OerHauptausschuß stimmt -em preußenkonkor-at zu. der Lex Brüning. licken Liaentums und anderer kirchlicher Rechte, der trums, der Demokraten und der Wirtschaftspattei der Lex Brüning. Aus der Suche nach der Mehrheit des fcheidung zug haben. Solang [Sch Q.eid emuN e&RE5.LAM neuen Erz- zu 72,30 Z.Juli Oie Gemeindewahlen in Preußen. Berlin, 4.Juli. (WTB. Funkspruch.) Die im vergangenen Herbst verschobenen preußischen Gemeindewahlen werden laut „Vorwärts" voraussichtlich am 10. oder 17. November d. I. in ganz Preußen stattfinden. Die Wirlschaftspartei als Retter. Von unserer Berliner Redaktion. Das Lichtspielgeseh. Der Schund- und Schmntzparagraph. dieses Ministerium bei den Koalitionsverhandlungen zwischen Braun und der Volkspartei noch vor eini- Jeit eine Rolle gespielt, da Braun den Posten Vittschaftsministers eventuell der Volkspartei .S: in-« Ä Berlin. 3. 3uIL (Pttv.-Tel.) Die Schwierig- letten, die das Gesetz über die Qlenberung i> e r Einnahmen aus der Lohnsteuer im Reichsrat erfährt, sind, wie man uns mit» teilt, darauf zurückzuführen, daß sich namentlich Preußen und Bayern gegen diese Umänderung der Lex Brüning wenden, nach der der über 1,3 Milliarden hinausschiebende Ueber- ßchuß der Knappschaftsversicherung Angeführt werden soll, wozu sich die Reichsregierung ja in einer Reihe von Schiedssprüchen verpflichtet hat. Die preußische Regierung hat dazu eine Denkschrift eingereicht, in der es heißt, daß Preußen mit seiner Haltung keine antisoziale Tendenz verfolge, daß es aber gegen die IWeckverbindung einer Steuer mtt irgendwelchen anderen Einrichtungen sei, daß es außerdem der Abänderung der Lex Brüning nicht zustimmen könne, da hierdurch der Finanzausgleich betroffen würde, nachdem den Ländern 88 Proz. der Überschüsse ous der Lohnsteuer zustehen. Und schließlich wendet sich Preußen dagegen, daß diese neue Regelung für einen Zeitraum von fünf Zähren getroffen werden soll. Es ist deshalb noch nicht klar, nach welcher Richtung hin sich der Reichs- V - entscheiden wird, der diese ganze Frage zu- k'^chst vertagt hat. Zn politischen Kreisen wird aber erwartet, daß es doch noch möglich jein wird, ein Kompromiß zu finden. lichen Eigentums und anderer kirchlicher Rechte, der innerkirchlichen Gesetzgebung und der Verwaltung hischen Gebiete umfassende Bistümer Limburg und Fulda bis jetzt zum Erzbistum Freiburg gehörten. Durch Einverleibung in norddeutsche Erzbistümer fallen nunmehr die Grenzen der kirchlichen Gliederung mit der Staatsgrenze Preu- hens zusammen. Srief ■OT 168,68 22,09 111-99 53-t 112,65 Verzögerungen in den Markverhandlungen mit Belgien. Berlin, 4. Zuli. (Pttv.-Tel.) Wie wir erfahren, ist in den deutsch-belgischen Markverhandlungen in Brüssel noch kein Fortschritt erzielt worden. Der belgische Delegierte G u t t wird nunmehr Ende dieser Woche nach D e r - li n kommen, um die Verhandlungen hier fortzusehen. Es steht aber noch nicht zu erwarten, daß die Verhandlungen schon in kurzer Zeit zum jetttiSebörse» . Juli. Tendenz fest. - indenz am Produkte^ Mlich cchvhien Au ,c starke Anregung. |o gegen 13 Stimmen der übrigen Parteien angenommen. Die Wirischastsparlei Dementiert Die Treugliederung der Katholischen Kirche in Preußen räumen. Oie Wahlen in Holland. Rücktritt des Kabinetts de Geer. Amsterdam, 3. Zuli. (WTB.) Die Wahlen zur Zweiten Kammer sind, soweit bisher bekannt, im ganzen Lande ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war bereits in den Vormittagsstunden sehr stark. Die bisher bekanntgewordenen Teilergebnisse lassen den allgemeinen Eindruck zu, daß die Parteien der Linken, insbesondere die Sozialdemokraten, im größten Teil des Landes einen, wenn auch nicht übermäßig starken, Stimmengewinn verbuchen können. Die Kommunisten scheinen durch ihre Spaltung in zwei Gruppen keine Möglichkeit zu haben, auch nur einen einzigen Kandidaten in die Kammer zu bringen. Die Zahl der Sitze für die einzelnen Parteien stellte sich in der bisherigen ZweitenKammer wie folgt: Römisch-Katholische Staatspartei 30, Sozialdemokratische Partei 24, Antirevolutionäre 13, Christlich-Historische Union 11, Liberale Partei (Freiheitsbund) 9, Freisinnig-Demokratischer Bund 7, Christlische Reformpartei 2 Sitze, die Politisch- Christliche Reformpartei einen, die Römisch-Katholische Volkspartei einen, die Bauernpartei einen und die Kommunisten einen Sitz i ns- gesamt 100. Wie halbamtlich verlautet, hat Ministerprast- deut de Geer der Königin im Hinblick auf die Wahlen den Rücktritt des Kabinetts angeboten. Der Schritt des Ministerpräsidenten soll auf die Erwägung zurückzuführen sein, daß das derzeitige Kabinett als ein außerparlamentarisches Kabinett lyir so lange im Amt der Dotationen und der Besetzung der leitenden Acmler dleparitätifchevehandlungmit der katholischen Kirche sicher stellen. Dabei soll weiter geprüft werden, ob die bisherige Rechtslage hinsichtlich der Besetzung der theologischen Lehrstühle vertraglich festgelegt werden kann. Der demokratische Antrag wurde mit den Stimmen der Deutschnationalen, der Wirlschaftspartei, der Deutschen Fraktion, des Zentrums und der Demokraten gegen die Deutsche Volkspartei und die Kommunisten bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten angenommen. Der von der Deutschen Volkspartei dazu gestellte Zusahantrag, unverzügliche Verträge mit der evangelischen Kirche a b z u s ch l i e- h e n, wurde a b g e l e h n t; der angenommene demokratische Antrag verlangt bekanntlich, unverzüg- lich in Verhandlungen mit den evangelischen Kirchen über Verträge einzutreten. Angenommen wurde ferner ein sozialdemokratischer Antrag zugunsten der Freidenker. In der Schluhabstimmung wurde der Kirchenvertrag mit der katholischen Kirche mit 16 Stimmen der Sozialdemokraten, des Zen- | > bciüe 3nterdfe lür AL « (M 5 Dchemnchl, süddeut- y? WS Abschluß gelangen, da sich in der Zahlenfrage doch eine größere Gegensätzlichkeit herausgebildet hat, als es ursprünglich den Anschein hatte. Aus diesem Grunde entbehren auch all die Rachrichten, die schon von einer bald bevorstehenden Lösung wissen wollen, jeder Grundlage. Man hofft jedoch, daß es möglich sein wird, die Schwierigkeiten doch noch aus dem Wege wird und die jeden Augenblick gestürzt werden kann, wenn die Demokraten oder Altsozialisten es wollen. Die Demokraten allerdings werden zunächst nicht in die Opposition gehen, sondern Gewehr bei Fuß stehen, obwohl Dr. Dünger sich durch den Druck der Rationalsozialisten veranlaßt gesehen hat, den bisherigen Innenminister Dr. Apelt auszubooten. Dr. Apelt hatte das Mißfallen der Rationalsozialisten deshalb erregt, weil er für Sachsen einige rechtsstehende Bünde verboten hat. Sein Rach- solger wird der Bautzener Kreishauptmann Richter, während sich zunächst die Rationalsozialisten auf diesen Posten gespitzt hatten. Lieberhaupt hat Dr. Bünger sich beimcht, feinem Kabinett mehr den Charakter eines Beamtenkabinetts zu geben, in dem die kleineren Parteien, aber auch der Landbund nicht vertreten sind. Die Taktik der Rationalsozialisten 6.759 58,22 111,7 111-69 112-8 |0,M 21,95 2,335 4-'Z LZ w 1,867 0,497 58,95 12,41 365 73,10 3,024 18-79 81-95 2,013 <425 4,156 4,036 20,655 falls neu errichtete selbständige Prälatur in Schneidemühl. Zum bistum von Paderborn werden die Bistümer Hildesheim und Fulda gehören. Auf dem Gebiete des Erzbistums Köln wird nebst den Bistümern Osnabrück, Münster, Limburg. Trier, das Bistum Aachen neu errichtet. Bemerkenswert ist noch, daß die preu- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag worher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. @ Sitze von er?-Bistümern in Deutschi. • Bischofssitze in Preuß. Neue Erz-Bistümer. Bistümer u.Präldtur. in Preußen. fejS- ma 71 '61 33 90 ,72 ,54 558 335 376 202 5,44 0,84 0,16 ,872 4985 ,085 033 tu 012 i-44 .162 044 ,885 4 2015 dH SÄ 0*499 59,07 12,43 7,379 73,24 3,030 !!- Ä Ä 20,89) ent. _____ 167,98 22,01 111,55 59,00 2,48 112,21 80,67 59,88 12-4? fral bei S 1 Dfi Fu; 4,50 fcQr,i >n in WQ»n £?.ren 3ur qihigx L|)eniie. ?5tkl??>i3 >e nur qerinnV: Wn, n le'chtez Lp'g ab. tt°r !Renl, le, tiotien- kn ÄS* fine Erleichlerunq. Am gegen DoHat 4,197? pcn Kabel 4,8482 n ?ans 123,98, gegen > 12,0760. B y Börse. Stimmung berief Übertrag sieh Weginn. Das trotz Ja und immer noch Mort regte an. A. Seneral-Electric-Me hiesigen EIM. icmelbete Lransaltivn nachlvirkte. Auch eine Diskonterhöhung emieden toerben kann, gestern nicht mehr erber preußischen han- 1 einer 6ai|onbelcbung : Lage der Dirtschast gedrückt. Die Pu- nach lvie vor gering, itlvos Deckungsneigung betrugen die Kurs« v. Sj. Glanzstoss, Sie- Rheinische Draunkvh- Ito. getoannen darüber lagen Stolberger Zink ab Iunghans. Deutsche inder teiltveise fester. Iockriegs-Kommunal-- Hk. Am Geldmarkt ctoiffen Deruhc- .nalen Verhält« ine Erleichterung nach rterminen. Man weist titanische Geld« r längere Sicht, etwa Auch nach den ersten ung zunächst ohne grö« Später beteiligte sich ter in stärkerem Maße. । DMD.-Mrkte suhrte von l bis 3 v. Tietz zu bleiben wünschte, bis sich wieder die Möglichkeit für die Bildung einer neuen parlamentarischen Koalitionsregierung böte. Da die Aussicht bestehe, daß diese Möglichkeit sich auf Grund der heutigen Wahlen ergebe, wolle das jetzige Kabinett der Königin volle Handlungsfreiheit für die Berufung einer neuen Regierung schaffen. Eine neue Regierung in Japan. Berlin, 4. Juli. (Priv.-Tel.) Unter Führung des Liberalen Hamagutschi ist in Tokio eine neue Regierung gebildet worden, die in Berliner politischen Kreisen hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt beurteilt wird, daß sich nunmehr die Politik Zapans gegenüber China erheblich anders einsteNen wird. Das verflossene Kabinett Tanaka hat gegenüber China stets eine scharfe Kampfstellung eingenommen und sich vielleicht deswegen im Lande scharfe Blößen gegeben. Der neue japanische Außenminister, Baron Schide- Hara, gilt als ein Anhänger des Abrüstungs- g^dankens, was besonders im Hinblick auf die von Macdonald neu angeregten Flottenabrüstungsverhandlungen zwischen den drei großen Seemächten von erheblicher Bedeutung werden kann. Der Finanzminister der neuen Regierung, Zn 0 uhe , war früher Gouverneur der Dank von Zapan. Zn japanischen Geschäftskreisen hält man Znouye für geeignet, das oft erschütterte Vertrauen zur japanischen Wirtschaft wiederherzustellen. Die öffentliche Meinung Japans scheint mit dem neuen Kabinett zufrieden zu sein. Tr sch eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monat$--Be$ug$prei$: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: ßranlfutt am Main 11686. Das zwischen der preußischen Regierung und dem Helligen Stuhl geschlossene Konkordat, das gegenwärtig dem Preußischen Landtag vorliegt, sieht eine Reugliederung der Katholischen Kirche in Rorddeutsch- -lar.j- vor. 'dt^sübb-u.ich^ Bistümer schon seit jeher in Erzbistümer (Freiburg, Bamberg, München-Freising) zusammengefaßt sind, bestand in Rvrddeutschland nur im katholischen Westen das Erzbistum K ö I n , während die übrigen Gebiete Preußens und der anderen norddeutschen Staaten selbständige Bistümer bildeten. Rach dem Konkordat werden auf dem Gebiete Preußens zwei neue Erzbistümer: in Paderborn und Breslau errichtet. Die Kirchenprovinz Breslau umfaßt neben dem bisher schon bestandenen Bistum E r m l a n d (Sitz Frauenburg), das neue Bistum Berlin und die eben* Zum . Preußischen Konkordat Berlin, 4. Juli. (TU.) Zu dem Eraebnis der Ausschußabstimmungen über das Konkordat erklärt der Führer der Fraktion der Wirtschaftspartei, Abg. Ladendorff im „Lokalanzeiger", die Meldung eines Blattes, wonach der Wirtschastspartei das Handelsministerium angeboten worden fei, fei g l a b ter Schwindel. Mit ihm habe niemand darüber gesprochen, auch nicht andeutungsweise. Dor allen Dingen würde die Wirtschaftspartei in diesem Stadium der Dinge überhaupt dieser Frage nicht nähertreten, um nicht in den Verdacht zu kommen, gegen geheime Zugeständnisse ihre Entscheidung zugunsten des Konkordats getroffen zu haben. Solange er die Fraktionsführung habe, werde er sich nie für einen Minifterfitz kaufen lassen. Die Wirtschaftspartei nehme das Kontor« bat nur unter der Bedingung an, daß ausreichende Garantien für den Abschluß eines gleichwertigen Vertrages mit der e v a n>g e l i s ch e n Kirche gegeben werden. Ohne bestimmte Bedingungen zugunsten der evangelischen Kirche würde die Wirtschaftspartei bei der entscheidenden Abstimmung in der Vollversammlung für das Konkordat nicht zu haben fein. General-Anzeiger für Oberheffen Drud und Verlag: Vrühl'fche Untverfitüls-vuch. und Zteindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Hr 154 trltes Blatt U9.3«Hrgang v-mmst-g, 4- M1929 GiehenerAMiger Osnabrück* Hildesheim gerhn Münster*/? PÄDERB \BAhfl BERG FREIBURG /MACHEN Berlin, 4. Juli. Die Regierungsparteien Preußischen Landtags, die sonst so stolz sind auf „ihre sichere Mehrheit", trauen im Ernstfall dem Frieden doch nicht so recht. Grund genug haben sie ja auch dazu, denn bishe: ist es ihnen nicht gelungen, auch nur ein einziges Mal aus eigener Kraft eine Vorlage unter Dach zu bringen. Im entscheidenden Augenblick haben sie jedesmal zu dem parlamentarischen Staatsstreich einer Notverordnung ihre Zuflucht nehmen müssen. Diesen Weg gibt es beim Konkordat nicht. Sie benutzen deshalb die Ausschußberatung, um Bundesgenossen zu werben, die ihnen die Lücken in den eigenen Reihen ausfüllen helfen sollen. Groß ist der Kreis der Bewerber nicht. Die Deutschnationalen sind nur um den Preis eines sofortigen Abschlusses mit der evangelischen Kirche zu haben. Das kann und will Herr Braun nicht,, d. h., im Grunde will er nur nicht, denn er hätte ja nur vor zwei Jahren die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche nicht abzubrechen brauchen, und alles wäre in schönster Ordnung gewesen. Aber er will doch „Verhandlungen in Aussicht stellen". Das genügt den Deutschnationalen nicht, das genügt auch der Volkspartei nicht. Da mit den Kommunisten und den kleineren Gruppen der Rechten ohnehin nicht zu rechnen ist, bleibt nur die Wirtschaftspartei, auf die sich das Kreuzfeuer eines allgemeinen Liebeswerbens konzentriert. Wie es scheint, auch nicht ganz erfolglos, die Wirtschaftspartei will mit sich reden lassen und läßt sich ihre Zustimmung durch eine unverbindliche Resolution zugunsten der evangelischen Kirche abtaufen, wenigstens im Ausschuß. Allerdings müssen die Parteien sich hüten, daß sie nicht in den nächsten Tagen der Wirtschaftspattei auf die Füße treten, sonst macht sie es wie im Reichstag beim Republikschutzgesetz und stimmt in dritter Lesung doch noch dagegen! Vielleicht ist aus Angst vor dieser Möglichkeit der Gedanke gusge- taucht, die A5irk|chastsparlei durch die Bewilligung eines iDHnisteriums fest an die Preflegeogräpbie Tl° 47 || Präfekt. jchlesw.-Hobt Berlin, 4. Juli. (Priv.-Tel.) Bei dem von der Reichsregierung dem Reichsrat zugegangenen | Entwurf eines neuen Lichtspielgesetzes, der von diesem nebst seiner Ausführungsverordnung und Begründung bereits angenommen worden ist, hat auch das Schund- und Schmutzgesetz eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, denn es heißt darin, daß.die Zulassung von Bildstreifen zu versagen ist, die lediglich^er Befriedigung niedttger Instinkte dienen. Die , .. » ~ .. o ...... , . Reichsregierung hat bei der Abfassung dieser Kandarre zu binden. So wird bereits benchetz daß Klausel offenbar den Wünschen des Reichs- das H a n d e l s m i n i st e r i u m Jur Die Wirtschafts- Waes zur Bekämpfung von Schund und Schmutz partei freigemacht werden solle. Wie erinnerlich, hat entgegenkommen wollen. Aus Kreisen der Film- > Industrie wendet man sich indessen energisch g e - 6 e n diese Klausel, obgleich die deutsche Film- der industrie nach ihren wiederholten Auslassungen des . , . selbst auf dem Standpunkt steht, daß Schund geben wollte. tun haben. ^Die Filmindustrie nimmt indessen an“ EindemokratischerKompromißantrag raß durch die vorstehende Klausel, die in der Annahme des Konkordats int Haupt- G-fah?dadurch taH L ausschutz flcflcn hie Stimmen der Rechten. ihr Erzeugnis, in dem Hunderttausende, oft Mill. Berlin, 3. Juli. (VDZ.) 3m hauplausschuß ^"vestiert sind, als Schund verboten Preußischen Landtags gab Kultusminister Dr. un^a W™ in“«: J« - « « Kamen d»-.an,-Ministerium- hie fc. halb der Parteien sehr wesentlich au&unanöer. tlärung ab, daß das Staalsministenum dein Lnk Die Filmindustrie steht infolgedessen auf dem schließungsantrag des demokratischen Abg. Graue Standpunkt, daß das, was als Schund anzu- ;u stimmt. Der Antrag lautet, unverzüglich sehen sei, Geschmackssache ist. Der im jn Verhandlungen mit den eoangeli- Reichsrat angenommene Kautschukparagraph be- l ch? „ Kirchen einzutreten über Verträge, darf infolgedessen, bevor das Gefeh dem Reichs- &. auf dem Gebiet der Religionsübung, des kirch- tagc zur Annahme zugeht, der Abänderung, _________ _ denn das Risiko, daß ein Film trotz investierter --- 5ulJ$c’'ftaufenpc verboten wird, wird kein Film- insofern etwas eigenartig, als sie zunächst Produkttonsunternehmen tragen wollen. ^ahl ihre Stimme für Dr. Dünger abgaben, aber auf Weisung ihrer Reichspartei- Die KabinettMdmg in Sachsen. Sozialdemokraten und Kommunisten zu erkundi- Schwicrigc parlamentarische Verhältnisse, gen, Berlin, 3. Zull. (Eigene Meldung.) Die heit Herstellen könnten. Zhnen erschien offenbar Neubildung der Regierung in Sachsen, deren die Sache mit Dr. Dünger noch nicht sicher Einzelheiten in den letzten Wochen durch die genug. Oeffentlichkeit gingen, beleuchtet wiederum die gn her Tat ist das parlamentarische Schicksal Schwierigkeiten des e i n z e 1 st a a t l i - ^r Regierung Dünger ungewiß. Dei dem sicher chen Parlamentarismus in solchen Lan- gu erwartenden Mißtrauensantrag der Linken dern, in denen es zu keinen klarenMehr- x^init es darauf an, wie sich die kleinen Grup- heitsbildungen kommt oder in denen em- insbesondere die Allsoziallsten und die Auf- ielne Parteien sich von der positiven Mitarbeit roertler stellen. Schon die nächsten Tage wer- durch einen besonderen Radikalismus die Entscheidung darüber bringen, ob das ßen. Das Kabinett, das der bisherige Kultus- Kabinett Dünger ben Sommer überlebt oder Minister und jetzige Ministerpräsident Dr.Dun- Die Demokraten sind inzwischen weiter ger gebildet hat, ist in mehr als einer De- fcmüfjt, den Doden für die Große Koali- ziehung äußerst bemerkenswert. Um es vorweg- -x 0 n vorzubereiten, der bekanntlich in Sachsen zusagen, Dr. Dünger hat eine große Menge tocgen der Intransigenz der Sozialdemokratte Initiative und Verantwortungsfreudigkeit bewie- besonders holperig ist. Es wäre dringend zu sen, auf einer unsicheren parlamentarischen^Grund- wünschen, daß dieses Land endlich einmal zu läge eine Regierung zu bilden, die' die ge- stabilen politischen Zuständen käme, zumal bei schlossene Opposition der Sozial- ^^. Vielheit der in den jetzigen Regierungen demokraten und K o m m uni st en. finden | vertretenen Parteien eine wirklich fruchtbare Rc- gierungstätigkeit wegen der Rücksicht auf zahlreiche Sonderwünsche kaum möglich erscheint. Immerhin ist eine Regierung, die sich mehr auf das Beamtentum stutzt, die einzige Lösung, die unter den jetzigen Umftänben zu einem Erfolg zu führen scheint. Aus aller Wett. Rieseubrand irr einem Borort San Franciscos. 