Kopse ausbluten. Schlachtungen sind keine Schauspiele für Kinder. Der Anblick des vergewaltigten Tieres erregt in Kindern mitleidiges Grausen, oder hartherziges Vergnügen. Beides schadet dem Kind. Man schlachte auch nicht bei der Tötung von mehreren Tieren eines vor den Augen des andern, sondern erspare ihnen die Todesangst. Berliner Börse. Berlin, 4. Nov. (WTD. Funkspruch.) Zu Beginn der neuen Woche war es in den Bankbureaus vormittags sehr still. Man glaubt nicht, daß die Annahme des Volksbegehrens einen stärkeren Einfluß auf die Börse haben wird. Seitens der Kundschaft liegen jedenfalls eher Kaufaufträge vor. Die Spekulation verhält sich abwartend, Kurse sind noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,83, London gegen Mailand 93,13, London gegen Spanien 34,30, London gegen Kabel 4,88, London gegen Berlin 20,40, Kabel gegen Berlin 4,1805. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Anze,genaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Jür unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Ab morgen früh 8 Uhr! Verkauf nur gegen barl 9078A Mengenabgabe behalten wir uns ausdrücklich vor! Wir 1 behalten’ uns Mengenabgabe ausdrücklich vorl | Verkäufe Im Auftrage einer Frankfurter Basik verkaufen wir eine große Anzahl ganz neuer 9086 V Baldur Pianos und Flügol. „Vollste (Garantie". Im Fabriklal,er stehend! Die Preise sind von der Bank derart herahWzt daß niemand diese günstige Gelegenheti versäumen sollte. Instrumente können bis Weihnachten reserviert werden. L Lichleoslein 8 Co. ^Frankfurt a. M., Zeil 104, I. St. Gegr. 1864. | Empfehlungen) Bei Katarrh, Husten Asthma wirkt auch in ver- alieten Fällen der auffallend schleimlösende Kemni- Astbma-Tec. Zu haben BclikamAvo- tbeke. Kreuzvl. »jtoV *»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Frau Guilliams-Rohrer die erprobte Fachlehrerin der Stoffmalerei welche jetzt 2 Jahre im Ausland tätig war, kommt nach hier und gibt für mich im Hotel Prinz Carl, Seltersweg40vom 6.bis8 November kostenlose Unterrichtskurse. — Versäumen Sie nicht die günstige Gelegenheit u. besuchen Sie die Kurse in ihrem eigenen Interesse. Dieselben beginnen um 9, 14 und 20 Uhr. Es wird gebeten, Stoff mitzubringen. Otto Georg vorm. H. Kühn Seltersweg 36. 9. «3D Innigen Dank sagen wir allen denen, die uns bei un» r serer Vermählung in so reichem Maße bedacht haben Hans ZReiber | und Frau Erna geb. Göbel | Gießen, den 4. November 1929. 07122 t Drucksachen aller Art ftattung stilrein und preiswert die vrühl'sche Universttäts-Vruckerei, 8. Lange, Gießen, Schulst!, T. < 1 LUX StlfENHOCKCN ■ ■ . 5d»n>äbkcber0fen" Recht dem tadellos s Montag, 4. NovemberMY Homburg. Hanau und Bad Kissingen, wo ebenfalls die Dersorgungskuranstalten besichtigt wurden. Bund Hessischer Heimatfreunde. ' Frankfurt a. 1, 2. Dov. 3m Restaurant „3um Storchen" versammelten sich heute Anhänger der Heimatschulbewegung au- allen drei Provinzen Hessens zwecks Gründung eines Bundes der hessischen Hrt matschulfreunde. Lehrer Weinheimer (Mainz) konnte als Gäste Schulrat H a s s i n g e r (Darmstadt), der das hessische Kultusministerium vertrat, und mehrere Kreis- und Stadtichulrät: begrüben, darunter aus Oberhessen die Schulräte Fischer (Gießen), Gockel (Büdingen) und Lorentz (Lauterbach). Lehrer E i d- mann (Darmstadt) und Lehrcr^Roos (Viernheim) behandelten als Referenten den gegenwärtigen Stand der Heimotschulfrage in Hessen und verbreiteten sich über Zweck und Ziele und über die Rotwendigkeit der Gründung eine» Bundes. Dieser erstrebt in erster Linie die Vertiefung der Heimatschulidee und die pädagogische Auswertung der von den amtlichen heimatlichen Arbeitsgemeinschaften erarbeiteten heimatkundlichen Stoffe. Die sehr rege Aussprache ging tiefer auf das Heimatschulproblem ein, zog öte tlare Trennungslinie zwischen Heimatforschung