Freitag, 4. Oktober (929 (79. Jahrgang Ur. 253 Erstes Blatt Zum Tode Stresemanns wie das alles he 3. rft»6tr Trauerseier im Reichstag wird ein großer Baldachin errichtet; auf dem Sarg, in dem Stresemann aufgebahrt wird, liegt die Dicnstslagge des Reichsaußen- Ministers, die den Schild und den Reichsadler zeigt. Die Einzelheiten der Beisetzung wurden heute mittag in einer Besprechung zwischen Reichsminister S e - vering. Staatssekretär Zweigert und Reichs- kunstwart Dr. R e d s l 0 b besprochen. Die Beisetzung auf dem Friedhof wird nur im Beisein der Familienmitglieder und der engsten Freunde des verstorbenen erfolgen. Professor Lederer wird. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis für ( mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Dr. er- Das Gtaatsbegräbms für Stresemann. Eine Trauerfeier im Reichstag. Berlin. 3.Ott (WB.) Die sterbliche hülle D a r m st a d t. 3. Ott WTB.) Staatspräsi- deut Dr. Adelung, der heute zur Länderbesprechung in Berlin weilte, hat der Reichsregicrung und der Witwe des verstorbenen Reichsaußenministers namens der hessischen Staats- regierung das wärmste Beileid ausgesprochen. Sämtliche Regierungsgebäude haben die F l a g g e n auf halbmast gefetzt. Zum Zeichen der Trauer blieb das Landestheater heute geschloffen. Der Präsident des hessischen Landtages. Delp, hat dem Reichskabinett folgendes Telegramm übermittelt: Dem Reichskabinett spreche ich im R a m e n des hessischen Landtages zu dem Ableben des Reichsauhenministers Dr. Stresemann innigstes Beileid aus. Sein großes Pslichtbewußtsein und seine Verdienste um das Deutsche Reich werden ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte sichern. Der Landeskommissar für das befehle hessische Gebiet. Provinzialdirektor Geh. Rat Dr. Ufinger, hat an Frau Dr. Stresemann folgendes Telegramm gerichtet: Deutschland und die Welt mit ihm trauern um den mächtigen Verstand und das große her; des Mannes, der wie keiner dem Frieden und der Versöhnung den weg gebahnt Hal. Die Lande am Rhein und darunter das besetzte hessische Gebiet danken dem Staatsmann, der ihnen die Freiheit erstrilt. in tiefstem Schmerze ob seines jähen Todes. „Der für seine Hausaltäre kämpfend, ein Beschirmer, fiel; krönt den Sieger größre Ehre, ehret i h n das fchönre Ziel! — Der für feine Hausaltäre kämpfend fank. ein Schirm und hort, auch in Feindes Munde fort lebt ihm feines Romens Ehre." 12,36 72,93 Frankreich Md England Znm Tode des Außenministers. wir hören, die Totenmaske abnehmen. Hessens Teilnahme. Der Dank des besetzten Gebiets. Das Beileid Briands. Aeutzerungcn Herriots und Ctemcnccaus. Paris, 3. D!t. (WB.) Ministerpräsident und Außenminister Briand in Begleitung des Chefs des Protokolls de Fouquidres fuhr heute vormittag um 111 Uhr an der deutschen Botschaft vor und hat dem Geschäftsträger Dr. Rieth im Namen der französischen Regierung und in seinem persönlichen Namen das Beileid zum Ableben des Reichsaußenministers Dr. Stresemann zum Ausdruck gebracht. Briand betonte, daß er den Tod um so mehr beklage, als er mit Dr. Stresemann ausgezeichnete persönliche Beziehungen unterhalten habe. Ministerpräsident Briand hat den französischen Geschäftsträger in Berlin beauftragt, der Reichsregierung das aufrichtige Beileid der französischen Regierung zum Ableben des Reichsaußenministers zu übermitteln. Briand hat ferner folgendes Beileidstelegramm an Frau D r. Stresemann gesandt: „Tief erschüttert erhalte ich die Nachricht vom Tode Dr. Stresemanns. Ich bitte Sie, an meine schmerzliche Teilnahme an dem Verlust, der Sie so grausam trifft, zu glauben. Ich werde Ihrem Gatten, dessen hohen Gedankenflug und vollkommene Loyalität des Charakters ich bei Verfolgung eines gemeinsamen Ideals schätzen lernte, ein aufrichtiges Andenken bewahren." Der ehemalige Ministerpräsident Edouard Herriot hat sofort nach Dekanntwerden der Nachricht vom Tode des Reichsaußenministers in Lyon an den Reichskanzler folgendes D e i - leidsteleg ramm gerichtet: „Empfangen Sie mein tiefstes Beileid zu dem schmerzlichen Verlust, der Ihr Land trifft und der alle aufrichtigen Freunde des Friedens tief erschüttert, (gez.) Edouard Herriot. Bürgermeister von Lyon." Ein Berichterstatter des „Journal" hat dem ehemaligen Ministerpräsidenten Clemenceau die Nachricht vom Hinfcheiden des Reichsaußenministers überbracht, worauf Clemenceau erklärte: „Ich bedauere sehr den Tod dieses Politikers. Er war ein eifriger Arbeite r.“ „Ich glaube", so warf der Berichterstatter ein, „Stresemann hat a u f r i ch t i g an der Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland gearbeitet." „Vielleicht", so unterbrach ihn Clemenceau, „aber man hat ihm z u v i e l gegeben. Er hat uns einge- -<7 1,751 111Z 111.K 112; 10.535 21,9* 2,368 4,192 16,** 80,90 62-13 i,998 0,4975 58,92 tS Ä 2,025 iS ME JO,« wT 1,762 58,485 112.07 112, 112$ 'S Ä I6,*8 81-06 62. 2,0 0,4995 59,0* ts Ä 18$ 81$ 2<0g & MNg 168$ 1,762 58$ 112,03 !!>Z 20$ gestattet. Auch der dänische Staatsminister S t a uni n g und der Minister des Auswärtigen, Munch, haben dem Reichskanzler die herzliche Anteilnahme der dänischen Regierung ausgesprochen. Beileidstelegramme gingen ferner ein von den Regierungen Irlands, Polens, der Niederlande, Ungarns, Südslawiens, Japans und Chinas. Ferner von dem früheren britischen Ministerpräsidenten Baldwin, dem ehemaligen britischen Staatssekretär Chamberlain, dem Doyen des diplomatischen Corps in Berlin, Nun- cius P a c e l l i. dem amerikanischen Staatssekretär S t i m s 0 n und dem amerikanischen Botschafter in Berlin, S h u r m a n, dem griechischen Ministerpräsidenten Deniz e l 0 s, dem Sekre- tariat^des Völkerbundes, dem Präsidenten des Landesrats des Saargebietes, von allen deutschen Länderregierungen und vielen Städten. Dr. Curtius verwaltet das Auswärtige Amt. Berlin. 4. Off. (WTB.-Drahtbericht.) Reichspräsident von Hindenburg hat auf Vorschlag des Reichskanzlers den Reichswirtschaftsminister Dr. Eurtius mit der ein st weil i gen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichsauhenministers beauftragt. §,32 2,00 0,499 59,06 'K Ä i» A Ä Stresemanns wird heute abend im w in t garten des Trauerhauses aufgebahrt. Die Ueberführung in den Reichstag ist wickelt, und das war allerdings nicht allzu schwie- rig. Jetzt weih ich nicht, welches Ende nehmen wi-rd." Botschafter Gchurman. Berlin, 3. Oft. (WB.) Der Botschafter der Vereinigten Staaten, Dr. S ch u r m a n, erklärte auf die Nachricht vom Tode des Reichsminifters des Auswärtigen, Dr. Stresemann: Dr. Stresemanns Tod ist eine große und schmerzliche Tleber- raschung; denn trotz seiner schweren Krankheit malten sich unsere Hoffnungen für ihn noch eine tätige und fruchtbare Zukunft aus. Das Schicksal jedoch hat cs anders gewollt. Keiner weiteren Jahre allerdings hätte es bedurft, um den Ruhm Dr. Stresemanns zu vervollständigen. Wenn wir anderseits die Gewohnheit haben, uns der Jahre zu bedienen, um die Gröhe geschichtlicher Ereignisse zu messen, dann müssen wir sagen, dah Dr. Stresemann in die letzte Hälfte dieses Jahrzehnts Lei st ungen zusammengedrängt hat, die in ihrer Tleberfülle einem halben Jahrhundert entsprechen würden. Nach dem verehrungswürdigen Präsidenten der Republik verkörperte Dr. S t r e s e m ann in den Augen der Außenwelt Deutschlands einen Platz in der ersten Reihe der Staatsmänner Europas, Asiens und Amerikas. Seine Politik brachte den Geist des modernen Deutschlands zum Ausdruck, den Geist des Friedens, der internationalen Verständigung unb des guten Willens sowie der vorbehaltlosen Ersetzung der antiquierten Waffen des Krieges durch Diplomatie und Schiedswesen. Stresemann war »eine mitreißende Persönlichkeit. Tlnd ich fühle mich gedrungen, auszusprechen, daß sein hervorstechendster Charakterzug seine Menschlichkeit war. Alles, was menschlich war, interessierte ihn, und alle Schichten hatten das Gefühl, daß er ihnen zugehöre. Diese weitherzige Menschlichkeit befähigte ihn, andere Völker zu verstehen und ihren verschiedenen Standpunkt zu würdigen. Er hatte große Bewunderung für Amerika und war von dem Gefühl beseelt, das deutsche und das amerikanische Volk seien natürliche Freunde und könnten und sollten deshalb sich einander hilfreich erweisen. Dies hat meine offiziellen Beziehungen zu Dr. Stresemann außergewöhnlich angenehm gestaltet. Dr. Stresemann hat mich seines Vertrauens und seiner Freundschaft gewürdigt. Dies ist nicht der Ort und nicht der Augenblick, um über den Verlust zu sprechen, den ich mit seinem Tode persönlich erleide. Aber so viel möchte ich sagen, daß Deutschland und die Welt damit, daß dieser mitreißende Führer im Alter von erst 51 Jahren gestorben ist, einen der größten und klügsten Staatsmänner unserer Zeit verloren haben. Britische Staatsmänner zum Tode Stresemanns. „Einer der großen Baumeister der europäischen Solidarität." London, 3. Oft (WB.) Die Nachricht vom Tode Dr. Stresemanns ist in hiesigen politischen Kreisen mit großer Anteilnahme ausgenommen worden. Staatssekretär des Aeuhern Henderson erklärte: Der Tod Dr. Stresemanns ist ein Verlust nicht nur für sein eigenes Volk, sondern auch für die Völker Europas und der Welt. Er war ein Führer in der Bewegung für Frieden und Wiederbelebung in Europa. Sein Tod ist durch die Mühsal und Arbeitsüberlastung der letzten Jahre beschleunigt worden, deren Gipfel seine Bemühungen in Genf und im Haag bildeten. Sein Name wird in der Geschichte als einerdergroßen Baumei st er der europäischen Solidarität unddes gutenWillens fortleben. _ , Ll oydGeorge erklärte: Der Tod Dr. Stresemanns ist ein schwerer Schlag für den Frieden Europas. Der Dahingeschiedene war ein großer Versöhner. Ich bin über die Nachricht von seinem Tode sehr, sehr betrübt. Er hat sich um die Sache des europäischen und des Weltfriedens ein unsterbliches Verdienst erworben. Als auf der Konferenz der Arbeiterpartei in Brighton die Nachricht vorn Tode Dr. Stresemanns bekanntgcgeben wurde, erhoben sich die Delegierten und huldigten stehend dem Andenken des verstorbenen Staatsmannes. Schah- kanzler Snowden sagte u. a.: Für» alle, die mit Dr. Stresemann im Haag zu tun hatten, war cs schmerzlich zu sehen, dah die Hand des Todes ihn schon berührte. Cs war rührend und eindrucksvoll, den Heldenmut zu sehen, mit dem er gegen die Schmerzen ankämpfte, unter denen er ständig litt. Wir senden dem deutschen Volke den Ausdruck unseres Beileids zu dem unersetzlichen Verlust. Bei der deutschen Botschaft sind zahlreiche Beileidsbotschaften eingetrossen. darunter solche des amerikanischen Botschafters General Dawes und des Lordmayors von London, der in einem sehr herzlichen Telegramm die Anteilnahme der Bürgerschaft von London zum Ausdruck bringt und bittet, der deutschen Regierung fein tiefstes Beileid auszusprechen. Das Beileid des Königs von England. London, 3. Okt. (WB.) Der Privatsekretär des Königs Georg, Lord Stamfordham, hat vom Buckingham-PalLst aus au deu deut- Wen. Dominion? « «rbeitcrtcgietuttg, ??•) Nachdem die Ar. E gegenüber Aeghp. .Äderung bizheri. «ms ongclundigt batte gröbere Sensation in JnfM Arbeiterregierung 'onftatuä, d. h. volle zu gewähren. Der dchlv. oes .Daily Telegraph- neue uchmch der Verfassung seien. 3n ministeriellen M diese Ankündigung J des Allindischen kjcmber erfolgen werde. 3 hoffe, durch Gewöh. siirDritisch.Jndien die is beeinflussen zu können, verhindern, dah es zu >n der indischen Aatio« iter Ghandi stehenden ! verlangt, daß die indi- oährung einer Selbstver- Dezeinber des Iah. . mühten. Die Arbeiten n-Kommissivn, die einen chen Lerfalsungsresomen :n jedoch kaum vor An. m Abschluß gebracht wer- Ttigc Verzögerung der nc aber alt uneitoünfdjL che Kabinett dreien. 11.) Das ägyptische Ka- Ministerpräsident M t>. Pascha hatte vor der Msgesuches bei König mit dem englischen Ober« im Anschluß daran von der vorher auchAahar er Opposition, empfangen Greifen Aeranönens rech, sofort ein Lcamtctt ird. Es ist aber ungewch. )ie Ministcrprasidentsch st Kabinett wird wahrschem -bend im Amt bleitai die Ausgabe £ie mhang mit der AaM ÄSÄ ' im gegenwärtigen Augen/ Parlamentär em .nc Knaur 1 viann' ^gesbuchbiän" aus fünf 5, kn 8°. nnd w ÄL Macdonald von Bord der „Berengaria". Die Anteilnahme des britischen Prcmier- nkinistcrs. Reuyork, 3. Oft. (WTB.) In einem Funf- spruch von Bord des Dampfers „Berengaria" widmet Premierminister Macdonald dem verstorbenen Rcichsaußenminister Dr. Stresemann den folgenden Nachruf: Ich bin tief betrübt, denn Dr. Stresemann war nicht nur einer jener Männer, von dessen Arbeit die friedliche Entwicklung Europas abhing, sondern ich habe ihn in meinen verschiedenen Berührungen mit ihm a l s Freund kennen und schätzen gelernt. Sein Andenken ist gesichert, und ich kann nicht glauben, dah die großen Dienste, die er dem Frieden mit Geduld und Zuversicht gewidmet hat, jemals rückgängig gemacht werden können. Als ich zum erstenmal mit ihm zusammentraf, war die Lage ernst und ungünstig, aber obwohl er offensichtlich unglücklich war, bewies er, dah er aus festem Holz geschnitzt war. Ich glaube, als ich ihn vor einigen Wochen zuletzt sah, da fühlten wir beide, daß das „Goodbye" unser „Farwell" sein dürfte. Dennoch war er zufrieden und voller Zuversicht, daß Deutschland dafür sorgen werde, daß seine Arbeit, welche so viel für Deutschland bedeutete, w e i t e r g e f ü h r t werde, wenn er nicht länger hier sei. Namens der britischen Regierung spreche ich seinen Angehörigen und seinem Lande unsere aufrichtigste Anteilnahme aus. OieBesahungsbehörde flaggiHalbmast Ludwigshafen, 4. Oft. (WTB. Funkspruch.) Sämtliche Dienstgebäude der franzö- fischen Besatzungsbehörde in Ludwigshafen und in anderen Orten der Pfalz haben aus Anlaß des Ablebens des deutschen Reichsaußenministers Dr. Stresemann die Flaggen au Halbmast gesetzt. GietzenerAiizeiger General-Anzeiger für (Vberhefsen Drud lind Verlag: vrLHI'sche UniverfilAs-vnch- und Steinörudcrei B. Lange in Sietzen. SchrifNeitung und Seschäfirftelle: Schulftratze 7. Etfd) e ml lüglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Imonats:Be$ugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspfennig für Träger-- lehn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüfle anterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Stresemann als Mensch. Von unserer Berliner Redaktion. Eine der auffälligsten unter den vielen Absonderlichkeiten des deutschen Volkes in seinem Verhältnis eil seinen großen Männern ist es, daß man sich um bis menschlichen Seiten ihrer Persönlichkeiten im '.I u s l a n d e zumeist viel mehr kümmert als bei uns. Engländer, Amerikaner, sogar Franzosen Halen in Büchern und Zeitungsartikeln diese Seite des 'lösens des allzufrüh und jäh verstorbenen Reichs- ciihenministers Dr. Stresemann seit Jahr und Tag beleuchtet und ihr viele liebenswürdige und charak- leristische Züge abgewonnen. Sein Familienleben cicva, das er mit einer reizvollen und in der Berliner Gesellschaft viel und gern gesehenen Gattin und mit zwei erwachsenen Söhnen teilte, an deren Entwicklung und Interessen er regsten Anteil nahm. Öder seine literarischen und künstlerischen Neigungen, 'fein starkes musikalisches Interesse, sein früher sehr reger Verkehr mit Bühnenkünstlern und in ihrem Klub, ja selbst seine kleinen menschlichen Schwächen, seine Vorliebe für eine gute Zigarre oder ein Glas Filsener, gaben dem Ausland oft genug dankbaren bloss für die Würdigung des Menschen Stresemann. Was man sonst bei einem Staatsmann und Poli- iiker, dem kaum Zeit für die Beschäftigung mit Ein- zclschicksalen bleibt, nur selten findet, war einer seiner schönsten Charakterzüge: Eine Form der Wohltat i g k e i t, die ihre Objekte mit einem fast rühren- len Interesse versorgte. Stresemann ist, entgegen einer geläufigen Annahme, kein reicher Mann gewesen und hat es trotz seiner nationalökonomischen Vorbildung und seines Verständnisses für die Wirtschaft niemals fertig gebracht, sich um seine eigenen materiellen Interessen zu bekümmern. Das Vermögen, das seine Gattin ererbte, hat der Inflation ebensowenig und vielleicht noch weniger Stand gehalten, wie andere; die materiellen Anforderungen seines Amtes haben seine Bezüge bei weitem überstiegen. Das hat ihn nie abgehalten, Wohltätigkeit zu üben, meist im stillen und gegenüber Menschen, teilen sonst am schwersten zu Helsen ist. Und als er mit der Hälfte des Nobelpreises einen größeren Betrag erhielt, da wurden in den ersten drei Tagen rein ziffernmäßig ohne die zahlreichen Gesuche, die „(einer Wohltätigkeit keine Schranken setzten", von seiner bekannten milden Hand ungefähr fünfmal so viel Gelder erbeten, wie er selbst erhalten hatte ... Für seine politischen Feinde besaß er ein eigen- türnlidjes, aus Zorn und Sympathie gemischtes blesühl: Zorn über das mangelnde Verständnis für seine vom reinsten Streben für Volk, Vater- Innb und Menschheit eingegebenen Pläne und Handlungen, S y m p a t h i e, wie sie der souveräne Fechter für den Gegner empfindet, vorausgesetzt, daß euch dieser eine gute Klinge schlägt. Seine sFrennde, die ihm durch viele Jahre in treuer und diskreter Ueberzeugung anhingen, tröstete er, wenn sie ihm vorwarfen, daß er seine Feind« besser behandele'als sie: „Dienst am Gemeinwohl bedarf (einer Anerkennung; er versteht sich von selbst. Aber ter Gegner, der diese Aufgabe nicht oder unrichtig irfaßt, muß bekehrt und gewonnen werden!" Am wohlsten fühlte sich dieser deutsche Staatsmann, der wie kein zweiter Verständnis für die Presse eis Instrument der Politik hatte, wenn er mit fühlenden Journalisten, am liebsten solchen aus den verschiedensten Ländern, zusammen sein und in Rede und Gegenrede um Verständnis für die deutsche, für ;leine Politik werben konnte. Manches Scherzwort, manche zugespitzte Bemerkung, die er in diesem Kreise gemacht "hat, hat dazu beigetragen, sein Bild ils das eines warmblütigen, von jeder Ueberheblich- eit freien Menschen in die Welt hinaus zu tragen und das gewaltig« Prestige zu erhöhen, das im Aus- erb den Namen „Stresemann" fast mit „Deutscharid" schlechthin gleichsetzte. Die Deutsche Volkspartei ihrem toten Führer. Berlin, 3. Oft. (WB.) Der Partei- oorstand der Deutschen Volkspartei, erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: Der Führer ist von uns gegangen! Schmerzerfüllt beklagen toir den chwersten Verlust, den wir erleiden konnten. Gustav Stresemann, derGründerund Führer der Partei, der uns Schwert und Schild zugleich war, ist mitten aus dem politischen Ringen gerissen worden. Die Zusammenfassung aller Kräfte des deutschen Volkes, der Wiederaufstieg der Ration, das Laren die Leitsterne seines Lebens. 