Nr. 258 Erstes Blatt 179. Jahrgang Samstag, 2. November 1929 Ericheini ivglich,allster Sonntags und Feierlags Beilagen: Die Illuftrierle Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schalle Monotr-Vezugspreir: 2.20 Reichsmark *.nb 30 Reichspjennig |ür Trögen lohn, auch bei 9lid)tcr« fdjemen einzelnerNuminern infolge h^crer (Bemalt ^ernforechanf-^.ifle anterSammelnummer'2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Siesten, poftschecktonto: firantfnrt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vri'S und verlaa: vrühl'sche Univerfitä1§-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Gietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Chefredakteur: Dr Friedr Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Diesten. Finanzreform. Wer sich noch dunkel der erbitterten Kämpfe erinnert, die vor dem Kriege um Steuer- und Finanzfragen entbrannten, wird erstaunt fein über das schwache Echo, das gleiche Fragen heutzutage in der Oessentlichkeit wecken. 3m Augenblick, wo alle Welt auf das Ergebnis des Volksbegehrens gegen den Youngplan und die Kriegsschuldlüge gespannt ist, mag das geringe Interesse an der Finanzreform immerhin begreiflich erscheinen, wenn man sich auch heute schon darüber klar sein sollte, dah das Volksbegehren eine Episode bleibt, mag nun die erreichte -Ziffer der Eintragungen einige Bruchteile über oder unter den ominösen 10 Prozent der Gesamtstimmberechtigten liegen, die zur Einbringung des begehrten Gesetzentwurfs im Reichstag erforderlich sind, mögen ferner die Veranstalter dieses Volksbegehrens es bei der ersten Etappe belassen oder ihre im Endziel von Anbeginn an zum Scheitern verurteilte Aktion bis zum Volksentscheid weitertreiben. Man wird deshalb den Reichswahllciter in aller Ruhe weiter zählen und rechnen lassen können und sich währenddessen den Problemen zuwenden dürfen, die uns wirklich auf den Nägeln brennen. Es ist leider kaum zu leugnen, dah die deutsche Wirtschaft Zeiten einer gewissen Beunruhigung und Un- ficherheit, einer Lustlosigkeit und Depression durchlebt, die man ihren Symptomen nach vielleicht am besten als „Vertrauenskrisis" bezeichnen könnte, wenn nicht manches dasür spräche, dah die Ursachen für die ausgesprochen mäßige Konjunktur tiefer liegen, nämlich in den hier schon oft erläuterten schwerwiegenden Veränderungen, die in und nach dem Kriege auf dem Weltmarkt Platz gegriffen haben, und in der katastrophalen Unordnung, in die die Geldwirtschast durch das ungelöste interalliierte Schuldenproblem und mehr noch durch die dem besiegten Deutschland auferlegten Tributleistungen geraten iift. Wir dürfen uns jedoch nicht darüber täuschen, das; die innerpolitische Entwicklung in Deutschland während der letzten zehn Jahre, stand sie auch zugegebenermaßen unter dem Druck der ungelösten oder nur periodisch gelösten Reparationsfrage, keineswegs dazu angetan war, der deutschen Wirtschaft die Ruhe und Stetigkeit zu sichern, die sie dringend brauchte, wenn sie die ihr in der Hauptsache auferlegte Ausgabe der Abtragung der Reparaiionslasten neben der Sicherstellung von Arbeit und Nahrung auch nur halbwegs erfüllen sollte. Statt dessen hat man auf ihrem Rücken sich sinanz- und sozialpolitische Experimente ohne Zahl austoben lassen, von denen jedes einzelne genügt hätte, eine minder widerstandsfähige und zu Höchstleistungen bereite Wirtschaft im Kern zu erschüttern. Cs hat lange gewährt, bis die katastrophale Lage der Reichs inanzen auch den Verantwortlichen darüber die Augen öffnete, daß es auf dem mit frartnäuigem Cif er beschrittenen Wege zum reinen Wohlfahrtsstaat in den Abgrund geht. So hat der soz'.ai frische Reichsminister des Innern, S e v e r i n g , seinen Dortmunder P-artei- sreunden erklärt, daß die Gewerbesteuern — wie alle einseitigen und übertriebenen Steuerbelastungen des Besitzes — den wirtschaftlichen Unternehmungen ihr Lebensblut, das Kapital, abzapsen und damit die Betriebe außerstande setzen, ihre Arbeiter voll zu beschäftigen und ausreichend zu entlohnen. lind der gleichfalls der sozialdemokratischen Partei angehörende Reichs Fnanzmlniger Dr. Hilf er ding bat sich in seiner letzten Rede im HcrushaltsauZchuß des Reichstags zu dem bemerkenswerten Eingeständnis durchgerungen, daß eine Senkung der S euer al zur Steigerung der Prod.iktioität der Volkswirtschaft notwendig sei und bie.e Steigerung zugleich die beste Sozialpolitik darstelle, denn sie führe zur Minderung der Arb:its.'osigleit und sei zug^rich) Voraus etzung künftiger sozialpo i ifcher Maßnahmen. So .ehr wir die Erkenntnis sozialdemotratischer Groß- würdenträgcr begrüßen, daß es eine schlechte und kurzsich.ige Sozialpolitik ist, mittels der Steuerschraube aus der Wirtschaft den letzten Groschen herauszupressen, um die dem Produktionsprozeß entzogenen Ge.der von Staats- Wegen in Form von Wohl.ahrlsunterstützungen der verschiedensten Art wieder zu verteilen, so sehr wir diese Hrtenntnis begrüßen, so sehr wäre cs zu wünschen, wenn sie auch in den sozialdemoirL-ischen Massen Boden gewönne und die Partei im Parlament nicht ihre Führer desavouierte. Auch die in erschreckendem Maße sich häufenden Zusammenbrüche wirtschaftlicher Unternehmungen, die Lauheit an der Börse, — mag diese daneben auch noch andere Gründe bab;n — vor allem auch die katastrophale Lage dec Landwirtschaft sollten zu denken geben, nicht weniger jedoch auch die zahlreichen Skan- dalaf'sären, die in der Reichshauptstadt wie in anderen Teilen des Reiches neuerdings an der Tagesordnung sind und am besten beweisen, daß weder in der öffentlichen Finanzgebarung noch in der privatwirtschaftlichen Betätigung der öffentlichen Hand alles in Ordnung ist. Alles dies hat zweifellos zusammengewirkt, daß in Kreisen der Wirtschaft ein Gefühl der Unsicherheit, der Zurückhaltung, des Abwartens hat Boden gewinnen können, das die oben gestreiften Momente der wirtschaftlichen Depression: Kapitalmangel, Steuerlast, Absahkrisis von der psychologischen Seite her unheilvoll verstärkt' hat. Aus dieser eben geschilderten Situation heraus können wir deshalb auch dem Rcichsfinanzmirister den Vorwurf nicht ersparen, daß er nichts tat, um durch offene Darlegung seines Finanz- Ein deutsch-polnischer Vertrag über die Liquidation des deutschen Privateigentums. Berlin, 1. Roo. (BJB.) Zu den in den letzten Wochen in Warschau geführten deutsch-polnischen Verhandlungen über eine Reihe von finanziellen und damit zusammenhängenden anderen Fragen wird von amtlicher Seile folgendes mitgeteilt: Die in Teil 9 des Zoungplanes erörterten Fragen (Liquidation der Vergangenheit) berühren sich, soweit dabei das Verhältnis Deutschlands zu Polen in Betracht kommt, zum Teil mit anderen, nicht in den Rahmen des Zoungpians fallenden Fragen, die schon früher wiederholt zwischen der deutschen und der polnischen Regierung verhandelt worden sind. Aus diesem Grunde haben sich die beiden Regierungen entschlossen, diesen ganzen Fragenkomplex zusammenzufassen und einheitlich zum Gegenstand von Sonderverhandlungen zu machen. Diese Sonderverhandlungen sind gestern in Warschau zum Abschluß gebracht worden. 3m wesentlichen handelt es sich dabei um nachstehende Punkte: Zunächst sind die Fragen der Liquidation des deutschen Privateigentums in Polen und der beiderseitigen finanziellen Ansprüche aus dem Versailler Vertrag geregelt worden. Polen hat auf die Durchführung der Liquidation mit Wirkung vom 1. September verzichtet. Beide Regierungen haben auf die noch unerledigten vermögensrechtlichen Forderungen verzichtet, die auf Grund des Versailler Vertrags von staatlicher oder privater Seite gegen den anderen Teil erhoben worden sind. 3nfolgedessen sollen alsbald Verhandlungen über den Abbau des d e u t s ch - p o l n i s ch e n gemischten Schiedsgerichtes eingeleitet werden, vor dem ein großer Teil jener vermögensrechtlichen Forderungen anhängig ist. Der zweite Teil der getroffenen Abmachungen bezieht fich auf die Lage der deutschen Minderheit in Polen. Die polnische Regierung hat für alle praktisch wichtigen Fälle zugesagt, sondern w i e d e r k a u f r e ch t, das sie hinsichtlich der von den früheren preußischen Ansiedlungsbehärden gegründeten A n si e ö l e r ft e l le n für sich in Anspruch nimmt, keinen Gebrauch mehr zu machen. 3m Zusammenhang hiermit ist auch die Rechtslage zwischen den beiden Regierungen hinsichtlich der Deutschen Bauernbant In Danzig klargcslelll worden, auf die Preußen seinerzeit die Ansprüche aus den Danziger Verträgen übertragen hatte. Endlich haben die beiden Regierungen in den Fragen strittiger Staatsangehörigkeit, die bekanntlich von der deutschen Minderheit in einer von der deutschen Regierung aufgenommenen Beschwerde vor den Völkerbundsrat gebracht worden waren, vereinbart, eine gütliche Regelung anzustreben, die den Prozeßweg vermeiden dürfte. Man kann in diesen Vereinbarungen, die voraussichtlich gleichzeitig mit den endgültigen Abmachungen über den Poungplan zur Vorlage beim Reichstag gelangen werden, eine befriedigende Bereinigung lang erörterter schwieriger Streitfragen erblicken und damit die Hoffnung verbinden, daß sie die deutsch-polnischen Beziehungen in vorteilhafter weise entlasten werden. Zu dem Vertrag ist ergänzend zu berichten, daß alle diejenigen deutschen Objekte, die vom polnischen Staat noch nicht endgültig übernommen wurden, nicht mehr enteignet werden. Es handelt sich dabei um ungefähr 5 0 0 0 0 Hek - tat im Werte von etwa 50 Millionen Mark. Der polnische Verzicht auf das Wieder- kaufsrccht betrifft ungefähr 12 000 deutsche Vauernstellen, die seinerzeit von der preußischen Anfiedlungskommission geschaffen wurden. Das besondere Kennzeichen dieses Vertrages ist, daß Deutschland nicht unerhebliche finanzielle Zugeständnisse gemacht hat, um dagegen nationalpolitische Zugeständnisse von feiten Polens einzutauschen. Der Vertrag tritt vorbehaltlich seiner gesonderten Ratifizierung gleichzeitig mit dem TZoung-Plan in Kraft. Von dem deutsch- polnischen Arrangement verspricht man sich einen günstigen Einfluß auf die voraussichtlich am Dienstag beginnenden Handelsvertragsverhandlungen. Was diese anlangt, so sind noch beträchtliche Schwierigkeiten zu überwinden. Deutscherseits scheint man geneigt zu sein, ein monatliches Kohlenkontingent in der Höhe von 350 000 Tonnen und ein jährliches Schweinefleischkontingent von 200 000 Doppelzentner als Höchstgrenze zuzugestehen, wenn Polen seinerseits den von Deutschland aufgestellten Forderungen nachgibt. Teuer erkauft. Echo der Berliner Presse. Berlin, 2. Rov. (TU.) Zu den deutschpolnischen Vereinbarungen über die Liquidation des deutsche.! Eigentums nehmen vorläufig nur wenige Bläser Stellung. Der „Bbrsen-Cou- rier" schreibt, grundsätzlich sei der Entschluß zu solcher Vereinfachung zu loben, aber es müife auch festgestestt werden, daß bei seiner Ausführung Deutschland das größere Opfer auf sich nehme. Die „D. A. Z." weist darauf hin. daß der Verzicht Polens durch hohe Kompensationen erreicht worden sei. Auch die „D o s s i s ch e Zeitung" weist auf die sehr großen finanziellen Opfer hin, die da- Reich gebracht habe. Der „Vorwärts" knüpft die Hoffnung daran, dah sich die beiden Staaten nun auch in den noch ungeklärten wirtschaftspolitischen Fragen rasch verständigen. Der „L o - k al- Anzeiger" sagt, Polen verzichte in der Hauptsache auf Rechte die cs ! i ch g e g e n S i n n und Wortlaut der bestehenden Verträge angemaßt habe, während Deutschland auch hier wieder Entschädigungsforderun- gen fallen lasse, die sich auf Hunderte von Millionen belaufen und in krassesten Rechtsverletzungen ihren Ursprung haben. Die Löß beantragt Miplinawersahren. Oer Oberbürgermeister vorläufig beurlaubt. Berlin, 1. Rov. (WB.) Oberbürgermeister Dr. Böß teilt mit: „Jlad) meiner Rückkehr aus Amerika habe ich fefffteUen müssen, daß während meiner Abwesenheit gegen mich in einem mir bisher nicht bekannten Maße schwere, meine Ehre berührende Angriffe erhoben worden sind, ohne daß ich in der Lage war, mich dagegen zu verteidigen. Mit Rücksicht auf die Art der Angriffe sehe ich es als meine Pflicht an, d i e re st lose Aufklärung aller Borroürfe im Disziplinarverfahren herbeizuführen. 3ch habe deshalb heute die Einleitung des Disziplinarverfahrens gegen mich beantragt. 3ch stehe weiter auf dem Standpunkt, daß es nicht angängig ist, daß ich, während ein Disziplinarverfahren wegen derartiger Angriffe gegen mich schwebt, das Amt des Oberbürgermeisters der Reichshauptstadt ausübe. Daher habe ich mich nach meiner Rückkunft jeder Am tsausübung enthalten und den Oberpräsidenten gebeten, mich bis zur Beendigung des Disziplinarverfahrens zu beurlauben.“ Das Oberpräsidium wird dem Antrag des Oberbürgermeisters auf Einleitung des Disziplinarverfahrens siattgeben. Dadurch ist der eigentliche Zweck der auf Donnerstag angefefjten S f a ö t o e r- ordnetenfihung illusorisch geworden. Die Kommunisten hatten zu dieser Sitzung des Stadtparlaments bekanntlich einen Antrag eingebracht, daß der Oberbürgermeister sofort ohne Pension zu entlassen sei. Dieser Antrag, der an sich schon die Zuständigkeit des Stadtparlaments überschreitet, fällt dann in dieser Stadtverordnetenversammlung ohne weiteres, weit am Donnerstag gegen Bäh bereits das Disziplinarverfahren eingeleitet fein wird, und der Oberbürgermeister sich im Zustande des Urlaubs befindet. Bis zur Beendigung des Disziplinarverfahrens wird Bürgermeister Schott; die Geschäfte des Oberbürgermeisters führen. Die erste disziplinarische Vernehmung des Oberbürgermeisters wird voraussichtlich am Montagvormittag stattfinden. Im Polizeipräsidium und beim Kommando der Schutzpolizei haben heute Besprechungen! statt- gesunden, in denen man sich mit der Tatsache beschäftigte, daß Oberbürgermeister Böß gestern sowohl beim Verlassen des Bahnhofs, wie vor seiner Wohnung durch Ansammlungen und Zurufe in peinlich er Weise be- l ä st i g t worden ist, während die polizeilichen Schutzmaßnahmen sich als unzureichend erwiesen haben. Die zuständigen Leiter des Polizeireviers und der beim Eintreffen des Oberbürgermeisters eingesetzten Polizeitruppe werden vom Kommandeur i-er Schutzpolizei noch besonders gehört werden. reformprogramms den pessimistischen Tendenzen entgegenzutr ten. Als er sich endlich zu dem Entschluß au.ra^te, in seiner M t woch- rede vor dem Haushalisausschuß d.s Reichstags allzu vorsichtig den Schleicr von seinen Reformplänen zu lüsten, beschränkte er sich aus Allgemeinheiten und Andeutungen, die hir.t nherum schon lange vorher in die Oefsentlichk ü gesicke.t waren. Deshalb, mutet es auch reichlich deplaziert an, wenn ausgerechnet Herr Dr. Hilserding gegen die Schwarzseher zu Felde zieht, da er selber durch ein hartnäckiges Schweig?n doch zu dem von ihm lebhaft beklagten Wirtschastspessi- mismus nicht unwesentlich beig tragen hat. W.r konnten uns wohl denken, daß von einer baldigen Klarlegung der geplanten FinanzrForm. die auf eine Senkung der öffentlichen Lasten abzielt und die Etatgcbarung in R.ich, Ländern und Gemeinden mit Hilfe des endgültigen Finanzausgleichs - der ja ohnehin im März 1930 fällig ist —, wieder auf gesunde Füße stellt, für die Wirtschaft starke Antriebe ausgehen könnten, wenn diese spürt, dah eine ihrer Führeraufgabe bewußte Regierung und ein für positive Arbe t fähiges und bereites Parlament mit festem Willen und starker Hand die Arbeit der Finanz- resorm anpacken. Dr. Hilserding verschanzt sich hinter den Bvung plan, vor dessen endgültiger Gestaltung und Annahme durch die beteiligten Mächte seiner Ansicht nach über die Finanzreform und die Steuersenkung nicht m.t Erfolg gesprochen werden könne. Dabei weih doch auch Herr Dr. Hilserding genau, dah der Voung- plan, wie ihn die Pariser Sachverständigen stipu- lierten und die Haager Konferenz offenbar verschlechterte, für die öffe tlichen Finanzen Deut-ch- lands keineswegs eine Enilastung bringen wird, die für den Steuerzahler entscheidend ins Gewicht fallen könnte. Nimmt man als höchste effe-tive Entlastung, die der Boungplan gegenüber dem Dawesabkommen bedeuten würde, etwa 700 Millionen Mark an, so wären das bestenfalls sechs Prozent dessen, was der deutsche Steuerzahler gegenwärtig für die Bedürfnisse oder vermeintlichen Bedürfnisse des Reiches, der Länder und Gemeinden aufzubringen hat, nimmt man noch die Soziallast d r deutschen Wirtschaft hinzu, so würde die , chstdisferenz zwischen Voungplan und Dawcsabiommen kaum mehr als drei Prozent der Aufwendungen für öffentliche Zwecke ausmachen. Also auf den Voungplan allein dürfen sich die Hoffnungen auf eine fühlbare Steuererleichterung nicht gründen. Viel wesentlicher dafür ist die von der öffentlichen Meinung immer und immer wieder geforderte und von den verschiedensten Regierungen versprochene, aber bislang über Konferenzen mit Ausschüssen und Unterausschüssen und Anlegung umfangreicher Aktensaszikel kaum hinausgediehene D e r f a s - sungs- und Verwaltungsreform, mit der der Umbau unserer öffentlichen Finanzwirtschaft Hand in Hand gehen muß. Aber von all diesen Dingen hat auch Dr. Hilserding wenig oder gar nichts gesagt und auf später vertröstet, obwohl wir nicht einfefjen, warum hierüber nicht endlich die Diskuß ion an Hand eines festen Regierungsprogramms und unter Führung der dazu berufenen Stellen eröffnet werden könnte, denn Zeit ist doch wahrlich nicht mehr zu verlieren, wenn der Reichshaushaltsvoranschlag für 1930 auch nur annähernd rechtzeitig unter Dach gebracht werden soll. Ob die zweite Haager Konferenz, die über die endgültige Gestaltung des Voungplanes zu befinden haben wird, tatsächlich noch im November wird zusammentreten und ihre Arbeiten abschließen können, ist doch noch höchst fraglich, wenn man sieht, wie langsam die Arbeiten in den Kommissionen voran- gehen, wozu neuerdings noch die Kabinettskrisis in Frankreich als Moment der Ungewißheit hinzukommt. Dann erst kann an die Formulierung der für die Durchführung des Voung- plans notwendig werdenden Gesetze gegangen werden, deren Durchberatung im Reichstag weitere Zeit in Anspruch nehmen wird. Darüber können noch Monate ins Land gehen, bis für Dr. Hilserding endlich die große ütun& schlägt, wo er mit seinen Finanz- und Steckerreform- plänen herausrücken will. Wir gestehen, diesen Gedankengängen nicht folgen zu können. Gerade weil wir von der schleppenden Behandlung des täglich dringender werdenden Reformwerks die gleiche psychologische Wirkung befürchten, die Herr Dr. Hilferding als unberechtigten Wirtschaftspessimismus und Schwarzseherei bekämpft und weil wir von einer baldigen Inangriffnahme der Reform starke Antriebe für eine Belebung der Wirtschaft erhoffen, möchten wir wünschen, dah der Reichsfinanzminister sich zu einem beschleunigten Tempo entschlösse. Die Vorlegung der Novelle zur Reichshaushaltsordnung, die hoffentlich wieder den gesunden Grundsatz zu Ehren bringen wird, daß in Zuuknft keine Ausgaben bewilligt werden, für die nicht auch Deckung sichergestellt ist, ist ja ein Anfang. Es ist nur notwendig, daß die übrigen Vorlagen in einem Zuge folgen. Nach der unerfreulichen Episode des Volksbegehrens können Parteien und Parlament gar nicht schnell genug wieder vor große positive Aufgaben gestellt werden, die Regierungsparteien und nationale Opposition zur Sachlichkeit und Nüchternheit zwingen. Wir könnten uns für diese ernsthafte Aufbauarbeit im Dienste des Volksganzen — und das ist die Wirtschaft in allen ihren Teilen — kein besseres und fruchtbareres Betätigungsfeld denken, als gerade die Finanz- und Steuerreform. V;v r#- ; .«-7 .b ->** K M N „Deutsche T a g es ze i tu ng" schreibt, Polens Verzicht auf weitere Liquidationen sei an sich natürlich seyr erwünscht, habe aber heute, nachdem der weitaus größte Teil a(Ier Liquidationen langst durchgeführt sei, keine große Bedeutung mehr. Eine ausreichende Sicherheit des deutschen Besitzes bestehe auch nach Einstellung dec Äquidationen schon deshalb nicht, weil die Polen den Bern ich tungskampf gegen die deutschen Grundbesitzer ohne jeden Zweifel auch i n Z u k u n f t unter dem Deckmantel der Agrarreform fortsetzen würden. Hiergegen aber biete der neue Vertrag nicht den geringsten Schutz. Agrarpolitische Forderungen des Reichslandbundes. Der Handelsvertrag mit Polen. Berlin, 2. Rov. (Priv.-Tel.) Der Dundes-- vorstand des Reichslanübundes hat zur handelspolitischen Lage eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Die Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich seit der Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhand- lungen in verhängnisvoller Weise weiter verschlechtert. 3n der heutigen Lage der deutschen Landwirtschaft bedeutet eine Gewährung der allgemeinen Meistbegünstigung, wie die Aufhebung der Kampfzölle Polen gegenüber eine Völle Preisgabe der E rn ä hr u ng s ba s i s des deutschen Volkes. Keinesfalls darf ein deutsch-polnischer Handelsvertrag mit Meistbegünstigung vor Wiederher st ellung der Zollautonomie für landwirtschaftliche Erzeugnisse, also im besonderen nicht vor Lösung der deutsch-polnischen Bindungen in bezug auf Getreidezölle in Kraft gesetzt werden. Ferner fordert der Reichslandbund sofortige Einberufung des handelspolitischen und volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages und weiter, daß die Reichsregierung ungesäumt die Initiative ergreift, um die in den letzten Beratungen dieser beiden Ausschüsse sowie in den erneuten Anträgen unö Schreiben von der Reichsbauernfront geforderten Maßnahmen beschleunigt in die Tat umzusetzen. Wir richten an alle Parteien des Reichstages, die für die Erhaltung der deutschen Landwirtschaft einzutreten bereit sind, den dringenden Appell, sich für die Forderungen der Reichsbauernfront einzusehen und insbesondere darauf hinzuwirken, daß ein Handelsvertrag, der die deutschen landwirtschaftlichen Interessen in dem dargelegten Maße bedroht, nicht zustande kommt. Das vorläufige Ergebnis des Volksbegehrens. Bis Freitagnacht 9,78 Prozent aus 97,83 Prozent des Reichsgebiets. Berlin, 1. Rov. (WB.) Rach den beim Reichswahlleiter bis zum 1. Rovember 22 LIhr eingegangenen Meldungen stellt sich das Ergebnis wie folgt: Zahl der Stimmberechtigten 38 117 837, Zahl der Eintragungen 3 729 205, mithin Beteiligung 9,78 v. H. — Gemessen an der Gesamtzahl der Stimmberechtigten (41 278897) liegen d'.e Eintragungsziffern aus 97,83 v. H. des Reichsgebiets vor. Die obengenannten Zahlen enthalten die nahezu voll- ständigen vorläufigen Gesamtergebnisse a u s 2 6 Stimmkreisen sowie Teilmeldungen aus den übrigen neun Stimmkreisen. Teilmeldungen stehen noch aus folgenden Stimmkreisen aus (die Zahl der Stimmberechtigten für das noch aus- st e h e n d e Gebiet ist in Klammern beigesetzt): Rr. 1 Ostpreußen (1 156 000), Rr. 14 Weser- Ems (113000), Rr. 17 Westfalen (Rcrü) (376 000), Rr. 19 Helsen-Rassau (458 000), Rr. 24 Ober- bayern-Schwaben (33 000), Rr. 25 Riederbahern (623 000), Rr. 31 Württemberg (22 000), Rr. 32 Baden (352 000), Rr. 35 Mecklenburg (27 000). (Strafantrag des Reichsinnenministers gegen Or. Hugenberg. Berlin, l.Rov. (WTB.) Im „Berliner Lokalanzeiger" ist in einem vom Geheimen Finanz- rat Dr. Hugenberg, M. d. R., verfaßten Artikel schwere Beschuldigungen gegen die mit der amtlichen Feststellung des Cintragungs- eraebnisses beim Volksbegehren „Freiheitsgeseh" befaßten Beamten ausgesprochen. In dem Artikel finden sich folgende Sähe: „Ist die Schlacht gewonnen oder verloren? Der sozialistische Reichsinnenminister will es uns erst am 6. Rovember verraten. Ho'fcntlich wird inzwischen nicht allzusehr „retuschiert"." Gegen Schluß des Artikels heißt es: „Aber wir haben den Kampf ausgenommen und hoffen Gutes von ihm für unser Land und Volk, einerlei, was die Organe des Reichsmnenministers beim Volksbegehren herausrechnen." — Der Reichsminister des Innern hat wegen der in diesen Sätzen enthaltenen Beleidigung der ihm unterstellten, mit der Ermittlung des Cintragungsergebnifses befaßten Beamten Strafantrag gestellt. Ein Aufruf des Iungdeutschen Ordens. Die Bildung einer Bolksnationalen Äeichsvereinigung. Bvrlin, 1. Rov. (WTB.) Der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens, Arthur M a h r a u n, veröffentlicht einen Aufruf zur Bildung einer neuen Partei, in dem erklärt wird, daß die **.tion des Volksbegehrens, durch die der nationale Gedanke zum Spielball niedrigen Zankes gemacht worden fei, die völlige Zerrüttung der Front des nationa- l e n W l d e r st a n d e s zur Folge gehabt habe. Die burgerlich-national.e Parteifront sei zerstört Die Volksgemeinschaft sei durch den glatten Kampsgedanken bürgerlicher und proletarischer Prägana bedroht. Rur eine große und Willensstärke Sammlungsbewegung könne der weiteren Zersetzung Einhalt gebieten. Zu diesem Zweck schlägt Mahraun die Bildung einer v o l k s n a t t o n a l e n Reichsverein igung vor, in der sich die Iungdeutschen mit allen national und sozial empfindenden er- neuerungswilligen Personen zu einer politischen Gruppe vereinigen wollen, um die Bildung einer großen Partei der nationalen Erneuerung zu erstreben. Die neue Partei soll auf der Grundlage christlicher Weltanschauung und in Anerkennung gesunder konservativer und liberaler Lieberlieferung mit dem Be- programmfordermgea der Bolksparlei. Das Volksbegehren. — Oie Finanz- und (Steuerreform. — Oie Agrarkrisis Berlin, 2. Rov. (DDZ.) Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bolkspartci faßte einstimmig folgende Entschließung: Die Fraktion der Deutschen Dollspartei stellt mit Befriedigung fest, daß das deutsche Volk das Hugenberg- s ch e Volksbegehren richtig verstanden und durch Stimmenthaltung von rund 90 Prozent der Stimmberechtigten dem nunmehr zu sicherer Aussichtslosigkeit verurteilten Hinter fangen eine unzweideutige Absage erteilt hat. Die Fraktion ist der Anschauung, daß die Ablehnung noch stärker zum Ausdruck gefommen wäre, wenn das Verbot des »Stahlhelms" für die Rhein- provinz und Westfalen, des weiteren aber auch jede Maßregel unterblieb en wäre, welche als Eingriff in das freie Abstim- mungsrech t der Beamten gedeutet werden kann. Eine Rachprüfung der rechtlichen Zulässigkeit der Maßnahmen ist geboten, um die Gleichberechtigung aller Staatsbürger und die Rechte und Pflichten der Beamtenschaft flar und sicherzustellen und jeden Zweifel an dem freien Abstimmungsrecht der Beamten auszuschließen. Die Fraktion ersuchte die Reichsregierung und die in der Regierung vertretenen Parteien, eine grundlegende Reform der Steuer-, der Fjnanz- und der Wirtschaftspolitik herbeizuführen, damit das Reform- Programm dem Reichstag vorgelcgt und seine Verabschiedung im Interesse der aufs äußerste gespannten wirtschaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands sobald wie möglich erfolgen kann. Die Fraktion wird jeder Maßnahme zustimmen, wenn sie geeignet ist, der Landwirtschaft in ihrer verzweifelten Lage Hilfe und Erleichterung zu bringen. Soll Indien Dominion werden? Eine Erklärung -es Vizekönigs w verholt das Versprechen der englischen Regierung auf Gewährung des vollen Dominionstatuis. London, 1. Rov. (DB.) Der Vizekönig von Indien, Lord Irwin, veröffentlicht heute in Indien eine Erklärung, in der als Ziel der allmähtichen konstitutionellen Fortentwicklung des Landes bezeichnet wird, daß Indien schließlich sich unter einer heimischen Regierung auf gleichem Fuße mit denübrigenDominionsindenRahmen des Britischen Reiches eingliedert. Der Vizekönig erinnert an die englische Deklaration vom August 1917, in der dieses Versprechen bereits enthalten sei. Da aber sowohl in Indien wie in Großbritannien Zweifel über die Auslegung der damals angekündigten Absichten entstanden feien, sei er von der englischen Regierung ermächtigt worden, dasversprechenderGe- währung des Dominionsslatuls noch einmalinooller Deutlichkeilzu wiederho len. Der Vizekönlg erinnert ferner daran, daß der Vorsitzende der vom englischen Parlament ernannten parlamentarischen Kommission zur Prüfung der indischen Verfassungsfragen Sir Iohu Simon in einem Briefe an den Premierminister die Rokwendlgkeit dargetan habe, die Studien dec Kommission nicht nur auf den unter direkter englischer Verwaltung stehenden Teil Indiens zu erstrecken, sondern auch auf die autonomen indischen Staaten auszudehnen. Die englische Regierung billige, so erklärt der Vize- könig weiter, diese Ansichten in vollem Umfange. Sie beabsichtige deshalb, nach Abschluß der Arbeiten der Simonkommissiou und der Prüfung des Ergebnisses Vertreter sämtlicher Parteien und Interessen in Bri- kisch-Indlen wie Vertreter der autonomen indischen Staaten zu einer gemeinsamen oder getrennten Erörterung des Verfassungsproblems für Gesamtindien zusammenzuberufen. Die Haltung der Konservativen. Der „Daily Mail" greift Baldwin an. London, 1. Rov. (WTB.) „Daily Mall", das ultrakonservative Sensationsblatt Lord Rot- hrrmeres, sieht in der Erklärung des indischen Vizekönigs, Lord Irwins, die Indien erneut den Dominion-Status zusichert, einen Ausfluß der persönlichen Politik des Bize- k ö n i g s, den das Blatt anllagt, den Plan „zusammen mit der sozialistischen Regierung fabriziert zu haben". Lord Irwin soll, ehe er sich zu seinem Schritt entschlossen habe, mit Baldwin, der sich zu dieser Zeit zur Erholung in Aix-les- Bains aus hielt, darüber konferiert haben. Baldwin habe nicht nur den Plan gebilligt, sondern auch sich und seine Partei zu seiner Unterstützung verpflichtet. „Daily Mail" macht es Baldwin zum besonderen Dorwurf, daß er dies getan habe, ohne öie übrigen führenden Persönlichkeiten der Konservativen, das fogenannte Schallen- kabinctt, darüber zu unterrichten, geschweige denn zu Rate zu ziehen, obwohl immer in einflußreichen und mit der Materie vertrauten Kreisen der Partei sehr nachdrücklich die Ansicht vertreten worden sei, daß die Gewährung des unbeschränkten Dvminion-Stctus an Indien das Ende der britischen Herrschaft dort bedeuten werde. Baldwin habe damit einen ganz außerordentlichen Fehler begangen, und seine konservativen Kollegen im letzten Kabinett seien darüber höchst empört. Das „konservative Schattenkabinett" habe deshalb gestern — was kenntnis zum nationalen Gedanken das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft und zum V o l k s st a a t verbinden. Ser Aufruf enthält eine Reihe weiterer Programmpunkte zur Reugliederung des Reiches. Finanzreform, Ueberwindung des Klassenkampfes und Schutz der nationalen Wirtschaft. Außenpolitisch fordert er eine Bündnispoltiik, deren Ziel die Beseitigung der einseitigen Entwaffnung Deutschlands, die Befreiung von den Fesseln und Lasten Les Versailler Diktats und die Reuregelung der deutschen Oft - grenze sein soll. preußische Hochschulpolitik. Wie Minister Becker sich die Repnblj. kanisierung der Führerschicht denkt. Berlin, l.Rov. (WB.) Dor dem Deutschen Republikanischen Aeichsbunde über die staatsbürgerliche Erziehung des deutschen Studenten machte der preußische Kultusminister Dr. Becker programmatische Ausführungen über Fragen des Hochschulwesens. Der Minister warnte vor zu Pessimistischer Beurteilung der Zustande an den Universitäten. DaS Korporationswesen sei zwe fcllos eine unerf reuli d>: Er , ch i. nuntz, well dadurch der Gesichtskreis der Stu- benten verengt und der Kastengeist großgezogen werde. Dre Universitäten und ihre Lehrkörper feien gar nicht so reaktionär, wie sie scheinen. Dw staatsfeindliche Gesinnung werde genährt rn den Elternhäuser der Studenten. ganz ungewöhnlich sei — gefordert, daß Baldwin die von ihm persönlich gegebenen Zusicherungen hinsichtlich der indischen Frage zu rück nehme. Es habe Baldwin ersucht, ein Schreiben an den Premierminister Zu richten, in dem etwa ausgeführt wird, ev habe ohne Auftrag seiner Kollegen vor zwei QHonaten dem Vizekönig von Indien Las Versprechen gegeben, Home Rule für Indien Zu unterstützen, sehe sich aber jetzt veranlaßt, dieses Versprechen zurückzuziehen. In höchst einflußreichen konservativen Kreisen sei konstatiert worden, daß Baldwin durch sein unerklärliches Verhalten in einer so ernsten Angelegenheit eine akute Führerkrise innerhalb der Partei heraufbeschworen habe. Lord Irwin habe stets zu dem Teil der Konservativen Partei gehört, der schon immer zu einem platonischen Flirt mit dem Sozialismus geneigt gewesen sei. Baldwin dementiert. Zndienbebatte im Unterhaus. London, 1. Noo. (WB.) Im Unterhaus verneinte der Staatssekretär für Indien, Oberst Wedgwood Benn, eine Anfrage Lloyd Georges, ob die Regierung die Kommission für indische Reformen (Simon-Kommission) um ihre Ansicht befragt habe, bevor der Vizekönig von Indien seine gestrige Pröllamation oeröffenllichte. Der Staatssekretär fügte hinzu, die Frage der Reichweite und des Zeitpunktes der Abänderungen der indischen Verfassung könnte nicht erörtert werden, bevor der Bericht der Simon-Kommission vorliege und die Regierung von Indien alles Material geprüft habe. Lloyd George sagte, er habe den Eindruck, daß die Proklamation kein Abweichen von der Politik der früheren Regierungen bedeute, doch werde sie von den indischen Führern so aufgefaßll Wedg- wood Benn erwiderte, er könne feiner Erklärung nichts hinzufügen. Der Führer der konservativen Opposition, Baldwin, dementierte mit aller Entschiedenhell die in dem viel beachteten Artikel der „Daily Mail" enthaltene Behauptung, daß er von feinen Partei- freunden aufgefordert worden sei, s e i n e Z u st i m - m u n g zu dem Brief des Premierministers an Simon hinsichtlich der indischen Frage zu widerrufen. Baldwin erklärte, daß jede Behauptung und jede Schlußfolgerung, die der Artikel der „Daily Mail" enthalle, unwahr und den Interessen des Britischen Reiches sehr schädlich seien. Die Erklärung Baldwins wurde auf der Ministerbank mit Beifall aufgenommen. Indische Politiker zur Proklamation des Vizekönigs. Reu-Delhi, 1. Rov. (Reuter.) Einige hervorragende Politiker, darunter G h a n d i und der Maharadscha von Wahmudabad, hatten heute im Hause des Präsidenten der Gesetzgebenden Versammlung einen Meinungs- a u s t a u s ch über die gestrige Proklamation des Dizekönigs. Es verlautet, daß Die Vertreter des Kongresses im wesenllichen Ghandis Ansicht teilen, daß das Angebot nur angenommen werden sollte, wenn gewisse Vorbe- Dingungen erfüllt werden, nämlich eine allgemeine Amnestie, die Zusage, daß eine Konferenz abgebalten werden soll, um die Frage des Dominion st atuts zu erörtern, und ferner, daß die Vertreter der Auffassung des Kongresses die Mehrheit haben sollen. besonders in den Kreisen des ver- arämten Mittelstandes und durch die Frauen, deren Sentiment mehr Befriedigung bei den mit Romantik arbeitenden reaktionären Schichten finde. In der Zusammen- setzung de r Lehrkörper habe sich schon mehr geändert, als nach außen hin bekannt werde. Die Zusammensetzung der Studentenschaft habe sich auch etwas geändert. Rach den aller» neuesten Zahlen stellten die Väter mit abgeschlossener Hochschulbildung 22 bis 23 Prozent, untere Beamte 2,4 Prozent, kleinere Landwirte ^9 Prozent und Industriearbeiter 2,4 Prozent. QM der Studentenstiftung, die mit der Wirtschaftshilfe zusammenhänge und wo erhebliche Staatsgelder zu Stipendien gegeben werden. seien 17 Prozent Arbellersöhne. Dem Einfluß der Korporationen konnte ein wirksames Gegengewicht entgegengesetzt werden durch den Bau von Studentenhäu» fern, in denen eine große Anzahl Arbeiterstudenten durch besondere Stipendien ausgenom- men werden müßten. Er habe früher alles Heil von den Uniberfitäten erwartet. Er habe ein- gesehen, daß das ein Irrtum war und daß von unten neu aufgebau werden müsse, um die Führerschicht zu republikanisieren. Deshalb habe er feine ganze Hoffnung auf Pädagogische Akademien gesetzt, durch deren Arbeit es gelingen werde, die große Ädasse mit einem neuen Geist zu erfüllen. In diesen Akademien stehe öe m Boden deS neuen Staate«, öo werde es möglich sein, in edlem Wettbewerb wirkliche Republikaner zu erziehen. , DerIusammenbruchderBank für Deutsche Beamte. 'Berlin, 1.Rov. (WB.) In einer Presse- Anferenz der Bank für Deutsche Beamte G. m. b. H. wurde heute mitgeteilt. daß Dör- handlungen zur Sanierung des älnternehmens geführt werden. Sollten diese Verhandlungen ein günstiges Ergebnis haben, so werden die Beamtengehälter zunächst inHöhe Dön 5 0 u. H. zur Auszahlung gelangen, da- naq) sollen die Verpflichtungen gegenüber den Kontoinhabern und den Genossen geregelt werden. Die Deutsche Bank und Disconto- g e s e l l s ch a f t hat ihre Bereitwillig leit erklärt, u. äl. die bei der Bank für deutsche Beamte geführten Deamlenkonten zu übernehmen und den, Inhabern dieser Konten durch Vor- schüsse aus der Bedrängnis zu helfen. Die Bank wurde, wie man hört, zur Bedingung für ihre Hilfsbereitschaft machen, daß die Dank für deutsche Beamte ihr Institut liquidiert. Die mit Wahrnehmung der Interessen der Geschädigten beauftragten Beamtenvcrtreter haben sich mit dem Beamtenausschuß des Landtags ins Benehmen gesetzt. Sie wollen erreichen, daß der Landtag das preußische Finanzministerium zu einer Hilfsaktion für öie Geschädigten veranlaßt. Ferner haben Vertreter der pensionierten Beamten im preußischen Finanzministerium versucht, zu erreichen, daß den völlig mittellosen Ruhestandsbeamten und Witwen Vorschüsse auf ihre Bezüge gezahlt werden. Dom preußischen Finanzministerium wurde diese Bitte ab - gelehnt, weil nach einem bestehenden Brauch Vorschüsse an Pensionsempfänger nicht gezahlt werden dürfen. Auch ein Versuch, bei Reichsbehörden eine Hil'saklion für die Betroffenen einzuleiten, ist erfolglos geblieben. Die Vertreter der Duhestandsbeamten haben daraufhin das Konkursverfahren gegen die Bank für Deutsche Beamte und ein Veräuhe- rungsverbot beantragt Tal'dieus Kabinettsbildung. Paris, 2. Rov. (WTB. Funkspruch) Die Morgenblätter berichten übereinstimmend — sie bestätigen Somit die Auslassung der Agentur Havas — daß es in Tardieus Absicht liegt, die Radikalen in seine Mehrheit einzuschliehen, die Marin-Gruppe dagegen außerhalb feiner Mehrheit Su lassen. Ob die Mehrheit der Radikalen, deren Entscheidung heute vormittag fallen dürfte, sich gegen eine Beteiligung ihrer Mitglieder aus- sprechen wird, weih man noch nicht Der „Ma- tin" bezweifelt sogar, daß einem ablehnenden Beschluß Folge geleistet werden würde. Die Zwischenfälle der letzten Tage haben, so schreibt „Watrn", vielleicht die Einheit des Handelns der Radikalen Partei in Frage gestellt Jedenfalls ist eine Atmosphäre fe'stzustellen, die die Einheitlichkeit der Abstimmung der Partei gefährdet hat, so daß das Ministerium Tardieu mit der Zustimmung einer Anzahl Radikaler rechnen kann. Wenn die Radikalen nein sagen, dann wird Tardieu die notwendige Stimmenzahl für eine Mehrheit in derselben Weise, wie feinerzell Poincare im Rovember 1928, bei der Mar in-Gruppe suchen. — Die Auslassungen fast sämtlicher Blätter lassen erkennen, daß Tardieu, auch wenn die Radikalen sich an der Kabinettsbildung beteiligen, öie Gruppe Maginot in feine Mehrheit ein- beziehen wird, und zwar dadurch, daß er Maginot vermullich als 'Kolonialminister b e i - behält Die Losung der Krise wird für alle Fälle für heute abend erwartet Die Stellungnahme der Radikalen Partei wird lediglich davon abhängen, mit welcher Personlichäit das Innenministerium besetzt werden soll. Oie Wetterlage. ©woiKemos. oneuer (jnam oedtexu® wenig.• oeaecxi •Regen » Sehnee a^aupein. - Netiei K Cewni-r.^wmostilie-O seMr eieme» O$i y nissiger Sudsuowesi q stürmischer nordwesl ote otene fliegen mu cem wmge Die oei den Stationen dienenden Zaf> 5ey-6# '•W/7//S und der richtige Reifezustand der Tabakblätter sind unendlich wichtiger für die Bekömmlichkeit als alle künstlichen Behandlungen, die praktisch keine Bedeutung haben und nur den Genuß verderben. Macedonische - Bezeichnungsweise Bezeichnungsweise Bezeichnung der Blattfolge. Den wertvollsten und zugleich bekömmlichsten Tabak ergeben die obersten kleinen Blätter (Spitzentabak). Ganz hochwertige Tabake sind von Natur aus viel bekömmlicher als Kunstprodukte. Aus solchen naturreinen, hochwertigen Orienttabaken besteht die Mischung der REEMTSMA CIGARETTEN Ü.IÜ^ yer3onf osamte, t>tit "kZL 1 11 n gx, S d--ch M >» «X -«Dt. m ‘ZtZ'L $■« ’ M se Ö Ht Bit. e-le sollen )i( ÄÄ 8i- 8«™« & w toe* °'t» Me. y»y N&fie SÄS! n wen baimiffin n Segen die ‘Bant * Cln DeräuHe. eWilKung. Spruch.) Zie itetuflintmenb - flt rflung der Agentur iieti Milcht liegt, erne Mehrheit Aarrn-Gruppe ;inet Mehrheit leit der Äadikalen. nitiag fallen dürfte, -er Mitglieder aus« h nicht. Der ,Ma- einem able^ienien en Würde. D.e Zwi« haben, so schrriLt heit deS Handelns :ag» gestellt. Jeden- iestznstmen, dir die mg drr 'Partei ge- Qinüßerimn Tard.eu einer Anzahl nn. Dmn die Aa- rd Tardieu die not« ne Mchcheit in drr- ßoincare im Lo- VariN'Srllj>-e \ift sämtlicher 3/Ji- f.eu, muh wenn öi« itäbilbmg'odälxgen, eine Mehrheit ein- n dadurch, dch er vlomalwinister bei- Köse wird für alle artet Die Stellung- ei wird lediglich da- ■ Persönlichkeit das -setzt werden soll. rtaoe. an in der Herberge zur Heimat. — Lukasgemeinde: Kirchenmusikalische Abendseier, 20 Mr, in der Johanneskirche. — Liebigshohe: Gröhes Militär- Streichkonzert, 16,15 Mr. — Kath. Spielgemein- schäft und Kammer-Orchester der Volkshochschule Oberhessen: Feier-Abend, 20 Mr, Kath. Der- einshaus. — Lichtspielhaus, Dahnhofstrahe: „Asphalt". — Astoria-Lichtspiele: „Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die morgige Fremdenvorstellung „Hochzeitsreise", amerikanischer Schwank, beginnt um 18 Mr. Spie.ieitung Heinrich Hub, der gleichzeitig die Rolle des Adams spielt. Es wirken seri'.er mit die Damen Heh, Jahn, Jüngling, Scherer, und die Herren Arzdorf, Heitzig. Hub, Linlmann, Seitz, Volck, Weiener, Zingel. Die Erstaufführung dieses Schwankes ist deshalb an einem Sonntag, weil der lustige Inhalt für ein SonntagSpublilum besonders geeignet erscheint. Das Stück geht natürlich auch durch das Abonnement. — Am D enstag. 3. Rovember. ist die erste Wiederholung der Operette „Schwarz- waldmädel". Gastspiel des Baarschen Operetten- Ensembles. Frankfurt a. M. — Mittwoch, 6. Rovember, „Hellseherei", Gesellschaftsspiel in 3 Akten von Georg Kaiser. — Das zweite Prominenten- Gastspiel Hermine K ö r ne r ist am 8. Rovember. Hermine Körner gastiert mit eigenem Ensemble in Scribes „Glas Wasser" und in Schnitzlers „Weihnachtseinkäu'e". — 3n Vorbereitung ist ein klassischer Torso-Abend, an dem die beiden Fragmente „Robert Guislard" von Kleist und „Demetrius" von Schiller gegeben werden. — Das nächste Lustspiel „Scribbys Suppen sind die besten" von Julius Derstl. — Wartburg,Verein. Am morgigen Sonntagabend findet in der Turnhalle Os- waldsgarten das 42. Stiftungsfest statt. (Räheres D^e^M andolinen- und Gitarren- verein „Reapolita" und der Gesangverein „Harrnoni e-G emütlichkeit" veranstalten am Sonntag, 10. Rovember, 16.30 Mr, in der Reuen Aula der Llniversität Dietzen ein Konzert unter der Leitung des Dirigenten beider Vereine, Herrn Hans S o n n t a g. Ll. a. kommen Werke von Beethoven, Wolli, Angerer, Dreu, Salvetti,- Strautz, Th. Ritter und Sonnet zum Vortrag. Zum erstenmal wird in Gietzen etwas ganz Reues geboten: Madolinenmusik, ver» einigt mit Männergesang. Ferner werden Einzelchöre beider Vereine zu Gehör gebracht. Ein Besuch des Konzertes ist zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.) — Die Chorgemeins ch af t Gesangverein „Eintracht" Gietzen und „Sängertranj“ Wieseck veranstaltetrnor- S nachmittag in Wieseck ein Konzert, bei neben einem Künstlerorchester 200 Sänger und Sängerinnen mitwirken werden. (Siehe heutige Anzeige.) . — Hausbesitzer-Verein Gietzen. Am Montag, 4. Rovember, findet im Safe Leib eine Mitgliederversammlung statt mit der Tagesordnung: .Was bedeuten die Stadtratswahlen für den Haus- und Grundbesitz?" (S. Anzeige.) — Der Vere iö für Luftfahrt in Gietzen »lädt im heutigen Anzeigenteil zu einem Vortrag des Regierungsrats Dr. Seilkopf über die Weltfahrt des „Graf Zeppelin" ein. Der Vvrtrag findet am Montag, 11. Rovember. in der Großen Aula statt. tümern gehören auch den Evangelischen an. Dichter von ausgeprägt katholischer Richtung, wie Joseph Freiherr von Eichendorfs und Annette von Drvste-Hülshoff, werden von vielen Evangelischen wertgeschäht. Auf der anderen Seite findet man in katholischen Erbauungsbüchern die evangelischen Dichter Paul Gerhardt, Paul Flemming und Karl (Sero! vertreten. Vollends ist die Kirchenmusik interkonfessionell. Die katholischen Tondichter Mozart und Beethoven finden bei Evangelischen die größte Beachtung, und der Komponist, in dem das Luthertum am deutlichsten ausgeprägt ist, Johann Sebastian Dach, kommt auch in katholischen Kirchen zur Geltung. Interkonfessionell ist auch die kirchliche Kunst. Die katholische Kirche besitzt Kirchengebäude von höchster Vollendung. Man mutz eine Kirche wie S. Paolo tuori le mura in Rom gesehen haben, um diesem Urteil zuzustimmen. „Vor frei" Mauer" wurde sie im Jahre 386 errichtet. sie ist seither vielfach erweitert worden, aber auch heute noch liegt sie in menschenleerer Einsamkeit, an einer Automobilstratze, eine fünf- schiffige Basilika, die sich auf Marmorsäulen stützt, jedes Schiff eine riesige Halle von weihe- voller Gestaltung. Doch auch in kleinen Wald- kapellen. wie Rlorih von Schwind eine gemalt hat, erkennt man den Reichtum der katholischen Kirche auf diesem Gebiete, einen Reichtum, an dem auch andere Konfessionen teilhaben. In einer süddeutschen Stadt traf ich vor einigen Monaten mit einem alten katholischen Ehepaare zusammen. Der Mann, dessen Ramen ich nicht kenne, war weit gereist, hatte Palästina gesehen und erzähl!«, wie er und seine Begleiter in Jaffa in eine deutsche Ansiedlung kamen. Dort wurden sie. die Katholiken, auf das freundlichste ausgenommen und bewirtet, und mein Gewährsmann sagte: „®8 waren Protestanten, aber gute Menschen." Dieses „aber" ist bemerkenswert, auch Evangelische wenden es an, sie sprechen von anderen und sagen: „Sie sind katholisch, aber sehr ehrenwerte Menschen." Sollte man sich auf beiden Seiten nicht abgewöhnen, dieses Wörtchen „aber" bei dergleichen Feststellungen zu gebrauchen? Die Gegensätze in der Kirchenlehre sollen nicht verdeckt werden, aber wir sollten es lernen, mit denen, die zu einer anderen Konfession gehören, in Frieden und gegenseitiger Wertschätzung auszukommen. H. B. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Kavallerie-Verein: Winterfest, 20 Mr, Kath. Ver- einshauö. — Gießener Radfahrer-Verein 1885 e. V.: Winterfest, 20 Mr. in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — Erste Reichskurzschriftgesellschaft „Gabelsberger" und Damenabteilung e. V.: Dereinsabend, 20,30 Mr, in der „Stadt Lich". — Kurzschriftverein von 1861: Dereinsabend im Kaufm. Dereinshaus, 20,30 Mr. — Freiwillige Gailsche Feuerwehr: Feier des 74. Gründungstages, 20 Mr, Cafe Leib. — 1871—1921: Monatsversammlung : 20,30 Mr, bei Kam. Weber. — Artillerieverein: Monattzversammlung, 20,30 Mr, im „Hessischen Hof". — Lichtspielhaus, Dahnhofstrahe: „Asphalt". — Astoria-Licht- spiele: „Wenn die Schwalben heimwärts zieh'n". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: „Hochzeitsreise", 18 bis 20,15 Mr. — Petrusgemeinde: Derkaufstag des Frauenvereins der Petrusgemeinde, von 11 Mr vorm. — Berus-rundliche Vortragsabende. Das Arbeitsamt Gietzen, Abt. Berufsberatung, veranstaltet vom Montag, 4. Rov. ab. sechs berufskundliche Vortragsabende, an denen berufene Fachvertreter über die körperlichen und geistigen Anforderungen, den Ausbildungsgang und die wirtschaftlich-sozialen Verhältnisse der verschiedensten Berufe sprechen werden. Anschließend an die Vorträge werden berufskundliche Fragen beantwortet und Lichtbilder vorgesührt werden. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei. (Siehe Anzeige.) * Roch immer Radfahrer ohne Rückstrahler! Roch immer werden Radfahrer bemerkt, deren Fahrräder nicht mit den vorgeschrie- benen Rückstrahlern versehen sind. Haben diese Radfahrer noch immer nicht begriffen, dah sie durch dieses Versäumnis den Verkehr auf den Landstraßen, vor allem aber auch sich selbst auf« schwerste gefährden, da sie nicht oder erst zu spät von überholenden Fahrzeugen bemerkt werden < Die Gefahr ist um so größer, als sich die Führer der Kraftfahrzeuge bereits daran gewöhnt haben, daß jedes Fahrrad mit Rückstrahler versehen sein mutz. Im Interesse der Radfahrer sei deshalb nochmals daran erinnert, dah laut den gesetzlichen Bestimmungen jeder Radfahrer zur Ausstattung seines Rades m t einem Rückstrahler verpflichtet ist und dah auf die Klagen der Kraftzeugsührer hin die Polizeibehörden erneut angewiesen sind, alle Fahrräder besonders genau auf das Vorhandensein von Rückstrahlern zu kontrollieren. *' Derkaufstag für ein Gemeindehaus. Der Frauenverein der Petrusgemeinde veranstaltet am Sonntag, 3. Rovember, in der „Herberge zur Heimat" einen Derkaufstag zum Vesten der Erbauung eines Gemeindehauses für die den südlichen Stadtteil Gießens umfassende Gemeinde. Zum Verkauf kommen in erster Linie Handarbeiten der verschiedensten Art, die von Mitgliedern des Frauenvereins angefertigt worden sind und die zu billigen Preisen abgegeben werden. Auch Kaffee und Kuchen wird aus- gegeben. Zur Belebung des Tages tragen d.e Mitglieder der Jugendvereinigungen und der Kinderkirche, sowie der Frauenchor bei. Der Verkaufslag ist geöffnet von vormittags 11 lllyr an. Ausführungen und musikalische Vorträge finden nachmittags von 2.30 bis 5.30 und abends von 8 bis 10 Mr statt. Der Eintritt ist für jedermann frei. (Siehe gestrige Anzeige.) •• Die Museen sind am morgigen Sonntag . von 11—13 Mr zu kleinen Preisen geöffnet •• Geschäftsjubiläum. Die Ledergroh- handlnng S. Joseph in Gießen konnte am gestrigen Tage auf ihr 30jähriges Bestehen zurückblicken. •* Eine Neunzigjährige. Am morgigen Sonntag, 3. Rovember, begeht Frau Ludwig Kohlermann Wwe., geb. Roll, Teufelslust- gärtchen 28 wohnhaft, ihren 90. Geburtstag in körperlichen und geistiger Frische. * Das Marken - Porzellan Soran wird in der nächsten Woche in einer Sonder- Ausstellung der Firma Löwer & Bech stein, Reustadt 2—4, gezeigt. Gleichzeitig wird im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, täglich der Lehrfilm „Kostbare Scherben" vorgeführt, der interessant und lehrreich den Werdegang des Porzellan- zeigt. Man beachte die heutige Anzeige. Aus der Vrovinzialhauptstadt. Cicfjen, den Rovember 1929. Aesormationsfest. Reformationssest bedeutet für die evangelischen Christen Erinnerung an Wartm Luther und .Besinnung auf sein Werk. Es tann nicht au8- bleiben, dah hierbei die GegeiMtze zwi^en eivngelischer und katholischer Kirchenlehre scharf unt) Car herausgestellt werden. Der Evange- likhe will selig werden allein durch den Glauben, b« Katholik lehnt sich an feine Kirche, die im Piivjttum gipfelt, an, sie vermittelt ihm die Knäßte der jenseitigen Welt. Ist dem Evange- lifdiJm die Kirche di« Gemeinschaft der (Släu- biaU. so sieht der Katholik in ihr die göttliche Einrichtung, die fest gefügt und streng ge- güel’crt. den ganzen ErdenkrerS umspannt und burA' die Jahrhunderte geht. Der Evangelisch» hält sich an das Wort Jesu: „Einer ist euer «Meister, ChristuS, ihr aber seid alle Brüder" H er spricht mit Luther: „Ich weiß nichts unb Will nichts wissen in göttlichen Sachen ohne .allein von meinem Herrn Christus, der soll au ein alle« sein, was meine Seligkeit betrifft und zwischen Gott und mir zu handeln iit , der Katholik bindet sich an die Vermittlung der Priester- und Heiligen. Darum hat bei ihm der Priester^and eine so hohe Bedeutung, wahrend der Evangelische, wiederum mit Luther, sagt: „Sin Schuster, ein Schmied, ein (Bauer em Jeglicher fciibC« Handwerks Amt und Werk hat und doch alle gleich geweihte Priester und Bischöfe." Der Evangelische sieht m der Ve- rufserfülkHig ein Stück der christlichen Dollkom- menbeit, wahrend der Katholik höheren Wert auf die „alüen Werke" legt, als solche nennt er mit eujem feiner Katechismen: „Beten, Fasten und- Almofen geben; darunter sind alle Werke der Andacht, Abtötung und Rachsten- kiebe verstaÄ)en." Ohne Zweifel tiefgreifende Gegensätze. Es gab einmal eine x3eit in Deutschland, in der man sie vergessen h; tte. Mgefähr vor hundert Jahren sanden sich Evtawgelische und Katholiken oft zu gemeinsamer ArHacht zusammen, die Geistlichen üer beiden ÄoVWcHioncn vertraten einander bei Amtshandlungen. In der edelsten Form ist diese Bereinigung in dem Maler Ludwig Richter ausgeprägt. Er w öur^. 5,e . sowie ^csw^auch unstr ird ^tmfllg n jf.25 | Gesucht arbeit-- l I fr eudige Stütze aus I l| Vereine V. 3 im Alter von 61 Jahren. gesucht 07052 9i>59U Wiesede, den 1. November 1929. >0'.« 9)5üD 8488V sichtbar. o/in "7.1 V leheDsmillel!. tiie W. Weeber, Abt: fm-"..ButabachtGriedler9ir. 23 G gesucht. (9072D »ratze 2. 7963D Drillmaschinen 9 ’56i > BIX. toi. Zimmer I Mi^esuch91 Schöne, geräumige in d. Nahe GietzenS :.V‘ v In hess. Mädtchen höues Hing mit Laden (Ecke. Haupt- und Bahnhofs'r. la Lage für Mk. 18000 bei mäßiger An- zahlg. z.verkaufen. In Kreis tadt Hani m.Laden Kolonialwaren. 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M vrstrM den Zusp zeigen, u schast in draußen Berliner verspürer Der l schließ wesen w marcks Gegensas allen an Person 8 preußisch- völlig nei antnupste. mehr lyri obsieht, ai als an di Inspirativ politischen als eine tens Er nach Bed Echwerpi roar Arne eine Ostt der deut! seiner Lc niemals feftgefegt aug dec tzatte W c so war \ durch p seines 1 geworde äußere 2nsasser melnb I Auswäi der Di Erv. T. ürmanu, Diisseldorf. Heute morgen 2 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser treusorgender, guter Vater, Schwiegervater, Grofivater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Ernst Rohm Oberbahnwärter i. R. Dentscke Feaerbesfattunps- kasse „Flamma" Benin W 50. Werbewochen bis 30. Novett ber in welcher Zeit keine Einschreibegebühr zu zahlen ist. 06876 Auskunft: Rechtsanwalt Dr. Mouser Rraofiasse 11p. 4-6 ühr Stadttheater Sonntag, 3. Nov.. Autzer Abonnement ,3-r- mdeuvorliellnug von 18 bis 20' < Uhr Sum ersten s.V.9iov., von 11'12‘/, Uhr Einmalige Ausführung. 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Man macht in den verschiedensten europäischen Staaten gewaltige Anstrengungen, den Boden- und K.imaverhältnissen bestens an- gepaßte Pflan^ensorten zu züchten, um dadurch und durch die Anwendung der Errungenschaften der modernen Technik die Erträge zu steigern und qualitativ zu verbessern. Man kommt dadurch nicht nur dem Ziel näher, die eigene Be- v ölkerung mit Nahrungsmitteln zu verargen, sondern führt auch eine wesentliche Steigerung des Exports herbei und erreicht eine nicht unbeträchtliche Llnadhängigleit von der Saatguteinfuhr. Solche Anstrengungen sind notig, um den im Krieg verlorenen Auslandabsatz wieder gewinnen und behaupten zu können. 5Xnn eine agrarische Zollpolitik allein dürfte keiner Landwirtschaft eine dauerhafte Hilfe bringen. Man muh sich darüber klar sein, daß die ausländische und über.e.-^che Konkurrenz, selbst wenn sie teurer ist. stets siegen wird, wenn ihre Erzeugnisse qualitativ besser sind. Außerdem darf man nicht übersehen, daß in den wenigsten Nachdruck verbotenl Nachdem wir hier vor kurzem den Präsidenten des Neichslandbunves, Reichs- minister a. D. Martin Schiele, über die Krisis der deutschen Landwirtschaft • zu Wort kommen ließen, geben wir heute dem Dertre.er der landwirtschaftlichen Interessen im Neichskabinett zum gleichen Thema das Wort. Die Not der Landwirtschaft ist nicht nur eine Angelegenheit eines einzelnen Landes, sondern berührt schlechthin alle alten Kulturländer. Ihre Ursachen sind in erster Linie in den großen politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen seit Ausbruch des Weltkrieges zu suchen. Das Kern- übel ist das Mißverhältnis zwischen Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben, zu hohe Zinsen für das Leihkapital, allzu schwere öffentliche Lasten usw., also, um es auf einen Nenner zu bringen, z u geringer Anteil des Landwirts am Sozialprodukt. Diese allgemeine Notlage der Landwirtschaft, die tatsächlich durchaus ernst ist, hat bedauer- licherwei e große Nervosität in die agrarische Bevölkerung aller europäischen Länder getragen, und es muh Aufgab-r aller für das Wohl und Alnglüd hatte, dauernd erfolglos zu sein, nicht mit dem Worte abtun, dah er ostorientiert war. Rantzau war lange nicht so pftortenhert tote Stresemann toestorientiert. Wer ihn kannte, weih dah er das System des Lavrerens Deutschlands zwischen Ost und West, das Bismarck so meisterhaft Zeit seines ^de'ts durchführte, als die einzig mögliche Politik Deutschlands für die Gegenwart und Zukunft erkannte. Er war sogar im Begriff, das Lavieren n ach drei Seiten als Lebensfrage zu erkennem Er wuhte deutsches Schicksal wird nicht nur im Osten und Westen, sondern auch im Südosten deS etwas dazu mit, das sie befähigte, diese Erbschaft wenigstens in einigen Punkten anzutreten. Sie hatten ^Aeolsharfennerven", wie es Brock- dorsf-Rantzau einmal im Gespräch nannte, die Nerven, die jeder pol.tische Luftzug zum Erk'll. g:n brachte. Der am wenigsten Aufnahmefähige der drei in dieser Richtung war sicherlich R a t h e n a u. Er war immer klug, immer weltoffen, aber vor all seiner Weltoffenheit stand doch überschattend und riesengroh das nie versiegende Interesse für das eigene Ich. Rathenau sah sehr viel, sah vieles sehr richtig, er konzipierte aber nur die große Idee, wenn sie geradlinig auf sein Ich zuführte. Daher war trotz aller Klugheit und oller Wendigkeit die Politik Rathenaus nur ein Einfall, die Laune eines bedeutenden Menschen. Sie zeigte kaum Ansätze zu einer brauchbaren Politik für eine Nation. Auch Stresein a n n s Politik war in ihren Anfängen eine Politik um ein interessantes Ich herum. Sie wuchs im Kamps um die Machtstellung der Persönlichkeit. In der Ausnutzung der Situation für das eigene Ich wurde sie zu einem Kampf für diedeutsche Sache. Born Standpunkt Strese- manns aus gesehen, entstand bei aller Derquik- fung mit der Ichbetonung eine Politik mit durchaus lauteren nationalen Zielen. Auch Strese« manns Politik, auf deren Erfolge oder Mißerfolge hier nicht eingegangen werden soll, hat keine Tradition geschaffen. Nicht wie bei Rathenau liegt der Fehler am überschattenden Ich, sondern er liegt darin, dah die Erfolge der Stresemannschen Westpolitik aus einer individuellen Begabung strömten und aus fabelhaft geschickter Äusnuhung einer politischen einmaligen Konjunktur. Sie entstanden aus Stresemanns innerem Gefühl für den Westen, waren aber, soweit sie zum Ausdruck gelangten, kein Ergebnis einer konstruktiven Politik aus den dauernden Gegebenheiten der deutschen Lage. Man kann Drockdorff-Ranhau, der der größte Nach-Dismarcksche deutsche Außenpolitiker war, wenn er auch, wie er selbst erkannte, das T ere vom Tiorbpol zum Südpol. So gleichartig das Bild sein mag, das die Arktis und die Antarktis bieten, so verschieden ist die Tierwelt, die unter den doch vollkommen gleichartigen Bedingungen an den beiden Po.en lebt. Alm einen Ausgleich zu schaffen und vor allem den Südpol mehr zu bevölkern, hat sich jetzt die norwegische Regierung entschlossen, aus der ihr seit dem vergangenen Jahr gehorenoen Insel Bouvct im. südlichen Eismeer verschiedene Tierarten au?zusehen und zu beobachten, wie sie sich am Südpol entwickeln. Andererseits werden von Doucet 50 Pelzrobben nach Spitzbergen gebracht, da diese Tiere im Norden vollkommen ausgestorben sind, weil man sie ihres Felles wegen rücksichtslos jagte. Aus Bouvet sollen vor allem auch Eidergänse angesiedelt werden. In zoologischen Kreisen beobachtet man die treuen „Umpflanzungen" mit sehr großem Interesse. vollkommen durch Zuschauen auf den Stellwerken aneignen. Praktische Hebungen waren dabei fast unmöglich. Seit der Einrichtung des Lehr-Stellwerks, das mit einer Gleisstrecke in Verbindung steht, können die Schüler alle im Stellwerk vorkommenden Arbeiten hier wirklich durchführen: Bormelden. Nachmelden. Wirkung auf Blockfeld, Signal und Weiche. Beseitigung von Störungen usw Borhanden sind ein Befehls-, ein Wärter- und ein Blockstellwerk für ein- und zweigleisige Strecken. Die Schüler sollen hier selbständig ganze Fahrten durchführen. Nach ähnlichen Prinzipien sind die Lehr-Schalter für Fahrkartenausgabe und Güterabfertigung entstanden. Auch sie sind der Wirklichkeit getreu nachgebildet. Einer der Arbeitsplätze ist z. B. als Borprüfungsstelle für die Güterabnahme eingerichtet. Hier find alle Hilfsmittel für Frachtberechnung und Abfertigung der Frachtbriefe ausgelegt, ein Schüler, der den Rollkutscher mimt, liefert Güter verschiedenster Art in vorschriftsmäßiger oder zu beanstandender Verpackung und Bezettelung auf, und der Schüler, der die Aufgaben des Annahme-Beamten übernommen hat, prüft nun unter Anleitung des Lehrers, ob er die Güter — unter denen sich auch absichtlich beschädigte befinden — nach den geltenden Bestimmungen zur Beförderung annehmen darf. An einem anderen Arbeitsplatz wieder erfolgt die Anlernung der Ladeschaffner. Eine Anzahl Güter aller Art ist aufgestapelt, dem Schüler wird eine Anzahl Frachtbriefe übergeben, und nun muß er prüfen, ob etwa Güter überzählig oder beschädigt sind. Auf bereit gehaltenen Bordrucken werden dann die sich hieraus ergebenden Meldungen erstattet. Aehnliche Anlernplätze sind vorhanden für eine Empfangsabteilung, in der die eingegangene Fracht behandelt wird, für den Schaiterkassen- dienst, die Güterkasse und die Gepäckabfertigung. Aleberall sind die Schüler genau so ernst bei der Sache wie draußen die wirklichen Beamten im wirklichen Betrieb. Die Aufwendungen, die von der Reichsbahn für solche Zwecke gemacht werden, geschehen nicht umsonst. Aus der Statistik geht deutlich hervor, daß die ülnfallzahlen dann am höchsten waren, als die Ausbildungsintensität am niedrigsten war — also etwa im Jahre 1918. Der verringerte Alnterricht hat in jener Zeit zwar an der einen Stelle ein Sinken der Ausgaben bewirkt, dafür aber auch ein enormes Hochschnellen der Alnfallausgaben. Alnö wenn man im Geschäftsbericht lieft, daß die Reichsbahn im Jahre 1927 allein vier Millionen Mark für Putzwolle ausgegeben hat, wird man sechs Millionen Mark für Wrsbildungszwecke nicht zuviel finden. Gießener Konzeriverein. Erstes (Lrchcster-) Konzert. Das erste Symphoniekonzert gab mit den großen Ausmaßen feines Programms reichnch Gelegenheit, das Koblenzer Städtische Orchester ten- nenzulernen. Der Streicherchor ist gut befetzt und war augenscheinlich für die Durchführung der Beet- hooenschen Werke verstärkt worden. Seine satte Ausgeglichenheit wurde besonders im zweiten Satz des iLUHöua» wie auch m dem Anoa.lle üer v. Symphonie zu einem wirksamen klanglichen Erlebnis. Die Holzbläser stehen den Streichern nicht nach. Einzelne Sfimmeo weisen ausgezeichnete Vertreter auf; besonders das Fagott ist in sehr befähigten Händen. Wo die Hoizbiafer als gesamte Klanggruppe zur Geltung kamen, da konnte man an der Reinheit, Ausgeglichenheit und Weichheit feine besondere Freude haben. Die Blechbläser sind technisch wohl auf der Hohe, klanglich aber neigen sie zu emem lleberspitzen der dynamischen Grade hin. Das Horte erschien so durchweg überschärft grell, bei den Hornern damit die gewollte Grundfarbe des Klanges trübend. Wenn auch Beethoven im ersten Satz der Fünften beim Eintritt des zweiten Themas ein Fortissimo fordert, so ist das doch n'fit mit dem grellen schmetternden Klange, wie er gestern zu hören war, identisch. Das Klan^ ' des Hornes, das den Klassikern vorgeschwebt hat, weist bei weitem weichere Aüge auf; sonst wäre die vielfache Mischung der Hörner mit den Holzbläsern nicht so wirksam. Auch die Trompeten und Posaunen müssen sich für kunf- tig> Fälle angesichts der akustischen Veryallnisse im Stadttheater mehr Mäßigung auferlegen, der Kling würde an edlem Gehalt gewinnen, und eine Deut« lidfeit der Thematik wäre auch so ausführbar. Daß die Hörner in den weicheren Farben ihren Mann stehen können, zeigten sie an verschiedenen Stellen, wo sie an dem thematischen Verlauf der Werke Anteil hatten. Johannes H o b ' '• m, München, geht als Pianist ein f h: bedeutsamer Ruf voraus; auch hier gelang es ihm, l.c Hörer für sich yx gewinnen. Er ist keiner von den hämmernden Klaviertitanen, sondern seine Naturveranlagung laßt ihn gern bei den lyrischen Stellen verweilen. Mit feinem nachschöpferischen Empsinden ^rmag er klangliche Feinheiten z i äußerster Sublimierthelt zu steigern infolge seiner überaus differenzierenden Anschlagstechnik. Zum andern kann er aber auch in der Aufwallung 2mpu.fes feinem Ton Stärke und Fülle verleihen und .arke An» RLosrVaft entfalten. Alle diese Do Auge wußte er mit weiser Beherrschung m ein es Licht SU Wen un» dem Werke ati G-nr-n- fr.enft- bar zu machen. Seine Leistung m.t der Durch, sichcuna des Es-Sur-StonacrteS sichend angesprechen werden. Bald wird man chn Hundert Männer spielen Eisenbahn. Von Georg Biesenthal. Da ist ein Bahnhof, ein scheinbar ganz gewöhnlicher Bahnhof, mit Fahrkarten- und Gepäckschalter, Bahnsteigsperre, Auskunft, Güterkasse und allem, was sonst noch dazu gehört; da sind Gleisanlagen mit sämtlichen Signalen, ein hochmodernes Stellwerk — aber von diesem Bahnhof und über diese Gleise ist noch niemand abgefahren, und die diesen Bahnbetrieb bevölkern sind keine Reisende, sondern Bahnbeamte im Alnter- richt. Erwachsene Münner spielen Eisenbahn — oder besser: lernen spielend Eisenbahn-Fahren. Halt, von diesem Bahnhof sind doch schon Leute abgereist — abgedampft in die gehobene Beamtenlaufbahn. Das ist die R e i ch s b a h n - Zentralschule in Kirchmöser bei Brandenburg. In langjähriger Arbeit hat Reichsbahnrat Dr. Couvs hier eine unvergleichliche Alnter- richtsstätte aufgebaut. Aus einer großen Pulverfabrik mit einem Feuerwerkslaboratorium, die die Reichsbahn nach dem Kriege übernehmen mu' entstand das „Cisenbahnwerk Branden- bur -Jeft“ mit seinen Ausbesserungswerken, Versuche teilungen, Laboratorien, Spezialwerkstätten und der Zentralschule. Das alles ist eine Stadt für sich. Schon die Schule an sich ist ein Komplex von mehreren großen Gebäuden: zahlreiche Hörsäle; der schon erwähnte Musterbahnhof und das Stellwerk; ein großer Saal für die Aufstellung von Lehrmitteln aus den Fachgebieten: Oberbau. Schwachstromtechnik und Sicherungswesen Alnterkunftsräume und Kantinen. Etwa Hund Hörer können hier gleichzeitig unter- gebrach: werden. Die Zimmer, ein bis zwei Betten enthaltend und alle mit fliehendem Wasser und Zentralheizung eingerichtet, machen durchweg einen gepflegten, ganz unkasernenmähigen Eindruck. Den Kursusteilnehmern wird ihr Gehalt weitergezahlt, nur für Alnterfunft und Verpflegung etwa sieben Mark wöchenllich abgezogen. Wer kommt zur Ausbildung nach Kirchmöser? Obgleich die Zulassung zu den Deamtenlauf- bahnen zum Teil noch gesperrt ist, ist der Alnter- richtsbetrieb an der Zentralschule trotzdem voll ausgenommen worden. Denn unter den Hörern sind ja auch viele, die nicht mehr Dienstanfänger find. 2n letzter Zeit waren z.D. Bahnsteig- schaffner, Ale^erwachungsbeamte, Tarifoeamte, O-Zugschafsner, Oöersekretäre in Kirchmöser. Sogar Lehrer werden in der Zentralschule unterrichtet: nämlich die Reichsbahn-Wanderlehrer. Bisher konnten sich Anfänger ihre Fertigkeiten in der Bedienung von Signalanlagen nur un- zu unseren Allerersten zählen können. B.elleicht hätte ihm die Benutzung etwa eines Dechstein- Flügels angesichts des Werkes und seiner persönlichen Anschlags, äh'.gkeit in die.em Falle günstiger gelegen. Mit seiner aktiven Leistung in der Aufführung gab Univerfitätsmu.itdireltor Dr. Stefan Temesvarh einen serenen Höhepunkt. Wie er sichtlich mit Erfolg bemüht war, immer wieder arz '.feuern,, mitzureißen, au zumuntern, wie er immer wieder ausglich, schattierte, zum Nachgeben zwang, ist nur einem so souveränen Teherrscher oes Taktstockes wie ihm möglich. Mit feiner Differenz erung in Stil- unj- Klangschattie- nmg hob er die Eigenheiten der Mezartschen Symphonie und der Beethovenschen Werie voneinander ab. Bei Mozart die ideale Durchfichtig- keit und Feingeistigkeit, die er schon rein äußerlich durch das Zahlvertzaltnis in der Begehung der eil zllnen Orchesterst.mmen wahrte. DieseTat- sache verdient besondere Hervorhebung, weil gerade viele unserer Dirigenten an diesem wichtigen Faktor vorübergehen. Alnb schon m.t dem ersten Akkord des ws-Dur-Konzertes halte er die ganz andere Klangsphäre Beethovens mit sicherem Griss eingefangen. Mit der Durchführung des Orchesterparles des Konzertes bewies er sich angesichts des symphonischen Stiles des Werkes wie schon so oft als ein hervorragender Begleiter. A s meisterlicher Führer erschloß er Beethovens Fünfte mit ihrem weitgespannten architektonischen Bogen b:s tn jede Einzelheit hinein ganz aus sich herausgehend; stürmend im ersten Satze, mit lyrischem Nachgeben und Aufwallen im Andante, mit triumphalem BeYerr- schen im Finale. - Begeisterung durchflutete das Haus. Ein verheißungsvoller Beginn sur den kommenden Konzertwinter! Ur- n- Erdteils entschieden. Drockdorff-Rantzau war als deutscher Mensch eine der merkwürdigsten, tragischsten und bedeutendsten Erscheinungen der jüngsten Vergangenheit. Auch er hat weder im -----------rml- noch an irgendeiner anderen ------ macht. Er hat es ebensowenig wie Bismarck getan. Er hat in wenigen Schriften und in mündlicher Tradition aber ein Erbe hinterlassen, das zu beachten und hochzuhalten eine Lebensfrage für Deutschland ist. Deutsche Außenpolitik der Zukunft kann nicht von egozentrischen Menschen wie Rathenau, auch wenn sie noch so begabt und lauter fein mögen, gemacht werden. Sie kann nicht ausschließlich als Gelegenheitspolitik und als Politik des persönlichen Geschmacks und der persönlichen Neigung, auch wenn sie mit der genialischen Gewandtheit eines Stresemanns durchgeführt wird, ausschließlich in einer Richtung geleitet werden. Soll deutsche Außenpolitik in der nächsten Zukunft Erfolg haben, dann muh ein künftiger deutscher Außenminister mit den drei goldenen Bällen der Ost-, TDest- und Südostpolitik gleichzeitig spielen können. Bei einem derartigen Lavieren läßt fid) für Deutschland viel verloren gegangenes Gelände wiedergewinnen. Drockdorf-Ranhau, wenn er noch lebte, wäre der Mann, dieses Spiel zu spielen. Möge ihm ein Nachfolger in der Wil- helmstrahe erwachsen. Schicksalsgememschafi der europäischen Landwirtschaft. Don Hermann Dietrich, Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft. Der schon vor dem Kriege losbrechende Sturm gegen die Wilhelmstraße, der sich während und nach dem Kriege im deutschen Volke bis zur Verachtung steigerte, war, soweit er die einzelnen leitenden Beamten traf, im ganzen falsch dirigiert. Schuld an den unerhörten Fehlschlägen der deutschen Politik trug neben dem schon erwähnten Mangel an politischer Tradition, dem Fehlen einer Dismarckschule, der Mangel an Einfühlungsgabe der ganzen Nation in die ihm neue weltpolitische Rolle. Führende englische Politiker haben lange vor dem Kriege ein besseres Bild von der außenpolitischen Lage Deutschlands gehabt als die meisten beamteten deutschen Politiker. Die Geschichte von den noch 1912 mit Oellampen beleuchteten Amtsstuben in der Wilhelmstraße wurde nicht nur als Kuriosität hier aufgefrischt, sondern deswegen, weil noch bis nach dem Kriege in vielen der besten Menschen des Auswärtigen Amtes trotz alles kavaliermäßigen Schliffs der Geist einer gewissen kleindeutschen Auffassung lebendig war, der gleichzeitig alle Vorzüge deutscher Originalität aufwies. Es gab den Geist Spihwegs, Jean Pauls, selbst Goethesche Gelassenheit, es gab Kleinstadtmachiavellis wie den berühmten Holstein. Es gab feinnervige und grobschlächtige Junker. Es gab Causeure und Lebemänner, es gab ein paar Liebhaber historischer Politik, aber en Erfordernis,en der deutschen Politik während des größten Teiles seiner Lebenszeit entsprach. Er hat sich trotzdem niemals einseitig auf den Osten oder Westen festgelegt. Der Erfolg seiner Politik entsprang aus der Meisterschaft seines Lavierenkonnens. Hatte nun auch in der Wilhelmstraße die Politik Bismarcks keinen Nachfolger gefunden so war doch die Tradition seiner durch und durch persönlichen Haltung, die Originalität seines Wesens sonderbarerweise zum Genius loci geworden. So langweilig wie in der Regel der äußere Aspekt deutscher Amtsstuben und ihrer Jill assen ist, so von wirllichen Originalen wimmelnd war seit Bismarck das allmählich vom Auswärtigen Amt zum A A degradierte Haus in der Wilhelmstraße. rt SSO >i' ist ton Auskunft: BecbMll Dr. Mensel Wieseck, Seerbtflimfl von Göienuutglitb WM sonmofi-nnÄm. 3 Uhr. Um voll- Mine 'Beleih- guiiQ bittet m.I de Vorstand. Stadttheater ' 'Oimtafl- 3.Wov» luiter Wement ftn nihenvoriedi ng Juni enten W MO Wie $ ”3 ui 3 Sih« un» tßteberbolunj WMMlM tf £ $»*S ' von i» - Za«,viel ^"-'Äe'Mer o. von MÜs. li|n” alpine PÜl.t- 9flin,"1CP »s- or.Sa oo" a.