n. rünbeten „Cchün^ -großen Ansehen; eserkreis erworben n den Verlag von eftcn" überge- N nicht mehr, sie ten" aus. Mai M irsS 8*»B n‘S len blieb US Man Ibnt“ fcfe bot , 1 uü 1 'ebörsc. ;en Wirtin, 'ynatn etwa; und Wei. ,Q// ."'Adrigerem '9e bestand da. Wehen konnte. ^Wnmehl mit 1 n“J5 bis 23. 22,25, Deizen« 22,25, ®eiäcn. z,d" «r,«-,,... Jt°99en«eit i2Lg i/ett. körnens. 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Jahrgang Gieheim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vmck und Verlag: vrühl'lche llnwersilSKGuch. und Sfrinörndtrei R. Lange in Sietzen. Lchristleltnng und Seschästrftelle: Schulftrotze r. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Illustrierte Gießener FamilienblLtter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugrprels: 2.20 Reichsmark und 30 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans ch lü sse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anteiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlfnrt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Starkes Vertrauensvotum für Briand. Die große Gefolgschaft gilt aber nur für die Haager Konferenz. — Einstweilen Burgfrieden in -er Innenpolitik. Ser deuische Siandpmikl zur Haager Konferenz immer noch nach dem ungebetenen Passagier, kann ihn in der Dunkelheit aber nicht finden. Die Zurückbleibenden verabschieden sich nochmals windlichen Hindernisse geben könne, und habe gehofft, daß am Dorabend der Konferenz im Haag es möglich Ware, eine erweiterte Mehrheit zustande zu bringen, die den ausgesprochenen Zweck hat, der Regierung zu helfen, die Interessen Frankreichs auf der Konferenz zu vertreten. Die Radikale Partei habe abgelehnt, und er habe sich beugen müssen. Da es ihm unmöglich gewesen Ware, die Krise länger andauern zu lassen, habe er die jetzige Regierung gebildet, nicht sür lange, sondern nur sür die Erfüllung einer genau begrenzten Ausgabe. Driand ging alsdann näher auf das ein, was die zurückgetretene Regierung Poincarö geleistet hat. Wenn die Konferenz vom Haag zu Ende sei und zu einem bestimmten Ergebnis geführt habe, werde das Parlament zusammenberufen werden, um die notwendige Ratifizierung zu vollziehen. Don diesem Augenblick an werde die. Innenpolitik wieder zu ihrem Recht gelangen. Wenn die große Mehrheit der Ration Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 1. Aug. Immer wieder tauchen Gerüchte auf, die von einer zeitlichen Teilung der kommenden Reparationskonferenz wissen wollen. Demgegenüber steht Deutschland nach wie vor auf dem Standpunkte, die Konferenz in einem Zuge durchzuführen. Ueber diese Frage wird die Konferenz in ihrer konstituierenden Versammlung entscheiden, denn irgendwelche bindenden Abmachungen liegen darüber bisher nicht vor. Bermutlich wird von der Gegenseite der Versuch gemacht werden, zunächst einmal die Reparation Probleme in den Vordergrund zu schieben und über sie zu einer Einigung zu kommen, damit die heiklen politischen Fragen, die Rheinlandräumung, Saargebiet usw., möglichst in den Hintergrund gedrängt werden, und Deutschland in eine taktisch-ungün st ige Situation gebracht wird. Hinzu kommt noch, daß in einer ganzen Reihe von politischen Fragen die Mächte, d. h. ihre Vertreter, sich in parlamentarischen und anderen Aeußerungen in der letzten Zeit derartig fest gelegt haben, daß nur eine sehr kräftige ne'ue Initiative diese drohenden Hemmungen überwinden kann. An der eigentlichen politischen Konferenz sind die sechs Machte, nämlich Deutschland, Frankreich, England, Italien, Belgien und Japan beteiligt. Auf diesem schon im Genfer Kommunique festgelegten Kreis sollen auch die politischen Verhandlungen beschränkt bleiben, wofür Deutschland auf jeden Fall mit aller Energie eintreten wird. An den Reparationsverhandlungen sind allerdings noch die Unterzeichner des Dawes-Planes, Friedrichshafen, 1. Aug. (WTB. Funk- fpruch.) Das Luftschiff „Gras Zeppelin" ist heule früh 3.29 Uhr mit 18 Passagieren an Bord unter Führung Dr. Eckeners zur Fahrt nach Amerika ausgestiegen. Der Aufstieg Basel. „Graf Zeppelin" überflog um 3.55 Uhr früh in ziemlicher hohe Konstanz. Das Luftschiff bot bei berti klaren Himmel einen prachtvollen Anblick. Ls passierte um 4 Uhr Schaffhausen, um 5.15 Uhr WaIdshul, um 5.35 Uhr Säckln - gen und um 6.05 Uhr Basel. 3n der Nähe von Belfort. Paris, 1.Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Agentur haoas aus Belfort überflog „Graf Zeppelin" um 7.45 Uhr die Ortschaft Beaucourt bei Belfort. Infolge der tiefgehenden Wolken und Regens war das Luftschiff nicht zu sehen. Man hörte nur das Surren der Propeller. Das erste Stimmungsbild. Der blinde Passagier vom Dach der Halle aufgesprungen. Friedrichshafen, 1. Aug. (WTD. Funkspruch.) Ein stecnenbesäter Rachthirnmel wölbte sich über Friedrichshafen, als um 2.15 Uhr die Ameriiafahrer den am Hotel bereitstehendeu Omnibus bestiegen und sich zur Werst begaben, vor deren Toren sich zahlreiche Reugierigr angesammelt hatten, denen aber der Zutritt durch strenge Kontrolle verwehrt blieb. Die Passagiere sind gulec Dinge und wechseln die letzten Ab- schiedsgrühe mit den Angehörigen und Freunden. Um 2.45 Uhr ertönt das Kommando „Besatzung ins Schiff". Rachdem der BaUast teilweise entleert ist, gehen die Passagiere an Bord. Das letzte Gepäck wird hinaufgereicht. Kapitän von Schiller hat sich vor der Treppe ausgestellt, damit niemand ohne Fahrschein in das Schiff ge angt. Gegen 3 Uhr werden die letzten Ballast- säcte entleert und das Schiff ausgewogen. Es muß noch viel Wasser abgegeben werden. Dr. Eckener hat sich bereits in der Halle eingesunden und geht mit vergnügter Miene in Begleitung seiner Gattin am Schisse auf und ab. Auch Kapitän Lehmann taucht auf. Bei der zwischen Passagieren und Zuschauern hin und her flutenden Unterhaltung überwiegen die amerikanischen Laute. Um 3.11 Uhr begibt sich Dr. Eckener in das Schiff. Bier Minuten später schon wird der „Gras Zeppelin" mit dem Heck voraus durch das Westtor in die kühle Rächt hinausgeschleppt. Plötzlich taucht, als das Schiss schon halb die Halle verlassen hatte, das Gerücht auf, daß während der Ausfahrt ein Mann vom Dach der halle auf das in Bewegung befindliche Luftschiff gesprungen sei. Bald wird diese Nachricht auch von einem Beamten, der die Kontrolle im obersten Lausgang der halle hatte, bestätigt. Oer ungebetene Gast hatte sich, wie sich heraus- stellte, an einem kurzen Strick vom Hallendach heruntergelassen und war dann auf die hülle des Luftschiffes gesprungen. Wie verlautet, soll es sich um einen der kürzlich entlassenen Arbeiter der Werft handeln. Kapttän Flemming ordnete sofort an, daß das Schiff -durchsucht wird. Währenddessen wird der , von zahlreichen Scheinwerfern umspielte Schiffskörper mit dem Heck nach Süden gedreht. Man sucht Lieber dem Rhoneial. Lyon, 1. Aug. (WTB. Eigene Drahtmeldung.) Das Luftschiff „Graf Zeppelin" befand sich beim Ueberfliegen der Stadt in einer höhe von etwa 300 Meter und haue eine Fluggeschwindigkeit von ungefähr 80 Kilometer. Es wurde v o n e i n e m Flugzeugbegleitet, das es in weitem Bogen umkreiste. Sobald das Surren der Motoren hörbar wurde, stürzten die Bewohner an die Fenster, um das Luftschiff, das über der linken Seite des Rhonetales flog, zu sehen. Eine große Menschenmenge sammelte sich an den Ufern der Rhone an, von wo aus das fonnenbeglänzte Luftschiff mit allen Einzelheiten an Bord am besten zu sehe, war. Rach Passieren der Saonemünbung bog das Luftschiff nach Osten ab, um dem Laufe der Rhone über dem rechten Ufer zu folgen. Es herrschte leichter Südwestwind. Zn Richtung Mittelmeer — Gibraltar. Friedrichshafen, 1. Aug. (WTB. Drahtmeldung des „Gieß. Anz.".) Soeben sind beim Luftschiffbau folgende Standortmeldungen de» „Graf Zeppelin" eingelaufen: 10.30: Maxon: Alles in Ordnung. Schift fährt gut. hatten zuerst starken Gegenwind. 10.58: Lyon: Fahren rhoneabwärtv über das Mittelmeer nach Gibraltar. Valence (Rhone), 1. Aug. (WTB. Eigne Drahtmeldung.) Der „Graf Zeppelin" hat die Stadt um 12.30 Uhr überflogen. Ein zahlreiches Publikum beobachtete das Luftschiff, bis es in südlicher Richtung den Blicken entschwand. hinter ihm stehe, bann würben seine Bemühungen gestärkt, und man müsse im Haag denken, daß er das gesamte französische Dolk vertrete. Könne die Kammer um dieses Werkes willen nicht einen Augenblick die Innenpolitik vergessen? Infolge des Sechsmächte-Protokolls sei es notwendig, daß eine Regelung erfolge, die es endlich Frankreich gestatte, nicht mehr zu ungefälligen Gesten eines un- erbittlichen Gläubigers zu greifen. Solange diese Möglichkeit bestehe, sei keine Annäherung zwischen Frankreich und Deutschland möglich. Driand erklärte u. a. weiter: Riemand kann verkennen, daß die Aussprache im Haag ernst fein wird. Es gibt keinen Franzosen, der nicht empfindet, daß, wenn der Ministerpräsident, der zugleich Minister des Auswärtigen ist, sein Land verläßt, um zu solchen Verhandlungen zu gehen, es notwendig ist, daß ihm die Arbeit nicht erschwert werde. Er wolle, so fuhr Driand fort, keinen Druck ausüben, aber der, der Franko reich vertrete, müfte erhobenen Hauptes dastehen. daß es möglich sei, im jetzigen Augenblick einen Abbau der Zollpolitik zu erreichen, der eine Vorbedingung für die europäische Föderation sei. Der nächste Redner, der sozialrepublikanische Abgeordnete Planche, vertrat den Standpunkt, daß man eine Friedenspolitik nicht mit einer Regierung machen kann, dir sich auf eine Mehrheit stützt, die den Friedensideen nicht ergeben sei. Der sozialistische Abgeordnete Llhrh forderte, daß Driand vor Schluß der außerordentlichen Session das Amnestiegesetz für die Elsässer annehmen lass«. Ministerpräsident Briand sprach sich zuerst über die Bedingungen aus, unter denen er sein neues Kabinett gebildet habe. Das Ministerium von heute sei eigentlich das Ministerium von gestern. Seit drei Jahren habe dies« Regierung immer die Mehrheit des Parlaments an ihrer Seite gehabt. Er fei immer der Ansicht gewesen, daß es in der Frage der Außenpolitik keine unüber- „Gras Zeppelin" aus der Amenkafahrt. L8 Passagiere an Bord, darunter auch ein blinder Passagier. - Heute mittag südlich von Lyon nämlich die fünf anderen Staaten Südslawien, Ru- mänien, Portugal, Griechenland und Polen beteiligt. Im übrigen rechnet man in unterrichteten Kreisen nicht mehr mit einer Verschiebung des Konferenzbeginnes über den 6. August hinaus. Dr. Stresemann wieder in Berlin. Berlin, 31. Juli. (WB.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist heute abend aus seinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Amtsgeschäfte wieder übernommen. Oie englische Delegation. London, 31. Juli. (WB.) Premierminister Macdonald begibt sich morgen zum Erholungsaufenthalt nach Lossiemouth. Schatzkanzler Snowden, Außenminister Henderson, sowie der Präsident des Handelsamtes, Graham, begeben sich am Sonntag nach dem Haag, wo die Konferenz am 6. August eröffnet wird. Heute nachmittag stattete General Dawes dem Premierminister in Downing Street einen Besuch ab zur weiteren (Erörterung der Flottenabrüstungsfrage. Die italienische Delegation. Rom, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie „Po- polo di Roma" meldet, ist zwar die italienische Delegation für die Haager Konferenz noch nicht definitiv ernannt, es werden aber als italienische Delegierte Senator Mosconi, Staatssekretär im Außenministerium (9 r a n bi, Senator Alberto Pirelli und ein Botschafter ernannt werben. Paris, 31.3uli. (WB.) 3n der heutigen ersten Sitzung der auherorbentlichen Kammertagung wurde nach Verlesung der Regierungserklärung und der Stellungnahme der Parteien die Tagesordnung S l b i 11 e , die Ministerpräsident B r i a n d das vertrauen aussprichl, mit 325 gegen 136 Stimmen angenommen. 140 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Die Tagesordnung hat folgenden Wortlaut: „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung. Sie hat zu ihr vertrauen, lehnt jeden weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über.“ Oie Kammersitzung. Paris, 31. Juli. (W.T.D.) In der Kam- m e r hat heute Ministerpräsident B r i a n b nach Eröffnung der außerordentsicheu Session die Regierungserklärung verlesen. Di« Erklärung spricht zuerst Pvin- tatc ehrfurchtsvoll« Synrpathi« und innigste Wünsch« für baldige glückliche Heilung aus, und fährt dann fort: Durch die Finanzsanierung im äußeren, durch das Budg«.gleichgewicht, durch di« Stabilisierung und durch die Regelung der auswärtigen Schulden haben bi« beiden, vorhergehenden Kabinette bi« Konferenz möglich gemacht, die sich in einigen Tagen versammeln wird und deren Ergebnisse vor der Oeffentlichkeit des Landes die Dollendung des Werks besiegeln sollen, das für die Sicherheit Frankreichs in Europa, sowie für die Verteidigung seiner höchsten materiellen und moralischen Interessen in der Oeffentlichkeit durchgeführt worden ist. Es steint uns, daß gegenüber dieser Ansicht ein« Einigung unter und möglich fein svllte: Die Hoffnung ist gestattet, daß auch diejenigen, bi« mit der Freiheit ihres Entschlusses zu un- fe .em großen Bedauern nicht geglaubt haben, unserem Airerbisten auf Beteiligung an der Regierung entsprechen zu können, wenigstens durch ihre Abstimmung unser« internationalen Aufgaben erleichtern könnten. Die Stunde ist jedenfalls ernst genug, um die Aufopferung jeder anderen Erwägung für die Bedürfnisse unserer auswärtigen Politik zu rechtfertigen. Drei Monate Burgfrieden unter den gegenwärtigen Umständen zu verlangen, erscheint uns keine unmögliche Forderung. Die Haager Konferenz wird ein wesentliches Glied in der Kette der Organisierung des Friedens fein. Die Verteidigung der Rechte und der Interessen Frankreichs auf dieser großen internationalen Aussprache bildet unsere Daseinsberechtigung. Sie ist u n s e r P r o g r a m m, wir lönnten im gegenwärtigen Augenblick sagen, unser einziges Programm. Um es zu erfüllen, um im Ramen des Landes mit der notwendigen Autorität zu sprechen, brauchen wir Ihr Vertrauen, Ihr ganzes durch Ihre Abstimmung klar zum Ausdruck gebrachtes Vertrauen. Wir stehen den schwersten Verant- üortlichkeiten gegenüber, die seit dem Ende des Krieges auf einer Regierung gelastet haben. Mit Ihrer Hilfe sind wir bereit, sie zu übernehmen. Wir verlassen uns darauf, daß Sie, allein von den Interessen Frankreichs geleitet, sich auch Ihrer Verantwortung bewußt sind." Oie Aussprache. Als erster Interpellant ergriff der sozialistische Abgeordnete F r o s s a r d das Wort. Er führte aus: Das Kabinett Poincare habe zwei Schläge erlitten. Erstens sei die R a t i f i z i e r u n g nur mit acht Stimmen Mehrheit erfolgt, darunter die Stimmen von 14 Ministern, und durch die späteren Ab- Itimmungsberichtigungen fei die Regierung in Wirklichkeit sogar in die Minderheit versetzt worden. Der zweite Mißerfolg sei der Versuch der Regierung gewesen, die Steuererleichterungen durch die wenig höfliche Verlesung des Dekrets jur Schließung der Tagung zu verhindern. Das fehlen PoincarLs werde die Haltung der Opposition nicht ändern. Die Oppo- sition nehme die Beibehaltung Tardieus als Innen- Minister als Beweis dafür an, daß die Innenpolitik unverändert bleibe. wenn Briand aus dem Haag zurückkehre, bann werde sich vor der Kammer eine andere Mehrheit und eine neue Regierung vorstellen. Die Sozialisten verweigerten einer Regierung, die sich auf eine reaktionäre Mehrheit stütze, das vertrauen. Der kommunistische Abg. Marcel Cachin e^ Härte, daß der Young-Plan nur als ein Versuch Amerikas zu bezeichnen sei, um die Hand auf Europa zu legen. Wenn man das Rheinland räume, bezwecke man nur, Deutschland für den llntisowjetblock zu gewinnen und es von seiner Ostpolitik abzulenken, um es auf eine westliche Politik 'estzulegen. D«r der Gruppe Maginot angehörende Abge- srbnete Gignoux sprach sich über Briands Pläne der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa aus. Er bezweifelt, Der kühne Springer ist also im Luftschiff geblieben und wirb die Fahrt mitmachen. Äm 3,29 älhr erschallt bas Kommando „Guf t- schiff h v ch". Unter unaufhörlichen Hoch- und Heilrufen hebt sich „Graf Zeppelin" rasch von der Erde ab und gewinnt langsam an Höhe. Die Maschinisten Winken mit ihren Taschenlampen die letzten Grüße zur Erde hinab. Zunächst steuerte das Schiff in nordwestlicher Richtung, »drehte aber bald ganz nach Westen ab und verschwand mit dem Kurs auf Basel. Kurs über Gibraltar. Friedrichshafen, 1.Aug. (WTB.) Der Aufstieg wurde deshalb so ftüh unternommen, weil über Irland ein ftarfes Tiefdruckgebiet liegt, das langsam nach Süden fortschreitet. Dr. Eckener hofft, durch den frühen Aufstieg noch Zeit zu finden, an dem Tief vorbeizukommen. Der Kurs wird über Basel, Besan^on, die Rhone abwärts ober die Biscaya gehen. Es scheint vorteilhafter zu fein, nicht den direkten Westkurs zu nehmen, sondern über Gibraltar zu fahren, da man von dort aus Rückenwind bekommt. Lieber Lyon. Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) 12.07 Rhr. Der „Graf Zeppelin" hat um 11.10 Uhr Lyon mit Kurs nach Süden überflogen. Er hat durch Funk- fprud) um sofortige Mitteilung der Witterungsberichte über der Gegend von Bordeaux gebeten. von den Insassen des Luftschiffes. Alles blickt gespannt auf die Gondeltüre, um den blinden , , „ . _ ... . .. Passagier zu sehen. Er erscheint aber nicht. Um ging glatt und vorzüglich vonstatten. Das Luft- keine kostbare Zeit zu verlieren, entschließt sich schift nahm soiort. Kurs in S^i-Liektung, d i'e Fä h r t z u b e g i nne n. 3m Haag bette eS stch darum handeln, die Folgen deS Genfer Protokolls in die Tat umzusetzen. Die Sachverständigen hätten eine Regelung gefunden, die, wie man hoffen dürfe, zu einem Funktionieren des Voung-Planes führen und Frankreich für immer der Rotwendigkeit überheben werde, dem Schuldner mit dem Gerichtsvollzieher zu drohen. Solange diese Drohung zwischen Frankreich und Deutschland bestehe, gebe es keinen Frieden. Eine Annäherung zwischen den beiden Völkern fei nicht möglich, wenn man den Chauvinisten freie Hanb lasse, die Geister zu erregen und Sic Atmosphäre zu vergiften. Die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland mühten geregelt werden. Zwischen beiden Ländern müsse es eine vermittelnde Person geben. Es sei ferner notwendig, daß die Schuld mobilisiert werde, daß man sie internationalisiere. Dann werde Frankreich die Sicherheit haben, dah seine Forderungen voll und ganz bezahlt werden. Driand sprach sodann von der Rotwendigkeit, eine Verständigung zwischen den europäischen Rationen herbeizuführen. Seit vier 3ahren arbeite er daran, die Frie- densatmofphäre zwischen den Völkern zu schaffen, um Europa zu organisieren. Dieses Werk dürfe aber gegen kein anderes Land gerichtet sein. Die Vereinigten Staaten von Amerika seien gleichfalls interessiert daran, dah die Länder von Europa aus der augenblicklichen Atmosphäre des Fanatismus herauskommen. 3n diesem Geiste werde er seine Bemühungen fortsehen. Die Konferenz im Haag habe sich mit der Reparations - frage und dem Rheinland zu befassen. Er habe sich geweigert, in den Haag zu gehen, wenn er sich vorher festlegen müsse. Er gehe zur Konferenz auf Grund der Bestimmungen des Friedensvertrages, die sehr klar seien, und die durch die RegierungserNä- rungen vervollständigt würden. Er gehe in den Haag, um sich zu bemühen, seinen guten Dillen zu zeigen. Diese Friedensgeste könne nur unternommen werden auf Grund des gegenseitigen guten Willens Frankreichs und Deutschlands. Er habe sich überzeugt, dah auf deutscher Seite sich die Regierung diesem Wege zugewandt hätte. Run werde man sehen, was bei den Verhandlungen hercruskvmme. Was dabei herauskomme, müsse etwas Solides, etwas Vollständiges und etwas Endgültiges sein. Frankreich könne nicht verpflichtet werden, auf 3ahre zu zahlen, ohne etwas zu erhalten. „Heute," so schloß Driand, „handelt es sich für das französische Parlament nicht darum, Politik zu treiben, sondern es handelt sich darum, daß sich jedermann sagen muh: Morgen wird im Haag die Sache Frankreichs verteidigt. Die Umstände bringen es mit sich, dah ich, Driand, der Advokat fein werde. Ich werde um so deutlicher sprechen können, mein Wort wird um so weiter schallen, wenn ich das Vertrauen der Kammer besitze, Mein Wunsch ist, daß die gesamte Kammer es mir gewahrt. Der Austtang. Dach der Rede Driands erhob der kommunistische Abgeordnete D e r t h o n Protest gegen Die Präventivmaßnahmen der Polizei aus Anlaß des morgigen Roten Tages und trat für die Amnestierung der verurteilten elsässischen Auto- Nvmisten ein. Der sozialistische Abgeordnete F r o f s a r d ging nochmals auf die Stellung seiner Partei zum Kabinett Driand ein und erklärte, dadurch, daß sie von einem Kabinett behandelt werde, lin welchem reaktionäre Elemente vorherrschend seien, werde die Frage der Rheinlandräumung unklar, denn sie werde von Politikern befürwortet, die dafür auf innenpolitischem Gebiet Zugeständnisse erlangen wollten. Der elsässische Abgeordnete Walther sprach sich für, der reaktionäre Abgeordnete D a l l a t gegen die Politik der Regierung aus. Im Ramen der Radikalen verlas der Abgeordnete D a l a d i e r eine Erklärung, in der es heißt: Driand erhalte die Unterstützung von Politikern, die seine Politik von Cannes und Locarno bekämpften. Diese Politiker wollten also jetzt entgegen ihren Grundsätzen für seine Außenpolitik stimmen, um innenpolitisch Vorteile au erlangen. Mit einer solchen Mehrheit könne Die Radikale Partei nicht zusammenarbeiten. Logischerweise mühte sie also gegen die Regierung stimmen. Da seine Partei aber Zutrauen zu Driand habe, wolle sie dies nicht tun und erkläre deshalb, dah sie sich bei der Abstimmung der Stimme enthalten werde. Darauf wurde die Dertrauenstages- vrdnung Sybille mit der oben gemeldeten Stimmenzahl angenommen. Die Kammer nahm dann auch die Steuer- ermähigung in Höhe von 520 Millionen Francs einstimmig an. Sodann wurde die außerordentliche Session geschlossen. Annahme der Steuererleichterungen im französischen Senat. Paris, 31. Juli. (WD.) Der Senat hat heute abend das von der Kammer angenommene Gesetz über die Steuererleichterungen einmütig angenommen und nach Erledigung einiger kleinerer Vorlagen seine außerordentliche Tagung gleichfalls geschlossen. Oie Berliner Polizei am 1. August. Berlin, 31. Juli. (WTB.) Wie wir erfahren, hat die Berliner Polizei sämtliche Vorkehrungen getroffen, um die Ordnung am morgigen 1. August, an dem die Kommunisten ihren „Internationalen Roten T a g“ und die Sozialdemokratische Partei eine Antikriegskundgebung veranstalten, aufrecht zu erhalten. Die Kommunisten haben ihre Anhänger durch das „Berliner Antikriegskomitee" zu einer Kundgebung aufgerufen, die um 5.30 Uhr nachmittags im Lustgarten stattfindet, während der Dczirksvor- stand der Sozialdemokratischen Partei abends um 7,30 älhr auf dem Sportplatz in Friedrichshain die Mitglieder versammeln wird. Die Polizei hat diese verschiedenen Zeitpunkte festgelegt um so Zusammenstöße zwischen den Teilnehmern zu verhindern. Außerdem werden die An- und Abmarschstraßen für die geschlossenen Züge der Demonstranten durch starke Polizeikräfte Sven Hedin über feine Wna-Expedilion. Zn her Wüste Gobi. — Schon reiche wissenschaftliche Ausbeute. Hamburg, 31. Juli. (WB.) Die „Hamburger Nachrichten" veröffentlichen eine Unterredung mit Sven H e d in , in der sich der Forscher eingehend über seine letzte Expedition und leine künftigen Pläne äußerte. In Berlin will ich mich, so erklärte Sven Hedin, mit meinem Verleger Brockhaus besprechen und die Frage der Briefmarken regeln, deren Ausgabe seitens her Expedition die Nanking-Regierung gestattet hckt. Es find sieben meteorologische Stationen errichtet, die nur mit Rundfunk-Empfangsgerät aus- gestattet sind und auf denen das Nauener Zeitzeichen empfangen wird. Ein junger Deutscker, Dr. Waldemar Hande, hat ganz Erstaunlicyes auf dem Gebiete der Meteorologie geleistet. Er hat allein 3 5 3 Pilotballons in d i e Stratosphäre entsandt. Die höchste erreichte Höhe betrug 21 200 Meter. Das Hauptgebiet unserer Tätigkeit ist das Gebiet von Kansu. Die Expedition hat einen Stab von 22 Gelehrten und außerdem eine Begleitmannschaft. Im ganzen gehören ihr 74 Personen an. Sobald wie möglich werde ich wieder nach Asien zurückkehren, aber noch weiß ich nicht, auf welchem Wege. Viel wird es davon abhängen, wie sich die Dinge in der Mongolei gestalten. Im weiteren Verlaufe des Gesprächs bemerkte Sven Hedin, die Expedition müsse noch mindestens zwei Jahre arbeiten. Scyon zwei Jahre und zehn Monate ist sie unterwegs. Zunächst konnten wir die Eisenbahn benutzen, dann wurden Automobile und in der Wüste Gobi vorwiegend Kamele verwendet. Don großem Nutzen für uns war der Karawanenführer Larson, ein Schwede. An Manuskripten habe ich viel fertig- gestellt, es fehlt aber noch viel, und ich weiß noch nicht, ob mein neues Werk bald erscheinen kann. 16 000 Meter Film wurden bisher gedreht; daraus ist ein Film zusammengestellt, der 2500 Meter umfaßt und unter dem Titel „M i t Sven Hedin in der Wüste Gobi" bald laufen wird. Sven Hedin sprach hierauf von den Stiftungen der Fachgelehrten der Expedition. Astronom Lund untersucht die Pendelschwingungen und den Erdmagnetismus. Außerordentlich sind die Erfolge des Geologen. Die Ufer des alten Sees Lopnor und der alten Seen Zentralasiens sind vermessen worden. Bedeutsam sind die Dinosaurier-Funde; es handelt sich um ältere Formen des Dinosaurus, als sie sonst gefunden werden. Der Archäologe hat über 20 000 Gegenstände gesammelt, die hauptsächlich aus der Steinzeit stammen. Dr. Hummel, ein Deutscher, der Arzt der Expedition, ist zugleich Botaniker und Zoologe und nimmt auch anthropologische Messungen vor. Major Zimmermann, ein Deutscher, leitet eine Station in der Wüste Gobi. Seit vielen Monaten habe jch nichts mehr von ihm gehört, hoffe aber, daß es ihm gut geht. Er hat seine Station erfolgreich gegen Räuber verteidigt und interessante Beobachtungen gemacht. Bisher haben wir kein Menschenleben verloren. Am Schluffe der älnterredung erklärte Sven Hedin, dah er sich nur auf Reifen wohl fühle, daß er nicht lange in Schweden bleiben werde und selbst in Stockholm in seinem eigenen Zimmer sich nur als Gast betrachte. Empfang beimReichspräsidenten Berlin, 31. Juli. (WB.) Der Reichspräsident empfing beute den Forscher Dr. Sven Hedin, der such zur Zeit auf der Durchreise für einige Tage in Berlin aufhält. gesichert werden. Die einzelnen Demonstrationszüge werden durch starke Lastkraftwagen-Kommandos, wie üblich, überwacht. Die Kommunisten fordern heute übrigens ihre Anhänger auf, zwecks Teilnahme an her Kundgebung im Shift* garten die Betriebe morgen eine Stunde vor Arbeitsschluh zu verlassen. Kommunistenkundgebungen in Wien verboten. Wien, 31. Aug. (WB.) Die Pvlizeidirektion beschloß heute erneut, jede kommunistische Kundg ebung £u berb ie ten. Das Organ der kommunistischen Partei Oesterreichs, die „Rote Fahne", wurde heute wegen Aufsvrderuüg zur verbotenen Kundgebung beschlagnahmt. Im Laufe des gestrigen Rachmittags wurde eine Reihe Kommunisten, hauptsächlich sog. Prvpa- aandapatrouillen, die beim Ankleben von Plakaten oder bei Verteilung von Zetteln betroffen wurden, verhaftet. Beschlagnahme her „Humarrtt^ in Paris. Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Heute nacht um 1.30 ilbr ist die kommunistische Zeitung „Humanitä" beschlagnahmt worden. Am Tage vor dem 1. August sind in Frankreich noch eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen worden So, nach dem „Echo de Paris" 40 in Paris selbst und 30 in ©t. Etienne. 5 8 auslän bische Kommunisten wurden ausg ewiesen und an die Grenze abgeschoben. Landtagspräsident Dr. Königsbauer f. München, 31. Juli. (WB.) Der Präsident des Bayerischen Landtags, Dr. Königsbauer, ist heute im Nymphenburger Krankenhaus seinem schweren Leiden erlegen. Präsident Dr. Königsbauer stand erst im 53. Lebensjahre. Er war am 11. November 1876 in München geboren, wo er das Schreinerhandwerk erlernte und bis 1902 als Gehilfe arbeitete. Zwanzig Jahre lang war er dann Sekretär am Volksbureau und Arbeitssekretariat München. Als Mitglied der Zentrumspartei gehörte er von 1907 bis 1912 der Abgeordnetenkammer an. Von 1912 bis 1924 war er Mitglied des Münchener Magistrates bzw. des Stadtrates. Seit dem 1. November 1922 bekleidete er die Stelle des Direktors des Landesamtes für Arbeitsvermittlung. Vom 21. Februar 1919 bis 18. März 1920 war er Vizepräsident und von da an ununterbrochen Präsident des Bayerischen Landtages. Vor einigen Jahren wurde ihm von der Medizinischen Fakultät der Universität München der Ehrendoktortitel verliehen. Mit dem Tode Dr. Königsbauers hat der Bayerische Landtag einen schweren Verlust erlitten. Die außerordentliche parlamentarische Gewandtheit und Erfahrung, die nie versagende Ruhe, die stete Sicherheit der Amts- und Geschäftsführung Dr. Königsbauers verlieh ihm ein in den Lager aller Parteien anerkanntes Ansehen und allgemein persönliche Hochschätzung. „Pressefreiheit" in Polen. K a t t o w i h, 31. Juli. (WD.) Die P o l i ze i - direktion Kattvwih hat wieder mehrere Zeitungen wegen der Stellungnahme zum Alihprozeß beschlagnahmt, und zwar die „Breslauer Reuesten Rachrichten", die „Vvs- sische Zeitung", die „Breslauer Zeitung", das „Berliner Tageblatt", sowie die „Gazetta Robot- nicza". Es handelt sich dabei um die Ausgaben vom 28., 29. bzw. 31. Juli. Wie aus Kattowiher Gerichtskreisen verlautet, wird das Berufungsverfahren im Lllitz-Prvzeß gegen Ende des Monats Ro» vember stattfinden. England und Rußland. Berhandlungspause. London, 31. Juli. (WB.) Die Verhandlungen zwischen Henderson und Sowjetbotschafter D o w g a l e w s k i sind noch nicht wieder aufgenommen worden, da der Botschafter noch feine Antwort feiner Regierung auf die Mitteilung erhalten hat, die er ihr nach seiner ersten Zusammenkunft mit Henderson gemacht hatte. Nachwahl zum englischen Unterhaus. London, 31. Juli. (WTB.) In Preston fand heute eine Rachwahl zum Unter» Haus statt, die dadurch erforderlich geworden war, daß I o w i 11 aus der Liberalen Partei ausgeschieden war, um als Attorney General in das Arbeiterpartei-Kabinett ein- zutreten. Bei der heutigen Wahl wurde Jörn i 11 mit 35 608 Stimmen gewählt. Der konfer- vattve Kandidat erhielt 29 168 und der Kandidat der Unabhängigen Arbeiterpartei 410 Stimmen. Beginn der russisch-chinesischen Besprechungen. London, 31. Juli. (WTB.) Wie Reuter aus Schanghai meldet, hat gestern in Mand- schult zwischen dem sowjetrussischen Generalkonsul in Charbin und dem Vertreter des chinesischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten die erste Vorbesprechung zur Beilegung des russisch-chinesischen Konflitts stattgefunden. Gegenstand der Besprechung waren Zeitpunkt und Ort einer offiziellen russisch-chinesischen Konferenz. Einberufungen