8i& SrZr "en. jin„ 7 ein, m° SSlJjJ M worden1, "/s beS^n Äi’JpK ht ”‘‘k Vh*K ’Ä ' >MsL nennen r,. *■ - n®Ittn»ltof|VS Ihn?“* 10« ° f)' ert( p(U5 7" ren bksonder, "2 imA *"Wrr fle" Enkslheiduno Jnb ßiquibSo?» Tl 39.50-40, >, - -1Z50. Ten-nu iwh GnW. iRn BnrffrW rtburg. ig der Neulichen flui- in in diesem Lahre in. er 'Bartburft. Je . Heuer (ßtipjifl) er »es heutigen 6tu im Staat. Ur a- , Sie tritt jufammtn Hochschuljugend, bi. nil ihrem vtaaixdeoi Regierungen al» Der i verdächtigt. Mr t i den Staat zechorr, : gleichen Nflabc iu I IL Der Lurichenlchü'i r Slaalsjorm zu siede Sie dient ihm, inh i Gegensätze in uniert ijen und geisl'gkn Wu’- sich in wehrhasier <* jolfsboben stellt. So«6 Mer, Prof Scrge^ nlurnerfd)üfl;er^i Welker der Jeu I illenbung beVV h-l eine deutsche Turntu i geschenkt halte, r er erzog DeuM sundheit und Srafl u sche Arbeit zum < len. »belta £-«£ i Erziehers ü- L- id Staat- )koiva>k t- tra&burg, ist. *• 30.']N il.* Ul.* 58,0 !,5if Iil.tr et,” il,» 7177 'S litf 111,> Ut* lM* ** (, hl tt'L iS *8 1,7® äA 111,* uz.^ 1U1* 10.4* J1,W l*iS LLs fe fcn* rf'2e ij,N' 7« h,j» ;,o*» ,J’2 i,43i A i,Ä *** Lt ■1 t w 35 I SU I y 17 >2» »35 W8 W ,«6 1,5 i l.VÜ Ä K ff ,tz 1,6» > 1" a.<* m.« L5H *is ä a.» llr. 126 Erstes Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 51. Mai 1928 Lrlch«»»» täglich.a»tz«r Sonntage and 3«ifrtag* Beilagen (Biegenei Jamilienblätter Dermal im Bitt Die 5d)oHe ■Zeaefs»Bne<»preti; 2 5leid)*«arii und 20 Veidjspfewntg für Träge» lohn, auch bei 5lid)iet» scheinen einielner’Jlummmt infolge höherer Gewalt. Fernsprechantchlüsle: 51, 54 und 112 »ntchrifi für Drahwach. rid)ten Anzeiger •lefcau Pol|d?etflonto. firanfturt am Main 11686 Gietzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmd enb Derlog: vrühl'sche Uiltversttärr-Vuch. und Stemöruderet B. tauge In Gießen. Schristlettnng und Gefchästrftelek Zchnlftraße 7. .lauahme »oe Sijetaca fit die Tageunummer diu zum Vachmtttag vorher. Preis fir 1 mm höhe fit Anzeigen von 27 mm »reite örtlich 8, aueoärt« 10 Reid)spfenntg. für 9ie- htomeanzeigen von 70 mm Brette 35 Beichupfemng, Vla^oorfdirtfl 30" , mehr. Chefredakteur Dr Friedt Will) Lange, veranttoonlich fir Dohtik Dr. Ft Will) Lange fir Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein: fir den An- jeigenteil Aurt Hillmann. sämtlich in (Liehen Die japanische Politik in China. Das Sturm-Zentrum Chinas hat sich von bet Mündung deS Dangtlee tDdter nördlich über Schantung bis vor die Lore bet allen Kaiser- und Hauptstadt Pekina verschoben. In drei Heerhaufen marschieren Die Marschälle heran, tun Lschangtsolin die Entscheidungsschlacht anzubieten. Die Zahl der Marschälle ist ebenso grob wie die Zahl der Entscheidungs- schlachten, die dieser Bürgerkrieg schon gesehen hat. Unverwüstlich scheint nur bet Marschall Zeng zu fein, den die Legende einmal mit dem Beiwort des christlichen Generals geschmückt hat. Ob er der gröbere (Segenspieler Lschangtsolins ist. oder ob der Marschall der Tlanling-Regierung Lschiangkailchek daraus den Anspruch hat, das hängt vielleicht nicht einmal von den militärischen Erfolgen ab. die sie abwechselnd mit- und gegeneinander erzielen. ES ist schwer zu glauben, dab die Marschälle im Duden und Aorden wirklich von einer politischen Idee besessen sind, dah sie aus Sun Vatlens Der- mächtnis schwören, dah sie wirklich China auS den Wirren des Bürgerkrieges herausführen woNen. AlS die Japaner die Aankingtruppen auS Lfinanfu hinauswarfen. bot sich wohl die Gelegenheit, auch so etwas wie eine Einheitsfront bet feindlichen Marschälle herzust^llen. Aur das japanische Kriegsministerium Weib, wie viel Japaner in der Provinz Schantung stehen. Vielleicht sind es 40000, vielleicht sind es mehr denn Japans Ziel ist doch ein anderes, als nur daS der Sicherung deS Lebens und des Eigentums der in Schantung ansässigen Japaner. Die Provinz Schantung ist nicht nur eine chinesische Provinz schlechthin, sie ist nicht nur reich an Dvdei'schähen. sie versagt nicht nur über gute Häfen, sie ist darüber hinaus auch noch ein nationales Heiligtum. In der Procinz Schantung liegt der gröhte Denker Lhi- naS begraben, Kongsulse. der die geistige und seelische Entwicklung der Lhinesen entscheidend beeinflußt hat. Die Eroberung Schantunas sollte die Kriegsbeute Japans sein. DS hat aus diese Deute in Washington 1922 zunächst verzichten müssen. wie es 1915 unter dem Druck der Grost- mächle, die seine Bundesgenossen waren, aus die berüchtigten 21 Forderungen an China verzichten muhte. Japan hat darin eine geschichtliche Hebung, heule auf etwas zu verzichten, was es sich morgen mit gröberer Äraftanftrcngung dauernd halt. Als es 1894 im Krieg gegen China Port Arthur und Dalny erobert hatte, muhte es im Frieden von Shlrnonosoki daraus verzichten. Zehn Jahre spater wurden sie abermals, diesmal gegen Russland, erobert, das nach der Riederlage von Mulden die tatsächliche Oberherrschaft Japan- über die Mandschurei anerkennen musste. AlS Japan in den Krieg gegen Deutschland eintrat, bestand seine militärische Qlufgabe darin, die Deutschen ans K i a u t s ch a u zu vertreiben. Das war bei dem Krästeverhältnis kein Kunststück. aber es war das Sprungbrett für Japan, um sich im eigentlichen China sestzu- sehen. Wenn sich Japan dann noch einmal in Washington beugte, so war auch das nur ein rein taktischer politischer Schachzug. der das strategische Ziel, die Eroberung der Provinz Schantung, unverändert liess. Solange das chinesische Sturmzentrum im Vangtsetale lag. konnte Japan der Befreiung Chinas durch die chinesischen Marschälle mit verschlungenen Armen zusehen Als aber die Sübtruppen über Lchan- tung vorstiessen, als sie die Truppen Tschang- tsolins vor sich her trieben, lösten sich die verschlungenen Arme: Japan lieh Truppen landen, so das; die Provinz Schandung heute einem japanischen Heerlager gleicht. Lschangtsolin war geschlagen Schon wurde aus dem fernen Osten gemeldet, bah er im Begriff sei, die ehemalige Hauptstadt zu räumen, um sich nach der Mandschurei zurückzuziehen. Sofort muhten wir aus Tokio hören, dass Japan keine Kämpfe in der Mandschurei z u l a s s e n werde. Lschangtsolin hatte nach der Strahenschlächtcrei in Tsinansu den Marschällen Feng und Tfchiangkaischek angeboten, ihre gesamte militärische Kraft für die Verteidigung SchantungS einzufehen. Ob Japan diese Drohung ernst genommen hat oder nicht, jedenfalls hat es bte diplomatischen und finanziellen Minen in Peking springen lassen. Lschangtsolin. der gestern allein auf weiter Flur stand, dessen Truppen auSeinanderliesen, bekam mit einemmal wieder Rückgrat. Er konnte die Schangsitruvpen schlagen, er konnte Feng zurückdrängen. Hub nun sollen auf beiden Seiten zweimal 100 000 QRann versammelt fein, um über das Schick- s a l Pekings zu würfeln. Japan hat allen Marschällen mitteilen lassen, ssah Schantung als Kriegsschauplatz aus- scheide, waS aus dem Militärischen ins Politische übersetzt bedeutet, dah Japan s i ch s e i n e s Besitzes sicher fühlt. Selbst der Einspruch der Bereinigten Staaten muh durch die Ereignisse überholt sein, während von einem englischen Einspruch überhaupt nicht die Rede war. Es kennzeichnet die Lage, dah ausgerechnet Tschitscherin dieser Lage in Moskau die Vertreter der Sowjetpresse zu sich berief, um ihnen zu erklären, dah Rußland das Eingreifen Japans und anderer Großmächte in China nicht billige. Das klingt fast wie ein schlechter Scherz, denn gerade Moskau hat so gründlich in die chinesischen Wirren eingegriffen, dah schon mehr als eine eiserne Stirn dazu gehört, sich über die Eingriffe anderer Grohmächte zu entrüsten. Es ist möglich, daß TIchang.so.in Peting oer» leidigen und hallen kann. Aber der Bürgerkrieg wird dann nur wieder einmal für einige Zeit in sich verblu en, bis die Marschälle wieder Gell) au't e lei, um Truppen für neue Feldzüge und En.icheidungsich!achten zu sammeln. Dah die Festsetzung Japans in Schantung bas chinesische Volk auswüh.t, dah cS Kräfte für den Widerstand in Form des yeiujd.agen Verruss mobil macht, daS alle« kann zutreffen, aber diese Kraft wird nicht ausreichen, um Japan die Deute zu entreissen. Indem Japan nach Schantung ging, öffnete es für feine schnellwüchsige Bevölkerung ein Ventil. Wenn heute 10 000 Japaner in Schantung find, so werden es bald 20 000 und 100 000 sein. Der chinesische Bürgerkrieg wirb von ben Marschällen trotzdem weiter- geführt werden. Das Sturmzentrum um Peking kann sich auch wieder nach Süden verschieben, wo allerdings gröhe.e Reibungsflächen vorhanden sind als im Rorden. Japanischer Vormarsch in der Mandsckiurei. Tokio, 30. 2fial. (IU.) «in Ueberfall mandschurischer Banditen auf eine japanische Grenzwache in ÜDtca, die in Stärke von einem Leutnant und 20 mann nachdcrmand- j d) u r e l verschleppt worben sind, hat ernste Folgen gezeiiigi. Japanische Truppen sind auf breiter Front von Korea aus in die mandschurei eingerückt. Die chinesifchen Behörden in der mandschurei erbaten sich, die Freilassung der verschleppten japanischen Soldaten zu bewerkstelligen. Sie baten aber dafür um die Aushebung des über ihr Gebiet verhängten Belagerungszustandes. Die Japaner gaben daraufhin einen ablehnenden Besd)elb Ivie verlautet, sollen die mandschurischen Banditen, hinter denen man In der IHanb- schurei lebende koreanische 3 reif djärUr vermutet, den Offizier der gefangengenommenen japanischen Grenzwache ermordet haben. Jn allen Städten der mandschurei hat der japanische Vormarsch grösste Erregung hervorgerusen. Die Japaner verhängten über mufben und andere Städte den Kriegszustand. Rußlands Mobilmachung 1914. Sin interessanter Beitrag zur Kricgdschttldsrage. Paris. 30. Mai. (WB.) Bekanntlich hat baS 3uftiAminifterium durch ein Dekret dem pazifistischen Schriftsteller George Demartlnal das Tragen der Ehrenlegion für fünf Jahre verboten. Armand Charpentier beschäftigt sich nun in dem Mittagsblatt .La Rumeur" mit dieser Angel genheit und schreibt .Weshalb diese Strenge? Lediglich weil ‘Demartino! schreibt, dass Russland dadurch, dass eS am 30. Juni 1914 die allgemeine Mobilmachung angeordnet habe, den Krieg entfesselt habe. Der französische Botschafter in Petersburg vom Jahre 1914. Paläologue, hat nun aber in seinem Buch. .La Russic des Tzars" aus Seite 391 tatsächlich erzählt, dass Minister 6 a- fanoff am 30. 3ufi 1914 um 4 Uhr den Zaren gezwungen hat, den Mobilmachungsbefehl zu unterzeichnen. .Rikolcms, der wohl wusste," so schreibt Paläologue, .dass diese Mobilmachung die Mobilmachung des französischen Heeres nach sich ziehen würde und es dadurch zur Entfesselung deS Weltkrieges kommen muhte, hat mit Tränen in den Augen unterzeichnet und ausgerufen: .Denkt an die Derantvortung, die auf mich zu nehmen Ihr mir anraict. Denkt daran, dass es sich darum handelt, Millionen und Aber- mitlionen Menschen in den Tod zu jagen." .Kann man jetzt." so schreibt Charpentier, .auch Pauologue von der Liste der mit der Ehrenlegion ausgezeichneten Personen streichen? Das wäre doch spassig." Dor Bildung der Reichsregierung. Don unserer Berliner Redaktion. Berlin, 31. Mai. Danz langsam kommen die Besprechungen über die Reubildung der Regierung jetzt hoch ins richtige Fahrwasser; insofern wenigstens, als die recht voreilige bürgerliche Linke eingrsehen hat, dass sie mit ihrem Heberet fer mehr schadet a l s nützt und infolgedessen auch schweigsam geworden ist, um abzuwarten. was die Gegenseite tut. Die Gegenseite, das sind in diesem Falle die Sozialdemokraten, die ja parlamentarisch gesehen die Sieger der Wahlschlacht waren und deshalb die Verantwortung für die weitere Entwicklung zu tragen haben. Sie müssen sich entscheiden, ob sie die Regierungsbildung übernehmen wollen, sie müssen versuchen, nach ihren Mitteln eine Mehih.it zustandezubring n. die übrigen Parteien haben vorderhand keine andere Ausgabe, als ab^utoarten, wie die Dinge innerhalb der Sozialdemokratie gehen und welche Schritte von dorther erfolgen. Gerade die fanatischen Anhänger der Grossen Koalition sollten doch nicht vergessen, dass in den letzten Jahren immer die Sozialdemokraten es gewesen sind, die sich der Teilnahme an der Regierung versagt haben. Weshalb? Letzten Endes doch deshalb, weil es ihnen unbequem war. Massregeln vertreten zu muffen, die sich politisch für eine Regierungspartei als unumgänglich erweisen, die aber bei den Wählern nicht populär erschieiurn. Ob es diesmal anders geht, müssen wir abwarten. Die sozialdemokratischen Führer sehen ein. dass sie mit ihren über 150 Mandaten nicht weiter im Schmollwinkel sitzen und Opportunitätspolitik treiben können, sie sind bereit, sich auf die Re- gierun gsbank zu setzen, nm dm Nachweis zu erbringen, inwieweit sie es wirklich besser machen können als die anderen. Aber sie sind ihrer Fraktion keineswegs sicher. Sie wissen, dass der Zuwachs von 25 Mandaten nach der radikalen Seite hin geschlagen ist, und gerade aus Sachsen ist frifdbeS Blut gekommen, das sich von den Kommunisten mir durch ganz geringe Farbtönung unterscheidet. Diese Sachsengänger wollen vielleicht über eine Verbindung mit dem Zentrum und den Demokraten mit sich reden lasten, die Deutsche Volkspartei aber ist ihnen der leibhastige Teufel. Sie würden sich gerne mit den Kommunisten liieren. Dazu fehlen ihnen aber die Voraussetzungen einer Mehrheit. Was sie also positiv wollen, wissen sie selbst nicht. Sie wissen nur negativ, dass sie gegen die Grosse Koalition sind, und es wird sich jetzt- zeigen müffen, wie gross ihre Stärke innerhalb der Parteiorganisation ist. Sie verlangen die Entscheidung eines auherordentlichen Parteitages. Die Fraktionsvorslhetrden allerdings glauben sich sicher genug, um trotz dieses Widerspruches ihren Willen durchzusetzem Behalten sie mit ihrer Auffassung recht, erst dann kann an die Frage herangegangen toerben, ob der Gedank der Grossen Koalition praktisch realisierbar ist. Wieder wird es sich dabei darum handeln, ob die Sozialdemokraten sozialistische Politck machen oder im wesentlichen die Linie der Mitte fortsetzen wollen. Die Parteien der Mitte können deshalb gar nicht anders taktieren, als dass sie die Einladung der Sozialdenwkratie a b to a r t en. Es wäre aber töricht, wenn sie inzwischen den Daumen drehen. Es ist sogar wohl anzunehmen, dass sie sich auf diese Wendung vorbereiten und alle Vorkehrungen treffen, um nachher nicht als einzelne Gruppen der Sozialdemo- Iratie gegenüberzustehen, sondern a l s eine g e- schloss ene Einheit, die sich über ihre Forderungen im klaren ist, mit den Sozialdemokraten verhandeln. Reue Richtlinien aufzustellen, davon können die Erfahrungen der Dergangen- cheit abfchrecken, in das Prokrustesbett lässt sich alles hineinzwängen. Aber die entscheidende Frage muh von den Sozialdemokraten beantwortet werden, welchen Kurs sie steuern wollen. Wenn sie darauf abkommen, dass die bürgerlichen Parteien nur ein Feigenblatt am sozialdemokratischen Regierungsshstem sein sollen, dann wird trotz aller Bemühungen aus der Grossen Koalition nichts werden. Ein Block der Mitte. Vereinigung der liberalen Parteien oder liberale Arbeitsgemeinschaft? Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers^. Berlin, 31. Mai. In einem Teil der Presse konnte man seit Bekanntwerden der Wahlresultate unter verschiedenen Gesichtspunkten bas Motiv ab gewandelt sehen, wie sich wohl im künftigen Reichstage eine engere Verbindung der .liberalen" Parteien, also der Deutschen Dolkspartei und der Demokraten, anbahnen liesse. Das Thema wird jetzt wieder glcichzeitrg von der Kölnischen Zeitung, dem Hamburger 5remben6[att und der Rationalliberalen Korrespondenz behandelt. Beide grossen Blätter plädieren für eine Vereinigung, um in der Mitte des Parlaments einen festen Block zu schaffen, der zentripetale Tendenzen auslösen unb den Wittelparteien das durch die Wahlresultate und die ausserordentliche Stärkung der linken Flügelparteien beeinträchtigte Schwergewicht zurückzugeben. Dabei ist die .Kölnische Zeitung" offenbar für eine einfache Vereinigung. während das .Hamburger Fremdenblatt" Bedenken gegen eine z u enge Bindung zu haben scheint und nur von einer .engeren Fühlung" spricht. Die parteioffiziöse Rationalliberale Korrespondenz stellt ihrerseits fest, dah ein von einem Berliner Mittagsblatt behaupteter Wunsch nach Bildung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen beiden Parteien. etwa nach dem Muster der zwischen Zentrum unb Bayerischer Dolkspartei beftefcenben jedenfalls nicht von der Volkspartei ausgehe, sondern zuerst in der demokratischen Presse geäußert worden f«, es j« von fetten der Volkspartei zu einer solchen Frage auch schon deshalb bisher keine Stellung genommen worden, well die Fraktionell noch nicht zusammengetreten sind. Von der Parteibureaukratie auf beiden Seiten wird daS Bestehen solcher Bestrebungen vvr- läuflg In Abrede gestellt. Da» ist ganz begreiflich, denn um irgendwelche konkreten Tatsachen handelt eS sich ja vorläufig noch nicht. Aber dass z. B. Theodor Wolff, dessen Stellungnahme bei der Gründung der Dentokratlschen Partei nach dem llmsturz einen erheblichen Einfluss auf den damaligen Zerfall deS Liberalismus in zwei Parteien ausgeübt hatte, in seiner letzten Betrachtung einem engen Zusammengehen ober einer Bereinigung dieser Parteien daS Wort redet, und dass führende Blätter auf bet andern Seite, wie oben angegeben, diesen Gedanken- gang von sich auS propagieren, lässt doch Schlisse auf die Ansicht mindesten» in einem Teil der Politiker beider Parteien zu. die eine aufmerksame Verfolgung dieser Entwicklung notwendig machen. Natürlich gibt es in dieser Fraae wie in allen übrigen ein Für und Wider. 'Aus demokratischer Seite wird von einem Zusammenschluss ober a ch nur von einer 'Arbeitsgemeinschaft, wie sie ,a h e sogenannte Liberale Vereinigung seit I. lj» ren anstrebt, eine Abwanderung der iinksdemokrati- schen Elemente zur Sozialdemokratie befurchtet. Bei der Dolkspartei rechnet man ebenso mit dem Wegfall einiger wirtschaftlich rechtsgerichteter schw r- IndustrieUer Kreise. Aoer man glaubt, dass das Fehlen eines Kampfes in der Mitte de» liberalen Bür» iiertums zugleich eine verstärkte Anziehungskraft die- er Volksgruppe bedeuten würde, dass dabei die Lil» ung von Splitterparteien unwahrscheinlicher gc- macht und künftige Regierungsbildungen erieichte t würden. (Eine solche vorläufig auf 70 Mandate, in Zukunft voraussichtlich eben durch ihre Anziehungskraft vielleicht auf 80 bis 100 Köpfe anwachfende Partei würde nach diesen Gedankengängen als mindestens gleichwertiger Äomparent nicht nur dem Zentrum, sondern auch den beiden grossen Flugeiparteien gegenüberfteben unb die Entscheidung über den Regterungskurs in der Hand halten. Diesen Kreisen in beiden Lagern des Liberalismus scheint der Zeitpunkt, wo diese Frage einer 'Bereinigung ober mindestens einer Arbeltsgemelnswast der Milte behandelt werden muss — mag auch die Lösung heute unb morgen noch nicht gefunden werden — grabe durch die gemeinsamen Verluste des liberalen Bürgertums nähergerückt zu fein. Oie Bauernparteien im Reichstag. Eine Fusion unwahrscheinlich. (Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers^. Berlin, 31. Mai. Mit besonderem Interesse werden selbstverständlich in diesen Tagen all die Meldurrgen aufgenommen, die von Arbeitsgemeinschaften und Fusionierungen der Parteien wissen wollen. Rach der relasiv radikalen Veränderung der politischen Lage durch die Wahlen müssen natürlich Darteifusionierungen irgendwelcher Art zustandegebracht werden, wollen vor allem solche Parteien, die nicht fraktivnSberechtigt sind, eine gewisse Geltung im Parlament erreichen. Dah sich dabei das öffentliche Interesse besonders lebhaft den Gruppierungen der Bauern im Reichstag Autoenben würde, war vorauSzusehen. Airs bleiern Grunde hat sich auch die Kombinasionslust recht schnell diesem Probleme zugewandt und schon hin nach der Wahl schwirrten die widersprechendsten Gerüchte in der Lust. Alle diese Gerüchte sind jedoch blosse Kombinationen. Sv sensationell es wäre, wenn sich die Bauern- gruppen von den Deutschnationalen trennen würden, um eine ges chlossene Bauernpartei im neuen Reichstag zu bilden, unb damit über 23 Sitze zu verfügen, so aussichtslos ist es doch wiederum, die verschiedenen Bauern- gruppen unter einenHut zu bringen, zumal sie sich im Lause der Zeit politisch so stark auseinandergelebt haben, dass man wohl mit Recht von Oppositionsgruppen innerhalb der Bauern sprechen kann, lins wird somit auch von zuständiger Seite der Dauerngruppen erklärt, dass biS heute keinerlei Verhandlungen in der Richtung einer Fusion eingeleitet worden wären, dass es aber auch niemals zu einer solchen Verbindung kommen formte, da sich namentlich die grössten Gruppen der Bauernpartei für ein getrenntes Marschieren von vornherein entschlossen hätten. Beginn der Verhandlungen über die Regierungsbildung. Berlin, 30. Mai. (Priv.-Tel.) Der Reichspräsident von Hindenburg wirb, dem „Vorwärts" zufolge, Im Laufedes morgigen Tages dem Brauch bes parlamentarischen Systems entsprechend, als ersten den Reichstagspräsi- dentenLaebe empfangen unb sich von ihm über die politische Lage, wie sie durch den Dahlaussall entstanden ist, berichten lassen. Mit dem Empfang des Reichstagspräfidenten durch den Reichspräsidenten werden die offiziellen Verhandlungen über die Bildung der neuen Regierung eröffnet, ohne dass ihnen bisher inoffizielle Berhand- langen vor ausgegangen wären. Oer neue Gesandte Polens in Berlin. Ltjzowjti geht nach Angora Warschau, 30. Mai. (ID 123.) Me halbamtlich gemeldet wird, beschloß der polnische Mlnlsterral, die Ernennung der bisherigen Gesandten in Rom, Roman Knoll, zum Gesandten in Berlin sowie die des bisherigen Gesondlen in Berlin, O l s z o w s k i, zum Gesandten in Angora, dem Staatspräsidenten zur Unterschrift oorzulegen. Tivolis 85. Geburtstag und andere dänische Belustigungen Don unserem ständigen v. dV-Berichterstatter. Nachdruck auch mit Quellenangabe, oerboten. Kopenhagen, Ende Mai 1928. Die Dänen sind ein junges Doll — Epiel- kinder im buchstäblichsten Sinne des Wortes — trotz tausendjähriger Geschichte und vergilbter Großmacht-Reminiszenzen, trotz ®orm dem 2llten. Waldemar Atlerdag, Königin Margarethe und wie jene mit der Zeit reichlich sagenhaft gewordene Militaristen beiderlei Geschlechts sonst noch geheißen haben mögen. Geschichte ist dazu da, um bei passender Gelegenheit stol^ darauf xu sein, und das sind die Dänen gewiß auch über alle Maßen, denn erstens kostet es nichts, zweitens hebt eS die Selbstachtung und drittens kommt sie — die Geschichte nämlich — Gott sei Dank nie wieder. Die heroische Vergangenheit, mit ihrem fatalen Ernst und aff ihren älnzuträglich- feilen, ist Sache der Schulbücher, der Archive und Museen- man kann sie in aller Gemütsruhe drehen, wenden und je nach Wunsch von zwei bis hundert Seilen beleuchten — kurzum, sie ist garantiert unschädlich. Daraus kommt es natürlich an. denn hätte sie die üble Gewohnheit, von Zeit zu Zelt kleine Vorstöße in die Gegenwart zu machen, würde der Däne sie unweigerlich polizeilich inhibieren lassen. Vicht» ist diesem Volk so heilig, wie seine, durch reichliche Nahrungsaufnahme unterbrochene Sorglosigkeit und Gemütsruhe. Die rauschebärtig Tatkraft der Altvordern ist längst in ein besseres Jenseits entwichen, und man hat es verstanden, ihr die Träger einer anspruchsvollen Tradition mehr oder weniger unsanft nachzukomplimen,- tieren. Heute besteht das dänische Voll so gut wie ausschließlich aus braven, geruhsamen Landbauern und hört aus die Sammelendung ..len" — abgesehen von den Kopenhagenern, doch die sind (nach eigener Aussage) fast all« französischen Ursprungs. Was aus den überaus romanisch klingenden Namen tote Müller. Fischer. Schmidt und Schröder glaubhaft hervorgch: Die Scholl« erhält jung und verleiht th n »Kindern" aller Altersstufen ein kindlich Gemüt Der neue polnische Gesandte in Berlin, Roman Knoll, stammt aus der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Er ist heute für einen Diplomaten auf einem so vorgeschobenen und bedeutsamen Posten außer- ordenllich jung, denn Knoll wurde 1888 geboren. Ursprünglich schlug Knoll die Laufbahn eines Rechtsanwaltes ein und war bis 1918 auch als fol- wer in Kiew tätig. Aber schon st-ühzeitig hat er sich der polnischen Nationalbewegung in Rußland ongeschlossen, gleichzeitig war er im Rohmen des demokratischen Derbanoes tätig und spielte so eine gewisse politische Rolle. Nach dem großen russischen Zusammenbruch fungierte er eine Zeitlang als Generalsekretär der polnischen Vertretung in Moskau, bis er dann später in den neu aufgebauten diplomotischen Dienst Polens zunächst als Legationsrat wiederum in Moskau übernommen wurde. Die Konferenz von Genua im Jahre 1922 hat er als Generalsekretär der polnischen Delegation mitgemacht. Seine weitere Laufbahn in der polnischen Diplomatie zeigt eine stark aufsteigende Kurve. Schon Ende 1922 ist Roman Knoll Geschäftsträger in Moskau, 1924 ging er als Gesandter noch Angora, von wo er 1926 nach Warschau zurückberufen wurde. Nun gibt es ein kleines Zwischenspiel, da der damalige Außenminister Graf Skrtzinsky ihn zur Disposition stellte. Roman Knoll hatte sich in die Vorbereitungen des Maiputsches unter Pilsudski gestürzt, der ihn dann nach gelungenem Putsch zum Staatssekretär im polnischen Außenministerium ernannte. Im folgenden Jahre wird Knoll polnischer Gesandter in Rom, vertritt aber gelegentlich einer Erkrankung Za 1 eskis diesen in der Führung des polnischen Auswärtigen Amtes. Die polnische Regierung hat einen ihrer fähig- ft e n und besten Köpfe für den Berliner Posten auegewählt. Nie 11. Internationale Konferenz der Arbeit. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". D e r I i n , 31. Mai. An und für sich ist es eine unerhörte Tat gewesen, eine Organisation zu schaffen, her f a ft alle Staaten der Welt angeboren und die es sich zur Aufgabe gemocht hat. die Fragen der Arbeit, ihres Rechtes usw. einer einheitlichen und allgemein verbindlichen Regelung zu unterziehen. Dieser Plan ist selbstverständlich so kühn, daß er niemals in kurzer Zeit gelöst werden könnte. Noch vor dem Kriege war gerade der Begriff der Arbeit einer der individuellsten und wäre nicht die Typisierung in so ausgesprochenem Maße gewrnmen, so hätte es ganz gewiß auch heute noch so große Schwierigkeiten gegeben, daß man es wohl bis jetzt noch nicht zu einer Arbeits- Internationale gebracht hätte. Die bisher erzielten Ergebnisse sind aus diesem Grunde auch noch 1 nicht auf einer solchen Höhe, die einen allgemein sich auswirkenden Erfolg versprechen kann. Trotz- T dem sind Ansätze gezeitigt worden, die unbedingt eine erfreuliche Entwicklung versprechen. ' ilnh sicherlich würden die Regierungen her Großmächte nicht immer wieder ihre Vertreter entsenden. wenn sie sich nicht einen Erfolg von dieser Arbeit versprächen. Gerade die international« Regelung aller Arbeitsfragen wird uns ein gewaltiges Stück in der gesamten internationalen Wirtschaftlichkeit vorwärts bringen. Und aus diesem Grunde kann auch deutscherseits die nunmehr eröffnete 11. Tagung der Internationalen Arbeitskonferenz begrüßt werden. Ein Problem von außerordenllicher Tragweite steht diesmal im Mittelpunkt des Interesses, nämlich daS Verfahren zur Festsetzung von Mindest löhnen und deren Anwendungs- Barrikadenkämpfe in Belgrad. Erneute Demonstrationen gegen Italien und den Aettunovertrag in der südslawischen Hauptstadt und an der dalmatinischen Küste. Budapest, 30.2UaL (1BB.) Der privatbericht- erstatter des „Pester Lloyd" meldet aus Belgrad, daß die anti-italienischen Demonstratio a e n heute abend gegen 9 Uhr wiederum heftigen Charakter annahmen. In der Hauptstraße versammelte sich eine aus mehreren hundert Personen bestehende Menge. Es wurden sofort starke Gendarmcrieabteitungen aus die Straße kommandiert und die Demonstranten in das aus der Hauptstraße gelegene Kaffeehaus „Ruski 3ar“ gedrängt, hierbei wurde das Lokal vollkommen demoliert. Die Auslagescheiben gingen in Trümmer, die Möbel wurden von den Demonstranten zur Abwehr verwendet und auf die Gendarmen geschleudert, die genötigt waren, sich zurückzuziehen und Verstärkungen abzuwarten. Die Demonstranten erbauten sodann auf der Hauptstraße eine Barrikade. Auch die aus- gerückten berittenen Gendarmerie-Abteilungen waren genötigt, fluchtartig den Schauplatz zu räumen. Gegen 10 Uhr abends wurde die Feuerwehr alarmiert, der es gelang, die Demonstranten unter Anwendung von Feuerspritzen in die Flucht zu schlagen. Von den Demonstranten wurden mehrere Schüße abgegeben. Die Gendarmerie hatte einen regelrechten Sturm mit Gewehrfeuer eröffnet. Die viele Personen dabei verletzt wurden, ist bis zur Stunde nicht bekannt. Es heiß vorläufig, daß ein Demonstrant verwundet wurde und ein Gendarm durch einen Sturz vom Pferde sich eine Verletzung zugezogen habe. In der Hauptstraße und in den Nebenstraßen gingen die Auslagescheiben der Geschäfte in Trümmer. In ganz Jugoslawien dauern die itattenfeindttchen Kundgebungen an. Am Dienstagabend fanden nach dem Belgrader Gastspiel der Pariser Komischen Oper Kundgebungen für Frankreich statt. (Eine Gruppe von Manifestanten drang in das Theatergebäude ein und rief: „Nieder mit Mussolini! Nieder mit dem Faszismus! hoch Frankreich!" Die Polizei konnte erst eingreifen, als die Theaterbesucher das Gebäude verlasien hatten. Ls kam wieder zu ernsten Zusammenstößen, bei denen einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Auch in Sarajewo, Nagusa und S u s a k wurden italienfeindliche Kundgebungen oeranstaUet. Im Zusammenhang mit den Demonstrationen sind in S p a l a t o 50 Personen verhaftet und vom Polizeigericht zu Freiheitsstrafen von 1 bis 30 Tagen verurteilt worden. In Sebenico wurden 20 Personen verhaftet. Line gerichttiche Kommission überprüfte die in Spalato während der Demonstra- flonen an italienischen Geschäften angerichteten Schäden und stellte die Schadensumme mit 200 000 Dinar fest. Auch aus kleineren Orten Dalmatiens kommen Meldungen über Demonstrationen, die sich gegen die Ne'.tuno-Sonventionen richten. Auf tteberraschungen gefaßt. Die ungarische Presse zu den Vorgängen in Lüdslawien. Budapest, 30. Mai. (TU.) Die antiitalienischen Kundgebungen in Südslawien werden von der un- aarischen Presse mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. „Budapesti chirlap" schreibt: Man müsse bei der Beurteilung der Lage sehr vorsichtig sein, da man jederzeit auf U e b e r • raschungen gefaßt sein muffe. Man könne nicht Voraussagen, wann die Stimmung der Volks- massen einen neuen Ausbruch zeitige, der zum Konflikt führen könne. „Magyary" schreibt: Die beabsichtigte Ratifizierung des Vertrages von Net- tuno durch Jugoslawien bedeute nur scheinbar den Beginn eines Friedens: in Wirklichkeit bedeute die Unterzeichnung den Beginn eines Kamp- f e s, jenes Kampfes, den das Slawentum um den Besitz von Mitteleuropa, den Balkan und die Adria führten. „Az Ujfag" schreibt: Sämtliche Uebelstände, die vorher an der Adria vorhanden waren, seien auch heute noch vorhanden. Der Unterschied fei nur der, daß sie vorher in einer historisch ae= gebenen Staatsordnung zusammengefaßt gewesen seien, heute seien auf demselben Gebiet Mitteleuropas neue Staaten entstanden. Der alte Topf, in dem die Völker beisammen waren, sei zerbrochen worden. Ob in dem neuen Topf, der aus Scherben bestehe, eine Suppe gekocht werden könne, sei zweifelhaft. bereich. Dabei liegt die Schwierigkeit nicht so sehr bei der sachlichen Seite des Problems als vielmehr bei der Frage, ob die Konferenz allgemein-verbindliche Beschlüsse fassen soll oder nicht. An und für sich haben die Regierungen der Mitgliedsländer keine grundsätzlichen Bedenken dagegen gehabt. Lediglich in der Frage der Anwendbarkeit eines solchen Festsetzungsverfahren für die Heimarbeit sind Meinungsverschiedenheiten aufgetreten, Schwierigkeiten, die vor allem auch in der Begriffsbestimmung der Heimarbeit wurzeln. 