Nr. 125 Erstes Blatt 178. Jahrgang Mittwoch, 50. Mai 1028 Lietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck vnv Verlag: vriihl'sche Univerßlätr-vLch- und 51ei»drnSerel R. Lange in Sietzen. 5chriftlettnng und Geschäftsstelle: Schulltratze 7. XanaQmr von Bnjetgcn für die lagtinummer bi* ginn ‘JlaAmihag vorher. Preis ifir \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Drene örtlich 8. autmärts 10 Reichspsennrg- für Re. klamean;eigen von 70 n in Breite 35 Neichspsenmg, PiatzvorjchnN 20' mehr. Chefredakteur Dr. Friede, öiü). Lange. Derontwoniich für Politik Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Di H.llhyrwt, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchcin: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann. fdmtlid) m Giehen. Er Ich» int täglich autzei Sonntag, nnd Feiertag» Beilagen. (Btefjener FamiliendlSttei Heimat im Bild Die Scholle !RonatS'Beje6»preü. 2 Reichsmark und 20 Beichtpfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerBummern nfolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsfe: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten Bwjtiger Gieße». Postscheckkonto: Sranffnrt cm Main 1168S. Aus der Suche nach General Nobile. Don Andree bis Aobile. Verschollene Luflexpedilionen nach dem Nordpol. Mit banger Sorge hat die Wett in den letzten Stunden den -Bertauf der Nordpolexpedi- tüm de« Generals Nobile verfolgt. Nachdem das Ziel, die Gebers! iegung des PolS. glücklich erreicht war. mußten die Nachrichten, nach denen die .Italia" als überfällig zu betrachten ist, umso größere Bestürzung Hervorrufen. Welches Schicksal General Nobile und seine Begleiter betroffen hat, wird sich so rasch nicht feststellen lassen; die Arktis ist während des SonuncrS für AettungSerpeditionen durchaus unzugäng- l i ch. und wenn (ein Zufall den Verschollenen zu Hilfe kommt, kann es Monate dauern, bis wir etwaS Genaueres über die Ursache des Unglücks und den Verlauf der Expedition seit der letzten in die bewohnte Welt gelangten Nachrichten erfahren. Mit dem Unternehmen NobileS findet die siebente Expedition ihr Ende, die bis beute auf dem Luftweg den Nordpol erreicht oder zu erreichen versucht hat. Mit der Entwicklung der Flugtechnit mutzte sich natürlich die Erwägung aufdrängen, datz die Probleme der Polarforschung mit den Hilfsmitteln des Flugzeug- oder Luftschiffs wesentlich leichter zu Ibsen sein würden als vom Schiss aus, das mit den schweren Ei »Verhältnissen zu kämpfen hatte und, wie dies häufig geschah, in der furchtbaren Umklammerung der Eiömafsen erdrückt werden tonnte. Zudem erforderte eine Polarexpedition alten Stils eine Zeit von vielen Monaten und Jahren, während deren die Teilnehmer der Ervedition den furchtbarsten Strapazen und Entbehrungen ausgesetzt waren. Die Geschichte der Nelsen zum Nordpol ist eine erschütternde Epopöe menschlicher Leistungsfähigkeit und Tatkraft: zahllos find die Männer, die in der EiSwüste der Arktis verhungert und erfroren sind, die. entkräftet und von Fieberschauern gefchüttelt, leinen Augenblick ihr Ziel auS dem Auge ließen, die unter Mühsalen, von denen sich ein in Zivilisation und Komfort aufaewachsenes Geschlecht keine Vorstellung machen kann, ihr Unternehmen zum guten oder schlimmen Ende sührtcn. 3m Laufe der letzten dreitzig Jahre, in denen daS moderne Flugwesen aufgclommen und zu immer größerer Vollkommenheit entwickelt worden ist, find im Ganzen sieben Expeditionen durch die Luft zum Nordpol aufgebrochen. Der erste, der den Plan faßte, auf diesem Weg zu dem Ort der Unzugänglichkeit zu gelangen, war der schwedische Ingenieur Salomon August Andräe, der sich bereits vor seinem großen Unternehmen durch eine stattliche Reihe wissenschaftlicher Dal- lonreisen einen Namen gemacht hatte. Er entwarf 1895 den Plan, von Spitzbergen aus i m Freiballon den Nordpol zu erreichen. Als die erforderlichen Mittel beschafft waren, wurde auf Spitzbergen eine Halle zur Füllung deS DallonS erbaut Die Fahrt sollte 1896 beginnen. Der Ausstieg mutzte jedoch ausgegeben werden, weil der Südwind, ohne den die Flieger nicht ans Ziel gelangen konnten, auslttieb. Gin weiterer Nachteil bestand darin, daß die Insassen eines unlenlbaren Ballons keine Möglichkeit hatten, notfalls nach einer Stelle zu fliegen, wo sie in Sicherheit waren, und so konnte man dem Unternehmen von vornherein nur dann Hoffnung auf Gelingen machen, wenn ihm ein glücklicher Zufall zu Hisse kam. Als am 30. 3uni 1897 endlich die erforderliche Windrichtung festgestellt worden war, gab Andree den Befehl zum Füllen des Mlllons: am 11. Juli trat er mit seinen Begleitern Fränkel und Strtnd- berg die Reife an. Die drei kühnen Männer find nicht mehr zurückgekehrt und man weiß noch heute nicht, welches Schicksal ihnen beschieden war. Man nimmt an, daß sie bei einer Notlandung von ESkimos umgebracht worden sind. Anderthalb Jahrzehnte dauerte es nach diesem unglücklichen Flug, bis die großartige Entwicklung des Flugwesens auch der Polarforschung zugute kam. Die Unternehmungen, die während der letzten fünf Jahre auf diesem Gebiet mit und ohne Erfolg vollbracht worden sind, dürften noch in allgemeiner Erinnerung sein. So unternahm im Zähre 1923 der berühmte Schweizer Flieger M111 e l h o l z e r, der sich durch seine ilcbcrfliegung des schwarzen Erdteils einen Namen gemacht hat. einen Flug über Spitzbergen nach dem Nordpol. Ein Magnetfchaden verhinderte ibn, ans Ziel zu gelangen. Zwei Jahre später hielt das Schicksal Amundsens die Welt Wochen hindurch in Spannung Der Entdecker des Südpols startete am 21. Mai 1925 mit zwei Flugzeugen von Kingsbay aus nach dem Nordpol, geriet in die gefährliche Zone des Nordpoleises und war einen ganzen Mo - nat hindurch verschollen. Trotzdem gelang es ihm, dem Tod zu entgehen und mit seinen Gefährten auf einem Flugzeug glücklich in die Welt zurückzukehren. Wenn er auch sein Ziel, den Pol, nicht erreicht hatte, so war er ihm doch außerordentlich nahe gekommen: jedenfalls war der Punkt, bis zu dem er damals vordrang, der nördlichste, an den bis dahin ein Mensch gelangt war. 3m Jahre darauf machte er sich erneut, begleitet von Nobile, mit der ,Norge" auf, um von Spitzbergen aus nach dem Pol und von da nach Alaska zu fliegen. Aber ein Glücklicherer kam ihm zuvor: am 9. Mai 1926, zwei Tage vor dem Abflug der .‘Borge", überflog Kommandant Byrd mit feinem Begleiter Lloyd Dennet in einem Fokkerapparat den Nordpol. 3m April dieses Jahres hat dann, als vorletzter in der Reihe der Polarflieger, der Amerikaner W i l k i n s einen Flug von Alaska über den Nordpol nach Spitzbergen unternommen. O. U. Die norwegische Silssexpeditton. Lüyow Holm von Tromfö in Lee gegangen. Oslo, 30. Mai. (1DIB.) Die norwegische Regierung sandle, wie bereits gemeldet, Leutnant Lühow Holm nach Spitzbergen, der gemäß den vom Berteiirtgungeminifterium und Kapitän R i f- s c r Larsen auegearbeitden Instruktionen nach General Nobile suchen wird. Nach einer Konferenz mit dem Gouverneur von Spitzbergen wird Leutnant Lühow Holm die Vorschläge für die weiteren Nachforschungen unterbreiten. Lützow Holm und sein Flugzeug sind ans der „Hobby" eingeschifst worden, welche um Mitternacht nach Spitzbergen in See ging. In Kingsbay sind keine weiteren Nachrichten von der „Italia" eingefroren. Die „Cifta di Milano" Hot die italienischen Alpenjäger in zwei Ableitungen an Land gesetzt: sie werden, von zwei Norwegern begleitet, versuchen, die wijde Bag an der Nordküste Spitzbergen, zu erreichen. Starker Dind verursacht die Bildung von Treibeis an der Nordküste. Die Verwaltung der Kohlengrubengesellschaft von Spitzbergen hat ihre ausgezeichneten hundegefpanne sür die hitfvexpedi- tlon zur Aussindung Nobile» zvr Verfügung gestellt. Die Versuche de« Hilfsfahrzeugs werden in Spitzbergen für ziemlich aussichtslos gehalten, da das Packeis jedes weitere Vordringen unmöglich macht. Die Witterung ist andauernd schlecht. Ls herrscht dichter Nebel. Verstimmung in Oslo. Italien will selbst eine Hilfsexpedition entsenden Oslo, 29. Mai. (WB.) (Fine heute abend ausgegebene amtliche Mitteilung besagt, baß auf die Bitte des ItalHenifdjen Gesandten die norwegische Regierung die Frage einer größeren Hilfsexpebition für die .Ltalia" erwogen und auch bereits gewiße Vorbereitungen getroffen hat. Am Sonntagabend sprach die italienische Regierung ihren Dank für die norwegischen Bemühungen aus, erklärte jedoch, daß sie die Ausführung des Planes einer größeren hilsserpedition hinauszuschieben bitte. Die italienische Regierung ziehe s e l b st die Frage in Erwägung. „M orgenbladet", dessen einer Chefredakteur Ramm seinerzeit an dem Fluge der ,,'Jlorgc" teilgenommen hatte, schreibt zu oiesem Kommunique der norwegischen Regierung, daß die italienische Zurückweisung einer norwegischen hilssexpedition für die .Htalia" formell zwar unanfechtbar sei, der Sache nach jedoch eine Kränkung der norwegischen Regierung darstelle. „Wir würden uns freuen," so fährt das Blatt fort, „wenn die Haltung der italienischen Regierung keine 2Ienberung in ben Plänen für bie erste Hilfe Hervorrufen würde. Wir hoffen, daß ihre Der- wirklichung die größeren Anstrengungen c r • leichtern wird, die die italienische Regierung unternehmen wird, um General Nobile und seine Gefährten aufzufinden, deren Mut und Forschergeist alle Norweger zu schätzen wißen, ohne an die Schatten zu denken, bie bie llnstimmigkei- ten auf bie norwegische Expebition vom Jahre 1926 warfen, als Nobile unter norwegischer Flagge biente. Ernste (Sorge in Rom. Rom, 29. Mai. (Tel.) An die zuständigen Stellen werden nach tote vor von allen Seiten Anfragen über das Schicksal der .Italia" gerichtet. Der König hat angeordnet, ihn über den Stand der Rettungsaktion auf dem laufenden zu halten. Die Königin hat durch eine ihrer Hofdamen der Gatttn des Generals Nobile ihre zuversichtliche Hoffnung auf die Rückkehr deS Nordpolfliegers ausdrücken lassen. Auch der Papst hat um sofortige Verständigung auch bei Nacht ersucht, sobald Nachrichten von Nobile vorliegen. Die Spannung in ganz Italien ist umso größer, als man sich sagen muß, daß noch Tage vergehen können, ehe Meldungen von den ausgesandten RettungSexpeditio- nen vorliegen können. Der Senat begann heute mit der Beratung des Luftfahrtbudgets. Zu Anfang der Sitzung erklärte Präsident Tit- toni, Italien warte mit lebhafter Besorgnis, doch voll Hoffnung auf Nachrichten von Nobile und seinen Gefährten. Er widmete ihnen Worte glühender Bewunderung und inbrünsttge Wünsche. Mussolini schloß sich Tittoni namens der Regierung an. Die italienisch-südslawische Spannung. Gegenseitige Beschwerden. Beide Mächte fordern Genugtuung für die Ausschreitungen. Budapest, 29.Mai. (WB.) Die von dem italienischen Gesandten in Belgrad. General B o d r e r o beim jugoslawischen Außenministerium. überreichte Note wegen der italien- feindlichen Demonstrationen in Laibach, Gebe nico und Spalato ist in einem sehr ener- gischen Ton gehalten. Der Sektionschef Bakotitsch. der in Abwesenheit des Ministers des Auswärtigen den Gesandten empfing, brachte sofort das Bedauern der jugoslawischen Regierung über die Zwischenfälle zum Ausdruck, wies aber gleichzeitig auch daraus hin, daß in zahlreichen italienischen Städten jugoslawien- feindliche Demonstrationen vorgekom- inen feien. Er betonte auch, daß der Innenminister eine Verordnung erlassen habe, wonach alle Behörden aufgefordert werden, die italienfeindlichen Demonstrationen zu vereiteln und nötigenfalls sogar mit bewaffneter Hand ein- zuschreiten. Er zeigte dem Gesandten auch die amllichen Berichte über die Demonstrationen, wonach die Polizei überall daS Vermögen der italienischen Staatsbürger sowie der italienischen Firmen und die diplomatischen Vertretungen Italiens gegenüber den Demonstranten in Schutz genommen hat. Gendarmerie und Polizei habe in mehreren Fällen von der Waffe Gebrauch gemacht. General Bodrerv nahm diese Mitteilungen zur Kenntnis, betonte aber, daß die sich wiederholenden Demonstrationen in Jugoslawien die Beziehungen der beiden Cänber sehr ungünstig beeinflußten. Sektionschef Da- kotitsch erwtderte, daß diese Demonstrationen durch die Verfolgungen in Italien provoziert worden feien und daß die Belgrader Regierung es für ihre Pflicht halte, in Rom hiergegen die notwendigen diplomatischen Schritte zu unternehmen. Diese Vorstellungen sind inzwischen von jugostawischer Seite erfolgt. Der jugoslawische Oefanbte in Rom, Raki t sch. hat bei dem italienischen Staatssekretär für Auswärtiges. G r a n b i. wegen der in ver- schiedenen itallenischen Städten gegen Jugoslawien vorgekommenen Zwifchenfäl^, die auch an dem Vermögen jugoslawischer Untertanen Schaden verursacht hatten, schriftliche Vorstellungen erhoben. Es wird darin u. a. daraus hingewiesen, daß in Zara faszistische Demonstranren jugoslawische Geschäftsläden geplündert und sogar den jugoslawischen Konsul, Simitsch. tätlich angegriffen hätten. daß ferner in mehreren italienischen Städten d i e ferbische Fahne h e r u n te r ge r i f f en und das Bild des Königs Alexander zerfetzt worden sei. Die jugoslawische Regierung könne diese Demonstrationen nicht ohne weiteres hinnehmen und sei angesichts der langen Reihe von Anlässen zu Beschwerden genötigt, Genugtuung zu fordern. Staatssekretär Grandi teilte mit, daß die italienische Regierung ihre Antwort schriftlich erteilen werde. Blutige Sinbenien- benwnjtrationen in Belgrad. Kampf mit dcr Polizei - Auch im Lande schwere Ausschreitungen. Belgrad, 29. 2TlaL (TA.) Nach den italien- feinblichen Kundgebungen am Pfingstmontag, die von der Polizei bald zerstreut wurden, kam es in den späten Nachtstunden zu neuerlichen Kundgebungen. Die aus dem Heimweg begriffenen Studenten wurden daraus vor dem vom König kürzlich gestifteten Studentenheim von der Polizei angegriffen. Die Studenten flüchteten in das Studentenheim, die Polizei folgte ihnen jedoch auch dorthin nach und lieferte den Studenten mit blanker Waffe ein förmliches Gefecht. Dabei wurden zehn Studenten schwer und 26 leicht verletzt. Die Studenten zogen sich dann nach dem ersten Stockwerk des Heims zurück, während sich die Polizisten auf die Straße begaben. hieraus griffen bie Studenten die Polizei und herbeigeeilte Gendarmerietruppen vom ersten Stockwerk aus mit Wurfgeschossen an. Als solche dienten sämtliche Einrichtungsgegenstänbe, Küchengeräte und sonstige in ben Zimmern be- sinblichen Gegenstänbe. Die Gendarmerie antwortete darauf mit einem Steinbombarbement und zertrümmerte sämtliche Fenster des Studentenheimes. Die Studenten riefen der Polizei zu: „Ihr Mörder, ihr Mörder der äugend, ihr Sklaven Mussolinis? Mr ziehen aus dem Studentenheim aus! Ihr seid Königsmörder!" Diese Dorfälle haben in allen politischen Kreisen die größte Aufregung hervor gerufen, die Studenten beabsichtigen, sich zum heutigen Dienstag persönlich beim König zu beschweren und drohen mit dem Sertan en der Universität und des Studentenheims, falls ihnen keine Genugtuung aegeben wird. Die Universität ist inzwischen für drei Tage geschlossen. Der Sei- grober Polizeipräfekt stellte in einem Kommunique fest, daß das energische Eingreifen ber ©cnbanncrie bei den Demonstrationen durch das Derhalten der Studenten heroorgerusen worden sei. In dem Kommunique wird weiter die Bevölkerung ausgesorberl, jebt Ansammlung IN ben Straßen zu vermeiden, da die Polizei keine M a n i • sestationen zulasten b ü r f e. Infolge des energischen (Eingreifens Der Polizei bei ben bereits gemeldeten antutalienischen Kundgebungen in Spa- lato, Scbenico, Haram, Susak und anderen Stödten konnten in den Pfingstfeiertagen größere Ausschreitungen im allgemeinen verhindert werden. So gelang es der Polizei insbesondere, in Laibach die Menge davon abztihalten, von dem Gebäude des italienischen Konfulates die Fahne hernnterzu- holen. Indesien wurde an einer anderen Stelle er Stadt eine italienische Fahne in Stücke gerissen In Agram wurde nach einer Proteftoerfarnm'ung der Studenten, in der eine Resolution gegen bie Ratifizierung ber Nettunovertrage mit Italien angenommen würbe, ein aus einer Zeitung ausgeschnittenes Bilb Mussolinis ver- b r a,n n t. Bei den Demonstrationen würben verhaftet in Agram 45, in Laibach 14, in Ragusa 8 Personen. Bei dem Voraehen der Polizei wurden sowohl in Ragusa wie in Agram mehrere Personen verletzt. 0er Rattenfänger von Paris. Poincarö unb Deutschland Von unserer Berliner Redaltion Auch der Neid muß eS Herrn Poincarä lassen: die Kunst der Regie versteht er meisterlich, ckr hat in Frankreich bei den Wahlen einen Sieg erfochten, der ohne jede politische Bindung zunächst nur seiner Persönlichkeit galt, und hat nun volle Freiheit, ftch nach rechts ober links zu entscheiden, batauchaußenpolitisch die Möglichkeit, den Kurs zu steuern, den e r sür nützlich hält Wie dieser Kars sein wird, davon hängt nrcht allein für Deutschland, sondern auch für die Cntwicllung Europas eigentlich alles ab. Er selbst ist viel zu llug. um sich sestzulegen er verläßt sich daraus, daß seine Dergangenl.it über seine Grundeinstellung ja keinen Zweifel laßt, er hat aber doch in jener Rede von (Sarcaffomte vor den Wahlen Möglichkeiten eröffnet, die zunächst nur darauf berechnet waren, auf die Wähler der Linken beruhigend zu toir.cn und ihm Widerstände aus der Well zu schof'en, die ihm vielleicht hätten unbequem werden können. Auch Poincar6 hat ja nicht verge' en, daß die Wahlen von 1924 für seine Deut'ch- landpolitik ein vernichtendes Urteil bedeuteten: daS Ruhrabenteuer, das Deutschland ruinierte, ohne Frankreich die erhofften Goldmilliarden zu bringen, löste seinen Sturz aus, der Sturz des Franken brachte ihm Ten Wiederaufstieg. Mit der Angst vor einer neuen Inflation hat er seine Mehrheit bisher bei'ainmen gehalten. Er wird aber die Stabilisierung der sranzösischen Währung jetzt nicht länger hinausschieben können, und dann ist der Zeitpu.i't gekommen, wo er neue Ziele zeigen muß. um sich aus dem Burgfrieden in eine innerlich einheitlichere Mehrheit hinüberzuretten. Inzwischen hält er es für llug, in Deutschland den Glauben zu erwecken, als ob er g a r nicht der böse Mann sei, als der et mit Recht verschrien wurde. Unb das macht er, wie wir zu geben müssen, sehr geschickt. Er hat sich zunächst einen Redakteur des „Vorwärts" kommen lassen, jetzt hat er den Vertreter der ,Do'ji- schen Zeitung" eingeladen und sich mit beiden sehr eingehend über die europäische Lage unterhalten. Interviews gibt er grundsätzlich nicht: selbstverständlich, denn dann müßte er ja etwas Positives sagen. So hat er den Herren angeb i h sein Herz ausgeschüttet, sie aber gleichzeitig zum Sttllschweigen verpflichtet, so daß sie nur über persönliche Eindrücke berichten können, die allerdings, wenn sie richtig wären, ergeben müßten, daß ein Friedensengel im Vergleich zu Herrn Poincare ein besserer Kriegsgott ist. Es hat einmal eine Zeit gegeben, wo gerade von der deutschen Linken her die Parole übernommen wurde, Poincar«' bedeute den Krieg. Heute schwören sie daraus, daß er uns den Frieden bringen wird. Freilich mit Einschränkungen. Aber die Möglichkeit einer »gefunden Realpolitik" hat Herr Poincare bieten deutschen Zeitungsleuten doch oorgegau'elt; wenn auch auf weite Sicht. Don einer Rheinland- rä u mun g möchte er nicht gerne fprechen. Dafür will er wohl von Deutschland reue Zusagen in Sachen der Kriegsentschädigung, ohne selbst etwas dafür zu geben. Wir bleiben diesen Sirenengesängen gegenüber skeptisch. Herr Poin- care weiß, daß er die Verständigung mit Deutschland jeden Tag haben kann, sobald er will. Freilich nur unter der Voraussetzung, daß fie nicht einseitig auf Deutschlands Kosten erfolgt, daß wir nicht immer nur zahlen und zahlen, sondern endlich auch einmal eine Erleichterung und ein Ende dieser Lasten abfeßen können. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Berlin, 29. Mai. (WTB.) In der ersten Hälfte der Monats Mai ging bie Zahl der Hauptuntev- ftüßungsempfänger in ber Arbeitslosenversicherung von rund 729 300 am 30. April auf 642 200 am 15. Mai, also um rund 87 100 ober um 11,9 v. H. zurück. Dieser Rückgang entfällt wiederum mit 84 700 fast ausschließlich auf bie Männer, während sich die Zahl ber unterstützten Frauen auch diesmal nur wenig (um 2400 ober 1,6 o. H.) verringert mit der E i n ten eilends die Felder verlassen. Bisher liegen Meldungen über Verluste an Menschenleben nrcht Die telegraphischen Verbindungen sind viel- ro erben, die übri einem Conboner Oie Wetterlage. G(eßen 3«r nächsten Tagung des Völkerbunds gröberen Fragen zu behandeln rate-, d» am die der vor. fach sind unterbrochen, auch zahlreiche Lanbst rasten unpassierbar geworden. Beim Fischraub tödlich verunglückt. umstürzte und Die sechs Insassen Drei von ihnen konnten gerettet gen ertranken. Groher Dlamantendiebstahl auf Bahnhof. Ffir, beide *n Künd Dom Äünfl 8ach bet j bat «ar Die nicht anders zu erwarten war, ist damit also das Urteil des Hohen Hanger Gerichtshofes in der Frage der Anrechnung der liquidierten Güter zu ungunsten Deutschlands ausgefallen. Damit gewinnt jedenfalls die Skepsis der deutschen Reichsregierung eine gewisse Berechtigung, die bekanntlich seinerzeit in dem Kampf um daS Krieg sschädenschlußgesetz immer wieder erklärte, dast sie selb st nur einen Teil der Schadensforderungen entschädigen könnte, daß ein Teil wohl auf dem Wege beigebracht werden sollte, dast man versuchen würde, durrh- zusehen. die Gutschriften der Aeparations- kommission von den Daweszahlungen a b z i e h e n zu können, eine Aussicht, die aber auch von Re- aierungsseite niemals als hoffnungsvoll hingestellt wurde Die Geschädigten hatten auch ihrerseits niemals mit einer Lösung in positivem Sinne gerechnet, weshalb sic ja auch beharrlich an ihrer Forderung festyielten, dah das Reich ihre Schäden wiedergutmachen müsse. schiedene Derwaltungsgemeinschaslen abzuschlie- sten. Hier wird besonders an das Oberverwaltungsgericht gedacht. Ranking, 29. Mai. (WB.) Aus die 18. Mai von der japanischen Regierung an haben wird, gehen als Vertreter Deutschlands nach Genf: Staatssekretär v. Schubert. Ministerialdirektor Gaus, Ministerialdirektor von D i r k s« n und Gesandter F r e h t a g. Am Pfingstsonntag besuchte der französische Senator ßueien Hubert, der Vorsitzende der Senatskommisfion für auswärtige Angelegenheiten und Vertreter Frankreichs beim Völkerbund, den Rcichstagsabgeordneten Prälat K a a s in Trier. Wie verlautet, sind zwischen den beiden Politikern in längerer Unterredung Fragen besprochen worden, die in beiden Ländern infolge der soeben abgeschlossenen Wahl vor allem auch auf dem Gebiete der auswärtigen Politik zur Zeit im Vordergrund des Interesses stehen. Haag. 29. Mai. (IDB.) Die heute im Haager Friedenspa lost betann! gegebene Entscheidung des Haager Schiedsgerichtes über die Auslegung der Bestimmungen des Dawcsplane» ist für D e u t f ch - land unünstig ausgefallen. Das Schiedsgericht hak alle drei Fragen, die ihm auf Grund des zwischen der deutschen Regierung und der Re- paralionskommission am 8. September 1927 abgeschlossenen pariser Schiedsvertrages norgelegt wurden, verneint und entschieden, dah 1. weder die Reinerlöse deutscher privater Güler. Rechte und Interessen, die von den alliierten Mächten liquidiert und gemäß § 4 der Anlage zu Artikel 298 des Versailler Vertrages behandelt worden find oder werden und bezüglich deren kontenmühige Verrechnungen zwischen Deutschland und den beteiligten alliierten Staaten staltgesunden haben oder durch deren Inanspruchnahme eine Befriedigung von alliierten Ansprüchen erfolgt ist. anger edjnef werden können, noch 2. die Reinerlöse solcher privater Rechte. Güler und Interessen, die nicht gemäß §4 Der Anlage zu Artikel 298 des Versailler Vertrages behandelt wurden und nicht den Berechtigten oder der deut- s.hen Regierung freigegeben worden sind ober werden, noch endlich 3. die Zahlungen, die die siamesische Regierung in den Dafjren 1925 bi- 1927 an die Reparationskommission geleistet hat. auf die von Deutschland auf Grund des Dawes- planes zu leistenden Iahreszahlnngen angerechnet werden. Eingreifen eine flagranteDerlctzung der territorialen Una'bhängigkeit dar- stellen würde, da die Aufrechterhaltung von Frieden und Ordnung in der Mandschurei allein der Südregierung zukommen. In Meran wurde nach dem jüngsten Vefchlust des P o d e st a verfügt, dast die alten Ramen der Sirasten Italienssierl werden tollen. Aus Grund dieses Beschlusses werden die Strahen und Plätze ltalienischc Ramen erhalten, die Erinnerungen an groste Italiener oder an für Italien bedeutende Ereignisse des Weltkrieges wachrufen. Meine politische Nachrichten. Zur Ehrung der tn der Seeschlacht vor dem Skagerrak Gefallenen und zur sichtbaren Erinnerung an diesen Tag ordnete der Herr Reichspräsident im vergangenen Jahre an. dast künftig am Jahrestage der Schlacht d i e Wache vor fernem Wohnfitz durch die Reichsmarine zu stellen fei. In den Tagen vom 30. Mai bis zum 1. Juni wird triefe Ver- ordnung erstmalig ausgeführt werden. Die Wache wird nebst Lpielmannszug und Mustkchvr in diesem Jahve vom Flottenkommando gestellt. sPree| ung des Deutschen südchinesischc Regierung gerichtete Rote, in vor hen Folgen einer Ausdehnung der Kämpfe auf die Mandschurei gewarnt wird, hat die Südrcgierung nunmehr eine Antwort erteilt, in der es heistt, dast ein japanisches StadentenhauseS in Danzig, um dessen Entstehen sich Dr. Leskc besonders verdient gemocht hat. Ueberfchwemmuugeu in Äanaba. Durch Steigen des Wasserspiegels des Sankt John-Sees im Rordoüen der Provinz Quebec! find infolge des Anschwellens oer in den See mündenden Flüsse große Ländereien überschwemmt. Mehrere Dörfer stehen bereits unter Wasser, und zahlreiche 'Bauern must- Siebzigjährig entschlief in Bonn der frühere Regierungspräsident von Koblenz. Fritz von Scherenberg. Der Verstorbene, dec sich allgemeiner Deliebheit erfreute, war vorher Polizeipräsident von Frankfurt a. M. und Landrat in Mettmann. Frih ”■ Seh" w-nn % haben f Ä1 Hebe SH Jänner. r Maden -u nttMem 6* Machten, w Si lvöre ma» zu a so dnns Ni Herkehl dringendes ropa nach wird tDO.,1. Jcrkchrsm^ fernungen Zeit zu uc trifit den sich ' um bic darum. ( finden, aü nm heute eine vollki Birnen. Ä Nr 3dee. vurde. di< Immer ist «gangen, foixit von sprechen tw bekommen, auch mit d Deiche wir dürfer war, der Lösung fli bezwange iS ati bi fuhrst. Ur Tat haben geseht, ha Theorie ri Jervollkom bleiben. Mtzlieb (bisembl W bar heim wird Maus de MarMa 1 dem tzufem iottr tzui fsd für d steh vom liche Seat Büffel i < «cgcn die mit 2lbli sind. Die dlni, Sc die 6ouff. nach wie t ^gleicher ledrxh im ^ehre.G nett, Te LmmMstiMkSpmch des SmzerSchledsgekWs Um den Erlös des liquidierten deutschen Privateigentums. Aus aller Welt. Wilkin4 und Etelsen besuchen Berlin. Berlin, 29. Mai. (DB.) Arn Mittwochnachmittag zwischen 4,30 und 5 ilfrr dürften die beiden Polflieger Hauptmann WilkinS und Leutnant (Sielfen mit dem Flugzeug von Kopenhagen kommend, im Berliner Flughafen ein treff en. Der Generalsekretär deS Aero- arctic-Vercins, Hauptmann Walter Bruns, sowie Professor D e r s o n vom Vorstand der Gesellschaft, der Vorstand des Berliner American- Club, E y e t, und verschiedene Journalisten haben sich beute vormittag in dem breimotorigen Jun- kersflugzeug D. 1000, daS auch dec Einholung der Sllcger nach Berlin dienen soll, zur Begrüßung Willins und Gielsens nach Kopenhagen begeben. Die Strecke Oslo-Kopenhagen haben die beiden Polflieger mit dem regelmäßig verkebren- den Flugzeug „Rocco" der Deutschen Lufthansa zurückgelegt. Der Verein Aeroarctic plant für Mittwochabend ein Bankett, bei dem die Pol- flieger über den Verlauf ihrer Fahrt Bericht erstatten werden. Wilkins und 6ielfen werden übermorgen mittag vom Reichspräsidenten empfangen. Danach findet ein Frühstück im Kaiserhof statt. Später ist eine Sitzung im Preußischen Landtag vorgesehen, wo die ilebec- reichung der Silbernen Medaille der Geographischen Gesellschaft an die Flieger erfolgen wird. Lllcnds findet ein Tee im Hotel Esplanade statt, am Frei.ag eine Fahrt durch Berlin mit einem Frühstück im Rathaus, woran sich eine Besichtigung der Stadt onschliestt. (Eine Entschließung de» Deutschen Cefrreroereiu». Auf der Tagung des Deutschen Lehrervereins in Braunschweig sprach Regierungsdirektor Pretzel-Derlin über den Stand der Lehrerbildung im Reich. 3m Anschluß daran gelangte eine Entschließung Annahme, in der es u. a. heißt, dah der 'Deutsche Lehrerverein den Gang der Entwicklung, den die Reuregelung der Lehrerbildung in den deutschen Ländern nach der Verkündigung der Weimarer Verfassung genommen habe, mit wachsender Sorge verfolge. Wenn auch einzelne Länder eine der Verfassung im ganzen entsprechende Ordnung durchgciührt hätten, so könne doch die in anderen getroffene Regelung al« befriedigend und mit der Ver al'img im Einklang stehend nur zum Teil oder überhaupt nicht angesehen werden. Der Deaifche Lehrer- Dem jüngeren Teilhaber der führenden Antwerpener Diamantenfirma I. W. Tas wurde bei feiner Ankunft auf dem Liverpool-Bahnhof in London ein Portefeuille mit Brillanten im Werte von 240 000 Mark gestohlen, fiurx bevor der Zug in die Bahnhofshalle einlief, hatte sich Tas noch von dem Vorhandensein der Tasche vergewissert. Bei der Begrüßung einer befreundeten Dame wurde sie ihm aus der zugeknöpften Brust lasche entwendet, ohne daß er auch nur die geringste verdächtige Bewegung ober Berührung wahrnahm. Schon die seinerzeitige Stellungnahme der Repa- rationskommission war ja an und für sich ausschlaggebend genug und eS hätte sich eigentlich der Weg einer Appellation an den Haager Gerichtshof erübrigt, wollte daS Reich wenigstens nicht alle Versuche, die möglich waren, aufgreisen, um dartun zu können, daß es nichts unterlassen hat. die Lage der Geschädigten zu erleichtern. Zu dem Urteil selbst kann man natürlich, solange nicht die Begründung vorliegt, (eine eingehende Stellung nehmen. Juristisch wird es gewiß korrekt fein, denn die Kleber Parteilichkeit deS Hohen Haager Gerichtshofes ist wohl in keiner Weise anzuzweifeln. Es handelte sich im Grunde genommen ja auch nur um eine Auslegung des Dawesplanes, inwieweit er überhaupt eine Anrechnung der Gutschriften der RLparationskommission in bezug auf die liquidierten Güter zulassen würde. Da in dem alten Urteil des Gerichtshofes die Anrechnung der Prämienfätze bei den Soz-.alverfich-rungen anerkannt worden war. in bezug auf die privaten Güter jedoch ein Vorbehalt gemacht wurde, insofern nämlich, als sich das Gericht seinerseits wenigstens noch nicht für in der Lage erklärte, in dieser Frage zu entscheiden, konnte und mußte jedenfalls die Regierung den neuerlichen Wrg einer Appellation an den Gerichtshof oerfudjen. Gewiß wird man auch and'. r Ansicht sein können als der Haager Gerichtshof: dies hängt selbstverständlich von der persönlichen Auslegung des Dawesplancs ab. Da aber auch der Dawesplan gwade in bezug auf feine diesbezüglichen Bestimmungen durch eine ziemlich klare und eindeutige Interpretierung ausgezeichnet ist, kann man wohl aanehmen, daß rein sachlich gar kein anderer Schluß gefunden werden formte als der, den man im Haag fand. Die Begründung wird jedenfalls hierüber die genügende Aufklärung erbringen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn man von der allgemeinen Seite an diese Frage herangeht. Cs ist selbstverständlich eine geradezu unerhörte Maßnahme, die sicherlich auch seinerzeit beabsichtigt worden ist. neben den IahreSzahlungcn aus dem Dawesplan auch noch die Reinerlöse deutscher privater Güter, Rechte und Interessen, die von den alliierten Mächten liquidiert worden sind, nolens volens einzu- behalten. 'Bei der bevorstehenden Beratung um die Revision des Dawesplanes sollte man jedenfalls auch diese Frage als symptomatisch auf greifen. Wenn auch die Reinerlöse keine übergroße Summe darstellen, so haben sie den alliierten Mächten doch immerhin ein ansehnliches Kapital erbracht. hat. Die Zahl der Hauptempfänger von ffrifen« Unterstützung sank von rund 162 400 auf 142 900 ober um 12 v. H Die Zahl der Notstandsarbeiter ist in dieser Berichtszeit wiederum gestiegen, und zwar um 1,7 o. H. Sie betrug am 15. Mai rund 91 900. Avch keine Parteibesprechungen. voreilige Couloirgerüchte. Eigener --rahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 30. Mai. Was in der vorigen Woche nicht alles an Besprechungen führender Parteileute stallgefunden haben soll, läßt sich kaum übersehen', ledcnfalls hätten die Tage der vergangenen Woche nicht ausgeretcht, sollten diese Beratungen tatsäch lich stattgefunden haben. Gewiß kommen tagtäglich Nerchstagsabgeordnete in den Wallotbau, vor allem solche, die nun neuerdings diesem hohen Hause angeboren. manchmal stehen auch drei oder vier Abgeordnete verschiedener Partelen zusammen, und bann wittern diejenigen immer, die dies beobachten, eine Sensation, zum mindesten eine neue R e - gier u ngskombi Nation, einen neuen Mini- ftsrkandidaten und dergleichen mehr. Auf diese Art und Weise sind jedenfalls all die Kombinationen entstanden, die in den letzten Tagen die Oeffentlich- keit mehr oder weniger beunruhigten. Es hat jedoch noch keinerlei Besprechung der Partei- offiziäsen stattgefunden. Auch die Führerkonferenz des Zentrums, von der vielfach gesprochen wird, und an der Florian Klöckner teilgenommen haben soll, ist leere Kombination. Die Zentrumspartei wartet vielmehr ab, in welcher Form die Sozialdemokraten an sie herantreten, und wird erst dann ihre Entschlüsse auch in personeller Hinsicht treffen. Als erste Parte! wird die Sozialdemokratie zusammentreten Und zwar hat sie ihren Parteiausschuß zum 6. Zuni nach Köln ein- berufen. Das Zentrum tritt aller Wahrscheinlichkeit nach am selben ober am kommenden Tage in Berlin zusammen. $ o I f 5 p a r t e i wie Demokraten halten sich noch vollkommen zurück und dürften erst in den elften Tagen des Juni ihre Entschlüsse treffen. Wahrscheinlich wird sich bann Staatssekretär Dr. Meißner mit den Partci- führern in Verbindung setzen, um im Auftrage des Reichspräsidenten die'parlamentarische Lage zu sondieren. Erst dann wird festgestellt werden, welcher Parlamentarier mit der Regierungsbildung beauftragt werden soll. Die Esmmeriagung des Hessischen Landtags. ast sechzig VeraLmrasPunktc. 'Darmstadt. 29. Mai. (Wolfs). Das Pro- aramm zur 24. Sitzung des hessischen Landtages, die am kommenden Montag beginnt, umfaßt nicht weniger als 58 Punkte. Trotz dieses Umfanges ist aber anzunehmen, daß das Pensum in zwei Tagen erledigt werden kann, da sich auch eine Anzahl weniger wichtiger Fragen darunter befinden. Dem Plenum liegen 12 Eingaben aus der Devöllerung vor. deren persönliche Rot oder Beschwerden sie veranlaßt, letzte Hilfe von den Abgeordneten zu erreichen, nachdem meist alle gesetzlichen Mittel und Wege erschöpft sind. Kommunistischen Wünschen entspringen 21 Anträge, die zum Teil bereits bei der Etatsberatung gestellt, aber nicht behandelt wurden. 'Sie betreffen vor allem Forderungen auT schulpolitifchem Gebiet. Wie im Ausschuß werden sie auch irn ' Plenum keine Annahme finden. Der Gesetzentwurf über die Wahlen für Gemeinde 1 und Gemeindeverbände, über den sich - die Parteien im Ausschuß nicht einigen fonn- * ter. wird auch dem Plenum vorliegen, das jetzt , die Entscheidung treffen soll, ob die kurz vor dem Inkrafttreten des neuen hessischen Gemeindewahlgesetze« gewählten Bürgermeister, deren Amtszeit nach den alten Bestimmungen nur sechs Jahre läuft, auch für die Dauer von neun Jahren als gewählt gelten sollen. An wichtigeren Punkten sind noch da die Regulierung der Ridder und Ridda. die verschiedenen Anträge auf vermehrten Wohnungsbau im laufenden Jahre und die Veranlagung zur Grundsteuer, die aber wohl gemäß den Ausschutzbeschlüssen auch im Plenum ihre Mehrheit sicher haben und glatt über die Bühne gehen werden, damit bereits am Mittwoch kommender Woche vor den Sommerferien der Landtag seine D:sichllgungsiahrt nach Michelstadt und Lindenfels im Odeitwald unternehmen kann. Oie Regelung der Sondergebäudesteuer in Hessen. Darmstadt. 