Samstag, 3X Juni l<)28 tt. 152 Erstes Blatt 178. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VniS kmd Verla-: vrLdl'fche UnfotditftipBetb- anö Siehiöniderd K tauge tu Gießen. Zchrtstlettnng und 6cfd)äft$lte!lr Zchnfffraße 7. Die Strafanträge des Staatsanwalts im Donez-Prozeß $ür die deutschen Ingenieure bis zu einem Jahr (Gefängnis beantragt. — Die AnNage gegen Meyer fallengelassen. ben Die Llebernahme der Regienmgsgeschäfle alS die Voraussetzung für traucnäan traget die weitere ^eg teutterlid) wird lich diele vertreten sind. erste Sitzung des neuen Kabinetts ging in der Frage so gestalten, daß die ReichsratSvor läge an den Reichstag weitergelei Moskau, 29. JanL (TB.) 3m Anschluß an die bereit» gemeldeten Anträge gegen 31 Angeklagte im SchachlyDrozeß stellte Staatsanwalt kryl « nko seine Anträge gegen die übrigen 22 Angeklagten. Er beantragte die lode» st rase gegen zwei Mitglieder der Mo»kauer Zentrale, gegen neun führende Mitglieder der Lharkower Organisation und gegen zwei weitere Angeklagte, die Spiooage- aufträge au »geführt haben sollen. Gegen die übrigen Angeklagten beantragte firt)lento Gefängnis- (trafen. Gegen den deutschen Jngenieur Otto wurden sechs Monate bi» ein 3ahr Ge- fängnl» beantragt, krylenko ließ die Anklage gegen Meyer fallen Lr beantragte gegen Bab(lieber bedingte Verurteilung. .2 Hand als Sieger durchs Ziel au gehen Der ... — .yr- ift't zufrieden. dritten Rachmtttagsstunde au Ende. Laut Tägl. te t wird. Die Entscheidung wird dann im Plenum Rundschau ist zu erwarten, dah heute und in den | gesucht werden müssen. deS Wettbewerb- gehindert gewesen leien. (fine deutsche Erklärung zu den Anträgen ^rylenkos. irischasi.^itir, i Mm mri Ji t'mn ■ Krisis da Mwhh terium nti tiittiftw* mhen, bk *oNt V fahren btf Köglichei iljrtr Jofftntl'A bau- Da» fofl&ntn uiwr- SiMyM »sä Lszeigea f*r btt logtinuwiiner bi» jun Nachmtnag vorher. Preu s»r | mm h-de ftr Anzeiqen von 27 mm SrciU Örtlich 8, auswärts 10 Xetd)»p’rtnen einzelner Nummern Hh höherer Gewalt. Farnsprechonlchlösse: 51, 54 unb 112 Schrift für Drahtnach» • ten. leieiger slrlZe». Psstschrckkoats: -entturt am Mais 11886. die Deutsche Dolksportei schon in der ersten Phase der 3iegicrunflstri|e zum Angelpunkt der Berhand» lungen gemacht hatte, wiederum in feiner entscheidenden Bedeutung herausgestellt worden. Der falschen Zenlrumstaktik, die im dritten Akt in zu später Erkenntnis der wahren oifuat.on, Zielen zu- streble, die sie im ersten Akt durch Srhulter-an- Schulter stehen mit den anderen bürgerlichen Parteien mühelos Hölle erreichen kennen, ist es zu verdanken, dah die Regierungskrisis mit einem Provisorium endet, und dieses Provisorium der So- ziatdemokratie mit dem Ministerpräsidenten, Innenminister und Landlagsprastdenten in Preuhcn, mit dem Reichskanzler, Innen«, Finanz« und Wirtschaftsminister, dazu dem Rc.chstagspräsidenten auch i m Reich zwar eine ungeheure Mochtstcl- lung cinräun , ohne aber die Frage der Vcrant» wortlichkeit so eindeutig klarzuf den, wie es nach dem sozialistischen Wahlsieg vom 20. Mai dringend wur/chcnswert gewesen wäre. Das „Jtabinett der Köpfe" wird zweifellos vom Reichstag m irgendeiner Form ein Dcrtrauensootum erhalten, schon weil >m Augenblick alles so gegeneinander verrannt ist, dah keiner danach strebt, Hermann Müllers Rach« folge anzutreten. Es wird dann die Möglichkeit haben, bis zum ijerbft zu arbeiten. Aber es bleibt in seiner schließlichen Konstruktion ein Behelfs- mittel, zu dem man gegriffen hat, weil sich nichts anderes bot, das aber durch etwas Besseres und End- gültiges ersetzt werden muh, sobald die Voraus- setzungen für eine Umbildung gegeben sind. Erst dann wird man die Probe aufs Erempel machen können, ob mit den Sozialdemokraten überhaupt zu regieren ist oder ob diele neue Große Koalition nicht an den gleichen Hemmungen zerbricht, an denen die Stresemannsche des Jahres 1923 scheiterte. iStrcfenuinn selbst hat als Reichskanzler einer r-Jfcn Koalition in bem Jahre de- Unbeite K3 einen Rekord erreicht, der dem von Her- »st 8 Kl tii El H die weitere Regierungstätigkeit betrachtet, liebet die Vorbereitung der Regierungserklärung schreibt die .Tägl. Rundschau” weiter: Es han- 5 i r m a Knapp glaubte, baß der alte rus'ifche Drundlatz. wer gut schmiert, der gut fährt, immer noch In Kraft fei. Ivie feftge- stellt wurde, habe die Firma f ch 1 e ch t oct« packte Maschinen, auch Bruchware. nach Rußland geliefert, wodurch die russische Wirt- schajt L-cld) ’.hbii wurde. Irgendeine ' . der deutschen Firmen mit Pari- habe nicht bett an ben, weil die Firmen daran schon au- ®mn- folgenden Tagen das Kabinett sich weiter mit dem Regierung-Programm beschäftigen wird. Tßie es dem Vlatt zufolge scheint, bat da- Kabinett sich gestern auch mit der Frage belchästigk, ob es ein Vertrauensvotum fordern. ober 'ich mit der Ablehnung von Mihtrauensanträ^en Aufrieben geben soll. Man kann annehmen, dah der neue Reichskanzler die Annahme eines Vor©er Regierungswechsel. Berlin, 29. Juni. (IU. Amtlich) Am 28. Juni, nachmittags, trat unter dem Vorsitz des Reichskanzler» Dr. 711 a r g da» alle Reichskabinett zn einer legten Sitzung zusammen. Reichskanzler TKarg sprach den Hldgliebnn de» Reichska'olnltt», insbesondere auch dem Infolge Krankheit abwesenden Reichsmioister Dr. Strefemann, für ihre ZUlt- wlrkung seinen wärmsten Dank ans, der vom Reichsjustizminister k) c r g t, dem Stellvertreter des Reichskanzler», zugleich namens der übrigen Rcichs- mlnlfter herzlich erwidert wurde. — Am vormittag des 29. Juni übernahm Reichskanzler Müller-Franken die Dienstgeschäfte im Reichskanzlerhause, wo ihn der Staatssekretär In der Reichskanzlei, Dr. Pünder, begrüßte und ihm die Beamten, Angestellten und fjausarbeiter der Reichskanzlei vorstellte. Um 11 Uhr vormittags sand sodann im Reichskanzlerhause die erste Sitzung de» neuen Reichskabineti» statt. Rach der Vereidigung der neu hinzugelretenen Mitglieder de» Reich»kabinetl» durch den Reichskanzler trat das Kabinett in die erste Beratung Ser Regierungserklärung ein. An den abwesenden Reichsminl- ffet Dr. Strefemann wurde seitens de» Reichskanzler» mit Zustimmung de» Reichskabinett» ein Bcgrüfoungetelegramm gerichtet. ©ie erste Kabinettssitzung. Die Vorbereitung der Regierungserklärung. Berlin, 30. Sunt (Priv.-Tel.) Die gestrige beit sich zunächst einmal darum, dah daS Kabinett sich über bk allgemeinen Richtlinien der Erklärung einig wirb. 3m Anschluß daran ©erbot bann Die Ressorts die Au-arl»eitung der einzelnen Teile übernehmen, und es werben bann in einer neuen Sitzung diese einzelnen Teile zu einer einheitlichen Erklärung zusarnmengesasit werbe:.. Man kann annehmmi. dah das Kabinett Müller eS vermeidet, in der Regierungserklärung vorhandene Differenzpunkte zu berühren, über die bei den interfraktionellen Besprechungen scharfe gegensätzliche Meinungen herrschten. Die Frage des PanzerschissbaueS wird nicht behandelt werden, sondern im TD e g <* de r Exekutive ihre Erledigung finden. 3>t bet Frage bet Amnestie wird man vermutlich eine Form wählen, die dem Reichstag selbst die Entscheidung über de Einzelheiten der Ausgestaltung überläßt. Schwierig ist die Frage der Proklamierung des 11. Augusts zum R a - tionalfciertag. 3n diesem Punkte wird weder eine Einigung im Kabinett herbei'usühren sein noch unter den Fraktionea. die im Kabinett Reibet». Würben "Uten n "rde intet ÖS S " 'S!?,» Bt«*. Ä .■9£S IpSs 01 "tun 2,. -M-s lÄst degrad'.eN wird, sondern unabhängig von Idt Fraktionen sich die Persönlichkeiten imLrchen, die man als Mitarbeiter brauchen mit ihnen die großen Linien der beabsich- l--.fi Politik in einer Reg erangSerklärung zu- | st-menfassen unb für diese bann bas Ber- Mirm des Reichstags fordern: Hermann Müller Ipc sich offenbar redlich Mühe gegeben, nach löt er neuen Methode Vorzügehen. Ein ..K a - 16 a tt t der Köpfe" wurde als neues Stich- I»± ausgegeben, übrigens ein erfreuliches ßei- otchn für den gesunden Humor, mit dem unsere ^Lsboten auch in prekären Situationen nicht orr^ren, sich fdbft zu ironisieren. Die .^Köpfe" Horci an sich schon bald gefunden worden, fie II denen verzweifelt ähnlich, die vor ein 8tüc Tagen berufen sein feilten. unter dem ;Anr-enfchild der Drohen Kvaliton das deutsche -2>ü besseren Zeiten entgegenzuführen. Übung zu befassen und sich von ihnen i» juf 3ahr und Tag im voraus festgelegtes I fr i diertProgramm genehmigen zu lassen, |io bitt das Kabinett gleich am zum BollzugS- im^'äutt der Koalitionsparleien ohne eigene 3ni- nen lieft dah fie nicht mehr von ber Tatsache, son- bern nur noch Dort der Möglichkeit einer Per- schwörung spricht. Der Staatsanwalt führte au», dah die Berliner RuhlandabteUnng der A. L. G. rein faufmän- nifdye Geslchlspunkte im Auge hatte, al» fie ihr Augenmerk auf da» Absatzgebiet im Donejbedm richtete, während Pari» hauptsächlich von politische» Geslchtepunkten geleitet gewesen (et Kehlen ko stellte daraus an Hand von Aussagen OttoS fest, dah sich in der Ruhlandabtei- l u n g ber A. E. D. etwa ein Dutzend russischer Emigranten befinden. Heber die Jlcigung dieser Emigranten fönne die Anklage nicht im Fweifel leim Bleymann habe Prozertte nach Eharkow gelchickt, aber der Sowjetstaat kenne nicht den Begriff der (Jourtage, sondern nur den Begriff ber Schmiergeld der. Die Seele der kommerziellen Eroberung des Dvnez-Beckens fei der in Berlin lebende Balch- k i n gewesen, der auch die DeschäitSkorre'pondenz nach Ruhland leitete. Der Staatsanwalt hebt hervor, dah (ich die Anklage nicht gegen die A. G.G . sondern nur gegen einzelne Personen richtete. Ärolenfn vertrat die Ansicht, dah die Leitung der A. E. (?.. selbst wenn sie gewollt hätte, nicht gegen die Psychologie der in ber russischen Abteilung arbeifcnbcn. politisch weih eingestellten Russen hätte tun formen. Auch die richten. r Went n Minifftt ;Ssto> M-L Dr. »arr Ä 15 ^djsmmrfkr mst Kabinette, ho6m L ',ü,n jp« oflonbere o(» nrray jJoWit in I R« unb palifiid)« Dl unb ÄicLgauljtiq Elrdtii yltüttt bob'n. bleiben. enben Sijefa#i-r er ^uftiL Sern i.o.: Nn llüilj: n) r vernntmon. rooltung unb unb babei Ahn tut» r Minislertäii^ er 'Arbeit tmtrw Reiche» Linken von den unbegrenzten Fähigkeiten dieses Herrn profitieren dürsten, alles durcheinanderzuwir- dein und gcgeneinanderzuhetzen. Die Kommentare, die sozialistische und demokransche Blatter der Rolle roitnncn, die der emft von ihnen mahlos Bcrflötlciie bei der Kabinettsbildung spielte, werden hoffentlich zu einer Berichtigung des merkwürdig verzeichneten Bilde» beitragen, das sich weite Kreise des deutschen Boltes von buicm Manne entworfen haben. Das Zentrum darf sich jedenfalls wiederum bei seinem enfant terrible bedanken, wenn es nicht ohne schwere Einbuße an polttsichcm Prestige aus dieser Regie» rungsknsis heroorgehr. Dos Zentrum hat zweifellos zu spät erkannt, welch ungeheuren Fehler es begangen hatte, als es ber Sozialdemokratie, die in Preußen fest im Sattel saß, nun auch noch den Steigbügel hielt, um auch im Rc.ch sich eine ähnlich starte Machtposition zu schaffen. Daher vielleicht auch in letzter Minute bas Drängen nach einem ausgesprochen politischen Ministerium. Aber bie Erkenntnis kam zu spät. Das Innenministerium war Herrn Müller nicht mehr feil, unb warum man das Amt des Reichs» finanzministers ausschlug, auf den die Sojialbemo* fratie in anerkennenswerter Selbstentäuherung verzichten wollte, um endlich zum Schluß zu kommen, ist völlig unerfindlich. Der Finanzminister ist im parlamentarischen Deutschland nicht minder wie vor dem Kriege stets ein eminent politisches Amt von geradezu ausschlaggebender Bedeutung gewesen. Das Zentrum hat es abgelehnt, ihn zu stellen und sich begnügt, mit Herrn von (Bu^rarb lediglich einen Horchposten im neuen Kabinett zu beziehen. Zu» gleich hat es angekündigt, daß es im Herbst auf eine Umbildung des Kabinetts yleichzeitig mit der geplanten Erweiterung ber Regierung in Preußen hinarbeiten würde. Damit ist das Problem, bas nein WM*1 ®n! A?. len, der den ■' Doch biesmal hatte bas Zentrum es anbers be- schloss, i. Bei ber Pertettung her Resiarls hatte cs keine Neigung gezeigt, bestimmte Wünsche zu äußern, verlangte bann jeboch stets bie Aemter für sich, die ber Beauftragte bes Reichsvräfibenten gerabe eben nach Ablehnung burch bas Zentrum dem Angehörigen einer andern Partei angeboren hatte. Dieses neckische Spiel wiederholte sich io lange, vis bas Zen» trum sich glücklich zwischen alle vorhandenen Stuhle gesetzt hatte und sich schlteßlich mit der Besetzung des Verkehrsministeriums durch seinen Fraktionsvor- fitzenden G u ö ra r d begnügen mußte. Daß dieser nnier bie Minislerkandidalen zählte, hat zweifellos zu ber überrafdjcnb ungeschickten Taktik ber Partei bei- getragen. So mangelte es an ber straffen Führung, unb Leute wie Joses Wirth durften so ungehindert ihr eigenes Rößlein tummeln, daß schließlich die franze Regierungskrisis in einem Kamps um die Beton Wirths Mi cndigcn schien. Im Lause der Der» Handlungen hatte man eine Zeitlang daran gedacht, das in der Verfassung an sich nicht vorgesehene Amt eines Vizekanzlers zu schaffen. Der Reichspräsident hatte dem jedoch widerstrebt, und Hermann Müller hatte bann unter ausdrücklicher Zustimmung ber Zentrumsunterhändler den Plan fallen lassen, um ein weniges drauf hören zu müssen, baß für Joseph Winh, ben Erwählten bes Zentrums, bem ursprünglich bas Derkehrsministerium zugedacht war. nur bas Amt bes Vizekanzlers überhaupt in Frage käme, wenn man auf feine Mitarbeit Wert lege. Man hat feinen Wert gelegt, Herr Wirch ist draußen geblieben. Und bas ist vielleicht eine der wenigen er- sreulichen Begleiterscheinungen, biefer sonst so uner- fraulich verlaufenen Regierungskrisis, baß uns nicht nur eine neue Ministerhcrrlich.'eit Joseph Wirths auf absehbare Zeit erspart bleibt sondern baß jetzt einmal auch feine greunbe in ben Kreisen ber Bei ber Begründung ber Strafanträge gegen bie lvutschen Anaeilagten stützte der Staatsanwalt seine Ausführungen gegen Meyer unb Otto hauptsächlich aus die Aussagen Baschkins und KasarinowS. Meyer, Otto unb Wegner hätten sich an derSabotage» tätlgfeit beteiligt Es fei aber b.rSRech: der StaatSanwaltscha t. von der Anklage Abstand zu nehmen. Deshalb ztehe sie die Anklage gegen Meyer zurück. Ander- stehe es mit Otto, der in nichtöffentlicher Sitzung Auskunft über seine Zugehörigkeit zum Stahlhelm gegeben habe. Ärnlenlo widmete nunmehr dem politischen Innenleben OttoS eine eingehende Betrachtung und folgert barauA, daß Otto unbedingt sowjetfeindlich eingestellt gewesen sei. Dies lasse sich aus seinem Verheilten während der Februar- und Oktober-Revolution erkennen. Die Unaufrichtigkeit feiner Gesinnung ergebe sich aus ber Tatsache, daß er Mitglied der Gesellschaft der Fremrdc des neuen Rußlands geworden sei, obgleich er dem Stahlhelm angehörte Diese Handlungsweise mache ihn verdächtig. Sein Treiben sei durch feine Kenntnis ber russischer. Sprache unterstützt worden,' diese -tcrjifnlÄ lasse ihn als besonder- geeignet für eine Verschwörertätigkeit erscheinen. Der Slaateanroalt erkannte an, daß bie Tatsache ber Briefübergabe nicht unbedingt sicher erwiesen sei, ebensowenig wie bie Teilnahme au der Sabotage-Organisation. Aber er (ei ber Ansicht. baß die Ausweisung In diesem Jolle nicht genüge. Otto müsse darüber nachbenken lernen, baß angesichts seiner politischen Ansichten unb Neigungen seine Anwesenheit in ber Sowjetunion eine verlehung ber in ber Sowjet- gddjgebung sestgelealen polltischenRlcht- lin len bebeute. Deshalb beantrage er eine Gefängnisstrafe zwischen sechs unb zwölf Monaten, wobei bem Gericht die Entscheidung über das Strafmaß natürlich vollstän- big überladen bleibe. Demnach könne bas Gericht auch auf Freisprechung erkennen. Der Statsanwalt beschäftigte sich bann mit Bab- {lieber. Babftieber habe um bie ihm zugcbachtc Ausgabe gewußt, er habe auch zugegeben, bah er Schmieraeiber gezahlt und empfangen habe. Fcftgestellt sei. baß Babftieber s i ch der Bestechung fchulbig gemacht habe, beshalb beantrage er für ihn Gefängnis mit Bewähnmgs- Ln Zusammenhang mit ber Anklage gegen K a • fnrinou). für ben der Staatsanwalt ben Tob burch Erschießen beantragte, würbe bie Angelegenheit ber A. E. G. zur Sprache gebracht. Es sei hierbei festgestellt, baß die Anklage eine gewiße Mäßigung gegenüber ber früheren Praxis bann erlen- ratsche Durchfchn.ttsstaatsbura' einer zwi'chen Lammsaeduld unb totaler iln- iEressierthett hier- unb her pendelnden Demüts- rü‘'una hat er kaum noch zu hoffen gewagt, ihm der Sommer überhaupt noch so etwas , i e «ine Regierung bescheren könnte, obwohl es lr Sozialdemokratie, die für dieses po- si 'chc Satyrspiel verantwortlich zeichnet, immer- kn feit sechs Wochen bekannt war. dah nach dem t-Qc6nte der Reichstagswahlen ihr die Aufgabe , dr Kabinettsbildung zufallen mußte. D^trch die erwartete Vrohe des Wahlsiegs berauscht, hat erstaunlich lange gebraucht, um aus den Ve- der Seligen wieder auf den festen Boden ft-titemer Tatsachen herabzufinden und sich nach r ijem nutzt ganz bamteten Geschäker mit dem 11 > kalen Bruder zur Linken an die undankbare t! agsarbeit der Regierungsbildung zu machen. Bk< erste Start ihres Erkorenen war gut. Her- Binn Müllet, der soAtaldemokratische Frak- t-rufübrer. lieh sich von seiner Partei Veneral- | Allmacht geben, aewth nicht ohne dah schwer« • .* irtef« aus der Tagung des ParteiausfchusseS j i Werdegängen wären. Denn es sind nicht we- |l i« bie. mit Paul Löbe. dem Reichstagspräfi- ^dr ien an der Spitze, jede Koalition mit bürger- ■dxn Parteien ablehnen und in geschickt aus- I» tzter Oppositionsstellung abwarten wollen. I L der Sozialdemokratie die Mehrheit im Parla- Kiüt Aufällt. Dieter Ansicht entgegen hatte die p:rtei be'chlossen. sich der ihr zugesallenen Aus- I e: x nicht zu entziehen unb ihr VerttauenSmann glitte freie Hand, mit den Parteien zu verhan- ■tin. die er für seine Regierung brauchte. I wäre auch weiter alles gut gegangen, jtci-n St*rv Müller auch außerhalb seiner eigenen BJx ei. natürlich mit der gebotenen Delikatesse. Kri feiner Ellen! o gen frei freit geziemend Gebrauch i e iaerrn Müller- ■tallen nicht, die Fraktionen auf die berüchtigten r tunkte seines sauber ausgeklügelten Regie- i U piprogrammd zu einen. Die Große Koalition IJl damit ins CS aller, unb Hermann Müller ging ? fci daran, eine Regierung zu bilden, die sich t-'lchliehlich auf die sog Parteien von ieimar, also Sozialdemokraten. Demokraten Zentrum stützte, wobei er allerdings noch die Mitwirkung der Batzrischen Volks- eie i rechnete und hoffte, daß S t re le - ■a n n auch ohne Bindung feiner Partei als sog. MiHminister die Verwaltung des kitzligen aufoen- btitischen RefsortS in fctänben behalten würde 1t te Hoffnungen trogen Die Bayern gaben frrwn Müller einen Korb, ihnen schmeckte die teimarer Koalition zu sehr nach ZenttaliSmus. .Xrb auch Strefemann dachte nicht daran, für ef o schwach fundiertes Kabinett das Feigen- abzugebcn Ein Telegramm auS Bühler- Ike. dem Erhvlungsau'enlhalt des Außenmini- rückte mit erfreulicher Energie die Situation Brtter zurecht, die man im Berliner Tohuwabohu ■ric im Begriff war. sich heillos verjähren zu !t-. i Müller erfolgreich angestrebten enl gegen- r« ht war. Binnen zweimal vterundzwanzig ^»den hatte er damals sein Kabinett bei- ♦ tunen; Hermann Müller Hal an der Lösung i gleichen Ausgabe fast ebenloviel Tage herum- -ydtert Es war also nur klug von ihm, alS > : efrnc falsche Scham die an sich für einen | f^jskanzler in spe nicht sehr schmeichelhafte I tcon, die Strefemann ihm aus seinen prak- stzen Erfahrungen heraus erteilte, slch zunutze ttr. und den neuen, dritten Start nach dem «L-.-.-mannschen Rezept anlegte. Das hieß kurz i -d bündig, nicht die Fraktionen mit der Regie- antroortungsDoOt tai- siiiher durch dar. .¥«• lidjer unb lofialt irrt e? troi rsichosil'chen yrikbvZ ah es möglich enden Slasien, der w beschädigten zu bmm für bas Men naiv» intens zu danken mir’ Bedürfnis Ht. ersirnliches W* tonb, der, wie w71 eichrpraMl auch * Dr. b. c. udell in peN-">^ Jnnf für die gdrnW glüS^P Das Vertrauensvotum für poincare Lleberwältigender Sieg des Ministerpräsidenten in derKammer J- Oie Wetierlaqe. Trotzki bleibt verbannt. Mission Kowno. 29. Juni. (XU.) 'Nach Meldung«» aus Moskau ----- ... — ffl und Rakowski nicht auszuheben. Diese Personen hatten sich von ihrem oppositionellen Gedanken nicht losgesagt. Ihre Verbannung von Moskau bleibe bis zum Ende dieses Jahres i n Kraft. Trotzki hat alle Angebote auf Friedensschluß seitens der Kalintngruppe a b gelehnt. owolen’01 ontner. amu Wtttt ee vre t-nige Tag--' {.tlmmungtool!' Kir. daß er mit jfrr was. weih täk «worden >a« Nötigste ml .Innerlich.- n < uegc^nt. abc i hi. Das ist l t Sache weg und f-dü stirbt mit die alte ®e I Freund einen { ich nämlich ein: o locke gelesen Da# auch öfters feil gekommen, Denn nun nach fr t oder einen Tiriöhnungssatz Gefach an die touftte gleich: 3 FriebnÄgloäe gefeilt! worden, Ich flab also eine öuxfc au | big. dann aber I hü keine 01 I S i irichtunu bal Wir. einaesallen, I A adidiuf): rc ans einen b I Cx'fan. 2l« sei c .Irlich noch t Äidutf! 