m. 76 Erster Blatt 179. Jahrgang Dienstag, 2. April 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fern sprech ans ch lü sse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. poftsch-rÄonto: $raiilfurt am Main 11686. MtzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerfitalr-Vuch- und Siemörttdcrei R. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschaftrstelle: Zchnlftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer m« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20 °/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Jir Llebemahme Waldecks in den preußischen Staatsverband. Der Abgeordnete LlliH gegen Kaution aus der Hast entlasten. kaltowih, 1.April. (IDB.) Der haftenl- laffungsanlragdcs Vorsitzenden des Deutschen Volksbundes und Abgeordneten des schlesischen Sejm, Ulih, ist von der zuständigen Beschlußkammer geprüft worden mit dem Ergebnis, daß Ulih, der sich nunmehr bereits seit sechs Wochen in Untersuchungshaft befunden hat, gegen eine Kaution von 70000 Zloty auf freien Fuß gesetzt worden ist. Der Zusammentritt der Beschlußkammer, der schon vor Tagen erfolgen sollte, hat sich trotz reger Bemühungen des Verteidigers aus unaufgeklärten Gründen verzögert. * Bekanntlich schwebt gegen Len Führer der Leu- schon Minderheit in Polnisch-Oberschlesien ein Bersahren, das sich erwiesenermaßen auf gefälschte Dokumente stützt. Lllitz hat als Vorkämpfer der Rechte der deutschen Minderheit in Polnisch-Oberschlesien das besondere Mißfallen der polnischen Behörden erregt und sich einen Prozeß zugezogen, bei dem wahrscheinlich die Hauptsache die Llntersnchungshaft war, in der man ihn seit Monaten hielt. Runmehr hat man ihn also, da sich offenbar auch nicht der Schatten eines Beweises ergeben hat, gegen eine Kaution von 70 000 Zloty (= etwa 33 000 Mk.), auf freien Fuß gesetzt. Die Anklage ist wunderlich genug, sie lautet auf Begünstigung der Fahnenflucht eines Gestellungspflichtigen. Das Verfahren der Warschauer und Kattowiher Machthaber gegen Lllitz ist ein Beweis dafür, auf wie schwachen Füßen das Minderheitenrecht des Völkerbundes steht, selbst dann, wenn es, wie in Oberschlesien, durch internationale Verträge noch besonders gesichert ist. Die Staaten brauchten den Führern ihrer Mindecheiten nur einen Hochverratsprozeß auf- zuhängen und schon ist die Angelegenheit aus der Sphäre des Minderheitenschutzes in die Staatshoheit hinübergerückt und die Führer der Minderheiten sind politisches Freiwild für die Rivellierungsbestrebungen gewisser Staw- len. Lieber den Fall Lllitz aber wird noch viel zu sprechen sein. Das Echo von Deutschlands KampsgegendieKriegsschuldlüge Paris, 30. Mörz. (TU.) Die französische Zeitschrift für aiisroärtige Politik „L'Efprit Internationale" (Der internationale Geist) veröffentlicht in ihrer Nummer vom 1. April einen bedeutsamen Aufsatz des französischen Geschichtsschreibers Renou- vin, Professor an der Sorbonne. Der Aufsatz ist im wesentlichen der deutschen Propaganda in der Kriegsschuldfrage und deren Erfolg in der internationalen Politik gewidmet, die nach Auffassung des Verfassers sehr hoch bewertet werden müssen. Dank seiner unermüdlichen Tätigkeit sei es Deutschland gelungen, das Interesse für die Kriegsschuldfrage in der gesamten Welt wachzurufen und ernste Zweifel an der Rechtmäßigkeit des Versailler Diktats zu wecken. Insbesondere seien die Bemühungen Deutschlands in den Vereinigten Staaten nicht erfolglos geblieben. Eine Reihe von amerikanischen Geschichtsschreibern hätte nach einem ernsthaften Studium der Kriegsschuldfrage sich den deutschen Standpunkt zu eigen gemacht. Auch auf Italien und England seien die deutschen Arbeiten nicht ohne Einfluß geblieben. Bisher sei nur die öffentliche Meinung Frankreichs gleichgültig geblieben, eine Tatsache, die allen Ausländern völlig unverständlich erscheine. Allzulange hätte cs gedauert, bis Frankreich sich entschlossen hätte, dem Beispiel Deutschlands und Englands zu folgen und seine Kriegs- arckive zu öffnen. Gerade dieses Zögern hatte der Sache Frankreichs schweren Schaden zugefügt. Die Auffassung des Auslands, insbesondere der Vereinigten Staaten, hätte nicht selten dieses Schweigen falsch aufgelegt und sich gefragt, ob nicht Frankreich Angst vor der Veröffentlichung habe. — Das anerkennende Urteil Re- nouoins über den Erfolg der deutschen Propaganda gegen die Kriegsschuldlüge sollte uns Deutsche zu weiteren Bemühungen anspornen, sieht man doch, daß die bisherigen deutschen Arbeiten ein Echo im Auslande finden. „Ein Land lebendiger Skelette/ Hungerkatastrophe im belgischen Mandatsgebiet Ruanda. London, 1. April. (WB.) Rach Dlätter- meldungen aus Rairobi hat der britische Missionar D. C h u r ch cinen_ Appell zur Linderung der graueichasten Zustände im belgischen Mandatsgebiet von Ruanda veröffentlicht. das er „ein Land lebendiger Ske- lette" nennt. Er berichtet, daß Tausende von Eingeborenen auf den mit Leichen besäten Wegen durch ein Land, das von Fieber und Löwen heimgesucht wirb, nach Llganda st r ö m e n. Frauen unb Kinder brechen erschöpft zusammen und fallen den Hyänenzum Opfer. Die belgische Regierung hat den ^,rans- portdienst verstärkt und gibt viele Tausende für Lebensmittel aus. Allerdings kamen diese Hilfsmaßnahmen zu spät. - Das so schwer heirn- gesvchte Gebiet ist 1920 als Teil des ehemaligen deutschen Schutzgebiets Deutsch-Ostafrika al« Mandat an Belgien gegeben. Seit 1925 ist Eine Feier in Arolsen. Arolsen (Waldeck), 1. April. Aus Anlaß der Feier der Tlebernahme des Freistaates Waldeck in den preußischen Staatsverband, die unter großer Anteilnahme der Waldecker Bevölkerung statlfand, hatte die Stadt Arolsen reichen Flaggenschmuck angelegt. Rachdem der Bedeutung des Tages schon während der Vorniittagsgottesdienste von der Kanzel aus gedacht worden war, erfolgte um 12 Llhr vor dem Regierungsgebäude die offielle Feier, zu der sich von preußischer Seite Minister des 3nncrn Grze- sinski, Oberpräsident Dr. Schwänder, Regierungspräsident Dr. Friedensburg, Landeshauptmann vonGehren, Oberbürgermeister Dr. Stadler (Kassel), Polizeipräsident Dr. Hohenstein u. a.. von Waldeck der Vizepräsident des Landesdirektoriums Dr. Herberg und Mitglieder der Waldecker Landesvertretung unter Führung des Regierungsdirektors Waldschmidt eingefunden hatten. Der Vizepräsident des Landesdireltoriums Waldeck, Dr. Herberg betonte in einer Ansprache, daß die Vereinigung Waldecks mit Preußen von allen im Waldeckischen Landtage vertretenen Parteien gebilligt worden sei. Diese Einmütigkeit sei als ein beachtenswerter Erfolg der preußischen Politik zu bewerten. Das Opfer der Eigenstaatlichkeit müsse in der festen Lieberzeugung gebracht werden, daß nur aus dem Anschluß an ein großes Ganzes Segen für unser kleines Gemeinwesen und auch Vorteile für den Anschluhstaat erblühen werden, daß damit zugleich ein weiterer Schritt zum Verschwinden der Kleinstaaterei getan werde, und daß nur Lurch Zusammenschluß und Einigkeit in unserem deutschen Vaterlande dessen baldige Wiedergeburt ermöglicht werden könne. Wenn er nunmehr die letzte Amtshandlung der Waldeckischen Regierung vornehme, indem er die Verwaltungsgeschäfte an Preußen übergebe, so habe er das feste Vertrauen, daß die künftige Verwaltung Les waldeckischen Gebietes sich bei den preußischen Staats- und Kommunalbehörden in besten Händen befinden wird. Darauf führte der preußische Minister des Innern (Srzesinfti das Wort zu einer Ansprache, in der er ausführte: Ramens der Preußischen Staatsregierung habe ich heute die Ehre, die Bevölkerung des bisherigen Freistaates Waldeck als nunmehr preußische Bevölkerung herzlichst zu begrüßen, an diesem Tage, an dem nach freiwilliger Entschließung der berufenen Vertretung das Gebiet des bisherigen Freistaates Waldeck in Preußen aufgeht. Sie wissen, daß dieser Entschluß der Aufgabe der Selbständigkeit von Preußen in feiner Weise beeinflußt wurde, daß kein Zwang und kein Druck ausgeübt worden ist. Aber Preußen hat sich, als die Vertreter Waldecks mit den preußischen Stellen in Verhandlungen traten, den Rotwendigkeiten in keiner Weise verschlossen und ist den Wünschen der Bevölkerung und der Vertreter Waldecks so weit wie möglich entgegengetommen. Es will mir symbolisch erscheinen, daß trotz der Aufgabe der Eigenstaatlichkeit Waldecks seine Farben auch hier weiter bestehen bleiben. Waldecks alte Farben sind die Farben Schwarz-Rot-Gold, das 53 200 qkm große Gebiet mit seinen etwa 5 Millionen Eingeborenen als Vizegeneralgouvernement an Belgisch-Kongo angegliedert. Deutsche Verteidiger wieder vor französifchenMiliiärgerichtenzugelassen Koblenz, 30. März. Die vom R e i ch s k o m - missar für die besetzten Gebiete in Koblenz milgeteilt wird, hat die Rheinlandkommission ihm soeben als Antwort auf seine wiederholten Vorstellungen milgeleill, daß nach einer neuen Verordnung des französischen Kriegsministers die deutschen Angeklagten vor den französischen Militärgerichten (tribunaux militaires) im besetzten Gebiet sich von jetzt ab wieder ebenso wie früher durch einen deutschen Rechtsanwalt verteidigen lassen können. Diese Regelung gilt so lange, bis das diese Frage behandelnde Gesetz von der französischen Kammer angenommen fein wird. Verminderung des britischen Hauptquartiers der Besahungstruppen London, 1. April. (TU.) Die Anweisung des englischen Kriegsministeriums auf Verminderung des Hauptquartiers der britischen Besatzungstruppen am Rhein um 20 v. H. tritt am 1. April in Kraft. Die Verminderung bezieht sich auf alle Abteilungen und alle Rangstufen, ebenso wie auch auf die von der englischen Heeresverwaltung beschäftigten Zivilisten. Die Auswirkungen der Verminderung stehen im einzelnen noch nicht fest, da der Stab der britischen Besatzungsarmce einer größeren Uni Organisation unterzogen wird. die Farben, die heute das Wahrzeichen des neuen Deutschlands sind. Und das scheint mir der tiefere Sinn des heutigen Tages zu fein, an dem zum ersten Male ein deutsches Land nach der Staatsumwälzung freiwillig den Anschluß an Preußen vollzieht. Ob Preußen, ob Waldeck, Deutschland nennen wir alle unser gemeinsames großes Vaterland. Preußen wahrlich ist groß und in sich stark genug, um nicht nach Gebietserweiterung und Bevölkerungszuwachs verlangen zu müssen. Aber was für Preußen gilt, gilt nicht für alle anderen deutschen Länder. Lind es darf in dieser Rotzeit der Bevölkerung und des deutschen Staates nicht fein, daß nur um der Eigenliebe einzelner kleiner Teile willen Zustände und Grenzen aufrecht erhalten werden, die nicht mehr in der heutigen Zeit aus den Bedürfnissen der Bevölkerung und der Wirtschaft sich rechtfertigen lassen. Waldecks Anschluß an Preußen reicht deshalb weit hinaus Oer kritische Donnerstag. Mit einer gewissen Schadenfreude stellt der Durchschnittsmensch fest, daß auch die klügsten Leute in ihren Dispositionen sich gelegentlich verrechnen: Herr Owen TZoung, der ja als Leiter der Reparationskonferenz eigentlich einen Lieberblick über den Gang der Verhandlungen hätte haben müssen, hatte sich zu Ostern Fahrkarten für eine ausgedehnte Mittelmeerreise bestellt, offenbar doch, weil er glaubte, daß bis dahin die Konferenz zu einem Ergebnis gekommen wäre. Er hat die Karten verfallen lassen müssen, weil er sich vollkommen verrechnet hatte: tatsächlich beginnt die Konferenz, obwohl sie jetzt schon sieben Wochen gedauert hat, erst am kommenden Donnerstag. Solange hat man um die Dinge herumgeredet. Erst in der letzten Sitzung vor Ostern ist, tote der offiziöse Ausdruck lautet, die „Konkretisierung des Problems' erfolgt: Es sind zwei Vorschläge überreicht worden, die sich mit dem eigentlichen Thema, den deutschen Zahlungen, beschäftigen. 3hr 3nhalt wird aus begreiflichen Gründen geheimgehalten, allerdings wird versichert, daß sie keine Zahlen enthalten, sondern daß sie beide nur sich mit grundsätzlichen Betrachtungen und mit den Methoden beschäftigen, die eine Diskussion über die Ziffern überhaupt erst ermöglichen. Der eine Vorschlag stammt von den vier Hauptgläubiger st aa- ten — Japan hat sich daran interessanterweise nicht beteiligt —, der andere von Herrn Owen V o u n g. Wie die Siegerstaaten sich die Regulierung denken, wissen wir ja bereits. Für sie ist das Exempel sehr einfach, sie wollen nicht nur das wiederhaben, was sie selbst bezahlen müssen, sie wollen darüber hinaus auch noch phantastische Summen für die angeblichen Wiederaufbauschäden: wobei sie vollkommen übersehen, daß Deutschland auch nach neutralen Schätzungen schon mehr als 30 Milliarden bezahlt hat, damit also die Kosten für den eigentlichen Wiederaufbau mindestens gedeckt sind. Sic sind sich freilich über die Höhe des zweiten Betrages noch nicht ganz einig, England will etwas billiger spielen als Frankreich und Belgien, aber allzu groß ist der Unterschied nicht: er ist materiell belanglos, weil eine Regelung auf dieser Grundlage für Deutschland überhauptnichtin Frage, kommen kann. 'Die Untersuchung aus Zannowih. Eine Erklärung des Stolbergschen Gutsvcrwalters Hirsch berg, 1. April. (WB.) Vor den Feier- tageii erfolgte im Zusammenhang mit der Janno- witzer Bluttat eine dreistündige Vernehmung des Stolbergschen Gutsverwalters, Direktors Gombert. Die Mordkommission erklärte hiernach, daß sie jetzt ein gutes Stück vorwärts gekommen sei, und daß sie nunmehr auf dem Standpunkt stehe, daß Direktor Gombert derjenige sei, dem sich Graf Christian in der Mordnacht an- vertraut habe. Es schaltet demnach der Superintendent Quast als Vertrauensperson vollständig aus. Quast bestreitet auch, vom Grafen Christian ins Vertrauen gezogen worden zu fein. Kurz nach der Mordtat hat nämlich Graf Christian zu Direktor Gombert in Gegenwart der Gräfin Antonie bekannt, daß er im Mordzi m m c r gewesen sei und plötzlich einen großen Feuerschein und Flammen gesehen habe. Dann sei er hinausgestürzt und habe die 58 e = finn.ung verloren. Er will aber noch das Gefühl gehabt haben, das ihn jemand an der Gurgel würgte. Dies wird jedoch als Phantasie erklärt. Doch habe er dabei ausgerufen: Was habe i ch jetzt angerichtetl Direktor Gombert informierte die Kriminalisten auch über die finanzielle Lage und über die fünf Patronate, die auf dem Gute lasten usw. Die Kommission' gewann den Eindruck, daß das Gut gar nicht so schlimm verschuldet ist, wie bisher angenommen wurde. Direktor Gombert erklärte ferner, daß die Familienangehörigen der Familie zu Stolberg zum Mystischen neigten. Wie die Mordkommission bekannt gibt, sind bei der Bernehmuna des Grafen Ehrifiicm Fried- in seiner Wirkung über die Grenzen des bis- berigdn Freistaates. Im Auftrage der preußischen Staatsregierung heiße ich das nunmehr preußische Gebiet Waldeck, heiße ich die nunmehr preußische Bevölkerung herzlich willkommenl Nachdem Minister Grzesinski seine Ansprache beendet hatte, erfolgte unter dem Gesang des Deutschlandliedes die feierliche Hissung der preußisch e n F l a g g e auf dem Regierungsgebäude. Hierauf nahm Landeshauptmann v. Gehren im Namen der Provinz Hessen-Nassau unb des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Staffel das Wort. Die Feier schloß mit einem Konzert der Kapelle der Kasseler Schutzpolizei. Nach einem Festessen in der Turnhalle begaben sich die Teilnehmer an der Uebergabefeier nach der Ausstellung „Das Land Waldeck". Nach einem Nundgang durch die Ausstellung folgte die Vorführung des Films „Das | Land Waldeck", womit die Uebergabefeierlichkeiten I ihr Ende fanden. Ausgangspunkt ist für uns — und sollte es eigentlich auch für die Konferenz sein — nicht, was die anbern haben wollen, sondern was wir zahlen können. Der Wert der Konferenz bestand für ufts in der Nachprüfung der deutschen L c i st n n g s f ä h i g k e i t, ein positiver Ausgang ist also nur bann zu erreichen, wenn die Sachverständigen davon ausgehen, wieviel Deutschland heute unb in zehn ober zwanzig Jahren zahlen kann, unb diese Summen bann auf bie Siegerstaaten entsprechend umlegen. Es wird sich dar- uftt handeln, ob Herr Owen Poung in seine m Vorschlag, der vermutlich eine Mittellinie halten wird, diesen deutschen Voraussetzungen für ein Kompromiß näherkommt. Ist das der Fall, dann wird man sich am Donnerstag weiter unterhalten können unb vielleicht auch an eine Zahlenkombination herankommen, die für uns wenigstens bis futobel ist. Im andern Falle ist die Konserenz zum scheitern verurteilt. Das wäre für uns schmerzlich, aber auch für bie Siegerstaaten, die sehr bald merken würden, daß sie dann überhaupt keine Reparationen, wenigstens in Devisen, mehr- bekommen. Eine Erklärung Dr. Schachts. Der gute Geist der Konferenz. Paris, 1. April. (WB.) Reichsbankpräfibent Dr. Schacht hat, da private Aeuherungen von ihm in der ausländischen Presse mißverständlich wiedergegeben worden zu fein scheinen, den Pariser Vertreter des WTB. zu folgender Erklärung über seine Auffassung von dem bisherigen Verlauf der Konferenz ermächtigt: Die Pariser Besprechungen innerhalb der Reparationskonferen; haben sich bisher i n durchaus freundwilligem Geiste bewegt. Bei der Bedeutung des Gegenstandes, nämlich die finanzielle Regelung internationaler Beziehungen auf Jahrzehnte und damit die endgültige Liquidierung des Krieges, lassen sich jedoch noch manche Schwierigkeiten erwarten und eine längere Dauer der Verhandlungen voraussehen. Bei dem allseits vorhandenen guten Willen zur Verständigung und zur Aufbringung der notwendigen Geduld bei den schwierigen Verhandlungen besteht jedoch die Hoffnung auf einen erfolgreichen Verlauf der Konferenz durchaus weiter. rich zu Stolberg neue belastende Momente nicht zutage getreten. Aber auf der anderen Seite haben die Vernehmungen Aufklärung über Widersprüche und über Punkte, die bisher überhaupt vom Grasen Christian Friedrich mitgeteilt worden sind, gebracht. Die Einzelheiten bedürfen noch der Rachprüfung. Rach der Ansicht der Llntersuchungskommission wäre Graf Christian Friedrich von niemanden des Mordes angeklagt worden, wenn er nicht s i ch selbst durch seine Widersprüche und Ausreden angeklagt hätte. Aman Allah rüdt aus Kabul. Der brilisch-ruffifche Intcrefscngegenfatz in Afghanistan. London. 1. April. (WTB.) Wie „Daily Expreß" aus Kalkutta meldet, befindet sich Aman LI l l a h mit 30 000 Mann, die mit russischen Gewehren und russischer Munitton ausgerüstet seien, im Vormarsch auf Kabul. Sein Widersacher Habib Llllah bereite sich, obwohl seine Streitkräfte sich ständig vermindern, auf eine Verteidigung der Hauptstadt vor. Rach einer Meldung des gleichen Blattes aus Karachi werden in Indien militärische Vorsichts^ in a ß r e g e l n ergriffen. Aller Urlaub ist gesperrt und die in der Nähe der Grenze befindlichen Trrchpen werden in Bereitschaft gehalten. Rach einer „Daily Telegraph"-Meldung aus Allahabad verbessern sich AmanLlllahs Aussichten, seitdem die Stämme von Kabul und Khel erklärt haben, daß nur er den Thron innehaben dürfe. Die in Bombay erscheinende Zeitung „Times of 3nbia“ lenkt erneut Lie Aufmerffamkeit aufs Aach der Osierpause der pariserSachversiändigen. ■Bartn-ini Ian rtayerr ROM •Seydlsf, lördoyan^ tocun Aberdeen- Parts frankl /Senf Montag. d.1.flpnl1929j3’mgs. die sowjetrussischen Ziele in Indien, die Moskau nun zu verwirklichen hoffe. Groß- britannien wünsche ein starkes und geeintes Afghanistan, während Rußlands Interessen auf ein schwaches Afghanistan gerichtet seien. Großbritannien könne nicht länger über diese Tatsachen hinwegsehen, ebensowenig wie über die, daß Stalin die Ausdehnungspolitik der Zaren übernommen habe. Die Feststellung des führenden indischen Blattes stützt sich auf die inzwischen von russischer Seite widerlegten Berichte, wonach das Heberschreiten der afghanisch-russischen Grenze wegen der auf russischer Seite in Gang befindlichen geheimen Rüstung seit einiger Zeit unmöglich gemacht wird. Widersprechende Meldungen aus Mexiko. London, 1. April. ($1L) Die Vorhut der mexikanischen Regierungstruppen unter dem 'Befehl von General Lopec ist am Samstag in der Rähe von Corralitos, 20 Meilen südlich von Jiminez, auf fünf unter dem persönlichen Befehl des Oberkommandierenden der Rebellen, General Escobar stehende Kavallerieregimenter gestoßen. Es kam zu einem schweren Kampf, der nach einer Mitteilung von General Calles mit der Riederlage der Rebell-n geendet haben soll. Die Rebellen hätten sich in voller Auflösung in westlicher Richtung zurückgezogen und zahlreiche Tote und Verwundete zurückgelassen. 