Nr. 176 Erstes Matt 178. Jahrgang Samstag, 28. Juli 1928 016,1 Soeuae* ->d Sturtog^ Bellet«: •iehewrr FamMendlLtltt Heimat hn Bilü Di« Scholle. ■»eeti.Bep wreti. 2 Krich»marli unb 30 «eichrpi^nia ftr Träger* lehn, euch bei 3tid)ter» fchemen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechauschllllse: 61, 64 und 112. Anschrift ftr Drohwach' richten: Snjeiger Oietze». yoAfcheckksnta: trewffirtae Bleie litt«. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vniS BNd Verla-: BrfltfHdft URweefittttr Buch« urö Sttinbraderd K fangt h Sletzen. 5chriftlettnng «nö OeschßftsßeVe: ZchuNtraßc 7. lewe^ee oee Injcle» f*r bie Tuzeenuenner vis pie Nachmittag vorher. Preis fir 1 en Höhe ftr Anzeigen von 27 mm $ reite rrtlid) 8, auswärt« 10 Neichspsennrg- ftr N— Klarneanzeigen von 70 mra Breite 35 Neichspfenuig, Platzvorfchrist 20'. mehr. Chefredabteur: Dr. Friede. Dilh. Lange. Deramwortlich für Vohtih Dr. Fr. Wilh. Cange; für Feuilleton Dr. H.THoriot, für den übrigen Teil (trift Btumschein: für den An- zeigenteil Aart ßtümann. sämtlich in V testen Die Kehrseite. 3n wenigen Lagen flnb fast anbertbalb 3ahr- zehnt. vergangen, feit die Völker der halben Welt auf gerufen wurden zum Kampf gegen die mitte Europa» 3ni Flamen von Kultur und Sitte. Im Hamen M bedrohten Frieden- wurde nicht nur Aranzosön und Stilen, Süssen, 3talie- nem und Serben, sondern auch Marokkanern und Qfnamtten, Kongenegern und Kamtschadalen der heilige Krieg gegen den preuhischen Tlilitariü- mui gegen das kulturfeindliche System von Potsdam gepredigt. Einen preuhischen Militarismus gibt e- nicht mehr. Pot-darn. die Soldalenstadt Friedrich Wilhelm», ist ein biedere- Penfionopolis geworden, da» nur gelegentlich twch durch einen frisch.lrshl*chen Kleinkrieg gegen sich allmächtig dünkende "Berliner Minister von sich reden macht. Um so mehr hat jedoch da- deutiche Volk nun fett anderthalb Z.ihrzebnten die Ehre und daS Vergnügen, den bei ihm selbst mit Hilfe aller Böller und Bassen de» Erdball» ausgerotteten Militari-mu- in einer Spielart kennen zu lernen, den da» zivilisierte Europa leit den Tagen besonnen kvnig- und feiner Turenne und M6lac eiidgülltg in die Geschichtsbücher verbannt glaubte. 'Beitpeitsche und Stiefelabsatz al- Waffe gegen den schutzlosen deutschen Bürger find seitdem wieder zu Ehren gekommen. Kriegsgerichte, Dra- Sna den, Scquifitioncn. Konlrollschikanen sind im r^en Europa», am deutschen Rhein, seit Römer- tagen Mittler höchster Kultur. Förderer polen- ziertester Wirtschaft, heute wieder, wie vor rund zwei 3ahrhundcrten erlaubte und gern geübte Mittel, um eine in hohem Maste IrieUich gesinnte und zum Ausqlcib neigende Bevölkerung, die nichts andere» wünscht, als in voller Freiheit ihrer bürgerlichen Beschäftigung nachzugebrn. mit ihren Rachbarn die-seit» und jenfeit» de» Strom» zu wetteifern in Werten der Kunst und Kultur, der Wirtschaft und Technik — diese» frieblicbenbe fröhlich-heitere rheinische Dvlk bl» aus» Blut zu reifen, zu demütigen und zu quälen, bi» hier und dort sich Einzelne in berechtigter Abwehr oder verständlicher Cmpörunq zu zwar unbesonnenen, aber begreiflichen Handlungen hinreisten lassen, die dann einer übermütigen Soldateska willkommene Gelegenheit zu neuen Repressalien geben. Dah wir in diesen Sähen nicht längst vergangene Zeiten schildern, in denen der Hast de» Kriege» und der ilebermut de» Sieger» nach dem furchtbaren Ringen die ersten begreiflichen Orgien feierten, dafür ist da- Urteil von Zweibrücken und da- Au-lleserung-begehren der französischen Militärbehörden ein trauriger Beweis. Gewist ist auch im besetzten rheinischen Gebiet viele» beb er geworden seit dem Abbruch de» Rubrkampfe-, seit London und Lo- canio, wer wollte da» leugnen? Aber gibt es einen schlagenderen Bcnxis für den Uniinn, der in dem weiteren Derbleiben der fremden Besamung am Rhein liegt, al» die Tatsache, dast in dem Augenblick, wo die französische Regierung den deutschen Auhenminister zur feierlichen Unterzeichnung eines neuen Friedenspakte- nach Pari» einläbt. die französischen Militär!ehörden am Rhein eine der gehässigsten und demütigendsten Bestimmungen de» Rheinlandabkommens. seit 3ahren nicht verwandt und fast schon vergessen. Hervorbolen, um dieselbe Reichsregierung, mit der man sich eben neu verbrüdern will, vor die benkdar schwierigste Situation zu stellen? Wo» ist denn eigentlich geschehen, da» einen solch ungeheuren Rückschlag in den deutsch-fran- zös>schen Beziehungen rechtfertigt? Unter dem blofwn Berdacht. von dem französischen Offizier- kasnw in 3toeibtürfcn die Triko.ore herabgerisscn w haben find drei Deutsche vor dem Landauer Kriegsgericht unter Anklage gestellt und. da fte in da» unbesetzte Gebiet gefmchtet sind, wegen schweren Diebstahl» und Beschimpfung des französischen Hoheitszeichen» in contumaciam z u fünf 3abren Zuchthaus verurteilt worden, obwohl die Beschuldigten jede Beteiligung abgestritten haben und die Ermittelungen der deutschen Untersuchungsbehörden keinerlei Beweis für eine Schuld der Angeklagten erbracht haben. Und nicht genug mit der UrteilüfätTung, bäh man es n Kobferu. dem Sitz der Rhein» lanNommVf'on und ihre» famosen Präsidenten Tirard, für opportun, auf Grund der Artikel 3 imt> 4 de» Rhe.n landabkommen» von der deutschen Regierung die Auslieferung der Angeschuldigten zu verlangen, um sie für fünf 3ahre in französischen Zuchitzäusern verschwinden zu lassen. Und das nach Locarno und Tho.rv. nach Deutschland- Eintritt in den Völkerbund, fast im gleichen Atemzug mit der Unterzeichnung de- neuen Kelloggpakts, der den Krieg ächten und bk Einleitung einer neuen Aera de» Völler- frkben# und der Döllerverständrgung fein foll. Die Medaille de» deutsch-franzöfischen Ausgleichs hat eben auch zwei Seiten, die eine zeigt Herrn B r . a n d . den Vater von Locarno. die Kehr- feit? aber Herrn Tirard. den offenbar all- mächttgen Fronvogt am Rhein. Wir empfehlen bem französischen Austenminister dringend, sich feinen Gegenspieler doch einmal schnell und gründlich unter die Lupe zu nehmen. Und seine Hintermänner in Pari» dazu. Denn es ist doch unmöglich anzunehmen, dast man in Koblenz tun und ■n r - ^nn. was einem einfällt, gleichgültig welche vormt in der Pariser Zentrale beliebt wird, laber e» H ebenso ein Unding, von Deutschland Stnc freundschaftliche Geste zu ermatten, wie es der Besuch des deutschen Austenmini- st c r s in Paris zweifellos 'ein würde, wenn man statt endlich die längst fällige Räumung des Rheinlandes in Aussicht zu stellen, auf denkbar brutalste Methoden aus einer Periode schm ach- Gegen das Auslieferungsbegehren. Die Einstellung des Auswärtigen Amts. Eine neue eigenartige Auülafsung der Wilhelmstratze. Berlin, 27.3uli. (I1L) Zum Muriieferung*- begehren der Befatzungsbehörden wird von z u - ffänöiger Stelle erklärt, dah die Bctcheregie- rung oe r p f 11 d) t e I fei, bem entsprechenden Artikel des Rheinlandabkommen, zu entsprechen und die verlangten persönUchkelten au»iulie- f e r n. Iedoch seien jur Zelt Verhandlungen im (Dange, um eine gerechtere Beurteilung der Angelegenheit durch die sranzösischen Behörden herbei- zusühren. Inabesondere erscheint nach deutscher Aufsagung der Vorwurf de» schweren Diebstahl» al» unrichtig, da die Iatbeflan6»merfmale diese» verbrechen» nicht erfüllt sind. Die drei Persönlichkeiten. deren Auslieferung verlangt wird, sollen bekanntlich die Zahne vom französischen Offizierkasino heruntergerissen haben. 3m übrigen glaubt man an zuständiger Stelle, die deutsche Bevölkerung daraus aufmerksam machen zu müssen, dah derartiger Unfug auf da» dringlichste oerm leben werden muh, da die deutsche Bevölkerung in solchen Zöllen vor der Auslieferung in Ueberein- ftimmung mit den beflebenen Verträgen nicht geschützt werden kann. Paris und Koblenz. Lin aufklärender Aommcniar dcü „Vorwärts". Berlin, 28. Juli. (TBolff.) Die „D A 3" und der „Vorwärts" kommen heute morgen noch einmal auf dos Auslieferungsbegchren der französischen Behörden zurück. Da» erstgenannte Blatt knüost an eine, an anderer Stelle veröffentlichte Protestkundgebung des Deutschen Offiziersbundes folgende Bemerkung an: Der Deutsche Offiziersbund geht bei dieser Kundgebung von der (gestern als von zuständiger Stelle kommend bezeichneten und veröffentlichten) Meldung aus, dah die Reichsregierung bc- schloffen habe, dem Slusliescrungsbegebren Folge zu leisten. Davon kann aber, wie wir zuverlässig erfahren, gar keine Rede sein. Allerdings scheint die Rechtslage für die französische Auffassung günstig zu liegen. Eine Auslieferung darf jedoch — mag die Rechtslage fein, wie sie will —unter keinen Umständen in Frage kommen. Die Reichsregierung wird daher alles aufbieten mästen, um eine Lösung dieser Affäre zu erreichen. Der „Vorwärts" misst heute der Angelegenheit nicht die Bedeutung bei, die ihr besonders von rechtsstehenden Organen gegeben worden ist. Das Blatt teilt mit. dah in Koblenz bereits feit längerer Zeit über den Fall verhandelt worden sei und eine für beide Teile durchaus befriedigende Lösung unmittelbar bevor- gestanden Hobe, als die Tatsache der französischen Forderung in sensationeller Ausmachung mitgeteilt worden sei. Das Blatt schreibt dann weiter: 3m vorliegenden Falle, der einen politischen A n - ftrich hat. muh natürlich ein Ausweg gefunden werden. Es mag sein, dah einige französische Herren in Koblenz, die ein Interesse daran haben, eine frühere Räumung zu verhindern, und die deutsch- französischen Beziehungen zu trüben, es darauf angelegt heben, besondere Schwierigkeiten au machen. Die französischen Regierungsstellen in Paris waren bis gestern über die Angelegenheit gar nicht informiert Der „Vorwärts weist bann auf die diplomatischen Schritte hin, die in der französischen Hauptstadt zu einer schnelleren Beilegung dieses „mahlos ausgebauschten Zwöchen- falle»" unternommen werden, und erklärt: Auch auf französischer Seite sind, wenn wir bisher recht unvollster Demütigungen für Deutschland zurück» greift. Deutschland hat ein Recht darauf, endlich flipp und klar zu erfahren, woran ei ist. Will man in Paris aufrichtig eine Fortsetzung der Politik, die die deutsch-französische Derstän- Digunq zum Ziel hat. dann mutz endlich Lchlust gemacht werden mit dieser Politik des öoppeden Bodens, wobei die eine Hand nicht weih, was die andere tut. Es ist zwar vielleicht sehr praktisch ausgeklügelt, wenn man in Paris von Locarno und möglicher Rheinlandräumung spricht, den militärischen Machchabcrn in Koblenz und Mainz aber gleichzeitig die Rolle zuschiebt. durch fortgesetzte Drangsalierungen und Provokationen dafür Sorge zu tragen, dah man stet» über genügend Borwände verfügen kann, tr.e eine Rau- nntng des besetzten Gebet» aus Gründen der Sicherheit leider immer noch untunlich erscheinen lassen. Deutschlands Geduld ist am Ende, ei hat keine Lust mehr, weiter noch diesem zynischen Fangballspiel zuzuschauen. Das deutsche Dolk muh setzt endlich willen. ob e» einen Sinn hat, noch auf späte Früchte der Loeamosaat zu warten. oder ob cs trügerilche Hoffnungen find, mir denen Poincarr neue Zugeständnisse politischer oder wirtschaftlicher Art ^raueInden möchte, um dann wiederum die Zahlung schuldig zu bieiben. älneingelöste Wechsel haben wir genug in unserem Portefeuille, wir danken für neue und wollen endlich den ehrlichen guten Willen sehen, unkten vertraglich begründeten Forderungen nachzukommen. Das Au»lieserungsbc gehren der terrichtet sind, ähnliche diplomatische Bemühun- gen Im Gange. Sollte diese immerhin denkbare Auffassung de» .Vorwärts" den Tatsachen entsprechen, wäre e» völlig unbegreiflich, au» welchen Gründen da», wenn wir recht unterrichtet sind, augenblicklich vom Staatssekretär von Schubert geleitete Au-wärt ige Amt. über den tatsächlichen Sachverhalt und die Dorgeschichte de» Dorfalls beharrlich schweigt und. statt einer offenen Darlegung der ganzen Angelegenheit, die am schnellsten und wirkungsvollsten der vom .Vorwärts" beklagten .maftlofen Aufbauschung" des Zwischenfall» gebient hätte, durch unbegreiflich schwächliche und einfeitige. auch inhaltlich völlig ungenügende Auslastungen die Oeffentlich- feit beunruhigt. Die amtlichen Stellen haben wieder einmal in eklatanter Weise versäumt, die öffentliche Meinung rechtzeitig zu unterrichten und glauben nun durch Fortsetzung einer lächerlichen und schädlichen Geheimniskrämerei einen ihnen unangenehmen Zwischenfall einfach vertuschen zu Konen. Protestkundgebungen. Berlin. 