Nr. 257 Erstes Blatt 179. Jahrgang Zreitag, November 1929 (Er)d)e m i »aglich, außer Sonntage, und Feiertags Beilagen: Die Illustriert Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle MonalL-vezugrpretr: 2.20 Reillzsmark und 30 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt, ^ernsvrechanschlüfle anter5ammelnummer2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Liehen. pofischeckkonlo: firanlfurtam Main 11686. BiehenerAiizeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Universitälr-Vuch- und Stcinöruderei R. Lange in Giehen. Zchriflleltung und Geschäftsstelle: Zchnlstraße 7. Annahme van Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20", mehr. Chefredakteur: Dr Fnedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für beit Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich tn (Ziehen. Börsengewüier. Don unserer Berliner Redaktion. Die Ursachen der internationalen Börsenstürme sind weniger voneinander verschieden als ihre Wirkungen. Wenn in Reuyork das hochgetriebene Kursgebäude zufammenbricht, so bedeutet das nicht nur eine empfindliche Schlappe für die Spekulation und ihre Mitläufer. Der beispiellose Aufstieg der Bereinigten Staaten nach dem Kriege, der in der glänzenden „prosperity“ gipfelte, scheint insofern einen gewissen Beharrungszustand erreicht zu haben, als die Aufnahmefähigkeit der ausländischen Märkte nicht gleichen Schritt hielt mit dem des Inlandsmarktes. Sn der Tat beginnt die „prosperity“ nachzulassen, nach- dem sie schon seit Jahr und Tag künstlich angekurbelt wurde dadurch, dah der auf Kredit, d. h. auf „Stottern" gegründete Verbrauch einen Umfang angenommen hatte, der selbst durch die hohen Löhne auf die Dauer nicht finanziert werden konnte. Solange aber die „prosperity“ die glänzende Außenseite zeigte, war die Berfuchung für das internationale Kapital groß, sich an dem großen Gewinn zu beteiligen. Tatsächlich sind die Bereinigten Staaten im letzten Jahre zu einem S ch u l d n e r l a n d geworden, denn die Reuyorker Börse hat nicht nur Angebote ausländischen Kapitals hereingenommen, soniern rege Rachsrage danach gehalten. Das wurde auch begünstigt durch die Organisation des Altienmarttes, da die Sn.ustrie- unternehmunce.r nicht jährlich, sondern vierteljährlich die Dividenden ausschütten. Es hagelte eine < e.tiang Zusahdividenden und Gratisaktien, so dah das internationale Kapital sich selbst untreu geworden wäre, hätte es dagegen Widerstandskraft gezeigt. Indessen war dies internationale Kapital auch mit einer guten Witterung ausgestattet. Lein es hat rechtzeitig gespürt, daß die prosperity nachzu lassen begann. Es sind starke Abflüsse fremder, insbesondere englischer Gel ec aus Reuyork erfolgt, so daß die Altienpale e bei den Maliern eintrockneten. Der Zusammenbruch des Reuyorker Kursgebäudes euch lt die eindringliche Lehre, daß eine Börseninflation kein voltswirtscyaltnc.-es Kapital z l schassen vermag. Wir haben ja auch in Deutschland erlebt, daß die Kur.e ununterbrochen höher getrieben wurden, ohne Rücksicht darauf, daß sie im auffälligen Gegensatz standen za dem Ertrag jeder einzelnen Unternehmung. Bolls- wirtschaftlich gesehen besteht die Aufgabe der Börse darin, Kapital an sich zu ziehen um es der Wirtschaft zuzuleiten. Diese Aufgabe ist durch die Inflation zum Teck zerstört worden, jedenfalls aber in vollem Umfang noch nicht wiederhergestellt. Gewiß waren die deutschen Wertpapiere in den ersten Jahren nach der Befestigung der Währung stark unterwertet. Als dann 1926 der Aufstieg der Börsenkurse einsehle, führte das zu einer Ueberwertung, die auf so schwachen Füßen stand, daß die Krediteinschränkung durch die . Reichsoank genügte, um das ganze stolze Gebäude im Mai 1927 zusammenbrechen zu lassen. Daß wieder eine Abwärtsbewegung erfolgte, war darauf zurückzuführen. daß ausländisches Kapital mittelbar oder unmit.clbar für diese Spekulation nutzbar gemacht werden konnte. Aus die Dauer war die Ueber^wertung nicht zu halten, denn wo häite kommen forren, um die Kurse ohne Rücksicht auf den Ertrag der Aktien immer hoher zu treiben. Das ist nicht einmal in Reuyork möglich gewesen, trotzdem Wallstreet das Kapital der ganzen Erde mobilisierte. Wieviel wen:ger hatte es in Deutschland der Fall sein können, das nicht entfernt über die Kapitalmacht verfugt, um sich die Finanzierung irgendeiner Börsenspekulation leisten zu können. Der Äurd einer Aktie wurde vor dem Kriege durch die Dividende bestimmt, nicht aber durch den Begras des inneren Wertes, der eine reine Börsenerfindung ist. Es ist ja klar, daß niemand auf die Dauer wirklich vorhandenes Kapital in Wertpapieren anlegen wird, die zwar hoch im Börsenkurse stehen, aber nur einen geringen Ertrag abwerfen. Es ist a:ber auch darauf zu verweisen, daß die internationale Spekulation mit ihren volkswirtschaftlichen Gefahren zum Teil auf bie Sinnloügteit der deutschen Lr.but. verpflichiung zuru^zu uhr^i i t. Einstweilen bekennen sich alle Länder noch zur.kapi.alifti- schen Wirtschaft, deren We.en darin besteht, daß Leistung gegen Leistung ausgetauscht werden muß. Der Deutschland auf gelungene Tribut ist aber eine einseitige Leistung, die Jahr für Jahr in so beträchtlichem Umfang in den internationalen Wirtfchaits- prozeh gepumpt wird, daß sich unvermeidlich Störungen ergeben müssen. Ob tiefe s-ch nun in Börsen gewittern austoben oder m wachsender Arbeitslosigkeit in den Industriestaaten, bedeutet nur dem Grade, nicht aber dem Wesen nach einen Unterschied. Es muß aber auch davor gewarnt werden, in dem Borfensturm so etwas wie ein Reinigungsgewitter »u.sehen, mit der besonderen Ruhanwendung in ipvnliq)t auf die Reuyorker Ereignisse, dah nach dem .ff.1 • ' . . e ' Jin/aycy ■Scydlst.- forsh. ftCcrdrtn'- WäTSCI La (oninrH- Donnerstag, 3T.OKtOD.1929 7n aDdS. SSm—— Heimwehr und Schutzbund in Oesterreich Llm die Zreihett der Arbeitssiälte Oie Wetterlage. 3m Norden besetzte das I Non unterrichteter Seite hören wir, datz die Oktober Loyang, die ehe- Dank, eine Genossenschaft mit 16 520 Mitgliedern, Leitung nur al- Einzelpersonen an. schäften. Die Dank für Deutsche Beamte arbeitete vielmehr auf privater genossenschaft- Das vorläufige Ergebnis des Volksbegehrens. Bis Donnerstag Nacht 9,54 Prozent. vinz Kwangsi, ein. L . 5. Armeekorps am 23. Oktober Loyang, die ehe- der Fraktion Rücksicht zu nehmen. 3m übrigen Hot Tordieu gestern abend mit einigen Mitgliedern des gestürzten Kabinetts, nämlich mit ITC a g i n o f, Hennessy und Lheron gesprochen. Er wird heute vormittag die Verhandlungen weilerführen. Wien, 31.Oft. (Tel.-Un.) 3n der Maschinenfabrik Heid bei Stockerau, ungefähr 20 Kilometer nördlich von Wien an der Donau, meldeten sich Donnerstagsrüh drei Heimwehrleute zur Arbeit. Die Arbeiterschaft be- schloß jedoch in einer Versammlung, mit den Heimwehrleuten nicht zusammenzuarbeiten. Die Heimwehrleute weigerten sich, den Betrieb zu verlassen, wurden dazu aber schließlich gezwungen. Darauf erschienen einige Heimwehrführer in der Fabrik und forderten die Arbeiterschaft auf, mit den vertriebenen Kameraden zusammenzuarbeiten. Die Arbeiterschaft weigerte sich jedoch neuerdings. Daraufhin wurde von der Heimwehrleitung Al a rm befeh lausgegeben. Heimwehrleute fuhren mit Motorrädern in die Umgebung, um ihre Anhänger zu mobilisieren. Die Heimwehr erklärt, die ganze Stadt und die Betriebe besehen zu wollen. Gendarmerie wurde in Ueberfallautos herangezogen und auch die Garnison in Bereitschaft verseht. Wie weiter bekannt wird, haben früher schon in der Maschinenfabrik Heid Heimwehrangehörige gearbeitet. Donnerstag befahlen der Ortskommandant und der Kornpägn'.ekommandant des Republikanischen Schutzbundes den Arbeitern der Fabrik, die neueingestellten Heimwehrleute nicht zurArbeit zuzulassen. Alles drängte nach vorne, und es kam zu einem Augenblick völliger Verwirrung. Oberbürgermeister Dötz, der sichtlich auf einen derartigen Empfang nicht gefaßt war, blickte ratlos auf die tobende Menge. Plötzlich ertönte der Ruf „Alles zum Wagen" und im selben Moment stürmten die Hunderte in wilder Hast auf den Droschkenhaltcplah in der Meinung, daß hier das Anto des Oberbürgermeisters halte. Diesen Augenblick benutzte der anwesende Es ist zu befürchten, daß einem großen Teil der Deamteiuunlen der Bank für Deutsche Beamte ihre Gehälter nicht ausgezahlt werden. Die Deutsche Deamtenzentralbank ist bereit, zu versuchen, den in Not geratenen Beamten durch möglichst billige Darlehen zu helfen. Am Samstag wird sich der Deutsche Beamtengenossenschaftsverband mit der Zahlungseinstellung dec Dank für Deutsche Beamte beschäftigen. Schwierig ist ein Eingreifen des Ge- nossenschaftsverbandes insofern, als die Bank für Deutsche Beamte weder Mitglied des Be- amtenwirtschaftsverbanbes, noch des Genossen- schaftsverbandes ist. Schon wieder ein schweres Schisfsunglück Auf dem Michigan-See sind die beiden Frachtdampfer „M a r g u e t t e" und „Senator von ammengestoßen. innerhalb 10 Minuten unter- deln. Die Heimwehr in Stockerau setzte sich daraufhin mit der Heimwehrleitung rn Wien in Verbindung, die dann den Alarmbefehl erließ Der Direktor der Maschinenfabrik Herd befindet sich derzeit bei der Landesregierung in Wien, wo Verhandlungen geführt werden. Die Fabrikleitung hat am Nachmittag Verhandlungen mit der Arbeiterschaft ihres Werkes mit dem Ziel ausgenommen, die Zulassung der eingestellten Heimwehrmitglieder zur Arbeit in ihrem Werk zu erreichen. Diese Verhandlungen sind aber gescheitert. Daraufhin hat sich die Fabrikleitung mit dem Hauptverband der österreichischen Industrien in Wien in Verbindung gesetzt und nach Rücksprache mit diesem für morgen fünf Vertreter der Arbeiterschaft des Werkes vorgeladen. Diesen Vertretern wird die Entscheidung der Fabrikleitung und des Hauptverbandes der österreichischen Industrie dahingehend mitgeteilt werden, daß die Arbeiterschaft mit den eingestellten Heimwehrangehörigen zu- sammenarbeiten müsse. Sollte sie eine derartige Zusammenarbeit ablehnen, so wird alsbald das Werk geschlossen werden. In Stockerau herrscht vollkommene Dub". Die Heimwehrableilungen, die auf Weisung b: f eim* wchrlcitung von Niederösterreich aus Len nahegelegenen Ortschaften nach Stockerau zusammengezogen worden waren, sind abends wieder abgerückt. Die Bundesführung der Heimwehr erklärt, daß -sie mit der gesamten Heimwehrbewegung geschlossen hinter den drei Kameraden stehe und mit allem Nachdruck f ü r die Freiheit der Arbeitsstätte gegenüber dem marxistischen Terror sorgen werde. Des Reichsgebiets vor. Heber Einzelergebnisse des Volksbegehrens liegen noch aus folgenden Wahlkreisen Meldungen vor: Wahlkreis 9 (Oppeln) 62 215 Eintragungen (816 942 Stimmberechtigte), 7 v. H.; Wahlkreis 15 (O st-Hannover) 134457 (679 849), 19 D. Sy; Wahlkreis 16 (Süd-Hannover-Braunschweig) 149 309 (1 298 926), 11 d. Sy; Wahlkreis Merseburg 164 463 (881 164), 18,66 v. H.: Wahlkreis 1 (Ostpreußen) 31 423 (184 729), 17,01 V.H.: Wahlkreis 12 (Thüringen) 43790 (371 677), 11,78 b. Sy ; Wahlkreis 26 (Franken) 204 487 (1 582 405), 12,92 t>. Sy; Wahlkreis Oberbayern-Schwaben 68037 (1 610 676); Wahlkreis 31 (Würt- temberg-Hohenzollern 110 551 (1699229), 6,51 v. H. Aus aller Welt. Zahluugseinstellnng der Bank für Deutsche Beamte. Berlin, 31. Oft. (WTD.) Wie wir erfahren, hat die Dank für Deutsche Beamte ihre Zahlungen eingestellt. Wir werden gebeten, darauf hinzuweisen, daß die Be- amtenverbände mit dieser Bank nicht in Verbindung stehen, weder der Deutsche Teamtenbund noch der Deutsche Deamtenwirtichafisbuud und der Revisionsverband der Deamtengenossen- Oie Ergänzung des iReichskabinetts. Die Bolkspartei beansprucht das Wirtschaftsministcrium. Oberbürgermeister Vöß ans Amerika zurück. Stürmischer Empfang des berliner Stadtoberhaupls in der Reichshauptstadt. malige Hauptstadt der Provinz Honan, nachdem sie Fenghuhsiangs aufständische Truppen g e s ch l a g e n hatten, die sich nun nach dem Westen zurückziehen. Tschiangkaischek hat persönlich die Führung dieser Armeegruppe übernommen, um den Feldzug zu Enoe zu bringen. An der mandschurischen Front beschossen die Russen Heiho von Dlagowestschensk aus. Hierdurch wurden große Verluste an Toten und Verwundeten verursacht. Am 15. Oktober nahmen die Chinesen wieder Tungkiang, das von den Sowjettruppen bei ihrem letzten Vordringen auf chinesisches Gebiet besetzt worden war. Die russischen Soldaten hatten die Stadt geplündert und bei ihrem Abzüge sämtliche Lebensmittelvorräte mit sich genommen. die schon feit einiger Zeit mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, in den letzten Monaten die Gehaltsüberweisungen immer glatt aussühren konnte. Die Einlagen der Dank betragen 625 000 Mark, die Haftsumme der Genossenschaft beläuft sich auf 6,25 Millionen. Die Dank hat 60 000 Genossenschaftsanteile ausgegeben, von denen sich 10 000 in Händen der Betteidungsgesellschaft befinden. Die restlichen 50 000 Anteile verteilen sich auf 16 500 Mitglieder. Kwangsi beigebrachten Niederlage sich wieder nördlich gewandt hätte, um sich mit Feng- ^uhsiangs Truppen zu bereinigen, ist von Den Regierungstruppen am 21. Oktober entscheidend geschlagen und aufgelöst , . . . worden. Die Regierungstruppen drangen amtlicher Grundlage. Beamte gehören ihrer 20. Oktober in Hauning, der Hauptstadt der Pro- l Leitung nur al- Einzelpersonen an. owomemoi. oneuer, onaiD oeaecni.® woikul q oedecet •neoetk V Schnee a graupeln, g «ehel K Gewitter ,(g)Winästiiic.-O-> sehr «enter Os» ^5 massige» Südsüdwest q stürmischer nordwesi Oie »lene fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an Die Limen veromden Orte mit gleichen •al rtee/esmvrau umaerechoeten Luftdruck Wette rvora uesage. Das Hochdruckgebiet, das sich noch weiter gekräftigt hat, ist mit seinem Kerngcbiet mehr nordöstlich gewandert und weist heute morgen über Südschweden Barometerstände von über 775 mm auf. chierselbst sind auch in der letzten Nacht starke Fröste, teils bis zu minus 10 Grad Celsius, aufgetreten. Da Deutschland zur Zeit immer noch nördliche Luft- .zufuhr hat, so darf auch bei uns in der kommenden Nacht mit Temperaturrückgang bis in Gefrierpunkt- nähe zu rechnen fein. Das Jslandtief breitet sich weiter südwärts aus. Seine Warmluft hat bereits an der Westküste von Irland und Schottland erheblichen Temperaturanstieg und auch Niederschläge gebracht. Im südöstlichen Teile der britischen Inseln lagen heute morgen die Temperaturen noch verhältnismäßig tief, teils sogar unter Null. Nach und nach wird der Einfluß des Tiefs weiter vorgreifen und das Hochdruckgebiet allmählich verdräng-sn, so daß später wieder mit Temperaturanstieg und auf- kommender Niederschlagsneigung zu rechnen ist. Wettervoraussage für Sam stag: Teils wolkig, teils heiter, nachts Temperaturen in Gefrierpunktnähe, meist trocken. Witterungsaussichten für Sonntag: Wieder Temperaturanstieg und Niederschlagsneigung in Aussicht. Lufttemperaturen am 31. Oktober: mittags 8,7 Grad Celsius, abends 6 Grad; am 1. November: morgens 5,4 Grad- Maximum 8,9 Grad, Minimum 5,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 31. Oktober: abends 10,1 Grad; am 1. November: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschlag 0,4 mm. — Sonnenscheindauer eine Viertelstunde», , ; und beschlagnahmte sie. Am Donnerstagabend ist bann Oberbürgermeister Döß mit den übrigen Mitgliedern der städtischen Abordnung mit dem Sonderzug des Norddeutschen Lloyds für die „Bremen"-Passagiere nach Berlin zurückgekehrt. Am Bahnhof Zoologischer Garten hatte sich schon bald nach 8 Uhr eine Menge junger Leute eingefunden, die hauptsächlich dem nationalsozialistischen zu einem kleinen Teil auch wohl dem kommunistischen Lager entstammten. Sie besetzten die zum Fernbahnsteig führenden Aufgänge und Zugänge und so kam es, daß sich bald auch unter den zahlreichen Passanten die Nachricht von der Rückkehr des Oberbürgermeisters verbreitete und die Zahl der Schaulustigen immer mehr anschwoll. Bald nach 9 Ufjr, als die Stunde der Ankunft näherrückte, kam Bewegung in die Massen. Die Nationalsozialisten stimmten immer wieder ihren Ruf „Deutschland erwache" an und brachen von Zeit zu Zeit in stürmische Niederrufe auf den Oberbürgermeister aus. Als man den Zug einlaufen hörte, stürmten die Massen, auch die bis dahin freigehaltenen Eingänge und zogen einen dichten Kordon um die Treppe, die die Amerikafahrer passieren mußten. Das Aufleuchten der Blitzlichter der Pressephotographen gab dann das Signal zu einem langanhaltenden Tumult. Beim Anblick des Oberbürgermeisters brach die Menge in gellende Pfui - Ru f e aus. Der Ruf Pelzschieber, Skla» rekschieber und ähnliches ertönte immer wieder. gegangen; wie gemeldet wirb, sind 3 3 Personen ums Leben gekommen imb nur zwei gerettet worden. Der Dampfer »Mar- quette" wurde schwer beschädigt» W i ch o l f o n" 20 Meilen vom Fort Washington (Wisconsin) entfernt ' ' ' Der „Senator" ist Polizeioffizier und die Stationsbeamten, den Oberbürgermeister und seine Begleiter durch einen Nebenausgang nach der nach ban Landwehrkasino gelegenen Bahnhofs,eite zu führen, wo der M a g i st r a t s w a g e n bereitstanb. Als die Demonstranten ihren Irrtum bemerkten, war es schon zu spät. Denn in Begleitung eines Polizeiüberfallautos fuhr der Kraftwagen des Oberbürgermeisters schon ab und bog in die Kant-Straße ein, gefolgt von andauernden lärmenden Zurufen und Zischen der noch hinterhereilenden Menge. Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Demonstranten am Bahnhof Zoo verlaufen hatten. Obwohl die Ankunft des Oberbürgermeisters von allen zuständigen Stellen streng geheim- gehalten worden war, hatten sich vor der Dienstwohnung des Oberbürgermeisters in der Leibnih-Straße 105 in Charlottenburg zahlreiche Personen versammelt, zum großen Teil Nationalsozialisten und Kommunisten. Die Demonstranten verteilten sich zunächst in der Leibnihstraße, so daß die Polizei- bcamten keine Möglichkeit haltm, einzugreifen. Das Haus des Oberbürgermeisters selbst lag in tiefstem Dunkel doch die umliegenden Häuser waren hell beleuchtet und aus allen Fenstern sahen die Bewohner auf das ungewohnt lebhafte Treiben herab. Gegen 21.15 Uhr zogen sich wie auf Kommando die Demonstranten auf beiden Straßenseiten plötzlich zusammen. Die drei Schupobeamten, die dort postiert waren, waren der Ansamn lung gegenüber vollkommen machtlos. Gegen 9.25 115r kam von Charlottenburg her das Dienstauto des Oberbürgermeisters, gefolgt von einem Ueberfallwagen der Polizei, und hielt vor dem Haus. In diesem Augenblick ging der Tumult der Demonstranten los. Gellende Zische ertönten und Ruse: „Nieder mit dem Schieber, Sklarek-Genosse" usw. Die Polizeibeamten drängten die Menge soweit zurück, daß sie wenigstens ein Spalier vom Hauseingang bis zum Bürgersteig bilden konnten, da die Demonstranten in immer schärferer Weise schimpften und Miene machten, gegen das Auto vorzurücken. Oberbürgermeister Dötz begab sich in die Wohnung, während die Demonstranten johlten und zischten. Die Polizei mutzte dann die Stratze räumen, da die Menge sich vor dem Hauseingang festzukeilen versuchte. Dabei wurde ein Mann festgenommen, der einen großen Pelzmantel verehrt mit dem Pelzfutter nach außen an gezogen hatte und fortwährend schrie: „Geschenk von Sklarek an ihren Freund Bötz." Die Demonstranten wurden dann langsam in die Nebenstraßen abg^rängt Die Polizei blieb noch längere Zeit vor der Wohnung des Oberbürgermeisters, da noch mehrmals Versuche zu Demonstrationen gemacht wurden. Klärung in Ehina. Tschiarigkaischek meldet Liege über die aufständischen Generale. Berlin, 31.Oft. (WTD.) Die hiesige chinesische Gesandtschaft hat von ihrer Regierung einen amtlichen Dericht erhalten, demzufolge sich die innervolitische Lage in China außerordentlich geklärt hat. Tschangfakweis aufständische Division, von der gesagt wurde, daß sie nach der ihr von den Regierungstruppen in Auswertungsfragen im GesetzgeburWausschuß des hessischen Landtags. D a r m st a d t, 31. Oft. Im Gesetzgebungsausschuh entspann sich eine lange Debatte über den kommunistischen Antrag, daß die hessischen Sparkassen mit 50 v.H. aufwerten sollen bei einem Sparguthaben bis 15 000 Mark und daß die Genossenschaftskassen,dieBanken und andere Geldinstitute ebenfalls zur Auswertung verpflichtet werden sollen. Die Bemtuna des Eintrages wurde zurückgestellt, weil auch der Wirtschaftsminister, dem die Genossenschaftskassen unterstehen, gehört werden soll. In einem Antrag wünscht der Abg. Dc. B e st (VRP.), daß die hessische Verordnung über die Sparkassenguthaben vom 27. Oktober 1926 in verschiedenen Punkten abgeändert wird, weil nach seiner Ansicht die Verordnung nicht ganz im Einklang steht mit den reichsgesetzlichen Vorschriften. In einem anderen Antrag wünscht er, datz der Zinssatz für dieAuf - Wertungsguthaben der Sparkassen vom 1. Ianuar 1929 ab von 3 auf 5 v. H. erhöht werden möge. Außerdem soll die Destimmung über die Höhe des Zwischenzinses geändert werden. Seine Anträge werden von den übrigen Ausschuhmitgliedern im allgemeinen ablehnend ausgenommen, einmal aus Mangel an Mitteln, bann aber auch, weil die hessische Verordnung in der Praxis tatsächlich den reichsgesetzlichen Destirnmungen entspricht, da außerdem die hessischen Sparkassen das Recht haben, ihre Aufwertungssätze über den Mindestsatz von 12,5 v. H. zu erhöhen, was bereits in zahlreichen Fällen geschehen ist. Auch hier vertagte der Ausschuß die Abstimmung. Die Angestellten bei der Banfenfufton. Das Reichsarbeitsministerium hatte im Zusammenhang mit der aus der Fusion der Deutschen Dank und der Disconto- Gesellschaft sich ergebenden Lage die Vertreter der Angestellten-Organisatio- n e n der beiden Danken zu einer Aussprache geladen. Ministerialrat Dr. Beisiegel berichtete über die Stellungnahme der Dankleitungen beider Danken, die in allen wesentlichen Punkten eine Ablehnung der Forderungen der Angestellten enthalte und direkte Verhandlungen mit den Angestelltenverbänden ab- lehne. Die Angestellten-Vertreter sahen in dieser Erklärung keine befriedigende Antwort und haben eine schriftliche Stellungnahme versprochen. Dec Medizinisch-pysiologische Nobelpreis von 1929. Das Lehrerkollegium des Karolinischen Instituts zu Stockholm hat beschlossen, dem Professor Christiaan Eijkman in Utrecht die Hälfte des Nobelpreises in Physiologie unb Medizin von 1929 für seine Entdeckung des anti- neuritischen Vitamins und Professor Sir Frederik Cowland Hopkins in Cambridge die zweite Hälfte desselben Preises für seine Entdeckung der wachsenden Vitamine zu verleihen. hochschulpoNtik und Volksbegehren. Der S. E. zu Kiel, dem die Korps Holsatta und Saxonia angehören, hat seinen Austritt aus der Freien Kieler Studentenschaft, die sich aus der Deutschen Studer.tm- schast nach deren Auslösung als stärkste Gruppe entwickelt halte, erklärt mit der Begründung, datz sich die Freie Kieler Studentenschaft durch einen Ausruf, in dem sie ihre Mitglieder zur Einzeichnung in die Listen des Volksbegehrens aufgefordert hatte, einseitig politisch feft» gelegt und damit die seit ihrer Gründung verfolgte Dahn, eine lediglich hochschulpolitische Organisatton darzustellen, verlassen habe. Raubüberfall auf eine Sparkasse. Gegen 6.30 Uhr abends drangen zwei mit Pistolen und Dolchen bewaffnete, maskierte Männer in die Zweigstelle Palmnicken der Krcis-Sparkasse Fischhausen (Ostpreußen) ein und raubten die Kasse aus. Sie erbeuteten 7000 Mk. Während der eine Räuber den Geldschrank plünderte, hielt der zweite den im Dienstraum anwesenden Rendanten und eine Beamtin mit der Pistole im Schach und deckte auch den Rückzug. Die Räuber konnten mit ihrer Deute in der Dunkelheit unerkannt entkommen, obwohl die Verfolgung sofort ausgenommen wurde. Wettflieger von König in Kanada. In Hamilton im Staate Ontario ist am Donnerstag Freiherr v. König-Wart- baufen, der sich mit einem Kleinflugzeug auf einem Fluge um die Welt befindet, eingetroffen. Die Strecke über den Stillen Lz:an legte v. König- Warthausen mit einem Dampfer zurück. Er wird sich von Neuyork nach Deutschland auch wieder einschiffen. Deutsche Ehrengabe an die Eolumbia-Anioersilät. Dotsa-after v o n P r i t t w i h überbrach.e heute der Columbia-Universität zur Feier ihres 175- jährigen Destehens eine Photographie des Reichspräsidenten mit dessen eigenhändiger Unterschrift. Derlin, 1. Nov. (V.D.Z.) Die Reichstags- sraktion der Deutschen Dolkspartei trat am Donnerstag zu einer Sitzung zusammen, die sich über den ganzen Tag erstreckte. Reichswirtschast^ Minister Dr. C u r t i u s erstattete auf Wunsch zunächst einen kurzen Dericht über die politische Lage unter besonderer Terücksia-tigung der benden außenpolitischen und reparationspolttl- schen Verhandlungen. Tie Fraktion bekannte sich zu einer Fortsetzung ihrer bisher i g e n Politik. Sie ist mit der Heber* nähme desReichsaußenmi niste r i u m s durch den bisherigen Wirtschaftsminister- Dr. Curtius einverstanden und beansprucht für die Fraktion die Desetzung des Reichs wirt- s chaftsministeriums. Mit besonderer (Genugtuung wurde davon Kenntnis genommen, datz der Gesund? etszustand des Fraktionsvorsitzenden Dr. Scholz sich wesentlich gebessert habe. In der Frage der Desetzung des Reichswirt-. . u „ schaftsministeriums werden voraussichtlich schon I Die Heimwehrleute wandten sich an den Orts- Heute die Verhandlungen auf genom - l sicher for Heimwehr um Hilfe. Dieser setzte men werd en. Reichskanzler Müller wird mit sich mit dem Dizebürge rmeister von Stockerau dem gegenwärtigen Fraitionsführer, Geheimrat in Verbindung, der es jedoch ablehnte, mit Zapf eine Aussprache Habern Sollte der Reichs- frem Direktor der Maschinenfabrik zu verhan- kanzler nach den Vorschlägen der Volkspartei fragen, so wird er eine Liste von Namen erhalten, die nicht belanntgegeben werden soll, da man die verfassungsmätzigen Rechte des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten sorgfältig wahren will. Es ist anzunehmen, datz diese Liste die Namen Moldenhauer, Albrecht, von Raumer, Dauch enthält. Die Volks- parteiliche Fraktion behandelte in eingehender Berlin, 31. Oft. (TU.) Der Berliner Aussprache alle aktuellen Fragen, insbesondere Oberbürgermeister Dötz ist von seiner Ame- den Ausgang des Volksbegehrens. Hierzu rifareife zurückgekehrt. In Bremerhaven ist es wurde eine Entschließung gefaßt, die heute be- bei der Ankunft des Oberbürgermeisters zu kanntgegeben werden soll. I einer ersten Demonstration gekommen. Während der Schnelldampfer „Bremen", auf dem sich der Oberbürgermeister befand, im Begriff war, am Pier anzulegen, erschien an der Terasse, die die Lloydhatle auf dem Pier in ihrer ganzen Länge in der ersten Etage durchzieht, eine fünf Meter lange Fahne mit der Inschrift: Sklarek-Pelze für 1000 Mark. Die Zahl Berlin, 31. Ott. Am tlich wird berichtet: war durchstrichen und darunter geschrieben: Nach den beim Reichswahlleiter bis zum 31. „Für Herrn Dötz für 400 Mar k." Das Oktober 22 Uhr eingeqangenen Meldungen Publikum staute sich vor dieser Fahne. Die stellt sich das Ergebnis wie folgt: Zahl der Polizei schritt ein, ritz die Fahne herunter Stimmberechtigten 34585399, Zahl der Eintragungen 3 299 152, mithin Beteiligung 9,54 v. H. Gemessen an der Gesamtziffer der Stimmberechtigten (41 278 897) liegen Die Eintragungsziffern aus etwa 8 3,7 8 v. H. flirt äs G» W""* i«i ■Sdien :rt bet « Ml! s M °" }I1X Mick und bt Sn löf i UcbetlcgMg, fühle zerrst' s 6Wla. Den 2Üut, k nur durch Lcbensgelst u wendigl-e 2 uns-an M baten W« bei Mens. 'Xcdjl im Wer und die er ■ mochen lou. Dill man a die Mnschhei indem man ! selbst gellend Gute gerichtet machen von a i für di« Ar. kV Mall Aus -er Provinzialbauptstadi Drehen, den 1. November 1929. Dom Muihaben. Man kann in manchen Angelegenheiten den Mut verlieren, ohne doch darum gänzlich mutlos werden zu müssen. Es mag mutlos machen, wenn in dem jetzt so erschwerten Daseinskampf dre De» stredunce.i sich cmporzuarbeiten, zusammenbrechen, wenn es trotz aller Mühe nicht gelingt, festen Fuß im Leben zu fassen, wenn die Ungunst der Verhältnisse sich mehrt durch den bösen Willen der Mitmenschen, durch deren Scheelsucht und Eigennutz. Oder wenn man glaubt, sein Nestes gegeben zu haben, und das Werk fällt zusammen wie ein Kartenhaus. ... Um der Mutlosigkeit, die uns nur weit abwärts führt, zu entgehen, ist es vor allem notwendig, Ehre und Belohnung für seine Taten in sich selbst zu suchen. Feurigen Naturen ist der Mut mit in ihr Dasein gegeben. Die Lebhaftigkeit ihres Geistes, die Stärke ihrer Gefühle trägt sie leicht über Hindernisse hinweg. Weil hier oft der Mut der Gefahren nicht achtet, darum wird er auch oft zum tragischen Geschick und bringt selbst Unfälle, die vernichtend treffen können. — Allzu große grüblerische Ueberlegung, die mit starker Selbstkritik die Gefühle zerlegt und sichtet, wird wieder jede Spur von Elastizität fortnehmen. Den Mut. der befreit und kräftigt, erlangt man nur durch den Glauben an das, was als Lebensgeist uns eingehaucht ist: an das Inwendigste des Lebens, an die Menschheit in und — an das göttliche Vermögen, den unverlierbaren Adel der Menschennatur — an die Freiheit | des Willens, an eine Kraft, eine Ehre, ein Recht im Menschen, die er in sich achten muß, und die er an sich und außer sich geltend machen soll. Will man aber Lebensmut in dem Glauben an die Menschheit finden, so kann man das nur, indem man die Kraft der Menschheit in sich selbst geltend macht. Man muß den auf das Gute gerichteten Willen in sich pflegen, sich frei machen von ollem Unwürdigen. In dem Glauben an uns selbst und dem daraus entspringenden Mute bars man beim Blicke auf die Angelegenheiten der Menschen nicht verzogen. Wie es mit ihrem äußeren Zustande beschaffen sein mag, die Menschheit ist dennoch groß, und es gibt eine wahre Größe der Menschen — eine sittliche Energie fccS Menschen, die sich in jedem Kampfe behauptet — eine wesentliche Tugend des Menschen. die aus sich selbst und durch sich selbst besteht — eine Ehre der Menschheit, die in allen Zeiten und Völkern ihre Repräsentanten bot und vor der alle zuschanden werden, die ihr Hohn sprechen — ein heiliges Recht der Menschheit und Hoffnung der Menschheit, die wahrlich mehr als eitle Träume sind. Der Glaube an uns und an das Gute der Menschheit sind die besten Grundpfeiler für den Mut zum Leben. Und haben wir den Mut, so hoben wir auch die Pflicht, mit unserem Mut die anderen zu stärken zu neuer Kraft und zu neuem Wollen, zu Rutz und Frommen des einzelnen und als Erstrebenswertestes: zum Wohle des Volkes. M. Gr. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: .Vasantasena". 20 bis 22.15 Uhr. — D. H. V: Vortrag von Pros. Dr. Auler, Gießen, 20.33 Uhr, im Kaufm. Vereinshaus. — Der Stahlhelm: Pflichtversammlung, 20.30 Uhr, in der „6‘.abt Mainz". — Lichtspielhaus Bahnhofstraße „Asphalt". Astor.a-Lichtspiele: »Wenn die Schwalben heimwärts ziehn". — Aus dem Staottheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend zum letztenmal „Vasantasena" (Fcuchtwanger), Beginn 20 Uhr. — Sonntag, 3. Rovember, zum erstenmal, Fremdenvorsteiluog zu ermäßigten Preisen. „Hcch- zeitsreise". Spielleitung: Hub. Karl Löffler wird die Bühne in einen großen Ozeandampfer verwandeln. — Kirchenmusikalische Abend- feier. Nächsten Sonniaa abend veranstaltet die Lulasgemeinde in der Iohanncskirche eine kirchen- musikalische Abendfeier. Mitwirkende sind der hier neugegründete Verein für christliche Musik (Dläserchor), Organist Habicht und die Konzert- und Oratoriensängerin Fräulein Emmy Schaum aus Frankfurt, die in den letzten Jahren in der Iohonucslirche wiederholt gesungen hat. (Siche heutige Anzeige.) — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde. Nächsten Dienstagabend in der Neuen Aula Lichtbildervortrag von Dr. Trink- ler (Berlin) über den Verlauf und die Ergebnisse der Deutschen Zentralasien-Expedition. Siche heutige Anzeige. Talen für Samstag, 2. November. Sonnenaufgang 6.54 Uhr, Sonnenuntergang 16.33 Uhr. — Mondaufgang 7.56 Uhr, Monduntergang 16.51 Uhr. 1827: der Orientalist Paul de Lagarde in Berlin geboren (gestorben 1891). •• Der neue Ministerialdirektor im hessischen Justizministerium. Wie der WSN.