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Jern|pred)an|d)iai|e: 61, M und 112 Anschrift für Drahtnachrichten: Snjelgtr Gieße». P-ßscheckkonto: jrenftnrlam Main 11636. 3an4Q*e »en Bnjeiaen für die Tagesnummer bis |ne Nachmittag vorher. Preis ttr 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8. auswärts 10 Reichspf enmg; für Re» klomean^eigen von 70 mm Brette 35 ReiLspfennig, DlaHvorschrift 20' mehr. Chef red akteur Dr. Friede Dllh Lange. Derantwonlich für Tolitxh Dr Fr Wtth Lärme für Feuilleton l)r H Thyttol, für den übrigen Ted Emst Blamfchein; für den An- jeigcntetl rturi hillmann. fömtlich in Dieben Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen trvtf tmö Verla-: VrLhl'sche Uittveesi1Lte'v»ch. and Stdibruderet L. tauge tn Gietzea. S^rtftletarag und cheschästrtzele: 8ch«lfttaße t. 3 im sich folgen. ersten Wahlgang zustande kamen, ergibt des 15 dev 145 106 55 123 47 101 14 2 I (Befamtrefulat: Rechtsstehende Rechtsrepublikaner (Rlarin und katholische Demokraten) Linksrepublikaner Rechtsradikale (Loocheur) Radikale Sozialrepublikaner Sozialisten Kommunisten LoziaUstifche Kommunisten Regionallsten Demokraten (Marin) Linksrepublikoner Rechtsradikale (Loucheur) Radikale Sozialrepublikoner Sozialisten Kommunisten Sozialistische Kommunisten Regionalisten ♦ Mit den Ergebnissen der 187 Paris, 30. April. (WIR. Funkfpruch.) Vas Ministerium des Innern veröffentlicht um 5 Uhr vormittag» über da» Ergebnis des zweiten Wahlgangs solgende Statistik (das letzte wahlrefultal aus den Kolonien steht noch aas): Rechtsstehende Rechtsrepublikaner und kalholifche Zur Nachahmung empfohlen! Eine Vereinbarung zur Sicherung eine» ruhigen und maßvollen WahllampfeL. g . r l I a , 29. April. Unter dem Vorsitz des Re- akrengspräiibenten in Köln. Dr. Llsgen. haben, wie die Voss. 310 “ meldet, die Führer der politischen Parteien des Regierungsbezirk» Köln, mit Aus- nähme der Kommunisten und Ratio- naisozialisten. für die Wohlbewegung folgen be Vereinbarung getroffen: L 3ebt planmäßige and absichtliche Störung ober Sprengung öffentlicher Versammlungen de, Wahlgegners hat zu unter- bieiben. 2. wir sind bereit, in unserer Partei und uns nahestehenden Organisationen dahin ju wirken, daß ble Abgeordneten, Redner und Führer des politischen Gegners nicht persönlich herabge- setzt oder beschimpft werden. 3 Zeitungsartikel, Flugblätter und Plakate solleu frei sein von Beleidigungen und Per- leumdungen. AngeNcble plakale der anderen Parteien sollen weder abgerissen noch oor- zeilig verklebt werden. 4. wir werden unsere Parteifreunde und Organisationen veranlassen, beim Ankleben der pla- täte das Beschmutzen der Häuser und die Verunstaltung des Slrahenbilde» z u o e r m e i d e n. Die plakale sind vielmehr an geeigneten Plötzen, an Anschlagsäulen, Bretterroän- ben u. Dgl anzuNeben. Insbesondere muh das An- kleben kleiner gummierter Zettel an Fenster und Türen vermieden werden. 5. 3n den Wahllokalen sollen die Parteien friedlich nebeneinander arbeiten. 6. Aus unsere Parteipresse wollen wir eiu- wirkcn, damit die vorstehende Vereinbarung össent- (Id) bekannt wird, und die presse bitten. mH aller Entschiedenheit sür d i e D u r ch s ü h r u n g eines ruhigen und sachlichen Wahlkampfes Ihren grohen Linstuh geltend zu machen. Der Evangelische Bund gegen die Splitterparteien. Erste preffestimmen. Rückkehr Poinear^S an der TPitze Nationalen Blocks. Der Reichsinnenminister über das Verfaffungsproblem Düsseldorf. 29. April. (WTD.) 3n einer OBäblcrvcdanim'.una der Deutschnationalen Volks- Partei erklärte Reichsinnenmintster Dr. V v n «eudell u. a.: DaS die «Tragt ber juhinfUgen Ausgestaltung unjerer Dersumsung anaebe Io bitten die Mtntsterprasidenten der Sinlellünder darin übereingestimmt. dah die Del- toarcr Qkrfaf'dng auf die Dauer nicht auttecht- erhalten werden könne. Der Ausga^^punkt für eine unpolitische Betrachtung der Dersassungs- fraac fei der Schrei nach Ersparnissen. Bisher sei aber niemals ein Beweis dafür erbracht worden, dah der Einheitsstaat billiger fei als der Föderalismus. Mit der Beamten- besoldungsreform sei ein langwieriges Unrecht gut gemocht worden. Dabei gehöre es iu dem Kapitel d.s Desinnungszwanges, der in Preußen üblich sei, dah der politische Beamte höher bezahlt werde, als der nicht- politische. Dadurch würde einer Korruption Tür und Tor geöffnet, die in weiteren Kreisen unseres Volkes unbekannt sei. Es bestehe kein Zweifel darüber, dah es wesentlich billiger wäre, wenn den Sinzellän- dern selbst eine gewisse FinanzHoheit eingeräumt werde und wenn sie nicht Ausgaben beschlössen, deren Deckung nicht aus den Einnahmequellen der Länder, sondern aus Ueber- toeifungen des Reiches erfolgen muhte. Die meisten Kosten erwüchsen aus den Bestimmungen unserer Verfassung und aus der Tatsache dah im Gegensatz zu allen anderen demokratischen Ländern der Deutsche Reichstag der einzige Faktor der Staatsmacht ist und völlig souverän in der Bewilligung von poincare siegt auch im zweiten Wahlgang Das Ergebnis der Stichwahlen zur französischen Deputiertenkammer. 76 60 40 102 41 86 14 2 3 Wahlen, die OieZusammenschungderaltenKammer Zu Verglelchszwecken geben wir in folgendem die Zusammensetzung der bisherigen Peputiertenfommer. Nach einer amtlichen Statistik sind 612 Kammerplatze xu vergeben. Durch die Rückkehr zu dem Einerwohl, snstem hat sich die Zahl der Abgeordneten um 28, also von 584 auf 612 erhöht. Die 5M Sitze waren auf die Parteien wie folgt verteilt: Reaktionäre 11, Rechtsrepublikaner, darunter die Gruppen Marin und Maginot, 28, Linksrepublikaner 85, Radikale Linke (Loucheur) 48, Radikale 135, Sozialrepubll- faner 48, Sozialdemokraten 102, Kommunisten 27. Ausgaben. Die Folge des parlamentarischen Systems sei auf der anderen Seite eine Heb erfülle von Gesehen und CD e r o r ö - n u n g e n. die dazu angetan seien, daS RechtS- bewuhtfein des Dolles zu untergraben. Der Redner fragt, ob eS wirklich im Intereste unteres Volkes und unseres Ausstiegs liege; wenn lebenskräftige Staatsgebilde vergewaltigt werden sollen. Gehe man den Dingen auf den Grund, so finde man. dah in Wirklichkeit das Zusammengehörigkeitsgefühl mit dem Reiche in Bayern und Württemberg reinen Vergleich zu scheuen habe, dah vielmehr von Süddeutschland mit Grillparzer gesaat werden könne: _3n deinem Lager ist Deutschland Die Frage der Slitterparteien könne nur durch eine Reform unseres Wahlrecht- gelöst werden. Riemand habe ein 3nterefk daran, im Rahmen der allgemeinen staatsbürgerlichen Rechte auch einer Partei, wie der k o m m u n i st i f ch e n. Hindernisse in den Weg zu legen. Wenn man dem Staat selbst seine Sristenz ausrecht erhalten wolle, dann könne er nicht zulasten, dah eine militärische Organisation, wie der Rote Zrontkämpserbund, auf die Dauer bestehe, eine Organisation, von der ihr Führer selbst erkläre, dah sie nur -um dauernden Umsturz geschaffen ist und dah eine ausländische QjLa ch t hinter ihr steht. Der Außenminister im Wahlkampf. Berlin, 29 April. (WB.) Aus dem Parteitag der Deutschen Dolkspottei für den Wahlkreis Westfalen- Sud, in Iserlohn sprach Reichsauhenminister Dr. Strefemann. Er fühtte u. a. aus: Nichts ist mir mehr verdacht worden, als der Optimismus, der in dem von mir zitierten Wort des Staatssekretärs Bergmann von dem Silber ft reifen am Horizont steckt. Man muh an den Wiederauf- stieg des deutschen Bottes glauben, um ihn durchführen zu können. Wir sehen in den letzten Jahren eine wachsende Achtung der Welt vor der Sclbsterhaltung des deutschen Volke-. Man kann nicht den größten Krieg der Weltgeschichte verlieren und so weiterleben wollen, wie man vor» Das Wahlergebnis in Elsaß-Lothringen. Die Erfolge der Amonomislen. Strahburg. 30. April. (TU.) Die Feinde eines autonomen Elsah-Lothringens h ab en trotz verzweifelter Gegenwehr in der gestrigen Stichwahl nicht verhindern können, dah die von chnen bekämpfte Heimatbewegung in der neuen sran- »ösifchen Kammer in der verfchiedensten Gestalt vertreten fein wird. Die Erfolge des Hetmot- gedankens verteilen sich gleichmähig auf die drei elsah-lothringischen Bezirke. 3m Oberei sah sind nur noch der Sozialist G r u m b a ch und der Katholik Dr. Pfleger Verteidiger der Der- welschung. Dagegen find die wicdergewahlten Abgeordneten Brom und Bilger Anhänger der Heimatidee. 3m 11 n t e r e 11 u b wurden tue Abgeordneten Peyrotes und Dr. Oberkirch und der Demokrat Frey wtedergewahlt Die wiedergewählten Abgeordneten Seitz und Walter, der Präfident und der Parteisekretär des elsässischen Zentrums sind Anhänger einer Verwaltungsaulonomie. Trotz des gegen sie geführten Wahlkrieges sind zweientfchi ebene Heimatrechtler Meck und Dahlet ge- (Berlin, 28. April. Das Präsidium des Evangelischen Bundes erläßt eine Erklärung zu den Wahlen. Das Präsidium lehnt eine Stellung n ahme zugunsten irgendeiner Partei ab. betont aber, dah Wahlrecht W a h 1 p s l i ch t bedeute, und fordert auf, viele Wahlpflicht aus deuttch-evanaelifcher Gefinnung heraus zu erfüllen. Mit großer Entschiedenheit wendet sich die Erklärung gegen die Splitterparteien: ..Splittergruppen, bte nicht einmal die zur Bildung einer eigenen Partei erforderliche Mindestzahl von Abgeordneten in Die Parlamente hineinzubringen Aussicht haben, können niemals irgendwie Entscheidendes erreichen. Obre Bildung führt mit Sicherheit zu einer bedenklichen Schwächung der mahgebenden Parteien und zu einem verhängnisvollen Kampf aller fegen alte den ReichStagSwahlen vom 4. Ma» 1S24 givaen un ganzen auf diese Weise rund 850 000 Stimmen unbetoertet verloren. Mögen deshalb Splitter Parteien, welcher Art auch immer, mit noch so verlockenden Aufrusen und Programmen aut den Plan treten: der deutsch-evangelische Wähler wird und muh ihnen gegenüber ruhigste ileberlegung und wei 1 - fchauendste Vorsicht walten lasten. regieren können. — ,.Popu 1 alre schreibt: Die neue Kammer wird eine Kammer der Rechten sein. Die Rationale Einigung ist wieder »um Nationalen Block geworden. — Die kommunistische JÖumanitr schreibt Die Wahlen von 1928 sind für die kommunistische Partei das höchste Derspre- chen für die Zukunft. Die kommunistische Partei wird aus Grund der 1100 000 Stimmen, die im ersten Wahlgang für sie abgeaeben wurden, mit noch gröberer 6 nt|d) Ionen l)tit ben ruck- iichtslosen Kampf gegen die Rationale Einigung rorlsetzen. , Rur drei Blätter besprechen bU Wah l der Autonomist en im Slsah. nämlich der „Ma- trn". die .Victoire" und der „Quotidien . Der „Mat in" schreibt: Sine einzige Wolke stehl über dem Ergebnis, nämlich die über dem Slsah. Der schädliche Kommunist Huber ist zwar in Strahburg geschlagen worden, man wird aber 2 oder 3 Autonomisten als gewählt anzuseyen haben. Da« istdereinziae Flecken eineS T a g e s . d e r s o v i e l L i ch t s e i t e n f u r d i e a u f to e i ft . denen der Kampsgedanle der S t nl- Qung deS Vaterlandes am Herzen liegt. Die Vic toi re" schreibt: DaS Slsah sendet un« ein halbe- Dutzend Autonomisten, die von fern gesehen - befonderS für die Augen der Deutschen — Protestler find. Dem Kartell der Anken verdanken wir diese schöne Maskerade. Roch einige Wahlen wie diese, und wir werden unS in einigen 3ahren ganz sachte h a r t a m Rande einer herannahendensozia- listischen Revolution in allen 3ndustne- lenhxn befinden. Wenn Poincars mit dem gestrigen Tage zufrieden ist, dann ist et eben leicht zufriedenzustellen. wählt. denen man den Kommunisten Wouter zurechnen darf, der in Strahburg den Sozialisten Weill zu Fall brachte. Don den gewählten Autonomisten Dr. R icklin und Professor R off 4 liegen nunmehr auch die Stimmzahlen vor. Während Dr. Ricklin mit 7740 einen glatten Sieg über den bisherigen Abg. Silbermann (4516) erringen konnte, behauptete sich Prof Rosse mit einer Stimmenmehrheit von rund 4000 Stimmen gegenüber dem So- zinldemokraten Richard (7333). Da sich beide als Angeklagte i m Kolmarer Autono- mistenprozeh im Gefängnis befinden, darf angenommen werden, dah sie noch im Laufe der Nacht von ihrer Wahl zum Abgeordneten der französischen Kammer in Kenntnis gesetzt werden. Mit um so gröberem Fntereste. wird man dem Verlaus dieses Prozesses entgegensehen müssen, da das Ergebnis der heutigen Wahlen nicht ganz ohne Einsiuh bleiben dürste. — 3n Weißenburg konnte sich das Mitglied der elsässischen Dolkspartei, W e y d m o n n. gegenüber dem Kommunisten Liebrich behaupten. Ebenso gelang es in S a a r- bürg dem Demokraten Peter den langjährigen Abg Meyer- Wa Ische id zu verdrängen Zn Diedenhofen-Ost wurde der frühere Abg. Schumann, der durch feinen Antrag in der französischen Kammer gegen das Ausnahmegesetz ockonnt geworden ist, wiedergewählt. Zm Kreise Zobern ist der Herausgeber der unterdrückten heimatlichen Zeitung „Das neue Elsaß- als Kandidat der elsässischen Fartschrittspartci, Camille D a h- [et, mit kommunistischer Unterstützung gewählt so daß der sronzosiich nationalistisch eingestellte bisherige demokratische Abg Altdorsser nicht w.e- der in die Kammer einzieht. Aus Lothringen liegen bisher solgende Er- aebniffe vor: In Metz I und in Saorgemund sind die Kandidaten der Lothringischen Bottspartei (Zentrum) Moncelle und Romine gewählt, während In Diedenhosen-West und Forbach die heimatlich eingestellten Kommunisten B e r o n und P neble gesiegt hoben. Im Kreise Dolchen ist der katholische Heimatrechtler L a b o ch roiebergcro ihlt. Der bisherige Abg Paque hatte seine aussichts- los gewordene Kandidatur freiwillig zurückgezogen. Die unzweideutige Wablkundgebung zugunsten des bodenständigen Volkstums erhält ihr besonderes Ge- sicht angesichts des am Montag beginnenden Hoch- verrotsprozesses gegen den Autonomismns, , den Frankreich als künstliche Mache anfehen wollte. Paris, SO. April. (WTB. Funksvruch.) Soweit die Presse das Gesamtergebnis der Kommerwahlen beurteilt, stellt sie mit wenigen Ausnahmen den Sieg PoincarLs feft Das „Journal schreibt. Die schlacht ist beendet. Sie ist nach dem Zusam- menstotz Des ersten Wahltages zum Potteil der Politik Poincarss ausgegangen und gegen den revolutionären Crtrcmismus. — Das „D e u d re er. klärt: Die Wahlen fanden statt auf den Namen Doincaräs. PoincarL ist in ganz Frankreich m i t sehr grober Mehrheit ae wo Hit worden. (Sein erfolg ist nid)t Sr niemals eine so grobe Popularität gekonnt wie letzt. Wenn Poincar^ noch den geltenden Gepfiogcnhe,ten noch den Wahlen dcm Präsidenten der Republik seinen Rücktritt erklärt, wird Doumcrgue ihm aufs neue die Kabinettsbildung übertragen. — „Ere Novelle" erklärt: Die Kammer von 1928 wird eine Kammer der Repbliko - Nischen Konzentration sein. Die extremen Parteien sind geschlagen. Poincor^ wird mit den Linksrepublikanern im weiten Sinne des Wottes gen könne. Außenpolitisch fordere die Partei Räumung des Rheinlandes, europäische Verständigung und Minderheitenschutz. Ein weiteres Ziel sei die Festigung der Republik gegenüber dem Dikiaturae- danken, der fetzt in der milderen Form oustauche, dem Reichspräsidenten das Recht zu übertragen, Minister ohne Rücksicht auf den Reichstag zu berufen und zu entlassen und jeden Reichstogsbe- schlutz darüber zu verhindern. Der Einheitsstaat müsse mit einer Ausdehnung der Selbstverwaltung verbunden sein, wie sie nur in einem gut gegliederten Staat möglich fei. Zur Kulturpolitik bemerkte der Redner, dah wir nicht ein katholisches oder ein evangelisches, sondern nur ein deutsche« Doll vor uns haben. Die WittschastS-, Agrarund HandelLvettragspolitik sei keine grundsayllck-e Polittk. sondern eine LiebesgabcnpoNtik gewesen. Aus dem Gebiet der Sozialpolitik verlangte Koch nachdrücklich eine Rentnergesetzgebung. weiteren Ausbau der Sozialgesetzgebung. Schliebl'ich hob der Redner hervor, dah die Wahlkreise von einer Persönlichkeit erobert werden mühten, wo« jedoch nur durch eine Tief or m des Wahlgesetzes möglich sei. Sodann sprach als Vertreterin der demokrattschen Frauen Frau Dr. LüderS über das Thema .Gleiches Recht für die Frauen — Hilfe für die Rotleidenden". Als dritter Redner sprach der preuhische Finanzminister Dr. Hoepker-Aschoss über Erfolge und Ziele demokrattfcher Politik in Preußen. Graf Bernstorfs machte dann eingehende Ausführungen über die Auhenpolittk des Reiches. Als letzter Redner sprach Bürgermeister Dr. Petersen- Hamburg zu dem Thema .ReichS- einheit und Liberalismus'. An die Vorträge schloh sich eine lebhafte Aussprache an. Kommunistischer Wahlterror. Vlutige Zwischenfälle in Essen. Essen, 29. April. Gestern nacht wurden zwei Nationalsozialisten von etwa 20 Rotsront- leuten ohne Grund verprügelt. Die Mihhan- dellen flüchteten in eine Wirtschaft, von der aus ein Polizeirevier um Entsendung von Beamten gebeten wurde. Ein P o l i z e i b e a m t e r in ZivU ging dann mit den beiden Nationalfoziallsten $ui. her gelebt hat. Aber der Geschichtsschreiber wird einmal über das Kapitel „Deutsche Geschichte" die Ueberschrisl setzen: „Der Wiederaufstieg des deut- scheu Volkes". Wir feiern mit allen anderen die Erinnerung an die grohen