iZtzSs JfcA«Jü*" KsAr 8iÄ noth ß1 ent. lbis 11 ft $er< . u-° v s i c °e. ^'°nsobljch',-/Die Sllnb?rVÄn n hatten QUf 2 5 ’^ntn ffilA Kurz, ne Ntonm fIu6' Ka. 8cr9^J%\250r"bQ^ ZLM 'idchandelstag. -At Der 5 anpMt a.U to„2? nlonb, aus onitiel. Ls uÄ$knbä toQC da- Zertreten. Die allge« 2 Zu. trotzdem wider Erwarten 'S? .b,orla9cn' 2n 3n- An. ix ‘Scn Harker olg ' öct DcizenpreiS um .^rdcn konnte. 3n und Nachfrage gering, h«r Der Nehimarkt laa -rmttelmarki. Der tzan« ^offiziellen Preisen statt: Roggen 19,15 bis ISA, 21. Haler 18,75 bis 'is' Weizenmehl,süddeutsches .2b bis 38, Aoggenmehl 10,75 bis 10,90, Doggen« Getreidebörse. 2. Olt. QIm heutigen Luslandangebot in Dei« rrerseits bekundete jedoch^ ic der niedrigeren Aus« >enig Kaufneigung. Im« lchfrage, um eine Preis« eintreten zu taffen. Das ll, Angebot und Aach- > trat eine geringe Preis« Ikehlgefchäft war weiter die Preise blieben hier 7! notiert: Weizen 24,50 big 19,25, Sommergerste bis 21, Hafer, inland- gelb) für Futterzveckr ehl süddeutsches, Spez-V ,l 27,25 bis 29. Weizen« wggenkleie 11 bis ll>10 lchrichten. uMmLauterbach. Oft ©eitern nachmittag istrahe ein ^iäi)ri.9c® nqeriKonn von einem qen überfahren Das MMuqcn berichten, k u r z ^Straße noch über« yn diesem erfaßt und über ",ch«M MW” 6 im beL-Ä nnenb roar der Führers sänge. ___, >e ^DttoW J. W 16«,W 21,95 in,r 58,78 2,477 112.26 80,69 61-98 12,355 72,93 1,1» 58,38 111-8? 11b iirL >0.538 21- 20.37 8,1920 16.45 80.92 13 0,49? 58,9* 12,409 ,38 73,12 3,03 18-80 «,48 025 'Z $ ffnrt«-®- «,07 12,428 S H3 ,,i» AS 168762 1,762 58.50 112,09 1'2,18 10,559 112. Ä •iS LZ 2,00 0,499 59,06 «s 1',0* 18,8* 81,6* S 4,ff S 168-61 1,763 58,495 112,6? 112- 'irZ 10,53* r'Z a 1 rzent, *T*S f'riet iHtT 168,68 22,07 112.09 59.02 2,497 112,70 81-01 62.« 12.415 73.23 Nr. 232 Erstes Blatt 179. Jahrgang Donnerstag, 3. Oktober 1929 Erscheint täglich,aufoer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger: lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unterSammeInummer225L Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen D«uck und Verlag: vrühl'sche UntverfitSts-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für t mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr.H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich In Gießen. Reichsaußenminister Dr. Gustav Stresemann t Berlin, 3. Oktober (W. T.B. Funkspruch), Reichsaußenminister Nr. Stresemann ist heute vormittag um 5,25 Uhr einem Schlaganfall erlegen, nachdem bereits gestern abend zwischen ckO Llhr und -10.30 Llhr ein Schlaganfall eine schwere Lähmung der rechten Seite herbeigesührt hatte. Frau Stresemann und die beiden Söhne weilten am Sterbebette. Nie erste Nachricht. Bestürzung in Berlin Berlin, 3. Ott. (WTB. Funkspruch.) Dr. Strefe- mann war gestern den ganzen Tag über durch die Verhandlungen über die Arbeitslosenversicherung in Einspruch genommen. Zwischen 10 und 10.30 llhr abends erlitt er einen Schlaganfall. Die Aerzte hofften jedoch, daß Dr. Stresemann am Leben erholten bliebe, obgleich der Schlaganfall so schwer mar, daß die rechte Seite Dr. $ trefern a n n s gelähmt wurde, heute früh um 5.25 llhr ist Dr. Stresemann einem zweiten Anfall erlegen. Seit dem ersten Anfall ist Dr. Stresemann ohne Bewußtsein gewesen, von den Aerzten wurde seit langem damit gerechnet, daß dieses Ereignis eintreten würde. In den letzten Tagen war Dr. Stresemann durch ein en alten Katarrh ans Bett gefesselt. Er erschien aber gestern vormittag zu einer wichtigen Fraktionssihung der Deutschen Volkspartei, in der die Arbeitslosenversicherung behandelt wurde. 3n dieser Sitzung hielt er eine längere Rede. Den Rachmittag über stand er mit der Fraktionsleitung dauernd in telephonischer Verbindung. Gerade die letzten Tage feines Lebens waren für Dr. Stresemann mit ungeheurer Arbeit ausgefüllt, von dieser Arbeit wurde er abgerufen, ohne daß es ihm zum Bewußtsein gekommen ist. Frau Stresemann und die beiden Söhne weilten die Rächt über am Krankenbett. Die Rachricht von dem hinscheiden Dr. Strefe- manns verbreitete sich in der Reichshauptstadt sehr langsam, weil der Tod in den frühen Morgenstunden, für dieOeffentlichkeit vollkommen unerwartet, eingetreten war. Die Freunde Dr. Stresemanns, die ihn in den letzten Togen sahen, machten sich allerdings schon e r n st e Sorgen, da er einen schwer leidenden Eindruck machte. 3n der gestrigen Fraktions- sihung hatte er nur sehr leise und langsam sprechen können. Die Todesnachricht wurde überall mit Bestürzung und Erschütterung aufgenommen. Die öffentlichen Gebäude Berlins setzten sofort halb- m a ff. Zuerst das Auswärtige Amt, die Wirkungsstätte Dr. Stresemanns während der letzten fünf Jahre. Welche politischen Auswirkungen der Tod dieses deutschen Staatsmannes haben wird, läßt sich im Augenblick natürlich noch nicht übersehen. Es ist anzunehmen, daß der Reichskanzler dem von dem Ableben des Reichsaußenministers sofort Mitteilung gemacht wurde, heute früh eine Kabinettssihung einberufen wird. Seit dem hinscheiden des ersten Reichspräsidenten sind das deutsche Volk und die deutsche Politik von keinem gleich schweren Schicksalsschlage betroffen worden wie heute von dem Tode Stresemanns. Wir alle wußten, daß das Leben des Außenmini- fters seit ungefähr einem Jahr nur noch an einem dünnen Faden hing, daß nur eiserne Energie und fast übermenschlicherWille den versagenden Körper immer wieder zur Raison «zwangen. Nun mußte der deutsche Staatsmann, der der deutschen Politik der Nachkriegszeit wie kein anderer den Stempel seiner Persönlichkeit aufgedrückt hatte, doch aus dem Leben gehen, bevor die letzten Früchte seiner zähen und unermüdlichen, trotz aller Anfeindungen und Zweifel Unbeirrbar geradlinigen Lebensarbeit von ihm selbst noch in die Scheuer gebracht werden konnten. Voll tiefer Erschütterung über die Tragik dieses Lebens steht das deutsche Volk, stehen Freund und Gegner an der Bahre dieses Mannes. Eine Würdigung seiner Persönlichkeit und seiner Lebensarbeit für das deutsche Volk, in dessen Dienst er sich opferte, muß einer ruhigeren Stunde vorbehalten bleiben; nur soviel muß heute schon gesagt werden, daß mit Stresemann Deutschland eine der stärksten politischen Begabungen verliert, die es seit den Tagen Bismarcks besessen hat. 3n ihm einten sich zwei Wesenszüge, die in dieser Verbindung, in dieser Ausgeglichenheit ein seltenes Geschenk des Schicksals sind: Kühner hochfliegender Idealismus und ein ausgesprochener Sinn für das realpolitisch Mögliche. Dr. Stresemann war einer der ersten, die von der Volkswirtschaft her in die hohe Politik kamen. Ein Mann des Volkes aus den gesunden Schichten des mittelständischen Dür- gertums, in denen der Vlick für die Notwendigkeiten des Tages ungetrübt ist durch die warme Anhänglichkeit an die ererbten und anerzogenen begriffe Vaterland. Tradition und Volkstum. Aus dieser doppelten Synthese ergab sich die ausgesprochene Befähigung, die schon den jungen Volkswirt Stresemann 1907 im Alter von 29 Zähren in den Reichstag und binnen kurzem in den Zentralvorstand der Äationalliberalen Partei führte. Echte Rednergabe, verbunden mit Gründlichkeit und Zuverlässigkeit in der Bearbeitung aller Aufgaben, denen er sich unterzog, dazu eine ausgesprochene Führerquali- t ä t, brachten ihn beim Tode Bassermanns und nach dessen eigenen Bestimmungen an die Spitze der Partei, die er nach der Katastrophe des Krieges als Deutsche Volkspartei erneuerte und um seine Person, seine Staatsauffassung neu gruppierte. Vom ersten Tage an sagte er dem Vertrag von Versailles den Kampf an, vom ersten Tage ab setzte er sich die Ziele, die er in der Folge, soweit ihm ein tragisches Schicksal die Zeit dazu ließ, mit bewunderungswürdiger Konsequenz und Entschiedenheit verwirklicht hat: die Befreiung des Rheinlandes, eine tragbare und endgültige Regelung der Reparationsfrage, die Wiederherstellung der Weltgeltung Deutschlands durch Betonung seiner zentralen Stellung inmitten der europäischen Völker. Die Einzelheiten dieses staatsmännischen Werdegangs sind bekannt: Wie Stresemann durch den fast einstimmigen Willen des deutschen Volkes in den kritischsten Tagen des Jahres 1928 als Reichskanzler der großen Ko a l i t i o n an die Spitze der Regierung berufen wurde, wie erdenRuhrkampfabbaute, wie er das Dawesgutachten als die wirtschaftliche, den ßoearnooertrag als die politische Lösung des brennendsten Konfliktes mit den Westmächten herbeiführte, wie er im Berliner Vertrag von 1 9 2 6 mit der Sowjetunion die politische Gleichgewichtslage und die Vermeidung einseitiger Bindungen Deutschlands "'cherstellte, wie er i m Völkerbunde sich und damit uns eine in Anbetracht der Machtverhältnisse außerordentliche Autorität gewann, und wie er schließlich mit der Unterzeichnung des Kelloggpaktes in Paris und mit seinem planmäßigen Arbeiten auf dem Gebiete der Abrüstung, der Minderheitenpolitik, des wirtschaftlichen Zusammenschlusses der europäischen Mächte in ei.ie immer mehr sichtbare führende Rolle unter den zeitgenössischen Staatsmännern eintrat, mit Brioni), mit Chamberlain, zuletzt mit Macdonald und Henderson in gleichgerichteten Bestrebungen verbunden. Wenn Dr. Stresemann, dessen Fviedenswerk im Jahre 1927 durch die Verleihung des Friedensnobelpreises, am 25. Januar 1928 durch die Verleihung des Ehrendoktors der Rechte von Heidelberg und durch manche andere äußere Ehrung anerkannt wurde, auch die Krönung seines Wirkens nicht mehr erleben durfte, so hat er doch zuletzt noch im Haag, wo er nach schwerer Krankheit in rücksichtsloser Einsetzung seiner Kräfte für das Wohl des Deutschen Volkes an der Verwirklichung der „Gesamtlösung" gearbeitet hat, die Gewißheit der völligen Befreiung des Rheinlandes und einer Rückkehr des Saargebietes sichern können. Trauerkundgebung des Reichstags. OerReichskanzler widmet dem verstorbenen Außenminister Worte des Gedenkens Berlin. 