zreitag, 1. März 1929 Nr. 51 Erster Blatt 179. Zahrgang DieReformanträge derVolkspartei Paris. l.TNärz. (TM.) 3n den Verhandlungen der Sachverständigen ist eine gewisse Ruhe einge- ireten, eine Folge des schnellen vcrhandlungsgangcs der ersten zwei Wochen, da auf allen Seiten das vedürsnis nach Sammlung und Vorarbeiten vorhanden ist. Auch die Sitzungen der Unterausschüsse sind teilweise ausgesetzt. Für die deutsche Abordnung trifft täglich ein Kurier aus Berlin ein. Wie die Telunlon zuverlässig erfährt, besteht auf deutscher Seite noch keineswegs die Absicht, mit Vorschlägen für die höhe und die Zahl der Jahresleistungen in nächster Zeit heraus- zukommen. Vielmehr wünscht man die Fortsetzung der Besprechungen, die auch noch in den nächsten Wochen dcrfinanziellenundwirt- schafllichen Lage Deutschlands gelten sollen, am erst dann auf deduktivem Wege zu einem Vorschläge Über die Zahlungshöhe zu gelangen. Diese Woche gilt vor allem der Vorbereitung der technischen Modalitäten für einen neuen Kriegsentschädigungsplan. Man darf voraus- fchcn, daß eine Einigung in grohcn Zügen über die Dildung des neuen Transferausschusses erreicht worden ist, während die Mnlerkommi.ssion für Sach- Ikferungen sich noch mitten in der Behandlung der Frage nach Art und Umfang der Lieferungen be- findet. Auch die Arbeiten des privatisierungsausfchusses sind keineswegs abgeschlossen. Auch hier sind die Beratungen noch im Fluh. Innerhalb der Abordnung ist in letzter Zeit ein starkes Kommen und Gehenzu beobachten. Insbesondere der Engländer Stomp und der Italiener Pirelli sind häufiger in ihrer Heimat als in Pari». Da die Sachverstön- digenkonferenz in dieser Woche voraussichtlich keine Vollsitzung mehr abhält, scheint ein Teil der deutschen Delegation diese durch die Kommissionsberatungen bedingte Pause dazu benutzen zu wollen, um dos Wochenende in Deutschland zu oerbringen. Geheimrat Kasll wird bereit» heute abend nach Berlin reifen, während Dr. Vogler zur Teilnahme an dem Deutschen Industrietag nach München sohren wird. Der Reise der beiden deutschen Delegierten liegt keinerlei mit der Konferenz unmittelbar im Zusammenhang stehende Ursache zugrunde. Dr. Schacht und Dr. Melchior bleiben In pari», um an den weiteren Beratungen der Unterausschüsse teilzunehmen. Es ist wahrscheinlich, dah Dr. Kastl seinen Aufenthalt in Berlin dazu benutzen wird, den aus Fachleuten und Vertretern der Wirtschaft bestehenden Beirat der deutschen Delegation über den bisherigen Verlauf der Verhandlungen zu unterrichten. Deutscher Reichstag. Berlin, 1. März. (D.D.Z.) Oluf der Tagesordnung des Reichstags steht die zweite Be- ratung des kommunistischen Antrages zum Schutze von Mutter und Kind. Der bevölkerungspolitische Ausschuh empfiehlt statt des kommunistischen Antrages die Annahme einer Entschließung, in der die Reichsregierung ersucht wird, die in dem Antrag enthaltenen bevölkerungspoliti- schen Forderungen (Kinderbeihilfen usw.) auf ihre gesetzgeberische, verwaltungstechnrsche und finanzie.le Durchführbarkeit zu prüfen und entsprechende Gesetzentwürfe vorzubereiten. Abg. Frau Lehmann (Dntl.) erklärt, der Bund der Kinderreichen lehne cs ab. sich mit den Forderungen der Kommunisten zu identifizieren. Abg. 2 o o s (Str.) schließt sich dem Bedauern Über das Vorgehen der Kommunisten an. Der Schuh von Mutter und Kind und die Fürsorge für die kinderreichen Familien müßten freilich ausgebaut werden, aber ohne Ausschaltung der privaten und der kirchlichen Charitasbestrebungen. Die Regierung sollte mehr Initiative zeigen. — Der kommunistische Antrag wird abgelehnt, die Ausschußentschtteßung einstimmig angenommen. Es folgt die erste Beratung des von der Deutschen Volkspartei eingcbrachten Gesetzentwurfs zur Aenderung der Artikel 54 und 85 der Reichsverfassung. Danach soll Zweidrrttel- mehrheit des Reichstags erforderlich sein um der Regierung oder einem Minister das Vertrauen zu entziehen. Die ein- fache Mehrheit soll nur genügen in Verbindung mit der Schlußabstimmung über den Etat. Reden dieser Aenderung des Artikels 54 will der Ent- murr den Artikel 85 dahin ändern, daß der Reichstag Ausgaben über den Etatentwurf hinaus (Er|d)ttnt täglich,auher Sonntags und Feiertag». Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholle Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- Scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Gietzen. postscheckkonto: grcnlfnrt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hlllmann, fämttich in Gießen. Neue Geheimdokumente veröffentlicht. Das Protokoll über eine Konferenz der Generalstabe Belgiens und Frankreichs in Drüffeb — Wie man einen Verteidigungskrieg gegen Holland konstruieren wollte. — Oie strategische Bedeutung des belgisch-französischen Eisenbahnnetzes. — Heidelberg und Eannstatt als Ziele einer französischen Offensive. man in den Kreisen, die ihm das In Frage stehende Dokument verschafft hätten, nichts lieber sehen würde, als daß man es in Gens auf seinen wahren Wert untersuchen würde. Auf eine Frage, ob Dr. Ritter vor der Deröffentlichung die Dokumente im niederländischen Außenministerium Dcrgelegt hätte, antwortete Dr. Ritter verneinend, wobei er jedoch hinzufügte, daß das Außenministerium durch die Veröffentlichung nicht überrascht worden sein könne. Der Minister des Auswärtigen, Ionkheer Beelaerts van B 1 o k l a n d, hat alle Gesuche holländischer und ausländischer Journalisten um Gewährung eines Interviews a b g e l e h n t mit der Begründung, daß er zur Zeit nichts mitzuteilen habe, und daß die niederländische Regierung außerhalb der Enthüllung des „Utretsch Dagblads" stehe. In Haager offiziellen Kreisen ist man überrascht über den Umstand, daß die niederländische Demarche in Brüssel und Paris einen ungünstigen Eindruck gemacht haben soll. Man betont demgegenüber, daß die niederländische Regierung vollkommen berechtigt sei, auf freundschaftliche Weise Informationen über derartige Veröffentlichungen einzuholen. Vechandlungspaufe in Paris. Oie Delegierten Kastl und Vogler verbringen das Wochenende in Deutschland. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrrS rind verles: vrlihl'sche Unlverfitütr-Vuch» und Ztelndruckerel K Lanze in Lietzen. Schrlftleltung und Geschäftsstelle: 7. Essen. 28. Fcbr. (WB.) Die „Rheinisch-West- fälische Zeitung" berichtet aus Utrecht über eine •neue Veröffentlichung, mit der das „Lltrcchlsch Dagblad" auf die Dementis der belgischen und der französischen Regierung antwortet. Es handelt sich um die Veröffentlichung des vollständigen Textes des Protokolls der Konferenzen des belgischen und französischen General st abes in der Zett vom 7.—12. September 1927. Das Dokument, das als streng vertraulich bezeichnet ist, trägt das Datum: Brüssel, den 20. September. Der Aktenvermerk lautet: Ministerium dec nationalen Verteidigung. Generalstab. Dritte Seltion. Rr. 10. b. 17 442. Geheim. Das Protokoll beginnt mit der Feststellung, daß in Anwendung des französisch-belgischen Mllttärablommens vom 7. September 1920, genannt Convention de Bruxelles, am 7., 8., 9., 11. und 12. September 1927 Konferenzen in Brüssel stattgefunden haben, an denen teilnah - men: für Frankreich der Generalstabschef General D e b e n e h ,® General Bineau . Sous-Ehef des Ceneralstads, General Dlavier, Militärattache an der fränkischen Botschaft in Brüssel; für Belgien: General Galet, Generalstabschef Oberst M i ch e n , Chef der dritten Sektion des General- stabs mit den Funktionen des Sous-Chefs des Generalstabs, Oberst van den Bergen, Chef der ersten Sektion des Generalstabs. J3ie Funktionen eines protokollsührenden Sekretärs wurden dem Obersten D. M. Eftienne, dem Kommandanten des Grenadierregimentes in Brüssel, an- vertraut. Cs folgen dann die einzelnen Artikel des Protokolls, deren Inhalt vom ..ältrechtsch Dagblad" schon toiebe^egeben wurde, die aber in der neuen Veröffentlichung In ihrem dokumentarischen Wortlaut gegeben werden. Reu sind die in dem Protokoll niedergelegten Aeuherungen einzelner Konferenzteilnehmer zu den verschiedenen Artikeln. So heißt es in einem Zusatz zu Artikel II nach der „Rheinisch-Westfälischen 3et- tur.g" wörtlich: „Oberst Michen wirst die Frage eines hol- ländisch-belgischen Krieges auf, dem Dculfdjarb sernstchen würde, und fragt, ob auch für diesen Fall die Mililärkonvcnliou zugunsten Belgiens in Kraft tritt. Der General B lavier antwortet, daß die Lnlfcheidung In dieser Frage von zwei Faktoren al hänge: 1. der h a 11 u n g De u l s ch- l a n d s auf diplomatischem Gebiet und 2. dem 11 r - sprungdesAngrifses. Weiterhin wird dann zu Artikel II ausgeführt, daß ja immcrh n aus dem Verhalten der holländischen Schelde-polizei irgendein Angriffspunkt konstruiert werden könne, daß man also letzten Endes immer von einer Aggression reden könne. Dem Artikel III ist ein umfangreiches Expose de» Generals Galct beigefügt, in dem dieser die einzelnen »f m a r f ch r a u m e der belgischen Armee genau aufzahlt. Zu drittel iv liegt ein Expose cor, in dem der belgische General Galet auf Anfrage des französischen Generals Bineau Aufschluß über die Zusammensetzung der belgischen Armee nach Durchsührung der heeresresorm gibt. ~ Weiter sind zu Artikel IV im Protokoll genaue An-aben zu sinder über den Anteil, der der E i s e n - bahn bei der Mobilisierung zufallen würde. Auf Anfrage des französischen Generals Debeney wird von be'gifdxr Seite mitgetcilt, dah Deutschland uocr 25 353 Lokomotiven, England über 23 395, jranfreid) über 17 635, die Niederlande über 1348 und Belgien üb t 4645 Lokomotiven verfügten. Es folgen dann detaillierte Angaben übet den 21 u sbau des belgischen Streckennetzes sowohl nach der Ostgrenze wie nach der Rordgrenze. Das Pro- lololl vermerkt eine Klage des belgischen General- stabschess über die Schwierigketten, die sich> vom lech- nischen wie vom finanziellen Standpunkt der Durch- sührung des eifenbahntechnischen Programms en - gegenstellen, worauf von französischer Seite geantwortet wird, daß nur bei f e r n e r Du rch- führung eine französisch-belg.sche wilitarifcheZ- sammenarbeit möglich sei, da jede französische Kon- zentral.on in Belgien angesichts der derzeit voll- kommen unzulänglichen E.senbahnvethalln in der belgischen Provinz £u$eniburg um lö Stunden verzögert würde. 3n Artikel werden Einzelheiten über t ü n f 11 ge Operationen gegen Deu schland bekanntgegebem An einer Stelle heißt es nach dem von der Westfälischen Zeitung" aus dem „Utfchlsch Dag- blad" übernommenen Text: Die im Iahte ^^ angenommenen Richtlinien werden aufrechlerhalten, was die Operationen der französischen Truppen in Richtung vouEann st attundheidelberg betrifft. Dasselbe gilt für die festgelegten Stellungen der französischen Truppen in Belgien. Das Protokoll ist unterzeichnet von dem Generalstabschef der französischen Armee, D^eney, und dem Generalstabschef der belgischen Armee, nur mit Zustimmung der Deichsregierung und des Reichsrats bewilligen kann. Wenn im Laufe eines Vierteljahres die Steuereingänge den Voranschlag um 10 Prozent übersteigen, soll der lleberschuß zur Verminderung des Anleihebedarfs, zur Schuldentil- g u n g und im nächsten Etat zur Steuersenkung verwandt werden. Diese Grundsätze sollen sinngemäß auch bei den Ländern und Gemeinden angewandt werden. Abg. Dr. Z a p f (D. Dp.) begründet den Entwurf mit einem Hinweis auf die großeStelgerung der Ausgaben in der letzten Zeit und auf die häufige Wiederholung und die lange Dauer der Regierungskrisen. Rach der Weimarer Verfasiung ruht heute die Souveränität beim Volke und sie wird ausgeübt vom Reichstag. Ich frage: ist dieser Souverän heute in Deutschland popu- l ä r? (Lebhafte Rufe: Rein!) Das liegt zum Teil an dem Druck des Versailler Vertrages, unter dem ein zufriedenesDolk nicht möglich ist. Die Schuld liegt auch im System, vor allem im Wahlsystem, das bestimmten Interessentengruppen einen bedeutenden Einfluß in allen Fraktionen einräumt. Die Folgen sind die übermäßig vielen Anträge, die Mehrausgaben erfordern. Wir haben in diesem Augenblick auf die Forderung einer SBafjl- r e f o r m verzichtet, aber wir wollen in unserem Entwurf auf andere Weise den Wettbewerb der Parteien um die Gunst bestimmter Bevölkerungsgruppen erschweren. Wenn wir damtt der Regierung eine größere Verantwortung auferlegen, so müssen mir ihr auch eine größere Sicherung gegen den Sturz durch eine Zufallsmehrheit geben. Wir folgen dabei dem Beispiel der alten Demokratien in England und der Schweiz. Die Nachahmung des I amerikanischen Beispiels mit seiner großen Macht- stellung für den Präsidenten empfiehlt sich für I Deutschland nicht. Gerade die weniger stark hervortretende Stellung hat es den beiden Präsidenten der deutschen Republik ermöglicht, sich die Achtung der ganzen Bevölkerung Deutschlands zu erwerben. Deutschland bedarf mehr als ein anderes Land st a biler Regierung»verhältnlsie, well es mehr als ein anderes Land bedroht ist. Den Demen tis der französischen und der belgischen Regierung werden wir erst glauben, wenn Die Verträge und die Verabredungen der beiden Generalstäbe im Wortlaut veröffentlicht werden. Für Deutschland wäre auch der liebergang zur Diktatur ein g e - ährlicyer Sprung ins Dunkle, zumal er nur durch blutigen Bürgerkrieg möglich wäre. Der Entwurf der Dolkspartei will die bisherigen Fehler des Systems ausmerzen, um dieses System gesunder und dauerhafter zu gestalten. 3n der Aussprache über den volkspartel- lichen Entwurf erkennt Abg. Dr. Dredt (Wirt. P.) die Reformbedürftigkeit des jetzigen Systems an, bestreitet aber, daß der Antrag der Volks- Partei das richtige Mittel für eine Reform sei. Der Wortlaut der Weimarer Verfassung ist sehr gut. Tatsächlich ist bisher nur einmal ein Kabinett durch ein Mißtrauensvotum gestürzt worden, das Kabinett Marx. Die Schuld an den Regierungskrisen liegt bei den Fraktionen. Dieser Mangel läßt sich durch den volksparteilichen Antrag nicht beheben, ebensowenig wie der Uebelstand der Bewilligung ungedeckter Ausgaben durch die Fraktionen. Die Fraktionen sollten mehr Derantwortungs- gesühl beweisen. Mit unserem jetzigen System sind wir rettungslos fest gefahren. Aende- rungen des Dersassungswortlauts können nicht mehr retten, sondern nur Selbstbesinnung deS Reichstages. — Freitag: Schutz der älteren An» gestellten und Fortsetzung der Verfassungsdebatte. Zentrum und Koalitionskrisis. Die Frage deS EtatauSglcichS. D e r l i n, 1. März. (Priv.