?• 5*3 ,???> üb« h?cn bis 8 p & Naufe1?? Da- 'n ben 6n> die '\fcefQnntqP?. Z'"n 'günstig !?4n?Öfr *4 Ä «Uf waren 3 Ms s6:5.? !r *4it* •Ä,S W»» * ,^"ch t>aj Ncb'> * tonn;cn sich L ML bis 34: »Ä: ^iehmartt. Ä Austrieb: M Mast, unb * Mast, und Met 55 bis 61 und jüngere Mast, 24; mittlere Mst, und M, genährte vchafvich 38 bis 44. e Schweine von ettr- gewicht 72 bis W d 72 bis 75 M - ^ien LiehgattMger rstand. Soüer und 'ijche Mast/Arr über gramm. ituat 2.00: Schollplitten- ä I5J35: Stunde der Bftauenbientl: „DaS 35 bis 17.35: Haus« Lti vom FraMrter )et Avchtante. Zu- «n - „Die man es >iS 18.05: Don Slutt- Orchesters. 18.10 biS S 19.00: Stunde des uös. 19 bis 19.20: ritte in Disteulchast 0; Film-Dochenlchau. bes Saalbaues: Aon« uMSgesetlschajt. An« 'eibad bunter Woget“, einem Wcchen aus ,q von Suti Mm«, jtbtuax. 1245 biS 13.15: Schul« zen von Prosestor Dr. ilatten.Konzert: Lust'- ,05 biS 15.35: Stunde 05: Haussrauendienll. tuttgart: Äonjert M bis 18.20: 2neftastew jm, Tedenlseier se^ i 19.30: Stunde M Volksbildung: r. Reims als _c ß fiitlig. 19'3®' jaüauei pM jS' M Wet. «llM ex,.» Sabbatseier den Är;6^ta?6Do ^-.abends 5 M IJ? u4« i.tt 5 It- ■;» 56 jl 06 6» W w kö !U ,16 ,(Ki ,61 lki tilt -Ä Hf.» ilü.13 <0,66 s* lU: 73.1’ WL. & HA litM ZS,L> 3,52 .12,57 Ä Ä a 18Ä iU-1» lUJ» 113-4 lü,» 4,0« "J ifi. ,> 1,3,6- Vus .6,66 1,9- 1,5015 *8 l?J ,.ich „JO ,Ot- lÄ-^j >>. jA 4* 112,43 iv-L 10.5? 22,06’ 7.115 ,J> 3,0.9 »•2? 4.Z ,i(anN a- 3 . n r-1 u n 9- A u s Nr. 27 (Elftes Blatt 179. Jahrgang Sreltag. 1. Februar 1929 (Er|d)erische Post, deren Wert selbst in der Eröffnungsbilanz der Reichsdost mit 152 Millionen Mark beziffert war, werde jetzt die geradezu lächerliche, beleidigende und unmögliche Summe von 34,4 Millionen genannt. Die ganze La^e fei. dah von Vertragstreue und Rech'sempftnden. von Treu und Glauben nicht mehr die Rede sein forme, und selbst gegenüber liquiden Rechtsansprüchen der Länder d e r r ü ck s i ch t s l o s e st e. machtpolitische Standpunkt vertreten werde zu dem Zweck, rascher als durch Länder- konferenzen und AushöhlungsPolitik die Länder zu vergewaltigen und finanziell lebensunfähig zu machen. Auch hinsichilich des Diersteuer- a n t e i l s werde preuhischerseits alles getan, um den Anteil Bayerirs zu schmälertr, der int Jahve 1927 mit 45 Millionen annehmbar bemessen war. wenn schon auch dieser 'Betrag nicht einmal die Hälfte des Auskommens allein in Bat>ern ausmache. Heute nun. wo der Staatsgerichtshof auf Betreiben Preußens die seinerzeitigen Gesetze aus verfassungsmähigen Gründen für rechtsungültig erilärt habe, erkläre Preußen, die 45 Millionen seien viel zu viel, ja, es machten sich Bestrebungen mahgebender Leute in Preußen bemerkbar. Bayern nur noch 25 Millionen zuzu- billigcn. womit es einfach unmöglich würde, den bayerischen Staatshaushalt we^erzufü^'en. Auf einer vertraulichen Pressebesprechung im Münchener Staatsministerium, bei der die oben rotebergegebenen Darlegungen gemacht wurden, soll bann Ministerpräsibent S) e l b noch wörtlich erklärt haben: „Rechtsempfinden hat man In Berlin überhaupt nicht mehr für diese Dinge. Treue und Glauben, die die Verträge zur Voraussetzung haben, sind verschwunden, und die allgemeine Moral, die auch bei den Rechtsoerhältnisfen zwischen Reich und Ländern eine Rolle spielen sollte, von der spürt man kaum noch einen kjauch. Inser Gegner ist Preu- h e n. Preuhen fegt alles darauf an, um zwei Fliegen mit einem Sdjlag zu treffen: Einmal sich selbst in der Finanzwirtschaft des Reiches möglichst breifzumachen und auf der anderen Seite zu erreichen, was man mit anderen Mitteln als mit einer solchen Aushöhlungspolitik nicht erreichen kann: Die v e rnichtung der Län- d e r.“ Mit fast noch schärferen Ausdrücken wandte sich auch bann der Finanzmiuifter Dr. Schme 1; le gegen Preußen. Er nannte Preuhen» Haltung eine Schamlosigkeit, wie sie im Staatsleben noch nie dagewefen sei. Preuhen betreibe eine Politik, die auf nichts anderes HI nauslaufe, als durch da» Reich Bayern auf die Knie zu zwingen und das Reich zu einem Groh-Preuhen zu machen. 3ufti$- Minister Gürtler meinte: „Wenn der preuhifche den Abgeordneten Dr. Saas und Dr. Sieger- wald. Au» Zentrumskreifen hört man, dah diese beiden Herren, nachdem sie die Führung ihrer Partei übernommen haben, schnell eine Störung der fioalitionsfrage im Reich herbeizu- führen bestrebt find und nicht aus die Entscheidung in Preuhen warten wollen. Dies dürsten die beiden Zenlrnmsführer dem Reichskanzler zugleich mit der Versicherung zur Kenntnis gebracht haben, dah sie grundsätzlich zur Bildung der Grohen Koalition bereit feien. Sollte das nicht möglich sein, so rechnet man in Zen- trumsfreifen damit, dah der bisherige Vertrauensmann der Partei im Reichskabinekt, Verkehrs- und Rheinminiffer v. Guerard zurückgezogen wird, wie es das Berliner Zentrums- orgcm, die „Germania" heute früh bereits cm gedeutet hat. In ihrer Besprechung mit dem Reichskanzler dürften die Zentrrlmsführer ferner besonders darauf hingewiefen haben, dah die Entscheidung in der Koalitionsfrage schon aus aufjcnpoliti- schen Gründen dränge. Allgemein ist man überhaupt der Auffassung, dah die Regierungsbildung sowohl im Reiche wie in Preußen stark beeinflußt werden dürfte von dem Ausgang der Reparationsverhandlungen. Wahrend der voraussichtlich viele Monate dauernden Pariser Verhandlungen dürfe ein Wechsel im Reichskabineik nicht eintreten. Vielmehr könne nur ein stetiges Reichskabinett, gestutzt auf eine feste Mehrheit im Reichstage, den deutschen Unterhändlern in Paris den erforderlichen Rückhalt bieten. Da die Pariser Verhandlungen bereits am Samstag nächster Woche beginnen, so würde das beben- ten, dah bis zum nächsten Freitag noch Aenberun- gen im Reich-kabinett eintreten mühten. Reichskanzler Müller hat barauf hingewiesen, dah die Schwierigkeiten, die einer Regierungsumbildung im Reiche cnigegenftänben, nach wie vor in Preuhen liegen, Die Zentrumsfraktion ist jedoch der Auffassung, dah eine Umbildung der Reichsregierung auf der Grundlage der Großen Koalition sofort zu erfolgen hat, ganz gleichgültig, ob die gleichzeitige Umbildung der preußischen Regierung mög- lichistodernicht. Line Besprechung des Reichskanzlers Müller mit Vertretern der Deutschen Volkspartei ist für Freitag in Aussicht genommen. Arn Freitag wirb sich bann auch der Reichskanzler zum Reichspräsidenten begeben, um über die bisherigen Verhandlungen Bericht zu erstatten. Rach der DAZ. hat der Reichskanzler die Absicht, nach feiner Berichterstattung beim Reichspräsidenten die Minister und die Parteiführer zu einer „Gene r a l - Debatte über die Große Koalition" zu Ministerpräsident im Hinblick auf die Länderklagen beim Staatsgerichtshof erklärt hat, gegen das Reich gibt es keinen Exekutor, fo fei dieses Wort so unerhört, dah man sich vergeben» frage, wie es unter ernsthaften Staatsmännern überhaupt habe gesprochen werden können." Doch ein Roieiai. Keine Zeit für die Haushaltsbcralungen. Berlin, 31. San. (Prw.-Lel) Wie der De- mokvatische Zeitung s dienst mitteilt, wird der Reichsrat am II. Februar mit der Beratung des Reichs Haus halt« für 1929 beginnen. Die Beratung dürfte etwa 14 Tage in Anspruch nehmen, fo dah Anfang März erst der Reichshaushalt dem Reichstag zugehen wird. Der ursprünglich angesehte Termin des 20. Februar wird nicht innegehalten werden foraten. Es ist nicht damit zu rechnen, dah der Reichstag im März den Etat erledigen wird, da der sozialdemokratische Parteitag in Magdeburg am 10. März beginnt und infolge* dessen einige Tage sitzungsfrei bleibm. Qluherdem bleibt die Karwoche vom 25. bis 31. März sihungsfrei. Es ergibt sich schon aus dieser Llebersicht, dah dem Reichstag ein R o t - etat vorgelegt werden muh, wenngleich ein Kabinettsbeschluh für diese Frage noch nicht herbeigeführt worden ist. länger auszuweichen. Oie Volkspariei bleibi fest. Keine Preisgabe ihrer Forderungen. Berlin, 1. Febr. (Tel.) Nachdem die Zentrumsfraktion des Reichstages in ihrer Sitzung am Donnerstag ihre Auffassung erneut dahm festlegte, dah ei.xe UmbUbung der Rerchsreglerung auf der Grundlage der Großen Koalition sofort zu erfolgen habe, ohne Rücksicht darauf, ob die gleichzeitige Umbildung der Preuhenregierung möglich fei oder nicht, legt Lis „Rationallibera'e Korrespondenz' erneut den Standpunkt der Deutschen QZolkspartei dar. Sie schreibt u. a.: Soviel auch bis jetzt über die Koalitionsfrage im Reich und in Prea- Heu geredet und geschrieben fei, über angebhoe Klärungen oder bedrohliche Zuspitzungen, fachRch gesehen habe sich im Grunde genommen nicht viel Reues ereignet. Wenn das Zentrum jetzt drei Qliinifter im Reich verlange, so könne ihm nur erwidert werden, dah es diese schon i m Juni v. I. hätte haben können, und dah es lediglich seine Schuld sei, wenn es heute nach den drei Ministerien suchen müsse, die es mit seinen Vertretern besetzeir wolle. Dce Deutsche Volkspartei habe im Sommer 1928 keinen Widerspruch gegen die Forderungen des Zentrums erproben und werde es auch jetzt nicht tun. Selbstverständlich werde ihr aber niemand zumuten können, die bestehenden Koalitionsschwierigkeiten durch eine Preisgabe ihrer eigenen sehr berechtigten Forderungen im Reich und in Preu- hen aus dem Wege zu räumen. Gs sei ia auch nicht einzusehen, warum die dringend notwendige Erweiterung der preuhischen Qiegierung uicht jetzt ebenfalls vorgenommen werde. Die Weimarer Koalition habe zwar in Preuhen von der Hand in den Mund gelebt, sie hätte kümmerlich epistieren können, sie sei aber nicht in der Lage gewesen auch nur eine einzige der grohen Derwaltungss ragen ernsthaft in Angriff zu nehmen, die in Preuhen erledigt werden mühten und deren Lösung uicht weiter aufgeschoben werdeii könne. Die Parteien der Weimarer Koalition, die uns das neue parlamentarische System geschenkt hatten, b r a ch- ten es selbst in Verruf, wenn sie nicht so gebrauchten und ausgestalteten, dah mit seiner Hufe auch wirklich die grohen Lebens- und Zeitfragen des deutschen Volkes verantwortlich gelöst werben können. Aus allgemeinen staatspolitischen Rücksichten hätten sie darum sazon längst die Einbeziehung der D.BP. in die preußische Regierung von sich aus vollziehen muffen. Die Dolkspartei verlange also nichts Unbilliges, wenn sie auf ihrer allen ^rde- rung bestehen bleibe, daß jetzt auM in Preuhen eine Regierung der Großen Koalition geblldet werde. Sie könne t>on_ dieser Forderung nicht abgehen, well sie fönst^Interessen preisgeben würde, deren endliche Berücksichtigung nicht nur ein preußisches, sondern direkt ein deutsches Erfordernis fei. Die Wariestandsbeamien. Tie Bcamtcnorgauifationen werden gehört. Berlin, 1. Febr. (Priv.°Tel.) Wie wir hören, haben die R:g:erungsvarteien längere B e f p r e » chungenrnitdenSpitzenverbändender deutschen Beamten chall gehabt, um die Probleme des neuen Wartestandsbeamtengef.hes zu klären. Diese Verhandlungen hinter den Kulissen stellten die Beamtenverbände vor die schwierige Frage, ob sie aus eine gesetzliche Klärung jetzt verzichten wollen ober ob sie vor allem in der Frage der Anrechnung der Warte st andszeit der Regirru. gövor- lage entgegenkommende Konzessionen mache.i wurden. Unter dem Druck dieses Ultimatums haben sich dann die Beamtenorganiscllionen bereiterklärt, an einem Kompromiß mitzu - arbeiten und den Wünschen der Regierung entgegenzukommcn. Allerdings waren die Beam- tenverbände. abgesehen von dem Druck, der von feiten einzelner parlamentarischer Partcii.n auf sie aulgeübt wurde, in einer sehr schwierigen Lage, da bei den Fragen, der Wartezeit und der endgültigen Pensionierung die Wün.che der von ihnen vertretenen QDartestandsbean.ten selber zum Teil sehr weit auseinandergehen. Diese Äfferenz beruht vor allem auf den verschiedenen Interessen durch Altersunterschiede, denn immerhin iftnochdieHälste der 138 000 Wartestandsbeamten heute über 5 5 3 a b r < alt Die Durchpeitschung des Gesetzes, wodurch die sachlichen Beratungen ganz auhervrdentlich erschwert werden, beruht vor allem auf einer in feiner Richtung zu rechtfertigenden Bev sch^eppungSpolitif der zuständigen Ressorts. Man rechnet damit, dah spätestens am kommenden Montag oder Dienstag die dritte Lesung bei viel umkämpften Gesetzes hu Plenum erfolgt. Der niedergeschlagene Militärputsch. Die Anstifter zum Dode verurteilt. Paris, 31.Jan. (TU.) Einer Madrider Mel» düng zufolge, ließ General Orgaz in Ciudad Real alle aufständischen Offiziere verhaften. Den Mannschaften der Garnison kündigte et strenge Bestrafung der Schuldigen an. Drei Offiziere, von denen einer flüchtig ist, sind bereit» zum Tode verurteilt. Man erwartet nur die Z u - stimmung des Königs, bevor die Todesurteile vollstreckt werden. Mst der Führung der Untersuchung wurde Oberst Castro betraut. Dieser erklärte, daß die Untersuchung längere Zeit in Anspruch nehmen werde, da die Militärpersonen Zivilisten als Helfer hätten. Das „Journal" gibt folgende Meldung aus Hen- daye wieder, für deren Richtigkeit dem Blatt die Derantwortung überlassen werden muß. Die Verhaftung von Sanchez Guerra und seinem Sohne hat in Spanien um so lebhaftere E r - regung hervorgerufen, als der frühere Ministerpräsident offiziell immer noch Chef der konservativ-liberalen Partei ist. Man nimmt an, daß, falls gegen chn eine strenge Sank- tion getroffen werden sollte, nicht nur die früheren Politiker, sondern auch die gegenwärtigen Mitglieder der Nationaloerlammlung zögern werden, an den König zu appellieren und auf die S ch w i e - rigf eiten aufmerksam zu machen, die sich barau» ergeben könnten. An Bord des Kreuzers „Blas de Lcze" wurde, fo besagt die Meldung weiter, In Cartagena, Korvettenkapitän Angel Rico verhaftet unter der Beschuldigung, im Einvernehmen mit den Aufständischen zu fein. Das Gerücht von der Verhaftung des Führers der Republikanischen Partei, Leroux, wird be- stritten. Trotzki auf der Suche nach dem Exil. Bisher ist bet Temschland noch nicht angeklopst worden. Berlin, 1. Febr. (Priv.^Tel.) Entgegen vielfach auf getretener Nachrichten, nach denen die russische Regierung bereits offiziell an t>x deutsche Reichsregicrung das Ersuchen gerichtet hätte, den ihr lästigen Trotzki in Deutschland aufzunehmen, erfahren wir von zuverlässiges Quelle, dah diese Qiachrtchten jeder Grundlage entbehren. Weder die mssissche Regierung rwch Trotzki selbst sind mit einem derartigen Ersuchen an Deutschland herangetreten, und es ist auch noch sehr die Frage, ob man sich russischerseits zu diesem Schritte entschließen wird Für die Moskauer Regierung dürfte es schon nicht ganz so eitrfach sein, an Deutschland einfach die Zumutung zu stellen, einen ihr lästigen Staats- bürger revolutionärer Gesinnung aufzunehmen, wenn man auch bei Rußland nie ganz fid^r ist. Anderseits wird Deutschland sehr zu beben* k e n haoen. ob es einem Aufnahmcgesuch Trotzkis entsprechen kann, da bies doch ohne Frage eine außerordentliche innerpolitische Belastung bedeuten toürbo aber auch kaum der jetzt Das Zenlmm will nicht länger warten. Das Drängen nach der Großen Koalition. — Oie Dolkspartei soll aus ihre Ansprüche in Preußen verzichten. Berlin, 31. Jan. (B. D. Z.) Sofort nach Be- » enbigung der Reichstagssihung hatte Reichskanzler | Müller eine neue Untierrebung mit dem Partei- und dem Fraktionsvorsihenden de» Zentrums, oerfammelv. hier wirb Gelegenheit fein, die verschiedenen Forbernngen gegeneinander obzuwägeu und bann $u prüfen, ob es möglich ist, dem rechten Weg zu einer dauerhaften Koalitionsbildung noch ersi etngetetieten offlaleflrr Sörtföen OW^ zugute tommen Knute, weil Trotzki bann immer einen gcmifien beunruhigenden Faktor in den deutsch-russischen Beziehungen darstellen würde, der am besten überhaupt nicht in Rech- mm zu setzen ist. Eher scheinen sich jedoch die Nachrichten zu bestätigen, nach denen Trotzki nach Angora abgeschoben werden soll. Man mutz abwarten, wie sich diese Dinge weiter gestallen werden, doch darf damll gerechnet werden, daß schon in den nächsten Lagen recht bedeutsame Ereignisse in Moskau vonstatten gehen können. Wie Polen unliebsame Wähler behandelt. Temschgcjinnle Eisenbahnbeamtc werden nach Galizien versetzt. Danzig, 31.San, (WB.) Zu einer Meldung der ,/JDiarienburger Zeitung', wonach Danziger Eisenbahnbeamte, die die käufliche Erwerbung der Pilsudski - Medaille abgelehnt hat. ten und daraufhin nach Galizien versetzt wurden bzw. auf ihre Weigerung, dieser Versetzung Folge zu leisten, kurzerhand aus dem polnischen Eisenbahn- dienet entlassen wurden, wird von zuständiger Danziger Seite mitgeteill, daß es sich nicht um Eisenbahnbeamte Danziger Staatsangehörigkeit Han- dell. Die Maßnahmen der polnischen Eisenbahn- behörde richteten sich vor allem gegen Eisenbahn- beamte in Dirschau, die b e i d e n le tz t e n Sejm- rv a h l e n für den deutschen Kandidaten gestimmt hallen. Einige Beamte haben sich mit ihren Familien nach Dtarienburg begeben, wo sie in Wohlfahrtsfürsorge genommen wurden. Finanzminister Kirnberger erläutert den Etat. Darmstadt, 31. San. Der Finanzausschuß des hessischen Landtages trat in die Dudgetberatung ein. Finanzminister Kirnberger gab ein Ex- pos6 zum Budgetnachtrag für 1929, in dem er u. a. ausführte: Bereits bei früherer Gelegenheit habe die Re- gierung dem Landtag mitgeteilt, daß sie für 1929 von der Aufstellung eines eigenen Staatsvoran- schlages ab zu sehen beabsichtige, weil die Unter- lagen für die Beurteilung der finanziellen und wirt- schaftlichen Berhällnisie des nächsten Sahres auf den wichtigsten Gebieten der Staatsverwaltung fehlten. Soweit heute das damals ganz fehlende Material überblickt werden kann, gab der Finanzminister ein Bild darüber, wie sich das Rechnungsjahr 1929 voranschlagsmcißig gestalten werde. Ohne Hinzukommen unvorhergesehener oder neuer Bedürfnisse wäre ein Ausgleich zwischen Einnahmen und 'Ausgaben in greifbare Nähe gerückt, trotz Rückganges des Schlüsselanteils seit 1926 an den Reichssteuern, die dem hessischen Staat einen Ausfall an lleberweisungssteuern von jährlich 4,5 Millionen Mark gebracht hätten. Der Mehrbedarf für die B e s o l d u n g s o r d- nung ließe den an sich zu erwartenden Rückgang de» Fehlbetrages im Staatsvoranschlag 1928 nicht zu. Auch die Ergebnisse hätten ein günstigeres Bild geboten ohne die bedeutenden glücklicherweise durch die Versicherung nunmehr weggefallenen Erfordernisse für die E r w e r b s l o s e n f ü r s o r a e im Fahre 1926 und ohne den halbjährlichen Mehrbe- darf aus der Desoldunasordnunb im Jahre 1927, das gleichzeitig ein Ausfall von über 1 Million an Sondergebaudesteuer gegenüber dem Etat aufweift. Auch bas in Kürze zu Ende 'gehende Rea>° nungsjcchr 