Nr. 229 frftes Blatt 178. Jahrgang Zreltag, 28. September 1928 reich««»' 'o,l'ch.«»tz^ Sowniog» iwfc 5«icrtog» Bello ge» ete^eiwi ^amdunbianei fyetieaf im Bild Di« 54)o Qe ■•nais*lqec»treu. 2 9M)$iearh unb 20 Ärld)sp|rentq fir Irflqtt» lohn, auch bei Thd)!rr» scheinen rifljrlntr^ummrn ■nfol^t hebern (BeiralL 3«rn|pttd)an|d)lüH<: 61. 64 »ab 112 SuKftrtfl für Drohen a^ richten HnjtlgtT Gletzr». p»»sche«0Ut0. firairfluri a* Main lIBM GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VrvS vnd Verla-: vrLhl'fche UrtverfilLtr-vich. „d Stctitoriderti H. £angt ti Sietzen. Schnstlettrn- nnb AefchLftrKelle: Z. »M l»)€iore fir 6t« lagtsnenmcr bt» Rachmwa- rorb« Hope fir Sr.jticc» •»■ 27 mm Brru« örtlich 8, an »märt» 10 Reichspleuni-. ftr St- kiamrafueigrn tow 70 n m Brette 35 Sc tfc>pt«miil» Plotzvorschnsi JO* , mehr. CbefrebaktruT Dr trntbr IPilb Cong«. DeranimorlUch für Tohnli Dr Ar Wild Coeat lLr iHeiÜeio» Dr tz Iggnot, für b«n übrigen Teil Srnft Plnmsldein. fir btn Hw- Itigented Aurl Hilmamn, lämtlid) in Stehe» Regierungsarbeii. Don unserer Berlin« Äctkititon. Anfang nädxfter Woche beginnt bte parfa- mcnlarilie Arbeit tm Ernst. Soweit her Reichs- lag in Betracht fomint, tritt allerdings nur der Auswärtige Ausf chuß In Tätigkeit. 2lbcr dort wirb man als Vorspiel für die Aussprache im Plenum ein« kfrr gründliche »cötterung der Haltung uns «er Delegation in Sens und verschiedener damit im öuiammcnpanfl stehender vZwischenläll« vornehmen müssen. Ö4 wird vor allen Dingen Ausgabe des Auswärtigen Ausschusses sain. gründlich in die Privatoer- Handlungen hineinzuleuchten, die bei Ab- gtordn t. DrBreitscheid mit seinem sranzö- sischn P rt igeno s nP uul-Soncour u.d m.t Br ta nd ükr die ^iSumungs rage gcfup.t hat. Vielleicht wird man dann auch Darüber Ausschluß erkalten, warum an Stelle t>;6 answigs in Aussicht genommenen Zentrum»manneS Dr. Kans die Antwort an Briand Gras 'Bern- fiorff erteilt Hit. Es sind darüber verschiedene Versionen im almlaus, über die man Klarheit haben möchte. Wenn auch nur dies« neben dem HauptauS'chuß wichtigste Ausschuß bes Reichstags tag*, so werden doch schSn dadurch verschiedene Abgeordnete all« Parteien zur Reise nach Berlin veranlaßt, und das durite den Anüost wenigstens zu DorslandSsi Hungen der Fiu.tionen geben. 3n sämtlichen Parteien Hit sich leit Beginn bei Sommerpause Stoss genug angesammelt, der beraten werden muß. und eS wird an der Zeit, daß auch hier die ersorderliche Vorarbeit geleistet wird. Bei allen Parteien wird man sich sehr ernstlich mit dem Vorstoß deS Stahlhelms auf das politische Gebiet beschäftigen. Besonders in der Deutschen Volks Partei wird man bald Stellung au bei txränbevten Sachlage nehmen und entscheiden, wie sich die zur Zeit noch dem Stahlhelm nngoörenDtn Abgeordneten der Partei verhalten sollen, nebenbei sei erwähnt. daß noch am Tage vor dem Zukammen- trltt des Auswärtigen Ausschusses des Reichstags die Premierminister der Länder auf Wm s ck, B t):m3 zusam e:tr tm wcrd.m. um den Bericht bei Reichola:i,l.rL und dec deutschen Delegation über Gent c.itgegenzunehmen. Dem Reichspräsidenten h.t Der Reichskanzler iosort nach der Rücüehe von den schlesischen Munövern Bericht erstattet. Weint sc-mil Ine eigentliche Arbeit des Reichstages erst im November beginnt, so begibt sich ter P reußische Landtag schon früh« daran. Der HauptauLlchuß Hal schon seit einiger Zeit getagt, allerdings ohne viel von sich hören zu lassen. Das ist meist ein Zeichen. daß sachlich gearbeitet wird 3n dies r Hmsicht gilt für parlamentarische Körperschaften da- gleiche wie für junge Damen' je weniger man rvn ihnen spricht, desto besser ist ihr Rus. Die Ctatbcratung scheint schon ziemlich gefördert zu sein. 3n dem Augenblick jedoch, in dem der Landtag selbst zu- fammentritt, wird die Sache kritisch. D» rückt Dann ganz von selbst die sehr wichtige Frage der R e u- u n b ilmbilbung der Preußischen Staatsreaierung im Zusammenhang mit der 11 mgeftaltung der Reichsregierung in den Vordergrund. 3m Zentrum ist man sich offenbar noch nicht einig darüber, ob man es nach dem Wunsch des einen Teils bls auf weiteres bei der jetzigen, anfangs nur also provisorisch bezeichneten Zusammensetzung des Reichskabinett- bewenden lassen wlll oder ob man an eine Umgruppierung ernstlich denkt. Aus manchen Anzeichen Äu schließen, scheint der Teil di« Mehrheit zu haben, der gleich jetzt auch das Reicßskabinett umanbem will. Gewichtige Gründe w«den jedoch auch von der anderen Seite für ihr« Auffassung geltend gemacht, und es soll darüber in einer weiteren Sitzung des Zraktivns- vorftandes entschieden werden. Damit stehl bann auch in enger Verbindung die Regie rungsf rage in Preußen. DaS preußische Zentrum hat sich biSb« wenig geneigt gezeigt, auf die Wünsch« der Deutschen Dolkspartei nach entsprechend« Betci'irung an der Staalsregi«ung einzugehen. 3m R.ib dagegen wünscht das 3er.trum die Bet.i.igung der Deutschen VolkSvartei. und von der Rciebs- tagSfraklien wird schon seit längerer Zeit in blekr Richtung auf das preußi dbe Zentrum ein- gewirkt. Daß hier der Schlüs el zur 6ihiahon liegt ist klar, und man darf sich nicht Dadurch täuschen lassen, daß d« sozialdemokra i che Ta- nisterpräsident Braun sich bisher hartnäckig gegen den Einfluß der Deutschen Volkspartei verfchlo'fen hat. Sowie da- Zentrum ein Machtwort spricht, muß es geschehen. Ratüvich sehen die Demokraten allen derar izen J3c rrebun- gen im Reich wie in Preußen mit geheimer Sorge entgegen, denn in jedem jaH HKnen sie die leidtragenden fein, wenn eine Umänderung «folgt. 3m Reich würden fie min- destens einen, in Preußen wabrscheinlich ;we Ministersessel freimachen müssen, denn ihr: Vertretung in den Kabinetten steht im umgekehrten Verhältnis zu der Stär'e der Frak.ion. Der Ausgang der Verhand.imgen :p Preußen wird von entscheidender Bedeutung für die - gäbe eines Votums ersucht. Dis jetzt haben 291 247 Wähln geantwortet und zwar erhielt der republikanische Kandidat Hoover 193 292 Stimmen, der Kandidat der Demotraten. Gouverneur Smith. 92 £55. Da auf den Stammkarten des .Literary Digest" auch angegeben wird, für wen der anonyme iStnfmber bei ber letzten Präsident! ckra f tswahl gestimmt Hal. konnte fettgcfldlt werden, daß über 50 Prozent ber für Smith abgegebenen Stammen von früheren republikanifchen Wählern abgegeben wurden, während umgekehrt Hoover nur 12 Prozent Stimmen von früheren demokrat.fchen Wählern erhielt. Tie Zeitschrift bet anlä ilich d r letzten Pr^s'adentscha tswahl in Ich e 1924 eine ähnliche Prvbeabstimmirng kleineren llm'angs veranstaltet, deren Ergebnis mit den späteren offiziellen Wahlresultaten mit einer Genauigkeit von 99 Prozent überein stimmte. Hai Krankreich den Versailler Vertrag erfüllt? LLon Blum desavouiert den ttenossen Paol-Boncour. Pari», TI. Sept. (DTB.) Cton Blum schreibt heute Im „populairt" über die Rede de» französischen Delegierten beim völkerbuod, de» fo- ziollslifchen Abgeordneten Paul - Loacovr. folgendes: Paul-Boncour nimmt die These an, wonach Jronkrrich beifpiel-weik bereil» durch eine spontane Aktion seine Rüstungen zv Lande b i» zur äußersten Grenze de» rnU der Sicherheit zu oerriobarevden Maße» herabgesetzt hat und dadurch der moralischeoDerpsllch- lang, die im Versailler Vertrag enthalten ist. aachgekommeo ist. „3$ halte", fo erklärt C«ra Blum. JHt These für uns nicht für angebracht, unb ich glaube nicht, daß wir die Arga- mrate. mit denen Daul-Boncoar diese These nnler- stühl bat, aankhmea können. Paul-Boncoar wei^ bester al» irgend kmanb, daß die Herabsetzung de» ständigen Lfsektiobestaabes, d. b, die heeabfetzaag be» ertfcoen Diafles, lebigljch einem militärischen Organisation»- gebavken entspricht, bev bte Erfahrungen be» Kriege» uns aufgezwungen haben, nicht ober einem willen zur Herabsetzung ber milllärischea „Do len lld" Frankreich». Fragen muß man setzt", fo schließ! Eton Blum, „haben bte Regierungen noch den ausrichligeu unb entschloßenen willen, zum Ziele zu kommen? Die Brgtifframg muß roicber «nl- siehen. Der Dille ber Völker muh den willen der Regierungen zwingen, unb zwar oller Regierungen." Neue Besatzungslafl für Landau. Landau. 27. Sept en und 5 über a b l e n solle erweitert werden. 3tallen müsse bann auf seine Forderungen in Tunis verzichten unb alle weiteren Forderungen an Frankreich ausgeben. Unter diesen Umständen solle e» In da» franka-englische Flottenabkommen ausgenommen werben unb Frankreich wolle daraus verzichten, eine £uftbafl» an bet italienischen Front zu bauen. Amerika zu neuen Abrüstungsverhandlungen bereit. Washingtons Antwort zum eiiglifch. französischen Flottenkompromiß. Pari-, 28. Sept. sWTD Funkfpruch.) .Petit Parisien"' glaubt über den Inhalt ber amerikanischen Stellungnahme zum englisch-französischen FlrrtenLompromih mitteüen zu rönnen: Die Washingtoner Regierung bringe lediglich ihr Bedauern zum Ausdruck, diesem Kompromiß nicht Aufttmmen zu können, da es vielleicht den' besonderen Bedürfnissen Grotz-Dritannieirs unb Frankreich entspreche, nicht aber den Rottoend io leiten, denen die Vereinigten Staaten Rechnung tragen müßten. In Erläuterung der Beweggründe dieser Ablehnung hebe die Antwort hervor, die amerikanische Marine könne nicht zulassen, daß die Bc.chränlung des Baues von großen Kreuzern nicht durch eine entsprechende Beschränkung des Baues von leichten Kreuzern, ü n t er f e c b o o t en undHilfs- schissen kompensiert werde, weil die unbegrenzte Zahl von leichten Kriegsschiffen die ^bereinigten Staaten in einen Zustand der Unterlegen beit gegenüber den ^Rächten fetzen würde, die beträchtliche Menge von (leinen Kriegsschiffen und eine zahlr.iche Handelsflotte versuaen. die leicht umgebaut werden könne, und außerdem über Flotten st ützpunkte in allen Teilen der Welt. Die amerikanische Regierung, die also die Aussorderung, dem englisch-französischen Flottenkompromiß beizulveten, ab leb ne. mache keine Anregung hinsichll.ch eines anderen konkreten Planes, lasse aber die Tür zu weiteren Verhandlungen offen und erkläre, daß sie im übrigen bereit sei, jede andere Möglichkeit ins Auge zu fassen, die geeignet wäre, die Herabsetzung der Rüstungen zur See zu erleichtern. Der Doskauer dotschasterposteu. Aus der Suche nach einem Nachfolger für Hraf Brockdorff-Nantzau. Eigene Drahtmeldung be» „Gießener Anzeiger»". Berlin. 28. Sept. Der Tod des Grasen Brockdorff-Rantzau hat. darin sind sich alle Kenner der Verhältnis,« einig, eine außer- ordentlich tiefe Lücke gelassen, die vielleicht schwerer auszufüllen ist als die. die durch den tragischen UnglüdSfa 1 von Maltzans vor ziemlich genau einem Jahre entstand. An seiner Person hingen zu einem guten Teil die deutschen Beziehungen zu Sowletruhlcmd. Daran wurde nichts dadurch geändert, dah er der Gc- samtpolitil des Auswärtigen Amte; manchmal widersprach. Es ist ihm von Stresemann. mit dem ibn da- beste persönliche Verhältnis mit gegenseitigem vollem Verständnis verband, gedankt worden, daß er feine Auffassung spe.teil gegen Locarno und b l e Dölkerbund- pol itik, stet- offen au in Ausdruck gebracht bat. In Versailles tatsächlich zusammengcbrochen. bat er die große Ausgabe, die ihm nachher in Rußland gestellt war. erfüllt und auf die Sowjets den stärksten Eindruck gemacht. Wenn feinem ausgezeichneten Der hältniSzu Tschitscherin nicht das gesamte deuisch-rus.ische Verbälinis entsprach und es die bekannten Zlvi chcnsälle und Reibungen gegeben hat. fo ist das nur bezeichnend für Ne schon öfter gekennzeichnete Kr:'e der d'utsch-russiscben Politik, den biufij zu:ag- tretenden Dualismus zwischen dem Volkskommissariat des Auswärtigen und der innerrussischen Organisation. Wenn nun nach dem geeigneten Nachfolger des dahingeoangenen Grasen Ausschau gehalten wird, so macht sich leibet ein Mangel an dafür in Frage kommenden Führer- Persönlichkeiten bemerkbar. Hm so mehr ist die göhte Vorsicht am Platze. Man kann r mtr ganz besonder- wünschen, daß der ichsaußenmlnister. der bic Auswahl selbst vornehmen will, eine glückliche Hand hat. Jede ilefcerellimg wäre gefährlich, und man kann darum nach Lage der Dinge annehmen, daß die Entscheidung nicht sobald fallen wird. Das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen. Forderungen der deulfchen vauernvereine Berlin. 27. Sept. (WTB.) Die Herbst» tagung der Vereinigung der deutschen Bauernvereine nahm nach eingehender Debatte eine Entschließung an. in ber eS u. a. heißt: „<$£< ist eine Pflicht des Staates, das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen, das auf dem Dege btr Selbsthilfe geschaffen wurde, in feinem Wiederaufbau zu unterstützen. Der in dem Rotvrogramm für die Rationali ftrung deS Genossenschaftswesens aus- geworfene Betrag von 25 Millionen muß erhöht werden, bamit der durch die Krieas» und Rachkriegsxeit verhinderte Wiederaufbau alsbald ermöglicht wird. Die Bauernvereine sind jedoch der Meinung, daß bei einem Wiederaufbau eine gewisse Vereinheitlichung zweckdienlich ist. Jedoch lehnen sie den Gedanken ab, die Rationalisierung nur in einer Zentralisierung zu sehen. Der im Genossenschaftswesen liegende Gedanke der Selbsthille ist mit einem staatlichen Druck unvereinbar. Die zum Wiederaufbau deS Genossenschaftswesens ausgeworfenen Gelder werden am schnellsten ihrem Verwendungszweck zug ührt, indem sie an die einzelnen Ge - nosjenschaftSverbände gemäß ihrer Bedeutung verteilt werden. Bei dem Verteilungsschlüssel ist die Stärke unb "Bedeutung der Verbandskassen zu berücksichtigen. Den Genossen- schoftsvcrbänden sind für die Verwendung der Gelder Richtlinien zu geben." Eine weitere Entschließung fordert angesichts des für die Arbeit deS Bauern unzureichenden Getreidepreises die Rcichsregierung auf, von ihrer Ermächtigung, die Getreidezölie (1.50 Mk. für Weizen. 1 Mk. für Roggen und Hafer pro Doppelzentner) zu erhöhen, sofort Gebrauch zu machen. Aus dem Hessischen Landtag. Der dritte (Petirionü-) Ausschuß des Hesftschen Landtages hat in seiner Donnerstag-Sitzung daS ihm vorliegende Programm auf- gearbeitet. Dabei wurde ein ZentrunvSantrag. den bäuerlichen Fahrzeugen auf gewissen Straßen Me Beleuchtung bei der Heimsahrt vom Felde zu erlassen, abgelgehnt. — Der Antrag Reiber ($>.) 'us Verlegung der Sommerferien wegen des Ver- fafsun^stages am ll. August wurde mit 4 zu 3 öiü.jnen für erledigt erklärt. — Aus eine E n- gabe deS Deutschen Frauenkampfbundes wird die Regierung ersucht, durch geeignete nahmen die in dieser E.ngabe näh r bezeichneten Mißstände in Literatur. Presse imb öffentlichen Darstellungen nachdrücklichst zu bekämpfen. In diesem 6inne foll auch bx Regierung bei der Reichsregierung rorfteUig werden. Auf einen kommunistischen Antrag hin wird I die Regierung er facht, bei Städten und Gemcin- 1 den dahin vorstellig au werden, daß Exmittierungen von Wobnungsrnhabern et ft mitgenommen werden sollen, wenn Ersatz- wohnungen vorhanden sind. Der Finanzausschuß ist auch heute in seinen Beratungen ein gut Stück weitergekornnren. Ein Bauernound-Antrag, die Kosten des Pumpwerkes für die Entwässerung der 'Jlieberungsgebietc auf die Staatskasse zu übernehmen, wurde mit acht gegen fünf Stimmen abge- lehnt, nachdem die 'Regierung erklärt hatte, daß dies aus finanziellen Gründen nicht möglich fei. Bei dem kommenden Genernlkuturplan soll versucht werden, ob es nicht möglich ist, auf weitere Interesienten- kreise diese Soften umzulegen, die auch von der Entwässerung dieser Gebiete Borteil hatten. — Mit einer Abänderung wird die Regierungsvorlage über die Ermäßigung des Urtundenstempels für Grund st ückska uje von Ausländern in Hessen, die zum Teil noch aus ber Inflationszeit stammt, angenommen. In Zukunft beträgt die Gebühr je nach dem Wert 10 bis 1000 Mark. Der Ausschuß lehnte bann mit neun gegen vier Stimmen einen Antrag Best-Werner und Genossen ob, der die Aenderung des Gesetzes über die Son» dergrbäudesteuer und verschiedene private Lasten bei der Stcuerbeirwffung betrifft. Die Regierung erklärt, daß sie den Zeitpunkt zur Vorlage dieses Gesetzes für ungeeignet halte und auch tea)-- nische Gründe für ihre Haltung maßgebend seien. — Die Regierung wird bann ersucht, bei der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß die Rentenzinfen auf die Reichs koste übernommen werden möchten. — Am Nachmittag wird der Ausschuß gemeinsam mit dem Hauptausschuß eine Besichtigung in Mainz vornehmen. Die Einberufung de» Landtages wird voraussichtlich erst in b« r ersten November- hälfte erfolgen. Aus aller Welt. Hamburg begrüßt feine chilenischen Gäste. Auf dem Hamburger Rathausplatz fand bei schönstem Wetter die Begrüßung der Mannschaft des chilenischen Schulschisses „General 2a- quedano'" durch die Behörden und di« Bevölkerung Hamburgs statt. Vororittaos hatte der Kommandant. Fregattenkapitän Allard, in Begleitung des chilenischen Generalkonsuls dem Präsidenten des Senates einen Besuch abgestattet, der später durch Senator Dr. Bur- chard-Motz, begleitet von Oberregierungsrat Dr. Ahrends, erwidert wurde. Aus dem Marsch vom Hafen nach dem Rathausplatz wurden di« Ehlle- nen von der Bevölkerung freundlich begrüßt. Auf dem RathauSplatz wehten überall die Fahnen und selbst auf den Dächern hatten sich Schaulustige eingefunben. Vor dem Rathaus- Portal hielt Vürgermeifter Dr. Petcr- s e n eine Ansprache, in der er u. a. au-führte: Wir grüßen bic Söhne EhileS al- die Vertreter einer Ration, der Deutschland durch unlösbare Bande der Frcundfchast verbunden ist, und gedenken dankbar ber Treue, mit der das chilenisch« Doll diese Freundschaft auch in schweren Zeiten gehalten hat. Anschließend bracht« Vürgermeistcr Dr. Petersen ein Hock) aus dos chilenische Doll, seine Führer unb feinen Präsidenten, Don SarloS Ibanez, aus. Der Senat gab der ganzen Besatzung ein Essen im RatSwernkeller. Die Reihe der großen, zu Ehren der amerikanischen Gäste vorgesehenen Deran- staltungen eröffnete ein glänzend verlaufener Gefell fchaftsabenb tn den festlich geschmückten Räumen des Llhlenhorstcr Fährhauses, zu dem von Hamburger Wirtschastskreisen geladen war und an dem außer den Offizieren und Kadetten des Schul schiss«« auch Bürgermeister Dr. Petersen in Be- | gldtung mehrerer Senatsmitglieber. sowie Donnerstag. 