und Heimatschule und wünschte, das) der Rahmen des Bundes weiter gezogen werde, indem als natürliches Arbeitsgebiet ganz Hessen und Rassau zusammengesaht würden. Ein gcschäftssührender Vorstand, bestehend aus den Lehrern E i d m a n n (Darmstadt), Spang und Weinheimer (Mainz), Schwarz (Rudingshain) und Rektor Pfeiffer (Birkenau), wurde mit dem Ausbau der Organisation beauftragt, die als Bundesorgan einstinunig die bereits erscheinende Heimatzeitschrist .Die alte Heimat" wählte. Beschlossen wurde, schon in nächster Zeit Provinzialtagungen in den drei Provinzen zu veranstalten, um weitere Kreise der Lehrerschaft für dis Arbeit des Bundes zu gewinnen. ---- 3 Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der ' Schriftleitung.) O. lk., Reichssiedlungsgeseh. Dieses Gesetz, vom 11. August 1919, können Sie auf Ihrer Bürgermeisterei einsehen. Jedes Reichsgeseh gilt für das ganze Reich und geht stets dem Landesrecht vor. Rach Art. 1 2lbs.2 des hessischen Landesgesehes vom 1. September 1919 ist der hessische Staat gemeinnütziges Siedlungsunternehmen im Sinne des vorgenannten Reichs- gesehcs. Es gibt weiter eine Beamtensiedlungs- verordnung des Reichs vom 11. Februar 1924 und ein Hess. Beamtensiedlungsgeseh vom 20. Oktober 1925. Der Inhalt der Gesetze ist so umfangreich, daß er unmöglich im Rahmen einer Briefkastennotiz Beantwortung finden kann. Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 259 Dritter Blatt Lin MchstagsariSschuß in Vad-Aauheim * B ad-R auheim , 4.Rov. Der 16e r Ausschub im deutschen Reichs tag, das ist der Kriegsbeschädigten-Ausschuß, weilte dieser Tage auf einer Besichtigungsreise in unserer Stadt. Die 16 Abgeordneten, die hier als Gäste waren, gehören den verschiedensten Parteien an. Unter i hnen befand sich auch der bayrische Dauernbündier Eisenberg in oberbayerischer Rationaltracht. Der Besuch galt der hiesigen Bersorgungs - Kuranstalt, woselbst die Unterbringung und Verpflegung der zur Kur weilenden Kriegsbeschädigten eingehend angesehen wurden. Als Gast wohn:e Bürgermeister Dr. A h I der Besichtigung bei. Als Vertreter des Reichsarbeitsministeriums waren die Ministerialräte Meier und G riesmeier anwesend, als Vertreter des Hauptversorgungsamtes Kassel Direktor W e r k m a n n und Reg.-Obermedizinalrat Krummacher. Die Führung durch die Anstalt, die zur Zeit baulich erweitert und auf eine Delegstärke von 82 Betten gebracht wird, besorgten als leitende Aerzte die Regierungsmedizinalräte Dr. Grünebaum und Dr. S ch r o e - der. Im Laufe des Besuchs wurden auch die Bäder und Kur anlagen einer Besichtigung unterzogen. Bei einem gesellschaftlichen Zusammensein im Kurhause begrüßte Kurdirektor_ von B o e h m e r die Gäste. Deren Dank für die gastliche Aufnahme in Bad-Rauheim übermittelte der Vorsitzende des 16er-Ausschusses, der demokratische Reichstagsabgeordnete Spare r. Er sprach im Ramen des Ausschusses seine hohe Befriedigung über das Gesehene aus. Don hier ging die Reise des Ausschusses weiter nach Bad verwundeten Kameraden Musche und des verwundeten Räubers zum Krankenhaus bewerkstelligte und ein anderer den dritten Räuber der Polizeiwache zuführte, nahm ich selbst mit dem vierten Beamten die Verfolgung der beiden Entkommenen in Angriff. Der eine von ihnen wurde schon in den nächsten Tagen zur Strecke gebracht, die Festnahme des fünften Räubers gelang aber erst viele Monate später in einer rheinischen Stadt, gelegentlich seiner Beteiligung an einem Straßenraube. Zu unserer größten Freude hatten wir aber schon in wenigen Monaten Gelegenheit, unseren verwundeten Kameraden wieder gesund unter uns zu sehen. (Fortsetzung folgt.) was uns die frühen Morgenstunden bringen sollten. Es wurde ein Uhr, zwei Uhr, und es schlug drei Uhr, aber nichts ließ sich vernehmen. Plötzlich hörten wir, wie über uns im Hausflur die Haustür geöffnet