Aeitag, 30. März (928 178. Jahrgang Nr. 77 Erstes Matt Tariferhöhung der Reichsbahn (Er|d)etnt iüglich.autzer Sonntags mb Feiertags Beilagen: Gießener Familiendlätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr.vervgrpretr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. FernsprechanIchlÜsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: grantfurt am Main 11686. Abg. Or. Scholz (O. B. P.) führt aus: Die Grundlagen der Stresemannschen Außenpolitik seien jetzt Gemeingut des deutschen Dolles geworden, auch der Deutschnationalen im Gegensatz zu ihrer früheren Haltung. Dem Grafen Bernstorfs gebühre Dank für feine energische und kluge Haltung als Unterhändler in Genf. (Beifall.) Das Ziel des Einheitsstaates müsse allmählich erreicht werden. Bismarck könne nicht als Kronzeuge für den ewigen Bestand der bundesstaatlichen Berfassung angerufen werden. Bon Bismarck sollte man aber Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm ‘Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.! für Re- klameanzeigen von 70 nun Breite 35 Reichspfennig. Platzvorfchrift 20°,. mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Wiih. Lange. Verantwortlich für Polttik Dr. Fr. Wiih. Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Giehen Konjunktur nicht tun kann. Aus diesen Gründen muh man zu der Lleberzeugung kommen, daß die Reichsregierung nach wie vor eine Tariferhöhung ab lehn en wird. Oer Beschluß des Verwaltungsrats. Berlin, 29. Mär;. (IDIB.) Amtlich, vom 26. bis 29. März 1928 tagte der Verwaltungsrat der Deutschen Reichsbahngesellschast in Berlin. Die auch bei den vorigen Sitzungen, stand die finanzielle Lage im Vordergrund der Beratungen. Der Ausgleich der Ausgaben durch die Einnahmen macht immer größere Schwierigkeiten. Die Einnahmen auf den Zonenkilometer find durch Tarif- ermäfjigungen von 5,08 Pf. im Jafjre 1924 auf 4,44 Pf. im Jahre 1927 zurückgegangen. Bei einem allgemeinen Preisindex von 150 Pro), gegen 1913 betragen heute bei der Reichsbahn die Einnahmen für den Perfonenkllometer nur 123 Proz. und für den GÜterzonenkilometer nur 132 Proz. bet Einnahmen von 1913. D Be 1 astung der Gesellschaft dagegen ist feit Beginn des Geschäftsjahres 1927 um 57 5 Millionen Reichsmark gestiegen, wovon auf Reparationszahlungen HO Millionen, auf Dividende für Vorzugsaktien 15 Millionen und auf Löhne und Gehälter 450 Millionen Reichsmark entfallen. Die Erhöhungen der Ausgaben je Kopf des Personals beträgt nach der neuen Gehalts- und Lohnregelung für die Beamten 184 Prozent, für die Arbeiter pro Arbeitsstunde 200 Prozent der Sähe von 1913. Dazu kommt die autzer- ordentlick-e Belastung der Reichsbahn mit Ruhe- geholtem, die von 114 Millionen in 1913 auf 500 Millionen Mark in 1927 gestiegen sind. Kur die günstige Verkehrsentwicklung seit Mitte 1926 und die feit Ende 1927 durchgeführte Einschränkung der Aufwendungen für Unterhaltung und Verbesserung der Anlagen unter ein auf die Dauer erträgliches Matz hat es ermöglicht, bisher von einer Tariferhöhung abzufehen. Die jetzige Drosselung der An- terhaltungs- und verbesferungsausgaben kann jedoch ohne dauernde Schädigung des Unternehmens nurnochsürganzkurzeZeit beibehalten werden. Eine wesentliche Vermehrung der Einnahmen durch Tariferhöhung ist also jetzt nicht mehr zu vermeiden. Der verwaltungsrat Hai es deshalb unter Würdigung der dagegen sprechenden ernsten Bedenken im Einvernehmen mit der Hauptverwaltung für Berlin, 29. März. Wie der ..Lokalanzeiger" ' man in Regierungskreisen der Absicht der Reichsbahnverwaltung, durch Tariferhöhungen neue Einnahmequellen zu schassen, zum mindesten sehr skeptisch gegenüber. Es ist noch keineswegs als sicher anzusprechen, datz das Verkehrsministerium bzw. das Reichskabinett sich mit diesem Plan des Derwaltungsrats einverstanden erklären wird, denn man hegt begreiflicherweise die Besorgnis, daß eine solche Tariferhöhung, auch wenn sie sich nur auf 5 Prozent belaufen sollte, eine allgemeine Teuerungswelle im Gefolge haben konnte. Infolgedessen wird dieser Beschluß des Der» waltungsrates im Kabinett sehrgenaunach- g e prüft werden, und man wird möglicherweise vor einer Zustimmung zu diesem Beschlich der Reichsbahndirektion nahelegen, den Dersuch zu machen, auf andere Weise, z.B. durch Einschränkung der K a pi t a linv e st i e- rung, sich die benötigten Mittel zu verschaffen. Abg. Graf Westarp (Dn.) bezeichnet es als einen einzigartigen Vorgang m der Geschichte der bisherigen 17 repuollkanischen Regierungen, dah nach formeller Losung der Koalition die Regierung[ t m Amt« geblieben ist und in verhältnismäßig kurzer Zeit noch eine Fülle nützlicher und praktischer Arbeit vollenden konnte. Die Arbeitsprogramms sei eine neue Bestätigung dasür. dah nur eine Verbindung der üNitte mit den Deutschnationalen, nicht eine solche mit ter Sozialdemokratie, feste Rcgierungsverhaltnisse und fruchtbringende Arbeit gewährleisten kann Auf weiten Gebieten habm wir den nach ^rer Ansicht erreichbaren Fortschritt nicht du chsehen können, well wir nicht allein die Mehrheit haben. Das gilt besonders für die auswar tige Politik. Auch wir wünschen tee fnete licte Verständigung mit Frankreich. Sie muß aber wirklich gegenseitig sein. Diesmn Ziele sind wir bis %eute nicht na he r .aekommen Die Räumung des Rheinlandes ist nicht erfolgt, die Fragen der Abrüstung, des Schutzes der Minderheitoii sind nicht gelost. Wo rst em teirch- schlaaender Erfolg im Kampf gegen dieSchuld lüge^Die letzte Rede des französis^n Mmllter- Präsidenten zeigt, daß in Frankreich _ ?u einer wahren Verständigung n i ch t vorhanten ift Wer glaubt im Ernst daran, daß es nach den Wahlen anders wird?! Der Aus gang der Abrüstungskonferenz verschärft d>e ernste Lage Alle Welt erkennt, daß es sich dort nur um9 eine Komödie handelt: es handelt sich nicht nur um ein Fiasko des Dolleichuntes.son dern um eine R i ed e rl ag c Deu ts ch l an ds. Die Grenze ter Geduld ist erreicht. Wir 611 ■ ligen^it Haltung des deutschen Vertreters auf der Abrüstungskonferenz und werden mit ällem Rachdruck daran arbeiten, daß.^September eine solche Regierung Vorhaben 'st. die den An kündigungen des Grasen Bernstorfs die ^at folgen läßt. Abg. Or. Stegerwald (3 ) erkennt an, daß von der Negierung in den letzten fahren eine Fülle von Arbeit geleistet worden sei. Die zerrüttete deutsche Wirtschaft habe sich ihren Platz in der Weltwirtschaft w'eder errungen. Den in der Inflationszeit zermürbten Gehaltsund Lohnempfängern fei wenigstens die Lebens- Möglichkeit wieder gegeben worden. Die Dawes- qefetzgebung sei die Voraussetzung gewesen für die Wiederankurbelung der Wirtschaft^ und für die Steuersenkung, die fortgesetzt werden muffe. Die sozialpolitischen Fortschritte gegenüber ter Bor- kriegszeit seien nicht zu verkennen. Deullch and habe heute die beste Sozialversicherung der Welt. Unftr Volk mutz D i st a n z g e w i n neu zu der Entwicklung feit 13 Jahren. Wir muhen verhüten, daß durch die Verfolgung wirtschaftlicher Spezialinter- cfsen eine allgemeine Volksoerdrossenhett Platz greift zum Schaden aller Gruppen unseres Volkes. Wir brauchen keine Planwirtschaft aber eme planmäßig geleitete Wirtschaft, die vor allem auch der Not der Bauernschaft steuert. Neben der staatlichen Sozialpolitik brauchen wir eine fokale Staatspolitik. Es dürfen nicht an die Stelle ter ^gefetzten Landes- fürsten unbeschränkte Jndus^ieherzoge mit Kartellen und Trusts treten. (Ruse lmks. K ockncr Thyssen!) Wir verlangen eine foMe Schulpolitik, die in allen Schularten mit dem Kastengeist aufräumt und ohne Rücksicht auf die B€rmogcn5lagc jedem Bürger seinen Anteil an den Bildungsgutern der Nation sichert. Das Zentrum ist im neuen Staat immer die Spitze der Republik und Demokratie gewesen. Es ist falsch, wenn man gerade mich als einen Gegner der Demokratie hinstellen will. Ich habe Herrn Dr. Wirth immer wieder Brücken gebaut; nicht aus Opportunismus. Ich war in den letzten Jahren häufig mit ihm nicht einverstanden, aber ich habe es nie zum Bruch kommen lassen, weil in ihm Kräfte lebendig sind, die für Deutschlands Geltung in der Welt und für den inneren Staatsaufbau von fundamentaler Bedeutung sind. (Bewegung.) Die Gegensätze liegen nicht im Ziele, sondern in der Methode und in dem Tempo des Vorgehens. WchlMchl im Reichstag. - Prügelei auf offener Szene. Fortsetzung der Eiatsberaiung. - Giresemann an die Deutschnationalen. - Or. Wirth und das Zentrum. Eine Mahnung Kahls. - Ein peinlicher Abschluß. auch lernen, daß bei der Errichtung des Einheitsstaates die süddeutschen Länder mit der nötigen Vorsicht behandelt werten müssen. Die künstliche finanzielle Aufrechterhaltung an sich lebensunfähiger Staatsglieder müsse aufhören. Dann werte ter Weg zum Einheitsstaat leichter fein. Die sozialpolitische Arbeit der letzten Regierung sei anzuerkennen, es dürfe aber nicht vergessen werden, daß die Grundlage je* derSozialpolitikeinegesundeWirt- schaf tspolitik fei. (Beifall.) Reichsaußenminister Or. Gtresemann: Wenn Graf Westarp erklärte, das F i a s k o der deutschen Autzenpolilik sei allgemein an« erkannt, so mutz aus dem Munde eines Führers ter größten Regierungspartei eine solche Erklärung seltsam anmuten. (Lebhafte Zustimmung.) Er hat die Haltung ter Deutschnationalen in ter Negierung damit erklärt, daß sich die Deutschnationalen gewissermaßen in einer Zwangslage befunden hätten. Er sagte, die Deutschnationalen hatten sich mit dem Locarnovertrag und tem Eintritt in den Völkerbund abfinden müssen: aber das bedeute keine nachträgliche Billigung dieser beiten Tatsachen. Bei ter Uebernahme ter Regierung hat aber Reichskanzler Marx gesagt, daß auf gemeinsamen Beschluß aller Regierungsparteien die bisherige Außenpolitik fortgesetzt werden solle. (Lebhafte Zustimmung.) Berlin, 29. März. Der Reichstag tritt in die dritte Beratung des Etats für 1 9 2 8 ein. Abg. Wels (£>.) erklärt: Die an die neue Regierung geknüpften Erwartungen hätten enttäuscht, die beim Regierungsantritt festgelegten Richtlinien seien nicht eingehalten worden. Roch nie habe eine Regierung so jammervoll geendet wie die Regierung Marx-Schiele-v. Keudell. Für Winistersihe hätten die Deutschnationalen ihre augenblickliche Ueberzeugung verkauft. Seit ter Beteiligung ter Deutschnationalen an ter Burgerblockregie- rung habe die deutsche Auhenpolitik nicht ten geringsten Erfolg gehabt. Dr. Stresernann habe die in Genf und Thoiry angeknupsten Faden wieder verloren. Er sei von Gens immer wieder mit leeren Händen zurückgekommen und habe dennoch Vertrauenskundgebungen ter Deutscy- nationalen erhalten. Die schlimmsten Demütigungen habe Deutschland gerade unter der Regie- rung erfahren, in der vier deutschnationale Minister sahen. Die Befreiung Deutschlands könne nicht mit den Deutschnationalen, sondern nur gegen sie durchgeseht werden. Die gegen di e Ar- oeiterschast gerichtete Macht des Kapitalismus fei unter ter Dürgerblockregierung weiter gejtartt worden. Die weltanschaulich und parteipolitisch gespaltenen Arbeitermassen würden fick aber in dem kommenden Wahlkampf z u s a m m e n f t n * den zu einer sozialistischen Einheitsftont gegen die Mächte des Kapitalismus und Imperiatts- mus für den Völkersrirten und für die Befreiung ter arbeitenden Massen aus dem Joch ter Ausbeutung und älnterdrückung. feine Pflicht gehalten, eine Tariferhöhung zu beschließen, die eine jährliche Mehrein- nähme von 250 Millionen Mark ergeben soll, wobei der Güterverkehr etwa zwei Drittel und der Personenverkehr etwa ein Drittel zu fragen hat. Schwere Bedenken der Reichsregierung. wenn Sie (zu den Deutschnationalen) meinen, dah die Methoden der Außenpolitik in dieser Regierungspolitik nicht richtig waren, was haben Sie denn getan, um diese Methoden zu ändern? (Sehr gut!) Graf Westarp sagte, die Deutschnationalen hätten in der Koalition nicht die Mehrheit gehabt. 3n dem Begriff der psychologischen Atmosphäre unter den Böllern ist cm Impon- terabile, das früher viel zu sehr vernachlässigt worden ist. Die Freigabe des deutschen Eigentums in Amerika ist materiell und ideell von größter Bedeutung. Die Widerstände dagegen, die bis in die letzten Sekunden angedauert haben, wären vielleicht nicht überwunden worden, wenn nicht die Atmosphäre ter letzten Jahre zwischen Deutschland und den anderen Völkern bestanden hätte Man kann nun einmal nicht jeden Tag die Bilanz ziehen. Wenn auf einem langen Wege einmal ein Still st and oder Rückschritt eintritt, so ist das noch kein Grund, ten Weg ganz aufzugeben. Wir müssen mit allem Rachdruck die Abrüstung verlangen. Trotz mancher Enttäuschungen kann ich eine Aenderung der bisherigen Außenpolitik nicht in Aussicht stellen. Ich halte diese Politik ftir die einzig mögliche und einzig r ich - tige. die uns im Endergebnis zu tem Erfolg führen kann, den wir erreichen müssen. (Lebhafter Beifall. - Pfiffe bei ten Rationalsozialisten.) Abg. Hummel (D.) Das Scheitern des Schulgesetzes braucht man nicht zu bedauern. 2n ter Simultanschule ist genügend Garantie für die richtige Erteilung des konfessionellen Religionsunterrichtes gegeben. Weite Kreise der Wirtschaft, die von dieser Regierung eine individuelle Entlastung erwartet hatten, sind enttäuscht worden. Industrie, Hantel, Landwirtschaft und auch der Deamtenstand GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Untoerfilüls-Vuch- und Zteindruckeret H. Lange in Sieben. 5chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 1. Eigene Drahlmcldung des .Gießener Anzeigers". Berlin, 30. März. Was immer wieder dementiert wurde, was man immer wieder durch Beschwichtigungen hinauszuschieben suchte, was aber auch immer wieder als Schreckgespenst drohte, ist nunmehr wahr geworden, der Ber- waltungsrat ter Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft hat den Beschluß gefaßt, ein«^Tariferhöhung vorzuschlagen. die eine jährliche Mehreinnahme von 250 Millionen Mark ergeben soll wobei ter Güterverkehr etwa Zweidrittel und ter Personenverkehr etwa Eindrittel zu tragen haben. Er begründet dies damit, daß die jetzige Drosselung ter Ilnterhaltungs- und Bertes- serungsausgaben ohne dauernde Schädigung des Unternehmens nur noch für ganz kurze Zeit beibehalten werden könnte, und dah teshatv eine wesentliche Vermehrung der Einnahmen durch eine Tariferhöhung nicht mehr zu vermeiden Ware Diese Rochricht dürfte allseitig mit U c b c rz raschung ausgenommen werden, zumal man aus Grund der Ansicht ter Reichsregieru-ig, nach ter eine Rotwendigkeit zu einer Tariferhöhung nicht vorliege, für ten Augenblick eine solche auch nicht erwartete. Die Reichsbahn wird nunmehr der Äeichsregierung eine Denkschrift unterbreiten, in ter die näheren Grunde ter Tariferhöhung ausgeshiirt werden Mlen. Mit Recht wird in diesem Zusammenhänge schon jetzt auf die Befürchtung hingewiesen, dao die Gedankengänge, die der a uf Gr uni) des Dawesplanes bei der Reichsbahn Jungte- rente Kommissar in seinem letzten Bericht nietergelegt hat und die darin gipfelten daß die deutsche Reichsbahn bei ihrer Reparations- belastung nicht niedrigere Tarife als unbelastete Bahnen m so n sti gen Ländern haben könnte, auch von der Reichs- bahnverwaltung übernommen Worten fern könnten. Eine derartige Argumentierung laßt sich aber keinesfalls aufrechterhalten. Man bedenke doch, wie hoch schon jetzt art imo für sich unsere Tarife sind, welche Lasten ter deutschen Wirtschaft dadurch aus- erlegt werden und was nun eine folcte Erhöhung für sie bedeuten, muß, die doch keinen geringen Anteil an den R e- parationslasten hat. Gerade aus diesem Grunde herrschte bei uns doch immer die _~cn- denz vor. die Tarife so niedrig wie nur möglich iU halten. Wenn man jetzt also davon ab- weichen wollte, so liefe das ganze doch auf eine schwere Schädigung des gesamten,Wirtschaftslebens hinaus, das doch jetzt wie wir bereits an dieser Stelle anbeuten konnten, ourch das ^lbbröckeln der Konjunktur eine ganz gewaltige Bedrückung erfahren dürfte Faßt man all diese Gedankengänge zusammen, so muß man, selbst wenn sich der Kapitalanspruch der Reichsbahn rechtfertigen ließe, notwendigerweise zu dem Schluß kommen, daß es zur Zeit wenigstens keinesfalls zu einer solchen Tariferhöhung kommen darf. Die Er- klärung des Verwaltungsrats gibt aber auch zu der Frage Veranlassung, ob denn ein so schwerwiegender Entschluß des Verwaltungsrates wirklich seine Berechtigung hat. um so mehr^ als der Beschluß des Derwaltungsrats noch k e i n R e ch t schafft. Dabei ist zunächst zu sagen daß die bisherigen Einnahmen des laufenden Geschäftsjahres, die infolge ter anhaltenden günstigen Konjunktur und hort, ste^ gegenüber den entsprechenden Monaten des der Reich. Vorjahres erheblich gestiegenen Guterwagenstellung eine nicht unbeträchtliche Zunahme aufweisen, durchaus Zu ter Annahme berechtigen, daß die Reichsbahn die Mehrbelckstung aus der Lohnerhöhung tragen kann. Wenn die Reichsbahn ein Ab sinken der Konjunktur. welches bisher nicht besteht, m Rechnung stellt und bereits jetzt die Einnahmen durch Tariferhöhung steigern will, so wurde eine Erhöhung ter Tarife auf B orr a t eintreten, ba wie gesagt, die Konjunktur bisher ihren günstigen Stand behalten hat Angenommen, die Konjunktur sinkt wirllich ab, so liegt auch noch keine Berechtigung zu einer die Wirtschaft te- lastenden Tariferhöhung vor, da gerabe bann die • Reichsbahn in der Lage wäre, an cmen billigeren - Kapitalmarkt zwecks Anleihe heranzutreten, was . sie augenblicklich infolge ter Hochspannung ter müssen im Gegenteil jetzt feststellen, daß es nicht besser, sondern schlimmer geworden ist. Dos Rotprogramm ist keine befriedigende Lösung der Aufgaben, deren sachliche Bearbeitung und Erfüllung durch die Regierung versäumt worden ist. Mit diesem Programm fordert die auseinandergefallene Regierung sehr große Mittel an und sie überläßt eS ihrer Rachsolgerin. die Mittel zur Deckung aufzubringen. Der Mißerfolg dieser Regierung hat uns Recht gegeben mit unserer Meinung, daß sich im neuen Staat eine AegierungSkoalition nicht auf rechts, sondern auf links stützen muß. Wir können die Verantwortung für den Etat und für die Politik dieser Regierung nicht übernehmen, da es zum Ausdruck dieser Haltung kein anderes politisches Mittel gibt, werden wir den Etat ab lehnen. Abg. Stöcker (K.) führt unter großer Unruhe aus, die heutige Debatte fei schon der Anfang des großen W ahl- schwindels, mit dem die bürgerlichen Parteien und d^e Sozialdemokraten jetzt durchs Lcmb ziehen würden. Die Abrechnung der Arbeiterschaft bei den Wahlen werde sich besonders gegen das Zentrum und den früheren Volksblockkandidaten, den jetzigen Herzog von Afghanistan. Marx, richten. (Heiterkeit.) Die Sozialdemokratie habe die Arbeiterinteressen nicht gegen die großkapitalistische Politik verteidigt. Abg. »rebf (W. B.) erklärt, die Wirtschaftspolitik müsse unabhängig gemacht werden von den wechselnden Parlamentsmehrheiten. Die Ministerverantwortlichkeit stehe in Wirklichkeit nur auf dem Papier: denn noch sei kein Minister verantwortlich gemacht worden für den wirtschaftlichen Schaden, den seine Politik angerichtet hat. Der von dieser Regierung aufgestellte Etat balanciere nur scheinbar: er werde zusammenbrechen wie ein Kartenhaus. Die Wirtschaftliche Vereinigung könne diesem Etat nicht z u st i m m e n. Die Deutschnationalen könnten dip Verantwortung für die Locarno-Politik und den Dawesplan nicht nachträglich ablehnen. Jetzt fömte von dieser Grundlinie der Außenpolitik nicht mehr : abgewichen werden. Abg. Graf zu RevenLlow (N. S.) erklärt, die Deutschnationalen hätten die Locarnopolitik dadurch müoerschuldet, daß sie alle Vorbereitungen dazu mitgemacht hätten. Die Sozialdemokraten dürften sich nicht als Retter der Arbeiterschaft aufspielen; denn sie seien in erster Linie die Väter der Dawesgesetze, die der deutschen Arbeiterschaft den Aufstieg unmöglich machten. Der Außenminister habe mit seiner Politik überall Mißerfolg erlitten. Mit seiner heutigen Rede habe er seiner Politik ein absolutes Armutszeugnis ausgestellt. Abg. Dr. Wirth (3 ) Minister Stresemann, der von der Rechten kam, hat gezeigt, daß eine andere als die von uns ein- geloitete Polltik gar nicht möglich war. Mr müssen endlich zu dem klaren Verhältnis kommen: Hier Regierung — hier Opposition! Wer in eine Regierung etntritt und gewisse Vorbehalte macht, der muß sie mindestens in der ersten Kabinettssitzung aus^prechen. Die Auseinandersetzung, die wir heute zwilchen Graf Westarp und Dr. Stresemann gehört haben, hätte in der er st en Sitzung des Rechtskabinetts geführt werden müssen. Meine Oppositionsstellung gegen die Rechtsregie- runa ist durch die heutige Rede des Grafen Westarp vollkommen gerechtfertigt worden. Ich habe mit dieser Oppositionsstellung das Risiko übernommen, dem nächsten Reichstag im Rohmen des Zentrums nicht anzugehören. Ich habe mich gefreut, als Herr Steger- wald heute endlich das Wort sprach, das ich von seinen Lippen so gern hörte, daß auch er und die ihm nahestehenden christlichen Gewerkschaften Garanten des deutschen demokratischen Staates sein wollen. Dieses Wort, zur richtigen Stunde ausgesprochen, ist ein wertvolles Aktivum der Politik (Lachen rechts). Ihr Lachen ändert nichts daran, daß die Welle der Reaktion bei den kommenden Wahlen vollständig überwunden wird (lebhafter Beifall links und im Zentrum, Lachen und Hurrarufe rechts). Damit schließt die allgemeine Aussprache. 3n der Einzelberatung des Zustizetats wendet sich Abg. Or. Kahl D. V. p.) gegen einen Artikel des deutschnationalen Abgeordneten v. Freytag-Loringhoven in der „Schlesischen Tagespost" über die Rechtsausschußberatungen zur Ghescheidungsreform. Der Redner verliest Stellen aus diesem Artikel, in dem davon gesprochen wird, daß die Befürworter einer solchen Reform dahin arbeiteten, einen Ehebolschewismus an b ie Stelle der Ehe zu setzen. Rach der Verlesung des Artikels erklärt Abg. Dr. Kahl dazu: Ich lege hiermit schärf st e Verwahrung ein gegen diese bewußte Entstellung der Wahrheit (Beifall bei der Mehrheit — Unruhe rechts und Rufe: Wo bleibt der Ordnungsruf?). Der Artikel, nach seinen Schlußsätzen ausdrücklich a u f oic Wahl berechnet, kommt just zur rechten Zeit, um dem deutschen Volk ein typisch ab- schreckendes Beispiel vor Augen zu stellen, wie ein Wahlkampf nicht unter anständigen und ritterlichen Gegnern geführt werden darf. (Beifall bei der Mehrheit, Unruhe rechts.) Ich bitte alle Wähler, sich ihre Kandidaten auch darauf anzusehen, ob sie den primitivsten Anforderungen an einen ritterlich- anständigen Wahlkampf genügen. Es ist mir schmerzlich, daß mein voraussichtlich letztes Cwort in biefem Reichstag sich mit einer so unsauberen Sache beschäftigen mutzte. (Beifall bei der Mehrheit — Pfuirufe rechts.) Eine Prügelszene. Abg. CDcrling (Dn.) erstattet dann den Bericht über öte Rechtsausschußverhandlungen, in denen die Amnestievorlage abgelehnt wurde. Abg. Hölle in (Komm.) wirft der Sozialdemokratie vor, sic opfere die politischen Gefangenen einem elenden politischen Schacher- geschäst. Der sozialdemokratische Abgeordnete Kuttner habe den Spartakisten Eichhorn ermordet. (Rufe bei den Kommunisten gegen die Sozialdemokraten: Arbeitermörder! — Gegenruse, Lärm, der sich erst nach einigen Minuten legt.) Ma. Landsberg (Soz.) beginnt seine Rede mit der Erklärung, er empfinde die Angriffe des Abg. Höllein als angenehme Abwechslung gegenüber den vielen U m - schmeichelungen, denen er und die übrigen Sozialdemokraten in den letzten Tagen seitens der Kommunisten ausgesetzt gewesen seien. Bei diesen Worten näherte sich der kommunistische Abg. 5 ÄH c i n mit lauten Zurufen der Rednertribüne ^Andere Kommunisten, darunter der Abg. Jadasch, drängten laut rufend nach. Verschiedene Sozialdemokraten eilten unter Führung des 2lbg. Künstler auf die Treppe zur Rednertribüne, um den Kommunisten den Weg zum Redner zu versperren. Dabei wurden zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten zunächst laute 03$fchimpfungen, bald aber auch Faust schlage ausgetauscht. In der allgemeinen Schlägerei fiel ein Abgeordneter auf der Treppe zu Boden. Vizepräsident Esser forderte schließlich den Abg. 3 adasch auf, die Sitzung zu verlassen. — Von den übrigen Kommunisten wurde gegen die Ausweisung protestiert und Jadasch aufgefordert, im Saale zu bleiben. Als Abg. 3adasch auch aus die zweite Aufforderung des Vizepräsidenten Esser den Saal nicht verließ, wurde die Sitzung vertagt. Inzwischen stand die Mehrzahl der Abgeordneten im Saal lebhaft diskutierend herum. Mehrere Abgeordnete hatten blutende Verletzungen davongetragen. Rach Wiedereröffnung der Sitzung stellt Vizepräsident Esser fest, daß der Abg. Jadasch trotz der Aufforderung im Saale geblieben ist. Der Reichstag sei also auherstande, heute weiter zu verhandeln. Die Kommunisten riefen: Holt doch die Polizei! Vizepräsident Esser verkündete dann, daß der Abg. Iadasch wegen seines Verhaltens acht Tage von den Sitzungen ausgeschlossen sei und verkündete die Tagesordnung für die Freitagsihung. Die Not -erhessischen Lan-wirtschast Stellungnahme der Regierung im Landtagsplenum. Darmstadt, 29. März. Der Hessische Landtag verabschiedete am Donnerstag zunächst das neue Polizeibeamtengesetz, durch das alle bisherigen Polizeiarten unter ein allgemeines Beamtengesetz gestellt werden, wobei allerdings die besonderen Verhältnisse dieser Beamten Ausdruck fanden. Auch das Gesetz über die elektrischen Hochspa nnungs-, Gas- und Wasser-Fernleitungen wurde in allen zwei Lesungen angenommen. Dann trat das Haus in die Besprechung der zahlreich vorliegenden Anträge zur N o t der hessischen Landwirtschaft ein. Nach einer sehr sachlichen Rede des Abgeordneten v. H e l m o l t (Bauernbund), der nochmals die Nöte der Landwirt- idbaft darlegte, gab der Minister für Arbeit und Wirtschaft. Korell, und anschließend der Finanzminister, Kirnberger, die Auffassung der hessischen Regierung über Maßnahmen zur Linderung dieser Nöte bekannt. Am Freitag geht die Aussprache über die Not der Landwirtschaft weiter. Sitzungsbericht. Präsident'D e l p gibt Kenntnis von dem auf der Rodgaubahn erfolgten Zusammenstoß zweier Arbeiterzüge, bei dem es 21 Leicht- und drei Schwerverletzte gegeben hat. Er spricht die Hoffnung aus, daß das Unglück leichterer Art sein möge. Auf die Tagesordnung kommen die Anträge des Bauernbundes zur Notlage der Landwirtschaft und einige kleinere Vorlagen. Die Regierung teilt mit, daß mit der Ausarbeitung der Rettungsmedaille ein Offenbacher Künstler beauftragt fei. Nach Fertigstellung werde in den gegebLieen Fällen die Verleihung erfolgen. _2lbg. Sturmfels (Soz.) erläutert sodann näher die Auffassung des Ausschusses zum Gesetz Über die Anlage von elektrischen Hochspannungs-Fernleitungen und Gas- und Wasser-Fernleitungen und die sich einstellenden Mißstände bei der Aufstellung von Masten oder der Legung von Leitungen, namentlich bei Durchquerung von mehreren Gemarkungen. Die Regierung verlangt die Offenlegung der Pläne und wird vor Genehmigung einen Beirat anhoren, in dem die kommunalen und sachverständigen Stellen vertreten sind. Ein Antrag, auch Landtagsabgeordnete zuzuziehen, wird abgelehnt. Die Regierung wird jedoch bei groben Plänen, wobei politische Gesichtspunkte yineinspielen können, den Landtag informieren. Er beantragt Annahme des Gesetzes in der vorliegenden Fassung. Abg. Wackler (Zentr.) zitiert verschiedene Mißstände, die sich namentlich mit dem Ober- hessischen Lleberlandwerk bei Leitungsführungen über Baumgrundstücke ergeben haben. — Abg. Müller (Dbd.) bringt ähnliche Beschwerden wie sein Vorredner vor. Er fordert auch Offenlegung der Pläne für Wasserfernleitungen. — Das Gesetz wird dann in erster und zweiter Lesung ern stimmig genehmigt. Abg. S t u r m f e l s berichtet über die Aus- schußveratungen, die sich mit dem neuen hessischen Polizei st rasen- Gesetze befaßten. Der Ausschuß war der Auffassung, daß erst die Verabschiedung des neuen Reichsstrafgesetzbuches abgewartet werden solle, daß