-Tel.) Die ernste Beurteilung des Standes der KoalilionSverhaNd- lungen hat bereits dazu geführt, dah in gewissen polnischen Kreisen ganz neue Möglichkeiten der Regierungsbildung erörtert werden. So wird *. B. von sozialdemokratischer Seite der Gedanke m die Debatte geworfen, es bet einem Scheitern der jetzigen Verhandlungen mit der Weimarer Koalition zu versuchen, mit der die Deutsche Voltspartei In einer Art ä-la-s u i t e-S tellung verbunden wäre. Auch wird von anderen Kombinationen gesprochen, in denen die Deutsche Dolkspartei die geschonte Stellung einer unterstützenden Partei einnehmen solle. Heber den Standpunkt des Zentrums dazu sagt die „Oermania*, daß es derartige Lösungen, welcher Art auch Immer sie sein mögen, entschieden ablehnen werde. Das Zentrum werde nur in eine Regierung hineingehen, die auf der festen Grundlage einer Koalition beruht, und in der a 11 e Partner m i t gleichen Rechten und Pflichten vertreten seien. Irgendeine Sonderstellung einzelner Parteien, sei es, dah sie als Draußenstehende die Regierung parlamentarisch stützen, sei es, daß sie durch einen Verbindungsmann im Kabinett mit einem Sonderrecht vertreten sind, sei für die Zentrumspartei in jedem Falle untragbar. Die Auffassung, dah durch Sparmahnahmen eine Minderung deS neuen Steuer- bedarfS erzielt werden könne und erhielt werden müsse, sei keine Originalidee der D.V.P- Die zuständigen Mitglieder der ReichStagsfrak- tion des Zentrums seien seit Wochen mit einer sehr eingehenden Ucberbrüfung des neuen Haushaltsvoranschlages beschäftigt. Die unter dem Gesichtspunkt erfolgt, den angeforderten neuen Steuerbedars durch Streichungen möglichst herabzudrücken. Sie hätten im einzelnen Vorschläge ausgearbeitet, die beretts den Vorstand der Fraktion beschäftigt hätten, und die unter Berücksichtigung der schwierigen Verhältnisse dem angestrebten Ziel in weitem Umfange gerecht würden. Der Etat enthalte eine ganze Reihe von Ausgaben, die an sich notwendig und wünschenswert seien, die aber nicht gerade so eilig seien, dah sie nicht auch eine Hinauszögerung auf spätere Zeit vertragen könnten. Auf jeden Fall beharre das Zentrum darauf, dah die Erzielung einer Verständigung über diese Fragen leichter mögllch sein werde, wenn die Parteien vorher die feste Bindung an einer Koalitionsregierung eingegangen feien, als wenn diese ‘Berftänbigung versucht werde, bevor die fraktionSmähige Bindung erfolgt sei. Oie Auffassung der Demokraten. Berlin, l.März. (DDZ.) Wie der Demokratische Zcitungsdienst hört, kam in der Sitzung der demokratischen Reichstagösraktion einmütig die Aulsasiung zum Ausdruck, dah angesichts der gespannten Finanzlage des Reiches mit aUen Kräften versucht werden müsse, eine Aus - ga&enminöerung herbeizuführen. An der Regierung sei es, ein Programm aufzustellen, und di« Regierung habe ihrerseits dann mit Galet, und trägt den Vermerk: Gesehen und gebilligt: Der Minister der nationalen Verteidigung, Ch. de Broucqueville. Beigefügt ist ein vom 12.Mai 1927 datierter Son- zentrationSplan für den Fall der Mobilisierung. Die Echtheit der Dokumente. f) a a g, 28. Febr. (WTB) In einer Unterredung, die der „chaagsche Courant" mit dem Chefredakteur des „Utrechtsch Dagblads", Dr. Ritter, über die Frage der Echtheit der von seinem Blatte veröffent- lichten Aufsehen erregenden Dokumente hatte, erklärte dieser: „Die Dokumente stammen aus ei n e r völlig unverdächtigen Quelle. Sie stellen das Protokoll einer in Brüssel abgehaltenen Sitzung militärischer Sachverständiger dar. sind auf amtlichem Papier des belgischen Staates ausgezeichnet und tragen die Unterschriften der Teilnehmer an der Konferenz sowie Lack- siegel, wie sie bei den belgischen Ministerien gebräuchlich sind. Der Text des französisch belgischen Vertrages ist in das Protokoll über die Konferenz mit eingeschtossen." Dr. Ritter betonte noch, daß tert Fraktionen Fühlung zu nehmen. Die bemo- kratische Rrichstagssraktwn sei des langen Hin- nnd Herziehens müde. Die einmütige Auffassung gehe dahin, daß eine längere Aufrechterhaltung ce3 gegenwärtigen Zustandes eine schwere Gefahr für Q3cL und Staat bedeutet. Diese Auffassungen sind von den demokratischen Vertretern auch dem Reichskanzler Müller gegenüber zum Ausdruck gebracht worden. Gr hat es satt. Berlin. l.März. (ptiö.-XeL) Der Zenlrumv- obZeordnete Clemens Lammers hat laut „Ger- monla" sein Reichslagsmandat nieder- gelegl. Das entsprechende Schreiben an den Reichstagsprösidenten hat folgenden Wortlaut: „Grundsätzliche Erwägungen wegenderGe- samtenlwicklung des deutschen Par. lamenlarismus bestimmen mich, meine par- lamentarische Tätigkeit aufzugeben. Dem- gemäß habe ich die Ehre. Ihnen. Herr Präsident, hiermit mein Ausscheiden aus dem Deutschen Reichstag mltzuteilen." Wie das Blatt hört, ist Herr Lammers auch au» seinen sonstigen politischen und öffentlichen Lemlern ousgeschieden, insbesondere hat er seinen Sih im Vorstand der Zentrumspartei und den Vorsitz im Enquete-Ausschuß niedergelegt. Grverings Kurs. Ter ReichSinnenminister und die Parteien. Berlin. 1. März. (B. D. $.) 3m Haushalts- ausschuh des Reichstages erklärte Reichsinnenminister Severing zur Frage der Militär i - schen Vertreter der Länder beim Reich, wie die Rechtslage jetzt sei, sei nicht ganz klar. Es handele sich hier wohl im wesentlichen um in Gedanken stehengebliebene Regenschirme. (Heilerle'.t.) Sachlich würden diese Vertreter als militärische Berater der Länder kaum noch einen Wert haben. 3n meiner Amtsführung werde ich mich nicht ausschließlich auf Anhänger der Weimarer Parteien beschranken. 3d) werde alle staatsbejahenden Parteien nach ihrer Bedeutung und Stärke zu den Staatsaufgaben heranzuzieh e.n re.suhen. 3ch treibe feine Gesinnungsschnüffelei. 3ch schätze alte Beamte, die sich zur Mitarbeit am Staate nach längerem Kampfe durd grrungen haben, s:hr viel höher als diejenigen, die plötzlich im 3ahre 1918 ihr republikanisches Empfinden entdeckt haben. (Graf Westarp ruft: „Wieviel Beamte der 'Deutschnationalen sind denn noch in der Verwaltung ?“) Mindestens fünfmal soviel als Sozialdemokraten. 3ch halte den Dau deS Panzerkreuzers nach wie vor im Hinblick auf unsere Finanzlage und seine militärische Bedeutung für unzweckmäßig. mache aber kein Hehl daraus, daß man alles tun müsse, um das Versailler Diktat nach Möglichkeit für uns aus- z u s ch ö p f e n. Meine Parlei bedeutet ein Drittel ces Volkes, und habe ich das Vertrauen dieses Drittels nicht, so kann ich nicht amtieren. Aber ein Minister darf nicht Sklave der Par- t e i sein, und ich werde mich nicht sklavisch der Partei unterwerfen. Haben Sie (zu den Deutschnationalen) nicht selber die Empfindung, daß es ,im Auslande einen außerordentlich üolen Eindruck erwecken muh, wenn man eine Partei, die ein Drittel der Deutschen umfaßt, als Landesverratspar!ei hinstellt? Wird man dort nicht glauben, daß ein kühner Husarenritt nach Deutschland genüge, um es zu überrennen, da dieses Drittel einem zufallen werde? Von diesem Standpunkt aus bitte ich doch Herrn Grafen Westarp, in dieser Richtung auf seine Partei einzuwirken. Wie Schlagworte entstehen. Parteiismus. Man erlebt manchmal mit dem Aufkommen und dem Vergehen von Schlagworten die merkwürdigsten Dinge. 3n aller Erinnerung ist, wie nach der Revolution plötzlich das Wort Verankerung da war. Da wurden Betriebsräte in der Verfassung verankert, da wurden Ideen in einer Bewegung verankert, und das neue Schlagwort gehörte zum eisernen Bestand jedes Versammlungsredners. Heute ist es etwas ab- gel'urgen, weil allmählich Menschen mit Sprachgefühl davor gewarnt haben, solche Ausdrücke zu Tode zu hetzen. Schließlich wirkt der Spott und die Furcht vor der Lächerlichkeit noch ziemlich erzieherisch. Deutschland ist jetzt im Begriff, ein neues Schlagwort zu erhallen, mit dessen Herkunft es eine ganz eigenartige Bewandtnis hat. Der demokratiiche 3uftizminister Koch-Weser warnte kürzlich in einer Rede vor den Auswüchsen des „P a r t e i i s m u s". Gr hat sich damit ein Wort zu eigen gemacht, das seinen ülrsprung dem zähen Kampf des 3ungdeutschen Ordens gegen unser heutiges Parteisystem verdaust. Der Schöpser des Wortes „Parteiismus" ist Artur M a h r a u n, der Führer des 3ung- deu'.schen Ordens. 2lls er einmal darauf auf- merksam gemacht wurde, daß dies doch eigentlich eine sehr häßliche Wortbildung sei, da erwiderte er, für eine so häßliche Sache sei dieses häßliche Wort gerade recht. Das war vor mehreren Jahren, bis dahin ist das Wort „Parteiismus", mit dem man die Auswüchse des Parteiwesens bezeichnen will, ein Schlagwort im Kampfarsenal des Iungdeutschen Ordens geb.ieben. Jetzt scheint der Funke hin- überzuspringen. Schaut man in die Zeitungen der letzten Tage, dann findet man, daß es mehr und mehr ausgenommen wird, freilich ohne daß die dadurch bezeichnete Sache an Bedeutsamkeit irgendwie verloren hätte. Wie oft sind wir nicht in der Lage, über die Herkunft solcher Schlagworte irg'i b.ine zuverlässige Auskunft zu geben. Daß es hier einmal möglich ist, bedeutet vielleicht einen schätzenswerten Beitrag zur politischen Soziologie und Psychologie. Dis Itot der Deren Angestellten. Hilfe ans der Angestetttenversichcrimg. Berlin, 1. März. (D.D.Z.) Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich mit der Rot der älteren Angestellten und nahm einen Antrag seines Unteraus- schll'es an, der den über 60 Jahre alten feit einem 3ahre erwerbs'o'en Angestellten das Ruhegeld der Angestelltenversiche- rung gewähren will. Solange noch Anspruch auf Erwerbssosenunterstützung besteht, wird kein Ruhegehalt gezahlt. Bei gelegentlicher Aushilfe toll das Ruhegehalt nicht entzogen werden. Die Vorschrift tritt mit dem Schluß des 3ahreS 1933 außer Kraft, doch werden bis dahin festgesetzte Ruhegehälter wellergewährt. Einstimmig angenommen wurde auch die Verkürzung der Wartezeit von 12 0 a u f 60 Beit rags- m o n a t e , die besonders den älteren Angestellten zugutelomrnt. 3n einer Entschließung des Ausschusses wird baldigst ein Gesetzentwurf verlangt, der unter Berücksichtigung der noch vorliegenden weitergehenden Anträge einen weilerenAus- bau der Angestelltenversicherung vorsieht. Die jetzigen Beschlüsse des Ausschusses sollen ohne Beitragserhöhung durchgeführt werden, da die Mehrkosten bei der günstigen Lage der Angestelltenversicherung aus den vorhandenen Mitteln zu decken sein sollen. Die Rovelle soll am 1. März in Kraft treten und deshalb bereits am Freitag vom Reichstage verabschiedet werden. Kalte Annexion Danzigs? Neue Polnische Pläne. Berlin, 1. März. (Priv.-Tel.) Die Polen haben offenbar eingesehen, daß weder diplo- matische Versuche, Danzig in den polnischen Staat einzuverleiben, noch ein Handstreich nack) dem Wilnaer Vorbild des Generals Zelidowsli zum Ziele führen werden, sie wollen infolgedessen jetzt einen anderen Weg einschlagen und genau so wie Frankreich im Saargebiet enge wirtschaftliche Verbindungen zwischen Polen und de n Freistaat Herstellen. Durch eine Indiskretion sind Ei zilheüen der in Warschau geschmiedeten Pläne bekannt geworden, wonach man a le z ir Vrr.ügunz siebenden Geldmittel nach Danzig werfen und den gesamten polnischen Außenhandel über Danzig leiten will, um dieser Stadt wieder einen wirlschastlichen und finanziel cn Au - schwung zu geben und damit bei den Danzigern Sympathien für Polen zu erwecken. Unter der Hand soll natürlich eine starke Pressepro- p a g a n d a getrieben werden, man will gleichzeitig den Danzigern allerlei Vorteile einräumen, wenn sie eine Linksregierung haben, um ihnen vor Augen zu führen, wie vorteilhaft es sür sie fei, sich von der Linken führen zu lassen, die den Polen gegenüber leider nur wenig Rückgrat gezeigt hat. Goldene Ketten sind in der Tat oft stärker als eiserne-, wir g'au5en aber nicht, daß die neue Taktik der Polen von Erfolg begleitet sein wird. Der Parlamentarismus in Polen. Heftige Angriffe Pilfudfkis gegen den Sejm Warschau, 28. Febr. (WTB.) Das große politische Ercigni; des heutigen Rachmittags war eine Budgetrede des Marschalls P i l s u d s k i im Heeresausschuß des Senates. Pilsudski erklärte zunächst u. a., er habe keinen Referenten in den Militärausschuß des Sejm entsandt, weil sein Vertreter Beleidigungen aus- gesctzi sei. Die Offiziersehre erfordere aber bei Beleidigungen sofortiges tätliches Vorgehen. Desgleichen erfordere die D'.enstehre eine Vert i- digung des Vorgesetzten. Da er aber der oberste Vorgesetzte sei, hätte er, um Konflikte zu vermeiden, nichts anderes tun können, als sich selbst in den Sejm zu entsenden. Pilsudski kritisierte dann den Parlamentarismus, der sich in üblen Formen bewege, die im Widerspruch zum Leben, zur Arbeit und zum Recht stünden. Dies sei audj ein Grund, daß im Sejm keine Arbeit geleistet werde. Der Marschall stellte dann fest, daß das Militärbudget im 3ahre 1924 703 Millionen Goldzloty betragen habe, was umgerechnet einem Betrag von 12-17 Millionen Zloty entspreche. Da gegenwärtig die Hreresausgaben nur 814 Mill, betragen, so bedeute dies eine Ersparnis um ein Drittel. Dem früheren Budget habe er für seinen Privatgebrauch den Ramen des .fröhlichen" Budgets gegeben, denn die traurige Geschichte des polnischen Militärbudgets wisse nur von Diebstahl und der Möglichkeit toeitgelriebercr Defraudationen. Tatsächlich seien diese Militärbudgets fröhliche Budgets gewesen, denn er kenne Fälle, wie aus den Geldern des Militärbudgets der Kriegsminister für die Herren Abgeordneten üppige Trinkgelage mit Mädchen aus öffentlichen Häusern veranstaltet habe. Das seien goldene Zeiten für die Herren im Sejm gewesen. Aus diesen Budgets habe man nicht nur seine Geliebten, sondern auch die Parteien ausgehallen. Aus den Geldern dieses Budgets habe man mit beispielloser Frechheit gestohlen. Englands Rüstung. Senkung derHeereSauSgaben, aber erhöhte Schlagkraft. London, 28. Febr. (WTB.) Der Kriegs- fefretär Sir Worthington Evans erklärte im Unterhaus bei Begründung des Voranschlages für den Heeresetat, daß die tatsächlichen Ausgaben von 35lz4 Millionen Pfund Sterling im 3ahre 1925 auf 32 A Millionen im Jahre 1929 zurückgegangen fe en. Diese Verminderung der Hceresausgaben um 11 v. H. erscheine um fo bemerieTiswerter, wenn man sie mit den HeeresbudgetZ anderer Länder vergleiche. 