Br. 51 Erstes Blatt (78. Jahrgang Mittwoch, 29. Zebruar (928 Arfch eint tflgltd),außer Sonntage and Feiertag» Beilagen. Gletzener Famllienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezvgrpretr: 2 Reichsmark and 20 Aeichspfeunig für Träger» I-Hn, auch bei Nichter» feinen einzelnerNummern Stfolge höherer Gewalt. Dernjprechanichlüsse: 51, M und 112 Snfchrift für Drahtnach» lichten: Anzeiger Gieße», poßschecttonko: granffnrt am Main 1168t. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvckmd Verla-: Vrühllche UawersilSwvuch. mb Stdnfrrnderd 8. taugt tu Sieben. Sdfrtftldttmg imd Seschästrstdie: ZchuNkraße 7. Annehme een Anzeigen für di« Tagesnummer ois zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breit« örtlich 8. auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20® , mehr. Chefredakteur Dr. Friede Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THynot, für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Die Lage des deutschen Kohlenbergbaus. Au» dem Ruhrkohlenreoier wird uns gefchrieben: Ebenso wie andere Berufsorganisationen haben a id) die verschiedenen Bergarbeiteroerbande bereits ö ffentlich zum Ausdruck gebracht, daß sic zum 1 Marz und zum 1. April den Arbeitszeit- bzw. Sahntarif kündigen und ihre neuen Ansprüche g -ltend machen werden. Das bedeutet nun keines- taege, daß für die deutschen Kohlenreviere mit ahn- lichen Arbeitskümpsen zu rechnen ist, wie wir sie bei uns im Mai 1924 und in England im Sommer 1426 beobachten konnten. Zunächst wird man sich öcs, was die Gewerkschaften fordern, zu betrachten haben, dann darüber verhandeln und schließlich Der- iuchen, zu einer Einigung zu kommen, mit ber beide Teile zufrieden sein können. Bis dahin wird aber noch einige Zeit ins Land gehen, die Möglichkeiten zu einer Verständigung in reichem Maße zu bieten vermag, so daß jedenfalls heute noch keine Veranlassung besteht, pessimistisch in die Zukunft zu schauen. Da die Forderungen der Gewerkschaften noch nicht formuliert sind, sondern nur Entschließun- gen von Dergarbeiterversammlungen und Aeuße- rmngen der Presseorgane der Verbände vor- liegen, ist zu den bevorstehenden Arbeitszeit- u nd Lohnforderungen eine endgültige Stellung- n ahme noch nicht möglich. Dennoch läßt sich schon niancherlei über eine vermutliche Entwicklung der -luseinandersetzungen sagen, mindestens soweit ctf sich um die Arbeitszeitforderungen drehen wird. Richtig ist, daß die Bergarbeiterverbände eine weitere Verkürzung der Schicht zeit verlangen wollen. Rach Lage der Dinge kann man nicht gut annehmen, daß sie ernsthaft an dieser Forderung festhalten. Sie dürften sie eher stellen, um der Arbeiterschaft gegenüber den Nachweis zu liefern, daß man 'ich auch um ArbeitSzeitverbesserungen bemüht Hobe. Sn Wirklichkeit glauben wohl auch die Verbände nicht daran, einen Erfolg mit nach Aaufe zu bringen. Dafür spricht die ganze Situation, in der sich der deutsche Bergbau heute befinbet. Bleiben wir nur bei dem Ruhrbcrgbau. dann ;fl festzustellen, daß er auf breiter Front eine steigende Produktion in Frankreich, Delgien, Holland und England gegen sich hat, die sich unter äußerst günstigen Umständen vollzieht. Der englische Hauptkonkurrent, der ge- toalttge Mengen in Deutschland abzusetzen Der- mag, eben weil seine Selbstkosten äußerst niedrig lint), hat seine Förderung auf einer Arbeitszeit (tufgebaut, die im Durchschnitt eine halbe Stunde länger als die deutsche ist. Aach amtlichen Feststellungen hat sich ergeben, daß in England 63,4 Prozent aller Bergarbeiter eine achteinhalb- stündige Schicht täglich verfahren, in Deutschland dagegen nur 4,2 Prozent. Der Achtstunden- teig ist also im Bergbau so ziemlich durchgeführt, f® daß es für die Bergarbeiterverbände hier itidjt mehr viel zu erobern gibt, es fei denn, daß man sich den Kommunisten anfchlieht und die Siebenstundenschicht verlangt. Für die englische Konkurrenz fällt aber nicht or in« Gewicht, daß der Bergmann jenleits des Kanals täglich eine halbe Stunde länger arbeiten muh, dazu ohne Sonderentschädigung, viel- mehr ist auch die Kohle so günsttg gelagert, daß feine Tagesleistung höher als die deutsche ist. Weiter kann die englische Kohle o»»n der Grube direkt auf den Hochseedampfer verfrachtet werden, der für ein paar Schilling die schwarzen Säzähe nach Deutschland dringt, während die deutsche Kohle bis zum Verbraucher lange Eifeirbahnwege mit hohen Frachttarifen zurückzulegen hat. Es kommen weiter Steuern, soziale Belastungen und manche anderen Abgaben hinzu, die in England entweder mcht auf der Kohle ruhen oder doch nur einen kaum merklichen Druck ausüben. Die Gewerkschaften wissen ganz genau, daß eine noch weitere Verkürzung der Arbeitszeit K r i Jen _ berauf- befchwören muh, die den Arbeiter schließlich auf die Straße werfen. Infolgedessen möchten wir airnehmen, dah man nicht so töricht sein wird, Forderungen zum Gegenstand eines Kampfes zu inachen, Me dem Bergarbeiter nicht dienlich find. Es bleiben bann noch die Lohnfor der u n - me n übrig, um die sich letzten Endes die Ausein- wndersetzungen drehen werden. Aber auch hier werden die Gewerkschaften schließlich nur sehr vorsichtig «j Werke gehen können, weil der Bergbau längst feine besten Zeiten hinter sich hat. Mit dem Schlagwort der Beteiligung des Arbeiters an drn Rationalisierungsgewinnen läßt sich für diesen Wirtschaftszweig nichts mehr erreichen, weil der nur vorübergehend zum Stillstand gekommene Ab- slerbeprozeß der Zechen sich bereits wieder fort- letzt. 76 Zechen und Schachtanlagen mit einer Gewmtbelegschast von rund 77 000 Mann sind in den letzten Jahren ein Opfer der ungünstigen Zeit- oerhältnisse geworden. Jetzt muß d:e ausgezeichnete «eche Johann Deimelsberg nut etlichen t-cuftnd Arbeitern geschlossen werden, nicht roeil sie auf dem Rationalisierungsprogramm steht, sondern, weil sie unter den finanziellen Lasten glatt zusammen g eb ro chen ist. ^^^ottonalifie- Ring selbst hat längst ihr Ende erreiche Mit ihren finanziellen Ergebnissen ist es nicht wett her, da es s-nst feine Schwierigkeiten bereiten sollte auf die englischen Preisnachlässe in der gleichen Weise zu antworten und die Absatzgebiete zu ballen, statt dessen geht der Absatz in den beftrii . ,-n ©eb.eten ständig zurück, so daß man tatsächlich mit einiger Sorge in die Zukunft blicken muß, besonders, wenn in Betracht gezogen wird, daß auch die nachlas - ende Jnlandskonjunktur eine Verringerung der Aufträge im Gefolge hat. Man wird aber erst einmal yören müssen, was die Gewerkschaften ordern und dann nachzurechnen haben, wie sich die Lasten auswirken können. Unruhe in England. Anlerhausanfragen zum Kohlenproblem. London, 28. Febr. (WB.) Auf eine Anfrage an den Staatssekretär für daS Bergwesen, ob er über irgendwelche Informationen verfüge, dah internationale Vereinbarungen zwischen den Zechenbefitzern irgendwelcher europäischen Länder getroffen werden und, wenn ja, ob er die Bedingungen derartiger Abkommen Mitteilen könne, antwortete King, es lägen keine Informationen bezüglich internationaler Abkommen zwischen den Zechen- besihern irgendeines europäischen Landes vor. — Ein Mitglied fragte hierauf, ob ihm bekannt fei, dah eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Polen wenn nicht bereits unterzeichnet, so doch fast unterzeichnet fei, Berlin, 18. Febr. (VDZ.) Im Rechts- a u s f ch u h deS Reichstags wurde das Verlangen des Zentrums und der Deutschnationalen, die Ehefcheidungsresorm nicht mehr zu beraten, da die zur Verfügung stehende Zeit nicht mehr ausreiche unb diese Reform nicht mehr in daS Rotprogramm gehöre, abgelehnt. Der Ausschuß beschloß vielmehr, sich noch mit der Ehefcheidungsresorm und dann mit der Amnestie zu beschäftigen. Abg. Dr. Kahl (D. Dp.) erstattete dann einen ausführlichen Bericht über die Beratungen des Unterausschusses zur Ehescheidungs- r e f o r m. Danach soll ein neuer Paragraph 1568a des BGB. geschahen werden, der eine Scheidung dei^ Ehe wegen tiefer Zerrüttung zulassen will, wenn gleichzeitig die Lebensgemeinschaft der Ehegatten seit mindestens einem Jahre nicht mehr besteht. Klagen kann aber nur der un chuldige Teil. Ferner soll Ehescheidung möglich fein, wenn die Gallen im beiderseitigen Ein- verständnis mindestens fünf Jahre getrennt gelebt Halen. Voraussetzung für die Scheidung ist in allen diesen Fällen eine Einigung über diellnterhaltspflicht für i) i e Kinder, die durch Urteil ersetzt werden kann. § 1569, ter die Scheidung wegen Geisteskrankheit regelt, soll nach den Vorschlägen des Unte.ausfchuffes erwas anders gefaßt werden. Reu eingefügt werden soll die Bestimmung, dah, wenn keiner der Ehegatten für schuldig erklärt wird, beide gegenseitig nach Maßgabe der Billigkeit, insbesondere unter Berücksichtigung der Vermögensverhältnisse zum Unterhalt verpflichtet find. Dr. Kahl betonte zum Schluffe, dah der Antrag des Unterausschusses nur dem Sinne, nicht aber dem Wortlaute nach für die Parteien verbindlich sei, die ihn unterschrieben hätten. In der Aussprache wandte sich Abg. Dr. Pf le- g c r (Bayer. 23p.) gegen diesen Antrag, besonders Berlin, 28. Febr. lDDZ.) Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Haus- hal.s für Versorgung und Ruhegehälter. Abg. Rohmann (Soz.) weist daraus hin, daß dieser Haushalt die ungeheure Summe von 1780 Millionen erfordert. Trotz der großen Sterblichkeit der Kriegsopfer wachse von Jahr zu Jahr die Zahl der Versorgungsberechrigten. 3m Ausschuß fei von allen Rednern die Situation als geradezu furchtbar bezeichnet worden. Die Versorgung der Kriegsvp er fei leider feine vorübergehende E r s ch e inung. Andererseits sei gerade bei diesem Etat jede Sparsamkeit zu verdammen. Die sozialdemokratischen Verbesserungsanträge feien immer als sachlich berechtigt anerkannt, aber wegen d e r s ch lech- ten Finanzlage abgelehnt tooiccn. Run habe sich gestern plötzlich herausgestellt, daß 250 Millionen für andere Zwecke zur Verfügung stehen. Die Sozialdemokratie wolle niajt die berechtigten Pensionsaasprüche der Beamten und Hee.esangehöri en aucheben, aber sie tocrue sich gegen die Maßlosigkeit nach oben Der Redner empfiehlt zur Annahme eme Ausfchußent- schliehung, in der die baldige Vorlegung eines Pensionskürzungsgesehes und eines Penfionsgesehes für politische Beamte verlangt wird. Abg. Laverrenz (Sn.) erklärt, aus grundsätzlichen Erwägungen sei die deutschnationale und ob er wisse, daß das Ergebnis dieses Wettbewerbs bereits in Durham und Rorthumberland empfunden worden fei und wahrscheinlich schlimmer werden würde. King antwortete hierauf, er habe keine Informattonen darüber, er habe aber die Gerüchte in den Blättern gelesen. — Kenworthy fragte hierauf, weshalb der Staatssekretär für den Bergbau angesichts der großen Wichtigkeit dieser Frage nicht einen Beamten nach Deutschland und Frankreich zwecks Rachfragen entsandt habe, da dies heute eine der wichtigsten Fragen für die Bergwerksindustrie sei. King erklärte, wenn sich die Dinge entwickelten, würde er sein Bestes tun, um zuverlässige Mitteilungen zu erhalten. Kündigung des Mchrardeitsatlommens im Äuhrbergdau. Essen, 28. Febr. (WB.) Die vier Berg ar- deiteroerbände haben heute gemeinsam das für den Ruhrbergbau bestehende Mehrarbeitsab- kommen gekündigt. Die Kündigungsfrist läuft am 30. April 1928 ab. gegen die Scheidung, wenn die Ehegatten in beiderseitigem Einverständnis mindestens fünf Jahre getrennt gelebt hätten. Wenn der Mann in den fünf Jahren die Ehe gebrochen habe, biete sich für die Frau keine Möglichkeit, den Mann allein schuldig sprechen zu lassen. Eine solche Vorschrift sei also im Interesse der Frau und ihrer Kinder unmöglich. Abg. Dr. Frhr. v. Frevtagh-Loring- Hoven (Dn.) wandte sich ebenfalls gegen den Antrag. Der Antrag führe eine Lockerung des Ehebestandes herbei. Ehescheidungserleichterungen dürf- ten nur bei kinderlosen Ehen eingeführt werden. Abg. Hamp« (W. V.) hielt besonder- den § 1568 a für gefährlich, wonach jeder Ehegatte auf Scheidung klagen kann, toenn die Ehegatten mindestens fünf Jahre völlig getrennt voneinander leben. Dadurch würde eine ArtProbe- ehe eingeführt. Auch Frau Abg. Weber (Zentr.) hielt diese Fassung für den Sami ie gedan e abfolut zerstörend, zumal allein die Frau der leidtragende Teil sein würde. Abg. Dr. Rosenfeld (S.) hielt dagegen den Antrag für den Anfang einer vernünftigen Ehe- fch^idungsreform und auch Abg. Brod auf (D.) versprach seine Tlnterstützung. Der Vorsitzende Abg. D. Dr. Kahl (D. V.) betonte noch, daß der Antrag gerade im In teresse der Reinheit und Heiligkeit der Ehe gestellt worden sei. Der Auffassung der katholischen Kirche stehe feit 400 Jahren der protestantische Gedanke entgegen. Die geltende Gesetzgebung befördere den Ehebruch. Selbst im Falle beiderseitigen Einverständnisses der Ehegatten wisse bei einem Scheidungsprozeß jeder Richter, dah er von den Prozehteilen an gelogen wird. Eine vollkommen zerrüttete Ehe unter Durchschnittsmenschen aufrecht zu erhalten, bedeute nicht, die Heiligkeit und Reinheit der Ehe zu wahren, sondern im Gegenteil die Scheinheiligkeit. Fraktton gegen jeden Versuch einer Pensionskürzung. Das in der Ausschuß- entschtießung verlangte Pensionsgesetz für die politischen Beamten werde auch von den Deutsch- nationalen gewünscht. Ein ungelöstes Problem sei noch immer die richtige Versorgung der aus der Reichswehr Ausscheidenden. Zu begrüßen sei auch die Ausschußentschließung, die die Regierung ersucht, die Beihilsen für hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer aus dem Kriege 1870/71 und der früheren Feldzüge in Fällen besonderer Rotlage angemessen zu erhöhen. Die Tropenzulage müsse bei der Pensionsberechtigung berücksichtigt werden. Abg. Lucke (W.V.) verlangt die Anrechnung der W a r t e st a n d s z e i t der Beamten auf_ das pensionsfähige Dienst al ter. Den Altpensionären, die vor dem 1. April 1920 in den Ruhestand getreten sind, sei bei der Besoldungsregelung schweres stlnrecht angetan worden, das wieder gutgemacht werden müsse. Die übermäßig hohen Pensionen von Leuten, die daneben noch hohes Privateinkommen haben, feien untragbar und wirkten in der Zeit der allgemeinen Rotlage des Volkes besonders erbitternd. Abg. E r f i n g < nentr.) erklärt, seine Fraktion wolle nicht die wohlerworbenen Rechte der Beamten antasten, aber die Auswüchse und Mißbräuche im Pensionswefen rnüßlei beseitigt werden. Leider habe die Regierung trotz des wiederholten Verlangens des Zentrums nicht daS Pen- slonsgesetz für politische CB.amt« vorge'egt. Auch daS Zentrum sei nicht für die dauernde Aufrechterhaltung von Pensionen, die 20 000 Mark und mehr betragen. In der Zeit der allgemeiner. Rot läge müßten auch diese Pensionäre Opfer bringen. Abg. BrüninghauS (D.-Vp.) betont, daß den Kriegsbeschädigten gegeben werden müsse, was irgend möglich sei. Es sei weiter eine taatspolitische Rotwendigkeit, die ausicheidenden Soldaten in der Zivilveisorgung unterzubringen. Ein Pensionierungsgesetz für politische Beamte müsse bald kommen. Unerträglich sei die bisherige Regelung, daß pensionierte Offiziere verhindert würden, mehr zu verdienen als ihr Gehalt betragen würde, wenn sie noch im Amte /wären. Abg. Brodaus (Dem.) empfiehlt zunächst die Annahme eines Anttags seiner Fraktton, der im Etat für 1929 di« Zivilversorgung besonders auffüh ren und aus dem 23er(orgungsctat herausnehmen will, weil gerade dieser wichtige 23ersorgungs;weig bisher zu kurz gekommen sei. Der Entschließung, die ein Pensionsgesetz für politische Beamte fordert, stimme die demokratische Fraktion zu. Abg. L o i b 1 (B. 23.) nimmt die bisherigen Re- aierungsparteien in Schutz gegen den Vorwurf, daß ie für die Kriegsbeschädigten nicht genug übrig gehabt hätten. Die Sozialdemokraten hätten zwar viel gefordert, sich aber niemals um die Deckung gekümmert. Damit schließt die Aussprache. Der Teil der Aus- schußentschließung, der em Gesetz über Festsetzung einer Höchstpension und Regelung der Pensionskürzung bei hohen Arbeitseinkommen fordert, wird in namentlicher Abstimmung mit 273 gegen 120 Stimmen bei acht Enthaltungen angenommen. Dagegen haben die Deutschnattonalen, die Deutsche und die Bayrische Dolkspartei gestimmt Angenommen wird auch der Teil der Entschließung, in dem ein Pensionsgesetz für voll tische Beamte gefordert wird. Die weiteren Ausschußentschließungen auf Beihilfen für die alten Veteranen und auf vermehrte Einstellung Versorgungsberechttgter bei den Reichsbehörden werden gleichfalls angenommen. Nach Mlehmmg aller Aendeningsanträge wird der Dersorgungsetat bewilligt. — Mittwoch: Landwirtschaft setat. Das Zentrum für Bewilligung des Panzerkreuzers. Druck auf Preußen in gleicher Nichtunq Berlin, 28. Febr. (prioaL) Wie wir erfahren, beschäftigle sich das Zentrum in seiner heutigen Fraktionssihung, die sich bis in die neunte Abendstunde hinzog, in der Hauptsache mit den Fragen des Wehretals. Bei dem Teil des Etats, der sich auf die Reichsmarine bezieht, entspann sich eine längere Aussprache, die darin gipfelte, daß die Fraktion mit Mehrheit beschloß, für die Bewilligung des Panzerkreuzer» ein- zutreten. Zu dem Beschluß bemerkt die „DAZ.": Wesentlich für die Entschließung des Zentrums war die nationalpolitifche Rücksicht auf Oslpreu- ß e n, die schon vom Reichswehrminister Dr. Gch - l e r bei der Begründung des Kreuzerbaues in den Vordergrund gerückt war. Wie wir erfahren, wird das Zentrum feinen Einfluß auf Preußen dahin geltend machen, dah auch die preußische Regierung ihren bei der ersten Lesung des Etats im Reichvral eingelegten Einspruch nicht mehr aufrechterhalten wird. Das Preuhen- kabinett muh also in dieser Jrage seine Haltung ändern. Das Kriegsschädenschlußgesey. Tie neue Fassung im Reichstagsausschutz. Berlin, 28. Febr. (23DZ.) Im Reichstogsaus- schuß für Entschädigungsfragen wurden die wescnt- lichsten Artikel des Kriegsschädenschlußgesetzes in der neu en Fassung angenommen, die sie erhalten haben durch die Anträge der bisherigen Regierungsparteien, die wiederum dem Notprogramm der Regierung entsprechen. Danach wird die volle Entschädigung, die nach der Ursprung- lichen Regierungsvorlage sich auf die ersten 2000 Mark beschränken sollte, gewahrt für die ersten 4500 Mark des Grundbetrages. Nach der neuen Staffelung werden dann gewährt für die weiteren 15 500 Mark des Grundbetrages 50 Prozent, für die nächsten 30 000 Mark 30 Prozent, für die weiteren 50 000 Mark 25 Prozent, für die weiteren 100 000 Mark 20 Prozent, für die weiteren 800 000 Mark 7 Prozent, für die weiteren 49 Millionen Mark 5 Prozent, für die weiteren 50 Millionen Mark 4 Prozent, darüber hinaus 2.5 Prozent, lieberfteigt der Grundbetrag 200 000 Mark, so erhöht sich die Stammentschädigung im Falle der Entwurzelung in Verbindung mit Wiederaufbau um 8 Prozent, im Falle des Wiederaufbaues allein um 3 Pro^nt des zwischen 200 000 und 50 Millionen Mark liegenden Teiles des Grundbetrages. Der Wiederaufbauzuschlag beträgt für den Teil des Grundbettages über 200 C00 Mark bis 4 Millionen Mark 3 Prozent, über 4 Millionen bis 50 Millionen 2 Prozent. — Oie Ehescheidungsreform. Beratungen des Rechtsausschusses. Der Versorgungsetat. Oie zweite Lesung des Reichshaushalts im Reichstag. Der HärtefonvS, der in der ursprünglichen Vorlage 10 Mill, betrug, ist in der neuen Vorlage auf 30 Mill, erhöht worden. Der Antrag auf Bewilligung einer Beihilfe aus dem Härtefonds muh beim Reichsentschädigungsamt bis spätestens 31. Juli 1928 gestellt werden. Für Wertpapierschäden, für die eine Rach- entschädigung festgesetzt worden ist, beträgt die Entschädigung für die ersten 200 000 Mark des Grundbetrages 12 Prozent: übersteigt der Grundbetrag 200 000 Mark, so erhöht sich die Stammentschädigung bei Entwurzelung in Verbindung mit Wiederaufbau um 5 Proz., bei Wiederaufbau allein um 3 Proz. des zwischen 200 000 und 50 Mill. Mk. liegenden Teiles des Grundbetrages. Zu erledigen sind nunmehr nur noch die Verfahrens- und Uebergangsbestimmungen, die steuerlichen Bestimmungen und die Schiuß- bestimmungen. Die Berfaffungskommission. Neun Mitglieder durch die Reichsregierung ernannt. Berlin, 29. Febr. Vor kurzem wurde gemeldet, daß das Reichskabinett sich über die Besetzung der neun Stellen, die der Deichsregierung in der V e r f a s f u n g s k o m - Mission der Länderkonferenz zugestanden, schlüssig geworden ist, und daß es seine Vorschläge den Ländern mit der Aufforderung zugeleitet hat, ihrerseits die neun anderen Mitglieder für diese 18gliedrige Kommission zu berufen. Von der Reichsregierung wurden laut „Lokalanz." folgende Personen berufen: Die Reichsminister v. Keudell, Curtius, K ö h- l e r und Schätze!, der Berliner Staatsrechts-- lchrer Prof. T r i e p e l und der Heidelberger Staatsrechtslehrer Prof. A n s ch ü tz , der frühere Deichsnünister Hamm, der frühere preußische Staatssekretär Dusch und der Zentrunrsabg. Brüning. Sparkommissar S ä m i s ch wird als Sachverständiger hinzugezogen werden. Den Vorsitz wird der Kanzler und in seiner Vertretung der Vizekanzler führen, die beide in die Zahl der 18 Mitglieder nicht eingerechnet sind. Die Finanzierung des Notprogramms. Parlamentarische Kritik. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 29. Febr. Wie eigentlich überall im Leben, so spielt bei der Erledigung des sogenannten Notprogvamms der Reichsregierung das Geld die größte Rolle. Mit Recht wurde deshalb in der Reichstagsdebatte daraus hinHvwiesen, daß der Reichsfinanzminister doch erst kürzlich erklärt hab«, keinerlei Mittel für weitere Anforderungen irgendwelcher Art zur Verfügung zu haben. Und deshalb wurde von allen Seiten der Verwunderung Ausdruck gegeben, daß plötzlich !o oielGeldda sein solle. Richt nur aus Kreisen der Opposition, sondern auch aus weiten Kreisen der bisherigen Regierungskoalition wird deshalb das Argument oorgebracht, daß Herr Dr. Köhler als Finanzminister solche Mittel niemals bewilligen würde, daß er aber jetzt eben doch zu stark unter dem Zwange der Konstellation als Mitglied einer Regierungspartei schon mit Rücksicht auf di« kommenden Wahlen zu anderen Entschlüssen hinneig«. Die Mehreinkünfte aus den Zöllen werden, wenn auch nicht gerade angezwetselt, so doch als der beste Beweis dafür betrachtet, wie hinderlich unsere Zollpolitik unserer Handelsoertragspolitik gegenüber fei. Die Erspar n i s s e, die ebenfalls zur Deckung der Neuanforderungen dienen sollen, wirken in parlamentarischen Kreisen keineswegs überzeugend. Es steht deshalb zu erwarten, daß die Finonzfrage mit aller Energie in den Vordergrund gerückt werden wird, ehe es parlamentarisch möglich sein wird, das Arbeitsprogramm zu erledigen. Die Andeutungen, die die Abgeordneten v. Gusrard und Dr. Scholz machten, dürsten dies auch bestätigen. Für den 1. März ist eine Plenarsitzung des Rcichsrats einberufen worden, die sich mit dem Rachtragsetat für 1927 und den Ausführungsbestimmungen des Besoldungsgesetzes zu befassen haben wird. Eben'o liegt dieser Sitzung der Entwurf zur Aenderung des Tabak st euergesehes vor. Was den in der Regierungserklärung angekündigten Perso- naletat betrifft, so handelt es sich hierbei nicht um die Forderung neuer Stellen oder erhöhter Gehälter, sondern vielmehr lediglich um die Ausarbeitung der Besoldungsreform, also um den genau präzisierten Stellenplan, der sich aus dieser Reform ergibt. Selbstverständlich läuft dies praktisch durch die Reuanforderungen der Ministerien auf eine Einrichtung neuer Stellen heraus, die allerdings in ihrer finanziellen Auswirkung nicht über das Maß der für die Besoldungsresorm bereitgestellten Mittel hinausgehen dürfen. Der Streik inderDerlinerMetallindustrie Berlin. 28. Febr. (WB.) Der Verband Derliner Metallindustrieller tellt u. a. mit: Die Dertrauenskommission des Verbandes Berliner Metallindustrieller hat in einer heutigen Sitzung zu der durch den Streik der Werkzeugmacher geschaffenen Lage Stellung genommen. Die Berichte der bestreikten Betriebe ergaben, dah ohne die Arbeit der Werkzeugmacher eine Aufrechterhaltung der Betriebe nur n och f ü r wenige Tage möglich ist. und daß von den bestreikten fünf Betrieben bereits vier spätestens am Samstag zum Erliegen kommen werden. Ein Betrieb wird in der Lage sein, noch ein oder zwei Tage länger arbeiten zu können. Zn allen Betrieben werden einzelne Abteilungen bereits vorher an der Weiterarbeit verhindert sein. Wenn die Werk- zeugmacher durch Verharren im Streik die Betriebe mit ihren über 60 000 Arbeitern und Arbeiterinnen la hmlegen, so wird der Verband Berliner Metallindustrieller zum Anfang der kommenden Woche zu der hierdurch geschaffenen Lage Stellung nehmen. Dis zur Stunde streiken wie die ,WZ." meldet, die Werkzeugmacher in den fünf Berliner Großbetrieben: Siemens Lorenz, Mix & Genest, Deutsche Telephonwerke und Bergmann. Einigungsverhandlungen sind von keiner der beiden Part ien beabsichtigt und der Schlichter kann nicht eingreifen, w:il ein Tarif für die in Betracht kommenden Arbeiter nicht besteht. Infolge des Streikes wird es nack Erllärungen, die dem Blatt von Arbeit- geterseite gemacht teerten, nicht möglich fein, die übrigen Metallarbeiter und -arbeiterinnen bis über den Freitag hinaus zu beschäftigen. Mit dem Fehlen der Vorarbeit soll deshalb ganz automatisch die Schließung derDetriebe eintreten. In den genannten fünf Betrieben sind etwa 60 000 Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, die mit Ablauf dieser Woche e n t l a s - s e n werden würden. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Von unserer Darmstädter Redaktion. Darmstadt, 28. Febr. Der Finanzausschuß beschloß die Abstimmung über jtapitel 1 des Staatsvoranschlags, insbesondere die über die Rotstandsaktion für den Vogelsberg in forstlicher Beziehung, am Donnerstag vorzunehmen. Der Ausschuß trat dann in die Beratung des Kapitels 2 (Siedlungswesen) ein. Ein kommunistischer Antrag, daß angepachtetes Gelände bei Weiterverpachtung den Selbstkostenpreis nicht übersteigen dürfe, wurde gegen eine Stimme abgelehnt. Ein weiterer Antrag der Kommunisten, wonach Siedlungsland, das durch den Besitzer selbst in eigener Arbeit urbar gemacht wurde, von den staatlichen Abgaben zu befreien sei, wurde ebenfalls gegen eine Stimme abgelehnt. Das gleiche Schicksal hatte ein kommunistischer Antrag über die Zuweisung von Gelände von Gutshöfen. Ein weiterer Antrag der Kommunisten bezog sich auf Titel 6 dieses Kapitels, worin für Nachlässe usw. im Budget 2000 Mark eingesetzt sind. Diese Summe sollte auf 10 000 Mark erhöht werden. Ein Antrag in gleichem Sinn des sozialdemotratischen Abgeordneten Maurer wünscht die Summe auf 8000 Mark festgesetzt. Die Regierung gibt hierzu eine Erläuterung, die dahingeht, daß die im Etat eingesetzte Summe ausreicht und daß einige andere Titel übertragbar seien, so dah sie auch unter Llmständen zur Deckung herangezogen werden könnten. Der kommunistische Antrag wurde daraufhin für erledigt erklärt und der Antrag Maurer zurückgezogen. Gin Antrag Maurer bezüglich der Siedlung des von Riedeselschen Pachtlandes fand feine Erledigung dahin, daß die Regierung ermächtigt werden soll, Zinsenforderungen auf Antrag, nach Prüfung der Rotlage, zu erlassen. Diese Regelung wurde einstimmig angenommen. Oer $alf Herhberg. Berlin, 28. Febr. (Privat.) Die Blätter veröffentlichen ein Schreiben, das die Leitung des diesjährigen Berliner Kommerses Alter Korpsstudenten dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, v. Schubert, auf seine Anfrage über den Inhalt der Rede des Landrates von Herhberg hat zugehen lassen und worin u. a. erklärt wird: Es entspricht nicht den Tatsachen, daß persönliche Angriffe gegen _ den Außenminister oder überhaupt gegen frühere oder derzeitige Mitglieder der Reichsregterung erfolgt sind: auch die heutige S t a a t s f o r m ist in keiner Weise angegriffen worden. Die Kommersleitung wird schon im Hinblick auf die Verschiedenartigkeit der politischen Lieberzeugung der Angehörigen des Essener Verbandes für die Folge noch in stärkerem Maße als bisher Bindungen herbeiführen, die Reden politischer Färbung ausschließen. Die Genfer Ratssitzung. Stresemanns Besprechungen. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 29. Febr. Am kommenden Samstag wird der an der Riviera weilende Außenminister Dr. Stresemann seinen Erholungsurlaub ab- brechen und zur Sitzung des Völkerbundsrates nach Genf fahren. In den letzten Tagen hat er eine ganze Reihe wichtiger Besprechungen gehabt, die mit der Tagung in Zusammenhang stehen. Er wird noch im Laufe der Woche den Staatssekretär von Schubert, der Berlin bereits verlassen hat, bei sich als Gast sehen, um mit chm alle Konfliktstoffe im einzelnen durch- zugehen, mit denen sich der Rat wird beschäftigen müssen. An erster Stelle steht die St. Gott- Hardter W a f f e n a s f ä r e , die uns vor recht schwierige Situationen stellt, besonders wenn cs gilt, sich darüber zu entscheiden, ob zu einer Volkerbundsuntersuchung geschritten werden sott oder nicht. Wahrscheinlich werden diesmal die Unterhaltungen der Außenminister außerhalb der Ratssitzungen von Bedeutung sein. Wir denken dabei an eine Zusammenkunft zwischen Driand und Stresemann, die schon im Anschluß an die Rede und Gegenrede im Reichstag und französische Kammer über das Rheinlandproblem fällig ist. Da sich Dnand grundsätzlich bereit erklärt hat, sich mit uns über die Rheinlandräumung zu unterhalten, wird sich jetzt Gelegenheit geben, eine entsprechende Unterhaltung in die Wege zu leiten. Afghanische Llnabhängrgkeüsfeier. Der Reichspräsident als Gast des Königs. , Berlin, 28. Febr. (WTB.) Aus Anlaß des 10. Unabhängigkeitstages von Afghanistan hatte ute abend das afghanische Königspaar i.i das Palais Prinz Albrecht zu einem F e st - eiseneingeladen. Kurz nach 7 Uhr erschien der Reichspräsident in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Meißner und wurde in der Dorhalle von dem hiesigen afghanischen Gesandten empfangen. Der Einladung waren u. a. gefolgt: Der Stellvertreter des Reichskanzlers, Erz. H e r g t mehrere Mitglieder des Reichskabinetts und des preußischen Staatsministeriums, der Doyen des diplomatischen Korps, Nuntius Pacelli, verschie- bene in Berlin akkreditierte Botschafter, owie der persische Gesandte. Bei der Tafel begrüßte der König den Reichs- Präsidenten und sprach seinen Dank aus für die freundliche Teilnahme an der heut gen Feier des Unabbäng!gkeitstages, und gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß er diese Feier gerade in Deutsch- land begehen könne. Der Reichspräsident sprach in seiner Erwiderung dem Königspaar seine und der Reichsregierung herzliche Glückwünsche zum heutigen Tage aus. — An das Festessen schloß sich em großer Empfang, zu dem das gesamte diplomatische Korps, die Spitzen der Behörden, Vertreter der Wissenschaft und Kunst, der Industrie, des Handels und der Wirtschaft, sowie der Presse eingeladen waren. Aegypten. Der neue Siaatsvertrag mit England. Kairo, 28. Febr. (Reuter.) Die Zeitung „QH- mokattam" gibt unter Vorbehalt die'Hauptpunkte des neuen Vertragsentwurfes wieder, über den zur Zeit zwischen England und Aegypten verhandelt wird. Danach würden die englischen Truppen auf den Flugplätzen weitere fünf Jahre stationiert bleiben. Großbritannien würde Aegypten bei der Reform der Kapitulationen unterstützen. Aegypten würde die britischen Berater nach einer Periode von fünf Jahren e n t l a s - s e n. Dom Zeitpunkt der Llnterzeichnung des Vertrages würde Aegypten als souveräner Staat betrachtet werden, der das Recht hätte, mit fremden Mächten Verträge wirtschaftlicher und kommerzieller Art abzuschliehen, während politische Verträge der Genehmigung Großbritanniens bedürften. Die ägyptischen Ratioi'.alistenführer beraten zur Zeit den Standpunkt, den sie gegenüber dem neuen Vertragsentwurf einnehmen wollen. Der Antikriegspakt. Eine neue amerikanische Note an Briand. Washington, 28. Febr. (WTB.) Line neue Rote des amerikanischen Staatssekretärs Kellogg an den Minister des Aeußern Briand legt nochmals eindringlich bar, daß Frankreich, wenn es einen zweiseitigen Vertrag als nicht gegen seine Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbunde verstoßend betrachte, einem mehrseitigen vertrage zwischen den europäischen Großmächten und den vereinigten Staaten ebenso unbedenklich ; u st i m m e n könne. 3n Regierungskreisen wurde besonders auf den letzten Absatz der Rote Kelloggs hingewiesen, der eine feierliche Ablehnung aller Kriege enthalte, und den Standpunkt der Vereinigten Staaten dahin zusam- mensasse, daß jeder Krieg ein Angriff auf die menschliche Gesellschaft sei. » Die Morgenblätter nehmen bereits zu der Antwortnote Kelloggs in der Frage des Anti-Kriegspaktes Stellung. Allgemein kommt man zu der Ansicht, daß die Lage sich durch die Note keineswegs geklärt habe. „Q u o t i b i e n" schreibt: „Die Antwort Kelloggs ist sehr entmutigend, denn sie bedeutet nur eine Verpflichtung ohne Sanktionen und Garantien, also ein Versprechen, und nichts weiter." — „M a t i n" erklärt: „Die französische Regierung wird Kellogg die Frage stellen müssen, ob er sich mit dieser plato- Nischen Erklärung begnügen würde." — „Echo de Paris" sagt: „Es ist uns im Grunde genommen wiederum die amerikanische Note vom 11. Januar aufgetischt worden. Unser Vorbehalt wird von Washington abgelehnt, da er geeignet sei, dos neue Instrument der Eintracht zu schwächen." Das amerikanische Jlotienprogramm. W a s h i n g t o n, 28. Febr. (WB.) Im Weißen Hause wurde mitgeteilt. Präsident Coo- l i d g e habe den gestern ihn zu w e i t e r e r B e - schränku ng der F ottenrüftungen auffordernden Delegierten kirchlicher Vereinigungen erwidert, das gegenwärtige Marineprogramm halte sich innerhalb der in. Genf von den Vereinigten Staaten vorgeschlagenen Grenzen und bleibe weit hinter den damaligen englischen Bedingungen zurück. Es könne _ daher nicht a l s aggressiv oder unmäßig bezeichnet werden. Amerika wünsche Frieden, und kein anderes Land brauche sich wegen der amerikanischen Flottenbauten zu beunruhigen. Der Marincausschuh des Repräsentantenhauses gab seine Einwilligung dazu, daß die Bestimmungen, wonach die vorgesehenen 15 Kreuzer und das Flugzeugmutterschiff innerhalb von sechs Jahren fertiggestellt fein sollten, aus der Vorlage gestrichen wird. Abnahme der Zrergabebill im Senat. Washington, 28. Febr. (WB.) Der Senat nahm heute die Freigabebill in der am Freitag von Delegierten beider Häuser festgelegten Kom- promißform an. Die Dill geht nunmehr dem Repräsentantenhaus erneut zu. Aus aller Welt. Tarlfabschluh im versicherungsgewerbe. Zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Versicherungsunternehmungen einerseits und dem im Gewerkschastsring zusammengeschlossenen Verbän- den (Allgemeiner Verband der Versicherungsangestellten und GDA.) andererseits ist für die Zeit vom 1. April 1928 bis 31. März 1929 der Gehalts- tarif für das Versicherungsgewerbe neu abgeschlossen worden. Die neu vereinbarten Gehaltssätze sehen eine allgemeine Erhöhung der Gehälter um 7t Proz. vor. Die übrigen geldlichen Leistungen (Soziale Zulagen, Abteilunggleiterzulagen und ' Spesensätze) sind ebenfalls erhöht worden. Verlobung des Fürsten Bismarck. Fürst Otto von Bismarck hat sich mit Fräulein Ann Mari Tengbom verlobt. Die Verlobung wird am l.März öffentlich bekanntgegeben und in Stockholm im engsten Famitte kreise gefeiert werden. Der Fürst, der heute im 31. Lebensjahr steht, ist als Legationssekretär bei der Gesandtschaft in Stockholm tätig. Der Untergang der „Alcantara". Die mit der Untersuchung über den Untergang der „Alcantara" betrauten britischen Behörden haben die Haltung des Kapitäns des russischen Schulschiffes Tovaritsch streng gerügt und gesagt, es sei nicht zu begreifen, daß er nichts unternommen tjabe, um Menschenleben zu retten. Denn man solle in einem solchen Falle mehr an die anderen denn an sich selbst denken. Fernflug der „Los Angeles". In amcri.anische.r Regierungs.v.isen betrachtet man einen ohne Zwischen!adnu:g durchge^ührten Flug der „2d3 Angeles' von Reuyork bis zum Pana matanal als einen o,fen.unöigen Beweis dafür, dah Lu tschifse dieses Typs für Flüge mit weiten Ent ernungen geeignet sind. Die „Los Angeles" hat die Strecke von 2265 Meilen in 39 Stunden 45 Minuten zurückgelegt Der Flug ist der größte Fernflug des Luit- fchifses seit seiner Fahrt von Deutschland neck Amerika. Der Vertreter der Goodyear Zeppelin Company empfahl dem Kongreßausschuh den Bau von zwei Luftschiffen, die im Frie. den als Handelstransportmittel sowohl für fon- tinentale, als auch für Transatlantikflüge verwendet werden könnten. Der Bau von zwei Luftschiffen würde 8 Millionen Dollar kosten nur ein Luftschiff 51/2 Millionen Dollars. Hochwasser in China. Rach einer Meldung aus Peking ist der Gelbe Fluß bei Litsing an seiner Mündung über die Llfer getreten. Achtzig Dörfer sollen überschwemmt sein. 20 000 Chinesen sotten ihre Woh. nungen haben räumen müssen. Ein Postschaffner überfällt einen Geldbriefträger. Im Haus.lur eines Hauses in S t c 111 n wurde ein Geldbriesträger von einem Manne überfallen der ihn mit einem Totschläger mehrere Male über den Kopf schlug. Der Briefträger fetzte sich zur Wehr und schrie nm Hilfe, toorau1 der Täter flüchtete. Er wurde verfolgt und tonnti fest genommen werden. Mit Erstaunen stellt! man auf der Polizei fest, daß es sich um der Postschaffner Genfow aus Stettin handelt. Verhaftung eine» Scheckschwindlers. Einem raffinierten Großschwindler ist eine Werf, in Iadestetten zum Opfer gefallen, die ihm vc: einiger Zeit «in großes Schwimmdock noch Amerika zu dem Preise von anderthalb Mil, lionen Dollars verkauft hatte. Der Käufer hatte 175 000 Mark durch Scheck angezahlt worauf sofort die Instandsetzungsarbeiten für öii Uebergab« eingeleitet wurden. Wie sich nunmch herausgestellt hat, ist der Scheck gefälscht und derKauf fingiert Der Schwindler wüte in Bremen verhaftet Schwerer Motorradunfall. In der vergangenen Rächt fuhr in der RA der Schneidemühle von Herrenbreitungen bei Tiefenort (Werra) ein Motorrad auf einer. Wagen auf. Der Fahrer und sein auf dem Soziur sitzender Begleiter wurden vom Rade gt- schleudert und so schwer verletzt, baß sie noch in der Rächt ihren Verletzungen erlagen. Anschlag auf einen italienischen Jesuilenpaler. Auf den früheren Generalsekretär der Gesellschaft Jesu, den Geschichtsschreiber des Jesuitenordens, Pater Dacchi Venturi, ist ein Attentat verübt worden. Ein junger Mann versuchte m dem Kloster an der Iesuskirche in Rom mit einem dolchartigen Instrument dem Gelehrten den Hals zu durchbohren. Der Pater wurde verwundet: der Täter ergriff die Flucht. Heber das Motiv der Tat herrscht noch Unklarheit. Deckeneinsturz in Kassel. Ein Deckeneinsturz ereignet« sich in dem Hause Pferdemarkt 11. Als die Familie F. beim Kaffee- trinken saß, gab es oben auf dem Boden plötzlich ein Donnergepolter und im gleichen Augenblick brach auch die Decke durch und zahlreiche Ziegelsteine prasfelten in die Küche. Die Untersuchung ergab, daß das Mauerwerk einer Außenwand eingestürzt war und die Decke durchschlagen hatte. Durch die Erschütterung war eine weiiere Zwischenwand auf dem Boden eingestürzt und hatte die Senkung der Decke im Schlafzimmer der Familie F. herbeige ührt. Die Baupolizei ordnete die sofortige Räumung des Hauses an, da sich auch an anderen Stellen Ris,e und Senkungen be:uerkhar machten. Oie Wetterlage. 10 '10 l-3 2X sPtrtm *0^ \ 61 sJLno,£ xTost . 2 x c 7 MaparendjÄr ! Dienstag, den 28 Februar 1V2Ö Hyf \75Q 2 X -3 oV tagen! 1 Tf / —X- k QWofXtnio).® neuer 3 nsro eeoecut. » weixio. • Md«“1 * Schnee et Oreupem e Neon K Oewitter.^uindjl-'K «O leichter Ost y massiger Sudsudwesi stürmische* -ordweit 6!e Pfeile fiieoen mit dem wmfle Oie oooen Stationen nencnaen Z«* len geben die Temperatur an Die Linien veremdeo Orw eil fltt'C auf «eeresniveiu umatrechnclen Luftdruck Wettervoraussage. Unter dem Einfluß des westlichen Tiefdruckgebietes, das sich reeller ostwärts auäbrcitet, tarn es über England, dem Kanalgebiet und der Bretagne bereits zu R e ersch.