aber inzwischen die Regierung alle Vorbereitungen zur Reform treffen solle. DaS Haus stimmt dem zu. •— Die Verordnung über die Verlängerung des Gesetzes über die Schutzpolizei wird gebilligt. — Das Haus tritt dann in die Beratung des neuen polizeigesehes ein. — Abg. v. d. Schmitt (Kom.) tritt aus klassenkämpferischen Grundsätzen gegen das Gesetz auf. — Abg. Müller (Dbd.) bringt Ein- zelwünsche zu dem Gesetz vor und wendet sich gegen die Herabsetzung des Pensionsalters bei der Vollzugspolizei auf 60 Jahre. Innenminister Le uschn er bezeichnet das Gesetz als eine Verbesserung des seitherigen Zustandes. Alle Pvlizeibeamte würden jetzt unter ein allgemeines Beamtengesetz gestellt. Den besonderen^ Gefahren und Aufgaben der Polizeibeamten werde weitgehend Rechnung getragen. Das Gesetz werde auch gerecht und im Interesse der Beamten gehandhabt werden. Er sei der Meinung, daß die Polizei für das Volk d a sei und sie werde auch in der Zukunst als Volkspolizei aufgezogen werden. Wenn die Polizei bei den Bauerndemonstrationen nicht aufgetreten sei, so liege das im Zweck der Polizei, im allgemeinen nicht au sehr sichtbar zu sein. Der Minister bittet sodann um Annahme der Dorlage. Abg. Kindt (Dn.) hat Dedenken wegen der früheren Pensionierung der Auhen- beamten, will andererseits aber auch keine ..Rachtwächterpolizei", sondern erwartet von der Regierung eine vernünftige Handhabung der neuen Bestimmungen. Die Verschmelzung der blauen und grünen Polizei, die auf den Druck der Entente zurückzuführen sei, hält er für schädlich. Abg. D i n g e l d e y (D. Vp.) wünscht ebenfalls Heraufsetzung des Pens ors Uters auf 65 Jahre ans finanziellen Gründen. Im übrigen stimmt er der Borlage zu. In der Einzelabstimmung wird die .von der Opposition gewünschte Heraufsetzung des Dienstatters auf 65 Jahve abgelehnt. Dos Gesetz wird dann in erster und zweiter Lesung in der Ausschußfassung gegen die Kommunisten angenommen Das Haus tritt dann in die Beratung der Anträge ein, die zu der Notlage der hessischen Landwirtschaft vorliegen. Ein Antrag der Deutschen Volks- Partei wird mit zur Debatte gesteltt, ebenso ein Eintrag des Zentrums, zur gründlichen Erörterung der Frage einen Sonderausschuß von sechs Mitgliedern innerhalb des Finanzausschusses emzusetzen. Dieser Ausschuß soll auch die Der- schuldungs- und Kreditverhältnisse prüfen. .. 2lbg v. Helmolt (Bbd.) legt bann in längeren Ausführungen die Röte dar, unter denen die deutsche Landwirtschaft und die hefft- sche Landwirtschaft im besonderen zu leiden habe. Er verliest Artikel der sozialdemokratischer Aeichstagsabgeordneten Dr. Q u e s s e l und David, die sich in ähnlicher Richtung aussprechen. Mit Kredite: sei der Landwirtschaft nicht geholfen. Die deckende Zinsenlast sei besonders verhängnisvoll. Die Vorliebe, ausländische Lebensmittel zu konsumieren, sei die Ursache, daß der deutsche Bauer seine Produktion nicht loswerden könne. Er müsse unter Vvrkriegspreisverkaufen.so daß eine Abdeckung seiner Verbindlichkeiten und Steuern fast unmöglich werde. Der Redner verlangt Oter einen besseren Zollschutz. Die steuer- liche Belastung sei durch die vielen Steuerarten außerordentlich hart. Besonders drückten die Realsteuern und die sozialen Beiträge. Dazu mangele eß an Arbeitskräften, da die Landwirtschaft leider die Jndustrielohne nicht zahlen könne Darunter litten besonders die Mittel- und größeren Betriebe, da auch billige ausländische Kräfte nicht mehr wie früher zu haben seien. Er begrüßt die Siedlung im deutschenOsten. warnt aber vor unbedachtem Vorgehen bei den jetzigen mißlichen Verhältnissen der Landwirtschaft. Die Schicksalsverbundenheit von Landwirtschaft, Industrie, Gewerbe und Arbeiterschaft fei heute jedem klar. Die immer radikaler werbende Stimmung unter der Bauernschaft drohe auch den besonnenen Führern, daß ihr mäßigender Einfluß immer mehr schwinde. Eine wirkliche Rechtsregierung im Reiche liege nicht vor, da -Reichstag und Reichsrat dazwischengefahren sei. Mit schönen Worten sei nicht mehr zu helfen, es müsse etwas Fühlbares und Sichtbares für die Bauernschaft getan werben. Er erkennt an, daß bie hessische Regierung nicht allein helfen könne, verlangt aber, baß sie auch im Reich ihren Einfluß geltenb mache, damit enblich bessere Verhältnisse der Landwirtschaft erzielt werben. (Zustimmung des Hauses.) Arberts- und Wirtschaftsminister Korett begrüßt den sachlichen und ruhigen Ton, in dem 2lbg. v. Helmolt gesprochen habe. Dadurch könne mehr erreicht werben als burch Brandreden in Bottsoersammlungen. In manchen Stücken könne er vollkommen mit dem Vorredner gehen. Durch alle Parteien hindurch gehe das Ringen, wie man der Landwirtschaft am besten helfen könne. Der Minister geht dann auf die Verschuldung ein, wie sie im Osten und Westen des Reichs liege. Er kommt auf den Bericht des Enqueteausschusses zu sprechen, der eine annähernde Beurteilung der Lage erlaube. Man könne aber nicht verallgemeinern, well im Westen viel weniger buchführende Betriebe untersucht worden seien als im Osten. Auch in Hessen hätten wir besonders notleidende Gebiete: im hohen Vogelsberg, der generell verschuldet ist, Teile des Odenwaldes und Rheinhessens, aber auch Gebiete, in denen man nicht von einer so großen Rot sprechen könne. Diese teilweise Rot sei aber in den meisten Schichten des deutschen Volkes zu sehen, in Gewerbe. Handel, Mittelstand, bei den Beamten, die nicht alle eine glänzende Besoldung haben. Man müsse auch das beachten. Daß sich bei den Erwerbslosen auf dem Lande manches Unerfreuliche einstellen könne, liege oft an der ungenügenden Handhabung eines Gesetzes, das gegenüber dem früheren Zustand ein Fort- Ichritt sei. 3m Einvernehmen mit dem Reichs- arbeitsminister müßten diese Beobachtungen aber noch verallgemeinert werden, ehe man dos Ar- beitslosengeseh abändern könne. Die Krise der Müffchen Landwirtschaft falle zusammen mit einer Krise der Landwirtschaft der ganzen Welt im Zusammenhang mit der gesunkenen Kaufkraft infolge dos Krieges und feiner Rachwirkungen. Die hessische Regierung werde auch aus Handels- und zollpolitischem Gebiete nach wie vor ihr Möglichstes tun, ebenso für eine Propaganda zum Verbrauch einheimischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Der Regierung könne man nicht vorwerfen, daß sie nichts getan habe. Er rufe der hessischen Landwirtschaft zu: Laßt euch nicht von einigen Unterführern politisch ausbeuten: trennt euch nicht von der volkswirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands, von der unaufhaltsamen Intensivierung der bäuerlichen Betriebsweise und Marktgestaltung. Er rufe ihr ferner zu: Trennt euch nicht von dec deutschen Republik und den die Republik tragenden Volksschichten. Richt i ■ Komps gegen sie, sondern im Zusainmenwirken mit ihnen werdet ihr die Rot der Landwirtschaft beheben. (Beifall.) Unanzmimster Kirnberger weist dann auf die bereits erfolgten steuerlichen Erleichterungen hin, die der Landwirtschaft besonders zugute kämen, so bei der (Brunk-- und Sondergebäudesteuer, bei der Gewerbesteuer, wo das landwirtschaftliche Anlage- und Betriebskapital besondere Vergünstigungen erhalte. Die Finanzämter seien angewiesen. Stundungsgesuche wohlwollend zu berücksichtigen. Zwangsversteigerungen aus der Substanz seien von der Regierung noch regelmäßig verhütet worden. Die Forderung auf 50vrvzentige Ermäßigung der Grundsteuer sei wohl nicht ernst gemeint. (Oho!) Hier seien bisher schon 700 000 bis 800 000 Mark erlassen worden. Das sei etwa ein Drittel der auf dem bäuerlichen Besitz ruhenden Grundsteuer. Der Minister wendet sich aufs schärfste gegen einen etwaigen Steuerstreik. Entgegenkommen sei dann nicht zu erwarten. Die Regierung habe erkannt, daß sie allein nicht ausreichend helfen könne, weil die Rot wo anders liege. Sie habe daher beim Reich Schritte unternommen auf Einberufung einer Konferenz, um die finanziellen Fragen zu Hären. Sie habe aber fein allzugroßes Entgeg en kommen gefunden, well in keinem Land so weitgehende Anträge gestellt worden seien, wie iflv hessischen Landtag. Die Regierung werde soweit entgegenkommen, als sich das mit der Aufrechterhaltung der Staatsaufgaben vereinbaren lasse. Aber die Landwirtschaft müsse auch die Verbundenheit mit den übrigen Stäuben beachten. Der Minister hält es prinzipiell für falsch, wenn sich berufliche Der-- tretungen zu einer parlamentarischen Vertretung entwickeln. Das verenge den Blick für die allgemeinen Sorgen. Die hessische Rot könne aber nur gelöst werden im Rahmen der Besserung der gesamten deutschen Volkswirtschaft. (Beifall links und in der Mitte.) Vizepräsident Blank vertagt die Fortsetzung der landwirtschaftlichen Aussprache auf Freitag'. Heichszuschüffe für die badischen Hochschulen. Karlsruhe, 29. März. (WTB.) 3m Haus- halksansfchuß des Badischen Landtags wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: Der Badische Landtag weist auf die Tatsache hi«, daß sämtliche deutsche Hochschulen in Forschung rrnd Lehre im Gesamtinteceffc Deutschlands arbeiten. Mi! der Einheitlichkeit dieser deutschen Aufgabe fleht die Ungleichheit der Verteilung der hochfchullastenaafdie Lander nicht im Einklang. Während einzelne Lander feine im Verhältnis zu ihrer Gröhe ebenso große Anzahl von Hochschulen besitze, find andere, vor allem Baden, mit unverhältnismäßig hohen hochjchulausgaben belastet. Für die badischen Hochschulen bestehen auch wichtige deutsche Grenzlandaufgaden. Der Landtag ersucht die Regierung, bei der Reichsregierung unter Darlegung dieser Tatsachen mit dem ^nfeug vorstellig zu werden, das Reich möge die bestehenden Ungleichheiten durch Reichszufchüffe und auf dem Wege des Finanzausgleichs beseitigen. Waldecks Anschluß an Preußen. Arolsen. 29. März. (WTB.) Die w a l d e ck » sche Landesvertretung stimmte dem Staatsvertrag mit Preußen vorn 23. März 1928 mit Schlußprotokoll, betreffend bie Bereinigung Waldecks mit Preußen einstimmig zu, nachdem Landtagsdirektor Schmieding in längerer Rebe die Annahme des Vertrages empfohlen und erklärt hatte, das Interesse Waldecks verlange unbedingt den Anschluß. Gleichzeitig ist bannt die Frage entschieden, daß nach den von Preußen, gestellten Bedingungen Waldeck der Provinz Hessen »Nassau angegliedert wird. Die Zweite Lesung des Gesetzes findet am 2. April statt. Oas Urteil im Barmatprozeß. Berlin, 30. März. (WTB. Funkspruch.) Im Darmat-Prozeß würbe heute früh folgendes Urteil verkündet: 1. Der Angeklagte Julius CB arm.et wird wegen aktiver Bestechung in zwei Fällen zu einer Gesamtstrafe von 11 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 155 Tage durch dir Untersuchungshaft verbüßt sind, im übrigen wird er freigesprochen. 2. Der Angeklagte Henry Barmat wird wegen aktiver Bestechung in einem Falle zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt, wovon 157 Tage durch die Untersuchungshaft verbüßt sind. 3. Der Angeklagte Hellwig wird wegen fortgesetzter einfacher passiver Bestechung zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt, die durch die Untersuchungshaft verbüßt sind, im übrigen wird er freigesprochen. 4. Der Angeklagte Walther wirb wegen Vergehens gegen § 108 des Gesetzes über Privatversicherungs-Unternehmungen vom 12. Mai 1901 z u einer Geldstrafe von 200 Reichsmark verurteilt, an deren Stelle im Falle der Uneinbringlichkeit 5 Tage Haft treten. Im übrigen wirb er freigesprochen. 5. Der Angeklagte Stachel wirb wegen eines Falles der fortgesetzten schweren passiven Bestechung und wegen eines Falles der einfachen passiven Bestechung zu einer Gesa m t st r a f e von 3 Monaten und 3 Tagen Gefängnis verurteilt. 3m übrigen wird er freigesprochen. Dem Angeklagten Stachel wird die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von drei Jahren aberkannt. 6. Die Angeklagten Klensle, Lange-Heger- mann. Alfred Staub, Rabinowitz, Hugo Straub und Hahlo werden freigesprochen. Das Mumwahlrechi in England Annahme der Regierungsvorlage im Unterhaus. London, 29. März. (WTB.) 3m Unter- Hause wurde der von der Regierung eingebrachte Gesetzentwurf über das Frauenwahlrecht beraten. Der Staatssekretär des 3nnern, 3 o h n - son Hicks, begründete den Gesetzentwurf in emec Rebe, in der er u. a. ausführte: Der vorliegende Gesetzentwurf gewährt Männern und Frauen das gleiche Wahlrecht zum Parlament. Der Haupteinwond gegen den Gesetzentwurf besteht offenbar darin, daß durch ihn die Kontrolle der politischcn Macht von dem Mann auf bie Frau übergeht. Wenn der Gesetzentwurf angenommen wird, werden die uns Oie Wetterlage. \Donrerstag, den29. Wflrarm jj u uu EVTDA fiFEINE QUALITÄT» UZUM k e anden-Schuhe Koafm für Knaben und Mädchen besonders schön und preiswert. 17; 80; den Hch. Kalbfleisch k üicbiaitrtifec 71 Tel. 1685 £ Gienen Mäusburg 12 II 0 0 . 0 . 0.28 2.70 6.50 0.25 2.40 5.75 Täglich Eingang reizender Neuheiten für Damen, Herren und Kinder zu niedrigsten Preisen in nur bewährten guten Fabrikaten Pfund 10 Biund 25 Ps»nd . 