s-as-rN-rMlung-n. i IMge Emmüügkeit des Reichskabinetts Wenn am Montag die Delegierten der einzeln I ° ________ Berlin. 2. Aug. (D3B.) Das Reichskabi- W42MA015 noch leisten kann. n e l l trat heute unter dem Vorsitz des Reichsautzenministers Dr. Stresemann zu einer Weise des erkrankten Herrn Reichskanzlers und sprach im Kamen sämtlicher anwesenden Reich s- minisler die zuversichtliche Hoffnung aus, dah der , abends Kommers nachroitt. ab 3 Uhr ist schließlich auch in großem Umfange Bestand und Weitergedeihen der Genfer Institution abhängig. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 2251, 2252 und 2254. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen, posischecklonto: Frankfurt am Main 11686. Sitzung zusammen. Eingangs gedachte der Vorsitzende in herzlicher mit dem von ihm selbst verkündeten Programm der endgültigen Kriegsliquidation im Widerspruch steht. 2ln den Verhandlungen und Besprechungen dieser politischen Kommission werden nur die Vertreter der deutschen, französischen, englischen, belgischen, italienischen und japanischen Delegation teilnehmcn. Die in jeder Beziehung überaus komplizierte Saarfrage dürfte in Sonderbehandlung zwischen Deut schl an d und Frankreich besprochen werden. Dah sie im Haag voraussichtlich nicht bis zum letzten I-Punkt gelöst wird, liegt mehr oder weniger in ihrer eigenartigen Struktur begründet. Soll das von Briand in die öffentliche Diskussion geworfene Wort von den „Vereinigten Staaten von Europa" überhaupt einen Sinn haben, dann erfordert er in e r st e r Linie den Brückenschlag im Westen, d. h. die Beseitigung Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Rcichspfennig: für Re. klameanzeigen von 70 mra Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil.Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. 1U 7Kür. mu und Ekkirotedinlt . Wtikmelsletiblellune Oie deutsch? Delegation. Berlin, 2. August. (WTB.) Auf der bevorstehenden Konferenz im Haag werden der Reichsminister des Auswärtigen Dr. Stre - semann, der Reichswirtschaftsminister Dr. C u r t i u s , der Äeichsminister für die besetzten Gebiete Dr. Wirth und der Reichsminister der Finanzen Dr. H i l f e r d i n g die deutsche Regierung als bevollmächtigte Delegierte vertreten. Der Delegation gehören außerdem an der Staatssekretär des Auswärtigen Amts Dr. v Schubert, der Staatssekretär in der Reichskanzlei Dr. Prinder, die deutschen Mttglie- der des Pariser Sachverständigenausschusses, Reichsbanlpräsident Dr. Schacht, Dr. Melchior und Geheimrat Kastl, soweit es seine berufliche Inanspruchnahme zuläht; ferner von der Reichskanzlei Ministerialrat Vogels, vom Auswärtigen Amt die Ministerialdirektoren Dr. Gaus und Ritter, die Vortragenden Legationsräte v. Friedberg und Redlhammer, vom Reichsfinanzministerium die Ministerialdirektoren Dorn, Ruppel und Ministerialrat Berger, vom Reichswirtschaftsmini- sterum Ministerialdirektor Schäffer und die Ministerialräte Claußen und R o n de, vom Reichsministerium für die besetzten Gebiete Ministerialdirektor Miller und Ministerialrat Mayer, vom Reichsverkehrsministerium Ministerialdirektor Vogel. Die Presseabteilung der Reichsregierung wird durch Ministerialdirektor Dr. Zech 1 in vertreten sein. Die Delegation wird Berlin voraussichtlich am Sonntagabend verlassen. Frankreich und Deutschland, also die völlige Räumung des Rheinlandes und das Zustandekommen etwa eines Vorvertrages, der die endgültige Freigabe des Saargebietes in sichere Aussicht stellt. Die deutsche Regierung hat sich bereit erklärt, unter diesen politischen Voraussetzungen den Boung-Plan anzunehmen. Deutschland wird sich auch, so ungeheuer schwer es ihm fällt, ehrlich für die Erfüllung der übernommenen Verpflichtungen einsehen. Riemand aber kann von ihm das Menschen- unmögliche verlangen, daß es die Erfüllung eines auf 60 Jahre berechneten Planes schon heute für jedes dieser 60 Jahre bis zum letzten I-Tüpfelchen im voraus garantieren soll. Das liegt außerhalb aller menschlichen Möglichkeiten. Das kann kein Volk, sei es das reichste und mächtigste. Rach allem, was Deutschland bis heute geleistet hat, sind auch nicht die geringsten Zweifel -an )alo«^ XU) t zum Dünsberg) Zu besonders lebhafter Aussprache wird es in der politischen Kommission kommen, wenn man sich über die Frage der Rheinland- räum u'n 3 schließlich auch ohne stürmische Auseinandersetzung verständigen dürfte. Die Frage der sogenannten Versöhnungskommis- f i ott wird zweifellos von Briand wieder ang^ schnitten werden, aber man darf in Frankreich in keinem Zweifel darüber sein, daß j e d e K o m - Mission über 1 9 3 5 h i n au s für Deutschland überhaupt undls kuta- bei ist. Lieber die Zweckmäßigkeit einer solchen Kommission auch nur bis zum Iahre 1935 gehen selbst in Frankreich die Meinungen sehr auseinander. Schließlich ist Räumung Räumung und die endgültige Liquidation des Krieges die Beseitigung auch seiner letzten Reste, $aruni sollte und mühte sich auch Briand sagen, daß jede irgendwie geartet^ Kommission, auch wenn sie nur als Fiktion bestehen und nur in einer . 2tnifAon lediglich gedachten Form errichtet werden sollte, • der erwähnten poltttschen Streitfragen äto fcyen Der Zeitpunkt der Eröffnung der Konferenz. Haag, 2. Aug. (WTB) Wie von hiesiger zuständiger Stelle verlautet, steht immer noch nicht mit Sicherheit fest, ob die Haager Konferenz am 6. August beginnen wird. Die organisatorischen Vorbereitungen, soweit sie von den holländischen Behörden, die hierbei sehr selbständig vorzugehen genötigt sind, getroffen wer- Zeppelin passierte gestern die Azoren Gut« Fortschritte. — Zm Funkverkehr mit Amerika. löstest Ljtrandfest immens um 91/, Uhr tes um 15 Uhr|6t72D Der Vorstand. i aui) kränkliche, igebUebeneunb wb 1530 yend schnell, öffel voll echtes LI gr. 31. Mk. 1.75 Hol in originalflaschen ^Hersteller: Engel- allen Apotheken. platz für d Mk. 1.00 Reuyork, 2. Aug. (WB.) wie Associated preß aus h o r t a (Azoren) berichtet, meldete das £ u f t - chif f Graf Zeppelin" durch Funkspruch, daß es um 9 Uhr die Insel Sao Miguel passiert habe und gute Fortschritte mache. 83,4 Kilometer pro Stunde. Washington, 2. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Gras Zeppelin" teilte der Funkstation 6 des Marinedepartements durch direkten Funk- fp->:ch mit, dah die pofitwn- de» Luststhifses um 7 Uhr 5 Minuten abends Washingtoner Zeit 166,9 Kilometer südlich von Pico (Azoren) war. „Graf Zeppelin" flog um diese Zeit in nord- westlicher Richtung mit 83,4 Kilometer Stundengeschwindigkeit. Zeppelin von einem deutschen Schiff gesichtet. Hamburg, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) Das Motorschiff der Hamburg-Amerika-Linie „S L Louis" meldet durch Funkspruch, daß es das Luftschiff „Graf Zeppelin" gestern abend 10 Uhr Greenwicher Zeit passierte. Das Luftschiff befand sich zu dieser Zeit über Santa Maria (Azoren). Das Wetter war gut, die See klar. Die Wetterlage. Reuyork, 3. Aug. (WTD. Funkspruch.) Das Washingtoner Wetterbureau meldet zwischen Sandy Hook und Kap Hatteras mäßige Süd ost- und Südwinde und teilweise Bewölkung. Einstündiger Radioverkehr Amerika — Zeppelin. R e u y o r k, 3. Rüg. (WTD. Funkspruch.) Associated Chatham Massachusetts konnte heute nacht über eine Stunde lang sich mit dem „Graf Zeppelin" verständigen. Er gab eine große Anzahl von privaten und Pressenachrichten. Die augenblickliche Position des Luftschiffes wurde nicht angegeben. DieVorbereitimgenzurWellsahrt Friedrichshafen, 2. Aug. (TTl.) Wie der Sonderberichterstatter der Telegraphen-Ilnion erfährt, sind die Vorbereitungen für die Weltfahrtdes„GrafZeppelin" nahezu abgeschlossen. Bekanntlich soll die Fahrt in vier Abschnitten durchgeführt werden: Friedrichshafen — Tokio. Tokio — Los Angeles, Los Angeles—Lakehurst und Lakehurst—Friedrichshafen. Da in Friedrichshafen und Lakehurst bereits genügend erprobte Einrichtungen vor- über die Konferenz. den können, sind jedoch so weit gefördert, dah die Eröffnung der Konferenz am kommenden Dienstag möglich ist. Es wird angenommen, daß die Delegierten der an der Konferenz tcilncy menden fechs Hauptmächte sich am Vor- mittag des 6. August oder vielleicht am Moiv tagnachmittag zu einer vorläufigen De4 s p r e ch u n g zusammenfinden werden, in des sowohl über den genauen Zeitpunkt der Eröffn nung, wie auch über die Ernennung eines ge- meinfamcn Generalsekretärs, der dann bte toeu tere organisatorische Durch, ührung der Konferenz von den holländischen Behörden zu übernehmen haben wird, ein Beschluß gefaßt toer* den wird. Es dürfte sofort nach dieser gegen' fcitigen Fühlungnahme der Regierungen eins offizielle Einladung an die Vereinigten Staaten zur Teilnahme an deL Konferenz gerichtet werden. DeramerikanischeBeobachter. Washington 2. Aug. (WB.) Das Staats., departement teilt mit, daß die Regierung zur Teilnahme an der Haager Konferenz eingeladen -heiss -W- August, abends 8', W schen Jem'nshaus. orbnung: . 2. Menber-chl, 5* «™> >b Tciyler (am W p Der Lorstanb. KN der Ehrlichkeit seines Erfüllungswillens berechtigt. Es verlangt, dah man nicht weiter an der Ehrlichkeit seines Willens zweifelt, und es besteht weiter darauf, die Ordnung s e iner Verhältnisse ganz und gar selbst in d i e Hand zu nehmen. Auch das würde man bei einer „Vorfühlung" von anderer Seite sofort bei der deutschen Delegation feststellen können. Die Liquidation des Krieges, dio im Haag vollzogen werden soll, ist eben nur bei vollem gegenseitigen Vertrauen möglich. DaS Vertrauen Europas zu sich selbst ist um so notwendiger, als von den 113,9 Milliarden Gold-, mark, die der TZoung-Plan als Endsumme in 60 Jahren erfordert, nur ein Drittel in Europa; bleibt, dagegen zwei Drittel an den großen! Kriegsgewinner Amerika gezahlt werden müssen, dessen Schuldner für 60 Iahre ganz Europa durch den Krieg geworden ist. Händen waren, brauchten nur für Los Angeles und Tokio Vorkehrungen zur Sicherstellung der Betriebsmittelvorräte, Reparaturmöglichkeiten und Hilfspersonal getroffen werden. Im einzelnen wurden folgende Vorbereitungen getroffen: Für I a p a n hat das japanische Marinedepartement die Marine-Luftfahrt st ation bei Tokio angeboten. Hier befindet sich eine L u f t s ch i s f h a l 1 e, die etwas größer ist als die Friedrichshafener Halle und ursprünglich in Jüterbog bei Berlin gestanden hat, nach Kriegsende aber nach Japan ausgeliefcrt werden mußte. Auch die übrigen technische". Einrichtungen sind hier größtenteils schon vorhanden; sogar ein A n k e r m a st befindet sich auf dem Landungsplatz, der zur Zeit für eine etwaige Verankerung des „Graf Zeppelin" hergerichtet und verstärkt wird. Im ganzen stehen außerdem 1000 Mann zur Verfügung, da die Luftfahrtstation Sih der japanischen Marineluftschiff-Abteilung und der Flugzeugabteilung ist. Oel- und De- triebsgas werden von amerikanischen Firmen an eine japanische Aktiengesellschaft geliefert, die die geschäftliche Vertretung des Luftschiffbaues für Japan übernommen hat. Die Hamburg-Ameriku- Linie wird hie Passagier-, Post-, Fracht- und Verpflegungsangelegenheiten übernehmen. Weiter stehen genügende Mengen Traggas und Betriebsgas und flüssige Betriebsstoffe bereit. Auch ein neuer Reservemotor ist von Friedrichshafen nach Tokio geliefert, ebenso mehrere Kisten mit Maschinenreserveteilen und Werkzeugen. Bekanntlich ist auch Ingenieur B e u e r l e nach Tokio abgereist, der die technischen Vorbereitungen leitet. In Los Angeles hat ebenfalls das Ma- rinedeparterncnt der Vereinigten Staaten eine Luftschiffertruppe aus Lakehurst zur Hilfeleistung angeboten. Die Stadt Los Angeles stellt den städtischen Flugplatz zur Verfügung und hat auch die Aufstellung eines Ankermastes und die Errichtung der notwendigen Gasfüll-Leitungen übernommen. Der Ankermast ist vom gleichen Typ wie der in Lakehurst befindliche. In Kalifornien wird man das Luftschiff ohne weiteres zur Ausfüllung im Freien lassen können, da ja hieü Stürme nicht vorkommen. Auch für die Fahrt selbst sind alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet worden. * Die Deutsche Seewarte gibt für die ganze Dauer der Weltfahrt einen Spe- zialwetterdienst an das Luftschiff, ebenso hat die russische Regierung außer ihrem normalen Dienst einen Spezialwetterdienst zur Verfügung gestellt, wie auch einen Zwischenlandeplatz auf einem Gelände in der Rähe Dort Wladiwostok. Auch die japanische Regierung gibt einen besonderen Wetterdienst heraus. Die amerikanische Regierung stellt die Ankermaststationen auf Ha- wai. Fort Worth, Texas und die Luftschiffhalle । St. Louis als eventuellen Zwischenstützpunkt zur Verfügung. General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vriihl'fche Unioerfitäts-vuch- und Zteindruckerei K Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7. Nr 180 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 3. August 1929 SietzenerAnzeiger nen Länder im Haag eintressen, wird man sofort versuchen, Beziehungen aufzunehmen und, wie der technische Ausdruck lautet, „vorzufühlen", wie die Kräfte verteilt find und die Aussichten möglicherweise stehen. Dazu besteht um so mehr Anlaß, als auf der Haager Konferenz nicht nur Fragen von allergrößter Bedeutung entschieden, sondern auch durch den Wechsel der Regierungen in England und Frankreich ganz „ ... neue Persönlichkeiten und Politische Faktoren in £)erc Reichskanzler sich von seiner schweren Erkran- dem sonst, man möchte fast sagen, altgewohnten fung oöUig erholen möge und in nicht zu ferner Kreise austauchen. Rur mit Bedauern wird man -zcit die Leitung der Reichsgeschäste wieder persöu- gleich feftftcllcn müssen daß der neue englische jn bie ^anb „ehrnen könne. Bis dahin werden, »»« 7»' wir Üblich, öle Dienffgef-We für den »e,chsk°n,ler große ®etoU6t feineäVmenß in durch den dienstntteslen »eich-minisler. ü-ich-nutz-n- die Entscheidung werfen kann. Es ist gewiß an- Minister Dr. Stresernann, geführt werden. Für zuerkennen, daß die Umstellung der englischen die Dauer der Abwesenheit des Reichsministers Dr. Politik, die in den Ausgleichsverhandlungen mit Strefemann von Berlin als Führer der Amerika zunächst auf dem Gebiete des Flotten- I deutschen Delegation i m Haag und in Wesens zum Ausdruck kommt, die Anwesenheit @ c n t rojr^ die Leitung der Geschäfte der Reichs- MnrdonaldS in Sonöon rcd>tfertigen tonn e aber 6en Händen des näch«- L 5aÄn ^dn?ch°°blß"bl°^Lwm'??-'. di^ä,testen Hei^minifl«,. den fühlsmäßige Ressentemenbs mitspielen, die aus rninistecs Gr o e n e r , liegen. dem langwierigen Kamps um den Konferenzort Auf der Tagesordnung der heutigen kabinetts- zurückgeblicben sind. Aus Paris kommt zwar sihung stand die R e g i e r u n g s k o n f e r e n ; im Briand wieder als der Führer der sranzösi- Haag, deren gesamter Ausgabenkreis eingehend scheu Delegation, aber diesmal nicht nur als erörtert wurde, wobei die völlige (Einmütig- Außenminister, sondern auch als Minlsterprasi- (cif des Kabinetts über alle im Haag deut, gewissermaßen als -Ersah-Pomcars . Das behandelnden Fragen zum Ausdruck Rätselraten um seine wirklichen Absichten beschaf- Z u v e y a n o e i n o e n j r a g e n zum tigt schon intensiv die gesamte politische Oesfent- tarn. , lichkeit Europas, so dah sich gerade auf feine Person das allgemeine Interesse konzentriert. Mit der gestrigen Kabinettssitzung in Berlin sind Man sagt wohl nicht zuviel, wenn man behaup- nun auch die letzten Vorbereitungen für die Konfe- tet. daß er in seiner Hand den Frieden Europas renz offiziell beendet. Die deutsche Delegation, deren hält und seine Entscheidung vielleicht für ein Zusammensetzung keine Ueberraschungen aufweist, Jahrhundert das gegenseitige Verhältnis Deutsch- wird am Sonntagabend nach dem Haag fahren, lands und Frankreichs bestimmt. und am Montag sollen dann die ersten Vorbespre- _. „ . f finnruiellp chungen einsetzen, um die Konferenz am Dienstag ®ie Konferenz s^bst die m eine f 3 pünktlich starten zu können. Im allgemeinen pflegt und eine po.ttische 3erfcrllt, hat zunachs mGn das Vorbereitungsstadium dem diplomatischen Vorsitzenden zu wahren, den Vorsitzenden s Verhandlungsweg zu überlassen. Wenn man das erste die fmanzielle Kommission die ich nut ^ryanoiu,g 8 ö ii kennzeichnend be; Beratung des VoungPlEs ^f^afhgt ben ^oßen Schwierigkette-. ber1,1929'7" abds - ■ ■ *■—-jAffruytn— —r-A—LoniKGL!-—Ze gestürzt. Zte unweit von u g infolge De> Kabel in die agier tonnten :den, em zweiter Wroalei. J..^Miion der A-,Ain l.Auy ^lahrt in Ä Wurden sämtlich 'ud konnten dar- ^chrt antreten. ’S unbekannt. aus D^^ute Jncr “"ijinjö J tffl> Unter. 8°^ kifche L.H WS 2. 2£ug. (DD.) hier auf der tjte um. $>abei an t. 3on ben urch das fjrcn- verletzt. &n ; ‘Btanbtoun* en Erdrutsch et. Der Jug« irdmassen gebor- Ätversonals ha« unt) sind in das n. Die weisenden ne urnftcigen. den Jenzlntank iSüdtfi /V I o’,8C Zo. o ®t-r< ( U./i), । w c-b । eitcm^S von ®ä5«K fest S??3 «K-°-wt; ■,r OontaS! a 11 Grad, a Stbt^W 2Ü9uL Arad nno. ' Bei Schmerzen in den Gelenken und Gliedern, bei Kops- und Nervenschmerzen, sowie bet Erkältungskrankheiten hab. sich Togal-Tabletten hervorragend bewährt. Bon über 5000 notariell be» glaubigten ärztlichen Gutachten betonen niedrere hundert neben prompter Wirkung besonders die Unschädlichkeit deS Togal! Ein Versuch überzeugt! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apolh. Mk. 1.40. 0.46 Chln. 12,6 Lith. 74.3 Add. acet. sal. ad 100 AmyL 135 vom aus. Der diese Bei 1 im Stadttheater statt. *♦ Don der Landesuniversität. Üfrtf dem Amtsverkündigungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 54 vom 2. August enthält: Straßensperre. — Haupükörung 1929. — Fleischverkaufsordnung. — Festschrift zur Feier des 10. Derfassungstages. Longfield. — Stadttheater Gießen - Wald- bühne. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag, 6. August, wird „•Salome“, Tragödie in einem Akt von Oscar Wilde in der Inszenierung des Intendanten: Dr. Prasch auf der Waldbühne wiederholt. Das Stück wurde bei seiner Erstaufführung Don einem zahlreich erschienenen Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Die Aufführung begrzint diesmal bereits um 1/29 Uhr (20.30), um cch'ch weiteren Kreisen aus der Umgebung Gießens Gelegenheit zu geben, das Wert zu sehen. Aie Spieldauer beträgt knapp P/a Stunden. Ehn besonders verstärkter Stratzenbahnverkehr Bahnhof bis in die Aähe der Waldbühne wird für schnelle Hin- und Rückbeförderung der c3 - wärtigen Besucher sorgen. Es ist nur noch i eine Aufführung in Aussicht genommen, schlechtem Wetter findet die Vorstellung ordentliche Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Geh. Hofrat Prof. Dr. Dietrich Behrens zu Gießen wurde auf sein Nachsuchen vom 1. Oktober d.I. ab in den Ruhestand versetzt. Der Privatdozent Dr. Friedrich Maurer aus Gießen wurde zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Landesuniversität mit Wirkung vom 1. August d. I. ab ernannt. ** Kirchliche Personalie. Dem Pfarrassistenten Otto Geiß zu Lollar wurde durch die Kirchenregierung die evangelische Pfarrstelle zu Ober-Ofleiden, Dekanat Grünberg, übertragen. " Berufsjubiläum. Die Hebamme Fräulein Anna Repp, Seltersweg 83, beging am 1. August ihr 25. Berufsjubiläum. •• Der Hessische Städtetag hielt gestern unter dem Borsitz des Oberbürgermeisters Dr. Keller in Gießen eine Sitzung ab, die sich mit wichtigen kommunalen Fragen befaßte. ** Dom Straßenbau im Stadtinner n. Die Bahnhofstraße, die im vorderen Teil neu her- Preußen. Kreis Wetzlar. -5- Aus dem Hüttenberg. 2. Aug. Dis seit mehreren Monaten anhaltende starke Rachfrage nach jungen Ferkeln hält ms Preise für diese auf unverändert gleicher Hohe. Ferkel im 211 ter von 5 bis 6 Wochen werden in unserer Gegend mit 42 bis 48 Mk. bezahlt, 6 bis 8 Wochen alte Tiere kosten 50 bis 55 Alk., während für 8 bis 10 Wochen alte Ferkel und Läuferschweine bis zu 75 Mk. je Stück gefordert werden. Die schlechten Prcisverbältnisfe in den beiden Dorjahren hatten eine starke Einschränkung der Ferkelzucht in unserer Gegend zur Folge, so daß nur ein verhältnismäßig schwache- Angebot besteht. Die Preise für fette Schlacht- f ch w e i n e haben m den letzten Wochen fortlaufend angezogen. Augenblicklich werden von • den Metzgern 86 Pfennig pro Pfund Lebendgewicht bezahlt. Maingatt. WER. F r a n k f u r t a. M., 2. Aug. Der llmM bau des Gesellschaftshauses des Frankfurter Palmengartens soll bis 25. September vollendet sein, da einige Räume für die Tagung des Deutschen Städtetages zur Verfügung stehen sollen, die am 26. und 27. September in Frankfurt stattfindet. — Rach der polizeilichen Fremdenkontrolle, welche die sämtlichen von den Frankfurter Hotels und Gaststätten zur Acbernachtung gemeldeten Fremden umfaßt, beträgt die Gesamtzahl der während der Monate Mai bis Iuli registrierten Fremden in Frankfurt zusammen 154 760 Personen. Die Gesawtziffer bet polizeilichen Meldungen ist in diesem Iahrs gegenüber der gleichen Feit des Borjahres um rund 2300 Personen zurückgegangen. Während dagegen in oen Monaten Mai bis einschl. 3ult des Iahres 1928 insgesamt 10 873 Auslände« von den Frankfurter Gaststätten gemeldet worden waren, ist die Fahl der Ausländer, die während der drei genannten Monate dieses IahreS in Frankfurter Gaststätten übernachteten, um rund die Hälfte der Fahl des Vorjahres auf insgesamt 15 308 gestiegen. Das überwiegende Auslandbesucherkontingent Frankfurts wird von Amerika gestellt. — Die hiesige Kriminalpolizei nahiN den 30 Iahre alten Hei ra ts schw indle « Hermann Horn fest. Horn, von Beruf Metzger, verstand es, unter Eheversprechen seintzn Opfern größere Geldbeträge und Schmucksachen abzuschwindeln, um angeblich sich in seinem Heimatsorte als Metzger oder Viehhändler niederzulassen. Besonderes Interesse zeigte Horn für dre Sparkassenbücher der Heiratslustigen. — _ Rach der vom Magistrat erlassenen neuen Gebührenordnung sollten die Gebühren für - die Standinhaber der Gr oß m a r k th a 11 e ab 1. Iuli um 30 Prozent erhöht werden. Die Standinhaber lehnten diese Erhöhung ab, abe« der Magistrat seinerseits erklärte, nicht auf die höheren Gebühren verzichten zu können. Wie wir erfahren, haben sich die Standinhaber _ in dieser Angelegenheit an den Regierungspräsidenten gewandt. Briefkasten der CReöaffwn. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) h. £. in A. 1. Die Einstellungsmöglichkeiten bei der Reichswehr sind für den 1. Oktober d.I. nur gering. Der nächste Einstellungstermin würde der 1. April 1930 sein. Das Durchschnittsaller der Anwärter liegt zwischen 17 und 19 Fahren, die Höchstgrenze von 21 Jahren darf nicht überschritten sein. Zu 2. und 3.: Die Anmeldung erfolgt, in Ihrem Falle am besten schriftlich, bei dem betreffenden Bataillon, in das die jungen Leute einzutreten beabsichtigen. Born Bataillon wird ihnen alsdann ein Fragebogen nebst Merkblatt zugestellt, worauf die zur Anmeldung notwendigen Papiere verzeichnet sind. Erst wenn die Einstellung vom Bataillon in Aussicht genommen ist, erfolgt eine persönliche Vorstellung zur Untersuchung und Prüfung der jungen Leute. Aus der provinzialhaupistadf. Gießen, den 3. August 1929. Freund Beitknüller. Von Franz Gros. Sommerzeit — Ferienzeit — Reifezeit — Er- holungszeit — Gästezeit. Der eine kann die heimischen Penaten auf längere Zeit verlassen, kann an die See, ins Gebirge, ins Auslands fahren, der andere muß daheim bleiben und fühlt sich sogar recht wohl dabei, bekommt keine Seekrankheit, ertrinkt nicht in den Wogen oder stürzt nicht im Hochgebirge ab. Wieder andere gehen auf die Gevatterstrahe, die feit alten ßeiten höchst beliebt ist und hoffentlich noch lange bleiben wird. Sie ist der billige Weg, der zu lieben Der- wandten führt, die ihre näheren und ferneren Familienglieder gerne einmal bei sich sehen, sie mit offenen Armen aufnehmen, um liebe alte Erinnerungen aufzufrischen, die Familiengeschichte und -tradition im Zwiegespräche aufleben au lassen und sich mit einfachen Mitteln köstliche Stunden der Ruhe im hastenden Laufe der Zeit zu verschaffen, Ferien vom Ich für alle Beteiligten. Wer solche noch so kurzen Tage und Stunden erlebt hat, weiß sie zu schätzen. Die Reisezeit würfelt nun einmal die Menschen durcheinander: die Aktenmenschen und die Grübler, die Kranken und die Gesunden, die Hastenden und die Bequemen, die Bescheidenen und die Anspruchsvollen, die Fleißigen und die Foulen. Kurz gesagt: unseres lieben Herrgotts großer Tiergarten gerät durcheinander wie ein Bienenschwarm. In den Bädern und Sommerfrischen aller Art fallen die Menschen ein, stellen kleine und große Ansprüche, sparen am richtigen Platze oder werfen das Geld am unrechten zum Fenster hinaus und haben nur das eine gemeinschaftliche Schicksal, daß sie samt und sonders mit leerem Deutel nach Hause zurückkehren. Ein jeder Ferienreisende ist so ziemlich ein Kapitel für sich. Da kenne ich nun einen, den sie im Bekanntenkreise den Dettknüller nennen. Es gibt bekanntlich zerknüllte Zeitungen, Briefe, Taschentücher, Anzüge und auch — zerknüllte Betten. Ieder Mensch hinterläßt allmorgendlich eine zerknüllte Lagerstätte und den Siebenmalbraven möchte ich sehen, der seine Bettstatt in so einwandfreiem Zustande verließe, daß sie nicht des Ausglättens bedürfte. Ein bekannter Bildhauer war so verwöhnt, daß er auch bei längerem Besuche alltäglich von seinen Gastgebern frische Bettwäsche begehrte. Rur die Lumpe sind bescheiden. Mein Bekannter, der Dettknüller, macht es nun ganz anders. Er bleibt nirgends länger als 24 Stunden. Er hat es herausgeknobelt, daß er auf diese Weise zur heißen Sommerzeit allabendlich in ein frisches kühles Bett steigt, daß ihm während seines kurzen Besuches — »ach, Edmund, willst du uns denn wirllich schon wieder verlassen?" — nur köstliche Atzung geboten wird und daß er sich während seines kurzen Aufenthaltes unter keinen Hmftänöen unbeliebt macht. Die Hausfrau bekommt ein Rosensträußlein, jedes Kind eine Schokoladezigarre und das Hausmädchen beim 2lbschied eine ganze echt silberne Mark. Das ist die letzte Tat unseres Freundes, des Dettknüllers. Denn er zerknüllt das Bett tüchllg. Wer zwei oder drei Wochen allnächtlich auf fremdem Pfühle schläft, schlummert nicht ruhig. Das Angewohnte bringt Aufregung mit sich — das ist nun einmal so — wie im Wachen, so im Schlafen. Darum ist der Dettknüller oft der Schrecken der Hausfrau, wie es kürzlich eine erzählte, deren Verwandtschaft und Bekanntschaft nur aus Bettknüllern zu bestehen scheint. Sie wußte fabelhaftes von ihren Gästen zu erzählen, ja, daß ihr gesamter Wäscheschrank beständig m der Großwäscherei und Plätterei sei: Sie mache vor den Dettknüllern drei Kreuze! Die Dettknüller kosteten auch dreimal mehr als andere Gäste. Das rechnete die gute Hausfrau haarscharf aus: alle anderen stimmten zu und wußten von einem gleichen Exempel zu erzählen. So nahm ich mir denn vor. mich niemals zur Klasse der Dettknüller zählen zu lassen. Ich bleibe jetzt immer so lange zu Besuch, bis man mich hinauswirft oder — gehe ins Hotel. Kommt aber ein Dettknüller zu mir, so verstecke ich ihm seinen Koffer, um ihm fein Handwerk zu legen. Eine ganze Woche muß er mindestens bleiben! Mein gerichtet und mit einer Asphaltdecke versehen wird, ist nahezu fertiggeftellt, sie wird in den nächsten Tagen für den Verkehr wieder freigegeben. — Die Neustadt bis Oswaldsgarten wird zur Zeit ebenfalls umgebaut. Interessant ist hierbei zu beobachten, wie das alte Straßenpflaster mittels eines Betonbrechers moderner Konstruktion aufgebrochen wird. Der Apparat, etwa 1,25 Meter hoch, hat an einer starken Eisenstange unten einen schweren Eisenkeil: die Eisenstange ist von einem stab.len, kräftigen Eisen- mantel umgaben. Der Arbeiter, der den Betonbrecher an zwei als Griff dienenden Duerftangen führt, trägt auf dem Rücken einen Kasten, der einen elektrischen Apparat birgt, durch den nach geschlosse. nem Kontakt der im Innern des Eisenmantels angebrachte Benzinvergaser zur Explosion gebracht wird. Hierdurch wird der schwere obere Teil des Apparats in die Höhe gehoben, worauf er wieder in feine ursprüngliche Lage zurückfällt: dadurch wird ein kräftiger Schlag auf die vertikale Eisenftange mit dem Keil ausgeführt, wodurch letzterer, nachdem er in die Fuge zwischen die Pflastersteine gesetzt ist, tief zwischen die Steine ins Erdreich einbringt. Nachdem die Pflastersteine auf diese Art schnell in größerer Anzahl gründlich gelockert sind, lassen sie sich leicht entfernen. Ist nun der Unter- gründ vorgerichtet, so werden die Pflastersteine als Füllmaterial verwendet, indem sie einfach umgelegt werden. Alsdann wird diese Unterlage mit einer dicken Betonschicht versehen, auf die dann der Asphaltbelag gebracht wird. Die Straßenfinkkasten, Randsteine usw. werden gleichzeitig mit renoviert bzw. ergänzt. Der von der Neustadt abzweigende Teil des Tiefenwegs ist mit einer ganzen Anzahl von Kesseln zum Kochen des Asphalts besetzt, ebenso ist der in die Neustadt einmündende Teil der Sand- gasse mit Baumaterialien aller Art angefüllt. Auf der linken Seite des Bürgersteigs der Neustadt wurde ein elektrisches Kabel gelegt. — Die Pflasterung am Schienenstrang der elektrischen Straßen- bahn (Rote Linie), vom Marktplatz aus beginnend, ist jetzt bis zum Ludwigsplatz vorgeschritten. Die Schienen werden zu beiden Seiten von zwei Reihen Pflastersteinen aus gebranntem Kunststein (Schlackenstein) eingefaßt. Nach Beendigung dieser Arbeiten wird mit dem Ausbau der Westanlage zwischen Neustädter Tor und Bahnhofstraße begonnen. Die Ausführung der Straßenbauarbeiten ist der Bauhütte Gießen übertragen. •* V iey Märkte In Gießen. Der nächste Rindvieh-(Rutzvieh-)Markt findet am Dienstag. '6. August, statt: Schweinemarkt wird am Mittwoch, 7. August, abgehalten. (Räheres in der heutigen Bekanntmachung.) ** Beförderungen von Wasser- und Wintersportgeräten. Seit dem 1. August können auf den deutschen Eisenbahnen auch Faltboote und Wintersportgeräte auf Entfernungen bis zu 150 Kilometer nach dem vereinfachten Verfahren für Fahrräder auf Fahrradkarte abgefertigt und in den Packwagen der Personenzüge untergebracht werden. Die Gebühren betragen: auf Entfernungen bis 25 Kilometer 30 Pf., von 26 bis 100 Kilometer 50 Pf., und von 101 bis 150 Kilometer 80 Pf. Da die Mitnahme der Faltboote in die Personenwagen einen großen Umfang angenommen hatte und sich hierdurch für die Mitreisenden manche Anbequemlichkeiten ergaben, ist. nachdem jetzt die erleichterte Unter» Bringung in den Packwagen zugelassen worden ist. zugleich von der Reichsbahn angeordnet worden, daß Faltboote auf Dootswagen nicht in die Personenwagen mitgenommen werden dürfen, auch nicht in die Wagen für Reisende mit Traglasten. Das Gleiche gilt für Dootswagen allein, wenn die Räder nicht von der Achse entfernt find. *• „6 0 Jahre Postkarte". In der heute beiliegenden „Illustrierten des Gießener Anzeigers" ist in dem unter der Spitzmarke „60 Jahre Postkarte" erscheinenden Text zum Bilde des Staatssekretärs atm Stephan ein Druckfehler unterlaufen. Es muß hchßen: „Der deutsche (nicht österreichische) Staatssekretär von Stephan", der vor 60 Jahren de»' Postkartenverkehr anregte." ** Das Knabeninstitut Lucius. Forst- Haws bei Echzell, teilt mit, daß der Schulbeginn auf den 12. September festgesetzt ist. Interessenten seiett auf die heutige Anzeige verwiesen. freund, der liebenswürdige Anrast, soll mir als Dettknüller gewogen tleiben! Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wvchenmarkt: Butter 190 bis 200, Mcttve 30 bis 35. Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 20 bös 25, Rotkraut 35 bis 40, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, Spinat 20 bis 25, Römischkvhl 12 bi- 15, grüne Bohnen 20 bis 25, gelbe. Bohnen 20 bis 25, dicke Bohnen 15 bis 20. Erbsen 15 bis 20. Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 20, Pilze 45 bis 50, neue Kartoffeln 6,5 bis 7, Frühäpfel 30 bis 35, Falläpfel 5 bis 6, ausländische Aepfel 45 bis 70, Birnen 10 bis 40, Kirschen 45 bis 70, Sauerkirschen 40 bis 45, Heidelbeeren 40 bis 45, Stachelbeeren 20 bis 25, Iohannisbeeren 20 bis 25, Himbeeren 40 bis 45, Pflaumen 50 bis 60, Mirabellen 50 bis 60, Reineclauden 50 bis 60, Aprikosen 50 bis 60, Pfirsiche 65 bis 70, Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120 Pfennig das Pfund: Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pfennig: Tauben 70 bis 90, Eier 13 bis 14, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 10 bis 15. Einmach- gurfen 3 bis 6, Salatgurken 15 bis 50, Endivien 20 bis 40, Ober-Kohlrabi 10 bis 12. Lauch 10 bis 15. Rettich 10 bis 20. Sellerie 10 bis 15 Pf. das Stück: Radieschen 10 bis 15 Pf. das Bund: neue Kartoffeln 5,50 bis 6 Mk. der Rentner. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. V.r 24. Ruderregatta, 15 Uhr: 20.30 Uhr: .BegrüßL'ngsabend im Bootshaus. — Verein ehern. Kavalleristen: Monats- Dcrfammlung, 20.30 Uhr, im Postkeller. —1870/1920: Familienabend, Hardt-Terrasse, 20 Uhr: Marine- verein Gießen e. 23.: Versammlung, 20 Uhr, im Der- einslokal. — Artilleristen-Derein: Momttsversamm- lung, 21 Uhr, im Dereinslokal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Sklavin^; auf der Bühne: Gastspiel des Tänzerpaares Helios und Longfield. — Tageskalender für Sonntag: Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 e. 23.: 34. Ruderregatta, 7 Uhr und 15 Uhr. — Mcinner-Bndeverein: 93. Stiftungsfest, 9.30 und 15 Uhr. — Gisenbahn- fahrbeamten - Verein: Familienausflug nach der Hardt. — Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer: Sommerfest, 15 Uhr, auf der Karlsruh. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die weiße Sklaven:" auf der Bühne: Gastspiel des Tänzerpaares HeUos und Höhe. Heizkraff, altbewährt Londorf, den 3. August 1929. 0488 J Gießen / Seltersweg Wohnung Mer öebild. 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September d. I. bis 31. März 1931 verpachtet werden. Offerten sind verschlossen bis zum 6. August 1929, vormittags 10 Uhr, mit der Aufschrift „Schaf- weide-Verpachtung" versehen auf hiesiger Bürgermeisterei einzureichen, wo auch die Bedingungen offen liegen. 6497D Wieseck, den 1. August 1929. Hessische Bürgermeisterei Wieseck. Schorn b er. Wo kann jung. Mädchen gründlich das Kochen erlernen evtl, gegen etwas Beraütimg? ' Schriftl. Anaeb. unt. 04856 a. d. Gietz. An». Wer möchte in den Abendstunden Weißzeug nähen lernen? Sckriftl. Angeb. unt. 04886 a. d. Gietz. Anz. Sonutaa, den 4. August 1929 BerbsMeitatog der Zreiwill. Feuerwehren des Kreises Gietzen in Birklar b. Lick. Abfahrt 8.14 Uhr nach Lick. Sonn» tagskarte lösen. Anzug: Tuchrock Helm. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Tas Kommando. V.f.B.08 Leichtathletik Souutaamorgeu ab 9V, Uhr: taal-Tming «Staffellänfe». RM1P 117er Mittwoch. d.7.August abend 8.30 Uhr Mitglieder-Versammlung bei Kamerad Emil Siech,Hammstr* 6522D Der Vorstand. Sonntag. 1. 8. 29. Treffviinki: Bcra- schenke.9 llbr l^D dergwerks- besichligung Der Vorstand. Mil* Gießen Dienstag, öene.'Mug., v. 20', 2 b. 2lJ/4 Uhr im Sommer-Abonnement auiterlPfllööülme beiichleckteu>W''tler tm Stadulleaier» Leute Aufführung Salome Tragödie in 1 Akt von Oscar Wilde. Deutsch von Hedwig Lachmann. Musik von Max Marschall und t^r. Bermann. Kassestunden: Mon» »tag, den 5. August, von 10 biS 13 Uhr; Dienstag, d. 6. Aug., I o. 10-13 u. 16-17 U. Samstag, 3. AugustMY Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 180 Zweites Blatt Das lehrt vor allem die 25 616 50000.