ägen. Die Wind- ftrömung des Tie,s wird auch unerem Gebiet Bewölkung zu'ühren und außerdem muß mit vereinzelten Rie^e.schlügen gerechnet werden. Wettervoraussage fürDonners- tag: Zeitweise ftärler bewölkt, mild, veremzette Riederschlage. _ _ . Witterungsaussichten für öret - tag: Wolkiges Wetter, Tempe aluren wenig verändert, wei.echin eiuze.ne R.eoerschlüge. Lufttemperaturen am 23. Februar: mittags 7,7 Grad Celsius, abends 0,0 Grad EelsmS: am 29. Februar: morgens —1,3 Grad Gclstu. Maximum 8,2 Grad Celsius, Minimum »• Grad Celsius. — Erdtemperaturen in Zeat meler Tiefe am 28. Februar: abends 2,8 Grat Celsius: am 29. Februar: morgens 1.0 Gr Celsius. Sonnenscheindauer 9 Stunden. Aus -er Provinzialhauptsta-t. Gießen, den 29. Februar 1928. Lebensangst. Ostern und die Schulentlassungen stehen vor der Türe, und viele Eltern denken jetzt mit Sorge an die Zukunft ihrer Kinder, die die ersten Schritte in die Welt mit ihren großen, neuzeitlichen Anforderungen lenken sollen. Arbeitslosigkeit und Aleberangebot von Arbeits- krösten und von solchen, die einen Beruf erlernen sollen und wollen. Wohl mancher Mutter Mund öffnet sich zu der Frage: »Was wird aus dem werden, das ich liebend unter dem Herzen trug, für das ich litt, sorgte und strebte — wird's gelingen?" — um mit stummer Resignation sich wieder zu schl:e_ei, I em Schicksal alles Weitere überlassend. Berufswahl! Dankbar muß es in unserer Hessenheimat anerkannt werden, daß man amtliche Beratungsstellen hierfür eingerichtet hat, wo kluge Frauen und tüchtige Männer den Eltern die Sorge um die Berufswahl abnehmen wollen. Schulen und Beratungsstellen arbeiten ja traulich Hand in Hand. Lind doch will ich von etwas sprechen, von der Lebensangst, die in dieser Zeit des rücksichtslosen Borandrängens fast alle diese 3ung- menschen überkommt. Lebensangst! Richt, daß unsere jetzige Jugend sich aus Hasen üßen au» sammenseht, o nein, aber es ist nun einmal der Alebergang zur Freiheit und zur Pflicht, der es diesen Iungrnenschlein oft recht schwer macht. Begabung ist die Dorbedingung zum Erfolg. Es sind aber auch andere, treibende Kräfte, die diesen Weg bestimmen, Kräfte, an die man glauben muß, man muß sich selbst mit so viel Wärme laden, daß man mit festem Fuß im Dasein steht. Wir sind ja leider in dieser Zeit der Ichnaturen fortgesetzt den Florettstichen unserer Mitkonkurrenten oder Gegner ausgesetzt und da kann nur die Luhe eigner Sicherheit entwaffnen. Ich kannte einen wohlerzogenen Iungmenschen von vorzüglichsten Charaktereigenschaften und seltenster Begabung, der durch diese Erziehung zu überkritischer Selbstbetrachtung in beständigem Kampf zwischen den Hemmungen seiner Seele und den Außendingen stand, die sich ihm in nüchterner Tatsächlichkeit aufdrängten. Trotz aller Fähigkeiten zerbrach er am Gesetz irdischer Schwere. Heute sitzt er hinter Folianten als Kleinbeamter, getreu seinem Diensteid sein tägliches Pensum gewissenhaft absolvierend, die Werke seiner Fähigkeiten aber in der Tischlade fest verschlossen haltend. Deshalb können wir unsere Kinder gar nicht früh genug zur Lebenssicherheit erziehen, das Weltganze ist ja das Ergebnis vertiefsten Einzelrechtes, und schon das Kind muß an sein Selbstbestimmungsrecht glauben, als unantastbarer Besitz. — Richt zur Pflicht allein erziehe man das Kind, sondern auch zur F r e i h e i t, zu der Freiheit, die uns die Lebenskraft gibt. Aus Schwäche und herabgedrücktem Selbstbewußtsein kann sich keine Kraft entwickeln. Wir sind gottlob über die Zeit der übertriebenen, fast hilflosen Bescheidenheit hinaus, in der es als Höchstes galt, solange geduldig zu warten, bis der andere -ugriff bis — zu warten nichts mehr übrig blieb. S o einen Menschen in unserer gewinnsüchtigen Zeit erziehen wollen, wäre ein Verbrechen an unserer Generation, und bei jenem Menschlein würde sich bald die »chronische L e b e n s a n g st" einstellen, es würde zerbrechen an sich selbst, am eigenen ©einer. Darum liebe Mütter, laßt in euren Kinderstuben nicht als tägliche Rahrung die Worte gelten: »Du k a n n st nichts, — du w i r st nichts — du b i st nichts." Die Hebel des Kinder- aehirns sind ja so biegsam, mit wenigen Worten kann man dem Kinde die Richtung antoeifen, zur Freiheit, zur Lebenssicherheit zu kommen. Immer wieder dem K nde d.e Möglichkeit des erreichbaren Zieles vor Augen sehen, dem Kinde und unseren Iungmenschen immer wieder sagen: „Ich glaube, daß du es kannst, du wirst mich nicht täuschen!" Man toirit so auf Ehrgeiz und Rechtsgefühl. Die Lebensangst ist eine Krankheit, die überwunden sein will, und deshalb möchte ich jedem 3ung- menschen recht tief ins Auge sehen und ihm sagen: „Glaube an dich selbst, an die eigene Kraft, sie sührtuntrüglich »um Erfolge und zum Ziele!" Ihr Eltern aber: helft euren Kindern die Lebensangst überwinden, ihr seid dazu die De- rufenften. Ella Möhl-Geihler. Daten für Donnerstag, den 1. März. Sonnenaufgang: 6.46 Alhr, Sonnenuntergang: 17.40 Uhr. — Mondaufgang: 11.46 IHjr, Monduntergang: 4.13 Uhr. 1268; Markgraf Dietrich von Landsberg beurkundet die Leipziger Messe. — 1834: Die Schauspielerin Eharlottr Wolter tn Köln a. Rh. geb. (gest. 1897). — 1837: Der Aeghptologe und Schriftsteller Georg Ebers in Berlin geb. (gest. 1898). — 1871: Einzug der Deutschen in Paris. — 1896: Sieg der Abessinier über die Italiener bei Adua. Die staatliche Bautätigkeit in Gießen. Wenn auch die Bautätigkeit in diesem Jahre im allgemeinen nicht in dem Umfang ausgenommen werden dürfte, wie in den verflossenen Jahren, so roirt) trotzdem im besonderen das Staatsbau« ro e | e n in Gießen, wie wir hören, durch das Hessische Hochbauamt noch mancherlei Dauaufgaben teils als Abschluß bereits begonnener, teils als Neubauten zu erfüllen haben. Es wird also auch in diesem Jahre dem Handwerk und Gewerbe nicht an Arbeitsgelegenheit fehlen. 3m Rohbau stehen fertig: das Doppel« wohnhaus in der Marburger Straße mit vier Hauptgeschoßwohnungen und im geräumigen Dohlendach zwei Dachgeschoßwohnungen, das P o l i ■= zeiarntsgebäude auf dem Landgraf- Philipp- Platz und der neue Anbau für das Geologische 3 n st i t u t der Landesuniversität an das ehemalige Garnisonlazarett. 3n letzterem selbst und seinen teils alten, teils neuen Anbauten sind das ForstwissenschaftUche 3nftihd und das Agrikultur- ck>emische 3nftitut bereits untergebracht worden, nur in dem Anbau, der für das Geologische Institut bestimmt ist, und in einigen Räumen des Altbaues, im besonderen im Haupttreppenhaus ist noch ein Teil der inneren Ausbauarbeiten fertigzu« stellen. Die Beschaffung der Inneneinrichtungen ist nebenher zu erledigen. Das Beamtenwohnhaus in der Marburger Straße wird wohl im Sommer, das Polizeiamt und das neue Geologische Institut am Garnisonlazarett im Spätherbst dieses Jahres bezogen werden können. Die Slusbauarbeiten sind in Vorbereitung. Im Herbst vergangenen Jahres wurden noch zwei Neubauten begonnen. Die Erweiterung der Universitäts ° Kinderklinik soll der seit Jahren beklagten Raumnot abhelfen, wodurch auch die Derhältniste im Säuglingsheim eine Besserung erfahren dürften. Unter den zu schaffenden Räumen wäre ein solcher für Mütterberatung, Räume für Mutter und Kind, und mehrere Schwesterzimmer besonders hervorzuheben. Zur Zeit wohnen, wie wir erfahren, mehrere Schwestern privat in der Nachbarschaft. Der Erweiterungsbau mit seiner Hauptfront und dem Haupteingang in der Friedrichstraße lehnt sich an das Privatgebäude der Seipelschen Drogerie einerseits an, andererseits bildet er eine Fortsetzung der bestehenden Klinik. Im Sockelgeschoß wird eine Wohnung untergebracht. Eine geburtshilfliche Veterinärklinik Ist im Gebiet der Veterinäranstalten ^an der Frankfurter Straße beaonnen worden. Sie enthält u. a. die Räume für Operationen an Groß« vieh, welche in neuzeitlicher Weise ausgestattet werden sollen. Beide Gebäude sind zur Zeit auf Sockekgeschoß- bzw. Erdgeschoßhöhe hochgeführt, so daß die ersten Massivdecken verlegt werden können, sobald die Nachtfröste nachlassen. Als Neubauten für 1928 sind endlich zu erwähnen: ein zweites Isolierhaus für die Medizinische Klinik, für welches die Wobbauarbetten bereits ausgeschrieben sind, und ein Sporthaus für den akademischen Sportausschuß der Landesuniversität. Das Ifolierhaus wird in der Gaffktz- straße, das Snorthaus vor der Kampfbahn auf dem Universitäts-Sportplatz hinter dem Schützenhaus erstellt. Vornotizeir. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater: V/2 1tfr" _^cr Revisor". (Ende genen 10 Alhr.) — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: »Die schönsten Deine von Berlin". — Astoria- Lichtsp'ele: „Sübne". — Baul Branns „Marionetten- Tbeater Münchener Künstler", auf dessen Gastspiel am 1 Marz (nachmittags 3.30 Alhr Schülervorstellung zu ermäßigten Preisen und abends 7.30 Alhr für Erwachsene zu Trem- denvorstellunaspreisen) im Stadttheater Gießen man sehr gespannt sein darf, wurde — so teilt man uns mit — bei seinem letzten Berliner Gastsviel von der Kritik sehr begrüßt. Der Kritiker Al'red Kerr widme:e dem ^Theater wiederholt besonders launige Ver> Seine besondere Begeisterung fand dabei die „Zaub e r g e i g e" von Gras P v c c i, mit Musik von Richard Trunk und ihrer köstlichen dekorativen Ausgestaltung von Pros. Jakob Bradl und Prof. Leo P a f e 11 i. — Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums. Morgen, Donnerstag abend, im Hörsaal des physikalischen Instituts Lichtbildervortrag von Prof. Dr. G u n- d e l über „Antike und moderne Astrologen". Siehe Anzeige. SesWs-wMWWieim erfordern stets eine sorgfältige Textgebung und Satzausstattung. Gute Satzlelstungen find nur erreichbar, wenn die Anzeigen srWM genüg onsgegeven werden. Der Annahmeschluß für alle Anzeigen im Gießener Anzeiger entfällt auf den Nachmittag vor der Ausnahme. Empsehlungs- anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz« schwierigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt sein. Nur mit Sorgfalt und dem not wendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Wer« öen emiinWen erfolg! •• Der Dolkstrauertag in Gießen. Die Ortsgruppe Gießen des Volksbunds Deut- scher Kriegsgräberfürsorge lädt im Anzeigenteil der heutigen Rümmer zu der Gedenkfeier zu Ehren unserer gefallenen Krieger am nächsten Sonntagmittag in der Reuen Aula ein. Der Zutritt zu der Feier ist unentgeltlich. Die Ge» denkansprache hält Prof. Dr. Koch. Mitwir- kende sind der Bauersche Gesangverein, Frau Dr. Fischer, Musiklehrer Franz Bauer jun. und Studienrat Dr. Hillenbrand. Man beachte die Anzeige. •• Stadttheater-Abonnement. Die Einlösung des 6. Abschnittes muß am Montag, 5. März, vorgenommen werden. Wer sein Geld früher loswerden will, kann auch schon von morgen ab den Betrag einzahlen. Man beachte die heutige Bekanntmachung. " Großes Wohnungsbauprojekt. Auf dem Gelände Ecke Gaffky-Schubertstraße und Aulweg, das dem früheren Kaltbrennereibesitzer Carl Haas gehört, wird dieser nach einem Plane des Archite.ten Philipp Rikolaus 40 Wohnungen mit 2 bis 3 Zimmern und Bad errichten lassen. Die Arbeiten sollen alsbald in Angriff genommen und so gefördert werden, daß die Wohnungen schon im Herbst bezogen werden können. M i t dem Auto in das Schaufenster. Ein nicht alltäglicher, kostspieliger Autounfall ereignete sich gestern abend gegen 8/48 Alhr in der Plockstraße. Dort wollte der Besitzer eines kleinen Opelautos aus Lich, der vor einem Restaurant in der Plockstraße gehalten hatte, seinen Kraftwagen umwenden, um nicht durch den Seltersweg fahren zu müssen, sondern die Iohannes- strahe zu gewinnen. Beim Rückwärtssteuern des Autos sah dessen Lenker das große Schaufenster der Firma Ferd. Renn stiel, nebenbei bemerkt das größte Schaufenster in unserer Stadt, infolge der Bauart der Geschäftsfront als eine Toreinfahrt an, die er zum Almwenden ja benutzen könne. Als der Autolenker den wirklichen Sachverhalt erkannte, konnte er den Kraftwagen nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen, so da>ß dieser mit elegantem Schwung in die große Schaufensterscheibe hineinfuhr. Ein wahrer Sturzregen von Glassplittern ergoß sich natürlich im Handumdrehen auf das Auto, dessen Lenker wie durch ein Wunder völlig unverletzt davonkam. Immerhin ist aber der entstandene Materialschaden in Höhe von etwa 1000 Mark, den der Autobesiher zu bezahlen hat, so empfindlich, daß er an dieses Autoerlebnis sicherlich noch manchmal zurückdenken wird. ** Personalie. Ernannt wurde der Der- messungsrat Heinrich Dietrich beim Dermessunas- amt Grünberg vom 1. April d. I. an unter Beibe- haltuna seiner Amtsbezeichnung zum Vorstand des Dermesfungsamts Bingen. *• Wurstdiebstahl. In der Rächt zum Dienstag wurde in Klein-Linden ein Einbruch in einen »Metzgerladen verübt. Dem Spitzbuben fielen etwa 10 bis 15 Pfund Wurst, in der Hauptsache Zervelat- und Mettwurst, in die Hände, außerdem nahm er noch einen hellgrauen, mit gelben Tupfen versehenen Herrenmantel mit, auf dessen Innenseite sich die Monogrammbuch- staben F. R. befinden. Mitteilungen, die zur Festnahme des Täters führen können, erbittet die Gendarmeriestation in Gießen. WSR. Rachsendung von postlagern- den Sendungen. Mit Wirkung vom 1.März an wird die Gültigkeitsdauer der Rachfendungs- aufträge für postlagernde Sendungen für die Rachsendung im Inland aus 14 Tage festgesetzt. Für die Rachsendung nach dem Ausland bleib! die Frist von eirem Monat bc^eSen. Falls Rach- sendungsausträge noch länger in Kraft bleiben sollen, müssen sie bei Ablauf dieser Fristen erneuert werden. Bestehen bleibt die Vor christ, wonach postlagernde Driessendungen vor Aolauf der postordnungsmäßigen Lager rist zurückgesandt werden, wenn tn der Aufschrift ein entsprechendes Verlangen ausgedrückt ist, z.B. „Zurück- senden, wenn nicht bis zum 30. August abgeholt". Auch die Gültigkeitsdauer von Aufträgen zur Zustellung postlagernder Hendungen nach einer bestimmten Wohnung wird vom l.Wärz an auf 14 Tage beschränkt. X Der Verband der evangelischkirchlichen Frauenvereine in Hessen hatte dieser Tage Vertreter der Ein^elvereine des Kreises Gießen in den Markussaal zu einer Besprechung einberufen, bei der die Geschäftsführerin, Frl. Wahrendorff (Alsbach), über Ziele und Aufgaben der Kreisverbände sprach. Rach einer längeren Aussprache, in der daS Für und Wider einer solchen Reugründung zu Worte kam, entschloß man sich einmütig zur Gründung eines Kreisverbandes Gießen, mit dessen Führung einstimmig Frau K r e u d e r (Gießen) und Frau Pfarrer Jäger (Leihgestern) betraut wurden, die das Amt im Vertrauen auf die Mitarbeit der Vorstände der Einzelvereine annahmen. Im Cafe Leib schloß sich eine sehr stark aus der ganzen Provinz besuchte Provinzialversammlung an, bei der die leitende Geschäftsführerin von der durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Vorsitzenden. Fürstin Erbach-Schönberg Grüße brachte und unter den Gästen Oberkirchenrat Wagner und Dekan G u ß m a n n (Kirchberg) begrüßte: für die Gießener Frauenvereine grüßte Frau Kindt. In einem Vortrag sprach Frau Martha Götz (Dresden) über „Die Ehe unter dem Gesetz und die Ehe unter dem Evangelium". Die Ehenot unserer Tage, deren innere und äußere Ursachen mit rückhaltlosem Ernst bloßtze'egt wurden, läßt sich nicht beheben durch Erleichterungen der Ehescheidung: Rückkehr zu Gott ist nötig, Gott- verttauen und Opferwilligkeit anstatt der Furcht vor dem Kind und der Kinderbeschränkung. Zu dem ernsten Thema wäre von berufener Seite noch mancherlei zu sagen gewesen, doch verzichtete die Leitung auf eine Aussprache. Berliner Börse. Berlin, 29. F-br. (WTD. Funkspruch.) Es sieht im heutigen Frühverlehr wieder etwas freundlicher aus. Man hört zumeist Geldkurse, die etwa aus gestrigem 'Abendniveau liegen. 2.-G -Farben 256, Hapag 150 Geld, Rordlttiyd 153 Geld, Phönix 101 und Glanzstoff 160 Geld. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92.20, Madrid 28,83, London gegen Kabel etwa 4,88 und die Reichsmark gegen Kabel etwa 4,1860. Bücheriisch. — »Das Theater" (Herausgeber Arthur Kürschner, Verlag Berlin-Schöneberg) hat eine lehrreiche und unterhaltende Rundfrage unter den bekannten Berliner Theaterkritikern Julius Bab, Rorbert Falk, Herbert Ihering, Alfred Kerr. Kurt Kersten, Kurt Pinthus und Franz Servaes über ihre erste Theaterkritik veranstaltet. Kerr hat seine erste Kritik vergessen, Pinthus behaupte^, sie noch nicht geschrieben zu haben. Bab Hai 15jährig, Servaes als Obersekundaner — wenn auch zunächst unter Ausschluß der Oesfentlich- feit — begonnen. Iherings Erstling betraf ein Marionettentheater, und Kurt Kerstens erstes Honorar erreichte die schwindelhafte Höhe von 75 Pfennigen. Alraussührungen aus Leipzig, Karlsruhe. Frankfurt a. M., Weimar, Bochum und die Kritik des Herausgebers Arthur Kürschner über die Berliner Premiören runden den theatralischen Aleberblick ab. Eine Anzahl interessanter Plaudereien beleben das Heft: »Eine geplagte grau“ von Hasse Zetterstrom, .Theaterprobe“ von Arthur Kürschner, „Die Frau im Kasten" von Paul Morgan und »Sing-Song- Girls". — QI I a Haasenstein & Vogler, Zeitungs-Katalog 1 9 2 8. Der stattliche, gediegen ausgestattete Band legt Zeugnis ab von sorgfältiger, gewissenhafter Arbeit und zeigt eine auf Sachkenntnis beruhende Bewältigung des ungeheuren Materials, welches die Presse Deutschlands und deL Auslandes darstellt. DaS Werk dürste für jeden, der mit der Presse in Verbindung steht, sei es nun als Mitarbeiter oder Inserent, unentbehrlich sein. 29 Geschäftliches. Ein neuartiges Werbemittel bringt das Herrenbekleidungshaus Karl Frensdorf in Gießen von morgen ab für die Dauer von 10 Tagen zur Anwendung. Die Firma hat in ihren Schaufenstern eine Anzahl Werbepreife bereitge? stellt, die den Günstlingen der Frau Fortuna kostenlos zufallen, sofern eine Bedingung gegeben ist: Die Nummer der Werbebeilage des Hauses Frensdorf, die unserer heutigen Auflage beigefügt ist, muß durch die Gunst des Zufalls mit der Nummer des Preises im Schaufenster übereinstimmen. Näheres ist aus dem Prospekt der Firma zu ersehen. Als (Entfettungsmittel Sterne gern genommen und weiter empfohlen. 30 Gramm in Avoiheken erhältlich. 1783 AlW für zwei fllcinhaft» wagen (Personenwagen» zu mieten gef. Lchr. Ansieb. u. 2-253Da.b.®teR?2lnA. [Steilenangebote Suche sofort s.Guis- Housh. ohne Leure- beföniflunfl eine Ml WIMS d. im Soeben bewandert lit u. alle Hausarbeiten mnzuver» richten bat. 2300D Wartha 3enDer fliiizigai SllMlea Poft Grebenstein, Bezirk Soffel, | Mietgesuche j 7-8-Zimmerwohnung in guter Lage gesucht. 5«3 mmcr'löobnn. mit allem Zubehör kann in Tausch gegeben werden. Sckr. Angeb. u.01416 an d. Gieß. 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Februar verschied sanft nach längerem Leiden unser lieber treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater und Onkel Meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fm Margarete Liiert fek. Eri ist heute morgen 6 Uhr nach vollendetem 67. Lebensjahre nach kurzem schweren Leiden von uns gegangen. In tiefer Trauer: David Löfiert K. Schneider und Frau geb. Löfiert Gg. Albold und Frau geb. Löfiert. Gießen, den 28. Februar 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 2. März 1928, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 01577 Durch bedeutende Erweiterung meiner Abteilung Stridcwaren biete ich Ihnen in dielen Artikeln besondere Vorteile -Wämse usw, usw. 2306D j • 1 -Kleider ÖtriCKfc für Damen und Herren -Westen mit und ohne Aermel Alleinverkauf 1.gestr. Knab.-Anzügen, Marke.Ideal* Kinderwesten u. Pullover In allen Preislagen. 