Nr. 282 Erstes Blatt 179. Jahrgang Montag, 2. Dezember 1929 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen druck und Verlag: vrühl'sche UmoerfitStr-vuch- und Steindruckerei K Lange in Siehrn. Schriftlcitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filier, sämtlich in Bietzen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Bietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle aiomt$:Be$ug$prets: 2.20 Reichsmark und 30 Oieichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliisse nnterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: $ranlfurt am Main 11686. Die zweite Besatzungzone geräumt. (Äamsiagvormiiiag 11.15 ühr wurde auf dem Ehrenbrei'istein in Anwesenheit der Rheinlandkommission, des Oberkommissars Tirard, des kommandierenden Generals Thevenin, und des Chefs der Rheinarmee Guillaumat sowie der restlichen Besatzungstruppen unter den Klängen der Marseillaise die Trikolore eingezogen. Die Truppen wurden aus dem Mosel-Güterbahnhof verladen. 12.55 Uhr setzte sich der Truppentransport in Richtung Metz in Bewegung. Die Vesreiungsseier in Koblenz. Um Mitternacht am Tcutschcn Eck. Koblenz. 1. Dvz. Das Deutsche C cl ist Zeuge vieler froher, nach dem Weltkriege aber auch trüber Stunden des deutschen Dolles gerne,en; aber noch nie hat es um sich eine so zahlreiche und innerlich so bewegte Menge versammelt gesehen wie in der heutigen De- freiungs stunde der zweiten Zone. Obgleich die Feier erst um Mitternacht ihren Anfang nimmt, sind doch die Ufer schon von 10 Uhr abends an dicht beseht, aber alles vollzieht sich in einer würdigen Ruhe, nirgends wird lärmende Lustigkeit laut. Als um Mitternacht das Abfeuern einer Signalrakete aus dem Iteucn- dorfufer sowie das große Aufleuchten an Rhein und Mosel, still begleitet von dem feierlichen Geläut sämtlicher Glocken, den Beginn der Be- frciungsstundc verkündet, da entblößen sich die Häupter. Lautlose Stille tritt ein, und in tiefem Schweigen wandern die Gedanken der Dersam- melten noch einmal in Die schwere Zeit des Krieges zurück und in die nach ihm folgenden Jahre der Besatzung. Wuchtig und eindrucksvoll wie ei Dantgebet klingt dann die erste Strophe des Liedes: „Großer Gott, wir loben dich!" zum nächtlichen Himmel empor. Oberbürgermeister Dr. Russell gedenkt dann der Tatsache, daß Koblenz zwar heute seine Freiheit wieder erhalten hat, daß aber die Brüder vom Ober* rhein, non Mosel und Saar immer noch nicht in die Einheit des freien deutschen Baler- landes zurüclgekehrt find Auch der vielen Opfer dieser bösen Zeit an Leib und Leben, Gut und Ehre gedenkt er. Während er diese Worte spricht, geht nach elf Jahren zum ersten Male wieder, die deutsche Reichsflagge auf Ehren* b r e i t st e i n in die Höhe Freudig stimmt die Menge die erste Strophe des Deutschlandliedes an. Dann spricht Reichsminister Or. v. Guerard: „jeftfeuer spiegeln sich nach alter deutscher Sitte im vaterländischen Strom. Die Glocken läuten und droben auf dem alten Wahrzeichen des Zusammenflusses von Rhein und Mosel ist gestiegen des Reiches Symbol, der deutschen Republik Standarte, droben wo mir einst, Schmerz im Herzen, steigen sahen fremde Fahnen, das Sternenbanner, dann die Trikolore, weht die deutsche Fahne als Zeichen der Befreiung von fremder Besä t; u n g. Niemals ist die unlösliche nationale Verbundenheit des rheinischen Volkes mit dem großen deutschen Vaterland so erhebend in die Erscheinung getreten wie in den schwersten Stunden einer hinter uns liegenden Vergangenheit; an diesem Ort gedenke ich des W e g b c r e i t c r s d e n t s ch e r F r e^i h c i t, dessen mutige Tat die Beendigung Des verlorenen Ruhrkampfes war, G u st a v S t r e s e m a n n. Rhei nische Treue hat nie gewankt, rheinische Kraft hat nie versagt. Mit dieser Tatsache mußte sich auch die Politik unserer ehemaligen Gegner absinden; die namentlich in der Separatistenzeit wachgewordenen Träume von der Loslösung rheinischen Gebietes vorn deut schen Mutterland wurden still. Für uns ist heute Die Stunde der Freude gekommen. Mir ist es eine mich tief bewegende innere Genugtuung, daß ich Ihnen hier den Dank der deutschen Regierung und damit den des deutschen Volkes aus- jprechen darf für ihre vaterländische Haltung, für ihre nie wankende deutsche Treue, für ihre opfervolle Pflichterfüllung für die gesamte deutsche Nation. Der Glaube an des ungeteilten Deutschlands Zukunft wurzelt in unserer aller Herzen. Für dieses Deutschland zu wirken in Freiheit ist unsere stolze Aufgabe. Beethovens „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre", Dorgetragen von über 700 Mitgliedern des Mittelrheinischen Sängerbundes schloß die würdig verlaufene Feier. Langsam nur löste sich die gewaltige Menge auf. Einige Tausend versammelten sich nochmals bei einem patriotischen Volkskonzert im Großen Saale der Stadthalle. Der Festakt am Sonntag. Rach der eindrucksvollen Feier am Deutschen Eck war der Sonntag Dem Dank an Diejenigen gewidmet, die zur Mcbertoinöung Der schweren Jahre Der Besetzung in erster Linie beigetragen haben. Die Dankgottesdienste, die in Den Kirchen aller Konfessionen am frühen Morgen stattfanden, erfreuten sich eines guten Besuchs, ebenso die auf allen öffentlichen Plätzen veranstalteten musikalischen Darbietungen. Besonders eindrucksvoll verlies der F e st a k t im großen Saal der Etadthalle. Oberbürgermeister Dr. Russell umriß noch einmal d i e Leidenszeit. die Koblenz in Den vergangenen elf Jahren durchgemacht hat, gab aber ebenso Der festen Zuversicht Ausdruck, daß das getreue Zusammenstehen aller Bevolkerungskreise Den früheren Wohlstand Der Stadt wieder begründen werde. Lebhaften Beifall sand die Derlei- hung des Ehrenbürgerrechts der Stadt Koblenz an den verdienten Oberpräsidenten Der Dheinprovinz, Dr. Fuchs. Kultusminister Dr. Becker, Der ©ruß und Glückwünsche Der Reichsregierung und Der preußischem Staatsregierung überbrachte, führte aus: Bei aller berechtigten FreuDe über das Erreichte sollten wir Die realen Tatbestände unserer vaterländischen Rot nie aus dem Auge verlieren. Das Haus der deutschen Freiheit wird nur langsam wieder errichtet. Aber unser Freiheitsbau wird schon sichtbar. Das Ende der zweiten Bauperiode feiern wir heute. Der Geist der Zusammengehörigkeit muß immer stärker unser öffentliches Leben durchdringen; Dann braucht uns um das Haus Der Freiheit nicht bange zu fein. Aber das Haus will erbaut sein. Richt Worte, sondern Arbeit, vor allem an uns selber. Wie im Zeitalter tiefer deutscher Rot vor hundert Jahren aus dem Geiste unserer großen Dichter und Patrioten das deutsche Rationalbewußtsein erwuchs, das den Rationalstaat erst möglich machte, erwächst in der Zeit unserer Rot das Bild der neuen deutschen Menschen in einer neuen geistigen Gemeinschaft. Richt bra- marbasierend, nicht kritisierend, nicht verzweifelnd, sondern arbeitend und Lei st un gen schaffend vom Einzelmenschen aus. Das ist es, was Dem Ausland imponiert und was uns Den uns gebührenden Platz in Der Welt zurückgeben wird. Ich grüße alle Mitarbeiter an diesem herrlichen Werk, ich grüße Koblenz, ich begrüße Die befreite Zone, ich grüße das ganze Deutschland! Am Rachmittag kam es zu einer Fülle von Veranstaltungen, in Denen überall Die Freude über die Befreiung der Stadt sichtbar wurde. Einen würdigen Abschluß der ganzen Feier bildete am Abend eine Festvorstellung im Koblenzer Stadktheater. in der .W i l h e l in Teil" aufgeführt wurde. Die Räumung Aachens. Aachen, 30. Rov. (WB.) Heute vormittag kurz nach 10,30 Uhr wurde öie belgi^che Fahne, die feit elf Jahren auf dem Turm des Hauptquartiers wehte, e j n g e h o 11. Die Truppen hatten vor Dem Gebäude im Carre Parade- aufftcllung genommen. Rachdnn der General die Front abgeschritten hatte, spielte die 'Kapelle Die Braban^onne, bei deren Klängen die Fahne langsam sank. In den angrenzenden Straßen hatte sich eine nach Tausenden zählende Menschenmenge eingesundcn, Die der Einholung des belgischen Hoheitszeichens mit begreiflicher Spannung folgte. Die Truppen wurden mit Der Dahn nach Ramur bcförDcrt. Rach dem Abzug Der Belgier ist Die ganze Stadt ohne Anterschied Der Stände und Klassen von großer Freude erfüllt. Auf dem Hauptplah sprechen sich Die Leute über tausend Erlebnisse aus Der Besahungszeit aus. Dom Rathausturm gibt ein Lautsprecher die Ereignisse bekannt und füllt die Pausen mit Musik aus. Die Stadt ist ein Fahnenmeer. Ueberall ist Schwarz-Rot-Gold, Schwarz-Weiß-Rot, das preußische Schwarz-Weiß und das Schwarz-Rot der Stadt Aachen geflaggt. Lieber Der Stadt kreuzen Flugzeuge mit deutschen Wimpeln. Am Abend leitete ein Fackelzug durch die Stadt die festliche Befreiungsstunde ein. Mit Dem Glockenschlag 12 Uhr erhoben alle Glocken der Stadt die Stimme, um die Stunde der Freiheit einzuläuten. Bor Dem Rathausplotz ffanD Die Aachener Bevölkerung Kopf an Kopf, Fackeln in der Hand. Oberbürgermeister R o m b a ch gedachte der Opfer Der No- uembertage 1923, an denen gegen verräterische Gewaltherrschaft, die die Trennung vom Rhein und Reich anstrebte, das Volk aufstand und den Sepa- ratislenspuk hinwegfegte. Aachen ist frei! Elf Jahre Der Fremdherrschaft haben ihr Ende gefunden. Wir trugen es in Trauer und Treue. Nun sind diese Jahre versunken und höher schlagen die Herzen aller. Mit Wehmut grüßen wir jene deutschen Brüder und Schwestern am Rhein und an der Saar, Die noch weiterhin dem Druck der Fremdherrschaft ausgesetzt sind. Mit ihnen bleiben wir in engster Schicksalsgemeinschaft verbunden. In Trauer und Treue gedenken wir auch der Volksgenossen, die ein st mit unserem Bezirk politisch und wirtschaftlich verbunden waren und heute von uns getrennt sind. Wir kennen die Gefühle, Die in dieser Stunde ihre Herzen durchzittern. Wir wissen, welche Hoffnung diese Mitternacht auch heute in ihnen weckt, und wir glauben mit ihnen an die Macht Des Rechts, das immer noch als siegreich sich erwiesen. Aachen ist frei. Wir wollen in dieser Stunde das Gefühl der Einigkeit in uns stärken und fe fügen. Durch ernste gemeinsame Arbeit am Volk, vor allem an unserer Jugend, wollen wir den Geist Der Einigkeit zurückgewinnen, Der des Deutschen Reiches ruhmvolle Geschichte geschrieben hat. — Nach dem Oberbürgermeister sprachen noch Der Reichsminister Dr. Wirth und der preußische Wohlfahrtsminister H i r 1f i c = ser zu der Menge, Die am Schluß der Feier begeistert das Deutschlandlied fang. , Eine Kundgebung des Öber- präsidenten. Koblenz, 30. Rov. (WTB.) Der Ober- Präsident Der Rheinp rovinz Dr. Fuchs hat aus Anlaß Der Befreiung der zweiten Zone folgende Kundgebung erlassen: Die zweite Besahungszone ist geräumt. In Der Rächt vom 30. Rovember zum 1. Dezember werden zwei Millionen Deutsche die Freiheit wieder erlangen. Dom Ehrenbreitstein und Dem Dienstgebäude des Ober- Präsidenten, das mehr als 10 Jahre Der Rhein- lanöfommiffion als ilnterhmft gedient hat, wird wieder die deutsche Flagge wehen. In dieser Stunde gedenken wir zunächst Der Brüder und Schwestern, dieinder Dritten Zone des besetzten Gebiets und Der Saar weiterst i n für Doll u n D TJatcrlanD fremde Macht z u Ertragen haben. Ihnen gilt unser herzlicher Gruß. Wir fühlen uns mit ihrem Schicksal nach wie vor innig verbunden. Wir hoffen zuversichtlich. Daß auch ihnen recht balD die Stunde der Freiheit schlägt. Mit offenen Armen werden wir die Getreuen von der Saar im Vaterhause empfangen. Linser Dank gilt heute der Rcichsregierung, deren wcitfchauende Politik die Grundlage für die vorzeitige Räumung gelegt hat. Dankbar gedenken wir Der Fürsorge, Die Reich und Staat unserer Heimat in schwerster Zeit haben zuteil werden lassen. In gläubiger Zuversicht blicken wir auch weiterhin zu ihnen, Die auch in Zukunft treue H ü - ter unserer Belange fein tocrDcn. Es wird noch durchgreifender Maßnahmen bedürfen, um die von der Besetzung betroffenen Gebiete entwicklungsfähig zu gestalten. Dec Bevölkerung des nunmehr befreiten Gebiets spreche ich aufrichtigen Dank und wärmste Anerkennung aus für Die würdige Haltung, Die sie in langen Jahren Der Besetzung gezeigt hat. Dank Der Einsicht aller Beteiligten hat sich auch Die Räumung Der zweiten Zone ohne jeden Zwischenfall vollzogen. Liniere Opfer find nicht vergebens gewesen. Heute sehen wir die dunkelste Strecke des einst endlos scheinenden Weges hinter uns. In dieser großen Schicksals- stunde geloben wir, auch weiterhin treu zurRegierung und Volksvertretung zu stehen, sie in ihrer aus restlose Räumung und Rückgabe des Saargebie- t e s gerichteten Politik nachdrücklichst zu unterstützen. Rur aus freiem deutschen D o - den können Frieden und Wohlfahrt gedeihen Hindenburg an das befreite Gebiet. Koblenz, 30. Rov. Der Obcrpräfibent der Rheinprovinz sandte heule nachmittag folgendes Telegramm an Den Herrn Reichspräfiden- t e n: „Berichte gehorsamst, französische Flagge vom Ehrenbreitsiein um 11,15 niedergehott. Letzte Truppen nicken ab. Zweite Zone frei. Oberpräfident Auch s." Der Herr Reichspräsident erwiderte dem Oberpräsidenten mit folgendem Telegramm: „3n der Stunde, da die Räumung der zweiten Zone beendet und diesem Gebiet die Freiheit wieder- gegeben ist, gedenke ich in Dankbarkeit der treuen rheinischen Bevölkerung. Sie hat in den elf Jahren fremder Besatzung schweres Schicksal erduldet, aber die Treue Zum Baterlanbe in harten Tagen erprobt Das soll ihr unvergessen bleiben! Allen denen, die im filange der Freiheilsglocken sich heule zur Erneuerung ihres Bekenntnisses zum Baterlanbe in dem nun befreiten rheinischen Gebiet versammeln, entbiete ich in enger Berbunbenheit herzlichste Grüße. Ich verknüpfe bamit bie Hoffnung, baß auch bem noch besetzten Teil deutschen Canbes "halb bie Stunbe ber Fre ih ei t schlagen möge. v- Hindenburg, Reichspräsident." Der Gruß des Reichskanzlers. Berlin. 30. Rov. (WTB.) Der Reichskanzler hat aus Anlaß Der Befreiung Der zweiten Zone Des besetzten Gebietes an Den Oberpräsi- Denten Der Rheinprovinz Das nachstehenDe Telegramm gerichtet. „Am heutigen Tage hat Die frcmDe Besatzung Die zweite Zone Des besetzten Gebietes verlassen. Die Fahne schwarz-rot-gold weht wieder über unabhängigem deutschen Lande. Als freie Deutsche tonnen uns unsere Brüder wieder Die Hand reichen. In diesem feierlichen Augenblick deutscher Geschichte ist es Der Reichsregierung eine Herzenssache, allen Unseren Volksgenossen Des jetzt befreiten Gebietes Die innigsten und freudig st en Grüße zu entbieten. Sie verbindet Damit Öen Dank des ganzen Deutschlands für Die Charakterstärke und nationale Würde, mit der die Bewohner der zweiten Zone alles Schwere Der vergangenen Jahre getragen haben" Hessens Glückwunsch. Darmstadt, 30. Rov. Staatspräsident D r. Adelung hat an Den Obervräsi- denten Dr. Fuchs in Koblenz folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet: „An Dem Tage, der Der zweiten Besatzungszone Die Freiheit bringt. geDcntt Das HessenlanD mit herzlichen Glückwünschen Der befreiten Gebiete. Stark und lebendig ist Der Anteil. Öen Hessen an Dem Ereignis nimmt, Denn die Räumung der zweiten Zone bringt uns Der Stunde näher, an Der mit der endgültigen Räumung der deutschen Westgebiete der besetzte Teil Deutschlands von besonders schweren Besatzungslasten befreit wird. Mögen die Gebiete am Rhein einer glückhaften Zukunst entgegengeben. gcz Adelung, Staatspräsident." Die Ebbe Der Reichskaffe. Neuer 2VV-Millionen-Kredit Hilferdings. B e r l i n , 1. Dez. (Priv.