Nr. 124 Erster Blatt 178. Jahrgang Dienstag, 29. Mai 1928 Erich« in i iaglid), tta 0<6#e 4« . o- U"'«n «imm* Oru e-i km* lat Rrtrod)€umarttpreife. SS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Psund Butter 180 bi» 200. Matte 30 bis 35 Käs« (10 St. >6) bi.- 140;V.irsing 3 ; l.eiß raut 25 Rottraut 45 gelbe Rüben K; rote Ruben 15 bis 20; Spinat 20 bis 25; Römischkohl 20 bl» 25, Spargel 100 biS 130 Erbsen 60, Tomaten 130, Zwiebeln 20 bi» 25. Meerrettich 10); Rhabarber 20. Kaitaffeln 4 bis 5: Aep'ei 15 bis 40, Stachelbeeren 10 das Stück: Gier 11 bis 12; Blumenkohl 80 bis 180; Salat 20 bi» J); Salatgurken 60 bis 110; Ober-Kohlrabi 30 hiS 35; Lauch 10 biS 20; da» Bund RadieSch m 15 bis 20 Pfennig. Vor nötigen. Tagcskalenber für Dienstag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Der Weltkrieg. — Astoria-Licht'piele. Die SoUatcrbtn von Neuyork. — Am Freitag. 1. Juni, abend» 8.30 Uhr. findet im Saalbau Safe Leib ein« Protest- Dcrfammlung statt gegen die von der Stadtverwaltung geplanten Erhöhungen der Gewerbe- und Grundsteuern. lowie des Wassergeldes. Wc- gui der Wichtigkeit dieser Tagesfrage erscheint es dringend geboten, daß alle Gewerbe- und Handeistreibend« sowie di« freien Berus« sich an dieser Versammlung beteiligen. (NährreS sieh« heutige Anzeige.) •• Schöne Pfingsttage. Noch rechtzeitig am PfingstsamStag hatte sich der Wettergou eines Besseren besonnen und unS zu den Feiertagen strahlende Maientage gebracht. Der Regenvorhang. der seit Wochen öle Statur verschleierte, zerteilte sich, die kühle Temperatur stieg an, und warmer Sonnenschein erweckt« aNes Blüten- unö Blättcrwerk zu neuem Leben. Die prachtvolle Witterung entschädigte verdientermaßen die zahlreichen Wanderer und Ausflügler, die zu Himmelfahrt nicht auf ihre Kosten gekommen waren. Der Verkehr bei der Reichsbahn war naturgemäß an beiden Feiertagen außergewöhnlich lebhaft. Es mußten Sonderzüge nach verfchic- ! denen Richtungen g. ähren werden, fo nach Fulda. > Frankfurt. Siegen-Hagen und Hamburg. Alls ! biefe. tote auch die planmäßigen Züge waren außerordentlich stark besetzt. Den stärksten Verkehr brachte der Samstagnachmittag, der Scnntag- vormittag und der gestrige Montagabend. Der gesamte Verkehr konnte glatt abactoidclt werben, nennenswerte Verspätungen sind nicht vorgekommen. DaS außergewöhnlich und wider Erwarten schöne und warme Pfingsttoetter hatte natürlich auch eine Menge Spaziergänger und Ausflügler herausgclockt. Die Ausflugsorte dürften diesmal auf ihre Rechnung gekommen sein. Erfreulicherweise sind beide Feiertage ohne Unfälle oder sonstige Zwischenfälle verlaufen, so daß die Polizei nicht in Aktion zu treten brauchte. •• Der Waldweg zu den Schieß- ständen. Oestlich der Kaiserallee nächst dem Schützenhaus und her Slraßenbahnsch.eise führt ein Waldweg noch den Militärfchießständen. der früher als einet der schönsten Spazierweg« an- zusprechen war. Durch die Anlage der Tennisplätze und der Straßenbahnschleife vor einigen Sagten ist der neben dem Weg herziehende Waldstreifen stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Reuerdings ist nun auch auf der Westseite dieses Weges für die geplante Erweiterung der Schießstände des Schühenvereins der Waldstreifen stark gelichtet. Hinzu kommt, daß in dem jetzt noch stehenden Waldsaum Abfälle aller Art lagern, so haß dar Desamlanblick dieses Waldzuganges heute keine Zierde bildet. Forst- und sonstige Behörden sollten alle- ausbieten, daß dieser Waldweg nebst Umgebung alsbald wieder in den Zustand versetzt wird, in dem er sich vor Jahren be and. •• Unalücksfall. Am SamStagvormittag verunglückte der in der Eisengroyhandlung Heimer u. To. beschäftigte Heinrich Wagner auS Großen-Duscck. Gr ließ eine schwere Schiene fallen und erlitt dabei einen Knöchelbruch. DaS Städtisch« SanitätSauto verbrachte den Verunglückten In die Chirurgische Klinik. WSN. 3 m Bett nicht tauchen? 3m Krankenhaus zu Köln verstarb ein 30jähriaer Kausmann an starken Brandwunden, die ec sich dadurch zugezogen hatte, daß et sich mit brennender Zigarette in« Bett gelegt hatte, eingeschlasen war und das Seit Feuer sing. Er erwachte, al- sein Nachthemd bereits In Flammen ft and. Bei den Rettnuasversuchen und beim Entfernen der brennenden Bekleidungsstücke wurde auch der Vater deS Verstorbenen erheblich an Händen und Füßen verletzt. Buntes Allerlei. Das Fernsprechnetz In unferem Körper. Die Ähnlichkeit, die eine Telephonanlage mit unserem Nervensystem hat, ist bereits vielsach hervorgehoben worden. Aber eine eingehende Betrachtung, wie sie in „Reclams Universum" angestellt wird, setzt diese Uebereinstimmung erst ins rechte Licht. Wie bei dem Fernsprechnetz einer Großstadt bestehen auch die Nervcnorgane aus einer Anzahl unabhängiger Ginzelapparate, die zwar durch Leitungen mit dem Hauptsystem in Verbindung stehen, sonst jedoch ein Sinzeidasein sühren. Jede Nervenzelle bildet mit allen ihren Leitungen eine biologische Einheit, baS sog. Neuron. Die Neuronen stehen mit den Nachbar- neuronen durch Nervleitungen In Verbindung. Die Herstellung dieser Verbindungen erfolgt nun ganz ähnlich wie beim Fernsprechamt durch eine Art von .Stöpseln", indem nämlich die seinen Nervenenden durch Streckung mit den Nachbarneuronen in Kontakt treten und durch Zurückziehung die Verbindung unterbrochen wird. Wie be den einsachen Verbindungen im Fernsprechverkehr sind die Sinzelneurvnen nur selten „Empfänger". sondern vermitteln baS Smpsangsergeb- nis an daS Amt, inbem sie die empfangenen Reize an bas Zentralnervensystem weitergebcn. Die einfachst« Leitung zwischen zwei Neuronen ist di« Neslerleitung. Bei ber bekannten Untersuchung der Reflexe, bei ber mit einem kleinen Hammer gegen bie gestreckte Sehne deS Kniemuskels geschlagen wirb, spielt sich solgender Vorgang ab: Die Reizung burch den Hammer wirb durch einen sensiblen Nerv nach dem Rückenmark geleitet und dann durch Vielsache Umschaltung an einen motorischen Nerv weitergegeben, der den betreffenden MuSkel zur Zusammenziehung reizt und daS Bein in Zuckung versetzt. Bei diesem einfachsten .Telephonieren" im Körper bleibt baS Bewußtsein ganz unbeteiligt. Viel verwickelter finb bie Verbindungen, bei denen unser Bewußtsein ober ber Derstanb in Tätigkeit tritt. Wenn wir z. B. einen Schlüssel vor unS sehen unb daraufhin .Schlüssel" sagen, so vollziehen sich im Laufe von 1 R Sekunde die folgenden Vorgänge: Die Linse des Auges wirst bas Blib aus bie lichtempfindlichen Nerven ber Netzhaut. Diese erfährt durch bie Einwirkung deS Lichts eine chemische Reizung, bie von den Nerven ber Netzhaut durch Den Sehnerv »um optischen Zentrum b«S GehirnS toeltetgeleltet wird. Wie bei btt Photographie wirb baS Negativ in ein Positiv verwandelt. kopiert unb durch bie Sehkraft nach bem Projektionsapparat toeltec- gefanbt, der das Bild aus ber Erinnerungstafel im Gehirn entwirft. Diese ErinnerungStasel, auf b«r alle Bilbeinbrücke ber Vergangenheit registriert finb, vergleicht bas Bilb mit dem früheren Eindruck desselben Gegenstandes, unb wenn bie bie Aehnlichkeit festgestellt hat, läßt sie bie be» fressende Bezeichnung, also ..Schlüssel", aus bem Erinnerungsseld für Woribilhcr im Gehirn .aufleuchten". Durch jahrelange tägliche Hebung find wir gewohnt, Erinnerungsbilder in Wortbilder zu verwandeln, unb das motorische Sprachzentrum gibt sofort durch bie Leitung über bas Rückenmark ben Besehl an bas Sprachorgan, den Lustsfrom der Ausatmung In bestimmte Schallwellen zu spalten, wodurch das Wort .Schlüssel" ausgesprochen wird. (Ein Autobus von einem Privataulo umgeworfen. 3n Agram ereignete sich in der Hauptstraße der Stadt ein furchtbares Automobilunglück. Gin Privatautomobil fuhr auj einen Ausflügler- autobu» auf, der umstürzte. Ein vier Jahre alles Mädchen wurde lot unter Lern Autobus hervoruezogen, neunzehn Personen erlitten schwer« Verletzungen. Die Hnt«r- suchung ergab, baß bet Ehausfeur des Automobils keine EHausse urprüfung abgelegt unb dne Legitimation an einer nicht kvnzesswiiiLr.e.i u->au,seurschule erhalten hatte. Die Polizei hat ben Besitzer ber Schule sowie ben Chauffeur verhaftet Haftentlassung Cangfo Der gegen den Farmer Langkopp wegen des Attentats auf das Reichsentschödigungsamt erlaffene Haftbefehl ist von her Strafkammer hes Landgerichts 11 auf Antrag des Verteidigers gegen eine Sicherheitsleistung von 2000 Mark aufgehoben morden. Da die Summe sofort in bar hinterlegt wurde, Ist Langkopp au» der Haft entlassen worden. (Eine unsinnige Wette. 3n Groß-Lisewih bei Schwerin wettete ein Arbeiter mit einem Kollegen, baß er eine Weinflasche voll Kognak hintereinander austrinken werde. Der llngludlitie führte sein Vorhaben auch aus. starb aber trotz schneller ärztlicher Hils« bald darauf. WUNNER“'1 BITUMENWERKE 6x uUNNA i W ^(».•"peisT KNKEiiTHOEÜ,L, ü.kNikUk»»k"^ MilikUj' 6HUN--kfl6|h»;p ,gg|nerJ_TROCKEN ftiW^^BlNET K flOLD___EXTtU B gäJS Bekennte deutsche Sektmarken im Markenschutzverband. Behm W. 15: Der ihnen vertraute Name aut der Flasche Sekt für den eine bekennte Firma bürgt und einsteht, bietet nicht nur Gewähr für zuverlässige Güte, sondern unterrichtet Sie bereits vorher über die von ihnen jeweils bevorzugte Eigenart Jece der untenstehenden Marken kostet in den Weinhendlungen und ein- schiägigen Ladengeschäften nur RM ß M die e,„eCM. steuer . . 3.76 . halbe . - uch in Jkrtm Heim darf guter deutscher Seht nicht fehlen! fiextil- und j£cder£c£en#frön«!e, « mü denen Sie sieh bekleiden oder Ihr Herrn schmücken, IDlCliCt ID1C TICII^ It, JEj> IPX® iTX'LJf V IPX werden >n unserer Färberei u. Chem. Reinigung meistens " Bedeutendste. Werk der Branche in Sfiddeutschland M96 Laden in Giefaen: Marktplatz 8, Telephon 1459 Nörten (Hann.), den 25. Mai 1928 533 ID 53390 Stockhausen, den 28. Mai 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Mai, nachmittags 2 Uhr, statt. 04107 04103 Oer Vorstand 5326D Wieseck, den 26. Mai 1928. 4936 D 51I0D gesucht. 5346 D Pens. Brandl 5334A Kllll!M»Wkk ■Itilltu TH.1HI. «»Hvu. unter iswi) « f >« an den («lest. An». fOnHittfl fiaraän ttljllluy U UI U y Ij nutet Handfchri „ „ ö** für bicflüe?. flöt 5348 D «Hessen». Handschrift ist gestern, am 2. Pfingstfeiertage, nachmittags gegen 5 Uhr, nach kurzem schweren Leiden sanft in dem Herrn entschlafen. Obermühle bei Bieber, den 28. Mai 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Mai, nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhöfe in Bieber statt. für dortigen Bezirk. Gest. Ange- dote sind unter M. A. 4863 an die Ala, Haasenstein & Vogler, Berlin, zu richten. (?. firötf. Konservenfabrik, Weserstraste 19. Aeil Kaufmann such! 2 gut möhl. Zimmer Jüngere, taubere Frau ob. Mädchen zum Spargelschälen sep. Eingang, Stäbe Bahnhot ob. Anlage bevorzugt. Lchrtsil. Angeb. unter 49551) für hiesiges Kou- iektionv - Geschäft Henkels bewährte. 1 Uüschuß/eit»f>a(b: pun ffJnptidien b«r WGsche, juta TBrlcf>tna<»euem nur Für die herzliche Anteilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir hierdurch unseren tiefgefühlten Dank. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Braun. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Ludwig danken wir hiermit herzlichst. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Ludwig Feldbusch Anna Hofmann. Alten-Buseck, den 26. Mai 1928. ZungeS 5*44 D Fräulein iüt Konditorei und TageScatc gesucht. Konditorei Anton Geistner. Statt Karten! In Colombo auf Ceylon, wo er gelegentlich einer Reise sich befand, ist am 17. d. M. Infolge eines Herzschlages, im Alter von 70 Jahren, unser lieber Vetter, der Gewerberat a. D. Dr. phil. Ludwig Spruck aus Wandsbek, plötzlich verschieden. Im Namen aller trauernden Hinterbliebenen: Fabrikdirektor Dr. G. W. Spruck. Todes-Anzeige. Heute vormittag 4" Uhr entschlief nach kurzer schwerer Krankheit in der Klinik zu Gießen meine liebe Tochter, Schwester, Enkelin, Nichte, Kousine und Pate Gertrud Kräh im zarten Alter von 91/» Jahren. In Namen der trauernden Hinterbliebenen: Adolf Kräh und Kinder. Gestern abend 10 Uhr wurde meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Luise Will geb. Dudenhöfer von ihrem langen Leiden im Alter von 83 Jahren durch einen sanften Tod erlöst Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Will. Tüchtiges Mädchen nicht unter 18 für Hausarbeit f. sofort gesucht 5303 D H. Rullmauu. Ganbauk zur Krone, Nidda iCderh.f. 6ln traniger junge der Lhiii bat, die Bäckerei au erlernen, kann einlreieu. 5313 D Bäckerei HaaS, Bleichurave 21. für 2 Motorräder mit Beilvagen gesucht. Nähe Bann- hosttraste -Westanl. Schr. Ana. u. 53361) an den Äiest Anz. Unser geliebtes Töchterchen Emma Volk WWWeMw Ml I Freitag, den 1. Juni, abends 8% Ähr, findet im Saalbau Cafe Leib eine MtBetMung statt gegen die von der Stadtverwaltung Gießen geplanten Erhöhungen der Grund-und Gewerbesteuern sowie des Waffergeldes, wozu alle Mitglieder und sonstige Interessenten hierdurch freundlichst eingeladen werden. II1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHH KÄwe-Spezlal-Firma suchl |a»ss Vertreter der bet DeiatlUsten. Hotels.Wirtschaften. Anstalten usw. beüen<5 einge führt iit. (5r- folgSuachmets. Reser >t mögt Bbotogravhte um S. B. 5915 an ludell Messe, Mtnchea. MHIIIIIIIinillllllllllllllllllllinillllllllllllllllllllHIIIINNI Am Pfingstsonntag früh starb nach kurzem Leiden im 82ten Lebensjahr unsere innigstgeliebte Mutter, Großmutter, Urgroßmutter. Schwiegermutter und Schwester Frau Geheimrat Mette Menbach geb. von Klipstein. Namens der Hinterbliebenen; Meta Umpfenbach Hans Umpfenbach, Landeskulturamtspräsident. Gießen, Hannover, Berlin, Göppingen, den 28. Mal 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. Mal 1928, um 3 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt. [Stellengesuche) Mädchen aus gu.er Familie sacht Stellung füt tagsüber, nm riebst, zu kleinem Kinde. Schr. Angeb. U.5345D an d. Biest. Anz. erb. Mietgesuche «kräumiac 4-ZlM.'MN. mit Bad und allen, Zubehör gesucht. Lchrtstl.Angeb. mit PreiSang. unt. (4100 an den Bien Anz ’ahreim Dienste de/'Tfausfrau! Dieielmotovenwevk sucht routinierten FacHerti* rveftfsrrsche Lvotkenfavbenfabvik A G IN chemischen Bunt- und sonstigen QualitäiSiarben sebr ieistungStabta und preiswert, sucht beim Großhandel und der Industrie besten» eingesührren, mit der ftarben« brauche vertrauten Fachmann als General Vertreter gegen bobe Provision. Gute Ergänzung für eingesiibrte ^alkveriretuna. Gefl. schristl. Angebote mit stieierenzen ______unter KL/D an den Gienener Anzeiger erbeten. Soziale VMcki >tr äizUztö v. ^Idlm- atHKtaten (ft «4,6I< dtv fleganyn^rexrtura#« unltriegtn (Zeagntffe, ReuflnUoMArOi.. LIch»- Fifber a.bat.) f*w«nf»en< lurütfuif.bitettllane- fedxnbtn sind Sanftar bofflr. toten man Ihr- ZkmiWun^n jur languiw tln. xSgfett auf »tc<« Stift unfrrrtüNt unö «nbuuf diese ftlMhxrIUnbnd* pflidrt au* Ln-urititn. GieHener Slnzelgev Bauerschef Gesang« Verein e. D. Nächste Singstunde am Mittwoch, dem 30. Mai, 201 ] Ufjr. 53320 Vollzähliges Erscheinen dringend erforderlich. Junge Mädchen die sich matt und elend fühlen, keinen Appetil haben,an Blutarmut und Bleichsucht leiden, nervenschwach sind, nachte nicht schlafen können, sollen dem Rat des erfahrenen Arztes folgen und Doppelherz, das von der Wissenschaft anerkannte NervenkräftiRunKsmittel.nehmen. Hine Probeflasche za 2.— und 3.90 Mk. kann man In Apoiheken und । rogerien kaufen. Niederlage: Haus Hindenburg, Medlzlnal-Drog. H. Elges, Seltersweg 68a, Drogerie E.Earn, Scbulstr., Löwen-Droierle W. KUblnger Nach!., Drogerie Oehr. BLehol, WaUtoratr.39, Droger.e Hans Heil, Ludwigs- platz und Mensiadt, Kaiser-Drogerie Ernst Noll, Llndenp atz 6, Kreaz-Drogerle A. Noll, Bahnhofs r. 51, Drogerie C. Seibel, Drogerie 0. Wtuterhoff, ’reuzplatz MO._____VZW re Oabre NN ich cm rin«® biai4«namg«a 3* wandt« Sie versch cbenften Tlitlel oergtbli* an. Duich 6r. 3, hab. in alt Lpotd.Drog. u.P«L Mittwoch, d.ZO.Mj 1928 nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neuem weg 28, im Löwen dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 53430 1 Hobelbank, 3 Chaiselongues, einen Staubsauger, 1 pianino, Heißwaffer- apparat, verschiedene Schreinerwerk- zeuge, 1 Tregistrierkaffe (Krupp). Lunker Gerichtsvollzieher in Gießen. Kalk Grau- und Weiß-Stück von bester Qualität und gröüter Ergiebigkeit zu billigstem Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1659. 897 D ( Kaufgesuche | Such.' HAUS mit bezieht). 5-6*8.