3n der an der Bucht von San Francisco gelegenen Stadt M i l l v a l l e h. in welcher sich die Sommervillen der oberen -Zehntausend von San Francisco befinden, brach ein ungeheurer Brand aus, der gegen Abend solche Dimensionen erreichte, daß man befürchten mußte, d i e ganze Stadt werde ein Raub der Flammen werden. Reben der Feuerwehr beteiligten sich Militär und die Einwohnerschaft an den Löscharbeiten. Eine Anzahl Personen wird vermißt. Der Brand war, nachdem 75 bis 100 Häuser eingeäschert waren, nach beinahe 24stündiger Dauer noch immer nicht völlig niedergekämpft, sondern drohte zu dieser Zeit, sich noch auf die Wohnhäuser in der weiteren Umgebung des brennenden Stadtteiles auszubreiten. Durch Funkenflug sind in dem bewaldeten Cascade-Canhon auf dem Abhang unterhalb des Mount Tamalais und längs der Cortomadera-Hügelkette neue Brände entstanden. Das Feuer brach am Rachmittag auf dem Mount Tamalais aus und verbreitete sich schnell über den Abhang durch den Blehthedale- Canhon und bedrohte zeitweise sogar das 3,5 Meilen entfernte Geschäftsviertel der Stadt. Die Bekämpfung des Brandes war durch Wassermangel erheblich behindert. Infolgedessen wurden die Banken und Geschäftshäuser geräumt, und Geld und Waren in Sicherheit gebracht. Unter den zahlreichen Freiwilligen, die sich bei den Löscharbeiten beteiligten, sah man Millionäre, kleine Handwerker und Hausangestellte Seite an Seite sich abmühen. Rach den letzten Schätzungen beträgt der Brandschaden weit über eine Million Dol- l a r. Etwa 200 Wohnhäuser wurden zerstört oder beschädigt, darunter mehrere mit wertvollen Bibliotheken, kostbaren Sammlungen, Kunstgegenständen und Teppichen. Auch die Billa des früheren Generalkonsuls Kurt Ziegler ist beschädigt worden. Eine Uhrenschau. In Berlin wurde eine Uhrenschau von den deutschen Alpina-Uhrmachern veranstaltet, die eigentlich nur als Fachmesse gedacht, aber wegen ihrer instruktiven Vollkommenheit auch das Interesse der Oeffentlichkeit erregte. Ein besonderer Clou der Ausstellung war die Sondergruppe „historische Uhren". Der bekcmnte Uhrensammler W. Triebold (Hannover) hatte hier seine Sammlung alter Uhren ausgestellt, unter der eine Räderuhr aus dem Jahre 1390 besonderes Interesse erregte. Auch die staatlichen Museen und die Generalverwaltung des vormals Kgl. Hauses hatten mit prachtvollen Gaben aus dem Besitz Friedrichs des Großen, der Königin Luise, Kaiser Wilhelms I. usw. die Uhren-Ausstellung unterstützt. Ein seltsamer Zufall. Als der 0-Zug Frankfur t°Siegen kurz vor dem Bahnhof Kreuzthal angekommen war, passierte er eine Straßenkreuzung, an der die Schranke nicht geschlossen war. Der Zug wurde zum Stehen gebracht, um festzustellen, ob irgend etwas passiert sei. Reben der Schranke fand man dann den Schrankenwärter bewußtlos vor. Er hatte einen Schlaganfall erlitten, als er gerade die Schranke schließen wollte. Der Mann wurde nach dem Krankenhaus verbracht. Ein Flug Ehikago—Berlin. Das Riesenflugzeug „Untinbowler" will mit drei Insassen den Weg Chikago—Berlin zurücklegen und dabei verschiedene Zwischenlandungen machen. Die Flieger wollen das Flugzeug in Milwaukee stoppen, um am Denkmal des Grönländers Leif Ericson, der vor Columbus von Europa aus Amerika bereist haben soll, am Michigansee einen Kranz niederzulegen. Rach weiteren Zwischenlandungen soll der Flug über Great W hale, Grönland und Island nach Berlin gehen, das man fünf Tage nach der Abfahrt von Chikago zu erreichen hofft. Schwere Bluffaf eines Trinkers. In Halber st adt durchschnitt ein als ner- Denkrank bekannter Schuhmacher seinen beiden Enkelkindern, einem Zwillingspaar im Alter von etwa drei Monaten, den Hals mit einem Rasiermesser. Die Mutter fand kurz darauf die Leichen auf. Der Täter war geflohen, wurde aber bald darauf in einem Schrebergarten erhängt aufgefunden. In einem hinterlassenen Briefe gab er an, die Tat in g e i st i ge r Verwirrung infolge reichlichen Äl- koholgenusses getan zu haben. Eine sechsköpfige Familie ermordet. In Detroit rmrrde eine ganze Familie, bestehend aus Vater, Mutter und vier Kindern in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Sie sind mit einer Axt erschlagen roorden. Es handelt sich anscheinend um die Tat eines Wahnsinnigen. In der Stadt herrscht große Aufregung, besonders, weil vor drei Wochen in einem Vorort eine Frau und ihre drei kleinen Töchter i n ähnlicher Weise ermordet worden sind. Schweres Autounglück. Ein Bauernhof eingeäscherk. Ein schweres Automobilunglück, bei dem nicht nur der Besitzer des Wagens den Tod fand, sondern der zertrümmerte Wagen noch ein Dauerngehöft einäscherte, ereignete sich an der Paß-Straße Kinzigtal — Schweighausen (Baden). Unweit der Paßhöhe geriet der Wagen des argentinischen Vizekonsuls in Lahr, Eugen Kaufmann, ins Schleudern, verließ die Straße und stürzte die etwa 1.50 Meter hohe Döschungsmauer hinunter. Der Benzintank fing Feuer, und der lichterloh brennende Wagen rollte in einen im Umbau befindlichen Bauernhof, der in kurzer Zeit niederbrannte. Vizekonsul Kaufmann ist kurz nach dem Unglück seinen schweren Brandwunden erlegen. Der Tod auf der Mensur. Die Jenaer Staatsanwaltschaft wird wegen des tödlichen Ausgangs einer Schlägermensur im Vorort Winzerla, der der Student der Naturwissenschaft Hans Schernikau zum Opfer fiel, Anklage erheben. Feuertod eines Hütejungen. Im Kaserhaus der 1000 Meter hoch gelegenen Karr-Alm am Untersberg bei Berchtesgaden brach Feuer aus, daß sich derart rasch verbreitete, daß in wenigen Augenblicken die ganze Alm in Flammen stand. Nur mit größter Mühe konnte sich die Sennerin retten. Der Hütejunge Johann Dur ner aus Schellenbach, der über dem Stall schlief, stürzte mit der brennenden Decke in die Tiefe, wo er tot aufgefunden wurde. Das Nugzeugunglüik auf dem Zodensee. Ein Bericht der Reichsbahndirektion Karlsruhe. Karlsruhe, 3.3ulL (WTB.) Die Reichsbahndirektion Karlsruhe hat das Ergebnis ihrer Feststellungen zu dem Flugzeugunglück aus dem Bodensee veröffentlicht. Wir entnehmen den ausführlichen Darlegungen: Das Flugboot war in der Bucht von Bad Schachen in den See gestürzt, etwa um die Zeit, als das Dampfboot sich anschickke, den Hafen von Lindau zu verlassen. Weder der Kapitän, noch die beiden im Steuerhause am Steuerrade stehenden Personen hatten das Flugzeug niedergehen sehen. Das übrige Personal versah seinen Dienst auf dem mit etwa 450 Reisenden besetzten Dampsbool. Kurz vor dem Ablenken des Dampf- booles auf die Landungsstelle Schachen hatte ein Ruderboot die Kurslinie des Dampfers gekreuzt und erst durch Zuruf des Insassen dieses Ruderbootes erfuhr der Kapitän, daß in der Röhe ein Flugzeug im See lag. Der Kapitän, der 42 Iahre im Dienst stehl und in seiner langen Tätigkeit an mancher Rettung Schiffbrüchiger beteiligt war, hat erklärt, daß er nicht einen Augenblick im Zweifel gewesen wäre, sofort nach der Anfallstelle zu fahren, wenn er das Flugzeug hätte abstürzen sehen oder erfahren hätte, daß es erst vor 10 bis 15 Minuten abgestürzt sei. Erst an der Landungsstelle Schachen erfuhr der Kapitän Näheres. Er fuhr darauf nach der Unfall st e l l e zurück, wo er efroa 12 Minuten später einlraf als bei sofortigem Zuhilfeeilen. Dort suchte man mittels einer Stahldrahltrosse das fünfzig Zentner schwere Flugzeug hochzuwinden, aber ohne Erfolg. Das Abschleppen nach dem Ufer zu war dem Dampfbook nicht möglich. Es hätte sich in ein Fahrwasser mit Untiefen und Felsen und damit in Gefahr begeben müssen. Das durfte der Kapitän des stark besetzten Dampfbootes nicht wagen. Auch in den weiteren Ausführungen wird dargelegt, daß auch bei einem sofortigen Zuhilfeeilen das Dampfboot Menschenleben nicht hätte retten können, und daß andererseits die technischen Einrichtungen des Darnpf- boootes nicht a u s r e i ch t e n , das 50 Zentner schwere Flugboot aus dem wasser zu heben, um sein Inneres zugänglich zu machen. Die Reichsbahndirektion Karlsruhe hält es bei dieser Sachlage für ein Unrecht, wenn voreiligBorwürfe gegen den Kapitän gemacht wurden. Wenn auch nur der geringste begründete Vorwurf gegen den Kapitän zu erheben wäre, so hätte die Reichsbahndirek- tion nicht gezögert, die Folgerungen zu ziehen. Meßdebaüe im Müschen Unterhaus. Churchill gibt dem Arbeiterkabinett ein halbes Zahr Bewährungsfrist. Lloyd George krittfiert die Genfer Abrüstungskomödie. London, 3. Juli. (WB.) Im Unterhaus sprach Thomas im Namen der Regierung ausführlich über die geplanten Maßnahmen zur Bekämp- fungderÄrbeitslofigkeit. Er erklärte u. a., er sei entschlossen, alle Maßnahmen zu erforschen, die dazu führen könnten, daß an Stelle von Auslandwaren britische Erzeugnisse zum Verbrauch gelangten. Den Eisenbahngesellschaften sei eine Reihe von Plänen zur Begutachtung unterbreitet worden, die u. a. die Eie ktrifizie- r u n g der verschiedenen Linien, den Ausbau des unterirdischen Netzes, die Verbesserung der Anlegestellen in den Häfen und schließlich eine Gürtelbahn für Güterzüge vorsehen, die den Transport der Wagen durch London überflüssig machen. Die Regierung schlägt vor, den Betrag von 9,5 Millionen Pfund für ein fünfjähriges Programm zum Ausbau der Straßen erster Ordnung und 28 Millionen Pfund für ein sechsjähriges Programm zum Ausbau der Straßen zweiter Ordnung bereitzustellen. Churchill versicherte Thomas der Mitwirkung der konservativen Partei bei der Lösung des Arbeitsloserr- Problems und errhmerte dann an Snowdens Angriffe auf die Kriegsschuldenabkvm- men mit Frankreich und den Vereinigten Staaten, um im Anschluß daran ironischen Tones zu versichern, er sei gespannt darauf, nunmehr zu erleben, wie Snowden das neue Schulden- und Reparationsabkommen verteidige. Wenn Snowden Frankreich überreden könne, mehr zu zahlen, oder die Vevei- nigten Staaten, weniger zu nehmen, so könne er des Beifalls und der Bewunderung des ganzen Hauses gewiß sein. Seltsam aber müsse es wirken, wenn Snowdens erste wichttge Amtshandlung darin bestehe, eine Vereinbarung der europäischen Staaten zu verteidigen, durch die Großbritannien hinsichtlich der finanziellen Verpflichtungen in eine schlimmere Lage gebracht werde als zu der Zeit, wo Snowden als Mitglied der Opposition sie als skandalös bezeichnet habe. Churchill gab der bestimmten Erwartung der Konservativen Ausdruck, daß der gegenwärtigen Regierung im Anfang des Jahres 1930 durch Vorlage eines Vertrauensantrages dem Hause Gelegenheit geben werde, zu ihrer Polittk Stellung zu nehmen. Rachdem er dann noch eine konservative Aenderungsvorlage zur Antwortadresfe auf die Thronrede angekündigt hatte, schloß Churchill mit der bemerkenswerten Aeußerung: Im Augenblick, wo die Regierung den Versuch unternimmt, jenen fundamentalen Trugschluß i n die Wirklichkeit umzusehen, auf dem das gesamte Gefüge der sozialistischen Partei aufgebaut ist, wird sie aus dem Amt gefegt werden. Lloyd George fand, daß es den Vorschlägen der Regierung zur Lösung des Arbeitslosenproblems an Kühnheit mangele. Er begrüßte Macdonalds Besprechungen mit Dawes und gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Regierung sich nicht nur mit der Beschränkung der Kreuzer begnügen, sondern auch auf Abschaffung der LI n te rse e bv o te drängen werde. Bedenklich fand er es, daß das Problem der Flottenabrüstung zwischen den Vereinigten Staaten und England ausschließlich ohne Hinzuziehung anderer Seemächte behandelt werden soll. Eine Flotten- abrüstungskonserenz sämtlicher Seemächte sei nach feiner Ansicht besser geeignet, ein Resultat zu erzielen. Jedenfalls dürfe die Regierung nicht glauben, daß eine Beschränkung ber Kreuzer- baaten und gegebenenfalls die Abschaffung der ilnterfeeboote die Lösung des Abrüstungspro- blems darstellten. Diese beiden Fragen seien lediglich ein Randproblem der gesamten Abrüstungsfragen. Im gegenwärtigen Augenblick gibt es, so erklärte er, in Europa a ch t große und kleine Mächte, deren militärische Rüstung gewaltiger ist, als vor dem Kriege. Die Tättgkeit der Abrüstungskommission war bis zum gegenwärtigen Augenblick uichts weiter als eine Komödie. Eine Rüstungsverminderung ist nicht durchgeführt worden, und es besteht zur Zeit auch noch keine'Aussicht, daß sie fünftig erfolgt. Lloyd George erinnerte daran, daß der gegenwärtigen Regierung durch die vom Kabinett Baldwin in der Frage der ausaebildeten Reserven gemachten Zugeständnisse die Hände gebunden sind. Solange aber dw Bedingung bestehen bleibe, daß die ausgebildeten Reserven bei der Berechnung des Rüstungsstandes ausgeschlossen bleiben, solange könne eine Abrüstungskonferenz nichts weiter als eine Komödie sein, setzen sich doch vier Fünftel der Streitmächte auf dem Kontinent aus Reserven zusammen. Es ist zwecklos, über die schiedsgerichtliche Beilegung von Konflikten $u reden, es sei denn, daß die gegenwärtige Regierung oder eine kommende in der Abrüstungskonferenz darauf bestehe, daß das feierliche schriftliche Abrüstungsversprechen, das wir alle im Jahre 1919 gegeben haben, ausgeführt toirb. Lloyd George bedauerte es schließlich, daß die Regierung die Frage der Rheinlandräumung mit der der Reparationen in Verbindung gebracht habe, mit der sie nichts zu tun habe, begrüßte es aber, daß die Regierung die Oeffentlichkeit nicht im unklaren gelassen habe, daß sie beabsichtige, die britischen Besahungstruppen zurückzuziehen und einen Druck auf die anderen Mächte auszuüben, daß sie diesem Beispiel folgen. Lloyd George schloß mit der Ankündigung, die Liberalen beabsichtigten, von ihrer besonderen Stellung innerhalb der Parlamentarischen Situation in vollem Umfange Gebrauch zu machen, um eine Wahl- refvrm herbeizuführen, die den fünf Millionen liberalen Wählern eine angemessene Vertretung im Parlament sichere. Der Arbeiterabgeordnete Max ton, Vorsitzender der Independent Labour Party und Führer des linken Flügels der parlamentarischen Arbeiterpartei, legte seine Enttäuschung über die Thronrede und über die Rede von Thomas an den Tag und gab der Erwartung Ausdruck, daß die von der Arbeiterpartei eingebrachte Vorlage nicht noch eine Abschwächung erfahre. Feuergefechl mit Eisenbahnräubern. In Duisburg spielte sich am Bahnhof Wedau ein Kampf zwischen Beamten der Bahnpolizei und einer dreiköpfigen Eisenbahnräuberbande ab. Der berüchtigte Eisenbahnräuber Dopiralla wurde in dem Augenblick, als er im Begriff stand, Stückgüter im Werte von 3000 Mark, die er mit zweien seiner Genossen aus Zügen entwendet hatte, beiseitezuschaffen, von der Bahnpolizei überrascht. Zwischen den Räubern und den Beamten kam es zu einem regelrechten Feuergefecht. Es gelang den Beamten, Dopiralla zu verhaften. Seine beiden Komplizen entkamen nur dadurch, daß sie auf ihrer Flucht den sogenannten Dlausee an der Wedau durchschwammen. Christlich-soziale Reichsbereinigung. Rachdem im August vergangenen Jahres die Christlich-soziale Reichsvereinigung in Bielefeld gegründet worden ist, findet nun an gleicher Stelle am 3. und 4. August d. I. die erste Reichstagung statt. Rach dem Gottesdienst in der Zionskirche rsp. Waldkirche in Bethel stehen im Mittelpunkt der Hauptversammlung ein Vortrag von Prof. Veidt (Frankfurt a. M.) »Der christlich-soziale Gedanke als Voraussetzung innerer Volkseinheit und äußerer Freiheit", ferner ein Vortrag von Arbeitersekretär Hüls er, M. d. M., Breslau, „Wir Christlich-sozialen und die Parteikrisis der Gegenwart". Die Aussprache darüber wird eingeleitet von Dr. Mumm, M. d.R., Pastor Kliesch, M. d. L., und Walter Lambach, M. d. R. Tod eines Ehepaares durch Starkstrom. Bei der pommerellischen Ueberlandzentrale G o d - deck ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Von der neben dem Hause eines Werkmeisters errichteten Antenne hatte sich ein Draht gelöst, der auf die tiefer liegende 220-Volt-Lichtleitung fiel und mit einem Ende auf die Erde hing. Als die Hausfrau kurz darauf in den Garten ging, berührte sie den herabhängenden Draht und wurde durch den Schlag sofort getötet. Ihren Mann, der barfuß hinauslief, ereilte das gleiche Geschick. Kunst und Wissenschaft. Eine Paracelsus-Gesellschaft. Paracelsus ist in den letzten Jahren stark in ben Vordergrund gerückt. Jahrhunderte nach seinem Tode tritt er erst heute ganz in das Bewußtsein seines Volkes ein. Selbst Kind einer Epoche der Gärung, die stürmisch