3. Off. (V.D.Z. Funkspruch.) Die für 10 llhr angesehie Vollsitzung des Reichstages erfuhr infolge des plötzlichen Ablebens des Reichsaußenmi- nisiers eine Verspätung um eine Viertelstunde. Der Winisterplah Dr. Stresemanns war mit schwarzem Flor umhüllt; auf dem Platze selbst lag ein Blumenstrauß. Auf dem Abgeordneten- p 1 a h Dr. Stresemanns war ein großer Strauß weißer Eryfanthemen niedergelegt worden. Am R e - gierungstische hatte ReichskanzlerMül- l e r Platz genommen, mit ihm die anderen Mitglieder des Reichskabinetts. Kommunisten und Rationalsozialisten wohnten der Sitzung nicht bei. Vizepräsident Dr. Ester eröffnete die Trauersihung mit folgenden Worten, während der Reichstag sich erhebt: Meine Damen und Herren! Trauer erfüllt heute die Herzen des deutschen Volkes. Lin treuer Hüter seines Lebensund Geltungswillens ist in den Sielen gestorben, unser Gustav Stresemann, Reichs m in i- ster des Auswärtigen. Der Deutsche Reichstag trauert um eins seiner hervorragendsten Mitglieder. Dr. Stresemann gehörte dem Reichstag seit 1914 bis zum Zusammenbruch an, er wurde in die verfassunggebende Deutsche Rationalversammlung gewählt und war von da ab ununterbrochen Mitglied des Reichstages geblieben. Seine überragende politische Befähigung und seine ausgezeichnete Rednergabe brachten ihm auch die Führereigenschaft. Schon im alten Reichstag war er Vorsitzender der Rationalliberalen Fraktion, von 1920 bis 1923 leitete er die Fraktion der Deutschen Volkspartei, die heute den Heimgang ihres langjährigen Führers beklagt. Mit außerordentlichem politischem Geschick übernahm seine hervorragende Persönlichkeit am 13. August 1923 das R e i chskanzleramt in einem Augenblick, als der Ruhrkampf abgebrochen werden muhte. Daß Dr. Stresemann vor schweren Aufgaben nicht zurückschreckte und daß er mit zäher Willenskraft sich für seine Politik eingesetzt hat, bleibt sein geschichtliches Verdienst. Rach der Riederlegung des Reichskanzleramtes blieb er in der Regierung und war Minister des Aeuheren bis auf den heutigen Tag. Was er auf diesem schwierigen Poften für Deutschland geleistet hat, steht in ehernen Lettern in das Lebensbuch unseres Volkes und Vaterlandes eingetragen. Das deutsche Volk dankt dem Dahingeschiedenen, daß erbiszumLndeseinerkörper- lichen Kräfte das Werk der Befreiung Deutschlands weitergeführt und zum i n - nerpolifischen Wiederaufbau unseres Vaterlandes sehr viel getan hat. Der Deutsche Reichstag hat diesem Danke hiermit tiefbewegt Ausdruck gegeben. Darauf nimmt Reichskanzler Muller das Wort zu folgenden Ausführungen: Tief erschüttert steht die Reichsregierung, stehen die Regierungen der Länder mit dem Reichstag an der Bahre Gustav Stresemanns, dieses Staatsmannes, der feine Kraft im wahrsten Sinne des Wortes für fein Volk und füt fein Land verzehrt hat. Ls ist ein tragisches Geschick, daß er den Abschluß des Werkes nicht erlebt, dem er die letzten Jahre und die letzte Kraft feines Lebens gewidmet hat. Ls war immer fein Ziel, die Befreiung Deutschlands zu erreichen. Gerade nach dem Abschluß der Konferenz im Haag, die der Regelung der Kriegsschulden und die der Räumung der besetzten Gebiete gewidmet war, muß ein unerbittlicher Tod ihn aus unseren Reihen reißen. Stresemann war e i n Streifer und ein Kämpfer. Ihm tat der Kampf wohl. Er war ihm Lebensbedürfnis und er hat, wie alle Streiter und Kämpfer, Gegner die Menge. Die Reichsregierung ist der Ueberzeugung, daß dereinst die Geschichte, die weniger beeinflußt sein wird vom Streite der Parteien in der schweren Rachkriegszeit, ihm gerecht werden wird als einem Manne, der erfolgreich gearbeitet hat für fein Volk, der für fein Land und für fein Volk gelebt h o t und gestorben i ff. Richt nur seine Gattin, nicht nur seine Kinder, sondern die weitesten Kreise des deutschen Volkes trauern um diesen Mann. Vizepräsident Esser: Wenn wir nicht unter so außergewöhnlichen Umständen tagten, würde ich dem Hause vorschlagen, die Sitzung zum Zeichen der Trauer a u s z u h e d e n. Da wir aber ein dringend notwendiges Gesetz heute zu verabschieden haben, schlage ich Ihnen vor, die Sitzung jetzt als Zeichen der Trauer bis 11 llhr pünktlich auszusehen. — Das Haus ist damit einverstanden. Oie Teilnahme des Reichspräsidenten. Hindenburg kehrt nach Berlin zurück. Berlin, 3.Off. (WTB. Funkspruch.) Der Herr Reichspräsident, der zur Zeit in der Schors- heide weilt, hat an Frau Dr. Stresemann das nachfolgende Beileidstelegramm gerichtet: „Tiefbewegt sende ich Ihnen und den Ihren den Ausdruck meiner herzlichen Teilnahme an dem plötzlichen Tode ihres Gatten, der b i s z u m letzten Atemzuge so freu für sein v a - terland gearbeitet hat. gez. hindenburg.“ Außerdem hat in persönlichem Auftrage des Herrn Reichspräsidenten Staatssekretär Dr. M e i fort e r den Söhnen des verstorbenen Reichsministers heute vormittag im Trauerhause das tiefempfundene Beileid des Herrn Reichspräsidenten an dem schweren Verlust, den Frau Stresemann und ihre Söhne so plötzlich erlitten haben, zum Ausdruck gebracht. Der Herr Reichspräsident hat sich aus,2fnlafo des Todes des Herrn Reichsministers des Auswärtigen entschlossen, seinen Aufenthalt auf dem Lande abzubrechcn. Er wird morgen vormittag nach, Berlin zurückkehren. Die Todesursache. Keine Rücksichtnahme auf das körperliche Befinden. Berlin, 3. Oft. (WTB. Funkspruch.) lieber die Todesursache und den letzten Krankheitsoerlauf Dr. Stresemanns machte Prof. Hermann Zondek dem WTB. auf Anfrage folgende Mitteilungen: Dr. Stresemanns Nierenleiden hatte sich in der letzten Zeit erheblich gebessert, dagegen zeigte das Allgemeinbefinden schon seit längerem st a r k e Ermüdungssymptome und der Blutdruck war in die Höhe gegangen. Professor Zondek führt diese Erscheinungen mit auf die aufreibende und aufregende Tätigkeit Dr. Stresemanns zurück. Er habe den Außenminister immer wieder eindringlich zur Zurückhaltung gemahnt. So ließ er ihn nur schweren Herzens zur Haager Kon« ferenz fahren und -bat ihn noch gestern früh, doch unter allen Umständen im Bett zu bleiben. Diese Mahnung war, wie so häufig, vergeblich bei dem aufopfernden Pflichtbewußtsein und den Temperament, mit dem Dr. Stresemann sich seiner verantwortungsschweren Tätigkeit hingab. Immerhin ging es dem Minister gestern abend verhältnismäßig gut. Er sagte auch selbst, daß er sich ganz wohl fühle. Um 10.30 Uhr erlitt er dann aber den ' erften Schlaganfall, der zu einer tiefen Bewußtlosigkeit führte. Dieser Anfall war so > schwer, daß weitereBlutungen befürchtet werden mußten. Deshalb blieben die Professoren Geheimrat Dr. Kraus und Dr. Zondek die ganze Nacht am Krankenlager. Um 5.30 Uhr morgens trat mit einem neuen, schwerenSchlag- anfall Atemlähmung ein, die den Tod zur Folge hatte. Nach der Ansicht Professor Zondeks mußte mit diesem schmerzlichen Ereignis bereits seit zwei Jahren gerechnet werden. Trauersitzung des Reichskabinetts Die Behörden flaggen Halbmast. Berlin, 3. Oft. (WTB. Funkspruch.) Das Reichskabinett wird heute nachmittag um 5 Llhr eins Trauersitzung abhalten. Der Herr Reich sprasid>ent wird morgen früh in Berlin Eintreffen und sogleich den Reichskanzler zum Vortrag empfangen. 2m Reichstag verlautet, daß morgen auch ein Kabinettsrat unter dem Vorsitze des Reichspräsidenten stattfindet. Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, ist hierüber noch nichts bestimmt worden. Die Vertretung des verstorbenen Reichsaußenministers ist bislang am offenen Sarge noch nicht geklärt worden. Voraussichtlich wird Reichskanzler Müller dem Reichspräsidenten morgen darüber berichten. Ob der Zeppelinflug stattfindet, steht bis zur Stunde noch nicht fest, jedenfalls sind alle angesehten Feierlichkeiten abgesagt worden. Auf Anordnung der Reichsregierung werden die Behörden aus Anlaß des Tod.es des Reichsaußenministers bis einschließlich Sonntags Halbmast f lag * g en. Eine Trauerkundgebung in der Länderkonferenz. Berlin, 3. Oft. (WTB. Funkspruch.) 2m Reichstag traten heute vormittag d i e Ministerpräsidenten und Minister der Länder zu der angekündigten Konferenz über den Poung-Plan zusammen. Die Sitzung wurde von Reichskanzler Müller mit einem herzlichen Rachruf auf Dr. Stresemann eröffnet. Der Kanzler teilte mit, daß Dr. Stresemann sich noch gestern trotz seiner Erkrankung bereit erklärt habe, heute vor den Vertretern der Länder über die großen außenpolitischen Fragen zu sprechen. Run werfe der Tod dieses großen Staatsmannes einen schweren Schatten auf die Beratung. Die Vertreter der Länder horten die bewegten Worte des Kanzlers stehend an. Staatssekretär Or. von Schubert zum Tode Stresemanns. D e r l i n . 3. Oft. (WTB. Funkspruch.) 2n der täglich stattsind enden Myrgenbesprechung der Direktoren des Auswärtigen Amtes gedachte Staatssekretär D r. v. Schubert des heute nacht entschlafenen Reichsaußenministers in tiefbewegten Worten. Als Opfer treuester Pflichterfüllung sei er dahingeschieden. Der Schmerz und die Trauer des ganzen Auswärtigen Amtes seien unermeßlich. Das Beileid der Diplomaten. Berlin, 3. Ott. (WTB.-Drahtbericht.) Bereits in den frühen Morgenstunden haben sämt- li'che ausländischen Diplomaten in Berlin ihr Beileid zum Tode Dr. Stresemanns ausgesprochen. Die deutschen Missionen im Auslande haben telegraphische Anweisung eichalten, bis einschließlich Sonntag Halb- 'mast zu flaggen. — Der Partei,tag der Deutschen Volkspartei- fällt aus. — Der Empfang des „Graf Zeppeli.n" in Berlin ist abgesagt. Stresemanns Lebensgang. Gustav Strefemann wurde am 10. Mai 1878 in Berlin geboren, wo fein Vater ein Restaurant an der Weidendammerbrücke innehatte. Rach dem Besuch des Andreas-Gymnasiums studierte er in Berlin und Leipzig Rechts- und Staats- Wissenschaften und war dann zunächst von 1901 bis 1903 Assistent des Verbandes deutscher Schokoladenfabrikanten. Dann wurde er Syndikus des Verbandes sächsischer Industrieller. Von dieser Stellung aus schuf er sich auch das Feld für seine politische Betätigung als Mi tglied der Ratronalliberalen Partei 3m Jahre 1907 wurde er erstmals in den Reichstag gewählt und trat dort im Laufe der 3ahre mehr und mehr als Redner seiner Partei hervor, in deren Zentralvorstand er auch Mitglied wurde. Bei den Wahlen von 1912 unterlag er zunächst, fand aber durch eine Rachwahl doch wieder den Weg in den Reichstag, wo er während des Krieges eine cmnerionistische Politik vertrat. 2lls es nach der Rovember-Revo- lution im Winter 1918—19 zu einer Vereinigung der Fortschrittlichen Volkspartei mit einem Teil der Rationalliberalen kam, hielt er sich abseits und begründete die Deutsche Volkspartei, der die rechtsstehenden Rationalliberalen, namentlich in Westfalen und Sachsen zufielen. Strefemann selbst wurde im Wahlkreis 15 (Osnabrück, Oldenburg, Aurich) in die Rationalversammlung gewählt, außer ihm 22 andere Abgeordnete seiner Partei. Während der Ruhrkrise wurde offenbar, daß er andere Wege gehen wollte, als das Kabinett Cuno sie für richtig hielt, namentlich innerpolitisch, indem er für ein Kabinett auf breitester Grundlage, die sogenannte „große Koalition", eintrat. Als dann am 12. August 1923 das Kabinett Cuno zurücktrat, wurde er mit der Kabinettsbildung beauftragt und zum Reichskanzler ernannt. Anfang Oktober sah er sich zum Rücktritt genötigt, als trotz Aufhörens des Ruhrwiderstandes die Franzosen nicht aufhörten, die rheinische Bevölkerung zu bedrücken. Doch kam es nochmal zu einem zweiten Kabinett Strefemann, das aber Ende November wieder zurücktreten mußte. In dem folgenden KabinettMarx übernahm Strefemann das Portefeuille des Auswärtigen. Hier hat er im wesentlichen in Ueber- einstimmung mit Marx eine Politik der Verständigung mit den ehemaligen Feinden Deutschlands befolgt. In der inneren Politik hielt er an der Koalition mit dem Zentrum fest, auch als es über der Frage der Beiziehung der Deutschnationalen zur Regierung, die er an sich wünschte, im Oktober 1924 zur Reichstagsauflösung kam. 3n dem neuen Kabinett Luther vom 15. Januar 1925 blieb er Außenminister. 