wurde, mehrere Personen eintraten und die Tür wieder hinter sich schlossen. Schon wenige Minuten später vernahmen wir an der hinteren Tür des Kellers, hinter der wir zum gebührenden Empfang der Mordbuben bereitstanden, leise flüsternde Stimmen. Ein Tan- del wurde von draußen in das Schloß gesteckt, das aber den hartnäckigen Versuchen gewaltsamer Oeffnung standhielt. Den Räubern gelang es nicht, das Schloß zu öffnen, und unwillig vor sich hinbrummend, zogen sie sich zur Beratung in den Hausflur zurück. Wir glaubten sie immer noch bei ihrer „Konferenz", als uns ein krachendes Geräusch von dem vorderen Eingang des Kellers her zusammenfahren lieh. Die Räuber hatten, da sie die Oeffnung der hinteren Tür nicht bewerkstelligen konnten, einfach die vordere Kellereingangstür eingedrückt und polterten nun die Kellertreppe herunter. Eine elektrische Taschenlampe blitzt auf, die Räuber, vier, nein fünf Mann, suchen den vordersten Keller ab. „Der Jude hat sich versteckt, wir müssen ihn suchen" ruft der Führer, als er das leere Bett des Trödlers erblickt. Und dann treten sie in den zum hinteren Eingang des Kellers führenden Gang hinaus, in dessen Rische wir, in Erwartung ihres Eindringens von der hinteren Kellertür aus, der Verbrecher harren. „Hände hoch, Kriminalpolizei!" schmettern wir den Räubern entgegen. Ihre Antwort sind einige Schüsse, die von unserer Seite selbstverständlich sofort erwidert werden. Drüben ein Aufschrei, neben mir sinkt einer meiner Beamten zu Boden, dann drüben noch ein Schrei, das Feuer verstummt, unö_ „halt, wir wollen uns ergeben", bitten die Räuber. Aber als wir uns anschicken, hervorzutreten, um die Räuber zu fassen, setzt von drüben wieder ein starkes Feuer ein, das uns nun zur rücksichtslosen Abwehr zwingt. Dann brechen wir zum Angriff hervor, um Die Räuber zu überwältigen. Einer der Verbrecher liegt erschossen im Kellereingang, die übrigen aber hatten trotz unseres Sperrfeuers, mit dem wir ihnen den Rückzug aözuschneiden suchten, die Möglichkeit gehabt, zu entfliehen. Ihnen nach! Wenige Häuser entfernt finden wir einen schwerverletzten Räuber und neben ihm den dritten, der sich mit der Pistole nochmals zur Wehr zu sehen versucht. Mein Faustschlag macht ihn rasch und endgültig kampfunfähig. Die beiden anderen Räuber waren „Hände hoch — Kriminalpolizei!" Was ich in 45 jährigem Kamps gegen das internationale Verbrechertum erlebte Don Kriminalkommissar Ernst Engelbrecht. Eophright by Greiner & Co., Berlin NW 6. in dem Keller des Trödlers und warteten ab, aber vorläufig entkommen. Während einer der ' ' ' i Beamten den sofortigen Abtransport des schwer» V. 3d) werde der Mordkommission zugeteilt. Sperrfeuer im Trödlerkeller. Auf Anordnung des Dirigenten der Kriminalpolizei wurde ich Oktober 1921 auch auf die Mordbereitschaftsliste gefetzt. Diese Liste enthielt die Ramen von etwa sechzehn Kriminalkommissaren, die zur Bearbeitung von Mord- und besonders schweren Kapitalverbrechen herangezogen wurden. Immer je zwei dieser Kriminalkommissare bildeten zusammen je eine Mordkommission, die dann der Reihe nach vier Wochen hindurch den Mordbereitschaftsdienst zu versehen hatte. Diesen Mordkommissionen wurde auch noch cm Stab anderer Beamter der Kriminalpolizei und Beamte des Erkennungs- und Fahndungsdienstes zugeteilt. _ Hier hatte ich Gelegenheit, einige Kapitalfalle zu bearbeiten, die durch den Verlauf ihrer Aufklärung besonders interessant waren. Eines Morgens wurde mir vertraulich mit- geteilt, daß im „Dalles", der damals berüchtigsten Verbrecherbörse Berlins, zwischen einigen Verbrechern ein Gespräch belauscht worden sei, das sich um die Ermordung und Beraubung eines in der Linienstrahe wohnenden Trödlers drehte. Die Angaben waren derart Präzis, daß die Kriminalpolizei sie für zutreffend halten mußte. Vier der DalleSstammgäste hatten