Nr. 101 Erstes Blatt 179. Jahrgang Mittwoch, 1. Mai 1929 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Bezugspreis fiir2wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter« scheinen cinzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntS und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Ztelndnickerei R. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biehen. Ausschreitungen!. Es ist nicht eine Errungenschaft der jüngsten Zeit, daß die Volksmengen künstlerische Darbietungen zum Anlaß nehmen, um ihren politischen Empfindungen Ausdruck zu verleihen. Wenn man will, bilden sogar künstlerische, insbesondere zirzensische Veranstaltungen den historischen Ausgangspunkt für politische Parteiungen und ihre Betätigung: im alten Byzanz waren die Parteien der Blauen und der Grünen ursprünglich die Anhänger bestimmter Rennmannschaften bei den berühmten Wagenrennen. Aber eine solche historische Betrachtungsweise tröstet nicht darüber hinweg, daß es uns in der Aera des Döl- kerbundes, des internationalen Verkehrs und der Berständigungsbemühungen ungeheuerlich erscheinen muß, wenn man künstlerische Bestrebungen unter dem Gesichtswinkel ihrer mehr oder weniger nationalen Beziehungen mit groben Ausschreitungen beantwortet. Das ist in den letzten Tagen in zwei besonders krassen Fällen geschehen. , Der eine hat sich in Belgien, m Charlc- to., abgespielt, wo ein großer Wanderzirkus mit dem verdächtigen Ramen Gleich, der schon wochenlang in Belgien herumreist, seine Zelte ausschlug. Irgendjemand hat behauptet, der deutsche Besitzer dieses Zirkus sei früher Offizier und Kommandant eines Dcportierten-Lagers mit belgischen Insassen gewesen; daraufhin demonstrierten größere Gruppen der Bevölkerung, mißhandelten Zirkusbcsucher und warfen Steine, durch die zwei der Artisten, eine Französin und ein Amerikaner verletzt wurderu Das Unternehmen brach seine Zelte ab und übersiedelte sofort nach der vermutlich gastlicheren französischen Hauptstadt. Ob an der Behauptung etwas ist, die bei dem Vorfall zugrunde lag, ob der Zir- kusbesiher überhaupt Deutscher ist, vermögen wir im Augenblick nicht festzustellen; aber wie dem auch sei, ist es ein Zeugnis des Unver- stands und der Kulturlosigkeit, ein derartiges Unternehmen irgendwelche politischen Rankünen entgelten zu lassen. Der zweite Fall hat sich leider auf deutschem Boden zugetragen. Im Oppelner Stadttheater gastierte eine polnische Schauspielertruppe, deren Vorstellung durch Zwischenrufe und Stinkbomben unterbrochen, deren Mitwirkende trotz aller Bemühungen der Polizei um ihre Sicherheit auf der Straße mißhandelt worden sind. Das Ergebnis war, daß die deutsche Theatcrgemeinde in Kattowih. also auf der polnischen Seite der Grenze, wo sie bisher im* gestört ihre Vorstellungen abhalten konnte, als Protest gegen das völlig unverständliche Verhalten der Rowdies von Oppeln zunächst eine Vorstellung ausließ und daß die polnischen Behörden, die natürlich im Kampfe gegen die deutschen Interessen in den Abtretungsgebieten jedes Mittel mit Vergnügen benutzen, einen ganz vortrefflichen Vorwand geliefert bekommen haben, um kulturelle Bestrebungen des Deutschtums in Oberschlesien zu behindern. Es handelt sich hier um ein Grenzlan d, dessen Verhältnisse nur erträglich gestaltet werden können, wenn man beiderseits Toleranz und Einsicht übt; und es ist frevelhaft, wichtige deutsche Interessen, besonders die Interessen der unter fremder Oberhoheit stehender Deutschen aufs Spiel zu sehen, indem man einseitigen chauvinistischen Empfindungen freien Lauf läßt. Sicherlich sind das nicht die Empfindungen der ganzen Bevölkerung oder auch nur ihrer Mehrheit; sicherlich sind viele unerfreuliche Vorgänge auf polnischer Seite für die Gereiztheit der Stimmung mit verantwortlich; aber all das rechtfertigt so wenig derartige rohe ünd geschmacklose Dummejungenstreiche, wie es gerechtfertigt ist, wenn aufgehehte Belgier die Mitglieder eines Wanderzirkus mit Steinen bombardieren. Beides gehört in die gleiche Rubrik: in die einer verantwortungslosen, nur auf egoistische oder Parteünkercssen gerichteten Agitation, die nur bei denen Boden finden kann, denen jeder Sinn für Selbstdisziplin, jedes Verantwortungsgefühl und jede Rücksicht auf das nationale Gesamtwohl abgeht. Jeder vernünftige Mensch jeder Rationalität und Parteistellung muß das verurteilen! Oie Vorfälle in Oppeln. Eine Ausschreitung Jugendlicher. O p p e l n, 30. April. (WTB.) In der Svielzeit 1928/29 sind in den Städten Beuthcn, (9 (c h w i tz und Hindenburg durch Mitglieder des polnischen Kattowitzcr Theaters 14 Theateraufsüh- rungen veranstaltet worden. Keine dieser Aufführungen ist in irgendwelcher Weise durch die deutsche Bevölkerung gestört oder auch nur im mindesten beeinträchtigt worden. Dies mag als Beweis dafür dienen, daß die deutsche Bevölkerung in Oberschle sien an dem Auftreten polnischer Künstler in dem deutschen Teil des Abstimmungsgebietes keinerlei Anstoß nimmt. Die Vorfälle in Oppeln stellen sich als bedauerliche Ausschreitung jugendlicher Elemente dar. Die polizeilichen Ermittlungen sowie die übereinstimmenden Berichte der Tageszeitungen weisen ausdrücklich darauf hin, daß die auf den Straßen angesaminelte Menschenmenge in keiner Weise die Absicht erkennen ließ, irgendwie störend in die Veranstaltung einzugreifen oder gar gegen die polnischen Künstler vor- -ugehen. Lediglich am Bahnhof haben sich junge Leute von 1 5 bi s 20 Jahren von den übrigen losgelöst und sind in unverantwortlicher Weise als Störenfriede ausgetreten. Die deutsche Presse verurteilt ganz allgemein dieses Vorgehen und fordert mit Recht Bestrafung. Die von den zu- Amerika und die Abrüstungskonferenz. Oer Weg der Angelsachsen. Der amerikanische Vertreter Gibson hat durch die Erklärung zur Landabrüstung, die er als Vertrauensmann Hoovers in Genf abgab, die Kreise der deutschen Politik heftig g e st ö r t. Die deutsche Diplomatie hatte sich offenbar vollkommen darauf eingerichtet, daß fie ©eite an Seite mit den Amerikanern fechten würde, und muß jetzt plötzlich die Feststellung machen, daß ihr die Flankendeckung fehlt, so daß sie eigentlich mit den Russen allein auf weiter Flur steht. Trotzdem war es vielleicht nicht ganz unmöglich, die Richtung, die Amerika in Genf »einschlagen würde, voraus zu berechnen, da sie natürlich nicht nach ideellen Abrüstungszielen orientiert ist, sondern sich aufbaut auf handfesten Machterwägungen. Amerika ist einer der wenigen Staaten, die es mit der Abrüstung ernstlich meinen. Weshalb? Run, sehr einfach. Der nordamerikanische Kontinent ist in sich so abgeschlossen, daß er praktisch unangreifbar ist. Was soll den Vereinigten Staaten bei einem Kriege geschehen? Sie sind mit Rohstoffen versorgt, sie sind mit Geld mehr als reich einge- dcckt, und wenn ihnen die Verbindungen zu ihren überseeischen Absatzmärkten abgeschnitten werden, so ist das unbequem, trifft aber kein lebenswichtiges Organ. Sollten die Vereinigten Staaten jemals zu einem Kriege kommen, dann können sie es darauf ankommen lassen, abzuwarten, bis der Gegner sich totgelaufen hat. In dieser glücklichen Lage ist kein anderer Staat. Die Japaner haben sich eine Flottenrüstung aufgezwungen, die für ihre schwachen Füße viel zu schwer ist. Sie müssen früher oder später daran zusammenbrechen. Das englische Weltreich kann die gewaltige Rüstung tragen, braucht sie aber auch, um seine empfindlichste Stelle, den Verkehr unter den einzelnen Teilen aufrecht zu erhalten. Landabrüstung ist für die Vereinigten Staaten von untergeordneter Bedeutung. Sie haben in Kontinenten denken gelernt. Die Streitigkeiten der europäischen Staaten untereinander interessieren sie weniger, und wer die stärkste Landarmee besitzt, darüber beunruhigen sie sich weiter nicht, solange ihr Handel nicht darunter leidet. Dagegen liegen zu Wasser die Dinge bei ihnen anders. Deswegen ist ihre ganze QIb= rüstungspolitik maritim bedingt. Sie wollen den englischen und den japanischen Wettbewerber ausschalten. Das gelingt ihnen am besten, wenn sie einer kriegerischen Entscheidung aus dem Wege gehen, weil bann der Augenblick kommt, wo den Konkurrenten der finanzielle Atem ausgeht. Herr Hoover sieht also die Dinge offenbar so, daß er nur abzuwarten braucht, bis den Vereinigten Staaten die Weltherrschaft in den Schoß fällt. Gr will dann die Engländer als Juniorpartner in fein Geschäft einladen, als Ausfluß des angelsächsischen Gedankens. Aber schließlich weiß auch England, daß es bann bestenfalls eine amerikanische Filiale ist, daß jedenfalls die Tage des englischen Weltreiches gezählt sind, und in dem Augenblick ist es mit Englands Geltung überhaupt zu Ende, weil die britische Insel lebensunfähig ist, sobald ihr die Kolonien und die Dominions genommen werden. Eine zwangsläufige Entwicklung, die seit dem Kriege unvermeidlich ist, die wir vielleicht noch erleben und die dann ein Stück ausgleichender Gerechtigkeit ist für die Rolle, die England im Kriege gespielt hat. Oer Bruch des Versailler Vertrags. Zieht Deutschland die Folgerungen? London, 30. April. (2BIB.) Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt: In britischen amtlichen Kreisen werden die Aussichten einer baldigen Seeabrüstungskonferenz, die eventuell im herbst abgehalten werden könnte, mit großem Optimismus betrachtet, was die amerikanisch-britische Zustimmung zu dem französischen Standpunkt in der Frage der a u s g e b i l d e t e n Reserven betrifft, so ist man sich klar, daß Großbritannien sich nicht in "ber gleichen Lage befindet wie die Vereinigten Staaten. Letztere können es sich leisten, verhältnismäßig gleichgültig gegenüber dem Umfang der europäischen Heere zu bleiben. Großbritannien hat im Locarnopakt eine hypothetische militärische Verantwortlichkeit übernommen, die naturgemäß von der verhältnismäßigen Stärke der Heere Deutschlands, Frankreichs, Italiens und Belgien» beeinflußt wird. Ueberdies besteht die Gefahr, daß Deutschland die von den vereinigten Staaten und Großbritannien gemachten Zugeständnisse benutzen wird, um das Recht für sich zu beanspruchen, zur militärischen Dienstpslicht zurückzukehren. 