Tage, bekennen uns aber auch zur Mitarbeit an den 2l u fga b e n des neuen Deutschlands. Eine Republik wird nur bann als grofj in der Welt gelten, wenn sie groß genug ist, um die Grütze der Vergangen- hell anzuerkennen. Wenn ich gefragt werde, ob ich Jur Weiterführung unserer Außenpolitik es mit er Rechten oder der Linken halten wolle, bann muß ich darauf antworten: Wenn hinter dem deutschen Autzenministcr keine andere Macht steht, als nur die Idee, kann die Außenpolitik nicht zum Erfolg geführt werden. Für die Außenpolitik gibt es weder rechts noch links, sondern nur bas einige deutsche Volk. Freiheit und Vaterlandsliebe liegen begründet in unserem Ge- fang: „Deutschland hoch in Ehren!" Das ist die Po- litik, zu der wir uns bekennen. Mäge sie ihren Ein- zug halten in alle deutschen Lande. Tagung des Demokratischen parteiausschuffes. Berlin, 29. April. (TU.) Der Reichsparteiaus' schuß der Deutschen Demokratischen Partei trat am Sonntag zu einer Tagung zusammen, die von Vertretern aus dem ganzen Reiche stark besucht war. Noch einer Ehrung der Ehrenvorsitzenden der Deutschen Demokratischen Pattei, der bekannten Führerin der Frauenbewegung, Frau Dr. h. c. Helene Lange, aus Anlaß ihres 80. Geburtstages, sprach der Führer, Reichsminister a. D. Koch, über das Thema „Sieben Ziele für den neuen Reichstag". Er erklärte, die Demokraten bekämpften die Polittk des Grafen Westarp, weil diese die Sozialisten nur radikalisiere. Wer Rußland kenne, werde alles daran setzen, die So- zialdemokratte beim Staate zu erhalten, indem man ihr die Mitarbeit einräume. Seine Pattei fei grundsätzlich Anhängerin der Großen Koalition im Reiche und in Preußen. Es müßte eine feste Mehrheit geschaffen werden, damit der Reichstag endlich anstatt nur Programme zu verkünden, politische Ziele zur Durchführung briu- Oie Weitertage R6lt Sonnte«, oten&SjtyiWSß. stiegen, um besser sehen sprachen die Flieger, von um diesen Anlaß zu ta ge Geheimen geleitet einer Revolte zu die t s- sachen kommen aber die Italiener nicht weiter, da jeder Besucher der Südtiroler Kurorte sich von der Mißwirtschaft der faszistischen Behörden und der daraus resultierenden wirtschaftlichen Not- läge der Bevölkerung überzeugen kann. Die Be- Oer Sonntag in Reuyork. Am Sonntag besuchten die „Bremen"-Flieger unter Massenandrang und in Begleitung von Polizeieskorten vormittags den Gottesdienst. freier des Reichspräsidenten übermittelte Staatssekretär Dr. Meißner dem König und der Königin die Abschiedsgrüße und guten Wünsche des Reichspräsidenten und überreichte im Ramen des Reichspräsidenten der Königin einen Strauß roter Rosen. Sn Warschau sind der König und die Königin programmästig um 10 Uhr vormittags im Hofsonderzug eingetroffen. Polizeiwache. Unterwegs wurden der Beamte und die beiden Nationalsozialisten wiederum von mehreren Rotfrontleuten angegriffen. Der Polizeibeamte legitimierte sich und zog seine. Pistole, die ihm ober sofort von einem der Angreifer aus der Hand geschlagen wurde. Dieser nahm die Pistole an sich und gab einen Schuß a b, durch den jedoch niemand verletzt wurde. Die übrigen Rotfrontleute schlugen weiter auf den Beamten ein und brachten ihm drei Messerstiche in den Kopf bei. Der Beamte sowie beide Nationalsozialisten retteten sich schließlich durch die Flucht. Etwa 45 Minuten später wurde das Ueber- fallkommando zu der erwähnten Wirtschaft gerufen, wo von Rotsrontleuten auf Mitglieder der Nationalsozialistischen Partei 7 Schüsse abgegeben worden waren. Zwei Nationalsozialisten wurden schwer, und mehrere durch Stockschläge leichter verletzt. Einer der Verletzten, der einen schweren Halsschutz bekam, ist kurz darauf seinen Verletzungen erlegen. KommunifilsHerLebepagaufZorMülcr. Berlin, 30. April. ($11.) Der Berliner Rotfrontkämpferbund hatte gestern drei vollbesetzte Lastautos nach Templin in der Mark entsandt, um dort Wahlpropaganda zu treiben. 3n Templin trafen die Kommunistenautos auf eipe größere Anzahl Schüler der Templiner Forstschule. Die Rotfrontkämpfer sprangen von den Wagen herunter, stürzten sich auf die Forst schiller und schlugen auf sie ein. Fünf Schüler bra- | chen schwerverletzt zusammen. Einer davon ist so zugerichtet worden, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Bei der Ankunft in Berlin wurden die Lastautos der Rot- frontkämpfer von der Polizei angehalten und 10 0 Verhaftungen vor genommen. Die Verhaftung Bela Khuns. Das Ergebnis der Vernehmung. Wien. 28. April. (WB.) Dela Khun sowie feine Sekretärin und die verhafteten ungarischen Kommunisten Maherhofer und Litah werden heute nachmittag dem Landgericht eingeliefert. Außer diesen vier Genannten befindet sich noch ein Mitwisser in polizeilicher Haft, und zwar der frühere ungarische Volkskommissar D r. S z e k e l h. Alle anderen verhafteten Personen wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Das polizeiliche Verhör Dr. Szekelys ist noch nicht beendet. Zwei Wiener Anwälte, die den Kommunisten nahestehen, haben die Verteidigung Dela Khuns übernommen. Rach den bisherigen Feststellungen durste Bela Khun sich bereits Verhältnisse in tungen. Oie „Bremen"- Flieger in Reuyork. Von einer Riesenmenge begeistert begrüßt. —Triump fahrt zum Carlton-Hotel. Ä" »tiw 5* LÄ»1 „ -rben. vii S n1 S kn W mc 8-iib auch Setter m»l"a frcunbe 3n danke^ve * besonder cii seine Kunst Bri unserer Ew Zuhörer ßnde^ Ki^tvvchun erstmals l.OBaL na Ditivoch. W mal drei Mr kommen, ötetoi »eben werden. Pittrn die gebührende - nimmt und fürJ frei W. f» M fflil ? brdnat: zum an fttod es in il trifft, daß bte ortsfremde 2U tibet beemt konnte wohl in Ävvm reffend holten Werben, M'ar Htm der 5 kommerG! e .Die in 2?r. unter dem 6tk Hetzen?" verv' zu svlgenden ' Jahre 1924 d Handelskammer einsührung der Leider sind al Lichtung bisher Wiedereröffnung der Berliner Siaaisoper. Der Reichspräsident wohnt der Erössnnngsvorstcllung bei. Am Samstagabend ist nach langer Bauzeit umgebaute und in allen Teilen erneuerte S t a a hmg von Generalmusikdirektor Kleiber und unter der Regie von Professor Hoerth die neu inszenierte „Z a u be r s l ö te" von Mozart gegeben. An Stelle des verhinderten Kammer» sangers Tauber fang Kammersänger Fritz Soot den Tamino und Delia Reinhardt die Pa- mma. Besonderen Beifall erntete List als Za- rastrv. Die Pausen wurden von den Gästen zu mner eingehenden Besichtigung des Umbaues der Staatsoper auf der Zuschauerseite benutzt. Der dem großen Zuschauerraum nach den-. Opernplah vorgelagerte Festsaal ist unverändert geblieben. Die Rangumgänge wurden zum Teil verbreitert und zum Teil geschickter angeortmet. Ganz besonders bewundert wurde das unter der lieber- malung wieder hervorgeholteDeckengem älde der großen Mittelloge. Reichspräsident von Hindenburg nahm in der Pause in psm neueingerichtetm Erfrischungsraum im Untergeschoß den Tee ein. Abreise des afghanischen Königspaares aus Berlin. Berlin, 28. April. (WB.) Der König und die Königin von Afghanistan haben heute nachmittag in Begleitung ihrer Familienangehörigen und ihres Gefolges Berlinendgültigver- lassen. Sie sind im Sonderzug nach dem Osten abgefahren und werden in Bentschen einen Son» Verzug der polnischen Eisenbahndirektion bc- "eigcn. Zu ihrem Abschied waren u. a. Reichs- Minister des Aeußern Dr. 0 trefemann und Gemahlin. Staatssekretär Dr. Meißner, der türkische Botschafter, der polnische und der persische Gesandte, die afghanische Gesandschast vollzählig, Mitglieder der afghanischen Kolonie und mehrere hohe Beamte des Auswärtigen Amtes erschienen. Als Okr- Die Autos fuhren durch die 34. Straße und die 5. Avenue durch eine doppelte Polizeipostenkette zum Ritz Carlton-Hotel. Die Polizei mußte immer wieder die jauchzende Menge zurückdrängen. Aller Verkehr ruhte, während die Empfangsautos unter lautem Jubel und Konfettiregen, von einer Pollzeieskorte begleitet, zum Hotel fuhren. In und um dem Hotel herrschte ebenfalls Riesengedränge, wo viele auf die Dekorationen und Palmentöpfe stiegen, um besser sehen zu löhnen. Im Hotel sprachen die Flieger, von Chamberlin dem Ra- divpublikum vorgestellt, durch ein dort ausgestelltes Mikrophon. Auch Bürgermeister Walker, Konsul Heuser und andere hielten Ansprachen. Die Ansprachen wurden von Chenec- tadh und Ptttsburg nach Deutschland übertragen. Es folgten weitere Dlitzkichtauf- nahmen und dann Interviews zahlreicher Reporter. Köhl erklärte u. a.: Wir senden Experten nach Labrador, die den Motor der „Bremen" untersuchen sollen. Falls sie flugtüchttg ist, gedenken wir in etwa zehn Tagen mit der „Bremen" hierher zu fliegen, um dann die Möglichkeit des Rückfluges nach Deutschland zu erwägen. Auf Grund der Erfahrungen des Bremen-Fluges werden an der „Bremen" verschiedene technische Reuerungen norgenommen werden, u. a. die Anbringung eines Funkapparates und eines Sextanten. Der Kompaß war zuverlässig. Die „Bremen" ist durch magnetische Störungen in der Rähe von Labrador nach Ror- den abgetrieben worden. Washington, 23. April. (WB.) Rach dem (Eintreffen der Rachricht, daß der Flieger Dolchen die Abholung der „Bremen"-Flieger im Flugzeug nach Reuyork infolge des überaus ungünstigen Wetters aufgeben mußte, entschlossen sich Köhl. Hüneseld und Fihmaurice. die heute früh das Grab Bennets in Arlington besucht Haven, da auch die Benutzung des ihnen zur Verfügung gestellten Armeeflugzeuges an- gesichts der. Sturmes unratsam schien, die Fahrt nach Reuyork, wo man ihrer nach den hier vorliegenden Rachrichten ungeduldig wartet, m i t der Eisenbahn anzutrcten. Die Ankunft der „Bremen"-Flieger in Reuyork gestaltete sich zu einem Triumphzug. Lange vor dem Eintreffen des Zuges versammelte sich trotz des Regenwetters eine riesige Menge in der Umgebung des Pennsylvania-Bahnhofs an, die von einem gewaltigen Polizeiaufgebot in Schranken gehalten wurde. Im Innern der Empfangshalle waren allein Zehntausend zusammengedrängl. Viele kletterten auf die hohen Stahlpfeiler und Treppengeländer hinauf. Auf dem Bahnsteig hatten sich Bürgermeister Walker, der Vorsitzende des städtt- schen Empfangskomitees Victor Ridder, Max S t o e h r und andere Komiteemitglieder, die Flieger Chamb-erlin, Balchen und Byrd, sowie eine Abordnung der Staatsmiliz von Massachussetts mit einer Einladung des Gouverneurs Fuller zu einem Besuch in Boston eingefunden. Außerdem waren Konsul Heuser, Vizekonsul Klee und der irische Kommissar Crawford erschienen. Sobald der „Bremen“- Zug hielt, begab sich Bürgermeister Walker in den Salonwagen und begrüßte die ..Bremen"- Flieger, die sich sodann zahlreichen Blihlichtauf- nahmen zur Verfügung stellten. Walker begleitete die Flieger ins Ritz-Carlton-Hotel. Das Empfangskomitee, die Zeitungsberichterstatter, Photographen und die anderen zum Empfang Erschienenen folgten in 18 städtischen Autos. und zwar begaben sich Hauptmann Köhl und Fihmaurice in die' St. Patrikskirche. während v. Hüneseld an dem Gottesdienst in St. Peter teilnahm. v. Hünefeld unterhielt sich dort längere Zeit mit den Sonntagsschulkindern. Die Schulbehörde nimmt an der Feier am Montag in der City Hall mit einem Massenchor von 1 0 0 0 0 Schulkindern teil: sie sieht jedoch von einem Schulfeiertag ab. um eine weitere Steigerung des Riesenandrangs zu vermeiden. Das Rote Kreuz hat bereits im Innern der Stadt elf Station en für erste Hilfe errichtet. Unmittelbar nach der Ansprache des Bürgermeisters Walker in der City Hall werden den „Bremen"-Fliegern drei goldene Erinnerungsmedaillen überreicht werden. Am heutigen Sonntag herrscht in der Fif th Avenue festliches Gedränge. Das Ritz-Carlton-Hotel wird von großen Menschenmengen umlagert. Reben Dekorationen und zahlreichen Inschriften in deutscher Sprache leuchten auf einem Filmtheater auf dem Times Square in riesigen Lettern aus elektrischen Lampen deutsche und englische Willkommensworte. Oie Ansprache im Rundfunk. München. 29. Tlpril. (WB.) Die Hörer der Deutschen Stunde in Bayern hatten Gelegenheit, den Empfang der Ozeanflieger vor dem Ritz Carlton Hotel in Reuyork in seinem Hauptteil mitzuerkeben und mich die Flieger selbst und den Bürgermeister von Reuyork Walker sprechen zu hören. Jedes Wort Walkers und der Flieger formte deutlich verstanden werden. Bürgermeister Walker gab feiner Freude Ausdruck über die glückliche Ankunft der Flieger und sagte dabei, setzt, wo er die Ozeanflieger vor sich sehe, sei es ihm klar, daß ihnen der Flug über den Ozean gelingen mußte. Dann trat Herr v. Hünefeld an das Mikrophon, der unter dem stürmischen Beifall der Menge die Grüße Deutschlands überbringt und der Aücklichen Freude Ausdruck gibt, daß der Ozeanflug gelang. Die Flieger würden sich gern der Leute erinnern, die ihnen die Initiative zu ihrem Flug gaben. Schließlich hort man klar und deutlich Hauptmann Köhl in deutscher Sprache feiner hohen Freude über die sportliche Begeisterung der Amerikaner über .diese kleine Reise über den Ozean" und seinen Dank für den begeisterten und herzlichen Empfang Ausdruck geben. Er schließt mit dem Wunsche, daß bald ein Luftverkehr über dem Ozean bestehen werde. Als letzter der Flieger spricht noch Fihmaurice. der in lau- Nischen Worten wie Hünefeld in englischer Sprache den Flug von der „grünen Insel (Irland) nach Green lh Island" kurz schil- beri unö ebenfalls herzlich für den begeisterten Empfang dankt. Mit Ansprachen amerikanischer Persönlichkeiten, die ebenfalls die Ueberquenmg des Ozeans durch die deutschen Flieger unb ihren irischen Gefährten feierten, endete die lieber- fragung. Glückwunsch der amerikanischen Kriegsteilnehmer. (Massachusetts), 28. April. (WB.) Von der Jahresversammlung des 104. Massachusetts-Infanterieregimentes sandten die 1800 Teilnehmer den deutschen Ozeanfliegern den nachfolgenden Glückwunsch: „Q3or zehn Jahren standen wir den deutschen Truppen in blutigem Kampfe auf den Feldern Frankreichs gegenüber. Heute Abend entbieten wirunseren wärmsten Glückwunsch den tapferen deut» sKen und irischen Fliegern, die den Atlantik im Ost-West-slug überwunden haben. Die Crinne- Krieges sind vergessen in unserer riefen Bewunderung Ihres unbeugsamen Mutes." oper Unter den Linden wieder eröffnet worden. Zur Einweihungsfeier hatte der preußische Ministerpräsident Braun Einladungen ergeben lassen und das festlich geschmückte Haus war vom Parkett bis zum vierten Rang mit einer auser- wahlten Zuhörerschaft angefüllt. Schon die Anfahrt der Geladenen zu dem im Hellen Glanze erstrahlen, den Opernhaus war für Berlin ein Ereignis. Eine halbe Stunde vor Beginn waren die Linden und die anderen Zufahrtsstraßen mit Automobilen überfüllt. Wenige Minuten vor acht Uhr betrat, von den Zuschauern durch Erheben von den Plätzen begrüßt, Reichspräsident v. Hindenburg in Begleitung des preußischen Ministerpräsidenten, des Unterrichts- und des Innenministers die ehemalige Hofloge. Die Gäste stimmten das Deutschlandlied an. In der großen Mittellogc sah man weiter den Außenminister Dr. Stresemann den Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons, nach längerer Krankheit wieder den Präsidenten des Preußischen Landtages, Bartels, den Staatssekretär Meißner, den Generalintendanten Tietjen und zahlreiche andere bekannte Per- sonlichkeiten. Die Proszeniumslogen auf der linken Seite waren den übrigen Mitglieder des Reichskabinetts, dem Oberbürgermeister Dr. Boß. der Witwe des verstorbenen Reichspräsidenten Eberi. dem Komponisten Richard Sttauß reser- 3n den rechten Proszeniumslogen sah man Mitglieder der Berliner musikalischen Welt Professor Mar Reinhardt, die in Berlin beglaubigten Ländergesandten und in der Balkonrrihe des ersten Ranges das diplomatische Korvs. die Staatssekretäre des Reiches und der preußischen -Regierung. Tlls Festvorstellung wurde unter Lei- Todesurleil gegen zwei hohe Sowjetbeamte. Moskau. 29. April. (WTB.) Der ehemalige Vorsitzende des Zentralexekutivkomitees der Krim. Well I b r a i m o f f. und sein ehemaliger Stellvertreter Mustafa wurden vom Gericht in Sunleropol zum Tode verurteilt unter Ausschluß dec Vergunsli ung der Amnestie. Dem Verfahren lag eine Anklage wegen Beziehungen zu Banditen, Mord und Unterschlagung zugrunde. Elf weitere Angeklagte wurden zu verschiedenen Freiheitsstrafen verurteilt drei wurden freigesprochen. Mussolini über Deutschland. . DaS Südtiroler Problem ht deu Augen des Duce. 1 Berlin, 28. April. (TU.) Der „lag“ bringt f eine Unterredung feines römischen Korrespondenten mit Mussolini, die sich von den üblichen Interviews ' durch ihren Freimut unterscheidet. Auf die Frage des Korrespondenten, ob nicht zwischen Italien und Deutschland auch ein so freundschaftliches Verhältnis bestehen könnte, wie zwischen Italien und Ungarn, erwiderte der Ministerpräsident, daß dies lediglich von Deutschland ab- h.