i Allerlei. i S lübÄ 1 bis 3zo '^deutscher «bt KM- und [ 3.25 biz'yen. uni : 3|25 bis £rc6et *Sbet ^lachtdiehmarft OAt^htieb- *12«, Wen, 67 Tt„rL Salbe , £ 2S"- S5C r (QaLv r^0^. 619$ ^chlachtweri?§ilchige, 55 b^57 ,Sett> 5$ bis 54, SeÄt?011- Wullen) S 41 b18 50: Elverts 5?b?S N-Ä' ■ ousgemästete 47 L flacht. äffe»*** Kalber: Deste Ach ’ 75, mittlere Mast, ur» geringe Kälber 54 bis 64 mer unf> jüngere Mast. ’ d's 54; mittlere Mast, mrael und gut gemhrli -chwern«: Fettichweine dgewrcht 56 bis 58; M, ettoa 240 bis 303 Pfunk 58; von etwa 160 bi- W 55 bis 57; fleischig, » bis 160 Pfund Lebend xiuen 45 bis 52 Mk. ozent. n 168,18 111,Z 59.W 2,60 Ä iS 13.06 j),Ü 'i? i'i £0* I onruno 8rie- -Mv 1,796 58,5" 111.'* 112-1 112.6 10,57 22,24 20,469 4.2W0 16.JI» .0,83 11,3- 1,972 0> 59-$ 12,14- 7 293 73,39 3,033 81,8 iS !Z JO>3 hi. mj 1R, -l I i-S Ms 1,791 38,405 1U-» 112.2 112,4- 10,556 22,21 80,43« stS Ä 1,96? 0,50» 59,06 12,42 7,37» 73,31! s Kro 4,*-’ 80> 0,4« 8,30 111,72 59,2« 2.62 112.60 81.01 11.« 1M« 73,8- 0.® Ur. 26 Erster Blatt 178. Jahrgang vienrtag, 5b Januar 1928 Cr|d)«tnt täglich,mcher Sonntags und fttxertags. Beilegen. Eietzener FamilienblStter Heimat im Bild Die Scholle Monatr.vezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«, postschecktonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck «ud Verla-: vrühl'sche UuioerfitSlr-vuch' «nd Ztetnvruckerel K Lauge in Sietzen. ZchrMettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Laoahme oon Hnjetgcn für die Tagesnummer vis znm Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20 \ mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; er den übrigen Teil Ernst lumfchein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Stresemann fordert Rheinlandraumung ohne neue Sichecheiten. Außenpolitische Aussprache im Reichstag: Deutschland und das Abrüstungsproblem.-Verhandlungen mit Polen und Litauen. Berlin, 30. San. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Auswärtigen Amts. Der Ausschuh hat dem Etat mit unwesentlichen Aenderungen zugestimmt. ReichSaußenminister Dr. Stresemann druckt zunächst seine Freude darüber aus, daß alle Parteien sich für die Erhebung der Gesandtschaften in Chile und Argentinien zu Botschaften ausgesprochen haben. Die Reichsregierung hat in der vergangenen Woche dem Bölkerbund in einer Denkschrift ihre Bemerkungen zur Sicherheits- und Ab- rüstungsfrage mitgeteilt. Wir haben vollständig obgerüstet und ein ganzes Retz von Schiedsverträgen abgeschlossen. Es ist eine Binsenwahrheit, daß der Bölkerbund sein Ziel nicht erreichen kann, wenn sich seine Mitglieder durch Verträge in verschiedene Gruppen spalten. Es darf in der Oeffentlichkeit nicht der Eindruck entstehen, als ob die Sicherheit eines einzelnen Staates auf Kosten der Sicherheit anderer Staaten begründet werden soll, als ob es weniger auf die Sicherung des Friedens, als auf die unmittelbare Borbereitung der nächsten Kriege ankomme, als ob das Ziel nicht die allgemeine Bcrständigung, sondern die Berewigung bestimmter Machtpositionen einzelner Staaten sei. (Sehr richtig!) Die deutsche Denkschrift spricht das so klar aus, dah es mir unverständlich ist, wie der „Vorwärts" darin einen Rückschritt hinter Locarno sehen kann. Wir haben verschiedene Handelsverträge abgeschlossen, darunter mit Frankreich. Wir stehen in Verhandlung mit der Tschechoslowakei, Polen und Litauen. Die Verhandlungen mit Litauen stehen kurz vor dem Abschluß. Während der Anwesenheit des litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras in Berlin haben zwischen ihm und mir Besprechungen stattgefunden, die eine weitgehende Lleberein- stimmung unserer Ansichten ergaben. Das Ergebnis ist der Abschluß eines Schiedsgerichts und Ausgleichsvertrags und verschiedener technischer Verträge. Auch über die Verhältnisse im Memelgebiet und über die dort verbliebenen deutschen Optanten ist eine befriedigende Regelung erzielt worden. Was unser Verhältnis zu Polen betrifft, so ist die Leidensgeschichte unserer Handelsvertrags- Verhandlungen bekannt. 3m 3uli v. 3. ist die Ricderlassungssrage geklärt worden. 3n den daran anschliehenden Wirtschaftsverhandlungen ist von uns in einem Protokoll das Ausmaß der wirtschaftlichen Konzessionen auch auf dem Gebiete der Landwirtschaft festgelegt worden. Diese Festlegung entsprach einem einmütigen Beschluß des Gesamtkabinetts. 3ch muh es deshalb zurückweisen, wenn in einem Aufsatz des Pommerfchen Landbundes und in der „Deutschen Tageszeitung" gesagt wird, dah die Hemmungen gegenüber dem Schuh der Landwirtschaft vom Auswärtigen Amt ausgehen. (Lebhaftes Hört! Hört! links.) Lind wenn in den Entschließungen des Landbundes gesagt wird, man werde nicht dulden, daß überhaupt ein Handelsvertrag mit Polen zustande kommt (Hört! Hört, links); ein Handelsvertrag ist nicht ein Geschenk, das ein Staat dem anderen gibt. Wir sind nicht in der Lage, uns eine wirtschaftliche Selbstherrschaft leisten zu können. Einmütig haben alle in der Reichsregierung vertretenen Parteien sich für diesen Vertragsabschluß ausgesprochen. 3n welche Lage kommen aber unsere Delegierten bei den Verhandlungen in Warschau, wenn ein derartiges Echo aus dem Deutschen Landbund kommt. (Beifall.) Bei den Besprechungen der deutsch-französischen Beziehungen bedauert der Minister die Trübung dieser Beziehungen durch die Fortdauer der Rheinlandbesehung. Menn französische Stimmen die Aufhebung der Besetzung davon abhängig machen wollen, dah ■ Deutschland weitere Sicherheiten gewährt, so wird übersehen, dah der Locarnovertrag alle Sicherheiten bietet, die überhaupt ein Staat dem anderen bieten kann. Mer nach weiteren Sicherheiten ruft, seht Zweifel in den Locarnovertrag. Wenn wir nicht das vertrauen haben, dah die geschlossenen Verträge gehalten werden, dann hat es überhaupt keinen Zweck, Verträge zu schlichen. (Beifall.) Die im Locarnovertrag Frankreich gegebene Sicherheit ist durch Englands Macht und Englands Wort gatan- tiert. Das verlangen nach weiteren Sicherheiten wäre also ebenso eine Beleidigung Deutschlands wie Englands, weil es sich aus die Vorstellung des Worlbruches beider gründet. (Beifall.) Ls muh endlich einmal daraus hingewiesen werden, dah in dem Rufe nach Sicherheit gegen Deutschland ein Stück Heu- chelei liegt, das nicht länger von der öffentlichen Meinung ertragen werden kann. (Stürmische, allseitige Zustimmung.) wir fordern die Rheinlandräumung» weil wir die deutsch - französische Verständigung als die Grundlage des europäischen Friedens ansehen und weil wir in der Fortdauer der Besetzung eine unüberwindliche Hemmung der deutsch-französischen Verständigung sehen. Wir sind keineswegs gewillt, die Abkürzung der Besetzung mit andauernden Verzichtungen zu erkaufen, die über die Bedingungen des Versailler Vertrages hinausgehen und geeignet sind, das Mißtrauen zu verewigen und damit eine wirkliche und wirksame Friedenspolitik zu verhindern. (Lebhafter Beifall.) Dr. B r e i t s ch e i d (Soz.): Auf die Erörterung der Kriegsschuldfrage sollte man nicht übertriebenen Wert legen, so lange nicht auch die Archive der beteiligten fremden Staaten geöffnet sind. Der Redner wendet fich gegen die Art der Ausbildung von Sozialattaches. Diese Posten sollten mit fähigen Leuten aus der Wirtschaft, eventuell auch aus dem Arbeiterstande, beseht werden. Das Auswärtige Amt schließe sich zu sehr ab. Rur dem jugendlichen deutschnativnalen Abgeordneten Fürsten Bismarck sei die Aufnahme in den auswärtigen Dienst sehr leicht gemacht worden. — Anführung: Wohl dir, dah du ein Enkel bist (Heiterkeit). Das Auswärtige Amt betrachtet sich fast als einen exklusiven Klub, in dem nur Besitz und Adel Aufnahme findet. (Rufe rechts: Der Adel ist abgeschafft.) 3ch bin gern bereit, Sie in Zukunft nur Herr Rheinbaben zu nennen. (Heiterkeit.) Am Verfassungstage, so fährt Dr. Dreitscheid fort, hätten viele deutsche Gesandtschaften und Botschaften eine Haltung gezeigt, die mit der erforderlichen Achtung vor der republikanischen Staatsform nicht vereinbar gewesen sei. Mit der Art der Führung der deutschen Außenpolitik sei die Sozialdemokratie im großen und ganzen einverstanden. Die Kundgebung der Vereinigten Staaten müsse mit einiger Skepsis aufgenommen werden. Die Friedenssicherung sei nicht eine Sache des guten Willens, sondern der technischen Organisation, vor allem auf dem Gebiet der internationalen Schiedsgerichtsbarkeit. In Ikbereinffimmung mit dem Außenminister erklärt der Redner, daß Deutschland v o l l - ständig abgerüstet, alle Sicherheiten geleistet und deshalb einen Anspruch darauf habe, dah nun von den übrigen Staaten der Anfang mit der Abrüstung gemacht wird. Bei aller Gegnerschaft gegen die 3nnenpolitik des litauischen Diktators Woldemaras stimme die Sozialdemokratie dem Schiedsvertrag mit Litauen zu. Zu begrüßen sei die energische klare Stellungnahme des Ministers des Aeußern für den Vertragsabschluß mit Polen. Die Erklärung habe leider Minister Schiele nicht mitangehört, Minister Schiele, der geschwiegen habe auf die Frage, wie er sich zur Campagna des Landbundes gegen den Vertragsabschluß stelle. Polen sei freilich ein schwieriger Verhandlungspartner, und man müsse angesichts der letzten unerträglichen Grenzverordnung Polens eine Handhabung des Riederlafsungsrechtes fordern, die eine Regelung bringt, wie sie unter Kulturvölkern selbstverständlich sein sollte. Die deutsche Sozialdemokratie stehe ganz auf dem Standpunkt des Außenministers, daß Deutschland einen Anspruch auf Aufhebung der Rhein- landbesehung hat. Die Deutschnationalen hätten seit ihrer Regierungsbeteiligung absolut nichts in der Desehungsfrage erreicht, die Bilanz der Bürgerblockpolitik sei auch außenpolitisch gleich Rull. Das 3ahr 1928, so schließt der Redner, bringt Reuwahlen in Deutschland, Frankreich, Polen und anderen Ländern. 