3n Jiminez soll es den Regierungstruppen gelungen sein, den Bahnhof und den Rordteil der Stadt zu besehen. Die immer wieder festgestellte Zermürbung der aufständigen Streitkräfte Cscobars findet nicht überall Glaubern Bereits vor einer Woche war von General Calles der Rückzug der Aufständigen auf den Dacimba-Paß, 120 Meilen von Jiminez entfernt, berichtet worden, während die Rebellen in Wirklichkeit sich niemals nördlich von Jiminez zurüö^ezogen haben. Die in der letzten Zeit von den Regierungstruppen eingesetzten Bomben- f l i e g e r sollen den Feind stark zermürbt haben. Von den Aufständigen wird dagegen auf die Wirksamkeit der Flugabwehr-Einrichtungen hingewiesen, da bereits vier Regie- rungsflieger abgeschossen wurden. Die amerikanischen Handelskammern gegen die neuen Sinwandernngsquoteo. Washington. 30. März. (WB.) Die „Handelskammer der Vereinigten Staaten" hat an die mehr als 1600 ihr ungegliederten Handelskammern den Bericht ihres Einwanderungsausschusses gesandt, in dem die Llrsprungs- klaufel, durch die bekanntlich die Einwanderung aus Deutschland stark eingeschränkt wird, abgelehnt und die Beibehaltung der gegenwä rtigen Quoten warm befürwortet wird. Der Bericht tritt für eine Aufhebung der Llrsprungsklausel noch vor dem Inkrafttreten der neuen Quoten während der Sondersession des Dundeskongresses ein. Die neuen Cinwanderungsquoten werden auch auf der vom 29. April bis 3. Mai statt- sindenben Iahrestagung der amerikanischen Handelskammern zur Debatte gestellt werden. $fir eine liberal-konservative Koalition in England. London, 1. April. (WTD.) Die konservative „Daily Mail" tritt in einem Leitartikel für die Koalition zwischen den Anhängern Baldwins und Lloyd Georges bei den Reuwahlen und im Parlament ein. Das Blatt ist der Ansicht, daß die Konservativen bei den Reuwahlen nicht gewinnen können. Die Konservativen gingen vielmehr einer Riederlage entgegen und sie wüßten das. Hm zu verhindern, daß die S o z i a l i st e n als die größte der drei Parteien ins Hnterhaus einzögen und aufgefordert würden, die Regierung zu bilden, mühten die Gegner der Sozialisten, die in den Wahlkreisen noch immer die Mehrheit haben, gemeinsam stimmen. Die liberal-konservative Koalition sei unvermeidlich, entweder vor oder nach den Wahlen. Oie ttebungspläne der Reichswehr. Berlin, 1. April. (Priv.-Tel.) Die Dispositionen für die alljährlich im Spätsommer stattfindenden Mänöver der Reichswehr werden, wie wir erfahren, schon jetzt getroffen. Allerdings sind die Beratungen noch im Gange, doch scheint schon jetzt festzustehen, daß die großen Manöver in der Gegend von Würzburg abgehalten werden. Als Termin für diese Manöver, an denen die 7. und die 5. Division, zu der auch das 2.-R. 15 zählt, sowie die 3. Kavalleriedivision teilnehmen, wird die zweite Hälfte des September genannt, und die Leitung der Manöver soll das Gruppenkommando II übernehmen, dessen Oberbefehlshaber der General der Artillerie Freiherr Kreß von Kressenstein, der zur Zeit den Chef der Heeresleitung vertritt, ist. Der Plan der weiteren kleineren Hebungen wird im einzelnen zur Zeit noch erörtert. Aus aller Welt. AMenfahUversucheausdemMrburgring Adenau, 1. April. (WTB) Der Nürburgring sah heute das ungewohnte Schauspiel von Raketen- sahrten, bei denen der bekannte Fahrer V o l k - bart die ihm gestellte Aufgabe zufriedenstellend löste. Trotz bewölktem Himmel hatten sich Tausende von Zuschauern eingefunden. Volkhart erschien in Begleitung eines Fräulein Waldenfels aus Düsseldorf sowie des Herrn Sonders von Adenau kommend. Nachdem die letzten Vorbereitungen getroffen waren, wurde unbemerkt von den Zuschauern ein Startversuch auf dem Raketenrad vorgenommen. Um 14.30 Uhr ertönte die Stimme Volkharts im Lautsprecher, um dem Publikum seine Absichten und seine Ziele bekanntzugeben. Sodann begab sich Volkhart zu seinem Wagen, der den Zuschauern verborgen an der äußeren Nord kurve stand. Ein Zischen, ein Rauschen, eine Dampfwolke und aus der Kurve heraus schoß der rote Wagen mit 130Kilometer Geschwindigkeit, eine riesige Feuer- und Rauch« sahne hinter sich lassend, an der Tribüne vorbei; neben Volkhart saß seine Begleiterin, Fräulein Wal- Hensels. Ein Auto brachte Volkhart dann vom Ziel zum Startplatz zurück wo er dem Publikum wiederum durch Lautsprecher seine Eindrücke über die Der amerikanische Voischaster Zerrick f Der neue Bürgerkrieg in China Der verstorbene Botschafter war von 1878 bis 1886 Advokat in Cleveland. Im Jahre 1877 wandte er sich dem Geschäftsleben zu, insbesondere dem Bankwesen, 1894 wurde er Präsident der Sparbank von Cleveland. Politisch trat er als führendes Mitglied der republikanischen Partei hervor. Oeffentliche Aemter jedoch, die ihm nacheinander von den Präsidenten Mac Kinley, Roosevelt und Taft angeboten wurden, fchlug er aus Geschäftsrücksichten zunächst aus. Erst 1903 lieh er sich zum Gouverneur von Ohio Wahlen. Im Jahre 1912 ging er dann als Botschafter nach Paris. Als dort im September 1914 die Regierung nach Bordeaux verlegt wurde und die meisten fremden Diplomaten ihr folgten, blieb H. in Paris zurück, wo er die ihm anvertrauten Interessen -besser wahren zu können glaubte. Sein Verhalten trug viel dazu bei, die in Paris ausgebrochene Panik zu mildem. Zusammen mit seiner Frau widmete er sich umfangreichem Hilfswerk. Im Dezember 1914 kehrte er nach Amerika zurück, da inzwischen der Demokrat Wilson Präsident geworden war, auf dessen besonderes Ersuchen er nur einstweilen in Paris gehlieben war. Er widmete sich dann wieder seinen umfangreichen geschäftlichen Interessen und der Kriegsfürsorge. Im Jahre 1921 schickte ihn der neue republikanische Präsident Harding abermals als Botschafter nach Paris. Herrick war ein ergebener Freund Frankreichs und der französischen Politik und leistete Frankreich nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im Jahre 1915 weit größere Dienste, als er es auf dem Pariser Posten je hätte tun können. Er gehörte mit Roosevelt, Root, Deck, Manning, Hibben und anderen zu den Männern, die unter dem amerikanischen Volke und im Weißen Hause am eifrigsten für den Beitritt der Vereinigten Staaten in den Weltkrieg gegen Deutschland arbeiteten. So sah man in Frankreich -licht mit Hnrecht in ihm oft mehr den Botschafter Frankreichs in den Vereinigten Staaten, als den amerikanischen Botschafter in Frankreich. In Washington vertrat er in allen Fragen, in denen Frankreich und die Vereinigten Staaten nicht einig gingen, mit großer Heberredungskunst den Standpunkt Frankreichs. Wie die Pariser Presse aus Washington meldet, hat das Ableben Herricks einen tiefen Eindruck auf die amtlichen Washingtoner Kreise gemacht, in denen er als der fähigste Diplomat der Vereinigten Staaten angesehen wurde. Für den aussichtsreichsten Rachfolger Herricks in Paris hält man den gegenwärtigen amerikanischen Botschafter in Brussel und persönlichen Freund des Präsidenten Hoover Hugh G i b s o n. Doch rechnen dessen Freunde mit einer Ablehnung, da Gib- son üher fein Privatvermögen verfügt und daher die Sonderausgaben, die dem Pariser Botschafter der Vereinigten Staaten durch den alljährlichen Besuch einer großen Anzahl von Amerikanern erwachsen, für untragbar hält. Auch der frühere Vizepräsident Dawes, der vor kurzem als Rachfolger Houghtons in London genannt wurde, wird als aussichtsreicher Kandidat für- den Pariser Posten benannt. Ebenfalls nennt man den gegenwärtigen Botschafter in Rom Fletcher, der schon früher den Wunsch bekundete, entweder nach Paris oder nach London zu gehen. starke Rettungskolonne wurde teilweise unter herabstürzenden Gesteinsmassen begraben. Zwei Arbeiter wurden getötet und acht verletzt. In ganz Limburg herrscht eine ungeheure Erregung. Wettersturz im Gebirge. München, 2. Mürz. (WTD. Funkspruch.) Während der Osterfeiertage tobte in München ein ziemlich heftiger Sturm, der Regen untermischt mit Schnee brachte. Die Temperatur sank bis auf den Rullpunkt. Bei schwerem Rordweststurm ging über Kempten in der vergangenen Rächt ein Wintergewitter nieder und heute früh setzte Schneefall ein, der mehrere Stunden anhielt. Bei 2 Grad Kälte ist 10 Zentimeter Reuschnee gefallen. In den Bergen des Allgäu ist bereits in der Rächt zum Ostermontag bis auf 1500 Meter Höhe herab Reuschnee gefallen. In der Ostermontagnacht ist im Schwarzwald ein starker Temperatursturz eingetreten. In allen Höhenlagen ist Reuschnee gefallen. Auf dem Feldberg, auf dem das. Thermometer gestern abend noch etwa Rull Grad anzeigte, sank das Quecksilber bis auf 6,9 Grad unter Rull. Auch in der Ebene stieg die Temperatur nur wenig über den Rullpunlt. Der Reuschnee liegt bis in die Täler hinab. Schwerer Unfall in eitlem Sleinbruch. In Quiddelbach bei Trier wurden in einem Steinbruch der Landwirt I u n g l a s und sein Schwager, der Landwirt Esser, durch eine angebohrte Steinsäule, die sich plötzlich spaltete und zusammenstürzte, erschlagen. Iunglas ist Vater von sieben, Esser Vater von sechs Kindern. Eine ganze Familie durch Gas getötet. 3n der Rächt zum ersten Feiertag ist in Berlin-Weihensee der Arbeiter Wilhelm Mundt mit seiner Frau und seiner 14jährigen Tochter durch ausströmendes Gas getötet worden. Das Hnglüd wurde erst entdeckt, als Feiertagsgäste am Aachmittag keinen Einlaß in die Wohnung fanden, obwohl man sie ausdrücklich eingeladen hatte. Sie benachrichtigten die Polizei, die die Wohnung, aufbrechen ließ. Sämtliche Paris, 1. April. (I1L) Myron T. H e r r i ck, Botschafter der vereinigten Staaten, ist Sonntag, nachmittags um 5 Uhr, einem Herzschlag erlegen. Er stand im 72. Lebensjahre und war zweimal der diplomatische Vertreter Amerikas in Haris, darunter die letzten acht Jahre ununterbrochen. Bei dem 3 Kilometer langem Weg hinter dem Sarge Marschalls Jod) zog er sich eine Erkältung zu, an deren Folgen er durch Herzschlag am Sonntag verschied. Für den verstorbenen Botschafter findet am Oonnerstagoormittag in Paris eine Totenfeier statt, bei der Ministerpräsident p o i n c a r 4 im Namen der Regierung sprechen wird. Die sterbliche hülle des Botschafters wird auf einem französischen Kreuzer nach den vereinigten Staaten übergeführt werden. Fahrt mitteilte. Es folgte darauf der Start mit einem Raketenrad. Dieser Versuch enttäuschte die Zuschauer insofern, als das Rad mit feiner Ladung von Sander-Raketen nur etwa 300 Meter zurücklegte. Aber auch dieser erste Versuch auf einem solchen Rade war als gelungen zu bezeichnen. Auf den dritten Start brauchten die Zuschauer nur fünf Minuten zu warten, denn es mußten nur die noch warmen Raketenhülsen aus dem Wagen entfernt und neue Raketen geladen werden. Der Wagen stand auf einer kleinen Steigung und kam diesmal daher Tn nicht so großer Fahrt wie das erste Mal an den Tribünen vorbei. Die Fahrt endete am Nordende der Tribüne. Die Zeiten für die beiden letzten Fahrten waren nicht gemessen worden. Die Schaltung der Raketen erfolgte paarweise, je nach der Enzündung durch den Fahrer. Schwere Grubenkaiastrophe in Belgien. Brüssel, 1. April. (WTD.) In einer Kohlengrube in der Rähe von Genck (Provinz Limburg) erfolgte Samstagabend um 21 Hhr in einer Tiefe von 700 Meter, als gerade die zweite Tagesfchicht sich anschickte, hinaufzufah- ren, eine Explosion schlagender Wet- t e r. Die Arbeiter flüchteten unter Schreckensrufen nach allen Richtungen. Der sofort eingeleitete Rettungsdienst stellte fest, daß zahlreiche Arbeiter sich noch in der brennenden Grube befanden. Bis heute vormittag wurden 25 bis zur Hnkenntlichkeit verkohlte Leichen und drei Verletzte i n h o f s n u n g s l o s e m Zustande geborgen. Heber die Hrsache der Katastrophe wird noch folgendes bekannt: Die 28 Mann starke Belegschaft wartete dicht gedrängt in einem Loch die Zündung einer Mine a b, durch die Ge- stelnsmassen gesprengt werden sollten. Hnglück- lccherweise traf der Sprengschuß auf eine mit schlagenden Wettern ge-f üllte Felsspalte. Das Feuer dehnte sich über eine Strecke üDn 55 Meter aus und erreichte sämtliche in dem Coaje hockenden Bergarbeiter. 25 von ihnen wurden getötet und die drei anderen durch Brandwunden schwer verletzt. — Sonntagnachmittag ereignete sich ein neues Hnglück. Eine 12 Mann London, 1. April. (Telun.) In dem bisherigen Verlauf des neuen Bürgerkrieges in China liegen alle Vorteile auf Seiten Tschiangkei- scheks. Dem militärischen Haupte der drei Ran- kinger Armeegruppen kommt die Haltung General Fengs zu Hilfe. Als ein weiterer, für die Kriegslage wesentlicher Hmstand ist ein unblutiger Staatsstreich in Kanton zugunsten Tschiangkeischeks zu verzeichnen. Im einzelnen liegen über die letzten Bewegungen folgende Meldungen vor: Die Rankinger Truppen gehen in drei Gruppen vor. Alle drei haben den Befehl Tschiangkeischeks, wo sie immer auch auf gegnerische Streitkräfte stoßen sollten, sofort anzugreifen. Der Vormarsch der drei Armeegruppen wird unterstützt durch ein Geschwader von zwölf Kanonenbooten, das auf dem QJangtfe operiert und drei Luftgeschwadern, die vor allem der Vorhut der Truppen Aufklärungsdienste leisten. In englischen Berichten wird behauptet, daß der gesamte Auf- marschplan von dem deutschen militärischen Ratgeber unter der Verantwortung von Oberst Bauer ausgearbeitet sein soll. Auf verschiedenen Teilen der Front ist es bereits zu größeren Zusammenstößen gekommen. Die Streitkräfte der Wuhan- Regierung sollen die östliche Ecke der Provinz Hupeh geräumt und sich auf die zweite Verteidigungslinie zurückgezogen haben. Die Befehlshaber der ersten, zweiten und dritten Rankinger Armee sind angewiesen worden, zu einem bestimmten Datum einen gemeinsamen Vormarsch einzuleiten. Sn Hankau selbst sind bereits starke 3er* sehungserscheinungen festzustellen. Zahlreiche Chinesen sind in aller Heimlichkeit nach dem ausländischen Riederlassungsgebiet übergesiedelt, und die Banken werden mit Forderungen auf Hebertragung der Guthaben nach ihren Schanghaier Riederlassungen bestimmt. Mit der Einnahme der Stadt durch die Rankingtruppen wird überall gerechnet. Die militärischen Leiter der Wuhan-Regierung legen nach weiteren Berichten auf Hankau keinen entscheidenden Wert mehr, nachdem feststeht, daß General Feng nunmehr als Preis seiner Hnterstützung Tschiangkeischeks Hankau übernehmen will. Feng kam von seiner ursprünglichen Absicht, die Provinz Schantung zu übernehmen, ab, nachdem General Tschangtschungtschang wieder auftauchte und die Reste der Rordarmeen mit der Besetzung von Tschifu bereits einen wesentlichen Erfolg hatten. Die Kontrolle Hankans durch Feng wird aber von der Wuhan-Regierung nicht ungern gesehen, da damit, wie immer der Krieg auch ausgeht, die Macht Tschiangkeischeks entscheidend geschwächt wird. Heber den unblutigen Staatsstreich zugunsten Tschiangkeischeks wird aus Hongkong berichtet, daß die Kwangsiführer Wang- shao und Litschung sich in der vergangenen Woche nach Wutschau begaben, um als Vergeltungsmaßnahmen gegen die Verhaftung des Gouverneurs von Kanton, Litschai, durch die Rankinger Behörden einen Marsch gegen Ranking zu organisieren. Wie »Reuter" aus Tschifu berichtet, ist die Ruhe in der Stadt feit dem Einmarsch der Truppen Tschangtschungtschangs nicht gestört worden. Tschangtschungtschang hat dem britischen Konsul die Zusicherung gegeben, daß die chinesischen Truppen das internationale Rie- derlassungsgebiet von Weihaiwei nicht betreten würden. Schwere Kämpfe am Aangise. London, 2. April (WTB. Funkspruch./ „Daily Telegraph'' meldet aus Schanghai vom 1. April: Sechz'g Meilen nordöstlich von Hankau sind am Nordufer des Dangtses zwiscl)en den Truppen der Nankingregierung und den Hankaustreitkrästen schwere Kämpfe im Gange. Die Nankingregierung erwarte zuversichtlich, daß General Feng- j u h s i a n g Hankau binnen zwei Wochen in seiner Hand haben werde. Der Handelsverkehr im Dangtsetal ist völlig lahmgelegt. Owolkenlos 0heiter. (|naft> Bedeckt. ® wolkio. $ bedeckt •Regen, * Schnee ^Graupeln e Nebel "R Gewit^r,® Windstille. O-. sehr leichter Ost ^5 massiger Südsüdwest q, stürmische' Nordwest die Piene fliegen mit dem Winde. Die beiden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an. Die Limen verbinden Orte mH gleiche«! au* Meeresniveau umaerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Die Druckstörung hat sich weiter südwärts entwickelt und läßt über Schlesien einen Kern mit Barometerständen von 745 Millimeter erkennen. Infolgedessen hat auch der Vorstoß polarer Luftmassen nach Süden weitere Fortschritte gemacht. In ganz Deutschland hat abermaliger Temperaturrückgang eingesetzt, und auch heute morgen lagen die Temperaturen im Osten durchweg unter Null Grad. Die .Kaltluftzufuhr an der Rückseite der Störung - fuhrt in unserem Gebiet weiterhin zu unbeständiqcnt Aprilwetter. Kühles Wetter mit vielfach nächtlichem Temperaturrückgana bis unter Null Grad sowie noch verbreitete Schauer treten morgen auf. Jedoch dürfte der mit dem Kaltluftzustrom verbundene Luftdruckanstieg alsbald zu mehr beständigem Wetter fuhren. Wettervoraussage für Mittwoch: Zunächst noch unbeständiges Wetter mit Regen- unb Graupelschauern, kühl mit Nachtfrostgefahr. Wettervoraussage für Donnerstag: Ruhigeres, mehr aufheiterndes Wetter, keine oder nur oereiirzelt noch geringe Niederschläge, Temperaturen wenig verändert. Lufttemperaturen am 1. April: mittags 8,1 Grad Celsius, abends 3,9 Grad; am 2. April: morgens 3,9 Grad. Maximum 9,3 Grad, Minimum 1,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 1. April: abends 2,4 Grad; am 2. April: morgens 3,1 Grad. — Nie- verschlag 4,8 nsn. — Sonnenscheindauer % ffihmtnsL Gashahne in der Wohnung waren ordnungsmäßig geschlossen, jedoch hat anscheinend der Gummischlauch des Gaskochers sich unter dem Druck des Gases gelöst. Sechshundert Uhren gestohlen. In der Rächt zum Ostersonntag wurde in ein Goldwarengeschäft in Breslau durch das 40 Zentimeter starke Kellergewölbe ein Einbruch verübt. Die Diebe erbeuteten für etwa 27 0 0 0 Mark Goldsachen. Der Laden war während der ganzen Rächt von drei Lampen erleuchtet, so daß vorübergehende Passanten ihn übersehen konnten. Insgesamt sind etwa 60 0 Hhren gestohlen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Der König von Aegypten an Eckener. König Fuad I. von Aegypten hat durch seinen Ministerpräsidenten folgendes Danktelegramm an Dr. Eckener auf dessen bekanntes Telegramm von Bord des „Graf Zeppelin" gerichtet: „Ich bin von Seiner Majestät beauftragt. Ihnen, der Besatzung und den Passagieren des „Graf Zeppelin" den herzlichsten Dank für Ihre freundlichen Grüße und Glückwünsche zum Geburtstage Seiner Majestät zu übermitteln. Seine Majestät der König beauftragte mich ferner, Ihnen die besten Wünsche für Ihren glücftichen Flug hinzuzu- fügen. Alles dies hofft jedoch seine Majestät Ihnen selbst bei seinem kommenden Besuch, dem er mit Vergnügen entgegensieht, mitteilen 311 können. Mohammed Machmut Pascha. Königlichägyptischer Ministerpräsident." Professor Bruno Möhring f. Der Berliner Architekt Bruno Möhring ist im 66. Lebensjahre gestorben. Seinen Ruf hat er sich besonders durch seine Arbeiten für die deutsche Abteilung auf der Pariser Weitaus st el- l u n g im Jahre 1900 und für die vier Jahre später abgehaltene Ausstellung in S t. Louis begründet. Die Bonner Rheinbrücke, die Moselbrücke Traben-Trarbach u. a. sind seine bedeutendsten Schöpfungen. Auch den Bahnhof der Schwebebahn Elberfeld hat er entworfen. Sechs Arbeiter bei der Rückkehr von der Arbeitsstätte ertrunken. Auf dem Wege von Charles Island nach Rilford im nordamerikanischen Staate Connecticut schlug ein mit sechs Männern besetztes Ruderboot um. Die Insassen, die von der Arbeit zurückkehrten. ertranken. Schweres Autobusunglück in Rordspanjen. Nach einer Meldung aus Santander ist ein Autobus bei Bucaramanga ins Gleiten gekommen und in einen Abgrund gestürzt. Acht der Insassen wurden getötet und zwölf schwer verletzt. Schwere Sturmschäden in uen Vereinigten Staaten. Mehrere Staaten des mittleren Westens sind von tornadoartigen Stürmen heimgesucht worden, die beträchtlichen Schaden anrichteten. Betroffen sind namentlich das nördliche Wisconsin. Minnesota. Iowa und Rord-Dakota. wo ein schwerer Schneesturm tobte. Die aus denr Sturmgebiet nach Chikago verkehrenden Züge treffen dort erst mit stundenlangen