3n der Präambel der Abrüstungsbestimmungen des Versailler Vertrages waren die Deutschland auserlegten Beschränkungen hinsichtlich der Abschaffung der Dienstpflicht als erster Schritt zur allgemeinen Abrüstung bezeichnet. Berlin selbst wird sicherlich nicht unterlassen, wenn die Gelegenheit sich bietet, den Standpunkt zu vertreten, daß die Beibehaltung der Dienstpslicht durch den Nachbarn einen moralischen, wenn nicht legalen, Bruch dieser Verpflichtung bedeutet. Da die Mehrheitsbeschlüsse der vorbereitenden Kommission nicht bindend für die Mitglieder einer eventuellen Plenar- konferen; sind, kann Deutschland sich seine Haltung in dieser Frage vorbehalten, bis die vollkonseren; tatsächlich Zusammentritt. Heuer Vesatzungsskandal im Saargebiet. Oer interalliierte „Dahnschuh" überfällt wehrlose Krauen. Saarbrücken, 30.April. (WB.) 3m Saarbrücker Stabfroalb in der Nähe der ehemaligen Schiehstände ist es am Sonntagabend zu einem neuen Zwischenfall durch Angehörige des interalliierten Bahnschuhes gekommen. Nach einer Meldung der „Volkssiimme" wurde die Frau eines Bergmanns aus Herrensohr von vier belgischen Soldaten überfallen und zu Boden geworfen. Die auf ihre Hilferufe herbeieilenden Begleiter der Frau wurden von den Soldaten mit der blanken Waffe empfangen und mit schweren Verletzungen zur Flucht gezwungen. Darauf haben sich die Soldaten in der schwersten weise an der Frau vergangen. Die deutschen Behörden sind mit der Aufklärung des Falles beschäftigt. Der achtzehn 3ahre alte Sohn der in Begleitung der Frau befindlichen Familie schildert den Hergang wie folgt: „Aus dem Heimweg von Schöneken, dem lothringischen Grenzdorf, kamen wir kur; nach neun Ahr abends an einer dichten Schonung in der Nähe der früheren Schiehstände vorbei, die jetzt von den Soldaten des interalliierten Bahnschuhkommandos benutzt werden. Mein Vater und ich gingen etwa hundert Schritte vor, als die zurückgebliebenen Frauen plötzlich um Hilfe riesen. Meine Mutter kam schreiend auf uns zugelaufen, während die befreundete Frau von vier bel- s gischen Soldaten in das Tcmnendickicht geschleift und zu Boden gerissen wurde, wir . sahen noch, wie einer der Belgier die Uebersallene j auf der Erde sesthielt. Die übrigen Soldaten kamen | uns jedoch mit gezogenem Seitengewehr l entgegen. 3n dem Augenblick, als ich flüchten wollte, i erhielt ich zwei Schläge über den Hinterkopf und I bald darauf einen dritten Schlag gegen die rechte Schläfe. Blutüberströmt brach ich bewußtlos zusammen. wie ich später erfahren habe, sind die belgischen Soldaten über meinen Vater hergesallen, der einen Baumast ergriffen hatte. Auch ihn haben sie in unmenschlichster weise geschlagen. Meine Muller schasste uns mühsam zu einem Arzt." Die überfallene Frau kam am Sonntagabend gegen zehn Uhr nach Alt-Saarbrücken, wo sie aus dem Ludwigsplah lauf jammernd nach ärztlicher Hilfe verlangte. Die Ueber- , fallene war gänzlich fassungslos und konnte nur unzusammenhängend Auskunft geben. Ein kraftfahr- zeugsührer brachte sie in einem Lastwagen zu einem Arzt. — Diese neue Schandtat durch Angehörige der sich im Saargebiet vollkommen zwecklos aufhaltenden interalliierten Sodateska hat mit aller Deutlichkeit aufs neue gezeigt, daß es allerhöchste ' Zeit wird, das Saargebicf von diesen seinen „Beschützern" zu befreien. Optimismus in Paris. Or.Schacht soll zwischen dem Oawesplan und einem Projekt Owen Youngs wählen Paris, l.Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Mor- genpresse und auch die Agentur havas wollen Anzeichen dafür entdeckt haben, daß sich die Stimmung innerhalb der Reparationskonferenz gebessert habe, havas hebt hervor, man scheine zu hoffen, daß die deutschen Sachverständigen nach der Rückkehr des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht doch der endgültigen Lösung zustimmen werden, die der Sachverständigenausschuß den verantwortlichen Regierungen empfehlen zu müssen glaube. Selbst in dem Falle, daß die deutsche Gruppe sich n i ch t o h n e v o r behalt e dem Plane Owen D. Youngs anschließen zu können glaube, lasse sich annehmen, daß der von den Sachverständigen aufgeftetlte Plan als Diskussionsgrundlage für die späteren Beschlüsse derRegierungen dienen werde. „Malin" gibt die Ansicht eines ungenannten unabhängigen Sachverständigen — offenbar eines der i französischen Delegierten — wieder, der sich wie ; folgt äußerte: Man darf nicht aus dem Auge verlieren, daß aus den Arbeiten der Sachverständigen aus alle Fälle ein neuer Plan her- vorgehen muh und dies wird der Plan Youngs fein. Die Vertreter Deutschlands werden zwischen dem Dawesplan und dem Plane Owen D. Youngs zu wählen haben, wenn Dr. Schacht unbedingt wert daraus legt, daß in dem Dokument, dessen Abfassung gegenwärtig der Vollendung entgegensieht, ihm besonders wichtig erscheinende Bemerkungen erwähnt werden, so wird er nicht die Gelegenheit verpassen dürfen» die sich ihm bietet, wenn er zum letzten Male nach Paris zprückkehrf. Zum Schluß erklärt der vom „Malin" befragte Sachverständige noch, er werde nicht erstaunt fein, wenn Dr. Schacht bei seiner Rückkehr e i n e D u r ch - schnittsannuität von zwei Milliarden anstatt von 1650 Millionen anbieten sollte. Seltsamer weise sprechen sämtliche Pariser Blätter einmütig und unter Anführung der gleichen Argumente davon, daß die deutsche Delegation letzten Endes zwischen einem Plan Owen D. Youngs und dem Dawesplan zu wählen haben werde. „3ournal“ berichtet über eine wichtige Unterredung, die der französische Delegierte Ouesnay mit dem amerikanischen Delegierten Lamont gehabt haben soll. Bei dieser Unterredung habe man die Möglichkeit ins Auge gefaßt, den Gewinn, den die Bank für internationale Zahlungen eventuell abwerfen werde, vom 10. 3ahre an für dieZahlungen felbft z u verwenden. Bis zum 10.3ahre würde dieser Gewinn zurückgestellt werden. vom 10.3ahre ab werde aber Deutschland einen Teil seines Gewinnanteiles für die Reparationszahlungen verwenden können, während die Gewinnanteile der Gläubiger weiter in Reserve gehalten werden würden, um zur Zahlung der letzten Annuitäten der Kriegsschulden nach dem 37. 3ahre zu dienen. Dieser Modus sei jedoch nur möglich, wenn Deutschland die von den Gläubigern festgesetzten Zahlen annähme. ständigen Stellen eingeleiteten Ermittlungsmaß- nahmen werden hoffentlich die Schuldigen zur geregten Sühne vor den Richter bringen. Deutschfeindliche Kundgebung Warschauer Studenten. Warschau, 1. Mai. (TU.) In Warschau hat am Dienstagabend eine gegen Deutschland gerichtete studentische Kundgebung stattgesundcn, an der sich über 300 polnische Hochschüler beteiligten. Sie veranstalteten einen Zug durch die Straßen, fangen das bekannte Schmählied gegen Deutschland und führten Plakate mit sich mit der Aufschrift „Schmach über die Kulturbanditen in Oppeln. Wir fordern Bestrafung der deutschen Schurken. Die Deutschen sollen uns nicht mehr ins Gesicht spucken." Die Studenten versuchten, vor das deutsche Ge - sandtschaftsgebäude zu ziehen, wurden jedoch von der Polizei daran gehindert. Zu Zusammenstößen oder anderen Zwischenfällen scheint es nicht gekommen zu fein. 35 Billionen Mhriiberweisung der Reichspost Keine Gebührenerhöhung. Berlin, 1. Mai. (DDZ.) Die Mehrüber. Weisung von 35 Millionen Mark an das Reich, die der Derwaltungsrat der Reichspost beschlossen hat, soll zum Teil durch Ueberschüsse des Jahres 1928, zum Teil aus stärkeren Gebühreneingängen des Jahres 1929 gedeckt werden. Die Ileberschüsse aus 1928 betragen 10 Millionen. Die Po st gebühren sollen 8 Millionen mehr erbringen, die Zinsen aus Postscheckgeldern eine, die Fernsprechgebühren vier und die Rundfunkgebühren zwei Millionen mehr. Die übrigen zehn Millionen sollen durch Ersparnisse der Reichspost an ihren Ausgaben hereingebracht werden. In einer Entschließung brachte der Ver- waltungSrat zum Ausdruck, daß die Mehrüber- weisung der 35 Millionen nur eine einmalige Rot Maßnahme für 1929 zugunsten des Reiches fein solle. Gegen die Mehrüberweisung sprachen sich die Vertreter bet Deutsch- nationalen und derjenige der Kommunisten aus, obwohl der Reichspostminister aufs energischste betonte, daß eine Postgebührenerhöhung unter keinen Umständen in Frage komme. Sie sozialpolitische Debatte im Reichstag. Arbeitslosigkeit und Wohnungswirtschast. 'Berlin, 30. April. (V.D. Z.) Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums wird fortgesetzt beim Kapitel „Arbeitslosenversicherung und Arbeitsvermittlung". Abg. Grahmann (Soz.) erklärt, gegen die Arbeitslosenversicherung sei namentlich auf dem Lande eine künstliche Pressehetze eingeleitet worden, die den Tatsachen nicht gerecht werde. Die Sozialdemokratie sei durchaus bereit, an der Ab- stettung der wirklich bestehenden Mißstände mit* zuarberten. Bei den Klagen über solche Mißstände werde aber mit maßlosen Llebertreibun- gen gearbeitet. Die Klagen aus dem Braunroh- lenreoier über Arbeitsscheu der Llnterstühten erscheinen in einem anderen Licht, wenn man weiß, daß von diesen schlechtgekleideten Leuten bei strengem Winter Arbeit im Freien für 2,80 bis 3 Mk. Tagelohn verlangt wurde. Die Klagen aus der Landwirtschaft halten auch selten einer Nachprüfung stand. Alle diese Klagen begründen nicht die Notwendigkeit einer Reform des Gesetzes, die in Wirklichkeit einen Abbau bedeuten würde. Wir wollen die Selbstverwaltung der Arbeitslosenversicherung und ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit von der Reichskasse selbst um den Preis einer vorübergehenden Beitragserhöhung aufrechterhalten. Wenn von den Forderungen der „Wirtschaft" gesprochen wird, so vergißt man immer, daß der wichtigste Bestandteil dieser Wirtschaft die Arbeitnehmerschaft ist. Diese kapitalistische Wirtschaft wird mit so wenig Vernunft geführt, daß die große -Zahl der Arbeitslosen ihre natürliche Begleiterscheinung ist. Abg. Mönke (Sn.) weist darauf hin, daß die Dauern von den Erwerbslosen geradezu als Feinde angesehen würden, weil sie ihnen Arbeit anbieten und sie in dem ruhigen Bezug der Unterstützung stören. Die Saisonarbeiter bezögen eine viel höhere Unterstützung als die Landarbeiter im Winter an Lohn. Der Redner erklärt, die Rentabilität der Landwirtschaft sei die beste Erwerbslosenfürsorge. Abg. Lemmer (Dem.) weist auf die großen Gefahren einer dauernd großen