3n diesem 3ahre wird sich entscheiden, ob die Politik des Friedens von Dauer und Erfolg sein wird. Abg. v. Freytag-Loringhoven (Dn.) meint, die Erklärungen des sozialdemokratischen Redners zur Desetzungsfrage könnten mit Genugtuung begrüßt werden. Die Deutschnationalen könnten Tatsachen, die eine frühere Regierung geschaffen hat, nicht von heute auf morgen beseitigen. Sie müßten versuchen, das beste aus ihnen zu machen, und das vertrage sich öurJ aus mit der Kritik an der Politik, die zu Locarno und Genf geführt habe, solche Kritik werde durch die Zugehörigkeit zur Koalition nicht behindert. Denn die Koalition sei nach den Worten des Reichskanzlers Arbeitsgemeinschaft und nicht Gesin- nungsgemeinschaft. Das Unbehagen an den Genfer Verhältnissen sei ganz allgemein. Der Kern des Problems liege in der Rotwendigkeit, durch die allgemeine Ab- r ü ff u n g die fehlende Gleichberechtigung und durch Ausbau des Artikels 19, der eine Rachprüfung unanwendbar gewordener Verträge vocfieht, eine wirkliche Friedensordnung zu schaffen. Eine wirksame Friedensbcwahrung sei nur auf dem Boden des Rechtsgedankcns, nicht aber auf Grund der Gewaltverträge von 1919 möglich. Das spreche die deutsche Rote aus und darin liege ihre große Bedeutung. Deutschlands Aufgabe im Völkerbund sei die Verfechtung des Rechtsgedankens. Wenn die französische Oeffentlichkeit diesen Gedanken ablehne, so beweise das nicht, dah der Gedanke falsch ist. sondern daß er nicht Hand in Hand mit Frankreich verwirklicht werden kann. Dah Frankreich heute eine Verständigung nicht wolle, zeige sich auch bei seiner Ostpolitik, die vielleicht auf ein O st - locarno ohne uns hinauslaufe. Der Redner weist darauf hin, dah die neutralen und überseeischen Staaten gleich uns den Völkerbund in den Dienst des Rechtes der Wirtschaft und Kultur stellen wollten. Mit diesen mühten wir zusammengehen. Zugleich ergäben sich Verbindungslinien zu den natürlichen Gegenspielern Frankreichs, in erster Reihe zu 31 a I i e n. Richts von den Locarnohoffnun- gen sei erreicht. Das zeige, dah der bisherige Weg nicht richtig war. Die Vertröstung auf die Wahlen könne nicht verfangen. Wir mühten es vielmehr mit einem anderen Wege versuchen. Zwei Schritte auf diesem Wege seien getan, der von den Deutschnationalen angeregte Beitritt zum Haager Gerichtshof und die Unter« schreibung des Artikels 19 in der neuen deutschen Rote. Die Politik der Linken habe versagt, daran könnten auch die Besuche Wirths und Koch-Wesers nichts ändern. Die Außenpolitik der jetzigen Regierung habe doch vieles erreicht. (Lebhafte Zurufe des Abg. Dr. Wirth (Zentr.) und aus den Reihen der Demokraten und Sozialdemokraten: „Doch nur im Sinne unserer Politik!") Gewih, mit der Politik, die Sie eingeleitet haben, aber wir habey sie in unserem Sinne fortgesetzt. (Lebhafte Rufe links: „Ra, also!") Abg. Dr. Bredt (Wirtsch. Vgg.) weist auf die gegenwärtige Haltung der französischen Außenpolitik hin, die in keiner Weise die an Locarno und Thoiry geknüpften Hoffnungen erfüllt habe. Für Deutschland bleibe nur die Politik des Abwartens, bis wenigstens der Anspruch auf die Rheinlandräumung erfüllt sei. Die deutsche Außenpolitik müsse sich umstellen und alle Illusionen aufgeben, die sich an die Genfer Unterhaltungen knüpften. Der ganze Dawesplan stehe und falle mit der Voraussetzung, daß das Ausland die deutschen Waren abnimmt. So zeige sich der enge Zusammenhang zwischen Außenpolitik und deutscher Wirtschaftspolitik. Hier wird die Aussprache unterbrochen durch die zurückgestellten Abstimmungen zum 3 u st i z e t a t. Die Anträge und Entschließungen der Oppositionsparteien werden abgelehnt, die demokratische Entschließung auf Lieber- nähme der 3ustizhoheit der Länder aus das Reich im Hammelsprung mit 172 gegen 134 Stimmen. Für diese Entschließung hat auch ein Teil der Deutschen Volkspartet gestimmt. Der Etat wird in zweiter Lesung angenommen. Das pariser Ccho. Blätterstimmen zur Stresemannrede. Paris, 31. 3an. (W.T.B. Funkspruch). Rur wenige Blätter nehmen heute früh zu der gestrigen Rede des Reichsauhenministers Dr. Stre- femann, die übrigens die Presse in längeren Auszügen wiedergibt, Stellung. Zustimmend äußert sich heute lediglich das radikale „Oeuvre". Das Blatt erklärt, der jetzige Reichsminister des Aeußem sei unzweifelhaft ein wahrhafter Staatsmann. Seine Rede habe nichts Aggressives enthalten. Sie stelle sich dar als die einfache Analyse einet Politik, die fortgesetzt beeinflußt sei von den 3nteressen des deutschen Volkes, aber deshalb in keiner Weise die 3nte reffen der anderen Völker störe. Strese- manns Rede sei eine Rede von großer Mäßigung und großer Geschicklichkeit gewesen." — Ablehnend verhalten sich die Rechtsblätter. „Echo de Paris" schreibt: „Die gestrige Rede Stre- femann bedeutet das Ende der langen Zurückhaltung, die der Chef der Wilhelm« strahe ber deutschen Politik seit Oktober 1926 aufzuerlegen für angebracht gehalten hat. Strese- mann ermahnt uns im Grunde genom ien, daran zu denken, daß die Seele der Menschen im allgemeinen und die der Deutschen im besonderen seit sechs 3ahrsn einen tiefen Wechsel durchgemacht hat. Er pocht auf diese moralische Revolution. Rach der furchtbaren Lehre, die wir erhalten haben, fühlen wir uns ermächtigt, von Deutschland ohne Haß, aber auch ohne Schwäche zu fordern, dah es noch bis 19 35 den Beweis für seine innere Er trerung sortsetzt." — „Gaulois" schreibt: „Stresemann läßt die zeitlich begrenzte Kontrolle zu. Das ist aber auch das Höchstmaß seiner Konzessionen. Lieber 1935 hinaus will er auf keine Kontrolle eingehen. Wird Frankreich, für das die Rheinlandbesetzung die einzige Garantie der Reparationen ist, den Sperling in der Hand für d ie Taube auf dem Dache fahren lasten?" DieVerlinerTWMgdesReiOÄandhundes Berlin, 30.3an. (WTB.) Unter Beteiligung von etwa 20 000 Mitgliedern aus allen Gauen des deutschen Vaterlandes wurde heute der 8. Reichslandbundtag in Berlin abgehalten. Es wurden mittags zwei Versammlungen zu gleicher Zeit — im Zirkus Busch und im Großen Schauspielhaus — abgehalten. Rachdem unter Marschklängen Ortsgruppen, Landjugendbünde und Reitervereine mit ihren Fahnen in den mit Fahnen und Lorbeerbäumen geschmückten Zirkus Busch einmarschiert waren, begrüßte der Präsident des Reichslandbundes, Reichstagsabgeordneter Hepp die zahlreichen Gäste, insbesondere die Vertreter aus Danzig und dem besetzten Gebiet. Ferner bewillkommnete er die Reichsminister v. Keudell, H e r g t und Schiele, sowie die Vertreter der Behörden, die Landleute aus den Landbünden des Ostens und aus dem österreichischen Druderlande. Oer zweite Präsident des Ro^ulandbundes Gras von Kalckreuth führte dann etwa folgendes aus: Das wahrhaft Katastrophale an der Lage der Landwirtschaft ist die Tatsache, dah den sieben Milliarden neuer Schulden so gut wie keine investierten Mehrwerte in unseren Betrieben gegenüber» stehen. Die Landwirtschaft hat in den letzten vier 3ahren ein Drittel ihres Vermögens einfach verloren und noch besteht keine entscheidende Aussicht auf eine Aenderung der Lage. Wenn sich der Landwirt heute etwas vorzuwerfen hat, dann ist es höchstens, dah er z u rasch mit zu großem Wagemute dem Ziele, das deutsche Volk auf deutscher Scholle zu ernähren, zugestrebt hat, ohne sich zu gleicher Zeit die notwendigen Abfahorganisationen zu schassen, die auch ihrerseits auf den Preis des Produktes einen bestimmten Einfluß auszuüben vermögen, wie dies bei 3ndustrie und Gewerbe -durchgeführt ist. Solange nicht die Möglichkeit zu wirklich rentabler Wirtschaft gegeben ist, muh der Grundsatz jede Maßnahme des Landwirtes beherrschen, alle irgendwie vermeidbaren Ausgaben zu unterlassen und nichts aufzuwenden, was zur Aufnahme neuer Schuldenlasten zwingt. Für die Gesamtheit des deutschen Volkes bedeutet diese erzwungene Reägnat on des Landwirtes mit absoluter Sicherheit eine Vergrößerung des heute schon 4 Milliarden betragenden Defizits unserer Handelsbilanz um weitere Milliarden. Soll diese Katastrophe verhindert werden, so müf en in erster Linie die Quellen verstopft werden, aus denen das deutsche Volk die dauernde Entwertung seiner Währung im 3nlanöe speist. Reben der Verstopfung der Entwertungsquellen muh aber endlich den Landwirten die Möglichkeit gegeben werden, auch den Preis ihrer Produkte der allgemein gesunkenen Kaufkraft der Mark im 3n- lande anzu gleichen. Ein noch wichtigeres Mittel zur Sicherung angemessener Preise für die landwirtschaftlichen Produkte ist ein Zollschuh, der die günstigeren Produktionsbedingungen des Auslandes ausgleicht, und Sorge trägt, daß man den deutschen Landwirt in seinen Produktionsbedingungen nicht schlechter stellt. Der augenblickliche Rotstand in der Landwirtschaft hat den Reichslandbund veranlaßt, mit besonderen Forderungen nach Steuer st undungen in weitem Maße an die zuständigen Stellen heranzutreten. Auch heute wiederholen wir noch einmal die bekannten Forderungen nach Vereinfachung des gesamten Steuersystems, des Veranlagungs- und Kassenwesens und erwarten, daß das Steuervereinheitlichungsgesetz einer fühlbaren Senkung der Realsteuern Rechnung trägt. Die steuerliche Ueberlaft bewirkt eine gefährliche Aushöhlung des Privateigentums. Die Entwicklung der Rachkri'egssozialpolitik gibt uns zu den schwersten Bedenken Anlaß. Der Gesamtsozialetat, der Aufwendungen in einer Höhe von ungefähr vier Milliarden erfordert, beweist, daß die Schwere der Lasten in keinem Verhältnis zur Leistungsfähigkeit der Verpflichteten steht. Die Auswirkung auf die Landwirtschaft zeigt sich in einer offensichtlichen Verschärfung der Leutenot. Die Landwirtschaft verlangt, daß sie in die Lage verseht wird, ihren Arbeitern einen Lohn zu zahlen, der den in der 3ndustrie für gleich schwere Arbeit gezahlten Löhnen vollauf entspricht. Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Schiele überbrachte die Grüße und Wünsche des Reichspräsidenten, des Reichskanzlers und der gesamten Reichsregierung und führte dann u. a. folgendes aus: Rach vier 3ahren angestrengtester Arbeit steht unsere Landwirtschaft vor einer Bilanz, die von schweren Verlusten und schwerer Rot zu berichten weiß. Die sieben Milliarden landwirtschaftlicher Verschuldung mit ihrer gegenüber den Wirtschaftsergebnissen völlig untragbaren Zinsen- last sind die erschütterndsten Beweise dafür, Daß die große Mehrzahl unserer landwirtschaftlichen Betriebe mit Verlust gearbeitet Hai. Die Landwirtschaft hat jährlich einen wirtschaftlichen Fehlbetrag von über einer Milliarde a l s neue Schulden aufnehmen müssen. Auch die günstige Ernte von 1925 konnte den seit der Stabilisierung immer stärker fortschreitenden Derschul- dungsvorgang nicht aufhallen. Runmehr droht die unter dem Einfluß der Witterungsverhältnisse vielfach schwer geschädigte Ernte der beiden letzten 3ahre die Katastrophe auszulösen Die Derschuldungsmöglichkeit hat ihren Höhepunkt erreicht, sie hat ihn teils überschritten. Die entscheidende Qlenberung m der Lage der Landwirtschaft ist nur herbeizuführen durch eine Politik, die auf allen Gebieten planmäßig und zielbewuht auf eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Grundtatsachen hinwirkt, durch die die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Detriebsfuhrung bestimmt werden können. Das Wichtigste aber bleibt die Stärkung der handelspolitischen Stellung der Landwirtschaft, denn der Druck einer R a h - rungsmitteleinfuhr von jährlich vier Milliarden Mark, von der wir drei Milliarden im eigenen Lande erzeugen könnten, ist kaum noch zu ertragen. Sie ist die wesentliche Ursache für die