* Wohn, in ber Viebifl-, Wilbelut- oder (Lbel- strave zu kaufen. Tauschwohn. oorbd. Schr. Ang. u. 04099 an den Hieb. Anz. 3 n Klein-Linden ZU foulen nefudit (nm liebiien nach Gtesten »u) neueres Haus da- bald frei werden kann, mit 4—6 Ziui- mcru. (Mute Anzab' lunfl kann geleistet werden Schr. Angebote mit Beichret- bung und Preis unk. 04MI an d. Anz. Gegen Belohnung abzugeben Selters weg r, Laden. • ** | Empfehlungen [ Spargel täglich frisch gestochen , empfiehlt billigst '"0 W. Hauke), Ticucn Baue 7, Telephon 612. Auto-N Beb 1790. ,j, Verschiedenes! Verloren i. Hangelnetn-Stein' brach einen 16000 RM. gegen ersle Hbpothef auf 40 - 50 Morgen große Landwirtschaft gesucht. Schriftliche Angebote unter 534OD an den Gießener Anzeiger. Verloren« Am 2 Btiug st feier« tag, zm. 12.50 u. 18.15 Uhr, eine silberne Her re» Rnkcrubr nÄoldrandi auf dem Wege rZlughafen— Bhilosoohenwald— GertchtSgebäude, m. anhäugeudem Bier- und 2 Wetnztvfeln tichwar» • weist -roi» verloren. Geg. gute belohn, ida Andcok.» bei LoyorsapL Aster- weg 2X oi>. Fazdblro abzugeben. 04102 Motorradwerkzeug auf der Strecke nach Dollar verloren. Begen hohe Belohnung abzugeben bei Dr. Wagner. MICH Westanlage 49. Vereine | M Artillerle! Angehörige sämtlicher Regim.nter und ihrer Selb* forrnationen treffen sich Mittwoch 30. Mai, abenbS 8 Llhr, im ^Kesfischen -os" zwecks Besprechung über den 1. Schweren Artilleristen • Tag in Frankfurt a. W. (2.-4. Funt 1928). HM *’Sä gf»6cn* I -Ron un,tryn - Sl I Mlst. x-Z iWnicrl umWK I „ich! ve">S .-Sc ” uni >n ■rf Kr 6adg« r qomprvmtv dirk horse (iMlid) Überhai die Dewer Msichtrn -u iprfidjc wohl au iWtung ver Je nach den Union aellcniei ..M uni SeM leien wir» hie S :cg cniwcM ^rinärwafil. ar cngehöngc finge, -en) gewählt, w Mthalb des 6 Äaals'Konvent. :.crt" werden, st< beten cinzusrhen .-r 'M lie M Iit tann den 2 irnem Falle zu | unbeftimmlon - fann aber auch I cchoc jede Inst irgendeinen der Aennen unfreien geordneten zum gegeben werden, .^onnent ernannt Diblitum dabei $«kilüf)tcr an 'einen ..Dillen". Staaten, m dener biszil erkoren wer darüber auszulass Nu Mranten < aafion sie vvrzir Aame des Bestes a^rdwSt. oder 'n eine hierzu N mit der D hon Äanbibalf Aemter verbun! baB der Parlc äll'gst selber t "'M für den tx 'Ws-Aspirantk Menö zu st Wit^Tlmerifar ühnmert, tue Aemter :;Wn. die das hirj tomi oti tünftigen [? Minglon s«™. ift, Mrheit nerfd Ärftci6, der .2*6c, geworden, füt die j sinnige ■ 1? der Aus, Schützt De, -..Um den ^3on; und Mf LrS »55 Ur WZ -^übiid 5^° btin ^/iNer j, ZM Dittt! Htftki* :tba-6tift uMftmVM. . - M, en. iei»f>oH4ttw »tt.tnen.teL MM d -« °° US« j-mu fen und Don. Ien*chaft aner. Im'tte^ehmen. -und iiDMf • ■as; «fts& •D,e«tTll Irin s® »•oeniyi ' !r Nang, ne. 3. am *?WÄ? ordttlich. lere ich Utwv ahier, Mngs- 53430 longues, einen o, HeißwGl- Lchieinewer!' eHl in Wen. Iran- und uA-Stock »n bester Quill- LI und gröttter Ergiebigkeit ubiUlgstemPreis i, Gießen J65!l. 16000 RM. Verein6 E S£®iS treff8” ^iCLj *30.^ v Aos Ä** ,.SL^g>” tn erste ^ppotbef 40 - 50 Üloram pt Landvirischast gesuchi. ^riftlidje NM fer 5340D an den e§enerjW_ 'VeriorenT n 2. dne « s?g MC l}IUflb6,f“ yrfiS sK Mrad« oelkzeug S(X Strecke nalb xr w*8°e;k >r^.c.ntiinae r: Ur. 124 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 29. Mai 1928 Hoover und Smith. Tic Präsidcntschaftstanvibatcn der beiden großen Parteien in dcnVereiniglcn Ltaatcn. Bon unserem ständigen A. O. A.-OSerübtcrftatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Neuyork. Mai 1928. 3n wenigen Wochen beginnen die National» konventc her beiden großen politischen Parteien Nordamerikas, beginnt der Kamps um das Ptä- siLenienamt Die Republikaner versammeln sich zuerst. KansaS City in Missouri ist chrc Konventstadl. Die Demokraten tagen in Houston im Staate TegaS. Die Republikaner entsenden zu ihren» Parteitag 1089 Abgeordnete. 3ur Nominierung des PräsidentschastSkandidaten ist einfache Stimmenmehrheit — 545 Stimmen — nötig; die demokratische Nationalversammlung ist 1100 Kopse stark, und aus ihr kann ein Kandidat nur nominiert werden,wenn sich zwei Drittel aller Delegaten für ihn aussprcchei». Diese viel- umstrittene Zweidrittelmehrheits-Bestimmung hat nicht wenig dazu beigetragen, manche demokrausche Tagung endlos in die Länge zu ziehen, hundert und mehr Abstiminungen zu veranlassen, sie hat auch mehrfach Anlaß dazu gegeben, dast man sich schließlich, um irgendwie aus der Sackgasse herauszukommen, aus einen Kompromiß-Kandidaten — das bewußte . d a r k horst" im Rennen — einigte, der anfänglich überhaupt nicht in Betracht kam, und daß die Bewerber, die ursprünglich die besten Aussichten zu haben schienen und deren Ansprüche wohl auch die berechtigsten waren, in der Versenkung »verschwanden. 3e nach den in den einzelnen Staaten der Union geltenden Bestimmungen über Organisation und Geschäftsgebarung der politischen Parteien wird die Delegation zum nationalen Parteitag entweder durch Volksabstimmung lPrimarwahl, an der sich nur die als Partei- angehörige eingetragenen Wähler beteiligen können) gewählt, oder aber die Parteiorganisation innerhalb des Staates ernennt sie auf dem Staats-Konvent. Die Delegation kann „instruiert" werden, sich für einen bestimmten Kandidaten einzusetzen und bei ihm auszuhalten, bis er selbst Ne von dieser Verpflichtung entbindet; sie kann den Auftrag erhalten, in diesem oder jenem Falle zu einem anderen — bestimmten oder unbestimmten - Kandidaten überzugehen. he kann aber auch die Reise nach der Konventstadt ohne jede Instruktion, ohne Verpflichtung auf irgendeinen der Teilnehmer an dem großen Rennen antreten. Solche Weisung kann den Abgeordneten zum Parteitag natürlich nur dann gegeben werden, wenn sie auf dem Staats- Konvent ernannt werden. nnd das verehrliche Publitum dabei sich einbildet, die Befehle der Parteiführer an die Delegaten repräsentierten seinen ..Willen". Um auch den Wählern solcher Staaten, in denen diese Delegationen durch Plebiszit erkoren werden, Gelegenheit zu geben, sich darüber ouSzulassen, welchen der im Felde stehenden Aspiranten auf die Präsidentschafts-Nomination sie vorziehen, ist dem Stimmzettel der Name des Betreffenden — oder auch mehrere — aufgedruckt, ober aber der Wähler schreibt ihn in eine hierzu freigelassene Rubrik. Ist mit der Delegatenwahl auch die Aufstellung von Kandidaten für staatliche oder städtifche Aemter verbunden, und herrscht Spaltung innerhalb her Partei, so haben die Stimmgeber gefälligst selber daraus aufzupassen, welche Fraktion für den von ihnen bevorzugten Präsidentschafts-Aspiranten einttiti, und haben dementsprechend zu stimmen. Da aber dem Durchschnitts-Amerikaner, der sich überbauet um Politik kümmert, weit mehr daran gelegen, ist, örtliche A em ter mit den „richtigen' Leuten zu besetzen, die dafür sorgen, hab man daheim nicht zu kurz kommt, gibt solche Abstimmung über den al« künftigen Inhaber des Weißen Hauses in Washington Bevorzugten nicht immer ein liareS Bild, ist nie ganz zuverlässig, und diese Unsicherheit verschafft der Mitwelt den schönsten Zeitvertreib, der ihr beschieden, seitdem sie es müde geworden, dicke Folianten nach passenden Worte»» für die Kreuzworträtsel zu durchstöbern. Dieser sinnige Zeitvertreib ist das Errrech- n en der Aussichten der Bewerber um die Schützt Deutschlands Kunstbesih! Llm den Besitz der Rembrandt, Öürer, Eranach, Grünewald, Holbein. Don Or. Walther Hötting. .Die Barbaren aber, die Engländer, laufen alles weg und schleppen es in ihr Land, und bei ihnen sieht es niemand." Als der Archäologe Winckelmann diesen Satz in der Mitte des 18. Iahrhunderts in Rom schrieb, weil ihm die angelsächsischen Kunstfre»mde die kostbarsten Meisterwerke vor der Nase fortkauften, hatte er wohl unrecht, die Engländer als Barbaren zu bezeichnen; aber er sprach doch einen richtigen Gedanken aus, der auch heute noch zutrifft, wenn man statt Engländer Amerikaner lagt; daß fanatische Kunstsammler des Auslands gewaltige Summen auf bringen, um die wertvollsten im Kunsthandel erscheinenden Werke )»rm Schaden der deutschen Galerien °zu erwerben. Auf der großen Kunstauktion, die vor kurzem in Berlin zur Versteigerung der Sammlung Huldschinsky stattfand, sind wieder unersetzbare Kunstwerke aus deutschen» Besitz an Ausländer verkauft worden, und es scheint ziemlich sicher zu fein, daß das Hauptstück der Sammlung, das Bildnis der Hendrihe Stoffels von Rembrandt. durch einen Vermittler für einen amerikanischen Auftraggeber erworben worden ist. Eine holländische F»rma erstand für 200 000 Mark das Gemälde „Das kranke Kind" von Sabricl Mets u. ein größeres und ein kleineres Werk von Tetborch wandern nach London, und besonders bedauerlich ist es, daß dieselbe englische Firma auch das wunderschöne kleine Brustbild einer jungen Frau von Hans Holbein ins Ausland entführen kann. Betrachtet man die Reihe der Dllder, die in der allerletzten Zeit aus Deutschland ins Ausland txnrfauft worden sind, und bedenkt man ferner, daß gleichzeitig der künstlerische Ausverkauf Europas an Amerika erschreckende Fortschritte gemacht hat, so muß jeder wahre Kunstfreund bedenklich gestimmt werden. Denn es ist ganz selbstverständlich, daß diese Verkäufe tn Präsidentschafts-Nominativ:» Mim kommenden Parteikonvent W e viele Delegaten für den und jenen „instruiert" finb, weiß man zwar ganz genair, aber die bekannte Gröhe interessiert u>eit weniger als die unbekannten, die „Sicheren" sind den „Unsicheren", den „Zweifelhaften" gegenüber gewöhnlich stark in der Minderheit, und wenn man für einen hoffnungsvollen Anwärter die nötige Zahl Deiegatenstimmen herauSrechnen will, muh man notgedrungen bei den „Unsicheren" Anleihen machen. Dis gestern standen insgesamt vierzehn Männer, die sich offen um die Nomination bewerben, im Felde, acht Demokraten und sechs Republikaner. Heute, nach dem plötzlichen, wenn auch nicht ganz unerwarteten Ausscheiden deS Demokraten Wally, sind der Dernokraten noch sieben, nämlich die Gouverneure Smikh von Reuyork und Ritchie von Maryland, die Senatoren Reed von Missouri und George von Georgia, der Kongrehabgeordnete Cordell Howell von Tennessee, und die Er-Senatvren Gilbert M. H i l ch c o ck von Nebraska und Atlee Pomerene von Ohio. Auf der republikanischen Seite finden wir den Handelsminister Herbert Elark Hoover, den früheren Gouverneur von Illinois Frank O. Lowden und die Senatoren Watson von Indiana. Curtih von Kansas, Norris von NebraSka und (Soff von West-Virginia. Instruiert, für Hoover zu stimmen, sind bislang 148 Delegaten, von Hoovers Kampagne- leitcrn beansprucht werde,» jedoch insgesamt 396. Lowden. der Agrarier, hat 75 sicher, erhebt aber Anspruch aus 230; Cuttih hat 23 und beansprucht weitere 23; Norris hat 17 und beansprucht weitere 16. und Borah, der als Kandidat der regulären republikanischen Partei kaum in Betracht kommt, hat die Komplementär- Instruktion der elf Delegaten seines Heimatstaates Idaho. Die große VorkonventS-Diskussion, das allgemeine Rätselraten und Kopfzerbrechen dreht sich jetzt darum, wessen Zahl „beanspruchter" Delegaten die falscheste ist. Nun hat aber Hoover in den letzten paar Tagen einige so überraschende Erfolge erzielt, daß seine Erkürung zum Bannerträger der Republikaner im nächsten Wahlkampf nicht mehr in Zweifel gezogen werden kann. Von den 839 bisher ernannten oder gewählten republikanischen KonventSdelegaten beanspruchen Hoovers Generale rund 400. und wenn toover auch bet den im Mai stattfindenden taalskonventen und Primärwahlen so gut ab- schneidet wie bisher, mühte schon ein Wunder geschehen, wenn er in Kansas City nicht nominiert werden sollte. Und wird er nominiert, dann wird er wohl auch gewählt. Die Demokraten haben bisher 670 ihrer Konvents-Delegaten erwählt oder ernannt. Hiervon find 185 auf den Neuyorker Gouverneur Smith verpflichtet, feine Freunde machen aber geltend, daß fic alle« in allem 494 Mann in seine Rubrik einreihen bürfen. Von dieser Differenz von 309 machen Smiths Konkurrenten und ihre Feldherren Smith nur 70 streitig, so daß noch immer 424 Mann übrig blieben, auf die der Neuyorker Gouverneur jetzt schon von allem Anfang an zählen kann. Senator Reed hat bislang nur die Delegaten seines Heimatstaate« Missouri. 36 an der Zahl, er nimmt allerdings weitere 81 für sich in Anspruch. die ihm jedoch samt und sonder« von gegnerischer Seite bestritten werden. Die anderen Anwärter. Pomerene mit 47 und George mit 28 „Instruierten", kommen jetzt um so weniger in Betracht, als Senator Walsh, der allen seinen Mitläufern — mit Ausnahme Smiths — weit voraus war, sich nach dem glänzenden Sieg Smiths in dem so heiß umstrittenen Kalifornien mit der Erllärung um die Bewerbung von der Nomination zurückgezogen hat, der Ausgang der Primärwahl in Kalifornien fei so entscheidend, daß kein anderer als Smith mehr Anspruch auf die Führerschaft der demokratischen Partei in der kommenden Kampagne mehr erheben könne, und daß er Smith daS Feld räume. Alfred Emanuel Smith, viermaliger Gouverneur von Neuyork, wird bemnadj der demokratische Bewerber um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten vom 4. März 1929 bis 1933 fein. In Kalifornien war Smith imstande, die gewaltige Macht seiner politischen Gegner im eigenen absehbarer Zeit »richt rückgängig gemacht werden können, da es unmöglich ist, das soviel reichere Amerika im Kunsthandel zu überbieten. Da ist — sozusagen zur Eröffnung des Dürer-Iahres — vor ungefähr fünf Monaten die „Heilige 5a- milie" des Nürnberger Meisters ins Ausland verkauft morben. Don Albrecht Dürer gibt es jetzt in deutschem Privatbesitz nur noch ein einziges Bild, einen in München befindlichen Männerkops. Kurze Zeit darauf wurde ein wertvolles Rembrandtbild, der „Christus und die Samariterin", aus der ehemaligen Sammlung Kappel stammenb, nach Wnerika verkauft. Ein amerikanischer Privatsan»mler ließ es sich — wenigstens wird diese Summe im Kunsthandel genannt — eine Million Mark kosten, ein Dürer - vildnis zu erwerben, das eine Berllner Äunft- handlung aus schwedischem Privatbesitz gekauft batte und von dem man hoffte, daß es nun in Deutschland bleiben würde. Auch aus der berühmten Sammlung des Fürsten von Hohen- zollern-Sigmaringen sind wertvollste Stücke aus Deutschland entführt worden. Besonders zu beklagen ist der Verlust der Cranachs unö des herrlichen Altdorfer. Selbst so kostbare und urdeutsche Werke wie die „Kreuzigung" von Matthias Grünewald scheinen, allen gesetzlichen Bestrebungen zur Erhaltung des nationalen Kunstbesihes in Deutschland zum Trotz, den» Vaterland dos Künstlers auf alle Zeiten verlorengehen zu sollen. Ueberblidt man diese Liste, so muß man zu dem Schluß kommen, daß die Schutzmaßnahmen durchaus ungenügend finb, es allo nicht ausreicht, eine Aufstellung der national wer wollen Kunstwerke anudegen. die eigentlich nicht nach dem Ausland verkauft werden dürften. — wenn dann später die ausnahmsweise in besonderen Fällen zu erteilende Aus- fuhrerlaubnis ganz allgemein bewilligt wird. Es gilt, einer Verschleuderung des deutschen Kunstbesitzes. die schon in vollem Gange ist, toenigftenS von jetzt ab Einhalt zu gebieten. Wie bedenklich die Lage nicht mir für Deutschland. sondern für ganz Europa ist. geht aus einer Zusammenstellung der allerwichtigsten, im vorigen Iahre über den Atlantischen O^ean gewanderten Kunstwerke hervor. Schließlich ist es Lager, an ihrer Spitze William Gibbs M c A d o o. der 1924 im Neuyorker Madison Square Garden Smiths Nomination zu vereiteln wußte, mit einem persönlichen Triumph zu überwinden, wie er überwältigender noch feiten in einer Vorkampagne crjielt worden ist. Kalifornien ist ein ausgesprochener Prohibition s st a a t (die 'Weinbauer machen seit Einführung de« Alkoholverbots ein viel zu gutes Geschäft, als daß sie der Prohibition entgegenzutreten gedächten^ — Smith trat hier als ausgesprochen „nasser", d. h. prvhibitions- seindlicher Bewerber auf. gegen den „trockenen". von McAdoo begünstigten Walsh, der ebenso wie Smith Katholik ist. Und die ReligionS- frage mag bei der Wahl von ausschlaggebender Bedeutung fein. Smiths Primärwablsieg an der Pazifikküste hat denn auch im ganzen Lande solchen Eindruck gemacht, daß z. B. die mit Nägeln und Zähnen für Hoover kämpfende, ultra- republikanische Neuyorker Herald-Tribüne in ihrem redaktionellen Kommentar dazu bemerkt: „Wenn irgendwelche Politiker «Republikaner) davon geträumt haben sollten, daß sie ebenso leichtes Spiel wie 1924 haben würden, und daß sie sich darauf verlassen konnten, es werbe sich im gegebenen Moment der nötige Kompromiß- kandidat