Nr. 282 Erstes Blatt U8. Jahrgang 8reltag. 50. November 1928 (Et|ä)etnt ,agl>ch.a»tzer Sonntag» an» Stierlags. Betlagen QHeftener Familien blätter Heimat im DUd Die Scholle monatfEejngtpttis: 2 Reichsmark und 20 Retchspfennttz für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen einztlnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsser 51, 54 und 112 Anfchrift für Drahtnache richten Hnjetger »letze«. GietzenekAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Sranfhirt om mail°i les*. VrvS Miß Verlag: vrühl'sche Unwerfiläte-Vuch' und $tctnörn Verständnis für die Mentalität des Lan- öes seiner Wirksamkeit geeignet scheint, den höchsten polittschen und diplomatischen Anforderungen gerecht zu werden. Der persönliche Konnex Dr. v. Dirksens mit den Moskauer Machthabern, die in feiner Entsendung einen Beweis für das Gewicht erblicken bürfen, Vas die deutsche Politik den Fragen Sowjetruhlands beimißt, wird ihm in seinem neuen Aufgabenkreis sicherlich zustatten kommen. Aber man laßt ihn in Berlin ungern scheiden, und die Rotwendigkeit seines gleich- wertigen Ersatzes dürste mit ein Grund dafür fein, weshalb sich die Verhandlungen über die Reubesetzung der Moskauer Botschaft, die sich freilich Dr. Stresemann bis zu seiner Rückkehr selbst Vorbehalten hatte, so sehr verzögert haben. Befriedigung in Moskau. Die „Jswestija" zur Ernennung Dr. v. Dirksens. Moskau, 30. Rov. (WTB. Fnnftpruch.) Aie Ernennung des Ministeriäldireltors Dr. von Dirksen zmn deutschen Botschafter in der Sowjetunion wird, so schreibt die „Jswestija", hier mit vollster Befriedigung ausgenommen werden. Dr. v. Dirksen, der als einer der bedeutendsten jungen deutschen Divlo- maten der Rachkriegszeit gilt, hat bereits wieder- hblt an einer günstigen Lösung verschiedener mit der Entwicklung der sotojetrussisch-deutschen Beziehungen verknüpfter Fragen, wie z. B. bem Abschluß des Vertrages von 1925, den Vorarbeiten zum Berliner Vertrag von 1926 und den Verhandlungen über einen Kredit für den Handel mit der Sowjetunion energisch und wirksam teil- genommen. Das Blatt bemerkt, daß die engen Beziehungen des neuen Botschafters zu deutschen Industrie- und Finanzkreifen ihm feine Qtufgabe erleichtern werden, und spricht die Heberzeu- gung aus, daß Dirksen durch die Sowjetregierung in vollem Maße unterstützt werde und sein verantwortliches und hohes Amt in Moskau in einer Situation an treten wird, die die nötigen Voraussetzungen für eine wettere erfolgreiche Tätigkeit zu bieten vermag. Aus aller Wett. Furchtbare Unwettcrverheerungeu in Griechenland. Das „Reue wiener Tageblatt" meldet aus Athen, dah das feit zwei Tagen in ganz Griechenland herrschende Sturmweller ungcheoreu Schaden verursacht hat, der allein in Patras ans drei Millionen Drachmen geschätzt wird. Vie Storm« wellen vernichteten an zahlreichen Stellen die fiat« mauer, die zum Teil die Warenspeicher mit sich rissen. Am schwersten ist Teneciki von dem Unwetter helmgesucht. Da» Hochwasser Hal derart zugenommen, dah die BeoStfertmg auf die Dächer flüchten muhte. Die Flut steigt andauernd. Reben dem getarnten Viehbestand, der ertrank, sind bisher vierzig Menschen« leben zu beklagen. Auch in Athen und im plcSu» Hal die Unwetterkatastrophe grohen Scha« den angerichlet. 3m Hafen risten grohe Dampfer von den Ankern vnd wurden wie Nußschalen gegeneinander geschleudert. Rur unter ungeheuren Anstrengungen gelang es, sie ans Land ;v schleppen. Fast familiche Aurlanddampfer find überfällig. Hygienische BolkSbelehrung. 3m Ministerium für Dolkswohlfahrt in Berlin fand eine große, der Dedeu'ung der hygienischen Volksbelehrung für Staat u d Volk gewidmete Kend^ebung statt. Wohtiahr.S:ti ifter Dr. Hjrtsiefer verwies u. a. baren , dah hygienische Dolksbelehrung ein besonders wichtiges Hilfsmittel zur Verbesserung der noch immer schwer bedrohten deutschen DolkSge'nidheit ist. Kul!u5mlnister Dr. Decker erörterte die große Bedeutung, die der ilnterweisung der Jugend und der Ausbildung der Lehrer auf dem Gebiet der hygienischen Dolksbelehrung zn° kommt. Von der Schule aus müfie unser ganzes Volk der feste Wille zur Gesn.rdhrlt durchdringen. Der Vorsitzende des preußischen Lan- deSausschu'^es für hygienische Dolksbelehrung, Ministerialdirektor Dr. Kröhne erinnerte daran, dah noch immer jährlich allein in Preußen über 100 000 Menschen, im Reich über 160 000, an ansteckenden und Erkältungskrankheiten sterben. In Preußen fei die Zahl der Todesfälle an Tuberkulose rund 30000, die der Todesfälle an bösartigen Geschwülsten, Krebs usw. über 50 COO, im Reich rund 65 000. Auch die Säuglingssterblichkeit sei trotz bemcrkei.Stoeetei, Absinken- in den letzten Jahren noch zu hoch. Roch immer sterben allein in Preußen etwa 80 COO Kinder im ersten Lebensjahr. Diele dieser Todesfälle, sowie schwere Gesundheitsschädigungen feien nur auf Unwissenheit auf dem Gebiete der gefundheitlichen Dorbcuzung zurückzuführen. Doppelte» Todesurteil gegen einen Doppelmörder. Das Schwurgericht Berlin verurtellte den auS Ostpreußen stammenden Schlosser August Krause, dem zur Last gelegt wird, in Berlin den Gastwirt Rogowski und zwei Tag« später den nahezu 70 Jahre allen Fuhrherrn Ralow mit einem Beil erschlagen und Frau Rakow lebensgefährlich verletzt zu haben, dem Antrag de- StaatSanwalts gemäß wegen Mordes in zwei Fällen zweimal zum Tode und wegen versuchten Mordes zu fünf Jahren Zuchthaus sowie zu dauerndem Derlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Oie Wetterlage. KCS1 6 rL 70 ’ua -12> O iranda. fcvorteniMkönw* oneie weetm. ewemg. eotoecn e*efftN » sMitiiie. -O~ bd» eichtet O$i y 5wdiodwts« Q itur*»vn. ganz allgemein gro e Arbci sloftgkeft, so daß Einwanderer, die die Landessprache nicht be° hrrrschru, keine Aussich en auf Un er kommen haben. Der Bedarf an dru.schen Angestell en für Afrika ist in letzter Zeit zurückgegangrn. Vielfach wurden für diese Polen, trotz g oßer Anforderungen un er u rgünsti'en klim rtischen Ver- häl.nissen, rech ungeaüqeade Bedingungen geboten. Die den sch-französische Derernvarung über den Arbei nehm er aus. ausch zum Zwecke der Aus- dildung bringt recht umständliche und erschwerende Vorschriften, so daß sie für den Kaus- mannnsgehilsen kaum von prat ifchem Wert sein dürften. Der Anteil der kaufmännischen und technischen Angestell en an den jäh lich zum Austausch gelangenden 500 Acbest nehmern beträgt 200. Zulafsungsanträgr müssm erst 4 Instanzen durchlaufen und werden nur ae eharigt. wenn der Bewerber bereits einen sranzösischen Arbeitgeber namhaft machen kann, der gewillt ist, ihn zu den für Angestell e üblichen Bedingungen anzu- stelftn. Neckt groß ist noch die Arber slosigkeit im befreunde en Oesterreich Cs sind soviel Stellensnetzende clleror s vorhandrir. daß die Firmen ihren Person.lbedarf nicht durch auswär ige Kräfte zu decken brauchen Nur qualifizierte deutsche Spezi..l'räfte haben Aussicht, in Oesterreich Stellung zu finöen. towtfr* Swmmm* gesundes und sdiönes Hajir zu besitzen, erfüllt sich leicht bei regelmäßigem Haaremaschen mit Laoaren. Der neuartige Duftbeutel, der der neuen 30 Pfg.-Padcung beiliegt, oerleiht dem Haar unen vornehmen, köstlichen Duft* Verlangen Sie ausdrücklich das einwandfreie Haarwaschmittel Ein mehrfach vorbestrafter Gärtner aus Bonn, der sich nach feiner Entlassung aus dem Gefängnis ohne festen Wohnsitz herumtrieb, hat auf dem Wetzlarer Weg in Gießen eine junge Frau angefallen, um chr die Handtasche abzunehmen. Nach der Tat flüchtete er, stellle sich aber, von Neue getrieben, selbst der Polizei. Unter Annahme mildernder Umstände erhielt er wegen versuchten Straßenraubs neun MonateGefängnis. Ein trotz seiner 23 Jahre häufig vorbestrafter Maurer aus Bad Homburg hat außer Kurs gesetzte Hundertmarkscheine aus der Zeit vor dem Kriege in den Verkehr gebracht, indem er sie unerfahrenen Leuten, meist Bauersfrauen aus kleinen Dörfern, als gültiges Geld aufhängte.' in zwei Fällen hatte er die Jahreszahl 1908 in 1028 geändert. Wegen Münzfälschung und Betrugs erhielt er ein Jahr sechs Monate Gefängnis. Ein Postschaffner aus Friedberg erhielt wegen Amtsverbrechens acht Monate Gefängnis. Er hat Briefe, die er zu bestellen hatte, widerrechtlich geöffnet und zum Tell ihres» Geldinhalts beraubt. Ferner hat er einen ihm ausgezahllen Postnachnahmebetrag unterschlagen. Der Gesamtvorteil, den er sich verschafft hat und wegen dessen er nun Amt und Freiheit verliert, beträgt noch nicht hundert Mark. Der Beweggrund zur Tat war nicht einwandftei auf^uHären: von wirklicher Not konnte nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme jedenfalls nicht die Rede sein. schnrale Weg ft ei gemacht, so daß die bridrn Möbel u os nack der Plockslra> e'nüege i konnten. Eine große Zuschauermenge hatte sich natürlich im Nu angesammelt. " Ein Gepäckmarsch der Gießener Studentenschaft findet, wie schon kurz berichtet, am kommenden Sonntag statt. Der Start erfolgt um 1030 Uhr vormittags vor dem Uni- verfitätsgebäude. gegen 12.15 Uhr werden dort die ersten Teilnehmer am Zielpunkt erwartet. Die Belastung jedes Marschierenden beträgt 10 Kilogramm. Die Marschstrecke ist 15 Kilometer lang, sie hat folgenden Verlaus: Universität, Ludwigstraße. Kaiserallee, Nödgener Straße, Flughafen durch das Stolzenmorgener Gehölz zur Gemackungsgrenze. nördlich zur Wiefeck, westlich zur Strupvmühle. Ludwigsburg. Wieseck. Baden- burgweg. Marburger Straße. Nordanlage, Os- waldsgarten, Westanlage. Bleichstrahe. Ludwigstraße, Universität. "* Eine Vereinigung der Rheinländer in Gießen wurde gestern abend in einer Rheinländerversammlung im UniversitätscafS gegründet. Die landemannschaftlichen Zusammenkünfte sollen in jeder Woche ftattfinöen. Bereits in der gestrigen Gründum -Versammlung zeigte sich, daß der goldene rheinische Humor auch in der oberhessischen Provinzialhauv stadt seine schönen Blüten treibt und unserer Bürgerschaft durch den organisatorischen Zu sammenjchluß aller Iraner dieses Humors noch manche angeneume Ueberroschung verspricht. Dafür werden der Pitter, der Kobes, der Tünnes, der Schääl, bat Stina ufw. Sorge tragen. ** I m Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, läuft zur Zeit unter dem schlechtgewähi- ten