Verspätungen ein. Der gesamte Telegraphen. - verkehr mit dem mittleren Westen ist unterbrochen. Milwaukee war nahezu einen ganzen Tag von der Hmwelt abgeschnitten, ebenso St. Louis und andere Städte Missouris Die -f5 Aus der Provinzialhauptsta-t. Gießen, den 2. April 1929. Oer pflügende Bauer. (Hun ist es so weit. Ich sehe heute den ersten Bauern, der draußen am Südabhang seinen Acker pflügt. Ich bleibe stehen und schaue zu. Ein Herzstahlendes Bild! Langsam, mit schweren Schritten, stampft der Mann hinter den dampfenden Pferden einher. Der Boden ist noch feucht, und der Pflug geht tief. Am Ende des Ackers rastet er kurze Zeit, überschaut die frisch gezogenen Furchen und atmet tief auf. Spürt er auch den eigenartigen, herben Erdgeruch, der von der braunen, glänzenden Scholle ausströmt? Still steht er. wie mit der Erde verwachsen. Dann wendet er, langsam und gelassen, und wieder schneidet das silberne Eisen tiefe Furchen in das Land. Der zwölfjährige Iunge des Bauern schaut nach den Krähen und Staren, die emsig nach Würmern und Larven suchen. Als der Bater wieder zurückkommt, will der Bub das Pflügen auch einmal versuchen. Lächelnd wendet der Alte und überläßt ihm den Pflug. Er selber bleibt am Wegrand stehen und ruft nur aufmunternd: Haar! oder Hoitt!, je nachdem. Man sieht, wie die starken Pferde den Iungen hin und her reißen. Doch kommt er glücklich an das andere Ende und wieder zurück. Als er aufatmend vor dem Vater steht und einige Aeußerungen erwartet, sagt dieser zunächst nichts, pfeift nur einmal, indem er auf die Furchen sieht, die sein Iunge gezogen hat. „Ia." sagt er dann, „die Leute glauben, das Pflügen sei so eine einfache Sache. Da geht man hinter den Pferden her und kann sich noch an dem Pflug festhalten. Aber es ist doch ganz anders, gelt? Für den Anfang hast du deine Sache gut gemacht, das nächste Iahr wird's schon besser gehen. Ich will noch ein paar Reihen pflügen, dann frühstücken wir." — Man kann sich kaum ein schöneres Wahrzeichen des Frühlings vorstellen als einen pflügenden Dauer. Da schreitet er einher 'auf seinem Acker, auf seiner Scholle, in gelassener Ruhe den Pflug haltend, ab und zu den Pferden ein aufmunterndes Wort zurufend. Tausend Fäden verbinden sein Denken, sein Fühlen mit der Mutter Erde. Er pflügt und sät nicht nur, sondern streut auch zahlreiche Wünsche für das Wachsen und Gedeihen in die braune Erde. Wie fest er mit seinem Acker verbunden ist, haben mir zahlreiche Bauersleute bezeugt, wenn bei Feldbereinigungen das Land anders zugeteilt wurde. Es war ihnen wie ein Stich durchs Herz gegangen, wenn sie sahen, daß ein anderer auf ihrem Acker, den schon ihr Großvater und Urgroßvater inne hatten, pflügte und arbeitete. Erst nach und nach gewannen sie auch die neuen Aecker lieb, zunächst natürlich die in besonders guten Lagen. ilni> bei Aeckern, die in schlechtem Zustande waren, galt es als eine Ehre, das Land möglichst rasch in Ordnung zu bringen. Wir können den Stolz des Landmannes verstehen, wenn er dann reichlich erntete. Durch eigene, schwere Arbeit war es gelungen, dem Dok^n den höchsten Ertrag abzuringen. Er weih aber auch, daß er nicht allein alles machen kann, erkennt dankbar an, wenn Gott seine Arbeit segnet. Kommen Hagelwetter und schwere Stürme, verliert er nicht die Fassung; er kennt die Ohnmacht des Menschen gegenüber den Raturgewalten und beugt sich in ergebener Ruhe. Wohl drücken auch unsere Landwirte die schweren Zeiten, die Last der Steuern, aber sie verzweifeln nicht, werfen die Arbeit nicht von sich. Ruhig, in altgewohnter Weise ziehen sie .ihre Furchen, vertrauen der Erde den Samen an und hoffen auf eine gute Ernte, auf eine bessere Zukunft. Stolz brennen sic sich zu dem alten Bauernspruch: Das schönste Wappen in der Welt, das ist der Pflug im Ackerfeld. H. Prof. Or. Wilhelm Matthäi f. Am Karfreitag verstarb in D a r m st a d t, wo er seit 1888 bis zum September 1912 am Ludwig- Georgs-Gymnasium wirkte, der Professor Dr. Wilhelm Matthäi im 81. Lebensjahre. Der Heimgegangene stammte aus Gersdorf im Kreise Bunzlau (Schlesien) und kam Mitte März 1876 an das neueröffnete Gymnasium in Laubach. Dort beschäftigte er sich neben seiner Berufstätigkeit viel mit der hessischen und solmsischen Geschichte, über die er in enger Arbeitsgemeinschaft mit dem Grafen Friedrich zu Solms-Laubach mehrere stark beachtete Abhandlungen herausbrachte. Ferner lieferte er wertvolle Beiträge zur hessischen Geschichte, die seine enge Verbundenheit mit dem Hessenlande bekundeten. Während seiner Laubacher Zeit wirkte er auch zusammen mit seinem Bruder Adelbert, der Ostern 1887 an das Gymnasium nach Gießen kam, im Februar 1893 sich an der Landesuniversität für Kunstgeschichte habilitierte, dann zum außerordentlichen Professor ernannt wurde und im Jahre 1902 als ordentlicher Professor an die' Technische Hochschule zu Danzig ging. Prof. Wilhelm Matthäi gehörte vom 20. September 1888 ab 24 Jahre lang dem Ludwig-Georgs-Gymnasium in Darmstadt an, am 27. Juni 1894 wurde ihm der Charakter als Professor verliehen, am 7. September 1912 trat er auf seinen Wunsch aus Gesundheitsrücksichten in den Ruhestand. Dem nun verewigten Schulmanne gehörte nicht nur die Liebe seiner Schüler, sondern auch die volle Sympathie weitester Beoölkerungs- kreise. Daten für Dienstag, 2. April. 742: Kaiser Karl der Große geboren (gestorben 814); — 1798: der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben in Fallersleben geboren (gestorben 1874); — 1805: der Dichter Christian Andersen in Odensee geboren (gestorben 1875); — 1840: der Schriftsteller Emile Zola in Paris geboren (gestorben 1902); — 1914: der Dichter Paul Heyse in München gestorben (geboren 1830). Gießener Wochenmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200, Matte 30—35, Wirsing 20—50, Weißkraut 20—30, Rotkraut 20-35, Gelbe Rü- ben 25—30, Rote Rüben 25—30, Spinat 90 bis 100, Unter-Kohlrabi 10—15, Rosenkohl 70. Feldsalat 250- 300, Tomaten 80-100. Zwiebeln 25—30. Meerrettich 50—150, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 6, Ausländische Aepfel 50 bis 80, Inländische Aepfel 30—40, Dörrobst 35-40. Honig 40—50, Nüsse 70—80, Endivien 150. Iunge Hähne 120—130, Suppenhühner 100 bis 120. Tauben 90-100 Pf. das Pfund. Käse 10 Stück 60—140, Eier das Stück 14 Pf. Blumenkohl 70-160, Salat 40-60, Salatgurken 130 bis 140, Lauch 15-30, Rettich 20—30, Sellerie 20—100 Pf. das Stück. Radieschen 30- 40 Pf. das Bund. Kartoffeln per Zentner 5.50 Mk. Bornotizen. — TageskalenderfürDienstag. Stadttheater: „Die Boheme", 18.30 bis 22.30 Uhr. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Königin des Ba- rietss". — Astoria-Lichtspiele: Eddy Polo. — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung: Operngastspiel des Landestheaters Darmstadt mit Puccinis „Dohöme" beginnt um 18.30 Ahr. — Am Mittwoch, 3. April, findet die erste Wiederholung von Calderons „Dame Kobold" statt. Die zweite Wiederholung wird Freitag, 5. April, gegeben. — In Vorbereitung ist Georg Kaisers „Oktobertag". Spielleitung: Intendant Dr. Prasch. Am Dienstag, 9. April, findet ein Gastspiel des Wiener Hofburgtheaters mit Lernet-Holenias „Die Frau in der Wolke" statt. * ** Die Osterfeiertage waren für viele Bürger in Stadt und Land eine Enttäuschung. Wer auf schönes Wetter und infolgedessen genußreiche Osterspaziergänge gerechnet hatte, sah sich von den Launen des Wettergottes arg enttäuscht. Schon am ersten Feiertag wehte ein kühler Wind, der am gestrigen zweiten Feiertag noch unfreundlicher wurde und im Verlaufe des Nachmittags Regen mit sich brachte. Bei diesem Wetter war es unstreitig zu Hause in der warmen Stube am schönsten, und unsere Ausflugsgastwirte sahen sich infolgedessen in ihren geschäftlichen Hoffnungen stark beeinträchtigt. Allerdings hatte der Osterreiseverkehr unter dieser Witterungsungunst nicht zu leiden. Schon am Gründonnerstag war der Betrieb auf der Reichsbahn außerordentlich stark, so daß alle Züge bis zur höchsten Belastung gefahren werden mußten. Der Karfreitag brachte der Bahn schwächeren Fernverkehr, jedoch einen lebhaften Betrieb im Verkehr nach den nahegelegenen Ausflugsorten. Am Ostersamstag nahm der Reiseverkehr besonders in den Nachmittagsstunden einen sehr starken Umfang an, so daß nicht nur die fahrplanmäßigen Züge bis zur Höchstbelastung beseht werden mußten, sondern auch eine Anzahl Sonderzüge nach Westfalen und Frankfurt a. M. notwendig wurden. Am ersten Feiertag war der Bahnverkehr infolge des kühlen Wetters recht ruhig, am zweiten Feiertag dagegen infolge der Rückkehr der Fernreisenden in- den Nachmittags- und Abendstunden wieder sehr stark, so daß auch in dieser Zeit einige Vorzüge eingelegt werden muhten. Der gesamte Reiseverkehr wickelte sich ohne Unfall und im großen und ganzen pünktlich ab. Erfreulicherweise hatte die Polizei an den Öfter- feiertagen nichts zu tun. so daß die Festtage nach dieser Richtung hin wirklich befriedigen können. In den Gotteshäusern sah man das an den hohen Feiertagen gewohnte Bild des Gottesdienstbesuchs. Der Verkehr in den Straßen der Stadt war, soweit wir bemerken konnten, an beiden Tagen tagsüber recht gering. ** Schnee z u Ostern. Heute nacht ist auf den benachbarten Höhen des Taunus zwischen Butzbach und Wetzlar und auf den Höhen um den Dünsberg dichter Schnee gefallen. Auch im Vogelsberg ist gestern vormittag Schnee gefallen, dem sich im Laufe der Nachmittagsstunden leichter Hagelfall anschloß. ** Straßensperre. Das Polizeiamt teilt mit: Wegen Vornahme von Kabelarbeiten wird der Neuenweg in der Zeit vom 3. April bis einschl. 8. April polizeilich für Fahrzeuge aller Art gesperrt. ** Seltene Auszeichnung eines Schülers der Obe rrealsch ule in Gießen. Auf Grund hervorragender Leistungen auf dem Gebiete der Paläobotanik wurde dem Unterprimaner Franz Kirchheimer an der Oberrealschule in Gießen durch Verfügung des hessischen Kultusministeriums das Zeugnis der Oberrealschulreife verliehen. *• Die Neubauten des Eisenbahner- heimstättenvereins am Wartweg, die im Laufe dieses Winters im inneren Ausbau fertiggestellt wurden, sind nunmehr bis auf zwei Wohnungen bezogen. Die für etwa 80 Wohnungen vorgesehene Baugruppe — von der bis jetzt 4 Doppelhäuser (acht Wohnungen) errichtet sind und das gesamte Gelände bereits erworben ist — wird, nachdem das ganze Bauvorhaben abgeschlossen ist, eine Siedlung ergeben, die als eine weitere Verbesserung unseres Stadtbildes an- gesprochen werden kann. Im Dauprogramm für dieses Iahr sind dort zehn Wohnungen vorgesehen. Diese sollen jedoch Kostenersparnis halber nicht als Einzelhäuser, wie die bereits erstellten, sondern als Etagenwohnungen mit Dierzimmer- Wvhnungen zur Ausführung kommen. ** Licht am Professoreneck. Nachdem der erste Abschnitt der Straßenbeleuchtung am sog. Professoreneck im Laufe der vorigen Woche fertiggestellt worden war, erstrahlte am Dfterfamstagabenb die Straßenbeleuchtung an dieser Stelle zum erstenmal. Damit ist wieder ein Wunsch der Anwohner jenes neuen Wohnviertels in Erfüllung gegangen. ** Oeffentliche Dücheryalle. Im März wurden 1463 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 986, Zeitschriften 125, Iugendschriften 105, Literaturgeschichte 4, Gedichte und Dramen 24, Länder- und Völkerkunde 71, Kulturgeschichte 4, Geschichte und Biographien 88, Kunstgeschichte 8, Naturwissenschaft und Technologie 17, Heer- und Seewesen 1, Haus- und Landwirtschaft 4, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 6, Staatswissenschaft 11, Sprachwissenschaft 4, Sport 1, Fremdsprachliches 2 Bände. Nach auswärts kamen zwei Bände. *• Die staatliche Hagelversicherung in Hessen. Wie wir erfahren, sind die Arbeiten im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft über die staatliche Hagelversicherung in Hessen soweit fertiggestellt, daß nach Eingang der noch ausstehenden Unterlagen und Besprechungen mit den interessierten Kreisen die Vorlage wahrscheinlich schon im Sommer dem Landtag zugehen wird. ** Der Krankenstand im Monat Fe- b r u a r. Die jetzt vorliegenden Ziffern über die Zahl der erwerbsunfähig Erkrankten im Monat Februar weisen gegenüber dem Vormonat eine ganz erhebliche Steigerung auf. Während der Reichsdurchschnitt von 6,29 auf 6 83 v. H. stieg, weist die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) am 1. März 9734 Mitglieder (5080 männlich, 4654 weiblich) aus; davon waren erwerbsunfähig erkrankt 11,06 v. H. (1118 v. H. männlich, 10,94 v. H. weiblich). Am 1. Februar wurden 6,10 v H. (6,63 bzw. 5,52 v. H.) gezählt. Die Steigerung beträgt also 4,96 v. H. und hat zur Folge, daß die Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen (Stadt) den zweithöchsten Krankenstand von 166 dem Hauptverband deutscher Krankenkassen an- geschlossenen Kassen ausweist. Uebertroffen wird Gießen nur von Rastatt mit 11,48 v. H. Die All» gemeine Ortskrankenkasse Gießen (Land) weist ein ähnliches Bild auf: Mitgliederzahl am 1. März 7090 (4630 bzw. 2460), davon erwerbsunfähig erkrankt 9,84 v. H. (7,47 bzw. 14,31 o. H.); am 1. Februar waren es 5,30 v. H. (4,82 bzw. 6,15 v. H.) Kranke, also ein Mehr von 4,54 v. H. ** An paddeln der Pad dler-Gilds Gießen. Man berichtet uns: Gerade noch rechtzeitig war der Eispanzer der Lahn verschwunden, so daß am vorletzten Sonntag das diesjährige: Anpaddeln stattfinden konnte. Ein schöner Frühlingstag war den Paddlern zu ihrem Feste beschert worden. Die schon recht warmen Strahlen der Frühlingssonne halfen mit, daß auch der zaghafteste Paddler sein Boot hervorholte unb es den Wassern der Lahn anvertraute. Nach, einem erfrischenden Langlauf am Vormittag vereinigten sich die Paddler am Nachmtttag, um zunächst die neue Dootshalle würdig einzuweihen. Nach einem Degrüßungswort des Vorsitzenden L. Wellhausen an die Gäste und Paddler hielt der Gründer der Paddler-Gilde und jetzt führend im Deutschen Kanu-Verband tätige Sportkamerad M. Brandt die Weiherede. überbrachte die Grüße des Ober-Rhein-Main- Kreiscs und würdigte in längeren Ausführungen die von der erst einige Iahre bestehenden Paddler-Gilde vollbrachte Erstellung einer zweiten Bootshalle. Er bezeichnete das Werk als eine einzigartig dastehende Tat im Sportleben des Kreises da die neue Halle nur von Mitgliedern der Gilde errichtet worden ist und keine fremden Handwerker mitgeholfen haben. Eine solche Tat könne nur in einem Verein vollbracht werden, in dem echte Kameradschaft gepflegt wird, denn sonst wäre cs nicht möglich, daß einzelne Mitglieder selbst Arlaubstage zur Dootshausarbeit verwendet hätten. Der Redner übergab die Halle ihrer Bestimmung und wünschte dem Verein eine wmiere gesunde Fortentwickelung. Die Grundlage für eine weitere Ausbreitung des Paddelsportes sei jetzt vorhanden, da nunmehr über 50 Boote in den Bootshallen der Paddler-Gilde untergebracht werden könnten. Anschließend an die Einweihung der neuen Dootshalle wurde vom Ver- kehrswart H. Decker die Taufe der neu hinzu- gekommenen 6 Doote vorgenommen. Rach einem Abschiedswort an die zahlreich erschienenen Gäste, aus deren Reihe, insbesondere Herr Plage als Vertreter des Vereins ilferfritit, erwähnt werden soll, und einem „Hub Heil" auf das An- paddeln, versammelten sich 19 Doote zur ersten Fahrt im neuen Paddeljahre nach der Badenburg. Ein gemütliches Beisammensein am Abend beschloß den schön verlaufenen Tag. *'•' Zuchtviehoer st eigerung. Am Dienstag, 9. April, findet in Butzbach die zweite Zucht- oiehversteigerung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhessen statt. Zur Versteigerung sind gemeldet rund 30 Fleckoiehbullen, 5 Landschweineber, 11 Edelschweineber und 4 Sauen der Edelschweinrasse im Alter von 8 bis 10 Monaten. (Man beachte die Anzeige vom Samstag.) Wiesbaden ohne Straßenbahn. WSN. Wiesbaden, 1. April. Mit dem heutigen 1. April hat Wiesbaden als erste deutsche Großstadt, ja vielleicht als einzige Großstadt der Welt, sich von dem elektrischen Straßenbahnbetrieb getrennt und das modernste Verkehrsmittel, den Auto-Omnibus, einge- führt. In der verhältnismäßig sehr kurzen Zeit von sieben Monaten hat Wiesbaden einen völlig neuen Verkehrsbetrieb auf die Beine gestellt, hat Wagen ausgesucht und bestellt und neue Hallen gebaut. Ob ne Rücksicht auf Kosten ist das Menschenmögliche geschehen, um eine unbedingte Verkehrssicherheit zu erzielen. Die technische Meisterung des Betriebes kann zweifellos als gelöst betrachtet werden. Wie weit dies auch in finanzieller Hinsicht zutrifft, muß nun die Zukunft lehren. Jedenfalls find die Augen aller Verkehrssachleute auf Wiesbaden gerichtet, gespannt, ob das Wagnis gelingt. Äerttnsr- Börse. B e r l i n , 2. April. (WTB. Funkspruch.) Nach der langen Unterbrechung konnte ' ch im heutigen Frühverkehr bisher noch kein Geschäft emwickeln. Eine Tendenz ist noch nicht ausgesprochen. Man taxiert wenig veränderte Kurse und im Grundton freundlich. heilen, Mandel-u. Halsentzündung en T T E )ie neue Waldorf-Astoria-Ziga rette TMEß Jm Massenangebot , ' des Tages eine Zigarette von Qualität ! FÄRBEREI BEDEUTENDSTE CHEM.REINIGUNGSWERKE IN SUDDEUTSCHLAND HENZE Aenderung von Wäfche und Kleidern. 2052D Beginn des Unterridits: Donnerstag. 4 April 1929. 1074V weg 79a. im Alter von 58 Jahren. 29850 01845 i gegen Barzahlung: 2986D 2948D Wiesecker Weg 16 Telephon 1383. Krofdorf, den 30. März 1929. 2877V Heinrich Hochställer Brandplatz 1 Fernsprecher 36 2964A VoriffliilRe Muster und Reste Rebe Ich Ranz besonders billig ab 2966D Stachel-und Spanndraht G 5 es ev n ev B tü O nach langem schweren mit größter Geduld ertragenem Leiden im 8. Lebensjahre sanft entschlafen. Die trauernden Hinterbliebenen: Georg Germer III. Familie Fr. W. Steinmüller Walter Germer und Braut. Stadttheater Mittwoch,3 Avril. 2k.MlttM0lVAd.-Vr». von 20 dl5 22* ■. 11 br Same Soönio Vulifpiel in 3 Ausz. von (Snlberon. m einfachster bis feinster Ausführung Teppiche/ Dekorationen Mittwoch, -en Z. April 1929, nachm. 2 Llhr, versteigere ich Neuenweg 28, im „Löwen", zwangsweise Kinzenbach, den 2. April 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. April, nachmittags 2 Uhr statt. 2974D Gießen, Gnauthstr. 12 (z. Z. Hamburg), 30. März 1929. 2956D In tiefer Trauer: Heinrich Bepler Margarete Bepler Familie Georg Bepler. a.M Är.1O833 erfolgen. Gießen, den 30. März 1929. 5 in fier, Rechner. AllgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Sta-t Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung für den Monat Februar 1929 können noch bis zum 9. April 1929 ohne Kosten bezahlt werden. Bach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann DienStagS von 8 biS 1 Llhr bei unserer Kasse, oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt In tiefem Schmerz: Simon Schaumbcrger u. FrauTilla geb. Drucker Ellen Schaumbcrger. Gießen (Ludwigstraße 30), den 31. März 1929. Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 3. April, 15'/a Uhr. von der Kapelle des Neuen israelitischen Friedhofes. Blumenspendcn und Beileidsbesuche dankend verbeten. Bequeme Teilzahlung sowie sämtliche Garten- und landwirtschaftlichen Geräte Edgar Borrmann Eisenhandlung |2963A Laden in Gießen: Marktplatz 8 Fernspr. 1459 2495D Handaröeitslchule Landmann Kleben, Södanlaße 7 / Unterricht in allen weiblichen Handarbeiten Zufchneiden u. Anfertigen der Wäsche. Hand- u. Mafchinen- nähcn, Stickereien jeder Art. Filet, Klöppeln. Occbl usw. Danksagung. Für die vielen liebevollen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen, sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Besonderen Dank dem Kriegerverein, Turnverein, und Gesangverein Einheit zu Allendorf a.d.L.,welche ihrem verstorbenen Kameraden durch eine Abordnung und Kranzspende fern der Heimat die letzte Ehre erwiesen. Frau Dorothea Deibel geb. Nöll Familie Gerhardt. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Anteilnahme bei unserem schweren Verluste, sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Katharine Feuser geb. Mandler Nach Gottes unerforschlichem Ratschluß entschlief plötzlich und unerwartet am 1. Ostertag im Katholischen Schwesternhaus zu Gießen an den Folgen einer Operation unsere innigstgeliebtc, treusorgende Mutter, meine liebe Schwester, Schwägerin und Tante Frau Helene Bepler geb. Bepler Gestern mittag 1 Uhr entschlief sanft nach einem arbeitsreichen Leben unser Heber Vater, Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater Herr Heinrich Müller im 81. Lebensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen. Bersrod, den 2. April 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, 3. April, nachm. 