3n den Vereinigten Staaten seien die entsprechenden Ausgaben von 51 Millionen Pfund im Etatsjahr 1925/26 auf 59 Millionen Pfund in 1928'29 gestiegen, in 3talien von 18 auf 28 Millionen, in Deu tschla nd von 23 auf 25 und in Frankreich von 31 auf 58 Millionen Pfund Sterling. Rußland habe in ter gleichen Zeit sein Heeresbudget mehr als verdoppelt. Das russische Budget stelle sich jetzt auf 84 Millionen Pfund Sterling. Das seien 40 Millionen mehr als im Etatsjahr 1924/25. Auch in Belgien und der Schweiz seien die Heeresausgaben gestiegen. Rur Großbritannien habe die Ausgaben ständig eingeschränkt. Der Kriegsminister erklärte ferner, daß in der Motorisierung der Armee große Fortschritte erzielt wurden. 3edem Kavallerieregiment sei nunmehr eine fahrende Maschinengewehrabteilung beige-eben worden. Zw:i Kavallerieregimenter seien in Panzerwagenregimenter umgewandelt worden. Für eines von ihnen habe man 22 sechsrädrige Panzerwagen neueren Typs angelaust. Die Zahl der Maschinengewehre sei so weit vergrößert worden, daß nunmehr jedes Bataillon über 16 Maschinengewehre verfüge. Man habe auch mit der M o - torif lerung der leichten Artillerie begonnen. ZweiBrigaten FekbarkMerie seien mit drahtlosen Fernfp.echanlagen ausgerüstet wordem Vier weitere Brigaden würden im Laufe deS 3ahres mit derartigen Anlagen versehen. Bei den Tankkorps seien die alten Tanks der Kriegs- zeit durch Tanks modernsten Typs ersetzt worden. Botschafter von Hoesch bei Briand. Paris, 28. Febr. (WB.s Der deutsche Botschafter v. H o e s ch hatte heute mit Driand nach einer durch längere Krankheit deS Ministers bedingten Pause wieder eine Unterredung über die schwebenden politischen Fragen. Bei dieser ilnlerreöung wurden insbesondere die auf der kommenden Genfer Ratstagung zur Erörterung stehenden Probleme behandelt. 3m Laufe der Besprechung nahm der französische Außenminister Gelegenheit, Erklärungen über den kürzlich in einem holländischen Blatt veröffentlichten Text eines französisch-belgischen Geheimabkommens aozugcben. Aus aller Welt. Die Tragödie eines Wiener Kinderarztes. Wien. 28. Febr. (WTB.) Der Vorstand der Wiener Kinderklinik, Professor Klemens Pirquet, und seine Frau wurden heute in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Es handelt sich vermutlich um einen Unfall infolge Vergiftung durch Kohlenoxydes, das aus dem schad- haften Dauerbrandofen aueftrümte. Nach späteren Meldungen gewinne die Annahme eines freiw lligen Endes immer mehr an Wahrscheinlichkeit. Wie das „Neue Wiener Journal" aus Bekanntenkreisen Pir- quets erfährt, hat er gestern nachmittag feinem ersten Assistenten und Freunde, dem Professor Nobel, sein Testament ausgehändigt, wie er es stets vor längeren Reisen zu tun pflegte. Schon vor zwei Jahren soll Pirquet einen Selbstmordversuch unternommen haben, der aber mißlungen war. Er sprang, wie das „Neue Wiener Journal" erinnert, damals aus dem Fenster feiner Wohnung und zoa sich einen Bruch der Beine zu. Es hieß damals, daß er durch einen unglücklichen Zufall aus dem Fenster gestürzt [ei. Die Blätter bringen in ausführlichen Artikeln die Lebensgeschichte des hervorragenden Kinderarztes, mit dem eine Leuchte der österreichischen Wissenschaft erloschen sei. Es wird dabei nicht nur an seine unvergeßlichen wissenschaftlichen Leistungen erinnert, sondern auch an seine vorbildliche Tät.gkeit auf dem Gebiete ter Kinderheilkunde und sein Wirken in der Not der Nachkriegszeit, wo er die Ernährungs- fürsorge für die armen Kinder in Wien leitete. Ferner wird an sein Schaffen auf wissenschaftlichem, ärztlichem und pädagogischem Gebiet erinnert, das in allen Kulturländern anerkannt wurde, besonders auch in Amerika. Der Name Pirquet wurde auch im Herbst vorigen Jahres genannt, als es sich um die Neuwahl des Bundespräsidenten handelte. Schwere Jotgen der Kälte in Kroatien. Am Donnerstag gelang eS zu dem Dorf Za- v a j e bei Karlstadt vorzudringen, das infolge der ungeheueren Schneefälle seit einem Monat von der Außenwelt vollständig abgeschnitten ist. Den Ankommenden bot sich e i n grauenvoller Anblick bar. Tie Dorf- ewohner hatten sämtliche Lebensmillel auf- gezehrt und lagen schwach und erschöpft in ihren Betten. 25 Personen waren bereits verhungert. Bon Karlstadt ist sofort eine Expedition mit Lebensrnitteln nach Zavaje ausgebrochen, um die äleber^ebenden zu retten. Durch das warme Wetter hat sich das E i S der Save mit reißender Schnelligkeit in Bewegung gesetzt. 3n der Rähe von Agram brach der Damm und die Wogen stürzten mit riesigen Eismassen auf ein Dorf, dessen Bewohner auf die Dächer flüchteten. ES war unmöglich, ihnen Hilfe zu bringen. Am Freitag wird Militär den Versuch machen, zu den älnglücklichen vorzudringen. Zahlreiche Todesopfer der Grippe-Epidemie in London. Die Drippe-Epedemie in London hat in diesem 3ahre außergewöhnlich zahlreiche Todesopfer gefordert. Seit der ersten 3a» nuarwoche sind insgesamt 1653 Personen der Krankheit erlegen gegen 146 Personen im gleichen Zeitraum des Borj hreö. Seit Anfang 3a- nuar sind ferner 3371 Personen an Bronchitis upd Lungenentzündung gestorben. Allein in der letzten Woche versiegen in London 473 Grippe- Fälle tödlich, desgleichen 1001 Bronchitis- und 3nsluenza-Fälle. vaft die Hälfte der Todesfälle war unter Personen über 65 3ahre zu verzeichnen. Eigenartige Erkrankungen unter den Bejahung»- truppen. Unter den Desatzungstruppen in Trier ist eine seuchenartige Krankheit ausgebrochen. Im Februar dieses Jahres sind 34 französische Soldaten geftorben, die fast alle in Frankreich beerdigt worden sind. Da auch ein Standesbeamter der französischen Armee hier ansässig ist, weiß man nicht, ob alle Todesfälle den deutschen Behörden gemeldet werden. Dis jetzt ist über die Art der Krankheit keinerlei Mitteilung gegeben »erben, so daß unter der Bevölkerung Beunruhigung herrscht. Brand In einem Döchnerinnenheim. 3m Heidelberger Stadtteil HandschuhLheim entstand Im Versorgungshaus, das sich irn Besitz eines evangelischen Vereins befindet, und in der Hauptsache zur Aufnahme von unverheirateten Wöchnerinnen und ihren Kindern gegründet wurde, ein Brand, der größeren Umfang annahm. Etwa 33 Kinder im Alter bis zu zwei 3ahren und eine Anzahl Wöchnerinnen mußten in Sicherheit gebracht werden, während der Dachstuhl bereits brannte und die heißen Dachziegel beruntervras'elten. Der große Speicher ist völlig vernichtet worden und die darunter licgcnoen Zimmer der Schwestern und Mädchen sind ausgebrannt. Dar Gesamtschaden ist beträchtlich, aber in der Hauptsache durch Versicherung gedeckt. Als 11c- fache nimmt man einen Kaminbrand an. Großer l olelbrand in Genf. Eins der größten internationalen Genfer Hotels, die „R e f i ö e n c e", steht in Flammen. DaS Feuer breitete sich infolge deS starken Sturme» mit größter Geschwindigkeit au8 und ergriff bald das ganze Gebäude. Rach kurzer Zeit stürzte bereits das Dach und ein Seitenflügel mit einem ungeheueren Getöse zusammen. Die Löscharbetten stießen auf außerordentliche Schwierigkeiten, da die Wafserleitungen zugefroren waren. Die „Rcsidence" diente al« Quartier für zahlreiche VölkerbundSdelegationen. So hatte insbesondere die deutsche Delegation zu den Ab- rüsiungstagungen des Völkerbundes sowie auch stets die ungarischen Delegationen mit dem Grafen Apponyi im Hotel „Rdsidence" Wohnung genommen. Der Schaden wird auf über eine Million Schweizer Franken berechnet. Da» Große Co# nach Berlin gefallen. In der heutigen Nachmittagsziehung der Preuß. Klassenlotterie ist das Große Los mit dem Haupt- gewinn von 500 000 Mark gezogen worden. Der Glückstreffer fiel auf das Los Nr. 147 519, das in beiden Abteilungen in Berlin gespielt wird, und zwar in Achtel- und Diertellosen. Ein blinder Passagier. Unter einem Wagen des aus Wien kommenden Schnellzuges wurde in Budapest ein junger Mann entdeckt, der als der 23 Jahre alte Techniker Paul Krüger-Werner aus Hannover fcsfgestcllt wurde. Er gab an, er habe sein Gluck auf dem Balkan versuchen wollen und habe den Weg von Hannover nach Budapest teils zu Fuß, teils als blinder Passagier zurückgelcgt Reuyork ehrt Karl Schurz. Der stellvertretende Bürgermeister von Aeu- hork hat die Aufforderung an die Bürgerschaft ergehen lassen, das Andenken an den berühmten deutsch-amerikanischen Staatsmann Karl Schurz an dessen 100. Geburtstag am 2. März durch das Aushängen der Rationalslagge zu ehren. 3n dem Aufruf wird erklärt: Rachdern sich Schurz für die Sache der Freiheit in seinem deutschen Vaterlande verdient gemacht hatte, bewies er die Liebe zu seinem neuen Vaterlande, in dem er bei Ausbruch des Bürgerkrieges von seinem Posten als Gesandter in Spa« nun zurücktrat, um in die Armee für die Erhaltung der Republik cinz^treten. Während des Krieges und in seinem späteren Leben gab er unserem Volke ein leuchtendes Beispiel der Pflichterfüllung. Zwanzig Tote beim Einsturz dne» Kaffeehauses in Kthen. Das große In der älniversitätSstraße gelegene Kaffeehaus Panellinion, unter dem sich ein Varietö befindet, ist heute plötzlich eingestürzt. Die genaue Zahl der Toten und Verschütteten ist noch nicht bekannt. Hilfsmannschaften sind an der Arbeit. Man rechnet mit etwa 20 Toten. von einer Lawine verschüttet. Am Schachentorkopf wurden auf dem Dege zum Schachen vier Skiläufer durch eine £ja< roine verschüttet. Während sich drei von ihnen aus den Schneemassen herausarbciten konnten, ist der vierte namens Martin Schwabe aus Partenkirchen tödlichverunglückt. * Das Befinden des Königs von England. Wie aus Bognor gemeldet wird, hält die Beste- rung im Befinden des Königs an. Er konnte zum ersten Male an einem Stock und mit Hilfe einer Krankenschwester im Zimmer auf- und abgeh e n. Er ist noch äußer st schwach und wird erst bei einer wesentlichen Besserung des Wetters sich ins Freie begeben können. Zwölf Zigeuner erfroren. 3n Rumänien finö zwölf Romadenzigeuner, die am Rande eines Dorfes in zwei Zelten hausten, erfroren. 3n der Gemeinde herrschte ein starker Schneesturm, der die D raßen und Wege volllommen unanbar machte. Die erfrorenen Zigeuner sind erst nach Tagen in den Zelten aufgefunden worden. Die Kinder fand man an die Brust ihrer toten Mutter gepreßt. Wettervoraussage. Das britische Hochdruckgebiet hat sich nach Mitteleuropa verlagert. 3n seinem Bereich £a» ben sich an der Rordseite die Fröste abgeschwacht und vielfache Rebelbildung herrscht vor. Helgoland gestern morgen — 5 Grad, heute — 1 Grad, Berlin gestern — 10 Grad, heute — 6 Grad. 3m Süden dagegen haben sich während der klaren Rächt die Temperaturen nur wenig geändert. Stellenweise sind sie sogar noch weiter zurück- gegangen. München gestern — 12 Grad, heute — 16 Grad. Da zunächst der Hochdruckeinfluß standhält, so bleibt das Detter trocken, jedoch dürfte es auch in unserem Gebiet zu verbreiteter Rebelbildung kommen. Der Frost hält nacht- weiter ai>, schwächt sich jedoch langsam ab. Wettervoraussage für 6 a m 6 t ag: Vielfach neblig, stellenweise aufheitemb, Frost sich etwas abschwächend. troden. Wettervoraussage für Sonntag: Weiterer Rückgang des Frostes, sonst wenig Aenderung. Lufttemperaturen am 28. Februar: mittag« —4,6 Grad Eelsius, abends —10,9 Grad Celsius: am 1. März: morgens —12,1 Grad Eelsius. Maximum — 4,6 Grad Celsius, Minimum — 13,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 28. Februar: abends —1,7 Grad Celsius, am 1. März: morgens —2,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 8J4 Stunden. Mnkersportnachrichteu der hcsi. Vetterdienslstelle. Taunus (Kleiner Feidberg): Wetter heiter. Temperatur m'nus 12 Grad. 35 Zrnllmeter Schnee, Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut Sauerland (Wn'.erbrrg: Wrlkig. Temperatur minus 10 Grad, 38 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut Schwarzwald (Feldberg): Heiter. Temperatur minus 16 Grad. 98 Zentimeter Schnee. 3 bis 5 Zentimeter Reuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Vogelsberg (Hoherodskopfs: Detter heiter, Temperaturen minus 12 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut — Herchenhainer Hihe: Wetter heiter, Temperaturen minus 11 Grad Celsius, 35 Zentimeter Schnee. Die Schneedecke ift etwas verweht. Sport- Möglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Odenwald (Tromm): Wetter heiter, Temperaturen minus 11 Grad Celsius, 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Neunkirchen: Heiter, Temperaturen minus 16 Grad Celsius, 30 bis 35 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Harnischgrunde: Heiter. Temperatur minus 15 Grad, 68 Zentimeter Schnee, etwas verweht, Ski und Lode! gut Alpen (Garmisch-Pcrienkirchen): Heiter.Lem- peratur minus 16 Grad. 31 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zentimeter Aeuschnce, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut Berchtesgaden: Wckllg. Temperatur minus 15 Grab, 35 Zentimeter Schnee, 6 bis 10 Zentimeter Deufchnee, Pulverschnee, Skt und Rodel sehr gut LMM r MU WH' fe >- -/v, V . /. V ' . >> -Mr- . •■• . O''• > A,. ' — ________ 1 - «J ~ . . ' *~ ' -- >. •* , Va^.* % ' ' V>*»5 ( . •# WNHWUMUNN eine 2igarettä;Vön Eigenart ■ ■ //< .' *;< • • v^'- ' - ‘ -,1-; r."-.•:•• ••“ ' '.»$.* r/- .. V..' ‘vIV • \,. ■*', — ; • >• j; Ä . / • ,v /.'■V-rJ, ■6j£:^5*r- '• ■ »; • V/tf ' :«-'• .' t L, T^VV ' '.