29. Mai. (Landespressedienst.) Vom Finanzminister wird mitgeteilt: In dem in der Presse erschienenen Bericht über die Fina n sausschuh-Sitzung des Landtags vom Mittwoch, den 23. Mai, ist irrtümlich von dem Antrag Dr. R i e p o t h gesagt, daß er angenommen worden sei. Der Antrag, die Regierung möge alsbald ein Gesetz über die Regelung der Sondergebäudesteuer mit weitgehenden Erleichterungen für die Steuerpflichtigen vorlegen. und bis zur Verabschiedung des Gesetzes die im vorjährigen Entwurf vorgesehen Erleichterungen ab I April 1928 in Kraft treten zu . lassen, ist jedoch gegen vier Stimmen durch Regierungsantwort für erledigt erklärt worden. 'Sie Regi rung hält den gegenwärtigen Zeitpunkt zur Vorlage des gewünschten Entwurfs nicht für geeignet, weil aller Voraussicht nach diese Steuer vom 1. April 1929 einheitlich für die Länder durch Reichs- gefetz geregelt wird. 3m Wege von Anweisungen an die Finanzämter vor Erlaß des Gesetzes die im Entwurf vorgesehenen Erleichterungen eintreten zu lassen, hält die Regierung rechtlich nicht für möglich. Berwattungsreform in Thüringen. Weimar. 30. Mai. (Priv^Tel.s Gegen- toärlig finden zwischen der Reichsregierung und Thüringen Verhandlungen mit dem Ziele einer lieber tragung der thüringischen Rechnungskammer auf den Rechnungshof des Deutschen Reiches statt. Die Verhandlungen nehmen einen günstigen Verlauf. Die llebertragung der Geschäfte soll schon zum 1. Oktober erfolgen. Man denkt in thüringischen Kreisen weiter daran, die thüringischen Hochbauämter den Finanzämtern anzugtledern, eine Maßnahme, die das Reich für fein Hochbauwesen schon vorgenommen hat. Wie Weiler verlautet, schweben Verhandlungen der thüringischen Regierung mit der Regierung Sachsen-, die ebenfalls zum Ziele hal>en. Der* (Ein Förderer des studentischen Wohnungswesens. Rektor und Senat der Technischen Hochschule Danzig haben den Stadtbaurat Senator a. D. Doktor - Ingenieur Leske in Dresden in Würdigung seiner Verdienste um das studentische Wohnungswesen und wegen feiner tatkräftigen Förderung der Danziger Hochschule während feiner amtlichen Tätigkeit als Senator in Danzig die Würde eines Ehrenbürgers verliehen. Diese Ehrung stcht im Zusammenhang Eine japanische Aote an den Völkerbund. Tsinanfu in japanischer Beleuchtung. Genf, 29. Mai. (WTD.) Das japanksche Ratsmitglied Adatci. Botschafter in Paris, hat dem Generalsekretär des Völkerbundes eine ausführliche Darstellung seiner Regierung über die Zwischenfälle zwischen japanischen und chine- fischen Truppen zur Kenntnisnahme und Weiterleitung an sämtliche Mitglieder des Völkerbundes zugestrllt. Das Begleitschreiben des japanischen Botschafters wie auch die Darstellung seiner Regierung selbst nehmen formal keinen Bezug auf die Rote der Rankingregierung an den Dölkcrbundsrat. Die japanischr Darstellung enthält nach einer eingehenden Schilderung ähnlicher Zwischenfälle des letzten Jahres die Erklärung, daß die derzeitigen japanischen Truppensendungen nur den Zweck haben. Leben und Gut der japanischen Staatsangehörigen zu schützen und keine Intervention in die militärischen Operationen darftelle. Dis Truppen würden in dem Augenblick zurückgezogen werden, in dem sie nicht mehr nod- wendig sind. Güdchina protestiert. verein erhebe aufs neue die Forderung, daß dem klaren Sinn und dem Wortlaut der Verfassung gemäß nach den Grundsätzen, die für die höhere Bildung allgenrein gälten, die Lehrer ihre allgemeine wts enscha tliche Dorbi düng durch daS volle Durchlaufen einer )ur Hochschulreife führenden höheren Schule und chre berufswisien- schastliche Ausbildung durch ein mindestens dreijähriges Studium auf einer vollwertigen Hochschule erhielten. Er mahne die Reichsregierung an ihre durch die Verfassung ihr auferlegte Pflicht, in diesem Sinne die Lehrerbildung durch ein Reichsgesetz für daS Reich einheitlich zu regeln. Die deutsche Regierung hat die Einladung dec königlich spanischen Regierung zur Teilnahme an der im Jahre 1929 stattfindenden Internationalen Ausstellung in Barcelona angenommen. Zum Generalkom- mrffat der deutschen Abteilung auf dec Ausstellung ist Dr. Georg von Schnitzler, Vorstandsmitglied der I.-G.-Farbenindustrie, ernannt worden. Am Pfingstsarnstagabend geaen neun Uhr vergnügten sich sechs Burschen im Alter von 14 bis 19 Jahren mit Kahnsahren auf dem Elsenz-See. Kaum hatten sie den Kahn bestiegen, als dieser " " ins Waffer fielen. Beim Fischen in der Löcknitz bei Berlin in der Röhe der Rüdersdorser Kalkberae verunglückte der Bergarbeiter Dummer tödlich. Dummer hatte eine Flasche mit Spreng st off gefüllt und wallte diese ins Wasser werfen, als sich vor- .zeitig das Pulver entzündete und explodierte. Der Bergarbeiter, der am ganzen Körper schwer verletzt wurde, brach besinnungslos zusammen und st a r b, ehe noch ärztliche Hilfe eintraf. Durch den starken Luftdruck wurde ein zweiter Arbeiter, der wenige Meter von Dummer entfernt stand, umge- rissen und verlor die Besinnung. Er trug aber glücklicherweise keinerlei Verletzungen davon. Der Bergarbeiter Dummer hatte nicht dieErlaub- n i 5, in der Löcknitz zu fischen. Um möglichst schnell einen ergiebigen Fang zu machen, wandte er das verbotene Mittel an, Sprengstoff im Wasser explodieren zu lasten. Drei junge Burschen beim kahnsahren ertrunken. ©rfoftr-Hn 9 "knr, »aeiw K6t<*L e-onia eweett e-tge* # 5cm« 6 Vwjr« • "rt« X XN eichtet O51 y -’llfO*' •,tur*«54roß-Rcchtenbach unter Leitung von Friedrich Kuhl (Groß-Rechtenbach), der Gemischte Chor von Groß- Rcchtenbach unter Leitung von Heinrich Schuster und der Männerchor Groß-Rechtenbach unter Leitung seines 82 Fahre alten Dirigenten Friedrich Kuhl (Groß-Rechtenbach). 00 Klein -Rechtenbach, 29. Mai. Altem Brauch gemäß fand hier am ersten Pfingstfeiertag auf der „Pfingstweide" ein christliches Wald f e st statt, das sich eines guten Besuche», besonders auch aus den umliegcnbeii Gemeinden des Hüttenbergs erfreute. Pfarrer Cappell (Klein-Rechtenbach) hielt die Festansprache über Joel 3. Im übrigen wurde das Fest durch Gesangsoorträge des hiesigen Männerchors unter Leitung von Lehrer Knoche verschönt. Schweres Autounglück bei Wallmerod. WER. Wallmerod (Westertoald), 29. Mal. Hinter unferm Ort, in ber Rähe von Freilingen, ereignete sich ein schweres Autounglück. Der Kraftwagen des Kaufmanns Michels auS Dornholzhausen bei Bad Homburg, ber von dessen Gattin gesteuert würbe, geriet plötzlich, von ber Laichst raße ab unb stürzte, zwei Bäume mit umreißend, bie hohe Böschung hinunter. Michels, ber schwerverletzt unter dem Wagen hervorv^zogen würbe, e r • l a g bald darauf seinen Verletzungen, ©eine Frau wurde schwer verletzt in das Krankenhaus gebracht. Der Chausseur wurde leicht verletzt, bie betben Kinber kamen mit bem Schrecken bavon. Berliner Börse. Berlin. 30. Mai. (WTD. Funkspruch.) Im heutigen Frühverlehr ist ba« Geschäft zwar noch sehr still, bie Tendenz ist aber im Einklang mit der Befestigung gegen Schluß ber gestrigen Reu- Yorker Börse wieder entschieden freundlicher. Die Kurse konnten leichte Erholungen erfahren. Farben nennt man 276, Siemens 349 zu 50 und AEG. 192.50. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,02, Mailand 92,66, Spanien 29,20. im Alter von 26 Jahren. Heuchelheim, den 30. Mai 1928. E'ioei iibö la Grubensand ntdit unter 3)) am. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31 Mai. nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Gießener Straße 27 aus, statt Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilhelm Philipp Rinn nicht unter 200 qm, hell u. »rocken. mooL Umtausch eiter Ree erklingen Nähere« durch Mikyto-’M Seliigu. Pull- o. Maurersand ab Grube Marburger Straße frei Ver wend ongsst eile billigst K. Sier, Im Gartfeld 2 Telephon 1561 Telephon 1561 !IIssI!NW!sIW!ttI!!lI!ssWs!NWIIIIW«Itt!IlIUIIW mit Elniahrt und Gaiaae. z. 1.Oktober oder sväter geinchr. etoriftl. Angebote mit Preisangabe unter 5349D an den Gteß. Änz. erbeten. Für die io so reichem Maße erwiesene Teilnahme bei dem schweren Verl aste unseres unvergeßlichen Erich sprechen wir allen auf diesem Wege unseren tief empfundenen Dank aus. Heinrich Boch und Frau. Gießen (Rieaelpfad 82. den 90. Mai 1928. 5072D Gestern morgen 4'/, Uhr entschlief sanft nach schwerer Krankheit unser lieber, teurer Sohn, unser guter Bruder, Schwager und Onkel Otto Rinn || Vermietungen | Sonnige 14-Zimmer- Wohnung aeg. Tringltchkens- schein zu vermieten. Lchriltl. Angeb. uni. (>4112 an den (Sieg. Aozeiqer erbeien. tönt möblierte« Wohn-u.Scb^a zimaer evtl, auch 1 Zimmer, in guter Lage. *u Derm. Zu etfr. m ber Geichft. b.^.g.iHlir) Peos. Brand; ?;“*u Seaa. aObL Ximeer, fit» Kteha. Ta . IMS, | Mietgesuche | MöbelsabrikCarlStückrath Asterweg Nr. 47 Gießen Eteinstraße Jlr. 56,58,60 Haltestelle der elektrischen Straßenbahn Asterweg (grüne Linie) Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer Küchen Einzelmöbei poistermöbel Gardinen, Teppiche Linoleum Billigste preise, günstige Zahlungsweise 5296D Junger Kaufmann luchi einfach wöbl. Zimmer für sofort. Schrtltl Hngebote uni. 04125 an en Gieß. An« Laden mit anstoßendem glmmcr oder zwei belle V^rterre- rauwc für sofort ob. 1. Juli geiucht. 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Sonntag: Hoot Glbeon in seinem neuesten Film von Cowboys, Knallerei und Schaukelpferden in 6 spannenden Akten: Rummelplatz „Wildwest“ Ferner: 5851c Charleston ist Trumpf Sieben Akte aus einer jungen Ehe. In der Hauptrolle: Reginald Denny u. Laura la Pinnte. Weinftube Seibel Einzigftes Wein-Reftaurant mit lehr fchön gelegener Garten-Wirtfchaft 5156D 5352 D Männer- u3 ötclczetl" Qualität, 1.50 2.75 4.05 0.85 2.25 0.35 2.65 8.75 17.50, 13.50 moderne Ausführung, 23.50,16.75, 148a benzusammenstellung.. . Bade-Mäntel Ludwigsplatz Bekannt durch die Güte der Ausfchankweine. Sanitätsrat Dr. Schliephake von der Reise zurück Submission. Die LandeS-Hcil- und Pflegeanstakt Gießen vergibt hiermit im Wege des öffentlichen Anerbietens pro Rechnungs- jahr 1928 die nachfolgenden Verbrauchs- Zriedr. Seyd & Sohn Selterowcg 12 Empfehlungen | Sollänöe AnaeischeUfische fstr. 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Die einzureichendcnWarcnmuster müssen getrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift „Muster zum Ausschreiben vom 29. Mai 1928" versehen sein. Angebote, die diesen Vorschriften nicht entsprechen, bleiben vorweg ausgeschlossen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Direktion der Landes-Hell» und Pflegeanstalt Gießen. ____________________________________5362D MAN-Artikel MWMüien.SmWWkl Edgar Borrmann, Eisenwaren. Fräulein perfekt in Buchführung für sofort gesucht. Anzufragen c-,Kirchcnvl. 15. Tüchtige«, l"'" MW für die Küche bet hobemVohn gesucht vo4el Lchüv. Sauberes, steiniges Küchenmädchen zum sofortigen Eintritt gesucht. ,MeD Frau Uli Kalbfleisch. Barmen, Gewerbeschulstr. 56. Tüchtiges Mädchen nicht unter 18 I. für Hausarbeit f. sofort gefacht 5303D H. Rnllniaun, GaübauS znr.Nrone, Nidda iSDberh-i. Stellengesuche! 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Ast oui Leipzig gewonnen w iichen Haust Obrrsirchenv für Ob-ches einem Posau Hohheim uv schloß die -5 fand irr bei fang. in der Pfarrer D. hielten, M. \;\ 2ind verlahi Leh nach seinem zusiedeln. 3 memdc gestc Dohlergeher rwmcn. D uitfi Gesang» Lbsatzgenoffei ntr und zull 0 Saubc seierlrg sand veihung t sallenen des' stch unter Dm lDiriaent Di fraiWschen . aus. Auch au Lilnchmer a ’W traten Stadtschulen. JWtftttbetetr den ÄlängcT wegte sich t der.Unterp Sattens. Tia Rochelle vorc vor. Hieraus 2ohn st, t .Fern ii ^gen die be Mtronie“ Äeallehrcr H sanden Velef Ooi V «h stzt a Marianne ur grauen, der Mn Hinflui Z"Ä7 ÄLL' wWv, Vst tolbex Früchte, lvcih Ohr Sa »§In,cr Ä Mr etwas und ih schiebt Ant r -Hh ^Ugi Ur. 125 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhessen) Mittwoch, 30. Mat 1928 Oberhessen. Laur . S «ietzcn. OO»(ein'2inben,29. Mai. An den Wingfh feiertagen unternahmen di- hiesigen beiden eoangel, schen Jugendoereinigungen Fahrten nach Darm» und dem Odenwald. Während der Samstag und Sonntag der Besichtigung der otten Lutherstadt Worms und dem Besuch der dortigen Jugendoeretnigungen gewidmet war, wurde am zwei- (en Feiertag im Verein mit der Wormser Jugend eine Wanderung nach Bensheim, Auerbach, Auer- bacher Schloß, Melibokus und Zwingenberg unternommen. Den Teilnehmern, rund 50 an der Zahl, werden die auf der Fahri gewonnenen Eindrücke un- vergeßlich bleiben i-, Steinbach. 29. Mai. Der Landwirt und langjährige Holzhauermeister In der Fürst!. Obersörsterci Sich, Heinrich Kehler I. und seine Ehefrau feiern am 1. 3uni daS seltene Fest der diamantenen Hochzeit. DaS Jubelpaar steht im 86. bzw. 81. Lebensjahre und erfreut sich noch recht guter Gesundheit. Zu dem Familienkreis zählen neun Kinder und 19 Enkel, wovon aber bereit« zwei Kinder und fünf Enkel verstorben sind. T Kloster ArnSburg. 29. Mai. Noch selten hat das Jahresfest des evangelischen RettungshauseS in ArnSburg so diele Besucher nufzuweisen gehabt als in diesem Jahre. Dielleicht 2000 Personen mögen es gewesen fein, die dem Gottesdienst in den Klostermaucrn beigewohnt haben. Der Posaunenchor von Holzheim mit seinem Leiter Engel hatte die Begleitung der Gemeindegesünge übernommen. AlS Redner waren Pfarrer D. Leible au« Leipzig und Pfarrer GI ock auS Mainz gewonnen worden. Auch die Familien des Fürstlichen Hauses von SolmS-Hohensolm«-Lich und Oberkirchenrat Wagner. der Superintendent für Oberhessen, wohnten der Feier bei. Mit einem Posaunennachspicl de« Posaunenchors von Holzheim über eine Phantasie von DiktorKahl schloß die Hauptseier. Rach kurzer Kasseepause sand v>r der Klofterkapclle die Rachversamm- (unfl, in der Pfarrer Lenz von Giefeen und Pfarrer D. Leible von Leipzig Ansprachen hielten, statt. Kreis Büdingen. M Bindsachsen. 29.Mai. Diese Woche verläht Lehrer KnauS unsere Gemeinde, um nach seinem neuen Wirkungsort Lindheim über- zusiebeln. Zwölf Jahre hat er in unserer Gemeinde gestanden und hat an dem Leben und Wohlergehen der Gemeinde vollen Anteil genommen. Tatkräftig unterstützte er den Turn- und Gesangverein, sowie die hiesige Bezugs- und Absatzgenossenschast. bei letzterer er lange Rechner und zuletzt Direktor war. Kreis Schotten. □ Laubach. 29. Mai. Am ersten Pftngst- feiertag sand in würdiger Weise die Einweihung des Ehrenmals für die Gefallenen des Weltkriegs statt. Hm 2 Hhr stellte sich unter Dorantritt der Laubacher Musikkapelle (Dirigent Diehl) am Denkmal des deutsch- französischen Kriegs ein stattlicher F e st z u g auf. Auch aus der Hmgegend waren zahlreiche Teilnehmer an der Feier gekommen. An die 2pi?e traten die Schüler der Realschule und der Stadtschulen. Dann folgten der Gemeinberat. der Kriegerverein und die anderen Vereine. Unter den Klängen der gutgeschulten Musikkapelle bewegte sich der Festzug zum neuen Denkmal an der .Unlerpforte" auf dec Westseite deS Schloß- aartenS. Rach Ankunft beim Denkmal trug die Kapelle vorerst das .Riederländische Dankgebet"' vor. Hierauf trug Kriegsteilnehmer Apotheker Bohn in wirkungsvoller Weise die Dichtung vor: „5em im Osten, da gähnt ein Grab". Dann sangen die beiden Gesangvereine „Eintracht" und -Harmonie" (vereinigt unter dem Dirigenten Reallehrer Haas): .Morgenrot". Die Vereine fanden Gelegenheit, hierbei ihre gesangliche Fähigkeiten vortcllhaft hervortreten zu lassen. Ebenso wirkungsvoll war der folgende Gesang der Gluckschen Hymne durch den vereinigten Chor der Laubacher Schulen, den Lehrer G a u b leitete. Hierauf folgte die Weiherede von Dekan D o l p. Der Redner führte in geistvoller Weise aus. dafe das Monument ein Denkmal des Dankes, der Ehre und der Hoffnung -sei. Als die Hülle gefallen war. sang die Versammlung nach der Melodie .Befiehl du deine Wege' das Lied: .Wir danken unseren Söhnen". Dann übernahm Bürgermeister Böhm mit warmen Worten deS Dankes das Denkmal in die Obhut der Stadt. (Der Schöpser des Werkes. Bildhauer Arnold aus Beuern, war am Erscheinen verhindert.) Das Denkmal, umgeben von einer Mauer quadratischer Form, zeigt in der Mitte aus einem Sockel die überlebensgrohe Gestalt eines Krieger« in Feldausrüstung. Aus der Um- fassungsmauer ragen zwöll Pfeiler empor. Sie sind bedeckt von zwölf Dedcnkiaseln. auf denen, nach der zeitlichen Folge deS TodeS. die Hamen von je sechs der Gebliebenen stehen. Aach der Ansprache des Bürgermeisters fang der Schülerchor der Laubacher Schulen unter der Leitung des LehrerS Gaub: .Danket den Toten!" Hierauf trug in anerkennenswerter Weise Realschüler Wahl ein Gedicht vor. Sodann wurden unter Glockengeläute die Rainen der 72 gefallenen Söhne der Stadt durch Dekan D o l p verlesen. An die Verlesung schloß sich der Vortrag von: .Mahnruf an daS Vaterland" durch die Gesangvereine .Einttacht" und .Harmonie". Hierauf folgte eine Ansprache deS Vorsitzenden Stotz vom Kriegerverein. Sodann legten die verschiedenen Militärvereinigungen am Denkmal Kränze nieder. Rach einer Ehrensalve schloß der gemeinsame Gesang .Ich halt' einen Kameraden" die in allen Teilen wohlgelungene Feier stimmungsvoll ab. □ Laubach. 29. Mai. Gestern abenb gab die hiesige Turngemeinde im großen Saale des .Solmser Hofes" eine Aufführung der breiaftigen Operette .Winzerliesel". die nach jeder Seite befriedigte. Die Regie hatte Bernhard Graf zu SolmS-Laubach. die musikalische Leitung Bibliothekar Bröckelmann. Die Orchesterbe- gleitung wurde von der Laubach?r Orchester-Vereinigung ausgesührt (Dirigent Ehr. Högel). Die Darsteller faßten ihre nicht leichte Aufgabe mit Geschick an und führten sie mit zulängltcher Kraft durch. Die Bühnenbilder erzielten eine gute Wirkung. Die Zuschauer spendeten reichen, wohlverdienten Beifall. Wiederholung am 3. Juni. Die Turngememde wird am 26. August ihr 80jähriges Stiftungsfest begehen. Die guten Leistungen der Vereinigung gehen auS der Tatsache hervor, daß nicht weniger als 26 Preise im Lause des vergangenen Jahres von Mitgliedern errungen wurden. Auch die Frauenriege hat sich sehr ausgezeichnet. Auf dem letzten Frauenturnen des Gaues errangen sämtliche sechs mitturnenden Mitglieder der Frauenriege Preise. Das diesjährige Gau-Frauenturnen wird mit dem 80jährigen Stiftungsfest verbunden werden. Richt weniger al« 40 0 Turnerinnen werden zu diesem Feste nach Laubach kommen. )—( Ruppertsburg. 