-W. beil0",3inS»al>lung D 1D D e- ior. den on >d- icn > 19 et C gt 19- on ruf irt feine Arbeit im Haag. Für feine auswärtige Politit hat er die Linke unter allen Hmständen. Es lomint ihm darauf an, auch die Rechte an diese zu binden. Wird es dann aber nicht gehen, wie oft in der Politik in einem solchen Verhältnis zwischen Roh und Reiter, daß der, der Reiter ist oder zu sein glaubt, das Pferd wird, d. h. abhängig von dem anderen, also hier Driand, abhängig von der Rechten? Wird nicht so die Rechte Herr der Situation? Wir glauben indes, dah im Grund der H n • terschied zwischen Driand .und der Rechten nicht so grob ist in bezug auf das. was im Haag für Frankreich erkämpft werden soll. Die Position ist dort für Frankreich durchaus nicht leicht, und insofern ist es für Frankreich vorteilhafter, dah der biegsamere und geschmeidigere Driand es dort vertritt und nicht der starrköpfige Poincarö. Frankreich kämpft um den Voungplan. so wie er ist, und darin sind Kammer, Regierung und Driand sich einig. Deutschland hat den Plan nur unter den bekannten politischen Voraussetzungen angenommen. England ist sehr entschieden gegen die Bevorzugung Frankreichs in der Verteilung der deutschen Zahlungen, gegen die Fortdauer der Sachleistungen, gegen die „Hcbcr- bant". Die kleineren Reparationsgläuli^r haben auch ihre Klagen und Wünsche. So r ' schon der Kampf um den Voungplan. auf den hin die Kammer das Schuldenabkommen ratifiziert hat, im Haag nicht einfach werden. Dann kommt die Rheinlandräumung. Deutschland und England sind darin einer Meinung. Im Grunde will sie Frankreich überhaupt nicht Unter allen Umständen aber will Frankreich eine Kontrolle, wie bekannt, durchsetzen und dabei diese wenigstens bis zum Jahre 1935, und, wenn es ginge, auch darüber hinaus und permanent. In dieser Frage ist Driand besonders an die Rechte gebunden, und wir meinen, dah er dabei auch sich selber gern binden •) Obwohl Albert Langen einer seiner ersten Verleger und Entdecker ist und seine gesammelten Werke sehr sorgfältig übersetzt herausgebracht hat. 100 Jahre Mundharmonika. In der Woche vom 3. bis 11. August begeht die sächsische Harmonikaindustrie, die in Kling.m- tal (Aschberggebiet) ihren Hauptsitz hat, ujr hunder tjährigesDestehen Vor hundert Iahren war er der Klingcntaler Geigenyändler Johann Wilhelm Glier, der den Plan faßte, eine Mundharmonikaindustrie zu gründen. Die Devölkerung Klingentals, die sich seit jeher durch die Erzeugung von Musikinstrumenten ernährte, unterstützte Wilhelm Glier aufs tatkräftigste bei. seinem Vorhaben. Cs wurde infolgedessen 1829 die erste Mundharmonikafabrik gegründet. Heber den Erfinder der Mundharmonika besteht noch keine Klarheit. Einige nennen den Schuhmachermeister Weinreich aus Heiligenstadt. (Cichs- feto), nach anderen soll Christian Friedrich Duschmann in Berlin als erster im Iahre 1821 Mundharmonikas unter dem Ramen Aura oder Mundäolin hergestellt haben. Demselben Erfinder wird auch die Erfindung der Ziehharmonika im Iahre 1822 zugeschrieben, der er den Ramen Handäolin gab. Die Industrie in Klingenthal, die heute auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann, hat sich aus bescheidensten Anfängen heraus entwickelt und sie gehört heute zu einem bedeutenden Ekportzweig der deutschen Industrie. „Der sächsische Musikwinkel", wie die Industriegegend im Dolksmund heute heißt, liefert im Jahre rund 20 Millionen Mundharmonikas für die Vereinigten Staaten von Nordamerika. ese-k tüt» ver- nii*' djflP figer iöie 91D Non-stop-Flug um den Erdball. 3n 17 Tagen um den Aequator. - Oer neue Rekord im Oauerfliegen. Don Kurt Hallberg. Hochschulnachrichien. Professor Dr. med. et phil. Richard Honigs« wald in Breslau hat den an ihn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der Philosophie an der Universität München als Nachfolger des verstorbenen Geheimen Regierungsrates Erich Becher angenommen. — Ernannt wurde der o. Profesfop Lic. theol. Hermann Dörries in Halle a. Sv zum ordentlichen Professor der Kirchengeschichte an der Universität Göttingen als Nachfolger des Geheimen Konsistorialrats C. Mirbt. MtvB zubvechen. Ein Rundflug um den Erdball könnte unter gün« stigen Umständen sogar erheblich schneller als in 420 Stunden erfolgen, selbst wenn man darauf verzichten würde, ihn ohne jede Zwischenlandung zu unternehmen. Kaum ein Weltreisender wird je auf den Gedanken kommen, gerade der Route des Aequators ,>i folgen, die nicht nur die längste, sondern auch die langweiligste ist. Unternimmt man aber die Reise nun auf einem höheren Brei» tenarad, so spart man .viele tausend Kilometer. Schon im Jahre 1914 wurde von amerikanischer Seite ein Rundflug um die Erde vorbereitet, der am 15. Mai 1915 in San Franzisko beginnen und über Chicago, Neuyork, Cap Farewell aus Grönland, Reikjavik auf Island, die Shetland-Insel, London Paris, Berlin, Moskau, Wladiwostok, Kobe, Tokio, Kamtschatka, die Aleuten, Vancouver nach San Franzisko zurückführen sollte. Es war eine Flugzeit von 1212 Tagen vorgesehen, und alle 70 Meilen sollten auf der ganzen Route — natürlich mit Ausnahme der Seestrecken, für die zum Teil Wasserflugzeuge benutzt werden sollten — Depots für Petroleum, Del und anderem Proviant errichtet werden. Das Geld zur Finanzierung des Unternehmens war vorhanden, aber der Ausbruch des Krieges verhinderte seine Ausführung. Heute sind alle diese Strecken schon von Flug- zeugen beflogen worden, und man könnte einen unvergleichlich größeren Abstand der Materialarsenale wählen, ohne die Flugsicherheit zu gefährden. Die Route eines Rundfluges um die Erde wäre leicht zusammenzustellen. Geht man von Neuyork aus, so wäre Grönland wohl die erste Etappe; von dort flöge man nach Island, falls nicht direkt London angesteuert werden wurde. Dann ginge es weiter über Berlin und Moskau nach Irkutsk am Baikalsee. Vielleicht wird es mit den neuen vielmotorigen Flugzeugen, die _U1UIM-U—1JHII.II ......... 1 -- " steht, dieser wesentliche, weise und wissende Mann. Eine Insel der Ruhe mitten im Karussell der raketensprühenden Zivilisation. Ein großes Herz im Durcheinander hupender Sachlichkeiten. Ein Stern über den staubigen Bezirken. Vriands Stunde als Staatsmann. Außenpolitische Umschau. Don Or.Otto Hoetzsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. X Das ohne Zweifel wesentlichste Ereignis der letzten Woche ist der Rücktritt Poincares. Fast genau drei Iahre hat er das Kabinett der Rationalen Union geleitet, mit ihm den Franken stabilisiert, das Schuldenabkommen ratifiziert und eine auswärtige Politik gemacht, ine naä> außen den Namen B r i a n d trug und tatsächlich die von P o i n c a r e war. Die Lebenszeit dieses Kabinetts ist mit drei Iahren für Frankreüh sehr lang gewesen, und im Sinne Frankreichs hat es viel geleistet. Ob Poinaarös politische Laufbahn damit beschlossen ist, wc^iß niemand. Clemenceau hat in noch höheren Iahren einen entscheidenden Einfluß in Frankreich ausgeübt. Zunächst aber tritt Poincarä zurück; an der Konferenz im Haag Wird er nicht beteiligt fein. Aber er wird d och beteiligt sein! Denn immer mehr ist er auch der Mann der Außenpolitik gewesen, insonderheit der Politik für Reparation und Sicherheit. Und so sind die Dahnen vorgezeichnet, in denen Driand im Ha ag allein arbeiten kann. Dieser hat, schon um die Krankheit Poincares wissend parlamentarisch den Ratisikatiovskampf zu Ende gebracht und hat dabei im Senat eine Art Programmrede gehalten, mit dem üblichen großen Eindruck und Pathos. Die soll man in Deutschland jetzt lesen, wenn Driand sich rüstet, nach Dem Haag zu gehen! 4 _ Deutlich schob er in den Vordergrund, daß. wenn Deutschland für sich Bestimmungen des Versailler Vertrages heranziehe (nach Erfüllung der Bedingungen ein früheres 21 ufHoren der Besatzung), auch Frankreich das Recht habe, seinerseits dajür Bedingungen aufzustellen. Driand sagte, er habe selbst jenes Genfer Kommunique vom 16. September revidiert, das heute wie eine Kugel am Dein der deutschen Vertretung toirlt, und habe den Nachdruck dabet auf das Wort „vollständige und definitive Regelung der Reparationen" gelegt: nut Boung- h(an und Schuldenratisikation sei diese endgültige und dauernde Regelung, die für Frankreich ja die sogenannte Kommerzialisierung bedeutet, gegeben. Daneben aber gäbe es die Frage der Sicherheit! Es handle sich darum, das Abkommen von Locarno durch einen angemessenen Maschinismus auszubauen! Mehr sagte er nicht. Aber für Den. der weiß, was sich Driand darunter denkt, genügt das vollauf. Und das ist nun die Hauptsache! Wenn Driand die Senatsrede mit f-inem Plan der paneuropatschen_ Organisation schloß, so kommt das für die nächste praktische Arbeit nicht in Frage, die im Haag vom 6. August an getan werden soll. Dasür aber ist Driand gebunden, oder hat er sich gebunden. Denn, an Poincares Stelle getreten. hat er lediglich das Kabinett Potncarä ohne diese:-, wieder g^ilbet. ($r pat md)t ben 1 Kampf ausgenommen, die Mehrheit aus Mitte und Linke zu bilden, wozu die Linke bereit I gewesen wäre. Er behält die & 1 J) c r t g e j Koalition aus Mitte und Rechte bei. I obwohl er selbst ja ein alter Politiker der Linken ist und will mit einer R e ch t s m e hr h e 11 | eine Linksaußenpolitik machen Er behielt vor allem Tardieu bet als Innen- Minister, der mit seiner energischen Politik gegen die Kommunisten seine Position immer mehr verstärkt hat und sicher einer der kommenden Manner Frankreichs, aber im Sinne Potncares 1 und nicht Driands, sein wird. ! Warum tat das Driand? Fehlte thmdie Kraft, eine neue Mehrheit zu schaffen? Er wollte I jetzt den Dlick nach dem Haag gerichtet, keine inneren Kämpfe, die ihn nur von der auswärtigen Politik abgezogen hatten, und er wollte eine möglichst breite Dasis in der Kammer für Üklucht. 9l!LfiMn,l85melnle geböte erbeten u. M-kd.Gieh.rln! ^cidjniismann vom Lande sucht AM! geg. gute Sicherheit iinö Zinsen. Monatliche Rückzahltma. Lchr. Ann. unk.M7 an den Gien. Anzeig. Sonntag, den 4. Augutt 1929 MUM der FreitviltFener' mehren bc§ W Gienen in Buklar b. Lich.AlMrld.il Uhr nachi!>ch> Sonn. tagSfarte löten. Anzug: Tnchrock, pe m. Zahlreiche Detcil' aungwirdenoartet. ü .tzonmando. M« Leichtathletik rounlllgmoraeu ab 9'Jlbr- WtM 117er abend ei*»** beiden amerikanischen Flieger Jackson und O'Brien, die soeben nach einem Dauerflug d on 4 2 0 Stunden unter dein Jubel von 13 000 Zuschauern auf dem Flugplatz von St. Louis wieder gelandet sind. Sie haben in der Lust eine Strecks von 40320 Kilometer zurückgelegt, also einen Weg. der fast genau der Länge d e s Aequators entspricht. Freilich war es ihnen nicht möglich, für mehr als 17 Tage Brennstoff in ihrem Flugzeug zu verstauen: sie waren vielmehr gezwungen, die notwendigen 15 000 Liter Benzin nach und nach an Bord zu nehmen und dazu sieben- undoierzigmal während der Fahrt zu tanken. Auch Nahrung'und Wasser wurde ihnen zugeleitet, ohne daß sie zu diesem Zweck ihren Flug unterbrechen mußten. Versuche, Flugzeuge während der Fahrt mit Brennstoff und allem, was sie sonst brauchen, zu versehen, wurden in den letzten Jahren in allen Ländern und besonders auch in Deutschland/mit steigendem Erfolg unternommen. Wenn die Motoren und die Tragflächen eines Apparates eine mehrwöchige Beanspruchung ohne jede We« pause vertragen, so werden Ozeanfluge bald dadurch viel von ihrer Gefährlichkeit einbüßen, daß man den Fliegern alles Erforderliche von den Ozeandampfern aus zuleiten kann. Da es technisch durchaus möglich ist, in entsprechenden Abstanden Ttnkstationen und Materiallager zu errichten, sowie Flugzeuge für den Zubringerdienst bereitzustellen, kann es nicht auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen, wenn man den Dauerflug in einer Kreislinie um den Erdball erfolgen laßt, statt wie bisher lediglich über einem verhältnismäßig engen Festlandsgebiet zu kreuzen, tfrahd) ist das Wagnis für eine wirkliche Erdumsegelung weit größer, da ja die amerikanischen Flieger bet ihrem Rekordflug stets die Möglichkeit hatten, den Versuch bei einem plötzlich auftretenden Wirbel- sturm ober einem gefährlichen Gewitter sofort ab- Knut Hamsun. 3u seinem 70. Geburtstage. Don Frank Thieß, Präsidialmitglied der Gesellschaft für deutsches Schrifttum. Man ist in Deutschland nicht prüde mit Geburtstagsfeiern. Dom 50. Jahr an darf jeber, der in der Oesfentlichkeit steht, sich rn den rhyth mischen Abständen der Dekade halfen So ist es anzunehmen, daß der deutsche Leser gar nicht mehr das Ohr für die Feier eines Geburtstages hat. daran die ganse gebildete Welt teilnehmen sollte, keines Deutschen zwar doch eines Mannes, dessen Werke aus unterer Literatur nicht fortzudenken sind, des größten lebenden Dichters. Knut Hamsun Ich sage das sehr diktatorisch und man touö mim foalcid) verbessern und einstigen. »2H rer Meinuiw tuid) des größten lebenden Dichters. Nein! Nicht nur meiner Meinung auch, sondern nach „ob ektivem Tatsachenbefund" trotz Dernard Shaw, trotz Gerhart Hauptmann (dessen 70. Jahresfeier 1932 stattfinden wird, man macht letzt fchnn in Breslau das Programm!). Es ist dagegen nichts vorzubringen, denn nicht 2toflagen- Eahl und Beliebtheit entscheiden, sondern eine geschichtliche Tatsache, die niemand überspringen tonn- kein Dichter unserer Zett hat diesen Ern- luß auf den literarischen Stil Europas ausgeubt wie Hamsun, und. um ein übriges hidzufugen: S gibt keinen, von dem sämtliche Werke, einschließlich der ältesten, die vor vierzig und mehr ^abren geschrieben wurden, nicht eine Spur von Alterserscheinungen aufweisen.„ Man lese die Viktoria", den ..Hunger, die ,,M Y ste ": , n“ fie sind zeitlos, erregen heute so stark wie einst' was sich in ihnen begibt, begibt sich stündlich in unterer scheinbar vollkommen ver- änderten Welt, was da geschrieben steht sind dto ewigen Runen der Liebe, des Hungers, der ^Äoch ^sprechen wir zuerst über seinen Einfluß Worin ist er zu sehen? ^?nn liegt er?In der höchsten Vollendung des Stils der Fort lassunaen ja in Erfindung dieses Stils, denn vor ihm'wußte niemand in der Weltliteratur daß Wichtiges am einprägsamsten damit aus gedrückt wird, daß man eei fortto&t. Was ist nun das für ein Hnsinn? Wie kann das Wichtige durch das Richtige, das Nichtige aber durch besondere Wichtigmachung ausoed^ickt werden. Ia. wie tonn es? Hamsun hat das Rätsel durch v. viinlüichem Zins- Met, geg. l. Siche» beit geiuchi. Cchiiitl. Angebote uni.6526D andenGtcv.An-eig. Wer liefert MM in Kommission bei nwnatlidier Abrechnung? &djriiil. Sln> geböte um. 0W78 an den Gienen. AivM. läßt. Wir glauben, daß er diese Kontrolle will. Iedenfalls aber weih er, dah er irgend etwas der Art aus dem Haag mit nach Hause bringen muh, wenn er nicht seine eigene Position aufs Spiel sehen will. Zum Schluh kann man sich daraus unschwer klarmachen. auf welche Schwierigkeiten die Behandlung der Saarfrage erst recht stoben wird, wenn Deutschland diese auf der Konferenz zur Erörterung stellt. Die Verantwortung ist ungeheuer, die auf Briands Schultern liegt. Die Entscheidung, ob wirklich etwas zustande kommt, hängt ganz überwiegend von Frankreich ab. Cs wird durch Briand vertreten, der durch seine Verbindung mit der Rechten gebunden ist, und wie wir glauben möchten, sich auch ganz gern binden lieh. Die Konferenz im Haag aber kann so di e größte und entscheidende Probe für Driand werden dahin, ob er wirklich ein Staatsmann großen Stils ist. dem es mit seinen Frieoensbekenntnissen auch ernst ist. Das bisher Gesagte zeigt schon, daß die Konferenz nicht gerade unter günstigen Vorzeichen beginnt. Was ist an Zeit und Kraft schon mit dem Hin und Her über den Ort und das Programm verbraucht worden! Ob nun in den wichtigen Programmpunkten alles von der d e u t- schen Politik geschehen ist. was nötig ist? Hat die Vorbereitung, so manchmal eine Schwäche wenn Deutschland auf eine solche Konferenz ging, ausgereicht? Ist das Gelände für die verwickelte und schwierige Arbeit in jeder De- ziehung ausreichend abgetastet? Wir gestehen, dah wir in dieser Deziehung gar mancherlei Dedenken und Deforgnisse haben. Ist namentlich die nötige Fühlung und Verbindung mit den Vereinigten Staaten vorhanden? Die Telegramme bei der Feier des Kelloggpaktes allein machen es doch nicht! Schriftsteller Araki Überboten, der vom 7.April bis zum 10. Mai 1928, ebenfalls ohne Benutzung von Flugzeugen, die Erde in 33z Tagen umsegelte. Aber schon im Jahre 1926 wurde unter teilweiser Mitbenutzung des Flugzeuges eine Reise um die Welt in nur 28 Tagen vollbracht. Im Flugzeug haben Weltreisen bisher erheblich länger gedauert. Am 17. März 1924 starteten die drei Amerikaner Lowell, Smith und Nelson in Neuyork und versuchten einen Welt- rund f l u g in westlicher Richtung, natürlich in Etappen. Don San Franzisko flogen sie nordwärts nach Alaska, um längs der Aleutengruppe den asiatischen Kontingent zu erreichen. Durch einen Schneesturm wurden sie jedoch auf den Aleuten lange Zeit festgehalten. Schließlich flogen sie weiter über die Halbinsel Kamtschatka nach Japan, Sud- china, Kalkutta und Bombay quer durch Arabien nach Konstantinopel. Von dort führte sie ihr Weg über Wien und London nach Reikjavik auf Island, von wo sie die 800 Meilen bis zur Südspitze Grönlands in acht Stunden zurücklegten. Nun flogen sie über Labrador und Boston nach Neuyork, wo sie am 8. September 1924, also nach einem halben Mhr, ankamen, nachdem sie 37 000 englische Meilen zurückgelegt hatten. Auf ihrer Reise waren ihnen zahlreiche Unfälle zugestoßen, und die sportliche Bedeutung, des kühnen Unternehmens war schon deshalb gering, weil sie zu ihm eine Zeit gebraucht hatten, in dem man unter Benutzung von Schiff und Eisenbahn dieselbe Strecke mindestens zweimal hätte zurücklegen können. Seitdem ist die Flugtechnik gewaltig verbessert worden, erfolgreiche O z e a n f l ü g e haben den Piloten und Schicksalhafte jedes Lebens mit einer Suggc- stivität ohnegleichen vorgebracht wird. So die drei größten seiner späten Romane: „Segen d e r E r d e". ..Die Weiber amBrunne n", „L a n d st r e i ch e r". Man konnte vielleicht sagen, daß nicht im Geschehen, in dem, was da berichtet ist. die Dedeutung der Werke läge. Aber das wäre falsch und würde den Akzent vom Was auf das Wie verlegen. Rein, Hamsun ist kein Artist verbaler Luftakrobatik, sondern Realist, dem es sehr darauf ankommt, daß man die Geschicke seiner Menschen genau so wichtig nimmt, wie sie von ihnen erlebt werden. Hebrigens kann man es gar nicht anders, denn nach wenigen Seiten ist man mitten in die Welt der Fischer. Dauern. Handwerker, kleinen und großen Kaufleute hineingerissen und nach abermals wenigen Seiten ist das schon unsre Welt geworden und am Ende ist alles seltsam durchbuchtet, denn was um dich her geschieht, erkennst du als das, was ewig um dich und in dir geschieht, und du ahnst die Zusammenhänge am Grunde aller Verschiedenheiten und die großen Gesetze, unter denen auch dein Leben steht, die der Liebe, des Wanderns, der Erdsehnsucht, der Gemeinschaft. Ach, Hamsun! Da schwatzt man vollen Herzens etwas hin. um zu sagen, wie groß er ist, dieser Sohn Norwegens, dieser Europäer, dieser mächtige Dichter der Weltliteratur. Man schwatzt hin und fühlt im Gestammel der Dewunderung und Liebe die Hnzulänglichkeit des Dankes. Aber das tut nichts, man freut sich doch dieses Tags. Es ist schon, zu wissen, daß Hunderttausende in der ganzen Welt ihm heute für seine Werke danken, hier in Deutschland und drüben in Amerika, wo er Tramp gewesen und wo man ihn noch eifriger lieft als in Deutschland, das sich nicht rühmen darf, ihn weltberühmt gemacht zu haben.') Es ist schon, das zu denken und zu wissen, daß man dabei sein darf, sozusagen ein Zeitgenosse und ein braver Jünger. Aber das Schönste ist, zu wissen, dah er lebt, heute, im Jahre 1929, stark, groß, einsam, em Feind der Interviewer uhö Biographen, ein Freund seiner Herden und Aecker. Ja. er lebt, er ist keine Mythe, man kann an ihn eine Postkarte schreiben oder es auch bleiben lassen, aber man weiß, daß er mitten in unserer Zeit Mut gemacht, den Erdball auf dem Luftweg zu bezwingen, und es ist zweifellos nur eine Frage sehr kurzer Zeit, daß der Versuch des Phileas Flogg und seiner Nachfolger, auf dem Land- und Seeweg einen Weltreise-Weltrekord aufzustellen, endgültig als gescheitert betrachtet werden muß. Das lehrt vor allem die gewaltige Leistung der beiden amerikanischen Flieger Jackson und *!