Titel „OK artet der Liebe" ein recht guter Revolutionsfilm — Rußland, Pol-m, Pans 1919 —. in dem unter der sehr fortschnttlichrn und geschickten Regie von Carmine Gallone (Manuskript Norbert Falk) vor allem Olga Tschechowa und Hans 01 ü to e in den Hauptrollen bemerkenswerte darstellerische Leistungen bieten. — Im Beiprogramm sieht man einen ganz oberflächlich gearbeiteten Film, der in den Betrieb einer modernen Tageszeitung einführen soll: er gibt aber nur ein höchst unvollkommenes Bild, das dem Fachmann gelegentlich ein Lächeln abnötigt, bleibt an der Oberfläche der Erscheinungen hasten und wird überdies zu schnell gedreht. — Außerdem arbeiten vier ausgezeichnete Parterre-Akrobatcn auf der Bühne, die eine sehr exakte Arbeit liefern und sich an jedem Variete von Rang seh.n lassen können. •• ©in Wohltätiykeitskonzert des Kriegervereins Gießen finbet am kommenden Sonntagabend 7.30 Uhr rm Saale des Lase Leib statt. Die Veranstaltung verspricht ihren Besuchern schöne und wertvolle Unterhaltungsstunden. Sie sollte aber nicht nur um deswillen, sondern auch um des guten Zweckes willen einen starken Besuch finden. Der Reingewinn des Abends soll nämlich an die Altveteranen, Schwerkriegsbeschädigten und Krieger- Hinterbliebenen des Vereins verteilt werden. Hoffentlich wird der Ertrag so umfangreich aus- falten, daß der Vorstand des Vereins Gelegenheit hat, recht ansehnliche Ginzelspenden zur Verteilung bringen zu können. Man beachte die heutige Anzeige. die Bürgerschaft: Wie in allen anderen Städten und Ortschaften, ist nun auch Gießen auf Grund der Derkehrs- ordnung mit den neuzeitlichen Verkehrsschildern versehen. Diese Schilder die- nen der Grftichterung des öffentlichen Verkehrs und somit der Sicherheit des Publikums. Es ist unverständlich, daß solche Einrichtungen in Gießen in auffallender Weise zahlreich unb oft beschädigt, zerstört und entwendet werden. Es ergeht der Ruf an alle ordnungsliebenden EiiUvohner, diese Verkehrsschilder zu schützen und Personen, die bei Beschädigungen betroffen werden, zur Llnzeige zu bringen. Nach der Derfthrsordnung ruhen hohe Strafen auf der Beschädigung solcher Schilder. Daten für Samstag, 1. Dezember. 1521: Papst Leo X. (Giovanni di Medici) in Rom gestorben: — 1709: der Kanzelredner Abraham a vanta Clara in Wien gestorben: — 1859: der Maler Alfred Rethel in Düsseldorf gestorben. Vornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater: „Eine Frau von Format", 19.15 bis 22.15 Uhr. — D. D. 21.: Vortrag P. Rohrbach über „Amerikanismus", 8 Uhr, in der Aula. — V. H C.: Schu- LU. Von der Landesuniversität Gie - ß e n. Dem Leiter des Unioersitätsoersuchsguts Dr. W. Pfaff wurde durch den Herrn Minister für Kultus und Bildung wesen mit Wirkung vom Beginn des Winterser.'esters 1928/29 ab ein Lehrauftrag für landwirtschaftliche Betriebslehre, Agrarwesen, Buch, führung und Taxationslehre erteilt. ** Der erste Schnee in Gießen. Nachdem heute früh tn der achten Stunde hier erneut Regelfälle begonnen hatten, stellte sich gegen 10 Uf)r Schneefall ein. Allerdings war tiefer erste Schuir sehr naß und reichlich mit Regen vermischt, so daß er eigentlich nur <üs verstärkter Regenfall angHetzen werden kann. Nachdem nun aber der Winter mit diesen ersten Flocken seine Visitenkarte abgegeben htt, wäre zv. wünschen, daß er jetzt auch hinsichtlich der Temperatur etwas mehr Ernst machte und dadurch die Regen- fällc zum Stillstand brächte, damit das Erden- reich ausschließlich seiner weißen Flockenpracht gehören kann. ** Fortfall der Theater-Straßenbahnwagen. Don der Leitung des Stadttheaters wird uns mltgetcllt: Die Intendanz hat au Beginn der Spielzeit erwirkt, daß nach den a rsteuungen je- weils ein Sonderwagen der Straßenbahn für das Theaterpublikum bereit stand. Da dieser Wagen vom Publikum leider nur sehr schwach benutzt wurde, muß die Straßenbahn nunmehr den Betrieb dieses Thcaterwagens einstellen. Die letzte Theater-Elektrische fährt Freitag, 30. November, nach der Operettenvorstellung „Frau von Format". ** D i e Ausstellung der Steuerkarten für 1 929 betrifft eine Bekanntmachung der Stadtverwaltung im heutigen Anzeigenteil. Arbeitnehmer und Arbeitgeber seien auf diese wichtige Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Der Vortrag Paul Rohrbachs in der vom Verein für das Deutschtum im Auslande (23. D. 21.) auf heute abend in die Neue Aula der Universität einberufenen Versammlung beginnt um 8 Uhr. Wie man uns mitteilt, werden a n Saaleingang noch (Eintritt'farten zu haben fein. ** Verkehrsstörung. Gestern mittag gegen l/zl -llljt ereignete sich vor dem Geschäftshaus von Geisse, Sefterswsg, eine Verkehrsstörung dadurch, daß eine vom Bahnhof kommende Elektrische und zw.i in der Richtung nach der Frank, urter Straße fahrende Möbel.intos der Firma Stückrath & Bender bei der Enge dieses Teiles des Seltersweges nicht aneinander vor- beifah.en konnten. Nur durch rech'zeittges Bremsen der beiden Wagensührer wurde ein Zusammenstoß verhütet. Durch Rückwärtsfahren der Elektrischen bis zur ®ce'l>eiirafje wurde der I bertgcdenkfeier im Singsaal des Realgymnasiums, Aus oer prooinsiüipau^qiavi. n.30 Uhr. - Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Marter November 1923. I öcr Liebe": moraen Samstag 4 Uhr nachmittags, einmaliges Gastspiel der j^rankfurter Marchenbuh- nen „Rotkäppchen". — Astoria-Lichtspiele: „Ein Unser so innlgstgcliebter, unvergeßlicher Horst Ist heute plötzlich und unerwartet im Alter von 9 Monaten von uns gegangen. In tieter Trauer: Hans Ihle uud Frau Gustchen geb. Benk und alle Angehörige Gießen (Lieber Str. 151), den 29. November 1923. Die Beerdigung lindet Samstag, den 1 Dez., vormittags */,12 Uhr. statt. 10479D Mmöbel / Blmneattipiieii Liegefeffel in fltÖBtet Auswahl Ltublickreinerei — Flechterei Vb. Senkel ™ Sonueustraße 14 unb 18. Aeliestes Svezialgeschäst am Platze. Ausstellungsraum noch im ersten Stock. Wefc-tectiarlitel in grober Auswahl wie: Mop. Bohner. Besen. Bürsten Kleiderbürsten. Toiiettearlikel Waschetruhen, Waschkörbe Waschseile,Klammern.Fensterleder, Schwämme KÜMO Türoorlagen. Stehleltern. Ludwig Kohlermann Vleichftraße IS. Frische Mazzen per Pfd. 60 Pf. *‘-xD J. M. Schulhof. Beaoehi die Handels« sohnle Knnxelmannl MMeilen Prfifungsarbeilen usw. werden sauber und schnell unier billiger Berechnuna ne- feb rieben. Schristl. An geb. unt. <>8377 an den Gieß. An^. erb. \ Kaufgesuche"] Farverde selb, rot, braun. Wer kann liefern ob. wo sind Gruben? Adiessen unt. 104001 > an den Gieß. 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Platz (nicht numeriert) 1.— RM. • Programme im Vorverkauf: In den Laden-Geschäften: Conrad Bender, Walltorstr. 14, Peter Bingel, Lindenplatz 8, Karl Dull, Asteiweg43, Albert Knorr, (Stoll Nacht), Frankfurter Str. 86. Gebr. Männche, Wilsonstr. 9 (Ecke Liebigstr.), Th. Schäfer, Neustadt 41. Friseur Hans Schmitt, Ludwigstr. 22 und Gustav Sonntag. Sonnenstraße 10 (Ecke Schulstraße) und Seltersweg 58. 10462D tellenangeJotej Lehrling sü. AmMen die Handelsschule ob. ber.il. bereits besucht haben, türfoufmänn. Bureau forort ges. Schr.Bewerb. unter 08380 a. d. Gien.An^. Krau ober Mädchen zum Butzen, und 1 jg. Bursche wird gesucht 08389 Marktplatz 21. Telephon 1537 Seltersweg 36 10465D Damen-Strümpfe Mk. 4.50, 3.25, 2 25 Mk. 4.95, 3.50. 2.95 1.25 Erprobte Qualitäten in allen Modefarben Sonnenstrafee 25 Grotzer PreisabschlagWWvHefe Empseble diese Woche: Marke ßrfifnnibr ctÄ 10478A Morgen Samstagabend Warum kanten Sie imXnmlÖpf Milets am vorteimafteften? 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Oktober 1928 In Gießen wohnhaft gewesenen Arbeitnehmer werden hiermit aufgefordert, im Stadthause, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, vormittags von 8—1 Uhr, die für 1929 erforderlichen Steuerkarten ausstellen zu lassen, ugd zwar ist es Sache jedes Steuerpflichtigen, dafür zu sorgen, daß er zur Zeit seiner ersten Lohn- und Gehaltszahlung im Jahre 1929 im Besitze seiner Steuerkarte ist. Personen, deren Arbeitseinkommen aller Voraussicht nach den Betrag von 100 Reichsmark monatlich nicht übersteigt (Lehrlinge, Lehrmädchen, weibliche Hausangestellte usw.) bedürfen keiner Steuertarte. Zur schnelleren Abwicklung der Steuer- karten-Ausstellung und insbesondere zur Vermeidung von Zeitverlusten für den einzelnen Arbeitnehmer, ist es dringend zu empfehlen, daß die Arbeitgeber die Steuerkarten für ihre am 10. Oktober 1928 in Gießen wohnenden Arbeitnehmer bei der obenerwähnten Stelle abholen lasten. Die vorherige Einreichung einer Liste mit Vor- und Zuname nebst Wohnung der Arbeitnehmer ist ratsam. Ruhegehaltsempfänger und ihre Hinterbliebenen, die ihre Bezüge von auswärti- gen Kasten erhalten, haben ihre Steuerkarten unverzüglich der auszahlenden Kaste einzusenden. Etwa benötigte Bogen zum Einkleben der Steuermarken sind sowohl beim Finanzamt Gießen als bei der obengenannten Stelle erhältlich. Gießen, den 30. November 1928. Der Oberbürgermeister. I. 23.: Dr. Seid. I InröinOQ PidreLMitesier werden In «tolgen III öl I l“D Tagen durch das TdürrerechO- AoQirht nerungemlttel Venen (Starke A) VJÖOlUl II unter Garantie beseitig t Sie errieten einen sammetweichen Teint Nur eu haben bei /448A Drog. O. Winterboff, Kreuxpl. 9/10 Hindenburg-Drog. Seltersweg 68a l!IIIIIIIIIII!IIIIlII!IIIII!!IIlIIIII!IIlIlIIIIIIIlIIIst!IIIIIIIIIIIIM la Portland Zement bester Qualität, unter Syndikatspreis C. Rfibsamen, Gießen 897 D Fernsprecher 1659 llllllllinillllllllllllllimiilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Vereine zröhlichteit Lager. 6785 D Samstag, 1. Dez., 8.30 UUr, bet PVß. Katstrallee. 