3m allgemeinen ist die Lohnfrage natürlich eins der Kernprobleme der Arbeitskonferenz Überhaupt. Ihre Lösung einhe.tlich zu gestalten ist Öcin erstrebenswertes Ziel, doch tauchen durch die Individualität der verschiedenen Wirtschaften der Länder Schwierigkeiten auf, deren Beseitigung zunächst nicht zu erwarten ist. Aus diesem Grunde kann man auch annehmen, daß es auf der Konferenz zu keiner Einigung im Sinne einer einheitlichen Regelung kommen wird. Einmal werden sich die Regierungen, die solche Mindestlöhne nur für die Heimindustrie anerkennen, kaum entschließen, dies Verfahren auch auf andere Er- werbszweige auszudehnen, hinwiederum Regierungen, die Mindeftlöhne auf gewisse Erwerbs- zweige ausgedehnt haben, einen Beschluß, em solches Festsetzungsverfahren nur auf die Heimarbeit anzuwenben, nicht anerkennen. Cs wird a'so darauf hi^ausfommen. ein Kompromiß zu bilden, das, wie alle Kompromisse, in der Mitte liegt und beiden Seiten Rechnung trägt, so daß jeder eine gewisse Handlungsfreiheit garantiert erhält. In welcher Form die Beschlüsse gefaßt werden, hängt ebenfalls von dem Verlauf der Verhandlungen ab. Zunächst wird das Internationale Arbeitsamt einen Konventionsentwurs unterbreiten, der das Fest- setzungsversahren für gewisse Erwerbszweige ausspricht und dem ein Vorschlag beigegeben wird, der die Anwendung der Verfahren des näheren erläutert, und mehr oder weniger eine Kommentierung darstellt. Die Konferenz hat also ein reiches Arbeitsfeld und ihre Resultate werden nicht nur nach einer Seit« hin interessant sein. Sozialisten und Kommunisten in Frankreich. Paris, 30. Mai. (WTB) Der sozialistische Äon- Srcß in Toulouse hat sich nach müheseligen Ser- anblungen des Resolutionsausschusses, die den ganzen Tag über in Anspruch nahmen, in einer Nacht- sitzung auf eine gemeinsame Formel geeinigt. Diese längere Resolution, die durch chandaufheoen einmütig — abgesehen von einigen Enthaltungen — angenommen wurde, lehnt jede Gemeinschaft mit den Kommunisten ad, die, wie die Tagesordnung erklärt, sich als freiwillige Bundesgenossen der Reaktion und im Elsaß als Bundesgenossen des fanatischsten Klerikalismus erwiesen haben, obwohl die französischen Arbeiter niemals die Verfolgung ihrer Klafseninteresien von dem Wunsche, die republikanischen Institutionen zu erhalten und zu entwickeln, getrennt hätten. Die sozialistische Partei erklärt deshalb, so günstig auch unter den augenblicklichen Umständen die Bemühungen sein könnten, die Sym- pa'ien der Arbeiter wiederzugewinnen, die sich dem Darum ist Dänemark wohl auch das Land der I unermüdlichen Jeslessreude und der genuhsüchti- I gen Großmütter. Krisen, Arbeitslosigkeit. '5X1-* Nation und Teuerung vergehen — der Rummel aber bleibt. Es ist sicher kein Zufall, daß das Kopenha-ener „Tivoli" der älteste Groß- rummelplah seiner Art in ganz Europa ist und Heu c, wie $u älraroßvaters Zeiten, die größte Sehenswürdigkeit der dänischen Hauptstadt bar- stellt. Seine W'.ede.erö fnung im Frühjahr ist ein nationales Ereignis, das an Zugkraft und Popularität nur mit einer Revolution in Südamerika, einem Münchei er Fasching oder ähnlich e.emenüren Ausbrüchen der Vernügunas- sucht verglichen werden kann. Sie Frage der Saison-Karlen-Beschafung ve. chlingt alle übrigen Interessen, und we..n ..ian sagt, daß ein richtiger Eingeborener eher seine eigene Beerdigung als das Ecö fnungsfest versäumt, so hat das zwei.ellos seine Dichtigkeit. Nur ortsfremde Skeptiker bringen es fertig, dem Tivoli-Triebe ein paar Tage siegreich zu trotzen. Doch man entzieht sich nicht ungestra't aller me schlichen Gemeinschaft, und über kurz oder lang ist jeder Widerstand gebrochen. Es hieße natürlich jenen sprichwörtlichen Eulenimport fördern, wenn man dem weitgereisten Mitte.enropäer die unvergleichlichen Zreuden des Tivoli schildern toolUe, doch gänzlich umgehen läßt eS sich nun einmal nicht (denn wetz' das Herz voll ist, ...). Ganz besonders schon darum nicht, weil das diesjährige 8 5. Jubiläum jeden pietätvollen und der heiteren Sette des Daseins zugänglichen Menschen zu einer kleinen Liebeserklärung verpflicht«!. Fünf- undach.zig Sommer sind über die Märchenftadl dahingega gen. unge ä 1t n Mit ione.i fcatfieCer- lireuung gejo.en — doch ewig jung, ewig neu erscheint sie an ihrem Geburtstage. Je betagter fie wird, um so lebens'ro^er. bunter, überraschender entfaltet Hc sich Es bleibt das Geheimnis ihres Winterschla es (u .6 der Direktion), wie sie cs fertig bringt, stets neue Attraktionen bet- vorzuzaubern, ohne dabei doch i*mal< ihren Grundcharakter, chr Oriainal-Cebräge zu verändern — An die 6: die der feen hasten Ges- illumination trat die noch leuchtendere elektrische I Zarbensymphonie Der guirlend-bunte Strahl I der Glühbirnen bricht sich tausendfach im Sviegel des Sees, und wenn das prasselnde Feuer der Rake.en, Bomben. Leuchtkugeln und wirbelnden Sonnen den nächtlichen Himmel übermalt, bann erfaßt den nüchternsten Alltagsmenschen ein Rauschzustand, aus dem ihn erst der billige Pulverrauch des Feuerwerks unsanft zu wecken pflegt. Jazzband, Tanz, Theater, Kino, Kabarett, Akrobatik, ©autletfünfte, Witz und Humor. Restaurants und Casss — je nach Geschmack und Ansprüchen jeden Wunsch befriedigend, vom pompösen Luxuslolal bis zu „Butterbrote können mitgebracht werden" — ernste Musik, erstllassige Konzerne. Für „Herrschaften" und für da- Küchenpersonal. Und dann der eigentliche Rummelplatz: Bud« an Bude — „erster Gewinn, eine Re-se nach Paris oder OSlo" (ernstlich) — Bogenschießen (unsere Vorfahren müssen es besser gekonnt Haler) — Chinesische Lotterie — rouge et noir — Spiegelkabinett (wo man sich freut, wie bedeutend hüvscher man doch in Wirklichkeit ist). Knieschwach und etwas bleich verläßt man die nie nals endenwollende Rutschbahn und fühlt sich rev für jeden Ozeanflug. Ein Kraftmensch torpediert emsig ein gefchützstarrendes Kriegsschiff, das unter rotem Feuerschein sein vorübergehendes Wellengrab ftndet. Entsprungene Ehemänner büren zu kulanten Bedingungen Geschirr ze.schlagen. Kurzum, es ist herrlich, und man kann nur nicht begreifen, warum jener schokoladenfarbene Ritter Georg — der am Seeufer auf feinem angestammten Gockel dem Sauer» geschäst des Drachentötens obliegt — immer so aussieht, als wäre ihm namenlos schlecht. (Seine vorgebeugte Haltung lätzt das Schlimmste erwarten.) Ja, Tivoli ist einzig in feiner Art: ganz unnachahmlich vielleicht gerade darum, weil man es sich ohne die Dänen und ihre inbrünstig« Hingabe an das Vergnügen gar nicht denken kann. Die 5«fte der diesjährigen IubiläumS- faifon sollen übrigens noch ganz bedeutend erweitert werden. Zu Johanni beginnend, werden sie sich über den ganzen Sommer ausdehmen und am 15. August idem Jahrestag der Gründung) in einem märchenhaften Dvppelleuerwerk zu Waller und zu Lande ihren Höhepunkt finden. Die Stätte der unbegrenzten Heiterkeiten will sich selbst übertreffen, und babei hat man sie noch nie zu viel versprechen hören! Bolschewismus ergeben hätten, so werde man sich trotzdem bei einem Zusammengehen mit den Som- muniften der Gefahr aussetzen, daß die politische Aktion im Lande und im Parlament durch die gemeinsame Front an Stoßkraft und an Klarheit p e r l i e r e n wurde. Wie in der vergangenen Legislaturperiode werde die sozialistische Partei alle Regierungs- und Parlamentskombinatwnen. die auf einen Rechtsdlock ober die Parole der republikanischen Sonzentration hinauslaufen, und deren Auftauchen angesichts der Zusammensetzung der neu gewählten Sammer nicht unwahrscheinlich fei, sowohl im Parlament als auch im Lande nachdrücklich bekämpfen. Die sozialistische Partei werde aber gemeinschaftlich mit den gewerkschaftlichen Organisationen des Allgemeinen Arbeite roerbanbe* (CGT.) durch positive Vorschläge, die sie dem Paria- ment unterbreiten werde, versuchen, jeweils je nach der Lage ihr Programm zur Geltung zu bringen. Keine Spur von Nobile. Oslo, 30. Mai. lWB.) Die norwegische Negierung hat sich dahin enttchieden, 6n^4>ic Flüge zur Auffindung der.Italia" mitzwei Flugzeugen gemeinsam unternommen werden mühten. Kapitän Riiser Larsen wird mit einem Dampfer, der ein Seeflugzeug an Bord hat. am Freitag von Bergen nach Spitzbergen in See gehen. Larsen und Leutnant L ü tz o w Holm werden dann ihre Flüge von der .Hobby" au- als Stützpunkt unternehmen. Die Maschine, mit welcher Riiser Larsen fein« Erkundungen über den Verbleib der .Italia" anstellen will, wird vom gleichen Typ fein, wie der Apparat Lützow HolmS. Falls die geplante große Hilfsexpedition beschlossen werden wird, bevor Riiser Larsen gestartet ist, wird dieser seinen Flug wahrscheinlich aufgeben. Sine Meldung der .Aftenposten" besagt, daß die »Citta di Milano" bis etwa zum 80. nördlichen Breitengrad vorgedrungen war, sich jedoch wegen des Eises zur Rückkehr zur Vogelsang-Insel gezwungen sah. Niemand an Bord des Schiffes hat irgend etwas von der „Italia" gehört oder gesehen. Die „Gitta di Milano" wird mit Kohlen für lange Zeit ausgestattet werden. Der bekannte Polarforscher Kommandant Gunnar I s a ch s e n sagte in einem Interview, man dürfe nach dem Luftschiff No- bileS nicht allein bei Spitzbergen suchen, sondern auch am Franz-Iosephs-Lano und bei Novaja Semlja. Er bot für diese Aufgabe seine Dienste an. Die italienische Gesandtschaft hat eine Erklärung veröffentlicht, in der gesagt wird. In der Presse seien Mißverständnisse in bezug auf die Maßnahmen erschienen, die zur Rettung Nobiles ergriffen werden sollen. Die italienische Regierung arbeite mit der norwegischen Regierung bei den ersten und dringendsten Maft- nahmen, die die italienische Regierung zu ergreifen beschloß, zusammen. Die italienische Regierung würdige die Hilfe seitens der norwegischen Behörden, wie z. D. den Flug M Leutnants Lützow Holm. Die italienische Regierung verhandele weiter mit der norwegischen Regierung und daS italienische Volk stell« mit tiefer Sympathie das große Interesse fest, das die norwegische öffentliche Meinung der Frag« einer HilsSexpedition entgegenbringe. Auch schwedische und russische Hilfe für die „Jfalia-*. Stockholm, 30. Mai. (XU.) Dl« schwedische Regierung hat beschlossen, ebenfalls «ine Expedition zur Suche nach der .Italia" auSzufenden. Führer der Hilfsexpedition ist General A m u n d- fen, Kommandant der fchwedischen Luftflotte, der gebeten wurde, sich mit Kapitän Larsen, dem Führer der norwegischen Expeditton, sofort ins Benehmen zu fetzen. Zwei schwedische Wasserflugzeuge mit einem Aktionsradius von 1200 Km. sollen an der Suche teil nehmen. Außerdem haben sich mehrere schwedische Fliegeroffiziere erboten, die Verbindung zwischen den einzelnen Expeditionen aufrechlzuerhalten. Ferner ist, wie auS Moskau gemeldet wird, am Dienstag ein Eisbrecher mit zwei Flugzeugen auS Archangelsk auf die Suche nach der .Italia" ausgelaufen. Am Donnerstag soll eine zweite Expedition mit weiteren Wasserflugzeugen abgchen. Die russischen Behörden haben sich mit norwegischen und schwedischen Flugzeugorgani- Dah di« Dänen eS verstehen, selbst auS den ernstesten Sportereignissen ein Famtllen- und Kinderfest zu machen, erlebt man auf der Rennbahn in Klampenborg. Di« Bahn liegt in ein idyllisches, den SonntagSauSslua geradezu herausforderndes Tal eingebettet Zu beiden Seiten ziehen sich buchenbewaldete Hügel hin, und wenn man mit verbundenen Augen suchen mühte, ftiehe man doch unweigerlich auf eine Gaststätte und den dazugehörigen, dienstbeflissenen Kellner. Gegenüber der großen Tribüne liegt ein Garlen- ctabliffement, dessen Gäste zu Kaffee und Kuchen den Sport noch gratis genießen Den Rennplatz selbst bevölkern muntere Kinderscharen die sich — nachsichtig wie Kinder sind — durch die Erwachsenen kaum nennenswert beengt fühlen und auf der Tribüne (treppauf-treppab) ihrem eigenen Rennsport huldigen Wenn di« Startglocke er- Dingt stürzt llch daS herzige Völkchen auf die Barriere. Dotiert an ihr empor und versperrt die Aussicht. Dafür leben wir aber auch im Jahrhundert des KindeS. Sonst fleht man jung«, ältere und alte Damen die wohlbeleibten Mitglieder des KegelllubS .Gut Holz", die Ge- schästSwelt in ihren jugendlichen Anfängen u w. Rur eine Sorte Menschen trifft man selten: das gewohnte R e n n b a h n p u b k i k u m. Dabei ist der gebotene Sport aller Achtung wert, daS Pferdematerial »um Teil vorzüglich, und daS Herz lacht einem tm Leibe, wenn man Jockei Bullock — den einstigen Heros galoppbegeiste^ter Primanerherzen — noch immer daS schneidigste finish reiten sieht Wo man auch hinkommt — auf den Traberbahnen, im Zoo (der nächstens ein ganz modernes AllenhauS. mit großem Wintergarten und durch kein Gitter «ingrschlos enen Tummelplätzen, kriegt), im Tiergarten — kennt der Kopenhagen er nur ein« Ausgabe: sich zu zweien und mehreren blendenb zu amüsieren. Den nur für Einheimische ungemischt erfreu» heben Höhepunkt fr* RummelS bot jedoch kürzlich her sogenannte .Kindertag". Sie ganze Innere ©tabt war in einen Jahrmarkt verwandelt, mit Tauben auf allen Plätzen und an den Hauptstraßen. DaS Gedränge spottete jeder HerinaS- tvnTte. und was die Mischung von Musik. Sammelbüchsenaerasfel rnib menschlichen Lauten an ohrenbetäubendem Lärm erzeugen kann — hier ward'S Ereignis. fatwwn totfltii einer gemeinsamen Hilf», e,pebition für bi« ,3talia“ In Verbindung gesetzt Meine politische Nachrichten. Der 9t e I 4 » p r 8 f I b e ■ i bat ben b<|fHd)«n Ge- sandten August Nutz in Berlin zum ständigen Mitglied des Neichsaufsichtsamtes für Privatoersicherung un Nebenamt auf die fcouer bc» von ihm beneideten Staatsamles ernannt. Der Herr Reichspräsident empfing den NeichOfinaa.vnin>stkr Dr. Zahler zum Vortrag. Sn Stelle des Freiherrn v Ste r t e r i n r Mene flitotn m.t dfm wmdt Sie PC etn Jtltipnen Jltnendtn Zillen geeeo «.e !tmpt timen rtrimpeo Or«# eit gtiKitm •u' -wereimeeie umac-ecineten L-itArei* a.'l»U*W^uV|agC. Da» vom Polarmeer südwärts über Norden und Nordwesteuropa sich erstreckende Hochdruckgebiet führt zu einem weiteren Ausfließen kühlerer Luft- mastsn nach Mitteleuropa. Die Temperaturen dürften infolgedessen etwas zurückgehen, und außerdem kommt zeitweise etwas Bewölkung auf. wobei gc -'tztNtUch Gewitterst rungen nicht ausgeschlossen sind. Vorhersage für Freitag Heiter, auch zeitweise bewölkt, etwa» kühler. Neigung zu Ge- witterstörungen. DorherfagefürSamsta': Teils heiteres, teils wolkiges Wetter mit lokalen Gewitterstörungen Lufttemperaturen am 30 Mai. mittags 23,8 Grad Telstus, abends 18,2 Grad Celsius; am 31. Mai: morgens 16 Grad Celsius. Maximum 24,8 Grad Celsius, Minimum 10,7 Grad Celsius — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 30. Mai. abend» 24,1 Grad Celsius: am 31 Mai. morgen» 17,7 Grad Tri- ftus. — Sonnenscheindauer 11H Stunden. Aus der Prvvinzialhauptsiadi. Gießen, den 31. Hat 1928. Iraner feier für Professor Bostroem. Am Dtenstagnachrntttag 2JO Uhr sand auf dem Neuen Fnedhos bie Einäscherung des oerftorbenea Herrn Professor Dr. Bostroem flott Zu biefer Irnuerneranftaltung waren zahlreiche Prosesioren und Lerzte, sowie die Chargierten der Gießener Korporationen vertreten, um dem Toten die letzte Ehre zu erweisen. Nach der Leichenrede von Pfarrer Bechtels- Heimer, der er den 90. Psalm zugrunde legte. In der er in großen Zügen ein Bild von dem Entschlafenen gab, hielt Seine Magnifizenz der Rek- tor der Landesunioersitai, Professor Dr. Bosenberg. dem verstorbenen die Trauerrebe. Ueber den blumengeschmückten Sara senkten sich trauerumflort bie Fahnen der Korporationen „Die Landesunlversi- tat Gießen verliert mit dem Hinschciden be» Herrn Professor Dr. Bostroem einen ihrer besten afa- denuschen Lehrer Zweimal hat die Universität ihm das höchste Amt ihre höchste Würde, das Netto- rat. übertragen. Was er für seine Wissenschaft getan hat, wird unoergeßbar bleiben. Durch seine eigenen Taten hat er selbst feinen Namen mit un- auslofchbaren Lettern in das Buch der Geschichte der Lande»unioersität aeschrieben." 