Riesendefizite unserer Landwirtschaft. _ Die überflüs ige Rahrungsm.t eleinsuhr bedeutet überdies eine riesenhafte Aussperrung deutscher Arbeiter. Sn der Herabdrückung der Rahrungsmitteleinfuhr ist nicht nur das Schicksal der Landwirtschaft, sondern auch das Schicksal der ganzen deutschen Wirtschaft beschlossen. Es darf kein Schwanken mehr in der Richtung unserer Wirtschaftspolitik geben. Es geht vor allem um den deutschen Osten, es geht um Ostpreußen! Der Osten ist verloren, wenn ferne Landwirtschaft stirbt. Schon setzt der A b w a n- derungs ström aus dem Osten bedenklich ein Der Weg zu einer Gesundung unserer Handelsbilanz, der Weg aus der Verschuldung heraus, der Weg aus der dauernden Arbeitslosigkeit, der Weg zur Unabhängigkeit zum Auslande geht über die Erstarkung der deutschen Landwirtschaft. Es ist klar, daß man das Vaterland verliert, wenn man das Land, wenn man die Scholle verliert. Gebt dem deutschen Bauer den Ackerpflug wieder fester in die Handl Er ist bereit, mit starker Faust und leidenschaftlicher Liebe zu seinem Beruf und zu seiner Heimat diesen Pflug mit aller Kraft tiefer in den Boden zu drücken und herauszuholen, was herauszuholen ist! Rach einem Schlußwort des Präsidenten des Reichslandbundes. Reichstagsabgeordneten Hepp und dem gemeinsamen Gesang des Liedes „Sch hab' mich ergeben" wurde die Tagung beendet. Die Regierungsbildung in Hessen. Die Sozialdemokraten entscheiden sich für den Weiterbestand der Weimarer Koalition. Darmstadt, 30. Jan. Der in Darmstadt erscheinende „hessische volksfreund", das Organ der Sozialdemokratie, teilt mit: „Die sozialdemokratische Fraktion im hessischen Landtag hat in rlebereinstim- mung mit dem Landesausschuß der Sozialdemokratischen Partei gegen eine nicht unerhebliche Minderheit beschlossen, die Verhandlungen zur Regierungsbildung nicht mehr nach zwei Seilen, das heißt, auf der einen Seite mit dem Zentrum und auf der anderen Seite mit der Deutschen Volkspartei, sondern nurnochausder Basis der alten Weimarer Koalition mit Zentrum und Demokraten weiter zu führen. Damit ist die Entscheidung für den weiterbestand der bisherigen Koalition und für die Neubildung der Regierung aus der Grundlage dec bisherigen Koalition gefallen. Um kommenden Mittwoch soll nochmals eine Vollsitzung der Fraktionen der Sozialdemokraten, der Demokraten und der Deutschen Volkspariei stattfinden, um Mißverständnisse zu beseitigen, die auf dem Gebiete der Sozial- polittk und der Wirtschaftspolittk in den Verhandlungen mit der Deutschen volkspaclei entstanden zu fein scheinen und an deren Beseitigung die Deutsche volkspaclei Interesse hat. Der A b s ch l u h der Verhandlungen mit Zentrum und Demokraten dürfte, nachdem in den Grundfragen eine Einigung erzielt worden ist, die den Mindestforderungen der Sozialdemokratie gerecht wird, nunmehr rasch erfolgen, so daß in kurzer Zeit mit dec Neubildung dec Regierung in Hessen zu rechnen ist." Der Reformausschuß. Die Stellung des Reichssparkommissars im Ausschuß für Berwaltungsreform. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 31. San. Wie man aus parlamentarischen Kreisen hört, hat der Aeichsspar- k o m m i s s a r , der nach den bisher vorliegenden Vorschlägen der Reichsregierung Mitglied der Kommission zur Verwaltungsreform werden sollte, die seinerzeit aus der großen Länderkonferenz in Berlin beschlossen wurde, jetzt den Wunsch ausgesprochen, nicht aktives und stimmberechtigtes Mitglied dieser Kommission zu werden. Es heißt, daß der Sparkommissar sich mit der Rolle eines Generalberichterstatters und Gutachters begnügen wolle. Rach unseren 3n= sormationen geht er dabei von der Erwägung aus, daß seine Mitgliedschaft In der Achtzehnerkommission ihn vielleicht entgegen seinen Absichten bei etwaigen Differenzen oder prinzi- piellen Gegensätzen der Anschauungen unötiger- weise auf eine der betreffenden Parteien f e st - le gen könnte, wodurch seine Arbeiten als Reichssparkommissar möglicherweise nur erschwert würden. Wer als sein Rachfolger von der Reichsregierung in den Ausschuß bestellt wird, steht anscheinend noch nicht fest. Man horte den Ramen des Präsidenten des Städte- ttiges, Dr. M u l e r t, nennen, ohne aber die Gewißheit zu haben, ob seine Kandidatur wirk- na) ernsthaft in Frage kommt. Weiter verlautet, daß man an Stelle des einen ursprünglich vor- geschlageiien Historikers, den man von feiten ichsregierung in die Kommission entsenden wollte, sich letzt entschlossen hat, einen Staats- rn u? n e als zweiten akademischen Verwaltungsiunsten in die Kommission zu be- Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Strelitz. Reust re lih, 30 San. (WTB.) Wie aus dem Mecklenburger Staatsministerium mitgeteilt wird, hat eine Rachprüfung der ersten vor- lauf gen Berechnung d?r Mandate für den neuen Mccklenburg-Streliher Landtag zur Aujdeckung eines Irrtums geführt. Rach bissen Beseitigung ergibt sich eine anderweitige Berechnung der Mandate. Die D e u t s ch n a t i o n a l e n erhalten nicht, wie zuerst mitg teilt, neun sondern a ch t Mandate, dafür erhalten die K o m m u - nisten statt zwei drei Mandate Deutsche Wirtschaftspolitik. Sm Haushaltsausschuß des Reichstags wurde die allgemeine Aussprache über den Haushalt des Reichswirt cha t minner um8 fortgesetzt. Abg. Dr. Reichert (Dntl.) gab der Meinung Ausdruck, daß wegen der Erhöhung der Eisen- preise ein Anlaß für die angekündigten Maßnahmen auf Grund der Kartelloerordnung nicht vorliege. Die Volkswirtschaft sei nicht gefährdet. Man dürfe nicht einseitig einem Teile der Wirtschaft Din- düngen auferlegen. Ober wolle das Ministerium auch gegen Schiedssprüche austreten, die höhere ßöhne festsetzen oder gegen Erhöhungen der Bahntarife? Ebenso bedenklich sei eine Zollsenkung. Abg. Ersing (3entr.) weist nachdrücklich auf die starken Preissteigerungen hin, die die Werke in öffentlicher Hand gegenüber der Vorkriegs,zeit beschlossen hätten. In Berlin sei z. B. der Fahrpreis für die Straßenbahn von 10 auf 20 Pfennig, also um 100 Prozent erhöht. So dürfe es nicht weitergehen. Werde man ferner nicht 200 Millionen erststellige Hypotheken beschaffen können, würden die Kosten für die Erwerbslosen ungemessen ft eigen. Reichöwirtschastsminister Or Curtius: Die Höhe der Auslandanleihen halte ich noch nicht für beunruhigend. Die gesamten Auslandanleihen belaufen sich auf rund 4,5 Milliarden Mark, dazu kommen noch kurzfristige Verpflichtungen von 2 bis 3 Milliarden, das ergibt — abgesehen von den Daweslasten — runb 6 Milliarden Mark. An Zinsen und Annuitäten sind insgesamt 400 Millionen Mark auszubringen. Darin sehe ich keine Gefährdung unserer Währung. Diese Kredite sind im großen und ganzen produktiv bewertet. Die Frage der eigenen Kapitalbildung muß stärker in den Vordergrund treten, aber ich schätze die eigene Kapitalbildung auf mindestens den dreifachen Betrag der Auslandanleihen. Eine Drosselung der Auslandanleihcn über das schon eingetretene Maß würde eine Drosselung der Konjunktur bedeuten. Riemand wird sich den De.enken gegen Gefahren einer passiven Handelsbilanz ganz verschließen, aber die Passivität der Handelsbilanz bedeutet noch keine Gefährdung des Wohlstandes des Landes, ebensowenig, wie das älmgekehrte der Fall ist. Entscheidend ist es, ob es uns gelingt, das aufgenommene Kapital produktiv zu verwerten und daß wir weiter in der Lage sind, für den Absatz im Sn lande und im Auslande zu sorgen. Trotz der großen Passivität unserer Handelsbilanz im Vorjahre haben wir doch zugleich unsere Ausfuhr gesteigert, gerade auf dem Gebiete der Fertigwarenausfuhr. Die Subvention für den Erzbergbau an der Sieg usw. haben wir aus politischen Gründen einfteLen müssen. Sine Stärkung dieses Bergbaues ist erreicht. Gegenwärtig fyiß Verhandlungen im Ga nge, Sonder- frachttarife für diesen Erzbergbau an der Sieg zu erreichen. In her Frage der Ausfuhrförderung beabsichtige ich, die eingeschlagenen Wege weiter zu gehen. Mein Bestreben geht dahin, Auslandkapital, oder Kapital des Inlandes geeignet zu verwerten, um eine Exportbank ins Leben zu rufen. Die hauptsächlichste ©tiger ung bei den Bau - preisen sei auf dem Gebiete des Holzmarktes zn verzeichnen und hier fei es die öffentliche Hand, die ihre Monopolstellung ausgenutzt habe. Gegen sie habe er mit dem Paragraphen 4 der Kartellverordnung, so meinte der Minister scherzhaft, nicht vorgehen können. Die Wohnungsbeschaffung selbst sei Sache des Arbeitsministeriums. Aber auch er halte die Heranziehung von Auslandgeld für unbedingt notwendig. Zur Eifenpreiserhöhung betonte der Minister, daß er in feiner Verordnung absichtlich von einer Gefährdung des Allgemeinwohls, aber nicht von einer Schädigung gesprochen habe, wie ja auch die Kartellverordnung lediglich die Gefährdung vorsieht. Der Minister verwies daraus, daß die Eisenindustrie durch ihre Kartellierung eine Monopol st ellung gewonnen habe und warnte die Industrie, diese Stellung zur ungeühr- kichen Erhöhung der Eisenpreise zu mißbrauchen. Für den Fall, daß eine Industrie ihre Kartellierung oder Syndikalisierung den freien Markt und die freie Konkurrenz ausschalte, untergrabe sie damit das Prinzip der freien kapitalistischen Wirtschaft, das sie zu verteidigen glaube, selbst, und öffne damit den Weg für eine gemeinwirtschaftliche Regelung. Die Gimuttanschule. Kompromißvorschläge für eine Einigung zwischen Volkspartei und Zentrum. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 31. San. Der Gegensatz zwi chen Zentrum und Volkspartei in der Frage des Schulgesetzes hatte sich zuletzt vor allem um den berühmten § 20 kristallisiert. Die Stellungnahme der Volkspartei ging dahin, daß sie ein unbegrenztes Weiterbe st eh en der Simultan s ch u I e in den drei Ländern Baden, Hessen und R a s s a u sichern wollte und zugleich das Gesetz so zu formulieren wünschte, baß auch die Möglichkeit offen blieb, in anderen Ländern auf Grund bestimmter Voraussetzungen die Simultanschule einzuführen. Das Zentrum seinerseits verlangte für die südwestdeutschen Länder eine Begrenzung des Weiterbestehens der Simultanschule und wollte erst recht nichts von einem Reuaufbau dieser Schulart In anderen Ländern wissen. Man hört nun aus führenden Kreisen der Deutschen Volkspartei, daß man dem Zentrum auf Grund der sog. Fehrenbachsormel entgegenkommen wolle. Das würde bedeuten, daß die Volkspartei prinzipiell^ auf eine gesetzliche Regelung verzichtet, die die Möglichkeit neuer Simultan s ch u l e n in anderen Ländern, ausgenommen den drei südwestdeutschen Staaten, offen läßt. Es heißt, daß die Volkspartei aber für dieses Entgegenkommen auf der unbegrenzten Fortdauer der bisher bestehenden südwestdeutschen Simultanschulen bestehen wird. Obwohl dieser Kompromißvorschlag auf Grund der Fehrenbach- forme! dementiert wird, scheinen tatsächlich Ver- handlungsversuche in dieser Richtung gemacht zu werden. Selbstverständlich ist die Haltung des Zentrums gegenüber diesen Vorschlägen zu- nächst ablehnend. Aber in parlamentarischen Kreisen gibt es Optimisten, die auf Grund der neuen Situation die Hoffnung nicht aufgeben, daß das Schulgesetz sich auf diese Weise werde retten lassen. Litauen. Das Ergebnis der Berliner Besprechungen: Neuer Kurs in Memel? Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 31. San. Am Sonntagvormittag ist. wie schon kurz gemeldet, im Berliner Auswärtigen Amt der deutsch-litauische Schiedsvertrag von dem Außenminister Dr. Stresemann und dem litauischen Ministerpräsidenten Wolde- maras unterzeichnet worden. Wenige Stunden später ist Herr Woldemaras wieder nach Kowno zurückgekehrt. Die Frage nach dem Erreichten und dem, was wir den Litauern zugestanden haben, liegt natürlich nahe. Aufschluß darüber vermag das amtliche Kommunique aber nur denjenigen zu geben, die über den Verlauf der Berliner Besprechungen einigermaßen orientiert waren und die außerdem noch mit der Materie, die man behandelt hat, vertraut sind. Seder andere wird über die brennendsten memelländischen Fragen, die uns am meisten am Herzen liegen, in der amtlichen Mitteilung nicht allzu viel finden. Das kommt daher, weil das Memelstatut die Schlichtung von Streitigkeiten dem Volkerbundsrat überweist. Insolge- dessen konnte das Memelproblem keine überragende Rolle spielen. Trotzdem sind aber beide Minister dahin übereingekommen, wie sie sich in Zukunft beim Auftauchen von Streitigkeiten verholten wollen. Herr Woldemaras hat daneben noch das Versprechen abgegeben, daß im Memelgebiet ein neuer Kurs einsetzen werde, was wir nur so aussassen können, daß er die Absicht hat, den Kriegskommandanten abzubemsen und feinen Rachfolger anzuhalten, die Autonomie des Memellandes nicht mehr anzutasten. Wir müssen aber erst einmal abwarten, was das Kownoer Kabinett zu dieser Erklärung zu sagen hat. Rach der damaligen Ratstagung, auf deren Tagesordnung die Klagen aus dem Memelqe- biet standem mußten wir die Feststellung machen, daß Herr Woldemaras nichts anderes als ein »iftator ohne Macht war. Recht wichtig für uns ist aber die Verständigung über die Optanten, das Aufenthalts- und Rie- derlasfungsrecht. Diejenigen 'Trem4Tän&er die sich für die deut'che Staate ug:‘ ö tg it au e p och n hatten, werden also nicht mepr von dec Ausweisung bedroht. Die Berliner Besprechung hat sehr dazu beigetragen, das deutsch-litauische Verhältnis zu klären und vor allem in andere Bahnen zu lenken. Von einer Freundschaft zwischen beiden Staaten sind wir vorläufig noch weit entfernt, jedenfalls solange wie die Memelländer der großlitauischen Willkür preisgegeben sind. Sind die Litauer vernünftig und fallen sie bei den bevorstehenden Handelsvertragsv rjanblungen nicht in die Fehler ihres polnischen Rachbam, von uns Unmögliches zu verlangen, dann können Schiedsgerichts- und Handelsvertrag zwischen Litauen und Deutschland eine dauerhafte Brücke schlagen. Aber wohlgemerkt nur dann, wenn gleichzeitig den Memelländern das zugestanden wird, worauf sie berechtigte Ansprüche haben. Oec Haushali dec U. G. A. SSVMittionenDollarsürRüstungsausgaben Washington, 30. San. (WB.) Präsident Coolidge eröffnete die Halbjahrversammlung der Budgetbeamten sämtlicher Bundesressorts durch eine längere Aussprache, in der er nochmals eindringlichst betonte, daß das Budget ausbalanziert werden müsse, und daß d i e Steuern nicht um mehr als 225 Millionen Dollar herabgesetzt werden dürften. Die Rationalschuld der Vereinigten Staaten hätte in den zwei Jahren von 1917 bis 1919 um 25 Milliarden Dollar zugenommen, und es habe über acht Jahre gedauert, bis hiervon 8,5 Milliarden Dollar abgezahlt werden konnten. Weitere 8,5 Milliarden Dollar hätten in den letzten zehn Jahren allein für Zinsen für die Rationalschuld gezahlt werden müssen. Diese^ Zahlen zeigten, wie notwendig eine Beschränkung auf unbedingt unerläßliche Ausgaben fei. Den größten Posten । des nächstjährigen Budgets stellten die Kosten für die nationale Verteidigung mit 650 Millionen Dollar dar, was einen Verbrauch von 1200 Dollar pro Minute bedeute. Coolidge wies auf das neue Marinebauprogramm hm, daß das erste seit 1916 fei,. Man wolle lediglich veraltete Schiffe ersehen, und d i e Flotte in bescheidenen Grenzen verstärken. Das Programm solle sich den jeweiligen Verhältnissen und den verfügbaren Mitteln anpassen. Deshalb habe er keinen Zeitpunkt für den Beginn oder die Vollendung vorgeschlagen, aber der Plan sehe vor, daß die Schiffe sobald wie möglich gebaut werden. Coolidge betonte dabei, daß das Programm lediglich die eigenen Bedürfnisse Amerikas berücksichtige und nicht die Absicht eines Wettrüstens mit anderen Rationen enthalte. Aus aller Wett. Reue Bluttat des Posträubers Hein. Sn Plauen erhielt die Kriminalpolizei von dem Maurer Wagner die Mitteilung, daß sich seit Samstag der Posträuber Hein, Der in Weimar einen Kriminalbeamten erschossen hatte, in seiner Wohnung im Hause Hammer- straße 43 aufhalte. Er habe Hein zufällig lennen» gelernt und mit in seine Wohnung genommen. Erst heute vormittag habe er erfahren, daß fein Gast der gesuchte Mörder Hein fei. Darauf begaben sich einige Kriminalbeamte zu der Wohnung, um Hein festzu- nehrnen. Dieser zog einen Revolver und erschoß den Kriminalkommiflar Max Schmidt durch Brustschuß. Der Gendarmeriebeamte End i sch aus Rodewisch, der zur Zeit in Plauen Wachdienst versieht, wurde ebenfalls durch einen Brustschuß so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte’ Sn der durch die Schüsse entstandenen Verwirrung gelang es dem Mörder, wieder zu entkommen. Rach ergänzenden Meldungen hatte der Maurer Wagner die Kriminalpolizei gebeten, Hein nicht in feiner Wohnung festzunehmen, sondern zu warten, bis er auf d i e Straße komme, um mit feinem Fahrrad wegzufahren. Vier Kriminalbeamte postierten sich daher unauffällig I In Haustüren der gegenüberliegenden Häuser und bewachten den Ausgang des Hauses, in dem sich Hein befand. Rach einstündigem vergeblichen Warten begaben sich die Beamten bann doch in das Haus. Kaum hatten sie die Tür zu Wagners Wohnung 30 Zentimeter geöffnet, als schon öle ersten Schüsse krachten. Der Kriminalkommissar Schmidt stürzte sofort, in die Brust getroffen, vom in die Stube und Endisch erhielt einen Llnterleibsschuß. Er brach auf der Treppe zusammen. Die beiden anderen Kriminalbeamten Postierten sich je eine halbe Treppe höher und tiefer, um den Ausgang der Wagner- schen Wohnung im Auge zu behalten. Hein öffnete mehrmals die Tur und schoß. Auch die Kriminalbeamten gaben Schüsse ab und nahmen an, daß Hein getroffen wurde. Als das inzwischen alarmierte lleberfallfommanöo und die Feuerwehr anrückten, die die Straße und das umliegende Gelände abriegelten und die Wohnung durchsuchten, konnten sie Hein nicht mehr finden. Dec Berliner THiUioncnfdjroinbel. Die Llntersuchung der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung "des Millionenbetruges in dem Berliner Lombard- 'haus Paul Bergmann in der Passage 1 hinter den Linden Haven zu aufsehenerregenden Feststellungen geführt. Es ist bekannt geworden, daß Bergmann wegen großer Llnterschlagungen mehrfach vorbestraft gewesen ist und i erst im Vorjahre das Gefängnis verlassen hat. Um so unerklärlicher war es, daß über diese Firma außerordentlich günstige Auskünfte gegeben wurden, auf Grund deren sich mehr als 1000 Geldgeber fanden, die der Firma Darlehen in Hohe von mehr als fünf Millionen gewährten. Als einer dieser Aus- funftgeber wurde der Staatsanwalt - schaftsrat der Staatsanwaltschaft I, Jacobi I ermittelt. Der Beamte versichert, die Auskünfte nach bester Lleberzeugung gegeben zu haben. Er soll jedoch über das Unternehmen Bergmann sehr gut unterrichtet gewesen fein und sogar für feine Auskünfte Provision erhalten haben. Es wurde ihm mit sofortiger Wirkung vorläufig die Ausübung seines Dienstes untersagt. Weiter befinden sich laut „Voss. Ztg." unter denjenigen, die gute Referenzen gaben, der ehemalige Polizeipräsident von Eisenach, Barth, zwei aktive höhere Offiziere und mehrere Rittergutsbesitzer. Schweres Dobunglück. In Vordernberg (Steiermark) begann ein mit sieben Personen besetzter Bob auf der Prebichler Straße während rasender Fahrt zu springen, geriet in den Straßengraben und fuhr derart knapp an einem Ob ft bäum vorbei, daß der Lenker mit dem Kopf gegen den Baum geschlagen wurde und sofort t o t war. Der nun führerlos gewordene Bob rannte noch dreißig Meter abwärts und prallte auf einen - Holzstoß auf. Dabei erlitt ein Fahrer so schwere Verletzungen, daß er im Spital von Leoben, wohin er gebracht wurde, verstarb. Zwei Mitfahrer wurden schwer, die übrigen leichter verletzt. Schweres Hlolorrabunglütf. Zwei Sohne der Familie Johann Heck in Rheydt (Rhld.) fuhren mit ihrem Motorrad von Köln kommend vor Pubheim gegen einen Baum. Der älteste 27jährige Sohn war sofort tot, der jüngere 24jährige erlitt so schwere Verletzungen, daß keine Hoffnung mehr besteht. ihn am Leben zu erhalten. Oie Wetterlage c 7 rtamt o Q'xrats# tylßntag.d&ri 50.Januar E 7haben(to. / y ■ - ydan nayen— Am.1 G wolkenlos O neuer, o naio «deckt. - wolkig, e oedecut. • Kegei^ * Schnee o, Graupeln e Nebel K 6eWi|'#r.(g)Wlnd$tUle. -Q-> sehr leichter Ost nissiger Südsüdwest q stormischei Nordwesl die Piene fliegen mit dem winde Ole veinen Stationen stenenoen Zahlen geben die Temperatur an. Oie Linien verbinden Orte mH-gleichem tu' «eeresniveau umoerechneten tuitdruu Wettervoraussage. Eine neue Tiesdruckstörung rückt von Westen heran. Unter Zurückdrehen der Winde nach Süden brachte die Warmlustwelle bereits über Irland wieder Temperaturanstieg und Niederschläge. Sehr wahrscheinlich dürste diese Störung später auch bei uns sich durch verstärkte Bewölkung, verbunden mit Semperatur3imabmc, bemerkbar machen. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter mit langsamen Temperaturanstieg und Neigung zu vereinzelten Niederschlägen. Witterungsaussichten für Donnerstag: Zeitweise stärker bewölkt, vereinzelte Niederschläge nicht ausgeschlossen. Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags 2,3 Grad Celsius, abends —1,6 Grad Celsius: am 31. Januar: morgens 0,4 Grad Celsius. Maximum 3,4 Grad Celsius, Minimum —3 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 30. Januar: abends 0t3 Grad Celsius; am 31. Januar: morgens 0,3 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 4 Stunden. Wintersport im Vogelsberg (hoheraüskops): Wind: Nordwest: Wetter: bedeckt; Temperatur: — 3 Grad Celsius: Schneehöhe 15 Zentimeter: Beschaffenheit: verharscht: Sportmöglichkeit: gut. H , g bdckf man nurin dem sKechfen Pflanzenfett Selbstrasierer! tevlagt. ? 