6te müssen in diesen Zeiten der Zerklüftung auch fernerhin über dem deutschen Volke stehen. E r - lullen wir unsere Pflicht, schließen wir die Reihen und gehen wir den Weg weiter zu den Zielen, die Gustav Stresemann uns gesteckt hat. TeilnahmeimFn-undAusland Berlin. 3. Oft. (WTB.) Im Ausland hat der plötzliche Tod des Reichsaußenministers leb- bafte Anteilnahme hervorgerufen, die sich in Kundgebungen der Staatsoberhäupter und Regierungen äußerte. So haben neben dem König von England auch der österreichische Bundespräsident Dr. Miklas und der schweizerische Bundespräsident H a a b dem Reichspräsidenten bzw. dem deutschen Gesandten in Bern ihr Beileid ausgedrückt. Der österreichische Dundes- lanzler Dr. Schober hat dem deutschen Gesandten Grafen Lerchenfeld einen Trauerbesuch ab* Dient -ijiT " I67-96 : L 58.78 2.482 112.18 80,79 62,08 Briet loAs 'S Ä 2,502 112,62 81-11 62.32 12,42 73,23 für Samstagabend vorgesehen. Die Trauerfeier ist aus Sonntag 11 Uhr festgesetzt worden, um möglichst weilen Kreisen der Freunde des Verstorbenen Gelegenheit zum Abschiednehmen zu geben. Bei der Trauerfeier wird die Trauerrede Reichskanzler Müller halten. Bei der Kundgebung vor dem Reichstag wird in Abwesenheit des Reichslagspräsi- denlen Lobe der Reichstagsvizepräsidenl v. 6ar- d o r s f sprechen. An der Trauerfeier im Reichstag wird Reichspräsident von Hindenburg teilnehmen. Das Philharmonische Orchester wird den musikalisck)en Teil der Feier übernehmen. Der Trauerzug geht vom Reichstag durch die Wii- helmslraße und hält einen Augenblick vor der Ar- bcitsställe des Reichsaußenministers, geht dann weiter über die Blücherftraße zum Friedhof der Luisen st ädtifchen Gemeinde. Für die sch en Botschafter S th amer folgendes Schreiben gerichtet: „Der König, der sich in Sandringham befindet, wünscht, daß ich Euer Exzellenz sein Beileid zu dem großen durch den Tod Dr. Stresemanns erlittenen Verlust ausspreche, den Seine Majestät als einen Verlust nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa betrachtet. Der König erinnert sich gern seines Zusammentreffens mit Dr. Stresemann, als dieser zuletzt in London war. und hat die Trauerkunde mit einem Gefühl aufrichtigen Bedauerns erhalten, das, wie er weih, vom englischen Volk geteilt werden wird." Das Beileid Rußlands. Der Schöpfer des Berliner Vertrags M o s k a u, 3. Okt. (WB.) Der Chef des P r o to- ko l l s des Volkskommissariats des Auswärtigen sprach dem deutschen Botschafter von Dircksen das Beileid des Kollegiums des Außenkommissariats anläßlich des Ablebens des Reichsministers Dr. Stresemann aus. Der Volkskommissar des Auswärtigen Tschitscherin, der zur Zeit in Wiesbaden zur Kur weilt, hat an den Reichskanzler folgendes Telegramm gerichtet: „Tief betroffen durch die erschütternde Nachricht von dem plötzlichen Abgang des glänzenden Staatsmannes, welcher der deutsche Außenminister, der Schöpfer des Berliner Vertrages, war, spreche ich dem Führer der befreundeten deutschen Regierung mein tief empfundenes Beileid anläßlich des großen Verlustes aus, der auch für uns ein schmerzlicher Schlag ist angesichts der hohen Bedeutung der Tätigkeit des hochgeschätzten Staatsmannes, der über die Festigung der Beziehungen unserer Länder stets sorgfältig wachte. Rach unserer vieljährigen. auf Friedenszwecke gerichteten Zusammenarbeit ist Dr. Stresemanns Ableben für mich persönlich ein erschütternder Verlust. (gez.) T s ch i t s ch e r i n.“ Das Beileidstelegramm Litwinows an Reichskanzler Müller lautet: Tief erschüttert von der Nachricht des plötzlichen Ablebens des Reichsaußenministers Stresemann bitte ich, das Beileid der Regierung der Sowjetunion und des Zentralexekutivkomitees entgegenzunehmen. Die Tätigkeit des Hingeschiedenen war von außerordentlich großer Bedeutung für die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Sowjetunion und Deutschland. Primo de Rivera zum Tode Stresemanns. Paris, 4. Okt. (WTB. Funkspruch.) Wie Havos aus Sevilla meldet, hat General Primo de Rivera erklärt, daß er mehrere Beileidstelegramme anläßlich des Todes des deutschen Reichsaußenministers nach Deutschland gesandt habe. Dr. Stresemann, so erklärte Primo de Rivera, stellte in der europäischen Politik durch sein Ansehen und seine Klugheit das Gleichgewicht her. Als Stresemann sich in Madrid befand, hatte ich Gelegenheit; seinen heiklen Gesundheitszustand zu bemerken, und ich lud chn ein, einige Zeit zur Erholung im Escorial zu verbringen Frau Stresemann unterstützte diese Anregung, aber Dr. Stresemann selbst weigerte sich, sie anzunehmen und machte geltend, er müsse derEr - füllung seiner Pflicht seine Gesundheit opfern. Deutschnationale Mtterstimmeli DerPolUifcheGegneramSargeStrcfemanns Berlin, 4. Okt. (Wolff.) Die „Kreuz- zeitung" schreibt: Zeder, auch der politische Gegner, wird anerkennen, daß der verstorbene Reichsaußenminister eine seltene Energie bewiesen hat. um seine politischen Ziele zu verfolgen. Er kannte dabei keine Rücksichten gegen seine eigene Person und hielt auf seinem Posten trotz seiner schon jahrelangen schweren Erkrankung durch. Seine Anhänger werden ihm heute manchen Lorbeerkranz flechten. Die, die seine Politik bekämpft haben, können zwar in ihren Nachrufen der hohen Pflicht- a u f f a s s u n g des Hingeschiedenen Ministers gerecht werden: aber es ist das Los des Politikers, daß er nach seinem Tode nach den Ergebnissen seines Wirkens beurteilt wird. Die Geschichte wird einst die sechsjährige Periode Stresemann- scher Regierung einer scharfen, aber gerechten Kritik unterziehen. Sie wird nicht verkennen, m i t we lchen großen Schwierigkeiten die deutsche Nachkriegspolitik zu kämpfen hatte. Aber sie wird die Tatsache nicht übersehen können, daH die Stresemann-Cpisode das deutsche Volk nicht in die Freiheit führte und auch nicht führen konnte. Im „Lokal-Anzeiger" schreibt Friedrich Hussong u. a.: Politisch kann man in der Stunde seines Todes den Politiker nur ehren, indem man — war es ein Gegner — die Wesentlichkeit dieser politischen Gegnerschaft aufzeigt. Menschlich darf man noch einmal das Bild dieses Mannes zurückrufen, wie es in seinem Besten sich darstellt: Stresemann war der geschickteste, fingerfertigste Spieler in dem Kartenspiel des neudeutschen Parlamentarismus. Aber Stresemann war mehr, er war ein b-egnadeter Sprecher, der immer, fast bis zuletzt, auch in den verzwicktesten Situationen durch den Impetus seiner Rednerkraft obsiegte. Gerade durch seine lut» tu teile Haltung, die ihn immer wieder einmal über die Grenzen der „Nichts-als-Poli- tik" hinaus sich an kulturellen Dingen orientieren ließ, gerade durch sie war er den Nichts-als- Politikern immer wieder überlegen; gerade sie gab ihm seine wirksamsten dialektischen und gedanklichen Waffen. Goethe war ihm ein Bundesgenosse, den mancher seiner Gegner auch hätte haben können. Der Mann, den heute die „guten Europäer" preisen und die Leute mit dem Weltgewissen, war ein glühender Deutscher. Wer jahrelang ihm menschlich begegnet ist. der weih das, aller Politik und allem politischem Gegensatz zum Trohe. Keiner fand auflodern- dere Worte, wenn es den Namen Vaterland galt. Beileid der Oeutschnationalen Fraktion. Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Graf Westarp hat für die deutschnationale Reichstags- fraktion dem Reichskanzler das Beileid zum Tode des Reichsaußenministers ausgesprochen. Die Deileidskundgebungen an die Familie des verstorbenen Außenministers und an die Deutsche Dolkspartei werden telegraphisch erfolgen. Stresemanns Tod und das Volksbegehren. Berlin, 3. Okt. (Funkspruch.) In den amtlichen „Mitteilungen der Deutschnat. Volkspartei" nimmt der Pressechef der DNVP., Dr. Brosius, zum Tode Stresemanns u. a. wie folgt Stellung : Der Tod des Reichsaußenministers stellt Deutschland vor eine neue Situation. Mitten im Kampf um seine Politik im Ringen um seine Illusionen, ist der Mann dahingegan- gen, der die deutsche Politik der letzten sechs Jahre wie kein anderer entscheidend beeinflußt hat. Er hat noch kurz vor seinem Tode seine Partei auf eine ungewöhnlich leidenschaftliche Abwehr gegen die nationale Freiheitsbewegung des Volksbegehrens festgelegt. Die Person des Toten scheidet aus dem Kampf der Meinungen aus. Der Kampf um die Sache geht weiter. Die Politik, die Stresemann vom 2D- bruch des Ruhrkampfes über Dawespakt und Locarnovertrag zum Pariser Tributplan geführt hat, ist von den verhängnisvollsten Folgen für i das deutsche Volksleben und für das deutsche I Wirtschaftsleben begleitet gewesen. Mit dieser Politik ein Ende zu machen, ist der Sinn der Volksbewegung, die jetzt das Land durchpulst. Der Kampf um d i e Neuorientierung unserer Außenpo litik und unserer Innenpolitik muß so lange geführt werden, bis das Ziel erreicht ist. Oie Universität Heidelberg zum Tode ihres Ehrendoktors. Heidelberg, 3. Okt. (WTB.) Die Universität Heidelberg, deren Ehrendoktor Reichsaußenminister Dr. Stresemann gewesen ist, sandte heute an Frau Dr. Stresemann folgendes Telegramm: „Die Uniberfität Heidelberg gedenkt in tiefer Trauer und schmerzlichster Erschütterung ihres hochverehrten Ehrendoktors. Sein Verlust beraubt das deutsche Vaterland seines außenpolitischen Führers, die Universität eines ihr geistig wie persönlich eng verbundenen Freundes. Ihm gehört für alle Zeiten unser verehrungswürdig st er Dank. Ihnen. Gnädme Frau, und den Ihren gilt unsere tief empfundene Teilnahme, gez.: G o t s ch l i ch, Rektor. — D i b e l i u s, Prorektor." pariser preffeflimmen zum Tode Stresemanns. P a r i s, 4. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die Morgen- presse beschäftigt sich fpaltenlang mit dem Tode Dr. Stresemanns und veröffentlicht zahlreiche Depeschen aus allen Ländern über den Eindruck, den sein Tod hervorgerufen hat. „M a t i n" schreibt: Das deutsche Volk hatte das Glück, in der tragischsten Periode seiner Geschichte einen wirklich weitsehenden Staatsmann zu besitzen. Man wird jetzt sehen, ob es, durch die Prüfungen und durch die Erfahrung gereift, sich selbst mit Klugheit wird führen können, indem es diesem großen Minister einen würdigen Nachfolger gibt. — Marcel Nay, der Stresemann seit 20 Jahren gekannt und geschätzt hat, schreibt im „Petit Journal": Wer Dr. Stresemann im vergangenen Monat in Genf gesehen hat, wie er mager und bleich zwischen zwei Sätzen nach Atem rang, den Blick starr in die Ferne gerichtet, mit nachlassender Stimme sprechend, während seine Hand zitterte, der hatte diese Tragödie der Pflichterfüllung, diesen arbeitsamen Todeskampf begriffen, befürchtet und verfolgt. Wer wird fein Wert fortfefjen? Hoffentlich wird der richtige Mann in der Stunde der Not in Deutschland erstehen, damit die Heilung Europas weder unterbrochen, noch in Frage gestellt wird. — Jacques Bainville schreibt in der „Action Fran^aise": Frühzeitig gestorben, hinterläßt Stresemann ein unvollendetes Werk, daß aber in der Geschichte Deutschlands einen Wert haben wird, das seine Früchte tragen wird, wenn sein Nachfolger die Erbschaft nicht vergeudet. Stresemann hat Deutschland wieder hochgebracht, er hat ihm in Europa seinen Platz wiedergegeben unter dem Zeichen und der genialen Erfindung „Locarno". Europa verliert ohne Zweifel einen feiner besten Arbeiter an der Wiederaufrichtung. — „F i g a r o" schreibt: Stresemann hat mit sicherem Blick alle Chancen erkannt, die die Liquidierungspolitik bieten könne, um Deutschland von den ihm durch den Vertrag von Versailles auferlegten Verpflichtungen zu befreien. — „Echo d e Paris" erklärt: Nie war eine Politik nationaler und deutscher, als die von Stresemann betriebene. Sein Plan war zweifellos die Zerstörung aller Hemmnisse, in die der Versailler Vertrag Deutschland eingeschlossen hat. Er widmete sich zunächst der Aufgabe, die Räumung des Rheinlandes zu erreichen. Solange die Franzosen am Rhein stander fühlte er sich gehemmt. Er konnte noch sehen, daß seine Anregungen von Erfolg gekrönt waren. Man kann gewiß fein, daß er sich noch beherzter an die Bekämpfung der anderen Klauseln des Versailler Vertrags herangemacht haben würde. — Der „Temp s" schreibt: Stresemann hatkGmichts Mystisches, ganz im Gegenteil, er war e i n R e a l i st irn voll st en Sinne des Wortes, der sich auch den unmittelbaren Möglichkeiten zuwandte und ein Deutscher mit Herz, Geist und Seele war, der keine andere Sorge kannte, als das Interesse Deutschlands. Stresemann ist sich stets gleich geblieben. Er hatte das Verdienst, zu begreifen, daß die Politik des Widerstandes gegen den Friedensvertrag keine Aussicht hatte, Deutschland von Nutzen zu sein. Er wußte, daß das Heil für Deutschland darin bestand, sich dem Versailler Vertrag anzupassen, um daraus den größtmöglichen Nutzen zu ziehen. Die Ergebnisse beweisen, daß Stresemann in weniger als fünf Jahren beachtenswerte Vorteile für fein Land zu erzielen wußte. — Der „I n t r a n f i g e a n t" sagt: Stresemann hat für fein Land Ergebnisse erzielt, die in die Waagschale fallen. Er wird der Mann der vorzeitigen Rheinlandräumung bleiben und unbestreitbar der Führer Deutschlands. Er hatte die Gabe, dieEreignisse vorauszusehen und im Hinblick auf ihr Gelingen daran mitzuarbeiten. Das ließ die Annahme aufkommen, daß er vom Glück begünstigt war, aber es war vielmehr seine Intelligenz, die ihm gedient hat. Annahme der VeMernngsresorm im Reichstag. 