1928 werbe, soweit sich jetzt überfein lasse, trotz der nunmehr vollen Mehrbelastung aus der Desolbungsorbnung voraussichtlich einen Fehlbetrag bringen von nur 5,75 Millionen (geoenüber dem Etat von 11,4 Millionen). Abgesehen von der sparsamsten Wirtschaftsführung im Staatshaushall und von den Mehreinnahmen aus den Staatsforsten ist dies auf erhöhte Heberroelfungen aus den Veichssieuern zurückzuführen, insbesondere aus brr Einkommen-' und Kör erfchaftLsteuer. Der Abschluß desStca s- voranschlages 1929 würbe sich wie folzt gestalten: Gegenüber dem etatsmätzigen Fehlbetrag 1923 (11,4 Mill.) ergibt sich zunächst aus den dem Landtag überreichlen unabweisbaren Mehr- und Aeuforberungen nach Abrechnung der entsprechenden Gegenposten insgesamt ein Mehrbedarf von rund 2205 000 Reichsmark. Demgegenüber sind Mehreinnahmen von zusammen 5519000 Reichsmark einzusehen. Diese werden allerdings empfindlich beeinträchtigt durch das geringere Aufkommen am Ertrag der Sonder gebaudesteuer von 3 500 000 Aeichsmark, d. h. insgesamt verbleibt eine Mehreinnahme von rund 2 Millionen Aeichsmark. Diese Einnahme verbessert den Mehrbedarf von rund 2.2 Millionen auf den Betrag von 0,2 M.lsionen Mar?, so daß der voianschlags- mäßige Fehlbetrag für 1929 rund 11,4 (1923) plus 0.2 insgesamt 11,6 Millionen Mark betragen würde. Hebet die Entwicklung des Bebaue her öffenl- llchen Dirischast allgemein geben die neuesten reichsstatistischen DeÄssentlichungen sehr inlecesiante LuFchlchse. Danach ist der Zuschuhbcdarf im Lande Hessen (Staat und Gemeinter zusammen) in den Jahren 1913 und 1925 auf den Kopf der Bevölkerung berechnet ebenso hoch wie der Gesamtdurchschnitt der Lander (ohne Hansestädte). Er betrug sowohl in Hessen wie im Länderdurchfchnitt 1913 etwas über 53 Mark, 1925 nicht ganz 108 Mark. Die Dedarfssteigerung seit 1913 zeigt sich demnach in Hessen als durchaus normal im Vergleich zu den anderen Landern. Untersucht man die Steigerung getrennt nach Land und Gemeinden (einschl. Ee.neinde- verbande), so zeigt sich, dah die Kopfzll.ec beim Land höher gestiegen ist lnämlich von rund 23 auf 56 Mk.) als im Länderdurchschnitt lvon 23 aus 45 Mk.), bei den Gemeinden dagegen weniger, nämlich von rund 31 auf 52 Mk.. als beim Länderdurchschnitt (von rund 31 auf 63 ML.). Dies entspricht der Tatsache, dah in Hessen eine Reihe öffentlicher Aufgaben, namentlich die Volksschullasten, die Polizei und andere von den Gemeinden auf den Staat übergegangen sind. Es fallen z.D. von den Gesamtzuschüssen für Dolks- unb Fortbildungsschulwe.en im Jahre 1913 von rund 11 Mark auf den Kopf rund 3 Mark auf den Staat und ru rd 8 Mk. auf die Gemeinden, 1925 dagegen Do.i den auf 22 Mark je Kopf gestiegenen Ce'amtzuschüs.en rund 18 Mk auf das Land und nur noch 3 Mark aut die Gemeinde. Dies bedeutet also — bei einer Ee'amt- steigerung auf das Doppelte — für den Staat Einzigartiger Vankiresoreinbruch in Berlin. Durch einen Stollen zur Stahlkammer einer Oepositenkesse im Berliner Westen. Millionenraub an Bargeld, Wertpapieren und Schmucksachen. 3n einer der letzten Mächte wurde in die Depositenkasse der Discontogefellschast in der Kleiststrahe am Mlltenbecgplatz tm Westen Berlins ein Einbruch in die Schrankfachanlagen und die Silberkammer verübt. Die Einbrecher sind auf einem unterirdisch gegrabenen Wege in einen Lichtschacht gelangt, haben die schwere eiserne Vergitterung durchgeschweiht und den Luftzu- führungsschacht erweitert. Sie drangen in die Silberkammer ein. in dem sie die Facher, Koffer und Pakete erbrochen und beraubt haben. Die Tresortür haben die Einbrecher von innen derartig verrammelt und verllemmt, dah sie nicht zu öffnen war. Die Dank wurde daher zu der irrtümlichen Auffassung veranlaßt, dah eine mechanische Hemmung im Rtcgelwerk der Tür vorlag. um so mehr, als keinerlei äußere Beschädigung oder Spuren eines Einbruches zu erkennen waren. Erft durch eine 15 Stunden beanspruchende Stemm- und Schweiharbeit konnte eine kleine Oeffnung in eine Seitenwand gebrochen und so Einblick in den Tresor geschaffen werden. Der verwegene Tresoreinbruch steht in der Kriminalgeschichte Berlins einzig da. Aehnliche Einbrüche sind zwar schon versucht worden, jedoch sind die Eindringlinge immer auf so große Schwierigkeiten gestoßen, dah sie ihr Vorhaben aufgeben muhten. Wenn sich bis jetzt auch noch nicht übersehen läht, welche Werte den Einbrechern in die Hände gefallen sind, so kann doch schon gesagt werden, dah sie etwa 33 000 bis 40 000 Mark Bargeld und Schmucksachen von sehr bedeutendem Werte erbeutet haben. Die Einbrecher waren über den Hof in den Haus- keller gelangt. Hier sind sie durch einen Gang der Heizanlage bis an die Grundmauer des Vank- gebaudes vorgedrungen. Der von ihnen von dieser Stelle aus gegrabene Stollen biegt nach zwei Metern scharf links ab und führt dann noch etwa 3 Meter weiter bis an einen Enllüftungs- schacht der Tresoranlage. Hm ein Aachrutschen des Erdreiches zu verhüten, war der Stollen wie in einem Bergwerk mit Brettern abgesteift. Den aus dem Gang hrrausgeschaufelten Sand schleppten die Einbrecher in einen nahen Kellcrverschlag, wo sie ihn verdeckten, damit er nicht zum Verräter wurde. Die Dauer der Vorarbeit zu dem Einbruch wird auf etwa 14 Tage geschätzt. Durch f en engen Stollen kroch ein schmächtiges Mitglied der Bande, das mittels Sauerstoffapparat eine schwere Stahl- platte aus dem Luftschacht des Tresors heran s s ch n i t t. Durch biefe Oeffnung gelangten die Einbrecher in den Luftschacht und dann in die Silberkammer. Bis dorthin hallen sie Sauer- stoffbrenner und -Flaschen mitgeschleppt. Das letzte Hindernis zum Tresor, eine starke Gitte r t ü r, wurde gleichfalls mit dem Sauerstoffgebläse durchschnitten. Verwunderlich ist, dah von den Passanten in der belebten Kleiststrahe der Feuerschein deS Schneidebrenners durch die in den Bürgersteig eingelassene Glasplatte nicht gesehen wurde. Alle Fächer tm Tresorraum sind teils aufgebrochen, teils auf- geschweißt. 3m ganzen wurden 17 3 Tresor- fach e r ausgeraubt. Der Inhalt der Fächer wurde auf einem in der Mitte des 'Raumes stehenden Tisch sortiert. Alle-. was den Einbrechern nicht wertvoll genug war, wurde auf den Fußboden geworfen, wo ein wüstes Durcheinander an Effekten. Aktienpaketen, ausländischen Geldscheinen und leeren Schmucketuis herrscht. Bisher fehlt von den Einbrechern jede Spur. Fingerabdrucke wurden nirgends gefunden, woraus hervorgeht, dah die Verbrecher mit Handschuhen gearbeitet haben. Die SliischÄigung der Saseinhaber. Die Rechtslage bei dem Tresoreinbruch. D e r I i n, 31. San. (Priv.-Tel.) In der ,.D. ■3." äußert sich ein fachkundiger Jurist zu der Frage, wie es mit der Entschädigung der beraubten Saseinhaber bei der Disconto-Gesell- schäft steht. Danach werden derartige Verträge allgemein nicht als Verwahrungsverträge, sondern nach übereinstimmender Meinung von Rechtsprechung und Wissenschaft a l s Mietverträge angesehen. Auch die Formulare, die die Bank den Benutzern ihrer Schrankfächer voclegl, sprechen von Vermietung. Aus dem Mietvertrag kann ein Anspruch auf Wiedergabe der verlorenen Sachen nicht abgeleitet werden. eine Steigerung auf das Sechsfache, für die Gemeinden dagegen eine Entlastung auf weniger als die Hälfte. Aus dem Vergleich der Einnahmen an Steuern von Land, Gemeindeverbänden und Gemeinden einerseits zwischen Vorir'.egözeit und heute, andererseits zwischen den einzelnen Ländern untereinander lassen sich Schlüsse ziehen auf höhe unb Steigerung der steuerlichen Belastung In Hessen. Die Steuereinnahme von Land unb Gemeinden zusammen überstieg in Hessen 19x3/14 mit 48,05 Mk. auf den Kops der Bevölkerung nicht unerheblich den Gesamtüurchschnitt al er Länder von 41,45 Mark. 3m 3ahre 1925/26 dagegen blieb die DurchschnlltSziffer für Hessen mit 90,03 Mk. hinter dem Länderdurchschnitt von 9157 Mk. zurück, dabei auch unter den entspre- chenben Kopszissern für Preußen f93,27 Mk.), für Sachsen (95,81 Mt) und Baden 95,09 Mk.). wahrend 1913 Hessen mit Baden weit an erster Stelle des Kopfauskommens der Länder stand. Das vergleichsweise geringere Anwachsen der öffenllichen Belastung in Hessen zugunsten von Staat und Gemeinden zeigt sich in der geringeren Steigerung von 1913 auf 1925. Diese betrug in Hessen nur 87 Prozent gegenüber dem Länder- durchschnitt von 127 Prozent. Ebenso bleib: auch die Kopfbelastung an Landes steuern in Hessen mit 42,9 Mk. hinter dem Durchschnitt der Länder mit 43,80 Mk. etwas zurück. Aus aller Wrli. Schwere Bluttat aus einem polnischen Qutsf>o(. Mehrere bewa.fncte Manner verschal,ten sich Eingang tn die bei Poryba. Woiwodschaft Wladistok, liegende Wohnung des Gutsverwal- 3n den Bedingungen der DiSconto-Gesell- schafl für die Vermietung der Schrankfächer hcißl es u. a.: .Die Disconto-Gesellschaft hat einen nach Ansicht bewährter Technuer feuer- und diebessicheren Aaum (Stahlkammer) Herstellen lassen, in dem sich eiserne Schrankfächer befinden Die Disconto-Gesellschaft wird auf die Bewachung und Versicherung der Stahlkammer und der cLtgcInen Schrankfächer Lle größte Sorgfall verwenden unb jeden Schaden ersetzen, der durch Vernachlässigung dieser Sorgfalt entsteht. Die Disconto-Gesellschaft haftet jedoch nicht für Schäden, w-lche durch Störung des Belli ches infolge Aufruhrs, Verfügung von hoher Hand. Streik oder Aussperrungen veranlaßt sind." Von leitender Stelle der Allianz-Derfiche« r u n g s A. G. wurde über die Entschädi^ungs- absichten gegenüber der Disconto-DaM und den Safeinhab^rn ertläit: „Die Disconto-Gesellschaft ist bei uns mit dem Wert des Tresors und seines 3nh altes versichert. Die Versicherung erstreckt sich ausdrücklich auch auf den Inhalt der Safes, selbst wenn er der Bank unb uns seinem Wert nach nicht bekannt ist Die Allianz wird deshalb auch für den vollen Schaben der Bank und der Safeinhaber eintreten müssen. 3m Lause des Tages haben sich sämtliche Inhaber von Safes in der Bankfiliale am Wittenbergplatz eingefunden. Aach ihren Angaben muß angenommen werden, daß die bisher vermutete Schadenssumme von etwa 21/. Mill. Mark noch bei weitem überschritten wird. So hat ein einziger Safeinhaber einen Schaden von etwa zwei Millionen Mark angemeldet, die er teil# in fremden Geldsorten. barem Gelbe oder Wertpapieren in dem Treforraum der Dank aufbLwahrt haben will. Erste Spuren von den Safe-Einbrechern. Vertin, 31. Dan. (Privalmellmng.) Die ersten, ein. wellen allerdings noch recht schwachen Spuren zur Feststellung der Safe-Einbrecher scheinen gefunden zu fein. Nach den Erfahrungen unb Kenntnissen der Polizei kommen nur zwei „Fachgruppen" in Frage, da Verbrecher dieser Gattung ja überaus g» les unb kostspieliges Werktag zur Verfügung haben müssen. Den Spuren einer Vierergruppe ging die Polizei von vornherein nach. Nunmehr wurde sie auch auf eine Gruppe von drei Arbeitern aufmerksam gemacht, von benen einer am MiitwochvorrnUtag In der Berliner Ilnkergrundbahn dadurch aufstel, baß er einen für seine Verhältnisse offenbar ungewöhniichschö- nen und kostbaren Ring am Flager trug. Abwehr des Verbrechertums. Berlin, 31. 3an. (WTD.) Veranlaßt durch den raffinierten Einbruch haben sich heute vormittag Vertreter verschiedener Danken und des Zentralverbandes des Deutschen Dank« und Dankiergewerbes zu einer Konferenz bei dem Vize-Polizeipräsidenten Dr. Weiß eingebunden, in der ein Zusammenschluß zur gemeinsamen Bekämpfung LeZ Verbrechertums erörtert werden soll. — Der durch den Minengang der Einbrecher unterhöhlte D ärger st e i g vor der Depofi'.e.ikasie wurde wegen drohender Einsturzgefahr heule vormittag von der Polizei abgesperrt und durch einen Posten gesichert. Die Höhlung wurde provisorisch ab gesteift. Mit der Ausüllung ist bereits begonnen worden. Der verhältnismäßig kleine Kassenraum am WittenLergplatz war den ganzen Vormittag über der Schauplatz von zum Teil ziemlich erregten Auseinandersetzungen zwischen den Safeinhabern und den Bankbeamten, die nur die Auskunft geben konnten, daß alle Fragen der Entschädigung, für die nach formal-juristischen Gesichtspunkten für die Dankleitung eigentlich keine Verpflichtung bestehe, von der Direktion geregelt unb nach eingehender Prüfung geklärt werden würden. — Der Rest des Safeinhalts sowie die Celd- und Aktienvorräte wurden heute vormittag in einem besonders bewachten Kraftwagen der Discontogesell- fchasi f o r t g e s ch a f f t, Wil di» Treforgewölbe nunmehr direkt von der Kleist-Straße zugänglich ("mb. ters Swiczynssi und begannen, mit Revolvern blindlings auf d i e dort anwesenden Personen zu schießen, wobei sie die Frau des gerade abwesenden Gutsverwalters, sein fünfjähriges Töchterchen, das Li nftniä^chen und einen dort zufällig anwesenden Maschinisten töteten und das zweite, vierjährige Töchterchen des Ver- wallers durch einen Schutz verletzten. Aach vollbrachter Tat en.fem'.en sich die Verbrecher, ohne irgend etwas mit sich zu nehmen. Wie sich herausstellte, war das Motiv der surchtbaren Tat die Rache eines entlassenen Holzhauers. der einige seiner Kollegen bestimmt hatte, sich L)m anzuschließen. Die Lehre« des Darcnhausbrandes bei ließ. Noch Angabe der Feuerwehr-Sngenieure besteht eine gewisse Möglichkeit dafür, daß der Brand des Warmhauses Tietz aus das Vorhandensein provisorischer elektrischer Leitungen in dem Neubauflügel des Warenhauses zurückzuführen ist, da erfahrungcgemütz solche provisorischen Leitungen' sich gegen äußere Einflüsse schlecht schützen lassen, wodurch erhöhte Kurzschlußgesahr eintritt. Besonderes Augenmerk widmet man auch der Frage der Anbringung provisorischer Snftaün» tionen zu Reklamezwecken an der Außenfront der Warenhäuser. Bei der Einschaltung dieser Licht- re käme tr.tt u. ll. eine Ueberlastung des gesamten Leitungsnetzes ein, die die Kurz- Ichluhgesahr wcitgebend erhöbt. Es dürfte im An- schloß an die Brandkatastrophe zu einer Auseinandersetzung zwischen den feucrpolizcil ch?n Stellen unb den Warcnhausbesitzern hinsichtlich dieser Reklameanlagen kommen. Die Feuerwehr hat schon seit längerer Zeit insbesondere nach den Ersahrun- qm des großen Sch aufenste rbra ndrs tm Warenhaus Tietz am Dönhoffplav gegen bas lieber» maß der Verwendung brennbarer Stoffe bei diesen Reklameflächen erfolglos pro« testiert. Dk Feuerwehr Ist her Ansicht, daß jedes Warenhaus tn feiner ganzen Ausdehnung durch Brandmauern, die in Abständen von 50 zu 50 Meter errichtet werden, untergeteilt werden müßte, unb dah durch eiserne Rolljolou- s i e n die rasche Schließung her in diesen Brandmauern angebrachten Durchgänge erfolgen müsse. Weiterhin dürfte es sich als wünschenswert erweisen, daß die Warenhäuser in Zukunft über feuer- technisch voryebildetes Wachpersonal verfugen, Vas in Abständen von einer halben Stunde ungefähr die Räume kontrolliert. Rach Dlättermeldungen befindet sich die gesamte Tageseinnahme des abgeorannien Warenhauses, die im Tresor der Hauptkaffe untergebracht war, noch unter den Trümmern. Der feuersichere Tresor mar in einem der obersten Stockwerke untergcbracht. Um welche Summe es sich handelt, war noch nicht zu ermitteln. , Die Strafanträge im Sonnenbnrger Zuchtbausprozeß. Aceh einer eingehenden Würdigung des Er^ gebnisses der Beweisaufnahme tarn der Staals- antoalt im Sonnenburger Zuchthausprozeß- zu dem Schluß, daß von den 24 Angeklagten fünf freigesprochen werden müßten. Bei den übrigen 19 komme in den meisten Fällen nur eine Geldstrafe in Frage, da der Anstalts- 1 birettor über sie ein günstiges Urteil abgegeben habe, und die Verführung für sie groß gewesen sei. Dies gelte besonders für diejenigen Beamten, die der Hehlerei schuldig wären. In fünf schwereren Fällen dagegen, in denen Unterschlagung unb Verleitung zum Meineid hiriZutommen. müsse eine Freiheitsstrafe Platz greifen. Der Strafantrag lautete gegen den Oberwachtmeister Aaumann auf ein Jahr drei Monate Zuchthaus. gegen Inspektor Hinkel auf drei Monate Gefängnis, gegen Oberwachtmeister Weber auf zwei Monate zwei Wochen Gefängnis, gegen den Hilfswachtmeister I a b u s ch auf einen Monat drei Tage Gefängnis, gegen Oberwacht- meister Kleinert auf einen Monat Gefängnis, gegen 14 weitere angeklagte Beamte auf Geldstrafen von 20 bis 50 Mark. Del fünf Beamten wurde Freisprechung beantragt 40 000 Mark Diebesgut in Elnmachegläjern. Ein Kommando der Bochumer Kriminalpolizei grub in dem Ort Bögge am Ufer der Selcke einen Betrag von 40 000 Mark, bestehend au# Zehn-, Zwanzig- und Fünszigmarlscheinen, aus.der in Einmachgläsern vergraben war unb einen Teil der 250 000 Mark Lohngelder bildet, die vor einigen Tagen auf Zeche ..Königsborn" bei Bochum von dem Zechenoberwachtmeister Dünich' aus dem T r e i'o r der Zeche entwendet wurden. Einer der unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhafteten beiden Brüder Sohle hatte gestanden, daß er aus Anweisung deS flüchtigen Dünich diesen Teil des geraubten Geldes vergraben habe. Diese Angabe hat sich nun als richtig herausgestellt. Die beiden Brüder Sohle leugnen, an der Tat selbst beteiligt gewesen zu fein. Oie Wetterlage. •oruna -1 Donnerstaa. d.31 .Jan1929jrmgs. kl N u ec* QnntMnowitti <$ nue otdecet» .roitig. o otoecai •'«oe» • Vhne« 4 »rauprm a kmi K6fwiUtr^)wiwtinc.O' *• Cirntff O$t ^5 MSSW WSUflwtM Q *Wer bildet, Ne vor önigsborn" bei Dv- oachtmeister Dünich eche enitvendet dem 2kibat^l btt bin Drüöer Söhle f Anweisung beS >es geraubten ©el* e Angabe hat sich Die beiden Brüder selbst beteiligt gr. w Briefmarke« nicht »*iiTeden*l Auch Leute, denen es nie ein fallen würde. au8 einem von einer anderen Person benutzten Glaste zu trinken, oder ein Messer im GasthauS zu benutzen. ohne es nochmals zu säubern, auch diese Leute führen oft noch Briefmarken vor dem Aufkleben einfach zum Wunde, um sie ..anzulecken" l Erst der seltsam fade Geschmack auf der Zunge erinnert den Llnvorsichtigen an seine Unart, die hygienisch durchaus nicht unbedenklich ist! Wan bedenke, wieviel Schmutz und Bazillen durch daS ..Anlecken" auf die Zunge gebracht werden, auf welche Weife solche Kleves lachen hergestellt werden, um zu verstehen, daß Marken stets mit Schwamm oder Lappen oder doch wenigstens mit dem angefeuchteten Finger klebefertig s-machl werden sollen! •• Unfall infolge Glatteises. Der Wetzgermeister Raget auS der Frankfurter Straße kam in K.ein-Linden. wo er geschäftlich zu tun hatte, beim Anschirren seines PferdeS auf der eisglatten Straße so unglücklich zu Fall, daß et das linke Dem brach. <.’:r bedauerns* werte Wann mußte in die Klinik über geführt werden. ** Die BortragS-Dereinigung erfreute ihre M.tglieder und Freunde am Mittwoch zum Aosch.uh ihreS dieZwinterlichen Programmes mit einem heiteren Abend, den der bekannte Dortragsmeister Emil Kühne auS Berlin bestritt. Der Gast des Abends hat schon von früheren Darbietungen her die besten Beziehungen zu unserer ©tobt, und so war es ihm auch am Mittwoch ein Leichtes, im Handumdrehen den besten Konnex mit seinen nach Hunderten zählenden Zuhörern — die Reue Aula war bis zum letzten Platze besetzt — herzustellen. Ein schier unerschöpfliches Reperwir der unterhaltsamsten Sachen bereitete dem Publikum einige sehr vergnügte Stunden. Man kann bei der Sülle des Dargebotenen hier unmöglich aus Einzelheiten ein gehen, aber man darf berichten, daß von An» fang bis Ende nur auserlesene und geistig feingeschliffene humoristische Vorträge zu Gehör gebracht wurden. Der Vortragende unterstützte seine vollendete Rezitationskunst durch ein ausgezeichnetes Wienenspiel, daS der jeweils geistig kopierten Rolle eine durchschlagende Erfolgsnote gab. Daß unter diesen Umständen der Künstler wieder einen sehr großen Erfolg erzielte, der im Laufe des Abends in langanhaltenden Beifallsstürmen und am Schlüsse der Veranstaltung in einer hier wohl kaum schon da gewesenen Huldigung für Kühne seinen sichtbaren Ausdruck sand, ist nut natürlich. Der Abend zählt zu den wohl- gelungensten Veranstaltungen, die wir im Laufe dieses Winters wiederum der Vortragsvereinigung zu danken haben. EhrlstentumS an heidnische Sitten und An-1 fdjauungcn“, 8 Uhr, im Realgymnasium. — Lichtfvichaus. Bahnhofstraße: Pat und Patachon in ^Blinde Passagiere". — Astoria-Lichtspiele: .Chicago". — Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Zu der heute 19.30 Uhr stattfindenden ersten Wieder- holung von Werner Johannes Guggenheims „Das Dors Sanel Insten" wird der Autor selbst anwesend sein. — Sonntag, 3. Februar, wird einmalig die seinerzeit mit großem Erfolg auf- geführte .JUeine Komödie" in den Spielplan ausgenommen. (Spielleitung: Der Intendant.) Das Stück wird als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen gegeben und beginnt um 18 Ul)r. — Heute in acht Tagen Erstaufführung der Operette „Dvette und ihre Freunde", Gastspiel des Reuen Operettentheaters Frankfurt. — Der Verein der Freunde deS humanistischen Gymnas iu m s veranstaltet an den beiden nächsten Samstagen im Hörsaale des Physikalischen Instituts Vorträge bei freiem Eintritt. Morgen abend spricht Oberstudienrat Professor Dr. Büchner, Darmstadt, über „Horaz als Reisebegleiter in Italien". Am Samstag. 