und inbrünstig nach Reuem verlangte, findet er heute Gleichgesinnte fast auf allen geistigen Gebieten. Alle, die heute in der Aaturerfassung eine neue Tiefe suchen, damit der ganze Mensch wieder wirklich zu Hause sei in Freiheit und gewollter Reubindung, finden die Wege dazu schon bei Paracelsus geöffnet. Derart sind die Gesichtspunkte, die zur Gründung einer Paracelsus-Gesellschaft Veranlassung waren, die bestimmt sein soll, der weitverzweigten Paracelsusforschung einen Mittel- 1 punkt zu schaffen, fte systematisch in gemeinsthckst« licher Arbeit zu fördern und alle Freunde Del Paracelsischen Gedankenwelt in gegenfeitigent Austausch zuscrmmenzuschlietzen. Unter den aüft- nrfenben Gründungsmitgliedern finden wirt Dacqrto, München. Darmstädter, München. Diepgen, Freiburg. Held, München. Herrigel, Frankfurt a. M. Honigmann, Gießen. Joel, Basel. Kerschensteiner. München. Kißkalt, München. Koch. Frankfurt. Kolbenheher, Tübingen, von Lipp- maiux, Halle, von Paquet, Frankfurt a. M. Rosenstock, Breslau. Sauerbruch, Berlin. Schröter, München. Sparrn, Wien. Strunz, Wien. Dudhvff, Leipzig. Vietor, Gießen. Wolfskehl, München, von Weizsäcker, Heidelberg. Born Lutherischen Wettkonvent. Der Lutherische Weltkonvent versammelte sich zu der letzten Vollversammlung. Die Dormittagssitzung behandelte die Arbeit zur Stützung und Stärkung der evangelisch-lutherischen Minderheiten in Gebieten fremder Kirchen. Professor Dr. Himer, Erlangen, betonte, daß diese Diasporahilfe aus dem kirchenorganischen Bewußtsein heraus zu geschehen habe; der Wille zu einer möglichst selbständigen Gestaltung eines eigenen Kirchenwesens der Diasporagemeinden müsse gestärkt toerben. Die einzelnen Diasporagemeindrn sollten nach Möglichkeit je einer Dekenntniskirche zur Betreuung und organischen Derbrmdenheit zugewiesen werden. Pfarrer L e m p, Polen, machte auf die evangelische Bewegung im Osten insbesondere in der Ukraine aufmerksam und betonte die große Aufgabe, die hier für daS Luthertum vorliege. Die Rachmittagssitzung war den Hauptproblemen der äußeren Mission gewidmet. Der Präsident der Vereinigten Lutherischen Kirche in Amerika, Dr. Knubel, betonte die Rotwendigkeit einer lutherischen Solidarität und regte eine Erklärung des Weltluthertums an, die der Inbegriff alles dessen fein soll, toafl lutherische Weltanschauung in der Gegenwart bedeute: das Luthertum mühte im Internationalen Missionsrat stärker vertreten sein. Anschließend nahmen die Vertreter Indiens, Japans, Chinas und Madagaskars zu den Gegenwartsfragen der Missionsarbeit Stellung. Der Reubau der Heidelberger Rniversilät. In einer Pressekonferenz besprach Oberbürgermeister Dr. Heinhaus den gegcnwärtgen Stand des Unioerfitätsneubaucs. Der Plan, das Neue Kollegienhaus zu erhalten, ist nunmehr fallen gelassen. Es soll niedergerissen und an feine Stelle ein Neubau errichtet werden. Damit ist der preisgekrönte Entwurf des Profesiors Gruber von der Technischen Hochschule Danzig, früher Stadtoberbaurat in Freiburg i. Br., gegenstandslos geworden. Er hat nun im Auftrag einen neuen Plan ausgearbeitet der, nachdem ihm ein Sachverständigenkomitee grundsätzlich zuge- ftimmt hat, ausgeführt werden soll. Der neue Plan sieht im ersten Stock des Hauptbaues einen Fest - s a a l für etwa 1200 Personen vor. Daneben sollen auch die großen H ü r s ä l e, an denen bisher in Heidelberg Mangel ist, errichtet werden. Für die Südfront fehlen einstweilen noch die Geldmittel, die etwa 200 000 Mk. betragen. Die finanzielle Lage der Stadt ermöglicht nicht, hier helfend einzugreifen. Eine Filmhochschule in Berlin. In Preußen soll die erste staatliche Film- Hochschule errichtet werden, und zwar soll die Einrichtung nach dem Vorbildc der schon bestehenden Moskauer Filmuniversität erfolgen. Vor einigen Wochen hat man darum den in Berlin an- wesenden Professor der Moskauer Filmhochschule W. I. S o l s k i um einen ausführlichen Bericht gebeten. Die Abhandlung ist allerdings vorläufig nur als eine reine Information gedacht Golffi ist der Meinung, daß durch eine Hochschule, die den Nachwuchs in allen Fächern ausbildet, ein günstiges Resultat für die neue Filmgeneration zu erzielen ist. Oie Wetterlage. Sie Pfeile fliegen mi< dem winde. Die Beiden SUbonen sieneodeo Iah- □ ■TKt-^r TS 5t 13 Tfiarsh. nayen- . Norton- Wo Maperi Mittv/och, d.3. Juli 1929 8 • mas. ÄCX76 ar* *-o»- 710 'M gwolKenlos. Q neuer. O naio bcdccict. » woiKig. o oedecfci • Regen * Schnee a Graupeln, s «ehti K Gewitter.®windstille.«^, sehr 10 42. m ien gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleichen^ •wf Meeresniveau nmoewrnoeten Luftdruck Wettervoraussage. Die Wetterlage bleibt weiterhin veränderlich. Noch immer gelangen durch die westlichen Druckstörungen verschiedene Luftmassen nach dem Kontinent, die sich in Bewölkung und Niederschlägen sowie Gewitter- dildungen auswirken werden. Die vorübergehende Durchbrechung der Wolkendecke läßt es außerdem zur Aufheiterung kommen. Die Temperaturen ändern ich vorläufig wenig, so daß es noch feuchtwarm und zeitweise auch schwül bleibt. Wettervoraussage für Freitag: Noch unbeständiges Wetter, teils wolkig, teils aufheiternd, warm, zeitweise 'Niederschläge gewitterhaster Art. Lufttemperaturen am 3. Juli: mittags 24 Grad Celsius, abends 20,2 Grad: am 4. Juli: morgens 19 Grad. — Maximum 26 Grad, Minimum 15,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Juli abends: 22,2 Grad Celsius: am 4. Juli morgens: 18 Grad Celsius. — Riederschlag 3,4 Millimeter, Sonnenscheindauer Z3/« Stunden. für Ziegelrohbau! Auto-Neeb ■»D Tel. 1790. Rotbraune Hart- brand steine, rote Majchinentteine liefert ssssv Verkaussvereiu der Ziegclwerkc TaunuS u. Westerwald G. m. b. H. Limburg (Labn). Hreibank. Freitag, den 5. Juli, von 8 Uhr ab 5788D Ileischvettauf. 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Die finanzielle nicht, hier helfend emzu. hule in Berlin. \tt staatliche Film. •ben, unb jwar /oll bie Ibc der schon beftefienbeo »etsiiat nsvM.Hat laxum den in Berlin an- Mauer Filmhochschule len ausführlichen Bericht । ist allerdings vorläufig mation geborgt Tolfki ist eine Hochschule, die den m ausbildet, ein günstiges rgeneration zu erzielen ist. ibenf IV. uo wrv grfStf-** «nyvt* eine doch ra Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfund 1,90 bis 2,00; Watte 30 bis 35; Käse 10 Stück 60 bis 1,40; Wirsing 30 bis 35; Weihkraut 30 bis 35; gelbe Rüben 30 bis 35; gelbe Rüben Bund 10 bis 20; rote Rüben Bund 10 bis 20; Spinat 30 bis 35; Römischkohl 15 bis 20; Bohnen grüne 35 bis 70; gelbe 50 bis 70; Dicke Dohnen 30 bis 35; Erbsen 25 bis 35; Mischgemüse 10 bis 15; Tomaten 40 bis 90; Zwiebeln 10 bis 25; Rhabarber 10 bis 15; Kartoffeln alte 5Vz, neue 15 bis 20; Aepfel ausl. 45 bis 70; Dörrobst 35 bis 40; Kirschen 35 bis 50; Sauerkirschen 45 bis 50; Heidelbeeren 55 bis Die von den bürgerlichen Stadtratsfraktionen gestern abend im Saale des ®af6 Leib veranstaltete Kundgebung gegendieKriegs- schuldlüge hatte trotz des schönen Sommerwetters einen so starken Besuch aus allen Teilen der Bürgerschaft aufzuweisen, daß der Saal voll besetzt war. Zu dem starken geistigen Gehalt, den der Redner deS Abends dieser Kundgebung verlieh, kam durch den außerordentlich zahlreichen Besuch in erfreulicher Weife auch die erforderliche Wirkung nach außen hinzu. Rach kurzen Einleitungsworten des Dersamm- lungsleiters, Stadtratsmitglieds Kirchner, sprach tlniversiicttsprofeffor Or. Roloff 60- Pfirsiche 75 bis 80; Walderdbeeren Schoppen 55 bis 60; Honig 40 bis 50; junge Hähne ILO bis 1,30; Sitppenhühner 1.00 bis 1,20; Tauben Stück 70 biL 90; Eier 13; Blumenkohl 30 bis 80; Salat 5 bis 10; Salatgurken 25 bis 50; E inmachgurken 8 bis 15; Ob er-Kohlrabi 10 bis 15- Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 10 bis 15: Radieschen Bund 10 bis 15; Kartoffeln Zentner 4,50 Mk. Bornotizen. — Togeskalender für Donnerstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Wolga-Wolga". Wir wollen unser Recht! Nie Gießener Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge wurde, daß Englands Regierung in jenen Tagen aus Gründen des Reides und der Mißgunst ge- Slvs der Provinzialhaupifiadi Gießen, den 4. Juli 1929. Eine wirklich wahre Geschichte. gen Deutschland die russische Kriegslust begünstigte, um den deutschen Rivalen auf dem Wirt- scAftsmarkte zu vernichten. Anschließend beleuchtete der Vortragende die Politik der beut* schen Regierung im Sommer 1914. Gr führte hierbei den einwandfreien Rachweis, daß die Politik der deutschen Regierung in keiner Weise von Kriegslust diktiert war, sondern immer nur das Ziel verfolgte, dem Deutschen Reiche und der Welt den Frieden zu erhalten. Als Beweis hierfür bezeichnete er die starken Bemühungen der deutschen Regierung in Wien und in Petersburg zur Verhinderung der Mobilisationen, ferner die Tatsache, daß die deutsche Mobilmachung im Interesse der Aufrechterhaltung des Friedens sogar so weit verzögert wurde, daß die Gefahr einer starken Bedrohung unserer Reichssicherheit durch die schon weit vorangeschrittene russische Mobilmachung bestanden habe. Daß trotz der mäßigenden Einwirkung Berlins auf Wien das Deutsche Reich treu und fest zu seinem Bundesgenossen stehen mutzte, war eine Selbstverständlichkeit, wenn Deutschland nicht Gefahr laufen wollte, nach der Riederwerfung Oesterreichs durch Rußland isoliert den vereinten starken Derbandsmächten gegenüberzustehen. Als Schlußfolgerung aus seinen von strenger Wissenschaftlichkeit zeugenden Darlegungen be- , tonte der Redner, dah vor der wissenschaftlichen Forschung die Versailler These von der deutschen Alleinschuld am Kriege in nichts zerfalle, । da sie in keiner Weife vor einer objektiven Prüfung der Tatsachen standhalte. Dagegen stehe auf Grund einwandfreier aktenmähiger Forschungen der Wissenschaft unabänderlich fest, dah die Schuld an der Herbeiführung des Weltkrieges auf feiten Rußlands, Frankreichs und Englands zu suchen sei Deutschland habe ein reines Gewissen, und in diesem Bewuhtsein müsse es den Kampf gegen die Versailler Dchuldthese mit allem Rachdruck weiterführen. Im Auslande breche sich die Erkenntnis von der Lüge über die deutsche Schuld am Kriege immer mehr Dahn, und diese Erkenntnis gelte es weiterhin mit | allen Kräften zu stärken. Wenn das deutsche 9 Von uns Oberhesfen heißt es, mir waren gemütlich. Am gemütlichsten fd)eint es aber auf einer oberhessischen Nebenbahn herzugehen, denn da ist das folgende passiert: Auf einer Station standen am Bahnsteig ein Herr und eine Dame, die den Zug erwarteten und sich inzwischen, auf- und abgehend unterhielten. Der Zug kam fahrplanmäßig. Die beiden aber unterhielten sich ruhig weiter, nachdem sie einen Blick auf den Zug geworfen hatten. Nach fünf Minuten als der Zug immer noch nicht abfuhr, rief der Zugführer aus dem Packwagen: „Wollen denn die Herrschaften nicht einsteigen?" Die Dame erwiderte: „Wir setzen uns doch nicht in die Güterwagen!" und deutete auf den Zug. Da sprang der Zugführer heraus aus feinem Wagen und schaute entsetzt nach hinten. „Da soll aber doch ..., wir haben ja die Personen- w a g e n i n I. stehen l a f s e nrief er. Auch der Schaffner war mit diesen Wagen zurückgeblieben. Was nun? Die Lokomotive drehte um, fuhr noch einmal zurück und holte die stehengebliebe- nen Personenwagen mit dem Schaffner und den Fahrgästen. Dann ging das Züglein mit einiger Verspätung weiter. So geschehen hn Sommer 1929, in der goldenen Wetterau. $■ Boni Schützenfest in Gießen. Ein großes Treffen stellt das 30. Verb and s° schießen vom 6. bis 14. Juli i n G i e ß e n dar. Von der Saar, aus der Pfalz, aus Baden und vom Mittelrhein treffen sich hier die Schutzen, dar- Weno man in den Lustigen Blättern" mähre“ Geschichte liest, dann muß man oft ungläubig den Kopf schütteln; denn s o kann s doch nicht gewesen fein. Ich habe deshalb meiner Ueber- schrist das Wörtchen „wirklich" vorgesetzt weil sich die Begebenheit tatsächlich in diesen lagen abunter viele sog. Kanonen. Die jetzt fertiggefteUte Schießanlage des Schützenvereins Gießen umfaßt 48 Stande, auf denen die verschiedenen Arten von Scheiben beschossen werden, so Pistole, laufendes Wild, Rehbock, 175 Meter, 300 Meter und Kleinkaliber. Das Treffen beginnt am Sonntag um 16 Uhr mit einem Konkurrenzschießen. Jeder Verein kann zwei Mann Herausstellen, von denen je einer auf 175 oder 300 Meter Entfernung eine halbe Stunde Zeit erhält, um eine vorgeschriebene Anzahl von Punkten (90) zu schießen. Sieger sind die je zehn Ersten, die in der kürzesten Zeit diese Punktzahl erreichen. 2(uf 175 Meter schießen 12 Mann, auf 300 Meter 14. Alle schießen gleichzeitig. Als Zeichen des Anfangs und des Endes wird ein Böllerschuß abgegeben. An den folgenden Tagen wird von 7.30 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 20 Uhr geschossen. Als Preise stehen Ehren- und Geldpreise zur Verfügung. Der Wert der bis jetzt zur Verfügung stehenden Ehrenpreise beträgt etwa 15 000 Mark. Diese finden Aufstellung in einem Gabentempel, der in der Volkshalle unter geb rächt wirb und an den Festtagen gegen ein geringes Entgelt zur Besichtigung freigegeben ist. Auf das Programm des mit dem Derbandsschie- ßen verbundenen V o l k s f e st e s ist in einer früheren Ausgabe des „Gieß. Anz." schon hingewiesen und das Programm veröffentlicht worden. Es fei nur noch auf den am Sonntag, 7. Juli, vormittags um 10.30 Uhr beginnenden Festzug kurz hinge, wiesen. Der Festzug muß sich aus technischen Gründen vormittags abwickeln; er wird sich aus drei Ab- teilungen zusammensetzen. Eröffnet wird er von drei Herolden, dahinter folgt die Regimentskapelle, daran schließen sich die Ausschüsse an. Die dann folgende Gruppe der Schützenvereine teilt sich so, daß vorne die Schützenvereine aus dem besetzten Gebiet, dahinter die Schützenvereine aus dem unbesetzten Gebiet marschieren. In der zweiten Gruppe erscheinen die M i l i tä r d e r e i n e , Gesangvereine, Innungen unb Geselligkeitsoer e i n e. Die dritte Gruppe bringt die Turn- unb Sportvereine. Am Schlüsse erscheint ber Gießener Schützenverein unb bahinter wiederum drei Herolde. Der Zug wirb eine Reihe historischer Abteilungen und eine große Anzahl von gc ft wagen mit sich führen, die in den einzelnen Abteilungen untergebracht sind. Selbstverständlich sind eine große Anzahl von Musikkapellen in dem Zuge verteilt. L.U. Von der CanbesuniDcrfität. Der ordentliche Professor für mittlere unb neuere Ge- schichte an unserer Landesunioersität, Dr. A ub in, hat den an ihn ergangenen Ruf an die Universität Breslau als Nachfolger von Professor Reinke- Bloch zum 1. Oktober angenommen. ** Pa pierkörbe in den Straßen. Zur Sauberhaltung unserer Straßen hat das Städtifchc Hochbauamt heute in verschiedenen Teilen der Stadt zwanzig Papierkörbe aus Drahtgeflecht aufstellen lassen. Die Papierkörbe sind so kenntlich gemacht, daß niemand sie übersehen kann. Die Bürgersthaft möge diese Körbe zur Ablagerung von Papier, Ziaa- rettenschachteln unb anberen Abfällen nun auch benutzen, bamit der Zweck der guten Einrichtung, nämlich die Sauberhaltung der Straßen, erreicht wird. Weiterhin mögen unsere Mitbürger diesen Einrichtungen zum Besten ber Allgemeinheit ihren Schutz angedeihen lassen damit nicht etwa auch hieran rohe Hände ihr Zerstörungswerk betreiben. ♦* Straßensperrung. Dom Oberhessischen Automobil-Club (A. v. D.), Gießen, wirb mitgeteilt: Die Ortsdurchfahrt yberndors im Zuge der Hauptstraße Wetzlar-Braunfels— Weilburg ist voraussichtlich bis 20. August für Fahrzeuge aller Art gesperrt. Umleitung über Burgsolms—Bahnhof Braunfels. •• Gießener Hochschulgesellschaft. Die diesjährige Hauptversammlung der Gießener Hochschulgesellschaft findet am Samstag, 6.3ult, nachmittags statt. Die geschäftlichen Angelegenheiten werden zunächst durch den Derwaltungs* rat, sodann durch die Hauptversammlung beraten. Um 17 Uhr folgt die öffentliche Festsitzung im großen Hörsaal der Universität, zu der bei freiem Eintritt Gäste aus allen Kreisen der Stadt und Umgebung herzlich willkommen sind. Das Collegium musicum der Universität bringt die Orchester Trio 6-Dur und B-Sur von Pergolese unter Leitung des Universitäts- Musikdirektors Dr. Temesvarh zu Gehör, während den Festvvrtrag Prof.^lr. Aubin übernommen hat. Richt nur sein Thema „Volker und Staaten an der deutschen Westgrenze ist gerade in heutiger Zeit und für unsere Gegend von besonderem Interesse, auch der Umstand, daß dies die letzte öffentliche Gelegenheit sein wird, den von unterel- Universität scheidenden, allgemein hochgeschätzten Gelehrten noch einmal zu hören, dürste einen großen Hörerkreis gewährleisten. t " Abonnementskonzert der Militärkapelle. Rach dem für das Publikum sehr genußreichen und für die Militärkapelle unter Obermusikmeister Löbers Leitung wieder erfolggekrönten vierten Abonnementskonzert am vorigen Donnerstag ist für das am heutigen Abend auf ber Liebigshöhe stattfindende fünfte Abonnementskomert der Posaunenvirtuose am Hessischen Landestheater Darmstadt Alfred Günther als Solist gewonnen worden. Herrn Günthers außerordentliche künstlerische Leistungen als Posaunenvirtuose sind von seinem Konzert im vorigen 2ahre hier noch in bester Erinnerung. Man darf sicher sein, daß der Künstler feinen Zuhörern am heutigen Abend wiederum einen besonderen musikalischen Genuß bieten wird. Weiterhin hat Obermusikmeister Lö- 6er für heute wieder ein sehr ansprechendes Programm vorgesehen. ** Austrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtvichmarkt: 1082 Kälber, 182 Schafe, 1110 Schweine.______________________ Maggi's würze. Speziell bei Nahrungsmitteln, bie ein Vertrauensartikel find, darf bie Hausfrau ihren 1 Vorteil nur in ber Qualität der Ware suchen. So ist z. B. beim Einkauf von Suppenwürze Maggis ; Würze zu beachten, da diese sich burch Feinheit des i Geschmacks und burch Ausgiebigkeit auszeichnet. 