Nr 304 Erstes Blaff 178. Jahrgang Aeitag, 28. Dezember 1928 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. vezugspreir für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfcnnig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse; 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: firanffurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Vrvlk VN- Verlag: vrühl'lche Univerfitafr-Vuch- und Steindnickerei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: §chulitratze7. Annahme von Anzeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Deraniwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. DeuischlandS Recht aus Räumung Strescmanns Weihnachtsbotschaft. 3n der weihnachtlichen Stille pflegen die führenden Staatsmänner Muße zu finden, sich über brennende Tagesfragen rück- und vorwärts- schauend zu äufjem. Das ist auch in diesem Jahr der Fall gewesen, vielleicht in etwas geringerem Umfang als früher. Besonders interessatrt und aufschlußreich ist eine längere Darlegung, di« RrichSaußenntinister Dr. Stresemann, Wohl mit guter Berechnung, einem großen amerikanischen Dlatj, der „Baltimore Sun", für die Weihnachtsnummer zur Berfügung gestellt hat. Bach der großen Aussprache in Lugano konnte er jetzt sine ira et Studio seinem britischen Kollegen Chamberlain auf dessen soviel besprochene Aeußerung über die juristische Seite der Rheinlandräumung sachlich und nüchtern antworten. Bekanntlich hatte Chamberlain im britischen Unterhaus auf eine Anfrage erwidert, juristisch habe Deutschland auch aus Artikel 431 des Versailler Vertrages keinen Anspruch aus vorzeitige Räumung des Rheinlandes abzuleiten. da es seine sämtlichen Verpflichtungen aus deut Vertrage noch nicht erfüllt habe. Allerdings fügte Chamberlain hinzu, es handle sich dabei auch um eine politische Frage, und von diesem Gesichtspunkt aus gesehen wünsche die englische Regierung die Räumung des besetzten Gebietes. Da diese Aeußerung in schroffem Gegensatz zu dem stand, was der Reichskanzler Hermann Müller im September in Genf zur Begründung unseres Anspruchs auf die Räumung angeführt hatte, so wurde sie in der deutschen Öffentlichkeit als eine besondere Unfreundlichkeit dagegen erblickt, was wir als unser gutes Recht fordern zu dürfen glaubten. Darüber Haben sich Stresemann, Chamberlain und Briand in Lugano ausgesprochen, und nun faßt unser Reichsaußen- Minister noch einmal zusammen, was sich zu der Sache sagen läßt. Stresemann hebt hervor, daß es im Ausland auch dort, wo man Verständnis für die deutsche Forderung ausbringt, vielfach befremdlich wirke, wenn Deutschland nicht nur politische und moralische, sondern auch juri st Ische Gesichtspunkte geltend mache, was ja auch jene Aeuhe- rung Chamberlains bewiesen hat. Wir aber dürften die Tatsache, daß der Versailler Vertrag der deutschen Regierung einen wohlbegründeten Rechtsanspruch auf Räumung gibt, nicht einfach in den Hintergrund treten lassen. Artikel 431 des Versailler Vertrages bestimmt klar und deutlich, daß die Besahungstruppen sofort aus dem Rheinland zurückzuziehen sind, wenn Deutschland vor Ablauf der vertragsmäßigen Frist von 15 Jahren seine Verpflichtungen „erfüllt" (complies with) und nicht „erfüllt hat" (has complicd with). Die beiden großen Verpflichtungen Deutschlands aus dem Vertrage, die hier in Betracht kommen, sind die Entwaffnung und die Reparationszahlungen. Daß die Entwaffnung vollständig durchgeführt ist, wird von keiner Seite mehr Beitritten. Ueber die Reparalionsverpflichtung gehen die Ansichten auseinander, aber auch erst seit einiger Zeit. Heute wird behauptet, unter Hinweis auf das französische Beispiel nach dem Kriege von 1870/71, daß die gesamte Reparationsschuld vor Ablauf der 15 Jahre abgetragen sein müsse, wenn Deutschland die vorzeitige Räumung zu fordern berechtigt sei. Dem steht, wie Stresemann sehr richtig ausführt, der klare Wortlaut des Vertrages entgegen, der nur eine völlige Sicherstellung über jeden Zweifel hinaus dafür verlangt, daß die Reparationsverpflichtung erfüllt wird. Das ist nach deutscher Auffassung geschehen durch das Dawes-Abkommen und wird geschehen durch die bevorstehende Revision des Abkommens mit einer endgültigen Lösung des Reparationsproblems. Run bestimmt weiter Artikel 429, die Räumung der drei Zonen sei davon abhängig zu machen, daß Deutschland die Bedingungen des Vertrages getreulich erfüllt, und gerade hierauf stützt sich die englische Auffassung. Es liegt auf der Hand, daß diese auch rein juristisch unhaltbar ist, denn wenn Artikel 429 für sich allein stände, so wäre Artikel 431 völlig sinnlos. Daß Deutschland die riesenhaften und übermenschlichen Reparativnsberpslichtungen aus dem Versailler Vertrag innerhalb 15 Jahren vollständig erfüllen kann, hat wohl damals kein Mensch geglaubt und glaubt auch heute niemand. Aber gerade die britische Regierung hat sich noch im August 1923, als sie die Beteiligung am Ruhreinbruch ablehnte, in der bekannten Rote Lord Curzons an Frankreich dahin geäußert, daß ein Vergleich der französischen Leistungen nach 1870/071 mit den Deutschland auferlegten völlig unzulässig sei. Von befonberer Wichtigkeit ist der Hinweis Stresemanns darauf, daß das Dawes-Avkom- men nicht ein bloßes Zahlungsversprechen Deutschlands darstelle, sondern für die Einhaltung der regelmäßigen Zahlungen Pfänder geschaffen habe, die unter ausländischer Kontrolle stehen. Darin, daß Deutschland auf die Bereitstellung solcher Pfänder einging, ist es auch über den Rahmen des Versailler Vertrages hinausgegangen, und das stellt eine freiwillige erhöhte Leistung dar. Somit wird niemand bestreiten können, daß Deutschland ganz im Gnime des Artikels 431 seine Verpflichtungen dauernd erfüllt und damit zugleich auch der Erklärung entspricht, die Wilson, Cle- menceau unb Lloyd George am 16. Juni 1919 unterzeichnet haben. In dieser Erklärung heißt es, Amerikas Beteiligung an der Reparationskonferenz. Die Antwort Washingtons auf die Einladung der sechs Machte zur Teilnahme an der bevorstehenden Sachoerständigenkonferenz für die Reparationsfrage ist gerade rechtzeitig zum Weihnachsfest erfolgt. Wie die vorousgegangenen Auslassungen des Präsidenten Coolidge, stellt auch diese knappe Antwort eine Bekräftigung des Standpunktes dar, der von deutscher Seite in dieser Frage unausgesetzt eingenommen worden war: hatte Coolidge gefordert, daß die Sachverständigen in voller Freiheit der Meinung und ohne irgendeine Festlegung durch ihre Regierungen prüfen sollten, so stellt die formelle Antwort auf das von dem britischen Botschafter Sir Esme Howard überreichte Memorandum fest, daß die Vereinigten Staaten gegen die Mitwirkung amerikanischer Sachverständiger nichts einzuwenden haben, „sofern die Auswahl und die Ernennung der Sachverständigen durch diese sechs Regierungen erfolge". Formell entspricht das dem Verhalten, das Amerika schon mit Bezug auf die Daweskonferenz beobachtet hatte: also keine Ernennung her amerikanischen Mitglieder von Staats wegen, aber Zu - stimmung zu ihrer Heranziehung. Dieses Verhalten ergibt sich schon daraus, daß der Gegenstand der Beratungen einen Teil der Verpflichtungen des Versailler Vertrages betrifft, der von Amerika nicht ratifiziert worden ist. Aber schon die genannten Persönlichkeiten zeigen, in wie hohem Maße sich die Vereinigten Staaten doch auch tatsächlich für die Konferenz und ihr künftiges Ergebnis intereffie- r e n. Unter diesen Persönlichkeiten steht Owen P o u n g voran, der als Vertreter des Generals Dawes und einer der sachkundigsten Finanzpolitiker der Vereinigten Staaten bereits dem Daweskomitee I angehörte. Weiter wird jetzt der frühere Staats- sekretär des Auswärtigen, Charles Evans Hughes, genannt, der frühere Gouverneur von Neu- york, bann 1916 Präsidentschaftskandidat her Republikaner gegen Wilson war und als Außenminister Haroings vier Jahre lang an führender Stelle der internationalen Außenpolitik gestanden hat. Im Sommer 1924 besuchte er, als der erste leitende Staatsmann der ehemals feindlichen Nationen Berlin. Hughes ist vor allem Jurist und gilt als einer der besten Recktskenner Amerikas. Aber auch diele Eigenschaft wird ja bei der Aufgabe der Sachverständigenkonferenz einen wertvollen Beitrag abgeben. Weiter wird u. a. der ehemalige Delegierte der Vereinigten Staaten bei der Repara- tionskommission, Roland William B o y d e n genannt, der während der erwähnten Funktion in den Jahren 1920 bis 1923 Sachkenntnis in der Reparationsfrage erwerben konnte. Es kommen nolürfich noch andere Ramen in Frage, die zum Teil auch schon genannt toaten. In jedem Falle aber ergibt sich aus der Stellungnahme Wa'h'.ngtens die Sympathie für die Bestrebungen, eine Endregelung der deutschen Reparotionsverpfii''tungen herbeizuführen und eine Bereitschaft, die moralischen Bindungen an die Dor'chleg? des Sachver- ständigrnausschufses anzun f>nvn. d e unter amerikanischer Mi.Wirkung, unt.r hervorragender Beteiligung bedeutender und anerkannter amerikanischer Autoritäten Zustandekommen werden. Wenn man in Frankreich demgegenüber immer wieder versucht, Hintertüren offen zu halten, um die Unabhängigkeit und freie Enl'chluhfähig- feit der Sachverständigen im voraus nach wirklichen oder angeblichen Dedür niffen der Gläubiger festzulegen, so ist dafür jetzt kein Raum mehr. Ms amerikanischen Sachverständigen Meine Erörterung der Krierisschuldenfrage. London, 27. Dez. (TU.) Die Entscheidung der amerikanischen Regierung in der Jrage der Teilnahme an den Arbeiten des Reparationsausschusses, Ist. wie der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" meint, das Mindeste, das unter den gegenwärtigen Umstanden von 2tmerika erwartet werden konnte. Die vorsichtige Natur der amerikanischen Antwort zeige, wie wohl begründet die in letzter Stunde von einigen der alliierten Machte und insbesondere von Großbritannien erhobenen Einwendungen gegen den Originaltext des von p o I n c a r d in parls entworfenen gemeinsamen alliierten-deutschen Kommunique war. Der Wegfall eines Abschnittes sei auf die Befürchtung starker Einwande in Washington zurückzuführen. was die Ernennung der amerikanischen Sachverständigen für den neuen Ausschuß anlange, so ständen im Vordergrund die Ramen von Owen 2} o u n g und Charles Hughes sowie General Dawes. Gegen letzteren spreche aber die Tatsache, daß er in seiner Eigenschaft als Vizepräsident als amerikanischer Vertreter nicht besonders geeignet sei. Daneben werde auch der frühere amerikanische Beobachter in der Reparationskommission, Bowden, genannt Präsident Coolidge vertritt, wie man wissen will, den Standpunkt, daß die Aufgabe des neuen Reparationsausschusies nur in der vollen Durchführung der in Genf ausgestellten Formel für eine ..oo11ständige und endgültige Reparatlonsregelung liegen kann. Weiterhin soll er erklärt haben, daß die Ablehnung der amerikanischen Regierung, die amerikanischen Sachverständigen für den Ausschuß zu ernennen, als ein Hinweis dafür angesehen werden könne, daß Amerika jede Hineinziehung der Kriegsschuldenfrage mit aller Entschiedenheit ab lehnt pariser Meldungen, wonach neben Owen Young der amerikanische Botschafter in Mexiko. Morrow, als Sachverständiger sür die Beratungen über die Reparationsfrage Berlin, 28. Dez. (Priv^Del.) Die sozialdemokratische Kommission zur Prüfung des Wehrproblems, die der Parteivorstand eingesetzt hat, veröffentlicht das Ergebnis ihrer Arbeit. Cs heißt in dem Wehrprogramm: Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands verwirft den Krieg als Mittel der Politik. Als Mitglied der sozialistischen Arbeiterinternationale kämpft die Sozialdemokratische Partei Deutschlands für vollständige Abrüstung durch internationale Abkommen. Die Abrüstung wird nur dann dem Frieden dienen, wenn sie nicht eine einseitige Verpflichtung ist. wie sie den Besiegten des Weltkrieges durch die Sieger auf erregt wurde. Der Deutschen Republik ist die historische Mission zugefallen, Vorkämpferin der internationalen Abrüstung zu sein. Diese Mission kann sie nur dann erfüllen, wenn sie die ihr aufgezwungenen ein- fsitigen Rüstungsbeschränkungen nicht überschreitet. Eine Verpflichtung der Deutschen Republik, die ihr auferlegten Rüftungsbestimmungen ohne Rücksicht auf ihre politische und militärische Zweckmäßigkeit auszuschöpfen, erkennt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands nicht an. Noch droht die Machtpolitik imperialistischer und faszistischer Staaten mit konterrevolutionären Interventionen und neuen Kriegen. So lange diese Gefahren bestehen, ist die deutsche Republik genö- ausersehen wurde, wurden im Staatsdepartement als ganz abwegig bezeichnet und zur Begründung darauf hingewicfen, daß Morrow auf seinem poften in Mexiko unentbehrlich fei und das Staatsdepartement deshalb nicht oerlaffcn könne, von Oroen Houng stehe noch nicht fest, ob er geneigt fei, die Berufung als Sachverständiger anzunehmen. Das Interesse an Europa. Genugtuung über die schnelle Antwort Washingtons. Paris, 27. Dez. (WB.) Der,Temps" schreibt zur Haltung der Vereinigten Staaten zum Reparationsproblem, man sei günstig beeindruckt worden durch die Schnelligkeit, mit der Washington auf das Ersuchen um Beteiligung an den Beratungen im Sachverftändigenausschnf; geantwortet habe. Wegen des großen Mißtrauens, das man in Amerika bisweilen an den Tag lege gegenüber Fragen, die seiner Ansicht nach nur die europäischen Mächte angehen, habe man befürchten können, daß prinzipielle Einwände erhoben werden würden. Ganz tm Gegenteil aber sei sofort eine günstigeAnt- wort erteilt worden, und Pie Kommentare der Presse ließen erkennen, welche Wichtigkeit der Rolle der Vereinigten Staaten innerhalb des Reparatioirsausschusses beigemessen werde und welchen Einfluß sie in der Lage sein könnte, zugunsten gewisser Lösungen auszuüben. Trotz aller Reden über die Verpflichtung der Vereinigten Staaten, ihre volle Aktionsfreiheit auf sämtlichen Gebieten zu wahren, sei es klar, daß Rordamerika sich an dem politischen und wirtschaftlichen Wiederaufbau der Alten Welt nicht desinteressieren könne. Darum ergäben sich für die Vereinigten Staaten gebieterische RoNvendigketten, die die rein politischen Erwägungen nicht einzuschrärcken vermögen. tigt, zum Schutze dec Weltbestimmung ihres Volkes eine Wehrmacht aufrechtzuerhalten. Die Wehrmacht kann ihre Aufgabe nur erfüllen, wenn sie in ihrem Denken und Fuhlen mit dem Volke verbunden ist und fick als dienendes Glied in die demokratische Republik einordnet. Um die Reichswehr in diesem Sinne umzugestalten, stellt die Sozialdemokratische Partei insbesondere folgende Forderungen: Kontrolle des Reichstages über alle Verträge der Heeresverwaltung. Keine Subvention an Privatfirmen, die mittelbar oder unmittelbar illegalen Rüstungen dient. Verbot der Bestrafung von Veröffentlichungen gegenüber illegalen Rüstungen. Gesetzliche Bestimmungen zur Sicherung einer unparteiischen Rekrutierung. Beseitigung des Bildungsprivilegs für das Offizierkorps. Sicherung der staatsbürgerlichen Rechte der Soldaten. Schutz der Rechte der Soldaten durch eine von ihnen gewählte Personalvertretung. Demokratisierung des Diszipli- narrcchts und des Militärstrafrechts. Republikanische Lehrkräfte und Lehrbücher beim Unterricht. Verbot der Verwendung militärischer Kräfte bei Konflikten zwischen Kapital und Arbeit. 