Arbeitslosigkeit hin. Die schwierige Finanzlage der Arbeitslosenversicherung werde auch bei Behebung aller Mißstände nicht beseitigt werden können. In besonderen Notzeiten mühten eben das Reich und die Gesamtheit besondere Mittel zur Verfügung stellen. Entschieden wendet sich der Redner gegen eine Erhöhung des Kontingents der polnischen Landarbeiter, die ausschließlich dem Großgrundbesitz zugute käme. Es sei im übrigen nicht zu vereinbaren, einerseits in demagogischem Radaupatriotismus Ostmarkenkundgebungen gegen Polen zu veranstalten und andererseits immer neue polnische Arbeiter in die menschenarme deutsche Ostmark hineinzuziehen. Zum nächsten Kapitel „Tvohnungs- und Siedlungswefen" erklärt Abg. Lipinski (Soz.), die Statistik habe ergeben, daß in Deutschland 600 000 Familien ohne eigene Wohnung sind, über 900 000 Familien in überfüllten Wohnungen Hausen und 300 000 Wohnungen eigentlich schon unbewohnbar sind. Das im Ministerium von einer Kommission ausgearbeitete He i m st ä t t e ng e se tz sei au begrüßen. Das darin vorgesehene Vorkaufsrecht der Gemeinden für Grundstücke sei schon in verschiedenen Ländern, beispielsweise in Sachsen, durchgeführt. Abg. D o m s ch (Sn.) verlangt eine Gestaltung der Siedlung in der Weise, daß vor allem die geschaffenen Siedlungen unbedingt lebensfähig ausgestaltet werden. Dazu gehöre aber vor allem die Sicherung der Rentabilität derLand- wirtschaft. Abg. Winnefeld (D. Dp.) hält eine weitere Lockerung der Wohnunas- zwangsgesetzgebung für notwendig. Vor dem Ablauf der Zwangsgesehgebung sollte die Regierung gewissenhaft prüfen, wieweit ihre Aufrechterhaltung erforderlich ist. Neuerdings mache sich ein schamloser Wucher bei der Vermietung der Neubauwohnungen breit: dennoch sei die Volkspartei nicht für den sozialdemokratischen Antrag zu haben, der auch für die Neubauwohnungen die Zwangsgesehgebung in Kraft treten lassen will. Sagegen sei eine gesetzliche Lleberwachung der Baugenossenschaften notwendig. Oefsent- liche Mittel dürften nicht ohne genaue Kontrolle ihrer Verwendung solchen Genossenschaften gegeben werden. Abg. Frau Hertwig-Bünger (D. Dp.) wünscht stärkere Unterstützung der kinderreichen Familien zum Bau von Eigenheimen. Abg. Bull (D.) wendet sich gegen eine weitere Lockerung des Mieterschutzes. Der Wohnungsbau sei ohne öffentliche Mittel auf absehbare Zeit nicht möglich. Abg. Wilkens (Z.) verlangt Siedlungspolitik auf weite Sicht, besonders für den deutschen Osten. Wünschenswert sei eine größere Regelmäßigkeit in der Bereitstellung von Abg. Dr. 2 5 r i s s e n (WP.) begründet die Interpellation der Wirtschaftspartei, die sich gegen die „Reichsrichtlinien für das Wohnungswesen" richtet und eine genaue Aufstellung verlangt über den Verbleib der aus öffentlichen Mitteln bisher bereitgestellten Darlehen und Zuschüsse. Reichsarbeitsminister Wissell erklärt, bei der heutigen Wirtschafts- und Wohnungsmarktlage halte die Regierung einen Abbau der Wohnungszwangswirtschaft nicht für angängig. Abg. Hölle in (Komm.) beantragt um s/46 Abbruch der Sitzung, da der größte Teil der Kommunisten heute anderweitig in Anspruch genommen sei. Er bezweifelt gleichzeitig die Beschlußfähigkeit des Hauses. Mit den Kommunisten unterstützen die Mitglieder der Wirtschaftspartei den Antrag. Präsident Löbe stellt die Beschlußunfähig- leit des Hauses fest und vertagt die Weiterberatung auf Donnerstag, den 2. Mai, 2 älhr nachmittags. Großzügige Lustfahripläne der Reichspost. Die Reichspost will eigene Auslandlinien einrichtcn. — Gegen ein Monopol der Lufthansa. Derlin, 30. QtoriL (D.D. Z.) 3m Berwal- tungSrat der Reichspost regte Abg. D r u h n (Dnl.) an, das an die Mitglieder des Derwal- tungsrates gerichtete Telegramm des Reichs- verbandes d e r D e u t s ch e n L u s t f a h r t- Industrie in absehbarer Zeit zu besprechen. Dieses Telegramm führt u. a. aus: „Neben anderen notwendigen Maßnahmen sehen wir als eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Gesundung und den wirtschaftlichen Aufbau des mitteleuropäischen Verkehrs eine {tariere Interessennahme der Reichspostverwaltung an dem von Deutschland nach den Zentren des umliegenden Auslandes führenden Reichsluftliniennetzes an. Eine solche Llmorgani- fation halten wir bei voller Wahrung der Rechte und Pflichten des Reichsverkehrsministeriums als Zentralaufsichtsbehörde für die deutsche Luftfahrt baldigst für notwendig." Llnterzeichnet ist das Telegramm vom Reichsverband der Deutschen Luftfahrtindustrie uyd von der Gemeinschaft der Deutschen Flugzeug- und Motorenindustriellen. 3n der sich anknüpfenden Aussprache machte Reichspostminister Dr. Schätze! aufsehenerregende Mitteilungen über die Luftfahrtpläne der Reichspostverwaltung. Seiner „ Meinung nach liege kein Anlaß vor, die Zuständigkeit des Reichsverkehrsministers zu ändern, und er denke nicht daran, in diese Zuständigkeit einzugreifen oder etwa in die finanzielle und wirtschaftliche Lage der Lufchansa. Dagegen sei die deutsche ReiMpostverwaltung bereit, selbständige Luftpostlinien einzuführen. Er denke dabei zum Beispiel an eine solche Linie nach Cherbourg. Doch würde diese Linie nur den Anfang darstellen. Ein Bedürfnis für Luftpostlinien innerhalb Deutschlands hege nicht vor, weil hier dieEisenbahn genüge. Aber er denke Weiler bei der Einrichtung selbständiger Luftpostlinien an eine Verbindung nach dem Orient, etwa nach Konstantinopel, die von dort weiteren Anschluß haben könnte. Er werde diese Dinge prüfen und unabhängig vom Reichsverkehrsministerium betreiben. Praktisch denke er sich die Ausführung so, daß die Reichspostverwaltung Fahrzeuge chartere und dabei die Konkurrenz ausnuhe, denn es solle kein Monopol der Lufthansa bestehen. Auch hinsichtlich der Fahrzeugherstellung sei er für Ausnutzung der freien Konkurrenz. Er wolle dabei zugleich die Schaffung eines E i n h e i t s - 1 y p s für Luftfahrzeuge fördern, weil auch dadurch mit eine Sanierung der deutschen Luftfahrtindustrie möglich wäre. Die Luftpostlinien würden kein Unternehmen der Lufthansa darstellen. Hindenburg im Spiegel des Auslandes. „(Sin starker Pfeiler desneuenDeatfchland." London, 30. April. (WTB.) Die „Fortnightly Review" veröffentlicht in ihrem Maiheft einen Artikel des Majors Polson Newman über „Deutschland unter Präsident Hindenburg". Darin führt der Verfasser u. a. aus: Hindenburg hat Deutschland ruhig durch eine äußerst schwierige Zeit seines politischen Lebens geführt und hat dadurch einen unschätzbaren Beitrag zur allgemeinen Stabilisierung Europas geleistet. Hindenburgs Persönlichkeit und Prestige sind ein starker Pfeiler des neuen Deutschland. Sein Einfluß auf die neue deutsche Republik und seine aufopfernde Hingabe an seine Pflicht haben das Land aus vielen gefährlichen Lagen gerettet. Das künftige Deutschland steht tief in Hindenburgs Dankesschuld. Polson Newman betont weiter den Mut des Rcichsaußenministers Dr. S t r e f e m a n n, auf dessen Schultern im hohen Maße die Schwierigkeit des Ausgleiches von Parteiinteressen bei der heiklen Aufgabe der Führung der deutschen Außenpolitik lastet, und sagt dann: Deutschland zeigt heute eine seltsame Mischung politischer und wirtschaftlicher Kräfte, die in einer Atmosphäre der Ungewißheit wirken. Es ist wie ein fturmge- peitschtes Schiff in schwerer See unter dem Befehl eines allen, aber erfahrenen Kapitäns. Newman schließt: Hindenburg wird in der Geschichte a l s einer der größten Männer weiterleben. Er dient den wahren Interessen Deutschlands, indem er alle persönlichen Gefühle außeracht läßt und das Vaterland über alle Erwägungen setzt. Am Dorabend des 1. Mai. Höchste Alarmbereitschaft der Polizei. Berlin, 30. April. (Privatmeldung.) Mit Rücksicht auf die von den Kommunisten trotz des Demonstrationsverbotes angekündigten und stark propagierten Llmzüge ist die gesamte Berliner Schutzpolizei seit heute abend in höchster Alarmbereitschaft. Alle uniformierten Beamten sind zum Dienst herangezogen worden, sie werden morgen teilweise noch durch Kriminalpolizei unterstützt werden. Die Polizeiwachen wurden mit Reserven belegt, den Wachen in den Außenbezirken schnell- fahrende Patrouillcnwagen zur Verfügung gestellt. Ferner werden von den frühen Morgenstunden an bes andere Streifen auf Lastkraftwagen die Straßen durchfahren, um Ansammlungen und Demonstrationen gleich im Keime ersticken zu können. Die Züge der Unter- grundbahn werden während der kritischen Stun- oen weder am Alcxanderplah, nach am Leipziger Platz halten, wodurch es möglich sein wird, De- manstratiansgruppen, die sich zu diesen Treffpunkten begeben Watten, schau vorher aufzu- lösen. Es ist anzunehmen, daß auch die Straßenbahn Umleitungen vornehmen wird. Der A l e - ?anderplah, der infolge der umfangreichen Bauarbeiten mit feinen Zäunen und Gruben besonders unübersichtlich ist, wird in weitem Umfange abgesperrt werden. 3n den Schu - len wird der Unterricht aufrechterhalten: mit lltticksicht auf kommunistische Versuche, auch die Schulkinder zu Demonstrationszwecken heranzu- ziehen, ist aber nochmals darauf Hingewielen wor- oen, daß Frauen und Kinder sich nicht unnötigerweise auf den Straßen aufhatten fallen. Ebenso wie die irreführende Meldung über eine Aufhebung des Demonstratiansverbotes, die bereits richtiggestellt wurde, ist die offenbar zu Propagandazwecken ausgestreute Mitteilung falsch, daß die Dewaffnungsvorschristen der Polizei geändert worden seien und die Beamten nur mit dem Gummiknüppel ausgerüstet sein würden. Indessen hofft die Polizei, daß es nicht nötig sein wird, die Karabiner in Gebrauch zu nehmen. Polizeipräsident Zörgiebel hatte am Nachmittag noch eine längere Besprechung mit dem Kommandeur und mehreren höheren Offizieren der Schutzpolizei über Art und .Umfang der Siche- rungsmatznahmen, die die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung in Berlin am 1. Mai zweifellos verbürgen. Kommunisten schießen auf die Polizei. Berlin, 30. April. (WB.) Während sonst der Abend in Berlin ruhig verlaufen ist, kam es gegen 9 Uhr in der Herrmannstraße in Neukölln zu einem Zusammen st oß zwischen etwa 1000 kommunistischen Demonstranten und Polizeibeamten. Die Aufforderung der Beamten, sich zu zerstreuen, wurde mit den Rufen „Nieder mit der P o lizeil", „Nieder mit Zörgiebel, am 1. Mai die Straße frei!