3m Hamen ber medizinischen Fakultät sprach alSdann der Dekan Professor Dr. 3eß: .Die medizinische Fakultät ist von tiefer Trauer erfüllt durch da- Ableben ihres ältesten hochverehrten Mitgliedes. Professor Dr. Bostroem trat nicht nur Per strenge Gelehrte und Forscher, sondern er hat seinen Schülern stet- helfend und beratend zur Seite gestanden. Sein väterlicheS Berhältni- findet den treffenden Au-druck in der Bezeichnung .Papa Bostroem", wie feine Schüler ihn schon seit 3ahren nennen. Die große Verehrung, bie dem .alten Bostroem" zuteil wurde, wird über seinen Tod hinau- in der medizinischen Fakultät toeiterleben." Darauf ergriff Professor Dr. Zwick daS Wort: .Auch die veterinärmedizinische Fakultät nimmt innigsten Anteil an der Trauer um den Entschlafenen. Sie ist dem Toten zu großem Dank verpflichtet. 3n den Anfängersahren der Veterinärmedizin. al- eS diese Wissenschaft schwer hatte, sich an der Uni^rfttät durchzusetzen, hat Herr Prozessor Dr. Bo roem ihr stet- bie größte Förderung und Unterstützung auch der medizinischen Fakultät zuteil werden lassen. Sein Rame wird daher auch in ber veterinär-mebizinischen Fakultät unvcrgehbar bleiben." D'.c großen Verdienste deS Verstorbenen in ber Psychiatrischen Klinik und in dem Pacho- logischen 3nftitut würdigte Professor Dr. Herzog in ausführlichen Darlegungen. Die medizinische Gesellschaft, die Professor Dr. Bostroem mit Stolz ihr Ehrenmitglied nennt, bi« Tierärztekammer in Darmstadt, der Verband der oberhesfischen Aerzte bezeugten fern Toten durch schlichte Trauerreden und Kranzniederlegungen ihre tiefe Dankbarkeit. Zum Schluß überbrachte im Ra men ber Gießener Studentenschaft, der Bereinigung Gießener Korporationen, sowie im 71 amen der Gießener Klinikerschast stud. med. vet. Löber - Lhattiae dem verstorbenen Lehrer den letzten Scheidegruh. Die Studentenschaft wird das Andenken an diesen verdienstvollen akademischen Lehrer, ber ihr zu jeder Zeit ein treuer Berater und treuer Freund gewesen ist, stets in Ehren halten. L. Ä^s;cr»er Wochcnmarktpreise. Gs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt da- Pfund: Butter 170 bis 180; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 biS 140; Wirsing 25 biS 35; gelbe Rüden 30 biS 40; Spinat 20 bis 25; Römisch! ohl 20; Dohnen 50; Spargel 90 bis 100; Erbsen 50; Tomaten 120 bis 130; Zwiebeln 20; Meerrettich 100; Rhabarber 20 biS 25; Kartoffeln 4 bi» 5; Aepsel 20 bis 40; Kirschen 120; Stachelbeeren 40; Erdbeeren 280; daS Stück: Eier 11 bis 12; Blumenkohl 80 bi- 180; Salat 10 bis 25; Salatgurlen 60 bis 120; Ober-Kohl.abi 20 bis 35; Rettich 10 bi- 40; das Bund: Radieschen 10 bi- 25 Pfennig. Taten für Freitag, 1 Juni Sonnenaufgang 3.50 Uhr, Sonnenuntergang 20 06 Uhr, — Mondaufgang 18.05 Uhr, Monduntccgang 2.59 Uhr (Mond in Erdfern«, 1694: Stiftung der Universität Halle; — 1780: der preußische General von Clausewitz in Burg bei Magdeburg geboren; — 1882: Eröffnung der Gott hardbahn; — 1899: der niederdeutsche Dichter Klaus Groth in Äiel gestorben; — 1906: (Eröffnung des Glmplontunnel», — 1920: die Provinz Posen wird Kongreßpolen einverleibt. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Dohltätigkeitskonzert für unsere Kriegsblinden: 8 20 Uhr, Liebig-hohe; ausgeführt von der gesamten Kapelle de» 1. Hess DaM». Inf Negt». 15 unter Mitwirkung de» Äännergrfangpfrrin» „Concordia" Gieße«. — Lichtspielhaus, Lahnbofstraße: „Moral". — Sftx>- ria Vtd)t|picle: „Rummelplatz Wildwest". — Die Volkshochschule kündigt im heutigen Anzeiget eil neue Kurse an. B?« anders interessant dürsten für weitere Rvcik die Amerika-Vorträge von W D r ü d n e r fein. Die Vorträge behandeln Wirtschaft und Gesellschaft in Luropa und Amerika GäL Don der Lanbe-universttät. Der außerordentliche Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten an unserer Lande-universität. Dr. Stephan Rothman, ist zum Abteilungsleiter an der ungarischen staatlichen Landes- Versicherungsanstalt in Budapest ernannt und von der Uniperiuäl auf ein 3ahr beurlaubt worden — Marenblasen. Heute, Dvnncr-tagabend 7 älhr, findet da- Maicnabblasen statt. G- werden zum Dorttage gelangen ber Choral .3efu. geh voran", das Dollslied .Am Brunnen vor bem Tore" und zum Schlüsse das Deutschlandlied Bei dem herrlichen Frühlingswetter werden sich gewiß wiederum zahlreiche Zuhörer ein- sindeiu um bem vortrefflichen Bläserchor durch ihre Anwesenheit ihren herzlichen. aufrichtigen Dank zum Ausdruck zu bringen ” Arbeitsjubiläum. Auf eine fünfzigjährige Tätigkeit In der Firma Georg Philipp Gall A.-G, Rauchtabak-, Kautabak- und Zl- garrenfabrifen, Gießen, konnte in diesen Tagen oer Tabakarbeiter Heinrich Pirr zurückblicken. Au- diesem Anlaß fand in dem Kontor der Firma ein« schlichte Feier statt, bet der dem Jubilar durch den Deschäftsinhaber. Dr. jur. Georg ®ai I, warmer Dank für die unermüdliche. fleißige Mitarbeit in dem Unternehmen zum Ausdruck gebracht und chm mit herzlichen Glückwünschen bie nach allem Brauch in ber Firma üblichen IubiläumSg«schenke überreicht, sowie ein leden-längliche- Ruhegehalt zugesagt wurden. Di« Firma Georg Phllipp Gail A.-G. kann jetzt dl« beachtliche Zahl von 12 3ubilarcn mit SOjäbriger und 147 Werksangehörigen mit 25jähriger Tätigkeit verzeichnen. '• Personals«. Ernannt wurde am 28. April der Lehrer Joseph Schittler zu Ober-Mörlen, Kreis 'firiebbevg, zum Lehrer an der Dolksschule in Friedberg •• Der Erfinder des Raketenautos kommt nach Gießen. Die DorttagS-Ver- einigung teilt im heuttgen Anzeigenteil mit. daß eS ihr gelungen ist. den Erfinder des Ra- kateuautos. ben Astronomen und ehemaligen Flie- gerosfizier Mar Baller zu einem Lichtbildervortrag über daS Thema .Dom Raletenauto zum Weltraumschiff" in Gießen zu gewinnen. Der Dorttag über dieses hochaktuelle Thema findet am Freitag, 15. Juni, statt. (Siehe heutige An- -eige.) •* Erholungsaufenthalt für Kinder anderSee Das Städtische Wohlfahrtsamt weist im heutigen Anzeigenteil darauf hin, daß an der die» jährigen Stur im Ostseebad Arendsee-Brunshaupten vorn 3. Juli bis 14. August Kinder teilnehmen tonnen, deren (Eltern die Kosten selbst zu tragen bereit sind. (Näheres in der Bekanntmachung.) •* Marburger F e ft f p i e I e. Die Festspiel- leitung weift darauf hin, daß die Festspiele täglich von 17 bis 19 Uhr ftattfinben. Die Eintrittspreise sind nicht, wie irrtümlich in den Inseraten angegeben, sondern wie folgt: 1 Platz 5 Mark, 2. Platz 3,75, 3. Platz 2,50, 4. Platz 1,50 Mark. Bei Sammel- befteUungen von 50 Starten wird auf die ersten drei Plätze eine (Ermäßigung von 20 v. H. gewährt. •• Schweinezwtschenzähluna am 1. 3 uni. Am 1. 3uni findet im Deutschen Reich eine Schweinezwischen-ählung statt, deren Ergebnisse allgemeinen volkswirtschaftlichen und statistischen Zwecken dienen, lieber die in den Zähl- bezirkSllsten enthaltenen, den Diehbesitz deS einzelnen betreffenden Rachrichten ist da- Amtsgeheimnis zu wahren. Die Angaben dürfen nur zu amtlichen statistischen Arbeiten, dagegen nicht zu Steuerzwecken benutzt werden. —Oberhessisches Dieh in Leipzig. Die Wanderausstellung der Deutschen Landwirt- schaftS-Gesellschast, die zu Leipzig am 5. 3uni ihren Anfang nimmt, wird au« der Provinz Oberhessen mit 10 Stück Doaelsberger Rotviey und 25 Stück Ziegen und Böcken der weißen hessischen Edelziege be'chickt. Die Tiere werden nächsten Samstag nach Leipzig verladen. Dort werden dann Montag die einzelnen Sammlungen aus Hes en zulammmgestellt. •• Auftrieb zum heutigen Frank für- ter Schlachtoiehmarkt: 1 Kuh, 1 Färsen, 560 Kälber, 600 Schafe, 6'M Schweine^ Äberleaeu Heinrich Sann, Haarkunstwerkiiätie Seliervweg 39 lEing.Goeihenraste». Sonderangebot Fürdie Heute 4lbeud: Singstunde im Singsaale des Realgymnasiums. mosD Dar Tor Staat. Pfaff SLo. GmbH Hoch-, Tief-,Beion- und Eisenbeionbau D.-Badeanzug ,F orma* la Trikot, farbig mit Gürtel............ Herren-Badeanzu g Freitag abend, 8*/, Uür: Mle-Herren« Versammlung im VcreinSdeim. Wichtige Beiprechq. LamStag. 2. Juni, adendS b1/, Uhr: auherordenll. Generalversammlung im ivereinSbcim. swiD Der Verstand. makofarbig und weiß........... Herren-Hosen porös.......................... Sonntag. 3. Juul: Wanderung Herchenhainer Höhe — Hoherodekopf. Abfahrt 5.31 U6r, SonniagSkarte <8c* dern-Schoucn. ^“D Frottier-Badetücher 8.25, 6L0, F r ottier-Han d t ü ch er Wiese im alten Feld, 2000 qm, zu verpachten. 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Gott der Allmächtige nef heute nacht plötzlich und unerwartet infolge eines Schlaganfalles meinen lieben, unvergeßlichen Gatten, den stets treusorgenden Vater seines Kindes, unseren so guten, treuen Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Karl Hölz Verwaltungssekretar des Standesamtes Gießen 11 r Kr. 126 Zweite; Statt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Donnerstag. 31. Mai 1928 Bor kommenden Kriegen. „Sommander Kenworthy ist eines der leb- Haftesten und herausforderndsten Mitglieder des Unterhauses Seine bedeutenden Fähigkeiten werden durch eine gewisse Taktlosigkeit ausgeglichen. So hat er zum Beispiel einem Interviewer gegenüber gesagt, ist sei schon elwaS von Altersschwachsinn befallen. 3c&t ist tr an mich heranaetreten, ich möge etwas über fein Buch ..Will Eivilifation Crash?" tagen. Ich lehe darin eine Milderung seines ilr- teils und halte auf meinem Weg zu Dr. Woro- noff oder zum Krematorium gerne einen Augenblick inne, um der unverbraucht jugendlichen GeifteSfrische meines Freundes eine Verbeugung zu machen Er hat ein sehr nützliches, sehr zutreffendes. fehr anregendes Buch geschrieben. Ich schätze mich glücklich, es anempfehlen zu dürfen. Ich glaute, bah eS nicht möglich ist, die Kräfte, die heute ui der Welt auf einen Krieg hinarbeiten, besser und zutreffender auf- zuzSigen, olS er eS in seiner umfassenden Arbeit getan Hot." Wit diesen zugleich witzigen und ernsten Worten bevorwoctet H. G Well« das Buch, das unter dem deutschen Titel „Dor kommenden Kriegen" soeben in einer von Else Baronin Werkmann besorgten deutschen Ausgabe von der Wiener Univecsi ätS-BerlagSbuchhandlung Wilhelm Braumükler herauSgcbracht wird. Es ist daS Buch unserer Tage: der Tage, in denen Deutschland gegen ein noch immer miß- trauisches Frankreich seine alte, rechtrnästige Stellung wiedergewinnen will, Italien sich bemüht, gegen Frankreich eine Koalition von Mächten zustandezubringen, der Balkan wie in den Tagen deS Sultans ein eigenes FrühlingS- erwachen kennt, die Verlegung des wirtschaftlichen «und auch deS politischen) Schwerpunkts nach Amerika ernste Unstimmigkeiten zwischen England und den Bereinigten Staaten hervor- geru-en hat, Iapan und Shina auf einander loSschlogen, Washington« Aus nach Aechtung de« Krieges sich an dem Widerstande Frankreichs zu brechen droht und der B ö l k e r b u n d, der weitaus nicht alle Böller umfaßt, der Entscheidung aller Streitfragen ausweicht, die eine „Siegermachi" interessieren. Der Weltkrieg dauerte vier Iahre, drei Monate und acht Tage. Er kostete die Alliierten 7 146 043 Mann an Toten, 3 437 743 an Schwer- verwundete>t, 8 945 041 an Leichtverwundeten und 4 653 519 an Vermiß en, während die De.lüste der Mittelmächte 3 651 090 an Toten und 8 544 428 an D .w nbeten betrugen. Die gesamten unmit.e uren KriegSauslagen aller Kriegführenden beliefen sich auf über 56 Milliarden Pfund Sterling, die Zerstörung von Werten läßt sich kaum berechnen. Reun Iahre später darf Kenworthy die Fragen aufwerfen: (Seht die Welt einem neuen Kriege entgegen? Wer wagt es, diese Frage mit einem „Dein" zu beantworten? Sr malt die Schrecken und Folgen eine« Kriege« der Zukunft. Es kann keinem Zweifel unterliegen, baß diese Schrecken den verantwortlichen Staatsmännern und den militärischen Führern dec Dölker no '> viel genauer als ihm bekannt sind, ilnö drch bewegen sie sich alle auf politischen Linien, die — wenn nicht in elfter Stunde ein Wunder geschieht — zu einer Lago führen, wie sie vor dem Weltkriege bestanden hat. Kenworthy, der mit bemerkenswerter Vorurteilslosigkeit, also mit Wohlwollen für die im Weltkrieg unterlegenen Mächte die großen Probleme unserer Tage betrachtet, weist zu jedem von ihnen etwa- Wertvolles, mindesten- aber etwas Interessantes zu sagen. Zwei dieser Fragen seien herausgegriffen, um zu zeigen, wie zeit- geinäß fein gedankenreiches Werk ist Wir haben soeben einen überraschenden Zusammen stoh zwischen Iapan und China erlebt. Ueberraschcnb, denn er entspricht zweifellos weder dem chinesischen noch den japanischen Interessen. Das wird auch noch Kenworthys tiefschürfender Untersuchung des Gegenstandes offenbar. Iapan ist infolge seines alljährlichen Devölkerungsüberschus es gezwungen, nach Sied- Ich kämme einen Berg. Don Alfred Richard Meyer. Da roir uns diesen guten Kilometer Strand an unserem märkischen See zuerst als Sportgelände pachteten, schien uns der Berg inmitten der nicht allzu breiten Landschaft einzig dazu geeignet, ein Holzhaus als Kuchen» und Schlaf- raum zu tragen, das wir dann stolz die..Drosselburg" nannten, ohne uns deshalb gleich als Raubritter zu fühlen Erst allmählich ward es uns klar, baß die seit Jahren ungepflegten, im heißen märkischen Sommer schnell vertrockneten, ja von der grausamen Sonne schnöde verbrannten Abhänge auch noch zu etwas anderem brauchbar und nützlich waren: zum Sonnen, indem uns diese Schräge ermöglichte, die Körper genau im rechten Winkel gegen die auf- oder absteigende Sonne zu legen und also herrlich bräunen zu lassen. Dieses stundenlange Liegen hier, besonders wenn es in der tieferen Mulde war, die wir von Anfang an die „Bratpfanne" nannten, hatte uns aber ganz den Bl'.ck für die äußere Häßlichkeit des Berges genommen — bis mir an einem unwahrscheinlich schönen und warmen Frühlingsmorgen die Crkennt- ni« kam: dieser Berg muß einmal gekämmt werden! Unter unseren wenigen armseligen Geräten befand sich gottlob auch eine Harke, freilich keine aus Holz mit weit auseinander stehenden Zacken, sondern nur eine eiserne, die sonst lediglich den Sportplatz zu ebnen hatte. Dun sollte sie für den Berg den Kamm hergeben, freilich einen etwas sehr gewaltsamen, dafür aber desto gründlicheren. Jahrelang hatte hier niemand an Kämmen gedacht. Eine dicke, zähe, filzartige Schicht überwucherte ben ganzen Berg lieh ihn niemals im Lenz zu frischem Grünen kommen, war eine schmutzig-graue Masse aus ineinander verklet- 1eren Lagen vertrockneten, verbrannten Grases, verfaulten Mooses, immer wieder, wenn der Wind einmal heftiger ging, überpudert von Sand, Sand, märkischem Sand — auf dem es sich doch so schön liegen und sonnen lleh. Der Sinn des Gefühls entschied hier die sommerliche Wollust- der Sinn des Auges aber war ganz auSgeschattet. Ich hatte den Berg zu kämmen. l u n g - l o n d Au-schau zu halten. Al- solches kämen Australien. Amerika und das dem Insel- reiche gegenüberliegende asiatische Festland in Betracht. Da- weite Australien wird von nut etwa 5.5 Millionen Weißen und einigen Tausend schwarzen Eingeborenen bewohnt. Die Australier widersetzen sich aber hartnäckig jeder Einwanderung. Wie sich Amerika zu d't .gelben" Einwanderung jeder Schattierung stellt, ist bekannt. Die Augen der japanischen Staatsmänner richten sich daher immer wieder auf den asiatischen Konti, . ,en vor allem das sibirische Küstengebiet — überhaupt Sibirien und die Mandschurei in Betracht. Diese Gebiete versüzcn noch über reiche Mineralschähe. Erdöl und Sibirien auch über ausgezeichnete Fischereigründe Aber wenn Iapan dort Fuß fassen wollte, müßte es ba-Risiko eine« Krieges mit Ruß- l a n d auf sich nehmen. Iapan hat schon einmal die Erfahrung gemacht, daß eS Rußland militari,d) besiegen, aber nicht niederwerfen kann! Auch eine offensive AuSwanderung-?olitik. die sich gegen China wendete, würde auf Rußland stoßen, das hinter der chinesischen nationalen Bewegung steht, dazu auf ein erwachendes China und alle an China interessierten Weltmächte. Iapan muß daher die ihm übrigens tatsächlich zukommende Rolle eines unterdrückten asiatischen Volke« '.