-Tel.) Die Verzögerungen in Der Erledigung Der parationsfragc wirken sich leibcr jetzt auch insofern recht empfindlich auf die Neichskasse aus, als Der Reichsfinanzminister nunmehr gezwungen ist, entgegen Der ursprünglichen Dispositionen an Stelle Der Zahlungen Nach dem Uoungplan solche n n d) bem Dames plan vorzunehmen. Aus diesem Grunde erfährt Die Reichskasse naturgemäß eine außerordent lid) starke BeIastung, Die um so empfindlicher stt, als die Möglichkeiten, durch Ausnahme neuer Schatzwechsel sich auszuhelfen, erschöpft sind, und außerdem Der seinerzeitige Schatzwechselkredit nunmehr abgelöft werden muß. Reichsfinanzminister Dr. Hilferding hat sich deshalb, wie wir erfahren, gezwungen gesehen, erneut mit den Banken in Verhandlungen einzutreten, die bereits zu einem Abschluß gekommen sein sollen. Ucbcr die Höhe dieses Kredites, der wiederum Öen Namen Ueber - brürfungsfreöit führt, mirö zwar noch Still schweigen bewahrt, Doch gehl man in Der Annahme kaum fehl, daß cs sich auch Diesmal wieder um etwa 200 Millionen handelt, da bei der Ueberrechnung Der Ultimonnfprüdje an Die Reichs lasse ein Betrag von ungefähr dieser Höhe ßeraus- kammt, der eben noch aufgebracht werden muß. Damit sollen, wie wir hören. Die Schwierigkeiten für die Reichskasse behoben sein, vorausgesetzt. Daß die Finanzreform endlich zur Durchführung gc langt. Dos deutsch-schwedische Handelsabkommen. Berlin, 30. Rov. lWTB.l Ein neues Han- delsabkommen mit Schweden ist heute unterzeichnet worden. Rach dem neuen Abkommen fällt die Bindung der Getreide zolle völlig fort, ebenso die Bindung des Zolles für Schweine, Schweinefleisch und an- ? ercs frisches Fleisch. Der Zoll auf lebendes Rindvieh wird allgemein auf 24.50 Ml erhöht, Schweden jedoch ein Kontingent von 5000 bis 700? Stück Rindvieh jährlich zum bis. herigen Zollsatz von 16 Mk. b claffen. Sonstige Erleichterungen für die schwedische Landwirt- schast find vorgesehen. Im übrigen bleiben die Vereinbarungen des Handelsvertrages vom 14. Mai 1926 bestehen. Reue Vereinbarungen über industrielle Zölle sind nicht getroffen worden. Das Abkommen muß sowohl bom Deutschen wie vom Schwedischen Reichstag angenommen werden. Da der Schwedische Reichstag erst im Laufe des Januar zusam- mentritt, ist mit Der Inkraftsetzung des Abkommens nicht vor Februar 1930 w rechnen. Oer Reichstag lehnt mit 318 gegen 82 Stimmen das Freiheitsgesetz ab. Schluß der Debatte. Don unserer Berliner Redaktion. Es wäre wirklich nicht nötig gewesen, daß der Reichstag mit der zweiten Lesung des „Freiheitsgesetzes" noch einen ganzen Tag vertrödelte. Was zu sagen war, ist eigentlich in den letzten Monaten so ausgiebig gesagt worden, daß keinerlei neue Nuancen mehr zu gewinnen sind. Notwendig war nur noch die Abstimmung. Statt dessen hat man noch fast sechs Stunden geredet, ohne Ziel und Zweck. Interessant war höchstens die Schärfe, mit der Herr v. Kardorff seine Volkspartei gegen den Innenminister Severing distanzierte. Es wirkte doch wie eine kleine Sensation, als er schmucklos erklärte, der Minister habe durch seine Methoden in der Bekämpfung des Volksbegehrens die für die Deutsche Volkspartei tragbare Grenze überschritten. Was Herr Severing zur Erwiderung sagen konnte, war schwach. Auch in der Abwehr gegen die Deutsch- nationalen gab er sich manche Blöße. Bei der 2l b - st i m m u n g konnte die Minderheit im besten Falle 99 Stimmen zusammenbringen. Sie hat n u r 8 2 geschafft und von diesen 82 wieder sind ihr 22 bei der Abstimmung über den §4 untreu geworden. Ein qualitativ sehr erheblicher Bruchteil der Deutsch- nationalen hat es abgelehnt, diesen Paragraphen vier zu decken. Es hat Mühe genug gekostet, Schlimmeres zu verhindern. Siebzehn Stunden hat die Deutsch- nationale Fraktion getagt, bis schließlich ein Kompromiß zustande kam, worin die Minderheit sich mit stillschweigender Ablehnung begnügte. Sie hatte ursprünglich mehr wollen, hatte eine Erklärung mit Namensunterschriften herausgeben wollen, verlor aber die Nerven, als Hugenberg daraufhin mit dem sofortigen Bruch drohte. Dabei bleibt aber doch fraglich, ob der Riß nun gekittet ist. Die christlichen Arbeiter sind trotzdem mit einer Erklärung hervorgetreten. Hugenberg hat sofort den Parteivorstand zusammengetrommelt und man wird nun gespannt sein dürfen, was hier beschlossen werden wird. Sitzungsbericht. Berlin. 30. Rov. (DDZ.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des aus dem Bolksbegehren hervorgegangenen „Freiheitsgesetzes". Abg. Frau Lehmann (On.) erklärt: Seit dem Abschluß des Vertrages von Versailles habe noch kein politisches Thema solche Anteilnahme des Volkes hervorgerufen wie dies Volksbegehren. Zahlenmäßig sei der ganze Umfang der Bewegung noch nicht zu erfassen: man stehe erst am Anfang der Bewegung. Die Kriegsschuldfrage werde leider unterschätzt. Sie bilde die Grundlage der ganzen Der- sklavung des deutschen Volkes. 3n den Schulen sollte ein Versailler Katechismus zur Einführung kommen, der die Schüler über die Grausamkeiten des Versailler Diktats aufklärt. 3n diesem Jahre, bei der zehnjährigen Wiederkehr des Diktats von Versailles, haben wir schmerzlich eine Kundgebung der Regierung gegen die Kriegsschuldlüge vermißt. — Abg. Hugenberg (dn.), der am Schluß der Rede der deutslch- nationalen Rednerin den Saal betritt, wird von der Linken mit lauten „Ah!"-Rufen und mit Lachen begrüßt. Abg. Irhr. v. Kardorff (OVp): Ich habe das Gefühl, daß das Dol s e Zehren sich in eruier Linie gerichtet hat gegen unseren verewigten Führer Dr. Stresemann, in zweiter Linie gegen die Deutsche Volkspartei. Wir sind grundsätzlich Gegner des Volksbegehrens in außenpolitischen Fragen. Wir halten Ihre (nach rechts) Aktion für ein Spiel m i t dem Feuer. Was würden Sie dazu sagen, wenn Volksbegehren eingeleitet werden über die Streichung hoher Offizierspensionen oder über die Konfiskation aller Vermögen über 50 000 Mark? Wir hatten erwartet, daß der Abg. Hugenberg selbst das Wort nehmen würde. Seine Zeitungen haben ihn doch mit Bismarck verglichen. (Gelächter.) Bismarck war kein guter Redner, aber er redete doch, weil er dem Parlament immer etwas zu sagen hatte. Die Männer des Volksbegehrens mußten von vornherein wissen, daß sie damit eine Mehrheit nicht erzielen konnten. Dieses Volksbegehren diente nur dem Zwecke der Verwirrung und Verhetzung. Es hat die Parteien und die Regierung in eine schiefe Lage gebracht. (Abg. Stöhr (R.-S.): Das wollten wir ja gerade!) Wir waren gezwungen, das Volksbegehren zu bekämpfen und dadurch konnte im Ausland der falsche Eindruck erweckt werden, als wenn wir es nicht abwarten könnten, den Poung-Plan anzunehmen. Wir kennen die vielen Mängel des Poung-Planes, aber wir wissen auch, daß er immer noch Erleichterungen bringt gegenüber dem Dawes-Plan, der nur mit Hilfe der Deutsch- nationalen angenommen werden konnte. Es ist durchaus gerechtfertigt, daß auch spätere Generationen einen Teil mittragen von den unerhörten Kriegslasten, die der heutigen Generation auferlegt worden sind. (Lärm bei den Rationalsozialisten.) Dr. Hugenberg hat es durch seine Aktion unmöglich gemacht, daß sich in den nächsten Jahren eine bürgerliche Einheitsfront gegen den Marxismus bilden kann. Meine Herren Sozialdemokraten, Sie sind schon die stärkste Partei und werden weiter wachsen. Wenn Sie nur eine Spur von Dankbarkeitsgefühl haben, bann müßten Sie sammeln, um Ihrem wirksamsten Förderer Dr. Hugenberg ein Denkmal zu sehen. (Große Heiterkeit.) Sollten Sie bei der Denkmalsweihe wegen des Festredners in Verlegenheit sein, so stelle ich mich gern zur Verfügung. (Erneute große Heiterkeit.) Auf der anderen Seite können wir nicht verschweigen, daß die Regierung mit ihrer Methode des Kampfes gegen das Volksbegehren das Gegenteil des gewollten Zweckes erreicht hat. 3m vollen Bewuytsein meiner Verantwortung muß ich erklären, daß die Volkspartei sich ein Vorgehen gegen die Beamten, wie es diesmal geübt wurde, nicht noch einmal gefallen lassen kann. Wir begrüßen die frühe Ansehung des Termins für den Volksentscheid, denn es muß mit dieser Dolksverhehung und Volksvergiftung Schluß gemacht werden. Reichsinnenminister Severing: Die ganze Aktion des Volksbegehrens diente nicht außenpolitischen Zwecken, sondern sie war gerichtet gegen das demokratische System, gegen die Weimarer Verfassung. Von dem Größenwahn der Rationalsozialisten wurden bald auch die De'.'tschnationalen angesteckt. In der Agitation für das Volksbegehren und in 8 4 des Volksbegehrens selbst werden die Minister, die Parlamentsbeschlüsse aussühren, als „Landesverräter" gebrandmarkt und mit Zuchthaus bedroht. Wenn man verlangt, daß die so „Gebrand- merkten" sich eine solche Beschimpfung durch ihre Beamten gefallen lassen, so heißt das, von ihnen eine zu große Dosis Selbstverleugnung und Lammesgeduld verlangen. Rein, ich kann nur an der Erklärung festhalten, daß die Beamten, die ausdrücklich sich mit dem Inhalt des § 4 identifizieren, im Dienste der Republik keinen Platz haben sollen. (Händeklatschen bei den Sozialdemokraten und Demokraten./Das ist eine grundsätzliche Auffassung. Ich habe mich in der praktischen Betätigung zurückgehaltcn, aber es kann der Frömmste nicht im Frieden leben, werm es dem bösen Rachbarn nicht gefällt. (Abg. Stöhr, R.-S.: „Kleiner Schäker!" — Heiterkeit.) Durch parlamentarische Anfragen von rechts wurde ich gezwungen, meinen Standpunkt öffentlich zu betonen. Herr Hugenberg hat weder im Reichstag noch im Rundfunk über das Volksbegehren gesprochen. Er übt sein Amt des Generalschah- meisters seiner Partei und Bewegung aus nach dem Leitwort: „Und willst du nicht.mein Bruder sein, so stelle ich die Zahlung ein." Schon in der ersten Sitzung seines Ausschusses für das Volksbegehren hatte Dr. Hugenberg in Tönen persönlicher Verhetzung gegen die Regierung gesprochen, und diese hetzerische Tonart verstärkte sich immer mehr in den Kundgebungen des Stahlhelmführers Seldte und der Rationalsozialisten. Am 22. Dezember, am Tage des Volksentscheides, sollte jeder zu Hause bleiben und so mit Herrn Hugenberg abrechnen. Wer aber durch Terror gezwungen wird, an der Abstimmung teilzunehmen, der mache durch einen Strich durch den Stimmzettel zugleich einen Strich durch die Rechnung des Herrn Hugenberg. Abg. ör. Breitscheid (Goz.) erklärt, die DeutscAnationalen hätten kein Recht, sich über Terror gegen die Beamten zu beklagen, beim sie seien Rachfahren jener alten Konservativen, die ben Terror gegen wirtschaftlich Abhängige zum politischen Prinzip erhoben hätten. Roch heute werde in Pommern und anderen agrarischen Gebieten politischer Terror von den Deutschnationalen getrieben. Beim Volksbegehren sei das deutlich in Erscheinung getreten. Die sogenannte nationale Opposition will in Wirtlichkeit nur ben Kamps gegen Republik unb Demokratie. Die These von ber Alleinschulb Deutschlanbs am Weltkrieg ist von uns immer mit größter Entschiedenheit bekämpft worden. Es ist aber einfach nicht wahr, daß die deutsche Reparationsbelastung mit der Kriegsschuldthese begründet sei unb daß wir ohne biese These nichts zu zahlen hätten. Wenn heute am R h e i n Befreiungsfeiern stattfinden können, so verdanken wir bas der Außenpolitik, die im Hugenbergschen Volksbegehren als lanbes- verräterisch bezeichnet wird. Wir sind stolz darauf, bah wir gemeinsam mit Stresemann biese Politik getrieben haben. Diejenigen beutschnationalen Abgeordneten, die 1924 für ben Dawes-Plan gestimmt haben, werden uns erklären müssen, warum sie heute etwas als landesverräterisch verfolgen wellen, was sie damals selbst getan haben. Abg. Graf zu Reveritlorv (A.-S.) erinnert an das Ergebnis ber letzten Kommunalwahlen, bie bewiesen hätten, bah bie Rational,ozialisten im stärksten Fortschritt begriffen seien. Wir Rationalsozialisten empfinden Hochachtung für die Person des Reichspräsidenten. (Rufe links: „Davon merkt man aber nicht viel!') Aber wir bedauern, daß der Reichspräsident politisch von der Reichsregierung und seiner Umgebung in der ungeheuerlichsten Weise dauernd mißbraucht wird. (Unruhe. — Vizepräsident Dr. v. Kardorff bittet den Redner, die Person des Reichspräsidenten möglichst aus der Debatte herauszulassen.) Das Schlimmste sei, daß man hinsichtlich des § 4 des Volksbegehrens den Reichspräsidenten veranlaßte, eine ihm suggerierte Meinung zu bekunden, die seiner ganzen Vergangenheit nach niemals seine eigene sein konnte. So lange die jetzigen Machthaber regierten, kämen wir aus dem Zustande des permanenten Landesverrates überhaupt nicht heraus. (Beifall bet den Rationalsozialisten.) Abg. Ehlermann (Dem ): Die Vertreter Hugenbergs haben so gesprochen, als ob es sich um einen Rückzug handelte. Es ist ein eigenartiger Zufall, daß Hugenbergs Katastrophenpolitik an dem Tage verteidigt wird, an dem in der zweiten Zone Schwarzrotgold an Stelle ber Trikolore hochgeht. Die größte Schwächung der sog. „Volksbewegung" aber liegt in der Tatsache, daß der Mann, der seinen Namen für das Volksbegehren hergab, nicht ben Mut hatte, es vor dem Reichstage selbst zu vertreten. (Sehr wahr! links.) Vielleicht liegt das daran, daß, wie schon öffentlich behauptet wurde, Hugenberg politisch nicht mehr ernst zu nehmen ist. Abg. Everling (On.) meint, die scharfe Kritik der Gegner an Hugenberg beweise nur bie große Bedeutung Hugenbergs. Bei den Kritikern bestehe der stille Wunsch nach einer Diktatur Severings. Beim Volksbegehren habe sich dieses System dekouvriert als das alte System des 9. November, als das System ber Lüge unb des Terrors. Hugenberg habe dagegen ein weitschauendes staatsmännisches Programm. Der amtliche Terror hat das Ergebnis des Volksbegehrens verfälscht. Ohne diesen Terror wären sechs Millionen Eintragungen mehr erfolgt. (Gelächter links.) Die amtliche Agitation der Minister war ein Mißbrauch ihres Amtes. Unter großer Unruhe führt der Redner dann zahlreiche Fälle an, in denen nach feiner Ansicht die Wähler durch unzulässige Maßnahmen von der Einzeichnung abgehalten worden seien. Ein Gemeindevorsteher habe beispielsweise den Bauern, die sich einzeichnen wollten, gesagt: „Ihr seid ja blödsinnig." (Große Heiterkeit.) Oie Abstimmung ergibt bie Ablehnung des §1 (Zurückweisung des Kriegsschuldenanerkenntnisses) mit 318 gegen 82 Stimmen der Deutschnationalen, Rationalsozialisten unb Christlich-Rationalen Dauern- und Landvolkpartei bei vier Stimmenthaltungen. § 2 (Aufhebung der Artikel 231, 429 und 430 des Persailler Vertrages) wird in einfacher Abstimmung gegen bie Deutschnationalen, Christlich- Rationale Bauernpartei unb Rationalsozialisten abgelehnt. § 3 (Ablehnung des TZoung-Planes) wird in namentlicher Abstimmung mit 312 gegen 80 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen abgelehnt. § 4, ber bie Lanbesverrats-Strafandrohung enthält, wirb in namentlicher Abstimmung m i t 312 gegen 60 (Stimmen ab gelehnt. (Bewegung.) Der letzte § 5, ber von ber Inkraftsetzung ber Vorlage spricht, wirb in einfacher Abstimmung abgelehnt. Die namentliche Abstimmung über Einleitung unb Lieberschrift ergibt die Ablehnung mit 307 gegen 78 Stimmen bei vier Enthaltungen. Präsident Lobe: Da sämtliche Teile abgelehnt sind, ist das Gesetz in der zweiten Lesung erledigt. Ich reiche es der Regierung zurück, damit sie die Volksabstimmung darüber vomimmt. Hierauf werden auch die Anträge der Deutsch- nationalen und Rationalsozialisten auf Aen de - rung des Termins für den Volksentscheid abgelehnt. Es bleibt also ber 22. Dezember als Termin bestehen. Oie Beteiligung an den Abstimmungen. Berlin 30. Rov. (VDZ.) Rach den Ab- stirnmungslisten des Reichstages haben bei der Abstimmung zu Paragraph 1 des Volksbegehren- gesetzes folgende neun deutschnationale Abgeordnete gefehlt, bie aller- bings zum größten Teil wegen Krankheit ober aus anderen Gründen entschuldigt waren: Bachmann, Dr. Bazille, Dr. Hahlacher, Dr. Klönne, Dr. Philipp, Dr. Reichert, Schmidt (Stettin), Vogt (Württemberg) unb Walraff. Bei ber Abstimmung über ben Paragraph 4 (Zuchthausparagraph) fehlten außer ben Genannten noch folgende vierzehn deutschnationole Abgeordnete: Fromm, Hartwig, Dr. Hoehsch, Hülser, von Keu- dell Lambach, Dr. Lejeune, Jung, v. Lindeiner- Wildau, Mentzel, Mönle, Dr. Rademacher, Schiele, Schlange-Schöningen und Treviranus. Von ben Nationalsozialisten fehlten bie Abgeordneten Dreher, Feder-Sachsen, (Stra- fcer Wagner, Göhring. Von der Christlich-Rationalen Bauernpartei fehlten die beiden Abgeordneten Julier unb Dr. Wendhausen. Der Stimme enthalten haben sich zwei Deutsch-Hannoveraner Artclt unb Meyer-Hannover, ferner zwei Volksrechtler. Dr. Best unb Dr. Lobe. An ber Abstimmung über Paragraph 4 beteiligte sich fein Qlbgeorbneter ber Christlich-Rationalen Bauernpartei. Die Deutsch-Hannoveraner unb bie Mitglieder der Volksrechtpartei stimmten gegen ben Paragraphen 4. Oie Durchführung des Volksentscheids. EineBerordnungdesReichsinnenministers. Berlin, 30. Rov. (WB.) Amtlich. Rach- bem ber Reichstag in feiner heutigen Sitzung den Entwurf eines „Gesetzes gegen bie Versklavung bes Deutschen Volkes" ab gelehnt hat, hat ber Reichsminister bes Innern auf Beschluß ber Reichsregierung bie Verordnung zur Durchführung des Volksentscheides erlassen. Gegenstand des Volksentscheides ist die Frage, ob ber im Volksbegehren verlangte, vom Reichstag abgelehnte Gesetzentwurf Gesetz wer- ben soll. Die Abstimmung finbet am Sonntag, bem 2 2. Dezember, statt. Der (Stimm- zettet ist in gleicher Weise gestaltet wie beim Volksentscheib „Fürstenenteignung". Die Frist für bie Aus legung bet (Stimmlisten unb Stimmkarteien ist aus bie Zeit vom 8. bis 15. Dezember festgesetzt. Die Verordnung wirb im Reichsanzeiger vom 2. Dezember verkünbet. Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, nunmehr die Ausführungsbestimmungen zur Durchführung des Volksentscheides am 22. Dezember zu erlassen. Konflikt in der deutschnationalen Partei. Tie christlich-soziale Ncichsvcreiuigung mit Treviranus solidarisch. Berlin, 30. Rov. (VDZ.) Die deutschnatio- nalen Reichstagsabgeordneten Hartwig, Hüls' e r und Lamba ch veröffentlichen folgende Erklärung: „Die unterzeichneten Abgeordneten haben sich, in der Abstimmung zum § 4 des Volksbegehrensgesetzes auf Seiten des Ministers Schiele gestellt. Sie werden sich am Dienstag gelegentlich der Behandlung des Ausschluhantrages des Parteivorsitzenden gegen ihren Kollegen Treviranus in der Fraktion solidarisch an dessen Seite stellen: sie halten fruchtbare politische Arbeit nicht für möglich, wenn freimütige und sogar private politische Meinungsäußerungen unterdrückt werden sollen. Die Christlich-Soziale Reichsvereinigung hat eine Entschließung gefaßt, in der sie d^m Schritt der drei Abgeordneten zu - stimmt. Wie die deutschnationale Pressestelle mitteilt, hat aus Anlaß der Veröffentlichung der Wgeordneten Hartwig, Hülser und Lambach der Parteivorsihende den Vorstand der Deutsch- nationalen Dolkspartei auf Dienstag, 3. R o- vember, einberufen. Die Presse der Linken und der Mittelparteien spricht von einer deutschnationalen Parte i k t i s e, die, wie das „B. T." schreibt, vermutlich sehr bald zu einem offenen Konflikt führen werde. Die nationale Opposition, so sagt der „Vorwärts", ist nicht nur geschlagen. sondern auch zersprengt. Die „Germania" betont, daß sie ein wohlverstandenes Interesse daran habe, daß der weiteren Zersetzung unseres inner- politischen Lebens Einhalt geboten und die Front der staatspolitischen und verantwortungsbereiten Parteien gestärkt werde. In dieser Hinsicht habe die gestrige Abstimmung zwar keine Entscheidung, aber eine weitere nicht unwesentliche Klärung gebracht. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" weist darauf hin, daß die Demonstration gegen den gegenwärtigen deutschnationalen Kurs durch die bekanntesten Ramen der Deutschnationalen besonderes Gewicht erhalte. Die Vorgänge in der großen Rechtspartei dürften nicht leicht genommen werden. Sie fordern baldige Entschlüsse. — Die „Deutsche Tageszeitung" hebt hervor, daß der Streit bei den Deutschnationalen mit einem sachlichen und loyalen Ausgleich geendet habe. Indem die Minderheit sich mit der mildesten Form der Distanzierung gegenüber dem § 4 begnügte, habe sie für die Siärkung der Abwehrfront gegen den Voungplan ein Opfer gebracht, das nicht nur ein Beweis für die Einigkeit der Rechten in diesem großen nationalen Ziel bedeute, sondern sicher auch bei der Mehrheit richtig gewürdigt werde. — Die „Kreuzzeitung" bezeichnet es als zweifellos, daß alle deutsch nationalen Abgeordneten, wenn es zu einer Schlußabstimmung gekommen wäre, ihr Ja in die Waagschale geworfen haben würden. — Die „Deutsche Zeitung" bezeichnet das Verhalten der Minderheit in der Fraktion als im Wi de r - spruch mit dem in Kassel von der Gesamtpartei bekundeten Angriffsgeist stehend. Es sei vorauszusehen gewesen, daß der Höhepunkt des parlamentarischen Angriffs in der Fraktion gewisse Klärungen Hervorrufen würde. Oer Gklarekskandal. Neue Untersuchungen. Berlin, 30. Rov. (WTD.) 3m Zusammenhang mit der Angelegenheit Sklarek ist gegen einen beim Finanzamt Mitte tätigen Diplomkaufmann von der StaatsÜnwaltschaft ein Verfahren wegen passiver Bestechung und wegen Beihilfe zum Betrug eröffnet worden. Der Diplomkaufmann soll bei der Führung der Geheimbücher der Gebrüder Sklarek sowie bei der Ausarbeitung der Steuererklärungen mitgewirkt haben. Es ist bereits ermittelt, daß die drei Brüder auch der Steuerbehörde gegenüber sich Verfehlungen haben zuschulden kommen lassen. (Sie sollen z. B. für das Jahr 1928 nur einen Gesamtumsatz von 1,8 Millionen Mark angegeben haben, während i h r wirklicher Limsatz etwa dreimal so groß gewesen sein dürste. Der erwähnte Diplomkaufmann soll für seine Tätigkeit bei den Sklareks während einer Zeit von fast zwei 3ahren monatlich einen Betrag von rund 400 Mk. erhalten haben. Die Llntersuchung wird voraussichtlich auch noch auf Beamte des W o h - nungsamtes ausgedehnt werden müssen. Wie sich jetzt herausstellt, hat eine dem Angeschuldigten Leo Sklarek nahestehende junge Dame, ohne auf der Wohnungsliste zu stehen. . im Westen Berlins durch das Wohnungsamt eine Dreizimmerwohnung erhalten. Als sie auf den Protest zahlreicher Mieter hin diese Wohnung nach einiger Zeit wieder räumen muhte, erhielt sie eine andere Wohnung in der Giesebrecht-Strahe. Es soll nunmehr fest- gestellt werden, daß bei diesen beiden Wohnungszuweisungen unlautere Einflüsse am Werk gewesen sind. Oie Wetterlage. 5,05 0 £ 525 Aberdeen- <äei fPari 10- 5onntaa, I.Dezemb. 1929,8hmqs. Ulen ° < o o dagent ZSJIär —Int 32 ZS \VUT.Y Owoixenios. oneuer (I naib oedeciu. 9 woikiq. G otdtcxi • negea ¥ Schnee a (kaupeln. 5 Meoei R GfWitter.(§)WindstiHe.O «W ciente» Ost ^5 eiassige» Südsüdwest stürmischer »lordwesl Oie »teile fliegen mit dem winde. Pie oeiden Stationen stenenden Zahlen geben die Temperatur an. Pie Linien verbinden Orte mit gleichen «*i Meeresniveau umgerecboeien Luftdruck Wettervoraussage. Nachdem unter Darometeranstieg und Zufuhr etwas kühlerer ozeanischer Luftmassen sich die Wolkendecke aufgelöst und stellenweise Aufheiterung eingesetzt hat, ruft die Wetterlage den Eindruck einer Besserung hervor. Die Erscheinung ist aber nur von sehr kurzer Dauer, denn eine erneute kräftige Störung dringt äußerst rasch nach dem Festlande vor. Lieber den britischen 3i.seln, sowie über dem nordwestlichen Teid von Frankreich verursacht sie stürmisches Wetter mit verbreiteten Niederschlägen. Die Südseite wird auch uns abermaliges Schlechtwetter bringen. Die Luftbewegung nimmt zeitweise dabei stürmischen Charakter an, Niederschläge treten auf, und der Witterungscharakter wird erneut unbeständig. Wettervoraussage f. Dienstag. Erneuter Liebergang zu unbeständigem, aber müderem Wetter mit Niederschlägen, bei lebhaf- ten, auch zeitweise stürmischen südwestlichen Winden. ^... Witterungsaussichten für Mittwoch. Nachlassen der Niederschläge, jedoch notag st»el s gesühn Kai Smlt| fr f Äs L's *> *Ö*< feä “»UbefS ®"ä Wartung drr 5,üt bi‘ wn nahe« L bei der »hh; Lfr'L J Erhalten der * nn Wider, stehend. Es Höhepunkt des ätaftion ge- nöaf. ien. Sn Zusammen« Eek ist gegen genDiplom, sttschast ein Der- chungundtve- 9 ervstnet wvr. bei der Führung r Ellarel fotoie ^leuerertlämgen bereits ermiltdi, :r Steuerbe« csehlungen haben Ilenz.D. sür bas sah von 1,8 Mi- >, tvährenb ihr . bttimal Io Irr crvähnie Sötirftii bei -en WM Ähren nS «0 M. er- j vir- voraus« e des Dvh. ien müssen. Wie dein Angestzus« e pingt Dme, zu stehen, im nungsamt eine rhaltcn, M Mieter hin diese iebet räumen ere Wohnung 1 nunmehr fest- beiden Woh» r Cinssüsse 2^1 or< tito o । <00 i/10« 1 AggS> ®«!?ä -'SÄ täflüAi ffi d)lä9en' Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Dezember 1929. Buch und Kind. In diesen Wochen tritt wieder die Frage an di« Eltern und Erzieher, wie an alle heran, die ein blind zum Weihnachtsfeste beschenken wollen: Was schenke ich? Der nächstliegende Gedanken ist: Spielsachen. Und meist ist dieser (dedanke auch richtig. Das blind will spielen, und wir sollen ihm seinen Spieltrieb nicht nur lassen, sondern ihn zweckmäßig sogar unterstützen. Auch über das Spielzeug können natürlich die Meinungen auseinandergehcn. Es gibt viele Erzieher, di« sagen: „Nur nichts Fertiges! Irgend ein Gerümpel; das Kind will sich seine Welt selbst bauen, die jelbstaebaut« Welt will es selbst bevölkern, mit Geschöpfen, die es selbst ins Leben gerufen hat. Kurz: Freiheit der Phantasie. Irgend ein Holzstück kann etwas ganz Großes darstellen im Spiel." Diese Auffassung geht darauf hinaus, das vollendete Spielzeug, das kunstvoll geschaffen wird, abzulehnen, weil es das Kind vor etwas Fertiges stelle, während das Kind schöpferisch tätig sein wolle. Es ist Wahres darin für den Einzelfall. Aber was für den Einzelfall gilt, trifft noch lange nicht für die Allgemeinheit zu, denn ebensogut gibt es auch viele Kinder, vielleicht sogar die meisten, die mit einem unvollkonimencn Spielzeug, mit einem Trödelkram, mit dem sich ein anderes Kind eine ganze Welt baut, nichts anzusangen wissen. Man wird stets von Fall zu Fall entscheiden müssen, was zweckdienlich ist. Es ist auch bei Kindern fast schon genau so schwer, wie bei Erwachsenen, das richtig« Geschenk zu machen, wenn man sich die Aufgabe des Schenkens nicht allzu leicht macht. Aber allzu leicht gemachtes Schenken hat meist auch nur sehr leichtes Gewicht. Eine besondere Frage ist dann auch: Schenke ich dem Kinde ein Buch? Und noch schwieriger ist es: Welches Buch schenke ich? Nicht alle Kinder haben Freude an Büchern. Ich hatte einmal ein ganz reizendes Jugendbuch zur Hand und bot es einem zwölfjährigen Mädchen an Sie nahm es, sagte „Danke", aber es war leicht zu erkennen, daß der Dank nicht von Herzen kam. „Du lieft doch gern?" (ragte ich. „Nein, gar nicht", war die Antwort, und von der Mutter hörte ich, daß die Kleine mit Feuereifer dabei ist, wenn es gilt, in der Hauswirtschaft zu helfen, oder Hausarbeiten zu fertigen: Lesen? Nein. Und von einem Jungen weiß ich, daß er alles liest. Keine Schwarte, kein wissenschaftliches Buch, kein Lexikon ist vor ihm sicher. Wahl wählt auch er sich seine Lieblinge aus, aber schließlich ist cs ihm gleich, was er lieft, wenn er nur lesen, fremde Gedanken in sich aufnehmen kann. Ob ein Buch mit Eifer begrüßt wird ober nicht, ift leicht festzustellen. Schwieriger ist es schon, das richtige Buch zu wählen. Denn gerade die Tugend verteilt ihre Sympathien souverän, eigenwillig, fragt nicht nach Wert, wie der erfahrene Bücherleser. Und ein wenig kommt es doch auch daraus an. daß man das Buch schenkt, das gefällt. Bei der Fülle der Weih» Aachtserscheinunren, die alljährlich zu verzeichnen ist, kann es in einer Hinsicht nicht schwer fallen, das Richtige zu wählen. Aber es ist auch nicht allzu leicht, denn gerade die große Menge ler Bücher, die alljährlich neu herauskommt, verwirrt sich allzu leicht. Man wird sich also ziemlich genau zu fragen haben: „Welcher Art loll das Buch fein, das ich schenke?" Und toel- «tzes Buch dieser Art ist das zweckmäßigste, Sas beste. Es wäre ein schlimmer Fehler, nach lern schönen Einband, nach den knalligen Billern zu gehen, sondern man wird, da man -nicht alles vorher genau prüfen kann, was allenfalls zu erwerben wäre, auch auf den erprobten Rat erfahrener Männer Horen müssen. -Buchhandlung und Schule helfen hierbei gern, nind auch aus die Ankündigungen in der Bücher- rüsch-Rubrik der Zeitung wird man sein Augenmerk lenken. So ergeben sich manche Hinweise, .hie für die Wahl der Bücher von Bedeutung 'finb. Eines ist gewiß: Das Buch als Weihnachts- .geschenk behält seinen hohen Platz und wirb ihn auch für die Zukunft behalten, trotz vieler "Singe des modernen Lebens, die vom Buche .ablenken. Der Reiz eines guten Buches ist 'nicht fo leicht zu ersetzen. Rur muß es wirklich • ein gutes Buch fein. Und es gibt erfreulicher- :oeife auch heute noch genug gute Bücher, mag »auch sonst manches mit unterschlüpfen, das nicht »zerade sehr hoch einzufchätzen ist. O. S. Naturschutz in Oberheffen. Die naturwissenschaftliche Abteilung der Ober- lhessischen Gesellschaft für Ratur- und Heilkunde ldat im Anschluß an einen Lichtbildervortrag von 'Pros. Funk über „Botanische Raturdenkntäler ■'n Hessen" in einer Eingabe an das Hessische Ministerium den gesetzlichen Raturschuh tlur die folgenden bedrohten Gebiete in Ober- 'Hessen gefordert: für das Hochmoor im Oberwald, für den Lollarer Kopf, für die »Hnzianw iefe bei Rödgen (Kreis Gießen) mb für die Salzpflanzen stellen der 11« r a u. Taten für Dienstag. 3. Tczeinber. Sonnenaufgang 7.45 Uhr, Sonnenuntergang 15.54 Illhr. — Mondaufgang 10.19 Uhr, Monduntergang .7.07 Uhr. 1857: der Bildhauer Christian Daniel Rauch in '.Dresden gestorben (geboren 1777); — 1860: der Geograph Wilhelm Sievers in Hamburg geboren ■igeftorben 1921). Bornotizerr. — Ta geskalender für Montag. Bergin der Freunde des humanistischen Gymnasiums: Vortrag über »Funde griechisch-italischer Kunst n Germanien und Gallien", 23.15 Uhr, Hörsaal -es Physikalischen Instituts. — Gießener Freiw. Feuerwehr: „Monatsversammlung", 23 Uhr, Ka- nerad Dechert (Kühlen Grund). — Odenwälder heimatbewegung: Besprechung, 23 Uhr, Hotel Köhler. — Lichtspielhaus: „Die weihe Hölle von P'.zpalü". — Astoria-Lichtspiele: „Gärendes ' Blut" und „3m Taumel von Paris". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Am morgigen Dienstag, : . Dezember, findet die Wiederholung der Operette .Paganini" durch das Frankfurter Operetten- -nsemble um 19.30 Uhr statt. — Mittwoch spielt man zum letztenmal um 20 Uhr „Robert Guis- Eirb“ und „Demetrius" von Kleist und Schiller. — Freitag, 6. Dezember, wird das erfolgreiche Lust- tfpiet „Scribbys Suppen sind die besten" auf» geführt. — Sonntag, 8. Dezember, erscheint zum arstenmal als Morgenfeier und zweiter Tag im Sammerspielzhklus das chinesische Spiel vom ..Schmetterlingstraum", dessen Leitung Dr. Karl Ritter unter Assistenz von Herrn Wen han Ring, dem Assistenten des China-3nstituts Frankfurt a. M., hat, auf dem Spielplan. MstpWnie Gießen - Nachdem schon seit P/t 3ahren ein notdürftiger Privatautobusverkehr zwischen Wißmar und Gießen eingeführt war, der infolge Verzugs des Inhabers nach Frankfurt zum Erliegen kam, haben in letzter Zeit Der Handlungen mit der Oberpostdirektion Darmstadt wegen Uebernahme der Linie stattgefunden. Die Verhandlungen sind am Freitag in einer gemeinsamen Besprechung in Gießen zwischen den Vertretern des Kreis- a m t e s und der Stadtverwaltung Gießen, der Gemeinden Launsbach und Wißmar und des Bürgermeisteramtes Krofdorf, sowie der Oberpostdirektion zum Abschluß gekommen. Die Post Hal sich bereit erklärt, den Betrieb der Linie aufzunehmen und den zur Durchführung des Verkehrs erforderlichen IDajen einzuflellen, wenn die beteiligten Gemeinden die zur Unter* fteUung des IDagens erforderliche Wagenhalle in Wißmar auf ihre kosten erstellen und ihre Beleuchtung und Heizung sowie Wasserversorgung übernehmen. Eine weitere Inanspruchnahme der Gemeinden in bezug auf Anlage einer Reparaturwerkstatt, Tankanlage usw. soll im Hinblick darauf, daß es sich hier um die AuSdeh ’ung der schon von Gießen ausgeh:ndrnKr-fipostlin en handelt, unterbleiben, auch haben die Gemeinden keine Ein- Laimbach - Wißmar. naljmegarantien der Post gegenüber zu übernehmen. Während der Privatautobus unmittelbar zwischen Gießen und Wißmar verkehrte, wird die Post ihre Wagen überLauns- b a ch laufen lassen, um auch die Drrkehrsbe- dürfnisse dieser Gemeinde zu erfüllen. Für die Errichtung der Wagenhalle ist den ©cmeinben eine Te i 1 a n l e i he (63 v. H.) zu geringem Zinsfuß zugesagt worden. Der Fahrpreis beträgt — wie allenthalben — 10 Ps. pro Kilometer, er wird für Zehner- k a ' ' e n aus 8 Pf. und für Wochenkarten auf 4,5 Pf. pro Kilometer ermäßigt. Für den Fahrplan sollen die interessierten Kreise durch das Bürgermeisteramt Krosdors zunächst Vorschläge machen. Sobald die Gemeindevertretungen die Abmachungen mit der Post angenommen haben, woran wohl nicht zu zweifeln ist, soll der Betrieb von der Post aufgenommen werden. Wenn bis dahin die Wagenhalle noch nicht fertiggestellt fein sollte, wird zunächst ein provisorischer Unterstellraum für ein Auto genügen. Die Kosten der Wagenhalle werden von den Gemeinden nach einem noch näher zu vereinbarenden Maßstabe übernommen. Es ist erfreulich, daß durch diese Abmachungen der bereits längere Zeit erstrebte Derkehrssort- schritt erreicht wird. Tumen, Sport und Spiel. Fußball in Heffen-Hannover. Die geftrgen Fußballspiele in Hessen-Hannover hatten folgende Eraebn.sse: Spieloerein Kassel — K. ifel 03 3:2. Kurhessen Kassel — Kurhessen Marburg 4:1. Borussia Fulda — Hermania Kassel 6:0. Fußball in Süddeutschland. Die Klärung der Meisterschaflssrage schreitet in den einzelnen Gruppen fort. Rach Eintracht Frankfurt und F. C. Pforzheim sind nun auch in Bayern München und Wormatia Worms neue Gruppen- meifter ermittelt. Vereinzelt wurde auch die Platz- frage geklärt. In manchen Gruppen bleibt jedoch die Suche nach den Inhabern der drei ersten Plätze nach wie vor offen. Im Bezirk Main-Hessen strengte sich gestern der neue Meister der Gruppe Main, Eintracht Frankfurt, gegen den 1. F. C. 93 Hanau nicht mehr an, als zur Erhaltung ihres Rufes als ungeschlagene Mannschaft notwendig war. Sie gewann 3:2. F. Sp. D. Frankfurt befestigte weiter seinen Anschluß an die Spitzengruppe und schlug auf fremdem Platze die Sp. Dgg. 02 Griesheim 6:2. Kickers Offenbach machten sich mit ihrem schärfsten Rivalen um den 2. Platz durch ein 3. 1 punktgleich mit Rotweih Frankfurt. Union Riederrad brachte aus Bieber nur ein 2:2 gegen Germania mit und glitt auf den 4. Platz herab. Die Gruppe Hessen hat nunmehr in Wormatia Worms ebenfalls ihren Meister ermittelt. Wormatia gewann gegen den V. f. L. Reu-Isenburg mit 6:0. Für den <5.03. Wiesbaden ist sein 4:2 gegen den F. Sp. D. 05 Mainz sehr wertvoll. Hassia Bingen profitierte mit ihrem 2:1 gegen Alemannia Worms wieder einmal aus dem Vorteil des eigenen Platzes. Dcc 1. F. C. 03 Langen verwies mit 2:1 Toren den S. V. 98 Darmstadt auf den seither von Langen selbst innegehabten letzten Platz in der Liste. Isenburg und Wiesbaden haben endgültig die Tabellenplätze erobert. Im Bezirk Bayern hatte die Gruppe Rordbaye rn eine gro^e Ueber.aschung. De Sp. Dgg. Fürth verlor gegen den 1. F. C. Nürnberg auf eigenem Platze 1:2, wodurch vielleicht ihre Meisterschaft bedroht erscheinen könnte. Sp. Vgg. Hof unterlag 1: 8 gegen den A. S. D. Nürnberg. Die Lage bleibt immer noch recht verworren. Tie Gruppe Südbahern kennt nunmehr auch endgültig ihren Meister. Erwartungsgemäß ist es Bayern München, bam sich S. V. 1860 München 1:3 beugen mußte. Wacker München enttäuschte erneut unb mußte dem F. V. 94 Ulm bie Punkte mitgeben. Der Tabellenletzte gewann 1:0. Schwaben Augsburg unb Teutonia München trennten sich mit 1:1 Toren. Die Plahanwärter sind noch nicht ermittelt. Fußball-Gtädtekanips Berlin — Göteborg 3:2 (1:1) Im Berliner Poststabion sahen gestern 30 000 Zuschauer Berlins und Göteborgs Städtemann- schäften im Fußballkamps. Körperlich, technisch unb taktisch waren bie schwebischen Gäste ben Berlinern überlegen; sie besahen gutes Kopf- spiel unb flüssige Kombination, nur bas Schuhvermögen war unzureichenb. Das meistens auf Verteidigung angewiesene Berlin gestaltete je* boch bie wenigen Vorstöße immer recht gefährlich unb tarn hierdurch zu einem Siege von 3:2 Toren, ber bem Oefamteinbrud beider Mannschaften nicht entspricht. Die Berliner siegten unverdient. Echwimmlanderkampf Süd- gegen Westdeutschland. In der neuen Stuttgarter Schwimmhalle fand am Samstag unb Sonntag ber Schwimm- Länderkamps zwischen Süd» unb West- beutschlanb statt. Es war ein schwimmsport» liches Ereignis von großer Bedeutung führte Süd- beutschlanb am Cnbe ber ersten Tages mit 26: 22 Punkten, so holten bie Westdeutschen am Sonntag diesen Vorsprung nicht nur ein, sondern ihnen fiel mit 80:72 Punkten der Endsieg zu. Die süddeutschen Damen muhten sich erwartungs- gemäß ebenfalls geschlagen geben, unb zwar mit 46: 28 Punkten. Die Ergebnisse der Kämpfe am ersten Tag. Herr en. 4X1 0 0 - M e t e r - F r e i st i l st a f- fei: 1. Westdeutschland mit Derichs, Haas, Balk unb Handschuhmacher in 10:00,4 Min. 2. Süd- deutschland mit Maus, Schwarz, Berges unb Neitzel in 10:31,1 Min. 100 Meter Freistil: 1. Maus (Südd.) 1:03,1; 2. De? (Südd.) 1:04.8; 3. Haas (Westd.) 