Zreitag, 5. Mai 1929 179. Jahrgang Nr. M Erstes Blatt Erneute Barrikadenkämpfe im Berliner Norden Oie Kommunisten beherrschen ein ganzes Stadtviertel Neuköllns. so Blut muß fließen.. Don unserer Berliner Redaktion. Diese einseitige Einstellung der Sozialdemokraten trägt ihr gerüttelt Maß an Verantwortung für das Blutvergießen des ersten Mai. Wochen hindurch haben die Kommunisten bewußt gegen die Polizei in Berlin gehetzt haben alles getan, um die Staatsordnung und die Staatsautoritat Bu untergraben. Preußen und das Reich haben worden. Die anderen Klassen sähen in dem Pro- letariat den Feind, den sie mit allen Mitteln vernichten müßten. Um Provokationen hervorzurufen hätten die Schupo-Mannschaften sich s e l- berbeschossen. So sollte vorgetäuscht werden, als ob von Arbeiterseite auf die Schupo ge- schossen worden sei. Das Proletariat sei berufen, die Toten zu rächen, nicht durch einzelne Terrorakte sondern als einheitliche geschlossene Masse. Am 3. Mai müßten die Betriebe aufgerufen toerben, um einen politischen Massen st reik zu inszenieren. Die Diktatur des Proletariats sei die einzige mögliche Antwort auf diese Blut-Provokationen. 3m Anschluß an die -- - zn ei* . t _ f 1 X ä f T ä öf M I AM jetzt haben sich alle Bemühungen der Polizei, sie zu nehmen und zu beseitigen, als unmöglich erwiesen. Beim Kommando der Schutzpolizei ist deshalb der Einsatz eines Panzerwagens angefordert worden. Lin Leutnant der Schutzpolizei war mit seiner Abteilung über eine Stunde in dem Hause Hermann-Straße 209 von Kommuni st en e i n - geschlossen und in einer sehr bedenklichen Situation, da bei jedem Versuch, das Haus zu verlassen, den Beamten ein prasselndes Feuer von den umliegenden Dächern entgegenschlug. Die Gaslalernen in der Kösliner und der Wedding-Straße, die im Lause des Tages von den Gaswerken repariert worden waren, sind bereits wieder zerschlagen worden, so daß die betressenden Stra- henzüge wieder, wie gestern, in tiefe Dunkel- h e i t g e h ü l l t sind. Die Straßen sind von dichten Menschenmassen erfüllt, die sich auch in die Hausflure der anliegenden Häuser drängen. Die Polizei begnügt sich damit, die Zugänge zu dem viertel, das aus verbindungsstrahen zwischen größeren verkchrs- siraßen besteht, abgeriegelt zu hallen. In der ganzen Umgegend sind die Polizeistreisen auf zehn Mann verstärkt worden, da die Erfahrung gelehrt hat, daß kleinere Streifen regelmäßig überfallen werden. Die Kommunisten halten auch weiterhin ihre starken Barrikaden in der Hermannstroße beseht. Außerdem haben sie starke Kräfte abgezweigt, die mit Schußwaffen und großen Steinvorräten augenblicklich versuchen, das Polizeirevier in der Teltower Straße Ecke Schiller-Promenade zu stürmen. Die Fensterläden des Reviers sind bereits völlig demoliert. Um sich die Arbeit zu erleichtern, haben die Kommunisten auch hier sämtliche Straßenlaternen zerschlagen, so daß jetzt ganze Stadteile Reu-Köllns in völliges Dunkel gehüllt sind. Die Po- Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig-, für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20"/. mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Oie Polizei greift ein. Mit Panzerwagen gegen die Barrikaden. Berlin, 2.Mai. (ÖB.) 23 Uhr. Die Straßen- kämpfe in der Art der gestrigen Vorgänge in der Kösliner Straße sind, wie von Anfang an befürchtet wurde, nach dem Eintritt der völligen Dunkelheit und der Beendigung der kommunistischen pro- lestoersammlung doch wieder ausgelebt, und zwar diesmal in Reu-Kölln, wo gegen 22.30 Uhr von stillfchtoeigenb zugesehen, anstatt rechtzeitig durchzugreifen. Was wäre wohl mit der rechts- stehenben nationalsozialistischen Arbe.tcr-artei geschehen, wenn sie sich auch nur einen Bruchteil dessen erlaubt hätte, was die Kommunisten ungestört zum Besten geben konnten. Und es ist eine bittere Ironie, daß trotz dieser Taktik die Sozialdemokraten um die Entscheidung nicht h.r- umgekommen sind. Der sozialdemokratische Polizeipräsident von Berlin hat den ganzen Stoß der kommunistischen Anfeindung auszuhalten, gegen die Sozialdemokraten geht der kommunistische Haß, sie haben für sich nichts gerettet, aber der Ernste Lage um Mitternacht. Berlin, 3. Mai. (Tel.-Un.) Das Gebret zwr- schen Handjerystraße und Hermannplatz zwischen den beiden Parallelstraßen, also das eigentliche Arbeiterviertel Reuköllns, bietet em Bild w ü st e st e r Zerstörung. Sämtliche Laternen unu Die Straßen völlig in Dunkel gehüllt, die kommunistischen Elemente und jugendliche Burschen beherrschen nut großer Kampfesfreudigkeit das «selb. Wo noch Laternen brennen, werden sie mit Steinen oder mit langen Stangen zertrümmert. Auf einem Gebiet von etwa einem Quadratkilometer steht man keinen einzigen Schuhpolizisten.^lbst die Revierwache ist zurückgezogen worden. Stuck von den Häusern als Folge der Schießereien so- , । wie Glassplittern von zertrümmerten Fensterscheiben von Wohnungen und Schaufenstern be- ' decken die Straßen. Zum Teil sind Baume a b g e s ä g t und quer über die Straße geworfen worden. Diese Arbeit hält immer noch an Durch diese Hindernisse gelingt es dem Berichterstatter bis an die Hermannstrahe, Ecke Prinz Handiery- Strahe vorzudringen, die selbst nach der Berliner Straße hin abgeriegelt ist. Die Hermannstrahe ist an dieser Stelle »on CBarrtf ab en, gebilbet aus Baumaterial her Tlntergrundbahn, völlig blockiert. Trupps von Kommunisten unb Rotfrontkämpfern rufen ben Passanten zum Teil in unverfälschtem sächsischen Dialekt cm „Sjalt! Hier wird geschossen!" zu. 3m weiteren Zuge der Hermannstrahe ertönen in kurzen Abständen Gewehrschüsse. Die Demonstranten zeigen sich sehr siegesgewiß und pochen darauf, daß bald der Generalstreik beginnen wird, worauf sie anscheinend große Hoffnung setzen. lizei erhält aus den Barrikaden ab und zu Feuer und muß sich selbst immer wieder durch Schüsse wehren. Auch in der Schiller-Promenade kam es nachts gegen 1 Uhr zu einer Schießerei zwischen Kommunisten und schwachen polizeikrästen. während bisher nur schwache polizeikräsle vorhanden waren, die von weitem die Barrikaden bc- aufsichliglen, rückten nachts gegen 1.15 Uhr Pan- zeraulos an, und die Polizei geht an die Bekämpfung des Ausstandsherde» an den Barrikaden. Die Polizei bestreut mit Maschinengewehren die Barrikaden. Die Kommunisten werfen mit Flaschen und großen Pflastersteinen von den Dächern. Unmittelbar hinter dem Panzerwagen, der um 1.15 Uhr in der Hermannstraße einlraf, folgten auf Lastkraftwagen drei Hundertschaften Schupo sowie ein Schnellkraftwagen mit einem Uebersallkommando. Line Hundertschaft sperrte, in Schützenlinien vorgehend, mit schußbereitem Karabiner die Selchower Straße ab und säuberte sie von den einzelnen Trupps, die sich in der Selchower und den an- grenzenden Straßen Herumtrieben, um da» Polizeirevier, das von dem Pöbel mit Steinen bombardiert wurde, zu entsetzen. Unterdesten hatten einzelne Trupps halbwüchsiger Burschen de» innerhalb der Barrikaden liegenden Viertels in verschiedenen Läden die Schaufensterscheiben eingeschlagen und die Auslagen geplündert. Das Panzerauto fuhr die angrenzenden Straßen ab und zerstreute durch scharfe Schüsse aus dem Maschinengewehr die Herumtreiber. Lbenso feuerte der Panzerwagen auf die Barrikaden. Da die Barrikaden in der völlig dunklen hermannstrahe in der Rächt ohne Opfer an Menschenleben nicht einzunehmen sind, wurden die Polizeibeamten wieder zurückgezogen, und die Säuberung der hermannstrahe aus die Morgenstunden verschoben, um nach Tagesanbruch den Verkehr wieder zu ermöglichen. Privatautos und Autodroschkcn, die, aus der Stadt kommend, durch das Kampfgebiet fahren wollen, werden von dem Pöbel mit Steinen bewor- f e n und müssen Umwege um die mit Barrikaden gesperrten Straßen machen. DaSSchlachlseld beiTagesgrauen Berlin, 3. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Schauplatz der nächtlichen Kämpfe in Neukölln macht bei Tagesanbruch einen wüsten Eindruck. Die Hermann- straße ist durch die Barrikaden auch weiterhin ae- Iperrt, ebenso die Prinz-Handjery-Straße und die Zietenstraße. In der Prinz-Handjery- und der Steinmetz-Straße haben die Kommunisten die hohen alten Bäume gefällt und quer über die Straße gelegt. Bon den Häusern sind B a ritz er ü st e abgerissen und zum Barrikadenbau verwendet worden. Auf den Baustellen der Untergrundbahn in der Hermannstraße sind die Bau- buben zerschlagen, das Inventar darunter die Kleidung der Arbeiter, entwendet, die Zeichnungen zerissen. Auch das handrverkszeug ist gestohlen worden, wie alles, was nicht niet» und nagelfest war. In vielen Läden wurden die S ch a u f e n st e r und Schaukästen zertrümmert und die Auslagen geplündert. In der Lessingstrahe kam es heute morgen gegen fünf Uhr wieder zu einzelnen Schießereien. Die Polizei rückte gegen 4.30 Uhr mit einem Rre- fenaufgebot an und hat in allerweitestem Umfange das ganze Stadtviertel vom Bahnhof Her- mannstraße bis zum Hermannplatz mit sämtlichen Nebenstraßen a b g e s p e r r t. Den vielen Arbeitern und Angestellten, die sich in den frühen Morgenstunden zur Arbeit begeben wollen, wird das Der- lassen des ganzen Bezirks nur an der Selchower-, Ecke Weise-Straße gestattet und auch hier nur gegen Ausweis. Die Fenster müssen weiterhin geschlossen gehalten werden, da die Polizei immer wie» der gewärtig sein muß, aus den Fenstern beschossen zu werden. Die Tatsache, daß die hermannstrahe und die Nebenstraßen gesperrt sind, hat unter den vielen Tausenden von Arbeitern, die zu ihrer Arbeitsstätte wollen, eine gewisse Unruhe hervorgerufen. Schon in den frühesten Morgenstunden bildeten sich allenthalben debattierende Gruppen. Die Polizei beabsichtigt, den kreis allmählich enger zu ziehen und die besonders verdächtigen Häuser systematisch durch Kriminalbeamte nach Massen absuchen zu lassen, da einwandfrei feststeht, daß von kommunistischer Seite Schuhwassen auch schwereren Kalibers verwendet worden sind, wie die auf der Strahe gefundene Munition beweist. Es ist einwandfrei sestgestellt worden, dah es sich bei den nächtlichen Angreifern in der Hauptsache um Banden halbwüchsiger Burschen handelte, die vorzüglich organisiert waren, einen regelrechten vorpostendienst und ein Hauptquartier unterhielten und zentral geleitete Aktionen gegen einzelne von der Polizei besetzte Punkte unternahmen. Der Sturm auf das Polizeirevier in der Selchower Strahe war ein ganz zentral angelegtes Unternehmen der vereinigten Banden. Bevor es zum Sturm ging, hielt an der Ecke Erfurt-, herfurth- und hermannstrahe ein halbwüchsiger eine Brandrede gegen das Zörgiebelsyftem und forderte seine Genossen auf, die in dem Polizeifahrt abzuhalten. Auf Zeche „Rheinbaden sind 35 Personen nicht eingefahren, auf Zeche „Prosper II" hat nahezu die Hälfte der Belegschaft gefeiert. Schon in den frühen Morgenstunden wurden in Bottrop und Osterfeld Flugblätter verteilt, die zum General- streik aufforderten als Protest gegen die in Berlin aus Anlaß der Maifeiern notwendigerweise getroffenen Sicherheitsmaßnahmen der Polizei. Zur Mittagsschicht sind auf „Prosper II" 330 und auf Zeche „Arenberg-Fortsetzung" 225 Arbeiter nicht eingefallen. Bor den Toren der Zeche „Jakobi" hatten sich in den Mittagsstunden etwa 3o0 Personen versammelt, und es wurde die Absicht laut, Maßnahmen zu treffen, um das Werk stillzulegen. Ein rasch eingreifendes Polizeiaufgebot erstickte jedoch jede derartige Absicht. 2luf einer auf einem freien Platz abgehaltenen Versammlung wurde beschlossen, die Einfahrt der Belegschaft am 3. Mai zu verhindern. Aus „Prosper II" mußte in den Mittagsstunden ebenfalls Polizei eingesetzt werden: einige Arbeitswillige waren hier von hetzerischen Elementen verprügelt worden. Auf Zeche „Prosper III" waren S a- botageatte beabsichtigt. Die Polizei war ,edoch auch hier auf dem Poften und verhinderte deren Ausführung. Die Mehrzahl der Arbeiter ist besonnen und lehnt eine Teilnahme an dem vom Zaun gebrochenen Proteststreik ab. In Buer-Scholven wurde in einer Versammlung, die in einer Wirtschaft stattfand und von ca. 200 Zechenarbei- tern besucht war, der Beschluß gefaßt, am Freitag nicht einzufahren. Gegen die kommunistische Gireikparole. Ein Aufruf der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften. Berlin, 3. Mai. (Priv.-Tel.) Der Vorstand der SPD. und der Vorstand der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion veröffentlichen einen Aufruf, in dem es heißt: Die Toten und Verletzten Berlins sind für die Kommunisten 21 g i t a t i o n s m a t e -- rial und nichts anderes. Diese Opfer sind a u f Befehl der kommunistischen Zentrale gefallen! Das ist die Wahrheit! 2(rbeiter, laßt euch von der bankerotten kommunistischen Parte, und ihren Moskauern Drahtziehern nicht zu Handlungen mißbrauchen, die letzten Endes nur den geschworenen Feinden der Republik und des Proletariats zugute kommen! — Die Berliner Ortsausschüsse des ADGB., der Afa und des ADB. haben in einem Aufruf ihre Anhänger aufgefordert, etwaigen Parolen zum Streik keine Folge zu leisten. In gewerkschaftlichen Kreisen legt man dem Streikaufruf des sog. Streikkomitees keine Bedeutung bei. den Dächern der Steinmetz- und Ziethen-Straße wie eines Teiles der Hermann-Straße ein heftiges Feuer auf die Polizei eröffnet wurde. An der Prinz-Handjery-Strahe ist wieder eine Barrikade errichtet worden, und bis ES ist wirklich so gekommen, wie es kommen mußte: in Berlin ist Blut geflossen. Unschuldige unb schuldige Opfer sind gefallen, Hunderte von Verwundeten: ihre wahre Zahl wird man wahrscheinlich nie erfahren, weil die Kommunisten darauf gedrillt sind, ihre Derlehten schnell in Sicherheit zu bringen. 3m Norden Berlins spielten sich Szenen ab, die als Demonstration längst nicht mehr zu bezeichnen sind. Welleicht iyuwi o............. ist der Ausdruck Revolution etwas zu tocit ge- Allgemeinheit schweren Schaden zugefügt. Fragt griffen, aber viel daran fehlt nicht mehr. Regel- «2 c& jc$t daraus die Folgerung ziehen rechte Straßenschlachten mit Barrikaden, un& ganze Schwergewicht des beleidigten mit anstürmender Polizei, die nach Franktireur- Staates gegen die Kommunisten in die Wag- Art aus den Häusern beschossen wurde, das ist _.u toerfen wagen, zum mindesten eine Generalprobe für die , kommende Revolution, die Einleitung der Be- K0N1MUMsteN fOtOCrn waffnung des Proletariats nach kommunistischem ' ,£ , Muster. Die Polizei aber hat einen schweren zum Generalstreik aus. Dienst getan. 15 000 Mann waren oufgeboten, ° .. . . . um die Ruhe aufrecht zu erhalten. Sie waren Die Hetze gegen die Polizei Wird fortgesetzt, in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt durch die Berlin, 2. Mai. (WB.) Die Kommunisten Marschroute, daß sie von der Schußwaffe erst ^a6en £eut’c ah^d eine Reihe von Pro test - bei Lebensgefahr Gebrauch machen durften. Kem Versammlungen gegen die Vorgänge am Wunder also, wenn die Zahl der Verwundeten j abgehalten. 3n den Pharus-Sälen sprach bei j»hncn ziemlich hoch ist: während die fom- ^bei der kommunistische Reichstagsabgeordnete munistischen Drahtzieher cs verstanden, im rech- (Zeschke, der nach dem Bericht einer Berliner ten Augenblick zu verschwinden und dafür hebet Korrespondenz folgende bezeichnende Dehauptun- älnschuldige oder Verführte bluten ließen. gcn aufstellte: es wären nicht nur die 13 000 Schon sind die Befchwichtigungsräte, denen Duz» ^Ilann Schupo gegen die Arbeiter losgelassen ses Revolutionsspiel gar nicht in ihre politische borden sondern auch Reichswehr in Landschaft paßt, eifrig an der Arbeit, den ganzen Schup'o-Tlniform. Am 1. Mai sei mit Dum- Fall zu bagatellisieren. Damit kommen sie nicht Dum-Geschossen auf die Demonstranten geschossen durch. Gewiß. Berlin ist nicht Deutschland. Die • - ■ " ' " ' ' ~ m" cigenartige Atmosphäre der Reichshauptstadt und auch das Zusammenströmen subversiver Elemente erleichtert es, Konflikte zu schaffen, die anderswo unmöglich wären. Aber das Entscheidende ist doch, daß die Kommunisten von Anfang an ihren Stoß nur a u f Berlin eingerichtet hatten. Sie wissen, daß alles, was hier geschieht, draußen in der Welt in bengalischer Beleuchtung erscheint Zusammenstöße in Sachlen, im Industriegebiet oder in Halle finden bei weitem nicht das Echo wie tn Berlin. Darauf aber haben sie cs angelegt, um «u zeigen, wie weit die D o l s ch e w i s i e r u n g Deutschlands unter russischem Einfluß de- * ________ -- reitö gegangen ist. Lind das ist der ausschlag- ^ede von Geschke erhoben sich alle Anwesenden gebende Gesichtspunkt, unter dem die Vorgänge un& gelobten, R a che z u n e h m e n für daS Blut des 1. Mai in Berlin betrachtet werden müssen. Gefallenen. Wir könnten sie ausnuhcn als einen Beweis, tote tief die wirtschaftliche Unzufrieden- ©trCuagitatlOtl beit den Boden der Staatsordnung m Deutsch- __D.XmaA«,« land bereits zerfressen hat. Wir konnten also OUT ÖCtt jHUQtjCÖJCtt» daraus naheliegende Rückschlüsse ableiten auf die ; n n «, n f n z Mai (WTB ) Auf ÄM» ’S S Ä Ä-/'n f J toMin er nach ^dem Scheitern der Pariser Ver- ist in den frühen Morgenstunden des Donnerstag Handlungen in feiner ganzen Schwere auf den | versucht worden, die Morgenschicht von der Schultern der arbeitenden deutschen Bevölkerung lastet Vielleicht, daß die Engländer oder zum mindesten die Amerikaner diese Warnung verstehen Ein Volk, das dauernd einige Millionen von Arbeitslosen durchschleppen muß das sich von den Erschütterungen der Revolution ohnehin nicht erholt hat, ist ein gefährliches Feld für die agitatorische Phrase des Kommunismus. Hier fehlen Hemmungen der staatlichen Disziplin, wie sie bei den S:egermachten als selbstverständlich angesehen werden. Rur so ist es auch zu erklären, dah trotz der geistigen und politischen Zersetzung, die innerhalb des Kommums- . - ^-schlügen, mus herrscht, die Bewegung als solche noch fo äunfel flebül große Äeberzeugungskraft m sich hat und Massen I -»untci fl 9 mobilisieren kann, wie sie vermutlich keine andere Partei auf die Beine bringt. Aber das alles war, wenigstens den maßgebenden Stellen in Deutschland vorher be- ?a n n t. Sie sahen Die Gefahr, vor der wir standen, und sie haben, der Vorwurf bleibt an hnen hängen, nicht die Vorberei ungsrnaß- regeln getroffen, Die unbedingt erforderlich waren. Die Toten des ersten Mai klagen an. 3n erster Linie zeugen sie gegen Die Kommunistische Partei, auf M«« Blutbad « die schon vorher mit zweihundert L.oten drohte. Sie wollte daß Blut vergossen- wmde vc- wissensbedenken kennt sie eben nicht sobald cv sich um parteipolitische Zi^e handelt- ® n Teil der Schuld fällt doch auf die Aufsicyts- bchörden. Die seit 3ahr und Tag dw kommunistische Gefahr sahen unD die Nutzen ver s ch l o s s e n , um nicht cmgreifen zu muffcn;rT^ lange ist es her, daß Herr v o n K eu del l den Versuch machte, Den Roten Fr°ntkampferbund zu verbieten? Er kam Damit nicht durch weil d'c Sozialdemokratische Partei nicht wollte. 