“ beantwortet. Als die Beamten zur Auflösung des Zuges schreiten wollten, fielen aus der Mitte der Demonstranten einige Schüsse. Ein Wachtmeister wurde an der rechten Hand verletzt, ein Kamerad, der ihm beispringen wollte, erhielt eine Stichverlehung ins Gesicht. Erst als die Polizisten einige Schreckschüsse abfeuerten, ergriffen die Demonstranten die Flucht. Einer der Haupthetzer wurde festgenommen. Ferner wurden sechs Ruhestörer fest genommen, die inmitten einer Menschenansammlung vor einer Filiale des Scherlverlages unweit des Moritz- plahes sich in wüsten Hetzreden ergangen hatten. Landwirtschaft und Reparationskonferenz. Eine Rede des ehern. Reichscrnahrungs» Ministers Grafen von Kanitz. Breslau, 29. April. (TLl.) 3n einer Versammlung der Deutschen Dolkspartei sprach Reichsemährungsminister a.D. Graf von Ka- nih über „Sie Aussichten der deutschen Landwirtschaft im Jahre 1929“. Er führte u. a. aus: es stehe wohl unbestritten fest, daß die heutige WirtschaftSnot in erster Linie durch die Unmöglichkeit der Kapitalsneubildung und durch den damit verbundenen schweren Z i n s d r u ck hervorgerufen werde. Hinzu komme die Belastung durch Steuern und öffentliche Abgaben aller Art weit über den Rahmen der durch die Kriegstribute gegebenen Grenzen. Sie Schuldenlast der Landwirtschaft sei auf annähernd 14 Milliarden gestiegen die aufzubringenden Zinsbeträge bereits auf über eine Milliarde Mark. Sie Landwirte statten alle Veranlassung, mit größter Aufmerksamkeit und Sorge auf die Verhandlungen in Paris zu blicken. Man solle dem Reichs- bankprasidenten Sr. Schacht dankbar fein, daß er das Aufgeben des Transferschutzes sowie die Kommerzialisierung der Kriegsschulden abgelehnt habe. Man wisse, daß Sr. Schacht die Energie besitze, nein zu sagen. Letzteres werde vorn überwiegenden Teile der Landwirtschaft gefordert für den Fall, daß die Derhandlungsgegner an ihren unmöglichen Forderungen festhielten. Sollte die Konferenz in Paris auffliegen, so bleibe nur au hoffen, daß wir dann aus eigener Kraft die Energie aufbrächten, die Belastung der deutschen Wirtschaft durch (Steuern, so- Aiale Lasten und öffentliche Abgaben, soweit sie freiwillig sei, so herabzudrücken, wie es unserer dann stärker denn je zutage tretenden Armut angemessen sei. Cs müsse mit dem Unfug aufgehört werden, daß große Teile des Volkes den Staat nur als W o h l t ä t i g k e i t s a n- stalt ansähen. Sie Sozialdemokraten würden die Saat ernten müssen, die sie gesät hätten, indem sie die „R i s i k o l o s e n Menschen" als Ideal des deutschen Zukunftsstaates hochgezüchtet hätten. Sie harte Wirklichkeit werde auch die Sozialdemokraten zwingen, ihre wirtschaftlichen Llto- pien, die bereits derart zur Zersetzung der Wirtschaft beigetragen hätten, zu revidieren. Eine andere Lösung gäbe es dann nicht. Sie Zukunft Seutschlands lasse sich überhaupt nur meistern mit stärkstem Optimismus und persönlicher Tatbereitschaft. Aus aller Welt. Die Villa des Wiesbadener Regierungspräsidenten. Die Abgeordneten Schmitt- Limburg und Christian (Deutsche Fraktion) haben im preußischen Landtag folgende Kleine Anfrage eingebracht: Nach Pressemeldungen soll für den Regierungspräsidenten in Wiesbaden eine Villa erbaut werden, wozu der preußische Finanzminister 230000 Mark bereitge stellt habe. Lieber diese Nachricht ist in Nassau in weiten Schichten der Bevölkerung eine große Erregung entstanden. Man hält diesen Neubau nicht für nötig, weil es in Wiesbaden genug große Wohnungen gibt, welche der Regierungspräsident bei der Höhe seiner Wohnungsentschädigung beziehen könnte. Beim Verlassen der Besatzung werden weitere Villen frei werden. Der Regierungspräsident, ein Mann aus dem Volke, könnte auch mit der heutigen Wohnung zufrieden sein, die doch auch für seine Vorgänger genügte. Wir fragen das Staatsministerium: Ist diese Zeitungsmeldung richtig? Wenn ja: Glaubt das Staatsministerium die Verantwortung übernehmen zu können, in dem Augenblick unnötige Luxusbauten zu errichten, wo auf der andern Seite in derselben Stadt, wie fast überall, Tausende von kleinen Leuten ungenügende Wohnungen haben oder keine Wohnungen bekommen können und weite Schichten in den ^ötzten wirtschaftlichen Nöten le* Schwere Gewitterschäden bei Fulda. Im mittleren Maintal, im Tal der Kinzig und in der Dvrderrhön hat ein Frühlingsgewitter, von einer Windhose begleitet, außerordentlich schweren Schaden angecichtet. 3n zwei Dörfern des Kreises Fulda sind durch die mit großer Gewalt auftretende Windhose Scheunen aus einanderge rissen worden. 3n der Stadt Fulda selbst wurden von Baubuden die Dächer abgedeckt. Dabei ist ein vorübergehender Knabe schwer verletzt worden. In dem Dorfe Steinbach CUnterfranlen) ist durch einen Blitzschlag ein Grvyfever eitffamten. da« mehrere Scheunen und Wohnhäuser zerstört hat. Schwere Frühjahrrgewitler im Schwarzwald. Bei einem heftigen Frühjahrsgewitter, das mit seinem Hagelschlag der jungen Baumblüte stellenweifer echt empfindlichen Schaden zufügte, zündete der Blitz mehrfach und rief Brände hervor. Auf dem Hochfchwarzwald bei Hinterzarten wurde der große Kernenhof infolge Blitzschlages vollständig eingeäschert. Zwölf Stück Großvieh sind neben anderem Vieh und sämtlichen Fahrnissen den Flammen zum Opfer gefallen. Nur einige Pferde konnten gerettet werden. Ser Schaden beläuft sich auf über 100 000 Mark. Schiffsuntergang auf dem Züricher See. In der Gegend von Bußkirch ist auf dem Züricher See bei einem Fönsturm ein Frachtschiff in Seenot geraten und insterhalb weniger Minuten gesunken. Sie aus zwei Mann bestehende Besatzung konnte sich nicht mehr retten und ertrank. Sie sofort herbeieilenden Rettungsfahrzeuge mußten unverrichteter Singe umkehren, da die beiden Verunglückten offenbar von der aus Detonkies bestehenden Ladung überschüttet waren. — Ein zweites Frachtschiff sank in der Gegend von Lochen, doch konnte sich in diesem Falle die Mannschaft rechtzeitig durch Abspringen retten. Zwei Mädchen bei einem Brande umgekommen. Bei Seggendorf wurden die Gastwirtschaft und die Stallungen des Gastwirts Kölb! in Hochdorf bei einem Grohfeuer innerhalb kurzer Zeit e i n Raub der Flammen. Eine 21 Jahre alte Magd und ein 13 Jahre altes Kindermädchen kamen in den Flammen um. Ein Knecht konnte sich nur noch im letzten Augenblick retten. Die Berliner Philharmoniker in Pari». Sas Philharmonische Orchester unter der Leitung von W. Furtwängler hat im Theater Champs Elysees das erste der von ihm angekündigten Konzerte veranstaltet. Sas Orchester, das bereits im vorigen Jahre schon einmal in Paris gespielt hat, konnte einen Erfolg verzeichnen, wie er in der reichen Geschichte der im Auslande erhielten Erfolge dieses musikalischen Instituts Wohl bis jetzt noch nicht zu verzeichnen war. Sr. Furtwängler wurde bei seinem Erscheinen am Pult stürmisch begrüßt, und am Schlüsse der Sarbietungen waren Dutzende von Hervorrufen zu verzeihnen D^s Publikum b ahle dem Dirigenten unö den Musikern stehenö eine eine Minute dauernde Ovation dar. Sas Orchester spielte die erste O-Sur-Sinsonie von Beethoven und die erste S-Moll-Sinsonie von Brahms sowie Richard Strauß' „Son Juan". Sas Theater war ausverkauft. Deutscher Flottenbesuch in Spanien. Vier deutsche Torpedoboote sind in La Coruna angekommen. Ihnen zu Ehren werden Festlichkeiten vorbereitet. In El Ferrol ist das deutsche Linienschiff „Schlesien" eingetroffen. Ser Kommandant des Schiffes stattete den Behörden Besuche ab. Zu Ehren der Offiziere und der Besatzung werden verschiedene Festlichkeiten veranstaltet werden. Oie Wetterlage. L>-in<>ä ■Jan Mayei Haparandz tydtsf- Hordoyan. "Thorsh ,O5'o bienstaa, d.30,ßpril19297^a0ds. Qwolkenlos <9 neuer. <> naiv Dedecxt. ® wolkig. • oedeckt •negen * Schnee zx Graupeln, a NeDel K Grwitter.@wind5tiiie.O sehr meiner Ost massiger Südsüdwest, q stürmischer "ordwestz oie Pfene fliegen mit dem winde. Die oeiden Stationen stenenden Zahlen geven die Temperatur an. Die Limen verDinden Orte mit gleichens euf neeresniveau umoercztineien Uiftdrucfc Wettervoraussage. Die gestern mit ihrem Kem über dem Nordseeküstengebiet gelegene Störung hat sich nordostwärts nach Sübskanlünavien und der Ostsee verlagert. 5)of>et haben ihre kalten Luftmassen an der Rückseite über ganz Deutschland wieder 2lb- kühlung gebracht. 3n unserem Bezirk lagen heute morgen die Temperaturen bis zu 6 Grad tiefer als vor 24 Stunden. Obwohl unter dem ansteigenden Luftdruck sich die Wetterlage etwas beruhigen wird, so tritt doch noch keine Beständigkeit auf. Vom Atlantischen Ozean her rückt eine neue Störung heran, die sich bereits der Westküste von England nähert. Das Wetter bleibt für die Jahreszeit noch kühl, Niederschläge dürften keine oder nur ganz vereinzelte auftreten. Später wird unter Bewölkungszunahme wieder Erwärmung einsetzen, und es werden auch stellenweise Niederschläge auftreten. Witterungsaussichten für Donners- t a n: Wolkiges Wetter, auch zeitweise aushellernd, mäßig warm, meist trocken. Wettervoraussage für Freitag: Wieder Bewölkungszunahme, etwas wärmer, Neigung zu Niederschlägen wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 30. April: mittags 16,4 Grad Celsius, abends 6,2 Grad: am 1. Watt morgens 5,2 Grad. Maximum 17,2 Grad, Minimum 4,2 Grad. — Niederschlag 0,6 Millimeter. — Sonnenscheindauer y/4 Stunden. — Erdtempe" raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 30. April: abends 13 Grad: am 1. Mai: morgens 6.7 Grad Celsius. < 's- b 0 ccm jetzt ermässigter Preis! NSU Vereinigte Fahrzeugwerke A.G.Neckärsultn/WiJrHbg. "SchweresGewitterimDogelsberg. Am gestrigen Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr ging über unserer Stadt ein kurzer und heftiger Platzregen nieder, der von einigen Blitzschlägen begleitet war. Gegen 6 Uhr abends entlud sich dann über dem Vogelsberg ein heftiges Gewitter, das etwa eine halbe Stunde lang dauerte und von orkanartigem Sturm begleitet war. Darüber wird uns aus dem Vogelsberg folgendes berichtet: Dicke Nebelwolken wälzten sich bis zum Oberwalü und verdunkelten iede Aussicht. Von den Feldern eilte man schnell nach Haus, und schon setzten mit lautem Getöse die ersten