finden lassen, so haben sie ein unsanftes Erwachen zu gewärtigen. In Gouverneur Smith haben die Demokraten einen erprobten Feldherrn mit landweitem Anhang, der voraussichtlich von einem einigen, geeinten Konvent einfttmig nominiert werden wird. Um einem solchen Vorstoß begegnen zu können, müssen die Republikaner in Kansas City den fähigsten, den hervorragendsten überhaupt erlangbaren Kandidaten nominieren, der auf die ganze Nation den stärksten Eindruck macht Eine Wahlschlacht zwischen Hoover und Smith dürfte sich hoch über daS Niveau der Harding- und der Coolidge-Kampagne hinauS- heden. Beide Männer haben sich Ansehen und eine große Gefolgschaft erworben. Beider Charakter ist ohne Makel. Beide find hervorragend tüchtige Verwaltungsbeamte. WaS in den Augen des amerikanischen Volkes für. was gegen sie spricht, was Freunde und Gegner von ihnen halten, darüber wird sich nach Kansas City »md Houston reden lassen. Triumph der Eigenbrötelei. Warum so viele Kandidaten bei der Wahl durchfielen. — Oie Folgen der Zersplitterung. Es hat bei sehr vielen Wählern Derwunderung hervorgerufen, als sie auS der Veröffentlichung der amtlichen Liste vom Wahlergeb»»is ersehen mußten, daß eine ganze Anzahl Parteien zu keinem Kandidaten gelangten, obwohl ihnen eine recht beträchtliche Zahl von Stimmen zusiel, andere Parteien dagegen, die tneniger oder doch kaum mehr Stimmen auf sich vereinigten, zwei und mehr Kandidaten erzieltem Sehr viele haben sich gefragt: Wie kommt das? Die rein technische Aufklärung soll ihnen nachstehend gegeben werden. Zuvor aber noch einige allgemeine Worte. Es ist ein alter deutscher Fehler, daß es nicht zwei mit einer, kaum zwei mit einander angenäherter Meinung gibt Nennt einer etwas weiß, so glaubt der andere, blaue oder gelbe Töne darin entdecken zu müssen, und wieder andere, die es noch besser wissen, behaupten, daß es reines Weiß überhaupt nicht gebe, sondern daß jedes Weih ein wenig ins Grau hinüberspiele. Standpunkti Ieder hat einen andern, jeder glaubt, daß allein seiner der richtige sei und alle Welt sich nach ihm richten müsse. Die Reichstagswahl hat diese Standpunktreiterei In ihrer vollen Blüte gezeigt. Es gehört allerhand dazu, in einem Lande, das gerade wegen des Drucks, der auf ihm lastet, genug damit zu tun hat, sich auf geradem und möglichst raschem Wege wieder ein wenig Luft zu schaffen, einunddreißig Parteien zu einer Wahl vorzuschlagen, und man möchte fast die Spitzfindigkeit bewundern, mit der mai» die verschiedenen Parteiprogramme ausgearbeitet hat. Aber man wird sich von Bewunderung ziemlich fernhalten und dafür zu einem Bedauern um so mehr Anlaß haben. Bedauern zu hegen, haben vor allem die Anlaß, die sich bemüßigt fühlten, solchen Splitterparteien ihre Stimme zu geben. Es war ein Hieb in die Luft, eine Pleite, worauf sie hinarbeiteten. Hunderttausende von Stimmen sind abgegeben worden „für die Katz". Nicht ein Mandat, nicht ein Vertreter im Reichstag lohnt die Mühe, die man sich gemacht hat. den Aufwand, den man zum Stimmenfang trieb, das Vertrauen, das man schenkte. Cs müßte denen, die eine solche Splitterpartei ins Leben riefen, wie ein Schlag ins Gesicht fein, daß ihre Eigenbrötelei einen solch schlimmen Reinfall erlebte. Und die den Lockungen folgten, kann es nicht viel beffer ergehen. Denn sie erhofften doch eine entschiedene Vertretung ihrer Interessen im Reichstag, glaubten, daß das durch die großen Parteien nicht richttg geschehe, meinten, mit einer eigenen Partei besser zu fahren und sind nun ohne Vertretung, ohne Stimme, müssen trachten, irgendwie bei Den großen Parteien Vertretung zu finden, müssen sich aber auch errechnen, daß sie mit ihrer Eigenbrötelei die Schlagkraft der großen Parteien recht bedeutend geschwächt haben. Man berechnet den Verlust, d.r durch die Splitterparteien entstanden ist, mit 19 Mandaten. Gering gerechnet. Es wird jedem einleuchten, daß 19 Vertreter für eine Sache mehr recht beträchtlich ins Gewicht fallen kann, wenn es um eine Angelegenheit geht, die auf Messerschneide steht. Und so kann es sehr wohl kommen, daß in der nächsten Zeit Entscheidungen gefällt werden, die vielen gar nicht passen. Sie und alle ihre Parteifreunde mögen dann an die Brust schlagen und sich schuldig betenircn. Cs ist ihre eigene Schuld, wenn ihre Wünsche jetzt nicht zur (Seltung kommen, und die Schuld wird um so größer, wenn man berücksichtigt, daß solche Entscheidungen für das ganze deutsche Volk von Nachteil fein können. So betrachtet, habe»» die Splittler nicht nur allen Grund, sich selbst Vorwürfe zu machen, sondern die andern haben zudem Anlaß, sich über sie zu beklagen. Aber kein Recht haben die Splittler, von sich au« Klage zu führen, denn sie haben es nicht ander« gewollt. Gewarnt ist vor der Wahl genug worden, und die früheren Wahlen, wo rund 20 Parteien aufmarschierten, hatten ja schon ähnliche Erfahrungen machen lasten. Man hätte also baran genug lernen können. Aber der Eigensinn ließ es nicht mi, die Eigenbrötelei wollte ihren Triumph. Sie hatte ihn, nur daß es ein Pyrrhussieg wurde, ein Bankrott, der seine Wirk»mgen nicht verfehlen wird. Wie aber kommt es. daß die Splitterparteien nicht zi» Sih und Stimme kamen? Die Ermittlung das Wahlergebnisses nach §§ 30 ff. des Reichs- wahlgesehes vom 6. Mai 1924 (RGBl. I, 162) gibt die Antwort darauf. Iedem Kreiswahlvorschlag werden soviel Abgeordnetensitze zugewiesen, daß je einer auf 60 000 für ihn abgegebenen Stimmen kommt. Stimmen, deren Zahl für die Zuteilung eineS oder eines weiteren Abgeordnetensitze« au« einem Wahlkreisvorschlage nicht ausreicht (Rest- stimmen), werden dein Reichswahlausschuß zur Verwertung überwiese»». Dieser Ausschuß zählt z»mächst die Reststimmen zusammen, die in den Wahlkreisverbänden auf die verbundenen Kreiswahlvorschläge gefalle»» sind. Auf je 60 000 solcher Reststimmen entfällt ein weiterer Sih. AuS den Reststimmen können jedoch nicht mehr Sitze zu- gewiesen werden, als der betreffenden Partei durch die Stimmen zufallen, die sich aus den oben angegebenen 60 000 Stimmen in jedem Wahlkreis ergeben. Außerdem bleiben die Reststimmen unberücksichtigt, wenn auf einen der verbundenen Kreiswahlvorschläge nid»t wenigstens 30 000 Stimmen abgegeben finb. Die bei der Verrechnung der Reststimmen in den WahlkreiS- verbänden nicht verbrauchten oder nicht berücksichtigten Reststimmen werden ihrem Re ich s- wahlvorschlag »überwiesen. Scharm zählt der Reichswahlausschuß die in allen Wahlkreisen oder für den deutschen Kunsthistoriker nicht unmöglich, einmal zum Studium besonders wertvoller Gemälde nach London oder nach Amsterdam zu reifen: aber Kunstwerke, die nach Cleveland oder Detroit verkauft worden sind, dürften nur rwch wenigen Europäern zugänglich sein. Unter bei» Meisterwerken, bic im vorigen Iahr nach ben Vereinigten Staaten entführt worben finb, steht wohl an erster Stelle die „Maria bei ber heiligen Elisabeth" von Rembrandt ein hetvorragen- bes Gemälbe, das sich früher im Befih des Herzogs von Westminster befand und nun — übermäßig restauriert und dadurch erheblich entwertet — im Museum von Detroit ausgestellt worden ist. Eine Madonna von Tintoretto aus der Sammlung Alfons von Rothschild hängt jetzt im Museum von Cleveland, Giovanni Bellinis „Santa conversazione“, ein Hauptwerk der englischen Sammlung Benson. ist für 12 Millionen Mark nach ben Vereinigten Staaten verkauft worden, und die wunderschöne, unbeschreiblich lächelnde Madonna von Nino P i s a n o, eine Skulptur von ergreifender Schönheit, hat Fräulein Ethel Ford, die Tochter des Automobilkönigs, dem Museum von Detroit geschenkt. Nun hat zweifellos ber Durchfchnittsamerikaner sehr wenig Kunstverständnis; aber er weiß, daß Kunstwerke etwas sccht Wertvolles finb, und es schmeichelt der amerikanischen Natton, diese Kostbarkeiten zu besitzen. Europa hat allen Grund, sich vor dieser Entwicklung, die offenbar noch nicht ihren Höhepunkt erreicht hat, schleunigst zu schützen. Altertümer. Von Karl Neurath. Zu Zeiten, als Helgoland noch wohlgehüteter Besitz Seiner britischen Majestät war, kam eine« Tages ein hagerer, mit irdischen Gütern sichtbar- lich reich gesegneter Engländer auf die Insel. Er trug einen graukarierten Anzug, weihe Gamaschen, grauen Ztzllnberhut, eine blaue Drille auf der Nase, einen graular erten Umhang über dem Arm, eine grobe Reisetasche auf dem Rücken »mb wollte Altertümer kaufen. Er lud bte Fischer ein zu einem Grog, lieh sein Geld m ber Tasche klimpern unb ettunbigte sich unter der Hand nach Altertümern. Die Schiffer zwinkerten mit ben Augen, sahen sich an unb lachten dumpf daher. Sie waren noch nicht so gewitzigt wie heute, denn es ist schon ein ganzes Ende her? unb so rückte denn mancher mit diesem unb jenem heraus. Der Engländer ging von Haus zu Haus, sah sich die Altertümer an, sagte „Yes!" oder „No!", manchmal auch „Wonderfu!“ ober „Nico, very nice!", lieh sie in seinen Gasthof bringen unb zahlte gut. So kam er auch zu Iasper« Großvater. Der hockte irgendwo am Strande, eine Landungsbrücke gab es ja noch nicht, faute seinen Priem und sah ben Wollen zu. „Abcn er no antiquities?" fragte ber Engländer. Iaspers Großvater staunte auf, Ichob den Priem auf die andere Seite unb rümpfte die dicke Nase. Dann lachte er breit und nickte mit dem Kopse. „Oh! Ah! Yes! Well!“ gähnte ber Engländer. „Wondcrful! Zeigen er mir antiquities! Zahlen aut, sehr gut." Iaspers Großvater überlegte unb bestellte ihn in seine Wohnung nachmittags um 3 Uhr. Der Engländer verzichtete schweren Herzens auf feinen Mittagsschlaf und eilte auf ben Glockenschlag pünktlich aufs Oberland, schon im Vorgefühl seines Kaufes glücklich. Iaspers Großvater sah auf der Bank vor seinem Hause, kaute seinen Priem unb sah wiederum ben Wolken zu. Tat. als bemerke er ben Engländer gar nicht. „Uo aben antiquities?" Iasper beutete mit dem breiten Daumen stumm über die Schulter auf fein Haus und verzog ben Mund ein wenig: m bet Tür stand fein Weib, grau, zusammen gefallen, alt. „Gratis!“ sagte Iaspers Großvater, „völlig gratis! Sie ist eine wonderful antiquity!“ Hochschulnachnchien. Die Ernennung des Prof. Dr. Berthold Klatt von ber Hamburger Universität zum orbent- lichen Professor ber Zoologie an ber Universität Halle als Nachfolger von Prof. B. Ha ecket ist erfolgt Wahlkreisvcrbänben aus bie Reichs Wahlvorschläge gefallenen Reststimmen zusammen und teilt jedem Reichswahlvorschlag auf je 60 000 Reststimmen einen Sitz zu. Ein Rest von mehr als 30 000 Stimmen wird vollen 60 000 gleichgeachtet Praktisch ausgedeutet zeigt sich z. B. folgendes: Der Völkisch-Rationale Block hat 26t 000 Stimmen erhalten, bekommt aber keinen einzigen Sih im Reichstag, weil sich die Stimmen aus die verschiedenen Wahlkreise verhältnismäßig gleichmäßig verteilen und in keinem einzigen Wahlkreise die erforderlichen 60 000 Stimmen erreicht wurden. Die Sächsische Landvolk-Partei dagegen hat nur 127 000 aus sich vereinigt, erhält ober zwei Mandate, weil in zwei Wahlkreisen die erforderliche Zahl von 60 000 erreicht wurde. Die Volksrechtspartei hat nur im Wahlkreisverband Sachsen 74 000 Stimmen erhalten, in keinem anderen Wahlkreise jedoch über 30 000. infolgedessen sind alle diese Stimmen als Reststimmen für den Reichswahlvorschlaa der Vvlksrcchtpartei überwiesen worden. Obwohl diese gesammelten Stimmen ein Dielsaches von 60 000 ergeben, konnte die Volksrechtpartci doch nur einen weiteren Sih erhalten, weil sie auf Grund der einzigen 74 000 Stimmen in einem Wahlkreise nur einen Sih erlangt hatte. Cs ist also leicht zu ersehen, daß eine große Menge von Stimmen auf diese Weise verloren ging, daß gerade die Eigenbrötler mandatlos oder nur mit einer geringen Vertretung ausgehen und daß cs für sie und auch für da- ganze deutsche Volk sicherlich weit besser gewesen wäre, wenn man in dieser wichtigen Angelegenheit einmal ben alten Erbfehler gründlich bekämpft hätte. Wer die lachenden Ruhnießer dieser Pleite der bürgerlichen Eigenbrötelei sind, wird sich bei der kommenden Regierungsbildung zeigen. Der Vad-Aauheimer Haushalt für Rai 1928. Bad-Rauheiin, 24. Mai. Wie wir bereits kurz mitteilen konnten, hat die jüngst« Stadtverordnetenversammlung die Haushalts-Voranschläge der Stadt für das Rechnungsjahr 1928 genehmigt. Der Etatsbesprechung ging eine längere programmatische Etatsrede Bürgermeister Dr. Ahls voraus, die mit lebhaftem Interesse verfolgt und sehr beifällig ausgenommen wurde. Der Redner entwickelte nicht nur beachtenswerte kommunalpolitische Gedänken von allgemeiner Bedeutung, sondern zeichnete darüber hinaus das besondere kommunale Bild des Welt- badeS Bad-Rauheim, dem als Gemeinwesen besondere Ziele und Aufgaben gestellt sind, die wohl im Interesse der zu 44,2 Prozent in der Kurindustrie und zu 12,2 Prozent im Gc- sundheitswesen beschäftigten Bevölkerung liegen, aber zum Teil mit Lasten verbunden sind, die die Stadt auf die Dauer allein kaum wird tragen können. Bei den hohen Ansprüchen, die heute von einem großen Teil der Kurgäste an eine Badestadt von Weltgeltung gestellt werden, kann nicht genug seitens der Badeverwaltung ldes Staates!) und auch der Stadt getan werden, um im Konkurrenzkampf bestehen zu können. Besonderes Augenmerk sei, so führte Bürgermeister Dr. Ahl aus. auf eine verstärkte Verkehrswerbung zu richten, Ueber die auf die Zuziehung von Kurgästen eingestellte rege Propagandatätigkeit des Bades hieraus kann auch die Stadt aus diesem Gebiete sich Auf- l gaben stellen, die günstige Möglichkeiten einer Weiterentwicklung bieten. Es braucht nur an den »Passantenverkehr, an Kongresse und Tagungen gedacht zu werden, wosür allerdings die nötigen Voraussetzungen zum Teil noch geschaffen werden müßten. Weiter verspricht sich der Redner viel von der Mitarbeitjedescinzelnen, der nicht nur kritisch eingestellt fein dürfe, sondern sich opferbereit dem kommunalen Organismus eingliedern müsse, auch wenn nicht immer alles nach dem eignen Willen gehe. Eingehend behandelte der Bürgermeister das Verhältnis der Stadt zum Staate, der hier nicht nur als Staat, sondern auch als Fiskus auftritt. Die Stadt wolle und dürfe keine eng eingestellte lokale Kommunalpolitik treiben, sie müsse das Ganze, b. h. die Lebensgemeinschaft zwischen Stadt und Staat, im Auge behalten. Erwägungen machtpolitischer Art dürften nicht ausschlaggebend sein, sondern lediglich die wirtschaftlichen Gemeininteressen. Die Stadt müsse daher Wert darauf legen, weitmöglichst mit dem Staate und den für sie in Frage kommenden Organen der Selbstverwaltung zusam- menzuarbeiten. Das Hand-in-Hand-Arbeiten statt dem hemmenden, kräfteverbrauchenden Reben- einander könne vielleicht sogar rein verwaltungsmäßig in Zukunft Besserungen bringen. Bürgermeister Di'. Ahl führte dazu wörtlich auS: „Es möge die Bemerkung erlaubt sein, daß ich eS für erwägenswert gehalten hätte, den Herrn Sparkommissor prüfen zu lassen, inwieweit eine Stärkung des Gesamtnnterneh- menS Staat und Stadt und eine Verbilligung der beiderseitigen Verwaltungen möglich wäre." älm möglichst alle Mittel für die besonne ren Aufgaben der Stadt sreizumachen. muß die Stadt so sparsam wirtschaften wie nur mög- lidj. Dieses Bestreben zeigt sich in der in Einnahme und Ausgabe mit 1 530 450 Ml. abschließenden Betriebs rechn ung deutlich beim Kapitel „allgemeine Verwaltung", das an Ausgaben 237 000 Ms. aufweist. Ein Beispiel das den Vergleich mit anderen Städten wohl aushalten kann, ist z. B. die Tatsache, daß die Gehälter und Löhne sämtlicher städtischen De- amten, Angestellten und Arbeiter nur 14 bis 15 Prozent der Gesamtausgaben ausmachen Wie sich andererseits die besonderen Aufgaben der Stadt als Badestadt im Voranschlag auswirken, zeigen die erheblichen Lasten von inS- gesamt 159 000 Ml., die für Straßenunterhaltung Straßenbeleuchtung und ReinigungSwesen vorgesehen sind. DaS gleiche läßt sich zu dem Kapitel Sielbau sagen, das 85 600 Mk aufweist und durch den im vergangenen Jahr vollzogenen Dau der neuen Kläranlage und anderer Kanäle 40 900 Mk. Mehrausgaben bringt Insgesamt betragen die Belastungen für Straßen- und Kanalbau 15.5 Prozent des gesamten AuSgabe- betrags der Betriebsrechnung Zusammen belaufen sich die Mehrausgaben der BctriebS- rechmma gegenüber dem Vorjahr aus 130 000 Mark, die zum weitaus größten Teil durch Ersparnisse und durch laufende Mehreinnabmen gedeckt werden sollen und nur zu einem Viertel durch erhöhte 'Abführungen aus dSn Werken und eine Steuererhöhuna. Die letztere bar* mit insgesamt 14900 Mk aiS gering im Verhältnis zum Gesamtetat bezeichnet werden, stieß aber in der Beratung auf den Widerstand der Wirtschaftspartei und der deutschnationalen Fraktion, die anerkannten, daß bet Etat im allgemeinen den gegebenen Verhältnissen Rechnung trage, aber grundsätzlich gegen jede Steuererhöhung sind. Sie stellten zur Dilancieruna b?