3etzt zeigt sich, daß Menschenleben gespart worden wären, wenn damals bereits emgegr ff worden wäre. Statt dessen hat Herr Severin g das böse Wort von Den Kommunisten ..als volitischen Kindern" geprägt, hat fein Nachfolge, der preußische Innenminister G r z e s i n s k l, ncy um jede Entscheidung herumgedrückt, weil er ais Sozialdemokrat es nicht glaubte wagen zu rönnen, Die Kommunistische Partei allem zu ver- Erscheint täglich,auß«r ÄBHF Ä d M GiehenerAMger ZWk General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Gießen. v 1 $r«ntf’u*«mm«in0ii686. Vrvck lmd Verlag: BrütflW UinrersitStr-vlich- «nö Steindruck-re, n. ränge in «letzen. Schristleltung und Seschästrftellt: Schulftra^e r. revier angeblich gefangen gehaltenen Kameraden befreien zu helfen. Die Umgebung des Polizeireviers ist mit P f l a st e r st e i n e n bedeckt, die heute nacht von den aufrührerischen Banden gegen die Fensterläden des Polizeireviers geschleudert wurden. Gegen 6 Uhr morgens begann die Straßenbahn- gefellfchaft mit einem Sonderkommando d i e Barrikaden wegzuräumen, um wenig- ftens die Schienen der Straßenbahn freizumachen, da sich das Fehlen der Verkehrsmittel in der dichtbevölkerten Gegend immer unangenehmer fühlbar macht und zu riesigen Menschenansammlungen führt. Unter den Barrikaden fand man u m g e * stürzte Lastautos und Traktoren, Teerkessel der Asphaltgesellschaften, sowie eine ganze Reihe von großen Benzintanks und ähnliches Material. Die Demonstranten hatten sich offenbar darauf vorbereitet, im Falle eines Angriffes der Polizei die Barrikade mit Benzin zu übergießen und in Brand zu sehen. Die Polizei macht sich jetzt daran, die verdächtigen Häuser zu untersuchen. Die Straßenbahn verkehrte gegen Vz? Ufjr noch nicht, jedoch wird der Verkehr im Lauf des Vormittags wieder ausgenommen werden können. Die Kommunisten haben auch verschiedentlich Telephonleitungen und Strahenbahndrähte zerschnitten, so daß die Aufnahme des Verkehrs auch dadurch verzögert wird. Die Aufräumungsarbeiten in der Steinmetz- und in der Zietenstraße gestalten sich sehr schwierig, da hier überall die schweren eisernen für den Bau der Untergrundbahn bestimmten Träger quer über die Straße gelegt sind und außerdem an verschiedenen Stellen das Pflaster aufgerissen worden ist. Vorläufig dürfte auch die Hermannstraße für den Wagenverkehr nicht freigegeben werden. Die Polizei ist immer noch dabei, die Straßen nach Munition abzusuchen, um festzustellen, mit was für Waffen geschossen wurde. Man befürchtet, daß sich die Ereignisse dieser Rächt auch in den nächsten Rächten wiederholen werden. Aufräumen in Neukölln. Berlin, 3. Mai. (WTB. Funkspruch.) Gegen 8 Uhr vormittags hatte die Polizei die ganze Hermannstraße in Reukölln beseht. Die Barrikaden sind größtenteils beiseite geräumt. Sonderwagen der Straßenbahn mit Polizei bemannt, fahren durch die Zielen- und Steinmetz- straße und räumen auch hier die Hindernisse weg. 3n der Falkstraße wurde die Polizei gegen 8 Uhr aus Fenstern mit Steinen beworfen. Die Kriminalpolizei ist noch immer dabei, Haus für Haus systematisch nach Waffen zu untersuchen. Zahlreiche Schuß-, Hieb- und Schlagwaffen wurden beschlagnahmt und eine ganze Reihe von Personen, die Waffen mit sich führten, ist festgenommen worden. Der Verkehr ruht noch immer und dürfte erst gegen Mittag ausgenommen werden. Die Bauarbeiter der Untergrundbahn haben geschlossen die Arbeit niedergelegt, da sie, wie sie sagen, nicht unter Polizeiaufsicht arbeiten wollen. 3n den Schulen Reuköllns fehlen viele Kinder, die entweder die Sperre nicht passieren konnten, oder von ihren Eltern zu Hause behalten werden. Die Absperrmahnahmen ' haben bei der Bevölkerung großen Unwillen her- vorgerufen. Die Polizei hat die Absicht, das ganze Viertel bis in die kommende Rächt hinein besetzt zu halten, um eine Wiederholung der Ereignisse der letzten Rächt, besonders die Auftürmung von Barrikaden, zu verhindern. Don kommunistischer Seite werden allenthalben Flugzettel aufreizenden Inhaltes verteilt. In vielen Rebenstraßen bilden sich Gruppen von Arbeitern, die nicht zur Arbeit gehen, weil anscheinend in einer Anzahl von Betrieben gestreikt wird. Oie Opfer. Berlin, 2. Mai. (DB.) Rach dem Bericht de« Polizeipräsidenten sind bei den Zusammenstößen am l.lHai sieben Personen gelötet worden, wahrend von anderer Seite die Zahl der Toten mit neun angegeben wird. Insgesamt sind 3 0 Polizeibeamte verletzt worden. Rach Blätfer- meldungen sollen die neuerlichen Unruhen in Reu- kölln bis Mitternacht drei Todesopfer gefordert haben. Etwa 20 Personen sollen verletzt worden sein. Kommunistenrummel im Reichstag. Berlin, 2. Mai (DDZ.) Der Beginn der heutigen Reichstagssihung verzögerte sich um etwa ^hn Minuten. Als gegen 2,10 Uhr Vizepräsident Graef die Sitzung eröffnet, lärmen die Rational- sozialisten und Kommunisten. Letztere rufen: „Wo ist denn der sozialdemokratische Kosakenhaupt- mann Löbe?" Bei Eintritt in die Tagesordnung gedenkt Abg. Pieck (Komm.) der blutigen Zusammenstöße am 1. Mai. Die verbrecherische Polizei habe sich nicht gescheut, unter Führung des Sozialdemokraten Zörgiebel friedlich demonstrierende Arbeiter zu morden. (Lärm bei den Kommunisten.) Die Kommunisten beantragten die sofortige Beratung ihres Antrages auf Aufhebung des Demonstrationsverbotes. (Sehr wahr! bei den Kommunisten.) Die Berliner Arbeiterschaft müsse zum Protest gegen das sozialdemokratisch gesührte Mordgesindel (stürmische Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten, Gegenkundgebungen bei den Kommunisten) zum Generalstreik aufgerufen werden, vis die schuldigen Sozialdemokraten zur Verantwortung gezogen uno der Mordkerl Zörgiebel von seinem Platze gejagt sei. — Lebhafte Zustimmung bei den Kommunisten. — Vizepräsident Graef rügt die Ausdrucksweise des Redners. — Kommunisten und Sozialdemokraten bringen mit erregten Zurufen auseinander ein. Es kommt zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Kommunisten und Sozialdemokraten. — Abg. P i e ck (Komm.) übertönt den Lärm und nennt den Abg. -^ftlcr $um drittenmal einen Lügner. Vizepräsident Graes ruft den Redner zur Ordnung. Er ruft dann auch den Abg. Hecker (Komm.) ivegen fortgesetzten Lärmens zweimal zur Ordnung. Der kommunistische Antrag wird durch Widerspruch abgelehnt. Die Kommunisten fingen stehend die Internationale, während Vizepräsident Graes die Sitzung unterbricht und die meisten Abgeordneten den Saal verlassen. Rach dem Gesang verlassen die Kommunisten den Saal mit dem Ruf: „Rieder mit den Mördern!" Rach etwa halbstündiger Pause wird die Sitzung wieder eröffnet. Bei der fortgesetzten zweiten Neue Verhandlungen in Paris. Or. Schacht hofft auf eine allgemeine Verständigung. Paris, 2. Mai. (DTB.) Reichsbankpräsideut Dr. Schacht ist heute nachmittag wieder in Paris eingetroffen. Die drei Delegierten Dr. Bögler, Melchior und fi a ftl waren ihm bis zur belgischen Grenze enkgegengefahren und haben die Rückreise mit ihm gemeinsam unternommen. Dr. Schacht halte schon am Rachmiltag eine Reihe von Besprechungen mit Owen Poung und anderen Delegierten. Rach der „Bolonls" soll der Reichsbankpräsident nach einer Unterredung mit Oroen D. Poung gestern abend erklärt haben: „Die privaten Besprechungen dauern bis Montag an. Dir glauben noch, daß es möglich ist, zu einer allgemeinen Berständl- g u n g zu gelangen.“ Wie der „Matln“ wissen will, scheint man nach der Richtung hinzuarbeilen, im Rahmen des Möglichen die Mobilisierung von 13 Milliarden Mark, die den eigentlichen Reparallonsrestbetrag bildeten, zu gewährleisten. Dies würde auf etwa 37 Jahre die Zahlung einer Annuität von einer Milliarde bedeuten, die die künftigen Anleihen garantieren würde, hinsichtlich der Rücker st attung der interalliierten Kriegsschulden in höhe von 26 Milliarden Kapllalwert würde man sich damit begnügen, von den Deutschen die Berpflichtung zu verlangen, daß sie sämtliche dafür notwendigen Zahlungen deckten. Man würde jedoch die entsprechenden Annuitäten nur für einen Zeitraum von 10 bis 12 Jahren ziffernmäßig festlegen. Rach 10 bis 12 Jahren könne dann der Jall einkrelen, daß entweder Amerika einen Schuldennachlaß gewähre oder daß die Internationale Bank einen Gewinn abwerfe, der zur Deckung der interalliierten Schulden dienen könne. In beiden Fällen solle Deutschland in weitgehendem Maße von diesem Gewinn Ruhen ziehen. Ls waren noch die Annuitäten festzusehen, und zwar sowohl für die 37 Reparalionsjahre als auch für die 10 bi» 12 Jahre, in denen Reparationen und Schulden zu- sammenfielen und lediglich an dieser Zahlenfrage könne ein System scheitern, dessen Grundsätze rationell und für alle zufriedenstellend erschienen. „Ma- tin“ glaubt, daß die gestern nach Rückkehr von Dr. Schacht eingeleitelen Berhandlungen über diesen Plan am Monlagnachmiilag beendet fein würden. Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums (Kapitel „Wohnungs- und S i e d lun g s w e s en") dankt Abg. T rem- rn e l (Ztr.) der Regierung für ihre Initiative zur Forderung des Wohnungsbaues. Cs wäre natürlich besser, wenn der Ertrag der Hauszins- steuer restlos dem Wohnungsbau zugeführt werden konnte. Abg. Ebert, Potsdam (Soz.). tritt für größere Forderung der Landarbeitersiedlung ein. Ein Landarbeitergesetz, das die Freizügigkeit beschränkt, würde für die Sozialdemokraten unannehmbar sein. Beim nächsten Kapitel, „Dersorgungs- w e s e n", erklärt Abg. Schmidt, Stettin (Dntl.), die Mittel für die Versorgung müßten erhöht werden. Die Abg. (Starrer (D.) und Passeh (S.) danken dem Arbeitsminister für seine Initiative in der Verbesserung des Dersorgungswesens. Die Behörden mühten angewiesen werden, bei der Durchführung der Bestimmungen Härten zu vermeiden. Abg. Lucke (WP.) fordert eine Reform der Bestimmungen über die Unterbringung der Der- sorgungsberechiigten. Damit schließt die zweite Beratung des Haushalts des Arbeitsministeriums. Die Ausschuß- Entschließung auf Erweiterung der Krisenfürsvrge wird angenommen. Freitag: zweite Beratung des Haushalts des Reichsernährungsministeriums. 3n Paris „ohne das geringste Nasenbluten". Tardieu hat vorgebeugt. Paris, 3. Mai. (T.-Tl.) Die außerordentlich scharfen Maßnahmen, die die französische Regierung vor und während des 1. Mai gegen alle Kundgebungen und insbesondere gegen die Kommunisten ergriff, werden in der französischen Oeffentlichkeit je nach Parteinahme verschieden beurteilt. Immerhin ist bis jetzt so viel durchgesickert, daß der Innenminister durchaus im klaren über die Pläne war. die die Kommunistische Partei für den 1. Mai entworfen hatte. Rach den an amtlichen Stellen eingelaufenen Rachrichten sollen besonders in der letzten Zeit zwischen den Führern der französischen und deutschen Kommunistischen Partei in Berlin Besprechungen über die Vorbereitung eines gemeinsamen Angriffes stattgefunden haben. Außerdem verlautet, Moskau habe der Partei und den kommunistischen Gewerkschaften in Frankreich Vorwürfe über ihre Lässigkeit gemacht und sie auf gefordert, am 1. Mai zur Eroberung der Straße Kundgebungen zu veranstalten. In einigen politischen Kreisen herrscht Verstimmung wegen der außerordentlich strengen Dorsichtsmahnohmen sowie wegen des starken Aufgebots von Truppen in den Kasernen. Rach Beendigung des Ministerrats wurde Innenminister Tardieu über diese Maßnahmen befragt. Er erklärte: Auf Grund des Artikels 10 des Gesetzes über die Unterdrückung anarchistischer Umtriebe halte ich diese Verhaftungen für vollkommen gesetzmä - ß i g. Ich habe sie angeordnet und beglückwünsche mich dazu, denn bei einem Vergleich mit den Vorgängen in Berlin muß ich feststellen, daß es besser ist vorzubeugen, als mit Strenge vorzugehen. In Berlin hat es Tote und Hunderte von Verletzten gegeben, bei uns ist der 1. M a i ohne das geringste Rasenbluten verlaufen. Tardieu erklärte, Moskau habe den Kommunisten in Berlin und Paris bestimmte Anweisungen zugehen lassen, von denen die französische Regierung seit sechs Wochen Kenntnis gehabt habe. Aus diesem Grande seien die Verhaftungen als Vorsichtsmaßnahme erfolgt. Oie Reform der Arbeitslosenversicherung. Die Vorschläge der Arbeitgeberverbände. Berlin, 2. Mai. (WTB.) Die Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände legt jetzt ihre konkreten Reformvorschläge zum Gesetz über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vor. Die Vereinigung wendet sich gegen die Bildung neuer Untersuchungsausschüsse, da ein neuer Ausschuß erfahrungsgemäß die Gefahr der D e r z ö g e r u n g in sich birgt. Zudem ist bereits seitens des Vorstandes der Reichsanstalt ein besonderer Ausschuß gebildet worden. Die„ von den freien Gewerkschaften geforderte t J Höhung der Beiträge um ein Prozent lepnt die Vereinigung ab, einmal, weil die Wirt- schaft dadurch jährlich mit weiteren 275 Millronen Reichsmark belastet werden wurde besonders aber, weil dadurch ein umgekehrter Sanierungsversuch gemacht würde der weder zur Beseitigung der im Gesetz liegenden Shstemfehler, noch zur Aufhebung der vorhandenen Mißstände führen und eine dauernde Bereinigung der finanziellen Lage der Reichsanstalt nicht gewährleisten würde. Mit Bezug auf die notwendige Sanierung der Reichsanstalt enthalten die Reformvorschläge vor allem folgende Anträge: Eine andere Regelung der Saisonerwerbslosen-Fürsorge in der Weise, daß die Saison-Erwerbslosen während der Dauer der Saisonerwerbslosigkeit keine Unterstützungen erhalten, außerhalb dieser Zeit jedoch unterstützungsberechtigt sind. Dafür soll für die betreffenden Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein entsprechender Beitragsnachlah gewährt werden. Ferner sollen die Heimarbeiter aus der Dersicherungspflicht ausscheiden. Die Vereinigung beantragt den Ausschluß der Versicherungspflicht aller derjenigen Deschäfti- gungsverhältnisse, in denen durch privatrechtliche Maßnahmen das Risiko der Arbeitslosigkeit ausgefchaltet ist. Weitere Anträge beziehen sich auf die Entbehrung des älnterstützungsanspruchs in besonderen Fällen. Ferner wird eine Einschränkung der Berechtigung der Ablehnung angebote- ner Arbeitsgelegenheit bzw. die Entziehung des Llnterstützungsanspruches in den Fällen unberechtigter Verweigerung der Arbeitsaufnahme beantragt. Hinsichtlich der Bemessung der Höhe der Erwerbslosenunterstützung soll der Durchschnitt des Arbeitsentgelts maßgebend sein, das der Erwerbslose während der letzten sechs Monate (nicht wie jetzt drei Monate) vor der Arbeitslosmeldung bezogen hat. Gegen diejenigen, die schuldhaft zum Rachteil der Reichsanstalt unrichtige Arbeitsbescheinigungen ausstellen, werden Strafvorschriften beantragt. Die Rotstandsarbeiten sollen aus dem Aufgabengebiet der Reichsanstalt herausgenommen werden. — Die finanzielle Auswirkung dieser Anträge würde nach Meirmng der Arbeitgeber für die Reichsanstalt und damit auch für das Reich schätzungsweise eine Entlastung von etwa 400 Millionen Mark bedeuten. Noch feine Entscheidung über die Todesstrafe. Berlin, 3. Mai. (DDZ.) Im Strafrechtsausschuß des Reichstags wurde ein demokratischer Antrag, der an Stelle der Todesstrafe lebenslanges Zuchthaus vorsah, abgelehnt. Runmehr kam der entscheidende Antrag Kahl (D.Dp.) zur Abstimmung, der die Todesstrafe durch lebenslcrnge Sicherungsverwahrung ersehen wollte. Der Antrag wurde a b gelehnt mit 12 gegen 16 Stimmen. Für den Antrag Kahl stimmten nur die Sozialdemokraten und die Demokraten sowie der Antragsteller Kahl selbst. Der Antrag fiel also, weil die Kommunisten gegen ihn stimmten. Ein sozialdemokratischer Antrag, statt der Todesstrafe eine Zuchthausstrafe picht unter 10 Jahren oder lebenslanges Zuchthaus einzusehen, wurde ebenfalls mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Gegen die Formulierung des Entwurfes, also gegen die Todesstrafe, stimmten die Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten. Auch ein Antrag der Bayrischen Dolkspartei und des Zentrums, der den Mord mit lebenslangem Zuchthaus bestrafen will, aber bei erschwerenden Umständen die Todesstrafe eintreten lassen will, wurde mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt. Gegen diesen Antrag stimmten ebenfalls die Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten. Zunächst ist also im Strafgesehbuchentwurf bezüglich der Todesstrafe eine Lücke. Oie Gewerbesteuer in Preußen. Berlin, 3. Mai. (DDZ.) Der Ständige Ausschuß des Preußischen Landtags beschäftigte sich mit der Rotverordnung, die von der Regierung erlassen worden ist, um für die weitere Erhebung der Gewerbesteuer die gesetzliche Unterlage zu schaffen. Die Rotverordnung deckt sich inhaltlich mit den Beschlüssen, die in der vergangenen Woche in der zweiten Lesung bei der Beratung der Regierungsvorlage über die Gewerbesteuer gefaßt worden waren. Eie bringt bekanntlich eine Erleichterung für die unteren Steuerstufen. In der Rotverordnung, die mit 15 gegen 14 Stimmen angenommen wurde, ist die Besteuerung d er freien Berufe nicht enthalten. 3umSO.0e6urf6fagbe6$ürflen3ütoto Berlin, 2. Mai. (WTB.) Der Reichskanzler hat an den Reichskanzler a. D. Für - stenvonDülowin Rom aus Anlaß der Dollendung seines 80. Lebensjahres das folgende Glückwunschtelegramm gesandt: »Zugleich im Ramen der Reichsregierung sende ich Euer Durchlaucht zur Dollendung des 80. Le- bensjahres die besten Glückwünsche. Sie können am heutigen Tage mit Genugtuung auf ein an Arbeit reiches Leben zurückblicken, in dem Sie lange Jahre an erster Stelle dem deutschen Da- terlande mit ganzer Kraft gedient haben. An Ihrem Ehrentage weiß ich mich eins mit Ihnen in dem heißen Wunsche, Deutschland wieder frei zu sehen. Ich wünsche, daß Sie ihn in gleicher Gesundheit und Rüstigkeit erleben mögen.