Zrettag, 4. Januar 1929 Erstes Blatt Nr. 3 179. Jahrgang Osteuropa und der Kelloggpakl eben wurde. Bei einer Haussuchung Uld£ 3 gerichtet ist. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Eine seltsame Zwangsversteigerung. Verfahren gegen die deutsche Gesandtschaft in Prag. Prag, 3. Ian. (TU.) Vor einiger Zeit wurde Reuyork, 3. Jan. (ÖIB.) Parker Gilbert er« klärte bei seiner Ankunft an Bord der „veren- gacia“ den Pressevertretern, er komme ganz inoffiziell zu seinem üblichen weihnachtsbesuch nach Amerika, werde sich mehrere Tage in Neuyork aushalten und sodann nach Washington und Louis- ville Weiterreisen. 3m ganzen werde er etwa vierzehn Tage in den Vereinigten Staaten bleiben und dann zur Wiederaufnahme seiner Tätigkeit nach Berlin zurückkehren. Der Rückweg nach Berlin werde wahrscheinlich über pari» führen. Für die Dauer seines Aufenthaltes in Amerika feien keine Konferenzen vorgesehen. Auf die Frage, ob er C00 l i dge . Schahsekretär Mel« l 0 n u. 0. in Washington sprechen werde, antwortete Parker Gilbert: „V e r m u t l i ch." Er wiederholte jedoch, daß alle Besprechungen ganz inoffiziellen Charakter trogen würden. Gilbert lehnte e» ab, seinen Jahresbericht zu erörtern und erklärte, er habe noch keine Kommentare gelesen. Die Pressevertreter wiesen auf die deutschen Kommentare des Berichtes hin und besonders auf die Kritik, die von deutscher Seile an den Feststellungen des Berichts hinsichtlich der Auslandanleihen geknüpft werden. Gilbert meinte lächelnd, die deutschen Kommentare beruhten wahrscheinlich aus einer hastigen Durchsicht seines Ber chlev, und erklärte, der deutsche Text des Jahresberichtes liege noch nicht vor. werde aber vorbereitet, hätte der deutsche Text vorgelegen, so fügte er hinzu, so würden die deutschen Kommentare wahrscheinlich anders lauten, was im Jahresbericht über die Auslandonleihen gesagt werde, besage alles, was darüber zu sagen sei. Aus die Frage, ob er der Sachverständigenkommission irgendwelche Vorschläge unterbreiten werde, erhärte Gilbert, dies sei nicht seine Sache. Auf die weitere Frage, ob er ersucht worden sei, Vorschläge zu unterbreiten, lehnte Gilbert eine Beantwortung ab, indem er erklärte, dies sei eine Sache, die nur die verschiedenen Regierungen ougehe. . ckon t019 jSÄr I ’S IÄ lli: l ll'lü 11.* 1 ! SS Ä delsbilanz stets passiv gewesen ist, und die Besserung seines Wechselkurses i't, wenn nichr völlig, so doch in der Hauptsache m i t d e n st ä n - bigen neuen Anleihen im A u s l a n dH zur Begleichung der täglichen Verpflichtungen verbunden. Anscheinend sind diese Anleihen in» folge der sehr hohen Zinssätze so ausgedehnt gewesen, daß sie nicht nur den Wechselkurs gestützt haben, sondern ihn auch bis auf einen der Goldeinsuhr günsti zen Punkt gebracht hab n, während gleichzeitig d i e hohen Zinssätze die Importeure von Gold ermutigt haben, die Mittel zur Ausdehnung der Kreditbasis zu erlangen. All dies bedeutet an sich noch nicht Wohlfahrt, wenn es auch bei richtiger und kluger Derwen- foung des im Auslande geborgten Goldes ein Borstadium dafür sein mag. Abgesehen davon must daran erinnert werden, foaß infolge der Entwertung der Mark, welche die inländischen wie di-- ausländischen Gläubiger Deutschlands in gleicher Weise schädigte, der wirkliche Kredit Deutschlands als Borger zer- st ö r t war, bis G ostbritannien und die Bereinigten Staaten b:i Deutschlands finanzieller Wiederherstellung freundliche Hilfe leisteten. ti,4V |,l6 15! A Oer Reparationsagent in Amerika. Inoffizielle Besprechungen mit Eoolidge und Mellon. —Rückkehr über Paris. —Ein seltsamer Kommentar zum Jahresbericht. Der Fall Benoit. Tas Attentat aus eigener Initiative. Paris, 3. Jan. (Havas.) Der Tlntersuchungs- richber hat heute Georges Benoit, der das Att-rntat aus den ehemaligen Colmarer Generalstaatsanwalt F a ch 0 t ausge'dhrt hat, vernommen. Er befragte ihn insbesondere über den Sinn einiger Stellen in einem von Benoit an die Straßburger Zeitung „Der Bockswilie" gesandten Bries. Benoit erklärte, er habe angedeutet, dast er jemanden töten wolle, aber nicht angegeben, wen. Er habe geschrieben, er allein plan-e das Komplott, weil er habe vermeiden wollen, daß man zu der Ansicht komme, daß foie in den Colmarer Prozeß verwickelten Führer verantwortlich seien, lieber foie Herkunft von zwei Eintrittskarten zur Kammer befragt, -erflärte er, daß er sie von zwei elsässischen Abgeordneten erhalten habe. Der Abgeordnete Meurer habe zu ihm bei einem Gtspräch gesagt: „Wir elsässische Abgeordnete könnm hier nichts ausrichten. Sie s ' alle flogen u n s." tjs verhandeln, sondern es solle eben durch den vor- geschlagenen Pakt zur Tagesordnung übergehen. Rumänien habe das größte Inter- esse daran, sich mit Rußland zu verständigen, da auf diese Weise Rußland praktisch auch die Einverleibung Bessarabiens durch Rumänien anerkenne. Zu dem Arttkel des „Adeverul" muß noch hinzugefügt werden, daß feit einigen Tagen der rumänische Gesandte in Warschau in Bukarest weilt und daß in den letzten Tagen mit dem polnischen Geschäftsträger wiederholt über den Beitritt Rumäniens zu dem Polen vorgeschlagencn Protokoll verhandelt wurde. Man kann annehmen, daß Rumänien sich bereiterklären wird, dem russischpolnischen Protokoll beizutreten. In diesem Falle dürfte Rumänien, nachdem es seinerzeit dem Kel° loggpakt beigetreten ist, den Pakt bei Wiedereröffnung des Parlaments ratifizieren. lir.u % y.io» *8.54 !f.3O Die Enteignungen in Südtirol Eine segensreiche Kulturtat der Hombatantenvercinigungen. R 0 m, 3. Jan. (WTB.) Ag-rnzia Stefan i. foi-2 offiziöse Depeschenagentur der italienischen Regierung, teilt mit: Einige ausländische Blätter haben tendenziöse Nachrichten über die Enteignung von Ländereien gebracht, die i t a l i e- nisch-2n Bürgern deutscher Zunge im Oberetschgebiet gehören. 2m Zusammenhang damit vrrössentticht die „Tribuna" innerhalb einer Unterredung mit dem Vorsitzenden der „Opera di Combattanti“, des Abgeordneten Qlanareri, der darauf hinwies, daß die Satzung der l..chl Gesetz gebildeten „Opera di Combattanti“ i h m das R-rcht gibt, alle Ländereien und an "ec Jen Grundstücke zu enteignen, foie für eine wichtige älrnwankstung der Ländereien ober ihre inbu* stvi-rlle Ausnutzung zwecks vollständiger Erschließung italienischen Gebiets in 5rage kommen. Die „Opera di Combattanti“ hat, wie er ausführte, dieses Recht in allen. Provinz-en des Königreiches geltend gemacht, namentlich dort, wo die Besitzer zeigten, daß sie ihren Besitz nicht zu nutzen wußten. Sie zahlte überall einen sehr angenDessenen, ja sogar großmütigen Preis, besonders aber im Oberetschgebiet. Die von den ausländischen Zeitungen veröffentlichten Zahlen sind vollkommen falsch. 3m ganzen wurden im Oberetschgebiet nicht 1200 Hekcar, sondern 180 Hektar enteignet. Die „Opera di Combattanti“ setzt namentlich im Oberetschgebiet sehr bedeutende Summen für die Aufwertung foer Ländereien aus. Diese Summen sind höher als anderswo. „Giornale fo'Italia" bezeichnet die von gewissen ausländischen Blättern verbreiteten falschrn Gerüchte als unerträgliche Herausforderungen. Reparationsgläubiger das mit den Regierungen Jugoslawiens, Rumäniens oder Griechenlands selber ousmachen. Auf dem Rücken Deutschlands darf ein solches Geschäft nicht gemacht werden. Wahrlich keine angenehme Lage für Paris, daS um feinen politischen Einfluß vor allem in den Balkanstaaten kämpft. Deutschlands wirtschastliche Scheinblüte. Eine zutreffende englische Darstellung. London, 3. Januar. (WB.) 3n ihrem Finanzteil schreibt die „Morning Post": Ohne die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Frankreich ober Deutschland schlechter machen zu wollen, als sie ist, formen wir doch sagen, daß der Ausdruck „Wohlfahrt" vielleicht etwas leichtfertig angewandt wird. Gegenwärtig erfreut sich Deutschland, wenn man auf Grund seines Wechselkurses und der Goldreserve der Reichsbank urteilt, scheinbar einer noch nicht dagewesenen Wohlfahrt, aber foie Tatsache bleibt bestehen, daß ungefähr bis zum letzten Monat seine sichtbare Han - i,iu8 ,iti UW" ll& lÖ ,v.ii ufll ,1.*? 8.W die fa*ri*fen. SÄ?** *«in5" ein Urteil auf Zahlung von etwa 1,5 Millionen tschechischer Kronen erwirkt. Mit Zinsen dürfte die Summe zwei Millionen überschreiten. Die Firma versuchte nun, in Deutschland die Exekution durchzuführen, doch habe, wie hier erklärt wird, der Vertreter des Reichs im Schiedsgericht die Vollstreckungsklausel verweigert. Der Anwalt der Firma beantragte hierauf Bespitzelung deutscher Vereine im besetzten Gebiet. Die Zugehörigkeit zum Stahlhelm unter Strafe gestellt Koblenz, 3. Ian. (Telun.) Die französische Geheimpolizei ist zur Zeit damit beschäftigt, die deutschen Vereine im besetzten Gebiet, vor allen Dingen die Turn - und Iugendvereine. zu bespitzeln. Sie versucht, festzustellen, ob zwischen diesen Vereinen und Vereinen dos unbesetzten Gebietes Interessenverbi n dünge n bestehen. Im Verlaufe dieser Vermittlungen wurden mehrerejunge Leute festgestellt, die zugleich auch Mitglieder von Stahl- h e Im or g a n i f a t i 0 n c n im unbesetz- t c n Gebiet sind. Einige von ihnen wurden fest genommen. Die französische Behörde sieht in der Mitgliedschaft eines Einwohners des besetzten Gebietes bei einer Organisation im unbesetzten Gebiet einen Verstoß gegen die Sichert; ei t der Besahungstruppen. Sie verbietet nicht nur den Stahlhelm im besetzten Gebiet, sondern sie gestattet auch nicht den Einwohnern des besetzten Gebietes, dem Stahlhelm im unbesetzten Gebiet anzugehören. Wegen dieser Zugehörigkeit zum Stahlhelm haben sich die Festgenommenen in der nächsten Zeit vor dem französischen Militärpolizeigericht zu verantworten. Litauen stimmt Moskaus Vorschlag zu. Für sofortiges Inkrafttreten des Kclloggpakics in Osteuropa. k 0 w n 0, 4. Jan. (WTB.) Die Litauische Tele- graphenagenlur „(Eifa*4 ist bevollmächtigt, folgendes zu erklären: „Die litauische Regierung hat durch ihren Gesandten in Moskau eine Kopie der Rote dec Sowjctregierung an Polen erhalten. Nachdem sich die litauische Regierung mit dem Inhalt dieser Role bekannigemacht hat, hat sie z u g e st i m m t, den Kellogg-Pakt auf Grund des dritten Paragraphen für eine Gruppe Länder in Kraft treten zu lassen, bevor er von den übrigen Mächten, die ihre Unterschrift unter den Pakt setzten, ratifiziert worden ist. Die litauische Regierung Hal beschlossen, den Kellogg- Pakt anzuerkennen und die baltischen Staaten einzuladen, sich dem Protokoll anzuschlletzen." polnische Angstpsychosen. Scharfe Ausfälle gegen Deutschland und Rußland W a r s ch a u , 3. Ian. (TU.) Das Abendblatt „Abc" ergeht sich in scharfen Ausfällen gegen Sowjetrußland und erklärt u. a., die sowjetrussifche Außenpolitik habe mit der Litwinow-Rote über die Durchführung des Kelloggpaktes in erster Linie einen R e - klameefsekt erzielen «ollen. Die Bolschewisten seien Me.ster foer Reklame un- Propaganda und überträfen in dieser Beziehung sogar die Deutschen. Die Sowjetunion, die unausgesetzt in jeder Weise rüste, und unter deutscher Leitung Munitionslager anlege, wolle nach außen hin den Anschein des Pazifismus erwecken. Sie kenne die Schwierigkeiten, genau, die der Unterzeichnung des vorgeschlagenen Sonfoerprotokolls entgegenstünden und wollte nur die Gelegenheit her- beiführen, um foie ganze Welt mit dem Geschrei über ihren Friedenswillen und die angeblichen Angriffsabsichten Polens zu erfüllen. Der Vorschlag Litwinows sei ebenso zynisch wie heuchlerisch. Das Interesse Rumäniens. Em Weg zur Liquidierung der bcsfarabischcn Frage. Bukarest, 3. Ian. (TU.) Das von der Sowiet- regierung an Polen gerichtete Angebot über Den Abschluß eines Nichtangriffspaktes beschäftigt die rumänische öffentliche Meinung im höchsten Grade. Der „A d e v e r u l , foer über gute Beziehungen zum Ministerium des Auswärtigen verfügt, schreibt, wenn auch Rußlands Angebot an Polen hauptsächlich aus der Erwägung heraus oemacht worden sei, daß Rußland amerikanisches Kapital brauche, und es nur bekommen könne, wenn es seine Friedensliebe bezeuge, so habe doch Rumänien allen Grund, sich mit Rußland zu verständigen. In der Tat sehe Artikel 4 des von Rußland Polen angebotenen Protokolls vor. daß es jedem Staat, der den Kelloggpokt ratifiziert habe, möglich sei, neben Polen und Litauen das vorgeschlagene Protokoll zu unterzeichnen. Auf diese Weise sei auch Rumänien foie Mög- lichkeit geboten, dem von Litwinow oorgeschlagenen Protokoll beizutreten. Da der Kellogapakt den Krieg als politisches Mittel ausschalte, so bedeute dies, daß Rußland auf jede kriegerische Handlung verzichten müsse, um Bessarabien wieder au erhalten. Rußland solle über die bessarobische Frage nicht besonders publik anstrebten und die slowakische Jugend zur Vorbereitung einer Revolte militärisch organisieren wolle. Es wurde gegen Tuka Strafanzeige erstattet und das Auslieferungsbegehren an das Abgeordnetenhaus gerichtet, dem nach langwierigen Verhandlungen in der Koalition ftattge^eben wurde. Bei einer Haussuchung wurde die gange Korrespondenz Tukas beschlagnahmt. Der Parteiführer Hlinka beauftragte foie Parteileitung, beim Landesamt gegen die Verhaftung Einspruch zu erheben. beim Prager Landesgericht Exekution durch Einverleibung des Pfandrechtes an dem Gebäude foer deutschen Gesandtschaft in Prag zwecks Eintreibung foer Forderungen. Das ßanfo» geeicht hat die Exekutionsbewilligung verweigert. Die Entscheidung der zweiten Instanz ist ilsher den Parteien nicht zugestellt worden. Das Oberlandesgericht hat das Ministerium um eine Erklärung ersucht, ob die Einverleibung des Pfandrechtes an dem Gesandtschaftsgebäude nach den Grundsätzen des Völkerrechtes zulässig sei. Diese Erklärung steht noch aus. Man dürfte jedoch in der Annahme nicht fehlgehen, daß foie Stellungnahme des Justiz-Ministeriums, die im Einvernehmen mit dem Außenministerium zu erfolgen hat, im ungarischen wie im deutschen Falle die gleiche sein wird. Die Auffassung des Reparationsagenten, daß die deutschen Kommentare zu seinem Jahresbericht anders gelautet hätten, wenn der deutsche Text Vorgelegen hätte, ist zumindest sehr seltsam Es ist doch wohl kaum denkbar, daß die Uebersetzunaen aus dem vermutlich englischen Original je nach der Volksstimmung in Deutschland, Frankreich, England oder Amerika besonders zurechtfrisiert sind. Im andern Fall muß Herr Parker Gilbert uns schon zutrauen, auch den englischen Originaltext richtig zu interpretieren. Auch die Kleinen melden sich. Hoffnungen auf dieReparalionskommission Berlin, 3. Januar. ' (Priv.-Tel.) Rachfoem durch den Bericht Parker Gtlberts, wie aus Öen Pressestimmcn hervorgeht, in Frankreich und Amerika, weniger wohl in England, der Glaube an Deutschlands günstige wirtschaftliche Lage auf- gekommen ist, scheinen nach englischen Meldungen jetzt auch die Heinen Mächte auf foie Idee gekommen zu sein, an dem Geschäft mit neuen Forderungen beteiligt zu werden. Es ist zweifellos, daß, wenn es wirklich zu einer Aktion der kleineren alliierten unfo assoziierten Mächte in dieser Richtung kommen sollte, foie kommenden Reparationsverhandlungen totefoer eine Erschwerung erfahren müßten. Je mehr Köche an einem Drei kochen, um so weniger wird er gelingen und es war immerhin ein Fortschritt, daß nach dem Chaos der Pariser Verhandlungen zur Festlegung des Versailler Vertrages das Problem der Reparationszahlungen nur von einem kleinen Kreis der großen Gläubiger und Deutschland behandelt wird. Bei der Verteilung foer deutschen Reparationszahlungen hat Frankreich etwa foie Hülste erhalten, während foie Quoten für die übrigen V^stmächte immerhin etwas günstiger find, als die Jugoslawiens, Rumäniens unfo Griechenlands, foie dafür einen um so größeren Anteil aus den ungarischen, österreichischen unfo bulgarischen Reparationszahlungen zugesprochen erhielten. Diese Zahlungen sind aber zum Teil auf Grund von Vereinbarungen von den ehemaligen Verbündeten Deutschlands nicht in her Höhe geleistet worden, wie sie die Gläubiger beanspruchen. Aus diesem Grunde will man sich letzt anscheinend an Deutschland halten unfo stützt sich dabei vor allem auf Anlage 1 zum Artikel 232 des Versailler Vertrages, wo erklärt wird, daß Deutschland oder feine Verbündeten für alle Schäden, wo es auch immer sei, veraittwvrt- lich sind, welche foie alliierten unfo assoziierten Regierungen bzw. ihre Angehörigen erlitten haben. Anscheinend hegt man in den Kreisen dieser Mächte befonfoere Hoffnung aus die Einschaltung der Reparativnskommis- s i 0 n. Aber toerm die Oftftaafen stärker al£ bisher an den deutschen Reparationszahlungen beteiligt werden sollten, so müssen die großen Slowakischer Separaiismnr. Eine aufsehenerregende Verhaftung in Preßburg Prag, 3. Jan. (TU.) Der Abgeordnete foer Slowakischen Bolkspartci, Dr. Bela Tuka, wurde am Donnerstagnachmittag verhaftet unfo Nach kurzem Berhö? durch den Untersuchungsrichter in das Preßburger Gefängnis gebracht. Tuka ist eine führende Persönlichkeit foer S l 0 wa k i s ch e n V 0 l k s pa r t e i und gehört seit den ersten Tagen feiner politischen Tätigkeit dem radikalen Flügel der Partei an. Zu Beginn dieses Jahres trat Tuka mit der Behauptung an die Oeffentlichkeit, daß die Slowakei vor zehn Jahren in Trentfchin St. Mar- t.n mit den Tschechen nur einen zehnjährigen Probevertrag vereinbart hätte, so daß 1929 ein oertragsloser Zustand zwischen den beiden Nationen entstünde und Beamte und Soldaten ihres Eides ledig feien. Daran knüpft sich die Behauptung, daß Tuka mit staatsfeindlichen Elementen in Verbindung stehe, die die Losreißung der Slowakei von der Re- H es [Lüa^ein W Erlisch. dvn an dielet, foem dvr. geben, rJeeben tiSÄ; I. J 60 4en und n uMr en laßt fmrn tln, als ejÄJn baz j Buches hvfc ^ ,Un9 an S ÄS? w ^le-bmdstm •Berbi^te ri ja gerade, Mi fie T NonliM ■ der nicht zu der- SÄ' 5[llCT'um’ "m seiner W Seite beredtez 3tttgr.il Biographien im Aust ■n Äommi fton für ben rouwung mit Xirl Es>lborn rig. von Hermann Haupt. Darmstadt K23. Hest chrr - 3n dir'em neuen, kürz- langten Hefte ist unser Ober- ?ich vertreten. Gieft.i se"bst ätsproefo.