sich verabredet, m den folgenden Äacht in einen Linienstrahe 37 belegenen Trödlerkeller einzudringen, um den dort wohnenden jungen Trödler zur Herausgabe seines Geldes zu zwingen und ihn dann zu ermorden. Mein Gewährsmann hatte von einet der zahlreichen im „Dalles" verkehrenden Dirnen noch erfahren können, daß sie und eine ihrer Freundinnen zur Begleitung und Beteiligung an dem Mordüberfall aufgefordert worden waren. Aber diese Angaben genügten selbstverständlich nicht, die Verbrecher endgültig zu überführen, cs war deshalb unbedingt erforderlich, sie auf frischer Tat zu ertappen. Der Trödler wurde unter Forderung strengsten Stillschweigens ührr die Sachlage unterrichtet und ihm der sicherste Polizeischuh zugesagt. Der Vorschlag der Krimi- nalpolizei an den Trödler, unter polizeilichem Schutze im Keller den Ueberfall abzuwarten, wurde energisch abgewehrt. „Ich bin noch so jung und ich möchte noch nicht sterben", waren die Worte, mit denen der junge Galizier sich gegen unsere Pläne sträubte. Wir fünf, ich, Heinrich Wild und drei Beamte, versteckten uns IST „ BESSER// tua So LX947-M AFT IN MANNHEIM DER SUNLICHT GESELLSC Normalpackung 50 Pfg. Doppelgrosse Packung 90 Pfg. NIEMALS LOSE, NUR ECHT IN DEM. BLAUEN W LUX-PAKET Erfahrene Fachleute bestätigen, dass warmes Waschen den Schmutz leichter und gründlicher entfernt, und dass scharfe Waschmittel den Geweben schaden. Führende Wäsche-Fabrikanten empfehlen deshalb lauwarmes Waschen mit den reinen, milden Lux Seifenflocken. So sagt Bemberg: "Lux Seifenflocken entfernen den Schmutz, ohne das Gewebe anzugreifen.“ ipn Sie ri^S9 SCk - c U^^^gen^ Bereite V^ Sle ^Zd°°°AS^ ^bdg ’^d« „Nehmen Sie Lux Seifenflocken so sagen die ' z 2 3-erK) ’ S -> 2 2 $cr QH n HÖ 0 a Sa ptoS a _ c ~ 9^ h 2- H a — e 2:0 3 o Zc-3 - z-c1 „Rn trl.ß ~3 - .=•= I5?n 2 ä-2, z d = ■2 3naÖ2'5‘=’ - - ~ • Jr.J-Sa e n 3 3 o-=,a 5 *5-*=.3 3 _ Q 2.3 •s 2.* £3 “'ft- aQ 2 2 0 -.z.3 0 c ff * 3 0 d k 9 c> 8 <2 Q S- S' 3 Ä o S2 p <0 2 ® c 5$ o 5 p u> >3- S § 2 I • 5 ? 0. Z-^5 nS-fi£ 2 c n X** Z *• c. -* rY n Z n V. rSrt? z n z®. ? 5'*'2.3*’2 8?» .-X doer ‘‘CT-S 2 „® 5 3 3 22 ■ 2 5 ÖS 2-2.5 2. P d c df o 3 O ? 2; p 2° z a 2-2 " "--2.2 2 1 .5 s?. - : O 2-r< p ro <75 2. 3 2'55'^3« = " o o= C7^ ~ Restaurant zum Aquarium Walltorstraße 5 Morgen Dienstag Schlachtfest mit Konzert Morgens Wellfleisch mit Kraut 9k8D J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN 89^ A Stf ein und Onkel Mollig hält eich vergnügt lächelnd den Bauch, wie er es Immer tut, wenn er sich behaglich fühlt, oder wenn er etwas Gutes zu essen bekommt. . , , . , . . . , In der unteren Ofenkachel läßt sich zudem ausgezeichnet backen und braten. So ein Schwäbischer Ofen hält aber auch die Stube warm, man kann Jedes Brennmaterial, Holz, Braunkohlen, Steinkohlen und Briketts darin brennen und ihn weitgehend regulieren. Wer es diesen Winter in seiner Bauernstube gemütlich haben wil , der schafft sich einen praktischen Ofen an. Zwanglose Besichtigung erbeten. ,r.\ >A f'Ä » : yV.v. H sixj K ■; M - Liebe m Ketten. Vornan von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten. .Sie sagte, ihre Tante liege im Sterben", schloß er. „Aber ich kann Ihnen noch etwas mitteilen, was von Wichtigkeit für Sie fein wird. Damals sagte die junge Frau, daß ein Bekannter ihres Mannes, dessen früherer Arbeit- gebe,-, als Trauzeuge mit einem zweiten Herrn fungiert hatte und daß die beiden mit ihnen in einem Restaurant gespeist hätten. Der Mann hieß Frome, und wir suchten damals diese Firma vergebens. Mittlerweile aber haben wir sic noch ausfindig gemacht. Der Herr wohnt Park Lane 11.