Mm, „ btet V,cn ’fefc Ä* «I.X„crt" 3* ®ttn, i3hie,r<- Luf m, !*» ^e,l fluSL®*W. tf i^j^S ssX ,&s. ”nt«efßn atej"4 Hl1’ Freitag, 29. Juni ,928 Nr. ,5, Erster Blatt 178. Jahrgang Eriche«»« läghd),aeßei bonwlogs inb Feiertag« Beilage». «Btebener ^amtfienbUtoer f>etmal tm Bild THe Scholle mei«ats*Bej»espreU: T Betchemarb anb 20 Reichepfe»nh ftr Träger» U)l)n. and) bei Rtch«erscheinen einzelner Rnmmern twfölge höherer ®ewalt rfern|pred)an|d)IQ|fe: 61, 64 enb 112 a«M)rtfl fflr Drahtnachrichten Anzeiger Gieße«. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pel|d)ed!onte; Sten Hart cm Main 116M. Vrvck Zmd Verlag: Vrßhl'sche UulDtrNtäU-Bid?» tmb Stetnöniderd B. £ange tu Gießen. $d?riftlettnng und OeschLftrfteSe: Schullkraße 7. Annahme Anzeigen f*r die lageenammer di« jum Nachm,nag vorher. Prell ,»r 1 ram höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auitvarl« 10 Reichapienmg für Re» Kiameanzeigen ron 70n.ni Brette 35 Rklchepfennrg, Pletzvorschn!« 20 mehr. Chefredakteur Dr Unebt TEiU) Lange. Terantwonlid) sür Poln K Dr Fr IDilb Lange für Treuillelon Dr H Thvrwt, für den übrigen Teil Ernst Blumfchein- für den An» jcigentell Nur« hiOmann. lämilid) in Bietzen _”_!B Tichn, J - Stbtuat k 11 Morbent »u 0 rsT pari fr«? timä h z,eTt ohne Um, ?on » ÄilonX Lflnj bahna,tiich Jibntf nochjuirnsa « bon einem TU Strecken unin ^ärztlichen linier. 'S bedarf ei jtM m sNerSrziliche Ww«f nachgelviefe» * Zage bereut sprechender gilt bt >oer mit dem M ?t>Utze gegen hc Wf chic WnMet hn Jniet. cftantei mit bei«. !«n- Die beiden » r.Ainder vorn »ich. )>e Tiere Am c- urden aber ohne.\ mg auegelakr 7 Vorschriften n*. « von je 15 Ha! Malim : DerbWW ta in«.) 1 u c r: 3üt tut iw cteairias noch unbt- ^forderten Betrag :r.e iingwbr 1925, btt da- ?, noib mfftbtnb. btm System der nehmer modttnt■ x\ \\\x Vch W, V'ß Wrt füx bas nfle sicher W« '?.* Hbjügc für benirW.'- Hart für seine Mm rind ebenfalls löfcrf trichien. jrotnii Sojialkmon» Srahtbrrichl des fr oroinihvorfchlag * ebl vor. dahdatZ" Kabine« nur durchs d oerfteien Ifl. **( 15 Ministerium n fall. 6err - SS srZ, )< ;u ei i: w ?» 15 U ,93 IS5 Ito ,tw K5 ,bi ,6» |3< «9.1’ «M» n.s a.2. ui./ -r.» i».* e».:1 ^.1» 1-S v.l* y> it;> 111,63 58.» in'-E Hi.to GS,91 «1,16 U,68 K> i,e> ik.k <1-2 fc«‘ «,/ »r.u EL „-tranlferl aWlÜt -----Hum 58,f lll.fr 11'.* lü-1; D>- ü),3<6 IbJ- 68,56 69 03 1,939 ,.is: Ä ift s.oti bl.fr 8,136 5,< 0» ‘-’S Das neue T^eichskabineii gebildet. Gne provisorische Lösung: Hermann Müller-Iranten bilde« eine Llebergangsregierung aus persönlichkeiien der Großen Koalition ohne Bindung der Fraktionen. Das Ernennungsdekret. Berlin, 28.3anl. (1DB. Umlüd).) Der Herr Rtld)#pcä|lbenf Hal den Reichskanzler a. v., Reichsminister a. v und Abgeordneten Hermann Müller-Aranken zum Reichskanzler ernannt Auf Vorschlag des neuernannten Reichs- Ian zlers Hot der Herr ReichsprSstdenl die bisherigen Reichsminister Dr. Skrefemann tAuswärtiges), Dr. C u c 11 u • Wirtschaft), Groener (Reichs- mehr), rchöhel (Rrid^pott) In ihren Aemtern bestätigt und ferner den preuhifchen Staotsministcr t. v Abg. Seoe ring zum Reichsminister de» Innern, den Reikhsminlfter a. D. Abg. Dr. h > iser ding zum Reichssinanzminister, den Reichsminifler a. D. Abg. Wissel zum Reiihsarbeitsminister, den badischen Minister a. D. Dielt ld>- Vaden zum Reich»mini,ler für Ernährung und Landm'.rtschost, den Reichsministrr a. D. Koch- Meset zum Reiehs- iustizministet und den Geheimen und Oberregle- rungsrat Abg. v. Guorsitzender. Sr wird bis zur endgültigen liege- ung durch den 'Abgeordireten H a a S im Fral- tionSvorfitz vertreten. - '2lbg. Müller-Franken «gab sich um fünf Ul>r zum AeichSprä- fioentert, um ihm die bereits bekannten Dor- -chläge für dce Ministerliste zu überreichen. Der Reichspräsident erklärte sich mit diesen Dor- chlägen einverstanden Das Zentrum und der Reichspräsident. Das «mt dcö 'vi;ekan;lertz. Berlin. 28. 3uni. (X.-H.) Aus der Zen- :rumSsraktion des Aeia>stageS wird ofsl.ziös sollende- mitgeteilt: lieber die Unterredung, die der Herr Reichspräsident am Mittwoch, dem 27. 3unt. abends, mit dem sozialdemokratischen Zraktionsführer Müller-Fran.eir hatte, wird in Ser gesamten Press« eine amtliche Mitteilung verbreitet, di« darauf schliehen lästt. dah der Herr Aeichspräsident über die zugrunde liegenden tatsächlichen Vorgänge bei der Regierungsbildung nicht zutreffendunterrichtet worden ift Weder die Zentrumsfrak- non noch eine- ihrer Mitglieder hat jemals daran zedacht, dem Herrn Reichspräsidenten irgendwelche Vorschriften über die Ausübung der Hm durch die Reichsversassung gegebenen Befugnisse zu machen. Der Vizekanzlerposten ist bei den Verhandlungen über die Drohe Koalition von dem mit der Kabinettsbildung beauftragten Abgeordneten Müller-Franken dem Vorsitzenden der Zentrumsfraktion angeboten worden. Dies« Tatsache berechtiate die Reichstagsfraktion deS ZenttumS und ihre Unterhändler z u Verhandlungen über den Dizekanzlerposten. wobei ihnen di« Absicht völlig fern lag in die verfassungsrechtlichen Befugnisse deS Relchsprasidenten einzugreisen. Der Abschied des alten Kabinetts. Ligen« Drahtmeldung de» ..Giehener Anzeiger»". Berlin. 29.3uni. Nachdem nunmehr di« Bildung der neuen Regierung gelungen ist, haben sich di« Minister des alten Kabinett» mit Reichskanzler Dr. Marx gestern nach- mitlag noch einmal in dem historischen Sitzungssaal der Reichskanzlei zufammengefuirden, um sich von einander zu verabschieden. Man blieb nur wenige Mimtten beieinander und trennte sich sofort wieder, nachdem Dr. War« einige Worte deS Abschied» gesprochen hatte. Auch sonst hat da» alte Kabinett bereit» sein Sndc vorbereitet. Der Reichskanzler bat schon vor e inigen Tagen seine Wohnung in der Reichskanzlei verlassen und eine Privattoohnung in der Günzelstrahe in Berlin-WilmerSdors bezogen. Auch die anderen Minister, di« im neuen Kabinett nicht mehr vertreten sein werden, haben zum Teil schon ihren Umzug durchgeführt, so dah das neue Kabinett sofort in seine offiziösen Gemächer ein- ziehen kann. Wa» die Staatssekretär« der alten Regierung machen werden, steht noch dahin. Diese» Problem ift zunächst völlig ad acta gelegt worden. So wird auch der Staatssekretär in der Reichskanzlei. Dr. Pün- d e r, vorläufig noch i m Amt« verbleiben. Auch diele Frage wird, wenn überhaupt, erst in späterer Zeil entschieden werden. Für die nächsten Tage sind dann noch die Verabschiedungen der scheidenden Minister von den Beamten ihrer Ministerien zu erwarten. Parteien und Regierung. Erste Pressestimmen zum Kabinett Müller-Franken. Die Sozialdemokratie. Der .Vorwärts" betont, dah die Umwandlung der neuen Regierung von einer provisorischen in eine endgültige keine besonderen Schwierigkeiten machen werde. Dah die Parteien freie Hand behalten haben, sei fein Schaden, denn die Regierung könne jetzt die Mehrheit nehmen, wo sie sie finde. Erfolg« im Sinne deS sozialdemokratischen Prograinin» könnten nur a u f dem Wege der Verständigung gewonnen werden. Die Sache stehe so, bah bei dem gegebenen Kräfteverhältnis ohne ein Verhandeln und Sichverständigen praktische Erfolge für die Arbeiterbewegung überhaupt nicht zu erzielen sind. Auch die kommunistischen Klagen können nichts an der Tatsache ändern, dah wir in einer kapitalistischen Welt leben, deren innere Gesetze auch ein sozial- demokratischerArbeitsministernicht auf heben kann. Dellamotion ist leicht, dem Gegner aus dein Wege der Verständigung praktische Erfolge abzuringen, ist schwer. Oie Demokraten. Das .BerlinerTageblatt" schreibt, dah daS neue Kabinett ein Kabinett der GrohenKoalition ist. zwar nicht der Form, aber der Sache nach. Dah Wirth «hm nicht angehött. sei bedauerlich, die abwartende Haltung der Fraktionen sei in erster Linie als Druckmittel gedacht. DaS neue Kabinett sei stark, weil eS di« grosse Masse des Volkes Dertritt 3n her Innenpolitik müsse die Regierung zurücksin- den zu der Linie der entschiedenen Demokratisierung, die unter Luther und Marr leider verlassen worden sei. — Auch die .Vossische Zeitung" bezeichnet das Kabinett al» eine Regierung der Drohen Koalition. 3m Herbst werde die Umbesetzung einiger Portefeullles erfolgen müssen, aber daS bedeute keineswegs, dah daS Kabinett ein Provisorium ist. denn wenn der Reichstag in die Ferien gegangen ist, wird für die Regierung gerade die schwerste Arbeit beginnen. Wirth bat eingrohesKapitalan politischem Vertrauen bei der demokratischen Mitte und der sozialdemokratischen Linken verloren durch fein Verhalten bei den Verhandlungen. Das Zentrum. Die ^Kölnische Volkszeitung" schreibt unter der ^leberschrift: »Zu spät": Es ist unser gute» Recht, wenn wir den Dorttitt denen überlassen. die aus der bequemen OppositionSstellung heraus unsere Politik immer kritisiert haben und unsere Beteiligung an der neuen Regierung auf das Mass beschränken, das nun einmal nach der Kräfteverteilung im Reichstag unentbehrlich ist. Denn es ist zugleich die Stärke und Schwäche der Zentrumspartei, dah ohne sie keine Regierung arbeiten kann und Hermann Müller bat ja nicht unrecht, als er die Durchführung seines vom Reichspräsidenten erhaltenen Auittages von der Mitwirkung des Zentrums ebbängiq machte. Die ZentrumSvartei form mit diesem Ausgang der Verhandlungen wohl zufrieden sein. Der ursprüngliche Plan der mehr passiven Beteiligung ist im Laufe der Zeit ecwas in den Hintergramd gerückt und hat der ^leberzeugung Platz gemacht, dah. wenn das Zentrum nun doch einmal bei den Dingen dabei sein müsse, ein unpolitisches Ministerium nicht genügt, dah wenigstens eine politisch mah- gebenbe Stelle von einem Zentrumsange» I hörigen besetzt werden müsse Aber dieser Plan hatte den Fehler, dah er zu spät auftauchte | und erst mit Rachdruck verfochten wurde, als di« Entwicklung schon zu weit gediehen war. Rachdem der Entwicklung aber freien Lauf gelassen wurde, wäre es folgerichtig gewesen, auch jetzt alle Konsequenzen auf sich zu nehmen. Dah diese- schwerer war, liegt auf der Hand und wir wiederholen, dah nach unserer Meinung die Fraktion keinen Tadel verdient, dass sie lieber in eine Umbiegung ihrer Praxis einwllligt. als es zum Drucv der Verhandlungen und damit zur Fahrt inS Ungewisse kommen zu lassen. DaS Gute an der zetzt gefundenen Lösung ist die Möalichkeit der Sammlung der Kräfte der Zentrumsfraktion. Die „Germania" bemerkt, dah da» Zentrum einen Vertrauensmann entsandte und dah eS abwarten könne, wie die Dinge sich entwickeln. 3n dieser Zeit werde eS sich in seinem eigenen Haus sorgfältig Umsehen und. wo es nötig ift. und eS ist mancherlei nötig, auch aus- bessern oder gar neu aufbauen. Die Reorganisation der Partei fei die dringende Ausgabe, die wir im eigenen Interesse haben. Hermann Wäller sei keine überragende Führernatur. Der Kops der Regierung sei Severing. der sich aus der Zeit seiner Ministerschaft in Preuhcm den Ramen eine» energischen, ziel- iichcwen und zielbewuhten Politikers ertoorben hat. Hilferding sei als Finanzpolittker eine umstrittene Persönlichkeit. 3n einer der „Germania" zugegangenen Zuschrift aus Fraktionskreisen heisst es, dass Dr. Wirth bei den Verhandlungen ausserorderttlich fruchtbar mitgewirkt htt. Es sei erklärlich gewesen, dah die Fraktion ihn auch zum Ministeramt präsentierte und bei seiner politischen Bedeutung gleichzeittg mit dem Gedanken der Ucbertragung des Vizekanzleramtes. Oie Volkspartei. Die „lägL Rundschau" nennt das Kabinett Hermann Müller eine Notlösung. Man müsse sich darauf verlassen, dass Im Herbst nachgeholt wird, was diesmal versäumt wurde. Es verstehe sich von selbst, dass die endgültige Lösung nur bann gesunden werden kann, wenn in Preussen die berechtigte Forderung der DDP. erfüllt wird. Koch und Wissel seien nur provisorisch in das Kabinett eingetreten. In der Frage der Amnestie und der Erhebung des 11. August zum Nationalfeiertag werde sich Herausstellen, dass das Fundament des Kabinetts an Festigkeit zu wünschen übrig lässt. — Die „D 213“ behauptet, auch ein Erfreuliches habe die Kabinettsbildung gehabt: Josef Wirth habe sich durch seine geschäftige Ungeschicklichkeit auch bei feinen Neichsbannerleuten s o unbeliebt gemacht. dah er hoffentlich bis a u f weiteres ausgeschaltet bleibt. Das Blatt nennt die Negierung ein Ferienkabinett. Man müsse abwarten, ob der „ZwangsvergleichE zur Sanierung ober zum Konkurs führt. — Die „K ö l n i i ch e Z c i t u n g" begrüfjt es, dass durch die vorläufige Lösung einst- wellen eine Regierungskrise beendet worden sei. Das Blatt wirft aber dem Zentrum vor, dah es bei den Verhandlungen an fraktioneller Macht- Haberei geradezu Unmögliches gelei- ft c t habe. Der Nuf des ZeMrums als einer taktisch meisterhaft geführten Pattei habe eine böje Deein ttächtigung erfahren. Im Zentrum hätten sich materielle Gegensätze gegenüber dem im konfessionellen Interesse liegenden Ausgleich durch eine politisch verständige Führung durchgesetzt. Das Durcheinander in der Zentrumstaktik war io groß, dah man es nur mit Perfönlichkeitsstrettigketten erklären kann und Höften muh, dah sich bis zu den neuen Verhandlungen im gerbst das Zentrum sich innerlich soweit geeinigt hat, dass die bann kommenden Verhandlungen im Interesse einer guten Arbeit der Grossen Koalition glatt verlaufen. Nie Oeutschnattonalen. Der »Lokalanzeig«" weist daraus hin, dass dia ersten Schwierigkeiten die Formulierung der Re- gierungserllarung bereiten werde. Die erste K.ife werde bei der Crrorterunfl der kommunistischen Anträge auf Streichung der Kosten für den Paiczer- kreuzer ausbrechen. Wenn daS Hau» ungünstig besetzt ist. würde die offene Krise da fein. Sin 'Vertrauensvotum werde Müller» Kabinett nicht erhalten. Man werde sich mit der Ablehnung des kommunistischen JHibtrauen»antraic< begnügen. oder eine allgemein gehaltene BiUigunas- formel zusammenkompromisseln. ... — -iic .Kreuzzeitung" unterstreicht, dass die Drohe Koalition bis zuletzt der Sehnsucht aller Derslän- digungSbeflislenen Ziel gerne'en sei. aber auch der Gedanke an sich sei sogar all absurdum geführt worden. Der Versuch seiner Verwirklichung unter Müller habe mit einem Durcheinander geendet, bis Müller ein Rotprodukt unsagbar fläglidxn AuSsehenS zur Welt brachte, über dessen Gesundheitszustand überhaupt nicht \u reden ist. — Die »Deutsche Zeitung' meint, alles in allem hcllvn wir in dem neuen Kabinett, vielleicht abgesehen von der Post und in gewisser Beziehung von der Reichswehr, lauter Minister die nach ihrem poliftschen Vorleben d I c t r ü b ft c n Sorgen rechtfertigen. Da» Ucber- gewicht der Sozialdemokraten und Halbmarzisten lasse zudem als sicher erscheinen, dass die Gesamtpolitik de« Kabinett» rot sein wird. Oie neuen Manner. Ser neue AeichSkanzler Seemann Müller ist von Hause aus Äaufmaroi. Sn seiner Partei hat er den üblichen Weg über die Rebaftcurlauf- bahn emgeschlagen. wurde von Bebel entdeckt und 1906 in den Parteivorstand berufen. Erst während des Krieges kam er 1916 in den Reichstag und nannte sich bann nach feinem Wahlkreis Müller-Reichenbach. Al» Parteifunktionär hat er den Kampf um den .Vorwärt»" mit durchfechten müssen und eine schwere Schlacht mit den Reinmachefrauen, die auf der anderen Seite standen, auugetragen. Als Scheidemanir nach der Revolution da« Ministerpräsidium übernahm. wurde Müller, zusammen mit Wels, 1919 Vorsitzender der Partei und gleichzeitig auch bc*- Fraktion. Wegen be« Versailler Vertrage« trat das Kabinett zurück. Der Do-ialbemokrat Bauer bildete bas älnterzeichnungskabinett. in bem Hermann Müller toegen seiner französischen Kenntnisse das Auhenministerium übernahm. Er fuhr auch mit dem Zentrum-abgeorbneten Dr. Bell nach Versailles unb leistete Die Unterschrift unter den Friedensvertrag. die Scheidemann mit dem bekannten Flucht ..Die Hand soll verdorren 1" abgelebnt hatte. Heber den Kapp-Putsch fiel daS Kabinett Bauer im März 1920. Müller übernahm die Reubildung, trat aber schon bald nach den Reuwahlen zurück, um bem Kabinett Fehrenbach Platz zu machen. E-eitbem hat er al« Führer der Partei in bet Opposition ge- ftanben. Oer neue ReichSfinanzminister Or. Hilferding steht im 51. LebenSjabr. Er ist Oesterreichrr, hat Medizin studiert unb war in Wien als OlrAt tätig. 