-en Aischo/f, den logen, di: Miniralogen und stein un) Streng, den einst !liier Karriere und den Che- g:n Ettling, ferner den Ter« dn: nach dem srüh:n Tode eines Truders Io eph, dos brachte, dm Tater un'eres Wired Tot, Liegmund Dock, m) Verdi:nt als M ilfreund, :a- AllM Dcittr find zu > Düdinger ShMasiallehrer Varnstadt, der dir Chöre Hirt vertonte, und D'.ümmer, ilhelmine, die die erste Sonn- egründrte, soLi: d.m Lehrer -e-l. 03t Schöpfer des noch Berlage erichrinenden W’ * ü. Für dir beiden Een uimal der tzinwris auf den ■ai Meftlo ansg Dander.cn ns auf btn Zloingenherxe: M M >■«»« «•' noa 1821, auf Dr fcta von Autor tat in Gevehrftagen ■r WMb «. und «ml den ^cutfch'atho i l-Ms Eduard ^t'5 ' !:S ! iS 11.88 UL« y,«9 r«» UL® .. • SO,?# ... 68.ZJ . . • «2.39 B . • 73.00 gegen die ungarische Gesandtschaft in Prag eine Zwangsversteigerung beantragt. Run spielt sich ein zweites Zwangsversteigerungsverfahren ab, das gegen das Gebäude foer reichsdeut- jchen Gesandtschaft in Prag Die Firma Loy & Markus in Mombassa in Britiick)- Osta ri'a hat beim gemischten tschechoslowakifch- foeut chen Schiedsgericht in Genf gegen das Deutsche Reich und die ldeutsch-Ostafrikanische Dank - A.-G. Erscheint tSgl«ch,außer JgZFZ&SW wgsf* 60b Sonntags und Feiertags. JseifcAär Sietzener AMgcr lohn, auch bei Richter- Eh bs & scheinen einzelnerRummern LMk General-Anzeiger für Oberhesien richten Anzeiger Gtehen. v ~ 1 ’ 1 1 Sranifurt’nm ma'tn0fiese. vn»ck und Verlag: vrühl'sche UniverfilSts-vuch- und Zleindruckerei H. ranze in Gietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7. SassozlalistisOeWehrprogramm Erste Diskussionsstimmen. Berlin. 4. 3an. (Priv.-Tel.) In der sozialdemokratischen Presse haben jetzt die Auscin- andersetzungen über das zunächst noch im Ent- wurf vorliegende Wehrprogramm der Partei begonnen. Es wäre eigentlich wichtiger, erst einige Wochen ins Land gehen zu lassen, und dann aus den inzwischen veröffentlichten Betrachtungen Rückschlüsse auf die im sozialdemokratischen Lager herrscheirde Stimmung zu ziehen. Aber bereits der erste Tag hat aus der Feder des Gewerkschaftlers Furtwängler eine Stellungnahme gebracht, die es verdient, hervorgeho- ben zu werden, einmal, weil der Verfasser zu den geistigen Führern der sozialdemokratischen Ar- , beiterschaft gehört und zum anderen, weil er sich rückhaltlos für die Wehrhaftigkeit unterer Ration ausspricht und jeden Pazifismus überhaupt zurückweist. Furtwängler stützt sich dabei auf Aeuherungen namhafter sozialdemokratischer Führer der Vergangenheit und lehnt die im Wehrprogramm niedergelegte These, daß die Partei die völlige Ausschöpfung der uns in Versailles zugestandenen Derteidigungsmittel zurückweist, restlos ab. Zur Begründung seiner Haltung zitiert er namentlich den französischen Sozialistenführer 3 aures. der jede Partei eine verächtliche Partei nennt, wenn ihr der Mut fehlt, vom Volke alle die Opfer zu verlangen, die für feine Existenz und Freiheit notwendig sind, und der ein Land, das in kritischen Tagen, in denen selbst sein Leben auf »dem Spiele steht, nicht auf die nationale Ergebenheit der arbeitenden Klasse rechnen könnte, als einen elenden Fetzen bezeichnet. Man darf einigermaßen gespannt sein, welches Echo dieser Artikel des Gewerkschaftlers Furtwängler in der Sozialdemokratischen Partei finden wird. Erfreulich ist es jedenfalls, das; ein sozialdemokratischer Arbeiterführer den Mut gefunden hat, sich offen und rückhaltlos zur Pflicht der Wehrhaftigkeit zu bekennen. Orden und Titel. Vorläufig keine Vorlage des Reichsinnen- mmisteriums. Berlin, 3. 3an. (Priv.-Tel.) 3n der Oeffent- lichkeit wird jetzt eine Rachricht bekannt, nach der der Reichsinnenministcr S e v e r i n g einen Entwurf zur Abänderung des Artikels 109 der Reichsverfassung fertiggestellt habe, nach dem die Verleihung und Annahme von Titeln, Orden und Ehrenzeichen wieder eingeführt werden soll. Es heißt dabei, daß dieser neue Entwurf auf dem früheren Entwurf des Reichsministers Dr. Külz basiere, und daß das Kabinett bereits diesem Plane zugestimmt habe. Diese Rachricht kennzeichnet sich schon nach Lage der Dinge selbst j « ein ausgesprochener Wunsch gedanke, denn es erscheint doch völlig unmöglich, daß der jetzige Reichsinnenminister Severing sich mit einem derartigen Plane belasten dürfte. An und für sich ist nur zu sagen, daß schon mit Rücksicht auf Bayern endgültig einmal die Ordens- und Titelfrage geklärt werden muß, denn es geht doch nicht an, daß deutsche Staatsbürger, nur weil sie in München leben oder dort zufällig wohnen, von der bayerischen Regierung einen Titel erhalten können, was den übrigen deutschen Staatsbürgern, die doch in der reichlichen Mehrheit sind, untersagt ist. Entweder muß Bayern mit seiner Verleihung aufhören oder das Reich nimmt für sich daS Recht in Anspruch, auch seinerseits wieder wie früher Orden und Titel zu verleihen. Diese Frage ist aber, wie uns zuverlässig erllärt wird, bis jetzt wenigstens auch noch nach keiner Richtung hin im Reichsinnenministerium ventiliert worden, zumal dieses Reichsministerium zunächst eine ganze Reihe viel wichtigerer innerpolitischer Fragen, wie die Reichsreform, die Wahlrechtsreform, die alle einer dringenden Lösung bedürfen, zu bearbeiten hat. Diplomaten-Revirement im Osten? Moskau — Kowno — HelsingforS. Berlin, 4. 3an. (Priv.-Tel.) Der neue deutsche Botschafter in Moskau, Dr. v. Dirk- s e n , begibt sich am 5. d. W. nach Rußland, um seinen Posten anzutreten. Der Aufgaben, die seiner harren, sind es in der Zeit des 3n- terregnurns außerordentlich viele geworden. Einmal ist es die Fortführung der Wirtschaftsberatungen, die ja nach ihrem Abschluß im Dezember v. 3. noch eine ganze Menge von wichtigen Fragen offen gelassen haben. Weiter bedarf es selbstverständlich der Auf- fiärung, welche Bewandtnis es mit den Russen-Roten an Kowno und Warschau hat. Der neue Botschaftsrat für die Moskauer Botschaft, v. Twardowski, wird sich erst in ungefähr 6 Wochen nach Moskau begeben. Bis dahin wird der bisherige Botschaftsrat, Hey, noch auf seinem Posten verbleiben. 3n diesem Zusammenhänge werden jetzt tyieder eine ganze Reihe von Gerüchten über ein bevorstehendes Revirement der deutschen D i - plomatenim Osten bekannt, die aber, soweit wir unterrichtet sind, den Tatsachen vorauseilen dürften. Cs heißt dabei, daß Botschaftsrat Hey nach Kowno kommen solle und daß der bisherige deutsche Gesandte in Kowno, Dr. M o r a t h , auf einen anderen Posten als Gesandter erster Klasse versetzt werden würde. Weiter wird verlautbart, daß an Stelle des verstorbenen deutschen Gesandten in Helsingfors, H a u f ch i l d, der bisherige Chef des Protokolls, Gesandter Köster, treten solle. Diese letztere Rachricht scheint jedoch, wie uns aus gut unterrichteten Kreisen versichert wird, lediglich Kombination zu sein. Selbstverständlich wird sich ein Revirement notwendig machen, da ja für den bisherigen Moskauer Botschaftsrat Hey ein Posten freigemacht werden muß. Die endgültige Entscheidung darüber wird aber erst in einiger Zeit fallen. Die oeutsche Sprache in Südafrika Berlin, 4. 3an. (Priv.-Tel.) Die deutsche Kultur hot sich auch nach dem Kriege nach allen von dort kommenden Berichten in bei südafrikanischen Untan behaupten können. Besonders verbreitet und geschätzt ist nach wie vor noch die deutsche Sprache, die durch die vielen ansässigen deutschen Geschäftsleute, Wissenschaftler und Missionare bewußt und unbewußt verbreitet wird. Prof. Dr. Mein- hoff, der ausgezeichnete Südafrika-Kenner be- 1 Die LnffchaMngssorderungen der Länder. Für Abtretung der Eisenbahnen und der post. — Schuldner und Gläubiger eine Person: der Steuerzahler. - Notwendigkeit eines vernünftigen Ausgleichs. Der Staatsgerichtshof, der im Zusam- merthang mit der Besetzung der Verrvaltungsrats- posten bei der Reichsbahn in jüngster Zeit erheblich von sich reden machte, ist keineswegs nur mit dieser Angelegenheit aus dem Bereich der Beziehungen zwischen Reich und Ländern befaßt. Er hat eine ganze Menge Anträge zu behandeln, die seitens verschiedener Länder gestellt worden sind, um Ansprüche gegen das Reich durchzusetzen. Unter diesen Ansprüchen spielen eine besondere Rolle die Entschädigungsforderungen für den Uebergang Der Eisenbahnen an das Reich und für die Vereinheitlichung des Post wese ns. Die Uebertragung der Bahnen beruht auf dem Vertrag vorn 31. März 1920. Auf Grund dieses Vertrages hat Bayern eine Feststellungsklage eingeleitet, wonach ihm das Reich als vorläufige Vergütung jährlich 5,13 Millionen in vierteljährlichen Raten zahlen soll, das ist der Rest, der sich nach bayerischer Rechnung au Gunsten Münchens ergibt, nachdem das Reich die Schulden Bayerns für feine Bahnen übernommen hat. Württemberg, Baden und Sachsen verlangen ihrerseits eine Auswertung der Ansprüche, die aus diesem Vertrag in Papierwäh- rung bestehen. In Württemberg wird die Summe auf 250 Millionen Goldmark aeschätzt, die sich aus dem Uebergang von Post und -Telegraphen an das Reich zugunsten des Landes ergeben soll und mit 4,5 o. $). verzinst werden sollte. Die Zinszahlung ist seit 1. Oktober 1923 eingestellt und nach einer (Srflänmg von Württemberg gischer Amtsseite seien die bisherigen Bemühungen um eine angemessene Neuregelung vergeblich geblieben. In Baden handelt es sich um die E i ° s e n b a h n a b f i n d u n g, für die ein errechneter Goldwert von 18,4 Millionen mit Zinsen seit 1924 angegeben wird. Bayern hat außer feinem oben erwähnten Anspruch aus der Abtretung der Bahnen ebenfalls eine Abfindung für die Abtretung des Postregals, und zwar in Höhe von 152 Millionen geltend gemacht, woraus es vorläufig 4,5 Millionen Mark jährlicher Zinsen seit 1. Oktober 1923 beansprucht. Sachsen hat sich mit einem allgemeinen Aufwertungsanspruch für die Forderungen aus dem Vertrage von 1920 angeschlossen. Es handelt sich also um ein ganz nettes Sümmchen, gegen dessen Anforderung das Reich vor allem geltend macyt, daß die völlig veränderten Verhältnisse, die durch den A b s ch l nß des D a w e s Vertrags eingetreten sind und die Verschiebuna der Finanzgrundlagen einerseits hierdurch und andererseits durch die Währungsstadili- sierung eine Durchführung des Vertrages von 1920 in der ursprünglichen Form und somit auch die vorerwähnten Ansprüche nicht zuläßt. In der Tat handelt es sich hier um ein sehr heikles Problem. Denn die Länder, die in ihrer Gesamtheit ja wiederum das Reich ausmachen, find nicht als einfache Gläubiger im Sinne des einzelnen Bürgers zu betrachten, dessen Aufwertungsansprüche inzwischen einigermaßen geregelt worden sind. Würde das Reich zur Zahlung solcher Summen verurteilt, so wäre das notwendige Ergebnis die Aufbringung Der erforderlichen Gelder aus D e n Taschen Der Steuerzahler, Die wie- Derum mit Den Rechtspersönlichkeiten Der Klagesüh- renDen, also eben Der ßänber, weitgehenD zusam- men fallen. Es scheint also ein Gebot Der Vernunft und Der Notwendigkeit, diese Angelegenheit nicht nach juristischen, sondern nach staatspolitischen Gesichtspunkten zu regeln, wie das sich vielleicht bei einsichtigerer Behandlung schon früher hätte ermöglichen lassen. Die Ausführungen im Bericht Des Reparationsagenten, Der mit besonderem Nachdruck ein für Das Reich ungünstiges 93er« hältnis zu Den Ländern betont, ermahnen gleichfalls hierzu. Wie verhält sich Preußen? Der Wille zur gütlichen Einigung. Berlin. 3. 3an. (TU.) Die „Vossische Zeitung" schreibt: Rachdem jetzt die Mehrzahl der in Frage kommenden Länder ihre Klagen beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich im Hinblick auf die Eisenbahn- und P o st - abfindungen eingereicht hat, ist von politischer Bedeutung die Haltung, die die Preu - ßische Staatsregierung gegenüber der Reichsregierung einnehmen wird, und zwar besonders deshalb, weil die preußischen Forderungen an das Reich ungleich höher sind als die der übrigen Länder zusammengenommen. Wie der „Demokratische Zeitungsdienst" von unterrichteter preußischer Seite erfährt, wird immer noch gehofft, daß sich in absehbarer Zeit eine Einigung über die strittigen Punkte erzielen läßt. Es ist das im besonderen nötig, nachdem die Biersteuerklage zugunsten des preußischen Staates entschieden worden ist. Da die jetzigen Regierungen im Reich und in Preußen die gleiche politische Grundlage haben, und da auf beiden Seiten der Wille zur Einigung vorausgesetzt werden kann, so wird ein Liebereinkommen durchaus für möglich gehalten. OB aß die Eisenbahn- und Postforderungen an* langt, so steht allerdings die Reichsregierung auf dem Standpunkt, daß die Ansprüche der Länder der rechtlichen Grundlage ent- b e h r e n. Das ganze Problem der Länderforöe- rungen an die Re chsregierung wird im Zusammenhang mit dem Reichshaushalt und dem Finanzausgleichsgesetz noch einmal aufgerollt werden. natsgehalt regelmäßig auf die Dchwl^uf^r Bank überwiesen wurde. Als die (Beamten wegen des Neujahrsfestes erst jetzt ihre Monatsgehälter abheben wollten, wurde ihnen erklärt, daß vorläufig keine Zahlungen mehr geleistet werden könnten. Die Schwiebuser Mmk will dadurch in Zahlungsschwierigkeiten geraten fein, daß die Dresdner Bank, mit der sie bisher in engster Verbindung stand, sich geweigert habe, einen Wechsel in Höhe von 80000 Mark einzulösen. Ein schlimmer Betrüger. Ein gewisser 3akob Reumark, der seit einigen 3ahren in der Potsdamer Straße in Berlin ein großes Bureau hatte, ist aus Berlin geflüchtet und Hai sich in ein Sanatorium in Bernau zurückgezogen, um sich der Verhaftung durch die Kriminalpolizei zu entziehen. Reumaick war der Rechtsbeistand des „3nteressenver- bandes gewerblicher Pächter" und hat sich in der Hauptsache mit S a ch v e r in i 11 l u n- gen beschäftigt. Von den Stellungsuchenden Pächtern erhob er entweder eine Kaution oder einen Vorschuß für ein Viertel- oder Halbjahr. 3n zahlreichen Fällen hat er nun das eingezogeno Geld nicht rechtmäßig verwandt, sondern einfach für sich behalten und ausgegeben. Richt weniger als 5-0 bis 60 Leute sind auf Dierc Art von Reumark um fast ihr ganzes Hab und Gut gebracht worden. Der Schaden, der noch gar nicht abzuschähen ist, dürfte 100 030 Mark weit übersteigen. Die Vertrustung im Zeitungswesen. Aach bisher noch unoerbürgten Mitteilungen soll es dem Verlage 01 liste in geglückt sein, die Mehrheit des großen Wiener Blattes „Die Reue Freie Presse" an sich gebracht zu haben. Bereits vor längerer Zeit tauchten die ersten Gerüchte über eine solche Transaft on auf, und es ist bekannt, daß Allstein in Wien auf Grund seiner besonderen 3nteressen für Oesterreich und den Balkan ein groß aufgezogenes Bureau besitzt. streik der Krankenkassenarzte in pommerellen. Mit Rücksicht Darauf, baß die Krankenkassen ein zentrales Ambulatorium für ihre Mitglieder in Pommerellen errichten und im Zusammenhang hiermit Das ärztliche Honorar herabsetzen wollen, sind die Krankenkassenärzte Pommerellens in den Streik getreten. Sie weigern sich, Krankenkassenmitglieder ohne Bezahlung des üblichen Honorars für Privatpatienten zu behandeln. Verhandlungen zwischen den Vertretern der Aerzteschast und Der Kcankenkassenoorftände haben zu keinem Ergebnis geführt. Eine ganze 5)ammeiherde das Opfer eines tollwütigen Hundes. Auf einer Der Stabt Colmar benachbarten Weide ist eine große Hammelherde von einem tollwütigen Hund angefallen worDen. WährenD zwei Tiere Der Herde totgebissen rourDen, mußten 125 Schafe a b - geschlachtet werben. Da bas Fleisch Dieser Tiere unbrauchbar ist, wirD Der Schoben auf mehr als 60 000 Franken beziffert. richtet darüber, daß er alle seine Vorlesungen im Februar 1928 an den dortigen Schulen in deutscher Sprache halten konnte und iym die meisten seiner einheimischen Zuhörer folgen konnten,. Diese erfreuliche Feststellung wird übrigens auch von vielen anderen deutschen Südafrika-Reisenden bestätigt unb zwar trifft sie nicht nur auf einzelne Gebietsteile, sondern, wie aus den vorliegenden zahlreichen Berichten hervorgeht, auf die ganze Union zu. Ein deutsches Bravourstück in Kabul. Derltn, 3. 