27. 5ep_l 1928, /"abd; ©wonrnim GMtw» o»«nHdtntewoir» «Schm «VteM-.a ■ " K ScrdWtlA Ox wttee »«e*" «ut m« vi*m P« M* SU he*« >ice Itn gctira •* O'C lm* wm» Ort« ee«jucl<* wf unMr«Uclt« VefWM» ^eucrvu^nviagc. In der Furch« ti«fen Druckes, dre sich vom Allantischen Ozean in nordöstlicher Richtung über Skandinavien und Fimllarrd erstreckt, bewegt sich dir Biscaya-S.örung oltwärts nach Mitteleuropa weiter. Sie wir) uns den bereits anaekündigten W.tterung^um'chlag bringen und trübes Wtetter mit üft.^rschlägm werden vorherrschen. Di« Temperaturen ste gen babei vorläufig an. Voraussage für Samstag: Wolkig bi« bebeckt, Nicberschläge, etwa» wärmer. Witterung»au»sichten für Sonntag: B-cchfelnb wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen kchwonkcnb, jedoch wieder etwa» zuruckgehend, -iegcnfchouer. Lufttemperaturen am 27. September: mittag» 15,2 Grad Celsius, abends 5 Grad Celsius: am -s. Sep» telmbcr: morgen» 4R Grad Eelstu». Maximum 15,7 Grad Eelsius, Minimum 1,3 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 27. September: abend» 11,4 Grad Celsius: am 28. September morgen» 7,7 Grad Celsius. — Sonnen,dteinbauer 8K Stunden. Aus der Pnwmzkashauptsicdt. Vietze», den 28. September 1928. Ga B alt fiel. Cin veines. vergilbte» 'Blatt fiel zu deinen Füften nieder. Gestern, vorgttzern oder heute Lautlo» löste es sich vom jwei, schaukelt« durch die Lust, al» ob e» unenllchlosfen wäre Deichen Platz e» sich erwählen soll, und raschelte er kl bann leise al» e» den Boden berührt. 'Bi# ein leiser Sensor war «». Du wenigsten» empfandest e» io. blidtett nieder aus da» kleine Ding am Dege, fticfnU vielleicht mit dem §utz« daran, und schrutetz werter. Aber c» Halle doch dein« iBcöanfcn au» der gewohnten Bahn g» rUfen. Du iahst hinaus zu den .Zweigen, die in der klaren Herbstlu.t unbeweglich standen, und suchtest nach den Sorben de» Herbste». Mnb wirklich - sie sprachen zu dir. ganz verhalten noch, aber doch schon vernehmlich Dort drünair sich vorwitzig ein gelber 3Ied hervor, banden ve.ftcckll sich ein müde» Rat hinter fahlem Braun. Unb du sannst den 4k rant^ rangen nach. Dar denn ba» nicht vor gestern, weni gsten» kaum viel länger her. dah du dich an den »arten Zweig le in er^rch den Präsidenten be» LandegarbeiUamt- Hefien eriolgt. Taten für 2etn»iafl, 29 Teptember. Sonnenaufgang 5.*5 Ufjr, Sonin nunlergang 17 44 Ubr. — Äonbanfgang 18.0b Uhr. Dtoabunfcrocng 5 21 Uhr (Vollmond» 1758: der englische tfbmiral Nelson in Surnbom- *horpe geboren (gehörten 1805); — 1815: der Maler flnbreas Achenbach in Kaffe! geboren (geftorbea 1010) Vornotucn. Tageßlalendersür Freitag Alice- Schul-Auöste'lung im .'laufe be» 2esr. 'chasls- bertin» (Älubl. - Lich.spielhau» Dahnbv n ratze .Fünf bange Tage". — Astoria-Lichlspie'.e .Schuldig-. — Bom Winterfahrplan der Aeichk- bahn. Die besch'eunigten Personenzüge 767 ^ranlfurt a. Bl.-Kassel. Siesten an 21.0C ab 21.11, unb 768 Kassel—Frankfurt a. M.. Dietzen an 0 30, ab 0 44. werden ab 7. Oktober In zukchlagtzpf sichtige Eiizüge umgewan- drll. Alle übrigen, zur Heil Gicstcn berührenden beschleunigten Perl7>nrnzuge verkehren in den gleichen Plänen al» Personenzüge Weiler. — Die u-3üge 45 OS c«Staben BerUn :lchenlchild an der Doei c- Urif e wurde abaertsten. ein gleiche» Scheid an der Soharnc»stratze bei der Aufiahn zum Stabt- tbeutcr wurde verbogen und au 6 erbe in not ganze Anzahl gelber Wegwcrl rschrlder für den Fahr- brrfebr reschädigt C.< Ist bedauerlich dast man die üblen Bursch.-n. Ne chrr Aohett an heran wertvollen Einrichtungen zum Besten der Allgemeinheu aufloHcn, bi»h?r nicht ermitteln konnte Hrflenttich aellngt ef die WiNetäter noch fett- juftellen unb ihnen einen gehörigen Denkzettel zu geben. Da > Fest der goldenen .stochzeil be« gchcn morgen Sycrr und Frau Oberfl a. D. Baumann, Äepktftrahc 7 wolmhoft. In bester körperlicher und geistiger Rüstigkeit. Die F.rwa (? c b t ü be r Bär. Inhaber Oeorcüb Stern, hat ihr Oeschäst»hau». Markt» strotze 22. m dreimonatiger llmarbflt nach dem Cniwutie unb unter der Baulebung be» Archi- trkten Baurat Schumacher encr durchgreifenden Aeugestaltuni unterzogen Schon kneStrotzen» frort des Hou'eS präsentiert in ihrer fetzigen Siftaltung lehr vorte.Ihaft; an Stelle der trüberen Le nen Schau enller liebt man nun breite und modern g:ha Irne Schauionlterräume. die es eimög. chen. die Warenvorräte be» Hau'e» in w:rkurgsvoller Ark zur öflentl'.chen Schau zu br.niwn. Sm Snnem des VelchäftOhaule» haben Bauherr unb Arch.tekt durch H nzun'hme von zwei Wvh"aingen im zweiten und drillen 6tod urll) be» alten Lrepperchaule» dem Vanzen e;n vd-ltzl neue» Gesicht gegeben 3m Parterre ist der Verkaufsraum durch Be'eikigung einiger Wände und Wnkel we'entlich erweiten unb durch neue Ladenmöb«. erung recht glüdiich ac- haltet worden. Von b e'em Aaume au» führt c ne bequeme Treppe, an deren Seitenwanb zahl- rri-che Muster von Bettstellen auf einen Haupl- ge'chästSzwc g ber Firma Hinweisen, nach den oberen Räumen Mährend man im Parterre QllanufaJurmc.ren, Kleiderstoffe. Mechwaren und AuostallungSari ktl in üb.r ichtiicher Weise zum Verlaus bere tge.eat sieht, findet man im ersten Stock den gtoben Drrtaussraum für Damen- und Herrenkontell.vn. im zweiten Stock den Ber- inuföraum für Belten, tm dritten Stock das große Matratzenloger unb ba» Lager für Sk nberbetten. Federbetten. Steppdecken u'w Um die Waren dem Kunden m würdiger Weise vorzuführen sind die Berkausöräume irberaU geschmackvoll bet- geiichttt unb mit einer wirkung-vollen Beleuch- nuifl austzeslallet. Da» Ge'chÄtohau» wird in feiner tetz.gen Gestalt unserem Hauptgeschäfts- vierte, eine weitere vorteilhafte Bereicherung bringen. Bei bte'er Gelegenheit fet noch regt- filiert da>t die Firma (Darüber Bär letzt feit 40 Jahren besteht, der Inhaber Kaufmann Leopold Stern seit 25 3ahcen in dem Hause tätig ist unb ihm seit 1912 al» alleiniger Ge- schärd» nhober vorsteht. •• Ein^egimentslagdesehe maligen R e s- 3 n s. R e g t s 118 findet am 14. Oktober in tt r b a d) «Odenwald) statt Die Teilnahme an der Beranstastung soll sich diesmal nur auf die Ungehörigen de» ehemaligen Res.-Jnf.-Kegte. 118 erstrecken. " Schädliche amerikanische Sutter- «erste Die Nachrichtenstelle beim Deutschen Landwirtschait-rat teilt mit: »Zu Beginn diese» Monat» sind über Bremen amerikanische Gerstenladungen au» Aeuyork und Baltimore ein- geführt toorb.'ix. die bei der Berfütterung in den deutschen Biehbeständen bereit» schwere Schäbi» flunofn verursacht Hitzen. Die Angelegenheit wirb von den zu^iändigen Argi.rung-stcllen und den ÄerntrHin<3honen untersucht. ®tt Äückltcht betau', da noch beträchtliche Mengen amerika- nifcher 3utt rgerfte nach d u schen Ginfuhrda en 'depimmen. fann ben deutschen Landwirten nur dringend geraten werden, bet de-. 'Berhitterunfl au»ländt'cher friltreger'; en zurzeit grötzte Vorsicht walten zu lassen 3m Adrigen fei aus bte Be' immun gen be» .^ullerwlNei-Gefetze» verwiesen" Preußen. flreii THetzlar. Lützellinden. 27. Sept Qlnein hiesigen •inwcb-iei wurde In einer der letzte i Aächte em Fahrrad au» feiner Scheune heraus gestohlen Der Xütrr konnte bi» teft nicht ermittelt werden O Dornholzhausen. 27. fiept Ihren 84. Geburt»tag feierte die Witwe Anna Elisabeth Beppler. fine der ältesten 9in- wvhncrinnen unsere» Orte» Witwe Bevpler erfreut sich noch PerbdltnUmäbig guter körperlicher und geistiger Gültigkeit. He beteiligt fich noch fkir i.l am K irtofseiar» nachen unb D:cri$t t auch sonst noch Arbeiten in her Landwirttchail Maingau «SN. t3 r a n f f u r t a. Ti.. 27 Sept, «m «in- wochaachmistaa mürben im hiessen 3)auptf>nhn bof der Runffmnler •mH A o r o a t b, auc Ungarn gebürtig, unb brr Spengler Lorrn, odjnie- r i n g au» Darmstadt, beide In Württemberg wohn- haft, f e ft g c n o m m e n Bei ihrer karpertichrii Durchsuchung wurden mehrere * e id) »b a n t- nuten über 100 Reichsmark der Luegabe »am 11 Oktober 1924 vorgefunden, bk ein dlaste.' Aussehen Hoden unb alt FaIschscheine leicht ertennbar sind. Vir fteftgenommrnen behaupten, dir Scheine in Württemberg hergeftellt zu haben, und bi» seist wollen sie nur auf dem Volksfest in ttannftatt ;wei Schein, verausgabt Haden lls ist jedoch anuineljmen, bah auch anderwärts, besonder» In Frankfurt, falsche Scheine zur Ausgabe gelangt sind. Falschgeldemofangrr. die sich bei Weitergabe Der Foischscheine strafbar machen, werden gebeten, Meldung zu erstatten — Auf einer Toilette bei O.Zuge» 7 6, der fahr plan in a big 9 40 Uhr den diesigen yauptbahnhos in der Dichtung Darm- stabt—Mannheim verlätzt. hat fich heute vormittag ein Mann In ben 40er Jahren erschaffen, al» Der Zug gerade bfe Mainbrücke passierte lieber ble Personalien bes cclbftmorber» liegen keine Anhaltspunkte vor. da bei dem loten nicht ein ein- tilget Schriftstück oder dergleichen oorgefunden mar- den ist Der Mann war mit einem blauen Anzüge bekleidet unb gehört onscheinenb ben besseren Ständen an. Die Leiche wurde in Darmstadt von der Polizei beschlagnahmt und au- dem Zuge genommen berliner 23örfe. B c r 11 n , 28. Sept sDIB Funkspruch ) Zm heutigen Frühverkehr ist eine stärkere Publikumsdeteill. fittng noch nicht .-rkenndar Die Spekulation verhält sich abwartend, die Umsätze sind klein. Die letzten Kurse aber eher Meld Farben 267, Clemens .700 unb AEG 191/> (etwa). Arn Devisenmaett nennt man Pari» 124,02, ‘JRailanb '.»2,79, Spanien 29,44. ba» Pfund 485 unb den Dollar 4.1950. Zur GesuDdhäiiiing l»U Weieet CHeMrn. Sonntntirakt e. Tel« pboe Nr. M ..;x. L, •7, >'"r . .. W DfeModezumHen bevorzug} edle, glatte linienfuhrung und gedeckte, Hchteatie terben tinepekhe Auswahl neuer, H E RZ-JCHUH Vzeig! diese Modc\ Herz hat sich auf Gruppen-Pr^ise umgestelltl Beachten Sie bitte unsere acht Schaufenster. MM* IchÜler ob. 2chÜle rui Habet gute Pension inemüiL Alm bei ooUem Aamilkn- anfdilufe in tu. nut bürgert, ftam. -kade b. bdb Schulen unb UmoerL tlHuteCtt. ob. iväter. LwrÄn». n »«764 n. b.Gn.An< Ptn 8n»ti Soin. eebl. Ximmer, Balzcr,Brnuga3e8 [ Mietgesuche | Tuche z. 15 Oktober gut möbliertes Zimmer mir ieoar. Eingang Tchrifil. Lngeb. um. 06729 a. b. Gteh. Ans Landhaus oo klkillksAlllvkiell 4>oi Ulanen unb Echuvven. lofort au uucien nefiutit. •2lHrrb 2 rillte. Bingerbrück a.:Hb. 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Hollen jedoch die hier angebahme Erörterung von gmnblöd ich« Stagen der politischen Führung für wichtig und anregend 3n der heutigen Vage unterer Politik erscheint H immer wieder einmal geboten, an da- alte banale Wort zu erinnern: Man soll niemalt .niemals" sagen. 3n der Politik gibt es die Worte .niemals" und .unmöglich" nur in der Verbindung: 5<* ist niemals unmöglich daft gerade da» Unerwartete etnlritt. Dar es schon ein schwerer Fehler der össentlichen und der amtlichen Meinung Im alten Deutschland anzu- nehmen. daß □Hadcillaife und Zareichymne sich nie auf einen Ton würden abftimmen lassen, so wurde es in der Zeit der Aktivierung deutscher Orient Politik vollend» äu unserem Berhängnis, daß der hinter den Kulissen aUgctoaPiae Gehevn» rat Holstein zäh an dem Glauben sestyielt, rufsi- scher 'Bär und britischer Walfisch würden stch niemals auf einem gemeinsamen Boden treffen können. Anderseits gereichte es der deutschen Außenpolitik nicht zum Bort cd. baß Oesterreich allzu sorglos aus unsere unbedingte .Nibelungentreue" rechnen konnte, weil bte Führung im Bunde dadurch Berlin entglitt. Gewiß. e» gibt gerade b2Ute für uns Deutsche manches .niemals", an dem wir mit aller Gni- schiedenhcit festhalten möchten, wie beispielsweise gegenüber dem Berlangen nach einem Ost- Locarno Leider aber müssen wir uns gegenwärtig halten, baß in den kehlen 10 Zähren da» deutsche .Niemals" außerordentlich an Kredit verloren hat. ®t haben in dieser Zeit allzuviel Wendigkeit gcAcigt, wo Stetigkeit dringend geboten gcio-icn wäre. Dort aber, wo eine arößere Wendigleit am Plahe gewesen wäre, haben wir die ungleich stärkeren Konkurrenten durch Stetigkeit (im Nachgeben und BorauSleisten) allzusehr verwöhnt. Äks seinerzeit der Abgeordnete Scheidern a n n, jedem Deutschen aus b« Seele sprechend, ein deutsches.Niemals" gegenüber dem BcrfaUler Diktat in die symbolische Formel von der verdorrenden Hand kleidete, ging Hermann Mül - 1 e r bin und unterzeichnete. Und nachdem noch iu Beginn dieses 3ahre» Dr. Stresemann Jtegorild) geäußert hatte, dast die uns vertraglich zustehende Näumung der Nheinlande keines- salls zu einem Kuhhanbelsobjekt gemacht werden dürste, reiste derselbe Hermann Müller rmch G«.f und sagte: Niemals werden wir Nheinlandräumungen und NcparationSfrage miteinander verknilpsen lassen — also wann sehen wir uns an zwei getrennte Tische zu parallelen Berhand- lungen? Und zum Uebersluh diktierte derselbe Hermann Müller bann noch dem Grafen Bernstorfs en Gegensatz zu seiner eigenen vorher m Gens gehaltenen Nebe über bte Äbrüftungs- frage den Umfall in bezug auf eine deutsche Forderung, die unser stärkstes Necht in dem uns sonst so rechtlos machenden Berfaillcr Diktat enthält. Daß wir in einem Moment, in dem Amerika durch die Öabotierung des Abrüstungsgedankens von feiten Englands und Frankreichs in engster Gemeinschaft so stark verschnupft war, durch unsere Stimmet Haltung die Gegner Amerikas mittelbar unterstützten und Paul-Boncour den Tveg fretaaben, ist abermals eine unbegreifliche Wenbigkett an einer Stelle, an ber politische Stetigkeit unbedingt zu erwarten gewesen wäre Es mag daran erinnert werden, dah in dem Augenblick, in dem die letzten Genfer Berhand- lungen auf ein vollkommen totes Geleise gekommen zu fein schienen, die deutsche Äirt- schast unter Führung des Neichsverbandes ber Deutschen 3nbuftrie mit ber Gründung eine« großen NuhlanbauSschusseS vor bie Oef k ent licht eit trat. Damit übernahm die B&irt- schaft eine ähnliche 3niliakive, wie sie die Politik seinerzeit ergriffen hatte, als mitten in den Stockungen der Berhanblungen von Genua die nicht deutschen Konserenzmllglieder durch das Osterabkommen von Napallo überrascht wurden. Ludwig Nichter. 