m. 29 Erster Matt 179. Jahrgang Montag, 4- Februar 1929 Erschetni täglich, a»tz« Sonntag» nnb Feiertag». Mlaaen Die Illustrierte «etzener Familicndlätter Heimat im Bild Die Scholle. te|«gwtl, für 2 Woche«: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trüget- lohn, auch bei Richter- stheinen einzelnerRummern infolge höh«« Gewalt. Fernfprechantchlüffe: 51. 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Lnzetaer Gtetze«. Postscheckkonto: 8«mffutt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pnf Mtd Verlag: VrLHNsche UniverfitStr-Vuch- «vd Stetnöratferei K Lange in Sietzen. Zchriftlettnng und Geschäftsstelle: Zchulstra^e 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re> klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil .start Hillmann, sämtlich in Gießen. DieMinderheitenfragemGenf Der deutsche Antrag auf die Tagesordnung des Rats gefetzt. Gens. 2.£cbt. (2DB.) Zur Minderheitenftage verösfentlicht da» Generalsekretariat des völker- bunbc» soeben folgende Mitteilung: Der Generalsekretär des Völkerbundes hat einen Bries de» deutschen Ratsmllgllede» Dr. Strese- m a n n erhalten, in dem in Uebereinstimmung mit der von Herrn Dr. Stresemann in der Ratssitzung vom 15. Dezember in Lugano abgegebenen Erklärung darum ersucht wird, folgende Frage auf bie Tagesordnung des Rat» zu sehen: »Die Garantie de» Völkerbünde» für He Bestimmungen zum Schuhe der Minderheiten." Infolgedessen hat der Generalsekretär diese Frage aus die vorläufige Tagesordnung der nächsten Rats- sitzung. die am 4. März in Genf beginnt, gefetzt. Wie man weih, st and.rerscits auf Antrag des kana- dif'ben Ratsmikgliedes Dandurand „die Frage des bei Minderheitenpetitionen anzugebenden Verfahrens" auf die Tagesordnung der 54. Ratstagung gesetzt worden. Ae Mürztagung des Rates wird also diesmal besonders bedeutungsvoll sein. Fast alle europäischen Staaten werden an ihr ein stärkeres Interesse nehmen müssen, als das bisher der Fall war, weil sämtliche in ihren Grenzen nationale Minderheiten beherbergen und weil' fast alle wieder eigene Volkssplitter inmitten anderer Völkergruppen wissen. Wir sind nicht optimistisch genug, um schon jetzt damit zu rechnen. daß unser Antrag das von uns gewünschte Ergebnis herbeiführen wird. Der Völkerbund muh aber endlich einmal dem Problem der nationalen Minderheiten ein größeres Interesse ent gegenbringen, und baS deswegen, weil er feine Aufgabe darin erblickt, die Aufrechterhaltung und Durchführung der Friedensverträge zu überwachen, eine Ausgabe, die er nur dann rcstloS lösen kann, wenn er sich auch mit jenen Vereinbarungen dauernd und eingehend befaßt, die auS diesen FriedenSverträgen hervoraegangen sind. Lind dazu gehören in erster Linie die Minderheitenkonventionen. um die ftch die Siegerstaaten bisher so gut wie gar nicht gekümmert haben, so dast fortgesetzt die nationalen Minderheiten in allen Ländern, namentlich aber die vom Reich los- getrennten deutschen Volksteile, sich über ihre Entrechtung und Bedrückung beklagen mußten, Es ist wohl auch nicht zu viel vom Völkerbund verlangt, sich endlich einmal energisch dem Schutze der Minderheiten zuzuwenden. Was sagt Paris dazu? Unbegründete Erregung. — Antwort auf Elsatzdeüattc. Paris, 4. Febr. (TU.) Die französische Dbendpresse kommentiert teilweise sehrerregt das Vergangen Stresemanns, die Minderheitenfrage vor den Völkerbund zu bringen und behauptet foflar, daß die Initiative des deutschen Außenministers eine direkte und drohende Antwort auf die Elsatz-De- batte in der französischen Kammer darstelle. Der „Intransigeant" ist der Ansicht, daß Stvese- mamt die Minderheitenfrage zu ungeeignete r.Zeit aufrolle. Stresemann aber habe seine Pläne. Die Verhandlungen der Sachverständigen würden schwierig sein. Deutschland beging damit eine drohende Haltung einzunehmen, die seiner Meinung nach die Alliierten nur veranlassen könnte, ihren deutschen Schuldner zu schonen. — Der „Temp s" ist mit der Vertrauenskundgebung Stresemanns zum Kellogg-Patt im Reichstag, die er als lobenswert bezeichnet, zufrieden, bedauert aber, daß der Außenminister die Minderheitenfrage in einem Augenblick an- schneidet, in dem diese 3u heftigen Streitigkeiten führen werde. Deutschland hoffe, ans dem Vorgehen der deutschen Minderheiten die größten Vorteile für die Entwicklung seiner Politik in Europa zu ziehen. Der ungekrönte König von Flandern. (trotze Autonomistcukundgebung i» Antwerpen. Antwerpen. 3. Febr. (SU.) Am Sonntag land in Antwerpen zu Ehren des kürzlich aus >em Zuchthaus entlassenen Flamen- f ü b r c r s B 0 rms eine große Kundgebung taff. Es ist bemerkenswert, daß genau am gleichen Tage vor elf Jahren, nämlich am 3. Februar 1918, während der deutschen ‘Belegung eine Kundgebung der Autonomisten in Antwerpen (tätigetunben hat. die zu lebhaften 'degenkundge'öungen führte. Die Kundgebung am heutigen Sonntag verlief ohne Zwischenfälle. Am ‘Somittag fand im Rubens-Palast eine große Versammlung statt, an der etwa 5300 Personen tei(nahmen. Aus dem Podium batten der rlämenfüh-rer Borins und seine Frau sowie lbO Aktivisten, die in Belgien verurtci t nach ■ Holland flüchteten und am Sonntag zum c r ft e n -Haie wieder auf belgischem Boden iwaren, Platz genomrrci. Bonns wurden große lHuldigungen dargebpachi, er wurde von den be- nciitcrte i Zuhörern mit B:umen überschüttet. Deutschlands Propaganda im Ausland. Stresemann antwortet auf poincares Zahlenphantasien. Berlin. 2. Febr. (Privatmeldung.) Deichs- minifter des Aeuhern Dr. Stresemann äußerte sich heute vor Vertvetern der Preise zu den Ausführungen, die der französische Ministerpräsident in der Kammer über die angebliche Höhe deutscher Propagandafonds gemacht hat. Aach dem hier vorliegenden Wortlaut hat Poincare erklärt, daß diese Fonds 91 548 720 Marl g e ch 660 Millionen Franken betrügen. Gr hat hinzugefügt, daß die Arbeitsvereinigung für die Ausrech er Haltung d s Deutschtums bei der Verteilung dieser Amds selbstverständlich nicht vergessen werden würde. Da aus diesen Ausführungen der Eindruck entstehen konnte, daß eine solche oder auch nur eine ähnliche Summe für — wie Herr Poincare sich , ausgebrückt hat — Zwecke des Panger- , manismus ausgegeben werde, gab Minister j Stresemann die ® tat titel bekannt, die über- j Haupt für Propaganda in Frage kommen, in denen aber nicht Mehrausgaben für das Ausland eingeschlvssen sind. Diese Etatspositioneni sind: Bei der Reichskanzlei 822 000 Mark, wovon aber nur 300 000 Mark der Reichskanzlei zur Verfügung stehen, während die übrigen 522000 Mark den Etat der Reichszentrale für Heimatdienst ausmachen. Auswärtiges Amt: Der geheime Fonds von 6 Millionen, ferner 2,4 Millionen für die Förderung des Aachrichten- wesens im Ausland, im Inland 416 000 Mark und 6 Millionen für die Pflege humanitärer und kultureller Beziehungen im Ausland. Don diesen 6 Millionen sind aber von Dornigerem 4,5 Millionen für Schul-Wecke festgelegt. Reichsministerium des Innern: 2 Millionen zur Unterstützung besonderer kultureller Aufgaben im Interesse des Deutschtums, Reichsminifterium der besetzten Gebiete insgesamt 4 Millionen, davon 3 Millionen für kulturelle Fürsorge in den besetzten Gebieten und eine Mn- lion für besondere Zwecke. Im ganzen beträgt die Summe, die für- Propagandazwecke in Frage kommt, 21638 000 Mk. Dabei ist zu beachten, daß die aufgeführten Titel in den Etats der Reichskanzlei, des Reichs- ministeriums des Innern und des Ministeriums für v!>ic besetzten Gebiete nur für Inland- zwecke in Frage kommen. Außerdem ist bei den Fonds des Auswärtigen Amtes $u beachten, daß die 41/, Millionen, die für Schulzwecke festgelegt sind, kaum als Propaganda mittel angesehen werden können. Diese 41/» Millionen sind übrigens eine Summe, die wesentlich geringer ift als das, was andere Länder für diese Zwecke ausgeben. Schließlich kann man auch die Gelder für d i e besetzten Gebiete kaum als Propaganda auffassen; denn schließlich sind die besetzten Gebiete Teile des Deutschen Reiches, die besonderer Pflege bedürfen. — In Berlin ist nicht bekannt, worauf Herr Poincarb seine Berechnungen gestützt hat. Es wäre wünschenswert, wenn er darüber noch Aufschluß geben würde. Da zumal befürchtet werden muß, daß die Angaben Poincares bei den Märzverhandlungen des Völkerbundes über die Minderheit en- srage eine Rolle spielen, ist es notwendig, sofort Klarheit zu schaffen. Borms umarmte alsdann die flämischen, holländischen und südafrikanischen Aktivisten. Aach der Eröffnungsrede des Präsidenten der Aktivistenbewegung erklärte Borms: Ich habe mit der Besatzungsmacht zusammen- gearbeitet, habe aber nichts unternommen, waH zugunsten dieser Macht ausgelegt werden könnte. Die Aktivistenbewegung wollte lediglich die sich darbietende historische Gelegenheit für die Befreiung Flanderns ans- n ü tzen. Nachdem Borms darauf hingewiesen hatte, daß der König sein Versprechen, den Flamen ihre Rechte zu geben, nicht gehalten habe und nachdem er insbesondere an dem Verhalten der sogenannten „passiven" Aktivisten Kritik geübt hat.e. entwickelte er sein Progrannn. das in der Forderung gipfelte, Flandern e i n e p 0 l i t i s ch e A u 10 n 0 m i e i n n e r- halb einer ..G r 0ß -AiederIa nde" zu geben. Das sei indessen ein noch in der Ferne liegendes Ideal, aber während man auf die Verwirklichung dieses Ideals warte, mühten die Flamen auf eine vollständige politi - s ch e Autonomie hin arbeiten. Aach dieser Versammlung veranstalteten die Flamen einen großen 11 m 5 n g durch die Stadt, an deni schätzungsweise 15 000 Personen mit Hunderten von zahnen und zahlreichen Musikkapellen teilnahmen. Die flämischen Studenten der älniversität Löwen bildeten eine besondere Gruppe, die etwa 600 Personen umfaßte. Die Studenten beteiligten sich trotz des Verbotes, nicht mehr an den Kundgebungen zugunsten des Aktivismus teilzunehmen. da sie der Auffassung find, daß ihnen diese Dcrvflich- tung nur unter besonderem Druck a b - genommen worden ist. An der Spitze des Zuges marschierte Borms. In seinem unmittelbaren Gefolge befanden sich zahlreiche alte F l a m e n k ä m p f e r. Die Teilnehmer versammelten sich später auf dem Platz, an dem das Versammlungslokal der Flamen liegt. Borms Ein mißlungener Rechtfertigungsversuch. Paris, 3. Febr. (Tel.) Die Kanzlei des französischen Ministerpräsidenten veröffentlicht eine Rote, in der die angeblich von deutscher Seite falschverstandenen Stellen der Rede Poincares noch einmal wiedergegeben werden. Die ungeheuerliche Ziffer von 94 Millionen Goldmark. die von deutscher Seite für Propagandazwecke im Jahre 1927 ausgegeben sein soll, sucht Poincare aus einer wahllos zusammc n- gestellten und teilweise unverständlichen Aufzählung der verschiedensten Budgetposten des Jahres 192? zusammenzurechnen. Es erscheinen u. a.: Heimatdienst, Informationsdienst rn Deutschland, Sachverständigenreisen ins Ausland, Pressedienst, dem scher Informationsdienst im Auslände, wirtschaftlicher Informationsdienst im Aus lande, deutsche Werke im Ausland?, Hilfe für Auslanddeutsche, ferner dasH i l f s k v m i t e e für die deutsche Wissenschaft allein 28 Millionen Mark, Arbeit im Interesse des Drutsch- tums (Innenministerium), Hilfe für die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesenen innerdeutschen Gebieten (37.5 Mill.), Ausgaben zur Verteidigung der Kultur der besetzten Gebiete, vorübergehende Hilfe für Grenzbewohner. Zum Schluß muh auch noch die Technische Aot- Hilfe herhalten, um die phantastischen Errech- nungen des Herrn Poincares als berechtigt erscheinen zu lassen. * Diese Rote Poincares ist nicht im geringsten geeignet, die Erklärungen Dr. ©trefemannß in Beantwortung der Ausfälle des französischen Ministerpräsidenten in der Kammer am vergangenen Freitag abzuschwächen. Im deutschen Reichs haus < halt ist genau umschrieben, für welche Zwecke die für Propaganda angewendeteu Posten verwendet werden. In kinem einzige, Fall kann von Auslandpropagnnda tm Sinn der Ausführungen Poincares gesprochen werde. . Der Hinweis auf den Posten zur Verwendung i m innerdeutschen Gebiet muß gcra&egü lächerlich wirken. Reue Allfstandsdeweguug in Spanien. Truppen meutern in Valencia. — Reue Verhaftungen. pari», 3.Jebr. (prio.