29. Mai. Der 69 Jahre alte Mllchfuhrmann Johannes Lein von hier geriet am Sonntagvvrmittog kurz vor Hungen unter das eine Hinterrad feines Wagens, wobei er einen Bruch der beiden Knochen des rechten Unterschenkels erlitt. Da die Pferde mit dem Wagen allein zur Molkerei kamen, vermutete man ein Hnglück. Man holte den Verunglückten und brachte ihn in das Krankenhaus nach Hungen, wo Dr. Schmidt die erste Hilfe leistete. — Gestern begann daS diesjährige PreiSschießen deS hiesigen Schühenvereins auf unserem schön gelegenen Schiehstande. DaS Schießen wird am Sonntag, dem 3. und am 17. Juni fortgesetzt. Wertvolle Preise kommen zur Verteilung. Kreis -llsseld. Z Dannenrod, 29. Mai. Bei herrlichem Pfingstwetter hielt der Kriegeroerein Dan- Das Kaffenfräulein. Don Elsa Mana Bud. Ellen skhf an der Kasse neben ihrer Freundin Marianne und beide haben in dem Strom Frauen, der unablässig zwischen den Lebensmitteln hinflulet, ihnen Geld und Zettel auf den Tisch legt, immer nur zu kleinen Gesprächsbrocken Zeit. SS ist der wilde Lärm eines „billigen" TaaeS, in dem die Ruse von allen Seiten umschwirren. Worte machen sich loS und kommen selbständig an fremde Ohren: lächerliche, hastige, oft zänkische Worte. Worte über die nahen Dinge, über daS welk daliegen de Fleisch der Kälber, über die Gänse, die Würste, die Südfrüchte, die Preise, den Menschenandrang. Kaum weih Ellen, ob etwas zu ihr oder zu fremden Ohren gesprochen ist. Sie kassiert, stempelt, bucht Wenig sieht sie auf. Hinter den Zahlen steht zurückgedämmt bas Erlebnis des Vorabends und bohrt an ihr herum. In einer kurzen Pause hat sie es Marianne erzählen können. Die hat gesagt: „O Wehl Das sieht «us, alS wollte er dich loswerden. Ein Stelldichein ohne aufrichtigen Grund absagen —" Ellen fühlt gedrückt die Bestätigung ihrer Bangigkeit. Hni) doch — wie lieb war er gewesen. Er hatte ganz andere Worte gebraucht als sonst die jungen Männer. Sr hatte ihr von feiner Mutter erzählt, „die mußt du bald kennen lernen, Sllen, fie will dich sehen —" und als sie sich wunderte, ..ja, dich muh sie kennen lernen, denn dich habe ich lieb, das ist keine Spielerei. —“ „Fräulein," kommt es über einen Kaufzettel hinweg, „bitte kann ich eine Mark schuldig bleiben? Ich muh den Hasen mitnehmen und habe nicht genug Geld hier. Ich komme in zwei Stunden bestimmt vorbei und bringe das Geld mit heran!" Ellen wird rot, das wird sie immer, wenn man etwas von ihr verlangt. Marianne hat gehört und verneint energisch mit den Augen. Ellen schiebt den Zettel zurück und murmelt: „Das geht nicht." „Ach bitte, tun Sie es. Sie lönnen sich auf mich verlassen!" Die Frau hat gute, etwas bekümmerte Augen. „Ich muß es von meutern Privatgeld aus- legen,“ erwidert Sllen. Doch sie bucht schon und reicht den Zettel hin. Die Frau dankt und verschwindet. „Die Mark ist futsch," schill Marianne. „Ich habe es schon viermal erlebt. Rie ist eine von den Schwindlerinnen wiedergekommen." „Ach ich denke, ich denke doch —" sagt Ellen in zuversichtlichem Ton. Lange können sie nichts mehr reden. Die mittägliche Lärmhölle füllt sich mit neuen Geräuschen : Pausenzeichen schrillen, ein Konservenstapel stürzt rasselnd um, ein Kind brüllt. Satz- setzen gehen kaum gehört am Ohr vorbei. Plötzlich erfaßt Ellen einen Brocken: „— denke ja nicht dran, die haben Mankogelder —“ Das ist wie ein Ruck und Schlag. Auch Marianne muß etwas gehört haben. Sie tuschelt vom Sitz herüber: „Die tommt so wieder wie dein Freund, paß auf —“ Eine Stunde ist vorbei. Ellen prüft Geld, bucht, gibt heraus: seelenlos und richtig. Die Maschine im Kopse tut ihre Präzisionsarbeit. Dazwischen sagt etwas semh'.n zwischen den Zahlen: Ich muß an das ®u:e glauben können. So leicht spricht doch niemand llnwahres! Lind Willy log gewiß nicht, wenn er sagte —“ „Wohin wollte er denn reifenT‘ fragt Marianne, als könnte fie Gedanken hören. „Ich weiß es nicht. Ich konnte es nicht fragen, er hatte es so eilig. —" Marianne kann über ihre Freundin nur den Kopf schütteln. Oft muß Ellen nach der Llhr sehen und etwas komisch Danges milcht sich in ihre Stimmung. Sollte ihr Sch'cksal solch Doppelspiel mit Doppelverlust vorhaben? War man nicht immer, immer in irgendwelchen Strömungen, von deren Gang man nur ein dumpfes Ahnen fbürte? Run aber sind zwei Stunden redlich herum. Kein Abzwacken von Minuten ändert es. Marianne zeigt einmal mit dem Bleistift zum Zifferblatt: ein ganz, ganz klein wenig Rechthaberfreude schlängelt um den Mund. — Wittagszeichen. Die Mark wird wohl verloren fein — Ellen starrt auf die Kolonnen und die Wünzfächer. Mechanisch nimmt und gibt fie Geld. Da schiebt sich etwas über die Münzen hin: eine rasche Hand. Es liegen ein paar *21 eilen quer über der offnen Kasse und eine eilige Frauenstimme sagt: „Zum Dank für das Vertrauen, mein Fräulein, und hier ist die Matt!" Die Mark liegt auf dem Zahlbrett. Ellen strahlt wie eine dieser rosigen Dellen und kann kaum danken: schon ist die Frau verschwunden. nenrod das auf Himmelfahrt vorgesehene, aber wegen des Kirchhainer Festzuges auf _öcn zwecken Pfmgftseiertag verschobene Preis-Scheiben- schießen ob. Aus dem wunderbar schön gelegenen Zchießflande auf der Tannenplatte am Waldcsrande wurde mck Wchrmannsbüchsen, von der Firma Peter Hilgert (Alsfeld) stammend, fleißig bei 90 Meter Entfernung auf Zwölfer-Scheibe geschoßen. Die Beteiligung, auch von auswärts, war gut. Die Preise bestanden in 17 schönen und praktischen Haushal- tungs- und Gevrcuchsgegenstanden, die auf die höchsten Ringzahlen (34 bi- 31) nach eigner Wahl ver geben wurden. Es erzielten 34 Ringe: L Prets Daniel Becker (Homberg), 2. Dilh. Paulus I. (Deckenbach), 3 Karl Fett (Homberg), 4. Jost Seibert (Homberg): bei 33 Ringen: 5. F. Seitz (Homberg), 6 Willi Wrcb (Deckenbach), 7. Morl K ohlhagc n (Homberg), 8. Paul Luc!) (Homberg), 9. Wilhelm Klein (Rieder Ofleiden), 10. K. Friedrich (Appenrod). Am 2lbcnb veranstaltete der Kriegeroerein noch ein gemütliches Beisammensein bei seinem Festwirt und Mitglied Heinrich H a n ö ft e i n III. dahier. — Das hiesige Kriegerdenkmal auf dem Fried- Hof wurde mit einer schönen Anlage von Zier- sträuchern und Blumen, die von der Gemeinde beschafft wurden, versehen und auch der Friedhof durch Anpstanzung von Blaufichten verschönert. Starkenburg. WSR. Darmstadt. 29. Mai. Der Ehef der Firma E. Merck. Louis Merck, erlitt auf der Fahrt von Paris nach Darmstadt einen Autounfall. Cem Wagen stieß In der Röhe von Epemah mit einem belgischen Automobil zusammen, wobei der Fabrikant und seine im Wagen sitzende Tante ernste Verletzungen erlitten. Merck hat daS linke Schlüsselbein gebrochen und eine Rippenq uetschuna davon- getragen; feine Tante trug ebenfalls Rippenbrüche und Quetfchu n g e n davon Frau LouiS Merck, die auS dem Wagen geschleudert wurde, tarn ohne erhebliche Verletzungen davon. Der Ehaufseur erlitt einen Bluterguß. Die Verletzten wurden in die Klinik nach Epernatz gebracht, wo es ihnen den Mmftlnbcn entsprechend jetzt verhältnismäßig gut geht. Von den Insassen deS belgischen WagenS wurde niemand verletzt, dagegen wurden beide Wagen stark beschädigt. Stirnen, Sport uni) Spiel. Handball der O. T. To. 1846 Gießen II — Burg-Gemünden 1 3:3. Am zweiten Psingstfeieriag war die 2. Handballmannschaft des Tv. 1846 Gießen bei dem Tv. Burg-Gemünden zu Gast, um ein Freundschaftsspiel auSzutragen. Gießen trat nur mit zehn Mann an und mußte das auch biS zur Halbzeit durch drei Tore büßen. Zu dem Dorsprung der Platzmannschaft trug wesentlich die Kleinheit deS Platzes und das hohe Gras, in dem der Ball fast verschwand, bei. Erst in der zweiten Halbzeit, nach einer ilmftellung, fanden sich die Gießener bester zusammen und hatten auch bald den Ausgleich erzwungen. Zu einem Siege freilich langte es nicht mehr, da alle noch so gut gemeinten Angriffe an dem Tormann scheiterten, der einen äußerst glücklichen Tag hatte. Burg-Gemünden stellte eine sehr eifrige Mannschaft, die allerdings gegen Ende des Spieles in dem Maße abfiel, wie Gießen auffam. Der Schiedsrichter pfiff nicht selten daneben. und seine Entscheidungen durften wohl mit Recht von beiden Parteien stark ange- -weifelt werden. Handball in Großen-Linden. Tv. (Brofjen-Cinben 3gb. — Tv. heuchclhrim Jgd. 4:1 (1:1). Tv. Grohen-Linden Jugend — Io. Jrantfurt a. 2R.- Sachsen Hausen 1857 Jugend 5:2 (2:1). Tv. Grotzen-Linden Schuler — Mio. Gießen Schüler 0:5 (0:3). Am 1. Feiertag hatte die Jgdm. Grvßen- Linden die Jgdm. des Tv. Heuchelheim zum Rückspiel. Hochelheim hatte feine Mannschaft durch den Tormann und LinkSaußen auS der 1. Mannschaft verstärkt. Rachdem das Spiel biS zur Halbzeit ausgeglichen war, konnte Grohen- Linden nach der Pause durch drei Prachttore des Mittelstürmers (2) und Halblinken (1) den Sieg sicherstellen. Das für den 2. Feiertag angesetzte Werbespiol Grohen-Linden Jgd. gegen Frankfurt a. M- Sachsenhausen 1857 Jgd. war ein Werbespiel im wahrsten Sinne des Wortes. Die Gäste stellten die technisch bessere Mannschaft, welche sich jedoch gegen die sehr eifrige und schnelle Platzmannschaft beugen muhte. Schiedsrichter Strack, Tv. 1846 Giehen. leitete einwandfrei. Vorher verlor die neuausgestellte Schülermann- fchaft Grohen-Linden gegen die körperlich stärkeren Schüler des Mtv. Gießen nach obigem Resultat. llm den olympischen Zußballsieg. Bei herrlichstem Wetter wurden am Dienstag wei- tcrc Spiele des D11) in p l sch e n Fuhballtur- n i c r s ausgetragen. Im ersten Tressen des Tages konnten die Italiener knapp mit 4:3 (3:2) siegreich gegen Frankreich bleiben. Die Franzosen setzten ihren Gegnern einen unerwartet harten Widerstand entgegen und waren in der ersten Hälfte des Spiele» bereits mit 2:0 in Führung gegangen. Dann kam jedoch Italien auf und konnte nach einer ziemlich hart durchqefuhrten zweiten Spielhälfte knapp den Sieg an sich reiften. Von Portugal, das über Chile gesiegt hatte, erwartete man einen leichten Erfolg über Jugoslawien. Auf beiden Selten gab es ganz präch. tige Leistungen. Nur das Pech des jugoslawischen Torwarts gab den Aussckstag, haft der Sieg mit 2:1 (1:1) fiel. Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 Gießen (2. Bejirftliga) schlägt den Südwestsalenmeister Hagen 72 (1. Bezirksliga) 2:0 (2:0). ö. Das große Psingstspielprogramm der Fufe- ballabteilung der Spielvereinigung 1900 Gießen wurde mustergültig darchgesührt. Don elf vorgesehenen Freundschaftstreffen wurden neun au6- getragen, nur zweimal lieh der Gegner die Blau- weißen im Stich. In allen Spielen zusammen erhielten die 1900er zwölf Tore, die Gegner zusammen vierzehn, also ein Beweis, daß die Paarungen immer gleichwertig waren. Gewonnen wurden vier Spiele, unentschieden endeten zwei und verloren wurden drei Spiele. Acht Begegnungen fanden auf dem Sportplatz an der Licbigshöhe statt, der infolgedessen an den beiden Festtagen von vormittags bis abends bevölkert war, wozu in erster Linie daS herrliche Psingftwetter beitrug. Den größten Erfolg konnte die Ligamannfchaft deS Platzvereins an ihre Fahnen heften, die in einem schweren Ringen den „Südwestfalenmeister" Hagen 72 mit 2:0 Toren bezwang. Trotz der Riesenhitze, die ein Durchhalfen schier unmöglich erscheinen Liefe, wurde auf beiden Seifen unter Aufbietung aller Energie bis zur letzten Minute gekämpft. Reicher Beifall deS zahlreichen Publikums belohnte diese Glanzleistung. Für die 1900er galt wieder einmal der alte Wahrspruch: „Mit der Stärke deS Gegners wächst auch die eigene Kraft!" Die Einheimischen hatten den verhinderten LinkSaußen durch eine Llm- und Reueinstellung vorzüglich ersetzt. Die Gäste hatten nach eigenen Angaben auch einen Ersatzmann Man muß ehelich gestehen, dah das Marianne hat ein verblüfftes Gesicht. 6inen Augenblick später kneift sie die Augen und tuschelt: „Du, wenn die bloß nicht eine Gelegenheit benutzt hat. um tüchtig in deine Kasse zu greifen? Das kam so schnell mit den Blumen quer über die großen Scheine —" Ellen häll die Rellen an ihr Gesicht und sagt leise: ..Ah nein —“ Aber sie fühlt jetzt mehr Schreck als Freude: hatte sie doch bei der rasch Hinübergreisenden Hand ein züngelndes Mißtrauen gespürt. Der Dienst geht durch: erst am Abend kann sie ftststellen, ob die Kasse stimmt. Wie lang der Tag ist und wie schwer! lind niemand wird heule am Ausgang warten — dies bißchen Jugendsonne bürdt ihr unentbehrlich. Mit der Ermüdung wächst die geheime Sorge. Wenn fünfzig Mark fehlen, ist der Urlaub hin. Dann wird sie auch die vierzehn Tage wirklicher Sonne nicht genießen können, dann schließt sich das Arbeitsdasein zu einer Gruft über ihr. Endlich ist das Schlußzeichen da. Sie hat schon streckenweise ausgerechnet, jetzt beginnt das Zählen. Ein seines Zittern kriecht die Arme hinaus und bleibt im Racken sitzen. Als fie dreimal gezählt hat. finken ihr die Hände. Sie ist ganz bleich. Marianne raffelt eben zufrieden mit ihren Kasfenschlüffeln. „Ra?" ruft fie herüber. .. Fehlen zwanzig Mark," sagt Ellen ohne Stimme. „Ich werde mal zählen," entscheidet die Kollegin. ilnb beginnt „Aber es stimmt doch —" ruft sie schließlich froh. Ellen kann sich aufatmend überzeugen. Jetzt duften die Rellen erst. Sie kommt versonnen auf die abendliche Strafte hinaus. Etwas fehlt doch! brennt es in ihr. Da schlüpft ein Arm in den ihren und eine Wange ’djmicgt sich zu der ihren hin. Willy — Heift schießt das Glück in Blüte. Und nun erfährt sie, dah die plötzliche Reise seinem Dor- wärtskommen galt, daß es ihm glückte. ... Die graue Straße ist den beiden erfüllt mit Hochzeitsklängen. Expedition in das „Reich der Hunde". Dor kurzem ist eine volkswirtschaftliche Kommission, die zugleich den Auftrag hatte, einen Kulturfilm, den ersten aus dem Leben der Kamfchatka-Eingeborenen zu drehen, von Kam- schatka nach Moskau zurückgekehrt. „Sie Eingeborenen," so heiftf es in dem außerordentlich interessanten Bericht der Kommission, .nennen ihr Land daS Reich der Hunde. Denn die Hunde spielen in der Tat in dieser weltfremden Gegend eine überaus wichtige Rolle. Sie sind dort das einzige Verkehrsmittel und werden mit Vorliebe als Zugtiere benutzt. Gibt es nichts zu essen, so werden Hunde geschlachtet. Die Hunde ziehen den Schlitten mit einer Geschwindigkeit von 10 Kilometer pro Stunde. Tagelang fuhren wir durch die unendliche Einöde. 3m Winter sahen wir keine Sonne, nur ein roter Schein erhellte den Himmel. Die Tundra, diese unendliche Ebene, sieht aus wie ein Meer. 3n einer kleinen Siedlung hielten unsere Schlitten vor der Behausung des Steuerinspektors Wvl. Er ist Norweger von Geburt und lebt hier bereit« seit 20 Jahren. In seiner ) hantastischen Pelztracht sieht er aus wie ein nordischer Wiking. In seiner „Joronga" — einer typischen Eingeborenenbehausung — gibt es weder Stühle noch Tische. Man ißt auf dem mit Fellen bedeckten Boden. Außer Wvl wohnen in der armseligen Hütte mehrere Frauen, die zu seiner Verwandtschaft gehören. In der Hütte ist so stark geheizt, daß die Leute beinahe völlig unbekleidet herumlausen Die Stube ist entgegen meiner Erwartung sauber, ich bemerke sogar Zahnbürsten und Schwämme. An den Wänden hängen Strümpfe aus kostbaren Pelzarten. Ein kostbarer Pelz ist übrigen« in dieser Gegend ein ganz gewöhnlicher Gebrauchsgegenstand. Der Steuerinspektor Wo! ist ein reicher Mann, er besitzt viele Hunde und gute Waffen. In der nächsten Siedlung leiden beinahe alle Eingeborenen an der Krätze. Wir fürchten uns, uns auf die Felle, die von Ungeziefer bedeckt sind, hinzulegen. 3n manchen Siedlungen spotten die hygienischen Zustände überhaupt jeber Beschreibung. Andrerseits findet man ganz unertoar et Spuren europäischer Zivilisation. In einet Joronga z. B. sahen wir ein Grammophon, in der anderen sogar ein Klavier, auf dem allerdings niemand spielen konnte und von dem man nicht wuftte, wie es hierher gebracht worden ist. In einer größeren Siedlung wurde vor kurzem eine Schule errichtet, die erste in dieser Gegend. Zweimal in der Woche versammeln sich junge Kamscha- balen aus der ilmgegenb, lernen lesen und schreiben unb hören sogar politische Vorträge an. Es wird aber noch sehr lange dauern, bis dieses vollständig wilde Volk der Zivilifation zugänglich gemacht werden kann." Dr. P. in den Verbarrbsfpiriev etnc ÄtafTc höher quali- fixierte Hagen 72 das Zeldspiel zwei Drittel überlegen gestalten formte. Gießen war aber durchweg schneller, besonders sein vorzüglicher RechtSauhen, den die Gegner nicht -u halten vermochten. Den Hauplanteil an dem Sieg hot die blauweiße Verteidigung und Läuferreihe, in welcher der Linke, infolge Erkrankung, etwas obfiel. Der Gießener Torwart bekam fast nichts zu holten, da die beiden Dorderleute ein Bollwerk von besonderer Güte bildeten. 3m Sturm klappte es noch der Pause auf dem linken Flügel nicht mehr fo richtig, während Mittelstürmer. Halbrechts und Rechtsaußen mit Eifer bei der Sache waren. Jedenfalls waren die Angriffe 19008 weit gefährlicher als die der Gäste. Mit etwas Glück konnte der Plahverein zwei bis drei Treffer mehr erzielt haben. Dem Gästehüter wurde mehrmals stark eingeheizt. Die beiden Treffer waren für diesen unhaltbar. Sehr gut waren bei Hagen die beiden Verteidiger, Mittelund linker Läufer, sowie Linksaußen. Der Innensturm war im Feldspiel gut, versagte aber vor dem Tore, da haperte es am placierten Torschuß. Die Spielleitung durch Schiedsrichter Busch (D. f. R. Butzbach) war hervorragend. Die beiden Siegestreffer für 1900 fielen gleich zu Beginn in schneller Reihenfolge, der erste durch Verwandeln eines Elfmeters, wegen regelwidriger Abwehr im Strafraum, Schütze der Linksaußen, und der zweite durch blitzschnelles Einschiehen einer famosen Hereingabe des Rechtsaußen durch den jugendlichen Mittelstürmer, der einer seiner besten Spiele lieferte. Roch Aussage der Gäste hatten sie 1900 unterschätzt und besaßen in der zweiten Spielhälste nicht mehr die Kraft, den Borsprung der Gießener auf- zubolen. Bon der Ligareserve 1900'8 waren einige Spieler in Urlaub. Die Ersatzleute genügten nicht immer den Ansprüchen, so daß beide ausgetragene Spiele verloren gingen. 3n Wommelshausen bei Gladenbach (A-Älaffe) verloren die Reserven 2:4 (Halbzeit 2:1) und auf eigenem Platz gegen D. f. D. Kurhesien Marburg: Ligareserve 0:3. allerdings hatte hierbei der kurz vor Spielende erzielte 3, Treffer noch nicht ganz die Torlinie überschritten. Für den ausgebliebenen Schiedsrichter leitete ein Herr von 1900. 