3m Zeichen Stresemanns. Don unserer Berliner Redaktion. In einer kurzen, aber eindrucksvollen Trauerfeier hat der Reichstag von dem Minister und dem Abgeordneten Stresemann Abschied genommen. Kommunisten und Nationalsozialisten hatten es vorgezogen, nicht zu erscheinen. Dagegen war das Reichskabinett unter Führung des Reichskanzlers vollzählig zur Stelle. Auch die Gesandten der Länder waren erschienen: dazu eine unübersehbare Fülle von Referenten. Soweit es in der kurzen Frist möglich war, hatte man für Blumenschmuck gesorgt. Der Platz des Ministers auf der Regierungsbank war schwarz verhängt und mit Rosen geschmückt, um den Platz, auf dem er jahrelang als Abgeordneter gesessen hat, war ein Kranz weißer Chrysanthemen gewunden. Jeder hatte das Gefühl, daß viele Worte nicht zu sagen waren. Deshalb sprach Vizepräsident Esser, der den erkrankten Präsidenten vertritt, auch nur kurz, indem er einen Lieberblick über die parlamentarische Laufbahn Dr. Stresemanns gab und hinzufügte, das deutsche Volk danke ihm für die aufopferungsvolle Arbeit, die er bis ans Ende feiner körperlichen Kräfte zur Befreiung und zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes geleistet habe. Noch kürzer fast der Reichskanzler, der, selbst erst eben von schwerer Krankheit genesen, so tief erschüttert war, daß er die Gewalt über seine Stimme verlor. Es kam ihm von Herzen, daß er dem Verstorbenen nachrief: die Geschichte werde ihm gerecht werden als einem Manne, der für sein Volk gelebt hat und gestorben ist. Dem allgemeinen Gefühl hätte es entsprochen, zum Zeichen der Trauer die Sitzung abzubrechen. Da aber der Reichstag wegen des Demokratischen Parteitages am Donnerstag mit seinen Arbeiten zu Ende kommen mußte, blieb nur Zeit für eine ein stündige Vertagung. Aber auch der weitere Verlauf der Schlußsitzung stand, ohne daß der Name genannt wurde, im Zeichen Stresemanns. Er hat am Mittwoch in der letzten Rede seines Lebens der Fraktion die Gefahren t'larzumachen versucht, die aus einer Regierungskrise außenpolitisch im Augenblick entstehen mühten. Er hat ausdrücklich dabei erklärt, daß er für seinen Teil bereit sei, zurückzutreten — wie er ja ohnehin nach der Haager Schlußkonferenz gehen wollte —, aber so lange wollte er wenigstens das Kabinett beisammen halten. Die Fraktion ist ihm gefolgt und hat sich zur Stimmenthaltung entschlossen gegenüber dem ganzen Dersicherungsgeseh. Damit war der Stoß, den das Zentrum gegen das Kabinett richtete, aufgefangen und d i e Krise überwunden, so daß die dritte Lesung des Torso-Entwurfs in wenigen Stunden abgehaspelt wurde. Sitzungsbericht. Nach der Pause gelangt der Reichstag an die dritte Beratung der Reform der Arbeitslosenversicherung. Dor der Schlußabstimmung gibt Abg. Aufhäu - ser (Soz.) für seine Fraktion eine Erklärung ab, in der es heißt: Es mar zwar nicht möglich, für alle Vorschläge der sozialdemokratischen Fraktion eine Mehrheit zu finden, mir bedauern auch die Annahme einzelner Bestimmungen, die unsere Zustimmung nicht gefunden haben. Entscheidend ist aber, daß die Novelle die allgemeinen Versicherungs- lei ft ungen aufrecht erhält und damit deren Abbau abgewehrt ist. Obmohl nachiveislich eine Beitragserhöhung zur dauernden Sanierung der Reichsanstalt unentbehrlich ist, ist sie am Widerstand der Deutschen Volkspartei gescheitert. Die sozialdemokratische Fraktion will aber besmegen nicht den sozialpolitischen und organisatorischen Teil des Reformmerks gefährden lassen. Sie wird sich jedem neuen Versuch, die diesmal abgemehrte Abbauaktion zu wiederholen, mit aller Kraft entgegenstellen. (Lärm bei den Kommunisten, Rufe: Volksbetrüger!) Abg. Graf Westarp (Dnl.) erklärt, die deutschnationale Fraktion habe sich bemüht, die dringend notwendige Reform der Arbeitslosenversicherung ohne weitere Belastung zu ermöglichen. Dieser Versuch sei an dem Widerstand der Regierungsparteien und an der Unfähigkeit der Regierung gescheitert. Der vorliegende Entwurf ist ein Flickwerk, eine Teillösung, die die entscheidenden Fragen offen läßt. Diese Teillösung ist technisch und finanziell undurchführbar ohne die Beitragserhöhung. Wer dieser Vorlage zustimmt, stimmt damit auch der künftigen Beitragserhöhung zu. Das ist für uns untragbar. Darum lehnen mir die Vor läge ab. Abg. Riefener (Zentr.): Die Zentrumsfraktion erkennt an, daß durch die Vorlage das Ziel der Sanierung nicht vollkom- men erreicht worden ist. Der Entwurf bringt aber eine ganze Reihe dringend notwendiger Verbesserungen, so daß es unverantwortlich wäre, sie abzulehnen. Mit der Beteiligung an der Regierung hat jede Partei die unbedingte Pflicht übernommen, bei solchen Entscheidungen das unter den obwaltenden Umständen Erreichbare anzunehmen, auch wenn einige Reste übrig bleiben. Das Zentrum wird darum der Vorlage zu stimmen. Abg. Dr. Zapf (D. Dp.): Die Stellungnahme meiner Fraktion ist von Anfang an die gewesen, daß die Sanierung der Versicherung ohne eine Neubelastung der Wirtschaft erreicht werden sollte. Llnsere Vorschläge in dieser Richtung hat der vorliegende Entwurf nicht verwirklicht. Wir wollen ihn jedoch nicht ablehnen, weil wir die in ihm erreichten Fortschritte und Vorteile anerkennen. (Lärm bei den Kommunisten.) Wir legen aber Wert darauf, unseren besten Willen zu bekunden, unter voller Wahrung aller berechtigten sozialen Rücksichten eine Sanierung der Arbeitslosenversicherung zu erreichen. Diese Voraussetzungen erfüllt die Vorlage nicht. Wir werden uns der Stimme enthalten. Abg. Frei del (Wirtsch.-P.): Die Wirtschaftspartei hält eine ausreichende Arbeitslosenversicherung für eine soziale Notwendigkeit. Sie vertritt aber die Meinung, daß Deitragserhebung und Leistung sich in normalen Grenze n halten müssen und die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschaft dadurch nicht gefährdet werden darf. Die in diesem Sinne gehaltenen Vorschläge der Wirtschaftspartei find nichtberück- s i ch t i g t worden. Die Wirtfchaftsparter kann ihre Zustimmung nicht geben. (Lln- ruhe.) Abg. Dr. Meyer (Dem.): Cs ist nur eine Teillösung herausgekommen. Wir werden die damit gemachten Erfahrungen abwarten und im Zusammenhang mit der Reichsfinanzreform zu einer Gesamtlösung kommen, die das Interesse der Wirtschaft wahrt. Im gegenwärtigen Moment müssen wir vor allem eine Regierungskrise verhüten, die unübersehbare Folgen haben würde. Boungplan-Ratifizierung und Reichsfinanzreform können nur durch die bestehende Regierungskoalition erledigt werden. Wir werden der Vorlage zu st immen. Wir halten es für nötig, daß in einer Koalition auch Koaliticnsgeist herrscht. Es verstößt nicht nur gegen „imaginäre Bindungen", wenn eine Regierungspartei bei einer so wichtigen Entscheidung nicht die volle Verantwortung mittragen teilt. (Llnruhe.) In der Schlußabstimmung wird darauf die Hauptvorlage mit 238 gegen 155 Stimmen bei 40 Enthaltungen angenommen. (Pfui- Rufe der Kommunisten.) Dafür gestimmt haben Sozialdemokraten, Zentrum, Demokraten und Bayerische Dolkspartei. Stimmenthaltung haben Deutsche Volkspartei und Deutsch-Hannoveraner geübt. Die übrigen Parteien haben dagegen gestimmt. Vizepräsident Esser schlägt vor, die Bestimmung des Zeitpunktes für die nächste Sitzung dem Präsidium zu überlassen. Er schließt die Sitzung mit dem Wunsch, daß beim Wieder- zuiammentritt des Reichstags der Präsident Löbe wieder in voller Gesundheit seines Amtes walten möge. KlönnesaußenpolitischeGefpräche Fraktionssitzung der Teutschnationalen. Berlin, 3. Okt. (VDZ.) Die deutschnationale Pressestelle teilt mit: Die deutschnationale Reichstagsfraktion hatte am Donnerstagnachmittag eine eingehende Aussprache über die sogenannten Enthüllungen der Nationalliberalen Korrespondenz über die -Unterhaltung deutschnationaler Politiker mit ausländischen Staatsmännern. Die Beratung ergab, daß die Behauptung der Nationalliberalen Korrespondenz, deutschnationale Politiker, insbesondere der Abgeordnete K l ö n n e, hätten sehr viel weitergehende Angebote an Frankreich gemacht als die deutsche Außenpolitik, vollkommen zusammengebr o.ch e n ist. Es wurde anerkannt, daß die Richtung der privaten Unterhaltungen des Abgeordneten Dr. Klönne eine grundsätzlich andere als die der offiziellen deutschen Außenpolitik war, die Herr Klönne mit Recht als Unterwerfungspolitik bezeichnete. Oie Geheimverträge mit den Sklareks. Berlin, 3. Okt. (Priv.-Tel.) Heute vormittag sind die Gebrüder Sklarek in Moabit von der Staatsanwaltschaft über den gestern gefundenen Geheimvertrag vernommen worden. Laut „Voss. Ztg." erklären sie, bisher allerdings noch in vorsichtiger Form, daß ein derartiger Vertrag tatsächlich abgeschlossen worden sei, allerdings nicht nur von Stadtrat Gäbel, sondern auch andere M i t- Ahe"- AjeW-i Ein ’Sorid Berlin, 4.£ L.tinschafi d »eishoi einen । Her Lohn- u ■arbeitet. Der 1 eme ctafielu k nen bzw. feianbung W g W. wöchent ?, iid) der Psäl f-t je nach der - jung ju 10,20, S er bei ifi davm 0»r ein gemi t kommens ruß, daß ober eh e r in der Lac Lnzenlsah des b. träges für ben ( Dementsprechend tzntseinkommen i W Mark geschü d orien sind. Der f;ir Unterhaltung: nnt, jedoch höä ferner soll auch f rau eines nid) fi h gen Ehegatte tifit werden. V* M- ssw Sw? Ke* iCltnenbtS t Bräftc nt JU| jjbseMe nd j tilDoUc X MM au 812$ Die Vorfälle in Goslar. Eine Erklärung des Kultusministers. Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Ueber den Vorfall an der höheren Schule in Goslar gibt der Amtliche Preußische Pressedienst als Antwort auf die deutschnationale große Anfrage im Landtag eine Darstellung, in der es heißt: Cs handelt sich keineswegs um kleine harmlose Entgleisungen von einzelnen Schülern, sondern um einen Fall von so unerhörter Schwere, daß mit aller Entschiedenheit dagegen vorgegangen werden mußte. Nach sehr sorgfältiger Prüfung an Ort und Stelle ist fest- gestellt worden, daß Schüler, die zum Teil bald yinaus ins Leben treten sollen, an einem besonders feierlichen Gedenktag die verfassungsmäßigen Farben der deutschen Republik beschimpften, die Schleifen mit den Reichsfarben von den Kränzen abgerissen und zertreten haben. Es handelt sich also nicht um ein harmloses „Entfernen" der schwarzrotgoldenen Schleifen, sondern um einen demonstrativen herausfordernden Akt, der sich, und das ist das entscheidende für das Vorgehen des Ministeriums gewesen, vor den Äugende« Leh- üic- ÄS Däne! ütlgeniei, lfin$ce] KT’* Kainz, 3.01 »u'arenreg kck:rnr in der D iibaben mo 52 cberSiebfi Rheinland! ttfolgt, wie w khrenwach, •^fuppenab Dann nach Qß Rückgabe Berlin, 4.£ jetung“ und ein JJ 'M, wonach ;111 Wane käg( °^'rikaan juffänbii E englisch, mannt glichet des Magistrats davon gewußt hätten. Sie bekunden, daß nicht nur her Fehlbetrag von 225 000 Mark, mit hem hie K. V. G. abschloß, von ihnen habe übernommen werben müssen, sondern sie sich durch ein weiteres Sonderabkommen zur Abdeckung des Defizits von einer Million, bas in her Bilanz verschleiert worben sei, hätten bereit erklären müssen, einschließlich bes bazu erforberlidjen Zinsenbienstes. Dieses weitere Geheimabkommen soll aber eigenartigerweise nicht mehr vorhanden sein. Die Sklareks betonten weiter, daß die S t a b t b a n f von biefern Sonber- abfommen gewußt habe. Die Staatsanwaltschaft will bie Untersuchung auch auf biefe Vorgänge ausbehnen unh hat zu Beginn her Ermittlungen den Magistrat aufgefordert, b e n @ c f d) ä f t s b e t r i e b bei her Stabt- bant unter Vorlegung her Jahresbilanzen in einer Denkschrift zu schilbern unh vor allem über bie Frage Aufklärung zu geben, aus welchem Grunbe bie Leiter her Stabtbank bem Anwachsen her jährlichen Saldos der Firma Sklarek tatenlos z u - gesehen hätten. Da diese Auskunft vom Magistrat bisher nicht gegeben worden ist, will die Staatsanwaltschaft diese Untersuchung nun selbst führen, und es ist damit zu rechnen, daß die leitenden Beamten der Stadtbank in den nächsten Tagen in Moabit als Zeugen über diese Dinge vernommen werden. Nach Slättermelbungen befinden sich unter den von der Staatsanwaltschaft bei her Durchsuchung des Sklarekschen Tresors beschlagnahmten Schriftstücke auch die sog. A n 3 u g s l i ft e der Sklareks. Auf dieser Liste sind diejenigen Personen bezeichnet, denen es die Gebrüder Sklarek durch Empfehlung möglich gemacht haben, sich in einem Konfektionshaus in der Friedrichstraße Anzüge, deren Herstellungspreis 4 0 0 Mark betrug, für 80 Mark zu beschaffen. Außerdem sollen Rechnungen unb, Stoffproben, bie bie Firma ben Sklareks vorlegen'mußte, bamit biefe bie Differenz von 320 Mark bezahlten, ebenfalls beschlagnahmt worben sein. Oie Wetterlage. iordoyar a frankt KlSent gspvlitik bezeichnete. fUnerahasse Natürliches Jean Weisel, Giefeen, SonnenstraSe 6, Telephon Nr. 388S MM Kopenhagen, 3. Oft. (WTB.) Der Ber> In Aooth.u-Droa- Dose u-Tube 60 Pfg.u. too. Streudose 60 Pfg. V 34-4/19 in. k M Tüchtiger M*?Ä taielieröigsWer! tilata für rader-Revaraluren MM Gute Verdienstmöglichkeit bei sofortiger Auszahlung bietet Lebensver- sicherungsgeseüsch. Geschästsgewandte Herren, die fachkundig sind, werden ein« gearbeitet. Aussicht auf gut dotierte Auheubeamtensiellung ist vorhanden. Angeb. u. J. V. 2580 an Juvaliden- dank. Ann.-Erved^ Frankfurt a. M. ▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼▼ Sielt., alleinst., solid. ManniDauerm.siuchl möbl. Zimmer mögt. m.Bekösttgung. Schr. Angeb. u. 06334 an d. Gieß. Anz. erb. Möbl. Zimmer mit el. L., sev. Eina., zu vermieten 00349 Schottstr. 10 L 'O ö 3-4-Zimmerwohnung mit Zubehör für sofort oder in aller Kürze von Privat- beamten gesucht. Schristl. 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Be- /d 12 W'XjfZl Zur Gesumiliältiing l'im zu 10, 20, 30, 40 und 50 Prozent vorgesehen, hierbei ist davon ausgegangen, daß zwar nach wie m ein gewisser Schutz des Arbeits- esnkommens aufrechterhalten werden Ne Lohn- und GehMpfü'ndung Ein Vorschlag des Einzelhandels. Dänemarks und die mit dem Völkerbund zusammenhängenden Aufgaben wahrzunehmen. Die Aufgabe der Staatsmarine ist des weiteren die Fischereiinspektion und das See« Vermessungswesen. Das Kriegs- und das Marineministerium werden auf gehoben. Das Wachkorps und die Staatsmarine werden dem Ministerpräsidenten unter st eilt. Die bestehenden Festungsanlagen werden geschleift. Die Wehrpflicht wird abgeschafft. Die Ausbildung zum Dienst im Wachkorps und der Staatsmarine wird freiwillig sein. Von dem Personal, das als dienstfähig für das Wachkorps erklärt wird, werden jährlich bis 1600 Mann ausgebildet. Des weiteren wird das nötige höhere Personal eingestellt werden. Das Schiffsmaterial der Staatsmarine soll bestehen aus sechs Wach- und Inspektionsschiffen, 18 bis 24 kleineren Wachfahrzeugen, Minenfahrzeugen und Vermessungsfahrzeugen, Depotschiffen und 12 Wasserflugzeugen. Berlin, 4. Okt. (Priv.-Tel.) Die Hauptge- itreinschaft des Deutschen Einzelhan- a » wenden xur / u: arenregiment, das in der Kavallerie- ba'tme in der Gersdorffstrahe liegt, verläßt 1-2 jimoiet und Küche von selbstand. Handwerker gesucht. Schrift!. Angeb. unt. 06329 a.d. Gieß. Anz. Owolkenlos. O neuer, a nalb Bedeckt. 9 wolkig, • oeoeckt • Regtfi V Senget a Graupeln. s Nebel K Gewitter,(§)Windstille.«O-. sehr cicnter Osi ^5 massige« Südsüdwest er^en- ■ ** Halbmast. Die öffentlichen Gebäude in Stadt und Land sind seit gestern vormittag aus Anlaß des Hinscheidens des Reichsaußenministers Dr. Stresemann halbmast in den Reichs- und Landesfarben beflaggt. Mit dieser Trauerkundgebung bringen die Reichs- und Landesbehörden sowie die Stadtverwaltung das schmerzliche Empfinden weitester Beoölkerungskreise über das plötzliche und allzu frühe Hinscheiden Dr. Stresemanns sichtbar zum Ausdruck. ** Das Volksbegehren in Hessen. Das hessische Gesamtministerium hat als Abstimmungsleiter über das Volksbegehren „Freiheitsgesetz" den Ministerialrat Bornemann (Darmstadt), Staatsministerium, und zu seinem Stellvertreter Legations- rat Dr. Heinemann ernannt. ** Vorbildliche Tierschützer und Tier Pf leger in Oberhessen. Für Förderung des Tierschutzes sind durch Beschluß der Hauptversammlung des hessischen Tierschutzvereins 198 Personen mit Diplome und Geldgeschenke ausgezeichnet worden. Wir nennen nachfolgend die in Ober Hessen wohnenden Ausgezeichneten und verbinden damit den Wunsch, daß ihre tierschützerischen Bemühungen in weiten Kreisen die verdiente Rachahmung finden mögen. Vom Polizeiaufsichtspersonal wurden ausgezeichnet: die Gendarmeriehauptwachtmeister Sempach (Grünberg), Hahn (Alsfeld), Weihert (Homberg a. d. O.), Löchel (Kirtorf), Großmann (Büdingen), Gerhard (Ortenberg), Bamberg (Lollar), Köhl (Schotten); die Gendarmeriemeister: Duhr (Londorf), Frommer (Dad-Rauheim), L i st m an n (Grebenau), Manz (Romrod), Reichhold und Betzenbacher (Echzell); die Polizeihauptwachtmeister: Walther, Volz, Rordmann (Gießen), Herth, Stöhr, Martin (Dad-Rauheim); die Polizei- Oberwachtmeister: Mecky, Rau II. und Küster (Gießen, Reuter (Dad-Rauheim); der Polizeiwachtmeister Loder (Dad-Rauheim). — Für treue Tierpflege wurden ferner geehrt: Rudolf Müller (Gießen), Friedrich Rinn I. (Heuchelheim), Ludwig Reuter (Deckenbach), Marie Peter, 3. Hch. Döcher (Altenburg), Otto Decht (Ober-Ohmen), 3ohs. Re über (Eifa), Hch. Hofmann (Echzell), Karl Reinhold und Konrad Säger (Engelthal), Hch. Dill (Effolderbach). ** Einführungsvorträge zum Win - terspielplan des Stadttheaters. Im Rahmen der Volkshochschule finden auch in diesem Winter wieder Einführungsoorträge zum Schauspielplan des Stadttheaters statt. Am ersten Abend wird Herr Heinrich Bitsch eine allgemeine Einführung in den Winterspielplan geben und außerdem „Va- santasena" und das moderne Lustspiel behandeln. Die Volkshochschul' bittet uns, darauf hinzuweisen, daß der Vortrag am Samstag, 5. Oktober, 20 Uhr, nicht im Realgymnasium, sondern im Singsaal der Oberrealschule stattfindet. (Siehe heutige Anzeige.) **LandsturmtaginGießen. Im heutigen Anzeigenteil wird zu dem Wiedersehenstag des Land- sturm-Jnfanterie-Bataillons Gießen (XVIII/9) eingeladen. Die ehemaligen Angehörigen dieses Truppenteils seien auf die Anzeige besonders aufmerksam gemacht. ** Landwirtschaftliche f) au st) ah tungskurse. Die Landwirtschaftskammer Darmstadt eröffnet am 3. Januar 1930 einen weiteren sich unter den texlgunggmintfter hat im Folkething eine Gegen vclin 1 ^urchsuchu^ ftiyfootlage eingebracht, nach der Heer und dbmten cdjnft1 in ein Wachkorps und eine )r5 be|d)wy .gKareis. 3:di a 13 m a r i n c umgewandelt werden, innen bcyidjni1 beiten Aufgabe es sein wird, die Reutralität ® mpf.« 61IWLm M i«(in“ an?!'1 8sPrell?!?(en.'W' , ,u b‘I„'Ln die b« „Tin Koslar. •-SfSX ■ rin Goslar F y ---------- tte,cn,Mfl die t,e5f be ni: beitblagnahmc- Gc^knllaü MlMl täte 4 - Zimmcr deutschen ^eich^^,Wkohnungm.Kückie L ifen unö 3C cü>üa ,oiorl »u verm. »reffe tn der b?',t sich ?Imar-rotg^y-s^Kaf>sstelle des " u der s^nstraULSM Anzeigers zu | Mietgesuche | Ebevaar m. 12jähr Aiädel sucht Ibis 2 möbl.Zimmer mitKücheubenutzn. Schristl. Angeb. unt. 06333 a. d. Gietz.