* 3 »■=* 2.X? Ä= 3 Oer Endkampf Volksteiles angemeldet. Die Staatsregierung steht.auch auf dem Standpunkt, daß arundsätz- I lich beide Kirchen paritätisch behan-' Oie erste Berliner „Season" zum über gebe nach der Verfassung die Kirchen diese Angelegenheiten selbständig regeln. Wir haben ein Interesse daran, daß schließlich viele Mitglieder des Klerus die römischen Verhältnisse genau kennen lernen, um bei der übernationalen römischen Kirche die deutschen Belange gut wahren zu können. Gerade die sog. „Römlinge" haben dem Staat und dem deutschen Katholizismus die größten Dienste geleistet. Nun hat die General« synode in berechtigter Weise und in würdigster Form die Ansprüche des evangelischen Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für de« Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte _ Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats Bezugspreis: 2.20 Reichsmark und 30 Neichspsennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. OieVolkspartei fordert energische Reform der Finanz- und Steuerpolitik. Oie Zukunst der Reichsbahn Präsident Dr. C. F. v. Diemens über die Tariferhöhung. wirtschaft mit großer Sorge verfolgt, so schreckt sla äußerstenfalls vor dem Gedanken einer reichs» gesetzlichen Begrenzung der Real* steuern nicht zurück. Auch die Aeberspannung der anderen direkten Steuern ist nicht länger erträglich. Sie hat ausreichende Kapitalbildung v e r h i n de r t und darüber hinaus zu einer bedenklichen Abwanderung von Kapital geführt, also zu Gefahren für Gütererzeugung und Beschäftigungsgrad. Sie hat bewirkt, daß breite Schichte« unseres Volkes nicht mehr den Lebens- s p i e l r a u m haben, der ihnen Aussicht aus wirtschaftlichen Fortschritt und kulturellen Aufstieg ermöglicht. Die Fraktion ist der Ansicht, daß diesen Folgen der lleberlastung des Steuerzahlers nur durch Lastenabbau zu begegnen ist. Für den Fall neuer Tribuloereinbarungen oer- lang, die Fraktion, daß die entstehenden Erleichterungen nicht zur Finanzierung neuer Ausgaben, vielmehr re st los zurSenkung von Steuern und La st en verwandt wer- den. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volks- Partei erwartet von der Reichsregierung für den Herbst Gesetzesvorlagen, durch welche den von ihr gekennzeichneten Absichten Rechnung getragen wird. Oie Antwort des „Vorwärts". Berlin, 2. Juli. (Funkspruch.) Zu der Entschließung der Reichstagsfraktion der D.V.P. über die Gestaltung der Finanzpolitik des Reiches schreibt der „Vorwärts", aus dieser Entschließung spreche die unverkennbare Absicht, den Generalangriff gegen die Arbeitslosenversicherung und darüber hinaus gegen andere wichtige sozialpolitische Einrichtungen weiterzutreiben. Der Kamps um die Sozialpolitik wie um die Lastenverteilung werde im Herbst entbrennen. Finde sich innerhalb der Regierung oder der Parteien eine Mehrheit, die die durch die Neuregelung der Reparationen gewonnene Freiheit nach innen dazu benutzen wolle, dste arbeitenden Volksmassen Ä« benachteiligen, dann werde dies den ohnehin losen Zusammenhalt der Regierungsparteien aufs schwerste erschüttern. Berlin, 1. Juli. (TA. Funkspruch.) Die Reichs- lagssraktion der Deutschen Volkspartei hat in ihrer letzten Sitzung einstimmig eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: „Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat gelegentlich der Beratungen über den Haus- Haltsplan für 1929 mit nachdrücklichem Ernst darauf hingewiesen, daß die Beschwerung der deutschen Wirtschaft mit Steuern und Lasten dasTNaßdes Erträglichen überschritten hat und daß infolgedessen die Ausgabenwirtschaft der letzten Jahre ein Ende haben muh. Sie hat bei Gestaltung des Haushalts 1929 dieser Aus- sassung Geltung verschafft. Ohne Aenderung der ge- schlichen Grundlagen für manche Ausgaben kann das Ziel jedoch nicht völlig erreicht werden. Daher hat die Fraktion zunächst bei der die Reichsfinanzen in besonderer Art und höhe belastenden A r b e i t s- losenoersicherung Anträge gestellt, welche die schwersten Schäden beseitigen sollen. Die Fraktion wird in ihrem Bestreben, die öffentlichen Ausgaben zu vermindern und die Wirtschaft zu entlasten, fortfahren, auch auf anderen Gebieten, die erforderlichen Aenderungen der gesetzlichen Grundlagen für Ausgaben im haushalt anstreben, sowie die von ihr gestellten Anträge auf Aenderung der Reichsverfassung weiter betreiben. Bei der Gestaltung der künftigen Finanzpolitik verdienen die finanziellen Beziehungen zwischen Reich und Ländern ernsteste Beachtung. Kernproben jedes Finanzausgleiches ist die Herbeiführung sparsamer Wir«- schaftauchinLändernundGemeinden. Dazu muß mit allen Kräften auf die Schaffung einer Höch st grenze für die lieber roei- sungssummen hingearbeilet werden. Eine solche Höchstbegrenzung ist nicht nur unter dem Gesichts- winkel sparsamer Wirtschaft, sondern auch zum Ausgleich für die bestehende Windestgarantie erforderlich. Da die Fraktion die höhe der Real- st e u er und besonders ihre verderbliche Wirkung auf den gewerblichen Mittelstand und die Land- Kostspielige Großmannssucht. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 2.3uIL Die Reichshauptstadt hat den Ehrgeiz gehabt, sich nach dem Beispiel Londons so etwas wie eine S e a s o n einzurichten, woraus mit aller Gewalt eine europäische Angelegenheit gemacht werden sollte. Das Experiment mußte — obwohl mancherlei Geld hinein- gesteckt worden ist, das im besten Fall ohne Zinsen wieder hereinkam — in dieser Form mißlingen, weil es nach einem falschen Vorbild arbeitete. Die Vorbedingungen für eine Gesellschaftskultur sind eben in England doch ganz anders als bei uns. Vielleicht wäre so etwas vor dem Kriege möglich gewesen; nach der Inflation aber gewiß nicht. Der bodenständige Besitz hat in England zu der Hauptstadt eine ganz andere Einstellung als bei uns. Der reiche englische Adel hat nur den e i n e n Mittelpunkt, während der deutsche Adel ganz anders ^rh-Qimp^ Wj.vh -' "v einer solchen Season das Relief zu geben, das in England die Vorbedingung des Erfolges war und bleibt. Hinzu kommt aber, daß bei uns die geistigen und kulturellen Schichten, die Träger eines solchen Gesellschaftsereignisses sein müßten, entweder zerrieben oder zu arm geworden sind, um sich den Luxus derartiger Experimente leisten zu können. Das hat Berlin auch richtig begriffen, deshalb wollte die Berliner Season sich auch nicht so sehr an die Deutschen, sondern an die Ausländer wenden, wollte vor allen Dingen die Amerikaner, wenn sie aus ihrem Europatrip unterwegs sind, für kürzere oder längere Zeit einsangen. Auch das scheint nicht gelungen zu sein, alles in allem war jedenfalls dieser erste delt werden müssen; das bedeutet aber keine Angleichung in Einzelheiten. Die evangelische Kirche hat seit fünf Jahren ein Voraus gehabt, wobei an« erkannt werden muß, daß mit Genehmigung des vorliegenden Vertrages die Situation sich z u u n - gunsten des evangelischen Volksteile- verschieben würde. Die Staatsregierung hat bereits den evangelischen Kirchen ein Schreiben zugehen lassen, wonach unmittelbar nach Abschluß des vorliegenden Vertrages die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche beginnen sollen, um die Parität herzustellen. Abg. Dr. v. Winterfeld (Dntl.) erklärt, seins Fraktion habe stets ihre Bereitwilligkeit ausgespro- Versuch eine Konstruktion im luftleeren Raum, ihm fehlte jede Verbindung mit der Bevölkerung, und das krampfhafte Bemühen, die Basis etwa durch Sport zu verbreitern, wirkte zu erzwungen, als daß es an dem Ergebnis etwas ändern konnte. Vorteils also haben die „Festspiele" für Berlin nicht gebracht, um so schwerer wiegt es, daß daraus Poli tische Rachteile erwuchsen, für di» nicht nur Berlin büßen muh. Die Unternehmer haben darauf kalkuliert, daß nur das Teure eins große Anziehungskraft ausübt. Sie haben deshalb Preise verlangt, die weit jenseits des Normalen lagen. Durchschnittssätze von fünfzig oder gar hundert Mark waren keine Ausnahme. Und das ausgerechnet gerade im de« Tagen, wo die deutschen Sachverständigen in Paris von der mangelnden Leistungs- fähigkeit Deutschlands sprechen mußten. Daß man solche Geschäfte nur auf Ko st en der Ausländer machen will, glaubt uns kein Mensch. Der allgemeine .Eindrucks der in Paris enfffano,' wo niemand daran denken würde, solche Eintrittsgelder zu fordern, war nur der, daß Deutschland in Geld schwimmt und unbegrenzte Kriegsentschädigungen zahlen kann. Das aber ließ sich voraussehen, und das mußte unter allen Umständen vermieden werden. Diese Kurzsichtigkeit machen wir den Verantwortlichen der Berliner Season zum Vorwurf. Sie sind gewiß nur Opfer einer Einstellung, die jeden Sinn für den reellen Wert des Geldes verloren hat; wie ja die ganze Haushaltsgebarung der Stadt Berlin zeigt. Aber es ift noch nicht unbedingt notwendig, daß ein solcher Größenwahn sich auf Kosten des gesamten deut- > scheu Volkes austobt. 