0a v Stau hatte freu patte zwar ver l wieder in t peilen übet ihr lch-^eS Jerlöhr rldert ist rum fd pt noch manch » 4 die Frau l bssen werden mu «obl dem, de Gießene, kosteten a 6,8 Pfund. Jut Paris, 29. Juni. (WB.) Die Kammer setzte die Diskussion der Interpellationen über die allgemeine Politik der Regierung fort. Das Haus ist gut besucht, und es zeigt sich ein großer Andrang auch zu den Tribünen, da allgemein angenommen wird, daß heute die wichtig« Abstimmung statt- ftnben werde, die die Regierung kategorisch fordert, um nicht demissionieren zu müssen. Der reaktionäre Abgeorbnete Lapour--Grandmaison fordert, daß Poincars seine Mehrheit aussuche, damit das pattamentarische Unbehagen, das im Lande ten größten Schaden anrichte, beseitigt werden könne. Der Ministerpräfident habe wiederum die Geschicke Frankreichs in Händen. Deshalb muffe er sich herüber entscheiden, ob er nach rechts oder nach links zu blicken gedenke. Ministerpräsident poincare verbreitet sich bann im einzelnen über die Umstände, unter denen er 1926 das Kabinett der Nationalen Einigung, bas sechs ehemalige Ministerpräsidenten enthalte, gebildet habe. Was die Stärke dieses Kabinetts ausmache, fei nicht, daß dieser ober jener Politiker ihm angehöre, (onbern baß alle Minister entschlossen seien, auf eine gewiße Zeit ihre persönlichen Neigungen zurückzustellen. Er persönlich habe nicht mehr baran benfen wollen, daß man ihn mit „PoincarL la Ruhr" unb „Poincars la ®uerre" bezeichnet habe. Er habe auch vergessen, daß ihn Herriot, Painleos und Tar- bleu angegriffen hätten. Nach ben Wahlen von 1928 habe er sich gesagt, bah es am besten wäre, feine Mitarbeiter z u behalten, unb baß das Kabinett sich in feiner alten Zusammensetzung bem Parlament roieber vorstelle. Wenn man eine Umgestaltung ber Regierung wünsche, so werbe er, Poincars, bie Initiative hierzu nicht er- greifen. Die Kammer müsse sich Har unb deutlich aussprechen. Poincars besprach alsdann die Regierungs- e r f l ä r u n g. In chr sei gefaat worden, daß nach der Stabilisierung gewisse Reformen notwendig seien, und baß Maßnahmen ergriffen werden müßten, um das Kabinett im Gleichgewicht zu erhalten. Die Regierungsertlörung müße als ganzes genommen werden. In ihr fei z. B. von der Laien- schule gesprochen worden. Aus aller Welt. Kein Fortschritt in den Nachforschungen nach der „Fialia"-Mannschaft. R o m , 30. Juni. (WTD. Funkspruch.) Nach einem von zuständiger Stelle mitgeteilten Funkspruch der „Eitta di Milano", war auch gestern ble Wetterlage für Erkunbungsflüge ungünstig. Die Gruppe Di- gtleri ist nach Osten abgetrieben worden. Sie befindet sich augenblicklich etwa neun Seemeilen nördlich der großen Insel. Die Eisoerhältnisse haben sieh verschlechtert. Das Wetter scheint jedoch besser zu werden. Sobald die Möglichkeit einer Landung bei ber Gruppe Diglieri besteht, wirb das finnländische Flugzeug sofort den Versuch machen. Die Ankunft des Eisbrechers „Trady" in der Dirgo- Day wird für morgen abend erwartet, feine augenblickliche Geschwindigkeit beträgt nur fünf Seemeilen in ber Stunbe. Die „Braganza" liegt immer noch vom Eise eingeschlossen in ber Nähe des Nordkavs. Kapitän Sora, die beiten Mitglieder des Alpenklubs setzen ihre Nachforschungen nach ber Gruppe Marianow fort. Seit einem Monat machen sie unermüblich Erkunbungsfahrten unb versuchen Wege herzustellen, auf benen sie Lebens- mittelbepots zurücklassen. Tie Tagt. Rundschau stellt ihr Erscheinen ein Die „Tägliche Rundschau" veröffenllicht «ine Mitteilung an ihre Leser, In der es heißt: Zu unserem schmerzlichen Bedauern müssen wir unfern Lesern die Mitteilung machen, daß der Deutsche Vollsdienstverlaz mit dem 30. Juni 1928 in Liquidation tritt und di« ..Tägliche Rundschau" mit diesem Tage ihr Erscheinen einstweilen einstellt. Die Inhaber des Volksdienstverlages glauben, nachdem aussichtsreiche Verhandlungen mit einem großen Berliner Verlag zwecks Uebernahme der ..Täglichen Rundschau" im letzten Augenblick sich zerschlagen haben, den teneitigen ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnissen dadurch Rechnung tragen zu müssen, daß sce von einer Weiterführung ter Zeitung vorerst Abstand nehmen. Sie sind aber fest entschlossen. daS Blatt binnen kurzer Frist in neuer Zusammensetzung ter Gesellschafter unb unter Schäftung einer gesicherten finanziellen Grundlage wieder aufleben zu lassen. Filchner beim Reichspräsidenten. Der Herr Reichspräsident empfing Herrn Dr. F i l cf) n e r Er hieß den Forscher in ter Heimat herzlich willkommen unb ließ sich von ihm eingehend Bericht über seine letzte Erpedition durch Zentralasien erstatten. (Eröffnung der 11. Internationalen ^tugzeug- ausftcUung in Paris. Der Präsident der Republik hat bie 11. Internationale F ugzeugausstellung im Grand PalaiS eröffnet. Er berichtigte die einzelnen Abteilungen der Ausstellung und wurde in der deutschen Abteilung vom Boftchafter von H o e s ch. der ibn bei feinem Rundgang durch die Abteilung begleitete, empfangen. Der Präsident der Republik besichtigte mit Interesse da- ausgestellte IunkerS-Flugzeug vom Typ der ..Bremen". Die deutsche Abteaung zeigt im ganzen fünf Flugzeuge, und zwar außer der genannten IunkerS-Maschine ein Hei nkel- Wasserflugzeug, ein AlbatroS- Flugzeug. einen Ara do - Doppeldecker und ein Klemm-Daimler- KleinsluVeug. Außerdem sind noch mit Modellen oder Teilen vertreten die Rohrbach -Werke, die Dornier- Werk« unb die Bayerischen Flugzeugwerke und mit Motoren die Firmen Siemens & HalSke und die Bayerischen Motorenwerke. Der Präsident der Republik brachte dem deuftchen Botschafter feine dolle vx P’r f r rgr" r-u ot» w>rgt O t ovar» Sfii CM* 'ie->r»ar^ Z* l«fi ctbte d'f TtmptfMtur «n. v r «ttboflte Ort« eut-eituMÄ u» «trtreiiireee e»eer«rfinctte i.aftdr-r* XVCttClUM^lHyiüQf. Die Ausläufer des nördlichen Tiefs werden st unserem Gebiet noch xeitwei c zu Bewölkung ren und lallen eS gelegentlich zu Gewitterstörust' gen mit geringem -Tcmperalurrüdgang Tommct Wettervorausfagc für Sonntaß Außer einzelnen Gewitterstörungen helleres bis ®<* kiges Wetter, noch keine starken lemperaturoedlnte rungen. Witterungsaussichten für Montsß' Zeitweise wolkiges, auch melfach oiifbntembe» ®d- ter, geringer Temperaturrückgang, durchweg trotte* Lufttemperaturen am 29. Juni mittags 23,4 Telsius, abends 1SL Grab Eelstus: am 30.3u* morgens 18,4 Grab Celsius. Maximum 26 ®tel Celsius, Minimum 9,3 Grab Celsius — Erbtemperst turen in 10 Zentimeter Tiefe am 29 Juni ab ft* 22,2 Grab Celsius- am 30. Juni: morgens 16,3 ®r® Celsius. — Sonnenschein bau er 13% Stunden. «Sgs, rffCn und k Ski Fj- jo k Stau uno unb lern ifrt Stau- mit des^ 1-ri siechten, a ai bem Bia sie. dann!= EÜ «ing v" kÄ nicht. Zu' Kracher. Archen an und C_urb Kari n< •Ü i" Orbnun Eü Äorl bviPcn Draht ? MM 7 »dtends. un6 *.s»bni * r°^®te*8n MZ -LD Sä^Ä «ÄtzL |etlD M»m ÄS?Me« । »ä”3 SÜenb btt £ * Stoblt: $3" mund^ S sum iss ii'nn^L iy’He und Jttfn. ®aW. MfeTE Jiflen btt OeffaüS ift nach einen <* W« beute te Scoumwtbet. der , te, in DiMchivt fr ftonoit x on Marseiile br.-r» dort gehnbet °r a° Pu tsitt (ar. g des Gmerilcni'dr it Vöttinan MM iroMlot $tünr fr n Vrlehrlen k f*M l>en 3übre Fel/e/n teWj trad rnUU-a V» W( i) jui DLhtheitt ia tüt sie einltea 3d daraus m • spanischen toir > i Schluh betont« tteh und ptonwvlen einer der W» ■-• ichsen die ödiiiÄM^ * mrde. lunitx cictO' ;K- , v^auS'Es»^ ->i«L ifetf rKsA; sKZ ti fk. bann setzte sie auf. Sie kam -um ilbr- tdxr, ding wieder einige Tage bann ries der Uud nicht. Zum zweiten Male wanderte sie zum :! »lud nicht. Zum zweiten Male wanderte sic zum mitgeteUt. Aus dem Amisoeekündigungsblatt. Das Amts verkünd! Nr. 47 vom 29. Ouni en wieder?" Er »4 hatte freudig gesagt Im Namen der Hinterbliebenen: Gießen (Kaiser-Allee 31 I), Frankfurt a. M., den 28. Juni 1928. 6244 D Wiesede den 29. Juni 1928. «TOD $000 Wort ui t ewomhtk io- FMF ott an»»nleiben. auf fett Lchr. Ving. u. 04873 an den Gieh. Anz. Gießen. 29. Juni 1928 04859 20. Äartoffeln 5 biß 6. Heidelbeeren 85 bis 70; 35. Johannisbeeren D; Kirschen 60 biß 70; Stachelbeeren 25 biß Erboceren SO biß 90; 100 biß 120; Suppen- 5tüd Gier 12 biß 13; Ludwig Frey Daniel Müller Robert Braun Karl Martin Emst Martin. Familie Familie Familie Familie Familie Plötzlich und unerwartet verschied unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter atte seinen Verwandten brieflich mit- er 'ich und die Seinen umbr'.ngcn I batte er auch der Krimlnalpolizek Als di« Polizei die Wohnung Edel- 35; KS5e (10 etfid) 60 bis 140; Wiriing 15 biß 20, Weihkraut 20. gelbe Rüben 30 biß 40; Spinat 25; Rbmischkohl 15 biß 20. Bodnen. grüne. 60. Bohner gelbe. 60. Spargel ICO Erbten 25 biß 40; Muchgc nü'c 20. Tomaten SO biß 100; Zwiebeln 17 bis 20; Rhabaraer 15 biß in allen Ausführungen Reichhaltiges Lager An aui bürgerlichem tnAMMd können noch einige Herren und Damen tetlnebmen. Zu ex ft. in der ©eftbäfißft detz G. An-. 04868 Gestern morgen 81/, Uhr entschlief sanft nach mit großer Geduld ertragenem Leiden meine liebe Frau und gute Mutter ihres Kindes mmebmen zartfühlend nehmung ab. weil sich aus Gründ psychiatrischen Eutachtenß seine U läf)L Dah Sommer Anion Wagner mech. Baw und Möbel«Schreinerei Marburger Straße 30. Die Beerdigung findet Montag^ den 2. Juli 1928, nachm. 4 Uhr, auf dem Neuen rriedhofe statt. Für die uns in so reichem Maße bewiesene Teilnahme und Ehrungen bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen und für diu vielen Kranz und Blumenspenden saern wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Insonderheit dem Herrn Pfarrer fflr seine trostreiche Grabrede, der Landes- Universität Gießen, der Medizinischen Faknltlt. dem Physiologischen Institut, Herrn Professor Dr. Bttrker für seinen Nachruf, dem Krieg er verein Gießen, der kameradschaftlichen Vereinigung ehemaliger Leibgardisten, dem Gesangverein Concordia für seinen erhebenden Gesang, seinen lieben Alterskollegen und allen, die Ihm das Letzte Geleit gaben. Margarete Möser geb. Stöhr Marie Möser. tragen worden " Der Aliceschul-Bercin (Sieben blickt in Drrbß auf eine 50jährige Tätigkeit zurück Aus kleinen Anfängen entstand allmüblich eine Mädchmigewerbefchule, die neben Kurten im Wäschenäben, Schneidern. Sticken, Waschen und Bügeln, eine i?außhaltungßschu'.e ein Seminar ve- rtnnen. ein Fröbelseminar und eine Ämbettiflcge- rinnenschule umschlicht Taufende von jungen Mädchen sind in ihr auf den .'öauplged cten weiblicher Mtigfeit unterrichret und durch sie für dao vauß und den Beruf rorgebilder worden. Kapital- und Raummangel haben seit Äriegß- beginn die Weiterentwicklung der Schule gehemmt. heute kann immer nur ein Teil der jTtelbungen zum Eintritt In die einzelnen Abteilungen berücksichtigt werden, da die Schule trvn aufopfernder Tätigkeit ihres Borstandeß hart um Ihr Dafein zu kämpfen hat und sich nicht oergrdhern kann. Sine Feier am 28. und 2S. September soll alle ehemaligen Schülerinnen In den Bäumen dea Gesellschaltßvereinß (Ghib), Sonnen st rahr. perei nen Das nähere Programm wird noch bekanntaegeben. " Gin Anze hlungSbetrüger der auch in Diehen Gastrollen gegeben hat. wurde die er Tage in Wiesbaden festgenommen. St gab sich alß Aufkäufer oon Proviant für das Personal des Tierparkes des Z.rkuß Hagenbeck-Altho'f aus und sprach befonders in Bäckereien, Wctzgere.cn und Ion tilgen Oebensmittelgeschäften Var. Gleich- ze:ii hat er Annoncen für den 5 des Untemefimenß entgegengenommen, wofür er eine Anzahlung von 20 Mk. verlangte D'e ausgestellten Quittungen unterzeichnete der Schwindler mit Dr. Lange. Geschädigte wo.len sich umgehend mit der Kriminalpolizei Di eben inS Benehmen letzen •' D i e Museen sind Sonntag, 1. Juli, bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. Das Dermächt- niS von Dr. S p r u ck ist im Alten Schloh am Drandplatz ausgestellt. In tiefer Trauer Heinrich Dünfelder u. Kind Reiskirchen, den 29. Juni 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. Juli, nachmittags 2 Uhr statt 04884 her hatte er um ftinc~ Sntlaffungspapiere gebeten und b geteilt, dah wolle. Dies Rheinhessen. JurtMbare Samilientraafrbie in WormS. 2PD. Worms. 30. Juni. Der frühere Stadt* verordnete E d e l in a n n . wohnhaft in der Turnerstrabe, wurde am Freitag mit Stau und zwei Kindern tot In der Wohnung aufgefunden. Die drei Per'vncn waren durch Leuchtgas vergiftet worden. Edelmann stand im 35., seine .Stau im 33 Lebensjahr. Das dritte ttind. ein zwölfjähriger Änabe, wurde dadurch verschont, dah er b?l feiner Drobmutter schlief. Cbclmann war Aufseher in den Lederwerken Doerr & Bernhardt Qr war den Erkundigungen zufolge schwer nervenleidend, .stürz i?:r- Lttt zwar verneinen müden, dafür aber waren k ule btt in ein lebhaftes Gespräch gekommen, tfen über Ihren dummen Zank gelacht und ein treß Dcrsöhnungsfeft unter bet Kuckucksuhr gl eiert Daß ist nun schon einige Zeit her. aber die Uhr St noch manchesmal ihren Dienst tun müf'en. r<6 die Frau weih jetzt, an welchem Droht ge- — Falsche Aeichsbanknoten. - Beschaffung von Arbeitskräften für die Landwirtschaft. — Ont- wässerunq der Grundstücke in der Gemeinde Londorf. — Bau und Betrieb von Dampsbackdsen. — Strahenfpcrren. — Dienstnachrichten. Fran Elisahelhe Martin Wwe geb. Bachmann hn Alter von 68 Jahren. kündiaungsblattz thält: Abänderung der Verordnung über den Ersatz des Wildschadens. LU. Von der Landesuniversität G I e h e n. Dem Dr. Alfred Storch wurde die venia legendi bei bet Medizinischen Fakultät für daß Fach der Psychiatrie und Äervenkrank- beiten, dem Dr. @ r n ft Zeh wurde die venia legendi bei der Philosophischen Fakultät. I. Abteilung für das Fach der mittleren und neueren Kunstgeschichte, erteilt •* Albrecht-Dürer-Dedächtniß-Auß- Teilung. Die von dem Oberhesslschen Jtunfl- verein und dem Kunstwissenschaftlichen Institut der Universität im Turmhaus am Brandplatz veranstaltete Albrecht-Dürer-Gedächtniß-Aus- stellung erfreut sich insbesondere auf feiten der Schulen regen Interesses Sie ist biß einschlieh- lich Sonntag. 15. Iuli. während der üblichen Zeiten, also Sormtaas. Montags, Mittwochs und Freitags von 11 bis 1, Mittwochs auch von 3 biß 5 älhr nachmittags geöffnet; Ihr Besuch ist febr mi empfehlen. — Die ordentliche M11 - glieder-Versammlu n g deS stu n st v er- einß findet, wie bereits im Anzeigenteil bekanntgegeben. Donnerstag, 5. Iuli. nachmittags 6 übt im Saale des Stadthauses (Derg- strab«) statt. " Gin Drobflugtag zur Erinnerung an den SO. ©eburtßtag des Grasen Zeppelin findet am 8 Iuli auf dem Diebener Flughafen- geländc statt. Aähere Mitteilungen folgen noch in den nächsten Tagen im AnzeigentÄl. *• Leichtathletik-Meisterschaften der Universität Dieben. Anschließend an btt Leichtathletik-Meisterschaften der Universität Giehen am 1. Iuli findet auf dem UnlDetfi- täts-Sportplatz ein Traininaß-Belehrungssviel zwischen der HniversttSts-Fubballmannschaft und DsB. Giehen-Liga statt. Llumenkohi 20 biß 80; Salat 5 biß 15; Salat- gurken 30 biß 70; Obec stohlreb 8 bis 15; -stettich 10 bis 30. Tauben 70 bis SO; daß Bund Radieschen 10 biß 15 Pfennig Tatra für Lonntag. 1.3«h Sonnenaufgang 3.47 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Uhr — Mondaufgang 19.1R Uhr. Monduntergang 1646: der Philosoph Gottfried Wilhelm o. Leibniz in Leipzig geboren; — 1881: der Philosoph Hermann Lotze in Berlin gestorben. — 1917: Äusnifunfl der konstitutionellen Monarchie in Chino. Taten für Montag. 2 Zuli Sonnenaufgang 3.48 Uhr. Sonnenuntergang 20.19 Uhr. — Mondaufgang 20 18 Uhr. Monbunlergang 2.4R Uhr 1644. der stanzelredner Bdraham a Santa Clara In streenheinstatten geboren; — 1714: der Komponist Christoph Willibald stiller von Gluck auf Deidenwang geboren; — 1724: der Dichter Friedrich Gottlieb stlopstock in Quedlinburg geboren; — 1778: der Philosoph Ieon Jacques stousteau in (Ermenon- ville gestorben; — 1857: der dänische Schriftsteller stark Ghellerup in stoholte geboren; — 1877. der Dichter Hermann j)efie in Calw geboren; — 1926: her Erfinder der autosuggesliven Heilmethode Emile Cous in Nancy gestorben Bomotizen. — Tageßkalender für Samstag. Ruderklub .vafsia", 8.30 Uhr Mitgliederversammlung im Bootshaus. — Derem vertriebener Elsab-Lotbringer 8.15 Hbr Monatsverfaminlung im Hotel stöhicr. — Lieoerfranz: 830 Ubr Familienabend im SchützenhauS — Lichtspielhaus Bahnhoistrabe .Gustav Mond du ge st so stille-, — Astoria-Lichtspiele: .Der rettende stomet". — Tageskalender für Sonntag. 23. Regatta der Giehener Rudergesellfchast. Beginn der Borrennen um 8 Hbr. der (oau^trennen um 2.30 Hbr. - Leichtatblelifche Meist.-rlchaften der Giebener Studentenschaft 15 Uhr Universitäts- sportplatz. — Markußgemeinde: 3 Uhr auf der frarbt Demelndeseier. — Lichtspielhaus Bahnhof» strahe: .Gustav Mond, du gehst so stille". — Astoria-Lichtspiel«: .Der reitende stomet". Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei dem schweren Verlust der uns betroffen, sowie für die Kranz- und Blumenspenden sagen wir allen auf diesem Wege unseren besten Dank. Adolf Becker. Wiescck, den 30. Juni 1928. jtgen werden mich Mohl dem. der sich zu Helsen weihl P. «ietzener B>ochcnmarktprcisc Gs kosteten auf dem heutigen Mochenmartt kß Pfund Butter 170 biß 180; Matte 30 biß Berliner Börse. Berlin, 30. Iuni. (MTB. Funkspruch) Rach dem sich gestern abend im Berliner Frei- verkehr und an der Frankfurter Abendbörse bei 1 biß 3 Prozent festeren sturfen eine Erholung durchgeseht hatte, scheint es auch heute früh weiter freundlich zu bleiben. Daß Geschäft ist aber noch sehr klein und die Spekulation verhält sich abwartend. An stursen hört man: Siemens 367,50 zu 368,50, I.-G-Farben 273L0 zu 274, Tietz 281, Rordd. Wolle 226. Am Devisenmarkt sich verhielt, wie man aus seinen Worten hätte schliesten können, ergab die Aussage des Zeugen D., dem von Frau Wichmann mehrfach daß Verhalten Sommers geschildert wurde. Dem Zeugen selbst hat Sommer mitgeteilt, er habe dafür gesorgt, dast Wichmamt auf dem Wohlfahrtsamt keine Unterstützung bekomme, Wichmann verdiene genug und versaufe alles. Sommer habe ttus der pwvinziashaupissadi. Gießen, den 30. Iuni 1928. Die Kuckucksuhr. □Zein Freund stark machte vor einigen Iähren «« Wanderung durch den Schwarzwald. Dabei t v er In Tri berg an vielen HbrrcKtäften vorbei- . ft kommen und hatte beim Anblick dieser ihren einen glänzenden Siniall gehabt. Als er Bngft wieder zu Hause war und den Geburts- feiner Frau feierte, stand unter anderem aud) Ittt stuckuckßuhr auf dem Gabentifch. <3t tte fie seinerzeit gekauft und an einen Freund iSen lassen. Wenns auch gerade keine sehr jre Ubr war. denn stark war damals ziemlich i kXnbe feiner Wanderung und feineß Geldes Dcfen. so gabß doch eine schöne Heberra'chung c die tjraa und grobe Freude, als der stuckuck ne. heute «he ich mit einem Scherz über die k che weg unb seh« dann ihr abtrei enbeß Ge- |!>L stirbt mir der Sah auf der Zunge." Die alte Geschichte. Doch konnte ich meinem freund einen guten Rat geben. Irgendwo hatte iö nämlich einmal etwas von der Friedenß- itede gelesen. Da war ein junges Ghepaar, fr S auch öfter* aneinander geriet, auf den Ginstil gekommen, eine kleine Glocke aufzuhängen. Tenn nun nach irgendeiner MeinungSverschiedcn- st 1 oder einem Zank niemand den einleitenden '.r'dhnungs'atz sprechen konnte, dann schlug er e-kach an die Glocke, und die andere Ehebälfte tvf'te gleich: Ietzt ist e» wieder gut. Unter dieser kriedensglocke seien die schönsten Familienfeste y*eiert morgen, wurde in der Geschichte versichert. aab also Freund Aart den Rat. sich auch t"C Glocke au kaufen. Gr schaute zuerst ungläu- kfU dann aber ging er nachdenklich weg. Gr hat f.'i keine Glocke getauft Aber eine ähnliche ( '. ttchtuna bat er nun doch getroffen. Gs ist bl eingefallen, er könnte eß einmal mit der lk^ckucksuhr versuchen. Sie rief ja noch, wenn s auf einen bestimmten Draht drückte. Gedacht, Bon. Als seine Frau in ihrem Zimmer sah. Irlich noch unnahbar, kam Äjd. machte sich an tz Uhr au f(baffen, und auf einmal rief es Jfjdudl Da war baß Gis gebrochen, unb seine Nachruf Gestern abend verschied nach kurzem, aber schwerem Leiden unser hochverehrter Chef der Mitinhaber der Firma "Tom Theater. Dem £ranfrirrtcrTbeattT- bireftor A Sander, der fett einigen Iahren die Operetten in unterem Stadtthrarer leticte, ist von der Lan>?Lhiuptitadt Äarlßrube das ^grvste Theater und Aonaerthauß für die Sommer- IricUctt jur Au"Ehrung von Operetten über- Fraa Kaihart Melier geh. Krall im 23. Lebensjahr. den Zeugen auch gewarnt, tich gefchättkich mit Wichmann einiu!a"en Di# Nachmiltogsfitzun« deoann mit der Vernehmung des Zeugen Dilhelm st der 1921 als Untermieter bei commtr gewohnt hatte. Der Zeuge hatte dasselbe Zimmer inne, das später der Angeklagte bezog. Auch zu diesem Zeugen waren Sommers rücksichtslos. ..Sie waren sehr schikanös, nur mit dem Unterschied, dah ich mir nichts gefallen lieh.* Nach der lat hat Sommer mich ausgesucht und sich in abfälliger Weise der die Wichm.mns geouhert. (Fr kehrte hervor, dah er Immer geholfen habe. Rach der ^.nehmung wc.lerer Zeugen aus Mortcld.-. die das Fami'.ienfeben des Ange- - | keiner von mir verlangen, kkist Ich letzt schon, be* vor alle Zeugen gehört worden sind, erllärv. k ist ich eine 11 et-eric4ung aus«chatte. Auch habe ich btt '^achverständlgen nicht gehört, ob sie zu bet ?lnsia. t gelangen, dass der Anc.e.lagkc die Tat mit llebcrkflung außge übrl hat.' Somit bleibt bi« Mordanklage be'teTei. ^Verteidiger Stein« schncIder .Wenn die Mordanll'ge aufrecht- ciIxiltcn wirb sind wir gezwungen, weitere Be- wcisanträge Xu stellen und alle Wldersprüch« biß tnß lleinste auku lären!" De. kl.atsanwalt blieb bei feinet Erklärung. Damit endete bet fünfte Verhandlungstag. Der Mordprozeß Wichmann. WSA. Frankfurt a. W. 29. Iuni. Ss wurde im Zeugenverhör sortgesahren. Eine Kolonialwarenhandlerin berichtet, wie von der Familie Wichmann geborgt und eingekaust wurde, welch verzweifelten Eindruck Frau Wichmann oft machte, dah sie. die Zeugin, in den letzten beiden Tagen die Milch für Wichmanns abkochte. Aus Warnungen des Vermieters €ommer sperrte die Zeugin den Wichmanns eine Zeitlang den Kredit. Mit gewisser Spannung sah man der nun folgenden Vernehmung der Eheleute Sommer entgegen. Zunächst kam die inzwischen von ihrem Mann geschiedene Frau Gommer zum Wort. Die Scheidung erfolgte, weil ihr Ehemann auf sie schost. Sommer ist deshalb mit sechs Monaten Gefängnis bestraft worden. Die Zeugin weih nichts davon, dast in schikanöser Weife Vas und Wasser abgestellt, noch das Klosett unzugänglich gemacht worden sei, unb schildert Frau Wichmann alß eine nette, saubere, ordnungsliebende Frau, die ihr einmal klagte, dah sie von ihrem Mann geschlagen worden sei. Als die Zeugin die Frau des Angeklagten zum Wohlfahrtsamt bea(eitet hatte, kam Frau W. furchtbar weinend heraus und klagte, dah alles abgeschlagen worden sei. Der 50 jährige erwerbslose Silberpuher Äarl Sommer bestritt alle Schikanen, stellte aber Auseinandersetzungen wegen des Gasverbrauchs nicht in Abrede. Sommer befand sich schon wiederholt in Heilanstalten, er entstammt einer psychopathischen Familie, und man bricht seine Ber- Herr Friedrich Harries Gießen Wir »tehen trauernd an der Bahre eines Mannes, der uns ein leuchtendes Vorbild war in Gewissenhaftigkeit und Pflichterfüllung und werden wir Ihm stets ein ehrende* Andenken bewahren. Die Angestellten und Arbeiter der Firma Fr. Harries hnu fc «- f, *5* ton' 8T*-1 S?» 8tt tt ?ein< 8s ZL Ä^rde 6 «ir Lchm & Ul bi tr Arlgii tncnti^i fffftigu” w.*; üinflufe t btd iflt dcobaigut Permög. iAuSiieueri angenehm, aber nicht Bedingung. Strengste Diskretion zuge- sichert und verlangt. Anonym — Bermtst- ler zwecklos. Schr. 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Er gibt nun im folgenden Artikel eine Schilderung ferner öefanUeinbrurfc, betont jedoch aus- brütflid) ihre Unoollftänbiqfett und ihren pro« visonschcn Charakter Belgien wird nicht selten als ,Versuchsland- bezeichnet. als eine Art Laboratorium der ejrperi» mentiellen Soziologie. Mit wieviel mehr Berechtigung könnte man wohl dasselbe von Palästina lagen, msdesandere vom zionistischen. Unter dem Einfluß des Zionismus ist hier in der Tat. und besonders seit dem Krieg eine Reche von Versuchen zu beobachten, die die schwierigsten und heikelsten Probleme des politischen und sozialen Lebens streifen. Rennen wir u. a.: die erstaunlich rasche Auferstehung einer Sprache — der hebräischen - , die alle Welt für tot hielt, ebenso tot wie ba<- iftrulfifAe oder wie dos Eanskrit: ferner die Rückkehr zur Landwirtschaft seitens eines Volkes, das durch Iahr- burd) das gesetzliche Verbot des Grundbesitzes davon abgewendet worden war; das Bc- vdlk rn einer Kolonie ohne irgendwelche Mittel direkten ober indirekten Zwange» zwecks Ausweisung ober Enteignung der Eingeborenen; den groß an- aelegten Versuch eines landwirtschaftlichen K ol- teltivismus; schließlich die Bestrebung, ein hauptsächlich aus Rußland ausgewandertes Proletariat völlig neuen politischen und wirtschaftlichen Lebens- bedingunaen anzupassen. All diese Versuche sind noch in vollem Zug. Ich werde mich, für den Augenblick zumindest, hüten, über deren Endergebnis Voraussagen zu wagen. Heute schon kann man jedoch die Dichtigkeit der ersten erzielten Resultate feststellen. Gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts gab es in Palästina beiläufig 7000 Juden. Heute zählt man deren 160000, unter ihnen befindet sich der Zustrom all derer, die auS den verschiedensten Ländern vor Pogromen geflüchtet sind und gegen welche von nun an die Vereinigten Staaten ihre Grenzen verschließen. Zwischen diesen Neuankömmlingen, die aus den verschiedenartigsten Nationalitäten hervorgingen und den Jerusalemer Juden, die am Cabbath ihren Äopf an die Älagcmaurr schlagen, bestand fern oder beinahe kein religiöse» Band; dieses nun sollte durch die Einführung einer einzigen Sprache ersetzt werden und, erstaunlich genug, es gelang. Das aus den Synagogen hervorgegangene Hebräisch ist im Lause weniger Jahre die allgemeine Umgangssprache aller in Palästina ansässigen Juden geworden. Was andererseits die Rückkehr zum landwirtschaftlichen Leben anbelangt, so darf selbstverständlich nicht übertrieben werden. Trotz allem setzt sich die Mehrzahl der palästinensischen Juden aus Handwerkern, Kleinhändlern, kurz aus Städtern zusammen und Tel Aviv, die einzige ausschließlich jüdische Stadt der Belt, zählt allem 40000 Einwohner. Mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln trachtet jedoch die zionistische Organisation, ihre Anhänger bet landwirtschaftlichen Kolonisation zuzuwenden und es ist ein ganz außerordentlich ergreifendes Bild, die BQOO Pioniere (Haluzim) vor Augen zu haben, junge Männer und junge Mädchen, darunter viele Intellektuelle, die, auf harten Lagern und provisorischen Baracken untergebracht, auf den Landstraßen Steine klopfen, als Tagelöhner auf den Orangerien arbeiten, ihre Studien in landwirtschaftlichen Schulen beendigen, in Erwartung des Zeitpunktes, wo sie, mit Abschluß ihrer Probezeit, als freie Arbeiter in die »ionistischen Kolonien eintreten können. Ucbrigen» sind schon heute meßt als 30000 Juden m der Land- Albrecht Dürer als Architekt. Don Dr. Ernst Hamm, Gießen. Die meisten Veröffentlichungen zur 400. Wiederkehr seines Todestages feiern Albrecht Dürer als den großen Maker, Kupferstecher und Holzschneider, seiner architektonisch-technischen Tätigkeit wird fast nirgends gedacht An ihr kann man aber ebensowenig Vorbeigehen wie an der eines Lionardo da Vinci oder eines Michelangelo. zumal Dürer die Befestigung»- und Stadtbaukunst seines Zeitalters grundlegend beeinflußt hat. Seine Kenntnisse auf diesen Gebieten hat Dürer m einem Buche, das auch in der Uni* dersitLIsbibliothek in Dietzen zweimal vorhanden ist. niedergelegt. Der Xitel des im Oktober 1527 m Hümbetg erschienenen Werkes lautet: ..Etliche underncht, zu besetzigung der Stett, Schloß und flecken." Die äußere Veranlassung zu seiner Schöpfung gab ihm der Einfall der Türken unter Soliman II. in Ungarn. Die damaligen Befest i gimg sanla gen vermöchten dem Ansturm der Türken nutzt standzuhaften; außerdem scheint die innere Anlage der Städte für ihre Berteidigungsorganisatu'n reformbedürftig gewesen zu fein. Dürer wendet sich deshalb mit der ihm eigenen Sachlichkeit, Klarheit und logischen Konsequenz der Stadtbefestigung und Stadtorganisation zu. Er lehnt die damaligen zwar dicken aber hohen Türme ab und schlägt niedere Basteien vor, die. vorgeschoben aus der Stadtmauer. eine gute flankierende Wirkung für die von ihm gelchickt postierten Geschütze geben müssen, uni) zeigt, wie die vorhandenen Stadtbefestigungen verbessert und verstärkt werden können. Bis ins einzelne hat Dürer seine Entwürfe konstruktiv durchdacht und durchgezeichnet. 