Änz. Grobe leere Maniarde gesucht. Schristl. Ang. unter 06344 a. d. Gß. Anz. anderen Tage lassen, selbst wenn sie die Waren am Abend noch nötig Hütten. Und das alles nur, damit der 7-llhr-Ladenschluß nicht übertreten wird, denn wenn ein Gewerbetreibender beim Verkauf nach Ladenschluß erwischt würde, wäre ein Strafbefehl die Folge. Die Vertreter des Volkes in den zuständigen Körperschaften sollten auf eine Abänderung und Milderung dieses Gesetzes hinwirken. Der Dank der Geschäftswelt und des kaufenden Publikums wäre ihnen sicher. Daten für Samstag, 5. Oktober. Sonnenaufgang 6.06 Uhr, Sonnenuntergang 17.30 Uhr. — Mondaufgang 8.59 Uhr, Monduntergang 18.18 Uhr. 1582: Einführung des Gregorianischen Kalenders; — 1713: der französische Dichter Denis Diderot in ßangres geboren; — 1799: Vinzenz Prießnitz, Förderer der Wasserheilmethode, in Gräfenberg geboren; — 1857: h Schriftsteller Fedor von Zobeltitz in SpiegtlLerg geboren; — 1880: der Komponist Jacques Offenbach in Paris gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Stadttheater: „Grand Hotel", 20 bis 22.15 Uhr. — Gießener Ferienkurse: Vortrag Dr. Gerber: „Sebastian Bach", 16 bis 18 Uhr, Großer Hörsaal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das größte Opfer", „Die Weltfahrt des „Graf Zeppelin" in 20 Tagen". — Aftoria-Lichtspiele: „Das verschwundene Testament" und „Ein gefährlicher Doppelgänger". — Staottheater Gießen. Man schreibt uns: Die heutige Aufführung des Lustspiels: Grand Hotel, von Paul Frank, beginnt um 20 Uhr. Wir verweisen schon heute auf die Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen am Sonntag, 6. Oktober: das Lustspiel Liebe auf den zweiten Blick, von Miles Malleson. Oer Großhandel Mdert rigorose Zinanzresorm. -„ung-Plan und Lastenverminderung. Berlin, 3. Okt. (WTD.) Präsidium und Is:stand des Reichsverbandes des Deutschen Aaß. und Ueberseehandels haben in ihren gasigen und heutigen Sitzungen die derzeitige Stoje des gesamten deutschen Groß- und lieber» Mandels besprochen und eine Entschließung an l e Reichsregierung übermittelt, in der es u. a. daß die übertriebene Ausgaben- wyitschaft der öffentlichen Hand zu nium schweren Rotstand der deutschen Wirt- Wt geführt habe, weshalb eine gründ- Ileiende Aenderung der deutschen Finanz- util Wirtschaftspolitik und besonders die F ö r - ecun g der Kapitalneubildung not- toabig sei. Die bei Annahme des Voungplanes nyiretenbe Verringerung der Reparationszah- Ilugen müßte unverkürzt sofort zu awer Lastenverminderung verwandt Sollten die zu der allerseits als bitter Mündig empfundenen Reform erforderlichen sttiile nicht aufgebracht werden, so würden un- flifcl.-ly-bare und für das ganze Volk un- i-h e. I d o 11 e Katastrophen unvermeid- flEp sein. 8-8'zimmer.-Vohng. 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'I*!-1 rad) der Hohe des Mehrbetrages dessen Stasfe- e an srankreich gc. Außenpolitik, vollkommen c n ist. 8s tvurde an- una der vrivaten ün^. ^»kommens ausrechteryatlen weroen ebneten Dr iEna daß aber die höheren Einkommenstufen als die derU k her in der Lage sind, einen entsprechend höheren Dar die Herr ÄSnft WMsatz des 100 Mark übersteigenden Mehr- ......-y Juonnc mit für den Gläubiger zur Verfügung zu stellen. Oeinentsprechend ist weiter vorgesehen, daß bei Ar- b«i!-einkommen von mehr als 400 Mark lediglich ß nicht nur der Fehlbetra; dem die K.B.G. obschtoh. _ nmen werden müssen, > Wiesbaden morgen im Sonderzug. — Die n weiteres Soniier- itltb e r f leb lung der Interalliierten 4unq des Defizits von eine: Mhe inlandkommissivn nach Wiesbaden ianz verschleiert worden sei, eLselgt, wie wir hören, am 1. Rovember. Als n einschließlich des da^i Ehrenwache soll eine französische t ' ^ie[e5 weitere 8«- Lruppenabteilung in Stärke von 400 Jet eigenartigerweise nicht Win nach Wiesbaden gelegt werden. MÄ Ä Mckgabe von Oeutsch-Ostafrika? Berlin, 4. Okt. (prioafmelbung.) Die „Weser- icit'will die Untersuchung ^Evng- ^nd einige andere Blätter bringen eine >e ausdehnen und hat ZU Le ^Eidung, wonach die englische Regierung sich mit den Magistrat aujgepr er,6ofln piane jrägt, den südlichen Teil von rieb bei der to D'|«Mfrif a an Deutschland zurückzuge- der 2ad^sbuanzen ev. An zuständiger Stelle ist von einer solchen 21 b- 1 un6 D°r «oiAom @runb?fie£)l ber englischen Regierung bisher nichts Dänemark schafft die ü>lgememe Wehrpflicht ab. in den n^een0Xmnien Ein Heeresrcformproqramm. ber diese JoDenhaaen. 3. Oft. (WTB.) Der Der- Va :kh; r24 3o. i®»/- 12.— s-Abtrdeeo-^—^— > i EineL Dann wi tobet in Dundesi lotterte zi Übung des Das nach fioii xSa! Ufa " hervE um die «j Et ioar« kammer ö findet ain Montag11 -es ZOder | tag sand' ! tal.S.a । gaues vm H- ® tagen . y 1 des zve" schMrer ■ eröffn^ * wegen am) einttelfen besondere gaues", ® einen tot}1 fest in St einen schor Ltganisatu berg, dem tourte. Dc hat loiedei stungen de , Höhe stehe' 21m Hess! beteiligten den dem . | QJeteincn, Sängerzak gen Mrei | teranberf, die gleite Aa^res toa notwendig dieses Am Dundessän! 5)aubringer hierauf Dort, um die bet 1 im Dienste Det Kc ) rtsteulichcs rinssaht bi Det Lotsi füt seine i Aach bi legten 3 Webet, ftanbßni • hatte: 1/ ßberle, ! Eeilshauser Olorbcd; 2 2undestech bringen. 1 Lehrer $i schristWe Hausen, bi gehörten, t ten, tourb betracht i Ehrend A 8r° Freu! . Serben. 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Wenn auch anfangs seine Wirkungen bestritten worden sind, so hat er doch seine Stellung behauptet und selbst in Aerztekreisen ist er immer mehr zum Gemeingut geworden. Tausende von Gelähmten verdanken den vollen Wiedergebrauch der Muskeln und Nerven einer richtig durchgeführten Wohlmuth-Kur. 8148b Unser Vortrag am Montag, dein 7. Okt.abds. 8Uhr, im Cafe Leib, gibt Ihnen weitere Aufklärung. Eintritt frei! Verfolgen Sie unsere weiteren Inserate! Wohlmuth-Institut, Leipzig C 1, Thomasiosstrafie 28 rqcmQSzeit sollten Sie unbedingt tragen. Alleinverkauf: Schuhhaus Wolff, Gießen, Seltersweg 4 8210A Am Samstagvormittag verkaufen wir — solange Vorrat — weit unter Preis: 8202D 8190D Die Beamten und Angestellten des Finanzamts Gießen. RASSOL Süßer Traubenmost emvstehlr sich zum llusöefiein non Im AHar WAu.Kleidern Illi AIICI F.V. I. A.: Kraft 82080 Welch, edeld.Privatmann gibt d. Krankbett in Not gerat. 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Heute mittag 1 Uhr verschied nach langem Leiden meine liebe Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Kasuar Waldscbmidt Witwe geb. Dem im Alter von 72 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Waldscbmidt und Frau. 8193A Salomon Schu.!?‘r.- Bitte bedenken Sie, daß der Miele Staubsaug^ mit Jsoliergehäuse Zr Jhnen das höchste Maß von rj j Sicherheit geaen dieGefahren 1 s des Kurzschlusses gewährt da alle stromführenden Teile von dem Jsoliergehäuse eingeschlossen sind. = Staubkessel aus bestem nahtlos gezogen. Hohe Wirkung. Gehäuse und mahagonifarbig. Der Miele- 1 Staubsauger ist in seiner EL. geschmackvollen gedie- genen Ausführung eine Zierde für jeden y Haushalt Preis Mk 165* 8188D barer Treue fort. 06353 Für grög. Schub Tlicht., kinderliebes geschäft WNU tiroÄta m. besten Zeugnissen, gesucht Schristl. Angebote unter 81891) an den Gtefl. Anz. erbeten. Fünfziger Vereinigung 1865 — 1915 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Tode unseres Alterskollegen Herrn Heinrich Krämer Steuersekretär geziemend in Kenntnis zu setzen. Gießen, den 4. Oktober 1929. Vereinigung ehern. Letbgardiiten, Ortsgruppe fließen. Die Beerdigung findet am Samstag, 5. Okt., um 11.30 Uhr morgens von der Friedhofshalledes Neuen Friedhofs aus statt. Versammlungder Kameraden dort um 10.50 Uhr. Um zahlr. Beteiligung bittet der Vorstand. Die Trauerfeier findet Samstag, den 5. Oktober 1929, vormittags UV, Uhr auf dem Neuen Friedhof statt. Um allseitige Beteiligung bittet der Vorstand. für 15. Okt. gesucht. Vorzuttell. zwischen 11-12 u. 4-'/,6 Uhr. Zu erfr. in d. Geschst. d. Gien. Anz. 82091) Billig zu verkaufen Mbinliine Mercedes-Modell 5, sehr gut erhalten. Schrift!. Angebote unter 8191D an den (Siebener Anzeiger. e Nachruf. Nach langer Krankheit schied am 2. Okt. 1929 unser lieber Kamerad StenereekretÄr Heinrich Krämer aus diesem Leben. Als Mitgründer der Ortsgruppe Gießen, Rechner und eifrigster Bei-itzer im Vorstand, erfreute er sich der größten Beliebtheit im Verein; wir verehren ihn und seine Taten. Sein Andenken lebt bei uns in dank- Gieöeö. Die Trauerseier un- seres Kameraden und Schriftführers Heinrich Krämer Steuersekretär findet SamSrag. den 5. Oktober, 11V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Rege Beteiligung erwünscht der Vorstand. 8I79D |Stellengesuche| 1 tzmeiWm und BuöilopflUjneiöet sucht Stellung. Schr.Angeb. u. 06330 an d. Gien. Anz. erb. Verkäufe VictoriaMotorrad 500 cern, 2 Zylinder, mit Licht, aut erb- für Alk. 290- zu verkaufen. 06337 Qr. Schebaum. Walltoiürafre 24. Ziaarreusabrik mit aller Kundschaft sucht für die Landbeztrke zuverlässigen tanta oder Vertreter der selbst Kundschaft besitzt. Reise-Auto wird gestellt. Schriftliche Angebote, aus welchen Forderung und seither erzielter Unifa'd hervorgeht, erbeten unter 82001) an den Gtetzener Anzeiger. Junger Bäckergeselle sucht Stellung.Näh. 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Lebensjahre nach schwerer Krankheit der Rechtsanwalt und Notar Arthur Stahl in Bad-Nauheim gestorben. Der Berewigte war Beigeordneter der Stadt Bad- Nauheim und ist im öffentlichen Leben sehr stark hervorgetreten. Besonders verdient machte er sich um die Förderung des Verkehrswesens in Hessen. Er war Syndikus der Industrie- und Handelskammer Friedberg. Die Einäscherung der Leiche findet am Sonntag, die Beisetzung der Asche am Montag in Bad-Nauheim statt. Gängertag des Lumdaial-Gängerbundes. J O d e n h a u s e n a. d. L d a., 2. Oft. Am Sonntag sand hier der Sängertag des „Lumdatal-Sängerbundes" (3. Bezirk des Lahngaues im Hessischen und Deutschen Sängerbund) statt. Nach dem Lied „Wo gen Himmel Eichen ragen", das von allen Sängern unter der Leitung des zweiten Vorsitzenden des Bundes, Berufsschullehrers Eberle, Lollar, gesungen wurde, eröffnete dieser, da der erste Bundesvorsihende wegen anderweitiger Inanspruchnahme erst später eintreffen konnte, die Tagung. Er begrüßte insbesondere den ersten Vorsitzenden des „Lahngaues", Emil Koch, Gießen. Sodann gab er einen kurzen Jahresbericht. Das Bundesfest in Staufenberg hat in allen seinen Teilen einen schönen Verlauf genommen, dank der guten Organisation durch den Gesangverein Staufenberg, dem der Dank des Bundes ausgesprochen wurde. Das hierbei stattgehabte Wertungssingen hat wiederum gezeigt, daß die gesanglichen Leistungen der Dundesvereine auf sehr beachtlicher Höhe stehen und von Jahr zu Jahr besser werden. Am Hessischen Bundessängersest in Darmstadt beteiligten sich eine große Zahl Sänger aus den dem „Lumdatal-Sängerbund" angeschlossenen Vereinen, einige mit nahezu ihrer gesamten Sängerzahl. Die Zahl der dem Vunde angehörigen Vereine hat sich im Laufe des Jahres nicht verändert, auch die Zahl der Sänger ist etwa die gleiche, wie im Vorjahre. Zu Beginn des Jahres war die Neubesetzung des Nechnerpostens notwendig geworden. Der Bundesvorstand hat dieses Amt vorbehaltlich der Zustimmung des Dundessängertages dem Sänger Heinr. Latsch, Daubringen, übertragen. Hierauf ergriff Gauvorsihender Koch das Wort, um für die Begrüßung zu danken und, wie der Vorredner, zu treuem Zusammcnstehen im Dienste einer schönen, edlen Sache zu mahnen. Der Kassenbericht zeigte ein durchaus erfreuliches Bild. Auch im abgelaufenen Vereinsjahr hat sich das Bundesvermögen vergrößert. Der Vorsitzende konnte dem neuen Dundesrechner für seine mustergültige Rechnungsführung danken. Nach der Verlesung der Sitzungsberichte des letzten Jahres durch den Bundesschriftführer Weber, Odenhausen, schritt man zur Dorstandsneuwahl, die folgendes Ergebnis hatte: 1. Bundesvorsitzender Berufsschullehrer Eberle, Lollar: 2. Vorsitzender Heinrich Lust, Geilshausen: 1. Schriftführer Lehrer Walter, Nordeck: 2. Schriftführer Dietz, Staufenberg: Bundesrechner Reichsbahnassistent Latsch, Daubringen. Der seitherige 1. Bundesvorsihende, Lehrer Ziegler, Kesselbach, und der Dundes- schriftführer, Stationsvorsteher Weber, Odenhausen, die 22 Jahre dem Bundesvorstände an- gehörten, eine Wiederwahl aber abgelehnt hatten, wurden durch einstimmigen Beschluß in Anbetracht ihrer Verdienste um den Bund zum Ehrenvorsitzenden bzw. Ehrenschriftführer ernannt. Dann wurden die Anträge für den am 27. Oktober in Worms stattfindenden Hessischen Bundessängertag beraten. Der Vorsitzende forderte zu zahlreicher Beteiligung und Ausübung des Stimmrechts durch die Vereine auf. Das nächstjährige Bundesfest, verbun- EineNamewettetmit sich selbst Von Friedrich Freksa. Der Frauenarzt Dr. Stefan Hermling betrat den Speisewagen des Franifurt—Baseler Zuges. Alle Freuden des Urlaubs fühlte er in den Nerven. Mit dem Blicke des Kenners übe-vschaute er die Tische und musterte die einzelnen Damen. Es waren je keine Patientinnen, es waren hof- sentlich gesunde Menschen. Er schaute auf seinen Platzzettel, der ihm den Einzelsitz zur Rechten am Eingang anwies. Es war kein Irrtum, er hatte ein gutes öoä gezogen: sein erquickendes Gegenüber war eine 'chöne, dunkelblonde Frau, die vertieft war in das Studium eines Reisehandbuches. Er näherte 'Ich leise, um die Ueberraschung auszukosten., wenn plötzlich sein Blick den ihren träfe. Sie schaute gelassen auf, und die Überraschung war an ihm. Eine lange, schmale Hand bot sich, die er ergriff und küßte. „Urlaub?" fragte die Dame. „Urlaub!" antwortete er und entfaltete sorgfältig die Serviette, um sich zu sammeln. Sie verfolgte seine Umständlichkeit mit fröhlichem Blick und fragte: „Wohin?" „Ueber Zürich nach Klosters!" „Ist ungefähr auch mein Weg, aber ich will weiter!" „Wohin?" „In den prallen Süden: Genua, Neapel, Messina. Bleibe dann zur Erholung von den Hotels in irgendeinem kleinen verlorenen Nest allein!" „Wirklich allen?" „Ich schlage Ihnen vor, lieber Doktor, die Suppe nicht kalt werden zu lassen." Er aß, musterte sein Gegenüber. Ja, sie war fast noch schöner als an dem Tage, da er sie das letzte Mal gesehen. „Sie haben mittlerweile viel erlebt?" reizte sie nach einem prüfenden Blick unvermittelt. „Beruflich sehr viel, Gnädigste!" „Nur beruflich?" Er ging zum Angriff vor: „Sie wissen selbst, es wird so viel verheißen und so wenig gehalten! Im Ernst, warum haben Sie mir damals nicht die Freude gemacht ,zu dem Freitags- Frühstück bei Horcher zu erscheinen?" „Sie verlangen zwischen Fisch und Braten ein bißchen viel, Herr Doktor!" 9er Gießener Herbstpserdemarki 1920. Bei dem Herb st-Pferdemarkt fungierten als Preisrichter: Oekonomierat K. Müller, Neuhof bei Gießen: Gutspächter Weiß, Hof Graß bei Hungen: Oberveterinärrat Dr. M o d d e, Gießen: Landstallmeister Hertel, Darmstadt: Landstallmeister a. D. Oberstleutnant S ch ö r k e, Darmstadt: Oekonomierat Breidenbach, Dorheim: Oberveterinärrat Dr. Mon- n a r d, Gießen: Landwirt O. Schneider, Utphe. Die vorgenommene Prämiierung ergab folgendes Resultat (Pr. bedeutet Preis. A. — Anerkennung): 1. Reitpferde (unter dem Reiter gezeigt): Wilhelm Eifer. Muschenheim, und Hch. Hofmann, Bergermühle, l.Pr.: Hch. Müller XI.. Ober- Hörgern, 2.Pr.: Herrn. Vissel, Griedel, 3.Pr. 2. Wagenschläge (paarweise): 2ul. Kaufmann, Rieder-Weisel, 2.Pr.: Salomon Michel, Gießen, 3. Pr. 3a. Schwere Arb e i t s s ch l ä g e (paarweise): Aug. Frensdorf, Gießen, 2.Pr.; Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, 3. Pr. 3b. Leichte Arbeitsschläge (paarweise): Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, l.Pr.: Aug. Frensdorf, Gießen, 3. Pr. 4a. Schwere Arbeitsschläge (einzeln): Aug. Frensdorf, Gießen, l.Pr.: 3uT. Kaufmann, Nieder-Weisel, 2. und 3. Pr.; Aug. Frensdorf, Gießen, A. 4b. Leichte Arbeitsschläge (einzeln): Jul. Kaufmann, Nieder-Weisel, 1. Pr.: Aug. Frensdorf, Gießen, 2. Pr.: Gebr. Isenberg, Gießen, 3.Pr.: Sal. Michel, Gießen, 4.Pr. 5a. Schwere Arbeitsschläge (einzeln, Pferde mindestens sechs Monate im Besitz von Mitgliedern des Hessischen Landespferdezuchtverein): gerb. Diel II., Dorn-Assenheim, l.Pr.: Rich. Becker, Trais-Horloff, 2. Pr.: Hch. Wallbott XII., Garbenteich, 3. Pr.: Louis Klein, Wohnbach, 4.Pr.: Konr. C. Ebel, Lang-Göns: Wilh. Laux I., Holzheim: Ad. Hofmann, Langsdorf: Gg.Kißlerll.. Nieder-Weisel: Ioh.Tob. Bommers- heim, Dorn-Assenheim: Hch. Dreut II., Griedel: A. 5b. Leichte Arbeitss chläge (einzeln, unter denselben Vorbedingen wie 5a): Hch. Müller, Ober-Hörgern, und Gg. Hch. Bender, Dorf- Gill, l.Pr.: Herrn. Konr. Strasheim, Griedel, und Hch. Hofmann, Bergermühle, 2. Pr.: Herm. Schott, Griedel, und Wilh. Wächter II., Gambach, 3. Pr: Karl Rühl, Eberstadt: Herm. Vissel, Griedel: Ph. Därsch, Heuchelheim/W.: Rud. Koch, Trais-Münzenberg: A. 5c. Schwere Arbeitsschläge (paarweise, unter denselben Vorbedingen wie 5a/b): Rich. Becker, Trais-Horloff, 1. Pr.: Hch. Dreut II., Griedel: 2. Pr.: Louis Klein, Wohnbach, 3. Pr. 5d. Leichte Arbeitsschläge (paarweise, unter denselben Vorbedingungen wie 5a/c): Herm. K. Strasheim, Griedel: und Aug. Weih, Dors- Gill, l.Pr.: Wilh. Eifer, Muschenheim, 2.Pr.: Rud. Koch, Trais-Münzenberg, 3. Pr. 6a. Dreijährige Fohlen (geboren 1926, Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Gg. Kitzler, Nieder-Weisel; 2oh. Tob. Bommersheim, Dorn-Assenheim, 2.Pr.; Adam Hofmann, Langsdorf, 3. Pr. 6b. Dreijährige Fohlen (Wagenschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Karl Bopf II., Lang- Göns, 1. Pr.; Hugo Strasheim, Griedel; Aug. Weitz, Dorf-Gill, 2.Pr. 7a. Zweijährige Fohlen (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Dreut II., Griedel, l.Pr.; Wilh. Reul, Ober-Hörgern, 2.Pr. 7b. Zweijährige Fohlen (Wagenschi., Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Mohr VIII., Gambach, 1. Pr.; Wilh. Eiser, Muschenheim, 2. Pr.; H. M. Sames, Dorf-Gill, 3. Pr.; Aug. Weih, Dorf-Gill, 4. Pr.; 2. Wilh. Bender, Dorf-Gill, A. 8a. Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Ferd. Diel II., Dorn-Assenheim; Hch. Dreut II., Griedel, l.Pr.; Konr. C. Ebel, Lang-Göns, 2. Pr.; Ludw. Walb I., Steinbach, 3.Pr.; Karl Krämer, Langsdorf, A. 8b. Zuchtstuten mit Saugfohlen oder mehreren Nachkommen, Wagenschlage, Vorbedingungen siehe 5a/d): Gg. Hch. Bender, Dorf-Gill, 1. Pr.; Wilh. Eiser. Muschenheim; H. Konr. Strasheim, Griedel, 2.Pr.; Herm. Vissel, Griedel, 3. Pr.; Rud. Koch, Trais-Münzenberg, 4.Pr.; Heinr. Seipp, Trais-Münzenberg, 5. Pr.; Wilh. Wächter II., Gambach, A. 9a. Zuchtstuten, nachweislich in 1929 gedeckt und erkennbar tragend (Arbeitsschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Ferd. Diel II., Dorn- Assenheim, l.Pr.; Rich. Decker, Trais-Horloff, 2. Pr.; Hch. Wallbott XII., Garbenteich, 3. Pr.; Louis Klein, Wohnbach, 4. Pr.; Konr. C. Ebel, Lang-Göns, 5.Pr.; Gg. Ph. Krausgrill, Nieder- Weisel; Adam Hofmann, Langsdorf; Ludw. Walb I., Steinbach; Gg. Kitzler I., Nieder-Weisel; 2oh. T. Bommersheim, Dorn-Assenheim; 2. Hch. Hildebrand, Nieder-Weisel; Gg. Rühl, Langsdorf, A. 9b. Zuchtftuten, nachweislich in 1929 gedeckt und erkennbar tragend (Wagenschläge, Vorbedingungen siehe 5a/d): Hch. Müller XI., Ober-Hörgern; Gg. Hch. Dender, Dorf-Gill; Karl Bopf II., Lang-Göns, 1. Pr.; Herrn. Konr. Strasheim, Griedel, 2. Pr.: Herrn. Schott, Griedel, 3. Pr.; Ph. Winter, Ostheim, 4. Pr.: Hch. Seipp, Trais- Münzenberg, 5.Pr.: Hugo Strasheim, Griedel; Ph. Bärsch, Heuchelheim/W., A. den mit einem Wertungssingen, soll in Nordeck stattfinden. Von den Wertungsrichtern soll hierbei scharfe, rückhaltlose, offene Kritik gefordert werden, damit der beabsichtigte Zweck des Wertungssingens, Hebung der gesanglichen Leistungen, auch wirklich erreicht werde. Lehrer Heiß, Rüddingshausen, rief in warmen Worten die Sänger zu tätiger Mitarbeit und Unterstützung des Vorstandes auf. Nach Erledigung verschiedener Anfragen usw. ergriff Gauvorsihender Koch nochmals das Wort, um über die letzten Vorkommnisse im Deutschen Sängerbund kurz zu berichten. Um 7 Uhr schloß der Bundesvorsihende die schön und harmonisch verlaufene Sängertagung. Oberhessischer Missionsverein für Basel. y. Grünberg, 2. Oft. 2n diesen Tagen hielt der Oberhessische Missionsverein für Basel hier seine 2ahrestagung ab. Nachdem Missionar Schmoll (Hersfeld) am Sonntagvormittag einen 2ugendgottesdienst abgehalten hatte, versammelte sich am Nachmittag eine stattliche Festgemeinde in der großen, geschmückten Stadttirche, um der eindringlichen Fest- predigt des Missionars Lauf (Frankfurt), früher China, zu lauschen. Der hiesige Kirchenchor trug unter der Leitung von Lehrer Roth zwei Chöre rein und klangvoll vor, und der Posaunenchor von Unter-Seibertenrod (Leitung Landwirt Eduard Rühl), der in einer Stärke von 20 Mann erschienen war, wetteiferte mit der Orgel in der Begleitung der Gemeindegesänge. Nach einer Kaffeepause., in der die auswärtigen Festteilnehmer die Gastfreundschaft unserer Bürger erfahren durften, begann in der Kirche die Nachversammlung. Dekan Schmidt begrüßte im Namen des Kirchenvorstandes in herzlichen Worten den Oberhessischen Missionsverein, dann sprach der Senior von 2ndien, Missionar Seng le, über „Die Bewegung in Madai (2ndien)", und Missionar Schmoll über „Was in China neu geworden ist". Der Vorsitzende des Vereins, Dekan Gußma,nn (Kirchberg), dankte in warmem Schlußworte dem Kirchenvorstand und allen Mitwirkenden für die freundliche Hilfe, und schloß mit Gebet. Montag vormittag traten die zahlreich erschienen Abgeordneten des Vereins in der Volksschule zur 2ahrestagung zusammen. Der Vorsitzende begrüßte zunächst die Erschienenen, „Fällt 2hnen die Antwort schwer?" „2a und nein, — Männer sind so leicht verletzbar." „Cs gibt Ausnahmen, Gnädigste. Mein Beruf härtet ab." „Nun, ich will's versuchen. Vorweg: Unser Zuisammenrumpeln im Hotellift war humoristisch! Sie hatten Haltung, als Sie mich ausführten und mich Einblicke tun ließen in das bayerische Volksleben. Wie hieß doch der große Garten mit den alten Bäumen und dem elektrischen Dogenlicht, wo Sie mir selbst das Bier im hohen grauen Krug besorgten und Wurst und Rettig am Stande kauften?" „Cs war der Augustinerkeller, und ich freue mich, daß Sie den Eindruck angenehm bewahrt haben!" „Sie haben mir eine deutsche Stadt gezeigt, wie wir eine italienische zu finden wünschten. Und wie nett bummelten Sie am nächsten Morgen mit mir .verlockten mich dann so lieb zu dem Ausflug an den Starnberger See, warben um mich und fielen mir doch nie auf die Nerven. Das alles hat mir glücklichste Frauenstunden gegeben!" „Und ich bitte Sie, Gnädigste!" „ Und <5ie haben 2hr Werk meisterhaft gekrönt, als Sie mich, meinen Kopfschmerzen zum Trotz, auf der Rückfahrt nach Berlin angenehm unterhalten und treu gepflegt haben. Glauben Sie, daß ich undankbar bin und so etwas vergesse?" „Warum sind Sie am Freitag nicht gekommen?" „Sehen Sie, lieber Doktor, da gab es zunächst einen eigentümlichen Zufall. Des Morgens brachte mir das Mädchen einen Brief von meinem Schwager." „2d) verstehe." „Olein, sicherlich nicht, es war ein belangloser Brief, aber er ließ mich an den Heimgegangenen denken." „Als wir nach dem Baden uns sonnten, haben Sie mir gestanden, Sie fühlten sich frei und los von allem Vergangenen. 2ch habe 2hre Unbekümmertheit bewundert!" „2ch bin unbeschwert, aber können Sie nicht verstehen, daß ich auch nachdenklich sein kann?" „Gewiß, wer steigt, schaut auch zurück." „Vielleicht — aber dann kamen meine Schülerinnen, zeigten mir ihre Entwürfe, die sie in meiner Abwesenheit gemacht hatten, teilten mir ihre kleinen Sorgen und Kümmernisse mit. Das lenkte mich dann ganz ab von dem Brief und beschäftigte mich neu. So war es ziemlich spät geworden für Sie. Eilig zog ich ein gewisses Kleid an, ein malvenblaues. Es hätte Ihnen sicherlich gefallen." „Und trotzdem sind Sie nicht gekommen!" „Dieses ganz einfache Kleid, ohne Stickerei, war zu wenig festlich! Es brauchte einen kleinen Zweig gewisser weißer Orchideen. Lachen Sie über diese Idee! Ich glaubte an diesen kleinen Zweig wie an einen Talisman, und fuhr schnell zum Potsdamer Platz, ihn zu besorgen. Aber ich fand ihn nicht in der Gärtnerei am Fürstenhof. 2ch nahm ein Auto und fuhr zu den Linden, nur um diesen kleinen Zweig. Und als ich ihn bei der dritten Gärtnerei nicht bekam, war es so spät geworden, daß mein Kommen unhöflich gewesen wäre. Bitte, lachen Sie mich nicht aus — das habe ich als Zeichen genommen." „Warum haben Sie mich nicht angerufen?“ „Aber verstehen Sie, das wäre doch nicht gegangen! Können Sie sich nicht in eine Frau hineindenken?" „2ch verstehe! Der Brief 2hres Herrn Schwagers!" „2ch bitte Sie, er hat nichts mit der Angelegenheit zu tun! Ueber ein Steinchen stolpert man doch nicht. Können Sie sich nicht vorstellen, man hat den ganzen Vormittag gearbeitet, ist entkörperlicht, und weiß, da wartet ein Mann und ist hungrig auf etwas, was man ihm nicht bieten kann. Schließlich ist es ja auch das nicht — vielleicht ist wirklich ganz allein das Fehlen des kleinen Zweiges schuld. Und nun, bitte, verurteilen Sie mich als eine rückständige Frau, weil ich 2hnen noch obendrein verrate, es hat mir leid getan, daß ich nicht gekommen bin. — Ditte, vergessen Sie doch den Käse nicht!" Nachdenklich nahm der Arzt den angebotenen Käse. Dabei überlegte er: 2n welche Reihe der Frauen ist dieses launenhafte Geschöpf einzuordnen? Er sah sie an. Sie biß die Lippe, stand langsam auf. Er erhob sich gehorsam. ©le sagte, während sie den linken Handschuh anzog: „Vorahnungen trügen nicht. Sie find ein guter Frauenbeobachter, aber nur, wenn Sie sich wie ein 2nstrument einstellen. Eben habe ich, tote damals bei dem Zweiglein, wieder eine Wette mit mir gemacht. 2ch forderte Sie zum Zrettag, 4. Oktober 1929 darunter als Vertreter des Landeskirchenamtes Oberkirchenrat Wagner (Gießen). Dann erstattete er den 2ahresbericht, aus dem hervorgeht, daß mehr als die Hälfte aller oberhessischen Kirchengemeinden dem Verein angc- gliedert sind, und der eine lebhafte Aussprache auslöste. Die Rechnungsablage von Pfarrer S t a u b a ch (Watzenborn) ergab einen günstigen Kassenbestand. Dem Rechner wurde mit Dank Entlastung erteilt. 2m Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Vortrag von Missionar Seng le über „Ringende Mächte in 2ndien". 2ndien gleicht einem Teich, der lang ruhig lag, aber plötzlich durch aufbrechende Quellen in Gährung und Wallung kommt, und zwar auf allen Gebieten. Eine radikale Minderheit wünscht völlige Loslösung von England, während der z. Z. anerkannte bekannte Führer Gandhi maßvoller ist. Er wünscht mit dem Nationalkongreh Selbstverwaltung, Autonomie. Ringende Mächte gibt es aus dem Gebiete der öffentlichen Sitte (Kastenwesen und Kinderheimten), sowie im Schulwesen, wo das westlich orientierte Schulwesen, insbesondere die Missionsschulen, im Kampfe gegen die Sanskritgelehrsamkeit der Drahmanen steht, an Einfluh unter der heidnischen Bevölkerung gewinnt und so indirekt den Boden für das Christentum bereitet. Der christliche Einfluß geht weit über die Kiche hinaus. Diele Hindus lesen das Reue Testament, erkennen die Dedeutung der Bergpredigt an, vollziehen aber nicht den letzten Schritt zur Taufe. Die Gefahr der Religionsmengerei (Synkretismus) ist reichlich vorhanden. Aber wo Kampf ist, da wächst das Leben. Das Evangelium bringt trotz aller Widerstände auch in diesem alten Kulturlande stetig vor. Der Vortrag, mit vielen Beispielen belegt, aus dem Munde eines langjährigen, fachkundigen Indienmissionars, hinterlieh einen tiefen Eindruck. — Der Nachmittag war noch der Verhandlung interner Dereins- angelegenheiten in engerem Kreise gewidmet. Landkreis Gießen. OO Klein-Linden, 3. Oft. Am Montag und Dienstag unternahm die hiesige evangelische Jugendoereinigung eine Wanderung in den Vogelsberg. Der Frühzug brachte die Teilnehmer zunächst nach Alsfeld, wo die altehrwürdige Walpurgiskirche und das Rathaus einer eingehenden Besichtigung unterzogen wurden. Von Lauterbach aus, wo auch kurze Rast gemacht wurde, führte der Weg über Schloß Eisenabach nach Herbstein. Der zweite Wandertag machte die Reiseteilnehmer mit Den landschaftlichen Schönheiten des hohen Vogelsbergs bekannt und führte über Hochwaldhausen, das Schwarzbachtal, Hoherrodskopf, Taufstein und Ulrichstein nach Mücke. Den jugendlichen Wanderern werden die Eindrücke ihrer Wanderfahrt unvergeßlich bleiben, wenn auch der zweite Tag durch den stark anhaltenden Regen beeinträchtigt wurde. -t- Londorf, 3. Oft. Dieser Tage wurde hier das Ob st an der Provinzial st raße versteigert. Eine große Schar Steigerer hatte sich eingefunden. Trotzdem hielten sich die Obstpreise in niedriger Höhe. Die Kauflust war ebenfalls gering. So kamen schwer behangene Bäume mit Kelter- und Wirtschaftsüpseln oft auf den Spottpreis von 3 bis 5 Mark. Der Zentner Tafeläpfel stellte sich am Baum auf 1 bis 2 Mark. Einzelne schwer behangene Birnbäume mit guten Sorten wurden für 2 bis 3 Mark erstanden. Jenseits von Kesselbach in der Nähe der sogenannten Boine, des großen Steinbruches, auf der dem Werk zugekehrten Seite sind die Obstbäume infolge der Einwirkung des Steinstaubes eingegangen. Auf der linken Seite der Straße fangen sie ebenfalls an, dürr zu werden. Hier zeigte das Obst einen grauen Belag. — Auf den gestrigen Versteigerungen zu Allertshausen und Allen- dorf war ebenfalls die Beteiligung gering, so daß das schönste Tafelobst zu außerordentlich niedrigen Preisen erstanden wurde. Kreis Friedberg. Pb. Butzbach, 3. Oft. Auf Veranlassung des Uhren- und Goldwarengeschäfts von Herrn. Löb hier haben die Nora-Radio-Werke in Frankfurt (Main) dem hiesigen Hospital, in welchem eine Anzahl Pfründner untergebracht sind, eine R a - Käse auf, und Sie haben gar nicht bemerkt, daß ich selbst die Platte vorübergehen ließ. — Vielleicht treffen wir uns ein drittes Mal wieder von ungefähr. Aller guten Dinge sollen ja drei sein — und bis dahin, mein lieber Doktor, leben Sie wohl!" Alte Anekdoten. Der berühmte Weltreifende Reinhard F o r - st e r ward zu der Zeit, da er an der Universität Halle ein Lehramt übernahm, Friedrich dem Großen vorgestellt. „2d> habe bereits fünf Könige gesprochen," rief Forster aus, „drei wilde und zwei zahme, aber so einer wie Ew. Majestät ist mir noch nicht vorgekommen." — „Ein: grundgelehrter Mann ist dieser Forster,," meinte der König nachmals seinem Minister gegenüber, „aber ein erzgrober Kerl." Madame Arnoul'd, eine zu ihrer Zeit be- berühmte Sängerin, besuchte Voltaire, als er zum letztenmal in Paris weilte. „Madame," sagte er zu ihr, „ich bin 84 2ahre alt, und ich habe wohl an die 84 Torheiten begangen."' — „Das ist was Rechtes für einen Philosophen", erwiderte die Sängerin. „Ich bin noch nicht 40 Jahre alt und habe deren mehr als taufend begangen." Der blinde Mathematiker Saunderson befand sich eines Tages in einer zahlreichen Gesellschaft. Als eine Dame, die er nicht kannte und auch nicht sehen konnte, da er blind war. das Zimmer verließ, bemerkte Saunderson, die Dame, die eben hinausgegangen sei, habe sehn schöne Zähne. Da dies tatsächlich zutraf, so fragte man ihn, wie er das habe bemerken: können. „Ich habe," versetzte der blinde Gelehrte, „keinen Grund, die Dame für närrisch zu halten und weiß also keinen anderen Grund dafür anzugeben, den sie hätte haben können, eine ganze Stunde lang beständig zu lachen." In D u r 1 a ch befand sich ehedem in der Pfarrkirche eine Grabschrift folgenden sonderbaren Inhalts: „den 4ten November 1564 starb Ehrhard Franz von Ulm, der fromme, redliche und große Stadtrichter, dessen Körperlein gar nahe sechs Centner gewogen." für den HERBST BEBRRF QUALITÄT^ WAREN Wi 61 am La um 14,15: um 17,301 Singsaal^ uiardpT in de Manta! Art vauertartcn träge) on ber Nhibtn v Allein Schälks AogrrK Mrv «heairrs ® Eint zM 6pi (GlnfW Geg, fe te $ Bef R'S fiSr* 8 fei" lpruch Jjjft °bei dio-LautsPrecher-Ankage gestiftet, worüber die alten Leute sehr erfreut und dankbar sind. Weiterhin stiftete Frl. Anna Küchel in Offenbach (Main), deren Eltern geborene Butzbacher toaren, dem hiesigen Altertumsmu - s e u m einen silbernen altertümlichen Decher mit Deckel, ein Gebetbuch von 1782, einen goldenen Trauring von der goldenen Hochzeit der Eltern, sowie ein sog. Hochzeitsgäbelchen mit Perlmuttereinlage, wie sie in früheren Zeiten in Gebrauch waren, und bei Hochzeiten von den Gästen, die damals ihr Besteck mitbrachten, benutzt wurden. Diese Gegenstände haben im Museum inmitten anderer von Butzbachern gestifteter Altertümer einen würdigen Platz gefunden. Kreis Schotten. a. Schotten, 1.OH. Der Schühenver- e in Schotten hat auf der der Stadt gehörigen Ameisenwe'ide neue Schieß stände errichtet. Stände von 175, 100, 75 m sind sachgemäß erbaut, auch ein besonderer Wildstand für laufende Scheibe ist eingerichtet. Die Stände liegen landschaftlich sehr schon, leicht von der Staatsstraße aus zu erreichen. Der Verein hat große Opfer für die Aeuanlagen gebracht. Am letzten Sonntag wurden die Stände ihrer Bestimmung übergeben. — Dieser Tage fand eine Besichtigung des Hochmoores im Oberwald und der dortigen Forellenteiche durch Sachverständige statt. Cs ist beabsichtigt, die dortigen Teiche wieder zu spannen und ein Wasserreservoir damit für trockene Zeiten im Sommer zu schaffen. Die an sich schon wunderschöne Gegend des Hochmoores und des Oberwaldes würde durch diese Spannung der Teiche außerordentlich viel gewinnen. — Mit dem heutigen Tage verläßt der altbekannte Klubwirt Stein, der weit über 40 Jahre die Wirtschaft in den Klubhäusern des VHC. auf dem Hoherodskopf geführt hat, seine bisherige Arbeitsstätte und siedelt nach Breungeshain über. Sein Nachfolger Wilhelm Bender, seither in dem Gasthaus Hubertus bei Schotten, bezieht nunmehr die Klubhäuser, die eben neu in Stand gesetzt und verschönert werden. Laub ach, 2. Oft. Gestern vormittag er- gen Bezirksspar- immermann, die m „Solmser Hof". Die Sparkasse umfaßt die Dörfer des Amtes Laubach der früheren Reichsgrafschaft (Freienseen, Lardenbach, Gonterskirchen, Ruppertsburg, Wetterfeld) und diejenigen des Amtes Utphe (Utphe, Trais-Horloff, Inheiden). Aus dem von dem Direktor erstat- öffnete der Direktor der hiesi taffe, Oberamtsrichter Z Hauptversammlung i teten Geschäftsbericht über die Ergebnisse der Rechnung für 19 2 8 ersah man durch Vergleichung eine Einnahme von 3 394 972,86 Mark, eine Ausgabe von 3 368 304,50 Mark. Hieraus ergibt sich ein Rest von 26 668,36 Mark. Hiervon hatte der Sparverkehr eine Einnahme von 403 492,63 Mark, eine Ausgabe von 643 844,06 Mk., der Scheck - und Ueberweifungsverkehr eine Einnahme von 641 034,01 Mark, eine Ausgabe von 643 844,06 Mark, der Kontokorrentver- k e h r eine Einnahme von 839 507,68 Mark, eine Ausgabe von 856950,29 Mark, der Bantoer« kehr eine Einnahme von 751090,97 Mark, das Aufwertungskonto eine Einnahme von 22 115,77 Mark, eine Ausgabe von 17 892,25 Mark. Die Verwaltungskosten betrugen: persönliche 13 320,24 Mark, sachliche 5849,17 Mark. Die Bilanz ergab je an Aktiva und Passiva: 1 014 410,94 Mark. Die Zg h l der Sparkassenbücher belief sich am Anfang des Jahres auf 871 Stück, im Laufe des Jahres kam ein Zugang von 242 Stück, ein Abgang von 55 Stück, am Ende des Jahres war also ein Bestand von 1058 Stück zu verzeichnen. Die Zahl der Giro-Konten hatte am Anfang des Jahres einen Bestand von 400 Stück, am Ende des Jahres einen Bestand von 427. An den geschäftlichen Teil der Versammlung schloß sich das übliche gemeinsame Essen. — Das Durchschnittsergebnis der Obfioerfteigerung an den Pro- oinzialstraßen innerhalb der Laubacher Gemarkung zu Anfang dieser Woche belief sich für Wirt- schaftsäpfel 3 bis 4 Mark den Zentner, für Tafeläpfel 5 bis 6 Mark den Zentner. Birnen- und Zwetfchenbäume gibt es hier nicht. Kreis Alsfeld. 