< neuer 01 Ditte ii mMM- "tose „FW I Benin W 50. ^erbrochen -I bis 30. N<»veu her I in we'cher Zeit H kehlt Einsdireibe* gebühr zu zali’en Sameitiö stönia (eioöt fiaffeli. w® Mli.ieS Erscheinen wotierL Uniform: Dennnnzng, Me, «Wellungen, isw Das Kommando. jifriih Huf“ Julien, "üsss* «sS bci>elntb. " MD 117er abenöö u ubi * Ronak- versaninilimg Querab EtniiSiect Meinen ioub ge- MÄsWtz Lotung, ben 19Iod, adenbs 8 Uhr Geschichten aus aller Wett tt war die Feier um« Ab 1.Nc gegen gessen Mercedes -Benz-Aditzylinder j w 1871: der Schriftsteller Hans Heinz Ewers in-Düsseldorf geboren. Daten für Montag, 4. November. 1743: Eröffnung der Universität Erlangen; — 1847: der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig gestorben; — 1891: der Dichter Klabund (eig. Alfred Henschke) in Krossen a. d. O. geboren. Kirche und Schule. Kirchenweihe in Wetterfcld. * Wetterfeld, 31. Oft. Dieser Tage fand hier eine Kirchweih statt, die das war, was der Rame sagt: Einweihung unserer tn zweijähriger Arbeit wiederhergestellten Kirche. Die Erneuernngsarbeiten waren sehr umfangreich. Zwecks Trockenlegung hatte man den Fußboden erhöht, das alte Fr uen- gestüht durch neues erseht, eine electrische Heizung eingebaut, die Orgel gründlich repariert und die fehlenden Orgelpfeifen erseht, das Dach neu mit Schiefer gedeckt und das Innere der Kirche durch Kirchenmaler Kienz le (Eberstadt) ausmalen lassen. Eine zahlreiche Gemeinde hatte sich eingefunden, um sich an ihrem neuerstandenen Gotteshaus zu freuen, das jeht zu den schönsten der älmgebung gehören dürfte. Verschönt wurde die Feier durch die Anwesenheit des Oberkirchenrates Wagner von Gießen eines Wetterfelder Pfarrecsohnes. Mit herzlichen Worten begrüßte er seine ehemalige Heimatgrmeinde und übergab die Kirche ihrem Gebrauch. Die Festpredigt hielt der Ortsgeistliche. Der Gottesdienst war umrahmt von schön vorgetragenen Liedern ernes aus Wetterfelder Iugend für diesen Zweck Anfang Ihei Tagen die Gattin des Fabrikanten ihm seiner Freundin und sein eigenes Konterfei auf den Tisch legte, von dem sie fortan getrennt sein wollte... mußte er feststellen, daß Basile haarscharfe Bilder zu machen verstand. Wie der Heberraichte mit seiner Frau fertig wird, ist eine andere Sache. Dem Photographen schwur der Fabrikant jedenfalls Aach«, lief zur Polizei und zeigte ihn an. Basile schwort Stein und Bein, daß er sehr diskret sei. Aber wie kommt das Bild in die Hände der Gattin? Basile wird den Kürzeren ziehen bei diesem Streit um das Aecht am eigenen Bilde, ein Recht, das der Russe irgendwie leichtsinnig verletzte. Wie konnte Basile auch nur. Sollen Männer nicht Zusammenhalten? Tie Schönheitskönigin bleibt ungekützt. (r) Kopenhagen. In einem mondänen Badeort in der Rähe von Kopenhagen wurde neulich, der seit einigen Iah- ren üblichen internationalen Unsitte entsprechend, die dänische Schönheitskönigin gewählt. Friederike Born, eine junge Frau mit langen blonden Zöpfen, im Alter von etwa fünfundzwanzig Iah- ren, nahm die Huldigungen der versammelten Männerwelt mit nordischer Kaltblütigkeit entgegen und willigte ein, daß man einen Kuh von ihr für Wohltätigkeitszwecke versteigere. Der erste kußhungrige Iüngling bot die Lappalie von nur hundert dänischen Kronen, gar bald wurde aber der Kaufpreis in die Höhe getrieben, so daß an dem Wettbewerb nur noch kapitalkräftige Kavaliere teilnehmen konnten. Aachdem die Grenze von tausend Kronen überschritten war, machten alle Anwesenden schlapp und es verblieben nur zwei edle Kämpfer im Ring, die (wenigstens dem Anschein nach- um jeden Preis einen Kuß von der neugebackenen Majestät erhaschen wollten. Ein älterer Herr mit einem ausgewachsenen Bierbauch und einer formvollendeten Glatze, sowie ein eleganter Industrieller in den besten Iah- ren. Der Mann mit der Glatze überbot den Don Iuan stets mit fünf Kronen, während der letztere immer einen Hunderter zufehte. Zu guter Letzt ging dem kleinen Dicken die Puste aus: fchnau- fend, stöhnend und fluchend verlieh er fluchtartig den Saal. Der Industrielle blieb Sieger und war nunmehr berechtigt, sich für die Kleinigkeit von dreitausendsechshundert Kronen den Kuß abzuholen. Er wurde der Schönheitskönigin vorgestellt, beugte sich vor ihr und — begnügte sich mit einem Handkuß. Die Festversammlung war restlos erstaunt ob dieser Bescheidenheit, und die Königin konnte nicht umhin, den auffallend feschen Sieger zu befragen, warum er von feinem nach so heftigem Kampf erworbenen Rechte keinen Gebrauch machen wolle?" „Weil ich", so lautete die phlegmatische Antwort, „lediglich in der Annahme mitgeboten habe, dah der Kuh des ekelhaften alten Dicken Ihnen sehr zur Last fallen würde." Die Schönheitskönigin belohnte den edlen Menschenfreund mit einem süß- sauren Lächeln: „Sie sind sehr gütig, mein Herr. Leider ist aber der ekelhafte alte Dicke, den Sie von mir fernhalten wollten, mein Mann!"... besonders zusammengestellten gemischten Chors unter Leitung von Lehrer Sitz le r. Auch der Rachmittagsgottesdienst sah wieder eine sehr zahlreich versammelte Gemeinde. Der Volksschriftsteller Heinrich Raumann sprach in packenden, warmen Worten zu den gespannt lauschenden Hörern über den Sonntag und seine Heiligung. Die Schlußansprache hielt Dekan Schmidt (Grünberg), der die Grüße des Dekanats überbrachte und die Gemeinde zu bewußter Treue “2“ ihre Kirche ermahnte. Es war ein wirklicher Festtag, den das Dorf nicht so bald ver- ‘ 1 wird. Schottischer Bilderbogen. (0 Glasgow. Der schottische Witz ist der Witz über den Geiz. Hier einige Beispiele: William entschloß sich schweren Herzens, zum Zahnarzt zu gehen. „Was kostet das Zahnziehen?", lautete seine zaghafte Frage. „Vier Schillinge", lautete die Antwort. „Können Sie mich betäuben oder noch besser ganz einschläfern, daß ich überhaupt keine Schmerzen empfinde?" — „Ia. Sie werden ganz bewußtlos." — William zieht hierauf die Brieftafche hervor. „Sie müssen erst hinterher bezahlen", wehrt der Zahnarzt höflich ab. William staunt: „Wer denkt denn ans Bezahlen? Ich will ja bloß mein Geld nach- zählen." In Aberdeen bittet ein Fremder einen Eingeborenen um Feuer auf der Straße. Mit größtem Widerwillen reicht ihm der geizige Schölte seine Streichholzschachtel. Der Fremde betrachtet diese interessiert und sagt dann: „Sie haben Glück, mein Freund, dah Sie unsere Streichholzfabrikate benutzen. Ich bin der Vertreter dieser Firma und habe den Auftrag, jedem Bürger, der unsere erstklassigen Streichhölzer verwendet, ein Goldstück zu überreichen. Hier, nehmen Siel" Er gibt dem Schotten eine Goldmünze: ein halbes Pfund. Unb entfernt sich, in der Annahme, den Mann glücklich gemacht zu haben. Doch lief ihm der Schotte nach und holte ihn auch an der nächsten Straßenkreuzung ein: „Herr, geben Sie mir doch wenigstens meine Streichhölzer wieder!" Dillh der Schotte besuchte feinen Londoner Freund Iames. Der Besuch dauerte acht Tage und Billy hatte nichts dagegen, dah der Gastgeber überall alle Zechen bezahlte. Dann kam die Stunde des Abschieds, die beiden tranlen noch einen letzten Whisky-Soda und Iames griff nach seiner Börse, um die Rechnung zu begleichen. Da erhob aber Dillh Protest: „Kommt gar nicht in Frage. Run hast du schon solange alles bezahlt, da wollen wir wenigstens den Abschieds- schoppen — ausknobeln!" Derselbe Billy feuerte am Weihnachtsabend, wo feine versammelte Familie auf die Bescherung wartete, auf dem Hofe den Revolver ab und stürzte dann aufgeregt ins Wohnzimmer: „Denkt euch nur, der Weihnachtsmann hat sich soeben erschossen!" Der indiskrete Photograph. — Paris. Seit Monaten schon stand Basile Biebokuloff am Eingang des Luxembourg in Paris und photographierte die vorüberkommenden Spaziergänger mit seinem Kurbelkasten. Diele freuten sich, viele winkten unwillig ab, aber niemand ging zur Polizei, um Dasile einen Strick zu drehen aus seiner Kurbelfreudigkeit. Da muhte erst an einem schönen, sonnigen Rachmittag ein großer Fabrikant mit seiner Freundin des Weges kommen. Die beiden merkten gar nicht, dah sie gekurbelt worden waren. Erst als nach einigen Schuljubiläum in Bieber. I Dieber, 31. Oft. In alter Zeit hatten die Dörfer Rodheim a. d. Dieber, Fellingshau- fen, Bieber und Vetzberg eine gemeinsame Schule. Die Kinder der drei letztgenannten Orte hatten taglid) den Schulweg nach Rodheim zurückzulegen. Dieser Llmstand war wohl Grund genug dafür, daß ßch diese Dörfer in schulischer Hinsicht selbständig machten. Bieber, das keine selbständige Gemeinde ist, bildete einen Schulverband, dessen Träger die drei Gemeinden Rodheim a. d. B Fellingshausen und Königsberg sind. Am vergangenen Dienstag waren es nun 50 Iahre daß Bieber seine eigene Schule und feinen ersten Lehrer bekam. Dieser Tag wurde unter Teilnahme der Schüler, des Schulvorstandes und der gesamten Bevölkerung feierlich begangen. Auch der nunmehr 75jährige, heute langst pensionierte erste Lehrer in Bieber, Herr M ü Her aus Oberndorf, hatte sich eingefunden. Sein Rachfolger, der jetzt pensionierte Hauptlehrer Loll, wirkte fast 44 Iahre an der hiesi- gen Schule. Bei der Feier lieh Lehrer Wag- Schmerzen und Blutungen am Ausgange des Mastdarms auch wenn sie noch o selten auftreten, sind meist Kennzeichen von Hämorrhoidalerkrankun« gen. Ihre Entstehung kann heute durch die neuesten Forschungsergebnisse leicht aus der Welt geschafft werden. Wer ein Interesse d. ran hat, von Hämor- rhoidalbeschwerden jeder Art befreit zu werden, wird das Posterisan anwenden, das als Salbe und als Zäpfchen in allen Apotheken erhältlich ist. Ausführliche, aufklärende Broschüre über das Posterisan kann man sich in den Apotheken kostenlos beschaffen. — Originalpackung Posterisan-Salbe: RM. 1 75; — Posterisan-Zäpfchen: RM. 2.65. ' 8772v „Nürburg’ gibt einen neuen Beweis seiner besonderen Leistung und Zuverlässigkeit! europäischen Rationen eine Mehrheit für so hohe Zölle zu finden sein dürfte, die rigoros jede ausländische Konkurrenz ausschlössen. In Deutschland ist die Rot der Landwirtschaft durch die Folgen des verlorenen Krieges eine besonders große. Zu den für alle europäischen Staaten gültigen allgemeinen Ursachen der Agrarkrise treten bei uns noch besondere krisenverschärfende Umstände, wie z. D. die Wirkungen des Raubbaues während des Krieges, die bei Beginn der Stabilisierung noch nicht überall überwunden waren, und die allgemeine Lage der deutschen Volkswirtschaft infolge des Kriegsverlustes und der Reparationsleistungen. Ich habe versucht, das Maß der Aus- Wirkungen gerade dieser letzteren speziellen Ur» fachen festzustellen. Wenn auch die deutsche Landwirtschaft nicht unmittelbar wie die deutsche Industrie und die Reichsbahn mit Zahlungen belastet worden ist, so wird man bei genauer Prüfung doch erkennen, dah sie einen großen Teil dieser Belastung dadurch zu tragen hat, daß Industrie und Gewerbe unter dem Schuh erhöhter Zölle die ihnen auferlegten Reparationslasten im wesentlichen auf d ie Abnehmer ihrer Waren, also auch auf öie Landwirtschaft. überwälzen. Das ist ein Hauptgrund für die erhöhten Ausgaben, die die Landwirtschaft für ihre Bedarfsartikel machen muh. Hinzu kommt noch, dah die Landwirtschaft Preiskartelle und ähnliche Einrichtungen nicht treffen kann und infolgedessen unter dem Druck der ausländischen Konkurrenz auherstande ist, die üjr so aufgezwungene Verteuerung weiter auf ihre Abnehmer abzuwälzen. Diese Schwierigkeiten tragen nicht zuletzt zu dem Mißverhältnis zwischen den Preisen für die verkauften landwirtschaftlichen Erzeugnisse und den Preisen für die De - triebsm ittel und sonstigen Bedarfsartikel der Landwirtschaft — wie es in Deutschland immer wieder in Erscheinung tritt — bei. Dagegen muh man den großen Idealismus und die Zähigkeit bewundern, mit der die deutschen Bau- ern ihre Scholle verteidigen. Sie sind entschlossen, den garten Kampf zur Gesundung des landwirtschaftlichen Lebens und Gewerbefleißes aufzunehmen, und sie können die Regierung in diesem Kampfe an ihrer Seite wissen. Freilich gibt es kein Allbeilmittel, mit dem man die Rot der Landwirtschaft von heute auf morgen beseitigen könnte. Das ist nicht nur in Deutschland, das ist in allen Ländern unseres Kontinents so. Rur in zähem Kampf und sehr langwieriger Arbeit wird es möglich fein, über den Derg zu kommen. Die deutsche Landwirtschaft, die sich des Ernstes ihrer Lage bewußt ist und das Gebot der Stunde erkannt hat, wird mutig den Weg entschlossener Selbsthilfe beschreiten. Sie wird zielbewußt an die Reuorganisierung ihrer Produktion gehen. Sie hat erkannt, daß planmäßige Rationalisierung und Standardisierung der Produktion und der Produkte die Kernfrage der Krise lösen könnte, und es ist zu erwarten, dah sie die Mehrheit des deutschen Volkes, das ju.-u drei Vierteln aus Richtlandwirten besteht, bei diesem Unternehmen auf ihrer Seite hat. Es gilt, die Zahl der Produktionssormen ein und desselben Erzeugnisses zu verringern und han- delsmäßig einheitliche, den gleichen Anforderungen entsprechende Ware zu liefern. Die Lösung dieser Aufgabe muh auf genossenschaftlicher Grundlage vorgenomnen werden und nicht nur vom landwirtschaftlichen Erzeuger, sondern ebenso eifrig vom landwirtschaftlichen Händler angestrebt werden. Auch von der Belastung der Landwirtschaft "üt Steuern und Zinsen soll und muh Abhilfe geschaffen werden. So soll u. a. auf eine Senkung der Real steuern h'.ngearbeitet werden. Das würde in erster Linie der Landwirtschaft zugute kommen. Als letztes fernes Ziel, zu dem der Cpeg noch lang und steinig ist, bleibt die Erfüllung einer Forderung der letzten Internationalen Interparlamentarischen Handelskonferenz: „Die Förderung der landwirtschaftlichen Erzeugung in einer Weise, daß Kapital und Arbeit in der Landwirtschaft ebenso vergütet werden, wie in Industrie und Handel." Ich schließe meine Ausführungen mit dem Wunsche, daß der deutsche Dauer, der von jeher ein vorbildlicher Kolonisator und Landibirt gewesen ist, mitarbeiten möge an dem großen Problem der Hebung der europäischen Agrarkrise und dah er darüber hinaus, gestüht auf feine musterhaften Leistungen und Eigenschaften, ein wertvolles kulturelles Dindeglied zwischen dem deutschen Mutterlande und den deutschen Siedlungen im Auslande fein und bleiben möge. Daten für Sonntag 3. November. Sonnenaufgang 6.55 Uhr, Sonnenuntergang 16.31 ~ Mondaufgang 9.16 Uhr, Monduntergang 17.31 Uhr. 1500: der italienische Goldschmied und Bildhauer Benvenuto Eellini in Florenz geboren; — 1801: der ’ Buchhändler Karl Baedecker in Essen geboren; — < ner In feiner Ansprache ein Dild von der Entwicklung der Schule an den Augen der Erschienenen vorübergehen. Als 140 Schüler da waren, wurde im Iahre 1902 die zweite Lehrerstelle errichtet. 1913 kam bei 160 Kindern eine dritte Stelle dazu. Wegen starken Rück- gangs der Schülerzahl wurde die 3. Stelle am 1. April 1926 wieder aufgehoben. Zur Zeit besuchen 94 Kinder die Schule. Der Redner gedachte der Lehrer, die an der Schule gewirkt haben, besonders auch des Lehrers, der vor fünfzig Iahren hier den Dienst antrat, Lehrer Müller, der jetzt im Ruhestand in Oberndorf bei Draunfels lebt. Zum Schluß seiner Ausführungen sagte Lehrer Wagner einiges über den Schulunterricht einst und jetzt. Die Degwffe: Lemschule. Erziehungsschule, Arbeitsschule wurden in ihrem Wesen und ihrer Bedeutung einer kurzen Betrachtung unterzogen. Die Ausführungen schlossen mit den Worten: „21m guten Alten in Treue halten, am kräftigen Neuen sich stärken und freuen, das soll und wird auch uns nicht gereuen.“ Lehrer Mül- l e r erinnerte in seiner Ansprache an die Schuleinweihung vor fünfzig Iahren' und wie er das Biebertal habe lieben und schätzen gelernt. Auch Hauptlehrer Loll, zu dem die allermeisten Bewohner des Dorfes zur Schule gingen, berichtete in anschaulicher Weise von seinem vor 45 Iahren erfolgten Eintritt in den Schuldienst und von bemerkenswerten Pun> ten aus der Zeit seiner Wirksamkeit. Zum Schluß sprach Pfarrer Vömel (Rodheim), als Mitglied des Schulvorstandes. Er wußte in treffenden Worten der Festgemeinde ein Bild dvn der Bedeutung des Diebertales und des Dünsbergs von alten Zeiten her zu geben. r !£,ra$ 1)011 der hohen Bedeutung der Schule Münzstätte der Erziehung und schloß mit i>em Wunsche, daß das gute Einvernehmen zwilchen Bewohnern und Lehrern, wie es von jeher bestanden habe, auch weiterhin gewahrt bleiben möge. Mit Gedichtvorträgen und Gelängen der Schulkinder, beide gestimmt auf die Grundtöne Heimat und Vaterland, rahmt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 3. November. 23. Sonntag nach Trinitatis. Reformallonssest. Sladlkirche. 9.30: Pfarrer Mahr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde; Pfarrer Mahr; 5: Pfarr- affiftent Schlaudraff; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemefnde. — Iohanneskirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfarrer Bechtolsheimer; 5: Pfar. rer Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- unb Johannesgemeinde. — Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — Llisabelh-Sleinklnderschule. 9.45: Pfarrer Lic. Waas; 10.45: Kinderkirche für die Petrus» aemeinde; Pfarrer Lic. ÜBaas. — Kleln-Linden. 11: Kindergottesdienst; 1.30: Hauptgottesdienst. — Mieseck. 9.30: Kollekte für die Gustav-Adolf-Stistung. — Allen-Vuseck. 9.30: Beichte; 10; 11: hl. Abendmahl; 1.30. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: hl. Abendmahl für die jungen Leute von Staufenberg; Kollekte für die Gustav-Adolf-Stiftung; 1.30: Mainz- (ar; Kollekte. — Hausen-Garbenleich. 10: Garbenteich; 1: Hausen. — Lich. 9.15: Beichte; 9 30: Stifts- dechant Kahn (Mitwirkung der Ehorschule); hl. Abendmahl: Kollekte für den Gustav Adols Verein — Nieder-Bessingen. 2: Stiftsdechant Kahn; Kollekte für den Gustao-Adolf-Verein. — Watzenborn-Steinberg, 1: Hauptgottesdienst; Kollekte; 2: Kinderkirche. Katholische Gemeinden. Samstag, 2. November 1929. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 3. November. 24. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 5.30: Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 18: Andacht. — Laubach. 10: Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schollen. 10.30: Hochamt mit Predigt. Eonntaasdiei-st >. lerzre u. Avoii"-een nm 3 11 ?9 Dr. Neumann-Svengel. Dr. Schaffer. Hirsch- Avolbeke. — jabnarat: Dr. Baum. ’D Bei der internationalen Sternfahrt nach Barcelona legt ein vollständig serienmäßiger Nürburg- Touren-Wagen, mit fünf Personen besetzt, unter der Führung der Journalisten St. v. Szenasy und R. Otte die 3392 Kilometer von Riga nach Barcelona in drei Tagen 10 Stunden zurück. Preis: 4-5sitziger offener Touren-Wagen RM. 13 5OO (ab Werk) •p^ Ö-7sitzige Pullman-Limousine.... RM. 15OOO (ab Werk) Daimler-nenz A.-G., Verkaufstelle Giefeen, Bahnhofstrafee 90/92 "" MW O 178JV Liebigshöhe Wff Am Sonntag, dem 3. November Nachhilfe WELTECHO Am Sonntag, dem 3. November Anfang 4'/4 Uhr! >699J Zandra Mitchell 07077 7971V 8994V ASPHALT Wählen Sie nur nicht kostenlos ein. 9067 A Hausrat 6. m. b. H„ Lirdenplatz 1 9061C und sehr Trikotagen tj; MW ß <0 5) Anstrahlung und Abgabe von Gutscheinen erfolgen während der ganzen Dauer der Verkehrstage * An den beiden Sonntagen. 10. u. 17. 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November: 20 Uhr Stadtsäle: Bunter Abend, anschließend Tanz Sonntag, den 17. November: Stadtsäle 16 u. 20 Uhr: je ein bunter Abend, anschlieh. Tanz _JSJ__________________________ Marburger Verkehrstage IW! t y (a 9, bis 17. November Sonnabend, 9. und Sonntag, 10. November Festliche Beleuchtung der Geschäfte und Anstrahlung der Ellsabethkirche. Universität. Rathaus, alte Sternwarte und Hauptbahnhof * Abgabe von Gratis- Gutscheinen »Rätselraten (Frage-und Antwortspiel) Der große Erfolg im Lichtspielhaus nur noch heute und Sonntag Technikum Ilmenau Tbar. Ingenieurschule lur Maschinenbau und Elektrotechnik Wissenschaftliche Betrl bsfOhrg. Werkmelsierabtellun ■ Ab 1. November 1929: Sensations-Gastspiel der Konzert-,Tanz-und Stimmungskapelle The four Melody makers Leitung: Rudolf Brügmann - unter Mitwirkung der berühmten Saxophon-Virtuosin Verkauf aller eritklailigen Ofenmarken! Astoria-Lichtspiele Nur noch bis Sonntag MW. SHSllMllW MtzkN-SIM «Kinlabnus MAvsWtzWas dü! Dienstag, öen 12. Douemöer 20.30 AHr, im Gewerkschaftsbaus, Dchanzenstratze Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung. 2. Bericht der Revisoren. 3. Veschluhfassung über § 57 der Satzung. 4. Wahl der Rechnungsprüfer. 5. Verschiedenes. 9tJ32D Um vollzähliges Erscheinen der Ausschuhmitglieder wird höflichst gebeten.__________ Der Vorsitzende deS Vorstandes. Theater-Cafe Ernst Ludwig Gießen, gegenüber dem Stadttheafer, Fernr. 2390 Der Fremdenlegionär (Wenn die Schwalben heimwärts ziehen.) Ein Mahnruf an alle deut- Die Hauptpreislagen sind Mk 69.— 89 — 98 — 115.— 135.— 165. 185. usw. Prüfen Sie, bevor Sie Ihren Winter-Mantel kaufen, unsere Preise, Qualität und Verarbeitung. IlJagencr & ftftlöfel Frankfurt am JKain Soetfiestnajic 9/11 Der preiswerte und universelle LORENZ 4-Röhren-Empfänger wahlweise für Batteriebetrieb wie für Netzbetrieb mit Netzanschlußgerät geeignet Preis 198.- RM. inklusive Batterie-Röhren. LORENZ-RADIO VERTRIEBS-G.M.B.H. 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November, nachmittags 3 Uhr, Im neuen Saalbau des Gastwirts Hermann, Wieseck ML 5.50 . ML 2.50 2. 