2 Uhr statt. /üamniWe X f Hygienische Artikel \ sämtliche GummioeD l Drogerie Winterholl J \ Kreuzplatz 10 Z Hygiene Elektr. Staubsauger aller führenden Firmen werden jederzeit vorgeführt bei Rudolf Rüdiger Gießen, Walltorstraße 35 Verloren silberne Broichs fsttebcnstal. v. 1875. Abzugeben 01831 8 ü- Ä £: B* B n n • o Heuchelheim, Mainz, Antwerpen, Haiger, den 31. Mfirz 1929. Beerdigung am 2. April, nachmittags 4 Uhr. 2984D eine Flurgarderobe, zwei Trumeauspiegel, einen Schweißapparai, eine Bohrmaschine für Zahnärzte, zwei Sofas, zwei Kleider« schränke, drei Oefen, zwei Gasherde, einen Kaffenschrank, mehrere Kochtöpfe, 1 Weißzeugschrank, zwei pianinos, eine Partie Messer, Gabeln und Löffel, ein vollständ. Bett, drei Chaiselongues, einen Schreib« tisch, zwei Blumenkrippen, eine Korbmöbel« garnitur, einen Bücherschrank u. v. a. Ltttttzev Gerichtsvollzieher in Gießen Am Ostersamstag. abends 10'/. Uhr, entschlief sanft nach langem, schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute, treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Margarethe Heimer Reh. Rinn im 63. Lebensjahr. la Speisekartoffeln Handoerlesen, in nur beiter Qualität, empfiehlt 2094V Hch. Drechsler Lteiuttraffe 73 Televlwn 1581 Bestellungen für Saatkartoffelu tn den beliebtesten ertragreichsten Sorten werden entgegen« genommen. MMHMWH 4/Z 3+2682Man i den ffas-y»sch Hamen. ' ZvMni^aläeiaaJ^fm. Av»nunfüi der Med.-Drogerie HflUS Hlndail- bnrö H. Elies, Med.-Drogerie Wlnternoff, Kreuzplatz 9/10, Germania - Drojerle. Frankfurter Str. 39. LmU Drogerie, Bahnhofstr. 51. Löwen-DroRertO, Selteni- Düngekalk sämtliche Sorten Kiinstiiünüer stets auf Lager. An« lteferung zur Ber« tvendungSstelle. B. 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April, nachmittags 2 Uhr, im Krematorium zu Dessau statt __298OD Fußquäler* Hornhaut, Schwielen und Warzen beseitig! sdinell, sicher und unblutig Kukirol Verlangen Sie aber ausdrücklich das neue Kukirol mit dem Garantieschein, denn Sie erhallen dann bei Nichferfolg Ihr Geld zurück! 1 Packung Kukirol mit dem Garantieschein kostet * Wir bezel*n#n die durdi Druck entziehenden Hom heulilellen teilt nicht mehr al» HOhnereugen. sondern ah da», was eie In WlrUldiiell Und. nlmlldi IFutqufler". Inktrel-Verkawlistelle: Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 5L Zu dem am 3., 4. und 5. August 1929 stattnndenden Ueuerwebrfest wird die Bergebung des gesamten 297ID Luxplahes hiermit öffentlich ausgeschrieben. — Bewerber wollen sich bis spätestens 1. Juni l. IS. mit Angeboten an den Festschritt- lührer Wilhelm Wolf, Birklar, wenden. Weinet nicht, Ihr meine Lieben, denn ich rieh in Gottes Helm . wo Ich auch singen kann und spielen mit den goldnen Engelein. Am 30. März hat Gott der Allmächtige nach kurzem schweren Leiden unscrliebesTöchterchen und Schwesterchen Erna im blühenden Alter von 11 Jahren zu sich in die Ewigkeit genommen. In tiefer Trauer: Familie Heinrich Scherer nebst allen Angehörigen. Gießen (Friedensstraße 43), Rodheim, Königsberg, den 1. April 1929. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 3. April, nachm. 2V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ______________________________________ 2976V Gesunden Schlaf dsrätiige-rtcnrn ; ventd>aff> bei längererKtr Neue Tapeten Die diesjährigen Neuheiten sind eingetroffen. Reizende Muster, selbst in den billigsten Preislagen Pass. Dekorationsstoffe zu allen Tapeten Musterkarten stehen zu Diensten Nachruf. Sein Leben war Liebe. Nach kurzer Krankheit, infolge eines Herzschlages, verstarb am 22. März d. J. In Hamburg Herr Friedrich Deibel, Gießen Zugführer i. R. Mit dem Verstorbenen ist ein Stück Geschichte unserer gesamten Vereinstätigkeit ins Grab gesunken. Mit vorbildlicher Treue und Hingabe, ohne jegliches Opfer zu scheuen, hat er bis zum letzten Atemzuge bei uns gewirkt. Dafür gebührt ihm unser aller Dank Über das Grab hinaus. Unsere Mitglieder werden diesem Pionier und Freund unserer Vereine stets ein unvergeßliches Andenken bewahren. Die Beisetzungsfeier in Hamburg-Ohlsdorf wurde durch Kranz niederlegung einer Abordnung der um ihr Mitglied trauernden Vereine geehrt. Gesangverein „Einheit“, Krieger-Verein Turn-Verein e. V. (D.T.) Allendorf (Lahn), den 30. März 1929. Verloren von einer Hausangestellt. Handtäirb- dicit mit Geld und Schlüsselbund. 21b" zugebeu gegen Bc« lohn, a.d. Fundbüro. IMN-vereW. 1877-1878. ZuWMNlM am Donnerstag, dem I.AvriL äbds. 8 llür, ans der Lie« bigSbölic. Znhlr. Erich erb. 29731) Tep Vorstand. Auto-Neeb Tel. 1790. n-,rD Speise-und Salatkartoffeln IN vrima Qualität, empfiehlt billig'! W. Mel W. Neuen Baue 7, Televh. 612. 45D {Verschiedenes! Welcher charattcr- volleHerrin sicherer Stellung wurde sich ein.26iähr. Fräulein nähern zweckssvater. Heirat. Dass., nt. Baichen, ist hübsch, kies, reich. Gemüt, groffe.schl.Gest^ reiche Aus st. u. spät. gröir.Verm. Disfret. Ehrens. Schr. Ang. u. 01841 a. d. G. Anz. Dienstag. 2. HpriIJ929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheflen) Nr. 76 Zweites Blatt ler bezahlt den Brandschaden der „Europa"? Von Herbert JRulanfr. Don en 45 Millionen Mark, die der Dau des Ozeanr da es sicher dies zu Waltigei Ausma schäft 2lu< Mel lich d summ dern Zahler stisch D Tisch. irgcn weise Hambm können. <1 fl sten und rung a Aber Dic men, die 1 schicken Besitz ihren selbst , welche ihrerseits vom derben Kolo/it Stubenstilleben wunderlich abstechen. Marten, der mit seinen Aquarellen ... . für en „Europa" bisher gekostet hat. ist ein il verloren; Dorderschiff und Mittelschiff in diesem Fall sind grofte ^lnterversiche- abgeschlossen worden; manche Dersichc> > drc anstrengende Arbeit der zwanzig er Löschboote hat nicht mehr viel retten Der Norddeutsche Lloyd hatte ^clearaphenstangen. r g h a r d t, Düsseldorf, zeigt sich ganz ans Oberhessischer Kunsiverein Ausstellung der Gruppe „Junges Westfalen". Uraufführung in Frankfurt. Leute, die besonders schwarz in die Zukunft sehen, sind vielleicht davon überzeugt, daß die Amerikanisierung Europas und besonders Deutschlands mit Riesenschritten fortschreitet; wird nicht die deutsche Bühne schon großenteils von dem amerikanischen Reiher, dem Kriminal- und De- tektivstück. bcyerrscht. wo doch Namen wie „Der Hcrer". „Der P 'vzeft Mary Dugan". „Broadway" u. a. monatelang ans dem Spielplan dominierten? Nun. der Einsichtige, der daran, denkt, daß auf der Bühne nicht nur Literatur, ipcht nur hohe Kunst geboten, sondern auch handfestes Theater gemacht werden muh, weih, dah es zwecklos ist, sich deyr Zug der Zeit entgegenstemmen zu wollen. Solche Erwägungen stellten wohl auch die Frankfurter Lokaldichter Toni 3mpetoven und Carl Mathern an. Der Erfolg eines Walace lieh jedenfalls die beiden, die nun schon manche handfeste Posse geschrieben haben, nicht ruhen, und sie schrieben ein Detektivstück „Die schwarze Kugel", das am Öfter- samstag int Frankfurter Schauspielhaus seine erfolgreiche Uraufführung erlebte. Es spielt natürlich in Amerika, in der Der» brecherstadt Chicago. Wir haben auch sonst alle notwendigen Requisiten, zwei sich bekämpfende Konzerne, skrupellose Geschäftsleute, belauschte Mordpläne, einen fingierten Mord und vor allem die unerläßliche Gerichtsverhandlung, älnb in dieser ist. zu erkennen, dah das Stück nicht nur unterhalten, nicht nur Spannungsreize Hervorrufen will, sondern auch eine Tendeirz hat. nämlich den Hinweis auf die Gefährlichkeit des Indizienbeweises. Wenn auch alle technischen Mittel von den Autoren angewendet wurden, so liegt doch wohl der Erfolg des Stückes nicht in den Spannungseffekten, die nicht fo stark sind wie in den oben genannten Stücken, sondern in dem Humor. der das Werk stets belebt. Unter der Regie Fritz Peter Buchs bemühten sich die Darsteller nach Kräften, den Erfolg sicherzustellen, was ja auch in vollem Mähe gelang. Erwähnt seien nur aus der langen Reihe Lothar R c - walt. Franz Schneider, Ellen Daub und Leopold B i b c r t i. Die beiden neuen „ Kriminal - schriftsteller" Impekoven und Mathern muhten sich dem beifallklatschendLN Publikum mehrfach actgcTL It-fi Bot, lunyvi» |vmw •••“ J'” räum, angelegten Landschaften, mancnal säst zärtliche Tonverbindungen aiy- Deckuy des entstandenen Schadens herangezogen, so das das Risiko tatsächlich auf die ganze -"■* l verteilt worden ist. Nun läßt cs sich Die am Ostermontag. eröffnete neue Ausstellung int Oberhessischen Kunstveretm Umsicht eine Auswahl ton Arbeiten der west, deutschen Künstlergruppe „3 u ng es West f alert". Sie gibt mit Oelgemalden. Aquarellen. Zeichnungen, Radierungen und Plastiken einen gut orientierenden Lieberblick Über die künstlerische Wesensart dieses Kreises und seme Bestrebungen. Der Gesamteindruck wird — unbeschadet al.er gesunden und unverkennbaren Indwidualitat durch eine in fast allen Stücken sich auspragende. fortschrittliche Haltung, durch den Seckgenosstschen Charakter des Stils bestimmt: man sieht hier vor allem eine recht gegenwärtige Malerei letzter und vorletzter Richtung; mehr oder minder betonte Sachlichkeit; Liebergangsstil ~.pn Bei einem Rundgang, der nach dem Ganzen das Einzelne ins Auge saht, Ware etwa auf folgendes aufmerksam zu machen. ~ f, Gleich am Eingang empfangen den Beschauer sechs Aquarelle von Franz Mart e n. Düsseldorf. Es. handelt sich thematisch um ver chiedene südliche Landschaften: exakt ausgesetzt, mit vieler Freude an einer flüssigen Palette, dabei doch für Aquarellverhältnisse recht disziPlEt in Ö« Form; mit linearen Akzenten übrigens und aruh mü Gefühl für dekorative Wirkung; manches (wie „Avignon" z.B.) scheint fast buhnenbildhaft- ^^Wemge^auf^die' Linie, ganz auf dasKolvrit eingestellt sind die Aquarelle von Gertrud K! o ch. Saarbrücken. Sie schwelgt tn frohen, starken Tönen, auch arbeitet sie grober in dcr Gegenube ftcKung der Farbwerte und deren Bildwirkung. Richt ohne expressionistische Nachklange übrigens, wie im „Waldstück" z D., ferner im Porträt des jungen Mannes und den „Kühen , die auf Lm wegen von Franz Marc Herkommen konnten. Rein koloristisch scheint uns am feinsten ein simpler Blumentopf mit Alpenveilchen. Ebenfalls Aquarelle sieht man dann von Theo Brün, Hagen; doch ist er weicyer in der Palette, zierlicher und behutsamer im Strich, zarter manchmal fast verträumt — im Ausdruck als die nenn i"in diesem Zusammenhang: ..Dorfrühlu^g'', „Str<>e mit Cypressen" und ..Zwischen Gärsen . Cßo L....... — - . schon erwähnt wurde, stammen ferner ei unsem Gefühl wenig reizvolles, auch ungünstig beleu tetes „Küchenstilleben" und einige/grohe Portüts, die sämtlich glatt und korrekt gemalt guter - it verloren; Dorderschiff und Mittelschiff sind in lammen aufgegangen, Maschinen wurden zerstört mb die anstrengende Arbeit der zwanzig Mark, o haftet diese Gesellschaft aus ihrem eigenen D:mögen tatsächlich nur mit vielleicht 30 000 Mark^während 70 000 Mark automatisch durch eine - ickversicherungsgesellschaft zu decken sind. Aber e Gesellschaft A wird sich bei großen Objekten mit dieser Verteilung des Risikos nicht begnügn; sie gibt vielmehr sofort noch Unter- beteitiungen ab. Das Reichsgericht gegen die „Lustraunisteuer^. Das Reichsgericht Hal. wie schon kurz gemeldet wurde, auf die Feststellungsklage einer Berliner Firma gegen den Berliner Magistrat dahin erkannt. dah die Stadt Berlin nicht das Recht besitzt, für die Benutzung des Luftraums über dem städtischen Strahenland eine Aner- k e n n u n g s g e b ü h r zu verlangen. Die Stadt hatte diesen Anspruch als Eigentümerin des Stra« ftenlanbes geltend gemacht. Das „Grundeigentum" veröffentlicht nun in feiner letzten Nummer den Wortlaut dieser grundsätzlich bedeutungsvollen höchstrichterlichen Entscheidung. Unter Bezug auf das Allgemeine Landrecht, wonach, „der freie Gebrauch der Land- und Heerstraßen einem jeden zum Reisen und Fortbringen seiner Sachen gestattet ist", betont der 5. Zivilsenat des Reichsgerichts, daß der Gemeinbrauch an der Straße nicht auf den fo umschriebenen Verkehr im engsten Sinne be - schränkt i st. vielmehr dient die Straße kraft ihrer öffentlichen Widmung auch sonstigem allgemein ausgeübten Gebrauch. Dabei sind die Straßenanlieger auf Grund ihres räumlichen Derhältnisses zur Strafte in gesteigertem Mafte zu deren Benutzung imstande und auf deren Beanspruchung angewiesen. Auch für die Stadt Berlin kommt die weitere Bestimmung des Allgemeinen Landrechtes in Betracht, wonach der Hauseigentümer Erker und in die Strafte hinein sich erstreckende Schilder nur mit polizeilicher Erlaubnis anlegen, übrigens aber den Bür- gerfteig benutzen dürfe, soweit dies ohne Der« engung, Verunreinigung und Verunstaltung der Straften geschehe; alles dies nach näheren Vorschriften bet Polizeigesehe. Unter die Bestimmung, wonach der Straftenanlieger bestimmte Einrichtungen im Luftraum über b c r Strafte halten darf, wenn sie polizeilich genehmigt sind, fällt auch der Lichtre- kkamekasten der Klägerin. Bei sinngemäßer Auslegung des Gesetzes, wie sie die Entwicklung des Verkehrs und der Technik erfordert, ist eine solche Anlage mit unter die Gesehesvorschriftrn zu begreifen. Der Lichtreklamekasten halte sich innerhalb der Grenzen des zulässig gen Gemeingebrauchs an öffentlichen Wegen, und der Strafteneigen- t ü m e r muh die sich aus der Ausübung solcher Befugnis ergebende Beschränkung seines Privateigentums dulden. Steuerliche Berücksichtigung der Wiiterungsschüden. Der lange und starke Frost hat schwere wirtschaftliche Schäden unmittelbarer Art. z. B. in der Landwirtschaft, im Garten- und Weinbau verursacht, er hat aber auch einzelne Erwerbszweige mittelbar erheblich geschädigt; hierher gehören vor allem das Baugewerbe und die Schiffahrt, die längere Zeit stillgelegen haben, die Landwirtschaft und der Gartenbau, deren Frühjahrsbestellung sich hinauszögerte. Auch sonst fanden Arbeitsunterbrechungen in verschiedenen Erwerbs - zweigen statt. Der Reichsminister der Finanzen rungr abgeschlossen woroen; mancye -venia-e- rungÄesellschaft haftet jetzt nur für den tausendsten Lil der gesamten Summe, also für Beträge HtoTfötrRfr iß nno 45 000 Rkark. 3a- nimmt; sie wälzt vielmehr einen beträchtlichen Teil Gefahr sofort durch die Deteili- gungilnderer Versicherung en und vor allen ingen durch sog. Rückversicherungen cs. Die großen Gesellschaften haben außerdem Drträgc mit Rückversicherungsgesellschaften. durch fte automatisch ein beträchtlicher Teil der Haftpfcht übertragen wird, und zwar schon in bemfel :n Augenblick, in dem die Police in Kraft tritt. Zersichert man sich also bei der Gesell- gegen einen Brandschaden von 100 000 o haftet diese Gesellschaft aus ihrem eige- nismäßig selten sind. Generaldirektor Dr. Schmitt hat vor einiger Zeit in einem Vortrag gezeigt, baß die Versicherungsgesellschaften auch eine gewisse Dosis Böswilligkeit in ihre Prämien eln- tatluüeren müssen. Die Gesellschaften gehen zwar nicht so weit, zu sagen, daß jeder ..Abgebrannte' ein Brandstifter sei oder jedes Schadenfeuer auf Brandstiftung beruhe. Sie behaupten aber, daß immerhin ein Drittel aller Schadensfälle auf Brandstift ung zurückzuführen sei. Die Ver- sicherungsstatistiker haben eine graphische Darstellung angefertigt, die die Abhängigkeit der Brände von der WirtschaftSkonjunktur beweisen soll und diese Kurve zeigte eine vollkommene Parallelität des Privatdiskonts mit den Fällen von Brandschaden. Es ist natürlich ausgeschlossen, daß bei dem Hamburger Riesenbrand eine Brandstiftung aus solchen Motiven vorgekommen sein kann, wenn man vorläufig auch noch nicht weiß, ob das Feuer im Schiffskörper nur durch irgendeine Fahrlässigkeit entstanden ist. nutzen sollen. Entsprechend große Brände sind in Deutschland bisher kaum vorgekommen, wenn man von Explosionskatastrophen in chemischen Werken ab- sieht, die natürlich auch von Feuer begleitet sind, aber dcch grundsätzlich zu einer anderen Gattung von Llnglücksfällen gehören. 3m vergangenen 3ahre sind in Norddeutsch land einige Dorskomplexe völlig abgebrannt, und die Versicherungen mußten für bedeutende Schäden auf- kommen, die sich aber wieder auf viele Gesellschaften verteilten. Der Hamburger Hasen hat im vorigen 3ahre auch eine große Brandkatastrophe gesehen: damals wurden einige grohe Speicher vernichtet, und es entstand ein Schaden von vielen Millionen Mark. Die Prämiensatze, die für die Versicherungen st> verschiedener Objekte, wie Schiffsneubauten, holsteinische Dörfer oder Hamburger Hafenspeicher zu entrichten sind, sind natürlich sehr verschieden. Die Ver- sicherungsgesellschasten informieren sich eingehend, ob 3nbuftriebetriebe mit Benzin ober anderen feuergefährlichen Flüssigkeiten arbeiten, und sie nehmen z. D. verhältnismäßig hohe Prämien von Wühlen, in denen die Brandgefahr sehr groß ist und die auch durch bk Selbstentzündung von Mehlstaub gefährdet find. Verfügt eine Getreidemühle ober eine Fabrik von Zettuloib- toaren über besonders gute Sicherheitsvorrichtungen, etwa über selbsttätige Löscheinrichtungen. so wird ihr dafür von dem für ihre Klasse üblichen Prämiensah, ein erheblicher Teil vergütet, so daß sie eilte Versicherung unter ilm- ftänben zur Hälfte des gewöhnlichen Preises abschließen kann. Billig sind dagegen die Mobiliar- Versicherungen. Da- ist nicht nur auf die geringere Gefährdung der Wohnhäuser durch »euer zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, baß Brandstiftungen in Wohnhäusern verhalt- daß ein Unfall keineswegs zu Lasten weniger Gesellschaften gegangen wäre. Zum Glück sind Katastropheir, bei denen Werte von 40 oder 50 Millionen Mark vernichtet werden. äußerst selten. Bei den Luxusdampfem tragen meist die Transportversicherungen auch das Drandrisiko. Anders ist es natürlich, wenn ein Schiff noch auf der 2Berft hegt. Die Prämien für ein im Dau befindliches Schiff betragen, solange der Rumpf noch nicht vom Stapel gelaufen ist, etwa % pro Mille im Monat, und dieser Sah erhöht sich um einen kleinen Betrag nach dem Stapellauf, um nochmals ein wenig anzusteigen, wenn das Schiff nur noch einen Monat bis zu seiner endgültigen Fertigstellung braucht. Für den Neubau sind nicht etwa sofort die Prämien zu zahlen, die dem Wert des vollendeten Schiffes entsprechen; um die Prämien niedrig zu halten, versichert man vielmehr von Monat zu Monat den ftetgenben Wert des Neubaues, und falls dieses Verfahren im vorliegenden Fall richtig angewendet worden ist, muß letzt also die Versicherungssumme etwa 45 Millionen Mark betragen. Es ist aber auch üblich, nur „auf erstes Risiko" zu versichern eine Methode, die sich beim Brand der „Europa sehr ungünstig stellen würde. Versichert jemand einen Gegenstand, der 100 000 Mark wert ist. nur mit 60 000 Mark, und erleidet er beim Brand dieses Objektes einen Schaden von 50 000 Mark, so erhält er^nur 60 Prozent seines Schadens vergütet. alfo^OOOO Mark ausgezahlt. Es ,st für den Besitzer dieses Gegenstandes viel vorteilhafter, eine Police zu nehmen, die ohne Rücksicht auf den Wert des Gegenstandes den Schaden bis zu einer Höhe von 60 000 Mark aus- bezahlt; diese Klausel nennt man „eine Versicherung auf erstes Risik o". Wenn die Werft von Blohm & Voß nun angenommen haben sollte, daß ein Brand voraussichtlich nicht den ganzen Neubau veriiichten, sondern höchstens einen Schaden von vielleicht 15 Millionen Mark anrichten könnte, so hätte sie sich diesmal ganz außerordentlich verspekuliert; es gebt daraus hervor, baft vorsichtige Geschäftsleute die beliebte Versicherung auf erstes Risiko nur selten be- on vielleicht 40 000 ober 45 000 Mark. Na- türlidj teilt die Gesellschaft, mit der die Werft Vertrag abgeschlossen hat, die Police nicht i tausend ober fünfhundert Teile auf; sie behältlich gewöhnlich ein Achtel ober ein Zehntel del zu zahlenden Präniien und haftet dem« entiprchend. während sie ebenso groft? Anteile anders Gesellschaften weitergibt, die sich ihrerseits heiter rückversichern. Soweit sich bisher überfebn läßt, sind erhebliche Summen des Bau- risikosper „Europa" in England rückversichert worden; aber auch amerikanische Gesellhasten und Versicherungen in der S ch w c i z und iranberen Ländern werden automatisch zur das Sch f bestellt, aber es gehörte ihm noch nicht, nvollendet im Betrieb von Blohm Wahlreform. Die Demokratische Partei hat gerade in der Frage der parlamentarischen Technik stets eine Rolle als Anreger gespielt. Deshalb wird man die Vorschläge, die von einem Wahlrechtsausschuß des Parteivorstands und der Reichstags- fraktion jetzt vorgelegt werden und mit denen eine Verbesserung unseres geltenden Wahlrechts bezweckt wird, mit einiger Aufmerksamkeit betrachten müssen. Der frühere Reichsinnenminister Dr. Külz scheint im wesentlichen verantwortlich dafür zu zeichnen; hat er doch schon während seiner Amtszeit diese Frage in ähnlicher Richtung in seinem Ressort bearbeiten lassen. Gegenüber den bisher bekanntgewordenen Plänen zeigt der Vorschlag nicht mehr 300 Wahlkreise, von denen 150 je 2, die übrigen je einen Abgeordneten wählen sollen, sondern 225 Wahlkreise zu je 2 Abgeordneten. Beibehalten ist der Gedanke, die absolute Mehrheit entscheiden zu lassen, d. h. unbeschadet der auf die durchfallenden Kandidaten entfallenden Stimmzifser, die beiden mit den höchsten Ziffern in jedem Wahlkreis als gewählt zu erklären. Weiter wird am Schlüsse des Wahlakts die ganze Summe der Wahlziffem parteienweise addiert und nach dem Proporz-System die auf jede einzelne Partei theoretisch entfallende Mandatszahl errechnet. Nach dieser Errechnung werden die tatsächlich Gewählten endgültig sestgestellt dergestalt, daß die 225 Abgeordneten, die jeweils als die zweiten eines Wahlkreises in den Reichstag cin- ziehen sollen, den sofort als gewählt geltenden; ersten, also mit der absoluten Mehrheit gewähl- tcruauä den mit der höchsten relativen Mehrheit an zweiter oder folgender Stelle stehenden Kandidaten der betreffenden Partei gleichfalls als gewählt erklärt werden. Eine Reichsliste oder Wahlkreisverbände soll es nicht geben. Daö scheint auf den ersten Blick sehr kompliziert. ist es aber nicht so sehr, wie der Anschein glauben macht. Am besten veranschaulicht das ein Beispiel. Angenommen, eine Partei hat nach der Gesamtzahl der für ihre einzelnen Kandidaten abgegebenen Stimmen Anspruch auf 100 Mandate. 