1:05,3; 4. Küppers (Westd.) 1:06,3. 1500 Meter Freistil: 1. Neitzel (Südd.) 22:22,1; 2. Handschuhmacher (Westd.) 22:37,5; 3. Schlüter (Westd.) 24:26; 4. Schellenberg (Südd.) 26:32. 2 0 0 Meter Brust: 1. Schwarz (Südd.) 2:55,1; 2. Dudig (Westd.) 2:58,3; 3. Könniger (Südd.) 3:00,5; 4. Leenen (Westd.) 3:01,5. Damen. Z/Ä 00 Meter Freistil: 1. Westdeutschland mit Middendorf, Heinrich, Erkens in 4:10,7; 2. Süddeutschland mit Häuf, Gölz und Ziemann in 4: 24. Kunstspringen:!. Jordan (Südd.) 69,70 Punkte; 2. Auer (Westd.) 61,30 P.; 3. Mehling (Südd.) 55,52 P. 10 0 Meter Rücken: 1. Sasserrath (Westd.) 1:31; 2. Heinrich (Westd.) 1:33; 3. Zipse (Südd.) 1:35,4; 4. Jäger (Südd.) 1: 40,8. 200 Meter Rücken: 1. Fischer (Westd.) 3:26,6; 2. Gutmann (Südd.) 3:27,8; 3. Ermeling (Westd.) 3:33,5; 4. Schellhas (Südd.) 3: 36,5. Gesamtergebnis: Bei den Herren führt Süddeutschland mit 26:22 Punkten, bei den D a- jn e n liegt Westdeutschland mit 28:19 Punkten in Führung. Der zweite Tag. Herren: 3 100»Me e .»öa ge n ft a f f ei: 1. Westdeutschland mit Bu.ig, Küppers und Haas in 3:37,5; 2. Süddeutschlanv mit Schwarz, Schulz unb Watrin in 3:43,8. 2 00 Meter Freistil: 1. Volk (Westd.) 2:25,1; 2. Neitzel (Südd.) 2:27,9; 3. Derichs (Westd.) 2:28,4; 4. Schwarz (Südd.) 2:34,6. lOOMeterRücken: 1. Küppers (Westdeutschland) 1:17; 2. Schu'z (Südd.) 1:17,7; 3. Günther (Westd.) 1:18,4; 4. Nees (Südd.) 1:19,4. 3x200-Meter°Bru st staffel: 1. Süddeutschland mit Künniger, Staudt und Schwarz in 9:06,6; 2. Westdeutschland mit Feuerstein, . eenen und udig in 9:29,5. 400 Meter Freistil: 1. Balk (Westd.) 5:32,5; 2. Hand- schuhmacher (Westd.) 5:32,7; 3. Berges (Südd.) 5:40; 4. Schellen berg (Südd.) 625,5. Kunstspringen: 1. Himmen (Westd.) 146,8 Punkte; 2. Scheck (Südd.) 143,24; 3. Riegel (Südd.) 140,6; 4. Schriering (Westd.) 139,30. Wasserball: Süden gegen Westen 7:4 (5:1). Damen 3x!00-Me.er-Lagenstaf- fel: 1. Westdeutschland mit Fischer, Safierrath und Erkens in 4:31,6; 2. Süddeutschland in 4:41,5. 100 Meter Fr eistil: 1. Erkens (Westd.) 1:19,1; 2. Middendorf (Westd.) 1:20,5; 3. Ziemann (Südd.) 1:22,5; 4. Gölz (Südd.) 1:27. Gesamtergebnis. Westdeutschland siegt bei den Herren mit 80:72, bei den Damen mit 46:28 Punkten. — Das Ballett Pool ® er ab vom Kasino b e Paris i n Gießen. Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: In ber Aufführung „Paganini", Operettengastspiel am Dienstag, 3. Dezember, im Stabttheater Gießen, gastiert bas erstemal bas Ballett Pool Gerab vom Kasino be Paris. Das Ballett, bas sich zufällig auf einer Tournee in Frankfurt befinbet, würbe von Direktor Baars für diese eine Vorstellung in Giehen verpflichtet. — Der Goethe-Bund lädt im Samstag- Anzeigenteil zum zweiten Tag des zusammen mit bem Stabttheater veranstalteten Kammerspielzyklus ein. Unter bem Titel „Chinesisches Theater" findet — wie man uns schreibt — eine theaterwissenschaftlich unb bramaturgifd) interessante Aufführung bes chinesischen Stückes, „Das Spiel vom Schmetterlingstraum", statt, in ber Uebersehung von Prof. Wilhelm, dem bekannten Leiter des China-Institutes Frankfurt am Main. Leider ist Prof. Wilhelm von einer schweren Operation, ber er sich vor längerer Zeit hatte unterziehen müssen, noch nicht soweit wiederhergestellt, dah er den vorgesehenen Einführungsvortrag halten kann. An seiner Stelle wird der Lektor für chinesische Sprache an der Universität Frankfurt, WenDüanTing, einführend sprechen und Dr. Ritter bei ber Spielleitung beraten!) zur Seite stehen. Aus technischen Grünben muh die Veranstaltung in zwei Abteilungen, und zwar getrennt nach den Anfangsbuchstaben der Mitgliebernamen, ftattfinoen. Im übrigen fei auf die Anzeige im Samstagblatt verwiesen. ** Die Ausstellung der Steuerkarten für 1 930 betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil. Interessenten seien besonders darauf-hingewiesen. ** Autozufammenstoh. Am Samstagabend ereignete sich an der Ecke Gartenstrahe— Ludwigsplatz ein Zusammenstoß zwischen einem Kraftwagen eines Fuhrunternehmens und einem Privatauto. Bei dieser Karambolage wurden auch das Mauerfundament und das Eifenspalier vor bem Haus« Gartenstraße/Ecke Ludwigsplatz beschädigt. Weitere Angaben über ben Schaben an den Kraftfahrzeugen unb über die Ursache des Unfalles liegen zur Stunde noch nicht vor, da bie polizeilichen Ermittelungen noch im Gange finb. ** Bon ber Jagd im Kreise Wetzlar. Der Bezirksausschuß zu Koblenz hat den Anfang der Schonzeit für Birk- und Fasanenhennen auf den 18. Januar 1930 festgesetzt. Die Jagd auf weibliches Rehwild hat mit dem 1. Dezember begonnen; sie endigt am 31. Dezember. •* Mit „Graf Zeppelin" um dieWe 11. Nachdem man vor einigen Tagen erst Gelegenheit hatte, in einem Vortrage des Regierungsrats Dr. S e i l k o p f von der Deutschen Seewarte in Hamburg, des Meteorologen auf der Weltfahrt des Luftschiffes „Gras Zeppelin", interessante Mitteilungen von diesem weltgeschichtlichen Ereignis zu hören, schien ber auf gestern nachmittag im Stadttheater angefetjte Vortrag des Frankfurter Publizisten Geisenheyner über das gleiche Thema für bie Veranstalter ein starkes finanzielles Fragezeichen unb für bas Publikum eine überholte Vortragsangelegenheit zu sein. Man darf heute feststellen, daß beide Annahmen fehlgingen. Der Vortrag hatte sich eines überraschend starken Besuches zu erfreuen, so daß bie Veranstaltung der Intendanz geschäftlich sicher nicht ins Hintertreffen geraten ist, unb das zahlreiche Publikum fanb in bem Dortrage eine Gabe des Sonntags, bie es hoch einschähen muhte. Ma? Geisenheyner, von Anfang bis Enbe ein blenbenber Erzähler und bildhafter Gestalter seiner überaus reichen Erlebnisse auf dieser Expeditionsfahrt des Zeppelins ins Unbekannte hinein, hielt durch bie faszinierende geistige Kraft seines Dortrages bie Zuhörer in lebhaftester Spannung. Den Flug über das weite Rußland, über die öden Steppen und Tundren Sibiriens, das Sichten des Meeres nach der beklemmenden Fahrt über der sibirischen Trostlosigkeit, den wirbeligen und doch so herzerfreuenden Empfangstrubel in Japan, den Luftschiffmarsch über den Stillen Ozean, die fast zweitägige Fahrt durch die gewaltige Nebelwand über bem Pazisic, bas Auftauchen ber amerikanischen Westküste, all ben Empfangstrubel in Los Angeles, bie Fahrt über ben amerikanischen Kontinent, Neuyork, Lakehurst, bas Wieberauftauchen Europas unb schließlich bas Wiebersehen mit ber deutschen Heimat, bazu das Leben unb Treiben an B>rd — all bas glaubte man an Hand der mit bewundernswerter rethorischer Eleganz gegebenen Schilderungen Gei enheyners selbst mitzuerleben. Langanhaltender starker Beifall brachte dem Dortragenden in über zeugender Weise den herzlichen Dank seiner Zuhörer für bie hohe geistige Bereicherung durch diese Dortragsstunde zum Ausdruck. Anschließend zeigte ©elfen* hehner noch eine Reihe guter Lichtbilder, die zu feinen Worten eine vortreffliche Illustration gaben. Man wird an dieses Vortrags: rleü.üs mit hoher Befriedigung zurückdenken. *• Bienenkorb-Weihnachtsverkauf. Dom 2. bis 14. Dezember veranstaltet ber „Bienenkorb" (Abteilung des Alicesrauenvereins, Zweigverein Gießen) im Hause Neuenweg 8 am Kreuzplatz eine Handarbeits-Ausstellung mit Weihnachtsverkauf. Das im Jahre 1921 ins Leben gerufene wohltätige Unternehmen hat seither einer größeren Anzahl von Rentnerinnen durch Scha'fiung von Arbeitsgelegenheit die Lebensführung erleichtert. Cs besteht — wie bie rege Beteiligung zeigt — auch weiterhin bas Bebürfnis, diese Arbeit fortzuführen. DemWeih- nachtsverkauf ist deshalb ein guter Erfolg zu wünschen, und es wird um regen Besuch unb Unterstützung der Bestrebungen bes „Bienenkorbs" gebeten. Kindercleider, Wollsachen unb Hanbarbeiten aller Art werben eine hübsche und praktische Bereicherung jedes Weihnachtstisches barstellen. Die Verkaufsstelle ist vom 3. bis 14. Dezember täglich von 9 bis 13 unb von 15 bis 18 Uhr geöffnet Man beachte bie heutige Anzeige. ' Gießener Eisverein. Man berichtet uns: In seiner Mitglieberversammlung hat ber Gießener Eisoerein beschlossen, künftig mehr bem sportlichen Betrieb auf ber Eisbahn Rechnung zu tragen. Wie im vergangenen Jahr erstmalig nach bem Kriege wieber Wettkämpfe ftattfanben, so soll es auch weiterhin gehalten werben. Man wirb nur noch mehr bie Wettkämpfe denen des Deutschen Cislaufverbandes anpassen, um so eine Grundlage zu schaffen, auf der späterhin auch mal Kämpfe mit anderen Vereinen sich ermöglichen lassen, bzw. Teilnahme an auswärtigen Wettkämpfen erfolgen kann. Der eigens hierfür gewählte Sportausschuß wird hierfür frühzeitig die nötigen Maßnahmen treffen. Schon vor dem Kriege war einmal der Plan gefaßt worden, Eishockey zu spielen; doch blieb ihm mit Kriegsausbruch die Verwirklichung versagt. Einer Anregung der Wintersport-Riege des Tv. 1846 zufolge wird jetzt auch dieses Spiel auf der Eisbahn seinen Platz finden. Es ist nur zu hoffen, daß dies vom Eisverein mit erheblichen Kosten erstellte Uebungsfeld recht viele Benutzer sieht. Auch soll noch versucht werden, für ältere Herren das Eisschießen einzuführen, das ein in Bayern sehr beliebter, dem Kegeln ähnelnder Eissport ist. Da mit der regeren Aufnahme des Eissportes ber Gebanke eines Anschlusses an ben großen Deutschen Eislaufverband nahe liegt unb auch wohl nicht zu umgehen ist, wird am Mittwoch im Cafe Astoria eine Besprechung stattfinden, zu ber ein Vertreter bes westbeutschen Eissportverbanbes erscheinen wirb. Alle Damen unb Herren, bie sich an einem ber oben angeführten Uebungszweige beteiligen wollen, werben hierzu eingelaben. (Siehe heutige Anzeige.) Berliner Börse. Berkin, 2. Dez. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr lag ohne Anregungen vollkommen geschäftslos unb abwartend. Kurse waren noch nicht zu hören. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,85, London gegen Mailand 93,18, London gegen Spanien zirka 35,25 (Schluß des redaktionellen Teils.) Chronische Stnhlverstopsung. Bei chronischer Stuhlverstopfung oder Hartleibigkeit werden durch ausbleibenden Stuhlgang bie unbrauchbaren Bestanbteile ber Nahrung zu lange im Darm zurückgehalten. Der Darm füllt sich baßer übermäßig an unb übt auf anbere Organe einen lästigen Druck aus, ber häufig Beklemmungen unb allgemeines Unbehagen hervorruft. Außerbem gelangen Gärungs- unb Fäulnisstoffe aus dem Darminhalt in das Blut, verbreiten sich im ganzen Körper und können ebenfalls viele Beschwerden verursachen. Es ist daher ratsam, Hartleibigkeit rechtzeitig zu bekämpfen, und zwar durch Gebrauch eines rein Pflanzlichen Abführmittels, wie es die vielfach bewährten Apotheker Richard Brandt's Schweizer- Pillen sind, bie man in allen Apotheken erhält. Sie bewirken in milder unb boch zuverlässiger Weise, daß ber Stuhlgang regelmäßig und ausreichend erfolgt 4733v Ur. 282 < Nachdruck. Depots • Kreuzplatz 9/10. 8U5ZV Gießen, den 2. Dezember 1929. 07731 Gießen, den 2. Dezember 1929. 07725 Seltersweg 79a. 9895A ist hochfein, holen Sie eine Vvobe ein 9867V Heilwirkend Daubringen, Lollar, den 2. Dezember 1929. 07728 Die Beerdigung findet Dienstag. 3. Dez., nachmittags 3.45 Uhr statt. Ehren bewahren. 9879D Lichtspielhaus Bad-Selters, den 30. November 1929. Gewerkschaft Selters (Hessen), WM36 9870V Alicesrauen-Verein fctas ■ Oeulschen Hoi Morgen Dienstag 9868D Astoria Lichtspiele // foppe 2. Ab heute bis einschließlich Mittwoch: Gärendes Blut Im Taumel von Paris 9880 C Das Erwachen der Jugend von heute. 6 Akte mit atemraubender Sensation. — Sensationsschauspiel in 6 Akten. i d Der Verschiedene stand uns seit Gründung unseres Unternehmens mit seinen reichen Erfahrungen stets hilfsbereit zur Seite. Wir werden sein Andenken in enthält alle Vitamine in der richtigen Zusammensetzung u. in natürlicher Form, ist leicht verdaulich und ohne jede Nebenwirkung. Nimm nur ORIGINAL SCOTTL Originalfl. h 1.75 und 3.00 Mk. Zu haben In all. Apotheken u. Drogerien Gießen, Lieh, den 2. Dezember 1929. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Dez., nachm. 3.30 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johann Listmann und Kinder. Heute Premiere! Bewerber muß beste Erfahrungen in Werbung und Organisation haben. Mitarbeiterbestand ist vorhanden und wird übertragen. Entwicklungsfähige Stellung mit gutem Einkommen. Entlaufen kleiner schwarzgelb. Zwergschnaulzer Gegen gute Belohnung abzugeb. Hygienisches Institut Am Steg 15. Tclevbon 3606. Hierdurch bitten wir um Kenntnisnahme von dem Hip- scheiden unseres langjährigen Vorstandsmitgliedes Herrn Carl Frensdorf Zweigverein Gießen Abteilung XNT* Der heutigen Nummer des Gießener Anzeigers liegt ein Werbeölan der Girina Beter X Qcttergaard Verlag lAbleNg. Durch alle Welt) Berlin-Schöneberg, bei. Bewerbungen mit Lebenslauf und Zeugnisabschriften an Subdirektion der Friedrich Wilhelm Lebensversicherungs - Aktien Gesellschaft Frankfurt a. M., Neckarstrabe 9. Heilkräuter- Tee Naturheilmittel Kräuter-Jung täglich von 9—1 und 3—6 Uhr Ausstellung und Weihnachtüverkaus von Handarbeiten aller Art Neuenweg 8, Nähe des Kreuzplatzes Engel-Apotheke, Hirsch-Apotheke, Pelikan-Apotheke, Drogerie H. Moll, Ludwlgsplatz und Neustadt, Kaiser-Drogerie Noll, Lindenplatz 5, Löwen- Drogerie Kilbinger Nachfolger, Seltersweg 79 a, Drogerie Winterhoff, Eis-Hockey Eis-Schieben Eis-Kunstlaufi Alle Interessenten sind willkommen Mittwoch, 4. Ter., abends 7av Uhr im C* ofe Attoria. Der Südmestd. Eissport- verband ist vertret. Gießener Sisvereine.V. Fflr den Vorstand: Dr. Wodaege. „„ Katthofs Kaffee SichereExistenz Feilen Meolohn von 40 Mk.D.hohe Proiiiion zahlen wir an strebsames.sauberes junges Ehepaar bei vertraglicher Anstellung für Belieferung der von uns nachgewiesenen Privatkundschaft mit Lebensmitteln. (Nicht nebenberuflich.) Vorkenntnisse nicht erforderlich, da Anlernung durch unser Personal. Alle notwendigen Utensilien, Transportmittel usw. werden zur Verfügung gestellt. Bedingung. Bewerber müssen einen kühlen, luftigen Raum oder Keller mit Fenster zur Lagerung der Ware sowie eine kleine Sicherheit in irgend einer Form stellen. Angebote mit Altersangabe von Bewerbern, wohn- halt la Blaßen, erbeten unter H. N. 67i>2 (9500V) an den Gießener Anzeiger. Ein eisernes MSMeli mit neuer Malraße sowie ein neuerBelz zu verkaufen. 07726 Ban, Bnddeatraße 4. vorn Bezirks - Inspektor fiiir den Bezirk Gieben für 1. Januar 1930 gesucht. In tiefer Trauer: Familie Karl Grölz II. Familie Wilh. Lepper Familie Friedrich Deines Familie Karl Bepperling. Ab 10 Uhr: Wellfleisch m. Kraut Karl Faber. UIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Stadttheater Dienstag. 3. Tez„ lO.Mnslog Ab.-m. von 19'/, b. 22'/. Uhr tagnnlnl Overelle in 3 Akten von Paul Stnepplex und Bela Zen back. Musik von Fr. Leh-lr. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIU Für alle wohltuenden Beweise der Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichsten Dank. Familie Jakob Maternus Familie Karl Setzepfandt. Gießen, Bad Homburg, den 3. Dezember 1929. 9887D Todesanzeige. Am 25. November entschlief sanft nach langjährigem, schweren Leiden, plötzlich und unerwartet. nach Empfang der heiligen Sterbesakramente. im Alter von 25 Jahren unsere liehe unvergeßliche Tochter. Schwester, Schwägerin, Nichte, Kusine uud Tante Friedl Niedermayer Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Karl Niedermayer und Familie. München, Gießen, Butzbach, Traunstein, Starnberg, den 2. Dezember 1929. Die Beerdigung fand in München statt. Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen. 077'3 4295 Bäckermeister Bender Schubertstr. 2. «.^D REGIE:DR.ARNOLD FANCK und GW. PABST IN DEN HAUPTROLLEN. GUSTAV DIESSL LENI RIEFENSTAHLERNST PETERSEN UND OER BEKANNTESTE DEUTSCHE FUECER ERNST UDET UWW gut erh., zu verkauf Hahn r^iD Löberstrave 17 laOE Iwehieur-Schule uT.. MaschtnenDa«Elefclro- tecfiaitHocit-u.nafDaa, Tonmausina. Wer teieleter-Abteileepe. Ste^Ketiee-LdtrpUm frtL | Mütter werdende und stillende brauchen eine reiche Vitamin-Nahrung, um sich gesund und das Kind gegen Infektionskrankheiten widerstandsfähig zu erhalten. iizer Mittwoch, 4. Der., abends 8 Nbr Monats-Versannnlung bet Kamerad Emil Siccf, Hammslrafre. Um zahlreiches Erscheinen wirb gebet. asioD Der Vorstand. Am Samstag, dem 30. Nov., verschied nach kurzem Krankenlager meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwester und Schwägerin Frau Helene Ustmann geb. Erb Der größte Berg- und Sportfilm der Gegenwart in 12 Akten. Ein Zauberreich von Eis und Schnee, in das einzudringen wohl nur wenige begnadet sind, wird durch die Kamera einem entzückten, von so viel überraschender Schönheit geblendetem Auge erschlossen. — Bis zu den höchsten Spitzen des .Piz Palü*, dessen Gipfel majestätisch in den Himmel ragen, wird der Blick geführt, um dann hinunter- zugleiten an eisbedeckten Felswänden, um sich schließlich in abgrundtiefen Klüften und Spalten zu verirren. Fast unbegreiflich erscheinen die Leistungen der Kameraleute Sepp Allgeier, Hans Schneeberger und Richard Angst. Gemälde von unvergleichlicher Schönheit sind durch ihre Kunst entstanden. — Ferner; Beiprogramm und Ufa-Wochenschau. Trotz der großen Anschaffungskosten gewöhnliche Eintrittspreise. Wegen des zu erwartenden Andrangs zu den Abendvorstellungen bitten wir höflichst, nach Möglichkeit die Nachmittagsvorstellungen besuchen zu wollen. MMt Witte zu verkaufen. 