-Tel.) Reisende, die von der spanischen Grenze kommen, berichten, daß ein leit der Garnison von Valencia sich erhoben habe und daß die Lage im allgemeinen al» ernst angesehen werde. Infolge dieser Nachrichten fand vergangene Rächt Im Kriegsministerium in Madrid ein eiligst zusammen- berufener Kabinettsrat statt mährend der 1 Innenminister eine Beratung mit den Direktoren der Sicherheitspolizei abyielt. Der „3onrncrtM- Korrefpondent in Madrid will in der Lage sein, über die Ereignisse in Valencia folgende Gerüchte wiedergeben zu können: Lin Offizier im Generalsrang habe an der Spitze eines Teiles der Truppen der Garnison Valencia versucht. Sanchez Guerra zu befreien. Aber Streitkräfte'benachbarter Garnisonen hätten eingegriffen und seien der Aufständischen Herr geworden. Es sei jedoch Blut geflossen. Um zehn Ahr gestern abend seien die Führer der Armeekorps der Garnison Madrid zusammenberufen worden, um die Mitteilung neuer Nachrichten aus Valencia enlgegenzunehmen, und hätten dem König Treue geschworen. Angesichts der gegenwärtigen Lage werde der frühe« Ministerpräsident Sanchez Guerra von dem Obersten Gerichtshof abgeurleilt werden. Die Lage sei in feiner IBeife geklärt. Die Truppen aller Garnisonen würden in Kasernen in Bereitschaft gehalten; die Zensur werde strenger denn je durchgesührt, und dies erscheine um so nohven- d'iger, als auch innerhalb der Marine eine gewisse Erregung sich seslslellen lasse. Die Regierung habe deshalb, um tatkräftig in den Gang der Ereignisse einzugreifen, beschlössen, den Generalleutnant Sanjurjo mit der Ermächtigung nach Valencia zu entsenden, alle Zivil- und MiK-- tärbehörden, die nicht unbedingt zirverlöffig seien, abzusehen und neue Ernennungen vorzunehmen Der Generalkapiän non Valencia, General Castro Girona ist von General Sanjurjo a b g e s e h t worden. Er wurde im Auto nach Madrid geschafft und ins Militärgefängnis von San Franzisko gebrollht. Gestern wurden noch andere höhere Offiziere feffgerommen, darunter bH Generäle Agailera und Eabanellas, dergleichen wird die Verhaftung des ehemallgen Prfl-I fidenten des Rationalkongresses, v l l l a n u e 0 a. gemeldet. Bei seiner Ankunft in Valencia nahm General Sanjurjo Kenntnis von den Erklärungen Sanchez Guerra s. Er setzte den Zivilgouverneur und den Bürgermeister von Valencia wieder in ihre Aemker ein. Den Journaliffen von Valencia erklärte ec gestern nachmittag, daß die Ordnung wieder hergestellt fei. Es scheint, daß ein Generalstreik wegen der vom General ergriffenen energischen Maßnahmen nicht 5 am Ausbruch kommen wird. Selbstmord der Verurteilten von Ciudad Real. Paris, 3. Febr. (WB.) Dem „3ournal" wird aus Hendahe gemeldet: Aus verlässigen Quelle verlautet, daß die in Ciudad Real wegen Teilnahme an der Aufstands- 0ewequng zum Tode verurteilten höheres Offiziere Selbstmord begangen haben; selbst zeigte sich auf dem Balkon des Lokales und war Gegenstand endloser Huldigungen. Während des ganzen Zuges begleitete eine zahllose und sich sympathisch verhaltendeMenge dieTeilnehmer. Unter den zahlreichen Plakaten, die tm Zuge getragen wurden, ist besonders eins mit folgender Inschrift bemerkenswert: „©em Flamenführer Borms, dem ungekrönten König von F l a n d e r n.“ Die Deutschen in der Tschechoslowakei. Nach Svehlas Rücktritt. Berlin. 4. Febr. (Priv.-Tel.) In derTschschv- slowakei hat sich ein Personenwechsel vollzogen. Der bisherige Ministerpräsident Dr. Svehla ist zurückgetreten und durch den Minister für nationale Verteidigung, til drez al, ersetzt toorbeit Ob das mehr als ein Personenwechsel. ob das auch ein Sy st em wechsel ist, fann erst die Zukunft lehveit. An sich würde sich Svehlas Ausscheiden aus der politischen Laufbahn ganz natürlich erklären. Er ist seit länger als anderthalb Jahren krank und praktisch schon aus seinem Amt seit dieser Zeit ausgesch-altet. Wenn man ihn trotzdem so lange Frielt. dann ge* sch-r?i >r» ©Wüfxemox ewner O*iii otdeett a woftifl. O otdtcKt eKtge» »Schnee "Rtf wirer .©Windstille «O> sde ttKhte» Op ö «tssige' Söasudwtsi q tiOreacne* tordeic* Oh p!CII< fliegen mn atm winde Oie oedtn Stationen itencnaen ttn geoen die Temperatur an. Die Limen veroind«» Qru eH-dieKMM ^,1 neertMiHU ematrecnaetto Uittdrucl Wettervoraussage. Wettervoraussage für Dienstag Etwas ab|' vächender Frost: vielfach nebelig-wollik trocken. Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags —6,' Grad Celsius, abends —12,7 Grad Celsius: am 4. Februar: moraens —17,4 Grad Celsius. Maxi mum —6,5 Grad Celsius, Minimum —17,8 Grad Celsius. — Erdtemveraturen in 10 Zentimeter Tieft am 3. Februar: abends —- 4,9 Grad Celsius: am 4. Februar: morgens —5 Grad Celsius. — Sonnen- |d) einbau er 8K Stunden. °eüer. MA * und d »In JU tilttt tof «?®t>tr ZS i^| KsS ogefroren. e>» neuer «M. «int 6t- l'U-ltlu. M« KqdC, 'Cs* °"N erfrören, “ntn teiliDtife «> DM. M llchnrr ^grn SiiMhkn, K ^Merfdtungj. der Mte- igvfrotett. $ai^ I auf es« tu» ird) baj glaßüdjt Pfahlbauten die eine biiber > das klar, Nz e. Ioniern g-W 5 erkannt toetirn ’n Vdrlanopel g#idt prehdienLes N eingettoffee. scheu MrÄwPef bneit Dersuchr. r fehlgeschla. da pymda. im stürzte ein «st >u< infolge Steuer» . Ss ist bis jch ifalfen mnS Beben Battement «reiz' ein ähnlicher Urx ti zvei ÄaeV über eine Drücke d)t Nchen. 'S*’ ;ti, W anbttt üftut» einem alter em olornäuSstrahe «v Umfang annahw lafenbei 6 4 l a p ige Maurer QHW. am. Die SOjäpng« »Aheitig ins §r« i?im ersten ictet sich nut dM 4 auf die 6tt<$ teilt verden könnt« [KflcnJ nach Haust nen forigetnotfem- Eel di« 8I°TI geletzt W' lückss. .0 t». S^ien^ I ^v\ Mit» V2 / 0 iA MW war. diese zu pfleg ex mtb ihnen den Haushalt zu führen. Nur auf diesen Umstand sei ihre Abwesenheit von Obbornhofen zurückzuführen. Der R r e i e- ausschuß des Greises Gießen al» Derwaltungs- acricht erster Instanz gab in seiner Sitzung vom 29. Dezember 1928 der Klage statt und stellte gleichzeitig fest, daß die Klägerin zur Teilnahme am Ortsbürgernutzen berech- t i g t ist. Gegen dieses Urteil legte die Gemeinde Obbornhofen Berufung an den Provinziaiausschuß ein mit der Begründung, daß bei der heutigen großen Wohnungsnot niemand Aroci Wohnungen hoben lall und daß die Klägerin doch ihre Wohnung in Obbornhofen auf geben sollte. Wenn nicht der All- mendgenuß bestünde, würde Frau Ruppel ganz sicher ihre Wohnung in Obbornhofen aufgeben. Der Provinzialausschuß, der sich eingehend mit dieser Angelegenheit beschäftigte, wies die Berufung der Gemeinde als unbegründet ko ft en- pflichtig zurück und setzte den Streitwert auf 927,50 Mark fest. Zur Lösung -er deutschen Frage. Die Studentenschaft unserer Universität und die Deutsch Oesterreichilche Arbeitsgemeinschaft veranstalteten am Mittwoch einen Werbeabend der akademischen Ortsgruppe des B. D. A. Gießen, an dem Professor Dr. Eibl (Wien) „Grundsätzliches zur Lösung der deutschen Frage" dar- legte. Dav deutsche Gewissen sprach hier nicht aus dem Munde eines Reichsdeutschen. Es war die Stimme eines Oesterreichers, der sich durch Sprache, Bilduna, Schicksal und Geschichte unserer Bolts- gemeinschaft eng Derb 'wistert fühlt. Dr. Eibl begann danüt, uns die Dolxutung Oesterreichs für das deutsch« Doll ui historischei: Betrachtung ins Bewußtsein zu rufen. Er erinnerte an das Oester- oder Ostreich, das von Karl d. Gr. gegründet war, in dem daS Stammschloß der Habsburger stand, die sich .deutsche Kaiser" nannten. Gr sprach von der Ostmark, di« den deutschen Landen gegen den Ansturm des Islam zum Bollwerk gedient. And ist in der alten Sage von Etzel, Kriemhild« und Dietrich von Bern und im Gudrunliede nicht abermals jener Leitgedanke von der Zugehörigkeit zum deutschen Bolle geprägt? Was heute Oesterreich für Deutschland bedeutet, daS betrachtete Eibl, der wirtschaftlichen Einstellung unserer Zeit entgegenkommend, vor allem vom wirtschaftlichen Standpunkte aus. Er zeigte, wie di« Zersetzung einzelner Teile unteres Landes, durch und zugleich gegen den Willen der Entente, nicht zum Fluch, sondern zur segensreichen Verwirklichung des grotzbeutschen Gedankens führen muß. Er glaubt, daß die Fetzen Landes, die uns an der Ostgrenze belassen, da sie allein lebensunfähig sind, in Deutsch-Oesterreich hineinwachsen müssen. ES wird sich ein mitteleuropäischer Block von neuem bilden. Die Strategie des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland wird eine Zollunion und einen wirtschaftlichen Austausch zu erstreben haben. Und sobald dann daS nötige Kapital in daS verarmte Oesterreich fließt, wird es produktiv: seine Wasserkräfte und Bodenschätze werden gebührend auSgenutzt werden können, was auch Deutschland zugute kommen wird. Doch trickst nur in wirtschaftlicher Beziehung wäre eine Vereinigung beider Länder zu begrüßen, auch tn ideeller Hinsicht kann Oesterreich Deutschland etwaS bringen. Denken wir nur an die den Oesterreichern eigene, vornehme Liebenswürdigkeit. jenes Einfühlen in die Seele deS anderen, das allein zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit 6er Menschen führen kann! Was den Verkehr der Völker übereinander anlangt, so sollten wir unS von der Einsicht leiten lassen, daß nicht RützlichkeitSprinzipien, sondern groß« Ideen die real« Macht in der Politik sind! And wieder können wir aus der Geschichte Deutschösterreichs lernen: Mag auch seit der Aefor- marttm tm konfessionellen 0e6«w Mw Kompromiß zu ermöglichen fein, ein großer Gedanke auS der Regierungszeit KaclS V. kann unS heut« weiter- he.fen: die 2de« vom Weltreich! Wenn auch tm 19. Jahrhundert der großdeutsch« Gedanke dem lleindeutschen weichen mußte. waS Bismarck erahnte, erstrebte, es muß und wird einst zur Wirklichkeit werden. Mag eS in letzter Seit unserem Volle manchmal an politischer Taktik gefehlt haben! Ts hat dafür politische Genialität be- wtesrn: daS durch Krieg und Devolution zermürb!« Volk hat dennoch ben Staat gehalten. Das ist das Werk des deutschen und damit 2iSmarcksch«n Geiste»! Hnb in dem Anschluß Oesterreichs an diesen Staat ist DiSmarckS Taktik vollendet. WaS hilft es aber, daß vir von unserer Susammengehörigkeit überzeugt sind, wenn wir dieses Recht nicht an maßgebender Stelle gellend machen? Dec Vertrag von DersallleS. der unS scheidet, beruht auf der erpreßten Lüge von unterer Alleinschuld am Kriege. Diese Lüge von unserer Schuld ist widerlegt, der Vertrag ist damit hinfällig. Run ist eS Zeit, mit unserer Llcüerzeugung Ernst zu machen, daß die wahre Ordnung im Abendland nur auf dec Grundlage des Rechts bestehen kann? Durch di« Rot sind wir gezwungen, ReueS zu bilden. Schaffen wir also auS dem Rettungswerk an den uns gelassenen Minoritäten die langersehnte Versöhnung der Völler! Vor 1000 Jahren war daS deutsche Voll auSersehen. Führer des Abendlandes zu werden, heute hat eS das Recht und die Berufung, Europa eine neue Verfassung zu geben. „Streben wir darnach mit der Wacht deS WUlenS. der Glut des Gefühls und der Kraft des Glaubens, fo wird Groß- Deutschland zur Hochburg und zum Mittelpunkt des Abendlandes!* So klang der mahnende Weckruf SiblS auS, dec bei der begeisterten Studentenschaft In dem Deutschlandlied brausenden Widerhall fand. Bornotizeu. — Tageskalender für Montag. 117er Wonatsversammlung. 8 llfjr bei Kamerad Emil Steck, Hammstraße. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: .Der Kampf ums Matterhorn". — Astono-Lichtspiele: .Unter falschem Verdacht". — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Rächsten Donnerstagabend Lichtbildervortrag von Privatdozent Dr. Sauten* fach über .Reifen und Studien in Portugal". (Siehe Anzeige vom Samstags — Di« Gießener Studentenschaft veranstaltete am vorigen Mittwoch einen Werbe- abcnd für die »Akademische Ortsgruppe des D. D. QL“ bei dem Prof. Dr. Eibl. Wien, sprach. An tiefem Abend traten als neue Mitglieder 60 Personen der Ortsgruppe bei, die nunmehr aus 90 Mitgliedern und den hiesigen Korporationen besteht. ** Gefchaftsjubiläum. Heute begeht die Firma Gustav Sonntag. Tabakwarenhandlung und Bersandgeschäst, ihr 40jähriges Geschästs-Ju» bUäum. Die Firma wurde im Jahre 1889 von dem Kaufmann Gustav Sonntag, der heute noch Inhaber des Geschäfts ist, gegründet: sie hat fuf) zu einem für Gießen und Umgegend bekannten Zigarren-Spe- zialaeschäst entwickelt. ** Aus dem Gießener Standes- amtSregister Es verstarb«« in der Zeit vom 15. bis 31. Januar: 16.: Karoline Wihner, geb. Müller. Witwe, 67 Jahre alt. Heniselstr. 