27. 3ull (2.-11.) Zu dem Aus- lieferungübegehren der Besatzungsbehörden erläßt der Rationalverband Deutscher Offiziere folgende Erklärung: „Die deutsche Reichsregierung soll laut Pressemitteilung die Auslief erun g deutscher Staatsbürge r an die französische Befahungsbehörde beschlossen haben. Die Derwirklichung dieser Absicht. deren rechte Würdigung, in der Oeffcnt- lichkeit durch deutsche Gesetze leider unmöglich gemacht worden ist. würde trotz bestehender Ber- träge einen Bruch der gerade von den heutigen Regierungsparteien so oft al» unantastbar bezeichneten Verfassung bedeuten. Wir fragen das deutsche Dolk. es bereit ist. zu dulden, dah deutsches Recht und deutsches Ehrgefühl s o offensichtlich mit Zützen getreten werden sollen. Wir unsererseits legen schärfste Verwahrung dagegen ein. Richts würde unsere Erniedrigung in so erschreckender Weise vor aller Welt bezeugen, tme eine Preisgabe deutscher Volksgenossen " Der deutsche Osfiziersbund derosten!- (id>t folgenbe Erklärung: ..Trotz der Zeitungsnachrichten .von zuständiger 6teile*. Deutschland wolle dem Qfuelieferungabcgebrcn der »ranzbsr- schen Militärbehörden Folge leisten, werden weiteste Kreise des Volke» e» immer noch surausgeschlossen halten, bah es eine deutsch« Regierung gibt, die unsere Brüder an französische Zuchthäuser auszuliefern imstande »st. Erste Pflicht eine» Verantwortung»bewussten Staatswesen» ist, seine Bürger zu schützen, erstes Recht des Bürger», sich mindesten» innerhalb feiner Landesgrenzen diese- Schutze» gegenüber auswärtigen ikbergrifkn zu erfreuen. Ein Staat, der diese seine Ausgabe soweit vergibt, dah er seine Bürger preiSgibt und sie sogar einer feindlichen Macht überantwortet, kann kein Vertrauen und keine Autorität gewinnen. D.e französische Forderung, vielmehr aber ihre Bewilligung. ist ein Schlag in» Gesicht jede» ehrenhaften Deutschen, e.nc untilgbare Schmach, geqm die der deutsche Osfiziersbund in der Geschlossenheit seiner Mitglieder flammende Verwahrung einlegt und ihre Verhinderung mit allen Mitteln fordert." Die Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschland» erlassen folgenden Aufruf: ..Falls die unglaubwürdige Roch- richt wahr sein sollte, dah die deutsche Reichs- regicrunq sich mit der Auslieferung deutscher ReichSan.z höriger an französische Zuchlhäuscr ei - verstanden erklärt hat. sordern wir: 1. das» an Stelle der Versassungsseier am 11. August ein allgemeiner deutscher Buh' und Trauer- tag deutscher Knechtschaft und Schande angesetzt wird, 2. dah sofort derReichStageinberu- fen wird, um zu entscheiden, ob diese Reichs- regierung noch sein Vertrauen besitzt, 3. fall» auch der Reichstag deutsche Reich-angehörige vor der Auslieferung nicht ju schützen und deutsche Ehre nicht zu wahren wissen sollte, dast der Reichspräsident, Generalfeldmarschall von Sinbenburg. dessen Auslieferung 1920 das deutsche Dvlk voll einmütiger Empörung verweigerte. ihn sofort a u f l ö st." Sowjeirußland und derKriegSächlungSpali Kellogg hat sich an die europäischen Groh- mächte gewandt und ihnen seine Dorschläge zur Aechtung des Krieges unterbreitet. AuchAust- l a n d gehört zu den Grohrnächten. ist aber bisher weder direkt noch indirekt zur Teilnahme her angezogen worden. Wenn man in Betracht zieht, dast die Dereinigten Staaten von Rord- amerika da- Sowjetreich juristisch nicht anerkannt haben, dast sie also offiziell von Moskau keine Rotiz nehmen können, so ist c» sehr verständlich, dast der Kreml übergangen worden ist Man kann sich aber andererseits keinen Weltfrieden ohne Einbeziehung Rust- lands denken. DaS heistt mit anderen Worten, dast der Patt gerade dort nicht gelten folt. wo er mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bald auf die Probe gestellt werden wird. Wan denkt in den Ländern des Westens nicht gern an die Ostprobleme, und doch kommt gerade von dort der Brandgeruch, den man in früheren Jahrzehnten nur am Balkan zu spüren pflegte. Der Optimismus westlicher Kanzleien will sich durch diesen Brandgeruch nicht irre machen lassen und fährt fort den Kellogg- Pakt als eine Welterlösung zu feiern. Es bleibt allerding» die Frage offen, ob die Dölker de- Westen- toirflid) im Innersten ihre- HerzenS davon überzeugt sind, dast durch den Pakt der Krieg aus der Welt geschasst werden kann. Auch die Apostel des PazisiSrnu» Dürften in ihrem Unterbctoufttkin ihre Hoffnungen nicht allzu hoch schrauben, denn im Grunde ist da- Mittel, den Krieg einfach vom grünen Tisch au» au verbieten. sehr naiv, zumal, wenn man beobachtet, wie jede der zur Unterschrift bereiten Mächte sich Ausnahmeklaufeln -um eigenen Vorteil sichert. Die Vorbehalte Frankreich» und feine» Vasallen Polen geben dafür einen beredten Beweis. 3n Svwjetruhland verhält man sich zum Kellogg-Patt in seiner jetzigen Form, ebenso wie zum Dölterbund ablehnend Sowohl die roten Heerführer al» quch viele Sowjetpolitiker betonen zwar die Friedensliebe de- Kreml, behaupten aber, dah der Krieg nur eine Frage bei Tage» fei und dast er, ebenso sicher wie die Sonne aus- und untergehe, in allernächster Zeit a u » b r c - chen werde 3n diesem Sinne sprach Bucharin vor dem Kongreß der Dritten 3nternationalc. Er gab dabei gleichzeitig seiner Lieberzeugung Ausdruck, dast der Krieg den Bürgerkrieg in allen Ländern entfesseln und Der We11- revoluti on zum Stege verhelfen werde. Man weist in Moskau auf die Beratungen De» polnischen und rumänischen General stab» in Warschau und auf den Besuch der Generalstäbler in Reval und in Helsingfor» hin. Die Herren hätten sich gewih nicht versammelt, um gemeinsam zu frühstücken. es habe sich vielmehr um Krieg-Vorbereitungen gegen Die Sowjetunion gehandelt. Die osstztöfe Sotojetpresse meint denn auch, dost der Kellogg-Patt nur eine leere Rheinlandkomnnssion ist da» Gegenteil davon. Die Krisis der deutsch-französischen Brrhand« lungSpolitik Hot auch leider -- wir müssen schon lagen e ne inner politische Seite So erfreulich es war, eine fast einmütige Ablehnung der unerhörten Zumutung her Rhetnlandkomritlsisn in der deutschen Preise aller R ch!ungen feststellen zu können, so seltsam mute: tue S.ellungnahme der amtlichen Stellen zu dem AuSlieferungs- begehren an. Tat man erst in Berlin nach bewährten Mustern so. als wühle man von nichts, so raffte sich die Wilhellnstraste schließlich, nachdem e» sich beim besten Willen nicht mehr länger verheimlichen lieh, doch dazu auf. Die von französischer Seite gestellte Forderung zuzugebeTt, wobei sofort erhärt touröe, dah Deutschland stch an das Rheinlandabkommen gebunden erachte und daher Dem Au-lieferungSbe- gehren ft a 11 geb en werde. Unsere« Erachten- kann und Darf davon gar keine Rede fein. Die Reichsregierung wird vielmehr unter Beneitefchiebung der' RheinlandkommissMr: in Paris direkt die ernstesten Vorstellungen zu erheben haben und einen Verzicht auf das unerhörte und der offiziellen Politik des Quai d'Orfah offen Hohn sprechende Ansinnen der Herren Tirard und Konforten verlangen müssen, mit dem Httrzufügen, dah eine Parcker Relle Strese- manns ad majorem Galliac gloriam nicht im ent« ^entfetten m Betracht fönte, solange man sich von französischen Betzbrden im Rheinland noch ähnlicher beleidlgender Forderungen zu gewärtigen habe. Allgemein anerfanniet Grundsatz De» Völleroechls ist, dah kein Staat verpffichtet werden kann, seine eigenen Angehörigen- einer ausländischen Regierung zur Strafverfolgung, noch dazu wegen polilllcher Der gehen, auSzuliefem. Strafgesetzbuch sowohl tote Retch-verfasfung sichern Dem deutschen Staatsbürger diesen Schutz ned) ausdruck.ch zu. ilr.D toerm nun auch Deu.sch- land wirklich im Rheisllandabkornmen sich diese» Rechte» und dieser Pflicht zum Schutze feiner S: aar-angehörigen begeben hat, so ist dieser in bitterster Rot von Deullchland erpreßte, formal- jur-stifch zwar heute twch zu Recht bestehende Vertrag doch durch Die gänzlich veränderte politisch: Situation tatsächlich längst überholt. 3n einer Zeit äuherfter Bedrängnis bedurste es seinerzeit nur eine- Funkens entschlossenen WillenS de» ganzen Volkes, um Die Schmach einer Auslieferung der sogenannten Kriegsverbrecher zur AburtaLung durch alliierte Gerichte von un» abzutoettden, und heute, in einer nach innen und auhen ungleich gefestigteren Lage, frtlte unS das unmöglich fein, was vor zehn 3obren unser Stolz war? Rehmen wir doch wieder einmal unteren ganzen Mut zusammen und stellen Frankreich vor Die Wahl, welche Seite der Locarnv-Medailla e» für Die rechte und endgültige erklären will, die Seite die un« B r i a n d zeigt oder die Kehrseite mit bem BÄdnis Tirard». der verkörperten Tdranni« am Rhein. Formel sei. die nur dann Inhalt bekommen würde, wenn sie ihre Spitze gegen Rußland richtet. Do« soll nun nicht heißen, als ob man in Moskau n'icht gerne den Pakt unter» schreiben würde Die Diplomatie des Kremls bewirbt sich schon lange um die Gunst Washingtons und man würde hoffen, auf diesem Wege das Wohlwollen des nordamerikanischen Staatsdepartements zu erwerben, vielleicht würde auch die Kriegsgefahr des Augenblicks dadurch beschworen werden. Denn trotz aller kühnen Reden weiß man In Moskau sehr wohl, daß ein Krieg zum Sturz des Sowjetsystems führen konnte. Aber aus jeden Fall würde für die Sowjetregie- rung die Annahme des Kellogg-Pattes nichts :nehw als ein Mittel zum Zweck sein. Keine amenkanischeLnitiative. 