3aru (TH.) 3n London wird ein Bericht aus Kabul über die Tapferkeit zweier Deutscher veröffentlicht, die sich während der Belagerung Kabuls zur britischen Gesandtschaft durchschlugen, um festzu- stellen, ob dort Hilfe notwendig sei. Die verschiedenen fremden diplomatischen Vertretungen in Kabul waren, mehrere Tage ohne Rachricht über das Schicksal der britischen Gesandtschaft, die fünf Kilometer außerhalb Kabuls in den Bergen liegt. Zwei junge Mitglieder der deutschen Gesandtschaft erboten sich, bis zur englischen Gesandtschaft vorzudringen. Sie nahmen die deutsche Fahne mit und, auf allen Vieren kriechend, gelangten sie unter ständiger Lebensgefahr durch die Feuerzone. 3m Gesandtschaftsgebäude war aber niemand in Rot. außer einer Amerikanerin. Die Lage war aber so ernst, daß der britische Geschäftsträger die beiden bewog, vorläufig den Rückweg nicht anzutreten. 3n- zwifchen kamen die englischen Militärflugzeuge an und brachten einen Lebensmittelvorrat, der im Rotfall sechs Monate ausgereicht Die russischen Geheimagenten in Frankreich. Paris, 3. 3an. (WTB.) Drr „Gaulois" will aus sehr gut unterrichteter Quelle erfahren haben, Daß der wegen Wechselfälschung in Paris verhaftete Bruder des russischen Volkskommissars Litwinow der französischen Regierung die Llst-edersowjetisti schen Geheimagen- ten in Frankreich ausgeliefert habe, so daß es möglich werde, auf diese Propa- ganbaorganifation der 3.3nternationale Hand zu legen. Ein Kommissar der französischen Kriminalpolizei sei geftem aus Berlin mit einem Lltwmow stark belastenden Aktenmaterial zurück- gekehrt. Das Blatt glaubt, das durch dieses Material auch Klarheit geschaffen werde über die Roll-r Der mit Litwinow zugleich verhafteten angeblichen Deutschen Liborius und 3offe. Aus aller Wett. Starker Schneefall in Thüringen. Der starke Schneefall, der auf den Höhen um Erfurt einsehte und die Rächt über andauerte, führte auf einigen Landstraßen zu Schneeverwehungen. So war z. D. die von Erfurt nach Gotha führende Chauftee hoch mit Schnee bedeckt, so daß viele Autos und ein Postkraft- toagen stecken blieben und die Postboten mit Schlitten zur Beförderung der Brie, fachen entsandt werden mußten. Auf einer Klcinbahnstrecke vermochte Der Triebwagen den Zug nicht mehr vorwärtszubringen, so Daß die Verwaltung sich genötigt sah, eine Hilfslokomotive zu stellen. Aus den Strecken der Reichsbahn kam Der Verkehr durch das Schneetreiben nicht ins Stocken. Beim Rodeln tödlich verunglückt. 3n Liebcsdorf in Schlesien fuhr ein Schlitten, auf dem drei junge Leute rodelten, gegen einen Straßenstein und wurde dabei in den Dorfbach geschleudert. Der 17jährige Erich Emmerich starb bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Seine Schwester und eine Tochter fceä Fuhrwerksbesitzers Baumert trugen schwere Verletzungen am Hnterschenkel und Verstauchungen davon. von ber Eisscholle gerettet. Sämtliche auf einer Eisscholle in Den Peipu »- f e e getriebenen estnischen Fischer sind gerettet worden. Sie haben nur durch Die Einwirkungen ber Kälte gelitten. Die falsche Flaschenpost. Das norwegische Telegraphenbureau hat eine kurze Meldung ausgegeben, in ber die angebliche Flaschenpost von Arnundsen als falsch b e = zeichnet wird. Nach Dem Eintreffen ber Flaschenpost in Hammerfest stellte es sich heraus, baß Die Schrift, in der Die Mitteilung geschrieben ist, keiner leiAehnlichkeitmitberAmunb- s e n s zeigt und auch Die Unterschrift nicht Dem Namenszug AmunDsens gleicht. Die angebliche Botschaft Amunbsens wirb nach Oslo zur näheren Untersuchung durch Sachoerstänbige gebracht werben. Der Bruder RoalbAmunbsens, GustafAmunb» Jen, hat das Justizministerium ersucht, auch eine gerichtliche Untersuchung vorzunehmen. Sollte man ben Mann finben, ber Die Nachricht geschrieben Hot, roirD er des Betruges angeklagt werben, ber bis zu brei Jahren Gefängnis bestraft wirb. Möglicherweise wirb auch ber Mann, ber mit ber Flaschenpost ein „Geschäft" gemacht hat, bestraft werben. Ein Aulomobil in ben Jfuß gestürzt. Oluf der Straße Lüttich—-Comblain hat ein Automobil, in dem eine größere Anzahl Arb-ri ter nach Hause fuhr, an der Ourthe das Brückengeländer durchbrochen und ist i n d?n Fluß gestürzt. Heber die näheren Hm- stände ist noch nichts bekannt, da die wenigen Zeugen des Hnfalls sich in ziemlicher Entfernung befanden. Die Zahl der Opfer soll 18 betragen. Beim Autounglück verbrannt. Auf ber Straße zwischen Dreis unb Wittlich bei Trier fuhr ein Trierer Auto gegen einen Daum, wobei Der Benzinbehälter explodierte, so daß das Auto vollständig in Flammen aufging. Von Den vier Insassen verbrannte Die etwa 20 Jahre alte Tochter Des Gastwirts Ranaletta aus Ehrang. Zwei weitere Personen rourDen schwer, eine vierte leicht verletzt. Drei Personen durch ausströmendes Gas gelötet. Die Besitzerin einer kleinen Waschanstalt in Alt-Ofen CUngarn), ihre 16jährige Tochter und eine zu Gast geladene Frau wurden in der Silvesternacht durch Gas, das einem aus Versehen offen gelassenen Hahn entströmte, getötet. Der Hnglücksfall wurde erst heute bemerkt, nachdem es der Rachbarschaft ausgefallen war, daß das Geschäft noch immer nicht geöffnet wurde. Bankkrach in der Grenzmark. Die Schwiebuser Vereinsbank hat zugleich mit sämtlichen Riederlassungen der Dank in Züllichau, Stentsch, Boms, Hnruhstadt, Tirfchliegel und Reu-Tent.'chen ihre Zahlungen eingestellt. Gleichzeitig hat sie leim Amtsgericht in Schwiebus das Zweckverglrichs- versahren zur Abwendung des Konkur'es beantragt. Durch diesen Zusammenbruch der Dank sind alle Teile der grenzmärkischen Bevölkerung aufs schwerste geschädigt worden. Reben der Landwirtschaft bringt der Zusammenbruch der Dank vor allem die Grenz- und Zollbeamten in große Schwier.gk.i en, denen von ihrer vorgesetzten Dienstbehörde das MoOie Wetterlage. 3££ toruna. 1'41 3® :ydHf lom Thörslv ibaxken- Ja^Haycn- HÖiS franl Hör x »tackn. |-lnoO - K- -u'H Waryh Haparln^ Donnerstag En d.3.Jari.1929,7haDds. = t)WorxenrosO nener o n«r» otoecit. » wontg e otacciix eitege^ * Schnee A Grevpem • «cDci K trimer (^windstille. O» jef» «lebtet Ost y 'nissige- Suasoowest X stürmische' -or «Ul h. WM V ”ut attettn »««J taufe von Grundstücken und Taufchverträge durch die Stadt Gießen getätigt worden sind. Zu dein Arbeitsgebiet des Dermesiungsamts gehört noch die Bearbeitung von Angelegenheiten der Feldpolizei und des Feldgerichts, sowie die Veranlagung der Grundeigentümer zu den Kanal-, Straß-enreinigungs- und Müllab'uhrgebüh- vrn. Auch wurden im abgelagerten 2ahr neue Ortssatzungen und Gebührenordnungen über die Erhebung der Stcaß-en.cinigungs- und Mü.'l- absuhrgebühren ausgearbe'.tet. Oie Gießener Märkte im Jahre 1929. Die diesjährigen Gießen e*r Märkte sind wie folgt festgesetzt worden: Rindvieh markte (Zucht- und Rutzvieh- markte): 8. Januar, 22. Januar. 5. Februar, 19. Februar, 5. März. 19. März, 9. April, 23. April, 7. Mai 28. Mai, 11. 3uni, 25.3uni, 9. Juli, 23. Juli, 6. August. August, 3. September, 17. September, 1. . ?öer, 22. Oktober, 5. Rovember, 19. Rovember 3. Dezember, 17. Dezember. S ch w e i n e m ä r k t e: 9. Januar, 6. Februar, 6. März, 10. April. 8. Mai, 12. Juni. 10. Juli, 7. August, 4. September, 2. Oktober, 6. Rovember, 4. Dezember. Krämermärkte: 8. Mai, 20. Rovember, 18. Dezember. Pserdemärkte: 20. März, 2. Oltober. Märkte mit beschränkter Zulassung: 7. bis 14. April: Frühjahrsmarkt (Mejse); 29. September bis 6. Oktober: Herbstmarkt (Messe). Ore Einäscherungen in Hessen im Jahre 192Z. In den fünf hessischen Krematorien in Darmstadt, Offenbach, Gießen, Friedberg und Mainz wurden im Jahre 1927 insgesamt 829 (im Borjahre 650) Einäscherungen vorgenommen, und ämar handelte es sich um 528 männliche und 301 weibliche Personen. Nach den Konfessionen entfielen 664 Einäscherungen auf Evangelische, 60 auf 5katholiken, 27 aus Israeliten und 78 auf Andersgläubige. Unter den Ein- geäscherten befanden sich zwei noch nicht einjährige Kinder, neun Kinder bis 14 Jahre, 285 über 70 Jahre alte Personen. Gesteigerte Gchaumwemherstettung in Hessen. WSR. Die Verhältnisse im Hess ischen Schaumweingewerbe haben sich im Jahre 1927 nach den jetzt vorliegenden amtlichen Ziffern weiter gebessert. Die Herstellung von Schaumwein hat gegenüber dem Vorjahre u m 3h 72D 10ID| fCl -if «y* Im *£ Mfr 7 ▼ -■"« L IU WllllE k MBA k wie nie -WW i V- ■ \ Der Wäschefreund, 'W —------------------ der Erhalter JhresWäschebestandes4 Achten Sie bitte der Nachahmungen wegen auf meine Firma und auf EXTRA mit Querleiste. Seit 1843 führend in Seife. f D MÄ4 er aus Wlil ■Jl . H^^W^WWWW Kniim/fl“"** Frau Lina Kraft Unsere innigstgeliebte treue unvergeßliche wurde gestern abend nach kurzem schweren Leiden von uns genommen. In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen Gießen (Neuenweg 46), den 4. Januar 1929. 93D Schweinekoßchen l Vereine I tenmnen b3D 20' , Uhr. 1OUD Tie Vorstände. 09137 Aufstellung d. Grobfilme die demnächst erscheinen Besonders billig Damen-Sdilüpfer mit Träger Mk. 6.- 8IA »adle nute Pretfe. Schr. Angeb. u. 69D an den Giess. 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Kaiserallee. 8jD preußische Zeniralstadtschast zu Berlin Zeichnungseinladung auf GM 5 ooo ooo 8% loe Msmkliselsiitzele GolövfWSbriese Reihe 20/21 zum Borzugskurse von 97% (augenblicklicher Berliner Börsenkurs 97*/.®/,) Zeichnungsfrist: Dom 27. Dezember bis 16. Fanuar 1929, vorzeitiger Zeich- nungSschluß bleibt Vorbehalten. Zinstermin: 2. Januar und 1. Zull, der nächste Zinsschein ist am l.Zuli 1929 fällig. Stückelung: 100, 200, 500, 1000, 2000, 5000 Goldmark (1 Goldmark = dem preise von h kg Feingold). Lieferung der Stücke: Sofort spesenfrei. Die Goldpfanbbriefe sind seitens der Inhaber unkündbar. Die Gesamtkünbigung seitens der preußischen Zentroistadtschaft ist frühestens am 2. Januar 1934 zulässig. Als Sicherheit für die Goldpfanbbriefe dienen erststellige Feingolbhypotheken, das eigene Vermögen der Zeniralstadtschast und der ihr angeschlosienen 8 Stadtschaften sowie die Garantie der beteiligten 8 preußischen Provinzen, die anteilig in voller Höhe hasten. Die Auslosung der Goldpfandbriefe erfolgt zu 100° 0. Die von der Zen« tralstadtschaft ausgegebenen Goldpfandbriefe sind bei der Reichsbank in Klasse beleihbar. Zeichnungen werben von allen Banken, Bankiers, Sparkassen, Stadtschaften sowie der unterzeichneten Körperschaft entgegengenommen. preußische Zeutralstadffchast Körperschaft des öffentlichen Rechts Berlin W 10, Diktoriastraße 19,20 Telegramm-Abresse: Fernsprechanschlüffe: Stadtschaft, Berlin. Kürfürst 5867, 5868, 5869 Kurfürst 5848 (für Ferngespräche). __ H2V Damenstrümpfe: Waschseide, teils mit kleinen Fehlern.......Mk. 1.75 Wolle mit Flor....................Mk. 2— Wolle mit Seide...................Mk. 2 50 Bemberg-Seide, 1. Wahi fehlerfrei in allen Farben.......Mk. 2.75 Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen mnigstgeliebten Gatten, unseren treusorgenden Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Otto Hartung im Alter von 57 Jahren durch einen Unglücksfall in die ewige Heimat abzurufen. 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In vielen Provinzen herrschte Hungersnot und in allen größeren Städten ging das Gespenst der Roten Revolution um. In Schanghai, Kanton und Hankau mußten Aufstände der roten Gewerkschaften mit be- moffneter Faust niedergeschlagen werden, während «leichzeilig im Morden die Schachfigur Japans, Tschangtsolin, die Hauptstadt, des Reiches besetzt hicll und der Süden uneinig unter sich darum haderte, wer den großen Feldzug gegen den Norden Ju Ende führen sollte. Zwisä-en Fenghjuhsiang. em christlichen General und Penhsischan, dem Mustergouverneur aus Schansi, herrschte tiefstes Mißtrauen, während gleichzeitig die Stellung des eben aus Japan zurückgekehrtcn jugendlichen Generalissimus, des Napoleons der chinesischen Revolution, Tschiangkaischek, überaus ungewiß schien, so daß man befürchtete, auch der Sieg des Südens über den Norden würde nicht zu einer Einigung Chinas, sondern nur zu neuen Kämpfen zwischen den siegreichen Generälen führen. Dazu drohte die Intervention der Japaner und der anderen europäischen Mächte, die eine Wiederholung der blutigen Zwischenfälle von Hankau, bei denen das Leben und das Eigentum von Ausländern bedroht worden war, nicht gestattet haben wurden. Die chinesische Kaufmannschaft schien verzweifelt und der Kämpfe satt, und die allgemeine Stimmung im Lande t>?r überaus trübe. Vergleicht man damit die Lage Chinas am Ende dieses ereignisreichen Jahres, so ist man überrascht, wieviel erreicht worden ist. Denn was vor einem Jahr noch als Programm, ja mitunter nur als Großsprecherei des Südens erschien, die Einigung ganz Chinas unter einer Regierung und unter einer Partei, das ist im letzten Jahre bis auf kleine Reibereien geglückt. China besitzt heute in d»r Nankingregierung wieder eine im ganzen Lande anerkannte Zentralgewalt, die nur noch eine Art von polizeilicher Säuberungs- aktion durchzrrführen hat, und es hat sich am 10. Oktober eine neue Verfassung gegeben, die dem Wandel der Verhältnisse auch nach außen hin Rechnung trägt. Tschiangkaischek ist heute der Staatspräsident Chinas, sein einstiger Rivale Fengh ist sein Kriegsminister, und all die verschiedenen Richtungen in der Kuomintang sind in der Zentral- gemalt so vertreten, daß sich zunächst einmal niemand über Benachteiligung beschweren kann. Das Vertrauen zur Zentralregicnmg und zur günstigen Weiterentr--.ä düng und der Fachschulbildung von der allergrößten Bedeutung. Aber auch hihere Schule unb moderne Wirtschaft sind schick alhatt verwachen. Die Pädagogen streiten sich hier um das „beste Sh st e m". Was sagt die Wirtschaft dazu? Eigentlich beteiligt s e sich an diesem Streit nicht. DaS ist daS beste Zeichen dafür, daß es kein Streit für die Wirtschaft ist. Gymnasium, Realgymnasium unb Oberrea'schu'e fragen ihre volte Gleichberechtigung nebeneinander. Es ist unsinnig, einen theoretischen Streit über den höheren Wert d:s einen ober anderen Systems zu führen. Beide Schals)steme ind in der Lage, reife, denkende Menschen zu erziehen, und daraus kommt es an. Die Entschtt- Öung d r Auswahl der Schale muß lezten Endes nach der Veranlagung des Kindes getroffen wer'.en, nach seinen Fähigkeiten und nach je nen En.wicklungsmög i.hinten. Der eine patzt nicht fürs humanistische Gymnasium, der andere patzt nicht für die Oleersalschule. Es kommt darauf an. daß das Gymnasium in ausreichendem M kyon begleitet ist. An keinen Teil des Himmels knüpfen sich eine so große Menge von Sagen, wie an diesen, was wohl zur Genüge zeigt, einen wie großen Eindruck die Häufung heller Sterne in diesem Teil des Sternhimmels von jeher gemacht hat. Kü st ermann. Niederlassung außerhalb des für die Zweigniederlassung zuständigen Hanbelskammerbezirkes ansässig ist. Zur Wahrung des Grundsatzes ber Firmenwahrheit und zur Verhütung eines Firmenmißbrauchs ist es besonders notwendig, daß die Register- g e r i ch l e in allen Zweifelssällen, Insbesondere soweit Firmenzusätze oder Sacht.men eingetragen werden sotten, ferner, wenn es sich etwa nur um einen Handwerksbetrieb handelt, vor Eintragung der Firma die zuständige Industri'e- und H.a n de ls k a m me r hören. Dom Hessischen Sängerbund. Der Kreis 12 des Deutschen Sängerbundes, der Hessische Sängerbund, um aßte Ende Dezember 1S28 23 Gaue (einschließlich Maintal- Sängerburtb mit 70 Vereinen des Spessarts insgesamt 600 Vereine mit rund 30 030 Sängern. Die Reuorganisation des Hessischen Sängerbundes wurde im Jahre 1928 vollständig durchgeführt. Der Bund umfaßte früher 35 kleinere Verbände unb Einzelbünde, die nun in den erwähnten 23 Gauen zusammenge.aßt sind. Das Bundesgebiet wird in vier Gruppen eingeteilt, unb zwar Gruppe Starkenburg, Gruppe Ooer- hes en, Gruppe Rheinhessen und Gruppe Spesiart (Mai.'