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Die Beerdigung un- Bj sereS Ehrenmitgltedes D Beteran von 1866, 1870 71 m König bereitete, nicht beteiligt, weil s e, wie sie öffentlich erklären ließ, ber Meinung v ir, baß die Art ber Aufnahme ben Eindruck ei ier „monarchischen Demonstration" n icbte. Ausgerechnet in Berlin, wo bie So» z' ilbemokraten eigentlich alles zu fa^en haben u.ib die Geschicke der Reichshauptstadt im wesentlichen nach ihren Wünschen geleitet werden. Richt genug damit, haben sie auch in ihrer Presse keine Gelegenheit unaenuht vorübergehen lassen, um ben Kmig und seine Umgebung in ber g'bäsiig- sten Weife anzugreifen, nur um baburch bei ihren Lestrn in guten Geruch zu kommen unb um bie Konkurrenz ber Kommunisten ausm- schalten. Wären bie Sozialdemokraten reine Oppositionspartei, dann wäre es schließlich ihr gutes Recht, so zu handeln. Aber das sind sie eben nicht. Der sozialdemokratische Ministerpräsident Braun lädt den König von Afghanistan zu einer Hokjagd ein. die nur deswegen abgesagt wird, weil es Aman Ullab kein Vergnügen macht, auf zahme SSMcbe zu schießen. Der sozialdemokratische Reichstagsvrösident Löbe lädt den König zum Frühstück ein unb besucht mit ihm in der Ehrenloge die Ober. Der sozialdemokratische Stabtbernrbnefen* Vorsteher Hl-t im Verlmer Ra'hans die 5öonnenrs machen. Das hindert aber die Partei wicht, sich in ein republikanisches Mäntelchen zu bullen und den Besuch zu boykottieren. Ein solches Reben-inanber ist unmnqTidj. Eine Partei, die ihr-n Anteil an der S' aatsvo'-antwor'lich''ei t be- anfp'"cht. muß auch den Mut haben, daraus bie K-mseciuenzen zu ziehen unb auch Dinge zu tun. bie ihr vielleicht nicht s"hr svmdrtthllch sind. Sonst setzt tie sich d"t G^>ahr aus. daß ihr in aller Oeffen*lichk"it einmal der V^rtourf des Mangels an Ehrlichkeit und der Angst vor den Wählern gemacht wird. Die Notlage der Landwirtschast im oberen Vogelsberg. Wie bekannt, hat der Hessische Landtag die Wünsche ber Rotstandsvertretung erfüllt und dankenswerter Weise zur Beschaffung von Saatgut für bie Llnwettergeschädig- ten im Bogelsberg ben Betrag von insgesamt 230 000 Mark zur Verfügung gestellt. Am Sonntag fanb nun auf bem Hoherobskopf unter dem Vorsitz von Fortbilbungsschullehrer Steinmann (Herchenhain) eine Versammlung ber Rötst andsvertretüng, sowie der Bürgermeister ber 40 durch Unwetter schwer geschädigten Gemeinden des Vogelsberges statt. Außerdem war das Landwirtschaftsamt Ridda durch Direktor Dr. He Isert unb bie Landwirllchaftskammer burch bas Vorstanbsmit- glied C e 11 a r i u s (Schotten) unb mehrere Vertrauensmänner vertreten. Die Versammlung beschäftigte sich in erster Linie eingehend mit ben Richtlinien, die bas Ministerium für Arbeit unb Wirtschaft. Abteilung für Ernährung unb Lanbwirtschaft, für bie Verteilung ber Beihilfen ber» ausgegeben hat. Sie war einmütig ber Ansicht, baß bie Klässifizierung abzulehnen sei. ba bei ben im Vogelsberg herrschenden eigenartigen Wirtschaftsverhältnissen gerade bei dieser Art ber Verteilung bei ben Besitzern mit über 40 Morgen Grundbesitz unbillige Härten unb Ungerechtigkeiten entstehen müßten. Der Vorsitzenbe teilte eingangs bazu schon mit. baß er von bem Minister für Arbeit und Wirtschaft ermächtigt worden sei, ber Versammlung unb vor allem Oberheffen. Landkreis Gictzcn. g. Klein-Linden, 28. Febr. Dieser Tage fand im Turnerheim die ordentliche General- Versammlung des hiesigen Spar - und Darlchcnskasscnvereins e. ö. m. b. $). statt, die sehr gut besucht war. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Kaufmann Hermann Jung, leitete die Versammlung. Direktor Wilh. Fey erstattete den Geschästsbericht, aus dem zu entnehmen ivar, daß sich die Kasse auch im abgelaufencn Geschäftsjahr sehr gut weiter entwickelt hat. Die Spareinlagen, die sich im vorigen Jahre auf 57 000 Mk. beliefen, haben sich im abgelaufencn Geschäftsjahr bereits verdoppelt. Gin erfreu liches Bild zeigte auch der vor einigen Jahren eingeführte Kleinfparmarkenverkehr, der die Summe von ca. 11000 Mk. aufwies. Der G e - samtumsatz der noch verhältnismäßig jungen Kasse belief fid) im verflossenen Jahre auf über 600 000 Mk. Die Gesuche um Daudarlehen konnten sämtlich berücksichtigt werden. Von Nichtmitgliedern sind bis heute 40 000 Mk. eingezahlt worden. Bei den Wahlen wurden bie satzungsgemäß ausscheiden- ben Vorstandsmitglieder einstimmig wiedergewählt. An Stelle des durch Wegzug- ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieds Ehr. Lenz, wurde der Kohlenhändler Heinrich Weigel gewählt. Die von bem Kassenrendanten Julius Jung vorgetragene Bilanz wurde einstimmig genehmigt.— In der außerordentlichen Generalversammlung des Gesangvereins .Harmonie" wurde beschlossen, am 16. und 17. Juni eine Rheintour zu unternehmen. Der Verein beabsichtigt, Samstag, 16 Juni, nachmittags, unseren Ort zu verlassen, um am Abend in Nieder-Jngelheim mit einem ihm befreundeten Gesangverein einen Rheinlieder-Abend zu veranstalten. Am Sonntag wird dann von Ingelheim aus die Rheinfahrt unternommen. In die öleisekasse ist bereits der ansehnliche Betrag von 350 Mark eingezahlt worden. Es haben fid) wieder zehn neue Mitglieder angemeldet, die einstimmig aufgenommen wurden. y Watzenborn-Steinberg. 28. tfebr. Am Sonntag feierte unser K i r ch e n g e s a n g » verein seinen diesjähr gm Familienabe n b unb in Verbindung damit sein fünfjähriges Bestehen. In seiner Begrüßungsansprache wies ber Vorsitzende, Pfarrer Staubach. auf bie hohen "Verbienste hin. bie sich der Dirigent bes Vereins. Karl Sommer, im Laufe bieser Jahre um denselben durch seine treue Arbeit erworben hat, unb überreichte ihm als äußeres Dankeszeichen bas stimmungsvolle, bekannte Bild „Schäfers Sonntagslieb". Der Abend stanb ganz unter bem Einbruck des 100. Todestages von Franz Schubert unb war als • ..Schubertabeud" ausgestaltet. Einleitend behandelte der Dirigent in einem sehr klaren Licht- bildervortrage „Schuberts Leben unb musikalisches Schaffen". Die nun folgenben musikalischen unb gesanglichen Darbietungen ließen ein sehr geschickt zusammengestelltes Programm erkennen. bas eine gute Liebersicht über Schuberts Werk bot. Leistungen solcher Art. wie sie ba ge- I boten würben, bür ten in unseren Lanbgemeinben selten sein. Das Orchester, bas aus einer Anzahl Gießener unb hiesiger musikalischer Kräfte be- stanb, bie Cello- unb Flötensoli ber Herren Hermann und Günther- Gießen unb bie gesanglichen Darbietungen des Vereins gaben Proben reichen Könnens und schufen ben gespannt lauschenden Hörern Stunben innerster Erhebung. Bei dem anschließenden Äiffcetrinlen überbrachten Bürgermeister Schäfer im Ramen des K.rchenvorstandes unb Pfarrer Steiner» Hausen im Ramen des Brudervereins Hausen dem Verein ihre Glückwünsche. Der erhebende Abend wird lange in ber Erinnerung derer weiterleben, bie ihn miterlebten. Bg. G r o ß e n - B u s e ck, 28. Febr. An der über die Wieseck führenden sog. Schmiedbrücke ist gelegentlich des heftigen Sturms vor vierzehn Tagen ein Teil der Schutzmauer einge- ft ü rzt. Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß auch das Gewölbe beträchtliche Schäden aufweist. Der Verkehr über die Brücke ist daher für Fuhrwerke und besonders für Lastautos gesperrt worden. Er wird durch die Kaiser- und Bahnhof sttaße umgeleitet. Da die offenbar schon sehr alte Ein Hoffnungsstrahl ließ das Gesucht de-- Mannes jünger erscheinen, mit einem Aufatmen blickte ber Winzer umher: ließ es sich denn nicht gut an? Des Wurmes war man Herr geworden, unb ber Behang war ausreichend Jetzt nur noch fleißig gespritzt! Unb als hatte er sich schon auf einer Saumseligkeit ertappt, faßte seine Hand nach bem Schlauch, ber wie em sich Win- benber Wurm aus der Pumpe herabhing. Hinauf und hinab, unterm kletternden Schuh Seprafsel ton Schiefer, bie Schultern geduckt unterm Tragriemen, ber wie ein Joch druckt, brennender Durst in brennender Sonnenglut. Zwischen bie Reben fliegt zerstäubender Strahl, bas Grün der Blätter überzieht sich wer^blauttch, und auch die Beeren der Träubchen bekommen den gleichen Anhauch. Und auch ber. ber ba spritzt. Vom beizenden Staub tränen die entzündeten Augen. ,f t Simon Brernm atmete schwer; die Kehle war ihm wie zugeschnürt vom Dunst zwischen den Stöcken Cs mochten an fünfzig Grad und mehr noch fein im glühheihen Ofen des Wemberas. Aber daran dachte ber Mann letzt nicht; er dachte an seine Tochter. Wie froh die Stimme ber Maria geklungen hatte! Die konnte ja auch noch froh fein, die war knapp siebzehn. Als er so jung gewesen war. hatte er s auch noch uicht empfunden, wie hart doch eigentlich bas Leben ist. In jungen Jahren ist es em Spaß, im Weinberg zu klettern, man ist ohne Verschnau» len oben und ebenso schnell wieder unten, man fühlt kaum, daß man ein Herz hat. das pocht. Jetzt ging es schwerer hinaus, man mußte lang- famer tun, Schritt für Schritt. Es war saure Arbeit im Weinberg — nein, seine ^od>ter sollte es nicht so schwer haben! Er wollte nicht dagegen sein, wenn Tie sich eine- Stelle suchte in einem Haushalt ober in einem Hotel, vielleicht ms Bad Bertrich ging: da hatte sie's leichter. Sie es nur mehr sechs. Der Toni unb ber Aloisius waren im letzten Kriegsjahr gefallen, beide noch so sehr jungen Brüder fast auf einen Tag. Sie waren begraben irgendwo. Aber daß sie in geweihter Erbe lagen, bas hoffte er; um sie trug er weniger Leid. Aber der dritte, ber dritte, ber Joseph!? Der war am Rhein, aber an welchem Ort sich ber jetzt herumtrieb, bas wußte er nicht. Er wollte es auch gar nicht mehr wissen. Wozu brauchte ber sich zu jenen zu schlagen, bie bie rheinische Republik ausriefen? Gehörte man nicht zum Reich in guten unb bösen Tagen? Jetzt in den bösen erst recht. Der ist ein schlechter Mensch, ber seinen Herrn im Stieb läßt, well es bem nicht mehr so gut geht wie früher. Unb faule Tage hatte ber Joseph sich immer gern gemacht. Dem möchte es passen, in einem Haufen mitzulaufen, ber mit Müßiggang, wenn nicht mit Schlimmerem, bie rheinische Republik ausrief, von ber jeber. ber anstänbig bachte, nicht gern hörte. Vein, von der rheinischen Republik wollte hier im Dorf, wollte kein Mensch an ber ganzen Mosel was wissen. Dazu hatte man nicht seine Söhne hingegeben, hatte nicht in Scharen bie Ausgewie- fenen durchkommen sehen — ter fuhren Schiffe verzweifelter Männer, toei- nenber Frauen, schreienber Kinder - , war nicht umsonst „besetztes Gebiet". Zu Koblenz auf bem Ehrenbreitstein wehten nachcinanber bie Flaggen frember Rationen, zu Trier trieben bie Spahis mit ihren Lanzen harmlos gehende Bürger vom Bürgersteig. Man hatte so viel gelitten. Und jetzt, wo es mit den Fremden um ein weniges besser ging, wo doch wieder Friedlichkeit herrschte, man unbelästigt seiner Arbeit nachgehen konnte, jetzt brachten bie. die — ber Mann im Weinberg fluchte plötzlich ganz laut: die verfluchten Saukerle, bie Gott verdammen möge, bie brachten nun neue Unruhe ins Land. Rein, bie Anna sollte nur schweigen, er wollte nichts hören von ihrem: „Der Joseph ist ja noch so jung unb unverständig, sie Haben , ihn nur beredet, der besinnt sich schon wieder" — Französische Sachlieserungspläne Ein Projekt für die franzöfifchen Kolonien. Bei dem vor kurzem gemeldeten Projekt zweier französischer Wirt chaftler. des Senators Lern- inert) und des Direktors Weber der französischen Ausbeutung llompagnie vonKamerun handelt °ks sich, wie wir erfahren, zunächst um einen rein Drivatwirtschaftlichen Vorschlag, auch Deutsche Sachlieferungen für den Weiterausbau französischer Kolonialgebiete nutzbar zu machen. An sich ist es nur zu natürlich, daß solche Driüatcn französischen Pläne, wie c’ anscheinend Hier auch der Fall ist, wenn sie auf einigermaßen l'olibcn ©runblagen beruhen, auch von der fran« zwischen Regierung gebilligt unb unterstützt Iverben. Bei der ständig wachsenden französi- fchen Quote für deutsche Reparationslieferungen ° lachen sich ja immer mehr Schwierigkeiten auf ^anzösischer Seite für ihre volle Ausnutzung bemerkbar, so daß die Pariser Regierung alles Juteresse an der Begünstigung privatwirtschaft- löcher Projekte hat, Die w e dieses anscheinend y.ud) in Zusammenarbeit mit französischer Industrie deutsche Sachlie erungeu für die Kolonien nach Frankreidj ziehen wollen. Dazu kommt noch, daß wenigstens der französische Abnehmer «uch gewisse Vorteile zolltechnischer und anderer Tllatur aus den deutschen Sachlieserungen aus- nutzen will. Trotzdem tut man gut. auf die praktischen Möglichkeiten solcher Projekte keine »;llzu großen Hoffnungen zu sehen. Abgesehen Davon, daß man erst einmal die weitere Entwicklung des von der französischen Reg eräug Mht der Kammer zugeleiteten Gesetzentwurfes iiber bie Ausnutzung deutscher Sachlieserungen abtoarten muh. Dabei muß noch klargestellt teer» Sen, daß ehemalige deutsche Kolonien, die ßrtzt von Frankreich als Mandatsgebiet verwaltet werden, nach den bisherigen Ab» l»mmen für deutsche Sachlieserungen selbstver- f.änblid) nicht in Frage kommen. Die größte Schwierigkeit bereitet aber deutschen Sachliese- eungen nach Frankreich bie immer mehr wach- ffende Sorge ber französischen Industrie vor ber dadurch entstehenden deutschen Konkurrenz. Auch die Finanzierung ist auf französischer Seite, wie man beobachten kann, nicht ganz einfach. Vor allem »ms diesem Grunde hat inan deshalb versucht, langfriftige Lieferungsverträe.e unb Bindungen mit deutschen Firmen einzuc,e>en, was aber nrcht nutet allen Umständen wünschenswert ist. 2m allgemeinen kann eine deutsch-französische Zu- lammenarbeit auf die Gebiet ber Sachlieferungeu cTmch für unsere Interessen günstig sein, wenn bie Ginüxmbfreie Qualität der Ptose.te gesichert ist unb ber deutsche Vertragspartner völlige LIleichberechtigung erhält. Mau wird wohl noch einige Zeit warten müs'eu, ehe weitere Einzelheiten über das Projekt Lemmerh-Weber ffrststeheu. über das übrigens schon seit längerer ^eit Verhandlungen gehen. Brücke den Anforderungen der modernen Verkehrs längst nicht mehr gerecht wird, hat man von dem Versuch einer wohl auch kaum sich lohnenden Wiederherstellung abgesehen. Provinz, Kreis und Gemeinde sind übereingekommen, eine vollständig neue Brücke zu errichten. Diese wird eine in die Fahrbahn besser eingepaßte Lage erhalten und um rund fünf Meter breiter werden. Mit den Vorbereitungen zum Neubau soll demnächst begonnen werden. Beuern, 28. Febr. Am Sonntagabend ver- cmstaltete der hiesige Volksbildungsverein im Saale „Zur Germania" dahier einen Vortragsabend, in dem Dr. f) e n & von Gießen über das Thema „Holland, Land und Leute und seine Kunst" sprach. Dr. Henß, ein Sohn unserer Gemeinde, ist es gewesen, der vor nunmehr sieben Jahren unfern Volksbildungsverein ins Leben rief. Seiner unermüdlichen Tatkraft ist es zu verdanken, daß das damals gelegte Samenkorn Wurzel gefaßt und zur vollen Entwicklung gelangt ist. Weit über 200 Mitglieder zählt heute der Verein. In dankbarer Anerkennung der um den SZkrein erworbenen Verdienste wurde Dr. Henß vor vier Jahren zum Ehrenvorsitzenden des Vereins ernannt. In großangelegtem und fein durchdachtem Vortrag führte der Redner, der fünf Jahre als Lehrer und Chemiker in Holland tätig war, den zahlreich er» schienenen Zuhörern ein Volk und Land im Geiste vor Augen, an dem die gewaltigen Erschütterungen der letzten Jahrzehnte und des Weltkrieges säst spurlos vorbeigegangen sind. Ein Volk von großer Vergangenheit, das infolge seines reichen Kolonialbesitzes sich eines guten Wohlstandes erfreut. Die alten Hafen- und Handelsstädte, sowie die moderne Weltstadt Haag mit den zahlreichen Wasserstraßen und Kanälen, die Weidelandschaften mit den unendlich vielen Windmühlen wurden in einer Serie von 42 Lichtbildern den Zuhörern vor Augen geführt. Reicher Beifall belohnte den Redner für seine Ausführungen. Ein Schlußwort des 1. Vorsitzenden, in dem er dem Redner den Dank des Skreins zum Ausdruck brachte, beendete den lehrreichen Vör- tragsabend. ~ Grünberg, 28. Febr. Aach Schluß einer Meinen Wanderung in die Umgebung Grimbergs fand am Sonntag im Saale des Hotel Hirsch die Dekvrierungsfeier des Zweigvereins Grünberg des Vogelsberger Höhen- Club statt. Von einer größeren Veranstaltung wurde in diesem Jahre Abstand genommen, da im Laufe des Winters schon genug Vergnügungen stattgesunden haben. Der stellvertretende Vorsitzende, Reltor Dender, brachte dies in seiner Begrüßungsansprache besonders zum Ausdruck. Wie aus dem reichhaltigen Programm zu ersehen war, wechselten Musik, Gesang. Gedichtsvorträge und ein Stück in Wetterauer Mundart miteinander ab. Ganz besonders gut gefiel ein Zwiegespräch, versaßt von einer V. H. C.- Schwester und einem V. H. C.-Druder, in Dialekt gesprochen an einer Waschbütte von zwei V. H. C.-Schwestern. Deide erzählen sich humorvollerweise von den Erlebnissen des V. H. C. auf dem Hoherodskopf. Es tonnten in diesem Jahre dekoriert werden: zum elftenmal ein V. H. C.-Druder (Rektor Dender), zum zehntenmal ein D. H. C.-Druder, zum achtenmal zwei V. H. C.-Brüder, zum sechstenmal ein V. H. C.-Druder, zum vierten- mal ein V. H. C.-Druder, zum drittenmal zwei V. H. C.-Drüder und drei V. H. C.-Schwestern, zum zweitenmal ein V. H. C.-Druder und eine V. H. C.-Schwester, zum erstenmal drei D. H. C.- Drüder und eine V. H. C.-Schwester. df. Langsdorf, 28. Febr. Gestern abend sprach im Auftrage der Liga zum Schutze der deutschen Kultur cand. rer. pol. Happich - Gießen zum zweitenmal vor einer stattlichen Zuhörerschar. Seine Ausführungen über die starken Kräfte unserer Zeit, wie Kapital, Kirche usw. und deren Zusammenhänge mit der Politik fanden regstes Interesse, so daß die Erschienenen den Redner in Kürze wieder hören möchten. df. Bettenhausen, 28. Febr. Im Saalbau Müller gab gestern der Gesangverein „Germania" von Burkhardsfelden ein Kon- zert, geleitet von Ehormeister H. Nicolai- Großen-Buseck. Zum Vortrag kamen Chöre von Kreutzer, Schulten, Schauß, Esch, Brodt, Wengert, Sonnet u. a. Die Chöre wurden durchweg gut cor- getragen: sie zeugten von guter Schulung der Sänger, gutem Geschmack und musikalischem Verständnis und Empfinden des Chormeisters. Stimmen- ausgleich und Aussprache waren recht schön. Zwischen den Chören konzertierten Herr Nicolai und Sohn auf der Geige und am Klavier. Das Konzert darf als gut gelungen, die Leistungen als sehr gut bezeichnet und manchem Verein zur Nachahmung empfohlen werden. # Trais-Horloff, 28. Febr. Die Bau- arbeiten auf dem Schwelkraftwerk Gchalttag, Gchattmonat, Schaltjahr. Von Professor Dr. Küstermann. Qtofegger erzählt, daß die steiermärkischen Dauern, wenn in gewitterreichen Jahren der Donner durch die Alpenberge rollte, feststellten, es sei heuer ein „Schalljahr". Lins ist ja nun der Begriff des Schaltens etwas geläufiger geworden: aber immerhin, manchem kommt der Schalttag im Februar doch noch etwas absonderlich vor. Als wir Kinder waren, erschien uns der über Gebühr kurze Monat höchst ulkig, und das Grübchen zwischen den Knöcheln von 'Zeige- und Mittelfinger erschien uns lange nicht tief genug für diesen Benjamin aller Monate. Aber nun gar der alle vier Jahre angehängte Schalttag, der trotz besten Willens die bemitleidenswerte Kürze des Monats nur zum Teil ausgleichen konnte, war uns der Gipfel des Spaßhaften. Bedauernswert waren freilich die armen Geschöpfe, die an diesem Tage geboren waren: dekin wenn alles mit rechten Dingen zuging, so konnten sie nur alle vier Jahre den und so süß schmeckenden Geburtstagskuchen vertilgen. Sonderbarerweise bin ich jedoch über 30 Jahre alt geworden, ehe mir das erste und bisher einzige Beispiel dieser Menschengattung bekannt wurde. Auch im deutschen Schrifttum hat ja der 29. Februar eine nicht ganz unbedeutende Rolle gespielt. In jenen längst vergessenen Tagen der Schicksalstragödien suchte man eine besondere Tragik in ihm zu finden. So heften sich mitunter heitere oder trübe Gefühle an eine an und für sich so trockene Dechenregel. Aber freilich kann auch diese Schaltregel mancherlei lehren! Vor allem das eine: Der Mensch will, daß alles immer hübsch „auf» yeht". Airgendwo soll ein Rest bleiben, denn Der Rest ist, wie Goethe einmal sagt. ,zu tragen peinlich". Die Statur denkt freilich anders. Bei ihr geht nicht immer alles auf, und nähern sich ihrem Ende. Gegenwärtig ist man mit der Ausführung der Jnnenarbeiten beschäftigt, die mit Hochdruck betrieben werden, da der Betrieb am 15. März eröffnet werden soll. Eine Spezialfirma aus Frankfurt ist eben daran, den einen 40 Meter hohen Schlot abzureißen: vorher wurde der süd- liche Schornstein, der eine Ueberneigung von 0,50 