3m preußischen Landtag hat ein Tagungsabschnitt begonnen, der für die Zukunft unserer Kulturpolitik von großer Bedeutung ift. Das Konkordat, das feit Wochen im Mittelpunkt der öffentlichen Erörterungen steht, ist von der Regierung vor dem Landtag vertreten worden, nachdem der Staatsrat keinen Einspruch erhoben hat. Der preußische Kultusminister hat sich dabei nochmals daraus festgelegt, daß die Inkraftsetzung des Konkordates nicht von dem gleichzeitigen Vertragsabschluß mit der evangelischen Kirche abhängig gemacht werden dürfe. Wohl mühten beide Kirchen paritätisch behandelt werden, aber es sei nicht möglich, Angleichungen in allen Einzelheiten vorzunehmen. Der Kultusminister glaubte, einige Bestimmungen früherer Verträge mit der evangelischen Kirche aufzählen zu müssen, aus denen hervorgehe, dah damals die evangelische Kirche gewissermahen einen Vorsprung vor der katholischen gehabt habe. Andererseits kam er um die Feststellung nicht herum, dah sich die Lage durch die Annahme des Konkordats zu- Konkordais-e-aiie im preußischen Landtag. Kultusminister Becker verteidigt den Vertrag mit dem Vatikan. - Oie Stellung der Parteien. Köln, 1. Juli. (WTB.) Gelegentlich der hier abgehaltenen Tagung des Verwaltungsrats der DeutschenReichsbahngesellschuft veranstaltete die Stadt Köln einen Empfang irn Rathaus, auf dem der Präsident des Derwal- tungsrats der Reichsbahngesellschaft Dr. C. F. v. Siemens in einer Rede u. a. ausführte: Die Gesellschaft ist sich völlig klar darüber, dah das Mittel der Tariferhöhung ein rohes und zweischneidiges ist, welches nur i m ä u h e r» ft en Rotfalle angewendet werden darf. Ich glaube für die Verwaltung in Anspruch nehmen zu können, dah sie mit Erfolg auf all den Gebieten, in denen sie über Derhandlungsfreiheit verfügt, wesentliche Ersparnisse zur Entlastung der Tarifhöhe erzielt hat, ja hier und dort sogar die zulässige Grenze überschritten hat. Aber ich kann es nicht scharf genug betonen, dah die Möglichkeit, Ersparnisse zu erzielen jetzt eine sehr begrenzte geworden ist und sich auch nur sehr allmählich auswirken kann. Das Gesetz gibt dem Derwaltungsrat — und mit Recht — strenge Richtlinien, dafür zu forgen, dah die Sicherheit des Betriebes gewährleistet bleibt, der Betrieb sich den Bedürfnissen der Wirtschaft anpaht erfüllt werden.^DiV Maßnahmen Me 'die^Gestll- I u ngunst en der evangelischen Kirche icbast xur Erfüllung ihrer Pflichten treffen kann, verschieben wurde. finö aber nur begrenzte, da sie für wesent - I Die Opposition fetzte an diesem ^unfteein. liche Gebie te kein Bestimmungs- Ihr genügt es nicht, daß die Regierung sich zu roAt Rnt sofortigen Verhandlungen mit der evangilischen Der Verwaltungsrat sah sich gezwungen, für Kirche bereit erklärt Die D e N ch n a t i o - die neuen der Gesellschaft auferlegten Mehraus- na len haben unter diesen Umstanden ihre A b- gaben auch M e h r e i n n a h m e n zu suchen. Der le h n u n g ^usgesprochenebmiso dieD cu t s che Verwaltungsrat ift sich vollkommen klar, was eine D olks Partei, die durch den Mund des Zra weitere Verteuerung des Verkehrs für alle tionsvorfitzenden ©tenöel 1 t>re Schichten der Bevölkerung bedeutet, aber er hat gründ s a tz lich en Bed e n k e u ^urn Ausdruck auch keine Hoffnung, dah auf andere Weise Hilfe bra^ß»ub^nlfo auf be* 3n ben V e rh a nb lun g e n b e r S a ch v e r - diesmal .nicht einfach die Fraktionsstärk^i zu- ständigen hat die Deutsche Reichsbahngesell- sammenzahlen, um: die . u^^ttckn^ttonalen chaft eine wesentliche Rolle gespielt. Es ist zu zu «^nen ©oto^I Im ««-'ULME ssmä» „-»W m.» s.3s:»s:;,5ea SEwFäsä S8S 3S.ÜÄ sfeÄbfeS SLLVWsKr- völlig befreit bleibt, dann, glaube ich, wird Winnen kaum bie Deutsche Reichsbahn am besten Mitarbeiten (^IRÜttäSDCnCbL können an ber Erhaltung unb Entwicklung der V zr Deutschen Wirtschaft, ber Grunblage für bie Zu- Berlin, 1. Juli. (VDZ.) Der Preußische Land- kunst des deutschen Vaterlandes in allen seinen tag hat sich mit der ersten Lesung des Konkordates Schichten. zu beschäftigen, nachdem der Staatsrat mit ------- Mehrheitsbeschluß gegen die Vorlage Einwen« düngen nicht erhoben hat. Publikums- und -UOv tlCUC (jHniy*!*•/* Pressetribünen sind außerordentlich stark besetzt. Auf Berlin, 2. Juli. (Priv. Tel.) Wahrschein- der Regierungsbank hat unter Führung des Mi- lich schon in bet kommenden August-Tagung, nisterpräsidenten das ganze Kabinett Platz ge« aber spätestens im Herbst, wirb sich ber Reichs- nommen. tag mit dem neuenGesetzüber F i l m v or - ättffttdmitnfftr *Dr IVrfßf führungen zu beschäftigen haben. Rach dem MUllUöininiJlCr V». . vorliegenden Entwurf will man einen gründ- Der Vertrag nut dem Heiligen Stuhle vom sählichen Unterschied zwischen Ton- 14.Juni 1929 bedeutet den Abschuß einer über em film und Theater machen. Letzteres steht Jahrhundert wahrenden Entwicklung des Verhalt- ja keineswegs unter einer Vorzensur, ein Dor- nisses von Staat und Kirche in Preußen. Relativ gehen der Polizei ist nur auf Grund von De- leicht ist die Neuordnung m rem oder überwiegend stimmungen des alten Landesrechtes im Falle der katholischen Landern obwohl es auch hier bei ber Gefährdung ber öffentlichen Ruhe unb Sicher- mannigfachen Überschneidung der Kompetenzen und beit usw möglich, während für ben noch gar der Unklarheit der Abgrenzungen zu schwierigen nicht existierenden Tonfilm in dem neuen Gesetz Auseinandersetzungen aekommen ist. Ungleich schwie- Destimmungen vorgesehen sind, die dessen Text riger mar ine Sage m bem prote tQnhfthen ^6611 unter Zensur stellen werden. Im ganzen läßt Weil wir kernen Kulturkampf wol^n war es sich eine gewisse Verschärfung der Bestimmungen unbedingt notig den vorliegenden Vertrag auf bedachten, unb schließlich wird der Ortspolizei, rein kirchenrechtliche Fragen zu beschranken und allerdings in Verbindung mit einem Derufungs- jede Bezugnahme auf b^e Schule verfahren, das Recht zugestanden, die Vorführung grundsätzlich uuszuschlieh en. Wer eines Filmes, wenn die Gefahr der öffentlichen die Stellung ^es katholischen Volksteiles Ruhestörung besteht, zu untersagen. Erfreulich und der kirchlichen Behörden zu diesertfragc ist zweifellos, daß nach der neuen Rovelle solche kennt, wird die Zustimmung des Vatikans zu Filme verboten werden können, die, obgleich einem Vertrag ohne irgendeine Bezugnahme auf sie für Deutschland zurechtgemacht sind, in ihrer die Schule als dankenswerten Ausdruck des Auslandfassung außerhalb Deutschlands das Willens zur Verständigung nut den Bedürf- Ansehen des deutschen Volkes schä- nissen des heutigen deutschen Staates würdigen di gen. Die größte praktische Bedeuteng hätte müssen. Die Ordensfrage ist durch die diese Bestimmung vor etwa einem Jahr im Reichsverfassung geregelt, die Frage der V o r - Falle des Miß Cavell-Films gehabt. Die.» b i l d un g und An st e l l un g d e r G e i st - ser Film war zweifellos geeignet, deutsche Inter« lichen findet im vorliegenden OJertrage eine essen im Auslande schwer zu schädigen, aber nur Regelung, die den Interessen des Staates und dank dem Einschreiten der Oeffentlichkeit und der Kirche gerecht wird. Die Kompetenz der ben Bemühungen anderer verantwortlicher Stel- Länder zum Abschluß eigener Konkordate kann len ist es gelungen, bie bamals geplante Dor- auf Grund ber Reichsverfassung nicht bejmtten fübrung dieses Films in Deutschland noch im werden. Der vorliegende Entwurf unterscheidet letzten Augenblick zu verhindern. Es wäre auch sich wesentlich von dem bayerischen Konkordat, ein wahrhaft groteskes Schauspiel gewesen, wenn Gegenüber der vielfach auf getauchten Kritik er- dieser Film, gegen dessen Vorführung die deut- klärte der Minister nachdrücklich, daß die S ch u l e schen Auslandvertretungen alle verfügbaren Mit- weder im Vertragstext noch im Schluhprotokoll, tel eingesetzt hatten, nun im Inlande borge» noch in irgendwelchen Rebenabreden vorkommt, führt worden wäre. In diesem Falle könnte. Der weitere Vorwurf der Romanisierung und auf Grund der neuen Rovelle ein Verbot aus- Entdeutschung der Ausbildung der katholischen gesprochen werden, womit auch eine einheitliche Geistlichen übersieht, dah die fcetreffenöen Dor- Politik im Inlande wie im Ausland gesichert schristen des Vertrages nur eine Konse- toäre. jquenz der Reichsverfasfung oarstellen. General-Anzeiger für Oberheffen Cnii und Verlag: vrühl'iche Unlverfitäls-Vuch. und Steindruckerei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze l. Nr 152 Erstes Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 2. Juli 1929 Giessener Anzeiger 3 3*5» flfcn, an Dem Vertrage mitzuwirken, falls gleich- zeitig auch für die evangelische Kirche ähnliche Verträge geschlossen werden. Der vorliegende Vertrag gibt in manchen Punkten zu Bedenken Anlaß, daß die Auswirkung der einzelnen Bestimmungen geeignet ist, das friedliche Nebeneinanderbestehen der beiden christlichen Konfessionen zu gefährden. IDclteffe kreise haben die Besorgnis, daß über die berechtigken Forderungen der evangelischen Bevölkerung hinweggegangen werden wird und die in Aussicht