1907 wurde er in die sozialdemokratische Parteischule berufen, trat dann in die Redaktion des .Vorwärts" ein unb entwickelte sich zum Finarcztheorcliker unb Rationalökonomen seiner Partei. Rach bem Kriege schlug er sich auf bie Seite der Unabhängigen und übernahm die Ehes- redaktion der ^Freiheit", kehrte aber nach bet Abspaltung der Kommunisten mit dem Rest bet Unabhängigen zur Mehrheitspartei zurück. 3n dem ersten Kabinett C trete mann übernahm er das Finanzministerium, schieb aber schon bei der ersten Krise im Oktober 1923 wieder au«. Damals hat er im Finanzministerium H-.c Lorbeeren geerntet, eben weil er nur - , oretifer war. unb es steht kaum zu hoffen, b- , er inzwischen viel angelernt hat. Oer Innenminister Karl Severing wurde 1875 in Westfalen als Sohr, eines Zl- garren'DTtiercre geboren, erlernte das Schlosser- Handwerk. um bann Geschäftsführer des Metall- arbe.trrveröandes unb später Rebakteur zu werden. 1907 trat er zpm erstenmal im Reichstag üuf. verlor jeboch 1912 sein Mandat wieder. Eine pv.tti'che Rolle hat er erst nach dem Änege ge- 'pielt, als er zum Re.chskommissar für Rhcin- lanb-löeftfalen ernannt wurde unb bie Verhandlungen mit den Bergarbeitern auch im Kapp-Puttch zu führen hatte. Er ging bann in das preussische Kabinett, bem er, mit zwei Unterbrechungen. bi< 1926 als Innenminister angeböd bat Auch feine Gegner müssen ihm nachsagen, dass er mit erstaunlichem Fleih unb grosser Energie lich in dieses Amt hineinarbeitete, unb bass er einer ber wenigen Politiker war, die ihr Ressort wirklich beherrschten. Das hat sich für bie Sozialdemokraten bezahlt gemacht, da er *a$t Zfortrzers/dy. den 28/drtl ____7 * aäends^——F eine rücksichtslose Personalpoll tik betrieb. Er ist 1926 wegen Krankheit auSgeschieden, hat aber damals gleich erklärt, daß er nur eine Atempause haben wolle. Er war ja schon seit langem der sozialdemokratische Kandidat für das Reichs- innenministerium, wo er nun nach dem preußischen Beispiel „Otbnunfl schaffen" frfl. Oer neue Reichsarbeitsminister Rudolf Wissel wurde 1869 in Döttingen geboren und war bis 1900 als Maschinenbauer tätig. Darauf wurde er Arbeitersekretär in Lübeck. 1938 siedelte er nach Berlin über. Aach dem Aovemberum- stürz 1918 wurde er Boltsbeauftragt er und blieb dies biS zum Februar 1919. Er wurde dann ReichSwirtschaftsminister und Dorstandsmitglied des Allgemeinen Deutschen GewerkfchaftsbunDes. Seit 21. Januar 192ö ist Wissel Schlichter für den Bezirk Groß-Berlin. Oer neue Ernährungsminister Oietrich-Baderi ist ein Pfarrerssohn aus dem badischen Schwarzwald. Er steht im 49. Lebensjahr, hat Rechtswissenschaft studiert und wurde, noch nicht ganz 29 Jahre alt, 1908 zum Bürgermeister von Kehl gewählt. 1912 trat er der Rational!iberalen Partei im Badischen Landtag bei und wurde nach der Revolution Minister deS Auswärtigen in der badischen provisorischen Regierung als Der- tretcr der Demokratischen Partei. Dies Amt hatte es bis zur Auflösung des Ministeriums 1920 inne. Dem Reichstag gehört er seit der Revolution an als eines der einflußreichsten Mitglieder der Demokratischen Partei. Oer neue Reichsjustizminister Or. Erich Koch-Weser wurde 1875 als Sohn eines Schuldirektors in Bremerhaven geboren. Er studierte Rechts- und StaatSwissenscAften, wurde tn Delmenhorst Bürgermeister, 1909 Stadtdirektor von Bremerhaven, 1913 Oberbürgermeister von Kassel, 1919 demokratischer Abgeordneter zur Rationalversammlung. 3m Kabinett Dauer übernahm Koch im Oktober 1919 das Ministerium des Innern, das er auch in den folaenden Regierungen Müller und Fehrenbach behielt. Dagegen lehnte er es ab. im Mai 1921 in das Kabinett Wirth einzu- treten. Seit dem Rücktritt des Hamburger Bür» aermeisters Dr. Petersen vom Dorsitz der Partei steht Koch-Weser, der sich im übrigen in Berlin dem Rechtsanwaltsberuf widmet, an der Spitze der Demokratischen Partei. Oer neue Reichsverkehrsminister Theodor von GuSrard der Ende dieses Jahres das pensionssähige Alter von 65 3ahren erreicht, ist aus dem Derwal- tungsdienft hervorgegangen. Er war Landrat in der Rheinprovinz und später Oberregierungs- rat in Koblenz. Gr ist erst nach dem Kriege in daS politische Leben hrneingekommen, wurde 1920 in den Reichslag gewählt, setzte sich hier aber bald durch, weil die Zentrumsfraktion seine Tätigkeit als Unterhändler zu schätzen wußte. 1921 wurde er bereits einer der drei Parieivorsitzenden und seit 1927 ist er Fraktionsvor- sihcnder. Er hat einen persönlich sehr starken Ehrgeiz und legt schon seit langem Wert darauf. Minister zu werden, hat aber m der letzten Zeit innerhalb feiner Fraktion nicht unerheblichen Widerstand gefunden, well die Art, wie er die Partei in der Krise deS Kabinetts Marx-Strese- mann-Hergt führte, nicht sonderlich glücklich war, die a uch daS Zentrum im Wahlkampf mit erheblichen Derluften zu bezahlen hatte. pariser Presseecho. Paris, 29.Juni. (WTB. Funkspruch.) Soweit die Pariser Presse zur Kabinettsbildung in Deutschland Stellung nimmt, drückt sie sich mit Zurückhaltung aus. Das Gewerkschaftsblatt .Oeuvre" schreibt, daß sich im Lause der Verhandlungen manches Seltsame gezeigt habe, jedoch dürfe man das Wesentliche nicht vergessen, nämlich, daß dieses von Stresemann gewollte Kabinett unter der Ministcr-Präsidentschaft von Hermann Müller in der Lage sei, wenn es trotz seines sonderbaren Aussehens am Leben bleibe, die Politik von Locarno weiter zu verfolgen. — Der radikale „Quotidien" hebt die schwache Verbindung mit dem Zentrum hervor und folgert daraus, daß die Lage dieses Kabinetts, das sich mehr um Persönlichkeiten, als um Parteien gruppiere, schwierig crfdjeinc. — Der sozialistische „P o p u l a i r e" fragt: Wird die sozialistische Leitung der Regierung so sicher- gestellt sein, wie sie unsere Kameraden wünschen? Wird die Zwischenlösung bis Oktober zur Bildung einer neuen Regierung führen, die Garantien mit Stabilität und der Kraft bietet? — Der „Figaro" des Parfümfabrikanten Coty schreibt, die Ernennung Hermann Mullers zum Kanzler verhindere nicht Aufrufe zum Haß, und den ganzen Reoanchefeldzug, der in Locarno nicht vorgesehen gewesen fei, die Sozialdemokratie bleibe im Dienst des deutschen Jmperia- lismus. — Der konservative „G a u l o i s" schreiot: Das Kabinett sei vielleicht nur ein Uebergangsmini- fterium. Die deutschen politischen Kreise erwarteten von ihm nur eine günstige Lösung der Rheinlandfrage, eine Gesamtliquidation der Kriegsschulden und eine entscheidende Etappe auf dem Wege zur allgemeinen Abrüstung. Alsdann werde es noch immer Zeit sein, sich mit der Innenpolitik zu beschäftigen, über die sich die parlamentarischen Kreise und ihre Führer nicht hätten einigen können. Oinghofers Oemissionsgesuch Warum Vcla Kun nicht auögclicfcrt wurde. Wien, 28. Juni. ($11.) Dorn Iustizminister Dr Dinghofer ist Donnerstag morgen daS Telegramm auS Karlsbad angelangt, in dem er feine Haltung tn der Bela-Kun-Frage darlegt. Bela Kun konnte, wie eS heißt, a u S juristischen und politischen Gründen nicht au-geliefert werden. Die Laten, die ihm von der ungarischen Regierung zur Last gelegt werden, waren zur Erhaltung der Räterepublik notwendig und beschränkten sich auf allerdings vielfach blutige Riederfchla- gung gcgcnteDoIutionärcr Handlungen. Einen Gegenbeweis für seine Behauptungen hat auch die ungarische Regierung in ihrem AuSlieferungSbegehren nicht erbracht. Es ist auch nicht erwiesen, bah Dela Kun au« persönlicher Rache gehandelt Hai. Oesterreich hat im 3ahre 1919 bl« ungarische Ra terepublik anerkannt und ihren Gesandten tn Wien beglaubigt Degen ähnlicher Delikte waren von der ungarischen Regierung auch schon im Jahre 1919 AuSlicferungs- begehren wegen nach Oesterreich geflüchteter Dolkskommissäre gestellt worden. Damals wurde die Auslieferung auS inner- und auhenpoliti- schen Gründen abgelehnt. Die Wahrung der Ruhe im Innern war wichtiger als Dela Kun. Juristisch und volitisch ist heute die gleiche Lage. Gedacht mußte auch an d ie in Rußland lebenden Oesterreicher werden, die Repressalien auSgesetzt gewesen wären, wenn Bela Kun ausgclieseri worden wäre. Ein Minister darf nicht nach Pcrrtei- gefühlen, sondern nur nach der rechtlichen und politischen Lage und dem Bewußtsein der Der- antwortung für alle etwaigen Folgen entscheiden. Auf Einladung des Bundeskanzlers beschäftigte sich heule abend der Ministerrat mit der durch das Demissionsangebot Dr. Dinghofers geschaffenen Situation. Im Einvernehmen mit dem Ministerrat beantwortete der Bundeskanzler das Telegramm dahin, daß er die erbetene Zustimmung zur Demission nicht geben wolle, ohne vorherige persönliche Rücksprache, die in möglichst kurzer Frist stattfinden solle. Don dieser Stellungnahme verständigte der Bundeskanzler sofort den Derband der Abgeordneten der Grobdeutschen Dollspart ei. Smith demokratischer Präsidentschaftskandidat. Tas Parteiprogramm der Demokraten. H o u ft o n (Texas), 28. Juni. (WTB. Funkspruch) Der demokratische Nationallonvent hat das Parteiprogramm angenommen und den Gouverneur von Neuyork Smith zum Präsident schaftskandidaten nominiert. • DaS demokratische Parteiprogramm beschränkt sich in der vielumstrittenen Prvh itions- frage auf die Bemerkung, daß die republikanische Partei nach achtjähriger Führung sich vor dem Lande entschuldigen müsse, daß ihr die Durchführung des ProhibitionsgeseheS nicht gelungen sei. Die Demokratische Partei und ihr Kandidat für die Präsidentschaft würden den ehrlichen Deriuch machen, die Prohibitionsbestimmungen zur Durchführung zu bringen. Diese Formulierung stellt ein Kompromiß der beiden extremen Flügel in der Frage der Durchführung der Prohibition vor. Hinsichtlich der Tariffrage wird ein Zolltarif verlangt, der einen wirksamen Wetlltewerb der amerikanischen Industrie mit dem Ausland ermöglicht, eine Sicherheit gegen Monopole gewährt und die notwendigen Steuererträge abwirft. Bestimmend für die Festsetzung der Zollsätze muß die tatsächliche Differenz zwischen den Herstellungskosten im eigenen Lande und denen im Auslande sein, einschl. einer ausreichenden Sicherung der Löhne der amerikanischen Arbeiter. Die Zolltariflasten und Dorteile müssen gleichmäßig verteilt werden. Das Programm über die Außenpolitik erwähnt weder den Döller- bund noch den WeltschiedSgerrchtshof. Er äußert sich dagegen scharf gegenpolitischeDünd- nisse mit fremden Rationen. Außerdem wird die Erfüllung deS Armenien gegebenen Derfprechens der Einsetzung einer lokalen Selbstverwaltung gefordert. England und das Rheinland. London, 28. Juni. (Tel.) Der „Manchester Guardian" nimmt zu der Unterhauserklärung Chamberlains vom Mittwoch über die Rheinland- frage Stellung und schreibt, die Erklärung des Außenministers sei hinsichtlich der Bestrebungen des, polnischen Außenministers zur Erzielung eines Ost- locarnos dringend notwendig gewesen. Das Verlangen, daß Großbritannien seine Truppen auf deutschem Boden auf den Boden einer ihm befreundeten Macht belasse und sich dem dauernd bewaffneten Schutz einer aus natürlichen Gründen unbefestigten Grenze, mit der es keine direkten Interessen oerdinben, fügen solle, hätte an sich nicht ernst genommen werden brauchen, wenn dieses Verlangen nicht durch Frankreich unterstützt worden wäre. Chamberlain habe nun wirksam und nachdrücklich seine Stimme erhoben. Das Blatt schließt, es werde kein Ostlocarno geben. Die britische Regierung werde keine weiteren Garantien übernehmen und — was mehr sei — sie könne die britischen Truppen aus dem Rheinland zurückziehen, wann immer f i c wolle. Anträge -es Staatsanwalts im Oonezprozeß. Moskau, 28. Juni. (WTB. Funkspruch.) Kry- 1 e n k o untersuchte bisher die Anklage gegen 31 von insgesamt 53 Angeklagten. Er beantragte für die Ingenieure Beresowski, Kolganow, Wassiljew, Susch- tschewski und Bojarinow sowie jür die Techniker Andrej Kolodub und Alexander Nekrassow und für Budny b i e Todesstrafe, gegen 20 Angeklagte verschiedene Gefängnisstrafen, gegen drei Angeklagte bedingte Verurteilung. Reuige Sünder. Moskau, 28. Juni. (WB.) Heute wurde ein Beschluß der Zentrallommifsion der Kommunistischen Partei veröffentlicht, wonach Sinow- jeff. Kameneff und 36 andere bekannte ehemalige Oppositionelle angesichts der Tatsache, daß fie ihre Irrtümer erkannt und sich von der Trotzki-Opposition loSye- s afl t haben, in die Kommunistische Porter wieder aufgenommen werdc-n. Südchina und die Mächte. Schanghai, 28. Juni. (WB.) Der südchinesische Minister des Auswärtigen. Wong, erklärte, die Pekinger Derwaltungszone sei aufgehoben und unter die Provttrzial- behörde der Provinz Tschill gestellt. Die Stellungnahme der fremden Gesandtschaften gegenüber dieser Aerrderung habe nichts zu bedeuten. In Beantwortung einer Frage über die Anerkennung der nationalistischen Regierung LhinaS durch die Mächte erklärte Wang, die Anerkemrung sei nur b o n formaler® c- deutung. Alle diplomatischen Vertretungen Chinas im AuSlcrnde hätten die lüdchinesifche ‘5Iaggc gehißt. Wang erllärte weiter, er beab- sichtrge, die Frage der Revision der Der- träge nächstens aufzurollen und fügte hinzu. es sei nicht wahrscheinlich, daß die Beziehungen zu Sowjetrußland in der nächsten Zukunft wieder ausgenommen werden. Oer MandatSauSschuß und die Llnruhen auf Samoa. Genf, 25. Juni. (WTB.) Der Ständige Mandatsausfchuß desDölkerbundes hat seinen für den Dölkerbund bestimmten Bericht über die Unruhen auf Samoa fertiggestellt. Der Bericht enthält einen Tadel gegen die Tätigkeit des Mischlingskaufmanns Relson, auf dessen Umtriebe nach Darstellung der neuseeländischen Regieruno die Unruhen zurückzu- führen sind, und spricht den Wunsch auS, daß der Dertreter Reuseelauds auf Samoa jederzeit jene Befugnisse haben soll, die zur Aufrechterhaltung der Autorität der WandatSmacht gegenüber den Eingeborenen notwendig sei. KabinettSkrisiS in Griechenland. Berlin. 