2<6D in etwa einstündiger Rede über das Thema des Abends. Er betonte ausdrücklich, daß er sich in seinen Darlegungen streng an die wissenschaftlichen Erforschung der Kriegsschuldlüge halten und nichts sagen werde, was er nicht vor seinem wissenschaftlichen Gewissen verantworten könne. Er erinnerte an bie Aussprüche | Poincaras und Lloyd Georges, daß das Versailler Diktat seine Grundlage verliere, wenn die These von der deutschen Schuld am Kriege falle, und betonte bann, daß die Manner von Versailles, bie jenes Schuldurteil gegen Deutschland formuliert hätten, nicht nach wissenschaftlichen Grundsätzen und den Pflichten objet- tiver Forschung vorgegangen seien, sondern nur daS Material für ihre Arbeit herangezogen hätten, das uns ungünstig gewesen wäre, und daß sie außerdem auch keinerlei Verteidigung zugelassen hätten. Das Versailler Urteil stelle sich demnach als eine Böswilligkeit unb Fahrlässigkeit ohnegleichen heraus, und es genüge, um den guten Ruf jener Männer von Versailles für immer zu verwischen. Der Redner gab bann einen geschichtlichen Rückblick auf bie politischen Verhältnisse vor dem Kriege und erinnerte dabei an die einwandfrei fest- gestellte Tatsache, daß bas Attentat von Serajewo — der Ausgangspunkt des großen Krieges — von der serbischen Regierung unb ben serbischen Behörden gefördert und gutgeheißen worden sei. Infolgedessen habe Oesterreich das Recht gehabt, bie zu feiner Staatssicherheit er- 1 säsmskä sä unb belegte hier durch eine klare unb umfassende len unser Recht. Beweisführung bie Tatsache, daß Rußland ben Rach dem mit langanhaltendem stürmischen Bei- österreichisch-serbischen Konflikt als Vorwand zum fall auf genommen en Dortrage stimmte Die 45er- Kriege benutzte und sowohl von der russischen Re- I fammlung ein ft immig für bie fotgenbe gierung, wie auch von ber russischen Ration aus mit allen Kräften auf die bewaffnete Ausein- (StltWICpung. andersetzung fjinarbeitetc. Rußland wollte durch Die heute im Cafs Leib zu Gießen oersammellen diesen absichtlich herbeigeführten Krieg bie Ziele Männer und Frauen der verschiedensten Berufs- des Panslawismus sowohl auf dem Balkan, wie I gruppen und Parteien erheben schärfsten Pro- auch gegen Oesterreich zum Erfolg bringen. So- I t e gegen den aller Wahrheit hohnsprechenden und bann besprach Prof. Roloff bie Rolle Frank- durch geschichtliche Forschung längst widerlegten A r - reichs in jenen kritischen Tagen, bie vollständig 1 titel 231 des Versailler Diktates, der diktiert gewesen fei von ber Sucht nach De- Deutschland die Alleinschuld am Weltkrieg aufbürdet, friebigung des französischen Revanche-Bedurf- versammelten fordern weiterhin Revision nisses für 1870/71. Er betonte hierbei daß Frank- b(? 5 Versailler Diktats, da es einen Bruch reich Rußland feine vorbehaltlose llnterftu^ung ber Don ben Feindbundmächten am 5. November für ben Kriegsfall zugesagt und dadurch die igl8 Zierlichst gegebenen Zusicherung darstellt. fein gehaltene Politik des englischen Außen- spruchs Deutschlands auf koloniale 43 t a t Ministers Grey, bie in ihren Zielen bewußt 8 ung. , auf die kriegerische Auseinandersetzung mit den Mit dem gemeinsamen Gesänge des Deutsch- Mittelmächten, insbesondere mit Deutschland, ein- I lcmdliedes fand bie eindrucksvolle Kundgebung gestellt gewesen fei. Auch hier führte ber Redner ihren Abschluß. zahlreiche Einzelbelege an, durch bie bargetan | Vertreterinnen) die kaufmännische Betriebe unb BureauS erfolgreich bearbeiten können, zur Vergebung der Alleinvertretung eines Gebrauchsartikels gesucht. ES wollen fich nur tüchtige Strafte melden, da bet guten Leistungen feste Anstellung erfolgt. Off. u. B. 6830 an Annoneenmeyer, Frankfurtuuün. MMM perfekt in Stenographie und Maschine, mit guter Handschrift, sofort g esucht. Nur schriftliche Angebote an 5789D Dottina Schuhgesellschaft. 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Verlangen Sie auch die Nachfüllungen aus MAGGI8 großer Originalflaeche ........... in welcher nur MAGGI -Würze faiigehalten werden darf» ••v fr ■ 'iX- . B '7///JH Heute morgen V29 Uhr entschlief sanft nach kur' zem, schwerem Leiden meine liebe Frau, unsere treu- sorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Knorr geb, Bub im Alter von 52 Jahren. Wen gefreut. 2o irohatm er mitaehrni mN dieser Reise um di mal wieder eine a ljchung, ‘ es sich ^ai valtung^ Tanganhua> Ahodes'--. schon m « tut? vorges Wundern slucht nur, M&wntl inkmaHpn nialer-Sek scher Mo bunb übe' mus nur gemessene! auch die '■ den briW sich ö-chei man anni» Kommission datsgebiet 1 Territorium Politiker köi der Gerecht und reinen Segnungen datskommiss den zu lass Hauptvider schlages im merschast § schaff mit daß ihre sei QJöIterb: werden fön Um zu t geht, muh Angelegen! punkten gi malen @e vor dem völliger 2D tat) allti mer die Pi zerklüsteter wissen 2er nischen 1 geht soweit paneuropüi zel schlage Kolvniolpi mehr eine ziemlich fi vorwiegen schastlichen sende Par dMM. foi mit panasi S° Ss war chnen bas eiliges । «Hbnum morgen Daten h ^pftian di; 'mi0e Kochi tznt; oben l«hie Mut 'Wen »7" war c f*5 Me lchmatentz bcri Absch ">pt war denken, -'Ndvoll s $fiuert£ sNtfung y dem « D VeNti r-L «BÖ Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Friedrich Knorr, Beigeordneter und Kinder Birklar, Eberstadt, Muschenheim, den 3. Juli 1929. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Juli, nachmittags 3 Uhr, statt. 57870 Kurhaus Bad-Nauheim (Großer Bühnensaal). AabergewOhnliches Sonder-Konzert Montag, den 8. Juli, abends 8 Uhr Einziger Arien- und Lieder-Abend Kammersänger Heinrich Sdilusnus 1. Bariton Staatsoper Berlin Deutschlands gefeiertster Sänger Ausgewähltes Programm Schumann, Strauß, Meyerbeer, Offenbach, Giogano. [5763D Karten einschl. Kleiderablage 2, 3, 4, 5 Mk. Vorverkauf an der Theaterkasse. Sreitog, üen 5. 3ull. abends 8,30 b. Prell, Restauration „Stadt Mainz": Pflicht- 6771D Versammlung. Watet lunieWf Unsere Mitglieder, Turnerinnen und Turner werden gebeten, sich recht zahlreich an demFcstrug des Schiitzenvereins am nächsten Sonntag, 7. Juli, zu beteiligen. Treff» vunft norm. lOllbr Turnhalle, Stein» strahe. Turneranzug twethe Hosen, blauer Rock ob. wettz.Turn- hemdi u. ohne Kopfbedeckung. 5776D Der Borstand. J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCARTEN Mit einer öeerenprosse ist'S keine Quälerei! 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Referenzen sinb zu richten unter F.M, 1734 an ALA Haasenetein & Voglar, Frankfurt am Main. 5778V Geschäfts-Eröffnung Oer geschätzten Einwohnerschaft von Wieseck und Umgebung beehre ich mich anzuzeigen, daß ich die Gustav Göbelsche Metzgeve! und NMtschM käuflich erworben habe. Es wird mein ehrliches Bestreben sein, meine Kundschaft durch Verabreichung nur prima Speisen u. Getränken, sowie von erftklassigen Fleischund Wurstwaren in jeder Weise zufrieden zu stellen und bitte um geneigten Zuspruch. Offizielle Eröffnung: Freitag, 5. Zuli 1929. Paul Drescher Mehgermeister, Wieseck, Gießener Straße 71r. 106 An die Einwohner von Gießen! 3d? richte an die Einwohner von Gießen die Bitte, zum Z0. Berbandsschteßen des Badischen, pfälzischen und Mittelrheinischen Schützenbundes die Hauser festlich zu schmücken! Oer Oberbürgermeister ___________________________________________________________ 5770C Oie Verlobung unserer Tochter Hildegard mit dem Gutsbesitzer Herrn Diplom-Landwirt Otto ^inn beehren wir uns anzuzeigen. Otto Boetel u. Frau Anna geb. Knoche. Roklum (Kr. Halberstadt), 30. Juni 1929. MeineVerlobung mitFräulein Hildegard Boetel, Tochter des Gutsbesitzers Herrn Otto Äoetel und seiner Frau Gemahlin, zeige ich ergebenst an. Otto Zftinn. lltphe, 30. Ziuni 1929. 5773V DeÄSepper|Auf vielfachen Wunsch geeignet für Holz» schnetbenu.-Dreschen Wiederholung 5732D gesucht. 5768D Verkäufe | Empfehlungen | gesucht 04246 Hotel Prinz Carl sucht. [04242 5774V Großes Schloßfest k (Trachtenfest) Marburg (Lahn) Vereine [Stellengesuche Sonntag, 7. Juli, im Schloßpark Freien usw. 5781V Strümpfe-Socken kaufen Sie gut und billig im Spezialgeschäft M.6.Gröde Prospekt frei PlipmBÄBosloe-Walzer Ijlld ■■ schönste Freude .. 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Entgegen falschen Gerüchten,wird ausdrücklich darau aufmerksam gemacht, daß die Dauerkarte zum Eintritt zu allen Veranstaltungen auf dem Festplatz und in der Festhalle berechtigt. Zuschlag wird nirgends erhoben 5792V Finanzausschuß „Mich tröstet nur eins ..." mit wehmütig traurigem Schritt trat die Mutter auf den Sohn zu, der von Sekunde zu Sekunde steinerner wurde, „daß der Peter zum Begräbnis zurechtkommt." Beifällig nickte Vaters düsteres Haupt. „Hast wohl einen schwarzen Anzug mit?" fragte er gütig. Aus erloschenen Augen schaute Peter ihn an. Und gepeitscht und gegeißelt und gefoltert und bespien, floh das göttliche Bild seiner göttlichen Welt aus den toten Pupillen in den Kerker des Herzens. Hochfchulnachnchien. Der a. o. Professor für systematische Religionswissenschaft an der Universität Kiel, Direktor der Pädagogischen Akademie in Erfurt D. theol. Wilhelm Bruhn ist zum Honorarprofessor in der theologischen Fakultät der Universität Kiel ernannt worden. Bruhn wirkte 1903 bis 1908 als Pastor in St. Anna in Dithmarschen, wurde später Oberlehrer und Anstaltsprediger am Gymnasium und Pädagogium in Züllichau, kam 1911 an das Luisen-Gymnasium in Berlin. 1915 bis 1918 stand Bruhn im Kriegsdienst als Lazarettgeistlicher in Brandenburg a. H., von wo er als Studienrat an das Gymnasium in Kiel übersiedelte. Er habilierte sich 1919 ebenda für systematische Religionswissenschaft und wurde 1929 Direktor der neuen Pädagogischen Akademie in Erfurt. Die Marburger theologische Fakultät ernannte ihn zum Ehrendoktor. — Professor Dr. Wolfgang Schadewaldt, Königsberg, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie in Freiburg i. B- als Nachfolger des nach München gegangenen Rudolf Pfeiffer erhalten. Schadewaldt war feit 1924 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches und habilitierte sich 1927 in Berlin. 1928 erfolgte seine Berufung zum ordentl. Prof, in Königsberg. — Prof. Dr. Adolf Hasenclever, Halle, hat den Ruf auf das Ordinariat der mittleren und neueren Geschichte an der Universität Göttingen als Nachfolger von Professor A. O. Meyer angenommen. — Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. Walther G e rl a ch von der Universität Tübingen zum ordentlichen Professor der Experimentalphysik in München bestätigt. Prof. Gerlach war Assistent am Tübinger physikalischen Jnstirut, erwirkte dort seine Zulassung als Privatdozent, kam später in gleicher Eigenschaft nach Göttingen, war 1918 bis 1920 bei den Farbenfabriken Bayer in Leverkusen- Elberfeld tätig, erhielt dann in Frankfurt den Lehrauftrag zur Vertretung der höheren Experimentalphysik und siedelte 1925 als Ordinarius nach Tübingen über. Berufungen nach Königsberg und Charlottenburg hat der Gelehrte abgelehnt. •1929. chloM' lEfflÜ Bauern^" Jel a.Orchestertrio G-Dur usicum d. Universität) 'rof.Dr. Aubin, Gießen iStaatenander i Westgrenze a.Orchestertrio B-Dur usicum d.Universität) ,Gäste willkommen ienfest) in irg (Lahn) Schloßpark Musik a. der berühmte hwaimerkapelle ier Herren“ ung mit Riesen- conzert, Tanz im 5781V rkehrsamt -0 illlJlg 'leibera“ infl . ,, S732D 4Ubr 's=hüle, d"heal«c - Karten ann ~ Abendkasse. ellschaft SUhrnachm.pünktlich, saal der Universität: :ung s** ' Ner ’ö«mOtfi r 0t. "'«Man. W'M V. üottn. W Donnerstag, 4- Zufi 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. (54 Zweites Blatt ins- ge* nicht den geringsten Einfluß hat, nämlich in der, die sich durch den Kampf zwischen dem britischen und amerikanischen Imperialismus um dieSeele des Negers bildet. Solange die Vereinigten Staaten in Afrika nachdrücklich eine Politik der „offenen Tür und gleicher Gelegenheiten" verfolgen, verspricht jedenfalls deren Unterstützung mehr Erfolg, als ein bloßes Manöverieren auf dem schlüpfrigen Boden der Mandatskommission des Völkerbundes, die in entscheidenden Fragen doch der geheimen Regie des britischen Kolonialimperialismus gehorcht. Daten für Freitag, 5. Zuli. 1853: der englische Kolonialpolitiker Cecil Rhodes in Hertfordshire geboren (gestorben 1902); 1908: der norwegische Dichter Jonas Lie in Särum gestorben (geboren 1833). ___________________________ Der Omnibusverkehr Alten-Vuseü-Wieseck-Gießen Der Ausschuß des Gemeindeverbandes Wiese ck°A l t e n - B u s e ck bittet uns um die Aufnahme des Folgenden: Die Llebernahme des Betriebes durch die Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" brachte als einzige unangenehme Degleiterscher- nung unter dem Drucke der Stadt Gießen eine wesentliche Verkehrsverschlechterung, da von diesem Zeitpunkt ab die Mehrzahl der Wagen nur noch bis zum Walltor fahren dürfen. Eine solche Maßnahme wird von den Fahrgästen als unbillige Härte empfunden, durch die sich vor allem die bei der Bahn und Post Beschäftigten betroffen fühlen, weshalb diese Leute an den Verbandsvorstand die nachstehende Eingabe richteten: „Die Unterzeichneten waren Abonnenten des Omnibusverkehrs des Gemeindeverbandes Wie- seck-Alten-Buseck, und erlauben sich als solche dem Verbandsausschuh folgendes zu unterbreiten: Durch die mit der Hebergabe des Omnibusbetriebes an die Kraftverkehrsgesellschaft „Hessen" verbundene Verkehrsbeschränkung ist den Unterzeichneten die Möglichkeit genommen, sich der Omnibuslinie zu bedienen. Da der Schichtwechsel, dem wir dienstlich unterworfen sind, nicht nur in die Zeit vor 8 llfjr bzw. in die Zeit zwischen 17 und 18.30 Ufjr fällt, ist uns die Möglichkeit — wie sie während der 3l/2 Zahrebe st and — genommen, auf Zeitkarten den Omnibusverkehr zu benutzen. Durch die Tatsache, daß die elektrische Dahn der Stadt Gießen Zeitkarten nicht ausgibt, ist es nicht einmal möglich, den Omnibus zum Walltor zu benutzen. Denn mit Benutzung der elektrischen Bahn würden die Beförderungskosten von Wieseck 3,90 Mk. und von Alten-Buseck 4,90 Mk. pro Abonnement und Woche betragen. Eine so hohe Ausgabe für unsere Beförderung ist aber weder tragbar, noch gerecht gegenüber den Abonnenten, deren Dienstbeginn regelmäßig so liegt, daß sie die durchgehenden Fahrten benutzen können. Falls diese tief bedauerliche Verkehrsverschlechterung Dauerzustand werden soUte, sind die Unterzeichneten leider gezwungen, im Sommer zum Fahrrad zurückzukehren und im Winter zu laufen. Die Unterzeichneten glauben, daß der Gemeindeverband bei Abschluß des Vertrages mit der Kraftverkehrsgesellschaft bzw. der Umgestaltung des seitherigen Verkehrsverhältnisses diese Auswirkung übersehen hat, und erlauben sich daher, wie vorstehend geschehen, auf die eingetretene Verkehrsverschlechterung mit ihren Folgen hinzuweisen. Besonders gedenken wollen wir hierbei der Kriegsbeschädigten, die zum Teil trotz schwerer Deinschäden wieder aufs Fahrrad klettern müssen. Schließlich bitten die Unterzeichneten den Ausschuß des Gemeindeverbandes, Schritte unternehmen zu woUen, damit die Verkehrs» beschränkung beseitigt und die frühere Verbindungsmöglichkeit wieder hergestellt werde. Vom verkehrspolitischen Standpunkt aus beurteilt, darf Wohl erwartet werden, daß der Herstellung des früheren Zustandes keine Schwierigkeiten entgegengestellt werden können. Sollte sich trotzdem diese Selbstverständlichkeit vielleicht aus uns unbekannten Gründen nicht erreichen lassen, dann bitten wir die Einführung von Abonnements für Omnibus und elektrische Bahn zum seitherigen Fahrpreis für Grenzen keine starken Hemmungen mehr bedeuten. Daher auch das schwungvolle Tempo in der Entwicklung der Rachkriegsverhältnisse Afrikas. Rach einer soeben vom Völkerbünde herausgegebenen Denkschrift über „Weltproduktion und Welthandel" stieg seit 1913 der Anteil Afrikas an der Gesamterzeugung der wichtigsten Welthandelsgüter um 2 0 Proz., während derjenige Europas um 9 Proz. zurückging. Diese rasche Verflechtung der afrikanischen Gütererzeugung in das Gesamtgewebe der Weltwirtschaft erflärt jedoch auch die wachsenden Gegensätze zwischen örtlichen Interessen und den von außen her eingreifenden Kräften und Mächten. An den industriellen Mittelpunkten, wo immer größere Massen schwarzer Arbeiter aus allen Teilen Afrikas zusammengefegt werden, marschieren moderne proletarische Organisationen, auf, während sich unzufriedene weiße Farmer, Kaufleute, Handwerker, Arbeiter usw. zu einer Fronde gegen die Kolonialbureaukratie, im besonderen ihre europäischen Zentralstellen zusammenschließen. Außer der Losung: „Afrika den 2Ifrifeine rn!“ gibt es heute, nicht nur in Südafrika, auch eine allgemeine Losung: „Afrika den Afrikandern!", b. h. den ansässigen Weißen Kolonisten. 