gestellten Verhandlungen dann absichtlich von der Slaatsregierung ;um Scheitern gebracht werden. Dir halten deshalb an der Forderung der gleichzeitigen Verabschiedung eines Vertrages mit der evangelischen Kirche fest und können dem Gesetzentwurf nicht zustimmen. Abg. Stendel (D. Vp.) erklärt: Der vorliegende Vertrag sei zweifellos, auch wenn die Vorlage der Negierung das schamhaft verschweige, ein Konkordat. Der Inhalt des Konkordats, auf den es seiner Fraktion ankomme, widerspreche den Richtlinien des Zentralvorstandes der Deutschen Volkspartei. Die Fraktion habe darum den Beschluß gefaßt, daß das Konkordat um seines sachlichen Inhalts wegen unannehmbar sei. Seine Fraktion hoffe immer noch, daß sich ein neuer Weg finden lassen werde. Sie sei zur Mitarbeit bereit. Wir können nicht verhehlen, daß mit diesem Vertrag ein jahrhundertlanger Kampf zwischen Staat und Kirche zuungunsten des Staates entschieden wird. Auch der Preußische und Deutsche Lehreroerein haben die Befürchtung geäußert, daß schon durch den Artikel 1 die Schule in dem Vertrag berührt werde, auch ein Zentrumsblatt habe sich von einem römischen Mitarbeiter bescheinigen lassen, daß nach dem Artikel 1 des Vertrages die Schulfragen mit hineinge- zooen werden. Eine wirklich liberale Partei könne solchen Bestimmungen nicht zustimmcn. Abg. König (Soz.) erklärt: Dieser Vertrag sei sehr günstig ausgefallen. Die ganze Polemik gegen die Vorlage sei eingestellt auf den Inhalt eines Konkordats, wie man ihn vorher vermutet habe: der jetzt vorliegende Inhalt gebe aber keinen Grund für diese Opposition. In dem bayerischen Konkordat sei das gesamte Schulwesen unter den Einfluß der katholischen Kirche gestellt. In diesem Vertrag seien aber solche Bestimmungen nicht enthalten. Deshalb könne die Sozialdemokratische Partei dem Vertrage zustimmen. Abg. Graue (Dem.) erklärt: Seine Fraktion betrachte das Konkordat als eine nationale Frage von größter Bedeutung. Wir haben schon 1927 erklärt, daß wir die Form, in der die Abmachung getroffen wird, als sekundär ansehen, daß wir uns nur an den Inhalt halten würden. Eine unserer Voraussetzungen war, daß in dem Vertrage nichts von der Schule enthalten sei. Diese unsere Forderung ist erfüllt. Wir werden an der Abwicklung der Vereinbarungen Mitwirken. Vom Staate gesehen ist in dem Vertrage vieles erreicht. Ich frage die Deutsche Volkspartei, ob es wirklich liberal ist, einen Vertrag, der so gewissenhaft nach beiden Seiten abgewogen ist, abzulehnen. Wir brauchen den konfessionellen Frieden und sehen in diesem Vertrage einen Weg, ihn herbeizuführen. Diesen Weg zu einem Ende zu führen, ist der starke Wille meiner politischen Freunde. Abg. He st ermann (Wirtsch.°P.) erwartet eine bestimmte Erklärung, daß der preußische Staat bereit ist, den evangelischen Landeskirchen auf der Grundlage völliger Parität, die dem Wesen der Kirchen entsprechen muß. die gleiche vertragsmäßige Sicherste! lung zu geben. Damit schließt die Aussprache. Der Staatsvertrag wird dem Hauptausschutz überwiesen. Oie evangelische Kirche. preußische Negierung lehnt gleichzeitige Regelung ab. Berlin, 1. Juli. (WTB.) Auf das Schreiben des Evangelischen Oberkirchenrats an das preußische Staatsministerium, worin jener im Auftrag des kirchensenals unter Bezugnahme auf den Beschluß der Generalsynode die unverzügliche W iederaufnahme der abgebrochenen Verhandlungen mit der evangelischen Kirche forderte, hat der Kultusminister im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten mitgeteilt, das preußische Staalsministerium sei bereit, alsbald nach der Verabschiedung des dem Landtag zugeleileten Vertrages des Freistaates Preußen mit dem heiligen Stuhl in weitere Verhandlungen mit dem Kirchensenat und dem Evangelischen Oberkirchenrat einzutreten, hierzu schreibt der Evangelische Pressedienst u. a.: Dav Schreiben de» Kultusministers bedeutet eine erneute Ablehnung der von der Generalsynode geforderten Gleichzeitigkeit der Regelung der Beziehun- gen zur evangelischen Kirche im Fall der Annahme de» Konkordates. Auch sonst erhebt der Evangelische Pressedienst eine Anzahl Einwendungen gegen das Schreiben des Kultusministers. Parteitag der christlich-nationalen Vauernpartei. Berlin, 1. Juli. (Eigene Meldung.) Unter dein Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Hepp tagt« am Sonntag in Frankfurt a. M. der Parteitag der christlichnationalen Bauern- und Land- bundpartei. Neben den politischen Forderungen wurde in wirtschaftspolitischer Hinsicht derKampf um die Nahrungssreiheit als die wesentliche Voraussetzung der politischen Freiheit bezeichnet. Der Reichstagsabgeordnete D ö b r i ch erklärte, daß das landwirtschaftliche Notprogramm unzu- länglich sei, daß man aber im Reichstag aus parteipolitischen Gründen zu keiner sachlichen Ent- schließung kommen konnte. Hepp kündigte in der Aussprache an, daß der Kampf im Parlament ver- schärft fortgesetzt werden müsse. Dabei machte er die Feststellung, daß die Reichsbauernfront sich im Parlament noch nicht habe durchsetzen tonnen, weil sich ihr das Zentrum restlos versagt habe. Bauernlundgebung in Husum. Husum, 2. Juli. (WTB. Funkspruch.) Nach mehreren ähnlichen Kundgebungen in den letzten Tagen wurde in Husum gestern nachmittag eine Versammlung der L ä ndvolkbew e gung abgehalten, um gegen die Verurteilung des Landvolkführcrs Wilhelm ham- Fens, Mitglied des Reichstags, der wegen Au f - reizungzum Steuer st reikzu einer G e - fängni's strafe verurteilt worden war, zu protestieren, hamkens wandte sich gegen die Regierung und bezeichnete als Hauptziel der Landvolk- beweaung „die Bekämpfung und Beseitigung des jüdisch.parlamentarischen Systems". Seine Ausführungen und die der übrigen Redner wurden wiederholt von tosendem Beifall unterbrochen. Zum Schluß der Versammlung bildeten die Versammlungsteilnehmer, etwa 300 Landwirte, einen geschlossenen Zug, um hamkens ins Gefängnis zu leiten. Eine von Landjägerei- und Polizeibeamten gebildete P o l i z e i k e t t e in der Theodor-Storm- Straße wurde von der Spitze des Zuges über» rannt und unter lauten Rufen bis zum Amtsgerichtsgebäude zurückgedrängt. Die sich vergebens zur Wehr setzenden Beamten nahmen vor dem Portal des Amtsgerichtsgebäudes Aufstellung. Aus der Menge wurden Rufe laut „Schießen! Schießen!" Nachdem hamkens in das Gerichtsgebäude eingetreten war, sang die Menge das Deutschlandlied, worauf sie sich zerstreute. Nach Abzug der Landwirte traf ein Kommando der Schutzpolizei aus Schleswig im Auto zur Verstärkung ein, brauchte aber nicht mehr in Tätigkeit zu treten. Oanzig gegen polnische Anmaßung. Danzig, l.Iuli. (WB.) Präsident Sahm hat auf den Einspruch der polnischen diplomatischen Vertretung in Danzig wegen der Treue- kundgebungen am 2 8. Juni dem Mi- nister Straßburger eine Bote übermittelt, in der er zum Ausdruck bringt, daß es sich bei den erwähnten Kundgebungen um einen elementaren Ausbruch der Trauer handele, die die Bevölkerung der Freien Stadt Danzig, die gegen ihren Willen vom Vaterlande abgetrennt sei, aus Anlaß der zehnjährigen Wiederkehr des Tages der Ilnterzeich- nug des Versailler Vertrages aufs tiefste bewegt habe. Im übrigen sei bei den Veranstaltungen nichts vvrgekommen, was zu der Annahme berechtigen könnte, daß die Freie Stadt Danzig sich der bisher streng befolgten loyalen Erfüllung der bestehenden Verträge, insbesondere auch der Republik Polen gegenüber, entziehen wolle. Der Danziger Senat müsse wegen des Inhalts der polnischen Rote, soweit ihm Vorhaltungen wegen der Verpflichtungen aus dem Versailler Vertrag gemacht werden, ausdrücklich Verwahrung einlegen. Keine Sanierung der Reichsfinanzen durch Lotterie. Berlin, 2. Juli. (Priv.-Tel.) Vor einiger Zeit tauchte der in der Oeffentlichkeit diel beachtete Plan des Bankiers Äk o l l i n g auf, der mit einer Reform der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie eine reiche Quelle an Einkünften für den Staat schaffen wollte. Es sollte ein Fonds gebildet werden, dessen Zinsendienst dem Staat zugute kam. Inzwischen haben nun die zuständigen Stellen Gelegenheit gehabt, sich mit dem Molliygschen 5ßlan, der übrigens eine ganze Reihe weiterer ähnlicher Vorschläge hervorrief, zu beschäftigen. Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, ist man aber im wesentlichen zu einer Ablehnung gekommen. Denn sowohl im Staatenausschuh wie im Beirat der Staatslotterie, der sich vor allem aus Abgeordneten zusammensetzt, erfolgte eine Ablehnung des Reformplanes. Im Staatenausschuh haben sich anscheinend vor allem die süddeutschen Mitglieder gegen diesen Vorschlag gewendet, während der Beirat mit überwiegender Mehrheit dieselbe Stellung einnahm. Damit ist der Mollingsche Plan, und erst recht natürlich alle weitergehenden Vorschläge, wie der eines staatlichen Zwanges zum Loskauf mit dem Ziele der Finanzierung der Reparationen, der allerdings die zuständigen Stellen wohl nur als Kuriosität erreicht hat, gescheitert. Die noch vorliegenden weniger weitgehenden Pläne, wie die Erhöhung des Lospreises, werden erst an einem späteren Termin zur endgültigen Entscheidung gestellt werden. Oer Gtinnes-Prozeß. Berlin, l.Iuli. (WB.) Der Verteidiger des Angeklagten v. Waldow, Rechtsanwalt Dr. Ehlers bekundet als Zeuge, bei der Llebernahme des Mandats habe v. Waldow ihn gefragt, ob er auch nicht in irgendeiner Form von Stinnes abhängig sei: er, v. Waldow, müsse einen schweren Kampf gegen Stinnes aus- kämpfen und brauche daher einen Mann, der vor Stinnes und dessen Einfluß nicht zurückschrecke. Der Angeklagte habe während der ganzen Llntersuchungshaft einen sehr verzweifelten und pessimistischen Eindruck gemacht. Ein ehemaliger Zellengenosse des Angeklagten v. Waldow bekundet, v. Waldow habe große Sorge gehabt, dah er vergiftet werden könnte. Der frühere Erzieher im Kadettenkorps und spätere Kompagnieführer des Angeklagten v. Waldow schildert diesen als einen treuen und zuverlässigen Menschen. Als er einmal dem Angeklagten Kognakpralinen mitbrachte, wurde er vom Untersuchungsrichter Brühl ersucht, ein Stück davon zu essen, weil man befürchtete, dah v.Wal- dow durch Stinnes vergiftet werden könnte. Oie Gesundung des Königs von England. London, l.Iuli. (TU.) Die Rückkehr des Königs nach dem Buckingham-Palast fand unter allgemeiner Anteilnahme der Bevölkerung statt. In London waren die Straßen, die der König passierte, von großen Menschenmengen u m säumt. Vor dem Buckingham-Palast hatten sich bereits von 7 Uhr morgens an eine Anzahl Personen eingefunden, die Zeuge der Rückkehr sein wollten. Im ganzen legt die Heimkehr ein bereites Zeugnis dafür ab, welchen starken Anteil die ganze Bevölkerung an dem Krankheitsverlauf des Königs nahm. Das Aussehen des Königs bei feinem ersten Wiedererscheinen vor der Oeffentlichkeit der Hauptstadt war zwar gut, dock war offenbar als Folge der Erreyung eine gewisse Müdigkeit festzu- stellen. Der Äöntq wird nur etwa eine Woche in der Hauptstandt zubringen und dann nach S a n d r i n g- harn abreifen. Kurz nach der Ankunft des Königs im Buckinghäm-Palast wurde folgende Dankes- s ch r i f t veröffentlicht: „Es ist mein Wunsch, meinen herzlichsten Dank für das ergreifende und enthusiastische Willkommen auszusprechen, das ich nach der Rückkehr in die Hauptstadt meines Reiches nach vielen Monaten Krankheit erhalten habe. George Amerikas Zollmauern. Proteste der französischen Industrie. Paris, 2. Juli. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend veranstaltete das Comite d'action eco- nomique et douaniere, in dem die französische Industrie und der französische Handel organisiert sind, zu Ehren der ausländischen Presse ein Bankett, dem auch die Leiter der Wirtschaftsabteilungen der ausländischen Missionen der größeren Staaten — die deutsche Botschaft war vertreten durch Gesandtschaftsrat Döhle — sowie Handelsminister Bonnefou und Arbeitsminister Loucheur beiwohnten. Der Vorsitzende der Vereinigung, George Berger, erklärte, es sei nicht die Aufgabe der Vereinigung, für die vollkommene Riederreihung der Zollgrenzen einzutreten, sondern sich vielmehr für dieHerab- sehung der übertriebenen Zölle und für eine wirtschaftliche Verständigung einzusehen. In diesem Gedankengang wandte er sich gegen die geplanten Zollerhöhungen Der Vereinigten Staaten, die eine Bestürzung in Europa hervorgerufen hätten. Auch Handelsminister Bonnefou erwähnte die Zollpolitik der Vereinigten Staaten und erklärte, es sei ein Paradoxon, wenn man von einem Lande fordere, dah es seine Schulden bezahle, während man ihm durch übertriebene Zölle die Mittel hierzu verweigere (I): denn nur aus dem Ausfuhrüberschuß (!) könne man seine Schulden begleichen. Arbeitsminister Loucheur wies darauf hin, daß Europa sich wirtschaftlich organisieren müsse. Rur auf diese Weise könne man der wirtschaftlichen Konkurrenz der Vereinigten Staaten begegnen. Auf alle Fälle aber werde man hierdurch die Möglichkeit einer Verhandlung mit Amerika auf demFuße der Gleichheit erzielen. Oie Oeutschnationalen gegen den preußischen Innenminister. Berlin, 1. Juli. (V.D.Z.) Der preußische Innenminister Grzesinski hatte am 28. Juni i n Frankfurt a. M. in einer Versammlung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold eine Rede gehalten, in der er nach dem Bericht des „Vorwärts" an- den neulich im Reichstag von rechts gefallenen Zuruf „An der Laterne aufhängen" erinnerte und hinzufügte, die deutsche Arbeiterschaft würde diejenigen, die auch nur den Versuch machten, chre politischen Rechte mit Gewalt anzutasten, diesmal wirklich an die Cater* nenpfähle aufknüpfen. Die Deutschnatio- nalen haben im Preußischen Landtage sofort eine Gröhe Anfrage eingebracht, in der sie Auskunft verlangen, ob dieser Bericht des „Vorwärts" 'zutreffend ist, und wenn ja, welche Stellung das Staatsministerium zu der — mindestens indirekt — zur Gev'alt.zuVerfassungs- bruch und Verbrechen auffvrdernden Rede des für Ruhe und Ordnung im Innern verantwortlichen Ministers einnehme. 32. Bundestag des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten. Soeben fand der diesjährige Bundestag des Reichsbundes der Zivildienstberechtigten unter starker Beteiligung von Abgeordneten fast aller Parteien in Dortmund statt. Ministerialdirektor Dr. Falk (Berlin) hielt am ersten Tag ein Referat über das Thema „Die Bedeutung der Zivilversorgung für das Derufsbeamtentum". Die brennenden Fragen der Zivilversorgung wurden in einer Entschließung zusammengefaht, in der es u. a. heißt: Unter „Zivilversorgung" kann nur die lebenslängliche Anstellung des aus dem Wehr- und Ordnungsdienst ausscheidenden Staatsdieners in einer Deamtenstelle des öffentlichen Dienstes verstanden werden. Der immer schärfer werdende Kampf gegen das Berufsbeamtentum schädigt daher auch die Zivilversorgung aufs schwerste 35 000 Versorgungsanwärter, also Staatsbürger mit einem verbürgten Recht auf Tleberncchane in den zivilen Staatsdienst warteten Ende 1927 noch auf ’ Anstellung. Zu diesem Restbestande aus früheren Jahrgängen treten aus den Jahrgängen 1928 bis 1932 jährlich etwa 17 000 Der- sorgungsanwärter aus der Wehrmacht und den Schutzpolizeien der Länder hinzu. Rach einer Denkschrift des Reichsministeriums des Innern wurden in den beiden letzten Jahren aber nur durchschnittlich 12 500 Versorgungsanwärter in Deamtenstellen übernommen, so daß die Zahl der Zivildienstberechtigten, die auf Einberufung warten, voraussichtlich jährlich um 5000 wächst, demnach im Jahre 1933 etwa 35 000 betragen wird. Der Bundestag hält es auch für seine Pflicht, darauf hinzuweisen, dah denjenigen Anstellungsbehörden, die an der Durchführung der Zivilversorgung nicht nur oder nur mangelhaft Mitwirken, die Reichs- und Länderhaushalte schwer belasten, weil an die auf Anstellung wartenden Versorgungsanwärter etwa 80 Millionen ilebcr- gangsgebührnisse jährlich gezahlt werden, die sich mit jedem Jahre erhöhen. Als unverständlich muh es der Bundestag bezeichnen, daß es immer noch Behörden gibt, die für manche Dienstzweige die Einstellung von Der- sorgungsanwärtern verweigern. Solche Bestimmungen sind besonders unverständlich im Hinblick auf die ganz vorzügliche bis zu acht Jahren währende Ausbildung der Versorgungsanwärter auf den Reichswehr- und Polizeifachschulen, unverständlich auch deswegen, weil die Bestimmungen der Anstellungsgrundsähe in weitestgehendem Maße die Interessen der Behörden wahren, z. D. durch die Bestimmung, daß ungeeignete Versorgungsanwärter nicht einmal vorgemerkt, geschweige denn eingestellt zu werden brauchen. Ganz besonders bedauert es der Bundestag, daß auch auf dem Gebiete des allgemeinen Beamten- und Desoldungsrechts im verflossenen Jahre nicht nur keine Fortschritte zu verzeichnen waren, daß sich vielmehr die Lage mancher Beamtengruppen empfindlich verschlechtert hat. Der Bundestag empfindet es auch schmerzlich, daß Reichsregierung und Reichstag keine Maßnahmen getroffen haben, um die trostlose Deförderungs- Tagc der Beamten, die zum Teil seit vielen Jahren auf die zugesicherte Beförderung warten, zu bessern. Aus aller Wett. Das Flugzeugunglück auf dem Bodensee. Von der Reichsbahndirektion in Karlsruhe wird zu dem Verhalten des Kapitäns des Bodenseedampfers „2ad en“ bei dem Flugzeugunglück am Samstag eine Darstellung gegeben, in der es heißt: Der Kapitän, der durch Insassen eines Ruderbootes auf das Unglück aufmerksam gemacht wurde, habe festgestellt, daß sich an der Unfallstelle bereits zwei Motorboote und zehn bis zwölf Ruder - und Segelboote zur Hilfeleistung befanden. Er fei deshalb zu der Annahme gekommen, daß schon genügend Hilfskräfte vorhanden waren und daß er deshalb, weil fein Schiff ohnehin mit 4 00 Fahrgästen schwer belastet war, im Interesse der Sicherheit seiner Passagiere diese erst in Bad Schachen hätte absehen müssen. Zudem habe der Kapitän geglaubt, dah das Manövrieren des großen Dampfers, dessen Räder sehr starke Wellen erzeugen, nur die Hilfsmaßnahmen an Ort und Stelle behindern würde. Lin Tiger geht