29. Juni. (LU.) Die .DAZ" meldet auS Athen, Denizelos habe am Donnerstag unerwartet eine Kabinettskrise herbei- gefuhrt, die angeblich mit den ilnftimmiflfeiten zwischen der Rationalbank und der neuen Emissionsbank zu erklären sein soll. Der Staatspräsident habe die Demission des Kabinetts entgegengenommen. DaS neue Kabinett soll Denizelos bildern Es sind Kammerauf- lüsung und Reuwahlen zu ertoarten. Aus aller Wett. 23 Todesopfer eines schweren Eisenbahnunglücks in England. (Ein schweres Eisenbahnunglück, bei dem nach den bisherigen Feststellungen 23 Tote und 40, teilweise Schwerverwundete, zu beklagen sind, ereignete sich in der Röhe des Bahnhofs Darlington, als ein Güterzug mit großer Geschwindigkeit in einen Personenzug hineinsuhr, in dem sich ungefähr 200 Ausflügler befanden. Don allen Seiten wurde den verwundeten fchuellstens Hilfe zuteil. Das Geschrei der Verwundeten war furchtbar; besonders erschütternd waren die Leiden derer, die mit schweren Verletzungen unter den Trümmern der Waggons tagen, viele verwundete wurden von Aerzten und Schwestern an Ort und Stelle mit einem Rotverband versehen und in bereitstehenden Krankenautos in die in der Rahe befindlichen Spitäler transportiert, doch haben sich die Verletzungen mancher Passagiere als so schwer erwiesen, daß ein Transport nicht möglich ist. Rach Berichten von Augenzeugen war die Ducht des Zusammenstoßes so stark, daß die eine Lokomotive sich quer zu den Schienen stellte, während sich die andere überschlug. Die Behörden stellen eifrig Rachforschun- gen an, um die Ursache des Zusammenstoßes zu ermitteln. Der Ausflügterzug war von Scarborough nach Rewcastte unterwegs. Wiewohl beide Züge, wie gemeldet wird, in geringer Geschwindigkeit fuhren, stürzte bei dem Zusammenstoß die eine Lokomotive um und zwei Waggons des Ausflüglerzuges schoben sich ineinander. Abschluß der Deutschen Frauentagung in Köln. Der letzte Tag der Deurschen Frauentagung in Köln stand unter dem Motto: »Frauen und Presse!" Frau Oberin D. vTiling sprach über .Kultur. Presse und Frau". Die Dortragende ging aus von dem Gedanken der Kultur als Einheit der Seele und ihreS Werkes. Das gedruckte Wort begleite h:ute unser Leben, Schaffen und Handeln in einem Ausmaße, wie nie jUDor. Alle Lebensgebiete suchten sich heute in der Presse Geltung zu verschaffen. Die Frau beteilige sich auf allen QebenSgebictcn an diesem Ringen um Einffutz auf die Menschen. Die Presse arbeite in der Beeinflussung des Menschen unausgesetzt an Kulturgestaltung. Sie könne so kulturelle Großmacht sein, aber sie bringe auch große Gefa hren für alle Kultur mit sich. Unb hier setze die Kulturaufgabe der Frau der Presse gegenüber ein. Die Frau müsse Protest erheben gegen die G n t s e e 11 h e i t. gegen die Scheinwirklich'eit der Presse. Dann sprach Frau Else Kolshorn über »Die Frau im amtlichen Rachrichtendienst". Die Rednerin schiwerte die Entstehung der vorwiegend von Frauen besetzten Posten im Telephon- undTelegraphen- verkehr der Reichspost und die dort auftretenden DerufSgesahren und -kämpfe. Die fortschreitende Mechanisierung und Rationalisierung habe auch den amtlichen Rachrichten - dienst der Reichspost erfaßt und wirke sich nicht immer glücklich auf die ‘Beamtinnen aus Die Universität Heidelberg ehrt Sven hedin. Die naturwis enschastlich-mathematische Fakultät der ilniDerfität Heidelberg hat dem bekannten Tibet-Forscher S'ren Hedin die Würde eines DoktorS der Raturwissenschaften h. c. verliehen. Ein deutsches Sportsiugzcug beteiligt sich an dem Rettungswerk für Robile. Auf Initiative des schwedischen Generalvertreters der Klemm-Daimler-Flugzeugfabrik hat die deutsche Fabrik nunmehr der schwedischen Regierung zur Rettung des schwedischen Fliegers Lundbourg und der Mttglieder der Robile-Erpcdi tion eine neue Klemm • Daimler - Sportmaschine Type L26 mit einem 50 P. S. luftgekühlten Salm son Motor und vollständiger Ausrüstung mit Skis und Pontons zur Verfügung gestellt. Der Aktionsradius der Maschine beträgt 1000 Kilometer, die Nutzlast 350 Kilogramm. Das Flugzeug kann auf einer Fläche von 50 Meter landen, weshalb es als besonders geeignet für den genannten Zweck angesehen wird. Der Ingenieur Lusser wird Freitag früh mit der Maschine von Stuttgart abflieg e n, um sich über Kopenhagen nach S t Ockholm zu begeben. Die Ankunft dort wird im Laufe des Samstags erwartet. Eine Spionageaffäre. Unter Spionage verdacht ist an der deutsch- dänischen Grenze ein dänischer Infanteriehaupt- mann Lembourn verhaftet und nach Berlin übergeführt worden. In das lln'.ersuchungS- gefüngniS Moabit find inzwischen auch feine in Berlin verhafteten Helfershelfer transportiert werden. LembournS Dorgehen in Berkin läßt nach den bisherigen Feststellungen nicht auf viel Routine in der Sptonagetätiakett schließen, denn der Offizier hat sich einfach Im Kino an rin Mädchen herangemacht imb dieses beauftragt, für chn Auskunft über gewisse militärische Fragen einzuzichen. DaS Oie W vermag Oie pftnt nuotn en unet. P t eeote Mwen.cmov o*rnn. eroetei. ® «RtfC* • lehnet aVinprn e f't6«i X»twitttr^WieeiUWcO-. vW eicntr- o$i -Mis-gc- $4Wo»wtil ' * “ Ml iener Wahren. - -t üt den IP L° mH kurL eme bei p chnen, !rnd mit dunklen - Schon dusi nmg fa-’n spiolstnbtldmi ko rüder Lagerung, L den ober! Zick die dck hellbraun. S bedeck gelrag Sonnenstrahl«! tai beiden < Dangen und oberen Drusla 3m Sommer sprossen sie, hervor, öie bei manchen f etoGi blasser fid) überhau! Ehrenden 2 Man nina Unterlagen der Sonne t Entstehung d wirklich di« alS cigcntfid wie man zur dahingestellt nicht. Sine d eben die fläi der örtlichen straffen. So leicht •profftn bffo !oS. Irgendll gehen non bi Ihre Beseitig! t. chv Hatux !' zu tx 3u gtc-3 uni möglichkllen acnzlich aus mag man ix det> Aosenlh durch Trager blick auf die len grüne unl Ltrahlendirb Hal scho, versucht braun brenn« aus der bra. ireten. In die dsh gerade je iu Ovmnmsr a« nicht re- PB preist. •Stl iörpe ein 3« Tkieih, Janbt - urt d«tlichk< 7°nd olt °urch Srlliche v beseitigen M ein knnaus. fcae ( Ä» H Oo h* A^el en, bilden bie SÄ' Spa Stoss. »der Dasch ein ...'L6cWr ... • * btönS eu««n «nab Zangen Sa« ^atfn LA- Stjj " der Mädchen ging noch naiver Bor als ihr Auftrag, gebet und begab sich turAerfcanb zu einer hohen Reichswehrbehötde, wo man die AuSkunfthrischende schon nach ihren ersten eindeutigen Fragen an die richtige Stelle, nämlich zur Spionage-Abwehr brachte, wo dann allcS wettere veranlaßt wurde. Die Demrhmung des HauptmannS Lembourn hat Klarheit über die Personalien LembournS und über die Motive der Spionage gebracht. Der- nmtungen, daß zwischen Lembourn und französischen Spionagekellen Dezirhungen bestehen, scheinen sich nicht zu bestätigen. Lembourn s Reise nach Deutschland, die vor einigen Wochen erfolgte, war privater Ratur. Bevor er sie unternahm, bat ihn jedoch ein ihm befreundeter dänischer Oberleutnant, zu versuchen, in Deutschland einen Agenten für dänische Svio- nagezwecke zu gewinnen. Lembourn kam dcesem Wunsche'nach, unb zwar ging er ein« Berliner Stenotypistin um Erforschung militärischer Geheimnisse an; die Stenotypistin gab sein« Bitte an einen Bekannten weiter und der Bekannte ging kurzer Hand in« RcichSwehrministerium. Der Blaubart von UlarfriQc Die Spalten der französischen Presse find von Berichten über die Derbrechen deS neuen Blaubart von Marseille angriüllt. SS scheint fest- zustehen. baß er mindesten« sech« Frauen ums Leben brachte, die auf seine Heiratsanzeigen hin mit ihm in Verbindung traten. Sine der Frauen, die mit ihm in Briefwechsel stand, ist nur durch den Zufall und nur durchihren Aberglauben vor dem schrecklichen Ende der anderen bewahrt geblieben. ES handelte sich um eine Pariserin, die mit dem angeblichen GaMard in einem Pariser Restaurant eine Zusammenkunft hatte. Der .Hriratslustige" legte ihr nahe, 20 000 Franken flüssig zu machen, damit sie eine kleine Dilla und ein Auto kaufen könnten und versprach ihr. sie nach Sunil zu führen, wo er Geschäfte habe. Auf feinen Dorschlag eingehend, befragte fie eine Kartenlegerin, die ihr von -inet Reise über da« Meer a b r i e t. da sonst ein Unglück auf fie warte. (Eine deutsch-südslawische Gesellschaft In Spalato. Rach Innsbrucker Meldungen wird sich in Spalato eine deutsch-südslawi'che Gesellschaft bilden, die eine ähnliche Tätigkeit wie die bereits in Frankfurt a. M. bestehende deuffch- südslawische Gesellschaft entwickeln soll. Die Gefangenenbefreiung in Moabit vor Gericht. DaS Schöffengericht fällte daS Urteil gegen zwei Teilnehmer an dem kecken Handstreich, der die Befreiung des kommunistischen Führers Braun auS dem Gefängnis zur Folge hatte. Der Angeklagte Philipp wurde wegen vorsätzlicher Defangenenbefreiung ju sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angctlagte Seifert wuroe freige'procken. In der Urteilsbegründung wird auSgeführt. buh bei dem Strafmaß berücksichtigt wurde, daß Philipp anscheinend nicht die Zührerrolle in dem BefreiungSplan gehabt habe, sondern daß fein Idealismus von anderer Seite auS- genutzt worden ist: ferner auch, daß der Angeklagte sich nicht von eigennützigen Motiven habe leiten lassen. DaS Gericht habe frei von allen politischen Erwägungen die Tat zu betrachten gehabt unb danach auch zu urteilen. Wahrend der Derhandlung hatten scch vor dem DerichtSgebäude große Massen der Parteianhän- ger der Angeklagten auf und ab bewegt. Do« Zeit zu Zeit fuhren dicht besetzt« Auto« vcftbei, deren Insassen unter den Fenstern deS Derhand- lungssaales Hoch- unb Riederrufe ausbrachten. in ittftcMt« Ze» len gexn die Temperatur en. Pie Ltfl>en rerpiM*» Ort# eil a'eicet* c<‘ n*treieivej» uoec.-tcnecii» LefUr*« Wettervoraussage. Das vom Atlantischen Ozean herangerückte Tcef schreitet ostwärts Wetter, feine warme Lust bringt nach Mitteleuropa vor und führt zu langsamem Barometerfall. Unter der weiteren warmen Luftzufuhr werden die Temperaturen noch anfteigen, unter ihrer Begleitung wi»d e« zu einzelnen RiederlchlSgen und Dewitterstörunge» kommen. DvrauSfage für SamStag: Bei südwestlichen Winden wollig, auch auffceitembe« Wetter, zunächst noch Wetter Temperaturanstieg, veretnzell Riederichlägc aewitterhafter Art. DvrauSfage für Sonntag: Wechselnd« Bewöllung mit Ausheilung, etwa« frischer, keine oder nur strichwerse geringe RiederschlSge ge- witterhaster Art. Lufttemperaturen am 28. Juni: mittags 18 Grad Telsius, abends 1SL Grab delflus; am 2V Juul: morgens 16 Grad Eelsiu». Maximum 21 Grad Celsius, Minimum 7,7 Grad Celsius — Crbtempera- turen am 28 Juni, abends 18,1 Grad Celsius; am 29. Juni: morgens 14,2 Grad Celsius. — Sonnen- fcheindauer 7k< Stunden. futter a um* Ui ®otHO(, .«Älte* le auf fein.Oo^^^ k8Mr •h» ta* «5*x LZ s> sA- h. SS jSftä rM ?SZ Wrattltttia* (Mb Ä /L “J ein Ml$ ? ne nach runf N feinen I«, he «Int Kartei, In« Anst ühtr ern UnMck auf ^llfchast |D Spabie Men wirb sich3 Wawi'che OtfdUte Weit wie die f*. » Utoabll not Lach ltc da- Urteil »m kecken tzandfveL > tommunilif^: । dein ©efänjrJl < iflte Philip» n.> angenenbefmrtz n sänaniß he^r wurde freierer I wird MM i.i, chiigt toutit *4 A > die FüjttttdUe gehabt ivndnn , ander« Srit aut- irr auch datz da >■ eigenimhiM Ubi'J-' Sericht habe frei d» Sen bit 'Xai in bf 6} aud) w urfti.t’i hatten tzch v»r de« «L ad btot^l Tot beWt "Mvt tfd>< Zenslern des Tcjj^ Üieberruft aultaja" ■U$f 0 * vor ^^eitt- L uno ®«. ÄÄ L'Ks' UW' ,4rf %6.tU”?6r»i-”?5 i W Aus der provinzialhauptsiadt. Gießen, bm 2V. 3unt 1S2S. Sommersprossen. Don Dr. W. Schweisheimer. Gs Hub nicht Immer bu gefährlichsten Atant- beü«n, die am meisten innerliche Beunruhigung Hervorrufen. Unb ein Leiben, bas Dolllomnien harmlos unb ungefährlich ist. bas Weber Schmer»«! noch Beschwerden im Gefolge Hal, kann doch für feinen Träger -ur Quelle bauernben Aergcrnisses werben. Zumal wenn es, wie die Ooi.'.mcrlprDi'cr. ein gehegtes Gebiet weiblicher Schönheit. ben Xrini, ergreift, ober bei .ölmilchfarbene»" 3üng- fingen baS unangenehme unb unsicher machend« Gefühl körperlicher Beeinträchtige na herbci- tuhrt. Diu jener eigensam igen Bosheü, tnc für manche Dinge brt täglichen Lebens durchaus charakteristisch ich, suchen sich diese Sommersprossen für ihr Austreten gerade solche Menschen aus, denen sie am wen lasten willkommen smb. 3ii den schönsten Iuoendjahren, da man noch gern ,<$inbru(f‘ zu machen versucht, namentlich aus das andere Geschlecht, sind sie am häuf lasten. (San- kleine Amber werden in der Xegcl nicht von ihnen befallen. Grst mit den Schuljahren beginnen sie zu erscheinen, verstärken sich im Laus der Jahre und verschwinden erst in den späteren Lebensjahren wieder. Personen mit blondem ober rotem Haar, die sich ost durch eine besonders feine unb weihe Haut aus- zeichnen, sind weit häufiger betroffen als solche mit dunklen Haaren. Schon dieser Umstand weist auf die Lichtung hin, In bet die Ursachen für die Sommer» sproNenbildung zu suchen sind. Genaueres ist ja darüber bisher nicht bekannt. Gs handelt sich um Einlagerung von Färbst» f, von Pigmentkörncrn tu den oberflächlichen Schichten der Haut. Die Flecke, die dadurch geb Übet werden, sind gelb ober hellbraun. Sie bevorzugen Hautstellen. die un- Debetft getragen werden, also dem Licht und den Sonnenstrahlen besonders ausgesetzt sind. Don den beiden Seiten der Haie ziehen sie über Dangen und Stirn, ergreifen aber auch bie oberen Drustabschnitle. die Hände unb die Arme. 3m Sommer, bei viel Sonne unb Därme, 'Prossen sie, wie schon ihr Harne sagt, eifrig hervor. Sie schwinden freilich auch im Winter bet manchen Personen nicht ganz, werben ba nur etwas blasser und weniger sichtbar. GS handelt sich überhaupt um eine Erscheinung, die fort- tcabrenben Qlenberungm unterworfen ist. Man nimmt — in Ermangelung greifbarerer Unterlagen — an. daß die Strahlenwirkung der Sonn« bei dazu dissonierten Menschen die Entstehung der Sommersprossen herbeifüyrt. Ob wirklich die ultravioletten Strahlen beS LlchtS al» eigentliche Deranlasser zu betrachten sind, wie man zuwellen lesen ober hören kann, möge dahmgestellt bleiben. Bewiesen ist dos jedenfalls nicht. Gme dafür empfindliche Haut beantwortet eben die stärker« Bestrahlung im Sommer mit der örtlichen Pigmentanhüufung ober Sommersprossen So leicht der dazu Veranlagte di« Sommer- iprofsen bekommt, so schwer wird er sie wieder tos Irgendwelche gesundheitliche Schädigungen erben non diesen .^autveränderungen nicht aus. \Vi .e Beseitigung ist lediglich eine Krage kostne- tiiJjcr Hatur. Die Entstehung von Sommer- 'n io'Jen zu verhüten, ist nicht sehr aussichtsreich. Zu grvst und ausgedehnt sind btc BelichtungS- möglichkeiten im Sommer, als dast man ihnen .lenzlich auS dem Wege gehen könnte. Immerhin t-ag man den Versuch machen, durch Meldung deS Aufenthaltes unmittelbar in der Sonne, durch Tragen von Schleiern (bei denen im Hinblick auf die Abwehr gegen ultraviolette Strahlen grüne und rote bevorzugt werden) die stärkst« ü irahlenwirkung oon sich sernzuhalten. Plancher Hal schon mit Erfolg den entgegengckfjtcn Weg versuchte sich nämlich von der Sonne so braun brennen lassen, dast die Sommersprossen auf der braunen Haut gar nicht start hervor- ircten. 3n vielen Kälten scheitert daS schon daran, dast gerade jene Menschen mit wcistem Leint, die zu Sommersprossen neigen, von der Sonne oft jar nicht recht gebräunt werden, bafi sie nicht „verbrennen", auch ausgedehnte Sonnenbestrah- fung vermag hier den erwünschlen dunklen Teint nicht hervorzurufen. 3m Gegensatz zu oft geäußerter Anschauung ist das übrigens nicht im geringsten «in Zeichen für mangelnde ober herab- «ftl* Wundheit _ 3ut Beseitigung her Sommersprossen wird ein zanzes Heer der verschiedensten Mittel ange- vandt — und dies« Vielfältigkeit ist schon daS deutlichste Zeichen. datz ein wirklich gute* Mittel iu ihrer Entfernung fehlt. Gs gelingt allerdings — und ost nicht einmal besonders schwer -- burch örtliche Mahnahmen die Sommersprossen pi betätigen Aber nur vorübergehend. Sie kvm» nen nach einiger Zeit wieder. Mild unb scharf »irfenbe Mittel laufen im wesentlichen darauf d.naus. daS Pigment in der Haut zu zerstören, >hne Schädigungen im umgebenden Gewebe anzu- Tichten. So werden — um nur einige gebräuchliche Mittel au erwähnen — auf die mit Benzin entfettete Haut weihe Präzipitat salben aufgeftridben; lie bilden bie Grundlage vieler Sommersprossen- nittel. mit ober ohne Zusatz von Sublimat unb enteren Stoffen Auch Tupsungen mit Walfer- ^olfsuperorhd werden vorgenommen. lleberfettete Salizyl- oder Subllmatfeifen finden zu regel- \ubiflcn Waschungen Verwendung. Sublimat ist »ekannllich ein Gift, mit dem entsprechend bor» 4>tia vorgegangen werden must. Die schärferen V; boten laufen pielsach' auf eine Schälkur nau6. bei der durch Anwendung geeigneter lofje di« oberflächlichen Teile der Haut j^um ^dlchuppen gebracht ©erben; bann finb bie Pig- ne.i Einlagerungen anzu greif en unb zum Bleichen m bringen. 06 cersteht sich von selbst, datz die Anwendung von Sublimat usw. nur unter ärzt- iD HonOltorrl Sem er. 13 Uhr: Aufstellung des Festzuges 14.30 Uhr: Freiübungen der Männer und Frauen 15 Uhr: Festansprache: Lehrer Gablonz, Frankfurt a. M. 15.30 Uhr: Bondervorführungen 16.30 Uhr: Fußballspiel Gießen I — Naunheim I V olkshochschule Mittwoch, Moe 4. Juli 192t, lühreheids, nens Aale der Uiivsrsilit: 2. volkstümliches Symphonie Konzert Mozart-Abend Orchester: Der Gießener Orchester-Verein 1906. (Mitglied des Bundes deutscher Orchester-Vereine.» Mozart: 1. Ouvertüre z. Onor „Dio Zauberflöte“. 