.talsängcröunds. Ten Gruppen Rhllnhe sen und Oberhes en gehören auch einige preußische Vereine an. Als auherordcn liche Mitg'ieder sind dem Hessischen Sängerbund zwei ausländische Vereine, und zwar der Beethoven Chor Reuyork und Gesangverein Concordia Joinville Santa- Catharina Brasilien, angeschlossen. Die 23 Gaue sich regelmäßig in dem sog. „Handwerkssaal", in dem die Zunftzeichen hängen. Bei einer solchen Versammlung der Berliner Zimmerleute ist ja auch der Kampf in Berlin ausgebrochen. Die alten Zunftbräuche, die bis ins Kleinste ausgearbeitet sind, toerben von den „Fremden" noch immer fest gehalten. Am auffälligsten zeigt sich ihre Zusammengehörigkeit in der altertüm» lieben Tracht. Das eigentliche Zeichen des Zunftgesellen ist die Halsbinde, ein schmales schwarzes Bändchen, bas auch „Ehrbarkeit" genannt wird. Der Stehkragen wird von diesen Anhängern der alten „Ehrbarkeit" verachtet. Zu der tulpenförmigen „Hamburger Hose" wird der Walmusch .genannte Rock aus gewöhnlichem schwarzen Tuch getragen, während die Weste wie das Deinkl.id aus schwarzem Manchestersamt besteht und mit zwei Reihen von je vier weißen Perlmutterknöpfen geziert l t. Der schwarze Schlapphut, der sog. „Obermann", ist die Haupt» zierde des Zimmermannes: et erreicht einen, Durchmesser von mehr als I1/2 Metern. Reben diesem Haupt- unb Staatsstück, das der Zimmermann wie ein Heiligtum hält, ist auch der „Schauwerker" erlaubt, der steife Hut, mit dem sich gern die zunftei rigen Junggesellen ausrüsten. Der „Fremde" soll während der 3V2 Jahre, die er sich auf der Wanderschaft befindet, feinen Schnurrbart tragen; als Grund dafür wird an» Eben, baß bei den Rundtrinken „nicht jeder die re inS Bier hängen lassen darf". Damit ist its die große Bedeutung der Trinksitten angebeutet. Ein schöner Zug dieser Zunft aber ist die enge Kameradschaft, die man imteretnanber hält. In ihren Sprüchen und Liedern kehrt das Wort immer wieder: „Was soll ein Fremder fein? Ein treuer Mann!" Sie halten fest zusammen, besonders in Rot und Gefahr, unb wer die Ehre eines von ihnen verletzt, der bekommt es mit allen zu tun und wird „furchtbar verhauen". Denn blefe Zunft der Zimmergesellen hält die alte ileberlleferung aufrecht, nach der der Zimmermann stets ein derber und rauher, kühner und streitbarer Geselle gewesen ist. Bekannt und sogar sprichwörtlich ist Der Jähzorn der Zimmerleute, der sich auch i 1 einem überaus umfangreichen Register von Flüchen unb Schimpf- verteilen sich auf Gruppe Starkenburg 11, Rheinhessen 7, Oberhessen 4 unb Spessart (Main- talsängerbunb) 1. Als Bundesvorsitzender steht Ministerialrat Dr. Siegert, Darmstadt, dem Bund vor. Der Bundesgeschästssührer ist G. F. Roth. Darmstadt, Leiter der Geschäftsstelle des Hessischen Sängerbundes. Jede Gruppe wirb wiederum von Dem jeweiligen Vorsitzenden bet Gruppe Im Bundesvorstand vertreten. Außerdem gehören zum erweiterten Bundesvorstand die je- weil g:n Gguvor itzendcn. Ehr.nvorstand;m tg'ied ist Schulrat Hassinger, Referent im Ministerium für Kultus und Bildung Zwosen. Gseich der Dundcseinteilung ist auch d e Einteilung für den musikalischen Teil. Es besteht ein Musikausschuh. In musikalischer Beziehung steht dem Bund der Dunbeschormeister, der Gruppe der Gruppcnchor- meister und den Gauen der Gauchormeister vor, die auch für die musikalische Entwicklung des Bundes bzw. der älnterverbände verantwortlich sind. Oie Biererzeugung in Hessen 1927. WSR. Im Rechnungsjahr 1927, dessen Ziffern nunmehr vorliegen, ist die Biererzeugung in Hessen um 114 000 Hektoliter, oder um rund 13 Prozent gestiegen. Durch das weitere Anziehen bet Weinpreise ist ein Rückgang des Weinverbrauchs — namentlich von Ausschankwein — eingetreten, der hauptsächlich dem Braugewerbe zugute gekommen ist. Reben angemessenen Bierpreisen hat die weitere Verbesserung der Bierbeschaffenheit fördernd auf den Bier» umfah eingewirkt. Cs wurde überwiegend unter» Worten aus Prägt. Da sie gewohnt sind, zuzu» schlagen, haben sie auch stets die Axt bei der Hand, und diese Waffe ist auch in dem nächtlichen Kamps in Berlin geschwungen worden. Die Axt begleitet den Zl.nmergesellen überall hin; er trifft mit i)r haarscharf, unb wo er hinhaut, da wächst kein Gras mehr. „Halts Maul! oder ich schmeiß dir meine Axt an ben Kopf!" ist eine beliebte Redensart auf den Zimmermannsplätzen, der die Tat nicht selten auf dem Fuß folgt, und der Lehrling muß sich bereits darin üben, zur rechten Zeit auszuweichen, wenn i)m die Axt des Gesellen haarscharf am Ohr vorbeifliegt. Etwas Kriegerisches habe, sich die Zimmerleute immer bewahrt, das geht auch aus manchen ihrer Lieder hervo, von denen eins mit dem BerS beginnt: „Aus Kamerad! Zimmermann ist auch Soldat!" Die wandernden Zimmergesellen machen nicht nur in den Hauptstädten Deutschlands und Oesterreichs Halt, sondern sie ziehen auch ins Ausland. In Brüssel ist meist eine Gesellschaft von ihnen beisammen, und in ganz Holland arbeiten sie. Auch in Belgrad, in Budapest unb So'ia ist meistens das „Buch" der Zunft „offen“, in dem sich jeder Geselle eintragen muß: auch in Skandinavien sind sie eine "icht seltene Erscheinung, und selbst bis nach Sizilien und Aeghp- len, nach Konstantinopel, 3eru,a.em unb Alexandria kommen sie. „Die fremden Zimmerleute", sagt Weiß, „sind auf alle Fälle stärkere deutsche Gesittunasträger unb Bahnbrecher für den deutschen Gedanken als ein großer Teil des über alle Welt sich ergießenden Stroms unserer Bergnü- gungsreifenben, denn wo sie hinkommen, sprechen sie deutsch unb nur beutsch, halten ihre Sitte und Art und leisten tüchtige deutsche Arbeit!" Os. Don Hans JRie&tm. Pitter hatte fein Haus verkauft und war nach Australien gefahren. Aber schon nach sechs Monaten traf rch ihn wieder in Berlin. „Donnerwetter," staunte ich, „schon wieder zurück? Lind wie ist eS dir ergangen?“ gärige« Bier, hauptsächlich Bollhier, in grtte* getem Umfange auch Starkbier, sowie Einfach« vier hergestellt. Zu einem Hektoliter Einfachbier wurden durchschnittlich 15 Kilogramm, zu einem Hektoliter Vollbier 19,4 Kilogramm, unb zu einem Hektoliter Starkbier 24,7 Kilogramm Malz Der* wendet. Der Weingeistgehalt beträgt für Ein- sachbier 0L Prozent, für Vollbier 3,4 Prozent unb für Starkbier 4,5 Prozent. Die Herstellung edler unb besonderer, unter einem eigenen (Hamen bekannter Biere nach einem eigentümlicheL besonderen DereitungSverfahren hat nicht statt- gefunben. Die Dierpreise betrugen bei Abgabe aus der Brauerei je nach dem Stamm- würzgehalt für ein Hektoliter Einfachbier 36 OHL Vollbier 35 bis 45 Mk. und für Starfbter 45 bis 60 Mk. An Biersteuer unb Bierzoll gingen ein im Rechnungsjahr 1927 6 966 672 Mk. (im Rechnungsjahr 1926 4 928 998). Bierausfuhr hat nur in geringem Umfang (336 Hektoliter) nach dem Saargebiet stattgefunden. An französische Militärkantinen wurden abgegeben 9807 Hektoliter (Im Vorjahre 5775 Hektoliter). Am Schluß des Rechnungsjahres waren insgesamt 50 (51) Brauereien vorhanden, von denen aber nur 41 in Betrieb waren, und zwar 13 im Bezirk Darmstadt, 10 im Brzirk Offenbach, 9 im Bezirk Gießen, 5 im Bezirk Mainz, 2 im Bezirk Bingen unb 3 im Bezirk Worms. Erzeugt wurden insgesamt 969 860 Hektoliter (851 090 Hektoliter), unb zwar 964 693 Hektoliter Dollbier unb 5167 Hektoliter Starkbier. ** Die Verleihung der Rettungsmedaille in Hessen wirb, wie wir vom Ministerium deS Innern erfahren, erlvlgen. trenn die Medaillen unb die Derleihungsurkunden fertiggestellt find. Damit ist bereits in Kürz? zu rechnen. Lieber die zahlreichm vorliegenden Anträge auf Verleihung der Medaille wird dann sofort entschieden werden. Anträge auf Verleihung der Medaille find über die zuständigen Kreisämler zu stellen. Voraussetzung für die Verleihung Der Medaille ist in erster Linie, daß mit der Hilfeleistung eine besonders erhebliche Lebensgefahr für den Retter verbunden war und ein besonderer Beweis von Mut, Entschlossenheit unb Selbstaufopferung vorliegt. In den Fällen, in Denen die Voraussetzungen für die Verlegung der Medaille nicht gegeben sind, die Tat aber doch eine besondere Anerkennung verdient, oder in Fällen, in denen der Retter einer Geldbelohnung den Vorzug gibt, wird eine Geldbelohnung gewährt. ** 3. Klasse mit Gardinen. Alle Eisen- bahnwaggons 3. Klasse sollen bis zum 1. April mit Vorhängen versehen werden. *• D i e Weihnachtsfeier der Heil- und Pflegeanstalt bei Gießen in der Anstaltskirche war diesmal ganz besonders stimmungsvoll. Der ®iebener Dläserchor unter Leitung des Herrn Schneider, ein Chor von Pflegerinnen der Anstalt und einige Solistinnen, eingeübt von dem Organisten der Anstalt. Real- lehrer Kissel, trugen durch sehr gut gelungene, zum Teil gemischte Vorträge, unter denen einige Duette besonders bervorgehoben seien, gan- außerordentlich zur Verschönerung der erhebenden Feier bei. Musuvorträge, Gesänge der Gemeinde, ein schöner Vortrag bet Deihnachts- geschichte durch eine Pflegerin, mehrere Duetts u. a. bildeten das sehr reichhaltige Programm, in dessen Mittelpunkt eine sehr gehallvolle Ansprache des Anstaltsgeistlichen, Pfarrer Müller, stand. Die Vorführungen wechselten In wohltuender Weise mit einander ab unb versetzten alle Teilnehmer in weihnachtsfrohe Stimmung und werden ihnen noch lange in eindrucksvoller Erinnerung bleiben. Allen Mitwirkenden gebührt herzlicher Dank, den viele Patienten dem Bläserchor besonders aussprachen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung) Gin Mieter. Zn Gießen ist der Hausbesitzer berechtigt, die Müllabfuhr- und Straßenreinigungs- gebühren auf die Mieter umzulegen. Die Umlegung erfolgt auf Grund der städtischen Gebührenordnung vom 30. Juli 1923 bzw. 19. April 1924. und zwar im Verhältnis des Mietwerts des Grundstücks. (Siehe Dekanntmachung im „Gießener Anzeiger" vom 18. Dezember 192&) f). 36. Das Fahren eines steuerfreien und führet* scheinfreien Motorrads ist Personen vom 18. Lebensjahre an erlaubt. „Lerdlich," sagte er. „Ich bin gerade im Bs- griff, mir einen Achtzylinder zu kaufen." Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. „Wa- hast du denn in der kurzen Zeit brüten für Geschäfte gemacht?" fragte ich. »Ich habe Os gegraben.“ „Os?" „Og ist Osmlum-Iridlum. eine Metallegierung, die zehnmal so teuer ist icle Gold unb Mt man in Tasmanien findet." „Richtig," nickte ich, „davon habe ich gerade in der Zeitung gelesen. Lind du hast also größer» Funde gemacht?" Pitter schüttelte ben Kops. „Ich habe eine Grube für fünfzig Pfund gekauft und für zerlaufend Pfund wieder verkauft. Dos ist alles.“ Ich blickte verständnislos. 1 . »Mein Goll," wurde Pitter ungeduldig. „Ich habe die Grube in Südtasmanien gekauft, wo sonst noch überhaupt kein Os gefunden wurde. Die Leute Haden gelacht. Ich Hute aber gegraben unb gegraben. Vierzehn Tage lang. Dis ich bann em paar Gramm Os fand. Da gab es bann ein großes Geschrei, und alle Leute liefen zusammen. Ein Schurfteamter tarn in die Grube, untersuchte ben Sand unb fand tm Handumdrehen zwei Gramm Os. Eine halte Stunde später bot man mir 10 000 Pfund, und ich schlug zu." „Das hast du vorzüglich gemacht." lachte ich. „Gerade gestern habe Ich in der Zeitung gelesen, daß die Hoffnungen, die man in Süb- tasmanien gehabt hat, sich nicht erfüllt hätten. Eine Schursaesellschaft soll sogar Konkurs gemacht haben. „3a,“ sagte Pitter. „das habe ich mir gleich gedacht." „Wie?"' wunderte ich mich „Das hast du doch nicht vorher wissen können r „Doch." nickte Pitter, „ich habe es gewußt. Ich habe es schon in dem Augenblick gewußt, als ich sechs Gramm teuer gekauftes Os in meinem Grundstück vergrub." h jm. mäS Ä«: ^SL»Z zwar 13 ;m nut {{ SZL U ?^ÄÄ itfbi« Uet kubier unb ^bun« der n?Atl Mru ^qKj ' J*? wir bom d-e i^n -mit ist ÖÄ-’" rL^«L f» «5 N 'Bet. SÄÄ? *Nm M^LS & ®* Än” J^M& ttung borttegl In Pä L6 ?1 *n sind, S b1on^K Anerlennmg oaiien. In denen der Setter m3 dm Dv^g ng gewahrt. Jiit Turbinen. Alle difen« ifllle tollen bis zum 1. April mit n werden. nacktsfeier der Heilst alt bei Diehen in der ticsmal ganz besonders stim- >>ehener 2löserchor unter Lei- Schneider, ein Cbvr von Infinit und einige Souiiümcn. Organisten der Anstalt. Real- ugen durch sehr gut gelungen«, : Tortiäge, unter denen einige beTvorgehoben Kien, ganz r Verschönerung der erheten- -fuDotfrdge, Gelänge ter Sc, t Iorkrag der Deihnachts- •e yiltauin, mehrere Duette hr reichhaltige Programm, in eine sehr gehaltvolle 2i* Mlichen. Pfarrer Wüllen Itungen wechselten in wohl- nnanbet ab md vrrsehten alte chr^chts^vhe Stimmung und ) lange in erndrucksvvüer Er- Allen Iliwirlenden gebührt m viele Patienten dem Zläser- ssprachen. Ten der Waliion. sind ohne Verbindlichkeit der idjriitleilujifl) Oieien ist der W* ** 2 und Strahenreimgungs. i er uZegen. Die Umlegung Sc’r städtischen Gebührenordnung 7,J ,8 Avril 1924. und M SJW&st' bl.____ __—~ 'MB’lin6”-£ S. .'M icr kurzen yuiw fragt« W «graben.“ Malles ^ld und dl> 1 so teuer ™ co Reuter Seltersweg 73 9'A U10« schäft 87D Meine 79A Bahnhofstrafee 31. / Tel 1565 ftcin Laden. Eingang Ecke Volksbad. V«gsa Lr»p»rll » doksr I,Llieomt»'u 1 Tr«pp« hosh AkWllrMvbe-SM £. WeWeig W Giese», seüetsmeg 58.1 Ikkvoe. Scbokolaiie Prolinen Bonbons Marzipan Rougar Waffeln Keks Gcickenkartikelusw. kaufen Sie vorteil« bnit im Spezialne« vreiSwürdig. Ein Versuch lohnt! ZumKnuspefliäusctien 9ieuenivefl 17 3nb. Fant SelffarL Zchleifere'! befindet sich jetzt vahnhofstr. 66 (neben 6af6 Amend). 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Relserholz 3. klaffe rm (Astreisig): 660 Buche. Stöcke rm: 151 Buche 1. Kl., 4 2. Kl., 12 Eiche, 10 Kiefer. Außer einzelnen blau unterstrichenen Handabgaben kommt der yesamte Anfall in den aufgeführten Schlagen zur Versteigerung. Besichtigung wird vorausgesetzt. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Büttner, Langd, und die unterzeichnete Stells. Hessisches Forstamt Eichelsdorf. Zwangs ^biventurrAusverkaul Wie alljährlich, veranstalte ich wieder nach beendeter Inventur vom 5. bis 19. d. Mts. meinen Ausverkauf / Zu diesem Zwecke habe ich einen großen Teil meines Lagers, insbesonders die untenstehend aufgeführten Artikel, herausgesetzt und biete Außergewöhnliches, was Qualität und Preis anbelangt / Kleiderstoffe und Samte, Baumwollwaren, Bettdamaste, Bettkattune, Bett, bardiente, Bettfedern und Daunen, Bettüdier und Bettkolter, Herren» und Damenunterwäsdie / Große Posten Herren, und Knabenmäntel, Herren, und Jünglingsanzäge, Damen, und Mäddienmäntel / Reste aller Art / Ich hoffe, daß Sie sich diese günstige Einkaufsgelegenheit nicht entgehen lassen, denn jeder Einkauf bei mir ist unbedingt für Sie lohnend KARL ZWANG*GIESSEN«NEUSTADT 49 __________________ _____ MA I flr.l nventur-Ausverkauf Der im Modehaus Salomon • Gießen morgens 9 Uhr zum Aussuchen ausgelegt Nachthemden aus la Stoffen, mit kuiz. Aermeln. 3.50 reich mit Stickerei und Hohlsaum.. .4.50, die Lins Phantasie-Herrensocken, Makp mit Seide, in 1.50 grau, alle | 1.00 Hüftgürtel Jacquard od. 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Etwas unsicher Flimmerndes verschleierte seine Augen. „Hans! — —“ Hettingens Stimme schrie heiser auf. Langsam hoben sich Feßmanns Hande den beiden anderen entgegen, die auf ihn wartetem „Man sollte nicht bis zur letzten Faser so an einem Menschen hängen, wie ich an dir! Dann wäre mir alles erspart geblieben." „So streiche mich aus deinem Leben!" „Rie!---" „Ich danke dir, mein Alter! Es wäre ein bitteres Wort mit auf den Weg gewesen, wenn du anders gesprochen hättest. Ich fahre morgen nach der Schweiz, um meinen Posten als Ingenieur bei den Iankes-Werken anzutreten." „Muhte es gerade die Schweiz sein, Ioachim?" „Ia! Amerika wäre mir lieber gewesen! Rur weg! Weit weg! Ie weiter, desto besser!" „Die vielgerühmte Freundschaft!" sagte Fehmann mit leichtem Spott. In der nächsten Sekunde aber ruhte sein Blick mit der gleichen Wärme wie früher in dem Hettingens. „Was sagt deine Frau Liebste dazu?" „Meine Mutter?" „Du weiht doch, dah ich die Ieska meine!" „Ach so! Du hast also auch davon gehört!'* ein kurzes Besinnen, dann sah er dem Freunde ernst in die Augen. „Du hast mir einmal dein unbeschränktes Vertrauen geschenkt. Rimm heut« das meine dafür: Isabella ist meine Schwester. Mein Vater war auch der ihre. Aber IsaÄ Mutter starb schon vier Tage nach ihrer Geburtehe er sie noch zu seiner Frau machen konnte!'