&»■ ■XS*' k-Baer'Jb861, nni6 |jj“ Ban» LrK •4--£ Weserstraße^ afc. 6196V Hel“r ch Schön Oießen Jörger strJ2- Niutig! BF ”ä UM s* °!Z8S- - biS oinflv nnt olHd i^10. Unser Mitarbeiter untersucht hier die praktischen Möglichkeiten für den Weltflugverkehr, die sich aus dem bemerkenswerten Dauerflug der amerikanischen Dauerflieger Jackson und O'Brien ergeben. Unter den packenden Romanen, die uns in unseren Knabenjahren durch Phantasie und lebendig geschilderte aufregende Ereignisse fesselten, war keiner so spannend und so meisterhaft geschrieben wie die Geschichte des Weltreisenden Phileas Fogg, die Jules Derne im Jahre 1872 veröffentlicht hat, und in der eine Jagd um den Erdball in 80 Tagen geschildert wurde. Damals ahnte noch niemand etwas vom Auto, vom Luftschiff und vom Flugzeaig ganz zu schweigen. Wie üb^hott die Berechnungen des französischen Romanschriftstellers heute sind, auch wenn man von den Errungenschaften der modernen Flugtechnik absieht, bewies im vergangenen Jahr eine große Kopenhagener Zeitung, die zur Feier von Jules Dernes hundertstem Geburtstag einen Gymnasiasten auf eine Weltreise schickte, ihm aber untersagte, zur Abkürzung der Strecken Flugzeuge zu benutzen. Der schmächtige rotblonde Knabe, fast noch ein Kind, fuhr in Begleitung einiger Redakteure nach Warnemünde und reifte dann allein über Liverpool nach Kanada, durchquerte Nordamerika in der Eisenbahn, schiffte sich nach Japan ein und kam über China, die Mandschurei, Sibirien, Moskau und Berlin in 44 Tagen nach Kopenhagen zurück. Er hatte damit aber keinen Rekord aufgestellt, da schon im Jahre 1913 ein Neuyorker Redakteur eint Weltreise in rund 36 lagen machte; im vergangenen Jahr wurde diese Leistung von dem japanischen ein unglaublich einfaches Mittel gelost, das nach ihm Hunderte von internationalen Schriftstellern. Feuilletonisten. Publizisten eifrig nachfabriziert haben, durch eine leichte Hebertönung der Gegen- sahpaare. Wenn er also die innere Bedeutungslosigkeit eines Vorgangs anzeigen will, übertönt er ihn um einige Grade, gibt ihm ein« wenig Ballast der Würde mit, einen kleinen motorischen Druck, nicht viel, manchmal nur ein Lächeln, eine winzige Wendung übertriebener Zustimmung. Hnd wenn er etwas ganz Starkes geben will, eine tiefe Liebeserregung, em furchtbares Schweigen, eine Angst, ein verstummendes Leid kappt er alle Worte, alle Epitheta, alles, was' die Bedeutung der Szene unterstreichen könnte, einfach weg. Er nimmt ihr jede Be- toftung, jede Spur von Pathos und Pomte und Akzentuierung, er nimmt ihr alle Fülle und Breite und läßt sie frei schweben m einem seltsam überlächelten Schweigen. Hnd der Leser fühlt alles, was nicht gesagt werden konnte, fühlt mehr als er selbst wüßte und sagen konnte. Die große Meisterschaft dieses Stils hat man, wie erwähnt, weithin nachzuahmen unternommen, überall wurde nun überschwiegen, ironisiert, gelächelt wichtig getan. Aber merkwürdig, es blieb Kopie' Schlechte Kopie, bessere Kopie. So wie die vielen Waler, welche seit Jahrhunderten vor der Venus von Giorgone sitzen und den Hauch dieses Schlummers, den Atem dieses unsterblich süßen Schlafes mit Pinsel und Farbe emzufangen bemüht sind. Nicht anders haben wir alle vor Hamsuns Bildern gesessen, erregten Herzens voll erlaubten Neides auf diese königliche Beherrschung des Wortes, und haben schließlich ein bißchen nachzupinseln versucht und unser Machwerk betrachtet, den Kopf geschüttelt und wieder die Lupe vors Auge genommen, und — am Ende hat man müd die Arme fallen lassen und. der eigenen Dürftigkeit bewußt, nur noch geschaut, nur noch bewundert, ein ewig liebender Schuler dieses Großen. , . _ Das wäre etwas über den Charakter seines Stils, aber ich füge gleich hinzu, daß es nichts ist, was ich da sagte. Man kann nicht erklären, worin der Reiz seines rhythmischen Zeilenfalles, seiner Laune, seiner unbeschreiblich einprägsamen Szenen liegt. Natürlich ist das nicht allem Stil" Sondern Stil als Ausdruck des Hamsun- s'chen Weltsehens und Welterlebens umfaßt zugleich mit unverwechselbarem Wortklang die Anfolge feiner Bilder, die unbestrittene Meisterschaft der Komposition, darin tatsächlich im Verlaus weniger Belanglosigkeiten das Belangvolle jetzt konstruiert worden sind und bald auch Uelte« seeflüge ausführen werden, kein allzu großes Risiko fein, auch ohne Zwischenlandung von Neu« york nach Europa in 40 Stunden zu fliegen und weitere 40 Stunden zur Reise an den Baikalsee zu gebrauchen. Die dritte Etappe, kaum halb so lang wie jene der beiden vorigen, wäre Tokio, Flugzeit 20 Stunden. Vierte Etappe H o - n o l u l u , Flugzeit 40 Stunden. Fünfte Etappe San Diego in Kalifornien, Flugzeit 40 Stunden. Sechste und letzte Etappe N e u y o r k, Flugzeit 35 Stunden. Das sind zusammen 215 Stunden reiner Flugzeit, zu denen noch der Aufenthalt auf fünf Etappen kommt, der so knapp wie möglich mit se zwei Stunden angenommen werden soll. Das wären insgesamt 225 Stunden oder neun Tage und neun Stunden. Selbst mit beispiellosem Fliegeralück und bei günstigem Wetter rings um den Erdball würde ein Flug um die Welt auf dieser Route also zirka 10 Tage erfordern. Es ist dabei jedoch zu berücksichtigen, daß es sich hier nicht um eine gerade Linie, sondern um einen Zickzackkurs handelt, der von Neuyork, 40 Grad nördlicher Breite, zunächst 15 bis 20 Grad weiter nördlich führt, dann bei Tokio auf den 35. Grad und bei den Sandwich-Jnseln auf den 20. Breitengrad heruntergeht. Wasser und Wafferknappheii. Veranlaßt durch die kürzliche Wasserknopp- heit in unserer Stadt hoben wir uns an den Leiter unseres städtischen Wasserwerkes, Direktor Steding, mit der Bitte gewandt, uns über dieses bemerkenswerte Ereignis dieses Sommers fachmännische Aufklärung zu geben. Nachstehend lassen wir seine Erklärungen auf unser Ersuchen folgen. Die Red. In den Spalten der Tageszeitungen und Fachzeitschriften nahmen bis vor einigen Tagen die Klagen über allgemeinen Wassermangel einen immer breiteren Raum ein. Die Oeffentlichkeit dürft« zunächst interessieren, wie überhaupt das Wasser in den Dienst der Bevölkerung gestellt wird. Im Rahmen dieser Ausführungen kann nur kurz darauf hinaewiesen werden, daß die Ent- nähme des Wassers entweder aus oberirdischen, oder aus unterirdischen Wasserläufen geschieht. Als erstere gelten u. a. Bäche, Flüsse, sowie Teiche und Seen mit Zufluß, als letztere Grundwasserströme und Quellen. Quellen sind nichts anderes als Grundwasser, welches auf natürlichem Wege zutage tritt. Man unterscheidet also eine Versorgung durch Oberflächenwasser und durch G r u n d- bzw. Quellwasser. Während in diesem heißen Sommer die Gemeinden, denen Oberflächenwasser zur Verfügung steht, von der Wasserknappheit verschont geblieben sind, hoben die Wasserwerksverwaltungen, die Ouellwosser zur Versorgung verwenden, manche Sorge um das tägliche Wasser gehabt. Die wenigen in Deutschland vorhandenen Talsperren, die zur Dersorgung der Gemeinden mit Wasser, oder zur Energieerzeugung dienen, hatten in diesem Jahre ebenfalls starken Wassermangel. Der Hilferuf nach Wasser war jedoch nicht nur in Deutschland und in den benachbarten Ländern, sondern selbst in dem mit Wasser umgebenen und auch sonst wasserreichen England zu vernehmen, so daß die englische Regierung es für notwendig erachtet hatte, einen Aufruf an die Bevölkerung ihres Landes zu erlassen, in dem bei Androhung scharfer Maßnahmen vor zu starkem Wasserverbrauch gewarnt wurde. Es liegt nun für jeden, der versucht, sich ganz objektiv und sachlich mit dem Wassermangel, sowie dessen Ursprung und Folgen zu beschäftigen, die Frage nahe: Worauf ist die Wasserknappheit in erster Linie zurückzuführen? Haben etwa die zuständigen Verwaltungen ihre Brunnen-, Stollen- und Maschinenanlagen, oder ihre gesamten Wasserwerksanlagen während der letzten Jahre nicht genügend a u s ge « baut? Im nachstehenden soll versucht werden, die Ursache der allgemeinen Wasserknappheit klar- zulegen. Für die Wasserwirtschaft der Erde ist — nach dqni Handbuch für Wasserversorgungsfragen von Friedrich König — die Atmosphäre, die die Erde umgibt, von allergrößter Bedeutung, weil sie der Tätiger des Wasserdampfes ist: der Wasserdampf foljgt natürlich mit der Luft den Bahnen der Erde unb ist wiederum den Spannungs« und Temperaturveränderungen der Atmosphäre unterworfen. Im Haushalt der Natur unterliegt das Wasser einem ständigen Kreislauf. Die treibende Ära ft ist die Sonnenwärme. Durch Verdunstung des Wassers tritt eine Erhöhung des Feuchtigkeitsgehalts in der Luft ein. Wenn die Lufttemperatur sinkt, scheidet sich der Wasserdampf in Form von Niederschlägen wieder aus. Durch Luftdruckschwankungen können sehr große Wafsermengen fortgeführt werden. Der Wasserreichtum des Festlandes hängt hauptsächlich von den oberirdischen atmosphärischen Niederschlagsmengen ab. Auf die unterirdischen atmosphärischen Niederschläge, die für die Wasser- wirtschaft der Erde ebenfalls eine Rolle spielen, wird hier nicht weiter eingegangen. Die oberirdischen Niederschläge können in folgenden Formen erfolgen: Tau, Reif (gefrorener Tau), Nebel, Regen, Schnee und Hagel. Die ersten drei Nieder- fchlaasarten sind weniger meßbar, dagegen können die Regen-, Schnee- und Hagelmengen ziemlich genau fejtgeftellt werden. Die Niederschläge bringen nicht sämtlich in den Erdboden ein; im allgemeinen kann man annehmen, daß etwa ein Drittel der Menge verdunstet, also wieder in die Atmosphäre ausgenommen wird, ein weiteres Drittel in den Erdboden versickert und der Rest über di e Erdfläche den Flüssen bzw. den Meeren zuläuft. Nach Art des Erdbodens, nach dem Pflanzenwuchs und nach der Art und Menge der Niederschläge tritt selbstoer- stündlich eine oft starke Verschiebung der Dreiteilung ein, z. B. wird bei einem langen, cmhal- tenben schwachen Regen in fanbigem ober zerklüftetem Boben bebeutenb mehr Wasser in bie Erbe bringen, als bei einem Platz- ober Gewitterregen, ber auf Ton- ober ßetteboben bzw. auf nicht- ober schwer burchlässigen Boben niebergeht. Dicht mit Pflanzen, mit Moos ober mit Streu bebecfter Boden, wie z. B. Waldboben, wirkt als Feuchtigkeitsregler, indem er die Verdunstung der Niederschläge verlangsamt. In einem Laudwolde erreichen nur etwa zwei Drittel ber Nieberschläge ben Boden, ber übrige Teil wirb von ben Blättern und Zweigen aufgefangen und der Verdunstung unterworfen. Moosrasen kann eine Wassermenge van etwa 10 bis 15 mm Niederschlagshöhe wie ein Schwamm aufsaugen und zurückbehalten. Schneefälle bleiben oft längere Zeit auf dem Erdboden liegen, bis der Schnee teils geschmolzen und in die Erde ober Bäche verlaufen ist. Je länger bie Schnee- schmelze bauert, befto größer ist bie vom Schnee ausgehende Befeuchtung ber Luft unb bes Bobens, je weniger fließt ab. I st ber Erbbvben unter ber Schneebecke lange Zeit gefroren, wi e z. B. im letzten Winter, bann verbunstet ber Schnee unb läuft bei Tauwetter in bi« Bäche ab. In bie Erbe kann bei fe ft gefd) (offener Erbbecke fein, ober nur sehr wenig Wasser einbringen. Auf dem Fest lande werden die Niederschläge durch die herrschenden Winde stark beeinflußt. Warme und feuchte Seewinde bringen gewöhnlich starke Niederschläge, die sich mit der Entfernung von der Küste vermindern. Gebirgszuge sind von großem Einfluß auf den Verlauf der Niederschläge, denn die feuchtwarmen Winde kühlen sich an den Gebirgshängen, die der Windrichtung zugekehrt sind, ab, und daher fallen hier die ersten Niederschläge. Hochgebirge sind wegen der größeren Abkühlung der Luftschichten nieoerschlagsreicher, als Mittelgebirge, und diese erhalten mehr Niederschläge als die Tiefebenen bei fast gleichen klimatischen Verhältnissen. Allgemein erklärt: Die jährliche Niederschlagshöhe nimmt ab mit der zunehmenden geographischen Breite und mit der Entfernung vorn Meere; sie nimmt zu mit der Höhe über dem Meeresspiegel. 3n Gießen beträgt — nach Auskunft der Hessischen Wetterdienststelle — die durchschnittliche jährliche Regenhöhe (1921 bis 1928) 690,8 Millimeter, während im oberen Vogelsberg (Herchenhain) die Höhe der MMüWWMMR Vornan von (SOgor Wallace. 44 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Das großartige Begräbnis war tadellos inszeniert, und ich bin fest davon überzeugt, daß David sogar so weit gegangen ist, den notwendigen Körper für ben Sarg zu verschaffen. Er ist ein ganz außerordentlich gründlicher Herr. Erinnerst du dich, wie Lew uns erzählte, daß sein Bruder, ein gut aussehender Mensch mit langem Bart, eines Tages plötzlich verschwunden war?" Sie nickte. „Das ist der Mann, den wir in David Iudds Grab finden werden." „Ist denn Doktor Iudd auch —" begann sie, aber es war unnötig, diesen Sah zu Ende zu führen. „Doktor Iudd steckt bis über den Hals in der Geschichte", sagte Larry. „Die Geschichte von Dearborn ist schnell erzählt. Dearborn war ein Teilhaber Iudds, unb irgend etwas muh im Bureau vorgekommen sein — ein Verbrechen, ein Mord vielleicht, den David veranlaßte, um bie Versicherungssumme zu erhalten, was weiß ich — und einer von den Angestellten muß dahinter gekommen sein. Der Mann unterschlug bann eine große Summe, flüchtete nach Montpellier und begann von dort aus Erpressungen gegen David. David fuhr hinterher und erschoß ihn. Höchstwahrscheinlich war es kein vorbedachter Mord, denn David war nicht die Sorte von Mann, seinen Gegner auf offener Straße niederzuschiehen. Auf jeden Fall schoß er aber und wurde dabei von Flimmer Fred'gesehen, der gerade noch zeitig genug kam, um von dem sterbenden Mann den Namen seines Mör- ders zu hören. Das bedeutete für einen Mann vom Schlage Flimmer Freds ein Lebenseinkom- men. So schnell wie möglich reifte er nach London zurück, suchte Iudd auf unb teilte ihm dann jedenfalls die Bedingungen mit, unter denen er seinen Wund halten würbe. Dann kam 3ubb auf ben Gedanken, daß es das beste wäre, wenn David sterben würde; und David, du erinnerst dich, war ein gut aussehender Mann mit Doll- bart. Lews Bruder war unter all ihren Helfershelfern und Bekannten der einzige, der in seinem Aeuheren am meisten David ähnelte, und so wurde er ohne viel Federlesen ermordet und als David Iudd begraben. Bei dieser Gelegenheit zogen sie noch eine bedeutende Summe von den Rückversicherungsgesellschaften für Davids hohe Lebensversicherung. Den Plan mußten sie schon lange erwogen haben, denn schon einen Monat vor Davids Tod hatte Doktor Iudd den Kauf von Todds Heim abgeschlossen. Es war nichts weniger als ein wohltätiges Unternehmen, sondern im Gegenteil eine rein geschäftliche Sache, denn Todds Heim hatte sich allmählich in eine bessere Bettlerherberge umgewandelt, die von ben verkommensten der blinden Bettler Londons aufgesucht wurde. Dort hatten die berüchtigten „Toten Augen" ihr Hauptquartier, und von ihnen mußte David die Einzelheiten über Todds erfahren haben. Das Heim wurde gekauft, und einen Tag nach dem „Tode" Davids erschien Ehrw. Iohn Dear- bom als Vorsteher auf der Bildfläche. Es steht absolut fest, bah er tatsächlich alle verdächtigen Elemente aus dem Hause jagte und verschiedene Aenderungen in der Organisation vornahm, aber er tat dies nur, um den Makel von Todds Heim zu lösen, ihm wieder einen guten Namen zu schaffen und — um das Haus als sein Hauptquartier zu benutzen, ohne Besorgnis vor polizeilichen Besuchen haben zu müssen. Als bie Wäscherei Konkurs machte, kaufte 3ubb das Grundstück, und David führte die baulichen Veränderungen unter Mithilfe seiner Bande aus. 3ch muß dabei bemerken, daß David Architekt ist und das Haus, in dem sein Bruder lebt, gebaut hat. Wir wissen, daß er ausländische Arbeiter beschäftigt hat und daß das ganze Haus für einen ganz besonderen Zweck gebaut wurde", fügte er ernst hinzu. „Als sie das Wäschereigrundstück in Besitz ■galten, kamen die .Toten Augen' wieder nach ihrem alten Sih in Lissom Cane zurück, gingen und tarnen inmitten der Blinden, die sie nicht sehen konnten, und die nichts von ihrer Gegenwart wußten." „Was wird nun mit Dr. Iudd?" fragte sie. ..Och werde ihn verhaften," antwortete Larry, „und zwar werde ich ihn an demselben Platze verhaften, von dem dein Vater verschwand — in der berühmten Loge A im MacreadY^Theater." Niederschläge int Durchschnitt (1921 bis 1927) mit 1409 Millimeter festgestellt worden ist. Die Luftlinie von Gießen nach dem oberen Vogelsberg beträgt nur rund 50 Kilometer, und dabei ein so gewaltiger Unterschied in den Niederschlagsmengen. Es gibt Stellen auf unserer Weltkugel, die eine Regenhöhe von mehr als 10 Meter aufweisen, es sind aber auch Gegenden bekannt, in denen die Niederschläge unter 250 Millimeter jährlich liegen. Recht deutlich kommen die geringen Niederschlagsmengen dieses 3ahres in Gießen in einer Gegenüberstellung mit den ersten 7 Monaten des vorigen Jahres zum Ausdruck: 1928 