3n seinem 125. Geburtstage. Don Adolf )ungjohann. Der Klang fernes Namens löst Erinnerung aus Der Men'ch unserer Tage mit der ver- standesmäh.g.sach.ichen Einstellung muh sich, wenn dieser Maler genannt wird, zuerst einmal umstellen. Der Name Ludw g Nichlcr gehört bereit» zu Gmpsindungsgeb:eten. bie in ben heutigen künstleri'chen Programmen nicht berührt werden, unb bie sich inzwischen selbst berjenige, ber sich häufiger mit Kunstdingen bekräftigt (ober gerade er), durch historischen Nüdblid vergegenwärtigen muß. Man entsinnt sich bann wohl der Kinbcrjahre und was so mit dieser gefühlsreicheren, soll man sagen: eigentlich menschlicheren Zeit zu- fammenbängt. Stellen wir zuerst einmal fest, dah wir unfl diese» Freundes unserer 3ugenb» zeit, oder bester gesagt: jener Schwarz-7D«H. Zeichnungen. die feinen Namen tragen, wohl zu erinnern wissen. Bei Einigen, bereit besonders geartete Smp- findsamkeit solche Zugenbeinbrücke bleibend« im Sitm behielt, werden sich wahrscheinlich de» weiteren manche Borstellung c.nftcllen, die der Wesensbesnmmung diese» Malers und Zeichner» ernt handfestere Greifbarkeit geben. Sr ist für fit ber vollstümllcbe wpllch deutsche Illustrator, der treuherzige und behagliche Märchen- und Idvllenschilderer. dessen remliche Linienkunst in ihrer wohlwollenden Gesinnung und kiesen Inner- achkeit manchem der Stillen im Lande" die gesuchte Erbauung brachte. Ludwig Nicht«» Gedächtnis wird schliehlich bei demjenigen am eindringlichsten bewahrt fein, der sich auher in seine maorischen und zeichnerischen Schöpfungen auch in ferne bekannte literarische Hinterlastenschaft vergelt hat: m die Lebenserinnerungen eines bern'chen Malers" ( lebte und beste Ausgabe von Lehre: Berlin 1922k ein an menschlichen und künstler.schen Srkennrnissen erstaunlich reiches Künftlerbuch. daS m feiner Art und Bedeutung mit den ..Iugenderinnerun» gen eines alten Mannes" feines Freundes Wil- Die Politik und die im Hinblick aus ihre well- wlrtschaftlichen Nerbinbungen in engem Zusammenhänge mit brr Auhenpvlltil stehe.de 2birt- schaft darf bei den Gegen-Kontrahenlen niemals ein: überraschende Wendung für unmöglich halten. Sie dar! aber auch ihrerseits nicht den iSinbrud erwecken, als ob ihr selbst nicht entsprechende Wendiglell möglich wäre Wieviel Kartenhäuser find doch in Deutschland nach Kriegsende aufgebaut worden unter ber Bor- aussetzung. bah bte Gegensätze zwischen England und Frankreich immer weiter auseinaiider- flaffen müßten. Und doch sah bie 'Welt sich plötzlich vor die Tatsache der durch das flotten- abfommen erneuerten und vertief ten Entente gestellt "weder für un» selbst noch etwa vor den Ohren d:s Auslandes dürfen wir den Ltanb- punkt vertreten, dah es für uns nur eine politisch und wirilcha'tlich mögliche Nichtlinie gäbe Stets müssen wir darauf l>^ufam nenarbeiten mit Südamerika. Südafrika und Wien Feinstes Fingerli itzcngc ühl der diplomatischen wie der wrrtscha'tlichen Führer gehört dazu. )e- weil» zwischen den beiden wichtigsten Geboten der Stetigleit und der Bknbigleit richtig z u wählen. Die dbautfeure de» Personenautos ber Außenpolitik und des Lastkra.twa icns der 'Wirtschaft müssen gleichermaßen, wenn die Wagen int internationalen Wettrennen nicht auf bem letzten Platz ihrer Klasse enden ober gar ju Bruch gehen sollen, auf freier Ötrede Stetigkeit ber Führung, bei jeder Weggabelung aber blitzschnell äußerste Wen dig- keit im Entschluß zum Umlenken be- weifen. Ebenso gibt e» in ber Politik neben der Mö lichkeit einem BertrauensrerhältniS zu den im Böllerbund |ührenben Mächten den Boden au bereiten, bie anderen Möglich eiten, die Oppo- siton ber unterdrückten Böll'e zu führen oder aus die Seite der draußen gcbliebenet zu treten. C» gibt nicht nur viele Staaten in Suro'.xr mit abweichenden und gegensätzlichen Znteres en — eS gibt auch starke Mächte außerhalb Europa». die mit in Nechnunq zu stellen sind. Etwa notwendige Bersuche Politischer Umstellung können in unserer Zeit der Tech ill und de» gewaltig beschleunigten Berichts wertvolle Unterstützung von ber Seite der Wirtschaft finden, wenn sich neue Möglichkeiten der PrvdullionSerschließung und bc» Ausbau- von Absatzmärkten ergehen. Mussolinis Kalender. Bon unserem römischen E-Äorrefponbenten. . Nom, Gnbe Septenrber. 2- ist immer gut, ein für allemal zu wissen, an welchem Nagel bas Festkleid hängt. Der Hausherr in Italien hat eine ganze Neihe solcher patriotischer Nägel eingeschlagen unb hangt jedes 3ahr ein: bebeutsame Tatsache daran. Wenn man im frommen Oesterreich klagt, daß bie Marientage gehen unb bte roten Tage kommen, wenn man In ber Schweiz festgestellt hat, daß die Festseuche sogar zwischen den Feiertagen auftritt, so darf der Mann im schwarzen Hemd glüdlich gepriesen werden, denn ihm sind zu ben religiösen ein halbe» Dutzend oder mehr nationaler Feiertage beschert worden, an denen ihm überdies der Duce ein Geschenk überreicht. Da wäre einmal, um den reformierten Kalender durchzubtättern, der 24 März, ber GründungSlag ber Fasci, bann der 21. Avrll als Geburtstag von Nom, verschmolzen mit bem Arbeitsfeiertag, ben ber alle Kalender am 1. Mai feierte, an die .strahlenden Tage de- Mai", an den KriegSerklärungStag nämlich erinnert der 24. unb folgerichtig der 4. November an den glücklichen KrieaSausgang. Borher wird noch ber 20. September gefeiert, der <3rinnenmg6tag an den Einzug der italienischen Truppen in Nom, unb natürlich vor allem ber 26. Oktober, der 29. und 30. Oktober, bie Tage de» anderen Marsche» auf Nom. Die meisten Geschenke erhält Nom an seinem Geburtstag, im üppigsten Frühling. Da werden. Grundsteine gelegt zu sozialen Nkrlcn aller Art, da fährt der Spaten in die Erde, um wieder ein Stück bc» antiken Glanzes hervorzuholen. da beginnt man mit Straßendurch- brüchen unb Wasserleitungen unb Schi.nenlegen für neue Bahnen Die letzten Oktobertage hingegen bringen mit Borlicbe Denkmalsenlhüllun- gen, Srössnungsfeierlichkcllen, kurz: Bollen- bung. .Da» faserstische Negime ist ein Negirne ber Taten." Man darf den symbolischen Wert solcher positiver Handlungen bei dem empfänglichen Bolke deS Südens nicht gering anschlagen. Mussolini ist ein guter Psychologe. Diesmal hat er gleich für den Nest des Anno VI und für bas ganze Anno VII — diese Zahreszählung feit der Nevolution ist nicht etwa ein Gebrauchsgegenstanb für daS Festreb- nerpult. sondern amtlich unb obligatorrsch — die Taten angekündigt. bie an ben genannten National ci er tagen unternommen ire Den, unb versichert, sein Arbeits?rogramm stche in ben Grundzügen auch schon für d S 3ahr Vlli unb IX fest. WaS bringt es uns? Zunächst einmal werben am 1. Oktober zehn- tauscnb Arbeiter auf bie Straßen losgelassen. Die Straßen finb, nach Mussolini, bet dunkle Punkt im Hellen fascistischen Staat. _3m Sturme wird diese» Heer bie Front ber ersten 1600 Kilometer nehmenI" Eine zweite Arbeiterdivision wird für Sonderst raßen an gesetzt, wie die (bis jetzt so gut wie unfahrbare) Straße Nom—Neapel mit ihrer Autobahnverlängerung nach Valermo, die Autostraße Triest—Turm und die Nivlerastraße Genua-Bentimiglia. Man lärm wirklich nicht behaupten, daß diese Arbeiten überilüffig feien. Nom ist eher von einem Netz von Flußbetten umflarnmcrt, als der strahlende Kern eine» StraßenstemS Aber bereit» am 23. Oktober soll die prachtvolle Bia bei Mara, die Autostraße zum Meere bet Ostia, eröffnet werben, bie nacht» über auf ihrer ganzen Länge von 25 Kilometern beleuchtet ist wie ein Stabtkorso. Um alle Geschenke und Feierlichkeiten unter- zubringen, wirb Heu« schon der Borabenb des NommarscheS. ber 27. Oktober, her angezogen. Da gibt es unter anderem ein niedagewesenes Autodafe. Bor bem Altäre bes Batcrlanbe» am neuen Kapitol versammeln sich bte Spitzen des Staates unb bann nimmt ber Finanzminister ein Bünbel StaatSpapiere. Titel ber öffentlichen Schulb. unb — verbrennt sie. Stumm, feierlich, bei präsentiertem Gewehr. Gleichzeitig wird die Masse ber StaatSpapiere in ben Gasometern von Ostia den Flammen übergeb«:. .Unnötig, bie symbolische unb praktische Bedeutung dieser Tatsache zu unterstreichen." beim von Kügeigen verglichen werden faim, von Denen es auch beeinflußt ist. Was ist eS nun, daß seine Werke und bamii auch feinen Namen während der vergangenen hundert Jahre fo allgemein bekannt gehalten hat? Bekannter al» d.c Namen einer Neihe seiner ZertgeTwss«. von denen manche ihn an artistischem Können überragten. Diese fo lange anhaftende Bollstümlrchkert beruht wohr im wesentlichen barm, bah er sich, ähnlich wie sein großer Borgänger Albrecht Dürer, als schlichter, naiver Menkch in anspruchsloser. ehrlicher Art zu äußern vermochte. Ludwig Nichter schuf toentger für das Auge des Kunstkenners. Sr 'vrach zum Gemüt des einfachen München. "Während seines dreijährigen Aufenthalt» in 3talien (1823—26). bem Ziel der Sehnsucht fast aller damals jungen deutschen Künstler, war e» ihm — trotz schöner Ersolge — klar geworden, daß bie internationale, auf das Herv che. MonumerUale gerichtete Kunst bet Dortigen Landschafter nicht Diejenige Sprache redete, in ber er ausbrücken konnte, was chn über bte Besonderhe.t ber deutschen Landschaft unb ber h::nr*^cn Bewohner auszusagen trieb. Sr erkannte gleichzeitig unb früh genug das Matz 'einer formalen Begabung und die Nichtung feiner eigentlichen Neigung unb wußte sich demgemäß zu besthränkcm. Nach Deutschland zurüdgckehrt. erhielt Nichter in Meißen an der mit der Dresdener Kunstakademie verbundenen Zeichenschule der Por- xeOanmanufaftur die Stelle eines Zeichenlehrers. Die er 7 Jahre ver'ah. Der künstlerische Leiter diese» 3nfühlt» war Der bedeutende Maler G. F. Kersting, besten Enrfluh Nichter noch in ber inftinkriv getroffenen Wahl seines Arbeitsfeldes bestärkt haben wirb. Setn Kersting wie auch Bunge und Ga'par David Friedrich hatten ben üb/.eben Weg nach Nom uiner lasten weil fie bie ®lemenie ihrer Kunst bn eigenen Lande fanden. n besten Landschaftsbi.'d besonders Friedrich •em nordisches Empfinden überau» eindringllch zum Ausdrud brach». Bi» zum Beginn ber bteteiger Jahre hatte Ludwig Nicht« immer noch italienische Loird- schaften. im besonderen au» der rvmachen 6cm- pagna. bevorzugt, bi» ihm im Herbst 1934 auf einer Elbs ah rt der übermächtige Eindruck der Schönhei'ien seines Heimatlandes zum Drlebnis der deutschen Landschaft wurde. Ein Taumel von Schaffenluft läßt ihn nicht zur Nuhe kommen. Aus drrser Ze/t ft am nt auch der skizzierte Entwurf zu dem 1837 vollendeten OelbZb der ..Uebersahvt am Schredenftein". einem seiner besten Werke. Bon b^rser für sein späteres Schassen unb bam/t für feine Beliebtheit im beutfchen Bolle fo bedeutungsvollen künstler/chen Umwandlung schreibt er in seinen „ßeben»ennnerun- gen“: ..Dn bi» zum Krankhaften gesteigerte Sehnsucht nach 3tal;en war von hier an gebrochen, ober verhinderte mich wenigsten» nicht mehr, offene Augen für da» Schöne zu haben, das in meiner Nähe lag." Er fragt sich: „Warum willst du denn in weiter Feme hüben, was du in deiner Nähe haben kannst? Lerne nur, diese Schönheit in ihrer Eigenart ertasten, sie wrrb gefallen, wie sie Dir selbst gefällt" Unb an anderer Stelle heißt eS weiter: „Bon dieser Zeit an wandte sich mein Streben wieder ganz der heimi'chen Natur zu. Alle die tiefgehenden ®inbtücfc au» der Jugendzeit lebten damit wieder auf und erneuten stch an den nämlichen unverwandten Gegenständen, und immer freudiger durchdrang mich dieses neue Leben" Der Erfolg bleibt denn auch nicht aus. Nach Auflö'ung Der Meißener Schule wad er als Profe^or an die Dresdener Akademie berufen, an Der er noch vierzrg Jahre erfolgreich und. wie wir wissen, äuherft produktiv tätig bleibt. Das formal-künstlerische Interesse tritt bei bet Betrachtung seiner in großer Anzahl verbreiteten 9)o l^hbrnttoer off ent lüfrungen in ben meisten Fällen zurück. Bon feinen Gemälden scheinen un» heute Die früheren die künstlerisch bedeutenderen zu fein. Erwähnenswert sind hier be'ondcrS le-.n Bub bes ..Waymann" (1824) (Neue PmaloLhek. München), bann von idallenischen 2anD‘ lindei die dritte siscistifche Aushebung statt 3m Nldrv nach der Zrrfammen etzung des Gro »en Nates, werde ich alle biejeni *en. bie einen tvr- antwortungsvollen Posten b.lvn, nrnh Nom rufen unb Bericht geben unb Neche-,schall abk-j n über bie sechs 3ahre fUcrftischer Herrschall . . o und zu wem ber Duce so spricht? 3it ben nächtlichen Sitzungen des sasciiüsch-n Gin - rate», der sich b*ute morgen, al8 bei Schicksal»- tag des 20. September über ber ewigen Noma au)Dämmerte fclb*r zur obersten Behörde bc* Ötaate» erlärte und Mussolinis Macht Klro entfiel auf einen Augenblick der Griffel, aber nur auf einen Au gen bl Id über die Krv e erhob. Bei allen Gefetzentwür en. die den Thron und bie Thronfolge, bie Macht des König» und seine Privllegien detre 'en. muß fortan zmräch t ber Große Nat gehört werden 3n bidem Nat entscheidet nur eine Stimme bie des Drice, ber Ihn nach Belieben einberufen und ihm beliebige Gesetze zur Unterleidbnunq vorlegen kann. Gewaltig steigt ber Schatten Cäsar» über Nom herauf. Die Frau im Völkerbund. Der Bölkerbunb als eine 3nfiitution zum Zwecke der Erhaltung b.» 5dcbcn5 bi ber ganze., Welt ist u>:nig;ten» feiner 3 Dee nach une feiten eine mensch ich« Einrichtung zur BLtarbclt für bie Frau geeignet, wenigstens soweu ei sich nicht nur um bie Fragen Der hobc-i Polilck handelt. Und Da» ist auch heute ber Fall, wenn wir un» auch nach der bisherigen S.itwlckll.ug erst in ben kleinsten Anfängen bell irden. Die ersten vvrb.-reitenden Sitzungen de» Bunde» im 3obre 1919 In Pari» fandst unter Ausschluß der Frpuen statt. Damals tagte auf Einladung de» internationalen FraurnlongrZ e» unb bei Internationalen Lrga für politische Gleichberechtigung her Frauen eine Berfammlu. g In Pari», bie eine Deputation zu Wilson entsandte. um ihm ihr« Wünsche für bie Ber- tretung Der weiblichen 3ntrrcffen im Böllerbund borAufträgen. Dieser Schritt h.t dann auch den tatsächlichen Erfolg gchrbl. daß in Artikel Z De» Palte» die prinzipiell äußerst wichtt^e Bestimmung formuliert wurde: .Alle Amtsstellen de» Bunde» oder seines Berwaltungsblenfte«, einschließlich des Sekretariats, find Männern und Frauen in gleichtr Weife zugä-glich.' Tatsächlich find auch heute, besonder» im Sekretariat, zahlreiche Frauen bcfchä'tigt, die tcilwei'e auch wichtige leitend? Stellen innehrben. Dagegen find Frauen bisher weder im Nat »och un 3ntcmalionalen Gericht-Hol vertreten gewesen. Zwar haben einige Staaten, unter ihnen Großbritannien. Austr dien, bie skanbinaoi'ch-n Staaten, Numänien unb Deutschland Frauen a-» weibliche Sachverständige ober Lon- bcrmitgliebet In ihrer Delegat on aujgenommen, ohne jedoch daß bisher ein. Frau als Boll- delegierte im Nat erschienen wäre. Deutschland pit 1926 Frau Dr. Gertrud Bäumer in verschiedene Bölkerbundslommll ionen entsandt. schäften Bödlin» an. Bon den Gemälden Der Dresdner Zett wei'en wir noch neben der schon genannten, an Gefühlswerten so reichen, ro- manSr'ch beeinflußten ..Ucberfabrt am Schrecken- ftein“ (1837) kine Hvlzfchnittsolgen. teige Einzelzeichnungen unb seine Gemälde «freuc-n unb bie Itch auch Darin äußert, daß die Stadt Dresden für ihren berühmten unb beliebten Sohn in diesen Tagen eine Gedächtnis- Ausste llung o«anftaltet. kann wohl nicht nur in ber Leichtverständlichkett ihre» Defühlsgehalts beruhen, ilnb auch mehr als in Der gewiß nicht «ttrangigen Künstlerschafl liegt hier bie Ursache in der ehrlichen Netn- her: des sich bewußt mit d« Einfachheit beschek benben, des gütigen Menschen Ludwig Nicht«. Rur Rumänien hat seit 1921 Mademoiselle HÄen Vacar «sko in die Versammlung entsandt, der sie biS hrute angehört. Dor allem aber spielen Frauen in der Verwaltung dcs Völkerbundes eine grobe Rolle. So ist Mih Florence Wilson, die früher einmal an der Eoiumbia- Universität arbeitete, eine der Hauptleitecinnen der immer stärker anwachsenden Völkerbund S b i b l i o t h e f,' die neben den 40 000 Vänden auch eine ausgedeh.ite Zeitschristen- und Zeitungssammlung enthält, während Dr. Gertrud Dixon alS Herausgeberin des Offiziellen Journals eine wichtige Rolle spielt. Wichtige Arbeit wird aber auch von Frauen in den besonderen Kommissionen zur Unterdrückung von Kinderarbeit, der KrieaSaesange- neniürsorge, der öffentlichen Gesundheitspflege und der Verhinderung des internationalen Opiumhandels geleistet. Da ist z. V. Rachel Grow dH, ursprünglich