>3 Etats Abänderungsanträge, die aber Ablehnung sanden. Angenommen wurde der vom Stadtverordneten Krauß ausführlich begründete Antrag des Finanzausschusses, der den Etat als Ganzes guchieß und als Ausschlagszahl für die Grundsteuer vom bebauten Grundbesitz 1 4 P s. statt der vorgesehenen 15 Ps. Vorschlag (seither 12 Pf.). Die Begründung hob hauptsächlich hervor. daß durch die Sen ung der Gewerbe st euer vom Ertrag von 1,35 Mk. auf 1.10 Mk. ein gerechter Ausgleich geschaffen werde, so daß sich bei vielen der Steuerzahler die Erhöhung der Grundsteuer kaum noch auswirke. An Steuereinnahmen sieht dieDetriebs- rechnung vor: Anteil an Reichssteuern 187 800 Mark: Gemeindesteuern 63000 Mk.: Gemeindeumlagen a) Grundsteuer (bei einem Ausschlag von 14 Pf. auf 100 Mk. des Gebäude wertes und 30 Pf. auf 100 Mk. des unbebauten Grundbesitzes) 106 000 Mk.: b) Gewerbesteuer: vom Anlage- und Betriebskapital (Ausschlag 70 Pf. aus 100 Mk. Steuerkapita!) 54 000 Mk.; Gewerbesteuer vom Ertrag (Ausschlag 110 Pf. auf je 1 Mk. staatliches Gewerbesteuersoll) 53500 Mk.: Sonder- fteuer vom bebauten Grundbesitz 200 000 Mk Außer den schon angeführten Posten weist die Ausaabescite u. a. folgende Beträge auf: öffentliche Gesundheitspflege 6500 Mk.: Sommer- bad 16 400 Mk. (ist zunächst noch Zuschußbetrieb): Polizei (Zuschüsse) 31 200 Mk.: Versorgung der Beamten und Arbeiter 28 000 Mk.: Wohlfahrtspflege 140 000 Mk.: Volksschule 43 300 TRI.; Crnst-Ludwig-Schule 76 000 Mk.: Allgemeine Zwecke des Bades 12 000 Mk.. darunter 6000 Mk. als Zuschuß an die Derkehrskommission (seither 2400 Mk.): Gemeinnützige Vereine und Anstalten 1500 Ml.; öffentliche Bücherei 2900 Mk.: öffentliche Anlagen 11 000 Mk.; Feldpvlüei 13 500 01«.; Schuldentilgung 52 000 Mk.; Wohnungsfürsorge 151 200 Mk. Die Vermögensrechnung, die wie die Voranschläge der städtischen Werke en bloc angenommen wurde, weist auf der Ausaabenseite als Hauptpvsten auf: Förderung des Kleinwohnungsbaues 132 500 Mk. (ohne das Olufkommen aus der staatlichen Gebäudesondersteuer), Krankenhaus für infektiös« Kranke (als erste Etappe des Krankenhausneubaues) 250 000 Mk. Die Endsumme der Dermögensrechnung lautet in Einnahme und Ausgabe 407 500 Mk. Die Voranschläge der städtischen Werke schließen wie folgt in Einnahme und Ausgabe ab: Gaswerk 376 000 Mk.: Elektrizitätswerk 465 000 Mk.: Wasserwerk 189 000 Mk.; Krankenhaus 120 000 Mk. Oberheffen. Landkreis Gietzen. m Lollar, 27. Mai. Ein aufregender Vorgang, der leicht schlimme Folgen nach sich gezogen hätte, ereignete sich gestern nachmittag bei Abfahrt des Personenzuges 6.22 Uhr nach Grünberg auf dem hiesigen Bahnhof. Ein Arbeiter aus Beltershain, der sich durch Einkäufe verspätet hatte, wollte auf den bereits kräftig im Anfahren befind« lichen Zug aufspringen, wobei er noch den Fehler beging, daß er gegen die Fahrtrichtung des Zuges aufzuspringen versuchte, kam hierbei zu Fall und wurde eine Strecke mitgeschleift. Zum Glück konnte sich der Mann außerhalb des Gleises halten, wobei ihm durch einen Reisenden, der auf dem Bahnsteig anwesend war und hinzusprang, Unterstützung zuteil wurde. Mit Hautabschürfungen im Gesicht nahm dieser Vorfall noch ein immerhin gutes Ende. H Lollar, 28. Mai. Während in den vergangenen Jahren seit Kriegsende die Reu - bautätigfeit hier nur äußerst gering war im Vergleich zur Größe unserer Gemeinde und der bestehenden Wohnungsknappheit, zeigt das laufende Jahr hierin starke Fortschritte. Bis jetzt steht die Errichtung von zwölf Häusern fest, davon sind bereits die Mehrzahl im Rohbau begriffen, die übrigen werden in Kürze in Angriff genommen. Der Hauptteil mit sieben kommt in dem iin Frühjahr erschlossenen Baugelände „Oluf dem Stein" zu stehen, wo zur Zelt eine rege Tätigkeit der Baulustigen zu beobachten ist. Ein Wohn- und Geschäftshaus in der Steinstraße mit der Vorderseite nach der Hauptstraße ist bereits unter Dach, ein größeres Gebäude für den Arzt Dr. med. Schlapp in der Saubringer Straße ist bis zum 1. Obergeschoß vorgeschritten. Ein weiteres Wohnhaus ist in der Lumbastrahe in Arbeit, während zwei Wohnhäuser in den Holzmühlenweg zu stehen kommen, wovon das eine bereits unter Dach ist. Eine größere Zahl Einwohner befassen sich gleichfalls mit dem Gedanken der Erbauung von Eigenheimen, doch steht noch nicht fest, ob mit dem Bau noch in diesem Jahre begonnen wirb. — Reben dieser privaten Bautätigkeit sind neben lausenden ihn- bauarbeiien bedeutende Erweiterungsbauten auf dem Werksgelände der B u ■ derusschen Eisenwerke im Gange, wo insbesondere ein 220 Meter langer Gießereibau mit acht Kuppel-Schmelzöfen entlang dem Fuß« des mächtigen Schlackenberges erbaut wird. Diese Arbeiten werden von den Baufirmcn W i 11 - Marburg unb Deibel- Lollar ausgeführt. Die Beschäftigung des Bauhanbwcrks ist demzufolge hier gut. Mit dein Gießereibau ist nun das Werk Buderus am Ende seines verfügbaren Raumes angelangt. Da eine weitere Ausdehnung der Werkanlagen unbedingt erforderlich ist. machen doch die Aufträge steiaende Erhöhung der Er» zeuanisse notwendig, sind seitens der Firma größere Geländekäufe notwendig. Die Landwirte erhalten für das unmittelbar am Orte gelegene Land pro Quadratmeter 2 Mark gezahlt, so daß manchem Kleinlandwirt eine gute Hilfe in der anerkannt bedrängten Lage zuteil wirb. Die Be- legschaftszisfer bei BuderuS hat die Zahl 2000 überschritten. V Mainzlar, 27. Mai. ilnfcr Sportplatz. welcher ungefähr 1 , Stunde vom Ort entfernt aus der Mockenhvhl in schöner, trockener Loge liegt, wurde vor drei Jahren von den damaligen Erwerbslosen in Pflichtarbeit angelegt. Auch wurden seinerzeit kleinere Erdbewegungen botgenommen. Run ist aber der Platz, um seinen Zweck voll erfüllen zu könnrn. doch zu klein, so bah unser Turnverein vor einiger Zeit in einer Eingabe an die Gemeindevertretung um Vergrößerung desselben bat. Diele ließ nun nach vorheriger Besichtigung durch daS Kulturbauamt Gießen einen Kostenvoranschlog au-orbeiten. Der Voranschlag, der größere Erdbewegungen vor- siehl, beziffert sich aus rund 3000 Mark. Ob nun die Gemeinde biete Kosten übernimmt, bzw. den Platz vollständig planieren läßt, wird der Gemeinderat in einer seiner nächsten Sitzungen zu entscheiden hoben. a. Reiskirchen. 28. Mai. Am 1. Feiertag begingen die Eheleute Heinrich Hartmann im Äreife ihrer Kinder und Enkel daS Fest der goldenen Hochzeit. Der Jubilar, der im *9. Lebensjahre steht, ist zum zweitenmal verheiratet und konnte dieses seltene Fest mit der zweiten Frau begehen. Herr H. steht nahezu 50 Jahre im Dienste der Gemeinde unb versieht heute noch mit größter Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit den Dienst eines Rachtwächters. Wie sehr der Jubilar bei den Ortseinwohnern geschäht wird, zeigt der Umstand, daß alle Schichten der Bevölkerung an seinem hohen Fest regen Anteil nahmen. Der Ortsvorstand überreichte ihm einen Sessel und eine Urkunde für langjährige treue Dienste. Am Abend ehrte ihn der Kriegerverein, dem er seit Gründung deS Verein- olS treues Mitglied angehört, durch einen Fackelzug und überreichte ebenfalls ein Geschenk. 4? Hungen, 28. Mai. Während im vergangenen Jahre hier nur ein neues WohichauS errichtet wurde, ruht in diesem Jahr bie Bautätigkeit völlig. Cs hat die- Jeinen Grund vor ollem in der Kürzung bzw. Sperrung beS staatlichen Baudarlehens. Das hiesige Baugewerbe hat in den benachbarten Dörfern durch Reu- unb Erweiterungsbauten von landwirtschaftlichen Gebäuden und Reparaturen genügenb zu tun. Das Ueberlandwerk läßt auf dem Provinzialwasserwerk Inheiden «ine große Umschalte- anlagc errichten. — Die im Vorjahre gepflanzten Kugelakazien in der Bahnhofs- und BellerS- heimer Straße sind in guter Kronenentwicklung begriffen und tragen wesentlich zur Verschönerung des StraßenbildeS bei. Irn Zuge der Straß« nach Inheiden wurde vor der letzten Häuserreihe ein Bürgersteig errichtet, der bei der Villa Hubertus endigt. — In diesen Tagen fand bi« Versteigerung der Gras- Nutzungen der Böschungen und Gräben an den Provinzialstraßen auf 2 Jahre durch bie DezirkSbanbeamten statt. Die Preise waren ausgesprochen billig, bedingt vor allem durch die in Aussicht stehende überaus gute Futtermittel- ernte. Auch ist der Futterwert des Grases durch die Beschmutzung und den Staubabsatz durch den zunehmenden Kraftverkehr sehr gering. Teilweise kann es als Futtermittel gar nicht verwendet werden, so daß eS nur zum <3treuen gebraucht werden kann. Je nach Grasbestand unb Gröhe kam ein Stück auf 0.50—3 Mark. Kreis Friedberg WSR. Bad Rauheim, 28. Mai. Ein Sportflugzeug, das von Berlin kam, muhte in der Räche unserer Stadt eine Rotlandung vornehmen, wobei eS einige Beschädigungen erlitt. Das Flugzeug mußte abmontiert und mit der Bahn abtransportiert werden. WSR. Vilbel, 27. Mai. Die Pferde eines hiesigen Wasserhändlers scheuten während eines Gewitters unb rannten bie Hanauer Straße abwärts. Alle Versuche des Fahrers, die Pferde zum Holten zu bringen, waren erfolglos. Gin alter Mann, der sich vor den Pferden flüchten wollte, wurde von dem Wagen an einem Hause erfaßt und vödlich verletzt. Auch der Fuhrmann, der vom Wagen stürzte, erlitt ernste Verletzungen. Kreis Bübingen. § Nidda, 29. Mai. Die diesjährige Haupt- versammlungdesVogclsbergerHöhen- c l u v s findet hier am 2. und 3. Juni statt. Einmal soll Beschluß gefaßt werden über Einführung von Zentralheizung in den Klubhäusern auf dem Hohe- rodskopf, zum andern sollen die vorhandenen Räum- lichkeiten durch Neuerwerb erweitert werden, da der Verkehr nach dem Vogelsberg sich immer mehr hebt. Der hiesige Zweigverein trifft große Vorbereitungen, die Gäste würdig zu empfangen. „?" Ridda. 25. Mai. Der erweiterte Zweck- verband Ridda-Ulfa hat im Laufe dieser Woche «inen dritten 30sihigen Wagen, sowie einen zweiten Wagenführer In Dienst gestellt. Zur Personenbeförderung stehen nun ein 8sihiger, ein 16- und ein 30sihiger Wagen zur Verfügung. Es werden drei Autolinien unterhalten: Riodo — Ulfa, Ribda — Ober* LoiS —Michelnau unb Ribba — Bad- Salzhausen. An Werktagen wird jede der Strecken dreimal, an Sonntagen einmal befahren. Mit dieser Maßnahme ftnb fast alle Orte der Umgebung verkehrstechnisch mit unserem Städtchen verbunden. — Die Provinzialstraßc Kohden bis OrtSauSgang Ober-Schmit- ten, die im Vorjahre gewalzt und geteert wurde, erfährt bevorstehend eine Wiederholung der Teerung. Das Material tzst bereits angeliefert. A Ridda, 25. Moi. Wieder wurde einer von den wenigen hier noch lebenden Veteranen abgerufen. Irn 8 6. Lebensjahre verstarb nach kurzer Krankheit Weichensteller i. R. Georg Krämer. Er war Veteran von 1868 und 1370/71 und wohnte zufällig mit zwei anderen Doppelocteranen b?r genannten Feldzüge zusammen in einem Hause, nämlich mit dem Bahnhofsvorsteher i. R. Wilhelm Hammel. 87 Jahre alt. unb dem Weißbindermelster Konrad Walther, 84 Jahre alt. Diese beiden erfreuen sich noch einer guten Gesundheit. Der Letztgenannte geht noch täglich seinem Berufe nach. — In dem Eulobenkops, einem großen Waldrevier der Oberförsterei Rloda. zwischen Michelnau unb Fauerbach-Ober-Lals. ist wiederholt hir^li j) ein Hirschpaar gesichtet worben. Wahrschrinlich ist bieseS Ebelwild auS den Laubacher oder Büblnger Waldungen bis hierher vorgcdrunaen. Hoffentlich lassen die Jäger diesem hier selten zu beobachtenden »König Der Wälder'^ Schonung zuteil werden. K ob b c n, 28. Mai Der fahrplanmäßig 16.40 Uhr hier eintreff ende Personenzug in Rich- lung Schotten hatte am SamStag eine zweistündige Verspätung. Unmittelbar beim Sin- biegen in bie hiesige OrtSstraße entgleisten bie an der Vorderachse des Drehgestells be« fiüblichen Räder der Lokomotive unb liefen auf einer Strecke von etwa 30 Meter neben den Schienen her. Rach 1''»stündiger Arbeit sah bie Lokomotive wieder im O leite ohi*e daß ein HllfSzug herbeigehvlt werden mußte. Die Fahrgäste hatten inzwischen zum größten Teil bie Wagen verlassen, um zu Fuß ober in AutvS weiterzukommen. Da auch der 17.34 Uhr von Schotten abgehende Zug auSfiel, waren bie Reisenden gezwungen, mittels Lastwagen und AutoS den Anschluß in Ridda zu erreichen. — Dies ist in den letzten drei Jahren bie vierte Lolomotiventgleisung auf der Strecke Ridda Schotten. Man braucht nicht Fachmann zu sein, um zur Einsicht zu kommen, daß bet Schienenstrang jedenfalls nicht so beschaffen ist. wie es im Interesse einer glatten Abwicklung bei Verkehrs wünschenswert wäre. Wenn schon der oft geäußerte Wunsch, die Bahn aus den Orisstrahen berauszunehmen. nicht erfüllt werben kann, so sollte doch für ein ordnungsmäßiges Instanbhalten des Schienenweges Sorge getragen werden. Kreis Schotten. )—( Ruppertsburg, 24. Mai. Am Sonntag fand dahier das dieSiährige Rennen beS Gaues II beS o b e r h e s s i s ch e n Radfahrer bunbes statt. Den mehr alS 30 Rennern. die schon am Samstagabend hier clntrafcn. hatte der hiesige Rabsahrerverein .Germania'' unter Vorsitz seines Präsidenten Wilh. P a r r VI. Freiguartiere gestellt. Die ersten Renner fuhren am Sonntag früh um 6.45 Uhr ab. Die Rennstrecken betrugen für Klasse A 60 Kilometer. Klasse B 41 Kilometer, bie Iugentzklgjw 17 Kim. Sieger blieben in A Hch. Jäger, allsa, mit 2 Stunben 20 Mln.. in B Karl MauS. AlS- fetb mit 1 ©tunbe 30 Min., in der Jugendklasse Schneider. Eifa, mit 34 Minuten. Rachmittags stellten sich die Gauverelne zu einem kleinen Festzuge auf. Aus dem Kirchenplah angekommen, hielt der Gauvorsitzende Schäfer auS Steinbach eine begeistert aufgenommene Ansprache. Ein Ball im Saale des Gastwirts Schlörß beschloß die wohlgelungene Veranstaltung. Kreis Lauterbach. P. Schlitz. 27. Mal. Unsere altehrwürdig« S t a b t k i r ch « erhält in diesen Tagen auf einstimmigen Beschluß des Kirchenvorstandes unb der Kirchengemeindevertretung elektrisches Geläute. Unser Gotteshaus wirb dann das erste im Dekanat Lauterbach fein, das mit elektrischem Geläute versehen ist. Die Anlage, bei der Drehstrom verwandt wirb, dürste sich auf rgnb 5000 Mark stellen und wirb von den be- bdannten Hersorber Elektrizitätswerken (Bokei- mann und Kuhlo) auSgesührt. K. ® r a i n f c l b. 27. Mai. Da» IahreSfest berKirchengesangvereine de» Dekanats Lauterbach wirb am 17. Juni in unserer Gemeinde ftattfmbvn. ES werden daran teilnehmen bie Kirchenchöre von Lauterbach. Schlitz. Engelrob. Stockhausen und Erainfeld mit über 250 Sängern und Sängerinnen. Im Fest- aottesdienst, in welchem Oberpfarrer Boeckner (Schlitz) die Predigt halten wirb, wird ein Massenchor: „CBrunqueH alles Heils" und .Lob« den Herrn" in Bachscher Vertonung zum Vortrag bringen. Eine Rachfeier soll sich bei günstiger Witterung im Freien anschließen. Hrcis Alsfeld. <5 Dannenrod, 25. Mai. Durch den Neaen hat sich die W i n t e r f r u ch t, insbesondere aber die Sommerfrucht sehr erholt. Raps ist nur noch auf Aeckern in geschützter Tallage vereinzelt zu finden, auf höheren Stellen ist er ausgewintert: hier mußte mit Sommerfrucht bestellt werden. Mit dem Schnitt beS GraseS wurde in der vorigen Woche, mit dem be» Klees In dieser TBod)e teilweise begonnen, da das Wachstum infolge der kalten Luftströmungen auf unserer durchschnittlich 320 Meter hoch gelegenen Gemarkung noch recht gering ist. Die Maisröste haben an Ruhbäumen, dem jungen Buchenlaub an Waldrändern unb Eichen und den Gartenerdbeeren großen Schaben getan. Die Erdbeeren, die unter dem harten Rach- tointer sehr gelitten hatten insbesondere die MonatSerdbceren zeigen erfrorene, schwarze Blüten. Die Stachelbeeren und Frühkirschen haben infolge günstiger Blütezeit sehr reichlich ängeseht, Johannisbeeren bringen in bleiern Jahre in vielen Gärten eine Mißernte; denn im Frühjahr find durch den Dompfaff, allgemein Blutfink genannt, bie Blütenknospen säst alle abgefressen worben. Diese Beobachtung ist hier in den letzten Jahren noch nicht gemacht worden unb weist auf eine zunehmende Verbreitung dieses schädlichen Vogel» hin. In den Gärten wurden überall Frühgemüse-Pflanzen gesetzt, die zumeist au» Mistbeetfenstern stammen. Die Freilandpflanzen sind wegen der Witterung oft sehr schlecht aufgegangen und noch sehr Nein. Der Eintritt wärmerer Witterung ist für diese, wie unserer ganzen Vegetation dringend erforderlich. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 28. Mai. Am Pfinast- samstag wurden auf dem hiesigen Standesamt nicht weniger als 37 Paare getraut. Die bisher höchste Zahl an dem zur Trauung besonders bevor- zugtcn Pfingstsamstag wurde vor drei Jahren mit 26 Trauungen erreicht. Der „Wonnemond" scheint feine Wirkung auf die kouragierten Darmstadter nicht verfehlt zu haben. Rheinhessen. Schwerer Verkehrsunfalt bei Worms. LPD. Worm», 28. Mai. An der Straßenkreuzung zwischen Bürstadt und Lampertheim, kurz vor der Wormser Straßenbrücke, fuhr ein Personenkraftwagen in ein mit zwei Personen besetztes Motorrad hinein. Der SoziuSsahrer namens Puff wurde in weitem Bogen vom Motorrad geschleudert und starb kurz darauf. Der Motorradführer. namen» Snzenberger. mußte in s chwerver letztem Zustand in ein Krankenhaus gebracht werben. In dem Personenauto laßen her Stadtverordnete Direktor Bläser au» Worin» unb zwei ander« Herren Direktor Bläser erlitt einen Rippenbruch, die beiden anderen Herren kamen mit leichteren Verletzungen davon. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt Preußen. Alrcie Metzlar. WSN. Wetzlar, 28. Mai. Das neue 6 11 b ft» g n f 4) l ufjo m t in Wetzlar steht vor feiner Ur- Öffnung. Man rechnet damit, daß die Anlage im Lause des Monats Juni in Betrieb genommen werden kann. Auch der durchgreifende Um - unb Erweiterungsbau des Wetzlarer P o st- g e b ä u b e 6 macht rüstige Fortschritte, doch rechnet man hierbei mit einer Bauzeit von zwei Fahren. Zu dem Dau leistet die Stadt einen namhaften Zuschuß, um eine dein altertümlichen Stadtbild entsprechende Ausgestaltuna zu erreichen. — Dieser Tage fanden Straßenpastanten aus der Altenberger «traße einen Motorradfahrer blutüberströmt unb bewußtlos liegend auf. Etwa 15 Meter von ihm entfernt lag feine schwer beschädigte Maschine Man brachte den Verunglückten betritf im , kl hiesigen ( eine zeittr anlagc für Mitt Wen trthmg Tchi ®®iarhir.g und.Dvnif Quellen für Dasserleikr sollen bis < Iveite herg Quefligen <= Terrain aus >Äer Schurs -leitet werb Kreislie n W r.tauP’'1 fl (Hüll’ in t“’ - j * °"L KS «kn N Anbau.' ..rtfhrcdK^1 H holr. tagen d die W' näBchU * s da)», S'Ä Staude soll' bJten 1 Ätz (M lurzl'ch -jtic cinftin beiten unb ff 6er beiden l unb 2ugc [atnmlungen »'holten wei (ilcbäude eir (oll. Das n Gras- unb I werfen. — noffensch (ammlung/ gegen 8 5t trauen ausp war ein §ch den, der obe Stt etridere anffl andere fang wieder a wird die ®c richten. Grün Plane joweii o Ober rüden den Schwarz, kgdaufsche, «Teiler, zwei ltgl tjat, bra mtinbeDOrfle! fiartwalb tb Frischling zu, gebrochen ein die (Jäger die ter |o ongeleg aujütttnbtn ' lung erfahren. Wle Sie Ihre rZZ «anal, Jfa bic r J'"' M', & rur 2*>Ue, t dir *4Xu’i herein Freie ’JÄ*’ 1 «Ni Gege ne^ rtf?6(1 Mr in Vos Krankenhaus. $ort nntrbf er al- ein Wetz, larer Kaufmann feftgefteUt. Gr bot eine Gehirn, rrfchutterung bdoongelrnflen. Wie das Unglütf cntftonbtn iff, konnte noch nicht äufgeflärt werden -,y Au» Dem «reife Metzlar. 28 Mai. In der .Scholle' war vor kurzem zu lefen. dost al» Folgeerscheinung De» strengen Winters 1923 24 im Streik Siesten die Zw e t f ch e n bä nm c in grofrr ^hl einaingen. Im Äreile Wetzlar wo bic Iwelfchenbäume die am meisten angebauk Obstbaumari horftellen. treten diele Erscheinung in viel gröberem Umfange, wie anderswo zutage. trotzdem in den letzten Jahren fchon viele Iwetfchenbäume eingingen, muhten auch in diesem Jahre wieder zahlreiche Bäume wegen ganz- lichrr Dürre entfernt werden, andere Bäume zeigen jetzt wieder durch kümmerlichen Trieb ihr baldiges Absterben an. In Anbetracht der großen Bedeutung, die gerade der Zwetschcn- baumanbau in wirtschaftlicher Hinsicht in unserem «reise einnimmt, must diesen Erscheinungen durch entsprechende Acupflanzungen Rechnung getragen werden. L Holzhousen, 28. Mai. Bon den Feier, tagen hat die Gewerkschaft „G lückstern" noch die letzten '/teste ihres Besitztums hier verkauft, nämlich Grundstück und Gebäude. Die hiesige eoan gelische .^irchengemeinde Hot die Gebäude mit dem dazu gehörigen Grundstück käuflich erworben. Die Gebäude sollen abgerissen und, da sie sehr gut erhalten find, auf einem Psorrgrundstück in nächster Wabe de» Dorscs wieder ausgestellt werden. In einer kürzlich ftattgefunbenen Männerversammlung wurde einstimmig beschlossen, die dazu notigen ?lr beiten und Fuhren kostenlos zu leisten. Das größere der beiden Gebäude soll al? G e m e i n d e h a u und Jugendheim dienen, in dem auch Versammlungen der Frauenhilse, Bibelstunden usw. ab- gehalten werden können, während in dem kleineren Gebäude eine Kleinkinderschule eingerichtet werden soll. Das neu erworbene Grundstück wird durch Gros- und Obstnutzung einen jährlichen Ertrag ab- werfen. — Die hiesige Textileinkaussge- noffenschast Hielt dieser Tage eine Generaloer- sammlung ab. Dem Geschäftsführer wurde mit 25 gegen 8 Stimmen bei 4 Enthaltungen das Vertrauen ausgesprochen. Durch den Brand am 2. April mar ein Schoden von etwa 50 000 Mark entftan den, der aber durch Versicherung voll gedeckt ist. Der ©tridereibetrieb konnte nach 14 Tagen In einem anderen gemieteten Raume in vollem Umfang wieder aufgenommen werden. In diesem Jahre wird die Genossenschaft ein eigenes Gebäude errichten. Grund- und Boden sind bereits gekauft, die Pläne soweit fertig. O Oberkleen, 27. Mai. Die hiesigen Jager rücken dem hier immer mehr auftretenden Schwarzwild gehörig zu Vcibc. Nachdem Jagdaufseher Eigen st etter in kurzer Zeit einen Keiler, zwei Ueberlaufer und vier Frischlinge erlegt Hal, brachte dieser Tage der Landwirt und (*k meindevorsteher-Stelloerkreter Reuter im Distrikt Hartwald ebenfalls einen Ueberläufer und einen Frischling zur Strecke. Der Ueberlaufer hatte auf gebrochen ein Gewicht von 65 Pfund. Wenn sich die Jäger die Bekämpfung de» Schwarzwildes roei ter so angelegen sein lasten, werden die des öfteren austretenden Roten Sauen eine wesentliche Lichtung erfahren. <> Münchholzhausen, 27. Mai. Wie bereit» im „Gbicfi. Anz." berichtet, sind auch in der hiesigen Gemeinde Besprechungen im Gange, eine zentrale Wasserversorgungs- a nlaae für die Ortseinwohner zu schaffen. Zunächst sollen gernäst Beschlust der Gemeindevertretung Schüriarbeiten an den in der eigenen Gemarkung gelegenen Quellen „ZehnerSbvrn" und .Bornfluh" vorgenommen werden, um diese Quellen für die etwaige zur Erbauung kommende Wasserleitung aufzuschliehen. Die Schürfgräben sollen bis etwa 4 Meter Tiefe und 1,30 Meter Breite hergestellt werden, um die Quellen bzw. queUigen Stellen in genügender Tiefe unter Terrain aufzuschliesten. Je nach dem Ergebnis dieser Schürfung soll das Wasser gesaht und abgeleitet werden. Die örtliche Absteckung soll durch das Kreistiefbauamt in Wetzlar erfolgen. Die Ausführung der Schürfarbeiten ist gern äst Beschlust der Gemeindevertretung dem Unternehmer Jakob Küster zu Werdori übertragen worden. Die durch D e Arbeiten entstehenden Kosten, die auf rund KKW Mk. veranschlagt sind, sollen im Anleiheweg aufgebracht und in jährlichen Raten getilgt werden. Zur Aufbringung der TttgungS- sumrne wird von Den Haushaltungen Der Gemeinde ein monatlicher Beitrag von 1 Mark erhoben. Aus dem Hüttenberg. 27. Mai. Das Lohschälen in den Demeindewaldun- gen De» Hüttenberges ist in vollem Gange. Die Arbeit wird in bei Hauptsache von Landwirten ousgeübt, die diese Beschäftigung herkömmlicher- weise immer in der jetzigen Zeit übernehmen, in Der sie in ihren eigenen landwirtschaftlichen Betriebe für kurze Zeit einmal entbehrlich sind. Für das Lohschälen und die damit verbundenen Beben- arbeiten, wie Auf trocknen. Auf binden. Berto legen und die Abfuhr der Binde zahlen die Gemeinden Entschädigungen von 4,50 bis 5 Mark je Zentner je nach der Entfernung der Waldungen von den kaufenden Gerbereien Bedenkt man. dast die Gemeinden für den Zentner Eichenlohrinde durchschnittlich 7 Mark belommcn. so ergibt sich, dast der ihnen verbleibende Reingewinn nur gering ist Das bei dem Lohfchälen gewonnene Holz wird zum Teil öffentlich verkauft und zum Teil an die Ortseinwohner zu einem annehmbaren Anschlag»preife verteilt. Die Lohholzstangen sind als Obnbaumstützen lehr begehrt. Gewerbeschau in Schotten. •5 Schotten, 29. Mai. Die Kreisstadt Schotten hat am Psingstfaivstag ihre grobe P s i n g sl- woche mit der Eröffnung der Gewerbeschau begonnen. Die sämtlichen geräumigen Hallen der alten und neuen Turnhalle waren für die Ausstellungszwecke in viele Felder eingeteilt. die austerordentlich geschmackvoll dekoriert und hergerichtet waren. Ein W e b st u h l stand da aus alter Zeit, ein anderer au» der Neuzeit und wurden im Betrieb vorgeführt. Da waren landwirtschaftliche Maschinen aller Art. Mafchnnnl>edarfsarlikel. Offen und Erzeugnisse des Aitfcrgetoerbe» ausgestellt. Die Sattler. Polsterer und Schuhmacher zeigten Proben ihrer Kunst. Ganz besonderen ‘Beifall sanden die prächtigen Proben der berühmten Schotten er Mehgerzunft. Dazu übermittelten Rundfunk und Leutsprecher Musik aus aller Herren Ländern. Eine sehr reizende chinesische Teestube ist eingerichtet. Die Echottener Möbelfabrik hatte Schlaf-, Herren- und Estzimmer. sowie Dielen in bekannter solider Güte ausgestellt. Ferner fand man auf der Ausstellung Kr i st a l l w a ren. farbenprächtige Strickwaren, neueste Damen- moden, dann elektrische Bedarfsartikel, Weine, Spirituosen: Druckerei, Buchhandel und alle erdenklichen Erzeugnisse von Handel und Gewerbe hatten Aufstellung gefunden. Kurz gefaqt, die Ausstellung ist eine große Tat des hiesigen Handels- und Gewerbeftandes, der damit seine Konkurrenzfähigkeit und seinen Sinn für gesunden Fortschritt bewiesen hat. In feierlicher Weise wurde die Ausstellung vergangenen Samstag durch den Ausstellungsvorsitzen Den Dr. Darnprnann nach einleitenden Musik- oorträgen eröffnet. Bürgermeister Menget überbrachte die freudige Anerkennung und Glückwünsche der Stadtverwaltung. Die Herrn K r o m m und Zeschky übermittelten namens der Handwerks- unb Handelskammer die Glückwünsche. An den beiden Feiertagen war die Ausstellung von einer sehr großen Zahl von Besuchern begannen. Das herrliche Pfingstwctter hatte eine Unmenge Autos und fremde Gäste angezogen. Auf dem Festplatz fanden Fuß' baUrocttfämpfc namhafter Vereine statt. Der hiesige Musikocrein hatte Platzmusik veranstaltet. Heute, am 3. Feiertag, findet der althergebrachte Prämiierungs- markt statt: einen so starken Viehauftrieb und eine solche Menschenmasse hat Schotten bisher noch nicht gesehen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach Alle für die Aehakrivn bestimmten Mitteilungen, Lösungen uftr sind zu richten an die Cchach- rehahion des ..(Siebener Anzeigers". Problem Nr 163. Don C. G. Gawrilow. Schwarz. 8 6 5 4 3 2 9 st h h decke Weist. decke Weift zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 6 Steine. Ka5; De8; Td5, g2; Sb2, h2. Schwarz: 9 Steine. Kel; De5; Td8, f4; La6; Sc2, g4; Bb4, d6. Vorstehende Aufgabe wurde in einem schwedischen Problemturnier preisgekrönt. Endspiel Nr. 56. Don Levnid Kubbel. Schwarz, a b c d e g h abedef g h Weiß. 8 8 e 6 5 Weih am Zuge gewinnt. Weih: 3 Steine. Ka3; Sf7; Be3. Schwarz: 3 Steine. Ka5; Bf3, h7. Ein äuherst lehrreiches Endspiel! Lösung deS Problems Ar. 160. Don A. $. Mackenzie. 1. Tb2-h2! Sg4xh2. 2. Da4-d2! usw. 1....., S, beliebig. 2. Th2xh5 usw. 1......sonst beliebig. 2. Sd4-e6! usw. Aus der Lchachwclt. Am Meisterschaftsturnier des Miltelrheinischen Schachbundes nehmen teil: 1. Dr. Wolff, Bad Ems: 2. Hillesheim, Kreuznach: 3. A. A. Strauß: 4. Svenfon, Wiesbaden: 5. Waller, Koblenz: 6. Hartmann. Koblenz-Lützel: 7. Dr. Bechstedt. Weylar. als 6. wird wahrscheinlich Pro'ellor Mannheimer. Frankfurt, teilnedmen. helfen Anmeldung .edoch verspätet cinlie* Am Haupt- turnicr beteiligen sich zwott Spieler. Den Deitkamps Bogäjubvw Suwe gewann erftercr mit 51 , 4' . (4- 3, — 2. •*> 5). Im Meisterturnier des Sächsischen Schach- bunde» zu Leipzig, da» nach dem Schweizer System üu»getoq)tcn wurde, siegte M Blümich 5' ,. vor Blechschrnidl 5; c» folgen dichtauf Gilg und Wiarda 4' -. sowie Helling und Steiner je 4. Richtige Lösungen: Zu den Problemen Ar. 158 und 159, sowie zum Endspiel Ar. 54 E. Röhrich. Giesien. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Aedaktton»ttfch. Sächsische Geschichte mit Apfelsinen. Etwa» ermüdet, kam ich gegen fünf Uhr nachmittags wieder in die Aähe der Stadt zurück. Da stand ein Straßenbahnwagen. Der Schaffner fast darin und la» Da» Lokalblatt. In her Aähe hatte eine Apfelsinenfrau ihren Stand. Ich sagte zu dem Schaffner: .TDarten Sie noch solange, bis ich mir ein paar Apfelsinen gekauft habe?" Der Schaffner sagte bloh: ..Au allemal." Dann kaufte ich die Apfelsinen. Zwölf Stück. Dann ging ich zu her Elektrischen und setzte mich hinein. Dann ast ich die Apfelsinen. Zwölf Stück. Dann schrieb id) ein kleines Drama, das nächstens von Max Acinhardt m Salzburg auf geführt wird. Dann fragte ich den Schaffner: „Fahren Sie bald?" Der Schaffner sah mich grob an: „Wie mein n Gie n naher das?" „Ich meine, ob Sie bald fahren?' Worauf der Schaffner verdutzt bemerkte: „Wir fahren iewerhaubd nich for Bassaschiere. Wir Ham blost midd'n Anhänger Baggschdeine hieraus gebracht». Wir sahrn erfchd achd Ahr dreihich zurügg Awer für Bassafchiere fahrn mir iewerhaubd nich ..." K. M. Beim Drcfficrien Seehund. Der kleine Konrad: .Mama, gucke mal, hier där Walfisch hat ä Hut uff 'n Godbe.' Die Mutter: .Awer mei Gonradchen. daS iS doch im ganzen Lähm gee Walfisch." Der kleine Konrad: „WaS denne?" Die Mutter: „Ae Seehund isfes, mei Gind. Mr ganu ooch hrfier sagen: ännc Aobbe " Der kleine Konrad: „Woher weeht 'n daS. Mama?" Die Mutter: »Weil s dranschteht an dr Budch mei Härzchen." Der kleine Konrad (geringschätzig): „Au. dann isses doch geene Dunst." Der Vater: „Awer du bist ä Grienschnabel, Gonradchen. So härffte nich zu dr Mama reiten: das gebeert sich nich. De Mama iS doch gescheit: die hätte 's ooch so gewuht." Der ficine Konrad: „Au, da» gönnt' ch mr schon denken, hab ihr wieder zusammenhalten hüt gegen mich." Lene Boigt Pak und Patachon auf der Jagd. Pat (auf einen Hasen anlegend): „Schau, schau, Häslcin, nun kannst du dein Testament machen I" — schiebt aber daneben. Patachon: „Siehst du. et rennt schon zum Bot ar!" Sensation in Berlin. „Willi, stell dir vor, bei uns us'n Rummel is 'n Ferd mit fünf Beene zu sehn." „Iar nischt, Mensch! Bei uns im Haus wohnt n* Mächen mit zwee Z öp pe." (ßufL Bl.) Dr. Weinreicbs Motlenäther D ® sicherer Schutz gegen Mottenfraß begeisterten Anhänger dieses idealen Haarpflegemittels. Preis: RM. 2.20tmd 375, Wer6.- Yi Liter 10.50. KoptschuPPen HaaraustolL. Zuckerkranke Wie Sie Ihren Zucker losn.wied.arbcitsf. werden, teile ich jed-Krenkcn unentcclti. mit Fr. Löw.Walldorf D.29iUc8scn>. *I7*V Vergebung von Kanalisationsarbeiien. Für die Gemeinde Harbach, Kreis Gießen, füllen die Arbeiten und Lieferungen zur Kanalisation der Krol- und Zicgcngaise, ucranidjlagt zu 3400 JLW, vergebest werden. Tie RchchSoerdingungSordnung in tüt die Vergebung imb die Ausführung der Arbeiten maßgebend. Sie liegt zusammen mit den Verdingungsunterlagen, die von uns bezogen werden können, bei uns offen. Eröffnung der Angebote iametag, den - 3«n« d 3-, vormittags 10 Nhr, auf unserem Vureau, Frankfurter Sttaße 29. oreic Auswahl vorbchaiten, Zuschlagsfrist 3 Wochen. 5335V Gießen, den 26. Mai 1928. HeisijchcS stulturbauamt. Z- P Mangold, isteg.-Baurat. Gegen Wanzen Tod und Teufel Aelchels Wanzenflulb greift und tötet sede Donre auf der Stelle und zerstört die Brut- nefter restlos. Alcht fleckend, überall anwendbar. Fl. Mk. - AS. IAO, und 2.40 Am eckl mit der berühmten Marke /tob und leufer Beftttnmt zu haben bei. 9L Noll, Kreuz Drogerie, Kahnhosstr. 51. (iarl Seidel,Germania-Drogerie. Frankfurter Straße 39: Otto Winterbon. Drogerie, Kreuzvlatz ll lO {721V In Gründern: C. Schott, Kronen-Drog. Mfftin in prima Oualifaf empfiehlt billigst W. Hantel, Treuen Baue 2. Teleph. 612. 4sd ilevcrnebme noch für 2—3 Zahnärzte die ganze 6olö- n. fiaal- fdguneiDniL ikcifL fteht z. Verfügung. Lchr. Ang. u. 5262D o. d. G.Anz. | Verkäufe | Eine Ziege und em gutes Arbeitspferd unter dreien die Wahl, zu verkaufen. Reulln*. Wtefecker Weg 4L Televdvn W5. ~' D BWppoiot U X 12 f. 1: 11, 9 CO» Fabrikat, für Anfän- ger geeignete, ausgezeichnete Vlatten Kamera, wegen Weu- anfchafiung vretsw. abAuacben. Schriftl Angebote unt. 5286D an den Gteh. Anz.' Vorzügl ßelsegelegenhelten In allen Klassen auf behaglkh aus gestattet en Dampfern. Bequeme Unterbringung Hervorrag. Verpflegung u. Bedienung Oftatien/Afrika/Aurtralien C A N A D A Schiffsverbindungen nach Nord-, Mittel, und Süd- AMERIKA Bdsegepäckverslchening Kostenlose Auskunft durch alle Vertretungen Giefeen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch ie Srüdl'sche UnioersttLtr-vruckerei, H. Lange. Siesten. Schulstr. 