3. Dienstag, den 5. November 1929, abends 81/, Uhr, in der neuen Universitäts-Aula Wer Will zu uns kommen? Spenglermeister R. Rüdiger, Gießen ....Obermeister Hans Götz. Gießen Bote..... C Cedar Mop Gretel Kolbe Hans Bodenstem ,Der Kaufmann".. ...... ,Bor Eisendreher" ,Der Maschinenschlosser" Preise der Plätze: RM, 1.50, 1.20 und 1.00 Karten im Vorverkauf bei Herrn E Challier, Gießen, Berufsberater Dr. Rottenbacher Herr Niederhausen, Gießen I Betriebsoberingenieur I Haase, Gießen Chorgemeinschaft Gesangverein Eintracht Gießen und Sängerkranz Wieseck Leitung: Chormeister H. Meyer, Wieseck Was bedeuten die Stadtratswahlen für den Haus-uiid Grundbesitz Um zahlreiches Erscheinen wird höflichst gebeten. Der Vorstand. Für die anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerkiamteiten sagen wir ollen auf diesem Dege unseren herzlichsten Dank Albert Heep und Frau Hedwig geb. Link Mittagessen zu Rn. 2.2V Orientalische Suppe Rehkeule. Gärtnerin-Art Nuß-Törtchen zu RM. 3.50 Orientalische Suppe Bodensee-1 laufeichen n. Fürstenberg Ka bsmedaillon Regina Nuß-Törtchen Abendessen zu RM. 3.50 Hubertus-Suppe in Ta-sen Hummer-Pastetchen mit Spargel Junge Mastgans Salat Nizza und Strohkartoffel >chneeballen mit Vanilletunke Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde „Dio Schneiderin" Schneidermeisterin M. Wehrum, Gießen „Die Putzmacherin" Prüfungsmeisterin M. Schwertel, Bad-Nauheim Mitwirkende: Ein erstklassiges Künstlerorchester 200 Sänger und Sängerinnen Erster Teil: Männer-, Frauen- und gemischte Chöre von Uthmann, Suppö, Bein, Hoch, Botnannski, Meyer, Wesseler und Othegraven Zweiter Teil: Musik und Chöre zu Rosamunde von Franz Schubert Willy Haas und Frau Eleonore geb. Pons Gute Heilerfolge wurden in Fällen, wo andere Heiliiitttel ohne Erfolg uerhtdjt waren, durch unsere Methode ohne Ove- raiton, ohne Etnsvritzung. ohne Berufö- itöruna erzielt u.sind bestätigt. Reser, vv, Sprechstunde unseres BertrauenSarzies: Marburg: Mittwoch. 6. Wod., öorm.8-12. Hoicl Freidhok (b. d. Unto.i. Gienen: Mittwoch 6. Rov^ nachm. 3-ti, Bahnh.-Hot. Lenz. „Hermes“ Aerztl. Institut für orthoväd. Bruchbeh.tÄ.m.b.H.,9,mütU'G3G,ESvlanadei'> Zhre Verlobung geben bekannt Magda Oiefholz Willy Lenz 1. 2. 3. Klein-Linden 2. November 1929 Apparate und Platten in großer Auswahl Ernst Challier, Musikspezialgeschäft, Neuenweg 9 Das Arbeitsamt Gießen Abteilung Berufsberatung veranstaltet nachstehende berufskundliche Vortragsabende. Alle Schüler, Eltern wrt Interessenten s.cd freundlichst eingeladen. Der Eintritt zu allen Vorträgen ist frei! Sämtliche Vorträge finden In Gießen, abends pünktlich um 7*/a Uhr im Goethe-Schulhaus, Westanlage Nummer 43, statt. Vortragsfolge: Montag, den 4. November 1929: in größter Auswahl 07092 Wilh. Kohlenmann Neustadt 12 — Fernruf 3676 Montag, den 11. November 1929: 1. „Der Former".....Betriebsoberingenieur Haase, Gießen 2. „Der Maler u. Weißbinder" Prüfungsmstr. Ph. Horn, Gießen 3. „Der Autoschlosser“........Werkmeister Kraft, Gießen Mittwoch, den 13. November 1929: 1. „Die Kinderpflegerin" .. Jugendleiterin H. Watz, Gießen 2. „Die hauswirtschaftlichen Berufe" E. Weitzel, Rektorin der Mädchenfortbildungsschule, Gießen 3. „Die Verkäuferin".........Herr Carl Röhr jun., Gießen Donnerstag, den 14. November 1929: Eier, Sauen und Wirtel mit Abstammungs-Nachweis «veredeltes Vanbfdjroetn) hat abzugeben KreisschweiuezDcMvereiD Laoterbacb (Bete.) Metzer. Vorsitzender. [3111V Gesangverein Harmonie T Mitglied des Lahntal-, Hessischen und Deutschen Sängerbundes / Leitung: Herr HANS SONNTAG, GIESSEN Sonntag, den 10. November 1929, nachmittags 4% Uhr, in der Neuen Aula der Universität Gießen: Hausbesitzerverein Gießen e. V. LichtMdervortrag Dr. Trinkler, Berlin: Verlauf und Ergebnisse der Deutschen Zentralasien.Expeditlon Eintritt: Mitglieder frei, Nichtmitglieder Mk. 1.-, Studenten, Schüler und Militär Mk. 0.50. - Karten-Vorverkauf bei Dr. Töpelmann, Südanlage 4 Montag, 4. Nov. 1929, abends 8 Uhr, im Caf6 Leib: Mitgliederversammlung Polei Restaurant Bairischer Hol Morgen Sonntag, ab 6 Uhr Has im Topf 9J64D mit Kartoffelklöse Allendorf November 1929 Klein-Linden Verein für Luflfafirl io Gießen Montag, den 11 November, in der großen Aula der Universität-* Vortrag des Regieroiigsrals Dr. Selliopl über die w ' Wellfahrt fles „firaf Zeppelin“ 1. „Der Werkzeugmacher" Betriebsleiter Ingei our Triller, Heuchelheim 2. „Der Schmied".. . Schm.cuümelster H. Haas, Annerod 3. „Der Elektriker" .Obermeister K. W. Schmidt, Gießen Dir suchen nicht nur Fachvertreter, sondern auch ge- schästsgewandte Nichtfachleute, die gründlich aus- gebildet werden. Innerhalb unserer wachsenden Organi» sation ist jede Möglichkeit zum Dorwärtskommen gegeben 1 Streng vertrauliche Schänd- lung der Bewerbung wird zugesichert. M DvitMlhE ■k« Volks- u. Lebensverslcherungs-A6. JtaA Bezirksdirektion Frankfurt a. Main Mainzer Landstraße 59/63 8951V Walltorltrake 6, 07070 bettle abend ab 8 Ubr KONZ IE RT Zum Vortrag kommen: Chöre mit Orchesterbegleitung von Beethoven und Joh. Strauß Männerchöre von Angerer, Breu, Zedtler, Sonnet Mandolin en-Chöre von Wölki, Salvetti und Th. Ritter Gitarrenchor von Th. Ritter Mittwoch, den 6. November 1929: 1. „Der Feinmechaniker“ Mechanikermeister A. Ruhl Jun., Kleln-Llnden 2. „Der Spengler und Installateur" WatttmW-Vsmw Sonntag, den 3. Aovember 1929, abends 7.30 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten, Familienabend anläßlich des 42. GWfAMOSfefteS MID Musikalische, gesangliche und deklamatorische Darbietungen Aufführung des Schauspiels: Luther in Oppenheim" Alle Mitglieder nebst Angehörigen sowie Freunde und Gönner des Vereins sind herzlich eingeladen. Programm 50 Pfennig Drucksachen aller Art liefen in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert dir Rrühl’eche Univ. Druckerei. R. Lana# 1 iil Samstag-,^. November 1929 Nr. 258 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Das neue Schalthaus des Gießener Elektrizitätswerks e" bekannt gm an geb. Vons den seitherigen st andswahl wurde für Hanau a. K UTOx) oember 1929 OW 1PP®... jerlP-A^ zessin Aschenputtel mit güldenem Schuh und goldener Krone hätte herausgehen sehen. auch mit den endgültigen Projektierungsarbeiten begonnen werden. Um mit den neuesten Erfahrungen für die Errichtung des vorgesehenen Schalthauses ausgerüstet zu sein, erfolgten Besichtigungen von verschiedenen Elektrizitätswerken. Daneben muhten die Arbeiten zur Vorbereitung des großen Unternehmens so gefördert werden, dah noch in diesem Jahre mit den Dauarbeiten begonnen werden kann. Ende September wurden dann die gesamten Baupläne in der Weise endgültig festgelegt, wie unsere hier abgedruckte Skizze des Erweiterungsbaues es zeigt. Der linke, gröbere Bau mit dem Schornstein stellt das jetzt vorhandene Betriebsgebäude dar, der auf der rechten Seite sichtbare Teil des Baues ist der Erweiterungsbau, der nunmehr in Angriff genommen wird. Die Bauarbeiten sollen so gefördert werden, daß am l.März 19 30 mit der Montagearbeit der elektrischen Einrichtungen begonnen werden kann. Die Durchführung der Erd» und Maurer- Mn ry Herzen verfallen der Schwermut. Aber manches ist da, das erfreut: der junge Wein gärt in den Fässern. Die Obstkammcr liegt voller Müsse. Die Birnen quellen in den Schalen zu wunderbarer und saftiger Süße auf. Die Aepfel bekommen Weichheit und Aroma ins Fleisch. Die Jahres- brut der Gänse setzt das erste lodere Fett an. ihre Scheniel werden reif für die Pfanne. Was soll man tun? Man schlappt von Zimmer zu Zimmer, von Siege zu Stiege, von Gang zu Gang. Der Geruch des Sommers und der Septemberreife liegt in den Bäumen. Bon den Scheunen her kommt der wilde Wiesengeruch des Heus, die Katzen bringen ihn in ihrem Fell mitten ins Zimmer. Aus den Kellerlöchern steigt der berauschende und schwere Geruch des rumorenden und gärenden Mostes. 3n einem Zimmer hängen Büschel von Arnika, Pfefferminz und Schafgarbe. Das ist das Zimmer der Großmutter. Das ist das geheimnisvollste Zimmer: wenn die sieben Zwerge aus der Türe hu' :n würden, es wäre- nicht verwunderlich: und die Magd erzählt den Kindern, daß sie am Abend die Prin- Zu den Tieren des Aovembers g h-ren noch die Katze, der Waldkauz und die in den Larnperien und Wänden nagende und unermüdlich lebendige Maus. Immer ist sie da. 3n den unbekannten, schmalen Irrgängen der ousgehähllen Wände und Dielen wispert ihr dünner gespenstischer 01062 »-<>>>—' Psisf. Ihre Jagd geht immer ins Dunkel. Es gibt schlaflose, peinigende Rächte, in denen ihre Stimmen immerfort durch die Wände jagen und in denen das Vagen und Klappern ihrer Unsichtbarkeit zur Tortur und Verzweiflung wird. Ich erinnere mich, daß es mich als Knaben unter die Decke meines Bettes gejagt hat, wo ich im Schweiß und in klopfender Angst auf den furchtbaren Anblick des uralten Mäusckönigs wartete, der mir mit phosphorgrünen und zersetzenden Zähnen an das Herz wollte. Immer ist auch die Katze da. Frühling und Sommer war sie kaum zu sehen, da lauerte sie hinter einem Gartengebüjch auf der Dogeljagd oder sie trieb sich auf den Böden umher, wo das Rest ihrer Jungen war. Wind, Kühle und Regen haben auch sie in das Haus gejagt, da ist nun, gravitätisch und schnurr \ am Fuße des ' auen S achelo ens n.i; zwi k rüden un) (.alb^e.chi s e :en Augen, aus denen manchmal tou ein 31 uj ein grünes Feuer schießt. An ihrem Bewußtsein rinnen die dunklen Tage spurlos ab, sie kennt nur den Zwang ihres Hungers und ihrer Rot- dürft. Das feurige, glühende Ochfenmaul ist ihr zur Sonne geworden: die Philosophie ihres Daseins ist Ruhe, Wärme, der Qlapf mit Milch und ein Spiel mit den Woliknäueln der Großmutter. Keg»19 Mit dem neuen Schalthause fei ten gleichzeit g auch eine Zähler-Eich st ation und ein Aufenthaltsraum für die Arbeiterschaft hergestellt werden. Bei der c.igcrcn Bearbeitung des umfangreichen Projektes hat sich jedoch herausgestellt, daß eine Verbindung des Schalthausbaues mit den eben erwähnten Einrichtungen nicht ratsam erscheint. Die Zähler-Eich- ftation und die Schaffung eines Aufenthalts- raumes für die Arceit.rschaft werden daher im kommenden Frühjahr gesondert zur Ausführung gelangen. Dis Kosten für die Errichtung der Gesamtanlage belaufen sich auf insgesamt 494 000 Mk. Die Mittel sind durch allmähliche Ansammlung in dem Erneuerungsstock des Werkes vorhanden, so daß die Finanzierung des großen Dauuntemehmens g'att und ohne Reu- belastung der Stadt möglich ist. Mit Genugtuung kann es begrüßt werden, daß durch diesen Erweiterungsbau eine ganze arbeiten im Laufe des Winters ist unbedingt erforderlich, damit die Frühjahrs- und Sommermonate mit der geringeren Inanspruchnahme der Stromlieferung für die Montagearbeiten verfügbar bleiben. In dem jetzt bestehenden Schalt- Hause, in dem — wie schon oben erwähnt — die Gleichstrom- und Drehstromanlagen unter unzulänglichen Raumverhältnis'en besteh.n, werden künftig nur die Einrichtungen für die Gleich- strom Versorgung enthalten fein. In der Mitte dieses Schalthauses wird eine sog. Warte errichtet, von der aus die Bedienung der Hochspannungsapparate ufw. erfolgen wir), ilmöie'e Warte herum im Halbkreis wird, die Gleichstrom- Schaltanlage angeor'-Dnet werden. Der Raum, in dem jetzt die 20 000-Dolt-Schallanlage u. ter- gebracht ist, wird künftig als Kabelkeller benutzt: in ihm werden auch die Schalter und Sicherungen für die Gleichstromspeisckabel des Stadtgebietes untergebracht. Das Erdgeschoß des neuen Schalthauses wird die Oelschalter für die 5 0 0 0- und die 20 000-Volt-Anlage, sowie den 0el° schalter-Dedienungsgang aufnh.nen. Der Fahrdamm im Erdgeschoß wird in Schotten unterteilt werden, so daß im Falle etwaiger Gefahr unbedingt wirlsame Siche rungsmiig ichk iten gegeben sind. Der Transport der Oelschalter kann dann aus Sicherheitsgründen direkt ins Freie erfolgen. Unter d:r 5020 Volt-Anlage wird sich auch hier ein Kabclkeller befinden, ebenso unter dem Oelschalterbedienungsgang ein Raum für die Führung der Maß- und ©t^ucrlcitungen. Aus Sicherungsgründen werden die Transformatoren in einem besonderen Gebäude untergebracht. Reihe neuer Arbeitsmöglichkeiten für einheimische Firmen geschaffen werden und unser Elektrizitätswert nach der Fertigstellung des Baues in der Lage sein wird, allen Anforderungen des stark gesteigerten Clektrizitiitsverbrauches gerecht werden zu können. 1. Vorsitzenden, der aus gesundheitlichen Rücksichten von seinem arbeitsreichen Amte zurücktrat, Mchgermeister K. Bender (Hungen) gewählt. Die Wahl der übrigen Dorstandsmitglieder brachte folgendes Ergebnis: Bundesdirigent: Lehrer Dietrich (Rodheim an der Horloff), der dieses Amt seither schon bekleidete: 2. Vorsitzender: I. Böcher (Ruppertsburg), Schristführer: H. Sommer (Hungen), Rechner: W i n g e s e l d (Wetterseld); Beisitzer Högel (Laubach). Gerhard (Langd), Junker (Inheiden), Roeder (Hungen), Schmidt (Röthges) und Merz (Gonterskirchen). Die Veranstaltung des nächstjährigen Bundesfestes wurde dem Gesangverein „Liederkranz" in Hungen übertragen, der das Dundesfest mit einem Re- sormwettstreit verbinden will, bei dem nur Diplome zur Ausgabe kommen sollen, so dah sich die Beteiligung daran wesentlich billiger stellt als bei den üblichen Wettstreiten. Der Bund wird bei diesem Fest einen Massenchor vortragen, dessen Auswahl durch die demnächst zusammen- tretcnde Dirigcntenkonferenz g troffen wird. Die Beteiligung am eigentlichen Wettstreit, der am Vormittag stattfindet, ist den Dundesvereinen sreigestellt, während die Teilnahme am Fest Pflicht ist. Zu dem am 19. Juli in Rodheim a. d. Horloff statt finde-den Sängerfest, verbun- Kein Höhenlust-Zorschungs-Instiiui in Darmstadt. WSR. Darrnstadt, 31. Oft. Den beiden an der Technischen Hoch'chule Darmstadt bestehenden Lehrstühlen für Luftfahrt sollte ein Höhenluft-Forschungs-Institut angegliedert werden, das erste dieser Art überhaupt. Die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt in Derlin- Adlershof sollte dazu ihren 9500 Kubikmeter fassenden Freiballon „Bartsch von Sigsfeld", den größten Freiballon der Welt, zur Verfügung ftelien, der in Höhen bis zu 10 000 Meter aufsteigen und dem Studium meteorologischer, motor- technischer und medizinischer Fragen in diesen für die Zukunft der Luftfahrt wichtigen Regionen dienen sollte. Wie wir von amtlicher Stelle erfahren, hat sich die Verwendung des Freiballons „Bartsch von Sigsfeld" 'inzwischen als zu kostspielig und schwierig herausgestellt, und der Versuchsanstalt für Luftfahrt wurde mit» geteilt, dah für den Vallon in Darmstadt keine Verwendung mehr bestehe. Ein Höhenluft» Forschungs-Institut gibt es in Darmstadt also nicht. Den Lehrstuhl für Luftfahrt hat Professor Eberhardt inne. Oie Eingemeindungen in Mainz. WSR. Mainz, 31. Oft. Dem Mainzer Stadtrat lagen gestern die Verträge zwischen der Die Stromabgabe des (Siebener Elektrizitätswerkes hat in den letzten Jahren eine so erhebliche Steigerung erfahren, daß die jetzt vorhandenen Schaltanlagen zu klein geworden sind und infolgedessen nicht mehr den Sicherheitsvorschriften für eine einwandfreie Stromlieferung genügen. Mit den hierdurch bedingten Erweiterungsarbeiten hat sich die Direktion des Elektrizitätswerkes schon seit zwei Jahren eingehend beschäftigt. Runmehr sind die Vorarbeiten so weit gediehen, dah mit der Errichtung eines neuen großen Schalt- Hauses in etwa acht Tagen begonnen werden kann. Das jetzige Schalthaus war bei der Errichtung des neuen Maschinenhauses im Jahre 1909 nur für Gleich st rornversorgung vorgesehen. Jrn Jahre 1909 wurde von dem Leiter des Elektrizitätswerkes, Direktor S t o 11 e, bereits die Rotwendigleit betont, das Schalt- und Maschinenbaus derartig zu gestalten, dah auch die künftige Versorgung des Äeberlandgebietes ohne besondere bauliche Erweiterungen durchgeführt werden könne. Diese Anregung kam damals aber nicht zur Durchführung. Ein Jahr später trat die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg mit dem Ersuchen um Elektrizitätsversorgung an das Gießener Elektrizitätswerk heran. Da diese Stromlieferung mit dem vorhandenen Gleichstrom nicht möglich war, konnte nur die Versorgung mittels hochgespannten Stromes erfolgen. Hierfür mußte eine besondere Maschine aufgestellt werden, die in ihrer Leistungsstärke so groß gewählt wurde, daß sie gerade nur für die Versorgung der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg ausreichend war. Cs wurde damals die Ansicht vertreten, man solle zunächst einmal einen Versuch machen und nicht gleich zu viel Geld in die Anlage hineinstecken, obwohl die Lieberlandversorgung damals schon nichts Reues war. Die Elektrizitätsversorgung einer weiteren ilmgegenö von Gießen wurde damals von den zuständigen Körperschaften abgelebt. Im Jahre 1911 beschloß dann die Provinzialverwaltung Oberhessen, die Elektrifizierung Ober Hessens durchzuführen. Zum Glück gelang es seinerzeit der Stadt Gießen noch in letzter Stunde, die Zuweisung der Elektrizitäts- Versorgung eines Teiles des Kreises Gießen zu erlangen. Für die Versorgung dieses Gebietes mußten seinerzeit neue Maschinen und neue Schaltanlagen errichtet werden, welche aber in Räumen untergebracht werden mußten, die nur für Gleichstrom vorgesehen waren. Infolge der erfreulichen Zunahme des Stromverbrauches waren dann von Jahr zu Jahr neue Erweiterungen der Schaltanlagen erforderlich, und jetzt ist in dem großen Schaltraum jeder Winkel und jede Ecke bis zum äußersten Maße ausgenuht. Hierdurch ist leider die Liebersichtlichkeit der Schaltanlagen, die für einen gesicherten Betrieb unbedingt erforderlich ist, außerordentlich beeinträchtigt, ja zum Teil sogar verloren gegangen. Auch die Gleichstrom-Schaltanlage des Werkes entspricht nicht mehr den Anforderungen nach dem neuesten Stande der Technik und ist den Erfordernissen des Stromkonsums nicht mehr ausreichend gewach'en. Schon im vorigen Winter — bekanntlich tritt der Hauptkonsum an elektrischem Strom ja immer in den Wintermonaten ein — wurden die Hauptsammelschienen derartig warm, daß zur Sicherung des Betriebes eine besondere Ventilation eingesetzt werden mußte. Den hier geschilderten Linzulänglichkeiten in der Einrichtung unseres Elektrizitätswerkes soll nun durch den Vau eines neuen großen Schalthauses abgehoben werden. Heber die Bedingungen für die Ausführung dieses Vorhabens wurde bei sieben größeren Elektrizitätsfirmen angefragt. Die Prüfung des daraufhin eingegangenen umfangreichen Materials nahm längere Zeit in Anspruch, so daß erst Anfang Juli d. I. an die Vergebung der elektrischen Arbeiten herangetreten werden konnte. Dann konnte g Klck'ÄdiN Der Baum des Rovembers ist die Cypresse. Alle Bäume sind leblos geworden und haben den tiefsten Schlaf hinter ihren Rinden. Sie allein steht in der grauen, bedrückenden Luft grün und wachsam. Hinter ihr ist die Pforte dcs Todes. Aus dem Süden brach sie in den Rorden ein, der sie zum Totenbaum machte. Sie ist der gotische Daum des Südens, hineinragend wie eine strenge, unbewegte Flamme in die- blendende Tiefe der großen Bläue. Aber hier vor der Stätte des ewigen Schlafes und der unaufhaltsamen Vermoderung wird sie zu einem schwermütigen Engel, dessen Feierlichkeit und Fremdheit erschreckt und an deren Stamm ich mir immer einen geneigten und trauernden Jüngling denke, der mit einem Arm eine Urne umklammert, die die süße und schmerzlrche Asche der Geliebten enthält. Rovember. Von Anton Schnack. Er ist der Monat der Dunkelheit. Die Rächt hängt tief in den Morgen und tief in den Rachmittag herein. Womit soll ich die langen, unbeweglichen Abende aussüllen? Die unendlichen und eintönigen Rächte? Immer die kleine schmerzliche Suite von Chopin spielen? Immer die müden und stillen Rovellen von Jens Peter Jakobsen lesen. Verfallen ist man der Magie der Träume, die wie funkelnde Arabesken den schmalen Streifen des Tages umglühen. Verfallen ist man den Erinnerungen an den Sommer und an den Aufruhr der Reisen. Ach, das Traumbild wandert immer nach Süden, wo die Meeresbucht unter Silber und Azur liegt und der rote Vogel im breiten Feigenbäume schläft. Der Wind kommt warm und duftschwer aus den Gärten der ewigen Rosen, die lächelnde und melusinenhafte Frauen mit schmalen Händen pflücken. Ein Erwachen aus deinen Träumereien und du hörst den unermüdlichen Regen an die Fenster rauschen. Er rauschte gestern, er wird auch morgen rauschen. Ein Blick aus den erblindeten Scheiben und du siehst den Wald schweigam und erstarrt im weißen Dampf der Regengüsse und der Rebel versinken. Mark, so daß ein Liederschatz von 126,15 Mk. zu verzeichnen war. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. In der dann folgenden Dor- nach unserem^ vom 4 November an m 7 30 ill)r, in MB E° he, in Mt”6'1” Cs gibt Bücher, die Rovember heißen. Alle erzählen von Qual, Trauer, Düsternis und tiefer Lähmung. Sv gcteallig ergreift die Ratur dieser Zeit das menschliche Herz, daß es sich ein Symbol aus feinem Ramen für die große Rieder geschla- genheit macht. Verse klingen in meinem Ohr auf, gehäufte Worte aus Verfall und Dämmerung, hinge- flüfterte, zitternde Verse, bekrönt von Trauer und Gealtertsein: in allen Stirnen der Dichter hatte der Rovember gelebt und mit seiner höllischen Farbe die Erinnerungen an die Lust, die Blumen und die Liebe verdunkelt und ausgelöscht. Es gibt Musik, die Rovember ist, Rachtmusik aus der unteren Seele, die vor Irrsinn und Schmerz schwankend geworden ist, in die ein unterirdischer, Herbstlichei: Hauch gekommen ist, so daß der Klang wie ein Weinen wurde, daß die Läufe eines bebenden und gequälten Herzschlag bekamen und die Melodie zu einem furchtbaren trostlosen Gelächter wurde. Es gibt Frauen, die Rovember genannt fein könnten, da alles an ihnen Schwermut, Kühle und Schweigen ist. Ihr Blick geht an dir vorbei in ein Geheimnis, ihr Gesicht ist eip zerrissenes Lächeln, ihre Mienen sind Verzicht, Schmerzbeladenhllt und Kummer. Sie zu lieben ist nicht gut. denn unter den glühenden Küssen wird ein eis ger fein, der dich wie Verachtung und Abscheu bis in die Herzgrube trifft. Es gibt Vögel, die Rovember sind: plötzlich rauschen Geschwader aus den Waldstrichen in die Fahlheit der Rachmittage. Schwer und wild ist ihr Geruder, ßerunt.rgedrückt an den Horizont schwimmen sie ins Ziellose auf der Flucht vor dem Winterwind, der schon an ihre Schwingen gerührt hat: es sind die Raben, die Wotansvögel, die Rächt- und Waldvögel, Krähen mit finsterem Blick und grausamem Schnabel, von ihrem krächzenden Geschrei erzittert der Himmel, den sie erb langst reisen und in den sie verlorengehen. Ihr schneidendes, träges Geschrei erfüllt die lichtlose Luft wie eine erbarmungslose und hohle Fanfare: Rovember, Rovember... LermMny«« ,n fayn wir atkn n Wichsten Dank btvig geb. linf Stadt Mainz und den einzugemeindenden Ortschaften zur Genehmigung vor. Rachdem die in Frage kommenden Gemeinden ihre Zustimmung zur Eingemeindung gegeben haben, hat der Stadtrat von Mainz gegen vier Stimmen die Eingemeindungsverträge mit Bretzenheim, Weisenau, Bischofsheim und Gustavsburg-Gins- heim angenommen und die Durchführung der in diesen Verträgen beschlossenen Zusicherungen genehmigt. Damit ist Groh-Mainz Wirk' lichkeit geworden. Die Verträge treten am 1. Januar 1930 in Kraft. Sie bedürfen nur noch der formalen Genehmigung des hessischen Ministeriums. Ebenso hat der Stadtrat von Mainz den Vertrag mit der Gemeinde Laubenheim genehmigt, vorausgesetzt, dah dieser Vertrag von Der Gemeinde Laubenheim, wie mit Sicherheit zu erwarten ist, in dieser Woche angenommen wird. Der Antrag auf eine Zwangseingemeindung Hechtheims wurde gegen vier Stimmen und mit Stimmenthaltung des Zentrums angenommen. Einschließlich Laubenheims wird das neue Mainz eine Einwohnerzahl von 140000 haben. Säiigertag des Horloff-Wettertal Sängerbundes. I Ruppertsburg, 30. Oft. Am vorigen Sonntag fand im Saale des Gastwirts W a g * ner der diesjährige Sängertag des Hor- losf-Wettertal-Sängerbundes st tt, der nunmehr nach Wiedereintritt von Gont.rs- firchen aus „Liederkranz" Hungen, Männer- gesangverein Ruppertsburg, ..Harmonie" Laubach, „Eintracht" Laubach, Männergesangverein Inheiden, „Sängerkranz" Rodheim a. d. Horloff, Männergcsangverein Dillingen, Männergesang- verein Röthges, „Eintracht" Langd, Gesangverein Gonterskirchen, Männergsangvcrrin W.tterfeld und „Gemischter Chor" Altenhain besteht. Der Dundesvorsitzende I. Bücher (Ruppertsburg) begrüßte die Versammlung, die aus 45 Vertretern (einschließlich Vorstandsmitgliedern) und einer großen Anzahl von Gästen bestand. Aus dem Jahresbericht, der von dem Schriftführer Sommer (Hungen) vorgetragen wurde, war zu entnehmen, daß der Bund im letzten Jahre hinsichtlich seines Mitgliederbestandes — er zählt gegenwärtig 407 Mitglieder — und seiner gesanglichen Leistungen — '.das Wertungssingen in Laubach legte beredtes Zeugnis davon ab — sich weiter günstig entwickelt hat. Auch die Rech» n u n g s a b l a g c, die von dem Bundesrechner W i n g e f e l d (Wetterfeld) vorgelegt wurde, zeigte ein befriedigendes Ergebnis. Die Gesamteinnahme betrug 271,55 Mk., die Ausgabe 145,40 Der Monat des Todes ist der Rovember. Er ist den Gräbern geweiht, die unter Cypressen, Lorbeer, Efeu, Stein und Bronze der ewigen Verwesung verfallen sind. Auch ich muh es tun, das Grab des Vaters und der Geliebten zu schmücken. Ihre engelhaften siebzehnjährigen Schultern hat der Tod geknickt. Wie ein scheuer Vogel vor einer dunklen, unbekannten Erscheinung verschwand sie unter einem Blumenrain. Der Vater lächelte weise und mit Müdigkeit ihm entgegen. Wo gingen sie hin? Sind es Inseln, auf denen sie ruhen? Sind es Gestade voll Perlmutter und Liliengehölzen? Sind sie hinübergegangen zu Sternen, die wir nachts über den Wäldern fegen? Ach, die Phantasie ist unentwegt und voll poetischer Einfalt. Wenn nun die mystische Seelen- und Lebenskraft der Dahingesch'e enen erloschen ist, wenn es nun ihr einziges Geheimnis war, nur da zu sein kurze siebzehn oder sechzig Jahre, wenn sie nun nichts mehr sind, als nur Erinnerung in uns, nichts mehr sind, als nur ein verschwommenes und fremdes Traumbild? Wird die Geliebte einmal noch aA meinem Wege stehen, der ins Ziellose und Unbekannte führt? Wird der Vater mit mir über die Wolken in ein herrliches Himmelslicht wandern? Dunkel ist das Geheimnis und für den Rorden ist es recht, die Totenfeier und die Totenerinnerung in den dunkelsten Monat zu legen. Aus meinen Kindertagen weiß ich es: am Allerseelentage zündeten wir viele kleine Kerzen und Lampen an auf dem Grabe, in dem die Schwester begraben lag. Aus der Ferne schien es wie lebendiges Feuer, das aus dem Grabes- innern in den niederen Rovemberhimmel zu steigen schien. Woher kam diese Sitte? Sollte es heißen, steige auf, uns nun fremdgewordene Seele wie dieses Licht? Ich will es auch diesmal tun: mit Kränzen und Lichtern wlll ich die Erinnerung an die Toten beschwören. Aber wer wird es für mich. in meiner Ro- vemberzeit tun? Die Geliebte liebte das tiefe Rot der Reifen. Der Vater verehrte das strenge und herbe Grün der Waldbäume. Wer wird über meinem Grab ein Licht anzünden? Lind wer wird wissen, dah ich über alles die roten Vogelbeeren liebte? November, in der er Universität1 intsrals Dr. SeittoDl tien mit Fahnenweihe, wur^-mgelaven. Nach Erledigung einiger kleine^/ Fragen schloß der Vorsitzende gegen 5 Uhr die Versammlung. Verschönert wurde die Tagung durch feinsinnig vorgetrogene Chöre des Gesangvereins Ruppertsburg, unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten Lehrers Debus. D. Klöring 20 Jahre alt. Am 4. November feiert der seitherige Superintendent der Provinz Starkenburg, Geheimrat D. Dr. Fr. Flöring, seinen 70. "G e b ur - tag. Zu Darmstadt geboren, hat der Geistliche seine erste dienstlich« Verwendung in Kettenheim in Rheinhessen und sodann in Bickenbach gefunden. Am 1. November 1885 wurde er Pfarrer bet neubegründeten Martinsgemeinde in Darmstadt. Die Marti ns tirche i.st bekanntlich von dem Privatgelehrten Dr. Max Rieger aus eigenen Kosten erbaut worden. Am 1. April 1893 wurde Flöring ordentlicher Professor der Theologie am Predigerseminar und zugleich Pfarrer in Friedberg. Am l.Oanuar 1901 wurde er zum Obertonsistorialrat und Superintendenten der Provinz Starkenburg ernannt. Von 1907 bis 1914 bekleidete er die Würde eines Prälaten. Am 1.3uni d. 3. ist er in den Ruhestand getreten. Sowohl als Pfarrer wie als Professor hat sich Flöring große Verdienste erworben. 3hm war, als er noch junger Mann war, die Aufgabe gestellt, die Martinsgemeinde in Darmstadt zu sammeln und auszubauen. Als Professor hat er auf die Kandidaten der Theologie sehr anregend eingewirkt und ihnen den Weg in das praktische Pfarramt gezeigt. Seine Haupt- tätigkcit hat er als Mitglied des Oberkon- sistoriums und späteren Landsslirchenamies entfaltet und sich während dieser Tätigkeit auch in schweren Zeiten als charaktervoller Mann erwiesen. Ein Hauptanliegen ist ihm stets die Pflege der Kirchenmusik und des Kirchengesangs gewesen; darum ruft auch in diesen Tagen der Vorstand des Evangelischen Kirchengesangvereins zur Begründung einer Flöring-Stiftung - auf, die sich die Pfelge der evangelischen Kirchenmusik in Hessen angelegen sein lassen will. Möge dem verdienten Kirchenmanne, der sich völliger körperlicher und geistiger Rüstigkeit erfreut, noch manches 3ahr der Wirksamkeit be- schieden fein. Direktor Sauerbrey verhaftet. Frankfurt a. M., 2. Rov. (TU. Drahtmeldung.) Den vereinten Bemühungen der Frankfurter Llntersuchungsbehörden ist es gelungen, den flüchtigen ehemaligen Direktor der Süd- westdeutschen Dank A.-G. (Konzern der Frankfurter Allgemeinen), Siegfried Sauerbrey, zur Verhaftung zu bringen. Es war in letzter Zeit ermittelt worden, daß Sauerbrey sich bei seiner Flucht zunächst nach Köln gewandt hatte. Von dort führte die Spur über Leipzig nach Prag. 3n Prag ist die Festnahme erfolgt. Die Auslieferungsverhandlungen sind eingeleitet. Marburger Derkehrstage. Aehnlich wie im Vorjahre werden in Marburg vom 9.—17. November Verkehrstage stattfinden. Geplant ist für sämtliche Tage eine festliche Be- kud;tung und Dekoration der Geschäfte, ferner bei Anbruch der Dunkelheit eine Anstrahlung der Elifabethtirche, der Universität, des Rathauses, der alten Sternwarte und des Hauvt- bahnhofes. Auch für Unterhaltung ist reichlich gesorgt. U. a. werden ein Opern- und ein Theaterabend, ferner drei »Bunte Abende" in den Stadtfälen geboten. (Man beachte die heutige Anzeige.) Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210—220, Matte 30-35, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 3—10, Rotkraut 12—15, Gelbe Düben 10—12, Rote Rüben 10—12, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 10—12, Unter-Kohlrabi 8—10, Grünkohl 20—25, Rosenkohl 40—45, Feldsalat 100—120, Tomaten 30—50, Zwieb 'ln 10—15, Meerrettich 50—80, Schwarzwurzeln 40—60, Kürbis 5—8, Pilze 25-30, Kartoffeln 4,5-5, Aepfel 10—15, Birnen 10—15, Dörrobst 30—35, Preiselbeeren 40—45, Pfirsiche 40—50, Honig 40 bis 50, 3unge Hähne 120—130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100—120, Nüsse 50—60, Tauben 70—90, Blumenkohl 30—100, Endivien 10—20, Ober-Kohlrabi 10—15, Lauch 5—15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10—40, Eier 17 Pf. das Stück; Käse, 10 Stück, 60-140; Kartoffeln 3.50 —4.00, Wirsing 10—12, Weißkraut 5—6, Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 8-12, Dirnen 8-10 Mk. pr. Ztr. Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 3.November, 20 bis 22.30 Uhr: „Schwanda, der Dudelsackpfeifer". — Montag, 4., 19.30 bis gegen 22.30: „Die verkaufte Braut". — Dienstag, 5., 20 bis 22.30 (zum ersten Mal): „Maschinist Hopkins". — Mittwoch, 6., 20 bis 22.30: „Tiefland". — Donnerstag, 7., 20 bis 22.30: „Fra Diavolo". — Freitag, 8.: Geschlossen (3. Museumskonzert). — Samstag, 9., 19 bis nach 22.45 (in Anwesenheit des Komponisten): „Der Rosenkavalier". Schauspielhaus. Sonntag, 3.November, 15.30 bis 17.45 Uhr: „Katharina Knie". 20 bis 22: „ grau Didal hat einen Geliebten". — Montag, 4„ 20 bis nach 22: „Der 14.3uli“. — Dienstag, 5., 20 bis nach 22.15: „Chankali". — Mittwoch, 6., 20 bis nach 22.15: „Cyankali". — Donnerstag. 7., 20 bis nach 22: „Der 14. 3uli". — Freitag, 8.» 20 bis nach 22.15: „Cyankali". Amtsgericht Gießen. * Gießen, 24. Okt. 3n der letzten Woche fanden drei Ortsbesichtigungen mit unmittelbar sich anschließenden Hauptverhandlungen gegen Autofahrer statt, denen die Anklagebehörde die Schuld an Kraftfahrzeugunfällen zuschrieb. Der eine Unfall ereignete sich an der Kreuzung der Südanlage und der Goethestrahe, der andere am Ortsausgang von Großen-Linden nach Klein-Linden zu, der dritte in Klein-Linden an der Einmündung der Wetzlarer Straße in die Hauptstraße. Zwei dieser Oertlichkeiten sind bekannte Unfallstellen. Die Verhandlungen über zwei.Fälle, in denen die beiden mit den Autos kollidierenden Motorradler erheblich verletzt wurden, endeten mit der Verurteilung der Autoführer zu empfindlichen Geld- strafen. — Der Unfall in Gießen wurde dadurch verursacht, daß der aus der Goethestraße kommende Angeklagte in allzu raschem Tempo und ohne die gerade an dieser Stelle besonders gebotene Ausmerksamkeit etwaigen Wegebenuhern auf der Südanlage zuzuwenden, diese überquerte und bei dieser Gelegenheit den Zusammenstoß mit einem von der Ostanlage herkommenden Motorradfahrer, dem zudem das Vorfahrtrecht zustand, in schuldhafter Weise veranlaßte. Die Schuld an dem Unfall in Großen-Linden trug der aus der Richtung Gießen kommende, die r«hte Seite der Hauptstraße einhaltende Autosührer um deswillen, weil ec es versäumt hatte, als er Anstalten machte, von der Hauptstraße in eine links einmündende Nebenstraße am Eingang des Dorfes (sog. alte Heerstraße) einzubiegen, den Wechsel seiner Fahrtrichtung in vorgeschriebener Weise durch wagerechtes Halten des Armes kund- zutun. Er veranlaßte dadurch den Zusammenstoß mit einem ihm auf der Hauptstraße entgegenkommenden Motorradler, der die Fahrbahn, die er einzuschlagen hatte, frei glaubte. Die Ursache des Unfalles in Klein-Linden — Zusammenstoß zweier Autofahrer im vergangenen Winter — war nur erklärlich, wenn man einen unabwendbaren Zufall annahm, der auf Vereisung und eine allzu große Glätte der Fahrstraße zurückzuführen war. Diese Annahme war auch bei den Augenzeugen vorherrschend. Der von Gießen kommende Angeklagte wurde deshalb, weil ihm keine Schuld beigemessen werden konnte, freigesprochen. Der andere Autoführer stand nicht unter Anklage. * Gießen, 28. Oktober. Ein Kraftwagenführer soll in einer verkehrsreichen Straße dahier infolge Zuwiderhandelns gegen eine Reihe von Verkehrsvorschriften einen Zusammenstoß mit einem Radfahrer, der dadurch zu Schaden kam, veranlaßt haben, indem er die rechte Straßenseite nicht einhielt, die normale Geschwindigkeit überschritt und keine Warnungszeichen abgab, obwohl solches geboten gewesen fei. Sämtliche Anklagepunkte konnten auf Grund der heutigen Beweisaufnahme, zu der der Angeklagte zwei neue Entlastungszeugen mitgebracht patte, nicht aufrechterhalten werden; vielmehr ergaben sich eine Reihe von Schuldmomenten auf Seiten des Verletzten, der kurz vor dem Zusammenstoß aus einer Toreinfahrt heraus in unzulässiger Weise über den Fußsteig auf die etrafjc gefahren war und dort der Fahrstraße offensichtlich nicht diejenige Aufmerksamkeit zu- gcwendet hatte, die man von ihm erwarten muhte. Hätte er diese Aufmerksamkeit beobachtet, wäre der Unfall vermieden worden. Der Kraftwagenführer wurde daher freigesprochen. Die scherzhafte Bemerkung eines aus einem Wirtshaus über die Lahn heimkehrenden jungen Burschen, der seinem Begleiter drohte, er werde ihn ins Wasser werfen, gab die Veranlassung zu einer Schlägerei zwischen jungen Burschen zweier benachbarter Ortschaften, die aber heute ihre Sühne nicht fand, da nicht festgeftellt werden konnte, wer der angegriffene und wer der angreifende Teil gewesen ist, auch Notwehr eine Nolle spielte. Nur einer der Burschen, der angeblich Die scherzhafte Bemerkung ernst genommen hatte, dem Bedrohten zu Hilfe geeilt war und auf den Drcchenden eingeschlagen hatte, wurde unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt. Berliner Börse. Berlin, 2. Nov. (WTB. Funkfpruch.) Nach einer leichten Abschwächung gestern abend ist man im heutigen Vormittagsverkehr wieder fester. Die Stimmung ist recht zuversichtlich, und man erwartet, daß die für heute 11 Uhr einberufene Zentralausschuß- sitzung der Reichsbank ebenfalls eine Diskontermäßigung, wahrscheinlich um 0,5 o. S). bringen wird. Die Umsatztätigkeit ist vorläufig noch klein. Von Kursen hört man Siemens 314 (Geld), J.-G.-Farben 189,5 bis 190. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,8250, London gegen Mailand 93,14, London gegen Spanien 34,25 zu 34,30, London gegen Amsterdam 12,0890, London gegen Schweiz 25,17 zu 25,50, London gegen Kabel 4,8795 zu 4,8800, London gegen Berlin 20,3975 zu 20,40, Kabel gegen Berlin 4,18 zu 4,1810, Tokio gegen Kabel 48,13 zu 48,25. Aus dem Amtsverkündigungsblati. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 79 vom 29. Oktober enthält: Falsche Banknoten. — Dienstnachrichten. SerfsrgeSeinKud und Deine Familie durch Abschluß einer Lebensversicherung. 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Der Oberbürgermeister. ___________2. D.: Klingspor. Wegebauarbeiten. Die Gemeinde Grohen-Vuseck vergibt im Wege des schriftlichen Angebots die Planierungsarbeiten eines Waldwegs von zirka 480 lfd. Meter (der sog. Rabenauer Straße) in der Nähe der Grenze mit Beuern, Allendorf a. d. Lda. und Treis a. d. Lda. 6069D Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen auf der unterzeichneten Bürgermeisterei zur Einsicht offen, woselbst die Angebote bis zum Donnerstag, dem 7. November. mittags 1 Uhr. einzureichen sind und anschließend die Eröffnung erfolgt. Großen-Buseck. den 1. November 1929. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Gons. 3^i0i6, : fäeumajensit! 1 Aheuma-Sensii D.Xp.Br.433023 wirb tfettanfenb. sach gelobt anO ärztlich empfohlen. Die Tobe kostet 60 Pf„ die Doppcltube KDL 1,50. ItheomaSevstt ift in allen Apotheken und Drogerien erhältlich. Machen Sie einen Versuch. Bestimmt zu hoben: Germania-Drogerie, Carl Seibel, Aronksurter (Str. 39; Roifer-Drogerie, Cm ft 7t oll, Lindenplah 5; Kronen. 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Durch Ursprungszeugnis, auf denen die Ortspolizeibehörden ausdrücklich bestätigen, daß dip Tiere aus der Zucht desjenigen stammen, der die Tiere zum Markt bringt ist die Herkunft der Tiere nachzuweisen. 2.-Der Auftrieb darf nur von 9 bis 9'/, Uhr stattfinden. Veranstaltungen: Gewerbeechan im Gasthaus zum Bahnhof vom 10, bis 17. November. Zum Markttag: Zlrkue. Tanzvergnügen und vieles andere. Heeeleche Bürgermeisterei DRUCKSACHEN ALLER ART liefert In Jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhl'sche Unlversltats-Druckerei R. Lange. GieBen rnnj-maaiM i'if.w HanriBiJTwrifilir /v/w Kaffee „Prima" früher 2.80 fetzt 2.60 Mk< Kaffee „Fein" früher 3.60 jetzt 3.40 Mk. Kaffee „Extrafein" früher 4.— jetzt 3.80 Mk Kaffee „Edel" früher 4.60 jetzt 4.40 Mk Aus unserer eigenen Kellerei: WEIN VOM FASS Weifewein Liter 1.00 o Rotwein .. Liter 0.95 Funkspruch.) Ngch,, Ste&E ^MLigionterZ. 3 Dl hingen wird Jif jw), vJ’Marben 189,5 ? 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Die zahlr. vorkommenden Lähmungen als Auswirkung einer Gehirnerkrankung / Nervenverletzung /Erkältung/Blei- vergift./Schlag anflall usw. Die starke Anzahl der Muskelerkrankungen (Muskellähmung / Muskelrheuma/Muskelschwäche/ Muskelschwund usw. von Zu Dc Slimmur \)0tl freu der vers den koni eurvp Weg i auf An standsfc Danken machte wenigst' denn ir nahm i die Kn für Eui sich jetzt deuischei Europäi den heir man eri tat A sicherhei mit bch Trhvhu einen währte keii b schütte der 1 urteile hierdm sich. I vWü Die §o! ten die Liquid« •tiuanl nommi stützen kein a Die ausgedehnte Reihe der Neuralgien als Ursache des Ischias und als Auswirkung einer Erkält ung/Nervenquetschung Vererbung usw. »on ii fln. «ÄSf Ä Ä 'N •h' * f. Diese lebenswichtigen Fragen werden Ihnen in einem populär-wissenschaftlichen Lichtbilder-Vortrag: Renate Flotter jugendl. 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(Wi). yunneje- nidiablbar 193? 65 101,25 132,5 149 140.4 120.75 215 99,75 117.25 100.2 119 79 96.75 107.13 259,3 108,75 3,3 2 21,6 187,13 | 143 | 68 75 119 I 87.5 I 119.5 I 175 83.25 I 50 9.8 65 102 129.25 140 212.5 99.5 102.5 121 34,5 256.5 50,1 9,8 2,05 7,6 7,7 7,55 8,6 13,9 7 7,4 7,4 8,7 13,85 v konnte der Preis der Vorwoche erzielt werden. Das angetriebene Dich war von mittlerer Qualität. Der Abtrieb nach auswärts war stark. Kälber und Schafe hatten entgegen der allgemeinen Marktlage recht gutes Geschäft zu verzeichnen. Aach regem Handel wurde der Markt geräumt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1822 Rindern, darunter befanden sich 359 Qchsen, 65 Dullen, 676 Kühe und 561 Färsen, ferner aus 1328 Kälbern, 922 Schafen und 6268 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der letzten Woche waren 154 Rinder und 728 Schweine mehr an- getrieben, dagegen standen 183 Kälber und 40 Schafe weniger zum Derkauf. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 57-60. a2) 53-56, bl) 48-52. Dullen a) 56—59, b) 50—55. Kühr a) 47—50, b) 43—46, c) 36—42, d) 28-35. Färsen a) 57 bis 60, b) 53 -56, c) 48 -52. Kälber b) 81—84, c) 76-80, d) 70-75. Schafe al) 45—49, b) 38 bis 44, c) 28 -37. Schweine b) 84—87, c) 84—87, d) 84—87, e) 80—83. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Ochsen, Kühe und Färsen je eine Mark, Schweine bis vier Mark nach während Kälber eine Mark und Schafe bis zu vier Mark anziehrn konnten. Dullen blieben gut behauptet. Ermäßigung des HeichSbankdiskoniesl Berlin. 2. Koo. (WTV.) Die Reichsbank hat den Wechseldiskont um 0,5 v. h., von 7,5 v. h. auf 7 o. £)., und den L o rn b a r d; i n s f u ß von 8,5 v. 5). auf 8 v. h. e r m ä h l g t. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. Aov. Tendenz: fester, später schwächer. — Rachdem an der gestrigen 2ldendbörse wieder eine leichte Abschwächung eingetreten war, eröffnete die Wochenschluhbörse erneut in recht fester Haltung. Die Dis- kontermähigung an den ausländischen Plätzen wirkte noch günstig nach, da, hiervon ausgehend, eine wesentliche Gelderleichterung erwartet wird. Das Geschäft war jedoch nicht nennenswert groß. Erstens infolge des heutigen katholischen Feiertages und des Ausfalles der meisten Ausland- börsen vom gestrigen Tage. Trotz eines Kurseinbruches in Amsterdam war die heutige Börse zuversichtlich gestimmt, und es ergaben sich erneut unter Berücksichtigung kleiner Abschwächungen an der gestrigen Abendbörse recht beträchtliche Besserungen. Der Beschluß des Zentral- ausschusses der Reichsbank, den Diskontsatz um 0.5 Prozent zu ermäßigen, fand, als die Bestätigung eintraf, großen Beifall. Hinsichtlich des Volksbegehrens war man etwas beruhigier. Stärker hervortrelen konnten Salzdetfurth mit plus 5.5 Prozent. Am Eleltro- mackt gewannen Bergmann 3.5 Prozent. Ges- fürel 3,75 Prozent, Schuckert und Siemens j€ 2,5 Pro-ent, AEG. besserten sich nur geringfügig. Am Chemiemarkt eröffneten Farben 2 Prozent fester. Ssnst waren die Umsätze im allgemeinen gering, doch ergaben sich überwiegend Besserun- gen bis zu 2 Prozent. Etwas mehr Interesse bestand noch am Automarlt für Daimler mit plus 3 Prozent. Eine Ausnahme machten Aku mit minus 3 Prozent, angeblich auf größere Abgaben von holländischer Seite. Auch wirkte sich hier die gestrige schwache Verfassung der Amsterdamer Börse aus. Renten still, aber etwas höher. Aach den ersten Kursen wurde es etwas schwächer. 2m Zusammenhang mit dem Volksbegehren tauchten Gerüchte auf, doch machte sich später eine Beruhigung bemerkbar, und die schon wieder eingetretenen Rückgänge wurden wieder aus- geglichen, teilweise ergaben sich gegen Anfang kleine Erhöhungen. Aku gewannen ihren Verlust zurück. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7,5 Prozent leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Pfund 20,395, gegen Paris 123,82, London gegen Kabel 4,8790, gegen Mailand 94,12, gegen Madrid 34,10, gegen Holland 12,0925. Berliner Börse Berlin, 2. Nov. Aus bisher noch nicht ganz klar ersichtlichen Gründen war es gestern abend vorübergehend schwächer geworden. Die Bewegung ging angeblich von Amsterdam aus: die meisten übrigen Äuslandplätze hatten Börsenruhe, so daß sie auf die Tendenz keinen Einfluß hatten: besonders Aku- Aktien lagen stärker angeboten. Im heutigen Bor- mittagsverkchr war dann die Stimmung wieder wesentlich zuversichtlicher, da die Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank anregte, und man mit ziemlicher Sicherheit mit einer Letzte Nachrichten. 10 Prozent für das Volksbegehren erreicht. v e r l i n . 2. Rov. (priv.-INeldung.) wie wir er- ahren, haben sich nach dem Stande von heule vormittag von 40 435 831 wahlberechtigten in den erfaßten Gebieten 4 093 882, also 10,2 o. f)., in die Liste de» Volksbegehren» ein- geiragen. 4% CefierrelrhlW <»ol6rte. 4 frft-rr Silberr*» 4% Oesierreichische Einheitliche diente 4% Utiflariicbe «olbrte . . 4% Ungarische Staat«!, v. 1910 «y»% beefll. von 1913 . . 4% Ungarildte flronentte.. - 4% lüit. Rollanlethe v. 1911 . 4% Zürfito.- Bagdadbahn-Ani Serie I. . 4°o bMfli. S'N» II . 6% SlnniänHdte vetetnd. Rente von 1903 . . . . 4»/*% manische berefcüj. Rente von 1913 4% Bumäukkche veredch. Nerve . 286 224 176 221.25 205 146 98 176.75 37,5 257,5 48.5 179,75 19 78 170 354 354 16,5 4,75 53 103 110; 122 222 | 151,5l . « . u . 6 . 8 8 10 10 . 9 10 . . 8 . . 0 . 6 y, . io 6 eu fdje im tdieüiiu on ........ 7% Deutsche RcichSanIeche eon 1929 I;. yn,. ^blöi-Schuld mit Aui ld'»ie(trtfn..... nbit" 91" •Wed)''- 8% Hell. BolWaat von 1929 (rüdjahlb. 102%) Cberbefien Ptovin; ■ «nlcfiie mit HunoL'9icd)tcn - - - Tcutfdie flamm. Gammelabl. Anleche Serie 1 - . - 8% Srantf. Hup-Bank Goldvie XIII unkündbar bi« 1934 . 7% Tranks. Hvp.-Bank Koldpse unkündbar bi« 1932 ..... 4y.% Sbeinifdif Hyp.-Ban» yiqu. Goldpse........ 8% Br. LanderpsandbrlesonstaU. Bfandbriese R. 17..... 8% Pr. 8on6e$pfanbbnrfanftdt flamm.-Obi. R. 16 7% Br. Landet-vsandbrielansiai:, 87,25 99 50,1 9,6 89 47 48,25 94,75 85,5 78,25 98 95 89 j Bildern- Deutsche Erdü- . . . Eileiter Steinkohle . . ®elienliid)cnet . . . Haroener...... Aoci* Eilen wie Bergbau . . . fllödiicriucde flüin-Ncuesien Mannesman^ .Röhre» Manslctde, Bergbau . Cbcndi'ei. (hicnueoait Cbcndilei. Kaliwerke. Pbönir Bergbau . . . »ihe niicke Braunkohlen 8ibdn(tabi..... Stebed Montau. . . A.E.S . Bergmann . - eicttr. LieierungSgelellschaft Licht und Straft Reiten 4 Guilleaume. . - Gei. i. Eleltr. Untern.. . . Hamb. Gleit: -Werke . . . Rhein. Eleltr. Schlei- Ölefi' ..... Schuckert 4 Go. ... . Siemen« a.- Halske .... Ttansradio ...... Lahmeyer 4 Go..... 0,5-v. H.