3n Südafrika hat bei den letzten Wahlen dieses „Asrikandertum", das schon seit einigen Jahren am Ruder war, einen neuen entscheidenden Sieg erfochten. Und gerade diese südafrikanische Afrikanderfront ist es hauptsächlich, gegen die sich der von der Hilton-Voung-Kommission ausgebrütete Plan, eine Verwaltungszentrale für Englands „ostafrikanische Provinz" zu schaffen, richtet. Der britisch Kolonialimperialismus handelt nach dem Wahlspruch „Teile und herrsche!" Wenn ihm das Asrikandertum zu widerspenstig wird, nimmt er sich gern mal als Anwalt des Völkerbundes der Interessen der Eingeborenen an, und wenn diesen der Kamm schwillt, dann macht er irgendwelche Scheinkonzessionen gegenüber den Selbstverwaltungsbestrebungen weißer Frondeure. Es ist bezeichnend für die Gesamttendenz des britischen Kolonialimperialismus in Afrika, daß General Hertzog, der Sieger im südafrikanischen Wahlkampfe, seinem Rivalen, General S m u t s, vorwarf, er wolle „Südafrika mit den schwarzen Staaten des Rordens zusammen in einem großen Kaffernftaat aufgehen lassen." Die Hilton-Poung-Kommission bezeichnet es in ihrer Denkschrift über eine „engere Vereinigung der „Dependenzen" in Ost- und Zentralafrika" als das Zentralproblem für diese Gebiete, „eine Basis zu finden, auf welcher Weiße und Schwarze, sowie Asiaten, unter den Bedingungen raschen wirtschaftlichen Wandels und unter Sicherung angemessener Gelegenheiten für ihre politische Entwicklung zusammenleben könnten."Durch eine solche Verwaltungszentrale könnte die Londoner Regierung immer einen gewissen Druck auf örtliche „Afrikander"-Gruppen ausüben, indem fie gegen deren auf Aufrechterhaltung einer starren „Farbenschranke" gerichteten Bemühungen Rücksichten auf die Mandatspolitik des. Völkerbundes vorschützte. Zugleich liehe sich für Südafrika, dessen Unabhängigkeitsbestrebungen gewisse Züge mit denen der ehemaligen Sklavenstaaten in der Union gemeinsam haben, eine gefährliche isolierte Lage schaffen. Alle diese Zusammenhänge lehren jedenfalls, daß die Mandatskommission des Völkerbundes kein archimedischer Punkt ist, von dem aus sich die panafrikanische Politik des britischen Kolonialimperialismus aus den Angeln heben liehe. Richt als ob die deutsche Außenpolitik irgendetwas unterlassen sollte, Taschenspielerkunststücke des britischen Kolonialimperialismus vor dem Forum des Völkerbundes nach Möglichkeit zu entlarven Die entscheidenden Wandlungen in Afrika vollziehen sich aber in einer Atmosphäre, auf die der Völkerbund Jahren in derselben Amtsstube derselben Stadt über verhältnismäßig denselben Akten saß ... „der Kaffee von meinem Freund Birnbaum weckt einen toten Juden auf." Peter beeilte sich zu trinken, obwohl ihm der Kaffee nicht besonders schmeckte. Denn nun würden sie ihn wohl gleich fragen, was er in der Fremde draußen alles gesehen hatte? Aber der Vater, mit einem fast bedeutenden Feuerblick, sagte: „Du hast wohl gelesen, daß der Wein in der Gegend da heuer so gut wie vernichtet ist!" „Nein," sagte Peter artig teilnahmsvoll, „das habe ich nicht gelesen." „Peronospora!" erklärte die Mutter mit plötzlich schwer bekümmerter Miene. „Nicht Peronospora." Vater langte, genau zur selben Sekunde wie seit urdenklichen Zeiten, ... nämlich, nachdem er die dritte Tasse zur Hälfte leer- getrunfen hatte ... nach der Pfeife und nach dem Fidibusse. „Etwas viel Aergeres: Reblaus!" „Richtig! Reblaus!" „Dem Greghammer seine Weingärten", fuhr der Vater ernsthaft fort, „find vollkommen hin. Der Thanner roimmt höchstens sechzig Hekto, wo er früher das Zehnfache gewimmt hat. Und beim Riesthaler fchaut's auch bös aus!" „Sie find alle miteinander ganz trostlos." „Und wo man jetzt feinen Wein für den nächsten Winter herkriegen soll: Wie über einer verlorenen Schlacht, die Weltreiche umkrempelt, dampfte Vaters Pfeifenrauch. „Welschen trink ich keinen! Den ungarischen mag ich auch nicht. Der Dalmatiner ist ein trübes Gsüfs. Weiß wirklich nicht, was man machen soll." „Die Heimerischen" ... eifrig beugte sich die Mutter über das blühweiße Tischtuch hinüber ... „wollen Bier trinken." „Hör mir mit dem Biertrinken auf!" „Nicht das vom Gartner in Blumau! Das Fin- kifche von Schrems." Aber der Vater hott: sich schon, mit einem entschiedenen Ruck, zum Sohne gewendet, dem, ohne daß er es wußte, eine unwiderstehliche Trauer in der starrenttäuschten Brust aufwuchs. Das sah der Vater natürlich nicht. ..Der Peter ist ja in Amerika gewesen", sagte er, ganz und gar stolzer Vater. „Sie behaupten nämlich, amerikanische Reben seien immer gegen die Reblaus, und denken deshalb daran, die verseuchten Gärten zu roden und mit solchen amerikanischen Reben zu besetzen. Die Frage ist nur, ob die in unserer Erde überhaupt aufgehen, und wenn, ob fie bann unsere Trauben ansetzen, mit unserem Geschmack ober ..." „Ich verstehe", sagte Peter heiser. „Hast bu also nichts gehört, barüber?" Nun! Das getraute er sich noch zustande zu bringen: von ben amerikanischen Reben, die er nie ge= Die Angestellten stellen kein besonderes günstiges Risiko durch die zahlreichen älteren, stellenlosen De- rufsangehörigen dar. Trotzbem werden, wie die Erfahrung auf dem Krankenoersicherungsgebiet lehrt, die beruflichen Ersatzkassen durch ihre besondere Selbstverwaltung in der Lage sein, den beruflichen Eigenarten besser Rechnung zu tragen, als das in der allgemeinen Versicherung möglich ist. Der D.H.V. erwartet, daß von der bei der Schaffung der Arbeitslosenversicherung vorgesehenen Nachprüfung der Möglichkeit zur Schaffung von Ersatzkassen Gebrauch gemacht wird. Dadurch braucht keine ander« Berufsgruppe benachteiligt zu werden, da die allgemeinen Lasten in der Form von Ueberweisungen aus der Ersatzkasse an das Reich anteilig von der Ersatzkasse mitgetragen werden können.. Die geäußerten Bedenken, in einer Ersah- kasse wäre die Prüfung des Versicherungsfalles, des Arbeitswillens, der Arbeitsfähigkeit usw. nicht so gut möglich, wie in einer Einheitsklasse, sind nicht haltbar. Inzwischen hat die Vereinigung der deutschen Arbeitgeber - Verbände selbst vorgeschlagen, baß versicherungsfrei die Arbeitnehmer sein sollen, die einer mit Rechten einer ö f - f entliehen Körperschaft ausgestatteten Pensionskasse angehören, sofern der Arbeitgeber der Pensionskasie beigetreten ist usw. Damit entscheiden sich auch die Arbeitgeber grundsätzlich für die Ersatzkassen. Die Kaufmannsgehilfen erwarten also von der Gesetzgebung Berücksichtigung ihrer berechtigten Forderungen in der Arbeitslosenversicherung, besondere die Möglichkeit durch Schaffung ei ner beruflichen Ersatzkassen eine bessere und billigere Versicherungseinrichtung für die Zeit der Arbeitslosigkeit schaffen zu können; sie lehnen eine Beitragserhöhung als untragbar ab, Ersatzkaffen in -erArbeitslosenversicherung Gegen eine Beitragserhöhung! In einer Gauvorstandssitzung des Gaues Main-Weser im Deutschnationalen Handlungsgehilsen-Derband, die in Mainz stattfand, wurde nach eingehender Aussprache folgende Entschließung e i n ft i m m i g angenommen: „Ein« Beitragserhöhung in der Arbeit s l o s e n v« r s i ch« r u n g ist für die Kaufmannsgehilfen nicht t r a g b a r.Di« Kaufmannsgehilfen tragen bei einem 3prozentiaen Beitrag in einem Maße zu ben allgemeinen Lasten bei, das nicht mehr überschritten werden darf. Von der Gesetzgebung muß erwartet werden, daß sie die Be- rufsnotwendigkeiten für die Kaufmannsgehilfen durch eine berufsmäßige Gliederu"ng der Arbeitslosenversicherung in E r- s a tz k a s s e n , mindestens für die Angestellten, anerkennt. sehen hatte, auf Amerika zu kommen und von Amerika auf die Welt überhaupt. Endlich mußte die Bombe doch platzen! Er kam ja nicht von Klausen zurück, sondern um den Atlantischen. „.. .In Amerika ..." begann er, mit dem ganzen Gesicht erglühend, „... in Amerika ..." Aber weiter kam er nicht. Denn die alte Thres stand jetzt da. Mit allen Zeichen des jüngsten Gerichts stand sie da, den blauen Schürzenzipfel zwischen ben ringenden Händen, und stieß heulend hervor: „Wissen Sie ’s Neueste: Der Dechant ist gestorben!" Wie geschleudert von ihren Sitzen fuhren die zwei Alten auf. „Was denn? An was denn? Wieso denn?" „Die Neuhuber Katt . ..", es schüttelte die Thres wie im Fieberschauer, „ . hat's gebracht: heut in der Früh um dreiviertel fünfe. Er ist grad aufgeftande.n gewesen, auf dem Bctt gsessen, daß er sich die Strümpf anzieht ... "chlag! Schleimschlag!" Steinerweichendes schluchzen! „Das war wohl ein Gehirnschlag", stellte, vollkommen vernichtet, der Vater fest; er hielt die plötzlich weißgewordenen Hände zittrig über dem Schlafrock gefaltet. „Der Dechant!" Es war gar keine Stimme mehr, mit der die Mutter zum Fenster hinausstöhnte. „Und gestern in der Sechsuyrandacht hat er noch so kräftig den Rosenkranz rgebetet." „Er hat gestern auf d’ Nacht, sagt die Katt," ... in den platschnassen Schürzenzipfel hinein tobte die Thres, ... „ein Rindsbratt mit Kartoffelsalat gessen. Mit dem größten Appetit. Lina, hat er zur Häuserin gesagt, so gut geschmeckt wie heute hat's mir selten." Das ganze Zimmer weinte ietzt! Endlich, nach einer grabschweren Pause, sagte der Vater: „Das ist ein furchtbares Unglück für unsere Stadt." „Und wer nachkommen wird!" schneuzte sich erschaudernd die Mutter. „Er hat dich aus der Taufe gehoben!" Schmerzgebeugt legte der Vater die Hand auf Peters Schulter. „Ist dein erster Beichtvater gewesen!" „Mein Gott! Wenn uns bang gewesen ist," klagte rettungslos gefangen die Mutter weiter, „wie du zurückkommen wirst, ob du nicht alles vergessen haben wirst, in schlechte Hände gekommen sein wirst, oder ob es dich nicht bitter reut, daß du weggegangen bist, daß du’s zu spät einsiehst, wie gut es zu Haus ist Papperpapapp, hat er immer getagt, der Peter hat einen guten Grund und durch Schaden wird man klug." „Dreiundfünfzig Jahr!" Wie eine höllische Anklage gegen den Himmel hob sich bas verheulte Gesicht ber Thres aus dem Schürzenzipfel. „Und Leute, um die kein Schaden nit wär, wenn fie fterbeten, leben achtzig und neunzig." Kleine Gtadt. Von Albert Trentini. Auf diesen Augenblick: wenn er nach dreijähriger Reise um die Welt und durch die Welt zum erstenmal wieder im alten Wohnzimmer im Vaterhaus zwischen den strahlenden Eltern beim Frühstück sitzen und ihnen mit Aug und Gesicht und Hand und Wort und srohatmender Brust die Welt zeigen würde, die er mitgebracht hatte und nie mehr verlieren konnte — auf diesen Augenblick hatte sich Peter schon vor drei Jahren in Holland, dann vor zwei Jahren in China, und seither in Sidney, in Buenos Aires, in San Franzisko und auf dm Azoren immer heißer gefreut. Donnerwetter! Sie mußten ja nicht nur mit zitternden Herzen auf diese Stunde warten, die ihnen bas einzige Kind roiedergab, sondern wie Segelboote auf ben Wind, ber sie endlich ins offene Meer treiben wird, mit jeder Fiber ihrer hungrigen Geister auf ben Hauch bes unerschöpflichen Lebens, bas er eingefangen hinter ber glückseligen Stirn trug. Unb nun war ber Augenblick ba! Er war um sechs Uhr morgens auf dem Bahnhöfchen anaekommen. Der Vater hatte ihn erwartet; ber ewige Packträger Christian die Koffer aufgepackt; an der Haustür die ewige Köchin das zahnlose Maul grinsend aufgesperrt; oben, auf ber letzten Stufe ber Stiege, end- lich die Mutter uie Arme ausgebreitet. Und nun saß er zwischen den Eltern, die nicht nur strahlten, sondern wahrhaftig leuchteten, beim Frühstück. Der Vater war gar nicht gealtert. Die Mutter auch nicht. Das Kaffeegeschirr bas gleiche weiße mit ben schmalen Goldrändern, aus bem sie vor brei Jahren den Abschiedskaffee getrunken hatten. Alles über» uipt war unverändert. Es war geradezu lächerlich, denken, daß draußen, hinter den Bergen, die diese randvoll Häuschen um den spitzen Kirchturm herum ummauerten, die große Kugel sich in unausgesetzter Wandlung drehte, und hier, in dem altmodischen Zimmer, durch dessen Fenster diese Handvoll Häuser mit dem Kirchturm und den Bergen vollkommen gleichgeblieben hereinschaute, ber Oelbruck ber Lo- fotenlanbschaft ganz genau wie vor brei und vor zehn und vor zwanzig Jahren über Vaters Pfeifen hing! Und nun würden sie ihn in diesen zeitlosen vier Wänben ba fragen, wie es braußen in ber Welt zuging? Aber bie Mutter sagte überselig: „Trink noch eine Tasse, Peter. So einen Kaffee haft bu lange nicht mehr gehabt!" „Ja, ba kann man sagen, was man will", gab ber Vater bazu ... er war immer noch ein schöner Mann, bie sorgsam gesteckte Plastronkrawatte, bie etwas roten, aber rücksichtslos geputzten Hände, bie ganz oben ein bißchen gebeugte Gestalt zeigten unfehlbar immer noch an, baß er feit breiunbbreifjig Mische MndalspoM. Von Otto Corbach, Äerlin. Es war vorauszusehen, daß der britische Ko- lonialimperialismus die verfolgte 11 nschuld spielen würde, als der deutsche Außenminister Strese- marm eine Zusammenlegung des ehemaligen deutschen Schutzgebietes Ostafrika, des heutigen Mandatsgebietes Tanganhika, mit verschiedenen unmittelbaren Be- sitzunaen des brittschen Kolonialamtes z u e i n e r Art ostafrikanischem .Dominion tm Reichstage für unvereinbar mit dem Mandatcharakter Tanganhikas erklärt hatte. Die Londoner .Times" finden die Verpflichtungen Englands gegenüber dem Völkerbunde im Bericht der Hilton-Voung-Kommission .vollkommen berücksichtigt". Dieser komme zu dem Schluß, „daß dem Lose der Eingeborenen und dem allgemeinen Wohlstand der ostafrikanischen Provinz besser gedient wäre, wenn irgendwelche Maßnahmen für eine administrative Vereinheitlichung angewandt würden". Dabei handelt es sich bekanntlich um die Schaffung einer Verwaltungszentrale für Uganda, Kenya, Tanganhika, Zansibar, Rhassaland und Rord- Rhvdesia. Das sei, so betonen die .Times", schon in dem Artikel 10 des Tanganhika-Sta- tuts vorgesehen. Wundern kann sich über diese sophistische Ausflucht nur, wer die Kultur-Mission der Mandatskommission des Völkerbundes im Sinne einer internationalen Ueberwachung bestimmter kolonialer Gebiete, im besonderen ehemaliger deutscher Kolonien, ernst nimmt. Wie der Völkerbund überhaupt für den britischen Imperialismus nur ein den Rachkriegsverhältnissen angemessenes Machtinstrument bedeutet, so auch die Mandatskommission im besonderen für den britischen Kolonialimperialismus. Man täuscht sich bafjer auch auf deutscher Seite, wenn man annimmt, der Vorschlag der Hilton-Voung- Kommission ziele lediglich darauf ab, ein Mandatsgebiet in unbeschränktes britisches koloniales Territorium zu verwandeln. Brittsche Kolonialpolitiker können sogar mit einem gewissen Schein der Berechtigung behaupten, daß es gälte, echten und reinen englischen Kolonien in Ostafrika die Segnungen einer Kontrolle durch die Mandatskommission des Völkerbundes teilhafttg werden zu lassen. Und in der Tat lehnen sich die Hauptwidersacher des Hilton-Voungschen Vorschlages im brittschen Lager, vor aNem die Farmerschaft Kenyas, gegen jede Interessengemeinschaft mit Tanganhika auf, weil fie fürchten, daß ihre selbstherrliche Eingeborenenpolittk durch Völker bundseinflüsse beeinträchtigt werden könnte. . Hm zu verstehen, was in Wirklichkeit vor sich geht, mutz man vor allem aufhören, afrikanische Angelegenheiten unter rein regionalen Gesichtspunkten zu betrachten. Die verschiedenen kolonialen Gebiete AHnkas führen nicht mehr wie vor dem Weltkriege ein Sonderleben in fast völliger Abgeschlossenheit voneinander. Während trotz alles Geflunkers paneuropäischer Schwärmer die polittsche Wirklichkeit Europas heute zerklüfteter ist als je, kann man mit einer gewissen Berechtigung von einer panafrikanischen Rachkrie^entwicklung sprechen. Das geht soweit, dah selbst die schüchternen Anfänge paneuropäischer Politik nirgends kräftiger Wurzel schlagen, als auf dem Gebiete afrikanischer Kolonialpolitik. Polittsche Grenzen spielen kaum mehr eine Roll«. Menschen und Güter werden ziemlich frei ausgetauscht. Reue Dahnen werden vorwiegend nach panafrikanischen planwirtschaftlichen Gesichtspunkten gebaut. AlF kämpfende Parteien stehen sich nicht Kolonialverwaltungen, sondern Finanzgruppen gegenüber mit panafrikanischen Fronten, für die polittsche die gleiche Strecke bei 6en zuständigen Stellen beantragen zu wollen. Ludwig Benner, Stationsschaffner auf Bahnhof Gießen, • Vertreter der Petition." Folgen 88 Unterschriften. Diese Eingabe war Gegenstand der Beratung des Berbandsausschusses in seiner letzten Sitzung. Dieser brachte dabei einmütig zum Ausdruck, daß er die der Kraftverkehrsgesellschaft auf- gezwungene Verkehrsverschlechterung aufs lebhafteste bedauert. Der mit dem neuen Betriebsinhaber zustande gekommene Vertrag ist unter der Voraussetzung abgeschlossen worden, daß der seitherige Verkehr in seinem vollen Umfange aufrechterhalten bleibt, zumal er nach sorgfältiger Prüfung des Vcrkehrsbedürfnisses eingerichtet worden ist. Der Vcrbandsausschuß beschloß, die vorstehende Eingabe an alle in Frage kommenden Instanzen weiterzuleiten, um nach Möglichkeit eine alle Teile befriedigende Regelung der Angelegenheit wieder herzustellen. Die Behandlung der Verkehrsinteressen der Gemeinden Wieseck und Alten-Buseck durch die Stadtverwaltung Gießen gibt dem Verbandsausschuß auch Anlaß zu folgender Feststellung: Entgegenkommenderweise erklärten sich die Vertreter Wiesecks bei den Verhandlungen aller beteiligten Kreise vor dem Ministerium des Innern in Darmstadt am 25. Ianuar 1929 mit dem Bau der elektrischen Straßenbahn nach Wieseck unter Zusicherung eines Bauzuschusses in Höhe von 40 000 Mk. einverstanden mit der Maßgabe, daß die Bahn nach Ablauf der Vertragsdauer mit der Kraftverkehrsgesellschaft gebaut wird. Diese Zusage erfolgte unter der selbstverständlichen Voraussetzung, daß der Verkehr in seinem seitherigen Rahmen aufrechterhalten bleibe. Einige Einschränkungen hätten, soweit sie mit den Derkehrsbedürfnissen in Einklang zu bringen sind, vorgenommen werden können. Die Vertreter der Gemeinde Wieseck im Verbandsausschuß stehen auf dem Standpunkt, daß die von der Stadt Gießen vorgenommene rücksichtslose Drosselung des Verkehrs Anlaß genug ist, der Gemeinde Wieseck ihre volle Handlungsfreiheit wiederzugeben. Sie hoffen aber auch, daß die Stadtverwaltung Gießen ihren derzeitigen Standpunkt einer Korrektur unterzieht, um nicht die mühsam zustande- gekommene Einigung in einer lang umstrittenen Frage abermals zu gefährden. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. Iuli 1929. Reklamenepp. Äon Konrad Werther. Um unserer darniederliegenden Wirtschaft wieder auf die Beine zu Helsen, sind viele Kräfte am Werke. In alle die Schlagworte der Zeit ist ein neues gekommen, das in allen möglichen Variationen abgehandelt wird: Wiederaufbau. Cs ist nicht zu verkennen, daß wir es sehr schwer haben, wieder hochzukommen, und daß sehr große Teile unseres Volkes ihre Kaufkraft eingebüßt haben. Es bedarf aller Anstrengungen, um den verringerten Markt für das einzelne Geschäft und das einzelne Erzeugnis zu gewinnen. Für jeden Geschäftsmann ist es daher unumgänglich notwendig geworden, sich eingehend mit der Kundenwerbung und dem" Kundendienst zu befassen. Wie kann denn sonst ein Mensch erfahren, was man zu verkaufen hat! Es geht nicht anders, als daß der einzelne planmäßig an Kundenwerbung herangeht und Reklame für sich wacht. Genau wie man seine Monatsausgaben für Miete, Licht, Heizung, Löhne und Steuern hat, Ausgaben, die notwendig sind, muh man auch einen Betrag für Re- Roman von Edgar Wallace. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Larry gab dem Mann ein Trinkgeld und verließ das Theater. In diesem Augenblick war er der Erklärung für Gordon Stuarts Verschwinden und Ermordung näher als er es jemals gewesen war. Und Larry fühlte das. Abends halb elf war er im Bureau zurück und wartete ungeduldig auf das junge Mädchen. In angestrengter Selbstbetrachtung gab er sich die größte Mühe, herauszufinden, ob sein Eifer, Diana wiederzusehen, rein berufliches oder mehr persönliches Interesse an ihr selbst war. Sie kam zehn Minuten vor elf, und Larry, der sie vorher nur in Alltagskleidung gesehen hatte, war beim Anblick dieser strahlenden Schönheit keines Wortes mächtig. Er konnte ja Nichtwissen, daß sie für ihr einfaches schwarzes Tüllkleid- chen noch nicht einmal fünf Pfund bezahlt hatte, daß 'das Stirnband aus schwarzen Blättern, das ihr goldenes Haar einrahmte, kaum zehn Schilling kostete. Ihm erschien sie prachtvoll gekleidet, ein Wesen, so göttlich und feenhaft, daß er kaum wagte, das Wort an sie zu richten. „Herein, herein", sagte er. „Das ist beinah zuviel Glanz in meiner armen Hütte." Sie lachte, ließ ihr Cape auf den Stuhl gleiten, und Larry vergah ganz und gar die offizielle und wichtige Veranlassung ihres Besuches und verschlang sie in sprachloser Versunkenheit mit den Augen. Aber mit einem triumphierenden. „Ich hab's herausgefunden!" brachte sie ihn in die rauhe Wirklichkeit zurück. . Herausgesunden?" stammelte er. „Ach ja, Sie waren ja mit Ihrem Versicherungsfreund zusammen." Sie öffnete ihre kleine, seidene Handtasche und nahm ein Blatt Papier heraus. „Ich habe mir ein paar Rotizen gemacht", sagte sie. „Mein Bekannter ist durch Stuarts Tod sehr in Mitleidenschaft gezogen, und — es ist unser Stuart." Larry pfiff leise. „Wie ist das zugegangen?" fragte er. „Mein Bekannter ist Inhaber einer Versicherungsagentur", setzte sie ihm auseinander. „Wenn jemand sein Leben sehr hoch versichert, trägt die Gesellschaft, die die Police ausgestellt hat, wie Sie wissen, nicht das ganze Risiko allein, sondern offeriert anderen Versicherungsgesellschaften Anteile an ihrer Haftpflicht. Cs hat sich nun herausgestellt, daß die Firma meines Bekannten Rückversicherung im Werte von dreitausend Pfund übernommen hat." „Dreitausend Pfund?" wiederholte Larry überrascht. „Aber in Himmels Ramen, wie hoch war denn eigentlich Stuart versichert?" flame bereitstellen, ja diesen Betrag sogar an erste Stelle bringen, denn der Kunde oder Kundenstamm ist das Wichtigste für das geschäftliche Unternehmen. Ohne Kunden hat kein Geschäft eine Lebensmöglichkeit. Es sei aber hier die Mahnung ausgesprochen: Laßt euch von einem Reklamefachmann beraten, über den jeder angesehene Zeitungsverlag verfügt, und denkt nicht, daß ihr eure Reklame allein machen könnt. Wenn ihr einen Anzug braucht, geht ihr doch auch zum Schneider. Die eindringlichste Reklame ist, wie unzählige Male festgestellt, die Anzeige in der Tageszeitung. Mit dieser, ihrer Wirkung und Verbreitung läßt sich kein anderes Werbemittel vergleichen. Man kann deshalb nur immer wieder empfehlen, die Tageszeitungen zu benutzen. Und dann: Hütet euch vor gewissenlosen Reklameakquisiteuren! Das sind solche die mit dem Schlagwort des Wiederaufbaues reifen und ihre minderwertigen Produkte mit diesem Argument anbringen wollen. Es gibt eine ungeheuer große Anzahl von solchen Reklamemitteln, die nur dem betretenden Unternehmer Gewinn bringen nach der Devise, datz die Dummen nicht alle werden und daß man gern aus anderer Leute Leder seine Riemen schneidet. Also Augen auf bei Reklameangeboten, und den Fachmann fragen! ♦ ** Der Familien tag der Markus- gemein de auf der Liebigshöhe hatte, wie in früheren Jahren, wieder so starken Besuch, daß der große Saal nicht alle Gäste fassen konnte. Es war ein wahrhaft frohes Bild, als man von der Terrasse der Liebigshöhe den großen, bunt geschmückten Zug der Kinder auf dem Wiesenweg Herkommen sah. Im Begrüßungswort wies Kirchenvorsteher Weller darauf hin, baß diese Gemeindetage, zuerst von der Markusgemeinde eingerichtet, aus der Feier der Kinderkirche entstanden seien und darum auch die Kinder dabei besonders zu ifjrem Recht kommen sollten. So war denn auch das reiche Programm hauptsächlich von Darbietungen der Kinder und der Iugend- bereinigungen zusammengestellt. Reigen der Mädchen und Turnübungen der Buben, von den treuen Helferinnen in langer Arbeit eingeübt, Volkstänze der Markus-Mädchenvereinigung unter Leitung von Fräulein Emmy Kühn und ein frisches Dolksspiel der Wartburgjugend folgten in bunter Reihe. Als besondere Gabe hörte man die Lieder der Sängerin Fräulein Käte Gärtner, die von der Pianistin Frau Buch - Wald feinsinnig begleitet wurden. Cs ist eine Freude, einem so wundervoll reichen, warm- klingenden Alt zu lauschen, so daß mehrfach der Wunsch laut wurde, die Künstlerin auch bei späteren kirchenmusikalischen Feiern wieder zu hören. Als Bekenntnis zur deutschen Rot und als Ausdruck unserer deutschen Hoffnung wurde von der großen Versammlung nach kurzen Worten von Pfarrer Becker, die auf den Erlaß der Reichsregierung zum 28. Juni Bezug nahmen, das Deutschlandlied stehend gesungen. Die Musik hatte für den Rachmittag der Posaunenchor des Wartburgvereins übernommen, der unter Leitung von Kaufmann W. Schmidt die gemeinsamen Lieder begleitete und mehrere schöne Motetten darbot. So bot der ganze Rachmittag viel Freude und war ein schönes Bild der Gemeinschaft der Markusgemeinde, so dah das Schlußwort als herzlicher Dank gewiß allen Teilnehmern aus dem Herzen gesprochen war. ** D ie Ortsgruppe Gießen des Zentral - Verbandes Deutscher Kriegsbeschädigter und Kriegerhinterbliebener feierte am Samstag im großen Saale des Kath. Vereinshauses ihr zehn- jähriLges Bestehen. Gelegentlich dieser Iubilä- umsfeier wurden dreißig Mitglieder, die seit Gründung der Ortsgruppe ununterbrochen Mitglied sind, mit dem Ehrenabzeichen des Verban- „Ich habe mich sofort danach erkundigt", sagte das junge Mädchen und hob das Blatt hoch. „In der Police, die Mr. Gray mit unterzeichnete, war eine Summe von fünfzig tausend Pfund erwähnt, aber Mr. Gray erzählte mir, daß noch eine zweite Police über denselben Betrag ausgestellt war." Larry setzte sich hin. Seine Augen funkelten. „Das also war die geschäftliche Seite von Stuarts Tod? — So, so — Versichert für hunderttausend Pfund! — Hat Ihr Bekannter bezahlt?" „Ratürlich hat er in dem Augenblick bezahlen müssen, wo die ausstellende Firma ihre Rückversicherungsansprüche geltend machte. Cs blieb ihm doch weiter nichts übrig, als das Geld aufzutreiben." „Wie heißt denn die Versicherungsgesell- schaft?" Sie zögerte einen Augenblick mit der Antwort und sah ihn bedeutungsvoll an. „Die Greenwich-Versicherungsgesellschaft", sagte fte langsam, und Larry sprang auf die Füße. „Dr. Iudd!" sagte er leise. 18. Er begleitete Diana nach unten, und sie plauderten noch einige Augenblicke in der Halle. Vor der Tür wartete ein Privatauto auf sie, und sie erklärte ihm diesen anscheinenden Luxus. Die Familie Gray hatte ihr ihren Wagen zur Verfügung geftcflt, der den Versicherungsbeamten und Frau gegen zwei Uhr abholen sollte. „Cs tut mir so leid, Ihrer freundlichen Einladung nicht Folge leisten zu können," sagte Larry, „aber ich mutz noch auf einen telephonischen Anruf warten. Ich habe Harvey weggeschickt, um verschiedene Erkundigungen für mich einzuziehen, und er hat mir versprochen, gegen Mitternacht anzurufen." Sie sah ihn mit Teilnahme an. „Wird das nicht ein bißchen zu viel für Sie?" fragte sie. „Sie schlafen, glaube ich, überhaupt nicht mehr." Er lachte. „Ich gehöre zu jenen Glücklichen, die ohne Schlaf auskommen können", sagte er in scherzender Prahlerei, „und —" In diesem Augenblick tarn ein Beamter aus einem der Erdgeschoß- räume auf ihn zu. „Ferngespräch für Sie, Sir." „Kommen Sie mit“, sagte Larry. „Vielleicht läßt sich die Sache gleich erledigen, und dann kann ich mich mal als Millionär fühlen." Er ging dem Mädchen voran in sein Zimmer zurück. Es war aber nicht Sergeant Harvey, der chn anrief, sondern der Inspektor vom Polizei- bureau in Oxford Lane. „Ist dort Inspektor Holt?" fragte er. „Am Apparat", war Larrys Antwort. des ausgezeichnet. Von der Stadtverwaltung und der städtischen Fürsorgestelle war Bürgermeister Dr. Seid erschienen, der die Ortsgruppe zu ihrem zehnten Geburtstage beglückwünschte und der Leitung der Ortsgruppe für ihre wertvolle Mitarbeit auf dem Gebiete der Versorgung und Fürsorge Anerkennung zollte, besonders dem Vorsitzenden, der ununterbrochen zehn Iahrc an der Spitze Der Ortsgruppe steht. Der Vorsitzende, Kamerad M ö l l, führte in feiner Ansprache aus, daß bei den aus den Lazaretten un'd Krankenhäusern entlassenen verwundeten und erkrankten Kriegsteilnehmern der Gedanke zu einem Zusammenschluß wachgerufen worden fei durch die damals ganz unzureichende Versorgung. So seien die Kriegsopferbewegungen, die heute nahezu alle Kriegsopfer umfassen, entstanden als Rotgemeinschaft der Leidcnsgenossen. Die Kriegs- opferbewegungen hätten bann auch ihren Einfluß bei der Gestaltung der Dersorgungsgesehgebung geltend gemacht und es sei in weitem Matze Verdienst der Kriegsopferorganisationen, datz die Versorgungsgesetzgebung wenn auch noch nicht ideal, so doch in weit verbessertem Matze wie vordem heute ausgestaltet sei. Unter den Kriegsopferbewegungen nehme der Zentralverband eine führende ©teile ein. Auf dem deutschen Gedanken aufgebaut, parteipolitisch und religiös neutral eingestellt, erblicke der Zentralverband seine Aufgabe nicht darin, aus den Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen ein Staatsrentner- tum zu bilden, sondern sein Wirken gehe dahin, die in den Kriegsopfern verbliebenen Arbeitskräfte für den Wiederaufbau nützlich zu machen und so dem einzelnen wieder Lebensfreude zu vermitteln. Das Ziel des Kämpfens der Kriegsopferbewegungen sei erreicht, wenn die wirtschaftliche Sicherstellung der Kriegsopfer gewährleistet fei. Es sei eine moralische Verpflichtung des gesamten deutschen Volkes, für die einzutreten, die ihr Leben, Blut und Gesundheit gelassen haben. Mitglieder des Orchestervereins sorgten für die musikalische Unterhaltung. Am Sonntag fand bann ber alljährliche Ausflug nach der Harbtterrasse statt, der Unterhaltung für jung und alt bot. ** Der Obst- ur.b (Sartenbauoerein Gießen führte am Sonntag feinen diesjährigen Sommerausflug nach dem Obstgut „Schwalbenstein" bei Balduinstein aus. Diese Anlage, hoch über der engen Talschlucht von Balduinstein, gegenüber der Schaumburg gelegen, war 1903 als Ruhesitz eines begüterten Privatmannes entstanden. Nachdem während der Kriegs- und Nachkriegszeit die Besitzer mehrfach gewechselt hatten, Erwarb sie im Jahre 1925 der Verein für landwirtschaftliche Frauenbildung und verlegte hierher seine bekannte Gärtnerinnen- und Haushaltungsschule von Kaiserswerth a. Rh. Ein wohlgepflegter Park mit prächtigem Baumbestand und überraschenden Fernblicken auf die waldbedeckten Täler und Höhen des Lahntales umgibt das im Villenstil errichtete Hauptgebäude und leitet über zu den Spalier- und Busch- obftanlagen, den Blumen- und Mustergärten, von denen jede Schülerin ein kleines persönlich zu pflegen hat. Besonders erwähnenswert sind die Mistbeet- und Treibhausanlagen, die erst vor einigen Jahren nach modernster Art erbaut worden sind. Sie dienen neben der Blumenzucht hauptsächlich dem Anbau von Frühgemüse, wie Gurken, Melonen, Tomaten, Salat, Blumenkohl usw. und frühem Edelobst, in erster Linie der Treiberei von Pfirsich, die hier auf dem warmen, kalkreichen Boden des Südabhanges vortrefflich gedeihen. Die Blütezeit der Pfirsichbäume unter Glas ist im Februar, Anfang Mai reifen die ersten Früchte. Ende Mai ist die Ernte, die im Durchschnitt 6000 Stück von über 100 Gramm Gewicht ergibt, zu Ende. Die Früchte wandern zum größten Teil zu hoben Preisen in die Großstädte. Nicht weniger lehrreich als die tropische Ueppigkeit ber Gewächshäuser, die eine Glasfläche von über 1200 Geviertmeter bedecken, waren die Gemüse- und Beerenobstanlagen, die Erfolge der Schädlingsbekämpfung „Sie haben die Beschreibung eines Manschettenknopfes aus schwarzer Emaille mit Brillanten veröffentlicht!" „Iawohl", sagte Larry schnell. „Ein Mr. Emden, in Firma Emden & Smith, Pfandleihe, erwähnte ein Paar Manschettenknöpfe, die genau mit der Beschreibung in der amtlichen Diebstahlsliste übereinstimmen." „Haben Sie sie bei sich?" fragte Larry eifrig. „Rein, Sir", antwortete der Inspektor. „Aber Mr. Emden ist hier im Bureau, falls Sie ihn zu sprechen wünschen. Er kann Ihnen die Knöpfe morgen früh geben. Heute nach dem Abendessen las er die amtliche Liste und stieß auf die Beschreibung der Manschettenknöpfe. Er ist dann sofort hierher gekommen: er wohnt ganz in der Rähe/ „Gut. Ich komme sofort hin", sagte Larry. „Was gibt es denn?" fragte Diana. „Sind die Manschettenknöpfe gefunden worden?" Larry schüttelte den Kopf. „Man hat ein Paar Manschettenknöpfe gefunden, die genau so sind wie der eine, den wir in Stuarts Hand gefunden haben", sagte er etwas verblüfft. „Das ist mir unverständlich. Ia, wenn es ein halber Knopf oder anderthalb Knöpfe gewesen wären, würde das sicherlich ein Beweisstück für unseren Fall bedeuten." Er blickte zögernd auf den Mann, der die Telephonzentrale bediente. „Wenn Sergeant Harvey anruft, sagen Sie ihm bitte, er möchte noch einmal anflingeln oder, falls er in der Rähe vom Präsidium ist, hierherkommen und auf mich warten. And bei dieser Gelegenheit", sagte er zu dem jungen Mädchen, als sie beide vor die Tür traten, „will ich mit Dank die Einladung für eine Fahrt in Ihrer fürstlichen Fahrgelegenheit akzeptieren." Dor ihrer Harrstür lungerte ein Mensch herum, der Larry grüßte. „Sie lassen mich doch nicht bewachen?" fragte das junge Mädchen überrascht. „Ich glaube, das ist wirklich nicht nötig, Mr. Holt." „Meine eigenen Erfahrungen haben mich gelehrt, daß es sehr nötig ist", sagte Larry grimmig. „Dem l iebenswürdigen Herrn, der mich herumgeschlenkert hat, als ob ich eine Feder wäre, fehlt es weiß Gott nicht an Mut. Gibt es außer diesem hier noch einen anderen Eingang ins Haus?" fragte er den Detektiv. „Rein, Sir, ich habe mich ganz genau um- gesehen und habe auch die Zimmer der jungen Dame untersucht." „Wie ist denn das möglich?" sagte sie verdutzt. „Ich habe mir einen Rachschlüssel machen lassen", sagte Larry. „Hoffentlich find Sie mir bashalb nicht böse. And, ba wir gerqdc von Schlüsseln sprechen," fügte er hinzu, „das Erscheinen des blinden Iake in dem Zimmer Fanny Weldons ist auch kein Rätsel mehr. Sie hatte ihm für den Fall, datz sie ihn mit ihrer Beute mit Spritzmitteln und die einer rationellen Böden, bearbeitung auf einem gepachteten Obstgut in der Nähe, das — wie viele andere — in der Not der Kriegszeit verwahrloste und nun wieder ertragreich gestaltet werden soll. Den notwendigen Dünger, der dort oben ganz besonders schwer zu beschaffen wäre, liefert die Geflügelfarm der Anstalt, in welcher etwa 600 Tiere vom Schlage der weißen Leghorn, im geräumigen Aufenthalts-, Schlaf- und Legeräumen ihre Pflichten bei Tage und im Winter bei elektrischer Beleuchtung auch des Nachts erfüllen. Torfmull findet dabei in großem Umfange Verwendung. Ein gemütlicher Sonntagnachmittagskaffee vereinte die Teilnehmer der Fahrt bei strahlendem Sonnenschein auf der Schaumburg bis zum Abgang des Zuges. ** Lieder- und Arienabend des Kam- merfängers Heinrich Schlusnus in Bad-Nauheim. Am Montag, 8.Juli, gibt der Kammersänger Heinrich Schlusnus (erster Bariton der Staatsoper Berlin), einer Einladung der Hessischen Bad- und Kurverwaltung Bad-Nauheim folgend, im Kurhause (großes Haus) Bad-Nauheim einen Arien- und Liederabend. Begleitung am Flügel Franz Rupp. Für bas Konzert hat der beliebteste deutsche Gesangskünftler ein neues Programm vorgesehen. Man beachte die heutige Anzeige. ** Marburger S ch l o ß f e ft. Zu dem am nächsten Sonntag stattfindenden Schloßfest in Marburg haben sich zahlreiche Trachtengruppen angemeldet. Die hübschen Trachten der Marburger Gegend, Schwälmer und Schwälmerinnen, Erfurtshäuser Trachten u. a. m. werden sich zu einer großen hessischen Trachtenschau einen, die die Buntheit und Pracht der alten Hessentrachten spiegelt. Etwa 150 der ländlichen Gäste des Festes einen sich zu einem Volkstanz, wie er seit Jahrhunderten bei Kirchweih, Erntefest oder Hochzeit getanzt zu werden pflegt und ebenso seinen Rhythmus und seine Eigenart hat, wie die vielbewunderten Tänze der ungarischen Bauern ober die Nationaltänze der Russen und Polen. Die' Volkstänze der Hessischen Bauern und die am Abend stattfindende Schloßbeleuchtung mit Feuerwerk werden des Schloßfestes Höhepunkt sein. Zudem (et daran erinnert, daß mit dem Schloßfest die Marburger Festspiele Abschied nehmen, und zwar mit G o l d o n i s entzückendem Lustspiel „Diener zweier Herren". Man beachte die heutige Anzeige. Oberheffen. Landkreis Gießen. 