7 bi« Tür ^'Ä"L ' Wß 2ii /lne Tntnl- f“89Qn9 bet 3, ?°aner- und win oft, ft ^unb^ft ersaufb°s in- 'n.die dieL°"do ^riegelten ön,N fje "»und bie nich, ftlNnbel «Sä.»». JÄlt ru auffeb^Ny orfÄ T.sgTl’5 Ä~Ä urben, Qu| £Slfle be bon mehr a[< lQ,Ql8antDQlf , «mtalM.lt i, Qj Äl£ . y unterrlchtet . S leine Auskünfte n babe,n- Es wurde ihm wfauflg bie Ausübuna ' weiter befinden Menigen, die gute ehemalige Poltzeipra. t ^zwei Mve höhere kuttergutsbesiher. ibnngiüd. ■wart) begann ein mit «ob aus der Prebichler Fahrt zu springen, !n und fuhr derart knapp vorbei, daß der Len- rgen den Baum ge- I o t war. Der nun sührer- t noch dreißig Meter ahnen-Holzstoß aus. Dabei ! Scrlc^ngen, daß er im er gebracht wurde, oer urten schwer, die übrigen orrabunglM. lilie Johann Heck in :ü ihrem Motorrad bon bheim gegen einen ihrige Sohn War sofort ? erlitt fo schwere Der« offnung mehr behalten. Aus der Provinzialhauptstadt. I Diesten, den 31. 3anuar 1928. Einteilung. Sie sind sich auch schon dem und jenem begegnet, der absolut keine Zeit hat. Zu nichts. Immer ist er in Bewegung, immer hinter etwas h«r, und immer jammert er, dah er nicht herum- I komme, bast seine Zeit zu knapp und seine Arbeitslast zu groß sei. Lind Sie kennen auch das Gegenstück. Das ist der Mann, der immer Zeit bat, der nichts überstürzt, den man eigentlich fast gar nicht arbeiten sieht, und dessen Arbeit trotzdem fertig wird. Das man hier auf männlicher Seite sieht, Iaht sich ebensogut auch aus der weiblichen beobachten. Da ist eine Hausfrau, die nur einen kleinen Haushalt zu betreuen hat, ihr stehen noch Hilfskräfte zur Verfügung, und sie hat manche Erleichterung ihrer Arbeit durch moderne technische Einrichtungen. Lind sie ist doch nie fertig, sie jammert genau wie das männliche Beispiel, dah sie unter der Last zusammenbricht. Lind daneben ist die Hausfrau mit dem großen Haushalt, das Geld fehlt zu Hilfskräften und technischen Erleichterungen, sie muß sogar durch Heimarbeit beitragen, die Wirtschat über Wasser zu halten, und doch hetzt sie nicht im Heim herum, sie ist immer fertig, klagt nicht, sondern findet das alles ganz in Ordnung. Mit Heinzelmännchen kann man es Wohl nicht erklären. Aber es muß sich erklären lassen, denn ein Wunder kommt hier Wohl auch nicht in Betracht. Man konnte sagen: Ordnung fehlt. Aber Dos stimmt nicht, denn Ordnung kann vorhanden sein, pedantische Ordnung sogar, und man kann doch nicht fertig werden. Einteilung! DaS ist wohl das Richtige. Daran fehlt es. Der nicht fertig wird, verzettelt seine Kraft und Zeit mit Kleinigkeiten und kommt nicht zur Erfüllung seiner eigentlichen Aufgaben. Hier eine Arbeit, die ebensogut ein anderer verrichten kann, dort eine kleine Llnterhaltung, hier dieses, dort jenes. Alles unbedeutend, aber viel Au wichtig genommen. Eine Hausfrau, die hinter jedem Staubkörnchen her ist und jede Arbeit fünfmal verrichtet, wird nie fertig werden. Die andere aber, die ganz systematisch beginnt, nach einem Plan, über den sie sich gar keine Rechenschaft gibt, sondern der sich von selbst ergibt, und dann die vollbrachte Arbeit als eine erledigte Sache ansieht, ist eben fertig. Sie nimmt sich nicht mehr vor, als sie vollbringen kann, sie weih, daß sie in dieser und jener Zeit nur das schaffen kann. Dafür seht sie sich ein: das wird dann auch ohne Hast fertig. Es ist ja wahr, daß unsere ganze Lebensführung reichhaltiger geworden ist. Diel mehr Dinge und Berbindlichkeiten stürmen auf uns ein, als auf die Leute von einst. Eben darum ist die Einteilung ein Zauberwort, das man nicht ernst genug nehmen kann. Denn es verbürgt erst, daß man in der Fülle der Erscheinungen nicht erstickt, sondern ihrer Herr wird und dabei auch noch Zeit für sich selbst hat. Lind schliehlich ist das gar nicht so unwichtig. Je rascher der LebenSablaus wird, desto weniger kommt man zu sich selbst. Was aber ist das Dasein, das sich in der Jagd nach den tausend Richtigkeiten erschöpfte? D—r. Kommandowechsel in unserer Garnison. Am heutigen Tage gibt der bisherige Kommandeur unseres 1. Datl. Inf.-Rats. 15 und Landeskommandant in Hessen. Oberstleutnant Fritz, das Dataillonskommandv an seinen Rachfolger, Major L ü t e r s , ab. In den nächsten Tagen wird Oberstleutnant Fritz unsere Stadt verlassen, um seine Dienstgeschäfte als Kommandant von Ulm zu übernehmen. Bei dieser Gelegenheit ist es wohl am Platze, einen Blick auf den Lebensgang des bisherigen Garnisonältesten und Landeskommandanten zu werfen. Oberstleutnant Fritz ist ein geborener Hesse. Sein Dater war Oberamtsrichter in Butzbach. Mit Giehen kam Oberstleutnant Fritz zum erstenmal in Berührung, als er nach dem Besuche der höheren Bürgerschule in Grünberg und der Realschule in Butzbach von 1890—1893 Schüler des Gießener Gymnasiums wurde. 2m Juni 1893 trat er beim Jnf.-Rgt. Rr. 88 als Fahnenjunker ein. Bei Ausbruch des Weltkrieges stand er als Kompagnieches an der Spitze Der 11. Kompagnie des Jnf.-Rgts. 166, mit der er ins Feld rückte. Am 1. Oktober 1914 wurde er verwundet. Am 18. Oktober 1917 zum Major befördert, war er dann im weiteren Derlaufe DeS Feldzuges BataillonSkvmmandeur, deutscher Verbindungs-Offizier der Heeresgruppe Linsin» gen zum österreichisch-ungarischen IV. Armeekommando und II. Armeelommando. Weiterhin wurde er dann als Stabsoffizier zum Feldeisenbahnchef kommandiert. Rach Beendigung des Krieges war er Linienkommandant in Halle. Am 21. März 1923 wurde er zum Oberstleutnant befördert und am 1. April 1924 zum Kommandeur des I. (Hess.) Datl. Jnf.-Rgt. 15 und Landes- kommandanten in Heßen ernannt. Mit dem 1. Februar d. I. geht er nun als' Kommandant von Lllm hier weg. Oberstleutnant Fritz hat im Derlaufe seiner hiesigen Tätigkeit immer großes Gewicht darauf gefegt, dah zwischen der Garnison und der Bürgerschaft die besten Dezi?i, ungen bestanden. Er kann am Schluffe seines Wirkens in Giehen fonftatferen, daß sein Bemühen um eine volle Harmonie zwischen Soldat und Bürger in unserer Stadt von Erfolg gekrönt war. In weiten Kreisen der Dürgerscha.t sieht man den scheidenden Offizier nur mit Bedauern von hier gehen, und man wird die Zeit seines Gießener Aufenthaltes in guter Erinnerung behalten. Der neue Bataillonskom'..andeur, Major Lü- t e r s, ist hier kein Fremder. Dor einigen Jahren gehörte er als Kompagniechef bereits unserem Bataillon an. Gictzerrer Wochenmarktpreisc Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 160 bis 170, Matte 30 bis 35, K ise (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 30 bis 40, Weih- kraut 20, Rotkraut 30 bis 35, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15, Spi at 35 bis 40, Unter» Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 25 bis 30. Rosenkohl 40 bis 50, Feldsalat 150, Tornafen 120, Zwiebeln 20 bis 25. Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 40 bis 60, Kartoffeln 5 bis 5Ve. Aepfel 10 bis 15, Birnen 10 bis 15, Honig 45 bis 50, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund: Eier 15 bis 17, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 40, Endivien 30 bis 35. Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pf. das Stück. Daten für Mittwoch, den 1. Februar. Sonnenaufgang: 7,40 Uhr, So.menuntergang: 16,48 Uhr. — Mondaufgang: 12,14 Uhr, Monduntergang: 3,55 Uhr. 1733: Kurfürst Friedrich August von Sachsen, König von ■> ölen, in Warschau gest. (geb. 1670). — 1874: der Dichter Hugo von Hossmannsthal in Wien geb. — 1910: der Dichter Julius Bierbaum in Dresden gest. lgeb. 1865). — 1917: Beginn des verschärften U-Bootkrieges. — 1923: der Philosoph Ernst Troeltsch in Berlin gest. (geb. 1865). Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater, 7* 1 * * * * * */» Uhr: ..Peer Gynt" (Ende gegen 10',, Uhr). — Derkehrsvcrein, 81,4 Uhr, „Postkeller . Jahreshauptversammlung. — Hauswirtschaftlicher Dortrag: 4 Uhr nachm. und 8 Uhr abends, Katholisches Dereinshaus. — Konsum- Derein, 8 Uhr, Palast-Lichtspiele: Filmvorträge. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Königin Luise". — Astoria-Lichtspiele: „Der Chinefenpapagei". — Der Goethe-Bund bittet uns, an dieser Stelle nochmals bie hiesigen Literaturfreunde auf den morgen abend stattfindenden Dichter- abend des Präsidenten der Deutschen Dichterata- demie Wilhelm von Scholz aufmerksam zu machen. (Siehe hcutige Anzeige.) * •• Eine OrtSsahung über die Bildung e i n e s F o r st b e t r i e b s st o ck e 4 ür die Waldungen der Stadt Gießen wirb in . crcm heutigen Anzeigenteil zur ösfentlichen Kenntnis gebracht. Der Forstbetriebsstock soll auf wenigstens 50 000 Mk. erhalten werden. Sein Höchstbetrag ist auf 300 000 Mk. festgesetzt. Roheres ist aus der Bekanntmachung ersichtlich. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist die Röntgenstraße zwischen Friedrichstraße und Leihgesterner Weg auf die Dauer von 14 Tagen für allen Fährverkehr gesperrt. *■* Personalien. Ernannt wurden der Schulamtsanwärter Christoph Crößmann aus Pfungstadt, Kreis Darmstadt, zum Lehrer an der Volksschule zu Oppenrod, Kreis Gießen: der Schulamtsanwärter Heinrich F r i e ß aus Alsfeld zum Lehrer an der Volksschule zu Burkhards, Kreis Schotten: die prov. Handarbeitslehrerin Katharina Gärtner zu Klein-Linden zur Handarbeitslehrerin an der Volksschule zu Klein-Linden und Umgegend; die prov. technische Lehrerin Lina R u s a g aus Lollar zur technischen Lehrerin an der Mädchenfortbildungsschule zu Gießen; Diplomhandelslehrer an der kaufmännischen Abteilung der Fortbildungsschule zu Gießen, Ludwig Mager aum Diplomhandelslehrer an dieser Schule; der Hilfsförster Hermann Wirth zu Wallernhausen $um Förster der Försterei Alten- Buseck, Forstamt Gießen: der Kanzleigehilfe bei dem Forstamt Grünberg Johannes L i ft aus Frischborn vom 1. Januar 1928 ab zum Kanzlisten; der Oberförster Hans Rausch zu Romrod vom 1. Februar 1928 ab zum Forstmeister des Forstamts Göringen. — Durch die Kirchenregierung wurde übertragen: dem Pfarrer Heinrich Gebhard zu Neunkirchen die evangelische Pfarrstelle zu Bieber, Dekanat Offenbach; dem Pfarrer Jakob Reinheimer zu Rothenberg die zweite evangelische Pfarrstelle zu Wimpfen, Dekanat Zwingenberg, und dem Pfarrer Georg Becker zu Herbstein die evangelische Pfarr- stelle in Allendors a. d. Lahn, Diakonat Großen- Linden, Dekanat Gießen. •• Grober Unf ug. Auf der Chaussee nach der „Karlsruh"' (Marburger Straße) waren am Sonntagabend von rohen Gesellen große Baumzweige übereinander gelegt worden. Passanten beseitigten das gefahrdrohende Derkehrehndernis. Wie leicht hätte es bei dem völlig unbeleuchteten Teil dieser Straße zu einem Unglück für Fahrräder und Automobile