3m Februar 1925 leitete er mit dem Vorschlag eines Sicherheitspaktes an Frankreich die Politik ein, die im Oktober 1925 zu den Konferenz von Locarno und am 1. Dezember 1925 zur Unterzeichnung des Sicherheitspaktes und der mit ihm verbundenen Schiedsverträge in London führte. Am 5. Dezember 1925 trat er mit dem gesamten Kabinett Luther zurück. 3m zweiten Kabinett Luther übernahm er abermals das Auswärtige Ministerium, ebenso in den beiden folgenden Kabinetten Marx vom 17. Mai 1926 und vom 28. 3anuar 1927. Folgerichtig betrieb er inzwischen seine Politik der Versöhnung, insbesondere mit Frankreich, die am 8. September 1926 zum Eintritt Deutschlands in den Völkerbund führte. Die folgende, vielerörterte Besprechung Stresemanns mit Driand in Thoirh (17. September 1926) hatte keine greifbaren Ergebnisse. Dagegen hatte er die Genugtuung, daß ihm am 10. Dezember 1926 zusammen mit Briand und Chamberlain der Friedens-Robelpreis zuerkannt wurde. Anfang März 1927 führte er als erster Deutscher den Vorsitz einer Sitzung des Völkerbundsrates in Genf. Am 25. 3anuar 1928 wurde Strefemann von der Universität Heidelberg zum Ehrendoktor ernannt und dort am 18. April 1928 zugleich mit dem amerikanischen Botschafter Schurmann feierlich promoviert. Bald darauf erkrankte er nicht unbedenklich, so daß er den Sommer 1928 zu seiner Erholung verwenden mußte. Inzwischen war er im Mai wieder in den Reichstag gewählt und am 28. 3uni 1928 in seinem Amt auch in dem neuen Reichskabinett Müller bestätigt worden. Am 5. August 1928 beging er das fünfjährige 3ubiläum als Außenminister. Bald darauf übernahm er auch die Geschäfte wieder unk begab sich dann zur Unterzeichnung des Kellogg-Pak- teg am 27. August 1928 persönlich nach Paris, wo er längere Unterredungen mit Driand und Poincare hatte. 3m Sommer dieses 3ahres vertrat er dann mit drei Ministerkollegen Deutschland auf der Haager Repara tionskon- f e r e n z , die zu einer Verständigung über den Boungplan und die Termine der Rheinlandräumung führte. Nachdem der Außenminister dann noch an der Völkerbundsversammlung in Genf teilgenommen hatte, hatte er sich, der seit seiner schweren Erkrankung im vergangenen 3ahre immer noch leidend war, eine kurze Erholung gegönnt, von der er vor wenigen Tagen erst nach Berlin zurückgekchrt war, wo ihn eine um die Reform der Arbeitslosenversicherung entstandene bedenkliche Krisenstimmung erwartete. Der Behebung dieser innerpolitischen Schwierigkeiten hatte der Außenminister trotz erneuten Unwohlseins seine letzten Kräfte gewidmet. Strefemann war seit 1903 mit Käte Kleefeld verheiratet, einer Schwester des Fürstlich Hvhen- lohe-Oehringschen Kammerpräsidenten Dr. Kurt von Kleefeld. Der Ehe waren zwei Söhne entsprossen, von denen der älteste als Musiker von sich reden machte. Oie Pläne der Lufthansa. 3n der Generalversammlung der Deutschen Lufthansa sprach Direktor Milch über die im laufenden 3ahre durchgeführten Rationalisierungsmaßnahmen. Die Leitung des Betriebes war um 10 Prozent geringer als im Vorjahre, das Programm von 9,3 Millionen Betriebskilometer konnte im wesentlichen durchgeführt werden. Die Sicherheitsfrage wurde in personeller und materieller Hinsicht energisch bearbeitet, so daß die Zahl der Unfälle fortlaufend gesunken ist. Technisch wird daran gearbeitet, künftig den „Flug bei jedem Wetter, bei Tag und bei Rächt" zu ermöglichen. Der Verkehr mit grvßen Flugzeugen hat wesentlich zugenommen. 1071 Rachtflüge mit einer halben Million Betriebskilometer wurden zurückgelegt. Mit den vom Reich zur Verfügung gestellten Anleihemitteln sollen der Transozean - und der Asienverkehr, sobald es die politischen Verhältnisse gestatten, ausgenommen werden. Der Flugeisenbahnfrachtverkehr wird weiter ausgebaut. 3m Personenverkehr hofft man eine Tarifsenkung durchführen zu können, wenn die Frequenz entsprechend steigt. Oas Arbeiislosenversicherungsgeseh angenommen. Berlin, 3.0(1 (DTV.-Drahlbericht.) Das Ar- beilslosenversicherungsgeseh wurde in der Schlußab- sllmmung im Reichstag heule nachmittag mit 238 gegen 155 bei 40 Stimmenenthaltungen angenommen. Oie deutsche Bauernschaft beim Reichsernährungsminifier. Dringlichste Forderungen zur Bekämpfung der Agrarkrisis. Berlin, 2. Oft. (WB.) Der Vorstand und die Geschäftsführer der Deutschen Bauernschaft nahmen heute Gelegenheit, zu Beginn der parlamentarischen Winterarbeit dem Reichsernährungsminister ihre Wünsche und Vorschläge zur Behebung der landwirtschaftlichen Rotlage vorzutragen. 3m Vordergrund der Verhandlungen stand die Frage der Viehwirtschaft. Verlangt wurde hier in erster Linie eine Anpassung der Lebendviehzölle an die Fleischzölle und eine beschleunigte Durchführung der bereits eingeleiteten planmäßigen Reuorganisation der Milchwirtschaft. Auf dem Gebiete der Getreidebewirtschaftung wurde zum Ausdruck gebracht, daß die Durchführung des Dermahlungszwanges gesichert und notwendigerweise die Quote erhöht werden müsse. Weiter wurde der Minister gebeten, den sogenannten Beimahlungszwang erneut auf seine Wirkung und Durchführbarkeit zu prüfen. 3n bezug auf die guttermittelfrage wurde betont, daß die Deutsche Bauernschaft einer Erhöhung der starren Zölle mit Rücksicht auf die Schweinezucht nicht zustimmen könne. Dagegen sei sie bereit, an einer Regelung mit* zuwirken, die dahin gehe, die Roggenüber- schuhmengen aus dem Osten zu Futterzwecken zu verbilligten Preisen im Westen unterzubringen. Eine Voraussetzung hierfür mürfe aber die Sicherheit der staatlichen Verbilligung des Futerroggens bleiben. Zur Verbesserung der Kartoffelpreise fordert die Deutsche Bauernschaft einmal die Verstärkung derindu st riellenVerarbeitung von Kartoffeln und zum anderen die Unterstützung der Standardisierungsbestrebungen für Speisekartoffeln. Weiterhin fordert die Bauernschaft eine verstärkte Förderung der bäuerlichen Geflügelhaltung und Eierverwertung auf der Basis der vom Reiche im Laufe dxs letzten 3ahres eingeleiteten Reuorganisation auf diesen Gebieten. Besprochen werden ferner die Frage der grundlegenden landwirtschaftlichen Steuerreform mit dem Ziele der alsbaldigen Verabschiedung des neuen Finanzausgleiches, der den Ländern die Möglichkeit der Senkung der Real steuern bieten müsse. Ebenso wurde die Erwartung ausgesprochen, daß bei der Annahme des Voungplanes die Rentenbankzinsen im Sinne der bereits vom Reichsernährungsminister gemachten Vorschläge beseitigt werden. Der Reichsernährungsminister betonte in seiner Erwiderung, daß er im großen und ganzen sein Ein verständ nis mit diesen Forderungen erklären könne nicht zuletzt mit Rücksicht darauf, daß diese Forderungen erfreulicherweise sich i n realen Grenzen hielten. Bezüglich der V i e h z ö l l e halte er nach wie vor seinen alten Standpunkt aufrecht, wonach die Frage der Angleichung an die Fleifchzölle noch im Laufe dieses Herbstes entschieden werden müsse. Wegen des Vermahlungszwanges für Weizen verwies der Minister auf die bereits veröffentlichte Feststellung und erklärte, daß er sich für die Erhöhung der Vermahlungsquote auf 50 Prrozent für die nächsten Monate einsetzen werde: auch die Frage des Beimah- lungszwanges werde bereits eingehend in seinem Ministerium geprüft. Ueber die Frage der Senkung der Agrar steuern und die Beseitigung der Rentenbanklasten habe er sich auf der Versammlung des deutschen Landwirtschaftsrats in Münster ausführlich geäußert. Die Reuregelung des Pachtrechtes liege ihm sehr am Herzen und sein Ministerium werde alles aufbieten, diese Angelegenheit zur baldigen Entscheidung im Reichstag zu bringen. Die Verträge der Gebrüder Sktarek. Schwere Korruptionserscheinungen in der Berliner Stadtverwaltung. Berlin, 3. Oft. (Priv.-Tel.) Die „Voss. Ztg." ist in der Lage, Mitteilungen über die Verträge zu machen, die zwischen den Brüdern Sklarek und der Stadt Berlin sowie zwischen den Sklareks und der Berliner Anschaffungsgesellschaft, einer städtischen Gesellschaft, abgeschlossen wurden, und die auf eine Weise zustande gekommen sind, die eine beispiellose Mißwirtschaft voraussetzt. Rachdem die Sklareks die frühere Städtische Kleidervertriebsgesellschaft übernommen hatten, schlossen sie im Mai 1926 mit der Stadt Berlin einen Vertrag ab, in dem es u. a. heißt: Um der Firma Sklarek Gelegenheit zu geben, die übernommenen Waren abzustoßen, erteilt die Stadt der Firma die Erlaubnis, die städtischen Fürsorge st eilen und Wohlfahrtsämter zunächst auf die Dauer von zwei 3ahren zu beliefern. Dieser Vertrag bezog sich lediglich auf nichttypisierte Konfektion, während der Berliner Anschaffungsgesellschaft der Vertrieb der typisierten Konfektion (Schlafdecken und ähnliches) überlassen blieb. Als im April 1926 bei der Berliner Anschaffungsgesellschaft für das Geschäftsjahr 1925 Bilanz gemacht wurde, ergab sich ein Fehlbetrag von 2 2 5 0 0 0 Mark. Diese Summe wurde widerrechtlich auf das Debet- saldo der Brüder Sklarek verbucht. Als die Brüder Sklarek im Rovernber 1926 davon erfuhren, forderten sie den Aufsichtsrats- vorsihenden der Anschaffungsgesellschaft, den kommunistischen Stadtrat G a e b e l, auf, sie schleunigst zu entschädigen. So kam unter dem 10. Rovember 1926 ein Vertrag zwischen den Sklareks und der Berliner Anschaffungsgesellschaft zustande, in dem sich die städtische Gesellschaft verpflichtete, der Firma Gebrüder Sklarek laufend Aufträge pro Monat von etwa 5 0000 Mark auf die Dauer von drei 3a hren, d. h. bis zum 1. Dezember 1929, zu erteilen. Dieser Vertrag wurde von Stadtrat Gaebel ohne Kenntnis des Magistrats unterzeichnet, erwies sich jedoch bald als undurchführbar, da das Anschaffungsamt der Stadt Berlin weiße Schlafdecken eingelagert hatte, die einen Bedarf von vielen 3ahren deckten. Der ungeheuerliche Vertrag wurde deshalb im März 1927 durch einen neuen Vertrag erseht, der zwar den Brüdern Sklarek immer noch erhebliche Vorteile brachte, aber für den Magistrat nicht ganz so ungünstig war. Trotzdem wird die Anschaffungsgesellschaft auch durch diesen Vertrag in ihren Rechten stark eingeschränkt. Sie mußte eben den Sklareks ein Olequibalent bieten, da sonst die Befürchtung bestand, daß die Sklareks die ungeheuerliche Bilanzverschleierung au f gebed t haben würden. Der am 10. Oktober 1926 zwischen der An- schasfungsgesellschaft und den Gebrüdern Sklarek abgeschlossene Geheimvertrag war sowohl dem Kämmerer wie auch dem Bürgermeister Scholz bis zum gestrigen Tage vollkommen unbekannt. Der Älagistrat versuchte heute den Stadtrat Gaebel, der an dem Zustandekommen dieses Geheimvertrages beteiligt war, zu erreichen, doch wurde Gaebel in seiner Wohnung nicht angetroffen. Der Magistrat wird Gaebel- sehr ausführlich hören, da dieser für sein Vorgehen nach jeder Richtung hin verantwortlich ist und ebenso wie der frühere Direktor Dieburg auch darüber wird Aus- kunft geben müssen, wer zuerst den Gedanken gehabt hat, die Bilanz der Gesellschaft im 3af)te 1926 in so geschickter Weise zu frisieren. Bereits seinerzeit hatte der Magistrat den Verdacht, daß die Geschäftsführung der B. A. G. unter Kieburg nicht ganz einwandfrei gewesen ist, doch bot sich damals keine juristische Handhabe, gegen ihn vorzugehen. 