3)er Beitritt steht Rußland frei. Washington, 28. Juli. Jn Kreisen der hiesigen spanischen Botschaft wird eine lebhafte CEnb läuschung darüber nicht verhehlt, daß Spanien nicht gleichfalls in den Kreis der ersten Signatare ein- bezogen werde. Rußlands wegen war jedoch eine progwmmänberung nicht mehr möglich. Die Moskauer Meldung des „B. 1“, wonach Rußland ohne allzu große Schwierigkeiten bewogen werden könnte, dem Kriegsächiungspakt beizutreten, sofern nur die Bereinigten Staaten gewillt seien, auf Rußland in diesem Sinne einzuwirken, begegnet hier starkem Jnteresse. Sämtliche führenden Zeitungen geben ausführlich die Moskauer Mitteilung des „B. T." wieder. Erkundigungen in bestunterrichteten Kreisen ergaben einen Hinweis auf Kellogg» Rote an den hiesigen französischen Botschafter vom 28. Dezember v. J„ in der ausdrücklich als Auffassung der amerikanischen Regierung festgeflelll wird, daß der Kriegsöchtungsvertrag „jur Unterzeichnung durch alle Rationen offen stehl". Jn Uebereinslimmung hiermit fleht nach hiesiger Auffassung Rußland» Beitritt zum fieUoggpaff nichts Im Wege. Line amerikanische Jnitia- live, um einen solchen Beitritt Rußlands herbei- zufllhren, fleht jedoch gänzlich außer Frage. Staatssekretär Kellogg verweigerte jegliche Aeußerung, wie lll»erhaupl das Staatsdepartement sich amtlich an alle russischen Fragen völlig desinteressiert zeigt. Die Meldung dc« „B. T." wlrd als r u s s l s ch e r s e l t s inspiriert betrachtet und hat daher auch die starke Beachtung gefunden. Die verantwortlichen hiesigen Stellen lehnen es jedoch ab, daraus die Folgerung zu ziehen, daß die Sowjetregierung auf dem Wege über die Unterzeichnung des Kelloggpokles die Frage ihrer Anerkennung durch die Bereinigten Staaten ventilieren konnte. Falls in Moskau solche Erwägungen ongeflevt werden sollten, würden sie hier als ganz und gar abwegig beurteilt. Mit der Beteiligung Rußlands an dem pariser Unlsr- zeichnungsakt wird hier jedenfalls nicht gerechnet. Die Einladung an Kellogg. Amerika widerstrebt jeder Erweiterung des Pariser Programms. Heu hort, 27. Iuli. lWTB.) Wie die Associated Preß aus Washington meldet, erhielt Staatssekretär Kellogg von der französischen Regierung die Sinladung. Paris *n 27. oder 28. August zu besuchen, um persönlich an der Unterzeichnung deZ KriegSöch- mngSpaktes tellgimebmcn. Kellogg wird, wie verlautet, der Einladung Folge leisten, falls auch die anderen Signatarmächte durch ihre Außenminister in Poris vertreten sein werden. Wahrscheinlich wird Frau Kellogg ihren Gatten nach Paris begleiten. Kellogg hat bereits beschlossen, mit dem ersten nach der Unterzeichnung des Vertrages verfügbaren Dampfer nach Amerika zuruck zu reisen. 'Der Staatssekretär beabsichtigt nicht, seine Eurvpareise zu informellen 'Besprechungen mit den verschiedenen Ministern des Aeuhern über die Amerika angehenden Fragen auszunutzen. Vom Staatsdepartement wurde erklärt, der einzige Zweck der Reise Kellogs sei Ne Unterzeichnung des Antikriegspaktcs. Kellogg geoenke nicht, von diesem Programm abzuwexchen und an irgendwelchen Unterredungen teilzunehmen, die über beiläufige Besprechungen internationaler Fragen hinausgehen. die naturgemäß bei einer Zusammen tuns t von Außenministern so vieler wichtiger Länder in einer Stadt stattfinden werden. Ausdrücklich wurde im Staatsdepartement erklärt. Kellogg werde in Paris nicht die Schuldenfrage erörtern. Meldungen aus europäischen Hauptstädten hätten cmgedeutet, einige der Außenminister, besonders Dr. S t re sein ann, dürften «ine Erweiterung der Unterzeichnungszeremonie zu einer allgemeinen informellen Erörterung von Fragen, wie der Repara- tionSfrage und der Frage der Zurückziehung der Truppe aus dem Rheinland« erstreben. Staatssekretär Kellogg beabsichtige jedoch nicht, an derartigen Erörterungen teilzunehmen. Paris rüstet zum Empfang. Kommt Ltrcsemann? Paris, 27.3ulL (TU.) Die Unterzeichnung des Kellogg-PakteS am 27. August im Uhrensaal des Quai d'Orsay beschäftigt die französische Oefsenklichkeit >md vor allem die politischen Kreise auf das lebhafteste. Der Zeitpunkt scheint insofern nicht glücklich gewählt, als er in bi« großen Ferien fallt, die jeder Pariser, der etwas auf sich hält, draußen aus dem Lande oder am Meer« verbringt. So wird eS sich denn alS notwendig «rw«is«n. zahlreich« Aenderungen in den Urlaubsobsichten der höheren Beamten des £ludi d'Orsay vorzunehmen. Präsident Doumergue unb PoincarS. die an den Feierlichkeiten teilnehmen, weilen auf ihren Land- fchlössern hx ber Pariser Umgebung, so dah es ihnen nicht schwer fallen dürste, für einig« Tage nadb der Hauptstadt zu kommen. Wre verlautet, sind große Festlichkeiten geplant. Man rechnet mit einem Empfang bei dem Präsidenten der Republik unb einem zweiten bei Briand in den 'Räumen des französischen Auswärtigen Amtes. Zehn Außeummäter werden hx PaxiS erwartet, außerdem der itaiienifdK UixterstaatSsekretär ® ran bi unb der spanäch« Ministerpräsident Primo de Riv?rn Ob Dr. S t r e se m a n n kommen w rd scheint noch immer nicht endgültig sestzustet^en ? .'• v x w,rd von amtlicher tranzblischer Seite niet Stillschweigen über feine Antwort bewahr' j Der „Intransilgeant" stellt bereits jetzt mit boshafter Ironie fest, dah man sich in gewissen politischen Kreisen Deutschlands bet Hoffnung hingebe, dah Stresemann «ine Zusammenkunft mit Potncarö haben werd«. Der französisch« Botschafter in Washington. ®taube I, ist am Freitag hx Havre eingetroffen. Auch er dürft« an der Unterzeichnung des Keslogg-Paktes. an dessen Zustandekommen er nicht unwesentlich beteiligt ist. tellnehmen. polnische Schikanen. Himefeld im Korridor avgehalteu. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin^ 28. Zulx. Die Aachrichten. die von polnischen Schikanen gegen Reichsdeutsche in der letzten Zeit zu berichten wissen, häufen sich immer mehr, so daß es doch angebracht sein dürste. Polen gegenüber einmal energisch den Stand- pxmkt klar zu machen. So wird gemeldet, daß der Ozecmflieger. Freiherr v. Hünefeld. der gestern abend mit dem V-Zug von Danzig über Dirfchau nach Berlin zurückfahren wollte, in Dirschau von ber polnis chen P atzkon- trolle angehalten tmirbe. weil fein Durchreisevisum. das vom Königsberger pülnischenKon- sulöt beschafft worden war. angeblich unkorrekt gewesen sei. Freiherr v. Hunesekd itrutzte daraufhin nach Danzig zurückkehren unb hat den Rückweg nach Berlin mit Hauptmann Köhl im .Flugzeug zurückleaen müssen. Werter beschäftigt ja die Oeffenllichkeit schon seit etrttaen Tagen die Nachricht von der schikanösen Behandlung ber deutschen Presse in Warschau. die sogar so toei-f ging, dah man den Warschauer Korrespondenten der Telegraphen- Union mit ber Ausweisung bedrohte, die nur durch Verhandlungen des deutschen Gesandten Ulrich Rauscher nicht zur Ausführung kam. Aber auch die üorigen Pressevertreter werden in der letyten Zeit von der polnischen Presse geradezu skandalös behandelt. So greift der .Glos Prawdh" den Korrespondenten !es Berliner Tageblattes an. weil er nicht den Regierungs- standpuntt Polens vertritt und bedient sich dabei ebner Reihe von Weisungen, die sonst tn der zivilisierten Welt nicht üblich sind. WaS Polen mit dieser Häufung der Schikanen an Reichsdeutschen beabsichtigt, läßt sich nicht begreifen. Ma-n tann nur mlnehmen. daß der polnische Uebermut jetzt auch zu diesen Methoden übergreift Aochmals die VetneWchecheit der Reichsbahn. Berlin, 27. 3uli. (WTB.) Der Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Dr. Dorp- müller. gab Vertretern der Press« in einer Erklärung über die Frage ber Snchcrheit aus den Reichsbahnen eine einer (>enbc Darstellung der einzelnen Unglücksfällc Der letzten Zeit, um dann auf die Lehren einzugeben, die die Eisenbahn daraus ziehen muß und di« irn wesentlichen bereits in dem gestrigen Kommunique über die Besprechung zwischen dem ReichSver- kehrSministeriurn unb der Reichsbahn bekanntgegeben worden sind. Richt nur in der Kriegs- zeit. sondern auch in der RachkriegSzeit mußte mit allen deutschen Wagen Raubbau getrieben werden. Der Friedensschluß nahm uns die besten Wagen und Lokomotiven fort. Die Industrie begann erst allmählich, sich zu erholen und der Ruhreinbruch legte Lange Zeit die tzauptrüstungSkammer für die Dahnen still. „3d, kann es deshalb verstehen," fuhr Dr. Dorpmüller fort, „bah auch d i e bayrischen Wagen der Deutschen Reichsbahngesellschaft in einem weni g erfreulichen Zustande übergeben wurden. Ich kann es aber nicht verstehen, bah von unS verlangt wird, daß wir alle die Schäden in einer kurzen Zeit von noch nicht vier Jahren beseitigt haben sollen, die aus einer zehnjährigen Ausbeutungszeit zu - rückgebliebe n sind. Wenn ein Teil der bayerischen Presse die Schuld an den letzten Unglücksfällen dem Mangel an Verständnis der Reichsbahn für die Bedürfnisse des bayerischen Rehes zuschreiben will, so muß ich das energisch zurückweisen." Dr. Dorpmüller betonte, daß der Verwaltiingsrat für Ausgaben zur Sicherung des Betriebes volles Verständnis zeige. Vor den im Verwaltungsrat sitzenden Fachleuten des 3n- und Auslandes sei bei solchen Forderungen jede Debatte überflüssig gewesen. Trotz unserer Finanznot wurden im März 60 Millionen und im 3uni weitere 75 Millionen für solche Zwecke zur Verfügung gestellt. Dr. Dorpmüller schloß seine Ausführungen mit dem Satz: „D i e Sicherheit ist für jede Bahn bic höchst« Pflicht." Das neue Belgrader Kabinett. Belgrad. 27. Cfidl (DB.) Dem Führer der Volkspartei. Korosetsch. ist es heute nachmittag 5 Uhr gelungen, die Regierung zu bilden, und zwar mit den Vertretern der bisherigen MehrheitS grupp en. d. h. der Radikalen, der Demokraten. Der Slove- Nischen Vollspartm und der Muselmanen. Die neuen Minister leisteten heute abend 6 Uhr den Eid. Hilfe für landwirtschaftliche Unwetterschäden. Berlin. 27. Zull. (DDZ.) Reichsinnenmini stcr Severing hat erneut die Frage der Bereitstellung eine- besonderen Betrages von f v. n f Millionen Mark für die Behebung landwirtschaftlicher Unwetterschäden geprüft. Das Äabinett Marx hatte grunHähllch Der Bewilligung eines solchen Fonds zuaestimmt. aber erklärt, daß über die jetzt verfügbaren Mittel buchmäßig bereits disponiert sei. Aus Antrag SeveringS hat nxm das ReichS- tabinett beschlossen, in Den ordentlichen Etat für 1 929 dies« fünf Millionen einzustel- len, sie jedoch bereits jetzt für die Unwetter- schäden au8 1927 unb 1928 anzuweisen und sie durch das federführende Reichsinnenmini ste- riinn verteilen zu lassen. Die Verteilung soll bereits in ber nächsten Doch« erfolgen. Versonalpolitil / des Aeichöinnenminifleriums. Berlin. 27. 3ult «Priv -Tel.) Der neue rid)dinnenminifier Severin« bat laut .Boss, a Frau Ober: n D v. Tilling. M't- ber deustchnatwnaten Sandtagsfraktion mit- rtcijt. daß ihre Tätigkeit a lS Hilfsarbeitern im Reichsinnenmimsterrum. in welches sie Minister v. Keudell berufen hatte, mit dem 31. 3uli 1928 beendet ist. — Wie ferner der Reichsanzexger mitteilt, wurde der Ministeriab' bireftor im Rcichsminifterium des Innern, v. K a- meke, in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Aus aller Wett. Schiedsspruch zwischen -letzten und kaufmännischen Ersatztasfen. Vom Verband der Aerzte Deutschlands wird mitgeteilt: Bekanntlich fd>jxbte zwischen der Aerzteschaft und den kauftnänMschen Sriatzkassen seit Monaten ein Streit übet die Honorierung der kassenärztlichen Leistungen. Die Verhandlungen waren Ende Juni gc- schextert. Indessen erklärte sich die Aerzteschaft trotz erheblicher Bedenken bereit, den bestehenden Zustand noch bis zum 1. August zu verlängern, um Roum für neue Verhandlungen zu schaffen. Inzwischen wurde das im bisherigen Vertrag« vorgesehene Schiedsgericht einberufen, das am 25. 3uli in Leipzig tagte unb einen Schiedsspruch fällt«, durch den der bisherige Vertrag zwischen dem Verband der Aerzte Deutschlands und den kaufmännischen Be- rufSkrankenkassen bi6 Ende des Jahres 1928 verlängert tmrb mit ber einzigen Abänderung, dah an die Stelle der bisherigen Begrenzung nach dem Reichsdurchschnitt eine feste Begrenzung Ser Honorare nur verschieden für die einzelnen Vierteljahre tritt. Diese Zohlen find ausgerechnet worden nach den erfahrunas- mäßig eintretenben Schwankungen in ber Erkrankungshäufigkeit. Durch diesen Schiedsspruch, der den Wünschen der Aerzteschaft zum Teil Rechnung trägt, ist somit der verttagslose Zustand zwischen Aerzten unb kaufmännischen $r- satzkassen vermieden. Di« Anleihealtl»«sttzschj«bimgen. Zu der Verhaftung des früheren Sekretärs von Hugo St'mnes jun., v. W al do w. meldet bi« Amtliche Just izpresse stell« Berlin: Sext mehveren Wochen schwebt beim Unter- suchungsrichter beim Landgericht I eine Voruntersuchung gegen mehrere Ü3 ertönen. die verdächtigt sind, inbetrügerischer Weise deutsche Anleihe als A l t be s i ha nle i he angemeldet zu haben. 