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Maximum 11,6 Grad Celsius, Minimum 3,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 29. März: abends 8,8 Grad Celsius; am 30. März: morgens 6,4 Grad Celsius. — Niederschläge 3,7 Millimeter. — Sonnen scheindauer 5% Stunden. __________________ Reicksministers des Auswärtigen, Dr. Stresemann, aus dem Bankett der Bereinigung der ausländischen Presse in Berlin wird von der Abendpresfe ziemlich ausführlich wiedergegeben. Der „T e m p s" wendet sich dagegen, daß die politischen und praktischen Be- Dingungen vorhanden feien, den ersten Schritt zur Abrüstung zu tun. Locarno habe zwar für die rela- ti.ue Sicherheit im Westen gewisse Bürgschaften gebracht, aber anderswo bleibe die Lage gefahrvoll, und wieder anderswo gebe es nur illusorische Garantien. Damit die Genfer Bemühungen erfolgreich seien, müsse die moralische Abrüstung des deutschen Volkes Wirklichkeit werden. Das sei für die Festigung des Friedens wichtiger als irgendeine materielle ^Abrüstung. — Das „Journal des Sebald" erklärt: Wenn Stresemann eine etappenweise Herab- setzung der Rüstungen fordert, warum hat sich dann der deutsche Vertreter in Genf dem Sabotage- unlernehmen der Sowjets angeschlos- fen? Solange im übrigen die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes sich über Verträge, die die Grundlage des Dölkerbundsstatuts sind, lustig machen, und solange Staaten in ihrer territorialen Integrität bedroht sind, haben sie auch die Pflicht, sich bereitzuhalten, um ihre Grenzen mit Waffengewalt zu verteidigen. — Das radikale „Oeuvre" nennt die Rede Sireie- inanns gemäßigt und geschickt, hält aber hinsichtlich des Auftretens Deutschlands in der vorbereitendLn >lbrüstungskommission seinen Standpunkt aufrecht, wenn es schreibt: „Die unsolidesten Vorschläge un- terftützend, um rasch zum Ziele zu gelangen, die technisch ungeheuer kostbare Arbeit des oorderetten- den Ausschusses beiseiteschiebend, stellenweise sogar die Verbindung des Sickierheitsproblems mit dem Enrroaffnungsproblem verkennen wollend, das heißt nicht für die Entwaffnungarbeiten , sondern das Werk von Gens sabotieren. Dr. Stresemann bestreitet, daß das seine Absicht ist, das ist gut. Aber das war, daran kann gar nicht gezweifelt werden, der Eindrucks den. man in Genf bekommen hat, als man Gras Bernstorfs manövrieren sah." — „Aveni r" erklärt: „Wenn man sich von der, durch das Spiel mit ge- seht (ekhier Ost y Sudsuowesi q sturmucne» norowesi 6ie Pfeile fliegen mit gern winde Oie oercen Stationen stenenuen Zahlen geoen die Temperatur an. Oie Linien veromden Or»e mit gleiche® »ul ."eernniveau «maerechneten Luftdruci _ Voraussage. Unter starkem Barometersall und stürmischen Winden bewegt sich das mit seinem Kerngebwt heute morgen über England und Schottland liegende Tiefdruckgebiet ostwärts weiter. Warm- lust an seiner Vorderseite brachte bereits erneuten Temperaturanstieg und verbreitete Niederschläge. Die rasch solgenden kühleren Luft- Ein rechtes Sonnenkind frisch und fröhlich, die Freude der Mutter — so kann man es haben! Kräftig und gesund wachsen die Kleinen heran mit MZlkS.R'L übrigen Monaten 52 Stunden wöchentlich gearbeitet. Die ‘Vereinbarungen gelten bis zum 31. Dezember 1928. Eine Delegation bestehend aus den Bürgermeistern der Städte Antwerpen und Lüt- t i ch und den Gouverneuren der Provinzen Antwerpen und Lüttich ist in Berlin eingetrolsen, um Deutschland zur Beteiligung an den im Jahre 1930 stattfindenden Feierlichkeiten anläßlich der 100. Wiederkehr des Tages der llnabhängigkeitserklärung Belgiens in den Städten Antwerpen und Lüttich einzuladen. Bekanntmachung. Das Wohnungs- und Mieteinigungsantt befindet sich vom 4. 4. 1928 ab Lony straße 2. Die Amtsräume sind wegen des Umzugs am 2. und 3. April 1928 geschlossen. 3416B Gießen, den 27. März 1928. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. Heka-Kaffee die Marke der Kenner, stets frisch tn eigener Röüerei gcröitet Pfund 4.00, 3.60, 3 20, 2.80 schickten Vergleichen geschaffenen Illusion freimacht, bemerkt man, daß die Mäßigung, die selbst in der Form festzustellen ist, doch nicht das domi- n i e r e n b e Charakteristikum der Erklärungen Stresemanns ist. Das Finale, das eine Antwort auf die Rede Poincares in Bordeaux darstellt und daß gewisse Kreise uns als von wirklich gutem Willen bestell präsentieren möchten, spart nicht mit Epigrammen auf unseren Ministerpräsidenten. Im ganzen genommen, erklärt Stresemann sich nur insofern mit PoincarL einig, als dieser schweigen will, was er in die Formel faßt: .Was geht heute dis Vergangenheit an?'" Frauen über eine Mehrheitvon zweiMil° Honen Stimmen verfügen. Man kann aber nicht behaupten, daß wir die Vertretung des Volkes aus eine möglichst breite Grundlage stellen, wenn wir fünf Millionen Frauen im Älter von mehr als 21 Jahren eine Vertretung im Unterlaufe nicht gewähren. — Namens der Arbeiterpartei erklärte Snowden, seine Fraktion werde den Gesetzentwurf annehmen. Für eine Gruppe der Konservativen brachte Brigadegeneral Sir George Cocsrill einen Ablehnungsantrag ein. — Das Hinterhaus hat die Vorlage in zweiter Lesung mit 387 gegen 10 Stimmen angenommen. WeSkllWlWlslkiMW. Aus den Waldungen der Stadt Allendorf a. d. Lumda (Försterei I) soll am Dienstag, dem 3. April 1928, von vormittags 9 Uhr an beginnend, nachstehendes Holz an Ort und Stelle versteigert werden: Forstort: Kalkberg, Lange Seif, Ruirde Hege, Hormelseck, Zimmerplatz, Dürr- und Windfallholz aus „Verschiedenen Forst orten": Nasser-Strauch, Eisenschade, Wm nereü, Pestilenzstrauch, Hahnenkamm. Schuchardsgrab und Dachsbau. Scheit, rm: Buchen 83,5; Eichen 8; Kiefern 12; Fichten 24. Knüppel, rm: Buchen 70,5; Erchen Eschen 4; Kiefern 25,5; Fichten 50. Reisig, rm: Buchen 327; Eichen Heka-Konfektmehl 10»Psd.-Sack 3.00, ü-Bsv.-Sack 1.55 Hekamebl 5 Psund-Bemel «.40 iHSENiEUR-SCHULE 6 MascninenoaaEiettro- Tonmoustriz Wirimeiifer-AbfUle»!«*. Si»t,Kif»».lar>roiaBerreL , gegen Einsendung von 30 Pfennig in Marken von mir portofrei tu beziehen. Dr. Oetker’3 Backpulver „Backte", Puddingpulver, Vanillin-Zucker, Gustin usw. sind in allen Geschäften stets MeZe ricue^und wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen das neue farbig illustrierte Oetker-Rezcptbute, Ausgabe f, das für 15 Pfennig in allen Geschäften erhältlich ist. Sie dem Buche auch Näheres über den vorzüglichen Backapparat „Küchen wunder", mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen, braten und kochen können. £)r# AugUSt Oetker, Bielefeld• Bekanntmachung. Bett:.: Ltraßenbahnbetricb. Ab Sonntag, den 1. April d. Z., wird der Verkehr zum Neuen Friedhof verlängert. Der erste Wagen fähtt ab Bahnhof 13,15 Uhr, ab Marktplatz 13,22 Uhr. der letzte Wagen ab Friedhof 18,12 Uhr. Gießen, den 29. März 1928. Direktion der Straßenbqtzn. Stolte. 34170 Dasel Margarine Pü'Nd 0.60 L malz, amerikanisch, Pfund 0.78 Lanin i-Pstmd-Tafel 0.08 'Hüböl, Kattschlag. ... Kier 0.98 Tafelöl «"er o.9o Hosiueu P'unü 0.60 hortntbett Biund 0.78 Sultaninen, Pfund 0.80 und 0.5i> Mandeln, iüße . Kund 1.60 Najelnußkernc ^!unJ Kokosnuß, aer. ■ Pfund o.bo Dis verhafteten deutschen Ingenieure. Russische Zugeständnisse. M O 2 k a u , 30. März. (WTD. Funlspruch.) Die Telegraphen-Agentur der Sowjet-Union meldet, Tschitscherin setzte den deutschen Botschafter Graf Drockdorf-Rantzau davon in Kenntnis, das; er dem deutschen Konsul in Charkow die Genehmigung erteilt habe, die verhafteten deutschen Staatsbürger, die sich in Untersuchungshaft in Rostow am Don befinden, zubesuchen. Der deutsche Botschafter hat den Legationssekretär Dr. Schliep beauftragt, sich unverzüglich nach Rostow zu begeben, um bei den dortigen zuständigen Behörden die Genehmigung durchzusehen, mit den Gefangenen persönlich in Verbindung zu treten und ihre Gesundheit und Unterbringung feststellen zu dürfen. Die für die Besuchsgenehmigung formal zuständige Persönlichkeit ist der Untersuchungsrichter in Rostow, Rosenfeld. Seitens der Botschaft werden beim Volkskommissariat des Aeuhe- ren auch Schritte unternommen, um zu erreichen, daß die verhafteten deutschen Ingenieure über die Art der Unterbringung und ihr Befinden Auskunft geben und mit ihren Angehörigen in briefliche Verbindung treten können. Meine polnische Nachrichten. Der Landesausschuh der Kurhessischen Zentrumspartei kam über die Besetzung der ihm zustehenden Sitze auf den Zentrumslisten des Wahlkreises Hessen-Rassau dahin überein, den bisherigen Abgeordneten Dr. Crone- Münzebrock für die Reichstagsliste und die Abgeordneten Amtsgerichtsrat Thiel und Gewerkschaftssekretär Karl Schmitt für die Landtagsliste wieder an erster Stelle vorzuschlagen. Die Tarifverhandlungen bei der । Deutschen Reichspost sind am Mittwoch- abend durch eine Vereinbarung beendet worden. Die Lohnerhöhungen betragen im Durchschnitt 10 v. H., die Arbeitszeit ist im allgemeinen unverändert geblieben. Sm Telegraphenbaudienst wird in drei Wintermonaten 48 Stunden, in den Eschen 3; Fichten 35. Stöcke, rm: Buchen 14; Eichen 20,5. Das Dürr- und Windsallyolz aus verschiedenen Forstotten wird nicht vor- BlütcnineHl 00 Bliitenmevl 00 'Blüteumebl 00 ... gezeigt. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr am Pestilenzstrauch. Allendors a. d. Lumda, 28. März 1928. I Hess. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda. I y Stein. 3440V Sur das Osterfest taufen Str Ihre 3444a Vaikartikel nirgends fo billig rote bei mir: aufwarten und erntete damit natürlich entsprechende Anerkennung. Sie frei, verriet es freudestrahlend, daß Dr. Oetker’s neues Schulkotebuch diesen Wandel geschaffen habe. In der Tat will das neue Buch, Ausgabe C, jeder Hausfrau and besonders den angehenden ein guter Kat- geber für die HaushaltfEhrung sein, denn es berücksichtigt die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie die neuen Forsdiungsergebnisse in i der Ernährungswissenschaft. Zahlreiche farbige Tafeln über Fleisch, Gemüse, Pilze, Kuchen, Torten, über die Anrichtekunst usw. vervoll- I ständigen die Sammlung von fast 500 Koch-, Back- u. Einmache-Rezepten. Holzverkauf Dienstag, den 3. April, 9 Uhr, bei Gastwirt Schmidt Wwe., Saasen, aus Försterei Saasen, Forstorte: Bauschel, Eichroald, Großer Seng, Güntersaraben, Winneröderheide, Neuerhegwald, Saaser- hegwald, Zeileichen und verschredene: Stammholz: 14 Stück Eiche 1.—4. ÄL = 8 fm; 7 Stück Buche 3.-6. ftl. = 11 fm; 45 Stück Fichte la—3a-Kl. — 17 fm, 1 Stück Tanne 3a-Kl. = 2 fm: 1 Stück Strobe 4a-Kl. =2 fm; 23 Stück Kiefer lb—4a»SL = 14 fm; 6 Stuck Lärche la—3b-Kl.--3 fm; Derb- und Siete, st äugen: 260 Stück Fichte = 15 fm; Stutz, knüppclholz, 4 m lang, rm: Eiche 52, Kiefer 16. Nntzrciscrholz, rm: Fichte 22. Ferner Brennholz, rm: Scheitholz: Buche 263, Eiche 71, Kiefer 15, Fichte 41. Knüppelholz: Buche 122, Eiche 118, Aspe 4, Kiefer 34, Lärche 2, Fichte 79. Nciserholz 1.—3. Kl.: Laub 502, Nadel 186. Stockholm,: Buche 64, Eiche 12, Fichte 106. Die zur Versteigerung gelangenden Eichen- und Buchenstämme sind mit dem Revierhammer „23g." geschlagen, während das zum Ausgebot kommende Buchen- Brennholz, soweit solches in Losholzschlagen sitzt, rot unterstrichen ist. _ . Die Holzvcrläuse in den Förstereien Harbach und Atzenhain am 26. und 27. März sind genehmigt. _ 3414V Hessisches Forstamt «runberg. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde heute bei der Firma Basaltwerke Gießen, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Dr. Erich Steger in Gießen ist nicht mehr Geschäftsführer. 3385V Gießen, den 27. März 1928. Hessisches Amtsgericht. Ss fliegt mofjetst spißlend$u' " . ---- n ,rn <* _7— D..J. m z7rr„erJizi h»m Pnnnhand ist, wo nicht 106- ■w- *051 2 uaiderst 8 j3 warstlj e»~iHcmeil ---------------( FW Tennis-Cafe Bad-Nauheim ä Eröffnung Statt jeder besonderen Anzeige. 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Mit ihm ging ein um unser Institut hochverdientes Mitglied unserer Direktion, ein lieber, treuer Freund, Mitarbeiter und Vorgesetzter von uns. Seine vorbildliche Pflichttreue, sein vornehmer Charakter, seine edle Gesinnung und seine hohe Auffassung von dem Berufe des Kaufmannes waren die Grundpfeiler seiner Lebensführung; sie sicherten ihm das unbedingte Vertrauen, das ihm von allen denen entgegengebracht wurde, die ihm beruflich und freundschaftlich nahekamen. Anna Engel geb. Weil und Tochter. Direktion und Beamte der Mitteldeutschen Creditbank Muschenheim, den 29. März 1928. Die Beeidigung findet Samstag, den 31. März, nachmittags 2l/, Uhr statt. I20D Sreitag, 50. März 1028 Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. 77 Zweites Blatt was teilweise auch durch den deutsch-französi- gefühlsmäßigen Gründen, die nach dem ausgezeichnete i Gutachten von Professor F'.nger auf dem 31. deutschen Juristentag gerade bet den Gegnern der Todesstta e nachzuwüsen^ sind, wenigstens der eine Wegfällen, der die Todesstrafe ablehnt als vermeintliche Konsequ-mz eines politischen Parteiprogramms. Möge jeder tue ernste und schwere Frage nach seinem eigenen Gewissen und seiner freien Heberzeugung beantworten. ilnö möge man nicht Vorbeigehen an dem Empfinden des Dolles, daZ sesthält an der tiefwurzelnden Heberzeugung der Zusammeii- gehörigleit von Schuld und Sühne, und das, selbst wafsen- und schutzlos, vom Staate den wirksamsten Schutz gegen Schwerverbrecher erwartet und erwarten darf. Das deutsche Doll läßt sich an Menschlichkeit von keinem Volk der Erde übertreffen, aber es hat keinen Sinn für Humanität im Dienste der. Raub- und Lust- morder. Zur Bautätigkeit beamteter Architekten. Die Dolkspartei hat beantragt, die Regierung zu ersuchen, alsbald geeignete Maßnahmen zu treffen und dem Landtag mitzuteilen, durch die verhindert wird, daß staatliche Daubeamte durch private Arbeiten in Wettbewerb mit den freien Architekten. die bekanntlich gegenwärtig sich in schwerem Daseinskampf befinden, treten. — Es geht, namentlich angesichts der schweren Rotlage der privaten Architekten nicht an, daß die staatlichen Daubeamten in den Konkurrenzkampf mit den privaten Architekten eintreten. Erscheinungen. die in normalen Baujahren der Friedenszeit nicht als mißliebig empfunden wurdm, müssen heute in einer Zeit, in der eine große Zahl der privaten Architekten kaum die Existenz- Abschaffung der Todesstrafe? Don Or. Gerhard Eckert, Staatsanwalt in Gießen. Zur Geschichte des Schachklubs Gießen. Don Or. August Zoeschen. Der Schachklub Gießen feiert Ostern sein 70. Stiftungsfest. Gegen die Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde die praktische Hebung des Schachspiels neu angeregt durch die Einführung von »Turnieren". Das erste internationale Turnier wurde in London 1851 abgehalten. Der deutsche Meister Anderssen erstritt nach heißem Kampfe mit dem Engländer W Y v i l l dm ersten Preis. Dieser Sieg brachte den deutschen Schachkreisen eine leb- haste Anregung. , 3m 2-chr- 1858 ist der Schachklub Gießen" gegründet worden. Er kann die C-Ote beanspruchen, einer der ältesten des Deutschen Reiches, der zweitälteste in ganz Sud- d e u t s ch l a n d zu sein. Rur München gegr. 1836) ist älter, dagegen selbst Hankfurt 1874. Darmstadt (1875), Mainz (1872). Offenbach (1880), Worms (1878) wesentlich jünger. Im Oktober 1858 trat eine beträchtliche Anzahl von Schachfreunden zusammen und übte eine eifrige Spieltätigkeit im Cafe Ebel aus. Die Geschäftsführung wurde von Postsekretar Otto v Ä e l m o l t und Gustav Schmid k b o r n aus- aeübt. Im Oktober des folgenden Iahres gab sich diese Gesellschaft eine straffere Organisation, wählte einen Vorstand und setzte regelmäßige Spielabende fest. Zum Vorsitzenden wurde Postsekretär v. Helmolt, zum Schriftführer Kommis Schmidtborn, zum Rechner Hofoer.