1900s dritte Mannschaft blieb an beiden Feiertagen siegreich. Leihgesterns 1. Elf unterlag 1:0 und Steinbergs 1. Elf 3:2. Wenn die Siege auch mir ganz knapp errungen wurden, so legen sie doch Zeugnis davon ob, dich sich die Leistungen der Dlauweißen gehoben haben. Die 1. Jugend der Spiel Vereinigung 1900 errang gegen den Diplommeister deS Gaues Betzdorf, die 1. Jugend von Struthütten, ein Llnentschieden 2:2 (Halbzeit 1:1). Das Spiel war verteilt. 1900 lieferte ein äußerst schwaches Spiel, die Gäste stachen dagegen vorteilhafter ab. hätten aber trotzdem verloren, wenn nicht ein 1900er ein Eigentor gemacht hätte. Die 2. Jugend gewann gegen die 2.3ugend vom Wetzlarer Sportverein 2.1, während der zweite Gegner Steinbergs 1. Jugend am 2. Feiertag nicht antrat. Die 3. Jugend verlor gegen Wetzlarer Sportverein 3. Jugend 0:2. Die 1. Schülerrif spielte gegen die 5. Jugend von D. f. D.-Kurhessen Marburg Unentschieden 0:0, ein schönes, faires Spiel. Der andere vor- gesehene Partner, die l.Schülerels vom Wetzlarer Sportverein, trat am 1. Feiertag nicht an. V. f. B. Ligareserve — Ligareserve Spv. Milspe 7:1. Dritte — 2. Bad-Nauheim 7:2. Alte Herren — 1. Burkhardsfelden 4:0. 1. Jugend — 1. Jugend Limburg 1:1. 2. Jugend — 2. Jugend D. f. B. Marburg 0:8. 1. Schüler — 1. Schüler D. s. B. Friedberg 1:2. 2. Schüler — 1. Schüler Garbentcich 1:5. Die Ligareserve, deren Gegner bei her Vorschau noch nicht feststand, hatte sich zum 1. Feiertag die Ligareservemannschuft des opn. Milspe in Westfalen zu einem Freundschaftsspiel eingeladen. Man hotte sich von den Gästen, die Polalmeister ihrer Klasse sind, doch etwas mehr versprochen: wohl war dos Ginzelkönnen, speziell die Ballbehandlung sehr gut zu nennen, jedoch ließ die Zusammenarbeit recht viel zu wünschen übrig. Bis zur Pause leistete Milspe, der durch zwei Ligaspieler verstärkten B. f. B.-Elf noch energischen Widerstand, mußte sich dann aber her wett besseren Platzmannschaft, die sich in sehr guter Verfassung zeigte, mit 1:7 beugen. AeAtriMklMMWm. Roman von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. 19. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dick war mit dem Wenden des Wagens beschäftigt, was bei her schlüpfrigen Nässe des Fahrdammes nicht ohne Schwierigkeit war, und Sybil wagte nicht, die Frage an ihn zu richten, die ihr auf der Zunge brannte. In der Coramstraße trennten sie sich Er mußte Sybil versprechen, sogleich bei seiner Heimkehr ein heißes Bad zu nehmen und die Kleider zu wechseln. Nichts tat er lieber Denn feine Emaillewanne schwebte ihm schon seit Selforo wie ein Dorado für Götter vor. Er hatte das ersehnte Bad daheim kaum genommen, ha rief er schau den Inspektor Sneed an. „Es tut mir leid, wenn ich Sie in Ihrem Nicker chen gestört habe, aber ich muß Sie bitten, sogleich zu mir zu kommen. Ich habe einen ganzen Sack voll Neuigkeiten für Sie." Sneed grunzte unzufrieden: nad) einer Weile gab er seine Zustimmung zu erkennen, und bald dar auf läutete er an Dicks Tür. Er wankte erschöpft durch die Diele, steuerte ins Arbeitszimmer und ließ sich mit einem Aufatmen in den ersten bequemen ^cberfeffel »allen. „Ich habe den Haussuchungsbefehl gegen Sialetti. Die Sache steigt beute abend um zehn." „Haben Sie nicht die Polizei in Sustex um elf Uhr fünfzehn bestellt?" fragte Dick in ungeheucheltem Erstaunen. ..Mein Gott, ja, was fall man sonst tun. um sich die Provinzler vom Halse zu halten? Viele Köche verderben den Brei. Aber nun schießen Sie los! Sie haben hie merkwürdige Eigenschaft, jeden Tag ein neue« Kapitel Ihres Nomons zu erleben." Er lauschte mit geschloßenen Augen und öffnete He nur einmal, al» Dick von der Strickleiter sprach, die er an feiner Baskonbruftung entdeckt hatte. „Lew Pheeney", sagte er kurz. Dick nickte und fuhr dann fort, von feinen: Be- such in der Familiengruft zu erzählen Da richtete Sneed sich auf. Da*, unerwartet hohe Resultat entspricht dem Spielverlauf. Die Dritte brachte von Bad Nauheim einen ebenfalls sehr hohen Sieg mit. Ihr Gegner war allerdings nicht die Erste des dortigen Sportvereins, sondern dessen verstärkte Zweite. Der Erfolg ist um so höher zu bewerten, als die V. f. B.-Mannfchaft infolge plötzlicher Erkrankung zweier Spieler das Tressen gegen den reichlich Hari spielenden Gegner mit nur neun Mann burchzuführen gezwungen war. Die Alte-Herren-Mannschaft stellte durch ihren 4:0-Sieg über die Aktiven Burthardsfelden ihre Spielstarie erneut unter Beweis. Die Gäste verstanden es durch großen Eifer das Spiel bis zur Pause offenzuhalten, was auch durch das .Halbzeitresultat von 0:0 zum Ausdruck kam. Nach dem Wechsel kam V. f. B. durch fein technisch besseres Spiel mehr und mehr auf unb erzielte in regelmäßigen Abständen trotz estriger Gegenwehr Burkhardsfeldens hie vier Tore. Während die la-Iugend in der Aufstellung, in der sie die Diplmnspiele absolvierte, ihre Reise nach Aachen unternahm. war die Ib- Iugendels in neuer Besetzung beim D. f. R. Limburg zu Gast, um besten 1. Zugendmannschaft ein fälliges Rückspiel zu liefern. Das gegen die körperlich überlegene Platzmannschaft, die übrigens auch durch einige ältere Spieler verstärkt war, erzwungene 1:1-Resultat stellt dem Können und dem Eifer der B. f. B.-Elf das denkbar beste Zeugnis aus und darf als ein voller Grsolg bezeichnet werden. Die zweite Jugend muhte von der gleichen der Bereinigten Marburgs eine 0:8-Riederlage hinnehmen. Hier wirkte sich doch die gänzliche ilm- stellung der Gießener Mannschaft sehr ungünstig aus. D. f. B. war körperlich aber auch spielerisch dem Gegner weit unterlegen unb kam gegen die einen sehr guten Fußball vorführenden Marburger nicht auf. Trotzdem verdient der Eifer Gießens volle Anerkennung. Die erste und die zweite Schülermannschaft verloren gegen die Schüler Friedbergs bzw. Garbenteichs 1:2 bzw. 1:5. Auch hier machte sich in beiden Spielen die ümftellung der Mannschaften stark bemerkbar. Fußball in Heuchelheim Spv. Heuchelheim 1920 — v. f. R. Köln (Ligareserve) 5:2 (4:0). ck. Die Ligareserve von V. f. R. Köln hatte eine Pfingstreise in hie hiesige Gegend gemacht unb spielte am 1. Feiertag gegen Butzbachs 1. Mannschaft in Butzbach. Butzbach gewann 6:2. Am zwei- ten Feiertag traten die Kölner Jungen hier an. Auch in Heuchelheim tonnten sie keinen Sieg erringen, verloren im Gegenteil mit obigem Resultat ziemlich hoch. Man halle sich von den Gästen mehr versprochen. Sie zeigten nicht mehr als unsere ^-Klasse-Mannschaften. Besonders schwach im Safte ßen war der Sturm. Die Einheimischen spielten trotz Ersatz für den Tormann ständig überlegen, obwohl her sonst gute Mittelläufer in der zweiten Halbzeit vollständig abbaute. Dom Anstoß weg liegen sie in Front und konnten bis zur Pause das Resultat auf 4:0 stellen. Nach der Pause flaut das Spiel mehr und mehr ab. Durch Elfmeter kann Köln ein Tor aufholen und bald daraus das Resultat auf 4:2 ver- bfffem. Bei einem Durchbruch gelingt Heuchelheim noch her fünfte Treffer; bann ist Schluß. Schieherichter Z u 11 (Gießen) war hem Spiel ein gerechter Setter. Die Iugenh gewann gegen die Jugend von Gro ßen-Buseck 3:0. Die 2. Schüler spielten mit nur acht Mann gegen die Schüler von Großen-Bufeck und verloren 3:0. Arbeiter-Turn- und Gporibund. Die Mannschaften der Freien Turnerschaft Dießen wellten zu Pfingsten auswärts. Die erste Mannschaft spielte am ersten Feiertag in Schwanheim, das eine Krise durchgemacht hatte, mußte sich den Gästen mit einer 3:0-Riederlage beugen. Die lb-Mannschaft die zusammen mit der Iuaendmannschaft nach Darmstadt gefahren war. mußte sich von der dortigen lb-Mannschaft eine empfindliche 6:0-Riederlage gefallen lassen. Auch die Zugendmannschaft mußte eine 4:1-Riederlage einstecken, die sie allerdings ihrem Schlußtrio zufchreiben durfte. Am zweiten Feiertag spielte nur die Ib-Mann- schäft in Langen, gegen eine dortige kombinierte Mannschaft. Dieses Spiel konnte sie mit 4:1 für sich entscheiden. Die 1. Mannschaft und Jugend waren spielfrei, da ihr Gegner im letzten Augenblick absagte. „Jemand anders hat einen Schlüssel zum Tor", sagte er langsam. „Und einen Schlüße! zum ein- undzwanzigsten Grabe", setzte er hinzu. Er strich sich mit her Hand übers Gesicht. „Sieben Schlösser," sann er, „sieben Schlüssel. Zwei haben Sie. Wer hat die fünf anoeren? Könnte man alle Schlüssel herbeischaffen, das Rätsel wäre gelöst ... oder noch besser, man wartet nicht, man sprengt die Tür sogleich." „Dazu müßte man die Erlaubnis Lord Selfords haben, und er wird sie schwerlich geben, wenn er unsere Gründe nicht kennt." Sneed zog die Brauen zusammen. „Vielleicht kann man die Schlösser ausbrechen!" Dick schüttelte den Kopf. „Unmöglich. Dav hat Lew Pheeney schon vergeblich versucht!" Sneed zuckte zusammen. „Lew Pheeney — ja — Sie haben recht. Er hatte das Geheimnis der sieben Schlosser kennengelernt und mußte dafür mit seinem Leben bejah’ len. Sieben Schlosser — sieben Opfer! — Silva. Lew Pheeney sind tot — wer mag als Dritter an her Reihe sein?" Er starrte vvr sich hin. Die Hände lagen schlaff zwischen seinen Knien. Plötzlich sah er aus: „Bitte, laßen Sic mich doch einmal die Schlüße! sehen!" Dick legte sie auf seine flache Hand. Das Licht funkelte auf ihrer blanken Fläche, ihren merkwürdigen Verzahnungen. Sneed nickte und gab sie Dick zurück. „Unb Sie können von hiefem nackten Ungetüm gar feine Beschreibung geben?" Dick schüttelte den Kopf. „Meine Hänbe wißen mehr von ihm als meine Augen", faglc er. „Trotz feiner riesigen Stärke ist cr schnell und glatt wie ein Aal. Nur eines glaube ich schon jetzt mit Sicherheit sagen zu können: cr folgt (Eingebungen, deren Ursprung außerhalb feiner Natur liegt!" Aus den schmalen Augenritzen des Inspektors schoß ein suchender Blitz „Ab —‘ sagte er longgcbebnt. ..Der Ursprung liegt bei Staletti — nicht wahr? Er bedient sich der Opfer feiner Experimente^" Dick nickte. (Eine lange Pause folgte, hie schwer von ungesprochenen Worten unb innerer Aufleb nung war. Wieseck I — öinbetfen I 7:1 (4:0). Wieseck yatte Windecken zu G»st. Schon einmal. vor etlichen Jahren, war Windeckcn Gast in Wieleck. Der faire Ruf der Mannschaft brachte dem Spiel eine stattliche Zufchauc»ahl. Rach Anstoß ein kurzes Geplänkel auf beiden Seiten, in dem sich allmählich die bessere Arbeit des Wiesecker Sturmes durchsetzte. 3n der 16. Minute konnte Wieseck in prachtvollem Angrllf durch feinen Halbrechten in Führung gehen. Zwei Minuten später war es derselbe Spieler, her dem Ball den Weg ins Retz zeigte. Windecken, nicht entmutigt, leitet auch seinerseits schöne Angriffe ein, die jedoch an der Hintermannschaft des Gegners scheitern oder im Aus landen. Bis Halbzeit konnte Wieseck durch denselben Spieler noch zweimal einfenöen. Leider mußte ein Spieler der Gäste, der sich beim Stolpern eine Verletzung am Knie zuzog, ausschciden. Rach Halbzeit offenes Feldspiel. Windecken zeigte auch mit 10 Mann gute Leistungen. Bei Wieseck tritt eine Zurückhaltung ein. die den Gästen, durch einen Fehler der Verteidigung das verdiente Ehrentor bringt. Wieseck erzielte bis Schluß noch drei Tore, die von dem sehr guten Tormann der Gäste nicht gehalten werden konnten. Vorher spielte Wieseck II gegen Lollar II. Die Mannschaft der Gäste zeigt gute Ansätze im Spiel, nur dürfte ihr zu raten fein, nicht zuviel mit dem Munde zu spielen, dann wäre auch das Resultat 6:1 für Wieseck, bei Halbzeit 0:0, nicht so hoch ausgefallen. Marburg l weilte am 1. Feiertag in Mainz- Kastel und mußte dort eine 6: O-Riederlage hinnehmen. Am zweiten Feiertag spielte sie gegen Kostheim und konnte ein Unentschieden 1: 1 erzielen. Fronhausen weilte in Frankfurt-Sachsenhausen au Gast und mußte nach schönem Spiel gegen die dortige lb-Mannschaft eine 3:2-Riederlage hin- nehmen, nachdem sie bis Halbzeit mit 2:1 in Führung lag. Windecken f, das am zweiten Feiertag gegen Grvßen-Linden I spielte, mußte sich auch bori eine 4:1-Rieder läge gefallen lassen, allerdings spielte die Mannschaft hier nur mit zehn Mann. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. Erfolgreiches Abschneiden der 1900er in Altendiez unb Klingelbach. ö. An ben beiben Pfingstfeiertaaen konnte bi« Spieloereinigung 1900 erneut ben Beweis erbrin gen, baß ihre Leichtathletikabteilung auch in bie» fern Jahre von beachtenswerter Stärke ist. Obwohl bie Wettkämpfe mit geschwächter Brannschast be stritten werben mußten — es fehlten z.B.Gugyt, Seipp, Langloy, Geist, O. Müller — vermochten sich bie 1900er dennoch gegen die von namhaften west- unb fübbeutschen (Eintracht-Frankfurt a. M. z. B.) entfanbten Vertreter du rchzu setzen. Am ersten Tag in Altenbtez mürben alle (Ermattungen übertroffen. Die Spieloereinigungsleute tarnen hier zu 8 ersten, 2 zweiten unb 3 britten Plätzen. Der bedeutendste Sieg fei vorangestellt: bie 1900er gewinnen in her Besetzung Peters, Qelbert, Peterfson, H o p f e n rn ü l l e r, die Echwcdem'taffel in 2:13,7 Minuten, 25 Meter vor Turnsporiv. Höchst a. M., 1900/02 Koblenz unb Kölner Ballspielklub. Die Entscheidung zugunsten her Gießener wurde durch Gelberis glänzenden 300-Meter-Lauf herbeigesühri. Im Hochsprung offen wurde P« terffon, «in neuer Mann der 1900er, mit her ausgezeichneten Leistung von 1,73 Meter überlegener Sieger. Auch Frey zeigte im Diskuswerfen eine wefenlliche Formverbeßerung unb würbe in dieser Disziplin mit 35,65 Meter vor Abelshausen (Bonner Fußballv.) und Dr. E r k« l rn a n n (Höchst a. M.) Erster. Peters, 1900, stieß über 800 Meter auf weitaus stärkere Konkurrenz als in Weilburg. Der Lauf wurde von Sa hm, K. B. C., in 2:05 Mi'n. gewonnen. Der 1900er belegte einen guten dritten Platz hinter L e u n i g (Eintracht-Frankfurt). — Die Juaend hatte einen großen Tag. Heini Müller, 1900s Werferhoffnung, gewann bas Kugelstoßen her A=3ugcnb mit her überragenden Leistung von 13,38 Meter. Zweiter mürbe sein Klubkamerab Noll mit 10,40 Meter. Der talentierte Schüz bestritt in her 8-Jgd. ben 100-Meter unb 800-Meter- ßauf unb kam beide Male als sicherer Sieger ein. In ersterer Konkurrenz vor einem Vertreter des Höchster Turnsportvereins 12,2 Sek., auf der Mittelstrecke in 2:23,7 Mn. vor seinem Vereins- kameraden M o o tz. Bei her OJugenb mar her 1900er Graf her meitaus beste Mann. Den 75« Meter-Lauf gemann er in 10 Sekunden 3 Meter Bedächtig zog her Inspektor die Schlußbilanz. „Die Zylinder laacn natürlich schon vorher dort. Man hat Sie wohl seit längerer Zeit erwartet. Wahrscheinlich hat man Havelock zuerst nicht erkannt unb gemeint, Sie hätten bie (Eingangspforte mit einem Dietrich geöffnet. Was sollte sonst bas Einschließen für einen Sinn haben? Das Deffnen mit einem Dietrich erforhert Zeit, insbefonbere hier, wo bas Schloß nur von außen zu erreichen mar. Sic mären tot gemesen, lange ehe Ihnen her Be- freiungsoersuch geglückt märe. Dann trat Havelock zu Ihnen, unb jetzt erst mirb man ihn erkannt haben. Seine Anmefenheit, mit her nicmanh gerechnet hatte, brachte bie Angreifer in Bermirrung unb rettete Ihnen bas Leben. Es ist bas natürlich nur eine Idee von mir, aber ich glaube, sie trifft bie Wahrheit." Er erhob sich schwerfällig unb reifte bie steifen ©lieber. „Unb jetzt auf zu Staletti. Gebe Gott, daß wir bie Spinne in ihrem Netz fangen!" 16. Die Tür würbe ausgcstoßen. Staletti warf einen Blick auf die Kriminalbeamten, bie ben Treppenaufgang besetzt hielten. Unisor mierte Polizisten umzingelten bas Haus. Ein bün nes Lächeln zuckte um feinen blaffen Munh. Sein Gesicht Iah gelber unb schmieriger aus als je. Die Wangen waren eingefallen, ber Bari zerzaust. Er truq einen Kostan. den er vorne zusammenzog. Seine Füße steckten in zerfaserten Filzschuhen. Sneed erklärte ihm in kurzen Worten den Zweck des späten Besuchs und zeigte ihm den Haus sucknmgsbefehl und seine Mark«. Staletti winkt« gnäbig ab „Oh. ich erinnere mich Ihrer sehr gut, Herr In- spektor, bnrf ich hinzu fetzen: leider?* Sem Blick flog weiter unb haftete auf Dick. „Ah unb das ist ja auch ber Herr, dem ich neulich mit meinem Ben zin aushalf. Treten Sie näher, meine Herren, sehen Sie Ihren Fuß über bie Schwelle meines stillen Tuskulums." Er verbeugte sich mit einer übertriebenen Geste des Willkommens unb führte feine Besucher In bie Hall«, hie er durch Einichaften sämtlicher Lichthebel in strahlende Helle versetzte. „Was bars ich Ihnen zeigen, meine Herren, viel, leicht ben Salon, vielleicht bas Eßzimmer?" vor Lippert (B. f. B. Gießen). Dieselbe Plazierung ergab sich im Ballweitwerfen, wo er mit 69,85 Meter Erster würbe. I o h (1900), konnte sich in beiben Konkurrenzen an dritter Stelle behaupten. Bemerkenswert ist noch, daß es im IW-Meter- Zwischenlauf offen ben beiden 1900em (Seibert und Seibert gelang, R. Fisch« r (V. f. B. Gießen), auf den dritten Platz zu verweisen. Auf nicht weniger starke Konkurrenz als in Altendiez traf man am zweiten Feiertag bei ben Einrichkampfspielen in Klingelbach. So war x. B. her Marienburger Sportklub mit dem deutschen öeiifprungrcf orbmann Dobermann erschienen, auch ber Sporiv. Wiesbaben hatte seine Besten zur Stelle. Dadurch, baß Gelbert infolge Fuhver» letzung unb Seifert infolge Zerrung nicht mehr akttonsfähig waren, mußten sich bie ©pieloerrini- gungsleutc auf bie Bestreitung ber Einzelwett- kämpfe beschränken. Peters erfocht über 800 Meter einen schönen Sieg über ben guten rheinischen Mittelstreckler Franke (Bonner Fußballv.). Peterfson, 1900, erwies sich als guter Mehrkämpfer. Durch feine Dreikampfleistungen (100 Meter gleich 11,6 Sek., Weitfprung.6L0 Meter unb Kugelstoßen 11,20 Meter) dürfte er wohl an die zweite Stelle gekommen sein. Für den 500»Tlcter- Lauf für Junioren war Gelbert aussichtsreicher Bewerber. Infolge ber kurz nach hem Start erlittenen Fußocrlclzung kam er jedoch nicht über ben dritten Platz (bei 13 Bewerbern) hinaus. Gleichfalls Dritter wurde sein Bereinskamerab Hopfen- müller im Speerwerfen für Junioren. In her Jugenbklasie B erwies sich Schüauch als guter Weitspringer. Mit 5,68 Meter blieb er nur zwei Zentimeter hinter dem in seinem Bezirk unschlagbaren Höchster K o ch e m zurück. Sehr gut mochten ihre Sache bie beiben Augenblicken der OKlasse, Gräf unb I o h. Ersterer gewann die 50 Meter in 6,4 Sek. mit einigen Metern Dorsprung vor einem Wiesbadener Jugendlichen. Joh brachte den Hochsprung mit 1,35 Meter an sich unb wurde über 50 Meter guter Dritter. V. f. B. Leichtathletik. Zu den am 1. Psingstfeiertag veranstalteten leichtathletischen Wettkämpfen hatte D. f. D. den Werfer Mohl und die Schüler Lippert, Hopp und Schmidt entsendet. Obwohl Viktoria Diez nur ein Landverein ist. hatte dve Veranstaltung eine sehr gute Besetzung aufzu- weisen. So starteten u. a. Teilnehmer aus Bonn. Koblenz, Köln. Frankfurt ci.M.. Höchst tifto. Die von V. f. D. bestrittenen Konkurrenzen endeten wie folgt. Kugel offen: 1. Mohl (D. s. B. Gießen) 11,84 Meter; 2. Schmalz (F. V. Bonn) 11,66 Meter; 3. Günzer (Eintracht Frankfurt) 11,65 Meter. Der Sieg Mohls. der eine sehr gute Leistung darstellt, bestätigt seine auf steigende Form, die er dank seiner Veranlagung durch intensives Training noch bedeutend verbessern kann. — Bei dem 75 Meter-Lauf Tüt Schüler belegte Lippert, der erstmals startete, mit 1 Meter hinter dem Sieger Gräf (1900 Gießen) den 2. Platz. Auch im Ballwcit- wurf für Schüler gelang es dem sich erst feit 14 Tagen leichtathletisch betätigenden Lippert mit einem 64,30 Meter-Wurf sich hinter Gräf (69 Meter) als Zweiter zu plarieren. Die beiden Schüler Hopp und Schmidt, die ebenfalls zum ersten Mal starteten, konnten sich gegen di« erfahreneren Gegner trotz recht güten Lausen« nicht durchsetzen. V. f. B. fcaubbatl v. f. B. Gießen — V. f. B. Höchst 16. Die Handballmannschaft verlor gegen ben Höchster Namensvetter überraschend hoch mit 1:7. Sie kam gegen ben technisch und taktisch bessere« Gegner nicht auf und lieh sich durch bi« unerwav- feien Erfolge der Gäste etwa- aus dem Konxept bringen. Während die Deckung durch ihr schlechtes Stellungsspiel die glänxend vorgciragenen und gut durchdachten Angriffe deS Höchster Sturmes nicht aufzuhalten vermochte, konnte der Gi/ßener Angriff, ber mit Ersatz für den in den letzten Spielen so erfolgreichen Halbrechten spielen mußte, sich gegen die ausgezeichnete Verteidigung des Gegners nicht durchsetzen. 