* (Fortsetzung folgt.) ITr. 3 Dritter Blatt Eichener Anzeiger (Seneral-Anzeiger für Gberhessen) §reltag, 4- Zanuar 1929 noch ehe er sie niederdrücken konnte, hatte Ioachim sie ae aßt. „H-ans — wenn es wirklich so ist, wie du sagst, dann lah mich dir wenigsteirs bekennen: Ich bereue aus ganzem Herzen, dich in einer Stunde verkannt zu haben, in der ich vor Schmerz der Glieder und Verzweiflung der Seele keines klaren Gedankens mehr fähig war. Ich sehe, dah ich kein Recht mehr habe, dich um etwas anderes zu bitten, als ein paar kurze Worte, dah du mir vergibst! Die wirst du doch noch für mich finden können!" Feßmanns Blick blieb kühl und wenig er- munternd. „Du scheinst das als etwas ganz Selbstverständliches zu nehmen! Ich betrachte das ganze von einem völlig anderen Gesichtspunkte aus: Du hast mir — leider — zu dieser glänzenden Lebensstellung verholsen! Ich habe meine Schuld an dich abbezahlt! Wir sind quitt!" Hettingen, dessen Verven noch von der Krankheit her in ständiger Erregung bebten, vermochte sich nicht mehr zu zügeln. Aschfahl im Gesichte rih er den Rock aus und trat dicht an den Freund heran. „Vimm eines von deinen Messern und schnelle mir die Adern aus, dah ich dir dein Blut bis zum letzten Tropfen^ wieder zurück- gebcn Fann — wenn ich doch für alle Ewigkeit keinen Teil mehr an dir haben soll!" „Du wirst dir schaden, wenn du dich nicht- mäßigst!" warnte Fehmann. „Wer hat dir übrigen- davon gesagt?" „DaS ist vollständig gleichgültig, ich weih es mm einmal! Und---“ Ehe er noch weitersprechen konnte, hatten zwei keinen Widerstand duldend« Arme ihn gefaßt und in bas kühle Leder eines Klubsessels gedrückt. „Beruhige dich erst einmal! Vimm^ diese Tropfen I" Fehmann hatte nach einem Fläschchen gegriffen, um etwas von einer Flüssigkeit auf ein Stück Zucker rinnen zu lassen!" Hettingen schob die Hand, die sie ihm reichen wollte mit einem Ruck zur Seite! „Spar dir deine Tropfen, HanS! Sie sind ohne jede Wirkung für mich." Den Kopf zurücktehnend, schloß er für Sekunden die Augen und zwang sein Blut zur Turnen, Sport und Spiel Alles. eben. Nachdruck verboten * 36. Fortsetzung oder Damast ie fiebenraume staubtet f. Wäsch® MM Vaiazrs! Roman von 3- Schneider-Foersil. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. •rwas . schon6 * o die Lippen. . , .... . ,Was machst denn närrlsch, Mtzzerl! sagte fiichtßosen verlegen. p2'ir danken für deine Geduld und unverdiente Siebe!" war die Erwiderung. Es siel kein weiteres Wort mehr, bis ste nach Hause kamen. M ««W6 '*» ta greife. "h s"""' Allrz, ■isamteT " " ' ?in&en dx. 6 . S5' '^Gellte ®ni. x \®.frMenerhält Seit. Da er ?)tu9niiien D.on bIeibenbemSitlllCi n,en eignen ? ist “eI zugunsten des Lessma '"en, Lertnebszeit der Los- SädbeuffHe Fußbsllmeisterfchast Der Süddeutsche Fußball-- und Leichtathlettk- Lerband läßt am Sonntag bereits die ersten Llcisterschastsspiele austragen, nachdem die De° zirks-Derbands^piele noch im alten Iahre beendet wurden. Die Durchführung der Meisterschasts- stz-iele erfolgt in drei Gruppen. Die Gruppenmeistcr Germania Brötzingen (Württemberg), KrrlSruher Fußball-Ve.ein lBadcn». Da.,ern München (Südba.ern, 1. F. C. Mrnberg (Vordba^ern), V. f. L. Rcckarau «Rhein), Dorus ta Veunk rchen (Saar), Gnt.acht Zrankrurt (Main) und Wormalia WormS (He sen) ermitteln in einer Doppelrunde den süddeut chen Meister. Der zwecke Tabellen.nhaber ist sofort an den Deutschen Meisterschaftsspielen te lnahme- bcrechligt. Dagegen muh der Dritte noch in Mei Aussch idungs plclen feine S.art'erechtigung Lis dritter süddeutscher Derr re er g: e.i den end- ssiiltigen Sieger der Trostrunde erst erkämpfen. An der sogenannten Trostrunde nehmen die zweiten und dritten Tabelleninhabw in den Bezirken teil Gespielt wird in zwei Abteilungen. Die Abteilung Süd-Ost umfaßt die Gruppen Württemberg, Baden, Vord- und Südbayern und folgende Vereine: Freiburger Fuhball-Elub, Stuttgarter Kickers, Phönix Karlsruhe, V. f. B. Stuttgart, E . iel-V'g. Fürth, Allg.Sportv.Vurn- b * lugenbe Straße. . bestickt, 1 QC Eng ancinand-rgedrückt schrüten sie Hand in 2 50, Hand Maria hob nach einer Weile seine Rechte Sorge versetzte. „ _ , - Die Gesundheit ihres Mannes stand auf dem Spiel, und es machte den Anschein, als ob er sie mit Gewalt untergraben wollte. Endlich hörte sie drüben eine Türr gehen. Dann öffnete !rch die zum Vebenraume, und ^ehmann ft md auf der Schwelle. Mit einem gütigen Ricken !■ iah er zu seiner Frau hinüber, welche die Vorhang? überernanb:rraus5>en ließ. „CaS ist etwas spät geworden. Hilde! Es ist [ nicht nötig, dah du mit dem Abend- und Mittag- | (not immer wartest, bis ich mich zu Tische setze. Ohne etwas zu erwidern, ging sie zu ihm, nahm ! feine rechte Hand an ihre Wange und schob ihm e Qi» S0.2S le................ 1 95 sturm auch nur einen Teil der sich ihm noch bietenden Chancen ausgenutzt hätte. Während er sowohl, wie auch die anderen MannschaftS- teile im Feld eine ebenso ge ällige, wie zweckmäßige Kombination pflegten, vers mit humoristischen Erzählungen nahm die Feier ihren Abschluß. — Die Kolonne beabsichtigt Ende dieses Monats einen Vortrag mit Lichtbildern zu veranstalten. Lang-Göns, 3. San. Der Krankenkassen- rcchncr Wilhelm Anton Stoll hat jetzt das Amt als Gemeinderechner übernommen. Möge es ihm vergönnt sein, dieses Amt zum Wohle der Gemeinde Lapg-Göns viele Jahre zu verwalten. * Birklar, 3. San. Am Sonntag veran- ftaltele der hiesige Turnverein ei ic eindrucks- volle Aven dunterhaltung. Der große Saal des Gastwirts Düringer konnte die Gäste kaum fassen. Durch die Mttwirkung des hiesigen Gesangvereins wurde die festliche Veranstaltung zu einem genußreichen Abend für alle Teilnehmer: die schön vorgetragenen Lieder und eine nette Coupleteinlage ließen auch die musikalischen Genüsse zu ihrem Recht kommen. Zunächst begrüßte der 1. Vorsitzende des Turnvereins. Lehrer Krausgrrll, die Erschienenen in einer herzlichen Ansprache, in der er auch auf die hohe Bedeutung der deutschen Weihnacht und auf den tiefen Siim des heiligen Christfestes hinwies. Sm Mittelpunkt der Veranstaltung stanken zwei finnige Weihnachtsspiele: ICHristinchens Feierabend" und „Durch Rot und Leid zur Weihnachtsfreud". Alle Zuschauer waren von den Leistungen der jugendlichen Spieler angenehm überrascht. „Versöhnung" unter dem 6rennenden Christbaum war Leitgedanke in beiden Stücken. Dem Vorstand und den Spielern gebührt für ihre uneigennützige und mühevolle Arbeit im Dienste des Ganzen herzlicher Dank. Dem Turnverein möge dieser wohlc.elungene Abend ein Ansporn sein, auf dem jetzigen Wege weiterzugehen und im Laufe des Sahres noch mit ähnlichen Veranstallungen vor die Gemeinde zu tr.ten. ■-? Bellersheim, 2. San. Der h'esige G e- sangverein „Germania" Helt in Gemeinschaft mit dem Radfahrerverein fein diesjähriges Wintervergnügen ab. Ter Saal von Angcrmüller war bis zum letzten Platz be'ehl Auf der neu eingerichteten Bühne mit moderner Beleuchtungsanlage ging neben einem kleineren Wcchnachlsstück der Dreiakter „Der Schmied von Ruhla" über die Bretter. Die Spieler leisteten Vorzügliches, wie auch die ausgezeichnet vorge- tragenen Männerchöre unter Leitung des Dirigenten Landwirt Göbel von hier allgemeinen Beifall fanden. er. R ö t h g e s, 3. Jan. Heute wurde der ä l t e st c MannunsererGemei de, Johannes Kölle r, im Aller von 87 Jahren z u Grabe getragen. Der Verewigte starb unerwartet in der Neujahrs- nacht. Es sind jetzt noch einige Männer in Röthges, von denen mehrere bereits einige Jahre die 80 bei roller geistiger und körperlicher Rüstigkeit über- fchritten haben. — Zu dem kürzlichen Bericht über die ounggeflügelschau Marburg über Erfolge unserer Hühnerzüchter ist noch nachzutragen, daß Gemeinde- Bunies Reues von Nelson und Lady Hamiilon. Die romantische Liebesgeschichte des großen englischen Seehelden 9t e l s o n mit der schönen Lady Hamilton erfährt eine neue Beleuchtung butch eine Sammlung von fast 200 Briefen, die jetzt in den Besitz der amerikanischen Harvarü-Bibliothet gelangt sind und bisher noch nicht veröffentlicht waren. Außer Briefen Nelsons an die Lady befinden sich auch Schreiben der Dame an ihn sowie ihres Gatten Sir William Hamilton darunter. Die Briefe Nelsons sind zum Teil in den kühnen Strichen und Schwüngen seiner Schrift mit der rechten Hand gehalten, während andere das fast unleserliche Gekritzel zeigen, das er mit der linken Hand oollfuhrte, als er 1797 seinen rechten Arm bei Santa Cruz verloren hatte. Nelson verlangte von Lady Hamilton, daß sie seine Briefe verbrennen sollte. Es sind daher verhältnismäßig wenige erhalten geblieben. Am 1. März 1801 schreibt er ihr: .Zch verbrenne alle Deine lieben Briefe, weil es so für Dich am besten ist, und ich bitte Dich, auch alle meine zu verbrennen; sie können uns nur Ungelegenheiten bereiten, wenn sie in unrechte Hände kommen, und schon das Bekanntwerden eines einzigen Briefes würde die Klatschmäuler der Welt mehr beschäftigen, als wir ahnen." Viele der Briefe verraten die leidenschaftliche Liebe'Nelsons zu der Lady und zu ihrem Kind. „Nun, mein teures Weib, denn das bist Du in meinen Augen und im Angesicht des Himmels," schreibt er einmal, „kann ich Dir meine Gefühle schrankenlos offenbaren. Du weißt, meine teuerste Emma, daß es nichts in der Welt gibt, was ich nicht tun würde, damit wir zusammen leben und unser liebes Kind bei uns haben können. Ich liebe Euch beide, wie ich niemals jemanden sonst geliebt habe. Ich habe niemals ein echtes Liebesempfinden gespürt, bis Du es mir einflößtest, und auch Du hast Gott sei Dank niemals einem anderen Deine Liebe ganz geschenkt. Ich denke, daß wir uns vor Ende des März wiedersehen werden, und daß ich so siegreich sein werde, daß Du mit mir zufrieden fein wirst." In ähnlichen Tönen sind viele andere Schreiben gehalten. Auch auf das Verhältnis zwischen Emma und ihrem Gatten werfen die zwischen diesen beiden gewechselten Briefe neues Licht und lassen erkennen, wie die Lady gegen ihren Mann immer kühler wurde und von ihm loszukom- men suchte. B. Lin Sludenkenoaler. Ein schönes Beispiel menschenfreundlicher Freigebigkeit hat ein Rumäne gegeben, von dem Pariser Blätter erzählen. Es war einmal in Bukarest ein sehr armer Knabe, der allein ohne jede Hilfe auf der Well stand. Sein größter Wunsch war, etwas zu lernen, aber er konnte diesen Wunsch nicht erfüllen, da er durch harte Arbeit sich fein täglich Brot verdienen mußte. Allmählich arbeitete er sich empor, wurde Kaufmann und kam zu Wohlstand. Immer aber bedauerte er, daß es ihm versagt geblieben war, ich eine umfassende Bildung anzueignen. Desto glücklicher war er, daß sich seine einzige Tochter dem Studium widmete. Doch als sie gerade ihre Prüfungen I rechner Emrich auf amerikanische Leghorn den zweiten Preis erhielt. * Harbach, 3. Jan. In unserem Orte macht sich eit einiger Zeit eine lebhafte Nachfrage nach Ferkeln bemerkbar. Es werden jetzt für ein Ferkel etwa 40 Mark gezahlt. Durch die früheren billigen Ferkel- preise ist der Bestand an Zuchtsauen sehr zurückgegangen. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg, 3. San. Sn einem An- all von Schwermut hat eine 3 0 j 5 hrkge Eherau von hier ihr neugeborenes Kind mit einem Papierpfropfen erstickt und sich selbst durch Erhängen das Leben genommen. Kreis Büdingen. Ridda, 3. San. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete am Reujahrs- abend ein Konzert der Feuerwehrkapelle in der Turnhalle. Rach herzlichen Degrüßungswortcn des Vorstand5migle.es Dankdirektor Se u m trug dir Kamele in schwungvoller Weise flotte Märsche und Ouvertüren sowie ein Solo stück für zwei Trompeten vor und erntete großen D.i all. Zwei Lustsp.e e wurden von jungen Vereinsmitgliedern und einigen Damen vortrefflich gespielt und erregten bei den sehr zahlreichen Zuschauern große Heiterkeit. Zum Schlüsse fand Tanz statt. -+■ Aus dem Riddatal, 3. San. Das Ans Ingen des Weihnachtssestes und der Jahreswende, wie es noch vielerorts im Vogelsberg und in den an seinem Fuß gelegenen Dörfern Volksbrauch ist, geht von Sahr zu Sahr zurück. Es entwickelte sich aus jenen lärmenden Umzügen, wie sie fatf! überall in Deutschland gebräuchlich waren, durch die man die hämischen Dämonen zu vectteiben und Glück, Gesundheit und Liebe sich zu sichern glaubte. Die Beseitigung dieses o.t ausartenden Brauches und die Einsührung des Ansingens ist jedenfalls auf kirchlichen Einsluß zurückzuführen. Waren doch die Lehrer angewiesen, die gottesdienstlichen Gesänge auf den Straßen und freien Plätzen anzustimmen und zu leiten. Wenn heute das Singen am Weihnachtrabend und in der Silvesternacht mehr und mehr aus dein Brauche kommt, so darf man der neuen Zeit nicht die alleinige Schuld beimessen. Sehr ost fehlt der börslichen Singgemeinde der geeignete Führer, der die Lieder intoniert und auch als Sprecher austritt. Dieser Umstand trägt wesentlich dazu bei, alte, mit der Bevölkerung verwurzelte Bräuche auszulöichen und sie der Vergangenheit auszuliefern. Ein Dorf unseres Tales liefert dafür den besten Beweis. Dort war noch in der Rachkriegszeit das Anfingen gang und gäbe. Am Weihnachtsabend versammelte sich alt und jung an der Schule. Sn gewissen Abständen auf den Straßen erklangen nun die schönen, alten Weihnachtslieder, während ringsum in den Häusern die Christbäume aufflammten. Das neue Sahr wurde gleichfalls durch Choralgesänge in den Dorfstraßen begrüßt. Der Sprecher beglückwünschte in überlieferten Redeweitdungen Bürgermeister und Gemeinderat, Pfarrer. Lehrer und Gemeindebeamte. Auch dabei verlangte es die Sitte, daß der Christbaum angezündel wurde. Diese feierlichen Umzüge überbaue.len die Sn- flationszeit. Da traten Abwanderungen innerhalb der Sugend ein, es fehlten die gesanglichen und wörtlichen Führer und — das An- singen verstummte. Schon 3 Sahre hört man keinen Weihnachts- und ReujahrZ a. g, der alle Drauch ist endgültig begraben. Gleichzeitig erlosch damit die alte Sitte, dem Brautpaar am Hochzeitsabend ein Ständchen zu bringen, was der Dorfjugend einen Freitrunk einbrachte. Allerlei. an der Universität machen sollte, starb sie plötzlich. Zum Andenken an sie stiftete der unglückliche Vater, Ion Stanesco, die Summe von 100 Millionen Lei der Bukarester Universität. Diese Summe wird dazu verwendet, um Unterkunftshäuser für arme Studen- ten zu errichten, in denen sie Unterhalt und Wohnung empfangen, um ihre Studien durchführen zu können. Bei der Eröffnung der ersten „Burse", in der achtzig Studenten Aufnahme gefunden haben, hielt Stanesco eine Ansprache. Er konnte aber vor Schluchzen nicht reden und brachte schließlich nur die Worte hervor. ,Hch hatte ein Kind, Gott hat es mir genommen; nun aber habe ich achtzig neue Kinder bekommen." Die Wisente im Kaukasus sterben aus. Sn der „Umschau", Frcrnksurt a. M.. ist zu lesen: Professor S. Pujanow von Sebastopol stellte vor kurzem fest, daß die Wiftntherde im Kaukasus, die im Sahre 1911 noch 1000 Köpfe zählte, nunmehr gänzlich verschwunden ist. Sm Sahre 1924 bestimmte die Sowjetregierung ein Gebiet von 11-0 Quadratmeilen im Kaukasus als ständiges Schutzgebiet für den Wisent. Man wußte, daß damals noch 25 Stück lebten, und hoffte, daß sie sich vermehren würden, wie es die amerikanischen Büsiel in den Rationalparks der Vereinigten Staaten und Kanada getan haben. Schon im Sahre 1924 und 1925 konnten Ine Tiere nicht mehr gefunden werden, da sie sich wohl in verborgene Schlupfwinkel zurückgezogen hatten. Sm vorigen Sahre erforschte nun eine größere Gruppe von Zoologen, die besondere Erfahrungen mit dem Wisent hatte, die ganze Reservation und kroch durch jedes Tal, konnte aber kein einziges Tier finden. Sie fanden eine Masse von Knochen, von denen einige Schußspuren zeigten, woraus sich ergab, daß die Ueberwachung durch die Regierungspatrouillen ungenügend gewesen war, um ungesetzliches Schießen zu verhindern. Aus den Knochen war zu ersehen, daß die zu ihnen gehörigen Tiere vor zwei bis drei Sahren noch gelebt hatten, und es kann auch sein, daß ein oder zwei Wisente in verlorenen Winkeln des Kaukasus noch leben, was aber das Aussterben der Tiere nicht verhindern kann. — Der Wisent war früher in Europa ein wichtiges Sagdtier _ und wurde bis zum 17. Sahrhundert eifrig gejagt. Die Fortschritte der Zivilisation verminderten aber seine Zahl mehr und mehr. Die große Herde im Gebiet der russischen Ostseeprovinzen wurde während des Krieges fast aufger’.eben, nur fünf Exemplare leben noch. Vor dem Kriege war auch ein Wisentreservatorium auf der Halbinsel Krim, das aber bei der russischen Revolution zerstört wurde. Einige wenige Wisente finden sich noch in den europäischen zoologischen Gärten, und eine Gesellschaft hat sich gebildet zum Zweck der Erhaltung dieser Tierart, Die Rachricht von ter Vernichtung der Kaukasus- herde ist aber ein schwerer Schlag für die I Freunde des Wisents. Kreis Schotten. § AI trieb ft ein, 3. San. Sm Saale des Gastwirts G. Groh veranstaltete der hiesige Zweig- verein des Vogelsberger Höhenklub S dieser Tage eine stimmungsvolle Weihnachtsfeier. Der erste Teil ließ die Kinder zu Wort kommen; sie trugen Weihnachtsgedichte und -geschichten vor, darunter sogar eine eigens für diesen Abend verfaßte, und spielten mehrere hübsche Weihnachtsstücke, die von Damen deS Vorstands ein geübt waren. Schließlich erschien noch der Rikotaus und teilte an klein und groß seine Gaben aus. Rachdem die Kinder heimgegangen, begrüßte der Vorsitzende, Tierarzt M e i s k i. die Anwesenden in längerer Ansprache. Bei fröhlicher Untergattung, die belebt wurde durch eine Verlosung und schließlich mit Tanz endete, blieb man noch lange beieinander. i Sellnrod. 