7 2497 ^Straßenbahn der «Stadt Gießen w w w w w w w w w w kV—Wagen verlebet nur werktags Iulie Krohn Heinz Sachse 2 o uiw. alle 71/rMin. bis Gustav Kirchner grüßen als Verlobte usw. alle 7'zMin bis (Antritt 1 2Rm. Vorverkauf in den Musikalienhandlungen Challier-Neuenweg, Äusch-Kirchenplah, sowie Klee Nachfolger, Inhaber: Wilhelm Deibel, Morkistraße. 5325D Adam Merker und Frau Maria geb. Oommes Ihre am 30. Mai statifindende Vermahlung beehren sich anzuzeiqen Indanthrenstoffe Mousseline Pulloverstoffe Dirnd’l-Zephir Finette Bettzeuge Bettkattun Du Verlobung unserer N»chrr Julie Krohn mit S«rrn Heinz Sachse zeigen hier« mit an Direktor Frih Scheuer uFrau Ida geb.Krohn Pfingsten 1926 KSnigSberg Cpr.) Lawsker Allee 64 farblos flüssig für feinfarbige Schuhe Flasche 75 Pfennig in guten Fachgeschäften. Hey G.m.b.H., ehern. Fabrik, Offenbach a.M. Ihre am 26. Mai vollzogene Vermählung geben bekannt Stabsarzt Or. Hinze Iran Elisabeth aeb.Tehloff y Wer einmal ein paar Schuhe mit 9 HEY-Politur behandelt hat, will x nichts anderes mehr. Machen auch Sie einen Versuch! Es gibt nichts Besseres! Labvvlau gültig ab 18. Mal 1928 Gvime Linie Liebigsh-he DonnerSlag, den 31. Mi, 8 Uhr (20 Uhr) wohttätigtetts Fromeei für unsere Kriegsblinden ausgesührt von der gesamten Kapelle des l.Heff. Bataillons 15. Inf.-7regiments, unter Leitung des Obermusikmeisters Löber, unter gütiger Mitwirkung des Mannergesangvereins Concordia - Gießen Ktnlgsber- (£r.) OrtÄtn l aBXte Milet 64 ) Mousseline Zephir Bettzeug Bettkattun = Hemdentuch < Nessel Kleiderdruck Fi nette 50 pf K'Waschseide Indanthrenstoffe Bordür.-Mousseline Hauskleiderstoffe Schürzenstoffe Wäschebatist Sportflanell Bettuch-Nessel 100 I Mk. Nessel Hemdentuch Handtuchzeuge Frottier-Handtücher Gläsertücher Taschentücher 25. 13" 1322 17« 18°° 1807 2007 20" 2030 20“ 21°° 21°’ 21“ 21“ 21« 22°° 22“ 13“ 13* alle IS00 18°7 18’5 alle 20" 20“ 20“ 20« 2107 21" 21« 21« 22°° 22“ 22« 1330 13* 7 Vi Min. 18« 18" 7*4 Min. 20« 20* 20« 20« 21" 21“ 21“ 21« 22“ 22" 22“ 1332 13« bis 18*° — — biS — — — — — — — — — — — 13« 13« usw. 18*- — — usw. — — — — — — — — — — — 1338 13« alle 18" 18" 18« alle 20“ 2037 20« 21°° 21" 21“ 21“ 21« 22“ 22" 22“ 13« 13« 7*4 Min. 1822 1830 7*4 Min. 2030 20« 20« 21°’ 21“ 21« 21« 22°° 22" 22“ 22« 13« 14°° bis 1830 — 18” biS 2037 20»- 21°° 21" 21« 21“ — 22“ — — — Rote Linie Bahnhof...... — — — G“ 6« — 7" 722 730 Markt........ 6°° 6°’ 630 6« 6« 7" 7“ 730 737 Wiefecker Weg . 6°’ 6" 636 6« 7nfi 722 730 7“ 7« Friedhof ..... Friedhof ..... Wiefecker Weg. 607 6" 6“ 6« 700 722 730 737 745 Markt........ 6" 6“ 6« 700 70" 7 so 7“ 7« 7« Bahnhof...... 6“ 630 6« 707 7" 737 7« 7« 8 00 Bahnhof...... Markt........ 5« 6°° 6“ 630 637 6« 6« 6« 7 06 7" 7" 722 730 730 7“ 737 7« 7« 752 752 8°° 8°° 8°7 8°7 8" usw. 20“ 2030 20* 20“ 20« 20« 20'- 20« 21°° 21“ 21" 21" 21“ 21* 21“ 21« 21« 22°° 22“ 22“ 22* Siechen-Anstalt 6°° 607 630 6« 652 700 722 730 737 7« 7« 8°° 8 07 8" 7*4Min. 20« 20* 21°° 21“ 21” 21* 21« 22°° 22" 22“ Bolkshalle .... 6°2 6*° 6« 6.*' 6M 702 7*’ 725 732 731» 747 754 8°2 8°® 8" 824 20* 204’ 2054 21« 21w 21“ 21“ 21“ 22“ 22" 22* Volkshalle .... 6M Q12 6« 6« 7 05 7* 727 733 743 750 7« 805 8" 8 20 8^ usw. 19« 2006 20" 20-° 20“ 20“ 20« 20* 20« 21°° 21* 21* 21“ 21* 22“ 22* 22« Siechen-Anstalt 607 6*5 6« 700 707 722 730 737 7« 752 8°° 807 8" 830 alle 20°° 20“ 20*b 20“ 20* 20“ 20« 20« 21°° 21“ 21“ 21* 21“ 21« 22“ 22“ 22« Markt........ 6" 622 707 7" 7 80 7“ 7« 7« 8 00 807 8*^ 8“ 830 8“ 7*^Min. 20“ 2016 20“ 20* 20“ 20« 20« 21°° 21“ 21" 21* 21“ 21« 22°° 22" 22* 22« Bahnhof...... 6“ 630 6« 7°7 7*6 722 7“ |7« 7»2 8°° 807 8" 822 8s° 8“ 8« bi- 20" 20“ — 20“ 20« — 21°° 21“ — 21“ 21“ — 21« 22“ — — — Nr. 124 Drittes Statt Siebener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Gberheffeu) Dienstag, 29. Mai 1928 Skandale. 3u ben betrüblichsten Erscheinungen der Aach- krieg« zeit gehört zwei ello« die erschreckend grobe 2ln-ahl der Bestechung«-, Unterschlagung«, und Betrug-Ikandale die seit Jahren in noch ständig steigendem Made die deutsche Öff entlichkeit be- fchästigen und beunruhnm. Sie spiegeln eindringlicher und deutlicher al« sonst etwa« da« Bild einer Zeit, die .au« den -rügen" ging, deren altes Gefüge durch die Erschütterungen der Krieg«-. 'Revolution«-. Inflation«- und Desla- tion-wirren sich lockerte. SS ist die« keineswegs eine Erscheinung, die sich allein auf unsere 3eit und aus Deutschland beschränkte: zu allen Zeiten und in allen Ländern haben derartige Katastrophen die moralische und soziale Struktur einer Boltsgemeinscha't durchlöchert und so den Boden für Fäulniserscheinungen jeglicher Art bereitet. Eine« der typischsten und bekanntesten Beispiele ist ja wohl der Dreißigjährige Krieg mit seinen furdftbaren Folgen. Aber mit der Feststellung, dast wir und unsere Zeit nichl allein stehen in dieser Hinsicht, ist wenig getan. Sie läßt un« zwar den Dingen zuversichtlicher ins Auge sehen, aber Positive« ist damit noch nicht geschehen. SS wäre auch verfehlt, sich der ebenso vagen wie billigen Hoffnung hinzugeben, dast die Zeit auch diese Wunde von selbst heilen würde. Gewiß ist von der Festigung der wirtschaftlichen Verhältnisse viel zu erwarten. Aber die Gefahr. die diese Demoralisierung des öffentlichen Leben» für den Bestand einer Volksgemeinschaft und insbesondere für die Jugend, für die kommende Generation, darstellt, ist so grob, daß eine energische, mit vereinigten Kräften durchgeführte AeinigungSaktion zum Gebot der Stunde und der Selbsterhaltung für da« deutchse Volk wird. An konkreten Vorschlägen für den Kampf gegen die Korruption fehlt es nicht. ES gibt kaum eine politische Partei, kaum eine kulturelle Organisation, kaum eine bedeutende Persönlichkeit im öffentlichen Geben in Deutschland, die nicht irgendwie brauchbare Vorschläge in dieser Dichtung gemacht hätte Es ist nicht die Ausgabe dieser Zeilen, diese Vorschläge einzeln zu untersuchen und kritisch zu beleuchten. 3m Gegenteil: wir sind der Meinung, dab alles, was bisher geschah, sich nur auf die Propagierung von Vorschlägen und auf die Kritik dieser Vorschläge beschränkte. Aus eine Kritik, die nicht die Sache, sondern nur den politischen Gegner sah. und dessen ehrlichen Sachwillen ebenso wie den eigenen durch unfruchtbare Auseinandersetzung lähmte. ES geschah nichts und konnte nichts geschehen, weil man sich selbst bekämpfte, statt gemeinsam die Korruption zu bekämpfen. Man ging schließ- lich so weit, in jedem Einzelfalle von Korruption alS erstes das politische Glaubensbekenntnis oder die Parteizugehörigkeit der Beteiligten zu untersuchen und darauS die Ursachen der Demoralisierung abzuleiten und dem Gegner einen Strick zu drehen. Man übersah einfach geflissentlich die 'Tatsache, dab Korruption in allen Lagern vorkam. dab Bestechlichkeit und Unehrlichkeit weniger mit dem religiösen oder politischen Glaubensbekenntnis. das oft genug nur ein Lippenbekenntnis ist. al« vielmehr mit der allgemeinen menschlichen Schwäche und mit den materiellen und sozialen Verhältnissen, in denen der Mensch steht, zusammenhängen. ES gab und gibt schwache und amoralische Eristenzen in allen Lagern, die bekanntesten Korruptions-Skandale — vomDarmat- Kutisker-Skandal. über den Sächsischen Volksopferskandal des Dr. Meißner, die Spritwebe» Assäre. die Höfle-Angelegenheit. den Skandal in der Verhandlung, die Phöbus-Lohmann- Afsäre. die Dergmann-Unterschlagung bis zum DeichSbahnskandal — zögen Angehörige aller nur denkbaren Berufe. Schichten. Parteien und Glaubensbekenntnisse in Mitleidenschaft. Damit, daß wir dem politischen Gegner diese Dinge in die Schuhe schieben, lammen wir nicht weiter, reinigen wir die öffentliche Atmosphäre nicht, wir untergraben damit höchstens die Voraussetzungen für eine Besserung. Wir bessern die Verhältnisse und verhindern die völlige Versumpfung der öffentlichen Moral nur. wenn wir uns in der Sache einigen, wenn die sauberen und an- WM«nWen WA«. Vornan von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Mit raschen Schritten holte er Sydil und ihren Begleiter ein. Es, blitzte unaufhörlich, der Regen brauste, die Wipfel der Baume bogen sich, und die Donner gingen pausenlos ineinander über. Mühsam stolperte Sybil über den unebenen Boden. Raste Zweige schlugen ihr ins Gesicht und zer- zausten ihr Haar. Wortlos übernahm Dick die Führung. „Wen haben Sie gesehen, auf wen haben Sie geschossen?" fragte Havelock heiser. „Auf ein Gespenst meiner Einbildung", sagte Dick gelosten. Endlich lichtete sich der Wald. Sie atmeten auf, obwohl sie jetzt schutzlos dem Regen preisgegeben waren. Dick begleitete Sybil bis zum Herrenhaus. Die Einladung, in die Halle zu kommen und sich an einer Taste Tee zu erwärmen, schlug er dankend ab. Noch war das Wichtigste ungetan. Er wartete, bis sich die Tür hinter Sybil geschlossen hatte, bann ging er denselben Weg noch einmal zurück. Er mäßigte den Schritt, als er den Wald betrat. Seine Augen spähten nach rechts und nach links. Das Unterholz bot eine ausgezeichnete Deckung für einen heimlich lauernden Gegner. Aber er gelangte ungefährdet bis zu den Gräbern, die er genau so wiederfand, wie er sie verlassen hatte. Er nahm ein paar Handschellen aus der Manteltasche und schnaopte sie um das Schloß, so daß es für seinen unbekannten Verfolger unmöglich war, ihn einzuschließen. Dann ging er die Stufen hinab und beleuchtete mit dem grellen Licht seiner Taschen- lampe die sieben Schlösser der cinundzwanzigsten Tür. In einer Innentasche seiner Weste verbarg er die beiden geheimnisvollen Schlüstel. Er zog sie jetzt hervor und probierte sie an den Schlössern. Ein Schlüstel paßte zum vierten, einer zum legten Schloß. Er drehte an beiden, die Schlösser schnappten zurück, aber die Tür bewegte sich nicht. Unbeweglich hing sie in ihren Angeln. Er begriff, sie würde sich erst öffnen lasten, wenn alle sieben Schlüstel in seinem Besitz waren. ständigen Elemente de« deutschen Volkes, gleichviel, in welche« politische ober konfessionelle Lager sie gehören, sich hierin zu gemeinsamer Kampffront zulamyienlchließen. denn e« geht hier nicht um eine Parteiangclegenheit. sondern um eine solche des ganzen deutschen Dolke«. de« Staates, um Treu und Glauben, um Ehrlichkeit und Sauberkeit, um die Grundlagen einer eristenz- fähigen und berechtigten Volksgemeinschaft. Stirnen, Sport und Spiel. Deutscher Fußballsieg in Amsterdam. Das Olympische Fußballturnier. das am Pfingstsonntag begann, brachte folgende Ergebnisse: Am Psingstsonntag: Portugal — Ehilc 4:2 (2:2). Belgien — Luxemburg 5:3 (3:3). Am Pfingstmontag Deutschland — Schweiz 4:0 (2:0). Aegypten — Türkei 7:1 (5:0). Der Spielverlauf des Treffen« Deutschland — Schweiz war recht interessant. Deutschland hotte zwar meistens etwas mehr vom Spiel, aber immerhin sorgte die Schweiz durch öftere Vorstöße und zeitweise Sturm- und Drangperioden für andauernde Spannung. Aach den üblichen Tastversuchen kommt Deutschland langsam aber sicher in Front Zunächst gibt es nur Ecken, dann fällt auch bald das erste Tor durch Hofmann (Meerane). Großer Jubel im deutschen Block. Einige Eho cen werden versiebt und einige Angriffe der Schweiz abgeschlagen, als ausgerechnet Hornouer dann der Schütze des zweiten Tores ist. Allerdings erleichterte ihn der schweizerische Torwart dos Tor durch Herauslaufen. Mit 2:0 für Deut chland geht es in die Pause. Aach Seitenwechsel liegen zunächst die Schweizer wieder in Front, bringen aber das deutsche Tor nie ernstlich in Gefahr. Von den vielen Ehancen, die sich den deutschen Stürmern bieten, werden nur zwei ausgenutzt, und zwar wieder durch den 2H er an er Hofmann, der so das Endresultat auf 4:0 stellt. Der Sieg der Deutschen würd' natürlich ganz besonders vom deutschen Block begeistert ausgenommen, unsere Kolonie erhob sich von den Plätzen und singt dos Deutschlandlied. Deutschland. Dritter im olympischen Hockeyturnier. Amsterdam, 26. Mai. (WTD.) Bei prächtigem Sonnenwetter begann heute nachmittag im olympischen Stadion vor annähernd 40 003 Zuschauern der erste Endkampf im olympischen H o ck e D t u r n i e r. die Begegnung Deutschland — Belgien. Dem Kampf wohnten zahlreiche Vertreter der Behörden sowie mehrere Mitglieder des Haager drplomatischen Korps, darunter der deutsche Gesandte Gras v. Zech. bei. Aach lebhaftem, spannendem Verlaus. bei dem die deutsche Mannschaft sich saft stets überlegen zeigte, siegte die deutsche Mannschaft vollkommen verdient 3:0 (1:0). Deutschland belegt somit den dritten Platz im Amsterdamer olympischen Hockeyturnier hinter Indien und Holland. Der Jußballsport an den Feiertagen. westdeutsche Gesellschaftsspiele. Sonntag: Mülheimer Spv. — F. E Hilversum 4:1. Iura Kassel — Schwarz-Weiß Barmen 3:2. Montag: Kölner D. C. — Hamburger S. D. 1:7. Süddeutschland. Sonntag: Rot-Weiß Frankfurt — Borufsia Neunkirchen 8:3. F. S. V. Frankfurt — Admira Wien (Amateur- elf) 2:3. Hertha B. S. E. — Duisburger S. D. 5:1. V. f. L. Neu-Isenburg — 1. F. E. Nürnberg 0:3. Stuttgarter Kickers — Tennis Borussia Berlin 8:2. Wormatia Worms — Sp. Vgg. 07 Koln-Sülz 7:1. Union Frankfurt — F. E. 93 Hanau 3:1. Sportfreunde Frankfurt — Phönix Mannheim 3:2. Montag: Union Niederrad — 1. F. E. Nürnberg 4:1. Karlsruher F. D. — Tennis Borussia Berlin 1:1. Nun schob er die Platte zurück und betrachtete die Kammer. Ein langes Fach war in die Seitenwand des Felsens gehauen. Dort hatte wahrscheinlich der Sarg gestanden, der die sterblichen lieber- reft? des großen Sünders barg. Aber er mußte in der Feuchtigkeit der Kruft schnell zerfallen fein. Denn die Felsenlade war leer, nur eine Staubschicht haftete am Boden. Dick steckte die beiden Schlüstel ein und stieg langsam und nachdenklich die von Nässe überronne- nen Stufen hinauf. Aber der erste Blick, den er ins Freie warf, trieb ihm das Blut in jäher Wallung zum Herzen. Dicht vor dem Eingang zu den Katakomben lag der Zylinder, den er vorhin im Grase des Walddickichts entdeckt hatte. So lauerte sein unmenschlicher Gegner also immer noch zwischen den Büschen, lauerte tückisch wie ein Panther, der imstande ist, sein Opfer stundenlang zu umschleichen, bis er sich zum mörderischen Sprunge entschließt. Dick war tapfer bis in die Wurzeln seines Wesens, jetzt aber kroch ihm ein eisiges Gefühl des Schreckens durch alle Adern. Er hob den schweren Zylinder mit Anstrengung auf und trug ihn bis zum Waldessaum. Dort warf er ihn keuchend nieder. Dann stand er einen Moment und blickte starr in das Dickicht. Alle seine Instinkte hetzten ihn zur Flucht. Panik übenoältigte ihn, am liebsten wäre er um sein Leben gerannt. Aber er zwang sich, aus- zuharren, wo er war. Mit eiserner Kraft schulte er feine Nerven, bog mit Händen, in denen aller Tastsinn gestorben schien, die Zweige auseinander, und erst, als fein Blick sich vergewissert hatte, daß fein unsichtbarer Verfolger sich nirgendwo am Waldrand verbarg, schlug er den Weg ein, der zum Herrenhaus hinführie. Er ging sehr ruhig und gemessen. Er drehte sich nichl um. Mer er hatte die Zähne aufeinandergepreßt, die Hände geballt, und feine gesammelte Energie konzentrierte sich darauf, auch nicht das kleinste, knackende Geräusch im Walde zu überhören. Mit einem Gefühl tieffter Erleichterung sah er das flache Tal vor sich liegen, und als das Schloß austauchte, übersah er die falte Strenge feines Stils und fand es beinahe schön. Die wilde Bosheit feines unheimlichen Gegners, die Hartnäckigkeit, mit der er ihm nachstellte, ohne seiner Verwundung zu achten, der Todesernst feines D. f R. Heilbronn — Sp Vgg. 07 Köln-Sülz 0:1. Hertha B. S. E. Berlin — Admira Wien 3:0. F. S. 23. Frankfurt — Duisburger S. 23. 