3n Anbetracht der Spielftärke des Gegner-, der gegen den zur Süddeutschen Handballiga gehörenden Pollzeisportverein Butzbach nut knapp mit 2:3 verlor, braucht diese Riederlage für bie VfB- Mannschaft durchaus kein ®runb zur Entmutigung zu sein. Jedenfalls hatte sie Gelegenheit, von dem in jeder Beziehung besseren Gegner vieles zu lernen. „Das Caboratorium", sagte Sneed, ber ben Spott seines Gegners witterte, mit gerunzelten Brauen. „Aha — ber Tempel ber Wissenschaft reizt Ihre Neugierbe. Bitte, folgen Sie mir! Mein bescheibe- nes Heim steht ganz zu Ihrer Verfügung." Er Öffnete eine Tür zu bem Laboratorium, m hem er Eoby empfangen hatte. Sneed warf einen mißtrauischen Blick auf ben Schreibtisch. Er war mit losen Blättern, mit Büchern unb Zeitungen be- beckt. Nichts Verdächtiges bot sich bem Beschauer. „Sie müssen noch ein Laboratorium haben", sagte Sneed unwirsch. „Es liegt, soviel ich weiß, im ersten Stock. Führen Sie uns hinaus." Staletti zuckte die Achseln. „Wie Sie wünschen. Auch hort werben Sie mir die Zeugen meines emsigen Forschens sehen. Ich hätte Ihnen ben überflüssigen Wetz gern erspart. Er wanbte sich zur Halle zurück unb beutete stumm auf bie Treppe. Drei Türen wies ber obere Treppengang auf. Die erste führte in einen luftigen Raum, besten ärmliche Ausstattung in seltsamem Gegensatz zu der Einrichtung ber Halle stanb. Ein schmieriger Waschständer, eine alte Feldbettstelle, ein verschlissener Armsessel bienten schlecht unb recht dem Komfort bes Bewohners. „Die Klausur eines Gelehrten", sagte Staletti mit weiter Handbewegung in stillem Hohn, ßinfer Hand führte eine Tür ins zweite Zimmer. Es fah wie der Speicher eines Lombarbhaufes aus, fo vollgestopft mar es mit Möbeln, bie keine Harmonie und lein Geschmack zu einem einheitlichen Ausbruck verband Die Unordnung, die Vernachlässigung, in der sich dieser Baum befand, spotteten jeder Beschreibung. In ber Ecke stanb ein Stahl schrank, ber in mittelgroße Schubfächer eingeteilt war. Staletti, der Sneed fortgesetzt aus ben Augenwinkeln belauerte, sah leinen Blick. „Sie wollen misten, was sich in bem Schrank befindet.-' Ueberzeugen Sie sich —" sagte er unb 3pp eines her Schubfächer auf. Es enthielt eine cammlung exotischer Käfer. „Mein noturhistori- sches Museum. Der Feuergefahr wegen ist es aus Stahl." Sneeb warf einen flüchtigen Blick über ben iri- fterenden Glanz fchillember Flügelhecken. Er schaute in biefen unb jenen Winkel, doch cr fand nichts, wo er mit seinem Verhör hätte einhaken können. (Fortsetzung folgt) HB tnU ««fS tollen w" alleren! - % M ^ergriffe; äffifl. die bi vollen, das v ; unlemon W Schau L, /teitcmi! S'S ■>i einmal. ’ -dem beißen! Wien LM Mchen n0? Amben!" und mitten und 1 nctferM 2 M habe J Tempo unter aber bedeute Stunden Pro! Siet wird Vornan von 5 Degener, i ju, ibn uni a .Mropoliö' - kann sich ’ für einen M Händedrücke au Wr dem - Mi|, wie in t etfamotitti toc mit asten Tch mnanstl, et : a und n । seines Scheiben des ben Volkes s rechte Zirkus! beit garantier der fie entlei, unb §aW A. hJ Lchneider Zirkusleute tot 'chnnnkt; euch. mb Darietereq aber der Archil dir berühmten -enoollete) hat leben zu einem Jirtt llnd siel Ättscht seines mm aus der mb hvckrn bin Mg, bit 3‘vrt dir Mdchen : rin Dvmpteu- warten. Äl>v wieder vorbei -23a den, s Henrik Sale md ruhevoll m aelbem pht Helm, die S 3 dein Sitte * « in den Sven? 3q, - S Cötoenläfu gm will es fo J 'Mte ist ■Wmlamte ü abgezehrt ■ AM Ntfri A TraMe fJJWMe d onnnpunhen I chrvm im rruogu. Eindruck Wjt riitjche Wrt: <5 , Schilcher Lei SP/** In0'' '^Serfe mmt ML S* U °nntn rtztz Zd J "och ej„ i ln Paai &„< Sw ' W ^^'"1 Cl "f betn beutLL' -LK ,t6eä N «uitn rtJ r «*E SftS ?äS$ JT-is ? SS* un£ M'A F ®“* "®V 'ä m sich und mn* thletik. %, öttonfclMa bZte SU 3. ben Mer Liddrrt. M Obtovhl M e^ist, hatte t* Besetzung austo- lchmer aus Zvm. •• höchst üsd. Ue iurrmzen endeten Wohl lD.s.R vchmal» (F.2. ünzer (tinttafr Tity Wohl», der irllt. destätigt frnr >ank seiner Acren- itng noch bedeutet M 75 Meter-Lcof ert, der tdhd> dem Sieger SrZf Auch im Mmt'-i' > dm sich erst lat ttätigenien Lippe« is sich hinter SrL imeren. Die beiden iot, die ckeniallr inten sich «am Du- echt güten Lausens M . höchst 11 ttfot getzm tM ichend i)vch nAt liL mb tMch bessere, durch die unerwav L aus dem Stowt* ig durch ihr schlechtes vvrgclragenm und es höchster Sturme» foraite der Si.'hmcr dm in den letzten Halbrechten fpidtn gezeichnete Derteid^ durchsetzen. Sn 1» Gegners. W dball'ga gehörenden nur knapp mitr2 clage für dicd- Srund zur 6" alte sie ^lkgmhe^ ng besserm Gegner Snud, der btn6P«ä S7L mir! Mei" bescherte- er $edügunfl_ . )em LaboratottM» hl Snerd wad em- Schreibtisch- >t sich dem W*£ “äS- Ä erspart n ^/unb deute» t J^Sber oben rüren wr^ ,M«r hrte *" srUkatlM» iNUNL 'N b !t-nVcht und- rien". Äniinf<’- MesN.2 kr P )CitC 3^ (o oo° irbt)QUlt5Jfiarmon|‘ i, die gufiru- ein^^tfinuna-i' - s£S r'ci tueflcn W h,n in- «<»tf®' Aus der Wett -es Films. Bummel um einen Film. Aon Felif Ponten Verschreibe dich einen Tag lang Dem Stirn, tritt am frühen Morgen in die mächtigen Film- Hallen von 3obonniStbal. wenn eine matte Sonne aus ihrem Oberlicht liegt, rüste dich dazu mit allem Skeptizismus, den man an eine werdende und überall entgleisende Erscheinung heranbringt. men verläßt sie am Abend, wenn daS Sonnen- rot einen bleichen Himmel purpurn färbt, doch immer ergriffen von dem Zauber dieser seltsamen Welt, ihrem unzerlegbaren Gemisch von Falsch und Echt, der unbeschreiblichen Zeitvergeudung, die hier getrieben, dem unendlich Wiederholten, das hier lautlos und mit verbittenem Chlor unternommen wird. Denn welcher Re- «illcur, Schauspieler, Operateur. Filmarchitekt änbe so hoch, dah er sich vom urteil eines ganzen Volke- die Mangrihasttakeit seiner Leistung bescheinigen liehe? Welche S$eno geriet so gut, daß sie nicht noch besser aespielt werden tftnnte? Unb darum, welche- ist da- Wesen de- Filmatelier-? Der Anlauf, der unendliche müherolle Anlaus, noch einmal, noch einmal und noch einmal; immer wieder AufnahmeI" und !n dem beihenden Scheine de- überwirttichkeit-- Hellen Lichts beginnt da- stumme Bingen zweier Menschen noch einmal, und immer wieder _Ab- blenden!" und e- ist nicht- gewesen, und wieder warten und Proben und noch einmal. Wenn nachher da- Drama läuft, sagt man wohl, dieser Film habe .Tempo" und diese- Tempo sei daS .Tempo unterer Zeit", die keine Zeit habe. Was aber bedeutet Zeil bei der Ausnahme? Drei Stunden Proben für drei Sekunden Film! Hier wird der Film .Alraune" nach dem Boman von Hann- Heinz Ewer - gedreht. Paul Wegener, der ten Brink de- Manuskripts — aus ibn und aus Brigitte Helm, den Star aus Metropolis" ist da- Drama ganz zugeschnitten kann sich freuen, er ist diesem Anlauswefen für einen ganzen Tag nun entronnen; er teilt Händedrücke aus und verläßt den Zirkus. Keiner, auftcr dem Manuskriptfchrerber diese- Films, weih, wie in die .Alraune" ein Zirkus hinein- eskamotiert worden ist. Aber der Zirkus ist da mit allen Echtheiten seiner dürftigen Wanderromantik, er ist hier aufgebaut, in seine Teile »erlegt unb nebeneinandergestellt, der gewaltige ilmrih feine- Zeltts r.igt kwch bis unter die Scheiben des Oberlichts, die Wagen deS fahrenden Boltes sind vorhanden. eS sind echte und rechte Zirfuswagen, und für ihre Unverfälscht- heit garantiert die Wandermenaaerie Schneider, der sie entlehnt sind. O Miscyung von Echt und Falsch! Auch diese Manegendiener hat Zir- kuS Schneider gestellt, sie sind echt wie nur je Zirkusleute waren, aber heute sind sie geschminkt; auch jene Gcke mit Akrobatengerümpel und Bariet^roquisiten ist so echt wie nur eine, aber der Architekt Han- Bei mann (einer, der die berühmten „Caligari'-Aufnahmen künstlerisch verwaltete) hat sie ..gestellt" auf dah ihr Stillosen zu einem Symbol dieser fahrenden Leute würde, lind sieh jenen Trikotatrobaten, der arte« Typische seine- Berufe- an sich trägt. der ist nun ans der Filmbörse gemietet Sie stehen unb hocken hier alle umher, rauchend und gleichgültig. die Zirku-musikanten. die Schulreiterinnen, btt Mädchen in Flitterkleidern, ein Stallmeister, ein Dompteur, Zirkusrolk. Sie warten. Wir warten. Alto warten in diesem Hause de- immer wieder vorbereiteten Anlauf-. „Warten, warten", lacht auch der Regiffenr Henrik Da le en zur Begrüßung. Er steht breit und ruhevoll inmitten seiner Zirku-leute. Siehe, in gelbem phantastischem Zirkusanzug. Brigitte Helm, die Heldin dieses Filmtages, gelassen an dem Gitter eines Löwenzwingers lehnend, wie er in den Manegen aufgebaut wird. Auch Lkwen? 3a. Brigitte-AIraune wird heute in den Löwenfäsig gehen, zu den Bestien. Dieser Film will es so. Sie hat keine Angst und lächelt. Die Gruppe ist von dem grünlichen Licht einer Böhrtnlampe übergossen, die Gelichter sehen fahl und abgezehrt au-. Der Wellkriegssilm, zweiter Teil. Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Der Tragödie zweiter Teil. DesBolkes Not. Die Ereignisse der Jahre 1916 und 1917 mit ihren Brennpunkten bilden den Inhalt dieses grohan gelegten chronologisch-sachlich gegliederten Mittelteiles einer im Bilde gestalteten deutschen Knegs- triloglc. Der Eindruck, der schon den ersten Abschnitt sei» nerzeit entscheidend bestimmte, bleibt auch hier gewahrt: es entstand ein Dokument von unvergleichlicher Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit. Die einzig mögliche, wirklich bildhafte 3Uuftration jener tausend Berichte. Briese. Memoiren, Tagebücher, GeschichtsdarsteUungen. die es vorn Weltkriege gibt. Die große Sachlichkeit. Einfachheit und Unverfälscht heit Der Bilder machen den bestechenden Dokumen- tarischcn. sammelnden, eben historischen Wert des Filmwerkes aus: wer den Krieg nicht selbst an der Front erlebt hat. wird sich, auch mit Der glühendsten Phantasie, keine Vorstellung davon machen können. Aber eine kleine und dennoch er» 'chstttemde Ahnung von dem apokalyptischen Unding, da» vor nun schon so fernen Jahren da brau» ßen Tag um Tag unb Nacht für Nacht durch lange Monate und Fahre hindurch über uns hereinbrach mit immer neuen Gewalten ... eine ganz leise Hhnung davon wird jeder, der diese Bilder sah. mit nach f)aufe genommen haben. Und wird lie sobald nicht vergessen, wird wieder eine Weile daran zunickDenken muffen. Unb bas ist ber Sinn bes Werkes: was damals durch Jahre hindurch geschah, wie damals gekämpft und gestorben unb gelitten wurde, das ist zu gewaltig und namenlos, als daß es nach ein paar Jahren schon wieder vergessen lein Dürfte. Der Film leistet das Möglichste. Er gibt alles, was mit den heute uns zu Gebote stehenden Mit- teln überhaupt gegeben werden kann. Es ist um möglich, alles ober auch nur größere Teile dessen Ju erfassen, was beim Hären des Wortes, beim luftauchen des Begriffes .Krieg" ftirn unb Herz Durchflutet. Aber was hier gezeigt wirb, ist von unleugbarer Realität, im einzelnen sowohl, wie in Der blitzschnellen Folge, im wirbelnden, brodelnden, zucken den Vielerlei des mit dem Augen- und Sinneseindruck erfaßbaren Gesamtbildes. Es hat keinen Wert, hier Schritt um Schritt dem ®ong ber Handlung, der Folge von Bildern und Wie lange bauert ei. bis ein Käfig in einer Manege aufgebaut wird? Fünf Minuten. Wie lange hier? Stunden und Stunden. Das Filmatelier bat die Eigenschaft, die Zeit zu verzerren .Aufnahme!" Die Löwen worden hinau-go- trieben, sie sollen sich zu einer Gruppe stellen, sie sollen sich in Bewegung, In Hüfte, in Majestät zeigen Hinein mit den Bestien, hinaus mit den Bestien und wieder hinein! Sie wollen nicht, lie lind langweilig, wenn sie dräuend 'ich geben sollen, sie fetzen sich, wenn lie sich im Sprunge zu bewähren haben — hinein und hinaus! Anlauf. oh Anlaus! Sie werden schon böfc und knurren, es ist ihnen nicht gegeben, sich den Absichten eines FilmregilseurS anzu- pafsen. sie funkeln in die blendenden Scheinwerfer, drohend lchlagen sie mit den Pranken. Sie haben e- noch immer nicht gelernt, es ist zum Verzweifeln, denn es ist Mittag geworden, und die Zeit vergeht, und sie hätten e- doch fchon begriffen haben können; sie wirkten schon in Bom bei den Ausnahmen zu „üuo vadis mit. und jene dort i st die berüchtigte Löwin Tullio, die damals eine Frau zerriß. Brigitte Helm wird in den Käfig gehen, wird vor diese Löwen treten und ein Dompteur wird sie zurückreißen, mit seiner Peitsche die Tiere dabei in Schach haltend. Ach über diese eine einzige Geste des Zurückreißens, über die drei Schritte, welche Brigitte Helm in den Käsig zu gehen hat! Hinaus mit den Bestien! Diese eine Geste, diese Drei Schritte — wie oft werden sie probiert, wie macht (Saleen sie vor, wie werden sie falsch gemacht, wie oft flammen die Lampen auf, wie oft fchrillt die Pfeife des Begisfeur-, wie oft hort man feinen Bus »Ab- blendonl"? Stunden und Stunden. Anlauf um Anlauf. Und jetzt -- uns allen ist ein wenig bänglich tm Gemüt — wird Die Szene wirklich gclpiclt. Hinem mit den Bestien, hinein mit Br.gitte! Einmal . . . und. weil die Löwen doch so artig sind, noch einmal. Unb noch einmal und wieder den Abgang und wieder diele eine, diese einzige Detr-egung, immer wieder in einer lautlosen unb verbissene Wut diele eine einzige Geste, diese Schritte, dielen Eintritt, diese- Oesfnen der Zwingertür .Abblcnden! Der Gipfel diele- Zttmtages ist überschritten. 21- wir da- Ate;ier ocriaffen. färbt das Sonnenrot den Frühlingshimmel schon purpurn. Ich kann fortgeben, diele- beginnen, jene- beginnen — jene dort in ber Ziriuswe't, die nicht echt ist. 