“ „Sehr gut," erwiderte Isolde. „Ich werde auch ihn aufsuchen. Einstweilen danke ich Ihnen im Ramen der jungen betrogenen Frau herzlichst und hoffe, daß Sie bereit sein werden, Ihre Aussagen vor einer amtlichen Person zu wiederholend Das versprach Mister Barker gern. Isolde schützte Eile vor und verließ das Gasthaus, um nun erst einmal jenen Mister Frome aufzusuchen. Bald war sie in der stillen Parkstrahe und wurde auch sogleich in das Parlour des Hauses Bummer 11 geführt. Aber als Mister Frome ihr gegenüberstand, wußte sie sofort, daß dieser Mann sich niemals zu einer unlauteren Tat bereitfinden lassen würde. Wenn er als Trauzeuge fungiert hatte, dann war diese Trauung gesetzmäßig vor sich gegangen. Und gerade das war doch für sie die Hauptsache! Hatte Berndt Klausen das unerfahrene Mädchen nur zum Scheine geheiratet, dann bestand keine Ehe, dann konnte sie Käthe zwar immer noch als Betrügerin entlarven, ihr aber nicht mehr mit dem Zuchthause drohen. Isolde spielte auch hier ihre Rolle mit größtem Geschick. Sie sagte: „Ich bin in einer peinlichen Angelegenheit selbst nach London gekommen, zu Ihnen, Mister Frome. Mein Vetter Berndt Klausen hat sich in Ihrer und eines anderen Herrn Gegenwart, dessen Rame mir leider entfallen ist, mit Käthe Fernau in London trauen lassen und damals, obwohl es vorschriftswidrig war, den Trauschein an sich genommen ..." Sie schlug wieder auf den Busch, denn sie wußte nicht das geringste, ob es wirklich so gewesen war? Da Mister Frome noch nichts antwortete, fuhr sie fort: ..Sie haben vielleicht erfahren, daß mein Vetter einen schweren Unfall erlitten hat. Damals sind ihm verschiedene wichtige Papiere abhanden gekommen, wahrscheinlich verbrannt, unter ihnen der Trauschein. Da er dessen nun bedarf, ,um sich in einer Erbschaftssache als rechtmäßiger Gatte jener Käthe Fernau auszuweisen, so handelt es sich darum, eine Bestätigung der vollzogenen Trauung zu beschaffen. Mein Vetter ist noch nicht so weit wiederhergestellt, daß er selbst die weite Reise hätte antreten können. Da ich aber London von früher her kenne und die Landessprache, wie Sie ja hören, beherrsche, so erbot ich mich, das Dokument zu beschaffen. Ich hoffe, Sie werden bereit sein, mich dem Beamten gegenüber zu legitimieren. Bitte, hier ist mein Pah!" Sie zog diesen aus der Handtasche und bot ihn Mister Frome; doch dieser lehnte mit einer Handbewegung ab. Auf seinem bartlosen Gesicht war nicht zu lesen, welchen Eindruck das eben Gehörte auf ihn gemacht hatte. Er sagte auch zunächst noch nichts, sondern schaute wie prüfend auf seine Besucherin. Daun endlich fragte er: „Sie sind also die Kusine des Mister Klausen?" Isolde nickte ohne Zaudern. „Soso. Und es geht Herrn Klausen noch nicht gut?“ „L-ider nicht. Er hat noch an den Folgen des Unfalls zu leiden." Wieder sagte Mister Frome nur sein: „Soso," und rieb sich leicht die Hände. Dann fügte er hinzu: „Wenn Sie gestatten, werde ich Ihnen den Weg nach dem Bureau des betreffenden Beamten abnehmen und selbst das Duplikat des Trauscheins besorgen." Isolde von Kletten stutzte etwas, aber sie fand nichts Bedenkliches bei diesem Vorschläge und dankte für die Bereitwilligkeit Mister Fromes. „Sie haben nichts zu danken," erwiderte dieser, sie abermals mit merkwürdig prüfendem Blick anschauend. „Mister Klausen ist mir ein lieber Freund. Es wird mir ein Vergnügen fein, ihm eine Gefälligkeit erweisen zu können. Ich werde ihm den Schein sicher besorgen." Jetzt stutzte Isolde von neuem. Das durfte auf keinen Fall geschehen! Berndt Klausen durfte nicht erfahren, daß sie in London gewesen war! Aber wie sollte sie den Engländer hier von seinem Vorhaben abbringen?