9872D Westanlage 1. statt Karten! Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Ablebens meines lieben Mannes Herrn Louis Beil spreche ich hiermit zugleich im Namen meiner Kinder und Verwandten meinen tiefgefühlten Dank aus. Lina Beil geb. Hampel. Gießener Radi-Verein 1885 Donnerstag, 5. Dez., 81/, Ubr abends, im Hessischen Ho': Jahreshauptversammlung Tagesordnung It. Satzungen. ^D Der Vorstand Die Berliner Kunstgewerblerin Frl. Hecht erteilt kostenlosen Unterricht in STOFFMALEREI am 4. und 5. Dezember im Hotel Prinz Karl Seltersweg von 1630—1830 und von 20—22 Uhr. Entzückende Neuheiten, verbunden mit einer Ausstellung farbiger Stoffmalereien werden gezeigt, sodaß der Besuch im eigenen Interesse sehr zu empfehlen ist. - Stoffe bitte mitbringen === Um regen Besuch und pünktl. Erscheinen bittet die Firma Löwen-Drogerie Wilh. Kilbinger Nacht Obech Aeihnachts- Dte Künstlers, ^nch'elcs Unt( Ä 5101 Hn ’Menen Erli l"4ern will, Ty, "tiann in der f «fiwrben. Slu- '^jNdjnunge . An der bk= S'amt 2ß ’ Der 1 feit, «3 ollen Di anreg An Cinzia Schatte!. L, ^nsallz beko f?eiler »IQ! fas Ä LKr Aif St. EÄ®01 ? 8 d' ^th pern Qi.f? ? u Am 1. Dezember, vormittags 3 Uhr, entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden unsere liebe, gute, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Grölz Wwe geb. Kraushaar im 67. Lebensjahre. Verschiedenes) Nürnberger Lebkuchen von Haeberlein- Metzger. Pfeffer- nüsse. Svißkuchen, Aikolauie, Lcherz- u. (Yeschenkartikel, Pralinen, lose und in Packungen, Mar- zivan, Nougat empfiehlt in groster Auswahl 07660 Zum Knusperhäuschen Inh.: Paul SeUfart. 9feuenrocfl 17. Vuchhalter(in) auf einige Monale ür mittlere Ärohhandlung gesucht. Bewerber inüsien tn der Vage sein, während Abwesenheit des Chefs den Betrieb leiten zu können. Schrift!. Angebote mit Zeugnisabschriften erbeten unt. 07724 an den Mehener Anzeiger. bische, umzuwo menen zu zwir ihre nationale ' linst (wie dies weitet Klasse form verbirgt rvenen nun hi der Begrii mensumnxinbl Unuvonblung bi« Emichunc Bischofs von glühenden Pal Einigung oller gesetzt gäbe. 21 cioromn, btt eberMih V ilamien bes P gaslawien nu< mai)cr wollt, slawischen A o st«r r e i ch befanden, um reichern eine damit bie Re VDimgen wü bhen Bölter Vieler Sedan liftifdjen i ch'sch'Ungorisck ch'lch-ungarisch 'dell werden I . Di« Umben- Kroaten und 11 n S>kN ' 1 ' 1 Staate- ■ «Itlgradel ^e9’ Seils ist Wßnahmen 9 xrlprechend I' raß d-«|e l° :en bis ptr willens |lci ,cn Provinzen -ntsremden ' Man muß awr folge- nahmen sollen chen zu Hellen । ProNamation llmmanbli einen 6 •n' Zeitlich von 1 Beseitigung al ' orten, die bu | ei,lche tennjeit mit mehr oder Staat gesck-asfen >dt man in Be I tenj 5üdslawi< olgerichtig zu e xr möglich w igung all' 1 >esstaat, m rer besagte der dingungen ermöglicht wird. Dieser Gesichtspunkt war auch bei dem Aufbau der von der Ruhrgas, Eaargas und Hekoga zu gründenden Fernleitungsgefell- s ch a s t maßgebend, die den Dau der Haupt- durchgangsleitung vonSiegen (W e st- falen) durch Oberhessen b i s zur Süd- grenze des Volks st aates Hessen durchfuhren soll. In dieser Südwestdeutschen Fern- leitungsgesellschaft m. b. H. (S. F. G.) soll das 6 Mill. Mk. betragende Stammkapital je zur Hälfte von der Gruppe Ruhr- gas-Saargas als Gaslieferanten und der He- koga als Gasbezieherin übernommen werden, wobei vorgesehen ist, daß den im Bachbargebiet der Hekoga noch hinzutretenden kommunalen Abnehmern unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls Geschäftsanteile an der Fernleitungsgesellschaft übertragen werden können, so daß auch sie an dem Gastransportgeschäft teilnehmen können. Diese Destimmungen über die Fernleitungs- gesellschaft sind, wie einige andere, vornehmlich deshalb in das Vertragswerk eingebaut worden, um eine möglichst einheitliche Lösung des Gasversorgungsproblems im Rhein-Maingebiet zu ermöglichen. Die Aussichten auf eine solche einheitliche Lösung sind gewachsen, seitdem aus den Kreisen der Süd - westdeutschen Gas - A. - G. im Lause der letzten Zeit offizielle Verlautbarungen erfolgt sind, die besagen, daß einem zusätzlichen Ferngasbezug in gewissem Umfange dort keinerlei grundsätzliche Bedenken entgegenstehen. Die Zukunft des Mainzer Gaswerks soll in einem besonderen Vertrag geregelt werden. Danach soll das Mainzer Gaswerk von der Ruhrgas - A. - G. weiter betrieben und als Stützpunkt und Hauptreserve für das Hekogagebiet aufrechterhalten werden. Südwestdeutsche Stahlhelmtagung in Darmstadt. WSN. Darmstadt, 1. Dez. Gestern und heute hielt der vor kurzem gegründete Landesverband Hessens des Stahlhelm. Bundder Frontsoldaten seine südwestdeutsche Taaung ab. Da in Hessen selbst verhältnismäßig wenig Mitglieder wohnen, war der größte Teil der Tagungsteilnehmer aus Frankfurt a. M., Baden, Bayern und Württemberg hierhergekommen. Die Samstag- tagung begann mit einer Rede des Bundesführers Seldte vor den Akademikern. Abends schloß sich ein Fackelzug von etwa 200 Stahlhelmern durch die Straßen der Stadt an. Ein Deutscher Abend in der überfüllten Turnhalle gab dem Bundesführer Seldte Die Ferngasversorgung Hessens Eine Erklärung des Hekoga-Vorstandes. NuM'rdeSSirvM '7rh HctlaßlW •artinl2Akle°' aldnzudW rrh die Kam«8 a. Schönheit ss '“Tw“* •gtr- Dienstag, 10.WMM' von Ul': 6.21/ Mo» Ooetette in von Paul g* MnkoonSr.rMl MW? Oberhessischer Kunstverein laiur folgerichtig handelt. Die jüngsten Maßnahmen sollen nämlich dazu dienen, das Ziel errci- äsen zu helfen, das sich der König Alexander bei der Proklamation der Diktatur gesetzt f)at. Nämlich: Umwandlung des 8rl8-Staates in ipiele Hafter Besuch ist im Interesse der hessischen Künstlerschaft dringend zu wünschen. <6ENIEUR-SCHULE liSChlnenoiaElti/r» ecMUHOCMTllM 'onindusirie. i"'—I Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Agram, November 1929. Die Umbenennung des „Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen" in »Königreich Süd - i lawie n", sowie die neue Derwaltungsreform dieses Staates — Maßnahmen, die beide vor einiger • Seit mit so starkem, von einer gewissen Propaganda nicht ganz freiem Lärm verkündet worden sind, stellen vielleicht die kühnsten Handlungen dar, die die Äelgrader Negierung bisher unternommen hat. Andererseits ist es jedoch mehr als zweifelhaft, ob diese Maßnahmen gerade besonders klug und — erfolg- versprechend sind. Es ist vielmehr vorauszusehen, daß diese Refonnen den stummen Protest der Kroa- Alles in Ordnung! Von Hans Franck. Das Theater einer großen deutschen Stadt wollte anläßlich einer Morgenfeier, in der ich vorlesen sollte, eine Szene aus einem meiner Dramen spielen. Man bat mich um Vorschlag von Geeignetem. Ich nannte zur Auswahl mehrere Szenen aus meinem „Staus Michel" und wies daraufhin, daß in diesem besonderen Falle die Loslösung möglich sei, ohne daß dadurch das Ganze gefährdet werde und die herausgerissene Szene unverständlich bleibe, was bekanntlich im allgemeinen, also bei Dramen mit einer geschloffenen Einzelhandlung, durchaus nicht der Fall wäre. Man war entzückt von diesem Vorschlag und stimmte meinem Hinweis als Hervorhebung einer allbekannten Tatsache zu. Wenige Tage vor der Aufführung erhielt ich einen Eilbrief, daß man aus „technischen" Gründen keine der wundervollen Szenen aus meinem herrlichen „Klaus Michel" spielen könne: man habe sich entschließen müssen, die fünfte und die siebente Szene aus meinem Friedrich-Drama „Geschlagen!" zu spielen und bäte um meine Einwilligung. Ich war wütend. Ich dachte gar nicht daran, meine Einwilligung zu geben. Ich war des festen Willens zu schreiben: Wenn man „Geschlagen!" nicht ganz spielen könne oder wolle, dann solle man es ganz ungespielt lassen: denn gerade bei diesem geschlossensten aller meiner Stücke sei die Loslösung grober Unfug. Aber es ging mir wie Hofmannsthal. Den fragte einmal jemand: Was ihm lieber wäre, von einem ausgezeichneten Kritiker getadelt ober von einem schlechten Kritiker gelobt zu werden: worauf er antwortete: „Loben sollen sie!" Der deutsche Dramatiker in mir, vor die Wahl gestellt, ob Unsinniges von ihm gespielt werden solle oder nichts, antwortete: „Spielen sollen sie!" Ich schrieb also zurück, daß ich die Programmänderung zwar lebhaft bedauere, aber in 00® k IG|Nai —____ 8J5/V frische Aquarelle aus lockerem Handgelenk: von Lotz farbkräftige, dekorative Blumenstücke: von List außerdem eine große, pastös gemalte Schwarzwald- Landschaft, eine tüchtige Arbeit. Ganz ornamental stilisiert sind die Blumenstücke von Kranz (schon früher hier gezeigt): zwei Freilichtstudien von G eist und eine sonnige hessische Herbstlandschaft von Eimer sind weiterhin zu erwähnen. Steinbach (Gießen) hat wieder eine größere Gruppe von Arbeiten ausgestellt, die in ihrer Gesamtheit einen gediegenen und sympathischen Eindruck hinterlassen. Die sehr energische Malweife, die man von früheren Ausstellungen her kennt, ist ruhiger und reifer geworden: die schweren, ungebrochenen Farben, Kraft und Charakter im Bild- ausdruck bestechen allenthalben das Auge des Beschauers: auf zwei sehr getonnte Aquarellporträts (in der Vitrine) fei außerdem nachdrücklich hinge- wiefen. Ein schönes Bild, leuchtkräftig und pastös gemalt, ist das Chrysantemen-Stilleben von Langebar - tels: außerdem wäre eine Helle, ein wenig verschwommene Frühlingslandschaft zu notieren. Von Seite: eine Komposition „Dächer" und ein Stillleben mit Rittersporn. Will zeigt außer mehreren Bildnissen und einem aparten Stilleben mit Nelken eine große, dekorativ wirkende Lahnlandschaft, welche die Rückwand des Saales beherrscht. Barnas ist ebenfalls ein guter Bekannter im Kunstverein: „Am Fuße des Dorfes" und „Reifendes Obst" heißen Heuer feine hessischen Motive. Einen feinen Landschaftsausschnitt, alte Ruine in Königsberg, bringt Stegmayer (Darmstadt): Landschaften sieht man ferner von 0 n ck e n und F e 1 ch n e r. Rohrbach hat sich, seit wir ihn zuerst sahen, merklich verbessert: am reifsten erscheinen uns von seinen diesjährigen Arbeiten die fügend im Freien" und ein Stilleben. Graphiken von Posch, Bode, Klip st ein, Veite, Will, Barnas, Kranz und Küchel. Das Kunstgewerbe ist mit Arbeiten von Küchel — Gebrauchskunst in Silber; Schmuck in Form von Anhängern, Broschen u. bgl. —, und von Thea Schenck (Darmstadt) vertreten, welche allerlei nützliche Dinge wie Mappen, Bucheinbände, Kästchen und Papierkörbe in gefälliger Ausführung zur Schau stellt. — Eine Anzahl von Arbeiten, die aus Raumgründen nicht gehängt oder ausgelegt werden konnten und in Mappen vereinigt find, feien ebenfalls dem Interesse der Besucher empfohlen. henschaa , „ Abefl1*' zu *S)keit Ileo v cihnachtö-Ausstcllnng Künstlerhilfc 1929 Die Künstlerhilfe ist ein mit staallick)en Mitteln ein» «nchtetes Unternehmen, das der mit der wirtfchaft- iidyn Not schwer ringenden Künstlerschast einen be- ■Mibenen Ertrag für ihr künstlerisches Schaffen idjern will. Die Preise find so gehalten, daß jeder- nann in der Lage ist, ein originales Kunstwerk zu iröcrben. Ausgestellt sind Delgemälbe, Aquarelle, . ha adzeichnungen, Kunstgewerbe und Graphik. An der diesjährigen Weihnachtsausstellung sind nsgesamt 26 hessische Künstler und Künstlerinnen lefciligt. Der folgende Ueberblick erhebt aus nahe- li egenden Gründen keinen Anspruch auf Vollstän- kajicit, er will zum Besuch der Ausstellung, zur Be- fijeftigung mit den vorgeführten Arbeiten und — lon allen Dingen und nach Möglichkeit — zum ' taufen anregen. 5m Einzelnen seien etwa die folgenden Hinweise ie[itattet. Carl Fries, hier feit langem bekannt IO geschätzt, ist mit einer Serie ansprechender adschaftsvildsr und Stilleben vertreten, von denen lit meisten gleich am Eingang zusammengehängt (n_b. Don dem Darmstädter « cheld findet man ibenfalls bekannte Motive: elegante, schnittig hin- rschte Reiter- und Pferde-Jmpressionen: seinem riclftil kommt die leichte, fließende Aquarellmanier sh.c zustatten. Don Toller, Darmstadt, sei eine taffrühlingslandschaft der Beachtung empfohlen. 3er Gießener Stephan bringt außer seinen leEannten Federzeichnungen (Greifenstein, Runkel) lit smal auch malerische Arbeiten, ebenfalls nach hes- jicijen Motiven: auf eine Landschaft mit Gleiberg mit Vetzberg sei besonders hingewiesen. E,n Blu- nMftüd und Landschaften sieht man von Reute r. Äach längerer Pause ist auch K i e h l (Lang-Göns) lieber mit einigen neuen Bilder vertreten, die jiint Wertvollsten gehören, was die Ausstellung lie iet; eigenartig und durchaus selbständig in der !lu ifassung, kultiviert in der Farbe, ganz modern in kr Technik, aber nirgends ohne Ausdruck, ohne .Stimmung", ohne Gefühl: wir nennen eine Win- Illmdschaft, ein Stilleben und ganz besonders den üchmittag im Spätherbst", eine ausgezeichnete lei itung. Weiterhin sieht man hübsche Aquarelle von L ist, cn< große Kollektion von Gemälden und Federzeichnungen des verstorbenen Barthel, Landschaften iom B a h n e r, und ein gemütvolles Interieur von Mit h. Maus (Bad-Nauheim) zeigt ein sehr wo- L'rn aufgefaßtes Stilleben und daneben ein paar Anbetracht der „technischen" Gründe, die ich als langjähriger Dramaturg aus eigener Erfahrung kenne, mit der Aufführung der fünften und her siebenten Szene von „Geschlagen!" einverstanden sei. Bei meiner Ankunft in der obgedachten Stadt fragte ich die Theaterleute: „Wie in aller West seid Ihr nur auf die blöde Idee gekommen, statt einer in sich selbst ruhenden Szene meines „Klaus Michel", zwei unselbständige Szenen, noch dazu zwei getrennte Szenen aus „Geschlagen!" herauszureißen ?" Man blieb hartnäckig bei den „technischen" Gründen. Am Abend lernte ich eine Dame der Gesellschaft kennen. Die bekannte sich freudestrahlend dazu, daß die sicherlich auch von mir als ausgezeichnet angesehene Idee, zwei Szenen aus meinem Friedrich- Drama zu spielen, im Grunde genommen auf sie zurückginge. Natürlich fand ich die Idee ausgezeichnet, war aber neugierig genug zu erfahren, auf welche Weise sie zu ihrer ganz ausgezeichneten Idee gekommen fei. Die Antwort lautete: „Ich liebe Ihre .Tage des Königs' über alles." Worauf ich erwiderte: „Das freut mich ungemein, gnädige Frau! Freut mich um so mehr, als die .Tage des .Königs* nicht von mir, sondern von Bruno Frank sind." Am andern Tag mußte ich zu Beginn meiner Vorlesung eine Ansprache halten, durch welche den Zuhörern das Verständnis der beiden herausgerissenen Szenen ermöglicht wurde. Ich wies zur Vermeidung weiterer Mißverständnisse darauf hin, baß ich nicht der Frank wäre, der die „Tage des Königs" und die „Zwölftaufend" geschrieben hätte, aber auch nicht der Frank, von welchem die „Räuberbande" sowie „Karl und Anna" stammten. Die wären von meinen beiden literarischen Vettern, und .zwar jene von Bruno Frank, diese von Leonhard Frank. Ich aber wäre Hans Franck, der Franck also, welcher die „Godiva" und die „Südseeinsel", das „Pentagramm der Liebe" und den „Regenbogen" geschaffen hätte. Nach meiner Morgenfeier kam die Dame, auf welche die Wahl der Szenen aus „Geschlagen!" zurückging, auf mich zu: Sie hätte noch gar nicht gewußt, daß ich mit Bruno Frank und Leonhard jjranf verwandt fei. Aber wenn dasselbe Blut in unfern Adern rolle, sei die kleine Verwechslung, die ihr am Tage vorher unterlaufen wäre, doch nicht so schlimm: dann fei eigentlich alles in Ordnung. Um mein Zähnefletschen zu verbergen, verbeugte ich mich zustimmend, schob meine Gesichtszüge beim Abwärtssehen wieder zurecht und sagte, nachdem ich mich aufgerichtet hatte: „Alles in schönster Ordnung, gnädige Frau!" menen zu zwingen, ihre geschichtliche Tradition und ihre nationale Kultur aiifjugeben und sich in Zu- ■Irnft (wie diese Völker jetzt befürchten), als Serben zweiter Klasse zu empfinden. Dieses Ziel der Re- lorm verbirgt sich nach Ansicht der Kroaten und Slowenen nun hinter einem ziemlich naiven Vorwand. der Begründung, die die Proklamation der Na- mensummandlung begleitete, hieß es nämlich, diese - Umwandlung wäre die Erfüllung des Traumes und bie Erreichung des Zieles des berühmten kroatischen Pi schoss von Agram, Straß mayer, eines ch'ihenden Patrioten, der sich als erster für die Verfügung aller slawischen Völker des Südens ein- qeftftt habe. Aber für jeden Serben, Kroaten und Slowenen, der die Lehren Straßmayers auch nur ?!) erflächlich kennt, ist es sonnenklar, baß das Jugoslawien des Bischofs von Agram und das jetzige Iu- )i) flaroien nur den Ncynen gemeinsam haben. Straß- naijer wollte eine politische Bereinigung der süd- lawischen Völker, die sich im Verbände der Miiste rreichisch -ungarischen Monarchie b-fanben, um gegenüber den Ungarn und den Oester- . :i-cchern eine einheitliche slawische Front zu schaffen, ' - Damit die Regierungen von Wien und Budapest ge- lionngen würden, die nationalen Rechte der slawisch en Völker in verstärktem Maße wahrzunehmen, kicser Gedanke wurde aus der sogenannten tria- isii scheu Idee geboren, nach der bie öfterrei- i)i1d)-ungari|d)c Doppelmonarchie in eine österrei- -hlsch.ungarisch-slawische Triplemonarchie umgewan- ■ bfCt werden sollte. Niemals wollte jedoch Straß- Güdffawiens Derwaltungsreform Von unserem l. bl.-Berichterstatter. iiieeeee Stadtteil' den 'S? SK Nachdruck verboten. des Tischtelephons rih. sprach französisch, mein keine SU „Eie sind doch zu Hause, Graf? lassen Sie sich dann nicht hören?" die Stimme diese Woche seiner Kehle „Cher ami,“ „ich denke noch erlegen." Er vermochte entpressen. 