3n die Angelegenheir ist auch em früherer Angestellter des Hugo-Stmnes- KonzernS verwickelt. Ss handelt sich um ähnliche Betrügereien mit Altbesitzanleihen, wie lie dem Bankier Kunert zur Last gelegt werden. Es ist gelungen, zu verhüten, dah das Reich um erhebliche Gummen geschädigt wurde. ($5 besteht der Verdacht, dah weitere Betrügereien mit Altbesitzanleihen von anderen Personen vorge- nommen wurden. Die Ermittelungen werden von der Staatsaixwallschas't I Berlin geführt. Es wird gebeten, zweckdienlich« Mitteilungen dorthin zu richten. Die Finanzbehörden, di« die Anleihe- fchiebxmgen aufgebedt haben, haben, «ine annähernde Schätzung des Schadens vorgenommen, ber dem Reich durch di« Betrügereien zugefügt werden sollte. Ts soll sich um eine (Summe zwischen 25 unb 30 Millionen Mark handeln. Ob irgendeine Schädigung des Reiches bereis eingetreten ist, oder ob es gelungen ist. alle Schiebungen noch vor ihrer Abwicklung aufaxibeden, konnte bisher noch nicht festgestellt werden. Sine gründlich« Rachprüfung aller 11m- tauschanträge unb alter bereits durch geführten Transaktionen ist eingeleitet worden. Weiterreise der „Monte Lervantes". Rach ebner Mitteilung der Hamburg-Sudame- riko-DampfschiffahrtSgescl'schäft nehmen die AuS- besserxrngsarbeiten an ber „Monte Cervantes" ihren Fortgang. Das Schiff wird Voraussicht!ich am Samstag ober Sonntag seine Reise von. Spitzbergen über Hammerfest und dir not» ivegischen Fjords fort setzen föirncn und wahr- schänllch am 4. Au-gust fahrplaTrmäyig in Ham- bxrrg eirrtreffen. Am i. August tnirb dann die „Monte Dcrvaxrtes" eine neue Rordlcmdreise antreten. Deutsch« Pfadfinder in Konstantinopel. Die bayrisch« Pfadfindertruppe, die yeaenwärtig in Konstantinopel weilt, legte auf dem Chrensried- Hof in T Herapia auf dem Mrabe d e s (9 e - neralfeldmarschalls Freiherr von her Goltz einen Kranz nieder. Der deutsche Botschafter Radolny begrüßte in einer Ansprache die deutschen Pfadfinder unb bi« onwesenben Vertreter der türkischen Pfadftnder. deren gemeinschaftliches scheinen beweise, daß die einstige deutsche Arbeit in den Herzen der Jugend Früchte trage. Hitzewelle auch In Spanien. AuS Madrid wird gemeldet, daß ganz Spanien unter einer drückenden Hihwell« leide. Die waldreichen Gegenden in Antalusien und 6a» slllien werden von Bränden verheert. Die Hitzewelle in Jialien. Die Hitzewelle m Ztalien hält Weiter an 3n Bologna starb em 70jähriger Mmm an Hetzschlag. Aus Reapel werben zwei Todesfälle durch Hitzschlag gemefbet. Lrplofion von Benzinfäsiern Zn Düsseldorf erfolate auf dem Coger» arxnxdstück bet Dineta G. m. o. H. Rostschutz». Farben- und Walzfettsaorikation. eine große Benzin- efplosion. Gkwa zwölf Benzmfässer. d.e gerade gelagert worden waren, flogen in bi« L u f t Die Flammen hüllten ein benachbartes drei- stöckiacS Grundstück ein und zerstörten ben größten Teil der Wohnungen. Sine Frau, die in ber BadewanTU saß. konnte sich nur mit Mühe vor den hereinschießenden Flammen retten. Sin Angestellter der Firma wurde schwer verletzt, eben’o ein Hausbewohner, dem ein Schrank auf den Brustkorb fiel Brandpanik In einer amerikanischen Jrrenanflall. 3n Ra shv ille iTenx^sseei, wurden in der letzten Rächt di« zwei oberen Stockwerke des ZentraL-Staatshosvitals für G«ist«s!ranke durch F « u e r zerstört. Der 1272 Patienten bemächtigte ßch «'ne gewaltig« Aufregung. 300 Irrsinnig«. barmrtcr «in« größere Anzahl gefährlicher geisteskranker Verbrecher, entflohen, von Panik cogrtften. in di« Umgebung der Stadt und irrten auf ben Landstraßen, den Feldern und läng« der Bahndämme umher. Drc. Stunden nach der Ldschuixg des Brandes war die Mehrzahl ber Entflohenen in die Anstalt zurückgebracht rrorben. Wtt Hille der Polizei organisierten bte Beamten der Anstalt ein« systematisch« Sxxche nach Iten noch Petrn':fiten Zrrllnmgen. Soweit bekannt, ist bei dem Brande niemano umgefommen oder nerlett worden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. 3uft 19M Medizinalrat Ör. Bötticher. 2uf Grund des Ge'ey-s über b.c Altersgrenze der Staatsbeamten tritt der langjährig« Leiter des Hessischen Unter suchungSamtes für (Infektionskrankheiten zu Gießen. Herr Medizinalrat Dr. Bötticher, am 1. August d. Z. m den Ruhestand. Medizmalrat Dr. Bötticher, der einer alten hessischen Bcamtenfamilie entstammt, absolviert« feine medizinischen Studien in Gießen und München unb war bann mehrer« Jahre als praktischer Arzt in Lauterbach tätig. Rach 'einer Berufung als Kreis-Assistenzarzt in Gießen im Zahre 1900 wurde Dr. Bötticher neben leinet amtsärztlichen Tätigkeit mit der Wahrnehmung ber Dienst- g« schäfte an der mx gleichen Zahre unter Gafsky bei dem Hygienischen 3nftitxit ber Lanbes-Universität errichteten „Untersuch u n g s st e l l e" durch das Ministerium betraut Meoizinalrat Dr. Bötticher batte ba^ erkannt daß dieser Stell« bei der Seucheixvekämpfung noch ei-nmai eine bedeutende Rolle zusallen würde, unb arbeitete sich unter Daftkys Führung schnell in die damals noch hinge bakteriologische Wissenschaft ein. 3m 3ahre 1907 wurde d « Unterixichung^stelte. deren Arbertsgebtet sich unter Dr Böttichers Tätigkeit bedeutend «rttxüert hatte, von dem Hygienischen Institut räumlich getrennt und seiner Leitung unterstellt. Die Ausdehnuxxg des D«- schäftSvereiches auf di« Provinzen des Lande» und bte weitere unvorhergesehene UnttDidiung des UnterluchungSamteS für Infektionskrankheiten. wie die Untersuchungsstelle später amtlich benannt wurde, war der rübrigen Tätigkeit seine» Letter», des streng fachlich unt> kritisch arbeiten*" ben Bakterio'sgen auf der Kochschen Schul«, zo verdanken. Besondere Berd'enste Bat sich Me- ditzinalrat Dr. Böttcher ans dem Gebiet der ThphitSberämpfung in den Hessischen Landes- Heil- unb Pslegeanstaltrn erworben, nachdem man erkannt hatte, welche Bedeutung den BazLlen- trägern und DauerauSscherdern. insbesondere in Krankenanstalten, zukommt. Durch eixxe ausführliche wissenschaftlich« Arbeit auf diesem Gekstct hat er die Literatur über die TyphuSbekänxpsuna in Heilanstalten fördernd bereichert Währ«» des Weltkrieges stellte er sem ärztliches Können unb sein reiches Wissen auf dem Gebiet der Sexchenbekampfung dem Roten Ärexu unb der Militärverwaltung zur Verfügung und hat auch hier, insbesondere bei der Bekämpfung deS Th- Phus m dem großen Gefangenenlazarett zu Dteßen, segensreich gewirkt. AlS Leiter der Hessischen DesinfekttonSschul« lag ihm die cheorettsche unb praktische Ausbildung ber Desinfektoren nb. die er auf Dxund feine* umfaixgreichen Wissens auf N*m Gebiete des Desinfektionswesens ut**’■*' H'flße. seinem Sem Iwl» und WMitwrf. Pi' inltmmenl# 5*1 irunn -trSti-M" fommen laße«. ’(j f ff o n n t a l will tu <1°°* iu‘ wer, westliche für Dlontar- .ftug; am 28.9uH aiimum JAJJ? am rl.Iull: oben» rithftn. . ict> M sÄ*S VS nebüws SÄS TrPd- «■äS LZM »•gys Hall«, njrifi toMgnfit MS -""«A Y tanWßrfltt1'' ». «"LK°< ■.»SU*! riS M ?*K, K» sicher. " ’iWr alle S Mr 4HE hatte, L,-. sfcfti ft* •ntoldivi Wt-ontironttt’ Ic toter amtlich »wj Mtilfe*!*, - S^I.. n V hat 1-4 t£ dem Mtd bn !fflf4«t S?anbn. »en. nach-«, gy, g den AajLa, insbesondere ix 4 «ne aiMhr. i| Mm Aedtet WMtfAllbfURI W Dährvch thif dem stM 1« 1 Ärtiu unb bn mg und dal auch impsuiy des T>? jtiK'nlofattit k ntrne. Tcni'.ousifit «o'iurt 3iDel£(M(g(MI! Zwei tmeHtgenie. taubere Surtoen, welche Puü unb Vlebe haben, die Weich« fdferet '(faniembertfäfcrcil gründlich an erlernen, wollen sich melden bei LU18D Molkerei-Keaosscnichait Groh-Helba. Cbcrbencn, Telephon Nr. 1. Seltene Gelegenheit! 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Rach einigen aus dem Breite Wetz- lar vorliegenden Meldungen hat dort bas Unwciler sogar mehr Schaden angerichtet als Ruhen gestiftet. Tie Im (Befolge de» Gewitters eingetretene Lbküh- luna scheint ebenfalls nur vorübergehend gewesen tu fein. Taten für Lonntag, 29. Auli Sonnennufgang 4.20 Uhr, Sonnenuntergang 19.58 Uhr — Mondaufgang 1«.<>Q Uhr, Monduntergang 0.44 Uhr 171* der Quaker William Penn, (Brüaber des Staates Pennsnioauien. In Rustombe geftorben; — 1M9 der ruffilche Siaaismann Graf Witte In Tiflis geboren. -- der Komponist Robert Schumann in Endenich geftorben; — 1M3: der italienische Mi- nisterpröstdent Mussolini m Predappio bei Jorli geboren. Täte« für Montag. -30. 3uti. L$s Uhr ben Stück 50. Eier 13 hu» 14; Dlumcnlohl 20 dis 80; Salat 5 dis 15; Salatgurken 20 bis 50; «in- machgurken 6 bis 10. Ober-Kohlrabi 5 bis 15; Rettich 10 biS 20; Radieschen Bund 10 bis 15. Bornotize«. — Tageskalender für Samtig <8c Sreln .Heiterkeit-: (Rcneraloeriamtnlung, S Uhr, Irant jilnbenburg". — Lichtspielhaus, Bahn- ße_- „(fafanena*. — fIftoria Clt!)Oplcle: „Büchse unb ßaflo3. — lageefalenber für Sonntag: Gesangverein „channonie-lhemütlichkeit", flamilfenau»- ftug mit lan^ nach der „Karlsruhe'. — Lichtspielhaus, Bahnhassirabe: ..Casanova'. — Astoria Lichtspiele „Bkichse und Laffo' Die schone Emrichtuna eines Famllien-Stamm- ku*e« findet grlreultcherwsise immer Idrferen 'Anfarg Sie Ift c n lverwolles Mittel zur Sr- wackuna unb Den ef ung bet 5amtlientrabition unb damit des Gefühls innigen Iktbunbenfcm» i» Idxn ben verschiedenen Generationen des 3°e milienstammes Um dem Derlangen nach einem Mb egenen und vielseitigen Zamitteo-Stammbuch Fechnu. z zu tragen, hat der "Verlag von ®m:l Jolh n «teften jeht eine SinheitSauagade eines •am .icn-Liammbuches heraus^bracht. das ®ee m« (einer vielfachen wertvollen Vorzüge eine «je Empfehlung verdient. Das Buch tn bauer- haftem Umschlag enthält einen tun zu'ammeu- SIahten, aber lehr lehrreichen Tel trag von idwig Sindb über das Jamitten'^mmbuch b>ot.t; etnbringluB auf die grofk "29^11 fltett des Stammbuches für jet* Sam die im Unter eile der Rachkommenschast unb Jamilienforlchimg hm- geto eien wird Weiter wird darin prügle Annoort gegeben auf bk Zrage. Wo,u ein Aamilien- 'tanmibuch? An'chl ehend folgen die verschieden- htn Zormulare, die für den 8 am dienst and von Bebeuluni sind. Leiter sind mehrere ©e«len für den Stammbaum der Hamdie vorge'-^en bann folgt Raum für Gedenktage &,*«£ufiÖeltjn für aEche "yefdklnlfl ungen. bann TM Her für Ötc Za'nU.nchronik Cin »esundheitsmerwlatt für ShefchUehende. neun goldene Xq>eln für unkre Müller b;e Vorschriften des Vesehes über die Personenstandes unb die ikhr- Telehrung Über 183* der PoUtlker (Fugen Richter In Düsseldorf geboren. — IM* yurft Otto von Bismarck in ,iri#bri geftorben. - 1914 Modilmochimg In Rußland; — 1918 ber (ßeneralfeldmarschall cher- mann non Sichhoro In Kiew ermordet. f>.rfKHrr rSritficnmarklpreise. Ss kosteten auf dem heutigen Dochenmarkf: ?utier Pfund 1.80 6.4 1.90; Watte 30 bis 35; die 80 vüs 1,40; Wirsina 25; Weihkraui 25. 