-Dienst hört, wird an Stelle des in den Ruhestand tretenden Ministerialdirektors Dr. Schwarz der seitherige Staatsrat Dr. Neurath das Amt des Ministerialdirektors im Justizministerium übernehmen. Staatsrat N e u - r o t h gehört der Sozialdemokratischen Partei an. ** Finanzamtspersonalie. Der Vorsteher des Finanzamts Alsfeld wurde auf fein Rach- suchcn mit Ablauf des Monats Oktober 1929 in den Ruhestand versetzt. " Schulpersonal ie. Ernannt wurde der Lehrer Friedrich Langner zu Rainrod, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Rodheim v. d. H., Kreis Friedberg, mit Wirkung vorn Tage des Dienstantritts an. •• Reichsbahnpersonalien. Rangier- ausseher Philipp Müller beim Bahnhof Dießen, wohnhaft in Klein-Linden, der heute auf eine 25jährige Dienstzeit zurückblickcn kann, wurde rückwirkend vom 1. Oktober d. 3. an zum Rangiermeister ernannt. Weiter wurde Reservezugführer Karl Ott beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Leihgestern rückwirkend vom 1. Oktober d. 3. an zum Zugführer ernannt. •• Mieterjubiläum. Am heutigen Tage sind es 25 3ahre, daß der Former Wilhelm Rinn bei dem Hausbesitzer Rudolf Rüdiger. Walltorstraße 35, wohnt. Dieses Mieterjubiläum ist in der heutigen Zeit eine Seltenheit und gewiß ein schönes Zeichen der häuslichen Eintracht, die sowohl für den Mieter, wie auch für den Vermieter ehrend ist. Der Hausherr erfreute seinen treuen Mieter durch em sinniges Geschenk. DaS Schulgeld in der Studienanstalt. Rach einem Beschluß des Kuratoriums treten, wie man uns mitteilt, auch für die hiesige Studienanstalt die bereits bekan/.ten Schulgeldsähe der staatlichen höheren Lehranstalten ab 1. Oktober 1929 in Kraft. Die Stadt muß dasselbe Schulgeld erheben wie der Staat, wenn sie nicht auf den staatlichen Zuschuß verzichten will. *• Lampenputzer an die Arbeit1 Wie uns au8 dem Leserkreise geklagt wird, ist die Straßenbeleuchtung in einer Anzahl wichtiger Straßen dadurch beeinträchtigt, daß die Glasscheiben der Lampen durch Schmutzbildung infolge Staub und Regen arg verunreinigt sind (besonders am Lindenplah) und infolgedessen &ic Lichtstärke der elektrischen Birnen nicht genügend durchdringen farm. Don der Richtigkeit dieser Beanstandung kann man sich bei einem aufmerksamen Gange durch die Stadt leicht überzeugen. ES wäre zu wünschen, daß dem Uebelstande umgehend abgehvlfen wird. " Die Hasenjagd im Kreise Weh- l a r beginnt am heutigen 1. November. *' Hessische Bauernschaft. Wie auS dem heutigen Anzeigenteil ersichtlich, hält der Landtagsabgeordncte Maurer morgen nachmittag in Trais-Horloff Sprechstunde ab. Näheres in der Anzeige. SezirlSschöffengericht Gießen. ' Gießen, 30. Ott. Ein übler Streich, der leicht schwere Folgen hätte haben können, hat zwei junge Leute, einen Bergmann und einen Arbeiter, einer von ihnen noch unbestraft, ins Zuchthaus gebracht. Nachdem sie ihren Wochcn- lohn zum Teil vertrunken hatten, gerieten sie in eine aus Hebermut und allgemeiner Verärgerung gemischte Stimmung, der sie durch eine Eisenbahntronsportgefährdung Luft machten. Sie rissen an der Eisenbahnlinie zwischen Beltershain und Lumda fünf Warnungstafeln um und brachten eine Getreidemähmaschine derart an den Bahnkörper heran, daß die Deichsel quer über den Schienen lag. Hm die Maschine selbst auf daS Geleise zu bringen, wie sie es gern getan hätten, reichte ihre Kraft nicht aus. Danach stahlen sie zwei Fahrräder und suchten daS Weite. Glücklicherweise wurde die Transportgefährdung gemerkt, bevor ein Unglück entstehen konnte. Die alsbald verhafteten Täter waren umfassend geständig. Sie erhielten, da das Gesetz bei diesem schweren Verbrechen keine mildernden Umstände kennt, Gesamtzuchthausstrafen von je einem 3ahr zwei Monaten und zwei Wochen. , Ein früherer Landwirt, später Mitinhaber einer zusammen gebrochenen G. m. b. H., in der er fein ganzes beträchtliches Vermögen verlor, wurde mit 30 Mark Geldstrafe belegt, weil die Buchführung der Gesellschaft, für die er trotz mangelnder Sachkenntnis die Verantwortung hatte, fo unordentlich geführt war, daß sie keinen Ueberblick über den DerrnögenSstand gewährte. Der mit der Führung der Bücher betraut gewesene Handlungsgehilfe erhielt eine Geldstrafe von 100 Mark. Der Landwirt und ein weiterer, vorzeitig auSgeschiedener Geschäftsführer, erhielten weiter Geldstrafen von je 50 Mark, weil sie bei der Eintragung der Gesellschaft inS Handelsregister hinsichtlich der Einzahlungen auf die Stammeinlage wissentlich falsche Angaben gemacht hatten. Freiges prochen wurde ein Ehepaar au» B> üdinge n von der Anklage dcS Betrug» und der Unterschlagung. ES wurde ihm zur Last gelegt, daß sie fälschlich ihr unbeschränkte» Eigentumsrecht an einem Auto und einem Pserd behauptet und durch Sicherungsübereignung dieser Gegenstände einen Darlehensgeber veranlaßt hätten, ihnen eine beträchtliche Summe zu leihen, ferner sollten sie einen bereits anderweit zur Sicherung übereigneten Einspännerlastenwagcn widerrechtlich wciterverüußert haben. Die Freisprechung erfolgte aus Mangel an ausreichenden Beweisen. Briefkasten der Redaktion. (Rcchtsgutachtcn sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Reiskirchen. 1. In gerader Linie miteinander verschwägert im Sinne des Gesetzes sind Schwiegervater und Schwiegersohn usw. Als Gemeindev.r- treter sind u. a. nach Artikel 6 des Hessischen Wahlgesetzes Personen nicht wählbar, die mit dem Bür- germeister oder einem Beigeordneten in gerader Linie verwandt oder verschwägert sind. Dieses Schwägerschastsoerhältnis trifft in Ihrem Falle nicht zu. Demnach kann der Bruder der Frau des Bär- germeifters in den Gemeinderat gewählt werden, da er mit diesem in der Seitenlinie verschwägert ist. — 2. Gemeinderatsmitglieder können von einer mit diesem Amt verbundenen Funktion (Tätigkeit als Kontrolleur) um eines Schwägerschaftsverhältnisses wegen nicht ausgeschlossen werden. — 3. Ein nicht wählbarer Kandidat ist auf der betreffenden Lifte zu streichen. Die übrigen Listen werden Hierdura) nicht berührt. w. h. in 2H. Der Verein kann sich wohl nur an die betr. Genossenschaft halten, nicht aber an deren einzelne Mitglieder. Infolge der Inflation sind die beiderseitigen Ansprüche wohl als gänzlich entwertet anzusehen. Der materielle Erfolg eines Prozesses ist mehr als zweiselhast. Das gleiche gilt für Ihre Kollegen. Jeder Zinsanspruch ist verjährt, § 197 BGB. Berliner Börse. Berlin, l.Nov. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Frühverkehr verhält man sich trotz der internationalen Gelderleichterung und der Herabsetzung der verschiedenen offiziellen Diskontraten um 0,5 bis 1 Prozent abwartend. Einerseits fallen heute die meisten Auslandbörsen infolge de» hohen katholischen Feiertages aus, anderseits besteht immer noch Unsicherheit betreff» der Abstimmung über das Volksbegehren. Kurse werden noch nicht genannt. Am Devisenmarkt hörte man London gegen Paris 123,8250, London gegen Mailand 93,1250, London gegen Spanien 34,26, London gegen Kabel 4,8790 zu 4.8795, London gegen Berlin 20,3350 zu 20,3890, Kabel gegen Berlin 4,1780 zu 4,1785. Jean Weleel, (Heben, Sonnenetrafcc 6, Telephon Nr. M» Bas GeltratMsesller PÄNIVEA-CMME (*/'/,/ .K'X Reiben Sie immer ein oder zwei Minuten vor dem . //,.'■ '/, tS-atfr Einseifen ein wenig Itivea-Creme gut in die Haut ..zi - ■< 1 Posten nur reguläre, aus unseren Lägern ausgesuchte Wolmungslausch 071)35 VANILLE RANE ALGIE Damen- u. 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GSetzeuev Slnreisev 07026 Heute vormittag 8 Uhr verschied nach schwerem Krankenlager mein treuer Gatte, unser guter unvergeßlicher Vater, Schwiegervater und Großvater Gießen (Wetzsteinstraße 40), den 31. Oktober 1929. Die Beerdigung findet am Samstag. 2. November, mittags 12 Uhr, auf dem neuen Friedhof statt In tiefer Trauer: Agnes Reinstein und Kinder. Georg Reinstein Maschinenmeister i. R. im Alter von 61 Jahren. 'M« Zreitag, 1. NovembeN929 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) zlr. 1.1 Zweites Blatt s. wire, die Handlanger der Diplomatie Englands hervorragender TlachrichLen W e die Gehe.mdienfte arbeiten. Berück- der schien, das Rüstungsabkommen zur Dee zu unterzeichnen. Gänge mit Wildbret versorgt sind: zum Beispiel eine Rebhuhnpastete und einen gebratenen Reh- rücken. AlS Zwischengericht ist vrelleicht auch ein kräftig gewürztes Gulasch üblich. Die Stelle des Wildbratens vertritt oft ein in Rotwein ge äinps- tes Hirschwildbret. Dazu gibt man Makkaroni oder gebackene Kartoffelkroketts. Als Salat ist Kraut- und Endiviensalat beliebt, von Kompott Preiselbeeren und Apfelmus. Süß eingekochte Früchte, zum Beispiel Mirabellen, Erdbeeren, reicht man nicht. Für den Rachtisch sind Käsestangen beliebt. Gibt es Eis, so serviert man kein Frucht- oder Vanille-, sondern Kaffee- oder Kakaoeis. Don Torten zieht man Haselnutz- oder Schwarzbrottorte, auch Baumkuchen oder Daumtorte den gefüllten Eremetorten vor. Gibt es anstatt des Gefrorenen eine sütze Speise und keine Torte, so ist Schwarzbrot-Pudding mit Weinschaumsohe passend. Die Getränke sind natürlich denen anderer Gasttafeln gleich, aber den Schmuck pflegt man durch Kletten. Disteln, Tannengrün, Ginster, buntes Laub und Ebereschenbeeren „jagdlich" zu halten, ohne Blumen. Oberhessen. Keine Beihi fe zum Bahnhofsumbau in Großen-Lindrn. ~ Hoche lheim, 3D. Oft. Der hiesige Gemeinderat hat den Antrag der Reichsbahn- dirck.ion Frank, url/Main auf Gewährung eines Zuschusses «für den Bau einer Unter- führung auf dem Bahnhof in Gro- tzen-Linden abgelehnt, da er einstimmig der Ansicht ist, datz die Reichsbahn allein zur Beseitigung des von ihr selbst anerkannten Gesahrenzustandes verpflichtet ist, zumal sie auch die Verantworlung sür etwa vorkommende Anfälle beim Uebcrschreilen der Gleise, oder der für unzweckmäßig gehaltenen Personen - e b e r südrung zu tragen hat. Der Gemeinderat von Hornsheim lehnte apparai. - polnische Sp onageabwehr. — Ein französischer Tr ck. - Faszistrsches und bolschewistisches Spihelwesen. Don Ferdinand Luck. Zwei wichtige Faktoren erschweren jetzt, verglichen mit der Zeit vor dem Krieg, eine Kontrolle der internationalen Spionage: die zunehmende Ausbreitung des Faszis- m u s und die feste Organisation der Kommunistischen Internationale. nach allem Weismannsbrauch demjenigen, der das Wild kunstgerecht „aufbricht" und ausweidet, also dem Jäger oder dem Iagdgehilfen. Deshalb wird zum Beispiel Rehleder und Rehgehirn sehr selten im Wildhandel und im Kleinverkauf gefunden. Erst neuerdings hat man in der modernen Küche sich auch Der Rehschnihel, der Koteletten und Steaks bedient und damit der Wildbretküche wieder zu größerer Vielseitigkeit verholfen, einer Vielseitigkeit, die ihr als ursprünglich eigen, im Lause der letzten anderthalb Jahrhunderte abhanden gekommen war. UnD es gibt noch heute zahlreiche, an der alten Art festhaltende Hausfrauen, die da erklären, datz es doch „zu schade" sei, die schöne Keule, den schönen Rücken zu zerkleinern. Jedenfalls sei darauf hingewiesen, datz gebratene oder geschmorte Rehsteaks eine der köstlichsten Beilagen zu grünem Bohnengemüse sind, Hie es gibt. Die ehemalige Vielseitigkeit der Wildbretgerichte lätzt sich unschwer aus alten gedruckten, noch besser aus geschriebenen Kochbüchern der Urahnen seststellen. So fand ich in dem geschriebenen Rezeptbuch der alten Forst- meisterin nicht weniger als fünfunddreitzig Hasenrezepte, von denen das eigenartigste der „Hake im Schneehause" war. Nachdem der Hase gehäutet und gespickt ist, wird er in gut verdeckter Kasserolle mit Wasser, Salz, Gewürz und Lorbeerblatt in kurzer Brühe ä la baise weich gedämpft. Dann nimmt man ihn heraus, legt ihn in die Bratpfanne, macht von 16 bis 20 Eiweitzen einen festen Schnee, überzieht den Hasen mit einem Lössel recht rund und etwas erhaben damit, schiebt die Pfanne in den Ofen und läßt den Ueberzug, wie Baisers, weitz und gar backen. Beim Anrichten macht man oben eine Oeffnung, gibt eine gute Fleischsotze hinein und richtet den „Hasen im Schneehause" auf einer Schüssel an, deren Rand man nach Gefallen mit Kotelettchen umlegt. Abgesehen von der Fülle der Eiweiße, die die heutige Haus,'rau wohl nicht gern für das „Echneehaus" spendieren würde, glaube ich nicht, daß man heute Lust verspürt, den Hasen aus diese Art anzurichten. ckleberhaupt Hasen! Deren Zerlegen schon oft mit Sc Widrigkeiten verknüpft ist: denn bekanntlich darf das Tranchieren des Hochschulnachrichten. Der Würzburger Privatdozent Eduard von Jan, Dr. phil. et med. dent., hat den Rus auf den Lehrstuhl der romanischen Philologie an der Universität Greifswald als Rachfolger von E. Lommatzsch angenommen. Dr. v. Jan, gebürtig aus Stratzburg i. Els., hat neben seiner Praxis als Zahnarzt literarwissenschast- liche Studien getrieben und promovierte 1922 in Würzburg zum Dr. phil., nachdem er früher ebenda den Dr. med. dent. erworben hatte. Seine Lehrer waren die Philologen W. Küchler und QL Franz. Dr. v. 3an habilitierte sich 1927 in Würzburg für das Fach der romanischen und vergleichenden Literarturwissenschaft mit einer Schrift „Das literarische Bild der 3eanne d'Arc (1429—1926)“. - Professor Dr.-3ng_ Georg Madelung von der Berliner Technischen Hochschule hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Luftfahrt an der Technischen Hochschule in Stuttgart angenommen. — Der Tübinger Strafrechts- und -Prozetzlehrer Dr. Carl August $>e g le r hat die Berufung an die älniversität Freiburg i. D. abgelehnt. Vom Wildbret und vom Iagdschmaus. Don M. v. Siubbendors. ' Rachdruck verboten. Bei der Vorliebe unserer Vorfahren für die 3ag j können wir getrost annehmen, datz der Genuß und die Kenntnis der Zubereitung alles Wiluvrets eine Der ersten Kochfertigkeiten der deutschen Frauen war. Jedenfalls aber nicht ihre Erfindung! Denn Der Säger war es, Der zuerst auf den Gedanken kam, Das Wildbret über Feuer zu rösten. Dazu steckte er es, nachdem das Wild ausgeweidet und ein passendes Stück zurecht - gehauen war, einfach auf feinen 3agdspietz, Den er langsam über Dem Feuer Drehte, Damit Das Fleisch von allen Seiten gar wurde. 3n Dem Spie tz braten hätten wir also Die allererste Kochkunst zu begrüßen; das Kochen steht schon auf höherer Kulturstufe, 'Denn dazu gehört ein Gefäß. Man konnte erst kochen, nachdem Die Uranfänge der Töpferei erfunden waren. Erst wurde jedenfalls das Rösten des Wildbrets am Iagd- fpieh gleich im Freien Dor genommen; Da aber oft Die reiche Ausbeute Der 3agD Die Möglichkeit ausschloß, sofort alles WilDbret zu vertilgen, so nahm man Die Vorräte mit heim, hob sie auf und röstete sie über Dem HerDfeuer. Roch heute, nach so vielen hunDert Jahren, ist für WilDbret vielfach Das Braten „am Spietz" üblich, zum Beispiel in Küchen großer länDlicher Haushaltungen. Mit der Zeit, die so große Umwälzungen und Erleichterungen auch für die Kochkunst gebracht hat, fortschreitend, ist natürlich Der heutige Spietzbratosen eine Anlage, hiermit jenem uralten „Spießbraten“ nur Die Tatsache gemein hat, daß das Fleisch an einem Spieß steckt und nicht in Der Pfanne liegt. 3m Mittelalter tourDe alles Haarwild im Ganzen gebraten, das heißt Rücken oder Ziemer, Keule um) Blatt. Soviel verschiedene Vorsa)ricken auch unsere Großmütter und Urahnen für die Bereitung des Wildbrets hatten, sie galten Den „guten Teilen" nur „im ganzen". Einzig Das sogenannte „kleine Fleisch“ von Hals, Rippen, Lappen usw. tourDe zerhauen und als Ragout zubereitet. Das „Innere“ des Wildbrets gehört Landkreis Gietzcn. X Klein-Linden, 31. Oft. Am vorigen So. .nag fajiJ im Turnerhrim e .n Vcr.amrn- lung des hiesigen Kriegervereins statt. Der erste Vorsitzende. Kaufmann Fr. Schimmel, berichtete eingehend über den vor kurzem in Gießen ftatij-ejabten Bezirkstag. Der Verein beabsichtigt, im Jahre 1931 die Frier seines 50jährigen Bestehens zu begehen und hat sich aus diesem Anlaß auf den Bezirkstag um das Dezirkslrieger'est im gleichen Jahre beworben. Im Winter will der Verein einen Unterha'.tungs- abend mit Konzert ve.a.stabten. wobei Die Kapelle DeZ 1. Datl. Ins.