Detonationen ein. Dom Heegwald zog das Wetter über den Gaulskopf zur Alteburg und zur Herchen- Hainer Höhe. Unter heftigem Sturmgebraus erreichte das Gewitter hier seinen Höhepunkt. Von den ande° ren Tälern stürmten Orkane nach der Hohe des Vogelsbergs und brachten kräftige Regenschauer her- Dr. Thomxsons Seifenxulver zürn Einweichen Gzonil zum Rochen ptmiftt. pole falb in ,u Ehren veröl Ferrol ist :sien" ringe- öchlsses stattete en der Offiziere irdene Festlich- Kausikampf im Frankfurter Gtadtparlament. wüste Prügelei zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten. Vertreter für Motorräder: Linker L Sohn, Gießen (Hessen) Ludwig Römer I., Heuchelheim,Wilhelmstraße 2 Rommen. Ortschaft und ,l ln Hochdorf * fe ein " vahre alte ^echt tonnte retten. n Pari». lnter der Lei- it im Theater 'n ihm ange- '16 Orchester, ’n einmal in folg verzeich- ichte der im musltalischen zn verzeichnen einem tzrschei- übt, und am Dutzende von ublifumb ahte m stehen.) eine dar. Das Or« ome von ‘Beeide von Brahms Das Theater w. tzh I ^253^ ***^7Twm 33^ esse begegnen wird. — Der Goethe-Bund bittet uns, an dieser Stelle nochmals auf das Gastspi^ der Haatz-Berkow» Festspiele am 10. Mai rm Stadt- theater hinzuweisen, zu dem die Dundesmitglieder gegen Einlösung des Gutscheines "2lr. 5 ermäßigte Eintrittskarten erhalten. Wie noch in Erinnerung, haben die Festspiele bei ihren früheren Gast- spielen auch in unserer Stadt lebhaften Beifall gefunden. (Siehe heutige Anzeige.) — Dortrag über Erd- und Feuerbestattung. Wan schreibt uns: Am kommenden Freitag bringt der Bolksfeuerbestattrmgs- Verein im Cafö Leib eine Serie von 150 Lichtbildern über die verschiedenen Destattungsarten von der Urzeit bis zur Jetztzeit zur Vorführung. Sehr lehrreich und interessant sind die einzelnen Destattungsarten der Völker, z. B. Luftbestattung auf Reu-Guinea, Hockergräber aus der Steinzeit, die Todesschiffe der Wickinger, Scheiter- haufenverbrennung bei den Germanen, die ®rab» kammern und Mumien der alten Aeghpter usw. Man beachte die heutige Anzeige. Oberheffen. Landkreis Gießen. y Watzenborn-Steinberg, 30. April. 3m gutvesehten Saale „Zum goldenen Stern' in Watzenborn veranstaltete am Samstagabend der hiesige Kirchengesangverein ein Wohltätigkeitskonzert zum Vesten der Errichtung einer Kleinkinderbewahranstalt. Das Orchester setzte sich aus einer größeren Anzahl von Musikern aus Gießen zusammen, als Solist wirkte Herr Kurt Richter (Tenor), Gießen, mit. Das geschickt zusammengesiellte Programm brachte Stücke aus unserem besten musikalischen Kulturgut, wie sie Landgemeinden wohl selten geboten werden dürften. Das Orchester (Flötensolo Herr Kehrmann, Trompetensolo Herr Schwarzlose), der Solist, sowie der Kirchengesangverein zeigten sich ihrer Aufgabe vortrefflich gewachsen und konnten lebhaften Beifall ernten. Ein kleiner Grundstock für das notwendige Werk ist gelegt. Sein weiterer Ausbau muß nun in Angriff genommen werden. In dieser Richtung wollte der Abend anregend wirken. d. Beuern, 30. April. Unsere freilebende Tierwelt ist, soweit sich bis jetzt übersehen läßt, im allgemeinen gut durch den harten Winter gekommen. Man kann sagen, daß der Wild stand in unserer Gegend keine Einbuße erlitten hat. Selbst geschlossene Ketten von Rebhühnern waren unlängst noch zu sehen. Ein Bussardpaar ist ebenfalls der langen Hungerperiode entronnen und zog dieser Taae seine wundervollen Kreise über unsere Fluren: auch der Waldkauz ließ sich in einigen Nächten (eit- I her noch vernehmen. ________________________ tankten, M "°rzvald 6«i«t ;um bi»7 $ N.'u'ch- Ä ÄL IfoiXX) Set. .? °us bem 'sturm ein «»>« "enden Ak- um. offenbar von fei N fant in 7 Diesem Win- -s- Treis ad. Lumda, 30. April. Am Sonntag- nachmittag fand die feierliche Einweihung un- erer von der Firma Förster 8-Nicolaus (Lich) gelieferten Kirchenorgel durch den Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen), statt. Die Feier wurde durch Vorträge des hiesigen Evangelischen Kirchenchores, des Posaunenquartetts und die erste Schulklasse ver- schönert. Nach der Weihehandlung führte Pfarrer Lic. theol. Dr. Stumpf (Merlau) die Orgel in ihrer ganzen Tonfülle vor. ± Aus der Rabenau, 30.Apnl. l^bhast« Nachfrage herrscht hier nach F e r k e l n , für die hohe Preise gefordert und bezahlt werden. Jungtiere bis zu sieben Wochen gelten 40 bis 45 Mk., über sieben Wochen alte bis zu 50 Mk. Mit einem Rückgang der Preise ist schon um deswillen nicht zu rechnen, weil durch den strengen Winter viele Landwirte die Ferkelzucht ausgegeben haben. Die Preise für fette Schweine sind in der letzten Zeit gleich- bleibend, nämlich 72 bis 76 Pfennig pro Pfund *»^KuPf^^!^ioel gestohlen! Wie uns von dem Amtsanwalt in Alsfeld mitgeteilt wird, wurden etwa am 22. April an der Straße Rd.- Gernünden—Hainbach ca. 150 kg Kupferkabel (Kupferseil), das von der dort tätigen Dau- kolonne am Ortsausgang von Hainbach niedergelegt worden war, gestohlen. Personen, me über den bisher nicht festgestellten Tater sachdienliche Angaben machen können, werden um Rachricht an die nächste Gendarmerie, oder an den Amtsanwalt in Alsfeld gebeten. •• Die Rotlage der hessischen Anwaltschaft. Die allgemeine wirtschaftliche Lage in der hessischen Anwaltschaft macht sich durch die Lieberfüllung des juristischen und namentlich des Anwaltsberufs in Hessen in besonderem Maße geltend. Die Anwaltsvereine von Mainz, Darmstadt und G i e ß e n haben daher für Sams- tag, 1.3uni, eine Versammlung der hessischen Anwälte im Schwurgerichtssaal in Dkattrz em- berufen. Die Versammlung soll die zur Bekämpfung der Rotlage erforderlichen Schritte besprechen. Insbesondere wird über die Beschränkung der Zulassung zur Anwaltschaft (numerus clausus) und über die Abwehr der Gewerbesteuer, die nach der Ansicht angesehener Autoritäten für die freien Berufe unzulässig ist und in Preußen auch abgelehnt wurde, verhandelt werden. •• Der Hessische Richterverein hält seine diesjährige Hauptversammlung am l.Suni in Mainz ab. Mit der Versammlung ist die Feier des 30jährigen Bestehens des Vereins und der 50jährigen Rechsjustizgesehgebung verbunden. •• Frankfurt und das Deutsche Sänger-Bundesfest. Der Frankfurter Magistrat hat sich bereit erklärt, die finanziellen und sonstigen Voraussetzungen zu schaffen, unter denen das Deutsche Sänger-Bundesfest 1932! in Frankfurt a. M. abgehalten werden kann. Eine entsprechende Vorlage wird der Stadtverordnetenversammlung zugehen. "EinpolnischesKonsulatlN Frank- f urt a. M. Ab l.Mai wird am Mainkai 43 m Frankfurt a. M. ein polnisches Generalkonsulat eröffnet. Dem Konsulat unterstehen die Regierungsbezirke Trier, Koblenz, Hessen-Nassau, Hessen-Darmstadt, sowie die bayerische Pfalz.___________ Lebendgewicht. Kreis Büdingen. 4fc Echzell, 30. April. Unter starker Beteiligung ihrer Mitglieder hielt die tiieftge B e * zugs- und Absatzgenossenschaft ihre diesjährige ordentliche Generalversammlung in der Wirtschaft von Phil. Mogk II. ab- Einstimmig wurden die seitherigen verdienten Mitglieder des Vorstands und Aufsichtsrats toie- dergewählt. Der von dem Rechner H. H e 11 e t V. vorgetragene Jahresbericht zeigte einen ansehn- lichen Lleberschuh, der dem Reservestock -umschrieben wurde. Eine besondere Ehrung wurde dem Direktor Phil. Stoll und dem Genossenschaftsrechner H. Heller V zuteil die beide 25 Iahre in hervorragender Weise ihrem Vereinsamt vorgestanden hatten. — Dom 22. bis 24. Iuni feiert der hiesige Ziegenzucht verein das Fest seines 25jährigen Bestehens. Verbunden damit ist die 2 51 a h r i g e Jubelfeier des Kreisziegenzucht- vereins. Vorgesehen ist u. a. eine Prämiierung. Die Ziegerizucht hat in den letzten Iah- ren frier einen starken Aufschwung erfahren. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Aus dem Kleebachtal, 30. April. Es ist jetzt wieder die Zeit gekommen, wo der Verkauf der jungen Gänschen stattfindet. Fast täglich kann man Bauersfrauen mit Henkelkörben unterwegs sehen, die sich auf der Suche nach jungen Gänschen befinden. Da die Gänsezucht hier nicht mehr in dem Umfange betrieben wird, wie in früheren Jahren, andererseits aber rege Nachfrage herrscht, sind die Preise angezogen. Es werden für das Stück 2 bis 2,20 Mk. gefordert und bezahlt. Ä’S Ostsee W ant> ^6 @5^ al v an* Vetters oie zwei nahmen an dem kleinen polierten Spiellisch Platz, den der Mixer sreigehalten hatte und bestellten irgendein Getränk mit einem geheimnisvollen Ramen. „Wann sind wir eigentlich in Kopenhagen?" fragte die junge Same. Riedinger zuckte die Achseln. „Ich weih es nicht, Miß Stone. Ich weiß es wirklich nicht. Rachdem wir diesen Rebel bekommen haben, ist es ganz unsicher geworden." Miß Stone hob das Glas. Dann nahm sie die Kappe vom Kopf und warf sie achtlos auf die Lederbank: sie schüttelte den Kopf: erst jetzt sah man, daß sie hübsch und blond war. „Ich meinte nur. Wo Sie selbst doch ein so großes Interesse daran haben." Sie warf einen schnellen Seitenblick auf ihren Rachbarn, dessen schwermütige dunkle Augen auf dem Bilde der Gva Sullivan, der Schutzpatronin dieses Schiffes ruhten. Cs hing in einem goldenen Rahmen dort drüben an der Wand. „Eva Sullivan gefällt Ihnen wohl?" nickte Miß Stone lächelnd: vielleicht fahren Sie ihretwegen nach Kopenhagen?" „Eva «Sullivan?" wiederholte er verständnislos. „Die Amerikanerin?" „«Sollten Sie das wirllich nicht wissen? Sie gastiert in einem Kopenhagener Theater. Cs stand heute morgen in der Dordzeitung." Er zuckte die Achseln und zog nervös die älhr. „Dies ist die letzte Rächt, Mr. Riedinger," sagte Miß Stone, „die wir beide aus demselben Dampfer zubringen. Wenn Sie mir jetzt eines Tages wieder begegnen, irgendwo in der Well dann werden Sie sich sicher nicht mehr meiner erinnern.