11 A.: Besprechung w. freier am 8. XIL •28 in dkeheim. Kneipe mtt Alten- Herren- Abend. Abschied eines nach Ametika auswandernden Mitgliedes. Erscheinen Pflicht. Der Vorstand. rvrv warnen Sie 3brat8t®ttbnnatn aus Anzeigen ohne Jtamen Zeugnisse, UrfunOtn ob. sonst wichtige Dotiert beizufügen: vbschriftm genügen zut Oin1> Itung v. AnsteIIunghafter Besorgnis ausgenommen worden. Mi: Recht. Denn es handell sich hier um die Gefahr einer schweren w i r t s ch a f t l i ch en und moralischen Schädigung dieses Kerns des deutschen Dolles. Wird die Pflichtgrenze von 3€00 auf 6000 Mark Sahreseinlommen hinauf- gesetzt, so wird ein sehr großer, wahrscheinlich der größte Teil des Mittelstandes in die Zwangsversicherung einbezogen. Er wird genötigt, Beiträge zu zäh en. ÖL er e6 ichhöher sind, als die Summen, die er bisher für gesundheitliche Zwecke aufwandte, während die auf die Bedürfnisse anderer Kreise zugeschnitte- nen G e g e n l e i st u n ge n der Kassen seinen Ansprüchen nicht genügen können Snsbesondere wird seinen Angehörigen zugernulet, sich als Kassenpatienten behandeln zu lassen, was sie innerlich ablehnen, und zwar deshalb, weil der Mittelstand unter einen Zwang gestellt würde, der seinem innersten Wesen widerspricht. Sst doch stets die Selbstverantwortlich- f leit für das eigene Schicksal das Kennzeichen des Mittelstandes gewesen. Wird sie beseitigt oder auch nur beschränkt, so wandelt sich der Mittelstand zu einer Schicht, die Fürsorge empfängt und darum gar bald fürsorgegewohnt und fürsorgebedürstig wird. Besonders verderblich muß sich noch dazu die geplante Maßnahme freier om8.XlL Hrt Verein ifL> Mer- MN vT LtzS °°" Nr.n teiin Huna, Mmtr JeÜen Kr tezs 'M Sahn« yÄ y°rau5fi4)t m- r'S, ßehr 5** «5 *Un9 bet LS-r , J ö[!"flenb zu S-'e Steuer. 7°ber 1928 i„ Mmer bei bet Ä Sie unR der Arbeit. D°n Qustoirti. ihre Steuer, zahlenden M Sogen zum 7n fmb sowohl 1,9 bei 6er oben* Matscher Maler der Gegenwart und Dergangen- beif, und wenn darin Namen wie Hermann Kaulbach, Albert von Ke Iler, Eduard von Gebhard vertreten sind, so beweist das. teh dem Verstorbenen ein feines Gefühl für edle JUnft eigen war, aber auch daß er wußte, mit feiner Gabe in seiner Heimatstadt dankbares, entgegenkommendes Verständnis zu finden. — Nachen die Bilder von der Hand des in unserer 1 Gieien 1913 e.V idAkad. R* abteilung. Sinnal »tiiamml* ^niabuH.— jyi .«»«S'Sr, ...ml » --- schwunden. „Hat er etwa die Kasse mit- genommen?* schrie man zu ihm hinauf. Nein, erklärte der Direktor mit weinerlicher Stimme, an der Kasse werde einem verehrten Publikum das Eintrittsgeld zurückgezahlt.-- Als die ersten enttäuschten Zuhörer den Saal verlassen hatten, vernahmen sie durch die Nacht vom Hose her ein entsetzliches Gepolter und ein gellendes Hilfegeschrei. Lind man entdeckte in wenigen Minuten Cyrano in seinem Gefäng- * nis, befreite ihn lachend und — kehrte gemein- sam in den Saal zurück, der sich noch nicht geleert hatte. Ein betäubendes Gelächter empfing den gefnidten Ritter. Lachen stimmt friedlich, und Rostands „Cyrano de Bergerac" wurde vor dem aufgeräumtesten, heitersten Publikum der Welt zu Ende gespielt.-- Theater im Theater. (k) Hchanghai. Sa, — so schreibt der Korrefpondextt eines englischen Blattes, das sitzt nun einmal so im chinesischen Theater. Nicht allein, daß die Vorstellungen viele Stunden lang dauern und einen eintönigen Text zeigen, von dem der Europäer kaüm etwaS versteht; nicht allein, daß die Zuschauer manchmal einen halben,Tag lang aufmerksam einer Tragödie gegenüber, itzen, deren Handlung nach unseren Begriffen überhaitpt keinen Fortschritt macht, — nein, es gibt auch noch andere Eigenarten des chinesischen Theaters. Seit den Tagen der großen Revolution in China ist dieses der Kunst gewidmete Snstitut auch eine Art Trib unal geworden, in dem nicht nur große Helden der Tragödie, fonbent auch kleine militärische Lokalhelden ab und zu eine Rolle zu spielen pflegen. Da gibt es in Tsa-pei. der Chinesenstadt von Schanghai, das K n Sin Theater. Lind ebendort gibt es einen Offizier der nationalistischen Armee. Dong-Fa-Kje. einen äußerst streitbaren Herrn. Er begab sich neulich allein in voller Uniform in das genannte Theater. Er nahm Platz und gab sich innig dem Genüsse eines unendlich fangen Dramas hin. das den Titel führt: „Eine Waise rettet ihren armen, alten Grohvate r." Ein höchst interessanter Vorwurf also. Mitten in der Darbietung jedoch wurde das Spiel plötzlich unterbrochen. Etwa 100 nationalistische Soldaten waren — ohne Eintrittskarten — in den Zuschauerraum eingedrungen und verlangten von dem herbeieilenden Direktor die besten und teuerften Plätze, die jedoch schon von anderen — zivilen — Kunstliebhabern besetzt waren. Dem unerquicklichen Disput wollte Herr Dong-Fa K e mittels seiner Dorgesehten- autorität ein Ende machen, bestieg die Bühne und wandte sich in einer äußerst höfliHen, mit viel poetischen Floskeln durchwobenen Rede an die Eindringlinge. Er kam aber nicht weit damit, denn kaum hatten diese herausgefühlt, daß der Offizier sie wieder „zur Räson bringen" wollte, begannen sie mit Stühlen und Banklehnen ein derartiges Bombardement auf den unwillkommenen Mahner, daß dieser durch einen Nebenausgang flüchten muhte. Aber er kam nach einer halben Stunde wieder. Mit 500 Soldaten. Sn wenigen Minuten war das schönste Feuergefecht im Gange. Mit unzähligen Schußlöchem, Schatelbrücheir und eingefchlagcnen Nasen muhten die ersten Ein- lung im Neuen Schloß gefunden haben. Sie Gefreuten eine sehr wertvolle Bereicherung der schönen Sammlung, der fte sich angliedern; denn l'e stammen zmn Teil von der Hand berühmter düng. Nahrung usw. Aber die Erforschung des Südpolartreises eurch die Luft ist doch die Krone aller Polarabenteuer, ist das größte Abenteuer von allen. Die Entfernungen in diesem vom Ozean umgebenen, eisgepanzerten Erdteil belaufen sich auf Tausende von Kilometern, und die Flieger snrd sich flar darüber, daß sie mit einer Zwangslandung rechnen müssen und mit der Aussicht, von Robben und Pinguinen zu leben und über die eisigen Wüsten zu wandern, bis sie auf irgendeinen Walfischfänger stoßen. Sie werden auf den Flugzeugen nur das Notwendigste an Ausrüstung rnitnehmen können. Wir hatten auf der unglücklichen Scott-Expedit ton Motorschlitten mit uns. aber sie hielten die flima- tischen Anforderungen und andere Bedingungen der Eisbarriere nicht aud, und es ist möglich, daß Flugzeuge ebenfalls versagen, denn in einem Gebiet, wo 100 Grad Frost und wochenlange Schneestürme an der Tagesordnung sind, gibt es noch keine Erfahrungen darüber. Sm Fall einer Zwangslandung wird die Mannschaft versuchen müssen, nach dem Hauptlager zurückzufinden, und dann drohen ihr dieselben Gefahren, Schnee stürme. Kälte, Entbehrung, Skorbut, die Kapitän Scott und seinen tapferen Gefährte,r das Leben kosteten. Auch durch die beste Ausrüstung kann dieses größte Abenteuer nicht weniger gefährlich gemacht werden. Nur mit Zelten. Schlafsäcken, Primus-Oefen und etwas Nahrung ausgerüstet, erreichte ich unser Lager durch die Tapferkeit meiner beiden Begleiter, als wir zurückmarschierten, nachdem wir Nahrungsdepots in einem Umgreife von 225 Kilometer um den Pol gelegt hatten. Gegen Ende des Marsches, nachdem wir fast 1500 Kilometer durch das Cis gegangen waren, wurde ich vom Skorbut befallen. Gegen 150 Kilometer hatte ich noch zurückzulegen, jeder Schritt war eine Marter. Endlich brach ich, 50 Kilometer vom sicheren Port entfernt, zusammen, und wenn nicht einer mehrer Gefährten, selbst der Erschöpfung nahe, zum Lager marschiert wäre und von dort einen 2lrzt geholt hätte, wäre ich nicht mit dem Leben davongekommen. Auf solche M»enteuer müssen auch die beiden kühnen Flieger gefaßt sein, aber dafür lockt sie der höchste Preis: die Entdeckung der Geheimnisse und Wunder des einzigen großen Gebietes, das noch unbekannt ist." durch Riesenplakate an allen Mauern und Zäunen einer hochwohllöblichen Bürgerschaft ange- zcigt, daß sie willens sei, ihr am Abend Herrn Edmond Rostands erfolgreiches Schauspiel „Cyrano de B e r ge r a c‘r in einer unerhört feenhaften Ausstattung vorzuführen. Solchem Locken kann selbst der sparsamste ftanzösi.che Rentner auf die Dauer nicht widerstehen, und so war nm Abend der Gast Hausscral bis auL den letzten Stuhl ausverkauft, der Direktor^ der Truppe rieb sich schmunzelnd die Hände und beschloß heimlich, den Aufenthalt in dieser kunstsinnigen Stadt um einige Tage zu verlängern. Doch mit des Geschickes Mächten ist, wie man so treffend sagt, nicht gut Kirschen essen. Das Spiel nahm also seinen Anfang. Das Publikum saß mucksmäuschenstill und genoß den ersten Akt mit. einer ehrlichen Andacht, wie man sie im verrotteten Paris überhaupt nicht mehr an- trifft, und brach in begeisterten Beifall aus. als sich der Vorhang senkte. Es klatschte und trampelte mit den Füßen so lange, bis er wiederauf ging und sich die Darsteller dankend zeigten. Aber der, dem der Beifall in erster Linie galt, der, dessen Spiel den ttessten Eindruck hinterlassen hatte, der Darsteller der Titelrolle, Cyrano von Bergerac mit dem klassischen Ungetüm von Riechorgan, war nicht darunter. Den armen Mann hatte bei Schluß des ersten Aktes ein nur allzu irdischer Schmerz überfallen. Cyrano also, in seinem Fechterwams des 17. Sahrhunderts und bewehrt mit einem langen Degen, machte sich auf die Suche. Vollkommen ortsfremd, irrte der bedauernswerte Mime durch den völlig ausgestorbenen Gasthof, ohne zu finden, was er suchte, und in der allerhöchsten Verzweiflung entschloß er sich, ins Freie hinaus- zustür-zen. Lind er hatte sich nicht verrechnet. Er kam auf einen Hof zwischen den Häusern, und siehe da, dort winkte Erlösung. Der Schlüssel steckte außen, und ausatmend verschwand der tapfere Ritter Cyrano de Bergerac in denr engen Gelaß. Dies besagte Gelaß gehörte einem 2lpotheker, der spät abends in seinem Laboratorium noch kostspielige Gifte braute und die pedantische Gewohnheit hat, nach getaner Arbeit sämtliche Räumlichkeiten abzuschließen, auch jenes Gelaß, das Cyrano de Bergerac barg. So tot der gewerbliche Giftmischer auch diesen Abend, ohne daß Cyrano das Llnheil gewahr wurde. Der heitere Schluß dieser merkwürdigen Geschichte ist schnell erzählt. Nachdem der Direktor zum zehnten Male vor den Vorhang getreten war, um in Angstschweiß gebadet das immer ungeduldiger werdende und laut aufbegehrente Publikum zu beruhigen, sah er sich endlich, da er keinen Ersah für seinen Cyrano hatte, zu dem Geständnis gezwungen, der Hauptdarsteller sei auf Aütselhafte Weise spurlos verwesens und Verwandlung der Aerzte tn Kassenbeamte, nähert sich feiner Verwirklichung. Die Gefahr, daß die Forderungen der Krankenkassen erfüllt werden, ist groß. Die Freien Gewerkschaften haben üjre Llnterstühung schon zuge- lagt, und damit ist die Hilfe der Sozialdemokratie gesichert. Wenn die christl. Gewerkschaften sich an- schließen, werden sich auch in den bürgerlichen Parteien Stimmen zugunsten jener Forderung linden. Die Blldung einer Mehrheit ist unter diesen Llmständen sehr wohl möglich. Demgegenüber muh jedoch betont werden, daß eine einfache Mehrheit nicht befugt wäre, die in Rede stehende Erhöhung der Pflichtgrenze zu lxeschliehen. Eine Erhöhung der Pflichtgrenze in dem geplanten Ausmaße würde im Widerspruch zu Art. 164 der Verfassung stehen und würde deshalb eine Zweidrittel- Mehrheit erfordern. Die aber wäre kaum aufzubringen. Sn der Tat, Artikel 164 schreibt vor, den selbständigen Mittelstand in- Landwirtschaft, Gewerbe und Handel in Gefetzgebung und Verwaltung zu fördern und gegen Xlebettaftung und Aufsaugung z u schützen. Gewiß kann es streitig scheinen, wie weit solche Förderung und solcher Schuh durch staatliche Maßnahmen gewährt werden können. Wer eines ist klar: in dieser Vorschrist liegt unter allen Llmständen ein Verbot von Maßnahmen, die den Mittelstand schädigen und leine Aussaugung fördern. Da nun aber die Erhöhung der Pflichtgrenze den Mittelstand zweifellos schädigt, würde ein entsprechendes Gesetz zurücktritt? Diese Meinung wäre unhaftbar. Die Sozialversicherung hat die Aufgabe, denjenigen Devöftcru.