-Rgt. 15 Gießen mit- wirlen wird. Der Reinertrag ist zur Unterstützung hilfsbedürftiger Kr'ezer und Krieger- Hinterbliebenen bestimmt. Als Zeitpunkt wurde Der 1. Februar 1930 feftg-.Iegt. Zur Ehrung der im Weitkrieg Gefallenen wurde beschlossen, mit Don hiesige r übrigen Vereinen eine gemeinsame Srauerfe e u veranstalten. Ob die'e am Totensonntag. c. :r am allgeire'nen Volkstrauertag stattfinden wird, soll ein gemeinsamer Beschluß i er in Betra ht kommenden Vereinsvorstände ergeben. Eingehend berichtete Der Vorsitzende über Den Stand Der Arbeiten zur Errichtung eines Krieger eilmals, da begreistlickerweise in Der Ge- meinde große Unzufriedenheit herrsche und die verschick e'.sten Gerüchte in Umlauf seien. Von Der Dürgevire sterei sei ihm die bestimmte Mitteilung gemacht, Daß z. Z. zwei Projekte in Arbeit feie t. und zwar eins für den alten und ein *to:i e3 für den neuen Friedhof. Die bereits gckamme.ter Golder sind bei der hiesigen Sparta ie verzinslich am e egt, die Verwendung für andere Zweie ist vö.lig ausgeschlossen. Tie zah'reichen Spionagesälle der letzten Zei., .e sonlers das Verschwinden von Dolumcn.en und Chi fresch üf e n, lenken Die allgemeine Aufmerksamkeit auf die politischen Geheimdienste, Die hier von einem Herr orragenden Kenner der Verhältnisse in ihrer Arbeitsweise beschrieben werden. Die Ansicht, daß die diplomatischen Vertretungen fremder Staaten gleichzeitig Spionage- zentralen find, ist heute überholt. In den ersten Jahren nach dem Krieg war das freilich anders. Tie Gesandtschaften der Ententemächte wurden von Agenten überlaufen; hauptsächlich boten russische Emigranten ihre Dienste den Rach- ridyenftel.en der Siegerstaa cn an. Dieses Uele - angebot an Informatoren hörte aber auf, als die Mark stabilisiert war und Dollars und Psund- noten ihre Zauberkraft auf die catilinarischen Existenzen der Spitzeldienste ver o?en. Mit der Auflösung dr Interalliierten Kontrollkommission schwand auch der letzte Rest des sremdsändischen Spitzelwc ens, das nur allzu bereit war. für etliche Silberlinge alles zu verkaufen und zu verraten. In die Diensträume der ausländischen QHif, tonen kehrte die Ruhe der Vorkriegszeit zurück. Auch ein früher allgemein gültiger Grundsatz der Diplomatie kam wieder $ur Geltung: auf dem er territorialen Boden einer diploma.ischen Mission keine Rach- richtenagenten zu empfangen. Dieser Grundsatz wird von Der Diplomatie aller Länder schon deshalb befolgt, weil in allen Staaten die diplomatischen Misfionen von Geheimpolizisten überwacht und verdächtige Personen so lange verfolgt werden, bis ihre Personalien festgestellt sind. Meist empsängt der ausländische Diplomat seine Informatoren auf dem neutralen Boden einer Gaststätte oder in den Mietsräumen einer harmlos wirkenden Handelsagentur. Fast ' bei allen S.aalen bestehen übrigens zwei voneinander völlig getrennte Rachrichtenapparate: Der militärische und der diplomatische Spionagedienst. Die ins Ausland abkommandierten Generalstabsoffiziere, die in ziviler Verkleidung von Geschäftsreisenden auftreten, meiden während ihrer Auslandmission nach Mögli feit jede Beziehung zur diplo natischen Vertretung ihres Landes und senden ihre Berichte nur auf Schleichwegen an die vorgesetzte Rachrichten,zentrale. Die älteste Tradition in der Organisation der ausländischen Spionagedienste hat wohl das Britische Reich aufzuweisen, dessen weltbekannter Rachrichtenapparat, der „3 ntelli - gence <5 e r t> i ce", vielen Staaten als Vorbild dient. Die jahrhundertelange Erfahrung auf allen Kontinenten, die der englische Rachrichten- dienst auszuweisen hat, sichert ihm bei jeder neuen Ausgabe vor allen Konkurrenten einen Vorsprung. Dor allem ist beim englischen Geheimdienst eine der wichtigsten Voraussetzungen der Spionage erfüllt: die Londoner Zentrale verfügt über einen Millionenfonds, der von keinem Sparkommifsar kontrolliert wird. Von größter Bedeutung für die erfolgreiche Spionage des „Intelligence Service" ist es ferner, Daß er auf lange Sicht arbeitet. Als Beispiel mag Die Tatsache angeführt sein, Daß auf Veranlassung des „Intelligence Service" bereits vor dreißig Jahren das Foreign Office ein Referat für ukrainische Angelegenheiten einrich eie; schon damals bereisten britische C.nis äre Die Gegend des Dnjepr und Don und studierten an Ort und Stelle die geheimen Verschwörungen der ukrai- nische!» In etl.genz gegen Den Karibischen Ab olu- tismus! Ein Dritter Akiivpo.cen des englischen Gcheimdienstcs ist der gesicherte Rachwuchs bei der Besetzung wichtiger Ausl and s: o ton. Der Sohn eines nach ileberfee ausgewan erlcn englischen Kaufmanns ist schon von Kindheit an mit der Sprache,' den Sitten und Gebräuchen seiner zwei- Y Mainzlar, 31. Oft. Durch Reueindeckung wurde die Provinzial st raße Mainzlar-Treis a. D. Lda. in den letzten Wochen in einen sehr guten Zustand gebracht. Die Straße wurde ferner am Ortsausgang nach Treis zu beträchtlich erweitert, da die Fahrbahn an dieser Stelle für den Verkehr besonders beengt war. Durch eine nachfolgende Teerung innerhalb des Ortes hofft man Die Lebensdauer der neuen Decke wesentlich zu verlängern. > Daubringen, 1. Rov. Frau Helene Michel von hier, die Witwe des vor 22 Jahren bereits verstorbenen Streckenarbeiters Wilhelm Michel, feiert morgen ihren 8 0. Geburtstag. In ihrem biblischen QIl.ec erfreute sie sich immer guter Gesundheit, bis sie sich im vorigen Frühjahr einer ernsten Operation un.erzielxen mußte. Frau Michel ist Mutter von 13 Kindern. Acht Kinder sind gestorben. Von den übrigen können 22 Enkel und neun Urenkel als Gratulanten erscheinen. s. Hungen, 31. Oft. Die Preise für fette Schweine haben auch in den letzten Tagen noch angezogen. Rachdem längere Zeit 85 Pf. für das Pfund Lebendgewicht bezahlt worden find, bieten die hiesigen Metzger jetzt auf den umliegenden Ortschaften bis 90 Pf. Trotzdem ist es fast unmöglich, Schlachtschweine zu bekommen. s. U t p h e, 31. Oft. Ein A r b e i t s j u b i l ä u m begeht am 1. Rovember der Schichtsührer Karl Eichenauer von hier, der an diesem -läge auf eine sünfundzwanzigjährige Beschäftigung bei der Gewerkschaft „ j r i e D r i d)" in Trais-Horloff zurückblicken kann. Auch fein Sohn ist in Dem gleichen Betriebe tätig. 1 Langd, 31. Ott. Immer häufiger machen sich in Den Waldungen unserer Gegend Hirsche bemerkbar, die aus Den angrenzenden großen Vogelsbergwaldungen herücerwechseln. Schon mehrmals wurden in letzter Zeit Tiere zur Strecke gebracht. So gelang es Die er Tage wieder dem»3agdpächter R. Gall von hier, ein längeres geweihtes Sier zu erlegen. Kreis Friedberg. 0 Gambach, 30. DEL Für die kommende G e - meinderatswahl wurden hier vier L i ft e n ausgestellt, und zwar eine Liste des Landbundcs, eine des Handwerks und der Gewerbetreibenden, eine der Mittelstandspartei und eine Der Sozialdemokratischen Partei. Vorgeschlagen auf der Landbundliste find die Landwirte Wilhelm Reuhk, Karl Klein 1., Heinrich Langsdorf, Wilhelm Düringer, Eberhard Rumpf III., Wilhelm Wächter und Konrad Grieb II. Von der Liste des Handwerks und der Gewerbetreibenden werden in Vorschlag gebracht: Eisenbahnsekretär Jakob Buß, Fleischbeschauer Eberhard Alt, Schreinermeister Wilhelm Hofmann, Maurermeister Hch. Petri, Wilhelm Bröder, Wilhelm Grieb, Heinrich Klein und Karl Schmidt. Von der M it t e l st a n d s- partei sind aufgestellt Landwirt Wilhelm Alt, Louis Friedrich Grieb, Jakob Wächter, Weißbindermeister Wilhelm Mohr III., Weißbindermeister Heinrich Dem II. und Karl Henrich. Die Sozialdemokratische Partei hat als Kandidaten aufgestellt: Maurer Dito Böck, Maurer Jakob Ratz, Lagerhalter Wilhelm Müller, Maurer Heinrich Mohr IX., Maurer Georg Karber, Schlosier Jakob Bergt. — Auch in unserem Dorfe wurden durch die Schulkinder für die Küche der Gießener S tu d e n te n h i 1 f e Kartoffeln gesam- melt. Es waren etwa 20 Zentner, die von dem Auto Der Studentenhilfe abgeholt werden konnten. Kreis Büdingen. rL Büdingen, 31. Olt. Unsere Kreis- L i ch t b i l D st e 11e, Die unter Leitung von Lehrer S ch n i e r l e in Bleichenbach steht, macht im nächsten Monat bereits ihre 14. Vorführungsreise Durch den Krtfs. Sie brt t diesmal auch Den Erwachsenen wieder Gcl genhcit, sich an guten Filmen zu bilden und zu belehren. Es ist Der BilDstelle gelungen, Den Großfilm Der Hamburg-Amerika-Linie „Das Wunderland Amerika“ zur Vorführung an den bekannten Spielarten zu bekommen. Außerdem wird sie sür die Kleinen besonders (Doch auch für Die Großen!) einen neuen Märchenfilm „Die Sterntal r" bringen. Die Bildstelle ist eine ganz auf Selbst- ten Heimat so vertraut, daß er wie kaum ein anderer a le Eigenschaften besitzt, seinem Vaterland ausgezeichnete Späherdienste zu leisten. Olbgesehen von gewissen Eigenheiten des englischen Geheimdienstes, Die nicht nachzuahmen sind, ist sich Die Spionage in allen LänDern ähnlich; sie arbeitet überall, in Der Hauptsache mit Der Bestechung von subalternen Angestellten. Rur in einem Punkie benützt Der Spionagedienst nicht in allen Staaten Dieselben Metho- den: bei der Technik Des Des ins armiere ns. Dafür ein Beispiel. Als sich in Polen nach Dem polnisch-rusickchen Krieg die Spio- nagefätle bolschewistischer Agenten Derart häuften, daß alle Abwehrmaßnahmen versagten, gliederte man dem polnischen Generalstab ein besonderes Bureau an, das Geheimdokumcn e militärischen Inhalts herstellte, und den ausländischen Agenten in die Hände spielte. Damit wurde ein doppelter Zweck erreicht: erstens wurde mit einem Griff ein Dutzend Spione unschädlich gemacht, und zweitens war Die auswärtige Macht falsch informiert. Ein Hauptlontingent des polnischen Spionagedienstes stellen auch heute noch die russischen Emigranten, die sich in Danzig konzentrieren und von Dort aus ihre Späherfahrten unternehmen. Mit welchen Mitteln Der internationale Spionagedienst arbeitet, beweist u. a. ein Vorgang, bei Dem polnische Diplomaten die Leidtragenden waren. Anläßlich einer in emotionalen Konserenz auf Schweizer Toden hatte eine Großmacht ein lebhaftes Interesse daran, zu wissen, wie sich die polnischen Delegierten zu bestimmten Konferenz, ragen verhalten werden. Deshalb wurde der polnischen Delegation in Dem Hotel, in dem sie abgelegen war, ein Kellner zugeteilt, der sich als Angehöriger eines Dalkanstaatcs ausgab, tatsächlich aber Pole war, ungehindert die Tischgespräche der polnischen Delegierten belauschte und später darüber berichten konnte. Internationale Konferenzen bieten den Spionen heute ein viel besseres Betätigungsfeld als die mit Alarmglocken versehenen Ge- sandtschasts- ober Konfula'sgebäude, aus Denen Geheimdokumente oder Amtsstempel nur mit Hilfe bestochener Angestellter entwendet werden können. Don der noch vor einigen Jahren sehr beliebten Methode, in Konferenzzimmern Mikrophone anzubringen und die geheimen Gespräche abzulauschen, ist Der international geschulte Spion abgekommen, da es jetzt üblich ist, Konferenzzimmer in Hotels vor ihrer Benutzung aufs sorgfältigste auf Mrkrophonapparate zu untersuchen und die Wände abzuklopfen. Es gibt aber auch Fälle vermeintlicher Spionage, die von einer Regierung aus politischen Gründen inszeniert werden. 2n Paris wurden vor Jahresfrist englisch-französische Dü° stungsverhandlungen geheim geführt, über deren Gang ein amerikanisches Blatt Dokumente veröffentlichte, D-ie nur aus Den Archiven des französischen Außenministeriums stammen konnten. Der amerikanische Journalist, der Die Veröffentlichung veranlaßt halte, mußte Paris fluchtartig verlassen, und offiziell leitete das französische Außenministerium ein Disziplinär erfahren gegen ungetreue Beamte ein. Doch erfuhr die Oefientfiel)Feit vom Ausgang dieses Prozesses nichts. Tatsächlich hat sich aber der angebliche Sp.o..agcfa.l im sranzö.ifchen Außenmini, erium, wie erit nachträglich bekannt geworden ist, in der Weise abgespielt, daß mit Wissen der ministeriellen Leitung Dem amerikanischen Journalisten Die Abschrift eines Dokumentes in die Hände gespielt wurde, um durch eine Teröf,entlichung in der amerikanischen Presse einen Druck auf das englische Außenministerium auszuüben, Das nicht geneigt Wildbrets nicht zu lange Zeit dauern. Eigentlich muß Witfbret sofort serviert werden, sobald es aus Dem Ofen kommt. Die Tatsache, daß eben Wildbret viel schneller auskühlt als anderes Fleisch, wird oft nicht genügend beachtet. Es Darf auch nicht warm gestellt werden, weil es dabei Die Hälfte sei es seinen Gfchmacks einbüßt. Die Soßen zu Wilobret werden fast stets mit saurer oder — aber seltener — mit süßer Sahne verkocht. Von anderen Zutaten wird meist abgesehen Aud) das Anrichten geschieht „naturell“, ebenfalls im Gegensatz zu unseren Ahnen, die Den Wildbraten, besonders auch Das Wildschwein, mit Zitronenscheiben und Rosmarinzweiglein verzierten. Wenn die Hausfrauen in alter Zeit Wildbret schmorten, so gaben sie häufig Mandeln und Rosinen Daran; besonders üblich war diese Art im QtorDen Deutschlands, auch in der Hamburger Gegend. Was nun den Iagdschmaus anbetrifft, Der nach beendeter Jagd, ost erst gegen Abend, Die Weidmänner erquicken soll, fo kommen auch Dafür gewisse feine UnterfdjieDe gegen anDerc „Diners“ oder „Festessen" in Frage. Manche Hausfrauen in Der Stadt, Die nicht Gelegenheit hatten, sich Damit zu beschäftigen, haben keine Ahnung, was ein Iagdschmaus bedeutet und daß das Menu dazu nicht beliebig wie ein anderes zufammengestellt »werden darf, sondern anderen Gesichtspunkten angepaßt werden muß. Auch das „Herkommen" spielt seine Rolle Dabei, jenes alte, merkwürdige „Herkommen", das oft spöttisch belächelt wird und doch einige Bedeutung hat. Welche große Rolle Die 3agD und Die Bewirtung Der 3agdgenossen sowohl in Der feinen als in der einfachen Küche spielt, sieht man deutlich Daran, Daß eine Anzahl Speisen diese Bezeichnung führt. Wir haben: 3ägersuppen, 3äger» kost, 3ägersleisch, 3ägcrfloße, sogar „3äger-Cis- bombe“. Alle 3agdgerichte haben nicht nur Verbindung mit Der Bedeutung des Tages, sondern sie nehmen Rücksicht auf Den, durch den Aufenthalt im Freien und der Anstrengung geschärften Appetit Der Teilnehmer. Wan gibt zum Beispiel niemals „klare Brühe“ zum Beginn des 3agdessens, sondern eine grüne Erbsensuppe, an deren Stelle im Rotfall eine von gelben Erbsen treten kann. Wildhühnersuppe wird meist vermieden, weil ohnehin ein oder zwei sichtigt man bei beiden Faktoren, daß es sich um zwei Organisationen internationalen Charakters handelt, deren Anhängerschaft straffer Disziplin unterworfen ist, so ergibt sich, Daß sowohl Faszisten wie Kommunisten in allen Staaten wertvolle Späherdienste für ihre Diktatoren in Rom und in Moskau leisten können. Roch einen anderen cklnlerschied kann man ün 'Vergleich zu früheren Zeiten seststellen: die konstruierten Spionagefälle. Wird ein Agent einer fremden Macht der versuchten oder vollendeten Spionage überführt, dann versucht derjenige Staat, zu dessen Gunsten der abgefaßte Agent spioniert hat, einen Kompensationen l zu arrangieren, um seinen Agenten freijubetommen. Cs sei nur an Den Fall des bolschewistischen Agenten Slobjewski vor Dem Reichsgericht erinnert, Der Der Strafverbüßung Dadurch entging, Daß Die Sowjetregierung zwei Deutsche Der Spionage verdächtigte und ihre Freifassung nur im Auslausch gegen ihren in Leipzig verurteilten Agenten bewilligte. den 3ufd)ußantrag der Reichsbahn mit gleichen Begründung a b. 2 16 erfolgen. nu.Umg, 1 sicher in ihrem ien erteilt jeder- i- Einzahlungen d der Zentrale eilung 9hlA ArtiUer cDcmn 50015109, öeo 2.M abend- 8'/,Mr WWWW! im öercinelolal „Hcisiscbcr xaiebit können El"' iflDimtiMuen finbenöe un Wmedei. &»'TeS5 lloioo nÖ°“ l$,J^snb'9llS8i Ölii i*__—' liegt (in Hilfe der Schüler und Lehrer des Kreises gestellte, wertvolle volksbildnerische Einrichtung, die bisher ganz ohne jede behördliche Zuwendung gearbeitet hat. Ridda, 30. Oft Die Stadtverwaltung hat sich entschlossen, auch das zweite von ihr erbaute Doppelwohnhaus in der Hopfengasse, das jetzt fertiggestellt ist, zu verkaufen. Sie läßt sich dabei von dem Gedanken leiten, den Wohnungsuchenden unter erträglichen Bedingungen ein Eigenheim xu geben und die durch den Verkauf frei werdenden Geldmittel zu weiteren Neubauten zu verwenden. Ridda, 30. Okt. 2lm Sonntag feierte unser Kirchspiel den Zugendsonntag und die hiesige Mädchenvereinigung gleichzeitig ihr 3ahresfest. 