“ — Der Reichspräsident hat dem Fürsten in einem persönlichen Schreiben ebenfalls feine Glückwünsche zum 80. Geburtstag ausgesprochen. Aus aller Wett. Schwere Wirbelsturmschäden in Amerika. Die Tornados und schweren Stürme der vergangenen Tage haben in den verschiedenen Teilen des Landes überaus schwerenSchadenan- gerichtet. Ein Schneesturm mit Frosttemperatur, der Illinois und Missouri heimsuchte, verursachte Schäden, die, wie man befürchtet, in die Millionen gehen. Der aus R y e c o o e gemeldete Tornado traf das Schulhaus gerade, als die Kinder nach der Mittagspause wieder zum Unterricht zurückgekehrt waren. Die Zahl der Toten wird bereits a u f 10 0, die der Verletzten auf über 10(7 geschätzt, so daß fast die aanze Bevölkerung des kleinen Ortes der einem solchen Unglück in keiner Weise gewachsen war, betroffen wurde. Viele Leichen wurden von dem Tornado weit über die Felderver- ft r e u t. Die aus der Umgegend eintreffenden Sanitätsabteilungen melden, daß überall größte Verwirrung herrsche, da die Ueberlebendcn nicht imstande wären, sich der Toten und Verletzten anzunehmen. Die Lcsierreichreife des „Graf Zeppeliu". Beim ersten Ueberfliegen von Wien nahm „Graf Zeppelin" seinen Kurs unmittelbar über die zu seinen Ehren beflaggte deutsche Gesandtschaft, von deren Balkon Graf Lerchenfeld das Luftschiff grüßte. Um 12,40 Uhr mittags erreichte „Graf Zeppelin" auf der Rückfahrt von Graz zum zweiten Male das Stadtgebiet von Wien. Don allen Straßen und Plätzen sowie von den Dächern wurde das Luftschiff von der Bevölkerung mit Begeisterung begrüßt. Zwei Flugzeuge umkreisen den Zeppelin in weiten Dogen. Um 1 Uhr nachmittags entschwand er in westlicher Richtung über den Wiener Wald. Um 15,10 Uhr signalisierten Kanonenschüsse von der Feste Hohensalzburg die Ankunft des Luftschiffes über Salzburg, das um 15,30 Uhr bei Hellern Sonnenschein das Zentrum der Stadt und die Festung überflog. Auf die ersten Kanonenschüsse hin hatten sich auf den Plätzen der Stadt immer dichtere Menschcnmasfen angesammelt, die das Luftschiff mit Hurrarufen und mit Tücher- schwenken begrüßten. „Graf Zeppelin" beschrieb in langsamer, niedriger Fahrt einen Halbkreis über der Stadt. Von der Festung dröhnten, solange das Luftschiff über die Stadt fuhr, Salutschüsse. Um 15,20 Uhr entschwand „Graf Zeppelin". Rachdem er den Mondsee passiert hatte, nahm er den Kurs weiter über das Salzkammer- g u t hinweg, flog die bayrische Gebirgskette südlich von München entlang und kam etwa um 18,15 Uhr wieder nach Friedrichshafen. Der Schiedsspruch für den Ruhrbergbau für verbindlich erklärt. Der Reichsarbeitsminister hat nach Mitteilung des Vereins für die bergbaulichen Interessen des Ruhrgebiets den Lohnschiedsspruch für den Ruhrbergbau vom 22. April 1929 von Amts wegen für verbindlich erklärt. Der Schiedsspruch ist be- kanntlich von den Arbeitnehmern abgelehnt, von den Arbeitgebern angenommen worden. Berhaflung einer vielfachen Giftmörderin. Die 50jährige Hofbesitzerin Anna Lutzenberger aus Schwabmünchen wurde unter dem dringenden Verdacht, eine ganze Reihe von Giftmorden und Mordversuchen begangen zu haben, in das Augsburger Untersuchungsgefängnis ein- geliefert. Vor einiger Zeit starb ihr Vater und acht Wochen später ihre Mutter, ohne daß sie vorher krank gewesen waren. Durch den Tod ihrer Eltern kamen Frau Lutzenberger und ihr« vier minderjährigen Kinder in den Allein- besitz eines Gutes und eines Barvermögens von 25 000 Mark, über das nach kurzem der Konkurs eröffnet wurde. Zu Ostern starben plötzlich alle vier Kinder der Luhenberger, angeblich an einer Darmkrankheit, worauf fi< einen Selbstmordversuch unternahm. Do sie fürchtete, daß bei einem gegen sie schwebenden Entmündigungsverfahren der Stadtobersekretär Schrott, bei dem sie kleine Hausarbeiten verrichtete, zum Kurator bestellt werden würde, versuchte sie, diesen und seine aut vier Personen bestehende Familie zu vergiften, indem sie ihnen Arsenik in di« Milch schüttete. Die Untersuchung erstreckt sich jetzt auch auf die vorhergehenden Todesfälle in ihrer Familie. Wettervoraussage. An der Rordfeite der französischen Störung lagern kühlere Luftmassen, die wieder einen leichten Temperaturrückgana verursachen. Heber bei Rordsee ist es zur Bildung eines Hochdruckgebietes gekommen, dessen Einfluß bis in unseren Bezirk vorgreifen wird und wieder zu Dewöl- kungsabnahme führt. Dabei steigen wohl tagsüber die Temperaturen an. erreichen aber noch keineswegs die normalen Werte. Die Besserung scheint auch diesmal nur vorübergehend zu sein denn im Rordwesten seht erneuter Druckfall ein Wettervoraussage für Samstag. Wolliges Wetter mit Aufheiterung, mäßig tyarm, meist trocken. Wettervoraussage für Sonntag Etwas wärmer und langsame Dewölkungszunahm« mit späterer Riederschlagsneigung. Lufttemperaturen am 2. Mai: mittags 11,6 Grad Celsius, abends 6,4 Grad: am 3. Mäi: morgens 5,2 Grad. Maximum 11,7 Grad, Minimum 2,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. Mai: abends 11,4 Grad: am 3. Mai: morgens 7 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1% Stunden. Amtlicher Reisewetterdienst der öffentlichen Detter dienststelle Gießen. Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Witterun; gestern: kühle Nacht, teils heiter, teils wolkig; heute 6 Grad Celsius, Windstille, wolkig. — (Berchtes gaben): Witterung gestern: kühle Nacht, veränderlich mit Schauern; heute: 7 Grad Celsius, Ostwind, heiter. Küste (Westerland): Witterung gestern: vorherv fchend kühl und meist heiter; heute: 5 Grad Celsius. Nordwestwind, heiter. — (Borkum): Witterung gestern: vorherrschend kühl, teils heiter, teils wolkig heute: 6 Grad Celsius, Nordostwind, heiter. Baden (Baden-Baden): Witterung gestern milde Nacht, teils heiter, teils wolkig; heicke: 8 Gral Celsius, Ostwind, wolkig. — (Triberg): Witterun« gestern: teils heiter, tells wolkig; heute: 8 Gral Celsius, Ostwind, heiter. — (Freiburg): Witterung gestern: vorherrschend kühl, teils heiter, teils wolkig; heute: 8 Grad Celsius, Südostwind, heiter. LIEFERUNG nur durch on erkannte HÄNDLER Gl P KENS, o: s HflnörMn nna Lützen- utte unter dem "Reche von W- angen zu haben, ^sgesingnis ein- ihrDaterunr tter, ohne daß Durch den Tod iberger und ihre den Allein- i Jarvcrmögent ich kurzem der u Ostern starben xr Luhenbergrr. Kit, woraus j« unternahm, w n schweben- drr Stadtober, kleine HaMrbel' r bestellt M inun» ftmi mil!- 1« «r ■fenit t« »'< huna erstreikt siq 5 W» rt '"l" gle^ mogen/.^ Ut1nt btr * SÄ s° r°.°L Mr "e,le gewachsen " 7ld°nln er ver, bl enden Sani, Ul Sycnöcn unb Derlehten ' ^ehheltii". 'Bitn nahm mittelbar über Ätsche Se. Ä 8*’1 WM mittoßä L3.UMtt dvK Stadtgebiet t>on •Men sowie tschifs von der degrüht, Zwei in weiten D°. schwand er in euer Wald. Anschüsse Don mft des Luft- 15,30 Uhr bei der Stadt unb isten Aanonen- dtzen der Stadt ngesammelt, die nd mit Tücher- •fin“ beschrieb in Halbkreis über whnten, solange hr, Salutschüsse. M Zeppelin"', irrt hatte, nahm alzkammcr. Gebirgskette füi« i kam etwa um richshafen. chrbergbau t h Mitteilung des wessen des Ruhr, den Ruhrberglm egen für ver- cdsspruch ist be- bgelehnt, von den agc. ä» ®S Ao^nMf' v .u Mol. “Sn aber noch SclleninL >** r Sonntag „btfungü®* iS- 11« ©rat && e°1 .. Sitteruni Jär»?" rff-H ssC Sü“ä;ä$^ sKs >■ mell- auf Elba. Bornotizen. Elektrizitätswerks dienen, außerdem sollen in ihm ein Kassenraum sowie Toilettenräume untergebracht werden. Die Bauarbeiten werden von der Bauhütte Gießen ausgeführt. ** Geschäftsjubiläum. Das Schuhhaus Waldschmidt im Seltersweg kann jetzt auf sein 25jähriges Bestehen zurüctblicken. Die Firma nimmt in der Schuhhandelsbranche unserer Stadt eine geachtete Stellung ein und kann sich eines guten Ansehens bei der Konsumentenschaft er- Kirchliche Nachrichten. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 4. Mai. Dor- abend 7.30 Uhr: morgens 8.30; abends 8 und 8.40. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatfeier den 4. Mai. Freitag abend 7.20 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.40. Wochengottesdienst morgens 6.30; abends 7.____ 31. Mai festgelegl worben ist. Statt Vor früheren 28 Abonnements-Vorstellungen werden bis Ende Mai 32 Vorstellungen herausgebracht sein. Durch die Ferienpause der Mitglieder, die mit Rück- icht auf die Bad-Rauheimer Spielverpflichtungen vom 1. bis 15. Mai dauert, tritt folgende Umschichtung der Abonnenten svorste lungen ein: Am Mittwoch, 15. Mai, wird im Frei tags- abonnement Irene Triesch in StrindbergS »Scheiterhaufen" gastieren, am 17. Mai geht ebenfalls im Freitagsabonnement »Katharina Knie" von Zuckmayer in Szene. Am 21. Mai wird im Dienstagabonnement zum vierten Male »Katharina Knie" gegeben. Als letzte Premiere der Winterspielzeit ist für Donnerstag. 23. Mai (im Mittwochabon- nement) zum ersten Male »Am Tee tisch" von Sloboda (zum Gedächtnis an den unlängst unter tragischen Umständen aus dem Leben geschiedenen Autor) vorgesehen. Wiederholungen finden am Dienstag, 28. Mai, und am Freitag, 31. Mai. statt. Am Donnerstag, 30. Mai, wird im Mittwochabonnement auf vielseitigen Wunsch noch einmal »Großstadtluft" gegeben. — Zur Feier seines 25jährigen Rezitator-Jubiläums gibt Professor Marcell Salzer auch in Gießen einen Abend. Dieser Meister des Humors hat jetzt in Berlin anläßlich seines Jubiläums wieder große Erfolge gehabt. Er wird am Sonntag, 12. Mai, im Gießener Stadttheater ein einmaliges Gastspiel geben. — Das Stadttheater wird zusammen mit dem Goethebund die Haah- Berkow-Festspiele nach Gießen kommen lassen. Diese Spielschar dürfte in Gießen noch in bester Erinnerung sein. Es ist der Intendanz gelungen, die Truppe für einen Tag zu verpflichten. Das Ensemble wird am 10. Mai, nachmittags 4 Uhr als Schülervorstellung »Die zertanzten Schuhe" (Volksspiel mit Gesang und Tanz nach dem Grimmschen Märchen) geben und am Abend, 8 Uhr, »Das Paradiesspiel" und den »Totentanz" zur Aufführung bringen. — Volkshochschule. Wir weisen an dieser Stelle nochmals auf den Eröffnungsabend hin, der morgen abend 20 Uhr im Singsaal des Realgymnasiums stattfindet. Das Programm ist im heutigen Anzeigenteil ersichtlich. Starkenburg. WER. Darmstadt, 2. Mai. In der Heidenreichst raße wurde gestern in Abwesenheit der Wohnungsinhaber ein schwerer Einbruch verübt. Die Diebe erbrachen mehrere Schränke und Behältnisse. und cs fielen ihnen Werte in Höhe von 10000 M k. in die Hände. Die Kriminalpolizei hat die Bachforschungen ausgenommen, doch fehlt zunächst von den Tätern noch jede Spur. — Tageskalender für g r e i t a g. ßid)t« bildervortraq über „Erd- und Feuerbestattung 8 Uhr, Cafe Leib. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „Die Frau, die jeder liebt, bist du. „ — Astona-Licht- f'piele: „An der Grenze des Todes". - Ltadttheater Dreßen Aus dem Stadtthcaterbureau wird uns geschrieben. Die Intendanz teilt nochmatz mtt daß der Ab schloß der diesjährigen Winterspielzeit aus den ** Von d e r Stadtverwaltung, yber- bürgermeister Dr. K e l ler hat einen kurzen Erholungsurlaub angetreten. . ' Geheimerat Professor Dr. phil. Dr. jur. h. c. Otto Behaghel, der berühmte Germanist unserer Landesuniversität, dessen hervorragende Verdienste um die philologische Wissenschaft sowohl, wie um die Ludoviciana hier bereits mehrfach eingehend gewürdigt wurden, kann heute in beneidenswerter Frische und größter geistiger Regsamkeit seinen 75. Geburtstag feiern. ** Abschiedsfeier und Amtseinführung im Realgymnasium. Am 1. Mai trat auf Grund des Altersgrenzegesehes Oberstudiendirektor Henk vom hiesigen Realgymnasium in den Ruhestand. Aus technischen Gründen erfolgte die Einführung seines Rachfolgers, des Ober studiend irektors Angelberger von der Oberrealschule zu Grünberg, bereits am 18. April. Direktor Henk dankte in herzlichen Worten für die Mitarbeit des Kollegiums, nahm Abschied von der ihm liebgewordenen Anstalt und wünschte ihr für. die Zukunft eine segensreiche Entwickelung. Im Rainen der Amtsgenossen sprach alsdann Prof. Völzing dem scheidenden Direktor für das harmonische und vertrauensvolle Zusammenwirken aufrichtigen Dank aus und wünschte ihm von Herzen ein frohes und freudenreiches otium cum dignitate. Den neuen Direktor hieß er auf das herzlichste willkommen und sprach ihm das rückhaltlose Vertrauen des Lehrerkollegiums aus. Mit freudigen Worten dankte Direktor Angelberger für die freundlichen Degrühungsworte des Direktors Henk und der Amtsgenossen und gab der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, in vertrauensvoller Arbeit mit ihnen für das Wohl des ihm an- vertrauten Realgymnasiums und seiner Schuler wirken zu dürfen. Musikstücke des Schülerorchesters und ein Gesangsvortrag des Chors erhöhten die Weihe der stimmungsvollen Feier. LU. Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 5. Mai, vormittags 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitätsgottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Dr. Cordier. ** Die Leitung des Frankfurter Rundfunks. Die Nachfolge des als Intendant des Rundfunks nach Berlin berufenen Dr. Flesch ist in der Weise geregelt worden, daß man seine am Frankfurter Rundfunk ausgeübten Funktionen geteilt hat. Die künstlerische Leitung wird Herr S chon übernehmen. Dr. Schleußner, der früher im Aussichtsrat der Rundfunk A.-G. war, bekommt die Tätigkeit, die Dr. Flesch im übrigen als Vorstand des Rundfunks ausgeübt hat. Raucht nicht im Walde! Aus allen Teilen des Landes kommen Meldungen über Gras- und Waldbrände, die oft durch Unvorsichtigkeit entstehen. Unachtsam weggeworfene Streichhölzer. Zigaretten- oder Zigarrenstummel usw. können das dürre Gras leicht entzünden, und ehe man sich versieht, ist ein Wiesen- oder Wald- brand entfacht. Darum raucht nicht im Walde oder seid wenigstens vorsichtig. **WartehallemitTransformatoren- ftation an der Volkshalle. Mit den Erdarbeiten zur Errichtung einer Wartehalle für die Fahrgäste der elektrischen Straßenbahn auf dem vorderen Trieb, gegenüber dem Schützenhaus, ist jetzt begonnen worden. Das Gebäude soll bekanntlich auch als Transformatorenstation des Städtischen **HessischerKirchengemeindetag. Die hessische Landesgruppe des Deutschen Evangelischen Gemeindetages veranstaltet am 3. Juni in Darmstadt einen Kirchengemeindetag. Der Gründer der hessischen Landesgruppe, Generalsuperintendent D. Dr. Schian, jetzt in Breslau, der sechzehn Jahre lang an der hessischen Landesuniversität in Gießen wirkte, spricht u. a. über „Pfarrer und Gemeindeorganisation", Pfarrer Knodt (Offenbach) über „Gemeindegottesdienst und Gemeindeleben". Am Nachmittag spricht nochmals Generalsuperintendent D. Dr. Schian (Breslau) über „Volkskirche, Missionskirche, Gemeindekirche". Das Bemerkenswerteste dieser Tagung ist, daß die Gemeindeglieder selbst m der Aussprache ihren Erfahrungen und ihren Wünschen der Kirche gegenüber Ausdruck geben. "DerRiederrheinischegeologische Verein hält seine diesjährige Hauptversammlung vom 24. bis 27. Mai in Marienberg (Ober- Westerwald) ab. Die Exkursionen gelten dem Studium der Tertiärdecke des Westerwaldes und den vulkanischen Erscheinungen. Die Leitung liegt in Händen des Prof. Dr. W. Klüpfel. Gießen. * Eine Stahlhelm-Reichs-Zielsahr t nach München zu dem am 1. und 2 Juni in München stattfindenden Reichs-Front- söldaten-Tag des Stahlhelms wird von dessen Reichs-Kraftfahrstaffel veranstaltet. Von den 13 Marschstrecken aus allen Teilen des Reiches wird die Strecke des Landesverbandes Westfalen, Oldenburg—Ostfriesland und Rachbarformationen unsere Gegend berühren, und zwar wird die Fahrt von Lippstadt und Winterberg her kommend über Marburg, Gießen, Bad-Äauheim, Friedberg und weiter über Hanau—Aschaffenburg gehen. * Gärtnerische G e h i l f e n p r ü f u n - gen. Wie in den Vorjahren, so fanden auch in diesem Frühjahr die von der Landwirtschaftskammer für Hessen veranstalteten gärtnerischen Gehilfenprüfungen, für die Provinz Oberhessen in Gießen, statt. Zugelassen waren nur solche Lehrlinge. die in Gärtnereien gelernt hatten, die von der Landwirtschaftskammer für Hessen als Lehrbetriebe anerkannt sind. Insgesamt wurden 26 Lehrlinge geprüft. Es bestanden die Prüfung ein Prüfling mit sehr gut, 4 mit gut, 13 mit ziemlich gut, 7 mit genügend, einer bestand die Prüfung nicht. Die Anforderungen, die an die Lehrlinge gestellt wurden, waren erheblich. Die Prüfungen wurden in der Gärtnerei Wilhelm Moser. Gießen, von der von der Landwirtschaftskammer bestimmten Prüfungs-Kommission abgehalten. Die Kommission bestand aus einem Vorstandsmitgliede der Landwirtschaftskammer, zwei praktischen Gärtnern und einem Fachbeamten der Landwirtschastskammer. Alle Eltern, die ihre Kinder die Gärtnerei erlernen lassen, sollten unbedingt darauf achten, daß sie die Lehrlinge in anerkannte Lehrbetriebe geben, da im anderen Falle die jungen Leute in ihrem beruflichen Fortkommen stark behindert sind, weil es ihnen nicht möglich ist, Prüfungen abzulegen. ** Jugendprüfung für Jagdhunde b e i Gießen. In gewohnter Weise hatte der »Hubertus, Verein weidgerechter Jäger, Sih Gießen" in Gemeinschaft mit dem Gau Hessen des Vereins Deutsch-Drahthaar für Samstag, 27. April, eine Derbandsjugendprüsung ausge- freuen. ** Schülermonatskarten in Schnell- und Ei lzügen. Die Reichsbahndirektion Mainz hat auf eine im März von den vollsparteilichen Abgeordneten Dr. Keller, Birnbaum und Fraktion gestellte Anfrage wegen der Benutzung der Schnell- und Eilzüge mit Schülermonatskarten folgendes geantwortet: Dom 1. Mai d. I. ab werden folgende Schülermonatskarten ausgegeben werden: a) eine S chü le rm o n a ts k a r te für Eilzüge zum halben Preise der Monatskarte für Eilzüge, die in Cilzugen ohne weiteres, in Schnellzügen nur bei ungünstigen Zugverbindungen, dann aber ohne Schnellzugszuschlag, gilt; b) eine S ch Ü l e r m o n a t s k a r t e für P e r - sonenzüge zum Preise der jetzigen Schülermonatskarte, die für Eil- und Schnellzüge nicht nilt. auch nickt mit zugelöstem Zuschlag. Die schrieben. In tote hohem Ansehen gerade Mt Prüfungen der beiden Veranstalter stehen, ging aus der hohen Meldeziffer von 26 Hunden andern Jahre 1928 hervor, obwohl diesmal den Führern keine Ehrenpreise winkten. Der Zweck dieser Prüfungen ist eine Beurteilung der natürlichen Anlagen des Hundes, der unbeeinflußt von dem Zwang der Dressur zeigen soll, was in ihm steckt. Spurwille, Rase und Schärfe sind die Eiaen- schaften, die der Junghund zeigen muß, auS Dem dereinst ein in allen Sätteln gerechter GebrauchS- hund werden soll. So wird die Jugendprüfung zu einem wichtigen Prüfstein für die Frage, ob die Zucht auf dem rechten Wege ist und welches Material dem Weidmann demnächst Aur Seite stehen wird als sein bester Freund uno Gehilfe. Infolgedessen waren auch zahlreiche Interessenten als Gäste zur Stelle. Die Prüfung wickelte sich unter dxr umsichtigen Leitung von Rechtsanwalt Albrecht glatt und zur Zufriedenheit aller Beteiligten ab. Erschienen waren 22 Hunde, an die 8 erste, 6 zweite und 7 dritte Preise vergeben werden konnten. Unter den ersten Preisträgern befand sich ganz hervorragendes Material, baden bekannten hohen Stand der Zucht in unserem Gebiet wieder bewies. Vertreten waren neben anderen wieder die bekannten Zwinger »vom Saarsorst", »vom Westerwaldforst", »v. d. Zingel", „Moselland", „vom Stoppelsberg", „Dutenhofen", „von Krofdorf", „vom coauerländer Dergwald". 