1929 Januar 53,3 mm 11,51 nm Februar 52,4 21,5 März 23,1 1,9 April 119,6 25,5 Mai 25,8 35,5 Juni 56,4 44,6 Juli 52,5 ,, 62,8 tt 383,1 mm 203,3 mm Die Niederschlagshöhe liegt also in diesem Jahre weit unter dem Durchschnitt. Die geringen Niederschläge in der letzten Zeit verursachten naturgemäß eine starke Senkung des Erdgrundwasserspiegels, wodurch wiederum die Quellen und Grund- wasser st röme ungünstig beeinflußt wurden. Die Wasserschüttung unserer alter Wasserwerksanlagen in den Stollen bei Großen- Buseck, sowie die Ergiebigkeit der Drunnen- unb Stollenanlagen im Gießener Stadt- wald, die zur Wasserversorgung der Stadt Gießen beitragen, hat infolge des niedrigen Grundwasserstandes ganz wesentlich nachgelassen. Die geringere Lieferung dieser alten Wasserwerksanlage, sowie den Mehrverbrauch von Wasser mußte das Pumpwerk Queckborn mit übernehmen, das durch den gesenkten Grund- wasserstand in seiner Ergiebigkeit auch nachgelassen hatte. Die zu überwindende Saughöhe der Pumpmaschinen war um 2 bis 3 Meter gestiegen, wodurch der Wirkungsgrad der Pumpen bzw. die Leistungsfähigkeit des Pumpwerks beeinflußt wurde. Es muß jedoch festgestellt werden, daß die Ergiebigkeit des Queckborner Quellengebietes auch bei gesunkenem Wasser stand noch immer sehr zufriedenstellend gewesen ist. 3n den vorstehenden Ausführungen sollte darauf hingewiesen werden, welche Wechsel be« ziehungen zwischen der Wasserknapp- heit und den atmosphärischen Niederschlagsmengen bestehen. Aufgabe jeder vorsorglichen Wasserwerksverwaltung ist es, unter genauer Kenntnis der Leistungsfähigkeit der Pumpwerke, Ergiebigkeit der Quellen und deren Grundwasserspiegel, sowie der äußeren Witterungseinflüsse die Wasserversorgung der Bevölkerung sicherzu st eilen. Gerade aus dieser Erwägung heraus besteht aber auch die Pflicht der Wasserwerke, bei lang anhaltender Trockenheit und bei großem Mangel an Niederschlägen zur Vermeidung einer allgemeinen Wasserknappheit die Bevölkerung rechtzeitig zu sparsamem Gebrauch des Wassers anzuhalten und vor zu starker, manchmal sinnloser Vergeudung dieses kostbaren Gutes der Menschheit zu warnen. Von ber Kirmes in ben Tob. Sturz über das Fahrrad eines am Wege schlafenden siirmesbesuchers. WSN. Elbingen (Unterwesterwald), 2. Aug. Die am vergangenen Sonntag hier abgehaltene Kirmes hat ein trauriges Nachspiel gehabt. Ein junger Mann namens Oper aus Kölbingen fuhr auf dem Motorrad, auf dessen Soziussitz sich seine Braut befand, von der Kirmes nach Hause. Auf der Landstraße nach Härtlingen stieß sein Motorrad gegen Mitternacht in voller Fahrt auf ein unbeleuchtetes Fahrrad, das auf dem Wege lag. Der Besitzer des Rades, ein gewisser Müller aus Möllingen, schlief im Straßengraben. Anscheinend hatte er auf der Kirmes dem Alkohol zu reichlich zugesprochen und konnte die Heimfahrt nicht mehr bewältigen. Oper erlitt beim Sturz so schwere Verletzungen, daß er in der Nacht zum Donnerstag im Dernbacher Krankenhaus starb. Seine Mitfahrerin kam fast unverletzt davon. Oberheffen. Landkreis Gieszen. * Klein-Linden, 2. August. Mit dem 1. August wurde auf sein Nachsuchen der hiesige Lehrer und Rektor Friedrich M ö n n i g von der obersten Schulbehörde in den Ruhestand versetzt. Mit Rektor COippnig, der 45 Jahre seiner besten Kraft dem Lehrberufe widmete — 21 Oahre davon tarnen unserer Klein-Lindener Jugend zugute — scheidet ein äußerst gewissenhafter Lehrer aus dem Dienst der Schule. Mit Liebe und Ernst war er nur auf das Wohl der Schule und ihrer Zöglinge bedacht. Wer die Gelegenheit hatte, mit Rektor Mönnig ganz persönlich in Fühlung zu treten, dem steht sein lauteres Wesen und seine Fürsorge als echter Schulmann vor Augen: In den ersten zehn Iahren seines Hierseins hatte Rektor Mönnig 80 His 90 Kinder in seiner Klasse zu unterrichten. Erst vom Iahre 1919 an gestalteten sich die Verhältnisse der Schülerzahl günstiger. Vom Iahre 1924 bis 1929 war Rektor Mönnig Leiter unserer Gemeindeschule. In dieser Zeit wurde die sogenannte „Wanderklasse" abgeschafft. Durch Teilung eines großen Schulsaales im Erdgeschoß unserer neuen Schule wurden zwei Schulräume hergestellt, das unleidliche „Wandern" einer Schulklasse von Schulhaus zu Schulhaus nahm damit ein Ende. Weiterhin dankt die Gemeinde Klein-Linden Rektor Mönnig die Gründung der Mädchenfortbildungsschule sowie der dreiklassigen Mädchenkochschule. Beide Gründungen konnten (wegen Platzmangels) nur unter erschwerenden Umständen durchgeführt werden. Doch gelang es der Umsicht und der erprobten Lehr-Erfahnmg Rektor Mönnigs, aller Schwierigkeiten Herr zu werden. Möge es Rektor Mönnig vergönnt fein, nach 45 Iahren fleißigster Berufstätigkeit einen schönen Lebensabend im Kreise seiner Familie zu verleben. £ Wieseck, 3. Aug. Der Gemeinderat beschäftigte sich in feiner gestrigen Sitzung mit der S ch lu ß b e r a t u ng des Voranschlags. Dor Eintritt in die Tagesordnung stellte Gemeinderat Stein den Antrag, ein von der Freiwilligen Feuerwehr eingegangenes Schreiben mit zu verhandeln. Ferner fügt Bürgermeister Schomber als Punkt 5 die Verfassungsfeier an. Zum Voranschlag selbst stellt Hildebrand den Antrag auf Ablehnung, da er nach seines Ansicht dem nicht zustimmen kann, weil immer Gelder, die für die eine Rubrik vorgesehen seien, für andere Zwecke verwandt würden, anstatt dem Reservefonds zugeführt zu werden, worüber dann der Gemeinderat bestimmen könne. Bei Festsetzung der Gemeindeumlage wird fast der ganze Voranschlag nochmals durchgesprochen unb der Gemeinderat kann zu keinem Ziel kommen, da von ihm vorgeschlagene Aenderungen nach der Ansicht verschiedener Gemeinderäte nicht berücksichtigt sind. Eine längere Aussprache erfordert die Gemeindeschäferei, die laut Beschluß des Gemeinderats am 1. September aufgehoben werden soll. Denner verlangt in allen Sachen Klarheit und ersucht, daß die vom Gemeinderat gefaßten Beschlüsse unbedingt durchgeführt werden, da es sonst zwecklos sei, für die verschiedenen Sitzungen die Zeit zu opfern. Gemeinderat K r e i- I i n g schließt sich dem an. Da es nunmehr aussichtslos ist, den Voranschlag fertig zu beraten, stellt Laudon den Antrag, die Sitzung zu vertagen. Denner ergänzt diesen Antrag da- hin, daß die Verwaltung die vom Gemeinderat zum Voranschlag gemachten Aenderungsvorschläge zusammenstellt und jedem Gemeindevertreter zustellt, damit der Gemeinderat in der nächsten Sitzung, die auf Montag, 5. August, festgesetzt wird, endgültig über den Voranschlag abstimmen könne. Dem wird allgemein zugestimmt. Die weiter noch zu beratenden Punkte — Polizeidiener-. Feldschühen- und Wiesenwärterbesehung, sowie der Bericht der Dau- und Wasserkommission — sollen gleichfalls am Montag erledigt werden. + Grünberg, 2. Aug. Am 1. August ging das hiesige Postgebäude in den Besitz ber Reichspost über. Der Kaufpreis beträgt 38 000 Mark. Das Gebäude wurde im Iahre 1900 von dem seitherigen Besitzer, Rentier K. Iöckel VL, errichtet und damals sogleich an die Post ver- n ab. lä „Ost er denn dort?" fragte sie erstaunt. Er nickte. „Beinahe jeden Abend," antwortete er ruhig. „Aber warum Verhafteft du ihn denn nicht gleich?" „Weil Loge A und ihr Geheimnis noch nicht aufgeklärt ist," sagte Larry, „aber ich glaube, ich werde das fertig bekommen." Am gleichen Abend trat Larry um acht Uhr in das Vestibül des Macready-Theaters. „Dr. Iudd, Sir?" sagte der Logenschließer. »3a, er ist in Loge A. Erwartet er Sie?" Larry nickte. Sergeant Harvey wollte ihn begleiten, aber Larry verabschiedete ihn. „Ich gehe lieber allein.“ Er ging schnell den Gang hinunter, blieb einen Augenblick vor der Loge A stehen, drehte den Türknopf herum und trat ein. Dr. Iudds Augen waren auf die Bühne gerichtet. Der Detektiv war stehen geblieben, um mit ihm zu sprechen, als etwas Warmes, Wolliges über seinen Kopf glitt. Es fühlte sich wie ein mit Wolle gefüllter Sack an und mußte mit irgendeiner Chemikalie getränkt sein, die ihm den Atem raubte und einen Augenblick völlig lähmte. Dann fühlte er, wie sich ein Strick straff um seinen Hals legte. Er riß den Revolver heraus, aber bevor er ihn benutzen konnte, traf ein scharfer Schlag feine Hand, und mit einem Schmerzensschrei, der durch den Wollsack erstickt wurde, ließ er die Waffe fallen. Ieder Atemzug erstickte ihn beinahe, er schlug wild um sich, seine Arme wurden von hinten ergriffen, und man warf ihn zu Boden. Undeutlich horte er die Stimme Dearborns. „Den Zerstäuber, Peter!" Das Mundstück einer Röhre preßte sich an seinem Kinn vorbei in den Sack, und etwas scharf Riechendes wurde unter feine Nasenlöcher gespritzt. Er versuchte noch einmal, sich aus den umklammernden Griffen zu befreien, aber ein Knie preßte sich in seinen Rücken, und er verlor das Bewußtsein. „Du bist wirklich ein Genie, David," sagte Dr. Iudd im Tone tiefster Bewunderung. „Aus die Minute abgepaßt und glänzend durchgeführt! Hervorragend, aller Iunge, ganz hervorragend!" „Mach die Tür auf und sich mal nach, Peter," sagte David, und der Doktor gehorchte. Der Gang war leer. Gerade gegenüber der Tür von Loge A war ein Vorhang an der Wand aufgehängt, hinter dem der Doktor verschwand. Ein Strom frischer Luft flutete herein, als er den Notausgang öffnete, der nach dem Hof führte, wo ein Wagen auf ihn wartete. Eine Minute später hatte David den Detektiv aufgehoben — mit einer Leichtigkeit, als ob er ein Kind in den Armen hätte —, ihn in das Innere der Limousine gelegt und selbst den Platz am Steuerrad eingenommen. Bald war er vor dem Hause in Chelsea und brachte den Wagen in einem kurzen Dogen bis Dicht an die verschlossenen Torflügel der überdachten Anfahrt. In dem massiven Tor befanden sich zwei runde Löcher, die mit den Enden zweier StaHlstangen korrespondierten, die dicht unterhalb der Scheinwerfer seines Wagens hervorragten. Langsam und geschickt brachte er das Auto den langsam abfallenden Weg hinaus, bis die beiden Stangen in die Löcher eindrangen. Dann trieb er den Wagen vorwärts. Ein leichtes Schnappen, und die Flügel öffneten sich. Der Wagen rollte durch das Tor, und als die Räder über eine querliegende bewegliche Plattform hinwegrollten, schlossen sie sich wieder. Gegenüber der Tür, die wie ein Fenster aus- sah, hielt David Iudd an, öffnete sie und trug Larry hinein. Die Treppe, die nach dem Keller führte, war erleuchtet, und die Tür stand offen. Er warf den Detektiv auf das Bett, nahm die Fußschelle auf und legte den Ring um Larrys Knöchel. Und dann erst nahm er den schweren Ledersack, der Larrys Kopf verhüllte, ab. Er roch betäubend nach Formalhyadin, und Iudd warf ihn in- das Badezimmer. Larrys Gesicht war purpurrot, und er sah aus wie jemand, der erwürgt worden war, aber als ihn die Nachtluft traf, begann er langsam und mühselig zu atmen. David beugte sich zu ihm hinab, fühlte seinen Puls, zog die Augenlider auf und lächelte. Leise ging er hinaus, schloß die beiden Türen hinter sich und blieb auf dem ersten Treppenabsatz stehen, um den Raum, den Sergeant Harvey den „Maschinensaal" getauft hatte, zu betreten. Er drückte einen Schalter herunter, und der elellrische Ventilator begann leise zu summen. (Fortsetzung folgt) Gerau arbeitete. Ein um stürzender, mit Oer Sternhimmel im August fallend ist. Am auch schon das D % • Verantwortlich für Politik: i. B. Ernst Blumschein. vor. ipie Grossmutter Gewürze 6515A WOLf NETTER & JACOBI*«« Am besten und billigsten 04876 kaufen Sie WWi M* ün b Vad - «anheim L8LL7"' |l/lm erledigt Ihnen alle vertraulichen Ange- Thermometer, ■ 1U 9 91 imh nretfimert. ___w w v w w d legenheuen diskret und preiswert. Gummiringe Ermittlungen. Beobachtungen. Gesuche, aller Systeme Beweismittel in Straf- u. Zivilprozefsen. Uawrl fi. Qnhn Kredit- und Hetratsauskünste auf,alle ,ICJU Beltersweg 18, S5J9Ä [5869D Platze der Wett. penschwarm der mentlich etwa in Sfern e : Meine ß(/ch~ jfab*n Wie Regenwasser so welch Wird hartes Leitungswasser durch_HenTto»Wasc h • ■und Bleichsoda. Geben Sie vor der Bereitung der Persillauge einige Handvoll Henko in den mit kaltem Wasser ge< füllten Waschkessel! Sie erhalten eine gut schäumende, waschkräftige Lauge und nutzen das Waschmittel voll ausl ben. Er hatte zwei schwere Schädelbrüche. Zwei Personen liegen noch in bedenklichem Zustande darnieder, die übrigen 10 sind außer Gefahr. WSR. 2. Aug. erlitt die Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg BERLIN W 15 * FINNENTROP W/E5TF Vertr.: E. Becher, Gießen, Damnwlr.43, Tel. 1190 schöner und länger erstrahlen. Don den übrigen Wandelsternen ist der Saturn noch einige Zeit nach Sonnenuntergang am Abendhimmel zu sehen, und die Venus leuchtet nach wie vor als Morgen- östlichen Himmel grüßt uns nun große Himmelsquadrat, das aus kochendem Wasser gefüllter Behäl- ter überflutete ihren Arbeitsplatz, so daß das Mädchen bis zu den Knien plötzlich in dem kochenden Wasser stand. Rur durch rasche Hilf« konnte ein noch schwereres ilnglüd vermieden werden. Sonnenaufgang von 4.20 bis 5.10 Uhr. — Sonnenuntergang von 19.50 bis 18.50 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 12. um 7 Uhr, Vollmond am 20. um 11 Uhr, 3. Viertel am 27. um 21 Uhr. Der Juli zeigte völlige Uebereinstimmung zwischen Sternhimmel und Erde: auf beiden herrschte Hochsommer; im August aber macht sich der Fortschritt der Jahreszeit am Himmel meist deutlicher bemerkbar als auf der Erde. Die Tage werden nun früher die Regentonne aufstelfte, um weiches Wasser zum Waschen zu haben? Regenwasser ist weich, es erhöht die Schaumkraft. des.Waschmittels. Erweitertes Schöffengericht Gießen. 1 Gießen, 31. 3uli. Ein Homöopath ist der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Er soll einen älteren Mann, der bei Beginn der Behandlung starkes Fieber zeigte, ohne nähere Untersuchung auf Grippe behandelt und eS unterlassen haben, rechtzeitig einen Arzt zuzuziehen. Die Beweisaufnahme ergibt, daß der Verstorbene schon Samstags starkes Fieber hatte, daß dieses sich Sonntags, als der Angeklagte die Behänd» lung übernahm, steigerte, und daß am folgenden Dienstag ein rostbrauner blutiger Auswurf bei dem Kranken auftrat. Obwohl dieser selbst und seine Frau die Zuziehung eines Arztes verlangten, ließ sich der Angeklagte erst am Donnerstag zur Herbeiholung eines Arztes herbei, da er, wie er sagte, den Kranken allein kurieren könne. Der Arzt wandte sofort die gebotenen Mittel, namentlich starke Herzmittel an. Aber trotzdem trat am folgenden Samstag der Tod ein. Die Sachverständigen, ein Universitätsprofessor und ein Amtsarzt, sind der Meinung, daß spätestens am Dienstag feststand, daß es sich um Lungenentzündung und nicht um Grippe handelte; mit hoher Wahrscheinlichkeit könne angenommen werden, daß bei zeitigem Eingreifen eines Arztes der Patient habe gerettet werden können. Der Staatsanwalt kennzeichnete die Gefahr des Kurpfuschertums und die Gemeingefährlichkeit des Verhaltens des Angeklagten. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an und sprach eine Gefängnis st rase von drei Monaten aus. Von der weiteren Anklage — Berkaus von nicht freigegebenen Arzneimitteln — wurde der Angeklagte freigesprochen. Zwei weitere Angeklagte sind der ihnen zur Last gelegten Urkundenfälschungen eines Wechselakzeptes bzw. einer Arbeitsbescheinigung geständig und werden unter Annahme mildernder Umstände zu zwei und einer Woche Gefängnis verurteilt. Auch die letzte Sache hat eine Reihe von Urkundenfälschungen in Tateinheit mit Betrügereien, deren sich ein Angeklagter schuldig gemacht hat, zum Gegenstand. Trotz Vorstrafen wegen gleicher Delikte werden dem Angeklagten mildernde Umstände bewilligt, und er zu sechs MonatenGefängnis verurteilt. Die ilnter- suchungshaft wird mit einem Monat und vier Tagen angerechnet. . Die drei letzten Fälle wurden vor dem Kleinen Schöffengericht verhandelt. Dir die 14 Stundenzahlen von Mitter- nacht Im Mitternacht rinn Tagt» ent* hakende Kreit und die dich Kuniberte Linie, der eogenannte Horizont, rind feit- stthend rudenJten. Der Sternhimmel dreht eich tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gtvsitier-maftm dem Zeiger der Himmeleuhr — m 13 Stunden und 56 Minuten im Sinne der gelogenen Pfeile einmal um leinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die tu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Manatrmitte eicht* lärm Sterne. Untere Karte zeigt also den Zurtand um Mitternacht der Monatemitte. Will man tu einer anderen Stunde beobachten, eo denke man eich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil eo gedreht, daß dieter auf die Beobachtung satunde zeigt: dadurch werden die zu" dieter Zeit eichtbarm Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin* eingedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil i/3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatemitte 1/3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der !Mond nimmt die gezeichneten Stelhtn- (gen ein, wenn er die angedeutete Licht- /gestalt zeigt. WSW fort letzten Regenfällen gut entwickelt. Die Zuckerfabrik Wetterau hat den Rübenbauern einen Mindestpreis von 1,50 Mk. gegen 1,35 Mk. im Vorjahre garantiert. Kreis Schotten. □ Laubach, 3. Aug. Wie wir meldeten, wurden bei dem Autounfall bei Gonters- kirchen vor acht Tagen 13 Personen verletzt. Von diesen ist gestern, Freitag mittag, der Weihbindermeister Friedrich Spuck gestor- (hingen wir neu den. Fettansatz im Sommer ist besonders lästig. Nehmen Sie dreimal täglich 2 blS 3Toluba-Kerne, die unschädliche, dabet wirksame, den Fettansatz reduzierende Stoße enthalten. Sie erhalten die echten Toluba-Kerne in Apotheken. ________s"60V mietet, die damit ihren Betrieb in nächste Rahe fos Bahnhofs verlegte, nachdem sie vorher ihre Amtsräume am Marktplatz, in dem jetzt dem Kaufmann Weiß gehörigen Hause gegenüber dem „Hotel Hirsch" inne hatte. — Kürzlich fand noch ein weiterer Besitzwechsel statt. Kaufmann Wilhelm Alb ach von Linfonstruth er« tvarb das in der Marktgasse gelegene, frühere Geschäftshaus des Spengler» und Jknstallations- ir.eisters Jakob B o n - E i f f zum Preise von 14 500 Mark. Der Käufer hatte es seither schon pachtweise zum Betrieb eines Zigarren- und Tabakgeschäftes inne. F Steinheim, 2. Aug. Mit Beginn dieses Monats