3m Dorrnittagsgoltesdienst predigte Dekan Sc r iba auf Grund des Textes: „Was der Mensch säet, das wird er ernten", über die Pflichten der Kinder und Eltern. Die Mädchenvereinigung und die Oberklasse der Volksschule verschönten den Gottesdienst durch den Gesang zweier geistlicher Lieder. 3m Abendgottesdienst wirkte die Mädchenvereinigung wieder mit, indem sie einige mehrstimmige Lieder, passende Gedichte und im Wechselgespräch Bibelsprüche und Psalmen vortrug. Pfarrer Laut hielt die Festprcdigt, in der er auf die Bedeutung der Jugenderziehung und die evangelisch-kirchliche 3ugendarbeit an der ganzen Gemeindejugend hinwies. Eine hübsche Aufmerk- samkeit erwiesen 10 Mitglieder der hiesigen 3ugendvcrcinigung einer ihrer Freundinnen, die kürzlich heiratete. Sie begaben sich am Polterabend mit brennenden Kerzen und Girlanden in die Wohnung der Braut und überreichten ihr den Hochzeitskranz. rl. B o b e n h a u s e n, 31. Okt. Dieser Tage fand die Monatsversammlung des Bezirks- Lehrervereins Ortenberg auf Einladung unseres Lehrers 3. im hiesigen Schulsaal statt. Der Obmann des Vereins. Lehrer H ä u - s e r (Selters), begrüßte die zahlreich erschienenen Kollegen und dankte dem Gastgeber für Einladung und Bewirtung. Er berichtete sodann über die Dertreterversammlung des Hess. Landes- Lehrervereins am 30. September in Frankfurt und dessen neue Satzungen. Der Schriftführer, Lehrer Carl (Ortenberg), berichtete über eine Sitzung der Obmänner aller Lehrervereine des Kreises, in der ein Entwurf zur neuen Dienstanweisung für die Kreisschulämter bekanntgegeben und besprochen worden war. Dieser Entwurf regte zu lebhafter Aussprache an, zumal er in vielen Punkten als rückschrittlich empfunden wird. Auch über die Frage der Schulgüter und die Verwendung der Einkünfte aus solchen in den Gemeinden wurde verhandelt. Aach dem Schulgesetz müssen alle diese Gelder einem besonderen Schulfonds der Gemeinden zugewiesen werden, dürfen also nur für Schulzwecke Verwendung finden. o. Effolderbach, 30. Okt. Heute nachmittag wurde der Altbürgermeister Karl Wolf im Alter von 76 3ahren beerdigt. Ein großer Trauerzug, in dem viele Auswärtige, auch der Kreisdirektor, zu sehen waren, voran der Kriegerverein, begleitete ihn zu seiner Ruhestätte. Pfarrer Hoch von Selters schilderte auf Grund von 3oh. 9,4 „3ch muß wirken, solange es Tag ist", sein Leben. 28 3ahre lang war der Heimgegangene Bürgermeister. Daß er bei jeder Wahl stets einstimmig gewählt wurde, zeugt für das Vertrauen, das er in der Gemeinde genoß. Ferner bekleidete er 30 3ahre das Amt des Kirchenrechners mit großer Gewissenhaftigkeit, und als strebsamer Landwirt gab er seinen Standes- genossen ein gutes Vorbild. 3n der Geschichte der Gemeinde werden drei segensreiche Aeuerun- gen immer an seinen Aamcn geknüpft bleiben. Die Wasserleitung, die elektrische Lichtanlage und der Schulhausneubau. Krieger- und Gesangverein, sowie der derzeitige Bürgermeister Lenz legten unter anerkennenden Worten Kränze am Grabe nieder, wie denn auch die Ehrensalve über seinem Grabe erscholl. Wolfs Tod ist in unserer kleinen Gemeinde von 300 Seelen bereits der zwölfte Todesfall dieses 3ahres, eine hohe Totenziffer, wie sie seit 60 3ahren hier nicht erreicht wurde. Cs sind lauter alte Leute vom 60. 3ahre aufwärts. — Die Feldbereinigung hat hier in der Hauptsache ihren Abschluß gefunden. Aach Aussage der Kulturinspektion ist kaum in einer Gemeinde soviel segensreiche Kulturarbeit geleistet worden als hier. Besonders zu be- Arühen sind die Anlage einer neuen, außerordentlich praktisch angelegten, gut chaussierten Straße, an Stelle des seitherigen furchtbaren Feldwegs, der bei Regenwetter absolut ungangbar war vom Aordausgang des Dorfes bis zum Walde und die noch nicht ganz fertig gestellte Straße vom Sudausgange ab längs des Bahndammes o 18fum Bahnhof Stockheim. Freilich sind die . Unkosten der Bereinigung außerordentlich groß, ™ auf den Morgen Land noch etwa ein Ausschlag von 50 bis 80 Mk. kommen, woran noch Klndeskinder zu tragen haben werden. Kreis Schotten. D Unter-Seibertenrod, 30. Okt. Am Sonntag wurde in unserer Kirche, die sehr gut besucht war, das Erntedankfest gefeiert. Der Aufgang zum Altar sowie der Altar selbst war von der Schuljugend mit schönen Blumenstöcken, vielen " - und Gartenfrüchten und einem Erntekranz ^.schönste geschmückt. Sprüche und Gedichte der Schulkinder, auf das Erntedankfest sich beziehend, umrahmten den liturgischen Teil des Gottesdienstes. Sl!CL.ßtltun9 von Lehrer Butteron trugen die rl? r n^r passende Chöre vor. Der Geift- liche sprach in der Predigt vom reichen Erntefeaen des Jahres 1929 und ermahnte die Gemeinde zu rechtem Dank, der sich in Liebe und Helfen in der Not zeigen soll. Die erhobene Kollekte ergab einen Sn ld).en — Auch hier werden in dieser ^oche, wie alliahrlich, durch die Schulkinder Fel d- frUchte insbesondere Kartoffeln und Gemüse, für lfx-b in D armstadt ge- Ä b^Qm dieser Woche mit denen Ruppertenrod, Stumpertenrod, Köddingen, Groß-Eichen und Klein-Eichen in Mücke verladen werden. * ®1 nrod, 31.Okt Aun hat auch unsere Gemeinde ihr Kriegerdenkmal errichtet und geweiht 3n einer geschmackvollen Garten- onlage erhebt sich massig und breit eine fünf, ftlufige Dasaltterrasse, die sich organisch fort- einen 2 Meter hohen, roh behauenen Granitblock der gekrönt ist von einem auf Lorbeer ruhenden Stahlhelm. 3n der Mitte des Blockes befindet sich die Tafel, die in Goldschrift Die Aamen der 25 gefallenen Helden unseres Ortes trägt. Schöpfer des Denkmals ist Philipp Ewald aus Frankfurt Gestalter der Gartenanlage ist Gärtner Wilhelm Komp aus Schotten. Zu der Einweihungsfeier war eine Menge auswärtiger Kriegervereine erschienen. Die Feier wurde durch einen Gottesdienst eröffnet Unser Kirchlein konnte die Besucher nicht alle fassen, so daß noch viele auf der Straße standen. Die Predigt hielt Pfarrer König (Grohen-Eichen). Sodann sang der Gewischte Chor der christlichen Gemeinschaft unter Leitung von Herrn Kinkel in stimmungsvoller Weise. Hierauf bewegte sich der Zug der Einwohner und Gäste zum Denkmal. Pfarrer Diehl (Freienseen) hielt die Weiherede. Die Geleitworte zur Enthüllung des Denkmals sprach der Vorsitzende des hiesigen Kriegervereins, Karl MüllerV. Die Enthüllungsfeier wurde umrahmt von Musikchören der Kapelle Funk, sowie durch Liedervorträge des hiesigen Gesangvereins und der Schulkinder unter Leitung von Lehrer Weimer. Frau Keller sprach zu Beginn der Feier einen von ihr selbst verfaßten Prolog. Bürgermeister Rahn übernahm das Denkmal in den Schutz der Gemeinde. Kreis Alsfeld. <5 Homberg a. d. O h m , 31. Okt. In der Gastwirtschaft von Karl Rühc versammelten sich dieser Tage die Mitglieder des Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzüchtervereins 19 21 Homberg a. d. O hm und Umgegend ist hier kein Wahlvorschlag einaegangen, so daß der seitherige Gemeinderat bestehen bleibt. — Die hiesige Transformatorenhaupt- st a t i o n, die sich bereits seit Monaten im -Umbau befindet, ist nunmehr fertiggestellt worden. 3n der Hauptsache hat man große Oelschalter eingebaut, die bei Blitzschlag selbständig aus- schalten, so daß eine längere Störung der Stromzufuhr in Gewitterzeiten künftig nicht mehr stattfindet. Man wird am Orte einen Mann unterrichten, der die herausgefallenen Schalter nach Blitzschlag wieder einlegt. Dann dürfte die große Unannehmlichkeit des Versagens des Lichtes in Gewitternächten wohl sehr eingeschränkt worden fein. xv Atzenhain, 27.Okt. Die Zuteilung der neuen Grund st ücke nach der Feldbereinigung ist in diesem Herbst erfolgt Wie überall, so findet man auch hier Zufriedene und Unzufriedene. Eine ganze Anzahl Reklamationen gingen demzufolge ein, die vom Schiedsgericht entschieden werden mußten. Diese Derstimmungen dürften aber wohl bald durch den großen Wert der Feldbereinigung vergessen werden. xv Burg-Gemünden, 31. Okt. Bolle Einstimmigkeit herrscht hier über die Bürgermeisterwahl. Dorgeschlagen wurde nur der Was bietet der Gießener Anzeiger seinen Lesern? Werktäglich Das große Heimat- und Anzeigenblatt die führende Tageszeitung In dem Gebiet zwischen Frankfurt am Main - Kassel und Koblenz-Erfurt Wöchentlich zweimal Gießener Familienblatter Wöchentlich Die Illustrierte des Gießener Anzeigers Heimat im Bild Die Scholle In ständigem Wechsel Sonderseiten des Gießener Anzeigers: Turnen, Sport und Spiel Für den Büchertisch Aus dem Reiche der Frau Aus Natur und Technik Jugend und Hochschule Aus der Welt des Films Das Recht Im täglichen Leben Zeitfragen des Mittelstandes Jährlich zweimal Taschenfahrplan in Heftform Jährlich Künstlerischer Wandkalender unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Pfar- rer Prätorius, Homberg. Hauptpunkt der Beratungen war die bevorstehende 9. Orts- ausstellung, verbunden mit der ersten erweiterten Schau von Geflügel und Kaninchen am 8. und 9. Dezember in der hiesigen Stadthalle Zu dieser Schau sollen auch die Mitglieder der umliegenden Gesiügelzüchtervereine (Grünberg, Londorf, Aieder-Ohmen, Alsfeld, Schlitz, Wittelsberg, Klein-Seelheim und Kirchhain) und Kaninchen züchtervereine (Eitingshaustn, Stangenrod, Daubringen und Maar) eingeladen werden. Die Anmeldung der für die Ausstellung vorgesehenen Tiere soll bei gleichzeitiger Zahlung des Standgeldes spätestens bis zum 2. Dezember, die Einlieferung der Tiere am Donnerstag, 5. Dezember erfolgen Aachmeldungen und Rachlieferungen ollen nicht angenommen werden. Das Standgeld bisherigen mäßigen Sätzen von l M' nach Tier und Zusammenstellung beibehalten. Als Preisrichter für Geflügel wurde Lehrer L andgrebe, Gensungen bei Kassel, vorgeschlagen, da Herr Aerrn, Pohl-Göns chon anderweitig versprochen hatte: für Kaninchen soll der bewährte Preisrichter K G e r - >ardt, Kirch-Göns, wieder tätig sein Für chone Ehrenpreise soll der Vorstand besorgt sein Allgemein wurde bedauert, daß die Provinzial geflligelschau für Oberhessen zu Schotten in diesem Zahre auf den regelmäßigen Termin der Hornberger Ausstellung (2. Advent) gelegt wurde „J ® d, 31. Olt. Wie in jedem Ä^bst, so wurde auch letzt wieder durch die Kirche für das ElisabethenstistzuDarm- 't °' d t in unserem Orte eine Sammlung ver- Die Konfirmanden brachten eine statt- llche Menge Nahrungsmittel zusammen. Es gin- gen 72 Korbe Kartoffeln, sieben Körbe Obst, sechs Korbe Karotten und drei Körbe Gemüse ein. Für unseren Ort ist das eine ausgezeichnete Leistung. — Für die Gemeinderatswahl seitherige Bürgermeister Wilhelm Werner, so daß eine Wahl am nächsten Sonntag nicht in Frage kommt. xv Elpenrod, 31.Okt. Zu der bevorstehenden Gemeinderatswahl ist hier nur ein Wah Vorschlag eingebracht worden. Bon einer Wahl kann deshalb abgesehen werden. Ein erfreuliches Zeichen der Einigkeit, im Dorfe. ch Deckenbach, 30.Okt. Am Sonntag wurde hier das Erntedankfest abgehalten. 3n der Krrche hatte man den Altar reich geschmückt. Eine stattliche Zahl Kirchenbesucher füllte die Kirche bis auf den letzten Platz. Reben Dank- liedern der Gemeinde sang der hiesige Evanae- lische Chor unter Leitung von Lehrer Doll, Schadenbach _ einen gemischten Chor. Pfarrer Wolf sprach über den rechten Gebrauch der uns geschenkten Gaben, und vom rechten Danken. Kreis Lauterbach. (X) Wallenrod, 28. Olt. Auch in unserer Gemeinde muh am 17. Aovember zur Wahlurne geschritten werden, da eine Einigung zur Aufstellung eines gemeinschaftlichen Wahlvorschlags nicht erzielt wurde. Es wurden zwei W a h l - Vorschläge eingereicht, und zwar auf Wahl- Vorschlag I die Aamen Karl Eichenauer Dahnhofsmeister: H- Knipp II., Landwirt: 3oh.' Ldw. Habermehl, Landwirt: K. Zinn 1. Landwirt: H. v. Alt, Landwirt: Gustav A ehrgang, Landwirt: Karl Friedrich Land- Wirt: H. Gerdig, Fuhrmann. — Wahlvor- Vorschlag II: S- Kraft III., Metzger und Land- w.rt: H. Hartmann, Zimmermann: Fritz Holzarbeiter; Ä Kraft I., Land- Wirt: Gg. Rausch, Landwirt: H. Henkel Landwirt: 3oh. Eichenauer II., Landwirt' K- Herrmann, Holzarbeiter: 3oh. Haber- m e h I XII. (X) Heb los bei Lauterbach, 28. Okt. Hier rour- dendrelWahloorschlägezurGemeinde- ratswahl eingereicht, und zwar 1. Kennwort Wilhelm Zinn, Landwirt: 2. Kennwort Wilhelm Weißgerber, Landwirt; 3. Kennwort Wilhelm Schrimpf, Landwirt. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Rodheim a. d. Dieber. 30.Oft Zur bevorstehenden Kre i St a g s w ah l haben die vereinigten bürgerlichen Parteien in den Gemeinden des südlichen Hinterlandes eine eigene Liste aufgestellt. Aus den neun Ortschaften des Bezirks Rodheim kandidieren auf dieser Liste: 1. Hofbesitzer Schwarze n t r a u b (Bubenrod), 2. Gastwirt Wilhelm Ben der (Rodheim), 3. Landwirt Heinrich Räuber VI. (Waldgirmes), 4. Landwirt Heinr. Gernandt (Hermannstein), 5. Landes-Ober- wegemeister Schmidt (Rodheim), 6. Landwirt Balthasar Kramer (Fellingshausen), 7. Meh- germeister Gottlieb Geller (Bieber), 8. Landwirt Heinrich Schmidt (Crumbach), 9. Sattlermeister D i l l (Raunheim), 10. Gemeinderechner Kramer (Königsberg), und 11. Maurermeister Bernhard t (Frankenbach). Schwarzen- t r a u b und Dender gehörten schon dem bisherigen Kreistag an. — Für die hiesige Gemeinderatswahl sind vier Wahlvorschläge eingegangen. Kreis Wetzlar. Dutenhofen, 31. Okt. Die Bautätig- keit in unserem Dorfe war in diesem 3ahr den Verhältnissen entsprechend gut. Acht H user sind zum Teil im Rohbau fertig, zum Teil schon bewohnt. Hinz-kommt noch das Haus des Landjägers, das vom Kreis erbaut wurde. Oer „Kalte Markt" in Ortenberg. Ortenberg, 30. Okt. Don gutem Wetter begünstigt,^ wurde am Sonntag der „Kalle Markt" eröffnet. Schon am Samstag begann ein lebhafter Verkehr durch anrollende Pferdetransporte, Händler usw. Am Sonntag setzte dann ein außerordentlich großer Andrang durch die Marktbesucher ein, welche, da alle Vorbereitungen mustergültig getroffen waren, sämtlich auf ihre Kosten kamen. Der Sonntag war dem Vergnügen gewidmet, wozu sich auf dem Juxplatz, der reichlich mit Etablisse- ments beschickt war, Gelegenheit bot. Außerdem war an mehreren Plätzen Tanz, Konzerte, Variete und Kino. Der Montag war in der Hauptsache für den Pferdemarkt reserviert. Es war eine reiche Beschickung mit gutem Pferdematerial vorhanden; aufgetrieben waren etwa 800 Tiere Für Fohlen wurden 500 bis 600 Mark, für Tiere mittleren Schlages 900 Mark und für Oldenburger bis 1200 Mark bezahlt. Der Handel war äußerst rege. Buntes Allerlei. Akademische Echulungswoche des 03. D. A. Die Akademischen Gruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland veranstalteten in Wartha (Schlesien) eine Schulungswoche, an der Vertreter aller deutschen Hochschulen teilnahmen. Universitäts-Professor D. Bornhau- f e n, Breslau, zeichnete den Schlesiergeist als Ausdruck eines bewußten Grenzertums. Dr. Sch e lenz. Wohlau, sprach über D. D. A. und Hochschule und die Einbeziehung des Grenz- und Auslanddeutschtums in den Hochschulunterricht. Voraussetzung für eine positive Volkstumsarbeit an den Hochschulen sei jedoch ein aktives M.t- arbeiten der Studentenschaft, die nichts Besseres tun könne, als in dieser Arbeit dem Geist dev Urburschenschaft und der deutschen Zugendbewegung zu folgen. — Ein Ausflug führte dann die Tagungsteilnehmer nach den im preußischen Schlesien gelegenen tschechischen Siedlun- gen Podiebrad und Hussinetz, wo ihnen Gelegenheit gegeben war, die vorbildliche Siedlungsarbeit Friedrichs des Großen kennen zu lernen. Referendar Reumann, Berlin, setzte sich mit dem Problem Volkstum und Großstadt auseinander. Er zeigte die Entwicklung der drei Faktoren, die heute unser Großstadtleben beherrschen: Partei, Presse und darstellende Kunst und prüfte die Möglichkeiten des Berufes dieser Mächte zur Volkstumsarbeit. Eine lebhafte Aussprache bewies, welches 3nteresse heute Studenten diesen wichtigen Lebensfragen der Ration entgegenbringen, aber auch wie viel heute bereits die D. D. A.