2 Hunde waren Deutsch-Kurzhaar, 20 Deutsch- Drahthaar. gilt, auch nicht mit zugelöstem Zuschlag. Schülermonatslarte, die für Eil- und Sch:.... züge in 2. und 3. Klasse gilt, ist nicht teurer als vor dem 7. Oktober 1928. Aus Der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3. Mai 1929. Unfälle beim Groß-Reinemachen. Zu den Höhepunkten der Hausfrauenarbeit gehört das Groh-Reinemachen vor den großen Festen, ein Ereignis, bei dem sich der Herr des Hauses recht unbehaglich und überflüssig fühlt. Auf keinem Plätzchen, in keinem Eckchen der Wohnung ist er sicher vor Eimer, Besen, Scheuerlappen und Staubwedel. Vom Fußboden die Wand entlang bis hinaus zur Decke erstreckt sich die Tätigkeit der Hausfrau und ihrer Mitarbeiterinnen. Zu den wichtigsten Arbeiten gehört zunächst einmal das Abnehmen der Gardinen. Zu diesem Zwecke ist die Aufstellung einer Leiter erforderlich. Dieser Gebrauchsgegenstand bildet in nicht wenigen Fällen die Ursache mancher unliebsamen, folgenschweren Unfälle, zumal wenn man vergißt, die Leiter einzuhaken. Wie leicht kann es dann geschehen, daß die Leiter auseinanderrutscht, die Frau, das Mädchen hinunterstürzt und den Fall mit einem Arm- oder Beinbruch, oder mit gar noch Schlimmerem zu büßen hat. Aehnliche Vorkommnisse können sich ereignen, wenn die Hausfrau auf einen wackligen Stuhl steigt. Unter der Last bricht der Stuhl zusammen, und das Unglück ist da. Alle diese Unfälle mit ihren Knochenbrüchen, Verstauchungen, Gehirnerschütterungen u. dgl. m. wären zu vermeiden, wenn die Hausfrau oder das Mädchen an der Leiter oder dem Stuhl vor dem Besteigen nachsehen würden, ob auch alles in Ordnung ist. Eine der am wenigsten beliebten Beschäftigungen beim Groß-Reinemachen ist das Fenster- putzen. Wenn hierbei nicht die volle Aufmerksamkeit der Arbeit zugewandt ist, kann es gleichfalls zu den bedenklichsten Unfällen kommen. Bor allem soll die „Scheibenputzerin" niemals draußen, sondern stets drinnen im Zimmer stehen, und sich dabei immer mit der einen Hand am Fenster- rahmen festhalten. Am sichersten ist es schon, daß die „ Fensterreinigerin" einen starken Gurt um die Taille trägt, der an einem stärkeren Haken an der Fensterleiste befestigt ist. Damit ist die Gefahr des Hinausstürzens, wenn sie das Gleichgewicht verliert, ganz erheblich verringert, wenn nicht gar ausgeschaltet. In vielen Haushalten wird mit dem Groh- Reinemachen die „Gröhe Wäsch e" verbunden. Hier sind es ganz besonders die kleinen Kinder, die erhöhter Ueberwachung bedürfen. Riemals sollte die Mutter ein kleines Kind unbeaufsichtigt im Waschraum lassen. Man glaubt gar nicht, wie schnell solch ein Kind in einem unbewachten Augenblick einen Stuhl erklimmt und dabei in den Waschkessel mit kochendem Wasser stürzt! Auch die Wäschemangel übt eine große Anziehungskraft auf kleine Kinder aus. Bevor es sich die Mutter versieht, steckt das kleine Mädchen die Hände zwischen die Rollen, während das Brüderchen an dem Griff lustig drauflosdreht, bis das klägliche Geschrei des Kindes die Mutter auf das Unheil aufmerksam macht; oftmals zu spät, wenn die kleinen Hände schon gequetscht und Fingerknochen schon gebrochen sind. Man kann eben den Müttern immer nur wieder den dringenden Rat geben, während des Reinemachens und der großen Wäsche ihre Augen überall zu haben — vorn, hinten und allerwegen. Dr. Else P. Landgerichtsrat Hirsch f. Vor einigen Tagen ist plötzlich nach einem Schlaganfall der Landgerichtsrat beim ober- hessischen Landgericht Ernst August Hirsch in Gießen entschlafen. Der Verewigte war am 6. März 1863 als Sohn eines Landgerichtsrats in Gießen geboren. Rach Beendigung seiner Studien und nach Ablaus seiner ersten dienstlichen Verwendung wurde er zum Gerichtsassessor ernannt. dann im Iahre 1900 Amtsrichter tn Höchst im Odenwald, im Iahre 1906 Amtsrichter in Gießen und im Iahre 1915 Landgerichtsrat am Landgericht der Provinz Oberhessen in Gießen. Landgerichtsrat Hirsch hat ferne Arbeitskraft nicht nur seinem Amte gewidmet, sondern hat darüber hinaus sein Interesse Dingen des Gemeinwohls zugewendel. So war er u. a. viele Jahre Vorstandsmitglied des Oberhesslschen Kunstvereins und des Eisvereins. Die Öffentlichkeit suchte er nicht, dafür war et aber im Kreise stiller Arbeit stets zu finden. Sein liebenswürdiges Wesen in Verbindung mit seiner strengen Auffassung von Pflichterfüllung verschafften ihm die Sympathie weiter Kreise unterer Bürgerschaft, die diesem verdienten Beamten und geschätzten Menschen ein gutes Andeicken bewahren werden. Daten für Samstag, 4. Mai. Sonnenaufgang 4.28 Uhr, Sonnenuntergang 19.27 Uhr. — Mondaufgang 3.07 Uhr, Monduntergang 1313 Uhr. m . .. 1521 Luther wird auf die Wartburg gebracht. — 1776- der Philosoph Johann Friedrich Herbart tn Oldenburg geboren; — 1814: Ankunft Napoleons cAk.Sunlicht^..^... nur sie gibt der Wäsche diesen Wohlgeruch Preußen. Besihwechsel in der Industrie an der oberen Lahn. * Ludwigshütte bei Biedenkopf, 2. Mai. Die hiesige Iungsche Handelsgesellschaft (Hessen-Nassauische Hüttenwerke) erwarb das ganze Aktienpaket der Firma Hammerwerk Lettermann - 21.»®. in Ludwigshütte. Der Betrieb des Hammerwerkes, in dem neuzeitliche Metzgereieinrichtungen her- gestellt werden, die ihren Absatz im Reiche und auch im Auslande haben, wird von der neuen Besitzerin fortgeführt. Gegenwärtig sind in dem Lettermannwerk etwa fünfzig Arbeiter beschäftigt, jedoch werden in Bälde einige Betriebsvergrößerungen, besonders im Sägewerkbetrieb, vorgenommen, von denen unter der neuen Besitzerin ein weiterer Aufschwung des Unternehmens zu erwarten ist. Die Betriebe der Iungschen Handelsgesellschaft (Hessen - Nassauische Hüttenwerke) sind trotz der gegenwärtig etwas nachlassenden Konjunktur voll beschäftigt. Lberwcsterwaldkreis. MSN. Hachenburg, 2. Mai. Ein aus dem Arbeitshaus entlassener Landstreicher, der bei dem Pfarrer von Daaden des öfteren Un t e r f u n f t gefunden hatte, wurde diesmal von dem Pfarrer abgewiesen. Aus Rache zündete er nachts die Pfarrscheune an, die vollstän - big niederbrannte. Der Brandstifter, der bereits 4 0 m a I vorbestraft ist, wurde von der Landjägerei verhaftet. Maingau MSN. Frankfurt a.M., 2. Mai. Der 17jährige Heinrich Schmidt, Mitglied des Reichsbanners, der bei dem Ueberfall an der Obermainbrücke in der Nacht zum Sonntag durch einen Messe r ft i ch in den Leib schwer verletzt wurde, ist am Mittwochabend im Krankenhaus g e - ftorben. ANZEIGEN für die Tagesnummer des Siebener Anzeigers werden zweckmäßig am Nachmittag vorher aufgegeben. Nach 9 Uhr vormittags kann die Aufnahme der Anzeigen auch in Ausnahmefällen nicht gewährleistet werden! VERLAG DES GIESSENER ANZEIGERS jm t likfhnVMl £7—^, unbedingt- zuoerläßi^ Strümpfe Verkauf der Weltmarke „Elbeo“ (L.B.O.) | Schulstraße 4 ganz besonders preiswert . gtoenben t Mvn 1914 60emie ^"isinus ein°8 ciiue] 2 grosser 2mu® mi ^Aedn tp > x Natnli p.Q daz I h°nen x™ aller lt8« Sft -TW zreitag, 3. Mai \929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) llr. (03 Zweites Blatt Die Diktatur in Jugoslawien L. ^.-Berichterstatter. Das Meerwasser HH1R IMMj Bon unserem Bachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Agram. April 1929. Am schmerzlichsten aber berührt die gegenwärtige Regierung nicht die bcschäftigungsll^ gewordenen Politikers sondern die Wirtschaft und die Finanzwelt. Lind das ist schon ernster als der Unmut einiger Mißvergnügter! Es fehlt der gegenwärtigen Regierung ein großes Aufbauprogramm, wie es ihr überhaupt an schöpferischen Ideen mangelt. Man sorgt politisch unb wirtschaftlich für heute und morgen, aber man denkt nicht an übermorgen. Die wirtschaftliche Lage Jugoslawiens ist schlecht, und finanziell ist es noch trüber bestellt. Jede Hoffnung auf die so bitter nottvendigc Anleihe ist vorläufig geschwunden. Llngeachtct der allgemeinen Verarmung wurden die Steuern und Abgaben daß sie schon wieder langsam aussieht. Wirft man einen Blick hinaus, so kann man sämtliche Rippen des Aluminiumflügels zählen, genau so, als stände bas Flugzeug still. Manchmal schien es als ginge es rückwärts. Mein Bewußtsein würde schaukelnd. Plötzlich tanzte ein weißer Faden durch die Kabine. Seine Herkunft war rätselhaft. Ich starrte seiner bedeutenden Erscheinung nach, bis er langsam ins Llnkontrollier- bare versunken war. Mit ihm war die Magie der Gegenstände ausgebrochen. Der fremde Mantel dort auf dem Fauteuil war doch eigentlich sehr interessant, es ließe sich etwas in ihn hinein- fabulieren. , . , ,. Es gab nun überhaupt sehr viel zu sehen hier, dort ber glänzende Rickclschlund. aus dem man die Ohrenwatte zupfen kann, daß Rauchen verboten ist, kann man in drei Sprachen lesen. Ich verfolgte die Linien der Riemen, ihren Weg durch die Schnallen, ihre Krümmungen. Die Simplizität der Gegenstände erhob sich zu einer lächerlichen Intimität. Retorten. Gläser, Riemen, Llhrcn, Schnallen. Rohre, Ziffern, Griffe. Schilder, Thermometer, alles erschien mir nun kameradschaftlich. Ich suchte den Propeller, der natürlich nicht zu sehen war, doch hatte ich das merkwürdige Gefühl, daß ich, wenn ich die Augen beinahe ganz schloß, also nur ganz dünn unter dem Lid hervorschielte, daß ich dann den sich irrsinnig schnell drehenden Schatten des Propellers sah. Je mehr ich den Spalt verringern konnte, ohne ihn völlig zu schließen, desto deutlicher und schar- ser sah ich den Schatten. Ich trieb dieses Spiel eine Zeitlang, währenddem der unsichtbare Pilot vorn getreu seinen schweren Dienst vollbrachte. Inzwischen war die Zeit der Dämmerung gekommen. Sie sank an mir vorüber zur Erde. Mit Gewalt entriß ich mich der frechen Vertraulichkeit dieser toten Welt um mich herum und starrte hinaus, just im rechten Augenblick. Da gab es etwas zu sehen. Sonnenuntergang mit Gewitter. Den Donner schluckte der Aeroplan natürlich sofort auf, ich bekam ihn nicht zu hören. Die Sonne bewegte sich, wurde dicker, kam naher, entfernte sich wieder, versank, stieg auf, veränderte sich fortwährend, erhielt schwammige Umritte, strahlte plötzlich in weißer Glut auf, erschien, wie ein bleich-brennendes Gesicht hinter den dunklen, durchsichtigen Vorhängen des Regens, schließlich wurde sie ganz breit, verlor jede Form, versank, ging unter, ertrank total wie ein aufgedunsener Säufer, der unter den Tisch gefallen ist. Ich holte einen Moment tief Atem und sah durch das andere Fenster. Da glitzerte rot, grün und gelb, wie ein türkischer Halbmond. in zartem Bunt ein Regenbogen. Er lebte nicht länger als ein Lächeln. Die besorgten Menschen der Erde schossen rote Signalroketen in die Luft, damit der Pilot den der Atmosphäre angepahten Landungsplatz benutze. Das Feuer der Raketen zerriß das zarte Wundergebilde der -ünal 5 W> daß »ist. ,Ag. •Mtehn Wkwttdtll ober da 'fludjetw langer und i. Die Mr )le'/ivose '*• WO, die MjjBAr Fürst Bülow. Zum 80. Geburtstag des Reichskanzlers am 3. Mai. Von Di. Theodor Heust. Ein paar Wochen nach seinem sechzigsten Geburtstag schied Bülow 1909 aus dem Reichskanzleramt. Er hatte sein Schicksal mit dem Be- stand des „Blocks" verbunden, jener seit dem Januar 1907 wirksamen parlamentarischen Kombination der Konservativen und Liberalen. Die sollten eine gemeinsame Finanzreform verabschieden, deren Kernstück die Reichserbschaftssteuer darstellte. Die Konservativen versagten sich und Bülow nahm seinen Abschied. Der Vorgang hatte eine symptomatische Bedeutung, die von seinen Zeugen nicht unmittelbar und im ganzen Maß verstanden wurde. Die Dinge der staatlichen Entwicklung lieben in Deutschland Umwege. Bülow ist der c r st e deutsche „Parlaments- kanzler" gewesen — nicht in feiner Berufung, aber doch in seinem Abgang, und hier nicht in Allein im Flugzeug. Von Hermann Linden. Schließlich war mir auf meinen vielen Flügen einmal das passiert, was ich gebe es zu - eigentlich nur einem der übriggebliebenen Könige oder einem der überhand genommenen Millionäre zusteht — ich saß solo in einem Aeroplan wobei ich jedoch die kleine Tatsache keineswegs übersah, daß das Flugzeug durchaus nicht einen sinnlosen Flug ausführte, um mich von einer Stadt in die andere zu befördern, es bediente einfach sklavisch seinen Fahrplan. Die größere Tatsache war jedoch die, daß ich allein in dem Kasten saß. Ich kam bald dahinter, daß das durchaus kein reines Vergnügen war. Es war ein dunstiger Rachmittag, eigentlich Morgenwetter. Ein Rebel, der nicht dick genug war, um den Piloten ernsthaft zu beschweren, war jebod) ausgedehnt genug, mir den Anblick der Landschaft zu verwehren. Allmählich begriff ich, was die so oft gelästerte menschliche Gesellschaft bedeutet, wenn sie einem fehlt, selbst wenn sie unangenehm oder geschwätzig ist. Das Slugc dürstet immerzu nach Bewegung. In einem Flug- zug aber sind die einzelnen Bewegungen diejenigen, die von den Gästen vollführt werden, obwohl' von einer Dewegungsmöglichkeit in den heutigen Flugzeugen — mit der Eisenbahn ver- glichen — nicht die Rede fein kann. Was da draußen vorbeizieht, geschieht so langsam, daß man es fast kaum Bewegung nennen barf. m Wirklichkeit ist die Bewegung so rasend schnell, Mehr als vier Monate herrscht in Jugoslawien nun schon die Diktatur oder vielmehr die abiolutc Regierung des Königs Alexander. Das ist noch nicht gerade sehr lange, aber die Zeit genügte doch, um die öffentliche Meinung nach dem ersten Erstaunen über die Proklamation der Diktatur wieder zu Worte kommen zu lassen. Man beginnt heute in Jugoslawien sich ein Urteil darüber zu bilden, ob die Ziele, die der Staatsstreich verfolgte, erreicht sind oder ob wenigstens Aussicht für ihre Verwirklichung besteht. Ich habe bei einer Umfrage in allen Teilen des Landes und bei allen Bevölkerungsschichten — also nicht nur bei den Politikern — trotz vieler entgegengesetzter Meinungsäußerungen doch den Eindruck bekommen, daß der königliche Absolutismus kaum noch Aussicht auf die wirklich gründliche Sanierung des Staates hat weil schon jetzt die Unzufriedenheit mit den Methoden der Regierung weit verbreitet ist, und weil diese Unzufriedenheit noch immer weiter wächst. Wobei man übrigens nicht vergessen darf, daß alle Kritik nicht gegen den König selbst gerichtet ist, sondern nur gegen seine Regierung, die zweifellos eigene Wege wandelt. In den ersten Tagen des neuen Regimes waren die Ziele und Absichten des Königs nicht klar zu erkennen, wie ja auch fein Manifest in recht allgemeinen Ausdrücken gehalten war. Rur so läßt es sich erklären, daß diese Kundgebung in Belgrad und in Agram grundverschieden ausgelegt wurde. In Belgrad gab man ihr ben Sinn brtft König Alexander nun mit ganz besonders energischen Maßnahmen gegen di e a u t o - n o m i st i s ch e n D e st r e b u n g e n b e r K r o a - t e n vorgehen würde, und in Agram glaubte man daß der König den bisher mißhandelten Kroaten Zugeständnisse machen toolltc. Heute, nach vier Monaten, weiß man, daß Die neue Regierung (nicht etwa der König) an solche Zugeständnisse nicht im entferntesten denkt und daß ihr vornehmstes Ziel tatsächlich der^Kampfs unserem Blute, und sie gehen auch auf die Zusammensetzung des Meerwassers in früheren geologischen Zeiten zurück. Blut und Zellsafte der Landwirbeltiere haben besonders einen hohen Ratrium-. Kalium- und Kalziumgehalt, der mit jenem des Meerwassers übereinstimmt, dagegen von der gewöhnlichen chemischen Umgebung ber Landtiere und der Menschen stark abweicht Seit der ersten Kondensierung des Wassers auf der Oberfläche der Erde haben die Meere dauernd Salze aufgenommen, und immer mehr Salze blieben zurück, wenn Derbunstung stattfand, so daß also wohl heute die Ozeane salziger sind als in früheren Zeiten ber Geschichte bet Erbe. Wav die Salze in unserem Blut anbelangt, so geht ihr Mengenverhältnis auf Zeiten zurück, da bas Meer noch weniger salzig war als heute Die Mengen von Kalzium und Ratrium des Meer- Wassers haben sich offenbar im Laufe der geologischen Zeiten nicht sehr erheblich geändert, doch das Magnesium nahm bedeutender zu. und seine geringe Menge im Blute dürfte beweisen, daß es in Urzeiten auch im Meerwasser nur in Spuren vorkam. Dr. H. Kr. mit allen Mitteln gegen bie kr o a 11 s ch e Autonomie in jeder Form ist. Die herrschende Gewalt wird — ob mit ober ohne Einverständnis des Königs — zur endgültigen Verschmel - zung des jugoslawischen Staates unter serbischer Hegemonie angesetzt. ' Man sollte glauben, daß bann die jetzige Regierung wenigstens die Sympathien des serbischen Bevölkerungsteiles ober wenigstens ber serbischen Rationalisten besäße. Aber bie Unzufriedenheit mit ber Diktatur beschränkt sich nicht nur auf Kroatien unb Bosnien, sie wächst auch bei b e n Serben von Tag zu Tag. Die Politiker vieler Lager sind mißvergnügt, daß sie nichts mehr zu sagen haben, daß die großen Probleme ohne sie zu lösen versucht werden und daß man an Plänen für die zukünftige Gestaltung des Staates arbeitet, ohne sie um ihre Meinung zu befragen. Ein Teil ber Serben macht überbies die übertriebene Forderung nach serbischer Vorherrschaft nicht mit. Diese und sogar ein Teil ber serbischen Rationalisten sagen, em Staatsstreich sei für bie Schaffung eines Ausgleichs mit den Kroaten nicht nötig gewesen — man hätte auch auf dem gewöhnlichen Wege em viele Wünsche befriedigendes Kompromiß finden können. Schließlich sind sich Serben tme Kroaten darüber einig, daß das neue Regime in der Zeit seines Bestehens den Beweis dafür schuldig geblieben ist, daß es überhaupt fähig ist, eine Lösung des kroatischen Problems zu finden. fingen. 3n Rom begegnete der Botschafter auf gleichen Wegen seinem früheren Widersacher Crzberger — sie verstanden sich damals und Erzberger war in der Kanzlerkrisis 1917 bemüht, Bülow als Rachfolger Bethmanns zu lancieren. Aber auch dies scheiterte. Roch einige Male tauchte der Rame des Fürsten in allerhand Kombinationen auf — es blieb an ihm der Rachklang eines diplomatischen Hexenmeisters hängen. Aber bann tarnen die Aktenpublikationen, die ein wenig Staub alter Schränke auf bie schimmernde Politur legten. Lind Bülow begann, seine Memoiren zu schreiben. Wann werden diese kommen? Sie können ein wichtiges Dokument sein, wenn sie nicht bloß der zitatengeschmückten Apologetik dienen wie sein vor anderthalb Jahrzehnten geschriebenes Buch über „Deutsche Politik". — dessen literarischer Vortrag, in halben Tönen, etwas enttäuschend ist. Was Bülow in seiner Haltung zu der innerbeut- chen Politik fehlte, war der Instinkt für die geschichtliche Bedeutung des industriellen Massenvolkes — ihm genügten muntere Redesiege über sozialdemokratische Parlamentarier. Die außenpolitische Beurteilung ist schwankend geblieben: , hat er 1909 wie er glaubt, eine eindeutig klare | den Motiven, so doch in ber Wirkung. Dem Fürsten lag es fern, ein solches Gewohnheitsrecht einleiten zu wollen, das bann 1918 seine juristische Bestätigung finben sollte. Er war in befonberem Ausmaße ber Vertrauensmann, ja ber Liebling bes Kaisers gewesen: dessen Gunst stand über feiner glänzenden Laufbahn unb unb er hatte es verstauben, ben Monarchen mit bei" künstle rischen Schmiegsamkeit bes Virtuosen zu „behandeln". Es hatte immer gut geklappt, besser als bei seinen drei Vorgängern: es fehlte der Druck der genialen Lleberlegenheit, unter der Bismarck den jungen kaiserlichen Ehrgeiz ließ, cs fehlte die herbe, nüchterne Sachlichkeit, die Eaprivi isolierte, oder die inaktive, etwas greisenhafte Skepsis Hohenlohes, die„ihre Aufgabe im Verhindern von Torheiten erfüllt sah unb im übrigen wehrlos blieb. Das hatte sich mit dem beweglichen, gebilbeten unb witzigen Mann geänbert ber eine so ausgezeichnete Figur machte, der es in Jovialität und Polemik mit dem Parlament gleichgut verstand: die Erinnerung an Bismarck wurde gerne gepflegt, so daß das böse ^Zerwürfnis von 1890 dem Gedächtnis entsank und Kaiser wie Ration sich ein wenig daran ge- tvohnten, zu glauben, daß jetzt ber richtige und eigentliche Rach folger des Reichsgrunders gesunden sei. War nicht auch sein bedeutender Vater in den siebziger Jahren einer von Dis- marcks vertrautesten und verdienstvollsten Mitarbeitern gewesen? Alle Beteiligten hatten sich daraus eingerichtet, daß dies Kanzleramt Jahrzehnte dauern würde. Da kam derRovember 19 0 8 — der „Daily Telegraph" hatte jenes die Ration empörende und beunruhigende Interview des Kaisers gebracht, das Parlament forderte einhellig Rechenschaft und der Kanzler konnte den Kaiser nicht decken. Der Inhalt jenes kaiserlichen Gesprächs mit englischen Freunden war töricht und verhängnisvoll gewesen — aber in der tfrage der Veröfsentlichung hatte der Kaiser formal korrekt. Der Kanzler und sein Amt aber zum mindesten fahrlässig gehandelt. Wilhelm II. fühlte sich nicht ohne Grund preisgegeben: er entschloß sich zwar nicht, sich äußerlich von Bülow zu trennen, aber er hatte das Vertrauen verloren. Lind da die Fäden am Hof locker geworden, verband der Kanzler sein Schicksal mit dem Willen des Reichstags unb wurde „parlamentarisch", wenn man so will, mit umgekehrten Vorzeichen Rur ungern entschloß sich ber Kaiser, 1915 Bulow nach Rom zu senden — jbm wurde cs vielleicht gelingen, war die Rechnung. Italien Lern Kriege fernzuhalten. Es konnte nicht ge- ' Unter ben „Geschichten aus aller Welt im Gießener Anzeiger stand am 29. April die Aufforderung: „Trinkt Meerwasser!" R uz ick a. em tschechischer Gelehrter, habe dessen gesundheitsfördernde Wirkung auch bei innerlichem Gebrauche festgesteltt. Folgen einige sehr nette Scherze über das eßlöffelweise Cinnehmen konzentrierten Meer- wafsers vor der Mahlzeit. Wenn aber auch viele einen leichten Mosel vorziehen wurden, so ist der Gedanke Ruzickas doch nicht so übel. Denn wie bas organische Leben sich wohl zuerst an ben Ufern des Meeres geregt hat unb bann durch bie Ströme unb Flüsse in bie Ebenen unb „auf Die Berge gedrungen ist, fo gingen bie Wasser ben Landtieren voraus, und die fische sind Ne ältesten Wirbeltiere. Deshalb ist es vielleicht auch berechtigt, bie Abstammung ber Land» von ben Wassertieren in besondere Beziehung ou: ber Lage der Mineralsalze des Meeres in ihrer Bedeutung für die Gesundheit von Tieren und Menschen zu sehen. Vielleicht würden Badekuren am Meeresstrand noch *mel besser bekommen, unb es würde uns so wohl wie ben Fachen im Wasser, wenn wir dieses .auch anwenden wollten. So gut wie Nie, L9h.