ünge. Dabei kam die Südtiroler Frage naturgemäß zur Sprache. Mussolini behauptete, daß in Südtirol keineswegs die deutsche Umgangssprache ausgerottet sei. die deutschen Schulen und das Erscheinen von deutschen Zeitungen bewiesen das. Sei einem loyalen Verhalten der Sudtiroler könnten diese alles bei ihm erreichen, was sie wollten. Die Verständigung würde aber durch die fortgesetzten falschen Alarmmeldungen, die von Innsbruck ausgingen, erschwert werden. Zu der Frage des Korrespondenten, wie Deutsch- land aus seiner unerträglichen Lage herauskommen könnte, um auch wieder bündnisfähig zu werden, nahm Mussolini offen Stellung. Er sagte, für ihn märe eine Landkarte wie die deulsche auf leben Fall unerträglich. Der Duce verwies dabei auf das gleichfalls verstümmelte und entwaffnete aber mutige Ungarn hin, in Deutschland scheine man über die vielen Millionen von Deutschen, die unter der Fremdherrschaft leben und über andere für Deutschland traurige Dinge himveg- zugehen. Man spreche nur immer von den 200 000 Südtirolern, Bismarck würde solche Gesühlspolitik nicht getrieben haben. Nichts anderes trenne 3falten von Deutschland. Die Tiroler bei Mussolini. Faszistischc Bcrluschungsvcrsnche. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers“. ■ ® c rJ ,n' ^°r einigen Tagen ist es einer Delegation der Südtiroler Bevölkerung ge- IunPi^J11 Mussolini vorzudringen, woraus man wohl schliehen darf, daß der Duce so freundlich war, die Wunsche und Beschwerden der Südtiroler entgegenzunehmen. Für die italienische Prelle scheint dieser Empfang ein Signal gewesen zu sein, die .Zu- !°nd- hl eubhrol in beitem Ächte erscheinen ,u 'nfscn. Sie behauptet, daß cs den Südtirolern ausgezeichnet gehe, daß sie Not und Elend nicht kennen Ähd) UN'" der Herrschest des Sadismus der Ivohlstand Sudtirols i n ungeahnter Weise geb oben und manches zum befieren gewandt habe. Daraus kann eigentlich nur der Schluß ae= Z?6en werden, daß die Südtiroler Delegation ziem- Uch deutlich geworden ist und daß die fafgiftifdie treffe den Auftrag erhalten hat, durch das An- stimmen eines Lobliedes den f ch l e ch t e n E i n h.rnrfm.3u verwischen, den die Entsendung einer vittkommission Zu Mussolini im Ausland her vorrufen könnte. Mit der Verdrehung von Tat- seit 14 Tagen in Wien aufgehalten haben. Um vor jeder Entdeckung sicher zu fein, hat er feinen Ramen nicht nur viermal gewechselt, sondern auch seine Wohnung zw ei mal getauscht. Trotzdem in feinem Besitz leine nennenswerten Geldmittel gefunden wurden, hat die Untersuchung doch ergeben, daß sich Dela Khun auf Umwegen aus Rußland große Beträge nach Wien hat überweisen lassen. Von einer Seite wird erklärt, daß Bela Khun sich während der blutigen Juli- g e deS vergangenen Jahres in Wien auf» _ halten habe und daß er es war. der schon vor der llrteilsverkündigung im Schattendorfer Prozeß eine Agitation im vormundung der italienischen Presse durch die faszistischen Sekretäre liefert übrigens schon einen fAüfsigen Beweis für die Unrichtigkeit der über die Südtirol aufgestellten Behaup- Aus aller Welt. ~Der Reichspräsident in der Galerie Schulte. Samstagvormittag stattete der Herr Reichs- Präsident v. Hindenburg der Gemäldegalerie Schulte einen Besuch ab, um die Bildnisausstellung von Professor Hugo Vogel sowie die Kollektivausstellungen der Maler Hans Hermann und Professor Berghammer zu besichtigen. Der Reichspräsident weilte nahezu eine ötunbe in den Ausstellungsräumen, durch die ihn Professor Bogel und Herr Schulte, der Inhaber der Kunsthandlung, führten. Lin Flug Berlin—Paris in 5'A Stunden. Ein deutsches dreimvtoriges Flugzeug ist mit elf Passagieren an Bord Sonntag, nachmittag 7.15 Uhr in Le Dourget eingetroffen. Es hat die Sttecke Berlin-Parts (100-3 Kilometer) in 5 Stunden 15 Minuten, d. h mit einer mittleren Stundengeschwindigkeit von 190 Kilometer ohne Zwischenlandung zurückgelegt. Köln wurde um 14.40 Uhr überflogen. Tödlicher Flugunfall in Rassitten. In der Segelfliegerschule 2ioflitten ereignete sich ein schwerer Flugunfall. Der Student Schröder flog bei ganz leichtem Wind oon Predinberg nach dem Lager zu. Plötzlich riß er ohne sichtlichen Grund die Maschine in der Richtung nach Pitttoppen herum. Er bekam aber die Maschine nicht rasch genug herum und stieß gegen einen Sandberg. Zunächst schien es. als ob er nur eine Kieferverletzung davongetragen hätte, während die Maschine nur leicht beschädigt wurde. Rach drei Sttmden ist er plötzlich gestorben. Es ist dies der erste Todessturz, der sich in Rossitten ereignet hat. Mofsenvergiftungen in Düren. Die Landeskriminalpolizei Aachen veröffentlicht einen amtlichen Bericht über Maffenoergiftungen im Betrieb der Rheinischen Eisenwerke in Düren, wo fünfzig Arbeiter nach Genuß des Morgenkaffees, zu dem sie das Wasser einem gemeinsamen Kessel entnommen hatten, unter zum Teil vedcnklicheu Vergiftungs» erscheinungen erkrankt sind. Da das verwendete Leitungswasser nach Untersuchung als an und für sich einwandfrei festgestellt wurde, und da andererseits in den Kaffecrelten Spuren von Arsen festgestellt worden sind, ist die Landeskriminalpolizei im Gegensatz zu den mit den ersten Aufklärungen betrauten Instanzen zu der- Auffassung gekommen, daß es sich inst ein Verbrechen h..n beit. Die Besitzer des Werkes Gebr. Faber hoben eine Belohnung von 1000 Mark für sachdienliche Mitteilungen zur Aufklärung des Verbrechens aus- gefetzt. Eine schreckliche Mordtat. In R i f o l a i (Oberschlesien) ermordete der Maschinenwärter Josef Lupa seinen siebzig Jahre alten Vater in dessen Wohnung in der Kolonie Dadegrube, indem er ihm hinterrücks drei Deilhiebe auf den Kopf versetzte. Während der Täter von der Polizei in den Wäldern der Umgebung gesucht wurde, begab er sich nach Rikolai zu dem Sanilätsrat Dr. H. Zebra l e k, der ihn vor etwa fünf Wochen behandelt hatte. Lupa ersuchte den Arzl um Ausstellung eines Rezeptes. Während der Arzt dieses ausschrieb, zog Lupa das unter dem Mantel verborgene Beil hervor und verfehle dem Arzt gleichfalls mehrere Schläge auf den Kopf, die den Tod zur Folge hatten. Der Täter flüchtete bann nach der Kolonie Badegrub.' zurück. Er versuchte unterwegs, Selbstmord zu begehen, wurde daran jedoch von der Polizei gehindert, die ihn verhaftete. ^worxrmoi. <$ netter <> nato Deoeret. q wt-nug ® seoetai »ite-T-a * Vhn« öCraapein. • Neon X tew^r- @Uin«t.tfeO, «rrntn Osi TIZ»,0t' 'vdioowesi V tturmtjtnti Nord-TSl 0'* ' rem wr'ct Pie oeigen Stationen Menenden UO »en ge>en dt Temperatur an Ort Urnen eeromden Orte mit giccne* «nf R-errsni.'eau umaerrehnrtes Luftdruck 4£'Cttervovauofage. ffietteroorausfagc für Dienstag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen nur wenig verändert, jedoch etwas kühler, strich- weise Gewitterregen. W i 11 e r u n g s a u s s j ch t e n für Mittwoch : -Leus wolkiges, teils ausheiterndes Wetter und vielfach trocken. Lufttemperaturen am 29. April, mittags 21,2 Grad Celsius, abends 12,7 Grad Celsius: am 30. April.- morgens 12,4 Grad Celsius. Marimurn 21,7 Grad Celsius, Minimum 9,1 Grad Celsius. — Erdtempera» turen in 10 Zentimeter Tiefe: am 29. April: abends 1-3,4 Grad Celsius: am 30 April: morgens 12,7 Grad Qri[ius. — Niederschläge 23 Millimeter. — Sonnen» scheindauer 5% Stunden. Nest. h'L d-r^ i?«: ®ÄÄ j5/1 Stunts L^eufl lft rtng^tok.nc6n,,H«e mit einer vD ' M **“ ie Nlida. festes; 71 °i>er die Ssss ÄÄ-, in Dören. Men oeröffmtfidu -WtilknD, !nM«n (Eiftn. 'S Arbeiter nach Ue" zu dem fr m„W entnommen "W Der^nmg;. ?■ 3a ms verwendete Mg cis an imb w! ut wurde, und da or. en Spuren vor d. ist die ßanbrsfrim. n mit den ersten m zu der Suffes i Aerbreche-^n f Gedr. 5*.r Kib(.. Kort für toitiMtfr des Dermidens ci.$. HlotbfQl. tfien) ermordete bet a feinen fiebjii in bellen Dndnung nbem er i&m hinter' topf ferfetjte. DA)- zei in den DÄdrni btflob n (ich nri .Stal Dr. tz. 3«' >a fünf Wochen bt- : dm Arzt um 2u^ hrend der Arzt diele» unter dem Manie! L versetzte dem Arzt : auf den Kopf, die ften. Der Tc.-er flüch- ic Saöegrub; f.utfid. Mmord zu begeben, er Polizei gehmderl, Q5,3f „«r*'1* «-«?*•*** Äfcp && «212®°’ sKv !f>Ä nto^end gfinnf"' Msekrk-" Damenwüsche Wel^eS Atelier (Weiknäberei) ohne fjnbTitbetneb rertiat b c i f c r c Tomen wäicke an? Cchrinliche Hngebole unter 44190 an den Gießener Aruetger erbeten. bett n für daZ Deine/ Silltaroerfcn ein ®ro Dam.-SeSden- Aus unserer Spezialabteilung Damen-Selden Aus unserer Spezialabteilung 00^811-8610611- A Rtriimnfe ssslI Illi Ul HW Iw mlt Verstärkung, moderne Farben besonders günstige Angebote per Paar... Mk. 1.75, W besonders günstige Angebote per vom Roten Kreuz 442fiD Zu einer außerordentlichen Luise Saffian Earl Pfeil Verlobte ablehnende Bescheid be* Herrn Aeichspostmln'- fiert ballert vom 3. Februar 1028 und hat folgenden Wortlaut. Der Antrag auf Lmrichsirn.i einer toerf« täglichen dreimaligen DrscizufleUmtg In Dieder Ämbert. Ebroaar (Beamten sucht -um 1’». 5. S nut mödl. Zimmer m. Röten- ..Wolle rSburg" Maifeier — Tagung Der beut» scheu Oftalien-TIiflion: 8 Uhr. Sladklrrche. Q)or- *" ' ~ilmA. — Lichtivielhous. Feuer entstand im Innern ber w......... - „ , mit rasender Schnelligkeit auf die umliegenden (lk- bäube über. Die Ort* mehr, sämtliche benachbarten Dir suchen zum sofortigen (Eintritt eine mit ollen vorfommenden Sureau- ardeiten vertraute fbas die junge Frau über Sunlkhb Seife denkt Gießen (poffteffec) Avril 1926 Ilse Neuhaus Wilhelm ßaarbf Verlobte Wehren und die inzwischen alarmierte Limburger Feuerwehr mit der Motorspritze, sowie die Limburger Cisenbahnseuerwehr befompften mit größter Ifnftrenamifi das gewaltige Feuer Trotzdem «ar um 10.30 Uhr abends her g a n3c € i li l a betrieb, beftchmb aus Formerei, Schlosserei, ^^reincrei und Maschinenhaus, nledergebrannt Die Cnlstehungsursache des Feuers Ist noch unbekannt. Berliner ^orfc. benuvimn in gutem ,. gaufe .Tchr Dauerstellung. Schnstl. Anged. unter J.ÄI’X fi * 44290 an den Gießener Anzeiger erb. Aus der Provinziashaupisiadt Gießen, den 30. April 1928. Maienblose«. M Damen-Wasch- seid.-Strihpfe kräftige Qualität, überall verstärkt, In allen Modefarben ... Mk.2.50, ftat^inben. Am Mist'-—— L--------_— mal drei Choräle oder Motetten zum Dvrirag kommen, die wir immer an dieser Stelle bekannt- Kontoristin welche perfekt stenographieren und Maschinenschreiben kann, in angenehme geben werden. Bei dieser Gelegenheit mdchlen wir -wer 'Bitten ainMpredjcn: Einmal, daß die Sugenb die gebührende Rücksicht aus ältere ßeute nimmt und sür diese fiel» die Anlagenbänke frei läßt, sich' auch nicht etwa, wie es schon geschah, mit Fahrrädern durch die Zuhörer hrängt; »um andern, daß die zuständige Stelle, soweit rt in ihrer Macht fte^L Dorkehrungen trifft, baß die eiimmung der * mD t a f werden öle MtiaUeder bietmtt cmaelaben auf Diendiaa. 15. Mai. mchm. um 5 Uhr in dad Beratungö,Immer (5h. 10» des 9(ecie- rnnnfflebäuöee a. VanbnTaMWItPP-tMafc Taaesardnuna: Wahl des Borltanbel. Gießen, den 28. Avril IfrJK Der Vorsitzer. i. ®. Genfer. ■ sich noch nicht entwickelt, doch ist man weiter freundlich gestimmt. Der heutige Zahltag wird als überwunden angesehen. Vorläufig hort man nur Pvknphon 450 (Geld». Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02; Mailand 92,55: Spanien 29,36; das Pfund 488,06 und den Dollar 4,1815. verbundene erhebliche Äpfler.autoanb nicht tzu rechtfertigen sein. Selbstverständlich wird die Hanbelskannncr au* Grund des Totgang?» in Wcylac erneut bei dem Herrn RrichovoN Minister vorsiallig werden." kGs iß uns natürlich bekannt, daß die Gießener Hairdelskammer sich bisher schon wiederholt um die Verbesserung der Post-uste'llung in unserer Stadt bemüht bat. Nufere Qicufjerung vvm Samstag sollte natürlich keinen Torwurf gegen die Handelskammer oder gegen die S'-I tver- toaltung enthalten. Sie sollte einerseits die hiesige Poßverwaltung darauf aufmerksam machen, daß in Metzlar Sinrichtungen möglich sind, die man uns bisher abgelehnt hat. flum anderen füllten untere Worte aber die Handelskammer, Handwerkskammer und die Stadtverwaltung aus bte veränderte Sachlage in Detziar aufmerksam machen. Dir begrüßen es. daß die Handelskammer ihre bisherigen dankenswerten Bemühungen in dieser Sache jetzt erneut wieder aufnehmen will. D. Aed.) (schweres Zrühlingsgewiiier. Nachdem der gestrige Sonntag im Laufe des Tages eine immer größere Darme gebracht hatte, brach am Spätnachmittag gegen 6 Uhr ein Frühlings- gcroitter los, das wir in dieser Heftigkeit seit vielen Jahren hier nicht erlebt haben. (Lin furchtbarer Sturm ging dem Unwetter voraus und trieb riesige Staubwolken in den Straßen einher. Der Himmel verfinsterte sich außerordentlich, und bald krachten bk ersten Donnrrschläge los Wolkenbruchartige Regengüsse prasselten hernieder, dazu zuckten unaufhörlich grelle Blitze, zum Teil sogar Kugelblitze, und ein heftiger Donnerschlag folgte dem andern. Das Unwetter dauerte etwa drei Viertelstunden, zum Gluck hat es aber in unserer Gegend keinen besonderen Schaden an gerichtet Im Hanse Marburger Straße 49 schlug der Blitz in den Schornstein ein, der umfiel und dabei das Dach durchschlug. Don weiteren Schaden, insbesondere in den Feldern und ©arten, ist uns bis zur Stunde nichts bekannt geworden. Den Sietfern dürfte der reichliche Regen vielleicht sogar sehr gut zustatten gekommen fein, da in den letzten Tagen die Ackerkrume doch ziemlich ausgetrocknet war. Das heftige Unwetter hat dagegen an ber ® c r g ft r a ft e weit schwerer gehäuft. Dort ging bei völlig verdunkeltem Himmel ein H a g e l f ch l a g von ungeheurer Stärke nieder, ber einen großen Teil ber Obsternte und Feldfrüchte vernich tete. Von den steilen Hängen des Gebirges stürzten ungeheure Wasiermasien in die Stadt Zwingen- berg, wo zwei Häuser in sich zulammenbrachen. Die starke Mauer der Kirche ist in einer Länge von 2nn Dam.-Se^n- ^odehau8 00 $5=2” Salomon stempel, beson- HÄ ders feinfSdifl, Mk. V Schulstr. 4. Verkauf Parterre führung eines 2adan-Films. — Lichtspiclhans. Bahnhofstraße: , Mein Leben für daS Deine." — Astvria-Lichripiele: ..Der Wtllionenschatz unter dem Wolkenkratzer". DER. Limburg (Lahn), 29.2lprU. Heute abend gegen 8 Uhr brach Im benachbarten (fix in den Wefterwälder Schamotte- ultb ” ft fe u « r aus. Dee r Formerei und griff noftnu y Meter eingefrtnt CF1nr Dand des fftnt« genchts ift ebenfalls eingedrückt worden, das Daifer drang tn da» Gebäude derart ein, daß die Akten verloren scheinen. Huf Veranlassung des hessischen Ministeriums des Innern wurden mehrere Beamte nach Zwingenberg geschickt, um |u retten, was noch zu retten lft. Die Straßen sind kaum zu passieren, da Hagel, Sch amm und Vaumstlkmme olles rer- sperren. Der Wolkenbruch dauerte über eine Stunde. Taten für Ttenolag, 1. V)ai Sonnenaufgang 4.33 Uhr, Sonnenuntergang 19.22 Uhr — Mondaufgang 15.41 Uhr, Monduntergong 353 Uhr 1218: Rudolf von Habsburg auf 6d)loft tiunburg geboren fpeftorben 1291). — 1821 der Forschungs reisende starl Ritter von Scherzer in Wien geboren tgestorben 1903), — 1872 Gründung der Universität Straßburg. — 1873: der Reisende David Ltvingstone am Bongweokosee gestorben (geboren 1813);— 1915: Schlack): von Gorlirc Tarnow Bornottzc». — Tageskalender für Moni a g: Äauf» männikcher De re in 1S73: 9 Uhr. Rausin I'ercinf« baue, ordentliche Hcnrptver'ammlung — GieHener Audor-llxsri'.lchasi 'Drokshaus. Aeriommtung — Gießener 21 aofahrer-"Deeein 1885: S X) Uhr. Berlin, 30. April. (DTD. Funkspruch.) Ohne neue gröftere Anregungen liegt der erste Fn>h- ' der neuen Woche sehr ruhig Geschäft Hut ....... > in den Bureaus ift im Zusammenhang mit den Maßnahmen wegen Durchführung allgemeiner Derkehrt'.'er- bclferungen geprüft worben. Aach dem Ergebnis der Prüfung bedauere ich jedoch. 3brem Anträge nicht entsprechen zu können, well bei der günftigen Lage der ^Zostverdindungen für Stehen auch bei brctmalujcr Zustellung noch 90 v. aller Sendungen bei betden Aormit- tagsxuftellungen abgetragen werden würden: für den geringen Aest würde sich eine besonder damit — Don der Pvftautokinie Gieften— Kleedachtal. Don heule ab verkehrt auf der Posiautolinie Diester, -.^leebachial der bisher 7.40 Uhr vormittags in Gieften einiressende Wagen 40 Minuten früher. 3m übrigen ist eine Denoerung in dem bisherigen Fahrplan nicht eingetreten. " Tagung des Hessischen Ginzel- Ha n d e l s. Der Landesverband des Hessischen Einzelhandels e. D.. Sitz Darmstadt, dem ins» genpf al» Vrautf.übung hh Den Schwimmer selbst und seine Mitmenschen und schsiesillch als Grundütge für Sp.el und Scherz In fröhlicher Gemeintchall eifrig gepflegt u>id>. Mtt einer flotten Lagenstaffel, bei der die Turner die verschiedenen Schwnnm- crt:n im llcfvrbdd zeigten, wurden die Darbietungen wirkungsvoll ertffnet. um dann auch einen Einblick in den mettzvdtschen Detried de» Schwimmtmterrichts von den ersten Anfängen ab zu geben. Schon hierbei waren Spiel und Scherz reichlich in bk ernste Arbeit mit ringe» o- ben unb lösten freubtgen Deifall aus CM* sportlich: Leistungen waren zu sehen beim Streckentauchen, beim Heraufholen von XeUtr- lericn u. ä.. ferner beim Kunstspringen unb Wes»- schwimmen. Darüber hinaus jteiaKn die Turnerinnen ihr« Xunft auch von der aTmvhgcn Srite tn einem fein durchgebifbeten Zeigen mit cingeftreutem Figurenlegen' im Gegensatz zu dem »arten Qlircnfpiel leuchtete au» ben ÜBafletball- flxeicn der Turner männliche AampleSkust. Den Hvdemmft des Tei’all* fanden di« Bootsfahrten mit ihrem unerschütterlichen Wechsel von humorvollen Zwi'chenfällen. Der Leiter der Schwimm- abtrilung. Franz Sauer lGietzen). zugleich auch Gcnckchwimmwart im Turngau Hessen, bitte seinen Gäst^'n einen genußreichen Atzend In Aussicht gestellt, es war aber ohne Frage auch ein crfol(Trc: fort gesucht. 