in Nürnberg spazieren. In Rürnberg gelangte durch die Unachtsamkeit eines Wärters früh gegen 7 Uhr eine Tigerin des Zirkus Sarassani aus ihrem Käfig ins Freie. Sie schritt an den erschreckt flüchtenden Passanten vorüber, ruhig durch die Straßen, bis sie von einem Lastwagen aufgeschreckt, im Galopp davonlies. Sie kam dann in eine Wirtschaft, in der zwei Frauen arbeiteten, griff diese jedoch nicht an. Inzwischen war der Zirkus benachrichtigt worden: Dresseure tarnen mit einem Rotkäfig. Als der Tiger diesen erblickte, sprang er durch die Fenster und im Hof über ein drei Meter hohes Eisengitter, in dem er hängen blieb und sich schwer verletzte. Man hofft, das Tier am Leben erhalten zu können. Beide Beine abgefahren. Der Liegniher Eisenbahnverein unternahm im Sonderzug einen Ausflug nach Liebau. Auf der Rückfahrt stiegen in Goldberg, wo nur ein Aufenthalt von einer Minute vorgesehen war, mehrere Fahrgäste aus, um ihren Durst zu löschen. Als sie bei der Abfahrt des Zuges zu den Abteilen stürzten, glitt die in den vierziger Jahren stehende Ehefrau des Gepäckträgers Berndt aus und fiel so unglücklich zwischen die Wagen, daß ihr beide Beine abgefahren wurden. Sie verstarb kurze Zeit daraus. Mehrere andere Personen erlitten leichte Verletzungen, konnten aber die Weiterfahrt antreten. Ein Auto fährt in eine Schar Wanderer hinein. Bei Trier fuhr nachts ein Personenauto in eine Schar heimkehrender Wanderer, die vorschriftsmäßig auf der rechten Seite der Straße gingen. Das Auto hatte eine übermäßige Geschwindigkeit und gab keine Signale. Drei Mann der Wa .derergruppe wurden schwer, zwei leicht verletzt. Enorme Dinlerschäden in Niederschlesien. Welch enorme Schäden der Winter angerichtet hat, zeigt die Tatsache, daß allein irn Kreise Lieg, nitz rund 1 2 0 0 0 Kirschbäume eingegangen find. In einer Anzahl nicderschlesischer Dörfer sind sämtliche W e i n s p a l i e r e an den Häusern ohne irgendwelche wahrnehmbare Sehens- fpuren. Sollten diese auch im nächsten Frühjahr nicht treiben, so besteht ernstliche Gefahr, daß diese Dörfer ihre Reben, die einst von fränkischen und schlesischen Siedlern nach Schlesien gebracht worden sind, für immer verlieren. Oie Wetterlage. <1 .Kordoyan. o v« 3ciHT O [o * c ■< Montag. = d.I, JUlj 1929, 7h abds. _K Sberdeen- r,n Owolkenlos. O neuer. Q naib bedeckt. ® wolkig. • oedecki • Regelt * Schnee a Graupeln, e Nebel K Gewntfr.(§)Windstilic*O-> sehr «eienter Osl massige* Südsüdwest, 'n stürmischer nordwest Oie PfetieXliegen mit dem Winde. Pie beiden Stationen stehenden Zah» Saubringen, 1. Iuli. Am Sonntagmittag fand ein ©emarlungdrunbgang in unserer Gemeinde statt, der sehr gut besucht und von Direktor Trautmann vom Landwirt- schastsamt in Grünberg geführt war. Besichtigt wurden die Felder mit Sommer- und Winterfrucht, ebenso die Hackfrüchte. Lehrreiche Aufklärungen über neuzeitliche Düngungsmahnah- men, (Sortenanbau von Halm- und Hackfrüchten, Anlagen von Wiesen und Kleeschlägen, sowie Bekämpfung von tierischen und pflanzlichen Schädlingen, die innerhalb der Feldkulturen mehr oder weniger beobachtet wurden, nahmen die anwesenden Interessenten dankbar entgegen. Beigeordneter Iahres dankte am Schluß der Führung namens der Teilnehmer und gab dem Wunsche Ausdruck, im Laufe des Winters einen Vortrag von dem Führer zu hören. • Oppenrod, 2. Iuli. Am Sonntag fanden Beerensucher im Walde der Gemarkung Oppenrod ein herrenloses Fahrrad. Es stellte sich herau«. daß es einem 18 Iahre alten jungen Manne aus St einbach gehörte, der bereits seit Ende Mai vermißt wird. In einem Tannendickicht wurde bald darauf seine Leiche gefunden, neben der ein Revolver lag. Es liegt zweifellos Freitod vor. Welche Umstände den bedauernswerten jungen Mann in den Tod getrieben haben, dessen Mutter vor noch nicht langer Zeit durch Ueberfahrenwerden durch ent Auto einen tragischen Tod fand, weih man nicht möglich zu machen. . Gerade daran muß ich denken, als ich letzter Tage durch unsere schöne Heimat zog. Es ist Nicht unbedingt nötig, daß man weite Reisen unternimmt. Wir haben soviel Schönes in unserer engeren Heimat um uns, an dem man sich erfreuen kann, wir haben so vieles Angenehme bequem vor uns liegen, daß wir nur zuzufassen brauchen, und es ist schon unser. Und toenn man tollt? läßt sich ein wenig auch von dem erreichen, was die Sommerreise geben soll. Man verlangt von ihr doch Erholung durch Entspannung, durch Ruhe, durch Abwechslung. Das alles ist in der Nähe ebenso zu haben. Man verlangt aber auch neue Eindrücke, will etwas gesehen haben. Gibt die Nähe nicht auch genug zu schauen? Wer will behaupten, daß er alles kennt, was die engere Heimat zu bieten hat? Und Berührung mit anderen Menschen? Die läßt sich auch h,er erreichen. Und es ist gar nicht einzusehen, warum cs nicht ebenso eine Bereicherung fein soll, einmal in den Vogelsberg, das Schliherland, den Taunus oder irgendwo in unsere schönen Fleckchen Erde in Oberhessen zu schauen, wie z. D. in die Welt der Riviera oder der Alpen? Womit nichts gesagt sein soll gegen die Reise an sich. Denn dis Ferne hat ihre Werte, die Nähe aber auch. Nur daß man sie meist etwas verständnisvoller suchen muß. s- Ausdruck. , _ Nachdem der Akademische Gesangverein unter Dr. Temesvary Brahms' achtstimmigen Fest- und Gedenkspruch in wunderbarer Weise gesungen hatte, verließ der Lehrkörper unter den Klängen des Schlußmarsches in feierlicher Weise die Aula. Damit hatte die Feier ihren Abschluß gefunden. Am Nachmittag und Abend fanden gesellige Veranstaltungen der Angehörigen unserer Alma mater auf der Liebigshöhe und in der Volkshalle statt. •• Ein heftiges Gewitter, das aber nicht allzu lange andauerte, ging gestern abend gegen 7.30 Uhr über unsere ©egend nieder. Es brachte den Fluren reichliche Regenfalle, Die dem Wachstum sicherlich sehr vorteilhaft fern werden. Der Blitz schlug mehrmals in Dutenhofen ein, zum Glück waren es aber stets kalte Schläge, von denen einer einen Schornstein traf, während der andere in eine massive Scheune fuhr und von dort auf die elektrische Stromleitung übersprang und die Sicherungen zerstörte. Weiterer Schaden ist erfreulicherweise nicht entstanden. *• G esch äf tsjubiläum. Die Eisengroh- handlung Fr. H e i m e r & 6 o., Inhaber Friedrich Heimer, konnte gestern auf ihr vierzigjähriges Bestehen zurückblicken. Die Firma hat sich Dank der kaufmännischen Tüchtigkeit und des rastlosen Fleißes des Inhabers, sowie der eifrigen Mitarbeit des Personals aus kleinen Anfängen zu ihrer heutigen beachtenswerten Größe empo.» gearbeitet und sie genießt weit über Gießen hinaus einen vortrefflichen Ruf. Der 21 Lebensjahre stehende Inhaber widmet sich heute noch seinem Unternehmen mit rastloser ^auraft und ist seinen Mitarbeitern sowohl in geschäftlicher, als auch in menschlicher Beziehung ein glänzendes Vorbild. . ** Nachklänge zum Gleiberg - I u v i - kaum. Wie man uns mitteilt, finden am nächsten Freitag zwei Wiederholungen des Gleiberg-Festspieles im Stadtthcater statt. Nachmittags wird eine Aufführung für Schüler, abends eine Vorstellung für die übrigen Interessenten veranstaltet. Der Kartenvorverkauf ist in der Musikalienhandlung von C h a l l i e r und in dem Schokoladenhaus Hunte- mann, Seltersweg; auch an der Abendkasse werden Karten noch zur Verfügung stehen. Textbücher sind in den Buchhandlungen zu haben. Da die Erstaufführung des Festspiels am vorigen Donnerstag Neuhumanismus die moderne Wissenschaft der Philologie geschaffen, deren Begründer Friedrich August Wolf ihr am Ende des achtzehnten Jahrhunderts den Umfang der gesamten Altertumswissenschaft gab. Durch das neue Dildungsideal gewann sie im neunzehnten Jahrhundert wieder eine führende Stellung unter den Geisteswissenschaften, geriet aber im Streit ihrer Schulen in eine Krise, aus der sie am Ende des Jahrhunderts durch die immer reicher werdenden Ergebnisse der Ausgrabungen und der Papyrus- sunde zu neuem Aufschwung geführt wurde. Dadurch hat sie wieder den Umsang als die Wissenschaft vom gesamten antiken Leben gewonnen. Trotz der Spezialisierung muß die Verbindung zwischen ihr, der Archäologie und der alten Geschichte, ja auch der geschichtlichen Jurisprudenz und Theologie in enger Arbeitsgemeinschaft erhalten bleiben. Das führt zur Forderung der humanistischen Vorbildung für alle geschichtlichen Geisteswissenschasten zurück, zur Erhaltung der wissenschastlichen Methode und zur Belebung des Schulunterrichts, der zum deutschen Idealismus Die Hessische Landesuniversität beging gestern mittag in der althergebrachten eindrucksvollen Weise die Feier ihres I a h res- festes. In der Aula, die bis auf den letzten Platz beseht war und mit den Fahnen der Korporationen und den Chargierten in Wichs, sowie dem festlich gekleideten Publikum ein farbenprächtiges Bild bot, bemerkte man als Vertreter der Staatsregierung den Staatspräsidenten Dr. h. c. Adelung, Ministerialrat Dr. h. c. Löhlein, ferner Se. Magnifizenz den Rektor der Technischen Hochschule Darmstadt, Professor