6-t Alsfeld, 3. Oft. Am Dienstag fand die llebergabe des neuen Postgebäudes an die Reichspo st Verwaltung mit einer entsprechenden Feier statt, zu welcher als Vertreter des Präsidenten der Oberpostdirektion Darmstadt Postrat Wittich (Darmstadt) erschienen war, . vom Telegraphenbauamt Gießen war Telegraphendirektor Gabel (Gießen) anwesend, das Postamt Alsfeld war durch Post- direktor Wolf und die dienstfreien Beamten vertreten. Für das Kreisamt war Regierungsrat Strack (Alsfeld) und für das Hochbauamt Alsfeld Regierungsbaurat Vogt (Alsfeld) erschienen, ferner war die Stadtvertretung nahezu vollzählig zur Feier erschienen. Bürgermeister Dr. V ö l s i n g ging in seiner Eröffnungsansprache davon aus, daß die Einweihung des neuen Post- gebäudes ein denkwürdiges Ereignis für die Stadt Alsfeld sei, die damit einen modernen, den neuzeitlichen Anforderungen des Verkehrs entsprechend eingerichteten Postbetrieb erhalte. Die Tatsache, daß die Reichspostverwaltung ihre Zustimmung zur Errichtung eines so stattlichen Bauwerks gegeben habe, dürfe man als Anerkennung der berechtigten Verkehrswünsche der Stadt Alsfeld betrachten. Der Redner sprach der Reichspostverwaltung und allen denjenigen, die an dem Reubau mitgewirkt hatten, den Dank der Stadt für das gute Gelingen des Werkes aus. Postdirektor Wolf (Alsfeld) nahm den Schlüssel des Hauses von dem Bürgermeister in Empfang mit der Versicherung, den Reubau zu hüten und zu pflegen, und dankte auch seinerseits allen am Bau Beteiligten. Für die Oberpostdirektion Darmstadt sprach Postrat Wittich der Stadt den Dank aus für das Entgegenkommen, das die Stadt der Postverwaltung bei Errichtung des neuen Postgebäudes bewiesen habe. Alsdann folgte eine Besichtigung der Räume unter der Führung von Postrat Wittich für die geladenen Gäste. Der dreigeschossige Reubau, der sich in einer Länge von 38 Metern auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „3ur Krone" erhebt, macht einen imposanten Eindruck, und das stattliche Bauwerk, das sich in seinen äußeren Formen dem Stadtbild anpaßt, bildet eine Zierde und Verschönerung des Stadtbildes. Da das neue Selbstanschlußamt infolge verspäteter Lieferung der Apparate durch die Firma Siemens und Halske erst im Laufe des Rovember fertig- gestellt werden kann, muß vorläufig noch der alte Fernsprech betrieb weitergcführt werden. Das nunmehr freiwerdende alte Postgebäude geht in den Besitz der Bezirkssparkasse Alsfeld zum Preise von 40 000 Mk. über, die es für ihre Zwecke umbaut. Preußen. Regierungspräsident Dr. Brandt f. Koblenz, 3. Okt. (WB.) Regierungspräsident Dr. Brandt wurde heute früh bei der Rückkehr von der Hirschjagd in der Dberförfterei Entenpfuhl im Kreise Kreuznach plötzlich vom Herzschlag getroffen. Kreis Wetzlar. 0 Aus dem Kreise Wetzlar, 2. Okt. Wie wir erfahren, ist beabsichtigt, im Kreise Wetzlar eine Abdeckereianlage zu errichten. Urspünglich war beabsichtigt, die Anlage in Oberbiel zu erbauen. Nachdem sich dies nicht hat ermöglichen lassen, ist die Errichtung in Daubhausen beabsichtigt. Sobald Mt Anlage in Betrieb genommen ist, müssen alle im Kreise anfallenden Kadaver der Abdeckerei zugeführt werden. Die in den einzelnen Gemeinden bestehenden Wasenplätze werden alsdann überflüssig. ex? Grvß-Rechtenbach, 2. Okt. Einem hiesigen Einwohner wurde aus einer Schublade im Hausflur ein Geldbeutel mit 10 Mark I n - halt gestohlen. Der Verdacht der Täterschaft lenkt sich auf einen Hausierer im Alter von 20 bis 25 Jahren, der an dem fraglichen Tage Kurzwaren im hiesigen Orte feilbot. „Du bist wirklich zu nervös! Wenn Du nun mal zu den Menschen gehörst, die das Coffein Im Bohnenkaffee nicht vertragen können, so mußt Du eben coffeinfreien Kaffee trinken. Kaffee Hag schmeckt ebenso gut wie anderer Bohnenkaffee bester Qualität. Seine besonderen Von zöge werden heute von fast allen Ärzten anerkannt. Ich sehe des« halb nicht ein, warum wir nicht, wie Millionen andere, nur noch Kaffee Hag trinken wollen. Besorge Ihn bitte sofort.“ Damen- Unterzieh Strümpfe la Qualität... 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Mit Genehmigung des Herrn Iustiz- ministers wird für die Folge die Wahlkartei der Stadt Gießen zur Auswahl der Schöffen und Geschworenen zugrunde gelegt. Die Aufstellung einer besonderen Urliste der Schöffen und Geschworenen ist damit hinfällig geworden. Die als Urliste geltende Wahlkarte liegt daher von Samstag, den 5. Oktober bis einschließlich Samstag, den 12. Oktober 1929, im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, während der Geschästsslunden zu jedermanns Einsicht offen. Innerhalb dieser Frist kann gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der als Urliste geltenden Wahlkartei Ein- spruch erhoben werden. 8181C Gießen, den 4. Oktober 1929. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. Hamm. Sorgfältig zasammengest. Weinkarte Preiswerte Einzel-Platten Gepflegte Biere 6942D Bahnhofs-Restaurant Volkshochschule. । Zwangsversteigerung 1/29 ***** ylm Donnerstag, dem 10. Oktober 1929, 6955V versteigert. ausgehängt. Gießen, den I A. des Leo Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht Während der Dinterspielzeit des Stadt- theaters werden veranstaltet: 82J6D Einführungsvoriräge zum Spielplan des Stadttheaters. (Einführung in die dramatischen Werke und ihre Äühnengestaltung). Beginn: Samstag, 5. Oktober, 20 Uhr, Singsaal der Obcrrealschule, Eingang Bis« marckstraße (nicht Realgymnasium) Einführung in den Winterspielplan (Vasantasena und modernes Lustspiel). Vortragender Heinrich Litsch. Dauerkarten zu 2.— Mk. (für 10—15 Dor- träge) an der Theaterkasse u.an der Abendkasse. Einzelkarte 0.30 Mk. vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichts- gebäube zu Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuch von Gießen den Gustav Lückel und Ehefrau, Elise geb. Fenchel, in Gießen zu je Vi zugeschriebene Grundstück Flur 5, Jlr. 1977/io = 440 qm Bauplatz in der Lbelslrahe, geschaht 5280 RM., 1929. Gießen: Friedrich Wilhelm LebenSversicherungs-Akt.-Gesellsch. 8177V] Errichtet 1866. 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Berndt Klausen war der erste, mit dem anders als geschäftlich oder gleichgültig Sie fand keine Antwort, aber als sie Schritte draußen hörte, wischte sie sich schnell die Tränen ob. , _ Es war nur das Mädchen, das abraumen wollte. Käthe gab dem Mädchen den Brief an die Tante mit und bat, ihn schnellstens zu befördern. Dabei kam ihr wieder ein Gedanke, den sie noch nicht gehabt hatte. Ob denn nicht auch Berndt Eltern hatte, wenigstens eine Mutter, einen Vater, jemand, dem er melden muhte, daß er sich verheiratet hatte? Nun erst besann sich Käthe, daß Berndt nie ton Verwandten gesprochen hatte. Sie wußte nicht einmal, woher er stammte. Vicht ein Wort hatte er davon gesagt. War das nicht schrecklich? Sie war die Frau eines Mannes, dessen Vame ihr bekannt war, sonst ober auch nichts! Das Mädchen ging mit dem Briefe, ilnb Käthe war wieder allein. Allein mit sich und den Gedanken, die nun erst recht auf sie einstürmten. Wo blieb nur Berndt Klausen? 1. Salsberg, 2,30 Meter; 2. Rohrbach ll, 2,25 Meter; 3. Schmelz, 2,17 Meter. Ballweitwurf: 1. Herbert, 69,40 Meter; 2. Rohrbach II, 52,90 M.; 3. Schmelz, 46,70 Meter. — O-Klasse (Iahrg. 17 u. j), 50 Meter: 1. Volk, 7,4 Sek.; 2. Oppenheimer; 3. Haibach. Weitsprung aus dem Stand: 1. Volk, 2,26 Meter; 2. Oppenheimer, 2,06 Mir.; 3. Haibach, 1,60 Meter. Ballweitwurf: Volk, 60,20 Meter. Frauen: 100 Meter: 1. Frl. Nickel, 14,4 Sek.; 2. Frl. Weiershäuser, 15 Sek.; 3. Frl. Voß, 15,6 Sekunden. Weitsprung: 1. Frl. Nickel, 4 Meter; 2. Frl. Voß, 3,80 Meter; 3. Frl. Link, 3,80 Meter. Hochsprung: 1. Frl. Weiershäuser, 1,20 Meter; 2. Frl. Peters, 1,15 Meter; 3. Frl. Link, 1,15 Meter; Kugelstoßen: 1. Frl. Langhammer, 7,67 Meter; 2. Frl. Nickel, 6,58 Meter; 3. Frl. Weiershäuser, 6,14 Meter. Schlagballweitwurf: 1. Frl. Langhammer, 42 Meter; 2. Nickel, 37,50 Meter; 3. Frl. Voß, 33,20 Meter. — Mädchen A, 100 Meter: 1. Frl. Braun, 15,2 Sek.; 2. Frl. Andreä, 16 Sekunden. Hochsprung: 1. Frl. Braun, 1,15 Meter. Weitsprung: 1. Frl. Braun, 3,75 Meter; 2. Frl. Andreä, 3,50 Meter. Ballweitwurf: 1. Frl. Andreä, 27 Meter; 2. Frl. Braun, 25,80 Meter. — Mädchen 6, 100 Meter: Frl. M. Lösch, 14,2 Sekunden (!). Hochsprung: Frl. Lösch, 1,15 Meter. Weitsprung: Frl. Lösch, 3,70 Meter. Ballweitwurf: Frl. Lösch, 45 Meter (!). Zechten im Turngau Hessen (D.T.) In der Turnhalle des Turnvereins von 1860 zu Bad-Vauheim fand am Sonntag ein gut besuchter Lehrgang für Dorfechten statt. Es nahmen Fechtwarte und Vorfechter folgender Vereine daran teil: T v. 1 8 4 6 Gießen, Mtv. Gießen, Tv. 1860 Bad-Vauheim, T. u. Spv. Butzbach. Tgm. Friedberg, T. u. Spv. Marburg, Tv. Wetzlar. Der Leiter, Kreisfechtwart 011 (Offenbach a. M.), erteilte eine gründliche und sehr interessante Fechtschule mit praktischer und theoretischer Belehrung. Ein Kampfrichterlehr- gang beschloß die arbeitsreiche Tagung. aber sie war zu schwach. Da riß die Pflegerin es auf und hielt ihr das Blatt dicht vor die Augen. , „Sofort kommen! Tante, sehr krank, ruft Sue! Edelmann." Immer wieder las Käthe die Worte. Wer war nur dieser Edelmann? And Tante krank? Tanke rief sie? Mein Gvtt, was war denn das nur? Der Arzt schaute besorgt auf sie, als sie sich auf rich tete. „Sie dürfen nicht aufstehen, müssen noch liegen* bleiben," ragte er. Da blickte sie ihn verwundert an. „Tante ruft mich doch!" sagte sie. Sie reichte ihm das Telegramm. Er las und sprach leise mit dem Direktor. Dann sagte er: „Wenn Sie noch diese Vacht brav schlafen, nachdem Sie ordentlich gegessen haben, wollen Wir sehen, ob Sie morgen fahren können." Schlafen! Ia, schlafen! Käthe schlief schon längst wieder, als das Essen kam. man störte sie nicht. Diesmal aber war es nicht Bewußtlosigkeit, diesmal arbeitete ihr Geist und zeigte ihr das Häuschen unter den Kastanien, zeigte ihr die alte, strenge Frau darin. Tante war sehr krank! Sie sehnte sich nach Käthe! War die Liebe in ihr doch erwacht? In Käthe war, trotzdem sie schlief, immerfort •ein Drängen. Sie wollte fort und konnte nicht. Als sie am Morgen erwachte, waren ihre Augen klar. Im Schlummer hatte ihre Seele sich wiedergefunden. Sie dachte nicht mehr an den Mann, der in ihr einsames Leben getreten und wieder daraus verschwunden war. sie dachte nur an ihre Tante und an das große, unfaßbare Wunder, daß sie von dieser gerufen wurde! Der Arzt staunte, als er kam. Er redete etwas von der Kraft verwandtschaftlicher Liebe, aber er hatte nichts einzuwenden, daß Käthe aus- stand und sich zur Veise fertigmachte. Er verlangte nur, daß sie von der Pflegerin bis zum Schiff gebracht wurde. So geschah es. daß Käthe das Hotel wieder verlieh, ohne daß sie etwas von dem Verbleib Berndt Klausens erfahren hatte; und niemend wagte, sie an ihn zu erinnern. Es war wie ein Wunder, daß er ihr sein Geld gegeben und sie dadurch in den Stand gesetzt hatte, die Hotelrechnung und nun die Veise zu bezahlen, den Arzt, die Pflegerin und alles andere. Es würde ihr auch sonst noch genug bleiben, denn es war eine große Summe in der Tasche gewesen. Käthe dachte nicht daran,_ daß sie vielleicht gar nicht hätte darüber verfügen dürfen, sie dachte überhaupt nur einss: Würde sie die'Tante noch am Leben finden? (Fortsetzung folgt.) Liebe in Ketten. Zfiomcin von Hans Mitteweider. Copyright by Martin Fmchtwanger, Halle (Saale). „Körperlich krank ist sie nicht, höchstens zu Tode erschöpft," sagte er, „aber ihr Gemütszustand ..." Käthe schaute die Menschen an, die sie umstanden, ohne einen zu sehen. Sie sprach nicht, sie weinte nicht mehr — es war, als sei etwas in ihr gestorben, sie wußte nicht, was. And stumpf ließ sie alles geschehen. Sie trank auch, was man ihr reichte: ein Schlafmittel. And so vergingen ihr die nächsten vierundzwanzig Stunden, ohne daß sie etwas davon wußte. , Als sie erwachte und ein fremdes Mädchen an ihrem Bett sitzen sah, wußte sie überhaupt nicht wo sie war. Eie tastete mit beiden Händen nach dem schmerzenden Kopfe. Was war nur mit ihr? Die Pflegerin fragte sie nach ihrem Befinden. Sie, sprach deutsch. Da kam alles wieder über Käthe. „Ist er da?" stieß sie hervor, indem sie auf- f Sanft ward sie wieder in die Kissen gedrückt, ohne daß eine Antwort erfolgte. And sie fragte nicht wieder. Sie wußte alles. Berndt war nicht gekommen! Er war verschlungen worden von dieser fremden, unheimlichen Stadt! Käthe dachte nicht einen Augenblick daran, daß sie nun Witwe geworden war, ohne Frau gewesen zu sein. Sie hatte überhaupt nur einen Wunsch: Fort! Heim! Heim? Wo war sie denn daheim, seit Tante Wohllcbe sich von ihr losgesagt hatte? Ihr kamen keine Tränen bei diesem Gedanken. Wieder fühlte sie, daß ettöas in ihr tot war. And dann schwand ihr das Bewußtsein. Die Amwelt versank vor ihr. Am achten Tage erst kam Käthe Klausen wieder zu sich, schwach und matt und so müde, ach, so unbeschreiblich müde! Sie sah den Arzt, sie sah die Pflegerin, den Direktor. Sie hörte Worte, immer wieder nur Worte, aber sie wartete nicht mehr darauf, daß man ihr sagte, Berndt sei gekommen. Der war doch tot, schon lange! . Aber der Direktor hatte ein gelbes Kuvert in der Hand, es sah ganz sonderbar aus. Er schaute auf den Arzt und fragte ihn etwas und erhielt eine Antwort. Da trat er an das Bett und reichte Käthe den sonderbaren gelben Amschlag. „Dieses Telegramm ist für Sie emgetroffen, Frau Klausen," sagte er. „Es ist dringend und kommt aus Ihrer Heimat, wie ich annehme. Wollen Sie es in aller Ruhe lesen? Vielleicht enthält es die ersehnte Vachricht?" Aus der Heimat! Mehr hörte Käthe nicht. Sie griff nach einem Kuvert und wollte eS offnen, Tv. Pfaffendvrf; 18. Fritz Werntgen, Tgs. Koblenz. Die unfern Lesern schon bekannte Veuner- Mannschaft des Hessen-Gaues führt die letzten Vummem. und zwar in der Reihenfolge: 19. Würtz. Krofdorf; 20. Otto Sektor, Marburg; 21. Keil. Marburg; 22. Goetfch. Marburg; 23. Reuter, Gietzenl 24. Eckhardt, Vidda; 25. Seht, Großen- Linden; 26. Sinnwell, Bad-Vauheim; 27. Fink, Marburg. Die Hebungen folgen einander im Wechsel der Gaue, so daß also die Kampfnummern 1, 10 und 19 bei jedem Gerät eröffnen und nach dem Durchlauf der entsprechenden Dreier-Gruppen die Vummern 9, 18 und 27 den Kampfabschnitt schließen. Der jüngste Mitkämpfer zählt 19, der älteste 39 Iahre. Das Durchschnittsalter beträgt 24,4 Iahre; das der Hessen 25,5, das der Frankfurter 23 4. und das vom Rhein-Moselgau 24.3 Iahre. —' Im Lebensalter von 20 bis 25 Iahren stehen 20 Turner, je zwei finden wir zwischen 26 und 30. 31 und 35, und 36 bis 39 Iahren.________ ungsfest 821 ID „Sie haben den Vamen verhört, Frau Klausen," sagte er. „Er lautet Frome" — er buchstabierte ihn —, „das ist eine bekannte Firma. And wenn ich auch nicht dort anfragen konnte, weil niemand mehr im Bureau ist, so wissen wir doch nun wenigstens, wo Ihr Gatte gewesen ist. Man kann nicht wissen, was ihn zurückge- halten hat..." „Er muß verunglückt sein!" schrie Käthe auf. Doch sogleich erwiderte der Direktor: „Das dürfte so gut wie ausgeschlossen sein, denn ich hatte mich bereits an den zuständigen Stellen erkundigt, aber man weiß dort nichts, daß ein Deutscher mit dem Vamen Klausen als verunglückt gemeldet und irgendwo eingeliefert worden ist." „Aber wo soll er denn fein? Er wollte doch um zehn Ahr spätestens wieder hier sein!" „Er wollte! Gewiß, gnädige Frau! Er ist, wie Sie sagen, früher schon hier in Stellung gewesen. Vielleicht hat er einen guten Bekannten getroffen. Er hat vielleicht auch versucht, Sie zu benachrichtigen, aber es ist ihm aus irgendeinem Grunde nicht gelungen. Freilich, freilich, ich ^ebe zu, es ist unverantwortlich von einem jungen Ehemann, seine Frau so zu ängstigen. Allein, Sie werden uns Männer noch kennen- lernen, wir sind allzumal keine Heiligen. .." Fd®r Qua'ität ge, E nkaufes. Unser 20. Deutscher Turntag. 