'Rotkraut 40. gelbe "Rüben 15 bis 20; rote Rüben 15 fr« 20; Spinat 25 bi» 30. Römstchlohl 15 bis 20. Dohnen (grüne) 45 fr» 50. Rohnen igelbe) 50 frs 60: Örfrtn 25 bis 30; Wifchgemüfe 15 bis sch eftung, eine Belehrung Über das eheliche Sst errocht und da» Erbrecht der »begatten nach bet i Bürger, chen Dese»buch. das Irnpsge'^, ein Auszug aus dem Reichs- und Slaatsangehörig- WWaeRefc, »nttvürse au Testamenten usw. und eine Ofnieituna »ur ÄufsteUuna eines Dermö- aens- ober Rachlah-Derzeichnisfes. und schließlich beute sicht man als stummen (beugen au» der Grilndimgs- »eh der ersten Burganlagen (1230) einen kleinen Turm mit Aundbogensries. Intote den Sockel des alten DergfrieM, den 1647 Schwebeickugeln rn Trümmer legten. Von der zweiten 'Vurganlage ist noch ein ganz mit afcu l>eranfter Henster- bogen übriggeblleben, auch der innere und duftere Zwinger, m denen ein späteres Geschlecht ierralfengärten anlegte, find noch gut erhalten. Sie dienten zusammen mit den Befestigungen des Städtchens Königsberg, deren Aestc vom aufmerflamen Wegsahrer da und bott noch entdeckt werden können, dem Schutz und her "Verteldi- •• Da, Heyer- Denkmal In der ftzricdhote- anfage ist in der fetzten Kacht von ruchlosen Händen schwer be|d)abigt worden, indem die Biiste ber- intergrflür)t wurde Bl, setzt Hegen keinerlei nn< baltspunfte darüber vor, wo der ober die Tatcr zu suchen sind, i», wäre bringend zu wünschen, dost d«e Betressenden gesastt und chnrn ein paar geho rifle Denkzettel verabreicht würden. ee Personalien. Ernannt wurden am 19 3ult der cdendarmeriewachttneister Johannes Poth zu Friedberg zum Dendarmerielommistar; die Sendarmeriehauptwachimeister Hch. Braun zu Grebenhain. Hugo Falter zu Cftbofen, Heinrich S a u ft zu Hehloch, Ludwig Zornofl zu Vrünberg. Heinrich Fuchs zu Aockenberg, Johanne» Gunkelmann zu Laubach. Aikolau» Hinkel zu Heldenbrrgcn, Johannes Hofmann zu Sich. Ludwig "Reeg zu Schlitz. Hem- rich Aeifenderg zu Hicber-Olm. Adam "Reubold zu Ortenberg, Adolf Schad« zu "Reisfirchen, Wilhelm Wagner zu Angenrod. Heinrich Wolf zu Lich. zu Griidarmer.emmstern; fämtlld) mit Wirkung vom 1.3uU 1628, der Oberrechnungsrat bei der Abteilung I de» Acvi- sionSamts der Oberrechnungskaminer Wilhelm Boll mit Wirkung vorn 1 September 1928 zum Aechnungsdirekkor bei der genannten Abteilung; der Aechnungsra« bei der Abteilung I des Aeviflonsamts der Oberrechnungslammer Karl Lang mit Wirkung vom i September 1928 zum Oberrechnungorar bei ber genannten Abteilung. 3n den Auhestand verletzt wurde der Aech- nungsdirektor bei der Abteilung I des Aevislons- g u n g fßt Krieg»be(chstdigte Ausführung» besttrnmunaen zum Kraftfahrzeug- fteuergriri» s nk« die Präsidenten der Landes- finan)ämtcr ermAdytlgt Kriegsbeslhädiäten, die eschädlgung In der Gtebläbtg- if die V-enutzung eines Fahr- der Bekbrderung de» Kriegsbe5chstdtzqtzen ko bann der -rlast ganz vd f zum Teil r-etlnat werden Dberbeffen. Mrri* Kricdbcrg DLA Bad-Aaudeim. 27 Juli Hter il gestern ein junger Mann verhaftet imb dem Amtsgernchregetängnis Friedberg zuaelühri worden, der umfangreiche Heiratsfchwinde- leien auf dem Kerbholz bat Sinern hieltaen Wadchen harte er durch Heiratsverfprechen 500 War! al»grichtoinbelt. Aus leinen deichlagnahrnten Papieren geht hervor dast der Stauner noch emc gröftere Ai^ahl von heiratslustigen Mädchen be't- räieichuppens zur widerruflichen Uaberlaffung an die Freiwillige Sanltätslvkönne wird genehmigt. Die Kosten betragen 330) Ml. welche auS Cr- Ibarniflen ober evtl Mehreinnahmen des Armen- Vv-fcn lind Im Lahnkorlchul- b a u 4 MU len bis - ■ ■ - mer erweitert unb gleichzeitig Vie Abortanlagen verbessert werden. Die Kosten belau’en sich auf 8000 bi« 9000 Wk. die durch Kapitalaufna-me gedeckt werden sollen. — Zur Freilegung Der Stadtmauer wird ba« dem C'g. Seeger in der Mauerstrafte gehörige StaUge^äube zum Preise von 500 Ml abgekauft. — Weiter wird ein an ben Armenfond« zu zahlender Betrag von 1000 Mk. für einen Srlds au» dem Berkaus eines Bauplatzes von 400 Quadratmeter gut- gebeifwn. Dem Paul Forbach wurde Mir Herstellung |e ;iet Wobnbausfafsade ein Darlehen in Hdhe non 500 Mk. bewilligt, da« mit 5 Prozent zu verzinsen imb mit 20 Prozent söhrlich zu tilgen ist. Der Umwandlung ber vorläufigen Steuern aus den Jahren 1925 1927 in endgültige gern äst den Bestimmungen des Lcndessinai^amts unb des Ministeriums des Innern wird zugestimmt. Fstr die Kleinkind e r f einen zu mäßigem Zinssuh ausgebracht, ber Rest durch Kapilalaufnahme gedeckt werben. In her Auelprache Monte der Bürgermeister, hast die Örriddung eines Bade» in der Hauvt- lacbe an der Waftersrage bis jetzt gescheitert sei. da das Wasser des kleinen BacheS durch Qtb- toässer verunreinigt und ungeeignet sei. Auch aus finanziellen Gründen fei zur Zelt die Schaffung einer Derartigen Anlage nicht möglich. 8s fei deshalb mit der Gemeinde Griedel in "Verhandlungen eingetreten worden, um mit dieser evtl, gemeinsam an der Wetter ein größere« Freibad zu schassen, unb zwar an dec Stelle, wo sich zur 3eit die Badeanstalt des lumbcrein« he- finbel. Zur Förderung bet Angelcmenheit. sowie auch glelchzeitiger Schaffung einer SiSbahn wird eine Kommifsion. bestehend aiis ben Stadtv. Ioutz. LInkmann, iSinbrobt und Beigeordneten Wittig, gewählt. Zuletzt wurde noch ein Antrag Oppenheimer (Äom.) besprochen. der die Bereitstellung von Mitteln zur Bekämpfung bet Aachitis verlangt ®r bezieht sich auf den Bericht des KceiSfüriorgeaezteS. bet festgestellt hat. das, in Butzbach 29 Prozent der Kinder an Aachiti» leiden. Aach längerer AuS- fprache wurde für dielen Zweck der Betrag von 300 Mart betollligt. Kreis Tübingen. • Dauernheim. 27. Juli. Dieser Lage wurde hier eine Kirchenvorstandsfit- tung unter Borfitz des Superintendenten Ober- hesten», Okterkirchenrat« Wagner, abgehalten, um über die Wiederbelebung der Pfarrei au beraten und Befchluh xu fallen Der letzte Pfarrer. Wilh, Korell. hatte uns am zweiten Adventssonntag 1925 verlaslen, um nach Aeckarsteinach überzufiedeln. Seitdem wurde die Pfarrstelle von dem Pfarrer vmi Ober- Mockstadt verwaltet, neben dem noch verschiedene Pfarrer der iimgegenb Sonntag« ®ottcS» dienst hielten. Die Demelnde hat nun nach fast drei,ädriger "Verwaisung an da« Landeskirchen- amt das dringende Ersuchen um "Neubesetzung gestellt, das bei der Behörde Erhörung fand, Bon bim fünf Pfarrern, die sich um die Plarr- stelle bewarben, hat sich ber KirchmVorstand für teil Pfarrer 3 immer, zur Zeit in "Bre.: bain am l^ufze de» Hoyerodskopfes, entschieden. Da diesmal die Gemeinde da« Wahlrecht hat, erhält vieler die Pfarrstelle, weil von selten der Behörde nichts gegen ihn emzutoenden Ist Wir wünschen unserem neu auf ziehenden Pfarrer Gottes Segen dazu, aber auch die Liebe und da« Vertrauen der Gemeinde, Mit welch froher Hossnung man dem neuen Pfarrer entgegensieht, dafür mag es ein Beweis fehl, bah die Gemeinde ganz von sich aus. ohne von der Vchörde aud) nur irgendwie angeregt zu fein, weil es sich nicht al» nbtig erwies, die grohe Summe von 40o0 Dienstnach- S (hoffen. 10.30. hmhnml nut yfarm » bl« zum b mit Predigt. Predlpt. Dauernheim Diele Draudte lind igen Tage ein bekanntes bestllche» cht gebtteben. Donnerstag, den 2. vugust (Sieben fstachmltkag» 5.30: Beichte Freitag, den .3 tfuguff. (Stehen. 6.30■ Segen,amt. 'Bolt,* und Fortbildungsschulen, richten. Sonntansdientt n.Berzte ».Avotdeken am 20 7.W Dr. i?.S1lcln Dr. Zihllcplmte Pellkkmnvoldele. Jallnnrzt: Dr. tfitibinaft. D Mart m bei BvvkinfchLag ringelten! bat. m das Plarrhau» nebst Hofraite wieder würdig instanb- Aulcacn. tthi# eitna« bedeuten will, wenn man bebenh. bab da» Plarrchaus selbst erst vor 20 Jahren für die Summe von 11000 Mark repariert wurde es allo geradezu ein Tieubou ist 3immcr ist der 21. evangelische Pfarrer leit ber Aeformation. Der erste war Wolfgang Hader 153t 1557. :bm folgte Philipp Draudt aus Berstadt. ber die Pfarrstelle 40 Jahr? lang versah. 1557 1597 Diesem folg len unmittelbar hintereinander leine beiter. Söhne Heinrich Draudi. ehenfalls 40 Jahre lang, zuerst drei Jahre »'s Vikar des "Vaters. 1594 16M, und bann beflen Bruder Steorg gierst zehn Jahre lang als Seb'lfe. der aber bereits am 24 Mai 1635 zu Butzta^?, wohin er gedachtet war. der Pest erlegen ist Sein zweiter Aachfv'.ger war lebt Sohn Johannes Dr 1637 1662. So waren allo im ersten Jahrhundert der Aefvrrnation vier Draudte. <^rt»fjt>ater. zwei Löhne und ein Cntel. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 29. Juli. st. Sonntag nach Trlnifotl». StabltlrdK. R Uhr: Psarrer Mahr; tshristenlehre für bie .'ieukonflrmierten aus der Mailstauegemeinde; 9,30: Pfarrer Lecker; Beichte und hl.Ädendmahl für Mnltlmii,. und Markusgemeinde. — Johannesklrch». K. Pfarrer Lechtolsheiiner; Christenlehre für die Neukonsirmierten au» der Lukaogemeinde. 9.30: Tfarrer Müller. R: Bidelbesprechung Im Johanne,- saal; Pfarrer Bechtolsheimer. — Aapellc de» Tillen Friedhof». 9.30: Psarrer Lenz; Christenlehre für die toeufonhrnilcrien aus der Luthergemeinde - Lllss- delh-tileinkinderschule (Wetzlarer Weg). 9.46: Pfarrer Bechtolsheimer. -- wieseck. 9.30; 10.45: stinderkirche. — üirchllerg. 10: stirchderg; 11: Christenlehre für bie mttnnliche konfirmierte Jugend; 1.30: Tl.unVar — Wahenhorn-Steinberg. 2 — riausen-Garbentelch. 12.30. Hausen; R: Äardenteich (Pfarrer Stauliach. Waltendorn). — Cid). 9.30: Stist»dechant st ahn. Christenlehre für die männliche Jugend; 12 4.'» stin- dergottesdienst; 2: Stiftepfarrer Lic. 6d)trlemmer. katholische Gemeinden. Samstag, den 28. Juli. (Rieften. 4.30 und 7 Uhr: Beichte Sonntag, 29 Juli 9. Sonntag nach Pfingsten (Rieften. 8.30 Uhr: Beichte; 7: Meise. 8 Kommunion. 9: Hochamt mit Predigt; 11 Meise mit Pre blgl. 2 Andacht — Grünberg 9 30: Messe mit Pre- tilgt. hangen. 8: Hochamt mit Predigt. — Cid). 10: Hochamt mit Predigt. - Jlibba. 8.30 Hochamt Aus dem Amlsverlündigungsblatt. • Da«i yimtenerfünbigungeblott Nr. 53 vom 27. Juli enthält: Gesuch de» Otto Maid zu Annerod um (Frlaubnl, tur Errichtung eine* Schlachthauses — Schlachthau»- •eul w*n' Dm WmO-i e, Lu. Wr<- Ivkn W *nlbw «afa* SW eMn Ujö. ScMe*. r* Pwwl *w* 4m Grv* wj i4m • n w**r Mn vr*U er«* wee S«*m ■e L-i N-xi^krt «Ff» Die Trauerfeier findet Montag, den 30. Juli 1928, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt 6941D Gießen, den 27. Juli 1928. 6632 D Danksagung. Badenburg -Wieseck, den 28. Juli 1928. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem schmerzlichen Verluste unseres so teuren Gatten und Vaters sagen herzlichen Dank Wilhelmine Sommeriad und Kinder. Heute morgen 41/, Uhr entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Heinrich Herzberger im 64. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Marie Herzberger geb. Schäfer. Gießen, Am Riegelpfad 70, den 27. Juli 1928. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die vielen Blumenspenden bei dem Ableben meines lieben, unvergeßlichen Mannes Herrn Gustav Schmidt sage ich allen innigsten Dank. Frau Johanna Schmidt 6951 Lagerhallen/Aulogara^n /Werkstätten Aufenthalt- and baroaafiebäade In zerlegbarer Holz-, Be,cn"oder H,on" Betön-AngföhranG. Musterbauten am Platze ^Hermann Schwarz-Werke ^Vertr. 