Apothekerin, die später in den Slums von London sozial gearbeitet hat und die wahrend des Krieges in Frankreich und Polen sich der Erforschung und De.Lmpfung von Epidemien widmete und die heute sowohl in der Antiopiumbewegung wie in den Völker« bundSarbeiten für DoUSgesundh.it neben ihrer Freundin Katherine F u r s e sehr aktiv mitwirkt. Weiter must man Frau Dr. Däumer nennen, die sich in Gens internationalen Erziehungsarbeiten widmet, oder die Herzogin von A t h o l l und die Daronin von M o n t e n a ch Ein besonderes Gebiet, wo Frauen wichtige Hilfe leisten, sind daS Internationale Arbeitsamt und di« Internationalen Arbeitskonferenzen. Oberheffen. Landkreis Gießen. D Großen-Linden, 27. Seot. Die Arbeiten am neuen Schulhaus schreiten rüstig voran. Jetzt, nachdem das Erdgeschoß hochgemauert ist, sieht man erst, wie groß di« Slusrnaße des neuen Gebäudes werden. Die hohen Räume de» ganz aus Basalt gearbeiteten Erdgeschosses sollen die Badeeinrichtungen aufnehmen, die in erster Linie für unser« Schuljugend bestimmt sind. • Lollar, 28. Sept. Zu dem gestrigen Bericht über den Einbruchsdiebstahl in dem Konfektionsgeschäft HeibertShausen ist nochzutragen, bah der oder die Diebe folgende Gegenstände gestohlen haben: ein dunkelbrauner Anzug (Große 50), zwei Sportanzüge (grau-lila tariert mit langen Hosen), ein dunkelblauer Anzug, vier Oberhemden, ein grau-braun karierter Mantel (zweireihiger Alster) und Kragen und Krawatten. x W i e s e ck, 27. Sept. Die für nächsten Sonntag vorgesehene Wahl der Kirchen g«- gemeindevertretung braucht nicht statt- zusinden, da nur ein Wahlvorfchlag beim Vorsitzenden deS Kirchenvorstands eingegangen ist. Der Wahlvorschlag enthält die Damen von 50 Personen: dazu noch 10 Ersatzleute. Don sieben Frauen werden fünf gleich in die Gemeindevertretung einziehen. - Alten-Duseck, 27. Sept. Die heutigen Obstversteigerungen an den Provinzial- strahen, sowie in den staatlichen und Freiherr!, von Rabenauschen Gärten fanden unter sehr starker Beteiligung, besonders von auswärtigen Interessenten, statt. Wie in Anbetracht der knappen örntz zu erwarten war, bewegten sich die für Aepfel erzielten Preise in einer bis jetzt wohl kaum erreichten Höhe. Für einzelne Bäume mit gutem Behang wurden bis annähernd 100 Mk. geboten, so daß der Zentner je nach Sorte und Qualität mit 15 biS 25 Mk. bezahlt wurde. Die Preise für Dirnen und Zwetschm bewegten ficfr in mäßigen Grenzen. — Die zur Zeit in vollem Gange bcsindliche Kartoffelernte verspricht In unserer Gemarkung auch In diesem Iah« wieder ein sowohl in Qualität, wie in Quantität sehr befriedigendes Ergebnis. Dg. Drohen-Duseck, 27. Sept. Eine un- ,an genehme Aeberraschung erlebte ein hiesiger Pserdebefitzer, als er aus kurzer (Entfernung mit ansehen muht«, wie plötzlich feine beides, auf der Weide befindlichen Fohlen die Hürde durchbrachen und das Weite suchten. Trotz sofortiger Dachforschungen konnten di« Tiere vor der hereinbrechenden Dacht nicht mehr gefunden werden. Sie verbrachten die Dacht und den nächsten Tag in ungebundener Freiheit. Erst gegen Abend konnte sie ihr De- siher von einem Landwirt in Geilshausen Geld fällt vom Himmel. Vornan von Paul Cmfrerling. Copyright by Earl Duncker, Verlag, Berlin. 3. Fortsetzung Nachdruck verboten. Die Musik begann mit dem Versuch eine» Jazz> band». Man konnte hier alle». RächPen» werden Sie hier Bruckner spielen, dachte Grotteck, indem wieder die alle Lustigkeit Oberhand gewann. War es nicht ajfcnfibet, diesen Detektiv zu sehen, der ein paar Schritte von einem der kapitalsten Verbrechen sah und nicht daran glauben wollte? Er hätte gern gewußt. au» welcher Quelle die Geschichte von dem nerklcideten Räuber stammte. Indessen verrenkte der Geiger auf dem Podium feine verhungerte Gestalt in crquäUeiri Uebermut. Ein Alter, dem man den einstigen Vorstadtkomiker auf Kilometer ansah, lärmte auf seinem Schlagzeug und warf pfiffige Blicke in da» entzückte Publikum. Widerwillen überkroch Grotteck. Was hatte er hier zu suchen? Die Kneipe war doch ein unmög. licher Ort, dumm, dreist und sinnlos wie die Ham- pelmannsmustk dort. Die Leute rochen schlecht. Der Wein zog den Gaumen zusammen und biß in die Magenwande. Der Boden war bespuckt und besät mit Ziaarettenstumrncln, die Tischplatten voller Wein- lachen. Alle» war abstoßend und unwürdig. Hatte er da» früher nicht bemerkt? Dennoch konnte er sich nicht zum Aufbruch entschließen. Zum mindesten wollte er da» Weggehen dieses Okolusmenschen^abwarten. Aber er fühlte schon, daß er bl» zum Schluß hier ausharren würde. Ich muh nüchtern bleiben — dachte er und bestellte doch schon wieder ein neue». Schließlich konnte man hier |a auch nlajt mit leerem Glas sitzen. Sogar Quevedos Freundschaft würde da in die Brüche gehen. Immerhin konnte er mit Befriedigung fest- steüen, daß er keine Trunkenheit spürte. Es gab ja Zeiten, wo die» Zeug wie Medizin wirken muhte Selbst Fährmann würde heute mit ihm zufrieden sein können. Eine ältere Frau, die einen Stoß von Mission*- blättern auf dem 91 nn trug, zwängte sich durch die Gäste. Der Wirt, der solche Belästigung l-lner Gäste nicht gern sah, mußte sie übersehen haben. in Empfang nehmen. Dieser arbribfc auf Feirern Felde in ber Dähe eines Waldes. Plöhllch traten die beiden Ausreißer auS diesem hervor, näherten sich dem Pferds deS Landwirtes und tonnten in Gewahrsam genommen werden. Schaden scheinen dic Tiere auf ihrem Aus luae nicht erlitten zu haben. — Auch in dsr hiesigen Gemeinde war der Dehang der Aepfelbäume sehr gering. So waren die Preise bei starker Dach- srage recht hoch. Für einen Zentner gutes Tafelobst wurden 15 und mehr Mark erzielt. • Reiskirchen, 27. Sept. Am vorigen Sonntag hielt der hiesige Turnverein fein diesjäh- riges Abturnen ab. Die auf beachtlicher Höhe stehenden Leistungen legten Zeugnis ab von der großen Arbeit, die innerhalb des Vereins auf turn- rischem Gebiete geleistet wurde. In den einzelnen Abteilungen wurden folgende Turner die drei ersten Sieger. Oberstufe, Zwölfkampf 1. Philipp Launspach 194 P., gleichzeitig Sieger im Geräteturnen. Dafür wurde ihm der Wanderpreis, eine silberne Medaille, überreicht: 2. Ludwig Schomber 172 P.: 3. Ewald Jünger 159 P. — Mittelstufe, Neun kämpf: 1. Karl Jäger 158 P.: 2. Friedrich Baller 145 P.', 3. Heinrich Boß 141 P. — Unterstufe, Neunkampf: 1. Karl Schon 119 P, 2. Karl Schäfer 110 P., 3. Ernst Seipp 103 P. — Schüler, Sechs- kämpf: 1. Ehristian Möbus 126 P.» 2. Leonhard t Tr«-. S a. Na.. 27. Sept. Der hiesig« Äriegeroerein ..Germania' veranstaltet« auch in diesem Jahre wieder an mehreren Sonntagen ein Preisscheibenschiehen, das von Mitgliedern und Dichtmitgliedern gut besucht war. Den ersten PreL mit 35 Ringen erhre.t Wilhelm Ruhn, Schuhmacher. 2. mit 34 Ringen Wilhelm S u I c r I.. 3. mit 34 Ringen Friedrich Schick. 4. mit 34 Ringen Lehrer Walter, 5. mit 33 Ringen August Walter, 6. m-t 33 Ringen Konrad Amend. 7. mit 33 Ringen Förster Ding. 8. mit 33 Ringen Äcnrab Zecher. 9. m.t 32 Dingen Wilhäm Decker 10. mA 32 Ringen Heinrich Will, 11. mit 32 Ringen Heinrich Schaaf, 12. mit 32 Ringen Heinrich Fritz. — Auch in unserer Gemarkung qt ber Kartoffel! re bs gesunden und angemeldet worden. D e nötigen Maßnahmen dagegen sind getroffen worden. 4 Grünberg, 27. Sept. Aue den jüngsten Gemeinderatsfitzungen ist u. a. folgendes zu berichten: ZuDotstandSarbeiten sollen 1000 Meter Ä?ffelanlagen. Straßenneu- bauten. sowie die Errichtung eines Schwimmbades mit Licht- und Sonnenbad angemeldet werden. Für die Berufsschule (Gewerbeschule) sollen sieben neue Schulbänke und für die Oberrealschule sechs neue Schulbänke an^eschasit werden. Zur Festsetzung der Kanalgebuhren 3utn 8. Oktober erscheint als Winterausgabe -er Taschen-Sahrplan d«s Amrisevs mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen OberheffenS und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen post- und privat-Krastwagenverkehr als koftsrrlsle Gondevgave für die seitherigen Bezieher und für Neubesteller im nächsten Monat. Oer Taschenfahrplan ist wesentlich verbessert und erweitert; er umfaßt jetzt 36 Textseiten in übersichtlicher Anordnung der Haupt-'und Nebenbahnlinien nebst allen Anschlußstrecken. Launspach 111 P.; 8. Karl Mengel 99 P. Um 2 Uhr bewegte sich der Festzug, an dem alle Vereine unseres Dorfes teilnahmen, durch die Straßen des Ortes. Nach der Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Müller, in der er auch des Turnvaters Jahn gedachte, dessen Geburtstag sich in diesem Jahre zum 150. Male jährte, führte die Schülerriege eine Gruppe Freiübungen vor. Anschließend wurde von 12 Turnerinnen und 12 Turnern ein Reigen aufgeführt, der großen Beifall fand. Nicht vergessen seien unsere Gäste, die Turnerinnen aus Wieseck, die ihr Können an den Geräten zeigten, und die beiden hiesigen Gesangvereine, die durch Liedervorträge erfreuten. Der Abend wurde zum großen Teil durch Tanz ausgefüllt. In den Pausen erschienen einigemal die Turnerinnen aus Wieseck mit ihrem Leiter, Herrn Euler, auf der Bühne und erfreuten die Zuschauer durch ihre Tanz- und Singspiele. Kiewening setzte bei ihrem Anblick eine Amts miene auf. Er schnauzte sie an, als habe er sie bei einem Verbrechen ertappt. .Haben Sie eine Legitimation?" Die Frau nickte. „Wollen Sie sie sehen?" „Allerdings. Her mit der Flebbe!" Sie kramte in ihrer Tasche, holte ein Kuvert hervor und entnahm ihm ein beftempclte» Papier, das der Detektiv mißtrauisch pruste. Mit einem Stirnrunzeln gab er es endlich zurück. Arn Ende war er ber einzige am Tisch, der ihr nicht» abkauft«. Grotteck lächelte. Wieviel kriminalistischer Scharf- sinn war da wieder einmal am falschen Platz verschwendet worden! Als der Oeiaer oben auf dem Podium eben zu einem Solo anfehen wollte, sprang Grotteck auf und ging schnellen «chrittes zu ihm, um da» Unglück zu verhüten. Er nahm dem verdutzten Jüngling das Instrument aus der Hand, machte eine lächerlich tiefe Verbeugung vor den Zuhörern und sagte im Ton eines Iahrmarktausschreiers: „Aufgepaht! Es folgt eine Einlage! Die berühmte Romanze des weltbekannten Soendfen, des Hofkomponiften seiner Majestät de» Königs von Finnland und Caalanbl" Die Geige war billig und arg mißbraucht. Aber er entlockte ihr Töne, die hier noch nicht gehört worden waren. Selbst die» Publikum merkte e» und warf mißbilligende Blicke auf die Kellner, die durch die schmalen Gänge zwischen den Tischen einher- stolperten. Ein Unglücklicher, der gerade jetzt niesen mußte, kroch vor Scham in sich zusammen. Als er geendet hatte, brach Beifallssturm los. „Dakapo!" Ichrien die Jünglinge, und ihre Damen warfen verstohlene Blicke auf den neuen Geiger. Die Blicke verrieten, daß er allerhand Chancen hatte. Grotteck reichte Die Geige zurück, tröstete ihren Besitzer mit einer Mark und ging lachend zu seinem Tisch zurück. Kiewening tränt einen Hochachtungsschluck. M wußte gar nicht, baß sie ausübender Künstler sind?" „Bin uh. Aber augenblicklich fte(Iung»Ioe." „Ra, Sie können es ja au?halten.e .Immerhin bin ich erst am Anfang der ersten Million", warf Grotteck übermütig cm. Unb die J)änbc glitten, ohne daß er es wollte, an den Manteltaschen entlang. wird beschlossen, bah von den Häusern, die an kanalisierten Straßen liegen, eine Kanalgebühr bis zu 30 Proz. des zu erhebeirden Wassergeldes (1. bis 4. Date) erhoben wird. Händler, die auf den Grünberger Jahrmärkten Schokolade, Zuckerwaren oder sonstige Waren direkt von ihrem Lastauto aus verkaufen, müssen die vom Gemeindcrat festgesetzten Gebühren von 10 Mk. entrichten, da durch diese schweren Autos der neuhergerichtete Marktplatz schwer beschädigt wird. Der Viehhändler Simon Sternberg von Reislirchen. der Vertrauensmann des ober- hessischen Diehhändlervereins ist, wird zum Mitglied dcr erweiterten Marktkommission in Grünberg gewählt. Die Stadt übernimmt in einem Falle eine Bürgschaft für eine 1. Hypothek, die von der Drzirkssparkasse Grünberg in Höhe von 6603 Mk. gewährt wird, vorbehaltlich der Genehmigung des Krcisamts. Wieder sammelte die Klavierspielerin ein — das Publikum konnte den Kunstgenuß schon bezahlen — aber diesmal ging sie an Grotiecks Tisch vorüber. „Hoho", machte er. „Was ist denn bas?” „Sie haben ja schon für hundert Abende bezahtt", erklärte Kiewening. „Sie Geburtstagskind." Aber die Antwort genügte nicht. Er mußte wissen, warum sie ihn geschnitten hatte. E» war ehrlich erworbene» Geld, was er ihr gegeben hatte, zum Kuckuck. Sie sollt« ihm Rechenschaft ablegen, diese hochmütige Dame. Eigensinnig verbiß er sich in diesen Gedanken. Der Schweiß rann ihm in den Kragen: der Wein machte warm, unb bann war er wohl der einzige in dem überfüllten Lokal, der den Mantel an hatte. Sollte er ihn nicht doch ablegen und zwischen die abgenützten Kleider dort hin hängen? Ja, gerade jetzt. Wäre das nicht der beste Beweis für seine Unschuld? Sehen Sie doch nach, meine Herrschaften, und Sie, Kiebitz, ober wie Sie gleich heißen, wenn Sie die Courage dazu aufbringenI Dieser schlecht nachgemachte Sherlock Holmes würde seine blöden Augen schön aufreißen, wenn er die Banknoten darin fand —. Ein Augenschmaus mußte es fein. Leider bezahlte Kiewening in diesem Augenblick und verabschiedete sich mit freundlichem Lächeln. Grotteck sah ihn durch den Hauptausgang hinaus- wanken — er hatte dem Spanischen doch wohl mehr zugesprochen, als für seinen diskreten Beruf gut war — und verschwinden. Nun war c» unnötig, den kompromittierenden Mantel abzulegen. E» machte sozusagen keinen Spaß mehr. Endlich war auch bas Konzert zu Ende. Die Lichter wurden abgeschwächt unb Quevedo mahnte händereibend zum Aufbruch. „Auf Wiedersehen, Herr Baron. War mir eine Ehre. Und gespielt haben Sie — allerhand Hochachtung!" Seine Pratze drückte Grotteck» Rechte. Nun stand er auf der erhellten Straße, mitten unter laut redenden, animierten Menschen. Die fühle Regenluft umstrich seine Stirn, und er fühlte nun doch die Wirkung des Weins. Er war unschlüssig, wohin er sich wenden sollte Klar war nur. daß er den Mauer gang vermeiden muß... der voller Gesahren war. Halten sich nicht vielleicht der Verfolgt« unb ber Verfolger schon gc- >Holzheim,27 Sept Bei ber hiesigen 53er- fteigerung des Gerneindeobstes wurden ganz ansehnliche Preise erzielt. Für gute Wirtschaft»- und Tafelbirnen, wie „(Tlairgeau" und „Gellert» Butterbirne", zahlte man z. D bis zu 10 Mark für den Zentner, während die „Gute Luise" im Drei» zurückblieb, vielleicht wegen der Schorfslecken, die in diesem Jahre häufig auftreten. Auch bei den 3n>et- schen war eine rege Nachfrage vorhanden. Auswärtige Händler waren nur in geringer Zahl vertreten, der größte Teil des Obstes wurde von hiesigen Händlern gesteigert. Kreis Büdingen. .T Dibda, 27. Sept. Infolge ber ausfallend niedrigen Weizenpreis«. btt sich um 21 Mark pro Doppe'-zentner betoegen, verspürt die Landwirtschaft wenig Deigung, Weizen neuer Ernt« abzusetzen. Selbst etn- gcgangcnc Zahlungsverpflichtungen vermögen sie nicht au bestimmen, das qualitativ ganz hervorragende Getreide zu einem Preile abzulassen, der die Gestehungskosten kaum bedt. In der allgemeinen llnzusriedenh:tt über den Tiefstand der Drotgetreidepre.se werden schon Meinungen laut, man tue kluger, den Weizen yx verfüttern, anstatt auf das Anziehen der Preise zu warten. Das Abwandern des Brotgetreides in die Futtertröge wäre aber sehr zu bedauern, da es gesteigerte Einfuhr ausländischer Erzeugnisse zur FÄge hätte. Man ist geneigt, die mangelnde Dachfrage auf einen Rückgang im Deichrauch Don Weizen- und Roggenbrot zurückzufuhren. KreiS Schotten. )—( RuppertSbura. 