3. San. Seitdem im Herbst 1923 Pfarrer Sllert uns verlassen hat, um eine Psarrstelle in Groß-Gerau anzutreten, wurde unser Kirchspiel von Dobenhausen bzw. Freienfeen aus verwaltet. Runmehr ist e neReu- regelung eirtgetreten. Sellnrod wird jetzt von Groß-Eichen aus versehen und Altenhain wie seither von Freienfeen aus. Hoffentlich bekommen wir bald wieder einen eignen Pfarrer. Obwohl die Psarrstelle bereits ausgeschrieben war, hat sich doch bis jetzt bei dem herrschenden Pfarrcrmangel noch kein Bewerber gefunden. * Rudingshain, 3. Jan. Die H o l z h a u erarbeiten in unseren Waldungen sind in diesem Winter schon vor Weihnachten beendet worden. Die gleiche Tatsache ist auch in unseren Nachbardörfern Feldkrücken und Breungeshain zu verzeichnen. Es kommt in diesem Jahre sehr wenig Holz zur Versteigerung, so daß man sich selbst in unserer holzreichen Gegend auf Kohlenfeuerung umstellen muß. V Gedern, 3. San. Der am Sonntag vom Turnverein im Bergwirtshaus veranstaltete Unterhaltungsabend erfreute sich eines sehr starken Besuches und stand auf beachtlicher Höhe. Rach einem vom Musikoerein Gedrrn flott gespielten Eroffnungsmarsch und nach Begrüß ungsworten des Vorsitzenden, Reichsbahn- afsistenlen Stöhr, ging das von der hessischen Zentralstelle für Volksbildung empfohlene Lustspiel „Der Geizige" über die Bühne. Die Wahl des Stückes, zu der man den Turnverein beglückwünschen kann, lieferte den Tewtts, daß echte, alte Lustspielkunst auch heute noch imstande ist. einen Abend lang die Zuhörer aufs trefflichste zu unterhalten. Allen Mitwirkenden gebührt An- erfennung und Dank, nicht zum wenigsten auch Lehrer Häusel, der das Einstudieren Stückes übernommen hatte. Ebenso verdienen die Leistungen des Musikvereins. der mit seinen Vorträgen die Pausen ausfüllte und neue Proben seines Könnens gab, volles Lob. Starkenburg. MSN. D a r m ft a b t, 3. Jan. Der Kellner S t o j k o w , der bekanntlich die Cafthausbesitzerin Hilde Kraft erschossen hat, befindet sich auf dem Wege der Besserung. Die Shigel, die er sich in den Kopf beigebracht hatte, konnte im Stadt- krankenhaus entfernt werden. Stojkow ist bei Bewußtsein. Rheinhessen. WSN. Mainz, 3. Jan. Zu der gemeldeten Unterschlagung bei einer chemischen Fabrik in Mainz-Amöneburg teilt die Firma Chemische Fabriken Dr. Kurt A l b e r t G. m. b. H. Amöneburg mit, daß in ihrem Betrieb eine solche Unter- schlagung nicht erfolgt sei. Es handele sich um eine andere chemische Großfirma em Platze. MSN. Nieder-Jngeiheirn, 3.Jan. Zur Zeit wütet hier in sehr ftarfem Umfange eine M a s e r n e p i d e m i e unter den Kindern. Trotzdem alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen mürben, sind einige Kinder der Krankheit 2 um Opfer gefallen. Preußen. Kreis Wetzlar. U Wetzlar, 3. Jan. Am 1. Januar 1929 waren es vierzig Jahre, daß Beigeordneter Sigmund H i e p e als Vertreter der Wetzlarer Bürgerschaft dem hiesigen Stadtverordnetenkollegium angehört. Mehr als dreißig Jahre ist er ehrenamtlicher Beigeordneter. Hiepe gehört einem seit mehr als 200 Jahre hier ansässigen Apothelergeschlecht an, das sich in seinen Generationen hohe Verdienste um das Wetzlarer Gemeinwesen erworben hat. Auch der jetzige Jubilar, der im siebzigsten Lebensjahre steht, hat sich in den vier Jahrzehnten hervorragend mit kommunalen Angelegenheiten befaßt und -ist oft führend in wichtigen Angelegenheiten der Stadt Wetzlar heroorgetreten. Er war früher jahrelang der ftän- bige Vertreter des Bürgermeisters und mußte oft monatelang die Geschäfte der Stadt allein führen. Bekannt ist sein erfolgreiches Eintreten für Wetzlar zur Wiedererlangung einer Garnison, besonders durch Vermittelung seines Detters, des Generals Sixt von Arnim; es mar für den Jubilar wohl einer feiner schönsten Tage, als er als Vertreter der Stadt Wetzlar am 1. April 1914 die damals nach Wetzlar verlegte Unteroffizierschule unter dem Schatten des Domes bewillkommnen durfte. Ein alter Nationalliberaler, ist er auch nach her (Staats- Umwälzung als Mitglied der Deutsch-volksparteilichen Fraktion feinen Ansichten treu geblieben und hat besonders aus dem Schatz feiner vielen Erfahrungen belebend auf die kommunalpolitischen Angelegenheiten gewirkt. Außer seiner Eigenschaft als Beigeordneter der Stadt Wetzlar, ist Herr Hiepe auch schon fast ebensolange Mitglied des Kreistages des Kreises Wetzlar und gehörte als Kreisdeputierter zu den ständigen Vertretern des Landrates. Dem engeren Kirchenoorstand der evangelischen Gemeinde gehört er schon viele Jahre an und ist schon längere Zeit deren Kirchmeister. Seit zwei Jahren macht ihm ein Herzleiden viel zu schaffen, und auch der Jubiläumstag ließ ihn gesundheitlich nicht so wohl erscheinen, wie feine Freunde es wünschten. Seitens des Bürgermeisters und des Oberpräsidenten der Rheinprooinz find dem Jubilar herzlich gehaltene Glückwunschadressen übersandt worden WSR. Wetzlar, 3. San. Schweres Herzeleid hat das unvorsichtige Umgeben mit Schußwaffen über eine Familie in Leun gebracht. Die beiden 14jährigen Söhne des Bäckermeisters Müller und des Arbeiters Müller von dort machten sich an einem Te- sching zu schassen. Die Wafse entlud sich und eine starke Schrotladung drang dem Sohn des Arbeiters Müller in den Leib. Obwohl sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, starb der unglückliche Sunge nach wenigen Augenblicken. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 3. Jan. An der Mainzer Landstraße sind auf einem unbebauten Platz nicht weniger als 48 Ziaeunerwagen angefahren. Hier ist ein ganzes Zigeunerdorf entstanden, das schätzungsweise 2 00 Personen umfaßt. Die Stadtverwaltung wird von den Anliegern jener Gegend mit Briefen bombardiert, in denen diese darauf drängen, baß bie Zigeuner außerhalb bes Bannkreises ber Stadt gebracht werden sollen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 2. San. Sn einem Zivilprozeß, der vor dem Amtsgericht Bad-Rauheim anhängig gemacht war und in dem Schadensersatz wegen entliehenen, aber nicht wieder zurückgegebenen Autowerkzeugs begehrt wurde, war auch ein Kraftwagenführer über den Verbleib des Werkzeugs als Zeuge vernommen worden. Dieser bekundete damals unter seinem Eide, daß er das Werkzeug einem anderen Chauffeur übergeben habe, daß es von da ab verschwunden gewesen und er nicht wisse, wo es hingekommen sei. Später stellte sich aber heraus, baß dieser Zeuge selbst nachher das Werkzeug bei anderen Leuten untergestellt hatte, und daß ihm bekannt war, daß von einem anderen dort Teile des Werkzeugs geholt worden waren. Alle diese Tatsachen verschwieg der Zeuge unter seinem Eide. Er mußte sich daher jetzt wegen fahrlässigen Falscheides verantworten. Mit Rücksicht auf fein jugendliches Alter wurde er zu 3 Monat Gefängnis verurteilt. Ein wegen Diebstahls schon häufig vorbestrafter Arbeiter von hier hatte im vergangenen Sahre in hiesiger Stadt, vorzugsweise im süd- ■ lichen Viertel, wiederum mehrere Cinbruchs- diebstähle begangen, wobei ihm hauptsächlich Räucherwaren und mehrere Töpfe eingelegter Eier in die Hände fielen. Sn fast allen Fällen Handelle es sich um Kellereinbrüche. Trotz der erheblichen Vorstrafen billigte das Gericht - dem Angeklagten mit Rücksicht auf sein Ge- | ständnis und die gezeigte Reue mildernde Um» 1 stände zu und erkannte gegen ihn auf eine Ge- I samtstrafe von 3 Sahren Gefängnis. Außerdem wurden ihm die bürgerlichen Ehren- ] rechte auf die Dauer von 5 Sahren aberkannt, | Ein Unteroffizier des hiesigen Bataillons, dem I die Verwaltung der Kasse der .Unteroffizier- | Vereinigung übertragen war, hatte wiederholt I in die ihm anvertraute Kasse gegriffen, I um angeblich seine Privatschulden damit zu be- I zahlen. Sn einem äußeren Fall hatte er einen I Scheck gefälscht und auf diesen bei einer 1 hiesigen Kasse den betr. Betrag abgehoben. Als I die Revision der Kasse bevorstano, fälschte I er, um die Unterschlagungen zu verdecken, meh- I rere Quittungen. Wegen schwerer Urkunden- 1 fälschung in Tateinheit mit Betrug, einfacher Ur- I kundensälschung und fortgesetzter Unterschlagung I gum Rachteil seiner Kameraden wurde er z u I 3 Monat Gefängnis verurteilt. Außerdem I wurde auf Dienstentlassung und Degradation er- I könnt. Berliner Börse. Berlin, 4. San. (WTB. Funkspruch.) Rach I ocr gestrigem Abschwächung ist die Stimmung I tm heutigen Frühverkehr unsicher bei starker I Zuruckhaltung der Spekulation. Kurse sind noch ] nicht zu hören. Man taxiert sie bis jetzt wenig- | stens eher etwas schwächer. in meinem Inventur-Ausverkauf Serie V Serie I Serie IV Serie II Serie III 2.95 3.95 4.95 5.95 6.95 G!ESSEN*MAUSßURG lö Auf alle nicht 4.95 Mr-Intel Rabatti wert, Jetzt 45 bis 55 cm lang Inventur-Ausverkauf vom 4. bis 18. Januar 1929 DamenstrOmpfe „Magnet“ RASSOL eunerdors 2.95, 1.95 3.50 4.50 6.- mit waschechtem Einsatz... 2.25 2.95 farbig, Zephir .. .6.25, 5.50, 4.95 JVtm Mit lUtch aus! 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Dies s 'Versprechen ist nicht beachtet worden, und in gewissen Punkten haben die Alliierten die Forme l verletzt. Eine nicht minder ernste Tatsache ist, daß diese Verträge den Mittelmächten diktiert worden sind, ohne daß ihre Vertreter gehört worden sind. Durch Artikel 231 zwingen die Sieger die Besiegten. ohne auch nur ihre Verteidigung anhören zu wollen, sich allein als für den Krieg verantwortlich zu oefermen... Eine Revision des Vn^trags der Ungerechtigkeit und der Gewalt ist notwendig." (Franks. Ztg. v. 18. Dez. 28.) Daten für Freitag, 4. Fanuar. 1785: der Sprachforscher Jakob Grimm in Hanau geboren; — 1849: Franz Laver Gabelsberger in München gestorben; — 1880: der Maler Anselm Feuerbach in Venedig gestorben; — 1913: der preußische General Alfred von Schliessen gestorben. dagegen sehr zu wünschen übrig. 3n Haarschneidemaschinen ist dis Be chä'tiguna zwar bisher noch gut gewesen, neue Be e langen sind jedoch nicht eingegangcn. Der Auftragsbestand blanker Massen bestnedigte auch in diesem Monat. Daten für SamStag, 5. Januar. 1643: der Physiker und Astronom Isaak Newton in Woolsthorpe geboren; — 1858: Fell)marschall Gras Radetzky in Mailand gestorben. Abgänge. • Aus der K le i ne i senind u stri e. Dia Landwirtschaftliches Genossenschaftswesen. l Kursus beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität in 'Gießen. I Wirtschaft. Oie Reichsbank Ende Dezember 1923. wirtschaftliche Lage d.r Eisen- und Stahkwaren- industrie des Solinger Bezirks hat im Monat Dezember gegenüber den Vormonaten kaum 2len- derunaen er ähren. 3n der Schneidwaren ndustris war das Weihnacht'g schäft wenig befr'edigend. von 240 Genossenschaften. Eine gleichfalls sehr er- hcbl che Bestandsoermehrung haben mit 217 effektiven Zugängen die „Sonstigen Genossenschaften" zu verzeichnen. Die Zahl der Zentrahgenossenschaften hat sich um 7 gegenüber der Dorjahrsziffer vermehrt. Die Aufwärtsbewegung würde sich noch stärker ausgewirkt haben, wenn sie nicht durch Rückgängigkeit in zwei anderen Genossenschaftskategorien, den Spar- und Darlehnskasien und den Bezugs- und Absatzgenossenschaften, ihre Hemmung erfahren hätte. Diese schon im Vorjahre zu beobachtende Ruckgäng gkeit beziffert sich bei den Spar« und Duclehnskassen insgesamt auf 119 und bei den Bezugs- und Absatzgenossenschaften auf 44 effektive Völkerversöhnung. Don Dr. Auguft Messer, o. Professor der Philosophie und Pädagogik an der Universität Gießen. „Bei der Bedeutung der Stellungnahme zu der Frage der Völkerversöhnung für Len ganzen Geist unserer Volks- und 3u- genderziehung, sehe ich es." — so schreibt uns der Verfasser — „als Vertreter der Pädagogik an der Landesuniversitat als meine Pt licht an. hier Farbe zu betennm. Ich vertraue, dast Sie in dieser Frage auch eine grundsätzlich andere Auffassung einmal zu Wort kommen lassen, als die des Herrn Generalsuperintendent m Schian in feiner Silvesterbelrachtung." 3m „Gießener Anzeiger" vom 31. Dezember 1928 (Ar. 306, 1. Blatt) findet sich eine Silvesterbetrachtung des früheren Giehenn: Professors der Theologie und jetzigen Generalsuperint-ententen zu Breslau D. Dr. Martin Schian. überschrieben: „Das 3ahr 1928". Darin stehen die Sätze: „Wenn wir doch endlich lernen wollten: Frankreich ist Deutschlands Feind in jeder Hinsicht und mit allen Mitteln. Ganz gleich, ob er freundlich redet oder grob spricht: Frankreich gönnt Deutschland nichts, auch nicht bas Brot zum Sattwerden." Die Frage, ob denn damit nicht Haß gepredigt werde, würde wohl Herr Schian verneinen. 3hm dürfte ja in der Tat 3efu Wort geläufig sein, daß man auch „seine Feinde lieben" müsse. Indessen, es gibt doch unter und sicher noch recht viele, die sich zu dieser Höhe nicht zu erschwingen vermögen, für die es einfach eine Selbstverständlichkeit ist, daß man seine Freunde zwar lieben, ab r seine „Feinde" hassen müsse. Insbesondere für weite Kreise der Jugend wird das gelten. Als Vertreter der Pädagogik an der Lantes- universilat glaube ich darum bei bie'ent Anlaß auch em Wort sagen zu müssen, zumal ich überzeugt bin von den hochbebeu:samen volkserzieherischen Aufgaben der Presse, Ich halte es für meine vaterländische Pflicht, nach Kräften dafür einzutreten, daß wir entsprechend der Forderung unserer V rfassung, unsere 3ugend sowohl im Geiste unser.s Volkstums als auch im Geiste der Völkerversöhnung erziehen: ich bin auch der Ansicht, daß bie,e beiden Forderungen sich nicht widersprech n, sondern in besten Einklang gebracht werden können. und daß beide zugleich sittliche Forderungen sind. Ein seiner Verantwortung bewußter Völls- und 3ugenderzieher darf aber heute den Sah: Frankreich ist unser Feind, um so weniger aussprechen, als der Satz in dieser Allgemeinheit falsch ist. , . Innerhalb aller Kulturvölker, auch im fran- zösttchen. ringen in der Gegenwart zwei Richtungen miteinander: die eine, die von gestern, bis da meint zwischen Staaten könne nur ein beständiges Mißtrauen herrschen; um den Frieden zu sichern, gebe es kein besseres Mittel, alS zum Kriege zu rüsten, und der Krieg sei ein un- entbehrliches und darum durchaus berechtigtes Mittel der Politik; und eine andere, die von morgen, die überzeugt ist. eine ganz große Aufgabe und Forderung christlichen Geistes sei noch unerfüllt, wenn nicht auch die Beziehungen der Völker versittlicht würden, wenn nicht das Gefühl für menschliche Solidarität die Barbarei der Kriegs ächte. Die Vertreter dieser Richtung — es ist die vielgeschmähte „pazifistische" — sind sich auch darüber klar, daß ein neuer Krieg für die Kulturnationen EuroPwS bei der Furchtbarkeit jetziger Kriegstechnik geraden Selbstvernichtung bedeuten würde; dah ferner alles darauf ankomme, den Kriegsgeist in den Völkern und in ihrer Jugend nicht fortwährend wieder zu schüren; denn einmal entfacht, ist er vielleicht nicht mehr zu dämpfen, außer durch Strome von Blut Wenn wir nun in französischen Blättern etwa einen Sah lesen würden wie dm: „Deutschland ist Frankreichs Feind in jeder Hinsicht und mit allen (!) Mitteln", das heißt: auch mit den Mitteln „des Vertragsbruchs, des kriegerischen Lieberfalls" usw., würden dann friedllebende Deutsche nicht mit Recht sagen: „Da sieht man wieder die französischen Chauvinisten bei ihrer Heharbeit!" Unb wenn deutsche Blatter Frankreich als den Todfeind Deutschlands bezeichnen, liefern sie dann nicht denjenigen französischen Politikern uni) Militärs