trat unser Lehrer Bersch in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat rund 40 Jahre im Schuldienst gestanden. Dreiviertel dieser Zeit war er in dem benachbarten Rodheim tätig, wo er den oft überfüllten einklassigen Schulbetrieb mit viel Fleiß und Mühe in bester Weise meisterte. Ausgezeichnet mit einem großen Maße pädagogischer Fähigkeiten verstand er es, nicht nur seinen Schülern die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten beizubringen, sondern er betonte in Schule und Fortbildungsschule immer und immer wieder den hohen Wert der idealen Güter dieser Welt. In Verfolg diese« Erziehungszieles widmete er sich der freien Dolksbildungs- arbeit und gründete an seinem ersten Amtsort einen Dolksbildungsverein und legte so den Grundstein zu der nun auf über 700 Bände angewachsenen Ortsbücherei. Hier in Steinheim erwarb er sich besondere Verdienste um den Ausbau der Fortbildungsschule sowohl für die Knaben als auch die Mädchen. Durch Zusammenarbeit mit einem verständnisvollen, weitschauen- den Ortsoberhaupt ist hier für die Ausbildung der fortbildungsschulpflichtigen Jugend vortrefflich gesorgt. Seine freie Zeit benutzte Lehrer Bersch zum Studium der Pflanzenwelt, so daß et in der Lage ist, alle in unserer engeren Heimat vorkommenfon Gewächse dem Rainen nach zu bestimmen. Während seiner 40jährigen Amtszeit hat er auch den Organistendienst des Kirchspiels Rodheim versehen. Eine ihm aus Anlaß seines Ausscheidens aus dem Schuldienst zu- gesachte Ehrung lehnte der alte Herr bescheiden ab. So sehen zwei Generationen mit Dankbarkeit zu ihrem Lehrer auf und wünschen ihm einen gesegneten Lebensabend. Kreis Büdingen. * Berstadt, 2. Aug. Die Zifferblätter der hiesigen Kirchenuhr wurden frisch gestrichen und neu vergoldet, nachdem vorher das Geläut vervollständigt worden war. Run hat sich herausgestellt, daß auch das Schiefer- dach an vielen Stellen schadhaft war und der Hahn mit dem Knopf infolge der Witterungs- einslüsse Fehler aufwies. In diesen Tagen nun wurde die Ausbesserung und Vergoldung des Wetterhahnes vorgenommen und das Kirchendach renoviert. — Die Preise für Frühkartoffeln sind in den letzten Tagen stark zurückgegangen. Gegenwärtig werden für den Zentner noch 3,60 Mk. bezahlt. Der Ertrag ist gut. Dabei werden dicke und gesunde Knollen geerntet. Korn und Gerste sind bereits geerntet. Die kurze Pause bis zum Schnitt des Weizens benutzen die Landwirte zur Abfuhr des Mistes. Die Hackfrüchte stehen sehr gut, besonders die in den letzten Jahren vermehrt zum Anbau gekommenen Zuckerrüben haben sich nach Starkenburg. R a u h e i m (Kreis Groß-Gerau), Schwere Brandverletzungen C. RUbsamen, Gießen 1'crnBDrecher 1659. J303D •>*t-4Qnne VIT/erfo/ (t) Voffmonri d SJßarfnJ schon sehr merklich kürzer; gegen Ende des Monats ist es „nach dem Abendessen" schon stichdunkle Nacht, und das. immer prächtigere Hervortreten der Milchstraße zeigt uns das Herannahen des Herbstes. Daß am Nordosthimmel in später Abendstunde bereits die Wintersternbilder Heraufziehen, wird uns dieses Jahr durch den hell leuchtenden Jupiter besonders deutlich gemacht, der dort steht und auch bei flüchtigem Blick auf den Himmel unmöglich übersehen werden kann. Er steht im Win- tersternbilde des Stiers, zunächst in der Nähe der Linie Aldebaran—Plejaden, dann links von ihr. Zu Beginn des Monats wird etwa um JDHtter- nacht sichtbar, gegen Ende schon etwa 2 Stunden früher. In den folgenden Monaten wird er immer Grau- und Weiß-Stück von bester Qualität und größter Ergiebigkeit xu billlgstemPreis KLEINMELKER Westfalin OHNE ROHRLEITUNGOHNE MONTAGE RAMESOHLU.SCHMIDTA-G OELDEiX 18jährige Anna Schad von hier, die in der Konservenfabrik Helvetia in Groh- ftern. Vom Fixsternhimmel ist zunächst der Sternschup- Perseiden zu bemerken, der naher Zeit vom 8. bis 10. sehr auf- Zur WeiiMtaiti empfehle ich Korbflaschen in allen Größen Weinhefen Gärröhren Korke Abfüllschläuche ferner: 4 zumEinmadieii Weinessig (20° / oWeiu enth.) Irischer Transport Gwße Auswahl Lrmeiänder ü. osipreMchllMeiispserde leichte, mittlere und schweren Schlages, stehen ab Montag, 5. August In unseren Stallungen gegenüber vom Biebertalbahnhof zum lommisstons- weisen Verkauf und Tausch. esosv Sebr. Isenberg / Tel-2312 sen. "eken. l> der 45 M’Ä“ 3u. 'er S^ÄMaf- !>os CEBohf x ,l Liebe iW i n'g 80 errichten ich hie A». V?. bvni SÄ ^russtätigleit einen W seiner Familie >er Demeinderat Angen Sitzung mit ^Voranschlags. Ordnung stellte &>. -ag. ein von der Frei- Wenes Schreiben mit .79t Bürgermeister bie Derfasfungsfeier stellt Hildebrand l. da er nach seine» n kann, weil immer >rik vorgesehen seien, würden, anstatt dem rerden, worüber dann n könne. Dei Fest- nlage wird säst der l durchgesprochen und keinem Ziel kommen, Änderungen nach der »inforüte nicht berück- Aussprache erfordert ei, die laut Befchluh September ausgehoben langt in allen Sachen die vom Gemeinderat \gt öurchge,führt wer- für bie txrf&ebenen Gemeinderat Krei- da es nunmehr aus- 15 fertig zu beraten, rag, die Sitzung zu zt diesen Antrag da- die vom Gemeinderat l Änderungsvorschläge Gemeindevertreter zu- )erat in der nächsten 5. August festgesetzt Voranschlag abstimmen 1 luqeflimmt Die wer- nkie - Polizeidiener-, wärterbefehung, sowie Msfeckommission - itag erledigt werden. , 2lm l. August gmg )e in den«H svreis betragt 38 ow ntierK-2°ckelVst ich an dm Post vn blaue Drell-Anzüge bei Moritz Köhler,Giefaen SSSffiH einem Andromedastern und drei Pegasussternen besteht. Dieses Himmelsquadrat ist deshalb so bemerkenswert, weil feine linke Seite etwa um sich selbst verlängert in die Nähe des Frühlingspunk- tes führt, eines Punktes, der sich zwar am Himmel nicht besonders sichtbar macht, aber aus den verschiedensten Gründen doch recht wichtig ist. Die rechte Quadratseite führt in weiterer Verlängerung auf den Stern Fomalhaut, den südlichsten bei uns sichtbaren Fixstern, der jetzt in später Abendstunde zu sehen ist. Weiterhin sehen wir unter dem rechten Ende des Pegasus das Sternbild des Wassermanns, das zu den Tierkreissternbildern gehört. Namentlich zwei seiner Sterne treten deutlich her- Küstermann. W Speri"holz q in Siebe, ©aboon u. 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Wenn gegenwärtig die Beschäftigung im Baugewerbe einen niedrigeren Stand gegenüber der gleichen Zeit der Jahre 1927 und 1928 aufweist (um 5 bzw. 2.5 Prozent geringer), so ist dies in der Hauptsache durch eine starke Verminderung der gewerblichen und öffentlichen Bautätigkeit bedingt. Dagegen ist die Produktionsleistung des Wohnungsbaus im bisherigen Verlauf des Jahres kaum hinter der der gleichen Zeit des Vorjahres zurückgeblieben und die Zahl der im Jahre 1929 fcrtiggestellten Wohnungen dürfte die des Jahres 1928 erreichen. Im gewerblichen Bau sind zwar die Bauvollendun- gcn etwas höher (1,9 Prozent), doch sind die Baubeginne sowohl der Zahl als auch dem Bauvolumen nach stark gesunken (um 12,3 bzw. 26,6 Prozent). Alles in allem dürfte die Arbeitsleistung im gewerblichen Hochbau in der ersten Hälfte der Bausaison um mehr a l s 10 Prozent geringer sein, als in der gleichen Zeit des Borjahres. Roch stärker ist die Beeinträchtigung bei den Bauplanungen, die erteilte Boucrlaubnisse in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres sind um rund 30 Prozent geringer. 2m öffentlichen Bau beeinträchtigte die gespannte Finanzlage der öffentlichen Körperschaften die Bautätigkeit. Der Gesamtabsah an Baustoffen dürfte entsprechend dieser Entwicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres um 10 bis 15 Prozent unter der Dor- jahrshöhc liegen, wobei zu berücksichtigen ist, daß gegenwärtig der saisonmähige Höhepunkt des Baustossabsahes bereits erreicht ist. Die Beeinträchtigung des gewerblichen und öffentlichen Baues sowie die Finanzschwierigkeiten für Wohnbauten lassen es fraglich erscheinen, ob in diesem Jahre der Baustoffabsah den vorjährigen Umfang erreichen kann. Der Zugang an langfristigen Mitteln für den Wohnungsbau war etwas geringer als im ersten Halbjahr 1928, nämlich 1525 Millionen Mark gegen 1625. Wenn bisher die für den Wohnungsbau aufgebrachten Mittel nur wenig hinter dem vorjährigen Betrag zurückgeblieben sind, so war dies nur dadurch möglich, daß die Geldinstitute einen erhöhten Teil ihrer Gesamt- ausleihungen dem Wohnungsbau zugeleitet haben. Der Anteil der städtischen Hypotheken- und Kommunaldarlchcn am gesamten langfristigen Kredit Hot sich weiter stark erhöht. Es hat sich in den Finanzierungsquellen eine bedeutsame Umschichtung vollzogen, indem nämlich die Sparkassen entgegen den Erwartungen als Kreditgeber stärker hcrvorgetreten sind und mindestens etwa 100 Millionen Mark mehr Wohnung s b a u h y p o t h e k e n als in der entsprechenden Zeit des Borjahrcs ousgeschüttet haben. Wochenbericht oom Frankfurter Effektenmarkt. In der neuen Derichtswoche bot das Aussehen der Börse wieder ein t r o st l o s e s Bild. Der bevorstehende Liquidationstag legte derSpe- kulativn große Zurückhaltung auf, und verein- ze'te günstige Momente konnten sich nicht aus- | Wirten. Der a ngespannlere Geldmarkt, die Einstimmigkeit über den Derhandlungsvrt der schon in aller Bälde stattfindenden Regierungs- lonserenz, die zumeist schwächeren Auslandbörsen und die großen Goldabslüsse der Bank von England an Frankreich und Deutschland drückten merklich auf die Stimmung. Das Geschäft be» wegte sich in den denkbar engsten Grenzen und stagnierte fast vollkommen, da die Beteiligung des Auslands sowie der Dankkundschaft wieder fehlte, was der Börse eine Stühe hätte bieten können. Dazwischen kam noch die zweitägige Anierbrechung des Geschäftes, wodurch sich die Dör'enbesucher noch weniger geneigt zeigten, irgendwelche Engagements ernzugehen. Doch nahm die Haltung ein etwas freundlicheres Aussehen an; der Rücktritt des Ministers Poincare löste aber eine gewisse Besriedigung aus. und zwar insofern, da man aus diesem Grunde hofft. B r i a n d werde eine größere Handlungsfreiheit besitzen. Doch neigte die Stimmung bald wieder nach unten, man vertrat die Ansicht, daß durch die Reubildung des französischen Kabinetts, die doch sicher längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, der auf den 6. August festgesetzte Der- Handlungsbeginn nicht eingehakten werden könne. Auch einzelne nachteilige Momente traten jetzt wieder stärker hervor unö trugen zu einer erheblichen Dcrschlechterung der Tendenz bei. Die Goldabflüsse der Bank von England, wodurch wieder Diskontcrhöhungsbc- fürchtungen auftauchten, der Rückgang der Ruhrkohlenförderung, die Rede Snowdens im llnterhause über den Doungplan, dies waren vor allem die nachteilig empfundenen Gründe. Bei der immer mehr um sich greifenden Abwärtsbewegung unternahm auch wieder die Baissepartei einen Borstoh, der jedoch nie besonders an Ausdehnung gewinnen konnte, da der Grundton der Börse eine gewisse Widerstandskraft zumeist immer behielt. Die Spekulation schritt aber doch infolge der sich auch hier bemerkbar machenden schlechteren Geldmarktverhältnisse zu Abgaben, zum Teil sogar zu Angstverkäufen. Als jedoch weitere Exekutionen ausblieben, schlug die Tendenz um, und es war eine allgemeine Befestigung zu erkennen. Das Rachlassen der Goldabflüsse der Dank von England, wodurch di.e Mutmaßungen einer Diskonterhöhung an Bedeutung verloren, und die daraufhin eingetretene Erholung des Sterlingskurses gaben der Börse einen starken Anreiz. Die Spekulation bekundete jetzt wieder lebhafteres Deckungsbedürfnis; auch hält man den 111- timo für überstanden. Es machte sich verschiedentlich Interesse von Ausland- und anderen Kreisen bemerkbar, so daß sich das Geschäft reger gestalten konnte. Aber nur Spezialwerte konnten in erster Linie hiervon profitieren. Die Rebenmärlte lagen weiter still. Besondere Rachfrage bestand siir Montan- und Elektropapiere. Die in dieser Woche eingetretenen Berluste konnten nicht immer aufgeholt werden; denn der Repo-rtgeld auf schlag muß berücksichtigt werden. Die Kurse lagen eher noch unter dem Riveau der' vergangenen Woche. Besonders schwach waren wieder Glanz st offaktien mit minus 12 Prozent. S iemens lagen 5Prozent, K a l i w e r t e bis 7 Prozent, Berliner Handelsgesellschaft 4 Prozent. Licht & Kraft, Deutsche Erdöl, Stahlverein. Schuckert und AEG. bis 2 Prozent niedriger. Don internationalen Aktien konnten dagegen Svenska 5 Mark gewinnen. Aber auch Zellstoff Wald Hof. Schiffahrt s- popiere, Ilse Bergbau, Harpener und Rheinische Braunkohlen waren gesuchter und fester. Bei letzteren muß der Dividendeabschlag berücksichtigt werden. Besonders erwähnenswert waren Mansfelder, die 5 Prozent höher lagen. Die übrigen Märkte waren gehalten. Zum Schluß der Woche war die Stimmung weiter recht freundlich, vor allem stimulierte der unverändert belassene Diskontsatz der Dank von England. Das Geschäft nahm in Spezialwerten recht lebhafte Formen an, da eintreffende Auslandorders mitbestimmend waren. Aus dem Rahmen traten vor allem am Elektromarkt Elektrische Lieferungen; man vermutet hier die Einbeziehung dieses Unternehmens in den Jnteressenkreis der General Electric, und dieses Papier gewann bei sprunghaften Steigerungen 14 Prozent. Auch die übrigen Elektrowerte konnten hiervon gewinnen. Rur AEG. hatten hierunter zü leiden und lagen auf Tauschoperattoncn eher etwas vernachlässigt. Etwas mehr in den Vordergrund rückten noch Montanwerte. Es traten im allgemeinen weitere Besserungen bis zu 3 Prozent ein. Renten schlossen sich der allgemeinen Bewegung ebenfalls an. Am Geldmarkt war Tagesgeld nach vorübergehendem Mangel wieder angeboten und leichter. Am Devisenmarkt konnte sich das Pfund erholen, sonst waren hier Donderbewegungen nicht aufzuweisen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Arn P rodelt enmarkt war in dieser Woche das Geschäft wieder stiller, da kaum Anregungen Vorlagen. Die Tendenz neigte zumeist eher zur Schwäche, da die niedrigeren Auslandmeldungen ungünstige Aufnahme fanden. Inland- an gebot war zur Genüge vorhanden, die Provinz muhte mit ihren Forderungen nachgeben. und erst auf dem ermäßigten Riveau kamen Umsätze zustande. Weizen wurde immer noch nicht notiert. Roggen war gesuchter. Das Angebot blieb hierin klein. Am Mehlmarkt wurde Weizen- und Rvggenmehl gegen Ende der Woche lebhafter begehrt. Besonders Weizenmehl konnte sich träftig erholen. Am Futtermittel markt lagen Mais für Futtermittel und Weizen- und Rogge n k l e i e vrnachlässigt und schwächer. Bis zum Wochenschluh wurde die Stimmung auf höhere Auslandnotierungen wieder freundlicher, und es konnte sich eine allgemeine Befestigung durchsetzen. Rur der Futtermittelmarkt blieb gedrückt. Im Dergleich mit den Rotierungen der vorigen Woche zogen Roggen eine viertel Mark, Weizenmehle je dreiviertel Mark und Roggen» m e h l eine halbe Mark an. Weizen- und Roggenkleie gaben je eine viertel Mark, und Mais eine halbe Mark nach. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Roggen 22,50, Hafer (inländischer) 22,75 bis 23, Mais 22,25, Weizenmehl 39,25 bis 42,50, niederrheinisches 39.25 bis 42,50. Roggenmehl 31,25 bis 32,25, Weizenkleie 11 und Roggenkleie 12,50. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. 3n dieser Woche entwickelte sich am Frankfurter Sch^ichtviehmarkt recht lebhaftes Geschäft. Der Grund war aber in erster 2i» nie in dem sehr geringen Auftrieb zu suchen. Die Preise schnellten an allen Märkten sprunghaft in die Höhe. Besonders Schweine, aber auch Rinder waren schon nach ganz kurzer Zeit ausverkauft und im Preise beträchtlich erhöht. Am Rebenmarkt lieh dagegen das Geschäft am Anfang wieder nach, da im Gegensatz zu den sonstigen Rebenmärkten beträchtlich mehr Bieh angetrieben war. Die Preise erfuh- ren auch selbstverständlich einen ganz empfindlichen Abschlag. In Kälbern und Schafen blieb das Geschäft unverändert rege, doch blieb bei ersteren ein Rückgang der Preise nicht aus. der Gesarntauftrreb bestand aus 1032 Rindern, darunter befanden sich 145 Ochsen, 58 Dullen, 432 Kühe, 186 Färsen, ferner 1660 Kälber, 224 Schafen und 4215 Schweinen. 3m Vergleich mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 820 Rinder und 670 Schweine weniger angetrieben, während 87 Kälber und 75 Schafe mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 62 bis 65, 11 56 bis 61, 6 I 50 bis 55, Dullen A 55 bis 59, B 50 bis 54, Kühe A 51 bis 54, B 45 bis 50, C 38 bis 44, Färsen A 62 bis 66, B 56 bis 61, C 50 bis 55, Kälber B 73 bis 77, C 68 bis 72, D 60 bis 67, Schafe A I 50 bis 59, B 42 bis 49, Schweine B 86 bis 90, C 87 bis 91, D 87 bis 91, E 84 bis 88. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder bis zu 7 Mark, Kälber bis zu 2 Mark und Schweine bis zu 6 Mark teurer. * 8,19 Milliarden Sparkasseneinlagen im Deutschen Reich. Ende 3uni beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 8190,1 Mill. Mk. gegen 7998,9 Mill. Mt. Ende Mai 1929. Der Derichtsrnonat weift mithin einen Zuwachs von 191,2 Mill. Mk. auf. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 631,2 Mill. ME (davon aus Aufwertung 123,9 Mill. Mk. und aus Zinsgutschriften 2.5 Mill. Mk.). und die Auszahlungen 440,0 Mill. Mk. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Depositeneinlagen stellten sich Ende 3uni auf 1384,4 Mill. Mk. gegen 1418,1 Will. Mk. Ende Mai. * Konkurs des Franks urter Dankhauses Gustav Wolff & Co. äleber das Vermögen der kleinen, vor kurzem zahlungsunfähig gewordenen Dankfirma Gustav Wolf & Co., Frankfurt a. M., ist das Konkursverfahren eröffnet worden, da ein Vergleich mit den Gläubigern nicht herbeigeführt werden konnte. Der Fall ist für die Frankfurter Dorfe ganz ohne Bedeutung. * DieWeinernteaussichten inRHein- Hessen. Bis jetzt ist das Auftreten von Pero- nospora und Oidium in Rheinhessen zwar erfolgt, aber die Witterung begünstigte die Ausbreitung dieser Krankheiten nicht, und die Bekämpfung wurde in der besten Weise durchgeführt. An einzelnen Stellen wird freilich ein stärkeres Auftreten der Peronospora gemeldet. 