3m übrigen erfährt man, daß auch nach anderer Richtung hin Untersuchungen durch die Stadt angestellt werden, da dem Magistrat bekannt geworden ist, daß ein Beamter der Stadtbank im vorigen Sommer mit seiner ganzen Familie sechs Wochen lang Gast der Gebrüder Sklarek in deren Iagdhaus gewesen ist. Haussuchungen bei den Sklareks. Berlin, 2.Okt. (Prio.) Die Untersuchung gegen die Brüder Sklarek hat soviel neues Material ergeben, daß sich die Kriminalpolizei dazu entschloß, heute nachmittag eine umfangreiche Haussuchung in der Kommandantenstraße vorzunehmen. Es war mitgeteilt worden, daß sich in dem Bureau einige Geheimtresors befänden, zu denen angeblich kein Schlüssel vorhanden war. In diesen Geheimtresors sollen sich die Bücher befinden, die fft verschiedener Hinsicht Aufschluß über die Geschäfte der Sklareks geben könnten. Kriminalkommissar Seifert vom Berliner Polizeipräsidium nahm daraufhin eine Durchsuchung der Räume vor und ließ die Geheimtresors öffnen. Es wurden wichtige Dokumente vorgefunden, die Aufschluß über die geschäftlichen Beziehungen der Gebrüder Sklarek geben. Ferner wurde ein Schriftwechsel beschlagnahmt, der möglicherweise über die Anlage des Kapitals der Sklareks in anderen Unternehmungen Aufschluß geben wird. Heute werden in der Sklarekaffäre zum ersten Male die wichtigsten Zeugen verhört. Der Sklareksche Geheimsekretär Lehmann belastet in seinen Aussagen vor der Staatsanwaltschaft seine Chefs, die Gebrüder Sklarek, in noch erheblicherem Maße, als es durch das erste Geständnis vor der Polizei geschehen ist. Bei der Haussuchung ist auch der Geheim- bertrag mit der städtischen Anschaffungsgesellschaft gefunden worden. Diese Entdeckung ist nicht von ungefähr geschehen, sie ist vielmehr auf die Mitteilung der Verhafteten selbst zurückzuführen, die jetzt offenbar zur Offensive übergehen und in Moabit die vielsagende Aeuherung getan haben: Wir sind es satt, als Sündenbocke einer korrup te n und verwahrlosten Verwaltung dazustehen. Die Sklareks haben auch angedeutet, daß von den Geldern, die sie durch ihre Manöver von der Stadtbank erhalten haben, erhebliche Summen »Außenstehenden" zugeflossen sind. Verdiki gegen die Goslarer Schulen. Ein seltsamer Erlaß des Preußischen Kultusministers. Berlin, 2. Oft. (VDZ.) Bei der diesjährigen Verfass ungsfeier wurden, wie in anderen Städten, auch in Goslar am Harz 3 ugend - Wettkämpfe veranstaltet, deren Sieger mit schwarz-rot-gold bebänderten Kränzen bedacht wurden. Einige Schüler und Schülerinnen, die die Bänder entfernt hatten, wurden mit der Androhung der Verweisung von der Anstalt verwarnt. 3m Auftrage des Preußischen Kultusministers wurde ferner eine Untersuchung der Angelegenheit eingelettet, die Nach einem Bericht der Deutschen Zeitung zu einem Erlaß an das Provinz ialschulkolle- gium in Hannover geführt hat. 3n dem Erlaß heißt es u. a.: Die Einzigartigkeit der unerhörten Vorfälle zwingt mich, gegen die Möglichkeit einer Wiederholung und dafür Gewähr zu schaffen, daß die Schulen die ihnen ofi genug eingeschärfte Pflicht pof itiver staatsbürgerlicher Erziehung nun endlich erfüllen. Für die Zeit, bis das gesichert ist, entziehe ich hierdurch dem städtischen Realgymnasium und Gymnasium in Goslar das Recht, die Reifeprüfung in der Schule selbst durch den eigenen Lehrkörper vorzuneh- men, und dem städtischen Lyzeum das gleiche Recht für die Abschlußprüfung. 3ch bitte, dafür Sorge zu tragen, daß der Prüfungsausschuß, vor dem die Goslarer Schüler ihre Prüfung nunmehr abzulegen haben, gerade die Ergebnisse staatsbürgerlichen Unterrichts und staatsbürgerlicher Erziehung besonders sorgfältig feststeNt. 3ch bin ferner zu einer wirksamen Umgestaltung der beiden Lehrkörper gezwungen, deren Einzelheiten ich in kurzem bekanntgeben werde.— Der Landtagsabgeordnete der Wirtschaftspartei Schellknecht hat die Angelegenheit zum Gegenstand einer Anfrage an die preußische Staatsregierung gemacht. Oer Reichskanzler an den Reichspräsidenten. Der Glückwunsch zum 82. Geburtstag. Berlin, 2. Okt. (WB.) Dem Herrn Reichs- Präsidenten hat Reichskanzler Müller im Namen der Reichsregierung zum 82. Geburtstage nachstehendes Glückwunschschreiben übermittelt: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Den heutigen Tag möchte ich nicht vorübergehen lassen, ohne Ihnen als Reichskanzler und zugleich im Namen der Reichsregierung die aufrichtig st en Glückwünsche darzubringem Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, daß Sie in alter Rüstigkeit das neue Jahr Ihres gesegneten Lebens beginnen. Das deutsche Bolk gedenkt an diesem Tage Ihrer in Verehrung und wünscht, daß Sie ihm noch lange Jahre als ein Vorbild treuer Pflichterfüllung gesunder halte n bleiben mögen. Nach schweren politischen Verhandlungen steht d i e endgültige Befreiung des besetzten Gebietes bevor. Wenn jetzt nach und nach die besetzten Städte und Gaue frei werden, dann wird das deutsche Bolk vor allem auch daran denken, daß Ihr Streben von Erster Stunde Ihres Amtsantritts an a u f d i e Wiedererlangung der deutschen Staatshoheit gerichtet gewesen ist. Mit verehrungsvollsten Empfehlungen verbleibe ich, hochgeehrter Herr Reichspräsident, Ihr stets ganz ergebener (gez.) Müller." Mandatsniederlegung. Dieburg, 27. Sept. (Wolff.) Der hessische Landtagsabgeordnete Lautenbacher (Dieburg) hat mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. ab sein Mandat für die Zentrumspartei wegen Wechsels seines Wohnsitzes und Arbeitsüberlastung n i e berge l e g t. Lautenbacher gehörte dem Hessischen Landtag seit 8. Dezewber 1925 an und erfreute sich als bedachtsamer, urteilssicherer und fleißiger Vertreter des Handwerks bei allen Parteien größter Wertschätzung, so daß sein Ausscheiden allgemein bedauert werden dürfte. Als sein Nachfolger tritt Syndikus Dr. Fritz Burgbacher (Mainz) in den Landtag ein. Oie Wetterlage. Mittv/och. o 6t nl S’.'Ofctöt). 1929 7" aDds. V -Jan Mayen- \ -JE Sertm q woixenios. O netter. <) nalh DedecKt 9 womig. o oeoecKt «Regert * Sehnet a Graupeln. e MeDei K Oewitter.(g)wind$tilie.«o-> sehr cicnter Ost -nissiger Südsüdwest. q stürmischer nordwest Oie Pfeile fliegen mit dem winde Pie oei den Stationen stehenden Zah» len gehen die Temperatur an. Pie Linien verhindeo orte mit gleichen^ •Mi rteeresniveau umoertchneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Unbeständigkeit der Wetterlage, verursacht durch die Nordmeerstörung, ist noch nicht beendet. Weiterhin bleibt das Wetter veränderlich und Niederschläge treten noch auf. Die Temperaturen ändern sich zunächst wenia, werden aber mit dem Eindringen kühler Luftmassen an der Rückseite der Störung später zurückgehen, dabei kommt es zum Aufreißen der Wolkendecke, so daß Aufheiterung eintritt und die Niederschlagstätigkeit mehr und mehr abnimmt, so daß nur noch vereinzelte Schauer auftreten. Wettervoraussage für Freitag: Weiterhin unbeständiges, wechselnd wolkiges Wetter mit zeitweisen Niederschlägen, Temperaturen schwankend, um West drehende Winde. Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 18 Grad Celsius, abends 13,7 Grad: am 3. Oktober: morgens 14,8 Grad. Maximum 19,7 Grad, Minimum 12,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Oktober: abends 14,6 Grad: am 3. Oktober: morgens 13,6 Grad Celsius. — Niederschlag 18,4 mm. —- Sonnenscheindauer V\ Stunde. '^Skeit benr Erlaß W *; *£ ä&5 QQt8büt'n9efWe «SB K-ghte i.C6ic«®°äaY*- '1™9. Ich 6iS «>"ch- ^fungsouJx'Mit TÄUi °de die Q nun. iviiYh* 8" -L Q9t - Kanzler ^präsi-enten. « 82. Geburttztag. Reichg. Kanzler TlüUet im 1? 82 Geburtstage Iwiben übermittelt: 9 ^ichspräsident! kE.ich nicht vorübergehen ^eichskanzler und zugleich 'ch?r-gierung^d7e darzubringen. >druch daß Tie in alter «hr Ares gesegneten Le. -he Volk gedenlt an diesem 19 und wünscht, boß Sie V als ein Borbild lunggesunderhal. 'Verhandlungen steht die ng des besetzten Ge. t noch und nach die besetz- > werden, dann wird bas ch daran denken, daß Ihr tunde Ihres Amtsantritts rlangung der deut- gerichtet gewesen ist. Empsehlunaen verbleibe hspräsident, Ihr stets ganz (gez.) Müller." iederlegung. lDolss.) Der hessische Land- :nbacher (Dieburg) hat ober b.3. ab [ein Mandat wegen ®ed)[els [eines ’süberlaftung nieder« .orte dem hessischen Lant> an und ersreutr K als er und sleihiger Ver- rks bei allen Parteien dah sein Ausscheiden all- >ürste. Als sein Nochsolger turgbacher (Mainz) in ettertage. P^»' «r» vTW / , ujlidruit. .ota«e'0! «-w-lK d-- ÄS* ® ..f Die W » dein id) flULrben a«rrf(Cne der of'L^n der zum S6122 2290V 8171A 8169A Lehrpläne M. Hof-Wenzel, Bahnhofstraße 34 H. Lehmann, Seltersweg 81 Mathilde Nachmann, Bahnhofstr.6 Ingenieurschule Elektrotechnik. Maschinen-, Aut0-1 Heizungsbau. Flug-, warme-. Kalte lcchrx_ Land». Maschin. Schwach-. Stark» Strom- u. Radiotechnik Werkmeisterschule Kommen Sie bitte schon Freitag denn hohen Feiertags halber Ist Samstag geschlossen teilzunshmen. Ein« Dortragsfolge, die in nichts der vorjährigen nachstehen soll, ist aufgestellt. Gilt es doch, der Feier des 15. Jahresfestes des Bundes durch eine besonders wertvolle Ausgestaltung der gesamten Vortragstätigkeit im kommenden Winter einen glanzvollen Rahmen verleihen. Daneben war die Bundesleitung bemüht, der wirtschaftlichen Notlage weiter Kreise Rechnung zu tragen und jedem, für den Kunst und Dichtung Erbauung und Erhebung bedeutet, die Möglichkeit zum Vortragsbesuch und zum Kunstgenuß zu geben. Zu dem ersten Dichterabend am kommenden Montag ist der bekannte Dichter Arnold Zweig eingeladen worden, neue Lustspiel „Grand o te I“ von Paul Frank aufgeführt, dessen Uraufführung am 1. September in Bad-Nauheim ein ausgesprochener Erfolg war. Oberspielleiter Hans T a n n e r t hat die Regie und ist zugleich Vertreter der Hauptrolle. Seine Partnerin ist Maria Koch. Es sind ferner beschäftigt die Damen: Doering und Jahn, und die Herren: Fassott, Hais, Heitzig, Hub, Linkmann, Volk, Wahlen und Zingel. Inspektion Ludwig Linkmann. Beginn um 20 Uhr. — Der Goethe-Bund schreibt uns: Wieder ruft der Goethe-Bund seine Mitglieder und die Kunstfreunde auf, an seinem Vortragsprogramm Feiertagshalber bleiben unsere Geschäfte, Samstag, 5. Oktober, geschlossen J. Pfeffer Spezialhaus für Damenkonfektion ** Landeskirchenrat Bernbeck ^tritt in denRuhestand. Landeskirchenrat B e r n b e ck zu Okarben tritt auf fein Nachsuchen am 1. November d. I. in den Ruhestand. Die Evangelische Kirchenregierung hat ihm für seine treuen Dienste als Pfarrer und sein erfolgreiches Wirken im Landeskirchenrat ihre besondere Anerkennung ausgesprochen. Hansa Handelsschule J.Kunzeimann Güßen, Bahnhofstr. 