Dr. Rauh, Se. Magnifizenz den Rektor der Universität Marburg, Professor Dr. G e n z m e r, eine Anzahl Ehrensenatoren unserer Alma mater Ludoviciana, weiter Vertreter von Behörden, Mitglieder des Land» tages und zahlreiche hervorragende Angehörige lebhaften Beifall fand, darf damit gerechnet werden, daß auch die nächsten Aufführungen den Besuchern genußreiche Stunden bereiten werden. (Man beachte die heutige Anzeige.) Ferner wird uns noch mib geteilt, daß bei dem Volksfest auf dem Gleiberg am Sonntagnachmittag eine studentische Kasperlgruppe unter der Leitung von Dr. Hans dauer und cand. chem. Freiensehner im Interesse der guten Sache wahrend vier Stunden eifrig tätig war und mit ihren reizenden Spähen bei klein und groß begeisterten Beifall fand. Die Geldsammlung wah- rend des Spiels stellte die Spielschar einem wohltätigen Zwecke jur Verfügung. Außerdem sind aus Anlaß des Jubiläums des Gleibcrgvereins noch mehrere Lieder im Druck erschienen, die von Hermann Elle und Louis Frech gedichtet wurden und dem Gleiberg in begeisterten Worten huldigen. Zwei Lieder aus dem Festspiel Schme- l i n g s sind dieser gedruckten Liedersammlung ebenfalls beigefügt. Die Aufmerksamkeit unserer . Mitbürger sei auch dieser Festgabe zugewandt. ** Eine Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge findet morgen um 20.30 Uhr im Casö Leib statt. Redner: Universitätsprofessor Dr. Roloff. Siehe heutige Anzeige. "VomRauheirnerKurhaus. Am kommenden Donnerstag um 20.30 Uhr findet im großen Bühnensaal des Nauheimer Kurhauses eine Aufführung der Bühnendichtung „Die toten Augen" statt. Interessenten seien auf die gestrige Anzeige besonders hingewiescn. Berliner Börse. Berlin, 2. Iuli. (WTD. Funkspruch.) Der heutige Frühverkehr lag still und weiter unentschieden. Man taxiert eher schwächere Kurse ohne solche zu nennen. Die weiteren ©oldabflüsse I aus London lassen Diskont-Erörterungen wieder Rundfunkprogramm. Mittwoch, 3. Juli. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. 11 bis 12: Von Kassel: Funkreportage: Aus eines Haushaltungsschule. 13.15: Schallplattenkonzert: Operetten. 15.05 bis 15.35: Stunde der Iugend: Aus dem Buche der Sage und Geschichte: „Strafe muh sein — lustige und ernsthafte Geschichten", vorgetragen von Rektor Wehrhan. 16.35 bis 18.05: Don (Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. 18.35 bis 18.55: „Fausts neue Entscheidung zur Machtgewinnung im vierten Akt von Goethes Faust H“, Vortrag von Pfarrer Taesler. 18.55 bis 19.10: Senckenberg-Viertelstunde: „Klippschiffer", Vortrag von Dr. R. Mertens. 19.10 bis 19.55: Don der Deutschen Welle: „Gedanken zur Zeit", „Arbeitslosen- Versicherungsreform", Zwiegespräch zwischen Dr. Erdmann und Abgeordneten Peter Graßmann. 20: Von der Markuskirche Stuttgart: Konzert des Erfurter Motettenchyrs. 20.45: Rach (Stuttgart: Die Luftkutsche, Funkkabarett unter Mitwirkung von Künstlern des russischen Kabarett« „Blauer Vogel".___ M«9enb ”n belle; LL Äj. sri Innung An foni teyrem L h--t Tr 3m Altei K meine Atelier ju, Arte, uni Avvelle. ; wohin imn geiz: M . Ae Des em Autor Denig li,e einer bitter sch heute ■ ube. so gi weil ich M ! u • ton - W“rÄ'( L fi* weX„ St Gen, ey liinsluh 64 Hieb nur Mvinzen r txrben ujD stchlich.lchv cangen, und toben die P in OW bieder sch>! rach Ostlon lonbern zu Cteüal ui langen. Jff landen stot betvilltommn cuf dem Ä .Tcdcum dinavlsch und Lettl rom russiW eine Anettes dem kurzen fiänbige Sti kerzeichnet s Set Könic Mdischen A abends bie, vergoldet, c lichteiten zu Zauber. Die König mit Yanzerkreuzi Wahrzeichen nischen Heb lärmige Tr sind bV tv vor allem Ritterschaft, den der fri halten. 6s Gassen, die und deren C teren Jahrh Dis zum Halste des deutsche sichtslos un Teil vertr Deutschen ' expropiierb bis heute haben die der allzu ; gewonnen, gebrochen i mußten nur Wille weiter jedes ins C urgo°mongo 1. 04177 3. 5740V auf dem Neuen Friedhof statt. Telephon 1383. Wiesecker Weg 16 5713V Der CC der Hassia. Faselverkauf Verkäufe | Burschenschaft Germania. / x. 5718V 5733V |Sjel!enangebote| an d. Giess. An», erb. Parterre, 5724A 04192 strasse 5. fofort au vermieten. Schriftl. Anaeb. imt. 57111) a. d. Gss. Anz. Verein Rudersport Gießen 1913 werden in unserin Giess. Betrieb eingestellt. 3lgaitenfa6rilen fillnglpot 6. m. 6. h. Schr. Ang. u. 5681D an den Giess. An». 2 bis 3 Ammer I.A.:WaldeckThuringiae, Hassiae XXX. 5719D Anzuseh. b. Mitleid. Annonc.-Exp., Plock- Konvent am 3. Juli sällt aus. Dafür Beteiligung an d.Kund gcbniio gegen die ttriegsichuldlüge im Cafö Leid. 5734D Befolggchan BleBsn. s. Großhandlung fof. gesucht. Schr. Ang. u. 04181 a.d.Gtz.Anz. Warmwaffer, für hur tagsüber sofort mfl 00 ÄM so- gesucht 571OD Hili, yv tun. iv | Tiesenweg 6 I. undAkad.Ruder- abteilung e.V. Mittwoch, 3.JultA30 Menet sveraaeiahum Tagesordnung: Eingänge, Auin. neuer Mttgl., Berschieden. Zahlr. Besuch erwartet äor Vorstand. Wetterfeld, den 30. Juni 1929. Hessische Bürgermeisterei Wetterfeld. Kauß. t ... . , \ Ein schwarzscheckig. | Mietgesuche | jnd Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Hartmann und die vielen Kranz- und Blumenspenden sprechen wir allen unsern innigsten Dank. Familie Ludwig Müller II. Familie Friedrich Spaar II Familie Heinrich Vogel Alten-Buseck, Ruttershausen, Gießen, 2. Juli 1929 004189 täglich frisch empfiehlt billigst W. Bankei, I. A.: Hermann Knaus Zigarren-und Wickelmacher W« Todes-Anzeige. (Statt besonderer Anzeige). Nach längerem Leiden entschlief sanft heute abend 9.30 Uhr unser lieber, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater, Schwager und Onkel, der Landwirt Anton Engel III. im hohen Alter von 77 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anton Engel V. und Familie Wilh. Lenz I. und Familie Jobs. Engel VII. und Familie Karl Eisenhardt und Familie Louis Engel und Familie Maria Engel V. Wwe. Hörnsheim, Niederkleen, den 30. Juni 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. Juli, nachm. 2 Uhr, statt. Ich suche einen geeigneten VERTRETER insbes. für den Verkauf von Original „Schlichte“ sowie Weine und alle anderen Spirituosen. Herren, die bei der einschläg. Kundschaft gut eingeführt sind, wollen schriftl. Offerten einreichen an: Jean Eimuih Wemgroßhandlwig / Weinbrennerei / Frankfurt a. M. 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Ausziehtisch, 6 Lederstühle, einen Regulator, 1 Zimmerteppich, 1 vollst. Bett, 1 Eisschrank,! Wäschemangel, 12 Dutzend Alpaka-Messer, -Gabeln und -Löffel. Unterfertigte betrauert aufs tiefste das Ableben ihres lieben Alten Herrn Otto Hamburger Justizrat zu Gießen (W. S. 90/91 - W. S. 92/93) für Daueruueter, tochter außerhalb Neubau tn sonniger Giessens. -vilse für Lage tZentralheizg.i, gröb.Arb.n.Taichen. an ruhigen, soliden gelderw. Schr.Ang. Herrn oder Dame | u.04187 a. d. Gss. Anz. zu vermieten. 1 aber ln^ehen 5*&s imfliew verdient errungen, aber sicherlich nicht von Frank« furt erwartet worden war: ebenfalls anerkennenswert die Leistung des gut eingespielten Gießener Paares Frl. Derg-Dr. Schopper, die über Frau Wohl-Weinmann triumphieren konnten. Den dritten Sieg brachten Frl. Kühl- mann-K. Fischer nach Hause. Gesamtergebnis: Frankfurt 1880 siegt klar mit 22:8 Punkten, 45:22 Sähen und 35O:25Z Spielen. Radsport. Der Dau 73 Lahn im Bunde deutsch er Radfahrer veranstaltete am Sonntag seine Gaumei st erfchaft im Einer st reckenfahren über 15 0 Kilometer. Sn beiden Klassen wurden hervorragende Zeiten gefahren: Klaffe A 150 Kilometer: 1. Hch. Preis, Germania Gießen, 5 Std. 28 Min. (Gaumeister): 2. L. Bolz, Germania Gießen, 5 Std. 28,5 Min.: 3. Hans Preis, Germania Gießen, 5 Std. 35 Min. Klasse B 80 Kilometer: 1. H. Bender, Wehlar, 2 Std. 45 Min.: 2. W. Hoppe, Marburg. 2 Std. 45,5 Min.: 3. K. Muhl, 1885 Gießen, 2 Std. 51 Min.: 4. W. Schocker, Marburg, 2 Std. 52,45 Min.: 5. H. Righi, Friedberg, 2 Std. 52,55 Min. Regatta des Gießener Ruderklubs „Sasiia". Erster Tag. » Als Auftakt für die diesjährige Regatta des Gießener Ruderklubs „Hafsia begannen am Samstagnachmittag die .rslen 23o*-renncn die bei günstigem Ruderwetter folgende Ergebnisse zeitigten: (Bahnlänge 1900 Meter). Degrühungs - Vierer: .l. Lauf: 1. Wafsersportverein „Vorwärts , Mannheim, 6 52 8 2. Gießener Ruderklub „Hofsia', 6:55,8. 3. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, aufgegeben. Mannheim und Gießen kämpfen auf der ganzen Strecke um die Führung, die schließlich Mannheim übernimmt, welches das Rennen sicher mit V* Bootslänge Vorsprung gewinnt — 2. Lauf: 1. Fechenheimer Rudergesellschaft 1910 6 52 8. 2. Mainzer Ruderklub 1903 6:54,2. Bei etwa 1000 Meter liegt Fechenheim eine Bootslänge vor, ein Vorsprung, den Mainz nicht mehr aufholen kann. Schüler-Vierer (Dahnlange 1000 Meter). 1 Lauf: 1. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, 3 18 4 2 Arbeiter-Ruder- und Schwunmvereln Vorwärts", Offenbach, 3:21,8. Mühlheim liegt im Ziel etwa dreiviertel Bootslänge vor. — 2 Lauf: 1^ Wassersportverein Vorwärts Mannheim, 3:». 