- •■ •K- ■■ N \PRE!SE RM. 0,20-1,20 ch drei von ihnen au» iabe aus Partenkirchrn igs von England. i wird, hall die gs an. Er konnte zm f und mit Hilfe einer gleichen grlrrnt, und der Gedanke faßte Fuß. das; e2 doch ost nut am Einblick fehlt, wenn wir mit unferm Los unzufrieden sind. Lieber irgend» eine Klein'.gkcit stolpern wir und sehen nun auch gleich nur noch Steine des Anstoßes. Es kommt immer daraus an, wie einer die ihm aufgelegte Dürbe trägt. Lind cS gibt sicher viele, die eine schwere Last leicht bewältigen, weil sie sie sesten Willens tragen: aber auch andere, die eine leichte Last als ungeheuer schwer empfinden, V' eil sie allem mit Widerwillen begegnen, und sich dabei im Grunde selbst zur Last sind. S. £Xe ReicherunfaNwoche in Gießen. Mit dem gestrigen, zweiten öffentlichen Vortragsabend in der Neuen Aula nahm hie R e i chs un f a l I w o ch e in Gies; en ihren Mschluh. Der Besuch des Abends war. ebenso wie bei der ersten Veranstaltung am Montag, außerordentlich gering. Besonders im Hinblick aus die gestrigen, sehr bedeutsamen Vorträge ntufo das geringe Interesse unserer Mitbürger au dieser aufklärenden Veranstaltung recht beteuert werden. Als erster Redner sprach der Le'ter des Städt. Gaswerkes. D'.r ktor S t e d i n g. über die G e - lehren des Steinkohlengases im Haushalt, im Beruf und im Straßenverkehr. Ver Vortragende gab feiren Zuhörern sehr wert- vvlle Ausklärung-.n, dir sich auf die verschiedenen Llnsallmögllch'citen beim Gas. bezoge.r. Er- scrulicherweise bewegte sich der Vortrag auf her Linie einer reinen Aufklärungsarbeit, bei der jegliche Geschäft trndenz vermieden wurde. 9ie Ergebnisse des Vortrages geben w'.r in den ft schwach M wird Besserung des Detters n. aer erfroren. Jomadmjigamer, die in zwei Zelten Mnte farUte ein S raßen uni) Dege Die erfrorenen Zi» igen in den Zelten Sauber fand man an :ict ze-rcht. Aus der Provinzialhaupistadt. Gieß en. den 1. März 1929. Einblick. Da ist man nun manchmal mit sich und der Well unzufrieden, hat da zu nörgeln, dort zu wünschen, mit einem Wort: man ist grillig ver- enlagt. Nur Nachteile sieht man, die einem Leben ausgebürdet hat. Das eigene Los ist ?aS schlechteste, die eigene Lage die unbequemste. Alle andern, oder doch fast alle andern haben Ls schöner, leichter, angeneymer. Nur unsereiner nmh sich mll einer LInmenge von Widerwärtig- Criten herumschlagen. Bis man entdeckt — doch -ein — keine eigenen Schlußfolgerungen und alles Mblch der Reihe nach. Ter Sonntag hatte mir Pflichten ausgegeben. ! Die ganze Woche Pflichten: und auch noch Sonn- । tags! Am frühen Morgen zur Dahn. Der Wind I f; ;u6t Schnee ins Gesicht, der Körper, unauS- geschlafen, fröstelt. Zum Glück ist der Wagen gut geheizt. Trotzdem reget sich in dieser Stimmung die Kritik. Alte Wagen vierter Klasse, I genannte Viehwagen, vertreten die Stelle der dri ten Klasse. Wenn sich bas ein anderer er- I luble, als die Reichsbahn, wie würde man daS benennen? Hat einmal diese Stimmung eingesetzt, ' eht man auch gleich alles grau in grau. Lind lbrnmt einem dann noch dazu, eine ha be Stunde Wegs durch nassen Schnee waten zu müssen, lxtropft von den Daumen, die winterliche Last (i»toerfcn wollen, so ist die Freude an dem Sonn« leg alles andere als groß. Eben di ser Sonntag aber führte mich mit einem Landpfarrer zusammen. Kräftig schrill er aaS, immer wieder auf die Llhr sehend. Lind dann erzählte er von seinen Berufspflichten, die iHn sehr stark in Anspruch nehmen. An diesem Tage hatte er zur Erfüllung feiner Pflichten mindestens sechs Stunden schlechten FußwcgS in ausgeweichtem Schnee, bei Rieselregen zurückzu- legen. Lind das ein Sonntag? Ich verglich! Ich dachte Daran, daß mir schon öle ha be Stunde Wegs sehr unwillkommen war. Und es brauchte wirllich nicht viel Phantasie, um zu berechnen, daß bei noch viel ungünstigerem Wetter, bei Nacht vielleicht, diesen Landpfarrer hie Pflicht rief, in einen weitentfernten Ort zur Seelsorge zu gehen. Dabei mertte man dem Mann nicht das geringste an, daß ihm die Pflicht nicht lieb sei. Seine Worte waren gell d voll und doch von Humor gewürgt, und wenn das Gespräch allzu tief ins Schwere geraten wollte, riß er es mit einem einzigen fröhlichen Worte wieder empor. ^"en. ft, Mion batst iU W|2? Ab. ;°nen Jg* auch bence- , N bS M Cazier. noL „ ^lkan ver S°» Saffechaast, n. -el'^sfirabe gelegene unter bem sich te plötzlich eingeftürzt. :n und Verschütteten mannhaften sind an mit etwa 20 toten, verschüttet, :n aus dem Dege öufet durch eine &. leiten (onnteit ist iw'r Als der Geistliche von mir gegangen war, bllckte ich ihm lange nach Er hatte mir für . tiefen Sonn.ag etwas gegeben, für das rch thm ? dankbar sein muhte. Ich hatte wieder ver- lUssagt. [gebiet hat "ach LS ALL id heule - 6 ©tob. kchwihmbder^ nut venig fleänbert. r noch weiter zuntti« .n - 12 Vrad. bwte Brs? uu* ** ’fäi M *"• )>9 ®r°L VariWw Tab n?Sr°d^ m-13-2., yeft am »«Ä. «i ’eV[L w «n H#r hetter, 6P rstei? r-tzS« br.& v ,.lt B' . I® * et nachstehenden zehn Richtlinien wieder, die der ernsten Beachtung aller Bürger empfohlen seien. Den zweiten Vortrag hielt Prof. Dr. Gundermann über die Maßnahmen der ersten Hilfeleistung nach Llnglücks- fällen. 3n a.igLmeinoer,tänoli^er Wcisr gab der Redner vom ärztllchen Standpunkt aus Den Zuhörern wertvolle Winke über die Art und Weise, wie man Ohnmächtige zu behandeln hat, im Wasser Verunglückte zum Leben zurückzubringen versuchen muh, durch Elektrizität getroffene Prrsonen bis zum Eintreffen des ArzteS betreuen soll usw. Weiter eröffnete der Redner u. a. die ersten Hilfeleistungen bei Derbretmun- gen, bei Hitzschlag, Die Säuerst off behandlung bei Derg f .ungen, Wundbehandlung. Erfricrungen, nervi.se Beschwerden nach Starkstromverletzungen, Gllederbrüche und Anlegung der entsprechenden Verbände usw. Der Vortragende zollte hierbei der segensreichen Arbeit der Sanitätskolonnen hohe Anerkennung und forderte zu reger Linker- stützur.g dieser gemeinnützigen Vereinigungen auf. Beiden Vorträgen folgte als Anerkennung für die Redner lebhafter Beifall der bis zum Schluffe stark interessierten Zuhörerschaft. Das Gas im Haushalt. Zehn beherzigenswerte Gebote. 1. Dor dem Betreten de - Raumes, aus dem Gasaeruch bringt, alle in der Nähe brennenden offenen Flammen löschen. Den Absperrhahn vor dem Gasmesser evtl, den. Haupthahn an der Einführungsstelle im Keller schließen, alle anderen Absperrhähne an GaSgeräten untersuchen, ob sie geschlossen sind. 2. 3n einem mit Gas a n g e re i ch e r t e m Raum offenes Licht und Feuer fernhalten, Türen und Fenster, ncnnentllch die oberen Flügel, zur Durchlüftung möglichst in Gegenwart einer zweiten P:rson offnen, sich nicht länger aufhalten, sofort eine von zügelas'enen Installateuren vorzunehmende Llnterfuchung eir.Iiiten. 3. Bei Gasgeruch aus unzugänglichen Räumen sofort Gaswerk und Polizei benachrichtigen, die Die Deffnung dieser Räume und die Beseitigung der eventuellen Gefahr veranlassen werden. 4. Nicht den Keller betreten, wenn dort Gasgeruch wahrgenommen wird, sondern daS Eintreffen des sofort herbeizuholenden Fachmannes abwarten. 5. Beim Suchen nach undichten Stellen die Gasleitung nicht ableuchten, sondern abrrechen, oder noch besser abseifen. 6. Arbeiten an Gasleitungen sowie Gasgeräten nur durch zugelassene, erfahrene Gasfachleute ausfuhren lassen. Pfuscher und Gas- sparverkäufer schaffen leicht Gefahrenquellen an Der Gasanlage. 7. Erft Zünd material zur Hand nehmen und dann den Gashahn am ©aSgcrät öffnen. 8. Den Absperrhahn vor dem Gasmesser des stlachts nicht schließen. 9. Leicht brennbare Gegenstände oder leicht entzündbare Flüssigkeiten (tote Spiritus, Aether, Benzin usw.) nicht in die Rahe von offenen Flammen bringen. 10. ©itoaigen auf der Straße wahrge - nommenen Gasgeruch sofort dem Gaswerk ober dem nächsten Polizeibeamten melden. Tatc.i für Samötag, 2. März. Sonnenaufgang: 6,44 Llhr, Sonnenuntergang: 17,42 Llhr. — Mondaufgang: 0,35 Llhr. Mond- untergang: 9,18 Llhr. 1401: Franz von Sickingen auf der Ebernburg in der Pfalz geboren. BormoLizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Die verkaufte Braut", 13.30 bis 21.15 Llhr. — Deutsche Duchdrucker-DerusSgenos- senschast in Leipzig: Filmvorführung aus Anlaß der Rcichs-Llnfallverh^turgswoche: »Der Kampf mit dem Llnfalltrujrl', 6 Llhr, im Gewerkschafts- Haus. — Li^Miclyaus, Bahnhofstraße: »Frauenraub in Marokko." — Astoria-Lichtspiele: »Maeiste und der Sträfling Nr. 51." — Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Heutige Opernvorstellung »Die verkaufte Braut", Operngastspiel be5 StadtiheaterS Mainz, beginnt um 18.30 Llhr. — Sonntag. 3. März, 18 Llhr, wird zum letztenmal Franz Molnärs »Olympia" (Gastfp'.el Auguste Prafch-Grevenberg) als Stern- denvvrstellung zu ermäßigten Preisen gegeben. — Das Lustspiel »Das Geld auf der Straße" von Rudolf Obernauer und Rudolf Oesterreichrr wird als erste Wiederholung am Dienstag, 5. März, gegeben. — Als nächste Schauspielpremiere wird Hermann HeyermancS »Hoffnung auf Segen" (Op Hoop van Zegen) am Mittwoch. 6 März, herauskommen. — Kavallerie-Verein, Gießen. Morgen. Samstag, abends Lichtbilderoortrag. Siehe die heutige Anzeige. •• Zum Tag des Buches. Mit Linker- ftützung des Reichsministeriums des Innern soll am 22. März, dem Todestag Goethes, in öWcm Iahr zum ejtenmal in Deutschland ein Tig dem Buche und dem Andenken über seine Te.cu- tung für die Menschheit gewidmet sein. ES ist fein völlig neuer Gedanke, der da Derwirllichung finden soll. Spanien ist als erstes Land vorangegangen und feiert an jedem 7. Oktober, dem Geburtstag Cervantes', einen solchen Tag: Italien ist mit einer ähnlichen Veranstaltung gefolgt. Da lag es nahe, auch in Deutschland, dem Land der Dichter und Denker, einen solchen Tag zu weihen. Die Vorbereitungen für diesen Tag In Gießen sind im Gange. •• Berufung eines Mitglieds des S t a d t t hea t e r s nach Daden-Daden. Fräulein Alix K r a h m e r wurde nach erfolgreichem Gastspiel für die nächste Spielzeit als erste ju.tzendliche Salondame an die Städtischen Schauspiele in Taien-Baden verpflichtet. •• Fünsundsiebzigjährige. Am morgigen Sam lief)en Schongesetze angeschlossen werden, unter denen vor allem das Gesetz betr. Schonung des Lachs (Salmo salar L.) Erwähnung finden soll. Zur Zeit der Sommerfangperiode vom 20. Mai bis 20. August (drei Monate) müssen wöchenllich während 36 Stunden, von Samstagabend bis Montagmorgen, alle Netze aufgenommen werden und alle Fanggeräte offen stehen, damit der Lachs ungehindert in die Flüsse aufsteigen kann. Und schließlich bestehen noch spezielle Gesetze für die höhere Tierwelt im Wasser und auf dem Lande. Walfische dürfen innerhalb der Hoheitsgrenze (Drei-Meilen-Grenze) rings um Island weder gefangen noch getötet werden. Die Robben haben ihre Gaststätte im Breidafjord, wo kein Schuß auf sie abgegeben werden darf. Der S ch n e e h.a s e wird durch zeitweilige Sonderbestimmungen des Ministeriums geschützt und die Renntiere sollen vorläufig bis 1935 ungestört in dem wilden Hochgebirge ihrer Vermehrung walten. Der Pflanzenschutz wird in der Hauptsache durch ein Hauptgesetz mit Nebenverordnungen über die Behandlung der Wälder, Buschwälder und Staudengewächse durchgeführt. Neben den vertretenen Bäumen und Büschen sind unter besonderen Schutz gestellt: Calluna vulgaris, Arctostaphylus uva ursi, tmpetrum nigrum, Vaccinium uliginosum, Elymus arsenarius, Cassiope hypnoides, Selagi- nella se’aginoides, Betula nana und Salix sp. Sorge für die Einhaltung dieser Verordnungen haben die Forstbeamten und Polizeiorgane des Landes zu tragen. Mit diesem Pflanzenschutzgesetz kommen wir schließlich zur neuesten Einrichtung Islands auf dem Gebiete des Naturschutzes, gleichsam der Krone der unermüdlichen, verständnisvollen Arbeit des feine Heimat und die ernste, aber auch einzige Natur liebenden Volkes, zu feinem N a - turschutz. und National-Park „Thing- oellir". Das Schutzgesek zur Erhebung und Würdigung der alten historischen Thingstätte, wo schon vor tausend Jahren die eckten Siedler und Vorfahren des heutigen isländiscyen Volke» ihren Reichs, tag abhieltcn, dessen Teilnehmer und Vorgänge in allen Einzelheiten durch das Desiedlungsbuch „land- nämaböt", ein einzig dastehendes geschichtliches Werk und die isländischen Sagen in allen Einzelheiten bekannt sind, wurde am 7. Mai 1928 gegeben und erhielt mit diesem Tage seine volle Gü'tigkeit. Nach dem 1. Januar 1930, anläßlich der großen Tausendjahrfeier des isländischen Reichstages (Althing), wird dieses Tausende von Hektaren umfassende, noch nicht ausgemessene Areal, inmitten einer herrlichen Hochgebirgsszenerie mit dem größten Binnensee des i * Landes, als eine für das isländische Volk geheiligte Stätte erklärt, die unter dem Schutz des Althings steht und niemals verkauft oder verpfändet werden darf. Das gesamte Gebiet soll in seiner natürlichen Verfassung unangetastet verbleiben. Weder Kultivierungen, noch Haus- oder Wegebau, keine Elektrizitätsanlagen oder andere Baulichkeiten dürfen in dem schonungserklärten Terrain vorgenommen werden. Jegliche Beschädigung durch weidende Haustiere soll vermieden werden und alle Pflanzen und Tiere, mit Ausnahme derer, die das geschützte Gebiet oder die Haustiere der anliegenden Farmer schädigen können, sollen unter dem Schutz des Gesetzes'stehen. Die Verwaltung übernimmt eine vom Reichstage gewählte Kommission von drei Reichsboten, deren Sond-er-Verordnungen vom Ministerium bestätigt werden. Alle unumgänglichen Ausgaben für den Schutz des Nationalparkes werden von der Landeskasse bestritten. Das sind Taten eines germanischen Stammes, der ein ganzes Jahrtausend mit den Elementen, mit Not und Tod gerungen, und als schönsten Sieg seine hohe edle Gesinnung gerettet und dazu seine politische Freiheit erkämpft hat. V.D. A. in Gießen. Dm Montagabend hielt im Universitäts-Tale (Plockstraße) die Gießener Ortsgruppe des CB.S. QI. ihre diesjährige Jahresver» fammlung ab, bei der im ersten Teil des Qlbends Dr. Steinacher, der geschastsfüh- rende Vorsitzende der Deutich-Oesterreichischen Qlrbeitsgemeinschaft und Leiter der deutschen Arbeitsstelle in Frankfurt a. M., einen Vortrag über ^Das europäische Minderheit e n .v r o b l e m" hielt. Der Redner knüpfte an das Problem ^Volcstum und Staat" an und suchte durch eine eingehende Anal),? diese beiden CLegrisse zu definieren. Volkstum, sei nicht nur Sprachgemeinschaft, fondern es wi"'ten darin auch Momente wie Dlrt'g ire ’nUcft. Br uchtum, Kultur, Religion, Wirtschaft und selbst Staat mit. Volkstum sei Wefensgemeinschaft und Er- lebnisaemeinscha t zugleich. Die Sprache als der wichtigste Bestandteil des Begriffs schließe i)te Angeht' eigen einer Sprachgemeinschaft n'.cht nur innerlich zusammen, sondern auch nach außen ab. Der Gedanke der staatlichen Einheit und Ganzheit sei somit letzten Endes aus dem Volkstum geboren. Staat rechtfertige sich erst aus dem Volkstum. Trotzdem dieser Gedanke ein sdezifisch deutscher Gedanke sei, hätten wir uns ihm gegenüber taub gezeigt, als ihn Wilson in seinen 14 Punkten als Grundlage eines Friedens in den Vordergrund stellte. So sei es gekommen, daß wir nach dem Friedensschluß 35 Millionen deutsche Minderheiten unter fremder Staatshoheit bekommen hätten. Die Minter- heit-enschuhgcfehe genügten nicht, um das Volkstum zu schützen. Qlnknübfend an den Zwischenfall auf der lebten Völkerbundstagung in Lugano, wo der polnische Außenminister Z a l e f k i sich in heftigen Qlnwürken gegen die deutschen Bestrebungen zum Schuhe der Minderheiten in Ober- schlc.ien erging, kam der Redner dann auf die jetzt im Vordergründe des Interesses stehenden deutschen Anträge und die des kanadischen Vertreters beim Völkerbund zu sprechen und kennzeichnete die Loge dahin, daß die Bestrebungen ver Staaten nicht darauf ausgingen, die Rechte der Minderheiten zu stabilisieren, sondern sie möglichst zu untergraben, ein Klageversahren einznsühren, das schon durch seine Kompliziertheit unwirksam werden müsse. Eine Verständigung von Staat zu Staat sei darum kaum möglich, dagegen könne Wohl ein friedl'ches Verhältnis von Volkstum zu Volkstum he.angeführt werden. Es sei Aufgabe, über die Grenzen der Staaten hinaus um unsertwillen und um der Befriedung der Welt willen nach einer Lösung zu suchen, die dem neuen Lebensgefühl eines neuen Europa gerecht werde. 