1:5; 23. f. B. Stuttgart — Stuttgarter «portfreunde 3:1. Der deutsche Meister im Mainqebiet. B. f. C. Jlcu-3|cnburg — 1. J. C. Nürnberg 0:3 (0:1). Der 1. F. E. Nürnberg mußte seine Pfingstreise nach Frankfurter Gebiet selbstredend ohne die in Amsterdam weilenden Spieler Stu hl saut, Kalb, Schmidt II. und Reininann ausführen. Dos mag — aber nur teilweise — als Entschuldigung dienen für das sportliche Fiasko, mit dem die Reife des deutschen Meisters nach dem Maingebiet verknüpft war. Uebcr dieses Fiasko täuscht auch der zahlenmäßige Sieg des Klubs über den 23. f. L Neu-Isenburg nicht hinweg, denn dieser Sieg war glücklich errungen und entsprach keineswegs dem Spirioerlauf, der die Isenburger, deren Mannschaft heute in tadelloser Form war, im Feldspiel meistens, überlegen sah. Die Hessen hatten jedoch mit zahlreichen Schüssen sehr viel Pech und muhten somit als Auftakt ihrer Iubi- läumswoche eine durchaus unverdiente Niederlage mit 0:3 Toren hinnehmen. Union Niederrod — 1. J. C. Nürnberg 4:1 (1:1). Am Pfingstmontag wurde der riesige Formrückgang der deutschen Meisterschaftsol eklatant unter Beweis gestellt. Der 1. F. E. Nürnberg verlor gegen Union Aiederrad mit 1:4 Toren. Aicht einmal der Höhe nach war die Aiederlage unverdient, denn während die Aiederräder ein einheitliches Mannschastsbi d boten und mit Feuereifer spielten, vermochten die Bayern nur ganz selten zu erwärmen. Die 1500 Zuschauer, die den Platz umsäumten, erlebten auf alle Fälle eine riesige Enttäuschung. Bei den Aürnbergernzeigte nur der Verteidiger Popp, daß diese Mannschaft einmal Klassespieler besessen hatte Alle übrigen kamen nie über das Aiveau von Kreis- ligaspiclern hinaus. Die Tore für Union Aiederrad schossen Schneider. Dussek, Sigwart und W i n t e r st e i n. Der einzige Treffer für Aürnberg entstand au« einem unglücklichen Selbsttor des Aiederräder Torwächters. Deutscher Arbeiter-Jußballsieg in Paris Im Pariser Pershing-Stadion trafen am Pfingstsonntag eine deutsche und eine französische A r • beiter-Fußballändermannfchaft aufeinander. Die deutsch? Elf erwies sich überraschend hoch überlegen und schlug die Franzosen mit 6:1 (1:0). Die deutsche OaviSpokalmannschast. Als Vertreter des Deutschen Tennisbundes in der Davispokalrunde Deutschland — England vom 7. bis 9. Juni in Edgebast bei Bir- rningharn hat der Deutsche Tennisbund Froitzheim, Dr. H. Kleinschroth, Moldenhauer und P r e n n benannt. Dr. Kleinschroth hat bereits die Reise nach England über Paris angetreten, am Mittwoch folgen die übrigen Teilnehmer. Um die Deutschen an Ort und Stelle zu trainieren, begleitet der bekannte Trainer Roman W a j u ch die Spieler. Die Zusammensetzung für das Doppelspiel erfolgt nach dortigen Trainingsergebnissen. Olympiaausscheidungskämpfe des Deutschen Fechterbundes. Pfingstsomstag und an den beiden Psingst- seiertagen fanden in Frankfurt im Hause der Fechter die Olympiaausscheidungskämpfe des Deu tschen Fechterbunde« statt. Zu Beginn wurde einstimmig beschlossen, den deutschen Meister in allen drei Fechtarten, Erwin E a « m i r - Frankfurt, von den Ausscheidungskämpfen zu befreien und als ersten Der- mörderischen Willens, hoben ihn über die menschliche Sphäre hinauf. Es mußte ein Dämon, ein Besessener sein, ein Wesen, für das es Gut und Böse nicht gab. Der Besuch der Totengruft, die Entdeckung der Tür mit den sieben Schlossern, die doch ganz offenbar nur Staub verborg, hätte ihm um ein Haar sein Leben gekostet, sein Leben und Sybils. Bei diesem Gedanken erschauderte er. Und doch schien alles unwirklich und jenseitig gleich dem verworrenen Geschlinge eines Haschischtraums. Dick hatte das Gefühl, als müsse er jeden Augenblick erwachen, um kopfschüttelnd die wilden Ausgeburten seines Hirns zu belächeln. Nur einmal in feinem Leben hatte er sich außerhalb der Welt greifbarer Verbrechern befunden. Das war in Toronto gewesen, wo eine Reihe unbegreiflicher Katastrophen die Stadt bis in ihre Tiefen erschüttert hatte. Damals war er zum ersten Mal dem intelligenten Verbrecher begegnet, der, böse von Grund auf, in seine eigene Bosheit verliebt ist. Er hätte ihn nimmer gefaßt, wenn er sich nicht schließlich aus Lebensüberdruß selbst verraten hätte. Der gewöhnliche Verbrecher ist gewalttätig oder verschlagen, entnervt oder gefühllos. Genußsucht treibt ihn zum Verbrechen. Zu bequem oder zu unbegabt, sich das Wohlleben, das er ersehnt, durch Talente und Fleiß zu erringen, einer fortgesetzten (Energiefpannung nicht fähig, lebt er als Parasit von dem Erarbeiteten anderer. Er ist schnell in der Bewegung, vielleicht auch gewandt im Erfassen der Situation, aber er ist ohne Phantasie. Der dämonische Verbrecher, der nach den Gütern des Lebens nicht fragt, den das Verbrechen als solches in feinen Bann zieht, den Machthunger ober gar tief gesättigter Menschenhaß treibt, ist überlegen durch seine hochentwickelte Phantasie. Er versteht sich in die Gedankengänge feiner Häscher zu versetzen und beugt ihren Maßregeln vor. Sehr oft liegen feine Verbrechen außerhalb oller Gesetze ober auf einer Linie, die jeden Erfoh- rungsfreis durchbricht. Dick wußte jetzt, daß er im Kampf mit gleichwer- tigen Intelligenzen lag und daß er mit gewöhnlichen Mitteln nie zum Ziel kommen würde. Er konnte nur auf die Gerechtigkeit des Schicksals hoffen, die früher oder später jeden Schädling erreicht. troter für Amsterdam aufzuftellen. Dann wurden die übrigen Teilnehmer für die Fahrt nach Amsterdam ermittelt: Florett: 1. Gazzcra- Offenbach. 2. Julius Thomson. 3. Löffler. 4. He im. h. Moo «. Degen: 1. Halberstadt. 2. Gazzera, 3. Fischer. 4. Jack. 5. Berthold. Säbel: Hans Thomson. 2. Halberstadt, 3. MooS. 4. Sommer. 5. Weidlich. Domen. 1. Helene M e y e r - O«senbach. 2. Frau Oe Iker«. 3. Frau Sondhe im, 4. Frau Hartmann. 5. Frau Bihlmann. Heinrich von Opel f. Der Mitinhaber und Generaldirektor der Opelwerke In Rüsselsheim, Kommerzienrat Dr.-Ing. Heinrich von Opel, ist in der Rocht zum Samstag infolge eines am Vortage erlittenen Schlaganfalles gestorben. Der Verstorbene hatte cud) als aktiver Sportsmann einen Namen von gutem Klang und großer Bedeutung. Besonderes Interesse widmete er dem Pferdesport au. Er unterhielt seit dem Jahre 1912 einen Rennstall und betrieb auch in seinem Gestüt Westerberg bei Ober-Ingel- heim am Rhein die Vollblutzuchte in größerem Maße. Als Deckhengst war dort der frühere Oppen- heimsche Marmor aufgestellt, desien Produkte nicht ganz den Erwartungen entsprachen. Immerhin roa- ren dem passionierten Herrn von Opel auf allen deutschen Rennbahnen zahlreiche Erfolge beschleden. Radrennen im Frankfurter öfoOicn. Den Kleinen Stadtwaldpreis im Frankfurter Stadion am Pfingstmontag über 60 Kilometer errang E h r i ft m a n n (Franlsurt) vor Rommel (480 Meter zurück). Im Großen Stadtwaldpreis über 100 Kilometer belegte Saidow den ersten Platz vor M a r o n i e r (1590 Meter zurück). Vermischtes. Kamps mit einen Wahnsinnigen In der Luft. Eine neue Gefahr, die im Flugzeug hoch oben in der Luft drohen kann, wurde durch einen merkwürdigen Vorfall offenbar, der sich vor kurzem in den Vereinigten Staaten ereignete. Ein Flugzeugführer Harry Anderson hatte sich in einer Höhe von 2000 Fuß gegen einen wahnsinnigen Passagier zu verteidigen. Die Bewohnar von Pontiac im Staate Michigan beobachteten in der Abenddämmerung ein Flugzeug, daS sich langsam näherte, sich plötzlich zu drehen begann, herunterstürzte, dann aufgehalten wurde und daraufhin einige 100 Meter tief herabfauste. Die Maschine bohrte sich in den Boden ein und zertrümmerte. Die beiden Männer, die sich in dem Flugzeug befanden, waren ziemlich verletzt, aber nicht tödlich: man hofft, daß sich beide wieder erholen werden. Der Führer Anderson konnte erzählen, was vorgefallen war, bevor er auf den Operattonstisch gelegt wurde, um wegen eines Schädelbruchs operiert zu werden. Er war von einem Mann namens Harry Frechette gemietet worden, um ihn von Avseville im Staate Michigan nach dem Erholungsort Pvntiak, 40 Kilometer von Detroit entfernt, zu bringen. Die Fahrt ging glücklich vonstatten, aber als sie sich der Stadt näherten und gerade über dem IrrenhauS von Ponttak schwebten, bemerkte der Führer plötzlich eine Bewegung hinter sich. EP tn^bte den Kops um und hatte gerade noch Zeit, dem ersten Schlage auszuweichen, den der Wahnsinnige mit einem schweren Hammer gegen ihn führte. Gr versuchte, den Apparat mit einer Hand zu steuern und sich mit der andern gegen die wütenden Hammerschläge zu schützen, die auf ihn niedersausten. „Ich muß wohl wenigstens eine Minute bewußtlos gewesen sein", erzählte er, „denn als ich wieder zu mir kam, befanden wir uns in vollem Absturz. Ich konnte nur noch den Apparat wieder herumreißen und den Aufprall dämpfen, dann stürzten wir nieder." Anderson war mehr durch den Hammer seines gefährlichen Pasiagiers als durch den Fall verletzt, er hatte durch die Hammerschläge einen Schädelbruch erlitten, während ihm beim Sturz nur einige Zähne ausgebrochen waren. Frechette verweigerte jede Auskunft: er wurde in« Gefängnis gebracht, um nach der Heilung von feinen Verletzungen auf feinen Geisteszustand untersucht zu werden. Er war bis auf die Haut durchnäßt, als er das Haus erreichte. Kleine Bäche rannen an ihm herab. Trotzdem wollte er von einem weiteren Aufenthalt nichts wißen, und Sybil mußte sich ihm fügen. „Haben Sie nach dem geheimnisvollen Wald- schrat gesucht? Ich denke, er war nur ein Gespenst Ihrer Einbildung?" fragte Havelock, der seinen Gleichmut vollkommen wiedergefunden hatte. „Nicht ganz", sagte Dick. „Seine Spuren habe ich gefunden, ihn selber nicht." „Ob er verwundet war?" wollte Sybil wissen, und ihre Stimme war voller Teilnahme. „Schwer keinesfalls", beruhigte sie Dick. .Höchstens kann ihn meine Kugel gestreift haben." »hätten Sie ihn doch umgebracht," sagte Havelock mit jäher Vehemenz, „dann gäbe es sicher einen Bösewicht weniger auf der Welt." Er hatte sich einen Radmantel vom Verwalter geborgt. In feine Ecke gedrückt, schloß er erschöpft die Augen und wachte nicht eher auf, als bis das Auto vor feinem Haufe hielt. Das Gewitter hatte sich verzogen, aber das Wetter war umgeschlagen. Die Luft war grau und kühl. Sybil machte sich Gedanken, ihn zu dem mißglückten Ausflug verleitet zu haben und entschuldigte sich lebhaft bei ihm. Er wehrte gutmütig ab. „Sehen Sie sich Mr. Martin an," sagte er, „an ihm ist kein trockener Faden. Ich habe es unter diesem Mantel noch verhältnismäßig ganz warm gehabt. Ueberöies ist es ganz gut, daß ich mich mit eigenen Augen von den dunklen Machenschaften überzeugt habe, die augenscheinlich im Gange find: nur fürchte ich, was wir sahen, ist nichts, verglichen mit dem, was unseren Blicken entging." „Mein Gott," sagte Sybil leise, „Sie machen mir Angst. Havelock schüttelte den Kopf. „Das will ich nicht, Miß Lansdown, aber wenn mich nicht alles täuscht, ist unserem gemeinsamen Freunde —" er sah Dick an, der die Hand unbewegt am Steuer hielt — „eine sehr bedenkliche Entdeckung gelungen." Er nickte ihr zu, reichte beiden die Hand und elfte rasch ins Haus. (Fortsetzung folgt) Ul.»7 112.M U4,I5 10.5X3 a.wu -*0. k'l I.IWU 16.4t -iV.LL 6* 93 l.to* ^.504* 6kl> nflr l.Mr «t.iv.' Ul.M 111.»4 u.Mö ii.toi .-ti. 384 I.I7W 16.42 «0.34 •mjv i.w 305 88.83 1.944 >M.A5 111.88 112.01 IU.H Ban! tisuimet*. un» laruiU. u. Sia> XrtA#Mnl 11.413 *41; * 5... -L C = 1 g II: km 8r»^ = s® U? .-s tijSC; iH£ £*=<« 8|iP hty, lifir äcMl «int höchsten Schlachtwerts 50 bis 55, sonstige schige oder ausgemästete 46 bis 49; Lühe: oollfleischigc, höchsten «chlachtwerts 46 bi« vollflel- jüngere, 51, fon« bis 45, bis 35; unterstützten den Dirigenten nach Kräften. DaS Orchester des Staatstheaters, Ehöre des Thea ers und umliegender Städte, sowie die rühmlichst bekannte Houesche Madrigalvereinigung aus Stuttgart halfen zu einem anerkannten Erfolg. K. V. Letzte Nachrichten. Ein verspätetes Geständnis. Wiesbaden, 29. Mai. (WTB. Junkspruch.) Durch dos Geständnis eines englischen Soldaten ist jetzt wieder der bisher unaufgeklärte Brand eines einem Ober ft en der englischen Besät- zungstruppengehörende» Auto aufae- klärt worden. Der Wogen war seinerzeit oerlolsea und in glommen stehend aus offener Landstraße aufgesunden worden. Wie «• sich jetzt herousstellt, hatte der Soldat den Wogen ;u einer B e r g n ü g u n g s s a h r t benutzt, ober kein Wasser im Kühler aufgefüllt, fe daß schließlich der Motor in Brand geriet. Bislang war hinter der Angelegenheit immer ein deutscher Sabotageakt vermutet worden. auch „Thema. Bariationen und Finale" des zu früh verstorbenen Ä. Prohaska hervor, ein durchaus zwingendes Orchesterstück. Anzahl prominenter Solisten, Ha ve mann, Eden, Leonard, Dierols. Schetz u. a. rischen Eigenkraft ist bei Wilhelm WeiSmann zu finden, der in Madrigalen aus Walter von der Vogelwcide der Holleschen Madrigalvereinigung Möglichkeit zu höchster Klansentfaltung gab. Starken Eindruck mochte Hindemiths Bratlchenkonzert. Hindeinith, selbst ein Bratschen- meister ersten Ranges, konnte das Werk mit unerhörtem Schwung dem gespannten Musiker einleuchtend gestalten Ein mächtiges Echo rief der Geschäftstätigkeit seit der Jahreswende die anhaltend hohe Inanspruchnahme des Wechselkredits notwendig gemacht haben. Bereits in einem früh.»en Bericht hat dos Institut darauf hingewiesen. daß der Zahlungseingang in vielen Industrien schleppender geworden ist. eine Tat- 'ache. die mit der geschilderten Entwicklung durchaus in Llebereinstimmuna gebracht werden kann. Zugleich ist auch die Konkurszahl im Handel stärker gestiegen als in der Industrie. Die Deichättigung war Ende April (unter Ausschaltung der Saisongewerbe) in den Produktionsmittelindustrien um 1.5 Prozent, in den Derbrauchsgüterindustrien dagegen um 6.1 Prozent niedriger als während des Höchststandes Ende Oktober 1927. Anscheinend wird der Geschäftsgang in den Produktionsmittelindustrien gegenwärtig weniger durch d'.e Lagervorräte beeinflußt als in den Derbrauchsgüterindustrien, die eben nicht vermöge eines größeren Gigenlapitals auf Anleihe- oder Bankkredit zurückgreisen können. Daher fiel auch in den Derbrauchsgüterindustrien der Aükgang in der Beschäftigung mit der Beendigung der Lagerautfüllung zusammen. Besonders in der Textilindustrie zeigt sich die hemmende Wirkung der vorhandenen Lagervorräte auf die Auftragserteilung seitens des Handels insofern. als der Auftragseingang bei den Werken nur zögernd erfolgt, wie überhaupt üt der Tertil- inbufttle sich der seit Oktober vorigen Jahres andauernde Rückgang fortgesetzt hat. In den Produktionsmittelindustrien ist die trotz hoher Beschäftigung eingetretene beträchtliche Ausdehnung der Kurzarbeit auffällig. Wirtschaft. Zur Lage der deutschen Wirtschaft. In dem Dirtschastsbericht der Commerz- und Privot-Bant A.