“ hebt, daß der Rordosten auf diese Förderung schon lange genug habe warten müssen. Von den Bewohnern des Rordostens werde die Initiative der Stadtverwaltung mit Beifall begrüßt in der Hoffnung, daß nun die Baulanderfchlie- hung in der Schwarzlach ständig fortgefeht werde. Die Bebauung der Geländestürnpfe Ederftratze bis «Steinstraße könne evtl, später noch nach- geholt werden. Der Redner fordert schließlich noch die Erledigung der Frage des Dammstrahe- Durchbruchs. Stadtratsmitgl. Becker (Fr. Bgg.) tritt für den Standpunkt der Dauausschußmehr- heit ein und unterstreicht dabei die Ausführungen des Herrn Ricolaus. Stadtratsmitgl. Fischer (Dem.) erklärt, einmal fei zu prüfen, wie mit den vorhandenen Mitteln möglichst viele Wohnungen geschaffen werden könnten: Das Projekt der «Stadtverwaltung sehe 60 Wohnungen vor, während das bei dem anderen Vorschlag nicht der Fall fei. Das fei schon entscheidend. Der Redner begrüßt weiter die Aufschließung der Schwarzlach und sagt, gewiß wolle Herr Ricolaus nicht, daß dort die Bautätigkeit wieder ein* schlafe, er (Redner) fürchte aber, daß dieses Wiedereinschlafen der Bautätigkeit in der Schwarzlach kommen werde, wenn man nach dem Vorschläge der Bauausschuhmehrheit verfahre. In anderen Stadtteilen, wo die (Bauluft schon lange in erfreulicher Weise rege sei, bedürfe es keiner städtischen Förderung, für die «Schwarzlach aber fei diese Rachhilfe geboten. Der Redner erinnert daran, daß man doch die Herren Dr. Hamm und ©rotiert ausdrücklich zu dem Zweck hierhergeholt habe, daß durch fie ein größerer Zug in unsere Bautätigkeit hineingebracht werde. Wenn nun die Stadtverwaltung dieses große Projekt durchführen wolle, von dem ein dauernder und weitreichender «Aewinn für die Stadt zu erwarten sei, dann solle man der Verwaltung vertrauensvoll folgen. Das fei kein Sprung ins Dunlle, sondern ein verheißungsvoller Weg in die Zukunft. Stadtratsmitgl. Loeüer (D.B) begrüßt als Handwerksmeister im Rordostviertel das Vorgehen der Stadtverwaltung, der man für ihre Tätigkeit im Interefse des Rordostens danken müsse. Weiter gibt der Redner seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß in der Schwarzlach solide Wohnhäuser gebaut werden sollen und nicht- wie in Gerüchten behauptet wurde, Baracken. Die aufllärenden Darlegungen des Stadtbaurats Gravert hätten erfreulicherweise die Befürchtungen von Rordostbewohnern wegen Barackenbauten zerstreut. Der Redner bat zum Schluß noch um baldrnoglichste Bereinigung der Damm- straße-Angelegenheit. Stadtratsmitgl. Winn (D. B.) betont, er habe vor der Beratung dieser Angelegenheit sich mit dem Vorsitzenden der volls- parteilichen Fraktion, Stadtratsmitglied Prof. Dr. K r a n s m ü l l e r, ins Benehmen gesetzt und von diesem die Ermächtigung erhalten, nach seiner eigenen, freien Lieberzeugung und nach seinen fachmännischen Gesichtspunkten zu der Sache Stellung zu nehmen. Der Redner bedauert weiter, daß die von ihm angestrebte Verständigung mit den Vertretern des gegenteiligen Standpunktes nicht zustandegekommen ist. In der weiteren Aussprache polemisieren die Stadtratsmitglieder Mann und Ricolaus scharf gegeneinander, weil ersterer der Bauausschuhmehrheit bei dieser Sache Gesichtspunkte des eigenen materiellen Interesses in zwar indirekter, aber doch ganz eindeutiger Form unterstellt, eine Behauptung, die von Hernr Ricolaus namens der Ausschuhmehrheit mit größter Entschiedenheit zurückgewiesen wird. Gegen die Bemerkung des Herrn Mann, der Bauausschuh habe hier vom Plenum „eine Ohrfeige" erhalten, wendet sich Herr Horn namens der volkspartei- lichen Fraktion mit der Bemerkung, dah der Vertreter ihrer Fraktion im Bauausschuh (Herr Winn) nicht desavouiert worden fei, er im Gegenteil nach wie vor das Vertrauen der Fraktion genieße. Beigeordneter Dr. Hamm bemerkt noch. Er bllckte sie überrascht an; der Ton ihrer Stimme war ernster, als tijre Worte es erforderten. „Wir wohnen im Hotel Dagmar, meine «Schwester und ich. Wir wollen drei Wochen bleiben und Ausflüge machen. Dann fahren wir weiter, nach dem Rorden." Lind indem sie ihn mit einem strahlenden Blick ansah, setzte sie hinzu: „Llnd Sie ... ?" Panik im Schiff. Als er nicht antwortete, legte sie, wie in einem plötzlichen Entschluß die Hand auf die seine. Die Bewegung hatte nichts, was an Flirt erinnerte; sie war spontan, wie aus einem jähen Mitleid heraus, fast mütterlich. „Mr. Riedinger, ich muh Ihnen etwas sagen." „Ditte, Miß Lilian." „Rein. Richt so. Ich fische nicht nach einem Kompliment; ich will auch keine Konversatton mit Ihnen machen. Es ist etwas Ernstes." „Oho." Er zog mit einer tragischen Gebärde die Augenbrauen hoch. „Dann freilich." „Sie haben mich noch immer nicht verstanden? Lind indem sie seine Hand preßte, sagte sie mit leiser, eindringlicher Stimme: „Sie sind im (Begriff, eine Dummheit zu machen." „Ich?" „Ich weih mehr von Ihnen, als Sie glauben. In der dritten Klaffe fährt jemand, den meine Schwester leimt. Er hat uns von Ihnen erzählt. er kennt Sie aus Paris. Sie haben ein gefährliches Metier, Wr. Riedinger. Wissen Sie, was uns jener Mann aus der dritten Klasse erzählt hat?" „Run?" „Man erwartet Sie in Kopenhagen." „Das stimmt." „(Kein. nein. Richt was Sie meinen. Richt das Gericht." „Das wissen Sie auch?" „Sie sehen es. Cs ist etwas anderes. Irgend* eme — eine Liga — ich weih nicht, wie man sich ausdrückt — will unter allen Umständen verhindern, dah Sie in Kopenhagen zum Gericht fahren. Man wird Ihnen alle Hindernisse in den Weg legen, die Menschen erfinden können; ja. man sagt ...“ Miß Stone blickte scheu um sich: „man spricht sogar davon, daß man Sie ... dah man Eie ...“ -Wer ist dieser Herr aus der dritten Klasse?" „Ich weih es nicht." es sei auch nach seiner Meinung natürlich nicht die Absicht des Herrn Ricolaus, der Ausschließung der Schwarzlach ein „‘Begräbnis erster Klasse" zu bereiten, aber aus der Verwirklichung seiner Vorschläge werde ein solches „Begräbnis" herauskommen. Oie Abstimmung. In der Abstimmung wird der oben abgedruckte Antrag der Stadtverwaltung mit grotze-r Mehrheit angenommen. Dagegen stimmt die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung geschlossen, ferner stimmen dagegen die Stadtratsmitglieder Winn, Kreiling und Becker. Der Stimme enthalten sich die Stadtratsmitglieder Höhn und H a u b a ch. Durch die Annahme des Anttages der Stadtverwaltung ist der Antrag Ricolaus (Dau- ausschuhmehrheit) abgelehnt. Ein deutsches Bollwerk in polen. Besuch in Bielitz, einer deutschen Kutturinsel am Fuß der Beskiden. Don unserem Kattowiher W. di.-Berichterstatter. Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Dielitz, April 1929. In der südwestlichsten Ecke des neuen Polens liegt, eingebettet in den Bergen der Beskiden, das Bielitzer Ländchen. Don Kattowitz, der Metropole der Schlesischen Wojewodschaft, kommt man in drei Zugstunden in einem gemütlichen Fahrttempo nach Dielitz. Wenn man auf dem Dielitzer Bahnhof, der nach dem Schema der alten Bahnhöfe der österreichischen Monarchie gebaut ist, aussteigt, so spürt man sofort einen anderen Hauch. Es ist nicht nur die frische Gebirgsluft, die von den (Bergen weht. Man fühlt sich in einer anderen Umgebung, die nicht das gewaltsam polonifierte Bild des an Polen gefallenen Oberschlesiens zeigt und die auch nicht die Mißstände aufweist, wie fie in den anderen östlichen Teilen Polens durch typische polnische Wirtschaft entstanden sind. Es ist ein Stück Land von altösterreichischer Gemütlichkeit. Man hört fast nur deutsche Laute der österreichischen-weane- rischen Mundart, so daß man sich sofort heimisch fühlt. Der (Barbier „plauscht", die Straßenpassanten, die man um Auskunft bittet, weisen einem liebenswürdig den Weg, ja sogar der blaue Polizist in der polnischen Uniform an der Haupt- verkehrskreuzung der Stadt gibt freundlich auf deutsche Anfrage Auskunft in deutscher Sprache. Bielih ist deutsch. Es ist das Bollwerk des Deutschtums in Polen, die deutscheste Stadt der ganzen polnischen Republik. Um die Stadt herum liegt ein Kranz von deutschen Dörfern. Auf einem Spaziergang in die Berge, bei einer Begegnung mit einem alten Mütterlein, das Holz aus dem Wald heimholt, grüßt dieses mit einem freundlichen deutschen „Grüß Gott", so dah man irgendwo im deutschen Tirol oder in den baberifeben Alpen zu wandern glaubt. Das deutsche Dielitzer Ländchen liegt wie eine Insel im Gebiet der sog. „Slonzaken", die polnisch sprechen. So ist es schon feit Iahrhundcrten. Die Dielitzer fühlten sich daher stets, auch schon in den Zeiten der österreichischen Monarchie, als Vorposten und Vorkämpfer des Deutschtums, und sind den Kampf gewohnt. Ihr durch Iahrhun- derte bewährtes, zähes Festhalten am deutschen Volkstum weicht wohltuend von der Unsicherheit der Deutschen in den ehemals preußischen Westgebieten Polens ab; denn jene wurden durch das widersinnige Schicksal des Friedensdiktates ahnungslos überrascht. Sie dachten nie an die Rotwendigkeit eines Kampfes um ihr Volkstum. Es fehlt ihnen daher auch die Kraft, die Erfahrung und die Festigkeit, die andere Deutsche, wie diese hier in Dielitz, in dem Iahrhunderte langen Kampfe gewonnen haben. Die Stadt Bielih hat eine Gemeindevertretung mit einer überwältigenden deutfchen Mehrheit. Der Bürgermeister ist deutsch. Das jetzige Gemeindeparlament regiert feit 1925 und wird in diesem Iahre neu gewählt werden. Man hofft zuversichtlich. die deutsche Mehrheit durch die Reuwahl noch zu erhöhen, denn trotz aller Poloni- sierungstiersuche hat das Deutschtum im DieNtzer Land in den letzten Iahren zu genommen. Dies haben am besten die im vorigen Frühjahr durchgeführten Wahlen zum Warschauer «Sejm und Senat bewiesen. Bei den Sejmwahlen konnten die Dielitzer für ihr Teilgebiet ein deutsches Mandat mehr erreichen. Allerdings bemühen sich die Polen krampfhaft, auch dieses Stück deutschen Landes zu polonisieren. Um die Iahreswende wurden mehrere leitende deutsche Gemeindebeamte auf (Betreiben der nationalpolnischen Wojewod- schaftsleitung zwangsweise pensioniert. Dieser zwangsweisen Absägung leitender deutscher Beamten mußte das Genieindeparlament auf höheren (Befehl feine Zustimmung geben, da fönst eine Auflösung der Gemeindeverwaltung und ein Ersatz dieser durch eine kommissarische, von der Regierung zu ernennende Vertretung zu befürchten stand, die selbstverständlich nach dem bekannten Kattowiher Muster entgegen den tatsächlichen Mehrheitsverhältnissen rein polnisch gewesen wäre und auf völlig unbestimmte Zeit die Gemeinde- geschäfte in ihrem Sinne geleitet hätte. Bielih besitzt als einzige Stadt in Polen ein ständiges deutsches Theater, das von einem Wiener geleitet wird. Kulturell tendiert das Dielitzer Land stark nach Wien. Von