4421D HBöolf firehDIem Gärtnerei. Eollor. Suche tüchtigen Spenglergesellen 9frfebr. Schröder, Spenglerei und JnstaÜalionSgeschäst Grünberg t.H. m, BtmüoH ofenfertto, Anmachholz. Abfall bolz, Sdocmcbl AiiniiHau1 chern abzugeben. J. Weilhöfer. jüngere SilWnsl «nicht Über 20 Jahre» für AnwaltSvureau gesucht. Eintritt 15. Mai. Schrtftl. Angeb. uni. 4431Da.d.Gieß.Anz. Snaroel täglich frisch gestochen , empfiehlt billigst D ÄrliHerieverein. Mittwoch, den 2. Mai, nachmittag-: anlnmnienlnnlt öer Domen im '*”• Pbilofovbenwald. Wenn dn noch eine Mutter halt, so danke Oott und sei zufrieden. Tod es-Anzeige. Oott dem Allmächtigen hat es gefallen, nach kurzer, aber schwerer Krankheit unsere liebe, gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Wenzel Wwe. geb. Heß im Alter von 62 Jahren in ein besseres jenseits abznrufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emst Wenzel und Frau geb. Dietz Hans Heß und Frau geb. Fischer nebst 3 Enkelkindern. Gießen (Seltersweg 35), Frankfurt a. M., Darmstadt, den 30. April 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, 2. Mai, nachmittags 2 Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Astoria-Lichtspiele Ab heute ble einschließlich Mittwoch: Der Millionensdatz nnt dem Wolkenkratzer Großer Sensationsfilm in 6 spannenden Akten. In der Hauptrolle: Pearl White. — Ferner: Die kleinen Mädels von Neuyork Aus dem Leben dreier Walsen In 6 Akten. Gratis vom 30. swvtt bis s. Mai Freitag nacht */,! Uhr verschied unsere liebe Schwiegermutter, Großmutter und Tante Fran Babette Mösinger Witwe in der Mediz. Klinik im 82. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Gg. Albrecht, Obermaschinenmeister i. R. nebst Tochter. Wettbewerb zur Erlangung von Vorentwürfen für den Neubau des Verwaltungsgebäudes der Allgemeinen Ortskrankenkasse Gießen Zur Erlangung von Dorentwürfen für ein Gebäude zur Aufnahme der Ortskrankenkasse Gießen wird hiermit-ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben, zu dessen Beteiligung alle freien und angestell- ten Architekten von Gießen (Stadt) eingeladen werden. Das Nähere iss aus den Deltbewerbsunterlagen zu ersehen, welche ab 2. Mai 1928 bei der Geschäftsleitung, Allgemeine Orts- krankenkasse, Gießen, Lubwigssraße 12, bezogen werden können. Oie mit Kennwort versehenen Entwürfe sind bis zum 16. Mai 1928, 6 Uhr nachmittags an den Dorssand der Allgemeinen Orts- krankenkasse einzureichen. 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Professor Axt (Vrp.) zeigt die geschichtliche Entstehung der Staatszuschüsseon dieKir ch e n Andere Länder hätten der Notlage der Kirchen durch Inflation und Besteuerung bereits Rechnung getragen. Die Beziehungen zwischen Staat und Kirch müßten bald endgültig eregelt werden. Abg. 5) a m m o n n (Komm.) kritisiert die hessische christliche Simultanschule, die dem Interesse der Freidenker entgegenlaufe. In langen Ausführungen begrüntet er die vorgebrachten kommunistischen Anträge auf Streichung ter Mittel für die Kirchen. Präsident Delp will die Debatte hier abbrcchen und das Kapitel „Polizei" behandeln lassen. Gegen den Widerspruch der Kommunisten beschließt das Haus, in die Debatte über den polizeieiai einzutreten. Das Kapitel 33: Polizei und Gendarmerie sieht in Einnahmen 5 276 044 Mark vor. Die Neuordnung des Polizeiwesens auf Grund der Ententeforderungcn und der darüber stattgehabten Länderbesprechungen ist in Hessen nunmehr durchgeführt. Der Polizeidienst zerfällt in die Gruppen Verwaltungsdienst und Außendienst, dieser in den allgemeinen Sicherheitsdienst (Einzel- und Bereitschastsdienst) und den Kriminaldienst. Der Beitrag des Reiches zu den Kosten der bisherigen Schutzpolizei beruht auf Vereinbarung der Länder mit dem Reiche und wurde bisher von Jahr zu Jahr in Form einer Pauschale festgesetzt. Erstrebt wird für die Folge aur Erzielung stetiger Etatverhältnisse ein gleichbleibender jährlicher Zuschuß des Reiches. Die Heranziehung der Städte und Gemeinden zu den Kosten der Polizei beruht auf dem Gesetz vom 24. August 1925. Als Zuschüsse der Gemeinden mit staatlicher Polizei sind 840 000 Mark und als Beitrag des Reiches zu den Kosten der Polizei des Bereitschaftsdienstes 4 246 000 Mark eingestellt. Von der Regierung wird mitgeteilt, daß sich dieser Zuschuß um 500 000 Mark erhöhe. Abg. Reiber (Dem.) will drei Polizeioberleut- nants für ihre Person als Hauptleute der Verwaltung in die Gehaltsgruppe 9 bzw. 10 eingestuft sehen. Die Sozialdemokraten beantragten, bei den sachlichen Ausgaben den Betrag von 20 000 Mark abzusetzen und die Kosten der polizeilichen Nahrungsmittelkontrolle einheitlich auf die Staatskasse zu Übernehmen. Der Finanzausschuß hat zu den weiteren sozialdemokratischen Anträgen: 1. Von den 202 Stellen für Polizei- und Gendarmeriemeister werden fünf kündbare Stellen in solche für Polizei- oerwaltungssekretäre (unkündbar) umaewandell; — 2. von den 692 Stellen für Hauptwachtmeister werden neun Stellen in solche für Polizeiverwoltungs- obcrassistenten (unkündbar) umgewantelt; — 3. von den 649 Stellen für Oberwachtmeister werden sieben Stellen in solche für Polizeiverwaltungssekretäre (unkündbar) umgewandelt', — 4. von den 560 Stellen für Wachtmeister wird eine Stelle in eine unkündbare für Amtsobergeh',lfcn umgewandelt; — 5. die Gendarmeriebeamten erhalten für die Gestellung eines Privatzimmers zu Dienstzwecken eine jährliche Entschädigung von 60 Mark, Z u st i m m u n g erteilt. Abg. 6turmfeis (Soz.) spricht dem neuen Minister fein volles Vertrauen aus. Die Hoffnungen auf Verbesserungen im Polizeiwesen könnten nicht von heute aus rnoraen erfüllt werden. Der Redner bittet, den Anträgen seiner Partei auf Mehreinstellung von Beamten in Dauerstellungen nach zwölfjähriger Dienstzeit zu entsprechen. Die Dersorgungsstelle für zu entlassende Beamte solle ausgebaut werden. Die Firma Opel habe sich seinerzeit bereit erklärt, 150 Beamte aufzunehmen, sei aber dann davon zurück- getreten, als sich herausstellte, daß die hessische Po- nzei ihren Autobedarf bei einer außerhessischen Firma eindecke. Die Polizei müsse freigeholten werden von allen Elementen, die nicht positiv zur Re- .publik eingestellt seien. Bei der Polizeischule fei das Personal zu groß, auch könne der Betrieb erheblich vereinfacht werden. In letzter Zeit habe die Polizei wieder Autoanschaffungen ohne Genehmigung des Landtages vorgenommen. Woher feien die Mittel in Höhe von 10 000 Mark für den Umbau der Wohnung des Polizeimajors Klippstein genommen? Die Reparaturwerkstätte sei an Personal ungeheuer überlastet. (Im Haus befinden sich noch sieben Abgeordnete.) Der Geschäftsgang bei Materialanforderungen sei sehr reformbedürftig. Offiziere könnten aus den unteren Gruppen nur Leute mit Abitur werden. Aus der Volksschule heroorgegangene Anwärter hätten nach ihrer Vorbereitung bereits die Altersgrenze zum Offiziersrang überschritten. Auch in Hessen solle die Bewilligungspflicht für Oie goldenen Berge. Vornan von Clara Kiebig. Eophright bl) Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 51 Fortsetzung. Nachdruck verboten Bremms Hand griff unruhig nach dem Hals, er spürte da wieder den Strick: „Will man uns ab« würgen?" Er blickte finster. „Et is bald so." Heute hatte auch Kaspar Dreis nicht mehr den Mut und nicht die Sicherheit, die ihm bei der letzten Versammlung noch innegewohnt hatte. Was er damals geredet hatte von der Sonne, die bald wieder stehen würde überm Moselland und auch da stehenbleiben, das „es wird uns Winzern besser gehen", das er ter Menge hatte einhämmern wollen mit starker Stimme, das hätte er heute, selbst nicht überzeugt, auch nicht überzeugend mehr sagen können. Er war tief enttäuscht, denn noch war nichts, gar nichts geschehen, was eine Besserung zusicherte. Und aus dieser Enttäuschung quoll ihm ein Zorn. Es war wirklich schwer, noch an sich zu halten, wenn man sah, wie unbarmherzig, trotz ter Rot jedes einzelnen, die Steuereinziehung betrieben wurde, wie die Steuerschraube angezogen wurde. „Ist die Schraube abgewunden, ist der Winzer totgeschunden." Diese Plakattnschrist, die auch zu lesen war bei der Versammlung auf der großen Wiese, wahrhaftig, die war nicht ohne Berechtigung. Er für sich selber wollte sich nicht beklagen, ihm ging's noch leidlich, iveil er allein stand, für keine Familie zu sorgen hatte, aber er konnte es wohl begreifen, daß andere eine heillose Wut hatten auf das Finanzamt, das ihnen wie ein Henker alle naselang den Mann mit der Steuerbeamtenmütze und dem Pack Zettel un- term Arm auf den Hals schickte. Ob der auch wieder beim üremm gewesen sein mochte? Kaspar warf einen scheuen Blick auf den ihm zur Seite Gehenden: ja, der sah ganz danach aus, nach Verbitterung, nach Verängstigung und Derzmeiflung. Der Dremm hatte ihm vormals so gut gefallen — ein ehrliches, ein treues, ein gutes Gesicht — jetzt war da*, verbißen. Ach, die Frau, die Maria, die Kinder des Stemm, die hatten jetzt nichts zu lachen. | Nachnrrkaub allgemein wegfallen, die Uivgangs- formen zwischen Vorgesetzten und Unterstellten sollten ! den Kasernengcift verlieren. Abg. Reiber (Dem.) spricht dem Minister ebenfalls sein Vertrauen aus, daß er aus der Polizei das Instrument machen werde, das die Polizei für Öen Staat bedeute. Der Redner wünscht einen besseren Schuh für Leben und Hinterbliebene dec Polizeibeamten. Der Redner wünscht Fachleute als Polizeiofsiziere. Der riesige Autopark sei nicht notwendig. Minister Leuschner erklärt: Ich habe schon früher dafür gesorgt, daß zahlreiche Beschwerden abgestellt worden sind. Der Pferdebrstand ist vermindert, die Kosten für Munitionsbeschasfung sind herabgesetzt, beim Autopark sind Einschränkungen vorgenommen worden. Bezüglich der Entlassung der Polizeibeamten nach ihrer zwölfjährigen Dienstzeit ist ja bereits heute im Ausschuß durch die Vermehrung der unkündbaren Stellungen eine Besserung erreicht worden. Ich darf auch darauf Hinweisen, daß wir in der Polizei für Beamte, die mit Kapp-P ' führern oder Gegnern der Republik sympathie- sieren, keinen Platz haben. In der Personal« Abg Frau H a 11 e m c r (Z.) wünscht die Einstellung von weiblichen Kräften bei der Polizei, namentlich wegen der Ausführung des Gesetzes gegen die Geschlechtskrankheiten und bei der Iugendgerichtsbarkeit. Bereits im Vorjahr fei das versprochen worden. — Damit ist die Debatte zum Polizeietat geschloffen. Das Haus vertagt sich auf Mittwoch. Aus ter provinzialhaupistadt. Gießen, den 30. April 1928. Oie deutschen Patentansprüche an Amerika. Amtlich wird au6 Berlin mitgeteilt Zahlreiche hier eingegangene Anfragen geben dem Auswärtigen Amt nochmals Veranlassung, sämtlichen deutschen Patentinhabern, die Entschädigung für die Beschlagnahme ihrer Patente von den Vereinigten Staaten von Amerika verlangen zu können glauben, zu raten, ihre Anträge ausnahmslos durch die „Interessenvertretung für Ansprüche deutscher Patentinhaber", Berlin Nw 7, Neue Wilhelmstraße 12-14, einreichen zu lasten. Die Interessenvertretung besitzt nicht nur Samstag, 5. Mm, beginnt im Gießener Airzeiger: Die Tür mit den sieben Schlössern Kriminalroman von Edgar Wallare Bestellungen auf den Gießener Anzeiger nehmen entgegen in Gießen die Geschäftsstelle und die Trägerinnen, auswärts die örtlichen Bertriebs- stellen und die post. Politik ist eS so, daß auch für die Polizei, imb zwar in ganz betonterem Maße meine gestrigen Ausführungen maßgeblich sind. Die Offi- ricrslaufbahn wird tüchtigen Dollsschülern für die Zukunft ebenfalls offen stehen, und ich habe alles Interesse daran, tüchtigen Dollsschülern die Ausrückung zum Offizier offen zu halten. Daß in Dad-Rauheim die Polizei besonders schlecht sei, kann ich kaum glauben. Ich werte mich um die vvrgetragenen Beschwerten kümmern, wenn ich auch annehme, daß die borttge Polizei ihre Schuldigkeit tut. Die Frage, ob wir Autos nötig haben, um in einem Eventualfall diese Autos mit Polizeiteamten einsetzen zu können, ist zu bejahen. Auch die Feuerwehr wird ihre Geräte nicht abschaffen, weil es etwa in der letzten Zeit zu einem Brand nicht gekommen ist. Die Polizei kann in einem Bedarfsfälle doch nicht Autos von ter Straße herholen oder sich Omnibusse mieten, um sie bei der polizeilichen Abwehr einzusetzen Die Gerätebeschaffung und ter Autopark vergrößern nur die Sicherheit. die von dem amerikanischen Unparteiischen gebilligten, in englischer Sprache abgefaßten Formulare für Anträge und Vollmachten, sondern ist auch in ter Lage, dafür zu sorgen, daß diese Formulare richtig und zweckentsprechend ausgefüllt werten. Durch ihre umfangreichen Vorarbeiten und die in ihren Händen oefindlichen Listen wird sie in einer Anzahl von Füllen auch imstande sein, ten deutschen Patentinhabern Auskunft darüber zu verschaffen, was mit ihren Patenten in den Vereinigten Staaten geschehen ist. Auf möglichst genaue Darlegung ter einschlägigen Verhältnisse legt bekanntlich der amerikanische Unparteiische sehr erhebliches Gewicht. Angesichts der kurzen Frist für d i e Anmeldung der Entschädigungsansprüche, die bereits am 2. A u g u st d. I. ab« läuft, wird es auch den deutschen Patentinhabern kaum mehr möglich fein, durch direkten Briefwechsel mit den Stellen in Washington rechtzeitig vdn sich aus Unvollkommenheiten zu befeitiaen, an denen ihre selbstgestellten Anträoe leiten mögen. Um Miß- verständnnisse zu vermeiden, sei bemerkt, daß die Interessenvertretung die von ihr gestellten Anträge ebenfalls über den Deutschen Eigentnmskommsssar leiten wird, um auf diesem Wege eine weitere Sicherung für die Formgerechtheil der gestellten Anträge zu schaffen, von der die Berücksichttgung ter Anträge abhängt. •• Eine schöne neue Jugendherberge hat in vorbildlicher Weise die Stadt Schotten geschaffen. Inmitten ter Stadt, an ten Schulhof angrenzend, an ter Hauptdurchgangsstraße ins Gebirge und doch ruhig und still, abseits vorn Verkehr, ist sie idyllisch schön gelegen. Ein größerer Schlafsaal mit 16 Betten, ein kleinerer Schlassaal mit 10 Betten, eine Küche und Führeczi.nmer bilden die luftigen warmen Räume Elektrisches Licht, Wasser, Koch- g.'legenheit und die sonstigen Einrichtungsgegen- ftänte sind vorhanden. Da Schotten Ausgangspunkt ter Wanderungen ins Gebirge ist. wird die Herberge sehr eifrig benützt. Etwaige Anmeldungen und Anfragen sind an den Verwalter der Herberge, Reallehrer Buh zu Schotten, zu richten. ** Zum Dandolinen-Wettstreit in de r Dolkshalle Anfarm Mai wird unS gefcf)rieben: Das Lautenspiel, dasIchvn seit mehreren Jahrhunderten seine Pflegstätte in Deutschland gefunden hat, ist nur als Begleitung von Liedern bekannt und als Dvlksmusil bezeichnet worden. Erst die letzten Jahrzehnte brachten eine Llmwälzung. Ramhasde Komponisten, die sich erst zögernd auf dieses Gebiet wagten, erkannten ten Wert des Zusammenspiels von Mandoline und Laute und brachten im Lause ter Jahre gute und brauchbare Werke heraus. Diese wurden von den Anhängern der Dolksmusil begeistert ausgenommen, und überall in deutschen Gauen wurden neue Vereine ins Leben gerufen mit dem Ziele: Pflege der deuffchen Volksmusik und Ausbau dieser Musil auf tonzertlicher Grundlage. Die ersten öffentlichen Konzerte fanten im Publikum guten Anklang. Lange Jahre hindurch toutte an dem Ausbau dieser Musik gearbeitet, sie auf künstlerisches Niveau zu bringen. Es ist dies gelungen. Durch den Ausbruch tes Krieges kam jedoch die Mandolinenbewegung größten tri ls zum Erliegen. Rach dem Kriege kann man von einer neueren Bewegung sprechen. Auch in G i e- ßen sanden sich im Jahre 1922 Anhänger der Volksmusik zusammen mit dem Ziele, die reine Mandolinen- und Gitarrenmusik auSzubauen und zu fördern. Daß dies gelungen ist, beweisen die Sympathien, die ter Verein „Reapolita" tn ten sechs Jahren seines Bestehens sich in unserer Stadt und darüber hinaus erworben hat. ilm weiteste Kreise mit den Zielen ter Mandolmen- betoegung vertraut zu machen, veranstaltet ter Mandolinen- und Gitarrenverein „Reapvlita" am 5. und 6. Mai in ter Dolkshalle einen Mandolinenwettstreit, zu dem namhafte Vereine aus Rörd-, Mittel- und Westdeutschland ihre Teilnahme zugesagt haben. Zur Begrüßung der Gäste findet am Samstagabend in ter Volks- Halle ein großer Festtommers statt. Hierbei wirken mit die Gießener Turn, erschaff, Iugend- abtrilung des D.s. D., Radlahververein 1885, Radklub Germania, Orchestervevein Gießen (40 Herren), Bauerscher Gesangverein und Gesangverein Heiterkeit. Der turnerische, sportliche und künstlerische Ruf der Vereins bürgt dafür, daß der Abend für alle