3um Interessantesten aber. waS Dürer unS in seinem Werke gibt, gehören die Entwürfe für den Bau einer Seinen .^etzungsltadt und einer königlichen Residenz. Dürer tritt damit als erster Deutscher in bie Leihe der Städtebautheoretiker. Sr kann sich den großen italienischen Theoretikern Fllarete. Alberti, Seamozzi. Bakari usw. würdig zur Seite stellen. Den einen Entwurf nennt Dürer eine Klause: es Handeft sich, modern gesprochen, um ein Sperrfort. Auf einer Meerenge schiebt sich ein kreisrundes Sperrfort ein, das mit einem De- festigungSriegel ans Gebirge angelehnt und mit einem zweiten mit dem Meer verbunden ist. An diesem Sperrfort wendet Dürer alle seine Erfahrungen und Forderungen an. die seiner mirtfdiofl beschäftigt unb bie Äolontiationiplänr sehen bie Verborwelung dieser Anzahl im Verlauf der nächsten »ebn Jahre vor. Aber mich wer mnrb man die tatsächlichen Ergeb- nitze ob warten müllen, Entgegen dem, was in allen übrigen Kolonien vor sich geht, hoben bie Zionisten tatsächlich weder bie Macht noch den Willen, die Araber zum Verlassen d-r Ländereien, bie sie bearbeiten, tu veranlassen. Um die neuen Äolomen unterzübringen, haben die beiden zionistischen .lonM: der Heren lenrrnctb, der die Ländereien gekauft bat, unb der Heren Havesiod, der Häuler unb Viehbestand bestellt, keine andere Möglichkeit, als entweder ungeheuerliche Prelle zu bezahlen ober aber das unbebaute Land mit großen Kosten zu roden unb zu bewässern Unter dielen Umständen jedoch nehmen die Zu den den Arabern nichts, im (legenteil, sie bieten ihnen Beispiele, von benrtt sie bereits Nutzen ,u ziehen beginnen. Irvtz dieser Hindernisse besitzen die Zionisten in den Ebenen von Saron, von i^ebrelon und rund um den tiberischen See bereits ein lehr ausgedehntes Webte l, auf dem eben jener Versuch eines landwirtschaftlichen Kollektivismus, den eingangs erwähnten, unternommen wird Unter den landwirtschaftlichen Kolonien, die sich von Haifa bis ins Gebiet von Liberias binziehen, sind einige auf relativ individualistischer Grundlage, andere wieder auf radikal kommunistischer, die bis zur Kvllektiverziehung der Kinder gebt, organisiert. Alle jedoch weisen drei grundlegende Merkmale auf, die ein Mindestmaß an Kollektivismus darslellen: Grund und Boden gehört nicht jenen, btr ihn bebauen, sondern der Gesamtheit des zionistischen Gemeinwesens; bie Kolonisten nützen nicht die Arbeit anderer durch Anstellung von Tagelöhnern aus; auch wenn sie sich einmal dauernd niedergelassen Haden, fahren sie fort, der allgemeinen Arbeits- brüderschaft und den mit ihr zusammenhängenden kooperativen Einrichtungen anzugel'Sren. Unb damit kommen wir zum wohl nicht Gekünstelten . jedoch völlig Außergewöhnlichen an den Zionistischen Versuchen, wenn man sie von ihren ver- chiedenen Gesichtspunkten au» betrachtet. In einem Lande, in dem der Kapitalismus noch kaum erwacht ist, wo die wirtschaftlichen Einrichtungen des Mittelalters noch beinahe unangetastet fortbestehen, ist seit zehn Jahren, dank her Bemühungen internationaler jüdischer Solidarität, ein wahres Heer von Proletariern a„gerückt gekommen, ihrer Klassemnter- esien völlig bewußt, fest entschlossen, ihren europäischen Standard nf Hfc aufrecht zu . rbaltrn, bie alsbald, in der Mehrzahl unter der russischen Revolution berangemathien, mit wahrhaft religiösem Eifer daran gehen, die kühnsten und verwegensten sozialen Bestrebungen zu verwirklichen. Diele Arbeiter nun, denen es nicht genügt, dem 20. Jahrhundert an zu gehören, stellen sich auf die gleiche Linie mit einem anderen Proletariat, das seinerseits ,m >4. Jahrhundert lebt, mit einem Volk von Fellah», die für SchandlShne in den Latifundien der Effendrs arbeiten. Es genügt, die Tatsachen festzuftellen, um die daraus erwachsenden Schwierigkeiten vorauszuseden. Tie alteingesessene arabische Gesellschaft, auf ollen Gebieten tro- ditionalistisch, religiös und konservativ, liebt nicht ohne Besorgnis diese neue Welt neben sich ersteben, bie ultTamobcTne Ideen, Methoden und Begriffe ins Land trägt. Gewiß find die eingeborenen Ar- beiter nicht feindlich gesinnt und wünschen sich nichts sehnlicher, al» daß auch ihnen zu einem Achtstunden- anstatt einem Zwölfstundentag, bei einem Lohn von 16 anstatt 10 Piastern verhalfen werde. Tie Effendrs jedoch sind feindlich gesinnt: ihr Konservatismus, der sich angegriffen fühlt, trachtet, gegen die Juden einen sich bedroht wähnenden Nationalismus ms Treffen zu führen, unb man müßte vielleicht bet Zukunft mit einiger Besorgnis entgegensehen, wenn nicht von Seite der Zionisten die lieber,eugung mehr unb mehr durchdringen würde, daß zwischen Juden und Arabern keine andere Lösung möglich ist, als eine für beide Teile vorteilhafte Zusammenarbeit. Im Augenblick, wo ich diese Zeilen schreibe, kommt die Nachricht, daß in Jaffa Unruhen auszubrechen drohen, und daß sogar m Jerusalem alle arabischen Geschäfte, zum Zeichen des Protestes, geschlossen sind. Der Protest richtet sich jedoch nicht gegen die Juden, sondern gegen den Aissionskongreß, der soeben in Palästina tagt. Zwischen Arabern und Christen dauern die Glaubenskämpfe mit unverminderter Heftigkeit fort. Zwischen Arabern und Inden hingegen besteht, trotz allem, die Rassenzugehörig- reit, die eine Versöhnung zwischen diesen beiden Elementen vielleicht leichter gestaltet. Im Interesse der einen wie der andern muß man dies auf jeden Fall zumindest hoffen. Argentinien als Giedlungsland. Don Don Angell Gallardo, Minister für auswärtige Angelegenheiten der argentinischen Depublil. Die internationale Bevölkerungsbewegung läßt sich mit einem Wasserspiegel vergleichen, dessen Höhe durch Zu- und Abfluß gewissen Veränderungen unterliegt. Wie dieser Wasserspiegel allmählich sein natürliche» Niveau von selbst erhalten mutz, so muß auch der Ausgleich des Bevölkerungsaustausches zwischen den einzelnen Ländern der Erde auf natürliche Weise erfolgen. Es herrschen hier ganz bestimmte Gesetze, die beachtet werden müssen, falls nicht die Bevölkerungsbewegung zum Schaden der daran beteiligten Volkswirtschaften und noch mehr zum Schaden der von ihr in Bewegung gesetzten Massen auslaufen soll. Insbesondere muß auch auf die persönliche Anpassungsfähigkeit der Einwanderer an die neue Umgebung Rücksicht genommen werden. Zwischen Kontinentaleuropa und Südamerika findet augenblicklich ein reger BevölkerunasauStausch statt. Geschwächt durch den Weltkrieg, leibet Europa unter dem Drucke einer Ueberschußbevölkornng, die es nicht mehr auf dem früher üblichen hohen Lebensstandard zu erhalten vermag und die es in der Zukunft vielleicht noch viel weniger auf diesem Niveau zu erhalten imstande sein wird. Südamerika andererseits stellt ein ungeheures, nur teilweise erschlossene- Gebiet bar, das den kräftigen und arbeit-freudigen Elementen der europäischen Bevölkerung bessere Au-sichten auf eine auskömmliche Lebenshaltung bietet als sie ihr eigener Kontinent gewährt. In manchen Berufszweigen gibt es in Südamerika zweifellos sehr viel mehr und sehr ri.I bessere Möglicl>- feiten, Beschäftigung zu finden als in Europa. TrS trifft insbesondere aus die Landwirtschaft zu. In einem jungen, vorwiegend landwirtschaftlich organisierten Lande wie Argentinien besteht natürlich eine dauernd starke Nachfrage nach landwirtschaftlichen Arbeitern aller Arten. Tiefe Nachfrage wird auch auf viele Jahre hinaus anhalten. Die verhältnis- mäßig geringe Einwanderung nach Argentinien — deren Ziffer vor dem Kriege indessen bereits auf 348000 Seelen im Jahre gestiegen war — unb bie Größe, welche bie landwirtschaftlichen Unternehmungen heute bereits in Argentinien angenommen haben, sichern arbeit-freudigen Landarbeitern eine bessere Entlohnung, al- sie bie alte Welt zu bieten vermag. Die zunehmenbe Sieblungstätigkeit und die Intensivierung der bereits angelegten Siedlungen bietet gleichfalls auskömmliche Ledensbedingungen für diejenigen Einwanderer, die sich vor harter Arbeit nicht scheuen. Für diese Einwanderer werden heute auch noch verschiedene Einwande» rungscrleichterungen gewährt. Die argentinische Regierung ist allerdings der Auffassung, daß die setzt gebotenen Arbeitsgelegenheiten m sich selbst genügend günstig Unb, um sie (bie Regierung) von irgrnbeiner Verpflichtung zu entbinben, ben Zuzug von Einwanderern besonders zu erleichtern. Alles, was man daher zur Zeit in Argentinien bietet, ist eine Unterbringung in Buenos Aires für fünf Tage und der freie Transport zum Reiseziel des Siedler« durch bie Eisenbahn leselflchaften. Diese Vergünstigungen wurden lebcm ts» a u S s ch u h zur Prüfung überwiesen. Dieser wird sich nun mit der heiklen Angelegenheit zu beschäftigen und voraussichtlich In etwa 14 Tagen seine Arbeit soweit gefördert haben, daß daS Plenum dann erneut die strittige Frage vornehmen kann. Rach der vorläufigen Erledigung dieses Punktes flaute daS 3ntereffc an den Verhandlungen des HauseS sehr rasch ab Sitzungsbericht. Anwesend Oberbürgermeister Dr. Keller, die Bürgermeister Dr. S e i b und Dr. F r e d , die Deigecrdneten Dr. Hamm, 3ustizrat Dr. Rosenberg. Kommerzienrat K l i n g s p v r und 41 Stadtverordnete. 3m Zuhörerraum sind etwa 20 Besucher zugegen. Dor Eintritt in die Tagesordnung widmet, während sich alle SihungStc ichmer von den Plätzen erheben, Oberbürgermeister Dr. Keller der verstorbenen Frau Stadtv. Biermann einen sehr herzlichen Rachruf und warme Dan- keSworte für ihr tatsrohes und vorbildliches Wirken im Dienste der Allgemeinheit. Anschließend erfolgt durch Oberbürgermeister Dr. Keller die Verpflichtung deS als MandatSnachfolger von Frau Biermann in daS Stadtparlament neu eingetretenen Stadtv. Reallehrer Heber mehl. Die Beratung des Saushaltsvoranschlags für 1928 folgt jetzt als erster Punkt der Tagesordnung. E i n st i m m i g und ohne Aussprache verzichtet daS HauS auf eine Generaldebatte. Zuerst wird die Betriebsrechnung beraten. Vierteljährliche Jinanzübersichten. Stadtv. Mann (Soz.) bemängelt zunächst daS Fehlen der durch einen früheren Beschluß geforderten vierteljährlichen Uebersichten über die städtischen Finanzen Er verlangt die Liebermittelung dieser finanzstatistischen Arbeiten an die Stadtverordneten und die Preße, damit die Mitglieder deS Hauses und die Bürgerschaft durch Dermittelung der Presse sich alle Vierteljahre ein Bild über die Lage der städti- schen Finanzen machen könnten. Oberbürgermci- fter Dr. Keller begrüßte den Antrag des Stadtv. Mann mit Sympathie und erklärte, ihm seien diese Veröffentlichungen sogar erwünscht, Oie städtischen Betriebe. Bei den Titeln der städtischen Betriebe fordern die Stadtv. Monn und Beckmann (Soz.). dah geringere Unkosten der Betriebe sich auch in einer Senkung der Tarife äußern sollen. Stadtv. Fischer (Dem.) ist grundsätzlich derselben Meinung, er betont aber, daß die Verwirklichung dieses Grundlahes unter den gegenwärtigen ilmftänben nicht möglich sei, da die 'Stadt auf dem Steuerweg« allein die erforderlichen Wittel für den allgemeinen Finanz bedarf nicht erlangen könne. Angenommen wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und des Kommunisten die Einführung einer Anschluß gebühr beim Gaswerk, die vom 1. April ab gelten soll und für einen 3-slg. Gasmesser monatlich 50 Pf., für einen 5-flg. Messer monatlich 75 Pf., für einen 10-flg. Messer monatlich 1 Mk usw. beträgt. Die amtliche Bekanntmachung hierüber erfolgt noch. A b g e • lehnt wird ein Antrag der Sozialdemokraten, die als Betriebsüberschuß mehr zu erwartenden 100 000 Mk dem Erneuerungsstock zuzuführen. ferner wird noch ein Antrag der Sozialdemokraten, von der Erhebung der erwähnten Anschlußgebühr abzutehen und die Erhöhung des Betrieb-Überschusses mit dem bann verbleibenden Rest dem Erneuerungsstock zuzuführen, abgelehnt. Beim Titel Wasserwerk lehnt daS Vans einen Antrag der Stadtverwaltung, den Wasserpreis mit Wirkung vom 1. April 1928 ab auf 28 Pf. je Kubikmeter sestzutetzen. einstimmig ab. Angenommen wird ein Antrag des Finanzausschusses, durch den der Wasserpreis mit Wirkung vom 1. April 1928 ab auf 20 Df. je Kubikmeter festgesetzt wird. 3nsolaedessen ist der hier vorgesehene Betriebsüberschuß um 50 030 Mk. aus 110 000 Mark zu ermäßigen und die Lieberweisung an den Erneuerungsstock ebenfalls um 50 000 Mk. auf 41 300 Mk. herabzusehen. Gegen die Erhöhung des Wassergeldes stimmt mit der Sozialdemokratie auch die Wirtschaftliche Vereinigung. Beim Titel Schlachthof fragt Stadtv. Schwieber (D. Dp.), wann mit dem Bau der dringend notwendigen Dindeckuddelei begonnen werde. Beigeordneter Dr. Lamm erklärt, sobald die Gleisanschluhfrage des Schlachthofes geklärt sei und die Mittel bereitgestellt feien, werde mit diesem Bau begonnen werden. Keine kostenlose Totenbestatinng. Beim Titel Friedhöfe wird ein Antrag der Sozialdemokraten, die unentgeltlich« Totenbestattung nach dem Muster anderer Städte einzufuhren, gegen di« Stimmen der Antragsteller abgelehnt. sozialistische Schulaniräge. Zum Titel Volks -und Fortbildungsschule. Stadtschulamt und Horte beantragt die sozialdemokratisch« Fraktion: a) Der Errichtung einer Walderholung-statt« mit Schulbetrieb im Zusammenhang mit den Aufwendungen für Ferienaufenthalt von Schulkindern naherzutreten. b) di« Lernmittelfreiheit für di« Schüler aller Schul- gattungen einzuführen, c) für die Fortbildungsschulen die schulärztliche Lleberwachung einzuführen, d) für die HiortbilbungS- schu len den Turn- und Sportunterricht vorzubereitem Bei der Begründung deS Antrages weist Stadtv. Schmidt (Soz.) zu a darauf hin, bah durch eine solch« Einrichtung vielen Kindern ernt? notwendige Kräftigung ihrer Gesundheit unmittelbar vor den Toren Gießens zuteil werden könne, b bezeichnet er als eine zeitgemäße Forderung, durch deren Erfüllung auch Die Möglichkeit gegeben werde, schon die 3ugenb zur Achtung vor dem Gut der Allgemeinheit au erziehen, bei c macht er die aufsehenerregend« Mitteilung, daß bei Schülern der Fortbildungsschule und einer hiesigen höheren Schule schon Geschlechtskrankheiten vorhanden seien und aus diesen Vorkommnissen leitet er die Rotwendigkeit der Anstellung «ineS Schularztes zur ständigen schulärztlichen Aleberwachung her, zud schlägt er vor, bah nur solche Fortbildungsschüler in den Turn- und Sportunterricht «inzuweisen feien, die nicht bei einem anerkannten Turn- ur Sportverein regelmäßig turnen und Sport treiben. Stadtv. Fischer (Dem.) ist für den Antrag a, ju b betont er, daß hier zunächst dgS Reich und der Staat in Betracht kommen, bei c äußert «r Zweifel'an der Zweckmäßigkeit dieser Maßnahme, Antrag d hat feine Unterstützung. Staotv. Gverz (Fr. Dgg j betont, erst komm« das Roiwendige, dann das Wünschenswerte: bei 3 ist er für eine Vorprüfung der Anregung. Antrag b lehnt er ab, ebenso den Antrag c in dieser Form, gegen d ist er auS Zweckmäßigkeitsgründen. Stadtv. Mann (Soz.) unterstützt di« ®arlegungcn des Stadtv. Schmidt (Soz.). Stadtv. Dr. KrauSmüller (D. Dp.) erklärt, feine Fraktion stehe dem Antrag a mit Zurückhaltung gegenüber, für b seien feine politischen Freunde nicht zu haben, bei c müsse man den Schularzt für alte Schuten anfteiten, für d könnte sich seine Fraktion nicht erwärmen, eS gehe nicht an. die Lehrlinge noch mehr der Werkstatt zu entziehen. Hierauf werden in der Abstimmung die sozialdemokratischen Anträge abgelehnt. Oie Volkshochschule. Beim Titel Gemeinnützige Zwecke wird ein sozialdemokratischer Antrag, als Beitrag zum Verein Volkshochschule den Betrag von 3000 Mk. jährlich vorzusehen, nach kurzer Aussprache gegen eine starke Minderheit abgelehnt. 3m Voranschlag sind für diesen Verein 1200 Mk.. wie im Vorjahre, vorgesehen. Gegen Auto- und Motorradraserei. Die Beratung deS Titels Straßenunter- Haltung bringt eine längere Erörterung über die Auto- und Motorradraserei in unterer Stadt. An der Au-sprache beteiligen sich die Stadtv. Dr. KrauSmüller (Dt. Vp.), Schm ahl (Fr. Dga). LaunSbach (Mittelst.- Dgg.), Mann (Soz.), Beigeordneter Dr. Hamm, Leop. Mayer (Dem.), Prof. Dr. Borgmann (Fr.Vg.), vorn (Dt.Vp.) und Hornberger (Soz.) ES wird mit Rachdruck verlangt, daß die Stadtverwaltung -um Schutze der Bürger alle geeigneten Maßnahmen g egen die rücksichtslose 2Iuto- und Motorradraserei anwendet. 3n der Bürgerschaft fei di« Empörung über da- außerordentlich schnell« Fahren der Auto- und Mv- tvrräder groß. Da» Leben der Passanten der Fahrdamme fei sehr gefährdet, und in großen Hausern seien infolge de» rücksichtslosen Drauslosfahrens der schweren Lastautos Ri'se und Sprünge aufgetreten. Man verlangt die Festsetzung einer Höchftge'chwindigkeit für Kraftsah> rer aller Art innerhalb der Stadt au* 15 bis 20 Stundenkilometer. Die Poti »eiverwaltung müsse dafür sorgen, daß ihre Außenbeamten rücksichtslos gegen ra’enbe Kraft'ahrer einschreiten: wenn die Polizei bi» jetzt noch keine Stoppuhren zur Ermittelung der Fahrgeschwindigkeit der Autos und Motorräder habe, soll di? Stadt Stoppuhren zur Verfügung stellen. Es wird in diesem Zusammenhang zum Teil scharfe Kritik gerbt am Außendienst der Polizei: z. B. sei an der Ecke Rordanlage Marburger Straße trotz des starken Kraftverkehrs häufig kein Polizeibeamter zu sehen, anderseits verhielten sich auch manche Polizeibeamten gleichgültig gegenüber ratenden Autlern und Motorradlern. Auch daS rück ichtslote Oeff- nen der Auspuffklappe an Motorrädern fei eine immer stärkere Belästigung der Bürgerschaft. 3m übrigen wird lebhaft beklagt, daß für die Etraßenunterhaltung bisher nicht mehr getan werden konnte, weil die hierzu erforderlichen Geldmittel fehlen. Seiaeorbncter Dr. Ha m m macht hierfür die Anleihepolitik bei Reichsbank- präsidenten Dr. Schacht verantwortlich durch die den Gemeinden die Aufnahme von Anleihen zu Straßenbauzwecken ganz unmöglich gemacht werd«, weil nach Schachts Ansicht der. Straßenbau keine produktive Arbeit und Geldanlage fei. Diese Politik Schachts habe den Städten schon schwere Wunden geschlagen. Dabei sei doch gar nicht zu bezweifeln, daß eine fortlaufende gute Straßenunterhaltung für dir Wirtschaft und damit auch für die Allgemeinheit von großem Vorteil sei. Ernste Warnung an Anlagenplünderer. Beim Titel Oeffentliche Anlagen fordern Redner der Rechten und der Linken de» Hause» schärfstes Vorgehen gegen die Blumen- räuber eien und Zerstörungen in den Anlagen. Die Stadtverwaltung solle die Ramen der üblen Burschen in den Zeitungen bekanntgeben, damit diele unangenehmen Zeitgenossen an den Pranger gestellt toürbcn. Beigeordneter Dr. Hamm teilt mit, daß u. o auch ein Student, der aus Rumänien stamme, beim Diebstahl von Geranien in den Anlagen erwischt worden sei: dieser 3üngling habe mit den Blumen, die er in der Aktentasche verstaut hatte, fein Zimmer schmücken wollen. Der Vorfall fei u. a. dem Rektor der Alniherfität gemeldet worden. damit auch von dieser Stelle au» eine exemplarische Bestrafung erfolge Oie Rechnung der Straßenbahn. Zur richtigen Gestaltung der Straßenbahnrech- nung fordert Stadtv. Kurz (Mittelst-Dgg.) beim Titel Elektrische Straßenbahn, daß diesem Betrieb die Stromkosten nicht mehr mit 20 Df. je Kwst., sondern mit dem Selbstkostenpreis deS städtischen Elektrizitätswerkes von 10 Pf. je Kwst in 'Rechnung gestellt wurden. Dann werde unsere Straßenbahn fein Zuschußbetrieb mehr sein, sondern sie werde mit einem äleberschuß abschließen. DaS Geld gehe ja doch nur bei ein und derselben städtischen Dienststelle von einer Tasche in di« andere über Oer Dohlfahrts-ienst. Zum Titel Wohlfahrtspflege, den bic Stadtverwaltung im Voranschlag bereits um 100 000 Mk. gegenüber dem Vorjahre gekürzt hat, ist vom Finanzausschuß ein Antrag der Fraktion der Mittelstands-Vereinigung, an den Ausgaben des Wohlfahrtsamtes einen weiteren Detrag von 50 000 Mk. zu streichen, abgelehnt worden. Diesen Antrag zieht Stadtverordneter RicolauS (Mittelst.-Vgg.) im Verlaufe der Beratung zurück. Von der sozialdeinokratischen Fraktion wird beantragt, durch Beschluß de» Hauses das Wohlfahrtsamt zu beauftragen, die Richtsätze sowohl in der gehobenen, als auch in der allgemeinen Fürsorge um 20 Prozent zu erhöhen und die sich aus dieser Erhöhung ergebenden Beträge bis zum Gesamtbeträge von 100 000 Mk. auf die einzelnen Titel des Eonder- voranschlags auszuwerfen. Stadtv. M o o s d o r f (Soz.) begründet den Qlntrag unb bringt zum Beweise seiner Dringlichkeit einige erschütternde Fälle von bitterster Rotlage in Gießener Familien vor. Stadtv. RicolauS (Mittelst.- Dgg.) betont, auch seine Fraktion wolle den wirklich Dedürttigen alle erforderliche Hilfe zu- kommen lassen, deshalb ziehe er den obenerwähnten Antrag zurück: feine Fraktion wende sich aber dagegen, daß Leute unterstützt würden, bei denen daS nicht nötig fei. Bürgermeister Dr. Frey und Stadtv. Sch wie der (D. Dp.) begrüßen den Beschluß des ProvinzialtagS Oberhessen, durch den eine Erweiterung der Provmzickl' Pflegeanstalt in die Wege geleitet wirb, und geben der Hoffnung Ausdruck, daß dort möglichst bald ausreichende Räume für ein Altersheim geschaffen werden, damit den vielen Wünschen alter Leute um Aufnahme in ein solche- Altersheim entsprochen werden könne. 3n der Abstimmung wird der soziäldemokratischc Antrag der WohlfahrtSdeputotion zur Erledigung überwiesen. Wohnungsbau-Finanzierung 1928. Dem Titel Kapitalzinsen fügt die Stadtverwaltung einen Antrag bett, den Wohnungsbau 1 9 2 8 bei, in dem es u. a. heißt: „Für den Woh- nunaebau 1928 wird insgesamt ein Betrag von 1 360 300 Mk. bereitgeftellt. Davon sind rund 825 000 Mark durch Anleihen nufzubringen unb 53', 300 Mk den Mitteln der Sondcrsteuer zur direkten Kapital- Hingabe zu entnehmen Die Zinsen der Anleihen belasten die Sondersteuer (Wohnungskonto) ... lieber die Verwendung der Mittel entscheidet der Finanz, ousschuß in gemeinsamer Sitzung mit dem Bauausschuß. Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, in dem von Finanzausschuß und Bauausschuß über die Ver. fuguna der Mittel vorgesehenen Rahmen die Bau- vorhaben, sei es durch direkte Kapitalhingabe, sei es durch Zinsbeihilten, zu Lasten des Wohnungskontos zu finanzieren." Der Antrag wird debattelos einftim- mig angenommen. Biersteuer. — Jilialsteuer. Die Titel Bier ft euer mit 50 000 Mark unb i5 i l t a l st e u er mit 7000 Mark werden gegen die Stimmen der Sozialdemokratie angenommen. Keine Erhöhung her Realsteuerrr. Bei dem Titel Grund«. Gewerbe- unb städtische Sonder ft euer vom bebauten Grundbesitz liegen zwei Anträge zur Beschluß- fastung vor: Der eine ist von der Stadtverwaltung gestellt unb sieht eine Erhöhung der Grundsteuer unb der Gewerbesteuer vor, der andere ist oom Finanzausschuß eingereicht unb forbert, auch für bas neue Rechnungsjahr bit vorjährigen Sätze zu erheben, also keine Steuer- erhöh ung eintreten zu lasten. In der Aussprache wirb der Antrag der Stadtverwaltung auf Steuer- erhöhung von den Stadtv. Mann (Soz^. L o e b t r (Dt. Vp ). Horn (Dt. Vp ). Fischer (Dem.). Nicolaus (Mittelst.