-.geschichten Fürso ge za gewähren, die ihrer aus wi.tschaftlichen und psychologischen Gründen bedürfen, die aus QEangel an Mitteln und Wange! an Voraussicht nicht selbst für sich zu sorgen vermögen. Daß das und nur das die Aufgabe der Sozialve.sicherung ist, ist bei der Beratung des Arluels 161 auch von sozialde.nofrattscher Seite hervor gelben w.rsen. Sene Bedingungen sind aber beim Mittelstände nicht gegeben. Seine Angehörigen haben seit jeher durch die Tat bewiesen, daß sie gewillt und im Stande sind, ihr und der Shren Schicksal aus eigener Kraft zu sichern. Tatsächlich geht es ja auch nicht darum, sondern um den Wunsch, den leistungsfähigen Mittelstand als B e i t r a g s z a h l e r !;€ ar.u ieffe i und so den Snteressen der Kassen und der jetzt Versicherten dienstbar zu machm. Da; aber steht in geradem Widerspruch zu dem Willen des Gesetzes, wie er in Artikel 161 zum Ausdruck kommt. So bedeutet denn Artikel 161 keine Einschränkung des Artikels 164. Er stützt ihn vielmehr, intern er die Erhöhung ter Pflichtgrenze unter einem anderen Gesichtspunkt ebenso Die Gemäldesammlung Eprua. rtlödlischcKunstsammlungimNeuenLchlotz, Lcnckenbergstratzc. .Durch das Vermächtnis des 1928, auf einem LLoyddanrpfer in der Nähr t>on Ceylon jäh verstorbenen Gewerberats Dr. Ludwig Adolf 5 y r u ck. eines geborenen Gießeners, ist unserer öladt ein wertvolles Erbe zugefallen. Zwar lebte Dr. Spruck in Hamburg-Wandsbek, wo sich sein Dienstsch befand, aber er hat die Verbindung mit der Heimat nie abgebrochen; smd doch feine Großeltern und Eltern hier auf dem aften Friedhof begraben, bei denen er nach seinem Tode zu ruhen wünschte. Ein gutes Q^er- stondnis für Kunst, große Liebe für die Schmähest en ber weilen Welt und reges Snteresse für Ethnographie, namentlich des fernen Ostens. k»ermochten die Einförmigkeit des Berufs und bi*' Einsamkeit des Sunggesellenlebens in ihm befriedigender Weise auszugleichen. Das zeigt sich auch in demjenigen Teil des der Stadt ge- toorteneu Erbes, das in Kunstgegenständen oe- I>rht; zu ihnen gehört eine Reihe von Geralden, die jetzt vorläufig ein Heim in einem Raum der städtischen Gemäldesämm- verfassungsändemd, um nicht zu sagen, v e r - sassungswidrig sein unb dürste mit einfacher Mehrheit nicht beschlossen werten. Aber, so könnte man eintoenten, Artikel 161 et 1928. Dr. Seit, twwtrdatntinlj« rth Tttartnchfr ‘^VamiiSttrhA) “Wfcbeultlgt «wddteo Tdnt lbtl /448A iKreuipl,9/io »eheraweg 68a lllllllllllllllllllllllliw Tas „KoPPje Koffee". (r) Amsterdam. Herr Droog stoppel ist eine ter volkstümlichsten Persönlichkeiten des Königreichs zwischen Rhein und Kanal. Droogstoppel ist Kaffee in aller an ter Amsterdamer Börse, das Geld geht ihm scheffelweise ein, und er liebt das herrliche Leben auf Gottes schöner Erde. Man stelle sich also diesen Herrn' Droogstoppel, wie er in Muttatulis Roman „Max Havelaar" geschildert wird, mit einem kugelrunden Bäuchlein, behäbigem Gange und listig zusammengeknif- fenen Augen vor; in unzähligen holländischen Karikaturen ist er nachgezeich iet wo.den. Lind diesem selben sympathischen Droogstoppel ist nunmehr die Petersllie verhagelt. Der niederländische Kaffeehandel sitzt trübselig in zehrender Sorge. Der K a f s e e - K o n s u m der ganzen Welt ist seit einigen Jahren ftetig zurückgegangen. Sogar in Holland selbst, dem llassischen Lande des stets, genußbrreiten „Koppje Koffee", in alleh Reife,ührern und Reisebrschrei- bungen gebührend gerühmt und gepriesen. Sm Sahre 1925 hat dieses Llyheil eingesetzt; damals tränten die Holländer rund 20 Prozent weniger Kaffee als im Vorjahre; 1926 wurden es wieder rund 18 Prozent weniger, 1927 gar weitere 30 Prozent, und der Verbrauch im laufenden Sahre 1928 ist, soweit Herr Droogstoppel das jetzt schon überblicken kann, wiederum katastrophal gesunken. Fast im gleichen Derhältnis hat dagegen ter Teegenuß zu genommen, unb Herr Droogstoppel als überzeugter Wahrer altüberlieferter geheiligter Sitte führt diese Erscheinung tatelnb auf den betrüblichen Llmstand zurück, daß feine Landsleute anfangen, mondän zu werden und einem gewissen Auslaute, das nur durch eines Wässerchens Breite vom Vaterlande getrennt liegt, die Formen ter Lebenshaftung nacfyuäffen. — Dieselbe Statistik, die in Herrn Droogstoppel so betrübliche Gedanken erweckt, lehrt weiterhin, daß in den genannten Sahren auch *ter Genuß schärferer Labsale, als ba sind Genever, Schiedam und Hulstkamp, außergewöhnlich Angenommen hat. Vielleicht liegt das, wie die Presse meint, die immer solch imschuldige Miene zum bösen Spiel macht, an der verschlechterten, feuchten Witterung ter letzten Sahre. Vielleicht aber auch liegt darin ter Schlüssel für den zurückgegangenen Kaffeeverbrauch. Chrano hinter Schloß und Riegel. — Paris. Honlerischeö Gelächter hat eine französische Wanderbühne in einem kleinen Städtchen in ter Nähe von Remies geerntet Besagte Gesellschaft hoffnungsvoller Mimen hatte ihre Zelle im größten Gasthofe ber Stabt auf geschlagen unb Als „das größte Abenterler. das den gor» schungsreisenden heute noch bevorsteht", bezeichnet ter englische Admiral E. R. E v ans, der Begleiter Scotts auf seiner letzten tragischen Fahrt in die Antarktis, die beiden neuen Expedittonen, nach dem Südpol, die jetzt der Amerikaner Byrd unb der Australier Wi Ikins unter- dringlinDe das Schlachtfeld räumen, — so ganz nebenbei muhten auch noch 67 verletzte Zivi lsten abtransportiert werdenI — Herr Dong-Fa-Kje nahm mit seinen siegreichen Truppen die Plätze ein, gab ein herrisches Zeichen zur Bühn? hinauf, und der arme, alte Großvater wurde von der Waise zu Ende gerettet^.. Feuersichere Beheizung -er Theater. Die furchtbare Brandkatastrophe, die vor einigen Wochen das „Theatro de Rovedades" in Madrid heimfuchte, hat das Problem der feuersicheren Beheizung unserer Theater wieder aktuell werden lassen. Man hatte damals behauptet. daß auch Zentralheizungsanlagen unter Umständen wenigstens indirät die Ursache zu Theaterbränden werden könnten. Dazu wird uns von fachmännischer Seite der Zentracheizungs- industrie mitgeteilt, daß Kleiderablagen und Magazinräume, die am leichtesten den Herd für Brandkatastrophen bilden, aus technischen Gründen meist durch örtliche Heizkörper erwärmt werden. Auch bei Lieser Beheizung bleiben die Räume von Brennmaterialien und offenem Feuer verschont, denn nur Dampf oder Warmwasser passiert in abgeschlossenen Rohren und Heizkörpern di« einzelnen Räume. Man wirft dieser Heizung gern vor, Latz sie die Gegenstände in der Räche der Heizkörper zu sehr austrockne. Dieser Borwurf ist insofern ungerecht, als schließlich jede Heizeinrichtung die Raumlust an der Stelle der Wärmezufuhr etwas über die mittlere Raumtemperatur erwärmen muh. Eine Eigentümlichkeit der Zentralheizung ist dies nicht. Sie weift aber eine genau geregelte und schon aus hygienischen Gründen mäßige Oberslächentempe- ratur auf, während z. B. jeder örtlich geheizte Ofen namentlich in der Feuerzone erheblich höhere Temperaturen aufweist und noch dazu die Gefahr der Funkenbildung in sich schließt. Ein Vorteil dieser Heizkörper ist es auch, daß sie im Verhältnis zu ihrer Wärmeabgabe nur einen sehr geringen Raum beanspruchen und sich daher viel leichter räumlich getrennt von brennbaren Gegenständen anbringen lassen als jede andere Heizeinrichtung. Die Polizei schreibt überdies noch vor, daß Heizkörper in Kleiderablagen und Magazinräumen mit unverbrennlichen Schutzmänteln zu umgeben sind, die eine direkte Berührung brennbarer Gegenstände mit den Heizflächen verhindern. Diese Verkleidung führt übrigens auch dazu, daß die Wärmeabgabe des Heizkörpers durch Strahlung, die in erster Linie zu einer Austrocknung benachbarter Gegenstände führen könnte, stark herabgesetzt wird. Der verkleidete Heizkörper überträgt seine Wärme an den Raum durch „Konvektion", d. h. er gibt sie an die warme Luft ab, die über dem Heizkörper hrchsteigt und sich gleichmäßig im Raum verteilt, dann zu Boden sinkt und als abgekühlte Luft von unten wieder an den Heizkörper herantritt. Der fahrlässige Umgang mit glimmenden Zigaretten und brennenden S.reichhö'zern macht, ganz besonders in Garderoben und Magazinräumen, natürlich auch dir besten Sicherheitsmaßnahmen hinsäl i->. Bei solch sträflichem Leichtsinn werden Theaterbrärde niemals ausgeschlossen sein. Wenn sie dann aber zu entsetzlichm Katastrophen führen, kann jedenfalls nicht die Zentralheizung dafür verantwortlich gemacht werden. Tatsächlich verhält es sich nämlich so, daß die Beheizung des Theaters durch Zentralheizung ebenso wie die Benu^rng des eisernen Vorhanges zu den wichtigsten polizeilich vorgeschriebenen Sicherheitsmaßnahmen gehört. Dem Theaterpublikum mag es zur Beruhigung dienen, Laß die Heizungen unserer Theater keine Gefahrenquelle mehr darstellcn. Pflicht des Theater- publikums