Nr. 23'f Erster Blaff Onft Jefjf werde dieser Vorschlag In neuer and noch unannehmbarerer Form wiederhol!. Dieser Vorschlag benachleilige Amerika und hebe den Grundsatz der Einschränkung des Laues von wichtigen siampsschlften vollkommen auf. Dasselbe gelte von der vorgeschlagenen linier- scheidung zwischen 600-Ton?.en-T ouchbooten und Tauchbooten mit größerem Raumgehalt. UnterficLoote von 600 Tonnen seien sehr wirksame Kampf schisse. Sie seien mit den gleichen Torpedos au-gerüstet wie die größeren Tauch- boote und konnten mit fünfteiligen beschützen bestückt werden. Amerika wäre gern bereit, Tauchboote überhaupt ab zu schassens wenn sie jedoch beibehalten werden sollen, so sollte der Dau in vernünftigen Grenzen bleiben. Die Qkräniaten Staaten würden sich glücklich schätzen, ihre Demühungen zur De chr änkung der Flotten rüstungen fortzusetzen, aber sie könnten sich nicht dazu verstehen. Dor chlägen zuzustimmen, die Tür und Tor für einen uneingeschränkten Dau gewisser Schlffstypen von hoh em Gesechts- Srenzte Zahl von leichten Kreuzern und -iifs- schiften, die es zur Sicherung des sich über den ganzen Erdball dehnenden britischen Empire und seiner DerbindungZweae notwendig braucht. Denn auch die „CnFüllungen“ über angebliche franko-britische Geheimabkommen, mit denen die erstaunte Dell fast täglich überschüttet wird zum guten Teil der von lebhafter Phantasie' und Sen'ationshascherei unterstützten Rombina- tionsgabe ftndiger amerllani'cher. russischer oder rvmi'cher Journalisten ihren llr'Drung verdan- fen mögen, so steht es doch wcchl immerhin -wenftllos fest, daß die erneuerte ententc cor- diale, weit über da- Flottenkornprvmih hinaus- areifend. das gesamte Gebiet der Außenpolitik beider Dächte urnfaßt. die gegenwärtig weder m Europa noch in lieberer AeibungZslachen zwi- Die Bbrüstungskomodie Ist auf der Herbsttagung de, Völkerbundes um einen in feiner krassen Ein- beutigteit besonders wirkungsvollen Akt bereichert worden. Keine noch so schönen Reden, die die Fried- ferttafeit der Welt preisen, den cheoretischen Willen zur Abrüstung In jedem zweiten Dort manlfeftie- reo, um bann schliesslich immer wieder bei den Schwierigkeiten zu landen, die diesem guten Willen in der Prasi» „heute noch" entgegenftehen, keine noch so wortreichen und schwungvollen Resolu honen, die mit heiligen (Eiben das feierliche Bekenntnis zum »ölkerbundsgedanken erneuern, aber um jede tatsächliche Bindung sich ängstlich Herumdrucken, können noch länger den Eindruck oer- wilchen, dost der Völkerbund vor seiner eigentlichen Ausaabe, nämlich durch die Einleitung einer Sera der ubrüftung den Frieden in der Welt zu stabill- fieren, kläglich kapituliert hat. Gewiß, die Hoffnungen, daß diesmal in Gens etwa» geschehen würde, um den Abrüftungsgedanken oorwartszustoßen' war angesichts ber weltpolitischen Konstellation, un- ter ber diese Dölkerbunbstagung stand, von vorn- herein äußerst gering. Immerhin hätte man erwarten dürfen, baß man sich wenigstens für Fest- l«gung eines Termins für die vorbereitende Sb- rüftungskommission — an die eigentliche Konferenz wogt schon niemand mehr zu denken — auf- gerafft hatte Richt» von alledem. Man war noch dem außergewöhnlich heftigen Meinungsstreit, den der entschiedene deutsche Antrag oeranlafjt hat, ge- nüfllam geworben und begnügte sich mit einer nichtssagenden, lahmen (Empfehlung an die Mächte, die unter ihrem Wortschwall das vollkommene Desaftre biefer Senser Verhandlungen nicht oer- bergen kann. Aber gerade wie in der Rheinland- frage, so hat auch über das Abrüstungsproblem diese Lolkerbundslagung wenigstens das eine ge- bracht: völlige «larhell darüber, wie die Dinge wirklich liegen. Vast nämlich der Völkerbund als | gleichzeitig dadurch der Smdruck erweckt, aks ob Deutschland von feiner so scharf präzisierten und von dem Regierungschef p^fonlich so entschieden erhobenen Forderung zurückgetreten, zumindest jedoch vor dem Diderstand der Anderen zurückgewichen sei. Graf Dernsiorfs hat in ferner Schl uh rede wohl den deutschen Standpunkt auf» recht er halten und besonder- wirkungsvoll den von der Gegenseite geäußerten Dedantengang ad absurdum geführt, als ob das Ansehen des Völkerbundes durch eine zu schnell einberufene und deshalb ergebnislose Abrüstungskonferenz ge» schmälert werden könnte. .Für w.it größer halten wir die Gefahr." so sagte der Graf, »daß in der Dell der Gedanke entstehen könnte, al S ob der Böllerbund von seiner dringlichsten Aufgabe, >.e so cng mir der Erhaltung be< Friedens verftiüpft ist. untätig die Hände in den Schoß legt." Da- waren wcchi deutliche Dorre für die. die hören wollen, aber leider hat es sich der deutsche Delegierte versagt, vor aller Oeftentkichkeit der Katze Die Schelle umzuhängen, indem er einmal in die Hintergründe hineinleuchtete, bk diesmal die Genfer Abrüstungsdebatte vom ersten Augen- b.ick an so gut wie illusorisch «-nacht haben und die auch für die Zukunft so äußerst geringe Aussichten bieten. wert of senließen und lediglich solche 'Typen einer Beschränkung unterwürfen, die den befonberm amerikanischen Dedürsrnsien ent- sprächen. Cie amerikanische Regierung fühle, baß die Bestimmungen bet engllsch-französischen Abkommen», bie eine fo unbeschränkte Tonnage unb fo viele Schilfstypen zulasten, ben eigentlichen Zweck einer Abrüstungskonferenz vereitelten, und fle glaube da her. baß keinem nützlichen Zweck gebienl fei, wenn sic ben englisch-französischen Vorschlag al» Last» für eine Besprechung annähme. Sie habe nichts gegen irgendwelche Vereinbarung zwischen Großbritan- nien unb Frankreich einzuwenbeu, bie, wie sie glaube, im Jnlereffe einer Rüstungsbeschränkung liege, aber sie könne sich nicht damit einverstanden erklären, daß eine derartige Vereinbarung b I e Bereinigten Staaten binde. Amerika habe ernstlich und konsequent für eine wirkliche Einschränkung ber Seerüstungen gearbeitet. 6» sei auch immer noch bereit, an ber Lösung dieser Frage reeller mltzuarbeilen. unb insbesondere auf die speziellen wünsche Frankreich,. Italien» ober anderer wachte insofern Rücksicht zu nehmen, al» e» etroa jedem Staat überlasten bleibe, inner- Evcnist Hoffnung auf eine Verständigung. Paris. 26. Sept (HL) 3n gutunterndh teten französischen knvlorn.mstixn Kreisen er- Härt man. daß die amerikanische Antwortnote zu dem englisch-französischen Fivttenabkvmrnen troh DerweNung des Abkommen» als einer Der- ftandimn^ebasis zwischen allen Seegroßmächten bie Möglichkeit neuer Desprechun- gen offen lasse Diese Dcsprechungen würden 1” r.cht anber» bar al» wir es sehen, (fs ift b e r » a m p f um die Freiheit ber Meere, mit anderen Dorten bie Sicherung ber Verbindungslinien des britischen Reiche», und an diesem Problem gc- meflen, find für den britischen Staatsmann die Genfer Dolterbundshänbel Bagatellen, die man mit- madK, solange e» der gute Ton vor der öfilntlicheu Meinung Amerika» und de» eigenen Lande» oer- langt, bie man aber entschieben in ihre Schranken nxift. wenn sie ber eigenen Politik unbequem unb hinderlich zu werden drohen. Dann fallen die Schleier unb ber erstaunte Zeitgenosse sieht für einen Augenblick Dinge, die ihn mit erschnckenber Deutlichkeit an die mit Spannungen geladene wtmoiphäre gemahnen, tn der Europa vor halb zwei Jahrzehnten in ben furchtbarsten aller Kriege trieb und die halbe Dell nach sich zog. emem richtigen Verhältnis zum Ober- bau und zu der Glei.konstruktlon stehen. den in manchen L-»reftionsheziri.n «Suddeutschland) noch verhältnismäßig großen De- ™ überalterten Wagen sei eine beschleunigte Ausmusterung zu verlangen. An den Signalen wird ebenfalls Ärinf geübt öjrb eine Deveinheit.'ichung der Signaldllder Ordert Die zahlreichen R rastvage n- unfäll« auf ben TV« aü Hergängen haben den Ausschuß *u der Feststellung veranlaßt, daß an vielen ih-bergämr-n bie unbedingt zu r sichtlichk« it zu wünschen übrig läßt, ober gar nicht vorhanden ist Hier Este in verstärktem Waße Abhilfe geschasfen werden. Der AuMchuß richtet an den Aeichs- als oberstes Aussichtsorgan schlteßlich den Appell, „bte Umgestaltung der Dereinhelt.ichuna derFahrdienftvorschrtf- t«n entsprechend der neuen Dau» unb 'Betriebe- ordnung im Denebmen mit der Tteichsbahn , oll- schast baldigst in die Hand zu nehmen unb einheitliche Vorschriften anzuftreden'. »ashlngton, 28. Sept. (WB.) Die Rote der amenkanischen Regierung, die heute in London und £an» als Antwort auf die britische Rote vom 31. Jul, und die französische Rote vom 3. August überreicht wurde, stellt fest, daß das englisch, französische Marineabkommen für -Smertfa unannehmbar fei (Fine Leschran- nmg der Seerüstungen müßte sich auf alle Schiffstypen erftrecken, das genannte Abkommen lasse jedoch den unbefchränkten Bau von Äreu- jern mit scchszolligen Geschützen, von Zerstörern und von Unterseebooten bi» zu 600 Tonnen Raumgehalt zu. L» flehe, fest, dah diese Schift»typen sehr wirk- samc Kampfschiffe seien und einen erheblichen Offen floreert besäßen, besonder» für eine Macht, die über guloerlellle Flottenstützpunkte in verschiedenen Teilen der Sell verfüge. encht De» Untersuchungsausschusses für die Reichs- ibn. Der Untersuchungsausschuß verlangt zunäÄt. iß die Personalbeanspruchung stet» unter der Grenze bleibt, bei der der Mensch infolge Ermüdung feine Arbeit nicht mehr mit der nötigen Zu- veriaisiakeit und Sorgfalt verrichten kann. Au», drücklich stellt der Ausschuß weiterhin fest, daß da» Personal im allgemeinen bi» an bie Grenze feiner A rbe i t » f ä h i a ke i t beschäftigt ist. Bei mehreren Dienststellen sei allerdings die Beanspruchung derart gewesen, „daß teilweise eine (£nt- laftung des Personals im Interesse ber Betriebs- sicherheit geboten erscheint. Der Ausschuß verlangt daher eine Revision der Dienstbauer- Vorschriften. Im Interesse ber Betriebssicher- heil fordert der Ausschuß eine allgemeine Aufnahme ber neuzeitlichen Gleispflege. Der Ausschuß ist der Meinung, baß bie bisherigen Umbau- guoten für den Ersatz überalterter Strecken nicht überall ausreichen. Der Ausschuß empfiehlt eine grünbliche Prüfung, ob die konstruktiv Entwicklung von Lokomotiven und Wagen in Moderne Kreuzer mit sechszölligen Geschützen bil- beten ja gegenwärtig den größten Teil der In der Welt vorhandenen Kampfschiffe. Demgegenüber bedeute die im Abkommen vorgesehene Beschränkung des Baues von lOOOU-Ionnen-.Hteu- Zern mit Geschützen von mehr al» sechs Zoll Durch- Messer eine Beschränkung gerade ber Schiffstypen, die ben Bedürfnissen ? mmr,Lf - 5 entsprächen. Außerdem würbe die Beschränkung dieses streuzertyps die Offensiv- starke des Staates enorm steigern, ber eine grofee Hanbel-flott« besitze, die schon in ein bloßes "Vollzugsorgan der Sieaer de» Melt^ I ' t e n für eine Bestückung mit frieges weder willen» noch in der Lage ist, irgend- we^en könne, m.irh.* »rnfthnh,» _____ I ®<*x>n 18®< P?« ©nglonb auf her Dvetmächte- konfercnz in Genf zwei Kreuzerllasfen vorgeschlagen. und zwar eine mit achtzölligen und e'Ne mit sechszölligen Geschützen Die Kreuzer der ersten Klasse sollten tn sehr beschränkter 3ab[. d,e der zwriten Klasse tn großer Zahl zu- aclosfen werden. Amerika mußte dies ab« lehnen, da es darin so gut wie keine Beschränkung der letzteren Klass« erblickte. Der deutsche Reichskanzler hafte In seiner großen Rsde vor der Völkerbundsoersammlung die gor- derung nach allgemeiner Abrüstung in den Brennpunkt de» Interesse» gerückt. „Deutsch- land", so hatte er erklärt, „will und darf nicht ver- gessen, daß selbst nach dem Vertrag von Versailles die deutsche Abrüstung^ der Anfang der allgemeinen Abrüstung fein soll. Da» ist ein versprechen, bas den Völkern der ganzen Welt gegeben worden ist, und da» der Einlösung bedarf." Briands maßlos brüske unb ausfällige Antwort konnte die deutsche Entwaffnung zwar nicht wegdisputieren, aber nun mußten bie gewaltigen wirtschaftliche n An- ftrengungen. Die Deutschlanb in den letzten Jahren unternommen hat, um die ihm auferlegten Repa- rationslaften tragen zu können, dafür herhalten, um Frankreich» und der Welt Sicherheit von einet neuen deutschen Gefahr bedroht erscheinen zu lassen. Graf Bernstarss. dem deutschen Delegierten im Ab- r.istung»ausfchuß, fiel die Aufgabe zu, dem fron- zesischen Außenminister Rebe unb Antwort zu flehen. E» war ihm ein leichte», darauf binzuwei« fen, daß die Erfüllung des Dawesplane» selbst unsere Industrie zu Höchstleistungen zwingt und daß unsere gegenwärtige Wehrverfassung uns von denselben Herren in Versailles auferlegt wurde, die sie heute beanstanden. Deutschland hatte die (Einberufung einer ersten internationalenAbrüstungskonferenz beantragt mit ber Begründung, daß Völkerbund, deutsche Abrüstung, Loearnopakt und zuletzt noch das sielloggabkommen hinreichend Sicherheit gewährleisteten, um schon jetzt eine erste Etappe auf dem Dege zu einer allgemeinen Abrüstung zu r- reichen. Der heftigste Widerstand gegen diesen Vorstoß des Grasen Dernstorf, ging Dtctma. bemerkens» trcrtertrrife nicht von Arankr.ich aus. sondern o o n dem britischen Delegierten. Lord | Eushendun, Austen E hamberiains Plahhafter im Londoner Außenamt hielt jeb? weitere 35- rüftungtietörtcrung —- von der Festlegung eines bestimmten Termins gar nicht zu red.m — für unzweckmäßig, solange nicht unter den großen Seemächten eine Einigung erzielt sei. Dei den Mannten Differenzen zwischen Amerika und England und der geringen Aussicht, daß vor 1932. dem Ablauf der Konvention von Washington. neue Verhandlungen der Seemächte in s^ang kommen bedeutet dieser Standpunkt Englands eine Dertagung der Abrüstung ad alendas I graecas. P a u l - D o n c o u r. Frankreichs Abrüstung Sdelegiert er ha: zwar eine Kompromiß- formd zustande gebracht. >ie aber der deutscher! I Forderung so wenig Aechnunz trug, dast Gras I Dernstorfs glaubte, ihr nicht zustimmen zu können. Sine glatte Ablehnung hätte der Degen- I seftc jedoch möglicherw.ite die Thance gegeben. Deutschland vor der Del: aU den schwarzen ORann hinzu stell en. der durch übertriebene, von vortcherein aussichtslose Anträge den ehrlichen .Friedens»reunden die Arbeit erschwere und durch DiSkveditierung des Dölkerbundes d.e Abrüstung I sabotiere. Das ist nun zwar durch die Stimmern- I Haltung der deutschen Delegation vermiLden, aber I ter be* übrigen Teil vtrnft $luwtl=a«jLS - J? : n - 'S" 2 5 ^2 » S ’jjjo'ör' * D . 5 2 << ’ ■ 3 ”563s,2-" XWfill StP i - 3 2 > c s" a,«? = o' •» «>? hingen tmb dtfvlgedeft« auch der ®tnberufung der Abrüstungskonferenz brs -um Jahre 1931 als sehr wayrscheinlich voraus. In einer Besprechung der amerikanischen Note fragt die „ßifcectf* in gut gespielter Naivität, was □n dem Kompromiß eigentlich schlecht und unbedeutend fei England und die Bereinigten Staaten seien oekanntlich keine Feinde und bedrohten sich auch nicht. Unter diesen Umständen seien die Geschwader jeder Seemacht dazu oestimmt, Polizei der Meere zum Schutze der Han- de l-flotte zu sein, nicht aber um anzugreifen und zu erobern. Die Oeffentlichkeit begreife nicht und der gesunde Menschenverstand weigere sich zu glauben, daß die Verdächtigungen und Eifersüchte- leien weiterbe st ünden, wenn die Hauptsee- Mächte nicht gegeneinander schlechte Absich- t e n hegten und die Unterzeichnung des Kriegsachtungsoertroges aufrichtig sei. Man verstehe nicht, daß die Bereinigten Staaten die französisch- englischen Abmachungen mit der Drohung eines Rüstungswettstreites beantworteten und zu Einschüchterungen übergingen, damit Frank- reich und England auf das Kompromiß oerzichteren. Frankreichs amerikanische Schuld vtsorg^isfe des Botschafters Claudel. Paris, 28. Sept. (WB.) Dem »Echo de Paris" erhärte der in Paris befindliche französische Botschafter in Washington, El au del, er fei der Ansicht, daß das englisch-französische Flvttenkom- promiß bei den Beziehungen zwischen Frankreich und Amerika nicht eine Bolle ersten Banges spiele, und daß die amerikanische Presse die angeblichen Enthüllungen darüber aufgebauscht habe, da ja der Plan in den Kanzleien bekannt gewesen sei. Auf die Frage: .Glauben Sie an dieMöalrchkrit der Annullierung der interalliierten Schulden?" - antwortete Tlaudri: .Offen gestanden. nein. Denn die Amerikaner lagen sich: .Weshalb sollen wir bw Schulden annullieren, da wir gezwungen sind, hohe Steuern zu zahlen, da dir Bereinigten Staaten während des Krieges große Lasten übernommen und viele Verluste erlitten haben, und da doch wir Amerikaner (TI au del schiebt rin: .Die Amerikaner glauben das nämlich") schließlich denSieg errungen haben." Ich bin aber der Ansicht, daß meine Aufgabe im Jahre 1929 eine besonders schwierige sein wird, da im kommenden Jahre die Frage der Schulden hx ihrem ganzen Ausmaße aufgeworfen werden wird. Ihre Regelung wird heikle Verhandlungen zwischen der amerikanischen und der französischen Begierung nötig machen. Denn am 29. August 1929 werden die französischen Schulden von 400 Millionen Dollar- für die aufgekausten in Frankreich gebliebenen amerikanischen Heeres- bestände fällig. Englands Flottenbasis im pazisik. BerAusbau dcrDvttanlagc« von Liugapore London. 28. Sept. (XU.) Der Flottenkorre- fpvndent des .Daily Telegraph' erfährt von outo- rtfiectet Seite, daß die Admiralität den Haupt- auftrag für die Durchführung der neuen Flotten- basis in Singapo« nunmehr einer Londoner Firma erteilt hat. Das fertige Dock wird bessere Deckungsmöglichkeiten für Grobkampfschifte darstellen. a!l» irgendein Hafen innerhalb des bn- tischen Weltreiches. Das Dock wird für die gleichzeitige Aufnahme von zwei Großkampfschiffen eingerichtet werden. Die Kosten des die Kriegsflotte angehenden Teiles des ganzen Planes werden mit ISS Millionen Mark angegeben. Vicht einbezogen sind dabei die Kosten für Teile des Schwimmdocks, die von den malaiischen Saaten als Geschenk für Großbritannien er» richtet werden. Der Bau des Docks soll innerbaJ) von 7 Jahren bis spätestens 1 9 35 fertig- gestellt fein. Wie die Franzosen sich die Räumung derzwettenZone denken VeueBelastuug derPfalz und Rheinhessens. Mainz, 28. Sept. (TU.) Die in den letzten Tagen innerhalb des von den Franzosen besetzten Gebietes eingeleiteten Truppenverschiebungen haben im Ainblitf auf die kommende Räumung der zwei ten Zone besondere Bedeutung. Die sowohl von der weiten Zone zur dritten als auch vom Mainzer Brückenkopf zur Pfalz hin oorgenommenen Stand- orweränderungen lassen erkennen, daß die Fran- 30,en beabsichtigen, die Truppen der dritten Zone hauptsächlich zur Pfalz hin zu schieben, um i in Mainzer Brückenkopf soviel Platz wie möglich für die aus der zweiten Zone weg- zunehmenden Truppen zu scyafsen. Nach der augenblicklichen Bewegungsstärke der zweiten Zone müßten die Franzosen bei deren Räumung etwa 16 000 Mann nach Frankreich zurückbeför- dem. Es sind aber in den letzten Tagen etwa -1000 bis 5000 Mann der zweiten Zone bereits in die dritte Zone yinübergeschoben. Im gleichen Maße findet nom nördlichen Teil der dritten Zone eine Abwanderung der Truppen zur Pfalzhin statt. In Mainz beobachtete man, daß große Züge Artillerie in den frühen Morgenstunden wegtronsoortiert wurden. Auch ist man dabei, den viel Platz beanspruchenden Heerespark aus Mainz wegzunehmen. Die Franzosen bemühen sich, diese Verschiebungen in aller Heimlich leit vorzunehmen und benutzen dazu die Nachtstunden. j)euie schon dürfte im Mainzer Brüden» lops Plag f ü r weitere 2000 Kann ge- schaffen sein In Wirklichkeit würde also, wenn man auch für diese 2000 Mann Truppen aus der zweiten Zone hinausfchiebt. die zweite Zone mit etwa 6000 Rann weniger belegt sein al» zu einem Zeitpunkt, in dem die Räumung dieser Zone offiziell in Genf erörtert wurde Die Schuhzollstage in England. Tie konservative Partei vor den Wahlen. Eigene Drahtmeldung de» „Gießener Anzeigers". Berlin. 