2. Gießener Ruderklub „Hassia , 3:21. Mannheim ist in dem Kampf von vornherein besser und gewinnt sicher mit einer Bvots- IÖ(5 c ,?i o?° E in e r (Bahnlänge 1900 Meter): 1 Lauf: 1. Wassersportverein „Vorworts , Mannheim (Arthur Gutfrucht) im Alleingang. — 2 Lauf: 1. Gießener Ruderklub „Hassia (Hermann Denzler) im Alleingang. Zweiter Tag. Am Sonntagvormittag nahmen die Dorren- nen ihren Fortgang. Jung mann-Achter (Bahnlange 1900 Meter). 1. Lauf: 1. Gießener Ruderkl. Hassia«, 6:12 2. Frankfurter Ruderklub „Alemania , 6:15,2. Ein schönes Rennen, das „Hassia" Gießen mit etwa dreiviertel Bootslänge Vorsprung gewinnt. — 2. Lauf: 1. Wassersportverein „Hellas", Gießen 6:34 im Alleingang. Stadt-Vierer. 1. Lauf: 1. Mainz-Kaste- ler Ruderklub „Germania", 6:44, 2. Ruderverein Freiheit". Mühlheim, 6:49,4. Eine sichere Sache für Kastel, die auf der Strecke dauernd Terrain gewinnen und im Ziel etwa zwei Dootslängen vorliegen. - 2. Lauf: 1. Wassersportverein Vorwärts", Mannheim, 6:39, 2. Fechenheimer Rudergesellschaft 1910, 6:45. Mannheim fuhrt bereits bei 1000 Meter und führt das Rennen sicher nach Hause. , Zungmann-Vierer. 1. Lauf: 1. Frankfurter Rudersportverein „Alemania", 7:14,2, 2 Frankfurter Rudersportverein „Qlmicitm , 7 20 6 3. Arbeiter-Ruder- und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach, 723. „Alemania", Frankfurt, siegt unangefochten. — 2. Lauf: 1. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, 7.10 2, 2. bacher Ruderklub „Germania ,7:23._ Muhlheim übernimmt schon am Start die Führung und gibt mit drei Bootslängen Vorsprung Offenbach das Rachsehen. Die Hauptrennen. 3m allgemeinen wurde guter Sport geboten und ziemlich alle Rennen scharf ausgefahren. Die beteiligten Gießener Vereine zeigten sich in verschiedenen Kämpfen von der besten Seite. So konnte der veranstaltende Verein drei erste Siege und „Hellas", Gießen, zwei erste Siege für sich buchen. Hierzu kommen noch die zweiten Siege. Rachstehend die endgültigen Resultate (Rohntänge 1900 Meter): Begrußungs - Vierer (Ehrenpreis). 1. Wafsersportverein „Vorwärts". Mannheim. 6' 45; 2. Gießener Ruderklub „Hassia" (Willi Muller, Willi Eisenbach, Beruh. Valentin, Karl Rupp; Steuer: Emil Roll) 6:45,4; 3. Fechenheimer Rudergesellfchaft 1910, 6:55,6. Bei 1000 Meter liegt Mannheim in Führung, gefolgt von „Hassia", Gießen, Fechenheim zwei Bootslängen hinter dem Zweiten; bis ins Ziel ändert sich nichts mehr; Mannheim wird sicherer Sieger. 3ungmann-Ciner (Ehrenpreis). 1. Wassersportverein „Hellas", Gießen (Albert Schöndorf) 7:31,2; 2. Arbeiter-Ruder- und Schwimmverein „Vorwärts", Offenbach (Herrn. Kimmel), 7:35,4. „Hellas". Gießen, schafft sich auf der Strecke an die Spitze und liegt bis ins Ziel etwa eine Bootslänge vor. Junior-Vierer (Ehrenpreis). Mainzer Ruderklub 1903 im Alleingang 7:5. Anfänger-Vierer (Ehrenpreis). 1. Gießener Ruderklub „Hassia" (Ludolf Henn. Max Lehmann, Georg Döring. Fritz Beck; Steuer: Richard Frenzei), 7.12,4; 2. Ruderabteilung der Paddlergilde, Herdecke (Ruhr). „Hassia" Gießen fährt ein schönes Rennen und gewinnt sicher weit vor Herdecke. Achter für Senioren (Ehrenpreis). Mainz-Kasteler Ruderklub „Germania" im Alleingang 7:16,6. Leichtgewicht-Schüler-Vierer (Ehrenpreis). 1. Wafsersportverein „Hellas". Gießen (L. Westbrock, 3. Pfeifer, W. Westbrock. E. Walldorf; Steuer: K. Strack) 4:53; 2. Offenbacher Ruderklub „Germania" ausgeschlossen. Ein schönes Rennen auf der ganzen Strecke; beide Boote bleiben bis kurz vor das Ziel auf gleicher Höhe, dann wird Offenbach wegen unvorschriftsmäßigen Fahrens ausgeschlossen und „Hellas" bekommt den Sieg zuerkannt. 2. 3ungmann-Vierer (Ehrenpreis). 1. Gießener Ruderklub „Hassia" (Herrn, Goldhorn, Otto Dechert, Ludwig Dehus, Hans Döbus; Steuer: Emil Roll), 7:18,4; 2. Wafsersportverein „Hellas", Gießen (K. Lipp, K. Becker, H. Becker, A. Schöndorf; Steuer: Baumann), 7:18,6; 3. Offenbacher Ruderklub „Germania", aufgegeben. „Hellas", Gießen, liegt nach 1000 Meter etwas vor „Hassia", Gießen. Es entspinnt sich ein harter Kampf um den Sieg, aus dem „Hassia" mit knapp einem halben Meter Vorsprung als Sieger hervorgeht. Beide Mannschaften zeigten ein schönes Rennen. Schüler-Vierer (Ehrenpreis). Bahnlänge 1000 Meter. 1. Wassersportverein „Vorwärts", Mannheim, 3:6,2; 2. Ruderverein „Freiheit" .Mühlheim, 3:12,6. Mannheim braucht sich nicht anzustrengen, um den ersten Platz einzunehmen. Lahn-Vierer (Herausforderungspreis). 1. Mainz-Kasteler Ruderklub „Germania" 6:56,8; 2. Gießener Ruderklub „Hassia" (Willi Müller, Willi Eisenbach, Hans Weber, Wilh. Haus; Steuer: Emil Roll) 7:6,6; 3. Fechenheimer Ru- derges. 1910, kurz vor dem Ziel aufgegeben. Kastel seht sich an die Spitze und hat nach zirka 1000 Meter einen Vorsprung von dreieinhalb Bootslängen vor „Hassia", Gießen; weiter eine Länge zurück folgt Fechenheim. Das Rennen findet denn auch in dieser Reihenfolge fein Ende. 3ungmann-Achter (Ehrenpreis). 1. Gießener Ruderklub „Hassia" (L. Henn, M. Lehmann, H. Goldhorn, F. Beck, G. Döring, O. Dechert, L. Dehus, H. Döbus; Steuer: K. Wolf) 6:37,2; 2. Wafsersportverein „Hellas", Gießen (W. Staffel, K. Strack, K. Lippe, K. Schwab, H. Becker, H. Kipper, W. Balser, H. Schöndorf; Steuer: H. Becker) 6:53,4. Zwei Gießener Vereine kämpfen um den Sieg. „Hassia" läßt „Hellas" hinter sich und gewinnt das Rennen mit großem Vorsprung. Senior-Einer (Ehrenpreis): 1. Wassersportverein „Vorwärts", Mannheim (Arthur Gut- frucht), 8:8,2 2. Gießener Ruderklub „Hassia" (Herrn. Benzler). 8:17,4. Benzler, „Hassia", Gießen, hat es mit einem starken Gegner zu tun, dem er nicht gewachsen ist. Vom Start ab sichert sich Gutfrucht, Mannheim, die Führung und liegt bereits nach etwa 1000 Meter zwei bis drei Dootslängen vor, bis ins Ziel tritt keine wesentliche Veränderung mehr ein. Stadt-Vierer (Wanderpreis der Stadt Gießen): 1. Wassersportverein „Vorwärts", Mannheim. 6:41. 2. Mainz-Kasteler Ruderklub „Germania", 6:42. Beide Mannschaften zeigen einen schönen Kampf, Bord an Bord über die ganze Strecke; die Mannheimer erweisen sich schließlich als die Besseren und gewinnen mit knappem Vorsprung. I. 3 ungmann-Q3iercr (Ehrenpreis): 1. Frankfurter Rudersportverein „Alemannia", 7:16,8. 2. Frankfurter Rudersportverein „Ami- citia“, 7:28. Als drittes Boot fährt noch der Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, mit, der das Rennen sicher gewonnen hätte, aber wegen dauernder Behinderung ausgeschlossen wurde „Alemannia" Frankfurt wird Sieger mit vier Dootslängen voraus. Ermunterungs-Vierer (Ehrenpreis): Rudergesellschast 1921 Ried am Main, 7:40 im Alleingang. Für das Rennen hatte „Hassia" Gießen zwei Boote gemeldet, die jedoch nicht starten. durften, weil sie bereits ein offenes Rennen gewonnen hatten. Großer Achter (Herausforderungspreis des Süddeutschen Ruderverbandes): 1. Fechenheimer Rudergesellschast 1910, 6:14,8. 2. Ruderverein „Freiheit", Mühlheim, 6:26. Fechenheim hat bei 1000 Meter schon einen Vorsprung von einer Dootslänge, der sich bis ins Ziel auf »drei Längen vergrößert. Wirtschaft. Oie Reichsbank Ende Juni. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 9. Juni hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 621,4 Millionen auf 3 288,4 Millionen Mark erhöht. Im einzelnen sind die Bestände an Wechseln und Schecks um 415,9 Millionen auf 2843,0 Millionen Mark und die Bestände an Reichsschaßwechseln um 103,7 Millionen auf 158,1 Millionen Mark und die Lombardbestünde um 101,7 Millionen auf 194,3 Millionen Mark angewachsen. An Re i ch s b a n f n o t e n und Rentenbank - scheinen zusammen sind 794,9 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat der Umlauf an Reichsbanknoten um 769,9 Millionen auf 4838,6 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 25,0 Millionen auf 460,3 Millionen Mark zugenommen. Demgemäß hat sich der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 4,4 Millionen Mark vermindert. Die fremden Gelder zeigen mit 631,3 Millionen Mark eine Zunahme um 52,1 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen sind mit 2271,9 Millionen Mark, also um 176,8 Millionen höher ausgewiesen. Im einzelnen haben bi» Bestände an deckungsfähigen Devisen um 29,7 Millionen auf 360,5 Millionen Mark und die Goldbestände um 147,0 Millionen auf 1911,4 Millionen Mark zugenornmen. Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 39,5 v. H? gegen 43,4 v. H. in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen 47,0 v. H. gegen 51,5 v. f). Opel errichtet eine (Snmmifabrik. Wie WTD.