3m allgemeinen stehen die Reben günstig, sie weisen viel Laub und einen schönen Behang auf. Rur dort, wo der Winterfrost geschadet hat. ist die Situation wesentlich ungünstiger. Viel« Reben sind in letzter Zeit gelb geworden und in der Entwicklung zurückgeblieben. Dringt der August noch die erforderliche Hitze, die zum Durchreisen der Trauben nötig ist, so ist mit einer einigermaßen erträglichen Ernte zu rechnen. • Rumän ischer Lokomolivaustraa 1 ür Deutschland. Wie WTD.-Handelsdienst auf Anfrage von beteiligter Seite hört, ist ein Auftrag auf Lieferung von rund 100 Lokomotiven für die rumänische Staatsbahn gegen starken ausländischen Wettbewerb nach Deutschland an ein unter Führung der A.C.G. stehendes Konsortium gefallen. • Das Abkommen der A. E. G. mit der 3ntcrnational General (Electric C o. Zwecks Derteisung der Zusammenarbeit A. E. G. - 3nternational General Electric Company wird diese auf Grund eines Abkommens 30 Millionen Reichsmark Stammaktien der 2L E. G. zum Kurse von 200 Prozent erwerben. Gin Teil dieser Aktien soll durch Erhöhung des Aktienkapitals der A E. G. um bis zu 23,75 Millionen Reichsmark beschafft werden, der andere Teil aus den in Stammaktien umzuwandelnden Dorzugsaktien der A. E. G. im Gesamtbeträge von 36,25 Millionen Reichsmark. Bon diesen, durch Umtausch der Vorzugsaktien geschafsenen Stammaktien sollen die bisherigen Vorzugsaktionäre 50 Prozent auf ihren Rennbettag an Vorzugsaktien zuzüglich einer Barentschädigung von 120 Reichsmark erhalten für je 600 Reichsmark nominell Vorzugsaktien. Der Plan der in Aussicht genommenen weitergehenden Zusammenarbeit umfaßt alle Teile der Welt und bezweckt vor allem eine Verstärkung der freundschaftlichen Beziehungen zu den nationalen Starkstromfabrikattonsunternehmungen in den Hauptindustrieländern Europas, die yrit beiden Konzernen im Vertragsverhältnis stehen. frankfurter Abcudbörse. Frankfurt a. M., 2. Aug. An der Abendbörso blieb die Stimmung freundlich, wobei sich das Interesse weiter auf den Elektromarkt konzentrierte. A.E.G., die gegen den Berliner Schluß c twas niedriger einsetzten, später aber wieder anAogen, standen wieder im Mittelpunkt des Geschäftes, trotzdem über das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung der A.E.G. noch nichts bekannt war. Etwas lebhafter gefragt und fester waren ferner Schuckert und Chadeaktien. Auch J.-G.-Farben konnten leicht anziehen. Im Freiverkehr waren Kaliwerte auf die Einigung Wintershall-Burbach weiter gesucht, Kali- Industrie 235 Geld, Bürbach 215 Geld. Die übrigen Märkte lagen bei wenig veränderten Kursen fast geschäftslos. Gegen Schluß, als die Abmachungen zwischen A.E.G. und General Electric bekannt wurden, verstärkte sich die Nachfrage nach A.E.G. Abi. Schuld 10,50, Barmer Bank 127,50, Commerzbank 184,25, Danatbank 277, Diskonto 154,75, Neichsbank 314, Buderus 76, Gelsenkirchen 136, Harpener 145,50, Aschersleben 237, Westeregeln 243, Mannesmann 120,25, Mansfeld 139, Phönix 104,75, Rheinische Braunkohlen 284,50, Rheinstahl 126, Stahlverein 112, A.E.G. 201,50, Bergmann 231. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Kommunistenverhastungen in Hamburg Hamburg, 2. Aug. (DTB. Funkspruch.) 3m Zusammenhang mit den gestrigen k o m m u ni st i - scheu Demonstrationen nahm die Polizei im Laufe der Rächt eine größere Anzahl von Leuten fest. 2 2 Personen werden dem Gericht zugeführt. Neuer Rekord der „Bremen". Bremen, 2. Aug. (DTB. Funkspruch.) Die „Bremen“ hat für die Rückfahrt von R e u - york nach Bremerhaven 4 Tage und 17 i Stunden gebraucht. Das ist für diese Richtung ein neuer Rekord. Zur Begrüßung der „Bremen“ nach glücklicher Fahrt hatten sich Vertreter der Reichsregierung und des Bremer Senats nach Bremerhaven begeben. Auf der Kommandobrücke waren Kapitän. Offiziere, Ingenieure und eine Deputation der Mannschaft der „Bremen“ versammelt. Bei den Begrüßungsansprachen wurde der neue Rekord, die Erwerbung des „Blauen Bandes“, erwähnt. Der Dank Bremens und ganz Deutschlands sei den Erbauern, dem Führer des Schiffes und allen am Bau des Riefendampfers Beteiligten sicher. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Berlin, 2- August >traut)an a. der.tn Datum 1.8. 109,5 393 394 156,25 54,5 51 55 65,75 123,5 123,75 122 117 Banknoten. 239.5 158 Schluv Sitte 220 152,5 90.5 207,25 222 150,4 10 , 8 10 12 12 18 14 12 12 299,5 239,5 392 305 239 155,5 109,13 195,75 51,75 54,65 50,5 201 8 0 0 6 10 , 0 . 5 , 6 . 0 . 6 11 . 0 220 150,75 54,75 64 301,5 239,5 394 305 238,75 156,25 108,65 195,5 53,4 54 205,5 24 90.9 207 Amft-.Nott. Buen.-Aires Brss.-Antw- Cbristiania - Kopenhagen Stockholm . Helnngfors. S chlu&- Rur. Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. UL Telegraphische Auszahlung. Network . . Paris.... Schweiz .. Spanien. . Japan - - . >Hio de Jan. Wen in D-« £et- abgest. . 8 . 8 10 . 8 . 8 10 . 8 . 8 Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . . Französische Noten..... Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Skaten Deutsch Lestrrr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten . Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... -I 50 I .vrant'un a.'.'.u. | Merlin 18- 70975" Geld 16,46 167,68 21,98 111,40 59,055 2,47 112,03 80,65 61,03 12,385 72,90 Philwo Holzmann .... Heidelberger Cement . - Gement Karlstadt Waytz & Freitag Schultheis Patzenhoser . . . Cftaerte......... Ser. Glanzstoss Bemberg goss Waldhos oh Aschaffenburg . . . ottenburger Wasser . . Dessauer Gas....... Daimler Motoren Deutsche Maschinen-Fadrst . Adlerwerte Klever..... Ludw. Rat. Automobil ..... Crenftcin 4 Koppel . . . . Leonhard Tietz . . . . . • Bamag-Meauin...... Franks. Maschinen Gritzner..... . . . aenftaebt...... ......... Lechwerie. Mainlrasiwerke...... Miag........... Nelmsulmer....... Peters Union ...... Gebr. Roeder....... Boigt» Haessner..... Südd- Zucker....... LM-utzl. Abend- bdne 2-8. 109 134 Brief 16,52 168,36 22,06 111,84 59,295 2,49 112,47 80,97 61,27 12,445 73,20 Schlugt. Mittag. bdne 2 8- 109 Frank,urt u. ?j<. L« » < >- Schluß- Kur: Schluß!. Abend bör-r Schlup Kurt Schlutzl Mittag- b6rle_ Datum 1.8. 2-8. 1.8. 2 8. 5% Dt. Retchsanleche u. • • Dt. Anl.-Ablös.Schuld mit 8ÜtS- 87,35 51,1 87,25 — 87,25 los.-Reckiten 51 51 51 Desal. ohne AuSlos.-Rechte . . - 7% Franks. H»p-Bk. Goldpf. un- 10,275 10,3 10,38 10,4 lUriDDul DU» 1JO6« • • • *y2% Rheinische Hyp.-Bank Ligu.- _ A-E.G- abg. Borkriegs-Obligation., 4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . . — — — — 4% Lesterreichische Goldrte.. . - — — — — 2,35 2,35 4,2U/o 8-'C|icri. cuuituv. . • 4% Oesterreich, einheitl. utte. . - 1,925 1,925 — 1,920 22,8 22,75 22,9 23 4,0 ungan,u)e vyuium.. - - 4% Ungarische Siaatsr. v. 1910 . 19,9 19,9 20 4*2/0 vevgl. von * Ungarische Kronenrie..... 1,85 1,8 1,85 — 4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . - 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie ............ 4°L desgl. Serie 1l. ... - - - 7,525 171 7,9 7,7 7,5 7,65 7,7 7,7 7,5 7,65 7,6 777 4% Rumänen convert. Rte. . - - — — — 4.168 4,188 58,32 58,56 111.40 111,84 Erratische Noten. » » ». 20,31 20,39 Wandern und Reisen Bäder und Sommerfrischen. der, auch er ein Versieht. Den Höhepunkt überall nach dem Rechten Stunde, da er beim Rom vor dem Quar- Und doch formt sich — spricht man nur das Wort aus — vor dem geistigen Auge unbewußt stets dasselbe Bild: die deutsche Landschaft, das ist Wald oder Wiese oder Feld, ein Bach oder Hügel um schindelgedeckte Häuschen, scheckige Kühe und ein rauschendes Wehr. Ob rotglühende Buchen, die dunkle Kulisse eines Tannenwaldes, jungfräuliche Birken oder ein Streifen Ackerlandes den Horizont abschließt — nein, das ist alles nicht das Entscheidende. Wesentlich sind Farbe und Ton dieser Landschaft: Satte, einfache Farben, unvermittelt nebeneinandergesetzt, viel grün, viel gelb, und ein starker Ton, der hart abklingt und toll ausschwingt-, robust, von einer ganz unproblematischen Einfachheit, sehr jung, sehr offen, immer lächelnd, breitflächig und sauber gewaschen ist dies Gesicht, helle Lichter tanzen darüber hin, und wenn ein Schatten darauf fällt, so keineswegs der einer geheimen Krankheit, sondern die unkomplizierte Trauer einer gesunden Natur, die zwischen Lachen und Weinen keine differenzierte Stimmung kennt. des wolkenverhangenen Tages ihr innerstes Wesen frei entfalten kann. Träume und Erinnerungen quellen auf, werfen große Blasen in den Rinnsalen der Felder, die Grenzen der Wirklichkeit verschwimmen — es ist kein rechter Genuß, teilzuhaben an diesem Leben, aber man kostet es mit bitterem Behagen aus. Musik, schweigen sie, schwingt Musik in ihnen und immer wieder Musik... älnd wie leuchten alle Farben unter diesem Himmel und an diesem Meer! (Zeder trägt auf seine Art bei zu der einzigartigen Farbensymphonie, die in der Glut der südlichen Sonne hier Tag für Tag aufs neue entbrennt. Wo in der Welt sind die Blusen der Dootsmänner so phantastisch purpurrot, wo strahlen die Badeanzüge, die Bademäntel, die Pyjamas in solchem Reichtum ihrer vielfältigen Färbung? Still gleiten hinter dem unruchvollen Treiben des Strandes die ockerbraunen und schneeweißen Segel der Fischerboote dahin, bis weilen schwenkt ein großer Dampfer seine Rauchfahne. lieber alles hinweg lächeln Himmel und Meer in allen Tönen von Blau, Grün und Gold! lichen Ausbruch der Leidenschaften nicht gewachsen, stürzt man bitterselig in ein Chaos widerstreitender Gefühle. * Der Regen, in der Campagna, im Hochgebirge, an den Küsten des nördlichen Meeres nur störendes Element, gibt der deutschen Landschaft erst die Folie, vor der sie in dem ungewissen Dämmer In den Watten. Von Else Frobenius. Weit und hell spannt sich der Sonnenhimmel über die blaue Rordsee. Man ist in eine Fülle von Licht getaucht, daß man geblendet die Augen schließen muß. Grell leuchtet der weihe Strand, auf dem die Kinder ihre Burgen bauen und die Erwachsenen wohlig im Sande ruhen. Wie glitzerndes Metall schillern die Watten, Don denen bei eintretender Ebbe die See langsam zurückweicht. einzelne Wasserlachen hinterlassend. die wie silberne Spiegel blinken. Die feuchte Fläche übt eine unwiderstehliche Lockung aus. Mit Geschrei und Hauchzen wird sie von den Kindern gestürmt. Bald ist sie von nacktbeinigem Gewimmel belebt. Wie ein Kranz umrahmen die Friesischen Inseln die Küste der Rordsee, die Ostfriestschen von der Ems bis zur Wesermündung, die Rord- friesischen an der Küste Schleswig-Holsteins. Zwischen ihnen und dem Festlande breitet sich das flache Wattenmeer, von Tiefen oder Wattströmen durchzogen. In diesen hält sich das Wasser auch zur Ebbezeit: die Watten aber werden täglich auf größere Strecken wasserfrei. Lebensformen und Zeiteinteilung der Badegäste passen sich diesem Phänomen an. Dampferfahrten vom Festlande nach Wangerooge. Spiekeroog. Rorderneh können nur während der Flutstun- dcn unternommen werden. Schlaflose Leute suchen „Wattwohnungen", die den Stürmen der offenen See nicht ausgesetzt sind und milde Luft nebst Ruhe bieten. Das „Wattenlaufen", der Spaziergang auf dem feuchten Meeresboden, gilt für außerordentlich gesund, besonders bei Erkrankungen der Luftwege und Störungen im Blutkreislauf. Rur im Rordseebad Büsum, an einer vorspringenden Landspitze Dithmarschens in Holstein, ist eine Verbindung der Seebäder mit dem Wattenlaufcn möglich. Darum hat es sich dort zu einer Art Sport entwickelt. Alm Mittagszeit, wenn die Flut zurückweicht, marschiert schon seit 30 Iahren zwei bis drei Mal in der Woche die Kurkapelle mit klingendem Spiel nacktbeinig hinaus auf die Watten. Die Kurgäste folgen: einige in Badeanzügen, andere in full dress, aber ohne Strümpfe und Schuhe, alt und jung, groß und klein in buntem Gemisch. Voran der wohlbeleibte, immer fröhliche „Onkel Pelle", ein populärer Berliner Badegast. Mit Deutsche Landschaft im Regen. Von Leo Lama. Nachdruck verboten. Die deutsche Landschaft — ja, gibt es denn überhaupt den einen gemeinsamen Zug, der ihr Gesicht bestimmt und ihm das besondere Gepräge oer- leiht? Ist ihr Wesen nicht vielmehr gerade durch die Vielfalt ihrer Formen und Aeußerungen ausgezeichnet, die jedes Bemühen, etwa die Landschaft Pommerns, Bayerns und des Rheins auf eine gemeinsame Formel zu bringen, eitel erscheinen lassen muß? Man kann von einer griechischen, italienischen, ja selbst von der russischen Landschaft sprechen, die doch wahrlich des Vielfältigen und Widersprechenden genug zeigt, kaum von der deutschen. seines Lebens bildet jene denkwürdigen Marsch nach ------ tier Mussolinis Wache halten durfte: „Pnmo d duce, poi la luce!“ (Erst der Duce, dann das Licht!) Ich werde nie den Augenblick vergessen, wo mir dieser wackere Mann die Inschrift des neyen 20-Lire-Stückes zeigte: „Miglior vivere uno giorno da leone ehe centi anni da pecora!“ (Besser einen Tag als Löwe leben, als hundert Jahre als Schaf!) Man halte sich einmal die Kühnheit vor, die darin liegt, einen solchen Ausspruch buchstäblich zur alltäglichen Münze zu machen! Aber dieses Volk ist seit Iahrtausenden mit Ungewöhnlichem vertraut. Mit selbstverständlicher Gelassenheit bewegt es sich im unerhörten Rahmen einher. Taucht man abends in das Gewühl des Markusplahes unter, hat man wie kaum anderswo das Gefühl der Verbundenheit von Stein und Mensch. Dies alles ringsum ist jeder- manns Besitz, gehört jedem einzelnen so gut wie allen. Der greise Bettler, der sein Haupt an die Säule von San Marco stützt, der spielende Knabe, der daran emporklettert, die Männer und Frauen jeden Alters und Standes, die auf den kühlen Marmorstufen von der Hitze des Tages ausruhen, sie alle tragen im Antlitz etwas vom Geborgensein des Kindes an der Mutterbrust. Dies ist ihr Venedig, einst die Herrscherin über die Meere, heute nur noch Widerschein eines längst verlöschten Glanzes! Aber ist nicht alles Gewesene für immer eingefangen in die Wunder Sommerliches Venedig Von Dr. Werner Bock. dieser Bauten, verschwimmt nicht im Wondlicht Vergangenes und Gegenwärtiges zu zeitloser Atmosphäre? Der nächtliche Markusplatz, der nächtliche Hof des Dogenpalastes sind erfüllt von großem Geschehen. Mit den rätselhaften Strömen mischt sich die Musik aus der Piazza, das Geheimnis dieser Stätte aber löst sich auf im Spiel einer Geigerin, die an der Scala dei Giganti einer andachtsvoll lauschenden Menge letzte Offenbarung schenkt. Magische Hände scheinen uns in eine der Gondeln au ziehen, die schmucklos und schwarz, wie vor Jahrhunderten schon, am Molo ankern. Leise schaukelnd fährt uns das Doot vor die Isola di San Giorgio Maggiore, wo allabendlich bis zur Mitternachtsstunde die „serenata“ abgehalten wird. Auf einigen Schiffen, die mit bunten' Lampen geschmückt sind, haben sich Sänger und Sängerinnen aus dem Volk eingefunden, und in bunter Reihen- olge gibt ein jeder feine Kunst zum besten. Rings um die Künstlerboote sammelt sich Gondel um Gondel, und ein Publikum aus allen Ländern der Erde lauscht verzaubert diesem unvergleichlichen Konzert über den Wassern. Wie ein goldbestickter dunkler Samtmantel hängt der südliche Himmel über dem Bild, drüben übe'rm Canale di San Marco blitzen die tausend Lichter der Riva degli Schiavoni. Als der Gesang plötzlich verstummt, rührt wie selbstver- stündlich aus der Nachbargondel eine schmale Hand meine Schulter und deutet dann hinüber au den Kuppeln und Palästen: „Questa la piü bella mu- sica, l’unica Venezia!“ (Das ist die schönste Musik, das einzige Venedig!) Der Deutsche, der im Hochsommer nach Italien fährt, wird immer noch von seinen Landsleuten mitleidig betrachtet. Roch immer wissen nur wenige, daß gerade in den Sommermonaten sich der Zauber des Südens am stärksten offenbart. Zu keiner anderen Jahreszeit wie im Sommer ist Italien ganz es selbst. In der prallen Sonne des sommerlichen Mittags, in den tausend prunkenden Farben der sommerlichen Abende schenkt sich dir das Land, wie du es dir erträumtest. Eine große Erfüllung ist in allem: in der glühenden Weihe der Landschaft singt der große Pan. leuchtendweitz stehen die Marmorpaläste im funkelnden Licht, und auch die Menschen des Südens sind im Sommer in ihrem eigenEchen Element: Menschen des Sommers, von der Sonne bestrahlt und Sonne ausstrahlend, feurig und lässig zugleich — wie ein Sommertag! „Quel ciel di Lombardia, cosi bello, cosi splendide, cosi in pace“, Manzonis Worte klingen im Jtalienfahrer auf, wenn er den üppigen Garten der Lombardei durchfährt. Trunken saugt das Auge den goldenen Ueberfluß, die tausend Glanzlichter und Lufttöne, die tausend Farben und ihr Widerspiel: Stolze mittelalterliche Burgen und Ruinen, edle Renaissancepaläste, stille Landhäuser, schwarzgraue Dörfer am Bergeshang, heitere Städte, hochragende Kirchen und Kapellen, grüne Baumkronen, dunkle Zypressenreihen, wogende Reisfelder, blauschim- mernde Maulbeerbäume, stillreifenden Wein. Plötzlich ist der Abend da, der Atem wittert das Meer. Lind nun taucht im Schein des orangefarbenen Himmels über den Wassern Venedig auf, die Märchenstadt mit ihren zahllosen Türmen. Wer noch so sehr kritisiert und negiert, wer noch so sehr alles, was das Herz unwiderstehlich besiegt, mit dem Ausdruck „Kitsch" abtun möchte, um nicht zu verraten daß auch seine prosaische Ratur einen Hauch unvergänglicher Schönheit verspürt — in dieser Stunde lernt er schweigen. Sommerliches Venedig! Tagsüber schlummerst du da hinter den dichtverschlossenen Läden deiner Paläste, müde ziehen die Gondeln durch die lautlose Flut, verhalten nur tönt das Gelärm deiner Gassen. Wer sich von den Alltagspflichten frei machen kann, zieht so früh als möglich hinaus zum Lido, der sich im Laufe der letzten Iahre zu einem internationalen Weltbad entwickelt hat. Ich kenne kein Seebad, dessen natürliche Anmut so erhöht wird durch die Anmut seiner Gäste. Wahrlich, hier siegt Italien über alle Völker der Welt! Die schlichten Venesianer. aus dem Gewirr ihrer Stadt vor den blauen freien Hintergrund der Adria gestellt, enthüllen sich — in des Wortes wahrster Bedeutung — noch heute als ein königliches Geschlecht. Amerikas und Albions Söhne und Töchter, die „Schönen" aus Paris, Prag, Warschau, Berlin, sie alle findest du hier wie in jedem mondänen Bad. Aber wo triffst du hundert Gestalten von so adeliger Form, von so klassischer Reinheit der Linie, von so selbstverständlicher Grazie der