Teilnehmer genußreich sein wirb. Der Besuch dieser Veranstaltung ist bestens zu empfehlen Der festgebende Verein wird zum ersten Male mit einem Massenchor auftreten. Der eigentliche Wettstreit findet am Sonntag- morgen in ter Dolkshalle statt. *• Sonntagssonderzua nach Würzburg. Die Reichsbahnverwaltung beabsichtigt am Sonntag, 6. Mai, einen Verwaltungssonter- zug von Alsfeld nach Würzburg übet Fulda, dortselbst Bereinigung mit Flügelzug von Gießen über Gelnhausen mit 33 Prozent Fahrpreisermäßigung und erhöhter Fahrgeschwindigkeit einzulegen. Abfahrt von Alsfeld 7.15 Uhr, von Gießen mit Flügelsonterzug Gießen ab 6.35 Ahr, Lich 6.56 Uhr, Hungen 7.05 Uhr, Ridda 7.20 Uhr, Stockheim 7.33 iiljt, Büdingen 7.45 Uhr, Würzburg an 10.42 Uhr. Die Rückfahrt erfolgt Würzburg ab 18.38 Uhr, Alsfeld an 23 Uhr (ab Fulda mit Pz. 560). Ab Elm mit Flugelzug Büdingen an 21.37 Ähr. Stockheim 21.49 Ahr, Ridda 22.02 Uhr. Hungen 22.17 Uhr, Lich 2256 Uhr, Gießen an 22.45 Uhr. Der Fahrpreis für eine Sonderzugrückfahrkarte beträgt ab Alsfeld 7.20 Mk., Gießen 8.60 3HL, Lich 8 Mk., Hungen 7.60 Mk., Ridda 7 OKt, Jeidjt, daß sic auch gar nichts mehr von ihm wußte. I wr hatte sich gedrückt, war auf und davon — jo ein 1 Daß doch feine Gedanken immer wieder zu der Maria umkehrten! Und nicht einmal wer ter Pater ihrcs Kindes war, wußte er; niemand wußte es, auch ihre Mutter nicht, die Brcmm hatte es ihm heimlich versichert. Eine Schändlichkeit, solch ein Mädchen so hinzuietzen! Aber die Mario hatte den Mann doch »ehr lieb haben müssen. Und daß sie ihn nicht verriet, das war schon von ihr. Viel- Lump! Sie würde sicherlich nie mehr etwas von ihm wissen wollen. Und nun sah Kaspar Dreis auf einmal, daß es Vorfrühling war, schon ein schöner, wärmlicher Tag, obgleich der Februar noch zwei Tage bis zu seinem Ende hatte. Am Chausseerand sproßte junges (Bros und roch lieblich, ein paar verfrühte Bienen summten, und man hörte das erste Amsellied. Wie Frühlingshoffnung lag es über her Natur, und auch ter junge Winzer spürte plötzlich, daß er noch jung genug war, um den Kampf ums Dasein weiter aufzunehmen, daß er noch nicht so verbraucht war, wie der soviel Aeltere neben ihm. Wenn die Maria seine Frau wurde, würde er es schon fertig bringen, daß sie nicht zu hungern brauchte. Aber das Kind, das Kind?! Nein, das auch nicht Was kann so ein Würmchen dafür, daß sein Vater sich nicht mehr um es bekümmert! Das Kind brauchte es nachmals gar nie zu wissen, daß er nicht sein Vater war. Es konnte aufwachsen wie die eigenen Dreiskinder auch. Leise fing der junge Winzer an, vor sich hin 3U pfeifen; er wußte nicht, daß er pfiff, seine Ge- danken gingen andere Wege als ten, der vor ihm lag. Es war ihm dann ein unsanftes Wecken, als er ten Bremm jetzt sagen hörte: „Da steht der Zug schon!" Sie kamen gerate noch zurecht, der Zugführer wartete noch ein bißchen. Es stiegen nicht viele ein, cs war von hier noch ziemlich 'weitab, die Bahn kostete Geld, und das hatte man nicht. Dremm hatte auch das unter anderem vorgeschoben, als er nicht mit wollte, ober ter Dreis hatte gesagt: „Et is ganz egal, wer et bezahlt, Ihr oder ich. Tut mir die Lied, fahrt diesmal mit mir!" Wer sonst von Porten und Munden aus zur Versammlung wollte, der hatte schon in erster Morgenfrühe abmarschieren müßen, wenn er zum Mittag om Platz sein wollte. Sie sahen noch niemand Bekanntes. Gemächlich fuhr der Zug, vorsichtig, es schwankte oft mächtig, vorn Hochwasser her waren manche Stellen noch schwer zu passieren, seit kurzem war die überschwemmt gewesene Strecke erst wieder frei und gefahrlos. Immer dicht neben der Mosel her futm der Zug, er hielt an jeder kleinen Station. Der Stationen waren viele, und an allen standen jetzt Menschen, die mit wollten. Und was alles den Weg zu Fuß machte! Aus dem Fenster blickend, sahen sie auf ter Chaussee, die neben der Bahn entlang läuft, wie einen sich krümmenden. Aber konnte man cs dem Mann verdenken, wenn er reizbar, leicht aufgebracht war? Da müßte ja einer ein Engel sein, der das nicht wäre. Und Menschen sind keine Engel. Kaspar wartete, ob Bremm vielleicht etwas sagen würde, er brauchte ja nicht von Eignem zu sprechen, wenn er das nicht wollte, ater der Jüngere hätte gern gehört, was der Aeltere sich von der Versammlung heute versprach. Aber auch darüber sprach Bremm nicht, er sagte kein Wort. Da sagte auch der Jüngere nichts mehr, stumm fetzten sie ihren Weg fort. Kaspars Gedanken flogen zu dem Haus zurück, aus dem er eben Dremm abgeholt hatte. Bremm hatte auf einmal gar keine Luft mehr bezeigt, mitzugehen, obgleich er es doch versprochen hatte. „Ich muß in ten Berg," sagte er ausweichend, „die Jungens packen et allein nit." „Ihr könnt ja morgen wieder dabei sein, kommt nur, kommt, tut Euch ten Rock an!" Die Sonntagshose hatte ter Bremm schon an und auch ein weißes Borhemdchen — warum war es ihm denn plötzlich leid geworden? Auf des Mannes Stirn lag cs wie eine düstere Wolke. „Ich trauen mir nit," murmelte er, „et is ZU arg — ich trauen mir nit!" Aber bann gab er sich doch einen Ruck. Er war in den sonntäglichen Rock gefahren und hatte sich von ter Frau noch einen Schal um ten Hals schlingen lassen. Die Maria hatte der Kaspar nicht zu sehen bekommen. „Et is ihr nit gut," sagte die Frau, die er nach dem Mädchen fragte. Wenige Minuten nur hatten sie miteinander flüstern können. Aber ein- dringlicher als Worte hatten die 2Iugcnn des jungen Mannes gefragt: war es so weit? Ader die Mutter hatte verneinend den Kopf geschüttelt und zugleich mit ten Schultern gezuckt, wie: ich weiß nicht. endlosen Wurm die Scharen unten an den Weinbergen^ vorbei sich winden. Es waren auch manche aus Rädern dabei, die hatten alle hinten noch einen aushucken. Zell, Briedel, Burg, Enkirch, Traten-Trarbach, Pünderich Wolf, Crdv, Loesenich, Eiden, Herzig Rachtig, Zettingen, Graach. Je naher sie Dernkastel kamen, desto mehr Menschen. Dittgänger, Wallfahrer, Prozessionen? Die fingen und beten, aber die hier sind stumm. Immer zwei und zwei gehen sie, ohne ein Lied, ohne miteinander zu sprechen, sie gehen mit gesenkten Köpfen still und traurig — ein Totengeleit, eil nicht endender Trauerzug. Allen voran weht eine Fahne. Der Tag ist jetzt plötzlich trüb und grau, vom Fluß weht es kühl, die Fahne flattert im Winde. Und an ihr ein Trauerflor. Die Winzerfahne, die schwarze Winzer- sahne! „Die Weinbauern müssen trauern." Die Vorfahren haben die schwarze Fahne einstens gesehen, sie sind ihr gefolgt, von denen, die heute hinter ihr herzichen, sah sie noch keiner. Ater sie ist noch immer da, sie hat nur so lange versteckt ruhen dürfen, jetzt aber ist sie hervorgeholt, ein Zeichen der Zeit, eine Flagge, in höchster Not gehißt, eine Fahne, die aufruft in letzter Verzweiflung. „Laßt uns aussteigen!" Der junge Winzer war plötzlich zur traurigen Wahrheit des Tages ernüch- tert — fort alle Traume — es erzitterte etwas in ihm bei dem Anblick. „Wir wollen auch hinterher gehen!" Simon Bremm und Jakob Dreis schlossen sich an. Hinter ihnen blieb Graach zurück, vor wenig Jahren noch ein belebter Weinplatz, jetzt so verödet, so leblos, als wüchse hier nicht das .Himmelreich". Dor ihnen schlorrte einer, den Rücken gebeugt, er kam kaum mehr voran. Kaspar erkannte ihn: Es war der Alte, den er letzthin nach der Dersammlun- gesprochen hatte. Der erschien ihm heule noch älter — „Fünfundsietenzig, viel böse Zeit, so bös wie । jetzt war noch keine" — ob der heute noch faaen würde: „Gott sei gedankt, nu wird et ja besser?!" Heute war ter Greis nicht mehr allein, er mußte sich führen lassen, zwei junge Winzer hatten ihn unlergesaßt, rechts einer, links einer, cs waren wohl seine Enkel. (Fortsetzung folgt) man aus würziges tüter guten Zigarette muß wiederum die frische Poft ebenso aromatisch sein, wie vorher die Zigarette. lleherdies ist nirgends in derWeft die fasche £uft so- gut, cds daß sie nicht durch eine gute Zigarette nach verhessedr werden- hönnte. fcine gute Sxqacette muß stets danach schmecken, worauf man gerade Appetit hat. e ltten Lth m bet -W gBen m. Ächt TJttfr ^tigtl 16 ^bitk/N^ Nicht gL?1 dir» >> Wen. erkann t 2 it* s yLL ^ÄißS s ! ^22 Anhänger ba 'em 3ielc, die rei» •'Pfefn unk, 6®L^ “toafen bk : .AeapM- «u bat W M tn mlmr > evovroen Hit. Hm ^en der DandoKuen- chen, bcranflaltet be nvercin >aboGlü- Klkshalle einen ®cn» namhafte Deränc ad Deutschland ihre?«• - Zur Degrühunx te abend in der *&• WS statt. Keck Dir- um «schäft, JijeaN Üadsahverveim 1385, sterveiein Sicken (40 rgverein und ®tW terifche, sportliche ml ine bürgt Nur, M chmer genußreich sein •cnftaltvng ifl bcflcnl be Derm loird zum lassmchor nufttttai stndet am fttwmWf W :jua nach Diirp 'vvaming beabsicht^ m Derwaltungssonder> ) Dürzburg übr img mit Flügelzug tr en mit 33 PM nd erhöhter 5^ WM von Msclt t mit Flügelsonderzuk ich 6.56 Uhr, Hunger r, Stockheim (53 M r-burg an 10.42 Mm SflB «M» 4 alda mit W M J tfiacn an 21.37 Üpt )a22.02 A. gj Gießen (m2^5W eonW Äl yä* $ .n unten an den Dem Es waren aud) manti in alle hinten noch „kirch, TrobeN'TroM &T-5 •>« ^nJfln&n8et«td auerti ;rn" cflf)ne einster! d)®ar?ed Jbie W t, von denen. .je « noch fe'nc ;rjte(ft rjbes 1° PSF»*** D-r Äu» «"“t »rlKil Ä zuruck.00 eröbet, j° * l **&&<■* das beugt, er * W”VÄ »£ ,r << ®d«ö ’“Vk l)ie" *m, I» , AM aüein. - j!< jß**’* meinbtröle unL " • anf.ert in fclr.em 36 dcf. den ;irr KufnaBme der 2b fpitlflcmcinbcn üangiborf unb Bettenboulen patt, zu her als Vertreter des Landeskirchenamtes Prälat D Dr. Diehl und Obtrtirdxnrat Waaner. als Vertreter des »reisamts 9kgterung:-rat M rü - q e r erschienen waren Aach länger en Berftand- lungen einigte man sich bahnt, bah her Kauf g t - nehmigt unb das f>aus be* S Oppenheimer von den beiden Kirchengememden übernommen wurde Die bürgerliche Gemeinde Cangsborf übernimmt das seitherig.' Bfarrhaus für 7000 ®t., die sie an die beiden Ainhcngemeinben zahlt, so daß diese noch 13 000 ®t aufzubringen haben, und zwar | Langsdorf unb 4 Bettenbaufen Damit bat eine Angelegenheit, die schon lange die Gemüter bewegte, einen glücklichen und für alle Idle zufriedenstellenden Abschluß gesunden. Die Vertreter des Landeskirchenamtes rersprachen auch diesmal wieder die alsbaHgr Ausschreibung und Besetzung der Pfarrstellc mit einem tüchtigen Geistlichen. Das alte, nun der Zivilgemeinde gehörige Pfarrhaus toll nach seiner nötigen Wiederherstellung zur Behebung der Wohnungsnot dienen. s. Trais-Horloff. 29. April 3n unserem Kirchspiel wurden insgesamt 2 4 Kinder konfirmiert Davon entfallen auf Trais-Horloff selbst 2 Knaben und 4 Mädchen, auf In- hei den 9 Knaben und 3 Mädchen, auf Utphe 4 St naben und 2 Mädchen s. Utphe. 29 April. Während vor Ostern hier nur fünf Kinder aus der Schule entlassen wurden, gelangten setzt vierzehn Neulinge .zur Aufnahme, so daß die jetzige Klassen st ärke 68 beträgt Obwohl sie die gesetzlich hochstzulässige Zahl von 60 Schülern übersteigt, konnte die vor zwei Jahren abgebaute zweite Schulstelle nicht wieder errichtet werden. ^rcis Fricdbcrg Ä Bab-Haubcim. 29. April. Der hessische Sparkassen - und Diroverband hält am nächsten Samstag hier seine Hauptversammlung ab. Auhcr den geschäftlichen Punkten der Tagesordnung ist ein Dortrag von Stadtrat Jursch (Berlin), des steNvertretcnden Dorsitzcnden vom Deutschen Sparkassen- unb Diroverband vorgesehen. Gr spricht über das zeitgemäße Thema „Die Dedeutunp der Sparkassen- unb Girovvganisation für bic Wirtschaft. — Der Allgemeine Aerzt l iche Kongreß für Psychotherapie. bet vergangenes Jahr unter dem Dvrsitz von Geh. Sat Prof. Dr. Sommer (Gießen) hier tagte und in diesem Frühjahr tn Daden-Daden versammelt war, hat für 1929 wieder Dad-Aauheim als Tagungsort gewählt. — Der Dad - wässer aus 'Hnrrn Ho'e uni bäuben zu erricht.nden Schach Hose in der Gol'e der 6tra)e zu errichten wu"de abgelednt Die iBüegenn eilt erd wurde beauftragt xu veranlagen dah die Daubehördc den notwendigen Sch '-cht Io! ort im Hose deS Hermann cwckel errichten läßt. Die übrigen Punkte der Tagesordnung wurden in geheimer Sitzung beraten. df. Langsdorf, 29. April. Die vor kurzem berichtet, hat die Gemeinde Langsdorf die geräumige Billa von Solln Oppenheimer zum Preise von 20000 Mark als Pfarrhaus erworben. Oer tfauf bedurfte noch der Zustimmung her zuständtgen Aörper'chasten. Zu biekm Zweck fand nun eine gemeinschaftliche w'tzung der (Be- Ätrtbennertrrfcr der beiden Sirch- gendeL beschlossene Die Prämiierung von Dieb aus einem DrünbergerDiehmarkt soll vorerst nicht stattfinden. Die Angelegenheit wird für später zurückgestellt. Die Dahner- gasse wird für unbefugten Fährverkehr verboten, ausgenommen sind die Desiher, die Gelände an der Dahnergasse liegen haben. Der hiesige M u s i k v e r e i n war an den Gemeinde- rat herangeirrten mit der Ditte, ihm eine Unterstützung zur Anschaffung bon Instrumenten. Hofen ii. bgL zu gewähren. Mit dem Dorstand deS DereinS ist zumichst zu verhandeln und bann bk Angelegenheit nochmals dem Gemeinderat vvrzulegen. Auf daS Au-schreiben der Bürget- mcifterei für Mieberherstellung der Airchenuhr sind zwei Angebote eingelausen. ff in Angebot von den Llhrmachem Friedrich Jockel und 5t Frank auf 500 Mk und volle Garantie lautend, unb ein weiteres Angebot von Uhrmacher Erich Köcher aus 159 Mk. lautend, mit zwei Jahre Garantie. Die Bürgermeisterei würbe ermächtigt, mit Uhrmacher Erich Köcher dnen schriftlichen Vertrag abzufchließen unb ihm bie Reparatur der Kirchenuhr zum Preise von 150 Mk. zu übertragen. (Die Bevölkerung wird diese Tatsache mit Freuden begrüßen, ba die Kirchenaht nun nahezu ein Jahr lang außer Betrieb ist.) Ein Gesuch deS Hermann Stockhdm 880 Mk BüNngen 820 Mk Mit den Fahrkarte, werden besondere ruh.unc?. farten zum Preise von 1 Mk. abgegeben. Die SüLtunaetarten berechtigen zur Znhrung durch die Stadt unb die Residenz emschl Eintritt in die Adidenz. Nähere Auskunft ertdlen die Fahrkartenausgaben Obcrbeff en. Latidkreis Wiegen. § Beuern . 7«. April. Infolge des Addangeletzes tritt unser langtähriger Zörfier Heinnch Koch II. um 1. Mai in den wohlverdienten Kuhestond. Ursprünglich als tzorsttvart in unseren ausgedehnten Gemeindewaldungen tätig, wurde er vor etwa einem Jahrzehnt vorn hessischen Staat auch zum Förster der bencchbaNen staatlichen Waldungen ernannt. Allgemein sieht man den beliebten, jederzeit hi h-reilen und fefäUigen Beamten nur ungern aus dein 21mt schnden Auch die jeroetilgen Jagd- Pächter verlieren in Forster «och einen treuen Hüter unb Beschützer ihres Wildes. — Nach vielen Jahren langer Bemühungen soll unserer Jugend nun ein Sportplatz geschossen werden. Schon vor einigen Jahren mar angesetzt worden, bas Werk zu schaftcn indem im Gold, rechts am Tlimdocher Leg ub.r dem (Bemelnbefteinbrud), eine große Hochwald abgeholzt worben war. Diese ftläche wurde aber damals von der gorstbehörde nicht frd- gegeben unb dann wieder mit jungen Bäumchen angepflanzt. 3efet würbe auf der. linken Seile des Climbacher Weges über dem Krebskopf das notwendige Waldgetande freiaelegt. um dort den Sportplatz erflehen zu lassen. Bon unserer Jugend wird das Entgegenkommen des (Bemetnberats mit Freuden begrüßt. Seither war nämlich die Ausübung des Sportes nur möglich, wenn die Diesen vom Orummetgras frei waren unb auch bann nur in beschränktem Maße, weil einige Diesenbesitzer gegen das Spielen auf ihrer Diese Einspruch erhoben. _ , 4 ® r ü n berg, 29 April. 3n der jüngsten DemeinderatSsitzung wurde u. a. fol- ur Kohlenfeuerung Um die Mangel obzustellen, ah sich der Gemeinderat genötigt, entmeber neue Oe en anzulchaffen, oder zur Zentralheizung über- zugehen Er enfichied fich für ba-^ letztere, wenn er sich auch noch nicht bindend festlegte, ob Dampf-, Helßwasfer- ober Luftheizung Platz greifen soll, (tr beschloß, vorher fachmännische Urteile einzuholen und danach seine Entscheidung zu treffen. Der grundlegende Beschluß wird allseitig begrüßt. — Wie neuerdings von straßenbausachmännischer Seite verlautet, wird In Kürze die hn vorigen Herbste geteerte O h m t a 1 - S t r a ß e zur Erzielung eines besseren Bobenbeiages einer Neuteerung unter- Nauheimer ForthildungSkurfuS für Aerste. der seit 3obren in der Woche vor Pftngstrn hier staNftndet, fällt in Meten Sahoe auS. DSA DöllerShcim. 28. 