3n der Aussprache beleuchtete älniversitätsprofcssor Dr. G rn e l i n die schwierige Situation, in der sich gerade Deutschland hinsichtlich des Selbstbestimmungs- rechtes der Stationen befindet. Im zweiten Teile des Abends erstattete der Schriftführer des Vereins, Dr. H e n ß , den Jahresbericht. 3n einer Reihe von größeren öffentlichen Vorträgen, sowie in besonderen Ortsgruppenabenden hat der Verein im abgelaufenen Vereinsjahr eine rege Werbe- und Aufklärungsarbeit entso'tet. Die Mitgliederzahl stieg von 310 aus 360 Mitglieder. Der Kassenwart, Rektor Reul, erstattete den Kassenbericht. Den Einnahmen von 2608.13 Mk. stehen a,n Ausgaben 2200,63 Mk. gegenüber. An den Landesverband touraen 114O2Ö Mk. abg:führt. Hierauf berichtete der Vorsitzende, Dr. König, über die Vorgänge im Gesamtverein, insbesondere auch über die Absicht, an Stelle der vielen kleinen Zeitschriften über V.D.A -Bestrebungen ein einheitliches Zentralorgan zu schaffen. Eine besondere Diskussion rief der Gedanke der Tlebernahme eines besonderen Betreuungsobjektes durch die Ortsgruppe hervor. Es wurde beschlossen, den Landesverband zu bitten, den Ortsgruppen ein besonderes Betreuungsobjeki anzab'e en, um damit der persönlichen 'Werbetätigkeit einen größeren A.sporn zu geben. Jedoch soll durch diese Sonderleistun- gen der Ortsgruppen die Betreuungsarbeit des Landesverbandes nicht geschä 'igt werden. Hierauf berichtete der Vorsitzende über die Konstituierung einer besonderen akademischen Ortsgruppe des V.D.A. und Herr Loos j u n. über eine Reuorgan sation der Schulgruppen Gießens auf der Grundlage der Arbeitsgemeinschaft. Der letztere Bericht rief eine lebhafte und anregende Aussprache über die Zrage der Beteiligung der I g nd an d n Bestrebungen deZ V.D.A. hervor, eine Erörterung, die um so begrüßenswerter war. als die gleichen und ähnliche Probleme heute auch den Gesamtverein stark beschäftigen. So konnte erst zu vorgerückter Stunde der letzte Punkt der Tagesordnung, die Wiederwahl des Vorstandes, erledigt und der anregend verlaufene Qlbend geschlossen werden. Feststellung der Wildverluste durch die Kälteperiode. Durch die Külteperiode sind in allen Teilen Deutschlands außergewöhnlich große Wildverluste einge r:t:n. QLL.eilungen besagen, daß diese Verluste in manchen Gegenden geradezu katastrophal geworden sind. Ilm einen Leberblick über die Gröhe dieser Verluste zu gewinnen und g-gebenenfalls Rotma'nahmen veranlassen zu können, hat der Allgemeine Deutsche Jagdschutzverein an cl c Revierinhaber die Bitte gerichtet, den für sie zuständigen Bezirksvorständen unter Angabe des Revicres mitzuteilen, welche Mengen Fallwild (getrennt nach den einzelnen Wildarten) gefunden Das Limburger Schloß eine Mine. DSR. Limburg, 28.Jebt. Jlad) sechsstündiger angestrengtester Arbeit war — wie gestern in einem Teile der Auflage schon gemeldet — das Großfeuer im Limburger schloß um 9 Ahr morgens im großen und ganzen gelöscht. Das ganze Schloß bildet, außer dem unversehrt gebliebenen, nach der Lahn zu gelegenen Rordflügel, nur noch eine Ruine. Rur die massiven Steinmauern sind stehen geblieben. Mil größter Energie wurde seit 2.45 Uhr nachts das um 2.30 Uhr ausgebrochene Großfeuer von der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr bekämpft, der bald auch die hiesige E seubahnfcuerwchr und die Derk- feuerwehr des Buderuswerks in Staffel mit ihren Motorspritzen zu Hilfe eilten. In der ersten halben Stunde konnte jedoch kein Wasser gegeben werden, da auf dem Domberg selbst sämtliche Hydranten schon seil Wochen eingefroren waren, ohne daß hier Abhilfe geschaffen wurde. Auch die dann aus der unteren Stadt gelegten Schlauchleitungen konnten dem Jeuer keinen Einhalt gebieten, das von dem Südflügel schnell auf die rechts und links gelegenen Jlügel Übergebungen war. 3n fieberhafter Eile wurden von der Lahn den steilen Domfelsen hinaus drei Leitungen gelegt, in die mit dem Limburger Motorspritzen ungeheure wassermaßen gepumpt wurden. E'ne weitere Motorspritze fand auf dem Domplah Aufstellung, wenn auch die brennenden Gebäude nicht mehr zu retten waren, so gelang es doch mit größten Anstrengungen, ein llebergrei- fen des Feuers auf den Oskflügel zu verhindern, besten Brand vor allem den Dom In unmittelbare Gefahr gebracht hätte. 3n den abgebrannten, etwa dreiviertel des Schlosses ausmachenden Flügeln war u. a. die Städtische Gewerbeschule unlergebracht, deren sämtliches Mobilar mitverbrannl ist. Auch die durch eine starke Gewolbedecke geschützte Bibliothek des 5t. Vorromäusvereins, die 4590 Bände umfaßte, ist heute morgen um 6.30 Uhr dem Feuer zum 0 ö f er gefallen. 3n dem westlichen Flügel, den früheren Ställen des Sch'ostes, die jetzt als Lagerräume dienten, gaben viele Zentner kohlen dem Feuer reichliche Nahrung. Das im Ostflügel befindliche Diözefan-Mufeum ist zum Glück verschont geblieben. Die Ursache der Brandkalastrophe konnte noch nicht f e st g e st e l l t werden. Der Brand wurde durch die wachhabende Krankenschwester des St. Binzenz-Hospilals kurz vor 2.30 Uhr entdeckt. Die Geschichte des Schlosses. Das Schloß Limburg seht sich aus einer Ge- bäudcgruppe zusammen, die in verschiedenen Tauperioden entstanden i't. Den ä l t e st e n Teil bildet der sogenannte Mittelbau, ein viereckiger Wohnturm, der im Anfang des 13. Jahrhunderts von dem Grafen Gerlach I. erbaut wurde. Diese ursprüngliche Burg, die ze taaeife R s'.denz der Kurfürsten von Trier war, birgt heute das Diözesan-Museum in seinen Mauern. Rach Süden hin schließt sich an den Wohnturm die St. P e t r i k a p e l l e an. die anscheinend zugleich mit der Burg errichtet wurde. Genaue Angaben fehlen darüber, doch wurde die Kapelle schon 1293 erwähnt. In den Jahren 1522 bis 1524 wurde an die Westseite der Kapelle ein zweistöckiger Wohnbau angeletzt. An i'n schließt sich der langgestreckte Südflügel, das sogenannte Langhaus an, das aus dem 14. Jahrhundert stammt und den Rittersaal enthielt. Heute ist hier die Gewerbes ch u l e un- tergebrachtz Rach dem Jnnenhof hin i't diesem Gebäude später eine Terrasse mit Ho'lauben angegliedert worden. An den Südflügel sind in späterer Zeit nach Westen hin Ställe bzw. Scheunen angebaut worden. Auf der andern Seite der ehemaligen Burg, also des Wohnturmes, liegt nach dem Steiger hin der Renaissaneebau, der im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Rur dieser Renaissaneebau und der W oh n t u r m sted vom Feuer ganz verschont geblieb"n. Die übrigen Gebäude sind zum größten Teil völlig ausgebrannt. Bon dem Gebäude, das die Petri« kapelle enthält, ist der Dach'tuhl eingeäschert. Die Kapelle selbst war durch Gewölbe g-schützt. Das Sch'oß wurde im Mittelalter von den Burgherren von Limburg bewohnt. ©~af Gerlach bewohnte als erster Hxrr von Limburg von 1258 ab den Wohnturm des Schlosses. Von den späteren Limburger Grasen, die das Schloß bewohnten. sind bekannt: Johann I. (1312—1335). Eer- lach II. und Johann II. Als im Anfang des 15. Jahrhunderts das Haus der Herren von Limburg ausstarb, ging das Sch'oß auf den Kurfürsten von Trier über. Besitznachfolger waren dann spater die Herren von Eronberg, dann wieder Kurtrier und 1803 kam die Burg in den Besitz von Rassau-Weilburg. 1866 siel das Schloß an Preußen. wurden, und wie hoch (gleichfalls getrennt nach Wildarten) die eingetretenen Verluste prozentual cingeschätzt werden. Es ist zu wünschen, daß jeder Revierinhaber dieser Bitte nachkommt, und daß es gelingen wird, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die eingetretenen Verluste wenigstens einigermaßen wieder auszugteichen. Für die Provinz Oöerhessen werden die Mitte' lungen der Re- vierinhaber erbeten an Forstrat Dr. Zentgraf in Lauterbach. Termin für die Mitteilungen: „Möglichst bald!" Spätestens bis 10. März. Verkehrswacht und Unfallverhütung. Wenn eine Gruppe unserer Mitbürger an der Reichsunfallwoche besonders interessiert ist, so ist es vor allem diejenige der am Verkehr Beteiligten: das sind wir eigentlich allesamr. Berufstätige und Richtberufstätige, Alte und Junge, Einheimische und Fremde, Gelernte und •Ungelernte und so fort. Welche Bedeutung der Verkehr und welche Bedeutung dieser für die Unfallstatistik hat, mögen wenige Zahlen zeigen: Lieber 1 Million Unfälle nur in Fabrikbetrieben: jährlich 24 090 Todesfälle. Davon allein im VerkehrSgewerbe 6336 Unfälle mit töd» lichern Ausgang im Jahre 1928! Sie verteilen sich auf die Eisenbahn mit 931, die Straßenbahn mit 320, den Autoverkehr mit 1953, Krafträder 423, Treträder 300, Landfahrzeuge 1412 und sonstige 1392. Amtliche Ziffern für Unfälle ohne tödlichen Ausgang und für reine Sachschäden liegen nicht vor: daß derartige Zahlen nicht gering fein werden, liegt nach Vorstehendem auf der Hand. Der Wert dieser Zahlen liegt vor allem darin, daß sie einmal weitesten Kreisen zu Eernüte führen, daß zwischen Industrie und Landwirtschaft einerseits und dem Verkehr anderseits hinsichtlich der Unfallgefcchr ein großer Unterschied besteht. Man kann nämlich durch Gesetz vorschreiben, daß diese oder jene Maschine so oder anders eingerichtet sein muß. Man kann bestimmen, daß diese oder jene Schutzvorrichtung angebracht werden muß. Man kann den Arbeiter in der Bedienung der Maschine unterrichten. Man kann das st ublikum durch Betriebsvorschriften von Maschinen fernhalten. Man kann durch berussgenossen'chaftliche Vorschriften mancherlei regeln und verhüten. Wan kann aber niemals die große und eigentlich unzählbare Menge der am Verkehr Beteiligten, also das Publikum, auch nur annähernd in ähnlicher Weise vor Unfällen schützen, wie es durch gesetzliche Bestimmungen der vorgenannten Art, durch technische Einrichtungen und berufsgenossenschaftliche Maßnahmen bei Industrie und Landwirtschaft möglich ist. Man kann noch weniger das Publikum gegen Unfälle und ihre Folgen ge- schloßen versichern, wie es bezüglich dec Berufsarbeiter durch die Derufsgenossenschaften geschieht. Es besteht hier also gewissermaßen eine Lücke. Die Ausfüllung dieser Lücke ist um so dringender, je mehr der Verkehr wächst, je mehr die Unfälle zunehmen. Die Lücke kann jedoch auch nicht nach Analogie von Landwirtschaft und Industrie ausgefüllt werden: vielmehr muß ein re.tcr Weg gesucht werden. Das ist durch die Bildung der „Deutschen Derkehrswacht" mit den ihr angeschlossenen annähernd 100 örtlichen Verkehrswachten geschehen, die in diesem Jahr iljr fünfjähriges Bestehen feiern wird und deren Ortsgruppen sich in allen großen und größeren Städten befinden. Die Deutsche Derkehrswacht kann und will die mit technischen Mitteln nicht zu beseitigende Lücke dadurch ausfüllen, daß sie mit allem Rachdruck darauf hinarbeitet, die Selbstzucht und den Selbstschutz der am Verkehr Beteiligten zu entwickeln, sowie auszubauen. Hebung der Verkehrssicherheit und der Verkehrs- litten unter gleichzeitiger Förderung des Verkehrs f o r t s ch r i t t e s (soweit Hindernisse von der strahenbaulichen, von der vcrkehrstechnischen oder verkehrsvolizeilichen Selle aus zu beseitigen sind), Verhütung unzweckmäßiger, dem Verkehr hinderlicher Vorschriften bllden die Hauptziele der Deutschen Verkehrswacht. Sie wendet sich deswegen an alle Verkehrsinteressenten, gleichviel ob Fußgänger, Radfahrer usw., aber auch an alle diejenigen, die im Dienste des Verkehrs stehen, also Kraftfahrer, Straßenbahnfahrer oder was sonst sie fein mögen. ..Siche r- h e i t über alles" ist ihr Leitmotiv. Die Deutsche Verkehrswacht und ihre Ortsgruppen haben sich daher der Reichs-älnfallwvche nicht versagt. Reben anderen Veranstaltungen werden sie vor allem durch Massenverbreitung eines Verkehrs-Merlb'attes mit je 10 Geboten für den Fußgänger, für den Radfahrer, für den Fuhrwerkslenker, den Kraftfahrer usw. aufllären, mit dem Ziele, Menschenleben zu schützen, un- vroduktive Ausgaben zu mindern und damit Dienst am Volke zu leisten. Oberhessen. Landkreis Großen. d A l t e n - B u s e ck, 28. Febr. Eine sehr starke Behinderung erfuhr gestern abend und heute morgen der Omnibusverkehr zwilchen Wiefeck und Alten-Buseck. Infolge des starken Windes war die Schneeverwehung der Straße so stark, daß der Verkehr nur sehr schwer vonstatten ging. Die Fahrgäste mußten an den am höchsten verwehten Stellen den Wagen verlassen und einige hundert Meter zu Fuß zurücklegen. Es kamen bis über einstündige Verspätungen vor. Im Laufe des Vormittags konnte die Straße wieder freigemacht werden, so daß sich jetzt der Verkehr wieder regelmäßig abwickelt. h. Lollar, 28. Febr. Wie überall, hat auch in hiesiger Gemeinde die Grippeepidemie weiteste Verbreitung gefunden. Leider tritt sie in einzelnen Fällen in Verbindung mit