2; Karl Rudolf Lehr, Schveibgehilfe, 29 Sabre alt. Kaiser-All« 27; 17.: Marie Höhl, oh>« Beruf, 76 Jahre alt, Sicher Straße 74; Heinrich Setzer, Polizeiwachtmeister, 59 Sabre alt, Gutenberg- stvaße 14; Satob Geisel, Arbeiter, 68 Jahve alt, Sellersweg 32; 19.: Georg Wilhelm Eic^nauer, Fuhrunternehmer, 30 Jahve all, Walllorstr. 48; ft: 9*®. 9QI, TBtrtoe ti Jahr« all. Kirchenplatz 18; 24.: Fram Joseph AloiS Johann Müller, 5 Monate alt, Lichcr Straß« 74; 25.: Hermann HauSwald. Oberkellner. 50 Sahre all, Dleichstraß« 16; 26.: Margcwete Kruse, geb. Qambmarai, Witwe, 87 Jahve all. Licher Straße 74; 27.: Mari« Susanne Karoline Scheel, geb. Bob. Witwe. 55 Sabre alt, Mühte stvaße 24; Henriette Grünewald, geb. Därmann. Wllw«, 83 Sabve alt, veihoesterner Weg 42 B_; 28.: Rosemarie Triller, 4 Sah« alt, Wiesecker Weg 44; Sohann Wilhelm Waas, Metzgermeister. 81 Jahre alt, Bahnhofstraße 60; Meta von Kltp- ftetn, ohne Beruf, 90 3aß« all, Frankfurder Strafte 13; Magdalene Zahn, Köchin, 76 Sahre all. Bahnhofstraß« 67; 30.! Erna Anna Seide. Kvankenpflegerin. 21 Sah« alt, Am Steg 13. •• Führertagung des Sungöcut- fchen Ordens. Man berichtet uns: Gestern, Sonntag tagten tm Hotel Kohler die Führer* kapitel der ftmgdeulschen Einheiten Hessens und Hesfcn-Rafsaus. Die hiesig« Brudetichast des Jungdeutschen Ordens hatte ebenfalls zum Kapitel gerufen, um zu den Beschlüssen des Hoch- kapitelS Stellung zu nehmen. .Unter der Parole -Aktivierung der nationalen Mitte" will der Sungdeutsche Orden im Jahre 1929 daran arbeiten, die Kräfte aller staatsbejahenden und nationalen Staatsbürger wachzurufen, um diese der gesamten Ration nutzbar zu machen. Gemäß dem weiteren Beschlüsse deS Hochkaptlles. im Sahre 1929 drei größere Tagungen zu veranstal' ten, wurde bekanntgsgeben, daß die für Westdeutschland geplante zu Pfingsten tn Dortmund ftattfinbet. Für Gießen und die benachbarten Einheiten steht der am 22. März stattsindende öffenlliche Vortrag des Reichspressewartes August Abel im vordersten Interesse, Seinen schweren Verletzungen erlegen ist am EamStagnachmittag in der Chirurgischen Klinik der 62 Sahre alte Wühlen- besitzer Wilhelm Weigel von der Sorget Sie bei Allendorf (Lahn). Der bedauernS- ; Wann war, wie am Samstag berichtet, auf der Landstraße bei Allendorf von einem Auto überfahren und am Kopf« schwer verletzt worden. •• Kindestötung. Zu unserem Derichi vom Samstag über die Auffindung einer Kindes» le ich« im Keller eines Hauses in Löbers Hof erfahren wir heute noch, daß die am Samstag vorgenommene gerichtsarztliche Sektion der Leiche ergab, daß.daS Kind nach der Geburt gelebt hat. Hiernach käme also Kindestötung in Betracht. Ein Strafverfahren gegen die KindeSmutter wurde eingeleitet. ** Auftrieb auf dem heutigen Frank futter Schlachtoiehmarkt: 280 Ochsen. 76 Süllen, 536 Kühe, 254 Färsen, 383 Kälber, 146 Schafe, 5056 Schweine. berliner Börse. Berlin, 4. Febr. iWTB Funkspruch.) Heute am Montag war im Frühoerkehr wie immer die Spekulation äußerst zurückhaltend, und von einem Ge schäft konnte noch nicht die Rede sein. Selbst Kurse waren noch ni-bt zu hören, so daß man sich schwer ein Bild von der Stimmung machen konnte. fcSmit dem wird Ihr nCli|JVll Haar am schönsten! Hatte ste richtig gehörtf kfawohl! Tatsächlich gibt «S 28 verschiedene Magalsuvven. Und sie — die erfahrene Hausfrau — kannte bielan« nur drei Sorten. Schnell überlegte sie, daß man fo fast jeden Tag tm Monat eine andere nute Suvoe auf den Tisch bringen könne. Sie setzte ihren Gedanken in die Tai um und kochte unter genauer Beachtung der einfachen Kochanweifung auch noch andere Maagtfuvven. Alle mundeten vortrefflich, jede baue ihren natürlichen Geschmack. 246D «ns der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 4. Februar 1929. Provinziaiausschuß-Sitzung. Der ProvtnzialauSschuß Oberhes- f tn beschäftigte sich In seiner öffentlichen Sitzung «, Samstag zunächst mit dem Gesuch deS Landwirts Karl Arnold in Alsfeld um Erlaub- näS zum Betrieb« einer S ch a n k w i r t f ch a f i uit DranntweinauSschank. Der Ge- neinberat Alsfeld hatte dem Gesuch stattgegeben utb die DedürsniSsrage bejaht. Hiergegeu erhob cxrGa st Wirteverein AlSfeldundllm- g e b u n g Beschwerde an den KreisauSschuß des lkceiseS AlSseld und beantragte Ablehnung des ^onzessionsgesucheS. Zur Begründung führte die- ler an, daß di« übrigen Wirtschaften, die infolge wirtschaftlicher und steuerlicher Lasten einen schweren Existenzlampf zu führen hätten, durch .^onzessionterung weiterer Wirtschaften sehr geschädigt würden. Auch luge das HauS des Gesuchstellers ganz außer« beilb der Stadt AlSseld, so daß die polizellich« Kontrolle in bezug auf Feierabend und Stinte iierbot sehr erschwert sei. Der Kreisaus- ! ch u h deS Kreises Alsfeld lehnte in seiner Atzung vom 6. Dezember 1928 das Gesuch man- Bedürfnisse» ab. Gegen diese Entscheidung ■-erfolgte der Gesuchsteller durch anwaltliche Vertretung Berufung an den Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen. Sn der Derufungsbegrün- i)ung wurde geltend gemacht, daß die Begründung, 6U bei der Entscheidung des Kreisaus- IHusse» angeführt sei, nicht als überzeugend an* Eben werden könne. Der Gemeinderat e di« Bedürf niSf rage bejaht. Fast llich« Gast- und Schankwirtschaften seien auf timem verhältnismäßig Keinem Flächeninhalt tm 3tmern der Stadt Alsfeld üertellt DaS Stadt- kiertel, in dem der Gesuchsteller wohne, habe leine Wirtschaft. Die beantragte Schankwirtschaft Hege nach jeder Seite zirka ein Kilometer well D»n der nächsten Schankstätte entfernt Ferner belänix sich in unmittelbarer Rähe der Wohnung tes Gesuchsteller» der neu angelegte Sportplatz te» Sportvereins Alsfeld. Für die vielen De- lucher diese» Sporwlatze», die auch zum Teil auS ben benachbarten Landorten kommen, bestehe tm Sommer und Winter nach ein-, zwei- und mehr- tündigem Aufenthalt tn Hitze, xälte oder Rässe bat Bedürfnis nach alsbaldiger Erfrischung und krvärmung. Diesem Bedürfnis könne nur eine in der Räh« liegende Schankwirtschaft genügen. Außerdem würde daS in Frage stehende ©tabt- iiertel — die sogenannt« Rambach — immer Weiler auSgebaut, so daß daS bereits vorhandene Tebürfnid Im Lauf« der allernächsten Zeit well irLher sein wird. Der Provinzialaus- Ichu tz gab der Berufung statt und erteilte unter Aushebung der Entscheidung de» KreiSausschus- leS de» Kreise» Alsfeld die nachgesuchte W i 11 - Icha f tSkvnzesfton. Die Kosten deS 3kr- laßren» wurden dem Derusungslläger auferlegt und der Streitwert auf 2000 Mark festgesetzt. SUs weiterer Punkt der Tagesordnung wurde be- te«dell die Klage der Georg Ruppel VI. Witwe m Obbornhofen wegen Entziehung des ürimenbgenuffefl. Der Gemeinderat in Ob- •omhofen hatte durch Beschluß vom 7. Januar 1928 Vr Georg Ruppel VL Witwe den Allmendgenuß 'tr Gemeinde Obbornhofen entzogen, mit der Be- r anbunn daß Frau Ruppel seit vier Jahren nicht n.'hr in Obbornhofen wohne, ihren ganzen Betrieb gestellt, die Räume tn ihrem chause zum großen teil vermietet und durch Unterstellen von Möbeln vruifot habe. Rach längeren Verhandlungen erhob )it Frau Klage im Verwaltungsstreitverfahren. Zur ?c Gründung führte sie an, daß sie in den letzten .ihren durch Erkrankung ihrer beiden Töchter, die in Gießen und Bad-Rauheim wohnen, gezwungen WAS VERLANGEN SIE VON IHREM WAGEN? und sagen Sie uns dann, ob Sie einen Wagen finden können, der Ihren Idealen noch näher kommt I Vergleichen Sie dieses wertvolle Objekt mit seinem außergewöhnlich niedrigen Preis! 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Freitag, den 8.d.2N., vormittags VAO Uhr, werden versteigert: 10621) Buchenstammholz fm: Klasse 3 38, blasse 4 42, Klasse 5 13. Lichenstammhol; km. Klosse 2 6, Klasse 3 30, Klasse 4 25, Klosse 5 18, Klaffe 6 3. ülesernslammholz fm: Klaffe 2b 3. Achkenstammhotz sw: Klasse la, Klasse 1b, 2a 7. Fichtenderbstange: 1. Klosse 1 Stück, 0,09 fm. Zusammenkunft am Abtrieb, Ecke Wohnbacher Weg und Judenpsad. Auskunft erteilt Herr Förster Oberheim. Rockenberg, und Las Foistornt. Friedberg, den 1. Februar 1929. Hessisches Forstamt Friedberg. Zagdverpachtung. Donnerstag, den 14. Februar 1929, vormittags 10 Uhr, wird im holet „Deutsches haus" (am Lahnhof) zu Friedberg in Hessen die 3agb in dem 368 Hektar großen Rockenberg Oppervhosener Markwald auf eine weitere Bestandszeit von zwölf Jahren össenlllch verpachtet. Der Jagdbezirk ist von den Bahnstationen Rockenberg und Oppershofen aus leicht zu erreichen. Nähere Auskunft erteilt das Forstamt. Friedberg, den 30. Januar 1929. _______Hess. Forstomt Friedberg. (10581) Zagdverpachtung. Samstag, den 9. Februar 1929, nachmittags 4 llhr, rmrd auf hiesiger Bürgermeisterei die der Gemeinde Trohe zu- stehende Iagd auf sechs Jahre verpachtet. Trohe, nm 1. Februar 1926. Hessische Bürgermeisterei Trohe. Schmidt. 1061D Hunker & Ruh- Gasherde und -Kocher empfiehlt wo* LbgarSorrmann,Lisenwaren Bullenverkaus. Nächsten Dienstag, den 5. Februar L X nachmittanr 2 Uhr, soll auf hiesiger Bürgermeisterei ein fetter Dulle vergeben werden. Angebote sind schrifllich pro Zentner Lebendgewicht abzugeben. 9940 Bedingungen werden vor dem Termin bekanntgegeben. Besitzer lunger Simmentaler Zuchtbullen wollen fid bei unterzeichneter Bürger, meisterei melden. Steinbach, am 30. Januar 1929» Hessische Bürgermeisterei Krämer. im 54. Lebensjahr entrissen. Cafe Astoria Villlngen, den 2. Februar 1929. 1063D Büfett erhältlich. 0410 morgens Wellfleisch mit Kraut. 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Ab heute bis aui weiteres täglich 4, 6 und 8.30 Uhr: Wegen des zu erwartenden großen Andrangs zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nach- mittagsvorstellungen besuchen zu wollen. AlleyergrünstiininL'en sind aufgehoben! Freikarten haben keine Gültigkeit. Jugendliche zahlen in den Nachmittagsvorstellungen ermäßigten Eintrittspreis. Wenn Sie nach AMERIKA auswandern wollen, so fragen Sie zuerst unseren Vertreter, der Ihnen kostenlos Auskunft über die Einreisehestim mungen, Beschaffung des Visums u. a. erteilt und Ihnen bei der Platzbelegung behilflich ist WHITE STAR LINIE Vertreten durch Getir. Jallmann, Gießen, Bahnholstr. 8B, Tel. 1642 und Bago Schneider, BQillngan, A. Hel er'sebe Bnobhtndlnng, Bahnhofstraße 5, Telephon 18 und Hermann Löb, Butzbach, Grießler Straße 9, Telephon 312 2795V Schmücker hält stets was erverspricht a£3?aHUmWllll ................ L IIHII Morgen Dienstag 1u8od MWM MMen mit SWkkWvg. ES ladet ein Karl Faber. Deutscher Hof. 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Dmwoaüerllri "yÄnWen! no*mUf bürget hatten den Ungarn jede Selbständigkeit gegeben, sie konnten sich frei entwickln und wenn trotz alledem die kulturelle Entwicklung hinter den madjarischen Wünschen zurückblieb, so war es gewiß nicht Schuld Der Könige! Ganz gewiß war es nicht nur Kaiser Karl, der für Ungarn eine ausgesuchte Liebe empfand, es waren dies fast alle Habsburger, insbesondere Kaiser Franz Josef, dessen Gemahlin und Kronprinz Rudolf (Der Preuhenfeind) aus letzterer 3cü 1 Mit Ausnahme Der staatserhältenden Deutschen trugen alle anderen Völker wenig oder nichts bei zunij Staatshaushalt, desto mehr verlangten sie unD' wurde ihrem nationalen Sonderinteresse, stets zum Rachteil der Deutschen, mit besonderem Verständnis und väterlicher Huld, von feiten der Krone Rechnung getragen. Daß seinerzeit Kaiser Franz Josef Deut ganz unvernünftigen Verlangen der Madjaren, die ungarische Armeesprache nr Ungarn einzuführen, im Interesse Der Schlag- fertigfeit nicht entsprach, empörte das nationale Empfinden dieser Ungarn sehr und aus solchem Richtigkeiten leiteten sie geringes Verständnis und Mangel an Liebe zum ungarischen Volk« von feiten Der Habsburger ab. Em« einzige Wahrheit ergibt sich aus der Geschichte Der Habsburger, daß sie mit Ausnahme Josef II. für ine Deutschen fein besonderes Verständnis hatten, wohl aber für Die übrigen Völker, insbesondere aber für die Ungarn! Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 1 Ahr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. rnr ■■■———a—mwibtt ■■■■——»mm»—m Ich im Eilmarsch nach Rom. Wieder weg. Schließlich ist mirs zu Dumm geworden und ich bin umgekehrt." Ich wollte ihn trösten: „Anderen ists wohl auch nicht besser gegangen, und auf Regen folgt Sonnenschein. ‘ »Oder umgekehrt, wie ich allerdings kurz vorher eine rechte Freude hatte, daß ich Don Hanni- balü Zug über Die Alpen noch einen faftigert Fetzen erwischen konnte. Ich machte einen Ausflug m Den Bergen und sitze behaglich am WalÄ- vand und frühstückte. Da kommen Sie. Ein Elefant nach dem anderen. .Wie ist der Weg?' frage ich Hanniball .Passabel,' kommt es zurück, .nur immer links halten, sonst verlaufen Sie sich. „Und dieser Rebukadnezar, mein Herr, hat er wirklich Gvas gefressen?" .Richts als Gras, mein Ehrenwort! Lieber Junge,' so sprach ich zu chm, ,es mag ja gesund sein. Aber wenn Du so auf allen Vieren herumkriechst, ists ein gtn^ abscheulicher Anblick. Da war der Roah ein anderer Familienvater, das dürfen Sie glauben^ Rührend als Gatte, zärtlich noch als Uraroh- vaier. Dabei viel Sinn fürs Praktische. Richt vergessen, grandioser Erzähler von Anekdoten. „Bon Adam wußte er wohl manche Schnurre?" „Von Dem brauchte er mir nichts zu erzählen. Da wußte ich selber Bescheid." „Im Eden gingS wohl toll zu?" „Drunter und Drüber. Am schlimmsten haben es mein Freund Adam und die Person getrieben. Alles mit Maßen, hab ich ihm oft gesagt. Hätten Die Leutchen auf mich gehört, wäre das ganze Trara nicht entftanDen." „Gewiß hat Sie auch mit manchem Affen ein schönes Freundschaftsband verknüpft." „Darum tuts mir leid, daß wir jetzt Abschied nehmen müssen. Morgen geht es nach der ewigen Stadt. Weilte ganze Zukunft steht auf Dem Spiel. Wenn wir uns Wiedersehen, erinnern Sie mich, wo wir stehengeblieben sind. Leben Sie lang." Rach diesen Worten entfernte er sich Ich mühte aber lügen, wenn ich behaupten wollte, daß er durch einen Rauchfang oder in einer Versenkung verschwand oder auch nur einen mäßigen Geruch von Pech und Schwefel zurücklieh. Und wenn ich chm wieder begegne, werde ich ihm nichts um Die Ohren schlagen, ihm auch das Maul mit Nichten stopfen. Denn ich Habs später beim Mauthner bestätigt gefunden, was er mir vom Helligen Thomas erzählt hatte. Sapperlot, ich will die Ohren spitzen, wenn er mir «us der Zell erzähll, Da er auf allen Vieren ging und sich kreischend und behend von Ast zu Ast schwang. Einweihung eines neuen LlniveMs-Znstiiuts. Eine schlichte, würdige Feierstunde vereinigte dm Samstagnachmittag eine stat.liche F-est- gcmeinde zur Einweihung des Neuen Geologischen undPalävntolog e s ch e n Insticuts der Universität im Horsaal ?et> ncuerstandenen Gebäudes. das sich bekanntlich auf dem Grundstück des früheren Garmsonlaza- retls in der Braugasse befindet. Die hessische Staatsregierung war durch Ml- n'.sterialdirektor Urstadt vertreten, als Abge- sandte Des Landtages waren die Abg. srl. Birnbaum. Kelter und Mann zugegen, die Stadt Gießen vertrat Oberbürgermeister Tr Keller, in Vertretung Sr. Magnifizeiiz des Rektors war Prof. Dr. Rosenberg erschienen ferner die Dekane mehrerer Fakultäten, -.ahlreich: Professoren, der Vorsitzende der choch- schnlgcscllschait Provinzialdirektor Graes, Vertreter der Studentenschaft. Oberbaurat Kuhlmann für das Hess. Hochbauamt, Obcrbergrat Köbrich sür die Hess, obere Bergbehörde. Rbteilungsdirektor Bros. Dr. Weißerinel als Vertreter der Preußischen Geologischen Landes- anstalt in Berlin. Prof. Dr. Diehl als Ver- tretet der Hess. Geologischen Landesanstalt in Darmstadt, sowie zahlreiche weitere Gäste aus Handel und Industrie, insbesondere aus dem Bergbau usw. VerInflituts-irektor Pros. Dr.Sarraffowih leitete die Einweihungsfeier mit einer Ansprache ein. in der er dem Wunsche Ausdruck gab. daß diesem schönen Hause eine ewige Jugend im Dienste der Wissenschaft und ihrer Lehre zur Heranbildung eines tüchtigen Nachwuchses beschieden sein möge. Aach der Begrüßung der Festversammlung führte der Redner in seiner Ansprache u. a. noch folgendes aus: Die Geologie gehört zu denjenigen Wissenschaften. die in besonders enget Berührung mit Oer Praxis stehen und in dauernder gegenseitiger Befruchtung mit dieser arbeiten. Die WifsenschaftderGeologiehatsich gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Bergbau entwickelt. So bilden den Ausgang geologischer Vorlesungen in Gießen solche über Bergbau. Don 1768 bis 1775 war sogar ein regelrechtes Bergkollegrum an Der Universität vertreten. Von 1790 bis 1810 las Ludwig Emmerling über Vergweriswissenschaften. Die Mineralogie wurde in dieser Feit meistens von Medizinern gelesen. Nachdem 1818 Zimmermann als a. o. Professor Der Chemie und Mineralogie auch Geologie und Gevgnosie gelesen hat, wurden regelrechte Vorlesungen von August v. Klip st ein abgehalten. der von 1836 bis 1867 ordentlicher Pro- sesfvr für Mineralogie und Geologie war. Neben Klipstein wirkten noch andere Dozenten, wie Ettling. Dieffenbach. Knop, so daß besonders in Den Jahren 1852 bis 1862 eine reiche Vorlesungstätigkeit stattfand und Themen behandelt wurden, wie: Flora der Dorwelt, Petre- saktentunde. Mineralquellen. Bodenkunde, die erst sehr viel später wieder Dertretung fanden. Schon damals herrschte dauernde Raumnot. Die ursprünglich im alten Schloß untergebrach- icn Sammlungen waren in Der alten Klinik, in Dem alten Ilniverfitätsgebäude am Brand und die Schausammlungen im ehemaligen Kanzleigebäude unteracbracht. Dazu kamen die Privatsammlungen Klipsteins, die leider nach seinem Tode trotz .Befürwortung der Universität von Der Regierung nicht angekauft wurden. Unter August Streng, der von 1867—1894 als o. Professor für Mineralogie und Geologie tätig war, wurde ein Mineralogisches Institut zur Pflege beider Wissenschaften begründet. das 1879 in dem damals neuen Vorlesungsgebäude untergebracht wurde. Bis 1928 blieben Die Jnstitutsräume im Dorlesungsgebäude. Ursprünglich aus einem Sammlungssaal, einem Hörsaal. Laboratorium. Dozenten- und Praktikantenzimmer bestehend. Während Streng, der seiner HaMürichtung nach Mineraloge war, besonders in seinen letzten Jahren sich mehr geologi- schen Arbeiten zuwandte, stand unter Reinhard Brauns 189-* -1906 die Mineralogie im Vordergrund. Crß unter Erich Kaiser 1906 bis 1920 trat Geologie wieder mehr hervor. Streng. Brauns und Kaiser waren die einzigen Fachvertreter für Mineralogie und Geologie seit der Feit Ktippsteins. Don 1910 an traten allmählich Prwatdozenten hinzu. 1919 wurde eine außerordentliche Professur für Stratigraphie und Paläontologie gegründet, und 1920 trat bei dem Weggang Erich Kaisers nach München eine neuartige Trennung ein, wobei eine ordentliche Professur für Geologie und Paläontologie und eine ordentliche Professur für Mineralogie und Petrographie gegründet wurde. 1926 wurde das bisherige Mineralogische Institut in zwei selbständige Institute getrennt, doch konnte die Trennung sich erst 1628 auswirken, als das Geologische und Paläontologische Institut seine jetzigen neuen Räume bezog. Schon von jeher waren die Räumlichkeiten, die Der Mineralogie und Geologie zur Verfügung standen, knapp. Aber erst Reinhard Brauns versuchte nachdrücklich einen Neubau zu erreichen. 1897 wurde Der erste Antrag gestellt, der in drn folgenden 27 Jahren immer wiederholt, schließlich ein dickes Altenbündel ergab. Im Frühjahr 1914 war die Regierung bereit. Der Krieg hatte Di» Ausführung Der Pläne unmöglich gemacht. Trotz- Dem wurde nach dem Kriege Die Notwendigkeit einer Beschaffung neuer Räume immer wieder betont, und im Frühjahr 1925 machte Herr Ministerialrat Löh le in den Vorschlag einer Unterbringung im alten Garnison-Lazarett, das durch das Entgegenkommen Der Stadt Gießen in den Besitz Der Universität übergeganqen war. 5m Anschluß an Die Einführungs-Ansprache des Institutsdirektors hörte man den Festvorirag von Prof. Dr. Orevermann-Zrankfurt am Main über das Thema „Universität und Mu (e u m a l s Bildungsstätte". Der Vortragende, dem das Senckenberg-Museum in Frankfurt seine internationale Berühmtheit zu verdanken hat und der als Fachmann auf dem Gebiete des Museumswesens weithin bekannt ist, konnte aus reichsten Erfahrungen als Museumsleiter und als Unioersitätsprofessor sprechen. Er fordert eine innige Verbindung zwischen den Universitäten und den breiten, bildungshungrigen Volksschichten, Beseitigung der bisher zwangsläufig sich in dieser Hinsicht ergebenden Isolierung der Universitäten; Um- und Neugestaltung der grundlegenden Gesichtspunkte bei der Veranstaltung der Schauen in den Museen, mit dem Ziele, auch hier dem echten Bildungsbedürfnis des Volkes und dem Streben nach voller Erkenntnis der Dinge gerecht zu werden. Das Volk in weitestem Umfange soll alle Möglichkeiten erhal- tcü, aus allen guten Quellen sich selbst das Wissen und eine gediegene Fachbildung zu holen. Daraus ift nicht nur für das Volk, sondern auch für die Universitäten und Museen guter Nutzen zu ermatten, da beide durch ihre neugestaltete belehrende Tätigkeit Dann populärer werden. Die Sorge um unser Volk, um unsere Bildung und um die Zukunft der Menschheit muß bei dieser Umgestaltung als treibender Faktor wirken. (Lebhafter Beifall.) Eine Ehrenpromotion. Nach dem Dortrage sand durch den Dekan der Philosophischen Gesamtfakultät, Prof. Dr. M o m - bert, die Ehrenpromotion des Oberbergrats Carl Köbrich (Darmstadt), „des bewährten Leiters der hessischen Oberen Bergbehörde, der die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis seit langen Jahren erfolgreich förderte, der sich durch eigene wissenschaftliche Arbeiten um die Erforschung der Geologie Hessens und der Geschichte des hessischen Bergbaues in vorbildlicher Weise verdient ge macht hat ', zum Dr. phil. statt. Der ZnstitiMSIreklor Prof.9r.6«rraff owitz erläuterte hierauf den Instituts-Neubau, wobei er auch Dem Hessischen Hochbauamt in Gießen und insbesondere dem Oberbaurat Kuhlmann für die großen Mühewaltungen bei diesem Bau herzlich dankte. In seiner Erläuterung sagte der Redner u. a.: Das Geologisch-Paläontologiscl)e Institut ist in einem Flügel an das alle Garnisonlazarett untergebracht. In Dem Hauptgedäude befindet sich Das Forstinstitut. Der Grundriß für den Bau war Dadurch gegeben, Daß in einiger Entfernung von Dem Hauptgebäude eine gut ausgebaute Baracke stand und der Flügel in Den DazwischenliegenDen Raum gesetzt mürbe., Im ErDgeschoß Des Flügelanbaues befindet sich durchgehenD Das Agrikulturchemische Institut. Aus dem Grundriß ergab sich, Daß Das Geologisch-Paläontologische Institut in vier Stockwerken untergebracht werden mußte; Da der Raum aber nickt ausreichte, wurden Teile Des alten Gebäudes zu Hilfe genommen. Die Schwierigkeit der Verteilung über mehrere Stockwerke konnte Durch glückliches Zusammenarbeiten mit Regie- rungsdaurat von der Leyen unter Oberleitung von Oberbaurat Kuhlmann überwunden werden. Freilich muß hervorgehoben merben. Daß Die Mittel nicht sehr groß waren. Trotzdem ist es infolge intensivster Durcharbeitung der Pläne und aller Einrichtungen gelungen, ein ansprechendes und ausreichendes Heim zu schaffen. Freilich ist die Einrichtung aller Räume noch nicht erfolgt und wird noch manche Mittel erfordern. Im Keller befinden sich außer Abstellräum- Uchkeiten die Werkstatt, Die Dunkelkammer und ein großer Präparierraum. Das erste Obergeschoß ist wesentlich dem Unterricht gewidmet. Hier befindet sich der Hörsaal mit 92 Sitzen, der dank einer (Stiftung Der Mannesmann-Röhren-Werke mit einer elektrischen Verdunklung ausgerüstet werden konnte. Ein großer Heller Uebungsraum ist vorhanden, in Dem Die zahlreichen Lehrsammlungen für Formationskunde und die allgemeine Geologie, für Paläontologie und Verwitterungslehre untergebracht sind. Der mit Sammlungsgegenständen geschmückte Gang ist so gehalten, daß er für Uebungszwecke mitbenutzt werden kann. Außerdem befindet sich in diesem Stockwerk noch ein Dozentenzimmer. Das zweite Obergeschoß ist hauptsächlich der Verwaltung gewidmet. Hier befindet sich das Direktorzimmer, dessen Möbel zum Teil durch Frau Thoms entworfen worden sind. Zu dem Direktorzimmer gehört ein Laboratorium und ein auch für die allgemeine Benutzung dienender Zeichen- und Ardeitsraum. Außerdem befinden sich hier das Geschäftszimmer, die Bücherei, das Zimmer des ersten Assistenten und ein Dienstzimmer. In mehreren Räumlichkeiten ist hier mit Erfolg von indirekter Beleuchtung Gebrauch gemacht. 