9n dem Programm heißt es dann noch: Die Sozialdemokratische Partei fordert die Neufestigung des Völkerrechts im Sinne der Humanität. Insbesondere fordert sie Verbot des Gaskrieges und der Verwendung von Bakterien zur Kriegführung. ......... i i ........... i ■ ........... Ein sozialdemokratisches Wehrprogramm. wenn Deutschland vor 1935 Bewerfe feines guten Willens und ausreichende Garantien für die Erfüllung seiner Vertrags- Verpflichtungen gegeben habe, würden die beteiligten alliierten und assoziierten Mächte bere t fein, eine Vereinbarung über die frühere Beendigung der Beseyungsperjode zu treffen. Will heute noch jemand in England und Frankreich, wollen die Herren Chamberlain, Briand und Poincarö leugnen, daß dieser Voraussetzung von Deutschland voll entsprochen wird und daß es daher auch einen wohlbegründeten juristischen Anspruch auf sofortige Räumung besitzt? Die politischen und moralischen Gründe, mit denen der Anspruch Deutschlands auf die sofortige Räumung unterstützt wird, erhalten somit auch auf juristischem Gebiet ihre vollwertige Ergänzung. Gestörte Parlamenteferien. Eine Landlagssitzung in Preußen. Berlin, 27. Dez. (VDZ.) Infolge des kommunistischen Vorstoßes in der letzten Plenarsitzung des Landtages am Mittwoch, den 19. Dezember, wird, um der preußischen Verfassung Genüge zu leisten, das Preußenparlament morgen um 13 Uhr zufammentreten, um den als einzigen Punkt auf die Tagesordnung gefetzten Urantrag der Abgeordneten Schwenk (Kommunist) und Genossen, dem Staatsmini st erium das Vertrauen zu entziehen, zu beraten. Wie das Nachrichtenbureau des VDZ. erfährt, haben so viele Landtagsabgeordnete Urlaubsgesuche für diese mitten in die eigentlichen Weihnachtsferien fallende Sitzung eingereicht, und außerdem so viele andere Abgeordnete erklärt, daß sie nicht gewillt seien, wegen dieses einen Sitzungstages die weite Reise nach Berlin anzutreten, daß voraussichtlich ein absolut beschlußunfähigesHaus beisammen (ein wird. Dies hat jedoch insofern keine praktischen Auswirkungen, als nach der Geschäftsordnung des Preußischen Landtages die Beschlußunfähigkeit nur bei einer Schluß- abftimmung bezweifelt werden kann. Morgen aber wird überhaupt nicht a b g e stimmt. Vielmehr kommt das Mißtrauensvotum erst am Mittwoch, dem 2. Januar, in einer Abendsitzung zur Entscheidung. Das Schicksal des Mißtrauensantrages unterliegt jedoch in parlamentarischen Kreisen, auch der Oppositionsparteien, keinerlei Zweifeln. Rach der Verfassung müssen, um das Kabinett zu stürzen, mehr als die Hälste aller gewählten Landtagsabgeordneten, für das gegenwärtige Parlament also 226, mit „3a" stimmen, während sonst selbst bei einer relativen Zufallsmehrheit der Antrag abgelehnt wäre. Da vermutlich die Deutsche Vvlkspartei sich mindestens der Stimme enthalten wird, hat der kommunistische Antrag, selbst bei der keineswegs sicherstehenden Zustimmung aller übrigen Oppositionsparteien, keine Aussicht auf Annahme. Die preußischen Staatsminister und Ministerpräsident Dr. Braun weilen in Berlin und würden sich einem Wunsche des Hauses, zur Beratung des Mißtrauensantrages zu erscheinen, nach der Geschäftsordnung fügen müssen. Zum Reden farm sie allerdings keine Bestimmung zwingen. Immerhin rechnet man für die morgige La. dt gs ihung mit einer mehrstündigen Dauer. In parlamentarischen Kreisen ist im Anschluß an den kommunistischen Vorstoß die Frage erörtert werden, ob die Verfassung dahin zu ändern sei, daß die Frist für die Erledigung von Mißtrauensanträgen, die ja zu den Ausführungsbestimmungen gehört, aus der Verfassung herausgenommen wird. Da jedoch die Oppo- sitionsparleien an dem gegenwärtigen Zustand interessiert find, dürfte sich die erforderliche Zweidrittelmehrheit für die Verfassungsänderung kaum finden. Cs ist daher anzunehmen, daß in Zukunft der Preußische Landtag öfters in seiner Ferienruhe durch taktische Anträge einzelner Fraktionell empfindlich gestört wird. Oer neue Präsident des Landesft'nanzamis Kassel. Berlin, 27. Dez. (WB.) Ministerialdirektor Dr. L o t h h o I z, der nach mehrjähriger Tätigkeit als Ministerialdirektor im früheren Reichsmiiuste- rium für Wiederaufbau vier Jahre lang die Haus- h a lt s a b t e i l u n g des Reichsfinanz- Ministeriums mit großem Erfolg geleitet hat, scheidet am 1. Januar 1929 aus dem Reichsfinanz- minifterium aus; er übernimmt auf feinen Wunsch als Präsident die Leitung des Landesfinanzamts Kassel. Zum Nachfolger als Mini, sterialdirektor und Leiter der Haushaltsabteilung des Reichsfinanzministeriums ist der bisherige Generalreferent für den Haushalt, Ministerialrat Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, ernannt worden. V I. Kampfpause in Afghanistan? (Sin Aufruf Amanullahs. London, 28. Dez. (WTD. Funkspruch.) „Daily Mail" berichtet aus Lahore: Die aufständischen Afghanen sind jetzt von den Regie ru n g s t r u P pe n in die Kabul umgebenden Berge vertrieben worden. Ihre Verfolgung ist im Gange. Die Hauptstadt ist jetzt ruhig. Die königliche Familie hat sich nach Kandahar begeben, um Stämme um sich zu schoren, mit denen sie Blutsverwandtschaft besitzt. Es wird angedeutet, daß Amanullah vielleicht zugunsten seines Sohnes zurück- treten werde. Gin Militärflugzeug aus Bagdad ist in Kabul eingetrosfen und ein weiteres folgt zur 'Beschleunigung der Ablransporte. Augenblicklich herrscht in Kabul Schneefall, der den Abflug der Maschine verhindert. Diele Personen warten noch auf ihre Wbeförderung und d i c Vorräte gehen z u Ende. Bei der Landung des Flugzeuges aus Bagdad soll, wie „Daily Mail' weiter meldet, eine deutsche Frau von dem Propeller getroffen und getötet worden sein. Die britische Gesandtschaft hat unter schwerem Feuer ge- standea und ihre Zimmer sind verbarrikadiert. Wie weiter gemeldet wird, macht der strenge Frost weitere Kämpfe in Afghanistan völlig unmöglich. Der König habe an das afghanische Voll einen Aufruf gerichtet, in dem er eine Politik des Friedens sowie Zugeständnisse an die religiösen Gemeinschaften an- sündigte und die Unterstützung des Volkes im Kampf gegen die Aufständischen verlange. Zwischen seiner Mutter und Vertretern der religiösen Gemeinschaften sei ein Abkommen erzielt worden. Der Overmullah soll beschlossen haben, die Aufständifchen zur Einstellung des Kampfes gegen die Regierungstruppen aufzufordern. Der Köing habe den Kronrat ein» berufen. Aus Kabul gerettete Deutsche. Berlin, 27. Dez. (WB.) Am 25. Dezember sind mit einem Flugzeug folgende Deutsche aus Kabul ab geflogen und in Peshawar eingetroffen : Frau Herbordt und Sohn, Frau Staude, Frau Dorten und zwei Kinder, Frau Manager, Frau Hetzel, Frau Iven, Frau Buchholtz, Frl. Iven und Frl. (Sinfelbt sowie zwei Kinder Perron. Nach einer Reutermeldung aus Neudelhi befinden sich ferner unter den aus Kabul nach Peshawar von britischen Flugzeugen beförderten Personen die Sekretärin des deutschen Vertreters, ferner Frau Holet Afaf, die deutsche Frau eines türkischen Lehrers an einer Militärschule und ihre beiden Kinder, sowie ihr Kinderfräulein und Frau Chisterne (?), die deutsche Frau eines Angestellten im afghanischen Kriegsministerium und ihr Kind. Neue Verschärfung im sü-amerikanischen Konflikt. Vorstöße bolivianischer Trnppen. Washington, 27. Dez. (WTB. Zunkspruch.) Nachdem die vermiltlungsbemühnngen zum Stillstand gekommen find, da man abwariet, ob Bönnien und Paraguay den vor zwei Tagen hier aus- gearbeitelen Protokollentwurf annehmen, berichtete die Gesandtschaft Paraguays heute abend, die Bolivianer hatten das Fort Danguardio in dem umstrittenen Gebiet wieder beseht und ihre Truppen zwölf weilen weiter in das innere des Gebiets vorgeschoben und dadurch wieder eine „sehr ernste Lage" geschaffen. Die Gesandtschaft bemerkt, dieser Vorstotz sei ohne Gefechte vor sich gegangen. Die Bolivianer hätten Vorteil aus dem Befehl gezogen, den die Regierung Paraguays an ihre Truppen ausgegeben hatte, alle Feindseligkeiten einzustellen. Verhör desZachot-Attentäters Benoit leugnet, einer Politischen Gruppe anzugehören. P a r i s, 27. Dez. (WTD.) Der Tkntersuchungs- nchier hat heute Georges 'Benoit zum ersten Male wegen des Attentates auf Fachot verhört. Benoit erflärte, er habe durch die Lektüre dessen, was in den elsässischen Zeitungen in deutscher Sprache und in den Pariser Zeitungen über den Colmarer Prozeß berichtet wurde, die Lieberzeugung gewonnen, daß der Colmarer Prozeß in allen Stücken erfunden und ungerecht sei. Darin fei er noch dadurch bestärkt wvrden, daß Senator Helmar Staatsanwalt Fachot in Briefen, die veröffentlicht wurden, als einen unehrlichen Menschen hinstellte, der in Seouesterschiebungen der elsässischen Kaligruben verwickelt sei. Alles dies habe ihn zu der verrückten 3dee bewogen, auf Fachot zu schießen. Er Hobe eine f i f e Idee gehabt, der er nicht habe widerstehen können. Er sei ein gläubiger Katholik und habe noch im Treppenhaus gebetet, daß er Fachot nicht töte. Er gehöre zu keiner Gruppe, habe niemals Politik getrieben und nur nach Rückkehr von Ricklin und Rosse nach ihrer Begnadigung Ende 3uti oder Anfang August nach Straßburg an einer Kundgebung teilgenommen. Gr habe von seiner Tat zu niemand gesprochen und bedauere sie fetzt. Eine neue Untersuchung im Fall Klotz? Politische Rücksichten auf den ehemaligen Minister. Paris, 27. Dez. (WB.) Der Verteidiger des ehemaligen Senators Klotz hat, nachdem die gerichtsseitig angeordnete Untersuchung seines Klienten dessen völliges Verantwortungsvermögen festgestellt hat, eine neue ärztliche Prüfung des Geisteszustandes ski- itt?rn und Ge.chenk an di' Menschen zu nützen! Was spielt ein Streichholz heute für eine Rolle! Eigentlich gar keine. Und doch liegt ein kleines Wunder in unserer Hand. In das kleine Ding ist eine Raturkrast gebannt, harrt unserer Erweckung, und kann für uns zum Segen, zur Annehml chkeit des Daseins werden, aber auch verhängnisvoll wirk.n, das Element in einer Ausdehnung entfesseln, dast wir bangend und ohnmächtig der Vernichtung wertvoller Güler zuschauen nÄf'en. Selbstvcrständ ich? G.wist. Aber das Selbstverständlichste wird meist nicht bedacht. Es ist auch kein grostcS Mnglüd, wenn man die Dinge des Alltags hinnimmt, als ob sie eben so sein ( mühten Aber zu ihrer rich.igen Wertung kommt man doch wohl erst dann, wenn man sich auch im weiteren Sinne Gedan'.en darüber macht. Man erzählte mir von einem Manne, der, obwohl er es bereits zu beträchtlichem Vermögen und Ansehen gebracht hatte, dock geizig mit ollem umging und selbst jedes Streichhölzchen in acht nahm. Er hat es im Laufe eines langen und arbeitsreichen • Lebens zu mehreren großen Fabriken, einigen Dillen und beträchtlichem Grundbesitz gebracht, und seine Söhne zehren noch heute von feiner Arbeit und seinen Erwerbungen. Man hat über feine Schrulle gelacht, wenn er kein einziges Streichholz unnötig entzündete und gelegentlich der Jugend vorhielt: ,^d) habe angefangen, mit Streichhölzern zu sparen!" Ganz gewiß waren die Streichhölzer nicht dos Wichtigste und Bedeutsamste an feinem Besitz. Ader es ist denkbar datz sie der Anlaß waren, damit zu beginnen, auch Das Kleinste und Geringste wert zu halten. Selbstverständlich muß dazu auch noch ein anderer Sinn kommen, der nämlich, zur rechten Zeit auch die großen Dinge richtig zu beachten und zu nützen. Ader das Große sieht man meist schon rechtzeitig genug. Gesündigt wird am meisten gegen die kleinen Dinge, die zu klein geachtet werden. Wer aber das Kleine nicht richtig wertet, wie will der des Grotzen acht haben? Ein Stäubchen am Tisch will nichts besagen, obwohl es auch bereits eine Welt für sich ist. Aber viele Stäubchen können, wenn es der tückische Zufall will, eine Existenz vernichten. Ein Streichholz bedeutet wenig, wenn man eine volle Schachtel besitzt. Wenn aber nur noch eins darin ist und der Wind dieses eine ausbläst? Was hätte so mancher schon dafür gegeben, wenn er nur noch ein einziges Streichholz gehabt hätte, als er fror und keine Möglichkeit mehr hatte, ein wärmendes Feuer zu entfacgcn! D. S. Wann und wie ißt man Aepfel? Bei uns wird noch viel au wenig Obst genossen. Das gilt für die Jugend im allgemeinen und das mittlere und späte Alter im Besonderen. Käme zu jeder Mahlzeit, auch außerhalb der eigentlichen Obstzeit, Obst in irgendeiner Form zubereitet auf den Tisch, dann würden Arzt und Apotheker merklich entlastet werden, und die Menschheit hatte durch Steigerung des Wohlbefindens und der Arbeitssreudrgkeit den Vorteil davon. Doch davon sollte hier incht weiter die Rede fein. Gin Apfel hat, wie jede andere Frucht, einen Höhepunkt in der Ausbildung seiner Geschmack- stosfe. Ist dieser erreicht, dann erfolgt der Abbau. Der beste Apfel schmeckt nach einiger Zeit nicht mehr. Der Zeitpunkt, innerhalb welchem dies geschieht, ist je nach Sorte und Beschaffenheit de- Lagerraumes verschieden. Kaiser Alexander, Langtons Sondergleicl^n, Coxs Pomona, Eel- Ibri, Manksapfel, Jakob Lebe! sind um Weihnachten bereits vorüber, oder müssen schnell geräumt werden. Gravensteiner, Geloer Gdelapsel, Goldparmäne, Gelber Richard, Landsberger, Geflammter Kardinal und Signe Tillisch beginnen nach Reujahr, schon zu verlieren. Aroma und Saftfülle verschwinden nach und nach. Dafür gewinnen Ananasrxirette Coxs Orangen, Baumanns, Blenheim. "Minister Hammerstein, Lon- donpepping, Eoulons, Ontario, Rheinischer Dohn- apfel, Ehampagner-Renette und Bosloop, nicht zu vergessen den Eiserapfel, von diesem Zeitpunkt an mehr und mehr an Genutzwert und halten sich, sachgemäß aufbewahrt, bis in den April hinein. Unter den genannten Sorten gibt es aber eine Menge Abstufungen, nicht nur tn der Halt- •arfeit, sondern auch in Erreichung der Voll- eifc, auf die es eigentlich mehr ankommen sollte, ! aus die Haltbarkeit allein. Was nützt ein "Öner Apfel, wenn er im Geschmack nicht befriedigt! Man soll nicht mit dem Genuß warten, bis sich.um das Kernhaus herum eine braune Zone ausbildet, denn bann ist das Beste bereits verloren. Die Frage, ob man einen Apfel geschält oder ungeschält genießen soll, wird verschieden beantwortet. Die einen behaupten, das Beste vom Apfel liege dicht unter der Schale und ginge durch das Schälen verloren, die Ratur hätte den Aepseln nicht das verlockende Kleid gegeben, damit es vor dem Genuß als Abfall behandelt würde. Die anderen sind der Meinung, die Schale beschwere nur unnüh den Maien, sie sei schwer verdaulich und von allerlei Milroben und Bakterien behaftet. Riemanden fiele ein, die Orangen ihrer schönen Schale wegen ungeschält zu genießen, auch wenn sie noch so schon in gold- geschmücktes Seidenpapier gehüllt wären. Dieser Punkt kann als Geschmacksache gelten. Beide haben vielleicht recht. Eine wichtigere Frage ist die, ob gekocht oder ungekocht. Roh ist der Apfel wohl am gesündesten, wenn man sich die nötige Zeit zum guten Durchkauen ninmt und die Aepfel nicht vor ihrer Reiie genic t. Menschen aber, die frisches Obst nicht vertragen können und nach seinem Genuß Beschwerden suhlen, sollten darum doch nicht auf den Obstgenuh, verzichten, fonbern uni so reicher davon in gekochtem Zustande genießen. Obst ist eine herrliche Gabe der Ratur. Wer Obstbäume pflanzt, braucht noch lange nicht um den Absatz zu bangen. Es mutz nur gut und sauber von Schorf und Flecken fein. R. Aenderungen in der Unfallversicherung. In Nummer 44 des Reichsgesetzblattes ist das dritte Gesetz über Aenderungen in der Unfallversicherung veröffentlicht. Unfallschutz genießt jetzt auch der Dienst bei der Feuerwehr, den Rettungseinrichtungen, den sogenannten Wach- und Schlicßgesellschaften, in der Krankenfürsorge, der Wohlfahrtspflege, in Laboratorien und Rönb genbetrieben, auf den Bühnen im weitesten Sinne und beim Lichtspiel, ferner die Bedienung der Gäste in schon versicherten Gast- und Schankwirtschaften, der kaufmännische und verwaltende Teil eines Unternehmens, soweit er als Zubehör eines versicherten technischen Betriebes gilt. Versicherungsfreiheit tritt dort ein, wo ohnehin schon lebenslängliche Versorgung ober gleichwertige UnfaUfürforge gewährleistet ist. 3m Feuerwehr- und Rettungsdienst wird die Versicherung von den Ländern, Gemeinden oder öffentlichen Feueroersicherungsanstalten durchgeführt. Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege erhalten eine besondere Berufsgenossenschaft, jedoch können größere Gemeinden oder Gemeindevsrbände Betriebe, die auf ihre Rechnung gehen, in Eigenversicherung nehmen. Für die Entschädigung wird es so angesehen, als ob das Gesetz schon am 1. 3uli 1928 in Kraft getreten sei. Bornotizen. — Taaeskalender für Freitag. Stadt- theater: „Unb das Licht scheint in der Finsternis", 19.30 bis 22 Uhr. — Vortrag von Philipp Lenz „Mit Graf Zeppelin über den Ozean und zurück", abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarten. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Harald der Pechvogel". — Astoria-Lichtspiele: „Die Abenteuer eines Auswanderers". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadt- theaterbureau wirb uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Unb das Licht scheinet in der Finsternis'^ beginnt 19i/8 Uhr. — Sonntag, 30. De- Aember, „Der Prozeß Martz Dugan" (Bayard Veiller) als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen. Beginn 18 Uhr. — Zu Silvester wirb „Charlehs Tante" von Brandon Thomas in vollkommen neuer Aufmachung herauskommen. Leo Hirsch, einer unserer bekanntesten Revuekomponi- sten, hat den Text von Brandon Thomas musikalisch-parodistisch untermall. Das Thalia-Theater in Hamburg brachte in dieser Bearbeitung das Stück in einer Serienaufführung über 200 maL Rudolf Goll führt Regie, Karl Löffler baut eine lustige groteske Dekoration. Die Vorstellung beginnt schon um 19i/? Uhr, um bsn Theaterbesuchern die Möglichkeit zu geben, möglichst bald zur Silvesterfeier zu Hause zu sein. — Vielfachen Wünschen zufolge bietet die Direktion am Dienstag, 1. Januar, ein Gesamtgastspiel des Reuen Operettcn-Thealers. Frankfurt a. M.. mit der beliebten Operette „Die Försterchriftel" von Georg Jarno. Diese Aufführung der Frankfurter Bühne darf erhöhtes Interesse dadurch beanspruchen. daß die Titelrolle in Lydia Petry eine hervorragende Vertreterin findet. Reben der auch bereits hier gern gescherten Kraft werden in den weiteren Hauptrollen die Damen Gisa Bergmann, Peggy Duenkler und Ruscht Wiesner, sowie die Herren Lev B a l - d u s, Richard G u 11 m a n n, Mario Haindorff, Gustav Rvthe-Earey, Adolf Wiesner und Kurt Daum tätig sein. Spielleitung: Fritz D i e ft e L Musikalische Leitung: Gustav Görl i ch. Tänze: Hans Heinz Klüfer. LU. (Ernennungen bei der Landes- Universität. Die Privatdozenten in der Medizinischen Fakultät der Landesunioersität Dr. M o o s, Dr. Woenckhaus und Dr. Lawaczeck wurden zu außerplanmäßigen außerordentlichen Professoren ernannt. LU. Nach Bulgarien berufen. Der Prosektor am Veterinäranatomischen Institut der Can» desuniverfität Gießen, Dr. Rudolf S ü p p e l ist vom bulgarischen Kultusminister zum ordentlichen Dozenten für Anatomie, Histologie und Embryologie an der Universität Sofia .mannt worden. LU. Berufung nach Leipzig. Der ordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät der Landesuniversität Gießen, Dr. Walther Fischer, hat einen Ruf an die Handelshochschule Leipzig auf den neuzubegründenden „Lehrstuhl für die Wirt- schaftssprache und Wirtschaftskundc des britifch-ame- rikanijchen Sprachgebietes" erhalten. LU. E i n neuer Gießener Ehrendoktor. Die Philosophische Fakultät der Landesunioersität Gießen hat den Major a. D. Alfred o. Wegerer in Berlin, der sowohl bürd' eigene gewissenhafte wissenschaftliche Forschung, wie durch erfolgreiche Or- aanifation gelehrter Arbeit Außerordentliches zur Aufhellung eines der größten Probleme der Geschichtsforschung, der Kriegsschuldfrage, geleistet hat und im Kampf für Deutschlands Ehre nicht ermüdet, ehrenhalber zum Doktor der Philosophie ernannt. ** Evangelisch-kirchliche Persona 1 ie. Aus dem Dienst der evangelischen Landeskirche entlassen wurde auf sein Nachsuchen der Pfarrer Georg G öck e l zu Hungen mit Wirkung vom 16. Januar 1929. * Turner eh ru n g. Den Tümern Emil Marx unb Wilhelm Ziegler, beide Mllglie- ber des Tv. v. 1846, wurde mit Rücksicht auf ihre Verdienste um die deutsche Tumsache bei Gauehrenbrief verliehen. * * Da s Kreisamt Gießen hält am Silvestertag, 31. Dezember, nur beschränkten Dienst ab, und zwar von 11 bis 12.30 Uhr. MM Ser Unnoernöen Bügel! ** Die Gießener Geldinstitute am Silvestertage. In dem heutigen Anzeigenteil geben die hiesigen Geldinstitute bekannt, daß ihre Geschäftsräume am 31. Dezember nachmittags geschlossen find. Interessenten seien auf die Bekanntmachung besonders hingewiesen. ** Auto-Parkplatz am Selterstor. Um vielfachen Wünschen der Antobesiher unb der Geschäftswelt im Selters weg Rechnung zu tragen, plant die Stadtverwaltung, am Selterstor einen Parkplatz für Automobile zu schaffen. In welcher Form dieses Vorhaben verwirrlicht werden wird, unterliegt zur ZÄt noch der fachmännischen Prüfung. ** Beratung in Erziehungs- und Ehefragen. Zum Artikel des Herrn Dr. phil. Johannes N e u ma n n vom 20. Dezen ter 1928 über Erziehung und Eheberatung an der Volkshochschule wird uns von ärztlicher Seite mitgeteilt: Zur Beratung der Bevölkerung in Fragen der Erziehung schwer erziehbarer und nervöser Kinder, sowie der Eheberatung und ähnlicher, diesen Gebieten naheliegender Probleme ärztlich-psychologischer Betrachtung und Behandlung bestehen schon seit längerer Zeit in der hiesigen Stadt Beratungsstellen zur unentgeltlichen Auskunft an der Universitätsklinik für psychische und nervöse Krankheiten, der Landes-Heil- und Pflegeanstalt, sowie am Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen. Da es sich hierbei um Gebiete handelt, für deren Beherrschung eine gründliche, lang- jährige fachärztliche und j,sychologische Ausbildung und Erfahrung notwendig ist, erfolgt die Auskunft an diesen Stellen durch besonders hierfür vorge- bildets Fachärzte. ** Verwendet zu Reujahr Glücks- po ft karten unb W o h l f a h rt s br i e f- marfeit Bei der älebermittelung von Reu- jahrsglückwünschen bietet die Glückspostkarte der Reichspost für die Deutsche Rothilfe jedem Gelegenheit, zugleich den notleidenden kinderreichen Familien, alten Leuten und Erwerbsunfähigen in allen Bevölkerungsschichten eine kleine Reujahrsgabe zu spenden. Die Karte kostet mit eingedruckter 8»Pf.-Wohlfahrtsbriefmarke nur 15 Pst und ist bei allen Wohlfahrtsftellen und Postämtern erhältlich. Wer zum Jahreswechsel Glückwunschbriese schreibt, möge Wohlfahrtsbriefmarken verwenden, deren Ertrag ebenfalls der Deutschen Ro'hilfe zufließt. ** Chormei st er-Kursus in Friedberg. Der hessische Minister für Kultus unb Bildung veranstaltet in der Zeit vom 2. bis 4. Januar 1929 im Einvernehmen mit dem Hessischen Sängerbund und dem Arbeitersängerbund einen Chormristerkursus in Friedberg. Leiter ist der staatliche Hochschuldozent in Leipzig (früher Mainz) Studienrat W e r 16. Die Teilnahme ist unentgeltlich. *• Einheitskurzfchrift. Von den Behörden sowohl, als auch von Handel unb Jn° strie wirb heute die deutsche EinheitskurzschrifL verlangt. Der Kurzschristverein „Gabelsberger" von 1861 eröffnet wiederum in Gemeinschaft mit dem Damenverein „Gabels berger" von 1900 einen Anfängerlehrgang am Montag, 7. Januar, abends 7 llfjr, in der Goelheschule, Westanlage. Gleichzeitig beginnen auch verschiedene Fortbildungs-, Diktat- und Redefthristlurse. Man beachte die heutige Anzeige. Staatliche Gewerbeschule, Gießen. Wie man uns berichtet, veranstaltete die Schülerschaft der Staatlichen Gewerbeschule Gießen vor einigen Tagen ihre diesjährige Weihnachtsfeier auf der Liebigshöhe. Reben Vertretern der Stadtverwaltung, des Gewerbevereins und des Handwerks nahmen der Direktor und der gesamte Lehrkörper der Anstalt, sowie zahlreiche Gäste — insgesamt etwa 850 Personen — an der Feier teil. Der Vorsitzende des Schülerausschusses, Herr Klein, eröffnete die Feier mit einer kurzen Ansprache, worauf sich das umfangreiche Programm, bestehend auS Musik- unb GesangSvor- trägen, Theater, humoristi cher De'cherung ufto., flott abwickelte. Den Abschluß bes genußreichen Abends bildete Tanz. Berliner Börse. Berlin, 28.Dez. (WT2. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr war die Stimmung zunächst unsicher. Später aber eher etwas freundlicher. Das Geschäft ist jedoch bis jetzt kaum nennens- wert. Anregende Momente liegen nicht vor. Reuhork war nach schwachem QSettorf xnm Schluß wieder fester, doch blieb Tagesgeld noch sehr steif. Kurse sind noch nicht zu hören. Man taxiert fie aber unverändert zur Frankfurter Abendbörsck. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124,00. Mailand 92,73. Madrid 29,7650, Dollar 4,1975 und baS Pfund 485,60. Büchertisch. — Wilhelm Schäfer: Die Anekdoten. 395 Seiten 8°. Georg Müller Verlag, München 1929. (803) — Wilhelm Schäfer, nachgerade der Anekdotcnschäfer genannt — obgleich seine großen epischen Werke viel weiter ins Volk dor- gedruntzen sind als diese feine kleineren — hat etwa fünfzig dieser Geschichten zu einem neuen Band vereinigt, der soeben erscheint. Von früh auf war des Meisters großes Vorbild der Schwarzwälder Kalcndermairn Johann Peter Hebel, der seine vielfach schnurrigen, vielfach tiefernsten, immer aber weit weisen Geschichten in dem unsterblichen „Schatzkästlein" vereinigt hat. Dieser neue Schäserband schreitet getreulich hinter dem ..Schatzkästlein" her unb birgt des Lebens die Fülle wie er und der Kunst und der Weisheit. Mit sicherem Schritt wird der Leser aus den Gedanken gesichrt, der die Erzählung veranlaßt hat, unb es gibt wie bei Hebel, wie bei aller guten Prosa feinen ^leberschwang und kein Derweilen. Launig, sicher und mit brausendem Sprachgefühl erzählt der Sechzigjährige diese drolldreiften Geschichten, führt uns in alte Burgen zu Gdelfräulein unb Ritter, führt uns zu Künstlern unb verwöhnten Frauen, die er mit dünnem Scheinwerfer intim vor uns belichtet, zeigt menschliche Schwäche an Großen, menschliche Größe an Kleinen, unb nach jeder Anekdote guckt man in sich hinein und fragt sich: hat er nun dich soeben gemeint? Hat er dich im Garn ge- haot? Große Kunst mutz immer etwas vom Beschauer zur Schau tragen! Große Kunst muß einem immer eine Hand entgegenstrecken! Das ist älnterhaltungslektüre im besten Siim, im vor' nehmsten Sinn! Dieser Erzähler spricht mit vollen Bässen und ist von einem gewaltigen Ethos getragen — man weiß das. Man läßt sich von einem solchen Mann bereitwillig Anekdoten er«- zählen, da ist der Abend nicht verloren. Wilhelm Schäfers Werk ist groß und erhaben. Es ist auf viele Bände angewachsen und ist in alle Kreise des deutschen Volkes gedrungen, obgleich ihm des Gesanges Gabe, der Lieder süßer Mund durchaus nicht so leicht geschenkt ist. Die Worte fließen ihm schwer von den Lippen, aber sie sind auch nachhaltig und feierlich. Dieser Band dürfte Allgemeingut werden in Deutschland wie die „Studien" von Stifter, wie „Die Leute von Seldwyla" bes unsterblichen Gottfried Keller, wie Hebels „Schahkästlein". Wie alles nachhaltig Gute bedürfen sie freilich heutzutag einer getreuen Werbung, denn die Scharlatane beherrschen den Markt, und die echten Lieder werden immer seltener Rilolaus Schwarzkopf. — Jack London: Der Rote. 260 Seiten 8°. Drosch. 3 Mk., Leinen 4,80 Mk. Universitas Deutsche Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin W 50. (428) — Unter vielen greunben Jack Londons gißt „Der Rote" als sein bestes Buch. Er kommt taum irgendwo besser zu seinem Recht als in diesen Erzählungen, die konzentriert, gleichsam im Extrakt, alle Vorzüge seiner Kunst zeigen. Der bunte Teppich der Welt Londons rollt sich vor uns auf; die Erzählungen führen uns von der Südsee bis nach Alaska, in die amerikanische Großstadt, aufs Meer und nach Irland. — Sinclair Lewis: Der Erwerb. Preis in Leinen 8.75 Mark. Verlag E. P. Tal & Co., Leipzig. (759) — Der bekannte amerikanische Autor schildert hier als Heldin seines neuesten Romans eine von Millionen weiblicher Bureauarbeiterinnen, eine, die unsicher, aber unentmutigt immer wieder danach forscht, was Frauen im Erwerb tun könnten, um ihr von liebeleerer Routine erfülltes Dasein menschenwürdiger zu machen. — Deutscher Dierkalender 19 29. Herausgegeben von I. Schuster. Titelbild von Prof. Ludwig Hohlweirr. Verlag Knorr & Hirth, G. m. b. H., München. Preis 2,75 Mk. (635) — Interessante Te?te und Bilder schildern die Technik der Bierherstellung seit den frühesten Zeiten, von den alten Aeghptern bis zu dem heute noch unverändert primitiven Verfahren der Kaffern im heißen Afrika wie bis zu den neuesten eingebauten Aluminium-Gärbottichen deutscher Brauereien. Die Gedenktage erinnern in Wort und Bild an die Männer, deren Forschersleiß und Wagemut das brave Handwerk zur größten Industrie unseres Vaterlandes gestaltete. Trinklieder zum Bier und kräftige Volkssprüche aus alter und neuer Zeit sind eingestreut. Der Humor kommt in Text und Bildern zu Wort. Anschauliche, illustrierte Darstellungen aus Organisation und Statistik des Brauwesens nach dem neuesten Stand wechseln mit der Schilderung brutschen Winshauslebens, der gemütlichen Gaststuben unb schattigen Wirtsgärten, des Rummelplatzes und fröhlichen Volksfestes. Das Belnndhellswaller Jecn Weisel, Gfeöen, Sonnenstrafce 6, Telephon Nr. 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Sellersiveg 58.1 Ikkvoe. Argentinien, Buenos Aires Villa Lallestro, Calle: Italia 460 Zftum, Likör, Wein für Silvester preiswert von Cafe Ernst Ludwig Samstag, den 28. Dezember, ab 8 Uhr Hanna Natt Walter Süskind F. FL 11351D Am 24. d. M. verschied nach kurzem Krankenlager im Alter von 58 Jahren unser Rendant Herr Lehrer Weisel Als Gründer führte er seit 30 Jahren ununterbrochen treu und gewissenhaft die Geschäfte. Sein Heimgang bedeutet für uns einen ganz besonders großen Verlust Wir werden dem Entschlafenen ein bleibendes Andenken bewahren Schmitte bei Rodheim a. d Bieber, den 27. Dezember 1928. Beerdigung: Montag, den 31. Dezember, V23 Uhr nachmittags, vom Sterbehause. gegen Provision u. Spesenzusch. Angebote u. Angabe der bish Tätigkeit u. der erzielten Erfolge an LF.SdielUiass Söhne A. O., Bremen Hemelingen, öeör.1773 Kotes Hun c-it. des Gleh. 2üia. O'JOIH Willy Koch Käte Koch geb. Schwarz Vermählte Danksagung. Wir danken herzlich für die vielen Beweise der Anteilnahme an unserem schweren Verluste Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Enstchlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Emilie Rau Wwe. Lollar, den 27. Dezember 1928. Familie Langermann Gießen, den 24. November 1928. Der Vorstand und Aufsichtsrat der Spar* und Darlehenskasse Garbenteich eingetragene Genossenschaft m. b. H. Sicheres Einkommen Nachweis!. Gewinn monntl. 1000-1500 M k. Grollartige Neuheit ivatemamtltch gesch.l Bezirksweise zu vergeben. Warenlager u. Branchekeunrntsie nicht crtorberltcb. Vctdit. Arbeiten, auch nebenberuflich tebenialls für Damen geetgnets. Streng reell und risikofrei. Zur Nebernahme ca. 800 Mk. in bar erforderlich. (Ltnwandfreie Pewerber wollen sich wenden unter K. R 292 an L LUfctenben, Aanonceu-EzpedtUon, Base Eintrittskarten beim Portier. - Tischbestellungen erbitte rechtzeitig — Telephon Nr. 164 und 2565 Zwei Musik-Kapellen (Jazzband) Montag, 7. Jan., abends 7 Uhr. erön> nen wir in der Goetbeichulc — Westanlage — einen Anfängerlehrgang in der deutschen Ein- hettSkurzschrlft für Damen u. Herren, unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Kurzschrift. Unterrtchis- flclö 12 N'M. Ein JortbtldungSlcbr- gang beginnt am gleichen Abend um 8 Uhr. Anmeld'-na an Herrn Iran; Haustein, Wilhelm- sirahe 6 11, oder zu UnlerrichlSbegtnn Heute entschlief nach kurzem Leiden im 61. Lebensjahre unerwartet unsere hebe Mutter, Schwester und Schwiegermutter Emily Freifrau von Fritsch geb. Freiin van der Hoop UL kickn. Ire,tag, 4. Jan.: Haupt° Versammlung. T.-O.: Berichte, Er- gänzungswahl. Verschiedenes. 11364I> Unterfertigter C. C. betrauert tief das Ableben seines Heben Alten Herrn Adolf Jost Oberamtsrichter zu Lorsch rez. 1896. Billig! 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Unsere WtzNlMsM findet am Samstag, dem 29. d. Alts., 8.30 llbr, im Bootsbaus statt. 11307D Der Vorstand. ÖAm 28. XII. geschlossen. Am 0 Uhr pünktlich Jahressohl. Q T. I. mit Seh«. An der T. steht •bl 8. leeeD Bis 4 Uhr geöffnet! Verstärkte Kapelle I Kräftiges, junges Mädchen sosortgesucht. «nor W. Rubl, Bahnhotitrahe 15, Laden._____ Tüchtiges Mädchen nicht unter 18 J^ mit guten Zeugntsien, für sofort gesucht 11354D Babndofstr. 54 II. (Verschiedenes! Bfiöifioet SSItWöt SunliWföroflre versendet 11010D Frz. Bücket, Büdingen. Ich bitte die * Dame der ich am 16. XIL, mit dem Zuge 20.14 Uhr von Wetzlar kommend, den Nöfter ctS aut Elektrischen tragen dursie. um MensMen unter 11303 an den Gtestener Anzeiger. Danksagung. Für die vielen Beweise Inniger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir aut diesem Wege allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau J. Wallenstein Wwe. Alten-Buseck, den 27. Dezember 1928. 0Mro illllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Iuv Giadt tvetzkav Ludwiastraste 55 Silvester von 8 llbr ab SÜMMMNl Gleich»«..ug empfehle ich meinen Saal mit Zentralheizung, ca. 100 Personen fassend, mr Vergnügungen. LV. S. Rumheimsv. IIIIIHIIIIIIHIIIIIIIIIIHillllllHIIIIIIIIIIliilHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII MsSmMWMEll von Hofavolh. Schaefer, gegen Schuppen, Haarausfall u. Jucken der Kopfhaut, bestens bewährt. Jein parfümiert! Jlaschen mit- bringen! 1/4 Liier 075 tViL ' ? Vtter 1.25 Mk. All. Berkaus: Kosm. Abt. Engel-Apoiheke. Besucht die Handels- schule Kanzelmann 1 »eeeeeeeeoee Verloren am 24.12. schwarzes Geldtäschchen nt. 37 38.x. Bclohng. Zu ersr. t. d. Geschst. d.Gien. An;. U360D Verlobte ______Gießen______ Z Ileustadt nnen, die im Vergleich zu den Verlusten Danzigs kaum ins Gewicht fallen. Polen hat auf Grund dieses Abkommens nunmehr das durch Danzig eingestandene, wenn auch nur bedingte Recht erworben, auf unbeschränkte Benutzung des San« ziger Hafens für seine Kriegsflotte, auf Einrichtung eines Munitionslagers auf der dem Hafen vorgelagerten Westerplatte. 3n der Frage der Berechnung der Transittarife hat Polen sich allerdings zu einer wesentlichen Anerkennung des Danziger Standpunktes bequemt, dies aber wieder von so viel Voraussetzungen abhängig gemacht, daß der praktische Wert dieses Zugeständnisses äußerst problematisch erscheint. Polen hat durch dieses Abkommen unzweifelhaft an Terrain gewonnen, es hat sich in Danzig weiteren Boden gesichert, von dem aus es zu neuem Angriff gegen Danzig vorgehen wird. Daß dem so ist, dafür zeugt die Sprache, die Polen sich neuerdings gegenüber der Freien Stadt herausnehmen zu können glaubt. Der Einspruch gegen die Tagung der deutschen Histv- r i k e r in Danzig, die lediglich der geschichtlichen Wahrheit die Ehre gegeben und den deutschen Charakter der Stadt festgestellt haben, und die dreiste Beflaggung derpolnischenZüge auf Danziger Gebiet am Nationalfeiertag mit der polnische Flagge — dies find Eingriffe in die Danziger Souveränitätsrechte, bte_ mit Recht von Präsident Sahm entrüstet xurückge- wiescn wurden. Damit wird es aber nicht getan feilt Es ist bedauerlich, daß der Danziger Landtag durch die Wahlen im November v. 3. zur Untätigkeit und Anfähigkeit verurteilt ist. Die bis dahin bestehende feste Mehrheit aber hat sich nicht als widerstandsfähig genug erwiesen, um den schweren Anforderungen der gegenwärtigen Lage des Freistaates gerecht zu werden. Das haben die Ergebnisse der soeben stattgefundenen Volksentscheide bewiesen. Dabei handelte eS sich um die Frage der von allen Parteien als dringende Notwendigkeit anerkannten Verfafsungsrevision, in deren praktischer Durchführung lediglich die Meinungen aus- einandergehen. Zwischen den Regierungsparteien, Sr^ialdemokraten und Zentrum, ist eine Einigung auf eine Aenderu n g des Senats nach Hamburger Muster zustande gekommen, die unter der Parole „Volkswille" dem Volk zur Entscheidung unterbreitet wurde. Die bürgerlichen Parteien forderten aber über diese auch von ihnen tm wesentlichen als notwendig anerkannten Aende- rangen eine Auflösung des Dolkstages und Ausschreibung von Neuwahlen, sowie einige weitere von den sozialistischen abweichenden Aen- derungen. Das Ergebnis brachte zwar keiner der beiden Parteien die nvtwenküge Mehrheit von 108 000 Stimmen. Es bewies aber auf der anderen Seite mit aller Deutlichkeit, daß die Voraussetzungen für Neuwahlen ohne Zweifel gegeben sind, da die S'immung im Lande heute der vom vergangenen 3ahr in keiner Weise mehr entspricht. — Darüber hinaus besteht eine Reihe weiterer innerpolitischer Streitpunkte, auf deren Austragung Zeit und Kraft vergeudet wird, ohne sich dessen eingedenk zu fein, daß — der Feind im Hause ist. Sv sind die Aussichten für die Zukunft Danzigs, die Aussichten für das tommenbe 3ahr innen- wie aber vor allem außenpolitisch alles andere als rosig anzusehen. Dale« für Freitag, 28. Dezember. Sonnenaufgang 8,04 Ahr, Sonnenuntergang 1559 Ahr. — Nkondaufgang 17,44 Uhr, Mvnd- urttergang 9,58 Ahr. 1856 Woodrow Wilson, Präsident der Vereinigten Staaten, in Staunton geboren; — 1872: der For^chungsreisende 3ohn Mac Kinlay in Gawlertown gestorben; — 1923: der französische Ingenieur Alexandre Gustave Eissel, Erbauer des EifselturmeS, in Paris aestorben; — 1925: der Maler Ludwig Keller im Düsseldorf gefforben. 