-Dg.l. G o « rz (Fr. Bgg.) unb Sinn (Dt. Dp.) abgelehnt, wobei bte Stadtv. L o c • der, Horn, Fischer. Nicolaus unb Goerz besonders auf bi« ernste wirtschaftliche Notlage der kleinen unb mittleren Gewerbetreiben bau, aljo der breitesten Schichten des seldstänbigen gewerblichen Mittelstanbes. Hinweisen. Sämtliche Redner erklären sich weiter mit dem Antrag des Fincm^wsschusses einoerstunden. In der Abstimmung wird der Antrag der Stadtverwaltung ein st im mig abgelehnt unb ber solgenbe Antrag des Finanzausschusses ebenso einstimmig angenommen: Die Umlagen für das Rechnungsjahr 1 9 28 werben wie folgt festgesetzt unb demgemäß ist die Einahme unter Titel 67 (Realsteuern) wie solgt vorzusehen: 1. Grund ft euer: a) von Gebäuden unb Bauplätzen nebsr Zubehör 22 Rpf. für je 100 Mark Mark Steuerwert, ergibt 238 000 b) von land« und forstwirtschaftlichen Grundstücken nebst Zi.bchör sowie Bergwerkseigentum unb Bahn- gelänbe 32 Rps. für je 100 Mark tolcuerroert, ergibt 58000 2. Gewerbe st euer: a) auf 80 Rpf. für je 100 Mark Steuerwert oom gewerblichen An- läge- unb Betriebskapital mit Ausnahme des lanb- unb forft wirtschaftlichen Betriebskapitals, ergibt 125 000 b) auf 80 Rpf. für je 1 Mk. des vom Finanzamt für bas Kj. 1925 feftgcfteU- len staatlichen Gewerbe ertragssteuersolls, ergibt 146 000 271 000 3. Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz: auf 77 Rpf. für je 100 Mark Steuerwert, d i auf 47,93 n. H. des staatlichen Son- bergebäubefteuerfoUs für 1928 einschließlich des Kreisanteils, ergibt 780000 Zusammen 1 297 000 220000 Ml. ungedeckter Fehlbetrag. Beim Titel Ausgleichmtttel wird einstimmig folgender Beschluß gesaßi: Der durch die Herabsetzung ber Einnahmen an Wafseraeld und an Umlagen um 50 000 Mark und 170 000 Mark ent- pnnbenc Fehlbetrag von insgesamt 220 000 Mark ist hier zum Ausgleich in Einnahme vorzusehen. Die Deckung dieses Fehlbetrags bleibt einer späteren Beschlußfassung durch die Stadtverordnetenversammlung vorbehalten. Damit ist die Beratung der Setrlebsrcd)- nung abgeschlossen unb diese Abteilung des Haushaltsplanes genehmigt. Oie Abschlußziffern. Die Vermögensrechnung wird, öem Antrag« des Finanzausschuss«- entsprechen-, unverändert in der Fassung des Entwurfs der Verwaltung angenommen. 3n der Schlußabstimmung wird der Haushaltsplan für 1928 wie folgt genehmigt: Detriebsrechnung Einnahme und Ausgabe 5 103 260,45 Mk.. Vermögensrechnung: Einnahme und Ausgabe 2 034 758,68 Mk.. insgesamt also in Einnahme und Ausgabe 7138 019,13 Mk Keine Prüfungskommission. Ein Antrag der Mittelstands-Vereinigung. aus der Mitte der Stadt ver ordneten- Dersammlung eine Fünf-Männer-Kommission einzufeßen. die bi» zum 1 Rovember d. 3. in Gemeinschaft mit der Verwaltung den Etat an feinen Ursprung» st eilen (bei den einzelnen Abteilungen der Verwaltung) daraufhin nachzuprüfen, ob nicht noch wettere Ersparnisse in der Verwaltung zu machen feien, findet bei allen übrigen Är alttonen des Haufe» keinen AnNang. Diese Frakttonen deuten den Antrag als ein Mißtrauensvotum gegen die Verwaltung, woraus Stadtv. RicolauS (Mittelst.-Vgg.) ausdrücklich her» vorhebt, daß der Antrag durchaus nicht alS Mißtrauenskundgebung gemeint ist. Stadtv. R i - evlauS friert den Antrag zurück Damit ist die Etatsberatung für 1928 abgeschlossen. Das HauS wendet sich nun kten übrigen Punkten der Tagesordnung zu. Heber diesen Teil der Sitzung werden wir noch berichten Lpiclplan der frankfurter Lheater. Opernhaus Erste Vorstellung nach den Serien 12. August: Der Troubadour. Schauspielhaus. Sonntag, 1. 3uli. 11 bi» gegen 13 Uhr auf ber Stadionbühne: Der Widerspenstigen Zähmung: 19.30 bis gegen 22 Uhr: Tänzer im Fasching. Montag. 2., 20 bi» 23 Albt. Othello. Dienstag, 3 , 20 bis 23 Hbr: Othello. Mittwoch. 4., 20 bis gegen 22.15 Alhr: Tänzer im Fasching. Donnerstag, 5., 20 bis 23 Alhr: Rcidhardt von ©neifenau. Freitag, 6., 20 bi» gegen 22.30 Alhr. Torquato Tafso. Sam»tag. 7., 20 bi» nach 22 Alhr: Vinzenz Fettmilch. Sonntag. 8., 11 bis gegen 13 Uhr, auf der Stadwn- bühne: Der Widerspenstigen Zäpmung: 19.30 bis gegen 21.30 Alhr: Ma? der Prominente. Montag. 9. 20 bi» nach 22 Alhr Vinzenz Sette milch. gl. »«getan. 'Mleuem. SrÄ SÄ esSti HZ 'obti A § S*4’ä 5£i:i nfr ®nltofl bfr 'K'Er 2auplStzm k 100 Äotf U ww tehSk somit mb *8ohn- ■ 100 Mors ■>6000 100 ’Äflrt tbüdjtn An- kapital mil 1 »nb forft. 'iebjtapitals 12.5 000 tt. tir >U- bt> ibt 14600) »ilflr m bebau- auf 11 Np! lermtrl, b l illichen Sonic 1928 rh- Hl, etgiW 1®O06 Avsaininin 1191(TO MSckag. nlttel wird eiG'n V.T)«W6)W 8)n* La^nyeld und an Ur- nb 170 000 Mak! ttf non in*flfl8'r; i «utglcich in ßlincht lese- gclMropn bWi ufefaffunfl hur* b ng Vorbehalten. brr Sttrltbsre»' esc Abteilung de; Ami- ußziffem. ;(Anung v>rb tr aifftf entlprrchock" [img M Snhpurf# fr ineni timmunfl W lvir folgt genebK. Einnahme unb Jermögensre» innahM unb 1»« -Sfommisfion. telstanb»-^e^ /ber'ctabtwetW; iÄ'SiwS » ülS lang. Wtrauen6' ein Es Staber sSrr IntT®1^ 9 S'Bältf S»<” #««ät ss&i rt6 2i #511'® wX, fd »0- fteiW'-Jjdd '■ IM «30 Wreinml In den Spoibefen 17vjt| andern nur da» dinixrftanbni», bafo der Apparat KunsistoDlerei Könü 00823 ur eint kurze Zeit xum Hu»probierrn zur 23er» uflung geflellt wird, fo ist natürlich kein Haufnrr- auch für Sie! 100CCJtok bi fror und zwar 3000 M. für den zutreffendsten Ausspruch, 1000 M. für den zweit- schung in oicr Tateinheit mit besten, 500 M. für den drittbesten und je 50 M. für weitere charakteristische repariert Kleidungsstücke. Seidemtrümplc und Teppiche in 3-4 Tagen / Arbeit konkurrenzlosI hundertzehn Trostpreise von oder originelle Urteilsprägungen. Raucher und Raucherinnen, Laien und Fachleute werden um Mitarbeit gebeten — Wir sagen Ihnen gleich, wie diese Mitarbeit gedacht ist und welcher Lohn dafür winkt. Vorerst ganz kurz Einiges über Ballett und ihre Hersteller: Ballett — so heißt unsere neue 6-Pfennig-Zigarette. Alle Erfahrungen einer fast lOOjährigen Zigarettenmacherkunst kommen ihr zugute. (Das Haus Eckstein ist die älteste Zigarettenfabrik Deutschlands!) Weil wir aus Tradition die Kultur des guten Geschmacks pflegen, halten wir es für fördernd, die Geschmackseinstellung des Raucherpublikums zu erforschen. Und nun kommen wir zum Kern der Sache! Sie sollen sich mehr als oberflächlich mit der neuen Ballett beschäftigen. Prüfen Sie aufmerksam Hülle und Inhalt! Und fassen Sie dann Ihre Ansicht über die neue Ballett in einem kurzen überzeugenden Ausspruch zusammen, gleich ob in Vers oder Prosa, ganz wie es Ihnen am besten liegt. für ein Geleitwort, das alles sagt, oder für gutgeformte charakteristische Urteile Eine Frage - einfach zwar und doch bedeutungsvoll für jeden Zigarettenkenner, Der Angeklagte wurde nach einmal gehört er bekannte feine Schuld und bar um ein milde» Urteil. Schiedsrichter sind die Herren : Dr. Herbert Eulenberg, Kaiserswerth Prof. Dr. Wilh. Kreis, Dresden Ernst MGhlenslepen, DOeeeidorf Heinz Strix, Berlin und em Mitglied unserer Geschäfts!<4ung. Das Ergebnis des Wettbewerb» wird Ende Aegwt )92ß wer* äffe ntiieht. A.M. ECKSTEIN & SÖHNE - DRESDEN-A. 27 Deutschland» 5*este selbständige Zigarettenfabrik / Gegründet 1842/2000 Arbeiter u.AngesteWw Die Einsendungen sind bis spätestens 31. Juli 1228 an unsere Firma zu richten und sollen auf dem Briefumschlag die Bezeichnung »Wettbewerbe tragen. Vom Wettbewerb ausgeschlossen sind unsere sämtlichen Mitarbeiter sowie die Mitglieder des Schiedsgerichts. Ober die Bewertung der Antworten und die Preisverteilung entscheidet unter Ausschluß des Reditsweges das von uns eingesetzte Schiedsgericht, denen Beschluß sich sämtliche Teilnehmer im voraus unter Verzicht auf jeglichen Rechtsanspruch unterwerfen. die Rosten de* Verfahren» verurteilt. Außerdem wird auf drei Jahre (/brnerlufl erkannt, tret Sonate der erlittenen Unterluchungedaft gelten al» verbukt Bneflasien der Redaktion. l-iechtegutachten sind ohne Verbindlichkeit der 54)riftleltung.) „Bolt", sjabc.i ci< die Schuld bezahlt, so lassen Sie es auf einen Prozeß enfemmen und schieden Sie dem Gegner über die erfolgte Zahlung den Eid zu. 3m übrigen «cheint die Forderung noch nicht Der- lohrt zu sein. Forderungen von Kaufleuten und Handwerkern verjähren in uvet Jahren. Line solch« Schuld au» dem ^ahre 1926 würde mit dem 31. Dezember 1028 verjähren. S. O. Denn do» Schriftstück, do» Obre Frau unter- eichnet hat. keine vestellung des Apparates enthält. WermäßifleMperfülle imSommer tlt befonbet» lalua Tfebmen Sic morgen» nüchtern und adendv vor dem ^chlalengedeu S Z o I u Dufter ne. die unschädliche dabei wirksame Li olle nubalien >ie erhalten die echien lolubn-Rcuic trag zuftandegekommen. Emdält dos Schriftstück jedoch einen Äaufoertrag, so fragt es sich, ob Ihre $rau innerhalb der ihr nach 8 1357 de» Bürgerlichen «eikpl'uch» zustehenden Schlusielgewalt gehandelt hat. Innerhalb dieser Gewalt kann eine ftrau selbständig über vermögen dc» Manne» oerfugen. Die Grenze dieser Gewalt wird durch die soziale Stet- Kirchliche Ttachrichlen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 1. Juli. -1. Sonntag nach Iimuaii». Sladtkirche. 8 Uhr Pfarrer Mahr: Lhristenlehre für die Neukonsirmierten au» der Matthaus- pemembe; 9.30: Missionar Jürgens. 11 Rinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — 3o- hannesklrchc. 8: Pfarrer Bechtolsheimer. Christen- lehre für die Neutonfirmierten aus der Lukas- gemeinde: 9.30: Pfarrer Lusfeld; zugleich Militär- goltesdienft. 11: Rtndcrkirche für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Lusfeld; 8: Bidelbejprechung im Iohnnnessaal: Pfarrer Bechtolsheimer — ftopeQe dc» Allen Jrledhof». 9.30: Psarrocrwalter votzert. — Elisabeth Kleinkikiderfchule (Weplarer Weg- 9.45: Pfarrer Bechtolsheimer. — Wicfeck. 9.30: Pfarrer Hartmann. — Bllen-Vuseck. 2 — Fiaufen-tBarben- lctch 9: häufen; Christenlehre; 10.30: Gardenteich.— Sa§ Urteil im Wetzlarer IolkSbank-prvzeß. Nach ffcbffnung der Sihung rourtt gestern nochmals ta bi« Verhandlung eingeireten und dein ttn« geklagteoD rescher Gelegenheit gegeben, sich dar- über zu äußern, wo die veruntreuten und aus den Iolichduchungen herrührendeu 25O0u Mark hing,, rammen seien, ob sie nicht etwa im Huslanb. oder tonfhno verborgen seien. Der Angeklagte erklärte hierzu, dofl sowohl er. als auch teine Familie nicht einen Psennig aus diesen Geldern besaßen Uebri- gens sei feine Familie in btlleriUr Not und werde vom Lohllahrtsamt ernährt. Such der Verteidiger gab aus sich heraus die Erklärung ab. das, auch er der Lniichl fei, der Anne klagte Hobe keinen Pfennig mehr. Die Beweisaufnahme wurde damit geschlossen. In etwa eineinhalbstündigem Plädoyer ging der Vertreter der Staatsanwalts ch a s t noch einmal auf sämtliche Verfehlungen de» tlngiflagiai rin und brandmarkte dessen Handlungsweise in schärfster Weise. (Fr sah den Angeklagten als überführt an unb beantragte wegen Urkundenfälschung in vier tiällen je fünf Monate, insgesamt eine G.iangnit (im, von zwanzig Monaten, weaen vtlanzsaischung in zwei Fallen, Je Hall sechs Monate, gleich zwälf Monaten, wegen sortgesekier Untreue zwei Jahre, insgesamt vier Jahre acht Monate, zusammengr zogen zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Gefängnis und vier Jahren Ehrverlust. Da der Vngeklaate die Untersuchungshaft selbst verschuldet hat. stellte der Ankläger nur die Vlnredmung eines Teile» derselben auf die Strasverbühung anheim Ja fasi zweistündiaen Ausführungen bes Berte i 6 i g e r » schilderte dieser den Werdegang de» Vngeklagten unb beleuchtete- angesichts des hohen Gtrafantrajp der Staatsanwallschost noch einmal die einzelnen Straftaten. Er plädierte für mtlde Bestra fung des Angeklagten. watzevborv äteiadeeg 1: Pfarrer Steiner (Hanaus. — Lich. 9 15; Beichte. 9J0 Ttiftspsarrer Lk. Schor lemmer (IX be» Äirdyeng- hcn). hl Abendmahl; 12 Kindergottesdiensl; 2: ihn — Kirchberg. 10 Kirchberg. 11 Christenlehre für die männlich, Nirgend I 30 Kot- tesd .nfl in Mamzlar. ünthvliiche cheareivden Samstag, den 30. Lum ch'ehea t JÜ und 7 Uhr Beichte Sonntag, den 1 Juli 5. Sonntag nach Pfingsten (fliehen. 6 30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Manner und de» (BdeUenperetns. H: Kommu nion; 9 ßochamt mit Prediot. 11 Messe mit Predigt. 2: Christenlehre und fcnbadlL — (Brünberg. 9.C: Messe mit Predigt — Hungen 1* Andacht, taabach. 10; Mejic mit Predigt — tich 7.3<' l^och amt m»t Predigt. —Tlldda. > 30: Hochamt mit Pre- btgl — Schotten, hochamr mit Predigt Sonntandbtensl v. Berne n. Apotheken am 1. 7 ?s Dr. Schatler Dr. Ltetnretch Engelapoiheke Zahnarzt: L>r. weg. P Um 4 Uhr verkündete der Soruytube solgende» Urteil: Der Hngeftagir Drescher wird unter jrleisprechung im übrigen wegen ionaeleftter Untreue nach Paragraph 14S de» Senosienlchaftsgeieftee. darunter dreimalige Vergehen gegen Paragraph 147 dieses (Besetze» leone wegen schwel.» Urtunbcmäb Hallen, barunter in einem ftal.e in Vergehen gegen Paragraph 147 bei ®enoffenfd>ah»arieke> zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis. wegen Btlanzver- fdtkierung zu 50Ö Mark Belditrafe unb in lung de» Chemanne- und die eitle bestimmt 6» wird sich fragen mithin Erstens liegt em Sausoer ira tv.stevung) vor. zweitens ist obre Stellung nebst Verm.g.n und Einkommen mit der klnichaf hing eines io teur.n Apparates vereim arUch. Beide hragen können mir mangel» Rennim* der Urfunbe uiw von hier aus nicht beurteilen I. m p. Es handelt sich in Ihre«, Salle um die örage. ob bas van Ihrem Ocgner behauptete Gang recht vor dem 1. Januar HXtt erfelfen worden ist ober nicht E» axire das der ,raü. wenn da» Gang - echt lehn Jahre vor 1900 weder heimlich, noch mit (Bemalt, noch buimeiie unang«iochten ausgeilbt worden ist sie kitten, um da» (Heben über 5br Eigen tum zu verdinbern. beim 2mt»gertcht auf Unter« lalfung der (iigentumsftorung zu klagen 6le werden obliegen, wenn'Ahrcm Gegner der von i h m zu fübrenbe Beweis mißlingt, daß das Gangrecht infolge (FrOgung befiehl. Bom Jahre 1900 an kommt Er- Übung nicht mehr in «trage. Beonfprucht 2hr Gegner einen Sotroeg? Kommt cm solcher in fxrage9 hud) diese» wäre zu prüfen Qualitäts auch auf langfristige Teilzahlung Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen 04875 Gießen, den 30. Juni 1925 04871 Ende gegen 17% Uhr 6183D Ihre Vermahlung zeigen an Sonntag, den 1. Juli 1928 findet da- 6230D Grebenau, den 30. Zuni 1925 62100 herzlichste eingeladen! 6248D Der Werkladen 04885 Ab 1. Juli 1928 Sdiulstraße Nr* 5 62560 Während der Reisezeit empfiehlt sich die 62620 Näheres in den folgenden Bekanntmachungen. Aufbewahrung von Wertpaketen im feuersicheren Panzeraum Bezirkssparkasse Gießen 68770 Größte Auswahl in allen Preislagen Möbel 04833 Telephon 2582 6254a Gießen, Lindenplatz 1 6217c Dr. med. Fritz Althoff und Frau Tilli geb. Arndt Gießen Rlegelpfad 106 Gießen Weserstraße 6 In reicher Auswahl Gut und preiswert LangfristigeTeilzahlung im Rahmen der Jahresfeier der Landes-Universität am Sonntag, dem 1. Juli, 15 Uhr auf dem Westanlage 10 62I6D Anmeldungen in der Geschäftsstelle Offenbach a. M., Senefelderstraße 4 SvezWeWsl für Heileorfllel und seine cedninnlen Neues Kunstgewerbe Stoffe, Sdiuhe, Kleider, fertig u. nadi Maß / Stoff* malerei kann wieder schnellstens erledigt werden Will Wne Sellersineg 26 sezründei 1798 Blechdose (8 Pflaster) 75 Pf., Lebewohl-Fußbad gegen empfindliche Hiße and Fußschweiß, Schachtel (2 Blder) 50 Pt., erhllUJch In Apotheken and Drogerien. 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Schmidt, Gießen LEBEWOHL das beste Mittel Men Hühneraugen und Hornhaut CAFE ERNST LUDWIG Heute abend 8 Uhr: Tanz /Voranzeige: ausrat b.H Cafe „Astorla“ Kameraden! Auf zum 1. Hessischen LandeSkrlegeriag särntl. Krieger« u. Regimentsvereine Hoffens ■ in Offenbach a.M. am 14 u. IS. Juli. Auch alle der „Hafsla" nicht angehö« renden Militärvereine sind auf das Llniversitats - Restaurant Heute und morgen 104886 Großes Konzert Gut bürgcrlicker MittagStilch! Schöner Saal noch einige Tage frei! Leichtathletische Meisterschaften der Gießener Studentenschaft Lichtspielhaus Bahnhofstrabe 34 Adreßbuch Stadlplan und Einwohner- und GesihäftSverzeichniffen von 7 Städten und 74 Ortsgemeinben mit etwa 100000 Einwohnern nebst wertvollem Dirt- schafts« und kulturgeschichtlichen Sonberabschnitt/preis 10 Reichsmark Oberhessischer Adreßbuchverlaa, Gießen, Schulstr. 7 8er Me-Wl-MH. Wen begeht am Freitag, dem 28. September und Samstag, dem 29. September 1928 in den Raumen des Gesellschafts- Vereins (Club), Sonnenstrasze, die Seiet feines 50|Men MW und ladet seine ehemaligen Schülerinnen aus den Weihnäh-, Schneider«, Stick- und Bügelkursen, aus Koch« u. Haushaltungs« schule, Handarbeits« und Hauswirtschafte« seminar, Fröbelseminar und Kinderpfle« gerinnenschule zur Teilnahme herzlich ein. Teilnehmerkarte 2 Mk. Meldungen an das Bureau der Aliceschule, Stein* stratze 10, für Fröblerinnen und Kinderpflegerinnen Wartenstrasze 30 bis 1. September. Montag, L, Dienstag, 8., und Mittwoch, 4. Juli 10.30 Ubr abends Nachtvorstellung Der größte Sexualfilm der Gegenwart! Das erwacWe Geschlecht Die Körpererziehung des Weibes. — Das Weib und die Gesundheit der Nachkommenschaft. — Sport, dessen Einfluß auf die weibliche Schönheit. — Toilette des Weibes. — Das neue Sittengesetz. Erläutert durch fachärztlichen Vortrag von Frau Dr. med. Rothenberger, (Heben Xur für Erwachsene! Oeffentlicher Dank! Allen denen, die zum guten Gelingen des 65.GtiftungS« festes beS Gesangvereins,fieberkrank beigetraaen, den Stiftern von Ehrenpreisen zum GesongSwetstlrelt, sowie den Einwohnern von Leihgestern für die Ausschmückung der Straßen und Häuser, sagen wir herzlichen Dank. Gern erfüllen wir aber auch hiermit die Ditte der westfälischen Vereine, allen Bürgern -Leihgesterns nochmals herzlichen Dank zu sagen für die erwiesene Gastfreundschaft. Leihgestern, den 28. Iuni 1928. Kür den geschäftsführenden Ausschuß des Gesangvereins „Liederlranz" 2D. Iung V., 1. Vorsitzender. Mittwoch, den 4. Juli, 8 Uhr abends; GROSSER BUNTER ABEND unter Mitwirkung erster Künstler 6237D MÖbsh1^ Ernst Rau ■ W ■ ■ AH Walltorstr. 37 Fernruf 958 5<781 Bei Barzahlung 10% Rabatt! Heute Tanzabend _______________________________ 04866 Eisu-^Betten^n; Stahlmatratzen, günstig an Private. Katalog 565 frei Eisen möbel fahr 1k Sahl (Thüring.). Voranzeige! Zu Ehren des 90. Geburtstages des Grafen Zeppelin findet am 8. Juli 1928 auf dem Flugplatz in Gießen ein Großflugtag Nur noch heute und morgen: Das grobe Doppel-Programm Gustav Mond, du Hebst so stille mit Reinhold Schünzel. — Ferner: Das Reifezeugnis DneÄ«Mie 25.MUMI des Arbeitergesangvereins „Eintracht" Trohe statt. Freunde und Gönner sind herzlich willkommen. Eintritt 0.50 M. Eintritt 0.50 M. •••••oeeeeeeeeeeaeeeeeeee Ottilie Lamm Paul Lehmann Gießen Mainz Destanlaae 7 Nurfürstenstraße 55 1. 3uli 1925 Gießen, den 30. Juni 1925 04842 3n bei Senn Und ( $mm So 3 Wirk {In un Wo £ Und 2 Wo b< Ao Ao So öl Wo öi Wo ir Wo öe DoE Wo ei «nderen 3471h Ältlich? ___Broive! Besv und Der Kollän Oran'1 -Scrhv »um ( 40 3c Ml CI Kind< Jehnli^ «* s »um 1 ®icj am LimbV^. ifurd; Ät °usÄ kurzen Etro iu einem v> <;M brrni' lauf Avische Zauber »u Öinbrüden sich alS cch! siche Äatur in die W cuiltur und M Geistig verbindet. Die ehern Diez gibt alter haben Sern der '• Fachwerthä nlchen Din Porphvrfcls Rezeptur ui si-eS der D 'Hrer $rud hieb- Der i nele Dergfri Jor den T aui einci freien Straf nen Wansa: geschnitzten find schliess ron schatten Nr. '52 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (Seneral-Rnzeiger für Gberhellen)Samstag, 50. Zuni 1928 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Zm Lahntal. SOon Lto Sternberg. Der preuß/che Staat hat kürzlich dem hvlländifchcn Koten Äreuj ba» Sch loh Dranicnftein in Anerkennung der großen Ter bien fte um bie deut'che Ainberfür'otge -um Gv'chcnk gemacht. Das Schloß da» 40 Jahre lang al» Strafanstalt biente, 'oll zu einem Erholungsheim für holländische Kinder eingerichtet werden. Aehnlich wie Büdesheim bie am Ausgang des Mainzer Beckens gelegene QmqangÄpTotle zum Durchbruchstal des Rheine» bildet, liegt Diez am westlichen Rande deS weiträumigen Limburger Zedent, wo d.e Lahn m da» enge Durchbruchstal eintritt, durch das sie in wett ausfchlagenden Windungen sich dem Rhein entgegen'chlängelt. Und wie der Rhein auf jener kurzen Strom strecke von Rüdesherm bi» Koblenz zu einem der schönsten XÄIef der Welt sich entfaltet, drängt auch bie Lahn auf ihrem Unterlauf zwischen Diez und Riederlahnstein all ihren Zauber zu einer Szenerie von unvergleichlichen Eindrücken zusammen. Selbst darin erweist sie sich als echte Tochter de» Rheins, daß ursprüngliche Ratur kwrt wie hier mit sichtbaren, noch in bie Gegenwart hineinwirkenden Zeugen reicher Kultur und Geschichte sich zum Bilde einer durch das Geistige gebändigten elementaren Landschaft verbindet. Die ehemalig nattauifch-vranifche Residenzstadt Diez aibl den kraftvollen Auftakt. Drei Zeitalter haben an ihr gebaut. Den mittelalterlichen Kern der Altstadt mit Jenen hochgegiebelten Fachwerkhäusern. Treppenaufgängen und male- rischen Winkelgassen überragt auf zwergipfeligem Dorphdrfels die phantastische Baugruppe der Rezeptur und des GrafenfchlosseS. de» Starnrn- fihe» der Diezer Grafen, deren Herrschaft wegen ihrer Fruchtbarkeit ..Die goldene Grafschaft" hieß. Der riesige, mit vier Gcktürnichen gewappnete Bergfried bildet das Wahrzeichen der Stadt. Bor den Toren von Altdiez - eine Schöpfung au» einem Guß — die luftigen Plätze und freien Straßen der R e u st a d t mit den gebrochenen Manfardendächern. Quergiebeln unb stilvoll geschnitzten Eichenholztüren ihrer Darockhäufer. Und schließlich da» moderne Diez: Ein Kranz von schattenumspielten Landhäusern auf den bie älteren Stadtteile umgrünenden Schrägen und Höhen. cb'e-U von den Marmorwerken und Kaminen der Kalkülen, die m;t dem Aufblühen der Industrie vor den bunten Lieinbrüchen der Lahn- ch'en sind. Das Danze c t harmonisch m die Landfcha't eingebettete» Stadtbild. beb einen großartigen Rahmen gewinnt durch die ’rden Zernfichten auf Taunu». Westerwald und das untere Aartal. die zahlreichen Punkte de» Park» und der zu ihm ansteigenden Straßen darbieten. Man kann auf Diez do» Taffo-Wurl anwenden: ..Ferrara ward durch 'eine Fürsten groß" De in'eiben nassauischen Grafengeschlecht. au» dem Wilhelm von Dramen, der Befreier der Rieder- lande, hervorgegangen, entstammten auch d.e Fürsten non Raff au-Dl«» und O r a • n i e n . die zugleich erbliche St : Nhalter der nieder- ländi'chen Republik waren. Sie fchenlten in Wilhelm III. England einen feiner bedeutendsten Könige und den Bereinigten Riederlanden da» noch heute regierende Kön'.gSgeschlecht. Die im Kampf mit Spanien, erftritten die Dränier ein zweites Mal im Kampf mit Ludwig XIV. den Riederländern die Freiheit. Die Doppelfkellung der nassauischen Fürsten brachte es zwar mit fich. daß sie ihre Stammlande zumeist vom Haag au» verwalten ließen. Dennoch verdankt Diez den Fürstinnen Albertine und Amalie von Rasfau-Dranien die Gründung der Reustadt und Heranziehung von Kolonisten seine ganze moderne Entwicklung. Die Fürstin Amalie, beten Mar- mor^arkophag zu den bemerken-wertesten Grabdenkmälern der Stiftskirche gehört, war es auch, die den Aufbau des Schlöffe» Dranicnftein vollendete, eines stattlichen BarockbauS, der sich auf steil gegen die Lahn abfallendem Kalkfelfen erhebt, wo einst das Ronnenkloster D i r ft c i n stand, bekannt durch die sowohl von Maeterlinck wie Gottfried Keller behandelnde &genbc von jener jungen Pförtnerin, bie von der Welttust aus der Zelle getrieben, schließlich büßend -urückkehrte, um zu finden, daß niemand ihre Flucht bemerkt hotte, weil die Himmelskönigin in ihrer Bertretung und Gestalt den Pförtnerdienst versehen. Das Lustschloß, das den Romen der Erbauerin aus dem Haufe Dranicn trägt, ist das Werk des genialen Pariser Architekten Da niel Marot. Die von italienischen Künstlern aus der Decke herausgemeißelten Stuckarbeiten gehören zu den ausgezeichnetsten ihrer Art. Die nach Diez führende Allee von MOjäfcr.gen Linden fowie den ..Hain", einen Waldpark mit abweck elung^re.chen Anlagen, ckr.f der berühmte Gartenarch.tckt Ludwig