-Gehllfe Lieb- rich gewählt. 28 Mitglieder begründeten diese Schachvereinigung, die sich nunmehr offiziell Schach-Klub" benannte. Im Jahre 1860 besah sie schon ein ansehnliches Inventar (11 Schachbretter und ein Drett für Vierfach), sowie eine Reihe wertvoller Schachwerke: auch hielt sie bereits die »Deutsche SchachMtung. Im Iahte 1860 veranstaltete man auch em T urnier, tootan lich 22 Mitglieder beteiligtem W d.e drei stärksten Spieler zeigten sich Otto v. Hel niolt Akzessist Weidig und Kaufmann Schmidtborn. 1865 wurde..Advokat Ottnar Weidig zum Präsidenten gewählt, er bekleidete 41/ Jahrzehnte dieses Amt und war ein halbes Iahrhundert lang Mitglied. 1867 wurde er ein Turnier veranstaltet, woran sich 17 Mit glieder beteiligtem 3n d-n I°lg°nd-n 3°hr°n mich man einen Riedergang des Schachklubs feststellen, Die nachstehenden Ausführungen, die vor I einigen Tagen in der »Deutschen Allgem. Ztg." enthalten waren, möchten wir angesichts des allgemeinen Interesses, das dieser Frage zur Zeit wieder entgegengebracht wird, unseren Lesern nicht vorenthalten. Die Red. Ein Derliner Dlatt hat kürzlich einen Aufsatz des bekannten Strafrechtslehrers Prof. Dr. Liep- m a n n in Hamburg gegen die Todesstrafe veröffentlicht. Es sei einem einfachen „Frontoffizier der Justiz" gestattet, die abweichende Ansicht vorzutragen. Für die 2lbschafsung eiiuutreten ist heute freilich dankbarer. Ausnahmslos alle Gegner der Todesstrafe arbeiten stark mit ar- gumentis ad hominem: deren Anhänger die, mittelalterlichen Quälern gleichzustellenden rückständigen Darbaren, die Gegner fortschrittliche I Träger des Lichts. Wer Kurt Daschwih' .,Massenwahn" kennt, wird es zum mindesten nicht unwahrscheinlich finden, daß diese bewußt oder unbetont Minderwertigkeitskomplexe erzeugende Methode es ist, die den Gegnern den Zulauf zahlreicher Gedankenloser und Aengstlicher sichert. Dei der Erörterung Pflegt der theoretische Kriminalist den Gegensatz der Theorien in den Vordergrund zu stellen. Auf der einen Seite die vermeintlich veralteten Theorien der Vergeltung, die Sicherung, der Abschreckung, auf der anderen Seite die Erziehung und Desserung. Wer über das Problem vorurteilsfrei nachdenkt, wird vielleicht erkennen, daß diese vielfach als unvereinbar geltenden Richtungen in Wahrheit auf einer großen Strecke Wegs parallel laufen. Heberall da. wo besondere Mi> derungsgründe zutage treten, mag man. durch Annahme mildernder Umstände und Gnadenerweise. Milde üben und die Strafzeit nach Möglichkeit zu Desserungszwecken benutzen. Dem Sühnegedanken steht das nicht entgegen: kern Mensch verlangt heute mehr mechanische Vergeltung. ©leidje äußere Erfolge sind auch für das Sühneverlangen durch die „subjektive Seite" Aber auch wer von einer bestimmten Richtung aus das Problem zu lösen unternimmt, sollte sich dem Gedanken nicht verschließen, daß im Volksstaat. wo nicht mehr im Ramen des Staatsoberhaupts. sondern im Ramen des Volks Recht geschaffen und Recht gesprochen wird, das Recht volkstümlich sein muß. Dei der Aufklärung schwerer Mordtaten und als Anklagevertreter habe ich die Heberzeugung gewonnen, und Richter wie Staatsanwälte aus großen und kleinen Städten haben es mir aus eigener Erfahrung bestätigt' heute wie zu allen Zeiten empfindet das Dolk — mit Kant und sehr bedeutenden modernen Rechtslehrern - die Strafe in erster Lime als Vergeltung. Es ist für sein instinktsicheres Rechtsgefühl bei gemeinen Raub- und Lustmorden ein unfaßbarer Gedanke, daß der Mörder — unter Lebensbedingungen, wie sie Prof. W e i ß g e r b e r hat das große Verdienst. den Schachklub wieder mit frischem Leben erfüllt und zu seiner jetzigen bedeutenden Höhe emporgeführt zu haben, nachdem er 1918 zum Vorsitzenden gewählt worden war und bis zur Gegenwart dieses Amt mit regstem Eifer bekleidet hat. Er wurde hierbei bestens von Amtmann R 0 t h a m e l (Schriftführer 1918 bis 1924) und Inspektor Baumert (Schristsührer 1924 bis heute) unterstützt. Eine ganze Reihe von bedeutenden Turnieren, Simultan- und Blind- lingsvorstellungen hervorragender Schachmeister (Spiel mann. Reti, Bogoljubow usw.) sand in diesem Jahrzehnt statt. Sehr ausgezeichnet hat sich der Klub auch innerhalb der hessischen Schachbezirke und des Mittelrheinischen Assessor Hrstadt (geb. 1868 in Alsfeld, jetzt Ministerial-Direktvr). Er warb eine ganze Reihe neuer Mitglieder und begründete den Wiederaufbau. Präsident wurde wieder Weidig. Hrstadt Sekretär, Weinhändler Austerlitz Rechner. 1898 wurde ein „Ermunterungsturnier" abgehalten, worin man in zwei Klassen spielte. In Gruppe A der ersten Klasse errang Studiosus Wipplinger den ersten Preis: in Gruppe B dieser Klasse teilten sich Weidig und Hrstadt in den ersten Preis. Im 3ubi- läums-Turnier 1898 teilten sich Assessor Hrstadt und Studiosus Kölln er in den ersten und zweiten Preis: den dritten errang Weidig. 1904 meldete man den Schachklub mit 30 Mitgliedern zum „Deutschen E ch a ch b u n d" an. Belebt wurde das Schachleben im Winter 1908/09 durch eine Simultan-Borstellung von Altmeister F r i tz und eine Dlindlingsvorstellung des Schach- meisters Mieses. Fritz spielte 23 Partten, von denen er 21 gewann. Mieses spielte 6 Partien, die er alle gewann. Infolge dieser Vorstellungen stieg der Mitgliederbestand auf die Zahl 36. 1909 verzog Rechtsanwalt Weidig nach Homberg a.O. und wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Sein Rachsolger wurde Oberlehrer Hrstadt: Schriftführer wurde Architekt Rico- laus. Hüter der zielbewuhten Leitung dieses Vorstands nahm der Klub einen hohen Aufschwung. Der Mitgliederbestand stieg auf über 40. Auch fanden 1911 bis 1912 wiederholte Simultan- vorstellungen der Weister M a r s ch a 11, M ie- s e s und Spielrnann statt. Diese gedeihliche Entwickelung wurde jäh durch den Weltkrieg unterbrochen. Gegen Ende des Kriegs wurde die Spieltätigkeit wieder reger. Ein täglicher Verkehr von Mitgliedern fand im Cafe Krämer statt, das man seit 1910 als Klublokal benutzte. arbeitsamen freien Menschen vielfach nicht zu Gebote stehen — geschützt und erhalten werden soll. In solchen Fällen „die Erziehungsbedürftigkeit des Kriminellen" an Stelle von Sühne (und Sicherung) zu sehen, wird als „Humanitätsschurkerei" empfunden. Gewiß war es von nicht zu überbietender Schönheit, als Rathenaus Mutter um Milde für die Mörder ihres Sohnes bat: aber der Staat darf nicht selbstverleugnenden Edelmut der Volksgesamtheit als Zwangseinrichtung aufdrängen. Cs wird keineswegs „Rache" verlangt, sondern gerechter Ausgleich, d. h. Vergeltung unter Berücksichtigung aller zugunsten des Täters sprechenden Hmstände: und nur too diese nicht oder nicht ausreichend vorhanden sind, wird die Todesstrase gefordert. — für deren Berechn» gung übrigens, diese Beobachtung Wulfsens kann mancher Staatsanwalt bestätigen, die meisten Mörder ein besseres Bewußtsein haben, als ihre „bänglichen Zeitgenossen". „Die Tat kann nur durch mein Blut gesühnt werden." sagte nach der Hrteilsverkündung der Massenmörder Angerstein. Vo.m großen Rechtslehrer Laband stammt das grandios-lakonische Wort, für die Todesstrafe fei die Volksüberzeugung allein der vollauf rechtfertigende Grund. Wer freilich in jedem Ver- brecAt das bedauernswerte Opfer der „Gesellschaft" sieht, wer mit dem zur Redensart erniedrigten. falsch verstandenen Wort „Tout com- prendre c’est tout pardonner“ alles entschuldigen will, der sei an ein gutes Wort erinnert, das I ein Prominenter des Altertums geprägt hat: Taeitus Annalen XIV, 44: „Habet aliquid ex iniquo omne magnum exemplum, quod contra sin- gulos utilitate publica rependitur" — in jedem großen Strafverfahren liegt ein Körnchen Ungerechtigkeit, das im Verhältnis zuw einzelnen durch das Staatswohl aufgewogen wird. Denn daß die Todesstrafe auch einen bedeuten- den Abschreckungswert hat, ist kaum ernstlich zu bestreiten. Mancher gefährliche Verbrecher hat die Maxime: »Rur nichts, was den Kopf tosten kann!" Im Einzelfall freilich schöpft der Mord- bereite den Mut zu seiner Tat aus der (lewer nicht selten begründeten) Hoffnung, ber @nt- deckung zu entgehen. Gewiß darf man sich die Schuhwirkung der Todesstrafe nicht naiverweise so vorstellen, daß etwa die Kantonbaseler oder Kantonschaffhausener nach Abschaffung der Todesstrafe nun gleich scharenweise zu Mördern Untaten ui jein würden. Die (im einzelnen naturgemäß Nicht — bessern zu können und I nachweisbare) Abschreckungswirkung beruht zum • " ' " t I guten Teil darauf, daß die Rachrtcht von der mit ihrer uralten, auch die Tierwelt umfassenden Mitleidmoral die Todesstrafe eine Selbswer- ständlichkeit und das europäische Gezeter um sie unbegreiflich ist. In Oesterreich sollen an- gesichts schwerer Mordtaten weite Kreise die Abschaffung bereits bedauern. Ita.ien hat sie auf die von einem Lynchfall begleiteten Attentate auf das Staatsoberhaupt wieder eing-eführt und — die Mordanfälle haben aufgehört. Groß ist nachweislich der von den Gegnern gern verschwiegene Sicherungswert der Todesstrafe. Auch die besten Anstalten bieten gegen entschlossene Verbrecher, die nach Abschaffung der Todesstrafe nichts mehr zu verlieren haben, feinen sicheren Schuh, von der Möglichkeit der Massenbefreiung in unruhigen Zeiten ganz ab- gesehen. Ein billiges Svphisma ist der gern gebrachte Einwand, durch die Todesstrafe bekämpfe der Staat Mord mit Mord. Die Todesstrafe ist so wenig Mord, wie die Tötung eines Menschen in Rotwehr. Rach dieser Logik wäre ©efängnis- strafe Freiheitsberaubung, Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte Beleidigung, Zwangsbei- treibung von Geldstrafen Erpressung und Raub. Schachbundes. Auf dessen Hauptturnier errang Rechtsanwalt Rothenberger den zweiten und dritten Preis geteilt. Im Wettspiel gegen den Schachklub Hanau, der 1925 in Friedberg ausgefochten wurde, hatte Gießen 6, Hanau 5 Gewinnspiele. Einen glänzenden Ersolg hatte der Schachklub Gießen beim Turnier der hessischen Städte, das beim 50jährigen Stiftungsfeste des Schachklubs Darmstadt abgehalten wurde. Im Endkampf siegte Gießen mit 21/2:1/s überlegen gegen Offenbach. Hierdurch kam der vom Schachklub Darmstadt für dieses Turnier gestiftete G 01 d p 0 k a 1 in feinen Besitz. Zu danken ist dieser hervorragende Erfolg Prof. Weitz- g e r b e r . Rechtsanwalt Rothenberger, Amtmann R 0 t h a m e 1. Das Ehrenmitglied Frhr. v. Holzhausen erstritt 1925 auf dem Kongreß des Deutschen Schachbundes in Breslau den Meistertitel. Am 25. Oktober 1925 siegte der Klub im Wettspiel gegen den Friedberger Schachklub, wobei an 8 Brettern gespielt wurde mit 6Vr:l'/r- Ebenso hatte er einen großen Erfolg 1926 im Wettspiel gegen den Schachklub Betzdorf. Das Ergebnis war Gießen + 8, Betzdorf 4- 6. Im Rückspiel siegte Gießen mit 9:5. Im Turnier im Winterhalbjahr errang Architekt Ric 0 lau s den ersten Preis und den Titel ..Klubmeister", sowie den Wanderpreis bis zur nächsten Austtagung: den 2. Preis erstritt Prof. Weihgerber. Im Turnier des Winterhalbjahrs 1926/27 errang Rechtsanwalt Rothenberger mit 8V0 Punkten der ersten Preis mit dem Titel „Klubmeister" und den Wanderpreis. Pros. Weihgerber mit V/z P. den zweiten. Amtmann Rothamel mit 7 P. den dritten Preis. Ein glänzendes Ergebnis für Giehen hatte das erste Turnier des Hessischen Schachverbandes zwischen den Bezirken Darmstadt, Odenwald und Oberhessen. das am 29. Mai 1927 in Giehen stattfand. Bei Oberhessen war Giehen mit 6. Friedberg und Alsseld mit je einem Spieler beteiligt. Das Gesamtergebnis war: Oberhessen 5*/r. Darmstadt 2Vr- Auch im Winter 1927/28 hatten die Turniere innerhalb der Hessischen Schachbezirke für G i e- h e n ein günstiges Ergebnis. Diese gedeihliche Entwicklung des Klubs ermutigte zu einer besonders feierlichen Begehung des 7 0. Stiftungsfestes zu Ostern 1928. Zum erstenmal findet ein internationales Meisterturnier in Giehen statt. Wir leben der Hoffnung, dah der Schachklub Giehen auch in der Folge sich in aufsteigender Linie bewegen wird. scharf getrennt. Jede mit dogmatischer Sicherheit angewandte Theorie zerbricht jedoch an Heberspannung und scheitert an den Aufgaben der Wirklichkeit. Wer glaubt, Massenmörder wie Grohmann, Schumann und Haarmann oder einen Menschen wie den kürzlich Hingerichteten Doppelwörder Böttcher, der am Tage seiner Hntaten in sein Rotizbuch eintrug: heute Mord < * T seiner ^Meinung^überlassen. Der'Rechtstheoretiker I Verhängung und^ottstrcckung eines Todesurteite könnte einaedenkder Tatsache, -dah das Recht mit ungeheurer Wucht das Bewuhtsein, von der Tausende von Jahren älter ist als alle Theorie, Entsetzlichkeit des Mordes und damit eme meist methodologisch von der neueren Medizin lernen: lebenslängliche Hemmung ^S^^k-DurchIaht^ hier haben um Lehrmeinungen unbekümmerte Hunderte hindurch haben alle ^ohm Kultm aeniale Aetzte den „Primat der Praxis" an- staaten den Mord mit dem Tode bestraft So erkennend und' auf uralte Erfahrungen zurück- ward die Scheu vor der techtewidrigenDn- greifend das Gute genommen, wo sie es finden nichtung fremden Lebens ein den Kutttrnnenschen ÖM u„fle.A .... | der Bewußtseinszusammenhang der Volker wett gröber als man gemeinhin glaubt Hnd so ubt jede durch die Länder laufende Kunde von bei Bestrafung einer Mordtat mit dem Tode einstweilen ihre psychologische Wirkung auch in den — meist unbedeutenden