27. Sept. Dn Kartoffelernte isi eben hier in vollem Gange. Der Ertrag vst ein guter. Befonberi gut scheinen de ObentooLber Dlauen geworden zu sein. Gastwirt Wagner zeigte dem Schreiber dieser Zeilen eine solch« Kartoffel, die 5 Gramm weniger alS 2 Pfund wog. Änolien von l1/» Pfund Gewicht sind leine Seltenheit. T OberlaiS, 27. Sept. Die Wahl der Kirchengemeindevertreter des Kirchspiels Oberlais-GlaShütten ist für nächsten Sonntag angesetzt worden. Da nur ein Wahlvorschlag in beiden Gemeinden eingereicht ist, unterbleibt die Wahl. In Oberlais sind die bisherigen 18 Gemeindevertreter damit wieder gewählt In Glashütten sind neugewäblt Lehrer L e h m « r und Beigeordneter Grk. Glashütten Hal 12 Kirchen- gemeinde Vertreter. — Im nächsten Jahre feiert der hiesige Gesangverein .Liederfreund" das Fest seines 25jährigen Bestehens. Der Derrin wurde im Jahre 1904 von dem damaligen Lehrer Mohr — jetzt in Dieder-Erlenbach — ins Leben gerufen. — Bei der diesjährigen Aepfelversteigerung der Gemeinde wurden im ganzen 7,20 Mark erzielt. während in früheren Jahren einige hundert Mark erlöst wurden. Auch in den Gemeinden der Umgebung hat cs kaum Aepfel gegeben. T Sichenhausen, 27. Sept. Hier starb der in weiten Kreisen des Vogelsberges bekannte StaatSsörster L R. Louis Strauch. Förster Strauch war über dreißig Jahre hier im Dienst, vorher war er einige Jahre im benachbarten BreungeShain. Gr war hier der Dachsvlg« seines DaterS; sein Dachfolaer ist wiederum fein ältesten Sohn LouiS. der bald nach dem Krieg in das neuer baute Forst hauS bei Kaulstoß einzog. T Herchenhain. 27. Sept. Fruchternte, Grummeternte, Kartoffelernte reichen sich inr diesem Jahre die Hand. Gs hat keine Atempause geben können. Erfreulicherweise steht auch unserem, in Hessen am höchsten gelegenen Dorf eine gute Kartoffelernte bevor. GS gibt viele unb schöne Kartoffeln. Zum erstenmal sieht man in diesem Jahre auf den Kartoffeläckern drei Kartoffelerntemaschinen. Da die Arbeitskräfte gerade hier sehr rar und auch nicht billig sind, bedeutet die Anschassung eines AuSmacherS ganz beträchtliche Grsparni !e bei der Grote, zumal auch die Arbeit sehr schnell von der Stelle geht. Kreis Alsfeld. te* Alsfeld, 27. Sept. Im Zeichensaale bet hiesigen Ober-Realschule sind bk Ergebnisse deS Zeichen - und Malunterrichts tn sämtlichen Klassen und der jüngsten Zett unter bet Leitung des ReaUehrcrs Dotier zu einer Ausstellung vereinigt. Was der Ausstellung ihr besonderes Gepräae verleiht, ist der aus einem großen Teil der Arbeiten erkennbare Trieb bet Zeichner, aus eigenem Grieben und Empfinden einigt, um ihn zu stellen? Er fühlt« sich jäh er' nüchtert, als hätte man ihm einen Kübel kalten Wassers über den erhitzten Kopf gegossen. Eine zierliche Gestatt strich an ihm vorbei, ging wieder zurück unb blieb endlich vor ihm stehen. Er erkannte die Klavierspielerin. .„Kann ich Ihnen mit etwa» bienen?* fragte «r höflich, wie er eine Dame ber Gesellschaft gefragt hätte. Sie schien verlegen. „Ja,* sagte sie bann Äpgemb, „tun Sie io etwas nicht wieder. Ich mein« Da» mit dem Spiel vorhin. Der Geiger ist ein armer Kerl, unb, wenn man sieht, daß er nicht» taugt, wird er womöglich entlassen." ,/3d) werd« es verhindern", sagte er schnell. „Danke. Ich wußte es." Darum blieb sie eigent- lich nach stehen? Worauf wartete sie noch? Plötzlich begriff er, daß sie auf ihn wartete. Nach einem langen Blick in ihr hübstde«, müde» Gesicht fragte er vorsichtig: „Darf ich Sie begleiten?" Sie antwortete nicht gleich. Ihre Blicke schweiften die Straße empor, zum Warenhaus. Grotteck folgte ihrem Blick unb glaubte zu seinem Erstaunen, Kiewening dort flehen zu sehen. Da antwortete sie schnell: „5a, Sie dürfen." • Eine Weite gingen sie stumm nebeneinanbei her. Natürlich war ber Detektiv oben nicht zu sehen. Er hatte ja auch schon vor einer halben Stund« das Alcazar oerlaifen unb lag schon in ben Federn, von neuen (Erfolgen de» Lkolu» träumend. Es war nur eine Täuschung seiner erregten Nerven gewesen. „Sie dürfen nicht schlecht von mir denken", begann sie plötzlich. ..Aber ich bin so allein." E» klang demütig unb schutzsuchend. Vch denke auch nicht schlecht von Ihnen. Ich bin Diel zu eingebildet, um jemand gering ,yu achten, der meine Gesellschaft will. Ist da» nicht klar, Fräulein ...?" „Ich heiße Matthä. Matthä Rebmann. Rein, Sie brauchen sich mir nicht oorzustellen", setzte sie eifrig hinzu, al» er ben Hut zog. „Sie atauben natürlich ich würbe einen falschen Namen sagen, wie? Sie scheinen trübe Erfahrungen gemacht zu haben." (Fortsetzung folgt.) , betau# au schassen Dies kommt besonders $jm Ausdruck in den zahlreichen Ex hbris, die m l ih«n treffenden, zum Teil humorvollen Ideen und deren oriatnedcn V:rarbeitung recht be- achtenSwerie ^ciRunym der Lchüler-r chenkunft ausweisen. DeKtlich erfcnnbare tünftleri Jx Ver- anlogw« zeigen die ?jtb: r- und Tuf chzei chnu ig ' 4in« überaus stattlich« Zusammenstellung von Wappen. Deichs-, Staais- und Famil'cnwappen, mü viel Meist und zeichnenschrm Geschick zu Papier gebracht. (tnfcn in ihrer Farb^ipracht bi« Dufmcrliamkeit des LeichauerS auf sich Öbenfo fesseln da# Interesse dr-' zahlreichen. daS Blumen- maito bevorzugnrden Probe., der Aquarellmalerei, di« faulxrMi Linoleuai chnitte und dre hübschen Altbecttxilen unter Verwendung farbigen Papier# Tie rrichhattrge, roch! übersichtlich geord-- ncu- Qluitficüund ist tvesslich geeignet, d'.e zeich- Tierische '^nlwialung der Schüler und Schule» rinnen und Herr erreichten Grad der Leiitungs- fähigfeit dem Beschauer vor Augen zu führen. •er. Homberg a. d. O hm. 27. Sevt. Dachdem am DvrdauSgana der Stadl, beiderseits der Pro- vinzlalstraste nach Dannenrod Bürgersteige angelegt wurden, soll nun ein weit gröstere# und für die 7lllgc^neinh«it sehr brbnitfam?# Projeft zur Ausführung kommen, die Ähnaltfation. Der Gemeinderat hat da# Projekt eingehend beraten und der Durchführung seine Genehmigung erteilt. Die Arbeiten sind bereit# zum Wetlbe- werb ausgeschrieben. Der Doranschlag der Kana» Wat Um* arbeiten beziffert sich auf 27 50) Mark. Mn der Autsührung dieser Arbeiten ist indirekt auch eine Derbeis^rung de# Zustande# der Strahen verbunden, was von allen Einwohnern sehr be» Ärüfit werden dürfte. ■ In der am Montagabend atlgehabten Sitzung de# Gemeinderates waren zwei frühe« städtische Beamte auf besondere Einladung anwesend, um ihnen für treue Dienste eine besondere Ehre zu erweisen, noch mehr aber, um eine all? Dankesschuld abzutvagen Dem langiahrigen Glöckner und Kirchendiener Lorenz Helm wurde für SSjäbrige treue Dienstzeit eine prächtige, sinnvolle Urkunde, ein- gerahmi und versehen mit der üinterschrift des dcrz«itigcn Stadt Parlaments, durch Bürgermeister Schweiler unter anerkennenden Dorten über- «icht. Sine zweite 11 rfuntre, gleichfalls unter Glas in derselben Ausführung und Ausstattung, wurde dem »rüheven PolizÄdiener Ludwig Kraus IV. für 3Sjührige treue Dienstzeit au#» gehändigt. Die beiden Geehrten dankten sichtlich gerührt für diese Auszeichnung. — Am Montag und die folgenden Tage wurden am hiesigen Bahnhof Zwetsch en eingeladen. Die Obst- verweriungsstelle Luckau ‘31.-ß. kaufte durch den zu diesem Zwecke hier tätigen Dartentnspcktor Berg den Zentner au 6,70 Mk. auf. In der Person bt* Obsthändlers Pfeil (Aaatbaufen) regte sich die Konkurrenz und bot für oen Zentner 8 Mk. Dieses höhere Angebot veranlastte aztch Berg, denselben Preis zu zahlen Da die Zwet- schen hier massenhaft geraten sind, haben die Leute nne gute Einnahme. -er. Au# dem O h m t a l e, 27. Sept. Durch da» vorzügliche Wetter deS HachsommerS war die Grummeternte in kurzer Zeit beendigt. Die Landwirte gingen darum schon frühzeitig an# KartoffelauSmachen. ^Ser arftfttc Xcü davon ist auch damit be«tl# fertig, Ende dieser Woche bürste die Kartoffelernte allenthalben erledigt sein. Der Ertrag muh al# ein guter bezeichnet werden. Die Odenwälder Blaue hat allgemein die am besten entwickelten Früchte gebracht. Das Säen des Winiergetreide# ging mit dem KartosfellutSmachen Hand in Hand. 0 Lehrbach. 27. Sept. Ein überraschend eingetretener Nachtfrost hat viel Schaden in den Gärten, auf den Rübenfeldern und an den Dbftbäumen angerichtet. Gurken, Tomaten, Kür- biss« sind erfroren', die Blätter der Dickwurzeln merklich gedrückt. Zum größten Teil darf aber die Ernte al» berntet gelten. r. O d er - O h men, 27. Sept. Der Gemeinderat beschisst. zur Sinrichtung einer elektrischen Schulheizung bei dnn Leberland- werk um Kostenvoranfchl ig über Anlage und Heizung an-u ragen. Zur BekLmpsung bet Wohnungsnot war vor einigen Wochen der Be- fchlust gesastt worden, «in 00T e 6 r Kamillen- hauS zu erbauen. Zwischenzeitlich eingekretene finanzielle Schwierigkeiten Ile en d s Do:Haden auch in mehreren folgenden Sitzungen scheitern. In der jüngsten Sitzung lag n.m em Schreiben de# ÄretKirnte# vor. da# auf die Orbauima de» vorgesehenen Gebäude# dringt. Au# demfeiben ®runbc, wie m den 'r Sitzungen, lehnte der Gemeinderat bi# Ansinnen ab Buntes Allerlei. Tiere auf dem Lpcrationsltfch. Wenn di.' Alefen und die ge'ürchtetst« Herden der Dierwel! machtlos, grfesfelt oder betäubt der Hand Arztes auig.-lidert warben, der ihnen die Wohltaten der Hctlkunfl zuteil werden lästt, dann ist da# gewin ein ergreifend« Anblick. Bei solchen operativen (Sf.gri sen must der Zoologe mit dem Tierarzt zusammen arbeiten, denn c# werden oft hohe Aniord« ungen an die Tüchtigkeit und den Mut des Behandelnd«:» gestellt. Au# den reichen Erfahrungen, die im Stellingcr Tierpark gesammelt worden sind, teilt Ludwig Zulowsky in .Earl Hagenbecks illustrierter Tier- und Mcnfchenwelt" Interestante# über die rotlben Tiere al» Patienten mit. Stet# ist es notwendig, das kranke Tier oder zum mindesten den kranken Körperteil festzulegen, und da# geschieht auf sehr verschiedenartig« Weife. Bei den g rosten Raubtieren, wie Löwen. Tigern und Bären wird vorzugsweise eine ScficLungo- methvde angewendet, bei der dem Tier die Schlinge eine# starten TaueS um Hals und Vorderbein geworfen und der Kopf durch Heran- ziehem dem Gitter nahegebracht wird. Durch breite Fesselgurte, die über Vorder» und Hinterbeine geschnürt s'nd, wird der Körper aus die Seite gelegt, und init dem zu behandelnden Teil in die Räh« de# Gitter# gebracht, Id bist die Operation von auhen erfolgen kann. Andere Tier« werden in eine so enge Kist« eingeschlossen, da st ihnen keine Gelegenheit zur Bewegung bleibt. Oft werden die Patienten auch mit Hilfe a rost er Holzllappen so in die Snge getrieben, vast ihnen kein Raum zum Entweichen bleibt. Don gewandten Wärtern wird da# Tier gepackt, zu Boden geworfen und mit gröstter Schnelligkeit mit einer groben Holz!lapp« zugedeckt, fo hast e# sich nicht bewegen kann, aber auch keinen Schaden «leidet. Angeschnallt werden nur besonder# bewegliche Tiere, wie die Assen. Bei den groben wehr basten Tieren, an denen gelegentlich Krall« o c.aHoren vorgenommen werden nmssen, grell t der Tierarzt zur Betäubung. Da Gbbroiorm nicht benutzt werden kann, wird dem Patienten, nachdem er 24 Stunden gedurstet hat, Ehloralhydrat in 'Trinkwasser in bestimmter Menge gereicht. Da# Ti« verfall f danach in einen merkwürdigen Dämmerzustand und wird oft völlig betäubt. Bei feineren Operationen werden örtliche Betäubungen mit Rovocain vorgenmmen. Den Löwinnen wtrd Geburtshilfe gckiflct, dem Zahnen der Grost- raubtlere durch Ausziehen der wechselnden Zähn« nachgeholfen. Einem Eisbären wurde in einem Ho'pital zu Utrecht da# gebrochene Hinterbein in Gip# gelegt, worauf da# Ti« nach einigen Wochen wieder in der Manege auf treten konnte. Während manche Raubti«« sich nur schwer betäuben lassen, kann man den Elefanten durch die Zutührung gröber« Mengen von Rum, Kognak od« Arrak leicht in «inen schweren Rauschschlaf versetzen. Der graue Rüsselträg« legt sich nachdem « mehrere Liter Alkohol zu sich genommen hat. behäbig aus den dickhäutigen Bauch und ist dann so bewegungslos, dah « leicht gefesselt und operiert werden kann. Manche Eickanten werden auch mit Ehlvrathhdrat betäubt. Aber nicht Immer find Operationen an Elefanten fo leicht auSzusühren, und es find schon verschiedentlich Aerzte und Wärter dabei um# Leben gekommen. Da sich bei h?r rauhen Haut d« Elefanten. Rashörn« und Fmstplerde häukig Eit« unter der Haut bildet. Io müssen diese Eiteranhäu ungen vielfach ent ernt werden. Bei den Fllchpferden wacher, die Eckzähne manchmal in verkehrter Dichtung in den Rachen. so dah eine Verkürzung unbedingt notwendig ist Man läht dann diese Dickhäuter in einen Knüppel beihen, legt zwei Schlingen seitlich,in den Rachen und bindet ben Uni«- lief« nach unten, den Oberkiefer nach oben sest. Der Tierarzt kann dann leine Arbeit vernichten, ab« bei form überaus festen und glatten Zahnschmelz must mit Feilen vorgrarbeitet w«den, da selbst die stärksten Krwchensägen nicht au#- reichen. Da# deutsche Itzealcrschiss. Wie Graf Luckner mitteilt, hat er seinen Biermost gafselkchrner .Vaterland" verkauft. Er foll völlig umgearbeitet und umgebaut werden, und zwar besteht der Pian. da# Innere in ein Theater zu verwandeln, das deutsche Kunst in aller Welt zeigen soll. In erster Linie ist bc- absichtiat. klassisch« Werke auf dem Theatcrschifs zu spielen. Daneben soll ober auch da# nwdemc Deutschland zu Wort kommen. Auster dem Bühnensaal werden moderne Restaurationsräume in der früheren .Vaterland', die jetzt den Hamen .Ulenspiegel' erhält, elnaerichtet werben. Deutsche# Theater und deutsche Kunst in der Welt zu -eigen, ist zweifellos ein fördern »wertes Ziel, aber es kommt feier keineswegs darauf an. dast man Theater spielt, sondern da# Entscheidende Debet ist. wie c# geschieht Rnr die besten Leistungen würden eine solche AuSsuhr deutscher Kunst, wie sie hi« in dem Theatcrschifs beabsichtigt ist. rechtfertigen können. Di« 'Beurteilung des ganzen Unternehmen# wird also davon abhängen, w« hinter den Plänen steckt und wie bü>* an sich be» grüstenswerle Programm burchgesührt Werben soll. Eine Statistik der KnflänblgML Gin Berliner Droschken führ« hat einen originellen Einfall gehabt, um die Anständigkeit der Zeitgenossen statistisch festzustellen, und da# Gr- Sibnt# ist bemerkenswert genug, «S weiterzugeben. r hat sich ein Paar neue Schuhe gefault und feine alten In ein möglichst kleines Päckchen forg- sam verschnürt, daS er achtlos, al» sei eS vergessen, in die Kissen seines Kraftwagen# steckte. Er hatte an diesem Tage 31 verschiedene Fahrgäste und notierte genau ihr Verhalten. 17 von ihnen hatten da# Pak« an sich genommen und wollten e# mitnehmen, als sie ihn bezahlten. Don diesen 17 waren, al# er fein Paket von ihnen zurückforderte, zwei kühn genug, fich zu entrüsten, sie al# Dieb zu behandeln Zum Aeustersten liest es freilich fein« kommen, und jeder liest ihm am Ende die Deute. Drei von den 31 liehen da# Paket liegen, ohne davon Hoti# zu nehmen und ihm etwa# zu lagen; elf teilten ihm mit, es befinde sich im Wagen ein vergessener Gegenstand Mehr al# d e Hälfte der Fahrgäste gehörte also in die Kategorie der unredi.chen Finder, und da# ist woh: für btt Tugend recht beschämend. E# ist übrige:# zweifelhaft. vb ein ähnlicher Versuch anderswo etn günstigere# örgcbnl# gehabt hätte Wobei wohl zu beachten llt dast trotz der Wohiteilheit der Berliner Autodrotchken jen« Ytertanen, bie sie benutzen, doch n^t zur besitzlosen Masse und zu d«. Hot'.eidenden gezählt werden können. D-ennoch erlagen 17 von 31 der Versuchung. Sie alle dachten wohl, ste würden irgendeinen werl- boCi«, Gegenstand, den fi« wählend der Fahrt nicht ausiupocken und zu untersuchen wagten, mit nach Haus« bringen. Da# ftetne Beispiel des Berliner Drostfek en führe rs zeigt, wie lock« der Begriff von Eigentum in Wirklichkeit fitzt und wie grost die Verführung ist. Dos Grgebni# dieser originellen Hloralsta.istik sollte non den Kriminalisten beachtet werden, und ez tonnte leui. dast sich bald vor den Geschworenen irgendein Berlin« Anwalt daraus beruier wird, wenn er irgendeinen armen Teuiel verteidig: Der Mein und Dein verwechselt hat. Und vielleicht wird unter den Geschworenen emer jener 17 Klienten sitzen, die schon da# Paket unter ihrem Arme trugen, al# fte den Führer bezahle!' wollten. Clne Sdnwlberrrtbnunfl au» dem 17. Jahrhundert. Ein kuriose# Dokument au# dem Jahre 1680 besagt: Der Jungfer Ehristine Löbbecken die Mast für ein Kleidt genommen .... 5 Groschen die nöthigen Stück« zu einem faltigen Untcrrode zuamrnenge- näht .........7 Groschen Den Oberleib-genau für di« Brust, ferner di« Achseln und Arme der Jungfer geformt! .... 8 Groschen vor Sechde .......4 Groschen Baumwolle eingenöht .... 