-Bewegung in der akademischen 3ugend an Boden gewonnen hat. Der internationale Redewettstreit der Jugend. 3n Washington fand vor etwa 4000 Zuhörern der internationale Redewettstreit statt, an dem neun Gymnasiasten aus den Vereinigten Staaten, Deutschland, England, Frankreich, Kanada, Kuba, Mexiko, Peru und Dänemark teilnahmen. 3edem Redner waren zehn Minuten Redezeit gegeben. Der deutsche Botschafter leitete den Wettstreit mit einer in englischer Sprache gehaltenen Ansprache ein. Die Preisrichter erkannten den ersten Platz dem französischen Kanadier Roch Pinard von Out- remont (Kanada) zu, den z w e i t e n Platz dem deutschen Primaner Herbert Schauma n n aus 3nsterburg (Ostpreußen), der mit klarer Stimme und großer Eindringlichkeit über £ie 33eömxtung, die das kulturelle Programm in öen Weimarer Verfassungsartikeln für die deutsche 3ugend habe und über deren Mitarbeit an der Sicherung des Weltfriedens gesprochen hatte. Den dritten Platz erhielt der mexi- k a n i s ch e Redner. Dem kanadischen Sieger wurde eine von der französischen Regierung gestiftete Sövres-Dase überreicht. Sklareks Rennslall versteigert. Auf dem Grundstück des Trainers A. Olejnik in Hoppegarten, der dem Rennstall der Gebrüver Leo und Willi Sllarek Vorstand, fand im Auftrage des Konkursverwalters die öffentliche Ber- steig erung des gesamten Renn- und Zuchtmaterials der Brüder Skla- rek statt. 3m ganzen kamen 29 Pferde unter den Hammer, von denen das hervorragende Daterpferd, der elfjährige braune Hengst .Farn u l u s", zurückgestellt werden mußte da der Mindestpreis von 30 000 Mark nicht geboten wurde. Die übrigen 28 Pferde erzielten die Gesamtsumme von 109 000 Mark. Der vorjährige Derbysieger und Sieger im Union- und anderen großen Rennen, der bekannte vierjährige Hengst .Lupus", erzielte 27 000 Mark. wtrWmvng. voni» Gebr. Imheuser Das Haus der guten Qualitäten Engi, gemustert ab 19.00 Mk. Ottomane .... ab 25.00 Mk. Duvetine.....ab 49.00 Mk. Der neue Mantel für Sie! 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Tarn halle am Oewaldegarlen Winter-Fest mit radsportlichen Vorführungen, Konzert und anschließendem Ball. Nur Mitglieder und durch den Vorstand schriftl.eingelndeneGäste haben Zutritt. AD 10 W: MMW mit Staat. Atmet emvLblc ich mein vollständig renovierte» vokal mit Damvflieirung. Sälchen für 80 - 90 Personen noch einige Abende frei. [07029 ES labet frenndl. em (tzaltwirt Tcchert. Du tust mir nicht mehr lange weh. Du Hühnerauge auf der Zeh; Wirst ausgewurzelt kurzerhand Durch „Lebewohl" das Pflasterband. Hühneraugen-Lebewohl u. Lebewoht-Bailenscheiben fürdie Fußsohle,Biech- ___ dose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Füße und Fußschweiß, Schachtel (2 Bäder) 50 Pf., erhältlich in Apotheken und Lrogerien, sicher zu haben: Mediz.-Drog. Haus Hindenburg, Seltersweg 68a, Löwen-Drog. V/. Kllbinger Nacht, Seltersweg 79a, ft. Noll, Ludwigsplatz-Drog. und Neustadt-Drog., O.Wintorhoff, Drogerie, Kreuzplatz 9 10. <2 4V 2.00 1.50 0.50 Morgen, Samstag, den 2. November Mßelsuppe M 9 M: MMN mit Staat. Soll Boirmann / SenAAHs. lOnsianzs: .Maschinenbau ük, Flugzeua- bilban. 24«v AldMS M SelnM Son mslrotze 39. morgen, Samstag, öen 2. nooemüer: MetzeUppe Boa 10 Uür oö: öeltflelltf) mit Straf. WUMM Morgen Samstag 5WI- ■Mr GIESSEN Immer frisch Ist zu haben Simonsbrot Gegen Darmträgheit u. Zuckerkrankheit wird dieses Brot mit großem Erfolg gegessen Kreuzplatz 5 (Reformhaus)01”1 Samstag, den 2. 7Iov 1929, abends 8 Uhr findet unser diesjähriges Winterfest verbunden mit dem 23. Stifiungsf st im Katholischen Vereinshause statt. Oie Kameraden werden gebeten, recht zahl- -----7 5 pf.----- 4Taschenlücherm.Häkelkte. 3 gestr. Damenbinden 5 St. Staubtücher 1 reinlein.T rockentuch, 55/75 1 Kinderjäckchen 2 Nachttischdecken mit Spitze und Einsatz 1 Kinder-Gummihose 1 Halskette WWUS,3WSWMN' Mtortlntöe Ur. 28. morgen Samstag Mtzel- suppe MmorgeasSWMWMmllkM Geovs TvSnkev. Moll ,5m W GabelSbergerttrafie — Ecke Hammttr. Morgen, Samstag Metzelsuppe Ab morg. S Ubr WcUfleiich m. Kraut. ES ladet cm 07028 Sswvtth VönseS. Sonntag, den 3 November, abends 8 Uhr in der Johanneskirche iitifflMhi* Abendieier veranstaltet von der Lukasgemeinde Mitwirkende. Frl. Emmy Schaum, Konzert- und Oratorien-Sängerin aus Frankfurt a. Main, Verein für christliche Musik Herr Organist Habicht Eintritt frei, für ein Programm werden 20 Pfennig erhoben Katholische Spielgemeinschaft und Kammer-Orchester der Volkshochschule Oberhessen KaDokmatralzen (3 Teile und Kopfkeil) mit la Drell, rot oder bunt geblümt, 7E 95.—, 88.-, IÖ." Slenndeta Wollfüllung 4 Q 29.—, 22 —, lu." Daunenfüllung QQ 95.-, 80.-, 00." Wollmatratzen (3 Teile und Kopfkeil) mit gutem, echtfarbig. Drell, in vielen QQ Färb., 58.-,45.-, UÖ. Kinderbetten in Eisen, weiß * Q lack., 28.-, 25.-, lU. in Holz QQ 38.-,33 -, 40. ,o Bettstellen in Metall, tveiß lack., gute Ausführg., . i. Holz,!1/, u.2schläfr. fein gearb.und QQ lack., 38.-, 33.-, 40. DecMelten m.öPfundFed. QQ gefüllt,48.-,35.- fcU." 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Am Ion ball'Lerbc Mannschas als (Segn Friedberg, einen äuhl Copyright b 27 öortleßun Abermals sie cttoi Wtbe halte, Ag. von tvtdrrtr -2ch wer! um eins möi -Das ist -.^ernöt, । ^mg nicht r j •®u kann loten oder iani iv''f-n. daß mcht AZ ,And boi QW mu, derst tagen öltest 'Och wol öomj, lächel 'A^hast .Dieviei fei^ ni^Ubet9U(i A hältst A derbe' U^ntau K dein ft id> «4'4 Zreitag, November 1929 Sietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 251 Drittes Blatt Tumen, Sport und Spiel. Handball im Gau Hessen der O. T. Da in diesem Jahre die Verbandsrunde Anfang September begonnen hat, ist die Pflichtspielreihe ziemlich weit vorgeschritten, so daß zum großen Teil schon die Rückspiele im Gange sind. Die Meisterklasse sieht, ausgenommen den Neuling Friedberg, für den Marburg absteigen muhte, die vorjährigen Vereine im Kampf um die Punkte. Die Spielstarke der Mannschaften ist noch ausgeglichener als früher. Kein Verein hat ohne Punktverlust die Vorrunde beendet. Die Tabellenspitze hat augenblicklich der Mtv. G i e h e n inne. An zweiter Stelle folgen Grohen- Vuseck und Nauheim: beides gefährliche Mannschaften, die noch ein Wort mitsprechen werden. Tv. 1846 Giehen scheint auch wieder im Kommen zu sein. Der Aeuling Friedberg hat gutes Können und wird den Spihenvcreinen noch zu schaffen machen. Der Tabellenletzte, Tv. Wetzlar, ist in diesem Jahre nicht glücklich. Die Mannschaft überragt alle anderen unstreitig in Zuspiel und Balltechnik, die Spiele sind nur durch viel Pech verloren gegangen. Zusammenfassend sei gesagt: In diesem Jähre sind alle Mannschaften gleichstark, der Glücklichste wird Meister werden. Tabelle der M-ftlaffe am 20. Oktober. Verein Spiele gern. Mtv. Gießen 5 4 To. Großen-Vuseck 5 3 To. Bad-Nauheim 5 2 1846 Gießen 5 2 Tgd. Friedberg 5 1 Tv. Wetzlar 5 1 In der -Klasse des unentsch. verl. Pkte. 0 18 0 2 6 2 1 6 1 2 5 1 3 3 0 4 2 Westbezirks ist dem T. u. Spv. Butzbach die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Die letzten Spiele finden nächsten Sonntag statt. Niedergirmes und Wetzlar, die punktgleich sind, kämpfen lediglich um den zweiten Platz. Mtv. Giehen (2. Mannschaft) liegt weit zurück. Tabelle der A-ftlaffe Verein Spiele T. u. Spv. Butzbach 5 Tv. Wetzl.-N. Girmes 5 Tv. Wetzlar II 5 Mtv. Gießen II 5 west am 20. Oktober, gern, unentsch. verl. Pkte. 4 10 9 2 12 5 2 12 5 0 14 1 In der Jugendklasse ste'.len T. u. Sp. V. Butzbach und Mtv. Giehen die besten Mannschaften. In weitem Abstand folgen Wetzlar, Tv. 1846 Giehen und Nauheim. Ein besonderes Lob verdienen die kleinen Nauheimer, die — obwohl körperlich schwach — technisch schöne Spiele vorführen. Die Meisterschaft ist noch nicht entschieden. Tabelle der Jugendklasse am 20. Oktober. Verein Spiele gern, unentsch. verl. Pkte Butzbach 4 3 1 0 7 Mtv. Gießen 4 3 1 0 7 Wetzlar 4 1 1 2 3 1846 Gießen 4 1 0 3 2 Nauheim 4 0 1 3 1 Handball im Männerturnverein (O.L). Am kommenden Sonntag nehmen die Handball-Verbandsspiele ihren Fortgang. Die erste Mannschaft des Mtv. hat auf eigenem Platze als Gegner die erste Elf der Turngemeinde Friedberg. Die Gästemannschaft verfügt über einen äußerst gefährlichen Sturm, der schon manchen an der Tabellenspitze stehenden Verein um die Punkte brachte. Obwohl die Mtver das Vorspiel gewinnen konnten, wäre es sehr gewagt — nach den Leistungen der Einheimischen vom vergangenen Sonntag zu urteilen — eine Voraussage über den Ausgang des Spieles zu machen. Vor der Meisterklasse spielt die erste Schülermannschaft des Turnvereins Treis a. d. Lda. gegen die gleiche des Mtv. Giehen. S»? Einheimischen, die den Vorteil des eigenen Platzes genießen und wohl auch etwas mehr Spielerfahrung haben, dürften unter Umständen einen knappen Sieg erringen. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Gegner für nächsten Sonntag ist der Turnverein Wetzlar. Wenn diese Mannschaft auch das Ende der Tabelle innehat, so ist dennoch ein harter Kampf zu erwarten. Wem es im Gießener Sturm einigermaßen klappt, dürften Siegesaussichten bestehen. Auf alle Fälle ist das ganze Können der 1846er notwendig, um in Wetzlar günstig abzuschneiden. Der Jugend war das vergangene Spiel in Nauheim hoffentlich eine Lehre. Vorläufig muß man Wetzlar den Vorzug geben. Handball der Sp.-Vg. 1900. ö. Zum Verbandsspiel tritt am kommenden Sonntag die erste Mannschaft der Spielvereinigung 1900 gegen die zweite des V. f. L. Wetzlar an. Obwohl nicht anzunehmen ist, dah die 1900er die Punkte in Wetzlar lassen, werden sich die V. f. L.-Leute, die recht gut eingespielt sind, erst nach Kampf geschlagen bekennen. Die bereits vor vierzehn Tagen angekündigle erste Jugendmannschast des westdeutschen Meisters, Sportfreunde Siegen, steht am nächsten Sonntag der gleichen Mannschaft d:r Sp.Vg. 1900 gegenüber. Die Spielstärke der Siegener Handballer ist genügend bekannt, als daß man darüber noch Ausführungen zu machen brauchte. Die 1900er sind zwar, wie das Spiel gegen D. f. L. Wetzlar am vergangenen Sonntag bewiesen hat, auch recht gut im Schwung, werden aber doch den Gästen das Wasser nicht reichen können. V. f. B.-Handball. V.f.D. empfängt am kommend en Sonntag die Handballmannschaft der Turngen e.nde Leun zum fälligen Rückspiel. 2m Vorspiel auf dortigem Platz muhte Giesen eine 1:3°Nie.erläge hinnehmen. Nach ihren guten Leistungen in ihrem letzten Spiel gegen die zweite Mannschaft der 2. Kompagnie zu urteilen, sollte man der V.f.B.» Elf die.mal einen knappen Sieg über ihre Gäste zutrauen. Handball im Lahn Oünöberg-Gau. Kommenden Sonntag werden die Verbands- spicle mit drei weiteren Treffen fortgesetzt. In Kinzenbach trifft der Plahverein auf den Gaumcister Londorf, der sich mächtig an-» strcngen muh, um nicht wieder eine Niederlage einzuslecken. In W i e s e ck ist der Sieger im Spiel gegen Staufenberg auf eignem Platze bereits gegeben, während in A l l e n d o r f die dortige Mannschaft in Beuern cui einen hartnäckigen Gegner stößt, der sich so leicht nicht geschlagen bekennt. To. Mendorf — To. Wieseck 3:2 (1:2). In diesem Treffen konnte Ackendorf durch sein allzu hartes Spiel einen mehr glücklichen, als verdienten Sieg erzielen. Wieseck ging kurz nach Spielbeginn bald in Führung und konnte durch Liebe in Ketten. Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin F uchtwanger, Halle (Saale). 27 Fortsetzung. Nachdruck verboten Abermals nickte Käthe. Jetzt erst erkannt.' sie. daß sie etwas versprochen hatte, was sie schwer würde halten können. Aber sie sah keinen andern Weg, von ihm frei zu kommen, und so erwiderte sie: „Ich werde tun, was du verlangst. Aber noch um eins möchte ich dich bitten —" »Was ist es?" f „Berndt, mein Mann wird merken, dah ich den Ring nicht mehr habe —“ „Du kannst doch sagen, du hattest ihn verloren oder verlegtl" „Ich kann es sagen, aber er würde sofort wissen, dah es die Unwahrheit ist. Ich habe nicht lügen gelernt", sagte sie fast dem t g. „Und doch war deine Ehe bisher eine einzige Lüge!" murmelte er. Sie verstand ihn glücklicherweise nicht. Als sie ihn fragend anschaute, sagte er: „Also: Was wolltest du?" „Ich wollte dich fragen, wieviel ich dir geben muß, damit du mir den Ring zurückgibst!" Er lächelte spöttisch. »Du hast also doch Geld?" „Etwas, Felix zwang es mir auf." „Wieviel ist cs?" „Ich weih nicht: es mögen zehntausend Mark sein." „Nun gut! Damit du endlich einsiehst, daß ich nicht der gewissenlose Schurke bin, für den du mich hältst, will ich dir auch das zugestehen. Ich werde dir den Ring zurückgeben, wenn du mir zehntausend Mark dafür e.nhändigst!" „Ich danke dir, Berndt", sagte sie lecke. Und wann willst du mir das Geld bringen?" „Vielleicht noch heute. Ich weiß nicht —" „Du kannst es mir in mein Zimmer bringen.' „In dein Zimmer?" wiederholte sie scheu. „Ja. in das Zimmer deines Mannes!" rief er voll Hohn. Da neigte Käthe Turnau ergeben das Haupt und antwortete: ,Ich werde kommen! Ich weih nur nicht, wann." „Und ich werde dich erwarten. Halte Wort!" Er wandte sich ab und ging. Käthe Turnau sank wieder auf den Buchen- ftamm nieder, verhüllte das Gesicht mit beiden Händen und weinte bitterlich. Isolde von Kletten war von Turnau aus zu Bekannten nach Berlin gegangen, von denen sie gern ausgenommen wurde, da sie sie nur von der besten Seite kannten. Da sie recht angegriffen aussah, glaubte man ihr gern, daß sie nur etwas Ruhe brauche und nicht zu ihrem Vater gegangen sei, um ihn nicht zu ängstigen. „Mir fehlt gar nichts", sagte sie lächelnd. „Ich bin lediglich durch die gesellschaftlichen Strapazen etwas mitgenommen." Man ließ sie also in Ruhe und kümmerte sich bloß insoweit um sie, wie sie selbst es wünschte. Man fand auch nichts dabei, daß sie jeden Verkehr mied und nur selten ausging. Niemand ahnte, daß die Seele des schönen Mädchens einzig und allein von dem Verlangen nach Rache ausgesüllt war, nach Rache nicht mehr nur an der Nebenbuhlerin allein, sondern jetzt auch an dem Manne, der sie zum zweiten Male verschmäht hatte. Aber wie sollte sie sich rächen können? Durfte sie hoffen, das; das Gift der Verleumdung doch noch wirken und das Glück der beiden vernichten würde? Sie wußte noch nicht mit Bestimmt) ckt, ob Käthe diesen Klausen schon gekannt, geschweige denn, ob irgendwelches Verhältnis zwischen ihnen bestanden hatte. In ohnmächtigem Zorn ballte sie die Hände. „Warum habe ich die Maske Käthe gegenüber so früh satten lassen. Nun kann ich sie nicht mehr belauern!" stöhnte sie auf. „Was fr eine Närrin bin ich gewesen!" Sie grübelte und sann unablässig, um heraus- zusinden, wie sie sich an den beiden rächen könnte Aber sie fand nichts, bis sie auf den Gedanken kam, jen:s kleine Dorf auszusuch n, in dem.Käthe einst als Mädchen gelebt hacke. Sie überlegte alles sorgfältig. Aber je länger sie nachdachte, desto besser erschien ihr öieict Plan. Und so nahm sie eines Tages Abschied von ihren Freunden unter dein Vorwand, einen kleinen Kurort aussuchen zu wollen. Isolde führte sofort aus, toaS_ sie sich vorgenommen hatte. Zwei Tage später tauchte in dem Seebade, von dem aus man nach dem abgelegenen Orte fahren mußte, ein junges, einfach gelleidetes Mädchen auf, das einen großen, viel gebrauchten Koffer bei sich führte. Hinncrk Hinrichs, der Dartasfenführer, schmunzelte bei