und vielfach keineswe^ auf der Höhe stehenden — Staaten, die feit einer vergleichsweise kurzen Zeit die Todessttafe nicht angewandt haben. __ Der Vergleich mit dem Mittelalter, too trotz grausamer Todesstrafen mehr Verbrechen begangen wurden als heute, ist ein schwerlich ge- glück ter Versuch der Gleichsetzung unvergleichbarer Gröhen. Bezeichnend ist, daß die großen europäischen Siegervölker mit ihrem ausgesprochenen Staatsgefühl an die Abschasfung offenbar lischt denken, wie auch den Kulturnattonen Asiens Oie deutschen Bauernvereine. Eine Reihe von Hoffnungen knüpft sich an die soeben vollzogene Wahl des ehemaligen Reichsministers Dr. Hermes zum Präsidenten der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine. Hm diese Hosfnungen begreifen zu können, scheint es doch angebracht, noch einmal aus die Gesamt- fituation der bäuerlichen Organisationen hinzuweisen. Gab es bisher nur zwei landwirtschaftliche Organisationen, nämlich den 1862 gegründeten Deutschen Bauernverein als Len ältesten dieser Organisationen und den 1893 gegründeten Reichslandbund, so ist in letzter Zeit noch die Deutsche Bauernschaft als eine Organisation mehr politischer Art hinzugekommen. Die Deutschen Bauernvereine legen nunmehr schon von jeher den größten Wert daraus, eine berufs ständische Organisation zu sein. Sie befassen sich in keiner Weise mit Parteipolitik und lehnen auch eine irgendwie geartete parteipolitische Einstellung im Rahmen der Wahlen ab. Zumeist sind sie in den katholischen Gebietsteilen Deutschlands vorhanden, aber auch große Teile des protestantischen Deutschlands, so Schleswig-Holstein und Württemberg werden von den Deutschen Bauernvereinen umsaht. Run kam es von ungefähr zu Streitigkeiten im Rheinischen Bauernverein, die zum Teil personeller Art waren und in denen die Ramen Freiherr von Loe, Freiherr v. Kerkerinck zur Borg und der Haiiptgeschäftsführer Dr. Crone (Münzebtock) eine gewisse Rolle spielten. Der Rheinische Bauernverein schied schließlich aus der Vereinigung aus, wie auch Kerkerinck zudem noch das Präsidium niederlegte, so dah die nunmehr stattgefundene R e u w a h l notwendig wurde. So ist die Lage, die Dr. Hermes als der nunmehrige Präsident vorsindet. An diese Wahl knüpft sich deshalb einmal die Hoffnung aus einen Wiedereintritt des RheinischenBauernvereins, schließlich auf eine Zusammenschmelzung aller bäuerlichen Organisationen. Wäre die Todesstrafe ..unchristlich", so hätte die Kirche schwerlich 1900 Jahre gewartet, um sich diesen neuerdings nicht gerade von kirchlichen und religiösen Kreisen erhobenen Einwand vor- wegnehnien zu lassen. Ein religiöses Problem scheint die Frage nicht zu fein; offenbar verhält sich die Kirche dieser Staatsangelegenheit gegenüber neutral: ..Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist". Aber gerade darin liegt es. Im Kampfe der .Untertanen gegen eine absolute unkontrollierte Staatsgewalt stand der Widerstand gegen die Todesstrafe in erster Linie, und diese, übrigens auf nachweisbar irrigen Voraussetzungen beruhende Forderung ist trotz der veränderten Umstände gewohnheitsmäßig beibehalten und, anders rationalisiert, zum politischen Parteiprogramm gemacht worden, an dem man um so freudiger festhält, als es mit beglückenden Ueberlegenheite- gefühlen über die andersdenkenden Barbaren verknüpst ist. Und wie häufig im polittschen Kampf ist man mit den Mitteln nicht immer wählerisch. An den jüngst verbreiteten Geschichten von den unter Wilhelm 1. unschuldig Hingerichteten war kein wahres Wort. Seit Menschenaltern ist in Deutschland nicht ein einziger Fall der Hinrichtung eines Unschuldigen bekanntgeworden. Die Detriebsgefahren der Iustiz, nut Recht hat man es bemerkt, sind äußerst gering. Wenn ein Unschuldiger sein Leben oder auch nur seine besten Iahte in Gefangenschaft verbringen muh, so ist das Unglück ebenfalls entsetzlich. Mögliche schwere Folgen fehlerhaften Gebrauchs einer Einrichtung können niemals deren Beseitigung, sondern nur äußerste Vorsicht bei der Anwendung rechtfertigen. „Ungezählte Menschen in der ganzen Wett hat der traurige Fall Sacco und Van^elti' — der sich der sicheren Beurteilung Fernstehender entzieht - weniger „die Augen geöffnet, welche untragbaren Unsittlichkeiten und Mißstände mit dieser Strafe verbunden sind", als für die traurigen Folgen 'einer Massenverhetzung, die für die Amerikaner die Degnadigungsfrage zuletzt zu einer polittschen Prestigeangelegenheit gemacht und zahlreichen, vom aufgestachelten Mob getöteten Unschuldigen das Leben gekostet hat. Als aber um die gleiche Zeit in Rußland nach einer Iustizkomöd.e Menschen hingerichtet wurden, die nicht weniger wert waren als Sacco und Van- zettt, da war tiefes Schweigen. Man merkt offenbar nicht, dah man mit solchen Methoden die Geschäfte derer fördert, die — wie jüngst so schön gesagt worden ist — „die Todesstrafe im kapitalistischen Staat bekämpfen", um sie, wenn die Macht in ihre Hände gleiten sollte, „im Verwaltungswege" tausendfach zu verhängen und zu vollzieAn. Zweierlei wird man für die kommenden Be- 1 ratungen wünschen dürfen. Möge von den meist eben Krieg verursacht wurde. Um die Mitte der 70er Iahre belebte sich wieder die Tätigkeit des Schachklubs. Man veranstaltete im Winter 1875/76 ein Turnier. Die Teilnehmer, 15 an der Zahl, wurden m drei Klassen geteilt und für jede Klaffe em Preis im Werte von 4 Mk. ausgesetzt. Das Turnier der ersten Klasse kam nicht zum Austrag. In der zweiten Klasse errang den Preis Premier- Leutnant Spohr, in der dritten Studiosus Koch. 1876 trat ein stuck, jur. in den Klub ein, der später einer der stärksten Spieler des Kontinente werden sollte, Alexander Friß (geb- 1857, jetzt Geh. Iustizrat t R. m Alsfeld). Er belebte alsbald den Geist des Klubs m jeber Richtung. Die Mitgliederzahl erhöhte sich auf 30 bis 35 und blieb während der nächsten Iahre ständig auf dieser Höhe. 1876 siedelte man in das Cafe Klein (jetzt Postkeller), 1873 in das Cafö Ebel. 1879 in Wenzels Garten über. Alexander Fritz zeigte schon im Turnier des Winters 1876/77 seine starke Ueberlegenheit, indem er in der ersten Klasse alle Partien gewann. Wahrend seiner Giehener Studentenzeit (1876—81) gab Fritz eine ganze Reihe von Dlindlingsvorstellun- gen. Seine glänzendste Leistung war seiii Blind- lingsspiel vom 21. Rovember 1879, wo er 12 Par- tien spielte, die er alle, bis auf 2, gewann. In ben „Deutschen Schachblättern" (14. Iahrg. S. 1) lesen wir: ..Fritz war seines lebhaften und gefährlichen Angriffsspiels 'oegen ein außerordentlich gefürchteter Gegner, her gerade den starken Ausbildern gegenüber glanzende Erfolge auszuweisen hatte in Partien, deren Wert die Zett überdauert. Größere Erfolge erzielte Fritz auch tn ernsten freien Partten. wovon unter anderen Gunsberg, Z u k e r 10 r t, T e i ch m an n und Lasker Zeugnis ablegen können... Auf dem Kontinent war er seinerzeit der erste Bttnd- spicler. dem nut in England D1 ackburne und Z u t e 110 r t ebenbürtig zur Seite standen. Aus dieser Zeit ist noch zu erwähnen der Besuch des Schachklubs Gießen am 1. Februar 1880 beim neugegründeten Marburger Schachklub. Alexander Fritz gab eine Blindlingsvor- stellung von 8 Spielen, wovon er 7 gewann. In den einzelnen Wettkämpien zeigten sich die besser geschulten Gießener den Marburgern bedeutend überlegen. Vom Iahre 1884 an machte sich Interesselosigkeit mehr und mehr bemerkbar. Der Mitgliederbestand sank auf die Zahl 5. Das Verdienst, den Schachllub vor dem vol- I ligen Untergang bewahrt zu haben, gebührt I Möglichkeit besitzt, verbitternd wirken. Darauf muh der Staat und müssen die von ihm angestellten Baukreamten gebührend Rücksicht nehmen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 30. März 1928. Schulschluß. Gin wichtiger Tag ist am morgigen Samstag für Schüler und Lehrer gekommen. Rach einem langen, arbeitsreichen Wintersemester stehen nun die Osterferien vor der Tür. Ein Schuljahr ist zu Ende, Schüler und Lehrer atmen auf. Wohl selten fühlen die Schüler ganz, was eigentlich Schulentlassung bedeutet. Fast aue freuen sich, daß sie nun endlich von einem Zwange befreit werden, denn sie sind ia der Meinung, daß das Leben viel freier und schöner sei als die Schule. Ihnen hängt ja, wie der Vvlksmunb sagt, der Himmel noch voller Baßgeigen. Wie ost hört man sie sagen: „Wenn ich erst einmal auS der Schule bin, bann..." Es ist gut so, daß unsere 3ui Frankfurt ' ftadt untetl streuten hi; der 1858 ir ein loser ohne beson 5. und 6. 2 erste große schen Gart- Der M nach seit neun Dezir Vorort, ei wieder na dritten Mi zählte der gliedern. 1: erhoben, ui Gulden. 18 Turnfestes seinen erst« Morih < dieses Am eine feste Ravenstein Gröhe Unzahl damal die erreichte ML Mi mit 8343 M 68 De Hälfte zur Mittelrhci Gauen, di- heute 27 die in 142 überflü sen Zah 3n der Z bei 188661 troffen. D rheinisches m Darmsti und Turn Daß ein die Deutsc wirkte, möi Hge Zweigs Copyright 2?- Fottses ..Maria i ihrer: die auch die j >hr in ein Myrten w, ®on lidjtcrr K.das ö( weto jiir e 05 in doch ?Uch im lit lm ofleibui unter: st,' Sdhatt hnV'e °° N°tte etwa uur.. Den S'mmei ^°fse her ächtende, nwmende und doch uues an, t R berei helfen. ^9 war ft * ä. - 1093m ab 1.4.28 WiWipm Oster-Einkauf! Dalltorstraße 21 3433D Neuen Baue 1. 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Auch die Filialen, die die bedeutendsten französischen Fabriken in Deutschland errichtet haben, um durch die Fabrikatton in Deutschland den Preis ihrer Erzeugnisse zu ver- bllligon, geben uns manche harte Ruß zu knacken. Trotzdem aber glaube ich, daß es gelingen wird, den Absatz deutscher kosmetischer Erzeugnisse im Ausland zu erweitern." Mehr als 40 000 Personen beschäftigt heute die deutsche kosmetische Industrie, denn nicht nur die Arbeiter, die die Präparate Herstellen, sondern auch die vielen Tausende, die beispielsweise Flaschen für die verschiedenen Parfüms oder Kartonnagen für die verschiedenen Schönheitsmittel Herstellen, sind von diesem Industriezweig abhängig. Immer wieder hört man aus Derbraucherkreisen, daß die Preise für kosmettsche Artikel noch immer z u hoch wären, doch muß man auch bedenken, daß zur Parfümfabrikation viele Ingredienzien verwandt werden, die nur schwer zu beschaffen und daher sehr kostspielig sind. So gibt es ein sehr kostbares Parfüm, das „Ambre antique“ heißt. Zur Herstellung dieses herrlichen Duftes aber dient eine Drüse im Leib eines Walfisches, die aber nur dann vorhanden ist, wenn dieser Walfisch an einer bestimmten Krankheit zugrunde gegangen und an Land gespult worden ist. 'Denn nur wenn der Fisch diese Krankheit gehabt hat, befindet sich in feinem Leib baS harte, knorplige Geschwür, das unbedingt zur Herstellung des Parfüms nötig ist. Zu einem Parfüm, das .Jasmin de Corse“ heißt, kann man nur eine ganz bestimmte Iasminart benutzen, die nur auf Korsika wächst. Um aber der täglichen Weltnachfrage nach Ptohlgerüchen zu genügen, sind große Waggonladungen mitBlurnen von der Riviera und exotischen Pflanzen notwendig. wirtfchastsrat Bauer vom Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Bürgermeister Jockel, den Vertreter des Wirtschaftsausschusses der Schule, Landwirt Kahl, Allen-Buseck, sowie die zahlreich erschienenen Eltern und Angehörige der Schüler. Es prüften in der oberen Abteilung Deterinärrat Dr. Martin über: „Währschafts- gesehe und Viehseuchen", Direktor Traut- mann über „Kleeanbau": in der unteren Llb- teilung Landwirtschaftsassessor Dr. Selzer über: „Der Ernährungsapparat und die Derdauung bei unseren Haustieren" und Landwirtschaftsassessor Dr. B ö ch e r über: „Der Stickstoff und seine Der- bindungen". Der Schüler der oberen Klasse, Ludwig Kriep, Geilshausen, hielt hierauf einen Vortrag über: „Frühjahrsarbeiten". Die trefflichen Ausführungen fanden lebhaften 'Beifall. Wilhelm Wagner, Geilshausen, ebenfalls ein Schüler der Oberklasse, sprach in herzlichen Worten den Dank der abgehenden Schüler an das Lehrerkollegium aus. Rach Schluß der Prüfung richtete Ooerlandwirtschaftsrat Bauer an die abgehenden Schüler der Anstalt — es sind 20 — und an die Eltern herzliche Worte. In verständnisvoller Weise erläuterte er die Rotlage der Landwirtschaft unb wies auf die Rotwendig- feit hin, unserem ländlichen Rachwuchs das Rüstzeug in die Hand zu geben, damit es ihm ermöglicht wird, den Kampf mit dem Dasein erfolgreich aufzunehmen. Seine Ausführungen fanden bei Schülern und Eltern reichen Beifall. Bürgermeister Södel gab seiner Freude darüber Aus- druck, daß der Iungbauer bestrickt sei, sich durch Kenntnisse ein besseres Dasein zu sichern. Die Prüfung habe gezeigt, daß die Schüler im verflossenen Semester fleißig und eifrig an der Arbeit waren. Dem Lehrerkollegium gebühre für seine erfolgreiche Tätigkeit herzllcher Dank. Direktor Trautmann entlief? bann die abgehenden Schüler. Rachmittags und abends versammellen sich Lehrer, Eltern unb Schüler zu einem gemütlichen Beisammensein. Bei dieser Gelegelchett dankte der Schüler der Obertiasse Otto S ch m i d t, Trohe, nochmals dem Lehrerkollegium. Direktor Trautmann richtete in einer kleinen Ansprache herzliche Worte an die abgehenden Schüler. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Bande der Freundschaft, die zwischen ihnen und dem Lehrerkollegium geknüpft wurden, nun auch fernerhin ihre Probe auf Beständigkeit bestehen würden. Fröhlicher Sang, Mundartgedichte. eine Verlosung unb am Qlbenb Tanz verschönten die wohl- gelungene Schlußfeier. * L i ch, 29. März. Am Mvntagnachmittag fand unter dem Vorsitz des Oberlandwirtschaftsrats Dauer vom Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft die Schlutzprüfung des Lehrgangs 1927/28 der Hess. Landwirtschaftlichen Schule L i ch statt. Rach kurzen 'Begrüßungs- Worten des Direktors Dr. Lehr wurde mit der Prüfung der Oberklasse begonnen, die über das Thema: „Die rentable Gestaltung der Winterfütterung des Milchviehes" von dem Direktor Dr. Lehr geprüft wurde. Hierauf wurde die älnterklasse von Landwirtschaftsrat Dr. Fischer über: „Die Beurteilung des Rindes" und die Oberklasse nochmals von Landwirtschaftsrat Dr. Schneider über: „Futterrübenbau" einer eingehenden Prüfung unterzogen. Die kurzen Lehrproben gaben ein recht anschauliches Bild über den erreichten Stand der fachwissenschaftlichen Ausblldung, so daß Oberlandwirtschaftsrat Dauer mit Genugtuung seinen wärmsten Dank an den Lehrkörper unb die Schüler aussprechen konnte. Mit beredten, treffenden Worten er- ermahnte bann Oberlandwirtschaftsrat Bauer die abgehenden Schüler, nach dem Verlassen der Schule die sachttche Wetterbildung nicht zu vernachlässigen, sondern stets jede Gelegenheit äut weiteren fachlichen Ausbildung zu ergreifen. Damit der schwere Existenzkampf, den die deutsche Landwirtschaft zu bestehen habe, mit Hilfe der Wissenschaft zum guten Ende durchgeführt werden könne. Auch zu den erschienenen Eltern sprach er mit warmen Worten von der Rotwendigkeit der wissenschaftlichen Ausbildung — gerade in Rotzeiten —, damit durch die Selbsthilfe, die immer noch zuverlässigste Hilfe fei, der Wiederaufstieg ber deutschen Landwirtschaft erfolgreich vor sich gehen möge. An Hand der abgelegten Lehrprsben wies er bann noch darauf hin. wie ungeheuer wichtig es gerade in Rot- zetten sei, durch richtiges, wohlüberlegtes Wirtschaften, das nur durch wissenschaftliche Ausbildung möglich sei, die an sich mögliche Rente einzelner Betriebszweige nicht in das Gegenteil umzukehren, tote es leider in nicht gut geleiteten Betrieben häufig der Fall sei. 3ft feiner Entlassungsansprache appellierte dann auch Direktor Dr. Lehr nochmals an die 'abgehenden Schüler, nicht müde zu werden in den Anstrengungen, um die augenblicklich notleidende Landwirtschaft wieder einer besseren Zukunft entgegenzuführen, unb bei diesem Bestreben nicht das geknüpfte Band zwischen Schule und Schülern zerreißen zu lassen. Die Schüler ber Untertiaffe ermahnte er, nicht auf halbem Wege in der Ausbildung stehen zu bleiben, denn eine halbe Bildung sei häufig schlimmer als keine QluSbUbung. Mit der Ermahnung, weiterhin in ihrem Berufskreife für eine gesteigerte fachliche Ausbildung ber Heranwachsenden landwirtschaftlichen Jugend werbend tätig zu sein, schloß sodann Direktor Dr. Lehr den Lehrgang 1927/28. # Aus dem Horlofftal, 29. März. Der Maulwurf hat sich in den letzten Jahren hier sehr vermehrt. Die vielen aufgeworfenen Erdhaufen werden bei dem Mähen des Grases mit den Maschinen lästig und gefährden oft die Arbeü der Maschinenmesser. In verschiedenen Gemeinden hat man Fangprämien auf die „fBergmänner" ausgesetzt, die 10 bis 20 Pf. pro Stück betragen. Daneben lösen die Maulwurfsfänger, meist Jugendliche, noch für jedes Fell, je nach Grüße und Dichte des Haarslandes, 20 bis 30 Pf. Vereinzelt wird über das starke Auftreten der Mäuse geklagt. Manche Noikleeäcker haben bedeutenden Schaden gelitten. Kreis Friedberg. # Wölfersheim, 29. März. Auf dem Ge lände des Berg- und Kraftwerks herrscht gegenwärtig lebhafte Bautätigkeit. Die Firmen Holzmann (Frankfurt a. M.), Bleich e r t (Leipzig) und Schmidt beschäftigen zur Zeit über 500 Arbeiter, teilweise in Tag- und Nachtschichten. Man ist eben daran, das Gerüst des 35 Meter hohen Baggerturmes aufzumvntteren und ein neues Kesselhaus zu errichten. Eine wesentliche Erweiterung erfährt der Ban des llmspannungs- werkes. Verschiedene neue Gleisanlagen in einer Länge von mehreren hundert Meter zwischen Bahn- Hof und Werk werden zur Erzielung möglichster Wirtschaftlichkeit angelegt. Schon lange sind keine Erwerbslosen in der weiteren Umgebung mehr vor Händen, bereits finden auch aus dem südlichen Vogelsberg eine große Zahl Arbeiter lohnenden Verdienst. Kreis Büdingen. nb. Ridda, 29. März. Der ßanbeävcr6anb6- vorsitzende vom Roten Kreuz, Geh. Regierungsrat von Hahn aus Darmstabt, hielt gestern abend hier im „Gambrinus" einen Lichtbil- bervvrtrag über die Aufgaben unb Einrichtungen bes Roten Kreuzes, bas keineswegs nach Beendigung des Weltkrieges jetzt entbehrlich ist. Gleichzeitig wurde über ben Zweck und die Destirnmungen freiwilliger Sa- nitätskolonnen Aufschluß gegeben mit dem Erfolge, daß sich sofort eine ansehnliche Zahl junger Manner von hier zum Bettrttt zu einer solchen Kolonne bereit erklärten unb diese gegründet werden konnte. Die Aus- bilbung wird durch die hiesigen Aerzte erfolgen. Der sehr intereffante Vortrag war gut besucht unb fanb allseitigen Beifall. g. Ober-Mock stabt, 29. März. Während eine hiesige Arbeiterfrau im Stalle beschäftigt war, stand ihr kleines Kind am Kaninchen- stall und spielte mit der alten Häsin, die ein Nest roll Junge hat. Auf einmal fing das Kind fürchterlich an zu schreien. Als die Mutter herbeilief. zeigte es fein blutendes Fingerchen. Arn kleinen Finger der rechten Hand btng das letzte Glied lose herunter. Die Häsin hatte es vollständig durchgeb i s s e n. Der rasch berbeigerufene Arzt muhte bas Glied vollends abschneiben. Kreis Alsfeld. -er. Homburg a. b.Ohm, 29. März. Am Dienstag machten die Schüler der beiben oberen Klassen Ausflüge in Begleitung ihrer Klassenlehrer. Die erste Klasse begab sich nach Marburg, um die Sehenswürdigkeiten dieser Stadt in Augenschein zu nehmen, während die zweite Schulklasse einen Spaziergang nach Alsfeld unternahm, um hier gleichfalls dessen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. -r. Ober-Ohmen, 29. März. Am Sonntag nach dem Gottesdienst beklagte sich ein zwölfjähriger Junge über heftige Schmerzen im Kopf unb Genick. Der zugezvgene Arzt stellte Hirnhautentzündung u. Genickstarre fest. Infolgedessen wurden die nötigen gesund- hettspolizeillchen Sperrmaßnahmen angeorbnet. — Wieder ereignete sich hier ein Autvunfall. Ein die Ohmtalstraße passierendes Personenauto suhr in einer Kurve beim pleberholen eines Fuhrwerls gegen einen Baum unb mußte in stark beschädigtem Zustand abgeschleppt werden. Die Insassen kamen zum Glück mit dem Schrecken davon. — Um ber ländlichen Jugend Gelegenheit zu geben, einen ihr zusagenden Sport zu betreiben, soll in Kürze ein Deiterver- e in in unserem Dorfe gegründet werden. Starkenburg. Lpd. Darmstadt, 29. März. Rach den polizeilichen Ermittlungen beträgt die Bevölkerung ber Stabt Darmstabt Ende Januar 1928 42 244 männliche unb 47 609 weibliche Personen, zusammen also 89 853 Personen, gegen 89 897 Cnbe Dezember 1927. Brieffasten der Redaktion. $. K in m. Wir können Ihnen leider in dieser Sache keine Auskunft geben, ^bezweifAn auch, daß die genannten Erzeuger ihr Fo b ri kattonsgeheimnis preisgeben werden. Fragen Sie aber doch einmal in der Gemeinde direkt bei dem Gemeindevorsteher, oder dem Vorsitzenden der Ortsbauernschaft an. 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M 30. 9 29.3. SeDtfemnartt Berlin—Frankfun Telegraphische Auszahlung. 12,4 155 154.5 Die hinter den Papieren 12,25 12,75 52 14.5 51,9 14,55 8 6 6 10 10 12 11 12 10 10 10 9 148 144,.- 145 177.5 '38,25 164.o 159,75 160.5 134 187.25 Tendenz: blieb die 87.5 52 '.4,7 155,25 229 149 145,5 148,5 253.25 177 7b 239.5 164.75 Io9.5 161,12 210 188.4 149,25 148 252,75 178 240 165,5 159.2? 160,6 135 189,5 12,13 12,75 12.4 25.6 1,75 14,4 154,5 212 227 75 147 144,5 148.5 253 176,5 -'38 164 25 159 4 160.5 208.5 13o.9 187.5 den. Angesichts solcher Ausfälle kann auch der im großen und ganzen gebesserte Auslandmarkt nicht entsprechend immer Beschäftigung bringen. Die Preise im Auslande sind für die meisten Walz» werkserzcugnisse nicht unwesentlich gestiegen, so daß die Spanne zwischen In» und Auslandpreisen wesentlich geringer is( als im Vorjahre. Alles in allem könnten wir trotzdem der Zukunftsentwicklung mit großer Zuversicht entgegensetzen, wenn uns nicht die dauernden Beunruhigungen durch Arbeitszeitgesehgebung und Lohnforderungen mit großer Sorge erfüllten. Eine Vorbedingung für die Rentabilität des Betriebes ist eine Senkung der Sozial- und Steuerlasten, und hier ist eine Umkehr der augenblicklichen Wirtschaftspolitik zu wünschen. 25.5 25,65 französische 'jiotcii • Holländische Noten .... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Teuisch-Lesterr. 4100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Hansa Sanwfidjiff Norddeutscher Llovd Ällg Deutsche Lreditann- Barm r Bankverein Berliner HandelSy^iellsch. Lommerz- und Pnvat»Bk Darmft. u Nanonaldank Deutsche Bant DtSlonto-Geselllchaf, Snr Dresdner Bant M'-reldeuiiche Lreditbank Melalldank .......8 5dä»ba«f.....«u Frankfurt a. M., 30. März, freundlich. — An der heutigen Börse Stimmung freundlich und auf den meisten Märkten konnten sich einige Kursbesserungen durchsetzen. Die Anregung ging wieder von dem lebhaften Geschäft in einigen Spezi al - wer ten aus, für die sich weiterhin regeres Auslandinteresse bemerkbar machen soll. Don seiten des privaten Publikums blieb die Beteiligung am Börsengeschäft jedoch nach wie vor sehr gering, und im allgemeinen waren die Umsähe daher nicht merkuch größer, als an den Vortagen. Der Beschluß der Reichsbahngesellschaft, die Tarife zu erhöhen, formte keinen ungünstigen Einfluß ausüben. Ferner bereitete der heutige Zahltag keine Scht^erig- keiten. Lebhafter gefragt Waran vor allen Rhein. Braunkohlen, die zum ersten Kurs 8 Prozent höher lagen. Harpener gewaimen 3 Proz., während die übrigen Montanwerte nur etwa behauptet blieben. Rheinstahl jedoch angeboten und 2 Proz. niedriger. Stärkeres Interesse erhielt sich für Gesfürel, die den erhöhten Kurs der Abendbörse um 1 Prvz. überschritten und im Verlauf wieder weitere 1,50 Proz. anzogen. Siemens lagen 1,50 Proz. höher, Licht & Kraft dagegen 0,75 Prozent gedrückt. Bergmann trotz des jüngsten Abschlusses nur behauptet. Am Schiffahrtsmarkt waren Rordd. Lloyd nut plus 1,50 Proz. weiter etwas gefragt. Von den Bauunternehmungen konnten Holzmann erneut 2,75 Prvz. anziehen. Wayß & Frey tag plus 1 Proz. Am Farbenmarkt herrschte eher Angebot, und die Farbenaktien eröffneten 1 Proz. niedriger. Ä.-G.-Bonds 143,75. Zellstoff Waldhof lagen 2 Proz. höher. Banke n unter Führung von Danat meist befestigt. Deutsche Anleihen waren still und knapp behauptet. Von ausländischen Renten Mexiko stärker gefragt und fester. 3m weiteren Verlaufe wurde die Tendenz allgemein fester und lebhafter. Das Geschäft konzentrierte sich auf den Elektro- und Schiffahrtsmarkt. Siemens gewannen abermals 5 Prozent. Ges- s ch n e i d e r. Wir hoffen, jährlich zwei Lieferungen herausbringen zu können. — Das Werk ist nicht zum wenigsten als Werbeschrift gedacht, um zur Ergänzung des hinter ihm stehenden großen Hessen-Rassauischen Wörterarchivs immer wieder anzuregen. Reben seiner Bearbeitung ging daher im Berichtsjahr die Fürsorge für dieses unverändert weiter. Richt weniger als 96 freie und freiwillige, zum Teil sehr umfangreiche Eingänge waren zu buchen mit mehr alS 6400 Einzelzetteln. Einsender waren in erster Linie die oft bewährten und im vorjährigen Bericht ausgezählten Mitarbeiter, zu denen sich diesmal u. a. Herr 3ul. 3 u n g, Eisenach, mit einem umfangreichen 3diotikon der Mundart von Steinbach-Hallenberg, Kreis Schmalkalden, und fünf Heften freier dialektischer Beiträge sowie Herr Alfred Herber. Oestrich, mit einem ergiebigen Wörterverzeichnis seines Heimatortes und wertvollen Beiträgen zur Winzersprache gesellten. Außerdem sind uns zahlreiche Fcage- karten aus allen Ecken des Wörterbuchgebietcs mit so oft schon gerühmter Bereitwilligkeit beantwortet worden. Der Apparat ist damit auf 209 000 revidierte Zettel gestiegen. Unmittelbare Mitarbeit im Wörterbuchbureau leisteten außer den beiden oben genannten Damen in förderlicher und dankenswerter Weise die Herren Dibliotheks- rat Dr. Martin, Dr. Schirmer. Dr. Schreyer, Dr. Stoeckicht, stud. Kröhl, stud. Dühman n." Letzte Nachrichten. Gasexplosion im Gießener Bahnhof. Eine kleine Gasexplosion ereignete sich heute vormittag gegen 9 Uhr auf dem Bahnhof Gießen. Dort wird aus Gaswagen, die von auswärts zur Füllung der Gasbehälter in den Eisenbahnwagen hierher kommen, das Gas mittels einer Ueberpumpanlage in stationäre Behälter überführt, von wo aus dann die Eisenbahnwagen mit dem Gas versehen werden. Bei diesem Ueberpumpen b r a d) heute vormittag ein Ventil, wodurch Gas austrat und in den Pumpenraum einströmte. Hierdurch entstand eine Explosion, durch die der Wärter der Pumpenanlage leichte Verbrennungen im Gesicht und unter den Armen davontrug, sowie einige Fensterscheiben und Türen infolge des Druckes aus ihren Befestigungen geschleudert wurden. Der Verletzte begab sich sofort in die benachbarte Klinik, wo er sich verbinden ließ, und kehrte hierauf in seine Wohnung zurück: glücklicherweise sind die Verletzungen nur unbedeutend, so daß er in einigen Tagen seinen Dienstobliegenheiten wieder nachgehen kann. Weitere Folgen hat der Vorfall nicht gehabt. Mord bei Dillenburg. Offdilln bei Dillenburg, 30. März. (W.T.D. Eigener Drahtbericht.) Die 46 3ahre alte Witwe Lena Ottmann in Offdilln ist gestern abend 9,15 Ahr in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden worden. Als mutmaßlicher Täter kommt ein auf einem Fahrrad reisender Mann in Betracht, etwa 27 bi« 30 Jahre alt, der in dem Orte Schweinefutter an- geboten hat. Die Landjäaerei ist fieberhaft tätig, doch ist der Täter bisher noch nicht ermittelt worden. Der Frau ist mit einem Kartoffelstampfer der Schädel eingeschlagen worden. Der Ehemann der Ermordeten ist erst vor 14 Tagen gestorben. Zur Verkündung des Llrieils im Barmatprozeß. Berlin, 30. März. (WTB. Funkspruch.) Bei der heutigen Verkündung des Urteils im Darmat- prozeh war der Andrang im Gerichtssaal außerordentlich stark. Man sah einige Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, so die Abgeordneten Dauch und Kutzer. Sämtliche Mitglieder des Gerichts werden jetzt einen Erholungsurlaub von 6 Monaten erhalten. Man spricht davon, daß die schriftliche Urteilsbegründung kaum vor Ende dieses 3ahres fertiggestellt sein dürfte und rechnet damit, daß der Prozeß alsdann noch weitere 3nstanzen durchlaufen wird. 3n den mit rund 250 000 Mart berechneten bisherigen Prozehkosten sind die Honorare der 17 Anwälte noch nicht einbegriffen. Die mündliche Urteilsbegründung, die sich an die Verkündung des Urteils anschloß, wird voraussichtlich 6 bis 7 Stunden in Anspruch nehmen. Wirtschaft. Vereinigte Stahlwerke A. G. Generaldirektor Dr. V ö g l e r äußerte sich in der vorgestrigen Generalversammlung der Vereinigten Stahlwerke A. G. in Düsseldorf über die Lage bei der Stahlwerke A. G. u. a. wie folgt: Mengenmäßig war das hinter uns liegende 3ahr ein gutes. 