1 Industrie- und Handelskammer Gießen. Aus der Sitzung der Industrie- und Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen. Alsfeld und Lauterbach vom 18. Dezember ist folgendes zu berichten: 3n Würdigung und Anerkennung der großen Verdienste, welche sich der mit Ablauf dieses Jahres aus Gesundheitsrücksichten ausscheidende Herr Kommerztenrat Grünewald (Alsfeld) während feiner 29jährigen Zugehörigkeit zur Kämmer als deren Mitglied und seit 1909 als deren stellvertretender Vorsitzender erworben hat. wird ihm durch einstimmigen Beschluß der Vollversammlung die Ehrenmitgliedschaft verliehen. Der Herr Minister für Arbeit und Wirtschaft hat die Wiederwahl bzw. Neuwahl der nachgenannten Herren zu Mitgliedern der Kammer bestätigt, und zwar im Wahlbezirk Dießen-Stadt: Kommerzienrat Heinrich Schirmer, Kaufmann Earl Röhr, Dergwerksdirektor Robert Liste; Wahlbezirk Gießen-Land: Fabrikant Ludwig Rinn (Heuchelheim); Wahll»ezirk Grünberg: Fabrikant Georg Stammler (Grünberg). Wahlbezirk Alsfeld: Fabrikant Georg Dietrich Bücking VIII. (Alsfeld). Zunr Vertreter der Kammer im Landes- eisenbahnrat Frankfurt a.M. für den Wahlzeitraum 1929 bis 1931 wurde Herr Kommerzienrat R a m f p e ck (Alsfeld) bestellt Die Regierung hat dem Landtag den Entwurf eines 5 leuervocauszahlungsgesehes für das 'Rechnungsjahr 1929 zur verfassungsmäßigen Beschlußfassung vorgelegt. 3n einer Eingabe an den Minister der Finanzen haben die Kammern grundsätzlich den Gesetzentwurf abgelehnt und ihrem Befremden darüber Ausdruck gegeben, daß. obwohl feit vier 3ähren die Währung stabilisiert sei und sämtliche Länder eine geregelte Gewerbebesteuerung hätten, allein tm Volksstaate Hessen eine normale Steuerveranlagung noch nicht zur Durchführung gebracht werden könne. Die Kammern müßten daher mit Nachdruck die Forderung erheben, daß die Veranlagung zur Gewerbesteuer auf Grund des bereits im Mai verabschiedeten neuen Gewerbe- steuergesetzes vorgenommen wird, wenn nicht die Ungerechtigkeiten und Härten von vier Jahren ntxf) weiter die Betriebe belasten und diese weiter völlig tm Angewissen darüber bleiben sollen, wie hoch ihre wirkliche Steuerbelastung fern wird. Zu dem dem Landtage vvrgelegten Entwurf eines Gesetzes über die Sondergebäudesteuer für das Rechnungsjahr 1929 haben die Kammern an ihrer grundsätzlichen Auffassung festgehalten, daß der Geldentwertungsausgleich beim bebauten Grundbesitz eine unsoziale, sowie steuer- und wirtschaftspolitisch höchst bedenkliche Sonberbelastung darstelle. 3m besonderen ist von den Kammern die alte Forderung erneut erhoben worden, daß wenigstens die gewerblichen Gebäude von der Sondergebäudesteuer befreit toerben. Der dem Landtag vorgelegte Entwurf eines kirchensteuergesehes deckt sich im wesentlichen mit dem im Vorjahre den Hand elskammern zur Begutachtung vorgelegten Referentenentwurf, Es kann mit Genugtuung festgestellt werden, daß die von den Kammern beanstandete Heranziehung der juristischen Personen zu einer besonderen Kirchenbausteuer im neuen Entwürfe fallengelassen worden ist. Dagegen ist dem Wunsche der Kammern, daß als Besteuerungsgrundlage unter keinen Amständen das gewerbliche Anlage- und Betriebskapital dienen dürfe, nicht entsprochen worden. Die in dem Gesetzentwürfe über die Besteuerung des Gewerbebetriebs im Umherziehen vorgesehene Erhöhung der Steuersätze entspricht einer langjährigen Forderung der Kammern; im besonderen haben sie begrüßt, daß ihrem Wunsche auf Heranziehung der sog. , Autoläden" entsprochen worden ist. Die im Entwürfe nicht berücksichtigte Forderung auf Besteuerung von Muster aus stellungen. wenn hierbei Verkäufe an Verbraucher getätigt werden, ist erneut erhoben worden. Die hessischen Industrie- und Handelskammern haben beschlossen, beim Deutschen Industrie- und Handelstag auf eine schärfere Besteuerung der Konsumvereine und Genossenschaften zu drängen. Die Gebührenordnung der Gerichtsvollzieher sieht außer den eigentlichen Gebühren noch eine Wegegebühr vor. Die Kammern hatten Anlaß, sich für eine Aenderung der zur Zeit geltenden Bestimmungen über die Reisekosten der Gerichtsvollzieher einzusetzen. Die Kammern werden sich um eine Herabsetzung der Gebühren für Dampfkesfel- revisionen besonders für den Fall, daß mehrere Kessel auf einmal abgenommen werden, bemühen. Auf Atuegung der Kammer hatte der Vorort eine Herabsetzung der ungewöhnlich hohen Gebühren für die Erteilung der Erlaubnis zur Herstellung und zum Handel mit Waffen und Munition beantragt.Daraufhin hat der Minister für Arbeit und Wirtschaft mitgeteilt, daß er von dem Antrag für den Fall einer Revision des Arkundenstempelgesetzes Dor- merkung genommen habe. Ebenso hat der Minister Vormerkung genommen von dem bereits von den Kammern wiederholt gefteitlen Anträge auf Ermäßigung der Gebühren für Reise- legitimationskarten. Zu dem Entwürfe eines Gesetzes über die öffentlichen Anterrichtsan st alten für freie und angewandte Kunst, sowie über die öffentlichen technischen und gewerblichen Anterrichtsan st alten haben die Kammern folgende Wünsche vorgetragen: Die Aufsicht über diese Anstalten soll nach dem Entwürfe allein dem Minister für Kultus und Bildungswesen obliegen. Am eine ausreichende Berücksichtigung der Bedürfnisie des Gewerbes bei der praktischen Durchführung der Schulaufsicht zu gewährleisten, muß auch dem Minister für Arbeit und Wirtschaft ein entsprechender Einfluß bei der Aufsicht über die Schulen zugestanden werden. 3n dem der Aufsichtsbehörde beizügebenden Landesausschuh muffen auch die amtlichen *2}ernfÜbertretungen der Wirtschaft Sitz und Stimme haben. Cs war der Vorschlag gemacht worden, zum Ausgleich der Beschäftigungsschwankungen im Warenh anbei und Geldverkehr die Zahlungstermine über den Monat bzw. über die Woche zwar getrennt nach Gewerbegruppen zu berteilen. Die Kammer konnte dem Vor- fchlage nicht zustimmen, da bei seiner praktischen Durchführung die Nachteile die damit evtl, verbundenen Vortelle weit überwiegen würden. Die jahrelangen Bemühungen der Kammer um Beseitigung der Sonberfarife der Ohmtalbahn (Kirchhain— Meder-Osleiden) haben insofern zu einem kleinen Erfolg geführt, als im Interefse der beteiligten Wirtschafts- kreise für Holz der Klasse E ein Ausnahmetarif eingeführt werden soll, der einen Frachtnachlaß nach den fünf nächstbenachbarten Stationen in Höhe von 50 Prozent vorsieht. An die Schaffung einer unmittelbaren Fernsprechleitung Gießen—Berlin, wie sie von der Kammer erneut angeregt worden ist, kann seilens der Reichspostverwaltung vorerst nicht gedacht werden. Beschwerden über ungewöhnlich lange Wartezeit im Verkehr mit Berlin sind dem Telegraphen amt ohne Verzug durch Fernsprecher mitzuteilen, bamit jeder einzelne Fall geprüft und für Abhilfe gesorgt werden kann. Beim Deutschen Industrie- und Handelstag ist die versuchsweise Einführung einer neuen Beförderungsweise von Eifenbahngülern, und zwar der sog. Behälterverkehr befürwortet worden. Der Behälterwagen stellt sich dar als ein längerer Güterwagen mit eisernen Borden, ähnlich einem Niederbordwagen, der mit großen eisernen Safes oder Behältern beladen ist, in denen Fracht aller Art vom Absender bis zum Empfänger befördert wird. Die Hauptvorzüge dieses Behälterverkehrs sollen nach den Erfahrungen, die man in Amerika damit gemacht hat, im Wegfall kostspieliger Verpackungen und Verschlüge, Sicherheit gegen Feuer, Wasser und Diebstahl, schnelleren, Wagenumlauf, Vermeidung von Zeitverlusten für Umlaben, Auf- und Ab- laden usw. bestehen. Die Absicht der Reichspoftverwaltung, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere an Sonntagen künf tig nicht mehr bestellen zu lassen, bedeutet offenkundig den ersten Schrill zur gänzlichen Aushebung der Postbestellungen an Sonntagen. Dir Kammern haben sich schon aus diesem Grunde für die Beibehaltung des seitherigen Zustandes ausgesprochen. In entgegenkommender Weise hat das Haupt- zvllamt Gießen tn der allgemeinen öffentlichen Niederlage Räume für die zollfreie Einlagerung von ausländischen Weinen und Spirituosen zur Verfügung gestellt. Damit ist einem durch die Handelskammer vorgetragenen Wunsche des Vereins der Spiritus-Interessenten entsprochen worden. Gegen die unter Führung des Verbandes der Getrttde- imb guitermißt«Bereinigungen aufgestellten Linheitsbedingmigen im deutschen Getreldehandel hatte die Kammer nach Anhörung ihres sachverständigen Mitgliedes Bedenken nicht geltend zu machen. Zu bat vom Ei nheits verband des deutschen KartvffelhcmdelS überreichten Vorschlägen zur Aenderung der Berliner Vereinbarungen von 1926 über die Geschäftsbedingungen für den deutschen Kar- tosselhandel wurden nach Anhörung des sachverständigen Kammermitgliedes dem Deutschen Industrie-und Handelstug verschiedene Anregungen gegeben. An der am 18. November b. 3. stattgehabten Prüfung für Geschäftsstenographen beteiligten sich insgesamt 14 Prüflinge, von denen acht die Prüfung bestanden. Die Kammer macht die Exportfirmen ihres Be- jirTeS. darauf aufmerksam, daß die Reichsnachrichtenstelle für Außenhandel in Frankfurt a.2R., Börse. welcher die Kammer abgeschlossen ist, sämlliche den Außenhandel betreffenden Fragen in kürzester Zeit beantworten kann. Durch diese Möglichkeit wird den Firmen der unmittelbare Verkehr mit den deutschen amtlichen Vertretungen im Ausland, welcher meist von erheblichen Verzögerungen begleitet ist, erspart. noch genommen hat. sowie bis zu einem gewissen Grade über die Geschwindigkeiten Auskunft zu geben. Der Radfahrer wollte, aus der Nordanlage bzw. dem Asterweg kommend, in die Steinstrahe etnbiegen und nach dem Oswalds- garten zu weiterfahren, wahrend der Autoführer, von diesem herkommend, die oben erwähnte Kreuzung überqueren wollte. Der Radfahrer fuhr, wie Lies Vorschrift, im Asterweg auf der rechten Seite und war im Begriff, auf der Kreuzung den vorgeschriebenen wetten Dogen nach links zu nehmen, um die rechte Sette der Steinstraße zu erreichen, als der Zusammenstoß mit dem Auto in der Nahe des Banketts stattfand. Der Autvführer war. toenn auch nicht vorschriftswidrig links, so Loch auch nicht vorschriftsmäßig rechts. fonLern fast in der Mitte des Fahr- dammLs gefahren. Auch ein solches Fahren widerAmtsgericht Gießen. An der Kreuzung der Steinstrahe und des Asterweges sand ein gerichtlicher Augenschein statt, um festzustellen, wen die Schuld bet einem dort erfolgten Zusammenstoß zwischen einem Autofahrer und einem Radfahrer trifft Der Augenschein war um so notwendiger, als Lal- zeugen, die von der Straße aus den Unfall mit ansahen, nicht vorhanden waren, wohl aber solche, die, z. L. aus dem Fenster springend, unmittelbar nach dem Zusammenstoß an die Llnfanstelle geeilt und deshalb in der Lage waren, diese und Len Standort des Wagens nach dem Zusammen- stoß einigermaßen genau zu bezeichnen und auf Grund von Brems- und anderen Spuren über die Richtung und den Gang, den das Auto unmittelbar nach dem Unfall teils auf dem Bankett spricht den Verkehrsvorschriften. nameEch ßst Kreuzungen und Einmündungen von Straßen. — Die Beweis ausnahme wurde nach dem Augen- schein im Gerichtsgebäude fortgesetzt, und die Verhandlung hatte das Ergebnis, daß das Gericht im ursäcAichen Zusammenhang zwischen dem ilnfaU und dem unvorschristsmäßigen Fahren des Autoführers bzw. eine Verpflichtung desselben zum Halten annahm und ihn, der sich im übrigen einwandfrei verhalten hatte, wegen fcchr- läfliger Körperverletzung des Radfah^rs, der bei dem Zusammenstoß zu Falle gekommen war und sich nicht unerheblich verletzt hatte, zu einer immerhin empfindlichen Geldstrafe verurteilte. Auch der Radfahrer war mcht schuldlos, die Schuld des Autoführers aber die weitaus größere. Oberheffen. Oie Bautätigkeit in Lauterbach im Jahre 1928. Lauterbach. 27. Dez. Wenn man einen Vergleich zieht zwischen der Bautätigkeit in unserer Stadt in den letzten Jahren, so muh man feststellen, daß sie in den beiden letzten Jahren, 1927 und 1928, bisher am stärksten gewesen ist. (Gemeint ist hierbei insbesondere die private Bautätigkeit.) In den beiden Jahren waren sämtliche Bauhandwerker bis zum Spätherbst hinein beschäftigt. 3m abgelaufenen Jahre 1928 verteilen sich die Bauten im einzelnen wie folgt: In der Alexander-Stöpler-Strahe wurde ge- baut: für den Arzt Dr. Lamp ein sehr geräumiges Wohnhaus nach den Plänen des Archi- fetten Deuter. Ferner für den Bankbeamten Hrch. Nachtigall ein Einfamilienhaus, desien Planung und Ausführung dem Damneister Dettmar anvertraut war. Nebenan hat Weihbindermeister Hrch. Habermehl ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen nebst Lackierwerkstatt erbaut. Aus dem benachbarten Bauplatz ist ein Einfamilienwohnhaus im Rohbau scrtiggestellt für den Bahnbeamten Jak. Rausch, wozu der Bantechncker Schneider den Plan lieferte. Krankenkassenvorsteher Gg. Stoll hat sich auf dem noch verbleibenden Eckplatz nach dem Plan des Daur- technikers Knobloch ein Einfamilienhaus erbauen lassen, welches ebenfalls im Rohbau vollendet rfL Diesem Platz gegenüber hat der Bahnbeamte 3 o r d a n ein Wohnhaus mit zwei Wohnungen erbaut, wozu Bautechniker Kühl die Zeichmmg lieferte. Nebenan wurde für den Steuerassistenten Gg. Jakob ein Einfami'llenhaus ferttggesteltt; mit Entwurf und Ausführung war hier Architekt Sälzer beauftragt. Die Siedlun gsgesell- schaft für das Verkchrspersonal (Dahn- und Postbeamte) hat für die Ortsgruppe Lauterbach ein großes zweistöckiges Wohnhaus mit ausgebautem Dachgeschvh erstellt. Es sind hierin fünf Familien unter gebracht. Die Pläne zu diesem Gebäude lieferte die Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen, G.m. b. H., Darmstadt, während die örtliche Bauleitung durch daS Hochbauamt aus geführt wurde. Auf dem Bauplatz daneben hat die Gemeinnützige He im- stSttenbaugesellfchaft Lauterbach unter der Leitung von Daurat Pfeiffer ein Sechsfami- lienwohnhaus fertiggestellt. 3n der Goethestraße haben sich hie beiden Weihbindermeister Fr. A x t- helm und Fr. Wenzel ein Doppelwohnhaus nach dem Plan des Architekten Reuter erbaut. In der Schillerstrahe wurde seitens der Heim- stattenbaugesellfchaft für den Daurat Pfeiffer nach dessen eigenem Entwurf ein Einfamilienwohnhaus errichtet. Die Stadt Lauterbach erfmute Ecke Schillerstrahe-Goethestrahe ein Doppelwohnbaus für Reichsfinanzbeamte: ferner in der Bleichstrahe ein Doppelwohnhaus für Reichsfinanzbeamte, so daß also für diese Beamtenkategorie vier Wohnungen neu erstellt wurden; außerdem im Pfeiffenweiherweg a$t Notwohmungen in Form von vier Doppelflachbauten. Außer diesen Wohnungsbauten wurde von der Stadt ein sehr schönes Freischwimmbad angelegt, das sehr idyllisch am Waldrande zwischen hier und Blitzen rod liegt. Die Anfertigung der Pläne, sowie die Bauleitung dieser von der Stadt geschaffenen Objekte lag in Händen des Oberbausekretärs Broun. In der Schillerstrahe wurde für den Steuerassistenten Karl Dahme r ein Wohnhaus mit Laden erbaut, wozu Architekt Reuter den Plan lieferte. Letzterer selbst hat sich an der Alsfelder Straße ein neues Wohnhaus mit den nötigen Bureauräumen errichtet. In der Bahnhofstraße ist der großstädtisch angelegte Neubau der hiesigen BezirkSsparkafse rohbaufertig erstanden. An dem inneren Ausbau wird zur Zeit gearbeitet, das Gebäude soll bis zum Sommer 1929 bezogen werden. Den Entwurf hierzu lieferte Architekt Brandt, Berlin. Neben dem Finanzamt ist ein Wohn Haus neubau für den Finanzamtsvorstand im Rohbau vollendet; Entwurf und "Bauleitung liegt hier in Händen der NLubauleitimg I des Landesfinanzamts (Daurat Haensler, Gießen). Auf dem benachbarten Platz hat sich der Kausinann Hrch. Stöpler nachdem Entwurf des Maurermeisters K. Wehendorf III. ein Einfamilienhaus errichten lassen. In der Bleichst raße wurden zwei Wohnhäuser nach den Plänen des Zimmerpoliers Kraft, Maar, für die Arbeiter Konr. Peter und Dal. Srci* ter, beide aus Maar, erbaut. Auf dem Marktplatz hat Rechtsanwatt und Notar Scheer seinem Wohnhaus ein neues Wansardegeschoß auf» bauen taffen, wodurch noch eine sehr geräumige Wohnung entstanden ist. Der Entwurf wurde hier von Architett Helsenbein geliefert. In dieser Zusammenstellung sind nur die größeren Dauunternehmungen aufgeführt, da eS zu weit führen würde, wenn man hier alle noch ausgrsührten Erneuerungen, Umbauten und Verbesserungen aufzählen wollte. Nach dieser Aufstellung sind außer den Um- und Erweiterungsbauten 23 neue Wohnhäuser und ein Vrrwaltungsggebäude (Sparkasse) mit zusammen 47 Wohnungen erstanden, die zum größten Teil schon bezogen sack'. Der Rest ist rohbaufertig und soll tm Frühjahr 1929 fertig gestellt werden. Hoffen wir. daß es in diesem Tempo weitergehen möge, damit unsere Stadt mit 5000 Einwohnern in bezug auf die Bautätigkeit in Hessen auch weiterhin mit an der Spitze marschiert. Landkreis Gießen. * Klein-Linden, 27. Dez. Der hiesige Männergesangverein „Eintracht" veranstaltete am ersten Feiertag abend im «Saals des Gasthauses „Zur Deutschen Eiche" eine wohl- gelungene Weihnachtsfeier. Die unter Leitung des Dirigenten Köhler (®ro jCn-Cinben) vorgetragenen Chöre wurden recht stimmungsvoll zu Gehör gebracht und fanden aufmerksame und dankbare Zuhörer. Eine besondere Note «hielt wurden von hiesigen Handwor- Pflasterarbeiten, kern aus geführt. Gesundheit»^ SÄgliogS- und Knderpffegemlmicht der pfljchtsottbildungSschule für Mädchen. Marugau WM!. Frankfurt a. 1. 