2. Divertimento Nr.2 für Streichquartett. Flöte und Oboe. mittet „Venns" Starke B igel, ae'ch.l beseitigt Bei (Eintritt der Dunkelheit: Gröhes Brillant-Feuerwerk I^iiederlaae: Hirsch Avotdeke, «tritt Bauer. Frankfurter Straße 4. 50?ov Kurhaus Bad-Nauheim Seinstig, den 36. Jnnl 1938, abends ab 8 Uhr: Sommernachisfesi auf der KurhauSierrasie und In den Kur- lmuSsälen. Illumination d.Knrhaueterrasse. Ab 8 Uhr im Konzertgarten: Promenaden- Koniert, bayerische Sttmmungs - Kapelle, anichllehend: Tana Im Freien. Ab 8'/, Uhr im Tanzpalast igroher Bühnensaal»: Sem- mernacbtsball, Kurhaus • Tanz * Orchester Ar. Schmidt. Ab 8V? Uhr auf der erhöhten Terrasse: Tanz „Atalanta-Band". Gegen 11 Uhr: Faekel-Polonalse. Ab 11 Uhr (bet ungünstiger Witterung ab 8*/, Uhr»: Tani aal der Strand - Terrasse. Bierausschank, WÜrstelstederei, bayerische StimmungS« Kapelle. ». Tann Im Tana-Pavillon (Groher Svelsesaal» „Atalania - Band". 7 Tana tm Versaal des Tau-Palastes? Hamoristlsehe Wnrlkdche, Ueberrasobugen. Sommer kleiduna erwünscht! 6i«7D Eintritt einschltenNch Kleiderablage und Ton» S.— HM., für Besitzer von Kur- und Dauerkarten 2.-BM. Karlenvorverkaus an der Theaterkasse und den KurhauSkaüen. DaS Fest findet bei jeder Witterung statt und wird bet ungünstigem Wetter in die KurhauSsäle verleyi. — Die Terrasse sowie die KurhauSräume einschl. Rcstaur. sind von 6V?Uhr ab für die Veranstaltung reserviert und nur gegen Vorzeigung der oben erwähnten Eintrittskarten zugängig. Der Lesesaai ist bis 97? Uhr geöffnet. Von dieser Zett ab wird auch die vordere Stur-- hauSterrasse zu fcr Veranstaltung benutzt. Perfekte Slenotjpislin für sofort gesucht, evtl, auch f. stundenweite Beschäftigung. Tchr.Angeb.u. 04839 a. d. Gtest. Anz. erb. Bezirks- und Verhaniskriegeriesl in Grofeen-Linden, am 1. und 2. Juli 1928 1. Juli, '.11 Uhr: HMrlrag bei Clare Sdilesier- Altmann. Moetbestraste 03. Einiritt frei. (4siß 3rau S. Wallöorl L, Hammstraste 2. Vorzustell. zwischen 4 und 6 Uhr nachm. Suche ein junge», ehrliches I04S20 Mädchen nicht unter 17 9, für tagsüber. Eintritt kann sofort fein Zu melden zwischen 8—3 und 7—8 Uhr Noonstraste 1H v Deutsche Turnerschaft (San Hessen) ss.Sauiumfest in Butzbach am 30. Juni, 1. und 2. Juli 1923 Samstag: Abends 7 Uhr: Feierliche Eröffnung auf dem Marktplatz (zwei große Kapellen, Vereinigte Ehöre), Kommers - Gerätemeisterschaften - Festspiel Sonntag: Ab 7 Uhr vormittags: IDelfturnen - 2 Ehr: Festzug (über 100 Mann Musik) - Allgemeine Freiübungen - Jheqenfurnen - Kölner Riege — Sfaffelläufe — Konzert - Tanz - Volksbelustigung uftr. - Bei Eintritt der Dunkelheit festliche Beleuchtung deS Marktplatzes Montag: Ab 8 Uhr vormlttagS: DolkS- tümliche Einzel- und Mehrkämpfe — Fugendseier — Festzua - Spiele - Konzert - Tanz - Volksbelustigung 6188D MtW in prima Qualität empfiehlt billigst W.Hankel, Reuen Baue 1. Teleph. 612. 450 Umtausch eiter Ree*erklingen NShores durch lilcifo-Weit Seliigee. Großes Sangersefi in Herborn vom 30. Sunt bis 2. Juli 1928 ICO - aabttots dev GSnsevveveinigtttts Samstag, abends 8'/, Llhr: Umzug der Herborner Vereine. Anschließend: Große Jubelfeier in der Festhalle. Sonntag ab 8 Uhr: Große Konzerte in der Festhalte, Einzel-u. Gruppensingen. Nachmittags: Großer Fest- zug unter Äeleiiiguny von etwa 70 Vereinen. Anschließend: Massen« chüre von Tausenden auf dem jtcif» hausplah. Nachmittags und abends sowie Montag: Konzerte und Tanz. Vergnügungspark. Tiirn-iLSiiortlesl in Steinbach bei Giefaen - Samstag, 30. Juni, und Sonntag, 1. Juli Kometar, 30. Juni, ab 16 Uhr: Leichtathlet. Wettkämpfe 20 Uhr: Abmarsch nach dem Festplatz, dortsei bst Bannerweihe der Freien Tumerschaft Steinbach, Sondervorführungen derßezirksvereine.Bezirks- schule, Bezirksriege sowie Konzert. Sonntac, 1. Juli. 5 Uhr: Weckruf Ab 6 Uhr: Wett-Turnen Der heutigen Gesamtauflage liegt ein Prospekt der tHrmo Garl »rntflbötf, Wicken, bet. ®05D Ml io^AH hellen Bonbons wohl Bei nusxen z wenn auf der Packungsteht Sie tun sehr rasch den Husten lindern bei Dir und auch bei Deinen Kindern! Orig.'Paketch.SO Pf. in jedei Apotheke u.Drogerie Hersteller: Chemische Fabrik, Rassolwerk, Gießen. 83D Stellengesuche Hausdame mehrere Jahre tm Haufe eine- häheren Staatsbeamten tätig. iucht auber« weitig Stellung ohne Vergüt^ cutt, tm Hause eines ält. Herrn. Schrtflttche Angeb. uni. 04829 an den (Steß. Anz. erb. | Verkäufe | Pinscher mlttl. Größe, In nur gute Hände billig obzugeben. Wo. sagt dte Üleschäitvst. des Gieß. An^eig. 61711» Retnrass Deutsche SflfllerDfinöin treu und wachsam, btlllg abzugeben. o«.i Wleeeck. «Iteestraste 22. Ein grober <*4** Kinderwagen blau, Marke Bren« nabor. rote neu, zu verk. 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XeXxeÄex der N oWv VfoXlevreÄttto» WM ntenichait andes-Univerüüi i Uhr auf dem bei ei c= n. n n« (U tai ijü IÖ’ *D «2 Fan"»"- Albend 7. 15D .— ;h gen Monats- «er!-«"!""!' ea»M M. 317er f^el,m l 3°l,k ffssfetf* UAv-ri-' l'uns a"' 9,> Montag' HtzL *■*¥•!* ME Nr. 151 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zreitag, 29. Juni (928 Chinas wahres Gesicht. Nach der Räumung Pekings. - Japan und Tfchangtfolin. - Die Stellung der Ausländer in China. - Dunkle Zukunft. Don Otto Landgraf. >!') Seit Oafrren geht mm da» Äriegtglüd bin und her ganze 2rmccn -- der Harne ist auch so ein Suphemi-mu-s — gehen hüben und drüben zum Feinde über, der Dollar ist dabei mächtiger al- alle Taktik und Strategie. Die Luppe müssen einstweilen die unglücklichen Bewohner der gc- brandschahlen Kriegsgeb icte auslösseln. im Hintergründe aber lauert die chinesische S-chicksalS- gdttin - jedenfalls ein fratzenhaft scheuhliche- Äeib mit hundert Armen zur Onlgcgcnnabmc der Bestechung-gelber — um einen der Segn er endgültig nieder,ulchlagen, damit der anoerc grausam« Bache nehmen und damit da» ganze 1 wn Betrug, Gaunere'. Hinterlist, Bedrückung. Schlemmerei und Opiumrausch neu beginnen kann Daß Tschangtsolin .Peking geräumt hat. würde für den endgültigen Au-gang biese- Machtstreites gar nicht- besagen, auch wenn er bei dem Attentate selbst umgekommen und feine restliche Armee zu den Süd trupp en übergegangen wäre. Letztere« bezweifle ich stark, denn eS handelt sich um die mandschurischen Kerntruppen, die Tschang bisher DDrlb-phgennetlc ,müdgebaltcr. hat. um seine Stellung nicht zu fcf;r zu schwächen Lehr bald beginnt nämlich die Regenzeit, die jeder Kriegführung in Ehina ein Ende bereitet Diese Helden kämpfen nämlich nicht gern, wenn es heiß, kalt oder regnerisch ist. im letzteren Falle überhaupt nur. soweit eS der a u f g e - Lpannte Regenschirm au- geöltem Papier zu- if>t Aach der Aegcmzeit zwingt die Rücksichtnahme auf die Ernte — deren Erlös ja die weiteren Kriegskosten größtenteils aufbringen must - zur weiteren Fortdauer eine- still schweigen den Waffenstillstandes Ersl der Hcrbit läßt die chinesischen Siegfriede .zu neuen Toten" die furchtbaren Waffen ergreifen und fie unter viel Munition-Verschwendung in der ungefähren Rich- tung des Feindes abfeuern. Dast dabei immer wieder Verletzungen Vorkommen, beweist den all- ;■ ' Leichsiinn bei der Handhabung mit Feuerwaffen Ob sich inzwischeit die in Peking einmarschi«' renden Süd-Gencräl« miteinander vertragen werden, ob nicht der eine ober andere sich mit Horb- china verbündet, ob nicht die Japaner mehr aus ihrer Aeserve berau»treten, wer vermag das heute zu sagen? Tschangtsolin hat sich i ebenfalls rechtzeitig und glücklich vom Feinde gelöst, alles rollende Eisenbahnmaterial der Hauptlinie Peking -Wukden mit sich genommen und damit praktisch diese einzige BerbindunaSader vom Süden nach Kirben auf lange Zeit für den Gegner wertlos gemacht Er beherrscht die völlig ruhige Mandschurei mit ihren reichen Ernten an Sojabohnen. Reis und Weiten, die er gewaltsam gegen sein wertloses Papiergeld, den Fungpien aufguLiufen und gegen gute Goldwährungen dem Weltmärkte wuführen pflegt. DaS gibt ihm stets neue Mittel zur Kriegführung an die Hand, abgesehen von den ungeheuren Beträgen, die er seit Jahren planmäßig im Auslande, besonders in Aordamerika und Kanada, aushäuft. Die Japaner aber, die in der Mandfchmrci ein wichtiges Glacis für den bevorstehenden Streit mit Aordamerika und ein Bollwerk gegen Moskau leben, hatten bisher besondere Dkunde. Tschangttolin zu schützen, auch wenn sie nach austen hm mit ihm verfeindet f(bienen. Daher wird nie ein südchinesischer Soldat betoaffnet die mandschurische Grenze überschreiten. das verhindert der starke japanische Militärkordon, der dank der japanischen Dahnen tn Korea und der Mandschurei jeden Monat beliebig verstärkt werden farm. So kann Tschang, wenn er noch lebt, in Ruhe hinter dem japanischen Grenzschutz ein neues Heer aufbauen und dann •) Dgl. den ersten Teil des Aufsatzes in Ar. 149 des _G. A." vom 27.3imL Die Arbeit des Goethe-Sundes im Jahre 1927/28. Dr. jur. Otto Henning. Mit der Feier des 14. Iahressestes, das der Goethe-Bund in diesen Tagen im Rahmen eines Goethe-Abends begeht, wird die Dortrag-tätig- feil für 1927/28 und damit wieder ein Jahr er kolgreichei Arbeit beendet. Wohl hat es auch oi«es 3abr viel Mühe gekostet, aber größer und schöner ist der Rückblick auf das. was geleistet und erreicht wurde. Eine Reihe wertvoller literarifcher Genüsse, um die uns ohne Zweifel manche Großstadt beneiden wird, konnte der Goethe-Bund wiederum den Gießener Literatur- und Kunstfreunden schenken Eröffnet wurde die dieswinterliche Dor- tragstätigkeii des Bundes durch die intereffanlc und in ihrer literarischen Eigenart nicht alltäg- siche Ausführung des Drama- .Malbvrough »iedr in den Krieg' von Marcel Achard, in Acus'ck gefetzt von Krenek. durch die Kasseler Puppenspiele. Eine Ticranftaltung von ganz besonderer Bedeutung wurde sodann der Dichterabend von Franz Werfel, dem einige Tage zuvor der Schillerpreis oer liefen worden war und der seinem Dortragsabend durch die wüchsige und gestaltungsstark« Vorlesung aus feinem _Tod des Kleinbürgers" tiefsten Aachklang zu geben verstand Es fölgte als bntte Deranstallung eine tief empfundene Gedächtnisfeier für Rainer Maria Rille, für die der bekannte und hier in unserer Stadt sehr geschätzte Vortragsmeistcr Dr. Friedrich Eastclle aus Düsseldorf gewonnen worden war Eingänge des Jahres 1928 veranstaltete der Goethe-Bund einen jedermann frei zugängigen Werbeabend, um damit immer tocüercÄrcife der Bürgerschaft mit den Bundesbestrebungcn bekanntzumachen Der bekannte Literaturhistoriker Dr. Ha n nS Martin Elster aus Serif n hielt einen geistvollen Vortrag über .Die öage ber Dichtung und Kunst in der Gegenwart . wobei er mahnend aufforderte, der Pflege deutschen Geisteslehms und deusichen Kulturgutes das größte Interesse. entgegeryubringen, wenn yuf ifen genehmer Zeit wieder nach Süden vor- Es ist für Tschangtfolins wirtschaftliche Stärke nicht ohne Bedeutung, daß feit Monaten täglich 6000 bis 8000 Flüchtlinge auS Süd- und Mittelchina auf den mandschurischen Dahnen nach Aorben ziehen, wo ihnen die Regierung Ackerland. Saatgut und Lebensmittel bis zur nächsten Ernte bietet. Diefe Menschenmassen find ein wichtiger Zuwachs für die Mandschurei, sie be- Völkern die weiten Fluren des im Aorden noch völlig jungfräulichen Lande» und schaffen Ernten, die nach obigem Rezept wiederum von der Regierung gewalsiam eingezogen werden. Ist Tschangttolin tot. so wird viel davon ab- hängen. ob Oangjuting. der längst der eigentliche Kops der Aordoegierung war. den Kampf — eventuell zusammen mit Tschangs Sohne Tschangschuliang — neu aufnehmen wird, unterstützt von den Japanern, mit denen er schon immer passierte. Die in der griechischen Sage werden bann wohl aus dem abgeschlagenen Hydrahaupte — Tschangtsollns — wenigstens zwei neue entstehen, denn auch andere Gouverneure uiib Generäle Tschangs sollen — wie man mir schon vor sechs Wochen in Peking zu- slüsterte — Diktatorgelüste verspüren und die eit war dieses blaue Wunder eine hvchbezaSte Seltenheit in europäischen Sammlungen, aber die Indianer haben jetzt so viele Tiere gesammelt, daß man schon für sechs Mark ein schönes Stück erhalten kann. Behörden gänzlich an der nötigen materiellen Hilfe fehlen, die mir aber um so mehr von anderer amtlicher stelle zufloß. dank der ich meine Arbeiten fortsehen konnte. Ein amerikanischer Missionar und der Engländer Matthewson waren meine treuesten Begleiter und Helfer. Außerdem haben mir aber auch Italiener. Tibetaner, Chinesen und Austen äußerst wertvolle Dienste geleistet. Nachdem ich noch einem furchtbaren Gallensteinleiden versuchte. weiter nach Tibet vorzudringen, wurde ich an der tibetanischen Grenze an- gehalten, da man mich zuerst für einen Spion hielt. Erst auf ein Schreiben meinerseits a n d e n Dalai Lama wurde mir der Weitermarich nach Leh gestattet, wo ich im Dezember 1427 ankam. Don Leh erhielt ich sodann von amtlicher ausländischer Stelle weitestgehende si- nanzielle und materielle Hilfe. Leider mußte ich hier meinen treuen Begleiter Matthewson zurücklassen, da ihm während der Durchquerung des Tibet, wo teilweise im Winter minus 45 Grad Celsius herrschten, beide Füße derart erfroren waren, daß an eine Ueberquerung des §hnalaia im Winter nicht gedacht werden konnte. ch befürchte, daß man ihm sogar einen Fuß amputieren muß. Ich selbst hatte stark unter dem Frost zu leiden. Meine Füße waren erfroren, aber dennoch wagte ich die Lleber- guerung des großen Gebirges, die ich in 22 Tagen, größtenteils zu Fuß, bewältigt«. Im Gebirge stürzte ich mehrere Wale, brach mir einige Rippen und schlug einmal so unglücklich mit der rechten Hand gegen einen Felsen, daß sie brach und bis heute noch nicht richtig geheilt ist. Während des Sommers litten wir sehr unter Wassermangel, da die Flüsse fast alle ausgetrocknet waren. Lieber Kalkutta trat ich dann meine Heimreise nach meiner Heimatstadt München an. während mein Begleiter, der amerikanische Missionar, über Kalkutta -Schanghai nach seinem Missionsort zurückkehrte." Lieber seine weiteren Pläne befragt, äußerte sich Dc. Filchner dahin, daß er zunächst mindestens 1' _. Jahre an die Ausarbeitung seiner wislenschastlichen Ergebnisse gehen werde. Damit sei sein Programm aber noch nicht beendet. Doch eine Forschungsreise wolle er unternehmen, um sich nach deren erfolgreichen Abschluß "Ruhe zu gönnen. Ganz zum Schluß kam der Forscher auf die Finanzierung und obgleich er sich sehr vorsichtig ausdrückte, konnte man seinen Worten dennoch das äußer st e Befremden über das Derhalten der amtlichen deutschen Stellen entnehmen. »Ich selbst habe keine Mittel und bin auf fremde Hilfe angewiesen," so drückte er sich aus. »Obgleich mir von ausländischer Seite alles zur Verfügung gestellt wird, möchte ich doch unter deutscher Fahne arbeiten, denn meine Arbeiten sollen ein rein deutsches Werk sein und bleiben." Oberhessen. Landtrei» Gießen. 