29. Sept. Wit der B e u w a h l des englischen Unterhauses wirb im nächsten Jahre — nachdem im Herbst dieses Jahres di« Präsibeittenwahl in den Bereinigten Staaten vor- angcgangcn ist — daS Kapitel bet inneren Umgruppierung bei den Großmächten abgeschlossen fein. Die englischen Parteien treffen jebt bereits die ersten Vorbereitungen. Dieser ■Sage Hutten die Konservativen ihren Parteitag, der seine politisch,: Bedeutung durch die Bede deS Ministerpräftdenten B a l d w ' n erhielt. Die Konservativen haben nor niet 3a&r die Verbraucher wollen davon nichts wissen. Die Industriellen sitzen aber zum großen Tell bei den Konservativen. Baldwin müßte also einen Eiertanz aufführen, um alle zufriedenzustellen' waS ihm aber nur halb gelungen ist. Er hat an dem eigentlichen Problem vorbeizureden versucht, hat jedenfalls nicht verhindern können, daß die Konservativen mit gebrochener Front in den Wahlkampf ziehen und daS ist für ihre Srfolgaus- sichten wenig günstig. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Eine neue Heizanlage für die Technische Hochschule und Fernsprechselbstwähler- anlage für die Darmstädter Behörden. Darmstadt, 28. Sept. (WTB.) Dem Finanzausschuß des Hessischen LairdtageS lag dle größere Regierungsvorlage über Erneuerungen der Hauptmaschinen der Technischen Hochschule in Darmstadt und die Ergänzungen der vorhandenen Labora'vriumseinrichtungen zur Beschlußsassung vor. Die in der Hochschule vorhandene Heizanlage, die im Jahre 1898 eingerichtet wurde, genügt dem Bedarf deS vergrößerten Areals nicht mehr. Die geplante Reuanlage wird etwa 10 bis 15 Prozent deS Kohlenverbrauches einsparen. Der Minister für Kultus unb Bildungs- toefen verlangt im Einvernehmen mit dem Finanzminister einen Gesamtbetrag von 742 500 Mk., die mit 300 000 Wk. zu Lasten des laufenden Etats und mit dem Rest für die kommenden Staatshaushalte bewilligt werden sollen. Der Finanzausschuß hat gegen die Stimmen des Bauernbundes die angeforderte Sxunrne genehmigt. Er stimmte auch gegen die Stimmen des Bauernbundes der Anlage einer gemeinsamen Ferusprech-Selbstwähleran- lage für alle staatlichen Behörden in Darmstadt zu. Die Kosten hierfür betragen rund 230 000 Mk.. die aber durch daS Entgegenkommen der Firma Siemens & HalSke A.-G. in Berlin in drei Jahresraten von je 77 000 Mk. getilgt werden können. Bei der Installation werden hiesig« Firmen herangezogen werden. An dieser Anlage werden dann alle Ministerien, Landtag, Gerichte. Hochschule. Theater. Polizeiamt, BerwaltungS- und Verscherungsbehörden angeschlossen, so daß eine nicht unerhebliche Ersparnis an Zeit und Ausgaben rin* tritt. — Auf eine Anfrage gab der Zmanzminister sodann vertrauliche ötitärungen ab über den ©tanb der Arbeiten des ReichSsparkom- mifsars Hm den vielen umgehenden Gerüchten entgegenzutreten, können wir versichern, daß daS Gutachten deS SparkommissarS selbst noch nicht vvrliegt. Am Freitag hatte auch der Gesetz- gebungSauSschuß eine längere Beratung über mehr als zwei Dutzend Eingaben und Vorstellungen, die alle in den Bereich der Justiz gehörten Die Frage der Gefangenenbeiräbe an den hriftscben Strafanstalten wurde der Regierung als Material überwiesen. Kommunistische Anträge auf Freilassung aller politischen Gefangenen wurden für erledigt erklärt. Mchrere Vorflriumgen gegen die Zuch! Hausverwaltung in Bur!'ach wurden auf den vergefchriebenen Auf- lichlsweg »erwiesen Die Vayenifahtt des Zeppelins. Günstige (Srflebni^e mit der Verwendung von Blaugas. Friedrichshafen, 28. Sept. (WTB.) Das Luftschiff .<3 r a-f Zeppelin" hat auf seiner Fahrt durch Süddeutschland von München aus Kurs auf S alzbur g genommen, dann jedoch über Salzburg, wo es von der Bevölkerung lebhaft begrübt wurde, des schlechten Detters wegen die Fahrt nach Wien aus gegeben. Es ist nach Rorden umgedreht und in weitem Bogen über Landshut — RegenSbu rg — Ingolstadt — A ugsbur g — Kempten nach Friedrichshafen zurückgekehrt, wo eS bei starkem Regrn um 16 übt wieder glücklich g c • landet ist. üeber die Fahri äußerten sich sämtliche Fahrgäste überaus befriedigend. Auch die beiden englischen Luftschiff sachverständigen sprachen ihre Befriedigung über die Leistungen des Schiffes ans. Die Fahrt hat zwei wichtige Ergebnisse gezeitigt. Zu in ersten Male hat das Schift beto.. en können, daß es kein Schönwetter-Schift ist. Es hatte mit starken Winden und Regen zu kämpfen und hat sich dabei auch so glanzend bewährt, daß die Gäste kaum etwas von dem Untoctter merkten. ,ES war eine herrliche Fahrt. eS war die schönste Fahrt meines Lebens", sagte der greife Oskar von Miller, und Reichstagspräsident Löbe schllderte die Fahrt ebenso begeistert. Die Fahrt sei zuerst durch schönes Wetter, dann durch Regen und dann über dem Wolken meere vor sich gegangen. Der schönste Eindruck aber sei das Gefühl der absoluten Sicherheit, das noch größer sei alS bei der Benutzung eines Fahrzeuges auf der Erde, weil man eben in diesem Luftschiff überhaupt nichts von Erschütterungen oder sonstigen störenden Bewegungen merkte. Als zweites besonders wichtiges Ergebnis betrachtet die Führung das ausgezeichnete Funktionieren des BlaugaseS, daS heute zum ersten Male ausprobiert worden ist. Diese Prüfung ist sehr gründlich vorgenom- men worden. Das Luftschiff ist etwa zwei biS drei Stunden nur mit Blaugas gefahren, und zwar in allen fünf Maschn«n. dazu in den meisten Kombinationen, die bei den verschiedenen Fahr- geschwindigketten und Manödern Vorkommen. Von führender Seite wird versichert, dzß diese Prüfungen allen Erwartungen entsprachen und sie teilweise sogar übertroffen haben Im ganzen hat ..Gras Zeppelin" heute etwa 950 Kilometer zurückgelegt Tie größte Höhe betrug 1450 Meter. Tie Durch schnittsgeschwin big seit entsprach der der bisherigen Fahrten und war eher noch etwas besser. Sie nächste Fahrt wird am Dienstag statt- fmben und voraxtSsichtlich nach Rorddeutsch- l a n d und den angrenzenden Ländern fuhren, wobei sehr wahrscheinlich Berlin und Königsberg ein Besuch abgestattet wird. Rach einer weiteren Fahrt in der nächsten Doch? dürste die Amerikafahrt, wie bereits angckündigt, in der übernächsten Woche vonstatten gehen. Aus aller Welt. Die Todesurteile gegen den Raubmörder heim vom Hetoigerldjt bestätigt. Bor dem Ersten Strafsenat des Reichsgerichtes stand die Revision des Roubnwrders Johann Hein zur Verhandlung, der durch leine verschiedenen Raubzüge und Einbruchdiebstähle in den Jahren 1927,28 die Bevölkerung in Mitteldeutschland in größte Aufregung versetzt batte. Das Urteil des Schwurgericht es in Loburg hatte wegen zweifachen Morden, eines Mordversuches und eines Totschlagversuches auf zweifache Todesstrafe, 15 Jahre Zuchthaus unb Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte gelautet. Nach dreistündiger Beratung wurde folgende Entscheidung gefällt: Die Revision des Angeklagten wird als unbegründet verworfen, und die Todesurteile werden fbmit bestätigt. Auch werden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. In der Begründung wurde kurz ausgeführt, daß die Revisionsgründe nicht als durchschlagend erachtet werden konnten. Todesstrafe fir zwei lärber. Bor dem Schwurgericht Prenzlau fand rin Prozeß gegen den Arbeiter Karl Rieck, den Rechtskonsulenten Zastrow und besten Freu, statt, die am 1. August 1920 den Händler Hermann Krause überfallen, beraubt, getötet und die Leiche in den Brüssower See geworfen hatten. Als die Leiche des Kraute nach vier Wochen gestmden frutbc. nafrn man einen Unglück.all alfl Todesursache an. Crit im Frützahr 1928 kam infolge Streitereien unb Kaltschereien zufällig die Wahröcit heraus, so daß der Raubmord seine Sühne finden konnte. Das Gericht berurteUte Rieck und Zastrow wegen Mordes unb schweren Raubes zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Frau Zastrow wurde wegen Beihilfe zum Mord« und schweren Raubes zu fünf Jahren ^uht- Haus verurteilt. Die Opfer bei dem Explosionsunglück in Melllla. Die Zahl der Verletzten bei dem Erpkoftons- unglück in Melilla beläuft sich auf 235. darunter zumeist Leichtverletzte. Rach einer Madrider Meldung deS .Journal" sind 7! Personen umgekommen. Zwölf Mllitärperfonen li*grn hoffnungslos darnieder. Es sind über 800 Seine und 640 mehrst ö i k Säufer zerstört wo ad an. tt? im Jahre 1921 gebaut wurden, um den nachMarocko gekommenen Soldaten ÜTtierfunft zu geben. 2J00 Kilo Schwarzpulver. 40 000 Granaten jeden Kalibers sowie eine große Menge anderer Pulverarten sind explodiert. Der Iheaterbrand in Madrid. - Bei der gerichtlichen Untersuchung über den Theaterbrand ist festgcstellt worden, daß der Ma- schinist, der den eisernen Vorhang zu bedienen hatte, sich gerade auf den oberen Treppen aufhielt, die zur Decke führen, al» das Unglück geschah, unb daß deshalb der eiferne Vorhang, der nur von unten bedient werden kann, nicht heruntergelassen werden konnte. Reue» tkxplosionsunglück in Italien. Kurz nach der Katastrophe von Piacenza, die bereits 13 Todesopfer gefordert bat hat Italien ein zweites Es plosi cm S Unglück zu besagen, das in der Dynamitfabrik von Or betetlo erfolgte. Fünf Arbeiter wurden getötet, fünf weitere verletzt ftouseinsturz in Straffunb. In der Langen Sttaß« stürzten gegen 6 älhr abends zwei Häuser ein. Das Unglück dürfte durch einen Ladenumbau im Erdgeschoß» veranlaßt worden fein. Die Bewohner waren zum Teil abwesend und die Bauarbeiter hatten bereits Arbeitsschllrß gemacht. Feuerwehr. Reichswehr und Polizei waren schnell zu den AufräumungSarbeiten an der tlnglücksstätte erschienen. BrS 8 tlhr waren drei Leichtverwundete auS Öen Trümmern geborgen und wurden in das Krankenhaus gebracht Mit einer vierten, noch eingeschloftenen Verunglückten konnte eine Verständigung herbeigeführt werden, und man hofft, sie lebend bergen zu können. 6ln Stierkampf auf der Straße. Zu einem improvisierten Stierkampf kam es in einem vollsreichen Viertel von Madrid. 8in tollwütiger Stier raste durch die Strafen, als der Torero Iglesias anfällig fcinzu'nm, das Tier aufhielt, um es mit einem Dolchstoß zwischen den Hörnern zu erledigen DaS Publikum spendete dem Matador begeisterten Beifall. Berliner Börse. B e r l i n . 29. Sept (WTB. Funkfpruch.) Heute zum Sanlstag kam das Geschäft vormittags wie immer nur schwer in Gang. Es werden die gestri- gen Abendkurse gesprochen und die ©nmoftim- mung ist nicht unfreundlich, doch rechnet man zum Wochenende mit keinen größeren Veränderungen. AEG. 191,5; Siemen» 389,5 bi» 390, Farben 266 bis 266,5. Interesse erhält sich weiter für Schuckert bei 210,5. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124.06, Walland 9278. Spanien 29.4250, Amsterdam 12009, Schweiz 25.2025 zu 20.50, da» Pfund 485,03. den Dollar 4.1955. Oie Wetterlage. Freitag, u 750 "w um« w«r»t e «vi'i • •-<«<“ •togea • Set*« atratpeirt. • w wetrr Osi jS tPdieavru ‘ö ,:er*oc*e en »le*« en v-edc. v>< ee-ee» neue««" tuwem «> etXf> du T<*ete. harr, lkblos. Wenn aber der ^erpenbtfel rin Ctürf geschwungen h^t. sind sie doch tiefer ari aaleu wie freundltche. treue Gefährten bei der Arbeit sind mir b« beet, der Perpendikel und btt beiden Gewichte IBa* Immer an meinem Lchrribttsch enthebt He sehen mir zu. Zu man- d-.m lieben 'Brief hzt die Hind die «yrbet ge- suhrt. und der unermüdlichc Pcr?.ndi.'«l hat dc-u aeschwungen. 3n gleichem Tafte schwang er. oh ich liebevolle Worte auf* Papier wart, ober Worte de* Lrotze- und der »rbtherung. 1U» ich einsam in meiner Wvh.iung sah und ^~xtr bet Sehnsucht fand an die entfernte ®e« täb-lin meinen Leben*, liebe Worte an mein Kind, schwang et genau so gleichmütig wie damals, al* ich die TraurrxTlünbunj »ur den freund versaht, beffen Tod eine x3abc*ebnte be :eb;nbz .^rtr alle dahinstürmeu. von Freude zu Leid, von Hoffnung zu (Bnttäufcbunq. Unb ar wird weiterschwingen. der Perpendikel, wenn auch ich die Augen schließe sür immer. Auch mrtn Fortgehen wird ihn nicht beirren in seinem Gang Wie ja alles weitergehl, mit uns und ohne uns. Kaum daß eine Lücke entsteht, wenn wir au* der Beide treten. Sin anderer wird nach mir die Gewichte Hochziehen, und da* Pendel wird weit erschwingen: Hin unb her. Gin AichtS sind Wir im Angesichte ber erhabenen Göttin Zeit Ihre kleinen. armseligen Diener Und doch ist sie auch unser Werkzeug. Wie wir sie nützen, da* aber gibt uns den Wert. S-r. & Usenet Nochenmarktpreise. Gs kosteten auf dem heutigen Dochenmartt: Butter Pfund 2.10 bis 2.20; Matte 30 bis 35; Käse 60 bis 1.40; Wirsing 15 bi* 20; Weißkraut 12 bis 15; Aottraut 18 bi* 25. gelbe Rüben 10 bis 15; rote Rüden 10 bi* 15; Spinat 30 bis 40; Aömischkohl 10 bis 15; Bobern (grüne) 30 bi* 35; Bohnen (gelbe) 35 bi* 40; Unter-Kohlrabi 8 bi* 10: Feldsalat 1.00; Tomaten 20 bis 25; Zw.edeln 12 bis 15; Meerrettich 40 bi* 50; Kürbis 9 bi* 10; Mariofftin 5 bi* 6; ZallLpfel 8 bi* 10; Aepsei 20 di* 30; Birnen 15 bi* 25; Brom» beeren S0- Greife Beeren SO: Fwetschen 12 bis 15; junge Hühn« 1.00 bt* 1.10; Suppenhühner 1.00 bis 1». Gier Stück 15 bi* 16. B!umenkohi 30 bt* 1.30; Salat 15 bi* 25; Salatgurken 20 bi* 50; Gi*machgurken 2 bis 4; Endivien 10 bi* 30; Obep-Äoblrab» 5 b.S 15; Lauch 10 bis 15; Aettich 10 fn* 20. Sellerie 20 bis 50; Aadieschcn Bund 10 fn* 15. Pros. Or. Meberger. Professor Dr Älebetfltt wurde mit Wirkung vom 1. 3ull zum etatsmätztgen Pro- fesfor und Direktor de* agrikultur- chemischen Instituts ber Landesuni- v e r f t t ä t ernannt. Als Sohn einer alt ein- gesessenen hessischen ®nmbbecttumcn, 8 Uhr vormittags Turnhalle Oberrealschule. - B. f B Bereinsmeisterschasten. vormittags 9 Uhr. Walb- fpvrtplatz. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: -Fünf bange Tage'. — Astoria-Lichtspiele: .Schuldig' — Stadttheater Gieh en. Tie Gröff- nungsaufführung mit K abunds .Kirschblütin eft" findet am 2. Oktober statt. Die Gedenkworte spricht der Xegifeur bt* Stücke*. Hans Zeitwert — StcBortraa** Bereinigung br.ngt - wie noch einmal erwähnt M — am Montag zar (Jrfffnung ihre* die,; winterlichen BoetrageProgramm* etnrx Lichtbi bervortrag bt» bekanntem veuEchen A'ienfrrfchcrs Dr. Wilhelm Fl Ich ne r. Der weltbekannte Gelehrte wirb über feine G? pebitien*erlefmiffe berichten. (Siehe heutige Anzeige.» Da* Arbeiter-Kulturkartell Gießen veranstaltet am 14. Oktober, nachm 3 Uhr in ber Boltz»Halle das 2. Uolksk ordert. Sie 2k>rlTQfl*foige ist aus dem heutigen An» ttigenteil enichtlich. ebenso sind dort fc BTtt- U?letf*-. Kälber- mehl, Hefe, Mtichfutter ufaJ. Lfiert, um. kP.lWIi .Ihlunutiti tViflir.Kiiiil Heute Melzelsuppe 4Ib2llbi WellUelecl w. Brent. Zum Aus 'chonk oelangt bab Mainzer Hft-Toppelrab Ad 7 Uhr Dietzel- fuoor — «S* ladet freunbilcbft ein: mmzd Otto Sosmann,Wieseck W*M*iilMIM**WM*ie** Strickwaren SfrüiT.^Sodqyx Handschuh? 3 Kugel Marke führend häufe und Farben Uberoi- erb5Hlich MÖDEL Jji8Veckau(sstetteM' gleich billige $ceise! 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Mau freue sich, den Herrn Doktor heute abend um 8 Uhr bei einer Tasse Tee begrüßen zu bütfeu. — ES gab dann -war eine kleine Komödie der Irrungen und Wirrungen, als sich der Kommerzienrat und der Doklor bei einer Zigarre die ersten Erklärunsten gaben, aber schließlich hatte der Doktor nicht nur den stillen Sozius gefunden, sondern and) den SoziuSfahrer für seine weitere Lebensreise. Und daS alle®, weil er zn rechter Zeit die wenigen Mark für eine kleine Anzeige ausgegeben hatte. ZX Wirklich billig und gut ^nd untere Q^frtitööDOenfeöeta 5*» boww. gewaschen oerciu, staubfrei, ferner untere iertinen Betten fow. berrl.Tauuendekkenl Ober- oder Unterbetten, dick gefüllt, nute® rot.Jniett.Mk.13.— . m Jlaunt« ruof Mk.26.—,in.fit.vnlbb. Lik.39-, Kissen, cchtrot, dick gefüllt, Mk. 4.80t tm Biereck 7.80t 12.50t Daunendecken, Herr!, geblumt u. glatt, Gt. 42.-» 56. u 69.—. öÜUfebern, grau. lOb. 1.10t Jiaumruof 2.90, Schwillst. 3.20, Ifte. .Halbdaunen 4.80,6.80, reine Daunen 8.80 U.12.Ü0. 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Weg Waheaborn. Der ,Binder w gebeten, brnf. gegen Belohn, am Bolt-eiamt ab- Zeitungsanzeige zn versnchen> so entstand folgende® Inserat: Die Anzeige hatte mancherlei Anfragen gebracht. Manchen sah man cfl an, daß sie von sogenannten Horchern geschrieben waren. Andere rechneten mit Sicherheiten, SS war an einem Sonntagmorgen, al® der ikommer^ienrat mit einem Briefe in der Hand zu flrau und Tochter in® Wohnzimmer trat. „Ihr kennt bod) den Dr. Ewald, den Arzt au® der Ringstraße? — Ich habe eben einen Brief von ihm erhalten. Der Mann schreibt aber so unleserlich, daß id) nicht klug daran® werden kann. Wollt Ihr'® einmal versuchen'?" Aber eS war and) den Damen unmöglich, die Doktorklaue zu entziffern. Einige Sähe waren immerhin, dem Sinne nach zn verstehen. Da wqr von jahrelanaen Hoffnungen, vom LebcnSglück, von einer vorzüglichen Praxis, einer gemeinschaftlichen Arbeit, vollem Bertrancn die Rede. Fast eine ganze Seite sd;ien sid) mit den glänzenden Aussichten einer großen Erfindung zn beschäftigen. Auch von gewissen 30000 Mark wurde gesprochen. Frau Mangold sand die Lösung de« Rätsel®. Natürlid) bewarb sich der Doktor nm die Hand ihrer einzigen Ilse. Die Tod;ter errötete heftig und flüchtete dann in den Garten. Modistin für io fort gesucht. Schr.Anqeb. u. 0687,4 a. d. Wiest. Anzeiger gesucht Hermann Heß lohltMMlrale tt Zuverlässiges Mädchen zu in 1. Okt. gesucht Plvckitraste 0 Wirtschaft Eine fast neue Säraofffline (Tröster, Klein-Has' fia- Eriral bei nün« fügen Zahlungsbedingungen sofort zu verkaufen. 