^iterspielen, das durch die Selbst ucht der T (ftmäcbte an feiner Ausdehnung gehindert ist und infolge der kommerziellen Habgier Englands und Amerikas den Lebensunterhalt feiner Bevölkerung nicht sichern kann. Iapan hat nur dann eine Aussicht auf Erfolg, wenn es ihm gelingt, die Unterstützung der asiatischen Chinesen und der halbasiatischen Russen, in fernerer Zukunft vielleicht auch die eines selbständig gewordenen Indiens zu gewinnen. Alldem widerspricht der Zusammei stoß von Tll- nanfu. Iapan wird also wohl früher oder später wieder zur Rolle des Führers der panasiatischen Bewegung »urückkehren — einer Bewegung, die sich augenblicklich durchaus friedlich gibt, den Krieg als letzte Möglichkeit der Durchsetzung ihrer Ziele aber im ' Auge behält. Kenworthy hat aber fein Buch nicht nur geschrieben, um unS die dem Frieden droh:nden Gefahren zu zeigen, sondern auch um uns zu sagen, wie diese zu beschwören wären. Da ist es nun beachtenswert, daß der Gedanke, der den Kellogg- schen Vorschlag auf Aechtung des Krieges eingegeben Hal, auch in dem pazifistischen Programm des Engländers eine große Rolle spielt. Kenworthy geht dabei von einer älteren Anregung ie an.e.ilan.schon Senators Bvrah aus der Krieg müß.e zu einem Verbrechen gestempelt werden und dürfte weiterhin in keiner Weise und zu keiner Zeit mehr als eine dem Völkerrecht entsprechende Art dec Austragung von Streitigkeiten zwischen Völkern angesehen werden. Kenworthy entwickelt diesen Gedanken noch weiter indem er für ein Mächtebündnis eintritt, das den Krieg zu verbieten hätte. Er setzt auseinander. daß die Vereinigten Staaten, Großbritannien. Holland und die Schweiz zusammen schon morgen der ganzen übrigen Welt den Krieg verbieten könnten, wenn sie wollten. „Zusammengenommen haben sie." sagt er, „die Kontrolle über die F i - nanzen der ganzen Welt inne. Reine Macht der Erde, die den Frieden bräche, dürste auf irgendeine finanzielle Hilfe von außen rechnen. wenn diese Länder vereint einen Boykott über sie verhängten." Diese Staaten und Belgien loder einige von ihnen) verfügten auch über den größten Teil der Erdölvorkommen, der Kupser- und Zinklager, dec Baumwolle- und Gummi- Produktion sowie der Pflanzenfette der ganzen Welt. Ohne Geld und diese Produkte könne aber kein Krieg in modernen Ausmaßen durch längere Zeit geführt werden. Zu biesem Dorschlag muß man allerdings sagen: So scharstsichttg Kenworthy in dec Erkenntnis der dem Frieden drohenden Gefahren ist, so llar er uns die Ungerechtigkeit und Hinterhältigkeit des Imperialismus aller starken Staaten au«- einanderzusehen vermag, so wenig überzeugend wirkt er dort, wo er uns die Mittel zur Beschwörung der die Welt bedrohenden Gefahren ihn auch für den Sinn deS Auges wieder wohlgefällig erscheinen zu lassen. Ganz allein war ich auf dem Gelände, da ich an meine Arbeit ging. Hart packte die Harke zu. um sich sogleich in lauter ..Wichtelzöpfen" zu verfangen und stecken zu bleiben. Kindskopf, du Berg — du willst weinen, wie ein Göhr, dessen Etruwellopf nicht gern die Bekanntschaft mit einem Kamm macht? Ia. da haben wir das richtige Bild. Kindskopf! Ia. wenn du täglich jedes Jahr im Frühling an solch notwendige Behandlung früh gewöhnt wärest ... dann ginge das wohl ohne Zähren und viel Geschrei ab. Gewiß — diese grobe Harke ist Äbt eine der sanftesten. Jetzt hat sie dir — entschuldige schon! — gar ein Stück Kopfhaut mit abgerissen. So etwas kommt vor. wenn das Haar so gräßlich verfilzt ist und man doch ganze Arbeit leisten möchte, damit man noch vor Sonnenuntergang fertig damit ist. Gar nicht so klein ist dein Kopf, wilder Berg, und wahrhaftig — ich spürs schon in meinen Armen und Deinem die herauf und herunter klettern müssen, — nicht leicht zu bearbeiten. Aber — es wird schon! Wir beide büren nicht die Geduld verlieren — ich. das Subjekt, nicht und auch du nicht, daS Objekt. Rach reichlich einer Stunde will es mir so vorkommen, als ob ein neckischer Kobold unsere Rollen heimlich vertauscht habe. Ich bin das Objekt, stöhne ich unb wische mir den Schweiß von ber heißen Stirne. Daß bieser Frühlingstag schon so warm werben kann! Sinnen totrb Besinnen: eine ordentliche Fuhre Spreu habe ich dem Berg da vom dampfenden Köpfchen gekämmt. Pferden und Ochsen gewiß winterlich das weichste, ttäurnerischeste Lager. Ein Heine« Scheunchen voll kann ich wohl schnell zusammen- Harken, grau unb braun, mit Tannenzapfen gemischt, mit grünen MooStupfen verziert, ja, meine allzu gewaltsame Harke hat mit ihren eisernen Zähnen sehr viel frisches Moos mit ber Filz- schicht aus ber Erbe gerodet, daß diese blutet, bah des Berges Zähren eine gewisse Berechtigung haben, baß fein kirchliches Schreien vielleicht zu verstehen ist. Helle, helle! Aber — meine Arme tun mir vielleicht nicht weniger Weh. Meine Waden wimmern bereits im beginnenden Muskelkater auf. Ich bin das Objekt dieses Tages. Der dennoch ein ganz anderes Gesicht plötzlich bekommen hat: Ganz yc.gen will Pazifismus ist eben kein politische« Programm sondern eine Gesinnung. Diese aber eignet nicht der Well unserer Tage. H-g. Ziele und Wege deutscher Dolkstumsarbeii. Ein Rückblick aus Die Esjcncr Lchntzbundlagung Die unerhörte Einengung des deutschen Lebensraums im Verlauf deS letzten Jahrzehnt«, der ständige Kampf, zu dem das deutsche Volkstum an allen Grenzen seine- Geb ets gezwungen ist. haben die deutsche Dolkstumsarleit in engste Verfechtung mit allen Lebensgebieten gebracht, so daß man heute nicht mehr allein von einer rein kulturellen Tätigkeit fprcdxn kann, sondern bereits zu dem weiteren Begriff der .Dolk«- Politik übergegangen ist. Die K arflellung und Beratung der Grundfragen der Volkstumsarbeit und ihrer Mittel und Wege hat von jeher zu den 2hifgaben deSDeutschen c di u 13 bunt»cd gehört, der auch auf feiner diesjähri en Es er.er Tagung während der P ingstwoche einige Hauptfragen des Gesamt e'.i.teS der deut chen Bolkspolitik zur Behandlung nahm. Die Stellung von Osten und Westen in der Dolkspolllik wurde durch die beiden Referate dsFreiherrn von G a y l K migsberg und des Westmark- forschers Dr. K^nig-Gießen in anschaulicher Weise erörtert und damit manche wertvolle Anregung zu einer we t.ren Auswertung bestehender ober Anknüpfung neuer Beziehungen zwischen Westen und Osten des deutschen Volkdgebieteo gegeben. Roch zwei weitere Momente sind in ber BolkstumSarbeit von außerord.nt id?er Bedeutung. Das ist einmal bie Frage bes kulturellen Wertes und Inhalts, ben ein Volkstum besitzt. Und es ist nicht zu eyt dem hohen kulturellen Stande unserer deutschen Bolks- oenofsen. insbesondere im Osten Europas, zu danken, wenn sie sich teilweise Jahrhunderte hindurch ihrem deutschen Volkstum erhalten unb Darüber hinaus d.e Anerkennung ihrer Ra ßbarn erworben haben. Ein einheitliches Kulturbewußtsein ist aber auch Die DorauS- sehung ber wirklichen Dolksge nein cha t. wie bies der Wiener Gelehrte Hosrat Giannoni in einem Referat treffend ausührte. Gerade mit Rücksicht auf das Grenz- und Auslanddeutschtum muß deshalb von unS im Reich alles veri: ied:n werden, was der Schaffung einer einheit ichen deutschen Kultur auf allen Lebensgebieten zu- wider!'ust. Das heißt gewiß nicht, alles über einen Kamm zu scheren, aber es bedeutet, daß auch in Fragen, die mit Dingen der Weltanschauung zufammcnbängen, die Forderung des einh illichen deutschen Kulturbewuhtseins an d.e erste Stelle gehört vor alle anderen, noch so begründeten Sonde rwünsche. Reben der kulturellen Seite ist die wirtschaftliche der BolkstumSarbeit d.«wegen von ganz besonderer Bedeutung, weil ja alle Angriffe gegen das Dorpostenbeutschtum zunächst mit ben »frieblicheren" Mitteln wirtscha tlicher Zwangsmaßnahmen ober ähnlicher Schikanen beginnen. Die wirtschaftliche Lage des Grenz- und Aus- landbeutschtums ist in vielen Fällen sehr schwierig, wenn es auch in manchen Tellen durchaus erfreuliche gibt. Die Bedeutung be« Außendeutschtums als Vermittler für beutfche Wirtschaft im Innern kann außerordentlich groß fein, wenn man auch im Reich versteht, diese Möglichkeiten In entsprechender Weise auszunutzen und so nicht nur die Stellung der Deutschen draußen, sondern auch die der Heimat stärken hilft. , .... An der bedrohten Grenzfront des deutschen Volkstums müssen alle Interessengegensätze und Sonderwünsche einzelner Gruppen zurücktreten, wenn es gilt, eine Einheitlichkeit in allen Teilen zu erreichen. Man hat es draußen gelernt, daß nur das geschlossene Vorgehen aller von Erfolg begleitet ist, und deshalb kann man wünschen, daß auch die Essener Tagung be« Deutschen Schutzbundes zur Herausbildung g?m:in'amer An schauungen und Methoden ber Deutschtumsarbeit für die Gesamtheit wiederum ein gutes Stück vorwärts geholfen hat. Moderne Medizin. Dir leben in einer Krisenzeit, in einer Zeitenwende Viele Lebensgebietc von den tScutcin- fchastssormen angefangen bi« zu den Wissenschaften. scheinen sich in einer Umwälzung zu befinden Da« die Wissenschaften betrifft. 0 spürt btc Unruhe unb Bewegung auch der Laie r elleicht am beutlichsten in der Medizin. Man braucht nur die heute jedem geläufigen Schlagworte wie Homöopathie, Augendiagnofe, Ratur- heilkunde. Biochemie. Psvchoana'.y e. Verjüngung ufw. zu nennen und an den mit ihnen verbundenen Streit der Ansichten unter Aerzten und Laien zu denken. Befindet sich nun wir.lich bie medizinische Wissenschaft und mit ihr die praktische Ausübung der Heilkunde in einer grundlegenden Umwälzung? Kann man von einer Krisis der Medizin sprechen? eine Klärung dieser bie ganze Oesfenttichleit berübrenben Fragen wirb im neuesten Sonderheit .Qllobcmc Medizin" der Süddeutschen Monatshefte (München) unternommen. Das besonders Wertvolle auj) an dieser Veröffentlichung der Zeitschrift ist wiederum, baß gleichzeitig Anhänger verfchiebener Richtungen zum Worte kommen, so dah ein möglichst objektives Bild gegeben wird, zumal auch hier hervorragenl ste Xiit- arbeiter gewonnen worden sind. Angefangen von der Betrachtung der inneren Krisis, der Seelennot der Medizin und dem grundlegenden Kampf zwischen inechan.stischer und vitolistischer Auf- fatung bis zu den prallischen Forderungen für bie Ausbildung des heutigen Mediziner> gibt bie Schrift eine Fülle von Stoff. Durch wich i c Ci.’’clergebniffe und durch bie hier ermöglichte gleichzeitige Betrachtung gegensätzlicher Standpunkte ist sie berufen eine bisher fehlende C u‘- flärung und Klärung zu geben und allgemeinen Ruhen zu stiften. Oberhessen. Landkreis trieften. X Klein-Linden, 30. Mai. Der diesige Schützenklub Roland hält nm 3., 10. i< d 17. Zum auf dem an der Wchlarer Straße gelegenen Schicßstand fein diecjähr ges !ßMi3- schießen ab. Zn dcm Schaufenster dec Firma A. Ruhl, hier, sind die z. T. recht wertvollen Preise aueg.stellt. — Die Auto- unb Motor- rabrajerci durch unseren Ort ist nun anscheinend auf seinem Höhepunkt angekommen, da es tat- sächl.ch fast unm.pl d) ist, an der Zweigsttlle W (arer und Frantsurter Straße die Fahrbahn zu überschreiten, ohne der Gefahr des llebcrfal). n- werdens ausgesetzt zu sein Das Kapitel . er Staubplage sei nur nebenbei erwähnt, es ist ein Hebel, das die Anwohner, wie man landläufig sagt, mit hinunterschlucken müssen, wenn es auch schwer fällt. Zn der ruhigeren alten Zeit wurden besondere Merkblätter über die Schädl chkeit der Staubentwicklung von den Gesundheitsbehörden herausge- geben; diese sind geblieben, die Bekämpfung der Staubplage in den Dörfern überläßt man anscheinend einer höheren Gewalt. t Treis a. b. Cba.. 30. Mat Am 2.Psingst- feiertage fanb ba« An turnen beS Turnvereins „® u t He i l", D T., statt Es war bie erste größere Veranstaltung, die auf bem schö: gelegenen Sportplatz abget;a teil würbe, ben btc Gemeinbo in dankenswerter Weise den Schulen unb ben Leibes Übung treibenden Bereiten zur Verfügung gestellt hat. Der Deren-. hatte c8 sich Aur Ausgabe gemacht, einen Ausschnitt aus ber Arbeit bes deutschen Turnens zu zeigen und damit in der Gemeinde und deren näheren Umgebung für die Turnsache zu werben. Unterstützt wurde er in seinem Vorhaben durch die ausgezeichnete Mithilfe des Turners Reuter vom Turnverein 1846 Gießen unb mehrerer der besten Kräfte des Turnverein- Großen-Lind.n. Rach einer kurzen Eröffnungsansprache des 1. Vorsitzenden entwickelte sich ein reges turnerisches Treiben. Zuerst wurde von den Gästen und den Turnern des Vereins an den ver sch'ebenen Geräten gezeigt, welch hoher Wert in diesem Trnn- zweig steckt. Begeistert spendeten bie Zuschauer Beifall, denn die Leistungen standen auf einer frisch grün und lachend, wenn auch noch etwas unter Tränen lächelnd, steigt der Berg vor mir empor unb reckt sich immer höher. Junger, üppiger Klee, wie wenn er lackiert wäre von einer kunstgewerblich beseelten Dryade, wuchert zwischen etwas hellerem GrüngraS unb jauchzt, zum erstenmal seit Iahren, zum Lichte unb zum AtmLn befreit: Frühling! Dieses Wunber hat mein Kämmen vollbracht unb wirb es bis zum fernen Abenb noch weiter vollbringen, defini- ttver, grünblicher. schöner unb immer noch schöner ... wenn ich dann auch noch viel müder al« bloß todmüde bin. Und ist in diesem Ganzen, bas ich ba um einen märkischen Sandberg im Frühling herum erlebte bei aller Arbeit, die für mich bieses Kämmen war. nicht etwas seelisch sehr Symbolisches? Weil es. wie biesen Berg, unenblich viele Menschen gibt, deren Seele jahrelang nicht burchgekämmt wurde, bereu Seele von dicken, zähen, ftlzarttgen Schichten überwuchert ist, baß kein psychische- Gräslein, geschweige denn em psychischer Klee zum Lichte unb zur Luft emporftreben kann. Komme her! Vielleicht, bah eine eiserne Harke mit sehr energischen Zähnen weit besser ist als eine hölzerne, zartere. Auch Tränen bes Schmerzes können Befreiung fein, b*be andere Befreiung gründlicher unb vollkommener vollenden — möchte ich meinen. Das nächste Iahr, das weiß ich bestimmt — kämme ich meinen Berg wieder: unb — auch bas weiß ich — es wirb uns beiden nicht halb so weh tun; allmählich muß uns auch bieses Kämmen, wie jedes andere gewöhnliche, zur Lebensfunk tton werden . . baß wir im großen Lichte des Sommers leben, bah wir tiefer unb beglückter ein großes Atmen sind — der Erfüllung des Herbstes entgegen. „Die Preußen kommen!" In diesem Sommer sind vierzig Iahre verflossen, daß Ludwig Heck zum Direktor des Berliner Zoo berufen wurde. Gr ist in dieser Stellung einer der volkstümlichsten deutschen Gelehrten geworden, und gern lauschen wir der Geschichte seines Lebens, aus der er im Iunihest von Delhagen L Klasings Monatsheften einige Kapitel erzählt. Er bekennt von sich: „Ich war unb bin ein richtiger Hesse. Trotzdem war ich nie ein beschränkter Parttkula- rist unb verbohrter Preußenhasser. Ich habe mit meinen hessischen Lanbsleuten unb badischen Stammterwandten schon als heranwachsen er Mensch bie Ueberzeugung vertreten, daß Deutsch- lanb nur mit unb durch Preußen vorwärts- kommen könne. Dafür wurde ich von gewissen Familienverwandten als der .Preiße-Luddwig" abgestempelt, und da- geht bis in meine Kindheit zurück, bis ins Iahr 66. Don dieser Wende Deutschlands zum Starken und Großen hatte ich als sechsjähriger Bub schon meine tiefen, fest in der Erinnerung haftenden Eiirdrücke. Da lernte ich Preußens Kraft- und Glanzpunkt kennen, seine Armee, unb konnte sie vergleichen mit anderen Armeen. Als es hieß. „5)ie Preußen kommet??", wurden die Gesichter bedenllich ernst, auch bie meiner guten Eltern, und man sprach sich besorgt mit Hausgenossen und Rachbarn herüber aus, was man Wohl von denen zu gewärtigen haben würde. Wir Buben rannten an« Rheintor; denn daher mußten sie kommen. Sie waren aber schon da, saßen und lagen unter ben alten Linden im Grase, und wir waren gleich ganz vertraut mit ihnen, durften uns das Wunderwerk der damaligen Was'enindustrie, das Zündnadelgewehr, anschen. mit dem die Preußen so schnell schießen konnten, während unser Militär noch Vorderlader stopfte. Da auf einmal die Hellen Kommandostimmen der Offiziere: „An die Gewehre!" Wie elektrisiert sprang alles auf, unb wie gescheuchte Spatzen stoben wir Buben auf bie Seite. Ich spitzte schon bie Ohren unb riß die Augen auf. Und bann der Einmarsch d'e berühmte Darmstädter Rheinstraße hinauf! So was hatte man bei uns noch nicht gehört unb gesehen! Wie ber schrille Ton der Querpfeifen in die Ohren gellte und der Helle Ton der kleinen, niedrigen Trommeln dazu! Die Oester- reicher und Süddeutschen hatten große, hohe Trommeln, wie kleine Bierfässer, mit dumpfem, dunklem Ton. Und bann der Einmarsch des Regiments selber! Wie da bie Beine geschmissen wurden und sich die Köpfe mit hörbarem Ruck zur Seite drehten, als es vor der Rheintvrwache am Obersten vorbeibefilierte! Das imponierte mir so. baß ich es zu Haufe gleich Vormächte unb den sicheren Sieg der Preußen dorhersagte." solchen Höhe. Laß man bei den Oafthrmem ruhig von Kunstturnen reden tonnte, aber auch die einheimischen Turner zeigten, dah ihr Äönnen auf einer solchen Stufe steht, dank der rührigen, zielbewuhten Arbeit des Obrrturnwarts Rabenau. Reben den Vorführungen der Turner wurden noch gezeigt die Freiübungen für das Deutsche Turnest und vom Dolksturnen Frei- weithixh. wobei besonders Reuter durch seine Technik glänzte, wurden auch die Zuschauer durch ine schönen Leistungen der Turnerinnen inÄeu- lenschwingen. Freiübungen und Vollstanz ent* welche Vorführungen unter der bewährten Leitung des Frauen tu rnwarts Kurt Walter standen. —.