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Prof, der Geschichte en der Universität Äerlin, M. d. 5t Di« groben Feste der Sänger und Turner in Den und in A ö l n sind gewiß teme polln mit diesen groben eindrucksvollen Festen auch heute wieder und erhebt sie über den Ü ha rat ter eines Fester- schlechthin Dir freuen uns Vena Nonaten Schwunges, Der sich darin ausdruckt und der auch cm« besonder« politische Rote er- hält in Äöfn mit dem Protest gegen die De- tatz.ing und dem Willen zur Frecheit. und in TB.cn mil der Kundgebung für die unttcnnbarc 'ktbunbcnbcit zwilchen dem Deutschen Reich und Deutsch-Oesterreich. Di« größte Anschlußkundgebung der Deutschen, die jemals stattgefunden habe, wurde in Wien das Fest und der Festzug genannt. TDit über- 'chätzen Festeseindrucke gewtb nicht, aber das ift etwas Dleibendes. wenn der Deutsche aus Pommern oder Sachen dort den Deutschen au« Südtirol. auS dem Memelland, aus Rord- amertfa. aus Drasilten sieht und ihm mit einem- nmrba# Bewußtsein kommt, wie die Ration und ihre Sinhelt al« Volks- und Kulkurgemeinschast weit hlnausreicht über die Grenzen W hcr- stümmelten deutschen Staates, und wie von Jahr ,u Jahr dieses Gefühl der Einheit fester wird. So ordnen sich diese Feste in die grob« Bewegung für da« Auslands- und Grenzlandedeutschtum ein. und so haben sie einen sowohl erzieherischen wie auch ernsthaft demonstrativen Wert. In Wien spitzte sich dieser Sinn naturgemäß noch konkreter, noch politischer zu in dem Willen, daß diele Einheit der DolkS- und Kulturgemein- tchost auch ,zu einer Einheit des Staate « werde. Auch daS ist wertvoll und bedeutend. TI ach innen insofern, als Tausenden von Reichs- deuttchen. denen die Anschlustfrage ferner gelegen hat. sie nun auf das stärkte in ihrer Bedeutung und Rotwendigkeit vor Augen geführt wurde und als jeder von diesen Tausenden von diesen Eindrücken etwas mit nach Hause nimmt, womit er hoffentlich manch altes Dorurteil revidiert und den Boden für die Delamtstimmung im Deutschen Reiche bereitet. Rach außen hin war daS Diener Fest ein« zwar friedliche, aber auch nachdrückliche Demonstration eines Willens, der dauernd gar nicht in Schranken gehalten norden kann Ist sie doch nur zu natürlich, die Gemeinsamkeit und der Wille, zueinander zu kommen, die vollständige Identität des SeinS. des Denkens, des Hossens.und deS Fühlens mit uns im Reicht Dazu die Unmöglichkeit Deutsch- Oesterreichs. als Staat zu leben! Wir würden unS wundern, wenn gegen bk Wiener Tag? und ihr Srgebnis nicht von einzelnen Siegerstaaten Einspruch erhoben würde. Es ist bemerkenswert, daß das am heftigsten an« Paris geschieht, von wo aus man die interessierten Möchte ermahnt, dergleichen aus- merksam zu verfolgen Die Rachbarstaaten Oesterreichs könnten es nicht zulassen, daß Oesterreich auf seine Unabhängigkeit verzichte, um mit Eine Versuchsfahrt in größere Höhen. Von Professor Or. Bürker, Direktor des physiologischen Instttuts der Landesuniversität Gießen. Einem Wunsch des Gießener Anzeigers, über ein« 'Versuchsfahrt zu berichten, die am Sonntag. dem 15. dTtH. zu wissenschaftlichen Zwecken unternommen wurde, entspreche ich hiermit. Die physiologischen Wirkungen des Höhenklima- aus den Menschen werden zur Zeit wieder eingehend studiert. Durch die bewundernswürdigen. jahrelangen Untersuchungen Prof Dr. DornoS in DavoS sind die physikalischen Grundlagen gelegt. Es fragt sich mm. welche physiologische Wirkung dieses Klima auf den Menschen ausübt. Besonders eingehend ist die Wirkung auf das Blut rmterfucht worden, aber mit vielfach widersprechenden Resultaten, Während die einen Au- toren schon in mittleren Höhen der ZNpen eine beträchtliche Wirkung auf das Blut (absolute Zunahese der Zahl der roten Blutkörperchen und des roten Blutfarbstoff- in der Volu- menernheit Blut) sanden, nahmen andere nur chic relative Zunahme durch Austritt von Blutflüssigkeit nu8 den Blutgefässen, also eine Sin- birfxaifl deS Blutes, an. Ern Fortschritt aus diesem Gebiet war nur durch Verbesserung der Methoden zu erwarten, hafteten doch den dmnaligen Methoden nicht unerhebliche Fehler an. die durch die ertremen klnnatischen Verhältnisse noch vergröbert wurden. In jahrelanger Arbeit ist Verfasser zu Metbo- den gelangt, welche sichere Entscheidungen er» nlöglichen. Mit ihrer Hilfe konnte im Iahre 190° im Sanatorium Schatzalp. 300 Meter oberhalb Davos und 1874 Meter über der, Meer gelegen, durch tägliche qualitative und quantitative Bestimmung des roten Blutfar^toffs und durch tägliche Zahlung der roten Blutwrixr- chen im Blute von vier Bersuchspersonen während eines Monats gezeigt werden, daß c$ fid) in, Hochgcbrrge um absolute Blutpcrmwe- rungen handelt, die als Anpassung an die verdünnte Lust aufzusasscn finb. Besonders auffallend war noch die Tatsache, daß nach der Rückkehr ins Tiefland diese erhöhten Blutwerte nicht sofort wieder zurückgingen, sondern noch längere Zeit nachweisbar waren Zur weiteren Entscheidung sollten weitere versuche durchgeführt werden, vor allem war ein Cfalter handlicher Apparat zur Bestimmung des Blutfarbstoffs erforderlich Die Versuche auf der Schahalp waren mit einem großen Spektrophotometer durchgeführt worden, dessen Aufstellung und Handhabung außerhalb eines Instituts mit Schwierigkeiten verknüpft ist. Als das erftc Erem- plar des neuen Apparates vom Mechaniker geliefert wurde, brach der Krieg aus. Rach meiner Uebertiedlung nach GiMen wurde der Apparat von den Optischen Werken S Leih in Wetzlar fertiggestellt. Deutschland einen gewaltigen deutschen Block zu I begründen. Es ist kein Zufall, dah d,eser scharfe I Sallpruch gerade aus Paris kommt. Denn man weih dort, dah weder im Deutschen Reutz noch in Oesterreich irgend jemand daran dentt, die jetzige Situation mit Gewalt zu verändern. Man kennt ebensowohl Frankreichs Inieresse an der Zerstümmelung des srüheren Habsburger Rc.chs und an der Dafallenherrschäft, in der die einzelnen österreichischen 2! .chbarstaaten zu Frank- re ch stehen und erhalten bleiben sollen, wie an der Fesselung, m der die beiden Rest- und Rumpsstaaten. Oesterreich und Ungarn. durch die bekannten Pariser Verträge gehalten werden. Aber w ? m bezug auf Ungarn die aus England emgeleitete. von Mussolini aufgcnommcnc sogenannte Ariebens-Revisions-Debatte Frankreich nachdrücklich daran erinnerte, das, das Leben der Staaten weitergeht und keine vertrags- sestsetzung für Die Ewigkeit ist. fo sübll man wohl auch in bezug auf den anderen Teil, dah s,ch da mancherlei wenigstens wandeln kann Man weh m Frankreich, dah der Anschluh Oesterreichs an daS Reich nicht Iwlechthin durch den Friedens vertrag verboten ist. Man weih, dah m Deutschland und Oesterreich darüber Klarheit besteht, dah deser Anschluß gegen den Willen Itai.ens und der Tschechoslowakei nicht durchzusetzen ist Aber steht unbedingt fest, dah Italien und die T'chechoflowakei immer und ewig gegen eine Verbindung Oesterreichs mit Deutschland sein mühten? Ausdrücklich sagen wir: die Tschechoslowakei, dem, die Kleine Entente im ganzen und in ihr (Jugoslawien und Rumänien, sind weniger an der österreichischen Frage und ihrer Erhaltung im jetzigen Zustand interesslert. Für di« Tschechoslowakei aber traf In der Rede des deutschen Rexhstagspräsidenten Löbe im besonderen der Hinweis auf eine sehr Wunde Stelle, dah. wenn die Staatsmänner der anderen Seite. Herr Denesch und seine Kollegen, auf die Dauer den Anschluß verbieten wollen. 1k? damit die Magna charta des eigenen Staates verletzen, der doch auf dem Selöstbestimmungsrecht der Ration beruht. Richt heute und morgen wird diese Frage akut oder gar gelöst. Aber sie ist in Bewegung. Zufällig, zum Gebrauch der Stur, treffen an chr interessierte Staatsmänner jetzt in Karlsbad zusammen, der deutsche Außenminister und der Präsident der Tschechoslowakei, deren Außenminister und der Außenminister Rumäniens. Es ift keine politische Hochsaison in diesem Bade, das die genannten Männer alle für ihre Kur brauchen, aber sie sehen einander und sprechen einander. Dr. Benesch bat in Berlin 'Dr. Strese- mann nicht getroffen vnd nun sieht er ihn in Karlsbad. Die Herren werden Veranlassung haben und nehmen müssen, über die Frage: Mittelund Südostcuropa miteinander zu sprechen, über die Wege einer konstruktiven ^iedenspolitik im Südosten, auf denen niemals Deutschland umgangen oder ignoriert werden kann, auf denen m i t Deutschland unft In einer verständnisvollen Stellung zu Italien aber wohl Lösungen des Friedens, auch des Friedens der Rationalitäten, angebabnt werden können. Und es ist sehr gut, wenn hinter den Gesprächen der Staatsmänner immer steht die Erinnerung an die gewaltigen Voltsdemonstrationen die wir dieser Tage erlebt haben. Die politische Aktion wird sicherlich nicht durch Feste dieser Art dargestellt oder hergestellt. Aber die politische Aktion bedarf dieses Hintergrundes. bedarf solcher Resonanz und dieses Aus- Do und auch noch in manch anderer Hinsicht besser ausgerüstet, und auf der internationalen klimatologischen Tagung in DavoS im Iahre 1925 mit den brennenden Fragen der Klimatologie des Hochgebirges bekannt gemacht, sollen nunmehr im August und September dieses Iah- reS die Versuche auf der Schatzalp. auf Wuottas Muraigl im Engadin (2500 Meter) und am Iunglraujoch (3357 Meter) fortgeführt werden. Dabei sollen auch noch VerfruAresultäte verwertet werden, die eine auffallend gleichmäßige Verteilung des Blutfarbstoffs auf die Oberfläche von roten Blutkörperchen ergeben haben. Als Auftakt für die Verfuche im Hochgebirge war hier in Gießen eine DersuchSsahr t mit Flugzeug auf die Höhe des Iungfrau- jochs geplant. Diese Fahrt konnte nicht lange dauern. war uns aber durch andere Versuche bekannt, daß die dlutbereitenden Organe über Reserven verfügen, die sie relativ rasch ata Reaktion aus die Verdüimnng der Luft oder auf erschwerte Atmung bin in die Blutbahn schicken können, so datz also auch bei kurzem Aufenthalt in größerer Höhe eine Blutveränderung zu erwarten war. GS schien bedeutsam, sie mit der Reaktion au vergleichen, die wir später bei mehrtägigem «Aufenthalt auf dem Iung- fraufvch erwarten. Durch Zuwendung von Mitteln der ® t e - steuer Hochschulgesellschaft und durch die Bemühung, n von Herrn Banidirektvr Grieß bauer kamen mir in die Lage, mit dem Flugzeug .tiismöve" der Deutschen Lufthansa die Höhe von rund 3400 Meter zu erreichen und dort etwa 50 Minuten zu verweilen. Dieser Flug fand am Sonntag. 15. Iuli. statt. . Bei einer Vorbesprechung mil bau Lecker der Franksurter Zweigstelle der Lufthansa. Herrn Hauptmann Felmv. am Freitag, 13. 3uH, ergab sich, daß die bestehende gute Weckerlage auSgenüht und der Flug so bald wie möglich unternommen werden sollte. Rasch enllchlosiLi wir unS und setzten den Flug auf Sonntag. 15. Iuli fest, je nach den Luftverhältnissen sollte er morgen» oder mittags statt finden Wir benutzten den Samstag zur Vorbereitung der Blutunterfuchungen Bei diesen muß das Blut genau 100- b^w. 200-fach verdünnt werden, oder, wenn eS unverdünnt zur Untersuchung gelangen soll, muß die Gerinnung Deä BluteS verhindert werden. Die Kölbchen, welche das verdünnte oder unverdünnte Blut aufzunehmen hatten, und die Pipetten, in welchen die Verdünnung vvrgenommen wurde, mutzten to befestigt werden, daß sie bei den Bewegungen des Flugzeugs nicht Schaden litten. Wir hatten w dem Zweck schon besondere Standvorrichlungen bctgcfrcllt. die sich sehr gut bewährt haben. In dem Flugzeug, das sechs Personen cm- schließlich Pilot Platz gewährt, mußten zwei cir-rläne treggenommen und durch einen 5f- pertmentiertisch ersetzt werden. Dazu war eine Tischplatte vorbereitet und uns von der Lufthansa '-gesandt worden. Bor der Tischplatte sollten zwei Untersucher, die zugleich Verfuchs- drucks des Willen» großer Mas en und Scharen, die In einem bestimmten Ziele eins sind in der Einheit ihrer Ration und im Willen zur Freiheit dieser Action. Ginsrmals ist aus der Stimmung solcher Feste, über die die sogenannten Realpolitiker lächelten, de gewaltige Welle geworden, auf der Bismarck daS Schlls des Reichs in den Hafen steuern konnte Unft Bismarck hat solch« Imponderabilien nie gering geschäht Sr hat siebenutzt. So toll auch der deutsche Staatsmann. trenn er in Karlsbad mit den Politikern des Südvsten» lufammcnfommt. den Mut haben, Hinz uweisen auf diese Strömung, auf diesen Willen, auf das Elementare und auf die Dauer nicht Aufzubaltmte um dadurch sich und seinen Gedanken ein Schwergewicht au verschallen, das ihnen bei den anderen Rachdruck verleiht. BiSmarck — der Rome kam uns von selbst in die Feder, der unsterbliche Rame. dessen Träger jetzt genau vor einem Menschenalter von uns ging. Tot? Vergangen. Vergällen? Wir brauchen fcin Wort darüber zu verlieren, wie lebendig er heute ift. von Liebe und Sehnsucht Wehmut und Willen gesucht und getragen und auch noch — vielleicht das stärkste Zeichen des Lebens! von Feindschaft. Atarciguna. Kritik, ja Haß verfolgt! Lind sein Wert, fein Reich? Furchtbar ist es niederg.stürck haben seine tiri'le.izformen sich ge- wändett. Ader die am 18. 