3m dritten Obergeschoß befinden sich das chemische Laboratorium mit dem Waagenzimmer, ein Zimmer für Doktoranden und Das Zimmer Des zweiten Assistenten. In den Zwischenstockwerken sinD noch ein Schleif- und Schneideraum und ein Präparierraum untergebracht. Die Sammlungen des Instituts erstrecken sich über einen großen Teil Der ehemaligen Speicherräume De 8 alten Garnisonlazarettes. Bei Der Aufstellung Der Sammlungen sind neue GrunDsätze $ur AnwenDung gebracht. Da Die Raumverhältnrsse nur Nein sind, war es von vornherein ausgeschlossen. in Der Schausammlung einen vollstem- Digen ilcbctblid über Das Gesamtgebiet Der Geologie unD Paläontologie zu geben. Die Paläontologie ist. wie sich aus Der früheren Desetzuirg Der Professuren ergibt, bisher nur wenig gepflegt worben, infolgedessen ist auch nut wenig Sammlungsmaterial vorhanden, unD einen vollständigen Uefcer&lid zu geben, ist in absehbarer Feit ganz ausgeschlossen. Aber ganz abgesehen Davon ist es, wie sich aus zahlreichen anDeren Instituten ergibt, fast immer unmöglich, einen vollstänDigen ilcberblld über Das Gebiet zu geben. Jnfolge- Dessen Ist in den Sammlungen ein anDerer Grundsatz verfolgt worden. In Dem ersten Raum, für den Die Schränke noch fehlen, soll eine geologische Heimatsammlung untergebracht werben. Die für einen großen Kreis Interesse bietet. In Dem Hauptraum gelangen Diejenigen SammlungsgegenstänDe zur Dauernden Schaustellung, die im Institut genau bearbeitet worden sind. Auf diese Weise enthalten die Sammlungen Material, das an anderen Stellen nicht zu sehen ist. Da Die o. Professur für Geologie unD Paläontologie wohl als einzige in Deutschland Die frefonDere Pflege Der chemischen Geologie zur Aufgabe bekommen hat, ist ein großer Teil Der Sammlungen Diesem GegenstanD gewid- met. Mit ausgewählten Profilen wirD Die Verwitterung erläutert. Weiter ist, wie man wohl sagen kann, in einzigartiger Vollständigkeit das Gebiet der Aluminiumerze zur Ausstellung gelangt. Fahlreiche graphische Analysendarstellungen erläutern Das ausgestellte Material. Daneben sind die in der Nachbarschaft von Gießen so reich vertretenen E i s e n Manganerze und die Roteisensteine ausführlicher dargestellt. Der mittlere Teil des Raumes ?jt hauptsächlich Den schönen Floren der Tertiärzeit gewidmet. Schließlich sind die bekannten Ausgrabungspunkte der Höhle von Treis und Der älteren Steinzeit, sowie Werkzeuge des altsteinzeitlichen Menschen aus Südfrcmlreich ausgestellt worden. 3m wesentlichen hat die Sammlung schon jetzt die Form, die sie beibehalten soll, wenn auch im einzelnen manche Verschiebung noch eintreten wird und Icine vollständige Durcharbeitung in der bisher zur Verfügung stehenden Feit noch nicht möglich war. Es ist aber nach Möglichkeit versucht tuor« uijManiiw n iiii—miwniMiWUji wtryz.yrjrwA-m/a. jli LES VMmZv! Vornan von J. Schneiber-Foerstl. Urbeberrechtsschiitz Oskar Meister, Werdau i Sa 62. Fortsetzung 'Nachdruck verboten Es war immer wundervoll gemütlich, wenn .f\urt Hettingen besuchen kam, sogar Schwester Elisabeüi wurde etwas lebhafter und beteiligte ich rege m Gespräch. Cr saß auf Ioachims Betteanb und hielt die Knic getreuz., während seine Hände sich darüber Detfd)r.irftcn. Sogen 0;c, Schwester Elisabeth, würden S'e mich auch pflegen, wenn ich das Gl ick hätte, so hilflos zu sein, 'wie jetzt Achim es ist. zu fein?" ..Gewiß, Herr Diebow!" „Allen Ernstes?" „Aber ja!" . Es müßte wundervoll sein! Ich werde mich nach einer möglichst langwierigen, aber ganz- 'id? schmerzlosen Krankheit umsehen, Schwester! Dann werde ich Sie vorn Arzte als Pflegerin verlangen." * Ein flüchtiges Lackeln glitt über ihr Gesicht. .Wir wissen es besser, Herr Baron! Richt?" faßte sie gütig und rückte ihm das Kissen bequeme zurecht. „Man soll nie mit Dem Schicksal spielen. Herr Diebow." Ohne sich umzusehen, ging sie aus dein Zimmer. ..Was hat sie?" verwunderte sich Kurt. Nichts, mein Lieber! Aber wenn jemanD so viel an .Krankenbetten zu tun hat, nimmt er icDce leichtsinnige Wort ernster, als ein an- Derer?" ..War das leichtsinnig, was ich gesagt habe?" Ja, Kurt! UnD wäre cö ein Engel, der dich pflegen ichncf, wenn du traut bist. Du segnest die Stunde, in der du dich wieder gesund fühlst'" „Ich will mir die Lehre marken, Achim!" Als Schwester Elisabeth ihrem Patienten am nächsten Tage die Kleider aus dem Schranke holte und sie fürsorglich über Den Stuhl legte, sah er fie verzweifelt an. Die Baronin kam unD strich zärtlich über seine abgemagerten HänDe. „Gott segne Deinen ersten Schritt, mein Junge." Durch einen Besuch, der eben eintraf, wurde sie aus dem Zimmer gerufen. Die Schwester half Hettingen sich anzickleiden, kniete nieder und streifte ihm Socken und Schuhe über. Sich erhebend, reichte sie ihm den Arm. Schwer, mit zitternden Füßen hing er daran, machte einige Schritte, schüttelte den Kopf und lieh sich wieder in das Bett zurückbringen. „Haben Sie Geduld, Herr Baron!" Er sah, wie ihr die Tränen in die Augen schossen. „Ja. nicht wahr, Schwester, solch eine Ohnmacht ist wirklich zum 'Deinen!" Ohne Den Körper zu regen. Drehte cr DaS Gesicht zur Seite. UnD wieder gingen die Tage. Vier weitere Wochen gleiten vorüber. Weihnachten verbrachte cr bereits außer Bett. Dann tarn der ccste Ausgang ins Freie! Jankes hatte den geschlo!- feneu Wagen geschickt. Am Fenster stehend, sah ihm die Schwester nach, bis er nicht mehr zu sehen war. Ihre Finger lagen ineinandergefaltet. „Herrgott, ich danle dir! Nun will ich jedes Opfer bringen, was du mir noch im Leben auferlegft" An einem strahlenden hellen Waczmorgen trat Hettingen Das erstemal wieder in das Arbeitszimmer des Kommerzienrates. „Lieber Baron! Nun sind Sie uns also wieder geschenkt!" Jankes Rechte umfing Die feine mit festem Drucke. „Ich gehe morgen nach Capri. Die Leitung Der Werke lege ich vertrauensvoll in Ihre HänDe. Lasse« Sie Kurt Die Zügel nicht zu locker. Er muh endlich arbeiten lernen. Ich habe ihm befohlen, Die Arbeitsstunden mit Ihnen zu teilen, aber er hat sich geweigert mit Der Begründung, Dann käme er nie vor nachts elf Uhr aus dem Bureau. Sie würden bis Mitternacht nicht Feierabend machen. Damit nun kein Streit entsteht, mochte ich Sie bitten, rechtzeitig aus Dem Bureau zu gehen, damit mein Sohn nicht streikt." Hettingen versprach es mit einem stillen Lächeln. Und dann lief alles wieder den gewohnten Gang. Schwester Elisabeth weilte noch immer in der Villa, sie war unentbehrlich geworden. Kam Ioachim vom Dienste, so nahm sie ihm schon im Flur Hut und Mantel ab. Bei schlechtem Wetter lag alles in seinem Zimmer bereit, um jeder Erkältung vorzubsugen, sein Organismus war noch immer sehr empfindlich. Er empfand es beschämend, daß sie jedesmal vor ihm kniend die Bänder seiner Schuhe löste, ihm die Socken abnahm und neue überstreifte. Einmal kam er ihr zuvor, lieh ein Auf stöhnen hören unD vermochte sich kaum mehr znrückzu- bcugen. Eie erschrak über Die Maßen. Cs war eine momentane Verrenkung des verletzten Hüftknochens. Zwei Tage Massage von ihren Händen, dann war es vorüber. „Ich werde zeitlebens ein Kindermädchen brauchen!" sagte er mit etwas Aerger in bee Stimme. Sie sah ihni mit einem stillen Vorwurf ins> Gesicht. Er schwieg beschämt. — „Können Sie es noch aushalten bei mir unleidlichen Menschen?" trug cr eines Abends, als sie ihm ein Glas Wasser ans Bett brachte. Ihre Lippen zuckten kaum merklich. Wit einem leisen „Gute Nacht. Herr Baron", ging sie nach ihrem Zimmer, Das neben dem seinen lag nur eine Tür trennte sie von ihm. Er faß noch wach, sühlte keinen Schlaf isttD nahm eines Der Bucher zur Hand, Die auf feinem Nachttisch lagen Der Inhalt interessierte ihn nicht. Gelangweilt klappte er es wieder zu. Draußen schien ein Gewitter über Dem Tal zu, stehen, denn ab und zu glitt ein fahler Lichtreflex durch das Zimmer. Er fühlte eine unerklärliche Depression, stand auf und ging nach dem Fenster, es zu offnen. Ein leichter Windhauch strich herein und gab dm, nicht durch die Fülle der Objekte zu wirk«.' sondern durch lodere Ausstellung auf farbigem UntergrunD einen lleberblick zu ermöglichen. (Ein guter Gesamte.«druck. In allen Räumen des Instituts ist versucht worden, die Nüchternheit fernzuhalten. Die farbigen Wände und Einrichtungsgegenstände erwecken einen freundlichen und anheimelnden Eindruck. Zur Durchführung des über mehrere Stockwerke verteilten Betriebes ist ein elektrischer Lastcn- aufzug vorhanden, der alle Geschosse verbindet. Ebenso befindet sich in jedem Stockwerk ein Fern- sprechanschluß. der die Verbindung der Räume untereinander, sowie mit dem Amt ermöglicht. Insgesamt ist ein Institut geschaffen worden, das den modernen, vielseitigen Ansprüchen an ein geologisch-paläontologisches Arbeiten mit Erfolg gerecht wird. Rach einer Besichtigung der Räum - lichkeiten des Instituts fand fttt Gasthaus Hindenburg ein gemeinsames Abendessen der Festteilnehmer statt. Insgesamt hatten sich zu Der Feier rund 100 Personen eingebunden. Industrie- und Handeiskammer Friedberg. WSN. Friedberg, 2. Febr. Die erste Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Friedberg im Iahre 1929 stand unter Dein Vorsitz von Kommerzienrat Langsdorf. Die Ergänzungswahlen im Dezember 1928 haben Die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder gezeitigt. Neu eingeführt wurde Herr Gg. Friedr. Schwörer, Laubach. Der erste Punkt der Tagesordnung — Neubildung der Kammer und Wahl der Ausschüsse — ergab die Wiederwahl desPräsidiumS. das sich wie folgt zusammen setzt: Vorsitzender Kommerzienrat Langsdorf, Friedberg; stellvertretender Vorsitzender Kaufmann Philipp Müller, Bad-Nauheim; stellvertretender zweiter Vorsitzender Kaufmann Louis Hirsch, Friedberg; Rechner ist wiederum Kaufmann <3mit Rothschild, Friedberg; Beisitzer Die Herren Krauß unD Hartkopf, Bad-Nauheim. Di« einzelnen Ausschüsse der Kammer erhalten die gleiche Zusammensetzung wie im Vorjahre. Der Syndikus der Kammer, Notar Stahl, erstattete einen allgemeinen Bericht über Die wirtschaftliche Lage im Iahre 1 928 und bemerkte abschließend, daß die Reparationsverpflichtungen in der gegenwärtigen Höhe auf die Dauer nicht geleistet werden konnten. Syndikus Dr. Goebel verbreitete sich in eingehenden Ausführungen über die Tätigkeit der Karniner im besonderen. berichtete über die VertrcKrbesprechung der hessischen Industrie- und Handelskammern und hielt einen langen Vortrag über den Entwurf eines Steuervereinheitlichungsge- fetzes nach feiner Neufassung durch den Reichs- rat. Der Rescrcnt kam zu dem Schluß, daß die sofortige Furückführung der Realsteuerbelastung auf ein erträgliches Maß eine vordringliche Aufgabe der deutschen Steuerpolitik sei, die gleichzeitig mit der Vereinheitlichung des materiellen und formalen Rechts der Rcalstenern gelöst werden müßte. Syndikus Notar Stahl erörterte die neuerdings zutage getretenen Bestrebungen, die auf eine Beeinträchtigung des freien Spiels der Kräfte in der Entwicklung deS Kraftwagenverkehrs abzielen. Die Vollversammlung war einstimmig der Ansicht, daß Eingriffe in die bestehenden