3n Koks, Roheisen und Rohstahl stieg die Erzeugung von Vierteljahr zu Vierteljahr, und nur in der Steinkohlenförderung ist gegenüber dem ersten Vierteljahr ein geringer Rückgang zu verzeichnen. Bei der für deutsche Verhältnisse recht großen Erzeugung unserer Gesellschaft von 26 Mill. Tonnen Kohlenförderung, 8 Mill. Tonnen Kokserzeugung, 6,3 Mill. Tonnen Roheisen und 6,8 Mill. Tonnen Rohstahl ist der erzielte Reingewinn sehr bescheiden. Bei einem Rohüberschuh von 280 Mill. Reichsmark haben wir nach Absetzung der Anleihezinsen in Höhe von 30 Millionen und der Steuern und Soziallasten in Höhe von 115 Millionen auf unsere Werksanlagen 85 Millionen abschreiben können. Die der Generalversammlung vorgeschlagene Dividende beträgt 6 Prozent, lieber die Gründe dieses unserer Aeberzeugung nach nicht ausreichenden Gewinnergebnisses haben wir uns bereits in unserem Geschäftsbericht geäußert. Es ist nun die Höhe unserer Abschreibungen bemängelt wor» den. 3n Wirklichleit sind die Abschreibungen unseres Erachtens nicht hoch genug. Wir sind gezwungen, durch das dauernde Steigen der Belastungen in ganz anderem Ausmaße Reuinvestierungen vorzunehmen, als dies vor dem Kriege der Fall war. Heute werden bei uns die Werke durch Vergrößerung des Lohn- und Sozialkontos gezwungen, im großen Umfange Reuanlagen zu errichten. Dos Geld hierzu wird fast ausschließlich durch ausländische Kredite beschafft. Die entstehenden Zinsbelastungen sind meist nur wenig geringer, als die ersparten !^>hnsummen. Trotzdem müssen die Werke den Umbau in Angriff nehmen, da die schnell und stark steigenden Belastungen sonst in kurzer Zeit überhaupt jede Verdienstmöglichkeit ausschließen. 3m Zusammenhang mit den Abschreibungen ist auch die Bewertung unserer Werksanlagen und unsere Kapitalisierung als zu hoch bezeichnet worden. 3m allgemeinen kann hierzu gesagt werden, daß in den Ländern mit Goldwährung (Amerika England und Deutschland) die Kapital- beLastung auf die Tonne Rohstahl in Deutsch- land am geringsten ist und mindestens 10 Mark je Tonne weniger beträgt, als in den beiden anderen genannten •fiänbern. Umgekehrt liegen die Zahlen der noch nicht zur Goldwährung zurück- gekehrten Länder wiederum 10 Mark unter den deutschen. 3m übrigen will ich hier auch fest- stellen, daß allein unser Dergwerksbesih, gemessen an anderen Unternehmungen, einen Wert von 600 bis 700 Millionen ausmacht. Run noch einige Worte zum neuen Geschäftsjahr. Es ist produktionsmäßig günstig verlaufen. Zahlen über das erste Vierteljahr haben wir bereits bekanntgegeben. Das zweite Vierteljahr hat sowohl in Kohlen und Koks als auch in Eisen und Rohstahl etwa dieselben Ziffern aufzuweisen. Entsprechend wird auch der Umsatz etwa der gleiche sein. Immerhin läßt sich nicht verkennen, daß bei den Eisen- und Stahlerzeugnissen in den letzten Wochen die Aufträge wesent- lieb langsamer eingehen, als zu Beginn des 3ahres. Bei unserer Gesellschaft ist es besonders das fast völlige Fehlen der Eisenbahnbestellungen. welches das Produktionsergebnis sehr ungünstig beeinflußt. Wir hatten in Oberbaumaterial im letzten Halbjahr 1927 monatlich rund 30 000 Tonnen Abrufe für die Staatsbahn. 3m 3anuar und Februar sind diese Zahlen auf 6 bis 8000 Tonnen gesunken. Roch stärker ist der Rückgang bei rollendem Material. Hier betrug monatlich der Durchschnitt des letzten Halbjahres 1927 rund 2 Will. Mark: er sank im 3anuar auf 367 000 Mark und im Februar auf 140 000 Mark. Bei den Werkstatt- erzeugnifsen sind die Verhältnisse genau fo. Sa diese überaus großen und plötzlichen Rückgänge nicht durch Hereinnahme anderer Aufträge wettgemacht werden können, so liegt Die Rückwirkung auf den ganzen Betrieb auf der Hand. Hinzukommt, daß gerade unsere Gesellschaft noch vor kurzem auf besonderen Wunsch der Reichsbahn Millionen investiert hat. Die Anlagen liegen jetzt vollständig brach, und die angelernten Arbeiter mußten entlassen teer» * Deutsche Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M. Der Aufficlstsrat beschloß, aus 1055141 Mark (1273 132) Reingewinn für 1927 wieder 8 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 4 Prozent auf die Vorzugsaktien vorzuschlagen. Vorgetragen werden 175 470 (48 605) Mark. Generalversammlung am 3. Mai. * S) ess en-Nassauische G a s - A. - G., Höchst a. M Die ordentliche Generalversammlung beschloß die Verteilung von 7 (i. D. 5i) Prozent Dividende und Stückelung der Aktien in Stücke zu 1000 Mk. und 100 Mk. * Mansfeld A.-G. für Berg- und Hütte n b e t r i e b , Eisleben verteilt wieder sieben Prozent Dividende. • Deutsche Teleph onwerke und Kabel Industrie A. G., Berlin. Die Generalversammlung beschloß die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent. Die Umsätze des neuen Geschäftsjahres haben bereits die Höhe der in der gleichen Zeit des Vorjahres aus- gewiesenen Menge erreicht. * Bergmann Elektrizitäts-Gesellschaft, 21. = ®., Berlin. Die Gesellschaft schließt 1927 mit einem Bruttogewinn von 11,1 (7,5) Millionen Mark, wovon 4,7 (2,3) Millionen Mark für Steuern, 1,5 (1,1) Mill. Mark für soziale Abgaben, 0,987 (0,828) Mill. Mark für Abschreibungen verwendet wurden, so daß ein Reingewinn von 4,467 (3,155) Millionen Mark verbleibt, aus dem auf das erhöhte Aktienkapital 44 (33) Millionen Mark eine Dividende von 9 (8) Prozent der Generalversammlung am 27. April vorgeschlagen werden. Vorgetragen werden 516 515 (515 599) Mark. Frankfurter Börse. Ma DeuriLe «Ettenheim 4'/, Hamdurg-Amerila Palet. 6 6amb -Südam Damoisch fürel 1,25, AEG., Hapag und Rordd. Lloyd I lagen je 1 Prozent höher. Davon angeregt waren | auch auf den meisten übrigen Marktgebieten kleine Kursbesserungen zu verzeichnen. 3.-G.- Farben lagen etwa 0,75 Prozent erholt, Polyphon zu etwa 340 stark gesucht. Der Geldmarkt war wenig verändert. Tägliches Geld 7 Prozent. Devisen lagen etwas erholt. Mark gegen Dollir 4,1880, gegen Pfund 20,417, London gegen Kabel 4,8820, Paris 124,02, Mailand 92,375, Madrid 29,00, Holland 12,1213. Bcrlinc. Börse. Berlin, 30. März. Vor Festsetzung der ersten Kurse hatte man mit einer sehr festen Eröffnung gerechnet. Die heutigen Abschlüsse bei 'S e r g in a n n und Rütgerswerke, die ablehnende Haltung der Reichsregierung gegenüber der Preiserhöhung bei der Reichsbahn und das starke Interesse für einige Spezialwerte regten an. Glanzstoff und Polyphon waren besonders gefragt. Bei elfteren wurden durch die Erhöhung des Vorzugsaktienkapitals anfdjeincnb Oppositionskäufe erwartet, bei letzteren rechnet man mit einer Dividendenerhöhung in der in der nächsten Woche stattfindenden Aufsichtsratssitzung. Die erste Notierung wies im allgemeinen 1 bis 2 Prozent Äursbef- f e r u n g e n auf. Das Geschäft war auf den einzelnen Märkten verschieden. Es fanden auch kleinere Deckungen statt, und Teilaufträge des Publikums und des Auslandes wurden getätigt. Montanwerke eher angeboten, nur Kohlenwerte gefragt und bis zu 7 o. H. höher. Berger und Holzmann blieben gesucht. Polyphon plus 15 v. H., Glanzstoff plus 20 v. H., Schadeaktien etwas nachgebend. Schwad) Hammersen minus 5 v. H. Deutsche Maschinen haben auf die Kapitalherabsetzung 2 v. H. verloren. Anleihen behauptet. Ausländer freundlich. Mexiko plus 1 v. H. Pfandbriefe eher angeboten. Geld 6 bis 8 v. H, über Ultimo 8 bis 9,5 v. H.: Monatsgeld 7 bis 8,5 v. H. nominell. Warenwechsel 7 v. H. und darüber. Nach den ersten Kursen allgemein lebhafter und fester. Beson- ders Spezialpapiere hatten sehr großes Geschäft. Rheinische Braunkohlen plus 3,5 o. H., Polyphon plus 6 v.H., Berger plus 8 v. H., Holzmann plus 2,5 v. H., Elettropapiere plus 2 bis 4 v. H., Spritwerte 2 bis 3 v. H., Schiffe und Banken 1 v. H. höher. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M. 30. März. Der Markt ist heute fest, bie Umsätze dabei klein, Weizen sowie Mehle ziehen im Preise an. Weizenkleie zur prompten Verladung, Mais nur sehr wenig angeboten, doch sind bei den erhöhten Preisen die Käufer sehr zurückhaltend. Kleie für spätere Lieferung wird 1/t bid 3'4 Proz. billiger geliefert. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Proz. Auswuchs 26,50 bis 26,75. Roggen 27,50, Hafer, inländischer 26,75 bis 27, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,25 bis 24,50, Mais (gelb) für andere Zwecke 25 bis 25,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,75 bis 38,75, Roggenmehl 37,75 bis 38,75, Weizenlleie 14,75 bis 15, Roggenkleie 15,75 bi« 16-5. Briet 16..‘>6 168.56 22.20 (11,72 59.09 2,61 112.37 80.70 70.59 12.40.5 73,10 (L M. 16,50 (67.86 22 12 111.28 58,85 2,59 111,90 80.38 <0,31 12.345 72 80 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. gesührlen gifietn geben die Höhe del ,uletz> belchlolienen Dividende cm. - Neichgbankdi-Ivnl 1 Dmzenl. Lombard;,nSfuh 8 Prvzen, Kunst und Wissenschaft. Dom Hessen-Nassauische« Wörterbuch. Lieber die Arbeiten an diesem großen Heimatwerke im 3ahre 1927 berichtet in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften Prof. Dr. Wrede in Marburg: „Don der lange geplanten, knappen und für weitere Kreise bestimmten Ausgabe unseres Wörterbuchs konnte (wie von uns schon früher mitgeteill) im Berichtsjahr endlich die 1. Lieferung (lä bis laut) ausgegeben werden. Dieses auf zwei Bände berechnete Werk trägt den Titel „Hessen-Rasfaui- sches Dolkswörterbuch ... aus den für ein Hessen« Rassauisch. Wörterbuch ... angelegten ... Sammlungen ausgewählt und bearbeitet von Luise Berthold, Marburg (Elweri) 1927“. Das erste Heft ist der Marburger llniversität zu ihrem 400jährigen 3ubiläum gewidmet, wurde im Oktober auf der Göttinger Wörterbuchlonferenz eingehend besprochen und ist jetzt auch im Buchhandel erschienen. Diese gekürzte Ausgabe trägt, wie die Vorbemerkungen sagen, ihre Signatur in dem wortgeographischen Prinzip. Sie versucht es im übrigen, ein Mittelding darzustellen zwischen einem philologischen Lexikon und einem Lesebuch für gebildete Kreise. Daß wir mit der Ausgabe des zweiten Bandes beginnen, hat lediglich äußere Gründe. Auswahl und Text stammen durchaus von Frl. Dr. Berthold, die beigegebenen Skizzen von Frl. Dr. ‘Brett- Berlin Schatz- Anfang Kurs । Kur« Schluß-! Kurs I 29 3. 87,25 51,9 ! 14.7 Datum Fl« Dt Reichsanleihe v (927 Dl »ni Ablöl Schuld mit Auölos -Rechten DeSgl ohne ÄuSlof »Rechten TU Krankt Hop -St- Go dv' unkündbar dis >932 Rheinische Svv -Bank ßiqu -Goldps _• >. 6 G abg BorkriegS-Ob ltgalionen. rudiablbar 1932 V!» Schwei; Bundesb.-Anl. <•/. Oefteretchlsche Goldrte 4,20°/. üefterr ich Silberne e»/e Oesterreich einoeitl Rte 4®/« Ungarische Oolbrie 4°/. Ungarische Staaisr D1910 ♦V,e/n deSgl von 1913 Vit Ungarische fironenrte 4% Türk Zollanicihe v 1911 4o/ Tfirk Bagdadbahn-Ank Serie l 4*/o deSgl Gerb II • <•/, Rumänen conveN Rte 41/t°/o Rumänen OolbanL von 1913 1-Uhr- Kur» 30. 3. Frankfurt a. M! Berlin frraiiXhirt a. M Berlin Schlich- Kurs 1-Uhr Kurs ■1 Sch.ich-i Anfang Kur« * kur Schluh-. 1-Uhr- Kur» ' Kur» Schuch- Kur» Anfang Kur Dawm: 29. 3. 30 3- 29 . 3. 130 3 Datum: 29. 3. 30. 3. 29. 3. 30. 3, «-ES.........7 Bergmann . . ..... .8 Eiekir. Lieferungen - - . 10 Licht und Straft .... 10 freiten A Guilleaume • . ■ . 6 Ges > Eiekir Untern - . 10 Hamb Elettr Werke . . 10 Rhein feleftr.......8 Schles. Eiekir.......io Schurken ....... 7 Siemens A Habttk .... 16 Traneradio . ...... 8 Labmever 4 1#- ■ • . .9 Budern» ..... 0 Deutsche Erdöl ...... .6 Essener Steinkohle . . . . -8 Gelsenkirchener f. •* 9 * Harpener 8 Hoesch Eisen.........5 Ilse Bergbau ........ 8 Klöcknerwerke .5 Köln-Neuesten - • • -®1 /» Mannesmann k- •/• 3 * Mans elder • 7 Oberschlei Ltfenb. Bedarf 0 Oberschles Kokswerte . 0 Phontr Bergbau f */• 9 3 Rheinische Braunkohlen 10 Rbetnitabl o Rtebed Montan • ■ ■ • 6 Bereinigte Stabiw. f. */» 9 8 Otavi Minen . . 1 sh Kali «scherSieden 10 ÄaülBefteregela 10 Kaliwerk SalLdetturth 12 I @ frar^en-fruduftrle 10 Dvnamti Nobel ... 0 Scheid anstaU........8 Goldschmidt ..... -6 RutgerSwerke ........ o ®»etoaoee gegen Locarnc ?nipf zu erhebe ionchte Unterfang: Gegenseite zu nett werden. Da Sj” Deutsch»- erhebendes QSotfhi A selbstverständlick ^b°tte, die im jje ft.1« Achm», Eblern, das Der' 5?,Jn alten 13J ?Kunn unserer ' Ste 6« LM angebracht unJU$ SS °°n ander nLbon Ä ' lUt" 5 t V 1 darüber L V Aichts ^advel *t eine, 0 LSr So.unerhört billig sind unsere Preise im Total» Kasha-»meiange, mod. Form m. Pullov.- . — Ausschnitt,beige m. rot. Garn. 15.00 I* Composö-Kleid er (Bluse kariert mit uni-Äftn Rock) elegante Art,la reineWolle lü 1 OB 616 fr v°-° tl|i binl^ar 21(10 besonders auch kränkliche, WWC zurüekgeblievensund solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL mengen. Verlangen Sie nur echtes Nastol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Dietzen, gu haben in allen Apotheken. Kariert. Shetland- Mantel sehr apart, mii elegant.Rückenpartie fttfü (2 Falten) und Gürtel in Kenntnis, daß die VerteiIungsstelle sich ab Montag, 2. April 1928 in unserem neuen Heim Bleichstrafee 31 befindet. Da diese Lage den meisten Mitgliedern dieses Bezirks günstiger ist, erwarten wir von unseren Mitgliedern das regste Interesse. Für unsere Mitglieder weiter nördlich wohnhaft (Löberstrafie) empfehlen wir unsere Verteilungsstelle Neuen Bäue. Warenabgabe erfolgt nur an Mitglieder. Neuaufnahmen können in jeder Verteilungsstelle erfolgen. Wir setzen unsere verehrllchen Mitglieder der Verteilimtolle Bleidislraße Kasha- Mäntel mit Pelz, la reine Wolle, ganz gelottert, sehr feine Machart.....48.00 36°°