06808 Pfarrer Warner, Vettern. Moderner Schreib, maschinenlisch zu kaufen gefnchi. Schrutl Angetwie mit Preis unt. 06820 an den Gtest. Anz. Verein rertr ebene' W-Lotajr Monatsveriawutl. Mittwoch. 3. cr^ nbenbe H1/. llbr tm Ootrl 51obei Vericht über den Vuuve^tag und andere wichtige Mittellunaeu. **”L) Der Terstaul. Grbdn mobi. Äimmev von Danextnleter a. 10. 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Verzweifelt Ivollte er schon die ganze Sadjc anfgeben, al® ihm ein Patient den Nat gab, e® doch einmal mit einer Zeitungsanzeige zu versuchen. Da® leuchtete dem Doktor ein, und W. Weeber, Butzbach, Immobilien. _____________________________________1317 V freies Simmet auch alS Schuh- macherwerkstati ge- eiguet. sofort au vermieten. Zu erlrixixett in ber Geschäftsstelle Kleiner Laden in beuer Lag« 'Zsterweg <9 v. Zirka 35 qm iagmi wir suchen Dinen, Laub-, Wohn u. Geich.- Häuicr, Hotels tc., sowie Industrie- untern, aller Art zur Unterbreitung an vorgemerkte kapitalkräftige Käufer. Ciiertcn unter Z. 5138 an Annon- mtu. Zimmer 'Wohn- u. Scklafz.i zu oerrn. Anzufehen von 1-3 llbr 06X77 Wot tbrltr, 23 11 Sckitu möbliertes .Zimmer an bernfStät. Datue in üermletcn 06S7j Illdanlaye 7, v. v. In gutem Haufe schön möblierte» Zimmer mit Schreibtisch an soliden, beff. Dauermieter au uerm. -.» i (ßr. Sletnroefl 23 II. ’S '• Simmet 1 u. ütflctten. au vrm. mieirhftr. 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Die Verguickuna von Freund- schast iinb Geschäft war ihm also ein recht nnbehaglicher Gjebnnfe, aber schließlich mußte er bod) in ben sauersüßen Apfel beißen. 4-hnier-W mit Klicke ob. Gill« familicnUoiK* in rubln. Maße i.öientii Weplar ober dergl. Sckrllil. Angebote mit ^reisang. unter 06866 an d. Wiest. Anz. 3-5'3immer Wohnung von älterem, allein- stehendein Ehepaar gegen Vergütung aller evii. llnkoiten gesucht. Bei genügender Sickerheit kann ixnck ein Darlehen gewährt werden. schrlftl. Angebote unter 85811) an den Glcst. Anz. Student sucht Zimmer evtl, mit Zentralheizung. Schriftliche Angeb. unter 85>8l) ix. d. Gtest. Anzeiger. Lediger, tüchtiger öiißtors* im Alter von 19 bis 22 Jahren ges. Hlih. (»runeroolö Kolonialwaren, Bahnhofuraste 27. ab 15. Oktober für tV- Arzbacher, I tagSüb gesucht ^»,l^ Rtitiexaller 15 ' Frankfurt.Etr. »4S. Nr. ZZ!) Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Samstag, 29. September 1928 nationale Zukunstszahlen. Äon Or. Pool nohrbach. Der schweb sche Professor Brisntann hat m bet ®oknburger Handeln- und MrJi^rtAvcilund eint 2ö«rechnung darüber angestellt, wie hoch in den mittel- und westeurvpäi'chen Ländern die IX'DölIerun^ sich vorau-sichtlich noch würde vermehren tonnen. Sr komm: bobe. für Deutschland aus etnig« 70. für England auf etwa 60 und für Frankreich auf einige 40 Millionen Der iri'che Äretfloat ist dab«. mit zu dnglnnb gerechnet 2vetm diese Grenzzablen erreicht sind, was in etwa 30 Jahren der Hall sein fonnle, so würben, nach Brisrnann, di« Ginwoftnerzah.en entweder stationär werden, oder ansangen zu fallen. Bei seiner Berechnung macht aber Bri-rnann eine Voraussetzung die ihm nicht -uaestanden werben kann. Sr nimmt nämlich d.« mittlere Lebens^Lnae bei den germanischen Böllern zu 60 und bei Den romanischen zu 55 Jahren an. Mit diesen Atterszahlen multipliziert er die m den verschiedenen Ländern heute mit Welt Kommenden indem er vorausseyt. day zunächst noch e.nc weitere Geburien'enkung zu erwarten ist. baft sie aber durch eine weitere Erhöhung des Durchschr.'ttsalter« kompensiert werben wird, wonach k ner Meinung 30 Jahre lang anhalten formte Dann muh natürlich, weil das Durch- Knittsalter nicht ins Sndlose verlängert wer- n kann, eine Verminderung berVoHS- a a 61 beginnen sali- die Abnahme der ®c- ourtenrate andaucrt. 3n dieser R7chnung nun ist eine der Grundzahlen, nämlich das Durchschnittsalter von 55 bis 60 Jahren, erheblich zu hoch gegriffen. Das Durchschnittsalter öst zwar bei den europäi'chen Kulburvöllern infolge der verbesserten Hyg en«. der Seuchenbekämpfung, der Abnahme der Säuglingssterblichkeit usw. in den letzten hundert Sappen bedeutend gestiegen, aber es Hegt in Deutschland. England und Frankreich doch eben erst bei 50 Jahren, eher etwas darunter als darüber. Friedrich Itaumarwi sprach an einer berühmten Stelle seiner vor dem Kriege erschienenen ..Reu- deutich.n Wirtschaftspolitik' vom Triumph des Lebens durch die „schrittweise Zurückwersung de« Todes" im Zeitalter bet modernen Desundheitslehre! In der Tat. wenn früher für e.nen Geborenen im Durchschnitt des Boll ^ganzen dl« Wahrscheinlichkeit bestand, dah er 33 Jahre alt werden würde, und es sind beute daraus gegen 50 Jahre geworden, so Deutet da« di« Vermehrung der durchschnittlichen LebenSlänae um ein volle- Drittel. Ls rft aber sehr unwahrscheinlich, dah in verhältnis- mähig kurzer Zeit aus diesem Gebiet noch weiter so bedoutende Fortschritte gemacht Werben könnten. wie Brismann sich da« benft. Erstens ist die Bekämpfung und Verhinderung der grohen Volksseuchen, de früher immense Opser forderten, heute schon nahezu vollständig d u r ch- ie f ü 6 r t Verbesserungen von entscheidendem insluft finb aus diesem Gebiet kaum noch möglich. Zweitens wächst in den wichtigeren Kulturländern der Anteil der Grohstädte an der Defamtbevöllerung mit zunehmender Schnelligkeit. und di« Grvhstadt ist trotz aller modernen Hygiene gesundheitlich ein ungünstigeres Lebensseld als da« übrige Land. Auherdem bedeutet Ihr Wachstum gleichzeitig «irre Zunahme dersenigen Reaionen im Vollsgan-en, wo «ine direkte Unter Di lanAber Geburten gegenüber den Todesfällen stattfindet, und damit kommen wir auf den zweiten Fehler in Brismann« Berechnungen: seinen falschen Optimismus ht bezug auf die Geburtenfrequenz. Auch wenn dieser Opttmismus auch nur relativ dl. so ist er immer noch eine Quelle de« 3rr- turnt. Beträgt, wie in Deutschland, önglanb und Frank re ich. gegenwärtig da« menschliche Durch- fchnittsalter gegen 50 Jahre, und sterben folglich von jedem Tausend Menschen im Jahre zwanzig, so muh dieser fortlaufende Abgang. wenn kein« Verringerung der Ge'amtzahi tnw treten feil, durch 20 Geburten : m Jahr gedeckt werden Die deut'chr Geburtenziffer betrug vor 50 Jahren, als das Durchschn.tt-alter allerd.ngs noch nicht so hoch war wie heute, nahezu 40 auf du« Jahr unb das Tau'end. Gegen Ende des Jahrhunderts smg sie an. merklich zu firtfen. und nach dem Krieg.- hat sich das Sinken in ein Stürzen verwande.t. 3m Jahre 1926 schnitten sich die langsam Hnfenbe französisch« und die rapid sinkende deutsche Kurve bei 195 aufs Tausend. Für 1927 liegen noch feine deutschen Abschlustzahlen vor. doch Heft man m vorläus.gen Berichten, da st wir schon aus etwas unter 19 gesunken sind. Sbendaselbft steht Gng.anb. Schweden, von dessen Zukunft Br.-mann selbst mit einiger Besorgnis spricht, ist schon aus 18 angekommen. Allerdings ist dort, wegen ausnehmend ge'undcr Lebensverhält- niffe und der bedeutenden Durchschn ttoftöhe der Lebenshaltung auch da« durchfchnttliche Tod«-- alter gröber als m Deutschland, wodurch Bris- mann )«benfaltt au seiner irrtümlichen Schätzung im ganzen gebracht worden ist. Gs besteht frerlich die scheinbare Pavadori«. beb wir in Deutschland (unb ähnlich in England) • ii m e r noch eine Volksvermehrung von einigen 100 000 Seelen jährl ch haben. Dieser scheinbare Gewinn wird aber nicht von Dauer sein, denn er entspringt dem durch den Krieg hervovgerusenen abnormen Verhältnis der einzelnen Altersklassen im Volk. Durch die Hungerblockade, die bekanntlich auch nach der Beendigung de« Kriege« sortdauerte. und im ganzen säst eine Million von Todesfällen verursacht hat. wurden in der Hauptsache schwächere 'JJer’onen fortgerafft, deren Tod sozusagen vorweggenommen würbe, während er sch sonst auf eine Reih« von Jahren der Folgezeit verteilt hätte. Ferner fehlen in der normalen Todes- pfkr bi« Ktnd«r. fce während der Kriegs- »ahre nicht geboren wurden Das deutsche Boll :n 'einer AachkriegLzulammensevung besteht zu «inem abnormen Prozentsatz aus 3nbi- vidue.-! unb Schichten mit emer unterburch- schnittlichen Todesrat« Sobald bi«f« Abnormität sich ausg«glichen haben w.rd - sie ist m Cmg.anb unb Frankreich, weil borr feiix Hur-.gcrolockabe statt gefunden bat. :n geringeren Maste vorhanden, als in Deutschland wirb es tn der Tat nur noch auf bem Wege einer Erhöhung des durchschnittlichen LebensaUer4 möglich sein, den Beginn des 2t ü cf gange« bet Gesamt» vockSzahl aufzuhatten. Schon bei der heutigen Geburtei^ahl von etwa 19 aufs Taufend müftte bi« durchschnittliche Lebensdauer auf etwa« über 50 Lebensjahr« steigen, wenn der Rückgang dauernd verm.eden werden soll. Dabei ist zu bedenken. dast die Geburdenratt in unteren Groft- städten weit unter 20 ist. 3n Berlin z. B. erreicht sie nicht einmal mehr 10 aufs Tausend. 3cbermann Weift, da ft bi« Vevgroftstäd.erung in Deutschland und in allen übrigen Kulturstaaten fortschreitet, und baft auch auf dem flachen Lande d« Kurve der Geburten rakft sinkt 3n Rust- land dagegen liegt d.e Geburtenziffer nocy über 40, in Po.en zwi'chen 30 und 40. ui der T'checho- slowakei zwischen 20 und 30. in Italien etwa bei 30 aufs Tausend. G« findet also namentlich im Osten ein starker bevöckerungSpoli siecher Uebcrbrud in der Richtung auf die deutschen Grenzen statt. Di« westlichen Teile Polen- Werden bald doppelt so dicht bevöllert lein, wie Ostpreuften und Hinttrpommern. Die« ganze Zahlenmaterial muft man sich ebensogut wie Haiidelsstatisttk und Heere» ah len pergegenwär- r.gen, wenn man e- unternehmen tmu. einen Blick in bi« politische Zukunft b«r Hauptoöllcr Lurvpa« zu tun. Oie deutsche Jugend von heute. Lon Waller von Molo. Zur (Erinnerung an da« Jahrzehnt de« Wiederaufbaue«, das (3nbc 1928 seit Kriegsende vergangen ist. erscheint unter dem Titel »Zehn Jahre deutsche Geschichte 1918 -1528' in Verbindung mit dir V.ihkregi.rung ci Veden w rk 23er ag Otto Stollbcrg. 25erlln SW68 . da» in 43 Ginzeldarstellun>«n veranschau icht. wie sich der Wiederaufsiieg im Gc üge des Staaten und der 23ersassung. in Recht und Verwaltung. in Finanz-, Wirtschaft«- unb 23er- kehr-wesen, sowie auf den Gebieten der Wissenschaften und der Künste vollzogen hat. Beste Kenner, die zum gräftten Teil an dem Wiedereu'bau Ixrvorragenben Anteil genommen haben, haben bie 23earbci- tung der einzelnen Beiträge übernommen. 3m Vachsvlgenden können Wir einen AiiS- xug au« einer ausführlichen Darlegung bringen, in der der Dichter 2valter von Molo da« 3ugendproblem behandelt. 3m allgemeinen wird .Jugend" nach Kalendertagen bestimmt. 3ugenb wären danach bie heutigen deutschen Menschen diS zu einem Alter von etwa 30 Jahren. Früher galt al« Generation, da« hatte sich so entwickelt und eingelebt, eine Zeitspanne von ungefähr 25 3ahren Auch da« ist eine greife Formel. Wir haben erfahren und erfahren c« jeden Tag neu. baft diese Zeitspanne die man mit ihren typischen Vorkommnis en eine Generation nannte, in dem heutigen verwirrenden Geschehen, tn dem wir find, viel kürzer zu fassen ist. Ich habe fett dem Zusammenbruch Generationen von fünf. drei. xtoei und einem Jahre Dauer beobachtet: daS kann auch nicht ander- fein. SinerfeitS hat sich da- Tempo allgemein enorm durch die technischen Zivi'isativnSer chrinungen ange'^izt. in d:r Konkurrenz und im Wiedermnholen der Länder, die an« In der Kriegszeit unb der nachfolgenden Lähmung Über,lüge tcn. Da u ist fo ilngebeur.» in den letzten zehn Jahren geschehen, um unS und in unS gewesen unb chaotilch sich klärend in uns vorhanden, baft da«. waS früher 25 Jahre an Inhalt unb Erfahrung gaben, heute auf kurze, hetzende Zeitspannen Aulammengc- preftt wird. Daher find auch viele verschiedene Generationen in der heutigen Jugend. Die im Felde waren und heute im AuSaang der Iuaend stehen, waren von Anfang an keine einheitliche Jugend. St« war und hat sich nach ihren politischen Einstellungen und den persönlichen Schicksalen völlig verschieden eniwidclt. Dte Jugend, bie tn den 3nslationsjähren erst 18 und 20 Jahre wurde, ist wieder eine völlig andere Jugend. Auch sie zerfällt In verschiedene Generationen. Unb die Jugend, die tn den Stabilisierung«jahren 18 und 20 Jahre alt wurde, ist wieder eine ganz andere Jugend. Die. die heute unt morgen 18 und 20 Jahve alt werden, sind wieder anders. 2Denn man also von der heutigen Jugend spricht, von der deutschen Jugend der letzten zehn Jahr«, so kann auch da« wieder, wenn man möglichst umfassend und gerecht sein will, nur annähernd geschehen. Die im Felde waren haben entweder an ihren Idealen festgehalten oder sie völlig verloren ober umgeformt. Die Jugend der Revolutions- und InslationSjahre war noch ungesicherter, sie fand gar feine festen Fundamente unb Maftstäbe mehr vor, sie lebte in einem wüsten Auf unb Ab unb muftte. wie ber erste Mensch ganz von vorne anfangen, wollte sie nicht ertrinken, ober nicht, gehemmt und toll gemacht burch ba« Hinein- strömen unb Hincinfchlagen früherer Srziehung«- metftoden, gegenseitig sich selbst vernichten. Die Jugend nach den InllationSjahr« fand schon wieder festeren Gründ rijl«* war nun enb- gült.j verordn anher.*« ukjf au* dem Trüm- merbau'en her. t* w.ed.r ba t « mb a ifgeb üht. Au- viel Unglück, au- einem grauenvolle«. an- gedlich friedlichen Schlachtfeld, tn dem tntl Schön«-. Gutes unb verlnmmme S:r k.oft fw bist werden muhten, in da» mastiose» Leid gepflastert wurde, erhebt sich die heutige Jugend. sie fängt an. 'ich langlam Weber der Jugend zi^uwenden und verlnmden zu fühten. bie vor dem Kriege war. Aber doch völlig ander? Sehr nchtia und rid t!eK*r begründet als es scheint, war die Hatt.i'.g un ertr Jugend im Kncg und Zulamturnbruch, sie iah eine Aegie- rung-form. bie für Immer gebaut schien, zusammen knicken. eine Regierung die immer von der Gröfte ber 2kran:u>?riung gef. roden halt«, bie dazu erzöget Hatto, bie fast gStifit * Verehrung gcnol versagt, im Augenblick ber höchsten Verantwortung he ent»og sich di 'er 2krantwortunAr ignati-n Ter nxi lun’. n- überlpmigen In b.13 ffttrem oder vert i ienes Trotzdem mußten die Aut nitiunoen in den jungen Herzen und Köpfen sein. Unb die 2Dten, In Liebe aeha'.i.'n Fü' 7er und Sr i her versag'en ebenfalls mit wenigen Ausnahmen. Hier soll nicht ton Schuld cb.-r älnschu!> «'proben werden. denn fnl^e > gibt e* nicht im grosten Geschehen, da- f.iub Formel - mit denen sich hier nicht ernsthaft operieren Liftt. wenn wir em» gestehen baft wir alle mehr oder weniger ba- rna'.s versagten und ver agen mu'iten, so ist das SelbstberstünNichkeit Ich muft U'eltenfcm je^em Gbanvini-muS auS Gerechtlg .it nu.svreaen dast kein andere» Volk der OrX* In 'o'ch zertrummcindem. gänzlich umdrehe idem Stürzen sich trotz allem so erbalxm iKlpjftrt hätte, wie sich das deutsche Volk In feinem Hcdagcn weithinleuch- tenb In X*r Geschichte aller Vationen ».währte. GS ist ein Zeichen wahrsten und ed'ssten Idealismus unserer Jugend, dast li • sich damals, anoewidert gegen alleo Frühere get,c i alles Uebernomniene wandte. 2lder man kann nicht dauernd revoltieren, da« Leben war hart, ber Mensch muftte elfen, wollte er leben, und so begann bie 3ugenb ihr Schicksal selbst In bie Hände zu fallen. Die Jahre der seelilchen unb materiellen Inflation kamen Die Jugend sprang in die verwegensten Berufe, oder besser gesagt, in Tätigkei.en, die sie irrtümlich Bcru'e nannte, fle begann %u handeln, weil sie völlig verzweisclt unb haltlos war. bewegen wand'.e Ti« sich auch übertrieben dem zu, toa« sie Genuft nannte. 2lber' auch dieser, das 2$kinrrftanranf. ber Frauenbeine-Kult. da« Au osahren au« Grvst- mannSsucht. ber KlcidunaslussuS bie Nachahmung ber Filmhclden männlicher und weiblicher Art. genährt burch eine Prelle, die sich diesen Dingen entweder albern und falsch predigend entgegen- Warf unb dadurch neu reizte, oder durch eine Pvesse voll Acvuescnsation, Die sich allzu eilfertig umstellte, um Geschäfte zu machen, um den . 