00 Klein-Linden, 28. Juni. Aus der jüngsten G c m e i n d e r a t S s i h u n g ist als bemerkenswert zu berichten: Die Besuchszeit des Friedhofs wird festgesetzt für Wochen- tage von nachmittags 4 Ahr bis abends 8.30 Uhr, für Sonntage von vormittags 9 Uhr bis abends 8.30 Uhr. — Auf Antrag wird einem hiesigen Einwohner ein Stück Wiese auf der kleinen Wald weide in der Größe von 568 Quadratmeter al« Bauplatz überlassen. Der Kaufpreis beträgt für den Quadratmeter 3,50 Ml. ainb ist in drei Raten zahlbar. Dom Tage der ^Auslassung sind 8 Prozent Zinsen zu bezahlen. ^Sämtliche Kosten trägt der Käufer. — Einem anderen Antragsteller wird eine Wiese von -.856 Quadratmeter, in der Frankfurter Straße gelegen, als Baugelände überlassen. Der Kaufpreis beträgt 1200 Mk., die Bedingungen sind dieselben wie beim obigen Fall. — Infolge der vielen Unfälle, die in der sehr abschüssigen Kirchstraße in letzter Zeit borge- kommen sind, wird die Kirchstr aß e von der Einmündung der Stcinstrahe ab bis zur Einmündung in die Wetzlarer Straße, für Kraftfahrzeuge aller Art sowie für den Fahr- radverkehr gesperrt. Ferner werden die Derbindungsgäßchen von der Steinstraße zur Hintergasse und von der Hintergasse zur Lützel- lindener Straße für den Motor- und Fahrrad« verkehr gesperrt. $:r Gcmeinderat erteilt der im Entwurf vorliegend:n Polizewero.dnung fc.re Zustimmung. • Klein-Linden. 28. Juni. Bei dem am Sonntag in Ettingshausen stattgehabten Aad- fahrerfest des Oberhessischen Radfahrer-Bundes konnte der hiesige Radfahrer-Verein 1904 trotz sehr starker Konkurrenz zwei schöne Erfolge erringen In der Klasse A gewann er im Äorfo- fabren den zweiten Preis, im Reigensahr en den ersten Preis. T Allendorf a. d. Lahn. 28. Juni. Ein leider zur Seltenheit gewordenes Aaturschau- spiel ist gegenwärtig in unserem Dorfe zu beobachten. Unsere Storchenfamilie. deren luftiges Heim einen Eichbaum in dem Garten der hiesigen Gemeinschaft krönt, hat kürzlich vier Junge als Zuwachs bekommen. Diese sind inzwischen schon so groß geworden, daß sie mit ihren drollig anmutenden Flugübungen beginnen können. Unermüdlich schleppen die Altrn aus den großen Wiesengrunden unserer Gemarkung Futter für die jungen Aimmersatte herbei. , Wirberg. 28. Juni. Die D e r st e i g e - rung des Heugrases der Wiesen der Pfarrei Wirberg zeitigte, wie auch die Dersteige- rungen des .<5cugrafeS der Gemeinden Saaten und Göbelnrod, einen Mehrertrag von etwa 50 Pro, gegen den Durchschnittspreis. Zum erstenmal seit 1914 wurde der Dorkriegs- prcis der Wiesen erreicht mit einem Erlöse von 394 Mk. - Zu dem 7. Wirberger Misst o n s k e ft e . das dieses Jahr am 26. August stattfinden soll, wurde als Feftprediger Missionar Walter ("Beuern) gewonnen. i. Ettingshausen. 29. Juni. Auf eine langjährige und ehrenvolle Dienstzeit darf unsere Hebamme. Frau Elise Görnert, geb. Blei, zurückblicken. Sie kann am nächsten Sonntag (1. Juli) ihr 40 jähriges Dienstju- b i l ä u m feiern. Wie von feiten ihrer vorgesetzten Behörde, des KrcisgesundheitsamteS Gießen immer wieder anerkannt wurde, hat die Jubilarin stets mit vorbildlicher Gewissenhaftig- letk und hingebender Treue ihren Beruf erfüllt, der sie ihren Mitfchweftern zu einer helfenden Beraterin werden ließ. Der Gemeinde lorftanb will es sich nicht nehmen lassen. Frau Görnert an ihrem Ehrentage die dankbare Anertennuna der Gemeinde zu bezeugen. Ebenso werden viele, denen Frau Görnert in ihrer langen Bernfszeit mit Rat und Tat beigeftan- Heimat im Nttd Gietzenct Samilien&tätiee Die Scholle Das sind die zeitgemäß ausgestatteten, auf unsere einheimische Bevölkerung abgeffimmten, im eigenen Betriebe bearbeiteten und auch gedruckten Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger Bäder, wandern, Reffen Aus dev wett des Silms Tmrnen, Svovi und Spiel Aus dem Reich dev Kvau Lugend nnd Hochschule Stus Raluv und Technik $tw den Nücheviksch Das sind die regelmäßig wiederkehrenden, sämtliche Gebiete des modernen Lebens, des Geistes, der Technik und der Kultur straffzusammenfastenden Sonderseiten des Gießener Anzeigers Das große Heimat« und Anzeigenblatt Oberheffens und der benachbarten preußischen Gebietsteile ist der seit 111 fahren erscheinende, mit allen Volksschichten aufs engste verwachsene GieSenee Änzetgev Möwe im Sturm. Roman von Sophie Moerh. 1. Fortsetzung. Nachdruckverboten. Maria drückte sich ein bißchen fester in die Ecke. Abscheulich hart war das Holz. Und zu denken, daß man so die ganze Nacht fahren würde. Nicht einmal das kleinste Kissen war da, es hinter den Stopf zu schieben. Nicht Die kleinste Fußbank für die müden Füße, die in den letzten Tagen soviel gelaufen waren. Ja, diese drei läge, seit Tante Innozentia nach ihrem langen Leiden heimgegan- gen warl Und niemand bei ihr als die dicke Floren tlne und der gute Stephan. Und als einziger Besucher und Ratgeber die alte Exzellenz Mierendorf, die auch schon fast mit beiden Füßen im Krade stand. Nun ruhte die selige Xante in der Gruft der Ur|ulhicrinncn, wo alle ledigen Mitglieder des Hauses seit drechundert Jahren ihren letzten Schlas schliefen, und morgen kam die allergnädigste Tanlc Theres, und dann sollte sie, Maria, selber zu den Urhdincrtnncrt--- Da schauerte sie so zusammen, daß ihr Segen über fragte. „Soll ich das Fenster schließen, gnädiges Fräulein?" Wieder der schlanke Schwarze. Sie hatte — in ihren Gedanken vergraben — gar nicht bemerkt, wie er herelnkam. „Danke, ja, wenn sie so frcimblid) jein wollen." Er setzte sich nieder, ahne einen weiteren Versuch zur Annäherung au machen, nahm eine Zeitschrift und besann zu lesen. Sie konnte ihn, ohne aufui. fallen, beobachten Kein österreichische Gesicht. Zu herbe dazu, zu geschloffen. Schmal, kantig, mit einem eigensinnigen Munde und einer hoben Stirn Aber noch iung, die Mitte der Zwanzig konnte der junge Mann nicht lange überschritten Haden, Seine .nänbe waren gepflegt, nxmn auch die Kleidung nicht dc gant war. Und ihre eigene? — Wieviel Mich, hatte es gc macht, noch eine anftändige Trauerflcibung znsoin. menzirb ringen! Draußen '.Rufen und Pfeifen. Der Zug glitt a. » der Halle. Vom Gang herein drängten dic eilen den Ein dicker Mann stand in der Tur de • hob ferne Karte und sagte dröhnend Sie .xraal'n. der Platz da in der Ecken — wann Sie so gut fein wolle, dos war' meiner." Maria schrak zusammen. „Ader ich sitze hier schon seit einer ganzen Zeit," stammelte sie. „Er war nicht belegt." „Wär' nicht nötig gewesen, i hab' a Platzkart'n." Platzkarte? Was war das? Davon hatte sie nichts gewußt. Verlegen stand sie auf. Ein Mittelplatz neben dem Dicken, der sich schnaufend in die Ecke bugsierte, war noch frei, (»kaufen überfiel sie bei dem Gedanken, hart an diesen Nachbar gedrängt die ganze lange Nacht hinbringen zu müssen. Elen! E» ist schwer, zu bk zu kommen. — „Bitte, gnädiges Fräulein, nehmen Sie meinen Platz." Der schlanke Dunkle hatte sich erhoben und gab die Ecke frei. „Ich stehe doch im Gang." Indem er es sagte, ging er schon hinaus, kaum daß sie einen flüchtigen Dank stammeln konnte. Klatschend schlug der Negen gegen die Fenster, durch die sinkende Nacht flammten grellweihe Blitze, aber der Donner wurde übertönt von dem Brausen und Rasseln des Zuges. Um sich hörte sie dick Mitfahrenden reden: „Wenn das Unwetter die ganze Nacht anhält, kann es bös werden in den Bergen." „Fahren Sie auch ins Italienischs?" ,.Zu den Makkaronifresfern? Sann mich beherr. ichen. In Innsbruck steig ich aus." „Innsbruck! Wann find wir da?" ..Wenn wir feine Verspätung haben, so gegen sieben." „Aber einen Wagen haben wir erwischt, wenn der nicht uinfätit —" Ja, das Material wird immer schlechter. Wo foll's Herkommen ? Böse Zeiten." „Wissen Sie. wie die Krone heute stand .Seins stad, bitt' schön. *)ab’ gar kein Verlangen, noch was vom leibigen Geld zu hören." ..Das Visum kostet auch ein Heidengeld. Wann wird das abgeschoist?" ..Nicht zu eilig. Bringt was ein. Geld brauchen bk hohen Negierungen alle. ..Und eine Bummelei ist's damit. Sechs Wochen bad' ich warten können, bis ich's vom italienischen Konsulat bekommen hab' " '!‘funV Was das wieder war. Sie lauschte im halten Schlummer weiter. Himmel, war «0 pjyjj EZ Äk< ÄCg tiitenb der " "! rmer L^dv-, ö °'t \W holte? te® oberen Stück- tes was 'lMk Spruchs- !r Dou aufaeeri4>L Mich fojen,^ 5ussichmch- dUbier *» Haus Aon de-' u> auh, den Iaier lr ° Sott befohlen i ®ottei ^anb. fr ‘ SenabL ®ott be- T und Land du Doteriond" Luch ilter Aardptap: i dem Aatfuut auf» gereichen mb ick- lgcn. heim, 28. M ftei^rni>,j,/ nbebitlwk, iliebhaber 4 br* sonder- M Okt- hatten. >)» btt Preise üta b« W Mvrga oft WX sstand rat mbiba- 10 M 15 S'ri /ich auf 15 M 22 Ti Mnfutifx fich gnet, auf übet 30 W. Dü lau- Iahte tttt glpß, it Zeit geh" > entgegen. Nii • t, W ®efte l Kanzlist« Hüb. Snot noch nicht *• :t taL28.3uni.it >llvn Sangt. |ic f en. 3n I*n ithln ugrosversteigermigo tesherrschast« tilgten sich m frirov- 'd ber Tinl«^ l gut y 0®*X ^s'rllend«^ S‘äÄS sy-g der Äbwehr ober W je Bk unb«tfror* Je s.° rf»As 2'M'L ta!'t ft?«*11 *%£**£ ien ^ drüben L'S^ »Sä'-8?- MA?Z u*f-s8 al sev>* pehaglläZ U fti. ! faflt "*'r . nut60 t 83 Mit- Mk Der bet bet ersten u. an Dolle ®tnftimmigfcit Der obengenannte D errschte bei her Wahl iftcnbe be* Aussichtsrau» tat jedes tzaus ein Bäre.nsmi^l'ed Allent bafben sieht man nn Dorfe die Weißbinder der Arbeit Die bis jetzt seitens der hiesigen Einwohnerschaft in grobem Maste bestellten Fahnen und übrigen Dekorationssaaxu lassen aus die schönste Ausschmückung unseres prächtig gelegenen Dörfchens schließen Auch an der nötigen Gastfreundschaft der Lardendacher iehlt es nicht. Es war für den leftgebenben Verein eine ÄlcinigMt. trotz des in den einzelnen Äamllien schon stark an gemeldeten Besuches, die Kesselbacher Sanges- Der Volksbank «Prozeß in Wetzlar. Lein, leitete. Die Venossenschast *ahh glied« mit einer Haftsumme von S3X __ ... Aechner W.lhelm Lehr II erstattete die 3ab- resrechnung und Bilanz. Die Aktiva betrugen 1081035 Mk, die Passiva 10 524 24 Ml Der eins lag aus dem Speicher in einem Schließ- kvrb. em anderes wurde ün Bureau aus einem Fenster, wo es mittlerweile hingebracht worden war. vorgesunden 3n dein Schreibttfch in der Wohnung des Angeklagten wurde noch em Schriftstück bett. Mahnung des Finanzamts wegen rückständiger Börsenumsatzsteuer vorgefunden. Der Zeuge erwähnte weiter, daß der Angeklagte damals, als et ihm diese Unregelmäßigkeiten vorhielt, mit den Achteln zuckte, aber nichts abgeleugnet habe. Auf Befragen gab der Zeuge den vom Angeklagten der Bolksbank zugesügten Schaden nut rund 160 000 Mk an. Die Frage deS Verteidigers. ob die Entnahme aus der Vollsbanl durch den Angeklagten in den Jahren 1924, 1925 und 1926 abgedeckt seien, beantwortete der Zeuge dahin, dast noch eine Schuld von 14 340 Mi vorhanden sei. Der von der Staatsanwaltschaft geladene Schwager des Angeklagten sollte als Zeuae vernommen werden. Er verweigerte die Aussage und wurde daher wieder entlassen. und das Vorstandsmitglied Wild Diehl III wurden wieder gewählt. • Lardenbach. 28 3uni. Zum ersten Male |eü 33 Jahren rüstet sich unsere Gemeinde wieder Mi einer gröberen Veranstaltung Damals war es Der Kriegervercin, der sein Faynenweihscst unter stärkster Beteiligung und Mitwirkung der Orts- enrwohnerschaft feierte. Jetzt gelten die Vorberei- tunaen dem in drei Wochen, am 14.. 15. und 16. Juli, ftattfmbenben Zahnenweihsest des Defa navereins .Eintracht" Lardenbach- Klein-Eichen Die neue Zahne ist einPrachl- stück und zur größten Zufriedenheit ausgefallen. Das stärkste 3ntL Birnen versprechen gröbere Erträge, Der Ertrag des Steinobstes fallt lehr verschieben aus Au, die Zwetschenernte Icheini in vielen Gemarkungen vollen Ertrag zu bringen. Äreie Schotten. >—( Ruppertsburg 28. 3uni. Deler Doge hcelt der piefige landwirtschaftlich« Konsumverein bei Dastwirt Schlörb lerne 9. ordentliche Deneralversammlung ao. die der Vorsitzende des Auffichtsrals Wilhelm Reingewinn in Höhe ron 286.11 Mk soll für Verwaltungskosten. Befr edsrücklage und Den Ae- servefoichs verwandt werden Aus dem Defchälts- bericht sm bemerkt, dah der Warenbezug im ab- gelaufene» Jahre stark war. Bezogen wurden in der Hauptsache Düngemittel Futterarttkcl Sämerei en. Bnk.Us und Kohlen. Leider war aber nur ein schwacher Abfatz zu verzeichnen. Am M.rtwoch, dem britteu Derhandlungotage. wurde Zunächst mit der Vernehmung des Zeugen Berbandsrevfsor Schneider fvrtgefahren Er berichtete über fein« Feststellungen bei de Revision am 7 . 8 und 9 April 1927 baß die ÄreD;tgrenzen ttiüixil« überschritten und Unterlagen »ür blefc Kredit« nicht da waren. Kurz gesagt der Zeug« fand eine große Un- orbnung vor. die er In kinem Aevisionsbericht nieberlegk Anschllestend fand dann M.ttc Mai. vom 16. bis 24 Mai 1927. eine eingehende Revision statt, wobei alle Äonlcn nachgepru'l wurden. die dann zur Aufdeckung der Versetzlungen des Angel tagten führten. Der Zeuge erwähnte noch, baß mehrere Journale, die er benötigte, nicht zur Stelle waren. Zuerst wurde gesagt, diefe seien teilweise beim Buchbinder. Du ich- lenden Bücher wurden aber danach aufgefunden. brüder. die ihr Erscheinen schon für den SamStag m Aussicht gestellt haben unter)ubrinqer 35 Dastvereine darunter 'olchc auc der Ouben^r Xb. haben bis jetzt ihre Zusage zur Teil- an dem Feste geschickt. Bei «inigtnKüfan günstiger Witterung versprich« du Veranstaltung einen vollen Erfolg für das deutsche Lied und den festgebenden Verein. E.n als Zeuge vernommener Angestellter der Vvlksdanl erklärte, daß er seinerzeit ivvdl du Z red itc nm ahmen durch den Angeklagten gekannt, auch von der Zlred-tgewährung an du 21 et all- guherei gewuht habe Er hat aber nicht ge- wuht. bast der Angeklagte dies unberechtigt tat. Auge! lagte abwesend war. das Borstanbsm.tgl-.ed A om ps daS Monte der Metalls ehere. geprüft und bäbc getagt habe der Zeuge falte dem Ang. imtlellen. es sollten kein« Auszahlungen mehr auf dieses Monw erfolgen. Diefes sei dem Angektagun auch mitgetciU worden. Als weiterer Zeuge ebenfalls von der Staats- anwa.:'dki!t gelabci. warb. Bant.ec Hertz von Düben über d.« Xähjfeit des. Ange.'lagten ver nommen. Der Zeuge fch Idert« den Angeklagten als llcib-ge.i unb acmn’enbaftca Arbeiter, der vor dem Mriege 4 X^rc bei ihm als Lehrling, und nach dem Xriege als Kassierer 3 3a6rt tätig war. Zn seinem Betriebe au fraglicher Zeit vorgelommene Unreflclrnäfngleiten feien durch einen Lehrling der damals entlassen worden war. begangen worden. Hierüber habe auch ein gerichckiches Der'abren geschwebt, das mit der Aburteilung des Täters endete. Der Zeug« hat keinerlei Anhaltspunkte dafür, bah der Angeklagte be: ihm llnregdmäbigleiten begangen Ein früheres Vorstandsmitglied der Dolls- banf. Äauhnann Sporn. gab zu. gewußt zu haben, dah der Aiigeklagte aus der Vollsbanl für fich Kredite entnahm; er kannte aber nicht die Hohe derselben Aach seiner Meinung könne dies jedoch keine Hobe Summe gewesen sein, da die VoVsbank ja selten Deld gehabt habe. Der Zeuge erklärte. Kontrolleur gewesen zu sein, doch nur dem 'Samen nach, da et vom Bank- betrieb keine Ahnung hatte Zeuge Elektriker Wenzel, srühever Desell- schafter und Leiter der Metallgießerei und Freund des Angeklagten, sagte sehr zu Lngunsten des Angeklagten aus Er bekundet«, daß et 10000 Mk. zur Metallgießerei zwecks Abtragung dec Sicheruogahdpothek bei der Bolksbank «in- gezahlt hatte, die aber zur Deckung der Schulden Des vorherigen Inhabers bet Metallgießerei verwandt worden waren. Er bekundete weiter, vor dem Ztvangsversteigerungstermin der Metallgießerei habe der Angeklagte ihn überredet, nicht auf dies« zu bieten. Er. Angeklagter, werde sie kaufen und dann die Hälfte an sein« «des Zeugen) Frau übertragen taffen. Der Angeklagte habe die Metallgießerei gekauft, aber nicht Wort gehakten Der Zeug« «chlldert« einer. Vorgang Der hier zum ersten Male zur Sprache kam. Er habe vom Angeklagten tm Jahve 1926 25 Mk für gelieferte 2tepfcl bekommen und hierüber Quittung geleistet. Diel« Quittung lau- Hk Bon Vokksnank > Konto Drefcher 25 Hf r.4) der Angeklagte •pakr die Bezeichnung „i Konto Drescher , und der "Betrag wurde dem Zeugen als Entnahme aus der Bolk«6ai/ x m Konto belastet Von den durch den Angeklagten bet Metallgießerei gewahrten Krediten will der Zeug« nichts gewußt haben, obwohl er mehrfach Deld abgrholl habe, das aber Wie er annabm. tsm b-nbertegten iDc- f hader der Firma, die mcht mehr eitfttertr — ausgestellt habe Seme öinWenbungen. daß «r doch kein DLimburg) mit Einschnitt bet Eschhofen durchgeführt. während die Schlußstrecke von Balduinstein bi» Ti jeder lahnstein von Han» Unkel- b a ch (Bad Sm») geleitet wird. Aus den vier Teilstrecken beginnt gleichzeitig am SarnStag. 