0 Aus dem mittleren Lumdatal, 3. Juli. Die Heuernte, die sich durch die Niederschläge der letzten Woche und durch verspätete Heu- grasversteigerungen etwas hinausgezogen hatte, hat nun auch hier ihren Abschluß gefunden. Die feuchten Talwiesen haben durchweg gute Erträge abgeworfen, obwohl die Quantität nicht ganz die Höhe mancher Vorjahre erreicht: die höher gelegenen trockenen Wiesen dagegen sind im Ertrag zurückge- blieben. Jedoch ist die Güte des Heus hervorragend. Die Preise bei den Heugrasversteigerungen waren z. T. sehr hoch. $ Göbelnrod, 3. Iuli. Seit einigen Tagen ist unser Dorf ohne Wasser, da das Pumpwerk der Wasserleitung am Fuße des WirbergÄ am Montag ohne Strom war. An diesem Tage war die Starkstromleitung oberhalb des Wirbergs nach Beltershain zu gebrochen. Rach Behebung dieses Schadens schlug am Montagabend der Blitz in eine der Pappeln beim Wasserwerk und beschädigte die Transformatorenanlage. Auch am heutigen Mittwoch sind wir noch ohne Wasser, waS eine schwere Rotlage für das Dorf bedeutet, das nur noch einen Brunnen hat, der aber nur minderwertiges Wasser liefert. # Hungen, 3. Iuli. Das erste ober- hessische Preis-Sch afh Üt e n, veranstaltet vom Verein für deutsche Schäferhunde, Ortsgruppe Gießen und Umgebung, fand am Sonntag hier statt. Cs hatten sich im ganzen 14 Bewerber angemeldet, die im Gelände des Galgenbergs um in der Samstagnacht verpassen sollte, ihren Hausschlüssel gegeben. Er sollte bann nach oben kommen. Sie hatte eine solche Angst vor ihm, datz sie nicht wagte, ihm den Schlüssel zu verweigern. Sie mußte das aber völlig vergessen haben, da sie sich sonst niemals zum Schlafen niedergelegt hätte." Er wünschte ihr „Gute Rächt" und ging zu Fuß nach Oxford Lane. Mr. Emden war ein kleiner, freundlicher Mann und trug einen Klemmer. „Ich war dabei, die amtliche Diebstahlsliste durchzulesen und fand dann Ihre Beschreibung der Knöpfe, Mr. Holt." Er zeigte ihm das Blatt Papier mit der Zeichnung des Knopfes, dessen Gegenstück gesucht wurde. „Sie haben ein Paar Knöpfe, wie Sie sagen?" „Ia, Sir", antwortete der Pfandleiher. „Heute morgen sind sie bei mir versetzt worden. Ich habe übrigens selbst das Versatzstück in Empfang genommen. Gewöhnlich stehe ich ja nicht hinter dem Ladentisch, aber einer meiner Angestellten muhte etwas besorgen, und als der Kunde hereinkam, nahm ich die Knöpfe an und gab ihm vier Pfund dafür." „Kein gewöhnliches Muster!" sagte Larry, und Mr. Emden schüttelte den Kopf. „Im Gegenteil. Ganz und gar ungewöhnlich", sagte er. „Ich erinnere mich nicht, jemals Man- schcttenknöpfe wie diese gesehen zu haben. Ich glaube, es ist französische Arbeit. Sie waren etwas beschädigt. Drei Diamanten fehlten, sonst hätte ich auch viel mehr wie vier Pfund dafür gegeben." .. „Kennen Sie den Mann, der bte Knopfe verseht hat?" „Rein, Sir. Er war ein sehr eleganter Herr, der mir erzählte, er hätte sich die Dinger uber- gesehen. Meiner Meinung nach aber war er—" Er zögerte. „Run", fragte Larry. i „Ia — trotz seines guten Aeußeren machte er mir den Eindruck c ines jener eleganten Hochstapler, tote sie im Westend zu Hunderten l>crumlaufen. Ich hatte das Gefühl, datz er die Knöpfe versetzte, nicht weil er das Geld brauchte, sondern weil er sie loswerden wollte. Die Diebe machen das oft genug und riskieren es eben, daß der Pfandleiher herausfindet, die Schmucksachen werden vermißt und von der Polizei gesucht." Larry nickte. „Elegant angezogen?" sagte er nachdenklich und fragte dann plötzlich: „Trug er irgendwelchen Schmuck? Diamanten?" „Ia," sagte der Pfandleiher, „und aus dem Grunde habe ich ja angenommen, daß er die Sachen loswerden wollte. Vier Pfänd war ja nicht viel für so wertvolle Gegenstände, aber er verlor kein Wort darüber." (Fortsetzung folgt.) abgeschleppt. Wirtschaft Berlin 4.7. 3.7. 1,8 7,75 7,9 105 120,5 121,5 122 121,75 104,75 Banknoten. 162 329,75 330,6 329 an. 1,75 7,65 7,5 8,8 113 127,25 130 218,5 184,25 276 172,25 157,5 162,5 112,75 127,5 129,75 218,5 184,25 275 172,5 158 162,25 112,75 127,75 129,5 217 185 276,5 173,25 158 162 120,5 120,5 222 146,75 206 26,13 90,13 230 47 73 68 26 90,5 ■ 233 47,75 73,25 11 69 106 105,13 121,5 122,5 115 220 148,75 5 9 5 . 6 11 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 8 sh 10 10 15 «y2 . b . 8 10 . 8 10 10 12 11 ks 10 10 10 . 0 . e 12 . 8 ' 5 . 6 5'/: . 10 . . 0 . . 5 . . 6 . . 0 . . 6 . 11 . . 0 . . 4 . . S . . 8 . 10 . . 8 . . 8 . 10 gleiste gegen 22 Uhr im Bahnhof Großenlüder bei mäßiger Fahrt beim Unerfahren einer Weiche. Mit ziemlich kräftigem Ruck sprang der Wagen aus den Schienen und konnte erst nach etwa 20 Meter zum halten gebracht werden. Die Strecke wurde durch diesen Vorfall gesperrt. Der GegEg Ge- ßen—Fulda mußte über em Nebengleis geleitet werden. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. gegen Pfund 20,358, London gegen Kabel 4,8485, gegen Paris 123,96, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 33,675, gegen Holland 12,0790. der gestrigen Abendbörse. Erwähnenswert waren noch Glanzstoff, die wieder angeboten waren und 2 v. 5). einbüßen mußten, hoch- und Tiefbau blieben weiter etwas gesucht und konnten erneut anziehen. 98 29,5 2,5 1,75 23 Ludw. Loewc..... Nat. Automobil .... Orenstein & Koppel . . Leonhard Tietz . . . . Bamag-Meauiii . . . Franks. Maschinen . . . Gritzner Heyligenstaedt . . • • Iunghanö. ..... Lechwerke Mainlrastwerls . . . . Miag........ Nekarsulmer . . . . . PeierS Union Gebr. Roeder..... Bolat & Haessner . . . Eüdv. Zucker..... 29,6 2,6 23,1 20 22,25 1,8 8 7,9 8,05 Berliner Börse. Berlin. 4. Juli. Im Gegensatz zu der freundlichen Stimmung des Vormittagsverkehrs eröffnete die heutige Börse etwas zurückhalten- der. Einige Spezialwerte boten der Tendenz aber einen guten Rückhalt und konnten später Bergmann Elektr. Lieserungen. . Lichi und Kraft . . Selten 4 Guilleaume, Ges. f. Cleltr. Untern., Hamb. Gleltt. Werle . Rhein. Gleltt. . . . Schics. Glektr. . . . Schuckerl..... Siemens & Halske . Transrodio .... Lahmeyer 4 60.. • Buderus..... Deutsche Grd öl . . Gsjencr Steinkohle . Gelsenkirchener . . Harpener..... Loesch Eiietz. . • • Ilse Bergbau . . . filödncnt'crfe . . Köln-Reuelicn. . . Mannesmann. • • Letzte Nachrichten. Hauseinsturz in Frankfurt am Main. Frankfurt a.M.» 4.3uli. (WTB. Drahtmeldung.) heute in den Mittagstunden stürzte auf dem Neubaugeländc der J.G.-Jarbenindu- strie A.-G., Feldstraße, ein Haus ein. Bis jetzt wurden ein Toter und drei Schwerverletzte festgestellt. Die die Telegraphen-Union in einer weiteren Meldung berichtet, wurde das Unglück dadurch herbeigeführt, daß ein großer Kran um stürzte und einen Teil des Eisengerüstes mit in die Tiefe riß. Von den an der Baustelle beschäftigten Arbeitern wurden bisher ein Toter und vier Schwerverletzte aus den Trümmern geborgen. Die Rettungswachen wurden um 1.39 Uhr alarmiert und eilten sofort mit vier Wagen an die Unfallstelle. Auch die Feuerwehr ist zur Hilfeleistung alarmiert. Die Rettungsarbeiten sind noch im Gange, da die Möglichkeit besteht, daß noch Verunglückte unter den Trümmern liegen. Die Staatsanwaltschaft und die Baupolizei haben sofort die Untersuchungen eingeleitet. VI nm. = RoN- Buen.-Aircß Brff.-Ankw- Gbriftiania. Kopenhagen Stockholm • Hclffngfors- Italien. . . London. .. Neuvork . . Paris.... Schweiz ». Spanien. . Japan . . . Rio de Ian. Wien in D-- Oest- abfleft Btt?rab* I Budapest. . Bulgarien . Lissabon . . Danzig. . . Konstantin- Athen. . . Canada . . Urnouai). . Latro •.. Autobrand bei Nidda. A Kohden b. Aidda, 3. Juli. Gestern gegen 23 Llhr geriet hier auf der Hauptstraße, mitten im Orte, ein von Schlitz nach Friedberg fahrendes schweres Lastauto des Johann Krug aus Ockstadt, wahrscheinlich durch Explosion des Benzinb eh alters, in Brand. Der Chauffeur Karl Schneider aus Rieder-Wöllstadt und sein Begleiter aus Friedberg hatten unter der Ladung für das Ueberlandwerk in Friedberg auch eine größere Anzahl Kisten, die mit Holzwolle gefüllt waren. Datum . . . . 8 . . . . 9 ... 10 ... 10 . . . . 6 ... 10 ... 10 . . . . 0 ... 10 .... 8 ... 12 . . . . 8 ... 10 .... 5 .... 6 *f.% I- < . . . . C .... 8 .... 8 F. G. Farben-Jndustrie Dynamit Nobel . . . Scheldeanstalt.... Goldschmidt .... RütgerSwerke .... Metallgesellschast. . . den Sieg rangen. Ein Preisgericht von btex Fachleuten, darunter auch Schäfer Thomas von Inheiden, konnte die Preise wie folgt zu- erkennen: 1. Preis, Wanderpreis des ehemaligen Grohherzogs, Schäser Wilhelm Binz er, Kirch- Göns, mit Hund Schallo: 2. Preis Schäfeiwieister Er teuer. Stockheim, (Amanda)', 3.Preis Karl Scheer. Kassel, (Meta)'. 4.Preis Heinrich^Rabe n a u. Staufenberg, (Rorma): 5. Preis Schwer mcifkt Otto § 0 f m 0 n n. et«*"' 6 Preis Schäfervereinsvorsitzender PH W i r t y. Wetterfeld (Lux): 7.Preis Schafermeister Otto Klaus, Hungen, (Prinz), 8. P^'s Schäfer Hem- ricb Vonderheid. Billingen, (Dreis) , 9. ^reis Wilhelm B i n z c r. Kirch-Göns, (P^^. Ä>ter^ Veranstaltung hatte sich eine große Zahl Inter- essenten und Schafbesitzer eingefunden. Kreis Friedberg. WSV- Butzhach, 3. Iuli. Das hiesige Amtsgericht verurteilte eine Landwirtsehesrau aus einem Orte der Vachbarschaft wegen M i l ch - vantscherei zu drei Wochen Gefang- n i s und 300 Mark G el d st ra s e^ Die Angeklagte hatte dem Milchsammler Milch abge- llefert. welcher auf 100 Teile Milch 63 Wasser zugesetzt und der etwa 45 Prozent des Gesamtfettgehaltes entzogen worden waren. Kreis Büdingen. Wg. Deutsche Eisenbahn . . Hamburg-Amerika Pakei . . Hamb.-Südam. Dampssch. . Hansa Dampfschiss..... Norddeutscher Lloyd . . . . SMg. Deutsche Ereditanst. . . Barmer Bankverein . . . . Berliner Handeirgesellsch. . . Lommerz. und Privat-Banl. Darmst. u. Nationalbank . . Deutsche Bank...... DlMnto-GeseNIchalt AM.. . Dresdner Bank...... Mitteldeutsche Ereditbanl. . Metallbank...... • Reidtfbant ..... Geld 16,41 168,06 22,01 111,55 59,00 2,482 112,13 30,62 59,96 12,42 72,95 Brief 16,47 168,74 22,09 111,99 59,24 2,502 112,57 80,94 60,20 12,43 73,25 auch den übrigen Märkten eine Anregung bleiern Besonders für Elektrowerte lagen Aus- landaufträge vor. Aber auch Montan- aktien fanden heute im Zusammenhang mit den günstigen Kohlenberichten mehr Beachtung. Trotz der wieder cinsehenden Goldabgaben der Bank von England ließ sie, wie erwartet, ihren Diskontsatz heute unverändert. Das überraschende Sinken des Tagesgeldsatzcs an der Vcuyorkcr Börse von 15 auf 6 Prozent machte einen guten Eindruck und bestärkte die Zuversicht. Vachdem es vorbörslich noch eher fester aussah. waren die ersten Kurse meist etwas niedriger: die Umsatztätigkeit war außer in den schon erwähnten Spezialwerten nur gering. I.-G.-Farben hatten unter Angebot zu leiden. Dagegen waren Tieh- Aktien heute gefragt. Während Berger schwächer eröffneten, erzielten Deutsche Erdöl, Bergmann. Deutsche Linoleum. Schubert & Salzer und Kaliwerte ein- bis dreiprozentige Gewinne. Ehade- aktten eröffneten 6 Mk. höher. Deutsche Wolle eröffneten mit Plus-Zeichen. Deutsche Anleihen und Ausländer behauptet. Pfandbricfmarkt gc- schäftslos und meist nur knapp gehalten. Interesse bestand weiter für Dorkriegs-Kommunalobligationen. Die Gcldmarktlage hat sich gegenüber gestern etwas beruht g t. Tagesgeld nannte man mit ?.5 Prozent, die übrigen Sätze unverändert. Es tauchten Gerüchte auf, die von der Möglichkeit einer Erhöhung des Privatdiskontsatzes wissen wolltest. Die ersten Kurse waren nicht ganz einheitlich, später setzte sich bei zunehmendem Geschäft eine freundlichere Stimmung durch. Fast auf allen Marktgebieten konnte man Besserungen bis zu 1 Prozent feststellen, für Monfan-, Kali- und Elektrowerte sogar bis 2 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Iuli. Der Produkten- markt verkehrte auch heute in sehr fester Haltung. Von besonderer Anregung waren heute wieder die beträchtlich höheren Auslandnotie- rungen. Das Geschäst war aber nur in Brotgetreide und Mehlen reger. Lsber auch für Weizenkleie und Mais für Futterzwcckc bestand regeres Interesse. Die höheren Forderungen dec Provinz wurden zumeist bewilligt. Cs wurden notiert: Weizen 26; Roggen 24; Hafer, inländischer 23,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 37,50 bzs 37,75; Roggenmehl 32,50 bis 33; Weizenkleir 12,25 bis 12,75; Roggenkleie 13 Mark. Tendenz: sehr fest. Frankfurter Schlachtviehrnarkt. Frankfurt a. M., 4. Iuli. Auftrieb: 132 Rinder. 1082 Kälber. 182 Schafe, 1110 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 76 bis 80 Mk.; mittlere Mast- und Saugkälber 71 bis 75; geringe Kälber 60 bis 70. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Weidemast) 54 bis 60; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 46 bis 53; fleischiges Schafvieh 38 bis 45. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 88 bis 90; von etwa 200 bis 240 Pfund 89 bis 91; von etwa 160 bis 200 Pfund 88 bis 90; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 86 bis 89 Mk. — Marktverkauf: Schweine lebhaft, geräunst. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. 4% Schweiz. Bunderb^Anl.. , 4% Lesterreichiiche Öolbrte.. . ■ 4,30% Oesterr. Silberne. ... 4% Oesterreich, eint)eitl. Nie. > - 4% Ungarische Goldrie..... 4% Ungarische SlaalSt v. 1910 !schc M vor ihm. och Schlüssel zu verweigern. Hg vergessen.habens n ßchlasen medergelegt , Lacht" und MS Er, stcundlicher Mnn meiner W* bet einer * flld bet ftr***** gesehen 4“ mären sonst Diamanten | r tote vier v\ m ri- rt MI« IMS „Trug hem ah,r Dvlle Sw» Yranksncka. M. Schluß- I W Kurs I Kurs Berlin, 3. Juli Französische viotcu..... Holländische Noren ..... italienische Noten ...... Norwegische Nolcn...... Deuiich Lcstcrr .LlOV Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Note»....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten...... mit sieben SticNtosfindustrien von Deutschland, Chile und I Mill. *■ r Engtanv hat zu einer Ermäßigung der sende 4 Stick st offpreise geführt. Daß sich ein inter- chen V* I nationales Kartell mit einer Preisermäßigung | leder z einführt, im Gegenfgtz zu nationalen Sondi- 1 katen und Kartellen, ist keine Seltenheit. Es sei daran erinnert, daß seinerzeit das europäische Glühlampenkartell gleichzeitig mit seinem Zustandekommen die Preise nicht unerheblich ermäßigte. Die I.-G.-FarLenindustrie nimmt letzt Gelegenheit, im Hinblick auf den Abschluß des , internationalen Abkommens und die Ennäßigung Radfahrt der Stickstofspreife sich erneut zur Preissenkungs- • I Politik zu bekennen und zu betonen, daß bei 1 diesem Abkommen höhere Gesichtspunkte als solche 1 eng erwerbswirtschaftlichcn Charakters eine ant- I I scheidende Rolle gespielt haben. Es wird u. a. 112,75 Schluh. Kurs 3.7. Ausong- KurS 4.7. A Ridda, 3. Iuli. Die iu unserem Bericht über den Riddaer Gesangswettstreit erwähnte Streitfrage, ob die Schwierigkeit des Chores „Der Wagen rollt 1 öder acht Punkten zu werten sei, ist von deni Preisrichterkollegium Köln dahin entschiedeu worden daß a ch t P u n k t e anzusetzen seien Dem nach erhielt der Gesangverein .Frederkrau. Geisenheim" den zwecken Preisder St^>b klasse I mit 170 Mark bar und Sbrendiplom Der Männergesangveretn „C ä c 11 i a‘ ^L,ch) hotte nur einen halben Punkt weniger und ertz'leit einen Kunstgegenstand und Ehrendiplom als dritten Preis Stadtklasse l. Die Entscheidung wirb für viele Gesangveine von großem Intöresse sein. Echzell, 3. Iuli. Auf emex Radfahrt nach Friedberg wurde die Hedi Schreiner von hier auf der Römerstraße an der Strahen- frcuÄuna Weckesheim-Melbach von einem I eng erwerbswirtfchaftlichcn Charakters eine vnl- | Börse. Personenauto angefahren. Dabei ging scheidende Rolle gespielt haben. Es wird u. a. " * . das Rad vollständig in Trümmer. Das Mädchen gesagt: Ausschlaggebend ist offenbar die Rot- Frankfurt a.M., ^-Juli- Tendenz, freu d- erlitt eine schwere Gehirnverletzung und läge der Landwirtschaft gewesen, die in licher. — Im „heutigen Dormittagsverkehr machte wurde vom Autovesiher in feine elterliche Woh- Deutschland besonders groß ist, so daß auch der die starke Ermäßigung des Tagesgeldsatzes an der nuna gebracht deutschen Stickstosfindustrie die Aufgabe zufiel, gestrigen Neuyorker Börse von 15 auf 6 v.H. unen 89 Sxeis Schotten. die Rotwendigkeit einer Rücksichtnahme hieraick starken Eindruck Die Stimmung war durchaus StreiQ besonders zu betonen und sich damit schließlich str e u n d l. ch , die Kurse lagen gut gehalten. Ä1’ Lng durchzusehen. Anderseits leuchtet, ein, daß mit Zum offiziellen Beginn des Marktes ließ die Wir- Raub beging dieser Tage ein 6Uchs. Er drang . mreiäermäf3iqung dem Beginn eines inter- kung aber beträchtlich nach, da der Or d e r m a n g e l bei Nacht in das der Landwir schaftskammer ge- ^^^Ms?ampfes vorgebeugt werden v e r st i m m t e. Die Tendenz an sich blieb aber hörige Mustergut Selgenhof unweit unseres ^Rit der jetzt beschlossenen Ermäßigung, freundlich, da verschiedene günstige Momente doch Ortes ein und holte sich dort einen: der zwei scho- Qn @rcn§c Möglichen geht, wird eine Wirkung ausubten. Man konnte teilweise nen Schwane, die d,e Zierde des ^in solcher Preiskampf vermieden und eine Sta- Deckungskaufe der Kulisse beobachten- AEG., Sieden. Der Räuber überwältigte das stanlicha T er 6iIirileruJn Weltmarktlage eingeleitet. Wenn mens und Bergmann konnten bis 2,75 v. S). hoher und konnte leider ungehindert mit feiner Beute Deutschland es war, das auf Preis- eröffnen. Die Jnteressennahme einer Auslandgruppe entkommen. — Schon tn der letz en Iumwoche ve- ^^äßigung drängte, so erscheint das doppelt wirkte hier nach. Etwas lebhafteres Interesse begannen die He unserer Schule, 6cmerfendtoert deshalb, weil die deutschen Stick- stand noch für Montanpapiere. Führend waren ohne daß bis letztersehnte gute 3)euwener 1 stoffpreise sich in ständig sinkender Bewegung hier Gelsenkirchen und Harpener, die ie 0,5 v.H. richtig kommen will. Trotzdem hat man m t oem 6-g,er ^on Gesunden haben und bereits erheb- gewinnen konnten. Mannesmann, Phönix und Heumachen überall angesangen. Das d^siamige ? r* 6em Stande der Vorkriegspreise an- Stahlverein lagen bis zu 2 v. H. fester. Man ver- Heu ist in unserer ganzen hegend in feiner Gt gcIangt toaren Dabei hat der Absatz an allen wies auf die feste Haltung und die Steigerung der vortrefflich geraten, an Menge Ia|t es lei^r | t) Atickstoffdüngemitteln an die deutsche Landwirt- Kohlenkuxe. Nachfrage trat noch für Deutsche Lino- zu wünschen übrig. Bei den verschiedenen ' A ^aft cine aufwärtsgehende Entwicklung gezeigt, (eum mit plus 4.5 v.H. auf. ^m ^hemiernarkt er- oorgenommenen Heiigrasverfteigerungen wurden bon 340 000 Tonnen auf 425 000 Ton- öffneten J.