2tn» schluft nicht zu verpassen, all das war letzten Gndes wieder nur Nachahmung von Hehrr- nommenem unb Altem. Die Jugend aedärdete sich genau so wie bie .Helden" in oberflächlichen, altmodischen Qtomancn. in denen bie Lebe weit ge-.ci at war. genau so spieftoüraerliL wie die erwachsenen vpieftbürger vor Dem Kriege, wie sich tn den Inflationsj ahren auch viele würdelose unb ebenfalls haltlose Alte benafrimn. Warum deswegen unsere Jugend anklagen7 Wir all« sitzen immer unb saften damals auf der Anklagebank. Die dunkelst« Zeit tarn. Die Zeit brr Schieber, der Post- und Gisenbahndiebstäbl«. ber Porio- kallendiebe. dieser armen, fleiium. verführten Jungen. bie .leben" wollten aleichgültig. ob si« am nächsten Tage schon im Gefängnis saften. Di« Auspcitschung der 2lett>cn. der sich ins riesenhaste ''cia.mN* G,isteiizkampf tri-hen für die Aelteren ScheinblÜ en neuer Lebenskraft. Man glaubte, erfahren zu haben, haft nur ber am Leben bleiben könne, unb sich durchsetzte, ber lebigllch an sich dachte. Die materiellen Dinar kamen immer mehr zur Herrschaft, die 2votz- Drei Tiere stellen sich vor! Don Paul Sipper. Der groteske Marabu. Die menschliche Sucht. Vergleiche zu ziehen Mvischcn Tieren und uns, tobt sich an diesem Bogel besonder- aus. Wcmi der Marabu bewegungslos in seinem Käsig steht, km Kopf zwischen die Schultern und den Schnabel an« Weiche Brustgefieder gebettet, dann heiftt es: .Sieh, welch ein Philosoph!" Stolziert er aber um sein zementierte- Wasserbecken, gravitätisch, unö nickt dabei mit dem Kopf, fo lagt gewift irgendein Beschauer: .Ist ba« nicht bet alte Kanzleisekretar au« einem Bild von Spitzweg. der leibhaftige Dureaukrat?" Vatürlich hält man den Marabu stets für falsch und verschlagen, weil er Jo ein böses Auge' hat. und jedermann ist von seiner abgrundtiefen Hästlichkeit vollkommen überzeugt. Gewift nach ällhetischen Gesetzen verdient der Marabu nicht bie Bezeichnung .schon", besonder« Wenr. sein Kropf Muttot und prall in ber Sonne leucht.:t. Aber man muft bie Tiere eben al« Mbftänbige Lebewe'en betrachten: waS un« frift- llch erscheint unb übertrieben, ist zweckmäftig. für ihr Dasein erforderlich. Alle- Denken de« Marabu ist nur daraus gerichtet, seinen nie versagenden Hunger zu füllen. Wenn am tropischen Fluft di« Geier gierig an der Beute hacken, stöftt er psellschneN den bewehrten Schnabel vor und holt sich sein Teil. »r schreibt unbekümmert zwi chen den Krokodilen zum Fischfang, verschmäht e« auch nicht, eint junge Panzerechle zu veripei en und fliegt auf gewaltigen Schwingen. Hals unb Schnabel weit auSgestreckt. In unbeschreiblich schönem Flug über die Steppe, neuer 2kahrung entgegen. Steht man im Berliner Zoo!ozischen Garten längere Zeit vor seinem Gehege unb beobachtet den scheinbar im Stehen schlafenden Riesenvogel. dann hebt sich plötzllch da- Lid. ein kaltes alafcrnc« Auge starrt au« grinbiqem Kopf: der Schnabel Ha ft au« Vanbcr. hör zonial, und bleibt geweitet, fast eine Viertelstunde lang. DaS ist unheimlich unb ohne die Möglichkeit eines 2Serglrich«. Gefleckte Anmut. Kein Tier schreitet so .tänzerisch unb gespannt zugleich, keine« schnellt mit eleganteren Sprüngen vom Boden ftinauf in« Geäst de« Käsig«, al« der weibliche Leopard. Unter seinem glänzenden Fell zucken die MuSkeln in kraftvoller Verhaltenheit, und wenn zwei Leoparden im LiobeSfpiti sich balgen, gleiten die Körper gleichsam schwerelos nebeneinander, übereinander. aufwärts und quer durch den 2taum. Man sieht dem zierlichen Kopf, der toetft- leuchttnden Kehl«, um dis sich halSbandariig bie schwarzen Tupfen reiften, nicht den Blutdurst an. der in dieser Raubkatze wohnt. Aber eine Ahnung überkommt un«. wenn wir die Fütterung betrachten und die Gier, mit der die Leoparden da« Fleisch zersetzen. Sie Wersen ihre Beute oft im lleberfchwang der Leidenschaft in die Luft, fangen sie im geöffneten Rachen auf und toben selber zum K etter bäum, wo sie endlich ihr Mahl beginnen. Hernach putzt sich ba« weibliche Tier sorgsam Gesicht. Kehle und HalS, so anmutig wie ein Kitzchen den Milchbari, schnurrt, streckt sich längelang auf dem schrägen Rundholz. läftt Beine und Schwanz abwärts baumeln unb schmiegt den Kopf bequem in die Astvergabe- lung. Den schönsten Anblick aber bereitet die Lev- pardenmutier. wenn sie ihren Kindern zärtlich« Spiele zeigt, geduldig Pfoten. Leib unb Schweif den Zähnchen der wilden Brut darbietet unb schlieftlich bie Raubtiernatur in den Kleinen weckt, indem sie langgestreckt durch den Käfig schicicht. ben Jungen entgegen, um plötzlich mit einem weiten Satz über die Verdutzten fttntoeg- zufpringen. SS dauert gar nicht lange, dann schleicht auch die Kleinen täppisch gegen ihre Mutter, und manchmal versuchen sie zu fauchen, nur baft wir Menschen nicht dabei er'chrecken, sondern belustigt schmunzeln, weil bloft ein dünnes Piepsen au« ihren Mäulchen bringt Manchmal steht die Levpardin des Dresdner Zoologischen Garten« hoch oben am Käsigdach, eine gewaltige Göttin. Sie läftt keinen Dllck von ihrer Brut, und gebannt folgen bie Augen jeder Bewegung unten im Stroh Wunder der Farbe 3m städtischen Tierpark zu Hamburg sah ich vor Jahren zum erstenmal den Tukan, und seither fache ich in jedem Vogelhaus vor allem anderen nach diesem Wundertier. Die Ratur har ursprünglich wohl nur einen schlichten Raben au« ihm erichaffen wollen, besann sich jedoch, verlängerte den Schnabel zu übernatürlicher Gröftc und Dicke und schüttere papageienhafte Buntheit über ba« Tier. Gewift haben die ilr- völker seiner Heimat, die 3nfa« unb Azteken, die Schmuckfedern de« 23ogel« für ihre Stickereien und ®ctoänbcr verarbeitet. Kopf. Hal« und Schnabel leuchten tn unerhörten Farben Da« Schnabelungetum ist an der Oberkante tiefrot. wird bann schrrienb gelb unb verlöfcht in sattem Orangeton. An ber Spitze de« Schnabel- ist ein gröfter schwarzer Fleck, ebenso dort, wo der Schnabel in ben Kopf einmündet. Weil nun ber Kopf k bst mit schwarzen Federn bedeckt ist unb deshalb ba« Auge bie'e« Farbenfanatikcrs nicht genügend auffallen würde bat der Tukan an d.efer Stelle ein dottergelbe« Dreieck. Der Aug-enring in der Mitte ist blau- leuchtend. bi« 3ri« grün, sie erscheint zuweilen tiesschwarz. Die Unterteile de« Halses schimmert wieder in Gelb, unb die plumpen kurzen Ständer sind bellblau. Schwarz« Federn bedecken gleichmäftig den Körper. Der Bürzel ist hellrot, die SchwMiz- dccttedem sind wein Liebet die Hälfte der Länge be« Vogel« fällt auf feinen Schnabel Bei aller Diffonanz in den Proportionen ist der Tukan schön, berm seine grellen Farben schlieften sich im ganzen zu wohltuender Harmonie... ©er Sechssitzer. Don Hans 2Rieb der Mandschurei ergießt. Aus den vom Kriege zerrütteten und von inneren Wirren durchwühlten Provinzen ChrnoS wandern Die Menschen aus, 40 000 in jeder Woche, getrieben von der höchsten Verzweiflung. Ueberscbwemmungen und Trockenheiten. Mißernten und Räubereien, Quälereien und Ausbeutungen du.ch di) Soldaten haben diese Chinesen, die so inbrünstig an ihrer Scholle hängen, zu dem letzten Schritt getrieben, der sie noch vor Dem Tode bewahren soll. Das Dors ist die Welt der Chinesen. Hunderte von Millionen leben und sterben hier, ohne über einen Umtreid von wenigen Kilometern berouLzukommen. Jahrelang haben die Scharen Der Auswandernden an ihrer heimischen Erde geklebt, haben gehungert haben gesehen, wie ihre Ernten 3ahr für Iaht, von Krieaerhordcn zertrampelt wurden, haben die Mißhandlungen der Räuber und Soldaten erduldet. Tausende gingen früher allein fort, um nach der Ernte zurüazukehren. Run aber haben sie erkannt, daß sie hier sterben müssen: sie nehmen ihre Familien und ihre Hausgötzen mit, um in der Mandschurei ein neues China zu errichten. Der größte Teil ter Auswanderer ftrnrnnt auS der vom Hunger geschlagenen Provinz Schon - timg in der Rordostecke China-, aber Di de kommen auch von anderen Provinzen, und die Bewegung greift immer mehr um sich. Tie Dampfer, die von den nördlichen chinesischen Häfen nach den Süd- häsen der Mandschurei fahren, sind mit Menschen so vollgepackt wie Tonnen mit Heringen: die Eisenbahnzüge sind überladen und bis zur Erstickung vollgestopft. Aber es gibt Unzählige, die so atm sind, daß selbst der geringe Fahrpre.S von Hasen zu Hafen für sie unerschwinglich rst: sie müssen jeden Fuß deS 1000-Kilometer-Weges auf Schusters Rappen zurücklegen. Manche firaen ermattet zusammen und sterben am Wege. Kinder werden geboren und sterben auf der Wanderung. 2lber der Schwarm dringt unaufhaltsam vor. Die japanischen Behörden in der Mandschurei und die großen Iudustrieuntetnchmungen fördern diese Bewegung. Jeder chinesische Dauer, der tn das „gelobte Land" eingetreten ist, bekommt freien Boden, Rahrung, Saat mrd Tiere, sowie Werkzeuge für den Ackerbau. 40 Prozent der Ernte muß der Bauer dann als Bezahlung wiedergeben. Die sudmandschurische Eisenbahn, ein japanisches Unternehmen, bat kürzlich durch eine amerikanische Anleihe von 40 Millionen Dollar sich auf diesen Aufschwung in der Mandschurei einstellte, spielt bei der Beförderung eine große Rolle. Die Erträge des Bodens steigen immer mehr, und der Anbau der Soyabvhne hat im letzten 3ahr um 25 Prozent zugenommen. Del für Margarine und Seife wird auS dieser Dohne gewonnen, in der man den wichtigsten Ausfuhrartikel der Mandschurei sieht. Die Chinesen sind die fleißigsten. nüchternsten und tüchtigsten Bauern Asiens. Bei dem fruchtbaren Boten werden sie mit der Unterstützung der Regierung und bei Ausbau des Eisenbahnnetzes bald einen gewaltigen AufAllerlei. schwung der Mandschurei Hervorrufen, her besonders den Japanern zugute kommt, die hier Absatz für ihre Waren und Rahrung für ihre Bevölkerung finden." Dnlraiationaks Redeturnier in Washington. Der Primaner Heinz Barth aus Berlin- Steglitz, der kürzlich al- Sieger auS dem Rede- Wettstreit an der Berliner Hochschule für Politik hervorging, traf mit anderen europäischen Bewerbern für das Internationale Redeturnier in Washington ein. Die Bewerber traten eine Rundfahrt nach Reuyork, Buffalo, Toronto und Chicago an, um sich durch Vorträge in den genannten Städten für die entscheidende Prüfung in Washington vorzubereiten. Die Zeitung „Washington Post" weist daraus hin, daß diese Redeturniere in Amerika alljährlich mit größtem Interesse verfolgt werden, und dah dieser Austausch von Ideen zwischen der jüngeren Generation der beiden Kontinente von hervorragender Bedeutung sei. Dem vorjährigen Wettbewerb wohnten über 5000 Zuhörer bei. In diesem Jahre ist Deutschland zum ersten Male auf dieser Veranstaltung vertreten. CrookshankS Asfentheorie. Eine seltsame unh eigenartige „Affenthevrie" hat soeben her englische Rassenbiologe Ctook- s h a n f in einem kürzlich in London erschienenen Buche über die Abstammung der Menschheit aufgestellt, und damit zwar für den Darwinismus eine Lanze gebrochen, ist ihn: aber auch gleichzeitig weit vorausgeeilt. Cvook- shank behauptet nämlich ganz ernsthaft, daß alle bisherigen Rassentheorien falsch seien und er versucht nachzuweisen, daß Mongolen, Reger und Weiße von drei verschiedenen Affenarten abftammen. Er behauptet, dah der gelbe Mensch im Orang-Utan, der schwarze im G or Illa und der weihe im Schimpansen seinen Urahnen hat. Seine Theorie begründet der englische Gelehrte auf eine ebenso kuriose Art, wie die Theorie selbst ist, intern er nämlich den Sah aufstellt: Ruhe dich auS, und ich sage dir. von wem du ab stamm st! Wenn sich nämlich ter Schimpanse aus ruht, so ist feine Stellung ter des weihen Menschen außerordentlich ähnlich. Ist der Reger müde, so streckt er sich ebenso wie ter Gorilla hin. Es gibt aber noch andere Berührungspunkte. Sitzt ter Schimpanse, so liegen (ebenso wie beim weißen Menschen) seine Hände gewöhnlich auf den Knien, während ter Gorilla und ter Reger in sitzender Lage ihre Hände unter den Knien zusammen falten. Ebenso verhält eS sich mit der gelten Rasse, mit den Mongolen. Unter den menschenähnlichen Affen ruht nämlich nur der Orang-Utan ähnlich wie der Mongole, intern er nämlich sich ter Ruhe in kauernder Lage hingibt. Crookihank versucht aber auch darüber hvnauS seine Theorie wissenschaftlich-anatomisch zu beweisen, indem er die verschiedenen Afsenorten und ter dazu gehörigen Menschenrassen auf ihr Knochenshstem hm untersucht. Es bleibt abzuwatten, welches Echo diese kuriose Theorie in bet Gelehrtenwelt finden wird. Versuchsbetrieb mit dem Fullogtaph-Vlldfunksystem. Der Reichspostminister hat dem Slntrage des Rundfunkkommissars, zu Versuchszwecken Bilder durch Rundfunk zu verbreiten, Auge- stimmt. Hierbei soll zunächst das Fultaaroph-Bild» sunkfystem erprobt werden. Die zur Uebermitilung kommenden Bilder sollen von der Fultograph- Gesellschaft geliefert und zu bestimmten Zeiten über den Deutschlandsender Königswuster- Hausen ausgesendet werden. Die Aufnahme soll regelmäßig durch eine Anzahl über Deutschland verbreiteter Bildempfangsstellen erfolgen. Die hierzu erforderlichen Apparate merben von der Reichs- rundfunkgefellschaft und der Fullograph-Gesellschast einzelnen Rundfunlgcsellschaften sowie besonders interessierten Persönlichkeiten zur Verfügung gestellt. Das gesammelte Material wird nach Ablaus der Versuchszeit unter dem Gesichtspunkte geprüft, ob der Bildfunk in seiner heutigen Form für die große Masse der Rundfunkhärcr in das Programm ter Rundfunksender ausgenommen werden rann, und ob die Dildsunkscndungen eine Bereicherung des Programms darstellen. der Kunst und ftnten. Sie Vernichtung deS stehenden Heeres, das trotz DieOFt Rachteile ein ausgezeichneter Erziehungs- faktor für jeden Jüngling war, hat Halme auf unteren Gebieten getrieben: cs kam der Sport, wieder mit „gotischen" Auswüchsen, statt reinen Sportes haben wir Rekordgier, aber er hat die Jugend gesammelt, einander nähergeschoben. körperlich gesundet, wieder zu Gehorsam und Ritterlichkeit und Unterordnung erzogen: die Abwendung von den geistigen Weri.n der Kunst und Wisienschast beginnt langsam, gewiß sehr langsam aber doch ebenso unaufhaltsam zu enden: wir haben keinen Anlaß, zu verzweifeln. Doch es stünde verzweifelt, sähen wir bereits alleö wieder gewonnen, lögen wir uns schon wieder „Gcttähnlichlcit" vor, ließen wir Lle Fäden laufen, wie sie wollten, versuchten wir nicht die langsame Entwicklung in glattere Dahnen zu leiten, die äußerliche Rückkehr zum 'Alten in gleicher Weise verhindern, tote sie innerliche Rückkehr zum Ewigen fördern. Das Alte ist äußerlich vergänglich gewesen, dieses darf itie wledetkehren. Das Ewige allein ist das feste Sell, das sich in der allmählichen Aufwärtsentwicklung der Menschheit durch alle Generationen vom Einst zum Heute und von da zum Morgen schwingt. nungsforgen drängten, dies alles steigerte sich zur Verzweiflung im Elternhaus und hauchte in jede Schulstube, in jedes junge Leben. Statt bn Unglück, bat nicht von Menschen kam, sich gegenseitig zu stützen, beschimpste sich alles gegenseitig, die Folgen ter falschen DorkriegSlehren. ten Menschen nur schwarz oder weih zu sehen, daß sich jeder für „sündenlos" hielt, das leer geteerten« Geb ähren ter Kirchen, die nicht zum Erleben, nur zum Befolgen ohnr Denken ^ebenso toie dis Gericht« erzogen, trugen häßliche Frucht: das Heim zerbrach, die Eh« zerbrach, die Jugend zog di« Konseauenzen, sie ging auf di« Straße, in die Rächt lokale. Sie begann ihr Weiterreisen in Haltlosigkeit und Verzweiflung. Dazu war und ist das Zusammenleben ter Alten und Jungen, ter Geschlechter unter- emanter in gewaltiger Umwandlung. Wie dieses Verhältnis früher einseitig, aber doch viel Schwächliche zusammenhaltend, zu fefcr nach einer Seite tenoiert hatte, tendierte nunmehr alles wieder einseitig nach der anderen, für Schwächliche zur freien Seite. Richt nur auf dem Schlachtfeld der Kriegszeit, auch auf dem des Zusammenbruchs und ter Inflationsjahre liegen unzählig viele tote Jungen und Mädchen, auch sie haben das neue werdende Deutschland wahrhaft mit ihren Leibern erleben und bauen helfen. Richt Vorwurf und häßliche Grabreden gebühren diesen. sondern tiefstes Mitleid und eherne HilsS- enlschlofsenheit. so weit hier noch zu retten ist, mit allen Kräften zu retten. Auch die, die für ihr Geben an Geist und Körper zerstört find, haben Anrecht, wie die Invaliden des großen Krieges, erhalten zu werten. Es ist nich mancher zu retten. Langsam spult ter Wahnsinn, dir seelisch? Evi- demie ab. Die Hohlheit ter übersteigerten, sogenannten Vergnügungen beginnt alt und jung an gleicher Weise anzugrinsen, die Zeiten sind versunken, tn denen man sich den Kopf zerbrach, wie man sein Geld möglichst schnell ausgeben könne, damit man irgendetwas Davon habe, das Geld hat wieder festen Wert, die Grenzen -um Ausland sind wieder geöffnet, die Aelteren überlegen ernüchtert, was sie auS den Resten und Scherben ihrer Ersparnisse von einst gerettet, sie Beginnen wieder xurückzulegen, um nach Möglichkeit für ihr Greisenalter gesichert zu fein. Den Erwachsenen, die vor tem Kriege den Wert teS Geldes kannten, dl« nicht im Geldverdienen den Zweck ihres Daseins erfüllt wußten, die Geld verdienten und sparten, um sich von der häßlichen Beherrschung durch das Getd zu befreien, mußten In den Inflationsjahren vorübergehend Knechte des Geldes werden, sie ae- rieten unter die Knute ter Technik, der Maschinerie. Run ober will der M.nsch w'-etec H e r r sein, er will sich nicht dauernd von der Maschine und bedruckten Dapierlappen beherrschen lassen, viele haben wieder dir ihnen unnötigen Autos, die man in spießbürgerlicher, verzweifelter Großmannssucht voreilig anschaffte, well man seine innere Minderwertigkeit durch vorgetäuschte Süßere Mittel verbüllen wollte, verkauft oder sie sind ihnen gepfändet toorbeit; das Heim tritt wieder tn seine Rechte, die Wohnungsfrage wird In abzufchender Zeit keine Frage mehr sein, alt und jung haben ihre Erfahrungen gemacht, sie wurden sich ihrer Würdelosigkeit bewußt, sie erfuhren gemeinsam wieder einmal, dah es feste Gesetze gibt, die nicht staatlich, sondern kvSmisch sind. Die Reizung verliert durch Ueberrrizung ihven Wert, es schwankt alles wieder ter Vernunft zu, wenn sich auch viele dessen einstweilen noch nicht bewußt sein wollen, weil Vernunft -banal" erscheint. Die Jugend beginnt wieder an Den Aelteren festen Halt und dn Vorbild zu Oberheffen. Landkreis Giebeir. £ Wieseck, 29. Sept. 3n der gestrigen Gemeinderatssitzung wurde zunächst über die vom KreiSamt sestgesetzten Umlagen sür 1 928 verhandelt. Darnach beträgt ter Steuersatz für Grundsteuer aus Gebäude und Bauplätze nicht, wie vom Gemelnderat vorgeschlagen. 27 Pf., sondern 28 Pf.: für Grundsteuer auf land- und forstwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt« Grundstücke 70 Pf, statt 63 Pf.: für Gewerbesteuer auf Anlage- und Betriebskapital 92 Pf., statt 85 Pf.: für 100 Mark teS staatlichen Gewerbe sie uersollS vom Kalenterjahr 1925 gleich 154 Pf. statt 140 Pfennig: dagegen wird ter Steuersatz des staatlichen SontecgebäudcsteuersollS von 40 Pf. auf je 100 Mark, auf 39,93 Pf. berabgefe }t, toaS eine Ermäßigung dieser Steuer von u igefäht 3000 Mark bedeutet, wodurch aber die Erhöhung ter unteren Steuern bedingt war Da ter (temcinte* rat einstimmig ter Meinung ist durch nochmalige Revision ter Sätze di« Einziehung ter Steuern nur noch zu verzögern, stimmte er den Sätzen teS KreisamteS zu. Bei dieser Gelegenheit klügle Bürgermeister Schomber über ten schlechten Eingang ter Gemeindesteuern. — Dl« Entscheidung über den zweiten Punkt der Tagesordnung: Ernennung von zwei KommlfslonSmit- gliedern zwecks Besprechung ter Struhen- babnfragc mit Gießen, auf die wir in unterer Ausgabe vorn Donnerstag bereits hin- wiesen, wurde für die Interessenten eine starke Enttäuschung. Hatte doch mancher gehofft, bei dieser Besprechung etwa? über ten Stand ter bedeutungsvollen Angelegenheit zu erfahren Dies wurde aber durch die Annahme eines sozialdemokratischen Antrags, ter forderte. ? km Punkt in nichtöffentlicher Sitzung zu vor- | handeln, vereitelt. — Sin Gesuch deS Gastwirts Heinrich Bruun um Erlaß rückständiger Vergnügungssteuern für sein Kino, sowie um Richterhebung dieser Steuer für die Folgezeit wurde einstimmig abgelehnt. Der Dreschgenvssen- schäft wurde zur Erbauung einer Halle zwecks Unterbringung ihres Dreschwagens ein Platz in ter Batenburger Hob! zuaewiessn, wofür sie auf Vorschlag ihres Vorsitzenden hin eine Anerken- nungSgebuhr von jährlich 10 Mark bezahlen soll. Ein Gesuch des Wilhelm Forbach um Erlaß des Pachtzinses für eine Wiese wurde zutück- gesteltt, bis die landwirifchaftliche Kommission darüber Bericht erstattet hat. T Leihgestern, 28. Sept. Wohl in kaum einem andern Dorfe von der Größe unseres Ortes war In den letzten Jahren die Bautätigkeit so rege wie hier. Am meisten zeigt sich dies in dem Dorfteil nach dem Bahnhof Grotzen-Lindcn zu. Hier jchießen die neuen Häuser wie Pirie au» der Erde. Selbst Leute oon Großen-Llnden, die auf dic dort ehr teueren Bauplätze verzichteten, haben sich wegen xr billigeren Bauplatze in unserer Gemeinde ange- ledclk. Wenn die Bautätigkeit so weiter Fortschritte macht, wie in ten letzten Jahren, so werden in zehn Jahren Leihgestern und Eroßen-Llnten ganz zusammengebaut sein. Im Dorfteil „Funkstadt , so genannt nach dem ersten Siedler, sind beute schon zwölf Häuser bezogen, xroci weitere werten In diesem Herbst noch bnugsferttg, und zwei weitere sind noch im Bau. Noch vor wenigen Jahren war bk Rindsmühle das einzige Gebäude in dieser Gegend. : Großen-Duseck, 28. Sept. Das Hesfifche LanteSamt für daS Bildungswesen verfolgt das Bestreben, die Fortbildungsschule nach und nach von ter Volksschule zu trennen und den Unterricht tn die Hände von Berufsschullehrern zu legen. Rach Ablauf der Herbstferien wtrd ter au« Herchenhaln in ten Bezirk Gießen versetzte hauptamtliche Fortbildungsschullehrer Stfinmann hier seinen Dienst antreten. Außer Großen-Buseck wird er noch in ten Orten Alt en - Puk'ck. Reiskirchen. Beuern. Burkhard-selten und Heullx.hc;m Unterricht erteilen Herr Sleinmann wirb in Gicßcn. wo er sich dn neues HauS er baut hat. wohnen imb von tert au« seinen Dienst versehen t T r c f « a d Lda 28. Sept Zur Rach folger in unserer seitherigen Hebamme, Frau Margarete Becker, die nach 40jähriger Amtszeit ihren Dienst mit tem Dienstantritt ihrer Rachfolger in nveterzulegen gedenkt, ist Frau Marha Bergen dahier gewählt Worten. — Hier sprach in ter Kirche ter Generalsekretär teS Evangelischen Buntes, Pastor Thiel. Berlin, über die Qlot* Wendigkeit teS Evangelischen Bundes und forderte alle Evangelischen zur Treue gegen diesen Bund auf, ter sich die Wahrung ter deutschevangelischen Belange zur Aufgabe gemacht habe. v ßonbotf, 28. Sept. Die hiesige De- meindeviehweide, die in diesem Jahr« zum erstenmal als solche benutzt tourte, hat Sattler- meister Döeger gepachtet, um hort «ine Geflügelsarm zu errichten. Kreis Büdingen. Ridha, 28. Sept. Die allgemeine Ortskrankenkasse für den Kreis Büdingen verzichtet ab 1. Oktober auf das Einholen vorgeschriebener Behandlungsscheine, wenn ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird. Die seitherige Einrichtung erwies sich nicht alS zweckmäßig und führte zu Unzuträglichkeiten. Dafür find die tebanteinten Aerxte ermächtigt, ten De- Handlungsschein auSzustellen Rur toeim die Krankheil Arbeitsunfähigkeit zur Folge hat, ist nach toie vor her Krankenschein bei ten zuständigen Kassestellen zu beantragen. # Bisse». 