Meter hatte, gestreckt, indem an verschiedenen Stellen einzelne Keile ausgeschnitten wurden. Der neue Riesenbagger hat bis jetzt zur vollen Zufriedenheit gearbeitet. Die Arbeiten an dem schweren Tonboden haben eine Verstärkung der Schürfvorrichtung nötig gemacht. Streik Friedberg. «£ Bad-Nauheim, 28. Febr. In Gegenwart von Staatsrat Block vom Landesamt für das Bildungswesen fand heute hier die Reifeprüfung an der Oberrealschule statt. Es unterzogen sich ihr neun Prüflinge, die olle b e st a n d e n. am. Stommheim, 28. Febr. Am 25. d. M. feierte der älteste Einwohner unseres Ortes seinen 9 2. Geburtstag. Es ist dies der Frei- herrlich von Kühlemann-Stummsche Förster i. R. Johann Christian Stoffel. — Unser Krieger- d e n k m a l ist jetzt fertiggestellt. Es hat seinen Stand neben der Kirche erhalten. Am Volkstrauertag ist die feierliche Einweihung geplant. Alle Vereine des Ortes werden sich neben allen behördlichen Instanzen an dieser Feier beteiligen. Kreis Büdingen. WSD. Bübingen, 28. Febr. Gestern nachmittag 4.15 Uhr wurde bei dem bewachten und vorschriftsmäßig geschlossenen Wegeübergang zwischen Mittelgründau und Büdingen der Strecke Gelnhausen—Gießen en Motorradfahrer von einem Eilgüterzug überfahren. Der Verunglückte, dem der rechte Fuß abge'ahren und dec linke Fuß und Arm gebrochen wurde, mußte ins Düdinger Kraickenhaus überführt werden. Der Unfall ist dadurch entstanden, daß der Motorradfahrer gegen die geschlossene Schranke fuhr, auf das G^eis geschleudert und so vom Zuge ergriffen wurde. Nidda, 28. Febr. Das hiesige Landwirt- s ch a f t s a m t hat es übernommen, die Beschaffung von Saatgut für die durch Unwetter im Vorjahre schwer geschädigten Gemeinden des höheren Vogelsbergs durchzuführen. Der Bezug geschieht in Sammelbestellungen durch die Gemeinden, denen auch die vom Staat bewilligten Geldmittel zur Bezahlung des Saatgutes zugeleitet werden. Kreis Schotten. ):( Gedern, 28. Febr. Unser Ortsgeistlicher, Hofprcdiger Widmann, wurde durch die Kir- chenregierunq zum Stellvertreter des Superintendenten von Oberhessen zur Einsichtnahme in den Religionsunterricht ernannt. Als Dienstbezirk wurden ihm die Kreise Büdingen und Schotten zugewiesen. V Oberseemen, 28. Febr. In der Nacht auf Sonntag wurde hier in das neue Schulhaus in der Nähe des Bahnhofes eingebrochen. Nachts 2.30 Uhr hörte die im oberen Stockwerk schlafende Lehrersfamilie plötzlich ein auffallendes Geräusch. Sofort war die Situation geklärt, als man in den unteren Stock kam. Sämtliche Türen standen weit offen, und die Schränke und Schubladen waren durchstöbert. Der Einbrecher hatte es anscheinend in erster Linie auf Geld abgesehen. Man verfolgt bereits eine Spur, die nach auswärts führt. > Eschenrod, 28. Febr. Bei einer hier kürzlich abgehaltenen Güterversteigerung wurde nur auf wenige Acker und Wiesen geboten, während die meisten Grundstücke überhaupt kein Angebot erzielten. Auf ein allerdings kleines Wohnhaus wurde ebenfalls kaum ein G e - b o t abgegeben, worauf es der Besitzer für 1000 Mark losschlug. Michelbach. 28. Febr. Zu einer wüsten Messerstecherei kam es in der Nacht zum Montag in einer hiesigen Wirtschaft. In Alkoholstimmung kam es zwischen jungen Burschen aus dem benachbarten Dusenborn und hiesiger Jugend zu Streitigkeiten, die in Tätlichkeit ausarteten. Als anwesende ältere Leute den Streit zu sch lichten suchten, erhielt ein etwa 5vjähri',er hiesiger Bürger mehrere lebensgefährliche Stiche in Kopf und Rücken, während zwei andere mit leichteren Stichverletzungen davon kamen. Als Täter wurden zwei Busenbor re rBurschen dem Amtsgericht in Schotten zugesührt, nach der Vernehmung aber wieder entlassen. Kreis Lauterbach. P. Schlitz, 28. Febr. Die gelegentlich der vorjährigen Landtagswahl hier gegründete Jugend- toeil dies dem Menschen nicht patzt, und er die Natur verbessern will, ist eben das Schalten nötig geworden. Die Zeitmaße werden uns im Gegensatz zu den Raummaßen von der Natur geliefert. Sie schafft uns das Jahr und den Tag, und, heutigentags kaum mehr beachtet, den Monat, das heißt, den wirklichen Monat, nämlich die Dauer des Wechsels der Lichtgestalten des Mondes. Aber es klappt nicht: weder besteht das Jahr aus einer ganzen Zahl von Tagen, noch Jahr aus einer ganzen Zahl von Monaten, noch auch der Monat aus einer ganzen Zahl von Tagen. Das Jahr hat 365,242 199 Tage, der Monat 29,530 591 Tage, das Jahr 12,368 266 Monate: aber auch diese Zahlen gelten nur im Durchschnitt, im „Mittel". Im einzelnen Fall könnten sich Abweichungen zeigen. Bei den künstlichen Zeitmaßen, die der Mensch geschaffen hat, Stunde, Minute, Sekunde, ist es freilich anders. Sie fügen sich hübsch ineinander, und seit Tausenden von Jahren lernt jedes Kind, daß der Tag 24 Stunden, die Stunde 60 Minuten und die Minute 60 Sekunden hat. Aber was das Schalten anlangt, so sind wir noch „fein heraus", weil wir nur noch nach Jahren und Tagen, nicht mehr nach wirklichen Monaten, also Mondwechseln, rechnen. Als man das noch tat und verlangte, daß das Jahr, natürlich im Widerspruch zur Natur, aus einer ganzen Anzahl von Monaten bestehen solle, da muhte man solche Monate genau so einschalten, wie jetzt die Tage: ein Schaltjahr war nicht um den armseligen 29. Februar, sondern um einen ganzen Monat länger als ein anderes Jahr, und das kam alle 19 Jahre siebenmal vor. Nach der längst geplanten, aber leider immer noch in der Luft hängenden und noch nicht in die Wirklichkeit eingcführten Kalenderresorm soll ja der Schalttag wieder zu hohen Ehren kommen. Er wird feierlich als Festtag verkündet, und alle Welt wird sich auf ihn freuen. Hoffen wir. daß dieser neue, glückbringende Schalttag, gruppe der Deutschen Dolkspartei I hielt unter außerordentlich starker Beteiligung in Guntrums Saale einen Werbeabend ab. Im | Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Vorführung der vaterländischen Filme „Fridericus Rex", Teil 4, und „Reichspräsident Hindenburg". Umrahmt war die Filmvorführung von Vorträgen der Musikoereinigung, Liedern zur Laute, ferner von Ansprachen des Vorsitzenden der Iugend- gruppe, des Spenglermeisters H. Adolph jun., des Generalsekretärs der Deutschen Volkspartei in Hessen, des Laikdesvorsitzenden Dingeldey und eines Vorstandsmitgliedes der Darmstädter Jugendgruppe. Der Werbeabend bedeutete auch durch zahlreiche Neuanmeldungen von Mitgliedern einen großen Erfolg für die hiesige Jugendgruppe. Starkenburg. WSN. Darmstadt, 28. Febr. Auf Veranlassung der hessischen Staatsanwaltschaft ist in Wiesbaden die Frau Margarete Wolle wegen dringenden Verdachts des Landesverrats verhaftet worden. Die Verhaftete führte feiner Zeit in Griesheim eine von den Franzosen beschlagnahmte Wirtschaft. Die Bewirtschaftung erfolgte nach der Beschlagnahme fast ausschließlich nur für die Besatzungstruppen und für die jeweils auf dem Uebungsplatz Griesheim anwesenden Angehörigen der Besatzungsarmee. Die Verfehlungen der Verhafteten richten sich gegen den § 6 des Spionagegesetzes. Weitere Untersuchungen sind im Gange. Preußen. Kreis Wetzlar. WSN. Wetzlar, 28.Febr. Sonntagabend kam auf der Sfeindorfer Chaussee der Inhaber des hiesigen Radiogeschäfts Otto Kunße aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache mit seinem Motorrad zu Fall. Seine Verletzungen waren so schwer, daß er unmittelbar nach dem Sttirz starb. Eine auf dem Soziussitz mitfahrende Dame wurde gleichfalls verletzt und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Ein im gleichen Augenblick die Ün- fallstelle passierender Malerlehrling aus Steindorf wurde von dem Sturz in Mitleidenschaft gezogen und erlitt innere Verletzungen. Auch er liegt im Krankenhaus. <> Dornholzhausen, 28. Febr. Gin Autounfa11 ereignete sich gestern nachmittag auf der hiesigen Ortsstrahe. Das 3 Jahre alte Kind eines hiesigen Landwirtes lief direkt in ein Personenauto hinein. Nur dem Umstand, daß die Führerin des Autos ein langsames Tempo fuhr und den Wagen sofort zum Stillstand bringen konnte, ist es zu verdanken, daß das Kind nur geringe Verletzungen erlitt. O Oberkleen, 28. Febr. Bei der gestern im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Brenn- holzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 30 bis 32 Mk. je 2 Raummeter, Duchenknüppel 25 bis 26 Mk. je 2 Raummeter, Buchenwellen 10 bis 12 Mk. je 50 Stück, Buchenstockholz 8 bis 10 Mk. je Raummeter, Eichenscheitholz 27 bis 28 Mk. je 2 Raummeter, Eichenknüppel 16 bis 17 Mk. je 2 Raummeter, Eichenwellen 8 bis 9 Mk. je 50 Stück, Eichenstockholz 2 bis 3 Mk. je Raummeter, Birkenknüppel 24 bis 25 Mk. je 2 Raummeter und Birken wellen 7 bis« 8 Mk. je 50 Stück. Kreis Biedenkopf. D Bischoffen, 28. Febr. Bei der gestern auf dem hiesigen Gemeindehaus abgehaltenen H o l z- berfteigerunq wurden folgende Preise erzielt: Eichen: Kl. 1 15 bis 27 Mk.. Kl. 2 20 bis 28 Mk., Kl. 3 25 bis 30 .Mk., Kl. 4 40 bis 57 Mk., Kl. 5 ca. 50 Mk.: Tannen: SU. la 15 bis 16 Mk., lb 24 bis 26 Mk.. 2a 22 bis 27 Mk., 2b 24 bis28Mk , 3a 30 bis 35 Mk, 3b ca. 20 Mk., 4a ca. 25 Mk. — Der größte Teil des diesjährigen Holzschlages ist bereits im Submisfions'- toege verkauft worden, darunter 800 Festmeter, die als Extrafällung für die im Bau befindliche Wasserleitung genehmigt worden waren. Oberwesterwaldkreis. WSN. Büdingen, 28. Febr. Gestern nachmittag wurde auf dem am Ortsausgang von Büdingen gelegenen sehr unübersichtlichen Eisenbahnübergang ein Lastauto einer Hachenburger Firma von einem heranbrausenden Güterzug erfaßt. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Während der Chauffeur mit dem Schrecken davonkam, erlitt der Begleit- mann schwere Kopf- und innere Verletzungen, so daß er in das Krankenhaus nach Marienberg überführt werden mußte. Kreis Limburg. WSN. Sitten r ob (Westerwald) 28.Febr. fiitr wurden eine Ehefrau, deren Anwesen kürzlich niederbrannte, und ihr Schwager unter dem dringenden Verdacht der Brand st iftung bzw. der Ansttfttmg hierzu, verhaftet. Die beiden Personen wurden in das Limburger Landgericht-- gefängnis eingeliefert. AorikirchciMestentagung in Lang-Göns. 4 Lang-Göns, 28. Febr. Wohl selten hat unsere altehrwürdige Kirck)e eine so statttiche Besucherzahl aufzuweisen gehabt, als heute bei dem G o 11 e s d i e n st, der die Dorfkirchenälte. sten-Tagung eröffnete. Aus den Bezirken Gießen, Wetzlar, Biedenkopf, Dill- und Oberlahnkreis waren rund 400 Teilnehmer erschienen, um der Tagung beizuwohnen. Mit einem Vorspiel des Pol' a u n e n ch o r s , unter Leitung seines Dirigenten, Weißbindermeisters Boller, über den Chorol „Wie schön leuchtet der Morgenstern" wurde d,.- Feier eingeleitet. Orgel- und Posaunenspicl begleiteten alsdann den Gemeindegesang. Auch der vor einiger Zeit wieder ins Leben gerufene Kirchenchor, ebenfalls unter Leitung von Herrn B o l le r, trug durch den Vortrag des machtvollen Chores „Einer ist König" zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Der Schriftoerlesung am Altar wlgle die Festpredigt von Pfarrer G i l l m a n n aus Weiler an der Nahe, der die Worte aus dem Evun- gelium Lukas, Kap. 12, Vers 51 bis 53 zugrmche lagen. Sie gipfelte in dem Bekenntnis: Laßt Gottesfurcht in unseren Familien einziehen und Chri- ftus den Führer im Geben sein! Die darauf folgende Nachversammlung eröffnete Pfarrer Mahr- Gießen mit Dankes- Worten an alle, die mitgearbeitet haben an den Vorarbeiten zur Tagung. Er begrüßte den Vertreter des Kreisamts und des Kreisschulamtes, den Superintendenten für Oberhessen. Oberkirchenrat Wagner-Gießen, besonders aber die Kirchenvorsteher. machte diese auf ihre hohe Aufgabe im Gemeindeleben aufmerksam und forderte namentlich dazu auf, das Gemeinschaftsgefühl zu pflegen. Sodann hielt Pfarrer Ernst Bürbach von Wersheim bei Kreuznach, Vorsitzender der Nahegruppe, seinen Vortrag über „ Familiennot, die eigentliche Not unserer Tage , ilm der Familiennot zu steuern, erhebt der Vortragende drei Forderungen: 1. Wir müssen heute unbedingt sittliche gegenseitige Verpflichtung bekennen, 2. Es müssen um der Ordnung Gotte willen die Grenzen zwischen den einzelnen Geben abschnitten in unserem Volke wieder anetfamr werden, 3. Es muh wieder christliche Ehrerbietung untereinander gepflegt werden. Hier die Dorfgemeinde ansehen zum Wohle unserer Familien. Pfarrer Mahr- Gießen dantte dem Redner für seine tiefdringenden Worte. Nach einer Mittagspause — die gastfreundliche Einwohnerschaft hatte sämtliche auswärtigen Teilnehmer in Quartier genommen — wurde um 3 Ahr in der sehr geräumigen Turnhalle unter Leitung von Pfarrer tBiermann (Ebersgöns) die Tagung fortgesetzt. Oberttrchenrat Wagner sprach ein kurzes Gebet. Darauf ergriff Pfarrer Vömel (Rodheim a. d. Bieber) das Wort zu seinem Eraänzungsvortrag: .Die begegnen wir der Familiennot?" P arrer Dorn e l, der mehr als 11 Jahre als Leiter einem Rettungshaus Vorstand, hat dort die Beobachtung machen können, daß die meisten der verwahrlosten Kinder aus zerrütteten Ehrn stammten. Wird erst die Heiligkeit der Ehe wieder anerkannt, so kann es auf diesem Gebiete wieder besser werden. Die Ehe muß wieder eine Schule werden, worin Gott die Menschen erzieht. Er sprach ferner über die Wohnungsnot und den Geburtenrückgang. Leider nehmen auch auf dem Lande Zügellosigkeit. Zuchtlosigkeit und ilr- zucht vielfach überhand und zerstören avb hier die Familien. Mit einem warmen Appell an die Eltern, Ehrfurcht und gute Sitten zu legen, schloß der Redner seine Ausführungen. Nach kurzen Dankesworten des Vorsitzenden sprach Regierungsrat Dr. Krüger (Gießen) als Vertreter des Kreisamts und des Kreisschulamtes Gießen. Er überbrachte die Grüße des Provinzialdirektors und ermahnte alle Anwesenden, tatkräftig mitzuhelfen am Schutze der Jugend zum Wohl unserer Familien. An der nun folgenden sehr fruchtbaren Aussprache beteiligten sich noch Lehrer Sang (Heuchelheim), ferner Kirchenvorsteher Oßwald (Wieseck), der Ortsgeistliche Pfarrer Wahl, Lehrer Quen - z e r (Niederkleen), Pfarrer Wahl (Butzbach), Pfarrer Koch (Lützellinden) und Pfarrer Köhler (Odenhausen a. d. Lahn). der vorerst noch auf dem Papier steht, bald das Licht der Welt erblicken möge! Gastspiel int Siadtiheaier. In der gestrigen Aufführung von Hermann Bahrs Dreiatt.gem Lustspiel „D a s Konzert" gastierte in der Rolle der Eva Gerndl Fräulein Trude Heß vom Landestheater in Detmold auf Anstellung für das Fach der jugendlichen Sentimentalen. Die Rolle, die, wenn man sich ganz scharf an die enge und etwas altertümliche Fachbezeichnung halten will, überall ausgesprochene Jugendlichkeit voraussetzt, dagegen nur im dritten Akt „sentimental" wirkt, ist nicht gerade hervorragend geeignet, die gesamten Fähigkeiten der jenseitigen Trägerin ausführlich und in gewissem Sinne entscheidend zur Kritik zu stellen: sie ist erstens nicht sehr umfangreich, und zweitens versammelt sich das überwiegende Interesse des unbefangenen Zuschauers für den größeren Teil des Abends auf eine Anzahl anderer Gestalten im Stück. Fräulein Heß hatte für die Partie eine gute, bühnenmäßige Erscheinung einzusetzen, die durch die Toilettenwahl apart und unaufdringlich zur Geltung gebracht wurde: ihre stimmlichen Mittel befriedigten für die gewählte Rolle durchaus, doch läßt sich über Umfang und Variabilität des Organs nach dieser kleinen Probe natürlich nichts sagen, um so weniger als der erste Akt sehr schnell gespielt wurde und vermutlich eine gewisse (psychologisch durchaus begreifliche) Nervosität den Sprechton und übrigens auch die Gestik und die gesamte Körperhaltung etwas forcierte. Im Schlußakt wirkte der Gast in jeder Hinsicht ausgeglichener. Im ganzen ist also nach dieser kurzen Probe ein Engagement weder zu befürworten noch abzulehnen: man müßte die Schauspielerin in einer größeren Rolle sehen, die ihr mehr Möglichkeiten zur Entfaltung und dem Referenten erschöpfender über den Umfang ihrer schauspielerischen Mittel Auskunft gibt: die besonderen Verhältnisse an unserer Bühne (wie wohl mehr oder minder an jedem Prooinztheater) erfordern ja eine möglichst vielseitige Begabung und bedeutende Wandlungsfähigkeit auch innerhalb des formell festbegrenzten „Faches": die bisherige Spielplangestaltung und die daraus sich ergebende Beschäftigung des Solopersonals hat das zur Genüge erwiesen, und eine we- senlliche Aenderung dieser Verhältnisse ist weder zu wünschen noch auch kaum zu erwarten. Die Aufführung, die übrigens allenthalben einen sehr frischen und lebendigen Eindruck hinterließ, war stark besucht: der Beifall war verdient, und es gab viele schöne Blumen und zarte Angebinde. Dr. Th. Federzeichnungen von Schwind. älnveröffentlichte Federzeichnungen Moritz von Dchwinds bringt das Februarheft des „Ä unft * w a r t s" (Calttvey, München), der wiederholt m früheren Jahren für diesen deutschen Meister etn- getreten ist. Es sind vier Blätter mit je neun Bildern, auf sechs gut gedruckten Tafeln verteilt. Krähwinkeliaden mit entsprechenden Versen vom Jahre 1826. Prof. Joseph Popp schreibt beruhet u. a.: „Diese Arbeiten des 22jährigen Künstlers, der damals noch wesentlich Autodidakt war, zeigen schon seine Begabung für das Genremäßig-An- schauliche, für das Pointierte des Inhalts und eine persönliche Ausdrucksweise. An Arbeiten aus der Zeit der vollen Meisterschaft gemessen, entbehren sie der späteren Freiheit, Zügigkeit uno Sicherheit, welche Schwind erst in der Schule des Cornelius, die um 1828 einsetzte, fand. Aber auch ohne diese volle Errungenschaft haben unser Zeichnungen einen mehr als bloß geschichtlich Entwicklungswert: er besteht aufoerbem tn oc schon erwähnten Humorisierung der bürgerlichen Kleinwelt, in originellen Formerfindungen un einem zeichnerischen Vortrag von Reiz." Auf die Faschingsstimmung dieses Monat ist das Kunstwartheft ferner durch einige nayez unbekannte Karikaturen Bonaventura Genell auf W. Kaulbach eingestellt, dann auch durw einige Proben aus H. v. Gumppenbergs teutsche Dichterroh" und anderen der fröhlich Muse gewidmeten Werken. Ende Beginn Donnerstag Donnerstag Karierte u. gestreifte Kleiderstoffe mit 2.90, 2.40, Nachiah Wolle 4.80, 3.90, Uni-Kleiderstoffe 4.70, 350, mit 5.45, 430, 430, 4.00, Nachiah 5.40, 430, Mantel- und Kostümstoffe mit 8.50, 5.75, 8.50. 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Es empfiehlt sich, das Holz vorher anzusehen: spätere Reklamationen über Gute und Be chaffenheit werden nicht angenoM' men. Nähere Auskunft erteilt Herr Forster Kalberlah, hier, und die Bürgermeisterei Rüddingshausen, den 25. Februar 192*. Hess. Bürgermeisterei Rüddingshausen. Müssig. istämme: Stück, 28,04 km Stück, 77,02 fm Stück, 91,05 fm Stück, 91,60 fm Stück, 43,86 fm Stück, 11,14 fm Lindener Köper-Samt 90 cm Lindener Köper-Samt 70 cm Ztadttheater-Abonnement Die Einlösung des sechsten Abschnitts der Abonnements für Dienstag, Mittwoch und Freitag hat am Montag, dem 5. März 1928 in der Zeit von 15 bis 18 Uhr an der Kasse in der Borhalle des Stadttheaters zu erfolgen. 2302B Tie zu zahlende sechste Rate beträgt für: Proszeniumsloge, Rangloge und I. Rang-Borderplatz.....10 JIJC I. Sperrsitz, I. Rang-Mitte und Logenrückplatz........10 „ 11. Sperrsitz und I. Rang-Rückplatz 7 „ III. Sperrsitz und II. Rang-Border- Lichenstämme: 2. Klasse 1 Stück, 0,46 fm 3. Klasse 3 Stück, 1,79 fm 4. Klasse, 5 Stück, 4,33 fm Lindenstämme. 3. Klasse 1 Stück, 0,67 km, astrein 4. Klasse 1 Stück, 0,44 km, astrein Kiefernstämme: 2b-Klasse 1 Stück, 1,05 fm 3a-Klassc 2 Stück, 2,59 fm tfiillige Verkaufstage beginn: Donnerstag,den I.JKärx Brises bises Massenauswahl, Tüll und Etamine Stück, Mk. 0.90, 0.55, Scheibes-Gardinen in feinen gestr. Mustern, Mtr., Mk. Madras-Stoffe dunkelf.,130 cm br., mod. Must., Mk. 2.75, Kunstseiden-Stoff aparte Neuheit, 130 cm br., In verseh. Färb, Mk. Madras-Garnituren guteStoffe. neue Muster......Mk. 7.25, 6.45, 3.35, VreMhotzversteigemug Es werden versteigert aus dem Staats» wald der Försterei Baumgarten Dienstag, den 6. März, von vormittags 9 Uhr ab, im Saale auf dem Schifsenberg aus den Forstortcn Schiffenberg. Beunde, Sommerberg, Tempel, Buchenberg, Klosterwiese und Dörnergrund: Scheiter, rm: 1,2 Buche I. Kl., 3,1 II.Kl., 2,9 Eiche II. Kl., 5,5 Esche, 0,9 Rüster, 1 Elsbeere, 3 Kirsche, 53,9 Kiefer I. Kl., Fichlenstammholz la-Klasse Knüppel, rm: 1,6 Buche I. Kl., 0,9 II. Kl., 1,7 Eiche I. Kl., 1 II. Kl., 2,6 Esche, 1,2 Rüster, 1,7 Elsbeere, 2,9 Kirsche, 15,6 Kiefer I. Kl., 1 II. Kl., 6,9 Fichte I. Kl., 2,6 II. Kl. Reisig II. Kl. (Stammreisig), 100 Wellen: 13,9 Buche, 6,6 Esche, 1,5 Rüster, 4,9 Kirsche. Reisig III. ML (Astreisig), 100 Wellen: 28,3 Buche, 2,5 Eiche, 0,7 Esche, 33 Kiefer, 28,8 Fichte. Stöcke, rm: 26,7 Buche, 7,4 Eiche, 0,8 Esche, 61,5 Kiefer, 21,7 Fichte I. Kl., 32,9 II. Kl. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Vorherige Besichtigung des Holzes wird empfohlen. 2309D Gießen, den 28. Februar 1928. Hessisches Forstamt Schiffenberg. Nicol'aus. Besonders preiswerte MMiiMMe Angebote sind in Reichsmark pro Festmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift Holzsubmission bis Tientztag, den 6. März 1928, nachmittags 3’4 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, woselbst and) die Bedingungen eingesehen werden können. Das Holz ist mit Rinde gemessen und vorher einzusehen, da spätere Rekla' mationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt die unterzeichnete Stelle und Förster Klös, Ober-Widdersheim. Steinheim, den 29. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei Ltcinheim. Popeline doppeltbreit reine Wolle................ per Meter Popeline doppeltbreit, reine Wolle, sehr gute Qualität.... per Meter 4.20, Ripspopeline 130 cm breit, sehr mittag» 9 Uhr, wird auf dem hiesigen Amtsgericht, Zimmer 112 (1. Obergeschoß), das im Grundbuch von Gießen dem Heinrich Preis in Gießen zugeschriebene An- . 5Q3D FlOCkkopOr 80ijde haltbare Qualität .............. Mk. 80 cm breit..................Mk. 1.35 Schürzen f.Damen.Mädchen *. und Knaben, Mk. n hh 3.45, 2.90,1.85, 0.97), U.UU Jump-.D.-Schürzen echt Indanthren, Q or Künstlerdn, Mk. C*.OO Damen- und Konfirmand.-Wäsche Hemden, Prlnieä- Böcke, Hemdhosen, Nachthemden n QR Mk. 3.90, 2.45, 1.35, U.UU Kunstseid.-Wäsche D/Schlupfhos. i c- in v. 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Marinaden, UJeintan Bahnboistr.59,TeI.66 WlülSilkl verstellbare Llkgeskssei Blunieniiippeu stilflie „„To MmMie 3lnt8flföeioöen cmvsiehll zu billlguen 'Breifen, fitöntet AiiSmabl u. beiter Qualität Stuhlschreinerei und Flechterei BI). deutel Sonnenstr. 14 und 18 f-y Nr 5l Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Mittwoch, 29. Zebruar (928 Aus dem Reiche der Krau. Kinderaugen. Don Prof. Or. (5. Adam, Berlin. DaS Auge ist unser höchstes Gut. Es ist die Quelle unserer Freude, die Grundlage unseres Broterwerbs. Deshalb wird keinem unter unseren Kriegsbeschädigten soviel Mitleid entgegen- gebracht wie gerade den Kriegsblinden. Deshalb ist es unsere Pflicht, alles $u tun, um das Auge zu erhalten und Schädlichkeiten von ihm fernzuhalten. Cs gibt leider genug Augenkrank- yeiten, denen selbst der Arzt machtlos gegrnüber- steht; man vermehre ihre Zahl aber nicht durch Leichtsinn und Leichtfertigkeit. Die Ratur hat das Auge wohl zu schützen gc- wustt. GS liegt in einer knöchernen Höhle, sanft in Fett eingebettet. An der Vorderseite befinden sich, wie wir wissen, die Augenlider, die sich blitzschnell schließen, wenn sich irgend eine Gefahr dem Auge nähert. Ihr freier Rand ist mit Wimpern bedeckt, um nach Möglichkeit Heine Fremdkörper und Staub dem Auge femzuhalten. Dauernd ist das Auge von der Tränenslüssigkeit überrieselt, um trotzdem eingedrungenen Staub von der Augenoberfläche zu entfernen und diese dauernd feucht zu erhalten. Würden die Lider diese Funktion nicht ausüben, so würden die Augen bald eintrocknen. Gerade die 3ugenD Pflegt mit dem Auge aus ilnfenntmS und Gleichgültigkeit leichtsinnig umzugehen. Wie häufig lesen wir es in den Zeitungen, daß sich Schulfreunde gegenseitig durch Pustrohr oder Schießgewehr, Pfeile oder Steinwurf das Auge beschädigt oder gar gänzlich zerstört haben. Deshalb ist eine der wichtigsten Regeln, bei der Benutzung eines derartigen 3n- strumentes es nie mit der Mündung auf seinen Rebenmenschen zu halten, auch nicht im Scherz, auch nicht, wenn das Gewehr ungeladen ist. Cs muh zur Gewohnheit werden, ein solches Instrument, wenn es nicht dem Ziele zu kurz vor dem Schuh zugekehrt ist, mit der Mündung entweder nach oben oder nach unten zu halten, niemals in der horizontalen Richtung. Ein grausamer „Scherz" ist es, in Gruben mit ungelöschten Kalk Steine hineinzuwerfen, um diese zum Aufspritzen zu bringen. Spritzt etwas von dem Kalk in das Auge hinein und ist nicht sofort Hilfe zur Hand, so geht in den meisten Fällen das Auye rettungslos verloren Die Hilfe kann nur bann bestehen, daß sofort reichliche Mengen von Wasser über das Auge des Verletzten gegossen werden, sei es aus einem Henkeltvpf oder, wenn ein solcher nicht vorhanden ist, direkt aus dem Brunnenrohr. Da braucht man sich nicht zu scheuen, dah die Kleider oder die Haare nah werden, da es entschieden wichtiger ist, den Bestand des Auges zu retten Sehr häufig dringen Fremdkörper kleinster Art in daS Auge, z. B. auf gewirbelter Strahenstaub, der Ruh einer vorbeifahrenden Lokomotive oder Aehnliches. So klein auch das Stäubchen fein mag, das auf der Hornhautobersläche haftet, die Schmerzen sind kaum erträglich, und es ist eigentlich fast verständlich, wenn der davon Betroffene durch Reiben mit den häufig nicht ganz sauberen Fingern, den Fremdkörper zu entfernen versucht. Aber dadurch wird es nur schlimmer. Wer einen Fremdkörper ins Auge bekommt, schliche daS Auge und lege ein sauberes Taschentuch darüber, das er mit einem zweiten festbindet, und begebe sich sofort in ärztliche Behandlung. Durch die schmutzigen Finger können gar zu leicht noch obendrein ansteckende Krankheiten aufs Auge übertragen werden, wenn jemand, der an einer ansteckenden Augenkrank- heit und Eiterung leidet, seine Finger mit dem Eiter beschmutzt und dann einem zweiten die Hand gibt, so können leicht auf dessen Hand die Krankheitskeime übertragen werden, die bann durch Reiben im Auge wieder an das zweite Auge gelangen Wer also irgendwelchen Augenkatarrh oder dgl. hat. sorge dafür, dah er jedesmal, wenn er das Auge berührt hat, sich sorg- faltig die Finger wäscht und unnötiges Hände- geben usw. vermeidet. Auch Kurzsichtigkeit ist ein Augenübel, das man besonders bei sehr vielen Schülern findet. Man kann wohl sagen, je mehr der Schüler liest und arbeitet, desto mehr steht sein Auge in Gefahr, kurzsichtig zu werden Besonders gefährlich ist das Lesen und Arbeiten bei ungenügender Beleuchtung. Man sieht häufig Knaben, aber auch Mädchen, noch tief in die Dämmerstunde hinein in ihren Büchern lesen 3n dem Mähe, in dem die Beleuchtung abnimmt, nähert sich das Auge dem Buch und die dadurch hervor- gerufene Anstrengung des Auges wird dauernd größer. Aber nicht allein zu geringe Helligkeit, auch zu grohe Helligkeit kann dem Auge schädlich fein. Deshalb ist es unzweckmäßig, im Sonnenlicht zu lesen, und ganz besonders gefährlich ist es, mit unbewaffneten Augen etwa in die Sonne zu blicken Hierdurch können Schädlichfeiten entstehen, die niemals wieder gutzumachen sind. Wir haben im Augeninnern die Linse, die genau so wirkt wie eine Glaslinse. 3eder hat wohl schon einmal eine solche Glaslinse benutzt, um das Sonnenlicht auf einen Punkt zu konzentrieren und dadurch das unter gelegte Löschblatt oder gar den Kleiderstoff zum Sengen zu bringen. Genau so wirkt die kleine Linse, die wir im Augeninnern haben, wenn die Sonnenstrahlen, durch sie konzentriert auf die 3nnenfläche des Auges fallen. Es können in der gleichen Weise Verbrennungen dort hervorgerufen werden wie bei dem erwähnten Löschpapier. Die Entfernung des Auges von dem Buche soll stets etwa 30 bis 40 Zentimeter betragen. Wer Gollman ein Ausgabenbuch führen? Don Lisa Honrolh-Loewe. Ein altes Volkswort sagt: „Wer schreibt, der bleibt." Und es gab wohl keine Hausfrau in früherer Zeit, die nicht ein gut geführtes Haushaltsbuch für unerläßlich hielt. Durch die verheerende Zeit der 3nflatü>n und der Leichtlebigkeit, die ihre Folge war (und durchaus im Gegensatz steht zu den wirtschaftlichen Verhältnissen unserer Volksgemeinschaft), ist auch die Hausfrau im allgemeinen etwas lässiger geworden. Das minutiös geführte Haushaltsbuch unserer Großmütter ist ebenso verschwunden wie die minutiöse Schrift, in der dort jede kleinste Ausgabe verzeichnet stand, vom täglichen Fleisch bis zu den Salatkräutern. Wer hat nun recht, das alte Sprichwort, die Hausfrau von früher, bei der jeder Pfennig und jeder gute Groschen genau gebucht sein mußte? Oder die moderne Hausfrau, welche, vielleicht noch beruflich beschäftigt, das Haushaltsbuch für eine unnütze Zeitvergeudung erklärt, welche der heutigen Zmt nicht mehr entspricht? Mir scheint, die Wahrheit liegt auch hier in der Mitte. Für gewöhnlich ist, wenn die Hausfrau nicht über regelmäßige größere eigene Einnahmen aus ertragreichem Berufe verfügt, das Geld so eingeteilt, daß aus einer gewissen Summe, die sich nach den individuellen Verhältnissen richtet, Haushalt sowie eigene Ausgaben der Haussrau bestritten werden. Falsch und zeitraubend ist es nun, wenn die Hausfrau zum Beispiel jede Zehnpfennig, die sie für Fahrten oder für andere kleine Privatausgaben verbraucht, täglich ängstlich notiert. Damit kommt sie nicht aus dem ewigen Rechnen und Buchen heraus, ohne irgendeinen praktischen Zweck zu erzielen. Richtig hingegen ist es, wenn sie die ganze Summe notiert, die sie etwa wöchentlich für ihre Privatbedürf- niffe der Kasse entnimmt, wobei die Ausgaben an Fahrgeld, kleinen Geschenken, einem Casö- besuch usw. im allgemeinen sich gleichbleiben. Sie kann dann in kurzer Zeit sehen, ob sie sich diesen Betrag privat leisten darf, ohne den Haushaltsetat zu überschreiten und ohne die gesunde, ausreichende Ernährung der Familie zu kürzen. Besondere Qludgaben, wie größere Anschaffungen, Kleider, Schuhe usw., werden im allgemeinen sowieso von einem besonderen Konto bestritten werden. Solche Ausgaben müssen ohne Zweisel genau gebucht werden. Was die reinen Haushaltsausgaben angeht, so empfiehlt sich weniger ein Ausgabenbuch, das die Hausfrau daheim auf dem Schreibtisch liegen hat. es sei denn, sie wirtschafte ganz allein ohne Personal. Hat die Hausfrau aber ein Mädchen, so ist viel praktischer das Ausgabenbuch, welches in der Küche bleibt und welches täglich die für den nächsten Tag notwendigen Haushaltsfachen zur Votierung aufnimmt. Die gute Hausfrau muß sich immer am Sage zuvor darüber klar fein, was am nächsten Sage gekocht und gebraucht wird. Am Morgen, wenn die Hausarbeit drängt, nimmt diese Heberlegung viel zuviel Zeit fort. Man schreibt, mit dem Mädchen gemeinsam überlegend, genau alles ein, was man für die Küche und das Haus am nächsten Sage brauchen wird. Einer Vergeßlichkeit begegnet man sehr leicht dadurch, daß man genau die einzelnen Gerichte durchgeht und jede fehlende Zutat aufschreibt. Genau so verfährt man mit den geplanten Hausarbeiten, Wäsche, Silberpuhen, Seidenwäscherei usw. Hat man auf diese Weise den Bedarf für den Sag ermittelt (am Freitag muß man schon für Samstag und Sonntag vorsorgen), so wird das Buch beim Einholen mitgenommen, und es wird sofort an Ort und ©teile der Preis daneben- gesetzt. Aus diese Weise werden die Ausgaben immer stimmen, und es wird sich hinterher das Vachdenken ebenso ersparen wie eine Differenz im Gelde. Ebenso kann man am Wochenende mit Leichtigkeit sehen, was man ausgab, wo man unpraktisch eingekauft hat und wo man eventuell einsparen kann, um das Budget nicht zu überschreiten. Solch ein tägliches Ausgabenbuch, welches nicht besonders gut geführt zu fein braucht, genügt vollkommen. Es erzieht nicht nur die Hausfrau, sondern auch das Personal zur Ordnung. Einmal kann man die Hausangestellten daran gewöhnen, jede fehlende Sache gleich ins Buch für den nächsten Sag zu schreiben, wobei die Kontrolle immer der Hausfrau verbleibt, zweitens ist man immer imstande, die Preise nachzukontrollieren, welche der Kaufmann gefordert oder die Hausangestellte wirklich auch manchmal nur angeblich gezahlt hat. Es gibt viele Hausfrauen, die aus Sorge, das Mädchen könne ein paar Pfennige zuviel aufschreiben, jede kleine Besorgung selber machen. Diese Furcht ist übertrieben. Einmal kann es sich, wenn die Hausfrau über die Marktpreise orientiert ist, nur um Pfennige handeln, ilnö man wird bei einiger Aufmerksamkeit sehr schnell sehen, ob ein Hausangestellter absichtlich betrügt, oder nicht. Zum anderen aber ist die Zeit, die man selber an andere Dinge als gerade ans Einholen der alltäglichen Lebensmittel wendet, oft viel besser zu brauchen. Es ist hier natürlich nicht die Rede von größeren Lebensmitteln, Braten, Geflügel, gutem Obst. Diese Dinge soll man nur einem besonders geschulten Mädchen überlassen und auch dann nur. wenn der Händler genau weiß, er muß daS Mädchen geradesogut bedienen, wie man selber bedient zu werden verlangt. Hat man aber ein Haushaltsbuch, fo kann man ja in jedem einzigen Augenblick die Summe beim Kaufmann nachprusen und dem Mädchen beweisen. ob es redlich war. Bestellt man telephonisch. so laffen sich die Preise auch im gleichen Augenblick Posten für Posten einzeichnen. Gewöhnlich schickt dann der Kausmann noch eine Rechnung zum Vergleich mit. Auf diese Art und Weife wird man nie die Kontrolle verlieren und kann auch die Hausangestellten zu einer gewissen Selbständigkeit erziehen. Sie können ruhig die tägliche Ausgabesumme selber bekommen und damit die Ausgaben bestreiten. Man rechnet dann jeden Sag mit ihnen ab, ehe man neue Beträge herausgibt. Dadurch entlastet man sich auch für die Zeit einer etwaigen Abwesenheit oder Krankheit. HnD das Ziel jeder Haushaltsführung sollte sein, alle daran Beteiligten zur Selbständigkeit ßu erziehen. Dies erreicht man sicher mit durch die oben geschilderte Art des Haushaltsbuches, welches geistig ent« lastet, ohne durch Pedanterie uns zu b e lasten. Körpererziehung undHausarSett. Don Frau Or. mcb. Edith von Lölhöffel. Die Körpererziehung der Frau ist leider nur ein winzig kleiner Seil der großen Bewegung, die um eine Ertüchtigung des ganzen Volkes kämpft, und dabei sind doch die ft-rauen in Deutschland um zwei Millionen zahlreicher als Die männliche Bevölkerung. Welche Bedeutung muß es für die Volksgesundheit haben, wenn auch fie sich endlich zu bewußter Arbeit an ihrem Körper aufraffen könnten. Gewiß, äußerlich hat sich die Wertschätzung der schonen, gesunden, straffen Korperfornien überall durchgeseht, weil die Mode sich dieses neuen 3deals angenommen hat. 3ede Frau erstrebt heute die schlanke Linie und versucht mit allen Mitteln — vorn Schlankheitsbad bis zum alten Korsett — diesem Ziel nahezukommen. Aber die zweÄewußte Körperübung, die doch allein Muskelschlasfheit und Fettansatz beseitigen kann, ist den meisten Frauen. ganz besonders den Hausfrauen noch keineswegs vertraut. Sie glauben sogar, daß „die Wege zu Kraft und Schönheit die sie oft genug in Vorführungen, in Film und Bild sehen, ihnen durch ihre Bindung bei Haus und Familie verschlossen bleiben müssen und nur für berufslose, wirtschaftlich gutgestellte oder in fester Arbeitszeit berufstätige Frauen gangbar fCl3ft denn Körpererziehung ein Luxus, ein teurer Sport, auf den die Hausfrau um ißrcr ö'amUie willen verzichten muß? Ganz gewiß sucht, jxc gesundheitlichen Forderungen, die wir für Frauen und Mütter stellen, sind auch der Sorgsamsten und Sparsamsten erreichbar und lassen sich in jeden Sagcsplan zwanglos einfügen. Das Leben der Hausfrau bringt ia in der täglichen Hausarbeit schon so gesunde und natürliche Muskelübungen, wie wir sie vielleicht nur noch bei der Gärtnerin, Surnlehrerin oder Landwirtschaftslehrerin finden können. Ein natürlicher Wechsel von Bewegung und Ruhe, tüchtiger Anstrengung und leichter Arbeit ist von selbst gegeben. Der Arbeitsrhythmus kann sich so vollkommen wie in keinem anderen Berufe dem ewigen Lebensrhythmus der Frau anpassen. Eine nach eigenem Willen gewählte Ruhepause, der im Berufsleben festgesetzten entsprechend, soll im eigenen Heim wirklich zur vollkommenen Erholung ausgenutzt werden. Denn zu Haus kann man sich eine halbe Stunde langgestreckt mit gelosten Gliedern wirklich entspannen, während für alle Bureauangestellten die Mittagspause auf dem unbequemen Arbeitsstuhl in müder, zusammengesunkener Haltung eher ein Atmungshindernis als eine Erholung wird. Die Hausarbeit selbst ist auch so abwechslungsreich in ihrer Muskelanstrengung, daß man einseitige Heberanftrengung wirklich nicht zu fürchten braucht. Hausarbeitist gesunde, fürden Frauenkörper natürliche Leibes- Übung. Welch schöne Bewegung gibt es beim Dettenmachen. wenn in der Rumpfsenke mit gespannten Bein-, Bauch- und Rückenmuskeln Die Kissen tüchtig mit fröhlicher Oberarm kraft aus Den Schultern heraus geschüttelt unD Die Decken geglättet toerDen. Eine vollendete Streckung des Körpers, Die von den Zehenspitzen bis in die HanD emporläuft, wie es beim Staubwischen auf hohen Möbeln ober beim Fensterputzen geschieht. ist geraDezu eine Lust für Den Arbeitenden. wie für den Zuschauer — vorausgesetzt, daß sie richtig ausgeführt wird. Beim Wischen, Bohnern und Bücken müssen die BauchmiEkcln tüchtig mitarbeiten und die Fuß- und Kniegelenke beweglich nachgeben, Hnb welch wundervoller Rhythmus steckt in Der Bewegung DeS Wäscheauf- hängens, wenn der Streckung des Körpers immer wieder die Rumpfbeuge zum Korb herab folgt Aber welche Hausfrau kann sich richtig bücken und versteht diese herrliche Hebung für die Kniegelenke und für Fuß- und Beinmuskeln? Daß einfaches, richtiges Gehen ebenfalls eine gute Körperübung ist, wird wohl jeder glauben. Die Hausfrau legt täglich bei ihrer Hausarbeit und beim Einholen viele Kilometer zurück. Dazu kommt Dann noch das Spazierengehen mit Den KinDern, bei dem auch alle Abarten Des Gehens unD Laufens, einschließlich Des Sprung- und Hindemislaufens geübt werden können und müssen. Wenn Die Hausfrauen wüßten. Daß sie auf ihren Sreppen im 3ahr mindestens einmal, die Bewohner des vierten Stockwerks sogar Dreimal zur Höhe Des Mont Blancs heraus- und herunterfteigen, sie würden es vielleicht als bewußte Sportübung mit mehr Genuß tun. UnD jeDer Markttag bringt das Steigen mit schwerem Gepäck, eine recht beträchtliche Mehrleistung! Run sollte man Doch wirklich meinen, Daß diese gesunde Arbeit die fleißigen Haus rauen und guten Hausmädchen besonders geschmeidig, straff und schön macht. Aber leider ist das Gegenteil der Fall. Man sieht als Aerztin wohl viele straffe Mädchengestalten, aber recht wenig kräftige, schlanke Frauenkörper. An der Hausarbeit liegt aber diese Verunstaltung nicht, nicht einmal an den Veränderungen durch die Mutterschaft, denn ein gesunder Frauenkörper kann die natürliche Mutterschaftsleistung ohne, Einbuße an Schönheit und Leistungsfähigkeit vollbringen, wenn er nur planvoll geübt wird. Aber gerade dieses Heben des Körpers im täglichen Leben hat Die Frau nicht gelernt Sie kann zwar haus- wirtschaftlich-einwanD'rei. arbeiten, macht Dabei aber ungeheuerliche gymnastische Fehler. Einige Beispiele sollen Das zeigen: Die Frau steht am Herd oder am Plättbrett mit schlaffen Beinmuskeln, das Fußgewölbe hängt, anstatt sich kräftig zu spannen, und Der Fuß knickt nach innen ein. Wenn sie den äußeren Fußrand fest aufsetzen und Das Fußgewölbe anspannen würde, brauchte sie weder Den Senkfuß noch Krampfadern zu fürchten, denn Muskelspannung wirkt der Blutstauung entgegen. Das gleiche gilt für das in dieser Entfernung nicht lesen kann, muß zum Arzt gehen und sich eine passende Brille verschreiben lassen. Vielfach klagen die Kinder auch darüber. Daß sie beim Lesen und Arbeiten Kopfschmerzen und Augenschmerzen bekommen: auch hier kann eine Störung des Auges vorliegen, die nur Der Augenarzt beurteilen unD eventuell durch eine Drille beseitigen kann. Richtig ausgewählte C0rillen schädigen daS Auge nicht, im Gegenteil, sie stärken