-G. wird u. a. ausgelührt, dah die Signatur der deutschen Wirtschaftslage im Wai im ganzen in einem leichten Rückgang der Inlandkonjunktur und in einer verhältnismäßigen Belebung der Ex- Porttätigkeit bestehL Roch ist im großen und ganzen die deutsche Industrie in ihren verschiedenen Zweigen auch für das Inland rege tätig, da noch immer Bestände an Aufträgen vorlieaen. Inländische Reuausträge lassen aber nach, hingegen gelang es vielfach, vermehrte Aus- landorders hereinzuholen, so dah man wohl vorwiegend auch für die nächste Zeit mit einem im ganzen günstigen Geschäftsgang rechnen darf. Bezeichnend ist die Tatsache, dah die deutsche Maschinenausfuhr im ersten Quartal 1928 um 30 Proz. Über dem Export in der gleichen Zeit des Dorjahres gelegen hat. Dieselbe Tendenz ergibt sich auch bei der deutschen Automobilsabrikatwn und aus den Berichten der Montanindustrie. Auch aus der Textilindustrie wird ein teilweiser leichter Rückgang der Kunjunktur gemeldet. Andererseits zeigt sich aber in der Clekbrizitätsindustrie. in der Zellstoff- und Kunstseidenbranche, in der groben chemischen Industrie eine unvermindert günstige GeschästStätiakAt. Auch die Absatzverhältnisse bei der Kali-Industrie gestalten sich günstig. Verband der hessischen tandwirtschast' lichen Genossenschaften. Der Jahresbericht des Derbandsdirettors liegt nunmehr vor. Hiernach hat dieser weitaus größte in Hessen bestehende Revisionsverband auch im abgelaufenen Jahre eine beachtliche Stärkung sowohl nach innen wie nach außen erfahren, Die allgemeinen wirtschaftlichen Derhält- nisse aus dem Lande bedingten eine besonders intensive Organisationstätigkeit in der Richtung der genossenschastlichen Erfassung und Verwer- tung der Erzeugnisse. Die Gruppen der Molkerei- und Milchavsahgenofsenschaften. sowie Obst- und Gemüsevcrwertungsgenossenschasten haben demzufolge eine erheblicye Ausdehiung erfahren, int übrigen konnte» die angeschlossenen 445 Kreditgenossenschaften sowie auch die 330 Bezugs- und Absatzgenossenschaften in 1927 eine zufriedenstellende Geschäftstätigkeit entfalten. Besonders erfreulich ist der geschäftliche Ausbau der genossenschaftlichen Dorfbanken, an denen alle ländlichen Berufsstände, Landwirte, Gewerbetreibende, Arbeiter und Beamte beteiligt sind. Die Entwicklung der Dresche, Winzer- und Baugenossenschaften war je nach der wirtschaftlichen Lage des Arbeitsgebiets verschieden, im groben ganzen kann man aber auch hier eine stetige Weiterbildung jeststcllen., Die Gesa ntzahl der dem 'Verband angeschlossenen Genossenschaften hat die Zahl 1000 überstiegen und betrug am 31. Dezember 1927 1006 Genossenschaften gegen 987 im Dorjahre. Der diesjährige Derbandstag findet im Juni in Darmstadt statt. Zuvor werden die Zentralgeschäftsanstalten, die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft und die Landesgenossenfchaftsbank, ihre ordentlichen Generalversammlungen abhalten. Der in den hessischen Genossenschastskreisen besten- bekannte Professor Dr. Beckmann- Bonn hat einen Dortrag über die .Ausgaben der Geld- und Warengenossenschasten bei der Ueber- ■ Windung der landwirtschaftlichen Krisis" angekündigt, der eine besondere Anziehungskraft aus- I üben wird. i Rückgang der Wechselziehungen. . Die Wechselziehungen sind, wie das Institut für Konjunkturforschung in seinem neuesten Wochenbericht feststellt, im April auf 4126 Mill. Mt. gegen 4663 Mill. Wk. im März zurückgegangen. Dieser Rückgang dürfte in der Hauptsache saisonmähig zu erklären sein, da im März regelmäßig eine starke Steigerung der Wechselziehungen im April von einem Rückgang abgelöst wird. Somit ergibt sich, dah seit Februar die Bewegung der Wechselziehungen fast ausschliehlich von Saisonschwankungen beeinfluht worden zu sein scheint. Der Wechselumlauf ist durch die umfangreichen Wechselziehungen im Monat März nach wie vor sehr groh. Das Institut für Konjunkturforschung folgert daraus, dah in den im besonderen Mähe auf Wechselkredit angewiesenen Kreisen der Wirtschaft die Anspannung der Betriebskapitalien unvermindert anhält. Es wäre denkbar, dah die großen Lagervorräte in Verbindung mit den immer noch steigenden Preßen zu einer gewissen Illiquidität einzelner Teile des Handels geführt und fo trotz der zum Teil allerdings saisonmahigen Senkung Zusammenhang mit dem heutigen Liquidationstag noch herauskommende Prämienware wurde verhältnismäßig leicht aufgenommen. Die Um- satztätigteit war gering, da die Auslandorders offenbar nachgelassen haben. Bei der ersten Dotierung war die Kursentwicklung vollkommen uneinheitlich Am Elektromarkt lagen Siemens 2,5 und Bergmann 1,5 v. H schwächer, während Gessürel 1,5 v. H., Felten 2,5 v. H. und Licht & Kraft 3,5 vom Hundert anziehen lonnten. Am Ehemiemarkt holten I. - G. > F a r b e n den durch den Dividendeabschlag begründeten Kursrückgang teilweise wieder aus. Scheideanstalt eröffneten 3 v. H. höher. Th. Goldschmidt waren 1,40 v. H. gedrückt. Montanwerte lagen fast geschästs- los. Mannesmann gaben 2 v. H. und R h e i n st a h l 2.25 v. H. nach. Am Banken- markt verloren R e i ch s b a n l 2,75 v. H Z e 11- ft off Waldhof eröffneten 1,75 v. H niedriger. Don den Bauunternehmungen waren Wayh & FreYtag stärker gefragt und 5.5 v. H. erhöht. Holzmann jedoch 1,5 v. schwächer. Schiffahrtswerte waren wenig verändert. Deutsche Anleihen, besonders Ablösung ohne Auslosungsrechte, lagen etwas fester. Ausländische Renten ftill. 3m Verlaufe blieb die Tendenz still. Auch der Handel per Medio war gering. Etwas gefragt waren AEG. die 1,75 v. H gewannen. Geld war im Zusammenhang mit dem Ultimo gesucht. Tagesgeld 7.75 v. H, Geld bis Medig 7,5 bis 8,5 v. H. Arn Devisenmarkt konnte die Mark einen neuen Höchstkurs erreichen. Man nannte Peichsmark gegen Dollar 4,1740, gegen Psund 20.390. London-Kabel 4,88325. Paris 124,02, Mailand 92,65, Madrid 29,15. Holland 12,0975. «ArriiiK Zorie. Berlin, 29. Mai. Obwohl seit der letzten offiziellen Börse vier Tage verflossen sind, hat sich in der Zwischenzeit nicht sehr viel ereignet, was für die Tendenz von Bedeutung sein könnte. Der inzwischen erschienene Reichsbankausweis war nicht schlecht. Heute vormittag war man noch auf die schwache Reuyorker Börse zu Abgaben bereit, zumal man für den heutigen Liquidationstag noch mit einigen Ultimoglattstellungen rechnete. In der Tat machte sich heute der ßiquibtionstatt, wie immer, störend bemerkbar, doch hält man jetzt die Störung für erledigt. Es fehlten neue Orders aus der Provinz, das Ausland kauft anscheinend weiter Für Spezialwerte war wieder einiges Interesse festzustellen, überhaupt war die Grundstimmung zu Beginn der Börse nicht unfreundlich. Die Abweichungen gegen die Freitagsschlußkurse sind im allgemeinen nicht groß und gehen nur bei Spezialwerten über 2 o. f). hinaus. Höher sind C habe akti en plus 4 Mk., VoigtL-Haess- ner plus 15 o. H., dagegen R e i ch s b a n k und Schlesische 6. - Gas, Siemens, Berger, R. A. G., Spritwerle, Deutsche Atlantische, Polyphon und Tietz 4 bis 6 v. H. niedriger. I.-G.- Farben und Karstadt werden ab heute exklusive Dividende gehandelt. Deutsche Anleihen fester. Ausländer ruhig. Mexikaner bis 1 o. H. höher. Der P f a n d b r i e f m a r k t ist bei stillem Geschäft uneinheitlich. Geld war im Zusammenbang mit dem Ultimo teurer. Tägliches Geld 5,5 vis 7 o. H. Monatsgeld 7,5 bis 8,5 o. H. Warenwechsel ohne Umsatz, (etwa 7 o. H. und darüber.) Auch im Verlaufe ist die Tendenz bei kleinsten Umsätzen sehr still. Banken, Schiffahrtswerte, Elek- tropapiere und Farben lagen bevorzugt und wurden im Verlaufe eher fester, ohne daß auch hier das Geschäft lebhaftere Formen annehmen konnte. Später neigten die Kurse allgemein wieder zur Schwäche. Man wollte einige Großbanken als Ab- nehmer bemerken. frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 29. Mai Auch nach den Feiertagen zeigte der Frankfurter Produktenmarkt ein unveränderlich ruhiges Bild, geringe Kauflust, äußerste Vorsicht der Händler ließen nur ganz geringe Umsätze zustande kommen. Die Prei^ sind bei ruhiger Tendenz behauptet. Cs wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs. 26,50; Roggen 28 bis 28,75; inl. Hafer 28 bis 28,50; Mais (gelb) für Futterzwecke 23; MaiS (gelb) für andere Zwecke 25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38 bis 29.25; Roggenmehl 39,50 bis 40; Weizen- kleie 15; Roggenkleie 17,50 bis 17,75 Mark. Tendenz: ruhiger Frankfurter Schlachtviehmarkt. F r a n k f u r t a. M., 29. Mai. Auftrieb: Rinder 1198 Stuck; darunter Ochsen 337, Bullen 71, Kühe 452. Färsen 338; Kälber 538, Schafe 65, Schweine 5665. Rinder. Ochsen: vollsleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 57 bis 61, ältere 53 bis 56, sonstige vollfleischige jüngere 50 bis 52, ältere 44 bis 49; Bullen: jüngere, vollfleichigc. * Die amtliche Großhandelsindex. Ziffer. Die auf den Stichtag des 23. Mai berechnete Großhandelsmdexziffcr des statistischen Rcichsarnts hat sich gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. H. auf 141,6 (141,0) erhöh». Von den Hauptgruppen ist die Indexziffer der Agrarstofse um 1,0 v. 5). auf 137,1 (135,7) gestiegen, wahrend die Indexziffern für industrielle Rohstoffe und Halbwaren und für industrielle Fertigwaren je um 0,1 v. H. auf 135,3 (135,2) und auf 158,6 (158,5) angezogen haben. 1 Einführung der I.-G.-Farben- Aktien an der Aeuyorker Börse beabsichtigt. Wie die ., Franks. Ztg." erfährt, dürften die Aktien der I.-G -Farbenindustrie zu den ersten deutschen Wertpapieren zählen, die für die Einführung an der Aeuyorker Börse in Betracht kommen. Zs habe darüber zeitlich zusammenfallend mit der letzten Generalversammlung eine Fühlungnahme stattgefunden. * Deutscher Ereditverein A. - D Die am 19. Juli stattfiudende Generalversammlung her Deutscher Ereditverein A.-G. in Berlin hat über die Umwandlung sämtlicher Aamensaklien in Inhaberaktien, über die Gleichstellung der Dorzugs-Mex mit den übrigen Aktien und über die Erb ung des Grundkapitals um bis zu acht Mi'lionen Mark Beschluß zu fassen. * 25-Millionen-Dollar-Anleihe der Deutschen L a n d e s b a n k e n zentrale. Die Deutsche Landesbankenzentrale hat die zur Konsolidierung landwirtschaftlicher Kredite bestimmte Anleihe von 25 Millionen Dollar (die sog. Umschuldungsanleihe) abgeschlossen. Die Quoten der einzelnen Banken sind im Einvernehmen mit den zuständigen Ministerien festgesetzt worden. Der weitaus größte Anteil von mehr als 30 Millionen Mark entfällt auf Ostpreußen. Der Auszahlungskurs des Gin- zeldarlehens an den Landwirt wird etwas über 93 Prozent betragen. Einschließlich des von den Instituten zu erhebenden laufenden Derwal- tungskostenbeitrages ergibt sich hiernach eine Effektivverzinfung von etwa 7.9 Prozent. Der jährliche Tilgungssah beträgt 1.15, so dah die gesamt« Effektivbelastung an Zinsen und Tilgung rund 9 Proz. für den Landwirt ausmacht. Da die auf die einzelnen Provinzen entfallenden Quoten im Derhältnis zu dem Kreditbedarf klein sind, wird auch nur ein kleiner Teil von Kreditanträgen berücksichtigt werden können. Die Weiterführung der durch die Aufnahme der Anleihe eingeleiteten Kreditaktion erfolgt im übrigen nach Maßgabe der vom Reichser-näh- rungsministerium gegebenen Richtlinien vom 3. Mai 1928. Frankfurter Börse. Frankfurt, 29. Mai. Tendenz: Zurückhaltend. Rach den Feiertagen kam das Geschäft an der Effektenbörse nur außerordentlich zögernd in Gang. Die Stimmung war allgemein zurückhaltend und lustlos. Derftimmend wirkte vor allem die gestrige schwache Börse in Aeuyork, während andererseits die Tendenz eine Stutze erhielt durch die relativ günstigen Mo- natsberichte der Deutschen Bant und der Commerzbank. Die Ultimoliquidation bereitete keine größeren Schwierigleiten und die im beste Mast- und caugtäibcr 75 dis 80. mittlere Mast- und Saugkälber 70 dis 74, geringe Kalber 6ü bis 6M. Schweine. Fellschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 58 dis 62, oollfieischlo» Schwen« von etwa 240 bis 300 Pfund Lebend' gewicht 60 dis 63, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 6»> bis 64, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 62 bis 65. fleischige Schweine non etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 55 bis 60, Sauen 48 bis 55. Marktoerlauf: Rinder ruhig. Ueberftanb. Schweine ruhig, großer lieber- stand. Kälber mäßig-rege, ausverkauft. Fette Schweine oernachläsfigt. Kunst und Wissenschaft. Das Schweriner Wusikfest bt* Deutschen Musikverein-. Der von Liszt »ns Leben gerufene Deutsche Musikverein hatte in diesem Jahre die deutsche Musikwelt nach Schwerin gerufen, um hier den Querschnitt des heutigen Musikschaffens einer größeren kritischen Gemeind« zur Begutachtung zu übergeben. Wie so oft bei derartigen Veranstaltungen erdrückt« dir Quantität der Darbietungen — qualitativ recht ungleichwertig — die Musikempfänglichkeit der Teilnehmer. Pros. Willibald Kaehler, der einheimische Generalmusikdirektor, teilte sich mit Gerhard o. Keuh- ler, Berthold Goldschmidt und Dr. Hugo Holle in die Leitung des Festes, und es ü>ar ihm möglich, allen äußeren Hemmungen zum Trotz die Leistungen auf beträchtlichem Riveau zu halten. Keuhler brachte feine ODur-Sym- phonie zu Gehör, zwar von philosophischen Ideen befrucht«», doch zu pathetisch. Der Komponist errang «tnen Achtungserfolg. Ganz anders geartet ist K. vom W o h 1 s u r t s Tripelsug« für großes Orchester, di« sich aus drei Themen aufbaut und in ihrer Kompliziertheit doch den inneren Grad der ilcbcrjeugung und Schöpferkraft verrät; Prof. K a e h t e r sorgte in feine« Interpretation für Genauigkeit und Stil. Der zweiten Orchesterdarbietung mit einem prächtigen Werke G Geierhaas, „Thema und Variationen für großes Orchester", ging «in geistvoller Vortrag des Münchener Kunsthistorikers Prvf. Wilhelm Pinder voraus, le taS Genera, ons- pr-vblem in der Kunstgeschichte auseinandersetzt«. Geteilten Eindruck hinterließen die beiden Kammermusiken; während in der ersten ein Trio von An ton Weber nicht überzeugen wollte, erregt« in der zweiten Kammermusik ein Quartett des bedeutenden G Raphael durch innere Vitalität und eigenen musikalifchen Rhythmus lebhaftes Interesse, auch durch den großzügigen Vortrag des Ha ve mann-Quartetts positiv beeinflußt. E was Pets.ml'ch«S von Monte.er schöpfe- füge oallilciichigc ober ausgemästete 41 fleischige 36 bis 40, gering genährte 28 Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts 59 bis 62, vollfleischige 53 bis 58, fleischige 46 bis 52. Kälber: Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter len Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt bekblofienen Dividend« an. — Reicbsbanldiskont 7 Prozent ^rarhhiet a. Ä -Berlin Schluß- 1-Ubr- S4.u&-| Huri | tbitaeg ftur* rturt fium Tamm: 25. * 29. * 25. 5 2» 5 ßHüiyv i't J'ämi......7 (5*. 5 l.’rt 159.5 157 oetdetder.- ‘icmetti .... 10 141 143 — — 4CUIM1 ......6 W — — • Vanh » ............10 161.75 16» ;Aul.6»4» UufenHutw .15 — -V 369 171 runweto ......i> -V >-•» 45 >28.5 Sc«. CÖlanöfloff...... — 713 713 ilemb.-iu ....... 14 * j‘> 4UI UHiUffi UMiOhoi..... " -4.5 »w 124.5 >32.» .’bchaheaburq . . 12 220 .*1)4 . .> 218,25 407 s-barlottcnbuiQec Kaiser ... 7 — — 131.75 133 > ^liKUtr l*ü-» . .....8 — * Wj N)ü 7. Tainitei i1. ..........0 Hl * 11135 m.25 112.5 lentan.........0 — — 50.5 Mi . toter werfe ft teuer......5 95 16.75 J5 3 »7.7- Zwtt'c.......1° • — 455 2*2.7.i ‘?lutoinoW ....... 0 * 06.2* 84.4.1 l rcuftein * ftonpri.....5 * — 146.9 138.9 tfevoijar) 5t.a ....... 6 ■e — IV 1.25 297 — itiiidltW«......6 71 71 5 68 tjniuier ...... 11 154 • 137.7* ....... 0 ■ d .iunjhon» ....... 4 * 91 .......8 — — - * 50 • 150 ^-loniUmcr ....... 8 70 6*.5 —— Stiert Union........8 UV. - 110.5 —* <4ti>r. WNhcr..... . 10 - tioial * Jurtiae? ...... 8 ISU 183 d Zütb. 8l-(M...... S 152.5 * 1*2.* oaoiuoua. sers'N. ' ________________ tkramSsikcOc flöten volländilche Molen . . , . ytnlienifdje flöten ...... «onveanche Notcn...... Dtutitfi Ccfttrr., i 100 Ärcmen Aumänilche Schwedische 'flöten ...... Schweller Violen....... vvoni'ch.' 'Arten....... Tschechoslowakische Roten . . Unaarifcbt Holen ■ - Devttcnmartl Berlin a. OL • • ft- «krlin « ö? ' 3» 3. Tatum Front«ur» a. M Schlnh- >-u(!r- « 5. i 2«. & 87,5 a.e.»........ . ■' M"' *1.6* ■lemmann ........1 Vrlehr. ütererungtu.....10 420 * 1 3 5 0 6 iM. 75 18.13 Udir uuo «uift..... 256.3 454 'n'ltcii « lÄnUteaume.....R iti 5 112.1 i. tSlrhr. llnt'nt..... V' 289 .‘öi. 5 iXimo. gteile, ^-rtlt .... 1“ iKDtlu. «l-’hr - *• •eduri. (Slef!r.......10 — 3 Pudert ......t* 409.7j rtcmciw 4 fal.'fe.....14 40 «53.j JO. 5 — Traarodte ......f 4 * iMnu uer 4 «e .....lrt — 1 — — Audeprt ......5 04 93 26 26 TeatidK ürböi ......6 119 138.9 4h,5 'vhtenet -temlvht«..... " w — — ^eueiUu-Oener ... s. 1» I. 4 Ul .25 t.H 1,85 ’3enei..........6 171 12.4 po->sch tfiit-n........h — 13.1* .Hie B-'gdm»........8 74 — ....................... 145 t» 146.75 U.5 12.6 *>rht WetielK"........« — ■ 'Pi.inne4r.iann ...... 8 158 135.5 — 'WaneMttr .....1 112 t*rteut Veoatf... 5 C8enmlcf. Slehweefr . « 113 170.9 ‘74 ■Bk-nir • 5Li tun «.5 213,5 fllt.'luvr.-v-‘6eii.....10 iov • 186. - :8O,. 165. 4* hc: :ge n . , . 1» 304*8^ mtfc • . - U) '"» — 173.6 1113.74 ‘71,4 167 n>8.5 1*' Ii*! . 1M .’n 416 < *11.5 •4 ii »M .....' 1 nu . ■> 1 Berlin 5d)tul; ‘infcng flut* Murt 125. 5. ' 29 5 1'30.7.1 I i'I 5 4J1.75 183.5 'M 143.1.5 <3. 1« Ul 7 4 HO 1*3 Ih5.. 169 .17 Ito 24. 314 2411* . «40.75 35. 166 162.75 »3.0 »1.75 139 L«*' »37.5 117.5 141 140,2' >75 i: «i6..'5 «53 273.5 65 15’4. J IjO.. 157 o r*. \ 11? 140.7• III « ill.4 101,7) 102. in> b. 99.3 HM 40 I6!> «i». .• 164 161 IV« •4. ja j 1-10 la «91.1» 401. J 1.16, j ff ' 13? ||>1. <5 I 4 ii Kat « Mat rank tun a-M ^chlud i-Uhr- fturo Aut« BeUrad . vudaoelt. ■ Bul arten Viflebee •onfLntiu, IU«. . . ttaiio b« UnuMft . flmft.-'Boit Buen-Ltrek rws Noiw ikovcnhagru eioduoin öelunarer*. Italien 2anhon- - ■ Sieuvort - • «art» . Schwei» .. e»a iea . 9"van - . tx Sattle» tnT. CeB abadX 4», M UM :. 14» ■ 3,O»j i.toi 17.»; 31.M 3.1*1 4.43* 1.176 i.rto 30.931 -e.N 7,144 i.W* 1.11* 17.to d.4» i.H S.416 ♦, Ito ».811 luulidie 1.781 *».e» 111.77 111,10 10.501 41, Mu 4U.J68 1.1730 16.43 Hl.44 U 71 LVto '.*01 >1,715 12.465 ?.349 7t.# 4,11* 17.33 Si8 SJ3* 4, IM 4.171 M.8M U.M4 7,UM X 17.17 »L»6 4.164 k.«r Tn: nm 25. ö. 29 5 *>% r> Mi.iJ’i.inlrtU > 19l*7 . "■ -.'in' .HN.'i £.ul» mit Äul 87-25 1 • * i < qt. ■?l"ic ,i . . .. । .. rt utelbpl. iui - 19.7 r t tot Vii V1 J. i’ t" > >• (.yp.-Banl üiou — .7.9 — HlkH I' I ' *6 — • J« : 4110V et' 1M1.. c r r lA oldere . **» — «,»>"o ~ eilen. n - - ixiuiifuttf .tutcUta ^ah't v. Jupom. vamxstch. - }aujo temvMUf - . • - ■eotPiwiiTidt *< ilot’6 *ilti. ^cutiejcUiefiianft. . .