27.Sept. Die Kartoffelernte ist hier so ziemlich eingebracht. Cie ist besser aurge- fallen, al» man wegen der großen Trockenheit annehmen konnte. Wenn auch die Menge nicht die de» Vorjahres erreicht, so wird da» Weniger durch die Güte der diesjährigen Ernte voll ausgewogen. Der durchschnittliche Ertrag pro Morgen beträgt 60 bi» 80 Zentner. Kreis Schotten. e. Schotten, 28. Sept. Für Beamte te- FinarizamteS fctl 5ter ein Beamtenwohnbau S mit zwei Wohnungen und dnem auS- gebauten 'Dachgeschoß errichtet werten. Während die Finanzbehörte einen Zuschuß von 5000 biS 6000 Mk. für jede Wohnung zu leisten bereit ist, wird noch mit dnem Beitrag aut Mitteln des LanteS in der Höhe von 3000 Mk. pro Wohnung gerechnet. Der Bauplatz ist bereits vorhanden. Der Bau soll sofort tn Angriff genommen werden. O Laubach. 29. Sepf. Gestern tourte tet im Alter von 41 Jahren nach längerem Leiten verstorben« Zigarrenfabrikam Karl Mich«! zur letzten Ruhe bestattet. Dekan B o l p hob am Grabe di« trefflichen Eigenschaften des 21bac- schietenen hervor. Darauf legte Bürgermeister Högy im Hamen ter Stadl einen Kranz auf das Grab des GemeinteratSrnttgliedeS, intern et tem Kollegen für feine allezeit betoiefeuc Pflichttreu« dankte. Sodann legten noch Kränz« nieder am Grate ihres Mitgliedes Vertreter ter Handelskammer Friedberg, ter Feuerwehr, ter Kranlenkaffe, des Kriegervereins und btt Stahlhelms. Eine dreimalig Ehrensalve über dem Grabe des FeldzugteilnehmcrS beschloß bi« Feier. Der Verstorbene war ter Sohn des Manne-, der vor 8 Jahrzehnten di« erste Zigarrenfabrik in der Dorstadt unseres Städtchen« errichtet hatte. Fabrilanl Karl Michel hatte vor einem Icchrzehnt feine Fabrik in ter Kaiserstraße gebaut. — Die gestern abgehaltene Versteigerung der Apfelbäume der Gemeind« ergab sehr hohe Preise. Der .Rentner kam durchschnittlich auf 8— 9 Mk. Die Versteigerung her Zwetschenbäum e^ter Gemeinte erziette 3—4 Mk. für ten Zentner.^ Der hx dieser Woche abgehalten« Schweinemarkt zeigte einen geringen Austrieb. Rur 104 Stück waren aufgetrieben. Die Preise waren verhältnismäßig hoch. Ferkel von 5—6 Wochen kamen auf 18 23 Mk. Dementsprechend galten di« Läufer. £ Lardenbach, 28. Sept Seitdem im April 1926 unser langjähriger Pfarrer Weinberaer in ten Ruhestand getreten war, wurde unsere Pfarrei von Droßen-Linten aus mitversehen. Run wird Lardenbach wieder einen Pfarrer bekommen. Pfarrer 'Baier au« Asftn- heim bei Friedberg ist mit Wirkung vom 15. Oktober ab mit der Verwaltung ter Pfarrstelle beauftragt worden. Sobald das Pfarrhaus etwa« heraerichtet ist. wird et sein Amt hier antreten. — Wie in vielen Landgemeinden, so ist auch hier zur Wahi der Kirchenaemeindevectre- tun g nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden, der tde Hamen ter seitherigen Mitglieder enthält. Gs sand daher feine Wahlhandlung statt, die Vorgeschlagenen gelten als gewählt Preußen. Kreis Metzlar. WSR. Wetzlar, 28. Sept. Heute nachmittag gegen 5 Uhr mußte das Passagier - <*Äu g - zeug D 355 der Deutschen Lufthansa auf Ä.iem planmäßigen Fluge Köln—Frankfurt a. M infolge heftigen Reg^n« eine Rotlandung vornehmen. Die ßanbung erfolgte in ter Raunheimer Gemarkung an ter Lahn trotz unebenen Geländes glatt und ohne Bruch. QIn Bord befanden sich drei Passagiere, darunter eine Dam«. Sie setzten ihre Reise mit ter Bahn fort. Das Flugzeug, eine zweimotorige IunkerS- maschine, blieb über Rächt an Ort uno Stelle. — Die Bauernschaft des Kreise- Wetzlar hat sich ter Bewegung zur Erhöhung de- Milch- Preises, die feit einiget Zeit im theln-maini- scheu Wirtschaftsgebiet im Gange ist, angeschlossen und den MilchpteiS vom 1. Oktober ab auf 3 4 UJ fe n n i g erhöht. H Wetzlar, 27. Sept Die in unftrm Bericht vom 18. September berührten unhaltbaren Vetkeh rSzuständ« in den Hauptstraßen der Altstadt scheinen nun doch einer Lösung zugeführt zu wertem Ob zwar di« für die Stadt lebenswichtige Sache In «wem Eiltempo gelöst werden wird, muß immerhin bei den vielen Instanzen, di« sich damit zu belassen haben, und bei ter großen finanziellen Tragweite, bezweifelt werten. Durch ten vorgestrigen Besuch des Landeshauptmann- her Rheinprovmz, Dr. Hottion, Düsseldorf, ist wenigsten- ter erste praktische Schritt für die neue Umgehungsstraße eingeleitet worden. Wieder fommt hier ein besonderes Verdienst unserem Regierungsprälidenten Dr. Brandt, Koblenz, zu, ter die Wünsch« ter Stadt, wie immer, auf da« lebhafteste unterstützt hat Bei bet Otts- tesichtigung. zu ter außer tem Landeshauptmann und tem Regierungspräsidenten noch verschiedene Kommissar« auch fettens ter Wasserbau- verwaltuug erschienen waren, gatt eS tn erster Linie, dic auswärtigen Herten von ten unhaltbaren Verkehtszustänten ter Allstadt zu überzeugen, was wohl in jeder Weife gelungen Jein dürfte. Detkehtsst ockungen am Eisenmatkt und ter Lohnst raße, toi« sie täglich Vorkommen, waren ter sprechende Beweis für bk Grünte ter Stadt. Bekanntlich sind diese Straßen, wozu noch hie Gonggaffe hinzukvmmt, tn ter Untethattungs- pslichl der Provinz. Daher auch ha- Bestreoen ter Stadt, diese für ten Reubau ter Umgehungsstraße finanziell zu interesfieren. Dabei handelt es sich um em Projekt. daS man fast «tn Mlllivnenvbjekt nennen kann, wenn man bedenkt, dah dabei eine neue Brücke unterhalb ter Stadt über hie Lahn gebaut wetten muß und dse Straß« selbst noch em gute« Stück hn Hochwasser gebiet her Lahn verlaufen dürfte. Genaue Angaben über daS Projekt sind noch nicht bekannt geworden. Inwieweit sich di« Provinz und vielleicht auch ter KreiS an der Aufbringung ter Kosten beteiligen wetten, steht noch dahin, für die Stadt selbst ist aber die Lösung ter Kosten frage der Schlüsselvuukt für ihre weitete Entscheidungen, da bei ter angespannten Finanzlage ter Gemeinde ein Ban ohne erheblich« Zuschüsse unmöglich erscheint. Spielplan der Arankfi^rter Theater. Opernhaus. Sonntag. 30. September, von 19.30 bis gegen 23 Uhr: Die Zauoerslöte. Montag. 1. Oktober, von 20 biS nach 22.33 Uhr: Xu- ranZtoL Dienstag, 2., von 19-30 bi« nach 22.30 Uhr: Margavetpe. Mittwoch. 3.. von 1930 bi« 22.30 Uhr: Othello. Dvnner-tag, 4., von 20 bi« nach 22.30 Uhr. Der Troubadour. Freilag. 5., von 20 bi« 22.45 Uhr: Der fliegente Holländer. Sami tag, 6., von 19.30 biS 22.30 Uhr. Der Opernball. Sonntag. von 19 bi« 22.45 Uhr: Der Rosenkavalier. Schauspielhau«. Sonntag, 30. September, von 20 biS 2230 Uhr SchinderpanneL. Montag, 1. Oktober, von 20 biS 2230 Uhr: Torquato Tasso. DienStag, 2., von 20 biS nach 22 Uhr: Die Liebe auf tem Lande. Vorher. Der erste Branntweinbrenner. Mittwoch, 3., von 1930 bi« 23 Uhr: Don Carlo«. Donnerstag. 4., von 20 bi« nach 22 Uhr: Di« Liebe auf tem Lande. Vorher: Der erste Branntweinbrenner. Freitag. 5.. von 19.30 biS 23 Uhr: Don Carlos. Samitag, 6^ von 20 biS 2230 Uhr: Torquato Tasso. Sonntag. 7.. von 20 biS gegen 23 Uhr: Reidhardt von Gneisen au. Montag, 8.. von 20 bi« nach 22 Uhr: Die Liebe auf dem Lande. Vorher: Der erste B r cnm ttoeinbrenner. Simse MS MO SIMtl unter Cei'fellunflS' otei4 adzugebcn. Geük. SkklW. Tolftrrioertitäiten. am>. Südaalage 20. Graue Haare! e-aarmurAtlfah •Sonja* ntbt Wntur« ♦atbc. Sein ftärbe« mittel! AL WL 2.70. Porto eiira. Bet 9ä Auheim, den 2&9192& ____wv GelegenhMauf Aus einer Liquidationsmaste stelle ich u. a. Ziirn eigenen Heim verhilft bei 3 */• Darlehnszinsen Danksagung. Fflr die überaue zahlreiche Teilnahme beim Heimgang unserer Heben Lntechlafenen Frau Marie Schmalz •owio für die vielen Kran»- und Blumenspenden besondere dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe danken wir beralichst AokuiI Rchmals, Zollsekrettr Wöll. u. baumw. Älnherfhrömpft, wollene Damenftrümpfe, Herren- socken u. Ira Lützellinden. Hochelheim, den 26. Sept 1928 Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. September 1928. nachmittags 37* Uhr statt Heute entschlief plötzlich und unerwartet infolge eines Unfalles mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Grobvater Johannes JunS. Maurer und Landwirt im vollendeten 70. Lebensjahre. In tiefer Traueri Abm Elisabeth looßfieb.ßellz Familie Georö land Zwiebeln ar. Ware v. Ztr. a 7.50k mtitl. Sinter- wäre o. Bit. A V IjO solange Vorrat reich, versend. um. Nachn. Olle Eeehecburoer, Veienbeim ifrjettermn. rwp Dealsder Bund fflr Mfl.-evaof. Erziehung In Haus und Stiinle Ortsgruppe Gleben Montag, den 1. Oktober, ebenda 8 Uhr Familien-Abend imjohannessaal. Alle Evangelischen sind Dr. jor. Ferd. Weil Knoi Wejl Heb. Bepdlnö Dr. med. AdoU Wefl Eertrod Weyl fieb. Eichenauer Marie Ortwein Geb.Weyl Kurl Ortwela Pianohaos Schönau Frankfurt a. M.. Glefien, Gr.-Buseck, 28. SepL 1928 ____________________________________________83? ID Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen sagen wir verbindlichsten Dank Dr. Inr. Ferd. Weil Mroi Weil Heb. Bepdlnö Dr. med. AdoU Weil Eertrod Weil Leb. Eichenaoer Marie Ortweiflfieb.WejI Karl Orfwela Bekanntmachung. Tret lag, den 5. Otiotxr 1828, vormUlogs 9.30 Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung m Jlibbo. im Hause de» Herrn Äolb, Bahn- hofstrahe 3—5 diverse Maschinen zur tomplehtn Ein- richtung einer modernen #utxnpcrfflafl. Dieselben sind neu und ungebraucht und können am Montag und Dienstag vor- her besichtigt werden. Die Versteigerung ist eine freiwillige und findet bestimmt statt. 8590D Banfe Gerichtsvollzlehtr in Nidda. BirilHoftillilt VUttenflefeUttaft f. Verwaltung u. Finanzierung in Frankfurt a. M. Veferftrahe K Abteilung .Eigenheimbau' Vezlrks Vertreter n. Schön, Vlesen. Marburger srroge 22. Mv ————— Franklurt a.M. Pierde-MärMe \uiw-ih) u boM Oilrtiiba L KmI od fiokK Lie Beeodi dleeer MArkM !»: ru empfthlea Der Hendel SenUt« verbot. Bcstchtiguna der Bierde. Maschinen und Geräte kann iedergetf erfolgen. SJbelöljfliiet&ßiebing Betriedoaeiellichait m. d H, Main-Iar. Re. Sieden. Tanz- und Gesellschaftskleider Crfipe de Chine Crfipe Satin Cripe Georgette / Vcloutinc Fulgurant / Tafte u. a. m. Erstklassige Qualität en in Riesensortimenten zu den bekannt billigen Preisen LBERNARDä.. Größtes Spezlalst off geschah am Platze Oberzeugen Sie sich bitte durch unverbindliche Besichtigung meine* Lagers von der Fülle des Gebotenen und den niederen Preisen CflhlnR Poffi Mnrhiirfi Herrl. Aussicht Marburgs. Qualitäten UulllUU'UalU} Rlnl UUI y allererster Güte. — Auto-Halteplatz DTeTdealeVerbrndun- bfelel das System von SW £i n Schulde rv bei modemerrorm ulorbe alle hygienischen Vorzüge hak Bequem u.dah schön! Älletuv evkQus: Ludwig Vernhardi Schnlftaa-e 1C zu vermieten. Schr. Aaged. u. 067® an den MHek- Im .®“! 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September 1925 Kllnlkstraße 16 Lieblgstraße 55 08145 Hotel Schütz k. Universität«!-Ziestaurant 5)upil6rougdl'* (LterbauS Onkel Franz! 06902 -O ifrf Trunk's SamStag und Sonntag Sonntag, den 30. September, abends 8 Uhr Trunk's Totsicher“ W einige — Verstärktes Orchester — SM4D Massiv goldene Trauringe Drucksachen aller Art »1«» bie vrühl'sche UnioerfitäU«Ürti(ffen.t!ichen Sittlichkeit, im hohen Interesse der Kreise und Gemeinden die Pflicht und bi« Fürsorge für alle jene übernehmen, die wegen eines körperlichen oder geistigen Gebrechens, welches sie arbeitsunfähig macht, fremder HUf« und Stütze, besonderer Wartung und Pflege bedürfen Sie ift bestimmt zur Aufnahme arbeitsunfähiger, der Provinz Öberhesfen angehöriger Personen welche der Armenverforgung durch den Kreis oder die Gemeind« anheimfallen, und hat den Zweck, den nachfolgend bezeichneten Gebrechlichen und Kranken beiderlei Geschlechts ilnterfunft, Pflege und Heilung zu gewähren: l.von unheilbarer Seelenstörung Befallene, die von den Lande San stalten entweder nicht auf» Stadt Giesten hatten sich di« Städte Grünberg. Alsfeld und Sich um die Anstalt beworben und sich bereiterLärt, das erforderliche Gelände kostenfrei zur Verfügung zu ft eilen. Aach eingehender Begutachtung der in Betracht kommenden Bauplätze enckch^ed sich der Provinztalausschuh am 8 Iuli 1898 nahezu einstimmig für Gießen. Baurat Klingelhöffer in Darmstadt wurde um die Ausarbeitung eines generellen Pros ekles angegangen, der dieses Anerbieten auch annahm, jedoch bald zugunsten deS Geh Oberbauratt von D e I tz e n verzichtet«, dem alsbald am 8 Oktober 1898 die Ausarbeitung des Planes übertragen wurde. Als R.tbttinien waren nur gegeben worden, daß das Gebäude in einfacher Ausführung zu hallen sei und bezüglich der inneren Einteilung der Hauptgebäude die bewährte Pslegeanstalt in Freiburg i. B. zum Vorbild genommen werden solle. Aber nochmals muhte ein Sturm abgeschlagen werden, der von ärztlicher Seit« gegen das Bauvorhaben unternommen wurde. In der Zentralisation der Fürsovge für Sieche befürchtete man Gefahren für die _ bestehenden kleinen Krankenhäuser und Hospitäler, sowie eine Her- obminberung der Ausbildungsrnöglichkeiten für die Aerzte auf dem Lande. Diese Moment« waren, obwohl ihnen sofort von seitcn der KreiS- gesundheitsämter und der medizinischen Fakultät der Landesun.versllät entgegen getreten wurde. noch lange Hindernisgründe für einen ra'chen Gn^chluh Wie wenig diele Einwände gerecht- fetr.gt waren hat bi« Zukunft gelehrt 3m 3um 1899 unterbreitete der Provinzial- ausschuh dem Provinziallaa ein ausführliches Gesamtprojekt auf dem von brr Swdt Gehen bereugefte.lien Gelände in der Licher Str atze .n einem Ausmatz von 46 4-X* Quadratmeter Diese mit allen neuzeitlichen Einrichtungen versehene Anstall sollte 3dd Pfleglingen Unter- furdt gewähren und 720000 Mk. Kosten verursachen aber eme Erweiterung bis zu einer Aus- nahmesäh gleit von 800 Pfleglingen zulasfen. Mll einem lährtichen Zuschutz der Provinz in Höhe von 50 000 Mk. und e nem solchen des Staats von 20 000 Mk. und m.l Verpflegungsgeldern von 120 Mk. je Kopf Pflegling und 380 Ml. k Äopf Pensionäre Hofs le man die B« tr iebsa usgaben mit den Einnahmen ins Gleichgewicht bringen zu können. Demgemäss erwartete man di« Ent- sch.iehung des Provirrziallags. Dazu sollte es jedoch immer noch nicht kommen. Die Bedürfn:öfrage schien einigen noch immer nicht gellärt. die Plahsragd verursachte grofw Beschwerden und de Äoften gaben zu bedenken. Sv behalf man kd) mit der Einsetzung einer Kommission, die diese Punkte einer weiteren Klärung zuführen sollte. &ic brachte jedoch nur neue Berw.rrimg und verhalf dazu, die De'chluh- faffung h.nauszuzögern. Der Provinzialausschuh verblieb auch der abweichenden Auffassung der Kommission gegenüber bei feinen früheren Anträgen. b’.c er für den erneut am 4. 3uli 1900 zusammentretenden Provinzialtag wiederholte. Dieser sollte nunmehr, nachdem noch ein« Aeih« von Sachverständigen gehört war. über di« divev- ?ierenben Anträge Bekhlutz faffen. Die Entfchei- ung fiel dahin, datz Gietzen der Sitz der Anstalt werden sollte, für deren Errichtung 600 000 Mk. bewilligt wurden. So war ein en!'che.dender Schritt auf dem Weg der sozialen Fr.ric»vg< getan. De PrvvMz Ahe.nh.sfen war tn der Errichtung einer solchen Anstalt bereit* norangegangen. d-.e Provinz Starkenburg mit dem gleichen Projekt beschäftigt Der erste Spatenstich erfolgte im Frühjahr 1901. di« Abnahme am 6 Wäm 1903. D.e Bauanlage darf ün wesentlichen als Mannt vorausge'etzt werden. H nter dem Haupte.ngang in der Sicher Stratze befinden sich das Bev- waltungsgebäude mit Bureauräumen Arzt» $ immer und zwei Wrchnungen dahinter das W.rttchaftsgebäude und Stallung auf der Mittellinie Parallel zur Mitlelach'e rechtsseitig di« Gebäude für Männer, n der tieferen Linktsriw die für Frauen. Auf kber Seite ist Raum gelassen für den gleichen dreigeschossigen Bau. falls sich jemals ein Bedürfnis für die Erweiterung ergeben sollte Zwischen diesen Gebäuden ist zurückl.eaend ui einem besonders um|riebetm Garlenplav je ein klein«ves. eingeschossiges Gebäude für 20 Pfleglinge errichtet deren Zustand eine besondere Wartung erfordert und deren Verkehr mit den übrigen Anstalbsbewohnern möglichst vermieden werden soll. 3«des der grofw Gebäudb eiichält im Erdgeschotz 12 Zimmer für j« 2 Pf.egl.nge. Zu dieser besonderen Abteilung gehört ein Speis«-, em Lesezimmer und ein Bad Jedes der beiden Obergeschosse enthält in der Mitte einen grvhen Tages-, zugleich Speiseraum Rücksicht dem auch di« Verhandlunl der Er- geradezu Die rin- b. chronische Zilranke überhaupt, ohne auf die Art ihres Leidens; 7. altersschwache Personen." regte tung dahin geführt batten, van rut _u ' Siechenanstalten in den drei Provinzen eine Staatsbeihilfe von je 20 000 Mk. lahrltch gewährt werden foIUe, ging man ernstlich auf Suche nach einem geeigneten Platz. Auster oct genommen, ober aus denselben wieder ent- (affen und der Lokalversorgung überwiesen worden sind: 2. Idioten, Blödsinnige. Kretin» höheren Grades, deren geistige Entwicklung auf so niederer Stüfe steht, datz sie sich selbst nicht überlassen werden können: 3. an langwierigen Rervenkvonkheiten. Siechtum, Epilepsie, Deitstanz usw. ßcibenbe, wenn diese Krankheiten bereits einen hohen Grad erreicht haben: 4. mit ekel- und abscheuerregenden Mitzgestal- tungen, körperlichen Gebrechen und Krankheiten Behaftete, oder an Unenthaltsamkeit de§ Urins und Stuhls Leidende: 5>. hochgradig Derstümmelte oder Gelähmte. Begründet wurde di« Rotwendigkeit richtung einer Provinzanstakt mit dem jammervollen Zustand der Armenpfleac zelncn Kreise und Gemeinden warcn nicht imstande, armen chronischen Kranken auch nut eine einigermaßen ausreichend« Verpflegung zu ge- währen. Bei der Siechenzähtung im Jahre 1880 wurde feftgestellt, datz in Hessen 22 Prozent in s rem der, entgeltlicher Pflege befindliche Siech« Dürftig oder schlecht verpflegt seien. Roch trauriger war die Lage der unterstützungsbedürftigen, für sich lebenden Siechen. 