Wettbewerbs- Verhältnisse unter keinen Umständen stattfinden dürfen und daß die Uebcrtragung einer monopol- artigen Stellung int Krastwagenverkehr auf bestehende Verlehrsunternehmungm k.inesw g? zu billigen sei. Das Plenum war fernerhin der Auffassung, daß der Einzelhandel auf die Umsätze in den letzten zwei Stunden am heiligen Abend müsse verzichten können. Die seitherige Regelung müsse beibeyalten werden. Auch beschäftigte sich die Vollversammlung mit dem Plan der Reichsbahn, D»3üge in Fern-O-Füge umzuwandeln. Die Kammer müsse sich gegen derartige Pläne wenden. Taten für Dienstag, 5. Februar. Sonnenaufgang 7.33 Uhr, Sonnenuntergang 16.56 Uhr, — Mondaufgang 5.04 Uhr, Monduntergang 12.20 Uhr. 1808: der Maler Karl pitzweg in München geboren; — 1861: der Luftschiffer August Parseval in Frankenthal (Pfalz) geboren; — 1881: der englische Sozialethiker und Geschick 'chreiber Thomas Carlyle in London gestorben. _________ seinen Nerven eine gew.sse Beruhigung. Dann schloß er cs plötzlich wieder. Ein momentan ein sehender Sturm riß Die Gar- Dinen halb vom Gestänge, ein Gußregen prallte gegen Die Scheiben. Blitz auf Blitz züngelte hernieder, und Die Schläge, Die Darauf folgten, oer- schwammen ineinander. Ob Schwester Elisabeth sich fürchtete bei dem grauenhaften Wüten der Elemente draußen? Er lehnte die Stirne an Die Scheiben und sah in den Garten hinab, in welchem sich Die schlanken Leiber Der Bäume in Zittern und Entsetzen bogen. Ein Lichtbündel. gleich einer Leuchtrakete, rann erbentoärtS. In der scharfen Helle, in welche eS Das ganze Gelände tauchte, erblicke er auf Drm Kieswege eine Gestalt, welche dem Tovr zuging. „Schwester Elisabeth!" Das Fenster klirrte, so heftig hatte er cs aufgerissen. Klatschend fuhr ihm der Regen ins Gesicht. Ein jähes Zusammenschrecken! Steheirbleibrnd sah sie zu ihm auf und ging Dann nach de.t Haus zurück. A.s sie in triefen Den Kleidern, mit nassem Haar und regendurchweichten Schuhen in den Flur trat, stand er schon vor ihr. Eine Türe öffnend, bat er sie einzutreten. Die matte Hölle der seiden- beschirmten Schreibtischlampe gab ihrem ohnedies bleichen Gesichte eine Totenfarbe. „Wollen Sie mir erklären, Schwester, was Sie bet diesem Unwetter in den Garten trieb?" Sie lehnte unweit deS Einganges gegen Die Wand und senkte das Haupt vor ihm. „Was muh ich tun, Schwester Elisabeth, um mir Ihr Vertrauen au erwerben?" Er stand ein paar Schritte von ihr entfernt imD umfaßte si- mit einem mitleidigen Blicke. Ohne ihn anzusehen, gab sie Antwort. „Ich habe gewartet, ob (Stott nicht Barmherzigkeit an mir übt--" „Unb Ihnen einen Blitzstrahl schick!" Ihr Schweigen war Bejahung. (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiet von der 314,6 312.4 270,7 (27; 31.5; 30 zeigten der Gemeinde em kleines sehen Vern, was während der Freiheit - beruht. Stücklein von Deutscher Meister für 1929: Gustav Muller, Dayrisch-Zell, Note 676,725. 1. Walter Glaß, Klingenthal, Rote 660,2. 2. Purkert, Polaun, Rote 642,7. 3. Franz Dauer, Dahrisch-Zell, Note 637,5. Meter). 2. Altersklasse. Plauen, Note 335.4 (21; 28; 27,5 omüinierter Lauf. Ozean schwerer ist, und dadurch liehe sich an die Stelle der bisherigen Theorien von der Schwere der Erdkruste ein genaues Ergebnis sehen, bas auf tatsächlich gemessenen Werten^ Meter). 4. Gustav Müller, Bayrisch-Zell, Bote (37; 36; 36 Meter). 5. Erich Recknagel, Oberschönau, Rote (34; 34; 39 Meter). 1. Altersklasse. 1. Dr. Ernst Daader, 'Berlin, Rote tage geaiflWtt tomfien war. Da Meter erste Versuch einer DogelSberger Winterlager»Freizeit über alle- Erwarten gut gelungen ist und Leiter wie Teilnehmer reich beschenkt hat. sollen auch in den kommenden Jahren weitere Freizeiten für unsere Vogelsberger Dorfjugend in verschiedenen Gemeinden stattfinden. Raab-Kahenstein bauen ein halbstarret Klem-Lustschiff. WSD. Kassel, 2. Febr. Die Raab- Katzenstein. Flugzeug ©. m. b. Sy Kastel, baut augenblicklich auf ihrem Kasseler Werk ein vom Ausland bestelltes und von IngenieurBa uct konstruiertes halb st arres Klein-Luft- schiff ,R. K. 27“, dessen Rauminhalt 1435 Kubikmeter beträgt. DaS Luftschiff, das eine maximale Geschwiirdigkeit von 70 und eins Retsegeschw.ndig- feit von 60 Kilometer in der Stunde hat, wirö' mit zwei 3S-ll5-Motoron auSaerÖltet. Das Luftschiff besteht aus einem Stahlrohrgerüst, besitz'- einen festen Kiel und kann in eine? daran befindlichen Gondel bi- 4 Personen einschließlich des Führers befördern. Die Gesamtnutztest beträgt 500 Kilogramm. Die Vre-nnstoffbehälter fassen für 10 Stunden Betriebsstoff, was einer Reich- weite von 600 Kilometer eitt spricht. Dieses Kleinlustschiff wird eine ßänge von 40 Metern, eine Höhe von 11,5 Metern und einen Durchmesser von 8,6 Metern erhalten. .R.K.27" soll Ende Mai sertiggestellt sein. Buntes Allerlei. Wolfsjagd bei Tivoli. Rom, die Stadt dir den Wolf im Wappen fuhrt, scheint noch immer für dieses sonst in der zivilisierten Welt auSgestorbene Raubtier eine gewisse Anziehungskraft zu besitzen. In der nahen Umgebung, bei Tivoli, nicht weit von der Villa Hadrians, sind dieser Tage zwei Wölfe geschossen worden. Die Tatsache, daß beide Tiere männlichen Geschlechts waren, gibt zu der Der- nrutung Anlaß, dah sich ein kleines Rudel diese, Bestien in dem dichten UnterHolz in der Rahe der Villa verborgen hält. Die beiden Tiere wurden an verschiedenen Tagen von den Hunder einiger Jäger aufgespürt, die In dieser Gegen!! auf Hasen pürschten. (Ein Volk traf der Namcnsuche. Der Beschluß der 'Regierung von Angora, ein Gesetz zu erlassen, das jeden Türken zur Annahme eines Beinamens zwingt, versetzt dieses schon durch die neue Schrift geplagte Volk hr neue Ausregung. Bisher gaben türkische Eltern ihren Kindern bei der Geburt zwei Ramen, und bet Söhn«, ist einer dieser Sternen gewöhnlich der eines Rachkommen des Propheten Mohammed oder eines Heiligen des Islam. Dadurch wird die Auswahl der Ramen sehr beschränkt und infolgedessen gibt es Zehntausende von Türken, die Mohammed Ali oder Hussein Husni uftc*1 heißen. Um sich nun von anderen Gleichnamigen äu unterscheiden, nimmt der Türke gewöhnlich später noch einen anderen Damen an. So hat ö- B. der Präsident der türkischen Republik, der zunächst nur Mustafa hieb, sich den Damen Kemal angelegt, als er auf der Schule In Saloniki war; er wühlte den Damen des Pros, Kemal, dessen Lieblings schiller er war. Bei den Deform«,, die das türkische Volk au8 leinen mittelalterlichen Zuständen in moderne Verhältnisse überführen wollen, hat es sich nun als notwendig erwiesen, dah jeder Türke einen Damen erhalt, durch ben er leicht von den andern zu unter*» scheiden ist. Der Direktor des neuen statistischen Amtes, ein Belgier, wurde bei der Durcharbeitung der Ergebnisse dec Volkszählung zur Ver- -wetflung gebracht, weil die Listen seitenlang immer wieder dieselben Damen aufwiesen. Dadurch ist eS zu unzähligen Verwirrungen und Verwechslungen gekommen. Die Armahme eines Beinamens soll die Arbeiten der Gerichte unb der Polizei vereinfachen, soll der Post helfen und wird sich in vielen anderen Dingen alS nützlich erweisen. Bei der Einführung der Damen soll darauf geachtet werden, dah nicht zu viel« Türken sich denselben Damen beilegen. Da» „tebenedijiet“ der Bienenkönigin. Zwei hervorragende kanadische Gelehrte, der berühmte Entdecker deS Insulin, Prof. Banti n g und Prof. Jackson, beide von der Uni- versität Toronto, beschäftigen sich jetzt mit der Untersuchung jenes besonderen „Gelees". daS von den Arbeitsbienen zur Ernährung der Bienenkönigin bereitet wird. Durch diese- „königliche Gelee" wird die künftige Königin deS Stockes in den Stand gefetzt, größer zu werden als die andern Bienen und einige Jahre länger zu leben, als die gewöhnliche Lebensdauer der Dienen beträgt. Die Dienenforscher sind in neuester Zeit zu der Ansicht gelangt, dah die Unterschiede der verschiedenen Kasten im Dienenstaat, der Königin und der Arbeiter, der Krieger und der Drohnen, weniger durch die Datur bedingt sind, als durch die Ernährung hervorgerufen werden. Jedenfalls muh die besondere Dahrung. mit der die Arbeiterinnen die auSgewählten Larven füttern, die zu Könginnen bestimmt sind, irgendwelche geheimen Kräfte besitzen. Die beiden kanadischen Forscher hoffen nun, duttch die genaue Untersuchung deS GeleeS den Geheimnissen dieses» „LebenSelexierS" der Dienen auf die Spur zu kommen und sie vielleicht zum Desten der Menschen verwerten zu können. Ein Unterseeboot zum wiegen der Erdkruste. Ein Holländer namens Meines-, der Mitglied der holländischen Geodätischen Kommission ist, hat ein Instrument erfunden, mit dem zum erstenmal Messungen der Schwerkraft auf dem Meere vorgenommen werden. Dr. Meines- hat diesen Apparat auf holländischen Unterseebooten ausprobiert. Jetzt ist ihm, wie in der .„Umschau" berichtet wird, ein amerikanisches Unterseeboot nebst zwei Begleitbooten zur Verfügung gestellt worden, um seine ganz neuartigen Untersuchungen in gröberem Mahstabe auszuführen. Ein unter getauchtes Unterseeboot ist viel ruhiger alS ein Schiff auf der Oberfläche, und mit dem neuen Apparat, der Dreipendel an Stelle des bisher gebräuchlichen Einpendels verwendet, kann man genaue Messungen deS Schwerefeldes ausführen, die zur Feststellung der Gestalt der Erdrinde nötig Nnd. Durch diese Arbeiten wird sich ergeben, ob das Gewicht unter Wasser dasselbe ist wie das der Erdkruste unter dem Land. Das würde bedeuten, dah die Erdrinde unter dem Hochschul-Skirennen auf dem Hoherodskopf. Die gestrigen Hochschul-Ski-Wettkämpfe auf dem Hoherodskopf, an denen die enen ersterer zweimal 40 Meter erreichte. Den weitest gestandenen Sprung erzielte Purkert, Polaun (Tlchechollowakei). mit 40,5 Metzer. Den Titel „Deutscher Meister 1 929" sicherte sich Gustav Müller. Bayrisch-Zell, mit der Rote 676.725. Die Ergebnisse: Sprunglauf. 1. Rudolf Purkert, Polaun, Rote 336.7 (38,5, 40,5; 39,5 Meier). 2. Walter Glaß, Klingenthal, Rote 336,2 (40; 39 : 40 Meter). 3. Kratzer, Rottuch, Rote 322,1 (35.5 ; 36,5; 40 nern Unterkunft und Verpflegung gefunden hatten. Zum Dank für die gastliche Aufnahme veranstaltete die Freizeit am letzten Tag einen Fa- milicnabcnb, bei dem Pfarrer v. d. Au einen packenden Vortrag über seine schweren Erlebnisse in fünfjähriger Kriegsgefangenschaft in Sibirien hielt und eine Rei^e anschaulicher Lichtbilder Zeigte. Schöne Volkslieder und Kanons, von Den Freizeitteilnehmern gesungen, umrahmten die Vorträge und -1-*— *— “—:-4- — 32 bis 35 Mk. Die drei Stämme bzw. Abschnitte der 5. Klasse kamen ein geringes höher. Die Preise für Werkholz sind gegenüber dem Vorjahre um 20 bis 25 Prozent zurückgegangen. Es herrschte beim Kaufe große Zurückhaltung, Kreis Alsfeld. * Brauers ch wend, 2. Fcbr. Auf dem Grundstück des Landwirts Georg Diehl brach heute Vormittag Feuer aus. Trotz der eifrigen Bemühun- gen der hiesigen Feuerwehr und der zu Hilfe geeilten Wehr von Hergersdors brannten die Scheune, der S ch w e i n c st a l l und ein Hol z- schuppen nieder, wobei ein Schwein mit sei- {einen Ferkeln umkam. Das Wohnhaus wurde durch die Flammen erheblich beschädigt konnte aber doch gerettet werden. Auf welche Ursache der Brand zurückzuführen ist, weiß man bis jetzt nicht. Kreis Lauterbach. * Ilbeshausen. 