Wasser auf ihre Mühledie, als französische Patrioten, ehrlich davon überzeugt sind, daß Frankreich, um sich vor einem Revanchekrieg des an Dvlkszahl stärkeren Deutschland zu sichern, dauernd die Rheinlande besetzt halten müsse. Es ist ein immer sich bewahrendes Gesetz menschlichen Seelenlebens: Haß erzeugt Haß, und Liebe erzeugt Liebe. Welche praktische Folgerung daraus zu ziehen ist, das sollte doch eigentlich nicht zweifelhaft fein. Zur Bekräftigung des Gesagten mochte tch noch zwei Aeuherungen aus jüngster Zett anführen, eine deutsche und eine französische. Der evangelische Landesbischof von Mecllen- burg-Strelitz, D. Sohlen, führte kürzlich in einem Vortrag die Gedanken aus: „Pazisismus und Christentum gehören zusanunen. Das Wort „Pazifist" stammt aus dem Reuen Testament, wo Jesus die Friedfertigen selig preist. Me Paz;- fisten stehen heute der Kirche argwöhnisch gegenüber. Um so mehr haben gerade die Christen allen Grund, eine zweifelsfreie Haltung dem Pazifismus gegenüber anzunehmen. Deutschland hat gerade als Kriegsopfer einenPazisistischenWeltberuf. Darum müssen sich alle Christen und voran die Kirchen rückhaltlos ui den Dienst des Friedensgedankens Zwar war die Mehezahl der Unternehmungen dieses Gewerbezweiges im ersten Drittel des Monats noch verhältnismäßig gut mit der Ausführung der Weihnachtsausträge beschäftigt, danach ließ die Beschäftigung jedoch stark nach. Da inzwischen neue Auftrage nur in geringem Maße eingegangen sind, steht zu befürchten, dah im 3anuar Arbeitsverlürzungen und Entlassungen Dorgcnommen werden müssen. Befr ed gend war im W.ihnachtkge ch^st led g ich der Umsatz in Bestecken, unter denen namentlich Alpakabestecke bevorzugt tourten. Die Bestellungen auf Scheren, Ra'iermes.er und Taschenmesser ließen 1. T a g. Der Einladung des Landwirtschast'ichen 3nsti- tuts der Hess. Landesuniverji ät, des Verbandes her Hessisch«) Landtoirtschastliu)en Genossenscha> ■ ten, Darmstadt des Raiffeisen-Verbandes, Franl- j furt, und des Verbandes der Rassa iischen Land- toirtschastlichen Genvssenschasten, Wiesbaden, zu einem dreitägigen VortragskurS über ..Landwirtschaftliches Genossenschaftswesen" wurden von feiten der ge- nosser.schastlichen und landwirtscha tlichen Praxis, 1 den Genossenschastsverbanden und ihren Zentralen, den dL entlüften Körperschaften und Behörden sehr zählreich Folge geleistet. Die große Zahl von über 300 Teilnehmern beweist, wie allgemein in der gegenwärtigen Zeit die Bedeutung des Denossenschat tswesenS für die Land- toirtscha t gewürdigt wi.d. Zu Beginn des Lehrgangs ergriff gestern Se. Magnifizenz dm: Rektor der Lantesu: i.-ersität, Pro'essor Dr. Herzog, das Wort und gab, die Bedeutung der vom La'dw. 3nstitut und damit von der Landesuni'oerlltät für die Land- wirtfchcttt und das Gerossenscha tswe'en geleisteten Arbeit würdigend, feiner Freude darüber Ausdruck, daß die Anregung zu diesem Lehrgang auf so fruchtbaren Beden gefallen ist.. Er beto:te ganz besonders, wie sehr an Stelle eines Abbaus ein Ausbau dw hiesigen, die Land- wirtschast wahrhaft fördernden Einrichtungen notwendig fei Anschließend begrüßte der geschäftsführende Dr- reftor des Landwirtschaft!. Instituts, Pro;. Dr. Sessous, die zah reich ersch enenen Ehrengäste und Kursteilnehmer und eröffnete den Kur.us mit dem Wunsche, dah alle Tei nehmer wertvolle Anregungen für ihre Tätigkeit draußen in der Praxis hieraus a.-w'.nnen möchten. Ramens der Gäste und Kar. bei'nehmen dankte Verbandsdirektor Berg (Darmstadt) für die Einrichtung dieses Vortrag'kurses und betonie sehr eindringlich, welche Bedeutung der ge.u>f en- scha ftliche, auf Selbsthilfe beruhende Zusammenschluß heute für jeden Einze landw'rt und für die gesamte Landwirtschaft besitzt. Rur durch Stärkung und Ausbau des genossen- s ch a f t l i ch e n G e d a n k e n s fei d.e L f-ng des heute für die Landwirtschaft so schwier'gen Absatzproblems möglich. Daher sei es ganz besonders zu begrüßen, daß in die en Wintersemester erstmalig brim Lanitto rt ch^ft il)en Institut ein Studiengang über landwirtscha Liebes Genossenschaftswesen eingerichtet wurde und damit Gießen in dieser Frage führend vorangegangen ist. Den ersten Vortrag hielt Prof. Dr. Günther (Gießen) über ,'Die Grundfragen des Genossenschaftswesens^ und führte etwa folgendes aus: Die Genosienfchast ist nicht bloß eine Kaoitalgesellschaft, eine reine In- teressengemeinschast, sondern sie ist, oder sollte es wenigstens sein, eine Personenvereinigung, eine Ge- sinnung:gcmeinschastt 3m Grunde genommen ist das Genossenschaftswesen ethisch fundiert. Es sind bei der Genossenschaft allein nicht rein wirtschaftliche Ziele, sondern auch ethische maßgebend und grundlegend. Redner kam sodann auf die Entwicklung während des 18. und 19. Jahrhunderts zu sprechen und zeigte, wie das 18. Jahrhundert jeden genossenschaftlichen Gedanken feind war. Damals herrschte die Parole: Es gibt nur den Staat und das Individuum. Alle sonstigen Zwischenorgani- sationen sind ausgeschloffen. Diese Anschauung hielt bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts an. Prof. Günther ze.gte, wie die wirtschaftliche Freiheit nur dem Starken zugute kommt, während dagegen der wirtschaftlich Schwache, der kleine Mann, durch die Freiheit eher zu Schaden kommt. Dem wirtschaftlich Schwachen ist nur durch wirt- schaftliche Bindung zu helfen. Und so wurde es langsam die Aufgabe der Genossenschaften, die Schwachen einzelnen zusammenzufassen, um dadurch schließlich wirtschaftliche Großkräfte zu erzielen. Weiter ging Redner dann auf die drei Hauptgruppen ein und untersch ed zwischen Verbraucher-, arbeite» und Unternehmer-Genossenschaften. Bei den Konsumgenossenschaften besteht die Möglichkeit einer mehr passiven, genießenden Mitgliedschaft. Die Arbeitsgenossenschaft stellt die höchsten Anforderungen an das persönliche Verhalten der Genoffen, gibt aber auch die höchsten Vorteile. Eine Mittelstellung nehmen die Unternehmergenoffenfchaften ein. In klaren Ausführungen zeigte dann der Redner, wie die Unternehmergenossenschaften, bei denen ja auch in diesem Kursus das Hauptinteresse ruht, in ihrer Entwicklung durch die Starke des Konfliktes zwi- schen Gemeinschafte- und Einzelintereffe bedingt sind. Er wies auf die besondere Lage der Landwirtschaft hin, bei der die Konkurrenz zwischen den einzelnen Nachbarn kaum in Frage kommt. Die Landwirtschaft kennt wohl Konkurrenz, aber nur mit dem Auslände und nicht mit den unmittelbaren Nachbarn. Der eigentliche Kampf zwischen den Produzenten ist auf dem Lande nicht vorhanden. Während in der Stadt der Genossenschaft starke Widerstände entgegenstehen, sind auf dem Lande die Dor- aussetzungen für die Grundlage der genoffenschaft- llchen Entwicklung viel günstiger Das zeigte sich besonders in den drei letzten Menschenaltern, in denen die Zahl der ländlichen Genossenschaften bedeutend gewachsen ist. Der nächste Redner, Prof. Dr. Hillringhaus (Berlin) ging bei seinem whema „6tn Sang durch die Geschichte der deutschen SenoffeuschastSNesenS^ von den wirtschafllichen und sozialen Derhältniffen aus, aus denen heraus die moderne Genoffenschafts- Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Dezember 1928 hat die gesamt» bewegung in Stadt und Land entstanden ist. Er Kapitalanlage der Bank in Wechseln und legte die Bedeutung der Vorläufer des Genossen- Schecks, Lombards und ©heften in dec Ultimo- schfftswesens, vor allen Dingen von Victor Aim6 Woche um 883,4 Milli inen auf 2945,8 Millionen Huber, dar und zeigte dann die bleibende Bedeu- Mark zugenommen. Die Zunahme entfällt mit tung, die Friedrich Wilhelm Raiffeisen durch 693,8 Millio.: en Mark auf di: Bestände an Wech- bie Gründung und Zusammenfassung der ländlichen fein und Schecks, die auf 2327,4 Millionen QKar! Spar- und Darlehnskasien für die weitesten Kreise angewachsen sind. Außerdem sind 51,1 Millioder deutschen Bauernschaft hatte. Reben ihn tritt nen Mark an Reichsschatztoechseln angetouft wor- als Organisator ein Sohn unserer hessischen Hei- den. Die Lombardbestäide haben sich um 138,5 mat, der Begründer der größten landwirtschaftlichen Millionen auf 176,1 Millionen Mari erhöht; die Genoffenschaftsorganisation der Welt, des „Reicks- Anlage in Effekten i't mit 92,3 Millionen Mark oerbandcs der deutschen landwirtschaftlichen Ge- annähernd unverändert geblieben. nossenschaften", Wilhelm H a a s. Als der Vater des Qln Reichsbankn oten und R ent sn- städtischen Genossenschaftswesens kann Schulze- bankscheinen zusammen sind 464.0 Millionen Delitzsch angesehen werden, über dessen genossen- Mark in den Vnnehr abgeslossen; im ei:zelnent schaftl'che Tätigkeit der Vortragende ein anschau- erhöhte sich der Umlauf an Reichsbarknoten um liches Bild entwarf. Neben dem Schulze-Deletzschschen 448,5 Millio en auf 4930.1 Millionen Mark, der- Genoffenschaftsverbande war seit 1901 der Haupt- jenige an Re ttenbankschcinen um 15,5 Millionen verband deutscher gewerblicher Genossenschaften auf 529,9 MU ionen Mark. Dementsprechend find tätig, bis die beiden Verbände 1920 sich zu dem die Bestände der Reichsbank an Rrn:anLanlfchci- „Deutschen Genossenschaftsoerband" vereinigten, nen auf 7,4 Millionen Mark zurückgega.ngen. Der Im Anschluß daran wies der Redner auf die ge- gesamte Zahlungsmittelumlauf stellte sich unter genroärtigen Bestrebungen hin, das landwirtschaft- Einbeziehung von etwa 965,0 Millionen Mark liebe Genossenschaftswesen zu einem Einheitsver- Sch-cidnnünzen und etwa 190,0 Millionen Mark bände zusammenzufassen, und sprach die Hoffnung Privatbanknoten auf rund 6315,0 Milli men Mark au5 daß sie in Kürze erreicht, werden möchten. Im gegen rund 6300 Millionen Mark Ende 1927. weiteren Verlaufe seiner temperamentvollen Aus- Die fremden Gelder zeigen mV. 8161 Millionen führungen wurde eine Schilderung der Entstehung Mark einen Zuwachs um 319,6 Mil Ionen Mark, und Entwicklung der städtischen Konsumvereins' DieDeständeanGoldunddeckungs- beweaung gegeben, die zwei Verbände aufweist, fähigen Devisen ltegefamt nahmen um den Zentralverband deutscher Konsumvereine- in 2,9 Millio -en auf 23316 Mil tenen Mark an; im Hamburg und als kleineren Verband den „Reichs- einzelnen find dir Goldbestände mit 2729,3 Mil- verdand deutscher Konsumvereine- in Köln. Auch lio .en Mark, dir Be tändr an deckungsfähi-em auf die Arbeitegenossensckaften, die in der Rach- Devisen mit 155,3 Mlltto-.en Mark ausgewiesen. krieqszeit aufs neue von Bedeutung geworden sind, Dre Deckung d e r R o t en durch Gold allein und auf die Genossenschaftsbewegung der Kolonial- betrug 5o,4 Prozent gegen 60,9 Prozent in der Warenhändler (Edeka) und andere wurde näher Vorwoche und 40,9 Prozent Ende 1927 die durch eingegangen. In feinen Schlußausführungen legte Gold und deckungsfahige Devisen 58J5 Prozeß Der Vortragende den gespannten Zuhörern dar, gegen 64^ Prozent m der Vorwoche und 47.0 was aus der geschichtlichen Entwicklung des Ge-- Prozent Ende 1927. noslenichoftswescns für bi® Sandel lnid Geiverbe im Dezember 1928. künftige Arbeit der Genoffenschaften gelernt wer- . _ . — ... ..... hm kiinne In dem auf Grund von Berichten preußischer ’ « r» K /8 v $ fQr beide Sichten herab- sprochen. . gesetzt worden. Don den drei acohen Devollerungsstufen ist " *"Die landwirtschaftlich en Genossen- nur ter Stand öer Dauern der uralte von ^cho^enamJahresbeginn. Rach der Sta- gleichmäßiger und sicherer Wahrung, wogegen ÖC5 Reichsoerbandes der deutschen landwirt- sich ter städtische Mittelstand und zum Teil auch schaftlichen Genoffenschaften waren am 1. Januar die Arbeiterschaft besonders aus den landlrchen 1929 vorhanden: 115 Zentralgenoffenschaften, 20 551 Kreisen erneuern und bte Großstädte ohne die Spar, unö Darlehnskassen, 4632 Bezugs- und Ab- Dinnentoanderung vom Lande her Massengräber satzgenossenschaften, 4330 Molkereigenossenschaften, bedeuten. Rach dem Kriege hätte man sich öer 768 sonst.ge Genossenschaften, zusammen also Kullur der Oeötäntereien annehmen sollen, in 40 396 landwirtschaflliche Genossenschaften. Das be- dem Sinne, wie et als das befriedigendste und deutet gegen das Vorjahr insgesamt einen Zuwachs herrlichste für ein Volk am Ende ter saust- Don M Genossenschaften. Diei Bestandvermehrung Tragödie so tief ergreifend zum Ausdruck ge° be5 patres 1927 hat sich damit mehr als verdrei- langt. Aber in Deutschland wird felbft in ge- ;QÄt. Wie in 1927, steht auch in dem soeben abgebildeten Kreisen die ethische und gesundheitliche [aufenen Jahre das Molkereigenossenschastswesen an Bedeutung des Bauernstandes noch immer zu erner Stelle, und zwar mit einem effektiven Zugang wenig begriffen. Gelingt es, durch die genossen- _ . - ..... -..... ' schaftliche Bewegung mehr Landwirte auf der Scholle zu erhalten, und öamit dem deutschen Vaterlante eine glückbringende 3nnenstruktur im Wirtschaftsleben, sowie bauernde Dolkskraft^ zu sichern, so werden die Genossenschaften, weit über ihre rein materiellen Ziele hinaus, selbst zu Trägern hoher, ethischer Gedanken. Und wie ihre Arbeit in Deutschland schon in den Zeiten vor dem Kriege für andere Staaten vorbildlich war, so wollen wir sie nun weiter ausbauen und in Anpassung an die erschütternden Verhältnisse von heute ihrer Höchstleistung und Vollendung entgegenfügten. Bei aller Anerkennung der wirtschaftllchen Wichtigkeit der Ausfuhrindustrie soll unsere Zukunft nicht wieder auf dem Wasser liegen. Wir freuen uns, daß die Uni» versität Gießen anderen Bildungsstätten auf dem Gebiete der Förderung des Genossenschaftswesens vorausschreitet, womit sie verständnisvoll den ethisch so hochwertigen Bauernstand ehrt, und ungewollt auch ftch selbst. lieber den Vortrag des letzten Redners des heutigen Tages, Prof. Dr. M o m b e r t, toer» i ten wir morgen berichten. Die leichte Besserung in der FahrraöteiNndustrte Hot ang:halten. Die Auftruge kommen namentlich aus dem Auslande, während das Inland- gefchäft nach wie vor fast vollkommen ruht. * Verhandlungen über eine neue preußische Anleihe. Zu den Gerüchten über eine bevorstehende neue preußische Anleihe erfährt WTB.-Handelsdienst, daß tatsächlich Verhandlungen in dieser Richtung-schweben, lieber bv Höhe des Anleihebetrages, den Zinsfuß und den Ausgabekurs steht iedoch noch nichts fest. 6 Preußische Zentralstadtschaft In Berlin. Die Anstalt legt einen Teilbetrag ihrer Lprozentigen reichsmündelsicheren Goldpfandbriefe, Reihe 20/21, in Höhe von 5 Millionen Goldmark zum Borzugsturse von 97 Prozent (Börsenkurs z. Z. 973/< Prozent) bis 16. Januar zur Zeichnung auf. Der Erlös aus den Goldpfandbriefen dient hauptsächlich dem Dau von Kleinwohnungen. Da es bereits Stücke mit einem Rennwert von 100 Goldmark gibt, bietet sich auch dem kleinen Sparer die Möglichkeit, seine Ersparnisse in diesen Goldpfandbriefen anzulegen. Der Umlauf an Goldpfandbriefen der Zentra.stadtschaft betrug am 30. Rovember 1928 rund 180 Millionen Goldmark. Rähere Einzelhellen enthält die im heutigen Anzeigenteil veröffentlichte Bekanntmachung. * Rur vorübergehende Stillegung der Eisenwerke Gaggenau. Gegrnüber der Meldung von einer Stillegung der Eisenwerke Gaggenau kann das „Karlsruher Tagblatt" folgendes mitteilen: Bei der durch dir Verwaltung der Eisenwerke Gag'enau vorgenommmen Stilllegung handelt es sich nur um eine voruber- ^hende Maßnahme, da zu dem Zeitpunkt der Kündigung der Weiterbestand drr Werke sehr fraglich war. Erst die Generalversammlung vom 29. Dezember brachte eine Klärung Wer die weitere Zukunft der Eisenwerkr. Da in dieser G.-D. sämtliche Anträge angenommen sind, ist der Fortbestand so gut wie gesichert, und in kurzer Zeit wird, wenn bis 15. Februar gewisse Bedingungen gegenüber dem gerichtlich angenommenen Vergleichsvorschlag der Gläubiger erfüllt sind, die Fabrikation in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. * Arbeiterentlassungen im Schieferbergbau in der Eifel. Die Schiefergruben Mosella-Schacht, Katzenberg, Wilbert und Marga- rethe haben ihre Betriebe geschlossen. Alle Bergarbeiter sind entlassen worden. • Anhaltiscye Salzwerke Leopolds- Hall. In der Au sichtsratssitzung der Anhalti- sch-rn Salzwerke Leopoldshall wurde die Frage, ob dir Wrrke ohne erhrblichen Zuschuß wellrr- gesührt werden können, mit knapper Mehrheit verneint. Darauf faßte der Aufsichtsrat den Beschluß, dir älebertragung der Verwaltung an die Preußische Elekt.izitäts-A.