-Handelsdienst erfährt, beabsichtigten die Opelwerke den Ankauf einer Gummifabrik, ober die Fusion mit einer solchen, und verhandelten mit maßgeblichen deutschen Gummi- toeden. Rach Besichtigung dieser Werke soll die Verwaltung der Opelwerke aber die äleberzeu- gung gewonnen haben, daß deren Einrichtungen, Maschinenpark und Arbeitsmethoden nicht den großen Fortschritten entsprechen, die in den letzten Zähren andernorts auf diesem Gebiete gemacht worden sind. Die Firma Opel hat jedenfalls von einer Fusion mit einer solchen Gummi- fabrik Abstand genommen. Um sich für ihre Automobil- und Fahrradfabrikation hochwertige Reifen zu niedrigem Preis zu sichern, hat Opel entsprechende Terrains zur Errichtung einer eigenen Gummifabrik gekauft. * * Norddeutsche Grund - Credit- Bank in Weimar. Das zur Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken gehörige 3n- ftitut legt je zwei Millionen Goldmark 8-v. H- Goldpfandbriefe der Emissionen XXIV und XXII zu Dorzugskursen von 96,50 bzw. 96 v. H. sowie 8-v. Hl - GoldI - Kommunasl - Schuldverschreibungen Em. XXIII zum Dorzugskurse von 93,5 v. H. zur Zeichnung bis zum 21. 3uli auf. Die Pfandbriefe und Schuldverschreibungen genießen die Mündelsicherheit. Die Emissionen XXII und XXIII sind zum Lombardverkehr bei der Reichsbank zugelassen; für Emission XXIV wird die Zulassung beantragt. Man beachte die heutige Anzeige. * Osram - Gesellfcha ft — General Electric. Die Osram-Gesellschaft und die ihr nahestehenden Firmen — AEG., Siemens & Halske und Koppel & Co. — haben mit der General Electric Co., Reuyork einen Vertrag gc- fchlossen, durch den eine Verständigung über eine enge Zusammenarbeit sowohl auf technischem, wie auf kaufmännischem Gebiet erzielt worden ist. Gleichzeitig hat sich General Electric mit einem Anteil. von etwa 16 v. H. am Geschäht der Osram-Gesellschaft beteiligt. 3n die Verwaltung der Osram-Gesellschaft treten für Gencral-Elec- tric ein: der Vorsitzende des Derwaltungsratcs dieser Gesellschaft, Owen Voung, und Präsident Gerard Swope, ferner der Präsident der 3nter- national General Electric Co., Clark Minor. 3gfob Goldschmidt (Darmstädter und Rationalbank), der bereits der Verwaltung angehört, übernimmt die Vertretung der 3ntereffen der General Electric Co. im Arbeitsausschuß der Os- rom-Gesellschast. * Te 11iis A. - G. für Bergbau u. Hüt« teninbuftrie, Frankfurt a. M. Die Generalversammlung beschloß die Verteilung einer Dividende von wieder 8 Prozent. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 2. 3uli. Tendenz: etwas freundlicher. — 3m Vormittagsverkehr war die Börse weiter durch große .Uulu ft und f a st vollständige Stagnation gekennzeichnet. Zu Beginn des offiziellen Marktes nahm die Tendenz aber wieder etwas freundlicheres Aussehen an, denn einige Auslandorders und besonders die Beteiligung der General Electric am Osram-Unternehmen regten an. Dies wirkte sich vor allen Dingen am Elektromarkt aus. Das Geschäft konnte aber auch heute wieder kein größeres Ausmaß annehmen, da die Spekulation sehr zurückhaltend blieb und nur in einigenWerten zu 3ntereffentäufen schritt. Der immer noch angespannte Geldmarkt und die weiter bestehenden Disconterhöhungs-Befürchtungen verstimmten auf der anderen Seite und ließen keine regere Geschäftstätigkeit aufkommen. Aber trotzdem traten gegenüber der gestrigen Abendbörse an allen Märkten Besserungen durchschnittlich bis 1.5 Prozent ein. Etwas lebhaftere Umsahtätigkeit hatten Elektroaktien aufzuweisen. Hier waren Siemens mit plus 4,5 v. H. führend. Schuckert gewannen 3v. H.. Lichte Kraft 2v.H., AEG., Felten und Ges- fürel eröffneten nur eine Kleinigkeit fester. Am Chemiemarkt waren die Tlmsähe nicht von besonderer Bedeutung, doch gewannen Farben etwa 0,5 v. H. Deutsche Erdöl gewannen 2 V. H., doch muh hier der Dividendenabschlag berücksichtigt werden. Auch am Montanmarkt war die ilm- satztätigkeit vorübergehend etwas lebhafter bei Erholungen bis zu 1 v. H. Am Kalimarkt waren Westeregeln mit minus 4 v. H. stärker angeboten, doch wurden bald wieder Rückkäufe vorgenommen, so daß die anfänglichen Verluste ausgeglichen wurden und sogar noch um 1 v. H. überschritten werden konnten. Die Tendenzgestaltung am Bankenmarkt war nicht einheitlich. Berliner Handelsgesellschaft waren angeboten und büßten 1,5 v.H. ein, während Reichsbankanteile einiges Sntereffe aufzuweisen hatten, bei einer Erholung von 1,5 Proz. Dresdner Bank und Commerzbank lagen knapp gehalten. Am variablen Markte konnten Frankfurter Maschinen erneut 1 Proz. anziehen. Schiffahrtspapiere waren nicht einheitlich, die Veränderungen blieben aber gantz gering. Bauunternehmungen bis 1 Proz. fester. Renten still. Schutzgebiete leicht gedrückt, die übrigen Renten lagen eher höher. Gefragt waren nur Deutsche Linoleum mit plus 2 Proz. und Glanzstoff mit plus^ 3 Proz. 3m Verlause blieb die Stimmung freundlich, doch ließ das Geschäft viel zu wünschen übrig. Die Kurse erfuhren feine neuen Veränderungen, nur einzelne Spezialpapiere waren zeitweise noch etwas reger gesucht. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 Proz. unverändert. Am Devisenmarkt war die Lage nur wenig verändert. Man nannte: Mark gegen Dollar 4,190, gegen Pfund 20,352, London gegen Kabel 4,8485, gegen Paris 123,95, gegen Mailand 92,68, gegen Madrid 33,85, gegen Holland 12,0760. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Juli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.") Auch heute war die Tendenz am Frankfurter Produktenmarkt fest. Das Geschäft war aber jedoch nicht mehr besonders groß, da Anregungen heute nicht vorlagen, nur für Brotgetreide und Mehle bestand weiter einige Nachfrage. Sämtliche Mehlnotieningen verstehen sich einschließlich der Auswirkungen der Zollerhöhungen am 10. Juli. Tendenz: fest. — Es wurden notiert: Weizen 25, Roggen 23, Hafer (inl.) 23, Mais 21.50, Weizenmehl (südd. Spezial 0) 35.75 bis 36.25, Roggenmehl 31 bis 31.50, Weizenkleie 11.50, Rogenkleie 12.50. Berlin, 1. Juli Berlin ffrankfurt a.M. 85,75 80 2,4 23,2 7,7 7,7 17 120,25 112 184,75 Banknoten. 162,75 327,75 327,5 327,5 328,75 112,5 127,5 130 1,85 7,75 50,9 10,13 50,9 10 4% . b . 8 10 . 8 10 IO 12 11 12 10 10 IO . s . 8 12 7,8 7,5 Wenn ort Paris. . Schweiz Spanien 120,75 193,5 155,75 112,4 127,75 129,5 219 184,9 274 171,75 157 162,5 112,5 127,25 129,75 218,5 184,75 276 172,75 157 163,5 184,9 275,5 171,25 157 162,25 50,9 9,9 Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 90 98 29,65 2,5 1,75 23,05 23 20 22,25 1,8 Ämn.-Non. Buen.-AireS Brff.-Rntw- Christi ania. Kopenhagen Stockholnr . Hclimgfors. ..Jan. Wien in D-- Oest. abgeft. Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . .Konstantin. Alben. . . Canada .. Uruguay. . Cairo . . . Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7.5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent. Französische Noten..... Holländische Noten...... Italienische Noten ...... Norwegische Noten...... Deulsch-Oesierr., 2100 Kronen Rumänische Noten ...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... Datum »94 Dl. Reichsanleihe v. 10L1 . Dt. Anl.-Ablös.-Schuld mit AuL los.-Rechlen....... Desai, ohne AuSws.-Nechl« . . . 7% Franks. Hvp.-Bk. ®olbi>|. uw kündbar bis 1932...... 4*4% Rheinische Hpp^Bank filau.- Goldps............. ll.E.G. abg. Vorkriegs-Obltgation.. cüctzahloar 1939 4% Schweiz. Bundesb^Anl.. . - 4% Lesterreichische Goldrte.. . ■ 4,20% Oelterr. Silberrle..... 4% Oesterreich, einbettL Rte. . 4% Ungarische Goldrte...... 4% Ungarische Slaalsr. v. 1910 4’4% besgl. von 1913..... 4% Ungarische ftronenrte..... 4% Türk. Zollanleihe v. 1911 • - 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie ........... 4% vesgl. Serie II....... 4% Rumänen convert. Rte. . . ■ cr neu erb . Der neue Senking- Gasherd unübertroffen In Leistung und Ausführung! Elektr. Staubsauger aller führenden Firmen werden jederzeit vorgeführt bei Rudolf Rödiger Gießen, Walltorstraße 35 Heyd & Sohn Seltersweg 12 Der Plan über die Herstellung einer oberirdischen Telegraphenlinie in der Schulstraße, Untergasse und Triebgasse in Allendorf (Lahn) liegt bei dem Telegra- vhenamt in Gießen von heute ab vier Wochen aus. 57200 Gießen, den 29. Juni 1929. Telegraphenbauamt. Gemeinschaftsgruppe Deutscher Hypothekenbanken Norddeutsche Grund-Credit-Bank Weimar Staatsaufsicht Gegründet 1868 5723V X 8°/o Goldpfandbriefe Em« XXII nicht kündbar vor dem Jahre 1935 - Januar/Juli-Zinsscheine zum Vorzugskurse von 96.00% (Börsenkurs 96,50%) Zeichnungen werden in der Zeit vom 1. bis 21. Juli 1929 durch alle Banken, Bankiers und Sparkassen entgegengenommen. Weimar, den 1. Juli 1929. Norddeutsche Grund-Credit-Bank Einladung zur Zeichnung: Zum Anlagetermin legen wir zur Zeichnung auf Teilbeträge von je GM 2000000.- unserer nach thüringischem Gesetz mündelsicheren 8°/o Goldpffandbriefe Em. XXIV nicht kündbar vor dem Jahre 1936 - April/Oktober-Zinsscheine zum Vorzugskurse von 96.50% (Börsenkurs 97%) 8°/o GeldsKommunal- Sdiuldversdireibunsen Em. XXIII nicht kündbar vor dem 1. Juli 1934 - Januar/Juli-Zinsscheine zum Vorzugskurse von 93.50% (Börsenkurs 94%) Zum Schützenfest Fahnen, Flaggen und Banner Fahnenstofte, -Stangen und -Spitzen J.H.Fuhr,Sonnenstraße 25 5717D geben Sie immer, wenn Sie Ihre Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Xi" nur Mark 1.50) Abholen und Zu senden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. 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