75 davon standen in ihren Wahlkreisen mit den Resultaten an der Spitze, sind also ohne weiteres gewählt. Der Anspruch der Partei auf weitere 25 wird dann dergestalt befriedigt, daß der prozentuale Anteilsatz an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen für diejenigen Kandidaten der betreffenden Partei errechnet wird, die sich an zweiter. nötigenfalls auch an dritter Stelle usw. befinden. 3n der Reihenfolge dieses prozentualen Anteils werden nun 25 weitere Kandidaten der betreffenden Partei — meistens werden es wohl solche sein, die in Wahlkreisen an zweiter Stelle stehen, wo ein Kandidat einer an Der en Partei mit der absoluten Mehrheit gewählt worden ist — ebenfalls als gewählt erklärt. Unangenehm ist bei diesem Verfahren nur die Möglichkeit, daß auch einmal eine Partei mehr als die ihr zustehenden Abgeordneten im ersten Wahlgang durchbringt, und daß dann, wenn man dos Proporz-System absolut gerecht anwenden will, einzelne vermeintlich bereits Gewählte zu- rückzutreten hätten. Das System bedarf zweifellos noch einer gewissen Verseinerung und Lieberarbeitung. aber im Prinzip bietet es brauchbare Ansätze, um die bekannten großen Mangel unseres geltenden Wahlrechts zu beseitigen. Es sind das: die umfangreiche Reichsliste, die Aufstellung der Kandidaten durch ihre Parteien und deren .Bureaukratie selbst, die zu großen Wahlkreise, der mangelnde Kontakt zwychen Wählern und Gewählten und die Verringerung des Niveaus des Parlamentes durch ein vier Jahre dauerndes Nachrücken der Hintermänner auf der Liste. Man sollte deshalb den demokratischen Vorschlag trotz seiner Llnzulänglichkeiten nickt rundweg ablehnen, sondern versuchen, durch eine Ergänzung und Berücksichtigung der vor- aussichtlich darüber entstehenden Disku-wn wirksam auszugestalten. sind, und von d-nen wir das Frauenbildnis am Fenster hervorheben möchten. 3osef Hornist am besten mit Theo Brün zusammenzustellen; er bevorzugt ein kleines "Format, sowohl ii seinen Landschaftsbildern tote in seinen Farbei/, die er zu intimen, oft ganz unmodisch anmuienben Koloritwirkungen zu verbinden weiß. Äir nennen die, für unser Empfinden, malerisch feisten Arbeiten: „Bergstraße", „Soest", „Palermo"., ,,. Von Theo Hölscher, Hamm, ist zunächst ein groftes. sorgfältig aufgeteiltes und vogelper- spektivisch i verkürztes Landschaftsbild mit ab- schlieftendfm Häuserprospekt zu notieren; ..Blick aus dem Fenster", eine klare, sehr objektive Komvosiston. die geflissentlich auch Kleinigkeiten nicht üb/rsieht. Sowohl um eines gewissen Slim- mungsgehaltes wie um der eigenartig haftofen und zAleich überaus peinlichen Technik willen sei au auf den „Winter in Holland" aufmert« sam , macht. Einen ganz andern, übrigens für die neZic Sachlichkeit typiscyen Stil - glatten, spiegelnden. gleichsam poliensn Auftrag -- zeigen die ildcr „Montmartre" und „Landschaft mit B " '. einer Vitrine vereinigt finden sich Zeich- nu en und Radierungen von Hölscher. B /ü n . Burghardt und Marten, womit dis malerische Kollektion gut ergänzt wird; eine zweite Vitrine zeigt Otto Coe st er mit einer zahl Plaketten auch als Reliefvlastiker. Bildhauerische Arbeiten führen außerdem . 11 e r m a n n . 3serlohn, und Brün. Hagen, „or; 3tt ermann bringt sehr ausgereifte, tech« nilch sauber durchmodellierte und abgegriffene Porträtköpfe von Profil und Charakter; z. B.: Dr. Sü. Bildnis einer Frau, L. d. T. Brün macht Vollplastikew derbkörperliche Figuren in unkonventionellen Stellungen, die den ©lieber- rhythmus kräftig zur Geltung bringen („Badendes Mädchen"); daneben etliche Gruppen in Holz, gegenständlich und episodenhaft, von einer gewissen, sympathischen Primitivität im Ausdruck, wie das Liebespaar oder die Tanzenden. — Einige, z. T. vom Kunstverein angekaufle Arbeiten aus früheren Kollektionen — von Lenz, Felixmüller, Franz Hecht — ergänzen die neue Ausstellung, die zu den üblichen Zeiten geöffnet ist, und deren Besuch hiermit empfohlen sei. hth. Untern« mens und zu einer schweren Erschütte- lerer Versicherungsgesellschaften führen. iic deutsche Wirtschaft ist durch den ge» _____„.I Schaden, der soeben im Hamburger Hasen entlauben ist, zum Gluck' nicht in diesem A—____ gefährdet worden. 3ede Versicherungs- gesellsch t hütet sich, ihre Existenz dadurch auf das Spl zu setzen, baft sie bas Risiko für einen so bebitenben Gegen staub allein auf sich sie wälzt vielmehr einen beträchtlichen freilick noch nicht feftftellen, ob bic englischen iln- ternetjien nicht wiederum Rückversicherungen in Deuts« land vorgeuommen haben, so baft schließ- ch ein beträchtlicher Anteil der Schabens- ......। auf bie deutsche Wirtschaft entfällt. Das Versicherungsgesellschaften in fernen Län- ir einen irgendwo entstehenden Branb^ zu 0„y... ftaben, so baft man von einer, Eolibarhaft ber Helt in solchen Fällen sprechen kann, hat bas Erbbebeu von Sau Frau- & D o mchwamm; die Reederei Hai daher keinen unmittel iren Schaden erlitten, sondern sich nur dadurch ^schädigt, baft sie das Schiff nicht, wie beabsich jt, am 21. August auf die erste Reise mn. Die „Europa" war also noch im er Werft, die den Neubau in voller Aquchlle der Koch. Das Bildganze, ob Porträt I- gutes Selbstbildnis! —, Gruppe ober Lanbßaft, ist viel verwischter und unbestimmter als tri, mehr ber impressionistischen Sehweise angesthcrt; bas ..Arbeiterpaar" hat mobersohnsche Züge,Ein subtiles Farbgefühl wirkt sich in ber „Kleitzn Komposition" aus. Brün erscheint stilistisch ergleichsweise am wenigsten mobern unter ben fzr vertretenen Mitgliebern der Gruppe. Radierungen von Otto C o e st e r . Bar- ellen sehr merkwürdige Figurenblätter dar, an nicht betreiben, bie man nur auf sich strken lassen kann. Groteske ©eftalteu, bie cineatoilbbetoegten Phantasie entsprungen, z. T. auchchohl allegorisch zu deuten sind, und bald an ©bilde von Hieronymus Bosch, bald an das Persnal von George Groft, Dix oder Kubin erinnern Alles höchst wunderliche, krause, übrigens technisch sehr sauber gearbeitete Schilbereier bic kaum jebem Besucher ohne weiteres eingpen unb zusagen bürften. Vst Webewer, Münster, findet man neben etlichn sehr fett aufgetragenen, dabei ziemlich nüd)lrnen Gartenbildern ein sachlich zwar nicht wenijer dürftiges, koloristisch aber außerordentlich eines unb apartes Stilleben mit Krügen unb stüchten: Akkorb auf ber Tonleiter zwischen Lichbrau unb Orange. Außerbem wieder bie betod nüchternen Lieblingsmotive ber Allerjüng- tf einigen Freilichtstücken: Eisenbahnschienen Dingsche hingegeben; er malt etwa, mit strengen Konten, glatt unb rund, bie Tulpen m ber Dlun nscherbe ober bas Kinderspielzeug auf dem ----, ohne erkennbare Gemütsbewegung oder .^...velche Spekulation auf ben Beschauer. Stimiung aber finbet man bann, ganz unteftreit*- einigen feiner mit viel Perspektive weit ~ *" " . bie sanft z. B---------- -- - zisks gezeigt. Damals mußte eine Münchener Rücknrsicherungsgesellschaft tief in die Tasche greife, um den Bürgern der Westküste der Ver« einigth Staaten den Aufbau neuer Häuser zu ermöckchen. Auch die Amerikafahrt des Z e b | c l i n war durch eine außerordentlich große Zahl son Rückversicherungsverträgen gesichert, so i»—»«■■hi ' —————————— Höhe bd einer großen deutschen Gesellschaft berliner hatte. Müßte diese Gesellschaft jetzt 20 ober 25 Millionen ausbezahlen, so würde lern Zusammenbruch eines solchen wies in einem Runderlaß vom 26. März 1929 die Finanzbehörden an, in allen diesen Fällen begründete Anträge auf Stundung oder Ermäßigung von Steuern wohlwollend zu behandeln. Oberheffen. Zlugiag in Äuhbach. -b. Butzbach, 31. März. Bon den Saab» Katzen st ein-Flugzeugwerken in Kassel wurde am heutigen Ostersonntag auf dem großen Exerzierplatz bei Butzbach der erste Butzbacher Dolks-Flugtag veranstaltet. 2lus allen Ortschaften der Umgebung und nicht zuletzt aus Butzbach selbst strömten die Schaulustigen nach dem Flugplatz, um die Flieger bei ihren Kunstflügen zu beobachten. Mit vier Sportflugzeugen, und zwar mit einer Schwalbe, einem Pelikan, einet Grasmücke und einem Flugzeug DGC. 6, waren die Flugzeugführer Katzen st ein,Gan s, S t ö- rig und Wirtz erschienen. Sie führten zunächst einen Degrüßungsflug aus, worauf dann Einzel- kunstflüge, Luft-Tournier, Dallonrammen, Post- fadabtourf, Fallschirmabsprung und verschiedene andere Kunstflüge folgten. Die kleinen Maschinen zeigten eine bewundernswerte Wendigkeit, wenn sie im tollen Wirbel nach Abstellung des Motors sich überschlugen und zur Erde hinabtrudelten, # wo sie der Führer dicht über der Erde wieder abfing. Rückenflug, Loopings, Rollings, Turns und Slips wechselten untereinander ab; erstaunlich war es, wie der Pilot jederzeit seinen Apparat sicher in der Hand hatte. Wem von den Piloten die beste Leistung zuerkannt werden kann, hleibt zweifelhaft, jedenfalls war Wirtz der stärkste von ihnen, indem er beim Riedergehen vier Fichten umlegte, wobei das Flugzeug leicht beschädigt wurde. Die Ursache soll eine Boe gewesen sein. Leider war das Wetter nicht günstig, ein heftiger Wind wehte über dem Platz, so daß die geplanten Passagierflüge nicht ausgeführt werden konnten. Schätzungsweise dürften 2500 bis 3000 Zuschauer dem interessanten Schauspiel gefolgt sein. Notlandung eines Flugzeuges o Äiederkleen, 2. April. Am ersten Osterfeiertage, abends gegen 6 Uhr, ist in der hiesigen Gemarkung ein Flugzeug notgelandet. Das Flugzeug war nur mit dem Führer beseht. Es handelt sich um einen® oppeldecker der Raab-Katzen st ein-Werke in Kassel. Das Flugzeug war auf dem Flugtage in Butzbach aufgestiegen und mußte wegen eines Wotordefektes notlanden. Sach- und Personenschaden ist nicht zu verzeichnen. Wie verlautet, soll auf der Landungsstelle ein neuer Motor eingebaut werden. Das Flugzeug wird Tag und Rächt von hiesigen Ortseinwohnern bewacht. * Landkreis Gießen. ------- Klein-Linden, 1. April. Der Leiter der hiesigen Bolksschule, Rektor Friedrich Wonnig, verläßt in diesen Tagen unsere Gemeinde, um sich im nahen Lollar, wo er ein Haus besitzt, niederzulassen. Infolge seiner geschwächten Gesundheit ist er bis zum August dieses Iahres beurlaubt, um dann in den Ruhestand zu treten. Die gesamte Gemeinde sieht ihren verdienten Lehrer, der 21 Iahte in unserem Dorfe segensreich gewirkt hat, nur ungern scheiden. * Großen-Li nden, 31. März (Ginge- f a n b t.) In anerkennenswerter Weise bemüht man sich in unserer Stadt um die Herrichtung schöner freier Platze. Auch an der Bismarck- straße ist ein solcher schöner Platz entstanden, leider wird er aber beeinträchtigt durch allerlei unangenehme Ablagerungen, die sich schon lange Zeit auf einem Souterrain an diesem Platze befinden. Es würde sicherlich nicht nur von den Anwohnern, sondern auch von zahlreichen weiteren Bürgern begrüßt werden, wenn mit den jetzigen Uebelständen an dieser Stelle endlich Schluß gemacht würde. * Lang-Göns, 31. März. Um den gewerblichen Mittelstand in unserem Orte mehr denn je für den unter den heutigen Schwierigkeiten besonders dringlichen Zusammenschluß zu interessieren, sand hier im Gewerbeverein ein Vortrag statt, bei dem der Tapezierer-Obermeister Donnerte (Mühlhausen i.'Th.) über die N ö t e d e s g e w erblich e n Mittel st andes und die für alle Handwerker notwendigen Schlußfolgerungen sprach. Die Ausführungen des Vortragenden fanden lebhaften Beifall. Man darf hoffen, daß seine Worte bei allen Gewerbetreibenden unseres Ortes auf fruchtbaren Boden gefallen sind. k. Annerod, 31. März. Arn Karfreitag fand in der hiesigen Kirche eine geistliche Musik - aufführung statt, zu der sich der Dläserchor des Evang. Arbeitervereins Gießen in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hatte. Die Darbietungen dieses Dläserchors, dem auch eine Reihe ehemaliger Derufsmusiket angehören, zeugten von guter Schulung; sie zeigten anderseits auch, welche reichen Schätze unsere Kirchenmusik in sich birgt. Zwischendurch brachte H. Bartholomäus (Gießen) dem Karfreitag angepaßte Rezitationen. Im übrigen trugen Gemeindege- sänge, sowie eine Ansprache des Ortsgeistlichen wesentlich zur Karfreitagsstirnmung bei. X Wieseck, 30. März. Die letzte Licht- bilderandacht des Winterhalbjahres in unserer Kirche brachte in ihrem ersten Teile eine Reihe von 30 Bildern „Der liebe Sonntag". Was dieser heute vielfach verkannte Wohltäter der Gemeinde und der einzelnen Seele bedeutet, kam in Bildern aus dem Sonntagsbuch von Rudolf Eckart trefflich zum Ausdruck. Den zweiten Teil des Abends bildete eine Chorsingestunde für die Passions- und Osterzeit mit Bildern von Rudolf Schäfer. Die Gemeinde gab Spenden zur Beschaffung neuer Serien für spätere Abende. • Allertshausen, 1. April. Am ersten Osterfeiertag, nachmittags gegen 6 Uhr, kam der 18 Iahte alte Heinrich Lepper von Alten- Duseck, der mit einigen Alterskameraden von dort auf dem Fahrrad hiethetgesahren wat, mit seinem Rade zum Sturz und erlitt dabei schwere Kopfverletzungen und wahrscheinlich auch eine Gehirnerschütterung. Rach erster ärztlicher Hilfeleistung wurde der bedauernswerte junge Mann von der Gießener Freiwilligen Sani- tätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt. > Aus der nördli che n Wettetau, 31. März. Der Landwirt dürfte nun aller Bedenken, die er seither hinsichtlich derUeberwinterung des Getreides hegte, enthoben sein. Auch die Märzfröste, die in diesem Jahre glürtlicherweise nur schwach auftraten, haben dem Getreide nur wenig Schaden zufügen können, so daß sämt- Me das größte deutsche Gericht arbeitet. Täglich 20000 Briefe. — Modernste Bureautechnik. — Oie VerteilunMrme. Don Richard Meburg. Mitten im Zentrum Berlins, in der vom brausenden Lärm des Verkehrs erfüllten Gegend am Alexanderplah, steht ein riesiges Bauwerk, das einen ganzen Strahenblock einnimmt. Mit feinen zahlreichen Verzierungen, Spitzen und Türmen verdient es den Ramen eines Architekturgebirges. Das ist das Amtsgericht Berlin-Mitte, das größte deutsche Zivilgericht. Den Glücklichen, die dieses Haus des Streitens nicht zu betreten brauchen, können einige Zahlen eine Ahnung von der Arbeit vermitteln, die dort täglich geleistet wird. Diese „Klagemauern" umschließen rund zehn Kilometer Korridore, auf denen man sich zu ungefähr 250 verschiedenen Abteilungen und Geschäftsstellen begeben kann, in denen etwa 270 Richter und 2000 Beamte tätig find. Täglich laufen durchschnittlich 20 000 Posts ach en ein. Daß ein derartiger GefchäsNumfang eine besondere weitverzweigte Diensteinteilung und Organisation erforderlich macht, leuchtet ein. Don der juristischen Seite der zu bewältigenden Arbeit sei abgesehen; schon das, was in jahrelanger Praxis erdacht worden ist, um den Rechtsuchenden so schnell wie möglich zu helfen und die Flut ihrer Wünsche und Anträge umgehend an die richtigen Stellen zu leiten, ist eindrucksvoll genug. Wer dem Gericht Ramen und Adresse seines Schuldners nennt, um ihm einen Zahlungsbefehl ■ zu schicken, macht sich gewöhnlich keine Vorstellung davon, wie kompliziert der Apparat ist, ’ den dieser Antrag nun zu durchlaufen hat. Alle gewöhnlichen Zivilprozeßsachen, wie Forderungen an Waren, Darlehen oder Schadenersatz werden nach den Anfangsbuchstaben der Schuldner oder der Beklagten geordnet und dann alpha- , betisch auf ungefähr 120 verschiedene Abteilungen | verteilt. Alle Anträge dieser Art, die sich gegen jemand mit dem guten deutschen Ramen Müller richten, werden beispielsweise nur in der Abteilung 70 bearbeitet. Aber diese einfache Organisationsregel ist nicht frei von Ausnahmen. Alle Sachen, in denen nicht bezahlte Miete eingeklagt oder Räumung der Wohnung beantragt wird, werden nach dem Ramen des Vermieters an die beiden Gruppen der Mietzins- und Mietaufhebungs-Abteilungen geleitet. Die Klagen auf Erfüllung der ehelichen, außerehelichen und verwandtschaftlichen Unterhaltungspflicht werden wieder in drei anderen Abteilungen bearbeitet, in deren Akten oft Allzumenschliches geschildert wird. Richt bezahlte Wechsel und Schecks versucht man in fünf Sonderabteilungen nachträglich in Geld zu verwandeln. Die gleichen Stellen befassen sich auch mit solchen Fällen, in denen es „brennt", weil der Schuldner ins Ausland zu entwischen oder den Gläubiger sonst zu schädigen droht, so daß ein Arrest oder eine einstweilige Verfügung verhängt werden muß. Die ausgedehnte Schnell- mahnabteilung 300 zählt zu ihren „Kunden" nur solche Firmen, die es mit ihren in Massen auf- gelieferten Zahlungsbefehlen besonders eilig haben und diese daher soweit vorbereiten, daß sie noch am Tag der Einreichung den Schuldnern weitergeleitet werden können. Für Konkurssachen, Zwangsversteigerungen und Zwangsverwaltungen, Entmündigungey, Aufgebote verlorener Wertpapiere und Todeserklärungen sind eigene Dienststellen vorhanden. Sehr umfangreich ist das Grundbuchamt, das Handels-, Genossenschafts-, Schiffs- und Vereinsregister. Daß auch Aufwertungs-, Testaments-, Rach^atz-, Vormundschafts- und Ehesühnesachen in zum Teil ausgedehnten Spezialabteilungen behandelt werden, versteht sich fast von selbst. Durch sieben Vollstreckungsabteilungen und die Verteilungsstelle der Gerichtsvollzieher geht der Weg der 2lkten, wenn Gehaltspfändung, Offenbarungseid und ähnliches beantragt oder der nicht übermäßig beliebte preußische „Kuckuck" irgendwo angeklebt, also gepfändet werden soll. Im übrigen beherbergt dos Riesenhaus an der Neuen Friedrich- und Dirrtsmstraße natüriid) eine Präsidialabteilung, eine große Gerichtskasse mit mehreren Zahlstellen, neun Buchhaltereien, je ein besonderes Bureau für die Besoldung, die Versorgung und die Steuern, eine Bibliothek, ein eigenes Postamt, Hinterlegungs- und Verwahrungsstellen für Urkunden, eine Formularverwaltung, mehrere Schalter für den Verkauf von Gerichtskostenmarken, die Briefabsendeftelle mit entsprechenden Frankiermaschinen und die Briefannahme. Diesezuletzt genannte Stelle ermöglicht überhaupt erst ds schnelle und reibungslose Arbeiten des komplizrten Behördenapparats. Von diesem Brennpunklaus werden täglich 20 000 Postsachen in den GeBstsgang aufgenommen und am gleichen Tag resvs an die richtigen Geschäftsstellen verteilt. Eine Ilche Aufgabe kann nur von einer besonders ungebildeten Organisation bewältigt werden, die sich dabei der modernsten bureautechnischen Errungens«ften bedient. In ihrer bis in die kleinsten (nzelheiten durchdachten