eS. Wichtig ist es. bei einer späteren Derusswahl an Den Zustand des AugeS zu denken. Wer schlechtes Sehvermögen hat, sollte keinen Teruf wählen, der hohe Anforderungen an die Sehschärfe stellt, wie etwa Feinmechaniker oder Buchhalter u. Dgl. Für manche Berufe, wie Förster, Chauffeur, Seemann, wird ganz besonders hohe Sehschärfe vorausgesetzt. Wer nicht tadellose Augen hat, betrage vor Der Berufswahl die Be- russberatung oDer seinen Schu'arzt, denn derjenige, der seinen Beruf nicht voll aussüllen kann, ist sich selbst und anderen eine Last. Der neueJrHjahrshutisiründloö Don Anne Beer. (Rachdruck verboten.) Man hat sich Darauf besonnen, Daß Strohhüte eigentlich recht kleidsam sind. Daß besonders glänzendes Stroh sehr vorteilhaft ist, und Darum bringt man entzückende kleine Modelle • aus Exotengesiechten, Cellophanborten unD glänzend gelacktem japanischen Stroh. Die Hüe ans diesen Geflechten sind fast ausschließlich in kleinen Formen gehalten: Der kleine, schmale Glockenrand wird von Den vollständig ranDlofen Kappen immer mehr in Den Hintergrund gedrängt, Da auch diese durch verschiedenartige Mater.alver- toenDung in Der mannigfachsten Art variiert sind. Exoten- und Cellvphankap^i, Die ranDlos Den Kopf umschließen, garniert man mit einem schmalen SamtbanD ober einer aus Bast eingeftidten Blume. Doch sieht man selten nur ein Material verwendet: Kombinationen aus zwei verschiedenen Materialien sind Die vorherrscl.e.ide Moderichtung, Da durch Die Verarbeitung von glänzenden und stumpf ausseheirden Stossen Die wirkungsvollsten Efsekte erzielt toerDen. Darum steht auch Filz mit seinem weichen Glanz immer wieder an hervorragender Stelle: eine eng den Kopf umschließende, unregelmäßig am Rande geschnittene Kappe ist aus schwarzen Filzstreisen mit ©Ire- st o,s blenden abgesetzt, und wird durch zwei große Drillantknöpse verziert: die randlose Kappe, aus Cellophan und Filz, besteht aus zwei schräggeteilten Hälften des Kopfes, auf den sich schräg eine kleine hochgestellte Krempe legt; für Damen, Denen Die dicht um Den Kops liegend« Kappe nicht steht, arbeitet man den oberen Kopf durch Einlagen von Stoff, Band oder Filz auf Strohhüten etwas breiter aus. Kleidsamer für diese Form ist eine schräggestellte Kappe auS Cellopvanbone mit breiten, eingesetzten Blenden aus breitem Groarainband, das oben weit und faltig drapiert ist. Mutzenartig, ohne Schirm ausgearbeiiel, ist eine randlose Kappe, um Die sich am oberen Kops ein breiies BanD aus Stroh schlingt, während Der untere Rand mit einem breiten Filzbande eingeiaßt ist. Die seitlich dicht am Kops hochgebogene Form, sowie Die gleichmäßig dicht am Kopf hochliegenden Krempen erfreuen sich wegen ihrer KleiDsamkeit unD ihrer flotten Wirkung größter Beliebtheit: Der Kopf ist Heller, Der Rand dunkler oder aus anderem Material, so daß ein immer wechselndes Bild geschahen wird. Fesche Kombinationen gibt cs aus Stroh und Filz; so wird der Kopf aus Filz, der dicht an Den Kops gelehnte Rand auJ Exoten- oder Paillasfon- unD Ceilophanstroh gearbeitet, oder umge ehrt. Zur Belebung wählt man große Radeln in viereckiger und Würfelform: diese in Den zum Hut passen Den Schattierungen. An Filzhütchen wird Die Krempe gern — über dem Abschlußrande des Kop es be.jn ,e. D — seitlich hochgestellt und durchschlungen, so Daß Die Enden schlci.euartig verknüpft sind, oder sie werden nur nebeneinander gestellt und mit Schmuck- nadeln festgehalten. Sehr fesch wirkt eine links sehr hochgestellte, rechts flach umgebogene Krempe Gehen. Man muß seine Gelenke gebrauchen, wenn sie beweglich bleiben sollen. Lockere Kniegelenke und federnde Fußgelenke bewahren uns vor Steifigkeiten und Gclenkschmcrzen. Bauchmuslel- spannung ist bei jeder Arbeit notwendig, ganz besonders beim Stagen und Gehen. Wenn man aber nicht arbeitet, braucht man sich auch nicht vor Dem „Schaden tun" und dem „Ausrenken", ebensowenig vor Dem Hängcleib zu fürchten. Ratürlich soll man aus Den Schultern heraus mit beiden Armen gleichmäßig tragen und schwere einseitige Lasten niemals über dem Leib, sondern auf der Hüfte ausstühen. Das gleiche gilt für das Kinder tragen, die im Reitsitz auf der Hüfte leicht zu halten sind und niemals den Hängeleib verursachen können. Selbst das Sitzen müssen die meisten Frauen erst richtig lernen. Hohles Kreuz und knapper Sitz auf Der Stuhlkante machen Kreuzschmerzen und Stiche zwischen den Schultern. Deshalb soll man lieber wirklich fest auf seinem Stuhl sitzen, das Krcuz anlchnen, aber die Brustwirbelsäule beweglich lassen. Durch krampfhaftes Anpressen des Kinns wird die Dlutversorgung im Kopf behindert und Kopfschmerzen sind die Folge. Außerdem gibt cs das häßliche Doppelkinn. 3st es ein Wunder, wenn die jahrelange falsche Arbeitsweise den Körper verunstaltet? Aber die Hausfrauen können sich dazu erziehen, daß ihre Arbeit harmonische, gesunde Leibes- Übung wird. Vielleicht werden sie gymnastische Anleitung dazu brauchen, wenn sie ihr Körper- gefühl nicht zu entwickeln celernt hab?" Aber alle Fraueniurnvereinc und Gvmnastillchnlen haben fchon solche Frauenkurse. Sollte man nicht das Kaffeekränzchen in einen Tnrnzirkel umwandeln können? Cs wäre nicht teurer, aber Dah'tr viel gesünder und brächte der Hausfrau täglich in ihrer Arbeit vielfältigen Segen — und damit ihrer ganzen Familie. Rur eine gesunde, lebensfrohe Frau kann Glück und Freude spenden! UHhuiMm/m/iinin 2280V und fttifr lene Lin I trenn flleid) Dujl von Mi- Tube Habei milg rrhal Leo-Z iDOf B 56 50t Lrev« Schritte au g iemalw nette!" bei chl< nur in' 2OU0K1 ifef wurve Sie o)|l in sich' kennen, haben Ritte«8, mir lach semine V in W Äesetzun über-chl um ein bewerb alle Au angestch der Mr Unoe ronelfe nicht n war be liefen 1 mit ein „Ich giert», fierte er Da bin sein g«n jmAach Infamie neu, me schreiten Sie sc scheiten fern DOi tifchen. 8.75 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegravh'tche Ql u 8 a a 6 i e n o- Banfaotea. I 255,5 Die hinter den Papieren 8 5 8 5 265 25 198.5 255,75 199 118.45 103,9 104 163,5 104,5 167.9 125.25 110.25 97.5 130 140 134.5 184 I 119.5 143 149,9 116 95 102.75 439,5 163,7a 104.75 12.75 168.5 178,2a 133 5 1 182.5 [ Eifenhandel aufgelockert werden sollen, damit sich in Zeiten übermäßiger Differenzierung der Inland- und Oluslandpreise die regulierende Kraft des Weltmarktes auswirken kann. 100,75 i 437,5 163 auS Filz, mit Exoten obgefüttert, auf die sich ein Band aus matter Perlstickerei legt. Bemerkenswert für diese Frühjahrshüte ist, daß sie nicht schräggeseht werden, um das eine Auge frei, das andere bedeckt erscheinen zu lassen, sondern, Haß alle Hüte etwas schräg ausgeschnitten werden, um diese Wirkung zu erzielen. Auch die großen und kleinen Glockenhüte zeigen dieselbe Tendenz, und schaffen eine ganz neue Linie. Vorläufig begünstigt man noch Schwarz für den Frühjahrshut, ebenso Marine und Mousflon (ein Graubraun): daneben kommen die seinen Pastellfarben, meistens aber Beige-Rose. Mode- und Silbergrau zur Beachtung, neben Bleu und Schwarz-Weih. Einen sehr wirkungsvollen Effekt erreicht man durch die Verarbeitung von Florentinerstroh und Filz-Strohunterkrempe. Filz als Oberkrempe und Kopf, auf den ein Band oder Applikationen aus Florentinerstroh gelegt werden. Exotenkappen mit Cireband-Ein asfung oder Filzband —, das ist die herrschende Mode für Frühlingshüte. Bergmann . . . Elkltr Lieferungen . Lichi und Stari Kellen A Guill amne Gcs - Elekik Untern. 157.25 176,9 164 75 212,5 119 9 ! 257,9 | 155.5 ! 188 174 •467.4 — 1154,26 Aus dem Amtsverkündigunqsblaii. ^DasAmtsoerkündigungsblatt Nr. 15 vom 28. Febr. enthält: Die Ausgabe von Gold- Pfandbriefen. — Falsche Reichsbanknoten. — Erlaß einer Ortssatzung über die Erhebung einer Vergnü- 175,5 212 120.5 255.5 barpcnct Voesch (Eilen . . «Ife Bergbau . «löcknerwerke ftöln--91cueffen ".nnnesmflnu 110.25 98.75 1 sh 10 10 12 IC 0 . .8 .5 . .0 10 98 ! - - I 129 2.5 156 25 175,13 163,9 211 120 256.25 । 255 | 154 185,25 173 ' .'64,75 | 126 i 155 | 97 ! 127,75 138 133.25 184.75 141,25 228.5 118 111.25 ' 148 114,25 103.75 93,5 100.4 437,5 164.6a i 104,25 | 42.25 168 178.43 | 248,5 118,5 । 148.5 i 149,75 Kirchticke Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Mittwoch, den 29. Februar. Skadttirche. 6 Uhr: Passionsgottesdienst, Pfarrer Mahr. 169 j 179.5 177.25 97,5 1)8.25 - I 175,25 <)r nuhrurt a. 9R | Berlin Kurszetiet der Bertmer und Frankfurter Börse. Dividende an. — ReichSbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Wirtschaft. Reichswirtschastsminister und Eisenindustrie. Nachdem der Reichswirtschaftsmini- ster aip 27. Oanuar gegen die Berbände der Eisenindustrie eine sichernde Anordnung auf Grund des § 4 Abs. 1 Ziffer 3 der Kartellverordnung getroffen hatte, wonach die Erzeugerkartelle alte Beschlüsse, Bereinbarungen und Der- fügungen betreffend Preisfestsetzung und Preis- regulierung dem Reichswirtschacksministeiium vor dem Inkrafttreten einzureichen hätten, haben zwischen ihm und der Großeisenindustrie Verhandlungen stattgefunden, die zu befriedigenden Ergebnissen geführt haben. Der Reichswirtschastsminister wird deshalb, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, die Anordnung nunmehr wieder aufheben. Bereits zu Beginn dieses Monats war es zu einer Teileinigung gekommen, insofern, als der Reichswirtschastsminister von der Einigung der eisenschaffenden und eisenverarbeitenden Industrie auf dem süddeutschen Eisenmarkt in Kenntnis gefetzt werden konnte. Wir verwiesen seinerzeit darauf, daß nach der schnellen Lösung dieser für die eisenverarbeitende Industrie höchst wichtigen Frage der Aufrechterhaltung der Preisspanne von 6 Mk zugunsten der Frachtbasis Reunkirchen bereits Wesentliches erreicht worden sei. Der Verlauf der weitergesührten Verhandlungen und ihr Ergebnis bestätigen jetzt diese Auffassung. Wie wir weiter erfahren, haben diese Verhandlungen zunächst ergeben, daß die eisenschaffende Industrie an den Zielen fest hält, die sie im Einvernehmen mit der eisenverarbeitenden Industrie und unter Bllligung der Reichsregierung bei Abschluß der internationalen Roh stahl- gemernschast ausgestellt hat. Der Schwerpunkt der eisenwirtschaftlichen Bestrebungen liegt danach in der Ordnung und Hebung des Auslandmarktes, um durch eine allmähliche Annäherung der Auslandpreise an die Inlandpreise die Differenz zwischen Inland- und Ausland- prersen möglichst ganz verschwinden zu lassen. Die Großeisenindustrie wird auch in Zukunft die mit der internationalen Regelung zusammenhängenden Fragen in enger Fühlung mit dem Reichswirtschaftsministerium behandeln. Vor Er- areifung wichtiger, die gemeinsame Eisenwirtschaftspolitik beeinflussender Maßnahmen wird die, Großeisenindustrie das Reichswirtschafts- Ministerium rechtzeitig unterrichten, so daß dieses Gelegenheit zur Stellungnahme .erhält. Schon letzt ist Einverständnis darüber erzielt, daß die Ausschlreßlichkeits - Verträge im Mans cldcr 7 Cbetfcbltf Eilend Sc Barl 0 Cberfcblef Kokswerke 0 l’boitti Bera.au f */» 9 3 Rheinische Braunkohlen 10 iJibeinitQöl 0 SHicbed Mo man . a Bereinigte Stablw- f. ’/« 9 3 Olavi Minen f Sie Devisenbeschaffungsstelle G. m. b. H. in L i q u. beschloß die Beendigung der Liquidation mit dem 29. Februar 1928. Damit hat die Tätigkeit dieser 1919 zum Zwecke der Beschaffung und Verteilung von Devisen gegründeten Gesellschaft ihr Ende gefunden. Die bisher durch die Devisenbeschaffungsstelle regelmäßig veröffentlichten Rotierungen des Londoner Goldpreises werden in Zukunft in gleichen Zeitabständen durch die Reichsbank erfolgen. * Gewerkschaft der Braunkohlengrube „Concordi a“. Die der I.-G.-Farben- industrie gehörende Gewerkschaft der Braunkohlengrube ..Concordia" bei Rachterstadt hat 1927 insgesamt 1 313 600 Tonnen Kohle (1 242 500 im Vorjahre) gefördert. Rach Abschreibungen in Höhe von 1 803 791 Mk. schließt die Bilanz mit einem Gewinn, einschließlich Vortrag, in Höhe von 1316 366 Mk. ab. Hiervon sind an Ausbeute bereits 1 Million Mark bezahlt, so daß zur Verfügung der Gewerkenversammlung noch 316 366 Mk. verbleiben. " A. - G. für Zell st off- und Papierfabrikation Aschaffenburg. Wie der Lpd. erfährt, ist für das abgelaufene Geschäftsjahr wieder mit 10 Prozent Dividende zu rechnen. Der Geschäftsverlauf war zwar wieder günstig, doch machte sich die Auslandkonkurrenz, besonders die Kanadische, ungünstig bemerkbar. * Stahl- und Walzwerk Hennigsdorf A. - G. Die Generalversammlung genehmigte den dividcndenlosen Abschluß. Zur Geschäftslage teilte die Verwaltung mit, daß das Unternehmen annähernd voll beschäftigt sei, so daß für das laufende Iahr, falls keine Rückschläge eintreten, ein etwas günstigeres Ergebnis erwartet werden könne. * Woermann-Linie 21.-0. — Deutsch- Ost-Afrika-Linie. Die G.-V. der Woer- rnann-Linie 21.=©. in Hamburg und der Deutsch- Ost-Afrita-Linie in Hamburg genehmigten die Abschlüsse für 1927 mit 7 Prozent Dividende. Die bei beiden Gesellschaften beantragten Satzungsänderungen. nach denen über die Aufnahme von Vorrechtsanleihen in Zuiunft der Aussichtsrat beschließt, wurden gleichfalls einstimmig genehmigt. * Veue achtprozentige Braunschweigische Staatsanleihe. Wie der amtliche Preußische Pressedienst mit teilt, sind von der Preußischen Staatsbank (Seehandlung), der Deutschen Bank und der Braunschweigischen Staatsbank zehn Millionen Goldmark achtprozentige Braunschweigische Staatsanleihe mit 25jäh- riger Laufzeit, für die eine verstärkte Tilgung und Gesamtkündigung während der ersten fünf Iahre ausgeschlossen ist. übernommen werden. Das Konsortium wird die An'eihe in den nächsten Tagen zu 94,75 Prozent zur öffentlichen Zeichnung auflegen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 29. Febr. Tendenz: fteLmd- lich. — Nach festem Vorbösenoerkehr eröffnete die Mutige Börse in allgemein zurückhaltender Tendenz, doch ist die Grundstim - mung weiter freundlich. Angeregt wurde die Börse anfangs durch die endgüllige Erledigung der Freigabebill im amerikanischen Senat, was sich aber nicht voll auswirken konnte, da der Oodereingang bei den Banken immer noch sehr klein ist und die Spekulation aus diesem Grunde große Zurückhaltung bekundet. Auch verstimmte die drohende Gesamtaussperrung in derBer- liner Metallindustrie, da hiervon zirka 60 000 Arbeiter betroffen würden. Ferner werden Besorgnisse über die weitere Entwickelung des Kali ÄschcrSleben ÄalUBeftcrcgcin Kaliwerk Salzdetfurth 9 G starken-Indukrie Dynamit Nobel . . . Scheid anstatt . ... Goldschmidt .... Ruigerswerke..... Meiallaeiell'chaf» . . O'flb 16.50 167,98 22 182 111.13 58,85 2,58 112,00 80.425 70,91 12,37 72 92 . .8 . 10 10 .6 . 10 . 10 . . 8 - ..... .... 10 rvchucken .......7 Siemens * HalSL ... 16 Tran rabio ...... Labmever L Lo . ... . 9 BuberuS ..... 0 Tcutlchc Erdöl......c Eüener S einkohle . ... 8 Gelsenkirchener t •/» 9 4 Geldmarktes laut. Das Geschäft beschränkte sich im allgemeinen nur auf verschiedene Spezial- werte. Am Montan markt waren Phönix und Mannesmann stärker begehrt und 1,25 v. S). höher. Am Elektromarkt blieben mir Siemens stärker verlangt (plus 2 0. H.). Freigabe® orte hatten kaum Geschäft. Hapag und NorHlloyd waren eher angeboten, zur ersten Notiz konnte hier fein Kurs festgesetzt werden. Don Autoaktien zogen Kleyer und Daimler weiter je 0,5 0. H. an. Ban - f e n blieben vernachlässigt. Commerz gaben 0,5 0. H. nach, nur Dresdner konnten ca. 1 v. H. anziehen. I. - G. - F a r b e n hatten nur ganz geringes Geschäft und waren eher angeboten (minus 0,5 0. H.). Sonst waren gegenüber der gestrigen Abendbörse nur geringe Erholungen bis zu 0,5 0. h. festzustellen. ym Verlaufe konnte sich in Ge-sfürel etwas regeres Geschäft entwickeln, der Kurs zog um 1,5 v. f). an. Glanzstoff blieben verlangt und stellten sich auf 616 Geld. Käliwerte lagen schwächer. Aschersleben minus 1,75 v. H., Westeregeln minus 1,5 o’ S). Heimische Anleihen still. Von Ausländern bestand mir für Zolltürken etwas Interesse bei gut behaupteten Kursen. Im weiteren tßertiufe wurde die Umsatztätigkeit sehr gering, und es traten im allgemeinen Kursabschwächungen bis zu 0,5 v. S). ein. Am Geldmarkt war Tagesgeld stärker gesucht; der Satz wurde auf 8 0. S). erhöht. Im De - visenverkehr notierte Paris gegen London 124,02, Mailand 92,20, Madrid 28,87. London gegen Kabel 4,8798. Reichsmark gegen London 20,429, gegen Kabel 4,1860. Bcrlinc Börse. Berlin, 29. Febr. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Die der Börse heute vorliegenden Rachrichten übten keinen stärkeren Einfluß aus. Die Lage in der Berliner Metallindustrie ist unverändert. Die Tendenz wurde von Spezialbewegungen beeinflußt, die das Kursniveau etwas nach oben gehen ließen. Die Kursgewinne betrugen durch- fchnittlich 1 bis 2 Prozent. Darüber hinaus befestigt waren Waldhof, Deutsche Erdöl, AEG.. Schlesische Gas und Siemens, die bis 3 Prozent anzogen, Polyphon und Bemberg plus je 3,75 Prozent und Glanzstoff plus 5,5 Prozent. Phönix blieben im Hinblick auf die Anfang nächster Woche stattfindende Bilanzsitzung stärker gefragt. Kunstseidewerke wurden lebhaft umgesetzt, lagen aber nicht mehr ganz so fest wie vorbörslich. Heimische Anleihen behauptet, Ausländer wenig verändert. Geld war immer noch stark gesucht. Tagesgeld 8 bis 10 Prozent, Monatsaeld 7,50 bis 8,50 Prozent. Im Verlaufe wurde das Geschäft wieder ruhiger und die Kurse bröckelten bis 1 Prozent ab. Gefragt blieben nur noch Spezialwerte und Montanaktien. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 29. Febr. Die Gesamtstimmung ist etwas ruhiger. Hafer ist fester. Gute Qualitäten sind recht gesucht. Mais liegt ebenfalls fest, doch sind die Ümsähe nicht bedeu- ttnd. Das Mehlgeschäft ist weiter schleppend. Prompte Kleie ist gesucht. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 25,50; Weizen 3, geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit 22,75 bis 23,25; Roggen 25,25; Sommergerste für ‘Brau» 3toede 29 bis 31,50; Hafer, inländischer 24,50 bis 25; Mais (gelb) für Futterzwecke 23; Mais (gelb) jur andere Zwecke 23 70; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37 bis 37,50; Roggenmehl 34 bis 36,25; We^zenkleie 14,10 bis 14,25; Roggenileie 15 bis aungsfteuer in der Gemeinde Großen-Linden. - Jahresbericht des hessischen Schutzvereins für entlassene (Befangene. — Steuerabzug vom Arbeits, lohn. Kunst und Wissenschaft. Vom hessischen Landeslhealer. Kapellmeister Berthold Goldschmidt vom Hessischen Landestheater in Darmstadt wurde vom Allgemeinen deutschen Musikverein aufgefordert bei dem Deutschen Tonkünstlerfest, das in diesem Jahr in Schwerin stattfindet, die Uraufführung seiner „Partitur für Orchester“ zu dirigieren. Letzte Nachrichten. Kampf mit einem Schwerverbrecher. WSR. Frankfurt a. M., 29. Febr. Gestern gelang es Kriminalbeamten, den hier seit langer Zeit gesuchten 23jährigen Heinrich Schlee- dorn aus Krefeld f e st z u n e h m e n. H. a. wurde Schleedorn wegen schweren Raubes und Mordversuchs gesucht. Bei dem Transport Schlcedorns ins Polizeigefängnis durch zwei uniformierte Beamte versuchte sich Schleedorn aus der Zeil loszureißen. Er schlug und trat auf die Beamten ein. Bei dem nun entstehenden Kamps vermochte Schleedorn dann noch einen Weichenstellhebel von einer gerade des Weges kommenden Straßenbahn loszumachen und schlug damit auf die Beamten ein. Einer der Beamten trug eine große klaffende Wunde am Kopf davon und lag einige Zeit besinnungslos am Boden. Erst mit Llnterstützung einiger beherzter Passanten gelang es dann, Schleedorn ins Gefängnis einzuliefern. Schnell hatte sich eine taufendköpfige Menschenmenge an« gesammelt, die zum Teil in wenig erfreulicher Weise gegen die Polizeibeamten Stellung nahm, trotzdem dem Publikum immer wieder durch die beiden Beamten gesagt worden war, daß es sich bei der Person Schleedorns um einen Räuber und Mörder handle. Große Iuwelenbeschlagnahmungen. ^WSR. Frankfurt a. M., 29. Febr. Dieser •Sage erfolgten durch die Kriminalpolizei umfangreiche Iuwelenbeschlagnahmun- gen in dem Goldankaufsgeschäft der Witwe Iulia T., das sich auf der Zeil an der Konstablerwache befindet. In den Räumen des Geschäfts übt der Sohn der Witwe, der Dentist Otto T., seine Praxis aus, und er ist auch nach Mitteilungen der Polizei der eigentliche Leiter des Goldankaufsgeschä ts bisher gewesen. Mutter und Sohn stehen seit Iahren im Verdacht der Hehlerei. Es find jetzt dort Iuwelen im Gesamtwerte von 18 000 Mark beschlagnahmt worden. Weder die Inhaberin noch ihr Sohn vermochten genau anzu- geben, woher sie die Schmucksachen, die fast ausnahmslos Stücke älterer Ausführung sind, erlangt haben. Man vermutet, daß die beschlagnahmten Sachen etwa vom Iahre 1920 an angekauft wurden. Die Hauptwertstücke sind ein Paar mit drei Brillanten besetzte Ohrringe, die auf 7000 Mark geschätzt werden, sowie ein Damenbrillant, ring mit lupenreinem 3^0farätigem Brillant, eingefaßt mit rechteckigen Rubinen im Werte von 5500 Mark. Außerdem wurden u. a. noch beschlagnahmt Damenbrillanir nee, Herrenmanschettenknöpfe, ein Panzerkeitenarmband und eine mit Brillanten besetzte Stabbrosche. .....51/, •f 9 4 ~ef" OT 168.60 22.462 111.57 59.09 2,60 112.44 80.745 71.19 12,43 73.22 a. JZL 3 antqurt a. M | Berlin firnnjüKiaje -Jlotcu...... Holländische Noten ... Italienische Noten...... Norwegische Noten..... Deuisch-Lcslcrr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . Hamb Elekti Werte Rhein i&Mtt . . . Sch les. Elektr- - . . . 