in Ostsibirien. Moskau, 31. Juli. (WB.) Wie die Telegraphenagentur der Sowjetunion aus Chabarowsk meldet, wurde die Einberufung aller im langfristigen Urlaub befindlichen, in den Gebieten des Fernen Ostens wohnenden Offiziere der Roten Armee zu Militärübungen angeordnet. Auch alle Wehrpflichtigen der Wehrklasse 1902/03, die in den Kreisen Wladiwostok, Chabarowsk, Amur Stretensk und Tschita wohnen, sind zu Reserve- Übungen einberufen worden. Die rumänische Militärverschwörung. Bukarest, 31. Juli. (WD.) Die Unter» suchung der Militärverschwörung ist abgeschlossen worden. Das zweite Armeekorps beantragt die Anklageerhebung gegen 42 Militärpersonen, weil sie für Die Rächt vom 4. Juli Vorbereitungen zum Angriff auf die wichtigsten Staatsgebäube sowie zur Beseitigung von Mitgliedern der Regierung getroffen hätten. Viele Offiziere, Deamte und Arbeiter sind der Teilnahme an der Verschwörung angeklagt. Die Verschwörer waren äußerlich nach dem Dorbilde der italienischen Fase i st e n organisiert und trugen schwarze Hemden als Erkennungszeichen. Der Prozeß beginnt am 2. September vor bem Militärgericht des zweiten Armeekorps. Aus aller Welt. Ankunft der „Bremen" in Plymouth. London, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die „Breme n" ist gestern abend kurz nach 11 Uhr, von Neuyork kommend, nach einer Rekordfahrt von 4 Tagen 14 Stunden 30 Minuten in Plymouth eingetroffen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit vom Ambrose-Kanal-Leüchtturm b«' Eddystone, eine Entfernung von 3084 Meilen, betrug 27,9 Knoten. Plymouth, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Dem gestern abend hier eingetroffenen Schnelldampfer „Breme n" des Norddeutschen Lloyd wurde ein herzlicher Empfang bereitet. Der Bürgermeister der Stadt sowie die Vertreter aller Behörden und die Angehörigen der Presse gingen an Bord, um das Schiff zu begrüßen. Bürgermeister A n - brems, der Präsident der Handelskammer, Brigg, und der Vorsteher der Kaufmannschaft übermittelten Direktor Adolf Stadtlaender und Kapitän Z i e g e n b e i n vom Norddeutschen Lloyd die herzlichsten Glückwünsche und sprachen ihre An- ertcnnuna über das Schiff und feinen Erfolg aus. Hervorgeyoben wurde in den Ansprachen der englischen Herren die neue Rekordleistung des Schisses auf dem Wege über den Atlantik von Neuyork nach Plymouth. Direktor Stadtlaen- der dankte im Namen des Aufsichtsrates und des Vorstandes, forofe des Schiffiihrers, Kapitän Ziege n b e i n, und betonte, es sei der Wunsch des 1 Norddeutschen Lloyd, däß K- „Bretnflf* M IBA* terer Baustein zur Brücke zwischen den Nc» t i o n e n sein möge. Beim Rundgang durch das Schiff wurde der Bürgermeister von Plymouch von den „Bremen"-Passagieren lebhaft begrüßt. Der Bürgermeister dankte mit herzlichen Motten und gab dem Wunsche Ausdruck, selbst einmal ein „Bremen"-Passagier zu werden. 30 Opfer der Waldenburger Katastrophe. Waldenburg, 1. Aug. (WTD. Funkspruch.) Die Zahl der Opfer der Bergwerks- katastrophe hat sich in der letzten Rächt, nachdem bereits gestern nachmittag ein weiterer Schwerverletzter seinen Wunden erlegen war, um zwei auf 30 vermehrt. Im Laufe des heutigen Tages toeeben sich der höchste preußische Bergbaubeamte, Oberberghauptmann Geheimrat Flemming vom preußischen Handelsministerium, und der Chef der Sicherheitskommifsion, Bergrat H a tz f e l d t, an die Llnglücksstätte auf der Glückhilf- Friedens- Hoffnungsgrube begeben, um die Ursache der Katastrophe festzustellen. Der Reichspräsident hat für die Opfer des Waldenburger Grubenunglücks als erste Hilfe einen Betrag von 6000 Mark zur Verfügung gestellt. Der preußische Ministerpräsident Dr. Braun hat in Telegrammen an die Zechenverwaltung und den Detttebsratsvorsitzenden herzliches Beileid ausgesprochen. Schweres Grubenunglück «t Frankreich. 8 Tote. Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie dem „Echo de Paris" aus ßend gemeldet wird, ereignete sich gestern abend in einem Schacht des Bergwerks von Escarpelle bei Cour- celles-les-Lens ein Grubenunglück. Um 20 Uhr 10 Minuten brachen in einem Schacht schlagende Wetter los. An den gefährdeten Stellen befanden sich 160 Bergarbeiter. Dis 23 Uhr sind 8 Tote geborgen worden. Dorfbrand in Südfrankreich. Paris, 1. Aug. (WTD. Funkspruch.) Wie dem „Echo de Paris" aus Rizza gemeldet wird, wütet ein heftiger Brand in dem in den Meeralpen gelegenen Dorf St. Etienne. 12 Häuser und die Kirche stehen in Flammen. Zur Vorsicht haben die 1200 Bewohner die Ortschaft geräumt. Graf Stolberg nicht geisteskrank. Auf eine Anfrage der Hirschberger Untersuchungsbehörde hat Professor Dr. Schulze in Göttingen, der zur Zeit den Grasen Christian Stolberg untersucht, erklärt, daß die Untersuchung in den ersten Tagen des August beendet sein werbe. Er werbe bann das Gutachten aus» arbeiten unb einsenden. Er könne aber schon heute sagen, baß bei dem Grafen Chttstian eine bie strafrechtliche Verantwortung ausschließende Geisteskrankheit nicht vorliege. Rach bem Eingang des Gutachtens von Professor Schulze wirb die Voruntersuchung in der Sache geschlossen werben. Kraftwagen fährt in eine Reichswehrkotonne. Beim Ausrücken einer Kompagnie bes Reichs- Wehr-Regiments 11 ins Manövergelände ereignete sich, wie aus Leipzig gemeldet wird, am Mittwoch früh um 4 Uhr auf der Staatsstraße zwischen Gautzsch unb Zöbigker ein schweres Kraftwagenunglück. Der 23jährige Sohn bes Rittergutsbesitzers Kirsche aus Trautschen bei Pegau, ber von Leipzig kommend nach Hause fuhr, wollte die Kolonne überholen und fuhr dabei in diese hinein. Zwei Unteroffiziere unb ein Gefreiter würben schwer verletzt unb mußten ins Garnisonlazarett nach Leipzig übergeführt werben. Auch vier Pferbe würben schwer verletzt. Die Kolonne befanb sich auf ber Fahrt nach Kieritzsch, wo sie nach bem Manöverae' nde in Bayern verlaben werben sollte. Die Wetterlage. •Jan layen- ■ROSt- 75 45 c MittV/OCh; d.31.Jull, 1929y 7b at>ds. Owolkenlos (5 neetn. ona|D Drae^xt. 9 worxig. ® oetftcxi •irtgrn W Schnee (kaupeln, a NeDeL KCewiiier.(§)win ten geben die Temperatur an. Die Unien veromdeo Orte mn gickoenj •*f «i«rcsnlveav nmoeHrtiaeteD'Lull druck Wetter Voraussage Die Englanb-Depression ist unter weiterer Vertiefung ostwärts getoanbert unb liegt mit ihrem Kern heute morgen über ber Rorbsee. Auf ihrer Rückseite werben uns unter lebhaften Winden kühlere Polarluftmassen zusliehen, die bas Wetter zunächst noch unbestänbig gestalten. Wenn auch ber Himmel zeitweise aufklart, so kommt boch häufig noch Bewölkung auf, wobei auch vereinzelt Regenschauer niebergehen. Ieboch wird die Polarluft Druckanstieg mit sich bringen, und eine Beruhigung wird cintreten. Wettervoraussage für Fre.itag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen schwankend, bei lebhaften westlichen bis nordwestlichen Winden noch vereinzelt Regenschauer. Wettervoraussage für Samstag: Etwas ruhigeres Wetter. Ä Win 5^ Patent KÄ leicht ub« klawepreK tenzahlunc Das ift.e «s» dings 9# ■ die wohl / trortete M Aechwanw--" veranlag, tragA/'s. lehne M * KZkj Ob es auch ist noch ni4 Also der Packpapier Ludwig M brvchene Parterre a etwas, der M" erklai mit sehr ? viel Dergnu Ao, nur sichr Gebra auf den re mm der red Olein I Doch richtig stelle Ludwig 01 Aber nirgen alle Kraft zi s-hah es: di sondern fiel dem Lehnstul Lehmen teil anmeifung 1 Ludwig gr geworden. '21 es im Zinm Freuden an artig, was \ tat?" Er In hinaus auf fing an, nc Liegestuhl zu Leider war lich Hari. T nungen leuc horte erregt Aber Ludt Nur ben 5t unb bie er i kurze Antwv Morgen, eil die Damen wurde eing Ludwig einen Lesest noch beim lich an zu Geschick, li Leider ftar Balkon mi meinte na< zwar ein t 3 bis 4 Dr 2H besuch nach feinem ganz munter er nicht. 2ü gewöhnlichen m der 8de s bekannt vor. lagte nur: Set Schrein, auS gemacht Gietzi löstet« •Miet Igo (io etüdj ®cifjfraut gelbe Astbe ver- 15 ' PROFESSOR BRUNO PAUL 70, 60, Gießen, den 1. August 1929. Oer Paknt-Liegestuhl. eingerichteten Räume KAISERSTRASSE 40 verlegt wurde eingereicht. t _ ,r I Ludwig versuchte noch aus dem Patentstuhl | einen Lesestuhl herzustellen, ohne Erfolg Als er noch beim Probieren war, fing der Stuhl plötzlich an zu schaukeln. Freudig lächelnd über sein Geschick, lieh er sich aufatmend hinemfallen. Leider stand der Stuhl immer noch auf dem Balkon mit dem Zementboden. Dr. Weinreich meinte nach der ersten Untersuchung: „Es ift zwar ein komplizierter Unterarmbruch, aber in 3 bis 4 Wochen ist er bestimmt geheilt." Ich besuchte neulich Freund Ludwig, um mich nach seinem Befinden zu erkundigen. Er war ganz munter. Bur von dem Patentstuhl sprach er nicht. Auch ich nicht. Wir sahen dann auf gewöhnlichen Stühlen auf dem Balkon. Da stand in der Ecke so ein kleines Gestell, das kam mir so bekannt vor. Ludwig bemerkte meinen Blick und sagte nur: „Das find die Beste vom Patentstuhl. Der Schreiner unten hat ein Schuhgestell daraus gemacht. Es ist ganz patentl" W. R. Gietzener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25, Weihkraut 20 bis 25, Rottraut 35 bis 40, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 bis 20, von bQS ;l(i)en Der tlb« *5 * ittan Zn Nl 00 D°rk'L ent *$)t m WM Frankreich. Sunkspruch.) g^ldet pjch einem Schacht ^elle bei Tour- unglüch Um 20 I^Ä^lchla. MNrbtkn Sieb orden. rankreich. Funkspruch,) Ua gemeldet wird ;d in dm m den Etienne. 12 'n Nammen. Zur hner die Ortschaft istcrkrank. )berger Anter- Schulze in Grasen Christian . dch die Unterer August beendet is Gutachten aus- ne aber schon heute Christian eine die ig ausschliehende . vorlieae. Aach ms von Professor chung in der Sache eichswehrkolonne. pagnie des Leichs- öbcrgelänbe ereig- Vmclbct isicb, am der Staaisstrotze zier ein schweres er #ngc Sohn he aus Trautschm vmmend nach Hause Herholen und fuhr Unteroffiziere und er verletzt und nach Leipzig über- iferbe wurden schwer sich aus der?ohrt 'm Manövers' ndr ,llte. age. Räumen hx der Zeit der schlimmsten WohnnnaS- not uutergebrachten Familien sind inzwischen fast sämtlich aus gezogen, und die freigewordenen Räume stehen nunmehr dem Durgwirt zur Verfügung. der Fremdenzimmer darin eingerichtet hat. Die freie Lage der Burg gewährt einen weiten Rundblick in das Lahn- und Lumdatal. sowie nach dem Taunus und dem Vogelsberg. Llebrigens sind zur Zeit Bestrebungen zur Gründung eines „Staufenbergvereins" im Gange, die — wie es scheint — in der Umgegend gute Aufnahme gefunden haben. •• Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilklub Giehen: Die Orts- durchfahrt Hungen im Zuge der Straße Hungen—Gießen ist ab 5. August bis auf weiteres gesperrt: Umleitung für Personenkraftwagen über die Güterverladestrahe Bahnhof Hungen. Sonst über Langsdorf—Trais-Horloff. — Die Sperrung der Strecke Friedber g—O ber-Wöllstadt im Zuge der Straße Gießen—Dad-Rauheim Frankfurt ist aufgehoben. Die Sperrung der Provinzialstrahe R i d d a—R anstadt im Zuge der Straße Lauterbach—Schotten—Friedberg ist aufgehoben. •* Eigentümer gesucht. Der Polizeibericht meldet: Am 27. d. M. wurde bet den Eisteichen im Schiffenberger Wald ein noch gut erhaltener Kindersportwagen gefunden und sicher- gestellt. Der Wagen ist mit folgenden Zeichen versehen: 3. R. G. M. 866 466. Er hat anscheinend schon einige Tage an der Fundstelle gestanden. Personen, die Eigentumsrechte geltend oder nähere Angaben über den Eigentümer des Wagens machen können, werden gebeten, der Kriminalpolizei, Zimmer 67, Mitteilung zu machen. •• Warnung vor einem Schwindlerpaar. Der heutige Polizeibericht meldet: Sn Limburg a. d. L. hat sich vor kurzer Zeit ein Schwindlerpaar in ein Privathaus auf den Ramen Wilhelm Friedrich Christian Simon und Anna Maria geb. Hoffmann einlogiert. Der Mann gab sich als Masseur und Heilkundiger aus und erschwindelte von seinem Logisgeber einen größeren Geldbetrag zur Anschaffung von Medikamenten und Wäsche. Bon einer angeblichen Reise sind die Schwindler nicht mehr zurückgekehrt. Die Schwindler führen den Ramen Simon zu Unrecht, denn das von ihnen vor- gelegte Familienstammbuch haben sie in Godesberg entwendet. Auch der dort angegebene Rame Reumaher dürfte falsch sein. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die beiden Betrüger auch Gießen oder die Umgegend aufsuchen. Bei ihrem Auftreten wird um sofortige Berständgigung der nächsten Polizeibehörde gebeten. Oberheffen. Landkreis Gießen. * Queckborn, 31. Juli. Ein wohl einzig dastehender Zufall ereignete sich am letzten Sonntag beim Preisschießen des hiesigen Kriegervereins. Als ein guter Schütze seinen ersten Scbuß abgegeben hatte, schaute er verwundert um sich, denn es wurde nur eine 2 angezeigt. Da riefen auch schon andere: du hast eine Schwalbe totgeschossen. 4 Meter vor der Kleinkaliberflinte war im Schutz eine Schwalbe tot herabgestümt. Das Geschoß war in der Richtung des Schwalbenflugs abgelenkt worden. Kreis Friedberg. WSR. Friedberg. 31. Suli. Ein tragischer Unglücksfall, dem ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, trug sich am Montagabend in Griedel zu. Die 15Vrjährige T o ch t e r des Landwirts Wilhelm Lang wollte ein Butterfaß aus dem Keller heraufholen. Beim Berühren der elektrischen Glühbirne erhielt sie einen so starken Schlag, daß der Tod infolge Herzlähmung sofort eintrat. Kreis Alsfeld. -/-Homberg. 31. Suli. Unsere schöne Stadt- k i r ch e. die zu den ältesten und baugeschichtlich wertvollsten Kirchen Hessens gehört, deren Turm und Schiff bis ins Sahr 1300 zurückgehen, befindet sich leider in einem höchst unwürdigen und verwahrlosten Zustand. Sie soll deshalb einer gründlichen Erneuerung unterzogen werden, deren Kosten etwa 40 000 bis 50 000 Mk. betragen werden. Der Kirchturm wurde bereits im Jahre 1926 auf Kosten der Stadt wiederhergestellt, auch für die weitere Renovation hat die Stadt zunächst in dankenswerter Weise einen Teilbetrag von 10 000 Mk. bewilligt. Weitere freiwillige Gaben in bedeutender Höhe wurden gestiftet. Da die Stadtgemeinde jedoch unmöglich die ganzen Kosten tragen kann, auch die Kirchengemeinde über keine besonderen Mittel verfügt, hat die Hessische Kirchenregierung zur die wundervolle goldklare Haarwaechseife für jedes Haar, auch als Shampoon Zff&fennicf- *• Das Gießener Adreßbuch für 1929. Der Oberhessische Adreßbuch-Derlag Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei in Gießen weist in der heutigen Anzeige darauf hin, daß der Anzeigenteil des Adreßbuches am nächsten Samstag abgeschlossen wird. Korrekturen, die später eintreffen, können keine Berücksichtigung mehr finden. •• Dienstjubiläum. Bauoberinspektor Heinrich Höhn begeht heute sein 25jäyriges Dienstjubiläum beim städtischen Hochbauamt, hier. Bereits zu Oberbürgermeister G n a u t h s Zeiten im Dienste der Bauverwaltung der Stadt Gießen tätig, kam der Subilar nach mehrjähriger Dienstleistung beim Hessischen Hochbauamt Mainz wieder nach Gießen zurück. Zunächst war er mit der Ausführung von Friedhofsbauten betraut, dann an den Erweiterungsbauten des Elektrizitätswerkes, der Straßenbahn und Schulbauten beschäftigt; während des Krieges wurde ihm eine Abteilung für die Lebensmittelversorgung der Stadt übertragen. Rach Kriegsende übernahm Höhn die Bauverwaltung der städtischen Gebäude und die hiermit zusammenhängenden Wohnungsangelegenheiten. Seit 1919 Mitglied des Stadtverordnetenkollegiums, ist er hier im besonderen auf dem Gebiet der Dau- und Wohnungsaufgaben tätig. Die HORCHWERKE haben ihre bisher in Frankfurt a. M., Neue Mainzer Strasse 18 befindliche Filiale in die nach Entwürfen von Professor BRUNO PAUL >-» . unter A ihrem imö S Otnden W Deller k Znt.H rt vereE obcs A wird d' Sctoä unb eine brmgen. für o euipeA n 0 nicht," erklärte der Meister und sah den mit sehr kritischen Augen an. „Sch wünsche viel Vergnügen," sagte er im Weggehen. Also, nun einmal als Lehnstuhl aufstellen, siehe Gebrauchsanweisung Rr. 3! „Man drücke^ auf den rechten Griff!" Sa, welches ist denn mm der rechte Griff? Hier? Das ist doch links! Rein! Doch rechts. Wan muh den Stuhl nur richtig stellen, dann paßt es. Man drücke... Ludwig drückte, daß er blau im Gefecht wurde. Aber nirgends gab der Apparat nach. „Rimm alle Kraft zusammen!" rief Ludwig, und da geschah es: die Rückwand gab nicht nur nach, Kiern fiel mit lautem Krach einfach ab. Mit Lehnstuhl war's also Essig. Macht nichts! Rehmen wir den Schaukelstuhl. Gebrauchsanweisung Rr.5! „Man drücke...!" Ludwig ging zunächst aus, es war ihm warm geworden. Als er spät nach Hause kam und es im Zimmer so schwül war, dachte er nut Freuden an seinen Liegestuhl. „Das paßt großartig, was soll ich in dem warmen Bett bleiben?