76 Prozent dieser Armen waren „mangelhaft, dürftig, ärmlich, schlecht oder gar nicht verpflegt". Da« war die Lage der unterstützten Siechen. Die Zählung aber hat ergeben, datz n Oberhessen von 441 für Anstaltsbehandlung geeignete, unbemittelte und dabei gänzlich arbeitsunfähige Siechen nur 236 unterstützt wurden: also 205 dieser Unglücklichen blieben ohne jede Hilfe SS fehlte ausreichende Unterkunft, geeignete Auswahl von Verpflegung, zuverlässige Aufsicht und genügende ärztllche Ueberwachung fast überall, und Qlbbilfe sah man nur in der Errichtung einer Zentrcllanftalt. Man hatte crwriitelt, datz innerhalb der Provinz Oberhessen die Unterstützung auS Gemeinde- oder Kreismitteln sich im Jahre auf 67 667 Mk. belief. Man rechnete sich nunmehr aus, datz wenn die Fürsorge für diese Kategorie von Unterstützungsbedürftigen zentralisiert und die Provinz die Hälfte der Unterhaltungskosten übernehmen würde, eine Verbilligung, insbesondere eine Entlastung der Kreise eintreten mühte Wider Sr- warten wurde jedoch der Anlray In der Sitzung des ProvinziaUagS vom 14. Juli 1880 mit ganz geringer Majorität ab gelehnt. Die Gründe der Ablehnung mögen zum Teil in der nach Ansicht einiger Mitglieder nicht genügend flarge- legten DedürfniSfrage, hauptsächlich aber in der Scheu vor einer so bedeutenden Ausgabe gelegen haben. Obwohl eine genaue Erhebung über di« Zahl der auherhalb von Pflegeanstallen lebenden Irren und Siechen, die nachträglich vor- genommen wurde, ergeben halt«, datz die früheren Gnniitelungen unvollständig waren unb bah man in Oberhessen mit 1649 Siechen und DeisteS- kranken zu rechnen batte, von denen 1129 al» tn dürftigen Verhällnissen lebend und 813 als geeignet zur Aufnahme in eine 6i«b«nanftaU bezeichnet wurden, hiernach also hin sichtlich des Bedürfnisses -ur Errichtung einer Anstalt keine Iwrifri mehr obwalten konnten, Io Uetz doch der tn Aussicht stehende Koslenauiwand die Bewegung nicht mehr vor ankommen. Erst im Jahre 1890 griff der KieiSausschuh deS Krei es Friedberg die Sache wieder auf, nachdem all« größeren und mittleren deutschen Staaten m der Errichtung derartiger Anstalten bereits twran- arngen waren. Die Anregung hatte zur Fo^ge, man sich von neuem n it wie^rholten Erhebungen über die Bedürfnis cag« abmühte. DaS Ergebnis war dasjenige, da» mar allgemein er- wariet hatte. Die sämtlichen KreiSamter der Pravinz sprachen sich e 1 n 1 9 Errichtung eurer Provinztal-Siechenanstall aus. und gle.chmatzig lautete das AZEll der Kreisärzte. D.e Dorgenommenen Erhebungen brachten den Beweis, datz gegenüber 1830 die Zohl der in Betracht kommenden Siechen Wetter angenommen hatte. Trotz des hiernach vorliegenden und sich immer dringlicher bemerkbar machend^, Bedürfnisses glaubte der Provinzialausschuh aus Ersparnisgründen von dem R eu bau abfetten und sich auf den Erwerb -mes vorhandenen Objektes beschränken zu fallen. Mieder gingen Jahre darüber hin, bis man sich qu der Erkenntnis durchgerungen hatte, bah allem Reubau den Forderungen auf zweckmay.g« «w* richtung und Verwaltung entsprechen könne VaM- ' die Verhandlungen mit der Staats- dahin geführt hatten, datz für die Die Kahrpreise bei der Reichsbahn. Mit dem neuen Winterfahrplan ab 7. D f t o b e r tritt bei der Reichsbahn die bereit» angekündigte Tariferhöhung ein. Bekanntlich wird die bisherige 4. Klaffe beseitigt und nur eine Holz- und eine Polsterklasse geführt. Die 1. Klasse wird nur noch in Fern- und Luxuozügen und bei den einzelnen D-Sugcn beibehalten. Wahrend der Einheitssatz sich für Reisende in der bisherigen 4. Klasse von 3,3 auf 8,7 Pfennig erhöht, verringert er sich bei der 3. Klasse von 5 auf 3,7 Pf. und in der 2. Allste von 7,5 auf 5,5 Pf Die bisherigen preise betrugen: A. 3m engeren Heirnaiverkehr: Richtung Fulda. km 2. ML 3. ML 4 5J Qrünbcrg 1,80 1,20 0,80 61 Alsfeld 4,60 3,10 2,10 80 Lauterbach 6,— 1,— 2,70 93 Herbstein 7,— 4,70 3,10 86 Salzschlirf 6,50 4,30 2,90 97 Schlitz 7,30 4,90 3/30 106 Fulda 8 — 5,30 3,50 Richtung Gelnhausen. km 2. Kl. 3. Kl. 4. RL 16 Llch 1,20 0,80 0,60 22 Hungen 1,70 1,10 030 34 Laubach 2,60 1,70 1,20 36 Nidda 2,70 1,80 1,20 50 Schotten 3,80 2,50 1,70 39 Bad Salzhausen 3 — 2,— 1,30 46 Stockheim 3,50 2,30 1,60 51 Ortenberg 3,90 2,60 1,70 Gedern 4,90 3,30 2,20 55 Büdingen 4,20 2,80 1,90 70 Gelnhausen 5,30 3,50 2,40 Richtung Londorf (über Lollar). km 3.ÄL 4. KL 40 Mendorf a. d. Ldo 1,— 0,70 36 Londorf 1,20 0,80 Richtung Jranlfurl a. TH. 4. KL km 2. ÄL 3. Kl. 18 Butzbach 1,40 0,90 0,60 28 Bad Nauheim 2,10 1,40 1»— 33 Friedberg 2,50 1,70 1,10 50 Dilbel 3M 2,50 1,70 66 Frankfurt a. M. 5,— 3,30 2,20 76 hockst 5,70 3,80 2,60 85 Homburg o. d. hohe 6,40 4,30 2,90 über Frankfurt a. M ins Wiesbaden 8,10 5,40 3,60 104 Mainz 5,20 3,50 129 Worms 6,50 4,30 94 Darmstadt 7,10 4,70 3,20 76 Offenbach 5,70 330 2,60 Richtung Limburg—Koblenz. km 2. AI. 3. RL 4. Kl 13 3h Wetzlar Braunfels Weilburg Limburg 1,— 1,80 2,70 4,90 0,70 1,20 1,80 3,30 0,50 (i,80 1,20 2,20 3,30 99 Bad Em» 7,50 5^90 117 Koblenz 8,80 3,90 Richtung Dillenburg—Betzdorf. 4 RI kni 2. Kl 3. Kl 31 36 41 83 102 115 Sinn Herborn Dillenburg Betzdorf Au Attenkirchen 2,40 2,70 3,10 8,70 1,60 1,60 2,10 4,20 5,10 5^0 1,10 1.20 1,40 2,60 3,40 3,80 Richtung Marburg—kastel. 4 KL km 2. Kl- 3.81. 30 45 72 101 118 134 Marburg Kirchhain Irepfa Wabern Wildlingen Kastel 230 3,40 5,40 7.60 8,ritten. Tie Inflationszeit hatte einen neuen sozialen Stand, ten ter Kleinrentner geschaffen, für die gesorgt werten muhte. Allerseits muhte ten Kindern eine erhöhte Fürsorge zugewandt werden, dir durch die knappe Ernährung körperlich schwer gelitten hatten. Baten Zweigen der Fürsorge suchte man gerecht zu werten, intern man einen Pavillon als Rentner h ei m ausbaute, den anderen als ein Kinderheim. Mit dem Umbau des Kindrr- heims wurde im Sommer 1923 begonnen. Die Eröffnung zog sich jedoch hin, Wei! man sich über den mit dem Heim zu terbintenten Zweck m Anbetracht der anormalen Zeit erst allmählich Rechenschaft ablegen konnte. Der Beschluß üter di? endgültige Zweckb .immung kam erst anfangs 1925 zustande. Dir früher tzorgesrhenen Solbade- kuren wurden auf gegeben; die zu schassenden Räume sollten ten noch nicht schulpflichtigen Kindern, für die aus irgendwelchen Grünten die Rolwendigkeil ter Entfernung aus dem Eltern- stau? und die Erschwerung einer Erholung in ter elterlichen Wohnung hrrvvrtrat. ein Hrim bieten. Es wurde am 1. April 1 923 er öffne t. Di? Erwartungen, die man daran geknüpft hatte, haben sich vollauf erfüllt. Die Zahl der Kinder, die dort unter liebevoller Pflege hrran- wächst. hat ten ursprünglich vorgesehenen Bestand von 30 längst überschritten und beweg! sich um die 40. so daß ein Erweiterungsbau für das nächste Jahr in Aussicht genommen teerten mußte. Das eine zeit lang gehegte Projekt eine« Reubaues, das 60 Ämtern Unterkunft tiefen sollte, wurde vorläufig zurückg-stellt. Das Rentnerheim ist ebenfalls im Jahre 1925 feiner Zwecktestinunung übergeben worden, Kleinrentnern ein dauerndes Unterkommen zu ge- toöfiten. 14 Kleinrentner sind hi'r untergebracht, und viele tvarlen noch auf Berücksichtigung. Da jedoch alle ter hier iInt?rgeTo'nmenen ihren Lebensabend dort zu beschlichen aetenfen, so daß mit einem Wechsel nicht gerechnet werten kann, hat sich der Provinzialausschuß dazu entschlossen, dem Gebäude ein Stockwerk auf* znsrtzen, wodurch weitere 16 Einzelzimmer gewonnen werdm. Die Bcuatteitcn sind zur Zett im Dange und werden so gefördert werden, daß noch im Laufe dieses Winters tee Neuaufnahmen erfolgen töniun. Von unteren wesentlichen baulichen Veränderungen fei noch angeführt, daß im Jahre 1925 ml: einen Kosicnauswand von '7000 Mk. ein Krankenhaus auf Anstaltsgelände errichtet worden ist. Mit seiner Eröffnung wurde einem lang gehegten Bedürfnis abgeholfen. 'Während bisher jeder auch nur leicht Erkrankte in die Klinik verbracht werten muhte, formen jetzt Krankheiten, soweit sie nicht schwerer Rattir sind, in dein Krankenhaus behandelt werden. Dieses Endet außer den notwendigen Reben räumen Raum für die Ausnahme von 16 Kranken. In den 25 Jahren des Bestehens ter Anstatt hat die Provinz aus allgemeinen Stcuermitteln, oh« die Zuschüsse aus den Jahren 1920 bis 1923 und oh« ten Kostenaufwand für bauliche Enterungen und Erweiterungen, rund 1.4 Millionen Mark beigetragen. So btitet die Anstalt mit ihrem Beniner- und Kinderheim eine Pflegestätte sozialen Wirkens, das in ter Zukunft seine Früchte tragen möge! Kunst und Wissenschaft. Leo Sternberg al» Dramatiker. Das Zeitdrama „Die Separatisten", von Qeo Sternberg, ist vom vtadtlheater in Bamberg zur Uraufführung angenommen und wird in vieler Spielzeit HerauSqebrächt werten. Kleine Strafkammer Gießen. • Dießen, 28. Sept. Zwei Kaufleute von hier waren vom Finanzamt und auf ihren Einspruch vom AmtsgeriÄ hier wegen Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 19 000 Mark zu Geldstrafenvonje 1 0 000 Mark verurteilt worden und verfolgten dagegen Berufung. An sich wären sie wegen „tätiger Beue“ straffrei gewesen, da sie, wenn auch aus Furcht vor der drohenden Anzeige eines entlassenen Angestellten, selbst te5 Ananzamt von der Hinterziehung in Kenntnis gesetzt hatten. Sie gingen dieser RechtSwvhltat inte3 verlustig, well sie die Ratenzahlungen, die ihnen für die Rachzahluna ter Steuer bewilligt worden waren, nicht einges alten hatten, und zwar, wie fest- gestellt tourte, schuldhaft. Bei ter Strafzumessung mußte auch heute berücksichtigt werten, daß es sich um grvye Beträge hantelte, und daß jahrelang und auf Grund falscher Buchführung hinterzogen Worten war. Die Berufungen tourten daher zurückgewiesen. Gleichfalls zurückgewiesen wurde die Berufung eines Ange'lagten aus Bad-Rau- heirn, ter wegen falscher Anschuldigung zu einer Geldstrase von 150 Mark verurteilt Worten war. Er hatte, und zwar wider besseres Wissen, wie auch die heutige Verhandlung ergab, einem GenchtSvo lzie'-er in einer Anzeige an daS Amtsgericht Beleidigungen und ehrenlränkende Reden gegen feine Frau vor» getoorfen. Aus dem Amisverkünditzungsblati. • Das Amtsverkündiaungsblatt Rr. 7 0 vom 28. September enthalte Sttaßen- sperren. Ordentliche Mitglied'.rverfammlung teS KreisrinteczuchtvereinS Gießern Dienstnachrichten. Rundfunkprogramm. Sonntag, 30. September. S bis 9: Morgenfeier, veranstaltet von der 5reireligiöfen Gemeinde Frankfurt a. M. 10,30 biS 11,30: Sin Gang durch eine große RahrungS- mittelhandlung. 11,30 bis 12: 5Itcrnftim&c. 12 bis 13: Von Ka'fel. MittagSständchen des Rundfunkorchesters: .Richard IBaanrr**. '3 '0 bis 14,10: Feierstunde des Kulturkartells ter moternen Arbeiterbewegung. 16 bis 17: Bon Hamburg: Funk- Heinzelmann-Slngftunde. 17 bis 18: Kammermusik-- Ä ordert. 13 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung: Stunde ter Heimat: .Diez an der Lahn". Vortrag von Bürgermeister Heck. Diez. 19 bis 19.30: Sporrnachricksten. 19.3D bis 20: Lportskizzen von Paul Laven. 20,30: Herbst, eine mulikaluch-lcterarische Veranstaltung. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 1. Oktober. 6.30: Morgengymnastik. 13 bis 14: MittagS- konzert. 15,05 biS 15,35: Stunde ter Jugend. 1535 bis 16,05: Hausfrauendienst. 16,35 bis 18.05: Opem-Musik Konzert des Rundfunkorchesters. 13.10 bis 18,30: Lesestunte. 18,30 bis 18,45: Senckenberg-Bierlrlstunte. 18,45 biS 19,15: „Persönlichkeiten aus dem ReichswirtschaftSrat", Vortrag von Mar Eohen-Reuh. 19,15 bis 19,30: Englische Literaturvrvben. 19.30 bis 20: Eng lischer Sprachunterricht. 20 bis 20,30: .Oscar Wilde", Vortrag von Dr. Sari HagMäKn, Intendant an ter Berliner Funkstunde. 20,30: Regie-Gastspiel Earl Hagemann: Salome von Oscar Wilde. Anschließend: Kammermusik-Konzert. Darauf: Born Mannheimer Besprechungsraum: Spätkonzert. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinten. Sonntag, 30. Sept. 17. Sonntag nach Trinitatis Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr: feierliche Eröffnung des Stonfirmanbenunkrrirfjte der Mat- thäusgemeinte: 11: Kinderkirchc für die Matthäus- gemeinte; Pfarrer Mahr. — Iohaunesklrche. 9.30: Pfarrer Dochtolsheimer; 11: Kinderkirche für die - Lukasgenieinde; Pfarrer Dechtolsheimer; 8: Vibel- besprechung im Iahannessaal, Bfarroerwalter Dotiert. — Kapelle des Allen ^ricdhojs. 9.30: Pfarrer Ausfeld, 11: Sinbertirmc; Pfarrer Lenz. — Llifa- bcth-kleinkinderfchule (Wetzlarer Weg 59). 9.45: Pfarroerwatter Dotzett. — IBlcfetf. 9: Beichte; 9.30: Predigtgottesdienft . im Anschluß Feier tee heiligen Abendmahls. — Havjcn-Garbentrich. 10: Hausen: hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. — waheaborn- Sleinbcrg. 10: Kinderkirche; 1: Predigt. — Cid). 9.30: Stiftsdechant Kahn (Mitwirkung des Frauen- chors); 12L0: Kindergottesdienst; 1.45: Stiftsdechant Kahn. katholische Gemeinten. Samstag 29. September. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Leichte Sonntag, 30. September, 18. Sonntag n. Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Leichte; 7. Messe; 8: »om munion: 9: Hochamt mit Predigt; 11: Mess« mit Predigt, 2: Andacht. An den Derttagen abends S Uhr: Roscnkrnn,mndacht mit Segen. — (Drünterg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Sonntaasdienit ».Merzte a. Avokbeken am30.9.2g Dr. Neumann. Frl. Dr. Gürtler. Veltkanaoothekr. Sabnont: Dr. Adam. D‘ l r i Die neuesten Herbst- und Winter - Mäntel, Kleider etc. Unsere Abteilung j Pelz-Mantel \ i haben wir in dieser Saison I wiederum vergrößert sind jetzt in größter Auswahl eingefroren. Nur ein Spezialhaus in der Grobe wie das unserige kann Ihnen eine solche gewaltige Auswahl der modernsten, geschmackvollsten Mäntel, Kleider etc. von der kleinsten Backfisch-Figur bis zur stärksten Frauengröße in allen Preislagen bieten. Waöener & Schlöiel Goethestrafce 9-11 Vergebung von Kanalisaironsarberien. Für die Stadt Homberg a. d. Ohm sollen nachfolgende Lieferungen und Arbeiten unter Hinweis auf die Reichsverdingungs- orbnung vergeben werden, und zwar: Coe 1. Lieferung von Steinzeug- und Zementröhren von 20 bis 40 cm l. W., Zementringe, Betonstnk- kaften ufro. Cos 2. Kanalgraben-, Rohrverkcgungs- unb Maurerarbeiten (1360 cbm). Pläne und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebotsvorbrucke können von der Bürgermeisterei Homberg a. d. Ohm unb von uns bezogen werten. Eröffn nungstermin Samstag, 6. Oktober 1928, vormittags 10>£ Uhr, auf unserem Amt, Frankfurter «traße 29. Zuschlagssrifl: brei Wochen. Freie Auswahl bleibt Vorbehalten. Gießen, den 24. September 1928. Hessisches Kulturbauamt I. B.: Mangold, Reg.-Baurat. Arbeitsvernebnn^. 'Jladjftchenbc Arbeiten zum Neubau ber Heilstätte für Tuberkulose ber oberen Cusl- wcge in Gießen sollen auf Qrunb ber Reichsoerdingungsordnung im öffentlichen Wettbewerb neraeben werden. 86260 Schlosserarbeilen. 1. Zirka .300 Meter Balkongelander 2. Blitzschutzanlage. Die $erbingungsunterlagen und Zeichnungen liegen im Surcau des Architekten Daurat H. Meyer, Frankfutter Straße 5, zur Einsicht offen. Die Angebote auf Vordruck sind bis zum Eröstnungstermin Jrrilag. dcu 5. Oktober 192t oormlttoas 11 Uhr verschloss. ' und mit entsprechenter Aus schritt versehen daselbst ein zurr ichen Der Heilstattenverein fiir Hessen. Bekanntmachung. 3n unser Handelsregister, Abteilung A, wurde eingetragen: 85940 Arn 8. September 1928: die Firma Karl Buß & Lo., Ruh Margarine Veririebs- gesellsd)asl in ©iefjen. Gesellschafter sind: 1. Kaufmann Karl Buß, Gießen; 2. Karl Buß Ehefrau, Emma geb. Rumpf, daselbst; 3. Kaufinann Christian Möbus HL 'Jteis- suchen, 4. Kaufmann Otto Reitz, Gießen. Die offene Handelsgesellschaft beginnt am 1. September 1928. Bon ber Vertretung ber Gesellschaft sind ausgeschlossen: l.Kaus- mann Karl Buß, Gießen, 2. K«rl Buß Ehesrau, Emma geb. Rumps, daselbst. Am 15. September 1928: a) bei ber Firma C. Robert Döll lo Gießen: Die Firma ist erloschen, b) Bei ber Firma Öerner & Marquardt in Gießen: Die Firma ist erloschen, c) Bei der Firma üeppler & Jäter in Gießen: Die Firma ist erloschen. Am 19. September 1926: a) bei her Firma Wilhelm Artus in Cang Göns: Die Finna ist crlojd)cn. b) Bk der Firma Jakob Cilienfelb in Gießen: Das Geschäft nebst Firma ist auf Rosa Lilienfeld in Gießen übergegangen. Am 20. September 1Ä8: bei ter Firma Süd & Jughardt In Gießen: Heinrich Sack 11. in Heuchelheim ist durch lob aus der Gesellschaft aurgeschieden Kaufmann Richard Sack in Heuchelheim ist in die ®c- soll schaff als persönlich haftender Gesell- schaster eingetreten. Dem Kaufmann Arthur Sack in Heuchelheim ist Jkofura erteilt. Die Prokura des Richard Sack Ist erloschen. Es sind sechs Kommanditisten vorhanden. Gießen, den 21. September 1928. Hessische« Amtsgericht. Arbeitsvcrgebnng. Betr.: Umbau des Rentnerheims in ber Prooinzial-Pflegeanstalt In Gießen. Unter Zugrunbelegung ber Reichsverbin- gungsorbnung unb ber aufgestellten 23er- bingungsunterlagen sollen bie zum Umbau bes Rentnerheims in ber Provinzial- Pflegeanstait in Gießen vortommenben Vllaser, inneren Verputz- unb Schreiner arbeiten im Wege bes öffentlichen Wett- beroerbes vergeben werben Verdingungsunterlagen können, soweit ber Vorrat reicht, in der bautechnischen Abteilung des Ueberlandwerks Oberhesfen, Friedberg, Hanauer Straße Nr. 9, mäh rend der Dienstunden in Empfang genommen werden, woselbst auch die Zeichnungen eingefehen werden können. 