Ausgestaltung bildet die Bnfannahme dieses Amtsgerichts eine Sehenswürdigkü, die nicht selten von Studienkommissionen und leenden Beamten anderer Behörden besichtigt wird. Die Beamten dieser Dienststelle unterseiden zwei große Briefgruppen: die gewöhnlichen triefe und die am Schalter gegen Quittung abgegtenen Anträge sowie die Einschreibebriefe. Aehrll!) wie bei der Post behandelt man diese beiden lesen Arten, die unter genauer Anmerkung der beigeigten Anlagen und der zuweilen aufgeklebten Klienmarken in Listen eingetragen werden; in diesen isten müssen sie in der Beftimmungsabteilung durcidie Unter» ((trift des Beamten quittiert werden. Auf diese Weise kann man noch nach Jahren festellen, wo jedes einzelne Schriftstück geblieben ist. Um den Wachtmeistern zu ermöglichen, die Einsrteibebriefe auf dem kürzesten Weg den zuständiger Gerichtsschreibereien zu überbringen, werden dieEinaänge nach der Lage der Abteilungen sortiert un in Mappen gelegt, die entsprechend den Stockwcken verschiedene Farben haben. Das bedeutet für le Wachtmeister eine große Zeitersparnis. Wesentlich anders geht die erfte Dearbeung und Weiterleitung der Briefe vor sich, die nairgemäß den bei weitem größten Teil des Posteingags ausmachen. Sie werden von mehreren Waämeistern — natürlich nicht mit der Hand, sondern rit zweckmäßigen Brieföffnungsmaschinen — aufgchnitten, mit dem Eingangsstempel, der die genaue Zeit angibt, versehen und in drei großen Grupen vorsortiert. Zunächst trennt man die einfach: Zivil- prozeßsachen von den Dollstrertungs- undArmund- schastssachen und den Landgerichtssachen. De schnell anwachsenden Briesstap l werden in hol, Kästen gelegt und auf dem Aktenwagen in einenanderen Raum gerollt, der die vielbestaunte Senscion der Briefannahme enthält. Der Neuling, der sich in dem ungeheren Gerichtspalast nicht auskennt und zum ersteig! in diese Dienststelle eintritt, fragt sich verwuv rf, ob er neue Turmbauten zu Babel oder Panertürme vor sich hat, wenn er die fünf riesigen Dernlungs- schränke betrachtet, die sehr sinnreich tonftrwrt sind. Es sind Rundbauten mit zahlreichen Schrarfächern, die über» und nebeneinander liegen und L* Nummern zum zuständigen Buchstaben der verßiedenen Abteilungen tragen. So sind diese Vereilungs- schränke rings um einen Mittelpunkt aneordnet: um den aus einen Drehstuhl fitzenden verblenden Beamten. Bequem kann er alle Fächer .reichen, die er von morgens acht bis abends zehr Uhr — natürlich mit Ablösung — mit Nahrung ersorgen muß; er packt in sie die fast ununterbvoche herein- strömenden Zahlungsbefehle, Klagen, Inträge. Außen an den Schränken haben sämtlich Fächer klappenartige Türen mit den gleichen Abeilungs- nummern wie innen; sie werden mehrmal täglich von den Wachtmeistern geöffnet, um die drin an» gesammelten Eingänge abzuholen und in >ie entsprechenden Geschäftsstellen zur weiteren Bearbeitung zu bringen. Daß die Beamten, die inerhalb dieser runden Stände diese sogenannte Fmvertei-- lung vornehmen, sich im Betrieb des Gerittes genau auskennen und alle Abteilungen geau im Kopf haben müssen, daß sie bei dem dort cforder- lichen Arbeitstempo mit einem kurzen Bck auf jedes Schriftstück erfaßt haben sollen, wohii es gehört, ist für die reibungslose Erledigung de> Arbeit unbedingt notwendig. Ebenso versteht es |i), daß diese angespannte geistige Tätigkeit in derDienft- anorbnung einen gewissen Ausgleich find«. Wer die Arbeitsweise und die Organisation dieser gewaltigen Gerichtes und ganz besonders den Birieb in der Briefannahme oft zu beobachten Gelaenheit hat, muß zugeben, daß das größte deutfcheGericht auch zugleich einer der modernsten Bureau» betriebe ist. liche Winterfrucht gegenwärtig durchschnittlich einen guten Votant) aufweist. .Auch der Klee ist recht gut durch den-Winter gekommen und zeigt ein erfreuliches Bild. # Hungen, 31. März. Die 35. ordentliche Generalversammlung der Molkereigenossen- schast Hungen fand dieser Tage im Saale „Zur Traube" hier statt. Heber 300 Genossen waren anwesend. Die Verhandlungen wurden geleitet vom Vorsitzenden des Aufsichtsrates, dem Beigeordneten Wolf von Wohnbach. Molkereiverwalter P u t h verlas den Gesellschaftsbericht, aus dem folgendes mitzuteilen ist: Im abgelaufenen Geschäftsjahre wurden 5 595 316 Liter, gegen 4 962 326 im Vorjahre, Vollmilch von den Mitgliedern zur Molkerei geliefert, täglich durchschnittlich 15 500 Liter; das sind 633 500 Liter mehr als im Jahre vorher. Dafür foivröen 979 749,15 Mk. ausbezahlt, ein Mehr von 74625 Mark gegen das vorhergehende Geschäftsjahr. Richt alle Milch ist zur Verarbeitung glommen. der größere Teil gelangte als Frischmilch in die Städte Frankfurt a. M, Hanau und Offenbach. Infolge rationeller Diehwirtschaft steigert sich die Milchlieferung immer mehr. Die Rkit- gliederzahl der Genossenschaft hat sich durch -Zugang von 58 und Abgang von 16 von 1123 Ende 1927 auf 1165 am 31. Dezember 1928 gehoben- Die Haftsumme ist dadurch um 2100 Ml. auf 58 250 Mk. gestiegen. Die Geschäftsguthaber haben sich um 420 Mk. auf 11 650 Mk. erhöht. Die Aktiva betragen 124 956,35 Mk., die Passiva 122 019,50 Mk. Der Reingewinn wurde tells dem Reservefonds, teils der Betriebsrücklage, teils dem Werkerhaltungsstock gutgeschrieben, außerdem kommt eine Dividende von IVs Prozent auf das Druttomilchgeld an die Genossen zur Auszahlung. Die satzungsgemäß ausgeschic- denen Mitglieder des Aufsichtsrates wurden bis auf Heinr. M ä s e r , Ruppertsburg, der eine Reuwahl ablehnte, wiedergewählt. Es sind das Wilh. Pauly (Bettenhausen), Wilh. Koch II. (Villingen '. Karl illjl (Rodheim), Gustav Wolf (Wohnbach) und H. Lehr (Ruppertsburg). Eine rege Aussprache folgte dem Antrag von 43 Dörsdorfer Mitgliedern, die durch Streichui, bzw. Verminderung verschiedener Ausgabepostn den Milchpreis um einen Pfennig erhöhen sollten. Der Antrag wurde abgelehnt. Gegenwärtz wird die Molkerei von 18 umliegenden Orichaften beliefert, sie unterhält 15 Fuhrwerke. Es wurde angeregt, die Anfuhr der Milch mittels Kraft- Wagens durchzuführen. Rach angestellten Zerech- nungen müßten wenigstens 3 Autos angschafft werden, deren Verzinsung und Hnterhaiungs- kosten den Betrieb nicht wirtschaftlicher gestalten. Gegenwärtig beträgt der von der Wlkerei bezahlte Stallpreis pro Liter Milch 17 P, der höchste Preis während des Geschäftsjahre' war 19 Pf. Der verarbeiteten Milchmenge nad steht die Molkerei Hungen an dritter Stelle in Ober- Hessen und wird von den Molkereigenossenftaften Rieder-Wöllstadt und Ostheim-Riederweiselstber- Iroffen. Kreis Friedberg. 4 Friedberg, 30.März. .Dieser Tag hielt die hiesige Dank für Handel, ©eüxrbe und Landwirtschaft e. G. m. b. H. umr der Leitung von Rechtsanwalt und Rotar O. 2o k e l, des Vorsitzenden des Aufsichtsrats, ihre 6. ordentliche Generalversammlung ab. Aus der Geschäftsbericht des Direktors Weber gin u. a. hervor: Der Gesamtumsatz in 1928 betrug rund 23 Millionen, der sich um 3.25 Milionen gegenüber dem Vorjahr erhöht hat. Die Bilanzsumme stellt sich in Vermögen und Ehulden auf 1 173 000 Mk. und ist damit um 888 00 Mk. höher als die vorjährige. Infolge des gefkgerten Geschäftsverkehrs hat sich das Ergebns des Reingewinns auf 45562,60 Mk. erhöht. Die Bilanz, sowie die Gewinn- und 2erlust- r-chnung wurden einstimmig genehmigt. Ais dem Reingewinn wurden, wie im Vorjahre, nieder 10 Prozent Dividende verteilt, te den Bewag von 19 600 Mk. ausmachen. Die Gzfamt- resecven belaufen sich auf 92 869 Mk., d? eine Erhöhung gegen 1927 um 19 887 Mk. efafjren habeDie Zahl der Mitglieder hat fitz von 1308 auf 1270 verändert. Durchgeführt wurde im abgelaufenen Geschäftsjahre die Aufwartung der alten Spareinlagen, die zusammen 2 Millionen Goldmark betragen, denen aber nur eine Aufwertungssumme von 41 500 Mk. gegenübersteht. Die Aufwertungsquote betrug 2. Sehr erfreulich ist die Zunahme der Spareinlagegelder, die 1928 513 403 Mc. ausmachten und die von 1927 um 167 686 Mk. überfliegen. Bei der Ergänzungswahl des Aufjichtsrates wurden die ausscheidenden Herren H. B e ch st e i n. K. Ferber, Kommerzienrat Haller und August Müller wiedergewählt. Bad-Nauheim, 30.März. Die S ladt- Verordnetensitzung vom 1. Februar, die das Dauprogramm 1929 genehmigte, hatte beschlossen, wegen der Bebauung eines städtischen Baublocks in der Homburger S.rahe mit den hiesigen Handwerkern und der Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen in Verhandlungen zu treten. Da diese noch nicht zum Abschluß gekommen sind, mit dem Bauen aber begonnen werden muß. beschlossen die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung, daß ein Haus des Blocks von der Stadt in eigner Regie erbaut wird.* lieber die vorgelegten Bestimmungen für die Gewährung von verbilligten Baudarlehen (Beleihungsgrenze usw.) konnte man sich jetzt noch nicht in allen Punkten einigen, weshalb der Entwurf zur nochmaligen Beratung an den Bauausschuß zurück-' verwiesen wurde. Auf Anregung aus S abt- üerorbnetenfreifen hat die Verwaltung den Entwurf einer Satzung über die Bestellung einer Wohnungsdeputation vorgelegt. Die Versammlung stimmte der geplanten Reueinrich- tung zu, die jetzt noch der Genehmigung des Kreisdirektors bedarf. Der Deputation, die aus dem Bürgermeister und sechs Stadtverordneten (drei Mietern und drei Hausbesitzern) besteht, liegt innerhalb der Zuständig leit der Stadtverordneten die Beschlußfassung über folgende Angelegenheiten ob: Vermietung städtischer Wohnungen, Festsetzung von Mietpreisen, Vornahme von Ausbesserungsarbeiten bis zum Betrag'von 800 Mk., Schlichtung von Streitigkeiten bei städtischen Mietern, Erhebung von Räumungsklagen. Die Deputation wird auf vier Iahre gewählt. Das Isolierhaus als erste Etappe zum neuen Krankenhaus ist soweit fertiggestellt. Für die Inventarbeschaffung des Isolierhauses wurden 50 000 Mk. bewilligt. — Am 14. April hält der Gau Illa des Allgemeinen Deutschen Automobilklubs hier seinen diesjährigen Gautag ab. Einem Gesuch des hiesigen Motor-Sporlllubs, den Teilnehmern an dieser Zusammenkunft eine Erinnerungsplakette zu stiften, wurde zugestimmt. Cs werden etwa 700 Mk. für den Zweck benötigt. Kreis Alsfeld. Alsfeld, 30. Dkärz. Infolge Krankheit tritt Oberftudiendirektor Hensing am 1. April in den Ruhestand. An seine Stelle tritt der seitherige Direktor der Laubacher Realschule, Oberftudiendirektor Hainer (Laubach), während Studienrat Paul G r a e b e r von der hiesigen Ober-Realschule als Nachfolger des nach Gießen versetzten Oberstudiendirektors Angel b*erger (Grünberg) ernannt wurde. Der Weggang des in Alsfeld in allen Kreisen beliebten Studienrats Graeber wird allgemein bedauert. In ihm verliert die Alsfelder Ober-Rcal- (chule eine hervorragende Straft und mit dem sclvi- denden Oberstudiendirektor He ns in g einen vorzüglichen Mathematiker und Pädagogen. — A n vergangenen Samstag feierte der in Alsfeld unter dem Namen der „alte Bleicher" jedermann befanr'e Stadtbleicher Ernst FalkenHainer n geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. C;,n Jahre 1865 übernahm er von seinem Vater " e Verwaltung der Stadtbleiche und versah dieses L>"tt bis noch vor wenigen Jahren, bis ihn (ein hvl^s Alter zwang, seine Xätigfeit auf einen sei r Söhne zu übertragen. Der greife Jubilar erste- t sich wegen seines vortrefflirt)en Charakters allgemeiner Beliebtheit in allen Kreisen der Bevölkerung. Mühe und Arbeit haben sein Leben ausgefüllt. Am Morgen seines 90. Geburtstages brachte ihm die Stadtkapelle ein Ständchen. Namens der Stadtverwaltung überbrachte Bürgermeister Dr. Aölsing die Glückwünsche und die Anerkennung für seine langjährigen treuen Dienste. — Der älteste Einwohner der Stadt ist der im 94. Lebensjahre stehende frühere Landwirt E r n st Kochi. — Die Vorbereitungen für den am 7. April dahier statt- findenden Volks-Flugtag sind rege im Gange. Das am Marktplatz vorgesehene Brillantfeuerwerk mit anschließender Beleuchtung des Marktplatzes dürfte zu einer Hauptanziehungskraft für die geplante Veranstaltung werden, die in den Händen des hiesigen Verkehrs- und Derschönerungsvereins liegt. Die Flugvorführungen erfolgen durch die Raab-Katzenftein-Werke. -er. Homberg a. d. Ohm, 30. März. Dw B aut ätigkeit scheint in diesem Iahre wieder sehr lebhaft zu werden. Während in Homberg vorwiegend Umbauten geplant sind, dürfte in den Dörfern der Umgegend mit der Erbauung von Wohnhäusern und Ställen zu rechnen sein. Es werden in Rieder-Gemünden, Gontershausen je ein Wohnhaus, in Flensungen und Bernsfeld zwei, in Rieder-Ohmen und Rieder-Ofleiden sogar drei Wohnhäuser und Ställe gebaut. — Der Fußballklub „Germania" hielt dieser Tage seine Generalversammlung ab. Aus dem Bericht des Rechners ging hervor, daß der Verein im Laufe zweier Iahre eine sehr erfreuliche Besserung seiner Vereinsfinanzen verzeichnen konnte; dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Man beschloß, wegen allzu weiter Fahrten und der damit verbundenen Kosten aus dem Gau Fulda auszutreten und sich dem Gau Gietzen-Wetzlar anzuschließen. Weiter erörterte man die Frage der Lieberlassung des Sportplatzes an die Stadt zur Abhaltung von Prämienmärkten. Bei der bisherigen Benutzung des Platzes für Marktzwecke sind dem Verein allerlei Schäden erwachsen, zu deren Deckung bei der Stadt eine Entschädigung beantragt wurde. Zum 1. Vorsitzenden, des Vereins wurde Herr K l ö ß. Reuhaus, einstimmig gewähll, im übrigen wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder sämtlich wiedergewählt. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 27. März. In Ergänzung unseres kürzlichen Berichtes über die Beratungen des Gemeinderates über den Haushaltsvoranschlag für 1929 ist noch folgendes mitzuteilen: Aus den Erläuterungen des Bürgermeisters Walz über den Voranschlag ging hervor, daß in dem Haushaltspläne alles vorgesehen ist, was eine kräftig vorwärtsstrebende Stadt wie Lauterbach unbedingt erfordert, und daß trotzdem strengste Sparsamkeit o e ste Richtschnur bei der Aufstellung des Haushaltsplanes war. Dies wird auch dadurch bestätigt, daß trotz verschiedener größerer Aufgaben, die 1 im Laufe des kommenden Rechnungsjahres ihrer 'Preis: PH. 6.50 (Unbegrenzt haltbar lediglich durch die Art der Steuererhebung eine Aenderung der Ausschlagssätze bedingt ist. Es kann also erfreulicherweise festgestellt werden, daß allgemein eine Erhöhung der Steuern nicht eingetreten ist. Hervorzuheben ist noch, dah diese Sätze mit die niedrigsten in Hessen sind. Steuerwert des Gewerbeertrages 120 Pf., an Sondergebäudesteuer werden 17 Prozent vom staatlichen Sondergebäudesteuersoll erhoben. Diese Steuersätze sind, mit Ausnahme der bei der Gewerbesteuer, dieselben wie im vergangenen Jahre. Cs sei jedoch bemerkt, dah eine Erhöhung der Gewerbesteuer nicht erfolgt, sondern dah Aus dem dem diesjährigen Dekanatstag Les Cvang. Dekanats Giehen vorgelegten Jahresbericht sei folgendes für eine größere Oeffent- lichkeit bekanntgegeben: Zahlen für das Jahr 1928 konnten noch nicht ausgenommen werden, da die Statistik für 1928 noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Infolge der Uneinheitlichkeit der Einzelberichte, verursacht durch Einführung der sonntäglichen Zählung, konnte auch nicht eine Aufstellung für Die einzelnen Gemeinden angefertigt werden. Die der Kirchenbesucher beträgt 1927: Am 1. Ostertag 11595 Erwachsene und 2936 Kinder (1926: 11 805 und 3256); am 12. n. Trin. 4366 Erwachsene und 2111 Kinder (5469, 2281); am 3 Advent 4575 Erwachsene und 1574 Kinder (4650 2028); zusammen 20 536 Erwachsene und 6621 Kinder (1926: 21 924 und 7565); im Durchschnitt der drei Zähltage besuchten den Gottesdienst 1927: 6845 Erwachsene und 2207 Kinder oder 15,7 Prozent und 10,1 Prozent; die ent- sprechenden Zahlen lauteten 1925 : 8005 Erwachsene, 2678 Kinder, oder 18,42 Prozent unö 12,32 Prozent; 1926: 7308 Erwachsene, 2522 Kinder oder 16,79 Prozent und 11,59 Prozent Der Kirchenbesuch hat also bei Erwachsenen und Kindern abgenommen. Den höchsten A b e n d - mahlsbesuch weist Burkhardsfelden auf mit 28,77, den niedrigsten Giehen mit 26 47 Prozent. Unter den 10 oberhessischen D^ kannten steht das Dekanat nach dem Kirchenbesuch der Erwachsenen an 9. Stelle, der Kinder an 10 Stelle, nach dem Abendmahlsbesuch an 7. Stelle; diese Stelle ist in den letzten Jahren unverändert geblieben. Der Durchschnitt beträgt 1927: 93,0 Prozent gegen 88,80 Prozent 1926 und 90,33 Prozent 1925. Getauft wurden im Jahre 1927: 143o Kin- Das Evangelische Dekanat Gießen in -en Jahren 1922/28. ^7n plombierten Originalflaschen Xc6 kaufen Xie MAGGF WÜPZe am vorteilhaftesten. A Durchführung harren, eine Erhöhung der Steuersätze nicht ein tritt. Aach den weiteren Ausführungen des Bürgermeisters erscheint im Voranschlag 1929 erstmals die Einstellung einer Rücklage in Höhe von 12 000 Mk. für den in den nächsten Jahren erforderlich werdenden Schulhausneubau. Diese Rücklage soll in den kommenden Jahren nach Möglichkeit erhöht werden. Für Straßenbau werden 32 000 Mk. vorgesehen. In diesem Betrage sind 10 000 Wk. für eine Drücke über die Lauter als Verbindung von Dleichstraße und Müllersweg enthalten. Zur besseren Aufbewahrung der Feuerwehrschläuche soll im Laufe des Jahres ein Schlauch türm errichtet werden, der etwa 2000 Mk. Kosten verursachen wird. Weiterhin sind erstmals im 1929er Voranschlag 7000 Mk. für Zinsverbilligungen aus der Sonder- gebäudesteuer zur Förderung des Kleinwohnungsbaues enthalten. Der restliche Betrag der eingehenden Sondergebäudesteuer in Höhe von etwa 8000 Mk. wird für spätere Zinsverbilligungen bei der Bezirkssparkasse angelegt, falls diese Steuer über kurz oder lang nicht mehr zur Erhebung kommen sollte. Für soziale Fürsorge, wie z.B. zu Unterstützung von Klein- und Sozialrentnern, Erwerbslosen, Krisen- unterstühungsempfängern und sonstigen Hilfsbedürftigen sind rund 30 000 Mk. vorgesehen. Die Erbauung einer neuen Kläranlage (Em- scher Brunnen) erfordert mindestens 30 000 Mk Ferner sind für den projektierten Umbau des früheren Skinnerschen Anwesens in ein Cafe und Waldrestaurant 12000 Mk. vorgesehen. Dieser Umbau ist um so mehr zu begrüßen, als das Anwesen in idyllischer Lage am Abhang des Cichbergs direkt an der Freibadeanstalt gelegen ist. Die Instandhaltung des Kanals nach dem Eltwerk erfordert 3000 Mk. Der Voran« schlag der Stadt schließt, wie schon kurz gemeldet, in der Abteilung „Für den Betrieb" mit 326 750 Mark, in der Abteilung „Für das Vermögen" mit 98 304 Mk. ab. Die Gesamteinnahme und «ausgabe beträgt somit 425 054 Mk. Zur Bestreitung sämtlicher Ausgaben ist außer den Erträgnissen aus dem Vermögen, Reichssteueranteilen usw. noch eine G e m ei nd eum l a g e von 64 000 Mk. erforderlich. Zur Erreichung dieses Betrages wurden folgende Ausschlags- sähe beschlossen: Von je 100 Mk. Steuerwert Gebäude und Bauplätze 12 Pf., von je 100 Mk. Steuerwert land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitz 24 Pf., von je 100 Mk. Steuerwert des Gewerbekapitals 30 Pf., von je 100 Mk. firmation droht die Gefahr der Entziehung der landeskirchenamtlichen Genehmigung, wenn öffentliche Tanzvergnügen am Konfirmationstag nicht unterbleiben. Daß Sportbetrieb und Jugendriegen vielfach systematisch vom gottesdienstlichen Leben entfremden, wird wiederholt festgestellt. Unter den kirchlichen Vereinen sind im Dekanat die Frauenvereine von besonderer Bedeutung. An milden Gaben gingen ein 69 742 Mk. Die Durchschnittszahlen auf den Kopf der evangelischen Bevölkerung bewegen sich zwischen 46 und 357 Pf. (Allendorf a. d. Lda.) Der Durchschnitt ist von 112 Pf. in 1926 gestiegen auf 117 Pf. Die Gesamtleistungen des Dekanats für die H e i d e n m i s s i o n betrugen 1924: 3573 Mark; 1925 : 5570 Mk. (auf den Kopf 8,5 Pf.); 1926 : 6203 Mk. (9,3 Pf.); 1927: 9661 Mk. (14,8 Pfennig). Die Teilnahme der Dekanatsgemeinden an diesem Werk ist also im Steigen begriffen. Die Zahl der von dem Vertrauensmann der Inneren Mission, Pfarrer Bönning (Rödgen), betreuten im Dekanat untergebrachten Fürsorgezöglinge beträgt 18; hierbei sind einbegriffen Lehrlinge, Dienstmädchen, schulpflichtige Kinder und Pfleglinge. An Gaben für die Innere Mission gingen ein 3591 Mk. Unter den 31 Zweigvereinen des Hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolf-Etif- tung steht der Zweigverein Gießen nach seiner Jahresleistung auf den Kopf der Bevölkerung an 2. Stelle; nur eine Gemeinde (Klein-Linden) steht mit 10,6 Pf. über der Durchschnittsleistung für den Gustav-Adolf-Verein in Hessen (10,2 Pf ). Insgesamt wurden 3735 Mk. für ihn aufgebracht. Der Evangelische Bund (8 Zweigvereine mit 572 Mitgliedern) ging leider an Zahl der Zweigvereine unO der Mitglieder zurück. Die Jubiläumsgaben von 14 Dekanatsgemeinden zum Gießener Dundesfest betrugen: 2044 Mk. Einen erfreulichen Fortschritt hat in den Berichtsjahren die Sache der Kirchengesangvereine aufzuweisen. Cs entstanden neu und fanden Anschluß an den Hauptverein für Hessen die Vereine Allendorf (Lahn), Hausen und Oppenrod. Mit 13 Choren steht das Dekanat an der Spitze aller oberhessischen Dekanate; unter ihnen befindet sich der Frauenchor zu Alten-Duseck; dazu kommen die noch abseits vom Verband stehenden Chöre zu Lang-Göns und Wieseck (Frauenchor). Besonders bantbar wird die Zusammenarbeit mit dem Posaunenchor Klein-Linden erwähnt. Das Ziel bleibt: Keine Kirchengemeinde ohne Kirchengesangverein. der, darunter 210 uneheliche; davon 181 in Gießen (Entbindungsanstalt!); von 91 Kindern aus Mischehen wurden 46 evangelisch getauft; (1925: 79 und 26; 1926: 74 und 35). Don 1927 standesamtlich geschlossenen 48 Mischehen wurden nur 18 evangelisch getraut. (1925 von 41: 18; 1926 von 46: 17.) Kirchlich getraut wurden 501 Paare bei 540 standesamtlichen Eheschließungen; Trauungsverweigerungen kamen 4 vor und 27 aufgeschobene Trauungen. Konfirmiert wurden 1236 Kinder, davon 33 aus Mischehen. Konfirmationsversagung gab es eine, Konfirmationsentziehung keine. Verstorben sind 1000 Evangelische, von denen 717 kirchlich beerdigt wurden; 14 Kinder wurden ohne Mitwirkung des Geistlichen nach Herkommen beerdigt. Dei einer Zahl von 1464 im Dekanat Lebendgeborenen ergibt sich ein Geburtenüberschuß von 464. Die Seelen- zahl des Dekanats betrug 1927: 65 078. Von der evangelischen Landeskirche getrennt sind 1927: 106 Altlutheraner, Freilutherische, Separiertlutherische; 3 Wennoniten, 123 Baptisten, 10 Methodisten, 274 Aeuapostolische, 23 Adventisten, 54 christliche Dissidenten, 157 Freireligiöse, 69 Apostolischkatholische, 43 Dissidenten. Uebertritte fanden statt: aus der katholischen zur evangelischen Kirche 3, von sonstigen christlichen Gemeinschaften 3, von sonstigen nichtchristlichen Gemeinschaften 1; Austritte zu sonstigen christlichen Gemeinschaften 19, zu sonstigen nichtchristlichen Gemeinschaften oder ohne ilebertritt oder unbekannt wohin 56; im ganzen 75 (1925: 40; 1926: 82). In dem Llbschnitt über den r e l i g i ö 3 - f 111 - lichen Zustand wird begrüßt eine Warnung des Kreisamts Gießen vor grobem Unfug bei Kirmesbegräbnifsen, die mit einer Ausnahme auf guten Boden gefallen zu sein scheint. Der immer mehr sich einbürgenben O st erkon - 2823 V 1703653099 | 34 Gewinn- und Verlust-Rechnung 1928 RM 135000000 48000000 Gläubiger Akzepte Wohlfahrtsfonds für die Angestellten ■ • • • • Noch nicht abgehobene Gewinnanteile der früheren Jahre . . 