-G.-Farben wieder 1,13 v- H- schwacher, ungewöhnlich hohe Preise erzieii. uniere 1924/25 bzw- 1928/29. Würde der Preis Verstimmend wirkte hier die lange Laufzeit des zweitälteste Ortseinwohnerin , 6 z Kilogramm schwefelsaures Ammoniak sich Bezugsrechtes. Deutsche Erdöl 2 v. H. gebessert. Im Katharina Fink, geb. Schmidt, feiert Monwg, des Agrarindex gehoben haben, übrigen war die Umsatztätigkeit sehr mäßig, doch 8. d. M., in voller geistiger und rorpernajer 1924 eine Mehrausgabe der überwogen die Besserungen bis zu 1 v. H. gegenüber Rüstigkeit ihren 8 4. Geburtstag. Landwirtschaft von rund 1,5 Milliarden Mark 1 • " ' -------L ----- Kreis Lauterbach. ergeben haben, wenn nicht die starten Prejs- WSN ß a u t e r b a d), 3. Juli. Der gestern abend ermätzigungen feit dieser Zeit eingetreten wären. . tXn nnmnfein um 21 36 Uhr abgefahrene Legt man für das nächste Dungeiahr 1929/30-den . - b w a^a e n F u l d a - La Ute r b ach ent- gleichen Jnlandabsatz wie für 1928/29 zugrunde Banken zumeist leicht gedrückt-Schiffahrtswerteun- XrieBtuagen^u,, .... I fD ergibt sich wiederum auf der Basis des einheitlich. Renten still, zum Teil etwas nachgebend. Preises für schwefelsaures Ammoniak bei einem gm Verlause wurde, vom Montanmarkte aus- Preise von 0,85 Mark gegenüber dem Preise von gehend, die U m s a tz t ä t i g k e i t wieder l e b - 1,32 Mark im Iahre 1913/14 eine Verbilligung Hafter. Harpener, Mannesmann, Stahlverein von 200 Mill. Mars und gegenüber einem auf und Gelsenkirchen erneut bis 1 v. H. anziehend, die Höhe des Agrarindex von 133,3 gehobenen Auch AEG. standen wieder im Vordergründe bei Preises von 1,76 Mk. eine Ersparnis von 387 ejnem erneuten Gewinn von 1,5 v. H. Farben ge- Millionen Mark. Diese Ersparnis macht säst wannen nur geringfügig. Die Tendenz war freund- vter Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Am Devisenmarkt machte sich die Klärung der Darausgaben und rund 38 Proz. des gesamten internationalen Geldverhältnisse bemerkbar. Der landwirtschaftlichen Zinsendienstes aus. Werden I Tagesgeldsatz war auf 7,5 v. H. ermäßigt. Am De- diese 387 2RiN. Mk. auf das gesamte deutsche Difenmarft nannte man Mark gegen Dollar 4,1990, Ackerland (20,7 Mill. Hektar) umgelegt, so er- ~ ' " ' " ' °' ,oc gibt sich für den Hektar eine Ersparnis von rund 10 Mk. bei einer durchschnittlichen Ge- famtbarausgabe von 500 Mk. je Hektar. Es zeigt sich also, daß unter dem Einfluß dieser Preispolitik der Landwirtschaft die Möglichkeit zu Ersparnissen geschaffen worden ist. Durch das jetzige Abkommen findet diese Preispolitik eine weitere Fortsetzung. Die Industrie erwartet natürlich durch Steigerung des FrmilsuN a.M. Berlin Schlub- Kurs i-Ubt- Kurs Schiuh- KurS Ansang- KurS Datum 3.7. 4-7. 3.7- 4.7. Philipp Holzuxina..... 111 — 111 — jielbclberßcr Gement .... iu 138,5 —— — — (Jement Hallsladi..... . 8 179 — — — Wayb 4 Freitag...... 10 101,75 101,75 102,75 — Schultheis Patzenhoser . . . Lstwerlc......... Ber. Glanzstoss...... 15 12 18 426 424 305 245.5 426 306 346 424,5 Bemberg......... NeUsioii Waldhos..... 14 12 — 326,75 230,25 332,75 250,75 Zelistosi aischassenburg . . . Charlottenburger Wasser . . 12 177 — 179,25 112,5 175,7 Lkisauek Gar....... . 8 — — 195,5 196,5 Daimler Motoren..... . 0 58 — 57,75 — Deutsche Maschinen-Fabrit . . 0 — — 52,5 52,5 Ädlerwerte Klever..... . 6 52,25 52,5 52 52,25 Frcmksurt a M. Berlin Echiuh» Kurs 1 Uhr Kurs Echlub-IAnsang. «urS Kurs Datum 3.7. 47. 3 7- 4 6% DI. Relchsanielhe o. 192? . 67 — 87,5 — Dt. Anl.-Abläs.-Schuld mit Aus los.-Siechten...... 50,8 — 50,? 50,9 DeSgl. ohne AuSlos-.Rechte . . - 7% Franks. Hl)p.-Vt «°wps- un 10,13 10,1 10,2 kündbar bis 1932. . . ... ■ Meinlsche Hhp.-Banl £lqu. Gowps........... 85,75 — — 79,4 — — — fl.Q.®. abg. DorrriegS-Obligatlon rückzahlbar 1932 ...... 85,75 — — - 195,75 197,75 195,9 197,75 221,13 223 221,75 — — 156,25 158 216 216 215,5 215,5 132,5 — 134 134,9 220 — 220 220 — 141,75 — — — 152 — — — 193,5 193,75 —- — 238,25 238,25 395 397 395 396,75 147,25 147,25 167,5 — 168 168 74,5 76 74,5 75,5 114,5 112,5 114,9 — 133,5 135,75 140,5 143 140 142 146 148,5 146,75 148,75 — 133,75 135,75 ' 213 — 212 — 108 — 107,75 109 — 130 133 122,5 123,75 122,25 124 140 — 140,25 140,75 — 87,25 87,25 — — 105 105,75 97,75 99 97,65 99,9 294,5 294 295 127 129 127 128,5 104 105,25 103,5 105,5 — 70 70,25 239 — 239,75 240,75 246,9 — 246,75 247,5 404 405 403,75 405,75 235,9 244,75 235,5 234^5 162 _ — — 75 — 75,5 — 87 87,13 87 87,25 128 — 127,5 — 3. Juli 4. Juli '.'Inuliche '-Notierung Geld 1 Briet Amtliche Notierung (Selb | Bries 168,34 168,68 168,37 168,71 6,759 1,763 1,757 1,761 58,22 58,34 58,21 58,3'3 111,72 111,94 111,63 111,90 111,69 111,91 112,64 111,70 111,72 112,42 112,39 112,61 10,54 10,56 10,543 10,563 21,95 21,99 21,95 21,99 20,335 20,375 20,337 20,377 4,1935 4,2015 4,194 4,202 16,445 16,395 16,435 16,405 80,655 80,815 80,66 80.82 60,22 60,34 60,47 60,59 1,867 1,871 0,499 1,863 1,867 0,497 0,4965 0,4985 58,95 59,07 58,975 59,095 12.41 12,43 12,412 12,432 7,365 7,379 7,366 7.390 73,10 73,24 73,12 83,26 3,024 3,030 3,027 3,033 18,73 18,77 18,73 18,77 81,35 81,51 81,33 81.49 2,013 2,017 2,008 2.012 5,425 5,435 5,43 5.44 4,156 4,164 4,154 4,162 4,036 4.044 4,036 4.044 20,855 20,895 20,845 20,885 Berlin, 3. Juli (Selb Brief Amerttantlche Note« ..... 4,174 4,194 Belgische Noten........ 58,25 58,49 Dänische Noten........ 111,48 111,92 6oaUL46. Ao«ü_». ...... 20,297 20,377 Preußen. Neuregelung der gesetzlichen Miete in Preußen. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, werden durch eine demnächst in der Preußischen Gesetzessammlung erscheinende Verordnung des Staatsministeriums neue Bestimmungen über die Betriebskosten und die g e - s e tz l i ch e n Mieten in Preußen in Kraft treten. Der 1. August ist als Anfangsvermin für die Gültigkeit der neuen Bestimmungen gedacht, nach denen die Gemeindebehörden einen Hundertsatz der reinen Friedensmiete feftfehen sollen, um den sich die gesetzliche Miete an den Orten erhöhen wird, löo eine Erhöhung der Betriebskosten nach dem 1. September 1027 vorgenommen worden ist. Nach den neuen Bestimmungen soll dem Vermieter ein Ausgleich für die ihn treffende höhere Belastung gewährt werden. 3Frei¥ Wetzlar. WSN. Wetzlar, 3. Juli. Auf der Provinzialstraße Wetzlar—Butzbach werden augenblicklich größere Erdarbeiten oorgenommen. Dabei werden Kipploren verwendet. Der 15jährige Arbeiter Lotz aus Wetzlar-Büblingshausen wurde von einer dieser Kipploren überfahren, verschüttet und so schwer verletzt, daß er. im Wetzlarer Krankenhaus an einer Zerreißung von Leber und Milz starb. O Ebersgöns, 2. 3uli. Die hiesige Gemeinde hat einem schon lange bestehenden Wunsche Rechnung getragen und zur Ergänzung der Lehrmittel für die Schule einen Lichtbild- a p p a r a t angeschafft. Ein Teil der Anschaf- fungskosten ist aus dem Erlös von zwei Lichtbildvorträgen, die Herr Engels aus Wetzlar veranstaltete, gedeckt worden. Berliner Börse. Berlin, 4. Juli. (WTB. Funkspruch.) Das rapide Sinken des Tagesgeldsatzes in Neuyork von 15 auf 6 v. H. dürfte dem heutigen Frühverkehr eine Anregung bieten. Das Geschäft ist zwar nach wie vor klein, die Stimmung be iden Banken aber etwas beruhigter. Man tariert gestrige Abendkurse (eher Geld). Farben 236, Siemens 396, AEG. 196, Tietz 232 und Glanzstoff 425 bis 427. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 3. Juli. Am 18. April fuhr ein Bad-Nauheimer Handwerksmeister von Butzbach aus mit feinem Motorrad nach Hause. Auf der Straße nach Nieder-Weisel sah er plötzlich vor sich drei Fußgänger, die ganz rechts in seiner Fahrtrichtung gemächlich spazieren gingen. Er konnte nicht mehr halten und auch nicht mehr links überholen, sondern fuhr ohne Signal zwischen diesen hindurch. Dabei wurde einer der Fußgänger so schwer verletzt, daß er alsbald verstarb; der zweite mußte besinnungslos fortgetragen werden, hat aber keinen dauernden Schaden behalten; die Verletzungen des dritten waren leichter Natur. Mit Bezug auf das überaus rücksichtslose Fahren des Angeklagten er- kannte das Gericht auf zehn Monate Gefängnis. Frei gesprochen mangels Beweises wurde ein Kraftfahrer von Wiesbaden. Er fuhr am 29.Januar auf der Straße Dutenhofen—Klein-Linden und kam in Kollision mit einem ihm entgegenkommenden Fußgänger, der an den hierbei erhol- lenen Verletzungen einige Tage später verstarb. Eine einwandfreie Aufklärung war nicht möglich. Es bestand insbesondere die Möalichkeit, daß der Mann bei dem Glatteis ausaerutscht und gegen das Auto gefallen ist; zwei Insassen desselben behaupten sogar, der Mann sei mit erhobenem Stock auf das Auto zugesprungen, offenbar, um eine Scheibe ein« Zuschlägen. Jedenfalls war dem Angeklagten ein Verschulden zweifelsfrei nicht nachzuweisen.. Ein wegen Betrugs zu 2 Jahren Gefäng- n i s verurteilter Kaufmann hatte behauptet, feine Bestrafung beruhe auf Lug Trug und Schwindel der Richter. Wegen Beleidigung erhielt er drei Monate Gefängnis. KHWMWE Bekanntmachung. Die nachstehende Ortssatzung bringe ich hiermit zur Kenntnis. Die Filialsteuer kommt hiernach für die Zeit vom 1. April bis Ende Juni 1929 nach der Ortssatzung vom 5. Dezember 1927 unter Herabsetzung des Ausschlagssatzes von 200 v. H. auf 100 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer und vom 1. Juli 1929 ab nach der Ortssatzung vom 27. Juni 1929 zur Erhebung. Gießen, den l.Juli 1929. 5770C Der Oberbürgermeister: Keller. Orlsfahung über die Erhebung einer Filialsteuer in der Stadl Gießen. Auf Grund des Art. 23 des Gesetzes, die Gemeindeumlagen betreffend, in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. August 1920 und der jeweiligen Abänderungsgesetze und auf Grund des Art. 15 der Städteordnung wird auf Beschluß des Stadtrats vom 30. April 1929 nach gutachtlicher Aeußerung des Oberbürgermeisters und des Kreisausschusses und mit Genehmigung der Herren Minister des Innern und der Finanzen vom 12. Juni 1929 zu Nr. M. d. I. 25 222 für die Stadt Gießen folgendes bestimmt: § 1- Vevsicherungs-, Bank-, Kredit- und Warenhandelsunternehmen, die im Gemeindebezirk, ohne in ihm ihren Hauptbetriebssitz zu haben, Betriebsstätten unterhalten, find zur Zahlung einer besonderen Gewerbesteuer (Filialsteuer) verpflichtet. § 2. Die Filialsteuer wird in der Form eines Zuschlags zur gemeindlichen Gewerbesteuer erhoben und beträgt: a) für Versicherungsunternehmungen 100 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer; a) für Bankunternehmungen 100 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer; c) für Kreditunternehmungen 100 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer; d) für Warenhandelsunternehmungen 100 v. H. der allgemeinen Gewerbesteuer. Mehrere Filialgeschäfte eines Gewerbetreibenden in der Gemeinde gelten als ein Ganzes. m § 3. Gegen die Veranlagung der Filialsteuer find die gegen die Heranziehung zu den Gemeindeumlagen bestehenden Rechtsmittel zulässig, soweit sie sich nicht gegen die der Filialsteuer zugrunde liegenden allgemeinen Gewerbesteuer richten. § 4. Im übrigen gelten die Vorschriften des Gemeindeumlagengesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 7. August 1920 und der jeweiligen Abänderungsgesetze. § 5. Diese Ortssatzung tritt mit dem Tage ihrer Veröffentlichung im Aintsverkündi- gungsblatt in Kraft. Mit dem gleichen Tage wird die Ortssatzung, betreffend Erhebung einer Filialsteuer in der Stadt Gießen, vom 5. Dezember 1927 aufgehoben. Gießen, den 27. Juni 1929. Der Oberbürgermeister. gez. Dr. Keller. Bekanntmachung. Auf die in den Aushängekasten und an der Ortstafel der Stadt Gießen angeschlagene Bekanntmachung des Zollamts Dt.- xrone weise ich ausdrücklich hin. 5766C Gießen, den 27. Juni 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: vr. Ro f e nb e rg. ttlN bereitet Freude bei guten Zutaten 5689A Diese erhalten Sie in den Irellag, den 5. Juli nahmiüagsabAlhk versteigere ich in der Wilhelmstr. 45 folgende Gegenstände: 8 dreitürige Kleiderspinde (Eisen f. neu), 1 Transmisflonswelle mit 2 Holzscheiben, 1 Schleifstein, 1 Hundehütte, 1 Oelkasten, 9 eiserne Böcke, 1 Koplerpresse, 3 Riemenscheiben (Holz), 2 Schleif- und Poliermaschinen, 1 Graphittopf, 1 Schweiß, apparat, 2 Stehleltern, 1 Ofenschirm, einen Werkstattofen, 4 Lagerböcke, 1 Transmissionswelle (6,80 m lang, 50 mm Durchmesser), 1 Feldschmiede, 1 Benzinfaß, diverse Rieten und Schrauben, 1 Lineal (aus Stahl), 2 Zeichentischplatten, 1 kompl. Zeichentisch, 5 Regale für gewerbliche Zwecke, 2 Werkbänke, 3 Leiztöpfe, einen Futterkochkessel (doppelte Wandung), sechs Werkbanktische und verschiedenes Derk- zeug, 20 Treibriemen von 2,50 m bis 10 m Länge, 25 mm bis 145 mm Breite und 4 mm bis 1 mm Dicke, 1 gut er- haltene Schreibmaschine protoS. Versteigerung bestimmt. 5786D Ludwig Harimetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 / Fernsprecher 1414 Dem Ausverkauf unterliegen nur Waren bester Qualität aus meinem ständigen Lager; für Ausverkauf besonders hergestellte Waren führe ich nicht. Verkauf nur soweit Vorrat Ausverkaufswaren können nicht umgetauscht werden. Es empfiehlt sich, zum Kauf die frühen Vormittagsstunden zu benutzen. Damenstrümpfe Mako, feinfädig, schwarz, alle Größen .......Mk. 1.25 Seidenflor, farbig, weiß und gemustert.......Mk. 1.50 Waschseide, farbig mit kleinen Fehlern......Mk. 1.75 Waschseide, farbig, Silberstempel...........Mk. 2.25 Bembergseide, farbig, fehlerlos.............Mk. 2.75 Waschseide m. 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Spitzen. .Mk. 7.50,6.50 Damenhemdchen, B’wolle, weiß u. farbig.....Mk. 1.00 dieselben mit Schlüpfer...................Mk. 2.50 Badeanzüge Damen-Badeanzüge, Baumwolle und Flor Gr. 40-48.................Mk. 4.50, 3.50, 2 50,1.50 Kinder-Badeanzüge, Baumwolle Gr. 50-75 .................Mk. 2.00,1.50,1.00, 0.75 Damenwesten Wolle und Wolle mit Seide, mit und ohne Aermel Serie V IV III II I Mk. 12.50 9.50 7.50 5.00 3.00 Damenpullover Wolle und Wolle mit Seide, mit und ohne Aermel Serie V IV III II I Mk. 12.50 9.50 7.50 5.00 3.00 Auf alle anderen, nicht besonders ermäßigten Sommer- Artikel, wie Waschanzüge, Kieler Waschkleidung, Drell- und Bayemhosen 20 °/o Rabatt Auf alle anderen Waren, mit Ausnahme von Kurzwaren und Wolle 10 % Rabatt Restposten Clünyspitzen zur Anfertigung von Gardinen 8—15 cm breit, per Meter...............50 Pf, ............und nochmals: Kommen Sie in den frühen Vormittagsstunden Zwangsversteigerung Am Donnerstag, dem 11. Juli 1929, vormittags 8% Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen der Ferdinand Weil Ehefrau Rosa geb. Neu in Gießen Zugeschriebene Anwesen Ludwigstraße 37 Fl. 4, Jlr. 289 = 433 qm hofrette versteigert. 4378D Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht aus- gehängt. Gießen, den 14. Mai 1929. I. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo^Ortsgerichtsvorsteher. W- und MnnWMksleigeriing Oberförsierei Brandoberndorf, Försterei Cleeberg 9. Juli 1929, 10 Uhr, „Deutsches- Haus", Cleeberg. 5779D 33 Fi.-Stämme 2.-4. Kl. = 10,54 km, 128 rm Ei.-Nutzscheit (2,2 m lang), 274 nn Lohreiserknüppel, 30 Fi.-Stangen 1. Kl., 33 Fi,-Stangen 2. Kl., 50 Fi.-Stangen 3. Kl., 750 Fi.-Stangen 4. Kl., 240 Fi.-Stangen 5. Kl., 260 Fi.-Stangen 6. Kl., 94 rm Kie- fern-Nutzknüppel (1,5 m lang), auch zu Brennholzzwecken. 5761A Weine <$tfo!eifet$ei befindet sich jetzt 5790D Mrttstraße 23 Hinterhaus Otto Heyder,Messerschmied ifechnikiun Konstanza c-H Ingenieurschule f.Maschinenbau o | und Elektrotechnik, Flugzeuc- £ B bau und Automobilbau. 24sv 5770C Der Oberbürgermeister: Keller. ihren Inhalt Vorbringen. Gießen, den 2. Juli 1929. Die Berufs- und Amateur-Photographen Gießens und der Umgebung werden gebeten, ihre Aufnahmen vom Schützenfest in Gießen dem unterzeichneten Ausschuß einzureichen. Die 6 besten Aufnahmen werden wie folgt prämiiert: 5780D 2 Preise ä Mk. 20.-, 2 Preise ä Mk. 15.— und 2 ä io Mk. Der Ausschuß behalt sich außerdem vor, Platten besonders guter Aufnahmen käuflich zu erwerben. 30. Verbandsschießen Vaden, Mittelrhein, Pfalz Presse-Ausschuß: vr. van 35entheim. Elektr. Lichtanlagen werdenfachgemäß und billig ausgeführt Rudolf Rödiger Gießen, Wa II forst raße 35 Bekanntmachung. Der in der Sitzung des Stadtrats am 27. Juni 1929 festgesetzte Voranschlag der Stadl Gießen für das Rj. 1929, ebenso die Voranschläge des Wohlfahrtsamts, der Elektrizitätswerke, des Gaswerks, des Wasserwerks, des Volksbades, der Straßenbahn, des Lyzeums und der Studienanstalt liegen vom Freitag, dem 5. Juli 1929, ab, während einer Woche im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer Nr. 17, offen. Die Beteiligten können innerhalb der Offenlegungs- frift die Voranschläge einsehen und schriftlich oder zu Protokoll Einwendungen gegen WERBE-TAGE vom 2. bis 12. Juli Restposten und Einzel« paaret 3.50 4.50 5.50 6.50 8.50 Schuhhaus Herbert Besichtigen Sie Marktplatz 2 Nur meine Schaufenster v Qualitätsware! _____________________________________________________5767A Auf alle übrig. Artikel 5°/0 Nachlaß! GEWALTIGSTE KAUF-VORTEILE g^wih nicht übe seiner Stellung der. wenn jetzt f üstert wirb, i imb dah sein S Tagen zähle. , Etwas Wahr Znerp /Die MW. 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