kommen können! Hindenburg-Marken kauft man beim Städtischen Wohlfahrtsamt! ** E i n Luftballon mit Gondel und Passagieren wurde am Sonntagmittag zwischen 12 und 1 Uhr östlich unserer Stadt, in ruhiger Fahrt nach Norden fliegend, gesichtet. ** Der Hilfsverein f ü r bie G e i st erkranken in Hessen veranstaltet in den nächsten Tagen hier eine Haussammlung. Bei dem guten Zwecke dieses Vereins kann man wohl hoffen, daß dieser Sammlung ein voller Erfolg beschieden sein wird. (Siehe Anzeige.) Der Vortrag „Danzig, Polen und der Völkerbund" von Dr. Theodor Rudolph ist von Donnerstag, 2. Februar, auf Mittwoch, 1. Febr., vorverlegt worden. (Siehe Anzeige.) " Der Obst - und Gartenbauverein Gießen hielt am Sonntag im Saale des Kaus- mäirnischen Dereinshauses feine diesjährige Hauptversammlung ab. Der stellvertretende Dor- sitzende gedachte in wannen Worten der aufopfernden Tätigkeit des am 30. Juli v. I. verstorbenen ersten Dorsihenden Lehrer Heinrich Becker und feiner rührigen Tätigkeit für die Pflege der Dereinsgärten während der Rachkriegszeit. Zum ersten Dorfihenden wurde dann der seitherige zweite Vorsitzende Garteninspektor R e h n e l t und an besten S e le Lehrer Müller einstimmig gewählt. Die Mitgliederzahl betrug am Jahresfchluß 180, sie ist seitdem auf über 200 gestiegen. Der Kassenbestand ist zufriedenstellend. Beschlossen wurde, dem Tierschuhverein als Mitglied beüutreten und dessen Bestrebungen nach Möglichkeit zu fordern. Rach Erledigung der geschäftlichen Angelegenheiten hielt Garteninspektor R e h n e l t einen Dortrag über häusliche Blumenpflege. Die Gratisverlosung, bei der jedes Los einen schönen Gewinn brachte, fand reichen Beifall der gut besuchten Dersamm- lung. *• Derein der Freundinnen junger Mädchen. Am Samstagabend veranstaltete der hiesige Derein der Freundinnen junger Mädchen im Johannessaal einen Dortrag über „Bilder aus der Bahnhofsmission" der Generalsekretärin der „Deutschen evangelischen Bahnhofsmission" Theodore R e i n e d aus Berlin-Dahlem. Die Dortragende, die schon seit vielen Jahren im Dienste der Bahnhofsmission steht, entwarf ein anschauliches Bild von dem Leben in den deutschen Bahnhöfen. Der Unkundige sieht dort nur den Pulsschlag des Derkehrs, sieht das Ankommen und Abreisen der Menschen, der Kenner aber weiß, daß sich auf den Bahnsteigen und in den Ecken der Wartesäle oft herzzerreißendes Elend abspielt. Fräulein R e i n e ck wies darauf hin, daß wir jetzt infolge der Erwerbslosigkeit, überhaupt wegen der Schwierigkeit, in einem Berufe unternommen, eine Schwierigkeit, unter der namentlich die Jugend zu leiden hat, eine Periode des Wanderns und Reisens erleben. Tausende unserer Volksgenossen lösen sich von der Heimat und den Angehörigen los, um in fremder Umgebung Beschäftigung zu suchen, sehr o ( OW Mefage- ue(, TiölE IPa[bunben n«‘ irfw"19h* ewoi'1- 2« A) gonuar: ^y. "y *jLJHw»"! ÄyyS-' Uf. b- viele unter ihnen ziehen völlig unerfahren in die Welt. Besonders sind junge unerfahrene Mädchen auf der Reise der Gefahr ausgesetzt, in die Hände nichtswürdiger Menschen zu kommen. Dieser Gefahr sucht die Bahnhofsmtssion entgegenzuwirken. Sie weist junge Mädchen, die allein ankommen, auf den Bahnhöfen zurecht, verschafft ihnen ein vorläufiges Unterkommen und gibt ihnen Rat für die Zukunft. Vor allem sucht diese Art von Mission die von ihr betreuten Menschen auch seelisch zu fördern Wohl gibt es eine evangelische, eine katholische und eine jüdische Bahnhofsmission, diese drei Zweige aber finden sich zu gemeinsamer Arbeit zusammen. So gehen in Gießen evangelische und katholische Bahnhofsmission Hand in Hand, ausdrücklich wies die Vortragende auf eine jüdische Fürsorgerin hin, die sehr erfolgreich arbeitet. Rötig ist es, daß die Jugend schon in ihrer Heimat auf die Einrichtung der Bahnhofsmission aufmerksam gemacht wird, damit sie gegebenenfalls davon Gebrauch machen kann. Auch junger Männer nimmt sich die Dahnhofsmission an, doch machte die Vortragende, die so mit ihrem Herzen bei ihrer Arbeit ist, auch darauf aufmerksam, daß der Verstand und die ruhige Ueberlegung nicht ausgeschaltet werden dürfen, wenn es gilt, darüber zu urteilen, ob ein Wandernder der Hilfe würdig ist. Bekanntlich benützen Tausende von Landstreichern die jahraus, jahrein auf der Straße liegen, gern die Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, ohne sich hierdurch bewegen zu lassen, ein geordnetes ArbeitS- leben zu führen. Die evangelische und die katholische Bahnhofsmission sind hier namentlich abends zwischen 8 und 11 Llhr am Platze. Wünschenswert ist es. daß sie in ihrer segensreichen Arbeit von dem reisenden Publikum unterstützt werden. Berliner Börse. Berlin, 31. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die Festigkeit der gestrigen Adendbörse, an der das Ge schäft etwas lebhafter als sonst war, scheint sich auch heute früh behaupten zu können. Es ist zwar noch sehr still, und bie letzten Kurse werben nur ge sprachen, boch liegen heute genügend neue Anregungen vor (AEG.-Abschluß, Curtius-Rebe usw.), um eine Fortsetzung ber Bewegung zu rechtfertigen. Nur bie auf steifem Gelb schwache Neuyorker Börse könnte hinbernd wirken. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen Conbon mit 124,02, Mailanb 92,025, Mabrjb 28,65 bis 28,68, ßonbon gegen Kabel 4,8725, die Reichsmark gegen Kabel mit 4,1965 bis 4,1970. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten finb ohne Derbinblichkeit ber Schriftleitung.) DJ. £. S. Wenben Sie sich an bie Lanbesgruppe Oberhessen im Reichsverbanb Deutscher Dentisten, bereu Vorsitzenber Dentist S ch e t t e r, Gießen, Schulstraße 11, ist. Z. Z. Wenben Sie sich an bie Agentur bes Nord beutschen Lloyb in Gießen. ft. Sch. in St. Vorsitzenber ber Reglmentsvereini gung R.-J.-R. 252 ist Oberst a. D. Laue, Gera (Reuß), Zabelstraße 4, Schriftführer ist Polizei Hauptmann Klemm, Hilbesheim, Steinbergstr. 6. Dort werben Sie jebenfalls Auskunft erhalten, D. Sch. in G. Rach §56 des Einkommensteuer gefetzes kann eine Steuerermäßigung in Ihrem Falle in Betracht kommen. Auch eine Rückwirkung auf ein Jahr kann unter Umständen gewährt werben. Schad) finb babei erst mancherlei Vorfragen zu beantworten hinsichtlich Ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit usw. Befragen Sie sich beswegen bei Ihrem zustänbigen Finanzamt. ft. h. in BL Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger 88er ist Generalleutnant a. D. v. Basse- w i tz, Schwerin i. 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Buchenknüppel 20 bis 24 Mk. je 2 Raummeter. Buchenwellen 12 bis 15 Mk.. Buchen- und Eichendurch- forstungswell.en 10 bis 12 Mk. je 50 Stück. Crlen- lnüppel 8 bis 9 Mk. je 2 Raummeter. Kiefernwellen 6 bis 7 Mk. je 50 Stück. Fichtenstangen 3. und 4. K'assc 43 bis 60 Pf.. 5. Klasse 20 bis 30 Pf. und 6. Klasse 10 bis 20 Pf. das Stück. <> Niederkleen, 30. Jan. Der Gemcindc- rat beschäftigte sich in feiner jüngsten Sitzung mit der Wahl eines Flurhüters für die hiesige Gemeinde, da der bisherige Flurhüter das Amt niedergelegt hat. Von zwei Bewerbern wurde der Landwirr und Steinbrecher Friedrich Rühl mit Stimmenmehrheit gewählt. Kreis Biedenlopf. D Bischoffen, 30. Jan. Kürzlich ist das Anwesen der Frau Witwe Haus durch Kauf in den Besitz der Baumaterialienhandlung Bieber Nachs., übergegangen. Die in dem Hause betriebene Gastwirtschaft wurde aufgegeben. Dafür soll in den nächsten Tagen in denselben Räumen eine Caf6° wirtschaft eröffnet werden, um den Fuhrleuten auch iveiterhin Gelegenheit zu geben, dort ihr Frühstück einzunehmen. Maingau. WEN. Frankfurt a.M., 30.Jan. Das Wohnungsbauprogramm de r Stadt Frankfurt für 1928 sieht den Bau von 2500 Wohnungen vor. Es soll jedoch versucht werden, die zu erstellenden Wohnungen über 2500 hinaus zu erhöhen. _ t WSN. Bad H omburg, 30. Ian. Irn Stadtteil Kirdorf wollten z w e i K n a b e n sich mit Pistolenschießen vergnügen. Der eine von ihnen, der 14jährige Hugo Braun, holte eine Mauserpistole seines Vaters und steckte die geladene Waffe in die linke Drusttasche. AlS bet Junge sich dann nach einem Gegenstand bückte, ging aus unbekannter Llrsache die Waffe in der Tasche los und die Kugel drang dem Kna- benins Herz. Er war sofort tot. Oie Lahnkanalisation. WSN. Limburg, 30.Ian. Die Kanalisationsarbeiten der Lahn sind soweit fortgeschritten, daß man am 1. Jul: mit der Eröffnung der Schiffahrt auf der Lahn rechnen kann. Linier dem Vorsitz des Landeshauptmanns Dr. Lutsch- Wiesbaden fanden hier Besprechungen der zuständigen Behörden mit den industriellen Betrieben der unteren Lahn und des WesterwaldeS statt, um die Frage der Tarife auf der neuen Schiffahrtsstrahe zu regeln. Wie der Geschäftsführer des Lahn-Kanal-Vereins zu Anfang mitteilte, ist mit einem Ja h r e s v e r keh r von etwa 800 000 Tonnen Güter aller Art auf der Lahn zu rechnen. Insbesondere handelt es sich um Schwer- und Massengüter, wie Rvh- kallsteine, Basalt, Ton, 6it*ncr,e, Chamotte, Zement, Brennstoffe u. dgl. Bei einer durchschnittlichen Flußlänge von 55 Klm. der ausgebauten Kanalstraße ergeben sich für den Iahrestransport rund 45 Tonnen-Kilometer. Zur Beförderung Öen q, 28. Sf8^ Ä?w 3?’ SjfcÄ L' Oeb-s? N. Ui3_p4 33. f5-f4g4 ^■k4~f5 ?' TdSxdö 361 Td6-e6 MWtl« HT 47 AmS. ■' sb-ödL^'S -vblems Ur. 143. ahrrsbvii«. 12. Dgö-bi u|id. I... .*'**« - Waiitj. l" Sranfjurt a.K m, ödischrn btn ■ten und Mainz um öit ^cn Hoble enbele wie- w* f°nt> diesmal der all« enbach gegen Hanau statt, nbach ousgetragen wurde, der Hanauer. (3m Dor. empfiMche Dieberlage renlappe. i drm DedaltivnNl-. roter. >lly ältere Geschwister sind ung von.Maria Stuart", den Inhalt des Stücke» .Da ist eine böse Königin ie böse Königin läßt die - »Das ist Enthaupten?" - Ich: .Sie läßt ihr den ,0," lagt Willy strablend. ch schnell in daS Theater ch zu gern mal sehen!" - c sprechen und tun da nut hlagen sie ihr nicht den len ja nut Theater. Schau. it die Dame, die du mit t bei uns siehst. Denn sie immer wieder munter noch." - .Das" sagt ljauen ihr nicht mal den sehen doch Sie Leute ins chr Geld?" ^nrrständm». reeit- 'm WW Mi. i junge Dome erschien und über dem Herrn vars. bet ,e $*a[t S®<>“ “ 4°b W t"r j" R I-N Sie. meine GNOM.... lechen oder fonft ir* die Notleine. M wütenden W. M nachte d:r Hnr eiMve' hen aber die DE dche .eg. Endlich ’S« em*».* ..' mit DeintraubenM to » Kilometer 8* dem W ™ tott in den s* **111 1. ^n. Tourt «.®- r Stadt irD9t.?hen Dau N" ?? 128 H}AnJtW velbt"' soll hntous ■n ztve> ä” « . cine w® j& «Ä h einem Ä in 1»»£&*£ a, cinhn ■' ^j. btt n m !