9. Februar, folgt ein Vortrag von Gymnasial- Direllor Dr. Weinstock, Frankfurt a. M, über ..Die Antike und die Aufgabe unserer Erziehung". Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders aufmerksam gemacht. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 1. Februar 1929. Die Holzversteigerung. Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. So bentt man in manchen Orlen, und macht auch -die Holzvcrsteigerunz zu einem Fest. ES ist hier und da Sitte, daß man das Holz einfach in einer Wirtschaft, oder in einem öffentlichen Saal versteigert. Wenn sich die Steigerer aber nicht vorher im Walde umgesehen haben, taufen sie gewissermaßen die Katze im Sack. 3n unserer Gegend ist es immer so gewesen, daß Männlein und Weiblein mit in den Wald hm- cusziehen und an Ort und Stelle das steigern, vas ihnen gefällt. Denn eS ist z. D. ein großer Unterschied zwischen zwei Haufen Hoizwellen. 88 kann solche geben, die einen .dicken Inhalt haben und solche, die eben fast nur auS Reisig bestehen. _ ,,, , ilnä Allen ist sicher noch das schone Lted bekannt: ,3m Grünewald ist Holzauktion..." Es Däre vielleicht nie gefunden worden, wenn man an Einförmige Holzverstei erungen denkt, wie fie nancherorts abgehallen werden. Da steht ein Trupp Menschen, ein Waldhüter ruft die Rum- ncm aus. dann folgen die Angebote, bis der Höchstbietende Sieger bleibt. Kommen zwei Aampfhäbne aneinander, gibt es auch einmal ein xiar luftige Zwischenbemerkungen, sonst aber geht die Sache sehr geschäftsmäßig zu. Dieser Tage aber machte ich eine Holzver- ftcigerung mit, die wirklich an em Fest erinnerte and bei der mir das alte Lied vom Grünewald dnfieL Ta fuhr nämlich in aller Gemütsruhe hinter der Volksmenge — eS waren sehr viele Leute — ein Wagen mit Darauf stand ein Spirituskocher mit einem mächtigen Kaffeetopf. Man konnte sich also genügend erwärmen. Aber daneben lagen einige Fäßchen Bier, auch Dranitt- Dein, und Kognakflaschen zeigten ihre langen Hälse. ES standen oft mehr Leute um den Marlentenderwagen, als um die Holz hausen. Hm die Mittagszeit erfolgte der Rus: Hier gibt es (Darme Würstchen mit Brot! Hnd richtig! Aus dem Wasserkessel zog der Wirt tadellose Würstchen. aus dem Korb nebenan nahm man sich Brot oder Brötchen dazu. Sogar Sens war vorhanden GS war ein strammer Wintertag. der Atem stand den Menschen wie eine Wolke vor dem Munde. Auf und ab schreitend wurden die Würstchen verzehrt. Scherzreden erklangen, einer fang sogar. Etliche hatten auch schon stark mit geholfen. daß Fässer und Flaschen nahezu leer waren. Das unsichere Gehen auf den Waldwegen tarn nicht nur vom Schnee. Als sich die Gesellschaft der Landstraße näherte, erwartete sie eine neue Heberraschung. Da stand mit seinem Auto ein richtiger „wahrer Jakob"! 6r hatte feine Waren kunstgerecht aus gelegt und vrieS nun mit den bekannten Redensarten Hosenträger. Taschenmesser, Schuhriemen, Rollzoücher usw. an. Er machte ein gutes Geschäft, denn uichtS wirkt mehr als ein luftiger Scherz, wenn man kalte Füße hat. Auch waren Holzliebhaber aus zahlreichen Orten vertreten. Spät am Rachmittag war die Versteigerung beendet. DaS Holz war teuer gewesen, mancher toar auch durch die Liebesgaben vom Wirtswagen in seinen Zahlbegriffen etwas verwirrt worden. Aber iroydem zog ein Teil der Steigerer noch in die Dorfwirtschast und feierte die Holzauktion NS in die Rächt hinein. Man muß die Feste feiern, wie sie fallen! E. M. Daten für Lamdtag, 2 Februar. 962: Otto I. wird zum Kaiser gekrönt (Beginn des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation): — Tarragona............ Insel Samos.......... Malaga...... ........ Junge Schnittbohnen .. Karotten, geschnitten . Gemüse-Erbsen....... Junge Erbsen......... Erbsen mit Karotten . Gemüse-Allerlei...... Wer sparen will, kauft bei uns! Unsere Nettopreise! „ „ 135 .. * 135 « 135 2-Pkt-Dose 0.65 h n L4S „ « 0.75 „ 0.90 „ 0.90 w „ 0-82 Diamantmehl, allerfelnatea........Pfund 0.25 Auszugmehl, feinste»............. „ 033 Amerikanisches Schmalz......... ■ 0.78 Kokosfett In Tafeln.....-......... 038 Margarine...... ......Pfund 035» „ 034 Aepfel-Gelee 2-Pfd.-Eimer 1.25. I-Pfd.-Glas 0.75 Gemischte Marmelade. ... 2-Pfund-Efmer 1.10 Eier-Schnlttfudein......... Pfund 0.47 Pflaumen, getrocknet... Pf und 0.64, „ 0.37 Mischobst, kalifornisches .......... „ 0.72 Aprikosen, kalifornische.......... .. 1-10 Rotwein, griechischer..elnschL GLas 1.00 Itrn Speise-und 10er Verein der Freunde des Zum Taunus H humanistischen Gymnasiums lädt zu folgenden Vorträgen ein: 0339 931D Eintritt frei! Eintritt frei! € jmntnnn! Humor! Tg? D964 Ta itt Saalöffnung 6 Uhrl Cafe Astoria Erfolge. U3ttl Samstag, den 2. Februar, abends 8 Uhr 32 Mlnut MIO Der große 0338 ucfudjt 116er-Maskenball 980D ihren großen «so Tel. 869. [9721 Ein Naciit in Grofe-Gie&en bei Wieseck Drei Min.ne altes 961C Kiefern- und Fichtcnknüppel Das närrische Komitee 979D Eintritt ML 1.50. Kart Im Vorverkauf zu 1 Mk. bei Leder-Röder, Kirchenpl. Stellenangebot ‘V flicht. 11517V WA rm rm rm rm rm rm Buchenscheiter Eichenscheiter Fichtenscheiter Buchenknüppel Eichenknüppel Die Vorträge finden im Hörsaal des physikalischen Instituts statt 970D xxxr DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'echa Druckerei verbunden mit Abschluß- und F*reis-Frisier en. anschließend Konzert, Preisverteilung, Theater. Tanz. Die Spielverelnlgung 1900 e. V. erinnert ihre Freunde zum letzten Male an toatmen eu Das gute Kräuterpulver Danien-Fnseiir- und Periickenniaßier-Gsliilfen- Vereia 1928 (D.P.G.V.) Mitglied des Rlnfies Södd. D. P. 6. V. S. Ein NachtfestJm Palais Astorullahs Jubel und Trubel. Große Ueberraschungen Sichern Sie sich Ihre Eintrittskarte im Vorverkauf: Lederware no esc haft C. Röder, Kirchenplafz; Zigarrengeschäft Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister, Abteilung B, wurde am 26. Januar 1929 bei der Firma Lamstaa. 2. Tvebr^ abends 87j Nhr: Mitgliederversammlung im Pootvhauk. Wir bitten um recht zahlreich. Erscheinen Zugleich erinnern Wir an unteren Maskenball nm 9. ■ >ebr. Alles Nähere stehe Plakate. 9ä7D Der »Vorstand. Leich'athL Ullg. ßoüDtag.ö 3 n.29. erteilt der westd. BerbandS • Sport' lehret Hokc Unterricht und »mar vraftlidieit ab 9*/,. Uhr vortn. in der Turnhalle d.Peitalozziichulc lheoreuschen ab 2 Uhr nach in im Vokal Frank urter Hoi i'Markilaubeni. Erscheinen aller 2lbieilnnn5mttflliei)v cinfdilte ;licb fimn« dauer, Jugendlicher und Schüler tit Bt'O’lltaS Kreuzplatz 5. CeKDlathlUtUleUg. Zu dein nm Sonn- tag, 3. rtebr., voun. 9.A> Uhr in der Turnhalle bet Stadtkna- denichnle. Nordanlage, stattnndenden vrakii'ch. llnterrtcht des Verdandsvurf lehrcrd Nalvd vote in Erschein aller Mitglied. Pflichl. Nachin. 2 Uhr tm Frankfurt. Hof Vortrag von Herrn Hole 11 Weiße, mit Kasten. u. aebrauchies l3!ad billig au verk. Lndwiattraire 4<>, (^ar en'iaus I. I." " 69,2 27,5 23,6 27,2 38,7 30,5 Der Vorstand H351 Cchter Blüten- Bienenhonig zu verkaufen. 0337 Hild. Imkeret, Kro'dorier Str. 141. Letzte Mahnung 117er Qi Montag, 4. Febr^ adenv» 8 Uyr Monats-- versammlung bei Kamerad Emil Lied, Hammltrane. Um zahlreiches Er« scheinen w. gebeten. Samstag, 2. Februar 1 an d. Gien. AnA erbeten. Besnchi die Eandels- acLnle Knnzelmann 1 Staatlich geprüfte Lehrerin erteilt Kindern bet Unter-". Mtitelstufe 'Jiodibtlie etnL Be- aimichngung der Schularbelien.-Schr. Anfragen erdet, nur. 0331 an den G. Anz. bet gutem Lohn für sofort gesucht. 959D Fr.tü Major Köttnitz, Wetzlar Fianksurtcr Str. 36. lüiahrigeS, braves Mädchen in kinderlosen Haushalt von morgen^ 8 bis nachuuti. 3 Ubr 1. Samstag. 2. Februar 1929, abends 81/, Uhr: „Roraz ais ReisstiegleHer in llaliea“ (Herr Oberstudienrat Professor Dr. Büchner, Darmstadt! fnbbL Zimmer ioiori aii vrm. 0331 Neustadl 41,Laden. NöbftZimmer iof. An verm. 036'2 Stordanlage 9 I. Cinf. möbL l cizb. Zimmer f. Dauerm. sofort au verm. om« Nieaelviad 88 v. Samstag. 2. Febr^ K^Oabenoe, belBöst, Kailerallee. 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März 1929, vormittags 9 Uhr, wird im Ämtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Gruudbuche von Gießen dem Alfred Vrumlick in Gießen zuaeschriebene Anwesen fiaplansgaste 18 Flur 1, Nr. 599'/», - 242 qm Hofreite Flur 1, Nr. 1496**/io - 10 qm Hofreitegrund, geschätzt 35 900 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einficht ausgebängt. 904D Gießen, den 29. Januar 1929. I. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. 2. Samstag, 9 Februar 1929, abends 8*/4 Uhr: (Herr Gymnaslal-Dtrektor Dr. Weinstock, Frankfurt a. M.) Gchnellwaagen Wir suchen für Hessen tüchtigen Vertreter Herren mit einwandfreiem Vorleben, guter Erscheinung, die an ziel- bewußtes, energisches Arbeiten gewöhnt find, wollen schristl. Offerten an unseren Veckaussleiter der Organisalions-Vbteilung Sud Herrn I. Blazek. 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Inhalt. ribAugeb. geg.^ elolm.a.Büteti von Cafö Hettler. »'->!> Emil Rolf), Verlagsbuchhandlung, und hessischer Schulbuchverlag, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Gesell- schafter vorn 7. Januar 1929 sind die §§ 15 und 17 des Gesellschaftsvertrags gestrichen . und 14, Ziffer 2, geändert worden. Die der Margarete Roch aeborene Quaas erteilte Prokura ist erloschen. Gießen, den 29. Januar 1929. Hessisches Amtsgericht. Für Wald- u. Feldjagd IN d. Nal?e.Giei;enS werden noch 1 bis 2 ivntdflerecbie Jäner als Teilhaber aut- genommen. Schr. Anaeboie nnt. 9491 > a. d. Giest.AnA. Maskenkostüme btllifl AU verleib.0363 Ebctstraste 39 v. Kappensitzung mit Stlmmurraskavclle Fritz Ketzler, Gastwirt. eil sicheres Mittel /yJMpQäntne qea-n Gallensteine, erspart teure Lad reisen, erübr gt bestimmt die Operation, schr. Dr. Sch. Gallenstein- und Leb rleibende erhalten Lerichte und Gutachten über die neuesten Wettanlaae 27 1. 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Astorullahs eberraichungen Vorvetkauh Leder- r, Z^anengeschäft idi8Uhr82M1nul M1D iw.abdi.7Uhr, Oswaldiganen reis-FjJslerm. 8, Theater, Tanz, er Vontand — JBM Vom Bahnhof kommend passieren wir das Castell Ruovo, das Karl von Anjou erbauen lies), und sehen von der Piazza del Municipio aus von weitem die deutsche Kriegs- flagge wehen, dahinter der Golf von Neapel, nebelig verträumt, seitlich der Vesuv, der sein nie ruhendes Spiel treibt. Die „Emden" ankert ün Porto Beverello unweit des Molo Angioino. Es ist das dritte Mal seit Kriegsende, dah ein italienischen Hafen 8'1, Uhr: let-fitWen- (B.P.G.V.) M D.p.oj j, wanderte man damals aus der alten Hansa st odt an Bord des Linienschiffes und von Bord an Land. Zahlreiche Fäden knüpften sich zwischen hüben und drüben. Als eines Tages die „Hessen" wieder abdampfte und ihre schmale Fahrtrinne sich von neuem schloss, gestanden sich die Zurückgebliebenen, wie sehr die deutschen Blaujacken ihnen in kurzer Zeit ans Herz gewachsen waren. Ein Bild der „Hessen" und ein Mühenband hängt seither zur Erinnerung an frohe Stunden in meinem Arbeitszimmer. "b k'«L'K Arbeitsnachweiswesen und die Wohlfahrtspflege. 72 600 Mk. verlangt das Justizministerium mehr für bauliche Herstellungen in der Zellenstrafanstalt und im Landes,uchthaus Buhbach, am Amtsgcrichtsgesänonis Worms und dem Amtsgerichtsgebäude Offenbach. Für die Landesvermessung werden 94 820 Mk. mehr eingesetzt. Für Äcubauten und Umänderungen in der Wohnung des Staatspräsidenten und am Landestheater werden 27 000 Mk. angefordert. Für Verzinsung derStaats- schuld einschliesslich der Jahresleistungen aus der Vermöge ns»Auseinandersetzung mitdemehem. Grobherzog (590000 Mk.) sind insgesamt 1 390 000 Mk. eingestellt. Für diese Zahlungen an den ehemaligen Grossherzog sollen jedoch die gesamten staatlichen Leistungen aus den ehemals grohherzoglichen Gütern be-- 117er । Motas- dbtnö# o111,1 Monats- -SS e-ed. (Actnen wjL— Dachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Rom, Januar 1929. Aach den: ewigen Winterregen ein fomriger Tag; er ist wie geschaffen zum Besuch der „Emden", die in Aeapel vor Anker liegt. 3m Eiltempo durchfliegt der Zug die Römische Campagna auf der neuen „Direttissima". 3m Osten erheben sich die beschneiten Albanerberge, im Westen glänzt in der gerne das Meer. Aach stürmischen Wochen scheint es wieder glatt und friedlich. Die Via Appia, dann die Zweiglinie nach Anzio und Aettuno tauchen auf und verschwinden. Kaum hat man Zeit, sich des wechsel- vollen Schicksals Der in diesem Ort geschlossenen betLhmten italienisch-jugoslawischen Verträge zu erinnern, so winkt schon Delletri — eine alte Feste der Volsker. Nun folgt die Strecke den Monti Lepini entlang durch die Pontinischen Sümpfe. Die Ruinen des mittelalterlichen Ainfa, aus der die Malaria jegliches Leben vertrieb, zeugen von der heimtückischen Kraft dieser faulenden Gewässer. Die Paludi Pontine füllen in durchschnittlich 14 Kilometer Breite die Sercke zwischen den Bergen und den Dünen aus. Das von Kanälen und Wasserarmen durchzogene Gebiet ist weit überschwemmt. Aber die Entwässerungsanlagen zeugen von dem Kampf, den der Mensch — früher mit wenig Erfolg — i«$t aussichtsreicher gegen das lauernde Fieber führt. Durch das Rattern des „Diretto" auf gescheucht, flattern Kibihe empor und messen sich mit vereinzelten Möven in graziösem Flug auf den Wellen des südlichen Lichts. Es ist die italienische Atmosphäre, die dem gewaltigsten Bergprofil jede Schärfe nimmt uird selbst den zyklopischen Mauern des alten Avrba milde Umrisse verleiht. Campagnabüfsel plantschen mit fatalistischem Ausdruck durch das sumpfige Gelände. Hin und wieder leuchtet ein schwefliger Wassertümpel in mattem Türkisblau auf. Aus der Höhe des ins Meer ragenden Vorgebirges der Cu.ee bohrt sich ein Tunnel in den Monte delle Fate, den Abschluß der Sümpfe. 