21. Juli, nachmittag» da» Staffelschwim- m e n . wird in den frühen Morgenstunden de» Sonntag» wieder ausgenommen und bi» zum Abend zu Snde geführt. Dabei sollen, soweit irgend möglich, alle Schwimmerinnen und Schwimmer au» den Dauvereinen beteiligt und auch die entfernter wohnenden mit ßerangexogen toerben. Al» Schwimmleistung werden aus den Kilometer etwa 25 bi» 30 Minuten gerechnet. Jede Teilstrecke wird mit einer besonderen Urkunde in Metallkapsel au»geftattct, die zusammengeheftet al» Desamturkunde der Lahnstafsel am Dienstag, 24. Juli, der vorbeikommenden Ttßeinftaffei von Riederlahnstein au» zugeschwommen wird. Zur Sicherung der Schwimmer werden auf jeder Teilstrecke Boote mit Rettungsschwimmern die Begleitung übernehmen. Gauturnfest der D. T. in Buhbach. Da» 55. Dautumfest de» Turngaue» dessen der 'S). X., da» am nächsten Sam-tag und Sonntag in der alten Turnerstadt Butzbach veranstaltet wird, ist der Höhepunkt der turnerischen Veranstaltungen unsere» engeren deimatgebiete» in diesem 3ahre. S» ist aber nicht nur ein Fest turnerischer Arbeit, sondern darüber hinau» auch ein allgemeine» Volk-fest im Clane de» großen Turnvater» und begeisterten Vaterland-freunde» und VolkSmanne» Friedrich Ludwig 3 ahn. dessen 150. Geburtstag am 11. August b. 3. das deutsche Volk feiern wird. Wenn bei dem Uebermaß oon Festlichkeiten weite Kreise — zum Teil mit Recht — von einer Festmüdigkeit erfüllt sind, so darf davon aber nicht eine Veranstaltung wie da» Dautumfest zu seinem Schaden betroffen werden. Denn Volk-feste im alten guten Sinn, die auf eine fast hundertjährige Tradition zurückschauen können, sind notwendig al» ein Weg jur Volksgemeinschaft, al» ein vorzügliche» Mittel zur Pflege echten D o l k» t u m S. Die Feier der Volksfeste muß. wie 3 ahn in feinem .Deutschen Volk-tum" lagt, .einfach und finnvoll und wohlfeil und geschmackvoll und verständlich und ehrwürdig und erwecklich sein: kein eitle» Schaugepräge. fein üppige» Sinnenspiei, kein 3er- arbeiten widersprechender Gefühle'. Sv waren alle Gaufeste, so wird in betonberem Maße auch da» Butzbacher große Turnertreffen fein. Al» Fest ernster turnerischer Arbeit und wahrer Volksgemeinschaft erfüllt e» wichtige volk-erzieherische Aufgaben und verdient daher die Unterstützung und den Besuch aller Dolk-kreise au» nah und fern, auch der Vichtturner. Wir verweisen bei dieser Gelegenheit nochmal» auf die Höhepunkte der Butzbacher Veranstaltung: auf die feierliche Eröffnung auf dem altehrwürdigen Butzbacher Marktplatz am 6am»tag. auf den sich anschließenden Festabend mit dem inhaktreichen Festspiel und dem ®au- meisterfchaftSturnen. auf die Wettkämpfe in der Frühe de» Sonntag», auf den großen Fe stzug. die allgemeinen Freiübungen. da» turnen der Kölner Viege am Svnntagnachmittag und auf die Silumin a t i o n der alten Stadt am Abend de» Festsonntages. Die gastliche Feststadt konnte da» 55. Dautumfest besonder» würdig -urüsten dank der Unterstützung durch die ganze Einwohnerschaft. dank vor allem auch durch die Mithllfe der Stadtverwaltung und de» turnfroundlichen Stabt» oberhaupte» Bürgermeister Dr. 3anfen. Butzbach ist gerüstet: e» kann vielx. viele Besucher empfangen und wird ihnen allen viel bieten. Etwa 600 Wetturner. 3um Dautumfest in Butzbach find annähernd 500 TDc tturner gemeldet Am stärksten ist der Zwölfkampf der $umcrunterftufe besetzt. 360 Turner nehmen daran teil. Erfreulich hoch ist die Zahl der Musterriegen, 55 werden am Sonntagnachmittag auf dem Plan fein. Zur Bewertung der turnerischen Arbeit sind 161 Kamptrichter notwendig. Handball der D. T. Mtv. Gießen (t. Schüler) — Io. Grohen-Linden (1. Schüler) 7:0 (6.0). Am Sonntag hatte die l.Schülermann- > ch a f t de » M t v. die gleiche de» Tv-Dro- Hen-Linden zu Gast. Das Spiel fand auf dem Mtv.-Plah statt und konnte in allen Teilen befriedigen GS war eine Freude, den jugendlichen Turnern beim Spiel zuzusehen: der Eifer. Turnen, Sport und Spiel. der an den Tag gelegt wurde, gibt zu berechtigten Hoffnungen eine» guten Nachwuchses Anlaß. Vach Anwurf von Drohen-Linden schalte sich sofort eine Ucberkg nb.it der Gießener •Turner heraus, sie wäre' durch bessere» Fangen und sichere» Zuspielen iß;c n Gegner weit voraus und konnten fo dir zum Schluffe da» Spie! nach Belieben, zu ihren Dunsten gestalten. Die Gästemannschrst fviclte wob', eifrig, aber es fehlt chr noch der nötige Zufammenh.'ng Die Fangsicherh.it muß noch l»ess werden Anzu- erfennen ist aber, daß sie trotz der Tliebctiage bi» zum Schlüsse tapfer durchhielt. Der Schieds- richter war in seinen Entscheidungen sicher und korrekt Aus dem Mitlelrhem-Kreis der D. T. Bildung einer Handball krelsmeisterklafse ab 1928. Vach verschiedenen vergeblichen Versuchen toeit- schauender Führer und Spielfachleute bat der letzte Kreistpieltag die Bildung einer Hand- ball-Krei-meisterklasse leschlos en. wie solche bereit» in mehr al» der Hälfte aller deutschen Turnkreile bestehen Angesichts der weiten Ausdehnung de» Mittelrhein-Kreise» wird die Klassifizierung in x toei Gruppen durchgeführt Die Gruppe Oft wird die Gauverbände I. 2 und 6 (Ma in-Lahn. Ma in-Spessart. Main-Taunu»), die Gruppe West die Gau verbände 3. 4 und 5 (Vhein-Vahe. Saar-Mosel. Vhein-Lahn) umfassen Teilnahmeberechtigt smd die Derbandsmeister und Tabellenzwriten de» Vorjahre». Die im kommenden Herbst beginnenden Spiele werden bann von folgenden Mannschaften bestritten: Gruppe Oft: Polizei-Frankfurt. Dackenheimer Tgde.-Frankfurt. Tv. Vorwärt»-Langen bei Frankfurt. Tv. 1860 Aschaffenburg. Tgde. Frank- furt-Vied und Tv. Frarckfurt-Riw. Gruppe West: Eintracht-Wiesbaden. Tgde. Schierstcin-Wiezbaden, Tv. Saarbröcken-Malftatt (Kreismeister 1927 und 1928), Tv. Algenrodt- Vahe. Tv. Malheim bei Koblenz und Tv. Koblenz-Metternich. Die Vruppcnmeisterschaften werden in Dor- und Rückrunde nach Punktwertung ausgetragen. Vach Schluß dieser Spiele treten die Gruppen- meifier in Dor- und Rückspielen um die Kreis- Meisterschaft an. Gauturnfefi in Lollar. Kommenden Samstag, Sonntag und Montag findet bas ©auturnfeft des lurngaues Lahn-Dünsberg. die größte turnerische Veranstaltung dieses Gaues, in Lollar statt. Gleichzeitig kann der Turnverein Lollar, der die Vorbereitung und Durchführung des ©autumens übernommen hat, auf sein 45jähriges Best e h e n zurückblicken. Als Auftakt findet am Samstagabend einWerbest a f f e l l a u f durch die Hauptstraße Lollars nach dem Festplatz statt. Ein Äominereabtnb auf dem Fcstplatz schließt sich an. Alle Abteilungen des festgcbenden Vereins treten mit turnerischen Darbietungen hervor, die durch ©esangovoriräge der drei Lollarer Gesangvereine, radsportliche Vorführungen de» Lollarer Radfahrer-Vereins und Konzert der Feuerwehrkapelle unter Leitung des Musikmeisters Deines umrahmt werden. Dazwischen findet die Ehrung der sechs noch lebenden Gründer und die lleberreichung von Ehrenurkunden für 45- und 25- jährige Mitgliedschaft statt. Der Festsonntagvormittag wird ausgefüllt durch das W e 11 u r n e n, das um 6 llhr beginnt. Nach dem 5 e ft 3 u g durch den Ort werden Masten-Frei- Übungen mit Musikbegleitung gezeigt. Em besonderer Glanzpunkt wird bas Turnen ber Gau-Werbe- rlegc an den Geräten barfteöen. Um 6 Uhr nachmittags erfolgt bie Siegerverkündigung, während abend» von Turnern und Turnerinnen des Turnver- ein» Lollar ein Bauemreigen vorgeführt wird. Der To. Lollar wurde am 11. August 1883 gegründet. Die Hohl ber Mitglieder betrug im ©nin- dungsjahre 35. Als 1. Vorsitzender wurde Christian Pfeifer gewählt. Der Verein trat alsbald dem Gau Jöcfien der Deutschen Turnerschaft bei. Am 28. und 29. Juni 1885 feierte der Verein sein Fahnen- wechselt. Die zunehmende Mitgliederzahl gestattete im Jahre 1893 die Uebernahme der ©autumfaßrt nach Lollar. 3m Jahre 1908 waren es 25 Jahre, baß ber Verein bem Turngau Hessen angehört, als verschiedene Dorkommniste ihm Veranlassung zum Austritt aus bem Gau Hessen gaben. Es wurde der Anschluß an den Lahn-Dünsberg-Turnerbund beschlossen. Anläßlich des Bundes • Turntage» am 7. März 1909 in Haufen erfolgte die Aufnahme in diesen Bund. 3m Jahre 1913 fand in Lollar ein ©auturnfeft dieses Bundes statt. Die Kriegs- ur^> Nachkriegsjahre haben bis zu dem jetzigen Fest die Veranstaltung größerer Feiern nicht ratsam erschei- nen lassen. Diese Feil stellte jedoch keineswegs eine Ruhepause dar. Eifrig wurde bas Turnen gepflegt, und eine größere Fohl erfter Preise, auch Ehren- greife, wurden bei auswärtigen Turnfesten errungen. Deute nimmt der Turnverein Lollar im Orte, wie auch im übergeordneten ©au. Verband und Bund, eine beachtliche Stellung ein. sind es doch rund 300 Personen, die mit bem Verein verbunden sind. Während ber 45 Jahre des Bestehens des Vereins lag eine Führung in den Händen von nur drei Betonen. Es sind dies: Ehrifttan Pfeifer von 1883 >is 1890, Heinrich Rohrbach IV. von 1890 bis 1901, von da ab bis heute Bürgermeister Heinrich Schmidt VT. Die noch lebenden sechs Gründer find Hch. E f p i ch, Otto Mickel, L. Schadeck V., Heinr. Schmidt VI. (derzeitiger 1. Vorsitzender), Ludw. Rohrbach (wohnhaft in Frankfurt a. 9RJ und Heinrich Zeug. Leichtathletische Meisterschaften der Llniversität. Am Sonntagnachmittag 3 Uhr veranstaltet bie hiesige Studentenschaft ihre diesjährigen leichtathletischen Meisterschaften im Lahmen ber 3ahves feier ber 2anbe»unu>erfitäL Da in diesem Jahre, infolge des bekannten Erlasse» des preußischen Kultusminister», bie akademischen Kreismeisterschaften nicht statriinden tonnen, sind die Wettiämpfe am 1. 3uli die einzige größere Gelegenheit, bei der die Gießener Studentenfcha t ihr sportliche» Können un:rr Beweis stellen kann. Die Voriämp e in den Ei-izel- kämpsen. Mehrkämpfen und Stapeln werden bereit» am SamÄlag abgewicke.t werken, fo baß am Sonntagnachm ag nur bie Belten um bte Enttcheidung ringen Für die S!a fein Imb 15 Melkungen abgege. oa. 3n der 4 iOO- und 10 • lOO-OEetcr-S.a fei haben d.e Bur'chenschast Frankonia und Lanbsmann'chaft Ehaftra An- warricha': aus den ersten Platz, während ein Ergebnis in ber olvmpi'chen Sta sei kaum vor- auezusagen ist. Der Dreikampf ist mit 36 Teilnehmern gut besetzt, ebenso kann man in ben Einzellärnplen <107 Meldungen > gute Leistungen erwarten. Bet gutem und trockenem Wetter wird bie akademvche Reitabteilung das Programm burch eine Reitvorsühruni bereidutn. Da» Endspiel um die Sauftballmeifter‘dja’t ber Gießener Korporationen wirb die Derbinbunqen Va'sovia, Hasso-Rhenania ober A. T. D. Rhein, franken als Sieger sehen. Eine spielstarke Sauft- ballmannschaft der Universität Marburg tritt außerbem den fließencr Tkrtrc.ern gegenüber, bie kürzlich bie Technische Hochschule Darmstadt schlagen konnten. Die Wettkämp'e werden m etuyi 2 bis 2’/» Stunben beendet sein. Sie stehen unter Leitung be- akademischen Turn- und Sportlehrer» Dr. Möckelmann. Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900. ö. Der nächste Sonntag steht ganz im Zeichen der MeisterschastSlämpse. und zwar ber Van- beSmeisterschasten Der Westdeutsche Spielverband erwartet seine Besten am 30. 3uni und 1. 3uli in Kreseld. Auch ber Bezirk He s - sen-Hannover wirb, um seinen guten leichtathletischen Rus zu wahren, einige Meisterschasts- anwärter entsenden. Don Paulus (Wetzlar) abgesehen, ist al» einziger Lahnkreisvertreter der 1900er Petersson gemeldet worden, und zwar für ben Zchnkampf. So hoch bad Vertrauen an- xuschlageii ist, das der 'Bezirk in Petersson gesetzt hat, so schwer wird e» für diesen fein, ber Ausgabe gerecht zu werden Zunächst gibt es wohl keine Disziplin, die mehr Tielfeitigleit, Durchgebildetheit. Ausbauer und vor allem Energie erfordert, al» der sich aus 100-THetcr-, 400-, 1500- und 1 lO-TKeter-Äürbcnlauf, Weit-, Hoch- unb Stabhochsprung. Kugelstoßen. DiSkus- und Speerwerfen zufarnmensetzende D. S. B.-Zehn- kampf. Dann nerfügt Westdeutschland über eine Reihe talentierter Mehrkämpfer, die bem Veu- ling Petersson viel voraushaben dürsten. Es seien hier nur Stockmann (Duisburg), Lern- perle (Köln) und Werring (Gronau) genannt Die übrigen aktiven Mitglieder der Leichtathlet ikabteilung der Spiefoereinigung 1900 werden bei den Gaumeisterschasten des Bezirks Gie- ßen-Wetzlar — obwohl diese als erste Stufe in den Meisterschaftsfämpsen zu gelten haben, kommen sie jetzt erst ihrer geringen praktischen Bedeutung für da» MeisterschaftSprogramm be» L a ndesverba nde s wegen zum Aus trag — Im Wetzlarer Spilberg-Stadion an ben Start gehen. Die 1900er werden alle verfügbaren Kräfte heranholen müssen, um. so gut es gebt, die Lücken auszufüllen, die durch die Tellnahme der Gießener Studenten (Langlotz, Geist, Guyot usw.) an den gleichzeitig flattfinbenben Universitäts- Meisterschaften. den erkrankten vortrefflichen Mittelstreckler Peter» und den in Krefeld weilenden Mehrkämpfer PeterSson entließen. Man hofft j^wch. einige in guter Entwicklung befindliche iüngere Kräfte herauszubringen und so trotz der Schwächung zu einigen Daumeisterschaften ’u kommen. Von großer Bedeutung wird es fein, daß sich „die von ber zweiten Garnitur" gut ein fügen, vor allem in den Staffelwettbewerben. Dem Vernehmen nach werden alle größeren Gauvereine bie Veranstaltung mit einer großen Der tret erzähl beschicken. V. f. B (Leichtathletik). Zu ben am kommenden Sonntag in Wetzlar ftattfindenden Wettkämpfen um die Leichtathletik- Meisterschaften be» Gaue» Gießen-Wetzlar bat der V. f. D. sieben Teilnehmer gemeldet. Der bisher so erfolgreiche Werfer V o b l hat neben feinen Heiden Spezialgebieten (Kugel und DiskuS) auch noch da» Hammerwerfen belegt Müller will sich erstmal» auf der 3000-, Mankel und Adam auf der 1500-Meter-Strecke versuchen. Schäfer startet bei den 400 Meter und will auch beim Hammerwerfen mitmachen. Während Rinn sich an den 100- und 200-Meter-Läufen beteiligt, nimmt Seiler am Hoch- und Weitsprung und am Speerwerfen teil Außerdem haben Schäfer. Adam und Müller zu den 3x1000 Meter gemeldet. Vohl wird wohl der einzige sein, der eventuell Tlusficht hätte, sich in der einen ober anderen Konkurrenz zu placieren. Wenn er im Kugelstoßen Weister werden will, muß er sich in einer belferen Form zeigen, als bei den Dezirks.neisterschaften in Kastel. Die übrigen sind sämtlich auf diesen Spezialgebieten Anfänger und werden sich naturgemäß trptz guter Veranlagung auf ihr Abschneiden ferne allzugroßen Hoffnungen machen tonnen. Arbeiter-Turw und Gportbund. Am kommenden Sonntag findet in Steinbach bei fließen bas diesjährige Be - irksfest des 3. Bezirks statt. Bereits am Samstagnachmittag, ab 4 Uhr, werden die Leichtathleten ihre Kräfte im Dreifampf und in den Vorkämpfen zu den Einzelkämpfen messen. Der Samstagabend bringt nach der Kampfrichtersttzung den Begrüßungsabend auf dem Fcstpiatz (Lämmer- wiese). Nach der Weihe der neuen Fahne des Ortsvereins Steinbach werden Sondervorführungen der Bezirksvereine und Lezirksriege den Abend ausfüllen. Sonntag morgen um 6 Uhr beginnt das Wett- turnen an den Geräten. Um 8 Uhr treten die Sportlerinnen zum leichtathletischen Lierkampf an. Ab 10 Uhr werden die Entscheidungen in den Einzel- tämpfen der Leichtathleten ausgetragen. Danach folgt das Vereinsriegenturnen der Turnerinnen. Nach ber Mittagspause erfolgt Aufstellung des Fest- zuges und besten Marsch durch den Ort. Nach dem Eintreffen auf dem Festplatz werden die Masten- Übungen der Turner und Turnerinnen erfolgen. Zreitag, 29. Juni 1928 Ein Susttmtuknen am Reck wird den Zuschauern ben Wert der Seibcsübungcn am Gerat zeigen. Den Abschluß de» Festionntagnachmittag» bildet ein Fußballspiel zwischen Gießen I (stre,»klasse) gegen Raun- beim 1 (Bezir meister 1927). Die Meldungen zu den einzelnen .'tampfarten versprechen eine gute Beteiligung und geben die Gewahr für gute Leistungen in allen zum Au-trag kommenden Sportarten. ©er Mordprozeß Wjchmann. WSV Frankfurt a. TH.. 28.3unt. Der Angeklagte Wichmann bitte behaupte!, baß ec von ben Höchster Farbwerken al» Belohnung für die Einrichtung einer Güter ab- fertigunq jftcllc innerhalb des Werkes Mobiliar unb Teppiche zur Einrichtung seiner Dienstwohnung angeboten bekommen, ba» Angebot aber ausgeschlagen ßibc, nachbenr er barübtr mit einem Vorgefetzt n sprach Ferner wollte ber Anaellagte Frachlhinlerziebungen in etwaiger Höhe von einer Million Mark bei ben Farbwerken auf gebest ßiben. wa» ku einem Prozeß führte Au» diesen, habe bie Reichsbahn binn 500 0?0 Mk. erhalten. Die heute zunächst vernommenen Zeugen würben zu diesem Beweisthmia gehört, imb bet Vorsitzende ließ dabei der Ver- tcitngung weitesten Spielraum in der Befragung ber Zeugen, die denn auch bi» in bie Detail» über 3ahre zurückliegende Vorgänge befragt wurden, wobei man sogar soweit ging, baß man von einem Zeugen bie Angabe eine» Men staubem Jahre 1<5 erbat E» spielte nämlich die Frag? eine Rolle, ob ber Angeklagte auch besonder» zu Frühstückeit herangezogen wurde, wobei man ihm bann die Annahme von Ge- schercken nahegelegt hatte. Daß Wichmann einmal in einem Frühstück gelegentlich irgendeiner offiziellen Besichtigung teilnahm, ist erwiesen, aber keiner ber Zeugen au» Höchst weiß etwa» von Versprechungen und Angeboten, bie bem Angeklagten gemacht wurden. 