— Lich, 30. Mai. Der gestrige Kreis- ziegenmorkt, den der Kreisziegenzuchtverein und die Landwirtschaftskammer hier veranstalteten, wies einen sehr starken Auftrieb von über 200 her- oorragenden Ziegen und Bocken auf. Die Leitung des Marktes hatten Aba. Fenchel (Ober-Hörgern) und Obersekretär P h i l i p p von der Landwirt- schaftskammer. Als Preisrichter waren tätig: Oberreallehrer Ringshausen (Friedberg), Techniker Büxler (Gießen), Joh. S)aub (Rieder-Weisel) und Joh. Martin (Angenrod). Aus dem Markte wurde lebhaft gehandelt, für Jungböcke wurden 50 bis 75 Mark bezahlt. Bei der Prämiierung wurden 450 Mark an Preisen verteilt. Das Ergebnis der Preisoerteilunq war folgendes: Kl. 1, Bocke (2 Jahre und älter): 1. Preis Gemeinde Lich, 2. Gemeinde Alten-Bufeck. 3. Bellersheim und Trohe. — blasse 2, Böcke (1 Jahr alt): 1. Preis Gemeinde chattenrod, 2. Gemeinde Burkhardsfelden, 3. Gustav Rühl (Utphe). — Klasse 3, Hie- gen (3 Jahre und älter): Ehrenpreis cheinrich Rühl (Utphe), 1. Preise chch. Rau IV. (chatten- rod) und Andreas Burkhardt (Ettingshausen), chch. Wagner III. und Christ. Scheld VI. (Gro- ßen-Buseck) und Joh. chch. Roth I. (Bettenhausen), 2. chch. Albohn und Karl Munster (chattenrod), Ehr. Alles und Fr. Lechens (Lich), cheinrich Frank II. und Ehr. Wagner III. (Großen- Buseck), 3. chch. Iox und chch. Seipp III. (Ettingshausen), Joh. Jäger (Queckborn), Karl Peter (Laubach), chch. Scheid (Harbach), Karl K l ö s (Inheiden), Gg. Kopf III. (Bellersheim), Rudolf chahn (Obbornhofen). — Klaffe 4, Ziegen (2 Jahre alt): 1. Preise Ehr. Volk und cheinrich Scheid VII. (Großcn-Buseck), 2. Wilh. Wagner IX. (Großen-Buseck) und chch. Scheid III. (charbach), 3. Hugo Keil (Ettingshausen), Jak. Naumann und Karl Peter (Laubach. — Klasse 5, Ziegen (1 Jahr alt): 1. Preis Aug. Trechsler (Lich), 2. Joh. Stein (Lich), Otto Fink und chch. M ü n ft e r (chatienrod), 3. Gg. Kopf III. (Bellersheim), chch. M ü n st e r und chch. Rau, gen. Schieferftein (chattenrod). — K l a f s e 6, Zeitziegen: 2. Preise Christian Graulich (Bersrod) und Theod. Seipp (chattenrod), 3. chch. S i e n g e l l. (Laubach). — Außerdem wurden zahl- reiche Anerkennungen bzw. 4. Preise ausgegcben. F Steinheim, 3). Mai. Der bMig? Geiang- verein Frohsinn" hat auch dieses Jahr das Pfing st singen wieder durchgeführt. In aller Frühe des ersten Feiertages wurden an etwa einem Dutzend Stellen je zwei Thöre borge* tragen. In den ersten Jahren nach der Gründung des Vereins. Ende der Siebziger Jahre, hatte dieser schchne Brauch schon einmal bestanden. Man ist allgemein erfreut darüber, dah man diese schöne Sitte auf Anregung des Schäfers Hofmann hat wieder aufleben lassen. — Das 50jährige Jubelfest des Gesangver- -eins, das in der Zeit vom 7. bis 9. Juli d. I. stattfindet, wirft aerobe in kleindorflichen Verhältnissen. wo höchstens alle Jahrzehnt eine größere Festlichkeit abgehalten wird, seine Schatten voraus. Vor allem sind die Weißbinder stark beschäftigt, um mehreren Häusern ein schönes Aeußeres zu geben und auch Anstreicharbeiten in den Wohnungen vorzunehmen. Die Festausschüsse sind daran, die letzten Organisationsarbeiten duvchzuführen In Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage hat man davon abgesehen. eine neue Fahne anzuschaffen. Es soll eine von den Frauen und Jungfrauen des Ortes gestiftete Ehrenschleife m künstlerischer Aufmachung zur äleberneichung fommen. Reben sämtlichen zeyn Vundesbereinen des Sängerbundes .Mittleres Riddatal", dem der feftgebende Verein angehört, haben noch fast 20 Gesangvereine der näheren und weiteren älmgrbung mit rund 1000 Sängern ihr Erscheinen -ugffagt, so daß mit einer Festlichkeit in größerem Ausmaß gerechnet werden muß. Als Festplatz ist die landschaftlich schön gelegene und zweckdienlich beschaffene Wiesenfläche an der Delnhäuser Bahn- ft rede unweit der neuen Schule endgültig bestimmt worden. Kreis Büdingen. • Ridda. 30. Mai. Am 2. unb 3. Juni findet hier die 4 7. Jahreshauptversammlung des Gesamt-V. Sy 6. statt. Am 2. Juni: Vorstandssiyung des Gesamtvereins und abends Begrüßungsabend mit reichhaltigem Programm tn der Turnhalle. Sonntagfrüh Hauptversammlung und Gang nach Bad Salzhausen zur Besichtigung der Anlagen. Sonntagfrüh Empfang der Teilnehmer des Sonderzuges Mainz—Darmstadt-Frankfurt nach Bad Salzhausen und Ribda mit Führung durch und um Ridda durch die Stadtverwaltung. --Ortenberg, 30. Mai. Am Pfingstsonntag hielt in unserer mit Maien pfingstlich geschmückten Kirche unser neuer Geistlicher. Pfarrer Le tzing, feine Antrittspredigt. Infolge Beurlaubung des Dekans muhte Leiber von einer feierlichen Einführung Abstand genommen werden. Doch hatte es fich die Feuerwehrkapelle, der Gesangverein Frohsinn unb der Kirchengesangverein nicht nehmen lassen, durch den Vortrag passender Ehöre den Gottesdienst festlich auszustatten. Bereits beim Einzug ins Pfarrhaus hatte eine offizielle Begrüßung durch Prinz Ernst zu Stolberg-Roßlaim Auftrag des Patrons der Kirche unb den Kirchenvorstand stattgefunden. Die Gemeinde ist froh und dankbar, nach kurzer Vakanz sich wieder eines geregelten kirchlichen Dienstes erfreuen zu können. Kreis Schotten. □ Laubach, 31. Mai. Zu dem Bericht über die Weihe des Ehrendenkmals ist eine kleine Richtigstellung dahin zu machen, daß nicht 12 Tafeln mit je 6 Namen der Gebliebenen in die umgeben- den Pfeiler eingelassen sind, sondern 6 Tafeln mit je 12 Namen der Gebliebenen in zeitlicher Folge des Todestages. § Gedern, 30. Mai. Die verflossenen Psingstfeiertage standen infolge des herrlichen Maiwetters im Zeichen eines außergewöhnlich starken Verkehrs. Die überfüllten Züge, namentlich die Sonntagszüge, brachten große Scharen von Wanderern, auch mehrere Iugendgruppen, die von hier aus ihre Wanderungen meist zum Hoherodskopf an traten. Erwähnenswert ist auch das Treffen bet Fünfzigjährigen, die sich zu einer Wieder- sehensfcicr zusanrrnengefunben hatten unb zum Teil von weither gereift kamen, um die alte Heimat wiederzusehen unb im Kreise der ehemaligen Schulkameraden (Erinnerungen aufzu- frischen. Den würdigen Auftakt der Feier bildete ein gemeinsamer Besuch des Gottesdienstes am erfter. Feiertag, welcher durch einen Chorvortrag des K-rchengesangvereins verschönt wurde und in der mit Pfingstmaien geschmückten Kirche einen erhebenden Verlauf nahm. Der Ortsgeistliche begrüßte in einer besonderen Ansprache die Jubilate. Am Abend sand im großen Saale des Bergwirtshauses eine durch ein gemeinsames Essen eingeleitete Familienfeier statt. Im Ramen der Fünfzigjährigen sprach Landwirt Hermann Birx tief empfundene Worte, während Frau Sophie Foß, geb. Funk, aus dem Saargebiet in Gedichtform ergreifend zu den Anwesenden zu sprechen wußte. Fräulein Marta R a g e l begrüßte mit eindrucksvollen Versen. Auch der Sjumor kam mehrfach zu feinem Recht, besonders bann, wenn die Erinnerungen an die Schulzeit an Hangen. Die tüchtige HauSkapelle (Ludwig Stiebeli n g. Hans Wagner und Alois Zitzelsberger) sorgte unermüdlich für musikalische Unterhaltung, und Opernfänger Z i e - fing aus Darmstädt erfreute durch ansprechenden Vortrag mehrerer Lieder. Dom Wert und Segen des Heimatgedanlens unb von der aufbauenden Macht der Heimat- unb Vaterlandsliebe sprachen der Ortsgeistliche unb Lehrer Vona11 - Worms, ein alter Gederner und wohlbekannter Heimatfreund und -dichter. Den Ab- schluß der Tagung bi'bete ein gemeinsamer Ausflug am Rachmittag des zweiten Feiertages nach Bad Selters. Um das Zustandekommen der Feier hatten sich besonders verdient gemacht Frau Pauline G ü l d n e r, geb. Donalt aus Frankfurt a. M., sowie die Herren Ei'enbahn- Oberinspcktor S p i tz n a g e l aus Frankfurt a. M. unb Fabrikarbeiter Hermann Ragel I.-Gedern. Die liir mit den MS Wern. Roman von Sdqar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig 20 Fortsetzung Nachdruck verboten. Mit finsteren Brauen stieß er die Tur zum dritten Zimmer auf. Es war nur eine Kammer. Sie enthielt zwei Matratzen, ein paar Decken. Sonst nichts. „Meine Rumpelkammer", erroiberte Staletti den fragenden Blick des Inspektors. „Und nun zum zweiten ßaboratorium." Staletti nickte. Er fühtte die Herren dienstbeflissen noch ein paar Stufen hinauf, bis sie vor einer hohen Tür standen. Dahinter log das Laboratorium, das offenbar nach (Erbauung des Hauses aufgestockt worden war. Zwei Dachfenster spendeten das Licht. Ein mach- tiges Regal lief an zwei Wänden entlang unb war mit Retorten gefüllt. Eine Kommode, auf der ein Sterilisierapparat stand, enthielt chirurgische Instrumente. In der Mitte des Raumes stand ein langer schmaler Tisch. Darauf befanden sich in grauenhaftem Durcheinander eine halb aufgeschnittene, tote Ratte, die an ihren vier Füßen aufge- spießt war, ein großes wertvolles Mikroskop, ein paar Meßinstrumente, mehrere Probierröhren, eine Feinwage und eine Sodaflasche, die mit roter Flüssigkeit gefüllt und mit Baumwolle verstopft war. Sneed beugte sich sogleich über die Ratte. Cs zuckle um Staletti» Lippen. Seine Hände öffneten und schlossen sich wie in einer Zuckung der Wut. „Ja, Herr Inspektor," sagte er ölig, „hier können Sie sehen, womit ein armer Gelehrter seine Muße stunden ausfüllt. Sie gehen in eine Revue. Ihr xluge labt sich an schlanken Mädchenbeinen Er forscht im Bauch der Ratte, sein Blick sieht in ihrem Gekröse den schönsten Sinn der Welt. Rein, nein, die Ratte war tot, ehe ich sie ausschnitt". setzte er rasch hinzu, als Sneed das Tier mit mißtrauischem Finger befühlte. „Ihre Gesetze find stärker als ich Ich oivisezicre nicht mehr. Ich versage mir bluten den Herzens den höheren Weg zum Wissen, weil Ihr törichtes Land es so will ' „Sie sind heute sehr geschwätzig, Staletti", sagte Sneed mit dunklem Groll. „Die Freude macht mich geschwätzig, Herr Inspektor! Die Freude, einmal meinesgleichen zu sehen. Ich sitze wochenlang einsam in diesem Hause. Ich höre nichts außer dem Rauschen der Blätter und dem fernen Surren der Motore draußen auf । der Chaussee. Oh, ich bin nicht betrübt Ich denke an die flachbrüstigen kleinen Manner, die in den Automobilen sitzen und deren Hirn zu nichts taugt als zu faden Geschäften, ich denke an die geschminkten Weiber, die nichts gelernt haben außer dem Flirt, dem Zigarettenrauchen und einem sinnlosen Ballspiel. Wie sind sie sklavisch voneinander abhän aig mit ihren kleinen Sorgen und jämmerlichen Begierden. Ich bin von niemandem abhängig. Nicht einmal eine Köchin brauche ich. Denn ich lebe von rohem Fleisch, wie es mein Schöpfer modle, als er mich zum Fleischfresser schuf. Doch Sie, Herr Inspektor, Sie sind aus anderem Hol,; als die Chausseeflöhe, die mich mit ihrem BenAingestank irritieren. Sie sind groß und stark. Sie nähern sich meinem Ideal. Sie sind eine willkommene Unter brechung meiner Einsamkeit, und da rede und rede ich, um so lange wie möglich Ihren Anblick zu genießen." Sneed ließ den Fluß des Geschwätzes wie an einem Gummimantel au sich abgleiten. Er machte eine kurze, ungeduldige Bewegung mit den Armen, und die Worte tropften wirkungslos an ihm herab auf den Boden. „Wer schläft auf den beiden Matratzen in der Kammer?" polterte er los. Niemand." Staletti fchüttettc verwundert den Kopf. ,Ich sagte doch, es fei meine Rumpelkammer. Die beiden Matratzen habe ich ausrangiert.“ Dann blitzte es plötzlich in seinen Augen auf. Er legte den Zeigefinger an die lange Nase. „Ah — nun verstehe ich ... In der Heimlichkeit Ihres Herzens haben Sie ein paar Päppelkinder bei mir zu sehen gehofft. Sie haben fich gedacht: Ci, sieh da. dieser Staletti, er lebt einsam in einem einsamen Haus. Das hat edier triftigen Grund. Die drei Monate haben ihn also doch nicht sittlich geläutert. In feiner Herenküche ift dieser verfluchte Schwerenöter wieder dabei, aus ,ämmert ichen Kreaturen menschlicher Degeneration ein paar oorwelt- Die Heimat hatte eine große Anziehungskraft ausgeübt: von 36 ehemaligen Schulkameraden waren 30 erschienen. (!) Stumpertenrod. 30. Mai. Dom schönsten Wetter begünstigt, fand dieser Tage die Einweihung der neuen Vereins» sahne dvs hiesigen Gemischten EhoreS statt. Der Tag nahm seinen Anfang mit einem Festgottesdienft in dem vollbesetzten Gotteshause, woselbst Pfarrer Södler den sehr eindrucksvollen Festgottesdienst hielt. Hieraus bewegte sich ein langer Zug nach dem Gottesacker. An sämtlichen Grabern ehemaliger Sängerinnen und Sänger und am Fuße des Kriegerdenkmals wurden Kränze niedergelegt. Der Dirigent des Vereins, Lehrer Lunz, sprach dabei einen sehr zu Herzen gehenden Rachruf. Hm 1 Hhr bewegte sich ein schöner Festzug durch die geschmückten Straßen unseres Dorfes: Schulkinder. Festdamen. Bundesvorstand der Schwalm-Antrist^ Felda- Sängervereinigung, Ortsvorstand, Freiwillige Feuerwehr. Krieger» und Schützenverein und Gemischter Ehor. Am Festplatze angenommen, trug der Musikverein eine Ouvertüre vor. worauf ein Prolog gesprochen und der Degrüßungschor gesungen wurde. Der Vorsitzende des Gemischten Thors begrüßte nun alle Erschienenen herzlichst und dankte der ganzen Einwohnerschaft für die reichen Spenden, wodurch eine Fahne angeschasft werden konnte. Lehrer Cunz hielt nun eine kernige Festrede, bezeichnete den Taa als einen wichtigen Markstein in der Geschichte des Vereins, feierte in eindrucksvollen Worten die Macht des Gesanges und weihte die Fahne als Sinnbild der Einigkeit und Qteinfjeit Reicher Beifall belohnte seine Rede. 3m Ramen der Schwa lm- Antrift-Felda-Sängerrereinigung übermittelte Lehrer Roth- Kestrich, als stellvertretender Vorsitzender dem Iubelverein herzliche Glück- und Segenswünsche. Mit dem Deutschlandliede fand die Feier ihren würdigen Abschluß. Kreis Alsfeld. H Alsfeld. 