86190 Angebote, die mit den Unterschriften an den vorbezeichneten Stellen versehen fein müssen, sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift bis spätestens Freitag, ten 5. kommenden Monats, vormittag» 10 Uhr, an obengenannter Stelle in Friedberg ohne Verbindlichkeit und Kosten für uns einzu- reichen. Versand von Verdingungsunterlagen erfolgt nicht. Zuschlagsfrist: fünf Tage Provinzialdirektion Oberhessen Gießen. Wolf. Bullenverkauf. Die Gemeinde wlcseck verkauft auf dem Submissionswege einen 88250 fetten Simmentaler Bullen. Angebote find pro Zentner Lebendgewicht bis zum Dienstag, ten r. Oktober 1928, nachmittag» 3S Uhr. auf hiesiger Bürger- meistere! einzureichen. Wieseck, den 27. September 1928 Hessische Bürgermeisterei Wiefeck S ch o m b c r. kartofselUeserung. Die Lieferung von etwa 1000 — ein- laufenb — Zentner Speifefartoffela — .Jnbuflrie" — soll im Wege bes unbeschränkten Wettbewerbs vergeben werben. Die Anlieferung muß im Oktober 1928 erfolgen. 85730 Die 'Beengungen liegen währenb ter Dienststunden auf der Kanzlei zur Einsicht offen, sie können auch abschriftlich zum Preise von 80 Pf. bezogen werben. ir bas Angebot ist bie Benutzung eines besonderen Formulars vorgeschrie- ben, das zum Stückpreis oon 10 Pf. auf ber Kanzlei erhältlich ist. Angebote mit ber Aufschrift „ÄartoffH- Itefcrung"' sind verfchlosien bis spätesten« zum (Froffnungstennin am 10. Oktober 192$, vormittags 11 Uhr hier einzureichen Es können auch Teillieferungen. jedoch nicht unter 50 Zentner, erfolgen. Znsck)lag«frist eine Woche. Marien schloß, den 19. September 1928. Die Direktion des Hessischen Londeszuchchauses. Uetoeönnfl hob Baaatöeiten. Für bas neue katholische Pfarrhaus sollen vergeben werben 86080 1. bie Entwässerungsleitungen, 2. bie inneren Verputzarbeiten, 3. die elekttischen Lichtleitungen, 4. bie Glaferarbeiten, 5. bie Lieferung ber Rolläden. Angebotsformulare und Unterlagen liegen auf im katholischen Pfarrhaus, Liebig- straße 26. Angebote sind bis zum 8. Oktober 1928, nachmittags 5 Uhr, einzureichen bei dem halholischen siirchenoorsland Gießen. ^lekanntmachnng. Die Lieferung oon 86240 100 Zentner Hafer ist zu vergeben. Die Bedingungen können bei ber unter zeichneten Verwaltung eingefehen werden. Angebote sind verschlossen unb versehen mit ber Aufschrift „Angebote für bie Haferlieferung" mit dem Muster bi» zum 10. Oktober 1928, vormittags 11 Uhr. ein zureichen. In ben Angeboten sind Die Beengungen anzuerkenneu. Zuschlagsfrist: sechs Tage. Das einzureichenbe Hasermufter, 1 kg enthaltend, muß getrennt von Dem Angebot verpackt mit ber Aufschrift „Muster zum Angebot für Haserliefcrung" versehen fein. Gießen, ben 28. September 1928. Verwaltung ber Veterinärkliniken unb Institute. MgeMel-MlW. Die Lieferung bes ;um Dünqen ber städtischen Wiesen benötigten künstlichen Düngers, unb zwar 86218 600 Zentner 16proz. Thomasmehl, 200 Zentner 40proz. Äafi, 50 Zentner KaUstickstoss ist zu vergeben. Die Lieferung hat bis zum 10. November 1928 zu erfolgen. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bi» zum 10. Oktober 1928 einziisenden. Gießen, ben 28 September 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. Schmückung ter Kriegergräber an Allerferien, lotenfounlag unb Weihnachten. Der Volksdund Deuifche Kriegsgmter- fürforge übernimmt es auch in biefem Jahre, Kriegergräber im Ausland im Auftrage der Angehörigen zu schmucken. Welche Friedhöfe in Frage kommen, ist aus der Ausstellung in der Zeitschrift „Kriegsgräberfurforae" zu ersehen, bk für halbjährlich 1.— Reichsmark durch den Volksdund bezogen werden kann und auch sonst durch Wort unb Bild über den otanb ber Kriegsgräberfürsorge foctlau- Sb unterrichtet. Wünsche auf Gröber- nückung wolle man bei bem Rechner Ortsgruppe, Herrn Bock, Gi-ßen. Stephanstraße 38, anmelden. Dort ist auch Näheres über die Preise der Kränze zu erfahren. Deutllrhe Angabe non Vor- und Zunamen, Dienstgrad, Truppenteil, Totes- lag, Friedhof (Land. Provinz! und möglichst Grabnummer des Gefallenen ist erforderlich. 85770 Für Allerseelen nlüsien die Bestellunge:, umgehend, für Tolenfonntag bis zum 15. Oktober 1928. für Weihnachten bis Aum 19. Tloocmbet 1928 in die Hande der Ortsgruppe gelangen. Der Dolksdund wird selbst bie Sammel- gröber schmücken, in denen große Schoren meist unbetamtier Toter ihre Ruhestätte gefunden haben. Er bittet hierzu um Hilfe der OefsentlichkeU. Zu diesem Zwecke wird eine Haussammlung ftatlfinbcn. um deren freunb* liche llnleritüflunfl gebeten wird. Gießen, ben 27. eeptember 1923. Bolksbund Deutsche Ärtegegräberfürforge, Ortsgruppe Gießen: Dr. F re trink' EebehÄ- Tee, bes tl rata: vergebt daen all es Web II PM. Niederlagen in Gießen: In den Apotheken. Derf KrSfti für H< Herre Maust 12 Bel not 50- verbi Snläun lohnt fti mittag Wevel tllüM Acht 3ui Bc r E v !!Billig kaufen ohne Risiko!! Der peinliche Zweifel, ob Sie für den scheinbar billigen Preis auch wirklich Qualitätsware erhalten, bleibt Ihnen unbedingt erspart, wennSiebei uns kaufen, gemäß unserem Grundsatz, nur allererstklassige Ware zu führen zu niedrigst gestellten Preisen I Kriftiges wasserd. Schuhwerk für Herbst u. Winter, für Damen, Herren u. Kinder In gr. 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September (028 50Jahre Gießener Polizei 1aufe« Weidengasse 5 wohl unwidersprochen sagen bann, dah es nicht nur in seinem Aeustern. sondern auch in seinen Raumoerhältnisfen gänzlich unzulänglich war. und dies im Lause der Jahre mit dem Anwachsen der Polizeiausgaben immer mehr geworden ist. Aach vielfachen Bemühungen zur Behebung des liebe(ftanbefl. in deren Verlaus verschiedene Projekte erwogen wurden, kamen die maßgebenden Stellen endlich im 3ahre 1927 zu dem entscheidenden Entschluß: die frühere Zehntscheuer neben dem Kreisamt wurde einem gründlichen Umbau unterworfen und als zeitgemäße- Polizeiamtsgebäude hergerichtet. 3n eifriger Arbeit wurde der Vollendung des Umbaue- zugestrebt. iedoch gelang es nicht, der Feier des 50iähr.gen Bestehens der Polizei noch eine besondere Weihe durch den Bezug des neuen DienstgebäudeS zu geben da die Baum« bis heute noch nicht fertig- gestellt sind. Der Umzug in das neue und tour- dige Hrim soll aber noch in diesem Jahre et* ^3^ schlichter Weise, wie die Polizei ihren Dienst für die Bürgergrsamthnt btefec stets ge- „Defeppers? Wer ist denn bas?* Er mar immer noch mit her Beobachtung der Straße beschäftigt, und es war ihm sehr gleichgültig, wer Dekepper» roaren, aber er mußte doch auch em wenig zur ,Lch habe gar keine Erfahrungen, und das ist es ja eben." „Also. Kurt Grotteck * 'Nein."Das bin ich nur von Quevedos Gnaden Es ift ein Spitzname den ich meiner, wie Sie zu- geben müssen tadellosen Haltuna verdanke. Ich habe nicht einmal den einfachen Adel. Mötzlich fühlte er sich verfolgt und umstellt. Es mor t”n rrduer ffln.nb bofür «ndupeben. Sb« fern flnftinft war ja Grund genug — und dann diese iunaen Leute die hinter ihm lärmten und hartnäckig in seiner Kielfpur zogen. Als er mit feiner die Straße überquerte und sie tm gleichen ^0 W.n.M.e «: bo, Spld b^nnt fd>on. Aber gleichzeitig erwachte die Lust am Kamps, die Freude an der Spannung, am Zug um Zug ffir liefe ein Auto halten, das sast die Bord- schall! streifte, fragte nach MartK» «dresie und rief sie laut dem Chauffeur 3u: ..steinftrafee km. Einen Augenblick später nickte der ° „Denken Sie, ich bin noch niemals Auto g«fah- "jÄnld mu8 man 1= moV anfaneen/ Sr ÄWM Än auf der Straße. Sie haU-n atfo kein Aula Fuß war keine Verfolgung zu furchten. Lder L am Ende nur harmlose Leutchen flem^en. Ne ihn und seine Begleiterin nur em biMg rempeln wollten? Die Stunde wäre ia recht oer führerisch gewesen. . , . - „Wir müssen aber schon cm a-templatz da't-. begann seine Begleiterin, die er fast vergessen - ,^ch kann doch nicht im Auto vorfahren, a- denken Dekeppers sonst von mir?* Qto 1. Oktober 1928 kann die Polizei der Stadt Siesten auf die 50. Wiederkehr des Lagos lurücfMidcn. an dem sie im fahre 1878 durch ein .Tteglemen» bett, die Organisation des Polizei- Aussicht^enstes in der Provinzialstauptstadt Eiesten* einer durchgreifenden Aeu^taltung unterzogen und damit in grundlezender Sonn für die späte« Zeit inhituiert wurde. Gin halbes Jahrhundert ereignisreicher von mancherlei Wandlungen erfüllter Tätigkeit verbindet fett- dem die Polizei mit unserer Bürgerschaft Daß die Organe ber Polizeibehörde in allen Dienst- MDtigen während dieses halben Jahrhunderts treue Sachwalter der A lgerneininterelsen waren und dast enge Bande zwischen Polizei und Bur- gerfefeaft ihre belebende Kraft zum Butzen beider Teile wirksam werden l cfeen. find erfreuItd» Tatsachen dieses Stückes Giestener Lokalgeschich e deren wir heute gerne geEk'-Icn Aus Anlaß des 50jährigen Bestehe n- der Giestener Polize i hat deren Leitung ein.- Festschrift Herau-gegeben, dta ^nter-llantc Einblicke in d.c Geschichte dieser 3aÜUutitm ge- wäfert Bi» auf die Anfänge polrzetlichcr Tätigkeit in der Stadt Diesten unter bem Lmidgra en Pftilipp dem Großmütigen im 3ahre 1530 wird in der Festschrift zuruckaegriffen. Don diesem Ausgang-rur.kt an werden bie verichtedenen «feafen der Polizeigeschichte un'erer Stadt m X Zügen geschildn-t und '^14 da- ge- schichtliche Werden in dem letzten Halchahrhundert eingehend dargestellt. 3m Rahmen unseres Ar- tikcls möchten wir der Zeit vom 1. Oktober 1878 bU 1. Oktober 1923 daS besondere Interesse unserer Tlttbürger zuwenden. Die Aeuorgant'ation der Polizei am 1. Oktober 1878 trat, nach der erwähnten Denllchrist. mit einen Perfona. von einem Polizeiwachtmeister und 14 Schutzmännern in Kraft Da da- seitherige Wachtlokal im Alten AathauS den durch Ke vermehrte Mannschaft gestellten Anforderungen nicht mehr genügte, wurden im Hause der Gebrüder Hochstätter in der Schloßgafse zwei Räume gemietet, von denen einer als Wacht- ftube für die Schutzmänner, der andere als Bureau des Potizeiwachtmeisters biente; von hier aus wurde der gesamte Aull^chtsdienst au-geübt Das Bureau der Polizeiverwaltung, die aus dem Po.-.zeikommi'lär und einem Pollzeischreiber bestand. verbixd in den seitherigen Räumen un grostherzogl cheii RegierungsgedLude. 3m 2ahrc 1880 wurde das Wachtiokal m der Schloßgalle durch die Stadtverwaltung getünbigt Am 12. April 1880 siedelte die Polizei in bic frühere Realschule m Hause Weidengasse5 über in bem zwei Zimmer für bic Polizeiwache und den Polizeiwachtmeister, sowie ein Arrestlokal zur Verfügung gestellt würben. Gegen bie ileber- fieMung in dieses HauS hatte sich die Polizeiverwaltung mit allen Mitteln gesträubt, weil das Haus wegen seiner versteckten Lage an einer wenig besuchten Strafte als für Polizeizwecke ungeeignet bezeichnet wurde Das Strauben gegen das neue Heim Hieb jedoch vergeblich. 3m Februar 1881 siedelte auch die Polizeiverwaltung in die Weidengall« 5 über, da bie Räume im Damaligen Regierungsgebäude anderweitig gebraucht wurden. Durch Vroftherzogliche Dersu- aung vom 14. April 1882 wurde di- Bezeichnung der Dienst stellen in „D r o st h e r zo g l i ch e s Polizeiamt Gießen" umgcttxmbelL Am 1 Januar 1885 wurde die SelterStorwache er- Öffnet, d« erst im April 1918 wieder aufae- hoben wurde. 3m 3ahre 1903 wurde bie mHi- tLrllch« Organisation bet Schutzmannschaft durchgeführt. Am 1. Oktober 1903 konnte dw Schutz- Mannschaft Sieszen, bic inzwischen aus 24 Schutzleute und 5 HllfSschutzleute an gewachsen war, auf chr 25jähriges Bestehen zurückHickai. Bon den ersten 14 Schutzmännern, die bei ber Gründung der Schutzmannfchaft eingestellt worden waren, standen an diesem 3ubiIäumÄtage noch drei im Dienste der Gießener Polizei, nämlich ber Polizeiwachtmeister Kasper und die Schutzleute Göbel und P f e ff c r , 3n den folgenden 3ahren stieg die Zahl ^r Schutzmannfchaft bis zun, Ausbruch des Weltkrieges auf 28 Mann Rach bem Krieg°ende wurde, um ber dann den allen Komiker dort. ,,2Iu» welcbem Musi- eimer der Menschheit ist er wohl gezogen?* Sie sah verletzt drein, und er wurde ernst „Fühlen Sie sich wohl dort? Sie sind doch fo ganz anders.* ,Lch bin erst kurze Zeit dort*, sagte fie, abge- wandten Kopfes, wie belchäml. Er tröstete sofort: „Ls ist ja fehr interestant dort. Eine bunte Gesellschaft. Ich glaube, man könnte hort allerlei erleben. Nein, ich begreife, daß Sie sich dort eine Welle wohlfühlen. Quevedo ist ja kein Menschenfrrsier, und schsimmstenfall» wäre ich ja auch da * „Sie kommen selten.* „Willen Sie das auch schon? Aber ich könnte mir Leute denken, die mir verübeln, daß ich dort- hin komme.* „Ihre Famllie?* „Nein. Die ist weit von hier, und bann bin ich jo auch so ziemlich erwachsen.* eie gab sich einen Ruck. „Offen gestanden, ich wunderte mich heute auch. Sie dort zu sehen.* „Ich a?ar auf der Flucht .. .*. begann Grotteck, die Wollust des gefährlichen Spiels auskostend. „Auf der FlucH? Wovor?* „Dor mir selber*, vollendete er lachend _2öie sagte doch der Weise? 34 habe noch feinen Men- j(feen glücklich gesehen, es fei denn, er wäre trunken gewesen.'* .Das ist eine böse Weisheit * ,3a. Wahrheiten werden selten kandiert überreicht. Uebrigen» hat er die Kunst und die Arbeit der Hönde vergessen. Ich glaube, man kann hier das Glück finden, das keinen Nachgeschmack hat. Na. wir sind schon ins Philosophieren hinein- Gin Vüdinger Vahnbaupwjeft. ! ! Bübingen, 27 Sept. 3m Saale des altehrwürdigen Rathauses fand gestern nadxmttag eine bcnltDürbigc Sitzung stoüt. Bürgern«, st er Hildner hatte bie Herren der 3cra>alrunqfr- unb R«vk«komnnssion in Verbindung mit ber Frnanzkvmmiffion. ferner bie 5adH'crftänbigcn, 3ng. Schmidt und Aet t (Frankfurt a. M.'. den Vertreter der Fürstl. Vsmburg-Büdingifck>m ReTttkammer. Kammerdirektor Dr. Weimer, sowie den Vertreter ber Firma Basaltsteingefell- fchaft. Direkwr Dr. Stein, einyelab.-n. um über bk Erbauung ber Eisenbahn-Teilstrecke Bübingen-- Ochsengemäul zu beraten, ein Ereignis, bas geeignet sein dürfte, die Hoffnungen oezügltch des Seemenratbahn- projektcs neu aufleben zu lassen. Direktor Dr. Stein gab zunächst einen lieber- blick über bie für den Betrieb ..Basaltsteinbruch Ochsengemäul* blstedenden Persoektioen. wobei er anfuhrte. daß zur Zeit die Jahresproduktion des Werkes rund 60 000 Tonnen betrage, daß jedoch diele Produktion ohne weiteren Ausbau des Werke» auf rund SO. bi» 100 000 Tonnen gesteigert werden könne, wenn die enormen Transportschwierigkeiten per Lastauto in Wegfall kämen Direktor Dr. Stein glaubt sogar eine vier» bi» fünffache Produktion und die damit verbundene 81rbeüerbe|dxi|tigung in Aussicht stellen zu können, wenn endlich da» Bahn- Projekt zur Ausführung gelange. Die Beteiligung an den Kosten des Dahnbaues. die nach Mitteilung der Sachverständigen etwa 700 OdO Mark betragen wer- den, soll seitens der Dasattsteingesellschast in der Weise erfolgen, daß gegen gewiße Sicherungen ein Zu schüfe in Form von Baumateriallleferungcn in Höhe von 150 000 Mark geleistet wird. Die Dasaft- sieingeseUschaft ist jedoch auch bereit, einen Teil de» Zuschusses in bar, resp. als Zinsgarantie für obigen Betrag zu übernehmen. Die Sachverständigen beurteUen da» Projekt in- fasern als günstig, als bei einem Abtransport von 135 000 Tonnen Basalt und 5000 Tonnen Holz pro Geld hin. Er mußte hier fort. Da» hatte er neben diesem unbekannten Mädchen zu fachen, mtt dem ihn eine ftüchtige Laune zafammengeworien oder der Wunsch, die nächste Stunde nicht allein zu bleiben? Wer nwr sie denn? Er wußte nur, daß sie eine Klavierspielerin in einem Tingeltangel war, mäßig hübsch, die der ersten Einladuna gefolgt war. Sie würde auch Kieweninps Einladung gefolgt fein, wenn er sich die Muhe gemacht hätte. Wie kam er eigentlich auf Hiemening? Nein, da tat er ihr doch wohl Unrecht. Ihre Haltung im Alcazar war tadellos gewesen. Au» dem Bedürfnis, dies gedachte Unrecht gutzumachen, ließ er den Inhalt der Kuchenschüsiel für sie ein- Jahr unter Anwendung eine# FrachtsaNe» 90 Pfennig pro Tonne, sowohl die Verziniunl Abtragung des Kapitals, wie auch die Bet kosten vollauf gedeckt würden. Wirischast. Dochcndenchl vom Sranffurter (iffeftenmarff. D«e Börse stand m dieser Woche tin Zeichen des Quartalsultimos G.ne Belebung des Grichäftes konnte »war zunächst wieder nicht ein- treten, da Publikum und Ausland in ihrer Otutrcfkloftflfcit verharrie'. doch war die Stimmung allgemein e:was fester. Die Tat'ache. daß nunmehr nur noch einmal monatlich Viauibolion stattftndet. hatte die CpeMaiton. die ihre Engagement- kenne 33 Tage duichhalten wollte, dazu veranlaßt, dr Ultimovorbereirungen frühzeitig zu beginnen und ihre Positionen abzubauen. Infolge d.efer umfangreichen Borberri- tunacn ergaben sch am Tage der Prämien- ert.