'inb ihr verfallen bi- in iic Bachtstunden Cs wird die Szene kommen, da Brigitte mit einer kleinen Löwin zu spielen hat, das wird hernach sicher eine süße unb reizende Episode fein, aus die sich Brigitte schon den ganzen Tag gefreut hat. — Aber wie wird o- worden? Einmal unb noch einmal und immer wieder von neuem und immer wieder wirb (Saleen finden, e- sei noch nicht sehr schön. Und wie sich die Altersringe um den Korn eine- Baumes setzen, fo umschließen die unendlichen Dorsuche und Proben den winzigen Korn einer kleinen Filmszeno. bi- auS Uebermübung und Hingabe, aus Berdrvssenheit und letztem Zufammonrasfon jene fünf Meter Film entstanden sind, die ber Begisfeur genehmigt. Sie proben noch immer dort draußen, in Johannisthal, in Staaten, in BeubabelSberg, immer wieder andere Begisseure. andere Schauspieler, andere Statisten, und eS hat etwa- Beängstigendes, sich auszudenkcn. wie sie jetzt dort herumstehen und warten unb versuchen und wiederholen, wie sie ganz besessen sind von dem Gelingen dieses einen FilmmeterS. dem ihr ewiger unermüdlicher Anlauf gilt Sille deutschen Mine sollen Mistenverke werden! (Scfroufpieter, Regisseure, Schriststetter, Photographen, Architekten, Komponisten haben sich zusammengetan. Von Siegfried Ascher. Soeben wurde von den Dertrrtern ber Verbände der Filmautoren, der Filmregisseure, bet Filmdarsteller, der Filmarchitekten, der Kameraleute und der Film- mufifautrren eine Dachorganisation geschaffen, die in Zusammenarbeit mit der Filmindustrie an der künstlerischen Wiedergeburt des deutschen Film- arbeiten will. Boch vor wenigen Wochen hat man die Männer, die für einen Zusammenschluß der Film- künstler warben, für unverbesserliche Optimisten gehalten. Gerade die ,Leute vom Dau" meinten, e« sei unmöglich, so eigenwillige Persönlichkeiten, wie es Künstlet nun einmal sind, unter einen Hut zu bringen, und es erschien aussichtslos, sechs Verbände, die ganz verschiedene Ziele verfolgen. in einer Dachgesellschaft zusarnmenzu- fassen. Filmautoren, Begisseure, Ar^tekten, Musikautoren und Kameraleute haben inzwischen aber eingesehen, daß die künstlerische Hebung der deutschen Filmproduktion nur in enger Zusammenarbeit aller Kräfte zu erreichen ist. und sie sind entschlossen, ihre neue Organisation wirkungsvoller arbeiten zu lassen als jene im Jahre 1918 gegründete und bald wieder zugrundegegangene ..Gewerkschaft", die den Spottnamen .,P. P. Gewerkschaft" trug, weil sie alle Filmleute, .von der Putzfrau bis zur Porten" umfaßte. Man ist sich einig, dah etwa- im deutschen Filmwesen geschehen muß. um dem deutschen Film seine Weltgeltung wieder zurück- zuetobetn. Bur über die Wege sind die mah- gebenden Männer Der Organisation — je nach ihrer engeren Berufszugehörigkeit — verschiedener Meinung. Der neue Spitzen verband, der die Wünsche aller seiner Mitglieder vertreten soll, wird also ein umfassendes Programm zu verwirklichen haben. „Gerade wir Verfasser von Filmmanuskripten," sagte der bekannte Filmautor Robert Liebmann im Barnen der deutschen Filmautoren, .müssen unter Bedingungen arbeiten, die eines Künstlers nicht würdig sind. Kein Filmschriftsteller kann heute das Wagnis unternehmen, einen Film zu schreiben, ohne dazu von einer Firma beauftragt zu fein. Ich selbst habe weit über hundert Filmmanuskripte geliefert, aber in der ganzen Zeit nur einFilm- drama ohne Auftrag geschrieben; Drei Jahre ruhte dieses unbestellte Manuskript in meinem Schreibtisch, da sechs Gesellschaften die Verfilmung abgelehnt hatten. Endlich fand sich ein Wagemutiger, und der Film wurde unter dem Titel „Der Roman eine-DionstnrädchenS" ein ganz großer Erfolg. Bor allem verlangen wir Filmautoren aber, dah man unS während der Aufnahmen den Sinn unfeveS Manuskripte- nicht dadurch verfälscht, daß man wichtige Szenen streicht und andere hinzufügt. Auch ist eS beschämend, dah die Wirkung eine- Films oft dadurch bedeutend, vermindert wird, dah man ihn allzuschnell herunterschnurren läht, oder dah sich Kinobefiher zu Zensoren aufwerfen und ganze Szenen au- dem fertigen Film herausschneiden. Wir Filmautoren würden es ferner begrüßen, wenn die 5tlminbuftrie mehr als bisher neue Autorentalente fördern wurde Auch über die Honorierung der Filmautoren, die heute noch sehr zu wünschen übrig läßt, wird ein Wort zu sprechen fein. Es ist weder wirtschaftlich noch moralisch zu rechtfertigen, wenn man einem Dichter mit großem Barnen 30 000 Mark für unbrauchbare Filmtexte zahlt, während für denselben Betrag ungefähr zwanzig junge Talente brauchbare Manuskripte verfertigt hätten. Der Filmindustrie kann man aber auch den Vorwurf Begebenheiten zu folgen. Man muß das selbst auf sich wirken lassen, wie es aerade in der technischen Bewältigung des Riesenstoftes Dem Regisseur (Leo L a s k o) gelungen ist, die Gleichzeitigkeit, das Reden- und Mit- und Nacheinander der Ereignisfe mit zwingender Gewalt ins Bild zu bringen. Die Front neben der Heimat, verbunden durch die Etappe, der ungeheure Materialverbrauch, die Ma- terialbeschaffung, der Materialnachschub; die Schlacht von zwei, drei, vier Punkten aus fast gleichzeitig gesehen, umspringend von Graben zu Graben, vom Mündungsfeuer zum Einschlag, vom Angriff zur Abwehr, vom Bewegungsgcfecht zur starren Stellung, vom Einbruch zum Rückfluten. Dabei bleibt dem Einzelvorgang, dem Augen» blicksbild stets der große Zusammenhang gewahrt: der Spezialkriegsschauplatz erscheint stets im Rahmen der Welttopographie des ganzen Krieges, verliert nie die inneren und äußeren Beziehungs« Unten, die damals fast den ganzen Erdball umspannten. Innerhalb des Gesamtbildes aber behauptet sich und haftet in der Erinnerung vor allem die Gestaltung der beiden beherrschenden Ereignisse, der unerhörten Erschütterungen jener Fahre, die mit Den Namen Verdun und Somme für alle Zeiten blutrot bezeichnet sind. Gewaltiger Angriff und unerhörte Abwehr. Uebermaß menschlichen Willens und menschlichen Leidens. Hier erhält jeder, auch Der, Der es nicht selber erleben mußte, einen schwachen Begriff von der rasenden Stoßkraft des Los» bruchs, von Der neroenzerreißenden, betäubenden und zermürbenden Ungeheuerlichkeit^ eines sieben- tägigen Trommelfeuers, von allen Schrecken, allen Qualen, allen Verzweiflungen im entfesselten Höllen kesiel der Riesenmaterialschlacht . . Wir wiffen, daß man gegen den zweiten Teil des Weltkriedssilmes bald nach seinem Erscheinen mancherlei Emwendungen erhoben hat; wir können Dem erst Dann beistimmen, wenn man uns einen Film zeigt. Der Den Krieg bester, wahrer, historischer im Bild gestaltet, als dieser hier ; bis jetzt gibt es keinen. Außer dem Registeur verdienen vor allem die Bearbeiter, Major a. D. Sol bau und Major a D. V o 1 k m a n n als geistige Urheber des Werkes mit hoher Anerkennung namhaft gemacht zu werden. Die Musik von Marc Roland ist dem Stil des Films vortrefflich angepatzt. -r- Geschichten von Asta Nielsen. B^in hat Asta B teilen die .,Duse -es Films" genannt, und so verschiedenartig auch die Persönlichkeit dieser beiden genialen Frauen ist. so besteht doch in der hinreißeirden Straft des Ausdrucks eine Verwandtschaft. Asta Bieisen kennzeichnet ihr eigenes Spiel, wenn sie einmal von der großen Italienerin fagt: „Die Düse hat für mein Gefühl nie eine bestimmte Rolle gespielt, sie hat mimet nur sich selbst gespielt." Es gibt keinen schlagenderen Beweis für die geistige und künstlerische Krise, in der sich der Film befindet, als die Tatsache, daß man mit dieser stärksten weiblichen Kraft der Filmkunst lange Jahre nichts anzulangen wußte, daß sie abseits stand, erst „wiederenldeckl" wurde und einige Filme in eigener Produktion herausbringen mußte. Sie ist zu groß in ihrer "Persönlichkeit, in ihrem Spiel zu vergeistigt, als dah sie in die kleinliche und entseelte Wett unserer Filmkunst passen würde. So ist Asta Bieisen der größte Gegensatz gegen Hollywood, das Denn auch von ihr niemals Hal etwas Wilsen wollen. In ihr leben jene Mächte des Genies, die der amerikanische Film durch äußerliche Pofen und leeren Mechanismus ersetzen möchte. In einem neuen Buch über Asta Bieisen führt E. M M u n g e n- a st Die Urteile zahlreicher bedeutender Persönlichkeiten über ihr Spiel an, und alle stimmen überein m der Begeisterung für diese wundersame Begabung Mag es Hermann Bang fein, der sie entdeckte, ober Georg Brandes, der auch von der Magie ihrer Stimme kündet, mögen große Regisseure Iic bewundern, wie Iehner, oder große Schauspieler, wie Bassermann. mögen die berühmtesten Tänzerinnen da- Wunder ihrer Dewegungskunst anstaunen — stet- ist es die Einzigartigkeit ihrer Erscheinung, der ungeheure Zauber ihrer Persönlichteit, der hervorgehoben wird. Vielleicht spielt dabei der Tropfen Zigeunerblut mit, der in den Adern der Dänin meßt. Don Anlang an drängte es sie zur Bühne, zur Kunst, zur Offenbarung ihrer inneren Erlebnisse. Aber erst als sie von den undankbaren Aufgaben, die chr das Theater bot, enttäuscht, mit ihrem späteren Manne Urban G a d zusammen, nach neuen Möglichkeiten des Ausdnuks suchte, ging fit zum Fftm und gab diesem bi- nicht ersparen, daß sie dem Autor zu wenig Bcwegung-sreiheit läßt. Ich erinnere mich, daß mir der Produktirm-Ioiter und der Dramaturg einer großen Gesellschaft bei der Abfassung des Manulkript- zu Dem Film .Der Mann ohne Namen' schwere Donvürse machten, weil ich einen Kriminalfilm mit huinorist.fchem Einschlag schatten wollte Verzweifelt erklärte man mir. daß ein Kriminalfilm ernst sein müsse, um zu wirken, und erst der ungeheure Erfolg meinet neuen Idee belehrte die Herren eine- Befsorcn. Vor allem aber hoffen wir. die B Q - men-nennung de- Autors bei allen Filmen durchsetzen zu können; denn es ist wohl eine fadenscheinige Motivierung, wenn der Vertreter einer der größten deutschen Filmgesellschas- len während des Autvrenkongresfe- In Rom au#- führte, daß Die Barnen-nennung des Autors die Gesellschaft durch Mehrverbrauch von Filmstreifen die »ungeheure Summe" von 50 Mark kosten würde. Wir haben uns in der neuen Dachgesellschaft vereinigt, weil wir hoffen, dah die Industrie In Zukunft den Künstler nicht mehr als Bebensach« behandeln wird, und dah die Einstellung endlich verschwindet, für die der Ausspruch eine- Wiener Filmindustriellen bezeichnend ;ft, der bei jeder Gelegenheit zu äußern pflegt: .Mein Geld — mein Film — mein Gusto!" Eine nicht minder wichtige Forderung erhebt — im Barnen der Filmregisseure — Lupu P i ck, der unablässig in mühseliger Kleinarbeit für da« Zustandekommen der neuen Gesellschaft gewirkt hat. .Laßt un- Zeit zu ernster künstlerischer Arbeit, das ist die Hauptsorderung. die wir an die Industrie richten", so äußert sich der bekannte Regisseur und DarsteUer. .Man soll Schauspieler, die sich eben erst kennengelernt haben, nicht zwingen, sich sofort auseinander einzuspielen. Jede künstlerische Betätigung ist Berven- und Stimmung-sache, und nur bann kann ein ersprießliche- Zusammenwirken eintreten, wenn Künstler und Regisseur sich im gemeinsamen Gespräch in den neuen Qlufgaben- krei- hineinfinden. Selbst für den größten Film stellen tapitallräftigftc Firmen ihren Künstlern höchsten- zwei Monate al- DorbereitungSzeit zur Verfügung, und kleinere Produzenten verlangen oft von ihrem Regisseur, daß er sich- innerhalb weniger Tage mit seiner neuen Ausgabe vertraut machen sott. Regisseur und Autor können nur in gemeinsamer längerer Arbeit ein brauchbare- Drehbuch zusammenstetten, und auch die Festsetzung der Reihenfolge, in bet die Szenen gedreht werden sotten, erfordert eine gewisse Zeit. Außerdem verlangen kleinere Firmen, dah der Regisseur trotz sehr bescheidener Mittel einen Film Herstellen soll, der »nach etwa- auSsiehf. Wenn der Filmregisseur nicht nur über die Art zu entscheiden hat, wie er einen Film Herstellen soll, wenn man seine Ansicht auch bet der Wahl deS Stoffe - berücksichtigen wird. Dann wird die deutsch« Filmindustrie nicht nur uns. sondern auch sich selbst einen Dienst erwiesen haben." „OTU unserer neuen Gründung wollen wir keineswegs eine Kampfvrganisativi» schaffen", so erklärt im Barnen ber Darsteller Emst Reicher, der durch seine Stuart-Webb-- Filme einer der volkstümlichsten deutschen Kino- fchauspieler geworden ist. .Wir haben ein Kampfziel, für das wir gemeinsam mit der Filmindustrie streiten werden: die Abschaffung der Lustbarkeit-steuer. Selbstverständlich werden wir vorher mit der Industrie bindende Abmachungen Darüber treffen, daß die Beträge, um die sich die Steuer vermindern sott, nur für eine vermehrte und verbesserte Produktion verwandt werden Dürfen. Aber noch ein anderes Problem beschäftigt uns Slim» Darsteller. Immer wieder klagen bekannte Bühnenkünstler und FilmDarstetter von Ruf, dah es chnen seit Monaten unmöglich ist, eine Beschäftigung beim Film zu erhalten. Richt mit Anrecht weisen diese Künstler Darauf hin, dah viele deutsche Filmuntemehmer vollkommen unbekannte ausländische Darsteller bewährten heimischen Kräften vvrziehew Be- dahin noch ganz wesenivsen Instrument einet neuen Kunst Die innere Berechtigung unD Beseelung. Das war zu einer Zeit, Da Die Amerikaner noch im Hintertreffen standen, und hauptsächlich durch -hre Persönlichkeit ist der Film als eine neue Macht DeS Lebens über die Wett verbreitet worden. Ihr Ruhm umspannte schon vor dem Kriege den ganzen Erdball. „Ich habe in Melbourne Riefenhüte gesehen mit einem ganzen Straußenkraal darauf und darunter stand: a b Asta Nielsen“, erzählt der spanische Journalist P. D i a z. „In einem großen Friseurladen San Franciscos besprach man fachmännisch die Asta-B.elsen-Frisur. In Bagafaki Hel mir eine Hafenschenke auf, die ein Plakat Asta Biel- sens mit dem rot umränderten Hamen trug. In Saigon, Der verfluchten Stabt des gelben Fiebers, kam ein Reisekinv an: den braunen Ana- miten wurde Asta Hielten gezeigt" Wenn man sagen darf, daß sie — mit Ehaplin zusammen — Die eigentliche Filmkunst geschaffen hat, so liegt Der tiefste GrunD Dafür darin, dah sie nicht nur eine große Schauspielerin, sondern eine tiefe Kennerin des Films ist, die auch alle Einzelheiten der Technik beherrscht und mit fabelhafter Sachlichkeit die eigentümlichen Werte deS Licht- spielS ausnutzt. Immer wieder haben diejenigen, die mit ihr zusammen arbeiteten, diese besondere Begabung bewundert, und Iehner hat z. B. bekannt, daß er von ihr stärkste Anregung empfangen habe „Sie hat daS im Gefühl, in Den Fingerspitzen, wie etwas photographiert aus- sehen wird," sagt Rudolf (Meiner t von ihr. und Grete Mosheim betont besonders ihre unerreichte Kunst des „Maskenmachens". In einem kleinen Kino in Spanien schoß einmal ein Mann am Schluß Der Vorstellung nach der Großaufnahme, Die ihr Antlitz zeigte. Man hat Darin eine besondere ..Huldigung" für ihr Spiel sehen wollen, das Menschen sogar zu Mördern machen kann. Sie selbst aber urteilt über diesen Vorfall tiefer. . Ich glaube, dah dieses kleine Erlebnis ein großes Kompliment für den Film ist. Ich bin davon überzeugt, daß der arme Teufel nut mein Bild gemeint hat, als et schoh. Man farm baä auch sehr gut begreifen, wenn man bedenkt, wie groß und plastisch der Film ein Gesicht auf Die Leinwand he?t. UnD das ist meine Meinung über diesen Fall: Der Film kann lebendiger als das Leben wirken." fb. sonders der Nachwuchs hat augenblicklich in der deutschen Filmproduktion fast keinerlei Aufstiegsmöglichkeit. Wenn wir durch den neuen Verband unteren Kollegen Beschäftigung zu einigermaßen erträglichen Gagen werden beschaffen können, wird er seinen Nutzen am besten bewiesen haben. Auch der Delegierte der Kameraleute, Herr Gottschalk, verspricht sich viel von der neuen Interessengemeinschaft. Er verlangt ebenfalls mehr Zeit für die künstlerische Arbeit und erklärt, daß eine Leistung, wie man sie heute von einem Kino-Operateur verlangt, künstlerisch nicht vollwertig sein könne. Müsse er doch bisweilen an einem Aufnahmelag 100 bis 120 Einstellungen vornehmen, und während der Operateur früher Zeit hatte, eine Dekoration in drei Tagen zu photographieren, müsse er heute nicht selten drei bis vier Dekorationen an einem Tag ausnehmen. Auch der Operateur leidet unter der allzu scharfen Anspannung des Darstellers, der oft zwölf Stunden im Licht der Scheinwerfer steht und dessen Gesichtsmuskeln daher ermüden. Die Schuld an dem veränderten Aussehen des Stars im Film wird dann oft dem Aufnahmeoperateur zugeschoben." Wirtschaft. Warnung vor der Teuerungs-Psychose. Der Wirtschaftsbericht der Commerz- und Privatbank A.-G. über die Lage der Wirtschaft im Monat Mai, der in einer Betrachtung der Wirtschaftslage zu dein Schluß kommt, daß man wohl vorwiegend auch für die nächste Zeit mit einem im ganzen günstigen Geschäftsgang rechnen darf, behandelt u. a. auch die Bedeutung der Entwicklung des inneren Preisniveaus und wendet sich in diesem Zusammenhangs gegen die bestehende Teuerungs-Psychose. Cs kann nicht bezweifelt werden, daß die in der letzten Zeit eingetretenen Preiserhöhungen Bedenken Hervorrufen müssen, gerade in einem Zeitpunkt, wo der Wiederaufbau des Exports Fortschritte zu verzeichnen Hat, wie das gesamte Ergebnis des letzten Quartals zeigte. lBekanntlich zeigt das erste Vierteljahr eine nicht unbeträchtliche 'Belebung der deutschen Exporttätigkeit.) Die angekündigten Tariferhöhungen dürften auch nicht geeignet sein, die deutsche Wirtschaft zu fördern Der Bericht wendet sich weiter an die neu zu bildende Negierung, indem gesagt wird: Jede neue Negierung, die es sich zur Aufgabe stellt, die deutsche Wirtschaft zu stärken, und eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit zu vermeiden, wird in erster Linie daraus Bedacht zu nehmen haben, eine Steigerung des Preisniveaus zu bekämpfen, ebenso wie die Sparsamkeit der öffentlichen Wirtschaft zum obersten Prinzip zu erheben. Die Förderung der Handels- vertragspolitik bildet gleichfalls eine unerläßliche Notwendigkeit in der Zukunft, nachdem in dieser Hinsicht eine längere Stagnation festzustellen war. Aur vorläufige Befriedigung des Kommunalanleihebedarfs. Die in der letzten Zeit mit Genehmigung der Beratungsstelle für Auslandanleihen aufgelegten Auslandanleihen der Kommunen haben mit dem Abschluß der Berliner Anleihe einen Betrag von rund 165 Mill. Mark erreicht. Von diesem Betrage entfällt auf die Sammelanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes eine Summe von insgesamt rund 74 Mill. Mark, die sich aus die beteiligten Städte und Kommunen verteilt. Rechnet man diese neuen Anleihen zu den alten hinzu, so ergibt sich ein Gesamtbetrag von 1064 Mill. Mark von im Auslande abgeschlossenen Kommunalanleihen, wovon auf sogenannte Sammelanleihen 389 Mill, entfallen. Die neuen Anleihen können natürlich nur den dringendsten kommunalen Kreditbedarf befriedigen, der durch die lange Sperre sehr groß ist. 3m Zeichen der gedämpften Konjunktur. Die jetzt veröffentlichten Monatsbilanzen der Banken für April, die, im ganzen betrachtet, eine weitere Ausdehnung des Geschäftes zeigen, sind hinsichtlich der Beurteilung der gegenwärtigen Konjunkturlage besonders aufschlußreich. Während auf der einen Seite sich bei allen Instituten die fremden Gelder beachtlich und im verschärften Tempo erhöht haben, zeigen auf der anderen Seite die Debitoren nur eine geringe Erhöhung, die rund 30 Proz. der Kceditorensteigerung ausmacht. Hieraus folgt mit Sicherheit, daß die Geschäftstätigkeit in der Wirtschaft nachgelassen hat, ein Eindruck, der sich noch verstärken muß. wenn man die geringere Inanspruchnahme des Konto- korrentkredits berücksichtigt. Es ist auffällig, daß die den Banken neu zugeslossenen Mittel, die im wesentlichen aus dem stark erhöhten Anleihestamm des Auslandes kommen dürften, zum weitaus größeren Teil in das Börsenkredit-. Wechsel- und Rembourskreditgeschäft gegangen sind. Wenn auch die Bilanz-Zahlen der Banken für den Monat April einen offensichtlichen Konjunkturrückgang nicht erkennen lassen, so ergeben sie doch, daß die Tendenz zu einem solchen durchaus vorhanden ist. ' Die Geschäftstätigkeit der hessischen Genossenschaften. Hebet die Geschäftstätigkeit der hessischen Genossenschaftsbanken liegen jetzt die endgültigen Geschäftsergebnisse des Verbandes hessischer Erwerbs- und Wirt- schastsgenossenschaften für das Jahr 1927 vor. Es berichteten, wie im Vorjahr, 25 Genossenschaftsbanken mit rund 24 500 Mitgliedern. Diese weisen ein eigenes Vermögen von 6,2 (4,7) Mill. Mark und anvertraute fremde Gelder von 27,2 (19.7) Mill. Mark auf. Unter den anvertrauten fremden Geldern sind allein die Spareinlagen um 5.5 auf 17.7 Mill. Mark gestiegen. Einschließlich der Kredite aus weitergegebenen Wechseln haben diese Genossenschaften dem Mittelstand 1927 rund 35 Mill. Mark (26) Kredite zur Verfügung gestellt. Die Bilanzsumme beträgt (ohne Giroverbindlichkeiten) 36.7 (29,2), der Umsatz 1031.6 (744), der Nohgewinn 3,8 (3) Mill. Mark. Die Genossenschaften erzielten einen Reingewinn von 708 000 Mark (622 000 Mark), der mit 268 000 (269 000) zu Reservedotierungen und mit 337 000 (242 000) Mark zu Dividendenausschüttungen verwendet wurde. Die Durchschnittsdividende der Genossenschaften betrug 9,32 Proz. * Die Hmschuldungsaktion der Landwirtschaft und die Landesbankenzentrale. Die Deutsche Landesbanlenzen- träte hat zur Konsolidierung landwirtschaftlicher Kredite eine Hmkchuldungsanleihe von 25 Millionen Dollars abgeschlossen. Die Anleihe ist zu 6,50 Prozent verzinslich. Die Laufzeit beträgt 30 Jahre. Cie ist jederzeit in Stücken rückzahlbar, nach fünf Jahren auch in bar zu pari. Die Anleihe wird unter der Bezeichnuna Consolidated Agricultural Loan of German Provincial and Communal Banks voraussichtlich zu 97,50 Prozent aufgelegt Der Auszahlungskurs an die Landwirte beträgt etwas über 93 Prozent. Einschließlich des jährlichen Tilgungssahes von 1.15 Prozent ergibt sich eine Effettivbelastung für den Landwirt von 9 Prozent. Die Anleihenehmer sind die durch die Landesbankenzentrale vertretenen preußischen provinziellen Kreditanstalten sowie die Girozentralen Baden und Württemberg, insgesamt 14 Institute. Die auf die einzelnen Provinzen entfallenden Quoten sind im Verhältnis zum Kreditbedarf klein, so daß nur ein kleiner Teil von Kreditanträgen berücksichtigt werden kann. * Zur Umwandlung von Roggen- reallasten in Goldinarthypotheken. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist in Erweiterung des Erlasses des Preußischen Staatsministeriuins vom 13. März d. I. der Iustizininister ermächtigt worden, auch diejenigen Gerichtsgebühren und als Gerichtsgebühren zu berechnenden Landesstempel, die aus Anlaß der Umwandlung von Roggenreallasten in Goldmarkhypotheken entstehen, zu ermäßigen oder beim Vorliegen der in dem genannten Erlasse bezeichneten Voraussetzungen in voller Höhe niederzuschlagen. Die gleiche Ermächtigung ist hinsichtlich der in Stempelzeichen zu verwendenden Stempel dem Finanzminister erteilt. Die genannten Minister sind ferner ermächtigt, diese Befugnis aus die Nachgeordneten Behörden zu übertragen. * Getreidehandelstag in Frankfurt a. M. Auf Wunsch der Mitglieder der Frankfurter und benachbarten Börsen und Märkte hat der Vorstand der Frankfurter Börse Abteilung Getreide beschlossen, am 9. Oktober 1928 erstmalig einen Getreidehandelstag in Frankfurt a. M. stattsinden zu lassen. Vorverhandlungen mit den Organisationen des Getreide-, Futtermittel-, Kartoffel-, Rauhfutter- und Samenhandels, der deutschen Müllerei, des Brauerei- und Mälzereigewerbes und den Düngemittelindustrien, sowie der Landwirtschaft haben ergeben, daß überall hierfür ein lebhaftes Interesse besteht. * Süddeutsche E i s e n b a hn - G es ell - schäft A.°G. Darmstadt. Entgegen den Erwartungen ist in der Aufsichtsratssitzung beschlossen worden, für das abgelaufene Geschäftsjahr wieder dieselbe Dividende wie im Vorjahr (10 Prozent) zu verteilen. Der Nohgewinn beläuft sich auf rund 5,1 Millionen Mk.. der Reingewinn nach Vornahme der Abschreibungen auf rund 2.1 Mill. Mk. (106 333). Aktienkapital 20,8 Mill. Mk. * Vom süddeutschen Eisen markt. Die Lage am süddeutschen Eisemnarkt hat gegenüber der Vorwoche keine Aenderung erfahren. Wie zu erwarten war, wurden Abschlüsse zu neuen Preisen nur in verschwindendem Maße, und zwar hauptsächlich von Derbraucherseite getätigt. Dagegen sind die Händler durchweg mit Material noch genügend eingedeckt. Der Eingang von Spezifikationen auf die bestehenden Abschlüsse ist befriedigend. Was die Preisbewegung betrifft, so ist man allgemein der Ansicht, daß die gegenwärtigen Notierungen bestehen bleiben, doch ist es nicht ausgeschlossen, daß sich im Falle einer Frachterhöhung durch die Reichsbahn Auswirkungen auf die Verkaufspreise ergeben. e Matheus Müller K a. A. Eltville am Rhein. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß für das Geschäftsjahr 1927, der einen Warengewinn von 1 649 824 Mk. gegenüber 1 226 875 Mk. im Vorjahre ausweist. Nach Abschreibungen von 97 541 (81 757) Mk. verbleibt ein von 220 440 auf 243 180 Mk. erhöhter Reingewinn einschließlich 40140 (66110) Mk. Vortrag. Es wurde beschlossen, hieraus wieder 6 Prozent Dividende auf 3 Millionen Mi. Stammaktien sowie 5000 Mk. Pvrzugsaklien aus- zuschütten. Die Gesellschaft, die über einen weiter erhöhten Umsatz ihrer bekannten Sektmarken berichten kann, wozu auch das Geschäft der Sektkellerei Gebr. Hoehl G. m. b. H. in Geisenheim beitrug, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr ihre Kreditoren von 1 935 877 auf 3 631 160 Mk. erhöht. • Die Berliner Stadtanleihe in N e u h o r k. Die am Dienstag aufgelegte Berliner Stadtanleihe fand in Neuyork glänzendste Aufnahme. Aus allen Teilen Amerikas, aus Europa, auch aus Deutschland, sowie aus anderen Teilen der Welt, gingen umfangreiche Zeichnungen ein. Jtinbermarff in Gießen. Zum heutigen Rindviehmarkt waren 849 Stück Großvieh und 405 Kälber aufgetrieben. Der Handel war sowohl am Vortage wie am Hauptmarkt schleppend und es blieb lleberstand von mittelmäßigen Tieren, während Tiere erster Qualität ge sucht waren. Bezahlt wurde für Kühe 1. Qualität 550 bis 650 Mark, 2. Qualität 350 bis 500 Mark, 3. Qualität 200 bis 250 Mark für Rinder ein- bis zweijährig 100 bis 250 Mark; für Kälber das Pfund Lebendgewicht 55 bis 70 Pfennig. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 30. Mai. Tendenz: erholt. — Nachdem schon im Verlaufe bet gestrigen« Abendbörse eine Besserung der Tendenz nicht zu verkennen war. eröffnete die heutige Börse allgemein erholt. Eine Anregung bot vor allem die gegen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse cingetretene Kurserhöhung. Von Aus- landsseite sollen daraufhin wieder neue Kaufaufträge vorgelegen haben, und die Spekulation sah sich zu Deckungskäufen veranlaßt. Der Zahltag gilt als ziemlich überwunden und am Geldmarkt macht sich bereits eine kleine Entspannung bemerkbar. Die Umsatztätigkeit war jedoch im allgemeinen nicht groß, nur in einigen Spezialitäten herrschte regere Nachfrage. So waren Kaliwerte lebhaft gefragt, vor allem Salzdetfurth, die 17 Prozent anziehen konnten, Aschersleben gewannen 8 Prozent und Westeregeln 6 Prozent. Weiterhin bestand für Elektrower te größeres Interesse. Bevorzugt waren Chadeaktien mit plus 10Mk.. Licht mrd Kraft lagen 4,5 Prozent, S ie in ens 3,5 Prozent, AEG. 2,75 Prozent und Gesfurel 1 Prozent höher. I.-G.-Farben eröffneten 2,5 Prozent, Scheide anstatt und Holzverkohlung je 1,5 Prozent fester. Montan werte lagen sehr ruhig. Rheinische Braunkohlen und Rheinstahl je 2 Prozent gebessert. Am Bankenmarkt gewannen Barmer Dank und Reichsbank je 1,5 Prozent. In Voigt & Häffner gingen die Interessenkäufe weiter. Wegen Materialmangels kam ein Kurs zunächst wieder nicht zustande; Taxe 243,50 (plus 28,50 Prozent). Auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich überwiegend ein» bis zweiprvzentige Kurserholungen. Deutsche Anleihen )vgen geringfügig an. Ausländische Renten werter still. Mexikaner fester. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich. Es traten überwiegend neue Kursbesserungen von etwa 1 Prozent ein. Montanwerke waren etwas lebhafter gefragt. Reichsbank zogen erneut 5 Prozent an. Der Sah für Tagesgeld wurde auf 6,5 Prozent ermäßigt. Am Devisenmarkt konnte sich der Dollar etwas erholen. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1760. gegen Pfund 20,395, London-Kabel 4,8840. Mailand 92,65. Paris 124,02, Madrid 29,15, Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 30. Mai. Immer mehr tritt die Abhängigkeit der deutschen Börsen vom Auslande in Erscheinung. Obwohl die Rückwirkung der schwachen Börsen in Paris und Neuyork sicherlich nicht mehr groß war, d h. das Ausland an seinem deutschen Effektengeschäft icsthielt, richtete sich die Tenden, in den letzten Tagen noch immer nach den aus Neuyork eintreffenden Meldungen, bzw. den Meldungen aus Paris. Der Schluß der gestrigen Neuyorier Börse hatte eine kräftige Befestigung gebracht und ließ schon im heutigen Vormtiiagsverkehr eine kräftige Erholung erkennen. Hinzu kam, daß der Zahltag bis auf den Ultimo überwunden ist. daß gestern mittag viel gefirt worden ist, und diejenigen. die nicht 8,5 v. H. für Reportgeld zahlen wollten, aus ihren Engagements herausgegangen sind. Das Fehlen neuer Limite hatte bei den Deckungen und Rückkäufen der Spekulation eine unregel mäßige Kurscntwickelung zur Folge. Das Ausland beteiligte sich nur in ganz geringem Umfange am Geschäft und interessierte sich nur für Spezial- werte. Dagegen nimmt das Interesse von dieser Seite an den Anleihemärkten zu. Außer der fortschreitenden Besserung des Arbcits Marktes und des Rückganges der Erwerbslosen Ziffer in der ersten Hälfte des Mai um 12 v. H und der starken Erfolge der deutschen Anleihe in N e u t) o r t, tagen anregende 'JliogKnte nicht vor Das Kursniveau mar im allgemeinen gehalten. Bon Sonderbewegungen sind zu nennen 'ö o i g t K Haeffner plus plus, Glanzstoff 13, Schultheis 6. Polyphon plus 10,25 v. H., Soensla plus 7,25 Mark, Chadeaktien plus 11 Mark, Warenhauswerte plus 4 bis ti v. H. usw. Kaliaktien waren besonders fest, bei denen Fusionsgerüchte anregten und im Verlaufe zu weiteren, bis 7 o. H. betragenden Gewinnen führten. Auf Grund der gestrigen Entscheidung des Haager Schiedsgerichts betreffend Liguidations- schöben und Dawes-Plan waren Schantung angeboten. Deutsche Atlanten dagegen nicht beeinflußt und höher. Auch Lorenz weiter recht lebhaft. Deutsche Anleihen ruhig Ausländer zur Schwäche neigend. Mazedonier schwach. Pfandbriefmarkt still. Geldmarkt recht angespannt. Tägliches Geld 7,5 Proz. bis 9 Proz. Geld über Ultimo 8 bis 9,5 Proz. Daraufhin war auch im Verlaufe der Kalimarkt schwach und die Umsatztätigkeit nicht groß. (frrantfiirtcr Getreidebörse. Frankfurt a. M., 30. Mai. Der heutige Prvduktenhauptmarkt verkehrte in sehr matter Haltung. Es kam fast fein Geschäft zustande, die Umsätze sind nach wie vor sehr gering. Eine kleine Abschwächung erfuhr Weizen und Roggen um je 0.25 Mk., im Einklang damit Wcstzen- und Roggenkleie um ebenfalls 0.25 Mk, sonst konnten sich die Preise behaupten Es wurden notiert: Weizen 26.25 26.50 TR!.; Roggen 28: Haier, inländischer 28—28.50; Mats (gelb) für Futterzwecke 25; Mai» (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38—39; Roggenmehl 39.50—40; Weiz.n- kleie 15; Roggenckleie 17.25—17.50. Tendenz. malt. Kunst und Wissenschaft. Jahresfeier der Deutschen Burschenschaft auf der Wartburg. Die ständige Pfingsttagung der Deutschen Burschenschaft in Eisenach begann in diesem Jahre mit einer Iahrfeier auf der Wartburg. Der junge Burschenschafter Dr. Heuer (Leipzig) erörtere bas Verhältnis des heutigen Stu- dentenaeschlechtcs zum Staat. Er ging aus vom Wartburg-Fest 1817. Die erste Zusammenkunft der gesamten deutschen Hochschuljugend, die sich auf der Wartburg auch mit ihrem Staatsideal beschäftigte, wurde von den Regierungen als 9kr schwörungen gegen den otaat verdächtigt. 'Tiber die Wartburgjugend wollte nicht den Staat zerstören, sondern ausbauen. Vor einer gleichen Ausgabe stein auch die Jugend unserer Zeit. Der Burschenschafter ist bereit, ohne die Frage der Staatsform zu stellen, unserem Staate zu dienen. Sie dient ihm, indem sie sich bemüht, die sozialen Gegensätze in unserem Volke zu mildern, die seelischen und geistigen Güter unseres Volkes schützt und sich in wehrhafter Gesinnung vor den deutschen Aolksboden stellt. Danach sprach ein alter Burschenschafter, Pros Berger, der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft; er zeichnete F. L. Jahn als Wecker des Deutschen Volkes zur Vollendung der Freiheit. Wenn er dem Volke nur feine deutsche Turnkunst und sein deutsches Volkstum geschenkt hätte, so wäre fein Verdienst groß. Aber er erzog Deutschland durch sein Turnen zur Gesundheit und Kraft und erzog es durch feine politische Arbeit zum völkischen Selbstbehauptungswillen. Arbeitet die Bur- schenschaft im Namen ihres Erziehers F. L. Jahn, so dient sie ihrem Volk und Staat. ftonfifforialraf Nowack f. Der Geheime Konsistorialrat Profefsor Dr. theol. et phil. Wilhelm Nowack, früher ordentlicher Professor an der Universität Straßburg, ist, 78sährig, in Leipzig g eft o r b e n. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Schlub- flur» '-Uhrkur» Sch,uh fwr» tüntang kure Latum 2«. 6. 30. 5. 29 5. 30. 5. Tt. Relchkmlelhe v. 1927 87.2ü — K7.. — Dl. «nl.ÄdlüI-Schuld mit tlul- los-Rechten...... 5t,25 51.55 51.5 Tetgl. ohne 81ueio|.-tRed>lc . 19.55 <0,65 19.9 1U.6 7% Sranff. Hyp.-Bl. Goldvs. in tünbbar bis 1932..... — — - - < ’‘Rbdniidje ßtw.-Banl fiiqu • iHolbl'f......... — • abn. 18 ortrieo»- C bllfliitton., rückzahlbar 1932 ..... - 4% Schweiz. Bunbetb.-'änL. — 4"n Ceftcrxvtdrifdjc «oldrle.. —■ 29,2 — 4,20% Oestrrr. >=tibvntr. . — 3.H.S — •v., iefktieid). einbeiil. IRte. — — — Unacrildx ,% Rumänen Soldanl. von 1913 23.25 — 22,5 - «Hfl. Deutsche flnlenbafri — — Mmbuta Vlmerila Paket t* <71,5 I7S *71,9 172,9 Hauid.-^üdaot. Dampsick. . . 8 - — 219 Hauia Toi;iDfi<6if1..... 10 • 220 219 ‘.'ieiSt-eutfdjcr Llood .... . 8 I6ö 165 IM.75 165 Acht. Deutsche ikreditanst. . 10 143.5 — 143.25 142.77 Bariakr <1 an herein 150 151.5 1'1 151 Vktiuiet HandeUgeiellsch. 19 — — i79 271 v .mmerx- unt- Privat-Ponk 11 165.0 IM. 76 IK> 165.2. barmst. u Rationaldank . 12 278 — 27 k- I.aticheBaok..... 10 <73.5 • 173 173.5 fein*^cfenfdtaft «nt. 10 166.5 166,5 166.5 iw;,75 Tre»k>ner Bank...... 10 167 > 167.75 16-t 167 ^netdeufttde grekilbant . . 9 — en 212 "N,-taUvank . ....... . 8 149,5 — 15u 150 iKi'idH'lwrit ....... e 19 .'83 ZM.5 ♦y4.75 «4.7.> (Jraufchirt a. M. Berlin Schluft- flure 1-Uhr- Kur, Srntuh Kur» Anfang Rute Tatnm | 29. 5. 30 5. | 29. 5. | 30 5. '.'t.ÜAU........ s 192 194 75 192 195 iSctflmQnn..... . >' — — 219 2ZI tilettt. x-tcfetungeii. . 10 — —- '84 182 Vidit imb Hre.fi . . . 10 -:;v. 5 'x,l 231.5 236 Wellen « ^utli.-miwe. . 6 142 141.25 142.5 141.25 O'ii f. tik’ftr. Untern.. 10 287 288 ■287.6 289 2- Hamb. Glcltr. tierte - 10 — — 165 163 Sihr'in. Glektr. . . . - . . 9 — — 169 168 -chlel. Glettr..... - - — — 240 241.25 cAudert...... . b ZU. i,5 21’6.5 206.75 ^iemcnt Halste . . 19 — 351,5 ü48 351 Zrmtvrafcio..... . H — — 163 164.13 Lahmcncr 4 Go.. . . 10 184/25 — — 184 Buderuö ..... . 5 93 — 93 93,25 Teutictoe Grd^l . . — 136.7., 136.5 Gilcnet Steuiioljle . . . h — —- 136 — tVellenkirchener . . . f a * 140 141.75 140.25 140.75 Harvener...... . t 172 171 172 171.25 Hoeich ciien..... . b — 151.25 151.75 Ilie «ergbau .... aiöSnerwerke ... • - . 5 - 128 126.25 1*8.75 ftoln 9teuclien . . . 9 — — 148.25 147.75 -JXdiineimann . . . b Iw. <5 1,6.5 I5j,25 157 Man! selber ... . 7 — 121 119,5 124 Cbendiief. Cifcnb. Beüart . 107.5 110 ilo Cbcridikf. flotewerte — 101.75 102,2u ‘LiljOnlr Bergbau 99 >9 98.9 :»S,J Xbdniidyf eraunbhk 10 >00 .102 500 302 'Nbctnftah! i. 3 . Oadr 4 170 167 170 iWebedlRotttan . t ** 163 yeteinifllt etabUo. . , 1) - 102.75 IU3 102.75 l tont Minen ? »h 55. < »4 .»alt 2Ud>er‘;.-ben 10 191 197 191 xaii ‘hicttetetieie. . 10 201 207 2U1 20»«. 5 Mithroerf Sastvetsartb 15 337 Ui.b 348 3. <*. ,"arden»Induftrie 12 .'74.5 276,9 276 -77 DhnüBiit -Robx-' . . . 5 137 . 9 M i < 200.5 i *4 n 111 irti rfl I Vif . 6 102.25 103.ZS 101.75 103.3 '‘iutnewwerte . . . >9.13 99.2', SK 4 btrcH 11 190.5 — Banfnotru. Frankfurt a. M. Berlin Schlutz- Äurs 1-Uhr- Hur» Schluft ftur« Anfang Äur» Datum: 29.5. 30. 5. | 29. 5. 30. 5. Tbllivv Hoymann . . . 157 157 155 157 Heidelberger Lement . . . . 10 14? 141.75 — — dement Sarliiadt . . . . . ö 183 — — Warft 4 yreikag .... . 10 167 158.5 — — ....... • • . 0 . . 4 90.5 — 91,25 Vedtroetli....... e . . f> 125 i25 — Matnlrakrwerke . . . . 124 125 — •— «iafl......... ■ . 10 150,75 — 150.5 151 Rekavulmer..... . . « 69 70 — Teter# Union..... • . . 5 116 — 116 — «ebt. Roeder..... . 1" — — * Voigt 4 Haetsn« . . . . . 8 ?I5 — 215 •* 6tob. Zucker ... . . 8 153.25 154.75 154.4 — Serlm. 29. Mat • -4eir ortet iünertrontltte 'Jlotte ..... Belgische 3loten ....... dänische -J?otea........ «knalftche Tlotrjt........ 4.1)42 M. 15 111.7* 4.172 58.39 112,22 0417 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 29 Mai Mb ■MH französische 97oten..... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Le sterr , 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten..... - Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten..... Devisenmarkt Berlin H.4J3 Ito,06 21,91 UL 53 50.U 8,575 111,73 69, .56 18,3.5 71 77 —Sranfhir 16,495 191,74 22,06 111,97 58,92 2,595 112,17 W.66 69, M 18.41 73.07 a. HL 89 Mai 30. Mai Lmtltche <9elb iMottenma - Tlmtltche Noneruna •><16 »riet , IM,37 168,71 16«,49 165.83 Cutn.»ire4 1.762 1.786 1,783 1.787 Vrfl.-Antw 58.3-5 »8.-7 itbrlftiania 111,77 111,99 111.60 112.20 «openbagen 112,00 112,22 112,05 112,87 StocNiolm 111,95 112,17 111.9« 118,20 Helftngior-' 10,501 10,521 10.50.1 10.5X3 Italien . . 21.99u 22,035 22,00 22,04 London. . . 20,40.8 30.362 20,422 Neonort . . 1,1720 «.1600 4.1780 4,1810 Pan7.... 16,42 16, «ii 11,435 Id.475 Schnell . . ■50,42 80,5« »0,435 60.535 Spanten . . C9,7'J 69.93 69,77 '>9.91 Havan . . . 1.943 1,94« 1,944 1,948 •Mio d« Ian. -.502 J. 504 3.502 >.504 Vten in®.. OH. abotft -6,715 56.835 ->«,725 »8.845 Brog ... 12.36.5 18,385 12.367 12,367 Belgrad . 7.849 7,363 7,150 7.JM BnBatrft . . •2,89 73,03 73.89 73,03 Bu lü arten J.015 3,021 3,015 3,081 Lissabon 17,83 17,87 17,78 17,ti Tanzig. . . 11,45 «1,66 81,45 81,63 ■Qonftantta. 2,150 2,164 2.1-0 2,154 Sitten. . . >.435 5,445 5.435 ->,445 lanabo . t,16« 4,174 4,165 4.173 Uru .uat). . 4,276 4.284 4,876 4.2*f latro . • - ro.trj n.m 36.9M *.9*6 II. I- ss 61 SA 2 fltidp1 dirichrpl" loh". J pilli Stu WnöUtlg fl^ntung unb W Hctthausm mTscho schlacht ift ebenso schlachten, hat. Unt> Zenaru Leitvort 1 Ob et fr iö. ober o Tschian daS häng: fähigen । und geger glauben, i Porten toi btldlen |ii mchtnis |i den Wim vollen. 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