30. Mai. Ein Unfall, der noch glimpflich abgelaufen ist, ereignete sich am 3. Psingstfeiertage abends um 7 plhr in der Schellengasse. Ein mit mehreren Schwälmer Mädchen besetzter Einspännerwagen, der mit den Pfingstmarktbesuchem wieder.nach Hause wollte, fuhr in starkem Trabe die abschüssige Straße hinunter. Dabei verlor der Lenker des Fuhrwerks an einer scharfen Kurve der Schellengasse die Herrschaft über das Pferd, so dah dieses mit voller Wucht mitsamt dem Wagen auf einen gegenüberliegenden Gartenzaun rannte, wobei das Pferd zu Fall kam und auch die Mehrzahl der Insassen aus dem Wagen geschleudert wurde. Während das älntergestell des Wagens vollständig in Trümmer ging, kamen alle Insassen wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon und erlitten nur einige leichte Hautabschürfungen. Auch das Pferd hatte anscheinend keine Verletzungen davongetragen. — Der hiesige Pfingstmarkt. der wie alljährlich am dritten Psingstfeiertage stattfand und den Treffpunkt hauptsächlich für die Jugend aus einem großen Teil des Kreises Alsfeld und dem benachbarten Schwalmtal bildet, bot auch diesmal wieder ein farbenfrohes Bild mit den zahlreich vertretenen Schwälmern und SchwälmeriTwen in ihrer fchmuk» ken Tracht, die immer wieder den Fremden entzückt. Zum ersten Male feit dem Kriege bemerkte man unter den fremden Marktbesuchern wieder Bad Salzschkirfer Kucgäste. die in früheren Jahren zu den regelmäßigen Besuchern des Marktes gehörten. — Etwas Reues für AlSfeld bot der Besuch der Musikantengilds Darmstadt in Alsfeld, die am Samstag und Sonnntag hier hervorragende Proben ihres Könnens ablegte. Am Samstagabend veranstaltete die flehte Künstlerschar eine weltliche Freimusik auf dem Marktplatz, am Sonntagabend fand unter ihrer Mitwirkung eine geistliche Abend- musik in der Walpurgiskirche statt. Der gutge- schulte Chor bot eine prächtige Leistung, tn 6e*ug auf Klangfülle, Beweglichleit und Frische des Vortrags. Es war eine schöne PsinHstmusik, welche die Musikantengilde ihren baut baren Hörem dar- bot. — Das hiesige Postamt hat eine dankenswerte Einrichtung geschaffen, indem es an den Sonntagnachmittagen mit den vorhandenen Postkraftwagen besondere Fahrten nach den htupt- sächlichsten Ausflugsorten in der Rähe von Alsfeld veranstaltet. Sämtliche Wagen toaren recht gut besetzt. Demnächst soll eine Sonderfahrt nach der Edertalsperre ausge.ührt werden. □ Ober-Ofleiden. 30. Mai. Gestern mittag erfolgte hier in würdiger Weise bie 8m» wechung der vom Oberhessischen Geschichtsverein und der Vereinigung der Freunde des humanistischen Gymnasiums gestifteten Gedenktafel zu Ehren der beiden berühmten Brüder Friedrich Gottlieb Weicker und Karl Theodor Weicker. Die Gedenktafel ist am hiesigen PfarrHause angebracht. wo die Brüder ihre Jugend verlebten: die Inschrift bezeichnet die beiden hervorragenden Männer al» .Zwei gute Deutsche . Leider war Geheimerat Behaghel. der Vorsitzende des Oberhessischm Geschichtsvereins, verhindert, an der Feier teilzunehmen. Der Oder-Osleidener Posaunenchor leitete die Feier ein durch den wirkungsvollen Vortrag von .Wie schön leucht' uns der Morgenstern". Sodann dankte im Ramen der Familie Oberregierungsrat Weicker in beredten Worten für die Stiftung der Tafel und führte in trefflicher Weise die Bedeutung der beiden Männer aus. Zum Schlüsse (einer Ausführungen übergab er die Gedenktafel der Obhut der Kirch» imO fxfr b) Tevtrbt» bit Henehnigmi» ' Drricht I» m Mm) 155 219^4 3n 192? fanDen über 104 frp» Weiterhin ft.stündiger Tätigkeit der Feuerwehr gelang es. tnt bereits auf tnc Rachdargebäude übergreifenden Flammen einzudämmen. Die Möbel der Bewohner deS vier Stockwerk hohen Haufes sind sämtlich verbrannt und bie Leute selbst sind obdachlos. Versuchen Sie oei platt 5. Carmol tut wohl, lindert Schmerzen. Mrtei fltati Kaiser- l>roce.le. meinem Da- men 1 Salon einen Herren» Salon anaefchtvifen. Beste Bedienung in Haar- schneiden u.Naneren tn u. anher d. Hanse. Herrcu tu Tanten* Stifter • Calo« E. Sterling, hi * S n nu chstr. 34. Suche Stellung nie Haustochter ober Berkauferln in LebensmitteigefLstst ober Sonbitorei Mitteiluns« cm Evi Herrnlem, Bavert») Eitorf Lien, «iostratze t4. 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Weiterhin sprachen Dr. Haase- Asronis-Geipzig über .Die Stellung der Deutschen Landsmannschaft zur Freien Stttbenlen- schafll und Senator Friedrich «dgerlän der- Gundtag-Prao über .Sie pvkUikche Lage der Sudelendeuttchen und deren Einfluß auf bas Deutsche Reich Berliner Börse. Berlin, 31. Mai. (WTD. Iunkspruich) Bei nicht sehr grobem Geschäft scheint auch im heutigen Frühverkehr die Tendenz freundlich zu bleiben. Besondere Anregungen liegen nicht vor, für Spezialwerte nennt man aber recht 'eftc Kurse. Farben 283 zu 284. Siemens 351. G 194,50, Glanzstoff 620, Geld und Polyp' bevorzugt 520 zu 525. Vermischtes. 25 3ahrr Zrlcfunfrn. (Eine brr gratzien Unternehinungen ber Delk und bie größte Fachfirma Deutschlands auf dem Rabio- gebiet ist die Triefunken Gesellschaft in Berlin, bie am 27. Mai 1928 ihre 25jähriae» Jubiläum feierte, le le funken ist eine gemeinschaftliche Gninbung der Allgemeinen Elektrizität» - Gesell- sch a ft und der Firma 5 i c in • n» 1- Halske. Als (jorfdfung»-, Verkauf»-, Bau- unb Betriebe- aefelllchaft Hal sich der Telesunkenkonzern in erster e ber praknschen Verwertung der von seinen Laboratorien ständig neu erschlossenen Anwendungsgebiete gewidmet ~ ing lelcfun- ken» ging aus von dem Bau von Kriegsschiff- und H a n d e l» j ch i j j st a t i o n e n. 1911 erfolgte die Bildung der Deutschen Betriebsgesellschast für drahtlose Telegraphie (Debeg), die im Jahre 1926 27 bereits 687 Schiffsfunkstellen verwaltete. Eine moderne Schifssstation mit moduliertem Bohren,enber ober mit einem Kurzwellen-Borbsender überbriidt heutzutage bie größten Entfernungen. In den legletzten Jahren kam noch ber drahtlose Richtung»- sinder hinzu, ber die Schiffe sicher durch den Rebel leitet unb ein fast unerläßliche» Hilfsmittel für bir Schiffahrt ist. In ähnlicher Weise entwickelten sich bie Flugzeugstationen vom verhältnismäßig einfachen Gerat zur modernen Borbftation mit Goniometer, wie sie auf bem Zeppelinfiug nach Nord amerita verwendet worden ist Hand m Hand mit der Entwicklung der Schiffsstationen ging bie ber Gonbftationen vor sich, von der ilüftenftation bi» zur Großstation für tran»ozeanische Schnell- telegraphie unb Ueberseetelephonie Typisch für dielen Vorgang ist bie Entwicklung der Großstation Rauen. Der Loschsunken ersetzte den Knallfunken unb wurde selbst burd) den Maschtnensender verdrängt, ber schließlich seit 1925 auch noch durch Kurzwellensender mit Stahlwerfern ergänzt wirb. Die in Rauen gesammelten Erfahrungen versetzten Telefunken in die Lage, Aufträge auf Großstatsonen für Hollanb, Java, Spanien, Italien, Argentinien unb gapan auszuführen Die Kurzwellentelegraphie ergibt selbst auf weiteste Entfernungen 20- bi» 24ftünbigc Verbindunaomöglichkeit bei Wortge- schwindigkeiken bi» zu 300 in ber Minute. Sie ge- stattet ferner bie [faffiinifeiibertraguna nach bem System Telefunken-Karolus-Siemens, Die für den Wirtschaftsverkehr von außerordentlichem Rusten fein wirb, da man mit ihr ganze Briefe, Scheck», Zeichnungen usw. telephotographisch übertragen kann Die von Rauen burchgeführte deutsch über seeische Rachrichtendienst einer Tochter-Gesellschaft, der Transradio A G. Berlin, erhöhte unter ständiger Ausdehnuna ihre» Liniennetze» bie Zahl der übertragenen Worte von 6,3 Millionen im Jahre 1922 auf 12,9 Millionen im Zähre 1927 Die Weltbeziehungen führten schließlich zu den ersten Gemeinschaftsstationen, den Grohstationen Buenos- Aires unb Rio be Zaneiro Bt>n den in Deutschland befindlichen Rundfunksendern hat Telefunfen fast alle, von den in (Europa aufgestellten modernsten unb größten Runbfunkfcnbern einen erheblichen Teil, wie ben Deutschlandsender (60 Kilowatt), La Hk i—Finnland, Budapest, hergeftellt. Telefunken bat seit 1913 nahezu 5000 Röhrensender geliefert. Millionen von Telesunkenrahren, Hunderttausende von Rundfunkempfängern haben dazu beigetragen, Telefunken auch in ben weitesten Kreisen des Publikums bekanntzumachen. Ein rechfes Sonnenkind frisch und fröhlich, die Freude der Mutter — eo kann man es haben! K räftig und gesund wachsen die Kleinen heran mit NEMIES KIKÖERMIHl GeiftunflMbifle Lei«- und »lebfteff- Fabrik fudn be ten« etngelübrten S ezirkS-veetreter Lvczial'tateu: Jndustrieleime jeder «TbSRaletletm usw. CR. unt. J.V. 1721 Gießen / Lamperiheim am Rhein 31. Mai 1926 **04140 3. Juni 1928 5378D 5394D niitiiiiiiHniHiiiiiiHiHiiiniiiiiHiNnHnHnnnHMnniHiHNnNnNiiiiiiinMHHHniiHHiiHniHiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiin 5376a 1. 53050 MAX VALIER am Freitag, 15. Juni, abends 8 Uhr, Neue Aula L 3. 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Jur Börsen- und Wirtschaftslage. 3n dem Monatsbericht der Dresdner Dank wird über die Börsenlage u. a. au*- geführt: Wenn man es als Zeichen einer gefunden Verfassung der Dörte gewertet hat, daß die Ve- tveflitna in erster Linie von den außerordentlich regen Auslandläusen getragen wurde und wenn uuch die Börse in der Tat verschiedene während deS vergangenen MonatS eingetretene Zwischenfälle verhältnismäßig ohne Schtoterigkeiten und schnell überwunden hat, so gibt doch die in den letzten Tagen eingetretene Reaktion aus die Baisse in Neuyork und Pan* Veranlassung. trotz der gesunden Grundlage deS hiesigen Bvrsengefchästes auf die nunmehr eingetretene internationale Der- ilechtung deS Berliner Platzes mehr als bisher achtzugeben, und sich über seine Abhängigkeiten von/ den anderen Börsen llarzuwerden. WaS die allgemeine Wirtschqstslage anbctnlU. fv spiegelt die Onttoitflung deS Außenhandels die Abschwächung der 3idaiü>ioniunltur |üm- fällig wider. Zwar mag für die Dermindcrnng deS Auhenhandelsvolrunens auch die Tatsache von Belang gewesen sein, hast der April nur 23 Werktage gegen 27 de» Monats März hatte und daß dieser Monat regelmäßig eine Abschwächung zu bringen pflegt Indessen bedeutet die gleichzeitige Abnahme der Einfuhr an Ter- tilfabrikaten sowie der Ausfuhr an solchen darauf hin, daß gerade dieser kontuniturempfindlichste Wirtschaftszweig zur Zeit Absatzrückgänge sowohl im Inland al* auch iui Ausland aufzu- veisen hat, wobei die Steigerung der Roh- stoffpreise ein beachtliches Moment für die Beurteilung der künftigen Aussichten sein dürfte. Wenn man auch au* dem Status des Auhen- bandel* für den Monat April nicht gleich übertriebene Folgerungen zu ziehen braucht, so bleibt doch die Tatsache einer außerordentlichen Labilität deS Außenhandels bestehen, die eS bewirlb daß die Reaktionen auf die verschiedenen wirtschaftlichen Einflüsse mit viel stärkeren Schwankungen vor sich gehen, als es vielleicht bisher gemeinhin angenommen wird Die durch die Lohnst ei gerungen der letzten Zeit erzwungene Erhöhung der Eisenpreise fällt ja zufällig in eine Zeit wesentlichrr Belebung des internationalen Ei-enmarktes. so daß mit einer eiporthemmenden Wirkung der Preiserhöhung nicht gerechnet zu werden braucht. Immerhin dürste die oben gestreifte Lage der ,2eitiliiü-uftrie sowie die Tat» iad)e, daß wir allgemein in der Wirtschaft lon- iunlturellen Rücrgangserscheinungen begegnen, dazu angetan lein, von einer Weitersührung der bisherigen offiziellen Wirtschaftspolitik abzu- halteu, die nur eine verhängnisvolle Störung des sonst normal verlausenden Entspannungsprozesses zur Folge haben würde. Einschränkungen im Staatsbergbau? '.'tachdem infolge der durch den Rhcinschiftzrstreik entstandenen Exportsckmierigkeiten auf den --chachl- ünlagcn der BergwerlsA.-G. Recklinghausen in den letzten Wochen bereits eine Reihe von Teil- schichten eingelegt worden ist, verlautet der ..Boss. Zig." zufolge, jetzt von zuverlässiger Stelle, daß zwischen der Verwaltung der Bergwerks-A.-G. und dem (Mamtbctriebsrat -seit kurzer Zeit Der- haudlungen wegen eine» von der Berwaltung vorgesehenen erheblichen Abbaues der Belegschaft schweben, deren Gesamtzahl 2000 eher über- als unterschreitet. Ans Arbeitnehinerkreisen erfahrt das Blatt, daß Die ißesamtbctriebsvertretung Id) gegenüber dein Plane der Werkleitung unbedingt ablehnend verhält. Die endgültige (£nt- Icheidung über die Durchführuna der recht erheb- fid)en Detriebseinschränkungen, bei denen es sich um Stillegung einer größeren Anzahl von weniger ergiebigen Revieren aus einzelnen Schachtanlagen und starke Einschränkungen der Tagbetriebe handelt, dürste in einer Aufsichtsratssitzung der Bergwerks-A.-G., die - In Gegenwart der beiden preußischen Minister der Finanzen und für handel und Gewerbe in Berlin stattfinden wird, fallen. Betriebsemschränkung bei Buderus Wetzlar. Wie wir hören, sehr» sich die Buderus- i d)cn Eisenwarlr in Wetzlar gezwungen von ihren drei auf der öopfoicnbütte im Feuer fleh' >.n Hochöfen von Mitte dieses Monats ab einen Ofen biS auf weiteres zu dämpfen. Sollte im Laufe der Zeit lein« BeHerung der wirtschaftlichen Lage eintreten, so muß mit dem AusblaIcn diese* Ofens gerechnet werden Die Entlassung von Arbeitern wird durch Ein- lührung von Kurzarbeit in der Hochofenabteilung vorläufig vermieden. DeS wetteren macht sich eine erhebliche Sin- s chränk ung de» Aöhrengieherei-Dc- triebe* ab 1. Juli d. 3. erforderlich Der 3n- lanbmarft zeigt seit längerer Zeit eine ocr- nnaertt Aufnahmesähigriit und auf den Aus- lanbinarlt. auf den das Unternehmen mit einem bedeutenden Teil seiner Röhrenerzeugung ange- toidu: ist, muß angesichts der ständig gestiegenen Selbstkosten bei finlendc.i Erlösen in immer größerem Umfange verzichtet werde i. Bon der tSin- schränkmtg werden etwa 110 Mann b.troffen, die zum genannten Zeitpunkt zur Entlassung kommen. • Zur Kursbewegung der Boigi & *') ä f f n e r • Ä 11 i e n. Der starken Mui^fwtge- rung der Öoigt & Häffner Aktien liegt folgendes zugrunde: Ein« nicht genannte Gruppe hat den außer halb der Lerwaltungs und der Gumpel Grup»>< liegenden Restposten, soweit dieser m oen letzten Ibech.ii erreichbar war, langsam zusammeugeiaufu Tie Gruppe hat dieses kleine Paket getrennt beiden Majoritätsinhabern angeboten. Diese haben jedoch infolge einet Vereinbarung die Uebernahme des Pakete» abgetehnt. Offenbar wird nun zur günstigen Realisation des kleinen Paketes von dieser Gruppe der Stur» sprunghast in die Höhe gesetzt, mas um so leichter ermöglicht ist, da ja keine der beiden Mojaritätsgruppen von ihrem bisherigen Besitz etwas obgibt, um sich nicht zu schwachen. Betont wird, daß zwischen den beiden Majariiatsgrup pen auf Grund der bekannten letzten (Einigung heute noch vollkommene Uebercinftimmung bestehe. • Steuer-Treuhand A.-G.. Frankfurt a. M. Di« Gesellschaft schlägt der auf den 16. 3uni d. 3. einberufenen Generalversammlung Erhöhung des Grundkapitals von 5000 auf 50 000 Mark vor. Ferner sollen die Arien über je 20 Mark in solche von 1000 Mark umgewandelt werden. • Einführung der Siemens & Halske - Aktien an der Neuyorker Börse. Wle man aus gut informierten Kreisen erfährt, fand in diesen Tagen eine Besprechung statt mit dem Ergebnis, daß neben den Farbenaktien die Swinens & HalSte-Aktie an der Neuyorker Börje als einer der ersten deutschen Werte zur Einführung kommen soll. Die vorbearbeitenden Pro- spcktaroc.ten Uten voll im Gange. • Mannheimer Gummi und Gutta- perche A -V. Di« Berwaltung teilt mit. daß lür 1927 kein Gewinn aufgctoiefeii werden könne. Ob ein Verlust erzielt wurde, bleibt von ihr imbeanttoortet. Generalversammlung dm 26. 