Lungenentzündung ernster auf. Die Volksschule, die einige Tage geschlossen war, hat den Unter - richt wieder begonnen. y. Staufenberg, 28. Febr. Dem hiesigen Gesangverein, der in diesem Jahre sein 40jährigcs Bestehen feiert, hat sich seit einiger Zeit ein gemischter Chor angegliedert, der etwa 50 Stimmen zählt. Er trat gelegentlich des in Kirchberg grhallenen Volkstrauertages zum ersten Male an die Oesfentlichkeit und erzielte dank der guten Stimmen und des sicheren Vortrages bei der großen Versammlung einen guten Eindruck. Y Mainzlar, 28. Febr. Einen wohlgelungenen Familirnabend Veranstalter der hiesige Männer gesangverein an Sanstagabe. d im Müllerschen Saale. Mit Rücksicht auf die Pafsionrzeit war der Abend nur den Mitgliedern und deren Angehörigen gewidmet. Infolge Verhinderung der beiden Dor inenden entbot das Dorstandsmitglied Hrch. Pflüger den zahlreich erschienenen Angehörigen den Willkomm- gruß des Dorstandes und ermahnte gleichzeitig die aktiven Mitglieder zur weiteren Pflege des deutschen Liedes. Einige unter Leitung des Dirigenten Burger vorgetragenen Ehöre fanden allseitige Anerkennung und zeugten von guter Schulung des Dereins. Für den geselligen Teil der Veranstaltung hatte man den Heimatdichter Heß (Leihgestern! gewonnen, der für seine wohl- gelungenen Dortr ge in oberhesstscher Mundart wohlverdienten Beifall erntete. Die Sänger Ehr. Weber und Wilh. Becker, die im verflossenen Vereinsjchr keine Gesangstude ver ä :mt hatten, wurden mit der silbernen Radel des Hessischen Sängerbundes ausgezeichnet, gleichzeitig wurde das Mitglied Lehrer Kurz, der feit einigen Wochen nach Gießen verzogen ist. in Anerkennung seiner Derdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Das Mitglied Jak. Rathan, der dem Verein nunmehr 25 Jahre angehört, wurde mit einer entsprechenden 11t- kunde geehrt. — Dem hiesigen Radfahr - * KesseIbach, 23. Febr. Bei der am Sor.n- tag stattgehabten Bürgermeisterwahl, bei der 390 Wähler stimmte.echtigt waren, e.hi Len Bürgermeister Weber 162 Glimmen, Hütt' n- arbeiter B. Dietz 101 Stimmen, Philipp ine Arnold eine Stimme, ungültig 3 Stirn:.en. 33 Wähler machten von ihrem Stimmrecht keinen Gebrauch. . Kreis Fricdöerg. 2$ Bad-Rauheim, 23. Febr. Eine Folge des harten Winters sind die hohen Holz- preise. Bei der heute im Stadtwald (tätig fun- denen Tersteigerung wurden durchschnittlich 50 Prozent mehr erlöst als beim ersten Verkauf vor einigen Wochen. Cs wurden bezahlt für zwei Raummeter Eichen-Rundscheit 35 bis 38 Mark, für Eichenknüpeel 3) bis 32 Mark, für 100 Eichenwellen 20 bis 25 Mark. Die Zahl der Kauflustigen war sehr groj. Derkholz war im Gegensatz zum Brennholz recht billig. Kreis Büdingen. △ Ridda. 28. Febr. Weil in der hiesigen Gemarkung die Raben in größeren Scharen auf treten, hat der Stadtvorstand beich offen, zur Verminderung der Schädlinge d.durch Beißutragen, daß folgende Vergütungen aus der Stadtkasse bezahlt werden: für eine abge ieferte Krähe 30 Pf., für ein Restjunges 20 Pst und für ein Rabenei 10 Pfennig. Seither wurden nur Prämien bei Ablieferung von ausgewachsenen Vögeln der Rabenarten bezahlt. ]: [ Gelnhaar, 23. Febr. Große Lücken reißt augenblicklich der Tod in die Reihen unserer Ortseinwohner. 2n vergangener Woche wurde eine Frau beerdigt, und am Sonntag starben drei Personen an einem Tage. Sestern wurden diese zu Grabe getragen, darunter der letzte Altveteran uns.res Dörtes, Schneider Scheerer im Alter von 81 Jahren. Drei Beerdigungen an einem Tage ist noch niemals hier vorgekommen. Infolge der bösartigen Grivpeepidemie wurde bis auf weiteres auch der Unterricht in Schule und Fortbildungsschule geschlossen. Kreis Lauterbach. * Schlitz, 28. Febr. Am Sonntag fand hier eine gut besuchte Versammlung von geladenen Mitgliedern und Freunden der D e u t s ch n a t i o- nalen Volkspartei im Beisein des Pro- rinzialvorsihendcn, Studienrat Dr. Lenz (Gießen), und der Kreisvorsihenden statt. Rach längerer Aussprache über die im Laufe des Jahres zu erwartenden Aufgaben bei den kommenden Gemeinde-, Kre's- in') Pro rin i l agZtechlen und dem Stahlhelm-Volksbegestren wurle die Gründung einer Ortsgruppe fcefd/Ioifen, zu welcher sich die Mehrzahl der Anwesenden gleich als Mitglieder eintrug. Auch wurde sofort ein Vorstand gewählt, um ohne Verzögerung mit der Arbeit beginnen zu können. Dann ergriff Dr. Lenz das Wort zu einem längeren Vortrag über die außen- und innenpoliische Lage. Ausgehend von den bei Ausbruch der Revolution gemachten großen Versprechungen der fo-ialdemolratifchen Führer beleuchtete er die Entwickelung der letzten zehn Jahre. älngefähr keine der Versprechungen ©eirlnnnusjttg 6. Klasse 32. Preußjfch-Suddtussche (258. Prcuß.) Klasjen-Lollcne Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich höbe Gewinne gefallen, und zwar |t einer auf die Lose gleicher Nummer in de» beiden Abteilungen I und II 18. Ziebungslag 28. Februar 1929 ön der Bormitlagsziebnng wurden Gewinne über 15U 3)1. gezogen 4 »ctoinnt xu 6000 HL 126565 250482 8 ®en»nne 4u 3000 W. 258034 287651 364045 370992 24 Gewinn, xu 2000 M. 94939 108914 116243 49268 52131 74801 92349 180099 202876 221964 326871 376400 69937 73009 7528' 80271 1000 M. 146827 144370 183846 257890 342813 366220 156424 199998 273479 357798 386187 122772 162258 206422 275990 339929 395215 118453 138854 183708 215462 226813 251405 273072 297406 314684 327074 347349 375406 396355 162576 212146 276636 362660 157061 197477 216611 230073 251776 275345 299836 314709 331781 350604 376228 397250 118408 138046 171263 215040 224737 240405 271359 290905 301941 326837 344074 369090 395458 115061 130243 162099 211243 218104 231669 262089 278029 300609 319634 336799 368586 381472 151454 186970 272780 356898 372012 115328 136455 167624 2U850 219043 232705 270546 287750 301582 325949 339696 368984 389303 361913 63748 139'>99 1755.50 224063 314147 363515 32 Gewinne >u ----- ------ 104920 139308 146827 162418 2009-8 285494 311785 313460 319654 344867 78 Gewinn» xu 500 OH. 9360 9992 26750 ------------ ----- ------ 122845 35982 44769 66880 96237 ------ ------- 210698 87437 87550 91753 94437 102818 106671 ----- ------ ------ 118816 224 Gewinn, w 300 M 3620 4981 9366 9829 17607 17827 2'979 24755 36236 45814 45943 49316 51716 68442 6'571 64632 68996 69'87 69737 71024 77'45 78453 80719 82723 84060 85126 ----- ----- ---------------------- 1,2817 122253 159398 208388 217133 231321 255291 276021 300533 315130 335394 359437 378661 398488 398622 ön der NachmiNagsziedung wurden Gewinne über 150 M. gezogen 2 Gewinn« io 500000 '47519 2 @«nnnne »u 5000 M 99645 8 Gewinn« »u 3000 W. 65661 172917 270063 378303 109273 76809 78875 84339 86642 99232 141919 160448 177018 199243 232585 250028 277334 296727 3'13594 354698 386104 114555 148365 160835 182826 200715 232598 250448 277383 306266 336147 359265 119796 149923 164233 183006 2H210 233838 255143 278315 325859 339892 360158 121764 150152 166444 186297 2'6936 234496 257929 325865 341060 367410 106636 132989 156552 169518 197494 228143 238875 272034 293565 327976 350877 368647 130752 154004 168099 193418 223506 235002 265604 291639 327342 346499 367603 6 »MDinne xu 2000 M. 78430 274701 385161 32 Sew'nne -u 1000 -M. 11788 36417 64497 90608 114574 116055 177020 202350 214105 240120 252984 277379 281786 309400 3'5665 333241 84 S-w nn^ ,n 600 M 2022 5008 10772 15772 '9320 24204 37683 40635 4'590 5"'785 63923 69053 75282 85395 109222 '105'2 113293 13'700 138424 176.326 179117 180796 162187 186246 210549 243673 243710 259330 260151 267639 275609 277689 280689 296871 301920 314227 328782 352259 374967 378684 379384 396439 200 s«n>nne v 300 M. 9442 13529 14689 22882 23136 23823 28950 30090 31297 35807 36302 38404 44635 45123 43915 49’60 56474 58508 59553 60952 64'22 69'03 7'5'4 73433 75762 389773 392774 Die m der beuNqen NochmMngszielinng oe> zogenen beiden H»>ipmeu»nuie oon je > M Eine grofce Vo4- fick» an» Nr. 147 519 in tib» leilung i noch Berlin, in Äbieilnng II Berlin. Zm (fleroinnrabe nerbheben 2 Prämien zu 500000 2 Gewinne 3-,0oüO, 2 zn 200000. 2 zu 500GG, 4 ju 25000. 32 w 10000. 5fc ,n 5000. 144 m 3''00, 296 zu 2UUU, 670 zu 1000. 1742 zu 500, 4018 6u 300 ÜRL konnte erngeköst werden, dagegen traf fast übetatl das Gegenteil davon ein. Der Redner betonte dann, daß die Soziademokratie ziclbewußt inf die Diktatur des Proletariats hinarbeite. Daß sie dabei gerade in letzter Zeit immer mehr Erfolg habe, sei Schuld der sich täglich wegen Kleinigkeiten. zerfleischenden bürgerlichen Parteien und des noch immer schlafenden Bürgertums. Die Schäden unseres parlamen arischen Systems, helfen Versagen in den letzten Monaten wieder besonders stark heroorgetreten sei und das noch nicht einmal für die so ungeheuer wichtigen neuen Rcparationsaerhan. l ngcn eine starke, trcgfähige Regierung ermöglichte, seien zu offenkundig, um viel darüber zu reden. Untere schlechte außen- politische Lage sei nur eine Fo'ge unserer inneren Entwickelung. Unsere Regierung wage noch nicht einmal den Kamps gegen die Kriegsfchuldlüge, die Basis des Versailler Diktats und der Repa- rationssaslcn, aufzunchmcn, trotzdem sogar führende Leute der Entente ihre Unhaltüarkeit offen zugegeben haben. Mit der ernsten Mahnung an die Anwesenden, in ihrem Kreise unablässig für den deutfchnationalen Gedanken und für die deutfchnationcle Forderungen zu kämpfen, schloß der Redner unter großem Beifall. preuhen. Oer neue Komniunalkonflitt in Wehlar. MSR. Wetzlar, 28. Febr. Die Stadtverordneten hatten kürzlich im „Wetzlarer Anzeiger" gegen de Veröffentlichung des Prüfungsberichtes über die Vermögenslage der Stadt protestiert. 2n einer Erklärung in der gleichen Zeitung betont Bürgermeister Dr. Kühn, daß von seiner Seite der Prüfungsbericht der Le.entlichleit durch die ört- kiche Presse zugänglich gemacht worden sei im Sntercf.e des Ansehens und der Kreditfähigkeit der Stadt Wetzlar, sowte im Interesse seines perfönlichen Ansehens und feiner Autorität als Bürgermeister, die in gleicher Weise einen Stoß bekommen sollten. Dr. Kühn erklärt weiter, die Siadtverordre.en hätten kein Recht darauf, daß das Prüfun.^ergebnis länger als notwendig der Oef entlichteit vorenthal.en w.rüe. Cs mute pharisäisch an, wenn diskrete Tehandlung gefordert werde, nachdem die Verwaltung öffentlich blohgestellt worden sei. Einer Entscheidung der Aufsichtsbehörde sei durch die Veröffentlichung des Prüfungsberichts, die lediglich die absolute Reinlichkeit und die ordnungsmäßige Geschäftssührung darlegen sollte, in keiner Weise toozgegrifien. Zum Schluß kündigt der Bürgermeister an, daß ec je nach dem weiteren Gang der Dinge in dec Angelegenhüt ebensaüs noch nicht das letzte Wort in dec Lefsenlich.eit g.fpro- chen habe. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 28. Febr. Der wegen Eigentumsvergehens oft und auch schon mit Zuchthaus bcstraste züjährigc Schnecher Max Reinhardt aus 2)il# kiiburg hat iin September o.I. in Bad-Nau- h e l m versucht, drei Schaukasten, in denen Lederwaren, Strümpfe u. dgl. ausgLstellt waren, zu erbrechen und daraus zu stehlen. Er leugnete, wurde aber durch die Beweisaufnahme überführt. Er war in der Nahe eines Schaukastens beobachtet worden; in feinem Besitz fand sich — abgesehen von einem R:voloer — ein Brcchwerkzeug, dessen zwei Zungen genau in de Einbruchspurcn an den Schaukasten paßten. Strafe: Gesamten chthaus st rase von v.nem 9 a 4 r zwei Wochen und zwei Tagen wegen versuchten schweren RückfaÜdieb- stahls und verbotenen Waffentragens, ferner drei Jahre Ehrverlust. Freigefprochen wurde ein Kaufmann von Köln von der A klage des Betrugs. Es wurde ihm zur Loft gelegt, auf geriebene Weife einem Kaufmann von hier Zigaretten im L ert von 80 Mark abgefchwindelt zu haben. Da nicht zweifelsfrei fest- gestellt werden konnte, daß er an dem betreffenden Tage in Gießen war, erfolgte trotz starken Verdachts Freisprechung. E.n Kaufmann aus Leipzig, der auf seinen Antrag von der Verpflichtung zum Erscheinen in der Haupt- ver' .ndlung entbunden war, wurde wegen B e • trugsundUnterschlagungzueinemMo- n a t Gefängnis verurteilt. Angeblich um einem Bruder eines Zeugen zu helfen hatte er sich gegen Hingabe eines faulen Wechsels ein Darlehn von 240 Mark erschwindelt; von dem Geld hat der hilfsbedürftige Bruder nichts gesehen. Außerdem hat er einen ihm anvertrauten Geldbetrag von 87,50 Mark, mit dem er eine Schuld begleichen sollte, für sich behalten. Berliner Börse. Berlin, 7. März. (WTB. Funkspruch.) Obwohl im heutigen Frühoerkehr Kurse noch nicht zu hören sind, beurteilt man die Tendenz weiter freundl.ch. Es scheinen neue kleine Kaufaufträge des Auslandes oorzulicgen, die dem Kursn oeau sicherlich eine Stütze bieten werden und der Spekulation zu weiteren Deckungen Anlaß geben könnten. Die Bewegung würde also nur rein positionstechnisch sein, denn Anregungen irgendwelcher Art liegen nicht vor. Am Deo senmarkt nennt man London gegen Paris 124,26, London gegen Mailand 92,66, London gegen Spanien 31,70, London gegen Kabel 485,27. Sprechstunden der Nednktion 11.30 bis 12.30 Ahr, 16 bis 17 Ahr. Samstag nadjm llag geschloffen. Schach-Ecke. ‘Bearbeitet von W Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaltion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 202. 8 6 2 5 4 3 h 8 7 6 5 3 2 4 Weiß. Schwarz, d e Don Dr. G. C. Soruffini. a b g h a D Weiß zieht und fetzt in zwei Zügen matt. Weih: 9 Steine. Kg3; Da2; Tel, h4; Lc3, c8, Sd5. f4: Bh2. Schwarz: 7 Steine. Ke4; Td4; Le3; Sg4; Bc4, d6, h3. Ein cl:gan'.er preisgekrönter Zweizüger. Partie Nr. 131. Die folgende lehrreiche Partie stammt aus der Sieg irrunde des internationalen Schachturniers zu Kecskemet. Unregelmäßige Partie. Weiß: AhueS. Schwarz: Rimzowitsch. 1. Sgl-f3 1. b7-b6 2 e2-e3 Auf 2. e4 könnte nach Rimzowitsch folgen: 2.....Lb7 3. Sc3, e6 4. d4, Lb4 und eh. d6 mit beengtem. aber verteidigungsfähigem Spiel für Schwarz. 2..... 2. Lc8-b7 3. b2 - b3 3. f7-f5 4. Lei -b2 4. e7-e6! Dies ist 4. .... Sf6 vorzuziehen. 5 bf *-e5 Vorherige Figurenentwicklung durch c4 nebst c4 und Sc3 usw. war angebracht. 5. ... .. 5. bg8 - f6 6. f2 — f4 6. g7-g6 7. c2-c4 7. Lf8-g7 8 Sbl -c3 8. 