“ Er trug den Patentstuhl nachts um 1 Mr hinaus auf den Balkon, holte eine Kerze und fing an, nach Gebrauchsanweisung Rr. 1 den Liegestuhl zu konstruieren. Schließlich lag er auch. Leider war der Zementbvden des Balkons ziemlich hart. Ringsum in den angrenzenden Wohnungen leuchteten plötzlich die Lampen auf Man hörte erregte Stimmen, man dachte an Einbrecher. Aber Ludwig lieh sich weiter nicht beirren. Rur den beiden Damen, die über ihm wohnten und die er nicht leiden konnte, gab er eine sehr kurze Antwort. Der Hauswirt meinte am andern Morgen, eine so grohe Beleidigung dürften sich die Damen nicht gefallen lassen. Die Klage Erhaltung VeS wertvrMn GvtüMruseS toä> Baudenkmals für die zweite Hälfte des Jahres in sämtlichen evangelischen Gemeinden Hessens eine Landeskirchenkollekte angeordnet. Rheinhessen. WER. Mainz, 31. Suli. Dor einigen Monaten wurde mitgeteitt, dah wertv olle Handschriften der Mainzer Stadtbiblio- thek, welche in der katholischen Sonderschau der „Pressa" in Köln ausgestellt waren, abhanden gekommen seien. Vergangene Woche wurden nun drei der Handschriften einem Kölner Händler zur Begutachtung ihres Wertes vorgelegt. Der Ueberbringer, der von dem Wert keine Ahnung hatte, war der Vater eines jungen Mannes, der seinerzeit länger in einem Äolnefr Speditionsgeschäft tätig war und die Handschriften dort in einer Kiste unter Gerümpel und Stroh aufgefunden hatte. Seht wurden die noch fehlenden drei Handschriften ebenfalls in einer alten Kiste bei derselben Speditionsfirma vorgefunden. Anscheinend waren sie seinerzeit durch irrtümliche Verpackung irregelaufen. Heber die verschwundenen Handschriften, die nunmehr fast unversehrt dem Museum in Mainz wieder zugeführt werden können, schwebte bereits gegen die beteiligten Versicherungsgesellschaften ein Schiedsverfahren. Bei den Handschriften handelt es sich u. a. um das wertvolle Gebetbuch Karls des Kühnen sowie um eine berühmte Bibel. Preußen. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 31. Juli. Am 29. Juli wurde in einem Gebüsch am Königsbach, etroa 120 Meter vom Main entfernt, die Leiche eines neugeborenen Knaben gefunden. Die Leiche, die schon in Derwesung übergegangen war, war in einen alten Sack eingewickelt. Von der unnatürlichen Mutter hat man nach keine Spur. — Auf der Zeil erlitt heute mittag der 60 Jahre alte Bäcker Großenauer aus der Bornheimer Landstraße einen Herzschlag. Er wurde in ein Kaufhaus gebracht, wo der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. Der Verstorbene litt schon seit längerer Zeit an Herzkrämpfen und wollte deswegen zum Arzt gehen. Kurz vorher hat ihn der Tod ereilt. Kunst und Wissenschaft. Karl Henckell f- Berliner Börse. Berlin, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) Rach- dem auch gestern nachmittag eine freundliche Stimmung die Oberhand behielt, ist es heute früh sehr ruhig, aber gefühlsmäßig weiter fest. Eine Diskonterhöhung heute in London wird weiter für sehr unwahrscheinlich gehalten. Man taxiert vorläufig gestrige Abendkurse. Farben etwa 226 bis 226,5, Siemens etwa 386 und Reichsbank etwa 317. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,80 zu 123,84, London gegen Mailand 92,82, London gegen Spanien 33,20. London gegen Kabel 4,8530, London gegen Berlin 20,36 bis 20,3625. Wie die „Münchener Telearamm-Zeitung" aus Lindau meldet, ist der Dichter Karl Henckell dort am Dienstag nach längerem Leiden g e st o r - ben. Er soll am Freitag in Konstanz beigesetzt werden. Henckell, geboren am 17. Avril 1864 in Hannover, ist als Lyriker ungemein fruchtbar gewesen. In der Zeit des Naturalismus gehörte er zusammen mit Arent und Eonradi zu den stärksten Hoffnungen der damals jungen Generation. Seine lnrischcn Sammlungen „Amselrufe" (1888), „Trutznachtigall" (1891), „Gedichte" (1898), und „Neues Leben (1900) sind heute fast vergessen. Einige der letzten Werke Henckells waren die im Jahre 1919 erschienene Gedichtsammlung „Weltmusik", das „Buch der Saat" (1923) und „An die neue Juaend" (1924). Eine fünfbändige Gesamtausgabe erschien 1923 in 2. Auflage. Ufas der Provinzialhauptstadt. I Dwhnen, grüne 20 bis 25, gelbe 20 bis 25, 1 dicke Dohnen 15 bis 20, Erbsen 15 bis 20. Misch- gemüfe 10 bis 12, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 20, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue 6V2 bis 7 (Ztr. 51/* bis 6 Mk.), Frühäpfel 35 bis 40. Fallädfel 5 bis 6, Aepfel, ausl. 45 ** Dienstjubiläum bei der Reichsbahn. Der Reichsbahnobersekretär Fleischhauer am Bahnhof Gießen vollendet am heutigen Tage seine 40jähriae Dienstzeit bei der Deutschen Reichsbahngesellschaft. Aus diesem Anlaß wurde ihm durch seinen Dienstvorsteyer Reichsbahnamtmann Dürr ein Dank- und Anerkennungsschreiben des Herrn Reichspräsidenten, sowie je ein Glückwunschschreiben des Generaldirektors der Deutschen Reichsbahngesellschaft, Dr. D 0 r p - müller, sowie des Präsidenten der Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. überreicht. ** Eine Achtundachtzigjährige. Unsere Mitbürgerin, die Lehrerin i. R. Frl. Luise Honstein, eine geb rene Gießenerin, wohnhaft Stein- straße 51, wird morgen am 2. August, in geistiger Frische und Rüstigkeit 88 Jahre alt. ** Burg Staufenberg. Die benachbarte Durg Staufenberg, ein beliebter Ausflugsort, hat seit dem liebergang in ben Desih des hessischen Staates wesentliche Verbesserungen erfahren. II. a. wurden die Aufgangswege neu gepflastert, neue Tore angebracht und die Burg- [ mauern teilweise ausgebessert; auch wurde für eine gute Unterbringung der Desucher durch Vermehrung der Sitzgelegenheiten Sorge getragen. Zur Vergrößerung der vorhandenen Aufenthaltsräume auf der Burg ist der Anbau eines 220 Quadratmeter großen Saales an das Schloß vorgesehen, dessen Rohbau noch in diesem Sabre erstellt werden soll. Die in den oberen Wein Freund Ludwig ist Sunggeselle. Er fitzt, && 40, Falläpfel 5 bis 6, Aepfel, ausl. wie sich das gehört, öfters im Kaffeehaus. Da bis 70, Dirnen 10 bis 40, Kirschen 45 bis fand er nun in einer illustrierten Zeitung em Sauerkirschen 40 bis 45, Aprikosen 50 bis verlockendes Snserat: Pfirsiche 65 bis 70. Heidelbeeren 45 bis 50, Datentlieaestuhl, auf zwölf Arten zu Der- Stachelbeeren 20 bis 25, Sohannisbeeren 20 bis tneitben als Liege- Schaukel-, Sagb-, Bett-, 25, Himbeeren 60 bis 65, Pflaumen 50 bis 60, RchrcifMilA- Radio- Lese-, Wochenendstuhl Mirabellen 50 bis 60, Reineclauden 50 bis 60, ufto toieat’ nur vier Kilogramm und kann Honig 40 bis 50, junge Hähne 120 bis 130, leicht überallhin mitgenommen werden. Re- Suppenhühner 100 bis 120 Pf. ba£ Pfund; klEdr^s Rur 6 25 Mk., Rachnahme, Ra- Tauben 70 bis 90, Eier 13 bis 14, Blumenkohl EÄhm« «Kte£ 20 bis 80, Salat 10 bis 15, Salatgurken 15 miA hackte Ludwia und bis 50, Einmachgurken 3 bis 6, Ober-Kohlrabi x-° * 12. °°uch -° »15. 1= «* 20. toar der Stuhl da. Die Rachnahme kostete aller- Bornotizen. Lings 9,25 Mark. Auf die Beschwerde Ludwigs, _ Tageskalender für Donnerstag: die wohl etwas saftig ausgefallen^war, am> gjchtspielhaus Bahnhofitraße: „Die weihe Sklavin" teorkte di- Firm--. dab fte fern™ ®nef.6tem ,,D°i rafenbe Seufcl" Rechtsanwalt übergeben hätte, bet das Wettere * t>eranlaffen. wurde^ Dasnahm 2^'8 ** Turnerfahrt nach Amerika. Gestern tragisch. £ar tSiber abend haben der 2. Gauvertreter des Gaues Hessen lehne auf der Reise abgebrochen.war-Unver D. T., Buchdruckereibesitzer und Redakteur hatte er ihn "A^bst-EDA^A m Letter- Schneider (Butzbach), und der 1. Sieger vom toe^ete S- Deutschen Turnfest in Köln, Turner Karl Reuter MÄk" ? ^nnL- [oder von Gießen, von hier aus mit dem Hamburger N^be ab. Aber lleh n ch • Schnellzuge ihre Reise nach Amerika angetreten. Pb ^,au.4,te 8UI D-le,d>gm>gS!I-g- kommt. Bahnsteig hatte sich Ichan lange uor 216- nm bn Unter dem fahrt des mit ansehnlicher Verspätung eintreffenden Also der Patentstuhl w« _ba. II oem $ s eine gro^e Menschenmenge angesammelt, die Packpapier fand sich die। Gebraiuhsanwe s g. |cr Hauptsache aus Turnern und Turnfreunden ^tolg packte alles ^^faltig au^^r g beftanb, und die den beiden Amerikasahrern einen broebene Seitenarm wurde vom Schreit im l » bereitete. Kurz vor der Abfahrt Ä Ä Res Ws brachte Herr Schneider noch vom ’anJfh!?1mb fa^bS <5hlbl Zuge aus ein von der Menge mit Begeisterung auf- nutt. erklärte bet Meister und sah den Stuhl | ^Eenes dreifaches „Gut Heil!" auf die Stadt Gießen aus, dann zog die Lokomotive an, und unter lebhaftem Abschiedswinken der Menge auf dem Bahnsteig rollte der Zug in die Nacht hinaus. WERBETAGE Plantagen-Kaffee-Tengelmann von Mark 2.10 bis Mark 4.40 das Pfund 3 Spezialitäten in neuer Kombination von besonderer Güte Hausmarke II das Pfd. 3.00 Mk. Hamburger Mischung „ „ 3.60 „ Hausmarke I „ „ 4.00 „ v Zugaben vom 1. August bis 7. Sept, jeden Freitag und Samstag: auf'/. 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Die chinesischen Bahnen sind ja aber auch noch keineswegs chinesisch, zum mindesten durchweg belastet mit ausländischen Anleihen, allein britischerseits bei acht Linien mit 30 000 Pfund Sterling, japanischerseits mit 30 Millionen Den, und das mitten in China: wie der Chinese auch sein Konto meist auf ausländischen Danken hat, deren Filialen seine Städte zieren —, 10 beispielsweise von der einen japanischen Iokohama Specie Dank, die bei uns nur in Hamburg vertreten ist. Die nordchinesische Dahn ist also lediglich ein Teil von Wirklichkeiten. Ihre Lösung in national-chinesischem Sinne aber wäre ein Anfang, der durchaus nicht Rußland allein angeht. Dölkerrcchtlich liegt es mit Japans süömandschurischer Dahn im Grunde nicht viel anders. Mit anderen Worten: derrussisch-chinesischeStreitistkein Ding an sich, sondern nur ein Faden eines gefährlich großen und zarten Gewebes. . Wirklichkeiten sind auch noch immer die drei machthungrigen Generale Feng, Den und und ,wvl 908D MM utorUch durcheilt be- trden. i Ist aukrtcwdhnlkh für lt unserer Untentütrafl Südafrika, Schatzkammer der Welt Internationaler Geologenkvngreß in Johannesburg. Von Or. Emil Earchavs. dttZAoibkke^ lieiübMobn-'i ° ÄH? Tschang. Dem letzteren fiel es offenbar leichter, gegen das Harbiner General-Konsulat der Russen vorzugehen, als gegen Feng, den er nun offen auf Defehl TschianKkaischeks zu bekämp- fen hatte. Für Chinakenner sieht das aus wie ein geschicktes Ablenkungsmanöver, hinter dem sich ganz andere Möglichkeiten vorbereiten können. Doch hierüber ließe sich nur sprechen, nicht schreiben. Ein isolierter Krieg Rußlands mit China, wie etwa der frühere mit Japan, ist weder eine Wirklichkeit, noch eine Möglichkeit, auf die Dauer jedenfalls und bis zu einem sogenannten Friedensschluß, denn er widerspräche den nüchternen Wirklichkeiten Ostasiens. Mit den russischen „Ideen" aber ist es jetzt freilich in China gaiu zu Ende, denn mit der russischen Zeitung „Rovosti Kiezni" in Harbin ist ihr letztes Organ verschwunden. Das geschah schon am 19. Juni. Alles übrige waren Rachklänge. Die chinesische Kultur kann jene „Ideen auch wirklich sticht gebrauchen. Sie hat selber andere genug. Soeben wieder schreibt mir einer meiner früheren chinesischen Studenten, an dem neuen Rankinger Forschungs-Institut seien 10 Abteilungen eingerichtet worden, ganz unabhängig von der dortigen Zentral-Universität (früheren „South Castern Universith" unter ausländischem Einfluß). Solche Fortschritte gehören zu ostasiatischen Wirklichkeiten, nicht aber russisch-chinesischer Waffenlärm als eine einzelne Ostasien-Sensation: denn in jener bedrohlichen Welttriegsecke weckt jeder Schuß vielfache Echos rund um den Erdball. Zum erstenmal tagt ein Geologenkongreß auf dem Boden des schwarzen Erdteils. Es war ein glücklicher Gedanke, für diese Zusammenkunft, die Ende Juli begann, die Bergwerksstadt Johannesburg in Transvaal zu erwählen, die heute schon 300 000 Einwohner zählt. Nicht nur die frühere Burenrepublik, sondern das ganze Gebiet der Südafrikanischen Union ist außerordentlich reich an geologischen Merkwürdigkeiten, die nicht nur die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Welt erregen, sondern durch ihre geradezu märchenhaften Mineralschätze, durch ihren Reichtum an den edelsten Metallen und kostbarsten Edelsteinen für die gesamte Menschheit von größter Wichtigkeit ist. Um zu verstehen, wie diese Schätze gerade nach Südafrika gekommen find, muß man etwas von dem geologischen Aufbau dieses Landes wissen. Wie die Gelehrten heute allgemein annehmen, besteht der Kern unseres Planeten — ebenso wie der Kern jener Himmelskörper, von denen die Meteoriten herrühren — aus metallischem, nickelhalti- gern Eisen, das sehr reich an Kohlenstoff ist, und aus den sehr schweren Edelmetallen Gold und Platin. Unmittelbar über dem eisernen Erdkern muß nun als sogenanntes vulkanisches Magma feuer- flüssiges Gestein liegen, das neben Kieselsäure viel Eisen und Magnesia enthält. Durck) den Vulkanismus zur Erdoberfläche emporgeyoben und erstarrt, bildet es die Gruppe der Peridotitgesteine. Da anzunehmen ist, daß im feurigen Erdinnern die Grenze zwischen dem eisernen Erdkern und der darüber liegenden Magmazone, aus der die Peridotitgesteine stammen, nicht sehr scharf ist, so ist es erklärlich, daß zugleich mit dieser Gesteinsart verhältnismäßig große Mengen Edel- und Schwermetalle zur Erdoberfläche emporgestiegen sind. Nun besteht der Untergrund von Südafrika zwar größtenteils aus Gesteinen, die der oberen, kieselsäure- reichen Magmazone entstammen oder sich aus deren Schutt gebildet haben: doch ist es erstaunlich, welche gewaltigen Mengen von feurigem Gesteinsbrei oder Magma mit stark basischem Charakter durch diese Schicht durchbrochen sind und am Aufbau dieses Festlandgebietes teilgenommen haben. Daher stammen auch die großen Mengen Gold und Platin im Boden von Südafrika und besonders im Gebiet Transvaals. Auch der einzigdastehende Reichtum des Weltteils an Diamanten erklärt sich auf diese Weise; als außerordentliche Seltenheit wurden die licht- und sarbensprühenden Mersweg 5 W NW '.Samstag, '^gegebene Ä werden. Samstag. ***< >.0d9t. p. elne ■ell«II.Talelns " schlnen .. machen w leistungsfähig fragen Sie bei Bedarf bei uns an daß im Jahre 1927 noch das schon erwähnte Dia- mantenfeld am Orangefluß und das meloerspre- chende Fundgebiet von Lichtcnburg in Transvaal entdeckt worden