-D iskontsenkung rechnete. Eine gewisse Zurückhaltung bestand allerdings zum Börsen- beginn hinsichtlich des ungewissen Ausgangs des Volksbegehrens, doch führten Deckungen und kleine Auslandkäufe auf fast allen Märkten zu Mehr-v. 3). Erholungen. Sehr fest eröffneten Reichsbank (plus 6 v H) BMW. plus 4,90 v. H., Gebrüder Korting plus 4,75 v.H., Schubert & Salzer plus 4,5 v.H., Berger plus 6 o. Sy, Holzmann plus 4,7o v. H., Zell- ftoffwerte plus 3,75 bis 6 v. H., Ostwerke plus 6,5 v. H. Pochphon 7,13 v. H., Salzdetfurth plus 8 v. H., Kali Aschersleben plus 5,75 Prozent, Deutsche Linoleum plus 5 Prozent. Gesfürel plus 4 90 Prozent. RWE. plus 4 Prozent. Siemens plus 4 5 Prozent usw. Bedeutend schwächer lagen Aku, die schon anfänglich 4 Prozent verloren, im Verlaufe stark nachgaben und die übrigen Werte beeinflußten. Deutsche Anleihen freundlich. Ablösung ohne Abl. fester. Ausländer geschafts- los. Pfandbriefe freundlich. Am Geldmarkt nannte man Tagesgeld mit 8 25 bis 10.5 Pro e it, ver- einzelt bis 8 Prozent: Monatsgeld 9 bis 10 Prozent. Die 0,5prozentige Diskontsenkung und die Ermäßigung des Lombardzinsfußes von 8,5 auf 8 Prozent kam aber in diesen Sähen noch nicht zum Ausdruck. Wie schon gesagt, wurde es nach den ersten Kursen allgemein schwächer. Aku verloren 7 Prozent. Reichsbank 5 Prozent und die Mehrzahl der übrigen Papiere 1 bis 3 Prozent. Außer der Aku-Schwäche gab man für diese Abwärtsbew gu 'g eine gewisse Enttäuschung an, da man verschiedentlich in Börsenkreisen mit einer Diskontsenkung von 1 Prozent gerechnet habe. * Starke Zunahme der Konkurse im Oktober. Nach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Oktober durch den „Reichsanzeiger 840 (im September 657) neue Konkurse, ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung, und 350 (364) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. • Arbeiterentlassungen bei der Z G.- Farbenindustrie. Nachdem die J.-G.-Farbenindustrie, Werk Ludwigshafen, erst am Freitag ^ergangener Woche zahlreiche Arbeiter entließ, erhielt auch gestern wieder eine noch nicht genau bekannte Zahl von Arbeitern ihre Entlassung. Soweit bis jetzt bekannt, handelt es sich um einige Hundert. Darunter sind Leute, die bereits seit 18 und 19 Jahren bei her I.-G.-Farbenindustrie beschäftigt waren. Wie WTB -Handelsdienst erfährt, stehen auch wieder An- gcstelltenentlassungen unmittelbar bevor. * Der Zusammenbruch der Bankfirma Andre & Herzog in Kassel. In der Angelegenheit Andre & Herzog in Kassel ist im Anschluß an die Festnahme des Bankiers Emst Herzog noch am gestrigen Abend auch der Prokurist Feindt. der mit der Verwaltung der Depots betraut war, vorläufig festgenommen worden. Herzog hat bei seiner gerichtlichen Dernehmung zugegeben, daß mit seinem Wissen und auch auf seine Veranlassung Kunden de pots in erheblichem Umfange angegriffen und an andere Banken als Sicherheit für ihre Forderungen gegen die Firma Andre & Herzog verpfändet worden sind- Der Prokurist Feindt hat zugegeben, daß er in voller Kenntnis der Sachlage die dahingehenden Anordnungen der Geschäftsinhaber ausgeführt hat. Don der Mitteilung sonstiger Einzelheiten muß im Interesse der weiteren Untersuchung zunächst noch abgesehen werden. * Bayerische Motorenwerke QI.-®. In der Sitzung des Aufsichtsrates der Bayerischen Motorenwerke 01.-0. wurde der Geschäftsgang des laufenden Jahres besprochen. Der Umsatz betrug in den ersten zehn Monaten in den beiden Werken München und Eisenach zusammen rund 34 Millionen gegenüber rund 27 Millionen Mk. im ganzen Jahr 1928 (die letzten drei Monate einschl des Werkes Eisenach). Die Motorrad- Woche weitere Fortschritte, zumal man mit einer beträchtlichen Erleichterung am internationalen Geldmarkt rechnet. Führend waren wieder Elektro- und einige andere Spitzenwerte bei erheblicheren Besserungen. Die Spekulation trat aus ihrer Reserve heraus und schritt zu Deckungen. I.-G.-Farben traten ebenfalls mehr hervor, auf günstige Geschä'tsaussichten und angesichts des befriedigenden Ergebnisse) des dritten Quartals. Die Kursdifferenzen gegenüber der vergangenen Woche verminderten sich daher, konnten aber nicht ausgeglichen werden. Siemens, Deutsche Linoleum. Chade, Svenska und Kaliwerte lagen von 5 bis 8 v. H. schwächer. Glanzstoff büßten etwa 20 v. H. ein. Die Börse schloß zuversichtlicher und erholt. Am Rentenmarkt war das Geschäft verschiedentlich etwas lebhafter, wobei deutsche Renten den Dorzug hatten. Am Devisenmarkt war der Dollar anfangs weiter schwach, konnte sich aber gegen Ende der Woche erholen. Geld war zum Monatswechsel gesuchter. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Die schwache Haltung der Auslandmärkte machte auf den Frankfurter Produktenmarlt kaum einen Eindruck, jedoch ist das Geschäft auch weiterhin sehr klein und beschränkte sich wiederum nur auf vereinzelte Bedarfsumsähe. Das Inlandangebot von Weizen ist nach wie vor gering. Es tarnen nur für Rechnung von rheinischen Mühlen einige Umsätze zustande, bei allerdings leicht erhöhten Preisen. Auslandweizen weiter stark vernachlässigt. Das Angebot in Roggen hat etwas nachgelassen, doch hält sich auch hier das Geschäft in sehr engen Grenzen. Der Konsum bekundet vereinzelt etwas Interesse, ferner die mit der Stützung der Roggen- Preise betrauten Firmen. Das Mehl geschäst konnte sich sowohl für Weizen- als auch für Roggenmehl etwas beleben, doch sind die Umsätze sehr klein und beschränken sich auf De- darssläuse. Während Weizenmehl im Preise etwas hoher lag, konnte Roggenmehl seinen se b herigen Preisstand nur gut behaupten. Man hofft aber in Händlerkreisen auf eine weitere Belebung des Mehlgeschäftes. Gerste war weiter etwas stärker angeboten und gab ftn Preife nach. Die Umsahtätigkeit war auch hier eng begrenzt. Hafer wieder ruhiger bei gut gehaltenem Preis. Vereinzelt fanden Untergebvte etwas Beachtuna. Mais hatte unveränderte Marktlage. Futtermittel ruhig. We^zenk eie weiter stark vernachlässigt und schwächer. Rog- acnlleie dagegen leicht erhöht. Auch zum Wochenschluß blieb das Gescheht sehr klein. Umsätze tarnen nur im Bedarfsfälle zustande. Weizen war etwas mehr beachtet. Im Vergleich mit den Preisen der vergangenen Woche gaben Roggen, Gerste, Hafer und Weizen- kleie je 0.25 Mark nach, während Weizen- und Rocgenkleie bis 0.25 Mark hoher lagen. Mais, Weizen- und Roggenmehl blieben behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Votierungen- Weizen 25 40 bis 25,60, Roggen 18,60 bis 18,75, Sommergerste 20 bis 20,50, Hafer 18,75, Mais 19.25 bis 19,50, Weizenmehl, südd. 37.75 bis 38.25, Weizenmehl, niederrh. 37,75 bis 33,25. Roggenmehl 27,25 bis 28, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10,25. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Infolge der starken Beschickung in fast allen Viehgattungen verzeichnete der Frankfurter Schlachtviehmarkt in dieser Woche allgemein ziemlich schleppendes Geschäft, was namentlich am Schweinemarkt stark in Erscheinung trat. Hier war der Auftrieb für die Verhältnisse ungewöhnlich groß, und führte naturgemäß zu größeren Preiseinbußen. Man rechnet auch wei erhin mit starkem Angebot, so daß für die nächste Zeit ein weiteres Vachgeben der Preise die Folge sein wird. Vach schleppendem Geschäft und nachgebenden Preisen verblieb großer Ueberstand. Auch auf dem Rinder- markt war der Auftrieb erheblich größer, als in der Vorwoche. Das Geschäft wickelte sich infolgedessen sehr ruhig ab. und es verblieb bei weichenden Preisen Ueberstand. Vur bei Dullen 12 . 6 . 9 . 6 . 6 . k- Keine erheblichen Veränderungen der Wirtschaftslage. Vach der auf Grund von Berichten der Preußischen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertags im Preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe zusammengcstellten Uebersicht weist die Wirtschaftslage im Oktober keineer- hebliche n Veränderungen auf. Der Kohlenabsah blieb befriedigend, besonders in Oberschlesien, trotzdem sich ein geringer Rückgang im Auftragsbestand bemerkbar machte. Größer war der Rückgang in der Eisenindustrie. Don den übrigen Produktionsmittelindustrien ließen der Maschinenbau, die elektrotechnische Industrie und die Automobilindustrie nicht unerheblich nach. Die Lage des Daumarktes beeinflußte andere Vebenindustrien und das Handwerk sowie auch den Arbeitsmarkt ungünstig. Die Aussichten des letzteren werden für den Winter pessimistisch beurteilt. In der Beurteilung der Besserung des Geldmarktes sind die Ansichten nicht einheitlich. Die Tatsache, daß der Ausfuhrüberschuß im September 166 Mill. Mark betrug, zeugt davon, daß die Wirtschaftslage auch gewisse günstige Momente aufweist. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Zu Beginn der neuen Berichtswoche war die Stimmung trotz starker Kurseinbrüche in Veu- York freundlich, fo daß ein Teil der Kursverluste der vergangenen Woche rafch ausgeglichen werden konnte. Es war zu bemerken, daß sich die europäischen Börsen einen eigenen Weg vorzeichnen, und nicht mehr so stark auf Amerika reagierten. Aber auch die Widerstandsfähigkeit war auf Interventionskäufe der Banken zurückzuführen. Aber trotz alledem machte der enorme Kurssturz auch spater — wenigstens an diesem Tage — keinen Eindruck: denn man war von der Hoffnung beseelt und nahm auch mit großer Bestimmtheit an, daß die Krisenstimmung in Veuyork eine Besserung für Europa bedeutet, und zwar infofeim, daß sich jetzt nach der Enttäuschung von drüben die deutschen Spekulanten, sowie überhaupt d.e Europäischen wieder mit mehr Interesse an den heimischen Märkten beteiligen werden. Also: man erwartet einen Zustrom von Kapi - t a l Aber doch trat im Laufe wieder eine ilnr ficherheit zutage, die Kurse blieben jedoch noch gut behauptet, ja teilweise ergaben sich weitere Erhöhungen, da die Beruhigung in Veuyork einen günstigen Eindruck machte. Aber dies währte nicht lange, und die Widerstandsfähigkeit der Börse ließ sich M) beträchtlich erschüttern, als wiederum eine neue Panik m der 'Wallstreet ausbrach und die guten Vorurteile zuuichte machte. Selbstverständlich waren hierdurch die Kursstürze ebenfalls ganz bedenklich. Man befürchtete schon, daß diesmal der Zahltag in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Die Folgen der internationalen Börsenkrise wirkten diesmal ganz katastrophal, wenn man die Liguidationskurse der beiden letzten Monate mit- -e; nunter vergleicht. Man hatte doch angenommen und 'gehofft, die Banken würden so stützen, daß die Differenzen bei den Ultimokurfen fein größeres Ausmaß annehmen würden. Aber man sah sich wieder getäuscht. Einen erschreckenden Beweis liefern nachstehende Vergleiche: Deutsche Linoleum büßten 50 v. Sy. Ehade 46 Mark, Waldhof 32 v. H., Glanzstoff 82 v. Sy, Siemens 64, Schuckert 40 und Salzdetfurth 61 v. Sy gegenüber den letzten Liguidationskupen em. Es fam ziemlich Material an den Markt, und die Aufnahmelust wurde immer geringer, zumal eine Beteiligung von außenher kaum mehr zu bemerken war. Andere Vachrichten oder Momente wurden kaum mehr beachtet, da sowieso Anregungen fehlten. Vachdem man sich aber wieder über die letzte Krisenstimmung hinweg- gesetzt hatte und man damit rechnet, daß auch in Veuyork durch Stützungen solchen Vorkommnissen eine Schranke gesetzt sei, wurde die Tendenz allgemein wieder etwas zuversichtlicher. Trotzdem war die Spekulation sehr zurückhaltend und mutlos, so daß das Geschäft bescheiden blieb. Olber es traten immerhin kleine Erholungen ein. Die Beruhigung machte gegen Schluß der Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. eführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbantdiskont 7 v. H., Lombardzinssuß 8 v. H. 3. & starben-Industrie . . . Dynamit Nobel...... edieiotanflalt....... Goidichmidt ....... iHülgersroetfe ....... ilietallaeiellidjaft..... Philipp Hofmann . . Jemen roct! Heidelberg . . . lernen! werk ttailftobt . - - Soqb 4 v -Ui - - Sdinitöets Pa-enhoser . . - Cttroeile ........ Ser. <*r.ar.)ftofl...... Bembetg........ ftellltoh Waldhos . . . . 1 Reilfiofi Aschassenbura . . Charlottenburger S3oil« . . Teliauer >ya, . . . . Daimler Wotoren . . Scutidie Linoleum .... Malchincnbau A^A..... A '-tio -MN . . - - tuow üceiu ..... Nat. Anwmobü ..... Creni'tein * floppet . . . . l'-onboro Ue#...... Svenska . ..•••• strauki. Mwchiura..... Snyner foeoltflenftaeDt ...... stunghans. . ... . Lerb werte. iRatateaiWerte Höcktz a. M- Mag. . . Gebe. Roeder Sotgr 4 Ha-i's«-..... Eüd». Zucker ...... Berlin, 1. November_______ •jlmerlfanlidie Noten Belgische Noten ..... Tänilche Noten ....... Englische Noten ...... stronzojitche Noten ....... Hollänbtjche Noten ....... Italienische Noten Norwegische Noten....... Deutsch-Lellerretch, 4 100 Schilling Rumänische Noten....... Schwedische Noten Schweiler Noten ..... Spanische Noten...... Tlchechojlowo.tische Noten..... Ungarische Noten ...... ."tranlhirl a M Verli, cdllUB- ffure ■Uo. Hüt' -chlub flute Änsartg- flut. Datum 1. 11 2. 11- 1 11. 2 11 Vierelntflie Slahtw 108,5 — 108 108,5 Ctao. Minen . - 16'/. —- 62,5 63,5 fia werke 'tllcher-lebea . . . 1 208 — 206 211,75 Ha werke äiefleregeln . . 10 215 — 215 217.25 flai ruei e Salrdeuurtü . lf> 328,5 334 326,5 334,5 iranlfuri a M Berit, flu re ,-Utu flut' Schlud 1 Rur-. | Äniang. fl ut< Datum 1 11 2 11 1 11 2 11 Hamburg-ÄmeUla Paket Hamb.-Süvam. Tampssch. - > Hanla Tamt sschiss..... Norddeutscher Lloyd...../ 4lllg. Deutsche Ereduanst. - - 1 Barmer Bankverein .... >' Berliner HandelSgeiechch. . • u Commerz, und Privat-Bank . > Torrn ft. u. Notionalbank . J Deimckie Bank......}' Tliconlo-^eseUschast, Ant. . 1* Dresdner Bank......11 Retchsban. • 1 112 104,5 121 185 168 249 158 158 152 271 112,75 106 121,5 168 158,75 158,75 152,25 - 112 165 151 104,9 120,5 120,5 187 168 249 158,25 158,25 152 270,5 112,5 106,9 120.25 122 189 168 250.5 158,75 153,75 152,75 Frankfurt a N> Berlin 8,54 Christiania 111,84 112,06 111.87 112,09 tkovenkagen 111,85 112,07 111,92 112.14 Stodholm 112,10 112,32 112.16 112,38 Helnngfors 10,489 10,509 10.489 10.509 Italien. - 21,855 21,395 21.87 21.91 London. . . 20,363 20,403 20,374 20,414 Neonort - - 4,1735 4,1815 4,1765 ,1845 Paris. . . 16,45 16,49 16,45 16.49 Schweiz . . 80,915 81,075 80,925 81.085 /Spanl-n. Japan . . - 59,34 59.46 19,46 59,58 2,013 2,017 2,008 2,012 •Hio de Ian 0.-4895 0,4915 0,4895 0,4915 Wien in D-- CefL aboeft 58,72 58,84 58,72 58,84 Prag . 12.372 12,392 12,372 12,392 Belirad ■ 7.386 7,400 7,387 ,401 Budapest. 72.99 73,13 70,01 70,15 Buk arien 3,024 3,030 3,017 3,023 Lissabon 18.78 18,82 18,78 18,82 Tcui,ig. . 81,45 81,61 81,45 81,61 1,982 flonftantfn. 1.973 1,982 1,978 Akten. . 5,425 5.435 5,395 5,405 Kartaba ■ 4,121 4,129 4,116 4,124 BJ*: 3,996 20,88 4,604 20,92 4,016 20,895 4,024 20,935 Rundfunkprogramm 0.30: Nur Ge- W. Herbert Marktplatz 2 Eine Mutter schreibt uns: hi 1 Pfund 55 Pfennig Sßeligs kandierten Kornkaffee"das gesunde deutsche Familiengetränk beim ..Mit Der und Der Doktor unter den Schuhen Daher nur,. dienstbar machen zu können. Die Junkermühle war eine der ältesten Mühlen unseres Tales und spielte in der Vergangenheit eint ziemlich bedeutende Rolle. Mit Alf a war sie durch den „Mühlenweg" verbunden, der später zur Chaussee ausgebaut wurde.. Sie wechselte verschiedentlich ihren Besitzer, wurde in der Inflationszeit zu einem neuzeitlichen Grossbetrieb Literatur C133 kostenlos .ßhaeoföi-'-Verkaufsslelle: ausgebaut, der unter den Hammer geriet, letzte Besitzer erlag der starken Konkurrenz gab den Mahlbetrieb auf. Kreis Alsfeld. mr. Grebenau, 29. Okt. Dass es bei w an kli Ve ge Be Siri W( Str Das ver dar Ge( da( sei de Mt eir für Nuri Nuri dien. 15.15 bis 15.45: Stunde der Iugend: „Bom Erlkönig und anderen He.degeistern", Bortrag von Rektor K. Wrhrhan. Für Kinder vom 10. Fahre ab. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.20: „Don deutscher Redekunst", Dortrag von Oberstudienrat Dr. Binder. 18.45: Senckenberg-Biertekstunde: Aeber Raturschutz besonders in der Frankfurter Gegend", Dortrag von Dr. F. Haas. 19: „In den Lama-Klöstern Klein-Tibets", Dortrag von Dr. Emil Trintler. 19.30: Don Stuttgart: Alfred Kerr liest aus eigenen Schriften. 20: Don Stuttgart: „Die schöne Lau", Märchenoper nach Ed. Mörikes Dichtung, von Aenne von Teiow. Donnerstag, 7. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Hans Pfihner und Richard Strauss interpretieren ihre Werke. 15.15 bis 15.45: Stunde der Iugend: Erzählungen und Kindergedichte. 16 bis 17.45: Konzert. 18.20: „Die Freiheit als gesellschaftliches Prinzip", Dortrag von Erich Mühsam. 19.10: „Winke und Ratschläge für die Berufswahl, unter besonderer Berücksichtigung des kau'männischen Berufes", Dortrag von Direktor Menne 19.33: Mandvlinen-Kon.zert. 20.15: Der letzte Walzer, Operette in drei Akten von Oskar Straus. 22: Gesangs-Konzert, Prof. Albert Fischer. Anschliessend: Tanzmusik. Frelkag, 8. November. 12.15: Schallplattenkonzert: Pastorale Musik. 15.15 bis 15.45: Stunde der Iugend: „Soziale Frauenbrru e I.", Vortrag von Berufsberaterin Emma Loew?, Arbeitsamt Frankfurt a. M. Für Kinder vom 12. Iahre ab. 16 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.20: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 18.40: Film-Wochenschau. 18.50: Stenographischer Fortbildungskursus (Diktat von 60 Silben auswärts). 19.10: Sch ach stunde. 19 30: Von Stuttgart:,, Aele - tragung aus dem Festfaal der Liederhalle Stuttgart: Sinfonie-Konzert. 21.30: Von Kasse.: Musikalisch-literarische Veranstaltung. 22 bis 23. „Buch der Träume". Eine Sendefolge in sieben Hörbildern. 23.15 bis 24: Don Stuttgart: Anter- haltungs-Konzcrt. Samstag, 9. November. 11.15 bis 11.45: Schulfunk — Gegenwartsstunde: „Aus der Werkstatt des Dichters." vorgetragen von Dito Stückrach, Wiesbaden-B: ebrich. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Anterhaltüngs- Konzert. 15.15 bis 15.45: Stunde der Iugend: Aus dem deutschen Liederkranze — Lieder vor- träg? Frankfurter Schulen. 16 bis 17.45: Don Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: Esperanto-Unterricht. 18.20: Wo uns der Schuh drückt: „Untermieter". 18.40: Stunde des Arbeiters vor und nach sem Iahre 1918“, Zwiegespräch. 19: Stunde i es Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Psychologische Bedingtheit neuzeitlicher Revolutionen", Vortrag von Prof. Dr. Dergstraes'er. 19.30: Von Stuttgart: Hermann Hesse liest aus eigenen Werken. 20: Friedr. Wolf liest aus eigenen Werken. 20.30 Iazz auf vier Klavieren 21.20: Von Karlsruhe: Anlässlich der Karlsruher Herbsttage: Friedensmesse, op. 12, von Franz Philipp. 22 bis 23: Rach Stuttgart, 1. Alte Tanzmusik. 2. Reue Tanzmusik. Renntier schlitten durchs verschneite Lappland", Vortrag von Lehrer Fr. Voigt. Für Kinder vom 13. Iahre ab. 16: Hausfrauen-Rachmittag: „Fischgerichte" — „Hausfrauen und Körperkultur", Vortrag von Frau Lotte Volksheimer. 17 bis 17.45: Rach S:uttgarl: Gcsangslonzert. Indianische Gesänge. Kompositionen nach Originalmelodien verschiedener Indianerstämme. 18: Dreigespräch: „Die Frau in der Politik". 18.50: Englische Lr- teraturproben. 19.05: Englischer Sprachunterricht. 19.30: Blasmusik. 20: Von der Deutschen Welle: „Aus der Werkstatt des Verteidigers", Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Alsberg. 20.30: Rach Stuttgart: SOS Rao, rao ... Foyn. Hörspiel von Friedrich Wolf. Anschliessend: Gesangskonzert. Anschliessend: Tanzmusik. Dienstag, 5. November. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Aus populären Opern. 15.15 bis 15.45: Stunde der Iugend: Tierleben der Heimat: „Ein Verkannter" (Der Regenwurm), Vortrag von Lehrer K. Stricker. Für Kinder vom 10. Iahre ab. 16 bis 17.45: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.30: Funlhochschule: ..Moderne Therapie“, Vortrag von Prof. Dr. Erich Stern, Giessen. 18.50: Französische Literaturproben. 19.05: Französischer Sprachunterricht. 19.30: Blasmusik: Ausführende: Hanauer Orchesterverein. 20.15: Sinfonie-Konzert. Anschliessend: Literarischer Abend: Ludwig Hardt liest aus Werken von Johann Peter Hebel. Matthias Claudius. Anschliessend: Tanzmusik. Mittwoch, 6. November. 11.15 bis 11.45: Schulfunk — Englisch. 13.30 bis 14.30: Schallplattenkonzert: Iazz und Iazz-Paro- Sonntag, 3. November. 7: Don Hamburg: Hafenkonzert vom Dampfer | „Cav Polonio". 9.30: Erziehung und Bildung: Elternstunde: „Ein Dater kommt in die Sprechstunde," Zwiegespräch zwischen Rektor K. Wehr- han und Oberingenieur Waldemar Scheyrer. 10: Aus der Crlöserkirche Oberrad: Morgenfeier, Gottesdienst, abgehalten von Pfarrer Probst. 11: Erziehung und Bildung: „Die pädagogischen Akademien", Dortrag von Dr. Weimer, Direktor der pädagogischen Akademie. 11.30: Aus dem Kurhaus Wiesbaden: Unterhaltungskonzert. 12.30: Dortragsstunde: Empfindsame Zwiesprache. 14: Stundet er Iugend: K. s erlstunde: „Da ß verlorene Lachen". Für Kinder vom 4. Iahre ab. 15: Stunde des Landes. 16: Stunde des Chorgesangs. 17: Aus der reformierten Kirche Frankfurt a. M.: Kantate von Karl Hasse. 18: S4uni e des Rhein- Mainischen Derban' es für Volksbildung: „Michel Rodange, der Dichter Luxemburgs". Vortrag mit Vorlesungen aus den Werken Rodanges von Batth Weber, Luxemburg. 19: Sportnachrichten. 19.30 bis 22.45: Vorn Rationaltheater Mannheim: Carmen, Oper in v er Akten von Georges Bizet. Text von Henry Meilhac und Ludwig Halevy. 23 bis 24: „Lacht euch gesund". Eine lustige Reise stände aufwies. Am Mlttwochmiktag liess daS Verlosung-komitee die zur Verlosung kommenden Pferde — 9 an der Zahl — mit Musi! durch die Stadt und über den auch an diesem Tag wider Erwarten gut besuchten Markt führen. Der Donnerstag schloss den Markt mit der „Kalte- markt"-Verlosung ab. Es waren indiesem Iahre zum erstenmal an Stelle der früheren Zahl von 8000 Losen 15 000 Stück zum Vertrieb gekommen, die dank rühriger Arbeit alle abgesetzt wurden. Das ist ein glänzender Erfolg und ein Beweis für die Bedeutung des Marktes und die Beliebtheit der „Ort.nberger Kaltemarkl-Lose". Preußen. Kreis Wetzlar. O Dutenhofen, 1. Roo. Zur Gemeinde- wähl sind folgende Listen ausgestellt worden: Bauernverein (Arbeitsgemeinschaft, Spitzenkandidat Karl Agel, Vorsteher); Gewerbetreibende (Spitzenkandidat August Pascoe); Arbeitnehmerschaft (Spitzenkandidat Karl Weber, Reichsbahnarbeiter); Sozialdemokratische Partei (Spitzenkandidat Ludwig Assmann, Rangieraufseher). X Dutenhofen, 31. Okt. Die in sehr starkem Gesälle von der Wetzlarer Sirass? abzwri- gende Hauptstrasse durch das Unterbot f befand sich seither in einem gefährlichen Zustande. Runmehr ist die Strasse durch gründliche Reueindeckung mit Basnltschoiter und Abdecken mit Splitt in einen musterhaften Zustand versetzt worden. Leider ist aber zu befürchten, dass die bei starkem Regenwetter ab» stürzenden Wassermas en bald wieder ihr Zer- störungswerk an der Strasse beginnen, was wohl nur. durch die Herstellung eines rauhen Rcihenpflasters aufgehalten werden kann. — In der Garbenheimer Strasse, ausserhalb des Dorfes, ist eine Dienstwohnung für di e Landjägerei im gefälligen Siil eines Einfamilienhauses neu errichtet worden. Zur Zeit wird eifrig an der Fertigstellung gearbeitet, da die Wohnung in einigen Wochen bezogen werden soll, zu welchem Zeitpunkt der jetzt noch in Wetzlar stationierte Beamte nach hier versetzt wird. Der Gendarmeriestation werden die Ortschaften Dutenhofen, Ahbach, Dorlar, Garbenheim u. a. zugeteilt, da die weite Entfernung von Wetzlar die Kontrolle erschwerte. - - Lützellinden, 30. Okt. Die Schürfungen nach Wasser im Suhrbachtale, die unsere Gemeinde zur Er bohr ung von Quellen für die geplante zentrale Wasserversorgung unseres Dorfes hat ausführen lassen, sind nunmehr beendet und haben den erwarteten Erfolg gebracht. Durch regelmässige Messungen des Masservorkommens muh aber erst noch festgestellt werden, ob das Leistungsvermögen der Quellen für die Dauer ausreichend ist zur Deckung des Wasserbedarfs unserer Gemeinde. Angesichts der günstigen Lage des Quellgebiets ist die Errichtung einer Pumpstation nicht erforderlich. Hierdurch werden die Kosten des Wasserleitungsbaues ermässigt werden. < Hörnsheim, 30. Okt. Der Ge - meinberat beschäftigte sich in feiner gestrigen Sitzung u. a. auch mit dem Bau einer Wasserleitung nebst Kanalisierung. Da der Beschluss, die Wasserleitung nebst Kanalisierung zu bauen, bereits im vorigen Iahre gefasst wurde, handelte es sich jetzt nur darum, den Zeitpunkt des Baubeginnes zu bestimmen. Auf den Antrag eines Gemeinden r- ordneten, zunächst darüber zu beschliessen, ob die Angelegenheit bis nach den am 17. Rovember stattfindenden Reuwahlen zur Gemeindevertretung vertagt werden solle, fand eine geheime Abstimmung statt. Hierbei wurden fünf Stimmen gegen und eine Stimme für diesen Antrag abgegeben, so dass der Qlntraq als abgelehnt galt. Sodann beschloss der Gemeinderat, als Zeitpunkt des Baubeginnes den Februar 1 9 3 0 zu bestimmen, vorausgesetzt, dass die Finanzierung des Projektes bis dahin gesichert ist. Der Bürgermeister und der Gemeindevorsteher wurden ermächtigt, mit der Landesbank der Rheinprovinz Verhandlungen wegen der Bereitstellung des erforderlichen Baukapilals zu führen. Die Gesamtbaukosten sind auf 123 000.