3n ber Frachtassäre stellte ber Vorsitzende au» Gerichtsakten fest, daß die Äimbm ber Farbwerke unter Vorbehalt Frachtnachforderungen bezahlte, und daß ihre iVlage auf Rstckzihlung in allen 3nstanzen ab- gewiesen wurde, so daß also die Fracht bezahlt werden mußt. Es handelt sich um 30 000 Mk. Der Vorsitzende betonte die Gutgläubigkeit ber Farbwerke in der Xarifierung behauptet, zur Ermittelung hier beigetragen zu haben, und der Verteidigung genügte die Fest» Heilung, baß eine solche Tarifstroitsrage mit der Reichsbahn bestand. G» kam dann eine Reihe mm Zeugen zum Wort, mit denen der Angeklagte nach feiner Entlassung au» dem Dahnbienst geschäftlich zu tun hatte. Der Derscherungsdirekior 2. der Germania berichtet über die Tätigkeit Wichmann» bei seiner Gesellschaft. Unregelmäßigkeiten seien da nicht vorgekommen, und er glaube, daß man Wichmann auch angestellt hätte, wenn sich nicht der Zeuge Sommer eingefunben hätte. Er habe gehört, wie sich in seinen Räumen jemand laut mit Sommer unterhielt. Der Generalagent F. der gleichen Gesellschaft bekundete, daß sich ihm gegenüber die Eheleute Sommer nicht abfällig über Wichmann geäußert hätten, gibt aber die Möglichkeit zu. daß eine Unterhaltung mit irgendeinem Angestellten ftattgefunben haben könne. Au» den Aussagen der am Vachnnttag vernommenen Zeugen ergab sich nichts für eine Un- glaubwürdigkett be» Angeklagten. Der Generalvertreter der Berliner Wäschesirma Frisch hat während ber Tätigkeit be» Angeklagten bei dieser Gesellschaft einen tiefen Einblick in Wichmann» Verhältnisse bekommen. Dieser Zeuge hat bie Rot der Familie erkannt und nach Krästen Abhilfe geschaffen. 3n drei Monaten bekam Wichmann im ganzen 246 Mark an Provision au»bezahlt. Aus bie Frage de» Vorsitzenden, ob ber Angeklagte einmal an den Zeugen herangetreten ist, um eine Verdienstbescheinigung zu erhalten, die er beim Wohlfahrtsamt vorlegen müßte, erklärt ber Zeuge, baß er sich an diese Tatsache nicht erinnern könne: er bestätigte es aber, nachdem ihm der Angeklagte präzise Fragen stellte. Der Zeuge erklärte auf Befragen des Vorsitzenden, baß Frau Wichmann öfter bei ihm war und Geld holte. Sie machte ben weiten Weg stet» zu Fuß und kam immer total erschöpft bei ihm an. Der Zeuge hat Ujr au» Milleid immer baS Fahrgeld für den Heimweg gegeben. Frau Wichmann habe sich bei ihm auch Geld geliehen, well sie zu ihrem Vater nach Idstein fahren wollte. Sic wollte dort versuchen. mit ihren Kindern untenufommen. Später habe sie ihm, dem Zeugen, gesagt, daß sie von ihrem Vater abgewiesen worden fei Er sei erstaunt, baß der Vater anders ausgesagt habe. Der Zeuge bekundete weiter, baß Frau Wichmann chm gegenüber äußerte, sie wolle zum 3ugenbamt gehen, um ihre Kinder unterzu- bringen. Später erzählte Frau Wichmann, baß die Kinder nicht ausgenommen würden, es fei Denn, baß sie sich von ihrem Mann scheiden laßen müsse, ober daß ein anderer Grund vorliege. Der Zeuge machte bann noch markante Bekundungen, die ein grelles Schlaglicht auf das Verhalten des Vermieter» Sommer werten. 3m 3nteresse ber ganzen Sache erscheint es zweckmäßig, bem Wun'che be» Staatsanwalts und be« Gerichts zu entsprechen und mit ber Mitteilung diese» Teil» der Zeugenaussage zu warten, bis ber Zeuge Sommer, ber auf Freitag morgen geladen ist. vernommen worben ist. Die Verteidiger und bie Staatsanwaltschaft haben auf bie wertere Vernehmung be» Zeugen nicht verzichtet, um eine Konfrontierung Sommers unb des Zeugen herbeizuführen. Kirchliche Tlachrichien. Jsraelttische Religionsgemdnbe. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, ben 30. Juni. Vorabend 7.45 Uhr: morgens 8.30; abends 9 unb 9.40 Uhr Israelitische Religlonsgesellschaft. Eabbatseier ben 30. Juni. Freitag abend 7.45 Uhr, Samstag vormittag 8; nadjmittaas 4.30; Sabbatausgang 9.40. —- Dochengottesdienst morgens 6.15; abends 7.15 Uhr« Saison-Ausverkauf bei Salomon Korsetts n. all erb. Qual., Stücke v. 3.05—230 m, 1.75,1.45,0.95,0.75, MO posten nur 1.90 abwaschbar, modern bedruckt 2 25, 1.50 Garten- u. Waschkleider, aus gutem Zephir od. Indanthren-Leinen, völlig weit, auch für starke Damen 530, MO Wie immer Mittwoch Dienstag Juli Juli ein Ereignis für Gießen und Umgebung! Kretonne, gebogt oder gestickt 1130,54» Pariouiäonhö wic Bade-Anzüge, -Mäntel, -Capes,-Tücher, -Schuhe. DdUuVlOubllö-Mützen usw. zu ermäßigten Ausverkaufs-Preisen! wirklichen Preis 1.29 230,1.90 alle Farben Modehaus Salomon • Gießen -Schulstr. 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Juli bis 7. Juli statt. Wie seit über 35 Jahren alle Ausverkäufe Carl Nowack, so bringt natürlich auch die diesjährige Veranstaltung wieder Preise von unerhörter Billigkeit I — Dabei haben Sie diesmal noch den Vorteil einer besonders reichhaltigen Auswahl, denn durch die bisher meist ungünstige Witterung sind erhebliche Bestände in allerneuester Frühjahrs-Konfektion, wie Mäntel und Kleider, sowie auch in Stoffen, übriggeblieben, die nun zu wirklichen Ausverkaufspreisen zum Verkauf gelangen! Alle Ausverkaufsartikel sind übersichtlich zum Aussuchen ausgestellt; die Stolfe auf Extratischen, Konfektion aller Art (in Serien eingeteilt) auf besonderen Ständern. — Aus der Fülle des Gebotenen seien nur nachstehende Beispiele gebracht Beachten Sie bitte auch die Schaufenster- Dekoration Seltersweg 851 ---Serie I — zirka 70 Stück verschiedene Kleider aus Wasch-Mousseline Waschseide Popeline Kasha Mäntel jugendliche Formen Blusen aus weiSem Voile gestreifter Wolle Waschseide Falten-Röcke aus blau Cheviot Morgenröcke 7.50 8.00 _______ 250 _____ —Seriell--- zirka 100 Stück verschiedene Kleider aus Voile Waschseide Popeline Mäntel Shetland-Mäntel Loden-Mäntel Shetland-Kostüme Jacke auf Seide Kostümröcke Blusen Voile-Blusen Bulgaren-Blusen Morgenröcke -----10°°------ ---Serie III--- zirka 100 Stück verschiedene Kleider aus Voile Wollmousseline Waschseide Popeline Kasha Mäntel aus Herrenstoff Kasha schwarzer Seide Alpaka Gummimäntel modern kariert Morgenröcke ------15°°------ ---Serie IV--- zirka 100 Stück verschiedene Kleider aus Voile Wollmousseline Waschseide Bastseide Popeline Cripe de Chine Mäntel aus schwarzer Seide (gemustert) Kostüme auf Seide gearbeitet, in Rips Herrenstoffart Gabardine ------20°°------ ca ISO Stck. verseh, hochelegante Uebergangs-Mäntel in la Wollrips (helle Farben), oder eleganten Kashas mit Pelz, z. 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Don Dr. Hugo Meditier. 3n der 'Äriintt Psychologischen Ge- sellschaft Hot soeben ein neue« OtcdKn- genie vor einem ®temium von Geleyr- len Proben seiner außerorbentlichen Rechenkunst und Gedächtniskraft abgelegt. 3n Tbeeflau gibt es einen jungen Mann, der die 1120 dtiaörnbabnnxjqen dieser Stadt so genau kennt, daß er die Zahl der Pläye jedes Wayens, seine Farbe, sein Gewicht. die Art der Bremse und viele andere Einzelheiten, sogar die in jedem Wagen angebrachten Reklame- schilder genau beschreiben kann, tvenn man ihm nur die Dummer des Fahrzeuges nennt. Helmuts Ossig heißt dieser junge Mann, der sich soeben der Berliner Psychologischen Gesellschaft rorgeßedt hat und von ihr geprüft worden ift. Er zeigte in Berlin, daß man eine gewaltige Zahl von Ziffern in wenigen Sekunden auswendig lernen tarnt, bewies, daß er einige tausend Daten aus der Weltgeschichte im Kopse hat, und führte viele Rechenkunststücke vor. die dem Durchschnittsmenschen unfaßbar sind» Dor Pier Jahren trat einmal in Berlin ein anderer Gedächtniskunstler auf, das vierzehnjährige Mädchen Marthe Chevalier, die sich aus dem Publikum vierzig bis fünfzig Damen zurufen lieh und bann jeden Damen, willkürlich aus der Deihe gegriffen, nach der Dummer des Zurufs wiederholte. Andere Gedächtniskünstler der letzten 3ahrzehnte, die zu Ruhm gelangt find, sind der Italiener Ina u di. der Rumäne Diamandi und der Deutsche Dr. R ü dl e. Die wunderbaren Leistungen dieser Männer, die die Menschheit stets verblüfften, beruhen auf keinem trügerischen Trick, sondern aus gewaltiger Schulung des Gedächtnisses, großer Konzentrationskraft, der Fähigkeit, mit jeder Ziffer eine gewiffe bildhafte Borstellung zu verknüpfen, und der bewußten Beschränkung auf ein einzelnes Gebiet menschlicher Geistes- tätigtet, nämlich auf die Ausbildung des Go dächtnift^s und des Rechnens. Dor dem neunzehnten Jahrhundert kennt man nur wringe Rechentünstler dieser Art. 3m 3ahre 1804 wurde in den Bereinigten Staaten Zorah Co l bürg geboren, der schon mit zwölf Jahren bedeutende Leistungen auswies, in London und Paris auftrat, aber die Fähigkeit, die ihn berühmt gemacht hatte, im zwanzigsten Lebensjahr verlor 3m 3ahre 1837 wurde der sizilianische Pastor Viktor Mangiamele von Aragv dxr französischen Akademie vvrgeführt. Der Deutsche Zacharias D a s e. 1824 geboren, begann seine Laufbahn mit fünUefcn Jahren und konnte in neun Sekunden im Kops zwei hundertstellige Zahlen multipliziere n. ®r war nur rechnerisch begabt und erwies sich der Wissenschaft durch die mit großer Geduld durchgeführte Ausrechnung hon Logarithmentafeln nützlich Schon mit sechs 3obren entdeckte der in Piemont geborene 3aques 3nauM fein Rechentalent' im Alter von dreizehn 3obren stellte man diesen jungen Mann der französischen Akademie vor. aber erst als Zwanzig, ährtger lernte 3naubi lesen und schreiben. Es gibt aber auch 'Rechenkünstler, die nicht nur artistische Leistungen vollbringen, sondern sich auch als Mathematiker oder al- Gelehrte in anderen Wissenschaften auSzeichnen. Der Physiker Ampere, der amerikanische Astronom Truman L t a f s o r d. der Physiker Argo, der Gifenbahntechniker George B i d d e r waren solche □Männe-; der berühmte deutsche Mathematiker Gauß (1777- 1855) konnte schon als dreijäh- MMMdenWellSWsklll. Vornan von Sdgar Wallace. Copyright by Wilhelm Äolbmann, Vertag, Leipzig. (Schluß.) Unmittelbar danach wurde Lord Selford von einem zweiten Schlaganfall betroffen, von dem er sich nicht wieder erholte. Vollkommen gelähmt, starb er am Abend des 14. November. Doktor Staletti. Mrs. (farolcr und Havelock waren bei feinem Tode Segen. Lord Selford hatte keine Zeit mehr ge- L fein Testament zu ändern, und fo wurde >elock, gemäß feiner früheren Bestimmungen fein alleiniger Testamentsvollstrecker und Vormund feine« einzigen sechsjährigen Sohnes. Cs war Dokior Staletti. der Mrs. 0‘arokr und Silva den Vorschlag machte, über die Beschuldigungen des Verstorbencu gegen Havelock zu schweigen. Als Gegenwert stellte er Havelock die Bedingung, die -aus den Besitzungen Lord Sclfords .zu erwartenden Einkünfte unter den vier Verschworenen zu teilen. Silva zögerte zuerst, auf diesen Vorschlag einzugehen. Doch da er arm war unb Lord Selford ihn einmal einer geringen Versäumnis wegen geschlagen hatte, willigte er ein. Die Absicht der Verschworenen ging zu dieser Zeit nur darauf aus. sich bis zur Grotzjahrigkeit des l/rbcn an den Zinsen zu bereichern, wahrend das Kapital und die Besitztttel nicht angegriffen werden fällten. Cs war Mr. Havelocks Amt, die Verwaltung fo zu führen, daß mcMr letzt noch am Tag der Abrechnung ein Verdacht oder gar eine gerichtliche Verfolgung zu befürchten stand. Es erwies sich aber von Tag zu Taa klarer, daß der junge Lord an ausgesprochenem Sugenbblöbfinn litt. Daraus konnte, wie Havelock überzeugend darlegte, eine unmittei bare Gefahr für die Nutznießer des Selfordichen Vermögens entstehen. Denn wenn der Schwachsinn des Knaben zur Kenntnis des Dormunbjchafts- gerichts käme, würde ein öffentlicher Pfleger für ihn bestellt, dem ein Derwaltungskonsvriium zur Seite stehen würde. Es wurde daher beschlossen, den Knaben in eine Privatschule zu geben, dcisen Lester sich verpftichten müßte, über den geistigen Zustand des Knaben strengstes Stillschweigen zu bewahren. Die Dahl fiel auf den Unterzeichneten Bertram Eody. den das Unglück getroffen hatte, eines geringen Vergehens wegen mit den Gesetzen in Konflikt zu geraten. Bald nachdem er das Gefängnis verlassen batte, trat Havelock mH dem Vorschlag an ihn heran, eine schule zu übernehmen, dessen einziger Zögling der kleine Lord sein sollte. Bertram Eodn gab feine Zustimmung und wurde dafür glänzend bezahlt. Im Januar 1902 wurde der Knabe seiner Obhut übergeben, allein sein Lehrer mußte bald ein sehen. riges Kink» Ieinem Baler beim Rechnen verbessern. Bei dielen Männern ist es ganz ausge- schlossen, daß ftc betrügerisch arbeiteten, und hre Fähigkeiten sind auch infofern denen der Darieterünstler ähnlich, als sie schon in frühester 3ugenb ausgetreten sind und sich nur bei Menschen von ganz einseitiger Begabung gezeigt ha bett. Kürzlich hat nun der Franzose Dr Qsty ein neues Rech«nphänomen Louis Fleury, untersucht. dessen Talent sich aus eigenartige Weise zeigte. Fleury trurde am 21. April 18^3 in Belfort geboren, erblindete kurz nach der Geburt und wurde von den Eltern, die dann spurlos verschwanden. m ein Waisenhaus gesteckt. Bei den Pslegeeltern wurde er fo vernachlässigt, das, er geradezu stumpfsinnig wurde und sich nut zehn 3ahren toebet anziehen noch waschen konnte. Schließlich lernte er ettvas Blindenschrift, hatte jedoch beim Rechnen die größten Schwierigkeiten, und da er auch sonst fast nichts erlernte, gab man ihn schließlich in ein Asyl für Schwachsinnige Eines Tages erlitt einer ferner Dachbarn in diesem Asyl einen epileptischen Iw fall, der Fleury furchtbar erschreckte. Äese seelische Erschütterung wurde zum Wendepunkt in seinem Leben. Don nun ab fiel ihm das Kopfrechnen ungeheuer leicht, es wurde ihm zur Erholuna. zum Sport und zugleich empfand er eine grobe Leimbegierde. AÜ man ihn trotzdem tricht zur Schule schicken woUte. simulierte er Wahnsinn und kam in die 3rrcnanftalt Armen- tieres. wo der Anstaltsarzt schon 1911 sein latent beschrieb. Mit einundzwanzig Jahren verließ <*t die Anstalt und zeigte sich in der Begleitung seines Impresario in vielen Ländern. Am 2 Dovember 1^27 wurde Fleury von fünfzehn Sachverständigen geprüft, die ihm eine Stunde lang fortwährend neue Fragen vor- legten, ohne daß er ermüdete. 