von Stell. Heule befindet sich dort da» Kurdaus des Felke bade» Die; mit fei nm mutter- gültigen Lchmkure nrichtungen unb Lu'thütten Unter den rauschenden Buchen des Westrandes dagegen der we hevolle Shrenhain für bie im Weltkrieg Gefallenen, einer der erften unb würdigsten in Deutschland. Wenn Diez eine echte Schöpfung protestantischer Kultur barftcllt. zu der Johann VI., der gr. ste Bruder Wilhelm» von Dranicn. durch öin'üb- rung der Re'vrmation den Grund gelegt, vollbrachte seine Rachbarstadt Limburg ihre höchste Kulturleistung im Mittelalter. Der St. Georgsdom. der baukünstlerische Brennpunkt de» ganzen Unterlahngebiets, findet in der Kunstgeschichte nicht seinesgleichen. Ein Meisterwerk des UebergangSslilv. steigt das siebentürmige Bauwerk auf hohen Uferfelsen — ..zu Ende gedachte Ratur" — scheinbar aus den Wassern empor, umringt von dem Zackenwalde der giebcl- reichen Stadt. Das Grabmal seines Erbauers Graf Konrad Kurzbold stellt ein Juwel gotischer Plastik dar. Da» Kreuzreliquiar unb der Petru»- stab des BiStumS'chatzeS gehören zu den wertvollsten byzantinischen 10. Jahrhunderts. Auch do» Diözesanmu'eum enthält beachtenswerte Kunstwerke. Richt minder hohs» künstlerisches Interesse darf die moderne Basilika der Pallottiner mit ihrem vom Printip der Parabel beherrschten neuen Kirchen- Dauftii beanspruchen. Die bis ins 14. Jahrhundert zurückreichende berühmte Chronik deS Limburger RotS'chreiberS Tilemann Elhen von Wollhagen ist als Sprachdenkmal wie al» volkskundliches unb kulturgeschichtliches Quellenwerk von gleich hoher Bedeutung. Wenn wir von dem Angelpunkt des Limburger Becken» aus den Unterlauf der Lahn weiter verfolgen, fo löst »wischen den beständig sich verschiebenden Kulissen schroff abfallender Felswände unb verlockender Seitentäler ein seiselndes Drtsbild das andere ab. F a ch i n g e n erscheint mit seiner weltbekannten alkalischen Mineralquelle ; Balduin st ein mit der malerischen Ruine feiner Sverrfeste; die neu englische Gotik de» Schlofft Schaumburg, wo Erzherzog Stephan, weil er bie freiheitlichen Bestrebungen de» Revolution»jahres 1843 unterstützte, 20 Jahre :n der Verbannung verbringen mußte. Wo aber Dörsbach- unb Geibachtal in das Lahntal mün- bcn. erhebt !ich auf hohem Waldkegel bie v.er- lürmigc K.rche des Ktotter» Arnstein, gegenüber der interessanten na'sauifchen Ta.b.irg Langenau. D.m romanii'chcn Schauplatz, wo ein Mmfteincr Mönch eines der Jr..hefien naffau'.schen Literaturwerke sLrieb unb Brentano» Ehrenika eines fahrenden Schülers" spielt, entreißt un» sofort da» Städtchen Rats au nr.: dem Steinfchen Schloß, der Geburtsstätte eine» der größten deutschen Staatsmänner: des Freiherm vom Stein. Kurz hinter Dausenau mit seinem febtefen Turm bann Bad Cm», da» Bad a.Ier HalSkranken. mit feinen großen und vielseitigen Inhalatorien. Se ne Erinnerungen aus den Tagen Wilhelm» I führen zu der benachbarten Flüchter Höhe mit der Steinfchen Familiengruft. An der fagenumwovenen Bur^ L a b n e a vorüber trägt die Lahn endlich bei der IohanniSkirche von Riederlahnstein dem graften deutschen Schicksalsstrome ihre Fluten zu, in denen sich seit den 'Tagen, da Vubenllufl ihren Bewohnern das Evangelium verkündigt, ebenfalls Luft und Leid der Welt gespiegelt hat. Wanderfahrten. Lieber — vermoll — Beftereborf — Rennweg — ßerborn. Sine Wanderstrecke, die durch eine touristisch wenig bekannte Gegend führt ist vom B. H. E. Gießen vor einigen Jahren durch Anlage einer neuen Markierung (gelbes ItegeiuX*» Kreuz» geschaffen worden. Das Zeichen beginnt am 'Bahnhof Bieber unb geht zunächst mit dem roten Kreuz gemeinsam vor der Reehmühle in den Wald. Rach kräftigem Anstieg kommen wir auf freie» Feld (die roten Kreuze haben un» inzwischen verlassen) und bald darauf wieder in schönen Hochwald. Bor dem Waldrand prächtiger Rückblick. Am Waldende treffen wir gelbe Striche, denen wir nach recht» eine Weile folgen unb überraschende Blicke auf den Dün»berg, das Helsholz und Königsberg genleften. Der neu angelegten 'Drahtseilbahn folgend kommen wir auf die Königsberger Straße, die wir alsbald wieder verlassen, um an den Hangen de» Allenbergs entlang, die BlaSbacher Straße überschreitend. wieder in Wald zu gelangen. Herr- 53jadl£li&Lungen fü/TUece.u.$&i»e Zur Haustrinkkur: MW ßi O Hauptniederlage .n Gießen: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiss, wä B ■ ^ean Weisel, Sonnenstr. 6, Telephon 88 711 p |< a r Q K WW Sfl 7* b* Ä M Kjy 1 1 • U W U jyjiI i JrJcL Badeschriften durch die Kurverwaltung 1927: 10,300 Badaglete Wiy ^07 B 'wy «Schlitz: Wenn die frönbe ruben von be» Werktag» Last Unb tLrguickung bu suchst von städtischer Haft. Daun fehnend die Seele zur .lerne dringt. Wo IFiuttet Natur sie erfrticheub umschlingt. Wit kennen ein Mätzchen, das Gotte» -raub In unendttcher Wüte fetzte in» Land. Wo LUtetten geschwätzig sprudeln und springen Unb Vöglein dir goldige Lieder fingen. > bald du vergissest des AiltugS Spur Zn gottgesegneter seiger Natur. Wo die Stunden btr stieben in kindlichem (ülück. Wo du träumst dich tu Märchenländer zurück. Wo 'tödlich die Angel du wirfst vom ffleftabe. Wo der Schlitzstttst dich lockt zu etauidenbem Bade. Wo Eichen rauschen cm uralte» Vteb, Wo rin reOncn dich bi» tn den Himmel zieht. v^n belltge» Sehnen.-- O still » und komm' In bet Schlitzet Wälder herrlichen Dom. Luftkurort hchllt» — altberübmt. Vrofvekt durch Betkedtvoerein Schlitz lDbetbesteni. Vesucht deutsche Vädev und Sommerfrischen: aiiiimniiiiiiiiiimiiiiiimiiiiiifiniimiinmiiimimiiiiiiuiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiimiiiliiiiic Vad Setters (OberbeffetO ermöglicht es jedermann, aus Grund der preiswerten pauschalkurcn, seine Grholungszelt in den reizvosten Bergen und Wäldern Ober- ••“ft"- Bkne-MuS-Sdru-el ®anen" Sein altbewährter । ■ ... —— Magen-, £>arm«, Frauenleiden sowie Stoffwechsestlörungen, Ischias und Rheumatismus, Pauschalpreise im ganz neu erbauten und modern eingerichteten Kur- hguse, Pension (einschließlich Nachmittagskaffee), Bäder, Trinkkur usw.: 3 Wochen Mark 145.-, 2 Wochen Mark 100.-, 1 Woche Mark 55 Prospekte durch die Kurverwaltung l = 4681D - nimiiiiHiniiiiiiiiiniiiHiiiiiiiiiiiuiiiiiininiiiiiiiniiiiiniHniiiiiiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiinimtiiiiin »ORTQ LUUTFOIIKA Solbad Hau» Charlotte, Georg 7hu tz. Tet a:& 203 Staatlich. Kuihau», Otto Baumgarten, ei Nidda « Oberheffen 1 KohlensÄurehaitige Solquellen, . ithium-, Stahl-, Schwe'eiqueilen; Inhalatorium, Höhensonne. F Sonnenbad. Altbewährt bei Henloidon. Arter.enverkalkung, sch.a«, ' e. .< n.e der, rach.-ij unq anderen nlnierkrenkhe. Nidda 237 Fremden ■’olm O«rmanla, hud Oper, lei. ddaSt Kloster Arnsburg Eine Perle des Hessenlandes, beliebtester Aus- verbindungeS- Hugsorl mit historischen 8.14, 13.43.16.25 Baudenkmälern und Aut0. idyllischer Umgebung. Verbindungen: Beste Verpflegung in der 8 00 uno 3.15 Klostermühle. Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gau des Gut bürgerliches Haus Gartenwirtschaft MTeD Touristen bestens empfohlen QnhlnR Pafd Marhttrn Herrl. Aussicht Marburgs. Qualitäten UulllUIPudlUj Indl UUI y allererster Güte. — Auto-Halteplatz bieStafct ohne öhtfra-b« savzeZabr eetffnrt -«OtrtKTI BUSCH ALL! 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Kreditkuren auf Antrag 3m Kurhaus: Wochenpauschalpreis Mk. 80,50; im Äadehos: Wochenpauschale Mk. 105z—. Auskunst auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung. siche Ausblicke auf ben Westerwald und namentlich auf HohensolmS geniesten wir unterwegs, so vor allem auf der großen Heiden auch Burg Greifenstein und der Wilhelmsturm in Dillenburg sind oberhalb Bermoll sichtbar. Aach 3 stündiger genußreicher Wanderung erreichen wir DellerSdorf, wo wir Aast machen können. Wenige Minuten hinter dem Ort beginnt der Nenn weg. der unS durch prächtige Waldungen auf einsamen Pfaden in 2'.. Stunden nach unserem Endziel Herborn bringt. Beim Austritt auS dem Wald haben wir erst noch einen reizenden Blick auf das Dilltal und Burg Greifenstein. Gießen — Dahenborner Weg — Lindener Mark — Gießen. Eine etwa 3 stündige Waldwanderung ist die folgende: Wir gehen den Schiffenberger Weg entlang blauen Keilen nach. An den Eisteichen, wo der Wald beginnt, verlassen wir die Straße und gehen nunmehr auf dem alten Wahenbvrner Weg, einer hübschen Waldschneise, weiter bis wir an eine Dank kommen, von der aus wir einen schönen Blick auf den Schiffen berg haben. An dieser Stelle treffen wir gelbe Punkte, die vom Schifjenberg herunterkommen und uns jetzt das Geleite geben. Auf verschwiegenen, wenig begangenen Waldvfaden durch den ausgedehnten Dergwerkswald oder Lindener Mark führt unS daS Zeichen, bis wir nach geraumer Zett an die Theodorsruhe gelangen, wo wir wiederum einen prächtigen Blick auf den Schis- fenberg genießen. Bald darauf kommen wir auf die Leihgcsterner Landstraße, auf der wir heimwärts wandern. Oberheffen. Landkreis Gießen. : Annerod, 29. Juni. Die Pflaster- arbeiten an der Grünberger Straße im Gießener Wald gehen ihrem Ende entgegen. Gegenwärtig ist das letzte Stück, vom Bahnübergang bis zum sog. Professoreneck, in Arbeit. Die zu pflasternde Strecke beträgt vier Kilometer. Längere Zeit nahmen die Arbeiten auf der Höhe dos Wasserwerisberges in Anspruch, denn hier mußte die Straße 30 Zentimeter gesenkt werden. In kurzer Zeit wirb die Straße bem öffentlichen Verkehr wieder freistehen. • Leihgestern. 29. 3uni. Dieser Tage hielt der Gesangverein „Liederkranz" eine Hauptversammlung in seinem Vereins- lokal „Zum Löwen" ab. Sic galt den« Abschluß des großen Gefangswetistreites, den öec Verein am so. Juni veranstalte'e. Mit Worten herzlichen Dankes an alle diejenigen, die mitgebolfen. daS Fest vor^uberciten und so zu gestalten, daß es in allen Teilen als wohlgelungen bezeichnet werden kann, eröffnete der Vorsitzende W. Jung die Versammlung. Vor allem aber feierte ec den anwesenden Dirigenten Blaß als den geistigen Leiter der ganzen Veranstaltung, dem es in erster Linie zu danken sei. daß der Gesangverein „Lieberkranz" immer mit Stolz und Befriedigung auf seinen Gesang-Wettstreit 1928 zurückblicken kann. Sehr viel Interesse fanden die zum Teil begeisterten Zuschriften von vielen wett st reit en den Vereinen, die alle die gerechte Durchführung des Wettstreites hervorhoben, teilweise auch die großartigen Empfänge in der Heimat schildern. Wenn künftig die Vereine nur noch auf einen Wettstreit gehen, wo sie unbedingte- Vertrauen dem Dirigenten des fest- gebendeir Verein- entgegenbringen können, der Dirigent aber seine Ehre darein setzt, sich dieses Vertrauens würdig zu erweisen, dann wäre die a.' . thalben geforderte Reform der Wettstreite erreicht. Es käme dann noch hinzu die gegen* F^eitige Achtung der Gesangvereine, wie sie in dein begeisterten Briefe dec „Harmonia" Gelsen« ' kirchen z. B. so treffend geschildert wurde, wonach beim Empfang der aus Oberhessen zurück- kehrcnden Sänger sämtlich« Gesangvereine der Stad! mit dem Westfalengruß grüßten, ilnb hierzulande? Jedenfalls ehrt die glänzende Durchführung des Wettstreite- den Gesangverein „Lieberkranz'' und seinen Dirigenten. Diese An« oclennung, die von allen Seiten gezollt würbe, ist der schönste Erfolg, der errungen werben konnte. So erwuchs auS den zufriedenstellenden Erklärungen des geschäftsführenden Ausschusses schönste Harmonie, und zwischen Ansprachen und Liedvorträgen gedachte man bei einem Glas Bier auch gerne des Durstes, der bei dem Fest infolge anstrengender Arbeit „verloren gegangen" war. - - Grohen-Linben, 29. Juni. Die Heuernte ist in unserer Gemarkung soweit beendet. Abgesehen von trockenen Dergwiesen waren die diesjährigen Ernteerträge durchweg befriedigend, wenn auch die Quantitäten deS vorigen Jahres nicht erreicht wurden. Die Winter- s a a t c n haben sich in den letzten Wochen sehr schön entwickelt. Insbesondere verspricht der Weizen eine gute Ernte. Die Sommersaaten zeigen oft ein flottes Wachstum, was wieder zu Lagerungen führen dürfte. Der erste Schnitt des Klees ist außerordentlich ergiebig, so daß größtenteils die Luzerne zu Kleeheu getrocknet werden konnte. D L i ch , 29. Juni. Nun ist unsere Stadt schon einige Wochen im Besitz einer tadellosen * Kleinpslasterung, deren Schaffung eine dringende Notwendigkeit war. Von Fahrzeuabesitzern aller Art wird die Neuerung sehr begrüßt. Leider aber gibt der schöne Fahrdamm jetzt vielen Kraft- fahrzeugbesitzecn Gelegenheit, mit großer Geschwindigkeit die Stadt zu durchrasen, so daß von dem Sand, der erst nach vielen Monaten allmählich in die Pflasterritzen eindringen kann, gewaltige Staubwolken aufgeworfen werden, die In den engen Straßen zu einer Plage für die Anwohner werden. Von diesen Kraftfahrzeugführern werden die an gut sichtbarer Stelle angebrachten Warnungstafeln, die Im Stadtinnern nur eine Geschwindigkeit von 12 bzw. 20 Kilometer zulasten, überhaupt nicht beachtet. s. LI t p he, 29. Juni. Beim Mähen fand ein hiesiger Landwirt auf einer Wiese die Hülle eines kleinen Luftballons, brr nach der Aufschrift aus Brügge in Belgien stammt und somit eine Strecke zurückgelegt hat. die in der Luftlinie über 400 Kilometer beträgt. Im gleichen Wiesgrund wurde vor Jahresfrist ein Ballon gefunden, der gleichfalls aus Belgien (Grace-Derleur) hierher getrieben worden war. Daß der auf gefundene Kinderballon eine so gewaltige Strecke in der verhältnismäßig kurzen Zeit zurückgelegt hat, für die die Gasfüllung eines solchen Ballon- auSreicht. erklärt sich wohl aus den starken Westwinden her letzten Zeit Der Zweck -er Gommerreise. Gesundheitliche Vorsorge - Körperliche Auffrischung - Seelische Llmstellung - Nervöse Erholung. Don Dr. W. Schweisheimer. Einem Brauch, der sich so allgemein eingebürgert hat wie die Sommerreise, muß Richtige- zugrunde liegen. Sie ist immer ein bedeutsamer Bestandteil gesundheitlicher Vorsorge gewesen, und wird e- immer mehr, je enger und steiniger die großen Städte werden. Gewiß: viele Menschen bleiben auch gesund, ohne einige Zeit im Sommer heilsame Ratuc und Ruhe aufzusuchen. Bielen stehen die wirtschaftlichen Möglichkeiten nicht zur Verfügung, — obwohl sich mit ganz außerordentlich wenig Geld be. befo mener Einteilung auch dem anfangs scheinbar Unmöglichen Wertvolles abringen laßt. Wer c c nur einigermaßen dazu in der ßage ist, sollte bie jährliche Sommerreise festgefügt in sein Leben-Programm aufnehme- Sie ist ein wichtiges Glied hygienischer Vorsorge, — und diese ist immer wertvoller und letzten Endes auch billiger als die Rachsorge: bie Behandlung ein gelte lener Krankheiten. Der unmi' elbare gesundheitliche Zweck der Sommerreise geht in verschiedener Richtung, nach der körperlichen Seite, nach der seelischen und nach dem Zwischenglied zwischen beiden, der nervösen Sei e. Körperlich soll durch die Reise in freier Lust und stadtentfernter Natur zunächst allgemeine Kräftigung und Gesundung angebahnt werden. Wanderungen, größere Touren, Schwimmen, Rudern, Tennisspielen und andere sportliche Betätigung sollen für die untertoertig gewordenen Muskeln und die einrostenden Gelenke zum Iungbrutmen werden. Falsch ist es, dabei allzu rasch und kräftig vorzugehen. Mancher Wißet,olg einer Sommer- teife wurzelt in der anfänglichen Hebertret» b u n g der ungewohnten körperlichen Anstrengung. Der nichtgewöhnle Städter kann nicht dieselbe Leistung vollbringen wie ein Bergführer ober ein Schwimmeister. Wollen allein nützt noch nichts Wichtiger als ein kühner Wille ist hier ein bedachtes Training. Aber auf jeden Fall sollte die Zeit des Sommetutlaubs zu körperlichen Hebungen benützt werden. auch bei älteren, weniger leistungsfähigen Personen, die mit steigenden Spaziergängen ihrer Kraft gerecht werden können. Für die inneren Organe bedeutet eine solchermaßen nutzbringend angewandte Zeit gleichfalls eine unschätzbare Auffrischung. Es müssen nicht unbedingt die stärkeren Reize von Gebirge oder Meer sein, auch in den mittelhoch gelegenen Waldgegenden ist grundlegend Gutes zu erzielen. Für Lunge und obere Luftwege ist das Eintauchen in frische, staub- und bendirifreie Lust die Darbietung des fördernden Elementes. Chronische Katarrhe, Grippe- und Crkältungsfolgen. die feit Monaten feft» hafteten und mit allen erdenkbaren Medikamenten und Behandlungsarten nicht gebessert werden konnten, sind oft rn wenigen Tagen und für dauernd verschwunden. Dabei ist zu beachten, daß im geschlossenen Zimmer der Einfluß des geänderten Klimas so gut wie gar nicht zur Geltung kommt. Die Forderung, viel ins Freie zu gehen, und sonst bie Fenster möglichst viel geöffnet zu halten, hat burch neuere physiologische Llntersuchungen innerhalb unb außerhalb eines Zimmers auch in Hellsiimaten ihre wissenschaftliche Bestätigung erfahren. Für bas Herz unb das Gefäßsystem bedeutet die Llmstellung bet Lebensweise eine willkommene und notwendige Entlastung. Die scharfe Inanspruchnahme durch die Hast des täglichen Berufslebens wird einige Zeit ab gern Ubert. Infolgedessen arbeiten auch bie Organe bes Stoffwechsels: Darm, Rieten, Leber usw. besser: im Körper angehäuste Stoffwechselreste schwinden allmählich. Das ist nicht einer der letzten Gründe, warum man nach einer gelungenen Sommerreife sich so allgemein erfrischt und befreit fühll. Die viele freie Luft und Sonne läßt die Haut erstarken unb widerstandsfähig werden. Sonne, Wald, schöne Ausblicke. Meer ober Gebirge, das Fehlen von Häusecketten. Farben unb Lichter, — bas sind Einzelbestanblei le bet günstigen seelischen Einwirkung deS Sommer» aufenthalles. Die gebotene Abwechslung befriedigt einen angeborenen Trieb deS Menschen. Et ist herausgenommen aus dem Rundlauf gleich- bleibender Derufsgedcinkengänge. Der einzelne verhält sich dabei verschieden: der eine ist am liebsten a llein mit der Ratur, der andere wird durch das Kennenlernen fremder Menschen angeregt, dem dritten geben die Geselligkeit, Musik und Tanz bie ersehnte geistige und seelische Entspannung. Für die seelische Zufrieden- Mrcie Büdingen. £2, R i d d a, 29. Juni. Sestern wurde hier die Wanderhaushaltungsschule nach Beendigung eines sechswöchigen AuSbildungskursus mit einer Ausstellung der von den Schülerinnen angefertigten Wäsche- und Kleidung-- stücke, sowie feiner, selbstbereiteter Torten und anderer Backwaren geschlossen. Die Arbeiten und Speisen erregten die Bewunderung der Beschauer. Ramentlich die Damen tonnten ihre volle Befriedigung über die Leistungen der Mädchen aussprechen. Von einer Schluhfeier mit Bewirtung der Teilnehmer hatte man diesmal unter Berücksichtigung der Zeitverhältnisse abgesehen. An dem Haushaltung-unterricht, der von der Lehrerin Erna Streckhard au- Darmstadt erteilt wurde, nahmen 14 Schülerinnen der hiesigen Mädchenfortbildungsschule tell. Sie besuchten die Schule im letzten Pflichtjahre und sind nun vom weiteren Llnterricht befreit. Leider war die Zeit für die in der Landwirtschaft tätigen Schülerinnen nicht günftig gewählt. Der Besuch der Haushaltungsschule wäre sonst stärker gewesen. s L i h b e r g, 29. Juni. Gestern nachmittag ereignete sich tm hiesigen Steinbruch ein schwerer LInglückssall. Es lösten sich plötzlich große Erdmassen loS und stürzten herab, den Vorarbeiter unter sich verschüttend Der a^ Dedern herbeigerufene Arzt stellte bei dem Verunglückten verschiedene R i v p e n - quetschungen fest. Kreis Alsfeld. r. Ober-Ohmen. 29. Juni. Die Diblio- thek des hiesigen Volks bl ldungs Vereins erfuhr dieser Tage durch eine Stiftung der heil ist Befriedigung des Abwechselungsbedürf- nifses von derselben Bedeutung wie für die körperliche Gesundheit e.ne abwechslungsreiche Ernährung. Ständig gleichförmige Ernährung mit nut einem lebenswichtigen RahtungSbestandteil führ! zu schweren Krankheiten: sie können nur Heilung finden, wenn dec Rahrung die fehlenden Stoffe zugesehi werden. Auch Seele und Geist müssen von Zeit zu Zeit grundlegend andere Reize dargeboten bekommen, soll nicht Ermüdung, Erschlaffung und schließlich Erkrankung etntreten. Die gänzliche Llmstellung auf der Somrnerrerse scha ft einen solchen Reiz. Seine Spuren haften noch lange fest, — so lange vielleicht, bis schon wieder die Strahlen der näcbst- jährigen Erholungsfahrt im voraus als seelische Reizlörperbehanblung zu wirken beginnen. Das gilt vor allem für jene Berufe, bei denen daS Seelenleben sich infolge geistiger Anstrengung ober häufiger Erschütterung bes GemüteS crnplinblichec unb gegen günstige wie ungünstige Reize emp änglicher geworben ist. Ablenkung von ben gewohnten Gebankengängen ist bringend notwendig. Der auf weiter Strecke, aber enger Bahn sonst festgehaltene Geist kann sich anderen Gedankengängen, umfassen deren Gesichtspunk en zuwenden. Ern fühlbarer Gewinn an innerer Befreiung und verstehender Klarheit ist die Folge, Abwendung aus Reizbarkeit, Mißmut unb Bedrückung, Wiedererlangung von seelischer Ruhe, Gelassenheft und Güle. Damit schwinden auch die nervösen Hemmungen und Verklemmungen, btt erkannt, aber nicht angreifbar, daS Leben bes Berufshastenben so unbefriebigenb gestalteten. Biele verarbeitete Menschen laufen ständig mit einer Art von schlechtem Gewissen, einem inneren Schuldgefühl herum, ohne daß sie auch bei bewußtem Rachdenken einen zureichenden Grund dafür auffinden könnten. Es ist die Liebe rarbeitun g des Geistes, die Lieberanstrengung der nervösen Leitungen im Körper, die sich auf solche Weise äußert. Das wird besser und schwindrt — ebenfalls ohne daß ein zureichender Grund zu erkennen wäre —, we m die Wirkungen der Ruhe und seelischen Llmstellung auf der Erholungsreise zur Geltung gelangen. Besonders wichtig ist hier ausreichender und tiefer Schlaf, brr Verfämnles nachhvlen läßt. Es ist eine Eigentümlichkeit des nervösen Menschen, sich nur schwer zum Fortgehen au entschließen, — also eine Scheu gerade dessen, der es am nötigsten hätte, vor dem Weg zur Heilung. Diese Lln- entschlosfenheit muß aus eigener oder fremder Kraft überwunden werden. Die Besserung des gesamten Nervenzustondes gibt sicb nach Rückkehr in das Berufsleben am deirtlichsten In der Steigerung der Arbeitsfähigkeit zu erkennen. Die Ermüdungserscheinungen sind geschwunden, Gehirn unb Nervenleitungen arbeiten rascher. Auch absolut betrachtet, ist infolgedessen die Zeit der Ausspannung kein Verlust für die Arbeit, — so daß die Ausrede der „mangelnden Zeit" niemals zu Reck»! besteht. Was an Zett der Nerven- erholung und Körperaufsrischung gewidmet wird, das wirb mit Sicherbeit burch bte darnach gesteigerte Leistungsfähigkeit wieder erseht. Man wundert sich oft, wie leicht nach einer Erholungsreise Arbeiten vonstatten gehen, bte vorher nicht vom Platz zu rücken waren, ohne daß man sich etwa während der Erholungszeii auch nur in Gedanken mit ihnen beschäftigt hätte. Das Nervensystem ist insgesamt auf einen höheren Grad der Leistungsfähigkeit gehoben, unb bas macht sich in jeber Einzelfrage praktisch geltenb. ES kommt nicht darauf an, baß man möglichst lange Zeit arbeitet, sonbern daß tn einet bestimmten Zeiteinheit ein möglichst großes Ar- beilsmaß unb dieses möglichst gut geleistet wird. Dazu sind Nerven, bie von Zeit zu Zeit aus- geruht werben, Voraussetzung. Don Bedeutung ist bte Auswahl des Ortes, den man auf der Sommerreife auffucht. Zwei Lieberlegungen find dafür entscheidend: zum ersten muh man sich klar darüber fein, was man vorfinden will, ob Haupt- sächlich Natur und Ruhe, ober Sport, ober lebhaftes Gesellschaftsleben: für allzunervöse Menschen ist bei letzterem Wunsch am ehesten die Gefahr des Mißgriffes gegeben. Zum zweiten muß man sich auch darüber klar sein, welchen Grundcharakter die aufgesuchte Landschaft haben soll: ob Gebirge oder Meer, Wald ober Kurort. Hierfür geben zuweilen engere gefunb- heilllche Notwenbigkeiten ben Ausschlag. ' ------------1------- Frau Marie Pr 1 ester von her eine schöne Bereicherung. Die Dame übermittelte dem Verein, deren Mitglied sie ist, ungefähr 50 gebundene und geheftete Werke von Kant, Leibniz. Scho- penhauer. Diefe Neuerwerbung des Vereins wird von bet Mitgliederschaft allseitig begrüßt. Lieberhaupt hat die Bibliothek, bie sich reger Inanspruchnahme erfreut, in ben beiben letzten Jahren gute Fortschritte gemocht. So gingen in biefer Zeit Bücheripenben ein von ber Deutschen Dich- ter-Gebächtnisstiftung in Hamburg, von bem ehemaligen Vorsitzen den O. Jager hier 100 bzw. 70 Vänbe. vorn Kosmos 20 Vänbe unb von bem VolkSverbanb bet Dücherfreunbe tn Berlin ein Banb. Kreis Lauterbach. ' Lauterbach. 