15. Deutsches Turnfest in Stuttgart. Im Mittelpunkt der Besprechungen des Hauptausschusses der D.T. stand die Wahl des Ortes für das 15. Deutsche Turnfest. Wohl noch nie ist hem Hauptausschuh die Wahl des Turnfestortes so schwer gefallen, wie in diesem Iahre. Drei Städte, Breslau, Stuttgart und Dresden, bewarben sich um das Fest. Alle drei sicherten der D. T. die restlose Erfüllung der Richtlinien zur Durchführung eines derartig großen Festes zu. Vach Anhörung der für die einzelnen Städte sprechenden Vertreter erfolgte die Wahl von Stuttgart, für das besonders auch sprach, daß die Anlagen für das Turnfest erst neu errichtet werden müssen, wobei größte Rücksicht auf die besonderen Wünsche des Turnausschusses der D. T. auf Grund der Erfahrungen bei den letzten Deutschen Turnfesten genommen werden kann. Handball-Lokaltreffen in Gießen. inännerfurnoerein — Turnverein 1846. Das wichtigste Treffen der Meisterklasse findet om kommenden Sonntag auf dem Aniversitäts- sporlplah statt und sieht als Gegner die beiden Gießener Turnvereine. Beide Mannschaften sind in ihrer Spielstärke ziemlich ausgeglichen. Das vorjährige letzte Spiel der Derbandsrunde endete unentschieden, nachdem Mtv. das Vorspiel 2:1 für sich entscheiden konnte. Es gingen überhaupt alle bisherigen Treffen mit höchstens einem Tore Anterschied aus. Ein Beweis dafür, daß alle Kämpfe ausgeglichen waren. Leiter des Spiels ist ein Frankfurter Schiedsrichter. Die vorhergehende Begegnung der Iugend- mannfchaften wird wohl der Mtv. für sich entscheiden. da er größere Spielerfahrung besitzt. Leichtathletik der Ep.-Dg. 1900. ö. Bei prächtigem Herbstwetter wurden am Sonntag die Vereinsmeisterschaften zum Aus- tiag gebracht. Sie ergaben ein anschauliches Bild von der Güte der 1900er Leichtathletik. Sowohl bei den Einzelwettbewerben als auch auch bei den Staffeln entwickelten sich durchweg spannende Kämpfe. Bei den gezeigten Leistungen ist zu beachten, daß in fast allen Klassen eine Reihe erster Kräfte dem Start fernbleiben mußten. Bei den Aktiven dominierten mit ansprechenden Leistungen Guyot in den Sprintstrecken, Bepperling über die Mittelund Paul über die Langstrecken. 3m Weitsprung machte sich das Fehlen Seipps bemerkbar, beim Hochs prung schien Hopfen müller die An- sprungbahn nicht zu liegen. Bei den Werfern erzielte L a n g l o tz überraschenderweise die Bestleistung durch seine 47,35 Meter im Speerwurf. Eigenartigerweise wurde auch bei den Jugendlichen die absolut beste Leistung von einem Jugendlichen aufgestellt: H. Müller wartete im Kugelstoßen mit 14,39 Meter auf. Aber auch die übrigen 3ugendergebnisfe, insbesondere die der Klasse B, können sich sehen lassen. — Unter den Frauen und Mädchen haben sich in der verhältnismäßig kurzen Feit des Bestehens der Abteilung eine erfreulich große Zahl zu recht brauchbaren Leichtathletinnen entwickelt. Nachstehend die Ergebnisse: Aktive: 100 Meter, Gruppe I: 1. Guyot, 11,4 S.; 2. Hop- femnüller, 11,6 S.; 3. Langlotz, 11,9 Sekunden. 100 Meter, Gruppe II: 1. Täubert, 12 S.; 2. Birkenstock, 12,2 S.; 3. Knigge, 12,3 Sekunden. 200 Meter, Vorgabelauf: 1. Schickedanz 24 Sek. bei 8 Meter ^Tuuna« J - wif J £, iii T ' L„ |jb v 00 a^ WMl n sowie geladene Gäste g geboren Ser SM-KetSaM bet 9. T. in bet Mchalle Wen die Gegner schicken. Käthe hatte den schrecklichsten Tag ihres Lebens ^erbracht. Berndt Klausen kam und kam nicht zurück! Er war noch nicht da, als sich bereits die Schatten des Abends auf die Riesenstadt senkten und die Lichter überall aufflammten. Er kam nicht, als der Verkehr langsam zu verebben begann. Käthe wußte sich vor Angst nicht mehr zu fassen. Das Mädchen hatte vergebens zu trösten versucht, und endlich schickte sie den Direktor des Hotels zu der trostlosen junaen Frau. Er sprach Deutsch; er fragte, er erfuhr nichts, sie wußte ja nichts — nur, daß sie getraut worden war und dann in dem Restaurant gesessen hatte. Sie beschrieb es. Der Direktor nannte einen Vamen. „Ich werde sogleich selbst anfragen, ob man die Herren dort gekannt hat, wenigstens die Engländer," sagte er. „Ich weiß, wo Sie gewesen sind." Käthe atmete auf. Endlich kam ein Lichtstrahl in baß Dunkel. Sie wartete in fieberhafter Erregung und eilte dem Direktor entgegen, als er wiederkam. Sie sah ihn lächeln — er wußte etwas. Borg.; 2. Guyot, 24,1 Sek. vom Mal; 3. Hopfenmüller, 24,2 Sek. bei 2 Meter Vorgabe. 400 Meter: 1. Bepperling, 55,9 Sek.; 2. Lange, 56,2 Sek.; 3. Knigge, 60 Sekunden. 800 Meter, Vorgabelauf: 1. Bepperling, 2:06,1 Min vom Mal; 2. Glagow, 2:08 Min. bei 50 Meter Borg.; 3. Linsemann 2:10,3 Min. bei 50 Meter Vorgabe. 3000 Meter, Vorgabelauf: 1. Paul, 10:06,1 Min., vom Mal; 2. Koch, 10:26 Min., vom Mal; 3. Linsemann 10:38,8 Min., bei 100 Meter Vorgabe. Weitsprung: 1. Maus, 5,85 Meter; 2. Knigge, 5,60 Meter; 3. Linsemann, 4,90 Meter. Hochsprung: 1. Hopfenmüller, 1,55 Meter; 2. Peters, 1,49 Meter; 3. Maus, 1,45 Meter. Kugelstoßen, Gruppe 1:1. Frey, 11,49 Meter; 2. Langlotz, 11,22 Meter; 3. Hopfenmüller, 10,43 Meter. Kugelstoßen, Gruppe II: 1. Schmelz, 10,48 Meter; 2. Birkenstock, 9,74 Meter; 3. Trauth, 9 Meter. Speerwurf, Gr. I: 1. Langlotz, 47,35 Meter; 2. Guyot, 45,30 Meter; 3. Klös, 44 Meter. Speerwurf, Gr. II: 1. Lange, 38,80 Meter; 2. Frey, 35,75 Meter; 3. Trauth, 28,70 Meter. Dreikampf für Fußballer (100 Meter, Weitsprung, Speerwurf): W. Schmitz. Jugend: A-Klasse (Jahrgang 11 bis 12), 100 Meter: 1. Schickedanz, 12 Sek.; 2. Schlarb, 12,2 Sek.; 3. Balser, 12,3 Sekunden. 800 Meter: 1. Balser, 2:16,4 M.; 2. Peters, 2:19,2 Min.; 3. Koch I, 2:20,9 Minuten. Weitsprung: 1. Schlarb, 5,35 Meter; 2. Balser, 5,15 Meter; 3. Koch I, 4,40 Meter. Kugelstoßen: 1. H. Müller, 14,39 Meter (!); 2. Speier, 11,41 Meter; 3. Schlarb, 11,36 Meter. Speerwurf: 1. H. Müller, 44 50 Meter; 2. Balser, 41,20 Meter; 3. Schlarb, 37 M. — B-Kl. (Iahrg. 13 bis 14), 100 Mir.: Koch II, 12 Sek.; 2. Gräf, 12,3 Sek.; 3. Rodriguez, 12,4 Sek. 300 Meter: 1. Koch II, 45,1 Sek.; 2. Rodriguez 46,3 Sek.; 3. Rohrbach 46,7 Sekunden. 800 Meter: 1. Mootz, 2:20,8 Min.; 2. Koch II; 3. Rohrbach I. Weitsprung: 1. Gräf, 5,55 Meter; 2. Rodriguez, 5,05 Meter ; 3. Koch II, 5 Meter. Speerwurf: 1. Gräf, 43,75 Meter; 2. Auer, 42,85 Meter; 3. Felsing, 37,45 Meter. — C-Klasse (Iahrg. 15 bis 16), 50 Meter: 1. Rohrbach II, 7,3 Sek.; 2. Salsberg, 7,4 Sek.; 3. Schmelz, 7,5 Sekunden. Weitsprung aus dem Stand: —£>— Vunmehr sind auch die Ausscheidungskämpfe in den Gauen Frankfurt a. M. zind Rhein-Mosel durchgeführt und die Turner genannt worden, die ihre Gaue in Gießen vertreten sollen. Wir geben die Vamen in der endgültigen Reihenfolge ihrer Wettkämpfe wieder. Der Gau Frankfurt läßt seine Kampfmannschaft wie folgt antreten: 1. Paul Seip, Tgm. Bockenheim. 2. Hans Helmer. Tgs. Rödelheim; 3. Herbert Müller, Tgm. Eintracht, Frankfurt; 4. Ludwig Herrn a n n, Tgm. Dockenheim; 5. Karl Hörnis, Tv. Viederrad; 6. Robert I a n s e n, Tgm. Eintracht, Frankfurt; 7. Heinrich H o l f e l d e r, Tgm. Bornheim; 8. Georg Pfeiffer, Tgm. Eintracht, Frankfurt. 9. Ernst Winter, Tgm.Ein- tracht, Frankfurt. Der Rhein-Mosel-Gau meldet sich in folgender Aufstellung: 10. Peter Barten, Tv. Bendorf; 11. Richard Busch, Tv. Ehrenbreitstein; 12. Hubert Breidbach, Tv. Weißenturm; 13. Heinrich Böckstiegel, Tv. Mülhofen; 14. Otto I o st, Tv. Wirges; 15. Iosef Hannappel, Tv. Dernbach; 16. Willi Griser, Tv. Wirges; 17. Michel Klaß, sprachen hatte! . r r Eie ängstigte sich, daß sie es nicht sagen konnte, aber doch gestand sie sich, daß es weniger um Berndt war, als vielmehr, weil sie allein war in der fremden Stadt, mutterseelenallein trotz der Millionen von Menschen, die hier lebten! Wenn sie in Deutschland drüben gewesen wäre, es wäre nicht so schlimm gewesen! Aber hier! Berndt Klausen war doch jetzt der einzige Mensch, an den sie sich klammern komrte, nachdem die Tante ihr die Tür gewiesen hatte! Wohin, wohin sollte sie sich wenden, wenn er nicht wiederkam? Der Direktor redete ihr vergebens zu, nut hinunterzukommen und sich durch die Musik in der Diele etwas zerstreuen zu lassen. Käthe blieb auf ihrem Zimmer und wanderte unruhig hin und her, Stunde um Stunde, bis sie endlich erschöpft zusammenbrach und liegenblieb, wo sie lag. Als spat abends das Mädchen noch einmal nach ihr sah, fand sie sie so, hob sie auf und trug sie mit Mühe zum Bett. Dann alarmierte sie das Haus, man rief einen Arzt? Er schüttelte bedenklich das Haupt. Spielveremigung 1900 Gießen. Im dritten Meisterschaftsspiel treten die 1900er am kommenden Sonntag auf eigenem Platz der Ligaelf des Fußballvereins 19 2 0 Mar - burg-Ockershausen entgegen, die wegen ihrer guten Angriffsreihe immer ein gefährlicher Gegner für die etwas langsame Abwehr der Gießener war. Die letzte Begegnung zwischen den beiden Mannschaften sah die Marburger Vorstädter mit 2:0 Toren als knapper Sieger. Die Aussichten des Plahvereins für den kom- menten Sonntag lassen sich noch nicht beurteilen, da es im letzten Spiel in Wallau zu viel Blessierte gab, deren Mitwirkung bis jetzt noch in Frage steht. ' Dor dem Ligaspiel liefern sich die dritten Mannschaften der beiden Ortsgegner 1900 und V.f.D. das erste Lokaltreffen ihrer Klasse in dieser Saison. Der Ausgang ist vollständig offen. 1900s vierte Elf empfängt die zweite Mannschaft vom Fußball-Club 1 9 2 6 Großen- B u s e ck. Im letzten Gesellschaftsspiel bföeb Gr- Buseck 1:0 Sieger, was sich auch in der jetzigen Begegnung wiederholen kann, obwohl 1900s Vierte bis jetzt ungeschlagen ist- Iugendspiele kommen wie folgt zum Austrag 1900 1. Irgend—Heuchelheim 1. Iugend. dürfte der Plahverein gewinnen. 1900 2 .Iugend— Leihgestern 1. Jugend. Das Spiel findet in Leihgestern statt und läßt den 1900ern wenig Gewinnchancen. Ebenso das Spiel 1900 3. Iugend— Großen-Buseck 1. Iugend, das ebenfalls auf dem Platz des Gegners zum Austrag kommt <*j in dem die 1900er körperlich überlegen sind. Die 1. und 2. Schülerelf der Dlauweißen sind zusammengepaart. V. f. 23. Während die Liga am kommenden Sonntag wieder spielfrei ist, hat die zweite Mannschaft ini Verbandsspiel die gleiche des Wetzlarer Sportvereins zum Gegner. Wetzlar war im Vorjahre Meister seiner Klasse, und muß als der schwerste Gegner der V.f.B.-Elf bezeichnet werden. In der letzten Punktspielserie verlor V.f.B. sein erstes Treffen auf dortigem Platz hoch mit 1:7 und konnte dann im Rückspiel ein 4:4 erzwingen. In diesem Jahre scheint sich das Stärkeverhältnis beider Mannschaften etwas verschoben zu haben, da Sportverein den vergangenen Sonntag gegen die Zweite von Nieder-Girmes mit 3:4 verlor, während V.f.B. diese in überlegenem Spiel mit 8:2 schlagen konnte. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb wird man der Platzmannschaft für kommenden Sonntag nicht mehr Siegesaussichten einräumen können, als ihrem Gegner. In wohl fast allen bisherigen Spielen zeigte sich Wetzlar als die energischere und wuchtigere Elf. Dafür gilt V.f.B.als technisch besser, so daß es schwer fällt, den eventuellen Sieger vorauszusagen. Nur wenn die Platzelf diesmal ihr spielerisches Können mit dem nötigen Kampfeseifer und Eiegeswillen vereinigt, kann sie unter Umständen das'Treffen ganz knapp für sich entscheiden. Die erste Ju g e n d m a n n s cha f t fährt zum Pflichtspiel nach Nieder-Girmes und wird gegen die dortige erste Jugend einen sehr schweren tzl'and haben. Wenn V.s.B. nicht bessere Leistungen, vor allen Dingen eine bessere Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen, zeigt, wird er der Unterlegene sein. Zweite und dritte Ju-gendelf haben in ihren Pflichtspielen gegen Steinbergs erste bzw. Büblingshausen erste den Vorteil des eige- ............rm. 0.35 a.........rm 0,58 ...........rm. 1,35 81850 06356 c Iß c < c; B1 V = a.o ei c s~ C‘ 0 o SL n <*. * * E h EZ Wt z z. L 2>a»< ^3^ 5^.05 « bflS . C“»Bn L«H«ZL e£ « E si Xsö«5 £UU *2| 6:3 = S *0*. ti gjO Ss^K ^c lSe - a. t&c ® , >: ic J s s M 2 £a j- 3-.°^ Säht «ih! g 5g = «D=BaBc Eft tS L -==9i t, ® 4>“ 2= A vL tjl; Danknote«. 5 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Frankfurt a M. Berlin Schlutz- Kurs 1-Ubr Kurs Cchiutz-l Kur« I Ansang. Kurs Datum 3. UL 4 10. 3.10. 4.10. 5% Dt. ReichScmIeihe ö. 1927 . . 87,5 — 87,5 — Dt. Aul.-WlSs.-Schuld mit Aus- ws.-Rechten........ 53,6 9,5 53,55 53,7 53,5 DeSgl. ohne AuSlos.-Rechte . . . — 9,5 9,5 7% Franks. Hyp.-Bk. Goldps. un> kündbar bis 1932....... 85,5 _ _ — 4Yi% Rheinische Hyp^Bank Ltqu- Goldps............ 76,6 — — A.E.G. aba. Borkriegs-Obltgation., rückzahlbar 1932 ...... 88 — — — 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . — — — — 4% Oeslerretchische Goldrte.. . . 28 — 27,9 — 4,20% Oesterr. SUberrte..... 2,65 — 2,5 __ 4% Oesterreich, einhettl. Rte. . . 2 — — 4% Ungarische Goldrte...... 22,5 _ 22,5 — 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 . — 19,9 — 4*4% desgl. von 1913..... 22,25 — 22 — 4% Ungarische Kronenrte..... 1,95 — 2 1,95 4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . . 7,3 — 7,4 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie I........... 4% deSgl. Serie II....... 7,25 _ 7,35 7,25 — 7,45 _ 4% Rumänen convert. Rte. . . . 7,425 ■ 7,45 4 yt% Rumänen Goldani. von 1913 14,45 — 14,4 — Wg. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 117,5 — 116,75 116,5 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 — — 175,25 Hansa Dampsschtss.....10 — 156 156 Norddeutscher Lloyd.....8 107,65 _ 107,5 107,25 Allg. Deutsche Ereditanst. . . 10 123,75 — 124,25 124,4 Barmer Bankverein .... 10 124,75 — 124,75 124,75 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 205 — 205 205 Commerz- und Privat-Bank. 11 177,5 176,5 177,5 176,5 Darmsu u. Natlonalbank . . 12 266,5 266,75 266,5 Deutsche Bank......10 Diskonw-Gesellschaft Ant,. . 10 163 162,4 162,75 162,5 163 162,4 162,75 162,5 Dresdner tiaut..... 10 158 157,5 158 158 MelaUbao I...... . . . 8 Retchs»«a........12 285 — 286,5 284,25 Frankfurt a Berlin Schluß- Kurs i-Uhr Kurs Schlusz- Knrs Anfang. Kurs Datum 3.10. 4.10. 3.10. 4.10. Philipp Hmzmann......< Heidelberger dement .... 10 dement Karlstadt ..... 10 Wayb & Freitag......-8 Schultheis Pahenhofer ... 15 Ostwerke.........12 «er. Glanzstoss......18 Bemberg......... 14 Zellstoss Waldhos .... 13% Zellstoss Aschaffenburg ... jz Charlottenburger Wasser ... 8 Dessauer Gas........9 Daimler Motoren......i Deutsche Malchinen-Fabrik . . ' Adlerwerke Klever......0 Luvw. Loews ....... 10 Rat. Automobil.......0 Orenstein & Koppel ..... 6 Leonhard Tietz ...... 10 Bamag-Meauin ....... 0 Franks. Maschinen......4 Gritzner..........6 Heyligenstaedt ....... Jungyans. .........6 Lechwerke. . ...... 8 Mainkastwerko.......8 Bliag...........10 Stekarsulmer ...... ..8 Peterü Union........8 Gebr. Roeder ...... io Voigt & Haesfna......9 Südd. Zucker.......10 94 123 178 96,25 274 222,5 144 39,5 49,25 55 54 106 105,25 125 108,5 222 153,5 95,13 268 39,75 40 105,75 93 96,25 287,9 225.13 272,5 215 220,75 143 98,25 175,5 41 48,65 40,5 167 77 190,5 55 51 124 222 152,5 92,75 288 227 267 217 220,75 97,5 174,5 40,13 48,25 41,25 181 77,75 126 Berlin, 3. Oktober Geld Brief französische Noten..... 16,425 16,485 Holländische Noten ...... 167,98 168,66 Italienische Noten...... 21,98 22,06 Norwegische Noten...... 111,65 112,09 Deutsch-Ocsterr.,Ll00 Kronen 58,85 59,09 Rumänische Noten...... 2,48 2,50 Schwedische Noten...... 112,25 112,69 Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... 62,05 62^29 Tschechoslowakische Noten . . 12,38 12.44 Ungarische Noten ... 72,95 73,25 Franksun a M. Berlin Schluß- Kurs l-Uhr Kurs Schluß-! Kurs Anfang. Kurs Damm 3.10. 4-10- 3.10. 4.10. A.E.G........ . v 183,75 182,75 183,4 183,25 Bergmann..... . 9 216 — 215,5 214 Elekkr. Lieferungen. . 10 165 — 165 163,75 Licht und Kraft . . . 10 190 —— 189 186,25 Felten & Guilleaume. e e 7¥, 126 — 125,75 126,5 Ges. f. Elektr. Untern.. e e 10 186 — 186 186 Hamb. Elektr. Werke . e • 10 — — 142 — Rhein. Elektr..... . 9 141,5 — 143 142,5 Schlei. Elektr. . . . . 10 —— — 174 179,5 Schuckert...... Siemens & Halske . • e e 11 210,5 207,25 208,5 206,25 16 360,5 355,5 359 357 Transradio ..... e • . 8 — 131,5 132,75 Lai,«eher L Co.. . . • • 10 176,5 — 174,5 — Buderus...... . 6 67,5 — 66,75 — Deutsche Erdöl . . . . 6 — — 108,25 107,4 Essener Steinkohle . . • e . 8 — — 134 135 Gelsenkirchener . . » . 8 135,5 — 135,25 134,6 Harpener...... • . 0 139,5 — 139,5 139,25 Hoejch Eisen. .... 6V, — — 119,5 120,5 Ilse Bergbau .... Klöcknerwerke .... e - 10 214 — 214 — e e • 110,5 — 110,5 110,5 Köln-Neuessen. . . . . 7 — 117 118 Mannesmann.... e . 7 105,75 105,6 105,75 106,5 Mansselder..... • e fr < 131 —— 130,75 130,5 Oberschles. Eisend. Bedarf • • . 6 — 74,25 73,75 Oberschles. Kokswerke. e . 7 ey, — 97,75 98,25 Phönix Bembau.... Ryelnische Braunkohlen. e ■ 102,25 — 102 102,25 • ■ 10 263,5 — 263,5 261,25 Rhetnslahl..... . 6 114 112,5 112,25 112,9 Riebeck Montan . . . • e 7,2 118 Bereinigte Stahlw. . 110,75 — 110,5 110,25 Olavi Atinen .... Kali Aschersleben . • 167. — 67,65 67,4 lo 222,5 222,5 222,25 222,5 Kall Westeregeln. . . Kaltwert Salzdetfurth • . 