■ 311 'her * < Ährt Ä Land^ ©<$’ Ä sand^ r-'s-Kr OsAJ :tzsM * (iloman Gardinen 6ardlnenstoffe Brises Bises Etamine Stores.................... von Mk. Rouleauköper.......... von Mk. Tüll......................... von Mk. Tupfenmull .......von Mk. über die I aiSrunhi OrlsW"« etl1 Die Stadt ordentlic Reichsm 2. vom M a) der 3 hinan b) 5 Prc U-d-rK zu sühren. Die dem 6° lasse verzinslich und gesondert Ji Die Zinsen ! außerplaninahu Matz hinausgei verwenden. Di Wirtjchastsplar Insoweit n gesehene außer sie dem Forstb erreicht ist. Is schadet der je Waldkultur ül Der Forst werden. Sein Der den 9 kann herange, 1. zur Au Leibwäsche für Damen Damen-Taghemden vohmk 1“ Kissenbezüge gebogt von Mk. 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Wetzlar HL schlug Großen-Buseck k. mit 6:1 Toren. 216er Großen-Buseck 1. Igd. konnte Wetzlars III. mit 0:1 hinter sich lassen. Arbeiter-Turn- und Sportbund. Fr. T. Bürgel I — Raunheim I 4:1. Raunheim mußte am Sonntag auch aus Bürgel wieder mit einer Riederlage heimkehren. Wohl konnte es bis zur Halbzeit das Resultat mit 1:1 gleichhalten, noch dazu mit einem Selbsttor. Aach der Pause jedoch war es Bürgel, das tri' allen Mitteln auf Sieg spielte. Bis zu Erde gelang es ihnen denn auch, das Resultat auf 4:1 zu stellen. Gießen I — Heuchelheim I 6: 2. Bei herrlichstem Wetter und unter Anteilnahme einer großen Zuschauermenge fand dieses Spiel auf dem Trieb statt. Don Anstoß ab setzte ein scharfes Spiel ein. Gießen konnte bereits nach wenigen Minuten zum ersten Erfolg kommen. Aach kurzer Zeit konnte Heuchelheim gleichziehen. Roch einmal bis Halbzeit konnte Gießen erfolgreich sein. Mit 2:1 für Gießen ging es in die Pause. Aach Wiederanstoß konnten die Einheimischen in kurzer Zeit das Resultat auf 4:1 erhöhen. Dann konnte Heuchelheim durch seinen Mittelstürmer zu seinem zweiten Erfolg kommen. Heuchelheim, das sich verausgabt hatte, fiel nun immer mehr ab. Bis zum Schluß konnte Gießen das Resultat auf 6:2 stellen. Gießen Jugend — Heuchelheim Jugend. Auch in diesem Spiel konnten die Platzbesitzer nach ausgeglichenem Spiel 2:1 den Sieg erringen. Großen-Linben I — Lollar I 2:1. Hier erlebte man eine äleberraschung. Grohen- Linden, das mit Ersah antrat, konnte die spielstarken, kompletten Lollarer mit einer 2:1-Niederlage nach Hause schicken. Ob die ungewohnten Plahverhältnisse den Gästen zur Niederlage verhalfen. sei dahingestellt. Aber auch die Einheimischen spielten mit viel Glück, um zu diesem Resultat zu kommen. Kinzenbach I — Fronhausen I 3:3. Kinzenbach hatte sich nicht, wie wir meldeten, Gießen gestellt, sondern hatte sich Fronhausen verpflichtet. Aach offenem, ausgeglichenem Spiel, in dem beide Parteien gegenseitig zeitweise überlegen spielten, trennten sich die Gegner mit dem Resultat 3:3. Auch dieses Spiel bewies, daß Kinzenbach ein nicht zu unterschätzender Gegner ist. WirffchlfL Bon den GchlaclMez-märkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten verlies das Geschäst in der Berichtswoche in den meisten Fällen mittelmäßig. Trotz der meist klaren und kalten Wetterlage entsprach der Handel nicht den Erwartungen, wenn auch in einigen Gattungen die Kauflust des Bersands etwas zugenommen hat und Wurst- und Konservenfabriken wieder etwas mehr als Rehmer am Markte sind. Die Zuiuhren hielten sich durchweg in normalen Grenzen und zeigten gegen die Borwoche nur bei Rindern und Schweinen etwas Abnahme. Im einzelnen beliefen sich die Zahlen bei Rindern auf 15 000 gegen 18 000, bei Kälbern auf 17 500 gegen 18 000, bei Schafen auf 7600 (unöeränbe.ri und bei Schweinen auf 98 000 gegen 102 000 Stück. Bei Rindern gingen die Preise im allgemeinen über die der Borwoche nicht hinaus. Etwas niedriger notierten verschiedentlich Ochsen, bei denen der langsame Geschäftsgang sich am stärksten ausprägte. Auserlesene junge Kühe konnten etwas besser umgesetzt werden. Auf den Kälber Märkten waren die besseren Tiere etwas flotter unterzubringen. Sonst wurde durchweg altes Geld angelegt. An den Schaf Märkten blieben die Preise ebenfalls zumeist die alten. Gut genährte Schafe und gute Lämmer lagen im Preise für die Verkäufer etwas günstiger. In Schweinen war der Handel etwas angeregter als in der Borwoche. Es ergaben sich im Durchschnitt leichte Preisfestigungen im Rahmen von 1 bis 3 Pfennig. Fette Schweine lahmten im Absatz. Es wurden Lebendgewicht: bezahlt in Pfennig per Pfund Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin 22-57 46-85 25-62 45-54 Bremen 25-58 40-83 — 45-55 Breslau 15-56 48-76 40-59 46-58 Chemnitz 22-62 63-82 48-58 45-59 Dortmund 22-62 50-88 — 46-58 Dresden 24-60 60-87 45-63 48-60 Düsseldorf 20-62 45-83 — 48-60 Elberfeld 20-62 50-85 — 53-65 Essen 25-60 50-115 46-60 48-59 Frankfurt M 25- 62 55-78 35-52 48-62 Hamburg 16-58 35-88 20-63 40-55 Hannover 20-60 45-90 31-53 45-56 Husum —— — — — Karlsruhe 18-61 51—76 — 42-59 Kastel 21-63 48-66 — 46-57 Kiel 20-54 32-75 31-60 38-53 Köln 20-60 50-110 — 46-60 Leipzig 23-60 50-79 35-60 45-58 Magi el-utfi 25 — 56 40 - CO 20 -53 48 -(?■'• Mannheim 24 -62 50-78 42-48 45 - 60 München 17-58 64-86 — 45-60 Stettin 15-57 35-80 20-52 40-57 Stuttgart 14-61 56-83 — 42-63 Zwickau 15-56 60-78 40-58 50-60 * Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, Berlin. Dem Geschäftsbericht der AEG. für 1926/27 entnehmen wir folgendes: Die älmsätze, vor allem im Inlande, sind erheblich gestiegen, und ein großer Teil der erwerbslos gewordenen Arbeitskräfte hat wieder Beschäftigung gefunden. Durch technische Vervollkommnung der Betriebs-Einrichtungen, durch Typisierung und konstruktive Verbesserungen, sowie durch Ausgestaltung der Organisation konnten in nennenswertem Umfange unproduktive Kosten erspart und das umlaufende Kapital verringert werden. Der Anteil des ausländischen Geschäftes am Gesamtumsatz ist gestiegen. Die überseeische Organisation wurde weiter ausgebaut. Das erweiterte Abkommen mit den amerikanischen Freunden arbeitet unverändert zur beiderseitigen Zufriedenheit. 3m abgelausenen Geschäftsjahr wurde ein Betriebsgewinn von (sämtliche Zahlen in Mill. Mk.) 17,31 (i. V. 14,67), wozu ein Vortrag von 0,46 (0,46) kommt. Abschreibungen erforderten 3,72 (3,34). Das Disagio auf Amerikaanleihen wurde um weitere 1,7 auf 4 abgeschrieben. Aus dem verbleibenden Reingewinn von 12,35 (10,76) sollen 8 Prozent (7 Prozent) Dividende verteilt werden und 0,48 (0,46) neu vorgetragen werden. Die Gesellschaft ist für den größten Teil des laufenden Jahres fast in allen Fabriken voll beschäftigt, nur die Lokomotivfabrik hat infolge Ausbleibens von Reichsbahnbestellungen über Mangel an Aufträgen zu klagen. Anzeichen eines Konjunkturumschwunges machen sich vorläufig bei der Gesellschaft noch nicht bemerkbar, so daß auch für das Jahr 1927/28 auf das erhöhte Kapital mit einer befriedigenden Dividende gerechnet werden kann. Das Auslandgeschäft, das vor dem Kriege 40 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachte, hat im abgelaufenen Geschäftsjahre wieder 36 Prozent erreicht. Die Beziehungen zur General Electric Co. sind weiter vertieft worden, indem jetzt auch die nicht elektrischen Erfahrungen, Patente und Verfahren ausgemuscht werden. Von einer erheblichen Konkurrenz auf dem südamerikanischen Markt kam nicht gesprochen werden, da die Amerikaner im allgemeinen sehr viel teurer sind. Das Geschäft mit Rußland geht bei der zunehmenden Stabilisierung der dortigen Verhältnisse toeuer. Aachdem der 300- Millionen-Kredit aufgebraucht ist, sind die Russen mit ihren Bestellungen etwas zurückhaltender geworden, zumal sie auch noch abwarten müssen, wie sich die diesjährige Ernte auswirkt. Die um etwa 20 bis 25 Prozent gegen 1925/26 gestiegenen Umsätze mach.en trotz Rationalisierung der Betriebe T eueinftcilungen von Arbeitern notwendig. Der gesamte AEG-Kon^ern zählt jetzt 80 bis 85 000 Mann Belegschaft und übertrifft damit die Arbeiterzahl des Jahres 1913. * Stapellauf eines neuen Motorschiffes der H a p a g. Auf der Deutschen Werst wurde ein neues Motorschiff der Hapag auf den Aamen „Los Ang getauft und vom Stapel gelassen. Bei der Feier verlas der amerikanische Konsul in Hamburg, B e v a n, eine herzlich gehaltene Botschaft des Bürgermeisters von Los Angeles. Das Schiff wird dem Berkehr zwischen Hamburg und der nordamerikanischen Westküste dienen. * Deutsche Werft 21.-®.. Hamburg. Wie wir erfahren, ist die Deutsche Werft 21.»®., Hamburg, zur Zeit sehr gut beschäftigt. Die Gesellschaft hat drei große Ha^agbamvfer in Auftrag, deren Oelmotoren von der AEG. geliefert werden. Außerdem hat sie für Bordeaux und Jugoslawien größere Dockanlagen auf Re» parationslonto au-izuführen. Die Abschluharbei- ten find noch nicht beendet, es kann indessen mit einer befriedigenden Dividende gerechnet werden. iRmfrermarff in Gießen. Auf dem heutigen Rindermarkt in Gießen waren 772 Stück Großvieh und 290 Kälber aufgetrieben. Der Handel verlief von Anfang bis zum Schluß des Marktes langsam. Bezahlt wurden: für Kühe l.Qual, 500 bis 600 Mk., 2. Dual. 300 bis 450 Mk., 3. Dual 150 bis 250 M>.; Rinder (ein- bis zweijährig) 150 bis 280 Mk.: Kälber (je Pfund Lebendgewicht) 55 bis 60 Pf. Bessere Tiere erzielten Preise Über Rotiz. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M.. 31. Jan. Tendenz: Freundlich. — 3m Anschluß an die feste Abend- Uurfe blieu die Stunmung zu Beginn der heutigen Börse freundlich. Die Spelu'ation schritt weiterhin zu Deckungen, da einige anregende Momente Vorlagen. Die Erklärungen des Reichswirtschaftsministers Dr. C u r t i u s in der gestri- den Debatte des Reichshaushaltsausschusfes befriedigten. bann verwies man auf den Abschluß des deutsch-litauischen Schiedsgerichtsvertrages. Stimulierend wirkte der Geschäftsbericht der AEG. und die Erklärung, daß ein Rachlassen der Konjunktur in der Elektroindustrie noch nicht festzustellen sei. Das Geschäft konnte sich jedoch nicht wesentlich lebhafter gestalten als an den Vortagen, da von privater Seite Kaufaufträge nur in sehr geringem Umfange Vorlagen. Eine gewisse Zurückhaltung wurde außerdem durch die bisher noch nicht erfolgte Veröffentlichung des Reichsbahn Kommuniques hervorgerufen. Der heutige Zahltag bereitete keine Sck w erigkeiten. 2lm Geldmarkt bestand jedoch stärkere Rachfrage. Zu den ersten Kursen ergaben sich gegenüber der gestrigen Abendborse nur geringe Veränderungen, etwas überwogen jedoch Besserungen von etwa 1 Prozent. Lebhafteres Geschäft hatten Elektrowerte. Hier gewannen AEG. 1,5 Prozent, Licht & Kraft, Schuckert und Siemens je 1 Prozent, Bergmann 2 Prozent. Gesfürel waren eher angeboten und gaben 1 Prozent nach. 3. G. Farben eröffneten etwas erhöht. Am Montanmarkt war die Tendenz nicht einheitlich. Gelsenkirchen, Phönix und Rheinstahl tagen etwas schwächer. Harpener dagegen plus 2 Prozent. Zellstoff-Waldhof konnten weitere 2,25 Prozent anziehen. Am San* hnmartt bestand für Mitteldeutsche 3n- teresse (plus 3 Prozent). Heimische Anleihen etwas befestigt. Von Ausländern Russen gefragt. Rach den ersten Kursen erfuhr die Stimmung weiter eine geringe Besserung. Später schrumpfte das Geschäft auf ein Minimum zusammen . die Kurse blieben jedoch überwiegend gut behauptet. Am Geldmarkt mußte der Sah für Tagesgeld auf 7 Prozent erhöht werden. 