--2tic(jkerl Vrfmn 1914 in seinem Lehrbuche der pyysikam^en liierenden Organe aus ben Salzen bei -Maurung »ent 2Ke6ium feiner Zellen «>■ •* ** Salzzusammensehilng. Hober uieint f ■ dürfe ruhig bie Dinge so auffassen baß Ne Organe der Wirbeltiere von einer Art Meer wasser konserviert würden, daß Ae^lNm^ogar während ihres Lebens von ^ner Art von Meer wasser umspült sind. Dann aber wurden wir um so besser verstehen, toaruni beispielswette bie Sodenthaler. die Suderoder und ähnliche Kalziumgucllen sich so besonders gut bewahren. Die mineralische Zusammensetzung dieser Watte ist nämlich der des Meerwasser- sehr ba das Verhältnis der einzelnen ^onenkonscntra Honen dem Verhältnis ber entsprec^nden Ionen im Meerwasser am meisten entspricht. Wir ya ben allen Grund, seht Höber hinzu, anzunehmen, baß irgendein zunächst unbekannter Zustand ode Vorgang, der mit dem Leben des Protoplasmas der nöberen Tiere unb der niederen Meerestiere aufs engste verknüpft ist, an bas 3ufammentoirfen einer ganz bestimmten Kombination von Salzen gebunden ist. Uralte Erinnerungen an den Ursprung ber höheren Wirbeltiere leben also noch heute in Loge hinterlassen, hat Bethmann, wie dicker klagt, ein unmögliches Erbe von Mißtrauen und unerwünschten Abhängigkeiten übernommen? Unzweifelhaft hat er die Verschlechterung der Beziehungen zu London mit eingeleitet, indem er der ressortmäßig verständlichen, aber politisch allzu primitiven These des Admirals von Tirpitz keine Gesamtansicht des machtpolitischen Werdens entgegenzustellen verstand, und bie „Ribelungen- treue“ an die Habsburger Diplomatie mußte deren Ehrgeiz über das Bekömmliche steigern -- Kiderlens Versuche, das Verhältnis- Berlin-Wien neu zu ordnen, kamen zu spät. An Einsichten hat es dem geistreichen unb gebildeten Mann nie gefehlt: der Reiz feiner Persönlichkeit, Ne etwas spielerische Skepsis, Ne Anmut ferner Erzählergabe mochten ein Aktivum darstellen. Aber um all dies zu nutzen, bedurfte es des frei gestaltenden Willens, der nicht bloß von der Geschicklichkeit in mancherlei Auskunftsmitteln lebt. Hinter der einnehmenden Oberfläche einer Vordergrundfigur aber bleibt sichtbar das ungelöste Rätsel des Barons Holstein, des eigentlichen Leiters ber deutschen Außenpolitik durch fast zwei Jahrzehnte. Wird Bülows Memoirenwerk dies lösen? jeder Art nicht vermindert, sondern vermehrt - im Gegensatz zu dem im königlichen MamfeN gegebenen Versprechen. Das Budget sollte nach dem Manifest vermindert werden, es ist statt betten um 900 Millionen Dinar er - höht worden. In Bosnien und Herzegowina herrscht Hungersnot. Der alte Feind Der JKufcl- manen, Irkschtsch, wurde auf ben Posten des Iustizministers berufen — was in "^snien eine solche Erregung hervorrief, daß ber bosnische Muselman Spaho zweimal das ihm ungebetene Ministerportefeuille abgelehnt hat. Der Kamps gegen bie Korruption wurde nur aus Dem Papier geführt. Lind da jetzt jede Kontrolle fehlt, hat die Bestechlichkeit der Beamten eher zu- als abgenommen. Die Presse, bic burch Veröffentlichungen ben einen ober ben anderen hotte abschrecken können, darf nichts sagen und es ist z B auch verboten, über bic Hungersnot m Bosnien etwas zu schreiben. Während meiner Anwesenheit in QIgram wurde auf den Straßen für die Hungerr-.den in Bosnien und der Herzegowina gesammelt, aber diese Sammlung durste in den Zeitungen nicht erwähnt werden. Die will- kürlichen Verhaftungen werden immer zahlreicher. Im Zusammenhang mit ber Mordaffäre eines kroatischen Journalisten wurden 300 Menschen festgesetzt. Unter diesen befand sich ein Anwalt den man einfach zwei Wochen fefthielt, obwohl er schon beim ersten Verhör nachzuweisen in der Lage war, daß er von Amts wegen an ben Mordplatz gekommen war, und zwar mit Dem Automobil des Polizeichefs und in dessen Begleitung. Es ist schon verständlich, daß diese Zustände Llnzufriedenheit Hervorrusen. Im ersten Monat der königlichen Diktatur hatten sich in Kroatien die Bank- unb Finanzkreise ebenfo wie die Intellektuellen von der serbo-kroatischen Koalition ferngehalten und hatten klar und deutlich für ben König Stellung genommen. Aus diesen Kreisen nahm der König denn auch die drei kroatischen Rii- nister ein Bantdirektor wurde Finanzmimster. ein Rechtsanwalt wurde Handelsminister unb em Industrieller übernahm das Gesundheitsministerium Die drei einflußreichsten Agramer Zeitungen traten ebenfalls für bie Diktatur ein Diese Haltung gründete sich auf der Hoffnung, daß die neue Regierung wenigstens bie Jul tu reiten Interessen ber Kroaten schuhen wurde, wenn sic auch bie politischen Wünsche ber Kroaten nicht voll erfüllte. Aber selbst über Ne Frage ber kroatischen Autonomie innerhalb eines )ugo- slawischen Königreiches glaubten sich Nele Kreise noch! am besten mit einer Diktatur auSeinanber- setzen zu können. Heute, nach vier Monaten, ist bic Stimmung vollständig umgeschlag e n Die Hoffnung auf friedliche Verständigung ist gc- schwunden. Die kroatischen Finanzleute. Industriellen und Intellektuellen sind z u r s ch r o s - fen Opposition gegen Ne neue Regierung : umgeschwenkt unb selbst bas eine ber zunächst : diltaturfreundlichcn Agramer Blätter ist schvn wegen eines oppositionellen Artikels be $lag- nahmt worden Derzeit gründet sich Ne Diktatur in Kroatien nicht mehr auf diesen ober jenen Bevölkerungsteil, sondern nur noch auf Beamte Frankfurter Theater. Die Spielzeit neigt sich dem Ende zu. In der Oper reiht man sich um die Rachfolge Clemens Krau h'. der - endlich aus Amerika zuruckgekehrt — eine sehr matte „Meistcrsingcr' -Auf- führung applausurndonnert dirigierte. Wenn man den in Krisenzeiten besonders heftig auftretenben Gerüchten glauben darf, soll Walter Steinberg. ber eine ..Carmen"- unb eine „Fidelio - Aufführung mit bemerkenswertem Können dirigierte verpflichtet sein. Wenn sich Steinberg Der Tragweite der Aufgabe, bic seiner harrt, be- teufet ist, wirb er seine ganze Arbeitskraft dem Institut restlos zur Verfügung stellen: die erste Voraussetzung, die der Rachsolger des auslands- hungrigen Herrn Krauß unbedingt erfüllen muß Das Schauspielhaus wendet sich, schon sommerlich gestimmt, ber leichten Muse zu. und unterhält durch eine bauhausstilisierte Reu- inszenierung des S h a k c s p e a r e scheu Lustspiels „Was ihr wollt", in der Richard Weichert das Schwergewicht auf bie Rüpelszenen gelegt hat. denen Impekoven, Danegger. S ch n e i b c r unb Herta Schwarz saftiges Profil geben, und eine saubere Reuinizenicrung bet doch recht verstaubt wirkenben Satire „Helden von Shaw. Hellmer kommt dagegen im Reu e n Theater mit schwer literarischem Geschütz aufgefahren und bringt Leonhard Franks schon fast psychiatrische Angelegenheit „Die Llrsache : ein Einzelfall. der hier auf der Bühne noch singulärer erscheint als in der bekannten Ro- velle. Franz M a s s a r e ck s erschütternde -&?r- körperung des zum Tode Verurteilten hastet unaiislöschlich in der Erinnerung. Arnold Zweigs Scelenbrama „Die Llmkehr' konnte sowohl als Stück als auch als Aufführung Nicht fesseln Zweig weigert dem Theater fein Llrrecht auf Handlung, auf Geschehen er mußte an dieser Richterfüllung einer ästhetischen ®runb- foröetung scheitern. Hellmer aber hat nicht bie Schauspieler, bie bie Figuren des Spiels fordern. Zwischen diesen beiden Abenden amüsierte uns die grazile Kunst Eurt Goehes und Valeria von Ri artens' in dem ganz netten Konversationsstück „Trio" von Leo Lenz. Allerdings sollte Goetz eigentlich nur eigene Stücke spielen er schreibt sich und ihr bic Rollen so hübsch „auf ben Leib". ilnb das Reue Operettentheater? Es schließt die Wintersaison mit Kollos „Iettchen ©ebert" und beginnt bie Sommerspiclzeit mit Grüns „Miß Ehocolate", um am 1. September der Lisa bas Felb zu räumen. und Polizei. • Wieder erheben die Kroaten ihre alte Forderung nach völliger innenpolitischer Trennung von Serbien, nach völliger A u t o n o m i e. Rur die gemeinsame Dynastie soll Ne beiden Lander verbinden, vielleicht noch die Armee (wenn dort verschiedene kroatenfeindliche Bestimmungen fallen) und die Vertretung nach außen. Ne äußere Politik. Im übrigen will Kroatien sich selbst verwalten und will sein eigenes Parlament. Es ist nicht zu erwarten, daß Ne Diktatur — mit ober gegen Den Willen des Königs - - erzürnten^atur.Uis Gewitter hatte sich verflüchtigt. der Aeroplan ging herab, er war fahrplanmäßig angekommen. Llnvergeßlicher Zlug. $15-1925 m8tfl6,4,5.29, Anienlunfi Alierskoll. Llil. i.gS-Sufluiiinet1'. WVMWMMUVW WlmeMg »Stag, 7. Mai, imiiiaoS 6 Hin: erjammtung Hotel SSIilcr. 'Mrordnung: . Tnhungen. . Verschiedener. I) Der LoMd. FVVvWWvWV orfl.nto.SV,U6r: MMmW esorechlM über die ilSLstallniidend. nkmaleinweihung in öulda. mmelsabrtslan: nistienausM W-x Uhr mch aunieir. vonderl niour n. Wehlar. chiügler Wahn ° Uhr n. Wetzlan cefspunklKm^' älbdien. dori oU eitilifl. wird gebet ^j^orlfflnk /o\ • Echzell, 2. Mai. Dieser Tage fonft hier eine gut besuchte Versammlung der Deutsch- nationalen Volkspartei statt. Der Provinzvorsitzende der Partei, Studienrat Dr. L e n z , Gießen, sprach in längerem Vorträge über die aktuellen Fragen der Innen- und Außenpolitik, wobei er u. a» erklärte, die Reparationsfrage könne nur dann zu einer für uns erträglichen Lösung gebracht werden, wenn zunächst die Kriegsschutdfrage wieder aufgerollt und unparteiisch geklärt werde und bei der Revision des Dawesplanes unsere gesamten bisherigen Leistungen voll angerechnet würden. Die Abrüstungskonferenz in Genf sei nichts anderes als eine Komödie. Er übte weiterhin scharfe Kritik an der Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland und forderte zum engen Zusammenstehen der bürgerlichen Parteien gegen den Marxismus auf. g. Ober-Mockstadt, 2. Mai, Gestern hat uns Pfarrer Dock mit seiner Familie verlassen und ist nach Hungen, seinem neuen Wirkungs- orte, verzogen. Am Sonntag hatte er sich in der vollbesetzten Kirche mit einer eindrucksvollen Predigt verabschiedet. Die Gemeinde veranstaltete am Dienstagabend noch eine kleine Abschieds- feier. Aach Darbietungen des Posauncnchors, des Kirchengesangvereins und der Oberklasse der Schule sprach Lehrer Jung herzliche Worte des Dankes an die scheidende Pfarrersfamilie. Die Gemeinde sieht Pfarrer Bock sehr ungern schei-, den. Er war nicht nur ein guter Redner, sondern auch ein tüchtiger Dirigent des Kirchengesangvereins und des Posaunenchors. Beide Vereine sind durch ihn sehr in ihren Leistungen gesteigert worden. Mit bewegten Worten dankte Pfarrer Bock für die Ehrung. Kreis Schotten. V Gedern, 30. April. Am Sonntag fand hier eine auch von auswärts gut besuchte Versammlung der Milchproduzenten statt. Sämtliche Dezirksgemeinden bis auf Sichenhausen und Dolkartshain waren vertreten. Der Vorsitzende der hiesigen Landbundortsgruppe, Richard Birx, leitete die Versammlung. Mplom- Landwirt Langsdorf aus Friedberg sprach zunächst über Milcherzeugung und das Reichs- milchoeseh. Er verglich die Milchproduktion mit der Kohlenproduk.ion in Deutschland und stellte fest, daß erstere 4,5 Millionen Mk. betrage, gegenüber 2.1 Millionen Mk. bei der letzteren. Mithin übersteige die Bedeutung der Milchproduktion ganz wesentlich diejenige der Kohlenproduktion. Hm einen besseren Absatz und auch bessere Bezahlung der Milch und ihrer Produkte zu erhalten, sei der Zusammenschluß aller Mitch erze uger unbedingt nötig. Der neugegründete Milcherzeugerverbmck» mit Sih in Friedberg habe bisher überall bei den Landwirten Verständnis gefunden, es war ihm möglich, in kurzer Zeit 2000 Mitglieder mit einem Diehstand von 10 000 Kühen und einer täglichen Milchlieferung von 75 000 Litern zu organisieren. Der Redner forderte vor allem restlose Erfassung der gesamten Milchproduktton, sodann aber auch eine planmäßige Versorgung der Großstädte. Ohne planmäßige Organisation sei der Auslandskonkurrenz nicht beizukommen. Der Redner forderte sodann die Herstellung von Qualitätsware. Für unsere Gebiet käme voraussichtlich Lieferung von frischer Vollmilch in Frage, da durch das bessere Futter natürlich auch eine bessere Milchqualität erreicht würde. diesen Wunsch des kroatischen Volkes erstickt, denn Kroatien weiß, was es will. Es will keinen Zentralismus und keine serbische Hegemonie. Immer lauter erhebt sich die Stimme nach einer neuen Regierung, die unbelastet von den Fehlern der jetzigen Diktatur und der früheren parlamentarischen Regierung zu einem Kompromiß kommen kann. So kläglich daS Regime gewesen sein mag. das der Staatsstreich des Königs beendete — auch die jetzige Regierung hat sich festgefahren, auch sie ist unfähig, den großen nationalen Konflikt in Iugoslawien zu lösen, was ihre hauptsächlichste Aufgabe hätte sein müssen. gemeinde 71, aus der Lukasgemeinde 146, aus der Iohannesgemeinde 62, aus der Luthergemeinde 28. Beerdigt wurden 316 Gemeindeglieder; 60 aus der Matthäusgemeinde, 48 aus der Markus- gemeinde, 84 aus der Lukasgemeinde, 68 aus der Iohannesgemeinde. Liebestätigkeit. MK T > Für die Sitzung der evangelischen Ge- samtgemeindevertretung Gießen, die am 1. Mai stattsand, von Pfarrer Bechtolsheim e r geleitet und von 80 Mitgliedern besucht war, stand auf der Tagesordnung an erster Stelle die Beratung des Voranschlages für 1929. Der Voranschlag gliedert sich in zwei Teile; im ersten werden die Einnahmen und Ausgaben der Kirchengemeinde, im zweiten die Einnahmen und Ausgaben der Pfarreien berechnet. Die Haupt- einnahmequelle ist nach wie vor die Lokal- kirchensteuer. Sie wurde in diesem Iahre auf dieselbe Höhe festgesetzt, wie im Vorjahre. Cs sollen 6i/2 Prozent von der Reichseinkommensteuer erhoben werden, weiter 5 Pf. auf je 100 Mk. des unbebauten Grundbesitzes und 10 Pf. auf je 100 Mk. des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals. Auf dieser Grundlage hofft man, den Betrag von 115 000 Mk. zu bekommen. Die übrigen Einnahmen sind nicht erheblich. Zur Deckung eines Fehlbetrages sollen 21 000 Mk. ausgenommen werden. Die Ausgaben sind im wesentlichen dem Vorjahre angepaßt. An Besoldung sind im ganzen 29 413,13 Mk. zu zahlen. Der Zuschuß in andere Kassen beträgt 17 815 Mk.; hier handelt es sich in der Hauptsache um die Versorgung der Gemeindeschwestern und um Zuschüsse an kirchliche Vereine. Die Reparaturen an kirchlichen Gebäuden wurden auf das Mindestmaß beschränkt, hierfür wurden vorgesehen 5634 Mark. Erhebliche Ausgaben verursachen die öffentlichen Abgaben, Heizung und Beleuchtung, sowie die zu entrichtenden Gebühren. An Kapitalzinsen sind aufzubringen 3774,25 Mark. Der Kirchenrechner erhält in Anerkennung seiner seither für die Kirchengemeinde geleisteten Arbeit eine jährliche Zulage von 300 Mark, so daß sein Gehalt nunmehr auf 1200 Mk. festgesetzt ist. In Einnahme und Ausgabe beziffert sich der Voranschlag im ersten Teil auf 147 340,05 Mark. Eine rege Aussprache bezog sich auf die einzelnen Positionen. Einstimmig wurde der Steuerausschlag fest gesetzt. Der zweite Teil des Voranschlags beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 8775,51 Mark. Als zweiter Punkt stand auf der Tagesordnung der Bericht des Gesamtkirchenvorstandes an die Gesamtgemeindevertreinng über die kirchlichen Ereignisse des Jahres 1928. Diesem aufschlußreichen Bericht entnehmen wir folgendes: Iahresgeschichte. Seit dem schönen Verlaufe des großen Gu- stav-Adols-Festes im Iahre 1925 wird Gießen fast in jedem Iahre von kirchlichen Organisationen als Kongreß- und Feststadt ausersehen. Am 29. April 1928 tagte hier der Allgemeine Protestantische Missionsverein, der namentlich in Ost- asien arbeitet. Am 16. September fand hier das Iahresfest des Mittelrheinischen Verbandes evangelischer Arbeitervereine statt. Am 7. Oktober tagte hier der „Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule". Für die neugebildete Petrusgemeinde wurden Gottesdienste in der Elisabeth-Kleinkinderschule eingerichtet, der erste Gottesdienst fand am zweiten Pfingsttage statt. Im Sommer verließ Pfarrassistent Hertel unsere Gemeinde, um die Stelle eines Iugendpfarrers in Kreuznach zu übernehmen. Im Dezember wurde Pfarrverwalter D 0 tz e r t in gleicher Eigenschaft nach Engelrod versetzt. Am Ende des Iahres fanden die kirchlichen Wahlen statt. Der Gesamtkirchenvorstand besteht nunmehr aus 16 gewählten Mitgliedern, von denen je 3 auf die seither schon bestehenden, öe 2 auf die neubegründeten Gemeinden kommen. Richt wenig Arbeit machten die Derwaltungs- geschäfte, namentlich die Geschäfte finanzieller Art und die Organisation der beiden neubegrün- deten Gemeinden. Im Iahre 1928 führte die Kirchengemeinde die Aufwertung ihrer Kirchenobligationen durch. Diese Schulden rührten von dem Bau der Iohannestirche in den Iahren 1891 bis 1893 und der Reuher- rrchtung der Stadtkirche im Iahre 1898 her. Die Gläubiger wurden mit 15 Prozent abgefunden; niemand hat sich geweigert, diese Abfindung^ anzunehmen, wenn auch in einigen toeni- gen Fällen sich Stimmen der Unzufriedenheit geregt haben, die sich aber weniger gegen die Kirchengemeinde, als gegen die allgemein übliche Art der Aufwertung alter Anleihen richteten. Der Gesamtkirchenvorstand hielt 12, die Gesamtgemeindevertretung 4 Sitzungen ob. Hefter die Handhabung fter Todenwart- 11 u n g gab es langwierige Verhandlungen. Statistik. Rach der Volkszählung des Iahres 1925 betrug die Zahl der Evangelischen in Gießen 28 527; diese Zahl verteilt sich auf die Matthäusgemeinde mit 6210, die Markusgemeinde mit 4499, die Lukasgemeinde mit 5800, die Iohannesgemeinde mit 5000, die Luthergemeinde mit 2670, die Petrusgemeinde mit 3874, die Garnison mit 474 Personen. Die Zahlen für die Lukas-, Johannes-,^ Luther- und Petrusgemeinde beruhen auf Schätzung, da eine genaue Unterlage noch nicht vorliegt. Die Zahl der Kirchenbesucher betrug am 1. Ostertage 3475 Erwachsene und 512 Kinder, am 12. Sonntag nach Trinitatis 1349 Erwachsene und 490 Kinder, am 3. Adventsonntag 1317 Erwachsene und 544 Kinder. Am heiligen A b e n d m a h l nahmen insgesamt 465Z Gemeindeglieder teil. Im Berichtsjahre fanden im ganzen 189 Trauungen statt; sie verteilen sich mit 36 auf die Matthäusgemeinde, mit 31 auf die Markusgemeinde, mit 71 auf die Lukasgemeinde, mit 51 auf die Iohannesgemeinde. Getauft wurden 670 Kinder; davon entfallen 86 auf die Matthäusgemeinde, 65 auf die Markusgemeinde, 143 auf die Lukasgemeinde, 110 auf die Iohannes- gemeinde. Konfirmiert wurden 395 Kinder; aus der Matthäusgemeinde 88, aus der Markus- Derßaushall derLvang.Krchmgemeinde Die Entwicklung der Gemeinde im Zahre 1928. fordern Anmut und leichten Gang! ' Literatur C133 kostenlos .