3n zwei De- kunden addierte ei im Kopf sechs dreistellige Zahlen, subtrahierte zwei fünf ft eilige in drei Sekunden und multiplizierte zwei dreistellige in zehn bis fünfzehn Sekunden. Zur Division einer fünfteiligen Zahl durch eine zweistellige brauchte er zehn bis fünfzehn Sekunden, bildete das Quadrat von vierstelligen Zahlen in zehn Sekunden, erhob eine zweistellige Zahl in fünfzehn Sekunden in die vierte Potenz, errechnete die fünfzehnte Potenz der Zahl drei in fünfundzwanzig und die dreißigste Potenz der Zahl zwei in vierzig Sekunden. Quadratwurzeln aus sechsstelligen Zahlen zog Fleura m vier bi» dreißig Sekunden, dritte Wurzeln in fünfzehn Sekunden und die fünfte Wurzel au» einer zehnstelligen Zahl in drei Minuten. Besonders erstaunlich waren seine Leistungen bei der Bestimmung des Wochentage» eine# beliebigen Datum» aus den letzten beiden 3ayrhunderten. wobei e» nicht» ausmachte, ob dieses Datum vor dem Jahre 1852 lag. allo in einer 3cif. in der noch der julianische Kalender herrschte. Für die Deuzeit konnte Fleury die Antwort sofort, beim Julianischen Kalender in höchsten» fünfzehn Sekunden angeben. Das Wunderbarste an diesem Rechengenie ist die Schnelligkeit seiner Leistungen, die wieder* davon abbangt, ob sich die betreffende Aufgabe für seine Kürzungsmethoden eignet. Die Resultate sind, wenn er sich nicht übereilt, unfehlbar richtig: dabei ist Fleury unermüdlich, und als man ihm eine äußerst umfangreiche Rechenaufgabe stellte, rechnete er ohne Unterbrechung sieben Stunden lang und begann dann, sehlerlo» daß sein Schwachsinn jedem Bildungsversuch wider- fianb. Zu den seelischen .'xmmungen stellten sich bald körperliche Komplikationen ein, so daß mit einem frühen Tode des jungen Lords gerechnet werden mußte. 3n dieser verzweifelten Situation erschien Doktor Staletti als Retter. Cs war ihm gelungen, ein Präparat zu entdecken, das unter Ausschaltung aller geistigen Funktionen das körper- Uche 'JßüdH-tum ungemein fördernd beeinflußte. Der gelehrte Doktor hatte seine Entdeckung bereits mit dem besten Erfolge an Ratten, Kaninchen und jungen Hunden probiert Damit aber der mit diesem Präparat behandelte Patient nicht durch seine Kör- perfräfte gefährlich werden könnte, sollte mit dem plastiscyen Aufbau des Körpers eine psychische Beeinflussung Hand in Hand gehen. Dollar ctaletti sprach sich dahin aus. daß durch Suggestion und Hypnose, im Kindesaster begonnen, das 3dentitäts- gefübl eines Menschen nahezu zerstört und an seine Stelle ein automatischer Gehorsam gesetzt werden könne. Cs war Stalettis glühender Wunsch, eine Raste körperlich vollkommener Menschen von gewaltiger Muskelkraft zu schaffen, die wie Maschinen von einem einzigen Gehirn gelenkt würden. Dazu also wollte Doktor Staletti den jungen Lord Selford machen: zu einem Hörigen, stark und gehorsam, der nur den Willen besten kennt, bem er bient. Seine Ideen fanden Bertram Codys wärmsten Bei fall: denn nur auf diese Weise war es möglich, von den Einkünften Lord Selfords zu zehren, ohne vor feiner Mündigkeit zu zittern. Der einzige, der stch gegen Stalettis Vorschläge aussprach, war Havelock. Weder war er von dem Gelingen des Experiments überzeugt, noch mochte er den Knaben einer vielleicht lebensgefährlichen Behandlung ausfetzen. Da kam Mrs. Cawler auf den Gedanken, Staletti einen ihrer Reffen, die ihr nach dem Tode ihrer Schwester zur Last gefallen waren, für feine Experimente zur Verfügung zu stellen, -ctaletti schwor. Havelock von der Wahrheit feiner Behauptungen durch den Augenschein zu überzeugen. 3n der Tat erzielte er im Laufe von wenigen Wochen die frappantesten Resultate. Der Knabe, der von zartem Körperbau und etroa:- eigensinnigem Temperament war. ge- horchte bereits nach acht Tagen aufs Wort unb entfaltete sich körperlich in überraschender Weife, während sein Intellekt sich zusehends abschwächte. Nunmehr gab Havelock seinen Widerstand auf. unb ber kleine Lord liebelte zu Staletti über. Zur feScn Zett, da dies geschah, regte Vertrank Eody an. die Ereignisse, die bis zu diesen Maßnahmen geführt hatten, schriftlich fesriuhalten, damit es keinem der Verschwörer später einfallcn konnte, feine Verantwortlichkeit in Zweifel zu ziehen. Diele Niederschrift sollte von allen unterzeichnet und an einem sicheren Ort deponiert werden, ju bem nicht einer allein, sondern nur olle gleichzeitig Zutritt hör- ten. Der Ort war bereits gegeben. Wo konnte das das Ergebnis auf Zulagen: 79 Qulntillionen. 409 Qualrükonen. Er rechnet am besten mit leerem Blagen, schlechter nach dem Esten und Alkobvlgenust Um die Rechnungen au*- zufuhren muß er bei den großen Ausgaben natürlich ein ungeheuer» Zahlengedächtnis auf- bringen, da er tonst die ersten Xeilrefultate längst vergessen haben würde, wenn er zu den späteren Zwilchenrechnungen gelangt Während nun die meisten Rechenkünstler sich die 3abien- ro hen visuell vorstellen und manch?, z. B 3nau- bi, sich den Klang der Zahlen merken, gehört der blinde Fleury zu einen Last-Typus, denn er glaubt stets, den Rechenapparat der Blink-en. die auf Drahten beweglichen Bleiwürfel vor sich zu haben; beim Rechnen bewegen sich die Finger feiner rechten -and mit unerhörter Geschwindigkeit über die Destenknöpse oder über die Finger der Linken, die der Reihe nach Taufender bis Einer vorstellen. Fleury hat eine Menge von Schvellrechenmethoden erfunden, verschmäht es aber auch nicht, in großer Geschwindigkeit Resultate zu erraten und dann mit ihnen zu probieren, besonder» beim Dividieren. de m Wurzelziehen und ähnlichen komplizierten Aufgaben. Aatürllch hat er sich auch für die Errechnung der Wochentage beftirmnte Kürzungsregeln zurcchtgele^t. Fleury und anfreiv Rechenkünstler beweisen, daß der Kops, trotz allen modernen Erfindungen, noch immer die beste Rechenmaschine ist. sogar das kindliche Gehirn, wenn es nur richtig geschult wird, ist der Rechenmaschine überlegen, denn da» Rechentaler: bat sich bei Gauß und Wa t be I n schon im dritten, bei Ampöre im vierten, bei Stafford und Eolburg im sechsten, sonst spätestens im zehnten Lebensjahr gezeigt. Daß die Mehrzahl der Menschen eine natürliche Anlage mindestens zum Gedächtmskünstler besitzen, also durch ihr Gedächtnis auch die Bori'odingung für den Rechenkünstler erfüllen, geht ia schon aus der ungeheuren Stofsmcv.ge hervor, die jeder 'Abiturient und jeder sonstige Esamenskandidat • die meisten Menschen das. wa» sie einmal gelernt haben, nicht fo schnell wie Mo Rochen- lunstler wieder vergessen unb dadurch Raum für neues Gedächtnismaterial schaffen Spanische Reisebilder. I. Sommer in Madrid. Madrid zeigt fich in feiner vollen Eigenart erst bei Anwesenheit des Hofes. 3m Sommer dagegen, wenn der König, die diplomatischen Ber- trehmgen und ein großer Teil der Gc'ellschaft in San Sebastian wellen, um an dem frischen Strande der Ck>te d Argent die heißeste Zeit deS Jahres zu überdauern, dann ist Madrid nur ein matter Abglanz dessen, was e» während seiner „Saison" dem Fremden sein würde. Wer trotzdem mitten im Sommer, im August, der Hauptstadt Spanien» einen Besuch abßattet, wird noch genug des Sehenswerten finden im Leben seiner Bewohner und er wird auch zu dieser Zeit einen Einblick tun können in die Seele be» spanischen Bolles. die in feiner Hauptstadt sich in typischer Weise offenbart. Das Leben Madrid» pulsiert an der Puerta bei Sol, einem verhältnismäßig kleinen Playe. der fernen Damen hat von bem früheren Qst- (Sonnen-)Tore, bas hier stand. '2luf diesem Platze kreuzen die Mehrzahl ber Straßenbahnen, Die Untergrundbahn wirft den Strom ihrer Fahrgäste an das Tageslicht, und eine Reihe der bclebteften Straßen mündet hier. Für den Fremden ist die Puerta bei Lol der geeignetste Punkt zur Orientierung und daher beginnt et von hier aus am liebsten seine Rundgänge durch die ihm noch unbekannte Stadt. Rund um die Puerta bei Sol liegen bie besuchtesten Dass», bte fast zu jeder Tage»- unb Dacht zeit fich eine« regen Zuspruch» erfreuen. 3m Fluge vergehen die Stunden beim Glase Wermut ober beim Kaffee. Politik. Fußball unb besonder» die Stiergefechte erhitzen die Gemüter. Manch armer junger Stierfechter au» der Provinz findet hier ferne Gönner unter den begeisterten Freunden ber Lanromachte, die eine versäumte Corrida (Stierkampf) al» verlorenen Tag ihres Lebens buchen. Die Höflichkeit der Madrider ist nicht zu Unrecht sprichwörtlich. Jede Frage wirb stet» eine höfliche, in Ruhe gegebene Auskunft erhalten. Der Mabriber hat bie nötige Zeit zur Höflichkeit, auch wenn er einmal m Eile ist. wozu ihn bie Arbeit leider zwingt, unb heule sicherlich in höherem Maße, als ihm selbst lieb ist. Man mag andere Städte wegen chrer historischen Erinnerringen besuchen oder wegen ihrer Kunstdenkmäler, bie Madrid in seinen Museen auch Geheimnis besser bewahrt werden als hinter der Tür mit den sieben Schlössern? Da diese Tür beim Tode de» alten Lords noch nicht geliefert war. wurde fein Sarg in einer Nische der Kammer sechs beigesetzt. Inzwischen war jedoch die Tür eingebaut worden, und die Schlüssel befanden sich in Havelocks Besitz. Sie wurden jetzt unter die Verschwörer verteilt und die Steinurne dazu bestimmt, die Niederschrift aufzunehmen. Zur Zeit befindet sich also Lord Selford unter Stalettis Obhut. Er blüht korverlich auf, hat seinen Namen vergessen und erfreut sich an den kindlichsten Spielen. Die beiden Knaben kommen und gehen, wie es ihnen Staletti befiehlt, unb sie sind so abgehärtet, daß sie trotz der rauhen Witterung beinahe unbeklei- bet im Park spielen, ohne zu klagen ober sich unbe- baalitf) zu fühlen. Auf Stalettis Anregung und Haue- locks Wunsch hat Bertram Eody Mrs. Cawler geheiratet, obwohl er —" (was nun kam. mar mehrfach mit Tinte durchstrichen, aber es gelang Dick doch, zu entziffern:) ..... ganz andere Pläne für feine Zu- fünft hatte. Die Unterzeichneten besiirchken keine Entdeckung. Der einzig lebende Verwandte Lord Selfords ift ein entfernter Vetter, der schon zu Lebzeiten des verstör- denen Lords alle Beziehungen zum Haufe Selford abgebrochen hatte. Mr. Havelock beabsichtigt, späterhin bekann! zu geben, daß fich Lord Selford zu längeren Studien- reifen ins Ausland begeben hat Wir erklären hiermit an Eidesstatt, baß die obigen Mitteilungen Wort für Wort der Wahrheit ent- sprechen." 33. Erl! gegen Abend kehrte Dick in seine Wohnung zurück. Langsam öffnete er die Spiegeltür ieines An- kleideschranks. Die Hand am Schlüssel, blieb er reglos stehen. Aus den Schatten bitbetc stch ein bleiches Gesicht, gebrochene Augen schauten ihn mit weher Klage an. „Du bitt gerächt, Lew Pheeneo", ftüftertc Dick in bic Tiefe des Schranks hinein Dann drückte er bie Tür facht roieber zu. Er trat ans Fenster unb starrte in die Dämmerung hinaus. Harte Linien zogen sich van seiner Nase zu seinem Mund. Denn so feltfam cs war, am grimmigsten haßte er Staletti wegen dieser Tat. lieber alles andere würde die Zeit mit heilender Hand hin- wegstreichen ... bie Dunbe blieb. Nie würbe er Lew Pheeney vergessen. Eine Stunbe spater hielt sein Auto vor dem Hause Coramstraße 107. Dick stieg aus unb bezahlte. Dann flog sein Blick unsicher zu den wohlbekannten Fen- ftern hinauf. Sehr langiam trat er ins Haus. An der Tür empfing ihn Sybil. Der Ausdruck der Erlösung, der in ihre Züge trat als sie ihn erblickte, entschädigte ihn für alles, was er an Angst und Sorge um fie gelitten hatte. besitzt, das Leben in den Straßen Mabrib». In hen Lates, bet den Stierkämpfen bietet fuc den Fremden schon so viel Anziehendes, daß er gerne dabei die längste Zeit seines Bef»chon kurze Zeit später wurde die Fälschung entdeckt. Wegen qualifizierter Fälschung von Privaturkunden wurde er unter Annahme mildernder Mmftänbe zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Landwirt verhandelt, der sich als Pflegevater an einem seiner Obhut an vertrauten 13jährigen Mädchen unsitllich vergangen hatte. Da der Angeklagte bisher im- übrigen c neu guten Ruf genossen hat. sah das Gericht von der Verhängung einer Zuchthausstrafe ab und erkannte gegen ihn unter Zubilligung mildernder ilmftänbc auf eine Strafe von neun Monaten Gefängnis. Letzte Nachrichten. ©er Reichspräsident an die scheidenden Minister. Berlin, 29. Juni. (WTB. Funkipruch.) Reich». Präsident von Hindenburg bat dem Reichskanzler Dr. Marx und den gleichfalls aus dem Amte scheidenden Re i ch s m i n i st e r n in herzlichen Schreiben seinen Dank für ihre Dienste ausgesprochen. In dem Schreiben an Dr. Marx heißt es: Stets und in allen Stellen, die Sie innehattcn, als Richter, als Abgeordneter, als Reichsminister und als Reichskanzler verschiedener Kabinette, hoben Sie sich bei Ihrer Amtsführung nur leiten lassen von dem einen Gesichtspunkt der Arbeit am Wohle des ganzen Volkes. Was Sic insbesondere als verantwortlicher Leiter der deutschen Politik in schweren Zeiten voll ernster' wirtschaftlicher und politischer Krisen für Deutschlands Wohl und Wicderoussticg in unermüdlicher pflichttreuer Arbeit geleistet haben, wird Ihnen stets unvergessen bleiben. An den gleichfalls ausfcheidenden Vizekanzler und Reichsininfter der Justi», Hergk, schrieb der Reichspräsident u. n.: Mit Umsicht unb Tatkraft haben Sie stets Ihr verantwortungsvolles Amt als Chef der Justizverwaltung und Vertreter des Reichskanzlers geführt und dabei Ihre wert, vollen, in früherer bewährter Miiiistertätigkeit und langjähriger parlamentarischer Arbeit erworbenen Erfahrungen zum Wohle des Reiches nutzbar gemacht. Der bisherige Reichsmini ft er für Er. n ä h r u n g_u n d Landwirtschaft, Schiel«, erhielt ein schreiben, in dem gesagt wird In einer Zeit schwerer wirtschaftlicher Krisis der Landwirtschaft haben Sie Ihr Minifterium mit tatkräftiger Hand geführt und es verstanden, die Rotlage tzer deutschen Landwirtschaft im Rahmen des Möglichen zu erleichtern und wieder zu ihrer hoffentlich dauernden Besserung zu führen. Das soll Ihnen unoer- gessen bleiben. In dem Schreiben an den Reichsarbetts- Minister Dr. Brauns heißt es: Gerade vor acht Jahren haben Sie dieses verantwortungsvolle Ministerium übernommen und es seither durch einen Zeit- obschnitt schwerer wirstchaftlicher und sozialer Erschütterungen hindurchgeführt. Daß es trotz aller Krisen gelungen ist, den wirtschaftlichen Frieden in erhalten und zu festigen, daß es möglich gemacht wurde, die Loge der arbeitenden Klassen, der Sozialrentner und der Kriegsbeschädigten zu bessern, ist in erster Linie Ihr Werk, für das Ihnen namens des Reiches wie eigenen Romens zu danken mir in dieser Stunde aufrichtiges Bedürfnis ist. Meine besten Wünsche für Ihr persönliches Wohlergehen begleiten Sie in den Ruheftond, der, wie ich hofft, kein dauernder fein wird Ebenso hat der Herr Reichspräsident auch den scheidenden Reichsrninistern Dr h. c. Koch, Dr. Köhler, Dr. von Keudell in persönlichen Schreiben seinen herzlichen Dank für die geleisteten Dienste ausgesprochen. Dem Reichspräsidenten ein Snfel geboren. Berlin, 29. Juni. (Privat Information ) Dem Major von Hindenburg wurde heute nacht ein Sohn geboren. Der Kleine ist der erste Enkel des Reichspräsidenten, der den Romen Hindenburg trägt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die binter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. gtaulfurt a. M Berlin Schlub-t t-ltbr* Schmh Anfang Muts nur» Mur» «iur» Datum L8. 6. 29. 6. 28.6. ;29. 6. 1% tt Reld)»« — — 4% Uiiflan|d»e tifolbtit...... 4"',’, Unftarilckc Llaattr. v. 1910 . 26 * 25,9 — *’>*?<. C>cfl(\l. von 1915 ... • <% llngathdre Ätouenric.. 1,675 1.75 1,75 4% Türt. 3oUaticmc u. 1911 . . 11.65 — 11.1 — 4°. Iilrhlck B^baddavn-Anl.. Striel. • — 12,6 w 4% be*6l. Gerir 11 ...... 11,5 — 11.1 11.4 :tHunuinen rentiut.9Uc. . - ■ f . -«> — W- 4 Rumänen (HolbanL von 1913 2t — 20,75 21 ÜUlfl. 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