ärung Enne besonderen Schwierigkeiten mehr, wenn auch noch etwas Prämtenware herauskam. die einen g'willen Druck auf das Kur-nw«u ausübte öm Ausgleich wurde feergestellt durch bk Nachfrage, die sich auf etrngen Märkten per Ultimo Oktober bemerkbar machte Durch den Wegfall de- Handel- per Medio traten bei den Oftobcrfurien gegenüber den Kurien per September naturgemäß größere D.llerenzen auf. als man sie bis Jetzt an den Stichtagen gewohnt war. «Der Report ging in vielen Fällen über diese Kursunterschiede dinauSll Starke Zurückhaltung verursachten wieder die Betrachtungen der Geldmarktlage vor dem Zafeltag war Tagesgrid stärker gesucht, so daß der Satz, der sich die Woche über auf 6 Prozent hatten konnte, auf 7d Prozent erhöht wurde Der lermtn- gelbmarft blieb unverändert steif 3n Börsen-^ Freden glaubt man mit einer sehr starken Tin»w spannung der Reichsbank zum lllllmo rechnen äu müllen aus den MonatsbLanzen der Kredit- banfen war bere.ts eine starke Illtimoverknap- pung crschllich. Man befürchtete nun für bie Zukunft, daß neben dem großen Bedarf der 3n- dustrie und der Kommunen die Rachfrage seitens der Landwirtschaft zum Zwecke der Erntefinanzierung erheblich stärker wird. An der Börse wurde vieftach die Hoffnung gehegt, daß gegen Ende Oktober weder neue Au-'.andmüeihen in Gang kommen werden. Diese Kreise sanden iferc Mei- bafl txrfl CBaTTfenfantortfum bk Option auf da« Schapiropaket nicht auSüben wirb. Adlerverke konnten sich dagegen nach anfänglicher Schwäch? etwas erholen. Deutsche Anlechen waren stark vernachlässigt. Am Aus land rent en markt lagen Rumänen trotz der Nachricht, das) die Verhandlungen bald wieder ausgenommen werden sollen, zunächst schwächer, um sich später aber wieder etwas zu erholen. Am Devisenmarkt lag das englische Pfund unverändert schwach. Der fran- zöslsche Franc konnte dagegen leicht im Kutte anziehen. Wochenbericht vom Frankfurter Probuffenmorft. Zu Beginn der Woche war die Haltung am ncter Produktenmarkt etwas fester, angc- rch trie auS dem Auslande gemeldeten höheren Votierungen. Die älnternchnrungslust blieb zunächst weiter gering, und die Händler- schäft verharrte in ihrer abwartenden Haltung. Geschäftshemmend wirkte vor allem der israelitisch« Feiertag, an dem der Börsenbesuch so gering war, daß keine ^lmfätze zustande kommen konnten und von einer Pretssesisrtzuna Abstand genommen wurde. Auch die Landwirtschaft war infolge der weiter im Danae besindlich-i, Grntearbeiten nur in geringem Maste am Markte vertreten. Eine gewisse GeschäftSbelcbuna trat jedoch bald ein. begünstigt durch die Tatsache, daß das Znland- angebot von Tag zu Tag geringer wurde, wodurch der starke Druck, der nun schon längere Zeit auf dem Markte gelastet hatte, beseitigt wurde. Etwas größere Kaufneigung machte sich vor allem für Landweizen geltend, trotzdem die Forderungen für AuSlandweizen niedriger lauteten. Das Geschäft in Roggen blieb demgegenüber minimal. Einiges Geschäft war bei anziepen-' den Preisen In inländischem Hafer, der wieder nur in kleinen Posten anaeboten war, zu beobachten. Das Mehlgeschäft blieb zwar weiter K still, Im Einklang mit der Allgemeintendenz konnten sich jedoch auch hier kleine Preiserhöhungen durchsetzen. Auch am F u t t e rmi t te l m a r k t war die Preisentwicklung bei kleinen Umsätzen nach oben gerichtet, namentlich W.izenkleic wurde im Preise erhöht, so dah die 'Jlotiecunacn für Weizen- und Roggcitklcie nunmehr gleichlauten. Später jedoch wurde die Stimmung wieder lustlos und zurückhaltend, da von Ucberser und vom Liverpooler Markte schwächere Notierungen gemeldet wurden. Weizen konnte sich aus dem erhöhten Preisniveau nicht behaupten, da der Export jetzt aröstere Zurückhaltung bekundete. Zum Wochenschlust gestaltete sich die Stimmung erneut freundlicher und teilweise etwas fester. Auf die wieder höher lautenden Auslandmeldun- gen war eine regire Urnsatztätigkcit festzustellen. Weizen konnte sich befestigen, auch Mais Aog etwas im Preise an, während die übrigen Artikel gut behauptet olieben. 3m Vergleich zu den Notierungen der Vorwoche konnten sich Weizen. Sommergerste Hafer und Mais um eine halbe Mark. Roggen, Weizen- und Rogaenmebl und Roggenlleie um je 0,25 Nlk. im Preise erhöhen. Weizenkleie konnte sogar 0,60 Mk. anziehen. Die Woche schlost zu folgenden Notierungen- Weizen 22 75. Doggen 22,25, Sommergerste 25,50; Hafer 22 bis 22.25; Mais 20,25 biS 20,50; Weizenmehl 33.25 bis 33,75; Roggen- meht 30,50 biS 31; Weizenkleie 13,25 bis 13,50, Roggentleie 13,25 bi« 13,50 Mark. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. 3n dieser Woche war der Auftrieb in Drost- rseh etwas geringer. Da aber nach guten Qualitäten die Nachfrage anhielt, konnten sich neue UreiSerhöhungen durchsetzen. Auch in Schweinen war das Geschäft zienilich lebhaft, auch hier war der Auftrieb geringer als in der Vorwoche. Recht schleppend war dagegen der Handel in Kälbern und Schafen, so daß hier teilweise empfindliche PreiSeinbusten hingenommen werden wußten. Der Gesamtauftrieb der Woche bestand auS: 1571 Rindern, darunter 349 Ochsen. 88 Bullen, 679._Küs;en, 384 Färsen, ferner auS 1672 Kälbern, 618 Schafen und 5006 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der Vorwoche waren 550 Rinder und 2080 Schweine weniger angetrieben. Dagegen standen 295 Kälber und 190 Schafe mehr zum Verkauf. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochser. A 1 56 bis 59, A 2 52 bis 55. B 1 48 bi« 51, B2 42 bis 47. Dullen A 50 bis 53, B 46 bi« 49, Kühe A 45 biS 48, B 40 bis 44, C 31 bi« 39. D 25 bis 33. Färsen A 56 bis 59. B 51 biS 55. C 44 bi« 50. Kälber B 70 bis 76. C 65 bis 69, D 58 bis 6>. Schafe A 46 bis 50. B 40 bi« 45. C 3-1 bis 39. Schweine A 79 bis 81. B 79 bis 82. C 78 biS 80, D 78 bi« 80. E 70 bi« 77, O 60 bi« 68. 'Deutsche Gold- und Silberfcheibe- anstalt Der AufsichtSrat b?r Deutschen Gvld- und Silberscheideanstalt norm. Roestler in Frankfurt a. M. hat in seiner gestrigen Sitzung beschlossen. zur Verstärkung der Betriebsmittel der Gesellschaft einer auf den 30. Oktober einzube- rufenden austerordentlichen G -V. die Gchöhung des Grundkapitals der Gesellschaft von zurzeit 23 Millionen Mark (eingeteilt in 22,4 Millionen Mark Stamm- und 600 000 Mark Vorzugsaktien) um nom. 6,6 Millionen Mark auf den Inhaber lautende Stammaktien, auf insgesamt nom. 29,6 Million Mark vorzuschlagen. Die neuen Stammaktien, die auf je 1000 bzw. 100 Mark lauten und ab 1. Oktober 1928 dividendenberechtigt sein sollen, sollen einem Konsortium unter Führung der Darmstadter und Nationalbanl K. ®. a. A. Filiale Frankfurt o. M. unter Ausschlust W gesetzlichen Bezugs- rechte« der Aktionäre üb.'rlassen werden mit der Verpflichtung, hiervon 56 Millionen Mark den alten Stammaktionären der Gesellschaft anzubieten. so dast auf je nom. 400 Mark der alten Stammaktien je nom. 100 Mark neue Stammaktien bezogen werden können. Die restlichen nom. 1 Million Mark neuen Stammaktien sollen zur Verfügung des Vorstandes und Auf- sichtsrates geeilten werden. Der Aussichtsrat der Gesellschaft hat weiterhin dem Vorschläge de« Vorstände« zugestimmt, die durch die Durchführungsverordnungen zur Goldbilanzverordnung vorgesryricbene ilmftüdelimg der auf 140 Mark lautenden St mmaktien alsbald vorzunehmen, und zwar in Stücken von 100 Mar! oder 1000 Mark. ' Frankfurter M a s ch i n e n b a u - A.G.. vvrm. Pokorny L Wittekind. Wie WTB.Handelsdienst erfährt, Hal die Frankfurter Maschinenbau-Aktiengesellschaft vorm. Pokorny & Wittekind in den letzten Tagen ziemlich bedeutende Auslandsaufträge erhalten, die dem Werk volle Beschäftigung bis in das nächste Jahr hinein sichern. Diese Aufträge erstrecken sich vorzugsweise auf DerawerkSmaschinen für holländische und französische Grubenunternehmungen. Die erzielten Preise werden als befriedigend bezeichnet. Auch sonst ist da« Unternehmen gut beschäftigt. • Phönix-Sachfenwerk. Der Verkauf des Aktienpaket«. Wie bekannt, haben die Verhandlungen zwischen der Verwaltung der Sachfenwerk A. G. und der Phönix A. G. für Bergbau und Hüttenbetrieb, dem Opponcn!en in der letzten G. V.. au einer Einigung geführt. Wie WTD-Handelsdienst nunmehr von unter- richteter Seite erfährt, hat die Phönix A. G. das Paket Sachsenwerk-Aktien, da« bisher in ihrem Besitz war. abgestoßen. Der Verkaufspreis soll etwas über dem Buchwert der Aktien liegen, der, wie die Verwaltung mitteilt, zum damaligen Börsenkurs angesetzt war. Frankfurter Börse. Fr u n k f u r t a. M., 29. Sept. Tendenz: freundlich. Zum Wochenschluß war zwar die Geschäftstätigkeit im allgemeinen gering, die Stimmung blieb jedoch freundlich, angeregt durch die Nachfrage, die wieder für Svczialwerte festzustellen war. Neben Käufen der Spekulation dürften heute auch von außen her einige Äauforders vorgelegen haben. Schuckert waren besonders lebhaft gefragt und gegen den Abendkurs erneut 1,25 o. S). höher. S i c* mens konnten 2,75 o.H. anziehen, Bergmann lagen 1,25 o. H. und Lohmener 1 v. H. höher, während AEG. gut behauptet blieben. Starke Kaufneigung bestand ferner am Montanmarkt für Oberbedarf mit plus 3,5 v. H. Frankfurter Maschinen konnten ihre Aufwärtsbewegung mit 0,75 v. H. fortsetzen, die jetzt ihre Erklärung in der Mitteilung findet, wonach die Gesellschaft größere Auslandaufträge erhalten hat, die ihre volle Beschäftigung bis Jahresende sichern. Im übrigen war die Kursentwicklung gegen die Abendbörse nicht einheitlich. Die Abweichungen gingen aber kaum über 1 d. Sy. hinaus. Limas zur Zurückhaltung mahnte die gestern in Neuyork eingetretene Anspannung des Tagesgeldmarktes. J.-G.- Farben eröffneten knapp behauptet, Scheideanstalt auf das enttäuschende Eommuniqus über die Kapitalerhöhung 0,25 v. f). gedrückt. AmBankenmarkt zogen Commerzbank, Danatbanf,. Reichsbank je 1 v. H. an, Meta11bank aber minus 1 v. H. Nach der ersten Notierung konnte sich die Haltung für Liek- trowerte anscheinend allgemein etwas bessern. Siemens zogen erneut 2 v. H. an. Karstadt lagen 1 v. H. und Metallbank 0,5 o. H. über Anfang. Deutsche Linoleum lagen gegen gestern 2,5 v H. befestigt. Deutsche Anleihen lagen fast geschäftsloe. Auch auslandischeRen- ten still Verlaufe wurde da» Geschäft recht ruhig, die freundliche Stimmung konnte sich aber erhalten. Etwas größeres Interesse wandte sich Z c 11 st o f f - W a l d h o f zu, die 1,5 o.H. gewannen. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld eine Lr- JWeMfrfe. Lilbenkapfclrätscl. Majestät — Adele — Gebiet-r — Wonnemond — Hattenheim — Eifersucht — Wannenbad — Gestade — Kochelfall Einem jeden der vorstehenden neun Wörter ist je eine Silbe zu entnehmen. Zu einem Satz vereinigt, ergeben diese ein Sprichwort. (4egenfatzrätfel Zu den nack-stehenden je zwei Wörtern sind die Gegensätze zu suchen. Ein jeder von diesen muß ein zusammengesetztes Hauptwort ergeben. 1. Dünn Fuß; 2. Zu kam; 3. Heide lose; 4. Klein trinkt; 5. Ging Frau; 6. Faulheit findet; 7. Für ging; 8. Unter Land. Pflastersteinrätel. Die zwölf Buchstaben: 2b, 2d, 4e, 2i, 1s, 1t pflastere man in die vorstehende Figur ein. Ist die Pflasterung erfolgt, muß sie ein Sprichwort ergeben. tztteichklaug. Wie ich, heißt, wenn er mich nicht hat, Der reichste Mann der ganzen Stadt. Gleich mir heißt nach manch faulem Tag, Wer mich nicht gerne rühren mag. Vexierbild Wo ist der Fischer? Keltenrätscl. Aus nachstehenden elf einsilbigen Wörtern ist durch Zusanuuenstelleu die gleiche Zahl zweisilbiger Wörter zu bilben, und es sind triefe dann zu einer Kette zu vereinigen. Art — Buch — Gang — Heim — Holz — Lauch — Schau — Schnitt — Spiel — Tier — Ur. Liederrütfcl. L Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? ... 2. Einst hat mir mein Leibarzt geboten ... 3. Ich grüße dich, fein andrer Gruß ... 4 Wenn du noch eine Mutter hast ... 5. Es war ein schöner Maienmorgen ... 6. Im Wald und auf der Heide ... Lus jedem der vorstehenden Liederanfänge tft ein Wort zu nehmen. Zusammengestellt ergeben diese Wörter den Anfang eines weiteren bekannten Volksliedes. Auflösungen. Buchstaben rätfd. Lampe; Meise; Woche; Schah; Plato Grete; Wolke; Krise; Ursel. Michaelis. Kreuzworträtsel. Scherzrätsel. 1. Das Kamel: 2. Die Bctrübniste und ©eftänb- niste; 3. Solothurn; hier wohnen nur Solothurner. Bunin gna3f3BnBii5] grüB3 BHHB O Bl ciniiTiR renm rtniuictäniwt nragorawaa m b | o m JQUrätfeL Buchstabenrätsel. Laude — Haube. Silbenrätsel. 1. Zophtt; 2. Eskimo: 3. Georg; 4. Reuter: 5. Orinoko. 6. Egge; 7. Sokrates. 8. Zabeltitz: 9. CEibe; 10. Refraktor; 11. Davos; 12. Epoche; 13. Rossini; 14. Meran; 15. Amalie; 16. Natal; - 17. Nervi, 18. Domäne; 19. Eigelb; 20. Szene. 3c grösster der Mann, desto groeßer seine Liebe. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren von» Redaktionstisch. Schauergeschichte. „Entsetzliches hatte auch ein gewisser Patterson durchzumachen", fuhr jemand innerhalb einer Gesellschaft fort, die sich schauerliche Geschichten erzählte. „Patterson war in seiner prachtvollen Vllla von einer Ginbrecherbande überfallen worden. Hände und Füste waren ihm mit unlösbaren Knoten an den Sessel gebunden, und vier Schritt vor ihm, auf dem herrlichen Schirasteppich glimmte die Zündschnur einer Skrasitbombe. 3n fitnf Minuten mußte der Funke die Bombe erreicht haben, die Skrasitbombe, deren Sxplosion ein Stadtviertel vernichten konnte! Da griff Patterson zum letzten Mittel. Schon al« kleiner 3ungc hatte er unter Altersgenossen mit großer Treffsicherheit um die Wette gespuckt. Nun galt es!... Der tückische Funke glomm Zoll um Zoll vorwärts ... Patterson spitzte die Lippen und spuckte eine Brettseite. ... Sin Fehlschuß! ... Die Ladung landete dicht neben der Bombe auf dem Schirasteppich! Noch eine Ladung — — wieder auf den Teppich! ... Noch einmal — wieder auf ben Teppich!!! ... Endlich, schon war der Funke dicht an der Bombe--endlich traf Patterson und war gerettet! ... Gerettet au« fürchterlichster Gefahr! .. “ Sin Seufzer der Erleichterung ging durch die Gesellschaft. Dann sagte eine ältere Dame kopfschüttelnd: „Unglaublich! Gab e« denn in der Villa wird» lich keinen S p u ckn a p f?" (Lust. Bl.) leichterung ein, und der Satz dafür ging auf 6,75 vH. zurück. 21m Devisenmarkt waren Devisen wieher etwas abgeschwächt. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1952, gegen Psund 20,350, London gegen Kabel 4,8497, Paris etwas fester 124,02, Mailand 92,75, Holland 12,0913. Berliner Börse. Berlin, 29. Sept. Wie erwartet, eröffnete die Börse heute zum Wochenschlust etwas ruhiger. Dr- ders lagen zum offiziellen Beginn in nennenswertem Umfange nicht vor und trafen erst später ein. Die pessimistischen Auslassungen der Essener Handels- tammer über die Lage im Ruhrgebiet hatten keinen Einslust. Auch da» unregelmäßige Neuyork und das dortige festere Geld versuchte man als rein börsen- technisch mit dem Ultimo zu erklären. Tagesgeld war auch hier sehr gesucht und recht knapo, was In dem Satze von 8 bl» 9,5 v. H. nicht entsprechend zum Ausdruck kam, aber die Folge hatte, hast zu Anfang etwas Ware herauskam. Diese fand aber ziemlich glatt Aufnahme unb hatte auf die Kurscntwicklung keinen gröberen Einfluß Die Märkte waren im ar osten unb ganzen sehr ruhig und fast geschüstslos. Da sich ober für einige Spezialwertc einige» Interesse zeigte, konnte sich her freunblirfir (Brunbton allgemein erhalten. Beachtung fanden Mittel» heut sche Ereditbank, O b e r s ch l e f i s ch e Eisenbeharf,Kaliwerte unter Führung von Salzdetfurth, 6 ch u rf e r t und Irans- r a h i o. Schwach lagen Busch Waggon (minus 2,25 v. H). Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer geschästslos. Anatolier etwas fester. Pfandbrief markt uneinheillich, Renten- b r i e f e aber gesuchter. Zm Verlaufe beteiligte sich die Spekulation etpas mehr am Geschäft. Sie hatte zwar gestern in den ersten Börsenstunden viel glattgestellt, doch später nicht in hem cntsprechenben Maße zurückgenoimnen, so dast ihre lanfenhen Engagement» nicht grost zu sein scheinen. Das Interesse erstreckte sich aber zumeist wieher auf Spezialwerte. Transradiv lagen auf Dividenhenerhöhungs- Hoffnungen 2 v. H. fester, Salzdetfurth plus 4,5 v. H «710 Vom in llc Kurszettel -er Berliner und Frankfurier Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosienen Dividende an. — Leich-bankdiskont 7 Prozent. Lombardzinsfuß 8 Prozent. 'yrauhfurt a. vl Berlin >raiiitfurt a. SH Berlin Schind-j Sure! l-Utzr- Aur» SM. Aut» «ntanfl Anr» Schluß. Aur» 1-Uljr- Aur» 2»-ub- Aut» i 'Anfang Am Datum .'S » | 29. 9. -8 9. 29. 9. Dalmn: 28 9. 29 9. 28.9. 6% vt. n IDZ7 . Di Inl --Mull mü «m» 87.L — 87.6 1 — ...............8 Bergmann...... 9 I9L7l 206 192 *07.25 Hl.9 205.25 181.5 *06.4 ioi.-Rrchien 58.7 — 38.75 — etffrtungee..... IC — 226,5 184,25 — tetfll obnt luMo|.-Re. rinbettL «u . 13 — — — Buderu» ....... 5 68 5 8« 75 88.65 BS.5 4% - - 4% UngaxW Siactfi. e. 1S10 !»,8» *• 86,8 — teurttbe »rMI.......6 Siicner Ltelnkohl«......8 42.75 148.6 14J 135.4 143.13 4V4-.. de »gl. von 1019 — 89,13 4.55 Mknhtd'etin . . h 3 ‘ 111.5 * 181.25 131.5 4% Ungariiche fhcntnr«.. 4\ tuet Aollanldle v. 1911 • 3.6 2.5 10,8 ftatpenet ....... 6 soeich -r»e».........8 - 154,5 139 138.75 4% türftfdx Bagsabbabv-BM, Serie 1 11.76 5i|e Bergd« ..««•••. 8 "8 ■M —— •* 11,8 Aldtfnttmtde . ....... 7 — 124,5 121.85 4% OWflL Serie 11 — 11.8 • .....................• — 4% UumLnen ccnnen. tot. • - — — Nannelman» . ...... 8 .. ~ IJ7.4 Unmünev «olNnü. w« 1H8 rr,7.i 23 Äanlfelbx t .......1 Cbfrittlel. Gritnb. 8cbart ... 5 122.5 12J.23 121.75 Itl 114.5 110.5 H5 02a tXun<6« »Itn-Äbn 4K ftambura-Amenka Sani . . . 8 ftamb.-Llidam taewffcfc . . 1 Xanld Dampilchill « Ror6beurt<#n 1*101)6 - ■ J «Un teutidx tlnfluatL . . U Barmet Bonlvkktin Vt Crihner 0andeiO«fIfM». - W Uommckh- und Prioal-Baok li Datmll. u. «arionaldan» U Bant • • • LUkrn.o-SeleMchati Unt- - • »0 — — CberidUel. AoUroetfe . . . • — 118.15 97. <5 184 150.3 113 IW 161.9 lbl.6J> 196.76 196 86 161.4 Tbc'ntr Bergbau . . . Nbrinfltbe BtaunieMa ... 10 üietnftaN ' % W 97 584 151 284.71 95.25 285.. 150.75 161.76 189 l43.7f - | HS.6 155,9 i8V 75 16 .6 06 1 M.1 i 189.9 II i «tebed tRünton .....7.» Fttrtrult 6tflW.....4 Olavi ÖHnen . ■ . • 9 «b »ali «id>et«e»ee.....10 98 <95 £ jfl 1 । 151..' 93 55 694.25 97.5 55 295 113.6 •»« 171.6 198.5 [4V8.7ö 198.75 -9..5 171.6 193 1194.8. , 171.5 •afl Deüt regeln .....10 Muerrf €cübethBl| ... 15 j «. 9tutxn-JnMdta« ... 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Dr. Lammers. Zur Kapital-Anlage empfehlen wir unsere l'li HMtt Ausgabe 10 und unsere SMmmMMM Q5°Z »um Kurse von —KJf JQ Vorteil« der Landebank• Gold-Pfandbriefe und Gold-KommunalanlHbe. — Sie sind: 1. reichsmündelsicher 3. lombardlählg 3. gesichert: «) ah Pfandbriefe durch Gold-Hypotheken und als Kommunalanleihe durch Gold-Kommunal-Darlehen und zwar zu feder Zeit in gleicher Höhe und von mindestens gleichem Zinsertrag. Diese Hypotheken bzw. Kommunaldarlehen halten den Ptandbrtei- gllubigem vorweg nach dem Gesetz über die Pfandbriefe und verwandten Schuldverschreibungen öffentlich-rechtlicher Kreditanstalten vom 21 12.1927 (R G Bl. I. S. 492). b) durch das gesamte Vermögen der Nassauischen landesbank. deren Grundkapital am 15. Juni 192-8 RM 5000 000 — und offene Reserven RM 1 OOOOOO - betrugen. c) durch die Garantie des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Wiesbaden. 4. seitens der Anstalt bis zum Jahre 1934, also 1 Inger als 5 Jahre unkündbar. 5. bei Fälligkeit mit 100% einzulösen — ohne Rücksicht auf den dann geltenden Börsenkurs — bieten also bei dem angeborenen Kurs gute Gewinnaussichten und schützen vor Kapitalverlusten Die Oold-Pfandbriete und Gold-Kommuoalanlelhen sind als sichere und leicht realisierbare Wertpapiere anerkannt und gesucht. Sie sind in Stücken von 500. 1000, 2000 und 5000 GH erhältlich, wodurch auch dem kleineren Sparer die Möglichkeit gegeben ist zur hochverzinslichen, sicheren Kapital-Anlage! Verkaufsstellen: Sämtliche Banken, Sparkassen, Kreditgenossenschaften und unsere Kassen. Hauptgeschäft: Wiesbaden, Hauptfiliale: Frankfurt a. M. Rheinstraße 42-44 Zell 127. Ab Samstag, 29. 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