(ShaoattL'-Verkaufsslelle: W. Herbert Marktplatz! das für alle deutschen Hausfrauen unersetzlich geworden ist. P W3 unH ■Dr- Ortltr'1 SdiuIlodibuA' rx, । n f , 7 , 1 40 3uui m habm. Wenn vtrgngtn, gtg. Etwnd. in Marktn von Dt. AUgUSl OCtKcr, BlClCfCld. \Uv öÄuv weiß man die gesundheitlichen Vorzüge des coffeinfreien Kaffee Hag zu schätzen. 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D i l l a s ch , besprach Dr. Schad das mit Hilfe von Reichsmitteln in mehreren Gemarkungen des Kreises Friedberg durchgeführte planmäßige Hmpsropsen, sowie die gemarkungsweise Schädlingsbekämpfung mit der Motorspritze. Weiter empfahl er die rege Beschickung des im kommenden Herbst in Friedberg stattfindenden Obstmarktes. Anschlietzerä berichtete der Vorsitzende über seine Beobachtungen auf dem Zwingenberger Obstmarkt. Sodann besprach man den gemeinsamen Bezug von Baumwachs und die Erfahrungen in der Daumpflege. Anschließend hielt Studienrat Dr. Heßler einen Vortrag über rationelle Schädlingsbekämpfung. Rach Erledigung einiger weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die anregende Versammlung geschlossen. Z Steinfurth, 2. Mai. In der Feldstein- Brennerei des Iosepi) Burkard von hier wurden im Verlaufe der Abräumungs- und Grabarbeiten eine größere Zahl vorgeschichtlicher Gräber aufgedeckt, die außer den Knochenresten noch Waffen und Tongefäße der Vorzeit enthielten. Die Gefäße gehören verschiedenen Zeitabschnitten an. Einige Scherben sind steinzeitlich (2000 bis 5000 v. Ehr.). Sie zeigen Spiralkeramik. Andere Gefäße weisen wieder ganz andere Verzierungen auf, haben eine vollkommenere Form und stammen aus fränkischen Gräbern. In diesen Gräbern fanden sich auch Waffen, ein fränkisches Schwert, eine Lanzenspitze, zwei Messer. Die interessanten Funde sind dem Heimatmuseum in Friedberg zur Aufbewahrung gegeben worden. Kreis Büdingen. f Ridda, 2. Mai. Dieser Tage hielt der Sängerbund „Mittleres Riddatal" hier eine Vorstandssitzung ab, bei der das Iubi- l a u m s b u n d e s f e st am 26. Mai in Dauern- heim als wichtigster Punkt auf der Tagesordnung stand. Der Vorsitzende, Lehrer Lentz (Geiß- Ridda), berichtete über die Ausführung der Beschlüsse der ordentlichen Dertreterversammlung, wonach als Wertungsrichter Reallehrer Blaß von Gießen bestimmt worden war, der seine Zusage erteilt hat. Jeder Dundesverein singt zuerst den Pflichtchor „Soviel der Mai auch Blümchen beut“ und hieraus ein Volkslied, oder ein Lied im Volkston. Als Massenchöre kommen von über 400 Sängern zum Vortrag „Wer hat dich, du schöner Wald'^ und „Das deutsche Lied". Es wurde den Vereinen zur Pflicht gemacht, daß alle Sänger zum Massenchor antreten. Einstimmig gebilligt wurden die vorgeschlagenen Ehrungen verdienter Mitglieder und langjähriger Sänger aus den Dundesvereinen. Rachdem noch die Reihenfolge der Vereine beim Wertungsgesang durchs Los bestimmt und über die Frage des Beitritts zum Hessischen Sängerbund gesprochen worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bekanntlich hat der Kanzler Antonius Wolff von Todenwart im Iahre 1635 eine Stiftung von 50 Goldgulden zum Andenken an feine am 10. Iuni jenes Iahres verstorbene Ehefrau errichtet. Die Zinsen dieser Stiftung sollten nach der Bestimmung des Testators alljährlich in der Sterbestunde seiner Ehefrau, morgens zwischen 5 und 6 Hhr, in der Stadtkirche ausgeteilt werden. Dis zum Iahre 1922 ist hiernach auch verfahren worden, der Währungsverfall hat die Auszahlung dann unterbrochen, vom Iahre 1929 an soll diese wieder fortgesetzt werden. Das ist deshalb zu begrüßen, weil sonst eine Hebung der Darmherzigkeit, die beinahe 300 Iahre in der Stadt Gießen bestanden hat, untergegangen wäre. Mit der Stadt Gießen führte die Kirchengemeinde Verhandlungen wegen A u s t a u s ch s von Gelände. Die Kirchengemeinde besaß einen Acker an der Ausmündung der Klinik- stratze, in der Richtung nach der „Schönen Aussicht", dieser Platz wurde benötigt zur Errichtung von Kliniksbauten. Hierfür gab die Stadt der Kirchengemeinde einen Platz am Wartwege, auf diesem Platze soll später eine Kirche errichtet werden. Hm die Kirchenbauschulden abzulösen und« ihre Gläubiger zufriedenzustellen, war die Kirchengemeinde genötigt, von dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege ein Kapital von 26 000 Mk. aufzunehmen. Der Eingang der Lokalkirchen st euer war befriedigend, wenn auch in vielen Fällen gegen die Steuer reklamiert wurde. „Leider wird es zur Gewohnheit, daß die Reklamanten von vornherein schon mit dem Kirchenaustritt drohen, wenn ihrem Wunsche auf Herabsetzung oder Erlaß der Steuer nicht willfahrt werden sollte. Aus Gründen der steuerlichen Gerechtigkeit, aber auch aus allgemein moralischen Gründen können diese Drohungen auf die Entscheidung keinen Einfluß aus- üben. Diese Entscheidung ruht übrigens beim Landeskirchenamte, der Kirchenvorstand wird über die Angelegenheit vorher nur gehört." Am 2. Oktober 1928 beschloß der Gesamtkirchenvorstand, die Elisabeth-Kleinkinderschule für Gemeindezwecke anzukaufen, die Gemeindevertretung und das Landeskirchenamt stimmten diesem Deschluß zu. Im September wurde auch das neben der Elifabeth-Kleinkinder- schule liegende Gelände von den Erben Haubach erworben; es besteht die Absicht, hier zu gottesdienstlichen Zwecken einen Saal zu bauen. In den Einzelgemeinden fanden viele Veranstaltungen statt, so Familienabende mit Vorträgen, Familientage, ebenso kirchenmufikalische Darbietungen und Vorführungen von Filmen. Die kirchlichen Vereine entfalteten eine rege Tätigkeit. Sie sind Gemeindevereine und sollen dazu dienen, das religiöse und kirchliche Leben in den Gemeinden zu stärken. Vielfach macht man jedoch die Erfahrung, daß man von außen her versucht, diese Vereine für andere Zwecke mobil zu machen und zu Geldspenden zu veranlassen, die sich nicht auf die Lokalkirchengemeinde beziehen. Das Maienblasen vom Turm■ der Io- hanneskirche, das im Iahre 1927 von Herrn Amtsgerichtsrat Gros angeregt und eingerichtet wurde, fand wieder statt. Auch in dem Berichtsjahre wurde diese Veranstaltung von der Gemeinde dankbar ausgenommen, jedesmal waren Hunderte von Einwohnern der Stadt am Turme versammelt. Für kirchliche Zwecke wurden im ganzen 33 147 Mark freiwillig gespendet. Für Heidenmission gingen ein 2333 Mk., für Innere Mission 8900 Mark, für den Gustav-Adolf-Derein 1716, für den Evangelischen Bund 420 Mk. Die in den Kirchen für verschiedene Zwecke erhobenen Kollekten betrugen 2091 Mk., die für Ortsarme bestimmten Kirchenopfer beliefen fich auf 5939 Mk., die bei Taufen und Trauungen eingchendenGaben auf 16^2 Mk. Mit den außerdem noch gespendeten Gaben wurden im ganzen 11 528 Mk. für die Armen der Gemeinde aufgebracht. Don den kirchlichen Vereinen zur Förderung des Gemeinde- lebens gingen im ganzen ein 6077 Mk. Sehr viele Gaben flössen nach außen; bei Veranstaltungen auswärtiger Redner und bei der Vorführung von Filmen wurden in der Regel Geldbeträge gesammelt, die für Zwecke bestimmt waren, die zu der Gießener Kirchengemeinde keine Deziehung haben. Es entzieht sich unserer Kenntnis, wie hoch diese Deträge insgesamt waren. Zustand der kirchlichen Gebäude. Die kirchlichen Gebäude sind im allgemeinen in gutem Zustand. Kleine Ausbesserungen wären an Der früheren Türmerwohnung der Stadtkirche nötig, die Iohanneskirche könnte im Innern eine Herrichtung erfahren, doch müssen diese Ausbesserungen aus Mangel an Mitteln auf eine spätere Zeit zurückgestellt werden. an der Vervollkommnung der Hausbäckerei. Unzählige wertvolle Rezepte werden laufend aus Hausfrauenkreisen eingesandt, geprüft, ergänzt - und die bestgeeigneten in Form der k bekannten „Dr. Oetker-Rezepte” wieder herausgegeben. 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Die Errichtung einer eignen Transformatorenstation hat auch den Vorteil gebracht, daß die Beleuchtung in Bezug auf Zuverlässigkeit und Lichtstärke eine weit bessere geworden ist. Gleichzeitig mit der Verbesserung des elektrischen Ortsnetzes wurde das Wasserwerk lpit einer neuen Pumpanlage versehen. ’ > Launsbach, 2. Mai. Die Vorarbeiten für die hier geplante Wasserleitung find nun abgeschlossen. 3n der letzten Sitzung der Ge- n.eindcvertretung wurde das vom Kreisbauamt in Wetzlar aufgestellte Projekt vorgelegt und einstimmig angenommen. Der Dau der Leitung soll mengen. Verlangen Sie nur echtes Nasfol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: (Engel« apotheke Metzen. Zu haben in allen Apotheken. der Greisin, die noch bis zuletzt von erstaunlicher Rüstigkeit und geistiger Svannkraft war, das letzte Geleit. Preußen. Kreis Wetzlar. Technikum iimenau Thür. Ingenieurschule für Maschinenbau und EleWrotearalK Wissenschaftliche BetrkbsfOhrg. 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Die Kirchensteuer soll nach demselben Matzstab erhoben werden wie im Vorjahr. — Für die ab 1. Mai durch Liebertritt unseres bisherigen Pfarrers, Herrn Knieper, in den wohlverdienten Ruhestand freigewordene hiesige, die Fi- lialgemeinde Kinzenbach mit umfassende P f a t r- stellc lagen nur drei Bewerbungen vor. Man beschloß mit 17 gegen 7 Stimmen, von einer Ausschreibung der Stelle abzusehen. Die drei Herren, welc§r sich gemeldet haben, sollen zu je einer Probepredigt bestellt werden. Es sind dies: Pfarrer Dechert aus dem Kreise Zell, Pfarrer Kemper vom Riederrhein (früher in Hohensolms) und Pfarrer Bausch in Kölschhausen -4- Sichelsdorf, 30. April. Die Autolinie Hungen —Eichelsdorf (Zweckverband Hungen-Schotten) hat jetzt für die Zeit von 4 bis 6 Wochen den Betrieb eingestellt. Die starke Beanspruchung des einzigen Wagens, der seit zwei Jahren die Strecke befährt, macht eine gründliche Lleberholung notwendig, damit für die Folge die regelmäßigen Fahrten wieder durchgeführt werden können. Da im Frühjahr der Personenverkehr abzuflauen pflegt, wird sich die Stillegung weniger fühlbar machen. Im allgemeinen verfügt diese Autolinie nicht über sonderlich gute Straßen, was dazu beiträgt, die Betriebskosten zu erhöhen und die Lebensdauer der Wagen zu verkürzen. T Ober-Lais, 30. April. Die hiesige Spar- und Darlehenskasse hielt am Sonntagnachmittog die diesjährige ordentliche Generalversammlung im Saale des Gastwirts Werner ab. Don über 100 Mitgliedern der Genossenschaft waren 74 erschienen. Der Vorsitzende, Maurermeister P r e u s ch, eröffnete die Versammlung, worauf der Rechner Simon den Geschäftsbericht des Vorstandes erstattete. Er konnte auf einen günstigen Stand der Kasse Hinweisen. Die Bilanz wurde ohne Einspruch genehmigt und dem Vorstand und Auffichtsrat Entlastung erteilt. Sodann wurde beschlossen, den Gewinn gemäß Beschluß der vorjährigen Generalversammlung zu verteilen (10 Prozent Dividende auf die Geschäftsanteile, den Rest je zur Hälfte auf Reservefonds und Detriebsrück- lage). Die folgende Ersatzwahl zu Vorstand und Aufsichtsrat brachte ohne Einspruch die Wiederwahl von Maurermeister P r e u s ch (Präsident) und Landwirt Gustav Pfeiffer (Direktor). In der Aussprache über den letzten Punkt der Tagesordnung „Verschiedenes" machte Rechner Simon beachtenswerte Mitteilungen. In unserer Gemeinde war infolge des strengen und langen Winters die Arbeitslosigkeit besonders groß, über 60 Arbeitslose gab es im Winter. Die Folge davon war ein großer Der- dienstausfall. Der Rechner schätzt den Einkommensverlust in der Gemeinde infolge des schlim- ire.i Winters auf nahezu 40 000 Mark. Es läßt sich denken, dah infolgedessen noch eine merkliche Geldknappheit sich fühlbar macht. § Bobenhaus en 11,30. April. Vorige Woche starb hier die Witwe Anna Elisa Merkel, geb. Stamm, kurz nachdem sie im März ihr 9 3. Lebensjahr vollendet hatte. Sie war weitaus die älteste Frau nicht nur unseres Dorfes, sondern auch der weiteren Umgebung, vielleicht des ganzen hohen Vogelsberges. Ein stattliches Trauergefolge gab der sterblichen Hülle Junge Erbsen, mittelfein 2-Pfd.-D. nur 98 5t pgwa Pflaumen, mit Stein 2-Pfd.-D. nur 88 5i SB Thams & Barts I Mäusburg 3 Walltorstraße 12 I 3993A ByS in diesem Jahre durchgeführt werden. Zur Finanzierung ist die Aufnahme einer Anleihe bei der Landesbank der Rheinprovinz in Düsseldorf in Aussicht genommen. Der Kostenanschlag über das gesamte Projekt ist auf 77 000 Mk. berechnet. -z> Lützellinden, 2. Mai. Der .Kriegerverband Hüttenberg, dem die Krie- gervereine in Oberkleen, Riederkleen, Ebersgöns, Dornholzhausen, Hochelheim, Hörnsheim, Groh- Rechtenbach, Lützellinden und Grotzen-Linden mit über 300 Mitgliedern angehören, hielt am Sonntag hier seine Frühjahrsverbandstagung ab. zu der sämtliche Vereine Abordnungen entsandt hatten. Rach einleitenden DegrüßungS- worten des Vorsitzenden des hiesigen Krieger- vcreins, Wenzel, hielt der Derbandsvorsihende Förster Grasse, Oberkleen, eine Ansprache, die großen. Beifall fand. Aus den anschließenden Beratungen über die Derbandsangelegenheiten ist hervorzuheben, dah das diesjährige Derbands- fest am 16. Juni in Dornholzhausen abaehalten wird, wozu auch zahlreiche benachbarte Krieger- Vereine erwartet werden. — Das Evangelische Schwesternhaus in Gießen veranstaltete dieser Tage in unserem Orte eine E i e r s a m m l u n g , bei der die hiesige Einwohnerschaft in dankenswerter Weise spendete. Die Sammlung ergab rund 400 Stück. 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Bedenken, die seitens verschiedener Landwirte geäußert wurden, wonach der Reformbund der Gutshöfc die Ziele des Mllcherzeugerverbandes durchkreuzen könne, wurden von dem Vortragenden insofern entkräftet, als mitgeteilt wurde, daß der Reformbund bereits Mitglied des Verbandes sei. I Gedern, 2. Mai. Auch in diesem Jahre ist die Bautätigkeit in unserer Stadt sehr rege. Zur Zeit wird an fünf Reubauten gearbeitet, die sämtlich an der neuen Straße errichtet werden. Dazu kommen noch der Erweiterungsbau des Kreisbezirkskrankenhauses, der ebenfalls gute Fortschritte macht, eine Schlachthausanlage innerhalb der Stadt, sowie verschiedene An- und Umbauten. Durch diese verhältnismäßig stärke Bautätigkeit, durch die Straßen- ausbesserungsarbeitcn der Stadt, sowie durch die Aufschüttungsarbeiten zur Erweiterung unseres Bahnhofes find eben keine Arbeitslosen mehr hier. wg. Gedern, 2. Mai. In unserer Kirche fand am Dienstag ein in Anbetracht der Jahreszeit gut besuchter Vortragsabend statt, bei welchem Bundessekretär Otto (Frankfurt a. d. Oder) vom Bund für Haus und Schule einen Vortrag hielt über das Thema: „Wie führen wir unsere Kinder zu ©ottT' Der Redner besprach in eindrucksvoller Weise eine Reihe von religiösen Erziehungsfragen und hob besonders die durch die Zeit gebotene entscheidende Bedeutung des evangelischen Elternhauses und der deutsch-christlichen Familie für die innere Gesundung des Volkslebens hervor. Der Ortsgeist- liche, Dekan Widmann, sprach das Schlußwort und wies daraus hin, daß nur ein in Frömmigkeit und Ehrfurcht erzogenes Geschlecht Gestalter einer segensreichen Zukunft unseres Volkes sein könne. Choralgesang eröffnete und beschloß den erhebenden Abend. _____________ Behle Honanseide, 80cm C Eft br-.aHemod.Farb., p.m UeUU Echte Honanseide,80 cm E Oft breit, naturfarbig, p.m Imitierte Honanseide Q Oft naturfarbig.......p.m VaUU Echte Shantnnoselde A Oft 80cmbr.,naturfarb.,p.m “»OU Deutsche Rohseide fl Oft naturfarbig.......p. m Dentsoh.Rohseide.SOcm A Oft br_in mocLFarben.p.m “«411 SellllNA-Wesk A.-O. ausgenommen worden. Friedrich Heyd & Sohn Ceitersweg 12..3980A Zienung ueaummi um 14. und 15. Mei 1929 Weimarer fiemioiierie PU J. B. H AUSER, GIESSEN AM OSWALDSCAPTEN tla mit 10% Rabatt! auf Extratischen ausgelegt ganz besonders billig! Erstlings-Wäsche v Kinderwagen Kinderbetten Steppdecken ' Koltern < Bettwäsche Betten Federn < Matratzen Restposten, angesammelte Reste, angeschmutzte Waren Wir brauchen Platz weil wir unseren Laden nach unserem Brand' schaden wieder herrichten lassen müssen Alleinverkauf der beliebten IEZ II II Neustadt 10 „Opel“-Kinderwagen! 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Dank den gütigen Spendern und besonders auch den .Ungenannten*. Dank der Stadtverwaltung, der Theaterdeputation, der Intendanz und Theaterleitung. der Kollegenschaft — der künstlerischen und technischen. — Dank auch der Presse. Allen, allen heißen Dank und herzliches Lebewohl! Hoffentlich .Auf Wiedersehn!* Rudolf Goll-Eichrodt Gießen, den 1. Mai 1929. 3976V bietet diesmal wieder einige wenige Artikel, entsprechend ihrer Qualität, weit unter dem Preis! Ein Posten Hüfthalter, mit Strumpfhaltergürtel, aus prima Drell oder gutem Damasse, alle Weiten ................... Ein Posten Damen-Taghemden, aus la feinem Mako, reich mit Klöppelspitze und Einsatz od. mit Stick.-Motiv. u. Valenc.-Spitz. Ein Posten Damen-Jumperschürzen, aus zweifarbigem Indanthren-Druck oder aus modern gestreiften Siamosen Ein Posten Frottier-Handtücher, extra schwere Ware, Jacquard, mit schönen Kanten oder ganz durchgemustert....... 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Der Posaunenchor intonierte das Deutschlandlied, und alles sang wacker mit. Am Sonntagmorgcn stellten sich 128 Turner und Schüler den Bezirksturnwarten Zeschky und Reih und den Kampfrichtern. Der Rückgang in den Meldungen ist wohl eine Folge des harten Winters, der es den meisten Landvcreinen unmöglich machte, sich turnerisch weiterzubilden. Doch wurden 115 Turner und Schüler Sieger. Den Bogel schoß dabei der Turnverein Hungen ob. der in sämtlichen Stufen den ersten Sieger stellte und auch die weitaus höchste -Zahl an Siegen aufzuweisen hatte. Am Rachmitlag traten die geübteren Turner des Bezirks zu einem Schauturnen an, das viele Zuschauer anlockte. Echzeller Turnerinnen zeigten Keulenschwingen und Reigen in gut durchgebildeter Weise. Ihre „Arbeit im Gewände jugendlicher Freude" fand starken Beifall. Schon um 4 Uhr konnte die Preisverteilung stattsinden. Die drei ersten Sieger in jeder Stufe find: Turner: 1. Paul Reuter, Hungen, 163 P.. 2. Ernst Mölcher, Freienseen, 159 P., 3. Willi Hofmann, Hungen, 152 Punkte. Jugend-Oberstufe: 1. Ernst Emmrich, Hungen, 155 P.: 2. Wilhelm Gerhardt. Hungen, 150 P.; 3. Ernst Jung, Billingen. 