3atuiai von Bismarck begründete Schicksaiscerbundenl^eit der deutschen Ration im Gleich hat die Probe, die schwerstc. bestanden, blieb erhalten und zusammen als Kern und Rahmen und Grundlage für alles fernere staatliche Sein. Begreift man wirklich nicht, am 30. Todestage deS Reichsgründer«, den tiefen geschichtlichen und den Zukunstssinn zugleich, der Forderung, den Gründungstag des Bismarck-Reichs, den 18. Ianuar zum nationalen Feiertag heute zu erheben? Quer durch Albanien. Von unserem L dl -Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Tirana. Iuli 1928. Der Seewey über Italien und Durazzo oder Dalona wtrd wohl noch lange der einzige Zugang nach Albanien bleiben, denn ee ift nicht Strafte leicht, von der Sanft,eite her. durch Jugoslawien oder Griechenland bi» in diesen Winkel Europas vorzudringen. Ich begegnete im Laufe meiner Reise in Pogradey zwei deutschen Touristen, die über Monastir nach Albanien hereingekommen waren, aber man muß schon eine ziemliche Ausdauer besitzen und besonders gut zu Fuße sein, um diese Tour aushalten zu können. Ich jedensallv nahm meinen Weg über Bari, von wo man mit einem früher österreichischen Dampfer in einer Rächt nach Durazzo kommen kann. Durazzo selbst hat keinen Hasen Man ist gerade Dabei, einen zu bauen. Aber nach dem gegenwärtigen Stand der Arbeiten Dürfte noch manches Iahr Vorbeigehen, bevor ein Schiss in diesem Hasen ankern kann. Zwischen den Unternehmern und Den Pächtern gibt eS dauernden Streit und augenblicklich ruhen die talenarbeiten ebenso wie Die Arbeiten an Der isenbohnstrecke. die Durazzo mit Tirana verbinden und dann quer durch Albanien den Anschluß an die Bahn von Monastir nach Saloniki finden soll, um damit daS kleine Albanien an daS kontinentale Eisenbahnnetz heranzubringen Unfer Schiss wirst also einige Kilometer von der Küste Anker und nun fühlen wir uns schon vor Durazzo mitten im Orient. Gs geht alles hübsch langsam. über eine Stunde warten wir auf das Boot. daS un8 an Land bringen soll. Aber schließlich sind wir Drüben. Die Paß- und Zollformalitäten spielen sich in einfacher und patriarchalischer Form ab Wir kommen in eine Baracke, wo em Beamter in schöner Uniform und mit schwarzem auf dem Kopf würdig unsere Pässe betrachtet und mit allerlei Stempeln versiebt Heber Hausen von Eisenbahnschienen, über Bretter. Zementblöcke und anderes Baumaterial krabbelt man Dann in eine andere Baracke, wo ein junger Mensch geheimnisvolle Zeichen auf das Gepäck malt, das man vorsorglich auf einer ®dc DeS Personen waren, Platz nehmen. Rach vorne, außerhalb der Kabine, befand sich der Sitz des Piloten, ein Platz daneben blieb frei. Roch am Samstagabend wurden die gesamten Apparate nach dem Flughafen transportiert und tn einem freundlichst zur Verfügung gestellten Raum aufgebaut. Am Sonntag bald nach 8 Alhr trafen wir im Flughafen ein. Herr Dr. Co Hab. der mit mir die Fahrt mitmachen sollte. Fräulein TT ü Iber gor und Fräulein Schmoll, die uns bei Den Alntersuchungen unterstützen sollten. Die Alntersuchung war derart gedacht, daß kurz vor dem Flug im Flughafen, nach Ankunft auf der Höhe von 3400 Meter, 50 Minuten nach weiterem Verweilen daselbst und unmittelbar nach der Rückkehr zum Flughafen daS Blut entzogen und für die Untersuchung vorbereitet werden sollte. Der Anstieg sollte, um den blutbereitenden Organen Zeit für die Reaktion zu lassen, nicht zu rasch vor sich gehen, vielmehr etwa 25 Minuten dauern, ebcrtfolang? der Abstieg. und 50 Minuten wollten wir oben, im garnen also 100 Flugminuten. in der Luft verweilen. (Sine getridc Beschränkung war der erheblichen Kosten wegen Der 5lug ist programmgßig verlaufen Roch während wir Die Vorbereitungen für die erste Blutcntziehung im Flughafen trafen, landete daS Flugzeug von '“ranffurt kommend und von dem sehr bewährten Piloten der IunkerSwerke. Herrn Arthur S. B re Mer, gesteuert. Hern Brevier hat schon mehrfach Flugzeuge in große Höhen, sogar bis zu 8000 Bieter geführt, und zwar in verschiedenen Erdteilen, in den füftameri- konischen Anden, in Bolivien, in Kleinasien. Afghanistan. Persien und Indien DaS Flugzeug. die Ltamöve. Ligentiun der Deutschen Luft- yanla Berlin, von den Iun'ecswerlen 1924 ganz aus Metall her gefüllt, hat 1350 Kilogramm Eigengewicht, Der Motor entwickelt 280 Ps. Der Pilot hielt es nach dm Wettermeldungen für am besten, wenn wir in etwa einer Stunde, gegen 10 llbr. auf steigen wü: den Dementsprechend ttaren wir unsere Borbereitimgen. Kurz vor 10 Uhr wurde aut einem Tragbrett die ganze Apparatur in daS Flugz-Tug geschafft, auf der schon eingebauten Tllchplatie verstaut. worauf wir Platz nahmen und uns Punkt 10 Uhr in die Luft erhoben. Ietzt erst begannen wir mit dm Vorbereitungen zur zweiten Blutenlziehuna, waS sich als richtig erwies, denn beim Abflug hnben erhebliche Erschütterungen statt, welche den gefüllten Trögch-en gefährlich werden können. Mit aller Evrgfclt konnten wir während des Aufstiegs arbeiten, das Flugzeug lag ruhig in der Luft, ein Absacken tarn kaum vor. Den ZurücDleibendrn entschwand das Flugzeug bald enta den Augen, hörbar war aber immer wieder das Propellergeräufch Leider konnten wir Den Blick immer nur zeitweise auf die Erde ruhten, es war ein hcrrllcycr Ausblick, der sich uns bot Städte und Dörfer -- toir kreuzten zwischen Marburg. Wetzlar und Gießen — wurden immer TischeS geöffnet hat. dellen I'.chall nby gar nicht untersucht wird Roch ein scharfer Buck auf Die Gesichter der Reuankömmlinge und wir können unS frei tn Albanien bewegen. Durazzo. daS alte Dhrrachium. hat einjt bellete Tage geicften 6» war Die Residenz deS Proton- lule der römischen Provinz Illyrien es spielte emc große Rolle in Venedigs großen Tagen, ata die feudale Republik der Kaufleute ihre Befestigungen schuf und Die Stadt zu einem Eckpfeiler ihrer Herrschaft in der Adria machte Ietzt ist Durazzo ein orientalisch aus setzender Flecken, mit krummen, stinkenden und schlecht ge pslasterten Gäßchen DaS einzige nette HauS der ganzen Sladi ist die Villa deS Präsidenten Der albanischen Republik. Achmed Zogu. Die auf einem Hügel weit über daS Meer schaut. Zwischen ihr und Dem Ort liegen Die Ruinen die letzten Spuren der venezianischen Herrlichkeit time ganz ausgezeichnete Gyaufsee verbindet Durazzo mit Der Hauptstadt Tirana. 40 Kilomater fmh es bis dahin und man kann in einer knappen Stunde für die bescheidene Summe von 8 Mart per Automobil nach Tirana kommen. Der seltsamsten Hauptstadt ganz Europas Roch vor wenigen Iahren kannte ich Tirana als kleines orientalisches Rest von 5000 tiinwoh- nem, mil ungepflasicrten Sttaßen. in denen Bäche rieselten. Tatsächlich besitzt Mtzanien eigentlich nur zwei Städte die diesen Ramen verdienen: Skutari im Rorden und Koriha im Saften, aber beide liegen zu nahe an Der Grenze. Mit Durazgo ist für die Albaner die Erinnerung an die Tage der Herrschaft des Prinzen von Wied verbunden, und so wählte man. als sich Albanien gegen den Willen seiner Rachbam und nach Nenig rubrnlichen Umwälzimgen zur selbständigen Republik erklärte, eben Tirana als Hauptstadt Diese Hauptstadt aber mußte angefangen von den Straßen bis zu den Häusern erst einmal gebaut werden. GS gab dort kein einziges Hotel, fein einziges europäisches HauS. Man muß anerkennen daß im Laufe der letzten vier bis fünf Iahre allerhand geleistet wurde. Man hat zwei oder Drei breite schöne Sttaßen angelegt einige Häuser oder vielmehr Dillen wurden gebaut, u. a. zierlicher wie Kinderspielzeug. Der Himmel über unS wurde, da wir bei 1500 bi- 1700 Meter Die Dunstfchicht unter uns liehen. Immer blauer. Allmählich sank die Temperatur immer tiefer. Wir sahen, wie der Pilot, der tüchtig em gemummt war, während wir Touristenanzuge trugen, die Hände abwechselnd schüttelte, ging doch bei ihm draußen die Temperatur auf schließlich —1 Grad TelliuS herunter. Zettel, die hinaus und hereingereicht wurden. Dienten der Verständigung. Durch Regulierung mit Hilfe der beweglichen Fenster der Kabine konnten ivir eS erreichen, dah in ihr hie Temperatur nicht unter 17 Grad LelfiuS sank, was für eine einwandfreie Blutentziehung nötig war. Rachdem die erste BIutcntAiefcung und Abmessung in 3400 Bieter Höh: erledigt war, kreuzten wir in gleicher Höhe weiter und genossen nun einige Zeit die herrliche Fahrt. Unter unS lag gerade Marburg, der Bahnhof leicht zu erkennen, das Bank» der Lahn durch die Landschaft gezogen. 'Bald darauf schwebten wir über Gleiberg und Vetzberg, Die sich von oben fo bithfd' präsentieren Dann sahen wir Gießen rmter unS liegen, das einen besonders geschloffenen Anblick gewährt, die Altstadt, von Anlagen umkränzt. Bald fand das Auge, von der wetthin leuchtenden Gailfchen Tongrube ausgehend. das Physiologische Institut, dem ein Gruß zugesandt wurde. Wert ausgedehnt lag der etafttro-lft und ftrr Krofdorser Forst unter unS. Lange konnten wir uns der Betrachtung der rasch wechselnden anmutigen Bilder nicht hin- aebrn. c» galt, die Vorbereitung für Die Dritte. Blutentziehung zu treffen. Auch diele gelang ohne besondere Schwierigkeiten. Um 11.20 Uhr verliehen wir ungern die höheren Regionen, die bei mir nur eure gewiss« Kurzatmigkeit her vorriefen, meinen Mitarbeiter aber in keiner Weise, wa>> die Atmung betnift. beeinfluvten. Der Abst icg machte sich im Ohr bemerkbar, wir mußten öfters schlucken, um diesseits und jenseits des Trommelfells Druckausgleich zu erzielen. Die Temperatur stieg wieder und ata wir unS vom Philosophenwald her Dem Flugplatz näherten, nahmen wir die Kölbchen mit dem Blut federnd in Die Hand, um den S ioh beim Aus setzen auf die Erde zu parieren. Um 11,45 Uhr war der herrliche Flug zu Snde, genau 105 Minuten hatte er gedauert. Roch aalt es. im Flughafen die vierte und letzte Btutentziehung vorzunehmen, dann erst konnten ton an unS selbst denken und etwas genießen, was nötig war. denn wir waren nüchtern g blieben, um die Blutzusammensewllmg nicht durch Derdauurrgsprodukt: zu stören. Rach dem Essen wurde die gesamte Apparatur inS Physiologische Institut geschafft und dort sofort mit den Untersuchungen begonnen, die zeigten, dah daS Blut leibst bei dem kurzen Aufenthalt in großer Höhe schon bei mir, weniger, bei meinem Mitarbeiter, eine Veränderung erfahren hatte. Es gilt nun, diesen Versuch in Vergleich zu setzen zu dem, der in gleicher Höhe auf Dem Iungsraujoch durchgeführt wtrb. dqg ParlamentL cbäudc — etwa eine Ormietoalboilla, aber völlig geschmacklos - und bas /palats'' des Präsidenten, ein früb- fches Keines Haus mit zwei Stagen. Man schuf ein paar Hotels, von drnen eins einen, wenn auch bescheidenen, europäischen Komfort auftoeist: aber das genügt ja schließlich auch für eine Stadt, in der das ^baffet für ein Bad mit Sfeln in blauten Kannen herangeholt werden muh. Tirana prä!entter( sich hrute also