2lpnL Gestern mittag, kurz nach 1 Llhr ereignete sich auf dem hieftgen Grudengelände du s chwerer U n f a IL AuS hm ,rtzt nvch nicht aufgelläder Llrsache tarn ein 15 Meter hoher Ma sr urt Schwenken und stürzte mit drei Arbeitern um Ein SanitätSantv brachte bi< drei Verunglückten in* Friedberger Krankenhaus wv bereits einer feinen Berlevungen erlegen ist Die beiden andern Arbdter beoen auch erhebliche Verletzungen davongekragen. Ürfic- Biidinqe«. -« Aus dem Niddatal, 2VA prit Die im Spätderbsr geteerten Land u rasten befw- den 'ich jetzt in bestem Zust a ndc S.e *inb vvils.andig glatt und zeigen kaum eine defekte Stelle D-c Staubentwickelung ist aber nicht aufgehoben, wenn sie auch nicht ganz so stark ist. wie au' den nicht mit Teer unb Ba'alckieS behandelten Straften. Ob ein wiederholtem Teeren bw Staubplage bdeitiflen wird muh die Erfahrung lehren — Die Zwetschen- bäume »eigen in d'.eiern Jahre einen gleich- mastig starken Dlütenansatz, wa» feit langen Zähren nicht mehr der Sali war. Die St i r f ä) b lü te ifl nicht, wie berichtet, vernichtet. fvndern hat durch den Frost kaum gelitten. Mü dem Setzen der Kartoffeln wird setzt allgemein begonnen. fircie -llchfcld. Alsfeld, 29 April. Für die durch den Tod des seitherigen 6*abtbau:nei(ters Egner frei gewor- bene Stadtbaumei ft er st eile sind 30 Bewerbungen einacgnngen Da die Stadt im lausenden Jahre verschiedene größere Arbeiten, bar- unter den Neubau des Postgebäudes ousführen läßt, soll bie Stelle alsbald zur Besetzung kommen, pür den Po st Neubau hat bie Postoerwaltung entgegenkommenderweise der Stadtverwaltung meh rere Projekte unterbreitet, die sich in der äußeren Gestattung des Baues dem Stadtbilde anschließen und auf diese Nückstcht nehmen. Mit der Ausführung der Arbetten soll alsbald begonnen werben, sobald der endgültige Plan feststeht. Kreist ^lstfcld. -r. Ober-Ohmen, 29. April. Der (8 c • mein berat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Wärmeversorgung der Schule. Seit Jahren ist auf diesem Gebiet ein Zu- stand eingetreten, der die alten Schulofen als höchst abständig erscheinen läßt. Die großen Kanonen- öfen eignen sich nicht für Holz- und auch nicht Kohlenfeuerung. Um die Mängel obzustcllen^ zogen. Hofftntftch gelingt es, die Erfahrungen, die • tiiber auf der al» Berfuthsffredf dienenden Ohm- la! Straf'- gesammelt wurden, bei der Neuteerung zweckmäßig zu verwerten, damit knese Straße In eine Perfafiung kommt, rote sie ihr al» stärkster Xkrfehrs- unb Durchgangsstraße des Bogelsbergs gebührt rr. Aus dem Dbmtal, 29 Apni D>e im oberen Vogelsberg, |o machen sich auch h»er Bestrebungen bemerkbar, die auf bie Wr.inhung einer Eieradsotzgenoslenschaft hmanszielen, um die Hühnernicki und vieroerroertung lohnender |u gestalten Aus dieser Erkenntnis heran» soll tn Xliry in Ruppertenrod eir Bortrog staii- stnden. woran anschließend für die Orte de» Ohmtalo „nd Ne anarenzenden Ofeblete bk (drllndung einer Eierverwerwn> xzenossenlchast, unter Aussch ütting des Zwischenhandels, vollzogen werden lall. Die Be- ftrebung- n stnden in den verschiedenen Orten, soweit ich übekbl'cken läßt, oUqemetn Anftnng ff» steht ju erwarten, daß bas Vorhaben gelinct. Uheinheffen. DSA Mainz, 2» April. Otub'.cnvat He i n- r i ch Werte non der hiestgen städtischen Aluftk- hvchschule hat eine Berufung alS staatlicher Hvchfchuldvzent nadb Leipzig erhalten. Bor 22 Jahren kam er alS junger S chulverwafter nach Mainz-Kastcl. 1906 bewi er al- Ctaatf- ftipenbiat der heffischen Aegierung daS Hochfche AonfematpThnn in Frankfurt a. TR. um Mustk berufsmäßig zu studieren. 1911 kehrte er in den Schuldienst zurück, studierte 1921 am Musistemi- nar in Frankfurt a. M. unb machte 1922 an der Akademie hx ffharlottenburg al« erster unter 40 Teilnehmern das etaatterawicn. 3n fünf Zähren rom BolkSschutlehrer zum Hvchschrck- bnienten ist jedenfalls ehx seltener Ausstieg. DS A. Bingen, 23. Aprxl. Im P e r f o n e n- zug Frankfurt a M Bingen tourte heute mittag während des ?Iufenthalte« in 3 n 3 e l- heim in einem To.'.ettenraum 2. Klasse <*< Ae ifendcr hn ungefähren Alter von 40- A Jahren uüt ausgeschnittenen HalS- uni) PulSfchlngadern tot cnifgeftmden ffr wurde mit nach Bingen genommen, wo der Wageix aufrangiert wurde. Die polizdlichcn ®t- nuttlunqcn ergaben keinen Anhaltspunkt über bie Perlön11 chleit bei Tatzen Der Tote führte lebig.ich einen Zettel bei sich auf dem stand, daß er im Krematorium in Mainz verbrannt zu werden wünsche. Br. Wetiireichs Mettenäther A ^sicherer Schutz gegen Mottenfraß NUtE-" BHUMENWERKb^u. WMDU^ rna^ht nasse Kelter feuthfe Wohnungen garantiertstaubfrodten n. U*N 115000 H0000 Zidanenlians Renier (früher Bochacker) Nonen BSae ll Münchener Geld- Lose »870 Geldgew. u. 1 Primi« <= Mk. Werbetage Kaufen Sie im Spezialgeschäft Es ist Ihnen Gelegenheit gegeben, bei M. 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In de haben sich tz eigene Orjjai Ichastlich-polit Landes unten Ichastliche 9cn8lagc ettenntlid): J krägi 5 Mill werden 18 7 ^Wber D-4.D. wn Derb. .-Unter dei AM«» Dolle am tr K^terlän ^Oitfc und S Wendig Soon iE irka 1 'ehr i «ilM * bS 3i handelsauskunftei in Siehrn ist neu zu verocbcn. ES kommen nur angesehene, selbständige Kaufleute in Betracht, die über gute Beziehungen zu Handel u. Industrie in ©leben und Bezirk verfügen und in ieder Beziehung Gewähr für erfolgreiche Arbeit bieten. Angebote mit genauer Angabe der verfügbaren flüffigcn Mittel sind unt. Beifügung v. Lebenslauf u. Nennung v. Refer. unt. Nr. J. 4/515 an d. Invalldeaduk, Ain.- Exp., S. m. b.K. In Frankfurt a. BI. au richten. Schlackenfanfl liefert ständig und sofort in jeder Menge KeinriO Vetvi iv. ÄeunSivchen, Kr. 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Mai, erfolgen. 4339D Ter Vorsitzende. ■ r Jeder Stromab neuner mit Doppeltarifzähler nutze den billigen Strom aus Hierfür als vorteilhaft und wirtschaftlich zu empfehlen: Elektro-Oekonomapparate Kochplatten, Herde und Backhauben Kochtöpfe und Tischgeräte Heißwasserspeicher für Küchen und Badezwecke Bügeleisen, Waschautomate und Maschinen Staubsauger und Bohner Heizöfen, Fußwärmer Sanitäre Apparate, Höhensonnen Kostenlose Beratung. Teilzahlung Fachgeschäfte und Städtische Elektrizitäts-Werke, Gleflen 4423, «« 4 gehen Sie Immer, wenn Sie Ihre JDWgaHl Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark Jki" nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefe-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E. Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt 3080, Ziehung 10.-12. Mai Ur. 101 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheifen) Montag, 30. April 1928 gesamt wurden etwa *XK) Klagen angeftangt Orlögmppenheim des D.H.V. in Gießen 8lm 6aB»Uifl vor nult dg wurde mit einer schlichten bad) erwadnte der Sübungsobmann Tumen, Sport und Spiel über Firmen an Stellen» hider Stiftungen waren und 10 000 Auskünfte suchende erteilt Alle begrüßte die Gäste und wies in fui rungen auf die Bestrebungen de» 3m Anschluft daran führte der Gauvors Matn-Weser-Gaues. Auerbach (Sranffurt), nur möglich auf der Grundlage eine» reinen Berulsvcrbandes. der sich zum Ziel gesetzt hat. die männliche Kax: mxnixsgehilseulchaft auf dem Boden de» Deutschtum» ju 'anuncln. Soren, hatte aber fast das ganze Spiel nur gegen Mhn Iteute zu lämpfen. da BoruffU sehe früh ihren Lechtoaufteu durch Verletzung verlor. ®em- gemäft ist das CRcfultat von 3:0 nicht üben und sein tauf* mannijdK» Wisien ju urDoUZonuneen. Zu bieUm 3metfe sind auch diese Unterridp^räume geschaffen, tafle mit 200 003 Mitgliedern angegkebert. deren Bcriicherungslcistungcn im Jahre 1927 20 Hil- honen Mark betrugen. 3n acht eigene u drb?« lungübtimcn und sieben Kinderheimen der Deutschnatwnalen Krankenkasse finden erholungsbedürftige Mitglieder unb Kinder Unterkunft. Sen besondere« Verhältnisse» der Kausmanns- jugenb. insbesondere hervorgerufen durch die Krtegs- und Jnflatxonsverhältnissc. trägt das dportfaxatorium .Burg Vobeba“ bei 3ena Rechnung. In rcgelmäftigei. Murgängen von drei bie vier Lochen finden dort Imtgkausleute Erholung und •cfuebuny Der D H. D. hat sich ferner im Deutschaaitonale« Dersicherungsring eine Reihe von Dersicheiungeu:Uemekinun§eo angeglieöert, deren wichtigste die Deutschnationale ßcbcnüDcr- sicherung mit einem Dersicherungsdestanb von 200 Millionen Mark und der Scutf*nauenale Krankenversicherungsverein mü 80 000 Dersxcher- len sind. Gemeinsam mit bc* christlichen Gewerk- schäften unb den anderen Verbände« des Deut- ichen Gewerkschaftsbundes hat er sich in der .Deutschen Bolksbanf eine Vertretung des Ar- dritnchmerkaprtals geschaffen. AI» »runder der (bemeinnütjigen Alt ei gcsellschaft für Rngestellten- cheimftätten .Gngsah- ha» der D.H.V. zur Er- Hauung von 16 000 Angcstrilteix-Wohnungen zu- lammen mit anderen Okrbänben bcigetrascn. Auch in Siesten ist die Erbauung von An- geftelltcn-freimftätten geplant 10 000 ossenc Stellen konnten im Jahre 1927 besetzt werden. Der Rechtsschutz des Verbandes verschasste im letzten Jahre den T xliebem 1.5 Millionen Mark vor- enthaltene Gehalter unb 1000 Zeugnisse. Ins- jrier bas vorn Deutsch nationalen Hand- lungngehilfenverband der Ortsgruppe Gieften eingeridpete Drtsgruppenfteim für Ueljr und B i l d u n g s z w e ck e feiner Bef tim nmnfl übergeben. Das Heim befindet sich in dem (Bartengcbäube auf dem Grundstück Bahn- Hof st raste 71. Es enthält im parterre die Ber- waltungsraume der Ortsgruppe mit ihren vielseitigen Einrichtungen Die Tlusftattung dieser Räume ist -echt zweckmässig und In gefälliger Form gehalten 3m Obergeschoß ist ein nettes Lesezimmer ge ichassen worden, das seinen Vriuchem auch Gelegen Schachspiel zu betreibe' neben befinden sich zwei weitere Zimmer, deren eins in der Hauptsache für Sitzungszwecke bestimmt ist, wahrend das andere 8 ar trage- und 'lurfuszwecken dienstbar gemacht werden soll; ledoch ist e» auch sehr leicht mrgiid?, bei stärkerem Andrang zu Bortragskursen beide Zimmer dein Lll dungszwecke nutzbar zu machen. Die Einrichtung diefer drei Zimmer ist ebenfalls als wohlgelungen zu bezeichnrn: sie besteht aus Modeln nach einem (Ein- hestsmuster, die recht praktisch unb sehr bequem sind An den Wänden der Zimmer kann man eine Anzahl schöner Bilder bemerken, die den Raumen im Verein mit der gesamten Ausstattung einen warmen und freundlichen Ton geben. Man kann die Ortsgruppe «Heften des D. f). Ä. zu diesem wohlgelungenen 5)cim nur beglückwünschen, zugleich bars inan aber auch den jungen Leuten der Ortsgruppe den guten Rat geben, sich die dort geschaffenen Fortbildungs- und Erholungsmöglichkeiten sehr rege dienstbar zu machen. Der Blldungsobmann. Herr Hirsch (Giesten,. " * * rjen Aussüh- D. H B. hin r st eher de» den Anwesenden ein Bild von dem gegenwärtigen Stand der Äaufmounlae- hilsenbeweguug vor Augen. Seinen lufc- f ührungea war zu entnehmen, daft der D. K D. feinen eigenen Lebensweg beschritten bat. unbekümmert um die schwankenden Berhält- niffc der vergangenen Zeit Mit feinem gegen- toärlifl 320 000 Mitglieder zählenden Mitglieder' beflanb gehört der D. H D zu ben gröftten Dr- ganifationen. Die gesunde Suttoixflunfl zeigt eine Mitgliederzunahme von 25 000 ün Jahre 1026 .mb von 26 000 Mitgliedern im Jahre 1S27. 1800 Ortsgruppen und 165 berufsamtliche Geschäftsstellen mit 150-3 Berbandsangestellten kennzeichnen seine Bedeutung in der Arbritnehnxerbe- toegung 13 Gaue mit rund 100 Kreisen als Mnkrglicberung bienen der sozialpolitischen, ge- werischastlichen unb inneren CßerbanbiSarbrit. Den neridjicbcncn Bedürfnissen in den einzelnen Geschäftszweigen wird in 42 Fachgruppen "Rechnung getragen, wahrend ein ausgedehntes Netz von BetriebSverttaueixSmäxxnex-n die Verbindung der Verwaltung mit den Mitgliedern ausrechterhült. In allen gesetzgebenden Körperschaften sind die Mitglieder deS Ber- bandeS vertreten und bilden namenttich hn Reichstag mit ben übrigen "BertBetern de» christlich-nationalen Deutschen Gc werkschaf tsbundeS eine interfraktionelle Arbeitsgemeinschaft. 500 Mitglieder üben das Amt eines Stadtverordneten auS, wahrend hx den Arbeitsgerichten 1300 Mitglieder tätig sind und die Zahl der Vertrauensmänner der Angestelltenversicherung auf 1330 nach der letzten "Dahl stieg. Die Kauf- mannijugenb ist mit 46 000 Lehrlingen im Verband vertreten. Derbandsorgan ist die.Deutsch« HandelSwachf. während die Mitglieder, des Bundes der KnusmamrSjugend in den .Blättern für junge Kauftente" ein eigenes Organ besitzen, das insbesondere der beruflichen Ausbildung dient. 3n dem Bund der .Fahvenben Gesellen' haben sich die wanderlustigen Mitglieder eine eigene Organisation geschaffen. Der ^Gewerkschaftlich-politische ZeitungSdienst" des Ber- bandes unterrichtet die TageSpresfe. Die wirtschaftlichen Kräfte und die Dermö- genslagc werden auS nachsolaenden Zahlen erkenntlich DaS Vermögen des Verbandes beträgt 5 Millionen Mark. Auf 40 000 Konten werden 18 Millionen Mark Spareinlagen der Mitglieder verbucht. Der Haushaltsplan des DH V. umfaftt 23 Millionen Mark Dem Verband ist eine Berufskranken. Süddeutsche Fußdallmetsterschast In Der Kunde ber Meister fiel gestern die iLntscheibuna über die begehrten beiden ersten Plötze der XabcUc, die zur weiteren Teilnahme an ben Stampfen um die Deutsche Fußballmeisterschaft berechtigen, dauern München und 6i n ‘ tracht Frankfurt hoben nunmeftr, nach ben jetzt endgültig feststehenden (irgibnificn der Mei- sterschastsrunde, die Aufgabe, neben dem noch aus beu opiden der Trostrunde zu ermittelnden Dritten den Süddeutschen Fußball- und Leichtathletik verband in ben demnächst auszutragenben Kämpfen um bie deutsche Meifterici-aft zu vertreten, was ihnen hoffentlich mit Erfolg gelingen wird. Die frankfurter Eintracht erkämpfte sich ihren letzten Sieg gegen die S p Dag W a l d h o f Mannheim mit 5:4 Toren sehr knapp, aber durchaus verdient. Wesentlich leichter, aber doch auch nicht allzu mühelos gelangten die Münchener Bayern durch ihren 3:l»Sieg über den K. F D. Karlsruhe au den beiden Punkten, die ihnen zur enbgüüigtn Erringung der Süddeutschen Meister- schäft noch fehtten. Sie haben diese Würde nun mehr innerhalb ber letzten 3 Jahre zum zweiten Mole errungen. Das Treffen der Stuttgarter Kickers gegen die Spielvereinigung Fürth wurde wiederholt durch heftige Gewitterregen und Sturm gestört. Die Fürther fetzten sich gleich zu Beginn in Angriff und bewiesen durch vier Treffer, denen die Schwaben nur einen entgegensetzen konnten, daß sie, wenn cs notig ist, auch noch Tore machen können. Allerdings nützt sie der heutige Erfolg insofern nichts mehr, als sie von der Frankfurter Eintracht vom 2. Tabellenplatz verdrängt bleiben. Wormatia Worms rehabilitierte sich von ihrer schweren Niederlage am vergangenen Sonntage durch ein hohes 5:0 gegen den F. B Saarbrücken. Wormatia spielte diesmal wieder in kompletter Aufstellung unb gewann sicher und verdient. In der Lunde ber Zweiten und Drit- tcn chatte die Gruppe Nordwest xxur zwei Spiele auf dem Programm, von denen das der F G.08 Ludwigshafen gegen den Vf. L. Neu-Isenburg wegen des Gewitters beim Stande von 1:0 für LudwigShasen abgebrochen werden muhte und später wiederholt weichen muh. Saar 05 Saarbrücken gewairn zwar I gegexx Borussia Neunkirchen mit 3:0 die nun ieierlich ihrem .Zwecke überleben wurden. Mögen diese llntcrrxchtsr.xume stets eine Stätte für deutschen Kausmannsgeift und kaufmännisches Wissen lein, zum Wohle derer, die bie Unterrichtsraume besuchen, \um Wiederaufstieg ber deutschen Wirt fchast. Rach der Uebergabe folgte eine 8 efiefttieu ng berAusstellung.die zeigte, exe sich ber v.chB die Nu-dildung bei Stauhnannsfugcnb unb bereu Fortbildung angelegen sein laftt. Im «nfchluft an bie itzefichtigung des Sitzungszimmers, der Unterrichts- räume unb des Lesezimmers, das für bie Orts gruppenmitglieder b s abends um 10 Uhr geöffnet ist, konnten sich die Gaste von der Zweckmäßigkeit und Dielieitigkeit der Räume überzeugen. Namens der Stadt sprach Bürgermeister Dr. 5 c i b, für die Haudclskainmer Herr R ä h r, von dem Äauf männischen Le rein cherr tf r l c unb von dem Verein für bie «Einzelhändler Herr Falkenstetn die Glückwünsche zur Crofsnuna des Orisgruppenheims aus, dabei der Hoffnung Ausdruck gebend, baft d,e Ziele des D. H V zur Weiterbildung eines gefunden und tüchttgen kaufmännisrhen Nachwuchses in Er- füllung gehen möchten. schauern ausgetragen. Berlin wurde durch feinen Meister den Deutschen E»andballllxld. vertreten, während für de,. Battenverdand edenialls fein Meister. Peltzei'porttxrem Stettin, spielte. Beide Mannschaften traten mit Erlöst an. Die Bert in er zeichneten sich hunh überragendes Können aus. dem die Balten nxcht gewachsen waren, so daft das Spiel mit dem hohen Tvrergebnis von 15 4 verdien, für die Gäste endete Fußball-Olympia 1925. Ibic MTB. zuverlässig erfährt bat ber in Amsterdam tagende Vorstand dee internationalen Fuftdallverbandeo (3fa) in der Frage des Svstemwechseis tur das olympische Suftballtutxxier iiunmebr dahin «xddxebcn. datz das Pokalfvftenx auch für die Amsterdamer Olympischen Spiele erhalten werden (oll. Sobald ein Tellneymer eine Niederlage erleidet, scheidet er also endgültig aus der Konkurrenz aus. Die Folge knefes Beschlusses ist. bah auch das Trost türm er bei- dehalten wird Deutscher Sieg im ^adlanberkampf. Der verlegte AadiLnderkamps Deutschland Belgien kam am Samstagabend auf der Krefelder Aadrcnnbadn bei einer Zuschauer- zahl von runb 5000 Personen zur Entscheidung Die 5>eutfdKit siegten mit insgesamt 203 Punkten über die belgische Mannschaft, dxe 100 Punkte erzielte. Aus deutscher Seite fuhren Vereng. Fricke. Oskar Nült Schamberg, Damerow und Otto Spengbom. wahrend Belgien durch Dewolf, Stvckeltznck, Aldert