“ Roch sann sie darüber nach, als Mister Frome bereits fortfuhr und sagte: „Sie wissen, daß damals Mister Klausen in meinem Auftrage tätig war?" Himmel, was war das nun wieder? Isolde hatte Muhe, ihre Fassung zu bewahren und zu erwidern: „Ich hörte davon, aber, offengestanden, ich war damals mit meinem Vetter nicht ganz einig — eben wegen dieser Heirat. Sie verstehen ... Er hat sie ja auch heimlich betrieben.. „Ich verstehe," gab Mister Frome zu. Dann schwieg er. In höchster Verlegenheit saß Isolde von Kletten da. Wie sollte sie den Trauschein in ihre Hände bekommen? „Ich weiß wirklich nicht, Mister Frome, ob ich Ihnen die Mühe zumuten darf. Vielleicht wäre cs bas einfachste, wenn ich mir das Dokument aushändigen ließ, um es meinem Vetter sofort nach meiner Heimkehr zu übergeben." „Gewiß wäre das angängig, meine Dame, doch Sie werden verstehen, daß ich als Geschäftsmann in solchen Sachen etwas peinlich bin, und noch ganz besonders als Engländer. Ein Trauschein ist eine so wichtige Urkunde, daß man sie nur mit äußerster Vorsicht behandeln muh. Da ich sowieso an meinen Freund zu schreiben habe, werde ich diese Gelegenheit benutzen und den Schein mit meinem Briefe unserem Konsul in Berlin übermitteln, der ihn dann persönlich meinem Freunde aushändigen wird. Sie wer- Lichtspielhaus m« Bahnhofstraße 34 Ab heute bis einschließlich Mittwoch I wieder ein erstklassiges Doppelprogramm! S t. Schlager: I Brigitte Helm in I Der Skandal in ■ QMBHBEUBHnanH I Baden-Baden Gesellschaftsschauspiel in 7 spannend. Akten. Mitwirkende: Henry Stuart, Lilly Alexandra, Leo Peukert, Ernst Stahl-Nachbauer, Rudolf Blebrach I 8.Schlager: I Die blaue Maus Großes Lustspiel in 7 Akten. In den Hauptrollen: Jenny Jugo, Harry Halm, Julius Falkenstein, Albert Faulig, Hermine Sterler, Willy Forst 9082c Ferner: Die neueste Ufa-Wochenschau Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschließlich Mittwoch 8 Schlager: Das brennende Schiff Sensationsschauspiel in sieben Akten Wennzweisich lieben In der Hauptrolle: Karina Bell Ein Drama mit unerhörter Spannung Technikum Ilmenau TliOr. Ingenieurschule tOr Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betriebafflhrg. Werkmeisterabteilung Bekanntmachung. Vielfachen Wünschen entsprechend werden ab Montag, den 11. November 1929, Wochenkarten eingeführt, die sowohl auf der Omnibuslinie Alten-Buseck—Wieseck— Gießen als auch auf der Städtischen Straßenbahn ab Walltor gelten. Es kommen folgende Karten zur Ausgabe: 9081D Sorte A (rot): Alten-Buseck — Gießen, Bahnhof 3,20 RM., Wieseck—Gießen, Bahnhof 2,20 RM., gültig für sechs Hin- und Rückfahrten, davon sechs Hin- und, Rückfahrten ab Walltor mit der Straßenbahn. Sorte B (grün): Alten-Buseck — Gießen, Bahnhof 3,20 RM., Wieseck—Gießen, Bahnhof 2,20 RM.,. gültig für sechs Hin- und Rückfahrten, davon sechs Fahrten im Durchgangsverkehr mit dem Omnibus bis zum Bahnhof und sechs Fahrten ab Walltor mit der Straßenbahn. Bei den Fahrten ab Walltor bleibt es unberücksichtigt, ob sie auf dem Hinoder Rückweg gemacht werden; es sind insgesamt sechs Fahrten auf jedem Verkehrsmittel möglich. Sorte C (weih): Alten-Buseck — Gießen, Bahnhof 3,20 RM., Wieseck—Gießen, Bahnhof 2,20 RM., für alle Fahrten im Durchgangsverkehr mit dem Omnibus bis zum Bahnhof. Die Wochenkarten werden nur durch die Ausgabestellen der KVG. „Hessen" (Schaffner und Fahrer) verabfolgt. Sie gelten jeweils eine Kalenderwoche für sechs Hin- und Rückfahrten. Die bisher eingeführten Monatskarten entfallen künftig, dagegen bleiben die sonst eingeführten Wochenkarten bestehen. Um auch den Fahrgästen mit Einzelfahrscheinen ein glattes und reibungsloses Umsteigen zu ermöglichen, werden ab 15. November 1929 Gemeinschaftsfahrscheine ausgegeben, und zwar: Ausgabe durch sivG. „Hessen": Alten- Buseck —Gießen, Bahnhof 0,65 RM., Wieseck—Gießen, Bahnhof 0,35 RM., gültig ab Walltor mit der Straßenbahn. Ausgabe durch Städtische Straßenbahn: Gießen, Bahnhof — Alten-Buseck 0,65 RM., Gießen, Bahnhof—Wieseck 0,35 RM., gültig ab Walltor mit dem Omnibus. Für Kinder und sonstige Fahrpreisermäßigungen ist ein Gemeinschaftsverkehr nicht vorgesehen. Näheres durch die Direktion der Städtischen Straßenbahn bzw. Betriebsstelle Gießen—Wieseck