15. Fortsetzung. Lösegeld zu Antwort zu — Warum „Wann kommen Sie?" stieß er heraus. „Ich überlasse es Ihnen, Tag und Stunde bestimmen." „Dann am Sonntag!" „Ia! - Zeit?" „Zwischen sechs und sieben Uhr morgens." aufgeschreckt. Ein Dienstmann brachte ein kleines, orgfältig verschnürtes Päckchen. Cs enthielt den Rahmen, welcher Drunhildes Photo umschlossen hatte. Mit einem Fluch schleuderte er ihn in die Ecke, daß das Glas zersprang. Wenn dieser junge Mensch sein Sohn wäre! Oder sein Sohn würde! Um den Gedanken, die ihn durch ein Labyrinth von verbrechen und Sünde führten, zu entrinnen, ließ er sich seinen Braunen satteln und von diesem durch die Sommernacht tragen. lichkeit zu treten." ** 120 Kilometer Stundengeschwindigkeit! Ein Versuchszug mit 120 Kilometer Stundengeschwindigkeit verkehrte in der Zeit vom 27. bis 29. November auf der Strecke Frankfurt— Bebra und zurück. Die Versuche galten indes weniger der zu erreichenden Höchstgeschwindigkeit von 120 Stundenkilometern, als der Ausprobierung der Geschwindigkeit, mit der Kurven befahren werden können. Auf der Maschine des mit unheimlicher Geschwindigkeit daherkommenden, aus nur vier Sonderwagen bestehenden Zuges befand sich eine technische Kommission, für die ein besonderer technischer Hilfs- und Unfalldienst auf der ganzen Strecke eingerichtet war. Licht- undDerkehrStag in Bad-Nauheim 4 Bad-Nauheim, l.Dez. Zum erstenmal ist für den Silbernen Sonntag auch für hier die Durchführung einer größeren Werbeveranstaltung. eines Licht- und Verkehrstages, geplant. Die rührige Vereinigung der Einzelhändler gab die Anregung, und der Vorstand erhielt in einer stark besuchten Mitgliederversammlung die Zustimmung zu den vorgelegten Plänen, nachdem Stadt und Bad - undKur- Verwaltung ihre Beteiligung an der Veranstaltung in entgegenkommendster Weise zuge.« sagt haben. Die Bad- und Kurverwaltung wird an verschiedenen Stellen ihres Bereichs große Christbäume aufstellen, ferner den Sprudelhof und die Sprudel bengalisch beleuchten und auch durch Beleuchtung des Iohannisberges mitPech- sackeln zur wirkungsvollen Gestaltung des Licht« festes beitragen. Die Stadt will durch Aufstellung von Christbäumen und festliche Schmückung einer alten Linde an der oberen Parkstrahe für eindrucksvolle Lichteffekte sorgen. Die Konzerte der Kurhauskapelle finden durch Lautsprecher Übertragung nach der Stadt. Die Geschäftswelt selbst, die nach einem bestimmten Schlüssel die zur Finanzierung nötigen Geldbeträge von den Beteiligten erheben wird, veranstaltet einen Schaufen st erwettbewerb, bei dem die Bewertung durch Stimmkarten des Publikums erfolgt. Außer dem Schaufensterwettbewerb soll für die Käufer eine Prämienverteilung stattfinden. Der vorbereitende Ausschuß, dessen Pläne die allgemeine Zustimmung weitester Kreise finden, verspricht sich von der Veranstaltung zumindest einen großen moralischen Erfolg. Diebstähle in Oberheffen. v. Londorf, 30. Nov. In der Nacht zum Samstag wurden dem Schlossermeister Deckel dahier 9 schwarze, reinrassige Hühner aus seinem Hühnerhaus gestohl'en. Hoffentlich gelingt es der Gendarmerie, den oder die Täter ausfindig zu machen. Es sollen in letzter Zeit schon öfter Hühner und Enten abhanden gekommen sein. Q Gambach, 30. Nov. In der Nacht zum Samstag wurde im hiesigen Bahnhofsge- bäude ein Einbruch verübt. Der Dieb gelangte in den Stationsraum, den er durchsuchte. Auch dem nebenliegenden Güterraum, in dem angekommene Güter aufbewahrt wurden, stattete er einen Besuch ab, wo er einige Pakete durchwühlte und ein Paket mit Tabakwaren mitgehen hieß. Bares Geld konnte er nicht finden, da der Stationsvorsteher die Geldkassette mit in seine Wohnung genommen hatte. Auch in den benachbarten Stationsgebäuden von Oberhörgern und Münzenberg wurde in derselben Nacht eingebrochen, so daß die Vermutung naheliegt, daß sämtliche Diebstähle von ein und der- selben Person ausgeführt wurden. Hoffentlich gelingt es, den Dieb dingfest zu machen. I zielt werde' scllschast toi stunMhigk • Dank bietet 7C dienst vom ' /ich feine Za die Firma ! Abschreibung Bewußtsein. „Wovor willst du mich warnen, Akab?" Der Hindu sah, wie die Knie seines Gebieters auf- und niederwippten und betrachtete ihn mitleidig „Ich dachte nicht, Sahib, daß du solche Furcht vor mir empfinden würdest." „Ich bin nur überrascht, Akab." Anstetten hatte sich nun soweit in der Gewalt, daß er aufstand und einige Schritte auf den Inder zumachte: „Droht irgendwelche Gefahr, vor der du mich warnen willst?" Der Hindu nickte. „Während du hier träumst, Sahib, geht die Frau, die du liebst, ihrem Schicksal Entgegen. — Noch kannst du sie zurückholen." „Drunhilde?" »Ia!" „Sie schläft noch!" „Nein! Du kannst dich überzeugen, Sahib." Anstetten wollte nach Akabs Arme fassen und traf ins Leere. Tonlos heiser rief er dessen Namen. „Ja, Sahib! — Du mußt nicht nach meiner Seele greifen wollen! Sie ist so körperlos, wie die deine. Aber es bleibt dir nicht mehr viel Zeit, wenn du sie retten willst. Sie geht bereits über die Wie,en nach der Stadt. Zögere nicht länger." Der Baron starrte mit weitoffenen^ Augen. nach dem Schreibtisch und hielt die Fäuste an die Schläfen. „Akab!" f s t Die Stelle, wo der Hindu gestanden hatte, war leer. Im Dorfe hatten die Glocken ausgeläutet. Eine Hummel taumelte ins Zimmer und fiel schwer in den Kelch der dunklen Samtrose, die in einer der Vasen stand. Rixa lag schlaftrunken auf dem großen Fell neben dem Divan und streckte die Füße von sich. , Anstetten rief ihren Namen. Sie schnellte auf und schoß nach der Türe, auf welche er eben zuging. Cs war ihm lieb, daß er auf dem Korridor dem Zimmermädchen begegnete und es fragen konnte, ob die gnädige Frau im Frühstückszimmer sei. Sie knixte höflich. „Die Frau Baronin kämen Sonntags immer erst gegen zehn Uhr herunter." Er nickte und verließ das Haus durch die Türe, die nach dem Park ging. Erst als er sich außer Sehweite des Schlosses wußte, begann er zu laufen. „Such, Rixa! Such!" Die Hündin setzte vor ihm her über die stoppeligen Wiesen, sprang in den Fluß, den sie der Breite nach durchschnitt und kam unterhalb wieder heraus. Er schrie sich heiser. Sie horte nicht mehr. Erst als die äußersten Villen der Stadt in Sicht kamen, traf er sie mit hängendem Kopf und lechzendem Maule auf einem Seitenwege stehen. „Rixa, was bist du für ein dummes Mädchen!" Baron Anstetten hielt Sonntagsruhe in der Stille seines Arbeitszimmers. Er hatte unter der Hitze Indiens kaum mehr gelitten, als unter der sengenden Glut der letzten Wochen. Dazu die ungewohnte Beschäftigung, frühmorgens drei Uhr aus dem Bett zu steigen und dann bis in den Mittag auf den Feldern tätig zu sein. Am Nachmittag desgleichen. Er war schmaler geworden und sühlte ein Müdesein, das ihm zuweilen alle Muskeln lähmte. Ein paar Tage noch, dann war dis Ernte unter Dach, dann würde er nicht mehr so überlastet sein. Vom Dorf herüber läuteten die Glocken. Eine Mahnung, daß es noch andere Dinge gab, als abgeerntete Weizen- und Kartoffelfelder. Daß man so furchtbar müde sein konnte! An- stettens Kopf glitt willenlos gegen die Lehne im Rücken. Der Stuhl war dicht an das große Mittelfenster gerückt und dessen beide Flügel weit zurückgeschlagen. Ein unbestimmtes Etwas ließ ihn das Gesicht zur Seite wenden. Das Wort im Munde erstarb. „Akab!" Der Hindu stand unweit von ihm an den Schreibtisch gelehnt und lieh den Blick aas dem Ueberraschten ruhen. „Warum erschrickst du, Sahib? — Du hast mir doch erlaubt, daß ich dich ab und zu besuchen komme?" Der Baron rang nach Fassung. „Ist irgend etwas Unvorhergesehenes geschehen, daß du die Reise hierher gemacht hast?" „Nichts, Sahib! — Cs ist alles in Ordnung. In Dardschiling blühen die Balsaminen auf dem Grab des Toten. Das Haus in Benares ist versperrt und deine Freunde verständigt. Du wärest nach China weggereist." „Akab!" Anstetten fror, trotz der Schwüle, die zu den Fenstern hereinkam. „Mit welchem Dampfer bist du herübergekommen?" „Mit keinem! - Ich liege in Dardschiling in meiner kleinen Mansardenstube. Nur meine Seele ist bei dir, dich zu warnen, Sahib." Anstetten griff nach dem Buche, das vor chm auf dem Tische lag und befühlte den Deckel, ob er träume. Cr war vollkommen wach und bei breitet werden, ist für den 9. Dezember vorgesehen. Die endgültige Entscheidung liegt in Händen der Generalversammlung, deren Termin erst von der Aufsichtsratssihung anberaumt werden muß und unter dem Gesichtspunkt erfolgen dürfte, daß den beteiligten Städten und Provinzen genügend Zeit zur Vorbereitung ihrer Stellungnahme bleibt. Die Woche vor dem Ultimo hat am Geldmarkt eine gewisse Anspannung gebracht, die schließlich auf Grund des verstärkten Angebotes am Privatdiskontmarkt zu einer Heraufsetzung des Satzes um i/s auf 7 Proz. führte. Diese Anspannung hängt, abgesehen von den gestiegenen Fälligkeiten bei der Reichsbank, vor allem mit der stets vorhandenen Geldnachfrage der Kommunen zusammen, die sich auch in der vorhergehenden Woche am Geldmarkt bereits bemerkbar gemacht hatte. Der Monatsgeldmarkt und der Tagesgeldmarkt zeigen allerdings nur die vor dem Ultimo üblichen Anspannungser,chei- nungen. Es wird jedoch mit einer raschen Entlastung nach dem Ultimo, wie wir sie in den vorangegangenen Monaten gehabt haben, nicht zu rechnen fein, da im Verlauf /Monats Dezember sich bereits der Bedarf an Geld für das Weihnachtsgeschäft bemerkbar macht und auch im übrigen die Voreindeckungen für den Iah« resultimo, der zeitlich mit dem Dezemberultimo zusammenfällt, in größerem Umfange schon frühzeitig cinzusehen Pflegen. Ob der Iahre^ Ultimobedarf des Reiches für den offenen Gel> markt eine ausschlaggebende Rolle sp.elen to.rü, ist eine Frage, deren Beantwortung davon abhängt, wie sich das Reich die nötigen Gelder beschaffen wird. Eine Aeußcrung des Reichsfma/'- ministers liegt bisher nicht vor. Man geht wo:)l nicht fehl in der Annahme, daß das Reich sch wiederum wie schon einmal einen Ueberbrückungs« kredit bei den Banken besorgen wird, um über seine Kassenschwierigkeiten wenigstens vorübergehend Hinwegzukommen. Dies ist um so toaijr* 1 scheinlicher, als es den Banken ihrerseits mbg.ch Das Erbe -esHerrnvonAnstetterr Roman von 3- Schneider-Foersil. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa. Wirtschaft. Festeres Aussehen des Geldmarktes. ' ffufio ffiulion der • '^Hn-Konzeri ^ralDcrfamm ■oi< Heidel ibn! M. , mehmigt. - - 3$. erkbii htm Geschah Mäste im «Nassau, 1 genehm' mN des 2 ' Mlslossene v I ajne deutliche Wrikniflhren M114 Mark M.n Betriebs fiel! auf ' l'lichen IW1 2 geführt. Die Steigerung betrug hier gegen den Vormonat 0,31 v. H. _ " Berechtigt freiwillige Buchführung das Finanzamt zu einer Buch- undBetriebsprüfung? lieber dee Frage geben die von dem Bücherrevisor Hermann Will, Gießen, herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (November-Ausgabe) folgende Aufklärung: Ein Recht der Finanzämter auf Vornahme von Buch- und Betriebsprüfungen ist nach einer Reichsfinanzhofentscheidung (18. Oktober 1929 l — IV A 177'29) nur dort gegeben, wo eine gesetzliche Buchführungspslicht besteht, also nicht bei Handelsbetrieben, die freiwillig Bücher führen. Solche sind nur verpflichtet, für Ilmsatzsteuerzwecke Aufzeichnungen über die umsahsteuerpflichtigen Lieferungen und Leistungen zu verlangen. Eine Buchprüfung kann also nur für Zwecke der Umsatzsteuer vorgenommen werden. Dabei kann nur die Vorlegung der Schriftstücke und Geschäftsbücher gefordert werden, die für die Umsatzsteuer von Bedeutung sind. Als solche können auch Bücher in Frage kommen, die freiwillig zum Zwecke der Crtragsermittelung geführt werden, wenn sie Eintragungen enthalten, die sich auf umsahsteuerpflichtige Lieferungen beziehen. Andere Bücher, z. B. solche, die lediglich Ausgaben enthalten, brauchen nicht vorgelegt zu werden. ** Spihenverbände und Hilfswerk für die Wolgadeutschen. Dem Lendes- verband Hessen des Vereins für das Deutschtum im Ausland (V. D. A.) erhalten wir folgende Mitteilung: „Die charitativen Verbände, vertreten durch das Rote Kreuz, und die Deutschtumsverbände, vertreten durch — V. D. A„ sind zu einer Aussprache über ein gemeinsames Vorgehen in der Hilfsaktion für die Wolgadeutschen zusammengetreten, die folgendes Ergebnis hatte: Für den V.D. A. kommt eine eigene Sammeltätigkeit zunächst nicht in Frage Jedoch hat er seine Gruppen angewiesen, die dem Roten Kreuz übertragenen charitativen Hilfsmaßnahmen, die sich auf die in Deutschland eingelrofienen Auswanderer beschränken werden, werbend und nachhaltig zu unterstützen. Der V. D. A. wird auch weiterhin in enger Verbindung mit allen maßgebenden behördlichen und körperschaftlichen Stellen die Entwicklung der rusiischen Auswanderers rage beobachten und behält sich vor, gegebenenfalls mit einem eigenen Aufruf vor die breite Oeffent- Ä W .Vf8 Sie heulte auf und sprang an der Umgittc- rung eines Parkes hoch, machte kehrt und bellte gegen das grünlackierte Gestänge. „Sei still," schalt er ärgerlich. Er suchte nach einer Bank und fiel erschöpft darauf nieder — Wenn er am Ende doch nur geträumt hattet Wenn es nichts als eine Halluzination gewesen wäre? Derartiges sollte es ja geben. Er hatte schon des öfteren darüber gelesen und cs mit einem Lächeln abgetan. Aber Akab! — Rein, Akab war wirklich und wahrhaftig dagewesen, hatte vor ihm gestanden und mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dah Brunhilde sich in Gefahr befinde. In Gefahr! — Wie rätselhaft das alles Hang! Kirchgänger schritten an ihm vorüber. Er konnte hier nicht sihenbleiben. Rixa trottete ge- horsam neben ihm her, als er jetzt, einen Rasen überquerend, nach dem Inneren der Stadt ein- bog. Zu toll, wenn er einem Spuk zum Opfer gefallen wäre! . Er ging an den Dillen vorüber, welche tn tiefster Sonntagsruhe hinter verschwiegenen Gittern träumten. „Oerhen" las er. Die Gestalt des Herrenreiters drängte sich in fein Erinnern. Ob er noch immer der schöne Mann war, der mil feiner Apvlloerscheinung Frauen und Mädchen bezauberte? Ganz deutlich sah er dessen schmal« Gesicht vor sich, in dem die dunklen Augen so irisierend brannten, dah mehr als ein Herz darüber zerbrochen war. „Rixa!" Er fuhr nach dem Halsband, das f« trug und zog sie zu sich heran. Sie heulte markerschütternd, rih sich los und sprang gegen dar Gitter, das in halber Höhe das Oertzensch« Wappen trug. , Es war Anstetten peinlich, die Ruhe der Strayi durch das Gekläff des Tieres gestört zu wissen Aber cr konnte die Hündin nicht beruhigen Verärgert knüpfte er das Halsband an die Leine die er in der Tasche trug, sie dadurch zur RaM dUObcn8in dem luxuriösen Rauchsalon Ogg"* horchte ein Ohr nach dem Heulen und Klaffen „Was ist, Drunhilde?" Die schöne Frau war aufgesprungen, eilte a - das Fenster und nahm die Madrasgaromv. etwas zur Seite. Ein völlig blutleeres Gesiw- sah dem Grafen entgegen, als er jetzt, neben 1= tretend, auf die Straße blickte. , „Wer hat ihm verraten, dah ich fjier innr Oerhen erblaßte. „Sie müssen einen Spion v» Hause haben, Baronin." „Ich nicht! — Aber Sie, Graf Oerhen! Er beherrschte sich mühsam. „Wenn man em Sohn hat, wie Sie, Drunhilde —'“ - „Was ist dann?" Ihre Augen schillerten C« hatte die Dorhänge zurückfallen lassen und sia nun Brust an Brust mit ihm. (Fortsetzung folgt.) -s, b-n ' w jn aieu anseyem Wirts' ILtffattotcn tk.r Frage iß Es 1 m-rabe 'N J &n $un fe*” A'ürlvortende Nrn hoch"^ V-eben an. Auf einen Blick entfernte er sich wieder. Erschöpft fiel Oerhen in feinem Arbeitszimmer auf den Stuhl vor dem Schreibtisch und suchte mit dem Blick nach dem Bilde, zu dem seine Wege duhende Male am Tage gingen. Cs fehlte an dem gewohnten Platz. Soviel er sich auch umsah, er konnte es nicht entdecken. Sollte einer der Domestiken? Nicht möglich! Auf sein Läuten kam der Diener und versicherte, daß es noch heute morgen hier gestanden habe — sogar vor einer Stunde noch. Wenn er nicht irre, sei es noch dagewesen, als der junge Herr von Anstetten gekommen war. „Cs ist gut!" Oerhen begriff. Bernd hatte sich nicht gescheut, zum Sieb zu werden und das Bild seiner Mutter aus seinem Hause wegzuschassen. Wenn es gelänge, diesen Knaben für sich zu gewinnen? Seine Gedankengänge wurden ein Gewirr von Erwägungen, aus welchen ihn erst das Klingeln gesuchte Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft ohne Ausschank geistiger Getränke tm Hause Kaiserstraße 127 zu Friedberg zu erteilen unter der Bedingung, dah die Kaffeewirtschast an Markt- und Sonntagen nur von 7 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags geöffnet gehalten werden darf. Die Kosten des Derfahrens wurden dem Antragsteller zur Last gesetzt und der Streitwert auf 1000 Mk. festgesetzt. -Als dritter Punkt der Tagesordnung wurde die Klage des Christian Steuernagel in Bad-Nauheim, Lutherstraße 3, gegen die Stadt Bad-Nauheim wegen Heranziehung zu den Straßenbaukosten verhandelt. Der Kläger war anwaltlich vertreten. Ferner war die Stadt Bad-Nauheim vertreten. Der Dertreter des Klagers war der Ansicht, daß nach Art. 21 der Allgemeinen Bauordnung und §5 des Ortsbaustatuts die Anforderung der Stadt nicht zu Recht bestehe, und bemerkte, daß das Anwesen des Klägers, das als wirtschaftliche Einheit zu betrachten sei und zwischen Mittelstrahe und Lulher- straße liege, einen Ausgang nach der Mittelstraße seit deren Anlage im Iahre 1912 gehabt habe. Ruch stünden Lagerhaus und Garage weit hinter der Baufluchtlinie der Mittelstrahe zurück, so dah hierdurch eine Heranz'ebung zu den Straßenkosten nicht gerechtfertigt sei. Er erflärte sich evtl, damit