60 15. Oktober neue Kurse. Anmeld. tägl. 7988D j geschaffen worden, so daß die Wäsche ohne besondere Mühe auch nach dem Garten gebracht werden kann. Die Gebäude sind mit einem Flachdach versehen, bei dem der Dachüberstand über das Mauerwerk 80 Zentimeter beträgt, so daß ein schöner Abschluß des Baues vorhanden ist. Bei der Konstruktion des Daches ist auf vollkommene Wärmeisolierung Bedacht genommen worden. Bei einer Besichtigung dieser Bauten, die am Dienstagnachmittag von Mitgliedern der städtischen Baudeputation und Vertretern der Presse vorgenommen wurde, kam die einhellige Meinung zum Ausdruck, daß hier unter der Oberleitung des städtischen Hochbauamts Kleinwohnungen im Entstehen begriffen sind, deren Raumabmessung durchaus zufriedenstellend ist und deren Gesamtgestaltung und wohnkulturelle Ausstattung nur gelobt werden kann. An dieser Stelle werden jedenfalls Kleinwohnungen geschaffen, mit denen sich unsere Stadt sehen lassen kann. Das Richtfest. Aach Arbeitsschluß am Dienstagabend fand im Saale des Cafe Leib das A i ch t f e st für diese Wohnhausbauten statt. 3n einer Ansprache an die Arbeiterschaft und die Gäste erinnerte Stadtbaurat G r a v e r t u. a. kurz daran, daß die Vorbereitungen für dieses große städtische Wohnungsprojekt anfangs nicht leicht waren. Jedermann müsse aber heute doch zugeben, daß hier etwas geschaffen worden sei, das hinsichtlich der Wohnungen nicht aus dem Rahmen des bisher lieblichen herausfalle. Bei der Besichtigung der dreigeschossigen Bauten durch die Mitglieder der Baudeputation und die Vertreter der Presse sei vor allem auch anerkannt worden, daß die Geschoßhöhen ausreichend seien und der voraussichtliche Mietpreis eine erträgliche Höhe haben werde. Cs sei zu begrüßen, daß durch die Schaffung dieser sechzig Wohnungen dem Bedarf an Kleinwohnungen zu einem ansehnlichen Teile Rechnnug getragen werde. Mit dem Wunsche, daß durch eine rege Bautätigkeit der Dau- arbeiterschaft auch im nächsten Jahre ausreichende Beschäftigung geboten werden könne, schloß der Redner seine beifällig aufgenommene Ansprache. Im weiteren Verlaufe des Abends sprachen noch die Stadtratsmitglieder Meier und S ch w i e d e r. die ihrer Genugtuung über die in der Schwarzlach errichteten Kleinwohnungsbauten mit Worten warmer Anerkennung Ausdruck gaben, wobei auch die hervorragenden Arbeitsleistungen der beteiligten Bauarbeiterschaft lobend hervorgehoben wurden. Insbesondere begrüßte Stadtratsmitglied Schwieder in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Aord- ostvereins die Schaffung dieser Wohnhäuser im Aordostviertel, wobei er, nach Dankesworten an Stadtbaurat Gravert für dieses Bauwerk, nachdrücklich betonte, daß hier in keiner Weise Baracken gebaut worden seien, ebenso wenig wie das bei dem Bauvorhaben an der Krofdorfer Straße der Fall sein werde. Grundsätzlich forderte der Redner bei dieser Gelegenheit, daß in Zukunft überhaupt keinerlei Baracken mehr gebaut werden und die jetzt an der Grünberger Straße stehenden baldmöglichst verschwinden sollen. Mehrere Arbeiter brachten in kurzen Ansprachen den Dank der Arbeiterschaft für die Bereitung des Richtfestes und den Wunsch nach Bereitstellung weiterer Arbeitsgelegenheit im nächsten Jahre zum Ausdruck. Der Abend nahm bei guter Bewirtung einen allseits befriedigenden Verlauf. Zur Ausbesserung von Perser Teppichen empfiehlt sich erfahrene Spezialistin. tn und außer dem Hause. 8156V Ida Bode, Wellbnrc, Teleph. 523. Durch die evangelische Kirchenregierung wurde dem Pfarroerwalter Rudolf Froelich zu Babenhausen II die evangelische Pfarrstelle zu Boben- hausen II, Dekanat Schotten, übertragen. Aus dem hessischen Kirchendienst entlassen wurde auf sein Nachsuchen der Pfarrer Gottfried Weber zu Grü- dingen mit Wirkung vom 1. Oktober an. ** Militärpersonalie. Der Kommandeur des Jnf.-Rgts. 15, Oberst Freiherr v. Brandts, wurde durch Verfügung des Reichswehrministeriums mit Wirkung vom 1. Oktober ab zum Generalmajor befördert. — Oberleutnant Münch, bisher bei der Sportschule zu Wünsdorf, wurde in die 4. Maschinengewehrkompagnie beim 1. Batl. Inf.- Reg. 15 in Gießen versetzt. ** Feuerlöschgeräte in Garagen. Dom Polizeiamt wird uns geschrieben: Als geeignetes Löschgerät, das an geeigneter Stelle in der Garage bereitzuhalten ist, kommen u. a. in Betracht: Schaumlöscher, Trockenlöscher, Tetrachlorkohlenstofflöscher, vorausgesetzt, daß das betreffende Fabrikat von dem Preußischen Feuerwehrbeirat, Berlin, Lindenstraße Nr. 40/41, als geeignet zum Löschen von Mineralölbränden ausdrücklich anerkannt ist. Die Größe, Wurfweite und Zahl der Löschgeräte muß folgenden Anforderungen entsprechen: Die Löscher müssen etwa 60 bis 70 Liter Schaum erzeugen oder etwa vier Kilogramm Löschpulver oder mindestens zwei Liter Tetrachlorkohlenstoff enthalten. Die wirksame Wurfweite (nicht die tatsächliche) muß mindestens drei Meter betragen. Die vorstehend angegebene Löschmittelmenge, die man als Löscheinheit für Kraftwagenräume bezeichnen kann, genügt für Kraftwagenräume bis zu sechs Kraftwagen. Für größere Kraftwagenhallen sind Löschgeräte in entsprechend größerer Zahl möglichst an den Eingängen und im Raum verteilt bereitzuhalten. Das Löschgerät muß sofort greifbar und betriebsfertig an oder in dem betreffenden Raum angebracht sein. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5., und Sonntag, 6. Oktober: Neujahrsfest. Samstag: Vorabend 5.45 Uhr; morgens 7.30; Predigt 9.15; nachmittags 4. — Sonntag: Vor- abend 6.40; morgens 7.30; abends 6 und 6.40 Uhr. — NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Israelitische Religionsgesellschaft. Samstag, 5., und Sonntag, 6. Oktober: N e u j a h r s f e st. 1. Tag: Vorabe. 's 5.25 Uhr, Predigt; morgens 6, Predigt; nachmittags 4. — 2. Tag: Vorabend 6.40; morgens 6; nachmittags 4; Festesausgang 6.40. —> , Wochengottesdienst morgens 5.30; abends 5 Uhr. um aus feinen Werken zu lesen. Zweigs Roman „Der Streit um den Sergeanten Grischa" war be- kanntlich einer der größten Buchersolge des letzten Jahres. Der Vortragsabend des Dichters wird sicherlich allseits stärkstes Interesse finden. (Siehe heutige Anzeige.) — Das Wohlmuth • Heilverfahren, das in der Naturheilbewegung eine besondere Rolle spielt, wird am nächsten Montagabend Gegenstand eines öffentlichen Vortrages im Saale des CafL Leib sein. Interessenten seien auf die heutige Anzeige hingewiesen. Gietzcrrer Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, grüne und gelbe Dohnen 25 bis 30, Unter-Kohlrabi 12 bis 15, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 20 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 60 bis 120, Kürbis 5 bis 8, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln 5, Falläpfel 4 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Preiselbeeren; 35 bis 40, Pfirsiche 45 bis 70, Brombeeren 55 bis 60, Zwetschen 10 bis 12, Russe 60 bis 70, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Tauben 70 bis 90. . - Mein Geschäft ist Samstag, den 0. Oktober 1929 feiertagshalber geschlossen Aus Der proviuzialhaupifiadt. Gießen, den 3. Oktober 1929. Das sind die Tage ... Das sind die Tage, an denen es den rechten Wanderer mit Gewalt hinausdrängt in die schöne Gotteswelt. Cs ist ein beschwerliches Wandern, wenn Sommerglut über dem Lande liegt. Es ist nicht immer ein fröhliches Wandern, wenn der Winter seinen eisigen Mantel um das Land geschlagen hat und die Tage so kurz sind, daß man viel zu schnell in Dunkelheit schreiten muh. Mer es ist gewiß ein schönes und eindrucksvolles Wandern, wenn Herbstgold über die Fluren fegt, wenn sich der Wald verfärbt, wenn zarter Dunst über der Ferne liegt. Rebel brauen, geheimnisvoll, Kühle daherweht und zu rüstigem Ausschreiten verlockt. Weit dehnen sich die Straßen und Wege, aber bei solchem Wandern schrumpfen die Entfernungen zusammen, die sonst zur Last werden, und die Welt gibt doppelt an Schönheiten, die sie sonst kargend schenkt. Es hat seinen guten Grund, wenn die passto- nierten Wanderer gerade den Herbst vorziehen. Unter Herbstsonne wird die Welt ganz anders, bietet jeden Tag und zu jeder Stunde em anderes Gesicht. Da sind die kalten Morgen, an denen sich die Sonne mühsam durch dichtes Aelxl- gehänge emporringen mutz. Brodelnd s^veben die Schwaden über der Flur, und die Lichtfülle des Tagesgestirns mutz sich den Sieg erst mühsam erringen. Da sind die frühen Abende, an denen die Sonne glutrot über blauem Wald steht, für unser Empfinden viel zu rasch verlinkt und dann in blassem Nachglanz von einem Tage kündet, der nicht mehr so triumphierend war wie tne Sommertage, aber auch in vielem nicht so lästig wie sie. Da ist der geheimnisvoll rauschende Wald, dessen Dunkelheit starr gegen den lichtblauen Himmel steht, und der freunb» kichere Laubwald, der ein geheimnisvolles Leben iu haben scheint, wenn sich Blatt um Blatt von den Zweigen löst und niedertänzelt. Da sind die weiten Felder, leer, eintönig, farblos. Aber wenn die helle Sonne auf ihnen spielt, haben auch sie ihr Leben, und wenn sie auch tot dazuliegen scheinen, der Gedanke kommt uns doch bei, dah das mir ein Uebergang ist, eine Vorbereitung für eine Zeit, auf die wir alle hoffen und die uns neue Schönheiten und neue Freuden verspricht. Cs ist begrüßenswert, da,ß gerade in .diesen Tagen vielfach auch neue Aufforderungen an die Jugend ergehen, den Herbst zu frohen Wand^:- fahrten zu nützen. Freier als sonst das Jahr über kann sie sich tummeln in der Weite, in Wald und Flur, wenn es erwünscht oder erforderlich ist, dann geht der Weg glatt über das Feld, und kaum jemand wird viel dagegen einzuwenden haben. Die Welt steht offen, und alles ist geeignet, Wanderfreude zu geben. Mit dem küh^n Winde möchte man ziehen, der die weißen Wolken über das weite Land hintreibt, mit dem Bache will man wandern, der über das Gestein zu Tal springt, älnd ist man durch die Welt gegangen, hat man sie ausgenommen mit all ihrer geheimen Schönheit des Herbstes, dann kehrt man bereichert und erfreut und belebt zurück in die Enge, die ebenso nötig ist wie zuweilen der geweitete Blick. 0.8. Daten für Freitag, 4. Oktober. Sonnenaufgang 6.05 Uhr, Sonnenuntergang 17.32 Uhr. — Mondaufgang 7.42 Uhr, Monduntergang 18.12 Uhr. 1515: der Maler Lukas Cranach d. I. in Wittenberg geboren; — 1669: der Maler Rembrandt in Amsterdam gestorben; — 1797: der schweizerische Schriftsteller Jeremias Gotthelf in Murten geboren; — 1865: der dichter Friedrich Lienhard in Rothbach (Elsaß) geboren. Bornotizen. — Tageskalcnder für Donnerstag. Orchester-Verein Gießen (1908): 1. Symphoniekonzert, 20 Uhr, Neue Aula der Universität. — Gießener' Wohnungsl -u-Gesellschaft: Generalversammlung, 20 Uhr, Caf6 Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das zweite Leben" und Gastspiel des deutschrussischen Kleinkünstlertheaters „Feueroogel". — Astoria-Lichtspiele: „Das verschwundene Testament" und „Ein gefährlicher Doppelgänger". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Freitag, 4. Oktober, wird das Nach einer Bauzeit von genau acht Wochen sind die städtischen Wohnhausbauten in der Schwarzlach jetzt im Rohbau fertiggestellt wor- den. Am 1. August wurde der erste Spatenstich zu diesen Bauten getan; am Dienstag, 1. Oktober, konnte nach vollendetem Rohbau das Richtfest begangen werden; im Laufe des Winters soll der Innenausbau erfolgen, und am 1. April n. I. sollen die Wohnungen bezugsfertig dastehen. Im verlängerten Asterweg — nördlich der projektierten Querstraße von der Ederstraße zur Marburger Straße, des bis jetzt technisch als Oft- West-Straße bezeichneten neuen Straßenzuges — ist in den letzten acht Wochen nach den Plänen des städtischen Hochbauamtes beiderseits der Straße je ein dreigeschossiger Häuserblock erstanden, deren jeder aus fünf aneinander- gebauten Häusern zu sechs Wohnungen pro Haus besteht. Insgesamt sind dort also 60 Wohnungen zu je zwei bzch. drei Zimmern mit Zubehör errichtet worden. Jeder Häuserblock erhält einen Vorgarten von 5 Meter Tiefe und einen 20 Meter tiefen rückwärtigen Garten. Das Gartenland wird nach Maßgabe der Wohnungsgröße unter die Hausbewohner verteilt, und zwar erhält der Inhaber einer Dreizimmerwohnung rund 70 Quadratmeter, der Mieter einer Zweizimmerwohnung rund 55 Quadratmeter Gartenland. Die Wohnungen find in zwei Typen herge- fteUt; der große Typ besteht aus einer 4X4,25 Meter großen Wohnküche mit danebenliegender Kochnische und Spülküche, 1 Zimmer von 4X4,25 Meter Größe und 2 Zimmern in der Größe von je 2,50X4,25 Meter; der kleine Typ besteht aus einer Wohnküche von 4X4,25 Meter Größe und zwei Zimmern in der Größe von je 3X4,25 Meter. In beiden Wohnungstypen wird zu der Küche natürlich eine Speisekammer ausgebaut, ferner erhält jede Wohnung in beiden Typen Badeeinrichtung, dazu selbstverständlich zeitgemäße eigene Abortanlage. Der Kellerraum wird nach der Größe der Wohnungen zugeteilt; in jedem Keller werden die Bunker für die Kartoffel- und die Kohlenlagerung geschaffen; ferner ist im Keller für jeden Mieter noch ein kleiner Abstellraum für Gartengeräte usw. vorgesehen. • Das Treppenhaus ist 2,40 Meter breit und mit großen Fensteröffnungen versehen, so dah das Licht in weitem Ausmaß Zutritt hat. Eine sehr zweckmäßige und glückliche Lösung hat die Einrichtung der Waschküchen mit den Trockenräumen im Kellergeschoß der Häuser gefunden. An die geräumigen Waschküchen schließen sich direkt die Trockenräume (4x12 Meter für den großen Wohnungstyp und 4x8 Meter für den kleinen Wohnungstyp) an, die sowohl nach der Gartenseite, wie auch nach dem Kellerflur hin mit breiten Fenstern versehen sind. Bei regnerischem Wetter oder, im Winter fann die Hausfrau die nasse Wäsche im Trockenraum aufhängen (die Oesen für die Wäscheleinen werden jetzt gleich mit eingebaut), dann öffnet sie nach dem Garten und nach dem Kellerflur zu die Fenster, wodurch soviel Zugluft geschaffen wird, dah die Wäsche gut trocknen kann. Das für die Frauen sonst so anstrengende und quälende Tragen der nassen Wäsche von der Waschküche im Keller nach dem Trockenboden im Dachgeschoß füllt für die Hausfrauen in diesen Gebäuden fort, worüber diese Frauen sicherlich erfreut sein werden. Don den Wasch- und Trockenräumen ist aber' auch ein direkter und bequemer Zugang nach dem rückwärtigen Garten Bekanntmachung. Nachdem von feiten der wahlberechtigten Arbeitgeber und Versicherten nur je eine gültige Vorschlagsliste bis zum festgesetzten Termin eingereicht worden ist, findet die auf den 30. Oktober d.I. anberaumte Wahl der Vertreter zum Ausschuß der Jnnungskrankenkasse der Freien Innung der Gastwirte von Gießen und Umgegend nicht statt. Den Vorschlägen entsprechend gelten in der Reihenfolge des Vorschlags als gewähll: 1. von Arbeitgeberseite: Vertreter: L Elges, Adolf, Gießen, ^eltersmeg 68. 2. Hopfeld, Adolf, Gießen, Friedrichstraße 4. 3. Niemann, "Ernst, Gießen, Seltersweg 64. Ersatzmänner: 4. Boller, Karl, Gießen, Bahnhofstraße 53/55. 5. Klingler, Ludwig, Gießen, Bahnhofstraße 52. 6. Schwarz, August, Gießen, Bahnhofstraße 90. 7. Amend, Willi, Gießen, Bahnhofstraße 66. 8. Faber, Karl, Gießen, Neuenweg 5. 9. Schmitz, Hans, Gießen, Sonnenstraße 13. 2. Don Seife der versicherten: Vertreter: 1. Funk, Ludwig, Kellner, Gießen, Friedrichstraße 8. 2. Stauß, Franz, Hausdiener, Gießen, Bahnhofstraße 91/93. 3. Rühl, Richard, Kellner, Gicpen, Marktplatz 18. Ersatzmänner: 4. Sigrist, Hans, Kellner, Gießen, Marktstraße 14. 5. Eis, Hermann, Hausdiener, Gießen, Bahnhofstraße 52. 6. Liebermann, Konrad, Kellner, Gießen, In Laders Hof 3. 7. Herr, Leopold, Kellner, Gießen, Landmannftraße 18. 8. Rofenow, Heinrich, Hausdiener, Gießen, Seltersweg 40. 9. Krause Hermann, Kellner, Gießen, Kirchenplatz 18. Die Gültigkeit der Wahl kann beim Versicherungsamt der Stadt Gießen, Lonystraße 2, binnen zwei Wochen nach Er- scheinen dieser Bekanntmachung angefochten werden. Gießen, den 3. Oktober 1929. 8163D Derficherungsamt der Stadt Gießen. I.V.: Keitzer. Technikum ■ Lage Eisenoctonbau Tonindustrie Ziegeleungenieure nHHwwirrPn Tecnniker. zicgeimeist Miöen wurden nach unserer Methode der orthopädischen Druchbehand« lung gute Erfolge erzielt. 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Oktober, nachmittags 4 Uhr vom Sterbehause aus statt. 8,660 Samstag, 5. Oktob., und Sonntag, 6. Oktob. abends 10.30 Uhr Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir unseru herzlichsten Dank. Besonderen Dank der Freiw. Feuerwehr Heuchelheim für die große Beteiligung, dem Gesangverein Liederkranz für seine wohlgelungenen Chöre, Herrn Pfarrer Dörr für seine trostreichen Worte am Grabe, sowie für die große Zahl der Kranzspenden u. alle denjenig., welche unsere lieben Entschlafenen zur letzten Unwiderruflich nur zwei Nachtvorstellungen Gastspiel Lilly Flohr Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Cbristina Henning aeb. Bitten heute morgen nach längerem Leiden im Alter von 64 Jahren, versehen mit den heiligen Sakramenten, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Danksagung. Allen, die uns bei unserem schweren Verluste so herzlich ihr Beileid bezeugten, sage ich im Namen aller Leidtragenden innigsten Dank. Dr. Chr. Roese. Gießen, den 1. Oktober 1929. Heute mittag verschied nach langem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Krämer Steuersekretär im Alter von 64 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Susanne Krämer geb. Kissel Gießen, den 2. Oktober 1929. Die Trauerfeier vor der Einäscherung findet Samstag, den 5. Oktober, vormittags iP/a Uhr, statt. Von Blumenspenden und Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. Lichtspielhaus* IW Bahnhofstraße 34 Tel. 4077 DasAbsteigequartier Singspiel in 2 Bildern Der größte Lacherfolg der Gegenwart! 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Redner: Heinrich Bitsch. 8159D Verein öunöefoorl für Gietzenu.Umgeg.e.v, Morgen abend Zusammenkunft bei Mitglied Henkel 617re letzten Tage förperlich und geistig noch verhältnismäßig rüstig. Kreis Büdingen. # Ober -Widdersheim, 2. Oft. Auf dem hiesigen Güterbahnhof herrscht gegenwärtig Hochbetrieb. Von hier und den umliegenden Ortschasten Unter-Widdersheim, Borsdorf, totetn- beim, Rodheim und Rabertshausen kommen täglich Bahnwagen mit Obst und Kartoffeln zur Verladung, die meist nach dem Industriegebiet verfrachtet werden. Daneben findet noch lebhafter Stückgutverkehr statt, dem der in diesem Jahre um mehr als das Doppelte vergrößerte Güterschuppen gewachsen ist. Während die Vachfrage nach gelbfleischigen Speisefartoffeln (Edeltraud, Industrie, Gel- karagis) zur Zeit der Ernte gering war, hat jetzt lebhafter Handel eingesetzt, und demzufolge sind die Preise von 2,60 auf 2,90 Mark je Zentner gestiegen. Wirtschaftskartoffeln werden kaum noch gefragt, deshalb geht der Anbau von Jahr zu Jahr zurück. Die Preise für Obst haben bis jetzt keine wesentliche Aenderung erfahren. Das gewöhnliche Eßobst (Wirtschaftsäpfel wie Schafsnase, Gelber Richard, Ontario) löstet je Zentner 6 bis 8 Mark unfortiert, während Tafeläpfel (Landberger Renette, Schöner von Bos- koop, Baumanns Renette) mit 8 bis 10 Marf je nach Güte und Größe bezahlt werden. nd. V i d d a , 2. Oft. Das Künstler- theater Franffurt Rhein-Main" beabsichtigt, im fommenden Winter hier dreimal Aufführungen an je einem Abend zu veranstalten. Die Leitung hatte mit einigen interessierten Herren von Vidda und Llmgegend bereits eine Besprechung über die Ausführung des Planes. Es wurde eine Kommission bestimmt, die die Sache zum Ziele führen soll. An dem Gelingen besteht wohl kaum noch ein Zweifel, da die Künstler alle Kosten selbst tragen und an zwei Aufführungen keinerlei Bedingungen knüpfen. Vur bei einem Abend verlangen sie die Garantie für eine Einnahme von 350 Mk. Als Aufführungslokal kommt die neue Turnhalle in Betracht. # Vidda, 2. Oft. Der hiesige Ortsgewerbeverein hat in seiner jüngsten Mitgliederversammlung beschlossen, bezüglich der G e * meinderats-, Kreis- und Provinzial- tagswahlen durch eine Kommission mit den einzelnen Parteivor ständen in Verbindung zu treten, damit an aussichtsreicher Stelle Kandidaten in die Listen ausgenommen werden, die dem Handwerfer-und Gewcrbestand nahestehen. Sollte diese Anregung erfolglos fein, so wird der Gewerbeverein mit einem eigenen W ahlvor schlag hervortreten. Kreis Alsfeld. < 5 Homberg a. d- Ohm, 30. Sept. Der Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzüchter-Verein 19 21 Homberg und Tlmgegend hielt dieser Tage unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Pfarrer P r ä t o r i u s, Homberg, hier eine Versammlung ab. Vach Bekanntgabe der Verhandlungsniederschrift aus der vorigen Versammlung widmete der Vorsitzende dem im Juni verstorbenen Vereinsmitglied Lehrer August Schneider, Ober-Gleen, der als Züchter rebhuhnfarbiger Italiener weithin bekannt geworden war, einen warmen Vachruf: die Versammlung ehrte das Andenken an den Entschlafenen in der üblichen Weise. Am 7. und 8. Dezember soll die alljährliche Geflügelausstellung stattfinden, die diesmal auch für Mitglieder benachbarter Vereine zum Ausstellen offen sein soll. Als Preisrichter für Geflügel wurde der bekannte Züchter Vern, Pohl-Göns, vorgeschlagen. Mitte Januar 1930 soll die Vorführung eines Lehrfilmes über Geflügelzucht mit erläuterndem Vortrag stattfinden. In der nächsten Versammlung am 20. Oktober sollen wichtige Ausstellungsfragen besprochen werden. Im übrigen wurden noch einige Beschlüsse interner Art gefaßt. mr. Grebenau, 1. Okt. Herr R. Kroll, der 35 Jahre lang der hiesigen Molkerei als Der- walter vorstand, verließ mit dem heutigen Tage unseren Ort, um nach Mühlheim a. M. überzusiedeln. Die Molkerei verliert in ihm einen treuen, uner- müdlichen Verwalter und die Gemeinde einen allseits beliebten Bürger. Auch der hiesige Gesängver- ein „Eintracht", dem er stets als eifriges Mitglied und lange Zeit als Vorsitzender angehörte, sah ihn sehr ungern scheiden. Der Verein ehrte den Scheidenden am Samstagabend durch ein Ständchen. In einer Ansprache dankte der 1. Vorsitzende dem Scheidenden für die dem Gesangverein geleistete Arbeit und überreichte ihm eine Ehrenurkunde für 35jährige treue Mitgliedschaft. Die Molkereileitung überbrachte Herrn Kroll einen Ruhefessel. Starkenburg. Oer Brand bei der Bahnbedarf-A. G. Lin zweites Todesopfer. WSV. Darmstadt, 2. Oft. Dem Brande und der Kohlenstaubexplosion bei der Bahnbedarf-A-G. ist ein weiterer Arbeiter zum Opfer gefallen. Der Hilss«- arbeitet Heinrich Saul ist heute früh an den schweren Brandverlehungen im Stadttrankenhaus verstorben. Auch zwei Feuerwehrleute erlitten schwere Brandverlehungen. Die Feuerwehr mußte mit Gasmasken an den Brandherd Herangehen. Da es sich innerhalb weniger Tage um den zweiten Grohbrand in der Abteilung der Firma handelt, haben Polizei und Ge- werbeinspektion eine Untersuchung eingeleitet. Berliner Börse. Berlin, 3.Okt. (WTB. Funkspruch.) Durch den plötzlichen Tod des Außenministers Dr. Stresemann ist man völlig überrascht. Der heutige Vormittagsverkehr ist daher g e s ch ä f t s l o s. Kurse werden nicht genannt, die Tendenz ist natürlich schwach. Man erörtert in Sanftreifen einen Aus- fall der heutigen Börse als Trauer- funbgebung. Am Devisenmarkt sind die Kurse fast unverändert. Kabel — Berlin 4,1965 bis 4,1970, London gegen Berlin 20,3875, London gegen Kabel 4,8575, London'/egen Paris 123,90. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Anzeigenauftcäge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Verdauungsstörungen, wie man sie beseitigt. Von Dr. med. Griebel, Frankfurt a. M. Bei normaler Verdauung werden die wertlosen Nahrungsreste und verbrauchten Säfte, die sich im Darrn angefammett haben, durch regelmäßige Entleerungen aus dem Körper entfernt. Bleibt jedoch der Stuhlgang infolge von Verstopfung aus, so werden die Schlacken des Stoffwechsels zu lange im Darrn zurückgehalten und bilden den günstigsten Nährboden für Fäulnisstoffe und Darmgifte. Diese können in das Blut einbringen und viele Beschwer- den Hervorrufen. Mattigkeit, Angstgefühle, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind häufig nur auf ungenügende Stuhlentleerung zurück- zuführen. Deshalb muß man mit größter Sorgfalt darauf achten, daß die Verdauung stets in Ordnung ist. Stellen sich Unregelmäßigkeiten ein, dann emp- stehlt sich der Gebrauch eines pflanzlichen Abführ, mittels. Eines der besten Mittel dieser Art sind Apotheker Richard Brandts Schweizerpillen, die man in allen Apotheken erhält. Infolge ihrer rein pflanz- lichen Zusammensetzung beseitigen sie Verdauungs- Störungen mild und angenehm. Sie wirken zuverlässig und find auch bet längerem Gebrauch voll- kommen unschädlich. 4733v Bahnhofs-Restaurant 5.50, 06312 4.40, 5.25, Cröpe-Caid 130 cm breit, grobes 71 Af| Sortiment neuester Farben........8.80, I iUU 8.80 Woll-Georgette 130 cm breit, moderne Farben, per Meter .. 8.80 Beachten Sie bitte meine Spezialausstellung in soliden, formschönen 8138D | Ullstein-Alben-Ullstein-Schnitte] Modehaus 8175A Ab 3. Oktober 1929 erhalten Sie in unseren Verkaufsstellen schon bei Einkauf von 20 Pi eine Wertmarke Dies entspricht nunmehr 8152A 5° o Rabatt Heute letzterTag Nadi wie vor kommen alle Waren in bekannt guterQualität zu niedrigsten Preisen Feuervogel zum Verkauf. 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Dichterabend Arnold Zweig liest aus eigenen Werken. Für unsere Bundesmitglieder ist folgende Neuregelung der Eintrittsausweise getroffen worden, worauf wir hiermit die Mitglieder besonders hinweisen: Die Mitglieder haben mit ihren Angehörigen bis zu zwei Plätzen freien Eintritt Die Ausgabe d. hierzu berechtigend, numerierten Platzkarten erfolgt ab Donnerstag in der Musikalienhandlung Challier, Neuenweg gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 1. Zugleich erfolgt b. Challier d. Ausgabe d. für Oktober u. November gültigen Mitgliedskarte m. Gutscheinheft gegen Erstattung der 1. Rate d. Mitgliedsbeitrages in Höhe von Mk. 5.—. Die Mitglieder werden daher gebeten, im eigen. Interesse umgehend ihre Outscheinhefte bei Challier in Empfang zu nehmen und Gutschein Nr. 1 dort einzulösen. An der Abendkasse erfolgt keine Einlösung von Gutscheinen. Unser neues Programmheft erscheint in diesen Tagen. Numerierte Eintrittskarten für Nichtmitglieder zum Preise von Mk. 2.— u. 1.50 in d. Musikalienhandlung Challier u. an der Abendkasse. Studentenkarten zu Mk. 1.- gegen Ausweis bei Herrn Sekretär Ritter, Univ.-Gebäude. 8146D Neuanmeldungen bei Challier. Lichtspielhaus SW Bahnhofstraße 34 ier Sorte« n 3°rfer, finb die Kurse -Sä® » 8,r l6 to Ü * H. s>°» »«‘äb? i‘6ed) L 91ppd|tl0' luru“ • KrS-is *• o|rllW' Süße Gold-Traubes Pfund 40 Pf. Melonen im Anschnitt Pfund 80 Pf. Bananen Pfund 45 Pf. Willi, Ruhl Babnbokstrake 15. Fernruf 2818. Die Inhaberin deS Paienlsv.«.r.353ö0S ,,Verfahrenz. Kühlen von Verbrennnngs- krajimascbincn“ wünscht zwecks ge« werblicher Berwer- tungihrerErfindung tn Deutschland mir Interessenten 1. Verbindung zu treten. Gefl. Anfragen unt. I. D. 13388 befördert Rudolf Moese, Berlin SW. IW. r85V W eckern Ludwigstrabe Nr. 36. Verkauf gegenüber Ludwigstrabe Nr. 27. Karl Beck, Uhrmachermeister vormals Gg. Spies. Uhren / Schmnchwaren / Trauringe In firoher Auswahl. 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Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich zum Preise von 60 Rpf. bezogen werden. Für das Angebot ist die Benutzung eines besonderen Formulars vorgeschrieben, das zum Stückpreis von 10 Pf. auf der Kanzlei erhältlich ist. 8028D Angebote mit der Aufschrift „Kartoffel- Ueferung" sind verschlossen, bis spätestens bis zum Eröffffungstermin am 11. Oktober 1929, vormittags 11 Uhr hier einzureichen. Aus den Angeboten muß ersichtlich sein, ob es sich um Kartoffeln hiesiger Gegend oder um solche anderer, evtl, welcher Gebiete handelt. Es können auch Teillieferungen, jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. — Zuschlagsfrist eine Woche. Marienschloß, den 20. September 1929. Die Direktion des Hess. Landeszuchthauses Marienschloß. Verpachtung des Hosguies Magdalenenhausen. Das der Stadt Wetzlar gehörende Hof. gut Magdalenenhausen soll im Herbst 1929 (Martini) nach folgenden Grundsätzen neu verpachtet werden: 8140D „Der Gutshof wird mit Haus- und Wirtschaftsgarten verpachtet, jedoch besteht für den Gutspächter die Möglichkeit, von den um den Gutshof gelegenen Ländereien bis zu 50 Morgen Acker- und Wiefenland einschließlich Obstbäumen pachtweise zu übernehmen. In erster Linie ist das Gur als Gastwirtschaft bzw. Sommerfrische em- zu richten. Die Gebäude des Gutshofes wurden im Laufe des Jahres vollkommen renoviert und im Wohnhaus 10 Fremdenzimmer eingebaut." Angebote find bis zum 25. Oktober 1929 an das Stadtoermessungsamt, Turmstraße Nr. 5, einzureichen, wo auch die besonderen Bedingungen für die Verpachtung unentgeltlich zu haben sind. Wetzlar, deft 30. September 1929. Der Bürgermeister.__________ 36a Wie Mk an der .Haushaltungsschule der Landwirtschaftskammer in Michelstadt im Odenwald. Vollständige Ausbildung in allen Zweigen der Hauswirtschaft, Molkerei und Kleintierzucht, ferner gründliche Unterweisung in der Fertigung von Handarbeiten, Weißzeugnahen Kleidermachen, sowie theoretischer llnterrich, auf den verschiedensten Gebieten. Äilligstet Pensionspreis einschließlich Schulgeld ufw. Beginn des nächsten Kursus 3. Januar 1930. Auskunft sowie Versand der Aufnahme- bcdingungen durch dieLandwirtschaftskammer in Darmstadt, Rheinstraße 62. 8154D Reichhaltige Speisekarte Erstklassige Küche Mäbige Preise 6942D ...... Stoffe sind unerreichte Qualitäten bei überragender Preiswürdigkeit Slimgei I und leparalm aller Art an Pianos, Flügel und 8151 Harmoniums durch eigene erstklassige Techniker prompt, fachgemäß u. preiswert unter Garantie. Pianohäns Schönau Giehen Seltersweg 91. Zweiggeschäft in IDillenburg Marktstraße 7. Alice Terry Ivan Petrovidi in Das Me Opfer Abenteuer eines Mönchs Eine moderne Ballade von einem Mönch der sein Gelübde brach und im Wüstensturm des Lebens Schifibruch erlitt pfd 40 Pi 7» Pfd. 45 Pf V« Pfd. 55 Pf i/< Pfd. 60 Pf Fett-Bücklinge Schweizerkäse, saftig la Plockwurst Feinste Cervelatwurst Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschl.Samstag Carlo Aldini • in seinem neusten Sensationsund Abenteurerfilm Das verschwunflene Testament Im Beiprogramm Ein fielährlicber Doppelfi&nfier Ein sensationeller Cowboyfilm Drei... and die Polizei Groteske in 2 Akten 8I49C Trikotagen wnds^hebWlt} 10500 Mitglieder 3,1 Millionen RM. Umsatz 124000 RM. Rückvergütung 28 Jahre lang hat der Konsumverein seinen Mitgliedern die Erübrigung zurückgezahlt Durch genossenschaftl. Groß- und Bareinkauf sowie Ausbau der Eigenproduktion hat der Konsumverein seinen Mitgliedern günstige Preise geboten 38 Verteilungsstellen Sonderangebot Prima Weißweine: Edenkobener Silberberg, 1928er... M. 1.10 St Martiner Goldmorgen, 1928er .. M. 1.20 FreilaubersheimerKirchberg, 1927er M. 1.30 MaikammererWeißwein, 1927er.... M. 1.40 Rotweine: Oberingelheimer Rotwein, 1928er . M. 1.20 Zeller Schwarzer Herrgott 1928er.. M. 1.35 Calderon, 1924er................. M. 1.40 Süßweine: Tarragona....................... M. 1.30 Priorato.......................... M. 1.50 Samos .......................... M. 1.60 Malaga.......................... M. 1.60 Portwein......................... M. 2.30 Konsum-Verein Gießen u. Umg. e. G. m. b. H. 8143A Mit dem Eintritt kühlerer Witterung empfehlen wir: Prima Marinaden aus frischen englischen Heringen, 4-Liter-Dos. und im Stück, zum niedrigsten Tagespreis Rollmöpse in 1-Liter-Dose............ M. 0.95 Bismarckheringe in 1-Liter-Dose...... M. 0.95 Bratheringe in 1-Liter-Dose........... M. 0.85 Hering in Gelee in 1-Liter-Dose......M. 1.- Kronsardinen in 1-Liter-Dose......... M. 1.10 Limburger Stangenkäse 20% Pfd. M. 0.18 Emmentaler ohne Rinde......% Pfd. M. 0.45 Tilsator......................% Pfd. M. 0.45 Emmentaler in Schachteln.....6teilig M. 1.- Münsterkäse......................... M. 0.30 Schweizerkäse....................... M. 0.50 Edamerkäse.....................30% M. 0.30 Leber- und Blutwurst..........% Pfd. M. 0.33 Schwartenmagen ..............% Pfd. M. 0.43 Oldenbg. Mettwurst in kl. Stücken Pfd. M. 2.- Berliner Mettwurst.............% Pfd. M. 0.40 Plockwurst...........% Pfd. M. 0.65 und 0.60 Salamiwurst...................% Pfd. M. 0.65 Zervelatwurst..................% Pfd. M. 0.65 Schlackwurst..................% Pfd. M. 0.70 Dörrfleisch....................% Pfd. M. 0.43 Speck.........................% Pfd. M. 0.40 Warenabgabe nur an Mitglieder! Mitglied kann jedermann werden I Beitritt 50 Pfennig 30 Mark Geschäftsanteil bleibt Eigentum des Mitglieds Kann ratenweise eingezahlt werden 'f UM /<- 'jJi DIE BEVORZUGTE Z-X-ZPf, CIGARRE Herrenfahrer1. Verkaufsstelle in Gießen, Markt 1 - Erklärung! Die gegen Herrn Eduard Rosenbaum, Groben Linden, Babnbofslrabe 78, ausgesprochene Beleidigung nehme ich mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Erich Grünebaum. Watzenborn »Steinberg (Fahrtgasse 18), den 2. Oktober 1929. 06316 Werbei solcbem Wetter keinen guten Regenmantel hat, der ist zu bedauern. Drum sorgen Sie vor. Lassen Sie Ihre Kleider nicht verderben und machen Sie sich nicht mit Gewalt krank. Flotte Regenmäntel kosten ja nur: Gummimäntel 31k. 32.1)0, 28.00, 19.00, 14.75 Bessere mit Ventilation - D.R.P. Mk. 48.00, 42.00, 38.00 Imprägnierte Mantel Mk. 88.00, 51.00, 35.00 Loden-Mäntel Mk. 52.00. 