3uni. Oie Aktien werden in Mannheim notiert. • 0bcrftein-3darer Elektrizität*- g e sells chaft A -G. 3n der jüngsten Generalversammlung de* dem Rheinisch-Westfälischen- Elektrizitätswerk nahestehenden Oberfteiir-3darcr Elektrizität- A -G. in Oberstein-3dar wurde die Berteilung einer Dividende von 3 Prozent auf i)a* 3,3 Millionen Mark betragende Aktienkapital beschlossen. Das abgelaufene Geschäftsjahr wies eine befriedigende Steigerung gegenüber dem Vorjahr auf. frankfurter Börse Frankfurt a.M., 31. Mai. Tendenz: fest. - Zu Beginn der heutigen Börse war die Tendenz allgemein sc st, das Geschäft auf den meisten Mantgebieten etwas lebhafter als an den Vortagen, da die unverändert starke Nachfrage nach verschiedenen Spezialwerten start anregte Seilens des Auslandes lagen erneut Kausorhervor. Bei der herrschenden und zuversichtlichen Stimmung wurde der Monatsbericht der Dresdner Bank, der warnende Ausführungen über die Konjunkturentwicklung enthält, nur wenig beachtet, während andererseits von einer Meldung eine stark stimulierende Wirkung ausging, wonach Besprechungen stattgesunden haben, die neben der 3-G- Farbenaktien die Einführung der SiemenSaktie bei der Neuyorker Börse zum Ziel haben. Lebhafte ilm’älH verzeichneten vor allem E l e k tro- werte. von denen aus den erwähnten Gründen Siemen- bevorzugt und 7 Prozent erhöht waren. Aber auch Chadeakrien waren rege verlangt und 11 Prozent höher, ebenso Geffürel plu- 7 Prvzenl Licht und Kraft gewannen 2 Prv- I zcnt, während AEG. und Bergmann nur I knapp behauptet blieben. Ferner erhielt sich für I I Kaliwerke lebhaftes 3ntereffe Salzdet- I furtb und Aschersleben zogen erneut 8 Prozent. Westeregeln 55 Prozent an. 3.-G -Farben-Aktien bei größeren Uuifu^i 3 75 Prozent höbet Bon den Werten des Meta I l b a n k konzern» gewannen M e t a 11 g e • fellschaft 3,5 Prozent und Metallbank 4.75 Prozent Zcheideanstalt blieben auf dem ftari erhöhten Kurse der gestrigen Abend- börfe behauptet Montan werte. Schifs» fahrtsaktten und Banken lagen im allgemeinen ziemlich still und überwiegend nur leicht gebessert 3n Doigt A Haeffner herrschte brüte starkes Angebot, doch kam ein Kurs mrädih wieder nicht juftanlK Die starke Kurserböhung der letzten Lage geht nicht auf Käufe d:r Verwaltung oder der Gumpelgruppe zurück, sondern auf Käufe einer unbekannten Gruppe. Karstadt gewannen 6 Pi o$. Deut- I chc Anleihen lag.n still Ausländische Renten ebenfalls fast oyne Geschäft. 3m weiteren Verlaufe blieb da» Geschäft ziemlich lebhaft. Vereinzelt berviNten Realisationen genüge Kursrückgänge. Siemens blieben weiter lebhaft verlangt Am Geldmarkt war die Nachfrage wieder etwas stärker. Tagesgeld t Prozent Am Devisenmarkt nannte man Reichsmark gegen Dcllar 4,1760. gegen Pfund 20.400. London- Kabcl 4,8825. Paris 124,02, Mailand 92,65. Madrid 29,15. Holland 12,0950. Gerl tte öorie. Berlin, 31. Mai. Im Gegensatz zu den letzten Tagen bot di« heutige Börse schon zu Beginn ein recht lebhaftes Bild Durch den Ausfall der gestrigen Ncuyorlcr Börse konnte die Tendenz von dort aus nicht ungünstig beeinflußt werden, so daß schon im Bormittagsocrkehr besonder» Spezial werte verlangt und bedeutend höher gebandelt morden waren. Die freundliche Beurteilung der Bör seulage seitens der Dresdner Bank wirkte nach, und die heute nachmittag stattfindenden Beratungen über eine evtl. Abwartung des Medio regten gleichfalls an. Da zu den ersten Kursen wieder Auslandinter esse für Spezialwerte erkennbar war, jchritt die Spc Marion zu weiteren Deckungen. Die Tendenz war allgemein fester. Kursgewinne von 1 bis 3 u. Sy waren der Durchschnitt. Papiere wie W a l d h o f, Karstadt, Rcichsbank, Feldmühke, Lorenz waren bis 5 v. H. erhöht. (8 I a u j fl o f f, B c m berg. Polyphon, Tietz, Kaliaktien, Gesfürel, I.G. Farben und Cha de- a 11 i c n noch bedeutend darüber hinaus. Bei all diesen Dopiercn waren die bekannten Momente als Gründe angegeben. Die Verhandlungen über die Einführung der Farbenaktie an der R e u y o rk e r B ö r s e scheinen schon festere Formen angenommen zu haben. Schwach sind S a r o 11 i, Maximilianshülte, Ilse Bergbau und Voigt & ijaeffner zu nennen Zunächst eröffneten letztere 24 v H niedriger, mit 225 v. H, aus die Zeitungsnotiz, daß keine neuen Interessenkäufe seitens der Gesellschaft zu erwarten seien. Deutsche Anleihen freundlich Ausländer ruhig. Psandbriefrnarkt still. Geldmarkt unoei- ändert. Tagesgeld, d. h. heute Geld über Ultimo, 8 bis 9,5 o. H., sonst unverändert. Auch im »erlaufe blieb das Geschäft in Spezialwerten sehr lebhaft bei weiteren vereinzelten Kursgewinnen. Danatbanf und Metallbank kamen hinzu, auch die anfangs noch vernachlässigten Elektropaoiere konnten sich dieser Auswärtsdewcgung anschliehen. Später ließ das stürmische Geschäft etwas nach. Die Spekulation (J'ritt zu Gewinnmitnahmcn, und die höchsten Kurse konnten sich nicht überall behaupten. Frankfurter (»terreiDcbJric. Frankfurt a. M. 31. Mai. Der hiesige Produktenmarkt verkehrte auch heule wieder in stiller Haltung. Die Preise waren allgemein gut behauptet. Nur Weizenkleie verlor 0,25 Mark. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis 1 Prozent Auswuchs. 26,25 bis 26,50: Rk»ggen 28; int Haler 28 bis 2850; Mais (gelb) für Futterzwecke 25: Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl süddeutsches Spezial 0, 38 bis 39: RoggenmeHl 39,50 biS 4o. Weizenkleie 14,75 bis 15; Roggenkleie 17,25 bis 17,50 Mark. Tendenz: still. Frankfurter Schlachwicljmarkt. Frankfurt a. W, 31. Mai Austrieb: 26 Rin der, 1 «uh, 560 Kälber, 66 Schafe, 634 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Masl- und Saug- falber 80 bis 83 Mark, mittlere Most und Saugkälber 74 bis 79: geringe Kälber 66 bis 73. — Schafe: Mostlämmer und jüngere Masthämmel r beide Brotgetreidcarten, namentlich aber für Roggen, niedriger. Weizen- und Roggenmehle sind In den Miihlenofforten billiger gehalten, der Konsum versorgt sich weiter nur von der i)anb in den Mund. Die Forderungen für Hafer find heute entgegen- kämmender der ziemlich reichlich nerforgle Hon (um verhalt sich nach wie vor reierviert. Gerste still. Ss notierten puOOkg): Weizen, märtifche», (745 1.x bl Gewicht, östliche Stationen über Rotiz). 262 bis 265. Ma, 278,50 bis 279, Juli 285, September 271 (matter), Roggen märkischer (69-kg hl- Gewicht, östliche Stationen über Notiz», 279 bi» 281. Mai 291, Juli 27050, Eevtember 2-50,75 ai» 251,25 (matter), Sommergerste 252 bis 290; Jjnfcr, märkischer, 264 bis 270; Mais, zollbegünftigter Futtermais, 237 bis 240 (stetig). Turnen, (Sport und Spiel. Sehr gute# Mkeergedni# für die Vü. Ast. WeMmpfe der Sp.-Vg, 1900. Ö. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen sind bereits alle Voraussetzungen erfüllt, um die Leichtathletilrcranstaltung der 1900er wieder zu einem Ereignis ersten Range* zu machen, folgende suhlenden Leichtaihletikvereine haben ihre Aenninannschaften aemeldet: Essen 1899, Schwarz- Weiß Barmen, Hessen-Preußen Kassel, die durchweg in einer Starke von etwa zehn Mann am Start sein werden Ganz glänzend sind die Mel- dungen für die Einzelkonlurrenzen ausgefallen. Bor allem sei hier der bei dem Gießener Publikum wohl noch vom Vorjahr« her in bester Erinernung stehende Moister im Kugelstoßen 1926, Schröder, Dortmund, genannt, der mich Olympiakandidat ist. Auch Hoffmeister, der DiS- lusrekorlwiann, ttrirh li® wieder vorfteilen, wenn die D. S. B. ihn freigibt Als weitere Werf er- aröhe ist Altmeister 3 u nahen n (Hessen- Preußen Kassel) zu nennen Sehr gute Sprinter werden Essen, Barmen und auch wieder Kassel (in Freund und S ch a u r i g)zur Stelle haben. Letzterer wird auch die 400 Meter, seine Spezialstreck«, für welche er auch für die olympischen Spiele vorgesehen ist, bestreiten. Er ist imstande, unter 50 Sekunden zu laufen. Schaurig ist auch ein vorzüglicher Weitspringer, der nahe an 7 Meter tonnnt Ganz auserlesene Felder haben die Mittel- und Langstrecke aufzuweisen. Es seien hier nur genannt: der seither Set Berliner Teutonia angehörige, jetzt wieder zu Hessen-Preußen Kassel zurückgckehrte Walpert, der diesjährige westdeutsche Waldlausmeister Obbelohde. Wissen, K a u s m a n n, Futzbalispovtvecein Frank- furt. einer der besten Mittelstrecker seines Bezirks. Auch die 3uniorcn und Ansängcrkonkurren zen weisen eine gute Besetzung auf. Nähere Betrachtungen über die Wettk«werbe folgen. (Siehr heurige Anzeige). Briefkasten der 5U6aftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriflleiluug.» 3. 2TL in Gießen. Wir empfehlen Ihnen, sich schriftlich mit dem Hausbesitzer in Verbindung zu setzen und um Anbringung einer Hausordnung nach- zusuch-'n, in der auch die Jnftandhaltungssiagen zu regeln find. Im Weigerungsfälle könnte bie Ent- i (Reibung des Amtsgerichts an gerufen werden Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börfe. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben bie Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — AeichSbankdiskont 7 Prozent, Lombarbzin-fuß 8 Prozent. ^raulrturt a. SL Berlin Schlutz- i-uhr» Schm» emana flure üur» nur» fturt Tahnn 30.5. 31-5. 30.5. ! 31 k A ~ «7.25 — »7.i - Iol.-Srkchl.-N 51.4 61,5 • 1.5 19. S rrtfll. o|bc . - - , Hdr-.-BI. iw- 19.74 19.74 19.9 fimbbar btt 193S...... '.12,5 — — * 41 Hyp^v-nt Luru. 78 . *•. aba. 8odrie«»-Cblteati0n. lüWa 1932 . . . . — - - 1% Lchwctz. 8unbe*b.-lnl.. . — — Cfftcnwbtidfc Sswktr.. . • *1 — i.9O% Cfttrn. SUbentt. . . . 3.8 — 7.« — - 0 Cdtrndd). tüibdiL 3hr — z — — d 26,05 — 26,13 86,9 <% nn«-m|»e Liaattr. e. 1910 — be.k}L von 1913 .... — — 26,4 — 1% Üns-nlch« «towia:..... — 1.8 1.8 i% Ztat ^cUmldle b. t»u . . 1% DÜrvchk ÖayMbbdlpi.ilni. 11,05 — 12.13 — Sede 1.......... 13.6 • 13.13 — . ‘, btiflL £e CrcbÜonfL . . 10 143 142.5 142.5 B armer Bankverein ... 10 151 - 151 151.j Setfina - • ü — —■ 279.2; 879.5 cjramcr)- und Prroal Bank U 187 187 186.25 186 Tarmß.». Nasonalbank . - 1£ 275 277.5 477 279 Icniidte Baut ..... 10 «tat. . 10 173.74 167.24 -74.9 1'3.25 473.24 167.75 174 168 Dresdner ......10 169,4 170 L. 168.75 16'.' vritreldenriche Urrdilbant ... 9 — — 212 213 153,75 157,75 153 157.5 Rcichrbant........18 288 190.5 285 ■'90 FranSsurt a. XR Stilb« Schlich- fiurs l-Uhr- !enr» S»tes ft'JT» tiniong Mur« Tannn: | 30. 5. '31 1 I”-5- 31 1 S.L.»...........* Bergmann.........9 tfieittaBgcn » «» 10 i üjt *rav .... V> 195 220.5 185 US. 74 H4.b 22V 437.5 1‘J..4 217.9 182.13 235.75 W4.6 220.75 IB4.6 838 fitßrn * aiulvemtme.....6 »et. t. kvettr. Unkern.. ... 1" Hamd. (Brftt. Üerfe .... 10 «hrin. erfn.........*> «McJtr....... i" GrfuÄn . . . . - 141 287 5 169 207. j 144.75 295.5 4US.25 141 286.75 166 167.75 2*1.5 806 144 29« 169.5 166 2*3.5 2V3 5 ctcau&l 4 HalLtr ..... 12 T ftpttrahi n . e • • • • • * Ladmcuer «So..... - 10 Budervk . 5 Itnttoc 6 dilrrtt 2tdfltoble......" c^eSenvrchenrr ... f. H 3- ’ ('örrc-.ft.........6 Sikn.........» Jßt «etjbaa........» ftlbtfntnri-rfe......... 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S-L- e .... . . 10 — — 250 253.5 91c: fcl ... . . . 0 — M.75 81 7-7 • .5 — d 189 129 i.'vTaäat* Iie$ - . • ... 6 — •29« VJb - • - « -• — 25.9 — '•T.ob ?• --.t.TBtn . . . ... 6 71 — 71.5 ** •Srnr.*: - . . . 11 135,6 137,: :::: 59.1 — 90.9 fato-rlt .... ... 9 125 127 — —• 5S6CTfiafir4tde .... 124 135 — Sfc» ..... . . l-> 158 — 150.5 156.24 ,9:?et1u.- - ..... 67 — 69.75 — tetal Nr n..... 115 — 114.25 — Gcdr. Lo- er...... . . 16 —■ — — — 8ei«t * . 249 — — S6bb 3u«r. .... . . . t 155 156.3 155 * Sffnfwoten. Berlin. 30 Mai 'MU I ©TttT ttmcrtianikfce Xotm..... 4,153 | 4.173 Bel«rsche 9? atm ....... Dämtchc ........ 58.21 111,78 **» 111,22 Sotrg 29.362 | 21.418 Lelegraphische Auszahlung. 8#rlui. 30 SRat Seid - ^-rulltlni'ch: Jtoio: vosäübrtche ‘Ootnt...... H.4\ iT3i 168 U6 1*8.7i '.'(otm...... 21,98 22. l Norwegische Aoleri..... 151,53 Iff.97 Neulich i>ftrrr 4htmtn 68,63 58,8’ 9iumarn,che Roten...... 2,58 2,60 ^chwc vilch- Noi«n...... 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T aujig. . . 17,78 17,82 17,78 17.12 81,46 81.62 81.44 81, bO 9:nft_nttn 2,k0 2,154 2,150 2,154 5,435 7.445 5.425 5,4*5 4,165 L173 4,166 4.17* llrnraay . . 4,276 4.284 4.272 4.282 lein . . J 28.905 20.945 30 905 29.M ;23 581 ▼ GEG bietet Gewlhr für erstklassige Waren! <1. B. Häuser, 6ie8en, Am Oswaldsgarten Kindersödidieii «-s*-! 50 i,oo lllllUvl Üvvliuilvll ausgelegt sind: ® für*l- bis 7-jährige für 3- bis 10jährige MßW Verkauf im Erdgeschofe Bettstellen in Metall, weiß lackiert, gute 4 Q Ausführung... 32.00, 24.00, I W in Holz, 1 oder 2schläfrig, fein gearbeitet und lackiert 28.00 Deckbetten mit 6 Pfund Federn gefüllt AA AA 48.00, 35.00, ASJ.VV Kopfkissen mi,2 Federn gefüllt, 14.00, 11.00, 7*DU Aufarbeiten einer 3teiligen Wollmatratze.....6.00 einer 3tei!igen Kapokmatratze ... 6.00 einer 3teiligen Roßhaarmatratze. 8.00 Kommen sie nach Köln! 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Juni, nachmittags ab 2 Llhr, versieigere ich im Löwen, Treuenweg 28: 1 Speisezimmer, 1 Vertikow, 4 Nähmaschinen (gut erhalten), 4 Sofas, 1 Chaiselongue, 1 Lüche (komplett), Küchcnschränke, 1 Staubsauger, 1 Garderobenständer, 3 Korbsessel und eine Bank, 1 Serviertisch, 1 Regulator, 1 Schreibinaschine, Damen- und Kinderschuhe, Hand- und Besuchstaschen, 4 BesuchStaschcn, 1 Sekretär, 1 Leicht- motorrad, 1 Schreibladenkarre (fast neu), Bilder und OelgemLlde, 2 Klei- derschränke, 1 Brand kiste, 1 gebr. Damenrad, 1 Gartenschlauch 15 m, CGOSSEINKAUtS OES.DEUTSCHER COMSUMVBAEINI V M A M B u e a Verbraucher Hausfrauen Angestellte Beamte und Arbeiter organisieren den durch restlose Warenentnahme und Bezug von nur GEG-Artikeln im Konsumverein Gießen u. ömg.e.B.m.b.H. 4764* Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 25. Mai 1928 bei der Direktion der Tisconto-Gcscllschast, Zweigstelle Gießen folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 30. März 1928 unter Zustimmung der persönlich hastenden Gesellschafter ist der Ge- sellschastsvcrtrag in Artikel 21 Absatz 1, Artikel 31 Absatz 1. Artikel 32 Absatz 2 und Artikel 35 Absatz 1 geändert: ferner sind Artikel 3 Absatz 2, Artikel 31 Absatz 6 Satz 2 und Artikel 33 Absatz 7 Satz 2 gestrichen. Gießen, den 29. Mai 1928. 5368D Hessisches Amtsgericht. Grassanien-Submission. Die diesjährige Grassamencrnte aus den Staatswaldungen sowie aus den näher bezeichneten Gemcindcwaldungen pp. soll unter den üblichen Bedingungen auf dem Submissionswcge am Mittwoch, dc« 13. Juni Ifb. IS., durch das Forstamt Darmstadt (Holzhof-Allcc 10) vergeben werden. 5392 D Es kommt die GraSsamenernte aus folgenden Forstämtern zur Verpachtung: Darmstadt, Ebcrstadt für die Gemeinde Pfungstadt, JägerSburg, Kelsterbach, Lampertheim mit Ausnahme der Eichenkultur in Abteilung „Untere Wildbahn 9“ in der Försterei Wildbahn, Viernheim, Eichelsdorf, Eudorf, Grünberg, Homberg, Kirtorf, KonradSdorf, Nidda, Ober-Eschbach, und zwar im Staatswald „Lohwald und Wter- bcrg" und für die Gemeinde Holzhauscn, Rabenau für die Gemeinde Odenhausen und für verschiedene Forstorte der Freiherr von Nordeck zur Rabenau'schen Waldungen, Romrod, Schotten, Storndorf und Ulrichstein. Die Bieter erkennen die Submissions- bedingungen durch Einreichung chrer Gebote als rechtsverbindlich an und sind 14 Tage an diese gebunden. Nähere Auskunft erteilen die betreffenden Forstämter. Es empfiehlt sich, vor Abgabe der Gebote sich mit diesen ins Benehmen zu setzen. Die Gebote sind schriftlich — unter Bezeichnung deS Forstamts und der Waldungen — mit der Aufschrift „GraSsamensubmission" spätestens bis zu dem dem Submissionstermin vorhergehenden Tage, also spätestens bis Dienstag, de« 12. Jnni lsd. IS. bei dem Forstamt Darmstadt emzureichen. Für jedes Forstamt ist daS Gebot auf einem besonderen Blatt abzugeben. Darmstadt, den 26. Mai 1928. Das Sekretariat. Hess. Ministerium der Finanzen Abteilung für Forst- u. Kameralverwaltung Hüllen. Bett.: Erholungsaufenthalt für Kinder an der See. 5355 B An der diesjährigen Kur im Ostfeebad Arendsee-Brunshaupten (Mecklenburg) vom 3. Juli bis 14. August 1928 können Kinder teilnehmen, deren Eltern die Kosten selbst üvernehmen. Anmeldungen bis spätestens zum 9. Juni 1928 beim städtischen Jugendamt, Garten- traße 2, Obergeschoß, Zimmer Nr. 13. Gießen, den 31. Mai 1928. Der Oberbürgermeister Wohlfahrtsamt, Abt. Jugendamt. Dr. Frey. 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