0-0 9. Ddl-e2 Um nach der Damenseite zu rochieren, da die kurze Rochade mit Schwierigkeiten verknüpft war. 9. .. * 9 ii7-dö 10. Se5-f3 10. Sb8-d7 11 d2-d4 11. Dd8-e7 12 0-0-0 12. eh-e5 Dieser wichtige Durchbruch bringt nun Schwarz in Vorteil. 13 d4-d5 13. a7-a5 14. De2-d2 14. Sf6-h5! So'l g3 provozieren, wodurch der Lb7 eine ertzch e Wi.kung in der Diagonale a8—hl erlangt. 15 g2-g3 15 Sd7 - c5 16. Ltl-e2 16. 25-a4! 17. b3-b4 17. 24-23 18 Lb2-al 18. Sc5-e4 19 Sc3xe4 Denn, wenn 19. Del, eXf 20. exf, Sxc3 21. LXc3, Lxc3 22. Dxc3, Dxe2. 19..... 19. f5xe4 20 Sf3-g5 20. e5xf4 21. Lalxg7 21. De7xg7 Droht zweizügiges Matt. 22. Dd2-d4 22. f4 — f3 23. Le2-fl 23. Tf8-e8 24. LH-h3 Falsch wäre natürlich 24. Sxe4 wegen Txe4! 24... .; 24. Lb7-c8 Vesser als 24.....Ta4. 25. Ln3xc8 25. T28XC8 26. b4-b5 26. Te8-e5 27. Sg5-e6 27. Dg7-e7 28. Kcl-bl 28. Sh5-g7 29. Se6-f4 29. De7-d7 30 h2-hl Wegen 30.....g5. 30...... 30. Sg7-f5 31. Dd4-c3 31. Sf5xg3 32. Thl-gl 32. Sg3-h5 33 Sf4-e6 33. Sh5-g7 34. Se6-d4 34. 7c8-l8 AusgegHen: falls 35. Dxa3, Th5 36. Thl, Dg4 37. Tdgl, Txh4! 38. Txg4, Txhl 4- und f2 und gewonnen. Rimzowitsch hat diese Partie kräftig behandelt. Losung des Problems Rr. 199. Don Marakounin. 1. Se5-c4! usw. Schachlitcratur. RanneforthS Schachlalendrr für 1929 ist seit Anfang des Jahres im Verlag von 5). Hedewigs Rachs. C. Ronniger, Leipzig C 1 Perl.)esslraße 10, erschienen. Das in jeder Beziehung nützliche Büchlein sollte seines wichtigen Inhalts wegen bei jedem Schachspieler anzutre,fen sein. Aus dem Inhalt erwähnen wir: Turnierordnung und Spielregeln des D:u.schen Schachbundes. — Orte mit täglichem Schachverk.hr. — Weltschachbund. — Gesamtverbände des Auslandes. — Adressen bekannterer Schachspieler. — Paarunastafeln. — Ereigi.isse der Zehre 1927 und 1928 usw. 3n eie» gan'.em Kunstlederband 2,50 Mk. Sie moderne Eröffnung. Der Herausgeber ist bestrebt, dem Leser in dem Labyrinth der Eröffnung 1. d2—d4 tie wichtigste und modernste Eröffnung Har vor Augen zu führen. Rach Bogol- jubows Auffassung ist die Bauernspannung im . enhu:n die Seele des Cröffnungskampses. Das Studium des Werkes wird jedem Leser von großem Ruhen sein. Brosch. 5 Mk., geb. 6,50 Wk. ist es von Bogoljubow (Sribcrg) zu beziehen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Eisbahn. Das war am Stammtisch. Einer hatte schon neun Dock intus. Ein anderer erzählte: „Sonntag war ich im Grünewald, habe mir mal die Eisbahn da ang.sehen. Also ich sage Ihnen, sowas von Betrieb! Schlittschuhläufer, Schlitt chuhtäu'er und nochmal Schlittschuh.äuferl Soweit das Aug: reichte, nichts wie Schlittschuhläufer. Ra und dann gab cs doch plötzlich einen i usammenlauf ziemlich weit draußen auf dem See. Lind was war's? Ein riesiger Bernhardiner war eingebrochen." „Ru sagen Sie bloß ma ...bemerkte der mit den neun Bock...... sagen Sie bloß ma, was hat son Bernhardiner Schlittschuh zu laufen?!" (Lust. BL) waren schließlich überzeugt , daß Kaffee Hag nicht nur coffeinfrei, sondern auch in Geschmack und Aroma unübertroffen ist. Ihr Urteil wird ebenso lauten, wenn Sie einen Versuch machen. Kaffee Hag ist der unschädliche Bohnenkaffee. Über 7000 deutsche Ärzte haben allein im Jahre 1920 lobend über Hag geurteilt. Das große Paket kostet RM 1.90, das kleine 95 Pfg. Ihr Kaufmann führt ihn. MW 5 f. KlrGmsegmmtz Jüngl.-Agraffenstiefel gutes Rindboxleder, mit weiß aego genähtem Rand, 36/39 . . . / Jüngl.-Agraffensliefel Rindbox, mit Le^erfulteru. Zwischensohle, besonders äSO günstiges Angebot, 36/39 g A Düngl.-Agraffenstiefel la Rindbox, r.nqs Besatz, aEO orig. 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Aichle la-Klasse 151 Stück, 20,14; Ib-Klasse 110 Stück, 27,30; 2a-Kiasse 16 Stück, 8,68; 2b-K!asse 10 Stück, 9,86; 3a-5tunterstützungsempfänger in der Arbeiislcser.v:rsiche-.ung ist um etwa 10 Prozent g:stiegen, während saisonmäßig nur etwa 5 Bro-,ent zu erwarten gewesen wäre. Rach der Gemerkschas.sstalistik im Dezember 2,1 Prozent, im Ianuar 1,1 Prozent. (In der Konjunkturgruppe 3,6 Prozent bzw. 1,2 Prozent, in der Produktionsmittelindustrie 1,4 Prozent bzw. 1,0 Prozent.) Immerhin bleibt die Tatsache einer nach mehre.e.a Monaten erstmals trotz ungünstiger Saison» e nf üs,c zu beobachtenden Verlangsamung der Arbeitslosen -u nähme und auch der 1 mstanu, da, s.e gerade in den Verbrauchsgüte r i n d u ft r . c n ic^uftellen ist, um so auffallender, als der seit Ende 1927 vor sich gehende Konjunkturrückgang sich seinerzeit auch zuerst in Lea Verbrcuchsgüter- und erst viel später in den Produk.iorsmittelindustrien aubgewirkt hat. Da bereits im Mirz, mit dem Eintritt des Frühjahrs, eine Belebung in den meisten Industriezweigen cinzuschen pl g , dürfte eine weitere wesentliche Verschlechterung der all- gem inen Wirtsch-f slrge nichtzu erwarten fein. Auch ist zu berücksichtigen, daß auf die Frühjahrsbelebung cLbsIo eine längere Sommerpause zu folgen pflegt, fo daß mit einer gewissen Stagnation der Wirtschaft vor der Hand noch gerechnet werden muß. Cha- rak eristisch für die kommenden Monate durste uu.ier diesen älmständen eine Fortdauer des seit einiger < eit zu beobachtenden Preisabbaues und eine weitere Reinigung des Wirtschaftskörpers von schwachen Elementen fein, wobei a..zunehmen ist. daß sich Produkt'onsumfang und Beschäftigungsgrad, abgesehen von den durch sai'onmäh'.ge Einflüsse, wie z. D. der Arbeitsaufnahme im Baugewerbe und in der Landwirtschaft b-d.ngten Schwankungen, im allgemeinen etwa auf dem jetzigen eingeschränkten Niveau behaup.en dürfen. Bei der Beurteilung der Lage darf selbstver- stündlich nicht übersehen werden, daß die wirtschaft iche Ak.ivität zur Zeit auch durch die üln- gewistheit über den Ausgang der schwebenden Reparationsverhandlungen stark beeinträchtigt wird. Mitteldeutsche (SrebifOanf. Tit'Fusion mit derCommerzbankgenehmigt. Die Generalversammlung, in der 18.97 Mill. Mark Stamm- und 20 CO) Mark Vorzugsaktien vertreten waren, genehmigte einstimmig die Fusion mit der Commerz- und Privatbank QI.-®., Hamburg zu den bekannten Dedingun en (Akiienumtausch 1:1. nachdem auf die Mit e deutsche Creditbankaktien zehn Prozent Dividende ausgeschüttet worden sind). Wie von Verwaltungsseite ausgesührt wurde, feien die Umstände, die zu der Fusion führt 'n. hinreichend bekannt, so daß sich weitere Erklärungen erübrigten. Betont wurde nur. baß sich die Verschi. elzung auf vollkommen paritätischer Tasis vollziehe. Hm ten Namen des Instituts zu erhalten, werde die Frankfurter Niederlassung in Zukunft .Mitteldeutsche Creditbank, Niederlassung der Commerz- und Pr.vatbanb' firmieren. Vom Vorstand wurde als das Hauptziel der Fusion die Senkung der Unkosten bezeichnet. die nicht ohne Vereinfachungen und Rationalisierungen bor euommen werden könne. Ein Abbau von Angestellten lasse sich daher, wenn auch nicht unmitlelbar, so doch auf die Dauer nicht vermeiden, es fei denn, daß sich die allgen e'ne Geschäftslage bedeutend günstiger gestalte. Bei diesem Abbau werde man aber mit größtmöglicher Schonung vorgehen. Ein Dertre'.ee des Deutschen Bankbeamten- vereins forlert von der Verwaltung ein Expose über das Schicksal der Angestellten, unter denen begreifliche Unruhe herrsche. Durch eine weit über den Rahnen der gesetzlichen Abfindung hinauspehenie Ver-ütung müsse für die älteren, dem Ab'au verfalle rden Beamten gesorgt werden. In gleicher Richtung bewegten sich die Ausführungen eines Vertreters der gewerblichen Angestellten. Don Verwaltungsseite wurde entgegnet, daß Einzelheiten über die geplanten Maßnahmen nicht im Fusionsvertrag und nicht in der Ce :e- ralversammlung erorle t werden könnten. Die Rechte ter Beamten der Mitteldeutschen Creditbank an die bestehende Penfionslasse würden durch die Fusion nicht beeinträchtigt. Die K -B der Commerzbank genehmigt ebenfalls. Die a. o. G.-V. der Commerz- und Privatbank A.-G. genehmig e einstimmig den Fusionsvertrag mit der Mittel, eutschen Creditbank uno Erhöhung des Kapitals um 15 auf 75 Mill. Mk. Reu in den Aufsichtsrut gewählt wurden die bisherigen Auffichtsratmitglieder der Mitleldeut.chen Creditbank, sowie als Ber'.reter der Firma Iarislowsky & Co., Felix Beer. In den Vorstand der Commerzbank treten die Herren Katzenellenbogen und Reinhart ein. Zur Begründung der Fusion wurde mitgeteilt, daß die M ittet- deutsche Creditbank über ein ausgedehntes und gesunde; Geschäft, sowie über wertvolle Beziehungen b:r üge, d.r.n Ueucrnah.ne öerSom- merzbank erhebliche Vorteile zu bringen verspräche. Die Mitteldeutsche verfüge zudem über starke innere Reserven, so daß ein Umtausch von 1:1 durchaus berechtigt erscheine. Auf die Anfrage eines Vertreters des Deut- schen Donkbeamtenvereins gab der Vorsitzende die Zusicherung ab, daß die Verwaltung alles tun werde, um den Delangen des Personals gerecht zu werden. Die Verwaltung sei der Ansicht, daß die Zukunft ein wesentlich vergrößer- t e s Geschäft bringen werde, so daß ein Abbau kaum nötig fein werde. Der Vorsitzende teilte noch mit. daß nach einer am 20. März stat f indenden Aufsi t'r tt imn-j voraussichtlich etwas über das Ergebnis des laufenden Ge- fchäftLjahres gesagt werden könne. Mitteilungen über die Dividende für 1928 wurden nicht gemacht. * • Die Reichsindexziffer für die 2c- benshaltungskosten im Februar. Die Reichsindexzifser für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Rei:HS- amtes für den Durchschnitt des Monates Februar auf 151,4 gegenüber 153,1 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,8 v. H. gestiegen. Diese Steigerung ist hauptsächlich auf die erho' ten ®e- müfe- und Kartosselpreise zurückzuführen. Die Indexziffer für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 = 100): Für Ernährung 15',7. für Wohnung r5,9, für Heizung und 2el"uchtung 151,8, für Dekleidung 172,5, für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verlehr 191,4. • Frankfurter Gewerbekasse e. G. m. b. H., Frankfurt a.. M. Bei einem auf 259,30 (236,19) Mill. Mark erhöhten Umsatz tour- den im Iahre 1928 an Zinsen 671 531 (485 224) Mark und an Provisionen 273 877 (247 419) Mark erzielt. Anderseits b:a . p.uchten Pas iv.'i fen 454 996 (304 412) Mark und Unkosten 304 773 (281 627) Mark. Aus dem Reingewinn von 198 803 (176 872) Marl werden wieder 10 Proz. Dividende ausgeschuttct. * A. Schaaffhausenscher Dankver - ein A.-G. in Köln. In der Sitzung des Aufsicht srates des A. Schaaffhauscnschen Dunkvereins A.-G. und in der anschließenden Generalversammlung wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1928 vcrgeleat und die Verteilung einer Dividende von 10 Pro-ent beschlossen. Das Gewinn- und Verlustkonto für 1923 schließt mit 11 693 737,43 Mk. ab. Hiervon sind zu kürzen: Handlungsunkosten cinschtz Tuntiemen 6 344 833,82 Mark, Steuern 2 J43 »<.8,7j Mk. Es wird Dorgc- schlagen, den verbleibenden Reingewinn von 2 704 864,85 Mk. wie folgt zu verwenden: 4 Proz. Dividende auf 25 000 000 Mk. Aktienkapital 1 000 000 Mk., Tantieme des Aufsichlsrates 121 621,65 Mk., 6 Prozent Suprrdioidcnde auf 25 000 000 Mk. Aktienkapital gleich 1 5)0 000 Mk., Vortrag auf neue Rechnung 33 313,2) Mk. » Deutsche Dampf schiffahrts°Ge° sellschast Hansa, Dremen. Der Oluf» jichttzrat beschloß, die Verteilung einer Dividende von wieder 10 Proz. vor-ufch'agen. * Mansfeld A.-G. für Bergbau- und Hüttenbetrieb. Aus dcm Reing.winn der Gesellschaft von 2,87 (2,86) Millionen R ichemark sollen wieder 7 v. H. Dividende ausgeschüttet werden. • Kaii-Gewerkscha, t Wintershall. In der orbent'.i^e.r Gewerlenversumml.ng wurden die Dilanzen für 1927 und 1923 genehmigt. 2luf die Anfrage eines Gewerken wurde vom Vorsitzenden mitgeteilt, daß sich etwas mehr als die absolute Majorität der Ka'iindustr.e A.-G. im Tesitze von Wintershall befinde, nachdem die Verwaltung von Wintershall, das Bezugsrecht auf sämtliche ihr zustehenden jungen Ak ien der Kaliindustrie A.-G. ausgrübt hat. Es wurde berichtet, daß der Kaliabsah im Iahre 1928 sich besonders günstig entwickelt hat. Während sich der Absatz des Iahres 1927 mit 62,9 Prozent auf das Inland und 37,1 Prozent auf das Ausland verteilte, sind die entsprechenden Zahlen für 1928 62,5 Prozent auf das Inland und 37,5 Prozent auf das Aus'and. Die beiden ersten Monate des laufenden Iahres haben gegenüber dem gleichen Zeitraum des Iahres 1923 einen Lieferaus'all von rund 953 0)) dz gebracht. Es wird mit der Möglichkeit gerechnet, daß bei einem eintretenden Wit er ingsumsch'ag ein Teil des Ausfalles im die jährigen Frühjahrsaüsatz noch aufgeholt wird. ifraut, uvier Börse Frankfurt a. SW., 1. März. Tendenz.freundlich. Auch heute zeigte die Börse bei Eröffnung ein freundlicheres Aussehen. Das Geschäft blieb aber hinter gestern zurück, da Orders nur in geringem Umfange eingetroffen sein sollen. Die öftere geftr.ge SleuQoner Börse und vereinzelte Deckungen der Spekulation hatten eine weitere AufwärtsbewegungderKursezur Folge, wenn sie auch das Ausmaß der g.ftrigen Erholungen n.cht erre chte. Gegenüber der gestrigen Abendbörse gingen die Gew.nne nur in E.nzeif allen, und zwar nur bei den bevorzugten Alt.en, über 1 v. H. hinaus. Bei der Spekulation war eine gew.sse Zurückhaltung und Vorsicht nicht zu verkennen, da die immer noch unklare Lage in der Regierungsbildung und der langsame Fortgang der Reparationsverhand- lurgen auf der anderen Seite auf die Stimmung drückten. Auch der nicht sehr befriedigende Monatsbericht der Commerzbank und der Discontogrscllsch-st übten eher einen nachteiligen Eindruck aus. Das Geschäft wurde durch diese Tatsachen stärker beein- s'.ußt. Auch heute wurde wieder vor allem den Kupferwerten größeres Interesse entgegengebracht. Die weiter steigenden Kupferpreise veranlaßten die Spekulation, bei Mansfelder mit plus 2.5 v. S) und Otavi m t plus zirka 1 Mark Jnteressenkäufe zu tätigen. Auch die Montanwerte konnten von dieser Bewegung vrof.tieren und bei etwas lebhafterer Nachfrage 15 v. H. höhere Kurse aufwe sen. Elektrowerte hatten kleinste Umsätze und waren nur bis 1 v. H gefragt. AEG sogar vernachlässigt und etwas schwächer. Am Chem'-markt konnte sich in Farben kaum lebhafteres Geschäft entwickeln: Sch?i)'eanftaft aber 1 v H. erholt. Interesse bestand noch für Zell- ft off Aschaffenbura mt plus 2,5 v. H Bankaktien uneinheitlich, doch hielten sich hier die Gewinne und Verlust" d-e Waage. Am Kal markt war die Haltung I acteilt. Asch"rsleben verloren auf Gewinnsicherungen 2 5 v. H, während W st-reqeln w"stere 2 vH. an- ziehen fo-rten. Renten still. Deutsche Anleihen behauptet. Sch"tzaebiete bei etwas Sherer Nachfrage wieder eine K'einigkeit erb ht Ausländer ohne nennenswerten Umlatz Nach einer vorübergehenden "räßeren Geschäft-stille wurde es, vom Sch-ff- f a h r t s m a r k t ausgehend, wieder lebhafter. Aus nicht er^nnbaren Gründen konnten Hanna bei lebhafter Nachf-mge snrunghoft 4 v H. gegen Anfang nrb Norddeutscher L'oyd 3,5 v. H. anziehen. Die Stimmung mir wieder rechtzuversichtlich und die übrigen Märkte konnten von der A"fwärts- heroegung der acna-'nten Papiere ebenfalls ihren Nutzen ziehen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 7 5 o S). unverändert. Am ^ev fenma'-''t nanr^o man Mark gegen Dollar 4’138. gegen Vfund 20 454, fiapbon neuen Kabel 4 ^527, gegen Baris 124 26, Ma-land 92,57, qenen Madrid, geringfügig erhöht, 21,60, gegen Holland 12,1175. Berlin, 1. März. D'e im heutigen Varm'ttags- verkehr herrschende Stimmung erhielt sich zwar auch zu Beginn der Börse, das Geschäft war aber ent- täuschend still, da bei den Banken nach wie vor Ordermangel herrschte. Der reibungslose Verlauf des Zahltages, die trotz hohen Tagesgeldsatzes von 10 v. H. feste Neuyorker Börse, ein freundlicher Monatsbericht der Dresdner Bank und die weitere Erhöhung der Kupferpreise auf 19,5 Cent regte die Spekulation zu we tcren Deckungen an, so daß d e ersten Notierungen immer noch gegen gestern Kursbesseiungen aufweisen konnten, im allgemeinen aber nicht so fest waren, als vorbörslich noch erwartet. Eine gcw.sse Verst rnrnung geht sicher immer noch von dem unsicheren A -gang der Verhandlun- gen in Paris und der inneren Pol tik aus, da die Bemühungen des Reichskanzlers bei den Parte en immer noch auf Widerstand stoßen. Außer ten öfteren Kupferwerten fielen eigentlich nur noch Re chs- bank m l plus 4,75 v H., Hansa (auf den 10’0.5).