27. Dez. 3n diesem Jahr hatten sich die Chriftbaum- Händler, verführt durch dir 1927 nicht $u befriedigende Nachfrage und die hohen Preise, so gut eingedeckt, daß ein großer Teil der nach Frankfurt verladenen Bäume nicht abgesetzt werden konnte. 3n den ersten Wochen des Weih- nachtsmarktes hatten die Händler ihre Preise ziemlich „auf der Höhe" gehalten, gingen aber am heiligen Abend bis auf 50 Pfennig und weniger herunter. Als sie nun sahen, daß ein großer Teil ihrer Bäume liegen bleiben würde, errichteten sie am Wainkai einen Scheiterhaufen. um die erheblichen Restbestände durch F e u e r zu vernichten. Ihr Vorhaben wurde aber durch das Eingreifen der Polizei verhindert. Bereits während der Feiertage wurde ein Teil der lagernden Baumberge von der Müllabfuhr entfernt, ein anderer Teil wurde von Hvlzsuchern" als billiges Brennmaterial freudig kegrüht. — In einer Wohnung der Wvlfsgang- straße war eine Gasleitung undicht geworden. Man fand drei Frauen bewußtlos auf. Die Rettungswache nahm eme halbe Stunde lang Wiederbelebungsversuche vor. die von Erfolg waren. Kurhefjen und Waldeck. • E or b ach, 26. Dez. 3m hie'igen Landwirtschaftlichen Kreisverein sprach dieser Tage Prof. Dr. Str aemer vom Gießen« Tierzuchten st itut in einem längeren Vortrag üb« die Entwicklung der Leistunasprü- fungenin der Tierzucht. Das Versamme lungslokal war bis auf den letzten Platz besetzt, da man Prof. Dr. Kr aemer hier aus seine« früheren Vorträgen kannte. Aus der Versammlung wurde der Wunsch geäußert, den Vortragenden diesen Winter nach Möglichkeit nochmals über ein anderes Thema sprechen zu hör«. mn Heiligabend drr Gesangverein „Eintracht" unter Leitung seines Dirigenten, Lehrer Meyer, bei der Feier mitwirkte, trug am ersten Feiertag der Ge sangverein „Liede r k r a n z" unter Leitung feines Dirigenten. Lehrer Schmidt, zur Verschönerung des Gottesdienstes durch einen Weihnachtschor bei. Am Abend des ersten Feiertags wurde von den diesjährigen Konfirmanden ein Krtppeu- spiel ansgeführt, das von den zahlreich Erschienenen mit gespannter Aufmerlsamkeit verfolgt und dankbar aufgenommen wurde. Am zweiten Feiertag brachte der „Wadchenchor" unter Leitung des Ortsgeistlichen. Pfarrer ® 51» fei, zwei Lieder im Gottesdienste zu Gehör und trug dadurch wesentlich zur Verschönerung desselben bei. Bei sämtlichen Gottesdiensten der Feiertage war das Gotteshaus dicht mit Andächtigen gefüllt. — Am ersten Feiertag nachmittags fand hier im „Darmstädter Hof" ein Mtli- tär-Streich-Äonzert statt, das von dem Musikkorps deS (1. Hess.) DtlS. des 15. 3nf.» Rgts. Gießen, unter Leitung des Obermusikmeisters 2 56er. auSgeführt wurde. Das verständnisvoll der Wiihnachtstage gerechtwerdende Programm wurde tadellos abgewickelt und fand bei den Konzertbesuchern reichen Beifall. Leider war das Konzert nicht so besucht, wie eS die vorzüglichen Darbietungen verdient hätten. Muh es doch dankbar begrüßt werden, wenn Obermusikmeister 256er, 6elfen prächtige musikalische Leistungen 6 ei alten Musi kverständigen wohlverdiente Anerkennung finden, nicht die Muhe scheut, den Landbewohnern auch einmal wiEch gute Musik zu bieten. Deshalb sollte aber auch die Landbevölkerung derartige Veranstaltungen durch zahlreichen 'Besuch unterstützen, damit die Möglichkeit gegeben ist, auch ferner das gutgeschulte Musikkorps zu weiteren .Konzerten zu ermutigen. KrciS Schotte». )—( Auppertsburg, 26. Dez. Am Sonntag veranstaltete unsere Schule hn Saale des Gastwirts Schlörb eine Weihnachtsfeier. Der geräumige Saal war bis auf den letzten Platz beseht. Lehrer Gucken hielt eine Ansprache, ui der er besonders auf die Bedeutung der Veranstaltung hrnwies und die Eltern ermahnte, die Schule in ihrer schweren Arbeit zu unterstützen. Deklamationen und Aufführungen wechselten nun miteinander ab. Gespielt wurden „Christnacht", ein Krippenspiel in fünf Bildern und „ Fiekchens Waldabenteuer", ein Weihnachts- märchensprel in zwei Aufzügen. Die Darbietungen fanden reichen Beifall. Kreis Alsfeld. X Dannenrod. 27. Dez. Am Sonntag fand in unserem Gotteshaufe eine Weihnachtsfeier statt, die sehr gut besucht war. Dio Schulkinder trugen schöne, passende Weihnachtsgedichte, die Weihnachtsgeschichte und Adrentsspruche vor. Dazwischen ertönten die Weihnachtslieder der Gemeinde, zum Teil im Wechselgrsang, des Kirchenchors Dannenrod und vier Weihnachts- gesänge der Schüler. Aach einem Sprechchor der Schüler der beiden ersten Schuljahre schmückten die Ä'einen das auf dem Altar stehende Krippenbild. währen die größeren Schüler brennende Kerzen trugen. Gegen Schluß des Gottesdienstes wurden die zwei neugewählten Kirchenvorsteher, Bürgermeister Heinrich August Koch und Landwirt Hch. Wilhelm Karl Küster feierlich verpflichtet und in ihr Amt eingeführt. Die Schulkinder wurden bei der Bescherung sämtlich mit einer Weihnachtsgabe, bestehend aus einem weißen Hemd, bedacht, die aus dem ileberschuh eines Lichtbildabends bestritten wurde. Die Schülerinnen und Frwtbildungsschüllrinnen ehrten ihre seitherige, durch Reuordnung des Handarbeitsunterrichts im Bezirk Homberg aus'che.dendr 3n» dustrielehrcrin Frau Marie Sack, dte dieses Amt 35 Jahre zur vollen Zufriedenheit des Kreisschülamtes geführt hatte, durch die De'che- nmg eines Sessels. Die schon zusammengestellte Feier hinterlieh einen starken Eindruck. Die von dem Hessischen Kultusministerium her- ausgegebenen .Richtlinien für den ilnterridü in der Pflichtsortbildungsschulc für Mädchen" sehen in drin dritten Jahrgang Unterricht in K i n d e r-, Säuglings- und allgemeiner Ge- sundhettspflege vor. Die Einführung dieses Llnterrichts als obligatorisches Lehrfach baut auf den langjährigen Erfahrungen der Zentrale für Mutter- und SäuglingSfürsorge und der ihr verwandten Bestrebungen auf, durch die schon seit Jahren in den Haushallungs- und Fortbildungsschulen der Städte dieser LInterricht erteilt wurde. Acnnentlich in der Kriegszeit war man überall zu der Erkenntnis gekommen, daß die Heranwachsende weibliche Jugend , in den Grundregeln der allgemeinen Gesundheits- und Kinderpflege unterrichtet werden müsse, um in ihr das Verantwortungsgefühl für die eigene Gesundheit und die der anderen zu wecken, damit sie vorbeugend im häuslichen Kveise Wicken könne. Waren doch Pflege und Fürsorge für die Kleinsten damals öfters als sonst In die Hand ihrer älteren Geschwister gelegt. In den letzten Jahren haben insbesondere die Zün^erärzte immer wieder darauf hingewiesen, daß ein großer Teil der Schuld an der hohen Säuglingssterblichkeit und an vielen Krankheiten und dauernden Schädigungen (z. B. Wachstuinsstürungen durch Ao- chnis) der Heranwachsenden Jugend in fehlerhafter Pflege und Ernährung zu suchen sei und daß. da diese Schäden in den meisten Fallen auf ülnkenntnis und Anerfahrenheit der Mütter bzw. der die Kinder pflegenden Persönlichkeiten zurück- zuführen seien, eine systematische Belehrung eine Besserung dieser Aebelftände allmählich herbeiführen müsse. Die Har zutage tretenden und von allen Stellen anerkannten Erfolge des bisherigen systematischen Anterrichts sind, wie die Statistiken zeigen, nicht ausg^blieben. Auch die Pslichtfortbildungsschule auf dem Lande soll die Mädchen für den praktischen Beruf als Hausfrau, Mutter und Staatsbürgerin vorbereiten und der obligatorische Unterricht in der Gesundheitspflege. im Zusammenhang mit dem hauswirtschaftlichen Unterricht, die Grundregeln eines gesunden Lebens vermitteln. Beben drr rein praktischen Bedeutung aber wird der hygienische Unterricht zu einem unentbehrlichen Teil der Lebenskunde, in dem ben die Schule verlassenden Mädchen die Erkenntnis des Zusammenhanges des Wohlergehens des einzelnen mit der Gemeinschaft klar- Rheinhessen. Öomfapi ular Joseph Engelhardt WSN. Mainz. 27. Dez. Am .'heiligen Abend, vier Tage vor seinem 8 4. Geburtstage, starb nach längerem schweren Leiden der Domkapitular Joseph Engelhardt im Vinzenshospital zu Mainz. Engelhardt wurde am 28. Dezember 1844 im Forsthaus „Wildhof" bei Offenbach als tzor- ftersfohn geboren. Er studierte in Offenbach, Mainz uni» Würzburg. 8lm 11. August 1867 wurde er durch Dischof Ketteler im Mainzer Dom zum Prie» fier gcweiht, weilte dann ein Jahr als Kaplan in Bürstadt, um dann den Posten des Privatfckretars bei Bischof Ketteler zu übernehmen, der ihn im Jahre 1869 als Kaplan nach Singen sandte. Hier wirkte er über 44 Jahre lang, werft als Kaplan und später als Pfarrer, überaus segensreich, bis er im Jahre 1913 in das Doinlapitä des Bistums Mainz berufen wurde. In Bingen Hai er sich insbesondere durch die Erbauung des katholischen Ser« einshauses „Mainzer Hof", sowie um die Rochus- kapclle verdient gemacht. Seine Verdienste um die Stadl Singen wurden allseits anerkannt, was auch durch seine Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt zum Ausdruck kam. Preußen. Kreis Wetzlar. schütz" aus, von ID ermann, nach Webers Oper bearbeitet. Recht gut hätten sich die Darsteller in ihre Rollen emgelebt, sehr glücklich war dre Köstümierung der Jäger, der Bauerm,d^ Ere- iitilert und besonders der beiden Mädchen in ihren langen Kleidern mit den Schnürleibchen und den Schlitzärrneln. Die Aufführung wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. : Reiskirchen, 27. Dez. 3n der Aacht zum 2, Feiertag bemerkte ein Bürger auf dem, Rach- hausrweg vor einem Haus Feuer. Ec holte sich sofort Hile herbei, und man fand, daß aus einem Afch:nfatz eine Stich,lamme heraus, chlu^ Die Gefahr wurde sofort beseitigt und so noch rechtzeitig ein Drandicnglück verhütet. * Grünberg, 27. ^z. Drr Ovmannder Freiw. Feuerwehr Gründera, Heinrich Konrad Meyer, der heute noch aktiv an den Hebungen der Wehr teilnimmt, erhielt am 20. Dezember vom Reichspräsidenten von Hindenburg folgendes Schreiben: „Aus Anlaß Ihrer am heutigen Sage vollendeten 52jähri- qen Zugehörigkeit zur Freiwilligen Feuerwehr Grünberg (Oberhessen) spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glückwünsche und zugleich meine besondere Anerkennung für die treuen Dienste aus, die Sie mit vorbildlichem Pflichtbewußtsein und in hingebender Arbeit für das Gemeinwohl geleistet haben, von Hindenburg." Wetzlar, 27. Dez. In der Generalversammlung deS hie igon Spar- und BauvereinS machten der Vorsitzende des Auffichtsrats, Bürgermeister Dr. Kühn, und der Geschäftsführer R o m p f interessante Mitteilungen über die Tätigkeit des Vereins zur Behebung der Wohnungsnot. Bekanntlich hatte in der Rachkr'.egszcit unsere Stadt selbst den Wohnungsbau in die Hand genommen und etwa 200 Wohnungen in eigener Regie gebaut. Um bann den Verwaltu-rgsapparat nicht zu sehr anschwcllen zu lassen und die damit verbundenen Geschäfte und Risiken berabzudrücken, überließ die Stadt den weiteren Bau von Wohnungen dem Spar- und Bauvcrein, während sie selbst nur die Garantie für einen Teil der von dem Verein zur Finan« zieruna benötigten Baudarlehen übernahm und die Bauvorhaben durch Gewährung größerer HanSzinssteuermfttel unterstützte. Weiter übergab die Stadt auch dem Geschäftsführer die gesamte Verwaltung der städtischen Wohnungen. Um bert Einfluß der Stadt zu sichern, wurde der 'Bürgermeister Vorsitzender des Auffichtsrats. Der Sparund Bauverein besitzt zur Zeit einen Bestand von 444 Wohnungen, wovon etwa die Hälfte in den beiden letzten Jahren erstanden ist. Sie verteilen sich auf 199 Zweizirnmer«. 161 Dreizimmer-, 21 Dierzimmer-. eine Einzimmerwohnung und 60 Einfamilienhäuser. Die finanzielle Entwicklung «des Vereins ist gesund, wenn ihm auch größere Mittel aus eigenem Vermögen nicht zur Verfügung stehen. Doch ist die Bewertung des Besitzstandes vorsichtig ermittelt. Um äu größeren eigenen Mitteln zu kommen, wurde beschlossen, die Einzahlungen auf das Geschäftsguthaben der Mitglieder, das 300 Mark betragt, in schnellerer Weise als bisher durchzuführen. Das entspricht auch einem Revis ionsbericht des Verbcrndsrevisors. Die Mitglieder sollen gehalten werden, künftig monatlich mindestens 3 Wart, gegenüber bisher 1 Mark, einzuzahlen, was bei einem Bestand von fast 1000 Mitgliedern immerhin eine erhebliche Vermehrung der flüffigen Mittel bedeutet. io- Lützellinden. 27. Dez. 3m Gegensatz zu den beiden letzten Jahren, wo in unserem Orte nur wenig gebaut wurde, war die Dautättg« f et f in diesem Jahre verhältnismäßig rege. In verschiedenen Ortsteilen fiitf> ins gesamt fünf Wohnhäuser erstanden, die zum Teil schon bezogen sind; weiter erstreckte sich die Bautätigkeit auf die Vornahme von landwirtschaftlichen Umbauten und Reparaturen, so daß die zahlreichen hiesigen Bauarbeiter stets ausreichend Beschäftigung fanden. Auch im nächsten Jahre verspricht die Wohnungsbautätigkeit sehr regt zu werden, zcnnal sie dadurch wesentlich geför- beit wird, daß die Gemeinde zu sehr günftigen Bedingungen Baugelände an Baulustige abgibt. Reben den privaten Bauten wurde von der Gemeinde in diesem Jahre ein bedeutendes Bauprojekt zu Ende geführt, nämlich die Erbauung des großen modern eingerichteten Dullenstalles, der jetzt seit 14 Tagen in Benutzung genommen ist. Der in der Mitte des Dorfes stehende, großzügig aufgcführte Dau dürfte seinesgleichsi in der ganzen weiteren Umgebung suchen; er wird einschließlich des Bauplatzes nahezu 30 000 VN. kosten, welche Summe wohl noch keine Gemeinde für einen derartigen Zweck aufgewendet haben wird. Sämtliche Bauarbeiten, ausschließlich der gemacht wird. Er weckt in ihnen den Willen zur Selbsterziehung, stärkt die Ehrfurcht vor den tiefen Zusammenhängen alles Lebens und vor der gott- gegebenen Gesetzmäßigkeit in der Ratur, die niemand unbestraft verletzt. Der Untcmchtsplan erstreckt sich auf die Darlegung der Bedeutung des Kinderschuhes, allgemeine Fragen der Wohnungshygiene, der Reinlichkeit, drr Bedeutung von Licht, Luft und Sonne, Pflege und Ernährung des gesunden Kindes. Einrichtung von Betten, Herstellung von Kleidung, Zubereitung der Nahrung und die wichtigsten Krankheiten des Kindes, ihre Borbeugung und Behandlung und die geistige Entwickelung und Erziehung. Die theoretischen Stunden werden durch praktische Uebungen ergänzt, in denen sich die Schüleriimen an Handgriffen üben. Vertieft wird der Unterricht durch 'Merkblätter, billige Lehrbücher — von Kinderärzten herausaegeben —, die das Gelernte im Gedächtnis befestigen und später wieder jederzeit zu Rate gezogen werden Binnen. Daneben werden, anknüpfend an die gewonnenen theoretischen Kenntnisse und an Die den Mädchen bekannten Erscheinungen des täg- Geben Lebens, die Bedeutung der allgemeinen Hygiene, wie Zahnpflege, Alkoholgefahr. Turnen, Atmung, erste Hilfe bei Unglücksfällen und ähnliches behandelt. Auch in drr ländlichen Fortbildungsschule hat der Unterricht bereits allenthalben Anerkennung erworben, und die vielleicht hier und da zuerst vorhandenen, aus Unkenntnis des Lehrplanes. bestehenden Mißverständnisfe und Widerstände sind auch in den kleinsten Gemeinden wachsendem Verständnis gewichen- Die lebendige Aufmerksamkeit und aufgeschlossene Aufnahmefähigkeit der jungen Mädchen beweisen, daß sie für die Bedeutung der Gesunderhaltung ihres eigenen Körpers. wie auch für die Verantwortung für die ihrer Pflege onvertrauton Familienangehörigen, besonders der Kinder, die nötige Reife und das Verständnis haben. Ebenso wie einst auf dem Lande der Aberglaube von einer Kinderstube in die andere wankterte, verbreiten sich nun Wissen und Erfahrung zum Segen der heranioachsendIN Generation, verbreitet sich aber auch gleichzriteg Derantwvrtungsbew'ußtsein und die (srfennhnS, daß nur in einem gefunden Körper ein gesunder Geist wohnt, daß aber auch anderseits gesunder Geist und reine sittliche Anschauungen zur Go- fimbcrbaltimg des Körpers beitragen. der Qlbenb durch die mit lebhaftem Beifall aufgenommene Mitwirkung eines Teiles der Milltär- ' kapelle des 1. Batls. des 15. Jnf.-Rgts.. Die.:n. Die übliche Verlosung beschloß die Feier. CO Klein-Linden, 27. Dez. Die Gottes, dienste waren an dm Wei h n ach t s f eie r ta- gen überaus stark besucht. Drr Gottesdienst am Heiligabend brachte dir Wiederholung des von der Evang. Jugendvereinigung auf» geführten Weihnachtsspieles ..Das Gotteskind". 5m Dormittassgottesdienst des ersten Feiertages wirkte der Ki r chen gesa n gver ein (Dirigent Kreisbaumwart Germer) mit Den Nachnnte tagsgotteSdienst verschönerte drr hiesige Männergesangverein „H a r m o n i e" unter Leitung von Lehrer Loh (Weidenhaufen) durch ixm Bortraa zweier Weihnachtschöre, während :m Gottesdienst deS zweiten Feiertages der Madchenchor der Evang. Jugendver- cinigung einige Lieder sang. — — Großen-Linden, 27. Dez. Die Weihnachtsfeier der hiesigen Klein- linderschule fand am 4. Adventfonntag im Gotteshause statt. Nahezu 100 Kinder hatten mit freudestrahlenden Augen unter dem brennenden Deihnachtsbaume Aufstellung genommen und trugen unter Leitung der Schwester Sophie ihre Weihnachtslieder und -spräche recht gut vor. Der OrtegetfiHebe, Pfarrer Schultheiß, hob in feiner Ansprache die großen Verdienste der Schwester Sopyie hervor und dankte für die Gaben, die bei den Haussammlungen cingegcmgmi mären. Hierdurch war es möglich gewesen, die Kleinen recht reichlich zu beschenken. Iß Lollar. 