30. Juni. Arn 1. Juli kann bte Firma Wenzel & HooS, mechanischeWe- berei, Lauterbach. auf ihr75jähriges Bestehen zurückblicken. Von Georg Wilhelm Wenzel unb Karl HooS im Jahre 1853 gegtünbet mußte die Firma tm Jahre 1881 den Tod von Karl HooS beklagen, an besten Stelle sein Sohn Levnharb Hoos trat. Georg Wilhelm Wenzel, in Anerkennung seiner Verdienste um die Textil- industrie Oberhes'enS und seiner jahrzehntelangen Tätiakeit alS Mitglied des Prooinsiallanb- tages unb Provinzialausschusies zum Kommet- ztenrat ernannt, verstarb im Jahre 1904. fast 82 Jahre alt. nachdem 1900 sein Sohn Wilhelm Wenzel an seiner Stelle in die Firma eingetreten wat. Einen weiteren schweren Verlust hatte die Zirma zu beklagen, als ihr der inzwisc^n eben- falls zum Kommerzienrat ernannte Leonhard L)vos im Jahre 1921 durch ben Tob entrissen würbe. Nachdem er bas Unternehmen mit großer Llrnstcht durch bte Fährnisie bet KriegSzeit hin- burchgeführt hatte, während Wilhelm Denzel vom Anfang bis zum Ende des Weltkrieges an der Front weilte, erlag er in wenigen Monaten einem plötzlich auf trete.tben schweren Leiden. Die jetzigen Inhaber. Sohn unb Entel bet Grünber. Wilhelm Wenzel unb Leonhard HooS, haben es gleichfalls verstanden, ihr Unternehmen, getreu den alten Trabitionen. auch durch die Nachkriegs- verhältnisse hinburchzubringen unb ihm feinen alten, guten Ruf unb den feiner Erzeugnisse zu erhalten. Dem Schwiegersohn von Wilhelm Wenzel, Dr. Rothamel, wurde anläßlich des 75- jährigen Bestehens bet Firma Prokura erteilt. ch ßauterbad), 29. Juni Nachdem während deS Frühfahts verschiedene Male beobachtet worden war. bah Singvögel offenbar an Gift eingegangen waren, fielen in einer ber verflossenen Nächte acht junge Gänse beS £terrn Krömmelbein X einem ähnlichen Streich zum Opfer. Wie ber Besitzer burch ßlnfcnbcn eines ber verenbeten Tiere an baS Unter* suchungSinstitut in Gießen fest stellen lieft, sind bie Gänse an mit Strychnin vergiftetem Weizen eingegangen. Man hofft, ben Täter halb zu fassen unb zur Verantwortung zu ziehen. chEichenrod,29.Juni. Dor einigen legen fiel beim Holzfuhren Johanne- 61-üjj von hier oberhalb Gngelrob so unglücklich vorn Wagen, baß belbe Räber be- belabenen Fuhrwerk- ihrn unterhalb be- Knies über die Beine gingen. Er trug einen schweren Unter- schenkelbruch bavon. Dr. Bruchhäuser von Ulrichstein legte ihm an Ort unb Stelle einen Notverbanb an. Man brachte ben älteren Mann auf einem rasch her bei geschafften Fuhrwerk nach Hause. Preußen. Eiaisberaiung in Wetzlar. ? Wetzlar, 29. Juni. Die Stadtoerord- netcnDetf ammlung beschäftigte sich, wie bereits kurz gemeldet, am DienStag in einer Dauersitzung von vormittag» 9 Uhr bis abend« 7 Uhr mit ber Beratung beS stäbttschen Etat - für 1 9 2 8. Dies« r schließt im Entwurf in Einnahme und Ausgabe mit rund 4 700 000 W k. ab. Zur Deckung des durch Realsteuern auf- zubrinaendm Fehlbetrags hatte bie Stabt* Verwaltung bie Erhebung von 625 Prozent Gewerbesteuer vom Ertrag und 2500 Prozent von der Lohnsumme, sowie von 300 Prozent Zuschla- zur staatlichen Grundvermögenssteuer vorgeschlagen: daS bedeutete eine Erhöhung ber ®runb- vermögenSsteuer um 50 Prozent Der Etat schloß gegenüber bem Vorjahre in feiner Gesamtsumme mit einem Mehr von tunb 700 000 Wk. ab Bürgermeister Dr. Kühn gab in einer mehr al« einftünbigen EtatSrede der Versammlung einen Einblick in die Einnahmen und Ausgaben bet Stadt, begrünbete besonder« bie Erhöhung ber Etatssummen im einzelnen unb stellte fest, haft diese in erster Linie burch zwangsläufige Er- Höhungen herbeigesührt sind, so u. a. durch Ne Erhöhung ber Beamten-, Angestellten- und sonstigen Löhne, burch bie erheblichen Mehrausgaben des SchuletatS, durch ein Mehr an Zinsen usw. Weiter gab der Bürgermeister noch ein Bild über die Vermögenslage der Stadt, au« bem hervorging, baß bas bewegliche unb unbewegliche Verm ögen mit runb 16,6 Millionen bewertet wirb, dem eine Schuldenlast von 9.6 Millionen gegenübersteht. In der letzteren sind zum Teil noch flüssige Anleihegelder enchalten, bie für Anlagen bestimmt sinb, bie teils erst begonnen. teils noch nicht in Angriff genommen sinb. Wettere dringende Pläne, die ber Bürgermeister kurz anbeutete, sinb mit Rücksicht auf ben angespannten Etat unb Delbmarft vorläu'lg Aurückgestcllt. In der eingehenden Besprechung durch die einzelnen Parteien wurden dec EtatS- entwurf und die beantragten Steuersätze einer eingehenden Llnlersuchung unterzogen. Besonder« die geforderten Mehrbewilltgungen fanden bei keiner Partei. Weber auf der Rechten, noch auf der Linken, Llnterstützung. Don verschiedenen Rednern wurde besonders darauf hingewiefen, daß die Unterlagen für da« Istergebni« von 1927 noch nicht vorhanden sind, um gerade in bezug auf bie Berechnung ber Realsteuern einen richtigen Lieberblick zu haben, deren Isterttag allgemein höher angenommen wurde, al» der vorjährige Etatsentwurf es vorfah. Auch bie ftäbti- schon Eigenwirtschaften unb bie Verkehr«-A-G. wurden in ben KreiS ber Besprechungen einbe- Svgen, befonber« in bezug auf ihre Rentabilität. 2lus ber Debatte ist erwähnenswert bie Absicht ber Stabtverwaltuna. neue Projekte zur Verbesserung ber Schulverhältnisse an ben Volksschulen in Angriff zu nehmen In ber Spezialberatung d?s Etats würben bis auf Kleinigkeiten die angesetzten Beträge für richtig befunden, wobei die Feststellung von Wichtigkeit ist. baß bie Verwaltung schon von sich aus. um eine Bilanzierung brs Etats in ber heutigen Höhe zu erreichen, fast alle sächlichen Ausgaben um 25 Pro* zent herabgesetzt hatte. Stabtrai Winkelrnan« gab als Antwort auf bie Feststellungen verschiedener Redner über bie zu erwartende Höhr ber Realsteuern noch Aufklärungen, bte bie Richtigkeit ber von ben einzelnen Jtebnem errechnet» Summen vom Standpunkt der Verwaltung einer Kritik unb Berichtigung unterzogen. Da Stadtv. Kauer im Namen ber VolkÄxrrtet. ber Demokraten. bes Zentrums unb ber Deutschnasionalen eine Erklärung abgegeben hatte, baß biefe Parteien glaubten, auch für ben bieSjahrigen Haushllt ohne Erhöhung ber Realsteuersätze au»zufommen und mir beren vorjährige Höhe zu bewilligen beabsichtigten, eine Erklärung, bie burch die Rebner brr Lln- politifchen Liste, sowohl als auch ber SPD. unterstrichen würbe, erklärte Bürgermeister Dr. Kühn, baß er feine Schwierigkeiten machen wolle, jedoch darauf Hinweisen müsse, bah er voraussichtlich gezwungen sei. ber tm fommenben Herbst neuzuwählenben Stadtterorbnetenversamm- lung einen RachlragSetat vorzulegen. Die bewilligten Steuersätze setzen sich nunmehr zusammen aus 250 Prozent Zuschlag zur staatlichen ®runtnxtmögen8fieuer, 625 Prozent Gewerbesteuer trom Ertrag unb 2500 Prozent Lohnsummensteuer. Das Soll dieser Steuern ist im Etat mit rund 320 000 Mk bei ber Grund- Vermögenssteuer und 620 000 Mk. bei ber Gewerbesteuer unverändert stehengeblieben Kreis Wetzlar. 2 Wetzlar, 28. Juni. Die von der hiesigen ©tcottxerwaUung feit kurzem eingerichtete 3er- w?^^"g^bEamtenfchule erfreut sich eine« guten De'uches. Die Tettnchmer setzen sich au« ^Beamten unb Angestellten ber Stabt Wetzlar, ber KreiSverwaltung und ber Aemter de« Äteifel Zusammen. An bem ersten Lehrgang nehmen 45, an bem zweiten 23 Verwaltungsschüler teil- * SW ■«I, mtat 1 •Iftni.T’1« ter. ’m Knln betfli??’ ’'*& «ajÄt Dr. fi’J«»er. n an Ott ?nlQ5’er **4*1*85 ren. ! in Wetzlar. M tu jtjy städtische, Wtlmönttoud „ "itnin 4ZW000 1L 9 ^ealfieutrnaxf. afl« hatte du Ctato fon 625 Prozent fr. und 2530 ^Jn. ^20 Prozent Aulchlag wMssleun voraeschto Schonung dn -niild. 'si>Ml Der »tat!L«tz >n seiner Aesam^mT» Ä 700 000 Ak. ab >_> ao in einer mrtt an et DersMmiima Ka IM UNd ZUMTDCI tfl *t< die Sr^ung fr tn und stellte W. M >r4 Mngzlär'ige ft« sind, so u.a. der- ht Angestellten- in) erheblichen üjra* rch ein Mehr a äin'en igermeistervcheinUd r der 61:61, aui bttn egliche und urLevrgl'che 16,6 Millionen betrete, 'enlasi von 9,6 Milder feieren sind jur regelder oichalten. dr nd. die tvÄ eck ir \n AnM genomo» PMe, die der Dichr- sind mit Mksich! u? inb Telbmarst Dortir; ingehenden Desprcchr: leien wurden der ragten Steuersätze einer g unterzogen. ‘JMonNrJ willigungen sanden ta s der Aechien, noch a» Don verschiedene 2e> darauf hingewiesor. te i IstergebniS dm 19- Tb, um gerade in MW Realsteuern einen n> en, deren Vertrag u ren wurde, alsderr»'' vorsah. Luch htF in» d'° »*6*^ er Desprechrmg» 2 m auf ihre LentabM Siitort te W KM'-r ! unierE, jjj aä%S*c S’SfcÄ* Schv'-rE xvh - K--L ÖOÜ"S der Sri», 000 JVbei der * rsetzlar- M- nschwer E HK'K LS»' Beachten Sie bitte meine fünf Schaufenster! «ei. Saifon-Aiis verkauf beginnt Montag, den 2. Juli und gewähre ich j Aß » WX . 1 11 von diesem Tage ab auf alle meine Artikel 118"/ |Lr/lH/l | g auber Linoleum.................... 1U /ß ütlUllll Sellen günstige Einkaufs-Gelegenheit liir Tenoiche! «säen Gießen, Bahnhofstrabe Nr. 31 Saison-Ausverkauf vom 2. bis 16. Juli 1928 Grohe Posten Reste und Reslbestände in: Kleiderstoffen, Seidenstoffen, Mousselinen, Voiles, Bordüren, Waschstoffen u. a. m. sowie Baumwollwaren aller Art in Rietenaus wähl zu bedeutend ermähnten, außergewöhnlich niedrigen Preisen Außerdem gewähre Ich auf alle reguläre Ware trotz meiner weit und breit bekannten billigen Preise einen Extra-Rabatt von 10% L. BERNARD PI ocks trabe 16 Oröfotes Spezial - Stoßgeschäft am Platze Belannlmachung. Tie Badnwfrtschafl ht Alsfeld mit Wohnung (♦ Zimmer. 2 Personalräume) soll -um 15. August 1928 neu verpachtet werden. Als Pachtzins ist eine feste ZadreSpachi -u bieten. Angebolsvordruckc mit den Bedingungen können gegen portofreie Einsendung von 1 JUt in bar vom Prüstdialburcau der AeichSbahndlrektion bezogen werden-, sie liegen auch dort aus 3Immer 237 zur Einsicht auS Del nicht auf diesem Torbrud abgegebenen Angeboten müssen die Beblngungen dieser Ausschreibung und die.Allgemeinen Bedingungen kür die Verpachtung der Bahn- Wirtschaften' ausdrücklich aiS bindend an- erfanni sein. Die Pachtgebote sind bis -um 20. 3ult 1S2S. vormittags 1l Ubr, portofrei und verlchlofsen mit der Aufschrift .Pachtangebot Bahnwirtschaft Alsfeld' an unS einzusenden. Zu der angegebenen Zeit erfolgt die Oeffnung der Angebote bn Zimmer 519 unseres Verwaltungsgebäudes hier, Platz der Re- pudlif 35, in Gegenwart der erschienenen Bewerber. Die freie Auswahl unter den Bietern, sowie die Zurückziehung sämtlicher Angebote bleibt Vorbehalten. Persönliche Vorstellung nur nach Aufforderung. Der Bewerber gilt als adgelehnt, trenn bis zum 5. August 1928 kein Bescheid erteilt Ist. Unberücksichtigte Bewerber erhalten Zeugniste usw- nur gegen Freiumschlag mit ihrer Anschrift zurück. Deutsche Aelchsdahn-Gesellschaft Aeichsdahndirektion Frankfurt a. 2H. Bekanntmachung. Die Lieferung von etwa 1500 Zentner süßem Blesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben. Die Lieferung kann geteilt werden. Bedingungen können bei der unterzeichneten Verwaltung eingesehen werden. Angebote sind verschlosten und rerleben mit der Aufschrift .Angebote ‘ür Heulieferung' bis zum 1L Juli 1928, vormittags 10 Uhr, elwmreichen. In den Angeboten sind die Bedingungen anzuerkennen. eioo Zuschlagstrist sechs Tage. Dlehen, den 26. Juni 1928. Verwaltung der Veterinär - Kliniken und -Institute. Eber. Versteigerung. Die Gemeinde Göbelnrod versteigert Dienstag, den 3. Juli, nachmittags l‘/t Uhr. einen etwa 4 Zentner schweren Eher. (62O7D Göbelnrod, den 28. Juni 1928. Hessische Bürgermeisterei Göbelnrod. ___________Weber.____________ Bekanntmachung. Nachstehend bringe ich die Bekanntmachung des Hess. Irrciäamto Gießen vom 25. Juni 1928 zur stenntniSnahme bei Biehdesitzer. Gießen, den 26. Juni 1928. Der Oberbürgermeister. 3- d : Dr. Rosenberg. Zwangsversteigerung^ «m Tonnrretag, dem 2S.Zu1i 192% »er- mittags • Uhr, wird durch daS 9lmtä- ?crid)t Gießen, Zimmer 112, daS imGrund- uche von Gießen dem Adolf Sauer und Ehefrau Anni geb. Taferner in Gießen zugeschriebene Anwesen Neustadt 58: Flur 1 Nr. 103y/H* 181 am Hofreite- gruno, 5lut 1 Nr. 1018 171 qm Hofreite, Flur 1 Nr. 1019 — 183 qm Hofreite, zusammen geschützt auf 60625 Reichsmarl, r ersteigert. 5613 D Tie amtSgerrchtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht auSgehängt. Gießen, den 2. Juni 1928. A A. deS Hess. Amtsgerichts Gießen Leo, OrtSgerichtSvorsteher. Bett.: Maul- und Slauenieuche ht LaunS- bad». Bekanntmachung. Zn Launtbach, Äreii Vetzlar, ist die Maul- und Klauenseuche auSgebrocken. ES werden daher bie Gemarkungen Gießen rechts der Ladn, Lollar und RuUerShauien zum BeobachtungSgediet ervürt, ebenso bie teile der GeWartung Viescd westlich deS Bahndamm- Gießen—Marburg. Die letz'' genannten Gemarkungsteile dürfen mit stlauenvieh nicht befahren werden. Gießen, den 25. Juni 1928. streiSamt Gießen. _________Z. B.: gc». 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Hr. !52 Letter Blatt Lietzener Anzeiger IGeneral-Anzelger fvr Gberhefsen^ Samstag, 30. Mörz 1028 Wirtschaft. Steuerzahlungen und Geldmarkt. Das linkt tut für Äonjunthitfori<6ung hellt in fernem ncueftcn Wochenbericht die •egeBnitte ferner Untersuchung zur Bewegung bei W e ch se l kredi t s iWechselumlaus. Wechlcl- AtcBung. Wechselbettände bar. Cie ergibt, bah Fie 3nanft>ru4)na6mr des Wcchlrikrebit» 'owcu er Lieferantcnkredit tft, unvrränbert hoch liegt, todbtenb bic JnanfDru4mübmc bei Diskont' frebüi als Auswtriuna des Äonjunfturrüd- gange sich »tnninberi pat Sür Mai ergibt s'ch nach ben Berechnungen ein weiteres Sinken ber Beschäftigung ur.i 1.8 Pro- zcnt in ben Verbrouchsgüter Industrien unb von Prozent in ben Produttionsmittclinbuftricn Cobann bringt bet Bericht eine interessante Un- iersuchung übet ben ömfluft ber Steuer- Zahlungen auf die Gestaltung bei ®clb- Marktes Bekanntlich betinat diese Zahlmig ter jeweils fälligen Steuer bet rage für bie Wirtschaft einen beträchtlichen Aus wand an flüs'igen Mitteln, besonders bei solchen Steuern, für beten Zahlungen seste Term ine festgesetzt find. So erarbeit sich aus ben ©elbnjorft tnpifche Quartals- schwankungen. da für einen groben Teil bet ihrem Aufkommen nach bedeutenderen Steuern vierteljährliche ZaHlungen zu leisten sind. Ls hantelt sich hierbei um veranlagte Einkommensteuer. ÄörperldialMtteuer. Vermögenssteuer unb Umsatzsteuer Innerhalb ber Rciwssteuern nehmen diese Steuern, bie im Jahre 192" mit Klammen 4350 Millionen Mark rund 51 Prozent r gesamten Einnahmen bei Reichs ausmachten, eine ausschlaggebende Rolle ein. Der Hauptbc- dar! an flüssigen Mitteln zur Bezahlung dieser Rechssteuern liegt in ben ersten Monaten bet Bietteljahte, er macht jeweils an diesem Termin rund einen Betrag von schätzungsweise 350 Millionen Marl aus. Rechnet man für Januar und 3idi noch ben durchschnittlichen Spitzenbetrag ber Zollzahlungen hinzu, so ergiebt sich für biefe beiden Monate insgesamt ein Betrag von etwa 400 Mill Mk. Da sich in den letzten Monaten die gesetzlichen Bestimmungen dieser Steuern nicht geändert haben unb auch mit wesentlichen Veränderungen der wirtschaftlichen Vorgänge, die biesen Steuern au Cbrunbe liegen, vorerst kaum zu rechnen ist, so geben die genannten Zahlen einen annähernden Anhaltspunkt für bie Größen- vrdnung. in ber sich die Beanspruchung der Wirtschaft durch bie In ben nächsten Wochen fälligen Steuerzahlungen halten wird. Die Mn- tersuchung des Instituts für Konjunkturforichung ist auch besonberS im Einblick auf bie Frage einer Diskontherabsetzung von Bebrütung. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. Auch in dieser Woche war bic Stimmung an ber Frankfurter Bdrfe ziemlich lustlos, da bie immer noch ungeklärte innerpolitischc Lage unb bic unsichere Haltung ber Auslandborfen zur allgemeinen Zurückhaltung mahnten. Da auch von einer Beteiligung des Auslandes unb ber Banklundschast kaum etwas zu bemerken war. schritt bie Spekulation zu Abgaben. Das an ben Markt kommende Material wurde nur mit Kursverlusten ausgenommen, die sich jedoch nur in kleinem Rahmen bewegten Das Gcschäst blieb Im allgemeinen sehr klein unb beschränkte sich nur auf Spezialpapiere Die Börse zeigte jedoch eine getonte Widerstandsfähigkeit, da bic im Der- laufe der Woche erholten Auslandbörsen und die glatte Mebettoinbung des j?albjahresultimo, obwohl kaum Schwierigkeiten erwartet wurden, allgemein anregten. Der verhältnismäßig flüssige Geldmarkt, der trotz des Ultimos kaum eine Versteifung erfuhr, obwohl der Latz infolge des bevorstehenden Zahltages auf 7 Prozent erhöht werden muhte, gab eine allgemeine Anregung. Die weitere Entlastung des Reichsbank- instituts und der weiter»- wenn auch kleine Rückgang der Arbeitslosigkeit blieben ebenfalls nicht ohne Wirkung, Zeitweise recht lebhaft ac- banbelt wurden bie Spezialwcrte, an deren Spitze die Kaliaktien unb bic Zellstofswerte standen Aschersleben unb Westeregeln waren bis zu 12 Prozent gebessert, da hier auch zeitweise Materialknappheit bestand, aber nur vorübergebend, da die Spekulation sofort wieder zu Gewinn- mitnahmen schritt. Auch machte sich starkes Interesse für bie Zellstofswerte geltend, da hier das Felbmühlepapier an regte, so bah die Spekulation zu ziemlich groben Deckungen in den erstgenannten Aktien fchmt. die im Verlaufe ber Woche was tn erster Linie für Aschaffenburger Zellstoff gilt, bis 925 Prozent anziehen konnten Auch Waldhof waren bei recht lebhaften Umsätzen bis 6 Prvz gebessert. Am darXmmarft konnte sich im afigemetren nur zögerndes Grichäf; entwickeln eine Ausnahme bilde!? ber Ta dein bekannt wurde, bah bie fiarbcnbonb*atticn an der Reuyorkrr Börfe zur dielübrung gelangen sollten an dem die .lacbenahier lebhaft umge'etzt wurden unb ganz erhebliche Qktoinnc erzielen konnten, bie aber im Laufe der Woche wieder verloren gingen unb frgar noch unter dem Stand der vergangenen Woche notierten. Scheideanftalt waren dagegen bis 3 Prozent erhöh! aber auch nur bei zeitweise etwas lebhafterem Geschält Am Jliontanmar t blieben bic im wesentlichen begrenzt .'lannesmann unb Phönir waren stärker vernachlässigt, zumeist auch stark anael*oten unb bis 3 Prozent niedriger Rheinstahl gaben bis 2 Prozent nach. Rur 3llc Bergbau konnten 4 Prozent gewinnen. Am Bankenrnarkt waren besondere Bewegungen, duftet der der Rcichsbank bic gcicnübtr ber vergangenen Woche 3 Pro^ schwächer lagen, aber gerade an einem läge, bei lebhaften Umsätzen. 6 Prozent ihres Kurs Verlustes wieder zurückgc- winnen fonnten, nichts au berichten. Von Auto- werten waren Adlerwerkc gut gehalten, während Daimler 4 Prozent cinbüfnen. Am Bauuntcr- nehmungomarkt waren Wayß 4 Zreytag etwas bevorzugt unb konnten 4 Proz. gewinnen. Doch trat, nachdem die Tendenz ovrul>crgehcnb ein festes Gepräge gezeigt hatte, wieder eine gröbere Mnlust zutage, da bic immer noch ungeklärte innerpolitische Lage unb bic mangclnbc Beteiligung der Bankcnkunbschast Besorgnisse hervor- riefen. Spezlalwerte blieben jedoch weiter recht lebhaft verlangti besonders die öleftrotoertc konnten Im Verlause der Woche, unb hier besonders Siemens, bei regeren Umsätzen bis 8.50 Prozent anziehen. Schuckcrt gewannen Prozent unb AGG 2 Proz. Als Grund hierfür kann Wohl angenommen werden, baft bie Schweiz verschiedene t?rderS an den Markt gegeben haben soll. Renten lagen durchweg still und etwas schwächer. Ausländer waren ruhig unb zumeist behauptet. Am Devisenmarkt lag das Pfund international schwach. Beim Franken war infolge der Stabilisierung eine Erholung scstzustellcn Wochenbericht vom frankfurter produkrenmarkt. Am Franisurier Produltenmarlt war die Stimmung in dieser Woche etwas zuversichtlich c r. Die höheren Auslandnotierungen unb die ungünstigen Wettermeldungen konnten sich im allgemeinen günstig au-wirken. Die Händler traten etwas aus ihrer Zurückhaltung heraus, so baft sich das Geschält zumeist etwas lebhafter gestalten konnte. Da aber das Inlandangebot nach wie vor gering Hieb und bie Provinz mit beträchtlich höheren Forderungen an den Markt kam, zeigten die Händler nur wenig Kaufneigung, so baft im Verlause der Woche das Geschäft wieder einschrumpfte. Auch die wieder unsichere Lage der Auslandsmärkte und daS noch immer schleppende Mchlgeschäft verstimmten unb gaben dem Markt das Gepräge. so baft die Händler nur mäßige Unter- nehmungslust bekundeten. Da aber das Anaebot in Weizen weiter klein blieb und einige Nachfrage von Seilen des Sxports sich bemerkbar machte, konnten sich hier bie Umsätze bei gering erhöhten Preisen zeitweise etwas lebhafter gestalten. Roggen war ebenfalls knapp angeboten, jedoch bestand hierin kaum Rachfrage, da bic Kauflust der Mühlen sehr gering ist Hafer, der im Preise immer noch cnS zu hoch erachtet wurde, war etwa- billiger anpeboten. Am Futtermittelmarkt bestand für Mai» für Futterzwecke einiges Interesse. Material tarn nur wenig an den Markt, die Landwirtschaft schritt verschiedentlich zu Deckungen, und der hohe Preis wurde glatt bewilligt. Weizenkleie war dagegen stark angeboten, und die amtliche Rotiz muftte um ein beträchtliche» herabgesetzt werden. Roggenkleie blieb gui behauptet. In Mehle kamen Umsätze nur zögernd zustande, besonders Roggenmehl war an geboten, während Weizenmehl im Gegensatz zur vergangenen Woche, gut behauptet blieb. Zum Wochenschluft wurde das Geschäft fehr ruhig, da weder vorn Inlandmarkte. noch vom Auslande nennenswerte Anregungen vorlagen. Da» inländische I Anaebot von Weizen unb Roggen gegenüber der Rachfragc ist mehr al» au-rcichend. Hafer in guten Qualitäten weiter spärlich angeboten, der Konsum Neibt, gegenüber den unnachgiebigen Forderungen der Provinz, zuruckhal'c—.d Im Vergleich zu den Dotierungen der vergangenen Woche konnten Weizen unb Mais je 0 2^ Mk anz ehen während Hafer. Weizen und Roggemnebl je 0J5 2H! unb Weizenmehl 0.85 Mi ctnbufiten Roggen und Dtoggcnflcie blieben gut behauptet. Dir Woch: schlotz zu folgenden Ro- herungen Wetzet 26.75, Roggen 23.50. H»ilcr 27.75- 2825; Mais sFuttermaie» 24 2425; Wetzen nehl 3650 37; Roagenmehl 3? 39. We>- zeni'k c 13.85 Roggenklcie 1625 16». Soeben beridyt nom frankfurter (^cblacdtviehmarkt. Der Frantlurler Schlachtviehmarkt verkehrte tn dielcr Woche n ruhiger Haltung Das Ge'chäft konnte sich in ben meisten Viehgattungen nur fchicppend entwickeln Am Rindermarkt waren durchweg nur mittlere Qualitäten vertreten. Der Abtrieb nach auswärts war stark am Geschäft beteiligt. wurde nahezu ausverkauft Am Schweinemarkt war das Geschäft fchlcppend. und es verblieb bei nachgebenden Prei'en Ueberstand. In Kälbern und Schafen war das Geschäft still. Die Märkte wurden jedoch geräumt. Der Defamtauftr cb bestand aus 1565 Rindern, darunter belanben fich 330 Ochfen. 88 Bullen, 647 Kühe und 372 Särlen. Ferner aus 1800 Kälbern 150 Schafen und 5940 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Wochen waren 150 Rinder. 30 Kälber weniger an getrieben, während 440 Schweine mehr zum Verkauf standen. In Schafen war der Antrieb unverändert. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Och'cn A I 60 bis 64, II 54 bis 59. R I 50 bis 53. Bullen A 52 bi» 56. B 49 bi» 51. Kühe A 49 bi« 53. B 43 bis 48. C 38 bis 42. D 28 bis 37. Zarten A 61 b-.S 64. B 57 dis 60. C 51 bi« 56. Kälber B 72 bi« 77. C 65 bis 71. D 54 bi« 64. Schafe AI 50 bi« 54. B 44 bi« 49. Schweine A 64 bis 68. B 66 bis 70. C 68 bi« 72. D 68 bis 72. E 65 bis 75. Verglichen mit den Votierungen der letzten Woche blieben Rinder behauptet. Kälber gaben bi» 6 Mk. nach. Schweine waren im Preise ziemlich unverändert. • Auto - Finanzierung» - Gesellschaft m. b. H. Die mit einem Kapital von 500 000 Mk. ausgestatlete Auto-Finanzierungs- Gc'ell'chaft in. b. H.. Berlin, wird demnächst ihren Gclchästsbetrieb eröffnen. Sie bezweckt die Gewährung und Vermittlung von Krediten zur An- fchaffung von Kraftfahrzeugen. Wie von beteiligter Seite mitgeteilt wird, stehen für die Durchführung de» Gefchäfts sehr bedeutende Geldmittel zur Verfügung. * Erfolg der preußischen Staat»- anleihezeichnung. Auf Anfrage erfährt WTV.'HandelSdienft von maftgebender Seite, baft der Zeichn ungseingang auf die obige ousloSbarc preußische Staatsanleihe von 1928 auch in den letzten Tagen recht gut gewesen ist. Der übernommene Betrag von 50 Millionen Reichsmark dürfte daher voll abgeletzt werden. Die Zeichnung geht heute zu Ende. frankfurter Börse. Frankfurt a M, .30. Juni. Tendenz: still. — Die heutige 6amstagbörfe eröffnete im Anschluß an die festere gestrige Abendborse in weiter etwas freundlicher Haltung. Au« Anlaß der sehr festen aeftrigen Neuyorker Börse und der reibungslosen Ucberroinbung des gestrigen Zahltages schritt bic Spekulation zu weiteren Deckungen. Auch trafen von außen her, wenn auch nur in kleinem Mähe, Orders ein, so baß das Geschäft in Spezialwerten sich zeitweise recht lebhaft gestalten konnte, bei Kurs- befferungen bis au 5 o. Sy Auf ber anberen Seile würben aber auch verschiedentlich Abgaben auf Ge- winnstcherungcn oorgtr.ommen, so baß auch bei einem kleineren Teil ber gehandelten Papiere Kursverluste bis zu 1,5 o. H festzustellen waren. Stärker bevorzugt unb an der Spitze standen von Zellstoffwerten Aschaffenburger, die bei reger Nachfrage 5 o. Sy gewinnen konnten Am Elektro- markt machte sich für Siemens mit plus 2 o Sy unb für (Beffürel unb Schuckert mit je plus 1,5 o. Sy ver mehries Interesie bemerkbar. Chadeaktien unb Licht ft Kraft waren dagegen angeboten unb etwas schwächer Am Montanmarkt lagen Phönix behauptet, sonst waren hier bie Umsätze sehr klein. Bon Bank- werten waren Berliner Handelsgesellschaft mit plus 2 ü. Sy etwas lebhafter verlangt. Dresdner Bank waren mit minus 1,25 o. fy Angeboten Am Chemie- markt wurden I.-G -Farben, die 0,25 o Sy höher eröffneten, kaum umgesetzt. Die gestern vernachlässigten Adlerwerke konnten im Verlause wieder 1 o. turückgcwinnen Daimler waren aut behauptet Für I (? hlr Berkehrsweten konnte sich die starke Huf- n^nsbewegung von gestern nicht fonletzen. sie büßten bi» 1 p Jr> ein Am Äentenmarh kamen Umsätze kaum $u|iunbf Dciitfche Anleihen unb Ausländer toarer. etwas ichwacher 3m .'terlaufc blieb bu Tendenz fest, die Kursgesialiung mar jedoch nicht ganz einheitlich, da d>e Geschansftiste teilweise kursdruckend wirkte I-(st - Farben. Tietz und Siemen» oerlorcn bi* 1 n. X) Neichsbank mären sogar 3 r f) niedriger Aschassenburger ZeUstott und Schuckert unb bic noch anfang» bevorzugten Werte konnten weiter di» 1,5 v. H gewinnen Am (steldmartt nmrb« der Satz für Tagegeld auf S n fi erhöht. Am De- nifrnmarft nannte man Reichsmark gegen Dollar 4.184-3. gegen Bßmd 2>‘.4O5. London aegen Sabel O7«7M. tter> I.Unhidifr, 114.15, Madrid 29,53, Mailand ‘<2,7250, fjollanb 12.1013. Berliner Börse. Berlin. 30. Juni. 3m Gegenfatz zu den Ion- fugen cam*lagbörfcn der letzten Zeit sah c» heute, namentlich für opcjialioerte, ziemlich f e st au». Schon gestern abend Hatte sich auf Grund der festeren Neuuorker Barte eine kräftige örbolunfl durch- geletzt Für Heute lagen einige Spezialmomente vor (bk Farben Neugrundung .,3nternationale (stciell- schäft für d)tmi|adigung,n In Chorzow bereit sei), bie aber auf die Äclamttendcnz ebenfalls eher günstig wirken konnten. Der Ultimo Ist glatt überwunden Der Orbrrringang war obrr nur sehr unbcbculfnb, unb da, Teicha st äußerll klein. Die ersten Kurse waren bann auch nicht so fest, wie man nprbörelid) erwartet hatte Die S;»ezialwerte lagen zwar 1 bi« 5 o. f) über dem geftrigrn Schluß, die meisten Pamere wiesen aber nur geringe Veränderungen auf unb lagen teilweise etwa« gedrückt. Wieder lagen die ab Montag gehandelten Termin- Papiere bevorzugt unb lebhafter. Norddeutsche Wolle, Feldmühle, Schubert ft Salzer fielen auf, aber auch in Siemen», Spriiwerten, Glanzstosf. ‘Brmberg, Aschaffenburger ZeNstofs unb ganz besonder« In Tietz betruaen bie Erholungen bis zu 10 v f) Deutsch« Anleihen freundlich Ausländer gefchäftelos Nu- mänen unb Mexikaner etwa» fefter. Der Psaiidbrles- martt war ahne Umsätze. Qelb war Immer noch bevorzugt. Auch im verlause blieb die (Brunbftim- mung fest, die meisten Marktgebiete lagen aber oer- ödet, unb nur Spezialbewcgungen belebten die B >rsc noch etwas. In Dbcrbcbarf wirkte sich bic ftna’cn- Preiserhöhung au«. Berger wurden aus den bekannten Grünben 10 v H. hoher gehandelt. Auch Telsenkirchener und Siemen« hatten etwa« lebhafteres Geschäft. Frankfurter WetreiDcbörir. F ra n k f u r 1 a.M, 29. Juni. Der heutige Frank- furter Produktenmartt verkehrte zum Wochensch'uft in Anbetracht des äußerst geringen Geschäfte» in der gesamten Woche ebenfalls In ruhiger, etwa- .idgkschwachter fjaltung Welzen verlor heute 0,25 Mark, dagegen konnten bie übrigen Sorten unb auch Futtermittel wegen des geringen Geschäft« unver- onbert notiert werden. (£« notierten: Welzen 26,75 Mark; Roggen 2R.50; f)afer, Inkänblfcher, 27,75 bis 28,25: Mals (gdb) für Futterzwackc 24 bis 24,25; Weizenmehl, fiidbeutsches (Spezial 0), 36,75 bi» <37,25: Roagenmehl 38,25 bis 39; Weizenkleie 13,85; Roggenklete 16,25 bi» 16^0 Mark. Tendenz: ruhig. Berliner Produkteubörse. Berlin. 29. Juni. Die ruhige Haltung des Marktes setzte sich heute fort Vom Qlu«lanbx- lagen Anregungen nicht vor. die (TifOfferten füi Weizen waren unverändert. Auslanbroggen in den Forderungen etwa- cntflcgentommcnbcr. T r- einzclt wurden Umsätze in Westcrnroggen getätigt Da Liverpool eine wesentliche Erholung nicht verzeichnen konnte, blieb bie Unternehmungslust hier auf ein Minimum beschränkt. Born Inlandc wirb Weizen für ben vorhandenen Bedarf völlig ausreichend angeboten. Roggen in Kahn Ware wenig angeboten, ober auch schwer unterzubringen, einige Frage besteht für Waggonware Am Lief er ungsma rite waren bic Preife für Weizen nichtiger. Mc Iulificht erhielt einigen Halt durch Deckungskäuse kter Provinz Ebenso war Iuliroggen auf Deckungen Im Preise unverändert, dagegen mußten bic Herbsttickten sich Rückgänge von etwa 1 Mari gefallen lassen, wozu auch das günstige Wetter beitrug. Das Mchlgeschätt ist nach wie vor ruhig bei unveränderten Sorbe nm gen. Haser stetig, gute Qualitäten weiter gefragt, bie Forderungen ber Signet sind schwer burchzusetzert Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührten Zistern geben bie -)öhe der zuletzt brichlossenen Dividende an. — Reichsdankdislom 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Sflfln Sd>lufr. 1-Ubt- Aere Mur» Ordcwg Mur» Hure Tctirm n». 2». 1. 1 n «. ,2».» WX D«. »-1*7 *7* — »i.» — yt. ■>' 51.5 ....... - ■■ 51,5 THfll obr e flu*L.-l.-«c4tr 18.3 18.3 164 6W -OL »ctorf. » TteDtsnUH 1«. - 4 ■, % «UxiKt«fc* tWzOat Sir. »1 — • - 7» ■ • * V» ch». FtyrfrtM-CW^- rMKtoit 1988....... « — — - *% 6.-'Än!.. . . * — — — 4% Cdtamifakte »oftttt.. . 4,?O% Mrn €tovntc. . . l.l 1.7 — 1,4 —• 4 . Ccftrrmd-. Ätt. . - • 4*. Un#jrh-^ ...... U.ii T6 2S.i 85.9 4% t»io . • — * * *!»% 1913..... 4'. Ilsfi.-nK . 1.65 — 1.7V — «% iMt* AcHMteQe M«U . . 4% TürfÄM Paebab»*^^ 11.» 11.4 srtlt l. ... 17,25 • - 4% Ir^L 5-de l! . 11.25 — 11.8 — 4 Ä-jTihim emsett. e«.. . . 6.fr — — 4'«|% »vetam »elbaaL m 1913 — «U|. X«undx SiUentoN» - - 4h («■»utHtactttd Mti ...» 117 166,13 166 165.5 (ca» -JüNis. . . - — — • fnik .... 10 — — — •Rrrtbrjtldxt klon’: ... 8 15Ü.9 11B 158.25 — -"4. tV-tttCnXtcA . . 10 IW —- 140.5 140 13 Stncn »«nb'trtt .... 10 . 17 146 — >41 144,73 275 —- 371 Z71.5 Itemaui;- ant ^Nss-.-BLst . 11 191.5 190.5 191 190 TcteQ. u. ’icf.cziSasI . . 13 XW.5 — 879 278 Trartet fcr.! ... .10 Ifr? 167 167.25 167.5 InL. . 10 I&3.75 164 163,5 164,25 TrHtsa San!......10 KUWTru.-id'O . » 167.75 166.5 1*7 167.3 — — a» netaLbci! ........8 147.25 148 147 5 14*. 5 ir «3 2W 184.13 7*1 öS-luh- A-ir» •a | Aur» finleeg Aar» Tamm: ff. 6. !»«• | ff. 6. 2» 6 «Ji.«........ . t 181.u IsV.» 17».u IW 4 PfTpr’T-n..... • . 9 • yj7.5 ztu -1Ä.5 l^ -hr. k’letmingfe. . ■ • 10 — — 170 175 LI« urb trei: . . . • lu 228,25 ES. rj|.* »ff Äritrx 4 d- V'flviee. ■ . f. 134 133.5 >33.5 <*H. |. UJrin. ll&icnu. e 10 749 5 86* *9 5 £>ceb. Cirftr. Brrft . ■ e ■ 10 — • lol — «ibfci.Ülrhr..... . • . 1 - • — 1% 157.5 s«f'. eutrt. . . • ■ e 1“ — «51.L3 -5« e e e . fr :<* 209.5 »17 SW etrntrel 4 pavl» . . • 11 36* 370 M>4 '.r* i iTartrabu..... • . . fr — — >55 5 — t-eNwtwi »le . . . . 10 • >72.5 Subenn . ■ . 83 85 84.5 84 Trarf*- OtX ' . . . ■ . 6 163 143 I4i Ul -stt c!r--lo»a . . • . fr — — 125 >84.» rthtrtfii« . . . I.H3-4 141 141.5 141.15 141.5 • . e 159 — ».25 >57.25 t-orfd, Svm .... » • . * — 138.5 >38 .TUT Crr-fra: . . . e • . . * — — 254 257 e'.t^rtrKrte » . . . e • < — 130,75 129 190 A.17 Cbcrtd«4.8 SA > «6». 75 tahvnl • 10 15 273,5 476.5 — «7« 465 k3 3 O. ö«t>00.25 .... e e » . e 103 163 >03.25 >03.6 • • 11 NO — 5rc- fcfurl a. W Serif» Sddufc- Abt» i-Uhr- Aut» SM Kur» Aur» Datum: ». 6- » 6 29. 6. ......7 I5V.5 150 .»9 149 rend .... 10 - 142.6 Efttzai letififlf ...... 8 >76 - — _ $»ao6 e Qttitaa .....10 >49 5 149 6 — • 2Au!lbeü «av=6cfe ... 15 — * 855 56n Ctocilr ...... 318 321 Ser •'.CTiftof .... 18 * * (94 71» Y'trt-'tj.........14 — — -K.-1 6.13 AtUiell »aftM.....IV 3>4 — 313.5 314 .Ornf-.otf «'t^feaViao . . . 1? v daUonenSurxrr Bcfla ... 7 8)9 24 «19.75 >29 223 1» 25 »fmrr«» .....- *■ 2)5.4 217 Tetnl-r TSoixn ..... 0 n: 1>2 >12.5 114.75 Tecafl ........ 0 — — 55.25 55.5 eNratxrff tinn ...... 5 112.5 in.» >13.75 114.75 Sufts. 8eec*..... . 10 — - 244 - liuoautL ....... 0 — '•*> -3.75 Cmfirn 4 .....6 —» 115 125 5-reben hrt.......* —• ** 279 ff- ...... 0 •VuraH. Ytdärmea ...... f _ 76 24.75 76,5 <4tttrrr ......11 135 —1 1J4.5 — öfT. 36.15 «> — *4", 114 — _ P ...... .fr in — — — fto» .........io 150 1« 149 149 »e'-erklr-M ...... fr 1fr 67.5 i -irrt Ibaffi ........ fr 111 110.75 _ r*frr. ^.--t*r.......V 130,75 — vcn-1 e ......* 210 _ cti*. .RrSrr ....... .fr 154 152 153 — Banknoten, _____Pertau 29 I mn »eU> One- TLmrrttmHfte 9?»ta ..... 4.159 4J7< PelffHie Toten ....... 54.45 5x,6» Icnt<6e 5Jotc: . ...... >11.« 118.27 Enal.-kche «tna........ *11.36 Ä 44 »ebücum«ti Derlm-Fraarfvt a. L. Berlin it HnnT — 1— ftramOHitbr Jtoren . pollondU-e Holm ...... ,1t iher Noten...... TTTi IM.K 22.04 111,C- U77» 168.84 II/. I* «orwegtl»- Noten. ... T-fDr<<6.Crfien . 1100 Krone» &8.fr4 V.i.W Jüimanlittt Holen...... 2.445 2 56'i e«nvr6ifd>e Note»...... edironwr Hottn ...... 111.9'. «.54 0fr.71 12,8fr ■ 112.19 80.fr» 88.99 12 I?’. Svanü-e Noten ....... Z<6rd)rf1eronf1f* «ölen . . Ungorttdx 'Soun ... 72.70 7» 00 Telegraphische 21 n « A » b I , n a 28 Jovi 29 (hmt amtlt*e t»eld Wetutano Vrie' (Untlicbr <*efb Romtunu nnrftj Sott >61,83 16t,Ib Üfr.fi- 'n. Kirt6 1.77b l,«77 Ul,91 1,7« f rfl jEbib tftTrtftizaiia jB.29 ui. n *8.5) 1 LZ,14 58.51 112,30 ÄcDenbagrn »I.U.J in,25 U«,Ut. 112, ff Crr^fboltn . 112.ZU 10,519 >18,42 112,15 112^37 (>elrirtgfort. 10,6:9 10,517 IO,5ff Kronen. . . 82,UU 82,04 22,005 «. 046 London 80,^33 8U,41f 30.4X7 20,427 Hrtrovt* . . 4.1,10 t.1690 1.1805 t. IX,4 . Ten«.... €4roeti . . 16.41 *.61 16,45 40,77 69.63 14.42 90,59 >8.46 W.7& l#.O3 epa-ha . M.W 68 89 wußte es vorher, daß ich einer Dame gegen- überstand. Einer Dame, die dem Leden gegenüber wehr- und hilflos ist. Als Sie meine gut gemeinte Hilf« am Schalter so kur; abwiesen, wünschte ich nur, sie Ihnen doch einmal beweisen zu können. Es gibt noch Männer, meine Gnädigste, — nein, ver- zeihen Sie, verehrtes Fräulein —, die die Frau achten, wenn nur die Frau sich selber achtet. Dazu wäre es nicht nötig gewesen, daß ich den Paß sah. Und wenn sic nun — iitzt das Tuch auch fest? — wieder mit in den Speisewagen kommen wollen, — dort dürste sich die ganze Sack)« am einfachsten entwickeln. Ucbrircn:. — damit Sie wissen, wessen Sekretärin Sie für die nächste Stunde sind — Koll- mann." (Fortsetzung folgt) „Innsbruck!" Die Schaffner schrien am Zuge hm, sic hielten in der weiten Halle, und verschiedene der Reisenden stiegen aus, drängten in die Wattclälc und versuchten Kaffee zu ergattern. Auch der Dunkle stieg aus. kehrte aber nach einer Weile ohne Resultat zurück. „Ich hätte Ihnen gern eine Erfrischung gebracht, gnädiges Fräulein, aber es ist nicht heranzukommen. Der Gcgenzug aus Italien ist fünf Minuten vor uns eingelaufen, die Leute beherrschen schon da» Feld." „Oh. für mich ist nicht» nötig. Ich habe Keks bei mir." Sie knabberte ein wenig aus Dem Handkoffer, mehr um ihn zu beruhigen, als rneil sie selber Hun- ger hatte. . Draußen ging der ältere Herr am Hbteil vorbei, und dunkel kam es Maria in den Sinn, daß sie ihn so auch einmal während der Nacht hatte vorübergehen sehen, daß er einen Augenblick angehalten hatte und daß seine Augen mit eindringlichem Forschen auf ihrem Gesicht geruht. Was wollte er von ihr? _ .. Sie glitten durch die Berge, und von allen weiten sahen sie neben dem Damm hin die Bergwosscr stürzen. Dav Unwetter war auch über den Hängen und Gipfeln nleberqegangen, cs schäumte und rauschte, und wieder hielt der Zug zweimal aus offener Strecke. Einmal mußte ein abgestürzter jelsblorf entfernt werden, die Arbeiter hantierten mit Hebebäumen und Eisenftangen schon stundenlang, das zweitemal drohte Gefahr durch Unterspülung. Schritt für Schritt schnaufte die Lokomotive über die bedrohte Stelle hin. „Eine Stunde Verspätung haben wir schon, sagte der Dick«, der Maria au» ihrer Ecke vertrieben halle. „Das wird nett werden am Brenner. Zoll- und Paß> revision und der ganze Zauber dauert sonst allein seine anderthalb Stündchen. Kann sich jeder freuen, der net ganz in der Ordnung ist. Die Herren Italianos dürfen net allzulang Hinschauen. Der Münchner V-Zug kommt eine gute otimb’ iad) UNS." „Kaffee!" riefen die Kellner und trugen die Tablette durch die Gänge. „Belieben die Herrschaft „Und da» Visum?" „Visum? Was ist das? Gestern abend sprach man schon davon im Abteil." „Die Erlaubnis der italienischen Regierung, ausge- fertigt durch den zuständigen Konsul, daß Sie nach Italien einrei|en dürfen. Es müssen Unterschrift und Stempel de» Konsulat» vorhanden sein." „Davon hat mir niemand etwas gesagt." Hilflos wie ein erschrockenes Kind saß sie vor ihm .La, was machen wir denn da? Müssen anädiAes Fräulein denn unbedingt weiter? — Verzeihen Sie, die Frage toar töricht. Jetzt wieder ganz nach Wien zurück —" „Können mir die Beamten hier denn das nicht erlauben? Ich bin doch keine Verbrecherin." Eie öffnete ihre Handtasche — ein wenig abgeschabt war die, aber der Griff von schwerem Silber in altertümlich kunstvoller Arbeit —, zog ein Paßhest hervor und hielt e» unschlüssig in der Hand. „Den Beamten ist solche Macht nicht gegeben. Ich fürchte — ich fürchte, e» bleibt Ihnen nur die Rückreise. „Aber ich kann doch gar nicht —" Sie biß sich auf die Lippen. Man sagt einem fremden Herrn nicht, daß kein Geld zur Ruckreile da ist. Der Blonde vom Nebentisch stand auf und trat hart heran. „Vielleicht wär« ich in der Lag« —" Er sprach vorsichtig und leise, aber men hatte nicht acht auf die kleine Grupp«. „Meine Privatfekretärm, die mich begleiten sollte, ist erkrankt und mußte in Wien zurück- bleiben. Ihr Paß ist dem meinigen angefügt. Wen» Sie gestatten —' Ohne ihre Antwort abzuwartciz, griff er nach ihrem Paß. nahm ihn aus der schlanken Hand, die sich nicht schnell genug um ihn schließen konnte, und sah hinein.. Ein kurze» Stutzen, dann eine Verneigung, und bann mit der gleichen ruhigen Stimme. „Gesicht: oval. Größe: mittelgroß. Haare: braun. Besondere Merkzeichen nicht vorhanden —" Ein Griff in die Brusttasche. „Dies Bild ist — zum guten Glück — ein wenig verschwommen. Das andere dürfte bei den sehr allgemeinen Beschreibungen stimmen. Wollen Gnädigste, bitte, sich Namen, After, Geburtsort gut merken." Und wieder, ihrer Antwort zuvorkommend, ein Wort, das fast ein Befehl war. „Sie haben die kranke Hand wieder vom Verband befreit, Fräulem Marnhold. Das ist unver- antwortlich. Legen Sie sie sogleich wieder in die ten Kaffee, flipfri, frische Brötchen —" E» mußte gut sein, nach der schlechten Nacht eine Tasse starken heißen Äaffee zu trinken. Aber hier in dem ungelüfteten engen Raum —. Als Hölle ihr Gegenüber die Gedanken erraten, sagte er: „Gnädiges Fräulein sollten in den Speisewagen gehen. Don acht Uhr an wird dort auch Raffte gegeben Wenn gnädiges Fräulein gestatten, daß ich den Führer mache —" und als sie folgsam hinaustrat, mit einer Verneigung: „Godesheim. Leutnant a. D. Zurzeit ein Mann des Stiftes." Sie neigte sich ganz leicht, wie eine hohe Dame, der ein Untergebener vorgestellt wird, und bat: „Gehen Sie voran. E» ist hier so eng." So schuf er ihr freien Weg, und al» sie im Speise- wagen nur noch einen leeren Tisch sanden, war es selbstverständlich, daß sie ihn mit einer Handbewegung zum Niedersitzen einlub. Allein am Nachbartisch sah der ältere Herr. Den Hut hatte er abgenommen, sie sah setzt, sooft sie au» dem gegenüberliegenden Fenster schaute, den ganzen energischen Kopf mit dem kurzen graublonden Haar, dem starken Kinn, der scharfen Nafe. Er aß und trank mit schnellen Bewegungen, las dabei in einer Zeitung, sie sah, daß es ein Berliner Blatt war, und achtete nicht auf seine Umgebung. ,Ln einer Viertelstunde haben wir die Grenze," fagte Heinz Godesheim. „Dann geht der ganze Trara los. Alpenjäger zu beiden Seiten des Zuges, daß auch nicht ein einziger unvorsichtiger Reisender entspringen kann. Zollbeamte in Schoren, Paßkontrolle, Kriminalbeamte — ein Aufgebot von hundert Mann, als bräche mit jedem Fremdenzug die ganze Kriegsgefahr aufs neue herein und Italien mußte sich seiner Haut wehren. Goll gnade bem, dessen Paß nicht allen Anforderungen entspricht! Keine Macht der Welt schafft chn über die Grenze." „3a, ich weiß. Ich habe einen Paß. der ist vor drei Jahren in Wien ausgestellt. Mit Bild und eigenhän- biger Unnterfchrist. Die gut, daß ich chn mftnahm. Damals fuhren wir nach Bayern, da muhte man auch einen Paß haben. Dorum machen die Menschen nur so viel Scherereien?" „Ausgestellt vor drei Jahren? Gnädige» Fräulein — Aber Sie hoben ihn doch erneuern lasten?" „Nein, roarum9 Das Bild ist noch ganz ähnlich." „Trotzdem —" Er sah sie *m sollen. Gründliche, lange Ausbildung de» Berufsheeres sei Borbedingung, aber zur Tcrtcibigung de» Vaterlandes muß jeder Waffenfähige vorbereitet sein. Also Berufsheer und DolkS- bccr. Auf Grund dieser Feststellungen kam Generaloberst von Seekt zu folgenden Schluhfolge- rungen. Sin der Größe und den Bedürfnissen deS Lattde» angepatzteS Berufsheer mit langer Dienstzeit, möglichst auS Freiwilligen bestehend, dazu ein System allgemeiner Wehrpflicht, militärische Jugenderziehung mit dem Ziel körperlicher Ausbildung, Sicherstellung de» ersten Materialbedarfes für da» FriedenSheer. Seekt auf Einladung de» akademischen politischen Klub» einen Vortrag über da» Thema. .Berufsheere oder Volksheerr". zu dem sich ein zahlreicher Krei» von Persönlichkeiten au» verschiedenen politischen Lagern eingefunden hatte. Der Vortragende nahm die Antwort auf seine Fragestellung gleich vvrwe beide, alfo für Beruf»!. ___ aussprach. «r gab eine historische Gntw:cklung de» Heeretzwesen» mit seinen drei großen Epochen, der Periode der großen Dölkerbewegungen. der Zeit der eigentlichen Berufsheere und der Zeit der allgemeinen Wehrpflicht, und kam mit Bezug auf den großen Weltkrieg zu der Feststellung, daß tn dem Wettstreit zwischen Mensch und ßanglamfabrfignal eingezogen. Aus der Unfalluntersuchung mutz bet Schluß gezogen werden, daß der Zustand de» bereit» regulierten gehobenen Teil» des Gleises und t-er Heber gang zu bem noch nicht regulierten tiefer liegenden Gleisteil irgendwie zusammen mü einer Hctxr- fchrettung der kckcnmäßigen Fahrgeschwindigkeit des Zuge» den Unfall verursacht haben. Es ist alfo nicht so. daß die Rcich-bahn di« Schuld, toi« cs teilweife behauptet wird, aus den toten Lokomotivführer schiebt, sondern sie macht gleichzeitig die an der Glei-arbeit beteiligten AeichSbahnstellen für das Unglück ver- anttoortlkb. Bei dem Ummendorfer Unglück ereignete sich der Unfall an einer Stelle, wo wegen 8 r- neuerungsarbeiten an der Strecke vom zweigleisigen Betrieb zum eingleisigen Betrieb über gegangen wurde. An dieser Stelle waren ordnungsmäßig Langsam - Fahrsignale :• !t und auch der Lok" er hatte vor sich auf der Lokomotive die Anordnung, daß vor Ginsahrt über die Deichenverbindung nur mit 45 Kilometer gefahren werden durfte. Bei der Untersuchung des Unglück» zeigte der Registrier st reifen de» GcschwrndigkeikömesserS. der anscheinend bis dahin einwandfrei gearbeitet hatte, 80 Kilometer mit einem jähen Absturz der Ge sch w i n b i g ke i t s k u r ve auf 10 b 1 s 20 Kilometer. Wenn der Zug 45 Kilometer gefahren wäre. mühte sich der allmähliche Uebcrgang auf diese Geschwindigkeit auf bem Registrierst reisen abgc^idjr.ct haben. Im Gegrni'atz dazu behaupten Lokomotivführer und Heizer, die Geschwindigkeit des ZugeS vor- schrtftSmätzig ermäßigt zu haben. Die genauen Untersuchungen des Oberbaues an der Stelle haben nicht ergeben, daß eine Lockerung der Cdjicnenbc'cftiqrng vor dem Unfall vorhanden war. DaS GleiS war für die relativ gerinne Geschwindigkeit von 45 Kilometer in der Stunde betriebssicher. Die Reichsbahnverwaftung ist selbst am meisten daran interessiert, bei einem Unglück den Uv- sachen ohne Rücksicht auf die Person nachzu- gehen und soweit wie möglich objettive Klarheit zu schaffen, damit Unglücke au» denselben Ursachen in Zukunft vermieden werden. SS wäre unklug von einer Verwaltung, iraend etwas verschleiern zu wollen, wenn eine Schuld vorhanden ist. Die Reichsbahn hat schon k^rze Zeit nach den beiden Unfällen keinen Hehl daraus gemacht, daß ihr die beidenUnglückS- fälle zur Last fallen. Raturgemätz ist e» bei jedem Unglück schwer, die Ursache zu re- konstruieren. Da die Reichsbahn durchaus bestrebt ist, zusammen mit den gerichllichen Stellen die Schuldfrage zu klären, darf die Oesfentlich- keit versichert sein, daß alle» getan wird, um die wirklichen Ursachen aufzudecken, damit im Interesse der Sicherheit de» Reisen» ähnliche Unfälle vermieden werden. Vermischtes. Eine Damc mit dem Auto tödlich verunglückt. Auf der Chaussee Waftertzdorf--Rudow verunglückte ein nach Berlin fahrende» Privatauto, da» von einer Dame gesteuert wurde. Der Wagen fuhr mit 80 Kilometer Geschwindigkeit gegen einen Baum. Die Führerin flog mit dem Kops durch di« Dorderscheibe und zog sich so schwere Verletzungen zu. daß sie nach wenigen Minuten starb. Die drei übrigen Insassen wurden schwer verletzt. Jehlspekolatlonen von Angestellten einer Bank. In der (tzeneralverfammlung der Nieder- rheinifchcn Bank-A.-G. Wesel-Dinslaken machte der Vorsitzende des Auffichtsrates die Mitteilung, daß trotz ausdrücklichen Verbotes der frühere Leiter der Bank und mehrere andere Angestellte persönliche Spekulationsgeschäfte gemacht Hütten, die unglücklich aus- liefen. Hierdurch und durch nicht genehmigte Ent- nayrne In laufender Rechnung find diefe Bankbeamten erhebliche Gelder schuldig geworden, die in die Hundetttauscnde gehen. Mit Falfchbuchungen und anderen Fälfchungen find bifjr Vorgänge dem Aufticht.rat verheimlicht worden, bis bei einer Revision alle» berauefom und ber Direktor unb bw Angestellten entlassen wurden. Deshalb würben in diesem Jahre keine Dividenden verteilt. Auch verweigerte bt< Generalversammlung dem früheren Vorstand rinftim- mifl die Onüdfhinp,. Em gerichtliches Verfahren ist bereit» im Gonge. Rätsel-Ecke o o n schlenkert im hellen unter einem dicken Affen. Walkasten.' (Jugend.) Der Dandettpott. Leisten-Rätsel. Im Hochsommer. Patachon, der schlanke, Flanellanzug Pat, der kurze, schwitzt Pelz. Dabei brütet die Gönne Kommt Ivgel: Auflösungen. Zufammcnflellaufgab«. Bernried — Hofheim — Kreuzburg — Laube- gast — Oderberg — Ruhland — Salzbrunn Stadtlohn. Die Buchstal'cn in vorstehendem Quadrat sind so umzustellen. daß Wötter entstehen, die senkrecht wie wagerecht gleichlautcn. Sie bedeuten: 1. Infekt; 2. Getreideart; 3. andere Bezeichnung für Schauspieler: 4. Haustier. Rösselsprung.Nebutz Bilderrätsel. Alles kann der Mensch lernen, nur Zartgefühl nicht. Die Narrenkappe. Splitter inb Sparren bem RedaktionStisch. Der pelz. Pat und Patachon fahren nach Berlin. Silben rät fei. 1. Delmenhorst: 2 Eger. 3. Reggio; 4. Willem»- dorp; 5. flnrbuu»; 6. Neumünster: 7. Dippoldiswalde AnSkauschräfsel. Haut — Kalb — Pott — Laut — Rosz — Lahr — Kurt — Chor — Bock — Zahn — Skalp — Damm — Hast — Fe» — Uhu. Die Endbuchstaben obiger 15 Wärter sind durch andere auszutauschcn, so daß neue Wötter entstehen, während die neuen Endbuchstaben, aneinander- gereiht, einen Kalendertag im Juni ergeben. Anagramm. Der Hafenbein au neuern Dort Erfolgreich umgestellt, Den trägt da» Wort von Ott zu Ott Und durch die wette Welt. Vilderrätsel. CrfläniungerätfrL . Ameise — Lende — Beule — Rohr — Eloge — ' Celle — Hocker — Talk — Dampfer — Ubier — Etat — Recke — Estrich — Nobler Albrecht Duerer. ÄrcmtoorirätfcL .Ader Pat, warum tragen Sie denn in der Hitze einen Pelz?" Poltert Pat: .Ich will auch einmal einen Pelz trnaar" .Da» können Sie doch im Winter tun ‘ .Olein, da» kann ich eben nicht. Im Winter trägt ihn Patachon." (Io Hann» RöSler) Anekdote oom llnbt. Die fünfjährige Hannelore quält immerzu: sie möchte einen Walkosten haben. Buntstifte weist sie zurück: sie will aquarellieren. Die Eltern sehen schon ihr Kind und die ganze Wohnung gebohlt, wünschen kein Malweibchen großzu- ziehen und sagen beharrlich nein. Al» der Großvater auf Besuch weilt, lauft er den Malkasten. Jetzt sitzt Hannelore am Küchen tisch und schmiert. Die Mutter tritt hinzu und Jagt, um die Liebe de» beleidigten Töchterchen- wiederzugewinnen: .Si, wo» kannst du schön malen, Hannelore. Du hast ja Talenti" Hannelore blieb ungerührt. Die langen Leiden de» vettannten Genie» haben ihr Herz verhärtet. Sie weist ihr« Mutter zurecht: .Talent hatte ich immer schon, aber keinen Silbenrätsel. Au» den 25 Silben: a» — chi — de — brach — d — fei — fest — fle — i — i» — la» — le — 1er — ma — mr — ni — o — pa — ran — scßef — so so! — iop - tot — v find zedn Dotter mit folgrnber Bedeutung zu bilden. 