einverstanden, 25 Prczent der Straßenkosten, die im Iahre 1912 entstanden sind, zu bezahlen, entsprechend den Aufwertungsbeltimmungen. Der Dertreter der Stadt schilderte eingehend auf Grund der gesetzlichen Bestimmungen die Der- pflichtung zur Zahlung des vollen Straßenkostenbeitrags. Der Provinzialausschuh wies die Klage als unbegründet zurück und verurteilte den Kläger unter Festsetzung des Streitwertes auf 1616 Mark in die Kosten des Verfahrens. Als vierter bzw. fünfter Punkt der Tagesordnung wurden verhandelt 1. die Klage des Bezirksfürsorgever- ba ndes der Stadt Gießen gegen den De- zirkssürsorgeverband des Kreises Schotten wegen Erstattung von Fürsorgeaufwendungen für Georgine Mai aus Frankfurt a. M. und 2. die Klage des Dezirksfürsorgeverbandes Dieburg gegen den Bezirkssürsorgeverband Friedberg wegen Erstattung von Unterstüt- zungskosten für die Konrad Heuschkel Ehefrau aus Petterweil. In der ersteren Streitsache wurde die Klage als unbegründet zurückgewiesen, in der zweiten Sache wurde der Klage stattgegeben und der Beklagte verurteilt, dem Kläger 693 Mark zu zahlen, ferner die demnächst entstehenden Konten zu tragen und außerdem dem Kläger 25 Prozent von 690 Mark Mehraufwand zu ersehen. Der Beklagte wurde ferner in die Kosten des Verfahrens verurteilt. • "DerHess. LandesverbandzurDe- kämpf ung der Tuberkulose (Heilstättenverein) hält seine diesjährige Hauptversammlung am Mittwoch, 11. Dezember, im Sitzungssaal der Landesversicherungsanstalt in Darmstadt ab. ** Der Krankenstand im Monat Oktober. Am 1. November waren im Haupt- verband deutscher Krankenkassen (Sih Berlin) bei einer Mitgliederzahl von 5 799 251 (3 087 685 männlich, 2 711 563 weiblich) 3,85 v. H. (3 93v. H. männlich, 3,78 v. H. weiblich) ecwerbsun ä ig Erkrankte vorhanden. Die Kurve hat also ihre ansteigende Tendenz auch im Oktober beibebalten, wenngleich die Steigerung eine geringe (0,6 v. H.) war. Die Allgemeine Ortälranlen.aje Gießen (Stadt) hatte bei einer Mitgliederzahl von 10 416 (5633 männlich, 4783 weiblich) einen Krankenstand von 3,81 v. H. (3,71 männlich, 3 93 weiblich), mithin gegen den Stand vom 1. Oktober eine Steigerung von 0,33 v. H. Bei der Allgemeinen Ortskranken a,fe Gießen (Land) waren 7907 Mitglieder (5320 männlich, 2537 weiblich) vorhanden, davon wurden 3,17 v. H. (2,86 v. H. männlich, 3,83 v. H. weiblich) als erwerbsunfähig Aus drr Provinzialhcuiptstavt Gießen, den 2. Dezember 1929. Provinzialausschuß-Sihung. Am Samstag fand im Regierungsgebäude zu Gießen eine öffentliche Sitzungdes P r v- vinzialausschufses der Provinz Oberheffen statt. Als erster Punkt der Tagesordnung stand zur Verhandlung die Beschwerde der Reinhold Kölsch II. Eheleute in Beienheim gegen den Bescheid des Dezirkswohnungskommissars des Kreises Friedberg vom 11. Mai 1929 wegen Fest- setzung des Enteignungspreises. Der Bezirks- wohnungskommissar des Kreises Friedberg enteignete durch Bescheid vom 11. Mai 1929 den Reinhold Kölsch H. Eheleuten zu Beienheim gehöriges Hosreitengelände, und zwar 400 Quadratmeter, zugunsten der Adolf Köhler Eheleute daselbst, die hierauf einen Neubau errichten wollen, und setzte den Eni. , iungspreis auf 2,50 Mk für den Quaöratmete. fest. Gegen diesen Bescheid verfolgten die Kölsch Eheleute Beschwerde mit dem Eintrag, den Enteignungspreis auf mindestens 5 Mk. festzusehen. Beide Parteien waren in der Verhandlung anwaltlich vertreten. Der Bezirkswvhnungslvmmi sar nebst Dausachverstän- digen machen geltend, daß unter Berücksichtigung der in der letzten Zeit getätigten Geländeverkäufe ein Cnteignungspreis von 2 Mk. für angemessen zu erachten sei und daß durch einen Mehrpreis von 0,50 Mk. die besonderen Verhältnisse, die dem Grundstück einen etwas höheren Wert geben, zur Genüge berücksichtigt seien. Dem gegenüber wandte der Vertreter der Beschwerdeführer ein, daß für dieses wertvolle Hosreitengelände ein Enteignungsprcis von 2,50 Mk. viel zu niedrig sei, da die Kölsch Eheleute sehr geschädigt würden, zumal Köhler dicht an ihr Wohnhaus heranbauen würde und hierdurch die Möglichkeit gegeben fei, seinen Nachbarn mit allen möglichen Schikanen, insbesondere durch Beeinträchtigung von Licht und Luft zu belästigen. Er beantragte den Enteignungspreis auf 5 Mk. pro Quadratmeter festzusetzen. Der Vertreter der Gegenseite führte aus, daß eine Schädigung des Nachbars überhaupt nicht in Frage komme, daß dieser vielmehr später nur Vorteile haben könne. Was der Wert des Geländes betreffe, so sei zu bemerken, daß gleichwertiges Gelände in der Nähe zu 2,50 bis 2,70 Mk. pro Quadratmeter abgegeben worden fei. Der Provinzialausschuß kam zu keinem abschließenden Urteil. Er beschloß, das Verfahren auszusetzen, um den Beteiligten Gelegenheit zu n»ben, durch Eintragung einer dinglichen Sicherung die Möglichkeit einer späteren Beeinträchtigung der Licht- und Luftzufuhr am Wohnhause der Beschwerdeführer auszuschließen. Als zweiter Punkt der Tagesordnung kam zur Verhandlung das Gesuch des Bäckermeisters Gust. Weisensee in Friedberg um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft im Hause Kaiserstraße 127. Dieses Gesuch wurde in den letzten Iahrcn bereits zweimal von dem Pro- vinzialausschuß verhandelt und abgelehnt. Nachdem nun das Polizciamt Friedberg gegen die Genehmigung nichts einzuwenden hatte und auch das Kreisamt Friedberg trotz gewisser Bedenken gegen die Person des Antragstellers dem Pro- vinzialausschuh die Entscheidung überlassen wollte, erkannte der Provinzialausschuß nach geheimer Beratung zu Recht, dem Antragsteller die nach- on Ä fii .“n 1929 /«rtittn. iv . '6n- pfn.r ’lM Wit CÖ-* No ®$Iot Wd?*fd,lei .Dl xm-.j.N io, .Utz -W Franks, lich. - Zu ■ Aormittagst | kein Gcschäs bementfpred ginn ändert Eine Son! anteilen bieinsluhte . wieder eini . zunehmend« fqäft in etwas lei - irrten könnt Aerkaussvr- o'8 von Q dieses Pohi M wurde Mo! L sich hier eil Am Clekti 5 v. H. nod 1 v. H., A öffneten I. Nachfrage: dasGeschäs Kursaestalt und Derlus “ 1 v. H. nad lo9 heute st vernachlässig waren gut £ ncr leicht . !?'Agebes -vantwerten sagt. Aon 5 'Macher. D Aerlau' Interesse, ui „Haben Sie einen kleinen Sonnenstich?" lachte Brunhilde. „Das ist doch die Zeit, in der ein normaler Mensch noch schläft. Und —" Das Gespräch wurde plötzlich unterbrochen. Oertzen konnte den Grund nicht erfahren. Jedenfalls wehrte sich das Fräulein in der Zentrale sehr energisch dagegen, die Schuld zu tragen. Run wußte er soviel wie nichts. Kam Brunhilde oder war ihr diese Stunde tatsächlich zu früh. Vielleicht rief sie noch einmal an. Aber den ganzen Abend rasselte die Klingel nicht mehr. t , Rur gegen acht Uhr wurde er durch em Klingelzeichen im Flur in seinem Dahinbrüten Bücher unter dem Wechnachtsbaum fr 114 9 Banknoten. Berlin fliir? pur Datum 2 12 113,5 30- November 2. Dezember 24,5 62 7,8 7,8 119,5 io 21,1 19,5 ev- lu 100,25 240 90 91,5 Botflt 6 Haeff«» €1166. ßada . • 63 70 112,5 82,5 118 76 126 178 133,75 171,6 140 38 237 62,5 93,5 124 130,5 209,5 89,25 91,5 108,5 100,75 102,5 62 93,4 125,5 124.5 130 109 90,25 106,65 91,5 109 95,5 100,75 240,5 102,65 100,75 auch im Hinblick auf den Ratio- unserer Zeit von höchstem Inter- Rudolph. Das Geheimnis 16'/. Ii- IO 15 12 6 , 9 , 6 G . 8 1 6 U 6 e 38,5 236 222 160 76 277,25 215 126 195 177 135,13 91,75 155 38 236 39,25 Aniang- Kur 127 195 177,5 134 Begebenheiten selnd erzählt, nalitätenkampf esse. — S tr atz, 14,4 7,1 . 6 . b . 0 6S lu 7 60.75 93.25 125 123,75 108 211 89 106 90,25 108,5 69,6 95,75 100,75 239 101,4 99 24,5 2,9 Wtu.rsgestaltung keine einheitliche. Die Gewinne t m® Verluste gingen im allgemeinen nicht über !v. H. nach beiden Seiten. Der Montanmarkt kg heute still. Buderus und Gelsenkirchen lagen ........; Mannesmann, Rheinstahl usw. ur Dislontermästigung, welches diese in positiv - irwortendem Sinne beantwortet. Das Institut cht gegen einen Beschluß der Reichsbank in ie'er Richtung keine konjunkturpolitischen, fon- höchstens währungspolitische Bedenken als /geben an. Matritratrwcrle HSchll a. M. - 8 Miag. . . .....10 «ebr. Roeder.......10 29 182,5 21,5 19,25 1,9 7,8 7,9 7,75 15 12 18 14 io y, . 8 . v . 0 > 0 . 0 , 10 , . 0 , . 6 , 10 316 44 45,5 4,75 102 Berliner Börse Berlin, 2. Dez. Vormittags vollkommen ge- schäftslos und ohne Anregung, machte sich schon vor Beginn der Börse Interesse für Reichsbankanteile bemerkbar, in denen anscheinend wieder größere Auslandaufträge vorlagen. Sonst waren die Banken zwar ziemlich orderlos, man will aber seitens der Kulisse auf dem niedrigeren Riveau überwiegend Kaufinteresse feststellen, die glaubt, da neue Exekutionsware nicht herauslam, das) im Moment 21 19,4 21 2 7,9 8 7,85 8,9 14,5 7,15 275,75 214 125 189 176,5 134 91,4 154,25 38 235 38,75 155 68,5 147,5 319,5 119,5 222 159 19,5 69,75 317 431 44 49 derter Erbitterung geführt wird. So sind die dieses Buches, von Strobl fes- M, von den Angeboten an Auslandkrediten Ge- bciuch zu machen, ohne also den deutschen Cclbniarit wesentlich zu belasten. An den inter- icrtionalen Geldmärkten hat sich die ti,t spann un g weiter fortgesetzt: die Cntwick» ilRg an den offenen Geldmärkten in London ir.B in Reuhort läßt eine abermalige Herab- gung der Diskontsätze, um sie den Sitzen des >i«ncn Geldmarkts anzugleichen, als wahrschein- ,t» ansehen. Zweifellos tragen die in der deut- t-en Wirtschaft zur Zeit liegenden Unsicher- n isfaltoren wesentlich zu der Zurückhaltung in zc Frage einer deutschen Diskontermähigung cl Cs mehren sich aber die Hinweise, die puade in der zur Zeit herrschenden wirtschaft- i-en Beunruhigung eine Notwendigkeit für eine ^Sskontermäßigung sehen, um das -/trauen wiederher;ustellen. Doppelte Dcach- rg verdient insbesondere die Stellungnahme rä Instituts für Konjunkturforschung zur Frage Subenii ...... Deutsche Erdöl .... (hirnet Gtelnlobte . . . Geilenkirchener .... Harpener....... Hoesch Eilen...... alle Bergbau..... fllödncrroette . . . . Pöln-Acnellen . . Mannesman»-Röhren . Manssclder Bergbau . . Oberschlei. 6iicnueoarf . Oberschies. Ko'.s werke. . Phöntr Bergbau.... Rheinische Braunkohle». ................ Riebeck Montan • • • • land verheerenden Brand entzünden. Zwiespältig schillernd, nicht bloß Glaubensheld, sondern auch nationaler Agitator, erbitterter Hasser deutschen Wesens, Anführer und Verführer seines Volkes, so ist Hus der eigentliche Urheber jenes alten Streites zwischen Deutschen und Tschechen in Böhmen, der heute im Rationalitätenstaat der Gegenwart, wenn auch mit moderneren Mitteln, so doch mit kaum vermin- mg an der » lachte kehrt unM «mft-iHoti Buen.-Aires Brss.-Antw Chriftianta Kovenbaa-n Slockholin • SclfingforS. «kalten. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz •. Spanten. Japan . . . «io de Jan Wien in D-- Ceft abgesk Prag .... Belgrad - Budapest. . Bulgarien Lissabon Tanrig. . . .ffonftantin. Alben. . . Tanada - Nrn uay • . Tatro . . • 1 Geldmarktes. > bat am (Mharll ■ Tracht, die schlich, iten Angebotes m herausschlmg bei führte. Diese Li« oon den geslicgenkn anf, vor allem mit 1 lachftoge bet Rom« mch in bet Derber« j irit bereits b.-oicrk- 1 vnoLMorkt unb I ato.iigj nut bk I MmunLL'.hchü« 1 einer raschen Snl- ie wir sie in der /habt haben, nich tlaus bes IRonati ars an iic Firma ihren Gläubigern bei weitgehenden Abschreibungen eine Quote von 70 Prozent. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Dez. Tendenz: freund- lii> — Zu Beginn der neuen Woche war im Io cmittagsverkehr mangels jeglicher Anregungen Mein Geschäft zu verzeichnen. Die Tendenz neigte ^entsprechend nach unten. Zum offiziellen Be- (T.nn änderte sich jedoch die Situation zum Guten, öne Sonderbewegung in Reichsbank- lau teilen gab der Börse das Gepräge und he influhte die Gesamttendenz günstig. Auch sollen leiebcr einige Aufträge vorliegen, so daß bei -errehmender Zuversicht der Spekulation das G e - l|d) a f t in S p e z i a l w e r t e n zeitweise c! rvas lebhafter war. Besonders hervor- neten konnten Reichsbankanteile: eine größere Icrkaussorder soll zurückgezogen worden sein, «K von Auslandseite stärkeres Interesse für iiests Papier bestand. Auch vom Berliner Markt tu rde Material von Frankfurt gesucht. Es ergab hh. hier ein sprunghafter Gewinn bis zu 13 v. H. Itr Elektromorkt konnten Siemens mit plus ■ 5 d. H. noch kräftig anziehen. Schuckert gewannen 1 d, Sy, AEG. 1,5 D. Sy Am Chemiemarkt er- i‘freien I.-G.-Farben bei ebenfalls etwas regerer lmHfrage 2,25 v. Sy fester. Sonst war im übrigen faZGeschäft nicht nennenswert groß. Auch war die ** Genossenschaftsbank für Hessen- iassau, Wiesbaden. Die Generoloersamm- Img genehmigte einstimmig die Bilanz und die Be- des Vorstandes und Aufsichtsrates für das kr'lofi'cne Geschäftsjahr. Alle Darlegungen lassen rn k deutliche Aufwärtsbewegung der Bank nach den riienjahren erkennen. Von dem Reingewinn von 114 Mark werden 10 o. H. der Reserve, 10 v. H. i n Betriebsrücklagen überwiesen und 9 v. H. Zin- •| i auf die Geschäftsanteile ausgeschüttet. Die restlich m 1195 Mark werden vorgetragen. Utz Sü,j4t s WÄj kheffen. ’ Dacht in, i^5übnd;; ’JJlen m ktjt« abbanbtt ^Lniafsie. gelarci, 'suchte. Auch t» dem angetommi?! 5 ««men Wem ein «ates Selb Ion« ^Vorsteher bie U 9 genommen bat Qhon«gebäuben vr «nberg würbe" daß bie SBermute "e von ein unb te '• Hoffentlich gely -02,5 2 12 102,75 52,25 181 188 303,5 170,75 79,25 61,25 69,75 114 Bereinigte Slahlw 77 Ctaöi Minen Rai werke Bicherlleben . Ra. werke Wesi. egetn . RaJiroer t GaUOetrutlü . ?. ® Farben-Iavllstrt« . Dynamit Nobel . . . . Scheiveanllalt. ... . Goldlchmivl..... Rüigerewerke..... Metallaeiellichajt . . . Phlltpp öonmann Semen werk beidekberg . Eemeniwerk QarKtaDt . iÖaoB « lirrtz ag Gdmitbeu Patzenyofer . Cftoerte....... 8er. G.anzstofi . . . . Bemberg...... • ßellttoii Waldhol . . . Zellstoii aidiaifcnbutg . Eharlottenburger Waner Deliauer @ai . - . Daimler Motoren . . . Deuttche Linoleum . . Matchinenbau 21.-0. . . ÖJi-cö-ne Äl ij t . tuoro. Loew . . . Rat. Automobil . . . . Otenfiein 4 Soppel . . VonbatD Tietz . . . . SvenSka . . e • e siranp. Maichinell . . < Grttzner ...... Heyligenüaedt . . . < Nungyan«..... Lechwerke. 30 11 1ÖT 52,25 179,25 187 302,9 170,25 80 63,25 69,5 112 83,25 Frankfurt a TI Lchwv-! un- durchschnittlich Gewinne bis zu 3 v. H. 3m Vordergründe standen 3.-G.-Farben, Siemens, Schuckert und, wie schon erwähnt, Reichsbankanteile. Auch Montanwerte traten jetzt etwas mehr hervor, die Besserungen blieben aber gering. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1761, gegen Pfund 20,388, gegen Paris 123,8550, gegen Mailand 92,1850, London gegen Kabel 4,8790, gegen Madrid 35,75, gegen Holland 12,09. — LeopoldZiegler: Der europäische Geist. 149 Seiten 8". 1929. Otto Reichl Verlag. 6 Mk. (175). — Ziegler spricht in drei Vorlesungen über die Zukunst des europäischen Geistes. Sie hängt nach ihm davon ab, ob das gegenwärtige Europa die religiöse Funktion als solche endgültig absterben läßt oder nach der beklemmenden Pause seiner Religionsstarre diese Funktion nochmals aus der Wurzel belebt. Wie det Verfasser seine These von der Wiederbelebung der religiösen Funktion aus der geistesgeschichtlichen Vergangenheit und der gegenwärtigen Lage Europas begründet, das muh man selber in diesen aus weiten Horizonten geschriebenen Vorlesungen sehen. Cs gehört ein gewisser Mut dazu, mit Ziegler an ein kommendes neues Mittelalter zu glauben. — Fürstenbriefe an Rapoleon I. Herausgegeben von Friedrich M. Kircheisen. Briefe deutscher Fürsten und Fürstinnen. Mit 6 Bildnissen und 6 Brieffaksimiles. Ganzleinen 14 RM. Verlag der 3. G. Cotta'schen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart. (561). — Friedrich M. Kircheisen, der verdienstvolle, unermüdliche Rapoleonforscher, übergibt mit dieser Sammlung der wichtigsten und charakteristischsten Briefe, die einst deutsche Fürsten an den großen Korsen gerichtet, der Oeffentlichkeit ein Werk von großem historisch-politischem und kulturpsychologischem 3nteresse. Die Briefsammlung gibt ein außerordentlich eindrucksvolles Bild der napoleonischen Zeit. Die wichtigen Staatsentscheidungen, die 3nterna dec Kabinette, die persönlichen Pläne, Wünsche, Hoffnungen und Enttäuschungen der einzelnen Monarchen, ihre menschlichen Vorzüge und Schwächen, Würde und Selbstbewuhtsein, Schmeichelei und Servi- lismus, alles dies kommt in den Briefstücken zum unmittelbaren Ausdruck. Wichtiges politisches und persönliches Geschehen ballt sich zu einem erschütternden Geschichtsbilde zusammen. — Friedrich von Stendhal: Lucien L e u w e n. Taschenausgabe auf Dünndruckpapier. (3nsel-Verlag zu Leipzig.) (415.) — Die herrliche achtbändige Stendhal-Ausgabe des 3nsel- Verlags erreicht mit diesem großen Roman, der bisher nur als verstümmeltes Fragment vorlag, seinen Abschluß. Eine überlegene Satire auf das Frankreich des Dürgerkönigtums, so witzig und geistvoll, daß sie allein uns heute noch fesseln würde, auch wenn dieser Roman in der Gestaltung der Leidenschaft eines jungen Herzens und der edlen Verwirrung der 3ugcnd, des ewigen Kampfs zwischen Geist und Gefühl, zwischen Realismus und Romantik, nicht daneben noch große psychologische Reize aufwiese. — Gabriele d'Annunzio: Feuer. (Hh- Perion-Verlag, Leipzig.) Geb. 7 Mk. (381.) — Der berühmteste Roman des berühmtesten Dichters des modernen 3talien in neuem Gewände: die poetische Verklärung der Liebe des Dichters zu der großen Tragödin Eleonora Düse, ein einzigartiger Zusammenklang von Leidenschaft und Glut romanischer Menschen und romanischer Landschaft. — 3ljaEhrenburg: Visum derZeit. Deutsch von Hans Ruoff. XII und 266 S. 8°. Gebunden 8,50 Mark. Paul List, Verlag, Leipzig. (634.) — Lebendige, zum Rachdenken anregende Betrachtungen und Er'ählungen eines Dichters der russischen Moderne: Rundblick über das Europa unserer 3ahre, Wendeblick auf das wachsende Amerika: ein unvoreingenommenes, mit scharfen Augen und weiter Perspektive geschriebenes Buch. — Karl Hans Strobl: Die Fackel des Hus. Roman, Leinenband 9 Mk. Verlag L. Staackmann, Leipzig (562). — 3n die Dunkelheit der scholastisch befangenen Geister, in die Verwirrung der reformbedürftigen Kirche hinein leuchtet die Fackel des Hus, aber sie bringt kein reines Licht, sondern düster schwelende Glut, deren Funken den großen, Böhmen und Deutsch- B iS« M KU »°1 las er- 1 M 1,1 ’mnrbi- Vf Ks Sic. •££**’* S» ft»” üdffl,L Tein Grund zu einer Beunruhigung oorNegt. Die Banken brauchten nicht zu intervenieren. Hierbei ergaben sich gegen die Samstagschlußkurse im allgemeinen nur 1- bis 1,25-v. H.