48.00, 39.00, 28.00 Windjacken Mk. 26.00. 19.50, 14.50, 9.50 Eigene Schneiderei — Stoll-Lager Täglich Eingang von Winter-Neuheiten in Mänteln, Anzügen und Stoffen 06324 SWMMW Freitag, 4. Oktober, nachm.ab 2 Llhr, versteigere ich i.Löwen, Neuenweg 28 ein Herrenzimmer, bestehend aus Bücherschrank, Schreibtisch, rundem Tisch, zwei Stühlen, einem Schreibtischsessel, ein Schlafzimmer mit Spiegelschrank und weißem Marmor, einen Spiegelschrank, einen Kleioerschrank (Eiche), zwei Sofas, zwei Harmoniums, eine Standuhr, zwei Küchenschränke, zwei Kommoden, zwei Tische, zwei Vogelbauer, drei Waren- schränke mit und ohne Schiebetüren (Glas), einen Warenschrank mit 19 Schubladen, einen Ausstellkasten, einen Schokoladen - Ausstellschrank, mehrere Betten, einen Schreibtisch, zwei Küchenherde, zwei Wormser Defen, zwei Füllöfen, einen Sekretär, Gasherde, ein Grammophon, Bilder, zwei Regulatoren, eine Jauchepumpe (komplett, neu), eine Flügelpumpe, Stanze, eine Kartoffelwaschmaschine, einen Oranier-Zwischen- ofen, fünf Milchkannen mit 10 und 20 Liter, Stallfenster, Transmission mit Lagerböcken, Riemenscheiben, einen Papierladenroller, Kuchenbleche, einen Amboß, mehrere Gewichte, Thermosflaschen, Fußbodenöler, einen Elektro-Lux, 20 Einmachtöpfe in allen Größen. 81650 Versteigerung bestimmt! Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 3414 Fuß-Pflege-System vHzara y findet am Freitag, dem 4., und Samstag, dem 5. Oktbn, statt im GRAT1S- demonstrahon und kostenlose Fußuntersuchung zur Behebung und Linderung schmerzender Fußleiden und Fußdeformationen durch die metallose, orthopädisch richtige, regulierbare Wizard-Fußstütze 8095A 'Wtllimpr . S0r8en achen'sie Sl Ver" ‘ank. 016 s|ch nicht B*0'14’’5 ^•«».Sl.oo, a«.0| l8-0». 39.00, a8.00 19'50' U.50. 9.50 Miet ,lt,r*1 - *— Friedrich Lehmann: Wir von der Infanterie. Tagesbuchblätter eines bayerischen Infanteristen aus fünf Jahren Front- und Lazarettzeit. 194 Seiten 8°. Geh. 3.—, geb. 4,50 Mk. I. I. Lehmanns Verlag, München 1929. (412). Letzte Nachrichten. Wird Indien Dominion? Die indische Politik der Arbciterregierung. London, 2. Okt. (T^l.) Rachdem die Arbeiterregierung vor kurzem gegenüber Aeghp - t e n und dem Irak eine Aenderung der bisherigen Politik Großbritanniens angekündigt hatte, scheint nunmehr eine noch größere Sensation in der Orientpolitik der Engländer bevorzustehen. Wie es scheint, beabsichtigt die Arbeiterregierung Indien den Dominienstatus, d. h. volle Selbstverwaltung zu gewähren. Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" kündigt bereits an, daß in kürzester Zeit neue bedeutsame Schritte hinsichtlich der Verfassung; Indiens zu erwarten seien. In ministeriellen Kreisen' nehme man an, daß diese Ankündigung noch vor der Eröffnung '.des A l l i n d i s ch e n Kongresses, am 1. Dezember erfolgen werde. Die englische Regierung hoffe, durch Gewährung des Dominienstatus für Britisch-Jndien die Haltung dieses Kongresses beeinflussen zu können, um auf diese Weise zu verhindern, daß es zu einer großen Gegenaktion der indischen Rationalisten komme. Die hinter G Han di stehenden Kreise hätten bekanntlich verlangt, daß die indischen Wünsche, auf Gewährung einer Selbstverwaltung b i s zum 31. Dezember des Jahres erfüllt werden mühten. Die Arbeiten der sogenannten Simon-Kommission, die einen Bericht über die indischen Verfassungsreformen ausarbeiten soll, würden jedoch kaum vor Anfang nächsten Jahres zum Abschluß gebracht werden können. Eine derartige Verzögerung der Verfassungsreform erscheine aber als unerwünscht. Das ägyptische Kabinett zurückgetreten. London. 2. Okt. (TU.) Das ägyptische Kabinett ist zurückgetreten. Ministerpräsident M o- hamed Mahmud Pascha hatte vor der Ueberreichung des Rücktrittsgesuches bei König Fuad eine Aussprache mit dem englischen Oberkommissar und wurde im Anschluß daran von König Fuad empfangen, der vorher auch R a h a s Pascha, den Führer der Opposition, empfangen hatte. In politischen Kreisen Alexandriens rechnet man damit, daß sofort ein Beamten- f a b i n e 11 gebildet wird. Es ist aber ungewiß, ob Mahmud Pascha die Ministerpräsidentschaft übernimmt. Das neue Kabinett wird wahrscheinlich nur vorübergehend im Amt bleiben und in erster Linie die Aufgabe haben, die Wahlen im Zusammenhang mit der Ratifizierung des englisch-ägyptischen V e r t r a ges durchzuführen. Der Rücktritt Mohamed Mahmud Pascha im gegenwärtigen Augenblick wird in politischen Kreisen allgemein als eine Rückkehr zum Parlamentarismus ausgelegt, was als eine Verstärkung des Einflusses der Wafd-Partei anzusehen ist, die parlamentarisch noch immer eine außerordentlich starke Stellung hat. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Frankfurt a. M. Berlin Schluh- Kurs 1-Uhr Kurs Schluß- Kurs Anfang- Kurs Datum 2.10. 3.10. 2.10. 3.10. 6% RetchSaulethe v. 1927 . . $L «nl.-Wlös.-Schuld mit An«. 87,5 53,55 87,5 — los^Rechten......... — 53,6 53,6 TeSfiL ohne AuSIos.-Rechte . . . 7% yraukf. Hyp^Bl. Goldps. uw 9,5 9,35 9,65 9,5 kündbar bi« 1932...... 85,5 — — — 4*4% Rheinische Hyp.-Bauk ßlqu.- Goldpj............ 76,75 88 _ — 3.0.®. aba. Vorkriegs.Obligation., rückzahlbar 1932 ....... — — — 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . 4% Oesterreichtsche Oolbrte.. . . — — — — 28,25 _ 28 28 2,85 2,1 2,65 4% Oesterreich, einheitl. Rte . . _ — 93 — 22,9 22,6 19,9 <*£ Ungarstche Staat-r. v. 1910 . 4yt% beifll. von 1913..... 22 — 4% Uno arische Kronenrte..... 4% Dirk. ZoUanleihe v. 1911 . . 2 7,3 2 7,3 1.9 4% Türkische Bagdadbahu-Anl., •Serie 1........... 4% behl. Serie II....... 7,25 — 7,35 7,5 7,25 _ 7,45 4% Rumänen convcrt. Rie. . . . 7,475 -___ 7,45 _ 4 %% Rumänen «SolbanL von 1919 14,75 — 14,6 — Mg. Deutsche Eisenbahn . . 4'/, _ _ Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamt.^üdam. Dampfsch. . . 8 — — 118,13 116,4 — — Hansa Dompsschiss.....10 — —» 158,13 155 Rorddemscher Äoqd.....8 108,5 107,25 109 107,4 Wg. Deutsch« Lreditanst. . . 10 125,25 125,5 124,25 Barmer Bankverein .... 10 126 125 126,25 124,25 Berliner HrmdelSgesellsch. . . 12 Lommerz. und Privat-Banl. 11 206,75 206,5 203 177,75 176,5 177,75 176,5 Darmit. u. Ratio null) an! . . 12 269,5 268,75 267 Deutsch« Bank......10 164 — 165 162,5 Dirkanw^Sesellschaft LU.. . 10 164,25 — 165 Dresdner Vanl ......10 156,75 158 159 157,5 «etalLan t.........8 ReichSMl ........ 12 284 — 286 285 Frcmtfun a. M. Berlin Schluß- Kn rü t-Ubr Kurs Schlnb- Kurs Anfang. Kur-, Dalum 2-10. 3.10. 2.10. 3.10. A.E.G............6 Bergmann ......... 9 Elektr. Lieferungen.....10 Licht und Kraft......1° tzelten 4 Guilleaume. ... 714 Ges. f. Eleltr. Untern.....10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........9 Schlei. Elektr........io Schuckert....... 11 Siemen« & Halske ..... 16 Transradio ......... 8 LahMeyer 6 To.......10 Buderus....... . . • 5 Deutsche Erdöl..... . 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ....... 8 Harpener....... . . • 0 Hocsch Eisen........6V; Ilse Bergbau ....... 10 «locknerwerke......... Köln-Reuessen. ....... 7 Mannesmann........ 7 Man,selber.........1 Lberichlei. Eisenb. Bedarf... 5 Oberschles- KoUwerke.....7 Phönix Bergbau...... Rheinisch« Braunkohlen... 10 Rheinslahi.........6 Riebeck Montan ...... 7,2 Vereinigte Stahl». ..... Olavi Minen..... 10’/» Kalt Ascherileben ..... lu Kalt Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 16 I. ®. ffarben^udustrie... 12 Dynamit Nobel..... . « Scheide an statt...... ..9 Goldschmidt ...... ..6 Rsttgerlmerke ........ Metallgesellschc^t. ...... 8 184 218,75 167 193 130 212,5 360 177 140 213 104,5 103 264,5 113,5 111 224,5 229 377 203,5 150 72 75,5 125,5 183 164 189,5 141,5 357,5 177 134,75 101,13 111,5 219 223,5 201,13 70 71,5 124,5 185,5 218,25 167,25 193,5 130 192,13 142,5 143 176,25 212,13 362,25 135,13 176,25 67,75 109,65 134,75 136,75 141,5 122,75 215 112,5 120 105,75 131 77,9 98,75 103 266,25 115 111,5 68 224 229 379,5 204,5 97,9 71,5 75 125 183,5 215 165,25 189,25 125 188,75 142,5 172,13 206,25 358 175 65 107,25 133 134,75 138,5 118 214 110,5 115,75 104,5 130,25 74,5 96,6 100,75 261,5 110 67,25 221 226 376 201,75 72,25 Frankfurt a M. | Berlin Schlub» Kurs 1-llhr I Kurs | Echlutz- KurS Anfang» Kurs Datum 2.10. 3.10. 2.10. 3.10. Philipp Holzmann......< Heidelberger Eement.... 10 Eement Karlstadt.....1° Wayb & Freitag.......8 SchirltheiS Patzenhoser ... r> Ostwerke.........l8 Ber. Glanzstoff......18 Bemberg.........14 Zellstoss Waldhos .... 13 ys Zellstoss Aschaffenburg ... rz Eharlottenburger Was,er ... 8 Dessauer GaS........9 Daimler Motoren......v Deutsche Maschinen-Fabril . . ' Adlerwerke Klever......0 Ludw. Loewe.......10 Rat. Automobil.......o Oren stein & Koppel ..... o Leonhard Tietz ...... 1° Bamag-Megutn ....... O Franks. Maschine»......4 Gritzner ......... .6 Hcyligensiaedt ....... 0 JunghanS. ......... 6 Lechwerke. ...... .8 Mainkraftwerko.......8 Mag...........io Nelarsulmer........S Peters Union........8 Gcbr. Roeder ....... 1° Boigt 4 Haeffner......9 Sstdd. Zucker.......10 95 123 179 97 266 145,25 39,75 48,5 54 106 105,25 125,5 108,5 222 154,25 95,75 269 219,25 143,5 39,75 39,5 153,5 95,9 97,5 285 225 277 223 225 145 97,13 177,13 42 50,25 40,5 192 22 78,5 191,25 49 50 125,5 222 153,5 283 223 265,5 213 221 96.5 175 40,75 48,75 40 187,75 76 190 125 Banknoten. Berlin, 2. Oktober Geld «rief Amerikanische Noten ..... 4,179 4,199 Belgische Noten........ Dänische Noten ........ Euotüchr Rote». 58,23 11,63 20,33 58,47 112,07 20,41 Berlin, 2- Oktober Geld «rief Französische Noten..... 16,435 16,495 ’ Holländische Noten...... 167,96 168,64 Italienische Noten ...... 21,96 22,04 Norwegische Noten...... 111,63 112,07 Deutsch Ocstrrr .ä 100 Kronen 58.78 59,02 Rumänische Noten...... 2,482 2,502 Schwedische Noten...... 112,18 80,79 112,62 Tschechoslowakische Noten . . 12'36 12*42 Ungarische Noten . . .... 72,93 73,23 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 2. Oktober 3. Oktober Amtliche Notierung Amtliche 9 Geld iotierung Bries Geld Brief Amst.-Nott. 168,28 168,62 168.31 168,65 Buen.-Aires 1,758 1,762 1,758 1,762 Brff-Antw. 58,38 58,50 58,375 58,485 Christiania. 111,87 112,09 111,85 112,07 Kopenhagen 111,91 112,13 111,89 112,11 Stockholm . 112,43 10,559 112,41 112,63 Helstngforö. 10,539 112,65 21,98 10,535 10,555 Italien. . . 21,94 21,94 21,98 London. .. 20,37 20,41 20,368 20,408 Neuvork . . 4,1920 4,2000 4,192 4,200 Parts.... Schweiz .. 16,45 16,49 16,44 16,48 80,92 81,08 80,90 81,06 Spanien. . 60,20 60,32 62,19 62,31 Japan . .. Rio de Jan. 1,99 2,00 1,998 2,002 0,497 0,499 0,4975 0,4995 Wien in D-» Oest. abgcft. 58,94 59,06 58,92 59,04 Prag . . .. 12,409 12,429 12,412 12,432 Belgrad ° - 7,38 7,40 7,383 7,397 Budapest. . Bulgarien. 73,12 73,26 73,12 73,21 3,03 3,04 3,035 3,041 Lissabon . . 18,80 18,84 18,78 18,82 Danzig. . . -Konstantin. 81,48 81,64 81,46 81,62 2,025 2,029 2,025 2,029 Athen. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 Canada . . 4,15 4,16 4,154 4,162 Uruguay. . 4,096 4,104 4,096 4,104 Cairo .» • 20,89 20,93 20,89 20,63