sind, so sollte man den Namen Diamantina, mit dem im 18. Jahrhundert eine Stadt und eine Gegend Brasiliens belegt worden sind, auf das Gebiet der Südafrikanischen Union übertragen. Mit fast ebenso großem Recht könnte Südafrika auch den Namen Dorado ober Golbland beanspruchen. Mittelalterliche Sagen verlegten dgs berühmte Dorabo nach bem östlichen Jnbien; treffender wäre es gewesen, hätte man mit diesem Wart das Gebiet benannt, aus bem bie Königin von Saba nach biblischer Ucberüeferung ihr Golb bezogen haben soll: aus Sübafrika. Mit Recht sieht man in den Ruinen ber uralten Bergwerksstabt, bie an der Stelle des heutigen Simbabne in Rhobesia lag, bas Ophir König Salomos. Im Jahre 1885 entbeckte ber Englänber George Walker am Witwatersranb in Transvaal ein reiches Golbvor- kommen, unb bis jetzt hat man bort für mehr als 18 Milliarben Mark Golb gefunden. Nach der Schätzung eines sehr bekannten Fachmannes, Lionel Philipps, sollen in den Randminen noch Goldschätze im Werte von annähernd 50 Millionen Mark zu gewinnen fein. Don anderer Seite mürben bie bort in Teufen bis zu 1473 Metern noch anzubauenben Golbmengen auf „nur" 16 Milliarden 740 Millionen Mark errechnet. Auch in geologischer Beziehung finb bie Goldlagerstätten von Transvaal äußerst bemerkenswert. Es handelt sich bort nämlich nicht um Gold, bas auf Gängen ober zwischen bem Schutt goldfuh- renber Gebirge in dem jüngeren Schwemmland der Erde vorkommt unb auf sogenannten Waschen ober Seifen gewonnen wirb, sonbern um Ebelmetall, bas in Ablagerungen eines merkwurbtgen Konglomerates liegt. Dieses Konglomerat besteht in ber Hauptsache aus abgerollten Bruchstücken von Quarz, bie durch Kieselsäure, Chlorit unb Schwefelkies fest miteinanber verkittet (mb. Das geolw gische Alter bieser golbführenben Schichten laßt sich nicht genau feflftelkn; sie sinb aber älter als bis ber Steinkohlcnzeit vorhergehend Devonveriobe. Den Geologen, der diese Verhältnisse kennt, konnte es nicht überraschen, daß im vergangenen Jahr ber beutsche Chemiker Behrens nvrbllch von Johanesburg auch eine außerordentlich reiche Lagerstätte van Uranpecherz entdeckt hat; dieses Material kommt bort in so großen Mengen vor, daß man hofft, aus ihm demnächst in sedem Mo- nat mindestens zwanzig Gramm Radium für den Weltmarkt gewinnen zu können — unb das ist eine gewaltige Menge! Erstaunlich sind auch bie Quantitäten Eisen, bic im südafrikanischen Beben enthalten finb. Schätzt man doch, daß dort 122 Millionen Tonnen hochwertige und 5 Milliarden 900 Millionen mittelwertige Eisenerze lagern; die geringwertigen ober wegen ihres hohen Gehaltes an Titan bis jetzt noch nicht verhüttbaren Eisenerze werben auf 4 Milliarden 434 ThUionen Tonnen angegeben. Reicher an hochwertigen Eisenerzen finb in ber Welt nur bie Vereinigten Staaten, Brasilien unb Jnbien. Au herbem schätzt man die gewinnbare Menge Steinkohlen in Sübafrika auf 36 Milliarben Tonnen. Da daneben sehr viel Manganerz, Kalk unb Flußpat in Südafrika vor- kommen, so kann man diesem Gebiet eine bedeutende industrielle Entwicklung voraussaaen. Noch eine große Merkwürdigkeit werden die Ge- lehrten, die an dem Internationalen Geologenkongreß teilnehmen, in dem Wunderland Südafrikas zu sehen bekommen: es gibt bort Dwyka- Konglomerate, deren eigentümliche parallele Schram- mung auf eine allgemeine Vereisung ober Ber- getscherung Sübafrikas in weit zurückliegender Erbenzeit hinzuweisen scheint. Daten für Freitag, 2 August. Sonnenaufgang: 4.25 älhr. Sonnenuntergang: 19,47 Tlhr. — Mondaufgang: 0,24 Uhr, Mond- Untergang: 18,16 Uhr. 1445: Oswald von Wolkenstein, der letzte ritterliche Minnesänger auf Dura Hauenstein gestorben: — 1788: der englische Dildnismaler Thomas Gainsborough in London gestorben: — der Chemiker Leopold Gmelin in Tübingen geboren; — 1815: der Dichter und Literaturhistoriker Mols Friedrich von Schack in Schwerin geboren. Ostasiaiische Wirklichkeiten. Don Prof. Dr. Waldemar Oehlte. Wer — außer Funkentelegraphisten — wollte es heute wagen, eingehend die Möglichkeiten der gegenwärttgen Ereignisse in Ostasien zu erörtern! Schon die nächste Stunde kann sie überholen. Rascher als die Tinte trocknet, wechselt in imferor Zeit die friedliche wie kriegerische Politik. Die Möglichkeiten als solche ausscheiden, heißt ja aber die Wirklichkeiten finden, und diese allem find Anfang und Ende aller Dinge auch in der Politik Ostasiens. Zu Chinas Gunsten arbeitet unleugbar die Zeit in steigendem Maße, ganz abgesehen von dem günstigen Augenblick, da em Arbeitskabinett in Großbritannien und ein so bewahrter Chinafreund wie Hoover als Präsident der Bereinigten Staaten die ohnedies gewonnene angelsächsische Unterstützung noch fruchtbarer machen dürften. Andererseits muß man sich hüten, solche Augenblicke zu überschätzen, denn erstens schafft die Sonne alle 24 Stunden einen neuen Tag. und zweitens möchte China schmerzlich viel Verlorenes zurückhaben, z. D. Waihaiwei von den Driten, die Kwanchow-Dai von den Franzosen und Dairen mit Port Arthur von den Japanern, wie in der zweiten Sitzung des Kuvmingtang- Kongresses laut angemeldet worden ist: und wenn England auch auf den formalen Desitzwechsel „verzichten" will, so doch nicht auf die „naval base" in den Gewässern, d. h. auf die Macht, auf die es ja gerade ankommt. Solche Werte hat Amerika nicht zu verlieren. An seinen älni- versitäten studieren 1100 Chinesen; keine mehr in Rußland. Das chinesisch-amerikanische Geschäft geht glänzend. Rußland hat zwar mit Ford einen Vertrag über die Errichtung einer Auto- Fabrik in Rffchney-Rowgvrod abgeschlossen, wo jährlich 100 000 Wagen hergestellt werden sollen. Rur ist alles Russische ungewisse Möglichkeit, das Chinesische dagegen geschäftlich wie ideell längst erfüllte und erfüllbare Wirklichkeit. Weiter — denn warum Schlüsse ziehen! Mit Japan liegt die Sache schwieriger, unter welchem Ramon — Freund, Feind, Bundesgenosse usw. — dieser Staat auch eingreift. Er denkt ja doch nur an sich. Gerade jetzt war Japan im Begriff, seine mandschurische Bahn durch eine eue Linie von Kirin nach Kainei zu ergänzen, ort oben in der verheißungsvollen Ecke zwischen Korea und der japanischen Mandschurei. Da soll es Minerale und Eisen geben, genug für Industrie und Krieg vieler Generationen, und dazu bereits nicht weniger als 800 000 koreanische Ansiedler, für die der Japaner doch der Rächste ist als Liebhaber unb Gönner. Gäbe es nur nicht immer solche Störungen friedlicher Durchdringung eines Landes, das ber Japaner doch gar nicht für sich allein haben will. Roch Anfang Juni erklärte ber Minister Ogawa — mit dem ich mich vor Jahren nicht minder friedlich über Schopenhauer unterhielt — in der „Diplomatie eview", er freue sich, feststellen zu föimcn, daß die mandschurisch-mongolischen Verhältnisse sich friedlich weiterentwickelten, unb Japan wünsche dort nichts als dauernde Ruhe, habe keinen andern Ehrgeiz, wörtlich: „any political ambition whatsoever.“ Rur stehen da 1,5 Milliarden Kapitals — gegen vergleichsweise nur 350 Millionen sogar in Korea — auf dem Spiel, und 80 Prozent des gesamten mandschurischen Handels — ber, nebenbei bemerkt, 35 Prozent des chinesischen Handels überhaupt ausmacht — wandern durch die drei südmandschurischen Häfen Japans. die es (vor allem Dairen) auch noch an China zurückgeben soll. Das ist eine ganz schlimme Geschichte, denn ob sich Chinesen oder Russen die Mandschurei er liegen möchten: haben muß sie Japan, bloß um nicht sterben zu müssen. Ein Problem, das allein bie Weltgeschichte lösen kann! _ Inzwischen ist der Ven auf 435/s vom Dollar gefallen. Mein japanisches Gehalt bezog ich noch 1926 bei 48i/2. Japanische Journale, bie ich hier lese, werben für meine Reichsmark immer billiger. Wirklichkeiten! Und bas. obwohl ber japanische Hanbel nach China hin in ben letzten Monaten sich gegen das allerdings besonbers schlechte Vorjahr um 100 Prozent gehoben hat. Man kann nicht sagen, baß ber Japaner gegen den Russen von Ratur Abneigung hätte: eher noch gegen seinen chinesischen Drüber, unb erheblich mehr gegen den Amerikaner, besonbers Kristalle noch mit den Felsarten des Urgebirges — ihrem Mutteraeftein — fest verbunden gesunden: in bergmännisch gewinnbarer Menge fand man aber bie Edelsteine nur auf den sogenannten Diamantwäschen, wo sie lose zwischen bem Schutt von diamantführenbem Urgebirge liegen. Nun wurden im Jahre 1870 in Transvaal verschiedene vulkanische Krater entdeckt, aus denen in ber Hauptsache nur Gase zur Erdoberfläche em- porbrangen; neben ihnen liegt aber soviel tuff- artiges Gestein, baß es kaum ben Krater ausfüllt. Es besteht aus zersetztem Olivingestein, unb in ihm sind fast unvorstellbare Mengen Diamanten eingeschlossen. Wissenschaftlich erklärt sich das folgendermaßen: unter bem Druck ber Erde bilbe- ten sich bort, wo bas metallische, kohlenstoffhaltige Eisen bes Erdkerns in bie Zone bes vulkani- fchen Magma übergeht, Diamanten, bie zugleich mit bem Magma durch den ungeheuren Gasdruck zur Erboberfläche emporgehoben unb aus ben Schloten ber Vulkane, ben Kratern, ausgeroorfen würben. Diese Theorie stützt sich einerseits barauf, daß auch in einigen Meteoriten Diamanten gesunben würben, bie mit Olivin unb metallischem Eisen verwachsen sinb, kann sich aber anbererfeits auch auf die Herstellung sehr kleiner künstlicher Diamanten unter hohem Druck aus kohlenstoffreichem Eifen berufen, wie sie Professor Moissan gelungen ist. Man mag diese Theorie a»nehmen ober ablehnen: jedenfalls ist bis heute kein Winkel der Welt bekannt geworben, besten Diamantenreichtum auch nur annähernb mit dem in Sübafrika verglichen werben kann. Würben buch in ben Diamantengruben bieser als „pipes" bezeichneten Krater unb ben Diamantwäschen Sübafrikas währenb ber letzten Jahre 96 Prozent ber gesamten Weltausbeute an ben kostbaren Steinen gewonnen! Dr. Me- renski, ber Sohn eines beutschen Missionars, hat südlich ber Münbung bes Orangeflusses mit wenigen Leuten in einigen Wochen für mehr als sieben Millionen Mark Diamanten gesammelt. Wenn man alle Diamanten, bie feit bem Jahre 1870 allein in ben Gruben ber De Beers Company gewonnen würben, zusammenrechnet, so ergibt sich, baß bort rund 19 000 Kilogramm — fast 90 Millionen Karat — „geerntet" worben finb. Daneben mürben z. B. im Jahre 1911 in bem früheren Deutsch-Sübwest-Afrika li Millionen Karat ber eblen Steine zutage geförbert. Nimmt man hinzu, wirst ls8e*U?R *ikürzerhandnh,„ Dürtdasl5,irb^ H°hnSeSb,‘iiS WD 80 tag; feg 4 iMMe ibatt M64D ita# >? Kr GebmtrmülkMg und Wohnungsbau. Von Prof. Or. Huntemüller, Leiter des Instituts für Körperkultur an der Hess. Landesuniversität. 3n den Hummern 98 und 99 des „Gießener Anzeigers" vorn 27. und 29. April d. 3. hat schon Professor M o rn b e r t auf den Geburtenrückgang und seine große Gefahr für das deutsche Volkstum hingewiesen. Wir sind im Begriffe, ein sterbendes Volk zu werden ebenso wie Frankreich, das seine Volkszahl und Volkswirtschaft nur durch Einwanderung volksfremder Elemente aufrecht erhält, denn der Lieberschuh der Geburten über die Sterbefälle, der 1927 noch 6,3 (1900 dagegen 14,73) auf tausend Einwohner betrug, ist ein Trugbild und hauptsächlich darauf zurückzufuhren, daß die mittlere Lebensdauer sich infolge der letzten fünfzig Jahre um rund zwanzig Jahre erhöht hat. Dr. Burgdörfer, Oberregierungsrat im statistischen Reichsamt, be- rechnet auf Grund der heutigen mittleren Lebensdauer von 57,4 Jahren, die sich nicht im selben Maße steigern lassen wird, eine zu erwartende (bereinigte) Sterbeziffer von 17,4 auf je 1000 Einwohner; sie beträgt aber bei dem heutigen abnormen Altersaufbau nur 12,0 vom Tausend der Gesamtbevölkerung. Unter Berücksichtigung des Geburtenausfalles der Kriegsjahre und des Geburtenrückganges in der Rachkriegszeit beträgt nach seinen Berechnungen die Geburtsziffer 16,6 vom Tausend statt der rohen 18,3 vom Tausend. In einer stationären Bevölkerung (d. h. in einer Bevölkerung, die an Zahl weder zu noch abnimmt) von 63,25 Millionen mit einer mittleren Lebensdauer von 57,4 Jahren und jährlich 17,4 Lebendgeborene, ist aber der Bestand an gebärfähigen Frauen ein geringerer als in der heutigen noch nicht stationären Reichsbevölkerung. Mit Rücksicht hierauf stellt sich die „bereinigte" Geburtenziffer auf 15,9 v. T. Die wahre Bilanz unserer Bevölkerungsbewegung sieht ganz anders aus, als sie nach der rohen (unbereinigten) Berechnung erscheint. Statt einer Geburtenziffer von 18,3 auf 1000 Einw. und einer Sterbeziffer von 12,0 auf 1000 Einw. mithin einen Geburtenüber- schuß von .4- 6,3 auf 1000 Einw. ergibt sich, bezogen auf eine stationäre Bevölkerung, folgendes Bild: Geburten-Soll gleich Sterbeziffer 17,4 v. T. Geburten-Ist (Geburtenziffer 1927) 15,9 v. T. mithin Defizit (—) 1,5 v. T. Die Vermehrung des deutschen Volkes reicht heute schon nicht mehr aus, um auch nur seinen Bestand zu erhalten. In keinem anderen Lande weist der Geburtenrückgang nach dem Weltkriege ein schärferes Tempo auf als in Deutschland. Das Geburtendefizit ist am größten in den Großstädten, die über ein Viertel der deutschen Bevölkerung beherbergen. Die rohe Geburtenziffer ist hier aus 13,4 auf 1000 Einwohner zurückgegangen. Die Reichshauptstadt geht voran und hat 1927 mit 9,9 (bereinigt 7,6) Geburten auf 1000 Einwohner den traurigen Ruhm, die unfruchtbarste Stadt der Welt zu sein. Sie bleibt hinter dem Soll von 17,4 Geburten auf 1000 Einwohner um (—) 9,8 zurück. Berlin würde, ohne Zuzug von außen, in einer Generation auf die Hälfte, in einer weiteren Generation wiederum auf die Hälfte, also in zwei Generationen von 4 Millionen auf eine Million zusammenschrumpfen. Nicht viel günstiger als in den Großstädten liegen die Verhältnisse in den deutschen Mittelstädten. Die rohe (unbereinigte) Geburtenziffer betrug 1927 in den Gemeinden mit 50—100 000 30—50 000 15—30 000 Einw. 15,9 15,8 16,1 Die „bereinigte" Geburtenziffer würde sich für 1927 in den deutschen Großstädten von 13,4 auf 10,0 v. T. reduzieren und um gut zwei Fünftel hinter dem Soll von 17,4 zurückbleiben, in den Mittelstädten von etwa 16 auf 12 v. T. heruntergehen und fast um ein Drittel hinter dem Soll Zurückbleiben. Die Geburtenhäufigkeit geht aber auch auf dem Lande stark zurück, so daß die Städte nicht mehr wie bisher mit einem Geburtenüberschuß und Zuzug vom Platten Lande rechnen können. Das 20. Jahrhundert ist mit Unrecht als das Jahrhundert des Kindes bezeichnet worden, denn wir sehen in allen zivilisierten Ländern mit der Jahrhundertwende eine starke Einschränkung der Kinderzahl. Der Schrei nach dem Kinde hat sich vielfach in Furcht vor dem Kinde gewandelt. Ein Kind ist vielen unbequem und ein Hindernis bei der Befriedigung der übermäßig gesteigerten Ansprüche an einen verfeinerten Lebensgenuß. Viele Ehen, die sogenannten Kameradschaftsehen. verzichten von vornherein auf Rachkommenschaft. Andere würden gern eine größere Kinderschar ausziehen, wenn die Umweltbedingungen andere wären. Unter diesen Umweltbedingungen spielt neben der allgemeinen wirtschaftlichen Rot die Wohnungsfrage eine hervorragende Rolle. Man schätzt, daß in Deutschland etwa 1 Million Wohnungen fehlen und weiterhin auf Jahre hinaus 250 000 gebaut werden müssen, um den Abgang der baufälligen zu ersetzen und den im Heiratsalter noch vorhandenen Devölkerungsüberschuh aufzunehmen. Die Etagenwohnungen in den städtischen Mietskasernen sind ferner zur Aufzucht von Kindern wenig geeignet. Gerade der Säugling