und des Personals ist es aber, durch Einhaltung der Rauchverbote und durch größte Vorsicht beim Umgang mit feuergefährlichen Dingen zur Feuersicherheit drr Theater beizutragen. Oer neue künstlerische Tanz. Von Margarete Wallmann. Die Verfasserin wirkt in Berlin als Leiterin der Marh-Wigman-Schule. Die Geburtsstundr des neuen künstlerischen Tanzes fällt in die Zeit der Jahrhundertwende, jene Zeit, deren Kunst und Geistigkeit bereits Len großen Umschwung ankündigte, der sich durch den Weltkrieg und die durch ihn ausgelöste Revolution endgültig vollzog. Die Frsihellsideen. der Denker und umstürzlerischen Pläne der jungen Maler und Musiker waren die Vorläufer jenes neuen Kulturbeginnes, der damals allerdings noch nicht in seinen gewaltigen Auswirkungen verstanden wurde. Auch heute, da wir inmitten einer neuen künstlerischen Entwickelung mit ihren vielfachen Ausstrahlungen in das tägliche Leben stehen, fühlen wir mehr und mehr, welch eine ungeahnte Entwickelung der modernen Tanzkunst beschieden ist. Den Endpunkt ihrer Entwickelung können wir allerdings noch nicht genau angeben, wir wissen aber, daß der moderne Tanz nicht nur bestrebt, sondern auch fähig ist, dem unserer Zeit eigentümlichen Herzschlag in neuen Formen Ausdruck und Gestalt zu geben. Schon heute ist der neuzeitliche künstlerische Tanz zu einem wichtigen Kulturfaktor geworden Seine tiefe Verbundenheit mit unserer modernen Kultur und seine fruchtbare Ausstrahlung in unser tägliches Geben wird immer klarer erkennbar. Das Problem des künstlerischen Tanzes vor kurzem noch eine Angelegenheit weniger bevorzugter Sachkenner — ist damit in die 3n# t cressensphäre der großen Volksmasse gerückt. Von der Primativität beä Volks reizens bis zum Raffinement des hypermodernen Gesellschaftstanzes, von der inhaUsschweren Pantomime bis zur Präzisionsmechanik der Tiller-Girls schwingt sich der Rahmen seines Begriffes. Bis noch vor wenigen Zähren war man geneigt, den Kunsttanz als etwas Abseitiges, wenig Emsthaftes zu betrachten. Wir konnten es erleben, daß eine Tänzerin weder auf der Bühne, noch im Leben ernst genommen tourbe, da man annahm, daß chre Kunst lediglich den Zweck verfolge, Auge und Sinn des Zuschauers durch liebenswürdige Darbietungen zu unterhalten. Auch heute noch tarm man beim Laienpublikum vielfach die Ansicht vertreten hören, daß der Tanz vorwiegend graziöses Gaukelspiel fein müsse, das durch die Eleganz seiner Bewegungen in Oberheffen. Landkreis Gießen. z. Rödgen, 29. Rov. Ein Sorgenkind der Gemeinde ist unsere Wasserleitung. Den ganzen Sommer über herrschte ein gewisser Wassermangel, so daß sich die Bürgermeisterei veranlaßt sah, die Wasserabgabe jede Rächt zu sperren. Trotzdem war der Hochbehälter jeden Tag gegen Abend schon so leer, daß die höhergelegenen Häuser ohne Wasser waren. Dieser üble Zustand hat sich in der letzten Zeit nicht gebessert. Man nimmt an, daß das Leitungsnetz, besonders die Hausanschlüsse, an einzelnen Stellen undicht geworden ist und daß dort viel Wasser unbemerkt entweicht. Die Gemeinde steht nun vor der Rotwendigkeit, den Uebelstand zu beseitigen. Sie will das Leitungsnetz auf seine Dichte hin prüfen und vielleicht noch eine Quelle neufassen und dem Wasserversorgungsnetz eingliedern lassen. * Queckborn, 29. Rov. Unser Kirchturm, der einst als Dachreiter in außerordentich gefälliger Form auf dem Kirchendach errichtet worden ist, hat seit Menschengedenken zum erstenmal ein neues schmuckes Schiefergewand bekommen. Die Kosten betragen 1100 Mk. Aus der Wetterseite war der Bretterbelag derart verwittert und die Rägel so stark verrostet, daß die Deckung nicht mehr hielt und der Regen die Kirchendecke zu zerstören begann. Leider haben sich die Arbeiten so lange hingezogen, daß noch an einigen weiteren Stellen die starken Herbst- regen die schön verzierte Kirchendecke durchweichten, was bei der vorgeschrittenen Zahreszeit nicht mehr ausgebessert werden kann. — Rach dem Krieg hat hier eine starke Bautätigkeit eingesetzt. Einschließlich der kurz vor dem Kriege entstandenen Reubauten sind bis jetzt im ganzen neu errichtet: 8 ganze Hofreiten, außerdem 16 Wohnhäuser, 14 Scheuer- und Stallgebäude und verschiedene Erweiterungsbauten an Wohn- und Wirtschaf s-rebäuden. Diese rege Bautätigkeit ist einmal darin begründet, daß früher die Bautätigkeit fast ganz ruhte, die Leute teilweise in unglaublich dicht aneinandergeklebten Hofreiten und Aigen Wohnungen hausten und sich nicht entschließen konnten, aus der liebgewordenen engen Umgebung in die Freiheit vor dem Dorf zu bauen. Rachdem einmal der Dann gebrochen war, sind eine ganze Anzahl enger Hof reiten durch Kauf zusammengelegt worden, und man hat draußen auf eigenem oder getauschten, oder verhältnismäßig billig erkauftem Gelände sich angesiedelt. So sind draußen an den vier Dorfausgängen, besonders der Richtung Grünberg, neue schmucke Dorfteile entstanden. Ein Teil der E'mzelwohnhäuser ist mit Hilfe von Siedelun^- und Rentengeld entstanden. Eine schöne Erscheinung bei Reubauten ist die Mllhilse der Rachbarn, Freunden und Verwandten beim Anfahren der Baurohstoffe. Das ist eine alte schöne Sitte auf dem Dorf, die allerdings manchem bei der in den letzten Zähren verstärkten Bautätigkeit recht lästig geworden ist: aber sie macht das Bauen auf dem Land, abgesehen von anderen Umständen, doch bedeutend billiger als in der Stadt. — Bei der Kirchenvorstands- Wahl wurden die alten Mitglieder: Wilh Zost, Bürgermeister Albert, Heinr. Kcoh, Heinr. Gör- nert III., Ludw. Dörr und Ludwig Görnert I. wiedergewählt. * Lauter, 29. Rov. Bei der Reuwahl zum Kirchenvorstand wurden die bisherigen Mitglieder: Bürgermeister 2Iff, Karl Reidt, Heinrich Schudt, Heinrich Rock wiedergewählt. Lich, 29. Rov. Das alljährliche große Mili- tärkonzert. das von dem hie i'e.i Krieger- verein bzw. dem Bezirk Lich der K ieger- kameradschaft „Hassia" im Winter jedes Zahres veranstaltet wird, soll am 13. Za nuar 192 9 statt,indm. Dazu ist das gesam e Wusilkorps des 1. Batl. 15. Znf.-Rgts. Gießen au Mahmch |ie durchaus kunst- überdachte Tw ch SchÄerimM n ui ruhen. Sie soll Ansang IaMll 6 WatWs ssttMkviüllea.^' orgen Samstag: ©roße wettgehenben Verbesserung unter* zogen. L Auppertenrvd, 29. Qtob. Der am Mittwoch von hier gemeldete Ti n g i ü ck s s a l l geschah wieder einmal, wie schon so viele, durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Pistole. Drei junge Burschen vergnügten sich am Ortsausgang nach Ermenrod zu mit Schießübungen. Nach einigen Schüssen glaubte der Steinbrucharbeiter Deck von hier, das Magazin der Pistole sei nun entleert. Er wollte die Pistole gerade zurückgeben, als ein Schuh loslcachte und die Kugel dem Arbeiter K. Philippi in den Oberarm drang. Kreis Lauterbach. WSA. D e rn sh au se n, 29. Dov. Der20jäh- rige Sohn des Wagnermeisters Gehner, der an Paratyphus erkrankt war und die Krisis überstanden hatte, ist nunmehr an Herzschwäche gestorben. Seit etwa drei Wochen ist auch ein treuerer junger Mann an Paratyphus erkrankt, doch soll der Fall weniger ernst sein, so dah man hofft, dah der Erkrankte mit dem Leben davonkommen wird. Starkenburg WEM D a r m st a b t, 29. Bvv. Auf der Landstraße nach Eberstadt wurde gestern abend ein Motorradfahrer aus Offenbach von einem Sonntag, den 2. Dezember 5-Uhr-Tanz-Tee Geschäfts-Eröffnung! Einer verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgebung sowie meinen Freunden und Bekannten zur Kenntnis, daß ich am Samsiai, dem 1. Dezember 1928, in Dieben, Lieber Strebe 29, eine Bäckerei, Konditorei nid Cale (auch abends) eröffne. — Außer sämtlichen Artikeln der Brot- und Feinbäckerei stelle ich auch sämtliche Konditoreiwaren in meinem der Neuzeit entsprechend eingerichteten Betriebe her. Durch langjährige Tätigkeit in einer größeren Bäckerei und Konditorei hier am Platze, bin ich in der Lage, allen, auch den verwöhntesten Kennern unserer Erzeugnisse Rechnung zu tragen. Auf Wunsch Lieferung frei Haus. Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, ein verehrliches Publikum aut das sorgfältigste und preiswerteste zu bedienen und bitte ich um wohlwollende Unterstützung meines Unternehmens. Mit vorzüglicher Hochachtung Willi Keller Bäckerei, Konditorei und Cafe 08370 Theater- Abend Der Falkentoni Volkescbauspicl in 4 Akten« Anfcefnhrt von der Südd. Wanderbühne. Direktion: Schlafhänser. Zu Gunsten von Wohnzwecken Ab 1. Dezember spielt die neue Hauskapelle unter Leitung des Kapellmeisters Herrn Otto Houben aus Düsseldorf Tel. 1286 Gellersweg 50 > Tel. 1786 Samstag und Sonntag Familien Konzert Zum AusschankZhring'Melchior-Erport. 61er. Bürgerlicher Mittagötlsch, auch im Abonnement, llm gütigen Zuspruch bittet jetzt am .Aussckust" ein Tanzt oben errichtet, der von jung und alt eifrig benutzt wird. Man findet die Linden auch in den von der oberen Forst- beh^rde herausgegebenen schönen Werke: .Be- merlenswerte Bäume im ause eine- Wädchvr, Körbe toll Kulohsn den sie beim,2ev Saufe eines andere chlich mit Tabak uni Lf Kefen Sag gebojg „Maatste^ Mack lottnamen sein Leber auoretcwert, Ncvaraturcn schnell, nut 11. billig. Schirmvcrtricb Sack Neuen iHänc 17 p. 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Laubach konnte sein letztes Spiel in Lich unentschieden gestalten, was gegen die sehr guten Sicher etwa- heißen will. Auf eigenem Platz werden die Laubacher jedenfalls einen scharfen Gegner abgeben, der alles versuchen wird, die beiden Punkte in Laubach zu behalten. Fußball in Lollar. Am kommenden Sonntag findet in Lollar eineS ter spannendsten Spiele der Gauklasse I statt. Saubrtngcnä 1. Mannschaft muß zum fälligen Derbandspiel nach Lollar. Bei Lollar fehlen der Torwart und ter Rechtsaußen, also zwei der besten Spieler. Daubringen wird mit stärkster Aufstellung kommen. Der Sieger wird erst nach dem Schlußpfiff des Unparteiischen feststehen. Fußballklub 1926 Großen-Buseck. Das letzte Verbandsspiel in ter ersten Serie ter ^-Klasse wird der F. C. 1926 Großen-Buseck gegen ten Verein für Rasenspiele Lich am kommenden Sormtag in Lich zum Austrag bringen. Für Großen-Buseck ist der gastgebende Verein völlig fremd, da sich bis jetzt fein? Gelegenheit gefunden hat. die erste Mannschaft kennenzu- ernen. D. f. R. Lich hat sich in die er Runde ehr gut gehalten: Großen-Buseck wird sein möglichstes tun, um dem Platzverein einen guten Gegner abzugeben. Die zweite Mannschaft ist spielfrei, wahrend die 3ugenb in Gießen gegen Spielvereinigung von 1900 zum letzten Pflicht- spiel antritt. Die gutbesehte 3ugend von Großen- Buseck wird sich auch in diesem Spiel durchzusetzen versuchen. Für die Kleinsten ist der Wetzlarer Sportverein mit seiner ersten Schülermann- schaft ausersehen. Das Vorspiel in Wetzlar konnte, trotzdem Großen-Buseck nur 9 Spieler zur Stelle hatte, unentschieden zu Ente geführt werden. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die SfricBereinigung 1926 Leihgestern beschäftigt am nächsten Sonntag 4 Mannschaften. Die 1. Mannschaft empfängt die gleiche des Sport- llubs „Teutonia" Steinberg zum fälligen Verbands spiel. Leihgestern wird sich mächtig anftrengen müssen, wenn es seinen Siegeszug fort- setzen will. Die 1. 3ugendmannschaft beiter Vereine treffen sich zum Derbandsrückspiel in Steinberg. Auch hier müssen sich die Leihgestemer sehr anftrengen, wenn ter Sieg des Vorspiels wiederholt werten soll. Die neuausgestellte 2. 3ugcnt> hat die 3. 3ugend vom D. f. D. Gießen zu Gast. Der Ausgang ist offen. Hnteflimmt ist der Ausgang des Spieles ter 1. Schulerelf auf eigenem Platze gegen die 1. Schülermann- schaft des Wetzlai'er Sportvereins. Arbeiter-Turn und Sporibund. Am kommenden Sonntag fährt die 1. Mannschaft der Freien Turnerschaft Gießen zu ihrem letzten diesjährigen Serienspiel nach Praunheim. Im Vorspiel siegte Praunyeim trotz unvoll- ständiger Mannschaft mit 1:0. Wohl hat Gießen anscheinend seine innere Krise überwunden, zeigte doch die Mannschaft im letzten Spiele wieder eine geschlossenere Spielweise: sie wird jedoch am kommenden Sonntag alles hergeben müssen, wenn sie nicht unterliegen und wenn sie dem drohenden Abstieg entgehen will. Zum Freundschaftsspiele treffen sich in Wiefeck Wieseck I und Lollar I. Beide Mannschaften lieferten sich immer spannende Spiele. Die Gaste werden wohl versuchen, die zuletzt erlittenen Niederlagen in diesem Spiele wieder auszugleicben. Gießen Ib wird zu einem Freundschaftsspiel nach Kinzenbach gehen. Wenn die Mannschaft keinen stärkeren Siegeswillen als im Spiele gegen Oppenrod mitbringt, dürfte ihr auch in Kinzenbach eine Niederlage winken. Billard-Spori. Gestern weil e ter viermalige Amateur-Dillard- Weltmeister T h. Moons, Belgin in unserer Stadt. Nachmittags und abends spi.lte er im Eafe Am end als Gast des 1. Gießener Billard-Klubs eine Partie auf 1000 Bälle. Nrch Begrüßungswvrten des 1. Dorsitzenten C. Alle n d ö r f e r nahm ter Wettkampf seinen Anfang. Die erste Hälfte ter Partie spielte Dr. Schirmer, Gießen, den zweiten Teil Dr. 3eitt er, Frankfurt a. M. Herr Moons erledigte feine 1.000 Bälle in 36 Aufnahmen und etyel.e damit einen Generaldurchschnitt von 27,777. Er erreichte neben den Höchstferien von 197 und 118 Bällen weitere 5 Serien von über 50 (76, 51, 83, 73, 71), was ein beredtes Zeugnis für seine enormen Leistungen und Fähigkeiten darlegt. Seine beiden Gegner erreich en zusammen 208 Bälle, was daS Können des Weltmeisters erst im rech'en Licht erscheinen läßt. Bewundernswert war sein schönes Spiel, das er mit der größten Ruhe flüssig darbvt, denn die gesamte Spielzeit dauerte mir 3 Stunden, lieber 100 Zuschauer verfolgten das feffeinte Spiel des Meisters auf tem grünen Tisch mit größtem 3ntereffe; jeder Beobachter war von dem Spiel entzückt, das bei den schwierigsten Stellungen mit Kopf- und Piquestößen Ball an Ball reihte. Als Andenken tourte dem Meister im Kampf auf dem grünen Tuch als Sinnbild eine Radierung überreicht, die den Kampf des Meisters der Lust, des Zeppelins, mit ten entfesselten Elementen ter Luft darstellt. Boxen. Die teutsche wettergewlchlsmeisterschaft. Die deutsche Weltergewichtsmeisterschaft wurde gestern in Berlin zwischen den Titelverteidigern MM MÄMW r Roman von 3- Schneider-Foerstl. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 9. Fortsetzung Nachdruck verboten. Sie errötete dunkel. „Ab und zu — als die Eltern noch lebten und große Abendgesellschaften gaben — hat ein befreundeter Professor hin und wieder Versuche mit mir gemacht. — Nur so zur Unterhaltung ter Gäste! — Später nie mehr!" „Warum hast du mir nicht davon erzählt?" 3hr Blick ruhte zwischen Furcht und Abbitte in dem feinen. „3ch wußte nicht, daß es dich interessiert! — Unb dann sagtest du auch einmal, baß wäre ter größte Schwindel, den du dir tenien könntest. — Da habe ich mir nicht mehr getraut, mit dir darüber zu sprechen." Er nickte. „Unb heute nacht, Drunhilte?" „WaS- war da, Hans? — Habe ich da etwas gesagt? — 3m Traum vielleicht?" „Du hast über Hettingen gesprochen!" „Heber Hetlingen? —“ „3a! Entsinnst du dich?" „Nein!" — Sie versuchte, angestrengt nachzudenken. „An gar nichts, Hilde?" Ein verzweifeltes Schütteln des Kopses. ,,3ch weiß auch nicht, wie ich zu Bett gekommen bin.“ „3ch höbe dich her über getragen." Sie griff nach seinen Hänten und preßte sie an die Lippen. Er bemerkte, wie müde sie war, und bat, sie sollte noch einmal zu schlafen versuchen. Gehorsam lehnte sie den Kops zurück und schloß die Augen. Als er sich nach einer Welle über sie neigte, war sie bereits fest eingeschlafen. Er ging nach seinem Ordinationszimmer und machte, über seinen Schreibtisch gebeugt, folgende Eintragung in fein Tagebuch: „Hier liegt er nicht! — Hier nicht! Diel weiter nach rechts — dort, wo die roten Blumen stehn!" Ein Etwas schnürte ihm die Brust zufammen, daß er nicht anders konnte, als das Spiralenlineal, das aus ter grünen Fllzplatte lag, zu nehmen und es in der Mitte entzweizubrechen. Der Vormittag verging, ohne daß auch nur ein Patient erschienen wäre. Mit ter Tausend- Schlllingnote bezahlte et. ten Stapel Rechnungen, der ihn seit Monaten drückte. — Nun war er ihrer mit einem Ma.e ledig. „3o.uchim!" sagte er vor sich hin. .,3oachiml" Mit einem verzweifelten Laut fuhr er mit den Fingern beiter Hände nach ten Schläfen. „3ft Post für mich gekommen, Oskar?" rief 3oachim Hettingen tem Diener, ter vom Erdgeschoß nach tem Oberstock hinausstieg, §u. Der Alte blieb stehen und neigte sich über das feinverästelte Geländer. „Gewiß, Herr Baron! Sie liegt auf 3h.em Zimmer." Joachim lehnte den Stock an einen ter großen Palmentüb l, warf ten Hut auf ten Mahagonitisch und holle mit ein paar Sätzen ten Diener ein. „Was von Belang, Oslac? Oder nur Drucksachen?" Der Alte machte ein gleichmütiges Gesicht. „Eine Zeitung und zwei Briese mit Firmenaufdruck! Sonst nichts, Herr Baron!" Er konnte sich nicht tenlcn, weshalb ter junge Herr mit solchen Riefenschatten nach seinem Zimmer lief. Was dort lag, bekam er noch früh genug zu sehen. Wär was anderes gewesen, wenn er Liebesbriefe erwartet hätte. Aber da hatte es allem Anschein nach noch gute Wege. Hettingen schnitt mit hastenden Fingern eine ter schwefelgelben Hüllen auf und überflog die Zeilen: Sehr geehrter Herr Doktor! Wir bedauern 3hr Gesuch um Anstellung in unserem Betriebe ablehnend beantworten zu müssen, da wir infolge andauernden Arbeitsmangels bereits mehr als em Drittel unseres Personals ent!aff en haben. Ding-Werke, Maschinen unb Eisengießerei, Düsseldorf. „Nichts!" Das Blatt raschelte zu Boten. Sin kurzes lieberlegen, dann war das zweite Kuvert geöffnet Herrn Dr. 3oachim Hettingen! Unter Betrieb ist fett gestern stillgelegt. 3.QL: Dire.tvr Hildebrand-Graz, Mah.eld-Werke. Ein Aufseufzen, dann hatte Hettingen sich wieder gefaßt. Schließlich gab es ja auch noch eine Menge anderer Firmen, denen er feine Dienste anbieten konnte. Vielleicht glückte es doch einmal 3mmer muhte er ja nicht Pech haben. Er hatte noch fünf Wochen Zeit für sich. Als er eine Stunde später das A.teitszimmer des Vaters betrat, fand er diesen in einem heftigen Wortwechsel mit zwei Qlttionären ter Warner Dahn. Mit einem kurzen Grüßen verschwand er eilig im Zimmer des Direktors. „Was gibt ed denn?" fragte er erstaunt, als nebenan die Stimmen immer lauter und aufdringlicher wurden. „Sie machen Pleite!" „Wer?" „Die Herren von ter Larner Bahn!" „Nicht möglich!" „Doch! Die Sache ist sehr fatal und kann möglicherweise für uns zur Katastrophe werten." „Wir sind Gläubiger?" „Hauptgläubiger! 3m Höchstfälle werden uns zwanzig Prozent bleiben! Alles übrige ist verloren!" Hettingens Gesicht war bis in die Mundwinkel fahl geworden. Don drüben kam die dunkle Stimme des VaterS tote das dumpfe Gröhlen eines gereiften Stieres. Die beiten anderen mengten sich darein, etwas weniger laut, — mit mehr Zurückhaltung, und zuletzt nur mehr in ter "Verteidigung begriffen. Damr schwiegen sie ganz. Eine Tür fiel hell ins Schloß! — Es blieb unheimlich ruhig nebenan. 3oachim Hettingen horchte, hob ten Kopf und ging hinüber. „Vater — erlaube —" Er erschrak, als dieser ihm das Gesicht zuwandte. Eingefallen, entfärbt und mit dicken blauen Wulsten unter den Oku gen sah es ihm entgegen. „Du wünschest?" „Erlaube mir die Frage, wie es steht!" „Was steht?" „Die Sache mit der Larner Dahn!" „Ach so! —" Es tollte gleichgültigen Ton haben. Aber 3oachim hörte das verhaltene Beben in ter sonst so sicheren Stimme und sah die Zerfahrenheit ter schlanken Hände, welche die ungeheure Erregung nicht zu meistern vermochten. Der Bankier fühlte das heimliche Milleid des Sohnes. „Seit wann interessierst du dich für Zahlen und Obligationen?" fragte er spottend. Jäh schoß ein tiefes Rot in das noch eben blasse Siegftirdgesicht. „3n diesem Falle gehen unsere 3ntereffen zusammen, Dater!" „Wirklich?" Der alte Baron lachte verhalten auf. „3ch hoffe, es wird zu regeln sein. Mach dir also vorläufig keinerlei Kopfzerbrechen darüber. "2Degen einiger hunderttausend Schilling verkracht das Haus Hettingen noch nicht!" „Vater!" Joachim fühlle, daß er tem Manne vyr ihm jetzt etwas sagen muhte, das ihm seine Zusammengchörigkell mit ihm bewies. Er zog die texten Absagebriefe aus ter Tasche und reichte sie über den Tisch. Mit einem Achselzucken bekam er sie toieter zurück. „Du siehst, daß es so geht, wie ich dir prophezeit habe. Die Welt ist groß! Versuch es anderswo!" Mit einem Nicken war die Unterredung beendet. Als 3oachim die Kaianlagen betrat, spürte er einen dumpfen Schmerz in den Schläfen. Zahlen tanzten vor seinen Aargen, verschwommen unb flitzten wieder auf. Noch nie hatte er ein Schwin- dclgefühl empfunden, aber jetzt drückte ihn etwas schwer auf die Bank, die ihn am nächsten stand. Den Kopf weit nach hinten gebogen, ten Rücken gegen die harte Lehne gestemmt, sah et und suchte Ordnung in sein Gedankenchaos zu bringen.