3. Febr. Eine Winterlager-Freizeit für Heranwachsende junge Männer unserer Vogelsbergdörfer fand hier statt. Sw war veranstattet und stand unter der Leitung von dem Landesjugendpfarrer der hessischen evangelischen Landeskirche, Lic. v. d. Au, Darmstadt, unter Mitwirkung der Pfarrer T r a b a n d t, Herbstein, und Strack, Ilb:shau e7i. Einundzwanzig ausw"rtige unbeine Anzahl Ilbeshäuser Burschen nahmen dauernd daran teil. Wit kurzer Andacht und ausführlicher Bibelbesprechung wurde jedesmal der Tag F. Sv. V. Frankfurt mit seinem 0:0 gegen den F. Sp. V. 05 Mainz einen weiteren Punllverlust, den er in der Hauptsache der Schuhunfähigkeit seines Sturmes verdankt. Allerdings spielten die Frankfurter fast während der ganzen zweiten Halbzeit nur mit zehn Mann. Union Riederrad scheiterte an der schweren Aufgabe, auf dem Idarer Klotz den 1. F. C. Idar zu schlagem Die Riederräder kehrten vielmehr mit einer unerwartet hohen Riederlage von 0:6 Toren nach Hause. Das Mannheimer Ortstreffen zwischen S. V. Waldhof und V. f.D. Mannheim endete mit 2:1 Toren knapp aber verdient zugunsten der Waldhofer, die hierdurch an die Spitze der Tabelle gelangten. D. f. L. Reu-Isenburg gegen Saar 05 Saarbrücken fiel aus. In der Gruppe Süd behauptete Schwaben Augsburg seine Spitzenstellung durch ein er- stcnnllich hohes 5:0 gegen S.V. 1860 München. Auch der Tabellenzwette, die Sp.Vgg. Furch, gewann mit 6:1 gegen den F. E. Freiburg sehr hoch. Eine Llcberraschung bedeutet der große Torunterschied allerdings nicht. Sehr knapp endete die Begegnung zwischen dem A. S. Rürnberg und den Stuttgarter Kickers. Die Rürnberger nutzten den Vorteil des eigenen Platzes aus und behielten mit 1:0 Toren Sieg und Punkte für sich. Der A. S. R. tauschte für diesen Sieg seinen vierten Tabellenplatz gegen den dritten der Kickers ein. Sieg Schmelingö über Risko. Beim 1 aummeter auf 33 bis 35 Mk., Bnchenknüppel ber Raummeter 11 bis 13 Mk. Duchenreisig je vier Raummeter 10 bis 14 Mk., Buche.istöcke der Raunrm.eter 7 bis 9 Mark. Die Preise für Brennholz sind in den £e;lcn Tagen weiter in bic Höhe gegangen, was in der Hauptsache auf die anhaltende Kälte zurückzuführen ist. Buchenstammholz 3. Klafte tarn je Festmeter 30 bis 32 Mk., solches 4. Klasse Wirtschaft. Oie Reichsbank im Zahre 1928. Die Reichsbank erzielte im Jahre 1928 einen Rohgewinn von 157,6 Millionen Mk. (gegenüber 149,06 Millionen Mark im Vorjahre). Die Zunahme entfällt fast ganz auf die Kreditgeschäfte der Bank und erklärt sich aus den gegenüber dem Vorjahre erhöhten Zinssätzen. 3m einzelnen haben die W-chseldistontgeschäfte 138,29 (130,71) Millionen Mark, die Lombardgeschäfte 3,91 (3,28) Millionen Mark an Rohgewinn gebracht, die übrigen Rohgewinnpositionen haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig geändert. Die Ausgaben betrugen 132,29 (123,00) Millionen Mk., und zwar entfallen auf die Derwaltungskosten 87,56 (75,09) Millionen Mark, auf die Herstellung neuer Banknoten 6 Millionen Mk. und auf Rückstellungen für den Delkrederefonds, für Notenneudruck und für Neubauten zusammen 38,74 (47,91) Millionen Mk. Es ergibt sich demnach ein Reingewinn von 25,38 (26,06) Millionen Mark, aus dem 5,08 (5,21) Millionen Mark in den gesetzlichen Reservefonds, 5,24 (5,51) Millionen Mark dem Reich zur Tilgung umlaufender Rentenbankscheine zufließen, 14,73 (14,73) Millionen Mark zur Verteilung einer D i - vidende von wieder 12 d.$). verwendet werden, während 0,33 (0,60) Millionen Mark dem Spezialreseroefonds für künftige Dividendenzahlung zugeführt werden. Die Gesamtumsätze betrugen 819 906 (729 930) Millionen Mark. Der unbelastete Goldbestand der Reichsbank belief sich am 31. Dez. 1928 auf 2 729 331 7221 (1864 643 108) Mark. Die zur Golddeckung des Notenumlaufs her- angezogenen Devisenbestände bezifferten sich am 31. Dezember 1928 auf 155 273 000 (281986 000) Mark. Der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen belief sich am 31. Dezember 1928 auf 77,47 (23,64) Millionen Mark, der Umlauf auf 529,9 (716,2) Millionen Mark, ohne die Bestände der Reichebank. Vom Reich begebene Schatzwechsel sind erstmalig Ende April 1928 im Betrage von 1 Million Mark hereingcnommen worden; amJah- resschluß war ein Bestand von 51,09 Millionen Mark vorhanden. Die sonstige Wechselanlage der Bank belief sich am 31. Dez. 1928 auf 2 627 357 000 (3 128 656 000) Mark. Wechsel und Scheck? auf das Inland wurden im Berichtsjabr in Höhe von 21058,29 (20174,83) Millionen Mark, Wechsel und Schecks auf das Ausland in Höhe von 3 491,19 (2 259,64) Millionen Mark, an die Reichsbank be- ?ebene Golddiskontbankwechsel in Höhe von 59,89 197,33) Millionen Mark, insgesamt also in Höhe von 24 609,36 (22 631,80) Millionen Mark ange- kaust. An Reichsbanknoten waren am Jahresschluß 4 930 069 000 (4 564 047 000) Mark im Umlauf. Die höchste Umlaufsziffer war die am Jahresschluß. Die Zahl der Beamten. Angestellten und Arbeiter der Dank hat sich auf 9885 am Ende des Be- richtsjahres (9938) vermindert. Als Eigentümer der Reichsbankanteile waren am Jahrcsschluß eingetragen: 9928 (9789) Inländer mit 100 352800 (100 520 500) Mk. und 1300 (1300) Ausländer mit 22 435 300 (22 267 600) Mark. Die Zweiganstalten haben sich durch Eröffnung zweier neuer Reichsbanknebenstellen mit Kasseneinrichtung auf 456 erhöht. Einberufung des Zentralausfchuffes der Reichsbank. Der Zentralausschuß der Reichs- bank ist für Montag. 4. Februar, zu einer Sitzung im Anschluß an die Generalversammlung einberufen worden. Reichöbankbericht vom 31. Januar. Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Januar hat sich die gesamte Ka- pitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten in der Altirno-- woche um 295,8 Millionen auf 1978,2 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 225,6 Millionen auf 1774,1 Millionen Mark, die Lombardbestände um 61,2 Millionen auf 101,9 Mill. Mark ongewachsen. Die Anlage in Effekten ist mit 93,3 Mill. Mark weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankschemen zusammen sind 693,8 Mill. Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 644,6 Millionen auf 4453,9 Mill. Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 49,2 Millionen auf 512,8 Mill. Mark erhöht. Dementsprechend sind die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 9,4 Mill. Marl zurückgegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 422,9 Mill. Mark eine Abnahme um 360,2 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen sind mit 2881,4 Mill. Mark, im einzeln.n Gold mit 2729,2 Mill. Mark, deckungsfähige Devisen mit 152,2 Will. Mark ausaewiesen. Die Deckung der Roten durch Golo allein betrug 61,3 Proz. gegen 71,6 Proz. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und dcckungsfähige Devisen 64,7 gegen 75,9 Proz. in der Vorwoche. * Die amtliche Großhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 30. Januar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 138,6 gegenüber der Vorwochs (139,0) um 0,3 Proz. gesunken. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,5 auf 131,5 Proz. (132,2) nachgegeben und die In- dexziffcr für Kolonialwaren mit 125,2 (124,9) um 0,2 Proz. angezogen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist mit 133,8 (133,9), diejenige für industrielle Fertigwaren mit 158,5 (158,6) leicht zurückgegangen. * Vereinigte Stahlwerke. Das abgeschlossene Geschäftsjahr brachte in den Haupterzeugnissen — Kohle und Koks einerseits, Roheisen, Rohstahl und Walzerzeugnisse anderseits — die bisher höchste Produktion, die in diesem Jahre zum ersten Male in voll durchrationalisierten Betrieben erzeugt werden konnte. Seit Bestehen der Gesellschaft sind insgesamt mehr als 275 Mill. Mk. lediglich für technische Umgestaltungen und Verbesserungen der Werksanlagen aufgewandt worden, während es gleichzeitig gelang, in weitem Umfange sowohl in der Produktion, wie im Verkauf und in der Verwaltung Vereinfachungen und Ersparnisse eintreten zu lassen. Der technische Ausbau der Werksanlagen und die Zusammenziehung der Produktion auf die leistungsfähigsten und am günstigsten gelegenen Betriebe wurde in Durchführung des Reubauprogramms planmäßig fortgesetzt. Insgesamt wurden im Berichtsjahr annähernd 150 Mill. Mk. für Reubauten und Betriebsverbesserungen und Erweiterungen ausgegeben. Etwas mehr als die Hälfte dieses Betrages (80 Mill. Mk.) wurde zur Durchführung des umfangreichen Kokerei-Reubau-Programms, sowie zur Erweiterung und Verbesserung der Schachtanlagen verwandt, der Rest diente zur Durchführung zahlreicher Reubauten und Betriebsverbesserungen auf den Hütten, Verfeine- rungswcrken, sowie bei deu Rohstoffbetrieben. Der Verlauf des Geschäftsjahres ist dadurch gekennzeichnet, daß die in ihm erzielte Produk- tionssteigerung durchweg auf die ersten sechs Monate deS Geschäftsjahres entfallt; lediglich in Koks ist die Erzeugung infolge des allmählichen Ingangsetzens der neuen Kokereien erst gegen Ende des Geschäftsjahres wesentlich gestiegen. In allen anderen Haupterzeugnissen brachte die zweite Hälfte des Geschäftsjahres bei zu gleicher Zeit dauermd abnehmenden Auftragsbeständen einen Rückgang der Erzeugung, wodurch das finanzielle Ergebnis des Geschäftsjahres selbstverständlich beeinflußt wurde. Diese ungünstige Entwicklung der Produktions- und Absatzverhältnisse beruht in erster Linie auf dem starken Rachlassen der Rachfrage des deutschen Jnnen- marktes. Die Aussichten des neuen Geschäftsjahres sind nicht zu übersehen. Die Anzahl der Beschäftigten ging von 198 019 auf 187 989 zurück. Am stärksten war der Steinkohlenbergbau an diesem Rückgang beteiligt. Die Lohn- und Gehaltsa''.fwendungen stiegen dagegen von 491 Mill. Mk. auf 315 Mill. Mark. Die sozialen Lasten (insgesamt zirka 57 Mill. Mk.) übersteigen die des Vorjahres um 5,8 Prozent. Der Betrag an (Steuern (zirka 63 Mill. Mk.) macht 7,86 Prozent des Aktienkapitals aus. An Steuern und sozialen Abgaben aller Art sind insgesamt rund 120 Mill. Mk. aufgebracht, d. h. etwa 15 Prozent des Aktienkapitals. * Ruhrgas. A.-G. und Westfälische Ferngas A.-G. Seit längerer Zeit schwebten j Verhandlungen zwischen der Ruhrgas A.-G. und der von der Provinz Westfalen und den beteiligten kommunalen Körperschaften gegründeten Westfili- schen Ferngas A.-G. über Lieferung von Zechengas zur Dersorgnung der der provinziellen Gesellschaft angeschlossenen Gebiete. Durch einen am Samstag vollzogenen Vertrag sind diese Verhandlungen ab" geschlossen worden. Hiernach verpflichtet sich die WeMlische Ferngas A -G. ihren Gasbedarf bis zu 400 Mill. Kubikmeter jährlich ausschließlich bei der Ruhrgas A.-G. zu beziehen, während, abgesehen von den zur Ruhrgas A.-G. gehörenden, direkt belieferten Konzernwerken, der provinziellen Gesellschaft das alleinige Gasverteilungsrecht in dem ihr angeschlosienen Gebiet der Provinz zustcht. Die Uebernahme des Gases erfolgt aus den zum Teil schon verlegten und zum Teil in der kommenden Bausaison weiter zu verlegenden großen Durchgangsleitungen der Ruhrgas A.-G. im südlichen und östlichen Westfalen. Der Abschluß des Vertrages setzt nunmehr die Westfälische Ferngas A.-G. in Stand, auch ihrerseits im kommenden Frühjahr mit der Anlage und dem Ausbau des Verteilungsnetzes für die Versorgung des ihr angeschlossenen Gebietes zu beginnen. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 4. Febr. Tendenz: unsicher. Zu Beginn der neuen Woche bestand an der Börse wieder eine gewisse Unsicherheit. Die für heute zu erwartende Rede des Ncichsbankpräsidenten Dr. Schacht mahnte zur Zurückhaltung und hatte verschiedentllch Deckungen mit geringen Abschwächungen zur Folge. Von dem heute erschienenen Reichsbankausweis gingen keine besonderen Anregungen aus, das Geschäft beschränkte sich im allgemeinen nur auf Spezialwerte. Die Stimmung war allgemein l u ft l o s , da von dem uneinheitlichen Schluß der Nennorter Börse vom Samstag ein Druck ausging. Gegenüber den Schlußkursen vom Samstag gingen die Verluste jedoch kaum über 1,5 o. $). hinaus. Nur vereinzelte Werte traten aus diesem Rahmen heraus und hatten erheblichere Verluste aufzuweisen. Vor allem waren es Deutsche Linoleum mit minus '2,5 v. H., Zellstoff Aschaffenburg mit minus 2,75 o. H., Chadeaktien minus 3 v.H. und Danalbank mit minus 2,25 v. H. Verschiedentlich waren aber auch kleine Besserungen zu verzeichnen. So bestand vor allem für Otaoi-Minen mit 0,5 v. H. Interesse, auf den Preiserhöhungsbeschluß des Kup. > ferblechsyndikats. Auch Klöcknerwerke konnten sich etwas bessern. Kaliwerte waren bis zu 2 v. H. niedriger. Schiffahrtswerte uneinheitlich. Hapag war etwas gefragt. Nordlloyd minus 1 v. H. Am Pfand- bricfmarft war kaum Geschäft zu verzeichnen. Am Farbenmarkt waren J.-G.