3enseits der Monti Aurunci öffnet sich der Golf von Gaeta und dann beginnen die Orangengärten und Rebenkulturen, die die Sttecke bis Aeapel umgeben. Während wir über den Garigliano und den Vofturno hinweg den nordwestlichen Teil der Campania durchmessen, wandern die Gedanken voraus zu der „Emden". Es ist schwer zu schildern, was der seltene Besuch eines deutschen Kriegsschiffes für den A u s l a n ddeu t s che n bedeutet. Weit mehr als ein Grub aus dem Mutterlande. Das lebendige Beispiel straffer Disziplin und Tatkraft stärtt den Glauben an den Wiederaufstieg Deutschlands. Gerade vor drei Fahren erlebte ich ein anderes deutsches Kriegsschiaff im Ausland. Die „Hessen" lag damals vor Reval. Richt zum offiziellen Besuch, sondern nachdem sie unter Führung des Kapitäns zur See, Klüpfel, bei der Befreiung zahlreicher deutscher und ausländischer Schisfe aus dem Eise des finnischen Meerbusens entscheidend mitgewirkt hatte. Lieber die gefrorene Reede *nde des nasiums ein: Montmartre. Don Scanne Gaston Leroux. Die Verfasserin ist die Witwe des französischen Romanschriftstellers Leroux. Eine junge 3talienerin, Angehörige der besten Gesellsch.:st, sagte einst aus einem Tee zu mir: „Ich le..ne Paris nicht und werde es erst kennen- ’lernen, wenn ich verheiratet bin, dann aber muß ich — alles sehen." Erstaunt fragte ich sie: „Was wünschen Sie denn als junge Frau zu sehen, was Sie nicht heute schon als junges Mädchen sehen durften < Sic errötete, ihre Augen bekamen einen flackernden Glanz, als habe sie eine etwas frivole Vision. .Oh, Montmartre und seine Kabaretts entgegnete sie etwas beschämt. Las also ist der Traum einer iungen Ausländerin, die Paris noch nicht kennt! Nicht Die Museen mit ihren wertvollen Kunstschätzen, nicht die Theater und die wundervollen Baulichkeiten oocr sonstige Sehenswürdigkeiten der Seure- stadt bilden Die A.iziehangscraft, sondern Montmartre und seine Kabaretts! Eigenartig und traurig, dachte ich, besonders für die junge Dame selbst. Als Pariserin will ich natürlich m reiner Weise Montmartre verleugnen oder versuck^n, meine Hände in Unschuld zu waschen; aber Monlm.ir re ist wirklich nicht Paris! — as ist eine Tatsache, von der sich vernünstige Ausländer sehr bald selbst überzeugen, wenn sie einige Zeit hier leben. Und doch geniest Paris und seine Einwohnerschaft einen Rus in der Welt, dah tiian annehmen muß, das Aus-- land stellt sich die Lichtstadt als einen einzigen Ricsenmontmartre vor und den Pariser selbst als den ungezügeltsten Menschen der Erde. Ist. etwa die 3ägerstratze — Berlin? St. Pauli — Hamburg? Dürien wir Soho mit London und Greenwich Vi".hge mit Aeuyork identifizieren? Sicherlich nicht! — Eigen üunlich bleibt immer, dah Paris trotz seines schemöar so schlechten Rufes dauernd eine solche Anziehungskraft auf das internationale Rei'iepuWäum ausübt. So versessen scheinen die Bildtläche. da ihve Beliebtheit im allgemeinen stark der Mode unterliegt. Sie werden heute viel besucht und morgen nicht mehr beachtet. Das Völkchen der Künstler liebt nun einmal die Abwechslung. Last not least darf man auch den auf dem Montmartre beschäftigten Kleinbürger nicht vergessen. Auch der hat seine kleinen Kabaretts, seine Casös, in denen er ißt, trinkt und sich unterhält. Hier findet man den Nachtportier der Lurusrestaurants in feiner freien Zeit, den Musiker nach Beendigung seines anstrengenden Dienstes, das arme kleine Mädchen, das niemand zum Abendessen einlud, und jene traurigen Gestalten, welche die Strahen des Montmartre zur Nacht bevölkern und die in kleinbürgerliche Restaurants kommen, um eine Tasse Kaffee zu trinken oder um einmal ein freundliches Wort zu hören. Montmartre ist eine Stadt für sich, eine Stadt innerhalb des großen Paris. Wutz man es, gleich Sodom und Gomorrha, im Grund und Boden verdammen? Nein .und noch einmal nein! Es gibt dort wie überall Leute, die wissen, toi< sie sich zu benehmen haben und solche, die das nicht wissen. Ein lustiger Abend mit einem guten Diner in irgendeiner Vergnügungsstätte des Montmartre ist keine welterschütternde Angelegenheit; solch ein Besuch ist im Gegenteil nur dazu angetan, Vorurteile zu berichtigen. Will man jedoch unbedingt „alles sehen", dann ist auch auf dem Montmartre wie in jeder Weltstadt dem Erzes; Tur und Tor geöffnet. Alles sehen $u wollen, bedeutet nichts weiter als den Besuch jener Lasterhöhlen, deren Zahl Gott sei Dank täglich immer mehr abnimmt, da der Pariser Polizeipräsident ein wachsames Auge auf diese Lokal« hat und sie sofort schlieht, sobald ihr volksgefährlicher Charakter festgestellt ist. Aber wer besucht diese Stätten? Auch hier würde die Statistik sehr eindrucksvoll sprechen, wenn sie der Nationalität nach gegliedert wäre. Ich behaupte keinesfalls, dah die Franzosen Heilige sind mit einem kleinen Heiligenschein um den Kops und mit Flügelansätzen auf dem Rücken. Sind wir auch nicht besser als die anderen, so sind wir in Wirklichkeit dennoch nicht schlechte'. Der Llat Hessens für 1929. Der hessische Finanzminister hat soeben dem Landtag den Entwurf eines Gesetzes, die Erstreckung des Finanzgesetzes und des Statlsvoranschlages für das Rechnungsjahr 1 928 auf das Rechnungsjahr 1 9 29, dem Landtag übermittelt nebst einer Uebersicht über die gegen das vergangeno Rechnungsjahr eintretenden Ergänzungen und Berichtigungen. 3n dem nur fünf Artikel umfassenden Gesetzentwurf soll auherdem die Regierung ermächtigt werden, die bis Ende 1928 unverwendet gebliebenen übertragbaren Kredite auf das neue Rechnungsjahr zu übertragen. Sie will außerdem zur Deckung der Anleiheoewilligungen aus dem Jahre 1928 im Gesamtbeträge von 6 297 530 Mk., die im letzten Finanzgefeh 1928 noch nicht enthalten waren, einen gleichen (Betrag im Wege des Staatskredits flüfsig machen und zu diesem Zwecke Schuldverschreibungen, Schahanweisungen und Wechsel je nach der Lage des Geldmarktse zu entsprechendem Zinssatz ausgeben. Wie bereits bekannt, ist ein völlig neuer Etat für das Jahr 1929 nicht ausgestellt worden, der Haushaltsplan beruht vielmehr auf dem Entwurf 1928, der bekanntlich in Einnahmen mit 127 951 625 Mk. und in Ausgaben mit 139 163 688 Mk., also mit einem buchmäßigen Defizit von 11 212063 Mk. abschloh. während im Jahre 1927 123 913 409 Ml. in Einnahmen und 131 233 441 Mk. in Ausgaben standen. Für dieses Jahr ist eine Ausgaben st eigerung um insgesamt 2 490 620 Mk. vorgesehen, so dah also in diesem Jahre die Ausgavenserte des hessischen Staatshaushaltes mit 141,6 Millionen Mark abschließt. Die wichtigsten Veränderungen gegenüber dem letzten Etat sind' Für die Forst- und Kameral- güter unter Forstverwaltung werden für Herstellung in Klaraberg. Festung Rüsselsheim, Ober- Erlenbach 34 300 Mk. mehr angefordert. Für das Salzwerk und die Badeanstalt Bad-Nauheim werden insgesamt 74 000 Mk. mehr angefordert, für Bad Salzhausen 2300 Mk. Bei dem Hessischen Landestheater will die Regierung einen einmaligen Betrag von 100 000 Mark zur Erneuerung und Ergänzung des Fundes, der Bühnen einrich tun gen und des 3nventars vor- lagsweise verausgaben, da die laufenden Mittel des Theaters zu größeren Anschaffungen nicht ausreichen. Zur Förderung der Neubautätigkeit werden erneut 11 925 000 Mk. bereitgestellt. Für Reparaturen tm Landtagsgebäude wird ein Betrag von 17 500 Mk. angefordert. Das Kapitel Polizei und Gendarmerie ist um 59 800 Mk. für erhöht« Amtskosten, Kosten der UntertunftS- räume, Heilfürsorge, Aus- und Fortbildungszwecke und das Kraftfahrwesen der Polizei besser endgeftattet Für die Hebammenlehran- st a 11 in Mainz werden zu Ausrüstungszwecken 18 700 Mk. angefordert, für die Landeshesl- und Pslegean st alten für Nervenkranke in Gießen zusammen 63750 Mk. Das Kreisamtsgebäude zu Lauterbach, das Arbeitshaus in Dieburg und das Regierungsgebäude in Darmstadt, Neckarstrahe 3, verlangen für bauliche Herstellungen 24 200 Mk. Die Derköstigungskredite an den Kliniken der Landesuniversität werden um 29 500 Mk. höher angeseht. Für die Technische Hochschule in Darmstadt sind für Lehrmittel 43 400 Mk., für die Pädagogischen Institute in Mainz 6000 Mk. persönliche Kosten ein gefegt Autzerdem wird die Regierung ermächttgt, die der Darlehenskasse der Deutschen Studentenschaft eingeräumten zinsfreien Darlehen von 7800 Mk. auf, 44 800 Mk. heraufzusetzen. Für Neubauten und bauliche Herstellungen an der Universität Giehen und ihren Instituten und Gütern werden autzerdem noch einmal 56 530 Mk., für gleiche Zwecke an der Technischen Hochschule in Darmstadt 42 500 Mk. und an der Aufbauschule Alzey 33 000 Mk. eingestellt. _ . Das Arbeits- und Wirtschastsrnmisterrum verlangt 10 000 Mk. mehr zur Bekämpsung von Schädlingen im Ackerbau (Kar- wsselkrebs ufto.), ferner 130 000 Mk. für das ausländischen Reisenden auf die ungesunden Vergnügungen dieses modernen Babylon zu fein, dah sie nicht scheuen, Ozeane und Kontinente zu überqueren, um an dem Taumel des Pariser Nachtlebens teilzunehmen. Noch nie hat Montmartre eine solche Anziehungskraft auf die Welt aus- geübt als gerade heute. Sein Nachtbetrieb scheint förmlich faszinierend auf die Phantasie des internationalen Reisepubllkums zu wirken. Man besuche einmal Montmartre am Tage, und man wird von dem Anblick etwas überrascht sein. Man sieht winllige Gassen und Gäh- eben, und eine altertümliche Kirche, sonst nichts, überwältigend Interessantes. Was bekommt man aber nachts in den Luxusrestaurants zu sehen, in Den Kabaretts verschiedenarftgsten Ranges und in Den übrigen Unterhaltungsstätten bis herab zu Den alten „Caveaux“? Ausländer und noch einmal Ausländer; Vertreter aller Nationen und Angehörige aller Religionen. Es wäre ein ungeheurer Irrtum, anzunehmen, dah sich etwa nur Reiche an diesen Vergnügungen ergötzen. Es gibt höchst elegante Ver gnügungsre staurants, Stätten des Chiks und der Eleganz und solche, die das Gegenteil davon sind. Schon die Aufzäh-ung der verschiedenen Vergnügungsstätten scheint Den Ausländer mit einer erwartungsvollen Vorahnung zu erfüllen. Le Perroquet, Florida, die berühmte Abbaye de Theleme, le Caveau Caurasien ufto., das sind die Luxusre staurants, in denen sich die reichen Mill andre aus Nord- und Südamerika amu- tiefen, und wo wir vielleicht dann und wann ein paar reiche Franzo en antreffen. Aber Palermo, Zellis, der neue Monico. FEI Ga- ron, und vie.e andere, wo sich alle die treffen, deren Börse nicht so woh.gripickt ist, werden von Zranzolen oder gar Parisern fast gar nicht besucht. Der Franzose betritt Mo.ft.nartre schon deshalb nicht bei Nacht, weil er zu dieser Zeit — schläft. Das ist wirllich keine Hebertreibung. -Auch aus.ändische Iournallstei, die Paris genau studiert haben, bestätigen es. So schrieb vor kurzem ein englischer Journalist, er habe nach allem, was :r gehört habe, angenommen, Paris und die Pa.-ser befänden sich in einem dauernden Taumel des Vergnügens. Was er aber sah. widersprach feinen Erwartungen in so hohem jttv [nn* ban1 ive" rid)> pOll’ U‘; toit & Mähe, dah er sich gleichsam betrogen fühlte. „Die schwarten Anzüge der Pariser," so schrieb er, „sind das Symbol dafür, dah sie das Leben zu ernst nehmen und nicht verstehen, es richttg zu genießen." Das ist sicherlich das erstemal, dah man dem Franzosen zu großen LebenSemst zuspricht. Ein neuer Beweis Dafür, dah man nie verzweifeln darf. Alber kehren wir zu unserem Thema zurück. Es ist eine Tatsache, dah Die Atmosphäre des Pariser Nachtlebens heute mehr denn je kosmopolitisch ist. Hätten die Besitzer Der vielen „Boites de Nuits“ nur mit Dem Konsum ihrer französischen Gäste äu rechnen, so würden Die meisten von ihnen sehr bald gezwungen fein, ihre Türen zu sch liehen, um sich nach einer anderen Erwerbsnchglichkeit umzufehen. Und wenn vielleicht Durch Zufall ein Sicuistiker Die Nationalitäten Der Besucher irgenDeines Nachtlokals feststellen könnte, so würde das Ergebnis sicherlich für vie.e eine ilebcrraid)ung bedeuten, nicht zuletzt für Leute puritanischer Abkunft, von denen man gemeinhin annimmt, dah sie nachts zu Hause bleiben. Cs gibt natürlich auch Franzosen, Die M,nt- martre frequentieren. Einige Millionäre unu Besucher vom LanDe, die nach Der Hauptstadt kommen, um das Pariser Nachtleben unter allen ilniftänDen aus^ukosten. Die Schristste.ler, Künstler, Bohemiens und die Journalisten verfügen über ihre eigenen Kabaretts. Dort kennt ein jeder den anderen, dort wird gelungen, diskutiert, getrunken und geraucht In dieser durchaus harmlosen und soliden Atmosphäre verkehren auch die „Chansonniers" des Montmartre, um hier allabendlich ihr bürgerliches Abendessen zu verzehren oder um Die Wirkung eines neuen Schlagers auszuprobieren. Den sie später in irgenDeinem Luxusrestaurant vortragen. Die Besitzer dieser Lokale kennen alle ihr« Gäste bei Namen; ein jeder hat Kredit bei ihnen. „Ih heute, zahle wenn du kannst", das ist ihr Motto. La Potiniere, Le Pere Wolf, Der Franco- Italien und das Maison Rose in Der Rue des Saules sink) Die bela.mtesten Gaststätten dieser Art. Sie wachsen wie Pilze aus Der Erde, verschwinden I ober meistens auch wieder ebenso schnell von Der deutsches Kriegsschiff einen . , „ besucht; aber Der Empfang ist Diesmal viel herzlicher als er Der .,Berli n" im vergangenen Februar in Genua und im März 1927 Der „Hamburg" in Palermo zutell wurde. Neapel scheint ein Beispiel seiner sprichwörtlichen Gastsreundschast geben zu wollen. Nach Dem Austausch Der üblichen offiziellen Besuche ist Die „EmDen" Dem Publikum zur Besichtigung freigegeben. Jugend und Alter, Mllitär und Zivll drängt auf Die Boote, Die von ewig gestikulierenden Ruderern an das Fallrepp gesteuert der Provinz Neapel, Castelli, dem deutschen Botschafter beim Quirinal Freiherrn von Neurath mit Gemahlin, die Spitzen Der Militär- und Zivilbehörden teilnahmen. Almansi leerte sein Glas zu Ehren der deutschen Nation, und der Botschafter antwortete mit einem Tost auf Den König und die Gröhe Italiens. Der an- schliehende Ball, zu dem auch die Kadetten geladen waren, gab dem Bankett einen harmonischen Abschluß. Der in Neapel geborene und dort sehr beliebte deutsche Generalkonsul Brei t - ling förderte wirksam die Fühlungnahme zwischen den Gastgebern und den Gästen. In dem bunten Gewimmel reizvoller Toiletten der Neapolitaner Aristokratie, der verschiedensten Uniformen, Fräcke, Ordensbänder und Ehrenzeichen bewiesen Die jungen Kadetten ihre vorzügliche Schulung. Fröhlich sah man sie in ihren schlichten Matrosenanzügen sich Dem Tanze hingeben. Die Matrosenanzüge sind gewih kleidsani, aber man freute sich doch zu hören, dah Die aus Sparsamkeit oder anderen Gründen seiner Zeit abgeschafften ÄaDcttenuniformen mit dem nächsten Jahrgang wieder eingeführt werden sollen. Es versteht sich von selbst, dah Der Besuch der blauen Jungen In Der deutschen Kolonie Neapels einen bcsonderen Widerhall gefunden Hot. Der Ball der Vereinigung der Deutschen in Der Sala Romanelli sowie Der vom Deutschen Generalkonsul Breitling unD seiner Gemahlin veranstaltfte Empfang zur Begrüßung des deutschen Botschafter 3 bot willkommene Gelegenheit zu ernstem und heiterem Gedankenaustausch. Der Höhepunkt aber war das Bordfest auf Der Emden. Der Einladung waren Hunderte von Italienern und Deutschen gefolgt. UnD als das Deutschlandlied, begeistert von allen auf gegriffen, erklang, gedachte man der deutsch-italienischen Freundschaft, die ein Neapeler Blatt in diesen Tagen hervorgehoben- Nach allen Festen und Feiern hat die Emden nun wieder die Anker gelichtet, um zu vierzehntägiger Schießübung nach Der Insel Kephalonia zu Dampfen. Dann geht es weiter nach Konstantinopel, Durch den Suezkanal über Indien nach Australien und durch Den Panama wieder in die Heimat. Schöffengericht Gießen. • Giehen, 31. Ian. Bor Dem erweiterten Schöffengericht wurde gestern bis in die späten Abendstunden gegen Den Pferdehändler Isidor St., seinen Sohn Julius, seine Tochter $ilh unD seinen Neffen Emil verhandelt. Das früher gut geheitde Geschäft des Angeklagten Isidor St. ging nach der Stabilisierung der Mark, wohl infolge von Mangel an Betriebskapital, stark zurück, so dah schliehlich anfangs Januar 1925 das Konkursverfahren über die Firma eröffnet wurde. Nach Dem Gutachten des Buchsachverständigen befanden sich die Bücher dec Firma in einem trostlosen Zustand, von einer ordnungsgemäßen Buchlührung. die einen Heber» blick über Den Vermögensstano ermöglichte, kann überhaupt nicht gesprochen werden. Der Aw« geklagte Isidor St. hat sich daher wegen Vergehens gegen Die Konkursordnunq zu verantworten. Weiter wird sämtlichen Angeklagten zur Last gelegt, unter falschen Vorspiegelungen Die Ruw den Der Firma veranlaßt zu haben, Blankowechsel zu unterschreiben, die Dann aus wesentlich höhere Beträge ausgefüllt wurden, als die wirkliche Schuld de/' Unterzeichner ausmachte. Aus diese Weife sind nach der Behauptung der Anklage viele Kunden, die selbst nicht in glänzenden Derhältnissen leben, um ganz erhebliche Summen geschädigt worden. Denn nachdem die Firma zusammengebrochen war, wurden die Akzeptanten der Wechsel von den Wechsel- Öern natürlich in Anspruch genommen. Die igten verteidigen sich damit, dah eS sich bei "allen diesen Wechseln um reine Gefälligkeitswechsel gehandelt habe, eine betrügerische Absicht habe ihnen ferngelegen. Dieser Darstellung widerspricht aber Die große Mehrzahl der Zeugen, z. T. in sehr temperamentvollen Ausführungen. Die Verhandlung konnte wegen der vorgerückten Zeit nicht mehr zu Ende geführt werden. Die Verkündung des Urteils ist Freitagnachmittag zu erwarten. Bei der „Emden" in Neapel Von unserem v. O.-Berichterstatter. rsaal statt «io ritt frei! W* 29 5 506*Ä J Itzya e.V. etzten Male an SOD iball nds 7" Uhr, Im ,EIB “■ »er iiui1 >"N- werden. Ein nicht endenwollender Strom von Neugierigen überflutet das deutsche Schiff. Wo Sprachkenntnisse versagen, wird mit Zeichen gefragt und erklärst Der Kommandant, Korvettenkapttän v. Ar- nauld de la Perriöre, seine Offiziere und Kadetten sind durch zahllose Veranstaltungen in Anspruch genommen. Auch für die übrige Besatzung ist gesorgt, damit sie einen lebendigen Eindruck von dem Aufenthalt in Napoli mitnehme. Der ttalienische Fregattenkapitän D l 21 n g e I i, Der Dem Kommandanten als Ordonnanz zukommondiert ist und das Deutsche beherrscht wie unsereins, ist freundlich bemüht, den deutschen Gästen alle Wünsche von Den Augen abzulesen. Der Kommandant und Die Offiziere haben Die schwierige Ausgabe, nicht nur die Ausbildung Der ihnen Anvertrauten zu leiten, sondern auch Den zahlreichen pol t.schert und gesellschaftlichen Pflichten zu entspr.chen. Aber Die „EmDen" hat einen bewährten Führer. Er empfängt uns in seiner Kabine. Dort hängen wertvolle Erinnerungen, die Kriegsflagge der „11.35", ein Bild der ersten Emden und ein Mühenband, das letzte direkte Andenken an diese tapfere „Emden". Es wurde von einem Engländer auf dem Wrack gefunden, einem Holländer übergeben und von diesem dem Vorgänger des jetzigen Kommandanten zum Geschenk gemacht. , , Der Königliche Kommissar von Neapel, A l - maus i, veranstaltete zu Ehren des Kommandanten und der deutschen Offiziere ein Bankett im Gxcelsior, an dem anher Dem Oberfommiffar stritten werden derart, dah mit Zinseszinsen diese staatlichen Leistungen aus Den Gütererträgnissen in einem Zeitraum von 55 Jahren wieder eingebracht werden. In einem Schluhartikel wird Dann die Regierung wie üblich ermächtigt, über Den Rahmen der bewilligten Mittel hinausiugehen. wenn es sich handelt um Auswirkungen von Lohnerhöhungen, als Auswirkung gesetzlicher Bestimmungen oder bei Berufung von Dozenten gemachte Zusagen oder aus der Fertigstellung neuer Gebäude- und Institutseinrichlungen. Wie wir hören, wird Der hessische Finanzminister wahrscheinlich im Finanzausschuh Mitteilungen machen, wie er sich Die weitere S inane geb ar ung Denft. besonders im Hinblick auf Die mit Dem Reich schwebenden finanziellen Unterhand- jungen. , Oberhessen. Landkreis Gießen. • ©roßen-ßtnben. 