7 Groschen Das, Kleidt ordentlich abgegeben, bittet um Be- fletchung dies« christliche-ehrlichen Rechnungen n Höbe von 31 Groschen zur Wtnter- rnesse Gottlieb Wegener. Schneider für den hohen Adel al# auch für die Bürgersleute Da# ist Mutik tn den Ohren her Übemänner von heute' 1! I UND ZURÜCK 30. Sept, bis 3. Okt. 1928 OZ BP DZ BP DZ TM 9« ab Gießen 9» Ilio * BrpdHftUi fdven bedeut« fparfam lein, denn Gc reinigt Weißzeug und Farbiges am heften und thooendfien. Watiten Sic deshalb mir Sunlidu Seift — die Frifdie und Sd)6rihdt Ihrer Watfx wird Sie enrzüdeen. Sunhdit Seife gibt W>on bei leichtern Aufrciben prächtigen Schaum. 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Bedeutend erweitert sind die Abteilungen Kleiderstoffe, Seide und Samt, Weihwaren und Aussteuerartikel, Damen-Unterwäsche, Gardinen und Betten, Woll- und Steppdecken Ganz neu aufgenommen sind die Abteilungen Damen-, Mädchen- und Kinderkonfektion, Strickwesten und Pullover für Damen u. Herren, Damenstrümpfe, Herrenartikel, Kurzwaren. „Nur das Beste ist für meine Kundschaft gerade gut genug!" Seit 35 Jahren ist das der Grundsatz meiner Firma, und dieses streng durchgeführte Prinzip, nur bewährte, solide Qualitäten zu verkaufen, hat den Ruf der werden auch die Grundpfeiler sein, auf denen das neue Haus ruht. Die Eröffnungsangebote in meinen Schaufenstern sagen Ihnen mehr, als viele Worte oder die trockene Aufzählung von Preisen es vermögen. Kommen Sie und urteilen Sie selbst! ’M.- $ e -EÄ Mb KW W ä:!:: :::::: :::::: :::::: fltgen • SS Umle'tU' Die aufl iP. - «egen i nnrö die l tober non <• Umleiwn Die aus; Tiehe Wegen Provinzialli Jiorbflf nm Umfei/un Die ach Gießei ftu vtvrt yu in diesem 3ei aller D< 2*, in tnelem Diode leicht b< °7°de Linie f i ?eiche 5°rm ggk Sttm Bi*; 8Letn,l«tnK äst' 2an «"StaSl,c SÄ', Nr 229 Drittes Blatt tülctzener Anzeiger (General-Anjeiger für ©berljeffcu) Zreilag, 28. September 1928 als ber in bringen ber Weife Borge tragen würbe. man dabei hauchartigcS Tüllgeraffe »her Aquamarin findet. Panne. Der Rock, ein oben laufen, (Bin , für ein StilUrib aus ®olb- ragenbe Eleganz" spitze und Tüll Haufe Jenny. Sine bebte . Mo beforsche rin" die vom fonbere Kultur findet die eine Reihe 'teenbIIeib mit einer im Rücken tief auSzeschnittene'i Taille auS nach StiLlcibcrn fahndet, bei Dla n che 2c» bouvier. Ich seh da eins aus tofa TZar- quifett mit beige Spitzenrock, vorn sehr kurz, hinten sehr lang, in der Taillr mit einem Bukett gelbroter Rosen verziert, daS sehr chirmant wirkte. Aber nicht alle Pariser Modrschöpsungen treffen unseren Geschmack. und alS ich mein Mißfallen über eine mißlungene Schöpfung ein wenig lchars auSdrückte, erl'bte ich ein fnahhültes Defchichtchen: Cin Manneauin führte ein Stil leib aus nicht sehr gutem lila Taft mit gestickten Rosen vor. die bei diesem Kleid wenig am Platze waren. Ich sagte. alS sie an uni vorbei ka- d » b-'t-tenb Wort.B-w l" u -ei en B?- g'eit r w r u d S Manne uii g f m ich« te. a S erwartet sagte. _Oui c* cst un vrai beauvcl. madame“; sie glaubte, bah die Ausländerin von einem wir'lich schönen Sächelchen, einem .beainer. spreche. Sine sehr große Auswahl schöner Wendileider zeigt daS Haus 2elong. Dort sah man em Kleid, dessen Tczllle auS einen ffimiimimwi schwarzem Chi fon bestand, einen Ruckenausf chnttt bis zum Gürtel zeigte, und als Rock em no$ hinten fast bis zur Schleppe v«langertcS ^pitzen- gewirkt aüfwieS. Die wahrhaft große Kunst des Selbst für den Rachmittag, an dem die .Gar^onnc“ sonst den Kampfplatz behaupttte, hat diesmal die weibliche Linie gefielt Glocken und Zipfel gelten auch hier, wenn nicht die Prinzeh» form vorherrscht die mit nur vorn sehr langer Taille durch die hint.'rr Kürze den Anschein te» längst vergessenen „Cul" h rvorru t Sehr häufig *' "" unten mit DolantS Mensch und Tier. Stärker denn je er tilgt heute überall in v. Hehl, von StaitS lä id nt Adelung c-nn» si'n.'.m trurb?. de n die umg.beide Ragc'.u g Finonzvcrhült-iise zwischen Staat und Kir- Hochschulnacknchten. Der Marburger Zoologe. Geheimrat Prot. Dr. phii.. Dr. med. h. c. öugen Korschelt rcllenbet am 26. September daS 7 0 Lebe n si a h r Gebürtig auS Zittau (Sachsen), war Äotfd^lt Schüler von O. Bütschli (Heidrl- berg). R. Leuckart (Leipzig) und A. WriS- mann (Freiburg). Sr beginn seine a’abemifcbe Lau'bahn im Jahre 1885 alS Privatdozent in Freiburg, wo er gl:ichy?itig eine Asfi lentenftelle am Zoologischen Institut bekleidete. Zwei Jahre später fiedelte er nach Berlin über und wurde 1892 Ordinarius für Zoologie und vergleichrnde Anatomie in Marburg als Rach'olger von R. Dreef. 1924 1935 be leidete Prof. KorsSelt daS Reltoramt d.r M rburger Hochschule. Brrusan- gen nach Halle, Freiburg und Lti^.ig hat er abgelehnt Den Akademien der Dissenschatten in Berlin, München, Dien und ßunb gehört Korschelt alS Mitglied an. Seine Arbeiten betreffen besonders Morr Hal'gie der Tiere, ver- glkichende und elverünentelle GAttoicklungSge- gekchichti», *Xeggi»-.iS ehrer. 3n den Kirchmpredigten wü.ischte ber Red e auch Bchandlung der wettanschaulichen Tag.-Spro- blcmc. Pfarrer Schrimps stellte fest daß bri dein ilmjufl währ mb b.» letzt m so'.ialdemo'r'ti chen Ratur reund t ge# tn Dicbiri abscheulickt Din e vorgekommen feien, gegen die auch von der evangelischen Kirche energisch Frvit gemacht werde. Abg. ßa uff er hob nochm ls die Ausgaben der Kirche gegenüber der arbeitenden Bevöl'e» rung hervor. Von bmi Konzil In Stockholm seien ja diese bedeutsamen Sttönrungen besonder- gestärkt worden. S» sprachen 's er» er noch btt Abgeordneten Herber Frau Lambert, Drkan G u tz» mann, Campa» zu einzelnen kirtz'ich n Son- bergcbicten, kmer Prälat D. Dr. Diehl. Psar er D 3 a u bt und Lenz-Gie en. der gege x die Öntbeifigung be» Sonntag» durch Sport usw. heftig Front machte. Am Rachmittag hielten die 2 u - s ch ü s! e vorbereitende Sitzungen ab während eine Deiu- tation unter Führuni b » Präsidenten Fr i e rn sind diele Kleider mir ganz geschmückt, die schräg nach solche# Kleid sah ich bei Thanel au» schwor- zem Cröpe Satin, da» auch oben auf bet Schulter zwei Volant# auswie». Bisweilen sieht man allerbina# auch noch daS gerade Kleid für den Rackmiittng. wer e» aber wagt, so .rückständig" zu lein, htt wenigstens die Zusammenstellung geändert. 3n ber pikant-origin llen Revue von Philippe et Gaston sieht man ein solches Kleid, eine Komposition au« weißem und schwarzem Eriche marocain, mit einer einhntlich weißen Bluse unb einem Rock, der oben leicht schwarz- weiß kariert ist. dann aber schwarz wird. ®» gehörte dazu ein s:hr lange» und weite? Tape au» schwarzem Trc-pe marocain mit langem Sch:l.ragen von wahrha't ra' mietet Koketterne. 3n derselben Art. auch sehr, au» dem Rahmen sollend, aber noch in erlaubten Grenzen, siel mir dort auch ein große» Abendkleid au» gold unb beige 2am4 au’. Ziemlich gerade, noch kurz in der Form, mit nur vorn einem langen Zipfel, von einer Perlenagraf e gehalten, hatte e» hinten, betonter; angefetzt, keck und isoliert, eine gewaltige Gv'.dlchleppe, die einem Pfauen- stanzen und vor allem für die Parteien selbst vielleicht sogar begrüßt werden. Viel hoch schätzen die Paricien den Augenblick-nutzen, den sie. jede für sich, mit taktischen Mitteln erreichen kann, den höchst zweiselha'ten Gewinn, wenn e» ihnen gelingt, die Schuld für diesen ober jenen Vorfall einer andern zuzusck leben. Viel zu gc.ing achten üe fast durchweg die Stimme de# Wähler», be Intevcs en ber großen Massen, die in der Partei selbst nicht- zu lagen haben. Viel zu streng Halten sie an den einmal fcltgcleg- ten und im Grunde doch nut al- Rahmenprogramm gedachtm Parlcibck ri en fe'L Unb viel xu tief haben sie da » System ber artet» bureautratie. den bes.immend n Ginlluß der Unteres entenverbände auf dem Weg üler die Parteistkreiäre einreihen lassen. H er gilt e# Wandel zu schassen, vor allem mit dm Mitteln ,in<» neuen unb vernünftigen Wahlrecht-, das b*n ParlamenfariSmus lebendiger gestaltet. Unb wenn auch da» Trompeienge- schmetter des Slahlde'm» wieder verllingen tolrb: es wirb nützlich gewesen fein, wenn e# tr.er SelbstbLsinnung bei den Parteien wecken kann. Evangelischer Landesstrchenfag. WSR. Darmstadt, 27. Sept. 3n Fortsetzung seiner (Beratungen nahm der Hessis che Svangelische L a nde-kirchen ta g am Donnerstag einstimmig den Vorschlag von D. Dernbeck an, eine Deputation zum hessischen Staat-Präsidenten zu kn- ben, um ihm erneut bie katastrophale Finanzlage der Lande-kirche vorzustellen und ihn zu bitten, sich mit aller ihm zu Gebote stehenden Macht für die alsbaldige Vorlage im Hessischen Landtag einzusetzen, damit der unhaltbare Zustand beseitigt werbe. Superintendent Zentgraf berichtete dann über bie Verhältnisse unb Zustande der evangelischen Landeskirche in der Kir- chentagSperiode 1923/2 7 und namentlich über die Drgebnisse und Rotwendigkeit ber Statistik. Medizinalrat Dr TBalger (Dießen) erstattete den Bericht des dritten Au-fchufse- unb ging auf einzelne Fragen be» Tätigkeitsbericht» ein, so z B. auf die Finanzlage, die Schulfrage, den Schutz de» Sonntag», auf die kirchliche Trauung Geschiedencr. die G^mcin'chasts- und Sekt.erer- Dcwegung. die wirtichafttiche unb geistige Rot ber 3cit, gegen da- separierte Abendmahl und einige statistische Angaben. Erweiterung ber diakonalcn Tätigkeit, SpiritiSmuS und Tleofophie. QSolfe» aus den Kräften des Evangeliums einsetzt. L 3ix der Bollskirche erstreben wir lebendige Gemeinden, deren Glieder xur Mitarbeit am Q3au der Gemeinde und Kirche bereit sind und bas Recht auf Mitbestimmung in die Einqelgemeiqde und Gefamttirch« haben sollen. (Neuregelung des Patronatsweiens Ur- Wahlen zmn LandesNrchentag.) 5. Wir treten ein für das Recht der freien Forschung auf dem Gebiet der theologischen Wissenschaft, für die Erhaltung der theologischen Fakultäten und eine wissenschaftlich und praktisch gründliche Ausbildung der Geistlichen. 6. Wir erwarten vom Staate Dolle Würdigung der Bedeutung und Eigenart unserer Kirche. Wir halten fest am konfessionellen Religionsunterricht in der leib frä n b igen staa 1 lichen Gemeinschaftsschule aus christlicher Grundlage und fordern »eilgemäße Ausgestaltung des evangelischen Religionsuu- lerrlchtes." Eingehend besprochen wurden die kirchlichen Wahlen, für die ein Wahlausschuß eingesetzt wurde. unb die Derhandlungs- gegenstände des LandeskirchentagS. Rach einer dringlichen Empfehlung der Ostasien- mission schloß die arbeitsreiche Tagung. • Schotten, 27. Sept. (Aus dem Dekanat Schotten). Der Zweig verein Schotten der Gustav-Adolf-Stiftung wird sein diesjähriges Guftav-Adolf-Fest am Sonntag. 30. September, in Burkhards feiern. Als Festprediger wurde gemoimen Pfarrer Roos aus Biemh.nm. In der Nachversammlung, welche bei gutem Wetter unter dem Lutherba um, bei ungünstiger Witterung in der Kirche st at kündet. werden sprechen der Festprediger, der Dorsitzende des Zweigvereins Hosprediger W i d - mann-Gedern. der Schristmhrer te« Zweigvereins P arrer Frit 1 ch - Herchenhain und der OrtsgeistNche von Burchrrds P'arrer Breun- kin. — In der ersten Oitober-Wvche wird der Superintendent brr Provinz Oberhessen. Ober- Nrchenrat Wagner Lue en, eine Dekanat-- Disitation froinebmer. AuS diesem Anlaß findet auch eine Konferenz der Dekanatsgeistlichen im Beisein des Diktators statt: im Mittelpunkt der Verhandlungen soll stehen ein Vortrag von P. irrer Frits ch-Herchenhain über das wichtige Thema „Der Konsirmandenunter- richt." Tumsn, Sport und Spiel. Deutscher Ruderlag in Dresden. Die delegierten des Deutlchen Ruderverban- des versammeln sich vom 19. Rs 21. Oktober in Dresden zum 22. ordentlichen Rudertag. Dor der eigentlichen Tagung treten die verschiedenen Ausschüsse zu torbereitenben Sitzungen zusammen. Bon den bisher vorliegenden Anträgen b?anspruch>7n die des Ruderverbandes erhöhtes Interesse. So wird beantragt, die Beteiligung an den 10. Olympischen Spielen 1932 in Los Angeles schon jetzt durch die Bereitstellung der ersrrderlichen Mittel auf dem Wege der Bei- tragserhöl,img beschließen zu wollen. Der geschäftliche Teil dec Tagesordnung sieht neben der Berichterstattung noch Aenderungen der Wettfohrbestimmungen. die Wahl des Ortes für den nächsten Rudertag. für den sich bis jetzt Karlsruhe und Mannheim beworben haben, sowie die DorstandSwa(len vor. Fußball Deutschland-Schweden. Fast in einem Atemzuge erledigt der Deutsche Fn' lü-Bund se.n Landerspielprogramm für das Jay.- 1928. Am nächsten Sonntag kommt das letzte Sp.el De = Jahres Deutschland — Schweden in Stockholm zum Austrag. In den oorangegan- (Vnen sechs Kämpfen war uns nur in der ersten y.'l-’aniing im Jahre 1911 mit 4:2 ein Erfolg ner« gönnt. Die folgenden vier Spiele gewannen Die Schwede«, während der letzte Mampf vor zwei Jahren in Nürnberg 3:3 endete. Wir haben also gegen unsere nardijchen Fuhballfreunde in allen bisherigen Kämpfen verhältnismäßig schlecht ab- geschnitten, und ob uns in dem siebenten Spiel am nächsten Sonntag der Sieg zufallen wird, er- hb ; ii angesichts der spielstarken schwedischen Ma. d)afl noch sehr zweifelhaft. Unsere auser» wähueu Vertreter sind wohl alle hervorragende Cinzelkönner, die die Schweden an Technik überragen, aber deren Zusammenspiel. Wucht, Schnelligkeit und Härte nicht erreichen. Gyielvereinigung 1900 Gießen. ö. Am kommenden Sonntag beginnen im Gau nSietzen-Wetzlar die Meisterschaftsspiele, die die •Kiflci- und Reservemairnschaft der Spielvereini- gu.xg 1900-Gietzen laut Termurlalendec nach Butz- vbach sübren sollten. *5Xi der dortige Verein sür Rasensplele seinen Sportplatz aber noch mit zwei weiteren Vereinen in Gemeinschaft benutzt, war es ihm unmöglich, den Gießenern Ansangszeiten belanntzugeben. die das Spielende nrxb vor Dunkelwerden sicherst« lttrn. Die Spiele wurden daher vom Gau im Einverständnis mit 1900 verlegt. 1900# dritte Mannschaft tritt vm Der- bandstpiel der Zweiten Laubachs entgegen. Die Aufstellung der Viehener ist fv gewählt, dost man mut eurem Sieg rechnen kann. De Jugendabteilung nutzt den Pflichtspiel- freien Sonntag zur Austragung von Defell- schasdSsvielen aus. Erst« und zweit« Jugend. sowie erste Schüler Mannschaft der Blauwe.tzen erhalten Besuch aus A ls f «16. Die spielstarken gleichen Iugendmannfchaften des dor- ! gen 6bottbcrerne 06 werden den 1900«rn sicher spannende Kämpfe liefern. Dritte Jugend mvb zweite Schüler« lf tragen Delellfchosts« spi«lc in Garbenteich auS. Hier kann man den 1900cm wen g Siegeschancen zusprechen. da 1. Jugend und 1. Schüler Darbendeichs körperlich im Vorteil sein werden. Die Ligareferve wird voraussichtlich am Sonntagnachmittag ein Gesellschaftsspiel gegen die Heuchelheimer 1. Mannschaft austragen. das um so mehr von Bedeutung H. als Heuchelheim erst am letzten Sonntag das Aus« stioospiel z» Krcisliga gegen Burg in Wetzlar t tiger wird nach langer Pause feinen Platz als Mittelstürmer wieder einnehmen. Unter normalen Voraussetzungen sollte man einen glatten Sieg der Platzmannschaft erwarten können, zumal es ihr noch vor sechs Wochen gelang, in bedeutend schwächerer Aufstellung die aas eigenem Platz gefürchteten Herborner dort mit 3:1 zu schlagen. Denn sie ihren flachen Pah spielt und mit dem nötigen Eifer känxpft, kann sie sogar einen recht hohen Sieg herausholen. Kemeswegs darf sie jedoch den Gegner unter« schätzen, da Herborn das Zeug m sich hat, Lieber- raschungen betejten zu können. Tie Ligareferve Mannschaften der Dauvereine sind durch die Rcuemteilung gewisser» motzen zu einer Sondergruppe zusammen- geschlossen worden und tragen ihre Verbandsspiele unter sich aus, und zwar so dah sie jeweils zusannnen mit Der ßigaelf ihres Vereins auf oem eigenen Platz spielen oder mit dieser auf dem Platz des Gegners antreten. Demzufolge trägt die D.f. D.-Ligareferve ihr erstes Punktspiel am kommenden Sonntag auf hiesigem Platz gegen die gleiche Herborn» auA Auch hier kann man wohl einen Sieg, wenn auch einen knappen, der Platzmannschaft Voraussagen, da diese durch die Kmnplettierung der EiHrin ebenfalls in verstärkter Besetzung antreten kann. Die „Dritte" ist für die DerbandSspiellerie der 1.Gruppe der Dauklasse 2 äuget eilt und trifft hier auf die ersten Mannschaften von Ettingshausen und Queckborn und die zweiten Mannschaften von Drvtzen-Duseck und Laubach, sowie auf die dritte der hiesigen Spielvereiicjgung. Auch hier hat D. f. D. am nächsten Sonntag im ersten Tressen den Vorteil des eigenen Platzes. Grotzen-Duseck ist der Gegner und wird sich anstrrngen muffen, wenn es nicht verlieren will, da sich die Platzmannschaft vor acht Tagen gegen Queckborn in bester Verfassung zeigte. D. f. B. Dietzen ist der einzige Verein des Lahnkreises. der eine vierte Mannschaft zur Teilnahme an den Vcrbandsspielen gemeldet hat. Die vierte V. f. D.