und das Kleinkind brauchen zu ihrer gesunden Entwicklung Licht und Luft, woran es in diesen übervölkerten Wohnungen vielfach mangelt. So finden sich denn unter unserer Stadtjugend die vielen, in der Entwickelung zurückgebliebenen, mit ©frofulofe und Rachitis behafteten, blutarmen. müden Kinder. Obwohl dje Wohnverhältnisse auf dem Lande auch häufig viel zu wünschen übrig lassen, wachsen die Kinder lyier doch mehr oder minder im Freien auf, während die kleinen Kinder in der Stadt an das Haus bzw. die Etage gebannt sind. Nur der Bau von Kleinhäusern bzw. Heimstätten mit einem wenn auch nur kleinen Garten, kann hier Abhilfe schaffen. Hier haben die Kinder Gelegenheit in Luft und Sonne heranzuwach- sen, sich nach Kräften zu tummeln, ihren Ellern bei der Gartenarbeit zu helfen und so den eigenen Herd schätzen und lieben zu lernen. Daß das Einfamilienhaus selbst in den Großstädten durchführbar und wirtschaftlich tragbar ist, haben die Erfahrungen in unseren Hansestädten Bremen und Lübeck und in der Industriestadt Essen gezeigt. Die Frage ob Hochbau, d. h. Mietskaserne, oder Flachbau, d. h. Einfamilienhaus, sollte beim Wohnungsbau überhaupt nicht mehr diskutiert werden. Der Nationalreichtum eines Volkes liegt in erster Linie in der Zahl und der Tüchtigkeit seiner Bürger und erst in zweiter Linie in materiellen Werten, die nur dazu dienen sollen, die ersteren zu erhalten und zu mehren. Die in den Städten herrschende Bodenspekulation verteuert aber die Grundstücke derart, daß unter den heutigen Bedingungen, zumal bei der jetzigen Geldknappheit, an eine Unterbringung größerer Teile der Bevölkerung in derartig hygienisch einwandfreien Siedlungen nicht gedacht werden kann. Hier will das Wohnheim st ätten- g e s e tz Wandel schaffen, das jede mißbräuchliche Benutzung des Bodens, insbesondere solche preis» treiberischer Art ausschließt. Der Vater der beut- \d)tn Heimstättenbewegung, Ehrendoktor der Gießener theologischen Fakultät, Dr. jur. h. c., Dr. med. h. c. A. Damaschke ist auch der Urheber dieses Gesetzentwurfes, der dem Reichstage demnächst vorgelegt wird. Nach Artikel 155 der neuen deutfcken Reichs- Verfassung soll jede deutsche Familie Anspruch auf eine Wohn- oder Wirtschaftsheimstätte haben. Der Anfang zu seiner Verwirklichung war das Reichsheimstättengesetz vom 10. Mai 1920. Die „Reichsheimstätten" genießen steuerliche Vorteile, sie bleiben von der Zwangsvollstreckung verschont und über alle Wechselfälle des Lebens hinaus gesicherter Familienbesitz. Um großen Teilen der Beamtenschaft den Erwerb einer Heimstätte zu ermöglichen, ist dann am 18. Juni 1927 das „Gesetz über die Abtretung von Deamtenbezügen" kurz „Beamten- heimstä11engeseh" genannt, vom Reichstag in 2. und 3. Lesung gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei und eines Teiles der Kommunisten mit überaus großer Mehrheit angerwm- i ii r iimin i imi’ innr;uwniiiian Aus der Höhe. Ein Sommer-Erlebnis. Von Will Scheiter. Mehr Glut als Geleucht, denn es ist, von hier aus gesehen, als wäre sie irgendwo verborgen, preßt die Sonne ihren Odern wider die Welt; und was der als Lebenshauch entströmt, verbindet sich mit dem Sonnenglast zu feuchtwarmem Brodem. Das Land da drunten liegt unter diesem Schleier grauen Dunstes — seine Umrisse verschwimmen und seine Gliederung in Felder und Wiesenstücke, Straßen und Wege, Gräben und Wasserläufe, Dörfer und Weiler wirkt wie das verworrene Muster eines weichen, welligen Teppichs, unter langem, langem Gebrauch etwas undeutlich geworden. ... Hier oben, wo der Anstieg der Fichtenschonung, die den Grasweg herauf säumte, von einem Bestand junger Eichen übergipfelt wird, geht so etwas wie das Vorgefühl eines leichten Windes. Aber auch hier bringt die Sonne, ohne Widerstand zu finden und unsichtbar, wie sie zu sein scheint, durch den Schatten der Stämme und Wipfel bis an den Boden, wo die braunen Blätter vom vorigen Herbst, mürb wie Zunder, über hergewehten Schichten modernder Fichtennadeln rascheln — in dieser halben Ahnung eines Windes rascheln, der ganz, ganz oben, wo die Eichen in der blauen Himmelswölbung allein sind, ein sanftes, mitunter ein wenig anschwellendes Rauschen hervorruft. Und wo die Sonne zwischen diesem grünen Gewirr Eingang findet in den Wald, da wirft sie ockerfarbene Flecke auf den Boden; über den jungen Fichten aber schimmert es beinahe schwefelgelb. Insekten, kleiner als ein Radelknopf, surren in winkligem Flug auf und ab; andre, käfer- groß, summen dröhnend heran, ziehen beharrliche Zirkel und stürzen plötzlich davon. Andre wieder hängen fast reglos auf vibrierenden Flügeln in der Luft. ... Kaum ist es zu merken, wie der Rachmittag vorrückt. Was ist das — eine Stunde? Von unten her, aus dem unsichtbaren Tal, flattern Fetzen eines Getöns von Hörnern und Trompeten den Berg hinan: in einem Dorf wird gefeiert. Einmal kommt auch Glockengeläute daher, ist aber auf dem Flug durch die heiße Stunde zu einem etwas blechernen Gebimmel geworden. Diel lauter ist der Schrei eines großen Vogels plötzlich da, der suchend über den Eichen kreist. Von weit weg antwortet ihm eine ähnliche Stimme, und nun geht es eine Weile so zu mit Rede und Antwort. Bis sie einander gefunden haben und zu zweit, immer noch schreiend, talwärts fliegen. Für den Teil eines Augenblicks werden ihre dunklen, weit ausgespreizten Schwingen sichtbar. Dann sind sie entschwunden. Die gelben Flecke auf dem braunen Waldboden fangen an, sich zu röten. Mit einem Male steigt, unfaßbar, wo, doch vernehmlich, hell, klar, ein Zwitschern aus der Tiefe, die musikalische Spirale eines Zwitscherns und Flötens, das Tirili eines einzigen, endelosen Vogel-Atems — wirklich, da ist lein Zweifel: eine Lerche grüßt den Sommerabend, der noch gar nicht da ist, aber allenthalben sich ankündet in dem eiligen Rascheln des trockenen Laubes am Boden, in dem nun volleren Rauschen der Eichenwipfel, in dem be- fänftigten Brand der Sonnenstrahlen, in dem tieferen Rot der Lichtgebilde um das Wurzelwerk der Bäume und art den moosigen Kanten der ungefügen Blöcke aus Basalt. Eine abendliche Lerche — kühne, kleine Sünderin wider den Raturgebrauch — hebt sich auf den holden Stufen ihres unnachahmlichen Liedes einer Sonne entgegen, die nun allerdings weniger gewaltsam glänzt und glutet. Wie sich's freut, das winzige Gebild von einem Vogel, dessen klingende Erscheinung um so winziger wird, je höher sie kommt. Und nun ist sie schon nicht mehr zu vernehmen — so bald auch diese Lust vorüber I Indessen, der Atem geht nun freier aus und ein. Da der sengende Sonnen-Odem weicht, drängt allenthalben der kühle Hauch der Erde nach, dürstende Kreatur beglückend. Ein angegrauter Hase hoppelt friedlich den Abhang hinunter; eine Weile lauscht er mit steilen Ohren — dann setzt er mit hohem Sprung ins Unterholz hinein. Was Festgetön? Was Glockenklang? Was Vogelschrei und Lerchenlied? Des hohen Sommers wilde Sonne sinkt — ein Mond, verhalten, sacht. und groß, wird balde durch die Zweige schimmern, und um ihn, silbern, das Sternenrund, zeitlos leuchtender Zierrat des Alls über friedvoll verdunkeltem Teppich irdischer, in erquickenden Schlummer gesunkener Landschaft. Gerade daß noch ein Käuzchen rufen, daß noch eines Rachtfalters gedrungener, samtener Körper 1 auf flatterndem Fittich durch ein offenes Fenster men. Dadurch ist aflert öffentlichen Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten, Geistlichen und Lehrern die Möglichkeit gegeben, gegen Abtretung eines Teiles ihrer Gehaltsbezüge unkündbare Darlehen zum Dau von Heimstätten zu erhalten. Auch die obersten Behörden der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden haben den großen sittlichen Wert gefunden Wohnens erkannt und gewähren ihren Mitgliedern vpar- darlehen zum Bau von Heimstätten. Die Reichs- und Staatsbehörden bringen der Heimstättenbewegung großes Interesse entgegen. Der Hess. Finanzminister hat be- ftimrnt, daß die aus der Hauszinssondersteuer zur Verfügung stehenden Darlehen in erster Linie dem Kleinwohnunqsbcru zugute kommen sollen. In den nächsten Jahren werden die fehlenden Wohnungen geschaffen, und damit wird auf lange Jahre hinaus die Wvhnweise für einen großen Teil unserer Bevölkerung fest gelegt werden. Die Kommunen und gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften, die diese Bauten in erster Linie durchführen, tragen daher eine große Verantwortung gegenüber dem kommenden Geschlecht. Es ist vom sittlichen, hygienischen und bevölke- rungspolittschen Standpunkt grundfalsch, die De- völkerungsmassen in Mietskasernen unterzubringen, wie es z. B. die Wiener Stadtverwaltung nach dem Kriege in großzügiger Weise getan hat. Einsichtsvolle Kommunalbehörden, wie z. D. Frankfurt a. Main, suchen demgegenüber unter Verwendung der Hauszinssteuer Eigenheime zu schaffen, die den Mietern gegen erträgliche Verzinsung und geringe Amortisation zu Eigen überlassen werden. Man unterscheidet Wohn- und Wirtschafts- Heimstätten. Für größere Siedlungen kommen nur die ersteren in Betracht, sie sollten mindestens 200 Quadratmeter Grundfläche umfassen. Wirtschaftsheimstätten sind nur für ländliche Verhältnisse angebracht, wo Kleintierzucht möglich ist und die hierbei entstehenden Abfallstoffe zur Düngung des Gartenlandes verwandt werden können; ihre Gröhe ist auf etwa 900 bis bis 1200 Quadratmeter zu bemessen. Sollen die Siedler ihren vollen Lebensunterhalt durch die Bewirtschaftung des Grundstückes gewinnen, so müssen jedem Siedler mehrere Morgen Land zugewiesen werden, je nach der Ertragsfähigkeit des Bodens. Der Bauplan muh den wirtschaftlichen Verhältnissen und der Gröhe der Familie Rechnung tragen. Da die Lebensbedürfnisse großer Bevölkerungskreise sehr ähnlich sind, so geht man mehr und mehr dazu über, Eigenheimtypen aufzustellen, die nach bautechnischen, hygienischen und ästhetischen Gesichtspunkten gut durchgearbeitet, sich bei hundertfältiger Ausführung weit billiger stellen, als wenn für jeden einzelnen Bau ein besonderer Bauplan angefertigt werden muh. Eine Familie mit zwei oder mehr KindernI beiderlei Geschlechts benötigt ein Wohnzimmer, ein Eltern- und zwei Kinderschlafzimmer, ferner Küche, Klosett und Badezimmer bzw. Dusche. Zu viele und zu große Räume sind unwirtschaftlich, zumal sie größere Ausstattungskosten, mehr Heizung und Reinigung erfordern. Der Kraftaufwand, der von der Hausfrau gefordert wird, muh auf ein möglichst geringes Mah beschränkt werden. Früher hat man vielfach, besonders in ländlichen Gegenden, Kücbe und Wvhnraum (Wohn- küche) vereinigt, damit die Hausfrau.die Kinder leichter beaufsichtigen kann, doch ist man heute wieder davon abgekommen. Jedenfalls muh aber bei dieser Anordnung ein besonderer Spülraum vorgesehen und für gute Dmrchlüstbarkeit der Wohnküche gesorgt werden. Ueberhaupt ist auf gute Durchlüftung und Beleuchtung grober Wert zu legen. Ein Erwachsener braucht stündlich etwa 32 Kubikmeter frische Lust zum Atmen, wenn der Kohlensäuregehalt nicht über 1 Prozent steigen soll; für ein Kind rechnet man durchschnittlich die Hälfte. Da sich die Luft eines Wohn- bzw. Schlafzimmers mit Hilfe der natürlichen Lüftung durch die Poren des Mauerwerks, durch Fenster- und Türritzen auf die Dauer taumeln mag. Stille wird fein, dort unten, hier oben, Stille und nichts anderes mehr als das dunkel tönende Harfen im hohen Wald — wundersames Saitenspiel der Rächt! Die Ohrfeige. Von Kritz Müller, Partenkirchen. „Rosel, du bist jetzt fünf Jahre da, diesmal gehst du mit ins Gebirge. ' „Ui, gnä’ Herr — uiii, gnä’ Frau!" In dem Uiii lag alles, was die Rosel von den Bergen sich versprach, tagsüber Holdrio—i—öh, das nie abrih und nachts ein Fensterln bis zum frühen Morgen. „Rosel, was die Arbeit im Gebirge angeht, die ist ungefähr die gleiche." „Für was gengan wir nacha hin?" „Die Gesundheit soll ein romig aufgebürstet werden." . Rosel sah an sich und ihrer Drallheit langsam abwärts. Nein, die brauchte man nicht aufzubürsten. Für sie oerblieb’s bei Holdrioh und Fensterln. In der kleinen Bergstadt stemmte unsre Rosel ihre Arme in die Hüften. Sie war bereit, tagbereit und nachtbereit. Die Arbeit war es freilich auch. Das verdroß die Rosel. Sie ging um acht aus, knapp vor Mitternacht kam sie nach Hause. Sie ging um sieben aus, knapp nach Mitternacht kam sie nach Hause. Sie ging um sechs aus, knapp nach sechs Uhr klopfte es. Wir waren fest entschlossen, nichts zu hören. Da — die Rosel hatte sich entschlossen, mittels Läutens abzuweckseln. Ich nickte meiner Frau zu: „Hörst du was? — „Nicht einen Ton." Da — die Rosel draußen fing zu jodeln an: „Holdrio—i—öh!" Meine Frau und ich, wir waren nie so einig, unsre Taubheit zu beschwören. Draußen wurde es mit einemmal still. Die Stille der Entladung. Dann eine Stimme, die die aanze Straße hören mußte: „Was is 's denn, ’nei macht i!" Meine Frau war weiter für die Taubheit. Meine Rechte, die zu zucken anfing, war fürs Gegenteil. Ich öffnete die Tür. Ich verabreichte der Rosel im Morgengrauen die gelassenste Ohrfeige meines Lebens. Wieder jene Stille. Die Stille vor dem zweiten Sturme: „Deß werd'n S' bercl’n — i appilier' — dee Watschen müssen S' zahl'n!" nicht m-Shr als zweimal in bet öhmbe ernstem läßt, fo beträgt der Mindest kubikraum für einen Erwachsenen 16 Kubikmeter, für ein Kind 8 Kubikmeter. Bei einer Geschoßhöhe von 2,50 Meter, die bei Flachbau genügt, sind für das Eltem- schlafzimmer etwa 13 Quadratmeter Dodenfläche erforderlich, bei einer Geschoßhöhe von 2,75 Meter etwa 12 Quadratmeter. Das Wohnzimmer, das die ganze Familie aufnehmen soll, muh dementsprechend größer gehalten werden, bie Kinderschlafzimmer können evtl. Heiner sein. Die Lage der Zimmer soll sich nicht, wie man es heute noch vielfach bei Reubauten sieht, nach der Straßenfront richten, sondern Wohnräume und Schlafzimmer werden am besten nach der Sonnenseite, Küche, Speisekammer, Badezimmer. Abtritt und Treppenhaus nach der Schattenseite (Rvrden, Rordost, Rordwest) gelegt. Wo wegen Platzmangels auf einen Gatten verzichtet werden muh, können auf den Häusern Dachgärten angelegt werden. Aus wirtschafllichen Gründen und um die Siedlung nicht zu weitläufig werden zu -lassen, wird die Anlage von Reihenhäusern bevorzugt, in ländlichen Gegenden ist dagegen das frd» stehende Einfamilienhaus das Gegebene. AuS den gleichen Gründen können die Straßen in den Wohnsiedlungen, die ja nicht dem Durchgangsverkehr dienen, schmal gehalten werden. Im allgemeinen soll die Breite der Strahe der Höhe der Häuser entsprechen, so kann genügend Licht auch in die unteren Stockwerke gelangen. Damit die eine Front der Häuser nicht ständig im Schatten liegt, sollen die Straßen nicht von West nach Ost verlaufen, besser ist in unseren Breiten eine Straßenrichtuna von Rordost nach Südwest, ober Rordwest nach Südost, die neben einer guten „Durchsonnung" auch eine gute „Durchlüftung" gewährleistet, da Südwest- und Rord- westwinde bei uns vorherrschen. Besondere Grünanlagen und Kinderspielplätze sind in öerartigen Wohnsiedlungen unnötig, Sport- und Spielplätze für die Heranwachsende Jugend und die Erwachsenen sollten dagegen in ausreichender Menge und Größe (5 Quadratmeter pro Kopf der Bevölkerung) im Bebauungsplan vorgesehen werden. Die Gießener Stadtväter haben durch den Reubau der Volksschulen bewiesen, daß ihnen unsere Jugend am Herzen liegt, mögen sie durch eine weitsichtige Wohnungs- Politik auch dafür sorgen, dah ein ausreichender Rachwuchs in Gießen