-Abweichungen nach beiden Seiten, so dah die Anfangstendenz als uneinheitlich zu bezeichnen war. Während Bankaktien, Kaliwerke. Farben, Siemens, Schul- kert eher fester notierten, lagen Kunstseidewerte. Montanpapiere überwiegend schwächer. Bei letzteren verstimmte die Olblehnung des Schiedsspruches im Braunkohlenbergbau durch die Arbeitnehmer. Bemberg verloren 6v. H., ohne daß ein Grund für diese Bewegung zu erkennen war. Sonst wären noch Hirsch Kupfer (minus 4 v. H.), Ludw. Löwe (minus 3,5 v. H.) und Tietz (minus 2,5 v. H.) als schwächer zu nennen, während Karstadt (die Angestelltenkündigungen wurden anscheinend günstig beurteilt für das Unternehmen) 1,5 v. H. gewinnen konnten. Auch Metallgeseltschast lagen 2 v. H. höher Svenska plus 2,50 Reichsmark, wobei angeblich festere Londoner Anfangsmeldungen anregten, und Reichsbank plus 5,75 v. H. Schantung-Bahn waren ab heute in Reichsmark notier!. Die Rotiz versteht sich für 100 Mark: im variablen Verkehr wurde der Mindestumsah auf 3000 Mark festgesetzt. Deutsche Anleihen abbröckelnd. Ausländer teilweise etwas schwächer. Pfandbriefmarkt sehr ruhig. Liquidationspfandbriefe waren ebenfalls eher angeboten. Der Geldmarkt zeigte zunächst eine kleine Erleichterung. Man nannte Tages- und Monatsgeld mit 8 bis 10 v. H.: Warenwechsel ohne Umsatz. Rach den ersten Kursen wurde es, vom Reichsbankmarkt ausgehend, allgemein etwas fester. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M„ 2.Dez. Zu Beginn der neuen Woche war die Tendenz fester. Etwas mehr bevorzugt war Roggen und im Einklang hiermit Roggenmehl. Auch Wei'enmehl konnte mehr hervortreten. Eine Anregung boten die höheren Auslandnotierungen und das geringe Angebot von 3nlandware. Cs wurden notiert: Weizen 26,75 bis 27; Roggen 19,75 bis 20; Sommergerste für Brauzwecke 19,25 bis 19,75; Hafer, inländischer 18; Mais (gelb) für Futterzwecke 18,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0 38,75 bis 39,50; Roggenmehl 28,50 bis 30; Weizenkleie 10,75; Roggenkleie 10,75; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 31 bis 44; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 55 bis 100; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 11; Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 5,80 bis 6; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 5,80 bis 6; Treber, getrocknet 16,25 bis 16,75 Mark. Tendenz fester. Frankfurter Eiermarkt. Marktlage: Tendenz fester. Frische und Kühlhausware gut gefragt. Preise in Pfennig pro Stück (Auslandeier unverzollt ab Grenzstation, Inlandeier ab Station): bulgarische 13,00 bis 13,50; holländische 15,00 bis 22,00; jugoslawische 14,25 bis 14,50; polnische 12,25 bis 12,50; russische 13,50 bis 14,00; chinesische 11,25 bis 12,00; dänische 16,00 bis 22,00; belg.-flandr. 19,00 bis 20,00; rumänische 12,25 bis 12,50. Frankfurter Schlachtviehnrarkt. Frankfurt a. M., 2. Dez. Auftrieb: Rinder 1534 Stück; darunter 398 Ochsen, 70 Bullen, 593 Kühe, 443 Färsen, 391 Kälber, 136 Schafe, 5409 Schweine. Rinder. Ochsen: voll- fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 55—58; ältere 51—54; sonst, vollfleischig, jüngere 46—50. Bullen: jüngere, Vollfleisch., höchsten Schlachtwerts 53—56; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48—52. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 45—48, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 41—44; fleischige 34—40; gering genährte 26—33. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinber): vollfleischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts 55—58; vollfleischige 51 bis 54; fleischige 46—50. Kälber: Beste Mastrind Saugkälber 75—79; mittlere Mast- und Saugkälber 70—74; geringe Kälber 62—69. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 44—48; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 38—43. Schweine. Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 72—74; vollfleischige Schweine von zirka 240—300 Pfd. Lebendgew. 72—74; vollfleischige Schweine von zirka 200—240 Pfd. Lebendgew. 73—75, vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfd. Lebendgew. 72—74, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 70—72. Marktverlauf: Rinder ruhig, ileberftanb. Schweine ruhig, Lieberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. 30 11 iöT 53 179 187 300 169,5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 7 o.H., Lombardzinsfuß 8 v.H. Oofterrrlchilche «Joiörte.. . Ceftrrr Ellbkrr'" } i% Ocstcrreickilchk Einheitlich, fi.nte ...... , i% angarinbe Soldrle.. . . i% Lngarijche Siaaisr. v. 1910 Iih", t>e«0i. von 1913 .... \ Ingarildje fironenrte.. . . >X iürt Zollanleihe v. 1911 . i% Türkische «agvadbcchn.Anl. E-rie l..... H ie««!. Serie II 1% Rumänische «retnh. Rente Dci 1903 .... Rumänische vereinh. Rente ten 1918 ....... % liumantiche vereinh. Rente . sw 'pst Wkwiachlässigt; Mannesmann, Rheinstahl usw. ,nU^ Äinn I da ren gut gehalten, während Phönix und Klöck- Hastuzwa w i lct= Anziehen konnten. Metallgesellschaft s P ss, 1 v. H. gebessert. Zellstoffwerte unverändert. Bon : gelef^ Tointtoetten waren Reichsbank auch weiterhin ge- ka zt. Von Kunstseidenwerten waren Aku 1 v. H. Ihwächer. Renten still und eher etwas schwächer. 3in Verlause bestand für Spezialwerte weiter 3iuleresse, und es ergaben sich gegen den Anfang a ran Hurt a M Berlin Frankfurt a M Berit' -chiuß. Rur, i-Uh: SHir Schluß 1 Kurv | Ansang, "fiiir Lchmh- Kure •Uhi Kur Schluß I Kure | An sang- Kure Datum 30 11 2 12 30 11 2- 12 Saturn 30 11 2 12 30 11 2 12 ( eu sche i cO)»aiue 98,65 116 98,25 98,25 116,75 97,75 117 j lo.-Rechtcn........ tf“-i chn- Rechte 50 8,6 8,55 50,1 8,6 50,1 8,4 Barmer Banioerein .... Berliner HandclSgelcllsch. . . Eommerz- und Privat-Baru . IC 12 116 174 116 116 174 116 174,5 'm ze». Lolksstnat von 1929 ' (c-dtnhlb. 102%) 11 153 153,25 153,5 153,25 89,5 89 — Tarmst. u. Nattonalbant . • 1. 232 233 233 233,25 lb-hessen Provinz-Anleihe mH Deutsche Bank ...... 1< 149 — 149,5 149,5 47 —- — — Tieconto-Gejellschast, Ant. . IC — — — — tt/rjd), Komm. Cammelabl. Dresdner Bank...... u 147,5 — 148 148 kuieihe Serie 1 46,3 —- 40 —» Reichsbant ...... 1 263 273,5 265 269,5 111.Krauls. Hup.-Bank Goldvie 96,5 U unkündbar bis 1934 . slsi.Hranks. Hnp.-Bank Goldpse. — — — A.E.S........ 156,5 158 158,25 157,5 Bergmann ... 179 201 — e »kündbar bis 1932 ..... 85 — Elekkr. Lieserungrgelelllchasi 1' 157 282,5 157 —— iiH ö flihclnild), tzop.-Bank 79,4 Licht und Kraft . . 1' 164 — 162,5 161 klyu. Goldvie........ Reiten 4 Guilleaume.... IV, 110,5 —- 111 — P. .'Br. LandesvlaiidbrielansiaU, 98 Gel. f. Eleltr. Untern.. . . . IC 158 — 157 156,5 'iilanCbrieff R. 17..... LandespsanbbriesanOalt, 98 — — Hamb. Eleltr -Werke .... 1 — 125,9 126 95 Rhein. Elektr...... . 142 — 142 — Himm.-Cbl. R. 16..... ^.Pr. LandcspsandbrielanklaU, 95 — Schlei. Elekt' ...... IC — 149 149 88,4 Schuckert 6 Co. . ..... 11 178 — 177 178,75 Ülanddriese 81. 10..... Uj». aca. ocrmeo»-Dbligatton. mckzahlbar 1932 ...... 89 — — Siemens 4 Hauke . ... . 16 277,5 — 279 280 TranSrabio ........ . 8 — 122 122,5 — — — — Lahmeyer 4 Co....... 10 156 — 153,5 154 Berlin, 30. November Geld Amerikanische Noten ... Belgische Noten ...... Dänische Noten ........ Englische Noten ....... Franzosilche Noten ....... Holländische Noten ....... Italienische Noten. ....... Norwegische Noten....... Deutsch-Oesterreich, ä 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten ....... Schweizer Noten........ Spanische Noten ....... Tlchechoslowakische Noten..... Ungarische Noten ...... Devisenmarkt Berlin 4,163 58,21 111,63 20,325 16,425 168.06 21,81 111,68 58,60 2,00 112,00 80,94 57,43 12,33 72,80 — Frankfur 4,183 58,45 112,07 20,405 16,485 168,74 21,89 112,12 58,84 2,00 112,44 81,26 57,67 12.39 73,10 a. M. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Gelb Bries Geld Bries 168,37 168,70 168,39 168,73 1,727 1,731 1,731 1,735 58,375 58,495 58,375 58.495 111.82 112,04 111.84 112,06 111,87 112,09 111,92 112,14 112.25 112,47 112,31 112,53 10,488 10,508 10,488 10,508 21,875 21,885 21,85 21,89 20,359 20,399 20,361 20,401 4,173 4,181 4,1735 4,1815 16,44 16,48 16.44 16,48 81,03 81,10 81,025 81.185 57,74 57,86 57,64 57,76 2,044 2,048 2,044 2,048 0,491 0,493 0,490 0,492 58,73 58,85 58,73 58,85 12,381 12,401 12.38 12,40 7,394 7,408 7,397 7,411 73,015 73,155 73,025 73,165 3,016 3,022 3.014 3,020 18,83 18,87 18,80 18,84 81,40 81,56 81,41 81,57 1,918 1.922 1,893 1.897 5,43 5,44 5,43 5,44 4,127 4,135 4,127 4,135 3,996 4,004 4.016 4,024 20,88 20,92 20,88 20,92 Rundfunkprogramm. Dienstag. 3. Dezember. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Beethoven. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: «Lästige Bager: Die Batten", vorgetragen von Lehrer Tjr. Stricker (für Kinder vom 10. Jahre ab). 16: Mikrophon-Reportage aus einem Sägewerk. 16.30 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don Kassel: „Brechung des Zufalls". Dortrag von Prof. Dr. Johannes Derwehen, Bonn. 18.30 bis 19: „Thomas Hob- bes, Philosoph und Staatsmann", Dortrag von Dr. Earl Gebhardt. 19.05: Funkhochschule: „Arterienverkalkung", Dortrag von Oberarzt Dr. Spiro. 19.30: ,Die Reuhorker Effektenbörse", Dortrag von Walter C. Hanitfch. 20: Don Hamburg: Arno Holz zum Gedächtnis: Traumulus, Tragische Komödie in 5 Akten von Arno Holz und Oskar Ierschkel. 22.30: Don Stuttgart: Gesangs-Konzert. Mittwoch. 4. Dezember. 11.15 bis 11.45: Schulfunk: Musik — „Das Minnelied", vorgetragen von Studienrätin Cilla Geis, Ernst Fleischhauer. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Buntes Programm. 15.15 bis 15.45: Stunde der Jugend: „Don Feen und Hexen", vorgetragen von Rektor K. Wehrhan. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Don Mannheim: „Die Frau als Künstlerin", Dortrag von Frau Felicie Harllaub, Mannheim. 18.30: Französische Literaturproben. 18.45 bis 19: Französischer Sprachunterricht. 19.05: Senckenberg-Diertelstunde: „Reise am St. Lorenzstrom", Dortrag von Prof. Dr. R. Kräusel. 19.20: Don Kassel: Zehn Minuten Dialog aus dem Alltagsleben: „Die Unterhaltungspflicht der Kinder gegenüber den Eltern". 19.30: Roch Stuttgart: Strauß-Walzer. 20: Aus dem Festsaal der Liederhalle Stuttgart: Romantische Klavierkonzerte. Donnerstag. 5. Dezember. 12.15: Schallplattenkonzert: Musikalische Jugendstunde. 15.15 bis 15,45: Stunde der Jugend. 16 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Bücherstunde. 18.20: Stenographischer Fort, bildungskursus. 18.40 bis 19: Don Kassel: „Sonn munale Finanzfragen". Dortrag von Dr. Stadler Oberbürgermeister der Stadt Kassel. 19,05: nischer Unterricht. 20: ilcbertragung aus Berlin: Generaloberst von Seekt spricht zum 80. Geburts« tag des Gencralfeldmarschalls von Mackensen 22,30: Literarischer Abend: „Die Wellblechhütte" Erzählung von Anna Seghers. 23: Kammermusik iMßThiiftIschias, Hexend fira 1*3 v 11 schuh. Nerven« und Eckäl. 7 Mclifl.-, 3 Mutk... 1N-U-,« gier.., 5 Zimt- und Rosmarin.L.-!. 13,14 Mmibol, *00 Spirit., 400 BBaff, — tungsschmerzen. In Apo. thekm u. Drogerien erhälg. XtWW Drücken, Raufer nur bewährte Fabrikate kaufen Sie am günstigsten im Leppkttshass SSSWÄttSV Versierte, absolut selbständige Buchhalterin Zugleich erstklassige Steuotyvistin, sucht stunden-od. halbtageweise Beschäftigung in d. Erledig, buch- baltertscherArbeiten OZeuemricbt. od.Um- organisation besteh. Buchsührungenlsow. gegebenenfalls in Korresvond. «selbst, ob. nach Diktat evtl, auf eig. Maschine in ob. auster dem Hause. Schr. Ang. u. 07722 an den Giest. Anz. Wer gibt älterer, in Not geratener Frau irgend welche Arbeit? Ganz gleich welcher Art. Angeb. unter 100 postlagernd. Verschiedenes i Versucbsbund entlaufen. 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Zur schnelleren Abwicklung der Steuer- kartenausstellung und insbesondere zur Vermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, daß die Arbeitgeber die Steuerkarten für ihre am 10. Oktober 1929 in Gießen wohnenden Arbeitnehmer bei der obenerwähnten Stelle abholen lassen. Die vorherige Einreichung einer Liste, die — alphabetisch geordnet — Zunamen und Vornamen nebst Wohnung der Arbeitnehmer enthüll, ist ratsam. Ruhegehaltsempfänger und ihre Hinterbliebenen, die ihre Bezüge von auswärtigen Kassen erhalten, haben ihre Steuerkarten unverzüglich der auszahlenden Kasse einzusenden. Etwa benötigte Bogen zum Einkleben der Steuermarken sind sowohl beim Finanzamt Gießen als bei der obengenannten Stelle erhältlich. Gießen, den 2. Dezember 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Seid. Dienstag, den 3. Dezember 1929, nachmittags 2 Nhr, versteigere ich im „Löwen",Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: neun Büfetts, vier Kredenze, eine Gehrungsschneidmaschine, sechs Klaviere, vier Bücherschränke, drei Diwane, zwei Chaiselongues, sieben Schreibtische, fünf Nähmaschinen, drei Ausziehtische, zwei Standuhren, einen Teppich, ein Entbindungsbett, zweiJnstrumentenschränke, einen Eistransformator, zwei Sekretäre, eine Registrierkasse, zwei Steppdecken, zwei Bettücher, zwei Bettbezüge, vier Kopfbezüge, zwei Warenschränke, zwei Kommoden, drei Sofas, zwölf Stühle, einen Schreibsekretär, eine Schreibmaschine, zwei Vertikos, einen Spiegel, zwei Bohrmaschinen, einen Waschtisch mit Spiegelaufsatz, einen Schrank, eine Schreibladenkasse, zwei Schränkchen, zwei Küchenbüfetts, einen Kassenschrank, zwei Tische, vier Kleiderschränke, zwei Flurgarderoben, ein Aktenregal, einen Ledersessel, ein Schrankgrammophon, ein komplettes Schlafzimmer, einen Motorpflug, drei Pferde, eine Kuh, drei Schweine. 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Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorschlag wird auf 9878D Montag, den 30. Dezember 1929 vormittags 9.30 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht, Zimmer 204, 2. Obergeschoß, anberaumt. Folgende Verfügungsbeschränkungen werden dem Schuldner auferlegt: Es wird der Schuldnerin verboten, über die ihr gehörigen Grundstücke zu verfügen. Der Antrag auf Eröffnung des Verfahrens nebst seinen Anlagen ist auf der Geschäftsstelle zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Gießen, den 30. November 1929. Hessisches Amtsgericht. ^evstersevuug. Donnerstag, den 5. Dezember 1929, norm. 10'. Ubr, sollen in Treis a. Lda. bei der Wohnung der verstorb. Baltaser Rühl Eheleute sreiwtll. versteigert werden. 1 Kuh, 2 Rinder, 1 Kalb, 5 Schweine, Hübner und alle landw. Maschinen u. Geräte nebst Hausbaltnngögegen- ständen. Ferner kommt ble Körner frucht, Kartoffel, Ditkwurz, Heu und Strob zum Verkauf. (9886D Hess. Bürgermeisterei Treis a. Lda. Michel. Zur Blütenmehl 0 Pfd. 0.26 Blütenmehl 00 „ 0.28 Tafelmargarine „ 0.65 Sanin in Tafeln „ 0.65 Sultaninen „ 0.44 Sultaninen 1.00,0.80,0.60 Rosinen Pfd. 0.60 Korinthen „ 0.60 Mandeln 2.40 und 1.80 Haselnufekerne Pfd. 1.60 Kokosnufe, ger. „ 0.52 Zitronat T/4 „ 0.50 Orangeat i/i „ 0.35 Kunsthonig „ 0.45 Walnüsse „ 0.58 Haselnüsse „ 0.80 mit 5°/o Rabatt Heb. Kalbfleisch Liebigstr. 71 / Tel. 3685 Der Krankheit an die Wurzel gehen Im Blutkreislauf fällt die Entscheidung Wie oft kommen selbst in der gesundesten Familie kleine Krankheitsfälle vor: Das Kind hat sich erkältet, die Mutter klagt über Kopfschmerzen, der Vater leidet an Magenbeschwerden... Oft sind solch kleine Verstimmungen die Vorboten ernsterer Krankheiten, und nie sollte man sich mit Betäubungsmitteln, die doch nur kurze Linderung bringen können über diese Warnsignale hinwegsetzen. Homöopathische Behandlung erzielt auch sofortige Linderung, aber sie packt ausserdem das Uebel an der Wurzel an, sie mobilisiert alle natürlichen Abwehrkräfte des eigenen Körpers und sorgt so über die augenblickliche Heilung hinaus für dauernde Gesundung. Eine homöopathische Hausapotheke nach Dr. Maclaus sollte in keinem Haushalt fehlen. Verlangen Sie kostenlose Zusendung unseres Prospektes D4- Homöopathie 1 Dr. Madaus TI—I— M-MWÄWW in verschiedener Ausführung y3/t>A sowie Sitz- und Badewannen empffehlt Edgar Sorrmann, Eisenhandlung Marinierte Heringe (Eigenmarinadel sind wieder ständig vorräng. 98730 I. M. Schnlbof. Damen und Hem für vornehme Werbetätigkeit von Lebensmittel-Grostfirma bei Pr» Daten gesucht. Tägl. RM. 6.— 3-iruai Geschäfts-Eröffnung SWÜUW Filialen in allen Stadtteilen. 9888C Das Geschäft ist auf Grund unserer langjährigen Erfahrungen nach neuzeitlichen Gesichtspunkten äußerst zweckentsprechend eingerichtet worden. Wir gewähren 5% Rückvergütung in Sparmarken. 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