10 Iß 227 377 226,5 226 377,5 226,75 377 F. G Farben-Industrie 12 204,4 202 203,13 203,13 Dynamit Nobel . . 6 — 95 95 Scheideanslalt.... . 9 148 — Goldschmidt . . . . * . 6 71 — 71,5 71,5 Rütgerswerke . . . . * . 6 74,5 —— 74 74,5 Metallgesellschcht. . . 9 • e . 8 125 124,75 126 126,5 3- Oktober 4. Oktober Amclichc Notierung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief Amst.» Rott. 168,31 168,65 168,32 168,66 Buen.-Aires 1,758 1,762 1,757 1,761 Brff.-Antw. 58,375 58,485 58,39 58,51 Chriltiania. 111,85 112,07 111,88 112,10 Kopenhagen Stockholm . Helnngforö. Italien. . . London. . . 111,89 112,11 111,91 112,13 112,41 112,63 112,41 112.63 10,535 21,94 10,555 21,98 10,537 21,94 10,557 21,98 20,368 4,192 20,408 20,375 20,415 Neuyork . . 4,200 4,191 4,199 Paris.... 16,44 16,48 16,43 16,47 Schweiz .. 80,90 81,06 80,91 62,22 81,07 Spanien. . 62,19 1,998 62,31 62,34 Japan . .. 2,002 1,998 2,002 Rio de Jan. Wien in D-- 0,4975 0,4995 0,4975 0,4995 £ eft. aügest. 58,92 59,04 58,93 59,05 Prag Belzrad . . 12,412 12,432 12,412 12,432 7,383 7,397 7,388 7,402 Budapest. . 73,12 73,21 73,12 73,26 Bulgarien . 3,035 3,041 3,035 3,045 Lissabon 18,78 18,82 81,62 18,78 18,82 Danzig. . . Konstantin. 81,46 81,45 81,61 2,025 2,029 2,026 2,030 Alhcn. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 (Sanaba . . 4,154 4,162 4,152 4,162 Uruguay. . 4,096 4,104 4,096 4,104 Cairo . . . 20,89 20,93 20,892 20,932 Berlin, 3. Oktober (Selb Brief Amerikanische Noten ..... 4,18 4,20 Belgische Noten . ...»»» 4 Dänische Noten .»».«».» 58,25 111,65 58,49 112,09 Enaläche Noten ******** 20,333 20,418 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. nen Platzes, lieber den Ausgang dieser beiden Treffen kann nichts vorausgesagt werden. Ebenfalls nach Nieder-Girmes muß die erste S ch ü l e r e l f. Ihr könnte man einen Sieg über die erst m Schüler des Platzvereins zutrauen. Unterschätzen darf sie ihren Gegner allerdings nicht. Handball her Sp.-Vg. 1900. Den letzten Sonntag vor den Verbandsspielen nützen die 1900er noch einmal zum Austrag eines Freundschaftsspieles. Sie empfangen die erste Elf der 2. K o m p. des hiesigen Bataillons. Der spielerische Aufschwung der Militärmannschaften begann im Herbst vorigen Jahres und hat dazu geführt, daß sie jetzt für dis ersten Bereinsmannschaften des hiesigen Bezirks als gleichwertige, wenn nicht gar überlegene Gegner zu gelten haben. Die Spielvereinigungsleute, die immer noch nicht ihre schlagkräftigste Mannschaft ins Feld stellen können, haben daher kaum Gewinnchancen. FaUs die Hintermannschaft des Platzvereins ihre Aufgabe so gut zu lösen vermag, wie gegen die Oberrealschule am vergangenen Samstag, sollte der Torunterschied nicht allzu groß werden. Handball im Männeriurnverein (O.T). Am vergangenen Sonntag trug die 1. Jugend des M to. auf eigenem Platze ein Verbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft des T v. 1 8 6 0 Bad- Nauheim aus. Nach überlegenem Spiel konnte die Platzmannschaft mit dem hohen Resultat von 11:1 das Spiel für sich entscheiden. F. Sp. B. 1926 Steinbach. Steinbach I — Garbenteich I 9:0. Steinbach II — Bieber I 1:4. Vergangenen Sonntag weilte die erste Mannschaft des Sportvereins Garbenteich in Steinbach, um dort das fällige Verbandsspiel zum Austrag zu bringen. Die Gäste kamen jedoch nie richtig auf und mußten sich eine Niederlage gefallen lassen. Mit diesem überzeugenden Siege konnte der Platzverein sich zwei wertvolle Punkte sichern. Die zweite Mannschaft Steinbachs verlor gegen die körperlich weit kräftigere erste Mannschaft von Bieber 1:4. Nächsten Sonntag fährt die erste Mannschaft Steinbachs nach Steinberg, um sich dort Wirtschaft. Oie Besserung des Außenhandels. Das Statistische Reichsamt legt soeben die Rach- weifungen über die Entwicklung des deutschen Außenhandels im Iah re 1 9 2 8, verglichen mit den beiden Vorjahren, der Oeffent- lichkeit vor. Zwar kennt man die allgemeinen Zahlen schon, aber eine Nachprüfung dieser sorgfältig gearbeiteten Tabellen gestattet wichtige und interessante Rückschlüsse, die im Rachstehenden angedeutet seien. Die deutsche Warenausfuhr, die im Jahre 1926 einen Wert von 10 414,459 Millionen hatte und im Jahre 1927 auf 10 801,053 stieg, hatte 1928 einen Gesamtwert von 12 054,794. Die Einfuhrzahlen für die gleichen Perioden betragen 10 001.443, dann 14 228,061 und im letzten Jahr 14 051,267. Zwar ist diese Bilanz also noch immer passiv und nur einmal, im Jahre 1926, aktiv gewesen. Aber 1928 hat sich das Ausmaß dieser Passivität sehr erheblich, nämlich von fast 3,5 auf knapp 2 Milliarden vermindert, und diese Verminderung hat im laufenden Jahre weitere Fortschritte gemacht. Ein weiteres günstiges Symptom ist die gleichzeitige Vergrößerung der Ausfuhr um rüehr als 10 Prozent: und als drittes ist die Verschiebung festzustellen, die in dem Verhältnis der Fertigwaren-Ein- fuhr zur Fertigwaren-Ausfuhr eingetreten ist. Denn während Deutschland, das im Jahre 1926 nur für 1362,967 Millionen fertige Waren eingeführt hatte, diese Ziffer 1927 auf die relativ gewaltige Höhe von 2538,686 Millionen steigerte, ist im letzten Jahre eine Verminderung auf 2459,026 eingetreten. In derselben Periode ist aber die Fertigwaren-Aus- fuhr von 7154,230 im Jahre 1926, 7723,505 im Jahre 1927, auf nicht weniger als 8701,480 Millionen im letzten Jahre gestiegen. Das bedeutet eine Steigerung von fast 15 Proz. bei einer Gesamterhöhung der Ausfuhr um etwas über 10 Proz., also eine Verbesserung zugunsten der deutschen Industrie 'und Arbeit, die natürlich in höherem Maße an Fertigwaren, als an Rohprodukten oder Halbfabrikaten beteiligt sind. Wie stark aber Deutschland von ausländischen Rohprodukten abhängig ist. zeigt die Tatsache, daß mehr als die Hälfte der gesamten Einfuhr in den beiden letzten Jahren. fast genau die Hälfte im Jahre 1926 auf die Einfuhr solcher Produkte entfällt. Wertmäßig stehen dabei Oelfrüchte uno Oelsaaten obenan (1928 rund 850 Millionen): mit 795 Millionen folgt Baumwolle, mit 764 Millionen Wolle und andere Tierhaare. An vierter Stelle steht Dau- und Ruhholz mit 529, an fünfter Kupfer mit 376 Millionen. An der industriellen Ausfuhr Deutschlands sind nach der Gliederung der Reichsstatistik in erster Linie allgemeine Eisenwaren beteiligt, die mit 674 Millionen 1928 erscheinen: Daumwollgewebe mit 426, allgemeine Maschinen mit 507, chemische und pharmazeutische Erzeugnisse allgemeiner Art mit 500 Millionen, elektrotechnische Erzeugnisse mit fast 400 Millionen folgen dicht dahinter. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken ist 1928 mengenmäßig ziemlich stark, wertmäßig nur um etwa 3 Proz. gegenüber 1927 zurückgegangen: doch ist gleichzeitig eine Steigerung der Ausfuhr in diesen Erzeugnissen um etwa 70 Mill, mehr zu verzeichnen, als die Einfuhrminderung ausmacht. Dabei ist ein erheblicher Rückgang der Einfuhr von Weizen und Roggen, von Hafer, Fleisch und Fleischwaren, Käse und Schmalz, pflanzlichen Oelen und Fetten, d «gegen eine Steigerung der Einfuhr von Reis, Gemüsen, Obst und Südfrüchten, Kaffee, Butter und Eiern zu verzeichnen. Auch in lebenden Tieren ist die Einfuhr, verglichen mit 1927, rückläufig gewesen. Im ganzen ist das Bild der H an d e"ks - bilanz von 1 9 2 8, allerdings zum Teil begünstigt durch eine gute Ernte, ein entschieden besseres als dasjenige der Vorjahre. ♦ * Kein Austritt der Deutschen Gaso- l i n A.-G. aus der Benzin-Konvention. Die in einer Reihe von großen Tageszeitungen ver- öffentlichte Nachricht, wonach die Deutsche Gasolin A.-G. aus der Benzinkonvention ausgetreten sei, ist, wie dem WTB.-Handelsdienst von Verwaltungsseite mitgeteilt wird, vollständig aus der Luft gegriffen. Es hat weder am vergangenen Donnerstag in Düsseldorf eine Konventionssitzung überhaupt stattgefunden, noch ist die Möglichkeit, daß die Deutsche Gasolin A.-G. aus der Konvention austreten könnte, erörtert worden. Die Deutsche Gasolin A.-G. weist die Nachricht über ihren Austritt als unwahr und unbegründet zurück. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Frankfurt a.M., 4. Okt. Tendenz: schwächer. Nachdem gegen Schluß des gestrigen Tagesverkehrs und an der Abendbörse eine gewisse Beruhigung und Erholung eingetreten war, erfuhr die Tendenz zu Beginn der heutigen Börse eine neue Abschwä - chung. Die durch den Tod Dr. Stresemanns geschaffene unsichere politische Lage sowie die Unsicherheit über die weitere Entwicklung riefen starke Zurückhaltung hervor. Dazu kam die schwache Haltung der gestrigen Neuyorker Börse. Das Geschäft war recht still. Wenn auch weiterAbgabenei- g u n g bestand, ft war das Angebot im allgemeinen nicht so groß wie gestern, so daß das Jnterventions- konsortium sich nicht in dem gestrigen Ausmaße bestätigte. Auf einzelnen Märkten waren aber doch große Verluste festzustellen, so vor allem bei Svenska, die auf schwache Londoner Kurse 16 Mk. einbüßten. Außerdem wurden am Elektromartt, angeblich für Rechnung eines Bankinstituts, größere Abgaben in Siemens und Schuckert vorgenommen, die 5 bzw. 3,25 v. H. schwächer eröffneten. Ferner lagen wieder Glanzstoff mit minus 6 v. H. recht schwach. Bei den anderen Märkten hielten sich die Kursrückgänge in engeren Grenzen. J.-G.-Farben eröffneten 2,40 v. H. niedriger. Montanaktien waren stark vernachlässigt. Rheinstahl 1,5 o. H. schwächer. Kaliwerte knapp behauptet. Bankaktien gaben bei kleinsten Umsätzen bis 1 v. H. nach. Am Markt der Autoaktien eröffneten Kleyer leicht gebessert, Daimler dagegen angeboten und 1,25 v. H. schwächer. Renten still. Altbesitzanleihe etwas niedriger. Im Verlaufe gingen die Kurse bei anhaltender Geschäftsstille weiter zurück. Namentlich in Svenska- Aktien und Elektrowerten hielt das Angebot an. Die ErleichterungfürTagesgeld machte Fortschritte. Der Satz wurde aus 7 v. H. ermäßigt. Am Devisenmarkt war der Pfundkurs auch gegen Paris besser. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1960, gegen Pfund 20,403, London-Kabel 4,8617, gegen Paris 123,96, gegen Madrid 92,83, gegen Mailand 32,76, gegen Holland 12,1025. Berliner Börse. Berlin, 4. Okt. In gewissem Sinne war die heutige Börse eine Enttäuschung. Nachdem gestern abend auf die erfolgreiche Jnterventionstätig- keit der Banken eine weitere Beruhigung eingetreten war, glaubte man heute vormittag mit weiteren Kursbesserungen rechnen zu können. Da aber zu den ersten Kursen Ware herauskam (wenn auch nicht viel), zeigten diese überwiegend 1- bis 2prozentige Rückgänge. Als verstimmendes Moment wurden flaue Auslandbörsen genannt. Wie schon öfters aus- Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 232. Don Baron b. Terestschenko, Baden-Baden. Schwarz. Weiß. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 7 Steine. Kb3; Dh3; Td8; Sd5, g5; Ba5, e5. Schwarz: 5 Steine. Kd4; Lai; Sa3, g4, Bf5. Rachstehend die vierte und fünfte Partie aus dem Weltmeisterkampfe zu Wiesbaden. Partie Nr. 160. Indisch. 4. Partie des Wettkampfes. Weiß: Bogoljubow. Schwarz: Aljechin. 1. d2-d4, Sg8-f6. 2. c2-c4, e7-e6. 3. SblT c3, Lf8-b4. 4. Ddl-b3, c7-c5. 5. d4xc5, Sb8- a6. 6. a2 —a3, Lb4xc3 + . 7. Db3xc3, Sa6xc5. 8. f2 —f3, a7-a5. 9. e2-e4, 0-0. 10. Lcl-f4!, Dd3-b6. 11. Tal-dl, Sf6-e8. 12. Sgl-e2, d7- dö. 13. Lf4-e3, Db(X-c7. 14. Sc2-d4, Dc7-e7. 15. Sd4-b5, Ta8-a6. 16. Lfl-e2, f7-f5. 17. e4- e5, d6xe5. 18. Dc3xe5, Sc5-d7. 19. De5-c3, e6-e5. 20. 0-0, Ta6-g6. 21. Dc3xa5, f5-f4. 22. Le3-cl! (Dies ermöglicht später Dd8) 22. ..., De7-g5. 23. Tfl-f2, e5-e4? (Planlose Bauernopfer, die zu baldigem Untergänge führen, Aljechin sollte versuchen durch DH4 nebst Th6 den Angriff aufzubauen.) 24. f3xe4, Sd7 —e5? 25. Da5 —d8! (Dieser feine Zug erstickt alle Angriffsversuche des Schwarzen.) 25..... Se8-f6. 26. Lclxf4, Se5— f3-h 27. Le2xf3, Dg5xf4. 28. Dd8-d6, Df4-h4. 29. g2-g3. (Pariert am einfachsten die Drohung 29. . . ., Dxf2+! utto.) 29. .. ., Dh4-h3. 30. e4- e5, h7 - h6. (Sonst entscheidet Ld5-s-.) 31. Lf3-d5+, Kg8-H7. 32. Dd6xf8, Sf6xd5. (Aljechin hätte hier lieber aufgeben sollen.) 33. c4xd5, Lc8 - g4. 34. Td 1 — d3, DH3-H5. 35. Sb5-d6, Lg4-e2. 36. Sd6-f7, Tg6-b6. 37. Td3-d2, Le2-c4. 38. Df8-c5. (Aufgegeben; für einen Weltmeister eine etwas überraschende Niederlage.) Partie Nr. 161. Angenommenes Damengambit, tz. Partie des Wettkampfes. Weiß: Aljechin. Schwarz: Bogoljubow. 1. d2-d4, d7-d5. 2. c2-c4, c7-c6. 3. Sgl — f3, Sg8-f6. 4. Sbl -c3, d5xc4. (Bogoljubow schlug als Schwarzer in den ersten Wettkampfpartien immer den Gambitbauern und erhielt durchweg ein schwer zu verteidigendes Spiel). 5. a2 - a4, Lc8—f5. 6. Sf3— e5, e7-e6. 7. Lei-g5, Lf8-e7. 8. f2-f3, h7-h6» 9. e2-e4, Lf5 —h7. 10. Lg5-e3, Sb8-d7. 11. Se5x c4, 0-0. 12. Lfl—e2, c6 —c5. 13. d4xc5, Le7xc5. 14. Le3xc5, Sd7xc5. 15. b2-b4, Sc5-a6. 16. Ddlx d8, TfSxdS. 17. Sc3-a2, Sa6-b8. 18. Kel-f2, Sb8-c6. 19. Thl -dl, Sc6-d4. 20. Tal-cl,Kg8- f8. 21. Le2 —fl, Sf6-e8. 22. Sa2-c3,f7-f6. 23. Sc4- 25, Ta8-b8. 24. Sc3-b5, Sd4xb5. 25. TdlxdS, Tb8xd8. 26. Sa5Xb7, Td8-b8. 27. Sb7-c5, Kf8- e7. 28. a4xb5, Se8-d6. 29. Tel-al, Sd6-c8. 30. Lfl — c4, Lh7-g8. 31. f3 — f4, Lg8-f7. 32. e4- e5, f6xe5. 33. f4xe5, Tb8-b6. 34. Kf2-e3, Lf7- e8. 35. Tal -a5, Le8-d7. 36. Ke3-d4, Ld7-e8. 37. H2 - h4, Le8 - d7. 38. Lc4 - e2, Tb6 - b8. 39. Sc5x d7, Ke7xd7. 40. Le2 - f3, Tb8 —b6. (Hier wurde die Partie abgebrochen, nach den folgenden 8 Züge« gab Bogoljubow auf.) 41. Kd4 - c5, Tb6 - b8.42. h4 — H5, Kd7-d8. 43. Lt3-c6, Kd8-e7. 44. Ta5-a3, Ke7-f7. 45. Lc6-e4, Kf7-e7. 46. Kc5-c6, Ke7- d8. 47. Ta3 —d3+, Kd8 —e7. 48. Kc6 — c7 aufgegeben. Lösung des Problems Rr. 228. Don P. A. Larsen. 1. Se3—d5!, Ke5 —d6 2. De8—c6+! ufto, 1. .. ., Ke5-e4 2. Se6-d4 + ufto. 1. ..., f7xe6 2. De8 — b8 + usw. 1. ..La6-c8 oder beliebig 2. Se6-c5+ usw. Echachbriefkaften. N. Aehhausen. Besten Dank für Ihre Mitteilungen: eine Berichtigung erscheint in einen der nächsten Schachspalten. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch» Die Spree muß zahlen. Eine in Dresden beheimatete Firma, welche mit Ueberlandautomobilen Gesellschaftsreisen zu unternehmen pflegt, macht ihren Gästen die zu besuchende Gegend natürlich möglichst schmackhaft, lieber Berlin und Umgebung steht z. B. folgen-, des in den Prospekten zu lesen: „Die Spree ist mit den verschiedensten Fische« belebt und känn sich die Langeweile durch Angeln vertreiben gegen Lösung einer Angelkarte von einer Mark." Daß die Spree selber noch zahlen muh, wenn sie ihre eigenen Fische fangen will, ist wirllichj allerhand. Segen des Vollbarles. Folgende haarsträubende Sache wird in einem! Berliner Blatt zum besten gegeben: Der Dichter Hermann Bahr betrat in Wien eine Buchhandlung. Eine junge Dame, die sich auch gerade in dem Laden befand, trat schüchtern auf ihn zu und fragte zögernd: „Verzeihung... sind Sie nicht... Theodor Däubler?** „Rein, mein liebes Fräulein," antwortete Bahr, „ich habe zwar auch einen großen Bart, aber ich bin nicht Theodor Däubler, ich bin Johannes Brahm s." „Oh," reagierte jetzt begeistert das Fräulein, „dann sind Sie ja deü Verfasser des berühm ten Buches..., ja wie heißt es doch gleich...?" „Sie meinen jedenfalls Brahms' Tier - leben", erwiderte Bahr kurz, indem er den Laden verließ. Unnötige Ausgabe. Ein junger Bankier, der mit einer Filmdiva! verheiratet war, führte eines Tages folgendes Gespräch mit ihr: „Neulich war ich bei einem Wahrsager und habe mir für hundert Dollar die Wahrheit verkünden lassen. Weiht du, was er mir sagte? Er erzählte, daß du nichts von mir hältst." — „Idiot!" rief die Diva, „das hätte ich dir auch umsonst sagen können." geführt, kann aber bei leichten Geldsätzen (gestern Tagesgeld 6 o. H.) schwaches Neuyork für den Berliner Markt auf die Dauer nur ein Houssemoment sein. Daß allerdings die Maklerdarlehen eine Zunahme auf 6,5 Milliarden erfahren haben, ist unangenehmer. Trotzdem gestern keine weiteren Goldverluste bei der Bank von England eingetreten sind, — denn das Pfund hat seit gestern auch gegen Paris den Goldausfuhrpunkt überschritten —, liefen heute schwache Londoner Meldungen ein. Hierunter hatten besonders Polyphon und Svenska zu leiden. Letztere verloren schon zu Beginn 1.3,5 Mk. und im Verlaufe weitere 3,50 Mark. Polyphon, zunächst nur 4 v. H. schwächer, gingen nach der ersten Notiz um 4,5 v. H. zurück. Sonst waren noch BMW., die führenden Elektrowerte und von Nebenwerten Deutsche Ton und Steinzeug 2 bis 3 v. H. schwächer. Durch Widerstandsfähigkeit fielen Spritwerte auf. Deutschs Anleihen und Ausländer ruhig. Mexikaner etwas erholt. Pfandbriefe bei sehr stillem Geschäft schwächer taxiert. Der Geldmarkt war etwas leichter, Tagesgeld 8,5 bis 11 v. H.; Monatsgeld 9,25 bis 10,5 v. H.; Warenwechsel zirka 7,75 v. H. Nach den ersten Kursen bei ruhigem Geschäft weiter nad)t gebend. Man sprach im Verlaufe von Auslandabgaben in den führenden Werten. Siemens verloren 5 o. H., Salzdetfurth 4 v. H., Karstadt 4,5 v. H., Kunstseidenwerte 11 v. H. usw. BMW. gingen int Verlaufe um weitere 4 v. H. zurück. Svenska lagen 5 Mk. und Polyphon 8 v. H. niedriger, als zu Anfang. Selbst der Bankenmarkt mußte sich ein» bis dreiprozentige Abschwächungen gefallen lassen.