dort bezieht es alle kulturellen Anregungen. Wiener Sänger und Künstler sind oft in Dielitz zu Gaste. Dielitz hat mehrere Volksschulen mit deutscher Llnterrichtssprache und ein deutsches Realghm- nafium. Das «Schulwesen untersteht hier nicht dem bekannten Genfer Abkommen, das nur für den vberschlesischen Teil der Wojewodschaft Schlesien geschlossen ist. Die «Schulaufnahme wird durch eine sogenannte Schulbeschreibungskommis- fion geregelt, vor der die Eltern angeben müssen, ob sie ihr Kind in die deutsche oder in die polnische (Schule schicken wollen. Selbstverständlich kommen bei dieser Echulbeschreibungskommifsion häufig polnische Deeinflussungs- und (Berge toal- tigungsversuche der deutschen Eltern vor, insbesondere in den kleineren Dörfern. Aber hier weiß man schon, wie man sich wehrt. Unmittelbar an Dielitz schließt sich dos rein polnische Dia 1 a an. Dielitz und Biala sind nur durch ein kleines Gebirgsflüßchen getrennt. Dieses schmale seichte Flüßchen ist die sichtbare Grenze deutscher und polnischer Kultur. Es gibt keine augenfälligere Kulturgrenze als den Unterschied zwischen Bielih und (Biala. Bielih, eine saubere, schöne Stadt. — (Biala, ein wüster Schmuhhaufen. Bielih bemüht sich, vorwärts zu kommen. Man hört von großen Plänen. An dem Flüßchen soll eine große Talsperre gebaut werden, die sieben Millionen Zloty — ungefähr drei Millionen Reichsmark — kostet. Ferner beabsichtigt die Stadtverwaltung, ein großes Stadthaus zu errichten, das bemerkenswerterweise nach einem Entwurf des bekannten deutschen Städtebauers Professor Poelzig gebaut werden soll. Einen glänzenden Eindimck macht auch die Dielitzer Industrie. Es gibt Tuch- und Webindustrie, Schraubenfabriken und chemische Werke. Dielitz exportiert sehr viel und hat sich durch feine Fabrikate Weltruf erobert. Das Interefse an einem deutsch-polnischen Handelsvertrag ist hier nur gering, da das Dielitzer Land mit Deutschland wenig Geschäfte macht. Seine Hauptgefchäftskontrahenten find Uebcrfec- und Mittelmeerländer, aber auch die östlichen europäischen (Randgebiete. Dielitz ist eingeschlossen von einem Kranz von 'Bergen, die im milden Frühlingssonnenlicht liegen. Auf den Gipfeln liegen noch weiße Schnee- feldcr. Irn Winter bieten die Beskiden prächtiges Skigelände, im Sommer sind sie mit ihren „Wir werden Ihre «Schwester nach ihm fragen." „Rein. Weine «Schwester hat mir verboten. Ihnen davon zu sprechen. Aber ich konnte es doch nicht übers Herz bringen, zu schweigen." „Ich fürchte mich nicht." Sie schüttelte den Kopf und sah ihm mit unverhohlener Angst in die Augen. „Es gefällt mir natürlich, daß Sie sich nicht fürchten. Aber was nützt es Ihnen? Diese Leute sind mächtiger; Sie stehen ihnen als einzelner gegenüber.“ „Ich könnte vielleicht an das Gericht telegraphieren. daß man mich durch eine Eskorte empfangen läßt." „Warum spotten Sie darüber? Sie wissen genau, daß «Sie in Gefahr sind." „Ich bin in meinem Leben schon in so manchen Gefahren gewesen, daß es auf eine mehr oder weniger nicht ankommt." Lilian Stone nickte. Sie leerte das Glas mit dem dampfenden Inhalt in einem hastigen Zuge. „Ich habe einen Traum gehabt." „Haben Sie von mir geträumt?“ „Auch. Glauben Sie an Träume?" „Rein." „Warum sagen Sie die Unwahrheit? Ieder Mensch glaubt an Träume. Er schämt sich nur. es einzugestehen." „War es ein schöner Traum?" «Sie schloß die Augen und schüttelte den Kopf. „Es war ein furchtbarer Traum." sagte sie mit schwerem Aufatmen. „Ich sah Wasser. Viel Wasser. Dunkles, böses Wasser." „Das ist kein Wunder. Da Sie Tag für Tag nichts als Wasser um sich sehen." „Immer höher stieg es; ich rang vergeblich nach Atem; das Wasser füllte mein Zimmer — ich sah, wie es über mir zusammen schlug: ich wollte schreien, aber jeder Laut erstickte in dem dunklen Wasser." „Und ich?" „Dann sah ich plötzlich, wie Sie zum Fenster hereinsahen. 2ll>er nein, es war kein Fenster; es war ein Spiegel, darin erblickte ich Ihr «Besicht; es war aufgedunsen. Ihre Haare hingen in Strähnen herunter, auch von ihnen tropfte das Wasser nieder. Sie winkten mir. Ich deutete Ihnen an. daß ich keinen Schritt vorwärts könne; aber Sie schienen mich nicht zu verstehen. Immer winkten Sie nur. Plötzlich sah ich Ihnen in die Augen. Ein merkwürdiges Leuchten ging von ihnen aus. Seltsam phosphoreszierend. Dann, plötzlich, fühlte ich einen dumpfen Schlag, fast als ob die Wand meines Zimmers zerbräche. Iemand rief meinen Ramen; es kam wie aus weiter Ferne. Es war eine Stimme, die ich kannte, aber ich wußte nicht, wessen Stimme es war. Older dann erwachte ich; meine «Schwester hatte mich bei der Hand gefaßt; ihre Stimme war es, die meinen Ramen gerufen hatte. .Du mußt einen schrecklichen Traum gehabt haben, Lilian/ sagte sie mitleidig. Llnd es ist wahr." Miß «Stone führ sich mit der Hand über die «Stirn; „nie habe ich etwas so deutlich, so beklemmend gespürt, wie dies alles aus dem Traum der letzten Rächt." Und indem fie die Hand auf Riedingers Arm legte, sagte sie hastig: „Was werden Sie tun. wenn dieses Schiff unterginge?" „Ich würde ein Rettungsboot nehmen." „Die Rettungsboote fassen nicht alle Passagiere." „Dann werde ich schwimmen." „Und ich? Und meine Schwester?" Er sah ihr zärtlich in die Augen, in denen es noch immer wie der Reflex der nächtlichen Angst lag. „Ich möchte Ihnen einen Vorschlag machen. Wir wollen in den Musiksaal gehen. Dort werden Sie Ihre furchtsamen «Bedanken bergeffen." Die beiden gingen zur großen Treppe, deren jenseitiges Ende auf die Glastür des Tanzsaales mündete. Der Garderobier nahm chnen Hut und Mantel ab und öffnete bereitwillig die Tür. Der Tanzsaal war erfüllt von Licht und Duft. Eben setzte eine Tangomelodie ein; wiegend und zärtlich schlug den beiden der Rhythmus entgegen. Der Steward wies auf den kleinen Tisch: auch über ihm hing das Bild der Eva Sullivan. Behutsam rückte der Steward die Stühle zurecht; Riedinger lachte; alle Bediensteten dieses Schiffes möchten angesichts des Landes in diesem Augenblick in Gedanken Trinkgeld-Kalkulationen an stellen. Wieder begann das «Schiff stärker zu stampfen; warnend ging die «Sirene, der Ton pflanzte sich durch die Wände des Raumes fort, nicht dem Ohr, mehr dem Gefühl wahrnehmbar. „Wollen wir tanzen?" fragte (Riedinger. Sie nickte. Er erhob sich. Eben wollte er den Arm um sie legen, als irgend etwas geschah, was kein Mensch so recht begriff. (Fortsetzung folgt.) «prächtigen Tannen- linb Laubwäldern das Ziel zahlreiche Ausflügler aus der näheren und weiteren Umgebung, insbesondere aus dem oberschle- sischen Industriegebiet. Große deutsche Logierhäuser bieten Aufenthalt und Erholung. Die deutschen Gewerkschaften Ostvberschlesiens haben hier eigene Heime für ihre Mitglieder errichtet. Wie in der Stadt, so hört man auch in den ‘Bergen überall deutsch und kann als Deutscher ruhig seines Weges ziehen. Ein Besuch in Bielitz ist für alle Deutschen in Polen eine freudige Erquickung. Das Beispiel der Dielitzcr, ihre gan^c frohe Lebensart trotz aller Leiden, die auch ste unter polnischer Herrschaft zu erdulden haben, bedeutet für alle Deutschen aus den anderen Gebieten Polens, in denen sich deutsches Leben nicht in dem Maße entfaltet wie im Bieliher Land, eine Quelle der Kraft für den Kampf um das deutsche Bolkstunr. Wie sieht es in Spanien aus? Bon unserem v. Q«.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, April 1929. Wenn eine gewisse, den englischen und französischen Petroleumgruppen nahestehende ausländische Presse in den letzten Wochen immer wieder durch tendenziöse Meldungen den Sturz Primo de Riveras als unmittelbar bevorstehend ankündigte, so war das dem mit der spanischen Mentalität vertrauten Beobachter ein deutlicher Fingerzeig für die wahren Zusammenhänge der letzten Borkommnisse in Spanien. Die großen Petroleumgesellschaften zürnen immer noch der spanischen Diktatur wegen der Einführung des Petroleummonopols in diesem Lande, eine Maßnahme Primos, die sich zweifellos zugunsten des spanischen Staatshaus- yaltes ausgewirkt hat, andererseits aber für jene Gesellschaften eine Einnahmeverringerung und vor allem die Schaffung eines europäischen Präzedenzfalles auf diesem Gebiet bedeutet. Trotz der Hunderte von Millionen Peseten betragenden Entschädigungen, die Spanien anläßlich der Einführung des Monopols an die interessierten Gesellschaften gezahlt hat. lassen diese nun keine Gelegenheit vorübergehen, um das Ansehen der ■Regierung Primos und Spaniens überhaupt herabzusehen und eine Stimmung der Unsicherheit hinsichtlich der nrnerpoliiischen Der- hältnisse auf der Halbinsel zu erzeugen. Einen Bundesgenossen fanden die Petroleumdiktatoren in Gestalt verschiedener ausländischer Börsen, die mit Freuden die Gelegenheit wahrnehrncn. über Nacht P e s e t e n st ü r z e zu inszenieren, was ihnen ja nicht schwer fiel, da die spanische Währung eine der wenigen in Europa ist. die immer noch nicht stabilisiert ist und sich infolgedessen außerordentlich für derartige Machenschaften eignet. Eigenartig ist nur die Tatsache, daß anscheinend auch heute noch die Mehrzahl der ehrlichen, verantwortungsbewußten Gegner der Diktatur in Spanien nicht gemerkt hat. zu welch dunklen Zwecken ihre plötzlichen Unwillensausbrüche außerhalb des Landes benutzt werden. Tatsächlich sieht es in Spanien doch wesenl - lich anders aus als man nach aufgebauschten Meldungen und Alarmnachrichten, die immer wieder von Paris und London aus in die Welt gesetzt werden, vermuten könnte. Die Borgänge der letzten Monate haben gerade dazu beigetragen. die Stellung Primos erneut zufestigen. eine Tatsache, die jedem Kenner der spanischen Berhältnisse unbestreitbar erscheinen muß. Große und einflußreiche Kreise, zu denen vor allem die klerikalen gehören, haben sich erneut hinter den Diktator gestellt und sein weiteres Berbleiben an der Spitze der Regierung gefordert. Nachdem Prinw Ende März offiziell Rücktrittsabsichten geäußert hatte — ein geschickter Versuchsballon — richteten sofort sämtliche industriellen und kaufmännischen Kreise Spaniens die dringende Bitte an ihn, die Zügel des Landes jetzt nicht aus der Hand zu | geben. Gleichzeitig erhoben die klerikale und die konservative Presse ibre Stimmen und wiesen auf die