sich: „Das ist mal ein süßes Mädel!" Sie fragte den jungen Mann errötend: „Wissen Sie, wie ich nach Herzogenheide kommen kann? Man sagte mir, es wäre dort noch recht billig. Und ich soll mich etwas erholen, habe aber nicht viel Geld..." „Dann steigen Sie man g:tröst ein, Fräulein", erwiderte der wackere Hinrichs. „Ich bringe Sie für fünfundzwanzig Pfennige hin. Dort können Sie ,im Gasthause wohnen oder sich auch eine , Privatwohnung suchen. Ietzt ist alles noch billig ein weiteres Tor auf 2:0 erhöhen, dem Allen- dorf bis vor der Pause einen Erfolg entgegenstellte. Nach der Pause glich Allendorf sofort aus und erzielte durch ein weiteres Tor einen glücklichen Sieg. Auch in diesem Spiel sah sich der Schiedsrichter gezwungen, zwei Spieler Allen- dorfs des Feldes zu verweisen. D. f. B. — Ockershausen. Am kommenden Sonntag steht die Liga- Mannschaft des V. f. B. auf eigenem Platz der Liga des Sportvereins Marburg- Ockershausen im fälligen Derbandsspiel gegenüber. Ockershausen hat in dieser Saison bis jetzt sechs Spiele ausgetragen, von denen es vier gewann und nur eins verlor: eins endete unentschieden. Die hinter „Germania" Marburg und vor D. f. D. an zweiter Stelle der Tabelle stehenden Gäste brachten es am vergangenen Sonntag zur allgemeinen Ueber- raschung fertig, dem bis dahin ungeschlagenen Tabellenersten, der spielstarken Marburger „Ge- mania“, die erste Niederlage beizubringen, so daß deren Vorsprung nur noch einen Punkt beträgt. Die Stärke Ockershausens liegt in der Schußlraft des ducchschlagskräftigen Sturmes und in der Schnelligkeit der gesamten Mannschaft, die im übrigen auch technisch recht gut ist. V.f.D. steht mit zwei Punkten hinter Ockershausen an dritter Stelle, hat alleroings auch ein Spiel weniger als dieses. Wenn die Platzmannschaft am nächsten Sonntag das Treffen gewinnt, wechselt sie mit dem Gegner den Tabellenplatz. Deshalb ist der Ausgang des Spiels füx beide Vereine von sehr großer Bedeutung. In Anbetracht dessen ist es selbstverständlich, daß beide Mannschacken die stärkstmög- lichste Besetzung aufbieten. In welcher Aufstellung V. f. B. antritt, ist noch nicht bekannt; es ist möglich, daß sie im Verhältnis zu derjenigen am vergangenen Sonntag verstärkt sein wird. Jedenfalls wird sich die Plahelf gewaltig an- strengen müssen, wenn sie das bedeutungsvolle Treffen für sich entscheiden will. Nach einem Ruhesonntag treten auch die Jugend- und Schülermannschaften wieder auf den Plan. Die erste Jugendelf steht in Aßlar der dortigen ersten Jugend im Pslichtspiel gegenüber und muß schon in guter Verfassung sein, wenn sie nicht verlieren will. — In der ersten Jugend von Hermann st ein hat die dritte des V. f. D. einen Gegner, den sie nicht unterschätzen darf, zumal sie nach dort muß. Die zweite ist ohne Spiel. — Die erste Schülermannsckzift hat die zweite Schülerelf der Spielvereinigung auf eigenem Platz zum Gegner, während die zweite Schüler Gegner der gleichen des Wetzlarer Sportvereins auf dortigem Platz ist. Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Am kommenden Sonntag treffen in der Bezirksliga, Gruppe Lahn, die derzeitigen vier ersten Platzinhaber auseinander, deren Spielstärke man zur Zeit wohl als ausgeglichen bezeichnen kann. Es ist ein Fußballduell zwischen Marburg und Gießen. 1900 Gießen tritt in Marburg dem Rasensportverein Germania 08 entgegen, Marburg Ockershausen weilt dagegen in Gießen beim V. s. B. Der Gang der Ereignisse brachte seither fast Sonntag für Sonntag mannigfache Ueberraschungen. D.e Blauweißen werden am Sonntag mit zwei Ersatzleuten nach Marburg gehen. Die Marburger Germanen führen zur Zeit mit zwei Derlustpunkien die Tabelle im Lahnkreis an. Die Stürmerreihe des Gastgebers ist deren Hauptwaffe. Sie erzielte bis jetzt die meisten Tore (22), und sie wird auch sicher die Gießener Hintermannschaft auf eine harte Probe stellen. 1900 erzielte in fünf Spielen schon 14 Tore und rangiert damit hinter dem Tabellenersten. Beide « ' 'UMMrMJUIMIW II 1 », bei uns, bis wir endlich eine richtige Dampferverbindung kriegen." „So? Sie stammen wohl von dort, Herr?" „Jawohl, Fräulein. Und wenn es Ihnen so gut in Herzogenheide gefällt wie mir, dann soll es mir nur lieb sein. Jedem gefällt doch der Ort, wo er geboren wurde, am besten auf der Welt." „Wundern Sie sich nicht, daß ich gerade auf Herzogenheide verfallen bin?“ „Es wird jemand Sie hingeschickt haben", sprach der Barkassenführer, der inzwischen den Kosfer in das Boot geschafft halt: und nun das Tau loswarf, den Motor anstellte und in die schmale Fahrstraße steuerte. „So ist cs", gab Isolde von Kletten zu. „Sie müssen wissen, daß ich in Berlin wohne. Dort lernte ich ein junges Mädchen kennen, das aus Herzogenh.ckde stammt." „Dann kann es nur die Käthe Fernau gewesen fein!" tief Hinrichs sofort, und fein ehrliches Gesicht rötete sich vor Freude. „Sie haben cs erraten, Herr..." „Nennen Sie mich nicht Herr!" bat jedoch Hinrichs, und nannte seinen Namen. „Ein Herr wird einer erst, wenn er nicht mehr arbeiten muß. Weil das bei mir wohl noch ein hübsches paar Jährchen dauern kann, so bin ich eben Hinnerk Hinrichs..." „Hinncrk Hinrichs! Was für ein sonderbarer Name!" tief Isolde, die sich alle Mühe geben wollte, diesen Mann für sich zu gewinnen. „Ich kenne Sie ja schon, denn meine Freundin hat mir von Ihnen erzählt." „Die Käthe? Das ist nett von ihr, daß sie noch an mich gedacht hat! Wie geht es ihr denn? Hoffentlich hat sie es gut g troffen. Ich wollt' es ihr von Hetzen gönnen, denn hier hat sie nicht viel gute Tage gehabt. Ihre alt. Tante war ein richtiger Drachen, so eine, die nach ihrem Tode Schloßen quirlen und Gewitter brauen müssen!" Hinrichs lachte laut auf. Isolde lauschte auf jedes seiner Worte. Schon jetzt wat sie überzeugt, daß sie den richtigen Weg eingeschlagen hatte, um alles übet ihre verhaßte Nebenbuhlerin zu erfahren, was überhaupt zu erfahren war. Sie machte ein verschmitztes Gesicht und hob drohend den rechten Zeigefinger. „Na, na, Hinrichs!" sagte sie. „Mir scheint fast, als hätte meine Freundin es Ihnen angetan!“ Da wurde der junge Mann glühendrvt, aber seine blauen Augen leuchteten. „Die?" rief er. „3a, gern haben mußte sie ein jeder, und ich hätte ihr wohl gut sein können, aber sie war doch nichts für unfereinen. Die Käthe Fernau war eine Feine, wenn sie man auch bloß nähen ging! Was macht iie denn Mannschaften befleißigten sich seither einer fairen Spielnxife und werden fidjer auch am Sonntag bem Spielleiter Lorey (Kassel) die Aufgabe nicht allzu schwer machen. Der Vorteil des eigenen Platzes spricht für einen, wenn auch knappen Sieg (Bet- manias. Dor dem Ligaspiel treffen sich die „Alten Herren" beider Vereine in einem Freundschaftsspiel. Diese Begegnung dürfte vollständig offen sein. 1 9 0 0s Reserven und dritte (Elf werden voraussichtlich am Sonntagvormittag in Cölbe bei Marburg Rückspiele austragen, um nachmittags in Marburg dem Ligaspiel beizuwohnen. Die unteren Mannschaften der Spielvereinigung sind zur Zeit infolge zahlreicher Spielerausfälle recht schwach, so daß aud) für die sonntäglichen Begegnungen die Siegesaussichten nur sehr geringe sind. Die 2. Fugend 1900s spielt in Wetzlar gegen dia 2. Jugend vorn dortigen Sportverein. Es besteht dabei die Möglichkeit, daß der seitherige Siegeszug der Gießener eine Unterbrechung erleidet. 1900s 1. Schüler haben die Schüler von Burgsolms zum Gegner, während die 2. Schülerelf der 1. Schülermannschaft des V. f. B. Gießen auf dem Waldsportplatz entgegentritt. $. Sp. Ä. 1926 Steinbach. Vergangenen Sonntag weckte die dritte Mannschaft der Spielvereinigung 1900 Gießen in Steinbach und mußte trotz acht Mann mit einer unverdienten 3:2-Niederlagc den Rückweg antreten. Steinbach ging zunächst in Führung, mußte sich jedvch durch zu langes Zögern seines Mittelläufers bald den Ausgleich gefallen lassen. Im Anschluß an einen schnellen Durchbruch kamen die Gäste zum Führungstor. Diesen Vorsprung konnten sic dank zu lustlosen Spielens des ein» hoimischen Sturmes bis kurz vor Schlußpfiff halten. Dabei wurde eine Menge von Torgelegenheiten seitens der Plahbesiyer ausgelassen. Im Endspurt mußten die Gäste sich otzn Ausgleich und das Siegestor gefallen lassen. Nächsten Sonntag fährt die erste Mannschaft zu der Dritten des Wetzlarer Sportvereins. Hier wird sie ihren 4:3-Sicg vorn Vorspiel nicht wiederholen können. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Im letzten Spiel der diesjährigen Serie stehen sich am nächsten Sonntag in der ersten Dczirks- klasse Heuchelheim! und Wieseck I in Heuchelheim gegenüber. Wieseck, das in seinen letzten Spielen beachtliches Können zeigte, wird in Heuchelheim einen nicht za verachienden Gegner er' der. zumal er a- eigenem Platze spielt, alles hr geben wird, um sich den Sieg za sicher.:. 'jjj.v.vm., das mit einem Punkte Abstand hinter dem derzeitigen Spihensührer der Tabelle steht, wird alles hergeben, um sich die Punkte za sichern und sich so die redlich verdiente Mei,terschaft auch für dieses Jahr wieder zu erringen. In der zweiten Klasse ha: Odenhausen Beuern! za Gast, und es muß sich merklich anstrengen, wenn es die Punkte behalten will. Burkhardsfelden l wird in Treis auf einen gleichwertigen Gegner treffen. Wieseck II. geht nach Watzenborn. Ob cs den Gästen gelingen wird, ihren Siegeszug fortzusehen, steht bei dem Aufwärtsstreben der sich gut gebesserten Einheimischen in Frage. * Am vergangenen Sonntag hatte sich die Hand- ballels des Freien Turn- und Sportvereins Wieseck eine aus guten Spielern einzelner Dezirksvereine zusammengestellte Bc- zirlsmannschast als Gegner verpflichtet. In einem fairen Spiel, das prachtvolle Einzelleistungen brachte, mußten sich die Einheimischen mit 1:0 Toren von der guten Dezirkself geschlagen bekennen. aber jetzt? Sie haben es mir noch gar nicht gesagt.“ „Ach, es geht ihr ganz gut", erllärte Isolde, „Sie hat eine Stelle als Dircltrice in einer Mäntelfabrik ..." „Die arme Deern!" stieß Hinrichs bedauernd hervor. „Da wird sie den ganzen Tag in der Stube oder gar in dec Fabrik hocken müssen! Die herrliche frische Luft hier wird ihr fehlen. Sie ist wohl recht blaß geworden?" „Wenn Sie das w'.s en wollen, müssen Sie mich ansehen," erwiderte Isolde. „Ich bin doch die Kollegin von der Käthe ..." Uno als Hinrichs den Kops zu ihr wandte, um sie nun wirklich noch einmal prüsend zu betrachten, da traf ihn aus den Augen der Fremden ein Blick, daß ihm gleich alles Blut nach dcm Hemen strömte und er sich verlegen wieder abwandte. „Nee," sagte er trohdcm ehrlich. „Sie sehen nicht blaß aus. cklnd wenn die Käthe Ihnen gleicht, dann muß sie auch rote Backen haben." „Sie könnten s e doch einmal besuchen!" schlug Isolde dem Dootssührer vor. „Ich? Nach Berlin? Nee, nee, Fräulein, das gibfs nicht! Ich bin heilfroh, daß ich wieder hier lebe i kann. Ich habe als Soldat genug in großen Städten fein müssen. Ich hasse sie ..." Isolde lächelte „Sie to:r et schon wissen, warum Sie hierbleiben,“ jag'.e sie, „sicher Haden Sie einen Schatz in Herzogenke.re.“ „Möchte wissen, wen!" , „Na, es wird doch manches hübsche Mädchen geben, das gern nach einem schmucken Burschen schaut!" „Bei uns? Nce Fräulein, da sind die hübschen Mädels man sehr dünne gesät. Ich könnte sie Ihnen an den Fingern an einer Hand aufzählen, und die haben schon alle ihren Verehrer. Da käme ich zu spät." „Dann müssen Sie sich dben nach einer Fremden umsehen!" schlug Isolde vor, und legte dem jungen Manne die rechte Hand auf den Arm. Hinrichs fuhr zusammen. Er wurde wieder rot und wagte nicht, sich umzusehen. Aber Isolde lächelte siegesgcwiß. „Ich hosse, ich werde Sie noch öfter sehen, Hinrichs,“ sagte sie. „Vielleicht fahren Sie mich einmal spazieren?" „Natürlich, gerne!“ versicherte er. Dann schwiegen beide, bis das Boot an dem Landungssteeg anlegte, wo Hinrichs es vertäute. Nachdem er den Koffer der Fremden herausgehoben hatle. deutele er auf das Häuschen unter den Kastanien, wo Käthe Fernau solange gelebt hat!e und sagte: „Dort drüben hat Ihre Freundin mit ihr c alten Tante gewohnt." (Sortietyina folati v -h.T/*1 Wirtschaft. Starke Zunahme -er Zahlungseinstellungen. Der Umfang der Zahlungsein st ellun- gen hat fiep in den letzten Monaten bedeutend vergröbert, und es scheint so, als ob die Zahlungseinstellungen, die im wesentlichen durch den Mangel an Kapital und die geringen Geschäitsmoglichkeiten heroorgerusen sind, noch weiter zunehmen werden. 3m bisherigen Verlauf des Jahres 1929 sind nach einer Untersuchung des Instituts für Kon- junkturforfchung bereits mehr Zahlungseinstellungen erfolgt, als im ganzen Jahre 1928. 3n den nächsten Monaten i(t eine faifoixmäßige Zunahme der Zahlungseinstellungen zu erwarten. die mit der erhöhten Kreditbeanspruchung im Herbst zusammenhangt. Es ist damit zu rechnen, daß sich für das gesamte 3ahr 1929 e.ne beträchtliche Zunahme frer Zahlungseinstellungen gegenüber dem Vorjahr ergibt. Die Zunahme der Insolvenzen gegenüber dem Vorjahr bedeutet eine Erhöhung der Verluste aus Zahlungseinstellungen um mindestens 130 Millionen Reichsmark. Für das ganze Jahr 1929 ist der Vetrag, der den Gläubigern in Gestalt von Ausfällen entstehen wird, nach den bisherigen Ergebnissen auf mindestens 600 Millionen Reichsmark zu veranschlagen. Die tatsächlichen Schaden, die den Unternehmungen durch Zahlungseinstellungen entstehen, sind jedoch wesentlich gröber. In den Monaten Januar bis Oktober 1929 sind 0,75 Milliarde Reichsmark Gesamtsumme der Forderungen bei den in diesem Jahre eröffneten Konkursen und Vergleichsverfahren schon überfchritten worden. Oiskontermäßigungen. Die Dank von England hat in ihrer gestrigen Sitzung beschlossen, den Diskontsatz um 0,5 Prozent von 6,5 Prozent auf 6 Prozent zrk ermäbigen. Die Reuyorker Bundesrefervebank hat gestern ebenfalls ihren Diskontsatz van 6 Prozent auf 5 Prozent ermäßigt. Die Riederländische Dank in Amsterdam hat chren Diskont mit Wirkung vom l.Ro- vember von 5,5 Prozent auf 5 Prozent herabgesetzt. * • D i e Zahlungseinstellung der Firma Jakob Dreyfutz in Frankfurt. In der Angelegenheit der Zahlungseinstellung der Firma Jakob Drehfutz, Frankfurt, fand gestern eine erste Gläubigerversammlung statt. Rach einem Dericht der Deutschen Waren-Treu- handgesellschaft in Frankfurt über das vorläufige Prüfungsergebnis betragen die Passiven rund 9 804 000 Mark, denen an Aktiven nur 633 000 OKarf gegenüberstehen, so dah ein Fehlbetrag von rund 9 141 000 Mark vorhanden ist. Zu /Beginn der Verhandlungen stellte ein Gläubiger fest, daß die Zahlungseinstellung der Firma nicht am 21. Oktober, sondern bereits am 15. Oktober erfolgte und dab der geringe Bestand an flüssigen Mitteln in Höhe von kaum 5200 Mark in keinem Verhältnis zu den Millionengeschäften der Firma stehe. 'Aus diesem Grunde wurde die Revisionsfirma beauffiragt, die Eeldbewegungen bei der Firma während der Zeit vom 15. bis 21. Okt. einer genauen Rachprüfung zu unterziehen und hierüber umgehend Bericht zu erstatten. Weiter wurde ein fiebenköpfiger Glaubigerausschuß eingesetzt, der, unter dem Vorbehalt, daß von keiner Gläubigerseite inzwischen Schritte gegen Drehfuß unternommen werden, die Verhältnisse und insbesondere die Frage der Beziehungen zwischen Mühlen und Schuldner untersuchen und innerhalb einer elftägigen Frist definitive Vorschläge über eine gütliche Einigung oder Eröffnung des Konkursverfahrens unterbreiten soll. * Schuhs abrit Herz, A.-G., Offenbach a.M. Das Geschäftsjahr 1928/29 schließt mit einem kleinen Gewinn ab. Der Aufsichtsrat beschloß, der G.-V. (28. Rovemöer) vorzuschlagen, diese'- Gewinn vorzutragen. Sine Dividen'.e kommt somit wieder nicht zur Verteilung. * Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im Oktober. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung. Wohnung. Heizung. Deleuch- tung, Bekleidung und „sonstigen Bedarf") ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monat; Oktober mit 153,5 gegenüber 153,6 im Vormonat nahezu unverändert geblieben. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Ernährung 153,8, für Wohnung 126,5, für Heizung und Beleuchtung 152,6, für die Kleidung 170,8, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 192,2. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Rov. Tendenz fest. Schon im Vormittagsverkehr war die Stimmung weiter f r e u n d l i ch. Zu Beginn des offiziellen Marktes nahm die Zuversicht erneut zu, un die Börse war recht fest. Beträchtliche Erholungen der Reuyorker Börse waren in erster Linie hierfür ausschlaggebend. Aber auch die interiiationale Gelderlecchterung und vor allem noch die Diskontermäßigung in Reuhork von 6 auf 5 v. H. machten einen vorteilhaften Eindruck und trugen zur Besserung der Stimmung bei. Das Geschäft war jedoch nur in einigen Werten etwas größer, da der heutige hohe katholische Feiertag geschäftshindemd empfunden wird. Die Spekulation zeigte wohl mehr Unternehmungslust, doch blieb die Zurückhaltung, da hinsichtlich der Abstimmung über das Volksbegehren Unsicherheit bestand. Jedoch ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendbörse in Spezialwerte nbeträchilicheKurs- b e f) e r u n g e n , da «ich von Auslandieite wieder einiges Interesse für deutsche Werte zeigen soll. An der Spitze standen heute Aku mit plus 7 b. H. Auch für Deutsche Linoleum bestand bei einer Besserung von 6 v. H. etwas mehr Interesse. Am Elektromarkt traten Schuckert und Siemens mit je plus 4,5 v. H. mehr in den Vordergrund. Licht und Kraft, Chade, AEG, gewannen bei einer Besserung b is zu 3 v. H. bzw. Mark. Am Chemiemarkt waren auch Farben mit, plus 4 v. Sy etwas lebhafter. Deutsche Erdöl und Goldschmidt mit je 3 v. H. und Rüt- gerswerke mit 2,5 v. H. höher notiert. Am Montanmarkt gingen unter Bevorzugung von Rhein. Braunkohlen die Erholungen von 1,5 bis 4,5 v. H. Banken bis 1,5 v.H. fester. Renten still. Ausländer etwas höher. Im Verlause war die Tendenz weiter fest, da man mit einer eventuellen Ermäßigung des Reichsbankdiskont- satzes rechnet. Das Geschäft war in Spezi a l w e r t e.n lebhaft, und die Besserungen gingen bis zu 4 v. H„ später trat jedoch eine gewisse Unsicherheit auf, und zwar wurde die Ungewißheit hinsichtlich des Volksbegehrens immer größer, denn es entstanden hartnäckige Gerüchte, daß die erforderlichen 10v.H. schon erreicht seien. Aber trotzdem waren immer noch Besserungen bis zu 2 v. H. gegenüber der gestrigen Abendbörse aufzuweisen. Am Geld- makt war Tagesgeld mit 8 v. H. weiter gesucht. Am Devisenmarkt war der Dollar wieder etwas schwächer. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1783, gegen Pfund 20,395, London gegen Kabel 4,8805, gegen Paris 123,85, gegen Mailand 93,14, gegen Madrid 34,10, igegen Holland 12,0925, gegen Schweiz 25,1750. Büchertisch. — hessische Biographien in Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert, hg. von Hermann Haupt. Band 3, Lief. 2. Darmstadt 1929, Hessischer Staatsverlag. 2 Mark. (512) — Das neueste Heft der Hessischen Biographien hat die Historische Kommission für den Volks- taat Hessen dem Darmstädter Gymnasium zu seiner dreihundertjährigen Jubelfeier gewidmet. So ist es nur natürlich, daß die Landeshauptstadt in ihm be- onders stark vertreten ist. Doch der größte Teil der )arin behandelten Darmstädter interessiert auch weitere Kreise, so der Gymnasialdirektor Johann Geyrg Zimmermann, die beiden Leiter des Darmstädter Botanischen Gartens Heß und Schnittspahn, ersterer zugleich ein Förderer des jungen Liebig, der auch als Militärschriftsteller hervorragende Kriegsmini- ter von Wachter, der Reformator des hessischen Volksschulwesens Wilhelm Hesse, der feurige Patriot, Hofgerichtsadvokat Karl Buchner, Vater des Mitbegründers unseres Museums Otto Buchner und der gemütliche Maler Heinrich Hoffmann. Der Gyrn- nafialdireltor Weidner leitete vor feiner Berufung nach Darmstadt das Gießener Gymnasium. Staatsminister von Grolman, der die hessische Verfassung entworfen hat, war vorher als der neben Anselm Feuerbach bedeutendste Strafrechtslehrer Deutschlands eine Zierde unserer Ludooiciana. Der Begründer des hessischen Postwcsens, Rebel, war der Sohn eines Gießener Professors. Weiter ist Ober- hesscn vertreten durch die beiden Gießener Theologen Hesse und Keim, den in Kirchberg geborenen als Entomolog angesehenen Oberst Victor Klingel- Höffer und den Begründer des noch heute blühenden Institutes auf dem Echzeller Forsthcms, Eduard Lucius. Des weiteren feien aus dem reichen Inhalt des Heftes noch erwähnt Lucius' Gesinnungsgenosse, der erste Superintendent der selbständigen eo.- lutherischen Kirche Heftens» Bingmann zu Höchst a. d. Nidder, der von L. Spohr und Paganini als der beste Geigenbauer der Welt bezeichnete Jean Cornelius Vauchel in Offenbach, Pater Alexius Johann in Mainz, Verfertiger kunstvoller astronomischer Uhren, Carl Ohly, den seine rege Teilnahme an der Bewegung von 1848 ins Ausland trieb, und Graf Volrat von Solms-Rödelheim, bekannt durch feine Beziehungen zu fast allen Geistesgrößen Deutschlands um 1800. So reiht sich das neue Heft seinen Vorgängern würdig an. Möchte es darum einen recht weiten Leserkreis finden! — Reichs-Tel egt amm-Adreßbuch, 7. Ausgabe, geb. 38,50 Mk. Verlag: Reichs-Tele- gramm-Adreßbuch nach amtlichen Quellen bearbeitet G. m. b. Sy, Berlin SW 19, Leipziger Straße 76. (532) Die 7. Ausgabe des auf Grund eines Vertrages mit dem Reichspostministerium herausgegebenen Reichs-Telegramm-Adreßbuches bietet die Möglichkeit, unbekannte Telegramm- Adressen sofort zu entziffern bzw. die richtige Telegramm-Adresse einer Firma schnell und zuverlässig festzustellen. Der Teil HI des Werkes, das Dezugsguellen-Register, das etwa 18 000 Branchen umfaßt, ist noch weiter ausgebaut worden. Die alphabetische Anordnung der Adressen erfolgt zum erstenmal unter Zugrundelegung der neuen Einheits-ADC-Regeln. Das Reichs-Tele- gramm-Adreßbuch bietet einen lückenlosen Ue&cr- blick über die gesamte deutsche Wirtschaft einschließlich Saargebiet, Danzig und Memelland. Die Uebersehung des Branchenverzeichnisses in die 8 Welthandelssprachen macht das Reichs- Telegramm-Adreßbuch zu einem Rachschlagewerk von internationaler Bedeutung. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. ANe für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 236. Don W. Meredith. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 6 Steine. Kh6; Db4; Tf7; Lf3; Sb3, b6. Schwarz: 6 Steine. Ke5; Dd3; Sa4; Beb, g5, g6. 3 2 5 1 6 4 7 8 2 5 4 3 1 8 7 6 Schwarz. a b d e f g h Weih. Endspiel Nr. 79. Lehrreiche Partiestellung. 3n der 13. Partie des Weltmeisterschaftswettkampfes zu Berlin ergab sich nach dem 30. Zuge von Schwarz die nachstehende Stellung: 5 4 3 2 6 8 7 1 g 4 3 6 2 8 5 ■ M Schwarz Dogoljubow. a b c d e f g h MU« L Weis; Aljechin. Weiß: 10 Steine. Kgl; Da2: Tel; Ldl; Ba3, b5, d5. f2, g2, h2 Schwarz: 10 Steine. Kg8; Dd3; Tc8; Lf8; Ba4, b7, e5, t7, g7, h6. Dogoljubow hatte hier bereits durch einige schwächere Züge seines Gegners das bessere Spiel erlangt und wie mir Aljechin selbst erklärte, ist das weiße Spiel überhaupt kaum zu halten. Der Weltmeister, der in der Diagrammstellung ä tempo zog, beging aber einen lehrreichen und entscheidenden Fehler: 31. Ldlxa4? Es sieht nun so aus, als ob der Anziehende den Bauern mit ausgleichender Stellung zurückgenommen hätte, aber es folgt jetzt ein schrecklicher Keulenschlag des Gegners: 31. ..., Dd3—e4L Dieser vernichtende Zug erobert eine Figur. Cs geschahen noch die folgenden Züge: 32. Da2—d2, De4xa4. 33. d5—d6, Da4—d4! 34.Dd2Xd4, e5Xd4 und Weiß gab das unhaltbare Spiel auf. Lösung des Problems Ar. 232. Don Baron d. Terestschenko. 1. Dh3-fl!, Sg4-e3 2 Dfl-d3+! usw. 1 Kd4-c5 2. Sg5-e6-f- usw. 1. .... f5 — f4 2. Sg5-e74~! usw. 1 Sa3 beliebig 2. Df 1 — c4-|— usw. 1 , Sg4 beliebig 2 Dfl-f2+ ufto. Rus Läuferzüge entscheidet 2. Se?+ ufto. Richtige Lösung zum Problem Ar. 231: Dr. Sy Döhle, Detmold. Aus der Schachwelt. Schlußstand des Schachturniers zu Rogaska- Slatina: 1. Rubinstein ll1/« Punkte: 2. Flohr: 3. bis 5. Takacz, Maroczy, Pirc je 10; 6. Prco pwrka; 7. bis 8. Canal, Grünfeld je 9; 9. Drinck« mann 8; es folgen. Sämisch 71/-: Houlinger 6Va; König 6; Geiger 5'/-: Super 3; Zoanovic, Rofic je 2 Punkte. Ergebnis des gemischten Turniers zu Venedig: Da Pitschak feine auf Verlust stehende Partie mit Hellmann noch Remis machte, überflügelte er Ahues. 1. Pitschak 8V2 Punkte: 2. Ahues 81/?: 3. bis 5. (geteilt) Hellmann, Raegeli und Reifir je 7V2; 6. Roselli 6l/2: es folgen: Romih 5*/s; Patah und Szabados je 5; Rorcia 2*/2; Ma- rotti V/i; Pontini 1 Punkte. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom AedaklionStisch. Das Paket. Es war schon neun Uhr vorüber. Frigid faß an feinem Schreibtisch und arbeitete, da läutete die Flurglocke. Frigid öffnete. „Kann ich Fräulein Anna sprechen?" „Meine Köchin?" „Ja. Ich habe etwas für sie abzugeben." „Bedaure. Sie ist schon zu Bett gegangen. Geben Sie es nur mir." Der Bote gibt Frigid ein Paket in weißem Sei- denpapier und geht seiner Wege. „Was — Blumen?" lüstete Frigid leise eine Seite, „schau, schau, die Anna!" Und er geht in die Küche und legt die Blumen, eingepackt, wie sie sind, in ein Waschbecken mit frischem Wasser. Am Nächsten Morgen hört er die Köchin toben. „So eine Unverschämtheit!" „Was ist denn los, Anna?" „Denken Sie sich, gnädiger Herr, gestern abend ist für mich mein neuer Hut abgegeben worden, und den hat mir jetzt grat) ein Trottel ins Wasser gelegt." Tippfräulein. „Sie wollen Diktate perfekt aufnehmen und schreiben .physiologisch" mit ,st!" „Das ,d‘ auf meiner Schreibmaschine is kaputt." Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse Banknoten 179,25 179,25 183 181,75 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 83 87 86,5 82,5 83 3,25 3,25 21.7 8,7 8,6 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. 13,8 7,075 5 6 8 62,4 72,25 115,75 . 7 10 10 8 84 19,5 175 83 Philipp fron mann lernen werk Heidelberg . fernem werk fiarljtaöt . Wayv » fjr. ö an - . 65 73,25 2 7.55 62 71,75 116,5 3. G Farben-Invustri« Dynamit Nobel . . . Scheideanstalt.... Goldschmidt .... RülgerSweri; .... SRetnlln •ieUid)a|t . . ..05 ',55 .,05 7,5 13,9 7 i 1,65 7.65 64.9 73 12 c 1,95 21,5 1,95 .1,6 19,13 fttanll. Maichineil .... 8rit.net ........ aenftaeDt an». . .... ßeebmede. iRalnttaitwert: Höchst a. R. Miag. . . . . Gebt. Roeder Voigt 4 $ ar intet . . . . . Südd. Lucker ...... <% vefterretchtlche Goldrle.. . 4.W% Ceflerr Sllberr>" 4% OcflentlMdK Einheitliche Rente 4% Ungatildic (MolBrte ... 4% Ungariiche Slaaisr. v 1910 4'.i% be#qi. Don 191S ... 4% Unnanld» fitonenrte.. . 4% Juri. Zollanleihe v. 1911 . 4% Düriische Bagdad bahn-An! Serie l 4% Mal. Serie II 6% Rumänisch, veoetnh Rente von 1903 . . . . afnmdntldie vereilih. Rente von 1918 4% Rumänisch« vereinh. Rente . Schul thet» Patzenhos» . Oitwerke....... Bet. Glan,stoss . . . . Bemberg....... Helifiofi Wiüdhos . . . Bcililuf. Aichas! enburg . (ibatlottenüurflet Waga Deliauer Gai..... Daimler Motoren . . . Deutsche Linoleum . . 'IHühliim-nbau A.-G. . . Cl'i rro r:.' rtl Q c . - « euow. Loew . . < Rat. Automobil . . . « Crenfiem » Koppel . . VonbnrP Tietz . . . . SvenSka . . . . , , Frankfurt a M Berlin IC 1 10 11 16 . 8 10 169 196 170 119 m 183 301 170 169,75 173 187,5 305,5 167,25 195 161 168,5 118,5 169,25 145 158,25 182,5 298,5 124 170 168.25 198 164 173 120.6 173 130,5 145 160,75 187 303 125 172,5 Buderus ....... Deutsche Srb5l ...... Gllencr Steinkohle ..... Gelsenkirchener ...... Haroener......... Hoesch Eisen. ....... Jlic Bergbau....... ft!6dncrroerle ...... kl em Reueiien . . . Piannesman" -Röhren . . . •Wanelclbei Bergbau .... Cbcnrh'ei. Gi.cn coari . . . Cbcndilei floUmede. . . . Vdönir Berg bau...... Rbe'nlich- Braunkohlen. . . Rtebeck Montan ...... . 6 . 6 .' 8 0 6K 10 ; 7 . 7 ' 7 6H 1' . k 7,t 64 97,5 127,5 36,5 08 =8,75 >16,5 105 253 105,5 65,25 99,4 128,25 128 99,25 106 257,5 106.5 63 96,9 132 127,75 137,5 16,75 207.75 9b 113,25 97 116 11,5 91,13 105,23 252 105,25 63,9 98,25 134,5 128,25 138,25 118,9 210,5 97 115,5 98,25 117,25 71,75 93,75 106 257 106 Aranlfurt a M Berlin ^<1|1UB- Kur» i-Uhi finr» Schlug finr? Un|anfl- Kurs Datum 31. 10. 1.11. 31 10. 1 11 Bereinigte Stahl« .... 106,5 — 106,75 107,4 Otavi Minen ... 16'/, — — 61 61,6 Kai werte AjcherSleben ... i. — — 197 200,75 fiai werte Westeregeln ... 10 — — 203,75 206,5 Rahroei e Salzdeuurth ... 16 314 — 313 318 feerlfn, 31. Oktober Geld Bries " Amerikanische Noten..... 4,167 4,187 Belgische Noten. ...... 58,20 58,44 Dänische Noten ........ 111,58 112,02 Englische Noten........ Französische Noten....... 20,33 20,41 16,41 16,47 Holländische Roten ....... 168,08 168,76 Italrenijche Noten........ Norwegische Noten...... 21,835 21,915 111,53 111,97 Deuisch-Oesterreich, ü 100 Schilling 58,56 58,80 Rumänische Noten .... 2,472 2,492 Schwedische Noten....... 111,78 112,22 Schweizer Noten ........ 80,79 81,11 Spanische Noten..... , 59,23 59,47 T'chechoslowatische Noten..... 12,325 2,385 Ungarische Noten........ 72,80 73,10 31. Oktober 1 November Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Bries Geto Brie! Am't.. Rott 168,46 168,80 163.44 168,76 Bn n--Aires 1,693 1,697 1,729 1,733 Brss.-Antw 58,405 58,525 58,40 58,52 Christiania. 111,97 112,01 111,84 112,06 Kopen'nag:n 111,81 112,03 111,85 112,07 Stockholm . 112,06 112,23 112,10 112,32 HelsmgiorS. 10,492 10,512 10,489 10,509 Italien. . . London. . . 21,86 21,90 21,855 21,895 20,356 20,396 20,363 20,403 Neunork . . 4,1765 ,1845 4,1735 4,1815 Boris. . . . 16,44 16,48 16,45 16,49 Cckwet, . . 80,93 81,09 80,915 81,075 Spaui.-n - 59,29 59,41 59,34 59,46 Japan .. . 2,008 2,012 0,4875 2,013 2,017 •Hio de Jan 0,485. 0,4895 0,4915 Wien in D-- Ceft. obgest Prag . . . . 58,72 58,84 58,72 58,84 12,37/ 12,391 12,372 12,392 Bclirad . 7,38t . 7.4OJ 73,1. 7,386 7,400 Budap.-st. ,2,93 72,99 73,13 Bul arten 3,017 3,023 3,024 3,030 Lissabon 18,81 18,85 18,78 18,82 Tan,ig. . . Konst ntta. 81,56 61,62 81,45 81,61 1,973 1,977 1,978 1,982 Athen. . . 5,425 5,435 5,425 5,435 Kanada . . 4,096 4,104 4.121 4,129 Um mal). . 3,936 3,944 3.996 4,004 Cairo . . . 20,88 20,92 20,88 20,92 15 — — 269 272 12 — — .06,5 210 18 — 170 173,5 14 206 — 207 210 is y. 193 — 193,5 197 .2 137 —— 134,25 136.5 . 8 — —- 93,5 94 . S — * 169,25 172 . 0 31 33 31,5 32,9 242 248 240,5 246,5 . O — 46,5 47,4 . V — li — — 169 173 . c — — — 17.5 . 6 — — 71,75 74,75 10 — 163 165,25 • • 46,5 — 347 349 . 4 47,5 46,5 46,75 — . 6 — —— 47 — . u — 6 53 — 52,5 — e 102,5 —— — — 8 108,5 — — * 10 l?0,5 — .19,75 120 10 106 — — . 8 222 — 222 — 10 '47 -- 148 — | DT Gebr hr «bi aiittii Calaw Hosen A w Ein Neu in n Pell' l'it. mänl mit i gul( an. 8 Smoi Bant Poste Joppe 'Brelli von i Sc'uw: an. l Hm itbet । niebi t wundervoll WWW» RUI 'MünCMth 3000 Paar Strümpfe Wir bringen davon heute: Weit unter regulärem Preis! 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Frigid saß an eitete, da läutete dte sprechen?' sie obzugcben' i Seit gegangen. Geben Paket in weißem Gei- Wege. „Was - Blu- ine Seite, „schau, schau, die Küche und legt die e sind, in ein Wasch' i er die Köchin loben, iß 112,0? 112,y 10-505 21,591 20,403 4,1815 16,<5 ■ 81-0» 59,86 ,01? 0,4915 rsL 12,305 7,600 13,13 Ä !!-« tg 4,°« 20,92 in. . aufnehmen und M" ibmaschinc is kaputt. -T flwL ■---JTisT 58,4< 112,02 20, 16,8? 168,» 21,9 111- 58,80 2,492 „2,22 81,11 59,4? 2 385 73,10 udaJjL- । .jioofmber__ schwelt. ^iers zu Rogaska- /-Punkte: 2. Flohr: P'rc je 10; 6. Prce- ^feld je 9; 9. Irimk- V/ti Houlinger 6‘ r 3; Zoanovic, Rosic Turniers zu Denedig-. t stehende Partie mit chte, überflügelte er mite; 2. Ahues ö'/,; , Daegell und Reifir folgen: Tomih 5*/,; 5; Hotcia 21/,; la- ThamsjGarls Miusburg 3 / Walltorstr. 12 ______________SUIZA Ht.232, "ftfchrnlv. ufe, ;e,6+ uito. W- ufto. DU - 2+ u|id. el 2- Se?+ ufto. 'blm Olt. 231: Dr. tz. 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