30. San. Am vergangenen Samt tag oeranfta'Lte der Gesangverein „Germania" in der Turnhalle seinen diesjährigen 1lnt:rhaltungsob?nd, der sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Sn seiner Begrü- hungSanfprache wieS der Dorfitzcnd? auf die Bedeutung des SahrcS 1929 hm. in wrlchem der Bersin auf sein 5 0jährtgeS Bestehen zurückblicken kann. Der erste Teil der Bvrtrags- folge brachte gesangliche und musikalische Darbietungen. Die einzelnen Chöre — vom schlichten Volkslied bis zum schwierigen Kunstchor — zeigten eine in jeder Hinsicht feine Aufarbeitung und legten beredtes Zeugnis ab von der eifrigen Tätigkeit In dem Verein und dem tiefen musikalischen Verständnis des Chorleiters. Reallehrcr Blaß. Die unter feiner Leitung ausgeführten Konzertstücke fügten sich in den Rahmen des Ganzen bestens ein. Ein von Herrn Blaß vor» gctragcnes Vi^l'.nsolo bewies insbesondere de.f.n hohes Können auf diesem Instrument. Sm zweiten Teil deS Abends folgten theatralische und heitere gesangliche Aufführung.n. die mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Tanz beschlos) den in jeglicher Beziehung wohlg:lungcnen Abend. — AuS Anlaß feines LOjährigen Bestehens veranstaltet der Verein vom 8. bis 10. Sunt d. S. einen Gesangswettstreit, zu welchem am kommenden Sonntag der Delegiertentag statt- findet. —r. Lana-Gön-, 29. San. Wenn unser Turnverein eine Feiec veranstaltet, dann kann man sicher fein, das) die Teilnehmer auf ihre Kosten kommen. To war es auch mit dem diesjährigen Winterfest, das am Samstag tn der Turnhalle aogehalten wurde. Ser Ehrenvorsitzende Dern machte in seiner Degrühun'S» anfprache darauf aufmerksam, das) nun auch in unserem Tumvevein eine Frauengruppe gegründet toorten ist. Besonders herzlich begrüßte er sodann den Gau-Frauenturnwart Daul (Gie- hen). Bach einem Einleitungsspruch, der von Frl. Anna Pfuhl vorgetragen wurde, begannen die turnerischen Freiübungen. Besonderen Bei- faH fanden di« Vorführungen der Turnerinnen, die zum erstenmal öffentlich auftraten. Für die kurze Zett des Bestehens der Frauenriege toaren es ganz vorzügliche Stiftungen. Den Höhepunkt deS Abends bildeten die Hebungen am R e ck. ausgefuhrt von jugendlichen Turnern. Der Wert deS $ unten» für Mädchen und Frauen wurde in einem besonderen Gedicht von Frl. Amw Dem betont. Daraus folgte eine Vorführung imKeulen- schwingen durch die Turnerinnen. Gau-Fvauen- turntrart Paul dankte für die Einladung, unterstrich noch einmal die groß« Bedeutung des Frauenturnens und bat, alle Vorurteile wegzulassen und sich zahlreich an der neuen Einrichtung zu beteiligen. Sn kernigen Worten hob er weiter die Erz.ehungSausgäbe hervor, die sich unsere Turnvereine gesteckt hätten. Lurnwart W. Lang, der alle ilcoungcn leitete, dankte kurz. Sm zweiten Teil des AbendS. drr hauptsächlich der Unterhaltung diente, kamen zwei Einakter, die turnerisches Leben barstellen. zur Aufführung und fanden lebhaften Beifall. Die '2Rufi(tinlagtit dcS Abends wurden von drin hiesigen Musik- verein unter Leitung von Diri '.ent W. Mül- ler bestritten. Hervorzuheben verdient ein Trvm- petersoio von Ernst Weist („Stolzenfels am Ahein's). Den Abschluß bildete Tanz. — Am vorigen Freitag sand im hiesigen Gemeiiitewalv, Distrikt .Hardt", die eilte Hotzver steigern ng statt. Sie war sehr zahlreich von Kaus- hiftigen besucht. Versteigert wurden 66 Eichen- flämme (26 Fcstmetcr), 25 Buchenstämnte (18) und 15 Fichtenstämme (4). Außerdem kamen 238 Raummeter Buchen scheit holz, 30 Raummeter Cichentnüpvel, 75 Raummeter Duchenstocke und 3200 verschiedene Wellen zur Versteigerung. Die Preise waren hoch, z.T. sehr hoch Eichennutzholz -am durchschnittlich 30 bis 40 Mk. (ein Stamm mit 1.26 Festmeter sogar auf über 100 Bit.), Buchennuhholz etwa 40 Mk., Fichte 20 Mk. Brennholz: Buchenscheit, je Raummeter: 19 bis 22 Mk.. Buchenknüppel: 16 bis 18 Mk., SO Duchen- toellen: 14 bis 15 Mk., Sichenwellen. 10 Mk., Eichenstöcke. je zwei Raummeter: 15 bis 18 Mik, Duchenstöcke: 20 bis 21 Mk. SnSgesamt betrug die Einnahme für die Gemeinde etwa 8003 *3Kt. • Haufen. 30. San. Der hiesige Gesang- verein ..Germania" feierte am vorigen Sonntag in der Gastwirtschaft von Dörr fein diesjähriges Stiftungsfest. Rach den Be- grüstungsworten deS ersten Vorsitzenden brachte der Sängerchor unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Wickert (Gießen) einige Ehöre vortrefflich zu Gehör, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Anschließend wurde von DereinSmitgliedern ein vieraltiaes Theaterstück aufgeführt, das an die Mitwirtenten große Anforderungen stellte und ausgezeichnet heraus- gebracht wurde. Die Bemühungen der Theater- spieler. wurden mit starkem Beifall belohnt. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" bereicherte den Abend durch den schönen Vortrag einiger Lieder. Zum Schluß wurde bei guter Musik noch einige Stunden flott getanzt. * Staufenberg. 30. San. Sn der gut- besuchten Generalversammlung deS Gesangvereins Staufenberg konnte der erste Vereinsvorsitzende, Ludwig Dietz, an Hand deS Sahresbcrichtes ein günstiges Ergebnis der Der- einsarbeit im verfloßenen Sabre feststellen. Dem Rechner Heinrich Vogel II. wurde nach Er- stattting des Kassenberichtes Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurden die seitherigen Snhaber der Vorstandsämter einstimmig wieder- gewählt und ihnen damit das starke Vertrauen der Mitglieder für die gute Führung der Ver- einsgeschäste zum Ausdruck gebracht. Ter Verein hat einen gemischten Ehor gegründet, der /sich zufriedenstellend entwickelt. Am Schlüsse der Versammlung forderte der Vorsitzende die Vex- . rinLmitgliedcr auf. für das am 9. Juni d. 3. stattfindende 50. Sublläum, mit dem daS Wer- tunassingen des Lumdatal-SängerbundeS her» bündln ist. eifrig zu arbeiten. 3 Da u bringen, 28. San. Der Gesang« verein Äaubringen. Mitglied des «Lumdatal- und deS Hessischen Sängerbundes', hielt am Samstag im VereinSlokal, Wirtschaft Weimer, seine Hauptversammlung ab. Zn Beginn gab der 1. Vorsitzende Wilhelm Roth einen Rückblick auf daS abgelaufene Vereinsjahr. Er stellte fest, daß der Verein auch in diesem wieder ein gutes Stück vorwärts gekommen ist und fehr schone Erfolgs aufzuweisen Hai. Er erwähnte u. a. die ausgezeichnete Kritik, die die Leistungen des Vereins bei dem Wertungsfingen des „Lumdatalbundes' in Climbach gefunden und die glänzende Besprechung der Gesangsvorträge Zweiter Evangelischer Landeskirchentag. WSN. D a r m ft a b t, 31. San. Der Hessische Landeskirchentag beendete heute in einer Dauersitzung die ihm noch vorliegende Tagesordnung. Bei der Wahl des Präsidiums wurde Archivrat D Herrinann (Darmstadt) mit 53 Stimmen bei einem weißen Stimmzettel gewählt. Er sprach dem Alterspräsidenten Wahl (Schlitz) Dank aus, ebenso dem letzten Präsidenten Frhrn. o. Heyl für seine verdienstvolle sechsjährige Amtsführung. Zum fteltoertretenben Präsidenten wurde Pfarrer B e r n b e ck (Starben), zu Schriftführern Pfarrer B e r ck (Roßdorf) und Arbeitersekretär Lauser (Darmstadt) gewählt. Sn den Landeskirchenausschuß treten Pfarrer D. Waitz (Darmstadt), Studienrat L a m p a s (Friedberg) und Geheimer Dberregterungsrat Stroh (Darmstadt) ein. Es folgte dann die Wahl der Mit- glieder für den Finanzausschuß, den Gesetzgebungsausschuß, den Petitionsausschuß, zum Kirchen- Dstziplinarhof, zu der Luther-Stiftung. Als Vertreter in den Deutschen Kirchentag wurden Pfarrer D. Bernbeck, Campas und Präsident D. Herrmann gewählt. Für dis Heifische Evangelische Vereinigung gab Stubi-cnrat Lampas, Friedberg folgende Erklärung a5: „Als der stärksten Gruppe tm 2. Landeskirchen tag wurde uns in der Versammlung von dsn beiden andern Gruppen angetragen, den Präsidenten aus unserem Mitte vorzuschlagen. Daraufhin haben wir die unS geeignet erscheinende und zur Annahme bereite Persönlichkeit genannt. Auf Grund der Tatsache aber, daß dir briden andern Gruppen sich im vorigen Landeslirchentag geeinigt hatten, neben den Shuoda.en auch die beiden lebenslänglich gewählten Mitglieder der Kirchenoegie- rung, nämlich den Prälaten und den Vizepräsidenten, In eine parteipo.itische Besprechung ein» zubeziehen. stellten diese Gruppen ein Verlangen an uns, das eS unS rmmöglich machte, den von uns Vorgeschlagenen tn die Wahl äu bringen. Auf Grund dec weiteren Tatsache, daß die zweit- ftärifte Gruppe, die Rechte, den ihr nach der obigen Dechtsausfassung der beiden Gruppen zustehenden Sitz in drr Kirchenregierung mit einem Geistlichen zu besetzen beanspruchte uni) den weiteren Anspruch erhob, daß dieser Geistliche der Vizepräsident fein müsse, dir drittstärkste Gruppe aber, dir Linke, auch in diesen beiden Punkten der Rechten völlig beit rat, waren wir auch nicht in her Lage, den Vizepräsidenten aus unfern Reihen zu stellen, infolgedessen mußten wir uns dazu entschließen, aus unsere Vertretung t m Präsidium z u v-erzichten. Dieser Verzicht ist unser Protest gegen die fortschreitende verhängn svolle P a r t e l Politisierung in unserer Landeslirche." Abg. Profesfor Dr. Cordier, Gießen, schloß sich im Rainen der Hospitanten-der Gruppe dieser Erklärung an. Abg. D. Dr. Freiherr von Heyl zu Herrnsheim erklärte für die Gruppen 3 unb 1, daß die beiden Gruppen sich Vorbehalten, auf die vorgenannte Erklärung der Evangelischen Vereinigung zurückzu- kommen, da In einer Besprechung der Gruppen von höchster kirchlicher Stelle ausdrücklich festgestellt worden ist, daß an der gewordenen Lage der Dinge niemand eine Schuld trifft. Um ein Mißverstehen der Erklärung der Evangelischen Bereinigung zu verhindern, wolle er dies ausdrücklich feststellen. Das SesoldungSgesetz.-Dle Kirchensteuer Der Bizepräsident erstattete hierauf den Bericht über die Wahlen, aus dem hervorgeht, daß 72 o. H. dcr Wahlberechtigten abgcstimmt haben. Zutage getretene Mängel im Wahlgesetz bedürften dringend einer Abänderung. Der Bericht wurde vorbehaltlich der späteren Aussprache genehmigt. Sn der anschließenden Aussprache kamen verschiedene Fragen über das Besoldungsgesetz, seine Härten usw. zur Behandlung. Prälat D. Dr. Diehl erwiderte u. a., daß das Kirchenregiment sich mit der Beseitigung dieser Härten eingehend beschäftigt habe. Die Frage lönne aber endgültig erst gelöst werden, wenn die nötigen Mittel vor- lägen. Der Landeslirchentag werde in einigen Wochen zusammentreten und sich mit dieser Frage befassen müssen. Zur Balancierung des Budgets schlage er vor, unter Herabsetzung der Orts» kirchensteuer um 1 v.H. ein allgemeines Kirchengeld (Kopfsteuer) von jeder Familie von 50 Pfennig pro Ziel oder 2 Mark im Sahr zu erheben. Sm übrigen sei er für jede andere Ante- aung, die Geld einbringe, dankbar, da die Kirchen- steuer vor dem Herbst schwerlich Gell» einbringen werde. AnscWehend sprach noch ßanbtageabgeorbneter Fenchel über das immer noch ausstehende Gut- achten der Suristischen Fakultät Gießen über die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirch«. Prälat D. Dr. Diehl stellte fest, daß ein Teil die- fer Stellungnahme zu den bisherigen Maßnahmen im Ministerium eingegangen sei, daß es aber am besten fei, sich mit dem Staat an den Verhandlungstisch zu setzen. Das Mitglied der Kirchenregierung Dahlem stellte fift, daß ein Defizit von einer Million Mark vorhanden ist. Es sei dem Staat nahegelegt worden, den Zuschuß um 300 000 Mark zu erhöhen. Bisher sei von der Regierung noch keine Zusage erfolgt Nach einer Auseinandersetzung über die Erklärungen der verschiedenen Parteien nahm Prälat V). Dr. Diehl Stellung zu den bisherigen theoretischen Aerhandlungen über den Zusammenschluß der Landeskirchen Hessen, Hessen-Nassau. Kassel usw. Er stellte u.a. fest: Die Zahl der Evangelischen beträgt in Hessen-Kassel 912 000, in Hcssen-Dacmstadt 886 000, in Nassau 490 000, in Waldeck 67 000 und in Frankfurt 24.0 000, zusammen rund 2,5 Mill.onen. Die neue Kirche käme an die dr.tle Stelle in den deutschen Kirchen, da großer als sie nur die alt- preußische mit 20 Millionen und die sächsische m t 4 M.ll.onen wären. Sie würde kein Konglomerat, sondern ein Organismus werden. 60 o. H. aller Pfarrorte (von Frantfurt abgesehen) haben eine alt- hefsische Vergangenheit (hessen-kasselisch oder Hessen- darmstadt.sch), nämlich in Hessen-Kassel 400 (von 420), in Hessen-Darmstadt 200 (von 430), in Nassau 100 (von 250). Diese 60 v. H. der Psarrorie umfaßten 1,5 Millionen Evangelische, also 60 v.H. der 2,5 Mill onen einschließlich Frantfurts. Die Gesamtzahl der Psurrorte beträgt ausschließl.ch Frankfurt 1150. Frantfurt hat 20 Parochten mit 43 Pfarrern. Sn Waldeck kommt auf 1400, in Kassel auf 1900, in Nassau auf 1950, in Darmstadt auf 2000 und in Franifurt auf 5000 Seelen eine Pfarrstelle. Nein theoretisch gab Prälat D. Dr. Diehl u. a. folgende Gedanken bekannt: 1. Es werden gebildet ein Landeskirchentag, eine K.rchenregierung und ein Can- deskirchenamt. Sftz der Behörde ist F r a n f • fu r t. 2. Cs bleiben die Sprengel: Kassel, Marburg, Hanau, Gießen, Da.mstadt. Mainz. Zu ihnen kommen zwei Sprengel in Rafsau und dar Sprenget Iranksurt. 3. Cö bleiben die Dekanate und Kirchenkreise, deren Zahl in Kassti 8, Marburg 8, Hanau (unter Ausschaltung von Bockenheün) 9, (Diesen 10, Darmstadt 8 und Mainz 5 beträgt. Von Wiesbaden gehen Biedenkopf und Gladenbach an Marburg ab. Waldeck kommt zu Kassel. Die übrigbleibenben 18 Rafsauer Dekanate werden unter die zwei Landespfarrer zu je 9 vev- teilt. 4. Alle Kreispfarrer und Dekane, sowie alle Landespsarrer und Superintendenten bleiben im Amt. Für Aassau werden zwei LandeSpsarrer, für Frankfurt ein Landespsarrer bestellt. 5. Alle Parlamentsmitglieder der Kirchenregierung treten zurück. 6. Die Präsidenten der Lanbeskirchenamter in Kassel, Wiesbaden. Arolsen und Frankfurt, sowie der Vizepräsident in Darmstadt werden unter Aufrechterhaltung ihr r Rcmcst fe ur d ilr s Gehalts in das neue Lanoesfirchenaml eingebaut, sofern nicht ausdrücklich Rücktritt gewünscht wird. 7. Die hauptamtlichen Konsistorial- und Cbcr- kikchenräte werden in da- Landeskirchenamt übernommen. Shre Zahl Ist gering. 8. DaS gleiche geschieht mit den mittleren unb unteren Beamten, Die übrigen- bei der Fülle Der neuen Arbeiten vorerst mcht ausreichen werden. 9. Der P räfident DeS Landeskirchen- amts und Der Kirchenregierung wird von Dem Landeskirchentag gewählt. Veide Aem- ter liegen in einer Hand. Die Kirche braucht Führung, nicht bloß Führer. 10. Die Predigerfemlnare werden zu einem Seminar vereinigt. daS seinen Sitz In Herborn ober Friebberg hat. Vorerst werben vier, später brei Professoren an bem Seminar unterhalten. Schwierigkeiten wegen Der Unterbringung Der ausscheibenben Professoren werben nicht entstehen. Da einige von Ihnen jetzt schon auf Dem Sprung finb. sich zu entfernen. 11. Tie Lanbeslirche bezeichnet sich als ,Evangelische Kirche in Heften, Hessen-Raffau. Frankfurt unb Walbeck". Sie umfaßt alle lutherischen, resorbierten unb uniierten Kirchengemeinben. unbeschadet Des Belenntnisstanbes her Sinzel- gemtinbt. 12. Tie Regelung Der finanziellen Verhältnisse ist Durchaus möglich. Es Darf nur nicht vergessen werben, baß nicht nur Frankfurt große Steuerkraft hat. sondern Daß auch in Kassel, Rassau u nD Darmstadt Städte mit großer Steuerkrast liegen, unb baß Franksurts Vorteil nur barin besteht, baß eS fein „Qanb" hat. An- berseitS haben Kastel, Darmstabt und Rassau großen Grundbesitz, der Frankfurt fehlt. Der größere Staatszuschuh bei Kastel. Rasfau unb Walbeck wirb zum Teil ausgeglichen burch reichere Pfrünbe in Hefsen-Darmstabt. Endlich steht zu erwarten, daß auch der hessische Staat sich demnächst streckt. Auch könnten die Unterschiede. die noch bleiben, ganz gut burch die Verschiedenheit b er Steuersätze ausgeglichen werben. Prälat D. Dr. Diehl stellte au-brücklich sest. baß es sich nur um theoretische Vorschläge handele. Am 20. Februar werde Die sog. Marburger Konferenz, Der er schon feil sechs Jahren vorsteht, zu'ammentreten. um sich mit konkreteren Vorschlägen zu befassen, da es gelte, sich allen Eventualitäten gegenüber gewappnet zu zeigen. Rach einer kurzen Aussprache toutDc Der Landeslirchentag nach einem Gebet von Psarrer Dera- Roßbors geschlossen. gelegentlich deS Ausslugs nach Amöneburg in der „Kirchha n:r Zeitung'. Dem 2 ir genten (Eberle, Lollar) sprach er sür seine Tätigkeit den Daick des Vereins aus und betonte baS schone Verhältnis, das hier zwischen Verein unb Dirigent besteht. Die Sänger ermahnte er zu fleißigem und pünktlichem Singstundenbesuch. Dem Ver- einswirt dankte er für die Beschaffung des schönen Vereinszimmers. Der durch den Rechner. ReichSbahnastistent Latsch, gegebene Kassenbericht zeigte einen lieberschuß, wie ihn unter den heutigen schwierigen Verhältnissen Wohl selten ein Gesangverein haben Dürfte. Vel der nun folgenden Wahl des Vorstands wurden der 1. Vorsitzende WllHelm Roth, der 2. Vorsitende So- hanneS Reif und der Rechner Heinrich Latsch einstimmig wiedergewählt, während Ludwig Klingelhöser 1. Schriftführer und Willi Grölz Fahnenträger wurden. Dann wurde der Arbeitsplan für das Sahr 1929 festgelegt. Der Verein wird am Wertungssingen des „LmndatalbundeS', sowie am Hessischen Sän- gerfesi in Darmstadt geschlossen leilnehmen. Ferner sollen der Liedertaz des ersten Bezirks des Lahnganeä in Lollar und daS zehniä)rige Stis- iungssest her „6ängeri)ereintgung Lollar" besucht werden. Sohannes Reis und Ludwig Kraushaar, die in diesem Jahre dem Vrrecn 25 Sahre lang als aktive Sanger angehören, sollen zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Tie Ehrung wird in würdiger Weise gelegentlich einer besonderen Feier demnächst vorgenommen. Der 2. Vorsitzende Soh. Reis richtete sehr beherzigenswerte Worte an die Sänger, die er zur Treue zum Verein ermahnte. Bürgermeister Preis ließ, da er selber verhindert war. an der Versammlung ieilzunehmen, durch seinen Sohn. Sänger Heinrich Preis, dem Verein ein schönes Bild von Franz Schubert überreichen, wosür ihm burch beu Vorsitzenden, der bas Sntct» esse deS "Bürgermeisters Preis am Verein labend hervorhob. gedankt wurde. Der Dirigent forderte die Sänger zu rastloser Weiterarbeit auf; seine Worte gipfelten im begeistert gefangenen „Deutschen SängergruhGroßen Beifall fanden auch die temperamentvollen Worte eines alten Ehrenmitglieds, H. Wa11ber. über Bereinsdisziplin, Zur besonderen Freude der passiven unb Ehrenmitglieder brachte der Verein noch eine Anzahl Lieder in ausgezeichneter Weise zum Vortrag. ton Weickartshain, 31. San. Am Sonntag hielt der hiesige Männergesangverein in der Wirtschast von Hock sein bieSjährigeK Winkervergnügen a5. Der erste Vorsitzende, Karl Biedenkopf, entbot ben VereinSmitaliebern und Gästen den Wlllkommgruh des Verein-, insbesondere begrüßte er die GOsangveveine von Lardenbach und Stockhausen. Sunge Vereins- Mitglieder führten drei Theaterstücke auf. die lebhaften Beifall fanden. Die drei Gesangvereir?: verschönten den Abend durch abwechselnden Vortrag von Chören, die allgemein dankbar unb mit Beifall begrüßt wurden. Der Manbollnen-' Kub aus Lauter sorgte für ben instrumentalen Teil tte3 gutbesuchten Abends, der mit Tanzvergnügen seinen Abschluß sand. * L i ch, 31. San. Am nächsten Sonntag findet im Schloß ein Konzert statt, für dal der Solo-Cclllst Richard Mulch aus Frank urt a. M. gewonnen wurde. Den Klavierpart übernimmt Frau Käthe M ulch. Es kommen Werke von Boccherini, Beethcven, Daellmann, To . per u. a. zum Vortrag. ö. 3 n h eiben, 31. Can Auch in diesem Winter finden wieder alle verzahn Tage Betstunden in einem S.hulsaal statt, da unser Dors keine Kirch? besitzt. D e e Einrichtung ist in unserem Kirchlpiel Trais-Horloff sehr alt, sie läßt sich bis zum 3 jihrigen Krieg zurückverfolgen. Die Detstun' c t beginnen in der Ad- vent5z?it und dauern bis zum S^lus) der Pas- sionLzeit. Besonders von älterei und kränklichen Leuten, denen der Klrchweg nach Trais-Horlofs zumal in der Winterszeit belchwe.