-Farben bei kleinsten Umsätzen 1,25 v. H. schwächer. Scheideanstalt gut behauptet. Svenska 1 Mark höher. Renten still. Deutsche Anleihen etwas freundlicher. Im Verlaufe sanden die anfänglichen günstigen Momente mehr Beachtung, so daß sich allgemein eine freundlichereStim. m u n g bemerkbar machen konnte. Auch von der nicht so ungünstigen Rede Dr. Schachts ging eine Beruhigung aus. Das Geschäft war jedoch s e h r k l e i n. Einige Deckungen brachten jedoch Besserungen bei allen Märkten bis etwa 1 v. H. Etwas lebhafter blieben Kupferwerte gefragt. Siemens lagen bis 1,5 v. H. höher. Am Geidmarkt erfuhr Tagesgeld mit 5,5 v. H. eine Erle'chterung. Am Devisenmarkt lag Spanien sehr schwach. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,2150, gegen Pfund 20,4", London gegen Kabel 4,8482, gegen Paris 124,10, gegen Madrid 31,60, gegen Mailand 92,65, gegen Holland 12,1025. Frankfurter GcLrcrvr(rörfc. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". granffurt a. M., 4. Febr. Der Produkten- markt verkehrte heute zum Wochenbeginn in ruhiger und stetiger Haltung. Das Geschäft bewegte sich auch heute in sehr engen Grenzen. Umsätze wurden kaum getätigt, die Preise konnten sich gut behaupten. Cs wurden notiert: Weizen 23,75 bis 24; Roggen 23,50; Sommergerste für Brauzwecke 24,50 bis 24.75; inl. Hafer 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 23SO bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 33,25 bis 34,25; Roggenmehl 31 bis 31,50; Weizenklei« 14.25; AoggenKeie 15; Erbsen 35 bis 60; Ansen 70 bis 110; Heu 13,25 bis 13,75: Weizen- und Roggenstroh, dvaHtgepveht. 4.50 bis 5; Weizeir- und Roggenstroh, gebördelt, 4 bis 4,50 Mark. Tendenz: stetig. Franksurter Schlachtviehmarkt. eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". F r a n k f u r t a. M., 4. Febr. Auftrieb: Rinder 1326 Stück; darunter 280 Ochsen, 76 Bullen, 586 Kühe, 354 Färsen; Kälber 398, Schafe 146, Schweine 5056. Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 53 bis 56, ältere 44 bis 52, sonstige vollfleischige, jüngere 44 bis 48; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 50 bis 52, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 49; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwert 41 bis 45, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 36 bis 40, fleischige 31 bis 35, gering genährte 26 bis 30; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ousgemaftete, höchsten Schlachtwerts 53 bis 57, oollfleischige 48 bis 52, fleischige 43 bis 47. Kälber. Beste Mast» und Saugkälber 70 bis 75, mittlere Mast- und Saugkälber 65 dis 69, geringe Kälber 58 bis 64. Schweine. Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 71 bis 74, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 72 bis 74, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 72 bis 75, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 68 bis 72, Sauen 60 bis 66. Marktverlauf: Rinder ruhig, Schweine schleppend, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Büchertisch. — Bernhard Diebold: Der Fall Wagner. Eine Revision. Frankfurt a. M., Frankfurter Societäts-Druckerei. Abteilung Buch- Verlag. (543) — Aus dem Zustande zivilisierter! Barbarei, spricht Richard Wagner einmal aus, könne die wahre Kunst sich nur auf den Schul-, tern unserer großen sozialen Bewegung zu ihrer Würde erheben, sie habe mit ihr ein gemeinschaftliches Ziel, beide könnten es nur erreichen, wenn sie es gemeinschaftlich erkennen. .Diese- Ziel ist der starke und schöne Mensch: die Revolution gebe ihm die Stärke, die Kunst die Schönheit!" Die nationalistischen Herrschaften, die seit einer Reihe von Jahren Bayreuth und die Festspiele für ihre politischen Zwecke ausschlach- ten. wollen von diesen Worten des Meisters nichts wissen. Richard Wagner hat seit seiner Verbannung aus Deutschland im Jahre 1849 als Revolutionär eine Wandlung dur^emacht, doch blieb seine Teilnahme an der politischen Er- scheinungswelt insofern rein künstlerischer Ratur, als er unter ihrer formellen Aeußerung auf ihren rein menschlichen Inhalt blickte. Diebold stellt in seiner klugen, feinspürigen Weise die Rückwärtscrei, wie sie in Bayreuth um sich gegriffen hat, in ein klares Licht. Es darf aber nicht verschwiegen werden, daß Siegfried Wagner des öftern mündlich und schriftlich erklärt hat, er selbst habe mit den Reaktionären nichts zu tun. Als der Gießener Oberrabbiner Dr. Benedict Levi vor der ersten Parsifal-Aufführung Richard Wagner im Hause Wahnfried fragte, tote er mit seinem Sohne Hermann zufrieden fei, erwiderte der Meister: „@r ist mein alter ego!" Hermann Levi (in Gießen geboren) zählte zum engsten Freundeskreise Wagners. Als Münchner Generalmusikdirektor war ihm vom Königs Ludwig der Auftrag erteilt worden, den Parsifal^ in Bayreuth zu dirigieren. — Diebold kommt inj feiner Schrift zu einer Exposition des Falle- Rietzsche-Wagner. .Snobisten und kritische Läuse, übernehmen immer nur das jeweilig neueste Schlagwort. Sie begrüßen für ihre Zwecke die ilmtoertung der Moral, die uns den Weg zu einer neuen Epoche frei machte. Sie glauben ohne Vorbehalt an Riehsches »Modernität . Doch sie vergessen den Anlidemokraten und Massenhafter, den unsozialen Verkünder des Herren-i menschentums, den Woller zur Macht — dessen großartigste Gedanken und der berechtigte ©ei»1 ites-Aristokratismus vom Weimarer Kreis der Elisabeth Förster-Riehsche beinahe so nationalistisch ansgelegt werden, wie die Wagnerfcheiy Heldennamen von den Bayreuthern." Diebold analysiert Rietzsches Schmähschrift gegen Wagner. „Der Ueberschwang von Liebe Riehsches zu Wagner (im Jahre 1876) und der lleberschwang von Hohn des Philosophen gegen den Meister vom Bayreuth (im Jahre 1883) flössen aus der glei-i chen seelischen Quelle Rietzsches: seiner WesenS- ähnlick^eit mit Wagner." Diese ^WesenSähnlich- feit“ führt Diebold aus ihrer scheinbaren Problematik mit überzeugender Beweiskraft zu positiver Gewißheit. Die Abschnitte .Umwertung, der Musik", „Kunstdämmerung", .Der große^ Stil", ^Reues Pathos" überraschen durch eine Fülle von Ideen, sie offenbaren im eigentlichen Sinne des Worts: Spezi aliftifche Kritik. A. B. Letzte Nachrichten. Staatspräsident Adelung zum Konflikt Bayern-preußen. ® a r m ff a b t, 4. Febr. (TU. Drahtmeldung.) Der hessische S taatspräfibent äußerle sich, über ben bayerischen Vorfall befragt, folgendermaßen: „Ls ist unerfreulich und unerwünscht, daß am gleichen Tage zwei prcffc- besprechungen in Berlin ffatfgefunben haben, bei bet einen, wo der Reichrauhenminister Dr. S trefe- mann gegen Ausführungen Poincar6 s Stellung nehmen mußte, während in ber anberen bet preußische Ministerpräsident Angriffe gegen Bayern abzuwehreu g«-j nötigt war." Der Staatspräsident brückte sein größt« Erstaunen über die bayerijchen Ausführungen aus und erklärte, baß biefe nicht geeignet feien, den verlauf der verhanblungen zu fördern. Ls mflfty bae Bestreben fein, einen anderen IBeg, alt den de» Streites zur Beilegung von Streit1" fragen zu finden. Der Ton, der von Bayern ange-' wendet würde, feiunerktärlichundunmSg- l i ch; er ist geeignet, da» deutsche Ansehen auf# schwerste zu diskreditieren. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Die hinter ben Papieren angeführten Zistern geben die Höhe bet zuletzt ^beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Prozent, Lombarüzinsfuß 7,5 Prozent. Berlin. 2. Februar a. M Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszahlung. französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten..... Deutsch Tellerr , 4100 Knmeo Rumänische Noten...... Schwedftche Noten ...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . • Unaariftbf Noten _____________________________________________l Geld Brief W.'ti ■ is.M 168.16 168.84 22,03 22,11 111.85 112,29 59.09 59,8» 2,51 2,M 112,18 112.6t 80.85 8J.17 66,76 7.04 12,4:: 12,4» 73.15 73,46 srandsurr a. TO | Berlin Jranhhxrt a. TO | Vcrltn Frankfurt a. M Berlin Sch'uh-I 1-Uhr- | Kurs | Kur» 1 Sch.u'g fiurs Lnsong Kur» Schiutz- ftur» l-Ubr- Hur* Sch.utz Kur* tUnjang Kur» Schiutz-i Kur» 1 l-Uhp Kur» Sdjiufp fturs Ansong Kur» Darum 2.2. | 4.2. 2.t. i Datum: | 2. 2. 4. 2. 2. 2. 4.4. Datum: 2.2 | 4 2. 2.2. L1L 6% ®t ■ddXadrilff o 1027 tt. lnl.-tol»l.-6d)Ul6 mit «u» tot*Äed;ten ■ ■ te«gl. ohne AuIios^Rechie - - 7% grants. Hyp.-Bt »oldys. tm- ttubbat btt 1932 *y,% «brtnticbt Htzp^Bank Sichi.- »olvps. L.S.S abg Yorlriegtz-Lbiigation. rLchabldar 193» 4% Schweiz iBunBeÄ.-am.. . 4% CeftencWIdK ®olt>rte.. . . 4/20% Gehen. Silberne ... 4% Oeüenetd) debtiti. Nie. . 4% Ungarische Soldne. . - 4% Ungarische SlantSi. V. 1*10 4y,% MflL von 1913 ... 4% Ungarische Ätonrntte..... i% türf. Zollonleihe o. 1911 . 4% Türkisch« Bagdodbada-Nnl., Serie I 4% brtfll Serie 11 ..... l% Rumänen conuert Site. . . l%% atumäneu «SnftwL bot 1813 üllg. Deutsche «flleu^aljn 4ft tzomburs-Lmeriko -Bafel . . 8 Hamb.-Lüdam. Tomvssch - - t Van|a Damvlichtll 1® Norddeutscher Llovd .... 8 Slllg Deutsche Srevtttmki 10 Banner Bankverein 10 Berliner vandelrgeicllsch- 12 Lommerz- and Prtval-Büni 11 tannfl. u NaNooaldoiU 12 Deutsche Bonk . w IWlrinu>.«ekm<6di flat- • w Dresdner Bank - - U Mitteldeutsch« Lreditdank . . - k ReteUbaal ....«■ ..... 12 87.4 53,7 13,6 90 81,75 86 97,65 3,1 25,4 2,13 19 128,5 127 138,5 140.7.1 229 198.5 278 5 170.25 184,25 170 l'J6,5 130,5 3 Ci.25 ® l ( | 1 i ( | : 1 I | 1 1 Illi 12 1 1 S £ 1 2^5 IINS ■3 c» «o 87,5 53,8 13,5 :»,8 3,13 25,4 21.75 23,5 .. 11,6 11,1 11,5 129 161,4 126.75 139,25 140.25 2.1.., 198,5 277,13 170 1-5 171,25 196,5 130.65 14 •oui ( । । ( | | i | fl | | ( ( ,2 3.2 -95 T ?. - 1 - 33 "" K Ä.E.« ........8 Bergmann ........ S Etektr. Liesenrnge»..... 10 Licht und Kraft ..... 10 »reiten » Guillermo». .... 6 Ges. f. IBcttt. Untenu- ... 10 ■yamb. Gelte. Deel, .... 10 Rhein. Gelte.........9 Echtes. Gelle. ....... W Schocken ........ 8 Steinen« & Hal«».....12 Tranbradto . ...... 8 Labmeyee * 6».. . . • • • 10 Buderus . ....... 5 Deutsche Srdil ....... 6 Essener Steinkohl« ...... 8 Geisenlircheoer ... Harpener . ........ 6 tzocsch Eise».........» Ilse Bergbau ........ 8 l'"'t,iee4werle . 'TBrtnnfldtfikbNL.....O 174.25 212 F6.5 211,5 141 240 163,5 224 74,5 165 18 131 148 212 106.5 126 113 94 96 273 145 a7.<5 69.5 273 277 494 : 32,5 180 88,25 91,75 tun 174^5" 210 223,25 373 126,2 106,75 125,25 - 09,75 87Z,2o 4?5,2. 493 251,25 180 - 174.25 210,5 167 210 142 239.25 148,75 164.25 211 223.9 374 157 167 84.25 129 115.75 127,13 132 119.75 «11 107.25 ilV.75 125.5 113 93.5 107,25 96,2o 274 182 97,4 >9.65 271,5 276,5 493 252,25 90 97.75 174,75 210 165.25 209.5 141,13 237 208.5 222.5 373,0 155.5 128,5 126.5 131 119.5 210 107.75 119,5 125,9 113.75 92,5 107,5 95,6 273 130,5 97,25 t>9,5 ZJ5 491 251,5 89 97,5 Phillvv polzmao»......7 Heidelberger 437 4VS 255,5 190 128 209.75 59,5 52 222,5 92 257 142 ne1 Xünrrttomidie Note» ..... Beisrsche Norm . ...... Dlmrkcbe Noten ....... Englische Slattn........ 47153 ->8.83 111,93 20,39 4^13 58,57 112,37 0.47 2. Februar 4. Februar Auitliche 9ton. rung 4imtliche Geld ttonerung Bries (Selb Brief AmK^Nott 188,57 168,91 168,58 Voen^StrrS iHrff. 'Intin. 1.775 38,50 1,779 58,62 1.774 58,49 1.778 o9.6J Lhrtstiauta Kopenbasen 112,15 112,22 (12.48 112,37 112,44 112,70 112,16 112,25 112.39 112,3k 112,47 112.61 ^elfingrort. 10,588 22,04 10,608 22,08 10,593 22,025 2U,»93 10,61.: 22,06.'. 20,43« 20,41 20,45 Nevvorl • . 4,2100 4,2180 4,20t5 4,2145 16.445 16,485 1 ..44 16,48 80,95 8l.lt 80,£45 81,105 Gvaittea . . 66,92 u7,06 >4,29 64,41 Sairon . . . Mo de ftzm. 1,911 0.502 1,914 0,504 1,908 0,602 1,912 0,504 Wien in D-- OeS- adqeft. 59,13 12,467 59,25 12,477 -»9.14 12.45" 59,26 12,179 ^ek?räd . . 7,385 ?.u99 73,47 7.388 7,402 vlldaoeii. • .3,33 73,36 73,.‘0 Bnl arieo 3,039 ■.045 ,042 v,U4l‘ 9'ssabon 18,58 18.62 18.5. 18.5. Daiuig «onft eäx. 81,51 2,078 61,75 2.082 81.58 4,073 81,74 2,07. Slüen ».V 5.44 0.435 o,44 Trmava 1,197 4,205 1.194 1,202 Ilm naD . 4,311 4,319 4,316 4,824 (*> ■ - - 26.925 20.976 26.927 20.967 ij fj v § e tos'. sa R ° t ?! 25 S SH tij ifj fi], » o « s J v j M KSgi = M SH rL-r