der KVG. „Hessen". Gießen, den 2. November 1929. Direktion der Städtischen Straßenbahn Gießen. S t o 11 e. Frankfurt a. M., den 30. Oktober 1929. Direktion der Krast-Verkehrs-Gesellschast „Hessen" m. b. $)., Frankfurt a. M. H-U-. den zugeben, daß das der sicherst« Weg ist. — Wenn ich Ihnen noch sonstwie dienen kann?" Da durfte Isolde keinen Einwand mehr geltend machen, sonst lief sie Gefahr, den Verdacht dieses steifen Engländers zu erregen. Sie erhob sich also und sprach noch einige Dankesworte. „Die Adresse meines Freundes ist mir bekannt," sagte da Mister Frome noch. Fast wäre Isolde zurückgetaumelt, so sehr wurde sie durch diese wenigen Worte überrascht. Sie merkte, daß sie bleich wurde; aber vergebens suchte sie sich auch jetzt noch zu beherrschen. „Ich weiß nicht, wie mir auf einmal wird", stammelte sie. „Vielleicht habe ich mich überanstrengt, vielleicht ist die Aufregung schuld... Würden Sie mir ein Glas Wasser reichen lassen. Mister Frome?" Dieser hatte schon ein Glas aus einer Karaffe gefüllt und bot es chr mit einer leichten Verbeugung. Aber er sagte kein Wort des Bedauerns, und Isolde meinte, sie könnte ihn wegen dieser Schweigsamkeit hassen. Hätte sie diesen Besuch rückgängig machen können, sie wäre froh gewesen. Run mußte sie fürchten, daß Berndt Klausen von ihren Schleichwegen erfuhr, und das hatte sie vermeiden wollen? Immerhin! Sie wußte jetzt, was sie nie für möglich gehalten hätte: Käthe war verheiratet gewesen, als sie die Frau Felix Turnaus geworden war. Das genügte vollkommen! Sie trank etwas von dem Wasser und verabschiedete sich dann, um schleunigst in ihr Hotel zurückzukehren. Es stand bei ihr fest, daß sie mit dem nächsten Schiffe nach dem Festlande fahren muhte, um ihre Trümpfe ausspielen zu können, ehe Berndt Klausen durch den Brief Mister Fromes stutzig werden konnte. Wenige Minuten später wußte sie, daß noch am gleichen Tage ein Dampfer nach Vlissingen abging. Sie bezahlte die Hotelrechnung und fuhr ab, immer noch voll dämonischer Freude, daß sie nun die verhaßte Rebenbuhlerin vernichten konnte. Wie sie sich auf die Stunde freute, wo sie vor Käthe hintreten und ihr alles ins Gesicht schleudern konnte. Ganz ahnungslos mußte sie die Verhaßte treffen! Und was würde Felix fggen? * Isolde von Kletten hatte doppeltes Glück. Sie erreichte den Dampfer, hatte in Vlissingen auch gleich Anschluß, und kam schneller, als sie gehofft hatte, nach Berlin. Als sie aber dort auf dem Bahnsteige stand und überlegte, wohin sie fahren sollte, sah sie unter den zahlreichen Menschen einen Herrn, den sie von früher kannte und doch nicht mehr hätte kennen dürfen. Es war ein Herr von Friedenau, ein früherer Offizier, der aber schon vor dem Kriege den bunten Rock hatte ausziehen müssen — wie man behauptete, wegen allerhand Schwindeleien, die er begangen hatte. Isolde faßte sofort einen neuen Plan. Sie rief Friedenau an, der sie nur zögernd erkennen wollte. Es gelang ihr, ihn zum Besuch einer ihr bekannten Weinstube zu bewegen, da sie etwas Wichtiges mit ihm zu besprechen habe. Als sie in einer abgelegenen Rische des ruhigen Lokals faßen, entwickelte Isolde dem ehemaligen Freunde den Plan, Er sollte für sie als „Detck.iv" nach Turnau gehen, um Käthe von Turnau und Bemdt Klausen zu beobachten, natürlich gegen gutes Entgelt. Friedenau hörte sich Isoldes Vorschläge ruhig mit an. Dann aber sagte er ihr schneidend, daß er nicht daran denke, unsaubere Spionagedienste für sie zu übernehmen und wollte sich brüsk verabschieden. Der entsetzten Isolde gelang es noch, ihm das Versprechen abzunehmen, sie nicht zu verraten. Friedenau versprach zu schweigen, solange dieses Schweigen mit seiner Ehre vereinbar sein werde. Dann ging er hastig davon. Isolde von Kletten sank fassungslos wieder auf den Stuhl, von dem sie sich erhoben hatte. Welch ein Reinfall! Welche