heranwächst, damit die neuen Bildungsstätten auch in späteren Zeiten über eine genügende Schülerzahl verfügen können. ___________________________ Reit- und Fahrweiibewerb in der Rabenau. Ein Reitturnier mit einem acht Nummern umfassenden Programm erwartete am vergangenen Sonntag die Bevölkerung von Londorf und Umgebung. Wie in den Vorjahren, so war es auch diesmal wieder dem Ländlichen Reit- und Fahrverein Rabenau unter der Führung seines ersten Vorsitzenden Rittmeister a. D. Frbr. Roeder von Diersburg gelungen, den yipl- reich erschienenen Zuschauern mit glänzenden reitsportlichen Darbietungen aufauroarten. Um 2.30 Uhr bewegte sich ein Festzug unter Führung von Hofgutsbesitzer Hermann Neu» m e y e r (Winnerod) durch die festlich geschmückten Straßen Londorfs, um unter den Klangen der Marschmusik des (Brünberger Musikvereins im Parademarsch sich auf dem Turnierplatz vorzustellen. Ein anschließendes Reiten von Schlangenlinien im Trabe, das ebenfalls von Hofgutsbesitzer Hermann Neumeyer gefiihtt wurde, fand den ungeteilten Beifall aller Zuschauer. Hier präsentierten sich die wohlgepflegten Pferde der ländlichen Reiteroereine. Vor allem ist auch die von Ritt- meister a. D., Frhr. Roeder von Diersburg, vorgestellte historische Quadrille, geritten von acht Reitern des Ländlichen Reit- und Fahr- Vereins Rabenau, rühmend hcroorzuheben. Begeisterter Beifall dankte der Gruppe für ihre wunderbare Leistung. Hierauf erfolgte die Verkündung der Sieger der Vielseitigkeitsprüfung, die aus Geländeritt, Reiterprüfung Klaffe A, und Fahrerprüfung (Kutschwagen) bestand und bereits i ■ i ■ 'imw—■ Und war verschwunden. Kam den ganzen lag nicht wieder. Auch am nächsten Morgen nicht. Kein Zweifel, Rosel hatte einen Rechtsanwalt genommen. Meine Frau verfügte, daß wir gleichfalls einen Rechtsanwalt zu nehmen hätten. Ich entsann mich eines Anwaltschildes auf dem Marktplatz. Ich trug unfern Fall vor. Der Anwalt hörte lammsgeduldig za. Ich war fertig, fing von vorn an und begann den Fall von einer anderen Seite oorzutragen. Der Anwalt hörte lammsgeduldig zu. Ich war fertig und begann nervös zu werden: „Herr Doktor, warum äußern Sie sich nicht?" „Wozu — das heißt: Fünf Märker, wenn ich bitten dürfte." „Wofür?" „Für Erledigung des Falles. Ihre Rosel war schon gestern hier. Ich habe sie hinausgeworfen und — und einen zweiten Anwalt gibt's hier nicht." Ich berappte sehr vergnügt und ging nach HausL Es blieb weiter nichts zu tun. Meine Frau war weniger vergnügt. Denn ihr blieb zu tun genua: Die ganze Hausarbeit allein zu machen. Denn nicht nur keinen zweiten Anwalt, auch kein zweites Dienstmädchen würde es hier geben. Also Zimmer richten, Mittagesien kochen, bas Geschirr abtragen. „Bleib doch noch ein wenig sitzen", sag' ich. „Geht nicht", sagt sie müde, „draußen ist Geschirr zu spülen." Verdrossen öffnet sie die Küchentüre und erstarrt: Da steht die Rosel und spült ab. Spült stumm ab. Spült mit gesenktem Kopfe ab. Meine Frau sagt nichts und holt mich, heißt mich in die Küche sehn, wir sagen beide nichts. Erst nach einer langen Weile — das Geschirr war fertig — sagt die Rosel freundlich: „A neue Abwischtuch brauchenten ma, gnä Frau." „Ja, Rosel, das könnten wir brauchen." „Des hab i mir glei denkt — fcho' gestern —* drum hab i glei eins mitbracht — schaun S: Dees da— a gtnz gute Kwalidäht und gar net teier." Noch neun Jahre war die Rosel bei uns. Dann hat sie geheiratet. Sie nahm Abschied. Auch von mir. An der Türe meines Arbeitszimmers drehte sie sich nochmal nm: „Wissen S, gnä Herr, die Waatschen vergiß i net — so zur rechten Zeit eine Waatschen — mehra net — die is oft gsund." „3a, Rosel, so gesund wie zur rechten Zeit ein Anwalt im Ort, nicht mehrere." Ai-- V Zu * $eiS UZ Lich): J berg); ? Ober-Ho' Aoede jA-A- ter Ssn' tershai" währte" Seiner" Lohn slchenä al fr-ttin ges Plakette, । lang in; liche fc» leilneiM urkunden Meiiun! Landstall zegcdach Einen im Dor §lasse • Es wu wickelte sprini len. A Klass« sänger i Dem widmet. Kutscha» öffnete 13 Ges, wurden deutlich Schaufel Warmbli durch H Diersb 3N fol( dems dm Winnerod Piererzuz Tchudi Londorf, Schliit 6jäf)rigei wohl da dis Ei gefpo ner zu Gegel des Roede schienen« bie gu l batten, v lehrern, ' das uiw Deitlehr« Seine *3 unser V landlieb sprach £ des verf o. D. wünsche Verlauf, Verdien Aoede Graf v. Aeiterve; einem eindrucks! 'verteil waren de dem Aei, von chm als 1, ( überreicht A. Äc ner I. B. W (Deitev (Dermc; Z W MS1: SL Snb®; ?«We ’jwnlj, 'iinbfcai | O’olbBf kückjühlb, w S(i «teil lUn8ctii , / ° W. Suman ge« 1. I Berlin ftronlfutta. ®f. 1.8. 31.7. 1-8- Datum 108,75 110,5 101,5 390 388 155,25 156 1,8 123,75 Danknoten. 183,75 226,75 226,5 85,25 U 225 106,75 am be- 76,25 85,5 126,75 84 125,5 53 50 Anfang Kurs 4% . 8 . 8 10 8 10 io 12 11 12 10 10 10 6 12 123,75 161,75 115,9 126,5 127,25 208 183,75 277 170 154,65 160 310,5 123,75 163 115,75 126,5 127,25 209,25 183,75 277 170 154,5 160,25 316 1-Uhf Kurs 225,9 157 75 84,75 125 167,71 21,96 111,53 59,04 2,471 112,10 80,64 60,98 12,385 72,85 52,5 50 £ cf) Lu fr Kurs Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 301 237 388 300 237,25 153,25 109,25 194,25 51,75 54 50 7,7 7,7 I 10 . 8 10 15 12 18 14 12 12 . 7 . 8 . 0 . 0 . 5 1,85 7,8 7,9 7,6 am ft.« flott. Buen.-AireS Brfl.-Antw- Chftsticmta - Kopenhagen Stoclholm - HelstngforS. 116 126,5 127,5 208 183,75 277,5 170 154,65 160 315 Eignungsprüfung für Arbeitsgespanne im Oekonorniewagen. Preis Fritz E s a u (Großen-Duseck). 303 240,75 389,75 304 239,75 155 109,6 195,75 52,5 54,6 51,5 2,5 23 2,35 1,925 22,9 Winnen. Frankfurter Getreidebörse. I. Yarben-Industrie Dunamil Nobel . . . Ccheideanftalt. Goldschmidt . RütgerSwerle . Metallgesellschast 404 sdiioci#. 8undeSb.»AnI.. . . 1 ; £citcrreidji|/2% Rumänen Goldanl. von l»i» Frankfurt a.M., I. Aug. Die Tendenz heutigen Produktenmarkt war wieder leicht fertigt, da höhere Auslcmdnotierungen eine Anregung boten. Das Angebot von Jnlandware war gering. Doggen war knapp angeboten und beharrtet. Am Mehlmarkt war die Umfatztätig- Teit reger bei einer Preiserhöhung bis zu 0,50 ®arf. Es wurden notiert: Doggen 22,50; Hafer * Schweizerischer Kraft ström für das D. W. E. Der Schweizerische Bundesrat erteilte am 30. Juli der Aare-Werke A.-G. in Brugg (Aargau) die Ermächtigung, aus den an der Aare zu erstellenden Kraftwerken Klingnau und Wildegg-Brugg elektrische Energie an das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk in Essen auszufuhren. Im Aktienkapital der Aare-Werke A.-G. ist das R. W. E. bekanntlich mit 30 Proz. beteiligt. Die Bewilligung gilt für die Dauer von 20 Jahren, vom Zeitpurckt gerechnet, an welchem der normale Betrieb ausgenommen wird, spätestens aber vom 1. Januar 1937 ab. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 1. Aug. Tendenz freundlich. — Nachdem bereits an der gestrigen Abendbörse eine weitere Befestigung der Börse eingetreten war, eröffnete der heutige Markt auf Grund einiger noch hinzugekommener günstiger Momente in recht freundlicher Haltung. Der Ultimo gilt als gut überwunden, und die Spekulation zeigte infolgedessen Deckungsbedürfnis. Beachtung sanden vor allen Dingen der unverändert belassene Diskontsatz der Bank von England und Anzeichen einer Geldmarkterleichterung. Die Ausführungen im August-Wirtschaftsbericht der Commerz- und Privatbank, wonach eine verhältnismäßig günstige Produk- tions- und Absatzlage im Steinkohlen- und Braunkohlenbergbau bestehe, sowie die verhältnismäßig große Beschäftigung der Eisen- und Stahlindustrie hatten für diesen Markt regeres Interesse zur Folge. In Spezial werten konnte sich die G e s chäf ts t ä t i g kei t lebhafter gestalten. ®imgc Auslandorders, sowie Aufträge von anderen Kreisen trugen hierzu bei. Aus dem Dahmen traten vor allen Dingen am Elektromarkt Elektrische Lieferungen. Man erwähnte die Einbeziehung dieses Unternehmens in den Jnteressenkreis der General Electric als wahrscheinlich; dieses Papier konnte 11 Prozent anziehen. AEG. hatten aber hierunter zu leiden und lagen auf Tauschoperationen gegen Gsiektrische Lieferungen leicht gedrückt. Gesfürel gewannen 2 Prozent, Schuckert 1,5 Prozent und Bergmann 1,75 Prozent. Am Chemiemarkt waren Farben nur geringfügig gebessert. Deutsche Erdöl gewannen 2 Prozent. Aus den schon erwähn- lien Gründen war die Geschäftstätigkeit am Montanmarkt ebenfalls reger, bei durchschnittlichen Besserungen bis zu 2 Prozent. Glanzstoff etwas cäusen-Düddingshausen); 11. Hch. Rübsamen Großen-Duseck); 12. W. Wagner II. (Geils- jaufen). Glücks-Jagdspringen. 1. Preis Karl Erb (Grünberg); 2. Adolf Docker (Weitershain); 3. Wilhelm Krug (Geilshausen). Reiterprüfung, Klasse A. A. Anfänger: 1. Preis D. Pfannmüller (Wettertal); 2. Otto Christ (Düß- eld); 3. Hermann Loh (Lich); 4. Karl Decker (Düßfeld); 5. Walter Weber (Wettertal); 6. W. Bender (Wettertal); 7. Karl Dorn (Düßfeld); 8. Hch. Wilhelm (Düßfeld); 9. August Schneider (Düßfeld). B. Vorgeschrittene: 1. Preis E. Drück- mann (Lich); 2. Deinh. Eifer (Wettertal); 3. Hch. Schmoll (Lich); 4. O. Düchsen- schüh (Lich); 5. W. Diklas (Weitershain); 6. Hch. Decker (Geilshausen); 7. W. Walz (Lich); 8. Konrad Eißner (Wermertshausen- Düddingshausen); 9. Hch. Märle (Lich); 10 Ludwig Walz (Lich); 11. Hilde Schmoll (Lich); 12. Wilhelm Loth (Wermertshausen- Rüddingshausen). Schauvorfahren ländlicher Gespanne im kulschwageo. A. Einspänner: Is-Preis: Heinrich Hofmann (Wettertal); 1b. Otto Christ jun. (Grünberg); 3. Heinrich Kornmann (Wermerts- hausen-Düddingshausen). B. Zweispänner: 1. Preis Deinhold Eiser (Wettertal); 2. Wilhelm Schmidt (Gr.- Duseck); 3. Otto Schmidt (Großen-Duseck); 4. Fritz Es au (Großen-Duseck); 5. Wilhelm R ü b s a m e n (Großen-Duseck). am Samstagnachmittaa unb Sonntagvormittag abgelegt worden war. Die beim Geländeritt zu- rückzulegende Strecke betrug etwa 4 bis 5 Kilometer unb zeigte bie verschiedenartigsten Hindernisse. Besonders heroorzuheben ist die gerade für unsere ländlichen Reiter so wertvolle Fahrer- Prüfung. Zu dem Abteilungs wettbewerb waren die Abteilungen Werrnertshausen-Rüddingshausen (Reitlehrer K. Rocker, Weitershain); Geilshausen (Reitlehrer I. Kloß, Geilshausen); Weiters- Hain (Reitlehrer K. Rocker, We.tersham), Gros', en-Buseck (Reitlehrer W. Pfeiffer, Grohen- Buseck); Lich (Reitlehrer Franz Taboschat, Lich)' Büßfeld (Reitlehrer W. Weihert, Hom- berg); Wettertal (Reitlehrer Heinrich D üringer Ober-Hörgern) und Rieder-Ohmen (Reltlehrer A. Roeder, Rieber-Ohmen) erschienen. Die Vorführungen sämtlicher Abteilungen ftanben auf gu- ter Stufe. Besonders ylänzte bie Abteilung Wei- lershain infolge ber rührigen Tätigkeit ihres bewährten Reitlehrers K. Rocker, Weitershain. Seiner unverdrossenen Arbeit wurde ber uerbiente Lohn durch Zuerkennung des ersten Preises, bestehend aus dem vom Grünberger Reit- und Fahr- verein gestifteten Wanderpokal und ber St. Georg- Plakette, zuteil. Der Wanderpokal ist seit ber Stiftung in Hänben bes Re-itlehrers Rocker. Samt- liche Reitlehrer erhielten Erinnerungsgaben, die teilnehmenden Abteilungen gleiche Erinnerungs- Urkunden. Der Abteilung Großen-Bufeck wurde als Abteilung mit ben meisten Anfängern eine von Landstallmeister a. D. Schorle gestiftete Plakette zegebacht. Einen besonberen Anziehungspunkt bildete, wie im Vorjahre, bas St. Georg-Jaabspringen Klasse A, bas burch 21 Reiter bestritten wurde. Es wurde recht flott gestartet. Ebenso spannend wickelte sich bas anschlteßenbe Glücks-Jagbspringen ab, an dem sich fünf Reiter beteiligten. Alsbann folgte bie Wetterprüfung Klasse A, bie sich in zwei Abteilungen, Anfänger unb Vorgeschrittene, gliederte. Dem Fahr spart waren drei Nummern gewidmet. Ein Schaufahren ländlicher Gespanne im Kut chwagen für Einspänner unb Zweispänner eröffnete diesen Teil des Wettbewerbs. Es erschienen 13 Gespanne, die mit Sachkenntnis vorgefahren wurden unb ben Wert bes Achenbach-Fahrens beutlid) vor Augen führten. Hieran schloß sich em Schausahren außer Konkurrenz an, wobei em Warmblut - Doppelspänner in Landanspannung burch Rittmeister a. D. Frhr. Roe ber von Diersburg in schöner Form vorgefahren wurde. Ihm folgte bie geschickte Vorführung eines Tan- bems durch Gutsbesitzer Hermann Neumeyer, Winnerod, das korrekte Vorfahren eines Kaltblut- Diererzuges im Oekonorniewagen durch Heinrich S ch u b t, Sohn des Gutpächters Philipp »ch^t, Londorf, und ein Einspännervorsahren durch yr. Schlüter, Gießen, der mit seinem prachtvollen 6jährigen Braunschimmel in hervorragendem Gang wohl das beste Pferd des Tages zeigte. Ferner ist die Eignungsprüfung für A r b ei t s - ge spanne im Oekonorniewagen für Doppel,pan- ner zu erwähnen. n _ ... . Gegen 21 Uhr konnte der erste Dorsihende des Dabenauer Vereins, Dlltmeister a. D. Frhr. Doeder von Diersburg die zahlreich erschienene Deitergemeinde begrüßen und allen, die zu dem Gelingen des Turniers beigetragen batten, vor allem den Preisrichtern und Deit- lehrern, herzlichst danken. Insbesondere hob er das unermüdliche und vorbildliche Wirken des Deitlehrers K. Docker (Weitershain) hervor. Seine Worte klangen aus in einem Hoch auf unser Vaterland; die erste Strophe des Deutschlandliedes wurde stehend gesungen. Anschließend sprach Landstallmeister Hertel, auch m Damen des verhinderten Ehrenprotektors Landstallmeister a. D. S ch ö r k e, dessen Grüße und Glückwünsche er überbrachte. Er gedachte des würdigen Verlaufs des Turniers und betonte die großen Verdienste, die sich Dittmeister a. D. Arhr. Doeder von Diersburg (Londorf) und Graf v. D r e d o w (Alsfeld) um die oberhessische Deitervereinsbewegung erworben haben. Mit einem Hoch auf die Deitervereine schloß er ferne eindrucksvolle Dede. Hieraus folgte die P reis- -verteilung. Zahlreiche wertvolle Ehrenpreise waren dem Verein gestiftet worden, u. a. von dem Deichspräsidenten v. Hindenburg ein von ihm eigenhändig unterzeichnetes Dild, das als 1. Siegerpreis Karl Erb (Stangenrod) überreicht wurde. Ergebnisse, vielseittgkettsprüfung. A. Kaltblüter: 1. Preis Wilhelm Wagner I. (Geilshausen). . rc . B. Warmblüter: 1. Preis Adolf Docker (Weitershain): 2. Heinrich Kornmann (Wermertshausen); 3. Wilh. Wagner II., Wirtschaft. Zur kommunalen Anleihepolitik. Die Kommunen sind in ihrer Anleihepolitik seit jeher recht verschieden vorgegangen. Die Kursentwicklung der kommunalen Einzelanleihen gerade in der letzten Zeit zeigt, daß nicht nur die Kurspflege früher ausgegebener Anleihen allgemein ausgenommen werden, sondern auch in prinzipieller Hinsicht eine Deuordnung der kommunalen Anleihepolitik ernsetzen muß, durch die die wünschenswerte Deruhi- gung und Erweiterung des Kapitalmarktes erreicht wird. Gerade die wenig günstigen Aussichten auf eine Besserung des Kapitalmarktes auch im Auslande, soweit seine Inanspruchnahme durch die Kommunen in Frage kommt, verlangen diese Deuordnung in Dichtung einer freiwilligen Zusammenarbeit der Beteiligten, durch die verhütet werden kann, daß das Dorgehen Ciiizelner die Gesamtheit der Kommunen schädigt. Cs sind Fälle bekannt, in denen deutsche Kommunen von sich aus Zinssätze von 11 bis 12 Prozent für länger befristete Auslandkredite angeboten haben, die dazu geführt haben, daß inn Ausland allgemein der ®Iau6e herrscht, Deutschland könne so hohe Zinssätze ohne weiteres bezahlen. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes macht nun in einem beachtenswerten Artikel über Kcchitalmarkt und Inlandanleihen einige Vorschläge, die darauf hinaus- laufen, daß eine freiwillige K ontroll- in st a nz für kommunale Anleiheprojekte geschaffen wird. Präsident Kleiner betrachtet die Kapitallnappheit für Deutschland als eine gegebene Tatsache, an der vorläufig nichts zu ändern ist, und verlangt daher auch von den Kommunen Deschränkung in der Kreditaufnahme auf das unumgänglich notwendige Maß. In dieser Deschränkung liegt die erste Voraussetzung für die Möglichkeit, das Ansehen der Kommunalanleihen überhaupt und gegenüber dem Pfandbrief im Publikum wieder zu heben. Eine bis zu 1 Prozent verzeichnen. In Skcchlwerks- aEti-en und Phönix schritt die Kulisse zu Gewinnmitnahmen, so daß hier kleinere Dückschläge eintraten. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8 Prozent etwas leichter. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.1963, gegen Pfund 20,3600, Paris gegen Kabel 123,82, gegen Mailand 92.80, gegen Madrid 33,20, gegen Holland 12.1030. Berliner Börse. . Derlin, 1. Aug. Für die heutige Börse lagen keine nennenswerten Anregungen vor. Der gestrige -Ultimo war zwar glatt verlausen und auch Deuyork war zum Ultimo fester. Die Goldverluste in England hielten aber an, und auch die Diskonterhöhung der Belgischen Dationalbank hatte überrascht und wieder Zweifel aufkommen lassen hinsichtlich der Londoner Diskontsatznotiz. Aber auch heute hat die Dank von England keine Veränderung ihrer Diskontrate vorgenommen, und dadurch konnte sich der freundliche Grundton der letzten Tage auch heute zu 'Beginn der Dürfe erhalten. Die Kurse waren zwar, da die Umsätze sehr klein sind, nicht ganz so fest, wie man erwartet hatte, für Spezialwerte waren aber doch einige Kauforders eingetroffen, so daß bei diesen Papieren gegen gestern mittag 1- bis 3prozentige Kursgewinne erzielt wurden. Deben Demberg, Deichsbank und Ostwerke, die darüber hinaus bis zu 7 Prozent gesteigert lagen, war die Sensation der heutigen Börse eine Bewegung am Markt der Elektrischen Lieferungen, die auf Brief 16.51 168,39 22,04 111,97 59,28 2,491 112,54 80,96 61,22 12,445 73,15 (inländischer) 22,75 bis 23; Mais (gelb) für 'Futterzwecke 22,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 39,25 bis 42,50; Doggenmehl 31,25 bis 32,25; Weizenkleie 11; Roggenkleie 12,50. Tendenz: leicht befestigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 1. August. Auftrieb: 200 Rin- der, 1219 Kälber, 182 Schafe, 1435 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- unb Saugkälber 73 bis 77 Mark, mittlere Mast- unb Saug« kälber 68 bis 72, geringe Kälber 60 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 59, (Stallmast) 42 bis 49. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 86 bis 90, von etwa 200 bis 240 Pfund 87 bis 91, von etwa 160 bis 200 Pfund 87 bis 91, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 84 bis 88 Mark. — Marktverlauf: . Kälber ruhig, Schafe lebhaft, geräumt. Schweine anfangs rege, zum Schluß stark abflauend, geringer Ueberftanb. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. Die Arbeitsgemeinschaft bieser beiben Werke im Motorrabgefchäft wirkt sich, wie aus bereu Veröffentlichungen heroorgeht, bereits in zum Teil sehr starken Preisverbilligungen aus. Jnsbesonbere bei ben Wanberer-Modellen finb bie Rebuktionen sehr erheblich, wohl beshalb, weil burch bas gänzliche Wegfällen bes gesamten Vertriebs-Apparates auf ber Wanberer-Seite ganz erhebliche Einsparungen möglich finb. Auch bie RSU-Preise profitieren von ben getroffenen Maßnahmen. Der Zweck bes Zusammenschlusses ist also, soweit die Preisbilbung in Frage kommt, bereits glänzend erfüllt. 1344 v Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter dLn Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. Berlin, 31. Suli Amerikanische flöten Belgische flöten Dänische flöten Enalischc flöten | Geld 4,166 58,27 111,45 20,302 Schlub- Kurs 31.7. 109,5 134,5 101,13 160 12 , b . 9 , 6 . 6 Berlin, 31 • Juli_________ Geld Uranksuri a. M. | Berlin Schluß-! i-Ubr Kurs 1 Kure Schlub- fiur6 ilnsang- flut« Datum 31.7. | i.8. 31.7. 1.8. ................. Bergmann.........» Deltr. Lieserungen.....1° Licht und fiiaft......1'1 fiellen 4 Guilleaume.....6 Bes. f. Sielte. Untern.....1° Hamb. Eleltr. Werke .... 1" Rhein. ...............9 Schlei- .............. Siemen» 4 Halile ..... 42 Lahmeyer 4 Co. ..•••• 10 .................5 Deutsche ............6 Essener Steinkohle......8 Gelsenkirchener ... f. % 9- 4 Harvener..........6 Hoesch Eisen.........8 Ilse Bergbau........8 Klöcknermcrke........< flöin-fleueiien........9 Mannesmann........ E Mansselder.........1 Lbersch'.ei. Eisenb. Ledars . . . 6 Lberschles. SloUroede.....6 PhSnir Bergbau......Wi Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstabt . . . s. N Jahr 4V- Riebcck Montan......7,2 Bereinigte Stahlw......0 Olavi Minen.......2 sh «all Aschersleben.....10 Lall Westeregeln......H Kaliwerk Salzdetsurth ... 16 198 228 209,5 137 212 228,5 386 169,5 75,5 114 137,5 146 219 111 122,5 140 104,5 286,5 126,25 112,25 236,5 241 396 197,5 229,5 166 137,5 214 230 116 137,75 122,5 140,25 105,5 113 197,4 228,5 209 136,5 211,5 148,5 184 227,5 383,65 143 169,75 75,5 114,25 136 136,5 146 132 217,5 111,5 128,25 121,75 140,25 87,5 107,25 104.13 285,5 125,75 111,75 64,4 235 241,5 396 197,5 229,5 209,5 214,5 185,75 228,9 384,75 76,25 115,5 138,25 136,75 146,5 152,4 220,5 112,6 129 121,6 140,25 87.5 107,25 105,5 286,9 126,6 138 113 65,13 237,5 398 nranffurt a 971. Berlin Schluß- Kure 1 Ubr- Kurs Schluß. Kurs Ansang. Kur» Datum 31.7. 18. 31 7. 1 8. b% Tl. Reich,anleche o. 1927 . . TI. Anl^WlüI.-Schuld mit Au» 87,35 — 87,5 — los.-Rechicn......... 51 51,15 51 51,13 Teigi. ebne AuLlos.-Rechie . . . 7% Franks. Hqp.-Bl. Golbps. un- 10,15 10,25 10 10,3 kündbar bis 1932....... 41/.% -Rheinische Hyp.-Banl Liqu.- l-oldps............ y C (y. abg. Bortriegi-Obligalion., — • — — — — — rüiüahldar 1932 ....... — —- — — 31. Juli 1. August Amtliche Notierung (tzeld | Bries Amtliche Notierung Geld | Briet 168,11 168,45 168,06 168,40 1,760 1,764 1,759 1,763 58,285 58,405 58,295 58,415 111,74 111,96 111,70 111,92 111,72 111,94 111,68 111,90 112,34 112,56 112,34 112,56 10,532 10,552 10,532 10,552 21,92 21,96 21,92 21,96 20,345 20,385 20,343 20,383 4,1915 4,1995 4,192 4,200 16,42 16,46 16,43 16,47 80,67 80,83 61,31 80,665 80,825 61,21 61,27 61,39 1,943 1,947 1,947 1,951 0,497 0,499 0,498 0,500 59,065 59,185 59,077 59,197 12,407 12,427 12,405 12,425 7,363 7,377 7,363 7,377 73,11 73,25 73,13 73,27 3,032 3,038 3,032 3,038 18,78 18,82 18,78 18,82 81,37 81,53 81,39 81,55 2,000 2,004 2,983 2,987 5,42 5,43 5,42 4,179 5,43 4,187 4,178 4,186 4,126 4,134 4,126 4,134 20,87 20,91 20,87 20,91 Ludw. Loewe . . • .... 10 — — 197,25 200 flat. Automobil . . Cremleln 4 Koppel .....0 —— — 22,5 ES— .....6 — —• 89,75 90,5 Leonhard Tiey . - .....G — — 207 207 Bamag-Meguin . . .....0 — — — — Yranks. Maschinen . . . ... 6 — 53,65 —— .... U —— — — Henligenstaedt . . .....U — — — — .....4 65 — — .....8 —— — — — Mainkrairwerle . . .....8 — — — .... 10 — — 123,5 123,5 Nekarsulmer . . . .....8 —— — — — VeterS Union . . . .....8 —— — — 118 Gebe. Roeder . . . .... 10 — — — — Boiqt 4 Haessner . .....8 220 — 222 222 Südd. Zucker . . . .....8 — — 150 — MM AM «WM. Roman von Edgar Wallace. 42. Fortsetzung Nachdruck verboten. „S)eute bist du auf die ,3agb‘ gegangen," sie drohte ihm mit dem Finger, „und du hast mir kein Wort davon gesagt. Du hast mir gesagt, du wolltest nach Hampstead, bist aber statt dessen nach Chelsea gegangen." „Das wußtest du auch?" ries er verblüfft. „Bleibt denn bei diesem verdamm ... hm ... verwünschten Fall auch nur etwas übrig, das ich allein geschafft, allein fertig bekommen habe?" „Du hast mich doch bekommen," sagte sie schalkhaft. Er drückte krampfhaft ihre Hände. „Diana, ich mutz ernsthaft mit dir sprechen. Es handelt sich —“ „Ich weih schon, was du sagen willst," unterbrach sie ihn. „Du kannst dir alle Mühe sparen. Du kannst keine reiche Frau heiraten, weil du befürchtest, sie wird es später bereuen, oder es dich fühlen lassen, oder du müßtest von ihrem Gelde leben. Diel lieber würdest du ein armes Mädchen heiraten und — sie mit deinem Gelde ernähren, wenn sie sich einer derartigen Un- würdigkeit äussehen würde." Scherz und Gelächter sprach aus ihren Augen, die sie auf ihn geheftet hatte. „Larry!" Sie schüttelte feine Hände mit beredsamer Ungeduld. „Aber es macht doch einen Unterschied. Das mußt du mir doch zugeben?" „Dicht für mich, Larry," erwiderte sie. „Uebri- gens hat das ja auch gar nichts dabei zu sagen." Sie ließ seine Hände fallen und ging an ihren Schreibtisch zurück. „Du hast ja versprochen." „Versprochen? Was habe ich denn versprochen?" „Da hort doch aber alles auf," neckte sie ihn. „Du hast mir feierlich versprochen, daß nichts, was auch immer passieren möge, wie auch der Ausgang des Falles Stuart sein möge, daß nichts, hörst du, daß nichts unsere Heirat verhindern könne. „Wußtest du denn das alles," fragte er erstaunt, „h während er sortierte, las und vernichtete, pfiff er nachdenklich eine kleine Melodie vor sich hin. Aus einem der Schubfächer seines Schreibtisches zog er noch ein anderes, gebundenes Manuskript hervor, durchblätterte müßig die Seiten, vertiefte sich hier und da in den Inhalt des Werkes. „Das ist wirklich ausgezeichnet," sagte er nicht einmal, nein, viele Male. John Dearborn war ein enthusiastischer Bewunderer des Genies von John Dearborn. Endlich, widerstrebend, schloß er den Manuskriptband und legte ihn mit besonderer Sorgfalt in die Tasche. Mit Ausnahme des kleinen, alten Mannes, der den Portier spielte und die Räume sauber hielt, und der alten Köchin, die träumend in der Küche saß, war das ganze Haus leer. Die Hausierer hatten ihr Tagewerk noch nicht beendigt, und es würde noch geraume Feit vergehen, bis einer nach dem anderen die Zufluchtsstätte des Heims erreichte. Endlich war er mit Aufräumen und Packen fertig und suchte nun in seinen Brusttaschen nach einem Brief, den er für sein Vorhaben benötigte. Es war eine kurze, handschriftlich geschriebene Mitteilung, die er von Larry Holt am Tage nach dessen erstem Besuche in Todds Heim erhalten hatte. Er ergriff die Feder und malte, mit einem Auge auf der Vorlage, eines der Worte, die er aus dem Briefe herausgegriffen hatte. Dann verglich er sorgfältig die Kopie mit dem Original. Schließlich nahm er aus der offenen Schreibmappe auf seinem Tisch einen Briefbogen mit Aufdruck und begann langsam und mühselig zu schreiben — und die ganze Zeit pfiff er leise seine fröhliche, kleine Melodie. Endlich hatte er sein Schreiben beendigt, nahm einen Briefumschlag und adressierte diesen: und als er ihn abgelöscht und versiegelt hatte, steckte er ihn in seine Tasche, schloß die Schreibmappe und legte sie auf den Boden neben die Handtasche. Dun schloß er einen Wandschrank auf und nahm verschiedene Kleidungsgegenstände heraus, die er über die Stuhllehne legte. Wer jetzt sang er in sanftem diminuendo, aber in augenscheinlicher Befriedigung eines der „Indianischen Liebeslieder". Er legte seine düstere, priesterliche Kleidung ab, ebenso die weihe Halsbinde des Geistlichen, und begann sich umzuziehen. In seinem eleganten Anzuge hatte er oas Aussehen eines gut situierten, verwöhnten Müßiggängers: er hing die Priesterkleidung in den Wandschrank, verschloß diesen und setzte sich vor seinen Schreibtisch, stützte das Haupt in die Hände und versank in tiefes Grübeln. Halb mechanisch hatte er sich umgezogen und kämpfte vergebens gegen ein bedrückendes Gefühl von Llnzufriedenheit. Alle Ausgänge waren bewacht: die Geheimtür im Schlafsaal, der Weg über das Dach hinweg, der Weg durch den Kesselraum. „Ich bin ja wahnsinnig," sagte er aufstehend. Er blickte auf die Handtasche und Schreibmappe hinunter, und Bedauern sprach aus seinem Blick. Langsam legte er den Rock ab und begann sich von neuem auszuziehen. Diesmal ging er aber nicht an den Wandschrank, sondern zu einer langen, schwarzen Truhe, die unterhalb des Fensters stand, und entnahm ihr verschiedene Sachen, die er mit offensichtlichem Mißvergnügen betrachtete. „Ein jämmerlicher Clown!" sagte er verachtungsvoll zu sich selbst. Aber cs blieb ihm nichts anderes übrig. Der blinde Jake konnte seinen Weg durch den Unter* grundkanal finden. Er hatte die scharfen Instinkte des Blinden, konnte sich wie eine Katze an den Posten vorbeischleichen, konnte sich durch enge Höhlungen hindurchzwängen, die für einen so riesigen Körper wie den seinen kaum passierbar erschienen. Und wieder zog sich John Dearborn xin, nahm einen Leinwandsack aus der Truhe und legte ihn auf den Tisch. Er schüttete den Inhalt der ledernen Handtasche in den Sack, ging nach dem Vorderzimmer des Heims und blickte vorsichtig auf die Straße hinaus. Zwei Schutzleute bewachten, wie er genau wußte, den Eingang zu dieser Sackgasse. Diemand außer ihm selbst benutzte das Vorderzimmer, in dem er alte Möbel. Rechnungsbücher und allerlei Gerümpel aufbewahrte. Aber es hatte den Vorteil einer Tür. die nur wenige Schritte von dem Haupteingang entfernt lag. John Dearborn legte den Sack neben die Tür. ging hinaus und verschloß sorgfältig das Zimmer, bevor er nach feinem Arbeitsraum zurückging und sich dort einschloß. Vielleicht zehn Minuten sah er wartend dort, bis sich ein leises Klopfen an der Türfüllung hören lieh. Geräuschlos schlich er an die Tür und öffnete sie, gerade weit genug, um seinen Besucher hineinschlüpfen zu lassen. Es war der blinde Jake, sein Gesicht war verzerrt und geschwollen, wie Stränge lagen die blauen Adern auf feiner breiten Stirn. „Ich bin grade erst gekommen, Herr," keuchte er atemlos. (Fortsetzung folgt.) 1300 aUein.n Deutschland 1 und am Kunde» besorgende I D'e^no^.Mot^de.^^ M Neue P. D-e‘9»n9 „ 100«« del9'" iOO^W'300 200 ‘’ei£:uBd 30 htt-j i 1 f a './fr'V-X Iw Strumpfwerbetage aufaneSfrum^fwa^ 10“/, Ich veranstalte diese Tage, um meiner werten Kundschaft immer und immer wieder zu zeigen, daß sie bei mir nur Qualitätswaren zu niedrigen Preisen bekommtI Spezial- Geschäft M. 6. 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Familien- Ausflug nach der Hardt. Daselbst grostes PreiSschlesteu, Kinderspiele und Brezelverteilung. Abmarsch um 15 Uhr von der Lahnbrllcke. Um regeBeteiltgung wird gebeten. (M5ID Der Vorstand. Freitag, ö. 2. August: Pllichtversammlung in der [e«?D „Stadt Mainz". «cfcer tttFM äanAt stiTiQn trouoTiJröu riäon / Am 17. Mai 1929 wurden unsere neuen Fabrikanlagen, die mit allen modernen Einrichtungen der Technik und Hygiene ausgestattet sind und In ihren imponierenden Ausmaßen nach allgemeiner Ansicht einen neuen Schmuck des tausendjährigen Nordhausen bilden, In Betrieb genommen. — Den Verbrauchern, die aus allen Teilen Deutschlands gekommen waren, um das neue Heim und die Herstellung des echten HANEW ACKER aus eigener Anschauung kenneozulernen, den Vertretern der Reichs-, Staats- und Stadtbehörden und der wirtschaftlichen Verbände, kurz allen denen, die uns durch ihre Anwesenheit und GlUckwllnsche ehrten, und auch den vielen Freunden, die aus der Ferne im Geiste an unserer Eröffnungs- und Einweihungsfeier teilnahmen, danken wir herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr freundliches Interesse. Echter HANEWACKER der berühmte Nordhäuser Kautabak wird auch In Zukunft bleiben was er Immer war: „ein hervorragenderGenußvon anregenderWirkung“ Q. A. HANEWACKER G. m. b. H. 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