Haltung und Bewegung wie unter den eingeborenen Gästen des Lido? Manchmal, wenn du in den Reigen der Mädchen hineingerätst oder wenn plötzlich in der Flut vor dir der ebenmäßige Dronzekopf eines Jünglings auftaucht, ist dir alles wie ein Traum. Die Götter Griechenlands umspielen dich in seliger Unbekümmertheit, was sie tun. ist Musik, öffnen sie den Mund, ist es Die deutsche Landschaft hat nicht den Hang zur Mystik, kein silbergrauer Schimmer von Oliven- wäldern dämpft den gleichmäßigen Rhythmus ihrer Symphonie, in die kein groteskes Fächerspiel von Pinien, nicht die gepreßten Seufzer der rufsischen Ebene Abwechslung bringen. Man muß sehr iung oder — alt ein, um ihren Zauber ganz ausschöpfen zu können. Gern flüchtet bisweilen die Schau vom Großen ins Kleine. Drei Knäblein tollen sich neben mir im Sand, ein goldenes Halskettchen mit dem medaglione der Madonna haben sie auch im Bad nicht abgelegt. Der elfjährige Giorgio und der neunjährige Valdo bekennen sich selbstbewußt als „Abruzzi“, die Wildheit ihrer Berge spiegelt sich noch ein wenig in den dunklen Kinderaugen. Der dreijährige Sandrino, der geschickt die Sprünge der Brüder nach ahmt, hat das sanfte Gesicht eines Jesuskindes, wie es die Maler seines Landes auf zahllosen Bildern festgehalten haben. Wenn die siebzehnjährige Maria, die Hüterin des Kleinen, den bambino an die Brust drückt, steht die Madonna mit dem Kind leibhaftig vor mir. Irdisch aber plappert ihr Mündchen. Der Vater hat eine Weinschenke in Modena, dort wohnt auch ihr Verehrer, ein wohlhabender Bankierssohn, der — Gipfel der Glückseligkeit! — ein Automobil sein eigen nennt. Linser Geplauder wird vom Gruß des „direttore“~J>er Kabinenstadt unterbrochen, —4 zz c.n tretet der musterhaften fascistischen Ordnung, Denn diese Landschaft gibt keine Rätsel auf, hat keine „interessanten Geheimnisse", ist wenig anspruchsvoll und durchaus nicht dämonisch. Sie begnügt sich damit, da zu sein und die Kulissen zu stellen, vor denen der Mensch das Spiel seiner Gedanken und Träume nach freiem Gutdünken inszenieren mag. Zwischen zwanzig und vierzig ist man wenig geneigt, solche Bescheidenheit zu würdigen. Man sucht nicht einfache Hingabe, sondern raffinierten Widerstand, man will gepackt, ergriffen, zum Widerspruch gereizt, nicht umschwärmt werden. So holt man sich in diesem Alter im intimen Verkehr mit der deutschen Landschaft rote Backen und frische Nerven, aber keine nachhaltigen Erlebnisse. Und dankt ihr für diese Gaben noch mit ge- . wissem Widerstreben. Das alles ist in diesem Sommer anders geworden. Ein neuer Zug hat sich in das Gesicht der deutschen Landschaft eingegraben und voller Verwunderung erkennt man, wie es durch diese Wandlung an Tiefe und Schönheit gewonnen hat. Der Regen hat es veredelt und vergeistigt: die aufdringlichen Farben sind verwischt, feine Zwischen- iöne vom oxidierten Silber bis zum hellen Grau la (en Konturen hervortreten, die man sonst nie beachtet hat und hinter dem Nebelschleier zeigt die Landschaft eine ganze Skala von Empfindungen und Stimmungen, deren man sie nie für. fähig gehalten hätte. Der Wald, eine Hügellehne, Bäume und Gras leben auf einmal außer ihrem gewohnten Alltag ein zweites schicksalschweres, an aufregenden Abenteuern reiches Leben, sie haben Geheimnisse, Schmerzen und Laster, und diesem plotz- BesuchenSie 4864D diePerled. 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August. Montag, 5. August. 6.30: Mcrgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: „Auslandzahlungen im Postscheckwege", Vortrag von Postinspektor Linker. 18.45 bis 19.10: und Schadenersatz. 177 vom 31. Juli brachte der „Gießener Tauten Kommanöoruf leitet er die Scharen. Ohn Paradeschritt treten sie in langer Kette vor: paarweise tanzen sie die Polonaise, die in kühnen Figuren um Wasserlachen und Vertiefungen herum und bis dicht an den Rand der Flut führt. Auf dem weichen, schwellenden Polster der Watten marschiert es sich vorzüglich. Selbst Siebzigjährige haben ihre Freude daran, und viele gehen jährlich nach Büsum, um sich durch Wattenlaufen für den Winter abzuhärten. Wenn jemand doch einmal frieren sollte, dann findet er die beste Erwärmung in der Dithmarscher Heimatstube „Zur alten Post". Da gibt es Likörmischungen mit so phantasievollen Damen, teie sie mir sonst nirgends begegnet sind: Blick ins Jenseits", „Götterdämmerung". „Le- benswecker", „Wärmehalle", „ Ahnungsvoller Engel", „Gemischte Ehe" und viele andere. Das landläufige Getränk ist ein Eiergrog, der süß, gehaltvoll und gefährlich ist und selbst den stürmischsten Regentag durch seinen goldenen Glanz zu erhellen vermag. Anzeiger" unter obiger Ueberschrift Ausführungen, “.. C. geeignet sind, bei „Interessenten" falsche Vorstellungen zu erwecken. Es heißt hier im dritten Reisewinke. Herrenalb. Die Veranstaltungen der Kurverwaltung für alt und jung, Kurkonzert, Ball, Beleuchtung des Kurparks, Kindervergnügung, Theater, Künstlervortrag usw. erfreuen sich starker Teilnahme. Als Höhepunkt ist vorgesehen das Herrenalber Trachtenfest am 10. und 11. August. Bad Tölz. Die Badedirektion der Krankenheiler-Jodquel- len-A.-G. hat ein Modell der neuen Wandelhalle Herstellen lassen, welches auf der Jahresschau Dresden 1929 „Reisen und Wandern" ausgestellt wird. Rach Beendigung dieser Ausstellung wird das Modell den Kurgästen im Dor-- raum des Bades zur Ansicht aufgestellt. . bis 8.15: Don Hamburg: Hafenkonzert. Die Glocken vom „Großen Michel". 7.05: Hamburger Morgenruf. Anschließend: Konzert. 8.15 bis 9.15: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut von der St. Peterskirche. 11 bis 11.30: Stunde der Jugendbewegung. 11.30 bis 12: Ellernstunde. 12 bis 13: Rezitationsstunde von Max Koninski. 13 bis 13.10: Zehnminutendienst der Landwirtschaftskammer Wiesbaden. 15 bis 16: Stunde der Jugend. 16 bis 17: Stunde des Landes. 17 bis 18.30: Konzert. 18.30 bis 19: „Die deutschen Mundarten", Vortrag mit Schcrll- vlatten-Bcispielen von Alfred Auerbach. 20 bis 20.30: Sportnachrichten. 20.30 bis 22: Konzes. 22: yebertragung des Volksfestes „Kasseler Zis- sel". Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Absatz, daß der von einem Wilderer angerichtete Schaden zu ersetzen sei, und zwar sei ihm gemäß § 249 B.G.B. die Verpflichtung auferlegt, denjenigen Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre. „Bei der Jagd bleibt nur der Schadenersatz in Geld" und „zu ersetzen wäre also im Falle der Wilddieberei der Verkausswert des abgeschossenen Wildes." Diese beiden wörtlich zitierten Sätze enthalten m. E. einen Irrtum. Ich bin zwar kein Jurist, verfolge aber Fragen des Jagdrechtes feit einer ganzen Reihe von Jahren. Es ist, wenn zivilrechtlich Schadenersatz von dem Wilderer verlangt wird, schon vielfach nicht mehr üblich, geldlichen Ersatz in Höhe des Derkaufswertes zu verlangen. Denn die Wiederherstellung des alten Zustandes kann heute ohne besondere Schwierigkeiten durch Aussetzen von Wild erfolgen. Wild ist heute Handelsware. Tausende von Hasen, Fasanen, Feldhühnern werden alljährlich lebend verkauft, in jeder Jagdzeitung sind Hirsche, Rehe, usw. zum Berkaus angeboten. So schreibt auch Conradi in seinem Kommentar zum Hessischen Jagdrecht auf Seite 248: „Ist es (das gewilderte Stück) nicht mehr am Leben, fo muß er mindestens ein gleichwertiges Stück in das Jagdgebiet einfetzen. Kann oder will er auch dies nicht, fo muß er in Geld entschädigen." Daß die Rechtsprechung dem Verlangen nach Ersatz in Gestalt von lebendem Wild Rechnung trägt, zeigen die fortlaufenden Berichte über Urteile aus allen möglichen Gegenden des Reiches, und es kann nur feftgeftetlt werden, daß die Schadenersatzprozesse häufig viel abschreckender gewirkt haben als die Strafurteile. Es ist ein wesentlicher Unterschied, ob der Verkaufswert oder der Wert für Beschaffung eines lebenden Ersatzstückes verlangt wird. Würden für einen gewilderten Hasen im einen Fall etwa 7 Mk. zu ersetzen sein, so sind im anderen Fall entweder ein lebender Hase oder ein Betrag von etwa 30 bis 40 Mk. zu seiner Beschaffung fällig. Heft 14 des „Deutsches Weidwerk", Zeitschrift des Allg. Deutschen Jagdschutzvereins, vom 20. Juli d. I. bringt gerade hierzu den Jahresbericht der Jagdschutz-(denossen- schast des Kreises Borken, die systematisch zivilrechtlich gegen jeden Ströpper vorgegangen ist. Von den von ihr angestrengten Prozessen sind bis jetzt solche im Ersatzwert von 6000 Mk. entschieden, weitere stehen vor der Enscheidung. Wird so einigermaßen der Schaden, der dem Jagdpächter entsteht, wirklich ersetzt, so bedeutet andererseits die Ersatzleistung eine Belastung des Wilderers, die den Wert des gestohlenen Wildes weit überfteigen und finanziell verheerend wirken kann. Es schien mir wichtig, auf solcl)e Folgen hinzuweisen. Hölzel. Wanderfahrten. Dispertalwanderung und Rheinfahrt (2 Tage). 1. Tag. Diese Wanderfahrt führt uns durch den südwestlichen Teil des Taunus und ist überaus genußreich. Mit dem Frühzuge fahren wir über Diez nach Station Laufenselden im Ahrtal und verfolgen hier gelbe Striche, die gleich hinter der Station in die Höhe gehen und uns durch eine liebliche Landschaft nach dem, seit Karls des Großen Zeiten bekannten hochgelegenen Kemel an der Bäderstraße bringen. Dor dem Ort hat man eine weite, schöne Fernsicht nach den Taunusbergen. Nach genügender Rast gehen wir dem Zeichen weiter durch das Dörfchen Wisper an der reizvoll gelegenen Wispermühle vorbei zum romantischen Tal der alten Wisper. Auf kühlen Waldpfaden, ringsum von hohen bewaldeten Schieferbergen eingeschlossen, immer den munter plätschernden Bach entlang, führt der Weg, viele Windungen machend, zur großen Wisperstraße, die unterhalb der Niesenmühle erreicht wird. Auch die- (cs Tal ist von hervorragender Schönheit. Wir gehen nun die Straße abwärts und gelangen über Geroldstein mit seiner das Tal behrrschenden Burgruine zum Endziel des ersten Tages, der anmutig gelegenen Laukenmühle (gegenüber Ruine Laux- bürg), wo mir für die Nacht gute Unterkunft (Forellen) finden. Dauer der Wanderung 5* Stunden. 2. Tag. Am andern Morgen wandern wir dem reizenden Tal weiter abwärts, kommen über den Hermann- fteg, an der Dberförfterei Kammerburg (gegenüber Ruine Rheinberg), der Holzeffigfabrik mit zahlreichen Holzvorräten und dem Daubenauer Sauerbrunnen vorbei zu der von Wallfahrern viel besuchten Krcuzkapelle mit sehenswerten Anlagen. Hier mündet, von Norden kommend, das lange und gerade Sauertal, ein freundliches Wiesental, vom Tiefenbad) durchflossen. Jetzt wird das Wispertal breiter und bald haben wir nach dreistündiger Wanderung Lord) erreicht, dessen hochragende Burg Noll ich mir schon von weitem sehen. Nach einer Erholungspause besteigen mir einen Rheindampfer, der uns an zahlreichen Burgen, Städten und Dörfern vorbei nach Koblenz bringt. Nach Besichtigung der Sehenswürdigkeiten, mic Deutsches Eck und Rheinanlagen, fahren mir auf der interessanten Bahnstrecke das schöne Lahntal auswärts wieder nach Hause. Vortrag 10.10 BIS 19.20: ,,6mH Gott". Vortrag und Vorlesung von A. Joachim. 19.20 bis 19.40: Englische Literaturproben. 19.40 bis 20.05: Englischer Sprachunterricht. 20.15 bis 21.15: Literarisch« Veranstaltung: Knut Hamsun, zum 70. Geburtstag. 21.15 bis 22.15: Klavier-Konzert von Michael Zadora. Dienstag, 6. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 13.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauenbienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.35 bis 18.55: „Der Mönch Tirso da Molina als erster Bearbeiter des Don-Juan-Motivs", Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 18.55 bis 19.15: Von Kassel: „Neuzeitliche Geflügelzucht". 19.15 bis 19.35: „Fliegen und Fliegenbekämpfung". 19.35 bis 19.55: „Dos modernste Schiff der Well". Eine Vorführung durch den Diersch raubenschnell- dampf er „Bremen". 19.55 bis 20.15: Zeitberichte VI. 20.15 bis 21.45: Lustspiel: „Rugby", von Wilhelm Speyer. 21.45 bis 22.45: Konzert. Mittwoch, 7. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 9: Tlebertragung aus Paris: Start des Europa-Wettfluges in Paris- Orly. 13.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Büch erstünde. 18.30 bis 18.40: „Zehn Minuten Ratschläge für Mutter und Kind". 18.40 bis 19: „Fausts letzte Illusion". Vortrag von Pfarrer TaeSler. 19 bis 19.20: „Die preußische Grundvermögens- und Hauszinsstcuer und ihre Ermähigungsmöglichkeiten". 19.20 bis 19.40: „Voung-Plan und Reichshaushalt", 2. Vortrag von Dr. Köbner. 19.40 bis 20: „Voung-Plan und Steuerreform", 3. Vortrag von Dr. Köbner. 20 bis 20.15: Senckenberg-Viertelst und«. 20.20: Die Banditen, Operette von Offenbach. Donnerstag, 8. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12.30: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Leseftunde. 18.30 bis 18.45: Fünfzehn Minuten Ratschläge für den Gartenfreund. 18.45 bis 19.05: „Ernst Haeckels letzte Liebe", Vortrag von Ernst Berg. 19.05 bis 19.25: Stenographischer Fortbildungskursus. 19.25 bis 19.45: Schachstunde. 20.15 bis 21.45: Konzert. 21.45 bis 22.45: Konzert. Freitag, 9. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 11: Uebertragung der Einweihungsfeierlichkeilen des Raturalien-Museums. Kassel. 12.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 17.15: Hausfrauen- Rachmittag. 17.15 bis 17.45: „Sommersport im Freien für die berufstätige Frau", Vortrag von Frau Hilde Koegel. 17.45 bis 18: Wiener Musik. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.40 bis 19: Stunde des Südwestdeutschen Radioklubs. 19 bis 1930: Zwei Volkserzählungen von Leo Tolstoi. 19.30 bis 19.50: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 19.50 bis 20: Film- Wochenschau. 20 bis 21.30: Konzert. 21.30 bis 22.30: Rezitations-Abend von Willy Busch off. Samstag, 10. August. 6.30: Morgengymnastik. Anschließend: Wetterbericht und Zeitangabe. 12: Aus der Pauls- kirche: Verfassungsfeier. 13.15: Schallplattenkonzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst. 16.15 bis 18: Konzert. 18.10 bis 18.30: Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Briefkasten. 18.45 bis 19.05: Esperanto- Unterricht. 19.05 bis 19.25: Vortrag. 19.25 bis 19.45: „Stunde des Arbeiters". 19.45 bis 20.15: „Heber Wesen und Wirkung des Kitsches", Vortrag von Herbert Scheffler. 20.15 bis 22.15: Riesenwelle. Anschließend: Tanzmusik. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Don Sonntag, 4., bis Montag, 12. August: Ensemble-Gastspiel von Mitgliedern des Berliner Metropol-Theaters „Die schöne Helena", Anfang täglich um 20 Uhr, Ende gegen 22,45 Uhr. — Schauspielhaus. Wegen Ferien geschlossen. In Dorbereitung: Die lustige Sünderin. Strafkammer Gießen. e Gießen. 2. Aug. Ein Milchhändler andern Kreise Büdingen verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Büdingen, durch das er wegen fahrlässiger Körper» Verletzung in einheitlichem Zusammentreffen mit einer Übertretung gegen die Derord - nung über den Kraftfahrzcugver- kehr zu hundert Mark Geldstrafe verurteilt worden war. Er war mit seinem dreirädrigen „Rollfix", der auf seinem zweirädrigen Vorderteil einen die Uebersicht behindernden Laderaum für Milchkannen enthielt, auf der Fahrt von Wolf nach dem Güterbahnhof in Büdingen im Leerlauf eine abschüssige Rebenstraße hinunter in die Hauptstraße gefahren und war mit einem in diesem Augenblick vorbeifahrenden Auto zusammengestoßen, so daß dieses stark beschädigt und der Lenker erheblich verletzt wurde. Seine Pflicht wäre es gewesen, sich an der ihm als gefährlich bekannten Stelle so langsam „vorzutasten", daß das Auto in seiner Dorfahrtsbefugnis nicht beeinträchtigt worden wäre. Die Strafkammer hielt eine Geldstrafe von fünfzig Mark für ausreichend: im übrigen wurde die Berufung zurü ckgcwiesen. Daten für Lonntag, 4. August. Sonnenaufgang 4.27 Uhr, Sonnenuntergang 19.44 Uhr. — Mondaufgang 2.42 Uhr, Monduntergang 20 Uhr. 1792: der Dichter Percy Shelley in Fieldplac« geboren; — 1860: der Schriftsteller Knut Hamsun in Gudbrandsdal geboren; — 1875: der Märchendichter Hans Christian Andersen in Kopenhagen gestorben. Daten für Montag, 5. August. Sonnenaufgang 4.29 Uhr, Sonnenuntergang 19.42 Uhr. — Mondaufgang 4.11 Uhr, Monduntergang 20.28 Uhr. 1850: der französische Schriftsteller Guy de Mau- passant auf Schloß Miromesnil geboren; — 1895: der Sozialist Friedrich Engels in London gestorben; — 1905: der Schriftsteller Paul von Schonthan in Wien gestorben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. August. 10. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Chri- stenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr. — Johannes- kirche. 8: Pfarrassistent Schlaudrasf; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 8: Bibel- befprechung im Johannessaal; Pfarrer Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde. — Elisabelhkleinkinderschule. 9.45: Pfarrassistent Schlaudrasf. — Klein-Linden. 9: Hauptgottesdienst; 10: Kindergottesdienst. — Wie- seck. 9.30; 10.45: Christenlehre. — Alten-Buseck. 10; 2: Jubiläumsfeier brr Kleinkinderschule. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die männliche Jugend; 1.30: Lollar. — Haufen-Garbenteich. 10.30: Hausen; 1: Garbenteich (Pfarrer Staubach, Watzenborn). — Wahenborn-Steinberg. 9: Haupt- gottesbienft.. — Lich. (Kollekte für bie Innere Mission.) 9.15: Beichte; 9.30: Stiftsbechant Kahn; hl. Abenbmahl; 2: Stiftspfarrer Lic. Sd)orlemmer. — Rieder-Dessingen. 9.30: Stiftspfarrer Lic. Schor- lemmer. katholische Gemeinden. Samstag, den 3. August. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 4. August. 11. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — (Brünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt.___________________________________________ Eonntnqsdienst d.Aerztc u.Apotheken am 4. 8.29 vr.W.Kletn. vr.Neumann-Svengel. Pelikanapotheke. Zahnarzt: Dr. Wertheim. >D BAO OEYNHAUSEN DAS GANZE JAHR GEÖFFNET DIE STADT OHNE STUFEN TUeskrland§/// Kurhaus Luginsland ■9 4245D nördl-Schwarzwalds Ausstellung flUi-Oktobei etwnol ScbOoste Soa»erfreuda Baden em Strand Greben Im Send Von Westeri a nd I Pensionspreis 5 RM. 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