1. griechische Münze; 2. Krankheit; 3. Baum. 4 Südfrucht; 5. Fangschlinge; 6. Pflanze; 7. Kundgebung. 8. Kleidungsstück. 9. weiblicher Personenname. 10. deutscher Dichter — Sind die Witter richtig gebildet, ergeben die erste unb vierte Vuch stabenreihe, bcibemol von vorn nach hinten gelesen, eine spottliche Veranstaltung Magisches Quadrat. 1 e | e | e e i | 1 | i 1 E m | m m m 5 | 5 laut IBBI in ii IBL. 6176D usverkauf UM m Deien ifesefon 'WE Ä M HM- N 'J M kU?<. 4' ’M MM ' - ►; Beginn meines groben SAISON-AUSVERKAUFS Allerbeste Gelegenheit zu vorteilhaftem Einkauf aller Herrenmodeartikel, sowie Damen- Handschuhe, -Strümpfe, -Unterzeuge. / Auf alle Artikel gewähre während dieser Zeit trotz bereits billigster Preise 6277D 10% Rabatt WILHELM WIRSIG Fernspr. 1361 6elß - Loileriei I iDlo-lcparaMtti AoioiackieniDg ood Sattlerei Blech» und Kotflügelarbeiten Lieferung von kompletten Liefer- und Personenwagen sgbd Otto Faber Mübletrabe 21 / Telephon 1096 Karosseriewerke ✓ Fahneage Verlangen Sie überall: lug. des Hessen- Flieger-Vereine in Barmstedt. 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Sa»“?5 = t ^ZLLPLtZ r^^AZsSZZo- LKZZSM55 e s S2 2-2 " < L- »2-p o^S^cr" p n AMM axS3 Z 2-^2 * i 2 Mfi »S; 2==:. C <■'3'"; h«h|i-: >s»cr^X i C Nach Stabilisierung des Franken. Außenpolitische Umschau. Don Lr. Otto Loehsch, o. Prof, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. Die gesetzliche Stabilisierung des «ranken, beschloßen durch Deletz nom 25 Juni, ifl ein Vorgang von großer Bedeutung W-rdec »nmal baden sich die Bedürfnisse unh Gesetze der Wirtschaft al» stärker erwiesen, gegenüber Hnem politischen Willen, der noch anderer Aich. Frtfl gehen wollte. Denn Poincar,- hielt lange ran fest, daß der Frank .revalorisiert', b aus die alte Grundlage Aurückgebracht wer» den ntksse, unb er behielt sich den letzten (Snt- kchlust ba*u au- innen- und auhcnpolitischen Ge- LchtLpunkten vor, schob ihn immer weiter hinaus. As war klar, dah die Revalorisierung des Franken nicht möglich war. Unb Poincar»- hat sich, »ie er ja in seiner groben Rede offen und ein- drucke voll ou-gesühit hat. dazu burchringen Güssen, bah bas nicht zu machen war Da» an- «wmmene Gesetz seht für bcn Frank, ber vor jem Kriege einen Wert von 320 Milligramm Hold hatte, 65,5 Milligramm Gold fest, stabili- irrt hn gesetzlich also nur zu-m 5.2e i l seile» BorkriegSwertes .Zwischen diesen »bcn Zahlen liegen 14 Jahre Welt- Mschichte", schrieb ber .Figaro" ba^u. Dieser Satz Gewinnt mir bann einen wirklichen Sinn, wenn man auch in Frankreich sich an der Tatsache der (heruntersehung des Goldwerte» be» Franken ine Frage vorlegt, toa» nun eigentlich in finanzieller Beziehung au» dem Kriege gewonnen ’tt. Auch Frankreich geht verarmt, mit finanziellen Verlusten, au» biesen 14 Jahren Weltgeschichte hervor, denen nicht zuletzt gerade Vv i nea r 6 bcn unheilvollen Änstoh gegeben Die Debürfnisse und Gesetze ber Wirtschaft beben jetzt diesen Abschluß erzwungen, nachdem kV Frank tatsächlich schon seit 1'.', Jahren stabil t*r. R jemand bestreitet ba» grobe Verdienst, he» sich Poincar^ mit ber Stabilisierung erwor- len bat. auf die er nun widerwillig den letzten stempel mit dem Gesetzesart der Rückkehr zur tiolbtoäbrung drücken muhte. Frankreich ist so ziemlich da» letzte Land, das diesen Schritt hfl. Die unmittelbaren Folgen sind im Innern ■iOdj nicht abzusehen Wahrscheinlich ist Preis- (tfig-rung und Absatzstockung. aber in diesem vonbe, das in Europa die weitaus günstigste Ustrischaffsstruktur hat. wird da» sicherlich schnell überwunden werden. Das Land ist in der Haupt- che finanAtcll wieder in» Gleichgewicht gebracht Und die Krisis der französischen Währung als ne auch dort eintreten de KriegSfolge ist über- en worden, ebne das; die Hille des Aus- Ifrnbe», Amerikas, dazu in Anspruch genommen Ul werden brauchte. Ein Blick auf den Devisen- ™trat der Bank von Frankreich, ber jetzt burch Nc gesetzliche Stabilisierung bes Franken auf VJ eine ungeheuere Aufwertung erfährt, xeigt, Bit recht die hatten, die in ber stärksten Kris« wch gegenüber bcn gierigsten unb sinnlosesten .1«parationslorderunaen Frankreich» auf bessen iimstige Wirtschaftsstruktur unb grobe innere Hilfsquellen Hinweisen. Damit gewinnt der Abschluß ber französischen Währungskrise nun eine immer stärkere außen- poli tische Bebeutuna. Man barf nicht ver- irflcn, wie ba« in Äorba meri ka wirken kiuh. Man wirb bort fragen, warum Frankreich ' ch so sehr sträube, seine Schulden an Horb- Aerika in Ordnung zu bringen durch Anerken- mg eine» Schuldenabkommens, ohne bas Rord- merifa zu weiteren Schritten gar nicht zu be- Degen ist, und warum ein Frankreich, bas Diese Sinterung fertigbringen konnte, sich einer ver- nnltigen, '.nirttckiaftlich zu recht erligenhr D.hind» ing unb Girdlösung des Reparation-Problems übersetzt. Wir trauen Poincar^ bie Ginlicht u» zu. bab er bas voraussah, unb bab , gerade deshalb die gesetzliche Stabilisierung K Franken so weit wie möglich hinausschieben 39(1 tc. Run legt dieser Ausgang, zu dem er sich ge- pnmgen sah. der deutschen Regierung :ie Verpflichtung auf. sich unter reinen 11m- •rnben verleiten zu lassen, auf bas. was man He Ibee von Thoirv nennt unb was heute paincars auch noch vorschwebt. einzugehen. Jetzt örtnte e» ihm erst recht und doppelt passen, durch röt Mobilisierung der deutschen Obligationen röfn größeren Posten Geld in die Hand zu be- bemen, um Damit heraufziehenbe DrudenDe Der- >sLichtungen an Rordamerika abzubecken unb das p»ze Lchuldenabkommen weiter hinauszuschieben rt bamit eine grunbsätzliche Revision des Repa- rbonsproblcmS überhiupt. Lür niemand, der is Zusammenhänge wirklich ourchdenkt. kann es t<1.clbaft sein, dah Deutschland heute durch- :is keinen Grund Hit, sich auf diesen Vehr viel bedeuten, wenn nun nicht al» weiteres stgebnis der Frankenstabilisierung. derBu r g- reden unter den Parieren seinen Sinn ai seine Kraft verlöre. Man beobachtet ja ft in der Politik, dah für einen Staatsmann toibe auf der Höhe einer eben befestigten tenbar unerschütterlichen Machtstellung saft ILxr Rächt der Umschwung und Ab- >«rz beginnt Poincarö hat mit feinem Pro- 19nm einen ungeheueren Sleg in den Wahlen rfi 2lpril davongetragen, unb er hat mit einer ti^ofanten Mehrheit schliehlich die Stabil!- Jkxung der Währung durchgesetzt, zu der er sich : drängt sah. Sofort aber beginnt die Auflösung, iw 5mge erhebt sich in der Kammer unb unter id«n Parteien, die noch weniger al» jemals äon fest kristalisiert haben, ob der Weg nun i ch rechts oder nach links führe. Dank- mäeit ist kein Artikel, der im Parteileben De- ciLmng hat Man wird sehr bald nicht mehr n Poincares Verdienste denken, sondern von IP M=f ? .. cjos; c O’s —a — S6)»®2.55§2 = 3 »’S Ti?*'!? = nS.= ?,= 36?.’*' s ö..r- °s ■ "55 2 2" : 5 S e es heute geworden ist. einfach nicht gerecht werden kann. Diese Verkennung führt, w.e man lieht, zu Erschütterungen aber schwerlich in Bewegungen bis zum Aus- e-.nanberlan und AbfaN nom Gelamtstaate Ome in dieser Beziehung zu Reformen vorwärts- gehende Belgrader Politik aber w rd hd* um Io eher zu Gntlchlülsen durchringen können. Die für Jugoslawien notwendig und heilsam sind, wenn he die Sicherheit gewinnen könnte, dast ber Frieden dort nicht nur durch die Italienische Politik und den Wettlauf ber Grsstmächte auf der Balkanhalbinsel gestört wird. Denn selbstverständlich liegt da» stärkste A.-gument für einen Zentralismus der alten Art Darin, dast er allein unter Führung deS serbischen Element» Den Staat fest genug zusammen- fassen könne in der Selbstbehauptung nach aufien. Damit wird in gewisser Weile diese» Problem im Innern zum Problem ber Außenpolitik unb e» mündet ein in die Frage, ob eine fron- zösisch-italie Nische Verständigung überhaupt denkbar ist. Darüber hat Driano feine Gedanken und er hat ja auch erste An- läuft dazu gemacht. Poncarr beschäftigt sich schwerlich mit dieser Frage, aber bisher, seit den Wahlen vor allem, ist er doch immer mehr auch ber Exponent der Außenpolitik Frankreich» geworden Er hat Mussolini geantwortet und er spricht, soweit e» in letzter Zeit überhaupt in Frankreich geschehen ist. über die Austen- Politik Die geschilderte Wandlung in der französischen Innenpolitik wird bann vermutlich auch auf diesen Zusammenhang zurückwirken, toa» toohi bedeuten würde, dah Driand wieder etwas mehr Die Hände für seine Gedanken und seine Politik 'freibekäme! Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Die geschäftstüchtige Stimme aus dem Jenseits. (m) Madrid. Vor etwa Iahrcsjrift starb in Madrid der Romanschriftsteller Ioss di Alvorez. Sein Name blieb austerhalb der Grenzen von epanien unbekannt, in feiner Heimat jedoch stand er feit etwa einem Jahrzehnt in großer Mode. Die Stadt Madrid stif- tetc also eine (Fbrengrabftättc, die Leichenrede hielt der Vertreter der spanischen Dichierakademie (im Lande der Drangen gibt es eben auch eine solche Einrichtung!) und der .Kultusminister sandte einen eleganten Ilranz. Am nächsten Tag brachten die spanischen Zeitungen ausführliche Berichte über die wohlgelungene Beerdigung und damit war die Angelegenheit des verschiedenen Dichters einwandfrei erledigt. Die Freunde des Lerftorbenen gaben sich große Mühe, seine Braut, eine ebenfalls bekannte Schauspielerin am Madrider Staatstheater, zu trösten. Die junge Dame war aber trostlos, um so mehr, als die Bücher des Toten nicht so gut ..gingen- wie zu seinen Lebzeiten. Das undankbare Publikum vergaß gar bald seinen Liebling und die Bücher wurden überhaupt nicht mehr gekauft. Bis eines schönen Tages, vielmehr einer denkwürdigen Nacht, das „Wunder- aeschah, und eine Stimme aus dem Jenseits ertönte. Und zwar zeitgemäß durch's Telepon. Pünktlich um zwölf Uhr klingelte der Apparat im Salon ber Primadonna, die gerade das Abendbrot — so nebenbei mit dem besten Freund des verstorbenen — einnahm. Ahnungslos nahm sie den Hörer ab, da meldete sich zu ihrem Entsetzen der tote Bräutigam. Seine Stimme war — dank der vorzüglichen TelephonanlaAen im Jenseits — laut und deutlich. Er teilte zunächst mit, daß er im Himmel recht standesgemäß empfangen wurde und gleich neben Aristophanes wohne. Dann teilte er feiner „Verstossenen" mit, daß seine ungedruckten Manuskripte in einem Geyelmfach — ihres Toilettentisches versteckt seien und bat um schleunigste Veröffentlichung der noch unoerwerteten Arbeiten. Dann verabschiedete sich die Stimme des Toten und vergaß dabei nicht, den anwesenden Freund schön grüßen zu lassen. Was einerseits beweist, daß im Jenseits das Fernsehen bereits voll- kommen funktioniert und andererseits den Beweis erbringt, dah man „drüben" die irdische Krankheit Eifersucht nicht kennt ... Die nächsten drei Tage nach diesem Telephon- gefpräd) hatte die Diva Weinkrämpse. Am vierten Tage erzählte sie den Vorfall sämtlichen Madrider Redakteuren. Am fünften stand der Fall In allen Zeitungen, am sechsten suchte und fand Mademoiselle die Manuskripte, und am Ende der Woche unter- schrieb sie Den Vertrag mit einem Verleger. Das miliernächllilhe Tclephongespräch bildet das Vorwort des posthumen Werke», das in wenigen Wochen die zwölfte Auflage erreichte und feit langen Monaten den größten spanischen Buch- erfolg darstellt. — Das half's. daß sich zwischendurch der Spaßvogel meldete, dem das spanische Publikum feine „Sensation- und die Primadonna ein glänzen- de».Geschäft verdankt? Sein Mensch wollte ihm Glauben schenken. Die „Bcnutz'Rakele" von Florida. (•) N e u y o r k. Gründlich verfehlt wäre es. nähme man an, der europäische und insbesondere der deutsche „Ra- fetenrummeT sei in Amerika eine gänzlich unbekannte Angelegenheit. 3m Gegenteil, je mehr man von Erfolgen oder Mißerfolgen vom j en (eiligen Gestade das Atlantik hört, desto mehr begehn der Nationalstol.) im Pankeelande auf, unb verlangt, die U. S. A. müßten, koste es was es wolle, ihren Platz als Führer auf dem Gebiete der Technik behalten. Hinzu kommt eine ziemlich starke Dosts von Einbildungskraft, die man dem Amerikaner für gewöhnlich nicht zutrauen würde. Iedenlalls munkelt man ganz unglaubliche Dinge, die ba in aller Heimlichkeit hinter den Wänden der Erpenmentierfäle des „Raketenmannes- Goddard vor sich gehen sollen. Ad^r schließlich, hierzulande ist keine Sache viel wert, wenn sie nicht geschästlich ausgenutzt werden kann. Dos sagte sich auch Herr Roben E o n d e aus Tennestee, begab sich ins Land der Upperton nach Florida und begann in dem dortigen Myami eine groß angelegte Propaganda für die Weltraumfahrt. Er sammelte eine große Menge Geldes für den Bau einer interplanetaren Rakete, mit der er gleich zu- erst den Weg zum leuchtenden Lbendstern, zur Venus, antreten wollte. Als feine näheren und entfernteren Freunde, es gibt deren etliche Tausend, aber das Wunderschiff sehen wollten, wußte ober vielmehr mußte ber gute Eonbe sie vertrösten, weil, ja weil er mit bem Bauen noch gar nicht begonnen hatte. Da kam ihm ein glänzender Gedanke: er wandte sich an Den Magistrat von Myami, berief fich auf Jules Berne, ber sein Mondprojektil ebenfalls von Florida auffteigen ließ, und bat um die (Erlaubnis, die „Benusrakete- an Ort und Stelle au bauen, um die Oeffentlichkeil. gegen ent- sprechend es Eintrittsgeld nat.irlich, Zeu- gin des entstehenden Wunders der Technik werden zu lasten. Der prosaische Magistrat hatte dafür aber unerklärlicherweise nicht das geringste Verständnis. Er verweigerte die Erlaubnis der „Zurschau- fteCung gegen Honorar- und riet Conde, er möge sich erst einmal auf der Venu» umtun. Wenn er bann zurückkäme, wolle man die Sache noch- mal» wohlwollend in Erwägung ziehen. So der Magistrat. Und Eingeweihte wollen wissen, die Mrio- mefer, die Eonde Aur Venus schicken möchten, glaubten, daß auf diesem sonnennahen Planeten der Pfeffer besonders gut gedeihe. Da» Wanzenmuscum. (v) Budapest. Tine sonderbare „Entdeckung", die hier allseits schallendes Gelächter hervorrief, hat eine Schweizer Zettung gemacht. Sie bringt einen Artikel, der sich „Das iDanzenmuseum- betitelt, wobei u. a. den ungarischen Behörde der Vorwurf gemacht wird, sie hatten bei ihren Bemühungen, die Fremden durch Schilderung ungarischer Besonderheiten anzulocken, die Hauptsache vergessen, nämlich die Wanzen. Der Verfasser des Artikels, der übrigens streng wissenschaftlich gehalten ist, verwahrt sich energisch gegen den Verdacht, einen Scherz zu treiben oder gar spotten zu wollen und sagt wörtlich: „Ungarn interessiert die internationale Gelehrten- weit nicht al» die Heimat von Franz Liszt und auch nicht als die einer ritterlichen Nation, sondern diese Gelehrten wissen von Ungarn vor allem, daß es das beste, interessanteste und wertvollste Wanzen- museum der Welt birgt. Das Sammeln von Wanzen ist nicht einfach. Es gibt deren 14 000 Arien, unb das Budapester Nationalmuseum hat einer ent- sprechenden Sammlung zwei ganze Säle zur Verfügung gestellt. Wenn man diese Räume betritt, so sieht man mit Staunen, welch phantastische Arten von Wanzen es gibt. Da sind solche, die in allen Farben schillern, andere, die wie Hirschkäser aussehen. Nur ganz wenige erinnern an jene Tiere, die die nächtliche Ruhe des Menschen zu stören pflegen. Einige dieser Wanzen haben sogar Flügel unb sind, wenn sie diese ausbreiten, so groß wie eine menschliche Handfläche Die fliegenden Wanzen tragen die Eier auf ihrem Rücken. Allein in Ungarn gibt es 1643 Danzenarten, von denen jede durch ein männliches und ein werbliches Exemplar im Budapester Nationalmuseum vertreten ist. Sobald ein Gelehrter irgendwo in der Welt eine neue Wanzenart entdeckt und Näheres wisten will, muß er sich an das Buda- pefter Nationalmuseum wenden. Die ungaNschen Regierungskreise wisten offenbar nicht, welchen Schatz das Danzenmuseum in bezug auf die Anziehung der Fremden barftellt.- Die gesagt, sowohl Budapest als auch insbesondere bie Regierungskreise und mit ihnen das National- museum sind auf höchste erstaunt. Sie wußten es bisher wirklich nicht. Die Rache ded „tkrrürften*'. — Paris. Dor etwa Jahresfrist erregte in Paris ein eigenartiger Skandal allgemeines Aussehen: der in Frankreich ziemlich bekannte Schauspieler Pierre D a 11 o u r wurde auf eine Anzeige seiner Zimmer- Vermieterin hin ins Irrenhaus geschleppt unb einige Wochen dabehalten. Nach langem Hin und Her gelang es dann den Serteibigem des Akteurs, den Beweis zu erbringen, daß Daltour vollkommen normal und bie Anzeige ein Racheakt fei Der junge Mann hat eben die Liebe der alternden Dame nicht nur verichmäht, sondern sie bei jeder Gelegenheit öffentlich lächerlich gemacht und mußte diese Frechheit mit dem unfreiwilligen Aufenthalt bezahlen. Der Sensationsprozcß. der mit dem Siege Daltours endete (die Frau im gefährlichen Aller mußte ihm einen nennenswerten Schadenersatz zahlen), war keine schlechte Reklame für den Schauspieler, und so kam er auf die ausgefallene Idee, fein Abenteuer auch „literarisch- auszuschlachten. Er schrieb also ein breiartiges OuignoUDrama „Monsieur Legrain chez les fou> • (Herr Legrain unter Den Verrückten), in dem er in Form einer blutigen öatqre seine eigene Episode erzählt. Da» Stück wurde turzlich im Re- na:"ance Theater zu Pans r.ufgefubn, bie Kritik lehnte es einstimmig ab, unb Da* Publikum füllt — wie in solchen Fallen sehr oft — allabendlich Den Zufchauerraum bis auf den letzten Platz Kirche und Schule. H Manzenberg 25 Ium. Gel em nachmittag traten Die Gelblichen De» Dekanate» Hungen unter Dem Trritn von Dekan Engel- vbbornDolen zu einer gu achten Dekanats- konserenz tufammen. die von Pfarrer G r a f - Gambach mit Lchrifilefuna und Gebet und mit gemeinsamem Ge'ang eröffnet wurde. Vor Eintritt in Die ZageAorbuung widmete Der Vorsitzende dem am 1. August in Den Ruhest and tretenden und nach Gießen verziehetlden Pfarrer Veckel- ■ 20 Jahre in grobem «£ Mittelpunkt der Verdandlun- gen stand ein Referat von Pfarrer Ködding- U-berftaDt über .die urchristliche und gegenwärtige Milsion. ihre Motivierung und Lage' . an das sich eine rege Aussprache an chloß Vach Bekanntgabe verschiedener amtlicher Mitteilungen tourbc Die Konferenz geschlossen Hauptversammlung der hessischen Lehrerinnen. WSN. D a r m ft a b t, 28. Juni. Die diesiährige Hauptoersan, mlung des Hessischen Landes • Lehrerinnenverbonbes wurde durch die Mitgliederversammlungen seiner Landes- fachoerbänden an höheren Sdyulfn. des Hessischen Philologinnenverbandes und des Landesverbandes seminori,ch aebildeler Lehrerinnen an den höheren Schulen Hestens, eingeleitet. Die verschiedenen Fach- verbände, bie im Lehrerinnenheim tagten, behandelten die ihre Kategorien berührenden Sondersragen. Den eigentlichen Austakt zur Hauptversammlung bildete am Samstagabend im hiesigen Musikoereinssaal der Vortrag von grau Oberschulrätin Emmy Beckmann (Hamburg) über «Neue Fragen der Mädchenbildung", in dessen Mittelpunkt sie die alten Forderungen der Vorkämpferin der Frauenbewegung Dr. n.c.-Cange stellte, die höhere Dlubdxn- bilbung müsse der höheren STnabenbilbung pleichw.r- tig sein. Die Vortragende bejahte das '2lbitur für alle Lehrerinncnkatcgorien. auch der technischen Lehrerinnen. Die Losung der Frage: „Werden die in saft jedem Mädchen mehr oder weniger stark vorhein- ocncn praktischen, hausmütterlichen, pflegerischen und künstlerischen Anlagen und 9'eigungen durch die vor wiegend wistenschaitliche Bildung der höheren Schule nicht zu sehr unterdrückt", glaubte die Rednerin mit der Werkoberschule beantwortet zu sehen, gibt aber offen zu, daß hier das letzte Wort noch nicht gesprochen sei. Unter den Anwesenden bemerkte man bei dieser Versammlung Vertreter des hessischen Mini- teriums für Kultus- und Biidungswesen, des Stadt- chulamtes, ber beiden Kirchenregierungen. der hesst- chen Frauenvereine unb ber einzelnen Lchrerinncn. vereine, die ber Tagung Grüße und Dünsche übermittelten. Am Sonntag sanden bie geschäftlichen Verhandlungen bes Lanbesverbondes statt, bie in dem Willen auf gemeinsame Vertretung der Interessen der hessischen Lehrerinnenschaft und ihrer Erziehungsziele geführt wurden. Am Montag und Dienstag unternahm ein Teil der Konferenzmitglieber Besichtigungen oerschiebener Institute. Vundfunkprogramm de» Frankfurter Sender». (Au» der »RaDio-Umfchau".) Sonnlag, 1. 3a(1. 8 bi» 9.: Von Kassel: Morgenfeier, veranstaltet von der Svangelische-n Adventsgemeinde Kas'el. 11 bi» 11,30: Die Slternstunde. 12 bis 13: Don Kassel: Mittag »kontert. 15 bl» 16: Die Stunde der Jugend. 16 bi» 17,45: Don Heidelberg: Kundgebung deS Bundes der Deutschen So arvereine. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 19 bi« 20: Orgelkonzert. 20,30. Bunter Abend Anschließend bi» 0,30: Tanzmusik. Montag, 2. 3ufL 16,30 bis 17,45 Konzert des Rundfunkorchester»: Französische Opern. 17,45 bi» 18,05: Die Lese- ftunbe. 18,30 bi» 19: .Wa» muß ber Winzer von der Reblausbeläinpfung durch Rebenveredlung wissen?", Vortrag von Dr. W. Heuckmann. 19 bi» 19.30: Vortragszy!lus des LandeSjugend- amt» in Raffau: »Die Reifezeit der Jugend, ihr Wesen und ihre Bedeutung für die Eharakter- formung", Vortrag von Studienrat Dr Julius Wagner. 19,30 bis 19.45: Englische Literatur- Proben. 19,45 bis 20,15: Englischer Sprachunterricht 20,15 bis 21,45: Kammermusik-Konzert. 21.45 bi» 22,25: Namenlose Bergarbeiter-Dichter. Anschließend: Spätlonzert des Rund'sunkorche- sters: Ioharm Strauß. Dienstag, 3. Juli. 12,30 bi» 13,33: Von Kassel: Mittag-konzert. 16,30 bi» 17.45 Konzert drs Rundfunkorchesters: Operetten. 17,45 bis 18,05. Die Lesestunde 18.30 bis 19: Von Kassel: Stund: Der Lrndtoictschasts- lammer Kassel: .Welche Aufschlüsie gibt die chemische Analyse von Trink- und Rutzwafser". Vortrag von Dr Haun. 19 biS 19.30: Von Mannheim: Vortrag. 19,30 bi» 20: Die Schachstunde. 20: Don Dao Soden L Sinfonie-Konzert: Mozart. Mittwoch, 4. Juli. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bi» 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Gluck- Mozart. 17.45 biS 18,05: Die Bücher stunde 18,30 bi» 19: .Die griechischen Mysterien von Eleusi» und die Mysterien Des Mithras", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesier. 19 bis 19,15: Senckenberg-Viertelstunde. 19,15 bis 20: Französischer Sprachunterricht 20 bis 21: Opern-Konzert. 21: Der alte Bürgerkapitän, Frankfurter Komödie von Karl Malß. Lprechstttnden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener arueiger»'. Jür unverlangt eingefanble Manuskripts ohne beigefügfes Rückporto wirb feine Gewahr übernommen. G Mnjeigenaufttäge sind lediglich aa die «fchäftsftelle zu richten. n Große Gelegenheitsposten in Socken. /iffl £114) V ffV/Ilf ■ beginnt Montag, Strümpfen, Wäsche, Trikotogen usw. F den 2. 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