-- Arbeiter, die heimwärts gingen, weckten ihn aus seinem Brüten. — Es war Zeit, nach Hause zu gehen. (Fortsetzung folgt.) k Hans Seifried (Bochum) und Eugen König «Hamburg) entschieden. Seifried gewann den Kampf durch Aufgabe seines Gegners in der vierzehnten Runde und wurde damit deutscher Meister. Wirtschaft. Oie deutsche Hackfruchiernte 1928. Die diesjährige Ernte an Hackfrüchten wird nach vorläufigen Schätzungen der Saaten- stcmds-Berichierstatter tm allgemeinen etwas geringer als die vorjährige Ernte beurteilt. Air Kartoffeln ergibt sich nach den Vorschätzun- gen für das Deutsche Reich im Ganzen ein Ertrag von 37,1 Millionen Tonnen, wovon 34,9 Motionen Lannen auf Spätkartoffeln und 2L Miktionen Tonnen auf Frühkartoffeln entfallen. 3m Vergleich zur vorjährigen Kartoffelernte ist ein Minderertrag Don rund 440 000 Tonnen, das sind 1,2 Prozent, zu verzeichnen. Als Folge der großen Trockenheit in 6er Entwicklungszeit ist zumeist das Wachstum der Knollen beeinträchtigt worden, so daß nicht nur Li« Knollen selbst klein geblieben sind, sondern auch vielfach sog. Kindelbildungen entstanden. Der Durchschnittsertrag beträgt in diesem 3ahre nur 133,9 Doppelzentner je Hektar, was gegenüber dem Vorjahr eine Minderung um 1,9 Prozent bedeutet. In Süd- und Mitteldeutschland liegen die diesjährigen Kartoffelerträge im allgemeinen weit unter diesem Durchschnitt: sehr gering lauten auch die Schätzungen in Mittelfranken, in der Oberpfalz, in der Rheinpfalz, im südwestlichen Teile von Sachsen und in Thüringen. Hohr Erträge hatte dir diesjährige Kartoffelernte nur in den norddeutschen Gebieten aufzuweisrn. Die Qualität der Kartoffelerträge wird im allgemein neu besser als int Vorjahr beurteilt, so das; aller Voraussicht nach mit geringeren Fäulnisverlusten zu rechnen sein dürfte. 2ln Zuckerrüben steht in diesem Jahre nach vorläufigen Schätzungen eine um 776 000 Tonnen, das sind 7.1 Prozent, geringere Ernte als im Jahre 1927 zu erwarten. Vor allem bleibt der Ertrag in den Hauptgebieten des deutschen Zuckerrübenanbaus gegen das Vorjahr zurück, besonders in den Provinzen Sachsen und Schlesien. Der durchschnittliche Hekiarertrag für das Deich stellt sich auf 221,8 Doppelzentner gegen 250 Doppelzentner im Vorjahr. Einen gewissen Ausgleich bietet der diesjährige höhere Zuckergehalt der Rüben, der nach den Ermitte- hmgen des Vereins der deutschen Zuckerindustrie auf rund 15,80 Prozent veranschlagt wird, gegen 15,53 Prozent im Vorjahr. Verhältnismäßig am größten ist gegenüber dem Vorjahr der Minder- ertrag der Runkelrübenernte: für das Reich int ganzen wird der Ausfall auf 4,48 Mib- lionen Tonnen, das sind 18,4 Prozent. geschäht. Die älrsache hierfür liegt, wie bei den Kartoffeln, ßunt größten Teil an 'sehr geringen Ergebnissen tn Süd- und Mitteldeutschland. • * Motorenfabrik Dormstadt A.-G. Die G.-D. der Motorensabrik Darmstadt A.-G. genehmigte aus einem Reingewinn von 42 071 Mark die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. auf die Vorzugsaktien und von 4 v. H. auf die Stammaktien, Der Betriebsgewinn bezifferte sich in dem am 30. Juni abgekaufrnen Geschäftsjahre 1927/28 auf 428064 ML., Ankosten beanspruchten 338 848 DKL Rach Abschreibungen in dem üblichen Rahmen, sowie Rückstellung von 10 000 Mk. für Delkredere-Konto ergibt sich der erwähnte Reingewinn. Zum Vortrag auf neue Rechnung gelangen 10 311 Mk. Der Geschäftsbericht wurde in der Versammlung durch Direktor May ergänzt, der u. a. ausführte, daß die Beschäftigung nach wie vor befriedigend sei, daß sich namentlich das Abkommen mit der Firma Friedr. Krupp Germaniawerft A.-G. in Kiel-Gaarden bewährt habe, wodurch der Vertrieb des stehenden Zweitakt- Motors „Modaag-Krupp" intensiviert wurde. Der älmsatz habe sich gegenüber dem Vorjahre um 20 v. H. gehoben, und man könne mit einiger Beruhigung in die Zukunft schauen, wenn auch gegenüber der in- und ausländischen, besonders der englischen Konkurrenz alle Anstrengungen gemacht werden müßten. Das Geschäft nach dem nahen Orient habe sich belebt, faxt) seien der weiteren Intensivierung des Verkaufs durch die zur Zeit nicht mögliche KapitalserHöhung gewisse Schrankes gezogen. * 71611 — Vereinigte Fahrzeug- Werke, A. -G., Reckarsulm. Die Bilanz per 1927 schließt ohne Abschreibungen mit einem Verlust von 7814 225,85 Mk. ab. Durch Verkauf der Berliner Grundstücksforderungen an Tochtergesellschaften und Droschkenabnehmer, sowie der Beteiligungen an den Tochtergesellschaften entsteht ein weiterer Verlust von 7 072 972,88 Mk., so daß sich der Gesamlverlust auf 14 887 198,73 Mk. beziffert. Aach Heranziehung der Reserven in Höhe von 6 288 008.33 Mk. ermäßigt sich der Fehlbetrag auf 8 599 190,40 Mk. Zur Deckung dieser .Unterbi anz wird vorgeschlagen, das Aktienkapital von 12 500 000 Mk. um 10 Millionen Mark auf 2 500 000 Mk. im Verhältnis von 5:1 zusammenzulegen und zur Beschaffung der erforderlichen Betriebsmittel wieder um 7 500 000 Mart auf 10 Millionen Mark zu erhöhen. Der Verlauf des Jahres 1928 hat für die Fabri- kationr-stätten bei einem Umsatz von 35 307 000 Mark bis Ende Oktober eine normale Entwicklung gebracht. Für dos Jahr 1929 sind die Aussichten nicht ungünstig, so daß mit einer guten Entwicklung des sanierten Werkes gerechnet werden kann. Bereits heute liegen für das Jahr 1929 in der Motorrad- und Zahrradabteilung Abschlüsse vor. die die seitherige Produktion des Jahres 1928 annähernd erreichen. Die Pro- duklion dürfte durch die geplante Interessennahme der bekannten Fiatwerke in Turin eine weitere Belebung erfahren, * Obligationen der Stadt München. Die Lmsterdamschs Bank wird am 4. Dezember einen Betrag von 300 000 Pfund Sterling der 6proz. Obligationen der Stadt München zum Kurse von 94; v.H. Amsterdamer Usance zur Zeichnung auf- lcgen. xx*:tut Börse Frankfurt a. M., 30. Nov. Tendenz: fest. — Nachdem im Dormittogsverkehr infolge des heutigen Ultimos gewisse Zurückhaltung geherrscht hatte, machte sich zu Beginn der offiziellen Börse eine allgemein freundlichereStimmung bemerkbar. Anregend wirkte das Eingreifen der Reichsregieruna zur baldigen Beilegung des Elfen- konfliktes im Ruhrgebiet, da hiermit wieder Hoffnungen auf eine rafd)e Lösung des Konfliktes, durch die die baldige Aufnahme der Arbeit bedingt wäre, auftauchten. Auch soll das Ausland wieder stärker als Käufer aufgetreten sein, so daß die Kulisse, veranlaßt dadurch, zu größeren Deckungen schritt. Auch heute wieder war das Geschäft in Spezialwerten groß. Das Hauptinteresse konzentrierte sich, wie schon gestern Mittag, auf Kaliwerke. Westeregeln waren mit plus 5 v. H. weiter lebhaft Derlangt. Auch machte sich heute verstärktes Interesse für Montanwerte gellend. An der Spitze standen Rheinstahl mit plus 5,25 v. H., dann Rheinische Braun- kohlen mit plus 4,25 v. H. Bei ben übrigen Werten gingen die Besserungen ebenfalls bis zu 3,5 v. H. Elesirowerte traten dagegen etwas in den Hintergrund. Nur Siemens mit plus 3,75 v. H., Elektrische Lieferungen mit plus 2,75 v. H., Licht & Kraft mit plus 2,5 und Bergmann mit plus 2 o. H. zeitweise rege gehandelt. In Farben blieb dos Geschäft verhältnismäßig leicht (plus 1,75 v. $).). Nachfrage bestand noch für Zellstoff Waldhof mit plus 3 v.H. unb Aschaffenburger plus 2 o. H. Am Bauunterneh- mungsmartt nmrsn Hoch- und Tiefbau bei einem Kurse von 125 v. H. weiter lebhaft gefragt. Don Autowerken waren Kleyer weiter etwas gesucht unb erneut etwa 1 o. H. gebessert. Verstärktes Interesse bestaub auch für Daimler, ba bie erneut aufgenommenen Verhandlungen mit der belgischen Autofirma Minerva zur Uebernahme des Daimlerpaketes stark anregten (plus 2v. H.). Der Bankenmarkt lag bei lebhafteren Umsätzen 3 v.H. gebessert. Schifsahrts- werte eher vernachlässigt und etwas schwächer. Renten still. Nur Ausländer etwas lebhafter unb höher. Im Verlaufe war das Geschäft in Spezialwerten weiter lebhaft. Vorübergehend traten auf Realisationen kleine Kursrückgänge ein, die jedoch bald wieder überwunden, sogar überschritten werden konnten. Schuckert plus 1 v. H., Siemens plus 1 o. H. unb AEG. plus 0,5 o. H. Bon Koliwerten rosten Aschersleben unb Westeregeln auf Gewinnsicherungen geringfügig angeboten unb bis 1 x>. H. rückgängig. Im Zusammenhang mit bem heutigen Wahltag erfuhr der Togesgeldmarkt eine merkliche Verknappung. Tagesgelb 7,75 v. H. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1950, gegen Pfunb 20,341, London gegen Kabel 4,8518, gegen Paris 124,09, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 30,10, gegen Holland 12,0750. Br . _ rer Börse. Berlin, 30. Nov. Im Gegensatz zu gestern war das Geschäft zu Beginn der heutigen Börse nicht so lebhaft, die Stimmung aber blieb durchaus freundlich, obwohl bie vorbörslich genannten Tarkurse nicht überall den offiziellen Notierungen entsprachen, ba die Spekulation einige Realisationen Dornnhm. Eine ganze Reihe von Svezialwerten war aber schon von Beginn an recht lebhaft gehandelt, unb man konnte bet ihnen bas anhaltende Interesse des Auslandes unb der Kundschaft feststellen. Besonders die Nachrichten über den Lohnkonslikt lauteten günstiger. Man hofft, daß durch da» Eingreifen der Reichsregierung, nicht nur eine provisorische Lösung durch die Wiederaufnahme der Arbeit am kommenden Montag gefunden wird. Naturgemäß waren daraufhin besonders Montauwerte gesucht und Kurssteigerungen bis zu 4 o. H. an diesem Markte keine Seltenheit. Weiter waren Elektropopiere trotz des Dementis der Siemens, oder vielleicht gerade auf das Dementi stärker gesucht, so daß auch an diesem Markte Steigerungen bis zu 4 v. H. statt- fanden. Sonst waren noch Reichsbank, die übrigen Bankaktien und Autoaktien etwas lebhafter gesucht, und auch diese Werte hatten etwas gebesserte Kurse. Im übrigen zeigten die Kurse bei ruhigem Geschäft nur kleine Erhöhungen. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer behauptet. Türken teilweise gebessert. Der Pfandbriesinarkt laa gut gehalten. Liquidationspfandbriefe unb Anteile weiter befestigt. Stärkeres Interesse bestand für Papiermarkpfandbriefe, deren Notiz teilweise morgen eingestellt wirb. Heute zum Zahllag unb Ultimo höhere Geldsätze. Tagesgeld nannte man mit 8 bis 10 v. H., Monatsgeld 8 bis 9 p. H. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich. In Spezialwerten wurde das Geschäft lebhafter, besonders der Montanmarkt hatte rege Umsätze unter Führung von Rheinische Braunkohle, die man für Zurückgeblieben hält und die große Umsatztätigkeit hatten. Rheinische Braunkohlen plus 6 v. H., «Siemens ebenfalls plus 6 v.H., Danatbank konnten die 300er Grenze überschreiten, unb aud) sonst waren Erhöhungen bis zu 1 o. H. keine Sel- tenheit. Polnphon verloren, nachdem der Anfangs- fürs auch schon etwas enttäuscht halte, 1,3 v. H. Wahrscheinlich beeinflußte hier die Krise bei kleüie- ren Grammophongesellschasten. Auch Karstadt und Berger, Schulart S-Salzer unb Hamburger Elektri- zitötswerke machten eine Ausnahme und lagen eher schwacher. KraErrrier (H?Lrervrkv r(c. Frankfurt a.' 1., 30. Nov. Zum Wochenschluß verkehrte der Frankfurter Produktenmarkt auf die weiter ermäßigten Auslandnotierungen und das herrschende Iulandangebot in sehr ruljiaer und teilweise etwas abgeschwächter Haltung. Die Preisgestallung erfuhr heute feine Veränderung, doch ist die Stimmung etwas schwacher. Umsätze waren so gut wie keine zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 22,85 Mark: Roggen 21,85; Sommergerste für Brauzwecke 24 bis 24,25; Hafer, inländischer, 22,75 bis 23,75; Weizenmehl, süddeutsches, Spezial 0, 33 bis 33,75; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizenkleie 13,50 bis 13,60; Roggenkleie 14 bis 14,25 Mark. — Tendenz: ruhig. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 23. Rov. Das Befahren des Selterswegs mit Kraftfahrzeugen von der Frankfurter Straße bzw. fr>n Anlagen aus ist belannklich verboten. Sin auswärtiger Arzt handelte dem Verbote zuwider und beuch'«le nicht b'.e cm Eingänge des Delterswegs ausgestellte Sperr täfel. Er behauptete, di:se sei, wie er sich nachträglich überzeugt habe, ganz zweckwidrig aufgestellt gewesen; er will sie auch um deswillen gar nicht gesrhrn haben, weil gerade an dieser S'.elle d e Straßenbahn zwischen ihm und der Sperrta el hiniurchaefahren sei. Dies mag so gewesen fein, lann ihn aber vor Strafe nicht schützen, da der diensttuende Wachtmeister nicht nur zeugenschaftlich erklärte, die Sperrtafel sei vorschriftmäßig angebracht, sondern auch schon von weitem, mindestens von dem Hettlerschen Anwesen, sichtbar gewesen. Ein vorsichtiger Fahrer muß sich, bevor er in den Seltersweg einfährt, über den Inhalt der offensichtlich den Be kehr regelnden Ta el vergewissern. Dies hat der Beschuldigte nicht getan und daher fahrlässig gehandelt. Er war daher zu bestrafen. Immerhin glaubte man die im Strafbefehl festgesetzte Geldstrafe auf die Hälfte ermäßigen zu sollen. Ein Arbeiter aus einem Rachbarorte, der seine Arbeit lm Hause seines Arbeitgebers antreten wollte, war ebendort von feinem Fahrrad ab- geftiezen und im Begriff, vom Bankette aus öas Tor zu öffnen, als er von einem hinter ihm herkommenden Autofahrer, dem heutigen Angeklagten, angefahren und ,u Boden geworfen wurde, so daß er nicht unerhebliche Verletzungen davvntrug. Der Tu'ofahrer, lurz nach dem Unfall befragt, wie er denn auf das Bankett gefomme • äußerte sich dahin, das wisse er selbst nicht, und auf) die heutige Verhandlung schaffte Lii-.c volle Klarheit. An der festgestellten Tatsache ließ sich aber nichts ändern. Daß das Befahren des Banketts durch eine Reihe von Verkehrsvorschriften verboten ist. ist selbstverständlich; ebenso selbstverständlich ist im Fragefall der ursächliche ^ufammerchang zwischen Unfall und verbotswidrigem Fahren. Wenn der Angeklagte heute erklärt, er habe den vor ihm etwa die Mitte der Straße befahrenden Radfahrer überholen wollen, dieser sei aber ganz plötzlich, ohne ein Zeichen zu geben, links nach dem Hause seines Arbeitgebers eingebogen unb hierauf sei der Zusammenstoß mit dem Radfahrer zurück- zuführen, so stehen dieser Annahme die beeidigten Aussagen ganz e inwandfreier Zeugen, sowie der Augenschein entgegen. Der Angellagir wurde wegen sahrlässiger Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 100 Mark verurteilt. Kirche unb Schule. Vorbereitungen zur Landeskirchentagswahl. 0 Schotten, 29. Rov. Wie ve.liutet. find in dem Dekanatswahlbczirk Grün- berg-Schotten die Kandidaten für den Landeskirchentag bsxrits all gestellt. Als geistliche Abgeordne.en ha! dir Kirchlich- pvfi.ive Vereinigung ausgestellt: Pfarrer D. Fritsch (Ruppertsburgs, als Stellverireler Pfarrer Ries (Srringshirisenl. Die Hessische Evangelisch; De einigueg (Zriedberge: Konferenz) füllte auf: den bisherigen A5geo.'duetLn Pfarrer Georgi (Ermenrod>, als S.elllxrtrrLer Pfarrer Erull (-Ulfa). Die Ki.chich.-pvsi.ivL Vereinigung stellte als weltlichen 2lbgeo.d.,eten des Dekanats Scho len den bisherige., 2lbgeordne:en Altbürgermeister Diehl (Äeineod) aus. als Stellvertreter er Debus (Ruppertsburg), während die Hessische Evangriischr Vereinigung für das Dekanat Scho t:n al£ Abgeordneten Bürgermeister Hofmann (111,'a) nominierte, als S el v t rete- Cb r imtsrichter Zimmermann (Laubach). Ferner verlautet, baß auch die F?ie volkskirchliche Dereinigung cis wel lichen Abgeordneten des Dekanats Schotten Kreisschul at Kinkel (Schotten) aittzuste len beabsichtigt. Tie durch die Kirchengemeinoeverwetun^rn vorzuneh- menben Wahlen haben in der Zett vom 9. bis 23. Dezember ftattzufinden. Eingesandt. (Für Form und Iuya.r aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber fc’:; 'S' Tifwortung.j Line Bitte an die Gesangvereine. Ich habe mich sehr gefreut, als ich in Ihrer Zeitung las, daß die hiefige Militärkapelle den Nervenkranken der Heil- und Pflegeanstalt ein wohlaelungenes Konzert bereitet hat, was auch von der Gießener Einwohnerschaft allgemein anerkannt wurde. Bedauert habe ich aber daß die Gesangvereine von hier und der Umgebung noch nicht in der Neroenanstalt in der Licher Straße gesungen haben, da doch dort die Aerrnsten der Armen sich befinden. Gerade jetzt, wo das Weihnachsfest vor der Tür steht, werden diese Kranken es sicherlich freudig begrüben, wenn man sie mit einigen Gesnngsoor- trügen überraschen würde. B. Letzte Nachrichten. Die Franzosen verhaften deutsche Zeamle in Minz. in a i n j, 30. Rov. (TU. Drahlmeldung.) Am Don. nerskag find von der französischen Befahungsbehörde zwei Beamte unb fünf Arbeiter des Relchsver^ mögcnsamtes wegen angeblicher Spionage verhaftet worben. Die Verhaftungen erfolgten am Donnerstagabend zwischen 20 und 22 Uhr. Es wurden festgesetzt: Major a. D. Graf kratz, Hauswart Schilling sowie fünf Arbeiter. Freigelafsea wurden später wieder der Hauswart unb zwei Arbeiter. Die Franzosen lehnten zunächst jegliche Begründung der Verhaftung ab unb gaben auf Drängen spater an, daß es sich um einen verstoß gegen 8 71 der Ordonnanz der Rheinlandkommission (Spionage und Gefährdung der Besahungslruppen) handele. Die Mitteilung in der Presse, daß wahrscheinlich eine vorbeugende Repressalie für den deutschen Werkspionage-Prozeß in Ludwigshafen in Jrage komme. Hai wenig Dahr- fcheinlichkeit. vielmehr handelt er sich darum, daß die Franzosen vermuten, daß die verhafteten Mitteilungen von Truppe nverschie- b u n g e n, die ihnen in ihrer Eigenschaft als Angehörige der Reichsvermögensoerwaltung zur Kenntnis gekommen sind, alldeutsche Stellenweitergegeben haben. Die Reichsvermögensverwal- lung ist nämlich diejenige Stelle, der alle Angelegenheiten unterstehen, die das von der Besatzung in Anspruch genommene Gelände, die Gebäude. Ka- sernenbelcgungen und die 6inquattleruog betreffen. Gemäß der Gepflogenheit der franzöfisL n Militar- gerichlrbarkeil. die Vorunkersuchung ckVlein zu führen. Ist abgelehnt worden, einen Rec^sbelstand zu den verhafteten zu laffen, wie auch im übrigen den Verkehr mit der Außenwelt abgeschlosfen ist. nicht einmal Vertreter des Roten Kreuze», die sich nach dem Befinden erkundigen sollten, wurden vorgelasseu. Kurszeiiel der Berliner und Frankfurter Börse ReichLbankdiSkoM 7 Prozent. ÜornbarbzinSfutz 8 Prozent. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. g-rcuikiurt a. M | Berlin Datum: I <30.25 15 277 165.5 '62 I .63.5 8 W4.5 S4,5 86.5 87,75 88.3 88.25 113 147,75 1147,75 147.2 IJ6.5 k. % Jak iVt 145,5 9, 215.25 i92 Banknoten. • 73.3* i 173.2, s 215 152 6 8 S 279.5 406.5 106 383 8 9 10 10 6 10 10 s u s 8 301 173.6 164 8 - 8 io :■ 8 10 8 iri M 142 135 21.75 104 99,o 1116,3 389 ! •93 1 ÄS 8 1 sh 10 10 16 20! 69..; | 119,5 45,75 138.0 ftöln-gfeurfk«!. iflannedmann . 4)tan-felder CbfddHd Bedort Cberfcbld. »okswerte Ptzonir ®fTflt)au »behrifdw Brauukodte« 182.3 n5 7j 1 U9.d . 6 . 8 10 8 10 10 U u IS 10 10 to . 0 . 8 18 .60.1. 422.5 163.73 182.4 87.4 140 28.25 -86 566 470 476 202 128.4. 203.7o .92.0 498.3 '•* Zo .72.1 420.5 144.73 i 34,25 12 5 9 5 6 U Rbemstahl Niebeck Monian ‘Seieintgte Liablw. Cttrot Minen ff all SILerslebev Soll Seileregeln . . ffalirofd SaU^fhtrt» 3 juroea-JnOuSttl ecncmii Notzel . « 3eaaftaU «SolDlLmid! -ffütgerSwerie . 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Nelchsanleche o 1927 17,2 »i.b — Dt. anL-4Ü>l»i.-SdmlB mit Äu^ lst..8?en,ang fl-irs j Kur» 29 11. 80 IL 29. ll. | 30.11. te .... 11 • I *1 Z Z • • i h • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • • e • e • • • • • • 29. Novemb.r 30 Novemb r Amtliche (Seid Jlori runa 4)ri. 2t 5 5«,o«5 Lhiiitiania 111.74 111.96 111,76 111.98 Äopenbagen 111,76 111.98 111,77 111.99 Stockdolw 111,99 412,21 112,60 112,22 6einnp(oc9- 10.542 tU.362 40.54 10.06 (halten ■ . . 21,95 41.9'3 -1,955 -1.9S5 London. . . 20,333 2U,a7. 20, .,26 20,„66 Äeuvort . . 4,1890 4,1970 4,1905 4.1985 DariS. . . . 16,38 lo,42 L>, „75 16,115 Schweiz . . <0,74 Ul, 92 ,0.73a 30,t95 Eva,tea . 7.51 o7,65 o?,o5 u7.69 dauern . . . ‘Hio de Fcm. 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