-lich ist. werden diese Oottev'üienste fleißig besucht. Ihnen wird hier auch Gelegenheit gegeben, Dem Abendmahl beizuwohnen. s. ll t p h e , 31. San. Der Männergefang- verein „Loreley" hie t dieier Tage feine diesjährige Sahreshauptversammlung in der Wirtschaft von Rich. Tag ab. Rach der Begrüßung gab der erste Dorsi'e^de, Wilhelm Tag, einen Rückblick über das ab e ausene Ber- ci...jah-. Sol'ann crf.al'e e te: Rech er, Hermann Sack, den Kassenbericht, woraus l.jtn Entlastung erteilt wurde. Der seitherige Torstand tourlte vollständig wiedergewi.hlt, jedoch um e n Mitglied erweitert, da Lee Derernsrechner nicht mehr wie bisher das Kassierergefchäft miterlcbigen kann. Zum Kassierer wurde Karl Beltz er gewählt. Für das kommende 3ahr wurden erneut Strafen für versäumte Ee'angstunLe.r festgesetzt. Der frühere Dirigent, Pfarrer Weber, ter aus gesundheitlichen Grün Len daS Amt niederlegen muhte, wurde zum Ehrendirigenten gewählt. Am 3. Februar veranstaltet tc; Verein einen Theaterabend In der Wirtschaft Lag. Der Vorsittende teilte Die eingelaufenen Einladungen zu Festlichkeiten mit. Es wurde beschlossen, nur das Sängerfest In Ridda zu besuchen. Kreis Friedberg. 4. Bad »-Rauheim. 31. San. Diel Beachtung fand hier eine KatechismuSau-stel- I u ng. Die vom Evangelischen Pfarramt aus Anlaß des KatechiSmusjubiläumS veranstaltet tourte. Die reichhaltige Zusammensdellun), die tefonterS auch auf hie verschiedensten hessischen Katechismen Rücksicht nahm, gab einen interessanten lieber- blick über bie verschiedenartigen KatechiSmuS- ausgaben von Luthers erster Ausgabe bi- zu den Ausgaben ter neuesten Zeit. Auch Katechismen anderer Verfasser, die ben Katechismus Luthers ersetzen sollten, waren zu sehen. O Garnbach. 31. San. Der hiesige Kriegerverein veranstaltet« dieser Tage in ter Gastwirtschaft von Müll einen Vortragsabend, bei tem ter Metzgermeister Kratz (Freienjeen) über [eine Erlebnisse bei ter deutschen Marine in her Vorkriegszeit und in den Kriegsjohren, insbesondere auch auf tem U-Boot, berichtete. Zahlreiche Lichtbilder belebten den etwa zweietnhalbftündigen Tor» trag, ter mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Auch vor den Schülern ter Fortbildungsschule sprach Herr Kratz, wo er von Hamburg und von den auf seinen Fahrten berührten Ländern berichtete. Bilder von Segelschisfen unb großen Ozeandampfern steigerten auch b:er das Snteress« der Zuhörer an dem Vorträge. — Der Arbeiter- Turnverein „Freiheit" veranstaltet« tm Saale der Gastwirtschaft von Mohr ein« Abend- Unterhaltung, bei der ein fünfaktiges Schauspiel unb ein Lustspiel zur Ausführung kamen. Die Leistungen der Darsteller wurden mit reichem Beifall belohnt. Der Arbeitergesangoerein „Edelweiß unb dessen gemischter Ehor bereicherten den Abend durch ben. Vortrag einiger Chöre, die von guter gesanglich«? Schulung zeugten und verdientermaßen starken Beifall fanden. Der Verein darf die gutbesuchte Veranstaltung als einen vollen Erfolg buchen. * G a m b a ch . 30. San. Der htesige Gesangverein „Germania". bet äuefte unsere- Ortes, hielt Dieser Tage bei Dem VereinSmitgsied Müll seine Diesjährige ©eneralüetfamm- l u n g ab. Der Verein, ter tem Hausterg-- Wettertal-SängerbunD angehört, ist nach tem Sahresbericht Des 1. Vorsitzenten Fritz Rack tn stetem Aufschwung begriffen. (Sln_ wohlaelun- genes Konzert, das Der Verein anläßlich feine- 70jährigen Bestehens unter tet Leitung feine« Chormeisters G g. Same- (Holzheiw) unb uitiet Mitwirkung eines Streichorchesters au- Gießen Oczinftaltete, legte einbruck-voll ZeugnlS ab von t * Können ber Sänger. Der Rechnungsabschluß für 1928 zeigte ein recht erfreuliches Bild von bet finanziellen Lage tes Derein- Bei Der Vorstand-Wahl wurde Der 1. Vorsitzende etn- sttmmig wietergcwähll; zu weiteren Mitgliedern des engeren Vorstandes wählte man wieder Karl Storck als 2. Vorsitzenten. LudwigReichard t als Schriftführer, als Rechner an Stelle teS von feinem Amt zurückgetretenen Wilh. Akt Karl Alles. Das Bwrdeswertungssingen. da- Dem Verein übertragen wurde, wird anfangs Mai abgehallen. Die Versammlung, die durch einige gut vorgetragene Chöre ter eifrigen Sänger- schar unter ter Leitung tes Dirigenten Gg. Sarnes verschönt wurde, nahm einen allseits befriedigenden Verlauf. WSN. Heldenbergen, 31. San. Am Mittwochnachmittag hatte ein Schneider von Büdesheim im benachbarten Windecken einen Anzug abgcüeferf unb sich gleich darauf auf den Heimweg gemacht. Als der alte Mann um sieben Uhr noch nicht zu Hause angekommen war, ging man auf die Suche nach ihm; es gelang jedoch nicht, ihn aufzufinden. Am andern Morgen wurde er 200 Meter von der Straß« entfernt erfroren im Schnee aufgefunden. CO Nieder-Florstadt, 31. Fon. Bei den beiden ersten Drennholzver st eigerungen im Gemeintewald wurden wieder gute Preise geboten. Es wurde bezahlt für den Raummeter : Duchenfcheit 18 bis 20 Wk.. Buchenknüppel 12 bis 16 Mk., Eichenfcheit 10 bi- 12,50 Mark, Eichenknüppel 7 bis 9 Mk.. für 2 Raummeter: Buchenstöcke 15 bis 20 Mk., Eichenstöcke 12 bis 15 Mk., für 5 Raummeter: Buchenreifei: 15 bis 20 Mk.. Eichenreifer 6 bis 8 Wk. Zrmgard Decker siaail, gepr. pianiftin erteilt Unterricht in Klavier, Harmonielehre, Kontrapunkt für Anfänger u. Fortgeschrittene Ostanlage 30 p. / Telephon 4163 14. Tal-dl Anzeiger«". KZ-.4 20 Tc6xc5 29 3 3 2 2 1. Sa6-c7!, Kdh-c5 u-0 3nieteR« eine« nachhaltigen Zur Angriff« eines Dauern. Jean Weisel, (Heben, Sonnenatrafc* «, Teleyfce« Wf.tl 13. Dd4-b3 und Geseftsdioft Seltersweg 91 GIESSEN Telephon 369 14 Sf6-d5 15. t7-f6 10. dSXc4 11. b6-b5 12. Dd8xd4 Kd( xc7 c3 - c2 Se7xc6 Se7-d5 beliebig 16. Sb8-a6 17. Sd5-e7 20. 21. 22 2'5 18. c6-c5 19. TaS-c8 Gegenwert. 13. Lei — f4 1 d2-d4 2. Sgl-f3 3. c2 — c4 4. ß2-g3 30. g7-g6 31. Ki8-g7 32. Se7 - g8 33. Sg8 —16 2. Dh4-d44-! uftD. 2. Dh4xd4-F ul in- 2. Se5-d7-H ul». 2 Sc5-c4+ ul». 2. Sc7-b5-|- u1tn 2 Db4-b4-p ul». 10 . .. 11. Sd2xc4 12. Sc4-e5 Schwarz Hal d7-d5 c7-cb Lc8-b7 Lb4xd2 toiH Äug Db' - 6 Sa6- c7 Dc ö> b7 Tf8-f7 24. Sc7>e6 2x al -ab 26 Te8-c6 27. 16-fb 23 Kg8- 8 Le7 vor. 5. Sb • — d2 21. Dc2-b3 22. Sc5xb7 23. Tdl-d7 24. Db3x. 6! 25. Td7xb7 26. Lg2 —1’3 27. Tli-dl 28 Td1-d7 29 Le3 - c5 30. b4xc5 31. 1 b7 - bS-b 32. TbS-eti 33. c5-c6 frag.ich. 16. Seb —d3 17. e2-e4 Und gab gleichzeitig auf. eJfun3 d:S Problem« Ott. 195. Don O. Würzburg. Wenn er das L,,— d - der Schwäche des cS-Dauern überhaupt 18 Lc1-e3 , , Weih hat daS total überlegene Sprel erlangt, und führt nun die Partie in kräftigster Weif« Herren - Lackschnärsdiufce rieranÄ gul s’.tra de Form al! wdi «esÄMees kasA tfoerzlehsdialie Sltoccsllcicl für Damen, sorfert, in grober Auswahl v. ® Jüdisch Weih: S.r Thoma«. Schwarz: ‘Kett. 1. Sg8-fo 2. c7-e6 3. b7-b6 4. Lf8-b4 4- Brokat-Schuhe —fcldcta Malier mit g!8n*endee MetelltÄdeL to Geld oed SUbe 5 . 6. Ul-g2 7. 0-0 8. Ddl -c2 9 a2-a3 10. Sf3Xd2 Weitz opfert im Auf alle Winterarilkel 20 Prozent Rabatt M <5. Grobe Frankfurter Sttaße 19 Die Restbestände aus dem Nachlasse der versterb. Frau S. Sammet, Gießen, BahnhofstraßeNr 8L müssen in ganz kurzer Zeit verkauft sein u werden sämtliche noch vorhandenegi ößere Beständein Damen- u Kinder- kontektion, Manufaktur war en Kleiderstoffe, Wäsche a. viele andere Artikel weit unter dem Einkaufspreise verkauft Schach-Ecke. ^«arbeitet von W Orbach 1. 1. 1. 1. 1. 6. 7. 8 9. Herren-Lacktuch-Pump# dö leiAte. en^enehme Tenedreh S dHiallen jr Stahl u. Straß, neueste Muster in größter Auswahl, enorm bLLg, z.B. Schnalle, unter egt, 6‘L X 4’ , cm . . . • ?öar nur Oie Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom lUDalttonttif*. An'Snger. Dulle spielt Billard. Stützt ein Loch in begrüne Tuch. , .Herr!" wogt der Wirt heran, .für Anfänge« habe ich da 3 Dillard nicht! Bläst sich Dulle auf: , .. „OBaS h:itzt Anfänger! Das ist schon bas KnM Loch, toa3 ich gestotzen habe." (Lust. Dl.) Jägerlatein- .Gestern habe ich einen kapitalen AchtzehnendeR gefäoKen^ y^e vorsichtig: h-utzutage ist em Sechz.hn.ndcr to3 Höchste. was geschwinden werden darf! (Lust.Dl.) 52(iä 15. dS ist wegen 16.e4 n^st 1T.Ld Alle für die Redaktion bestimmten Mit- richten an zu Ende. 18 19 Sd3xc5! Auch 5. Ld2 kommt in Frage, b c ' Lackpumps Sabelhaft sieg-nie Form. ml< steUern Par:»er Abiate. ebn» Sehnen« E teilungen. Lösungen usw. sind zu die Schach redaltion des »Dieb en er Problem 91 r 198. Do» L. CtiCijL Schwär», Sevkaussftcllen - Leiter iür den Vertrieb unterer elektrischen Haus- hallungsan tel »ir oiort nrinrbL Ucs wollen sich nutzer en mit nachweisbarem irrt nifotion. latent melden, welche ann- liche x-oiten berens > ti tirfolo betleioei bauen. Eilo,ier.en m.t vinnobc des ueuens- lamcä nno ..euguirabschti ien an ($letfrifd;er Hausbedarf, G m.b.H. Frankfurt a M., Schttierstraße 30 nung-tnhabertn, Frau Reffet. fvw4e deren Mutter bewutztlo- vor. Wähvend die Wiederbelebungsversuche bei der Tochter Erfolg hatten, mutzte man leider seststellen, dah der T o d bei der Mutter bereits einge reten war. Das Gas war infolge eine» Gasrvhrbruches in die Wohnung ein gedrungen. Eine gerichtliche Untersuchung ist einjekt.et. Preußen. Krcis Wetzlar. • Dutenhofen, 31. 3a n. Der hiesige Gesangverein „Lieder kränz' veranstaltet am nächsten Sonntag ein Konzert. Die Choc- leilung liegt in den Händen des Lehvers W. Siegfried (Ahbach). Zum Dortrag lammen Chöre von berühmten Komponisten und einize Seigcnsoli. Mitwirlende sind Wufiklehrer W. Schüttler (Dioline) und Fräulein Marie E d - Hardt (Klavier), beide aus Giesten. Z Klein-Rechtenbach, 28. Ian. Bei einer dieser Tage hier stattgchabtcn Derpachtungvon Grundstücken eines auswärtigen Besitzers wurde, trotzdem es sich um gutes Land (zweite und dritte Klaffe) handelte, kein Gebot abgegeben. O Hochelheim, 31. Jan. Die Arbeiten zu dem Gruppenwasferwerkbau für die Gemeinden Hochelheim, Hörnsheim, über den wir gestern schon berichteten, wurden von dem Kreis-Ticfbauamt in drei Solen aus- acschrichin. Sos 1 umfaßt rund 5^03 M.t r Zuleitung von der Drunnendarnmer in der Gcmar- lung Äicderlleen bi; zum ochbehälter in der ®c- mar.'ung Hoches im. So3 2 d'n Hochb ha ter in Dcton van 2 x 10) = 20) Kadik.n ter ü« sung - raum. Los 3 das Waiserleitungsortmetz neost Kanalisierung. Auf die Au schr'ibung s.nd 16 Angebote eingegangen. In einer gemeinsamen ti.ui g d r Geme'.nder t' von HoHelh rm und Hörnsheim wurde über die Dergebung der Arbeiten an den gemeinsamen A n l a g e n (Cu'eitur.g und Hochbehält.r) beschlossen. Hlereei tourten die Arbeiten an/»er Zule tung dem Dau- Unternehmer Zöller zu Dornholzhausen die AuSfih.ung d's Hochbehält rs dem Daugescha t Weimer (Tirtzen) übertragen. Hm.rchtach des Ortsnetzes und der Kanalisierung der Gemeinde Hochelheim wurde von dem Ho- chelheimer Gemeinderat der Zufch.ag dem Bauunternehmer Weimer in Gietzen erteilt. In der Sitzung ergänzten die beiden Gemelnderate einen früher gefaßten Drschlutz da.)in, dah bet -Beschlußfassungen, dir sich auf die gemeinsamen Anlagen des Gruppenwassertoer.es Hochelhelm- Hornsheim beziehen, beide Gemeinden gleiches Stimmrecht (die gleiche Stimmenzahl) haben und dah bei Stimmengleichheit der Durgermerster zu Grotzrechtenbach Cie entscheidende Stimme hat. Der Gemeinde rat von Hörnshetm beschlvtz ferner, daß sich die Gemeinde Hörnlhnm verpflicht't an die Gemeinde Hochelheim die antet- liaen Zinsen für das Daukapital der gememsamen Anlagen zu zahlen, sofern sie nicht innerhalb eines IahreS nach Inbetriebnahme der Wasserleitung der Gemeinde Hochelheim mit dem Dau der Wasserleitung für die eigene Gemeinde begonnen hat. trotzdem sie hierzui In bet Sage ift. Vorläufig hat sie nur einen Zinsenzuschuh von etwa 1350 Mk. zu zahlen. Wie verlautet, sind die Aohre für die gemeinsame Zuleitung bereits angeliefert, so dah mit deren Herstellmig nach Eintritt günstigerer Witterung sofort begonnen werden kann. „ Die er" von Aimzowitsch stammende Zug uns nicht gefallen; wir ziehen den alten Gesmumaltnni KrciS Lcholtc«. S Ldubach, 31. Gan. In der gestern mittag gehabten Schung des Gemeinde ra ts wurde zunächst der Voranschlag der Gemeinderechnung für 1 929 unter Zuziehung des Stadtrechners eingehend beraten, ^n Einnahme und Ausgabe wurde geste.lt 172117 OHart Dann wurde beschlossen, an 23 ^r.or.e.r ent,prech:nde W i n t e r b e t hi l f en zu bewilligen. Ein dringendes DedurfniS ist d.e Deicha^- »ung von K a n a l r e i n l g un g s g e r a t c n. ; Man Helt jedoch eine c,erauere Prüiung dle,er Geräte für nötig und stellte te.x Legenitand deshalb zurück. Das I o h a n n - Z r i e d r r ch - Stift ec.üllt ma.ichr.ei gea.emnutzige Zwecks Man beschloß deshach, bie e Amsta.t durch De- willigung von 12 T.aum.T.etec Buchen- und fünf Aaummeter üich len Holz zu unlerstü.^e.n Vheinpeffen. OaS Großfeuer in Mainz. Ö5JL Main;, 31. Jan. Zu dem Groh- feuer tu der Dallstcahe erhalten wir noch |ol* gende Lin.clhcilen: heule morgen 3.17 Uhr meldete blc fran-ösische vesalzungsbehbrde Grotzfeuer, das in der jum 2-uwwagcnpark eingerichteten Lagerhalle In der wallstratze au5gebtodjen war. Als blc Feuerwehr mit ' zwei Löschzügen an der Vrandställe einlras, stand bereits der ganze V a ch st u h l in Hellen Flammen. Die Jeuct- wehr bekämpfte das Jener mit zwei Motorspritzen und sieben Schlauchlcllungcn. Schon nach etwa einer * Stunde slürttcu hinlereinanber die beiden Btanbglebelmauecn ein unb begruben Oberbranb- lufpektor Lelfchner unb einen Feuerwehrmann unter sich. Die Ectämpjung des Btan- be» gestaltete sich außerordentlich schwierig, da Lurch die in der Halle lagernden venzinmengen ständig Explosionen erfolgten, die die Jeuerwehrmannschaften in höchste Lebensgefahr brachten. Die mehrals 100 Personen- und Lastkraftwagen, die sich in der Halle befanden, konnten nicht mehr in Sicherheit gebracht wer- den und sind, wie die Halle selbst, vollständig verbrannt. Der Schaben dürste sehr erhedttch sein, da es sich fast durchweg um Auios handelt, die ganz neu unb kaum benutzt waren. Sur, nach dem «Eintreffen der Feuerwehr erschienen lürgermeiflcc Dr. Ehrhard, Branbbireflot Iloehl und Vollzeidlrektor vohmann an bet Branbftätte, ?>k durch französische Truppen unb deutsche Polizei abgesperrt war. Heber die Enistehungsursache Ist «och nichts bekannt geworden. Man vermutet, bah der Branb durch das herausfallen brennenbet kohlen aus dem Ofen, mit dem die Halle geheizt wird, entstanden ift Die Arbeiten der Feuerwehr werben noch den ganzen Tag in Anspruch nehmen. Auhet der verufsfeuerwehr beteiligten sich auch Freiwillige Feuerwehren an den Läfcharbeilen. (Sasrohrbruch in Bingen. WSA Dingen. 31. Jan. In den geftrigen Abendstunden wurde in dem Haufe Stephan- Gevrg-Siratze Ar. 12 st a r ke r G a s g e r u ch bemerkt Als man in die Wohnung zweu-c altetn- stehender Frauen eindranz, sand man die Woh- Weitz. Weih zieht und setzt in zwei Zügen matt. T eth; 8 Steine. Kel; D. 7; Lai; Sd5. e3; Bb2 g2, g3 Schwarz: 8 cteine. Ke4;Dg6; Fg6; Lf6; Sc8; Bb6, eö, g5. Partte Nr. 128 Die solgrnde hn Londoner Mristerturnier ge- spie.te Partie hat der Führer der weihen sehr gut behandelt. 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Zu den bevorstehenden Reparationsver- handlungen und dem Bericht deS Repara- tionsagenten Parier Gilbert bemerüe er, daß die Verhandlungen nur zu einem guten Ergebnis führen länn'.en, wenn die Wirtscha tslage Deutschlands, die durch eine mit ausländischem Kapital künst.ich hervorgerufene Scheinblüte verschleiert werde, nach ihrer wahren Bedeutung gewürdigt werd«. Geschehe dies nicht, so fei es i<.-?r, wenn die Verhand.ungen scheitern und auf einen geeigneteren Zeitpunkt vertagt würden. Er lo- richtete sodann über die Arbeiten des Reichs- verbondes der Deutschen Industrie betressend Aufstellung eines Exportfördecun g s - P r o g r a i.i m s, das eine bessere Ausgestaltung des deutschen Konsulats- und Nachrichtenwesens und eine intensivere Pf.ege der Aus andpropaganda vorsehe und eine nähere Ausarbeitung erfahren werde. 3n lieberem stirn- ntung mit dem Referenten begrüßte die Versammlung diese Pläne. Ferner nahm der Neichsver- band der Deutschen Industrie zur Ausbildung der Gewerbelehrer Stellung, in der Richtung, daß der Nachdruck auch in der theoretischen Vorbildung auf die gewerbliche Tätigleit gelegt und da r auch eigentlichen Pral- ttleni der Beruf des Gewerbelehrers fveigegelien werde. Auch diese Stellungnahme fand den vollen Beifall dec Versammlung. Zu den Steuersragen übergehend bemerkte Redner u. a., für Hessen sei beabsichtigt, mit anderen hessischen Wirtschastsverbänden bei dem Zinanzminister im Sinne einer Senkung der Real steuern aemätz § 4a des Finan^auLgleichsgesetzes vorstellig zu werden. Endlich erwähnte Redner die Beendigung des E i se n k on f l i k te s und gab die Erklärung des Vorstandes der Gießener H o ch s ch u l g c s e l l s ch a s t, die die Neutralität der Wissenschart gegenüber Arbeitskämpfen und das enge Verbundenfein von W ssenschaft und Wirtschaft betont, bekannt. Gleichzeiiig forderte er zum Beitritt zur Hochschulgesellschaft auf. Hiernach hielt Freiherr Rüdt v.Collenberg «inen hochinteressanten Vortrag über dir Wirtschaftsstruktur des Faszismus. Zunächst behandelte der Vortragende die historische Entwicklung des Faszismus. Aus der Not der Nachkriegszeit, die sich ähnlich auswirkte wie in Deutschland, wurde die faszistische Bergung geboren, indem sich Kreise der Jntelli- gens, der äugend und sozialistenfeindlichen Arbeiter zusammenfanden. Für den inneren Aufbau waren vor allem zwei Richtungen maßgebend, der Nationalismus und der Syndikalismus. Diese beiden Strömungen berührten sich besonders eng in ihrer Stellung zur Produktion. Beide lehnten den Individualismus in der Wirtschaft und damit die Freiheit der Preis- und Vertrags- birdung ab. Beide Strömungen wollten die freie Wirtschaft erseht sehen durch eine Wirtschaftsbindung im Interesse der nationalen Produktion, und wollten den Parlamentarismus ersetzt sehen durch eine Elite von Sachverständigen. Eine Reihe wirtschaftlicher und politischer Maßnahmen sollten diesem Endziele dienen. Aber etwas Entscheidendes geschah nicht, bis die Ermordung Matteottis den Faszismus in eine schwere Existenz-Krise stürzte. Aus dieser Krise heraus schuf Mussolini sein Werk der Staatsreform, das sich in der Hauptsache auf den Einbau der Wirtschaft in den Staat konzentrierte. Drei große Geseheswerke stellen diese Staatsreform dar, nämlich dos Gewerkschaftsgeseh vom 3. April 1926, die Arbeitsverfassung vom 21. April 1927. unb das Wahlgesetz vom 3. Februar 1923. Das Ge- werkschaftsgcsetz regelt den Aufbau der Syndikate und Korporationen, weist diesen Organisationen bestimmte Aufgaben und Rechte zu und verflicht sie mit dem S.aate. Die obligatorischen Arbeitsgerichte sollen gewissermaßen als höhere Instanz wirken und Streik, wie Aussperrung überflüssig machen. Die Arbeitsverfassung stellt weniger ein Gesetz im eigentlichen Sinne dar, sondern eine Zusammensallung von Erlassen, durch welche die grundsätzliche Einstellung zu Fragen, wie Arbeitsvermittlung, Lohn- und Arbeitsverhältnisse, technische und kulturelle Fortbildung geregelt wurden. Das Wahlgesetz endlich soll — wen gstens theoretisch — eine Art Ständeparlament schaffen und damit den Ausbau des Wirtschaftsstoates gewissermaßen abschließen. Es erscheint vorläufig sehr fraglich, ob sich die wirtschaftliche Struktur des Faszismus wird ohne diktatorische Gewalt aufrechterhalten lassen, und trotz Mussolinis Wunsch, das Regime von den Zufälligkeiten seiner Person zu befreien, wird dies erst gelingen, wenn die kommende Generation ganz in dieser Auffassung groß geworden ist. Wer auch außerhalb Italiens sieht man das Vordringen der Wirtschaftskräfte und kann man beobachten, wie mehr und mehr die freie Wirtschaft durch eine modern ge- bundene Wirtschaft ersetzt wird. Deshalb kann auch das deutsche Wirtschaftsleben viel von der fasz'.stischen Wirtfchaftsstrullur lernen. Der Vortrag fand reichen Beifall. Dr. Meesmann gab sodann noch einen kur- zen äleberbllck über die Tedingungen zur Neuwertversicherung, wie sie zwischen Reichsverband der Deutschen Industrie und Arbeitsgemeinschaft der privaten Dersichecungsgesellfchaften vereu.bart_ worden sind, die darauf hinausgehen, daß künftig in- dust.ielle Betriebe ihre Gebäude und Maschinen nicht nur nach dem Zeitwert (dem Wert zur Zeit des Schadensereignisses), sondern auch zu dem Neubeschaffungswert versichern können. Daran schloß sich eine Erörterung, an der sich Kommerzienrat D y ck e r h o f f, Dr. A v e n o - r i u s (Herborn), Bürgermeister H i e m e n z . Fabrikant Schwerdtfeger und Vertreter der Versicherungsgesellschaften beteiligten. Lumen, Sport und Spiel. Turner-Schwimmen im Mittelrh einkreis D. T. Hessen an der Lpitze. — Aus dem jetzt veröffentlichten Schwimmbericht des stellvertretenden Schwimmwarts des Mittelrbeinkreises ist ersichtlich, daß es im T u r - n e r s ch w i m m e n Haupt, ächlich in Hessen erfreulich vorwärts gegangen ist. Einen Hauvt- antcil hatte die hessische Turnerschwimmerschaft an der großen Stromstaffel zum 14. Deutschen Turnfest in Köln, die den Rhein und seine Nebenflüsse umfaßte. Dar große Wintertreffen der D. T. in Halle, das Iahnschwimmen, sah eine größere Anzahl Hessen als Sieger, vor allem Darmstädter und Offmrbacher Schwimmer. Die Vorschau für die D. T.