27. Dez. Wie alljährlich, so hielten auch in den letzten Tagen verschiedene Vereine ihre Weihnachtsfeiern: der Kurzschriftverein am Samstag im „Deutschen Haus", die Hassia-Iugendgruppe am Sonntag im „Schwanen", der Turn- und Gesangverein im . „Schwanen" und der Arbeitergefangverein „Vorwärts" In hpr . Linde" am ersten Feiertage, die Sängervereinigung am zweiten Feiertage in der „Linde". Die beiden letztgenannten Vereine veranstalteten am Rachmittag besondere Kinder« betocrungen, wahrend die Abendveranstaltungen für die Dereinsmttglieder und deren erwachsene Familienangehörige bestimmt waren. Zu allen . Feiern hatten sich die Familien sehr zahlreich ein gefunden. Die Devanftaltungen sind bei weih- nachtllcher Stimmung gut verlausen. Die Gottesdienste waren sämtlich gut besucht. . St Alten-Duseck, 27. Dez. Am zweiten Deihnachtsseiertag vrrcrnstaltete der Gelang- verein „Germania" unter Leitung von Ehormeister Meyer (Wie eck) sein übliches Wi n terkonzer t. wobei w.eder ein in allen Teilen gut gewähltes und mit lebhaftem Beifall aufgenommenes Programm zur Ausführung kam. Die von Mitg icdern deS Gießener Orchestervereins aulgeführten instrumentalen Leistung:n. die noch durch en g: musterhaft vor- getrageite Äiarinctten- und Trompetenfolos der . Herren Günther und Schwarzlose he.aus- gehoben wurden, standen auf vollendeter Höhe. Reichen Beifall sanden die Gesang svorträge der Sopran-Sängerin Frl. Gisela Wanner, ebenso die des Frauenchorcs des Gesangvereins Eintracht, Gießen. gck. Großen-Buseck. 27. Dez. 3m Saale des Gastwirts Wagner hielt die hiesige Volksschule ihre diesjährige Weihnachtsfeier ab. Zahlreiche Eltern und Freunde der Achv- und Deunjährigen waren erschienen, um sich durch die Gesänge. Gedichte und — oft urdrolligen — kleinen Szenen der jugendlichen Darsteller erfreuen zu lassen. Lehrer Jung wies in feiner Ansprache darauf hin. daß das öffentliche Auftreten der Schule noch neu fei, daß es ixujer zahlreicher — teils wohlwollender, teil« auch i (Sfflßiger — Kritik begegne, und gab der Mei- IQnn Ausdruck, daß man mit feinem Urteil zurückhaltend sein müsse, bis eine längere Zelt der Erfahrung vorliege. Jedenfalls liege eine im Interesse von Elternhaus und Schule gut gemehrte Absicht zugrunde. Für ihre schönen, mit qroftem Eifer vvrgebrächten Darbietungen ern- leten hie Schuler und Schülerinnen reiche An- erkemiung. Allgeineinen Beifall fanden auch die besonders durch Klangreinheit uiid präzisen Vortrag gefallenden Musikstücke des Horn quar- tetts Kasbbenn. das sich m «rnerkm- nenswe rter Weise zur Der Sicherung des Wend« , zur Verfügung gestellt hatte. Rektor Inder- t b a l »erteilte Ehrenurkunden an die Sieger uno ^Siegerinnen der diesjährigen Reichsjugendi^tt- ’ kämpfe und wies auf die Bedeutung des richtig betriebenen Sportes für die Volksgesundheit pta. Mit aller Deutlichkeit wandte er sich gegen leichte fertig Jn Umlauf gesetzte Gerüchte, wonach sich die Schule einseitig für gewisse Sportarten ein* setze, darauf sprach er den Schulvorstandsmite gliedern. Lehrern unb Schulern, sowie den Erschienenen den Dmft der Schule aus. ©er Reinertrag des Abends flieht dem Grmidstock zur Beschaffung eures Bildwerfer« zu. z. Rödgen. 27. Dez. Balfers Saalbou war bis auf den lehteii Platz besetzt, als der Män- nerae sang verein ^Harmonie am zweiten Feiertag feinen diesjährigen Unterhaltungsabend veranstaltete. Rach zwei flott gespielten Musikstücken und dem Willkommen grüß des Präsidenten Decker bot der Verein unter feinem nortrefflichen Dirigenten Curths aus Gießen einiae prächtige Chöre und Lieder. Den zweiten gr. G r ü n i n g e n, 26. De^. Der I s h e i m s ch e Gesangverein unb Turnverein „G u t Heil" hatten am zweiten Weihnachtstag zu einem Thea te rodend eingeladen. Der Besuch war in Anbetracht dessen, daß der Gesangverein Eintracht zu gleicher Zeit sein Winteroergnügen veranstaltetc, sehr gut. Seim brennenden Weihnachtsbaum leitete die fein konzertierende Kapelle mit einem Weih nochtspvtpourri die Feier in echt weihnachtlicher (Stimmung ein. Noch entern Lindervortrag hieß der 1. Vorsitzende des Gesangvereins die Erfchienenen willkommen und sprach die Hoffnung auf einen guten unb zufriedenstellenden Verlauf aus. Von den beiden zur Ausführung gelangten Theaterstücken konnte besonder» das letzte, „Das Schwert des Danwtles", gut gefallen. In den Pausen sorgten die Kapelle unb der Gesangverein durch Sieber vertrage für angenehme Unterhaltung, Eine Der losung förderte manches wirMche, aber auch ettiche angeführte Glückskinder zutage. Set dem anschließenden Tanz vergnügte sich insbesondere die tanzlustige Jugend noch einige Stunden. cp Grüningen, 26. Dez. Gestern abend hielt der Gesangver«in „Eintracht" sein diesjähriges Winter vergnügen ab. Die Mitglieds: sowie eine große Zahl Freunde und Gönner des Vereins waren der Einladung gefolgt und füllten den Denderschen Saal bis auf den letzten Platz. Rach Eröffnung und 'Begrüßung durch den Vereinsvorfihenden Adam Duß wickelte sich ein reichhaltig und geschmackvoll zu- samm mgestellt 6 Program n (The i.rstück.». Musik- vor.räge und Chore) ab. Üm das gute Gelingen hat sich besonders Karl Leidich verdient gemacht, der. wie alljährlich auch diesmal toieber die Einstudierung der Theaterstücke übernommen Hatto. Sämtliche Darbietungen fanden verdientermaßen reichen Beifall. Eine Verlosung und drr übliche Tanz bildeten den Abschluß der Veranstaltung, auf die der Verein mit Befriedigung zuriickblicken kann. )( L i ch, 27. Dez. Sehr stimmungsvoll wurden die kirchlichen Weihnachtsfeiern durch den Vvsaunenchor eingeleitet, der am Heiligen Abend von der Rathaustreppe mehrere Weih- nachtschvräle blieS. Auch im städtischen Spital brachte der Posaunenchor zur Freude der Insassen einige Weihnachtslieder zu Gehör. Auch am ersten Feiertag trug der Chor nn Verein mit der Chvrschule sehr zur sestlichen Ausstattung des Gottesdienstes bet Sämtliche Gottesdienste waren gut besucht. Am ersten Feiertag nachmittags fand die Weihnachtsfeier der Kinder- kirche statt, während die Kleinkinderschule bereits am 4. Advent in der Morien- stiftskirchs ihre Feier abgehalten hatte. An Kollekten gingen 124 Mark ein. öp Li ch, 27. Dez. Heute konnten die hiesigen Brauereien mit dem Einb"ingen der Eisern t e auf ihren Teichen beginnen. Das Eis hat eine Stärke von 8 bis 10 Zentimeter. Mit dem Beginn dieser flernie haben wieder viele Leute Arbeit gefunden. ch L l ch, 27. Dez. Mit seiner Abendunterhaltung am 2. Wechnachtsfeierlag in der Turnhalle verband der Mannergesangverein „6a- cilia" eine S chu b e rt ge de n k seier anläßlich des 100. Todestages (19. November) unseres großen Liedermeisters. Die von dem Verein unter Leitung von Lehrer D ö r m e r vorgetragenen Chöre, im ersten Teil nur Kompositionen von Schubert, zeugten von guter Durchbildung der bänger. Auch die Musikkapelle, die Kapelle derFreiwilligen Feuerwehr Lich unter Leitung von Kapellmeister Philipp Sommer, paßte sich mit ifjren Sorträgen dem Rahmen einer Schubertseier an. Im Mittelpunkt der Feier stmid ein Dreiakter „Seife flehen meine Lieder", ein Volksstück aus dem Leben Schuberts, verfaßt von H. Buresch. Der zweite Teil, mehr heiterer Art, brachte Chorvorträge von Koschat und Griggekovcn und ein Theaterstückchen „Camilla" von Jannsen. h. Hungen, 27. Dez. Wie alljährlich, wurde die Weihnacht auch dieses Jahr recht feierlich in unserer Kirche begangen. Während 31. Dezember 1928, nachmittags geschlossen sind Kassenständen nur von 8—1 Uhr Mitteldeutsche Kreditbank, Filiale Gießen 113560 Ausführung von allen bank- und börsenmäßigen Geschäften ing und 5932V RASSOL I0O59D Amerikaner Dauerbrenner Silvester 1928! Weiher Tischwein arbeiten. 11343V Mark Weib- und Rotweine fl von uo an Mark 4.25 ‘/i FL 0.90 2- 7i FI. 1.80 Schloli Monheim Riesling.... v, Fl. 5.00 HO und 220 Bolt und Tarragona, rot Ltr. 1.30 Auslese V. FL 5.50 3um Silvester Punsch '/,SI. ‘IfirhiD'RAmlO Ananas, Oos« 0^0,1.35,1.80 aUUHCÜÜlUlr Erdberen...Dose 1.15,2.10 2.60 1.55 11356V von 9 Uhr ab 4% Rückvergütung am alle Waren: Aw.n‘: 4«/o RabattSi ann> 1.90 4.25 2.25 l.RO 27er 26er 27er 26er 26er Liter 1.50 Liter 1.40 Mk. 88.— Mk. 120.- Uif. 150.- Mk. 220- Mk. 240.- Mk. 250.- 1500 n 1400 n 1400 n 1500 n 1050 n Jamaica-Rum. echter.. Rum-Derschnitt....... Batavia-Arrac Arrac-Derschnitt Weindrand Verschnitt S & F-Weinbrand S & F-Edelbrand 1 gr. SI. 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Los 2: Kanalgräben (210 cbm), sowie Rcchrverlegungs- und Maurer- 2.- 4.35 2.30 1.50 1.70 2.20 Zeichnungen nehmen olle Santen, Sanften«, Krebttgenoffenschaftrn, «Spar- trab c^trofaffen tmb die Anstalt blreft entgegen. — «nsfShrtiche prospeN« tmb Zelchmivaischelne finb bei bleien Stellen erhältlich. — Höhe ber Antrnu, früherer Zetchnungeschluß bketbcn vnrbeholten. mengen. Verlangen Sie nur echtes Rassol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. An meinem W-Wti (kleiner Kreis) können noch einige junge Damen teilnehmen, persönliche Unter- Weisung. Äeste Erfolge. Anmeldung möglichst bald. Heinr. Becker Wäscheanfertigmrg / Gießen Geltersweg 89 L 09007 Durdi direkten Einkauf beim Erzeuger in Verbindung mit unseren Riesenkellereien sind wir in der Lage Weine und Spirituosen in reicher Auswahl zu niedrigsten Preisen zum Verkauf zu bringen. 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Februar 1929, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, der im Grundbuche von Gießen der offenen Handelsgesellschaft Aßmann & Schneider in Gießen zugeschriebencn Anwesen Kaiser- allee 45 11348V Fl. 3 Nr. 267V1O - 926 qm Hofreite, geschätzt auf 40 500 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. Dezember 1928. I. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. y<$. Bahnhofstrabe 49 Weserstrahe 1 Ferner liefere ich sämt- licheErsatut eile und FeoergerÄte . Edgar Bomnann, Gieben. 3-5 ,, 440 „ 5 , 440 „ 0 , 440 „ 11 , 440 „ 12,5 „ 440 „ sowie div. Motoren Zeichnungs-Einladung. Mir leg«, hiermit in ber Zett vom 29. Dezember 19M M< 18. Zanaar 1939 utr Zeichnung auf: Ireichsmündelsichere GM 3000000 8%lge (SotömL - Bf anoddefe »er Jieifc XV zum Dorzugskurse von 97.50% (letzter Börsenkurs 98.25%) SefamMlndigung bis zum 1. Zull 1934 aoSgefchloffen. 6M1000000 8%me (Solomr.-fiomni.-ööL der Jtäüe XIV rum Dorzugskurse von 95.25 % (letzter Äörsenknrs 95.70 %) Sefamtkündigung bis zum 1. Zanuar 1934 ausgeschloffen. GM 1000060 7°/oioe SoM.'MgbÜkke f der ^eihe X zum Dorzugskurse von 89.50 % (letzter Äörsenkurs 90.25 %) Gesamtkündigung bis zum L April 1933 ausgeschloffen. Obige W-ülpapiere werden an ben Sörscn zu 2erNn unb Sronffnrt a.2)L aml. UA (lottert. — Die Reihen X unb XJV sind bei der jtdcwtxmf In Klaffe A deielhbar. Die Lombardfähigfeit der Neihe XV ist beantragt. Stücke zu GM 100.-, 200.-. 5vv.-, 1000.- und 5000.- «ühvhefe Marke Schwalbe. LtärkungS mittel, bint. Nährmittel für gc ichwachtc, altere Diabetiker Alleinverkauf in Original-Packungen LkvSntev-rurd Reformhaus S851V -Sung, Gietzen Freiwillige Versteigerung. Wegen vollständiger Aufgabe des Ge- schäfts versteigere ich am Samstag, dem 29. Dezember 1928, von vormittags 10 Uhr ab, Parkstraße 10, (Eingang äarlstrahc (Laden Karl Wilhelm): einen weißen Warenschrank, eine weiße Theke, einen roten Warenschra'nk, eine Glastheke (modern), eine Partie Messingstangen, Sleffingträger, Ständer, geschliffene Glasplatten in allen Größen, mehrere Firmenschilder, Ausstellschrank, großen Erkeroerschtag, Glasverschlag, zwei Lampen, Spiegel und vieles Zwangsversteigerung K 61/28 Am Donnerstag, dem 28. Februar 1929, vormittags 9 Ilhr, wird durch das Amts- ! aericht Gießen, Zimmer 106, das im I Grundbuche von Gießen dem Wilhelm Benner und Ehefrau Marie Kacharine, geb. Bellof in Gießen zugefchricbene An. wesen Am Rodtberg 28 Fl. 22 Nr. 74 = 108 qm Hofreite, geschätzt auf 1930 Mark: Fl- 22 Nr. 75 = 3131 qm Grabgarten und 437 qm Grasgarfen, geschätzt auf 14 276 Mark, 113490 4um Zwecke der Auseinandersetzung, versteigert. Die amtsgcrichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 24. Dezember 1928. 3- A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. um, Nr 504 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oherheffen) ßreitag, 28. vezemdeN928 Turnen, Sport und Spiel. Handball im Turnverein 1846 Gießen. Dir 1. Mannschaft verlor gegen Groh-Duseck 1; 2 nach völlig überlegenem Spiel. Vorweg fei gesagt: die Schuld an dieser unverdienten Niederlage' trägt in erster Linie der Schiedsrichter, der wohl sicher in Regelentscheidungen war, aber ein Spiet aufkommen ließ, das eine ungewohnt harte Rot; trug, und das gegen Ende fast in einen Ringkamps ausartete. Die ersten 20 Minuten gehörten dem Plahverein, der di« Grohen-Du- secker vollkommen in ihrer Hälfte einschnürte. Dann wurde das Spiel etwas offener, und durch sinen Fehler der sonst sicher arbeitenden Gießener Verteidigung fiel der erste Erfolg für Großen- Vuseck. Rach dec Pause wurde das Spiel hart. Hier hätte der Schiedsrichter energisch eingreifen müssen. Die Folge seiner Energielosigkeit war rohes Spiel aus beiden Seiten. War zu Anfang der zweiten Halbzeit ziemlich verteiltes Spiel, das Großen-Buseck durch einen Strafwurf zum zweiten Tor verhalf, so gehörte die letzte Viertelstunde den Gießenern, die mit aller Macht Ausgleich und Sieg erringen wollten. Großen-Vuseck konnte sich nicht mehr aus der ilmklammerung befreien und verteidigte mit der ganzen Mamil- schast. Obwohl Gießen mit zehn Wann stürmte, langte es nur zu einem Ersolg. Der Schlußpfiff endete ein wenig erbauliches Spi^l. Rächsten Soüntag findet in Großen-Vuseck das Rückspiel statt, das hoffentlich mehr Freude auf beiden Seiten auslöst und unter sicherer Leitung steht. Handball her Sp.-Vg. 1900. 1900 11 — D. f. D. Gießen I 1:3. o. Wie erwartet, endete das Treffen mit nur geringer Tordifferenz. Obwohl das 3:1 zuungunsten der Spi.-lvcrcinigung durchaus nicht als unrühmlich für ihre Zweilk.a s gen anzwehen ist, hätte es der Mannschaft doch auf Grund der gebotenen Torchancen ein Leichtes sein müssen, wenigstens ein Unentschieden hcrauszuholen. Es muß allerdings zum Lob der Bewegungsspieler gesagt werden, daß sie, auch nachdem ihr Mittelläufer schon zu Spielanfang auf Geheiß des Schiedsrichters den Platz verlassen mußte, geschickt zu zerstören und sich bietende Torgelegenheiten auszunuhen verstanden hat. 3n der ersten Spielhälfte verlief das Treffen torlos. Die 1900er drängten zeitweise stark, der wieder glänzend arbeitende D.f.D.-Hüter lieh sic jedoch nichts Zählbares erreichen. Rach dem Wechsel such e jede Partei, um eine Entscheidung herbeizuführen, am gegnerischen Wurftreis unter allen Umständen etwas Zählbares zu erreichen. Hierbei trugen die ent chchssenen und energischen D.f.D.- Innenstürmer über die überhastet spielende 1900erFünferreihe den Sieg davon. Erst als die Gäste 3:0 in Führung lagen, kamen die Platz' besiher durch ihren Rechtsaußen zum längst fälligen Tor. Schiedsrichter Ienhsch trug Sorge für einen ruhigen Kampfverlauf. Handball in Heuchelheim. Am kommenden Sonntag steht die 1. Handballelf auf eigenem Platze der 2. Mannschaft vom Tv. 1846 Gießen gegenüber. Obwohl die Gäste das Vorspiel in Gießen 2:0 gewinnen konnten, kann über den Ausgang des Spiels nichts vorausgesagt werden, da Heuchelheim alles daransetzen wird, um diesmal ehrenvoller abzuschneidcn. Handball im Lahn-Dünsberg-Gau. Kommenden Sonntag trifft in K e s s e l b a ch Altendorf auf Kesselbach. Allendorf, welches vor allen Dingen körperlich überlegen ist, sollte das Spiel klar für sich entscheiden können. Als Schiedsrichter fungiert K. Winter (Launsbach). Arbeiter Turn- und Gportbund. Für die 1. Gruppe des 3.Bezirks, zu der alle hessischen Vereine, außer Lollar, Daubringcn, Staufenberg und Treis a.d.Lda. gehören, findet am kommenden Sonntag eine Gruppenturnstunde in W i e seck statt. Als Ucbungsplan wurden Gymnastik, Geräteübungen zum Gerätewettturnen und Spiele angesetzt. Am kommenden Sonntag wird W i e s e ck s erste Mannschaft zu einem rückständigen Freundschaftsspiel nach Wetzlar fahren. Wenn sich der neu- gebackene Bezirksmeister nicht aufrafft, dürfte ihm ein Sieg gegen die wieder cmporkommenden Wetzlarer schwer werden. Spielvereimgung 1900 Gießen. 1900 (Ciga) •*- Germania Fulda (Ciga) 4:1 (0:0). ö. Die Gäste aus Fulda, die zur Z^it den ersten Platz in der Fuldaer K.eisliga inne haben, zeigten, trotz zweier Ersa^leuie, am Sonntag vor Weihnachten eine gaiu ausgezeichnete Leistung. Da auch die 1900er mit mehrfachem Ersatz recht Ansprechendes boten, so gab es wohl niemand, der von dem Spiel unbefriedigt war. Die beiderseitige Spielweise ähnelte sehr. Schöne Kombinationszüge, trotz der stellenweisen Dodenglätte, dazu große Schnelligkeit und eine selten gesehene Fairneß stempelten das Spiel zu einer richtigen Freundschaftsbegegnung. Lange war es ungewiß, zu wessen Gunsten das Spiel enden würde: das kennzeichnet deutlich das Halbzeirrcsultat 0:0. Erst nach dem Wechsel schälte sich infolge der überragenden Tätigkeit der Gießener Läuferreihe eine leichte ^lebcrlegenhcit für den Platzverein heraus. Den Gießener Führungstreffer konnten zwar die Fuldaer Germanen im Gegenstoß sofort wieder wettmachen, aber eine Minute später hieß es 2:1 für 1900, dem in gleichmäßigen Abständen noch zwei weitere Tore folgten. 