- Dioidendenoorschlag) und Schubert 8- Salzer (in (Ermattung einer guten Bilanz) aus dem allgemeinen Rahmen. Vereinigte Stahlwerke wurden heute aus- schließlich D vidende rotiert. Zunghans verloren 2 v. H, Rütgerswerke lagen zu Beginn schwächer. Deutsche Anleihen freundlich. Ausländer gesch'iftslos. Mexikaner bis 0,5 v. H. f.ster. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war zwar in den Sätzen etwas leichter, Tagesneid m t 7,5 bis 9,5 immer noch gesucht. Nach den ersten Kursen machte sich die Geschäftsstille stärker füh'bar, da die Deckungen der Speku'ation zum Stillstand kamen. N'cht -mmer konnte sich das Kursniveau behaunten, nur Mansfelder und Otaviminen waren eher f fter. Letztere haften sogar ausgesvrochen lebhaft-'S Geschäft. Auch RWE. und Schubert & Salzer zeichneten sich durch Widerstandsfähigkeit aus. Frankfurt a. M., 1 März. Zum Wochenschluß verkehrte der Prvduktenmarkt in fast vollkommen geschäftsloser Hallung. Die Händler übten allgemein Zurückhaltung. Vereinzelt tarnen Abschlüße zustande auf gegen gestern unveränderer Preisbasis. Es wurden notiert: Weizen 24 Mark: Roggen 23,75; Sommergerste für Brauzwecke 24.25 bis 24,50; Hafer, inländischer, 24,50 bis 24 65: Mais (gelb) für Futterzwecke 24,25 bis 24 50: Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 34 bis 34,75; Roggenmehl 30,75 bis 31,75; Weizenkleie 14,25 b s 14,35; Roggenkleie 15 bis 15,25. Tendenz: stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 28. Febr. Der deutsche Getreidemarkt ist durch die langcnhallen'ce Frostperiode von den Auslandmürlten nahezu gänzlich isoliert und, da außerdem zwischen den Preisen für In- und AuS- landweizen eine immer noch sehr beträchtliche Spanne besteht, vermochten die flauen Meldungen von den überseeischen Terminmärktcn und die Ermäßigung der Cifofierten hier keinen abschwächenden Einfluß aus'uräben. Das inländische Angebot von Weizen ist nach wie vor recht gering. Das herauskomm''nde Material findet zu etwa 1 Mark höheren Preisen älnlerkun't. Roggen ist nleichsalls knapp offeriert und konnte sich im Preise gut behaupten. Am Lieferungsmartt herrschte ebenso wie für Effektivware ein recht fester Unterton, obgleich zu morgen bereits größere Andienungen namentlich in Roggen angekündigt wurden. Die Hauptstütze des Markte- ist in der keineswegs reichlichen Versorgung der Mühlen zu erblicken. Das Mchlgeschäst hat sich zwar immer noch nicht beleben können, es ist jedoch weiter Nachfrage auch auf Lieferung im Markte. Abschlüsse scheitern nach wie vor an den unzureichenden Geboten. Hafer und Gerste bei Dunies Allerlei. Zwei Iahrzchnle „kolonlalkrlegerdank". Der unter dem Vorsitz des Herzogs Adolf Friedrich zu Mecklenburg stehende Kolo- nialkriegerdank blickt in diesen Tagen auf eine zwanzigjährige erfolgreiche Tätigkeit zurück. Bereits 1913 wurde der Kolonialkriegerdank vom Preußischen Staat mit den Vorrechten einer milden Stiftung belichen. Sein Betreuungskreis umfaßt nicht nur die ehemaligenSoldaten derSchutz- und Polizeitruppen, sondern die durch den Weltkrieg von Haus und Hof vertriebenen Kolonialdeutschen, sowie die Witwen und Waisen. Die Gesamtsumme der durch den Kolonialkriegerdank seit Beginn der Goldwährung (1. Januar 1924) gezahlten Unterstützungen beträgt allein fast 100 000 Mark, abgesehen von seinen sonstigen Hilfsmaßnahmen. Bekannt sind die erwerbenden Unternehmungen der Stiftung Kolonialkriegerdank, insbesondere seine Annoncenexpedition und die in seinem Verlage erscheinenden kolonialen Zeitschriften, von denen die alte wissenschaftliche «Koloniale Rundschau" und die „Uebersee- und Kolonial- zeitung^ (Der K o l o n i a l de u t s ch e) im In- und Auslande als der Ausdruck deutschen kolonialen Wollens gewürdigt werden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 1.3. 28.2 | 1 3 Datum 28.2. 122.75 1< 129,75 lf W 188,5 54 50 O 60,25 60,25 11 72 141,5 27 122 145,25 >44 Danknoten Berlin. 28. fre ru.i Die hinter den Papieren angefühnen Ziffern neben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — ReichSbanldislonl 6,5 Prozent, Lombardzinsfuß 7,5 Prozent. 15 71,5 89,75 265 123 137,5 173 129 60.25 100 142 26,75 103 142 27,25 103 259 191 Scklub' Kurs e o 0 b 10 0 6 277,4 235,5 417,5 370 258,25 189.25 122,5 214,5 55 51,5 15 215 ..u.»tuaimcue Vieren belgische Noten . . . Täniidie Raren . . . Englische Noten. . . i'Uin flur? Lch.ub-IAniang Surr I Kurs 128 276 232,25 414,5 368 259 185,25 122,25 212.5 54.5 51 51 214 33 88 264 Uiguipu ^.zmarm . . . Heidelberger iSement . . (Semcnt Karlstadt . . . SSayß & Freitag . . . . LchulthciS Patzenhoser . Cftrocrle....... i8er. Glanzstotz . . . . Bembcrg....... tzellllotz Waldbos . . . Zellstotz vlschassenburg . lihorloilcnburger Wasser Dessauer 6!ad..... Daimler Motoren . . . Demag ....... Adlerlverke Kleoer . . . Ludw. Loews..... Auwmobil . . . . crenstein & Koppel . . Leonhard Tiey . . . . Bamag-Megutn . . . . .vrants. Maschinen . . . Gritzner....... Hcyligenstaedt . . . . IunghanS....... Lechwerte....... Mainlrastwerko . . . Miag......... Nelarsulmer . . . . , Peter» Union .... Otebr. Roeder .... Poigl 4 Hactzner . . Eltdd. Zucker . . . . . 212 44,5 Devisenmarkt Terlin- Frankfurt 6 W. Telegraphische Auszahlung. lycrlin, 28 ^.-bruar utels *tief tfiaiijPiiiaje 'Jioun..... iT443 16,505 oolinndiichc 'Jiorcn...... 168,21 168,89 At Ueniffbc Noten...... 22.095 22,175 Norweqische Noten...... 112,00 112.44 D'uu'ch^eiterr,4100 Krone» 59,06 59,30 Numänische Noten...... 2,48 2.50 Lcbwedischc Not-n...... 112.20 112.64 80,90 81 S? Svanisch: Noten....... 64,56 64.84 Lich-choilowaklsche Noten . . 12,43 12.49 Ungarische Norcn..... 73,21 73,51 ,iranffuna M. Berlin zrantsuri a. M. Berlin Lchluss. ttu re l Ubr. Kurs Schiufr llnfanfl Schlutz- Kur» i Uhr- Kurs Schlutz- Ansaug flur» Sure Kur» Kur» Datum 28.2. 1 3. 28 2. 1.3. Tatuni 28 2 | 1 3 28.2 1.3 3% DI. Ü^ichsamcide >. lUz. 87.3 — 87,5 — itf.i* .......... > 167,25 : 166,9 166,25 166,20 D>. Lni.-Ablos.-Lchulv mit Äus Bergmann...... iSIeftr. üieserungen . . . . . . f 206 — 206,5 207,25 io|.,8ird)ifn . .... 54 -w 54 54,1 . . 1f 163,25 — 163 163,5 Tcoal. ohne Auolos.-Rechte . 7% Frantz. Hnv -Bl. Goldps. nn 13,1 13,1 13 13.1 Licht und JVtcii .... . 1< 210 210,25 209,5 212 zelten & Oiuil caume. . . . f. 136 136,5 136 tünvvar vis 1932 90 — — <8es. s. (rlektr. tlniern.. . . 10 228 — 223 229,75 iVt% «Oclnlidh? Hyv.'Bant Ltau 81,7 Hamb, lrlektr. Werke . . . 10 — 146 — Aoldps........ ffl.e.®. abfl. BortriegS-vbligation — — Äheiu. Elektt...... 3dilc|. Clektt...... . . . f . . 1'1 162,5 203,5 162 203,75 ru-Uabldar 1932 86,5 W * — LchuckeN....... . . . 8 223,5 224,5 223,25 224,25 4% Schivetj. «undeeo.-Änl.. . «*• — — — Siemens 4 Halske . . . . . 12 373 374 372,5 375 4% Lelterreichische Golvnc.. . — — 31,25 —- Transrabio...... . . . i- •— — 147 4,20% Leslerr. LUberric. . . 2,025 — — üabmeyer 4 Co..... . . 10 161 — 159,13 — 4% Leslcrreich. einheitl. Rte- 2,225 — — . . . 5 81 — 82 — Uugarlsche Golvrre.. 25.2 —— 25,20 Deutsikie ttrböl .... . . . 6 — 123,5 123,25 122,75 4% Unnoriidie Liaaier. v. 1910 21,6 - — — (ifjencr Steinkohle . . . . . . 8 —- — 122,75 124,5 4%% desgl. von 1913 .... — —— 22,75 —- Äelsenkirchener ... 1 '/, 3- 4 130,5 130,5 131 131,25 4% Ungarische Aionennc.. . - 4% Türk, yoliaulcthe v. 1911 . 4% Türkische ivagdadbahn-Anl. 2,13 — 2,2 10,5 2,2 10,6 voesch Eisen. ..... 3 Bergbau..... . . . k . . . 8 140,75 216 141,25 141,5 122,25 216 141 124 215,75 Serie I......... 4% be»gl. Serie 11...... — 10,25 —— Üldcknermerke ..... •* —— — 106 106,5 10,13 - 10,5 — fldln>9ieuelien..... . . . v — — 122,13 122,75 4% Rumänen convert. Mte. . . 8,775 — — ■A'tanneomann..... . . . k 123 123,9 123,6 124,25 4'i% Rumänen choldanl. von 191. 18,95 — 19 — Mansfelder...... 116 118,5 115,25 118 ü berschles. Onjcnb. Bedarf . . . t — — 92 93 Allg. Teunche Siicubaiui . . 41': — — - Lverschlei. Äottwcrke - - '. ' 5V- — — 101,75 102,75 Hamburg-Amerika Palet ... 6 Zamb.-Ltivom. Dampssch. . . 6 125.4 126 125,4 12b.25 l’hönir Bergbau.... 95,75 96 9a,5 96 187 187,5 Rheinische Lraunloblen. . . V 292 — 291,5 293 Hansa Dampsjchitz • • »O Norddeutscher Llopd . . . . ö — — 171 172,25 Nhelnstabl I. % Jahr 4' 127,5 128 127,25 127,7a 125,75 126,5 125,4 126,25 »tebea Montan .... 7. d 141 W Mg. Deutsche lLreoiianll. . 10 39,25 •• 139.d 139,5 bereinigte Stahlw. . . 98 93,5 98 93,25 Barmer Bankverein ... io — 139.5 141.5 CtaDlO-tinrn . . » . r- 70,13 70,5 69 6 70,5 Berliner Haudelegcscllsrt'. 12 — — Z30 231 rkali A chersieben . . . . . i 203 05.5 06,5 206 Kommen- und Prio Gießen, den 29. Januar 1929. 3.21. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Ruh- und Vrennholzversteigerung. Dienstag, den 5. März, vormittag» 9% Uhr anfangend, soll nach Zusammenkunft am Waldeingang der Straße Dillingen— Hungen folgendes Holz aus dem Ge- meindewald versteigert werden: 1809D Schnittholz: Kiefern 3. Klaffe 1 Stück, 1,56 fm; Weißtanne 6. Klaffe 1 Stück, 1,78 fm. Langholz: Eiche 2. Klaffe 2 Stück, 0,54 fm, 3. Klasse 2 Stück, 3,01 fm. Grubenholz: 0,49 fm; Kiefern 3. Klasse 1 Stück, 1,36 km, 2b-Klasse 1 Stück, 0,52 fm; Fichte la-Klasse 86 Stück, 18,44 fm, Ib^Stlaffe 41 Stück, 13,64 fm, 22-Klasse 8 Stück, 4,44 fm, 2b-Klasse 4 Stück, 4,35 fm; Weißtanne 3. Klasse 1 Stück, 0,80 fm. Flchtenderbstangen 1. Klasse 48 Stück, 2. Klosse 8 Stück, 3. Klasse 14 Stück. Fichtenreisslangen 4 Klasse 350 Stück, 5. Klasse 1633 Stück, 6. Klasse 2790 Stück, 7. Klasse 2300 Stück. Fichlenuhknüppel: 1,4 rm. Scheiter: Buche 1. Klasse 27 rm, 2. Klasse 18 rm; Weißtanne 2 rm. Knüppel: Nadel 9,6 rm. Reiser: Buche 25 rm; E.che 11 rm; Fichte 25 rm. Stöcke: Buche 51,8 rm; Nadel 6,2 rm. Die Fichtenreisstangen werden am An- . fang der Versteigerung verkauft. Dillingen, den 27. Februar 1929. Hessische Bürgermeisterei Dillingen. Pauli. Scbattenrips. 100 cm br, schwarz, 4.80 : 5.80 O -8I7A das beliebte moderne Gewebe.... Lindener Kieidersamt,70cm br. schwarz, allerbeste Köperware, 750. L Gail Nowack, Gießen, Seliersweg 85 Popeline, 100 cm breit, schwarz. /) rn gute gezwirnte Qualitäten 3.90.3 40. X-klU Popeline, 100 cm breit, weih, in q Art nur guten Qualitäten ........4B0. 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Kl. 2 St., 0,86 fm; Lärche, N: lb-Kl. 3 St., 1,49 fm; N: 2a-RL 4 St., 2,89 fm; N: 2b-Kl. 2 St., 2,26 fm; N: 3a-Kl 2 St, 3,97 fm; Fichte, N: la,Kl. 53 St., 10,58 fm; N: lb-Kl. 83 St., 33,67 fm; N: 2a-Kl. 13 St., 8,82 fm, N: 2b-Kl. 3 St., 2,51 fm; N: 3a-Kl. 1 St., 1,71 fm; Derbstan- gen, Fichte: 1. bis 3. Kl. 57 St.; Reis, stangcn, Fichte: 4. bis 7. Kl. 570 St.; Nutzscheiter, Buche: 2 rm. Scheiter: Buche 320 rm; Eiche 42 rm. Knüppel: Buche 163 rm, Eiche 65 rm, Kiefern 78 rm, Fichte 17 rm. Reisig, 2. und 3. Kl.:Buche 685 rm, Eiche 119 rm, Ahorn 27 rm. Stöcke: Buche 130 rm, Eiche 22,2 rm. Die Zusammenkunft an jedem Tag 10 Uhr vormittags am Waldeingang Straße Wohnbach — Münzenberg. Am ersten Tage kommt nur Nutzholz zum Ausgebot. Wohnbach, am 26. Februar 1929. Hess. Bürgermeisterei Wohnbach. K r a tz. Alle Eltern Schulenstasse, ner, faufm. Lehrlinge und Fungangesiellte, sowie Mitglieder laden wir hier« mit zum tetiD Elternabend mit Fi.m „Jugend im gleichen Schritt* am (Sonntag, dem 3. März, nach«. 41', Llhr, im Postteller, Wageng. 9, verbunden mit der preisverteilung aus dem Derufswettkamps herzl. ein. Oer Vorstand. Zwangsversteigerung. 60/28 Am Donnerstag, dem 7. ZTiän 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche vor Gießen den August Körbel Eheleuten in Rauschenberg zugeschriebene Anwesen Krosdorser Straße 75 296D Fl. 33, Nr. 29 - 74 qm Hosreite, geschätzt 13 150 RM. Fl. 33, Nr. 30 - 2306 qm Gradgarten, geschätzt 4610 RM. v. steigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 8. Januar 1929. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Zur Konfirmation und Kommunion kaufen Sie gut und preiswert Wäsche und Strümpfe sowie alle einschlägigen Artikel bei M. G. Grode Frankfurter Strafte 19 GIESSEN Ecke Lieblßatrafte IS36A Kerm-IMWIMM elegante Formen, 22.58,18.83, 15.90, Zu jedem Schuh den passenden Strumpf! 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