Unvorsichtigkeit! Ihr einziger Trost war, daß dieser frühere Offizier nie mehr mit seinen ehemaligen Stan- desgenossen zusammenkommen würde, daß er also auch nichts verraten konnte. Rachdem sie sich mit Mühe etwas beruhigt hatte, verlieh sie das Lokal. Jetzt stand bei ihr fest, daß sie sich nun selbst mit Bemdt Klausen in Verbindung sehen muhte. Und so fuhr sie noch am gleichen Tage nach einem Dorfe, das von Altberg und von Turnau fast gleich weit entfernt war. Dort mietete sie sich in einem Gafthause ein Zimmer. Rachdem sie lange mit sich zu Rate gegangen war, entschloß sie sich, Bemdt Klausen brieflich um eine Unterredung zu bitten. Sie setzte sich hin und schrieb an diesen einen Brief, unterzeichnete aber nicht mit ihrem Rainen. Dann wartete sie in höchster Erregung und Spannung auf die weitere Entwicklung ihre« Pläne. Das eine aber glaubte sie ganz sicher zu wissen: Wenn sie aus dieser Gegend schied, dann war di« verhaßte Rebenbuhlerin endgültig erledigt, dann hatte sie heimlich Schloß Turnau und Felix verlassen. Dann war die Bahn frei für Isolde... Und dann... Das leidenschaftliche Weib preßt« beide Hände auf das heftig schlagende Herz. „Dann wird Felix doch noch mein, doch noch!" Beglückt durch die Ueberzeugung, dah er Käthe durch seinen Verdacht schwerstes Unrecht angetan, daß Isolde von Kletten ihn belogen hatte, war Felix Turnau nach der Reichshauptstadt gefahren, wie immer, allein in seinem Abteil. Er hatte absichtlich nichts zu lesen mitgenommen. Er wollte sich, als eine Art Sühne, unterwegs in Gedanken nur mit Käthe beschäftigen. Und das tat er auch. Aber es war ganz merkwürdig! So sehr er sich dagegen sträubte, immer wieder klang in ihm eine Stimme, die ihn fragte: „Und wenn Isolde doch recht gehabt hätte? Wenn doch zwischen ihr und diesem Klausen einmal mehr bestanden hätte als eine flüchtige Bekanntschaft?" Das war entschieden sehr verdächtig gewesen, daß Käthe ihn in Monte Carlo gebeten hatte, mit ihr eine Weltreise anzutreken, nachdem sie erfahren hatte, daß dieser Klausen zu ihm kommen sollte, derselbe Klausen, um deswillen sie nicht nach Turnau hatte kommen wollen. Warum das alles? (Fortsetzung folgt.) Seltersweg 19 90430 eheime Kräfte WISSENSCHAFTLICHE Seit Hunderten von Jahren verjagten die Bewohner von Joachimsthal Kopfschmerzen, indem tie die dort vorkommende Uranpechblende auflegten. Man sprach von „geheimen Kräften“» Pfarrer Kneipp hat bekanntlich das Barfußgehen frühmorgens durch Wald und Wiesen als sehr gesund bezeichnet. Die Erfolge haben ihm recht gegeben. Das Volk sprach von „geheimen Kräften" des Morgentaus. Die Bergarbeiter von joachimsthal leiden so gut wie nie an Rheumatismus, Ischias oder Gicht« Der Volksmund sprach von „geheimen Kräften“ der Höhlenluft. Der Wunderglaube wurde durdi wissenschaftliche Erkenntnisse ersetzt. Heute wissen wir. daß in St. Joachimsthal in Böhmen, große Elemente Radium vorhanden sind. Heute wissen wir durch die Feststellungen von Prof. Negro in Bologna, daß der Morgentau sehr radioaktiv ist. Aus wissenschaftlichen Erkenntnissen erwuchsen die Versuche, die Radiumwirkungen auf den Körper praktisch anzuwenden. Diesen Versuchen entsprang die Schaffung der radioaktiven Senkfuß-Einlage Radiumette Die Radiumette ist eine Senkfuß-Einlage, die nicht nur rein mechanisch auf den Fuß wirkt, sondern ständig Radiumstrahlen aussendet. Behandeln auch Sie Ihren Fuß durch Radiumbestrahlung! Lassen Sie Ihren Fuß durch unseren Ortho- pedisten kostenlos untersuchen. Lassen Sie sich die Radiumette, die neue epochale Erfindung auf dem Gebiete der Orthopädie unverbindlich vorführen. Schuhhaus Metropol .1 X Dion 2.20 5 !Reid)? lohn, schrie in|W iinterSt »nschnl po zranlst ür.2 6i|d)e' Sonnt01 D h' Di« Pralc Da famml fciterii ber 3 rischen über ix milie. 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