-E l f bildet nut den ersten QI annschaften von Steinbach, Steinberg und Leih- gcftcin, sowie mit LollarS und Daudringsns zweiten die 2.Gruppe der Dauklasse 2. Sie ist in Saubringen Gegner der dortigen Zweiten. Ihre Aufstellung ist recht stark zu nennen, ob sie das Spiel für ftd> eittscheiden können wird, ist ungewiß. Die erste Schüler Mannschaft steht in Heuchelheim der dortigen ersten Schillere lf im Pslichtspiel gegenüber. Fußball in Großen-Buseck. Arn kommenden Sonntag trägt der F.C. 1926 Grohen-Vaseck ein erstes Verbands Piel in der Spielserie 1928 29 gegen Grünbcra auf eigenem Platz aus. Die letzten Ergebnisse palen gezeigt, dah Drohen-Buseck zu kämpfen versteht; so wird auch das 6piel am kommenden Sonntag zugunsten von Grotzen-Bufeck ausgehen. Die Kleinsten fahren zum Sportverein W c tz l a r. Die zweite Mannschaft spielt gegen die dritte vorn V. f. V. Dietzen. Da sich durch Uinfiellung in bet Manns.hai t verschiedene Doc« teile ergeben haben, so werden sie alles tun. um die Ehre zu retten. An einen Erfolg wird nicht zu denken sein. Fußball in Güddeutschland. Die erste Runde der Derbandsspiele neigt bereits ihrem Ende zu. Es mehren sich demgemätz die Entscheidungen von Debeutuna, und man erwartet die ersten Klärungen in den Tabellen. 3m Bezirke Main-Hessen findet am nächsten Sonntag das wichtigste Spiel auf dem Eintrachtsportplatz in Frankfurt a. W. statt. Don treffen sich in Eintracht Frankfurt und Kickers Offenbach zwei aussichtsreiche Bewerber um die Tabellenspitze, die beide am letzten Sonntag bemerkenswerte Siege über starke Gegner feierten. Das 5 2 der Eintracht über den F. Sp. D. scheint der richtige Fingerzeig über den Spielausgang am kommenden Sonntag. Union Frankfurt hat in Sp. Dgg. 60/94 Hanau keinen ernsthaften Gegner. Die Z. Bgg. Fechenheim wird für den Sp. S. Rvtweitz Frankfurt ebenfalls nicht stark genug sein. Eher hat Germania Bieber Aussicht, den F. Sp. D. Frankfurt zu schlagen, da sich' dieser zur Zeit in einer schweren Krite befindet Dictoria Aschassenburg wird in ihrem Kampfe gegen den F. E. 93 Hanau keine Shane« haben, front letzten Tabellenplatz wegzulvmmen In dec Gruppe Hessen steigt in Wiesbaden dec große Rivalenkampf zwischcn dem S. V Wiesbaden und dem F. Sp. B.05 Mainz. Rack» den letzten Eindrücken ist der 6. V. Wiesbaden Sa fr ent Wonnatia Worms wirb gegen den j E Langen hren Siegeszug fvrtsetzen Der V. f. L. Reu-Isenburg wird eä gegen die Sp. Vgg. Arheilgen schon etwas schwerer haben. Dec Sp. Dem. Höchst wird es auch gegen Hasjia Bingen kaum gelingen, die ersten Punkte hereinzuholen. 3n der Gruppe Rorddahern w.rd der A. S. D. Rürnberg den ßigancultng Franken Nürnberg bereits am Samstag abfertigen. Am Sonntag olgl dann das große Fuhballlchauspiel, Sp. Vgg. Fürth gegen den 1. F. E Nürnberg. Aus diesem Grunde finden fich keine Nürnberg- Fürther Spieler in der deutschen Ländermann- schaft, die in Stockholm gegen Schweden antritt. Die Sp. Vag. gilt als knapper Favorit. Der F. D. 04 Würzburg wird »»en den D. f.N. Fuclh eine weitere Niederlage einstecken müssen. In der Gruppe Südbayern herrscht ungewohnt lebhafter Betrieb. Teutonia München hat cs mit Bayern München zu tun. Bayern wird auch ohne die in S:ockholm beschästtgten beiden Stürmer Pöttinger und Hofmcnin über den schwachen Gegner siegreich bleiben. Auch Wacker München steht vor einem sicheren Siege über Jahn Regensburg, dagegen wird sich S. D. 60 München vor Schwaben Augsburg in Acht nehmen müssen. Schwaben Ulm hat gegen den D. S. D. München ferne Siegeschancen. Männeriurnverein. Auch der kommende Sonntag sieht den Männer-Turnverein mit drei Mannschaften an den Verbands spie len beteiligt. Die Jugend- Mannschaft fährt nach Butzbach, um gegen die Jugend des Turn- und Sportvereins zu spielen, und dürfte, nach dmn letzten Resultat gegen Treis zu urttklen, Sieger bleiben. Die zweite Mannschaft hat den stärksten Gegner in der A-Älaffe Friedberg als Gast und wird wohl kaum um eine Niederlage herumkommen. Erst am letzten Sonntag mutzte die erste Mannschaft des Turn- und Sportvereins Butzbach «ine 2:1-Niederloge von Friedberg einstecken. Im Gegensatz zum festen Spiel vom Sonntag ist die Mannschaft tn der stärksten Aufstellung tätig. Das Hauptinteresse des Tages dürfte allerdings das Lokal treffen der beiden D i e tz e - ne r Ve re-ine an Handball beanspruchen. Die beiden ersten Mannschaften der Oießener Vereine. Turiwerein 1846 und M.T.B., verfügen gerade in diesem Jahre über eine erhebliche Spielstark«, und der Ausgang des Spieles ist dadurch noch völlig offen. Mehr Aussicht auf 'Punttegew.nn dürften allerdings di« Männer- tumer haben, auf Grund ihrer drei letzten Resultat« gegen den T.V. 1846, in denen sie jedesmal Sieger blieben. Sollten beide Mannschaften it*rplett an treten, was wohl bei einem Lokal- treffen bestimmt anzimchmen ist, so wird ein recht interessantes Spiel zu erwarten fein. Der Vormittag lieht die MLnnerturner im friedlichen Wetttampf untereinander um die Ehr« Les Vereinsmeisters im Drei- und Söchs- kamps stte len. Nachmittags geben die Turner und Sportter des Vereins sich auf dem Platze nochmals ein Stelldichein, und zwar das letzte dieses Jahres, in der Art des Abturnens. Schauvorführungen. Geräteübungen und allgemeine Freiübungen werden von allen aktiven Turnern und Turnerinnen in tvechseLvvllem Bild vovge führt. Arbeiier-Turn' und (5porf6und. Der nächste Sonntag der Nachrunde sieht Heuchelheiml gegen Marburg! ün Kampf um die Puntte. Auch dieses Sbiel wird Heuchelheim als Sieger sehen, zumal es aus eigenem Platze spielt. — Naunheim! fährt nach Alsfeld, um gegen die dortige erste Mamischast anzutreten. Falls Alsfeld sich nicht zusammen- rafst, dürfte ihm wieder cine vielleicht hohe Niederlage winken. — Wetzlar! hat auf eigenem Platze Lollar! zu Gast. Wenn Lollar es nicht vorzieht. mit Ersatz anzutreten, wird Wetzlar eine hohe Aiedeiiage hiwrehmen müssen. 2n der zweiten BczirksLasse hat K i n z e n - b ach I Raunheim I! zu Gast. Hier wird «Ä ein scharfes Tressen geben, dessen Ausgang uu» gewiß ist. — Rodheim l fährt nach Beilst e i n, um sich dort zwei Punkte zu holen. — Niedergirmes! hat Leun! zu Gast. Zwei gleichwertige Gegner messen hier ihre Kräfte, wovon der glücklichere Sieger bleiben wird. — 3n Oppenr od treffen die beiden Nachbarn zusannnen. Burkhardsfelden stellt eint dem Nachbar ebenbürtige Mannfchall ins Feld. Der in diesem ßofaUteffen Sieger bleiben wird, ist nicht vorauszusagen. — Daubringen l sährt nach A l S f e l d, um sich im Spiele gegen di« dortige zweite Mannschast zwei wertvolle Punkt« zu holen. — Drotzen-LindenI hat H ach- vorn! zu Gast. Obwohl beide Manl^ünften spielerisch gleich stark sind, dürfte Grotzen-^' .n. zumal es auf eigenem Platze spielt, rer werden. ilf In der Iugendklas se treffen in D. .s« ck bte dortige Jugend mit der Jugend l?äun- heimS zusammen. Ob Wieseck der körperlich weit überlegenen Gäftejugend den Sieg streitig machen kann, ist zweiselhaft. —- Kinzenbach hat Dietzen zu Gast. Auch hier dürfte die Gästejugend Sieger bleiben. — Treis hat Klein-Linden zu Gast Wer von beiden Sieger werden wird, ist offenzulafsen. 3n Launsbach treffen sich Sonirtcaoonntt» tag die Geräteturner tOherstufe) brS Bezirkes zu einer Uebungsstunbe. Lehrplan: Uebungeix zum Kreismelsterfcha tslurntn im November in Frankfurt. Zur gleichen Zett sollen bk sieben Turner ermittelt werden, di« den Wett- fmnpf gegen den 6. Bezirk bestreiten sollen D. f. B. Leichtathletik. Die Leichtachlelikabteiluna freranftaltct am kommenden Sonntag als Abschluh der diesjährigen Saison ihre BereinSmeisterschaftis- Wettkämpfe. Die Veranstaltung wird Zeugnis ablegen fron dem vortrefflichen Geist der jungen Abteilung und von dem Können ihrer jugendlichen und aktiven Mttglieder, die in der kurzen Zeit ihres gemeinsamen Trainings unter Sporllrhrer Fischer und in den Wettkämpfen LeS vergangenen Sommers ihre Leistungen stark verbes'ert haben. i Leichtathletische Wettkämpfe der höheren Schulen. Die Schüler Der höheren Knabenschulen Gießens kGymnasium, Realgymnasium unb Db«rrealfd)ule) führten am Mittwoch auf dem UniDerfitätMport* Platz Wettkämpfe in dev verschiedenen leichtathletischen Uebungen des Springen», Werfens und Laufens au», f on jeder Schule konnten zu jeder Hebung zwei Teilnehmer gerne! det werden Es tarnen zum Austrag. Itv-Meter-, 800-Meter- unb VOOMctcr-Louf. Weik- unb Hoch- Iprung, Kugelstoßen. Diskus-, Speer- unb Schlag« bcllroeitmurt. Ferner wurden Slaffedäufe au»- geführt: 1X100 Dieter, 3X1000-Meter und eine Schwedenftaffel (4OO*3Xetrr, 300-Meter, 200-Dieter und 100-Dieter). Au» den Hebungen des 100-Meter- Laufes, Kugelstoßens unb .v)od)iprunge» war ein Dreikampf zuiammengestellt. Di« Ergebnisse waren: 100-Meter-Laus: 1. Helmut Marr (091) 11,9 Set. . 2 Willi Müller (D3i.) U Set; 3. «alter Loh (AG.) 12.1 Set. 800-Meter-Laus: 1. Wilhelm Schüz iAG.) 2:17.4 Mio.: 2. Karl Adam (RG.) 2:1^3 »in.; 3 Han» Jager 2:22,4 Min. 3 000-Meter-Laus: 1. Äarl Adam tKG.) 11:58,2 3Kin.; 2. Walter Hoiziegel (VR ) 11:64,4 Ain.: 3. Han» Rübsamen (RG.) 11:68,7 Min. Weitsprung: 1 Helmut Marr (OS.) 5^5 Meter: 2 Wilhelm Schüz (SS.) 5^0 Meter: 3. Wilhelm Gras (Gymn.) 5,45 Meter. Hochsprung: 1. Fr>tz Wots (Gymn ) 1^0 Meter: 2. Di.charb Croon (OS.), Karl Geller (OS.). Walter Loh (RG.) unb Otto Jüngst (SD.) alle 1,45 Meter - Ballweitwurf: 1. Ferdinand oirtmmel (OS.) 83 Meter, 2 Hans Schütz (OS.) 80^0 Meter, 3. Wilhelm Gräf (Gymn) 72,75 Meter Speerwerfen: 1. Wilhelm Gras (Gymn.) 42.30 Meter: 2. Walter Weih (VS.) 40,60 Meter: Heinrich Müller (31(9.) 40 Meter Diskuswerfen: 1. Heinrich Müller (Ä@.) 32,75 Meter. 2. Subolf Engelhard« (09t) 32 Meier: 3. Walter Loh 31 Meter Kuae 1 stotzen: 1. Heinrich Müller (SG.) 14,56 Meter: 2. Wilhelm Sau (09t) 12.13 Meter: 3. Fritz Dolf (Gymn ) 11,77 Meter. Dreitampf. 1. Heinrich Müller (SG.) -04 P.; 2. Walter Loh (NG.> 202 P-: 3. Fritz Dolf (Gymn.) 201 Punkte. 4X100-Meter-Staffel: 1. Oberrealfchule (Marx, Marx, Bier unb Müller) 47,5 Sek.: 2. Seal« gymnafium 48 Set; 3. Gymnasium 51 Sek. SXlOVOMeter Staffel. 1. Oberrealschule (Ploch, Mootz, Älemanr) 9,25 Min.: 2. Seal- gumnaflum 9:30.6 Min.: 3. Gymnasium 10,12 Min. Schwede nstafsel: 1. Oberrealschule (Müller, Decker, Bier, Marx) 2:14,2 Min.; 2. Gymnasium 2:23,3 Min.; 3. Sealgymnasium 2:23,4 Min Sieaer wurde somit die Oderrealschule mit 32* Punkten, vor dem Realgymnasium mit 31} Punkten unb Dem Gymnasium mit 14 Punkten. Zußball. vberrealfchale — Realgymnasium unb Gymnasium kambinierl 28) (0:0). Ein schön durchgeführte» Fußballspiel zwischen Den beiben Schulmannschasten wurde den leider nur wenig erschienenen Zuschauern gezeigt. Das Ergebnis entspricht vollständig dem spieloerlauf. Zn der ersten Splelhälfte kannten Die Vereinigten das Spiel ofsenhalten. Sach der Pause waren die Ober- realschüler überlegen und siegten mit zwei Toren. Dor Schiebrrichter leitete großzügig unb gut Handball der Sp.-Vg. 1900. 6. Nachdem die Leichtathlriiksaisvn zum Abschluß gekomm-ep ist, treten di« Handballspiele in den Vordergrund. Dir 1900er. die im Vorjahre einen ungeahnten Aufschwung ihrer Hand- ballabtelluna erleben dursten, der in der Erringung der Lahnkrelsmeisterfck«ft feine Krönung fand, sind auch in dieser Saison allen Ernstes bemüht, ihr« gute Stellung zu erhalten bzw. zu verbes'ern. Sie werden mit zwei «fftifren Mannschatten die Verbandsspiel« beftr.l tn. daneben ist noch eine Jugend- unb eint Schüler- Mannschaft tätig. Don diesen Mannscha'ten lüib am nächsten Sonntag zwei in Aktion. Es splett eine kombinierte aktive Ma nir schäft in Dietzen gegen eine ebenfalls aus Spie'ern der 1. und 2. Mannschaft zusammengesetzte Elf des D.f.L. Wetzlar. Es steht zu erwarten, daß sich auch 6ie .Kombinierten" bnr beiden Hand- ballsdihenvrreine im Lahnkreis einen schöne«, technisch hochstehenden und wohl g'eichverti'en Kamps liesrrn. Man will daS Gute mtt dem Nützlichen verbinden und das Treffen als Be- lehrungSspie^e für Schiedsrichter unb solche, die es noch werden wollen, austragen. — Die Erste Jugend fährt, allerdings noch nicht in stärkster Aufstellung, zum Turnverein Drohen-Lin- den. Die Gießener werden gegen die Nachbarn keinen leichten Stand haben. Die DevWe Hochschule für Leibesübungen auf Seifen. Die Deutsche Hochschule für L.ibesüdungen wird im Oft ober mit einem Teil ihrer Lehrer unb Studierenden eint Auslandreise unternehmen. Zum ersten Male nach dm Amsterdamer Vorführungen will das Ausland eine Abordnung der Hochschule bei sich sehen. Budapest. Ungarns Hauptstadt, die ebenfalls eine Hochschule für Leibesübungen be itzt, wird der Gastgeber sein. Gl: ich bedeutungsvoll ist Ne Vorstellung in Wien und der Besuch der Ausland- deutschen in Böhmen. Der Reiseplan lieht folgenden Weg vor: 8. biO 10. Oppeln 9. Beuthen. 10. Ralibvr. 12. Dien. 13. Wien. 14. bi» IS. Budapest. 20. Reichenberg, 21. Aussig 22 Dresden und 28. Stettin und Weimar. Runöfunkprogramm. Samstag. 29. September. 13 bis 14 Schallvlatten-Konzerl Buntes Programm. 14,35 bis 13,35: Stunde dcr Jugend 15,55 bis 18,05: Hausfrauen Neu st. 16.35 bl» 18,05: Neue Tanzfchlaaer i Konzert btt Rundfunkorchesters). 18.10 als 18,30: Lesestunde. 18.30 bl» 19: Br.efkasten. 19 bi» 19 30: Espe- rantc-ilnlerridbt. 19,30 bi» 20: Sturdc de» Frankfurter Bundes für VollSbilduno. .Der Himmel im September: DaS Spiel der Jupiter-Monde". Vortrag von Professor E. D. Sittig. 20 bl» 21: Operetten und Walzer fron Johann Strauß (Konzen deS Rundfunkorchesters). 21: Von Kassel: AuS den Äünftlcrfpiden Po'ter. Kassel: Bunter Olbenb. Anschließend bis 0,30: Tanzmusik. Sprechstunde« der Difbattioe 12 bi« 1 Uhr mittag», 5 bi« 7 Uhr nachmittag«. Samstag nachmittag geschlossen. » n jcigr naaHrdge sind lediglich an bte Gcschdflssielle Pfund 100 Pf. Blau ©EG-Shag,'/,.30,*/.60 Pf. Holländer....... ...30 Pf. Virginia.............40 Pf. 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Die Ausführung sog. .Vurautostrrhen" al» 8er nftrahen ist vor b?m Umbau de» vorhandenen LandstrahennetzeS noch zurück- z u st e l l e n. 2m dringlichsten ist die Verbesserung der Straßen d e ck e n auf den Strecken mit stärkerem Verkehr DaS lind wenig r die Verbindung»- strastcn der Derkehr-knotenpw kte, al» die Strahenbünd.l an jenen Pun'ten. Die Dahl ber Decke muh sich nach genauer Berechnung ihrer Wirtschaftlichkeit im Eir^el- salle richten. Sine grundsätzliche Aenderung in der Viel- »cfkillig \it der Träzerschalt der Unterhaltung ist in der g grntoärligcn Arifi» und ohne Ölende- rung dee Finanzc.usgl.ich nicht möglich. Sie ist au» technischen Gründen nicht erforderlich und au» Gründen einer zweckmäßig n Verwnl- turg lDezentralisation) ab ulehneu. Die Uebcrnchne d.r Fina.rzleru g ein einer schwcrbelastcter Strecken im Dege t£r Vereinbarung mit dem höheren Verband bleibt Vorbehalten. Der Umbau ist bLnmä' ig vorzunehmen, d. h. im rt g nfdlig.Tt Einvcrnehwe - der benachbarten CtruiKnbauo«rttxilturg?n hi sicht ich b;r vorzig-- toei’c au»Aub.iuenb:n F.mftra'Fn Die Erfahrungen b?r neuen Str^senbauwissen- schatt sind zu sammeln und weitgehend zu verweil n. Tie bisher zur Verfügung stehenden Geldmittel sind unzuläng'ich. Die BereitstcUu.ig erhö! ler Mittel ist unbedingt notwendig, weil die Landstrasten in allen Läidcrn der Welt die wicht asten Atorn der Wirtschat werden und weit die deutsche Dirtfchalt nicht zurückblrilen darf. Die Geldmittel sind nicht mehr, wie jetzt, au drei Vierteln au» allgemeinen Steuern (Oclrrrbefkucr und GrundrermegenSsteuci vom städtischen und ländlichen Vrundto.iitz) zu entnahmen, sondern in erhöht.m Mähe au» der A ra s t- sahrzeugsteuer. Sie ist zur Schonung der Automobilinduftrie unb der übrigen Wirtschaft al» reine Venutzui. gSsteuer nach Verhältnis der Ausnutzung b?4 Fahrzeuge» mit wesentlich erhöhtem Gcsamte trägni» au-zudauen. 