2llle Gießener Treffer wurden durch schöne Aktionen des besonders gut aufgelegten Gießener Liirks- außen eingeleitet. L i ch s 1. Mannschaft hatte der Zweiten 19005 infolge Erkrankung mehrerer Spieler abgesagt. 1900s 3. Mannschaft errang gegen den Neuling Garbenteich einen 10:3-Sieg. Das Spiel fand in Garbenteich statt und stand bei Halbzeit erst 3:2 für 1900. Nach dem Wechsel war es mit dem Widerstand des Gastgebers vorbei. Don den Toren erzielte der Gießener Mittelstürmer (bereits ein alter Herr) allein sechs. 1900 (Liga) — Voruffia Frankfurt (Liga) 3:2 (0:1). Dieses Treffen am 2. Weihnachtsfeiertag glich eher einem Wasserballspiel. Der plötzlich einsetzende Witterungsumschlag hatte den 1900-Sportplatz an der Liebigshöhe mit zahlreichen Wasserlachen bedeckt. Ein richtiges Zusammenspiel konnte daher nie aufkommen. Die meisten Aktionen versanken beiderseits in Wasser und Schlamm. Die Gäste verteidigten zeitweise recht zahlreich und verhinderten so eine höhere Niederlage. Bei der Pause führte Borussia 1:0, da der Gießener Hüter einen scharfen Flachschuß über die Linie gleiten ließ. Nach dem Wechsel zog 1900 gleich. Der zweite Frankfurter Erfolg rührte von einem Eigentor eines Gießener Verteidigers her. Erst gegen Spielende kamen die Einheimischen mehr auf und auch zu zwei weiteren verdienten Erfolgen, damit den Sica sicherstellend. Die Gegner der 2. und 3. Mannschaft hatten es vorgezogen, zu Hause zu bleiben. Die Spiele am kommenden Sonntag. Duhbach (Liga) — 1900 (Ciga). Am nächsten Sonntag nehmen die Meisterschaftsspiele ihren Fortgang. 1900 hak noch ein ausgefallenes Ligaspiel aus der Vorrunde zu erledigen. In Duhbach waren die 1900er noch nie von besonderem Glück begünstigt. Zur Zeit schenkt man der blauweißen Vertretung aber das Vertrauen, daß sie alles daran setzen wird, sich die Punkte zu sichern, wozu die beste Ausficht bestehen soll. . 1900s Reserven werken rn Frohnhausen (Dill) und die dritte Elf in Laubach. Die Gießener svrlten in der Lage sein, beide Treffen unter normalen Umständen siegreich zu gestalten. $. C. Teutonia Steinberg. Am nächsten Sonntag weilt die 1. Mannschaft des Fußballsportvereins Steinbach in Steinberg zum fälligen Verbandsrückspiel. Da die beiden Mannschaften fast gleichwertig sind, ist ein interessantes Spiel zu erwarten. Der Ausgang ist ungewiß. V. f. B. Liga — Mühlheim a. M.-Liga 1: 4. Ligareserve — Großen-Vuseck I. 6:1. Dritte — Rauborn I. 1:7 Dritte — Großen-Vuseck I. 9:3. Die Ligamannschaft hatte ihre Reise nach Mühlheim mit Ersah für Klcinke, Roth, Henrichs und Schneider II. angetreten. Daß sie unter diesen Umständen gegen die spielstarke„K i cke rs Viktoria" nur wenig Aussicht aus Erfolg hatte, war vorauSzusehen. Trotzdem hätte sie wesentlich besser abschneiden können, wenn der Sturm in anderer Verfassung gewesen wäre. Während Verteidigung und Läuferreihe ihrer Aufgabe durchaus gerecht wurden und ein recht gutes Spiel vorsührten, lieh dec Sturm jegliche Durchschlagskraft und Schußsicherheit vermissen und verpaßte eine ganze Reihe sicherer Torgelegenheiten. 3m Feldspiel war V. f. D. seinem Gegner mindestens ebenbürtig, vielleicht sogar noch etwas überlegen, was auch im Eckenverhällnis von 8:2 für Gießen zum Ausdruck kam. Di« Ligareserve war am 1. Feiertag Gegner der Ersten Großen -Vusecks und hatte das Spiel bereits mit 6:1 für sich entschieden, als es wegen Differenzen zwischen dem Schiedsrichter und den Zuschauern abgebrochen wurde. Die Dritte hatte sich zum 2. Feiertag noch in letzter Stunde der Ersten Rauborns zu einem Gesellschaftsspiel verpflichtet, war aber, wohl infolge des kurzfristigen Abschlusses, nur mit acht Mann zur Stelle und inußte eine 1:7- Riederlage einstecken. Arn Sonntag vor Weihnachten schlug die Dritte Großen-Busecks Erste im Gesell- | schaftsspiel mit nicht weniger als 9:3 und bewies, ■ daß sie in kompletter Aufstellung auch gegen spielstarke Mannschaften beachtenswerte Resultate her- ausholen kann. Tie Lpicle am nächsten Lonning Arn kommenden Sonntag tritt die Ligamannschaft nach einer Pause von acht Wochen zum ersten Male wieder auf eigenem Platz zum Derlmndsspiel an. Ihr Gegner ist die Liga von Niedergirmes, die ,311m Vorrundenspiel wegen angeblicher Spiel- Unfähigkeit des Platzes gegen D. f. B. nicht antrat und eine Verschiebung des Spiels erreichte. D. f. B. hat bis jetzt ungeschlagen die Spitze der Tabelle inne und wird am kommenden Sonntag alles daransetzen, auch das letzte Treffen der Vorrunde zu gewinnen. Wenn Niedergirmes auch keineswegs unterschätzt werden darf, so kann man doch mit ziemlicher Sicherheit einen Sieg der Platzmannschaft erwarten. V. f. B. tritt im Sturm mit einer neuen Kraft an, von der man erhofft, daß sie in dem Angriff zu etwas mehr Durchschlagskraft verhilft, ein Mangel, der sich bisher in allen Spielen stark bemerkbar gemacht hat. Die L i g a r e f e r v e hat ebenfalls auf eigenem Platz die gleiche von Niedergirmes im Punktspiel zum Gegner und sollte dds Treffen für sich entscheiden können, wenn sie sich in derselben Form zeigt, wie gegen Großen-Buseck. Die Dritte trägt in Garbenteich gegen dessen Erste ein Propagandaspiel aus, das sie im voraus nicht als gewonnen betrachten darf, da ihr sonst der Eifer der Garbenteicher eine lieber- raschung bereiten könnte. Die viert« Mannsä)aft tritt auf hiesigem Platz gegen die Zweite von Daubringen an und wird sich strecken müssen, wenn sie gewinnen will. Buntes Merle«. Vom Tippfräulein zur Prinzessin. Ein langwieriger Erbschaftsstreit, der jetzt vor Londoner und Neuyorker Gerichten ausgetragen wird, und die Hinterlassenschaft von Mrs. Leeds endgültig ordnen soll, ruft die Erinnerung an eines der interessantesten Frauenschicksale unseres Jahrhunderts wach, an das des Tippfräuleins May I Stewart, die in recht armseligen Verhältnissen in Richmond geboren wurde und als Prinzessin von Griechenland 1923 in London starb. May Stewart trat vor Jahrzehnten als Angestellte in den Dienst des amerikanischen Jndustri- . eilen Leeds. Nach ganz kurzer Zeit wurde sie die Frau Ihres Chefs. Nach dem Tode ihres Gatten, der inzwischen der ungeheuerlich reiche Stahlkönig Amerikas geworden war, erbte Mrs. Leeds mehr als 200 Millionen Dollar. Sie übersiedelte nach London und Aufammen mit ihrer Freundin Ladn Paget gestaltete sie ihren Salon zu einem der gesuchtesten, ihr Heim am 6L Jaimes Place zu einem der smartesten der englischen Metropole. Als eine der schönsten und reichsten Frauen des Königreichs wurde sie heiß umworben, doch schien sie nicht wieder heiraten zu wollen. Erst als Prinz Cyrist 0 ph von Griechenland in ihr Haus eingeführt wurde, war sie bereit, ihren Entschluß zu ändern. Für das ehemalige Tippfräulein war die Aussicht zu verlockend, Kusine des Königs Georg von England, der Königin von Spanien und des deutschen Kaisers zu werden. Nach Ausbruch des Krieges wurden ihre Heiratspläne inaktuell, aber ihr Wunsch, den König von England als Verwandten zu haben, auf der anderen Seite die Aussicht auf die Dollarmillionen der Witwe Leeds waren so stark, daß im Februar 1920 die Hochzeit des Prinzen von Griechenland mit Mrs. Leeds in Vevey stattfand, nachdem sich Mrs. Leeds, um eine morganatische Verbindung zu vermeiden, den entsprechenden Adelsrang verschafft hatte. Nun begannen Leeds Millionen zu spielen. Die royalistische Partei Griechenlands wurde reorganisiert und die Rückkehr des Königs Konstantin vorbereitet. Später, während des ana- tolischen Feldzuges, boten die amerikanischen Dollars der griechischen Armee die Möglichkeit zur Belagerung von Smyrna. Daneben unterstützte die Prinzessin zahllose andere Unternehmungen und versorgte einen Großteil ihrer neuen Verwandten. Doch nach den Glücksfällen und Triumphen ihres Lebens erreichte sie ein unerbittliches Schicksal. Sie erkrankte an Krebs und starb bald darauf in London. Von den 200 Millionen W. B. Leeds sind kaum fünfzehn übriggebfieben. Den Rest hatte das ehemalige Bureaufräulein auf dem Wege zu einem Königsthron verbraucht. 150 „Schwarz-Funker" festgestellt. Seit Einführen der Kurzwellentelegraphie hat di« private und vor allem die unerlaubte Inbetriebnahme von Sendestationen durch Amateure einen derartigen Umfang angenommen, daß sich di« zuständigen Stellen zum energischen Eingreifen entschlossen haben. Di« .Schwarz-Sender" stören den gesamten amtlichen Funkverkehr und können sogar den transozeanischen Funkverkehr lahm- legen. Die meisten Amateure unterhalten Kurz- wellensendestationen. deren Anschaf- fungskvsten verhältnismäßig gering sind, sicherlich nur aus technischem Interesse und Freude an der verhältnismäßig jungen Erfind.mg: es ist aber auch festgestellt worden, daß sich gewisse politische Parteien verbotener Sender bedienen, um Rachrichten weiterzugeben. Seit Monaten hat nun das Reichspostzentralamt im geheimen die Schwarzsender überwacht. Durch ein ingeniöses System ist es gelungen, 150 Schwarzsender festzustellen: meist haben sich diese, weil sie nicht wußten, daß sie überwacht wurden, selb st verraten, indem sie ihre Rcnnen und Adressen aggaben. Gegen sie wird das Nötige veranlaßt werden. Das Geheimnis des Bettlers. Vor dem Eingang zum Anhaller Bahnhof in Berlin faß feit geraumer Zeit ein Mann in mittleren LstzOs Vajazzo! Roman von 3- Schneider-Foersil. Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 31. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Aus einem Stuhl erhob sich die Darvnin und ging den beiden Herren entgegen. Eine ungeheure Ängst sprach aus ihren Augen und zitterte in ihrer Stimme mit. Der Chefarzt hielt ihre Hände für Secundendauer zwischen den seinen und zeigte nach dem Herrn, der eben an Joachims Bett trat „Kollege Weingarten wird von jetzt an mit mir die Dchandlung übernehmen. Sie haben Grund, ihm alles Vertrauen entgegenzubringen. Es ist einer unserer gesuchtesten Chirurgen! „Ich danke Ihnen!" sagte die Varonin flüsternd. .Glauben Sie, daß Gott mir auch dieses letzte noch nimmt?“ „Wir wollen es nicht hoffen, gnädige Frau, Die Stimme des Arztes schwankte bedenklich. Er sah eilig von ihr weg und nach dem Kollegen hin, der über den Körper des Kranken gebeugt stand. Mit ein paar Schritten ging er nach dem Fensckr und schloß es zur Hälfte, verneigte sich gegen die Baronin, nickte dem Arzt zu und verließ das Zimmer. Joachim lag, ohne sich zu regen, in dem schmalen Eisenbett und hatte die Lider geschlossen. Ein Gefühl, als zögen ihn Vergeslasten zu Boden, lähnüe ihn in der Bewegung. Immer tiefer drückte cs ihn hinab. Immer tiefer. In hilfloser Schwäche suchte er die Augen aufzutun. Aber nicht einmal das gelang. Die gesunde Linke begann zu tasten, ob sich ihr nicht eine Stühe bot, aber sie griff ins Leere. Dafür schoben zwei Arme sich behutsam unter seinen Rücken und gaben ihm eine bequemere Lage. „Der Arzt,“ dachte Hettingen gleichmütig, ohne die Augen zu offnen. Erst als die Hände unter ihm sich nicht zurückzogen, sondern reglos ruhenblieben, bezwang er die Schwäche, die bereits einer Lähmung glich, und, tat die Lider auf. „Wie geht es, Baron? Wollen wir einen Schluck Wein nehmen?" Joachim schüttelte den Kopf und horchte dem Klang der Stimme nach, die einer andern so ähnlich war und doch ganz anders. „Ich möchte Sie um etwas bitten,“ sagte er flüsternd. „Schicken Sie aber erst mein« Mutter aus dem Zimmer!" Der Arzt zog vorsichtig feine Arme unter dem Körper des Kranken heraus, ging nach dem Tisch, der an die Seitenwand.gerückt war, und gab sich den Anschein, als suche er etwas. Als er es nicht finden konnte, wandte er sich an die Baronin. „Würden Sie die Güte haben, gnädige Frau, zu Schwester Gertraud zu gehen und sie zu fragen, wo sie die zweite Pinzette hingelegt hat? Ich vermisse sie.“ Die Baronin nickte bejahend, Irak an das Bett und strich erst noch ihrem Jungen das Haar zurecht, ehe sie aus dem Zimmer trat. „Run sprechen Sie, Baron!" Der Arzt trat an das Bett und strich den Schweiß, der auf Hettingens Stim klebte, mit feinem Taschentuch fort. Dann hielt er dessen Hände mit frauenhafter Weichheit zwischen die seinen gebettet. „Was kann ich Ihnen tun?" Ein schweres Atemholen der todwunden Brust. „Möchten Sie für mich an jemanden telegraphieren?" „Gewiß!" „Dringend!" „Ganz nach Ihrem Wunsch!" „Meine Mutter soll nichts davon wissen!" „Rein!" „Dann bitte!" Feßmann entnahm seinem Rottzbuch ein Blatt Papier und zog seinen Tintensttst heraus. Auf dem Bettrand sitzend, benützte er seine Knie als .Unterlage. „Diktieren Sie, Herr Baron!" „Isabella Ieska — Genf — Hotel Marvill." Hettingen mußte erst Kraft zu neuem Sprechen holen. Der Arzt neigte sich horchend über ihn, während die Feder in seinen Händen zitterte. „Mein Leben zählt nach Stunden! Komm!" „Sie sollen sich nicht mit solchen Gedanken beschweren, Herr Baron!" mahnte die Stimme, die Hettingen immer wieder in die Vergangenheit riß. Aber so rauh und so von Mitleid durchdrungen war die andere nicht gewesen — die Feßmann gehört hatte, — „Feßmann!" — Ganz in Gedanken hatte er den Rainen vor sich hin- gesprochen. Ein Zucken ging durch den Körper des Arztes. „Wollen Sie den Herrn nicht doch empfangen? — Gr fragte bereits zu wiederholten Malen nach. Ein wortloses Schütteln des Kopfes, das von einem matten Lächeln begleitet war. „Ich habe ihm nichts mehr zu sagen! — Aber wenn ich tot bin —“ er hielt einen Moment inne und versuchte seinem linken Arm eine andere Lage zu geben — „wenn ich tot bin — dann lassen Sie, bitte, den Brief in seine Hände gelangen, — der in meiner inneren Rocktasche steckt. — Es soll ihn keiner sonst lesen — als er allein! — Aber nicht früher, als bis ich die Augen zugemacht habe! — Wollen Sie mir das versprechen?" „Ja! Vorläufig denken wir noch gar nicht daran! — — Aber Sie können ganz beruhigt sein. Er wird ihn erhalten, wenn es wirklich dahin kommen sollte." „Ich danke Ihnen!" „Run wollen wir schlafen, Baron! — Ganz ohne jede Sorge! — Ich bleibe bei Ihnen!" „Ist es schon so weit, daß jemand bei mir bleiben muß?' sagte Joachim und lieh den Kopf zurücksinken. „Richt im entferntesten, Baron! Ich kann auch gehen, wenn Sie wünschen, ich dachte nur, es wäre vielleicht Ihrer Frau Mutter eine Beruhigung, wenn Sie nicht allein mit ihrer Sorge ist." „Daim bitte ich Sie, zu bleiben!" Kraftlos g'itt Hetlingens Kopf gegen die Wand. Der Doktor hob ihn vorsichtig etwas in die Höhe und bettete ihn gegen die Mitte der Kissen. Dann neigte er sich über das weiße Gesicht und horchte auf den stoßweisen Atem der armen schmerzgefolterten Brust. Rur jetzt nicht schwach werden! Ganz stark mußte er bl iben, um den Kampf mit dem anderen zu bestehen, der schon hinter Joachims Häupten stand und seine Knochenfinger um ihn gekrallt hatte. Er blieb einige Sekrmden reglos über den Kranken geneigt, ging auf lautlosen Füßen nach dem Schranke--sah noch einmal nach dem Bette hinüber und öffnete hastig die leise knarrende Tür. Mit einem Grift hielt er Hettingens Rock in der Hand — mit einem zweiten hatte er den Brief in der Innentasche an sich genommen und lieh ihn im Aermel seines weihen Kittels verschwinden. Es toaf keine Minute zu früh gewesen, denn im selben Augenblick betrat die Schwester, von der Baronin gefolgt, das Zimmer. „Die Pinzette muh hier fein!" sagte sie bescheiden und begann auf dem Tische zu suche.:. „Möglich," erwiderte der Doktor. „Aber ich hole mir trotzdem noch eine als Reserve." Mit einem kurzen Ricken verlieh er den Raum. Er nahm sich gar nicht Zeit, in ein anderes Zimmer zu gehen, auf dem Korridor riß er bereits den Umschlag auf und überflog die wenigen Zeilen: Mein HanS! Es hat so furchtbar weh getan, als ich gestern an Deiner Türe stand und aus Deinem eigenen Munde den Bescheid erhielt. Du habest feine Zeit für mich. Run habe ich aber eingesehen, daß Du recht hattest. Ich hätte selbst wissen sollen, dah ich als Tagelöhner nichts mehr in Deinem Hause zu suchen habe. Aber die Verzweiflung trieb mich in Deine Rähe--— verzeih mir, wenn ich Dich einen Augenblick sogar hahle.--— nun bist Du mir wieder der alte. Es ist alles überwunden. So fällt eine Fessel nach der anderen, die mich noch an dieses Leben bindet. Ich freue mich unendlich auf das große Schweigen, das nun kommen wird, r-nb habe nur eine Ditte, dah Du wenigstens den Toten nicht ganz aus Deinem Gedenken löschest! Dein Joachim. NB. Grüße Deine Frau von mir! Die schwarzen, mühsam hingeworfenen Buchstaben tanzten vor den Augen des Arztes auf und nieder wie verscheuchte Vögel. Er hielt daS Blatt zwischen den Fingern geballt und starrts darauf nieder tc.e auf ein völlig Unwirkliches, das dem Gehirn eines Wahnsinnigen entsprungen war. (Fortsetzung folgt) fahren, der nur ein Dein hatte und zahlreiche Spenden von Mitleidigen erhielt. Der Hausmeister eines Berliner Hospizes erkannte jetzt in dem Bettler einen Mann, der als ein angeblich schwerkriegsbeschädigter Lehrer im Hospiz vorübergehend ge wohnt und einem Gast sämtliche Kleidungsstücke und Wäsche gestohlen hatte. Als der Bettler verhaftet wurde, bat er, vorher den Waschraum des Bahnhofs aufsuchen zu dürfen. Wie der begleitende Kriminalbeamte feststellte, hielt der Bettler dort einen tadellosen Mantel und ein ebenso anständiger Oberhemd, einen Anzug, Lackschuhe und eine wertvolle Prothese versteckt, mit deren Hilfe er sich alsbald in einen einwandfreien Gentleman verwandelte. Der Erkennungsdienst stellte fest, daß der angebliche Bettler, der den Taschen seines Bettlerrockes zwei gehäufte Hände voll Groschen, Fünfpsennigstücke und mehrere Jünfzig- pfennigstücke entnahm, ein 34 Jahre alter, aus Lübeck gebürtiger Max Stummel ist, der in einem Hotel im Zentrum Wohnung genommen hatte, wo er für einen gutsituierten Kaufmann aus derProvinzgalt,d«.rmitTrinkgeldern nicht sparte. Wirtschaft. Meiallgesellschast $ronffurf a. M. Die Metallgesellschaft A.