-G. (Preußag) dem Haushaltsausschuß zu -nnpsehlen. iyran trtcr Börse Frankfurt a. M.. 4.3an. Tendenz: schwach. Zu Beginn der heutigen Börse erfuhr die schon gestern herrschende Unsicherheit und Lust, losigkeit eine weitere Verschärfung. Die starke Zurückhaltung wurde vor allen Singen immer noch durch den Bericht des Reparationsagenten hervorgerufen. Weiter verstimmte der Be- richt der amerikanischen Handelsattaches in Berlin über die Wirtschaftslage Deutschlands, da dieser stark in Widerspruch zu den Ausführungen des Reparationsagenten steht. Auch der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse und der zum Iayresultimo stark angespannte Reichsbankausweis wirkten verstimmend. Kauforders von Auslandseite lagen kaum vor, so daß die Spekulation auf sich selbst angewiesen war, die aber zu weiteren Abgaben schritt, die ein verstärktes Nachgeben der Kurse zur Folge hatten. Im allgemeinen hielten sich gegen die gestrige Abendbörse die Verluste in engen Grenzen, nur bei den Hauptwerten gingen sie bis zu 4 o. H. Stark angeboten waren vor allem Siemens mit minus 4 v. H., Chadeaktien mit minus 3 Mark, Bergmann mit minus 2,5 v. H., Farbenaktien lagen 1,5 v. H. niedriger. Weiter stark im Angebot lagen Autowerte, besonders Kleyer, die 1,75 v. H. nachgaben, da die Aufnahmelust in diesem Papier immer noch sehr gering war und man von der heute stallfindenden Aufsichtsratssitzung günstige Beschlüsse, die eine Stützungsaktion für dieses Papier zur Folge haben sollen, erwartet. Daimler verloren weitere 1,25 v. H. Am Montanmarkt war die Kursentwicklung uneinheitlich. Für Rheinstahl, Mansfelder und Otavi bestand einige Nachfrage, bei etwas erholten Kursen. Gelsenkirchen waren mit minus 2,25 v. H. stärker vernachlässigt. Einiges Interesse bestand noch für Zellstoff Waldhof mit plus 1 o. H. Arn Rentenmarkt waren Ablösung mit Option etwas gebessert. Ausländer still, aber behauptet. Im Verlaufe blieb die Tendenz unsicher, das Geschäft beschränkte sich auf einige Werte, die aber überwiegend fester lagen. Dor allem lagen Daimler mit erneut 1,75 v. H. lebhafter. Adlerwerke blieben gehalten. Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld mit 5 v.H. eine weitere Erleichterung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2005, gegen Pfund 20,374, gegen Paris 124,09, London gegen Kabel 4,8513, gegen Madrid 29,72, gegen Mailand 92,65, gegen Holland 12,0775. Bc . :cr Börse. S e r I i*n , 4. Ian. Nach den gestrigen Abschwä- chungen hielten die Abgaben der Spekulation auch heute vormittag an und setzten sich zu Beginn der Börse weiter fort. Abgesehen von dem Druck, der infolge des Gilbert-Berichtes noch immer auf der Börse lastete, tarnen heute neue Momente hinzu, die eoenfalls eher ungünstig und geschäftshemmend waren. Die Mitteilung, daß eine neue preußische Inlandanleihe (man sprach von 100 Millionen) in Vorbereitung sei, verstimmte, zumal noch bei der Reichsbahn, bei der Girozentrale und verschiedenen Kommunen die gleiche Absicht, in Kürze mit Inlandanleihen herauszukommen, bestehen soll. Die Börse glaubte hierin eine Gef ähr- düng der Entwicklung des Geldmark- t e s erkennen zu müssen, da man gegen den 10. d. M. sowieso mit einer Versteifung infolge der fälligen Steuer- und Zinszahlungen rechnen muß. Der Neichsbankausweis für die letzte Woche des vergangenen Jahres zeigte naturgemäß eine starke Anspannung, war aber nicht als schlecht anzusprechen. Unangenehm aufgefaßt wurden die Begründungen für die Abschwächung an der gestrigen Neuyorker Börse. Man befürchtet dort eine Abschwächung der Diskontrate. Der Bericht der preußischen Industrie- und Handelskammern für Dezember wirkte durch seine Betrachtungen der weiter rückgängigen Wirtschaftslage beunruhigend. Die ersten Kur^e waren nicht ganz einheitlich, doch überwiegend 1 bis 2 v. H. schwächer. Montanwerte wurden durch den Beschluß, die Eisenpreise nicht zu verändern, kaum berührt. Sehr schwach lagen im An- schluß an Frankfurt Adlerwerke, die 7,5 o. H. verloren, da man im Zusammenhang mit der heutigen Aufsichtsratssitzung von einer Sanierung sprach. Auch Daimler, B.M.W., Ostwerke, Polyphon, Tietz, fast alle Elektrowerte, Glcmzstoff, verloren bis zu 5 und 7 v. H. Deutsche Anleihen schwach. Ausländer uneinheitlich. Der Pfandbriesmarkt lag ruhig. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 5 bis 7 v. H. und darunter angeboten. Monatsgeld 7,5 bis 9 v.H. Warenwechsel 6,75 v.H. Im Verlause konnte sich das Kursniveau wieder um 1 v. H., vereinzelt 2 v.H. heben. Bernberg plus 6 v.H. Frankfurtr Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Jan. Der Frankfurter Prvduklemnarkt verkehrte heute ir ruhi zer Haltung. Die schwächere.! Ausland wti eräugen d.uck- ten stark auf die Stinmung, so t>a } ilmfätje kaum zustande kamen. Rur vereinzel e Abschlüsse wurden im Bedarfsfälle getätigt. Die Preise bleiben unverändert. Es notierten: Weizen 22.90 OHL; Roggen 22.50; Sommergerste für Drauzwecke 23.75 bis 24; Hafer, inländischer, 22.75 bis 23; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 32.50—32.75; Roggenmehl 29.25 bis 30; Weizenklcie 13.75 bis 13.85; Roggenkleie 14.25 bis 14.50 Mark. Tendenz: ge- schüftslos. Büchertisch. — Schüßler, Prof. Dr. Wilhelm: Bismarck und der Parlamentarismus. Pädagogisches Magazin Heft 1233. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & TIlann). 1928. Preis 1,10 Mk. (786) — Der Verfasser versucht hier, Dismarcks Kampfstellung zum Parlamentarismus in ihren Wo.ioen zu erklären und xum Verständnis zu bringen. Da die Gefahren, die Bismarck schon damals im Parlamentarismus sah, sich in vieler Hinsicht schon verhängnisvoll ausgewirkt haben, so wird die klare und leicht verständliche Darstellung viel Interesse finden. — «Eduard Spränger. „Psychologie des Jugend alters". 11. Äufl. 42. bis 45. Tausend. 3n Leinenband 9 Mk. Verlag von Quelle & Weyer in Leipzig. (691.) — Die großen Prozesse gegen jugendliche haben in den letzten Monaten mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß Gleichgültigkeit der Eltern gegenüber den Röten der Jugendlichen nicht mehr am Platze ist. Sprangers Psychologie des (Zugendalters ist berufen, den Eltern wertvolle Aufklärung und Winke zu geben, weil es in prachtvoller Klarheit das Tiefste und Abgeklärteste enthält, was über das Wesen und die eigentümlichen Kräfte und Regungen des jugendlichen Seelenlebens geschrieben worden ist. Hier werden den besorgten und beobachtenden Eltern die Wege gewiesen, das Verständnis der jugendlichen Seele zu erschließen und unter richtiger Einschätzung des jugendlichen Strebens ihre Erziehungsmaßnahmen zu treffen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw sind zu richten an die Vchach- reöafticn des „Gießener Anzeigers". Problem Rr 194. Don Dr. 5. Dduch. Schwarz. 2 8 6 3 4 5 8 7 6 3 4 2 1 d e Weiß. ur h a b a b c d e I e h Weiß zieht und setzt in drei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kc7; Da8; Te8; Sb3. e5; Be3. Schwarz: 6 Steine. Ke4; Sh2; Bd5, f4, g3, g5. Partie Nr. 125 2m internationalen Turnier zu Kissiugen gespielt. Spanische Partie. Weih: Dr. Euwe. Schwarz: F. D. IatcS. 1. e2-e4 I. e7-e5 2. Sgl-f3 2. Sn8-c6 3. Ul-b5 3. a7 -a6 4. Lb5-a4 4. Sg8-f6 5. 0-0 6 Dd 1 - e2 5. Ll8-e7 Hier kommt auch 6. Tel in Frage. 6..... 6. b7 -d5 7. La4-b3 7. d7-d6 8 a2-a4 8. Ta8-bS Denn nach 8.....LcS—b7 wird Schwarz durch 9. a5 langsam kaltgestellt; ebensowenig 8.....b4? wegen 9. Dc4! 9. c2-c3 9. 0-0 10. a4xb5 10. a6xb5 11. d2-d4 Droht Figurengewinn durch 12.65. 11..... 11. e5xd4 12. Sf3xd4 Falls 12. cxd4, so 12.....Lg4! 12. . ... 12. Scöxd4 13 c3xd4 13 Tf8-e8! Rützt die feindliche Damenstellung gut aus. 14. Lcl-f4 14. Le7-18 15. Sbl -d2 Der Springer steht hier ungünstig. Weiß hätte besser im 14. Zuge den Springer nach c3 ziehen sollen, gefolgt von f3 nebst Lg5. Die nun durch Euwes Spie,weise entstandene Schwächen nutzt 3ate8 jetzt sehr fein aus. 15..... 15. Lc8-b7 16. f2-f3 16. S6-d5 17. Lf4-g3 17. Dd8 —f6 18. Lb3xd5 18. Lb7xd5 Schlecht 18..... Dxd4 -s-7 wegen 19. Df2 19. De2-d3 19. Ld5-c4! Hiernach erlangt der schwarze Turm eine starke Stellung auf der zweiten Reihe. 20. Sd2xc4 20. b5xc4 21. Dd3xc4 21. Tb8xb2 22. Tal-a7 22. c7-c5! Energisch und fein gespielt! Dieser Freibau« führt nun baldigst, zu einem überraschenden Schluß. 23- d4xc5 Rach 23.65 hätte der Rachziehende durch 23. Tb4 usw. ein weit überlegenes Spiel erhalten. 23..... 23. d6^c5 24 Tfl-dl äußerst eleganter Schluß. 2/. Ib4-bil 28. Tolxdl+ 29. c4-c3 30. 30. c3 —c2 Vorzuziehen war 24..... 25. Dc4 - d5 26. Lg3-d6 27. Dd5xd6 Es folgt nun ein 27..... 28. Ta7 —67 29. Ddöxdl 30. Dd 1 - 64 Ein Fehler, welcher von Jates fein ausgebeutet wird, aber auch nach 30. Db3, Tc8 31. TcZ, D644-, 32. Kfl, Ta8 war das Weiße Spiel hoffnungslos. hier wohl 24. Ta2» ■. 24. Tb2-b4 25. c5-c4 26. U8xd6 31. Dd4-c4 31. Df6-b6 + 32. Kgl-fl 32. C2-C1D4-! Aus gegeben, denn nach 33. Dxcl erobert Schwarz durch Db5 4- den seind.ichen Turm. Eine von dem englischen Meister, besonders im End- spvrl, meisterhaft gespielte Parti«. Lösung des Problems Rr.lS1 Do» P. ten Cal«. 1. Sf6-H5! usw. Lösung des Endspiels Dr.«6. Don 3. Dancura. 1. Kh7-g6 Tf5-a5 (Falls l . . . Tfl, so folgt, wie leicht ersichtlich Matt in 3 Zügen). 2. Lg3- d6 + , Kf8-g8. 3. Lcö-dZ, Ta5-d5. 4. l_d7-«6-fi. Kg8 —h8. 5. Ld6 - e7 und gewinnt. (Falls 3...... Kh8, so 4. Le6, T65. 5. Le7 und gewinnt. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktivnSttsch. Shaw. Dernard Shaw hat ein neues Drama geschrieben. Treb'ttsch überseht es, und als es deutsch erscheint, schickt er Shaw das erste Exemplar. „Lieber Herr Treoitsch," dankt Shaw. »Ihr Drama gefällt mir ganz ausgezeichnet. Ich hätte fast Lust, es ins Englische zu übersetzen..." Als man diese AnÄdote Shaw erzählte, sagte er: „Gut, sehr gut! Das formte beinahe von mir fein.“ Am Ziel. Man liest in einem Berliner Blatt: Irgendwo im Dorfwirtshaus sitzen der Bürgermeister, ein paar Dauern und der Gütler Entmvser beim Bier. Die Unterhaltung ist lebhaft, nur Entmoser beteiligt sich nicht. Er studiert die Ziehungslist« einer Wohlfahrtslotterie. Plötzlich springt er auf, haut dem Bürgermeister eine runter, daß es nur so kracht, und schreit: „So, da hast endlich bei Watsch'n! 38 mir allweil z'teuer gipert Aber iatzt kannst mi verklagen; i ha tausend Markl! gtounna.“ Welse Mäßigung. „Ich schlage vor," sagt der Küchenmeister des Kannibalenhäuptlings Bimbola, „dir beiden Köche des gestrandeten Dampfers zu Frikassee zu verwenden." „Einer genügt,“ erwidert Bimbola, „du weiht doch — viele Köche verderben den Brei." (Luft. Bl.) — Donden WurzelndeutscherKraft. Aufsätze von Heinrich G u t b e r l e t. 70 Seilen 8°. Verlag „Hochschule und Ausland', G. m. b. H., Charlottenburg 1928. (717) — Di: hier vereinigten Aussätze machen trotz dem gemcin amen Leitgedanken, der sich in der Ueberschrift drr Sammlung zu erkennen gibt, einen etwas zusammen- eewürfeltm Eindruck; die Zusammenfte'lung K eists z. B. — der übrigens u. V. viel zu politisch gewertet wird — mit so braoen, obzwar ge innungsstarken Poeten tote Pröll, Kotzde, Wildberg und Wette (der künstlerisch unter den obren wohl der bedeutendste ist) bewirkt dis entschieden etwas p inliche Bild einer geistig durchaus un- ebenbür i^en Gesell ckaft. Jin ü rigen bringt das D^ndche: manchen Hinweis aus d e rnannig achen geschi 't ich bedingten und aftu:Uen Beziehungen zwischen Politik und Dichtung. — „Vergessenes Schöpfertum" heißt das Thema von Heft 8 der ,.B ö t t ch e r st r a ß e" (Angelsachsen-Derlag G. m. b. H., Bremen). — Eingeleitet wird das reichhaltige Heft durch einen Aufsatz von Guido K. Brand: „Frü'wollendet". in d"M Wesen und Erscheinungsform schöpferischer Kraft beleuchtet werden, und der an die letzten Geheimnisse aller Kultur und alles menschlichen Lebens rührt. — Ein Bruchstück aus dem Gilgamesch-Epos, das zu den ältesten Dichtungen der Menschheit zählt, lenkt den Blick aus die frühesten Anfänge menschlichen Schöpfertums. Ein Beitrag von Dr. Franz Lederer: „Verschollenes Prag", berichtet über Aufsehen erregende Ausgrabungen im dritten Burghof des Prager Hradfchin, der für die Kunstgeschichte künftig eine Rolle spielen wird. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. _____________________Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höbe der zuletzt belchlollenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSluß 8 Prozent. _________________ straudlurt a. M Berlin ^ auhfurt a. M •Berlin J a h’urt a. M Berlin Berlin i Januar ^-ranzoüime Jloieit öollänbtfdie Noten ...... nt'lienifcte 9/oten...... Norwegische Noten - ... Deutich-Qesterr. ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ...... Cvannche Noten..... > Tschechoslowakische Roten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Be,lln Telegraphische 'Äeid ' l..,38a 168.26 41.93 U1.70 58.97 4.52 U2.08 SO. 78 68.29 12.40 73.00 —^canf'-rl Auszahl er w ■ 168.94 22.01 U2.14 59.2t 2.54 H2.52 61,10 8,57 ftS. a zn. L n g Schlutz- 1-Uhr- R'r» fiure 2ch uj Vimang R"ts Äurs Schluh-l l-Uhr- 6 t» Kur» öd) uß S TS fcn.ang Kur' Schluh-! l'Uhr- 9, r» fiurs Sch ub K >r. Siniong flur- Datum 3 >. 4.1. 1 3 '■ 1 ‘ '• Tatom: | 3 1. | 4 ». 3. 1. | 4 1. Datum: 3. 1 4 1 3. 1. | 41 5% Dt Urtdxonletbr o 1927 tt Bnl -4lbl6i.-©d)ulB mü Sus let-iiichirn Desai ohne Suswl.-Rechte 7% Stanlf Hvv- Bt eolbpf. an fünöbat bis 1932 »tbrintidie Htw-Vanl Stau ®oiou| flLC.l» aba t?ortttefl6-Cbltflati»n. cOdAoblDai 1938 4% Sdiroet» Äunde«d.-ÄM.. 4% Cefteneicbfldu (Äolsrte.. - 4,20% Crürn Silberne. . . 4% Oeklerrelck einbeiti Sit 4% UnQariidie ©olDrte 4% Ungarische Staat« 0. 1910 ,5 14.75 12?6 12.4 12,6 »37.5 134.4 141, 143 :47.7u i97. ;• 29».5 .73 ib6.7h • 73 215.5 144.7. 130 Ä.E.Ä ...... 8 Bergmann . ...... 9 etetrt. ßlefentngee..... 10 Vldit unD fcraft .... 10 zelten & Guilleaume. .... 6 (Bel. |. lUeltt. Untern.. ... 10 Hamb (iletrt. Werte .... 10 Sibein Eleltr. ......9 Schiel. Elektr. ..... 10 Schuckeri ....... 8 Sternen« 6 Hal Sil ..... 12 tial>tnener S So..... . 10 Buveru» ....... 6 Deutiche SrdSI ....... 6 Offener SteintoDte . .... 8 (Bellenürttienn ... J. H 3 < Haroener ....... 6 Hoelch Ellen.........8 3Ile Bergbau ........ 8 fUödnerroerte ....... 7 Höln-Neuellen. ...... 9 Mannesmann . ....... 8 Mansfelder 7 Cbetldtlcf Ctlen». vedarf... 8 Cberithlei. ffoWroerte ... 8 ■Bbontr Bergbau . 6% Rbetuliche Braunkvbleu 10 «beinltabi L % 3* Webed Montan ... Bereinigte Ttadl» .... 6 Ltavl Minen .... 9 sh ft all SlcherSIeben .... 10 ftafi Westeregeln .... 10 ftaUweri SaUderfuritz . . 16 3 » tjatben-jnouttäl ... 12 Dynamit Nobel ..... 6 LchetdeanltaU ...... 9 tSoldlchmIbt ....... 6 Nütgerswerie 9 netaUaefellltMU..... 11 - - L — £ — - -<< « S i 8825. t, »Sk, 1 V » Ü88 »158. i »188 • - W , LL » i 8 > » । Sr» s s .» 8 t 5S S S _ _s 8 xß S -L 8 1 1 • - Kl 8 ' i i '8.8' S'kÄ» 1 »L!tz^ -..r 18!) .. 232.7a' 18. 248 25 148.25 264-2. IJ6..5 180 233 7.. a »24 i6U 183 9 82.25 1,6,25 124 »25 136.9 124 2., "4 5 104 123 1 -44.75 117 112.2j i15.7a 90 l .89.75 ^38 6 157 2.6j 8'.- 293 294 529.- 67.25 - 96 195,13 18» » 228 5 »80 247. u 147.2» 293 2. 154 183.2» 430 252 119,» 158 • 180 82 2- l»5,9 123 135.5 122. 232 103.7 121 4 128 1t».9 111.2 114.75 8»,6 287.2. »37 2.25 8.75 290 7 492.5 529 124^ *5,4 104,4 l'hutpv X'uninann......7 öethelberger (Semen! .... 10 (Semem ÄarlftaBl . .... 8 Wavb 4 Sreitag .... 10 Lchuubets *6a»enMei ... 15 Cftroerie ..... 12 Ber. Glanzftolf ...... 18 Bem berg ...... U 3eliltoff öalbbul .... 12 delHtaff Alchaffenburg ... 12 (Sfiarlottenburger Walia ... 7 Teliauer Gas .....9 Daimler Motoren ...... 0 Demag . ...... 0 i!l Vierwerke Ä\ro« ...... 5 L'uoro. üoeroe . . • . . 10 Nat. Automobil . . . • . . . 0 Crenfiein 4 ftotföd ..... 6 Leonbard Dietz . . .... 6 Bamag-Meguin ...... 0 ■tranlf. MalchtneR • • • • • . 6 Griyner ...... 11 yevligenNoedl ....... 0 Aunghan« . •••••.■ 4 uerfiroerfe . ...... 8 Dlainhoftwetfi ...... . 8 Mag ■ .••••• 10 Nekariulmer ...... 8 Peters Union ....... 8 Gebe Raever ...... 10 Böig» 4 Haefkn« ...... 8 Süöb. Ruder ......8 Bank Berlin, 3. Januar______ timcrtlaniftte 'Motte..... »elQtfdie Noten ....... Taniiche Noten ....... Englische Stören........ 239 137, c 283 206 71 138 133.L 283 69. <5 72 155.75 eio 1,18 i.28 .83 .33 25.75 283 7 537 148 :85 210 133.7a 224 5 74 15. a 81 24- 56.25 »00.2. 295 68 25 118.25 82 >38 28.a 104,9 210 157.25 1 Ä 5 11 II 1 1 • 8 <11111 Osv 1 j. Januar 4 Januar Ännliche Non rung <ÄcId 1 Brie- ÄuMichc Noileruno cSeld | Briet n 73.75 68.5 1875 15 83.5 27.95 103 157 oten. ■D J »1 if flmfl.« Non Wucn^fltreö Brss.-Anm» LbriMania ÄoiKfibagcn Stockbolm HeliingtorS. (Italien . . London. . . Neuvork . . Paris ... Schweiz . . 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