Notwendigkeit deS Fortbestehen der Diktatur hin, so daß Primo guten Gewissens behaupten kann, die Mehrheit des Landes fordere von ihm das Opfer weiteren Durchhaltens. Eine weitere Bestätigung dieses Wunsches war für ihn die kürzlich in Madrid stattgefundene Kundgebung, die ihn überzeugen mußte, daß seine Anhängerschaft sich verstärkt hat. Hunderttausend Spanier und Spanierinnen defilierten vor dem Diktator und brachten ihm begeisterte Huldigungen dar. die ergänzt wurden durch über drei Millionen in der Provinz gesammelte Unterschriften. Gleichzeitig besaß Primo die Gewandtheit, seinen Gegnern ihre schärfste Waffe aus der Hand zu schlagen, die darin bestand, die Unabsehbarkeit der Beendigung der Diktatur als Schreckgespenst an die Wand zu malen. Primo erflärte unzweideutig und bestimmt, daß die Diktatur im Herbst des Jahres 1930 ihr Ende finden werde. Die bis dorthin noch bleibende Zeit wird der Borbereitungsarbeit für die UOberleitung der Diktatur in neue gesetzmäßige Berhältnisse gewidmet, deren Basis eine neue Verfassung, deren Entwurf der Nationalversammlung im Herbst dieses Jahres zur Beratung vorgelegt wird, bildet. Durch diese Erklärung Primos, die vielleicht als bindend betrachtet werden kann, ist allen denjenigen der Wind aus den Segeln genommen, die eine gewaltsame Beseitigung der Diktatur für unerläßlich hielten. Auch der S t u b e n t c n ft r c i t, bei dessen Bekämpfung der spanische Unterricht«- minifter zweifellos eine unglückliche Hand hatte, well er aus der Maus einen Elefanten machte, wird durch die oben erwähnten Tatsachen aus dem politischen Gebiete immer mehr in ein rein akademisches gezogen, d. h. der diktaturfeindliche Charakter jener Demonstrationen verliert durch die Erklärung Primos feinen Sinn und bleibt nur mehr, was er vom ersten Anfang an war, ein Kampf liberaler akademis cher Interessen kreise gegen das Heber« gewicht der Kirche in Schul- und Univer- sitätsangelegenhciLen. — Zusammenfaflcnd muß gesagt werden, daß gerade die Studentenunruhen die politisch lässigen Kreise aufgerüttelt und zur Abwehr jeder Ruhestörung vereinigt haben. Die Diktatur wird ihren Weg weitergehen bis zu ihrem natürlichen Ende, daran ändern auch die hie und da immer wieder austauchendeu Gegendemonstrationen nichts, die im Ausland über Gebühr gewertet werden. Taten für Donnerstag, 2. Mai. Sonnenaufgang 4.32 Uhr, Sonnenuntergang 19.23 Uhr. — Mondaufgang 2.27 Uhr, Monduntergang 10.43 Uhr. 1519: Leonardo da Vinci in Cloux gestorben (geboren 1452); — 1772: der Dichter Novalis in Oberwiederstedt geboren (gestorben 1801). Berliner Börse. Berlin, 1. Mai. (WTD. Funkspruch.) 3m heutigen Dormittagsverkehr kann man wieder stärkere Zurückhaltung beobachten. Geschäfte sind bis jetzt noch nicht zustande gekommen. Die Spekulation, die gestern stark gedeckt hotte, verhält sich reserviert. Man taxiert gestrige Abendkurse. Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Paris 124,15. London gegen Kabel 4,8531, London gegen Berlin 20.47, London gegen Madrid 33.60, London gegen Mailand 92.75, Kabel gegen Berlin 4,2175.________________________________________________ Entfettungs-Kuren im Frühling und besonders Erfolg versprechend. 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Von Montanwerken, die im allgemeinen schwächer lagen, waren Mannesmann auf die 7proz. Dividende etwas fester. Salzdetfurth, Bemberg, Glanzstoff, Feldmühle, Transradio und Siemens verloren bis 4,5 d. Sy, während Löwe und einige andere Werte sich leicht befestigen konnten. Adlerwerke waren auf die heutige Generalversammlung 2 v. Sy schwächer. Deutsche Anlechen blieben behauptet. Ausländer waren überwiegend schwächer, besonders Bosnier und Mexikaner. Der Pfandbriefmarkt war bis jetzt sehr ruhig. Am Geldmarkt hielt die Verknappung noch unverändert an, Tagesgeld war mit 8,5 bis 10,5 o. Sy gesucht, Monatsgeld mit 8,5 bis 9,5 d. Sy Warenwechsel waren ohne jeden Umsatz. Der Verlauf der Börse blieb sehr uneinheitlich und nervös. Nach einer vorübergehenden leichten Erholung wurde es später wieder schwächer, nur Polyphon, Felten, Reichsbank und Svenska (Schwedische Streichhölzer) hielten sich. Frankfurter tzZctrcid, börfe. Frankfurt, a.TL, 1. Mai. Der Produkten- markt verkehrte in stiller Haltung. Umsätze kamen kaum zustande: obwohl die Auslandnotierungen etwas höher lauteten, traten verschiedentlich Abschwächungen ein, die aber nur gering waren. Besonders am Futkermittelmarkt waren Mais, Weizenkleie und Rvggenkleie 0,25 bis 0,50 Mark schwächer. Brotgetreide blieb unverändert und gut gehalten, nur Sommergerste war angeboten und eben» falls etwas niedriger. Bei schleppenden Umsätzen blieb das Mehlgeschäft klein. Es wurden notiert: Weizen 23 bis 23,75; Roggen 22,75; Sommergerste für Brauzwecke 23,75 bis 24; Hafer, inländischer, 24 bis 24,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 32,25 bis 32,75; Roggenmehl 30 bis 31; Weizenkleie 13,10; Roggen- kleie 13,75 Mark. Tendenz ruhig. Kunst und Wissenschaft. Friedrich Lienhard f. Der Schriftsteller Prof. Dr. Friedrich Lienhard ist im Alter von 64 Iahren plötzlich gestorben. Lienhard wurde am 4. Oktober 1865 in Roth- bach im Elsaß geboren. Er studierte Theologie und Philologie in Straßburg und (Berlin, wurde Hauslehrer, darauf freier Schriftsteller, schließlich (1896) Feuilletonredakteur der „Deutschen Zeitung". Schon während seiner journalistischen Tätigkeit entstanden die ersten, bekannter gewordenen dichterischen Arbeiten Lienhards. Von ihnen sind zu nennen: die „Lieder eines Elsässers", die Dramen „Eulenspiegel" und „Münchhausen", sowie die „Wartburg-Trilogie". Von seinen Romanen wurde die elsässische Revolutionserzählung „Oberlin" wohl das reifste seiner Werke, viel gelesen. Seit 1920 wirkte der Verstorbene in Weimar als Herausgeber der vom Freiherrn von Grotthuß 1898 begründeten Zeitschrift „Der Türmer". Kurszettel her Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent. stranksurl a. M. Berlin Schluß» 1 Uhr- Schluß- Anfang Kur« Sure Kurs Kur- Datum 30.4. 15- 30 4. 1 5» 6% Dt. Rcich4anleihr o. 192'. Dt. »Schuld mll Aus 87,4 — 87,5 — lo|.»£Rcd)ten 52,25 __ 52,4 52,4 Desgl. ohne AuSkof.-Rechte . T% Stanff. Hyp.-Bt Soldpf. ttn» 10,2 — 10,25 io,i kündbar bis 1932 88 -_____ *y,% Rheinische Hyp.-Vank Stau.. Goldps. 76,5 _ V.C.G. abg. Vortriegr-Obltgattan. rückzahlbar 1932 88 _ 4% Schweiz. Bunvesb^Anl.. 101 _ _ 4% Dcitcnddjifdie Goldrte.. . • 29,75 — 30 4,20% Leslerr. Silberne. . . • 2,65 —— 4% Oesterreich, einhcitl. RtL • 1,95 24,4 — 24,4 21,5 — 4% Ungarische StaatSr. V. 1910 Industrta ... 12 Dnnamit Nobel.......b Scheideanftalt........ 9 Goldschmidt ........ b Rütgertwerke ....... .6 Metallgesellschaft......n 168 153 207,25 137 217 160 237,25 370,5 166 71 117 127 213 99,5 111,5 130,5 93 270 116,5 90,25 237 241,5 378,5 248.75 85,5 89,5 128.5 168,25 210 153 206 142.75 217,5 237 369 166 112 130 117 242 249,5 168 89 168,13 214,5 153,25 206 137 217 142,25 159,25 189,5 237 371,5 144,5 164,25 71 117,25 126 131,25 115,25 213 99,5 114,25 111,25 130 81,5 101,5 92,13 280 116,5 144 90,75 66,9 236,5 242,75 379 249 116 84,25 88,25 129,25 166,75 208,25 153 205 139,75 216,25 143 158 189 235,5 367,25 141,25 71 117 126,5 130,5 212,5 99,5 113 112,25 130 101,25 92 279 116 143 90,6 66,75 235 241,5 374,5 248,75 84,75 87,75 129,25 strankfuri a M. Ber-in Schluß»^ Kurs '»Uhr fiure Schluß Kurs Anfang Kurs Datum 30-4. 1.5. 30.4. 15- Philipp Holzmann......7 Heidelberger Cement .... 10 Gement Karlstadt......8 Wavb 4 streitag......10 Schulthei» Pahenhofer ... 15 Ostwerke.........12 Bcr. Glanzsioff......18 Bemberg.........14 Zellstoff Daldbos.....12 Zellstoff Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Walser ... 7 Deilauer Gas . . 8 Daimler Motoren . . . . 0 Deutsche Mafchtiien-Fabrik . . o Adlerwerte Kleoer......6 Ludw. Loewe.......10 Nat. Automobil . ...... 0 Orensteiu 4 Koppel.....5 Bamag-Mcguin ....... 0 strankf. Maschinen ...... 6 Gritzner ....... 11 Heyligenstaedt ....... 0 IunghanS. ........ 4 Lechwerke. ......... 8 Mainkraltwerke.......8 Miag. ....... 10 Nekarsulmer ........8 PeierS Union ........ 8 Gebr. Roeder.......10 «olgl 4 Haesfner......8 Südd. Zucker 8 117,5 146,5 175 433 183 56,5 50,5 85 10,5 63,13 113 111 122,75 17,8 123 113,5 150,25 8 01 8S 3 1 | 1 1 1 1 1 1 1 1 1 l 1 1 । £ 1 1 1 Tu.« 1 1 1 1 MH 117,5 122 289,5 237,5 435 340 256 181 109,75 205,75 56,25 50 51,25 205 28,65 90 285 54,5 85 62 121,5 18 123,5 205 150,25 117,25 288 236 432 337 255 179 109,75 204,5 50 50,5 208 91,75 285 122 Banknoten Berlin, 30. April (Leld titicr Ameritaniichr Holen..... 4,227 4,247 Belgische Noten . ....... Dänische Noten ........ 58,43 112,15 58,67 112.59 Englisch« Noten........ 20,465 20,545 Berlin 30» April Geld Brief französische Noten..... vollandliche Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Dentsch-Oesterr.i 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . • Ungarische Noten Devifenmartt Berlin Telegraphische 16,48 169.41 22,16 112,18 59,10 2,51 112,48 81,44 61,23 12,475 73,25 -Frankfur Auszahl, 16,54 170,09 22,24 112,62 59,34 2,53 112,92 81,76 61,47 12,535 73,55 t a M. rng. 30- April 1» Mai Amtliche Notierung Held 1 Brie- Amtliche Notierung Geld | Brier Amu»- Ron» Bucn.-Aires Brss.-Antw Christicmta - Kopenhagen Stockholm - HelnngforS» Italien. . London. . . Nenvork . . Paris. . . - Schwei; . . Spanien » Japan » » » Rio de Ian Wien in D-- CtfL abgesl Prag - - » • Bellrad ■ • Budapest » • Bul arieo Lissabon Danzig - . . Konst.mtin- Athen- . Tanada Uru uay. Cairo ■ . 169,41 1,772 58,525 112,36 112,39 112,59 10,593 22,075 20,449 4,2135 16,465 81,15 60,39 1,894 0,502 59,18 12,472 7,408 73,41 3,042 18,85 81,73 2,066 5,46 4,181 4,076 1 20,975 169.75 1,776 58,645 112,58 112,61 112,81 10,613 22,115 20,489 4,2215 16,505 81,31 60,51 1,898 0,504 59,30 12,492 7,422 73,55 3,048 18,89 81,69 2,070 5,47 5,189 4,084 21,025 169,42 1,771 58,54 112,35 112,42 212,72 10,595 22,105 20,452 4,2135 16,475 81,16 60,72 1,896 0,502 59,20 12,475 7,411 73,54 3,042 18,88 81,73 2,066 5,455 4,181 4,006 20,98 169,76 1,775 58,66 112,57 112,64 112,84 10,615 22,145 20,492 4,2215 16,515 81,32 60.84 1,900 0,504 59,32 12,495 7,425 73,58 3,048 18,92 81,89 2,070 5,465 4,189 4,074 21,02