Mae. Decrvix, Fvnteyne. Joseph Mauters vertreten war. Wirtschaft. Äon den Schlachtviehmarkten. Dir deutschen Schlachtviehmärkt« verzeichneten in der Berichtswoche kein einheitliche» Geschäft, da an einigen Märkten sowohl ixx Oroftbicb. wie auch in Kälbern und Schafexx etwas Üederangebot herrschte. Zudem ist die Detteriage dem Fleischkonsum weniger aünftig. Die Bersatxdgeschäste. sowie die Auskäuscr sur ftLurst- und Äonfcrvenfabrifen deckten sich befriedigend cm Die Austriadszadleu stellten sxch für Rinder auf 17 000 115600). für Kälber auf 21 100 (22 300), für Schafe aui 8100 (6200) unb für Schweine auf 97 100 (103 300). Am Nindermarkt gaben fchxoerc, fette Bullen etwas nach Mxttlere Kühe blieben etwas gefragter. Der DurchschnittShandel brachte vereinzelt leicht befestigte Preise. Kälber brachten bei größtenteils flottem Umsatz für die geftobe- uen Qualitäten etwas mehr Für mittlere und geringere Stücke wurde entfprechend weniger angelegt. Für Schafe war nicht mehr daS vor- wvchige Interesse vorhanden. Die Preise büftten vorwiegend etwas ein. Aus dem Schwelixe- markt waren gute Fleischschweine mittleren und leichteren Gewichts am gesuchtesten. Fettschweine waren kaum an den Mann zu bringen. Die Notierungen blieben durchweg unverändert Linder Kälber Schale Schweine Berlin 18-62 40-83 35-67 47-54 Bremen 25-63 30-78 55-66 38-51 Breslau 18-55 50-74 40-62 43-53 Lhemnitz 25-56 43-75 50-65 42-53 Dortmuixb 25-64 38-80 — 40-55 Dresden 25-60 45-77 44-70 43-56 Düsseldorf 25-62 40-75 — 45-54 Slberidb 20-64 43-78 — 45-54 ®1Ien 32-62 45-105 — 42-54 Frankfurt TB. 25-63 50-75 45-60 40-54 Hamburg 14-64 33-88 23-62 40-51 Hannover 20-62 35-80 30-65 45-52 Husum — — — — Karlsruhe 18-61 55-80 — 41-58 Kassel 25-62 48-80 — 43-51 Stiel 20-59 32-109 48-65 35-49 Köln 24-66 40-110 — 40-54 Leipzig 22-60 35-72 43-69 44-53 Magdeburg 20-59 35-120 36-58 45-57 Mannheim 16-62 40-82 42-48 42-56 München 20-60 64-88 — 38-54 Stettin 15-55 35-80 20-58 38-50 Stuttgart 14-61 60-85 — 35-55 Zwickau 20-54 50-78 45-66 48-55 Albrecht von Noon. Zu seinem 125. Geburtstag. Don Dr. F. Ernst. Unter den drei Paladinen, die Preuften- Deuftchland schusen, ist Albrecht votx Roon im Volke am weniasten bekannt. Fragt man eincxx aut vaterländischen Deutschen von heute, wie Molttc und Bismarck auSsahen, so wird man eine lebendige Vorstellung vorfindeix, Albrecht von Roon wird in feiner Aeufterlxchkrit tatm jemand beschreiben form en. Das mag zum Teil daran liegen, daft fein pflichtgetreues jabrzehnte- langes Mirien und Weben am Aufbau des preußischen Heeres, das für die Entw.cklung von 1666 bis 1870 erst die Möglichkeit gab. sich meftr in der Stille abspielte und cr al» Kriegs- minifter sehr zu seiner eigenen Betrübnis, weder 1866 noch 1870 zu groften Kriegstaten ton. Unö es war mehr alS rin Witz, als im .Kunstwort' einmal in Beispiel und Gegenbeispiel gezeigt wurde, daft das bekannte Noondenkinal vielleicht noch eindrucksvoller gewesen wäre, toemt man die ganze Figur weggelassen Hütte unb mir der mäßige viereckige Granitsockel mit ber lapidaren Inschrift .‘Koen“ als Erinnerungszeichen geblieben wäre. Loo ns Werk, das preuftisch-deutsche Heer, ist nach 1918 in der Leimpfanne der Feindstaaten zu einem spärlichen Lest eingekocht worden, unb wenn Noon, ber alte Kämpe, der treueste Vertreter lonfervativ-monarchistischen Preutzentums, hmite aufwachen könnte, er. der schon bei den Berliner Ereignissen von 1849 in die Worte ausbrach: »Mein Gott, mein Gott, warum hast du und verlassen!', er würde für das $eute feine Worte mehr finden. Ober aber er würde, wie er es 1850 tat, jenen herrlichen Satz aussprechen: „Jetzt gilt es. bie Zähne zusamwenzu- driften und sich wiederfinden in der neuen Lage der Dinge, jetzt mit allen Kräften in das neue SLift. wenn auch mit gebrochmem Herzen!" llnb wirklich, wenn auch Weltenweiten die fteutige Zeit von den Anschaxningen und der Glaubensgewifthett trennen, wie sie une hx Albrecht von LoonS lernhaften .DenÜDiirbigteitcn“ entgegentreten, wenn auch manches von dem. was in RoonS Wesen und Schrift eichenhaft ba- fianb, beute nicht vxehr denkbar ist, das Gedächtnis solcher Männer lebend zu halten, ist wich- liger als die Kcrxntnis ber neuesten Lporttxach- richtcn unb die Züchtung eines historischen Le- kordtaurnels. Die Looxxs tarnen aus 2llbiicberlanb, jene Ah.xen. die um 1550 aus HollMtd aus wanderten und als tätige Bürger und Kaufleute hx Deutschland. zuletzt in Frwxksurt a. M., hausten, waren Talviinsten. Ein Zweig des Stammes wanderte nach Preuften und fiedelte in Franlsurt a. d. über; beim Vater des Generalfeldmarschalls schien die Kraft des Geschlechtes erschLpft: ein haltloser Wann, der seine Familie unglücklich machte und, früh gelähmt, starb Sine Mutter, bte auch in trübem Äechtum dahinging. auch sie, als ber Sohn noch Iseixx war. In dieser Umgebung lag Albrechts traurige Kindheit, ein verfallendes Gut, im Dorfe Plaushagen bei Kolberg gelegen, dem Strand nahe, kärglicher Boden, Dunen, eintöniger Wellengang. Der verlassene Knabe wurde von der Grohmutter auf- genommen. der Ober Hof Meisterin von Borke, einer prachtvollen stolzen Frau, die in Altdamm, Stettin gegenüber, ein Haus besah: und dort erlebte er auch die Ausläufer der Freiheitskriege. indem das Städtchen von den Franzosen belagert und beschossen wurde und Albrecht selbst eine Verwundung empfing. Aber die Greisin starb, xoxd der jxrngc Loon ton nach Berlin, dann nach Kulm in das Kadettenhaus, und siedelte mit diesem (auf Leiterwagen, wie er selbst schildert) wieder nach ‘Berlin über. Seit 1824 konnte er bie Kriegsschule und die Umverft- tät besuchen, wo er mit Begeisterung sich an ben Geographen Litter anschloft. Seit 1828 war er Lehrer an der Kadettenanstalt und hatte bald den Spitznamen .ber grobe Loon". Als Geograph erntete er die ersten Lorbeeren, unb bie oeiben Lehrbücher, bie er in ben dreißiger Jahren verfaßte, machten feinen Namen bekannt. .Der grobe unb der kleine Loon" wurde bis über bie Mitte de» Jahrhunderts viel gelesen und gebraucht. Seit 1835* dem Generalstab zugetrift arbeitete et in Pommern, und traf dort ben damals neunzehnjährigen 6 tu boxten Otto von Dism arck, unb dort war es auch, wo ihm daS Glück feine treue LebeixSgefährttn Anna Logge, die Tochter des bamahgeii LandpfarrerS Bernhard Logge, zuführte. Das Iaht 1846 brachte dxe Wendung, er wurde als militärischer Begleiter deS Prinzen Friedrich Karl axxsersehen, ging mit ihm nach Bonn unb auf Leisen durch Europa. Dadurch kam er der königlichen Familie nahe unb besonders dem Prinzen von teuften. Als General- stabschef des einen preußischen Armeekorps machte er den badischen Feldzug 1849 mit, immer in Verbindung mit dem späteren König Wilhelm, der damals in Koblenz Hof hielt. 1854 kam feine erste Denkschrift über die Neugestaltung deS preußischen Heeres in die Hände des Prinzen unb. als vier Iahte später Wilhelm die Legen t- schast übernahm, forderte er sogleich Albrecht von Loon auf, in einer eingehenden Darstellung seinen Standpunkt aut Heeresresvrm au entwickeln. 3m 3uli 1858 verfaftte Loon in Koblenz nahe bei der Stätte seiner Geburt, feine .Denkschrift zur vaterländischen Heeresversasixriw". Seine Hauptforderungen^ Vermehrung des De- ?taubes an Offizieren und Mannschaften, Der- chmelzung der jüngeren Jahrgänge der Landwehr mit dem stehenden Heere, wichtige Aenbe- rxxngen der taktischen Vorschriften. Die Landwehr im Sinne Doyens sollte zurücktreten, das Feldheer bedeutend verstärkt werden. Mit einigen Qlcnbcrungcn wurden Loons Vorschläge gutgcheiften unb er selbst am 5. Dezember 1839 zum Kriegsminister ernannt Sr nahm schweren Herzens an, im Gefühl ber Pflicht gegen seinen Köniz. .66 gilt, Groftes zu triften; nur rin Schelm denkt immer nur an sich. daS -Reform- werk ist eine Lebensfrage für Preuften, es muh vollbracht werben!" Unb seitdem hat er an diesem Werte gearbeitet, unb diese Arbeit ist die Gröhe seines Lebens, die Gröhe auch im Leben Wilhelms I Die Ergebnisse Düppel. Konig- grätz, Sedan und Paris tragen nicht LoonS Namen, sind aber zu einem guten Teil fern Werk. Sr führte es durch die schwere Konslllts- wit, als bie Lesorm gegen die Mehrheit des Voltes eingeleitet unb getan wurde. Ec sand den gröftiten «yrcunb in Bismarck, der ihm zwar nicht kvnfervattv genug war, dessen politischen Ausstieg er aber oewuftt durch seine Empfehlung einlritete Im November 1873 trat er von seinem Amte zurück, das sich zuletzt noch durch die mühsam getragene Bürde des Ministerpräsidiums beschwert hatte. Die Schatten des Afters lagen auf ihm. Cr weilte meist auf dem Gut Krobnih in der Lausitz, das ihm sein König und die Nation als Dank nach dem französischen Kriege geschenkt hatten. Er wechselte Briese mit den alten Freunden und dem greifen Herrscher unb schrieb von sich, er sei .ein alter Fuhrmann, der, wenn er auch nicht mehr fährt, sich doch noch gelegentlich mit dem Peitschenknallen er- luftigt.“ Der Sechsundsiebzigjährige macht sich auf, um feinen von dem Attentat Nobilings kaxmx genesenen Herrn in drr Hauptstadt zu besuchen. Der Kaiser umarmte den allen Kampfgenossen. Aber eine halbe Woche später wurde Loon von einer Erkältung befallen. Zwei Tage vor seinem Tode befudjte ihn ber Kaiser. In einem Lehnstuhl neben dem Sterbenden saft er nieder, und bie Köpfe der beiden alten Herren waren nahe beieinander und leise sprachen sie. Loon immer von neuem das eine: .Dank Dank, mein König!" Dann stand, so schildert es die Witwe Loons. der geliebte Herr noch am Bette, hielt die eine Hand und, die andere aus der Binde xxehmend, stvcckte er die Finger nach oben: .Dort sehen wir uns wieder!', drehte sich langsam um, sah noch einmal zurück und rief. .Grüften Sie die alten Kriegskameraden! Sie finben viele!" 3m anderen Zimmer hielt er sich das Tuch vor die nassen Augen unb schluchzte." Mr Z.-G.-Aarbenindustrie im Ähre 1927. dem Geschäftsbericht der 0 . - ® - Jarbenindustrie A. - G. für 1927 geht hervor, daß auch Ende 1927 noch ern erheblicher Teilbetrag des sogenannten alten Stammkapitals von 900 Millionen nicht gewinnberechtigt war. An der 12 Prozent (i. V. 10 Prozent) Dividende nehmen nur 796,63 Millionen, i. 33. 659,93 Mil» ltonen teil. Für April 1928 stellt der Dorstand fest, daß von den jetzigen 960 Millionen Stammaktien nicht weiter begeben sind 163,37 Millionen (Ende 1927 103,37), und dah darauf noch nicht eingezahlt sind 80,49 Millionen (35,49 Millionen). Daneben laufen noch unbegebene 100 Millionen Vorzugsaktien A mit 25 Prozent Einzahlung und 40 Millionen 3' .'proz. Vorzugsaktien B, die als begeben gelten mit einer Einzahlung von 13 39 Millionen. Das Roherträgnis ist gegenüber 1926 um 38 Millionen (in den beiden Vorjahren um etwa 20 Millionen) gestiegen. Die Unkosten sind nach der vorjährigen Senkung diesmal neu erhöht um 6 auf 48,75 Millionen. Die Abschreibungen betragen 74,74 Mill. (1926 : 75,25, 1925 : 55,77 Mill.), obwohl die direkt verwalteten Fabriken sich im Buchwerte auf 382,46 (346,90) Millionen wiederum erhöht haben. Der Reingewinn ist so berechnet, dah er die 12proz. Dividende, die Tantieme unö die Vortragserhöhung deckt. Die Liquidität der Bilanz hatte sich am 31. Dezember etwas verringert infolge der Bauten und der Investierungen im Geschäft. Der Aktivsaldo des Bankkontos war Ende 1927 98,06 Millionen (1926: 117,32). 3n- zwischen hat im neuen Jahre die Bezugsofferte auf einen Teil der 250 Millionen Wandel Obligationen neues Geld hereinge"'racht. Der Bericht betont, dah trotz der schwachen Börse die Anleihe eine glatte Aufnahme gefunden habe. Die Börseneinführung der Schuldverschreibungen, sowie der für die Ausübung des Llmtauschrechts erforderlichen Stammaktien fei an den Börsen von Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln, Mannheim, München und Stuttgart in die Wege geleitet. Die absolute llmfatzziffer wird diesmal durch eine Progressionsziffer erseht. 2m Durchschnitt haben sich die Umsätze um rund 20 v. h. gehoben; auch die Gewinne sind erfreulich. Die fortgesetzte "Reorganisation der Betriebe hat die erwarteten Erfolge gehabt. Belegschaft und Angestellte stiegen von 93 742 auf 108 034 (Tiefstand 1925: 24 315). Unter Einschluß der Gruben und der kontrollierten Fabriken waren im Konzern 143 000 Menschen beschäftigt. Vom Anlagekonto von 382,46 Millionen entfielen diesmal nach 110,30 Millionen Zugängen und 74,31 Millionen Abschreibungen auf Apparate rund 160 (144), auf Gebäude und Bahnen 150 (143) und auf Liegenschaften 71,74 (60,17) Millionen. Bezüglich der den 166 Millionen Bankguthaben gegenüberstehenden Bankschulden von 66,77 Millionen wird bemerkt, dah sie langfristig liefen Lieber die Arbeitsgebiete heiht es, dah im Farbengebiet trotz scharfer Weltkonkurrenz erhebliche Äbsatzfortschritte festzustellen seien. Die überall durchgeführte Zusammenfassung der auswärtigen Verkaufsstellen habe die erwarteten günstigen Ergebnisse gezeitigt. Veuheiten hätten guten Anklang gefunden. auch auf dem verwandten Gebiete der Färberechilfsprodukte (152 Sorten). Der Verbrauch stelle sich weiter auf bessere und wertvollere Farbstoffe um. LInsere wissenschaftliche Vorrangstellung in der Auffindung neuer und verbesserter Produkte und Verfahren bars durch die Arbeiten unserer Laboratorien auch für die Folge als sichergestellt gelten. Die Staatsver- träge mit Frankreich und Japan werden als wesentlicher Fortschritt gekennzeichnet. Man erwarte bestimmt, dah in absehbarer Zeit auch anderwärts noch bestehende Hemmnisse der freien Handelsbetätigung ausgeräumt würden. Das Q£b= kommen mit der französischen Farbenindustrie regele Produktion und Verkauf nach einheitlichen Gesichtspunkten. Mit dem 15. August 1928 falle die Sonderverpflichtung auf "Reparationslieferungen; damit werde in wichtigen Ländern die Bewegungsfreiheit der 2.-G. eine merkliche Besserung erfahren. Bei den anorganischen und organischen Zwischenprodukten heißt es. daß diese eine lehr befriedigende Abfatzzunahme hatten. Die führende Stellung der I.-G. im Inlande sei weiter befestigt und der Export ausgedehnter geworden. Bei den Le i ch tmeta l l e n wird eine starke Zunahme des Verbrauchs von Wagnesiun.-Legierungen (Elektronmetall) im Flug- und Fahrzeugbau bei weiter vereinfachter Herstellung verzeichnet. Eine neue Anlage sei nötig gegenüber dem wachsenden Bedarf. Die Lösungsmittel seien in gutem Aufschwung. Pharmazeutika und Schädlingsbekämpfungsmittel zeigten weiter eine günstige Entwicklung. Bei den photographischen Artikeln heißt es, die Awsicht, die Kunden mit sämtlichen Erzeugnissen zu beliefern, werde planmäßig weiter verfolgt. Dank des stark vermehrten Absatzes sei trotz scharfer Konkurrenzpreise ein befriedigendes Ergebnis erzielt worden. In den Vereinigten Staaten würden die sämtlichen photographischen Produkte der I.-G. mit der Ansco Photoproducts Inc. Aew Bork hergestellt. Das Geschäft in Kunst - seide sei erheblich gestiegen. Der Stickstoff- a b s a tz habe sich befriedigend entwickelt. Der Auslandabsah sei auch 1928 weiter zufriedenstellend. Der Inlandabsah dagegen sei gegenüber 1927 im Rückstand wegen der schlechten Agrarlage; hoffentlich würden die Hilfsmaß- nahmen noch rechtzeitig wirken. Die Leistungsfähigkeit der I.-G.-Stickstoffbetriebe werde nach Abschluß der weiter fortgeschrittenen Vergröhe- rungsbauten rund 700 000 Sonnen R betragen; demgemäß sei auch die Weiterverarbeitung vergrößert worden. Die Arbeiten bei der Kohleverflüssigung hätten nach Lieberwindung der bei solchem Prozeß naturgemäß auftretenden Anfangsschwierigkeiten einen befriedigenden Verlauf genommen. Die Produ tion von Benzin sei im Ansteigen und ftnde bei der guten Qualität glatten 2ll»sotz. Die Kohlenförderung betrage bei Braunkohle 18.59 (16.86 Millionen Tonnen), bet Steinkohle 0.90 (0.99 Millionen Tonnen). Das Geschäftsjahr 1928 habe sich bis heute befriedigend entwickelt. Der gegenüber dem Vorjahre geringere Frühjahrsabsatz an Stickstofsdüngemitteln im Inlande sei durch das Auslandgeschäft in Stickstoffs sowie durch die zahlreichen übrigen Arbeitsgebiete mehr als ausgeglichen. Rach den bisher vorliegenden Zahlen fei für das Düngejahr 1927/28 mit einer erheblichen Steigerung des Weltverbrauchs zu rechnen. • Die amtliche Großhandelsindex- Ziffer. Die auf den Stichtag des 25. April berechnete Grobhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes ist mit 139,9 gegenüber der Vorwoche (139,6) um 0,2 o.H. gestiegen. Bon den Haupt- gruppen war die Indexziffer für Agrarstoffe mit 134,1 unverändert, während diejenige für Kolonialwaren sich um 1,5 o. H. auf 135,4 (133,4) erhöht hat. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist um 0,4 v. H. aus 134,3 (133,8) und die Indexziffer für industrielle Fertigwaren um 0,1 v. H. auf 157,8 (157,7) gestiegen. * Adlerwerke vormals Heinrich K letze r 21.