10% Gewinnanteil auf RM 135000000 Kommandit-Anteile. . Gewinnbeteiligung des Aufsichtsrats Uebertrag auf neue Rechnung - • • Zahlreiche Zweigniederlassungen in Deutschland 1928 Aktiva Kasse, fremde Geldsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken Schecks, Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen . . Nostroguthabcn bei Bänken und Bankfirmen mit Fälligkeit bis zu 3 Monaten : - • •. • Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere . . Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagertc Waren. eigene Wertpapiere * • Konsortial-Beteiligungcn Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg . . . . Beteiligung bei dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-G. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen. Schuldner in laufender Rechnung Einrichtung Bankgebäude Sonstige Liegenschaften . ............... DISCONTO-GESELLSCHAFT BERLIN Bankmäßige Geschäfte jeder Art 4000000 187000000 1436998163 62249318 2952000 77022 13500000 656756 219837 Passiva Kommandit-Kapital Allgemeine (gesetzliche) Reserve - • „nXoAnÄ Besondere Reserve . . . RM 3000000 hierzu Uebcrwcisung aus dem Reingewinn . . ,, looouuv RM Pf. 26446894 73 50624223 56 437013930 02 139521522 40 102867489 09 228298490 42 984772550 22 12840 221 34 32787858 34 12000000 — 25000000 — 34367913 50 564181784 94 1 — 32341820 — 5360 950 | Vermietungen | Zwei sebrschönmödl. Herren- und Schlafzimmer in out. Vage zu verm. Zu ersr. t. d. Geschst. d.Gien. Anz. 01839 2 große Zimmer mit el. V. für Bureau ob. an Dauer- mieter sofort au ver- mie en Frankfurter Strane 24 1. 01834 Mietgesuche"] 2 möblierte oder unmöblierte Zimmer mit Küche ob. Kiichen- benutmttfl, sucht ab 1. Mat junges Ehepaar mit einem nahezu 2iäbr. Stinbe. SchrAngeb. it. 01847 a. b. Gieh. Anz. erb. Statt Karten! Oie glückliche Geburt einer kräftigen Tochter r zeigen in dankbarer Freude an Dr. med. Hugo Bach ! und Frau Betti geb. Schwarz Gedern, Ostersonntag 1929. 2)82 Dz sprachlos bin ich über den Erfolg von „JEeßeivoftl“ Hühneraagen-Lebewobl u. Lebewohl - Ballenscbei- ben Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf-, Lebewohl-Fuhbad Soll Verwaltungskostcn einschließlich Gewinnbeteiligung der Geschäftsinhaber, Direktoren, Prokuristen und Angestellten . . Steuern Zu verteilender Reingewinn. » - RM jPf. 47826173 I 06 8052588 । 53 15376594 32 71255355 1 91 Haben Vortrag aus 1927 ......... Effekten................. Provision Wechsel und Zinsen - - : Beteiligung bei der Norddeutschen Bank in Hamburg ... Beteiligung bei dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-G. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen RM 217674 3687619 31018298 Pf. 14 55 13 30124536 12 1200000 — 2500000 — 2507227 97 71255355 | 91 UWMslkiMM Mittwoch, den 3. April, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, nachmittags ob 2 Ußr: drei Kleiderschränke, zwei Waschtische mit Marmor und Spiegel, einen Ausziehtisch (Eiche), mehrere Sessel, mehrere Lampen, eine emaillierte Badewanne (fast neu), eine Flurgarderobe, einenWeinschrank,1SÄilder, mehrere Stühle, ein Paar Schneeschuhe, eine Doppelleiter, vier Luthertische, ein komplettes Äett mit Federzeug, einen Wandspiegel, eine Chaiselongue, einen Glas- schrank,zweiOiPlomaten«Schreibt»sche,einen Trumeauspiegel, einen Zimmert,sch, einen Eisschrank, zwei Teppiche, mehrere Decken und Wandbehänge, Herren- und Lamen- Räder u. n. v. a. 2977U Versteigerung bestimmt. Ludwig Oavtmetz Auktionator und Xofator ■n....nn,eg M Telephon 1414 te irtmlmögliteil! Abaebaute Beamte (Beamtinnen nut grö ikiem Betannienkreio aciumt, tue 'Vrtuaie nut la Waichekolickhon heiueben wollen. £ fiert, um. F. m. 5»5U an ALAffla-cnttcin L VoqIct, Nrankiurt a. M. -7<4V Laden mit Geschäfts- und Lagerräumen in Ällsield (Oberhessen) sofort zu vermieten.Beste Geschäftlage in der Nähe der neuen Post. Für jeden Betrieb, auch als Oamen-Puhgeschäst, geeignet. Anfrag, an Karl Bellinger, Alsfeld, erbeten. holzversteigerung. Donnerstag, den 4. April 1929, werden aus dem Gemeindewald versteigert: 8 Kiefernstämme 2b, 3a N und 3a und 3b N Abschnitte = 5,82 fm, 350 Fichten- Terbstangen, 3,2 rm Fichten-Nutzknichpe, 11,6 rm Buchenscheit, 6,2 rm Eichenscheit, 41 rm Kicfernscheit, 23 rm Buche, Eiche, Kiefernknüppcl, 230 Buchenwellen, 370 Eichenwcllen, 2800 Kiefernwellen, 3000 Fichtenwellen und 20 rm Stoctt)olz. Die Kiefernstämme und Fichten-Derb- stangeii kommen am Anfang zum Aus- aebot. Zusammenkunft Distrikt Schindanger vormittags 9 llhr. Das zerstreut lagernde Holz wird nicht vorgezelgt. Leihgestern, den 30. März 1929. I Bürgermeisterei. 2970V Holzsubmission. fm Stamm Freitag, bis spätestens Bürgermeisterei Allen-Bnfech 3d- 4a» 1 1 42,29 83,44 52,97 17,25 . 0,68 . 0,83 47,71 39,77 38,18 16,40 12,74 10,07 4,15 lb- 2a- 2b- 3a- Aus den Waldungen der Gemeinde Alten-Buseck sollen die nachbezeichnetcn Nutzhölzer im Wege schriftlichen Angebots verkauft werden: 2927V 1. Kiefern-Abschnitte, GüteklasseA. 1 Stamm 3a-Klasse ........ 0,73 fm la-Klasse Id- „ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 3b- „ 4b- „ 3b- „ ....... 4,64 Langholz Güteklasse N. Angebote sind den 5. April 1929, nachmittags 3 Uhr, pro Festmeter, getrennt nach Klassen, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei schriftlich einzureichen, woselbst auch die Kaufbedingungen bekanntgegeben werden. Alten-Buseck, den 28. März 1929. 115 139 58 13 3 3. Fichten 288 Stämme 121 63 17 S „ 5 2. Kiefern-Lang holz, Güteklasse N. 5 Stämme la-Klasse 0,99 fm Drucksachen al lerArt liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und nreiswert die Brühl’acbe Univ.-Druckerei. R. Laug» {Stellenangebote) Für einen sich glänzend einführenden Auuerartikel nWuif8Woch.alt. Serie! zu verkaufen. Wild. Hermann, Beuern. Ziege m. Lämmern z. verk. Näueres 01N3 SchiUerstraste 32. Zu verkauien: 2 MelilWkn 1 leichte Zedemüe 2 Dovvelgeivanne Witte Näheres durch Treuhänder 01 42 Herm. Kirchner, Am Vtahrnngöb. 16, Televdon 4167. 12 S4 PS Met-Wo osten. Baujahr 1917, in garant. betriebsfähigem Zu ande, in allen Teilen vo.ck. neu beiger- vretsw. au verkauf. Schrift!. Anfrag. u. 2975 na. b. Gtehener Anzeiger. hm««hhh Gut erhaltene » ettntelle mit Matt atze u. flut erhaltener 01846 Herd billig aii verkaufen. imimnir Rheinhessen. WER. Mainz. 1. April. Aach vier Sitzungstagen haben die Mainzer Stadtverordneten den Haushaltsvoranschlag verabschiedet. Durch Streichungen und Gebühren- echöhungen war das Defizit, das ursprünglich 2 321 230 Mk. betrug, auf 1 580 448 Mk. verringert worden. Durch Mehrüberwersun- gen aus Reichssteuern, Einführung einer Filial- und einer Hausangestelltensteuer, sowie durch Erhöhung der Grund- und Gebäudesteuer ist nunmehr auch dieses Defizit ausgeglichen worden. Preußen. Besserung im Befinden des Bischofs von Limburg. WSR. Limburg, 1. April. Die Lungenentzündung des Bischofs Augustinus Kilian ist als überwunden anzusehen. Die Herztätigkeit hat eine Besserung erfahren. Sollten keine weiteren Komplikationen eintreten, so ist trotz der großen Schwäche, die als Folge der ernsten Krankheit zu betrachten ist, eine Genesung zu erhoffen. KreiS Wetzlar. WER. Wetzlar, 1. April. Mit dem 31. März ist der Landrat des Kreises Wetzlar, Geheimrat Dr. Sartorius, in den wohlverdienten Ruhe- stand getreten. Fast drei Jahrzehnte hat er mit hingebender Pflichttreue an der Entwickelung seines ihm liebgewordenen Kreises gearbeitet, und sein Wirken ist von manch schönem Erfolge gekrönt gewesen. (d Dutenhofen, 30. Märg. Unsere Gemeinde plant den Bau einer Wasserleitung. Nachdem die Schürfarbeiten im Stehbachtol zum Erfolg geführt haben, soll nunmehr die Quellenfassung erfolgen. Diese Arbeiten sind dem hiesigen Unternehmer Joh. Müller übertragen worden. Die Einwohnerschaft zeigt bei diesem Projekt gro- gen Opfersinn, da sie schon mehrere tausend Mark für diesen Zweck durch freiwillige Sammlungen aufgebracht hat. Kreis Limburg. WER. Limburg, 1. April. 3n der Aacht zum Ostersonntag brach kurz vor 12 Uhr in der Schreinerei der hiesigen Eisenbahnwerkstätte Feuer aus, das an dem leicht brennbaren Material schneU Aahrung fand, so dah im Au die große massive Halle in Flammen stand, einen mächtigen Feuerschein gegen den nächtlichen Himmel werfend. Zwar konnte das Aiederbrennen der Schreinerei, in der bis vor kurzem Eisenbahnwaggons hergestellt wurden, nicht mehr verhindert werden, jedoch gelang es den Feuerwehren, die umliegenden dicht zusammenhängenden Hallen, in denen viel Material aufgestapelt war, zu retten, auf die die Flammen schon übergegriffen hatten. Aach iVrstÄndiger Arbeit war das Feuer gelöscht. Die Entstehungsursache wird auf Kurzschluß zurückgeführt. Schweres Autounglück. WSN. Amorbach, 1.April. Am Ostermontag ereignete sich in der Nähe von Amorbach ein schweres Automobilunglück, bei dem der Wagenführer Stange getötet wurde. Schwer verletzt wurde der Sohn des portugiesischen Konsuls Bungert aus Mannheim, der aus dem Wagen herausgeschleudert wurde. Er befindet sich im Krankenhaus Amorbach. Lebensgefahr besteht jedoch für ihn nicht. Der verunglückte Wagenführer hat anscheinend an einer Kurve die Geistesgegenwart verloren. Er kam unter den Wagen zu liegen und wurde vom Schutzblech getötet. Er ist der Neffe des in Mannheim lebenden Generalleutnants a. D. Oskar v. Stange. Gießener Jugendgericht. Als Jugendschöffen wirkten in der letzten Sitzung mit Frau Sophie Maier von Gießen und Friedrich Karl Rinn von Heuchelheim. Es standen zwei Fälle zur Aburteilung. Im ersteren Falle handelte es sich um ein Verbrechen wider die Sittlichkeit, im zweiten um eine Bedrohung und um ein Verbrechen gegen das Sprengstoffgeseh. Im ersteren erhielt der kaum der Schulzucht entwachsene Täter eine Gefängnis st rase, wenn auch unter bedingter Strafaussetzung, um ihn von künftigen Verfehlungen abzuhalten, gleichzeitig wurden Erziehungsmaßrege l n angeordnet. — Im letzteren Falle bildeten Familienzwistigkeiten die LIrsache der schweren Verfehlung. Ein bereits nahe an der Grenze der vollen Verantwortlichkeit stehender Iugend- licher hatte wieder einmal Hausstreit bekommen und war infolgedessen vor die Tür gesetzt worden. AlS ihm auch noch seine Kleider durch das Fenster nachgeworscn wurden, erfaßte ihn ein solcher Zorn, daß er nunmehr eine Blechbüchse. die mit Sprengmaterial geladtpr war, in unmittelbarer Aähe seines elterlichen Hauses zur Explosion zu bringen suchte. Als ihm dieses nicht gelang, nahm er den Deckel der Büchse ab und zündete den Büchseninhalt mit dem Erfolg an, daß er durch die hierdurch entstehende Stichflamme nicht unerheblich am Arm verbrannt wurde. Die Tat bildet eine nach dem Sprengstoffgeseh schwer zu ahndende Verfehlung. Mit Rücksicht darauf jedoch, dah der Angeklagte aufs schwerste gereizt war und dah er seine Tat bereut, dah auch wohl eine Versöhnung mit seinen Eltern zustande gekommen ist. erhielt er nur eine Gesamtstrafe von einemMonatGe- f ä n g n i s unter fünfjähriger Bewährungsfrist, Kunst und Wissenschaft. Ein Gedenkstein für Eva König. Eva König, in ihrer zweiten Ehe ßef* sings Gattin, haben am Tage der Eva-König- Feier in Wolfenbüttel ihre Nachkommen aus erster Ehe, die Familie Henneberg, einen Gedenkstein errichtet. Die Stadt Wolfenbüttel stellte hierzu einen Platz auf dem alten, malerischen Dürgerfriedhof, auf dem Lessings Gattin ihre letzte Ruhe gefunden hat, zur Verfügung. An Stelle ihres Grabes, daS seit langem nicht mehr bekannt ist, soll dieser Stein ihr Andenken bewahren. Die Gedächtnisrede hielt Dr. Bruno Henneberg, Professor der Anatomie in Gießen. Eva Königs Rachkommen — 84 an der Zahl — leben fast alle in Aorddeutsthland. VII. Deutsches Brahmsfesl. Das Vll. Deutsche Brahmsfe st der Deutschen Drahmsgesellschaft findet unter Leitung von Wilhelm Furtwängler mit dem Berliner Philharmonischen Orchester vom 29. Mai bis 2. Iuni 1929 in Iena statt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Vi 'fr HENSCHELS ä i ÜLi MW VORZÜGE derHENSCHEL’MOTOREN: abnehmbare Zylinderköpfe (beim 6 Zylinder gefeilt und abnehmbar)/hängendeVenlile/günsligerZündkerzen- silz / einfache Anordnung der beiden Vergaser (6 Zyl.) mit Luftfilter / Auspuffableitung in der Molormifte, zum Schulze des Führerraumes vor Ausstrahlungen / Motor- bremse, leicht zu bedienen -und immer betriebssicher. Die Vorteile unserer Konstruktion sind Ihr Nutzen. Lassen Sie sich unsere Wagen verführen. unter» ^Motorhaube zeigt Ihnen die vortreffliche Einblock-Konstruktion unserer Motoren, die eis Vier- oder Sechszylinder — je nach Wunsch und Beanspruchung — in unsere Lastwagen und Omnibusse eingebaut werden. Mil dieser Konstruktion haben wir einen modernen Motor geschallen, dessen hohe Leistung bei einfacher, übersichtlicher Form von jedem Kenner immer wieder bewundert wird. WEINBERG Generalvertretung für Gießen und Umgegend: Ing, R. GUngerich & Co., Gießen, Liebigstraße 58, Fernruf 4186 i KASSEL* ABTLG. omVibusse 26-8 V Bekanntmachung Zn unser Handelsregister Abteilung B wurde heute bezüglich der Firma Commerz- imb Privatbank, Aktiengesellschaft, Filiale Gießen, eingetragen: 2965D In der Generalversammlung der Aktionäre vom 28. Februar 1929 ist der mit Aktiengesellschast unter der Firma Mitteldeutsche Creditbank zu Frankfurt a. M. abgeschlossene Verschmelzungsvertrag vom 6. Februar 1929, wonach das Vermögen der letzteren als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation auf die Gesellschaft unter der Firma Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, zu Hamburg, übergeht, genehmigt und zunr Zwecke der Durchführung dieses Verschmelzungsvertrages die Erhöhung des Grundkapitals um 15000000,— JMl auf 75000000,— M durch Ausgabe von 13000 Stammaktien zu je 1000,— JMt und 20000 Aktien zu je 100,— :JUt, sämtlich auf den Inhaber lautend, beschlossen worden. Die in der Generalversammlung der Aktionäre vom 28. Februar 1929 beschlossene Kapitalserhöhung ist erfolgt. Ter Umtausch der Aktien zu 600,— .'O, und 60,— WJ( in solche zu 1000,— ."Jltt, bzw. 100,— ,r/Ml ist durchgeführt worden. Durch Generalversammlungsbeschluß vom 28. Februar 1929 ist der Gesellschaftsvertrag in den §§ 5 Abs. 1 (Grundkapital und Einteilung), 16 (Wahl des Aufjichts- rates) und 17 Abs. 1 Satz 1 (Wahl des Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Stellvertreter) geändert worden. Grundkapital: 75000000,— JLK, eingeteilt in 63000 Aktien zu je 1000,— JUL und 120000 Aktien zu je 100,— JUl, sämtlich auf den Inhaber lautend. Iustizrat Dr. Albert Kotzenellenbogen, Bankdireltor zu Frankfurt a. M., und Friedrich Reinhart, Bankdirektor zu Ber- litt, sind zu ordentlichen Vorstandsmitgliedern bestellt worden. Dem David Rubin zu Gießen ist für die Filiale Gießen Prokura erteilt mit der Maßgabe, daß er berechtigt ist, die Firma in Gemeinschaft mit einem Vorstands- mitgliede (ordentlichem oder stellvertretendem) oder mit einem anderen für die Filiale Gießen bestellten Prokuristen zu zeichnen. Gießen, den 27. März 1929. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 27. März 1929 bei der Firma Mitteldeutsche Creditbank, Filiale Gießen, folgendes eingetragen: Tie Generalvcr sammlung vom 28. 2. 1929 hat nach Genehmigung des Fusionsvertragcs vom 8. 2. 1929 beschlossen, das gesamte Vermögen der Gesellschaft als Ganzes unter Ausschluß der Liquidation auf die Commerz* und Privatbank, Aktiengesellschaft in Ham- bürg, zu übertragen. Die Gesellschaft ist ausgelöst, die Firma ist erloschen. 2965V Gießen, den 28. Marz 1929. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A wurde eingetragen: Am 12. Mar,; 1929 bei der Firma Hermann Sommer in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 18. März 1929 bei der Firma I. Schmücker Nachf. in Gießen: Ludwig Hirschmann in Gießen ist in das Geschäft als persönlich hastender Gesellschafter ein- getreten. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. Februar 1929 begonnen. Am 19. März 1929 bei der Firma Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein- Druckerei R. Lange in Gießen: Die Firma ist geändert in Drühl'schc Univerutäts- Buch- und Stcindruckerei R. Lange, Verlag des Gießener Anzeiger, Kommanditgesell- chaft. Tie Kommanditgesellschaft hat am 1. Januar 1929 begonnen. Es sind 4 Kommanditisten vorhanden. Am 20. März 1929 bei der Firma Wilhelm Strauch in Gießen: Das Geschäft ist mit dem Recht der Weiterführung der Firma auf den Kaufmann Paul Schild in Gießen übergegangen. Die Prokura der Wilhelm Strauch Ehefrau ist erloschen. Die Firma ist geändert in: Wilhelm Strauch, Inhaber Paul Schild. Am 26. März 1929 a) bei der Firma S. Rosenau in Gießen: Tic Prokura des Kaufmanns Hans Schönfeld in Gießen ist erloschen, b) Bei der Firma Wilhelm Herr, graphische Kunstanstalt, Buchdruckerei und Steindruckerei in Gießen: Die Prokura der Marie Fillmann ist erloschen, c) Bei der Firma Apotheker Fried. Pascoe, pharmazeutische Präparate in Gießen: Tas Geschäft ist mit dem Recht der Weiter- sührung der seitherigen Firma unter Ausschluß oes Uebergangcs der Passiva auf den 4lpothekcr Friedrich Pascoe in Gießen übcrgcgangen. Tie bem Apotheker Friedrich Pascoe in Gießen erteilte Prokura ist erloschen. 2965 O Gießen, den 27. März 1929. Hessisches Amtsgericht. Nutzholzversteigerung Tonncrstag, den 4. April, von vor» mittags 10 Uhr aufangcnd, kommt aus hiesigem Gemeindewald nachstehendes Holz zur Versteigerung: Kicfernstämme 3a-ÄL 5 St.