-Meisterschaften tn Köln bildeten die Kreismeisterschaften in Darmstadt, die von 28 Vereinen aus 13 Gauen des Mlltelrheimr.ife', beschielt waren. Allein sechs neue De st lei st ungen wurden von hessl- schen Turnern und Turnerinnen erzielt, und zwar: viermal 100» W eter-Brust- staffel für Turner: Tgm. Besungen 5:59,1 Min., 40-Meter-Streckentauchen für Turnerinnen: Ida Hauck, Tv. 1343 Gießen 40,4 Sell: 100-Meter-Bru st schwimmen für Turnerinnen: Lilly Arndt, Lv. 1846 Gießen 1:33,7 Min.: 100 Meter Freistil für Turnerinnen: E. Gerhardt, Tgm. Darmstadt 1:31,5 Min.; 4x50-Meter-Brust staffel für Turnerinnen: Tv. 1846 Gießen 3:07,5 Min.: 4x50-Weter°Lagenstaffel: Tgm. Darmstadt 3:10,5 Min. Zu den Meisterschaften in Köln wurden aus dem Mittelrheinkreis 108 Meldungen abgegeben, wovon 74 erfüllt wurden. Der Kreis zeigte damit die höchste Meldeziffer und errang von allen Kreisen der D. T. die meisten Siege. Auch der Turngau Hessen war an den Erfolgen stark beteiligt Wir nennen als Sieger: Wehrlampf der Turner: 5. Sieger Geißmar, Tv. 1846 Gießen, 127 Punkte; 6. Schäfer, Tgm. Friedberg. 125ll/so Punkte: 50- Meter-Streckentauchen: 1. (Meister) Schäfer, Tgm. Friedberg: 200 Meter Lagen für Turnerinnen: 1. (Meister) Tilly Arndt, Tv. 1846 Gießen 3:42,4; 1 0 0 - M e t e r - B r u st: 2. Tilly Arndt. Tv. 1816 Gießen 1:34.8; 4x50-Met:r°Bruststaffel für Turnerinnen: 2. Tv. 1846 Gießen 3:12,4. 4. Bezirk im Turngau Hessen. (O.T.) — Der 4. Bezirk im Turngau Hessen hielt unter Leitung des Bezirksturnwarts B a st i a n (Alsfeld) in Lauterbach eine sehr gut be- suchte Dezirksvorturnerstunde ab. Außer den laut Turnplan vorgeschriebenen Or^nungö- und Freiübungen wurden vor allem die Pflichtübungen für das Wintergeräterurnen durchgelurnt unb eingehend besprochen. Letzteres war für den 10. Februar in Grebenhain vorgefe-en, muß aber auf einen späteren Sennin nach Lauterbach oder Schlitz verlegt werden. Handball. Polytechnikum Friedberg — Universität Gießen (2:5) 6:7 (abgebrochen). Schon zum zweitenmal innerhalb kurzer Zeit war es für Mannschaften, die bei den Polytechnuern zu Gaste waren, nicht möglich, chr Spiel bis zum Schluß durchzuführen, da sie durch den vom Polytechnikum gestellten Schiedsrichter aufs schwerste benachteiligt wurden. Ob der Schiedsrichter in diesem Fall nicht wollte oder nicht konnte, möge dahingestellt bleiben. Jedenfalls stand er fast immer auf der Mittellinie und äußerte auf alle vorgebrachten Beschwerden, es hätte von seinem (weit entfernten) Standpunkt so geschienen. Die Universität war klar überlegen und führte kurz vor Halbzeit bereits 4:0. In der zweiten Halb- zeit konnte Friedberg aufbolen, größtenteils durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichters, der weitere Erfolge der Gießener systemati ch verhinderte. Dadurch wurden die Gießener au s äußerste erbittert, bis zwei Minuten vor Schluß das Spiel bej einem neuen Fehlentscheid von Gießen abgebrochen wurde. Da dieses Vorkommnis, wie schon oben erwähnt, nicht das einzige dieser Art ist, werden die Polytechniker sich stark anstrengen müssen, ihren Ruf in dieser Richtung wieder zu bessern. V. f. B. Rückblick und Vorschau. Nachdem die Ligamannschaft im vorigen Jahre aus der ersten Bezirksligaklasse absteigsn mutzte, kam sie bei der Neueintellung in den Gau Gießen-Wetzlar der Lahnkreisliga (zweite Dezirksiigaklass«) und hatte mit den Ligamannschaften der Vereine aus Gießen (Spielvereinigung 1900), Wetzlar, Herborn, Burg, Dillenburg, Frohnhaufen (Sill), Niedergirmes und Butzbach die Verbandsspielserie 1 9 2 8/29 zu bestreiten. Während sie bis kurz vor Beginn der Punktkämpfe in ihrer Form sehr schwankend war und verhältnismäßig wenig Aussicht auf ein gutes Abschneiden hatte, schritt sie nachher von Sieg zu Sieg, um dann sogar alle Erwartungen zu übertreffen. Sowohl die erzielten Resultate, als auch ihr Spiel an und für sich lassen eine ebenso stete, wir deutliche Aufwärtsbewegung ihrer Leistungskurve erkennrn. Wenn auch der eine oder andere Sieg im Verhältnis zur Größe des gegnerischen Vere.ns und Spielstärke seiner Mannschaft etwas knapper ausftcl. so konnte er doch als voller Erfolg gebucht werden, da dann fast immer wichtige Um .änöi. wie un^u.ängllcye Platzverhältnisse ufw., bei der Bewertung mit in Betracht gezogen werden muß- len. Die ^ormverbesserw g der V. f. B.-Eif zeigte sich besonders in den drei letzten Spielen, ob- gleich am vergangenen Sonntag der Torerfolg nicht hoch war. Aber gerade in den ersten 20 Minuten dieses Treffens führte die E.s eive.i Fußball vor, wie ihn zur Zeit wohl keine Mannschaft der Lahnlreisl.ga zu spielen imstande sein dürste. Daß der Wetzlarer Sportverein lrotz- denr nicht höher verlor, verdankt er lediglich seiner regelwidrigen Spielweiie. Von den 16 Spielen der Serie hat V. f. B. bts jetzt 12 aabgetragen und alle 12 gewonnen. Die Reihenfo ge der Gegner und der Sieze ist foi« aente: Vorrunde gegen Hervor,i u.0, Sillen- bürg 7:2, Spiel verein izung 1900 1:0, Frohnhausen 3:1, Butzlar.- 3:1, Wetz'ar 2: 1, Brrrg 5:1. N.e.e gir.nes 6:1; Nachrunde Si.Lcn- bürg 3:1, Butz ach 9:0, Frohihau.ea 12.1 und We.^ ar 4:3. Mit diesen zwöch Siegen hat sic.) V. f. V. die S p i tz e n st e l l u n g i m G a u G i e - he n- Wetzlar err. ngm und auch die Meiste r- schaft soa-eit s-cherge^elrt. Die Gegner ucr noch aus u trag en den Spiele sind: Niedergirmes. Herborn. Burg und die Spielvereinigung Gießen. Während die V. f. B.-E.f gegen die ersten drei, selbst gegen den seitherigen Talellendriiten Herborn, nicht allzuviel Muhe haben sollte au gewinnen, muß sie sich gegen die jetzt an dritter Stell» stehende Spielvereinigung gewaltig andren gen, wenn sie die Saison ohne Punktverlust beenden willl Gegen Niederginnes, Herborn und ihren Lokalgegner mutz sie auf deren Plätzen an- trelen, dagegen hat sie nur noch gegen Burg den Vorteil des eigenen Platzes. Tabelle des Gaues GießenWchlar. Spiele gern. unentfu). oerL Pll. V. f. B. 12 12 — — 24 Wetzlar 12 7 1 4 15 opeg. 1900 12 6 1 5 13 Herborn 12 5 3 4 13 Dillenburg 11 4 1 6 9 Burg 12 3 3 6 9 Frohnhausen 12 4 1 7 9 Butzbach 11 2 3 6 7 Nieüer^Girmes 10 1 3 6 5 Die Spiele Butzbach — Herborn und Burg — Spieloereirtigunp Gießen wurden beide beim Stand von 2:2 bzw. 2:4 vorzeitig abgebrochen, können aber mit ziemlicher Sicherheit als für Butzbach und Gießen gewonnen betrachtet werden und sind in der Tabelle enisprec^nd eingesetzt. " ispiele am nächsten Sonntag. Am kommenden Sonntag ruht der Der- bandsspielbetrieb für sämtliche Mamt- schaften. Die d r i t t e und v i e r t e Mannschaft tragen auf eigenem Platz Gesellschaftsspiele gegen die Erste bzw. Zweite von Nauborn aus. Die Dritte mutzte im Vorspiel auf dortigem Platz eine recht hohe Niederlage einstecken. Auf Grund ihrer bisherigen guten Leistungen darf man ihr einen klaren Sieg Voraussagen. Auch die Vierte sollte mit ihrem Gegner fertig werden können, wenn sie sich etwas besser zusammenfindet, als in ihrem letzten Spiel gegen Leihgestern. Arbeiter-Tunr- und Gportbund. Watzenborn — Hungen. Watzenborns 1, ülkannschaft kommt am nächsten Sonntag einer Forderung von Hungens I. Mannschaft irach. Das Vorspiel konnte Watzenborn auf eigenem Platze 3:2 gewinnen. Ob die Wahen- borner Mannschaft auch in Hungen siegreich bleibt, bleibt abzuwarten, da sie wahrscheinlich mit Ersatz antreten muh. Nachdruck verboten. 60 Fortsetzung. Laibe Naiazro! Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. Ununterbrochen rasten die Sanitätsautos zum Krankenhause und wieder zurück. Allmählich Uetz sich einigermaßen ein äleberblick gewinnen und au) Grund der Listen feststellen, wer noch abgängig war. . Es fehlten noch an zwanzig 2Nann. älnd Chefingenieur Hettinaen. Feßmann lief das Gelände kreuz und quer. Schon sank die Dämmerung, die ersten Fackeln leuchteten in grellem Rot über öie älnglucksstätte. Mit einem verzweifelten Laut preßte er öie Finger gegen die Stirne. Er mutzte chn findenI ^Z7h'sanken seine Hände. Er sah Hildes well offenen fchreckerstarrten Blick an lenem Abend und hörte ihre Worte: Hier liegt er mcht! Hier nicht! Viel weiter nach rechts! Dort, wo die roten Blumen stehn. Note Blumen! Wo sollte es die noch geben? Es war ja alles wie von Elefantensützen zerstampft. , . ,. Er setzte den Fuh weiter nach der rechten Seite des Terranrs. Nichts als Trümmergewirr I Diebow war ihm gefolgt und bückte sich. »Sehen Sie, Herr Doktor, zwifchen all dem Gräßlichen noch dieses Blütenwunder": er zeigte nach Der Gruppe feinstieliger Pechnelken, die unversehrt nebeneinander standen. Fehmaniis Gesicht erblaßte vollends. „Nun werden wir ihn finden!" „Wieso?" rief Diebow verständnislos. Er bekam keine Antwort. Feßmanns Augen wurden scharf, wie die eme8 Falken. „Wenn Sie mir eine Fackel holen möchten!" wandte er sich an Kurt. Ungesäumt machte sich dieser auf den Weg. Zwei Meter abseits ein Stöhnen. „3oad)im!" „Hans!" _ Ter Doktor machte einen Sah nach vorne, em Toter mit dem Rücken nach oben lag im Wege, die Arme weit ausgestreckt, wie ein Gekreuzigter, und unter ihm Hettingens blutüberronnener Körper. Es war nur ein Griff, mit dem Fetzmann die Last von der Brust des Freundes nahm. Er kniete schon neben ihm und wischte ihm das rote klebrige Gerinnsel vom Gesichte. Zwei wache Augen suchten unter dickverschwollenen Lidern zu ihm aufzusehen. „Ich kann kein Glied rühren, Hans. Ich glaube, es ist alles kaputt an mir! „Das meinst du nur, mein Lieber! Diebow, hierher," schrie er Kurt entgegen, der mit hocherhobener Fackel über das Geröll stolperte, und im nächsten Augenblicke vor Hettingen am Boden kniete. , , Er sprach nichts, nur ein Schütteln ging über feinen Körper, als er sich gefaßt hatte, schnellte er auf. „Ich hole Sanitäter." Er war schon weg. „Run wird es gleich Überstanden sein, Achim!" tröstete Feßmann, der ein Glied Hettingens nach dem anderen zu betasten begann, es fehlte weit, aber er ließ es sich nicht merken. „Du bist sehr glimpflich davongekommen, mein Lieber!" sagte er offensichtlich erfreut, um Hettingen Mut zu machen. „Wenn wir erst zu Hause sind, wollen wir weiter sehen." „Es wird nicht viel mehr zu sehen fein, mein Alter. Einen Krüppel wirst du hoffentlich nicht aus mir machen wollen." wehrte Ioackim, atmete aber doch auf, als er sah, wie die Träger kamen, ihn mit einer Bahre fortzuschaffen. Die Mutter gab keinen Laut der Klage von sich, als man ihr den Sohn ins Haus brachte. Seit der älnglücksstunde war sie zwischen der Wohnung und der ilnfallftelle hin und her gelaufen, immer hoffend, er müßte ihr begegnen. Nun hatte sie ihn wieder. Die eine feiner Hände in den ihren haltend, sah sie reglos und sah bald nach seinem stillen, weihen und bald nach Fehmanns ernst ruhigem Gesicht, in dem sich keine Muskel regte. Ioachims Lippen bewegten sich. Das Ohr des Doktors neigte sich zu ihm herab. „Keinen Krüppel aus mir machen, Hans!" Cs war eine rührende Bitte, die zu ihm aufllang. „Nein, mein Lieber!" Hettingens Augen schrien nach Gewißheit. „Du kannst dich'auf mich verlassen, Achim," versprach Fehmann, als die Baronin für einen Moment sich entfernt halle. „Wenn ich sehe, dah es nicht anders geht — — —“ „Läßt du mich in Ruhe sterben, ehe man noch viel an mir herumschneidet." ergänzte der Kranke. „Du hast mein Wort, Achim! — Nun muht du aber auch tun, was ich für gut finde." Aerzte in weihen Kitteln erschienen unter der Türe. „HanS!" bat Hellingen dringend. »Vergiß nicht, was du mir versprochen hast!" „Nein! — Sei ganz ohne Sorge." Geruch von Clorosorm und Aether durchzog den Raum. - Worte sprangen auf: kurz, bündig und verstummten wieder. — Der weihe Schleier einer Schwesternhaube umschwebte Ioachims Gesicht wie ein schneeiges Flügelpaar. „Ich habe meinem Freunde das Ehrenwort gegeben, dah er nicht zu einem Krüppel-Dasein verdammt fein soll." Ein Räuspern des Chirurgen, der Chefarzt am Krankenhause zu Bellinzona war. dann ein Achselzucken. „Sie haben etwas viel versprochen, Herr Kollege!" älnd wieder Stille. Nach einer Stunde war eS vorüber. — Gegen zwei älhr nachts erwachte Hettingen aus der Narkose. „Mutter!" Die verweinten Augen der Baronin senkten sich in die seinen. „Ganz stille fein, mein armer Bub!" „Hans!" Als Hettingen Feßmanns Gesicht über sich geneigt sah, fragte fein Blick in wortlosem Schweigen. „Hast du Schmerzen, mein Aller? 3a? An der Hüfte. Wir muhten dir ein Stück zerschmetterten Knochens herausnehmen, haben dir aber dafür Ersatz gegeben. Sonst haben wir dir alles fein säuberlich wieder zusammengeflickt. Nicht einen Finger wirst du verlieren, mein Lieber!" „Ich — danke dir — Hans!" Eine Spritze Morphium lieh ihn Schlaf bis gegen Mittag finden. — Dann lag er in wachem Schweigen und lähmender Schwäche bis zum Abend. Fehmann übernahm die Nachtwache, aber die Baronin ließ es sich nicht wehren, sie mit ihm zu teilen. Sie war den ganzen Tag keinen Schrllt vom Bette des Sohnes gewichen. Morgens sieben älhr traf Richlhosen mit Isabella Ieska ein und in ihrer Begleitung eine Krcuckenpflegerin, die sie aus Wien mitgebracht hatten. Tiesschwarzes. glallgescheitelles Haar, im Nacken zu einem Knoien geschürzt, umrahmte ein feines, blaftes Gesicht, aus dem die blauen Augen unter den langen seidenen Wimpern wie fülle Seen auf ihre Umgebung sahen. Als sie die Baronin im Flur begrüßte, neigte sie sich über deren Hand, ohne fähig zu sein, irgendein Wort zu finden. Isabella bat die Mutter für ein Paar Minuten in ein Zimmer nebenan. Richthvfen stand mit Feßmann in einer Nische des Ganges im Gespräch. „Er ist bei vollem BÄvuhtsein, Leopold! — Ich werde mit Schwester Elisabeth hineingehen und, ihm seine Pflegerin vorstellen. — Wenn Ich nach drei Minuten nicht wieder zurück bin, kommst du nach. — In Gottes Namen, Schwester! — Kommen Sie!" Hettingen tag mit geschlossenen Augen, öffnete sie aber, als Feßmann zu ihm ans Dell trat „Wie fühlst du dich. Achim! Der Oberarzt des Krankeichauses hat uns eine Psl^erin geschickt. Der Herr Baron ist sehr geduldig, Schwester Elisabeth," wandte er sich an diese, die mit einem stillen Lächeln ans Dell trat. Ihre Hand legte sich leicht auf die Joachims. „Wir werden uns gut verstehen. Herr Baron! — Vorausgesetzt, dah Sie schön folgsam sind. Wollen Sie?" Hettingen horchte — lieh seine Augen auf dem schmalen Gesichte ruhen, das nun von einer matten Röte überhaucht lag, sah die dunklen: Wimpern, unter denen die Augen ein moer- farbene# Blau an nahmen, und von diesen hinweg nach dem tiefschwarzen Haar, das schlicht aus der Stirne gestrichen diese In ihrer ganzem schneeigen Weiße freilieh. „Hans!--“ Feßmann stand schon über ihn geneigt, während die Pflegerin nach dem Fenster ging und sich unbemerft über die Wangen fuhr. „Ich---" Hettingen schluckte an den Worten. „Ich habe geglaubt, ich sehe Maria!" „Wirklich?" sagte Feßmann erftaunt. „In bet, Sprache vielleicht! Aber sonst haben die beiden, doch wahrhafttg nicht die mindeste Aehnlichkell — — — und Maria Richthofen dürfte kaum für diesen Beruf geeignet sein. Kranke waren ihr immer entsetzlich. Sie wäre so gerne mit Leopold gekommen, dich zu sehen, aber ich habe ihr abtelegraphiert. Wir können jetzt keinerlei Aufregung brauchen" Hettingen nickte und sah wieder geradeaus. Richlhosen kam ins Zimmer und hinter ihm die Baronin mit Isabella Ieska. Niemand als die Mutter nahm Notiz von der Pflegerin. Erst als diese sich mit einer Frage an Feßmann wandte, stellte dieser knapp vor. „Schwester Elisabeth vom städtischen Krankenhause hier. — - Untere Freunde aus Wien." (Fortsetzung folgt.) Neuer Mugzeugtyp der FLiegerg uppe Darmstadt. Die akademische Fliegergruppe Darmstadt hat eine neue Flugmaschine konstruiert, die oiu Dicnstagvormittag zum ersten Male vorgeführt wurde. Der Vorführung wohnten der Staatspräsident, der Minister des Innern, mehrere Professoren der Technischen Hochschule und sonstige Behördenvertreter bei. Die Probeflüge fanden allgemeine Bewunderung. Cs ist die erste Konstruktion eines freitragenden Doppeldeckers, d. h. eines D o p - peldeckers ohne Verstrebungen und Verspannungen. Das Flugzeug ist aerodynamisch aus dem Segelflugzeug heraus konstruiert mit dem Gesichtspunkt der höchsten Leistungsfähigkeit bei geringsten Ausmaßen und kleinstem Motor. Die Maschine entwickelt eine Geschwindigkeit von 203 Stundenkilometer und eine Steigfähigkeit von 1030 Meter in drei Minuten. Die Probcflüge bewiesen eine bewundernswerte Steuerfähigkeit. Die Spannweite beträgt etwas über sieben Meter. Die Maschine wiegt 280 Kilogramm und hat eine Zuladefähigkeit von 260 Kilogramm. Der Aktionsradius beträgt 500 Kilometer mit zwei Personen und Gepäck. Das Flugzeug benötigt eine Startstrecke von nur 30 Meter. 