3m übrigen sind Anleihen au verwenden Solange der 3nlanbmarft verschlossen ist. müssen ang:sichts der hervorr.'genoen Produltivltä! der Anlage au» AuSlandanlelhen zugelafsen Werden. Wirksame Beschränkung der F ihrzeug-Gewichte und -Abmessungen, sowie Vorschri ten über eine die Straße möglichst schonende Bereifung find nicht zu entbehren. Sonst werden die Aapital- investierurgen im Straßenbau zum größten Teile vernichtet und die Unterhaltu gZ.'oste.i nebst den Steuerlasten in» Ungrmesse e g trieben. Danach erscheint als wichlig.e 3 ag dic 2lu> bt inauitg her crforbei liebt n Cc.d.nittel, uni der deutschen Wirtschaft die VerlehrSadern zu sichern, die sie braucht. Amerikapost mit dem ^Zeppelin^. Da» neue Luftschiff .Gras Zeppeli n" (,L Z. 12Z“) wird, wie schon kurz berichtet, bei feinen Fahrten von Friedrich-Hasen (Bodensees nach den Vereinigten Staat.'n von Amerika von denen die erst - vorau-sichtlich in der ersten Wülste de» Oktober staltsindet, auch Post, und zwar nur £rttctn’i$e Triefe und Postkarten, befördern. lnschreibsendur.gen sind auSgeschloff n. Die Sendungen fön gen für die D^rnnizten Staaten von Amerika, oder für andere Länder bestimmt fein, nach denen Briefsendungen im gewöhnlichen Verkehr über Reuvork geleitet werden Sie toerbe.t unter folgenden Bedingungen zugelassen: 1. Da» Einzelgewicht der Briefe darf 20 Gramm nicht überleiten. 2. die G sanngebühe beträgt für eine Postkarte zwe: Alk., für . men Brief ver Mk. 3. die Sendungen f.nd durch die n.uen Luftpost- marken zu zwei und vier Alk. < Luftschiff old« durch andere Luftpoftmarken oder gewöhnliche Freimarken vollständig freizumachen. R chi oder unzureichend freigcm achte Sendungen werden dem Absender zurückgegrben. 4 bi- Sendungen muffen ausfällig den Vermerk trag.n .Mil Luftschiff L. Z. 12Z ab Fnedrichodafen" und dem Postamt in Friedricheh fen > Dodenfer > in sre gemacht em Umschlag (fci.rbj nur innerdcutiche Gebühr wie für Sendungen de» g wohnlich.,. V.r- lehn») übersandt werden. Aus dem Umid'laq 11 anzugeben Sendun en;uc B förderung mit Lus - fchiff nach Amerika - Po tarnt Friedrrch-Hafen fBodenfee). 5. die Absender müssen auf den Sendungen ihre Anschr.'t Deenrrlen Vor der Uebergabe an da» Luftschiff crba.ten di? Sendungen einen Aautfchukstemp labdruck .Mit Luftschiff L. Z. 127 befördert . 6 ne Gewähr dafür bah die Sendungen auf le n.'m anderen Weg al» durch da» Luftschiff nach Amerika befördert we.- den, übernimmt d.e Deu'.fch? Reich»poft nicht. Die Deutsche Reichspost b hält fich ferner vor. Sendungen, die weq-n ffrld-öpfung de» Laderaumes nicht mi« der ersten Fahrt b'föcbert werden können m der fo'.g.nden Fahr! abzusenden. Für tk bc.H Lufl-chtsf übergebe..e;t Sendungen werden den Absendern keine Gebühren erstattet. Wirtschaft. Gowjet-Zündholzirust aegtn Schwedentrust. Tie Cd.i , t-Zündholzindustrie hat feil einiger Zeit dm Ei Port von Zündhölzern auf verschiedenen Märtten de» Au. linde-, darunter auch Deutschland, angenommen Diese Mast- nähme bedeutet den Beginn de» Zündholzkrieg e» zwischen dem sowjctrusfifchen Zündholztrust und dein unt.r Führung de» Zündholztönig» 3var A r e u g er ftehenden Schweden tru st. aul dessen Ausgang man gespannt fein butf. Entscheidend mlra habet sein. Welche Partei die Härteren wirtschaft.ichen Wa,- fen in diesem Kampfe besitzt. Die Wasien des Zündhvlzkönig», Erfahrung Alugbcit viel, viel Geld, Monopolstellung in einer Reihe von Ländern infolge einer Dom Schwedeatruit gewüh7ten Anleihe sind scharf und bciannt, um hier wiederholt au werden brauchen. DtS gegen diese Kampfmittel der fotojetrwi, ebe Zündhol-lrufl, der beim Efeort auch noch vielfach mit Zöllen zu rechnen h t, auf d.e Dauer einen schweren Stand haben wird, liegt auf der Hand. Older anjercr- feits sind auch die SoiDjetleutc gerissen und nicht so schnell klein zu kriegen. Wenn e» ihnen nun nach offenbar di-her ergebni-lofcn Verhandlungen mit dem Schweden kruft gelingt, den Aampf durchzuhalten und den Schwedentrust erneut an den Verhandlungstisch zu bringen, so haben sie schon dadurch einen groben Erfolg errungen, denn über Absatzgebiete, Preis, Zahlung der AriegS.oflen de» gegenwärtigen Aarnp- se» werden sich bann beide Kontrahenten schnell einigen, allerdings — wie meistens in solchen Fällen — nur auf Aosten der Aonsumenten, die ähnlich wie beim Oelsrieden die Leidtragenden sein werden. Von Interesse find bei der Betrachtung der Aampfbgc die neuesten Zahlen (nach sowjet- russischen Angaben) über die Lage und Produk- tionSverhältnlfse der sowjeirussifchen Zündhelz- industrie: Danach liegt eine wesentliche Stärke der rufsischen Zündholzindustrie darin, dast dafür die Cünbhol^beritellung am meisten geeignete Hvlz der Sfoe tn groben Mengen in Ruhland vorhanden ist. Der chauptteil der russischen Zündholzindustrie befindet fich naturgemä'i in den Gegenden der Espenwaldungen. fo im Rord- westgebiet de» Lande», am Zluste Wolchow, und ferner in Weibruhland, Wjatla, Pensa und anderen Teilen de» Landes. Auch da» für die Zündholzherstellung benötigte Paraffin wird im Lande, und zwar aus dem Raphta de» Drolny- Beziri-, gewonnen. Bereit» im Zahee 192b 27 bat die Zündholzinduftrie der Sowjetunion 4149 000 Aisten (je 1033 Schachteln) fabriziert und damit den Vorkriegsstand von 3 757 003 Aisten überholt. Die Produ'tion für 1927 28 toirb au< etwa 4.5 Millionen Aisten veranschlagt, und auch im 3ah.e 1425 29 fei eine starke Pro- dultionSsteig.rung gesichert. Die nach der jetzt durchzeführten Aonzentration in Vetri b be'inb- lichen Werke arbeiten mit 100 Prozent ihrer Aaprzität im Zweifchichtensystem. Die grofVn Trust» und Werte de» Rordweften 2Teiftruh- land», der Gouvernement- Wjatka und Pen'a. stnd im .Zündholzsyndilat der V S. S. R." rercinißt, da» l» Absatzorganisation fungiert Mit der AuSXHiung der Produktion ging nun die Zundhoizi acustne der V. S S R., wie der.it» o.»en erwählt, zur Wiederaufnahme te» Erpvrie» über wovei zur AuSmhr nach Deutsch» lang vor allem die Streichhölzer de» Leningrader ZündholNruste» gelangen. Vom wirtschaftlichen St nd?unkt au» ein gant natürlicher Vorgang denn c» ist vom sow,etruNilchen Stand- pun t au* unbedingt richtiger da» F rrigfabrikat Ltreichhclz u e'portieren al» dm Rohstv f Ssken- Holz. Man darf nur gespannt fein, wie der heben t, uff die Aamp'ansage der sowjet- rustifchen Zündholzindustrie beantworten wird und wie er dieser unerwünschten Aonkurrenz begegnen will. Erhöhung der 3roun*o6knpreife. 3n der gestrige« S tzung br» Reichskohlen- verbandee und de» Groben Ausschusses des ReichSkohlenrate« wurden vom Mitteldeutschen und Ostelbitchen Braunkohlensyndikat mi» Rücksicht auf bic neuerdings durch Lohnerhöhung und Arb iiAAcitherfürjung cintrrtenbe ©triicrung der Selbstkosten Anträge auf Erhöhung der HauSbrandbrikettpreise gestellt. DaS mit eldeutsche Syndikat beantragte eine Erhöhung der Hauebrandbrikettpreise um eine Mark jc Tonne Diese Erhöhung b.beulet im Durchschnitt sür die Briletterzeugung d a Tldtei- deutschen BraunkvhlensyndikatS eine Steigerung der Erlöse um etwa 50 Pfennig. D.r Antrag wurde in beib.-n Gremien angenommen. Das Ostell-ilche Dreuntohlenlnndikat bcam ragte eine Erhöhung der Drikeüpr.'iie um durchschnm- lich 60 Pfennig je Tonne. Der Antrag wurde von den Organen der Aohlenwirfschaft angenommen. Von dem Vertreter de» RAchzwirt- fä-astSMinister» wurde dieser Bcschlust insoweit beanstandet, al» die Preise über die de» Vorjchre» hinauSgehen, mit der Begründung, bah die durch die Preiserhöhung eintretende Belastung der Verbraucher tm Interesse de» össent ichen Wohl» bei der durchschnittlichen Selbstlostenlage de» ostAdlschen Braunkohlenbergbau» nicht vertreten werden kann. Auf eroem wurde ein Antrag de» Syndikat» für da» rechtsrheinische Bayern auf Sr- hch'-'ng der Preise für Brech kohle um eine Mark je Tonne von den Organen der Aohlen- wirtschaft einstimmig angenommen. * Mitteldeutsche (Kreditbank. In der Aufsichtsratsüstung der Mitteldeutschen Creditdank wurde der Abschluh für das erste Halbjahr 1928 Dorgekgt, der befriedigende Ziffern ausweist. * Vom Stahlwerkverban d. Die Hauptversammlungen der Rohslahlgemeinfchasi, Zx?» A-Produltenverbande» und be» Stabeisen- verbände» wurden geftem in Düsseldorf abgt- halten. 3n den drei Verbänden wurde die Marktlage eingehend besprochen, ebenso die Frage einer EisenpreiSerhöhung, über die bereits berichtet wurde. Der Elchweiler BergwerkSvercin wurde al» Mitglied der Rohslahlgemeinschast vom 1. Januar d. 3. ab mit einer Rohstahlbeteiligung von 15 700 Tonnen ausgenommen. 3m übrigen wurden nur noch Fragen rein interner Tatar besprochen. • Philipp» 21.-®., Frankfurt a. TB.. Für da» am 30. 3uni abgciau cnc Geschäftsjahr wird ein Reingewinn von 23 425 (im DoZahr ebenfalls 23 425) Mk. auSgew elen, woraus wiederum eine Dividende nicht verteilt wird. Zur ^Beteiligung der schor en geldlichen Anspannung, sowie zu eircr durchgrei'enden Modernisierung des llnter- nehmenS im Zu'ammer.hang mit einer Zusammenfassung der verschiedenen Betriebe soll eine Äcip-.'.alSAu’ammenlequng im Verhältnis 4 1 und Wiedere' Höhung au» 1,5 Mill. Mark vorgenommen werden. Den Aktionären wird ein Bezug-recht im Dcrhällni- 4: 1 zum Aurse von 104 Prozent angeboren werden. Die restlichen Aktien werden von einem Banken Konsortium übernommen. Der überwiegende Teil de» Gewinne- au- dem ab» g^lau'enen G.' chästSjahre toll für Abschrerbungen verwandt werden. Die neu herernkommenden Mittel dienen, wie erwähnt, zur vollständigen Modern.tierung de- Un'.cmebmenfl. Die Ver« wa.tung beab'.chtigt u. a. den Bau neuer fia- b:ikation»Ln.agen. die mit den modernsten Ma» schincn auZg.-'tattet werden, um in bezug auf PreiSwürdigleit und Qualität de» Erzeugniffe» allen Anforderungen der A und Schaft gerecht werben zu können. frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 28 cept Tendenz: behauptet — 3n der heutigen Börfe bild» die climmuug freundlich X: von austen bn nMtbrr einige Inn 'ollen. schntf b Urne starke flnregurg Jur die Bankwerte ging pon d.r Nachricht non der lleberzeichnung der Drecdner Bankaktien in flmfterbain aut. Beoorzugt waren Berliner kgandeltgesellschasl mit plut* 125 o .<>. Beichobank lagen gegen die gestrige Jlbenbbor'e 0,75 p. f). höher. Sleklroroerte lagen uneinbci!-ch. AEG.. Licht B Rrast und Siemens etwas schmä h r. Schlickert und Selten behauptet. Wag weiter I "» d. j). erhöht. 3.-(9.-{tarben erosfneten 0 75 oft. schwelcher. Am Markte der Hutoaftien waren 9t "U. iDeiter angebotjn und 28 p. ft. Vries taxiert ?.r Rur» war wieder ausgesetzt. Auch Ädlerw,rke gaben 2 p ft. nach, wahrend Ta.mler sich behaupten tonn- len. '.stach den ersten Rüden wurde die ftaltung nDgemein fester. 3m Vordergründe standen meit-r Metallbank auf TiPibenbchoffnungcn (plus In.ft. gegen Anfang). Berliner ft.indelegesellsctraft zogen erneut 1,5 p. ft. an. Deutsche Anleihen lagen still. Bon Auslanbrenten ungarische Goldrente gefregt. 3m verlause blieb bie Stimmung bei stiller uki dendern Geschäst freunbltd). Ä-.G.-Farbeit gingen 0,75 d. ft. über Ansang um. Sonst waren die Rurs- oeränberungen gering. Später waren Zelistoff Waldhof levhaster gefragt und 2.5 p. ft. fester Per Geldmarkt war unaeränbert angefpannt. Tägliche» Geld 7,5 o. ft. Am Depisenrnarkl waren Derisen etwa» erhöht. Man nannte: Mark gegen Do'iar 4,1961. gegen Pfund 20,350. London gegen Radel 4.8515, Pari» 124.01. Madrid 92.8050, Mailand 29,45. ftollanb 12,0925. berliner Börse. Berlin, 28. Sept. 3m heutigen vormittag», oerkehr und auch porbörelid) war eine Zurückhaltung der Spekulation unperfennbar. Anscheinend schien der Drber»eingang bei den Banken zu enttäuschen unb nicht annähernb den geifern gehegten Erwartungen zu enlsprecheu So lAritt bie Spekulation heule au Beginn der Börse zu Realisationen, und dadurch wurde die Tendenz etwa» unsicher. Die Äureperanberungen nach beiden Seiten waren meist nur klein. Durch seste ftaltung fielen Reich»bank. Metallbank, Sachsenwerke, ftolz- mann, ^eidmuhie unb Berger auf Togegen hatten Ehode Aktien 8 Mark verloren, Blisch Wnflgou unb Lahmeyer je 2,25 o. ft. nlebrlatr. Polyphon u:r- kehrten nach dem Bezugsrechtabschlag von 3- o. ft. gm gestern kaum ueränbert Der Montanmarll e ebenfaU» unter Realisationen zu leiben, tsche Anleihen still. Ausländer schwächer Rumänen wieder etwa» niedriger. 1913er 23,25 p. ft., Schröder-Rumänen 35 bis .15,50 p. ft. Der Pland- briefmarrt perkehrte geschöslslos. Anteile eher wieder fester. Geld gesucht. Tägliches Geld 6,5 bis 8 r» o ft.. Monatsgeld 8L bi» 9,5 o. ft., Geld über Ultimo 8 bis 10 o. ft , Warenwechsel wurden mit über 7 o. ft. genannt. 3m verlause blieb das We- schäft ziemlich lebhaft. Die freundliche Stimmung konnte sich Immer erhalten, doch war bie Rursgestaltung nicht ganz einheitlich. Beoorzugt waren Danatbank. von den übrigen Banfwerten Berliner ftandelsgesellschast und Reichsbank. Für 3-G.-Farben erhielt sich ebenfalls etwas 3ntereffe. Rarftadf. sowie Erdöl zogen rociier etwas an. SchuckeN erhöhten sich um etwa 2 n ft. o -ni.urter ttctrcidcbör,e Frankfurt a. M., 28. Sept. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte heule brt geringer Um- fatzlätigkeit in ruhiger unS stetiger Gattung, ö» wurden notiert: Weizen 22.75, Rogg.-n 22,25, Sommergerste für Bcauzwecke 25,53; tnl. Ha'er 22 bis 25; Mais (gelb) für Futferzwe-cke 2325 biS 20.50; Weizemmhl. fübbeuifches Spezial 0, 33.25 bi» 33,75; Roggenrnehl 30,50 bi» 31, D:l- jcnflcie 13 25 bi» 13,50; Roggenüeie 1325 bi» 13^0 Mark. Tendenz: ruhig. Kurszettel der Berliner und Franksurier Börse. _____________________Die binter den Papicren angc ütnen Zistern geben die ftobe der «ulcM bd*lor4,41 164.14 22."6 Ul.M 69.14 l.M 112.17 60.79 68,M 11.4*5 71.80 ±* »t-LBTU- « . Urserräx £ iafltit ». 1910 4SX 6e*flL oca 1913 *X U-ie«y»< freatone.- *X I«Tt. ^oKirOe e. Itll < • lidiiAr eeesoee.-t^-Äi' *x 6e*;. Sen» II ♦X *u®cncn tsneto. Sh<. . . «HX Xub4w» wa 1»1S 62j ®eun4x «tnca'^An «4 L-wbaa-Ssrnfi Lster s Oot«? -Sümc Tcciah* . . k paaie teoioffe:'! 1» feröefurttört äioot e «Tj T.-ut'SrKlrrMtani. 10 twrett Can'Mftt io S»d:n»i - 12 Jj-’.c-fTj- anO 11 Taxstft. a Sanoasaati ir ttuii*» er tt.7 16.9$ VO i ZS.S1 11.75 10.7$ 163 U6 H3.. *.«.$ ise.» 1WJ.7* 17v $ 16..9 >71.« Hl.» »10 31.7 2 1 161.7$ H3.7. 3u>-7; 190.75 ?;! KM 141.75 KM Z. <7.o kl.» 16.8 33 3.« rt.7$ -6$ i.i 10.7$ 11.8 IC.8 14.» 161.» I».$ 15$ !l 139.7j I« .11 juj.i IM'. 75 nö.» 1-0.75 i65 7.' 171.5 Al 141.5 308 U.7 16.8 1.1 «1.5 117 US l» 74 14 16 190.75 ä# 170.; 1'5..' 172 • 2V3 141. - I..-5 tte.a ....... 0 frtfitnfflui ........ t- F-rfn ttrtmaye.....v» cldll c-: tr-1' . • • • . 10 ."Veite» * »jültaam«. . . . « •d. f. »rto Ur.it nu. ... 10 tcT.t ®rfx errt» .... 10 RVte. eietii ......» EOid. »tftt. .....w ..••••■» ett- -l 4 tMiifta ..... 1» tueiMti» ....... e eaicrorr ..... 10 e»»tnu ...... 5 Tr-Ttt OrtN.......• JfWtr StttxbSU ...... 8 ... t H 3- * Ocnrrtt ...... c ( . - r 0#b •l' -3 -ärrKrtn .... 10 t«3 5c r«S<*3.....»0 t alier rf c«a6rtteCl ... 15 3. J »atirr.Jswete ... 12 tsnann Subti ......6 öäetiecMi ....... 9 .......6 Äi^erl-'afc ..... S Sr-C erirCI**......U >91 75 ry 160 177 IM ZC7 »90 5 178 «.75 132.4 Ui »- US 138.4 ia *8.75 M. 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Pci arten .“-floh tru Btora iW M Un egg l*c 168.61 1.761 58,24 Ul,Ul 111.7$ He. 05 10,>49 21.915 <0.41 1.1*15 I4.fi) *.64 6* «l 1.9,0 • WQfc -9,4» 2.,r 78.1 ».017 18.» 91.42 3.M <- Ul*-3 4.266 »MS IV, j* 4.765 M.<6 112,91 1H.V2 1U.JI 19,50 41.615 Ul.fi» 4.1965 16.41 40.81 63.14 1.921 -9 11 12.44 7,5-0 71,15 4.0.3 18.91 »1,46 1.173 i.m 4.198» LZ14 *9.tV» 1«,U 1,76: »4.1$ 111.71 111.71 112,10 10.519 31.15 ai.m 4.111» 16.48$ >6.145 ♦#.U$ 1,916 2.5*.$ 19,01. 12.413 7.H 71.99 1,049 19.86 51.18 2.17* 1,4-9 «.191 4.166 90. M 168,40 1.706 >8.17 111,93 111.01 111.21 10.569 *1.955 ».- .1 4,1*1 16.42$ ■ .-.-5 1» 16 6.5611 96.11 12.4*1 73, U 3.0*5 n. n 81.1 2.17* Mtt 4.199 ».66 em™. <7 ewm>-T - -.8 tru f.mmlMti'chk Im .... Tctta ..... . Icrnkte ^"tiee ....... ma^’tx 5Ucze........ 4. IM *.06 III.SS -2H 4,16-i »er» III.M .175 Für den Herrn Für die Dame H 4.20 4.40 . .3.00, 2.80. 2.65 3.70 . .1.95, B'wolle, gewebt.. gute Qualität — reiche Auswahl Nur erstklassige Fabrikate sowie erprobte Qualitäten! 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