3 anhfun a. M | Berlin Sdjlufc'i 1-Uhr- 1 Sch uh- Anfang fters I Kur» | K >r» Kur Datum: 28 2. > 29 2. | 28 ■ 2. | 29 2 Schlich I 1-Uhr. I Sch.uh | Anson? Rurs 1 Kurs 1 K.rs filir Datum: 28 2. | 29. 2. | 28 2. | 29. 2 F/e Dt Belchsnnlethe 0 1927 Di Anl Llblös Schuld mit — - 87.5 Auslos -Rechten 52 8 _ 52 5"i D-sgl. ohne AuSl^s-Rechten 14.6 _ 14.5 14.7 1 . “ • ftraitfi Hnp-.Hl. Go dvi unkündbar bis 1932 l'/t0;« Rheinische tzvv -Bank Lwu -Äoidvi » E G abg BorkrtegS-Od- — - UQationen. rückzahlbar 1934 — Schweiz BuiideSd.-Anl. — _ 4°/e Oestereichiiche ßolbrtc — — _ 4,20°/. Deftcrr ich Cilderrte 4 0 Oesterreich eim eitl Rtc — 4 — <° > Ungarische Goldrte — 24.7 4°/c. Ungarische Staatsr v 191u 41/*0/, desgl von 1913 Ungarische Kroncnrte - - — —— 1,4 <0/ Türk. Hollanleihc v 1911 <% Türk Bagdadbahn-Anl Serie 1 <*' 6cßfll. Serü !l .13 13,1 13 13,2 — — 13,75 13 13.7 4°» Rumänen conven Rte _ <7a° 0 Ruinäncn Goldanl von 1913 — — 16,7 Büfl Dcunche Stsenbahn 4 — Hamburg-Amerila Pa,e> 6 Hamb -Südam Tamv sch ,s 119,5 149.1 149,13 149,9 213.5 Hansa Damusschtss 6 — — 217 Rorbdeukichrr uiot)B t 150,5 151,4 150.25 AUg Deutsche Creditanft ic 14?.5 142 75 143.5 «arm t Bankverein lo 14ö — 14.5.75 145.65 Kcrltnei HandelSmsellsch. 12 — — <62 Commerz und Vrival-Bt li ■ 73,5 172,75 172,75 Darmsl. u Nanonalbank 12 245,5 423,75 425 5 Deutsche Bank 10 163 75 164 163,75 DiSkonto-Gesellschaki Ant iO 15C 156 Dresdner Bank lv 157.5 158 157 !> V-'uteldeutiche Lreditbank 9 vieralldank g •tHd)6banF , 197.75 198 412 125 75 197,75 214 126 198 Schlich k>irs | 1-Uhr- 1 Kurs s Sch uß I fivrs i Ansang Kur Datum: 28. 2. 1 29 2. | 28. 2. | 29. 2, vuiucp Hm;maun peideloerier dement 8 138 137 — ffemcni Karlstadt ■ 8 180 •' an6 & s^reitaa lf — ScholtdeiS BayendMer. 15 w 4'25.75 1325,75 Cftroerfe 12 _ _ 266.25 Ber Glanzstoff . . . . Bemberg ...... 15 8 12 — — 609 614*5 466.5 250 ^eflfto Daldbos. . . 248.5 _ 247.2 Zellstoff Aschassenbura 10 171 171 170 171 Charlolt nburger Waffer 7 119 120 effaner Gas 8 _ __ 166 Daimler Motoren..... Demag ..... Adlerwerke Kleve». . . . 0 0 0 89 83,5 L l 1 89.25 61 82,25 90.25 61,5 84 rludw rocice . , . . 1 — 249.5 _ Nat Automovil . . , 6 — 95.75 Crcnftctn & Kovv«! . . , . 4 — — 132.75 135.5 Linke Hofmann . . . . ■ C — — Leonhard Tiey . . . . Bamaa- '' egutn . .. , Frontt schuica . . . . 6 — 202,5 202 0 25 _ 0 74 71,5 73,25 _ ly-rtBnn ■ . . . . - 131,5 — 130 Heoligenstaedt ...... 0 —— Sunabane ...... Lechwerke ...... e 82.9 84 8 115.25 Diomfrafnocrfe ...... 8 11 114 138 U>ao ...... 137.5 Nekarlulmer ...... 8 95 , 89.5 95 LcieiS Union ..... t 109 109 Gebt Reeder ...... Voigt A Hoeffner .... 1' b 176.5 _ 177.5 Südd ... 0 131.5 - 131,75 — 28 st-ebr. 29. Febr. Amtliche Nori rung Amtliche Held Notierung 1 tiner _ '^cld Briet Umfi.» Rott 168,31 168,65 168,31 168,65 Buen-Aires 1,789 58,31 1,793 1.790 1.794 Brff.-Antw 58.43 58,31 68.43 Chriskiania 111,41 111.63 111,42 111.64 ikovenhagen 112,07 112.29 112,09 112.31 Stockholm 112,26 112,48 112,27 112,49 HelüngsorS. 10,537 10,557 10,533 1(1,653 Utahen . . 22,16 22,20 22,15 22,19 London. . . 40,41 40,45 20,41 20,15 Neuvork . . 4,1825 1.1905 1.1830 4,1910 BariS.... Schweiz . . 16,45 16, .9 16,455 16.495 80.535 80,695 60,54 60,70 Sva icn 70 83 70.97 70,68 71.82 r.oan 1,961 1,965 1,960 1,964 0.506 6:0 de Jan Men in D-- J.503 0.50» 0,504 Ceft. abgcst a8,95 59.07 12.417 a8,95 59,07 Prag . 12,397 12,40 12,42 Belirad 7,358 7,372 7,360 7,574 Budaveff. 73,15 73,29 73,11 73,25 Bul arten 4,022 3,0'48 3,022 3,028 Lissabon 19.43 19.47 19,38 19,42 Tanzia 81,61 61,77 61.6.3 81.79 Sonst.nttit 2.094 2,098 2,100 2.104 Ätben. 5,544 5,534 3.546 Tanada 4,174 4,182 1,178 1.186 Um aae 4.276 4,284 4,276 1 4.284 2il 034 '0.974 10.934 1 10 974 jjerlm, 28 Fevr. I ield Brie> Ämcrikanilche Noren..... belgische Noten...... Dänische Noten..... Englische Noten 4,108 58,08 111.83 20.377 4,188 58.32 112.27 >0.457 Es zogen drei Burschen wohl über den Mein .... yioman von Erica Trupe-Lärche r. 56 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Crevette näherte sich ihr wieder um einige Schritte. Niemand brauchte sonst dieses Gespräch zu hören. Selbst, wenn nur «in Zufall draußen jemand auf dem Gang« vorüberführte. „3a, Baroness«!" sie nannte jetzt zum ersten Male Melusine bei ihrer richtigen Anrede, nachdem sie sie bis jetzt nur immer als Mademoiselle angeredet, „dieser Bouoier hat mir selbst das alles erzählt. Ich was ihn vor einiger Zeit in — in einem Restaurant, (fr wurde vertraulich, do er reichlich getrunken hatte. Sic wissen, Baroness«, unser Elsässer Wein hat cs in sich! Er wird von den Fremden, die ihn nicht kennen, unterschätzt in seiner Wirkung. Vielleicht haben ihm ein paar Flaschen von dem Gebweiler Kitterle di« Zunge gelöst. Jedenfalls erzählte er mir lachend, was ich Ihnen sagte. Jo, seine petite komme habe er mitgebracht, die ihm schon droben in Bezay in Nordsrankreich die lange Weile der Besetzung vertrieben hob« und nun mit ihm hierher übergesiei.t sei. — Was ihn aber nicht hindere, sich um ein junges Mädchen aus adeliger Familie zu bewerben. Sein« Chancen stunden gut. Und er habe alle Aussicht, durch diese glänzende Heirat hier eine angesehene Position zu bekommen, — als Professor der Musik." Unverwandt sah sie bei ihrer Erzählung der Baronesse ins Gesicht. Die Züge glätteten sich. Es war nicht nur eine gewaltsame Selbstbeherrschung. Es war bereits der aufsteigende Frieden eines innerlichen Ueberwindens. D, dieser Bouoier war nun mit einem Schlage für dies« jung« Dam« erledigt! „Ich drang in ihn. Ich muß gestehen: aus Neu- gierte, Baronesse. Und in seiner Umnebelung zögerte er aar nicht, mir Ihren Namen zu nennen. Do bin ich aus ihn aufmerksam geworden und habe fein ganzes Treiben beobachtet, weil er unmittelbar im Nachbarhaus« wohnt. — Und weil ich seine ganze Infamie erkannte, nahm ich mir vor. Sie zu warnen, meine Dame, — eh« Sie zu einer Heirat fchreiten ..." Sie schwieg. Die Hauptsache war gesagt. Die Einzelheiten dieser schwierigen Geschichte mochte sie die- fern vornehmen jungen Mädchen gar nicht uuf- tischen. ,Lch bin Ihnen sehr verbunden", murmelte Mein sine und streifte nochmal, die gany Möglichkeit der Gefahr, der sie entronnen. Dann strcckt« sie ter Zos« bi« Hand hin: „Für immer werte ich in Ihrer Schuld stehen> Sagen Si« mir einen Wunsch, den Si« noch unerfüUt haben! Eine Freute, di« ich Ihnen bereiten könnte. Als Zeichen meines Dankes!" Es erschien Melusine zu plump, ihre Geldbörse zu ziehen und der Zofe einen Betrag cmszuhändi- gen. Aber Crevette richtete sich auf. Sie hatte in ihrem jungen Leben auf der abschüssigen Bohn manche Stunde innerer Scham und Zerknirschung durchlebt. Jetzt aber endlich kam ein Moment innerer Befriedigung. O, auch eine klein« Grisette konnte moralisch hanteln. Und jetzt war «s ihr eine Freute, an der jungen liebreizenden Baronesse wieder gut zu machen, weil sie sie einst unter ter Maske des Dominos auf dem Bollfeste in so infamer Weis« in die Enge getrieben hotte. Sie ergriff die dargeboten« f)anb und neigt« sich leicht über sie. „Ich wünsche kein Geschenk von Ihnen, Baronesse! Nichts! Es ist mir selbst eine Genugtuung, Sie rechtzeitig gewarnt zu hoben! Uird es wird selbstverständlich fein, daß ich über dos alles schweigen webte!" Drinnen im festlichen Saal hatte sich inzwischen ein kleines Orchester eingefunten, Musiker aus Straßburg, die neben dem großen Ebenholzflügel, auf einem Cello und einer Diolin« zum Tanze auf- zu spie len begonnen. Eine erfreut« Unruh« griff auf die junge Welt über. Zwischen den Herren und Domen wurden Fragen und Antworten getauscht i-nd di« nächsten Tänze untereinander vergeben. Der alte Jacques war auch jetzt zur rechten Zeit zur Stelle. In seinen schmalen, tief ausgeschnittenen Lackschuhen, den schwarzseidenen Strümpfen, der Festlivree, in Kniehosen glitt er mit seinen geschulten Bewegungen durch die Festgesellschaft hindurch und bot auf einer flachen Silberschale die reizend ans- gestotteten Tonzkarten mit dem kleinen baumelnden Crayon an di« Damen an. Nur Fritz Wenger beteiligte sich nicht an oll den eiligen fröhlichen Engagements. Er stand etwas abseits nahe den roeitgeöffneten Flügeltüren, di« Hände leicht auf den Rücken gelegt. Der ganze gesellschaftlich« Zwang war ihm eine Qual, ter Frack das unsympathischste Kleidungsstück. Auch er war, wie die andern Herren, nach ter Trauungszeremonie nach Hous« gefahren, um den Gehrock mit dem Frack zu vertauschen. Diel, viel lieber streifte er, neben sich seinen Jagdhund, im grünen Jagdwoms durch die herrlichen HochwäL>«r der Vogesen und fnüpfte Unterhaltungen an mit einem der «infamen Melker droben auf den saftigen Bergwiesen ober ben Köhlern und Holzschlittern. Das hort droben waren bobenftäobige Elsässer, Landsleute, die sich in ihrer Urwüchsigkeit und deutschen Kraft bewahrt und er- hatten hatten! Aber hier dieses unentwegt französisch plapvemte, mit französischem Firnis übertüncht« Häuflein Menschen! Ober wenn er durch oll seine Weinberge schritt, am Fuß« der Vogesen, nahe seinem Landsitz — o, wieviel köstlicher war das! Er war ja heut nur um Melusinens willen ge kommen. Blieb auch jetzt nur nach ihretwillen. Ganz deutlich sühlte er, wie sich in ihrem Innern eine Wendung vorbereitete. Vielleicht, daß die Wornun- aen von Raymond dennoch begannen, Wurzel zu schlagen. Unablässig behielt er Melusine jetzt noch der Trauung im Auge. Seine Tischdame hatte es jetzt, nachdem man sich von ter Tafel erhoben, längst mit ihren Versuchen aufgegeben, ihn zu einer Unterhaltung zu fesseln. Es bedurfte keines großen Tiefsinns, um nicht zu fühlen, daß sich ihr Tischherr mit seiner Aufmerksamkeit — vielleicht mit leinen Gedanken — ganz bei jemand anderem befand. Don fernem Posten hier zwischen Tanzsaal und einem ter Salons konnte er mehrere Türen über- sehen. Melusine hatte vorhin di« Salons verlassen. Jetzt endlich sah er sie wieder nach einer Weile eintreten. Rote Flecken brannten auf ihre Wangen. Hatte er vorher eine fast müde Passivität an ihr wahrgenommen, so nestelte sie jetzt an ihrem Fächer in ihrer Hand und eine starke innere Unruhe lotert« in ihr. Was war geschehen? Er schwankte innerlich, was er tun sollte. Warten, bis sie an ihn herantrat, um mit ihm zu sprechen? Durfte er zu ihr gehen? Nur sich nicht aufbräng.m, wenn ein Herz noch innerlich mit Unklarheiten rang! Aber dann dachte er an Raymond: „Ich vertraue dir Melusinens Schicksal an, — soweit was in Menscl-enkräflen stehen darf!" Vielleicht waren gerate diese Stunden von entscheidungsschwerster Wichtigkeit für sie? — So ging er auf sie zu. Vorsichtig zwischen den Gruppen hindurch, um möglichst von den anderen un'teobach'.ct zu sein. Nahe an einer Fensternische lehnte sie jetzt. Droben vom Podium herab erklangen zart und lockend die ersten Klänge eines Walzers. Die Unruh« im Saale wuchs. Die Paare begannen anzutreten. Melusine drückte sich tiefer in die Raffungen des gelbseitenen Vorhanges zurück Da trat Wenger neben ste. „Du willst nicht am Tanze teilnehi.-n, Melusine?" Sie sah zu ilym auf. Ganz dattlich empfand he, wie er teilte ter einzige war, der ein« Ahnung von ihrer Stimmung hatte. Welche Wohltat in 'hr«r Pein, sich nachher mit ihm aussprechen, ihm alles anoertrauen zu können! „Vorläufig nicht. Ich hab« jetzt erst eine Abrechnung mit — mit Bouoier vorzunehmen. Unter vier Augen. Ich hab« Fürchterliches über ihn erfahren. Geradezu Schamloses. Eben, in dieser Stunde. Das trage ich nicht mehr bis morgen mit mir herum!" Die Erregung schoß wieder in ihr empor. Die Stimme versagt« ihr. Er neigte sich ihr noch tiefer entgegen. Rings um sie sangen die Geigen, und die Paare begannen in kleiner Entfernung an ihnen vorüberzugleiten. „Wenn ich dir irgendwie beistehen soll, Melusine?" Er verfiel unwillkürlich wieder in das alte freundschaftliche Du, das sie seit ihrer Rinteneit zwischen sich gekannt, „ich sage dir das auch im Auftrage von Raymond. Er Hal mir die Sorge um dich anvertraut, Melusine. Vielleicht, weil er ahnte, daß dies alles über dich kommen würde, was nun her einbricht!" Sie preßte ihm die Hand. „Nachher. Fritz, Gott, was bin ich dir dankbar, wenn ich mich bei dir aus- sprechen kann! Nockcher!" Plötzlich stand Bouoier vor ihnen. Wahrscheinlich batte er aus einer geringen Entfernung die Unterhaltung ter beiden gesehen, die herzlich und freundschaftlich schien. Vielleicht auch wallte in ihm die Eisersucht auf. Melusinens Benehmen heute war ihm mehr als unerquicklich. „Baronesse, werde ich das Vergnügen haben. Sic zum ersten Tanz führen zu dürfen? fragte er mit gesuchter Eleganz. Und während er sie ansah, legte er in seine leuchtenden nachtschwarzen Augen den Ausdruck bewuntemten Werbens, mit dem er sie damals gleich beim ersten Sehen droben in Bezay bestochen hatte. Melusine stand plötzlich wieder unter größter Selbstbeherrschung. Sie war vollständig auf ter Höh« ter Situation. Hatte er die Infamie bisher besessen, sie derartig zu hintergehen, so besaß sie jetzt die (Energie, ihn mit härtester Grausamkeit und UÜberlegung und Klarheit abzufertigen. „Jetzt schon mittanzen?" fragte sie zurück. „Nachher ist noch Zeit genug. Ich wollte mich erst beteiligen, wenn die Brautkrone oertanzt wird. Aber lassen Sie uns beide eine Weile plaudern. Ich habt Ihnen noch einiges zu erzählen!" (Fortf. folgt.) (fegen rate Hände und unschöne Hautfarbe verwendet man am besten die schneeig-weihe hüftelc Creme Deodor, welche den Händen und dem Gesicht jene matte Weihe verleiht, die der vornehmen Dame erwünscht ist. Ein besonderer Vorteil liegt auch darin, bah diese unsichtbare Matt- creme wundervoll kühlend bei Juckreiz der Haut wirkt und gleichzeitig eine vorzügliche Unterlage für Puder ist. Der nachhallige Duft dieser Creme gleicht einem taufriich gepflückten Frühlingsstraus; von Veilchen, Maiglöckchen und Flieder, ohne jenen berüchtigten Moschusgeruch, den die vornehme Welt verabscheut. — Preis der Tube 60 Pf. und 1 Mk. — 3n allen Chlorodont-Verkaufsstellen zu haben. — Bei dlreller Einsendung dieses Inserates als Drucksache mit genauer und deutlich geschriebener Abfenderadresse auf dem Umschlag erhalten Sie eine Heine Probesendung kostenlos übersandt durch Leo-Werke A.-G., Dresden-N. 6 1414 Holzriemenscheiben Langjährige Spezialität Gut sortiertes Lager. 1296a Friedr. 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Weg 24 Otto Göbel, GlCfien Telephon Nr. 102 DeuWer VMtraueriag 1928 GedensKrier zu Ehren unsevev gefallenen Mviegev Gonntag, den 4. März 1928, mittags 12 Llhr pünktlich, in der Neuen Aula der Universität. Gedenkansprache: Prof. Dr. Koch. / Weiter wirken mit: Oer Dauersche Gesangverein unter Leitung seines Chormeisters Görlach, Frau Elfriede Fischer (Klavier), Musiklehrer Franz Lauer jun. (Violine), Studienrat Dr. Hillenbrand (Cello). Die Einwohnerschaft Gießens wird zur Teilnahme herzlich eingelaben. Eintritt unentgeltlich. Zur Deckung der Unkosten wirb am Ausgange ein freiwilliger Äeitrag erbeten. Die Ausgabe der plahnummern, die auf die Programme ausgedruckt sind, erfolgt am Eingang. Saalöffnung 11'/. Uhr. Volksbimd Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Hessen, Ortsgruppe Gießen Dr. Frey Der Voranschlag der Gemeinde Stangen» rod für Rj. 1928 liegt vom Donnerstag, dem 1. März ab, eine Woche lang auf dem Amtszimmer der Bürgermeisterei zur Sin- sicht offen. Einwendungen können dort, selbst während dieser Zeit mündlich oder zu Protokoll vorgebracht werden. Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Stangenrod, den 27. Februar 1928. Hess. Bürgermeisterei. Knauh. 2297 D S&F-KAFFEE die Qualitätsmarke Pfd. 4.60, 4.00, 3.40, 3.20, 2.80 Eierband-mdeln w. 0.48 Magnet-Eierbandnudeln, allerfste. Quai, in Originalpack., nur in unseren Filialen erhältlich -Pfund-Paket 0.34 -Pfund-Paket 0.68 Gemüse-Rudeln Pfd. 0.44 MakkaroniQu», w 0.48 Makkaroni in Paketen V,-Pfund-Paket 0.36 ",-Pfund-Paket 0.70 Aprikosen kaUforn Pfd. 0.96 Feine Marinaden Bismorck-Heringe, Rollmops, Brat- jTk und Gelee-Heringe 1-Liter-Dose kJ* I O Oelsardinen Dose 0.58, 0.52, 0.30 Vollheringe, Norweger 3 Stück 0.22 Vollheringe, Holländer 3 Stück 0.25 Vollheringe, Milcher 3 stück 0.40 Technikum Jlmenau i. Thur. Ingenieurschule für Maschinenbau und Elektrotechnik. Wissen schaftliche Betriebsführung. Werkmeis'erabteilung | Oer Verein -er Freunde des humanistischen Gymnasiums ladt zu dem am Donnerstag, 1. März, abends llhr, im physikalischen Hörsaal der llniversität stattfindenden Vortrag (mit Lichtbildern) des Herrn Professors Dr. Gundel über Antike und moderne Astrologen ß Akte nach dem Kriminalroman „Der Uabelmlleka" von Edgar Wallace. Personen des Spiels: Major Paul Roy Amery, Chef des Exporthauses Amery Jack Trevor Maurice Tarn, Geschäftsführer des Hauses Amery . . Arthur Krausneck Else Marlowe, Tarns Mündel Andree LaFayette Jessie Damm, Buchhalterin im Hause Amery. Evi Eva Feng Ho. Tarns Nachfolger bei Amery . . Nfen-Sön-Llng Dr. Ralf Hallam, Arzt und Sozius Tarns John Loder Giefeener Konzertverein Donnerstag, 1. März 1928, abends 7% Uhr, in der Stadtkirche ACHTES KONZERT J. S. Bach lohannesPalflon Leitung: Univ.-Musikdirektor Dr. Stefan Temesvary. Ausführende: Der akademifche Gefangvereln und das Frankfurter Symphonle-Orchefter; Soliften: Ria Ginfter (Sopran), Irmgard Heermann (Alt), Max Meili (Tenor), Alfred Peter (Bariton), Karl Rühl (Bab). Der Flügel ist aus dem Pianolager Auguft Förfter. Gießen. Eintrittskarten: Mk. 5. — , 4 — und 2.50 bei Ernft Challier und abends an der Kaffe. Studentenkarte Mk. 1.50 bei Herrn Es W ile« Ende zu! Das Lokal muß geräumt werden. Dieserhalb verkaufe zu jedem annehmbaren Preise. Geld sparen Sie beim Einkauf in Haushalt-Artikeln, Galanterie- und Spielwaren im 22900 letal-" ‘ ‘ Max Warum Grieben, Bahnhofstrabe Nr. 4 dient der Hausfrau mit einem Sonderangebot für Nudelnund Dörrobst Misst! Kronenhummer Gänseleberpastete Oelsardinen Nordsee-Krabben Lachs Filetheringe in Wein, Majonnaise, Tomaten Ochsenmaulsalat Fleischsalalm.Majonnais« Zfl.Vraunschweiger Wurstwaren Türk S- Pabsts echte Franks. Würstchen Diele Sorten Käse ÄWWWW Ms Iris« WWW Seltersweg 70 ___ 2274-4 1 kompletten Wagen, 1 Pflug, ein Zauchefaß u. sonstige landwirtschaftliche Geräte sowie Heu und Stroh. Kinzenbach, Haus Ar. 70g WsSSvo-MuSo 2-Litrer, sübrerscheinfrei. fahrbereit, üfach bereitt. mit kompl. Vnbeftotion sofort umständehalber, auch Ladeitatton evtl, allein, zu verlangen. Anträgen an Dentist ^»iiuig, Henchelbeim, (tziefrcner Strane 47. Spinat................■/,» ofe 0.55 Gemüse-Erbsen -/.Dose Junge Erbsen (Auslandsware) '/,Dose 0.48 Apfelmus -/.Dose Birnen, weih, halbe Frucht .... '/.Dose Pflaumen mit Stein -/,Dose 0.76 WMW