3m Leistungswettbewerb wird die Maschine vom Flieger Voigt, im Ostpreuheuflug von Rehring gesteuert werden. Deutsche Leereöstimeisterschasten. Am Donnerstagvvrmittag kamen in Klingenthal (Sachsen) die deutschen Heeres-Skimeister- schaften 1929 zum Austrag, deren erster Teil die Abwicklung des Patrouillenlaufes über 25 Kilometer umfaßte. Pünktlich um 10.30 lUjr verlieh die erste der 18 Patrouillen, bestehend aus einem Führer und vier Wann den Start, der die übrigen in Abständen von 15 Sekunden folgten. Die Schneebeschaffenheit war ausgezeichnet. Am Start hatten sich der Chef der Heeresleitung, General Heye, unZ) General v. Blomberg vom Aeichswehrministerium eingefunden. Die Strecke, die ausgezeichnet markiert war, begann an der Herberge am Aschberg in 900 Meter Hohe und endete am Sportrestaurant Quisisana bei Drunndöbra. Als erste Patrouille liefen die Kemptener Jäger, 1. Mannschaft, am Ziel ein. die an zweiter Stelle gestartet war. An vierter Stelle passierte die Patrouille des Pionierbataillons 7 München das Ziel, die die 25 Kilometer lange Strecke in der Lrzesten Zeit von 2:18,17 Std. zurückgelegt hatte. Die Ergebnisse: A. Gebirgstruppen: 1. Pionierbataillon 7 München 2:18.17, 2. III. 3üger-Batl. I.-R. 19 Kempten, I. Mannschaft 2:21,22, 3. III. 3cg:r°B tl. I.-R. 19 Kempten, II. Mannschaft 2:21,32. 4. II. Jäger-Ball. I.-R. 7 Hirschberg 2:26.20, 5. III. Jäger-Ball. 2.-R. 17 Goslar 2:29,31, 6. I. Jäger-Ball. I.-R. 10 Dresden 2:36,41. B. Flachlandtruppen: 1. 2.-R. 12 Magdeburg 2:39,13, 2. Lehrabteilung 5 Ludwigsburg 2:40,44, 3. I.-R. 7 Oppeln 2:41,52.5. Internationales Zechtturnier in Monte Carlo. Unter der Führung des Ehrenvorsitzenden deS Deutschen Fechterbundes, Erkrath de Dary, beteiligte sich die zur Zeit an der Riviera weilende deutsche Fechtermannschaft C a s m i r, W o o S und Thomson am Montag an den internationalen Fechtkämpfen in Monte Carlo. Wie zu erwarten, belegte Italien, das seine stärksten Vertreter entsandt hatte, im Florettmannschaftsfechten sowohl tote im Säbelwettbewerb die ersten Plätze. 3m einzelnen waren die Ergebnisse folgende: Florett-Wannschaftskamps: Italien — Deutschland 8:1 Frankreich — Deutschland 7 2 Italien — Frankreich 7 *2 Säbel-MannschaftSkampf: Deutschland — Holland 5:4 Italien — Frankreich 8:1 Italien — Deutschland 7:2 Holland — Frankreich 6:3. Italien — Holland 8:1 Frankreich — Deutschland 6:3. Kunst und Wissenschaft. Meue Uebersehungen von Alfred Neumanns Werken. Der in 100 000 Exemplaren in Deutschland ver- breitete erfolgreiche Roman „Der Teufel" von Alfred Reumann (Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart), ist soeben in schwedischer und ungarischer Sprach«, der Roman „Rebellen" in holländischer Sprache erschienen. Wirtschaft. Commerz-Bank — Mitteldeutsche Creditbank. Die Verschmelzung der Commerz- und Privatbank A-G. mit der Mitteldeutschen Creditbank ist ein Proselt, welches bereits vor zwei Jahren aufgetaucht und inzwischen viel erörtert worden ist. Durch den Tod des Berliner Bankiers Alfred 3 a r i s l o w- s k y , der gemeinsam mit dem Generaldirektor des Schultheis - Patzenhofer - Konzcr s Katzen- ellenbogen über ein erhebliches Paket an Ak.ien der Mitteldeutschen Creditbank (11 Will. Mark von insgesamt 22 Mill. Mark) verfügt hat. ist das Projett der Fusion wieder in ein akutes Stadium der Behandlung getreten. Der verstorbene Bankier 3 a r i s l o w s k y wollte selbst fein beträchtliches Aktienpaket schon verschiedentlich veräußern. Sein Aktienbesitz hatte insofern nur bedingten Wert, als er ihm einen Einfluß auf die Verwaltung der Mitteldeutschen Creditbank nicht verschaffen konnte, da die Verwaltung über 2S5 000 Stimmen der Vorratsakiien und außerdem über 333 003 Stimmen der Vorzugsaktien verfügt. Gegenwärtig schweben nun mit der Commerz- und Privatbank aussichtsreiche Verhandlungen zwecks Llebernahme des im Besitz des Bankhauses Iarislows.y be'in'lichen Aktienpaketes der Mitteldeutschen Creditbank. Für die Commerzbank liegt der Erwerb dieses Mehrheitspakets näher als für die anderen führenden Großbanken, da sie durch eine Fusion mit der Mitteldeutschen Creditbank sich deren wertvolles Konsortialgeschäft zu eigen machen würde. Die Bedeutung der Mitteldeutschen Creditbank liegt | heute vorwiegend in den Konsortialbeteiligungen ? (Braunkohlen. Terrains, Häuser, Bier- und I Spritkonzern, Hypothekenban'en usw.) und weniger im eigentlichen Bankgeschäft, welches wiederum eine Domäne der Commerzbank bildet. Zu erwähnen sind auch die 3nteressen der Mitteldeutschen Creditbank in der Kaliindustrie (Salzdetfurth-Konzern), deren Erwerb für die Commerzbank einen nicht unerheblichen Machtzuwachs bedeutet. Hinzu kommt, daß der innere Wert der Mitteldeutschen Creditbank höher ist, als es in ihren Aktienkursen zum Ausdruck kommt. Da die Mitteldeutsche Creditbank auch über ein umfangreiches Filialshstem in der Provinz verfügt, so ist die Fusion für die Commerzbank, die gerade in letzter Zeit bemüht ist, ihre Position in der Provinz auszubauen (Aebernahme der Braunschweiger Bank und Creditanstalt, der Aachener Bonk), von besonderem Wert. Wie der W.T.D.-Handelsdienst von gut unterrichteter Seite erfährt, wird das Ergebnis der Mischen der Commerz- und Privatbank und der Mitteldeutschen Credi ^ffnk schwebenden Verhandlungen in den nd hsten Tagen bekannt- gegeben werden. I.-G.-Jarbemnduftn'e A.-G. Heber das Ergebnis der gestrigen A u f f i ch t s - ratssitzung der I.-G.-F a r b e n i n d u st r i e wird folgendes mitgeteilt: Die Internationale Gesellschaft für Chemische Untersuchungen A.-G. i n B a - sel (J.-G.-Chemie Basel) beabsichtigt, zu den Effekten, die sie bereite besitzt, weitere Beteiligungen, deren Besitz auch im Interesse der J.-G.-Farben- industrie A.-G. liegt, au erwerben und der I.-G.- Farbenindustrie eine Option auf ganze ober teilweise Ueberlassung ihrer sämtlichen Beteiligungen zum Buchwert einzuräumen. Zu diesem Zweck hat die J.-G.-Chemie Basel in Aussicht genommen, ihr Kapital von 20 Millionen Schweizer Franken auf 250 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen. Die J.-G.-Farbenindustrie andererseits beabsichtigt, mit der J.-G.-Chemie Basel einen Dividendengorantie- vertraa abzusch'ießen, wonach der J.-G.-Chemie Basel für ihre Stammaktien jeweils die gleiche Dividende garantiert wird, welche die I -G.-Farben- industrie auf ihre eigenen Stammaktien verteilt. Des ferneren ist für den Fall der Kündigung dieser Garantie, die frühestens zum 31. Dezember 1938 erfolgen kann, vorgesehen, daß jeder Besitzer von Stammaktien der J.-G.-Chemie Basel einen An- spruch auf Austausch seiner Aktien gegen I.-G.-Far- ben-Aktien im Berhällnis von nominell 500 Schweizer Franken gegen nominell 40 Mark hat. D e Kündigung kann nur ausgesprochen werden auf Grund eines Beschlusses der Generalversammlung der I.-G..Farbenindustrie, durch den gleichzeitig die etwa erforderliche Erhöhung ihres Stammkapitals genehmigt wird. Roch Durchführung der Kapitaler- Höhung der J.-G.-Chemie Basel und Abschluß des Dividendengarantievertrages ist beabsichtigt, einen Test der Aktien zur Einführung an Schweizer Börse» zu verwenden und ferner je nominell 500 Schweizer Franken Aktien der J.-G.-Chemie Basel anzubieten, und zwar den Besitzern von: Nominell 6900 Mark J.-G.-Farbenindustrie-Altien nominell 12 000 Mark Teilschuldverfchreibungen von 1928, nom.nell 10 000 Mark Riebeck-Montan-Aktien, nominell 12 000 Mark Dnnamit-Nobel-Aktien, 15 000 Mark Rheinisch - Westfälische > Brennstoff - Aktien, 15 000 Mark S.egener-Dynamit-Aktien, 15 000 Mark Genschow & Co. Der Bezugspreis soll 150 v. H. betragen. Für dieses Bezugsrecht sind ungefähr nominell Schweizer Franken 80 Millionen Aktien der I.-G.-Chcm.e Basel erforderlich. Die restlichen Ak. tien werden zum Erwerb weiterer Beteiligungen ufrn. bereitgehalten. Demzufolge hat der Aussichtsrat der J.-G.°Far- beninbuftrie A.-G. in seiner gestrigen Sitzung beschlossen, auf ben 20. Febr. 1929 eine außerorbentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung cinzuberufen: Ermächtigung des Sorftanbes, mit der Internationalen Gesellschaft für Cyemische Unternehmungen A.-G. in Basel, die beabsichtigt, ihr Aktienkapital von 20 000 Schweizer Franken auf 250 Millionen Schweizer Franken zu erhöhen, einen Dividenbengarantievertrag abzuschlie- feen, wonach der Internationalen Gesellschaft für Chemische Unternehmungen A.-G. in Basel für ihre Stammaktien jeweils die gleiche Dividende garantiert wird, welche die I.-G.-Farbenindustrie A.-G. auf ihre eigenen Stammaktien verteilt. Die Vereinbarung der einzelnen Bestimmungen bleibt dem Vorstand überlassen. Die Entscheidung über den Dividendenvor- vorschlag für das Geschäftsjahr 1928, das günstig verlaufen ist, soll der im Mai ftattfin- denden Aufsichtsratssitzung vorbehalten bleiben. Die flüssigen Mittel der Gesellschaft betragen zur Zeit abzüglich der Dankverpflichtungen rund 120 Millionen Mark und werden infolge der bevorstehenden Stickstoffsaison in den nächsten Monaten erheblich zunehmen. * * Die Reichsindexziffer für die Le - benshaltungskoften im Januar. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach ben Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Januar auf 153,1 gegenüber 152,7 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,3 v. H. gestiegen. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913'14 gleich 100) für Ernährung 153,3, für Wohnung 125,9, für Heizung und Beleuchtung 151,0, für Bekleidung 172,5, für den „sonstigen Bedarf einschließlich Verkehr 191,1. * Ä i e Bewag-Anleihe abgeschlos- s e tl Der Aufsichtsrat der Berliner Städtischen Elektrizitätswerke A.-G. (Bewag) hat gestern nach erfolgter Zustimmung durch den Berliner Magistrat das Anleiheangebot des Verhörter Bankhauses Dillon, Reed & Co. mit einer nicht s?hr wesentlichen Abänderung angenommen. Die Vnleihe von 15 Millionen Dollar ist mit 6Vr Vroz? tt verzinslich und läuft auf 33 Jahre, doch beh^tt sich die Bewag eine frühere Rückzahlung vor. Die Anleihe soll zu einem Kurs von nicht unter 93'/, Proz. aufgelegt werden, so daß die effektive Verzinsung 7,53 Proz. beträgt. * Allgemeine Spar- und Kreditbank e. G. m.b. H., Frankfurt a. Main. Rach Mitteilung des Verbandes der Erwerbsund Wirttchoftsgenoisenschaften am Mittelrhein ist das Institut durch allzuweitgehen.de Kredit- hrrgabe feines ersten Direktors. Schöneberg, der inzwischen seines Postens enthoben worden ist, in Schwierigleiten geraten und Hit die Eröffnung eines Der 5 leichsve fahrens beantragt. Rach grundsätzlicher Dereiterllärung größerer Frankfurier und mittelrhein-mainischer Genossenschaften wird angestrebt, Debitoren möglichst schnell abzulösen und die De!rüge für die Defriediiung der Gläubiger zur Verfügung zu stellen. Auch von der Verwaltung soll ein erheblicher Betrag zur Derlustmindrrung bereitgestellt werben. Durch das Zusammenwirken der Genossenschaften und des Verbandes unter Beteiligung der zentralen Institute steht zu hoffen, daß eine schnelle Abwickelung erreicht und für die Gläubiger, ins- befonbere die Spareinleger, ein Verlust vermieden wird. Der Reoisionsverband. der die Angelegenheit überprüft hat, erklärt hierzu, daß es sich nur um eine bedauerliche Einzelerscheinung handelt. DörsenangagementS bestanden nicht. £yrar.;.urtcr Börsc Frankfurt, 1. Febr. Tendenz erholt. Don der reibungslosen Ueberminbung des gestrigen Zahltages, ben festeren gestrigen Auslanbborsen und dem Streik im polnischen Bergbau ging eine allgemeine Beruhigung aus. Trotz des wetter lehr kleinen Geschäfts zeigte die Grundtendenz ein freundlicheres Aussehen, und schon geringe Ab- schlüsie veranlaßten eine Dufwärtsbewegung der Kurse. Auch hinterliefe die nach ben Beichten ber Canbesarbeiisämtcr weiter rückläuf.ge Bewegung des Arbeitsmarktes eine Befriedigung, da eine n cht mehr so erhebliche Abwärtsbewcgui g zu erkennen war. Die Spekulation hielt sich info.gc der Order- losigkeit immer noch stark im Hintergründe, so daß sich das Geschäft in ber Hauptsache auf Spezialwerte beschränkte, bei benen die Erholurgen bis zu 3 0. H. gingen. Im Vordergründe des Interesses standen Siemens mit plus 3, Schuckert mit plus 2,5, I.-G.« Farben mit plus 1,5 und Deutsche Linoleum mit plus 3 v. H. Montanwerte ohne Umsatz. Nur Kup« fermerte waren sehr gefragt, ba bie weiter hohen Kupferpreise eine Anregung boten. Kali Westeregeln knapp gehalten. Banken uneinheitlich, doch hielten sich Die Gewinne und Verluste bei kleinsten $ßer- änberungen bie Waage. Autowerte bis etwa 0L v. H. höher. Schiffahrtswerte bis 1 v. H. gebessert. Stärker gedrückt waren Zellstoff Aschaffenburg mit minus 3,74 v. H. Renten still. Nur Ausländer etwas gefragter. Nach den ersten Kursen gingen bie an- säng ichen Gewinne infolge erneuter Abgaben wie« ber verloren. Die Tenbenz war bei kleinsten Umsätzen verloren. Die Tendenz war bei kleinsten Um« Linoleum (minus 4,5), Siemens (minus 5), AEG. und Farben lje 2,25 v H.) gingen erheblich zurück. Tagesgeld erfuhr mit 6,5 v. H. eine weitere Verknappung. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4 2160, gegen Pfund 20 413, London gegen Kabel 4,8490, gegen Paris 124,09, gegen Madrid 30,40, gegen Mailand 92,65, gegen Holland 12,1025. Bc.li rer Börse. Berlin, 1. Febr. Die im heutigen Dormittagsverkehr schon zu beobachtende leichte Besserung, die man eher fursmäfeig als ftlmmungsmäfeig feststellen konnte, erhielt sich auch zu Beginn der Börse. Der feste Verlauf der Neuyorker Börse und die übrigen höheren Auslandmelbungen regten an. Der glatte Verlaut des gestrigen Zahltages, der Abschluß der Bewag-Anleihe und eine etwas günstigere Auf« fassung über die Lage der Koalition:: Verhandlungen wurden als wettere Gründe für die Be fe st i gu n g angegeben. Die Erhöhung der Konkursziffern im Januar, die verschieben beurteilte Farbentransaktion, die weitere Verschlechtenmg des Arbeitsmarktes und vor allem die Unsicherheit hinsichtlich der Re- parationsverhandlungen wurden anfänglich etwas weniger beachtet. Es waren bei den Banken etwas mehr Orders als sonst eingetroffen, doch dürfte es sich meistens um Limitserneuerungen han^lln, denn die Geschaftsunlust der letzten Zeit blieb vorherrschend und die Kulisse war eher Abgeber. Im allgemeinen konnte man zu den ersten Notierungen Schwankungen nach beiden Setten feststellen. R.W. E. Polyphon, Tietz, Schuckett usw. waren bis 3 v. H. gebessert. Glanzstoff plus 7 v. H. Lorenz, Harblira, Phönix dagegen 3 v. H. niedriger. Interessant für die wahrscheinlich heute zum Abschluß kommenden FusionsoerhandlungenCom- merzbank-Mittelbeutsche ist bie Tatsache, bnfe ber Kurs ber Mitteldeutschen Creditbank heute seit langer Zeit erstmalig unter dem der Commerz- Bank log. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschäftslos. Ungarn schwächer. Auch Anatolier nachgebend. Der Pfandbriefmarkt war gehalten. Ligni« dationspfandbriefe und Anteile eher freundlicher. Geld blieb zu unveränderten Sätzen gesucht. Tagesgeld 7 bis 8,5 v. H., Monotsgeld 6.75 bis 8 v. H., Warenwechsel etwa 6 25 v. H. Im Verlaufe setzten sich zunächst kleine Besserungen durch, die anfangs starker gedruckten Rheinische Braunkohlen.gewannen sogar 3 0. H. Später schienen aber, besonders am Elektromarkt, neue Erekutionsverkäuse einm-, setzen, die auch die übrige Börse verslo ten und die anfangs erziellen Gewinne wieder verloren gehen ließen. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 1. Febr. Der Produktenmarkt verkehrte heute in ruhiger Haltung. Die schwächeren Auslandmeldunaen »crfli.nmtcn, so daß das Geschäft sehr Klein blieb. Die Preisgestaltung wurde davon jedoch nicht berührt. Cs wurden notiert: Weizen 23,75 bis 24, Roggen 23,50, Sommergerste für Brauzwecke 24,53 bis 24,75, Hafer, inländischer 23,75 bis 24. Mais (gelb- für Futterzwecke 23.50 bi’ 23.75. Weizenmehl, südd. Svezial 0 3D>,25 bis 34, Roggenmehl 31 bis 31,50, Weizenkleie 14.25, Roggenlleie 15. Tendenz ruhig. Aus dem Amtsverlündlgungsblatt. • Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 7 Dom 29. Januar enthält: Die Bekämpfung ansteckender Krankheiten. — Der Kraftfahrzeugverkehr in der Gemeinde K ein-Linden. — Berücksichtigung des hcs ifchen Handwerks bei Vergebung von Leistungen und Lieferungen. — Dienstnachrichten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeiübrten Zifsern geben die Höbe der auleftt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6,5 Vrozent. LombardzinSfuh 7,5 Prozent. ^ranfchirl a. M Berlin 3 aukiurt a. *JJl Berlin Schluß! Aut» , I-Ul)r. Mur» Sch utz Mut» 2-niang Schiub'i fl T» 'Ä' liniang Mur- Datum 31 1 i. r -.1 t. 1 > - Damm | 31.1. | 1. L | 31. 1. 1 12- t% tl BftcManleü). o IW7 Dl. Mnl. flb!»i.-6diult erti Au» l» -Siechten t«4«l obnr au«lB).-Srd)te r% tfiantt. öav- B! Äolbvt. an kündbar Ms 1832 4K% Mctntidw byr-Banl Sian Voldvl SJt-9 atm 9ortrvge-CM6aticn. t&dioblDin 1933 4% Schwer, 8un6tab.*iaxL. 4% «MolBtte.. 4,80% Deften SUberrie 4% Crütrtctdi etnbeitl 8bt 4% Ungartjche Solone 4% Ungarti Ar Staatft a 1*10 <*4gl von 1818 4% Unganldx Stonrntte. 4% lüd z^anlethe v 1811 4% TürtNch» ®aflOahbabn»SbtL, Serie 1 4% otegl Seite 11 4% Shimänen connett Rtt- tK% Rumänen «otbanl m ISIS «Ug DellNS>« 6tka',abn 4V> ßambuto-iilmrtilo Solei 8 ßatnb -Lüdaw Dornoklch. 8 banfa Tmmpfiditfl 10 RorttDeutldiet titont 8 0fig DeuNche UreMtxnrtt. 10 Barmet öantoeiein 10 Bcilmei 6anoeI»grteU1d). 18 Lommec,- und Hrtoot-Baal 11 Darm ft u iRartonalban! 18 Deutidit Ban! 1° Dtitontt>.vlelelUdtah LrU. io Dreennct Ban! tO ERiitelbeurldw Hietäbexi 9 BietaUbau! 8 *M»knü " £ S c cc 12 ** -£" ■ 1 ez< liS II » 1 i» 1 Ö wl S 8 8 8 * * in 127.26 126 138,6 278 .7O.U 169,5 olLv 87.5 ti.75 13.76 33 ,t 28,65 24.76 Z IS u.s U,9 U7,6 162.6 140.6 I.A IH s.6.r:> .9723 577.ü 170 1 4.7ü 170 198.5 131.2.} ÜO M.8 13,8 - 25,5 127,6 126 U9 140 220. 197 278.7. >70 196,5 2U6.G ..... 8 Uleta. tiitfemae*....... 2id>i tmh frtafi . e • • 10 .gelten t (BuUltana* . e • • • 8 ®d. 1 Untenu. ° . . 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