-®.. Frankfurt a. M. Die Ge- neralversammlung genehmigte den bekannten Abschluß mit 5 Prozent Dividende. Auf 2Infrage wurde vom Vorstand über die Geschäftslage ausgeführt, daß zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 1927 28 eine kleine Stockung eingetreten fei, später jedoch hätte sich das Geschäft wesentlich belebt, und die Llmsähe seien jetzt größer als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Ein Aktionär regte an, durch eine Kapitalerhöhung, für die eine Erhöhung des Kurses der 2Dler- aktien die Vorbedingung sei, Llmsähe und ®e- lchästsergebnis günstiger zu gestalten. Dazu wurde von der Verwaltung ertlärt, daß derartige Erwägungen im Gange gewesen seien, man habe jedoch Ieinerlei Beschlüsse gefaßt, weil die Banken über das bisherige Maß hinaus höhere Kredite bewilligt hätten. Eine willkürliche Erhöhung des Aktienkurses komme nicht in Frage. Zu einem geeigneteren Zeitpunkt werde die Verwaltung erneut die Frage der Kapitalbeschaffung erörtern. *DcrGold st andardin Norwegen. Aus Oslo wird gemeldet: Das Storthing hat mit allen gegen 64 Stimmen die Vorlage über Wiedereinführung des alten Goldstandards und die Zulaf- jung der Goldausfuhr ab 1. Mai angenommen. Aranksurtcr Börse. Frankfurt a. M., 30. Avril. Tendenz: fester. — Zu Beginn der neuen Woche blieb die Stimmung f e ft. Infolge der wieder ft a r t e n Nachfrage nach Spezialwerten konnten sich auf den meisten Marktgebieten neue Kurs- desserungen durchsetzen. Der Farben-Abschluß konnte heute etwas stärker wirken. Außerdem führte man die etwas erhöhte Ruhrkohlenförderung an. Vor allem jedoch bewirkte die Ueberzeugung, daß zum heutigen Zahltag keinerlei Komplikationen zu befürchten waren und der Ultimo als überwunden zu betrachten sei, daß die Spekula- t i o n ,3 u neuen Käufen schritt. Von Aus- l a n d s e i 1 e soll sich weiter starkes Interesse bemerkbar machen. Das private Publikum war dagegen nur in sehr beschränktem Maße am Geschäft beteiligt. Die Umsatztätigkeit war daher im allgemeinen nicht groß und nur in Spezial- werten lebhafter. Zu den ersten Notierungen waren gegenüber den Schlußkursen von Samstag durchschnittlich etwa 1 bis 3prozentige Kürsbesserungcn zu verzeichnen. Eine starke Kurssteigerung erzielten Ilse Bergbau, die 13 o. H. höher eröffneten. Bei den Kursen von Holzmann (169,25) und Bergmann (187,25 v. H.) ist der Dividendenabschlag zu berücksichtigen. I.. G. - Farben lagen 1,25 v.H. höher. Scheideanstall war gut behauptet. Am Elektro markt waren Siemens mit 4,5 v. H. bevorzugt. Sonst gab es hier nur Desserungen bis 1 o. H. Karstadt waren mit plus 8,60 v. H. wieder sehr lebhaft gefragt. Kaliwerke konnten 2 bis 3 o. H. anziehen. Am M o n t a n m a r 11 bestand außer für Ilse Bergbau, für Rheinische Braunkohlen mit plus 5 v. H. einiges Interesse. Daimler setzten ihre Kurssteigerung mit 2,25 v. H. fort. Banken lagen uneinheitlich. Danatbank, Dresdner und Reichsbank gaben etwas nach, während Commerzbank, Discontogesell- fchaft und Deutsche Bank leicht anzogen. Deutsche Anleihen waren behauptet. Don Ausland- renten Türken eher etwas stiller. Serben und Rumänen waren gefragt. Im Frciverkehr lagen ameri konische Kunstseidenwerte etwas stiller. Enka etwa 82,50 Dollar. Im weiteren Verlaufe wurde das Ge- schäft sehr still. Vereinzelt wurden von der Spekulation Gewinnsicherungen vorgenommen. Die Kurse blieben im allgemeinen gut behauptet. Der Geldmarkt war weiter etwas angespannt. Tagesgeld 7,5 v. H. Am Devisenmarkt nennt man Mark gegen Dollar 4,1825, gegen Pfund 20,407, London gegen Kabel 4,88, Paris 124,02, Madrid 29,40, Mailand 92,65, Holland 12,1075. Berlinc Börje. Berlin, 30. April. Die neue Woche brachte zum heutigen Börsenbeginn im wesentlichen f e i n e g r o • h c n Veränderungen. Spezialwerte waren wieder, angeblich hauptsächlich vom Auslande, gefragt. Der Dresdner Bankbericht stimmte in feinen Ausführungen etwa überein mit den Veröffentlichungen der übrigen Großbanken in der letzten Zeit. Die bevorstehende Kohlenpreiserhöhung beurteilt man im speziellen für die Montanwerke gut, da sicherlich der Profit für die Werke über die durch die Lohnerhöhung entstandenen Verluste hinausgehen wird. Für die ersten Kurse kam feilens der Spekulation eher Ware heraus, diese fand aber glatte Aufnahme. Von Spezialbewegungen konnten Kunstseidenwerte, die bis 8 v. H. höher lagen, Polyphon plus 13 v. H., Ilse Bergbau plus 11 v. H., Leonhard Tietz plus 6 o. H., Karstadt plus 7 v. H. anziehen. Holzmann konnten ihren heutigen Dividendenabtrag fast wieder einholen. Schlesische Zement, Charlottenburger Wasser waren u. a. 3 bis 4 v. H. erhöht, während Licht und Kraft, Harpener, Deutsche Atlanten 3,25 resp. 5 v. H. niedriger einsetzten. Im allgemeinen gingen die Schwankungen nach beiden Seiten nur selten über 2 v. H. hinaus. Anleihen eher nachgebend. Ausländer geschäftslos, nicht ganz einheitlich. Pfandbriefe still. Roggen-Pfandbriefe eher fester. Geld heute zum Ultimo, der als überwunden gilt, noch teuer, aber vorhanden. Tägliches Geld und Geld über Ultimo 8 bis 9 v. H., Monatsgeld 7,5 bis 8,5 o. H. nominell. Warenwechsel zirka 7 o. H. Im Verlaufe wurde die Tendenz zunächst noch weiter etwas fester, jedoch trat Realisationsneigung der Spekulation später stärker in Erscheinung, und die Kurse gingen durchschnittlich um 1 bis 2 v. H. zurück. Berger minus 5 v. $)., Bemberg minus 9 v. H., Ilse minus 3,5 v. H., Polyphon lagen unter Schwankungen weiter fest. FrankfurLcr Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 30. April. Die Frankfurter Börse eröffnet die neue Woche in stiller Haltung. Da sich dem Markt keine Anregung bot, übten die Händler Zurückhaltung, und die Llmsätze blieben klein. Mais für Znduftriezwecke war angeboten und vernachlässigt. Großes 3nter- effe bestand für Futtermittel. Roggen hatte reges Geschäft unb die hohen geforderten Preise wurden glatt bewilligt. Es wurde notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis 1 Prozent Auswuchs, 27,25 bis 27,50; Roggen 29,25 bis 29,50; int. Hafer 27,75 bis 28,25; Mais (gelb) für Futter- zwecke 24; Mais (gelb) für andere Zwecke 25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 38,50 bis 40; Roggenmehl 40 bis 41; Weizenkleie 15,65 bis 15,75; RoggeiÄeie 17,25 bis 17,50; Erbsen, je nach Qualität für Lveifezwecke. 32 bis 60; Linsen. je nach Qualität für Speifezwecke, 55 bis 105; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken, 9, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt. 4.75; Weizen- und Roggenflroh, gebündelt. 4; Treber, getrocknet. 19 bis 19,75 Mk. Tendenz: ruhig^ Futtermittel fest. Arankfurtcr Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. 'DL, 30. April. Austrieb: 1793 Rinder, darunter 306 Ochsen, 70 Bullen, 722 Kühe, 390 Färsen; 523 Kälber; 55 Schafe; 5548 Schweine' Es notierten: Rinder: Ochsen: vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 58 bis 62 Mark, ältere 54 bis 57; sonstige vollfleischige jüngere 50 bis 53, ältere 46 bis 48; fleischige 42 bis 45. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- werts 50 bis 55; sonstige voÜsleischige oder aus- gemästete 45 bis 49. Xuhe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 43 bis 48: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 37 bis 42; fleischige 32 bis 36; gering genährte 24 bis 31. Färsen (Kalbinnen, Jung- rinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 62; vollfleischige 54 bis 57; fleischige 48 bis 53. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74; mittlere Mast- und Saugkälber 63 bis 69- geringe Kälber 51 bis 62. ~-»d)'ro eine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 54 bis 55; ooUfleifdv'U von zirka 240 bis 300 Pfund 54 bis 56; von zirka 200 bis 240 Pfund 55 bis 57; von zirka 160 bis 200 Pfund 55 bis 57; fleischige von zirka 120 bis 160 Pfund 50 bis 56; Sauen 42 bis 46 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, Ucberftanb. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine ausoerfguft. Kunst und Wissenschaft. Heinrich ^oberer f. Der Dichter Heinrich Federer ist, einer Meldung aus Zürich zufolge, dort am Sonntagmorgen im Atter von 61 Jahren an den Folgen einer Blind- darmentzündung gestorben. Federer wurde am 7. Oktober 1866 in Brienz (Kanton Bern) geboren. Er studierte in der Schweiz und in Bayern Theologie, wurde zum Priester geweiht und dann Kaplan in Ionschwil (Kanton St. Gallen). Jedoch wurde er später infolge eines Asthmaleidens gezwungen, die Ausübung feines geistlichen Berufes aufzugeben. Er wandte sich nun« mehr erfolgreich der Schriststellerei zu. Seine Bücher erhielten fast ausnahmslos große Auflagen, die größte von 100 Tausend erreichte die 1913 erschienene Erzählung „Sista et Desto". Von seinen übrigen Werken seien erwähnt . „Der heilige Franz von Assisi", zweite Auflage 1917; „Bachweiler Geschick)- ten" 1911, „Berge und Menschen" 1911, „Pilatus" Exzählung 1912. „Das Mätteliseppi" 1916, „Das letzte Stündlein des Papstes" 1914, „Patria!' 1916, „Gebt mir meine Wildnis wieder!" 1917, „Der Fürchtemacher" und „Das Wunder in Holzschuhen" Letzte Nachrichten. Oie Gewinne und Verluste bei den franzSsischen Wahlen. Paris, 30. April. (MTV. Funkfpruch.) Die Agentur „havas" veröffentlicht folgende Gewinn, und Verlustliste: Rechtsstehende plus 2, minus 4, Verlust 2; Rechtsrepubkikaner mit Einschluß von 3 Regionalisten und den katholischen Demokraten plus 67, minus 26, Gewinn 41; Links- republlfaner plus 31, minus 21, Gewinn 10; Rechtsradikale plus 29, minus 17, Gewinn 12; Radikale plus 26, minus 46, Verlust 20; So- ziatrcpublikaner plus 15, minus 17, vertust 2; Sozialisten plus 27, minus 27; Kommunisten plus 5, minus 16, vertust 11. Oie „Bremen" Flieger in Aeuyorl. Neu y or k, 30.April. (WTB. Funkspruch.) Die „Brernen"-Flieaer sind unausgesetzt Gegenstand des höchsten Interesses. UeberaU, wo sie sich zeigen, folgt ihnen eine Schar unermüdlicher Bewunderer. Sie waren am Samstag Gäste des Bürgermeisters Walker in der Metropolitan-Oper, wo der größte Neuyorker Theaterklub, der Lambsklub, seine alljährliche Ausführung veranstaltete. Schon auf dem Wege zum Theater wurden die Flieger m i t stürmischen Zurufen begrüßt. Im Innern des Theaters brachten ihnen die anwesenden 4000 Menschen eine miaute nlangeKundgebung bar, als die Flieger der Frau Walkers die Hand küßten. Die heutigen Morgenblätter bringen zahlreiche Bilder von dem Empfang der Flieger bei Kardinal Hayes, dem römisch-katholischen Erzbischof von Neuyork, der sich inmitten der Flieger photographieren ließ, nachdem er ihnen feine Freude über ihren Besuch ausgesprochen hatte. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. Jraitfcfurt a. M Berlin ^chlutz- Sur, -'Uhr- Sur» Schtuh- fiurs Anfang Kur» Datum 28. 4. 30.4. | 28.4. 1 30. 4. £/o Dt Reichsanleihe v. 1927 Dt. tinl Ablös Schuld mit - - 87,5 - Hutlof Rechten ... 31.9 — 52 52 DeS^l. ohne AuSlos -Rechten 17.25 17,0 17,4 •7.4 77o ftrantf Hvp-Bk. Goips unkündbar diS 1932 ... ‘■'M?"*'6oti '®ant 8; 6. (3 abg BorkricgS-Ob- — — - - ltgattoncu. rückzahlbar 1932 —• — — A°l» Schwer BundcSb-Anl- — — 4®/o Oestcreichilche (Solbrte. - * — 31 — 4,20°/« Deficn. ich. Eilberrie . <6/o Oesterreich, tlnbtitl. Rte — — — — — *■ — VI» Ungarische tiolbrlc .'5,6 — 25,6 —— Vlo Ungarische Staotsr. v. 1910 —i — 4,/>% deSgl. von 1913 . . . 4®/o Ungarische Kroncnrtc . . —» — — — 2 V/> Türk- Zollanleibe v 1911 4»,', Türk. Bagdadbahn-Snl -Serie 1........ 13,13 — 13,13 — 14,13 — 14,1 — 4»/e Mal. Serie II..... 13,5 — 13,65 _ Vln Rumänen converl. Rte. 4'.,°,o Rumäne» OoltKUil. . - von 1913 ... . - - 18 -- Sag Deutsche Eisenbahn .4’/s Hamburg-Amerika Palet . . 6 158 IhO 159,9 16U pamb -Südam Dampfst- 8 - — 225 225,5 Hansa Dampfschiff ... .6 _ 241.5 240.5 Norddeutscher i'loob ... 6 156,65 157,5 157.5 157,75 Allg. Deursche Ereditanst.. 10 136.5 138.75 140 Barm r Bankverein 10 111 — 141,13 141 Berliner HandelSacsellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 266 178.75 180.5 <68.9 18V.13 267.75 181 Tarrn ft u. Nationalbaok. 12 <150.5 251.25 251 5 251.5 Deutsche Bank......10 163 165.5 164.65 165,25 ZiSkonto-Sesrllschafl Hüt 10 153 155.25 154.75 165 Dresdner Bank . . . . 10 158 160.5 16V 160,5 Mitteldeutsche üredudaok 9 215 — 218.5 215 ‘»ictüLlbcmf.........v 133,25 — 134 - R.lchSbai:: tu «4 233 235.13 235 Frankfurt a. M Berlin Schlutz-; 1-Uhr- Schluß Anfang Sure | Kur, Kur« Kurs Datum: 28 4. |30 4. 28. 4. | 30 4. L. S G.......... .7 169 169.9 169.25 169-75 Bergmann......... .6 19t 187.25 193.65 188 Sicht. Lieferungen • . . 10 — 1 - 175 175 Licht und Kraft...... 10 230 231 231 230.5 Felten 1 Guilleaume . . . . 6 133.5 138,76 135.4 138 Ges f. Sicht Untern. . . 10 295 - 296 296.5 Hamb. Sicht. Werke . . • 10 — — 163 163,5 Rhein. Sieht....... . 8 164 165,5 166 166.5 Schles. Gicht........ 10 — | 215.5 214.5 Schuckcrt . . ...... . 7 199.75 200.25 199.75 200 Siemens Sc Halske .... 16 312,75 316,6 313 75 316,5 Trancradio...... . .8 — 1 —- 174 173,5 Lahmeycr & So...... .9 183 184 Buderus......... 0 96.5 । — 96.9 95 Deutsche Srdöl ...... .6 135,25 135 137,9 Sfsener Sieinkohle .... -8 — 1 — 142 142,75 Gclscnhrchencr . f. */> I 4 140 142 143 143.5 Harpener......... . 8 172.5 174 — Hoesch Eisen........ .5 ~ i — 147.25 149.5 Ilse Bergbau....... .8 300 32U 308 319 Klöcknerwerke . ...... 124,ö 125 126 125 KölnNeuessen . ... 51/, * . — 147.5 148.5 ManneSmann . . .f. ’/• ft 4 154.5 156.25 155.4 156.25 ManS'clder........ - 7 122.5 122.9 122.75 122.5 Lberschles Shenb. Bedarf 0 113 114.75 115 Oberschlel Kokswerke . . . 0 — i — IW.9 107 Phönix Bergbau f '/, 9 3 IUI 102 101.9 101.5 Rheinische Braunkohlen . 10 293 296 293.25 293.9 o 166 1 117.5 RttbeckMontan...... 6 154.5 155 154.5 Bereinigte Stahlw. f. •/■ 9 3 Otavt Minen......1 $h 98 45 45 38 45 98,9 45 Kali Asche rslebc t . . 10 188.5 192.5 192 193,5 KaliWesteregclo . . 10 203 206.25 265,5 207.3 ssaltwerk Sattdetfurth - 12 312 314 313,5 312,5 ft ® ftarben-ftndustrie ■ Dunam» Rodel ..... 10 . 0 -'71.76 276,5 — — 272 130.5 47325 131.5 Scheideanstalt....... 8 190 193 Zoldlchmidt........ .5 106 9 107 107 lüS RutgerSwerke....... .0 103.5 104 103.75 104.5 MetallgefcMchaft . . . . . 10 178 178,5 Saufeotee. Frankfurt a. M Berlin Schluh-l 1-Uhr- Schiuh- flur» Anfang llur» Nur» 1 ftur» Dalum: 28. 4. | 30. 4. | 28. 4. | 30. 4. Philipp Hottmann .... 12 171 - 164.25 170 Heidelberger Semen! . . 8 150.5 Cemen! Karlstadt..... 183 — — Laytz Jt ffrtüag...... 10 146.75 147 — — SchulthetS Patzenhofer. . Ostwerke.......... 15 12 _ 367,75 317 371 318.5 Bet. Glao;tzoff..... 15 — 764 772 Bemberg.......... S — — 575 581 ^ellstoli Wnldboi..... 12 306 307.5 306 305,5 Zellstoff Aschaffenburg . . Charlottenburger Wasser. 10 204.5 206.75 206,9 206 -7 — —— 137.25 140 Dessauer SaS....... 8 — — 209-75 210 Daimler Motoren..... 0 109 112,25 111.25 112.5 Demag . . . ...... i. - 53 52 94.5 Adlerwerke Kieper..... 0 95,75 95,5 94.75 Ludw. Loene ...... IC — 264 265 Rat Automobil...... 6 —* 101.25 103 Orcnftcin & «oppel. . . , A — 132 132 Linke Ho'mann...... 0 — Leonhard Tief....... 6 — * 283 289 Bamag.0' cgum...... 0 25 25 Franks. M-.'chinm . . . . 0 82,5 — 83 — isriQnct ........ 7 136,5 — -E Hcvliaenftaedt..... . 0 23.5 — — * ftnngbanS . . ...... 6 86.9 — 87.5 — Lechwerkc. ....... Maiokraftwerke ...... 8 120 131 8 121.25 — — Miag ........... Rckarsnlmer ........ in 138.5 1.39 137.5 138 8 59 58 Peters Union ....... 8 103 _ (Hebt. Roeder . ...... 10 — — Voigt 4 Haeffner..... 6 183 — 185 — Sn do Zocker....... 0 144 145 145 - Berlin, 28. April .Seid «r® Lmerikanilche Roten..... 47155 4,179 Belgische Roten..... . . 58.32 58.56 TLnilche Roten . ....... Sngliftbe Moeen........ 01.71 70.366 03,22 70.446 Sevileumartt Berlin —Frankfurt a. 1 Berlin. 28 April t^eld Franiönsche -Jlotcn . . . . Holländische Roten...... Italienische Roten...... Norwegische Noten...... Deutsch Ctftcrr. 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . ... idJA ' 168.06 22.02 111,53 58,71 2,61 111,78 80.41 69.53 12,34 73 75 16.3t 168.74 22,10 111.97 m.m 2,63 112,22 80,73 69.8 t 12.40 73,05 Telegraphische Auszahlung. 28. April 30. April Amtliche (Seid Notierung Briei Amtliche Notierung >8eld Briei «mst.-Rott 168.47 168.81 168,34 168, i 8 Buch. Aire- 1,786 1,790 1.785 1.789 «rff Antw 58,39 111,74 58,51 »8.33 58,45 Shrtsitania 111.96 111,80 112.02 Qopenbagcn 02,07 112,29 112,03 112.25 Stockholm - 112, Oo 10,512 112,27 02,06 112,28 helsiugfor4. 10,532 10,508 10.528 fttaütn . . .'2,025 22,065 22,01 22.05 London. . . 70,393 20,445 30.38 20,42 Neuvork . . 1.1780 4,1860 1,1765 4,1846 Parig.... Sch wett . . 16.145 16, .85 16,43 16.47 *0,515 80,675 80,495 80,655 Spanien . 69,57 69.71 69,33 63.47 ftapan . . Rio de Jan- 1,986 .503 1.990 >.505 1,978 0,503 1,982 ,507 Vien in T-- C«ft abgeit ■»8,79 12,38 58,91 »8,775 12,379 68,895 Prag .... Bettrad - 12,40 12,399 7,353 7,367 7,353 7,857 Vudavest. . 72,97 73.11 72,83 13.03 Bnl?.arien 3,017 3,023 3,022 3.028 Lissabon . 17,48 17.52 17,58 17.62 Taockg. . . Äonftantm. 81,555 81,715 81,51 81,67 3.130 2,134 2,128 .',133 Alben. . . Tanada . . 5,545 5,555 5,42-5 S.U5 4,176 4,184 4,175 1.183 Uruguay. . 4,321 4,329 4,331 4.M# tätro . . . 36.91 20.95 20,905 20,945