— 6,75 km 2d- „ 7 „ -- 6,64 „ Buchcnftämmc 5. „ 3 „ --- 3,59 „ 4. „ 2 „ = 1,96 „ Etchcnstämmc I. „ 2 „ 0,32 „ n -■ H •* H — 2,03 „ .. 3. „ 3 „ -- 1,81 „ „ 4. „ 5 „ ---- 2,79 „ Terbstangcn Lu.2. „ 356 „ ^23,19 „ zirka 4000 Bohnenstangen. Bemerkt wird, daß die Bohnenstangen mittags von 2 Uhr ab zum Ausgebot kommen. 298 ID Zusammenkunft ist im Ort. Bersrod, den 30. März 1929. Hessische Bürgermeisterei Bersrod. Becker, Bekanntmachung. Unter Zugrundelegung der Reichsverdingungsordnung sollen die nachstehend aufgeführten Arbeiten zur Errichtung von Obdachlosenwohnungen an der Marga-- retenhütte vergeben werden: 1. Puy-, Weißbinder- und Anstreicher- arbeiten, 2. Schreinerarbeiten, 3. Glaserarbeiten, 4. Schlosserarbeiteu, 5. Kanalarbeiten, 6. Jnstallationsarbeiten, 7. Herd- und Ofenlieferung. Die Unterlagen liegen auf unserem Bureau, Asterweg 9, offen. Angebotsformulare sind daselbst zu haben. Die Angebote sind verschlossen, versicgell und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Eröffnungstermin 2969C Dienstags den 9. April 1929, borm. 10 Uhr, bei uns einzurcichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 30. März 1929. Stabt. Hochbauamt. Gravert. Bekanntmachung. Der Jnstallationsmeister Wilhelm Rinn IX. in Gießen, Schützenstraße 19 I, ist zur Ausführung von Anlagen im Anschluß an das Gas- und Wasserwerk auf Grund der Bestimmungen vom 16. 6. 1925 zugelassen worden. 2969C Gießen, den 28. März 1929. Der £ berbürgermeister. I. V.: Dr. Ham m. Holzsnbmission. Die Gemeinde Nieder-Bcsfinge« verkauft im,Wege schrifllichen Angebots nachstehend verzeichnetes Holz: Stämme und Abschnitte N. Eiche 1. Kl. 26 St. = 4,02 fm Hainbuche 3 Linde Fichte 3 1 15 1 la lb> 2a: 108 15 1 291 167 67 10 219 315 --- 32,00 --- 8,53 --- 0,65 ----- 3,29 --- 0,29 -- 0,77 --- 0,88 --- 41,56 -- 54,37 --- 42,44 --- 8,83 2b- Fichtcnderbst. 1. 4 ‘ ' » 3. ,. 879 „ Lohnstangcn 1559 ^tüd Fichten-Nutzreijig 74,7 rm. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen pro Festmeter bzw. Raummeter bis zum Freitag, dem 5. April 1929, vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle mit entsprechender Aufschrift cin- zurcichen. Die Bedingungen, welchen sich die Käufer mit der Einrerchunst ihrer Angebote unterwerfen, werden tm Termin bekanntgegeben und können vorher eingesehen werden. 2968D Nieder-Bessingcn, 29. März 1929. Hessische Bürgermeisterei. Steuernagel. Bekanntmachung. Die Lieferung von Zement, Traß, Zementröhren und Steinzcugröhreu soll auf Grund der Reichsverdingungsordnung vergeben werden. Angebote sind spätestens zum Eröff- nungStermin am Montag, den 8. April 1929, borm. 10 Uhr, beim flöht. Ticfbauamt, Afterweg Nr. 25, verschlossen und versiegelt abzngeben. Angebotsvordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlags- und Bindesrift drei Wochen. Gießen, den 30. März 1929. Stöbt. Tiefbauamt. ____________Braubach._______2969 C Bekanntmachung. Betr.: Das Landgestüt; hier: ,bcn Abgang der Landgestütsbeschäler nach beit' Deckorten. Nach Mitteilung ber Landgestütsbirektion sind die Laubgestütsbeschäler.für die Deckorte Berstadt, Butzbach, Lich und Grünberg in ihren Standorten einge- trosfen. 2969C Gießen, den 30. März 1929. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung Ich verweise auf nachstehende Bekanntmachung des Kreisamts Gießen vom 13. März 1929. Gießen, den 30. März 1929. Ter Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Rosenberg. Betr.: Forst- und Jagdschutz. Auf Grund des Artikels 65 des Gesetzes, betr. die innere Verwaltung und die Vertretung der Kreise und Provinzen, vom 8. Juli 1911, wird für den Kreis Gleßen zum Schutze des Wildes ans die Dauer von vier Wochen bei Meiduna einer Geldstrafe bis zu 90 JLM. für jeden Fall der Zuwiderhandlung mit sofortiger Wirkung angcordnet: 1. Außerhalb der Ortsausgänge und geschlossenen Gehöfte müssen sämtliche Hunde dauernd mit festem Halsband versehen sein und an einer sicheren Leine geführt werden; das freie Umherlaufen- lassen von Hunden ist verboten. 2. In nicht geschlossenen Gehöften sind Hunde festzulegen (anzuketten oder ein» zuspcrren). 3. Die Verwendung von Hirtenhunden zur Begleitung von Herden, von Jagdhunden und Polizeihunden unterliegt außerhalb der Zeit des unmittelbaren Gebrauchs den gleichen vorstehenden Vorschriften. 2969C Gießen, den 13. März 1929. Hessisches Kreisamt Gießen. I. V.: Schmidt. WWWMM ^geroüiHdjfen Allsslaklung Hinein u.orclsmeri Ole Brühi’idie Unio.-Dtüdetel. H. Lange. Sietzen. SffiulttU. Holzsnbmission. Tie Gemeinde Ettingshausen verkauft int Wege schriftlichen Angebots folgende Hvlzsortlmente: 2945D Fichtenftämme 4b- Kiefer na öschnütel b? 3 1 4 6 2 250 356 1103 454 552 333 171 46 4 1 1 2 la>; lb. , 2a» , 2t>, ' 3a1 , 3b-, 4a» , - 76,77 -190,99 -218,78 -185,64 - 73,70 - 8,52 - 1,51 -- 1,75 - —,36 - 1,72 - 2,42 - 1,72 - -,70 -- —,63 -- 1,24 -- 1,36 Kiefernstäinme Is-Kl. 12 St.— 2,19km ■ ■ - - Ci - ’ ' • 2a» „ 2b- 3a» 3b- Fichtenabichnittelb- 23- . . .......3a? Fichte,r-Terbst. - l. in- 1b- „ 195 „ = 54,08 „ 2a- „ 206 „ — 103,59 „ 2b- „ 66 „ = 53,61 ,, 3a- „ 5 = 5,45 „ 3b- „ 3 ii -- 2,98 „ 4a^ „ 1 „ --- 1,26 „ Windfallholz aus dem Jahr 1928: Kiesernstämme Id-Kl. !St.-- —,37 km 2a- „ 2 „ - 1,13 ,, Fichtenstämme 2b- „ 2 „ = 1,87 „ la- „ 8 „ = 1,05 „ 1b- „ 31 „ = 8,81 2a- „ 15 „ -- 9,99 ,, 2b- ,, 1 n — —,81 3,39 „ ck 3a- „ .2 „ = Fichtenabschnitte 1b- „ 1 » — -14 2a- „ 3 „ = 1,08 „ 2b- „ 1 = —„621,, 3a- „ 1 „ = -,68 „ Fichten-Derbst. 1- „ 4 „ H. „ 27 „ ff III. „ 37 „ - Dieses Windfallholz ist mit Rinde gemessen, geschält und noch sehr gut. Für dieses Holz sind die Angebote getrennt von den anderen und für sich einzureichen. Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift „Holzsubmission" bis spätestens Mittwoch, den 3. April 1929, nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen. Tie Eröffnung findet zu vorerwähnter Zeit auf dem Rathaus statt. Mit Einreichung der Angebote unterwerfen sich Käufer den Verkaufsbedin-- gungen, welche bei uns eingesehen werden können. Man bittet, das Holz vorher ansehen zu wollen, und wird auf Verlangen von Herrn Forstgehilfen Mohr vorgezeigt. Spätere Reklamationen werden nicht berücksichtigt. Ettingshausen, den 30. März 1929. Hess. Bürgermeisterei Ettingshausen. Opper. Dienstag, 2. April 1929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Nr. 76 Drittes Blatt Lumen, Sport und Spiel Geschichten aus aller Welt mögen. Heimat. (Fortsetzung folgt.) Sn Brigittas Augen leuchtete ein plötzliches Verstehen auf. „Sa, ja," sagte Boldenkampf nickend, „Sie haben es richtig erfaßt, Kind. Es ist wohl nicht schlimm, wenn ein alter Mann, wie ich, Herzcns- geheimnisse ausplaudert. Die deutsche Heimatluft, Die Sie mir mitgebracht haben, und die mich durch Sie, liebes Kind, plötzlich umweht, mag schuld daran sein. Es gab eine Zeit, da ich Christiane Lührmann zur Frau begehrte und mit nach China nehmen wollte. Sie liebte mich, und ist bald gestorben vor Gram über unsere Trennung; aber sie vermochte sich dennoch nicht vom Heimatboden loszureißen, trotz aller Liebe. So ging ich allein. Lange habe ich gehofft, daß sie eines Tages doch zu mir kommen würde. Inzwischen bin ich alt und grau geworden. Eine seltsame Frau, die Christiane Lührmann." „Auch ich habe sie lieb", sagte Brigitta leise. „Seder, der in ihre gütigen Augen blickt, muh sie lieben. Oft treibt mich die Sehnsucht ihretwegen nach Deutschland; aber ich wurzele nun doch zu fest in allem, und bleibe." „Schwester Srene, meine Vorgängerin, heiratete?" fragte Brigitta, um das Gespräch auf ein anderes Thema zu lenken. . , Leider zu rasch, daß ich bis dahin nicht einmal Ersah schaffen konnte. Hoffentlich machen Sie es ihr nicht sofort nach, Schwester, das wäre hart für mich, wenn auch nicht verwunderlich, denn an Bewerbern wird es Ihnen noch weniger fehlen." „Fürchten Sie nichts, Herr Boldenkamp, ich werde niemals heiraten", sagte Brigitta Hollermann fast abweisend. „Holla, Kind, ich möchte daran nicht allzu fest glauben!" rief dieser lachend aus. Aber der Ausdruck in Schwester Brigittas Augen lieh ihn plötzlich stillschweigen. So war über diese junge, zarte Madchenblute auch schon der erste heiße Sturm der Enttäuschung hinweggefegt, und hatte sie geknickt. Brigitta Hollermann erhob sich jetzt schnell, uno reichte dem Missionar die Hand, um sich zurückzuziehen. „ . . , Er nahm sie fest in die seine und sah ihr ernst und gütig ins Gesicht. Dann sagte er: „Schlafen Sie gut, Schwester Brigitta, die erste Nacht im fremden Land. Merken Sie sich Ihren Traum," setzte er dann scherzhaft hinzu, „man sagt, dah dieser in Erfüllung ginge." • Und Brigitta Hollermann träumte in dieser ersten Nacht von zwei blauen, ernsten, ach nur zu gut bekannten Männeraugen, die näher und näher kamen, bis sie ganz in den ihren zu versinken schienen. Dann sank sie, und sank immer tiefer, und erwachte mit einem Namen auf den Lippen. »Hans-Jörg", «ans er in ihv. Oie Liebe derBrigtttaHollermann Vornan von Elisabeth Ney. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale). 20. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der Missionar sah sie etwas verblüfft an Sie meinen das Heimweh, Schwester Brigitta. O'ja, das kommt Wohl jeden an. Dem einen früher, dem anderen später. Es ist wie eine Krankheit, die durchgemacht werden muh. Wer glauben Sie mir eines, Schwester, wer einmal den Zauber dieses Landes kennt, den Sieht ertrotz Heimat immer wieder wie mit tausend Süden nach hier zurück. Einmal, vor wahren, war ich in Deutschland, aber die Sehnsucht trieb mich wieder fort, obwohl ich viel Liebes daheimlassen ^'^/e letzten Worte Doldenkamhs hatten müde, traurig geklungen, so dah Brigitta überrascht ^Waren es denn alle Schiffbrüchige des Lebens, die das Schicksal ans ferne Alfer spulte? Se höher sie mit dem Auto emporkletterten, desto kühler, aromatischer wurde die Luft was nach der Hitze da unten im Hafenviertel ungeheuer wohltätig wirkte. Die Höhe war erklommen. Brigitta stieg, von Doldenkamp gestutzt, aus ^Re^ngslos stand sie dann, und genoß die ^Dort ^chts^st das Missionshaus, und die breite, zweistöckige Villa daneben wird nun Ihre Heimat werden, wo Sie hmfort als gestrenge Herrin residieren sollen, unterbrach der Mlssiv nar ihr andächtiges Schweigen. Brigitta blickte sich verwirrt um. Eie sah «njctne Dillen, !>je M Ierroerfe (minus 2,75 v. H.) fiel auf. Bei letzteren verstimmte natürüd) der Derlustabschluß. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Mexikaner eher schwächer. Pfandbriefe wenig verändert. Tagesgeld blieb mit 7,5 bis 9,5 v. H. gesucht, vereinzelt auch bis 10 v.H. Monatsgeld notierte mit 7,5 bis 8,5 v. H. unverändert. Warenwechsel geschäftslos. Auch nach den ersten Kursen hielten anscheinend die Auslandkäufe in Kun st seidewerten an und führten zu weiteren kleinen Kurssteigerun-- gen. Später überwog aber das Angebot, so daß diese Gewinne wieder verlorengingen und noch dazu Verluste bis zu 5 v.H. eintraten. Am stärksten gedrückt waren Siemens minus 4 v. $)., Kunstseide- werte minus 5 bis 6 v. H., Kaliaktien minus etwa 3 v.H. Frankfurter Getreidebörse. F r a n? f u r t a. M., 2. April. Der Produktenmarkt verkehrte in der neuen Woche in ruhiger Haltung. Die schwächeren Auslandnotierungen drückten auf die Stimmung, doch blieb die Preisgestaltung hiervon unberührt, da das Geschäft zu gering war. Das Angebot blieb jedoch auch verhältnismäßig klein. Es wurden notiert: Weizen 23,75, Roggen 23 bis 23,25, Sommergerste für Brauzwecke 24, Hafer, inländischer, 24.25 bis 24,50, Mais (gelb) 23,25, Weizenmehl, süddeutsches, Svezial 0 33 bis 33,75, Roggenmehl 30,25 bis 31,25, Weizenkleie 14, Roggenkleie 15 bi« 15,25 Mk. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M, 2. April. Auftrieb: 832 Rinder (darunter 189 Ochsen, 39 Bullen, 410 Kühe. 178 Färsen), 300 Kälber, 14 Schafe. 3296 Schweine. Es wurden notiert: Rinder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 57 bis 61 Mk., (ältere) 52 bis 56; sonstige vollfleischige (jüngere) 47 bis 51; (Bullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 54; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 48 bis 51; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 48: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 39 bis 42: fleischige 35 bis 38; gering genährte 28 bis 34; (Färsen — Kalbinnen, Jungrinder —): voll- fleischige, ausgemästete. höchsten Schlachtwerts 57 bis 62; vollfleischige 52 bis 56; fleischige 46bis51. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 80 bis 85; mittlere Mast- und Saugkälber 77 bis 76; geringe Kalber 70 bis 76. — Schweine: Fettschweine über 200 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 79 bis 81: von etwa 160 bis 240 Pfund 80 bis 82; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 77 bis 79 Mk. — M ar k tv erlauf: Bei allen Viehgattungen ruhiges Geschäft, ausverkauft. Buntes Allerlei. Die Veteranen der Einigungskriege. Aus den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 gibt es nach einer Statistik, die das Reichsarbeitsministerium jetzt aufgestellt hat, am 1. März 1929 noch 54 250 Personen, die die sogenannte Beteranenbechilfe beziehen. S>a mit dieser Beihilfe aber längst nicht der ganze Kreis der Kriegsveteranen erfaßt wird, so dürften vorsichtige Schätzungen ergeben, daß heute noch 60 bis 65 000 Teilnehmer an den deutschen Einigungskriegen am Leben sind. Leider besteht nicht die Möglichkeit, die Veteranen der ver- schiedenen Kriege statistisch gesondert zu erfassen, doch nimmt man an, daß die Zahl der noch lebenden Teilnehmer des Krieges von 1864. der heute 65 Jahre zurückliegt, noch in mehrere Tausende gehen. Brick Geld Datum 121,75'122,25 122,25 162 135 205 290,75 । 291.5 172,73 ' 172 161 162 175 Lombardzinsfutz 7.5 Prozent. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt f.'/»I- 2 115 134,5 204,5 290 121.5 198 161,5 231,5 204,5 4,224 58,52 112,37 20,49 143 324,5 4,204 58,28 111.93 20;41 . 8 10 . 8 10 10 12 U 10 10 lu 0 t- 12 175 1 75,25 143,5! 144,5 321,75, 323,5 115,75 142,75 145,5 231 205 288,75 1 A.E.G. ■ Bergmann .... (xleltt. Lieferungen. Licht und fttaft . . Reiten & Guilleaume Ges. s. (Stellt. Untern. Hamb. (Slcttr. Werte Rhein. Elcktr. . . . Gdilef. eieltr. . . . Schultert ..... Siemens & Halske • TranSradio .... Lahme»« & Co.. • Buderus Tevtfche Erdöl . . Essener Steinkohle . Gelsenkirchener . . Harponer..... Hoesch Eisen. ... Ilse Bergbau . . . •amentannöjc 'JJ Belgische Noten Dänische Noten Englische Notes 145.5 ! 146,25 230,75 ---- 115,13 115,5 143,51 r- dllfl. Deutsche Eisenbahn Hamburg-Amerika Palet . Hamb.-Süd am. Dampfsch. Vansa Dampfschiff - . Norddeutscher fclorjb - - Wg. Deutsche Treditansk. . Barmer Bankverein Berliner HandelLgesellsch. . Commerz- und Privat,Bank Barmst, il Nationalbant Deutsche Dank • - - TiUonto-Aeiellichaft Ant.. TreSdner Bank • • L'citteldeutsche Eredilbao! - 9?ietaUbant ...... tteidiebanl ...... Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. W. Telegraphische Auszahlung. Ämst.-Rott. Bucn.'Aires Brff-.Antw. Khrntiunia. Äopenbaaen Stockholm . HclsingforS. Italien. . . London. . . yienhort . . Paris.... Schnitz .. Spanien. Japan . .. Rio de Ian. Wien in D^- £eft. abgeft- K?U:: Budapest. . Bulgarien Lissabon Danzig- - • Konst.Mm. »Wen. . . Canada llrn uaD - fcdro .. • Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ~ 6,5 Proze 173,75 ; 144 322 I Berlin 28. März ^ranzoniche Noten..... »ollandische Vlotzn ..... Italienische Noten...... Norwegische Noten Teiitsch.Lesterr.LlON'Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ..... Tschechoslowakische Noten .. Ungarische Noten....... SUödnerroetfe ....... KSln-Reuesserl. ...... Mannesmann....... Mansfelder....... Oberschlei. Eisend. Bedarf. . Lberschles. Kokswerke...» Phönix Bergbau Rheinische Braunkohle» . - . Rheinstahl i. 3,i Jahr Stieüeck Montau...... Bereinigte Stahlw. .... Otatii Minen . .....! fialt Aschersleben Kaki Destereaelo...... Kaliwerk Salzdetfurth . . . I. ®. Farben'Jndustrie. . . Lvnarnit Nobel ...... Sdieibeanftalt. ..... Goldschmidt ..... e 172 172,25 160.5 ! — Frankfurt a.M. Berlin Schluß-1 Kurs 1 i-Uh» Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Datum 28.3. | 24. 28.3. 24. 'HHUtpv Holzmann .... 131,5 — 130 130,5 Heidelberger Eement. . . • 10 148 148,25 -— •— Gement Karlstadt .... . 8 177 — •— — Wayh & Freitag..... 10 133 135,75 132,5 Schultheis Patzenhoser . . Ostwerke........ • 15 12 — — 306 254.5 305 256.25 Ver. Gianzstoss..... 18 470 485 469.5 481 j ) 410 274.9 418 275 Zellstoff Waldhof .... 12 275 275,5 Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser . ■ 12 196,75 197,5 197,75 — e . 7 — 122,25 122,25 Dessauer Oct...... . S — 223,75 224,5 Daimler Motoren .... . 0 61 —— 60,75 61,5 . 0 -— —— 50.25 56 vldlerwerke Kleber .... . 6 56 54 57 54,5 10 — —» 229,25 229,5 . 0 — 35,13 35,9 Lrenstein ft Koppel . • • e • b — — 97,75 99 Leonhard Tietz . . . . • . 6 — — 299 298.5 Bamag-Memnn..... ?irankf. Maschinen . . . . • . 0 — —— —» —— . 6 64 64.75 63,5 Grihner..... • • 11 38,75 — 87 — Heqligenstaedl ••<••• IunghanS........ • 0 . 4 71 — 72,5 — Leckwerke. ....... • . 8 117.5 •— Mamkraftwerke..... . 8 117 117,5 — — Miag..... » - - • 10 140 ** 142,25 142,25 Nekarsulmer ...... . 8 —w — 22 —— PeterS Union ...... 112 — 112,5 — Hebr. Roeder ...... • 10 111.75 — —— Boigt & Haeffner . . . . Südd. Zucker...... . 8 213 — — — • . 8 148,5 149,25 147,5 —* Banknoten Berlin. 28. Mär, (Selb «rief Frankfurt a. M. Berlin Kurs 1 1'Uhr. Kurs Schluß-sülnfang. Kur» Kurs 28-d. 1 2.4. 28.3. , 24. 8 184 | 185.25 184,5 i 185 9 233,5 234 233,5 | 235 10 175.5 j 176.75 177,75 177,75 10 225 1 225 225,4 ' 226 G 147 — 146,75 147.5 10 244 j — 243,5 243 10 _________। —— 151,25 151,25 9 174 , — 175 173,5 10 — —• 220,5 220 8 249 449.25 247,5 249,75 12 406 407 405,75 407,5 8 — —— 161 160,75 10 178 179,25 178 179,5 80.5 81 80,5 6 129 131 128,75 131 8 — —— 133,75 135,5 • 4 132,75 133,75 133,25 134.5 6 138,5 139,5 139 139,25 8 —— — 129,75 131,5 8 225 —— 224.5 224,5 ■3 109 — 108.4 108.9 9 — 128 129,25 8 120 121,13 119,75 121.5 137 140 138.4 140.25 !> 88 — 91 92 ti — 109,5 109 l’/l 96,5 —- 96.65 —— 10 303,5 —- 303 300,5 129,75 131,5 129,65 132,5 — — — . 6 93 93,5 93,25 93,75 sh 72.4 72,5 72 72,4 10 245 243 243 245,9 10 248 249,5 248 248,75 Id 367 367 370,25 12 258,5 j 258,25 258 ! 258,5 . 6 — ■* 120.5 — . 9 172,25 1 171,75 — • . 93 — 93.25 | 93,25 • ' 97 , 98,5 07,5 93,75 11 —• 1 — fiianffutt a. M. | Berlin Schluß-, l-Uhr- Schluß-Anfang Kurs ! Shire Kurs Kurs Datum 23.3. | 2.4. 28.3. | 2-4. 5% Dt. KeichSanIeihe o. 1027 Dt. Anl..?lblös..Schuld mit AuS- 87,4 — 87,5 I — lof.-Rechten 53,85 53.85 53,9 : 54 Tekgl. ohne SluAos.-Rechle . . . 7% Franks. Hyp-'Bl. Goldps. un- 12.8 12,7 12,75 | 12,6 kündbar biS 1932. ... C',% Rheinische Hhp.-Bank Sian- 90 -- — — Goldps. A.E.G. abg. Vorkriegl-Obligation.. 8) — — — rückzahlbar 1932 89.13 —- —• —• 4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. 99,5 — 4% Oeslerreichische Goldrte.. . 30,5 30,8 4,20% Oestcrr. Silberne. . . 2,9 — 4% Oesterreich. einheiU. Ria. 4% Ungarische Goldrte.. 4% Ungarische Staatlr. v. 1910 24.6 21,05 - 24,7 21,3 4’4% desgt. von 1913 4% Ungarische Kronenrte.. . — 22,4 2 2 4% Türk. Hollanleihe v. 1911 . . •% Türwche Bagdadbahn-Anl.. 11,05 11.1 - Serie l . . . . 10,4 10,6 —« i% beißt Serie II....... 10,6 10.9 4% Rumänen amtiert. Rte. . . . 9 — _ 414% Rumänen Goldanl. von 1913 19 — I — — "16'.49 16,55 168.41 169.08 22.18 22.26 112,15 112.59 59.11 59.35 2.50 2,52 112.18 112,62 81.00 81 <32 63,88 64.16 12,44 12.to 73,15 73,45 28. svrörz 2. April Amtliche Notierung Keld 1 Briet Amtliche Notierung Geld 1 Brick . 168,76 I 169,16 168.77 169,11 1,770 1.774 1,769 1,773 59.475 58,595 58.485 58.605 112.30 112,52 112.29 112,51 112,22 112,44 112,21 112,43 112.49 112,71 112,44 112,66 10,592 10,612 10.591 10.611 22,045 22,085 22,06 22,10 20.44 20,48 20.439 20,479 4,2115 4,2195 4,212 4.220 16.455 16,495 16.46 16,50 81,025 81,185 81,03 81,19 63,82 63.94 63.58 63.70 1,878 1,882 1.874 1,878 8.498 0,500 0,4985 0,5005 59,20 59,32 59.11 59,31 12,462 12,482 12.464 12,484 7,395 7,409 7.393 7,407 73,30 73,50 73.37 73,51 3.039 3,045 3.041 3,047 18,85 18,89 18.93 18,97 81,75 81,91 81.72 81.88 2,063 2,067 2,066 2,070 5,455 5,465 5.465 5,475 4,186 4,194 4.188 4,196 4.266 4.274 4.240 1 > 4,2« 20,965 1 21,005 20,978 21,OM