3m Devisenverkehr stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,1965, gegen London auf 20,449. London-Kabel 20,8715. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,00, Madrid 28,67. Berlinc. Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 31. Januar. Die freundliche Grund st immung der gestrigen Börse übertrug sich auch auf den heutigen Börsenverkehr. 2lnregung boten der AEG.-Abschluß, die Strese- mannrebe und die günstigen Wirtschaftsberichte der Dresdner- und Commerz-Dank. Die Spekulation schritt zu weiteren kleinen Deckungen, es lagen auch einige Publikumskaufaufträge vor. Die Kurse konnten im allgemeinen 1 bis 3 Prozent a n z i e h e n. Stärker gesteigert waren Buderus, Ilse, Stolberger Zink, Kaliwerte und Zellstoff-Waldhof, die 4 bis 8 Prozent anzogen. Auch Elektrowerte wurden lebhafter um« gesetzt. Heimische Anleihen anziehend, Ausländer geschäftslos. Pfandbriefe bei kleinem Geschäft auf gestriger Basis gehalten. Der Geldmarkt war zum Zahltag recht angespannt, ohne daß aber von Schwierigkeiten die Rede sein konnte. Tagesgeld 7,5 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent fast nominell. Auch international ist eine Geldversteifung erkennbar. 3m Verlaufe verstimmte, daß das Kommunique der Reichsbahn immer noch nicht vorliegt, so daß sich eine gewisse älnsicher- heit einstellte und die Kursentwickelung uneinheitlich wurde. Vorübergehend setzte sich dann wieder eine festere Welle durch auf das Gerücht, daß das Zentrum einen Antrag auf Beseitigung der Kapitalerlragssteuer eingereicht habe, doch war diese Bewegung nur von vorübergehender Dauer, und die Befürchtungen hinsichtlich der weiteren Entwickelung des Geldmarktes gewannen wieder die Oberhand, so daß die Tendenz schwächer wurde. Frankfurter Getreidebörse. Eigene Drahtmelbung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 31. 3an. Die Marktlage ist unverändert. Getreide liegt geschäftslos. Der Mehlabsah ftagnierL Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs, 24,75 bis 25; Weizen 2, gut, gesund, trocken, bis zu 3 Proz. Auswuchs, 23,25 bis 23,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Proz. Feuchtigkeit. 22,75 bis 23,25; Roggen 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 27,50 bis 30; Hafer, inlänb., 23,50 bis 24; Mais (gelb) für Futterzwecke 21,75 bis 22; Mais (geB) für andere Zwecke 22,50 bis 22,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spez. 0, 36,75 bis 37,25; Roggenmehl 33,75 bis 35,25; Weizenkleie 14,15 bis 14,25; Roggenkleie 15 bis 15,25 Mk. Frani r.vtcv Nartoffelmarkt. Frankfurt a. M., 30. Jan. Tendenz ruhig. Industrie hiesiger Gegend 3,75 Mark je 50 Kilo. Frankfurter Psc . markt. Frankfurt a. M., 30. Jan. Der heutige Pferdemarkt mar sehr zahlreich beschickt, der Gesamtauftrieb betrug nahezu 800 Pferde. Gleich zu Beginn des Marktes setzte der Handel lebhaft ein. Zum Verkauf standen vorwiegend Arbeitspferde mittleren Schlages, und in diesen war das Geschäft auch lebhaft; dagegen war die Nachfrage nach schwersten Tieren allererster Qualität nicht so rege. Schlachtpferde wurden, wie immer, in großer Zahl nach auswärts zu normalen Preisen gehandelt. Es erzielten belgische Arbeitspferde schwersten Schlages 1700 bis 1900 Mack; mittelschwere Arbeitspferde 800 bis 1000 Mark; leichte Gebrauchspferde 650 bis 850 Mark. Einzelne Tiere wurden auch über Notiz gehandelt. Slywchlpferde erster Qualität bis zu 34 Mark, zweite Qualität bis 26 Mark je 50 Kilogramm Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ____________________Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Jranhfun a.M Berlin Frankfurt a. M Berlin Berlin. 30. Jan. Geld | Brief H-ranzöüichc Noren..... Holländische Noten . Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr, 5100 Kronen Rumänische Notcn...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Noten . . Devifenmarkl Berlm Telegraphische 15,505 168.78 22,23 111,28 59,00 2,58 112,27 80,69 71.34 12,385 73 07 —Frankfur Auszah 16,565 169,46 22,31 111,72 59,24 2,60 118,78 81,01 71.62 12,445 73,37 2 149.6 120.5 97.4 101 75 236 167.5 105 «3.13 178.13 187,6 162.25 113.9 97 177,5 162,75 185,75 169 217,75 122,75 265.5 149 152 192.5 ISO 281.5 132 163 97,25 130,76 135 187.0 139,75 222 121.75 110 76 147 118 104 93 9 101.9 234 165,5 146 104.4 «2,75 174 184 251 260.5 127,5 111,5 96 - 166.5 187.75 170.75 221.5 265 151 153 193 181,5 284,5 133,75 133 144 135,4 189,5 141,25 226 122,9 142 5 149.75 thvmvo Holzmann . . 12 Heidelberger Eemem . . « Cement Karlstadt x L'anß 4 Hreitaa 10 BcbnUbc:5 Payeuhofrr 15 Ostwerke 12 Ber. v-lanzstost ...... ,5 Bcmbcrg ........ g HeOfto r Dakdbof... 12 Zellstoff Aschaffenburg ■ 10 Eharlon nburger Master 7 ? cPaner Gas 8 Daimler Motoren... 0 Demag ....... Adlerwerke Kleve». ... 0 ikudw. üotire .....)r Nat Automobil . . . . 6 Orenftcin & Koppel .... 4 Linke Ho/manu...... Leonhard Ttey. . . . . c Bamaa-Megum...... 0 Franks Maschine» .... C Grivner ..... i II 1 1 1 £ 1 2? 1 1 SS t 1 t 1 | 140.75 137 136,75 254,25 129 83,5 83.6 75,6 139 396.75 342.5 558 425 246.25 127,75 175.5 83.5 63,75 83 255,6 127 128.5 199 29 75 73 129,5 I I 398,25 344,5 662 174 176.75 84 66 84,5 30. Jan. 31. Jan. 1 Amtliche Geld Notierung Stier Amtliche Notierung Geld : Brief Amst.. Ron Buen. »Aires Brst.'Äntw Ehristiania Kopenhagen Swckholm . Helstngfors- Italien. . . London. . . Neuvork . . Paris.... Schweiz . . Spa 'fcn Havan . . . Rio de Jan Wien in D-- Ceft abgest Prag . Belirad Budapest. Bul arten i'tfiabon Danzig. Konstantin. Athen Tanada Uru nat) leteo 169,12 1,791 58.405 111,52 112,29 112,47 10,556 22,21 20,433 4,1025 16,47 80,71 71,49 1,966 0.505 u9,08 12,424 7,376 73,30 3,030 20,23 81,70 2,130 5,544 4,186 4,276 20.958 169,46 1,795 58,525 111,74 112,61 112,69 10,676 22,--5 20,473 4,2005 16,51 80,87 71.63 1,970 0,507 59,20 12,444 7,390 73,44 1,031 20,27 81.86 2,134 6,550 4.194 4,284 ’O 998 169,01 1,790 58,38 111,47 112,22 112,45 10,558 22,19 20,424 4,1930 16,475 80,66 71,21 1,964 0,504 69,075 12,429 7,376 73.26 3.027 19,98 81,67 2,122 5,564 4,185 4,276 20.95 169,35 1,794 58,50 111,69 112,44 112,67 10,578 22,23 20,464 4.2010 16,515 0,82 71,33 1,968 0.506 59,195 12,449 7,393 73,40 3,033 20,02 81,83 2,126 5,570 4,193 4,284 20.99 von 1913 Alla Dcutiche Eilrnbahn 4*/. Haniburg-Amerila Patel. c vamb -Südam Tamvisch 8 Hansa Damvfschitt 6 Norddeutscher Lloyd o Allg. Deutsche Erediianst io Bann r Bankverein lu Berliner HanbelHyclellsch. 12 Commerz und Prioal-Bk. h Tarmsl. u. Nationalbank 12 Deutsche Ban? 10 Tiskonto-Welelllchas' Am io Dresdner Bant lu SMiteldeutiche Creditbank 9 ptcrallbank . . ■ . 8 ReichSbank . • 3 l‘°. ! i ' ZZZ'IR > HÄ 1 18 1 8li'8 1 1 £ 16, t 144 209,5 2119 148 144.75 146,5 <£58,5 173 212,7b 161 75 157,75 158 207,5 127 192.5 114,5 210.5 149.13 145 149 261,25 175 233,5 162 5 158.5 158.9 208.5 194 75 120 107 >02,25 234,75 167,6 104,9 43 179 187,6 256 262.75 12ö 114 97.25 Hevliaenftacdt ...... v Junadans ...... c Lechwerke ....... 8 ailatnfrafrroetfe ...... 8 Mag ....... 10 Nekarsulw'r ...... 8 PeterS Union ....... 8 Gebt Roeder ...... 1' Boigr & Haeffne» .... 6 Sodd Ander ..... 0 Ban 30 87.5 121 116 140 98 113,5 146 178 140 noten. 1 1 1 1 1 1 I 1 1 S 85 139 100 112 179.5 139.5 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 Berlin, 30 Jan. | leid Bnri Amerikanische Violen..... Belgische Noten...... Dänische Noten ...... Englische Noten ...... I 4,173 58,25 112,05 I 20.397 4,193 58,49 112,49 20.477 Muiklärung und RicW östeil iino Betr.; Straßenreinigung und Müllabfuhr. Die Ausführungen des Herrn Launspach im Gießener Anzeiger Nr. 23 vom 27. Januar sind richtig, soweit sie den Schriftwechsel zwischen Ministerium, Stadtverwaltung und Hausbesitzerverein betreffen. Jedoch seine Schlußfolgerungen sind gründ falsch,denn keine Behörde wird einem privaten Verein amtliche Funktionen überlassen. Deshalb hat die Gießener Mieterschaft keine Veranlassung die Beiträge zu zahlen. Mieterverein Gießen ÖFFENTLICHER VORTRAG Mittwoch, den 1. Februar 1928, abends 8'/, Uhr, im großen Hörsaal der Universität Dr. Theodor Rudolph (v Danziger Heimatdienst) spricht über d. Thema Danzig. Polen u. der Völkerbimd Eintritt 30 Pfennig iosqd Das Amt für politische Bildung der Giehener Studentenschaft NB. Es wird höflichst darauf aufmerksam gemacht, daß der Vortrag um einen Tag vorgelegt wurde. Cafe Amend Morgen Mittwoch Erster großer karnevalistischer Abend unter Mitwirkung des bekannten Mainzer Büttenredners Herrn Schnabel Im Ausschank das so beliebte Edelbock' Stark'Bier aus dem Gießener Brauhaus 11366 EBERHARD SCHWARZ Frankenberg (Eder), Femr.l 2 Garten-Architekt / Gartengestaltung Neuanlagen von Park- u. Villengärten Umgestaltung älterer Anlagen sowie auch Pflege und Beratung / Eigene Kulturen winterharter Blütenstauden ine Herren-Schneiderei Mäßige Preise 7O8a GoeiHe-Bund Mittwoch, den 1. Februar, abends e Uhr, Neue Aula, liest der Präsident der Deutschen Oichterakadernie MIWmSN aus eigenen Werken. h2id MorgenMittwoch Großes MM Schlachtfest (5s ladet freundlichst ein m3D Robert AohhLderstr. 6 Der Hilfsverein für die Geisteskranken tu €>cffcit wird in den nächsten Taqen mit einer HauSsammlung nn die Einwohner, fdmft l>eranireten.Erbii>ef,ein bescheidenes Scherflein auch hierzu betzuueueru. Auch Heine Gaben werden dankend entgegen- genommen. ES wird aber nut eine recht weitgehende Beteiligung der Bevölkerung gerechnet. Der Verein macht es sich zur Ausgabe, Nervenleioende ».Geisteskranke, die gebellt aus der AnstaltSbebandlung entlassen find, wted.tmWtrtsch a st s 1 e en 11nter zubrtngen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Anmilte wieder selbst au unterhalten. ES ist dies eine bei der heutigen Vafle sehr schwierige Aufgabe. Sie muh aber gelöst werden, wenn nicht öte Geheilten alsbald unter dein Drucke der Noi und der Arbeitslosigkeit wieder em Ovfer ihres alten leidens werden sollen. Der HilsSverein für die Geisteskranken in Hessen. I. A. Dr. Frey, Bürgermeister. Lu.lDamen- Masken- Kostüme Neuheiten zu verleihen. [GOOD Löbcrstr. 11, Part. Einfache u. elegante Maskenkostüme von 8 Mark an zu verlethen. 0741 Wilbelmsfr. 8 v. Diinijti liwW in allen Sorten stets auf Lager. B. Tiechsler Steinstraße 23. 2el. 1581. 591D AlsW in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Neuen Baue 7. 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