— Mark veranschlagt. Hiervon entfallen auf die Wasserversorgungsanlage 33 600.— Mk., auf die Kanalisation 58 000.— Mark und auf die Kosten der gemeinsamen Anlage (Zuleitung von Niederkleen bis Hochelheim einschliesslich Hochbehälter) 31 500.— Mark. Die Zuleitung und der Hochbehälter wurden von der Gemeinde Hochelheim gelegentlich des Wasserleitungsbaues für diese Gemeinde bereits gebaut. Mit dem Bau der Wasserleitung für die Gemeinde Hörnsheim wird das Gruppenwasserwerk Hochelheim-Hörnsheim vollendet, das einschliesslich der Kosten der Kanalisation für beide Gemeinden auf 305 000.— Mark veranschlagt ist. Kreis Biedenkopf. & Gladenbach, 31. Okt. Bei dem hiesigen Schweinemarkt waren 206 Ferkel aufgetrieben. Der Preis für sechs bis zwölf Wochen alte Tiere belief sich auf 36 bis 50 Mark. Der Verlauf des Marktes war ruhig. aortfation hält sich noch Umsatz und Ertragnis annähernd aus der Höhe des Vorjahres. Die Abteilung Flugmotorenbau, die Anfang d. I. unter Auftragsmangel litt, ist durch neue Auslandsaufträge bis Mitte des nächsten Iahres beschäftigt. Im Werk Eisenach gelang es, die alten Bestände an Dixiwagen in der Hauptsache auszuverkausen. Die neue DMW-Type des Kleinautos hat Mitte Juli bei ihrem Erscheinen vollen Erfolg erzielt, so dass die vorgesehene Fabrikation bis Ende des Iahres abgesetzt sein wird. Dabei hat die Bewährung dieses Wagens, insbesondere bei der internationalen Alpenfahrt, den Absatz in erfreulicher Weise gesteigert. Die Eisenacher Abteilung für Spezialgeräte arbeitet erfolgreich. Der in Eisenach übernommene Bestand an Fahrrädern ist ausverkauft. Die Finanzlage hat sich wesentlich gebessert. Während im Juni äusser den langfristigen Schulden von zirka 8 Millionen RM. noch kurzfristige Bankschulden von über 7 Mill. RM. vorhanden waren, sind die letzteren bis auf zirka 2 Mill. RM. abgedeckt. Es steht zu erwarten, dass bis Ende des Iahres eine weitere Ermässigung eintreten wird. Die Lieferantenschulden sind im gleichen Zeitraum auf P/2 Mill. RM. zurückgegangen. Die Ueberschüfse des laufenden Geschäftsjahres werden hinter dem Vorjahre zu- rü<#bleiben, lassen aber die Ausschüttung einer Dividende erwarten, über deren Ausmass zur Zeit eine Aeusserung nicht möglich ist. * DillingerHüttenwerke. Wie WTD.» Handelsdienst zu der Rachricht über Verhandlungen zwecks Uebergang der Aktienmajorität an ein deutsches Konsortium noch erfährt, handelt es sich bei dieser Rachricht wohl mehr um einen von französischer Seite ausgehenden Wunsch. Soweit WTB. feftftelien konnte, verhandelt keiner der deutschen Interessenten, die in Frage kommen könnten, über einen Ankauf der Aktienmajorität. Die Dillinger Hüttenwerke selbst gelten als Hauptstützpunkt der französischen Schwerindustrie im- Saargebiet und hatten eine Obligationsanleihe von 50 Millionen Francs zu der heute als Vorzugspreis zu betrachtenden Verzinsung von 5,5 Prozent auf J0 Iahre unter Vermittlung der französischen Regierung erhalten. Darüber hinaus bestehen Abmachungen unter den jetzigen Hauptaktionären, die einen Verkauf der Mehrheit sehr erschweren dürsten. * Preisermäßigung bei Ford. Wie der Sohn Henry Fords mitteilt, wird der Preis der Fordautomobile und Lastwagen im Interesse eines weiteren günstigen Absatzes ermäßigt. Die Preisherabsetzungen bewegen sich zwischen 20 und 200 Dollar. durch Dialekte in Wort und Lied. 24 bis Tanzmusik. Montag, 4. November. 12.15: Schallplattenlonzert: Am Rhein Wein. 15.15 bis 15.45: Stunde ter Iugeno: meindewahlen auch ohne Kamps abgehen kann, beweisen die in unserer Gemeinde im lausenden Iahre notwendig gewesenen Reuwahlen. Zunächst war die Wahl eines Bürgermeisters vorzunehmen, da die Amtszeit des derzeitigen ablief. Einmütig sprachen sich alle Gemeindeglieder für die Wiederwahl des seitherigen Ortsoberhauptes Döring aus. Ein dementsprechender Wahlvorschlag wurde eingereicht, und eine eigentliche Wahlhandlung erübrigte sich. Genau so war es bei der einige Wochen später no wendigen Deigeordnetenwahl. Gutsbesitzer Junker, der dieses Amt bekleidete, wurde — auch ohne besondere Wahlhandlung — bestätigt. Dieselbe Einmütigkeit ist bei der nun bevorstehenden Gemeinderatswahl wiederum vorhanden gewesen. Es wurde bei der Bürgermeisterei nur e i n Wahlvorschlag mit sämtlichen seither im Amte gewesenen Gemeinde- räten eingereicht, die somit wiedergewählt sind Der Kalte Markt in Ortenberg. t D r t e n b e r g, 31. Okt. Der „K a 11 e - M a r k t"> Dienstag — der Haupttag des Marktes — brachte eine riesige Menschenmenge in unser Städtchen. Hin und wieder au tretende Regenschauer konnten dem Besuch in keiner Weise Abtrag tun. Mit zahlreichen Sonderzügen, Kraftomnibussen, Privatautomobilen, Fahr und Motorrädern, zu Fuss, Pferd und Wagen strömten die Marktbesucher herbei. Die Zahl dürfte 20 000 betragen haben. Der Rindermarkt war mit etwa 550 Tieren beschickt, der Handel war sehr rege. Bezahlt wurden für jährige Rinder bis 250 Mark, ältere Tiere waren höher im Preis. Auch der gut beschickte Schweinemarlt hatte flotten Geschäftsgang. Hauptanziehungspunkt bildete am Dienstag und Mittwoch der Krämer- m a r k t" - Ve r l os un g ab. Es waren in diesem acht Tagen hatte eine Verpachtung stattgefunden, die aber wegen teilweise unbefriedigender Angebote nicht genehmigt worden war. Bei der zweiten Verpachtung wurden bessere Preise, im ganzen für das etwa 17 Morgen grosse Gut 608 Mark, erzielt, so dass der Morgen Wiesen und Ackergelände sich auf etwa 35 Mark stellte. Die Pachtzeit läuft neun Iahre. Mit der Genehmigung der vorgesetzten Behörde darf wohl gerechnet werden. P Trnis-Horlofs, 1. Rov. Dahnassistent Stenger von Unter-Widdersheim wurde mit Wirkung vorn 1. Rovember ab an den Bahnhof Ober-Widdersheim verseht. Die Bevölkerung der umliegenden Stationsorte Steinheim, Rodheim. Langd und Utphe bedauert den Weggang des allzeit gefälligen Beamten, dessen Dienstauffassung und Pflichtge ühl in j der Beziehung mustergültig war. Kreis Friedberg. — Bad-Rauheim, 1. Rov. Der Spengler- meister F. von hier hat Im Frühjahr auf der Strasse zwischen Butzbach und Rieder-Weisel mit feinem Motorrad den jugendlichen Hans Din - k e l von Butzbach tödlich überfahren. Er wurde deswegen zu zehn Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten verurteilt. Die gegen das Urteil eingelegte Berufung hatte feinen Erfolg. Auch die beim Reichsgericht beantragte Revision blieb ergebnislos; sie wurde jetzt als unbegründet bertoorfe n. Kreis Schotten. Eichelsdorf, 27. Olt. Das Schilsal der Iunkerrnühle, im Talgrund nach Ober- Schrnitten gelegen, scheint jetzt endgültig entschieden zu sein. Seit einem halben Jahre ruht der Mühlenbetrieb, das geräumige Anwesen ist unbewohnt.. Die verschiedensten Versuche dcr Hypothekengläubigerin, der Dezirksspar- lasse zu Ridda, das Objekt verkaussweise abzustohen, führten bis jetzt zu keinem Erfolg. Es erwies sich als fehlerhaft, bei der Zwangsversteigerung den Landbesitz abzutrennen und Aecker und Wiesen parzellenweise zu verlausen. Die Kundenmüllerei kann heute nur in Verbindung mit einem landwirtschaftlichen Betrieb eine gewisse Rentabilität aufweisen. In letzter Zeit wurden bereits Teile der Mühleneinrich- tung abgebaut und veräußert, so dass wohl die Annahme berechtigt ist, man habe es aufgegeben, noch einmal die Mühle ihrem eigensten Zwecke Oberhessen. Landkreis Giessen. § Alten-Duseck, 31. Okt. Wie alljährlich, so hat auch jetzt wieder der „Kraftverkehr Hessen" in Wieseck-Alten-Duseck eine Autolinie nachDaubringen — Mainz- l a r eröfsnet, um den zahlreichen Arbeitern in der Fabrik von Scheidhaner & Giessing in Mainzlar die Gelegenheit zu geben, den weiten Weg, insbesondere in der Winterszeit, bequem zurücklegen zu können. Die Wiedereröffnung der Kraft- wagenlinie wird von den Arbeitern sehr begrübt, die nun täglich Gebrauch von dem raschen und bequemen Verkehrsmittel machen. § Grossen-Buseck, 31. Okt. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein, einer der grössten und rührigsten Vereine des ganzen Kreises, veranstaltet am kommenden Sonntag eine Obstausstellung grösseren Stils. Sie konnte nur dadurch ermöglicht werden, dass von verschiedenen Verbänden finanzielle Beihilfen ein» gingen. + Rüddingshausen, 31.Okt. Dieser Tage wurde unser neu^r Friedhof feierlich eröffnet und geweiht. Pfarrer Thorn wies in feiner Ansprache mit anerkennenden Worten auf den vortreiflichen Sinn hin, aus dem heraus die Gemeinde unter grossen finanziellen Opfern den herrlich gelegenen Friedhof geschaffen und ihn in vortrefflicher Weise gestaltet hat. — Das Erntedankfest wurde in unserer Kirche, die wie jmmer überfüllt war, in eindrucksvoller Weise begangen. Das Gotteshaus war in prächtiger Weife mit Blumen und Feld- früchten geschmückt. Im Mittelpunkt der Feier stand die tiefgreifende Predigt unseres Ortsgeistlichen, der die Gemeinde aufforderte, aus der guten Ernte den rechten Degen zum Besten der Gesamtheit auszuwerten. Lieder des Gemischten Chores unter Leitung von Lehrer Heiss und die Gesänge der Gemeinde bereicherten die Feier in bester Weise. —/— Lich, 31. Oft. Dieser Tage wurde unter grosser Beteiligung von nab und fern der Orgelbaumeister Karl Rikolaus zu Grabe gebracht. Am Grabe würdigte Stiftsdechant Kahn in tiefempfundener Grabrede das Lebenswerk des Entschlafenen in seiner Familie und seinem Beruf. Der Verein für Handel und Gewerbe und das Personal der Orgelbaufirma legten prachtvolle Kranzspenden am Grabe nieder. Orgel* baumeister Rikolaus trat vor etwa 40 Jahren in die Firma Förster ein und führte nach dem Tod von Orgelbaumeister Förster die Firma unter dem Ramen „Förster & Rikolaus" weiter. Weit über Hessen hinaus war er durch seine ausserordentliche Fach kenn tnis bekannt und wegen feiner gediegenen Arbeit beliebt. Er konnte während feiltet «ntfltu>en Tätigkeit in hessischen und ausserheslischen Kirchen über 200 Orgelwerke erbauen und hat dadurch wesentlich dazu beigetragen, den Ramen unserer Stadt nach aussen hin bekannt zumachen. )( Rieder-Bessingen, 31. Okt. Gestern fanb unter dem Vorsitz des Kirchenvorstandes bie De rpachtung ver Aecker und Wie - sen des hiesigen Pfarrgutes statt. Bereits vor Konsumverein toten BK e. G. m. b. H, und Umgegend Seltersweg 19 »MiD Wir verkaufen bis auf weiteres einen großen Posten 80 cm breiten 2.95 kunstseidenen Moir£ zu Mk. Mengenabgabe vorbehalten! SCHMUCKER 9 >2 0l£6E.S'! ■ WMl•= •r -7^:7 *1, l!l.^ Erich' 5oni'11 1 GiiHel s« Ser rung c markte! nnormc über di versorg Sotschi selbst 6beri am 1.1 des Sp< au!ge noch scheint rü^ch Lperrj Ter! umto deutet denn t die Qi lönnei Witte diese ' den z Hast. Städt< durcht wandt sucht l meii^I Wohn tern 1 damit Dau deren Es men, allge gang besch vrdei die s stehen Der, Größe an d drei Stad Drei Okr1 Der und so mus die Sp nehi wich den Dei! für ganz« überi düng nahm Geldn gelass tressei die L nomir Aus für d Stad! einsp, liche belbf Hru W tne° Siele iahr meii kein Ehe eine soso dite Sah lich Pr, daß tive schas! iu ? 'nen, dkod daz 8Q^ D big 3ei< Lag fut Da selb 5in, aus also auch Deu rend lnob °uch den Stil Nachdruck verboten. 28 Fortsetzung. (Fortsetzung folgt.) „Das kann ich nicht sagen." Isolde schüttelte den Kopf. Hier war ein dunk- ler Punkt vorhanden. Weshalb konnte Käche sich verspätet haben? Hatte sie sich mit einem Liebhaber getroffen? Hnb war dieser Liebhaber Berndt Klausen gewesen? Noch hatte Isolde bisher vermieden, nach diesem zu fragen. Jetzt aber schien ihr die Gelegenheit dazu gekommen. Indem sie ihre Erregung meisterhaft verbarg, sagte sie nebenbei: „Ich werde sie nochmals fragen. Vielleicht erzählt sie mir noch alles. Uebrigens fällt mir da ein, daß auch einer meiner Bekannten zu jener Zeit hier gewesen sein muh. Vielleicht haben Sie ihn ebenfalls kennengelernt .. „Wie heißt er denn?" „Verndt Klausen. Er war Techniker." „Ia, den habe ich gelaunt." bestätigte die För- sterssrau, und beschrieb sogleich den jungen Mann. Isolde fühlte, wie ihr das Herz in raschen Schlägen klovfte. Berndt Klausen war hier gewesen in Herzogenheide! Ganz, ganz sicher hatte er Käthe also gekannt. Lind doch hatte er das mit keinem Worte verraten, hatte sich vielmehr gestellt, als habe er nie etwas von ihr gehört. Das war sehr, sehr verdächtig! Hätten die beiden zu gegeben, daß sie sich hier kennengelernt hatten, dann wäre nichts dabei gewesen. Aber so! Sie stellte noch einige Fragen an die Förstersfrau, ohne nennenswerte Neuigkeiten zu erfahren. Nur die Adresse des Hotels, in dem sich Käthe in London aufgehalten hatte, konnte sie herausbringen. Isolde von Kletten kannte London und wußte sofort, daß die Straße, in der das Hotel stand, nicht zu den vornehmen Vierteln gehörte. Jedenfalls prägte sie die Namen in ihrem Gedächtnis ein und beschloß, selber nach London zu fahren und sich an Ort und Stelle zu erkundigen. Sie suchte die Förstersfrau auch späterhin noch auszuhorchen, aber diese wußte nichts mehr. Da auch Hinnerk Hinrichs ihr nichts mehr zu sagen wußte, so hatte es keinen Zweck, länger in Herzogenheide zu bleiben. Dis Edelmanns und Hinrichs trugen ihr die herzlichsten Grüße an ihre Freundin Käthe auf. Isolde versprach, alles auszurichten, und fuhr mit der ersten Gelegenheit nach London. Da sio schon öfter dort gewesen war. fand sie bald die Straße und das Hotel. So sehr es ihr widerstrebte, in diesem obskuren Hause zu woh- nsn, so entschloß sie sich doch dazu, denn nur so konnte sie zu ihrem Ziele kommen. • Gleich am ersten Tage hatte sie mit dem Direktor eine Unterredung. Es war noch derselbe, der Käthe so freundlich geholfen hatte. Als Isolde deren Namen nannte, besann er sich sogleich auf die schöne blonde Deutsche. Doch dann schüttelte er den Kopf. „Sie irren sich insofern, Miß Kletten, als Die von der Dame als von einem Fräulein sprechen," sagte er. „Sie war verheiratet, hatte sich mit dem Herrn trauen lassen, mit dem sie hier eintraf. Wie hieß er doch gleich ...?" Isolde von Kletten hätte am liebsten laut aufjubeln mögen! Ein wilder Triumph lebte in ihr! Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). „Ia, so war sie!" sagte Frau Edelmann. „Wir beide, mein Mann und ich, haben sie von Herzen liebgewonnen. Sie war so bescheiden, so aufrichtig und freundlich, daß man ihr gut sein muhte, und so schwer sie es bei ihrer Tante auch hatte, nie hat sie eine Klage laut werden lassen, nie hat sie der alten verbitterten Frau widersprochen. wenn diese keifte und schalt. Sie hat verdient. daß es ihr recht gut geht, und wie Sie sagen, ist das ja der Fall." „Ia. es geht ihr gut." bestätigte Isolde, aber sie sagte das in so besonderem Ton, daß die Förstersfrau aufhorchte, und fragte: „Aber es fehlt ihr doch etwas? Ich höre das aus Ihren Worten. Fräulein Kletten" — Isolde hatte ihren Namen beibehalten und nur das Von weggelassen — „sie hat vielleicht Heimweh?" „Auch das, Frau Edelmann." gab Isolde zu. „Sie spricht wenigstens oft von hier und den Leuten, die auch sie liebgewonnen hat. Daher kannte ich Sie ja Es scheint mir aber, als laste noch ein anderer Kummer auf ihr. und ich habe sie manchmal schon gefragt, warum sie so betrübt aussähe, aber dann hat sie nur den Kops geschüttelt. Eine Antwort hat sie mir nicht gegeben und sich mir nicht anvertraut." „Ich kann mir nicht denken, was das sein könnte," meinte die Frau nachdenklich. Da schlug Isolde wieder auf den Busch. „Vielleicht hängt es mit der Reise zusammen, die Käthe kurz vor dem Tode ihrer Tante gemacht hat?" sagte sie. „Es könnte sein, aber ich glaube es nicht, denn sie hat doch nachher bei uns gewohnt, bis Frau Wohklebe begraben wurde. Ich hätte was merken müssen — freilich, traurig war sie damals. Doch das war ja wohl natürlich: denn nachdem die alte Frau gestorben war. hatte sie niemand mehr auf der Welt, ja, sie war noch einsamer geworden als vorher, denn diese Frau Wohliebe hat ihr doch noch in der Todesstunde eingestan- den. daß sie nicht ihre Tante war. Mein Mann hat sich damals viel Mühe gegeben, herauszu- belommen. wer Käthe eigentlich war, ob sie nicht doch vielleicht noch irgendwo Verwandte hatte: aber es war alles vergebens, und deshalb haben wir ihr auch nicht verdacht, daß sie fort wollte, daß sie in der Fremde zu vergessen suchte, was sie hier hatle erleben und erdulden müssen." „Unb Sie ahnen nicht, was Käthe in England gemacht hat? Ich frage doch nicht aus Neugier, sondern als Freundin. Wenn ich ihr helfen könnte, daß sie wieder ganz froh würde, ich gäbe sonst etwas darum." „Nein, das weiß ich nicht, Fräulein Kletten," erwiderte Frau Edelmann. „Sie hat es uns nicht gesagt, und wir haben sie nicht gefragt. Sicher hat sie sich schon damals eine Stelle suchen wollen, denn die Frau Wohllebe hatte ihr doch die Tür gewiesen —“ „Was? Das habe ich noch nie gehört!" rief Isolde erstaunt. „Wie kam sie denn dazu?" Die Frau errötete. Sie wußte selbst nichts Genaues, sie hatte aber doch Gerüchte gehört. Jedenfalls suchte sie das Gespräch von diesem Punkte abzulenken, und sagte: „Sie hatte sich etwas verspätet und fand die Haustür verschlossen. Als sie klopfte, verweigerte Frau Wohllebe ihr den Einlaß, und da ist sie denn am anderen Tage abgereist." „Hatte sie denn Geld?" „Und jetzt?" .. „Das Häuschen ist verlauft, aber es ist noch niemand wieder eingezogen. Vielleicht soll es im Sommer vermietet werden." Dann buckelte er den Koffer auf und fragte, ob das Fräulein im Wirtshause oder bei dem Förster bleiben wollte, und Isolde entschied sich für das erstere, denn sie hoffte, dort noch allerlei über Käche erfahren zu können. Sie wurde von der rundlichen Wirtin freundlich ausgenommen, erhielt auch ein wunderhübsches Zimmerchen und war mit dem geforderten Preise durchaus einverstanden. Selbstverständlich war sie viel zu klug, um offen ihre Nachforschungen zu betreiben: aber als sie der Frau Möller ebenfalls erzählte, daß Käthe Fernau sie nach Herzogenheide geschickt habe, da mußte sie zu ihrem Aerger feststellen, daß man diese auch hier in bestem Andenken hielt. Frau Möller begann sogleich ein Loblied auf Käthe zu singen, und sah nicht, wie kleinlaut die Fremde dabei wurde. In der Tat merkte Isolde, daß Käthe sich hier schwerlich etwas hatte zuschulden kommen lassen, daß sie keine Feinde besaß: aber deswegen ließ sie sich noch lange nicht abschrecken, und erfuhr durch vorsichtiges Fragen in den nächsten Tagen noch allerlei, was nun doch von Wert für sie war. Hinnerk Hinrichs erzählte ihr, während er sie in der Barkasse fuhr, daß Käthe Fernau schon einmal fortgewesen sei. „Sie kam erst wieder, als ihre Tante im Sterben lag." eicklärte er, „und dann blieb sie nur so lange hier, bis das Häuschen verkauft war." „Wo war sie denn da gewesen?" forschte Isolde, während ihre Augen verstohlen auf leuchteten. „Das kann ich Ihnen wirklich nicht sagen, aber man munkelte, sie wäre in London gewesen," berichtete der Bootsführer. „Hm sich eine Stellung zu suchen?" Hinrichs zuckte die Achseln. „Da müssen Sie schon einmal den Förster fragen. bei dem sie damals gewohnt hat," sagte er. „Der wird's wissen. Ich war damals kaum erst heimgekommen. Der alte Iansen hatte die Barkasse, und ich habe sie von ihm gekauft, als er nach Bornholm zog." „Dann hat er wahrscheinlich auch die Käthe gefahren, als sie nach London ging?“ fragte Isolde lauernd. Hinrichs nickte nur, denn das war doch selbstverständlich für ihn. Da er nichts weiter wußte, beschloß Isolde, die Bekanntschaft des Försters zu machen, und das war sehr leicht. Sie brauchte wieder nur zu erzählen, daß sie die Freundin Käthes sei, da wurde sie herzlich willkommen geheißen, und sie gewann sich das Herz der beiden ehrlichen Leute vollends, als sie Käche als braves Mädchen und treue Freundin lobte. Jetzt hielt sie die Waffe in der Hand, um ihr4 Nebenbuh.'erin vernichten zu können! Dabei erschrak sie selber fast vor dem, was sie erfahren hatte. Nie. auch in ihren kühnsten Träumen nicht, hatte sie angenommen, daß Käthe sich in London verheiratet haben könnte! Hnb doch war es sichere Tatsache! Dann aber hatte sie sich der Doppelehe schuldig gemacht! Dann konnte Isolde von Kletten die Gattin Felix Turnaus ins Zuchthaus bringen! Käthe Turnau im Zuchthaus! Welch ein Triumph! Aber ebenso schnell besann sich das haßerfüllte Weib. „Nein, bis zu diesem Aeußersten darf ich es nicht kommen lassen," sagte sie sich. „Felix würde mir nie verzeihen, wenn ich Schmach und Schande über ihn brächte, obwohl er schuldlos ist. Aber ich kann diese freche Betrügerin zwingen, ihn freizugeben, spurlos und auf Nimmerwiederkehr zu verschwinden! Ich muh mir ein Duplikat des Trauscheins verschaffen, das lege ich ihr vor. Dann kann sie nicht mehr leugnen! llnt> dann gehe ich zu Felix und öffne ihm die Augen. Dann wird er mein — doch noch mein!“ Alles in Isolde war Iubel, aber sie beherrschte sich. Sie ließ sich nicht das geringste anmerken, sondern sagte ruhig: „Sehen Sie, Mister Barker, das haben wir vermutet, aber nicht beweisen können. Ich muß Ihnen reinen Wein einschenken, damit Sie alle« verstehen." Im Handumdrehen hatte sie ihren Plan entworfen. Da sie wohl gemerkt hatte, daß der Direktor ebenfalls sehr von Käthe eingenommen war, so stellte sie diese als schuldlos hin. Sie sagte: „Es handelt sich darum, daß die junge Dame das Opfe^ eines Betrügers geworben ist. Sie ahnte damals nicht, daß sie eine reiche Erbin war. Er aber wußte das und hat sie deshalb überredet, mit ihm hierherzufahren und sich hier mit ihm trauen zu lassen. Er wollte sich mit ihrer Hand auch ihren Reichtum sichern, und das ist ihm ja auch geglückt,' wie ich eben von Ihnen erfahren habe. Ein wackerer Mann, dieser Mister Klausen...“ „Ia, in der Tat, so hieß er," bestätigte Mister Varker. „ilnb er trat als Gatte unserer Freundin Käthe auf", fuhr Isolde fort. „Er machte in ihrem Namen die Ansprüche an das große Erbe geltend." „Cs ist ihm ausgeliefert.worden?" fragte der Direktor erregt. „Dis jetzt noch nicht! Obwohl er einen Ziviltrauschein vorlegte, haben wir doch allen Grund zu der Annahme, daß er nur eine Scheintrauung vollziehen lieh," erwiderte Isolde. „Deshalb bin ich ja hier. Ich werde einen Detektiv nehmen und zu erfahren suchen, wo die Trauung stattgefunden hat..." Da unterbrach Barker sie. „Oh, meine Dame, jetzt wird mir vieles klar, was ich damals nicht verstehen konnte!" rief er und erzählte, wie der junge Ehemann seine Frau schnöde im Stiche gelassen hatte, wie diese schwer erkrankt und dann wieder heimgefahren war. Nur in Originalpackung-niemals lose. Hergestellt in den Persil-Werken sind da, Nutzen Sie den Fortschritt, den Henko bringt! Lassen Sie das mühsame und verteuernde Vorwäschen der Wäsche! Henko macht s schneller,billiger und besser! Weichen Sie die Wäsche am Abend vor dem Waschtag in kalter Henkolauge ein! Zum Weichmachen cfes Wassers, zum Putzen und Scheuern leistet Henko ebenfalls gute Dienste. um Nutzen zu bringen! Henko Henkels Wasch-MBlekHsoda Seit 50 Jahren im Haushaltsdienst bewährt!