-G., Frank- s u r t a. M., unter welchem Äamen sich die ehemalige Metallbank intb Metallgesellschaft bekanntlich fusioniert haben, legt nunmehr ihren Bericht über das Geschäftsjahr 1927/28 (30. Oktober) vor. Darnach war das Handelsgeschäft, besonders in Der zweiten Hälfte des Berichtsjahres. lebhafter als zu irgendeiner Zeit nach dem Kriege. Die Absahziffern konnten auf allen Gebieten gesteigert werden. An der zustandegekommenen in.emational?n Regelung für Zink war die Gesellschaft beteiligt. Wenn die Anlagen in Duisburg und Dens-- berg wieder ein befriedigendes Ergebnis gebracht haben, fei dies im wesentlichen auf die mit den Zinkhütten in der „Berzelius" Metallhiitten G. m. b. H. organisatorisch verbundenen Betriebe, darunter die inzwischen weiter ausgebaute Zirm- Hütte in Duisburg, zurückzuführen. Auch das Harzer Hüttenwerk, die Hans-Heinrich-Hutte, arbeitete mit Gewinn, wenn auch die Ausnutzung der Anlagen zum Teil ungenügend war. Die metallverarbeitenden Werk? in Heddernheim, Mannheim. Nürnberg, Gustavsburg und Köln- Ehrenfeld waren besonders in der zwcitenIahres- hälfte gut beschäftigt. Einen schönen Erfolg habe eine neue Hohlseilkonstruktion für Hochspannungsfernleitungen gebracht. Einen bedeutenden Aufschwung nahmen Erzeugung und Absatz von Silumin. Auf diesem Gebiete arbeitet die Metallgesellschaft gemeinsam mit der Bereinigte Aluminiumwerke A.-G. Das technische Geschäft, das von den drei .,Lurgi"-Gesellschaften betrieben wird, gewann erheblich an Bedeutung. Der Umfang der Aufträge überschritt den aller früheren Jahre. Die Unter» nehmunhen, an denen die Metallgesellschaft wesentlich beteiligt ist, arbeitet fast durchweg erfolgreich. Die Geschäftsbeziehungen der Metallgesellschaft zur Berg-Heckmann-Selve A.-G. führten kurz nach Schluß des Berichtsjahres zu einer erheblichen Beteiligung an dieser Gesellschaft. Bon dem Rechte der Umwandluna der Vorzugsaktien II in Stammaktien durch Zuzahlung von 20 v. H. des Nominalbetrages machten die Besitzer von 4 Millionen Mark Vorzugsaktien Gebrauch. Die Zuzahlung von 20 v.H. ging in die Reserve. Die Schweizerische Gesellschaft für Metallwerte bedielt angesichts ihres Charakters als Holdinggesellschaft ihren Besitz an Vorzugsaktien bei. 2,34 Millionen Vorzugsaktien wurden aus englischem Besitz zurückgekauft. Es wurde ein R o h g e w i n n von (alles in Millionen Mark) 22,863 (i. V. 15,011 bei der Me- tallbank und 6,830 bei der Metallgesellschaft) einschließlich des Vortrages aus dem Vorjahre erzielt. Unkosten und Steuern erforderten 13,647 (9,558 und 4,171), Abschreibungen 1,921 (i. 23. 1,577 bei der Metallbank allein), das Disagio auf die Pfundanleihe 0,943. Es verbleibt ein Reingewinn von 6,352 (3,877 und 2,659), woraus nach der 6- bzw. 7jproz. Ausschüttung auf die 1,860 Vorzugsaktien I und 4 Millionen Vorzugsaktien II 8 v. H. Dividende auf 55 Millionen Mark Stammaktien verteilt werden, während der Dividendendienst auf die 10 Millionen Mark im Portefeuille der Gesellschaft für etwaige Transaktionen vorrätig gehaltenen Stammaktien ruht. Tantiemen und Gratifikationen beanspruchten 0,630 (0.157 und 0,355), öc“ Versorgungskasse werden 0150 (0,075 und 0,075) überwiesen, so daß 0,438 (0,123 und 0,250) zum Vortrag auf neue Rechnung verbleiben. • * Di e Preußische Landespsand- brief anftalt, das Spezialinstitul für die Finanzierung des Neubaues von Klein- und MiUrl- wohnungen in Preußen, legt in Der Zett vom 29. Dezember 1928 bis zum 18. Januar 1929 weitere Pfandbriefe und Kommunal-Obligationen zur öffentlichen Zeichnung auf. Die Anftalt bietet, laui Veröffentlichung im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes. 3 000 000 Mk. 6vkozentige Gold- inark-Psandbriefe der Reihe XV zum Dorzugs- kurse von 97' 2 Prozent: 1 000 000 Mk. Iprozen- tige Goldmark-Pfandbriefe Der Reihe X zum Vorzugskurse von 89,50 Prozent zum Kaufe an. Außerdem werden 1000 000 Mk. 8prozentige Goldmark-Kommunal-Oblig2tion:n D?r Reihe XIV zum Vorzugsturse von 95 - Prozent zum Verkauf gestellt. Sämtliche Werte sind reichsmündel sicher und werden an den Börsen in Berlin und Frankfurt a. M. amtlich notiert. Die Goldmarkpfandbriefe der Reihe X und die Goldmark-Kommunal- Obligationen Reihe XIV finD bei Der Reichs bank in Klasse A beleihbar. Die Lombardfähigkeit Der Reihe XV ist beantragt. * Waggonfabrik A. - G., Her Dingen (Rhei n). Der Auffichtsrat beschloß. Der auf Den 22. Januar 1929 nach Düsseldorf einzuberu- fenden Generalversammlung Die Verteilung einer Dividende von 7 Prozent vorzuschlagen. * Preiserhöhung fürMessingbleche und -ftangen. Dis Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher QlZeffingtoerEe in Köln teilt mit: Entsprechend Den gestiegenen Küpser- und Zinkpreisen werden die Grundpreise für Messingbleche mit Wirkung ab 28. Dez. auf 169 Mark, für Messingstangen auf 148 Mark erhöht. frankfurter Börse Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers-. Frankfurt a. M., 28. Dez. Tendenz: befestigt. Zu Beginn der heutigen Börse machte sich allgemein ein freundlicheres Aussehen bemerkbar. Der feste Schluß Der gestrigen Neuyorker Börse, obwohl Der Tagesgeldsatz mit 13 v. H. am dortigen Platze weiter stark angespannt war, regte an. Auch der verhältnismäßig flüssige Geldmarkt am hiesigen Platze trotz des bevorstehenden U'limos übte einen günstigen Einfluß aus. Es kam nur wenig Material heraus, das ohne Schwierigkeiten aufae- nommen wurde. Im Vordergründe des Interesses standen Elektrowerte und Farben. Angeregt durch verschiedene eintreffende Orders von außen her schritt auch die Spekulation zu größeren Deckungen, und bei den meisten Werten konnten gegenüber der gestrigen Abendbörse Kursbesserungen bis zu 5 o. H. festgestellt werden. Auch für Montanwerte, Da hier Gerüchte von Kapitalerhöhungen und Der Streik im französischen Bergbau (Loire- qebiet) günstig wirkten, machte sich stärkere Nachfrage geltend. Bei lebhafteren Umsätzen konnten Gesfürel 5 v.H., Licht 8- Kraft und Siemens je 2 o. H. anziehen. Montanwerte waren durchweg bis 3 v. H. gebessert. Bei vermehrtem Umsätze waren J.-G.-Farben nur 0,75 v. H. erhöht. Banken still, aber ebenfalls gebessert. Erholt und lebhafter gefragt waren noch Kaliwerte. Aschersleben eröffneten 5,5 v. H., Westeregeln 4,75 o. H. und Salzdet- furtf) 3 v. H. höher. Interesse bestand noch für Warenhausaktien. Karstadt etwa 3 v.H. fester. Am Rentenmarkt war das Geschäft still. Im Verlaufe wurde das Geschäft aber kleiner und beschränkte sich nur auf Spezialwerte. Die Tendenz konnte sich weiter etwas befestigen, und es traten durchweg neue Kurserholungen bis 1,5 v. H. ein. Lebhafter gefragt waren Otavi-Minen, bei einem Kurse von 65,25 v.H. Geld auf die Kupferpreiserhöhung. J.-G.-Farben traten in den Hintergrund, waren aber weiter eine Kleinigkeit erhöht. Schlickert plus 1,5 v. H., Siemens weitere 2,5 v. H. hoher. Auch Kaliwerte weiter verlangt, da hier die im Januar ftattfinbenbc Generalversammlung von Salzdetfurth anregte. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 6 v. H. unverändert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1978, gegen Pfund 20,382, London gegen Kabel 4,8565, gegen Paris 124,00, Madrid 29,77, Mailand 92,66, Holland 12,0775. BerUner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 28. Dez. Die heutige Börse zeigte eine freundlichere Tendenz. Es lagen heute versttmmende Momente nicht vor. Die Neuyorker Börse hatte zwar anfangs unter der weiteren Geldversteifung zu leiden, schloß aber fest. Der Geldmarkt lag hier etwas leichter, wenn auch die Sätze unverändert blieben. Tagesgeld 5,5 bis 7,5 o. H., Monatsgeld 9 bis 10 v. H., Geld über Ultimo 8,5 bis 10 v.H. Das Geschäft war im allgemeinen nicht erheblich, wenn es auch lebhafter als an den Vortagen war. Es waren einige Kauforders, besonders für Spezialwerte, eingetroffen. Auch vom Auslande (Amerika) lagen Kauforders vor, die aber, da sie niedrig limitiert waren, meist nicht zur Ausführung kamen. Das Hauptinteresse konzen- Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimm.en Mtttcllun- gen, Lösungen ufto sind zu richten an Die Schach- redaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Rr. 193. Don 3. Möller. 6 5 3 2 8 4 7 b b 3 8 7 5 2 6 4 Schwarz, d e 2 n a b c d e f Weiß. Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Ka8; Db2; Td4; Ld8, f7; Sg3; Bb3, c2. Schwarz: 11 Steine. Ke5; LbB, H5; Ba2, a6, c7, c5, e3, g4, g6, h6. Endspiel Nr. 67. Don K. QL L. KubbeL Schwarz. 3 2 8 6 5 a b b c d d e 2 8 h 8 6 3 D 2 4 Weiß am Zuge erzwingt Den Gewinn. Weiß: 6 Steine. Kf3; Ddl; La5; Bc2, f2, g2. Schwarz: 7 Steine. Ka4; Dg8; Sf8; Bb7, d7, e5, g7. Eine sehr elegante Studie! Lösung des Problems Nr. 190. Don Dr. F. Rduch. 1. Ke3-f2! (Mit der Drohung 2. Te5+ ufto.). Kd5-c6. 2. Te4-d4+ ufto. 1 . . ., f6-f5. 2. Te4- d44- uito. I. .. ., b5-b4. 2. Dg3 -c7! ufto. c5 - c4. 2. Te4-e3+ ufto. Aus der Schachwelt. Den Kongreß des Deutschen Schachbundes für 1929 hat die Stadt Duisburg übernommen. Außer einem nationalen Mersterturnier (geplant war ein internationales Turnier) sollen Drei Haupt- turniere von je 24 Spielern stattfmden, da man wegen des Friedens mit Berlin einen Massenandrang besonders zu diesen Turnieren erwartet. Dcr Kongreß tagt in der zweiten Juli- hälstr. Spiellokal ist die Tonhalle. 3m Wettkampf Wagner — Schonmann siegte Wagnrr mit 4-7, —1, bei 11 Remisen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom llrePükttonStisch. Zustände. .Wo ist Erich?" ,Er muß sitzen" .Warums .Weil er gestanden hat." Starker Tobak. Neulich fuhr ich im 0-Zug von Dresden nach Leipzig. Hatte mir eben eine vorzügliche Zigarre angesteckt, da begann eine Frau mir gegenüber zu protestieren. Dicht bei Eorbetha sagte sie: »Sie werden sofort Die Zigarre fort teerten, sonst ziehe ich die Rotbremse." „Olber meine Dame," sage ich, „toarum ereifern Sie sich Denn, wir sitzen doch Im Raucher- coup^?" „3ft mir ganz egal. Ihre Zigarre ist mir viel zu stark, das brauche ich mir nicht gefallen zu lassen!" HnD Dabei war es eine echte Importe zu eine Marck suffzig das Stück. Also, was soll ich sagen, Die Frau springt dicht hinter Eorbetha auf und zieht richtig die Rotletne. »Das ist unmöglich!" »Aber wahr..." „Der Zug hätt auch wirklich auf offener Streike. Der Zugführer kommt hereingestürzt, um den Fall zu untersuchen, und..." .Sie brauchen gar nicht weiter zu erzählen, ich erkläre nochmals: Das ist unmöglich!^ „3a, zum Donnerwetter, weshalb soll denn das unmöglid) sein?" „Weil es nicht passiert fein kann. Der Zug von Dresden nach Leipzig fährt gar nicht über Eorbetha!" (Lust. Bl.) Technischer Fortschritt. „Ra. Syevt Meter, Sie stehen ja so nachdenklich da." „3a. ich überlege eben, tote fabelhaft toeit es doch die Technik gebracht hat. Heute gewinnt man schon Kautabak au8 Der Luft." „Kautabak aus Der Lust? Unmöglich!" »Doch möglich! Eben ist der Zeppelin über mich hinteeggefahren. und da ist mir dieser Happen hier auf den Kopf geflogen." (Lust. Bl.) trierte sich aber auf Mannesmann, bei Denen man Die bekannten Gerüchte von einer Kapitalerhöhung und Der gleichen Dividende wie im Vorjahre anführte. Montanwerie waren auf Den Bericht Des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute für 1928 angeregt. Hoeich und Köln-Neuessen wurDen auf Die heute ftattfinbenbe Generalversammlung etwas leb- nafter gesucht. Stolberger Zink lagen 5 v.H. fester. In Warenhauswerten entwickelte sich etwas große- res Geschäft. Karstadt waren auf Das Bezugsrecht gefragt. Kc.liwette, besonDers Salzdetfurth, konnten auf die Anfang Januar ftaitfinDenDe Generalversammlung bis 9 v.H. anziehen. Auch Farben waren lebhafter und fest. Zu erwähnen wären noch Bemberg, Waldhof, Deutsche Linoleum, Schu- bett & Salzer, Elektrowerte unter Führung von Gesfürel, Olavi und Mansfelder auf die Kupfer- prciserhöhuna. 5)eute wurden erstmalig Mitteldeutsche Stahl, R. W. E., Schlesische Zement per Termin gehandelt. Deutsche Anleihen kaum gehalten. Ausländer uneinheitlich. Anatolier schwächer. Pfandbriefmarkt behauptet, etwas lebhafter. Im Verlaufe blieb die Tendenz freundlich, es ergaben sich weitere Kursgewinne bis zu 2 v. H. Siemens lebhaft und 4 v.H. höher. Salzdetfurth erneut 6 o. H. fester. Frankfurter Gk-TciSciiimc. Eigene Drohtmeldang des „Gießener Anzeigers*. Frankfurt 71 214.5 139 335 MUg. Stuqdx C.T|en'xiyn . öombacQ-ämrnfo fiafet . pawb -172.3. 103 l lb4 *72 173.5 245... :»5. -91.. 172 "4 *72.75 216 141.5 I 535,5 Werfen. 27 De:ember tjraniöfiftöc .'toten HT733 ßo(Inn6ifdit 'Roten . . . . 168,21 Italienische Noten ...... 41.91 21,99 Norwegische Noten ■ ... Ul.-3 113,07 Deuksch-Oestrrr, 6 lk» fronen 58,83 59.17 Numänitche Noten...... 4,5;$ 2,55 Schwedische Noten ..... 112,23 * I2,i>7 Schweiier Noten ...... S0.8: 81.14 Svanliche Noan..... . 68,2.'. 8,55 Tschechoslowakische Not» . • 12.381 13,141 Ungarische Noten 73,90 ' 1.20 tzrandfurt a. M Berlin Sdjlub-I l.Uhr- Kur» | flur» Sch.vh , Anfang Nur» । flurs 27. 12 | 28. 12 1 27. 12. | 28. 12 Frandsurt a. M Berlin Schlub-I l'Uijr« Sch.uh An,ana ftinre Aur» finr» Rur» Datum: | 27 12. 28 11 27. 12. ! 28 13. a.s.». ...... . 8 IÖT 193.75 191.7.) 194.25 Bergmann . » . . . ? — •230.5 — (Helft. iMcferungee. . • • • 10 182.5 183.75 i79.6o 182,75 Licht uno Rillt . . • • . 10 248 250 245,5 250 .selten 4 Guilleaume. . • • . 6 147 - 146 5 148 ches. |. ölelft. Unteau. • • • 10 203 268 261.1. 268 Hamb. Aclft. i3etN .... 10 — • 153 154 Rhein Elekft. . ..... . 0 — 174 172.75 175 Schlei. Elcktr. . ..... 10 —• 221.5 — Lchucken . ..... . 8 256,75 2.58 253.6 258 Element 4 HaUch . . • • . u J13 120 415 419.75 Transradio . . . • . • • 8 —- — 155,5 — Xlabmeon 6 So.. ..... 10 179,5 178 _ Buderu» ...... . 6 — 83.75 81 Deutsche (htJl...... . 6 — 136,25 «34.65 136.9 Essener Sleinkvhio..... . 8 — — 123,5 127.2» öellcntlrdKna ... 1 K 3- * 1'24 125 122,75 124,5 Harpeaer ....... . 6 138 - 137.25 138 6 Voesch Eilen........ . 8 — 133 132..' ?1ie Bergbau ...... . 8 234 — 231 231.6 Älötfneimerte . •••••* . 7 —* 106,75 106 114.0 Köln Reuesse». . . . . . . . » — 130 131.5 Mannesmann . ...... . 8 131 133,6 130.75 133 7 c Manoselver ...... . 1 — 114.,5 112. v 114,9 Oberschlei «send. Bedatt . . . d ■ — 111 112.75 Oberschles tkokriverle . . e — — 114 107.75 Phontr Bergbau •J1.25 22 91.2. 92 Rbeiniiche Braunlubten 10 281 •281.;. 278 282 'Htietnftahl t. % »* 140,4 140,6 .38,75 141 Riede<1 Montan . . . 74 — 154.5 Bereinigte Ltadlw. .... 6 92,25 — 42.65 •3.5 Otavt Minen ..... Uh — 4.75 3.2. 4. itüli fiicbewlcben .... 10 - 293 285 291 ffcfl yeftetegeln .... 10 4»7.5 >93,73 286 • 292 ,7. palimert SnUfvthretl u 520 528 515 524 3 * .tarDen-jnoetmi . . IX 70.., 71 L 267 72 Donamir -Hebei . . . . b — Lchrideanilalt . . . . . . • 188 189 ^oldschmtvl ...... . 5 97 36.5 97.7. R Ltg er» inerte . ...... . e 105 104.5 103,66 105,25 Metall-esellschnG. ..... u — - tzronksun a. M Berlin Schluß. 1-Uhr. Sch.usj , Änjang Sure Sur* flurs flnre Datum 27 12. 28. 12. | 27 12. | 28 12. *S» H «eichlanleihe u 1927 Lt. «nt.-LblSi.. Schult mit flu* 87,1. — ^7.5 - fti|..tfiid)ien 52,7 — >2,75 ^2.71 $tigl. ahne Auslch.-Rechte ?% firanlf. Htzp.-Bl Soldoi- «r 14.5 — 14,6 14,3 fünobat bis 1932 Jitjentilfbe Hop.-Banl Stau. 90 — WulDDl 81.75 — *• — it.S.H abg SortiiefiO-Cbligaitzm. rürtraLlbo 193» — - i% Schwei, tiuneeeb.-anL. . 90.75 — — - *% Lekterreichische Ooltttt.. . . 32,9 —» 32,25 — MO% Leiten eilbenle..... 2,4 — 2,4 — *% Cetteaei» elnheitl «te. — —* 4% Ungarische Galone. . . 4% Ungarische <£ioaiX. e. 1810 LS — 25,9 26,13 4)4% vesgl. oo* 1913 . . . 4% Ungarische fhcncnrtt.. 24.75 24.75 — 1,85 — 1,95 1,75 4% türt cjollanleihe ». 1911 . . 4% Lürtilch« Äagvadbalw-'chtl, 11,5 11,7 — Serie l — 11.5 __ 4% be-lflL Serie 11 . 11.75 — 11.4 11,9 l% Rumäne* conoetL vite. . . . 10,6 19.75 — — 1K% Xuminen ffiolocml dm 1818 20 —' 27. Dezcmb.r 38 Dezemb r Amtliche Noti rung i!»eld 1 Brlei Ämtlichc 'Jlorienutfl rSetd 1 Brief Smit.. Rott Soen-.LireS Vrss.'Sutw- l£bwtümia ÄoDcnbactn Ctodtiolm fetlfingfot* Jialten . . . London. . • Neuvorl .. Paris.... Schweiz .. öpa ta» • . 88ten tn D-- CeiL adarst ^e?ftab Badavrit. Bul arten r'iHnbon Dan«, »ruft mtn Ätixn Tana da U ra uert) . faire . . 168,58 l,7M -8,37 111,89 112,03 112,49 10,54 21,9-i A),Üf, 4,19-5 1 - ,42 •0.91 8,40 1,928 499 ",07 18,42 ;.38-.i 3,u7 ,029 ‘8,48 •1.41 .,063 '.43a 1,183 4,285 31.875 168,92 1.768 '8,49 112,11 112,-5 112,71 10,57 32,00 30,40 4,2015 16,46 8t,07 >8,54 1,932 -.501 59,19 12,44 7,397 <3,11 -,(K5 18.52 1,57 -,Ui7 6,44.1 1,191 4,284 JO,915 >8.39 111.94 111,92 112.51 10,638 31,95 20, *4 4,1930 16,41 >0.96 >8,39 l,9vü J.498J •9,O'o 12,486 7.-88 73,11 .029 18.5-. >1.42 4.068 1,413 4.18t 4,276 21.88 168,95 1,766 58,41 113.1-. 112.14 112,73 10.568 41.9° 20,40-; •1,2010 16.45 1,13 v8.53 1.934 0.6005 ^9,15 13,448 7.403 <3,45 ,0-4 18.57 ,1.58 3.073 5.436 4,189 4,384 46.fl Berlin, 27 Dezember Wt- Brn Smerikaniiche -Rott» .... 4,176 I7i? rielgtsche Noten ....... J8.18 58,42 Dänische Noten ....... 111,78 112,24 ttnalifäe Hains ....... -9,32 -0.40