137 P. Jugend-Unterstufe: 1. Heinrich Schlö- finger, Hungen. 127 P.: 2. Otto Graf, Billin- gen, 123 P.: 3. Heinrich Zimmer, BiNingen, 122 P. Schüler: 1. Karl Schäfer. Hungen, 129 P.; 2. Ernst Hofmann, Hungen, 123 P.: 3. Willi Meyer, Gedern, 122 P. Waldlauf im 4. Bezirk Gau Hessen O. T. Am vergangenen Sonntag fand in Rieder- Ohmen der Waldlauf der Turnvereine des 4. Bezirks statt. Die Leitung hatte der Bezirksspielwart E. G e r b i g von Lauterbach, dem ein Stab von Ziel- und Bahnrichtern aus den verschiedenen Vereinen zur Seite stand. Die Vorbereitungen waren von dem Tv. Rieder-Ohmen in mustergültiger Weise getroffen, so daß die Läufe schnell und reibungslos durchgeführt wurden. Gemeldet waren jum Lauf ungefähr 70 Turner. Die Siegerverkündigung wurde am Abend im Dereinslokal Doll von dem 1. Sprecher. Lehrer Dern, vorgenommen. Rachstehend ein Auszug aus der Siegerliste. Einzelläufe: ^-Klasse (Turner über 18 3.) 5000 Meter: 1. K. Schaaf, Tv. Bernsfeld: 2. H. Roth, Tv. Alsfeld: 3. E. Otto, Tv. Rieder-Ohmen. 6-Klasse (16- und 17jährige) 3500 Meter: 1. W. Dehnert, Tv. Bernsfeld: 2. O. Erb, Tv. Rieder-Ohmen: 3. H. Schäfer, Tv. Schlitz. (^-Klasse (15jähr. u. jüngere) 1500 Meter: 1. K. Erb. Tv. Rieder-Ohmen: 2. K. Zulauf. Romrod: 3. R. Börger. Rieder-Ohmen. Mannschaftsläufe: ^-Klasse: 1. Tv. Bernsfeld: 2. Tv. Rieder- Ohmen: 3. Tv. Alsfeld. O-Klasse: 1. Tv. Rieder-Ohmen: 2. Tv. Romrod: 3. Tv. Bernsfcld. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Da im benachbarten Mainbezirk die Aufsticg- spicle zur süddeutschen Oberliga vom 5. Mai auf den 12. Mai verschoben wurden, gelang der Spielvereinigung 1900 für den kommenden Sonntag die Verpflichtung des D. f. B. Friedberg, der als diesjähriger Nordmainkreismeister an diesen Aufstiegspielen teilnimmt, zu einem Gesellschaftsspiel nach Gießen. Wer Gelegenheit hatte, die Friedberger bei ihren letzten Meisterschaftsspielen zu sehen, in denen sie Vereine, wie die spielstarke Germania 94, Frankfurt a. M., hinter sich ließen, der kam zu der Ueberzeugung, daß sich die Oberhessen sehr verbessert haben. Da das Gießener Gastspiel gewissermaßen als Generalprobe für die Aufstiegspiele gilt, ist bestimmt anzunehmen, daß die Gäste in stärkster Aufstellung hier antreten. Der Platzoerein 1900 hofft, zu diesem Spiel erstmals komplett, d. h. in stärkster Aufstellung anzutreten, da nunmehr die Studenten wieder zurück sind und die Spiclsperrc für den Halbrechten Stürmer Erb abgelaufen ist. Der Ausgang des Treffens ist völlig offen, da 1900 auf eigenem Platz immer ein schwer zu nehmendes Hindernis ist. Die Reserven erwarten die erste Elf Grünst e r g s und werden sicher einen recht ansehnlichen Sieg über die Gäste herausholen. 1900s dritte Mannschaft trägt in S t e i n - stach gegen die dortige erste Elf ein Gesellschaftsspiel aus. Die Chancen der Gießener sind dabei aber nicht groß, da mehrfacher Ersatz mitwirkt. Die erste Jugendelf empfängt die erste Ju- gendmannschast vom D. s. R. Butzbach. Beide Mannschaften dürften gleich stark sein. Die zweite Jugend 1900s ist noch gesperrt und die Dritte spielfrei. Die 3b-Jugend wird Steinbachs erste Jugend zum Gegner haben. Diese Begegnung findet ebenfalls in Steinbach statt. 1900s e r st e S ch ü l e r e l s, die in letzter Zeit sehr schöne Spiele lieferte, wird nach dem Ligaspiel gegen die Schüler vom V. f. B. Friedberg das Rückspiel liefern. Im Vorspiel in Friedberg blieb 1900 mit 2:0 Toren siegreich. 1900s zweite Schüler tragen das Rückspiel vom vorigen Sonntag gegen Wetzlar-Rieder- girmes aus. V. f. B. Einem alten Abschluß gemäß sollte die Liga- Mannschaft am kommenden Sonntag auf hiesigem Platz gegen die Liga des D. f. L. Frankfurt spielen. Auf Antrag der Frankfurter ist das Treffen jedoch aus den Himmelfahrtstag verlegt worden. Auch die Ligareserve ist spielfrei. Die Dritte hat sich S t e i n b e r g s Erste zu einem Gesellschaftsspiel nach hier verpflichtet und sollte dank ihrer größeren Wettspielerfahrung und reiferen Spielweise die Gäste ohne allzu viel Mühe schlagen können. Die A.-H. -Mannschaft fährt nach Lich, | um der dortigen neu zusammengestellten A.-H- Elf ein Freundschastsspiel zu liefern, daS sie aller Voraussicht nach hoch gewinnen dürfte. Einen ziemlich sicheren Sieg darf man auch der erften Iugendrnannschaft Voraussagen. Sie trägt in Grünberg gegen dessen Jugend ihr letztes Pflichtspiel der diesjährigen Saison aus und wird, nach der Reihe ihrer Erfolge, alles daransehen, zum Abschluß ein möglichst gutes Resultat herauszuholen. Sie dars jedoch keineswegs den Gegner unterschätzen, der auf seinem kleinen, für fremde Mannschaften ungewohnten Platz immerhin überraschen kann. Wesentlich schwerer sollte es die zweite 3 u g e n d haben. Trotzdem sie den Vorteil des eigenen Platzes hat, wird sie im Pflichtspiel gegen Heuchelheims erste 3ugend im besten Fall kaum mehr als ein Unentschieden erringen können, da der Gegner als recht spielstark gilt. Die dritte 3 u g e n d hat sich Steinbachs 3ugendelf zu einem Gesellschaftsspiel nach hier eingeladen. Wenn die Gäste körperlich nicht allzu sehr überlegen sind, kann V.f.B. knapp gewinnen. Die erste Schülermannschaft wird voraussichtlich das noch fällige Pflichtspiel gegen die gleiche des Wetzlarer Sportvereins angeseht bekommen. Fußball in Heuchelheim. Eine alte Rückspielverpflichtung erfüllend, fährt die erste Mannschaft des Sportvereins 1 920 Heuchelheim am kommenden Sonntag zum S.V. Oranien Frohnhausen (Dillkreis). Ob es den mit Ersah antretenden Heuchel- heimern gelingen wird, einen Sieg mit nach Hause zu bringen, muß nach der derzeitigen Form der Mannschaft stark bezweifelt werden. Die 1. 3ugend fährt am nächsten Sonntag nach Herborn. Ob auch hier wieder ein Sieg glücken wird, hängt von der Aufstellung der Mannschaft ab. Fußball in Großeu-Buseck. Für nächsten Sonntag wurde Sportverein O f f- d i l l n I nach Grohen-Buseck eingeladen. Offdilln ist in hiesiger Gegend wohl noch unbekannt, jedoch spielt die Elf in der Heimat einen recht ansprechenden Fußball, der auf guter technischer Grundlage aufgebaut ist. Die F. C.-M an n - schäft tritt in der gleichen Besetzung an, wie gegen Dallspielverein Sinn, da sich diese in der besten Weise bewährt hat. Die 3ugend des Sportvereins Leihgestern wird zum Pflichtspiel gegen die 3ugend des Plahvereins Grohen-Buseck antreten. Eine Voraussage über den Spielausgang kann man hier nicht machen, jedoch dürste man der Busecker 3ugendelf etwas größere Siegeschancen einräumen. V. f. B. Aßlars Schüler werden ihr Debüt gegen Grohen-Dusecks Schüler geben. Bekanntlich sind die Treffen von Schülermannschaften, was Sportlichkeit anbelangt, immer schön. Handball Tv. 1899 Großen-Busect. Zum Rückspiel empfängt am nächsten Sonntag Grohen-Buseck den Kinzig-Gaumeister Tv. Hüt- tengesäh b. Hanau. Die Gäste werden wohl nicht um eine Riederlage herumkönnen, zudem dieses Spiel auf gutem Boden stattfindet. Grohen- Buseck kann seine in den letzten schweren Spielen gesammelten Erfahrungen ausnuhen, um sein Torverhältnis wieder positiv zu gestalten. Bei Gewinn des Spieles steht der Gau-Hessen-Meister mit dem Gau-Main-Meister punktgleich. Arbeiter Turn- und Sportbund. Der kommende Sonntag sicht Gießen I (Kreis klasse) zum Pflichtspiel in Lollar als Gast. Bei dem vor wenigen Wochen ausgetragenen Freundschaftsspiel beider Mannschaften konnte Lollar die Gaste mit einer Niederlage heimschicken. Gießen wird jetzt alles daransetzen, um diese Niederlage wie der auszugleichen. Auf den Ausgang des Spieles darf man gespannt sein. Wetzlar empfängt Gießen 1b. Hier treffen zwei gleichwertige Gegner auseinander. Wetzlar wird wohl die Chancen des eigenen Platzes auszu nutzen wissen und als glücklicher Sieger den Platz verlassen. In der zweiten Klasse hat Leun 1 Klein- Linden I zu Gast. Hier dürfte den aufstrebenden Gästen der Sieg zuzusprcchen sein. In Kinzenbach treffen sich Kinzenbach I — Wieseck II. Hier treffen zwei gleichwertige Gegner aufeinander, von denen der Glücklichere Sieger blei ben wird. Steinbach I hat Beilstein I zu Gast. Hier werden die Gälte die besseren sein und Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. R o d h e i m I wird in Watzenborn auf einen gleichwertigen Gegner stoßen und nur mit viel Glück Sieger bleiben. Auch Oppenrod dürfte sich gegen Oden Hausen in Odenhausen zwei weitere Punkte holen. Burkhardsfelden wird in Grünberg zu Gast sein und wird sich anstrengen müssen, wenn es die Punkte erhalten will. Auch Da u bringen I — Hachborn I werden sich in Daubringen ein spannendes Spiel liefern, in dem die Einheimischen wohl Sieger bleiben werden. Treis wird sich in Staufenberg anstrengen müssen, wenn eo von den Nachbarn nicht besiegt werden will. Hungen I, das in Beuern zu Gast weilen wird, dürste sich im Spiel gegen die dortige erste Mannschaft zwei weitere Punkte sichern. In der Jugendklasse treffen sich: Gießen Jugend — Treis Jugend; Wieseck — Heuchelheim: Wismar — Klein-Linden: Rodheim — Naunheim: Watzenborn — Großen-Linden. Die Leichtathleten des Bezirks treffen sich am Sonntag auf dem Universitäts-Sportplatz zu einer Lehrstunde. Uebungsplan: Laufschule, Kugelstoßen, Speerwerfen und Hochsprung. Die Geräte - Ober st ufenturner halten eine Uebungsstunde in Heuchelheim ab. Wirtschaft. Oie Neichsbank Ende April. Der Ausweis der Reichsbank vom 3 0. A p r i l zeigt in der Ultimowoche ein A n - wachsen der gesamten Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Reichsschatzwechseln, Lombards und Effekten um 831,5 Millionen auf 3281,6 Millionen Mark. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 550,9 Millionen auf 2790,2 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 59,6 Millionen auf 136,4 Millionen Mark und die Lorn bardbestände um 221,1 Millionen auf 262,1 Mil Nonen Mark angewachsen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 760,3 Millionen Mark neu in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 712,6 Mil- Nachdruck verboten. 19 Fortsetzung. Roman einer Nacht Don Paul Nosenhayn. Dort, an dem großen Motorrettungsbvot. drängen sich ein Paar Frauen: ein Paar schwarze Teusel reißen sie zurück, schleudern sie zu Boden. Ein Schiffsoffizier tritt mit erhobenen Fäusten auf sie zu; ein Boxhieb — er klatscht über die Reling hinüber ins Wasser. Dumps brüllt die Dampfpfeife. 3m sechsten Rettungsboot, das eben schaukelnd in den Davits niederging, drängten sich Bruno Riedinger und Lilian Stone. Rasselnd ging die Winde: der Kiel des Bootes klatschte glucksend auf das Wasser nieder. Don oben kamen gellende Zurufe: jemand sprang über Bord, schwamm mit zwei, drei Stößen dem Boot nach, legte die Faust aus den Bootsrand, um sich hineinzuschwingen. Plötzlich stand ein heulender Ton in der Luft Niemand konnte ihn sich erklären. Er schwoll an es schien, als ob das Meer, als ob die ganze Welt getränkt sei mit diesem irrsinnigen Geheul. Cs kam nicht aus Menschenmund; es schien geradewegs aus der Hölle zu kommen. Alles blickte auf das Schiff, das sich wie ein schwarzes Tier im Todeskampf zu bäumen schien: noch hörte man lei|e die OHuftf; die gedampfte Melodie eines Chorals. „ , «a Plötzlich ging ein Schrei durch die Rächt, das Licht erlosch. Lähmendes Entsetzen breitete sich über der nächtlichen Szene aus: dann ftieg ein wahnwitziges Kreischeii zum Himmel. Wieder setzte jenes Heulen ein — und. wie in einer iahen uno letzten Wendung, schoß das Schiff mit alle Leben, das es barg, in die Tiefe. .. 3n furchtbaren Wirbeln schlug das Wasler über dem versunkenen Dampfer zusammen: bergehohe Wellen klatschten zu>n Himmel, stürzten krachend nieder — und zogen alles Lebendige, das in einer letzten verzweifelten Hoffnung fluchtete, in ihren brüllenden Schlund. . Heber die gurgelnden Wasser hallte em tiefer Ton. Ein beruhigender, tröstender, rufender Ton. Am Horizont flammte das Suchlicht des englischen Dampfers auf. Wo talwärts über Felsgestein der Riagara brausend fließt, wo still der Amazonenstrom sich in den Ozean ergießt, und wo am Mississippi still die Rothaut ernst und sinnend lauscht den Weisen, die er ihr erzählt v von alten Zeiten, längst verrauscht, ' A \ wo meine Wiege stand, ja, dort allein kann ich nur glücklich sein: dort in dem freien Heimatland: Amerika.... Eva Sullivan verneigte sich: Zurufe, brausender Beifall, winkendes Grüßen drangen zu ihr heraus. Mit stiller Wehmut denk ich heut des Orts, wo ich geboren bin; im Schattenspiel der Sykomoren. so flieht der Hudson leicht dahin ... Der 3mpresario blätterte in den Roten: ein Kreis von Enthusiasten stand um ihn herum. Wünsche äußernd, mit jener heißen, aus Rächt, Klang und Stimmung erwachsenen Eindringlichkeit: „Ein Regerlied!" — „Ein Wiegenlied!" — „Die Hallenarie!" Fedor Sokoloff stand unweit des Flügels, die Hände in den Fracktaschen. Die Blicke der Frauen streiften ihn, mutiger, begehrlicher, in der Tiefe dieser erregenden Rächt. Aus dem Arm des Operndirektors löste sich Marcelle Krenh. Sie kam quer durch den ©aal, direkt auf Sokoloff zu und schlug ihn mit dem Strauhfederfächer leicht auf den Arm. ..Run, mein Herr?" ..Run, gnädige Frau?" Sie trat um einen halben Schritt näher an ihn heran. „Wie kommt es. daß du noch immer hier bist?" Er antwortete mit höflichem Lächeln, wie in einer liebenswürdigen Konversation: „Du weiht, warum ich hier bin.“ Sie nickte, und ein harter und böser Ausdruck trat in ihr Gesicht. „Linda Andersen," sagte sie leise. „Du kannst dich von deiner Geliebten nicht trennen.“ Er zog das Zigarettenetui und bot ihr an. Sie richrte keine Hand. „Du weiht genau, daß Linda Andersen nicht meine Geliebte ist." „Aber du gibst dir alle Mühe, sie dazu zu machen." Wenn dieser Tanz zu Ende ist ... „Bist dii eifersüchtig?" Zwischen ihren Brauen erschien eine kleine Falte. „Du weiht, was auf dem Spiele steht. 3ch fiebere vor Angst — von Minute zu Minute warte ich auf die Rachricht. Und du kannst in aller Seelenruhe Konversation machen?" „Mein liebes Kind,“ sagte Sokoloff um einen Ton schärfer, „ich pflege nur Dinge zu tun, die einen bestimmten Zweck haben, lind ich Pflege alles zu unterlassen, was zwecklos ist. Oder gar: was zweckwidrig ist. 3ch stehe hier und warte, genau wie du wartest. Glaubst du. ich wäre nicht in Sorge?" „Du lügst. Du bist hier, weil Linda Andersen hier ist.“ „Du benimmst dich wie eine eifersüchtige Konfektioneuse." „3n Wahrheit bist du es, für den alles auf dem Spiel steht." Er deutete mit den Augen hinüber. „Dort steht Peter. Er beobachtet uns aufmerksam." „Mag er.“ Sokoloff schüttelte den Kopf. „Dieser Peter ist gefährlich. 3ch sage es dir." „Du willst mich nur los sein." „Wenn du mir noch ein paar weitere Proben dieser Art gibst — so fange ich an zu glauben, daß du an die Seite des Herrn Staatsrat Krcnh gehörst. Und nicht an die meine.“ Sie hob den Kopf: die Furcht vor dem Verlieren mochte ihre jähe Wirkung tun. „Du mußt mich begreifen," sagte sie mit tiefer, fast weicher Stimme. „Du kannst so nicht mit mir spielen. Und du kannst —" ihre Stimme festigte sich — „du kannst nicht so deine Mission in den Wind schlagen. Unsere Mission." „Hast du den Paß?" Sie schüttelte den Kopf. „Das Zimmer ist verschlossen." „3st das im Ernst ein Hindernis?" „Der Diener war plötzlich da." „Siehst du!" „3rgend etwas stimmt nicht." Sie öffnete die Handtasche. „Weiht du, was das ist?" Er blickte erstaunt auf das Kodaknegativ und nahm es ihr aus der Hand. „Das bin ich," sagte er, ehrlich erstaunt. „3ch fand es vor der Tür seines Schlafzimmers." Sokoloff wandte unmerklich den Kopf. „Peter." sagte er. „3mmer ist es Peter. Er muß mich photographiert haben." „Aber warum?" „Wo ist dein Mann?" fragte er mit unruhiger Stimme. Sie zuckte die Achseln. „Fast glaube ich, er ist nicht in seinem Zimmer." „Hier ist Gefahr," sagte er plötzlich. „Solange ich auf deiner Seite bin,“ antwortete sie lächelnd, „bist du nicht in Gefahr." Er wiegte den Kopf. „Wer spricht von mir? Du bist in Gefahr." Ein Diener kam durch das Gewühl der Gäste. „Gnädige Frau ..." „Was gibt es, Laurids?" „Hier ist ein Radiogramm. Für Herrn Mac- donald." „Macdonald ... warten Sie ... es ist der 3m- presario der amerikanischen Sängerin." Eben verkündete jemand: „Fräulein Sullivan wird ein skandinavisches Lied fingen." Brausender Applaus quittierte über die Huldigung, v v y Eva Sullivan trat auf das Podium: von neuem mit Beifall begrüßt. Lang' noch ich stand. Eh' dort im Westen fein Segel verschwand: Glücklich ist's, darf in die Weiten Fritjof begleiten! Der Diener trat auf den Zehenspitzey hinter das Podium: der 3mpresario blickte ihm verständnislos entgegen. „Ein Radiogramm, Herr Macdonald." „Es wird von Bord der „Eva Sullivan" fein," sagte Marcelle, die hinzutrat. Wenn Lenzluft weht, Kommt er zurück, Doch die Lebende geht Richt ihm entgegen im ©aale, Dort nicht im Tale. Macdonald rih den Umschlag auf. „3ch kenne das: der Kapitän meldet die glückliche Einfahrt in den Hafen von Kopenhagen." Falk, der mir blieb, Von ihm vergessen. Wie bist du mir lieb! Fülfre dich wie einst dein Pfleger, Fliegender 3äger. Marcelle blickte mit lächelnder Reugier in Macdonalds Gesicht, während er den 3nhalt der Botschaft überflog. Sie sah befremdet, wie seine Hände zu zittern begannen — wie sein Gesicht totenbleich wurde, wie seine Züge, während er wie ein 3rrer auf das Telegramm stierte, vor ihren Augen verfielen. Er griff mit der Hand nach der Lehne eines Stuhls; taumelnd sank er in sich zusammen. Er schloh die Augen: das Telegramm entfiel seiner Hand. Ein Hilfsbereiter wollte es aufheben, aber Marcelle, in einer dumpfen Ahnung, bückte sich blitzschnell danach und faltete es zusammen Ohne daß sie es wollte, hatte sie den Sinn der wenigen Worte ersaht: aber ungläubig, unfähig die Meldung zu begreifen, ptehte sie das Telegramm in ihrer zitternden Hand zusammen. Sokoloff trat näher. 3n diesem Augenblick schlug Macdonald die Augen aus. Er nahm mit einem schwachen Kopfnicken die Depesche aus Marcettes Hand. Mit einer krampfigen Bewegung wandte er den Kopf hinüber zum Podium. Dort oben stand in strahlender Schönheit, mit der lächelnden Frische der Amerikanerin, Eva Sullivan. „Fräulein Sullivan darf nichts erfahren. Es könnte ihr Tod sein." Marcelle nickte: Sokoloff sah sie fragend an. Der Impresario öffnete mit zitternden Fingern das Telegramm und sagte, die schweren Lider hebend: „Der Dampfer „Eva Sullivan" ist untergegangen.“ (Fortsetzung folgt.) (tonen auf 4631,5 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 47,7 Millionen auf 489,1 Millionen Mark erhöht. Demgemäß ist der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 8,8 Millionen Mark zurückgegangen. Die fremden Gelder zeigen mit 585,1 Millionen Mark eine Abnahme um 184,2 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insgesamt haben sich um 227,9 'Millionen auf 1990,9 Millionen vermindert. Die Abnahme entfällt auf die Goldbestände, die sich um 287,3 Millionen auf 1891,6 Millionen Mark verringert haben. Die Bestände an deckungs- sähigen Devisen haben um 59,4 Millionen auf 99,4 Millionen Mark zugcnommcn. Die Deckung der umlaufenden Noten durch Gold allein stellt sich auf 40,8 Proz. gegen 55,6 Proz. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen auf 43,0 gegen 56,6 Proz. in der Vorwoche. Eine weitere Diskonterhöhung? Wenn es einer Beweisführung für die Notwendigkeit, den Re i ch s b a n k d i s k o n t heraufzu- setzen, bedurft hätte, so hat sie der soeben veröffentlichte Ausweis der R e i ch s b a n k zu Ende April erbracht. Nahezu 300 Millionen hat die Reichsbank in der letzten Aprilwoche von ihrem Goldbestände hergeben müssen, der damit auf die Höhe, die er Ende Februar vorigen Jahres erreicht hatte, zurückgeworfcn ist. Die Goldabflüsse seit Ende Februar haben damit eine Höhe von nicht weniger als 838 Millionen erreicht. Der Bestand an deckungs- sähigen Devisen konnte zwar in der Berichtswoche um rund 60 Millionen erhöht werden, man muß aber bis auf den Juli 1927 zurückgehen, um einen gleich niedrigen Bestand an Gold und deckungsfähigen Devisen zusammen zu finden, wie er zur Zeit ousgewiesen wird. Durch diesen Goldab- sluß ist die Reichsbank hart an die Grenze des ihr durch Bankgesetz vorgeschriebenen Deckungsverhältnisses der um laufende n Note n herangekommen. Der §28 des Gesetzes schreibt ihr eine Deckung von mindestens 40 v. H. in Gold oder Devisen vor. Diese Deckung beträgt jetzt noch 43 v. H. und durch Gold allein 40,8 o. H. Ob die Reichsbank unter diesen Umständen nicht schon sehr bald zu einer weiteren Diskonterhöhung schreiten muß, wird davon abhängen, ob einerseits die Rückflüsse, mit denen naturgemäß zu rechnen ist, reichlich genug fließen, und andererseits der Zwang, durch weitere Goldabgabe den Mark-Kurs zu regulieren, erheblich nachläßt oder nicht. Abgesehen von dem Goldabfluß bleibt die Inanspruchnahme der Reichsbank durchaus im Rahmen des Normalen. Auffällig ist lediglich, daß trotz des hohen Lombardsatzes von der Kre- ditbeschaffung im Wege der Lombardierung in ganz außergewöhnlich erheblichem Maße Gebrauch gemacht worden ist. Der Bestand der Lonrbardsorde- rungen ist um nicht weniger als 221 Millionen gestiegen, und er hat damit eine Höhe erreicht, wie bisher in den letzten Jahren überhaupt nicht, mit Ausnahme von Ende Februar d.J. Es hängt dies augenblicklich mit dem z. Z. hohen Satz für Tagesgeld zusammen, der die Börse veranlaßt hat, Geldbeschaffung im Wege der Lombardierung vorzuziehen. * Südwe st deutsche Bank A.-G., Frankfurt a. M. Dieses zum Konzern der Frankfurter Allgemeinen Versicherung - A.-G. gehörende Institut, das zu Anfang 1928 gegründet wurde, berichtet im ersten Geschäftsjahr über ein zufriedenstellendes Jahresergebnis, trotz der rückläufigen Konjunktur. An Zinsen, Wechseln und Sorten wurden 248 665 Mark, an Provisionen 138 275 Mark vereinnahmt. Andererseits erforderten Unkosten 213 203 Mark. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 173 738 Mark werden 50 000 Mark der Reserve zugewiesen, 8 Prozent Dividende pro rata temporis auf 1 Million Mark Aktienkapital verteilt und 58 738 Mark zu Abschreibungen verwendet werden. * Maschinenfabrik Badenia vormals W. PlatzS-Söhne, A.-G., Weinheim. Die Gesellschaft, die zur Abwendung des Konkurses das Vergleichsverfahren beantragt hat, teilt in einem Schreiben an die Gläubiger mit, daß sie in Liquidation zu treten beabsichtigt und den Gläubigern die ganze verfügbare Masse überantworten will. Der Gesamterlös aus der Liquidation soll unter die Gläubiger pro rata ihrer Forderungen verteilt werden. Gläubiger mit Forderungen bis zu 100 Mark oder solche, die ihre Forderungen bis auf diesen Betrag ermäßigen, sollen zwei Monate nach Rechtskraft des Zwangsvergleichs befriedigt werden. * Rütgerswerke Ar-G., Berli n- C h a r = lottenburg. Auf Anfrage aus Aktionärkreisen weist die Verwaltung darauf hin, daß sich erst nach der Bilanzsitzung am 16. Mai über die Höhe der Dividende für 1928 (i. 93. 6 Proz.) etwas End- gülligss sagen lassen wird. grantfurfer Börse. Frankfurt a. M., 3. Mai. Tendenz beruhigt. Nachdem sich an der gestrigen Abendbörse wieder eine gewisse Unsicherheit bemerkbar gemacht hatte, die durch das Ansteigen des Dollarkurses und die größeren Markabgaben von Holland hervorgerusen wurden, machte sich zu Beginn der heutigen Börse eine Beruhigung geltend. Die Lage am De.- d i f c n m a r 11 war wieder normal, und man nannte den Dollar mit 4,2175 bis 4,2180 nach 4,22 gegen gestern abend. Der stark angespannte Reichsbankausweis zum Ultimo April verstimmte anfänglich noch sehr stark, doch verwischten günstige Nachrichten aus Paris, wonach doch noch eine befriedigende Endlösung erzielt werden kann, alle nachteiligen Momente. Das Geschäft war aber sehr klein, da von einer Beteiligung des Auslandes, sowie der Privatkundschast am Börsengeschäft nicht viel zu spüren war. Die Umsätze wurden in der Hauptsache innerhalb der Kulisse getätigt, die Auf- nahmelust von dieser Seite war etwas größer, so daß sich, aber nur in Spezialwcrten, gegenüber der gestrigen Abendbörse ganz erhebliche Kursgewinne durchsetzen konnten. Die Stimmung war wieder zuverlässiger und freundlicher. Im Vordergründe des Interesses standen Elektrowerte. AEG. 'konnten 3,25, Licht L Kraft 3, Siemens 5 und Schuckert 5,75 v. H. höher eröffnen. Auch J.-G.- Farben waren bei lebhafter Nachfrage 4 v. H. gebessert. Bis 3 o. H. höher lagen noch Zellstoffwerte, vereinzelte Bankaktien und Ilse Bergbau. Kalipapiere und Mannesmann, sowie Deutsche Erdöl etwas vernachlässigt und bis 1 v.H. niedriger. In den übrigen Merten kamen kaum Umsätze zustande. Renten still, aber behauptet. Im Verlause wurde es wieder unsicher und nervös. Abgaben drückten auf das Kursniveau und führten zu Rückgängen dis zu 3 v.H. Ain Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 v.H. unverändert. Am Devisenmarkt nennt man Mark gegen Dollar 4,2185, gegen Pfund 20,475, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,17, gegen Mailand 92,60, gegen Holland 12,0675. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TR., 3. Mai. Der Produktcn- marft verkehrte heute zum Wochenschluh bei wieder äußerst knappem Angebot und weiterer Zurückhaltung der Händler in sehr ruhiger und fast geschäftsloser Haltung. Bei dem minimalen Geschäft konnte sich naturgemäß auch der Preisstand nicht verändern. Es wurden notiert: Weizen 24. Doggen 22,75, Sommergerste für Brauzwecke 23.75 bis 24, Hafer, int. 24 bis 24,25, Mais (gelb) für Futterzwecke 22, Weizenmehl, südd. Spezial 0 32,25 bis 32.75, Doggenmehl 30 bis 31. Weizcnkleie 13,10, Doggenkleie 13,75. Tendenz ruhig. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Franks urt a. M., 3. Mai. Auftrieb: 151 Rinder, 1086 Kälber, 68 Schafe, 615 Schweine. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 75 bis 80, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74, geringe Kälber 63 bis 69. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 70 bis 72, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 70 bis 73, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 70 bis 73, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 68 dis 71. Marktverlauf : Schweine rege, ausverkauft. Kälber und Schafe lebhaft, geräumt. — Der nächste Hauptmarkt für Kälber und Schafe findet am 8. Mai statt. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Dedaktion bestimmten Mitteilungen. Losungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Tießener Anzeigers". Problem Nr. 210. Don Dr. E. Pmg. Schwarz. 8 7 6 5 4 3 2 h h 3 7 6 5 4 3 2 1 d e Weiß. ab cdefßh * %» Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 7 Steine. Kg6; Df5; Tel, d3; LfS; Sbl, f6- Schwarz: 12 Steine. Kc4; Da5; Th4; Lc2, g3; Sd2, g5; Bb3, b5, b6, e5, h6. Endspiel Nr. 73. Don Eomte de DiUeneuve Esclapon, Nizza. 8 7 6 5 4 3 2 1 MU 8 6 5 4 3 2 1 Schwarz. ■ M - 8 h b c d e Weiß. Weiß am Zuge gewinnt. Weih: 5 Steine- Ke4; Lh4; Sa6; Bc5, h6. Schwarz: 4 Steine. Kb3; Lh2; Se8; Ba3. Eine äußerst feine Studie. Losung des Problem- *8x.W. Don H. Türen. 1. Lai—d4? usw. « Antz der Schachwelt. Der Wettkampf Aljechin gegen Bogvljubow um die Schachweltmeisterschaft wird nun doch, und zwar diesen Sonuner bereits, zustande kommen. Wie verlautet, foUen die ersten achtzehn Partien des Wettkampfes in Wiesbaden, die restlichen zwölf Spiele teils in einer holländischen. teils in einer schwedischen Stadt zur Austragung gelangen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Nedaktionstisch. Benutzte Gelegenheit. Ein Richter bemerkte bei der Demehmung, daß ein Zeuge nicht gleich als meineidig verdächtigt werden dürfe, wenn er eine früher abgegebene Aussage berichtige. „Ich kann Ihnen zum Beispiel persönlich folgenden Fall vor Augen führen", fügte er hinzu. .Als ich soeben in mein Bureau kam. hätte ich darauf schwören können, daß ich meine Uhr in der Tasche habe. Als ich sie jedoch gleich darauf hervorholen wollte, um zu sehen, wie spät es ist, fand ich, daß ich sie doch nicht bei mir hatte: und es siel mir ein, daß ich sie zu Hause im Badezimmer zurückgelassen hatte." Als der Dichter mittags nach Hause kam, fragte ihn feine Frau: .Was war denn das eigentlich mit Seiner Uhr? Weshalb schicktest 6it vier- oder fünfmal hierher, sie zu holen?" „Lieber Himmel," rief der Richter erschrocken aus, „und was hast du getan?“ „Ich gab sie dem ersten mit, der kam. Er wußte auch ganz genau, wo sie lag." TR. D. Berliner Gefchichlchen. Eine Dame kaufte in dem vornehmsten Spezialgeschäft des Berliner Westens neulich eine silberne Handtasche. Der Verkäufer vergaß jedoch den Damen dec Dame, nur, daß sie am Kurfürstendamm wohnte, wußte er. Da er nicht wußte, wo er die Rechnung hin- schicken sollte, stellte er die Sache seinem Ehes vor. Dieser wußte Rat: „Schicken Sie die Rechnung an sämtliche Kunden von uns, die am Kurfürstendamm wohnen. Dann werden wir die Dame schon 'rausfinden." So geschah es. Sechsundvierzig Rechnungen über eine silberne Handtasche gingen hinaus. Zwei Wochen später lag das glänzende Ergebnis vor: Vierzig der vornehmen Kunden hatten bezahlt. ... K. M. Lehie Nachrichten. Deutscher Einspruch in Moskau. Berlin, 3. Mai. (IM. Drahtbericht.) wegen der mehrere deutsche Mini st er beleidigenden Plakate, die gelegentlich der Moskauer Maifeier herumgetragen wurden, bat das Auswärtige Amt die notwendigen diplomatischen Schritte eingeleitet. Die Streikparole der Kommunisten. Berlin, 3. Mai. swTB. Funkspruch.) Infolge der dauernden Aufforderungen der KPD. durch die „Rote Fahne", durch Flugblätter, Hetzreden in den Versammlungen usw. hat heute in zahlreichen Betrieben die Arbeiterschaft als „Protest gegen das Verhalten der Polizei" teils geschloffen, teils gruppenweise die Arbeit nieder- gelegt. 3m einzelnen sind Betriebe mit 1000 bis 1800 Mann Belegschaft betroffen worden. — Der Polizeipräsident hat die Zeitungen „Die Rote Fahne" und „Das v o l k s e ch o" auf Grund der Paragraphen 7, Ziffer 4, und 21 des Gesetzes zum Schuhe der Republik auf die Dauer von drei Wochen bis einschließlich 2 3. Mai verboten, weil diese Zeitungen durch ihre Schreibweise die Bestrebungen der kommunistischen Partei Deutschlands, die verfassungsmäßig festgesetzte republikanische Staalsform des Reiches zu untergraben, durch die Tat unterstützt haben. Deutschfeindliche Kundgebungen in polen. Warschau, 3. Mai. (WTB. Funksprnch.) Gc- stern fanden in Krakau, Thorn, Posen und anderen Städten der westprooinzen deutschfeindliche Kundgebungen polnischer hochschiiler und anderer polnischer Verbände stall. Ueberall versuchten die Demonstranten, insbesondere vor dem deutschen Konsulatsgebäude, zu demonstrieren, was ihnen nach vorliegenden polnischen Meldungen nur in Posen gelungen ist. hier zerschlugen die Demonstranten das deutsche Schild vor dem Konsulat, rissen die Bilder vor dem Posener „Tageblatt" herunter, zerstörten die Tafel vor dem Evangelischen Gemeindehaus und vernichteten sämtliche deutschen Blätter und Bucher, die in Cafes uüd Gasthäusern ausliegcn. 3m Verlaufe dieser Demonstrationen kam es zu Z u s a m m e n st ö ß c n zwischen der Polizei und den Demonstranten, wobei es aus feiten der Studenten etwa 50 verletzte gab. Die Demonstranten, an denen allein etwa 2000 Studenten teilnahmen, dauerten zwei Stunden. Großfeuer im Kreise Büdingen. △ Lindheim (K r e i s V u d i n g e n), 2. Mai. 3n der vergangenen Dacht gegen vier Ahr brach hier in dem Schlosse Feuer aus, das den ganzen, an der Hauptstraße gelegenen Herrensitz innen vollständig vernichtete, so daß nur noch die Mauern aus dem noch heute rauchenden Brandplahe hervorragen. Das Hans enthielt einen großen Vorrat an we rtvollen Möbeln und sehr geschätzten Altertümern, die meistens auf dem Speicher ausbewahrt wurden und vernichtet sind. Die hochbetagte Besitzerin des Schlosses, Generalleutnantswitwe v. Palrunky, konnte nur im Hemde aus dem brennendenhause gerettet werden. 3hrc Tochter und ihr Schwiegersohn, Oberstleutnant i.R. Hessekorn, weilten gerade in Swinemnnde. lieber die Entstehung des Feuers ist zur Zeit noch nichts Sicheres bekannt. Das kleinere anstoßende Herrenhaus, der Familie des Schriftstellers Leopold v. Sacher-Mafoch gehörig, konnte gerettet werden. fttotiffud a. M. 87,1 87,5 9.5 88 76 23,65 127 5 | 9,1 130 212 8 113 17 128 64,75 5 Phönix Bergbau. . . Rheinische Braunkohlen BK 121,5 10 91 239 Banknoten 246.5 | 246,25 12 247,25 167,5 Die hinter den Papieren 52,3 10,4 52,3 10 mhehftcl)! Nirbeck Montan 87.25 128 127 131 116 212.5 99.75 , b 11 , 6 11 8 8 122,25 18.25 125.25 209 28 91.5 279.5 51 86.5 205 150 85.5 10.5 62 112 108 123.5 125,5 113 204 150 210 29 90.5 281 3 sh IC 10 112.5 127 65.6 234,75 239.13 374.13 O 5 9 8,75 1,85 9 C6erfcf)lei. CEifenB. Bedarf. Oberschlej. fioTSroetlc. Essener Steinkohle Gelsenkirchener . Harpener.... Hoesch Eisen. . » Ilse Bergbau . » Slöcknerwerke . . Slöln/Reuellen. . ManneSmann . . ManSselder . . . 91.75 66.25 235,75 241.5 375,5 101,75 93.25 281.25 115 88 101,25 30 . 8 9-A . c . 8 . 8 127,75 133 116,5 213 99,25 115.75 114 126,5 82,5 103,5 93 25 282.25 115 232 , 238 I 368 I 243,25 Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M Telegraphische Auszahlung. Brief TmT 169,74 22,19 112.52 59,30 2,53 112,87 21,48 60.87 12,55 73,50 92,25 113.75 i 23,65 21,25 22.25 1,9 9.2 30 2.9 84,5 68,5 127,5 211 | 98,5 ! 85 l 84,75 89,5 * 87,75 128,5 I — Sing. Deutsche ®|tu5atn . Hamburg-Amerika Batet . Homb.-Südam. Dampsich. Hansa Damvfschiss Norddeutscher Lloyd . . euig. Deutsche örebltoriL . 3armer Bankverein . . SBedina Handeltgesellsch. . Kommerz- unb Privat-Bank Lärmst, u. Ratio nalbanl Deutsche Bank rigkoiUo-Selellschast Snk.. Dresdner Bank ■ . Mitteldeutsche ttrtbtt6aul . vretallbank ...... e k elchrb ank ■•••••• Bereinigte Stahl». . Otaoi Minen .... Kalt Aschertleben . . Kost Westeregeln . . . Kaliwerk Salzdetfurth I- ®- 5t R'dchtanKthe o. 192? Dt. HnL>«lhld1..ediulb mit Hui los^Rechten Deiflt. ohne Awriol.-Rechte . Franks. Hyp^Bk Goldps. xnv kündbar bil 1933 4H% Rheinische Hyp-Vank Stau.. Goldps. , • 6LC.®. obfl. Vorkrtegi-Oblrgation. rückzahlbar 1933 4% Schweiz. Bunbe4b..«nL. 4% Oesterreickstsche Svldrto.. • - 4,20% Vesten. Silbe rrte. ... 4% Oesterreich, einhetü. Rte. 4% Ungarische Soldrtt...... 4% Ungarische Staat-r. v. 1910 4y.% belgt. von 1913 4% Ungarisch- Kronenrte.. - «% Türk. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn^Anl., Serie I 4% delgt. Serie N ... *% Rumänen convert. Rte. . . ■ 4 !4% Rumänen (BotoanL von 1913 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ihnen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlvsienen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, LoinbardzinSsuß 8,5 Prozent. Uten. . . 10 f. gabt 4 1 Uhr Sur« 3.5. Berlin Lchliis, Anjana Kurs ! Sur« 2 5. I 3 9. Schluß.. Kura 2-5. Berlin 2. Dtat Geld Französische -Jiotcn..... im3 Holländische Noten...... 169.06 Italienische Noten...... 22,11 Norwegische Noten...... Dentsch-Oestcrr.äioo Kronen 112.08 59.06 Numänische Noten...... 2,51 Schwedische Noten...... 112.43 Schweizer Noten....... 81,16 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten »• 60,63 12,49 Ungarische Noten....... 73.20 ssrankfurt a.M. Berlin ststcmkfurt o. M. Berlin Schlub- fluc. i-unt* Kur» Schlub-iÄnsang Schluß- flui» l-Uhr- Kurs Schluß Kur4 Ansaug Kurs Kurs Kurs Datum 25. 35. 25. 3.5. Datum 2.5. 3.5. 2-5. 3 5- Sl.LG. . ... . b 163,25 166,5 167 166.25 10 - 119 Bergmann .... — 213 211.75 Heidelberger Cemenl . . . . 146 — — (Hcftr. Lieferungen. . 10 152 — 155.5 155 Gement Karlstadt . • • • • 175 — — —- Licht und prost . . . . , 10 204,5 207,5 208 208 Äayh 4 Freitag...... IV 125 — 127 »eiten 4 Guilleaume. . ß 141,5 —— 142,65 142 Schultheis Batzenhofen . . . lü — — 293,5 291 Ges. f. Vektr. Untern.. e e e 10 213 —— 216.25 218 Ostwerke......... 12 — —- 240.5 238 Hamb. Nektr. Werke . 10 — — 143,5 — Ber. Glanzstosi...... 1t 432 437.5 Rhein, irleltr. . . . . e • • . 9 — — 160 158 Bemberg......... 1 — —— 341 342 Schics. El ekle..... 10 — —— 189 185.5 Zellstoss Waldho«..... 12 250,5 253,25 254 352 Schuckert...... • • • . 8 232.5 238.25 235,75 238 Zellstoss Aschassenbura . . . 12 181 — 182.5 181 Siemen« 4 HaUk« . • 12 363-5 363.5 369 367.5 Gbirrlotteuburger Dastec . . ; — —» 110.75 111 ZtanSrablo . • • • . 8 — — 145 144 Dessauer Gat...... . y — — 204,5 203.75 Lahmeyer 4Eo.. . . e e • 10 165 165,25 Daimler Motoren..... . 0 55 55.5 55.5 55.5 . ü — 71.5 70,75 70.25 Deutlckie Maschinen-Fobrik . — 51 50.5 Deutsche Erdöl ... • • e . C — 115,5 116,75 114 Ablerwerte ftleuer..... . 5 50 — 50 50.13 2. Mai 3- Mai Amtliche Notierung Amtliche Notierung i'iclh Bnes Geld Bries rt msi.«Nori- 169.41 169,75 169.43 169.77 «ncn.-Atre« 1.772 । 1.776 1.772 1.776 Brss.'AnNv- 53,50 58.62 58,51 58.63 Christianen. 112.36 112.58 112,39 112,61 Kopenhagen 112.36 112.58 112,37 112,59 Stockholm - HellmgforS. 112,59 112.81 112.61 112.83 10.592 10,612 10.593 10,613 Italien. . . 22,085 22,125 22,09 22,13 London. . . 20.449 20.489 20,45 20.49 Nevsiorr . . 4,2135 4,2215 4.2135 4.2215 PoriO.... 16.465 16,505 16.47 16.51 Schwer; . . 81,15 31,31 81,19 81.35 Spani'.ll . 60,34 60.46 60,59 60.7! ^apau . . - 1,895 1.399 1,692 1.896 tZi io de Jan. 0.502 0.504 0.502 0,504 Wien in D-" Oest. abfleft 59.16 59,28 59,17 59,29 Prag • ■ . . 12,47 12.49 12,473 12,493 Äelirad . 7.411 7.425 7,409 7.423 Budapest. . 73,41 73.55 73.43 73,57 9?tu arten . 5.044 3.050 3,042 3.048 Lissabon . 18.87 18,91 18,87 18.91 Tanzig. . 81.76 81,92 81.77 81.93 Kann nttn. 2.065 2,069 2.067 2.071 Athen. . 5,455 5,465 5,46 5.47 Canada 4.181 5,139 4,181 4,189 Uruinat). Cairo . . 4,076 4,084 4.076 4.084 20,975 21,025 20,975 21.015 V/i — * —- . 8 119 122,25 122,75 122,25 10 — 152 150 . 8 — 113,75 114,5 113,75 10 125,5 126,5 125,5 10 — — 129 — 13 — 214,5 216.25 215,5 11 186,5 186,5 186,75 186.5 12 256,25 258 256,5 10 161 •— 161,75 160,75 10 152,25 — 152 151,5 10 . v 157,5 157,75 158 157,5 • 8 12 295 w 300,4 296.5 Berlin, 2- Mai Geld Bricr Amertkaniicoe Noten..... 4.226 4.246 Belgisch« Noten........ 58,38 58.62 Dänische Noten........ 112,08 112,52 Englischc Noirn........ 20.43 20.51