als ein lurio'er Mischmasch zwischen einer kleinen Provinzstadt Osteuropas (man muß bei d^n QieubauLn an Ruhland oder Litauen ixnteo) und einem rein ortenialüchen Ort. Denn neben den neuen Straßen flcbcn noch die alten mit den fenfterlofen Häuserreihen, vor denen mohammedanisch« Einwohner hocken. Das Außenministerium, als das Bindeglied zwischen Albanien und zivilisierten QSteft, ist in ein en Reubau untergebrach i. der nach unseren Begriffen für zwei Familien aus- reicht, vorausgesetzt, dah keine K aber vorhanden sind. Aber Albanien ist keine Großmacht, und der Minister mit feinem Stad von Mitarbeitern, lanu sich, wenn man den Warteraum abrechrrrt. gut und gern in sechs oder sieben Kämmerlein aus- breiten. Ss bleibt immer noch im Keller Platz für die Hausanzüge der beiden Eilboten des Herrn Ministers. Die anderen Ministerien, wie etwa das ter Finanzen, des öffentlichen älnterrichts und der Landwirtschaft sind noch in alten, halb verfallenen und schmutzigen Häusern einquartiert. Der Mangel an Wohnungen für die Minister hat übrigens auch eine gute Folge, denn durch ihn ist die albanische Regieruiw gezwungen, die 3abl ihrer Beamten auf ein Minimum herabzudrucken und so bleibt allein Albanien vor der allgemein- europäischen Ministerinflation verschont. Ein wahrer Segen, denn Albanien ist nicht nur arm an irdischen Gütern, sondern auch arm an Gebildeten, die solche Aemter wirklich ausfüllen könnten. Kl-anaüsch liegt Tirana außerordentlich ungünstig. Ringsum um die Stadt breitet sich eine iiunpfigc Ebene, die von Bergen eingeschlossen ist. Es ist unglaublich heiß in Tirana und die Malaria ist die Geihc! ganz Mittel- und Rorda-lbaniens. Fast alle Einwohner der Stadt sind malaciafran/ »der wenigstens Malariasandidaten. Der Hitze wegen arbeitet man in allen Stealsärntern. auch in der Post, von 7 älhr früh bis 1 lUjr mittags. Ilm 1 Uhr stirbt alles Leben aus und erst am Abend erwacht die Stadt. Dann füllen sich die merttoürdig zahlreichen Eas^s. wo sich alle Welt trifft. 3n dieser. Easi'-s spielt sich auch das politische Leben der Hauptstadt Albaniens ab. Man erfährt dort alle Reuigleiten (soweit Reuigleiten in Tirana oder überhaupt in Albanien passieren: der „Sefegraaf" erscheint nur dreimal wöchentlich). 3n den GafeS spinnen sich die lompliziertesten Politischen Intrigen. für die der Albaner, wie alle Orientalen, eine besondere Schwäche hat. 3m Augenblick ist es nicht ungefährlich, in Albanien Politik zu treiben, ja. dieser Späh kann das Leben tosten. So ziehen es die albanischen Kasfeehausstrategen derzeitig vor, in Weltpolitit zu machen und das Schicksal Franlreichs, Deutschlands und Englands umzugestatten ober Herrn Stxefemann, Driand oder Chamberlain zu kritisieren oder zu loben — während man Albanien, Achmed Zogn oder Brioni, den albanischrn Auhenminister, lieber gar nicht erwähnt. Eine andere 3er* streuung der Tiranoten ist ein Spaziergang auf der Hauplstrahe, die nach Durazzo fuhrt. Diese ungewohnt schöne Strafe wird besprengt, und damit die Automobile die Promenade nicht stören, ist.es strengstens verboten, schneller als im Dier- stunben-Kilomelertcmpo zu fahren. i Trotzdem Achmed Zogu ein groher Verehrer .nemal Paschas ist. hat er es nicht gewagt, den Fez der Männer ober den Gesichisschleier der Frauen zu verbieten. Die mohanuncdcuvischen Frauen verschleiern also noch heute ihr Gesicht. Aber die jungen Damen tragen nicht desto trotz kurze Röckchen bis übers Knie und sie glauben auch, dah Allah ihnen nicht zürnt, toenn der Schleier hauchdünn und hübsch durchsichtig ist. Wird die Frau älter, dann wird auch der Schleier wieder dichter. Ob Allah daran schuld ist, mag dahingestellt bleiben, auf jeden Sali ist sicher, daß niemand am Richtanblick der bichtvcrschleiertcn Gesichter etwas verliert. Schlichlich ein baar Worte über das albanische Geldwesen. Roch vor zwei 3ahren war Ai- banicn das einzige Land in Europa, wo Gold frei zirkulierte. Man rechnete mit „Rapo- l e ons", d. h. mit Goldfrank. Seitdem die Rationalbank existiert, ist das Gold durch Papier ersetzt Die Münzeinheit iü ein Goldsrank, der ;n fünf Leks eingeteilt ist. Aber das neue Geld hat das Silber nicht verdrängt, und weil die Oesterreicher und ihre Alliierten enorme Mengen von Silbergeld in Albanien liehen. Jo rechnet man in Silber jetzt nach Ärcnen. Fünf Frank Gold oder c:n Dollar find 13 ... Silbertrvnen. 3m Prinzip ist die Krone gleich der alten österreichischen Krone Tatsächlich aber gibt cs neben diesen noch manches andere. 3n einigen Tagen hab: vdfr mir hier eine Musterkvllettwn ter. Süoermünzcn tast alter lriezsührenden Länder an legen tonnen französische Franken, italie- nifdfe Lire, Levas. Dinare. Drachmen und selbst drei Martstückc von vor dem Kriege! Dos ist die albanisch? Hauvtstadt in ihrer ganzen Buntheit. Oberhessen. NkgLn üver das Trais-Horloff. Aus Trais-Horloff wird nns ge- schrieben: „Die Ausführungen der Direktion der Gewerkschaft Friedrich in Hungen dürfen nicht unwidersprochen bleiben, da sie aus eine. 3rreleitung der öffentlichen Meinung hinaus! auf en. Das Schwelwerk in Trais-Horloff ist ein industrielles Unternehmen, das sich, was den von ihm ausgehenden widerlichen Geruch anlangt, in keiner CQki’e mit einer Gasanstalt der Großstadt vergleichen lähl. Ein Dutzend Gasanstalten rund um Trais-Horloff würde nicht entfernt solche Belästigungen für die Bevölkerung bringen wie dies eine Unternehmen, das die Gesundheit vieler Familien in gröbster Weise aufs Spiel fetzt. CSenn selbst gesunde Leute unter den Einwirkungen des Gases crbrechem und viele Stunden der Rächt schlailos zubringen, wie sollen ältere oder kranke Personen .zu Kräften kommen? Kinder gehen zur Schule, die ihr erstes Frühstück bereits von sich gegeben haben, weil die Magennerven unter den Einwirkungen der Pestlnft versagen. Aerztliche Gutachten in dieser Hinsicht liegen dem Vernehmen nach bereits vor. Wenn die Direktion schreibt, dah sich dieser Justond wefentlich gebessert habe und die meisten Beschwerden stark übertrieben seien, so weih man in Trais-Horloff und Umgebung, was von diesen papiernen Beschwichtigungsversuchen zu halten ist. Vollends der Sah. dah die Abwässer der Fabrik „lediglich etwas Koksstaub" enthielten, ist eine mehr als kühne Behauptung. Wer fein Geruchsorgan diesem „Wasser" auf etliche 100 Meder nähert, wer dieses Wasser" sieht oder etwa gar damit in Berührung kommt, der ist anderer Meinung. Die Bevölkerung von Trais-Horloff und Umgegend läht sich mit Zusicherungen, die eine Ber- schleppungstaltik bedeuten, nicht mehr abspeisen. Man weih allmählich, wie sie gemeint sind, nachdem man in Trais-Horloff bereits Teerwasfer getrunken hat. Die Direktion des Schwelwerkes glaubt, mit ein paar oberflächlichen Bemerkungen die Klagen der Landbevölkerung abtun zu können. Würde die Stadt solche Rücksichtslosigkeiten erfahren haben, die man sich innerhalb eines halben 3aHves dem Dorf gegenüber erlaubt hat (die Direktion beruft sich in ihrer oben genannten Zuschrift auf die Stadl), so wäre das Echtoel- werk von der öffentlichen Meinung längst gezwungen worden, an den elementarsten Forderungen der Hygiene nicht achtlos vorüberzugchen." Da inzwischen eine amtliche Untersuchung des Falles eingeleitel worden ist, dürfte eine weitere Diskussion darüber in unteren Spalten vorerst nicht tunlich fein. Landkreis Gictzcu. • Kesselbach, 27. 3uli. Das aus der Benne bei Kessclbach neueingerichtete B a s a 11 s ch öfter w e r k mit modernen Anlagen wurde in Betrieb gelebt Das Werk wird unter der Firma Basallwerle M. Hertel, Kesselbach, betrieben Wie wir hören, wird der Betrieb, sobald die Maschinen eingebauten sind, unter voller Ausnutzung der Anlagen arbeiten, so daß eine größere Anzahl Arbeiter (80 bis 100) dauernde Beschäftigung finden. ch Lich, 27. Juli. Nachdem die nach Nieder- Bessingen führende Landstraße jahrelang in einem sehr üblen Zustand mar, wurde sic in den letzten Wochen von Grund auf ausgebesfert, gewalzt und mit Teer cingeschlcmmt, so daß sie nun als eine der besten Straften in der gnnyn Umgegend bezeichnet werden kann. treu Lrhortr». Aus dem Obcrwald, 27. Juli. Unser an Wajsec in normalen Zeiten reüh gesegneter Ober- walb beginnt nachgerade die Trockenheit auch zu spüren. Die Bächle-n inerten von Tag zu Tag kleiner. Kratzen, Fuchse, hier und da sogar Fisch reiher. Katzen und — Dorfbuben machen iich dazu nutze und hoben oft genug Erfolg bei der F o - r c 11 c n j a g b. Auch die gefaßten unterirdische» Quellen und !ERaHeratern verlieren ihre Eratebia teil, jo daß viele Gemeinten vor zu starkem Üvasser- netbraud) haben öfientlich warnen nuiifen, wenn sie nicht schon dazu udergc^rngen sind, dir Veitun gen für gewisse Abschnitte des Tages abzustesten. Äxcie Lauicr^ch. | Lauterbach, 27. Juli. Während ter Vorbereitungen zu teu Reichsjugcilbwcltkämp- f c n morden überall dieselben Beobachtungen gemacht. Dic auis Land übermictencn .nute Unter ans den Städten können sich mit ten (L»ntzeü>ui.teu gut melfen in Sörpertrafl und Ausdauer. 3u (tzewandt beit und cdwicliigfeit sind sie ihnen sogar im all gemeinen stark überlegen. Darum werden, wie bas schon im Vorjahre der Fall war. die Landfinder bei der Zuerkennung der Auszeichnungen nicht io gut abschneibeu wie ihre städtischen Samcraten. Giarkeuburg. WSW Darmstadt, 27. 3ulL Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer gestrigen Sitzung dtc Stab*t>crtoaltung ermächtigt. zur Förderung des Wohnungsbaues im 3obre 1928 für Baulustig" nach eingehender Prüfung ter .fehlungssahigtcit und entsprechendem Baufortschritt, im übrigen aber nach sreiem Grmcf'cn ganz ober teilweile Bürgschaft zu leisten für verbilligte Baudarletzen, die den Baulustigcn als Vorauszahlung gewotz-rwerten für die später durch l. Hypothek zu sichernden Darlehen. Die bisher geübte Praiis d^r Landesbank, ihr Darlehen (1. Hypothek) erst nach FertigsteUnim des Baues auszubezahten. sowie die weitere Präzis, die verbilligten Baudarlcten aus der Sondersteuer den Bauiustigen erst dann zukvmmcn zu lasten, toent. der Staat die Gelter zur Verfügung stellt, hat sich als schwirr Hemmung für die ‘Sautätigfeit erwiesen. Mit diesem Beschluß der Stadtverordneten ist nun eitdlich einem XtebcUtand abgcholfen worden. — Wie in anderen Städten, fo wird auch hier über das schlechte, unt aubere Trinkwasser ge- flogt. Auch in ter gestrigen Stadtverordnetenversammlung tourte wiederholt Klage darüber geführt, daß das Trinkwasser viel zu stark cifen- haltig fei. Eine Enteisungsanlage tourte gefordert. Da jedoch der Reudau einer Reinigungsanlage einen Kostenaufwand von 2.5 Mill. Mark erfordert, wurde das Projekt vorerst fallen gelassen. Preußen. Kreis Wetzlar. O W e ft l a r , 28. 3uli. Mit dem Unwetter von gestern abend ging gleichzeitig ein schweres Hagelwetter über unterem Orte nieder. Es wurden an der Franlsurter Straße dicke Käst anienbäume umgeknickt. An der Veranda des städtischen Krankenhauses und dem Glasvorbau find die Scheiben eingedrückt worden. 3in unteren Stadtteil floß das Regenwafser durch mehrere Straffen; bei einer Gastwirtschaft am Schillerplatz soll Wasser in die Lokalitäten eingedrungen sein, Krofdorf, 27. Juli. Nachdem dic Ein- dcckungs- und Wahzarbeiten an der Gießener Straße beendet worden sind, konnte gestern vormittag der Verkehr wieder in vollem Umfange ausgenommen werden. _ _ . <> Dornholzhausen, 28. ouh. Bet dem gestern abend niedergegangenen Unwetter hat ein starker Wirbelsturm in der Räche des Knorrhofes an der Provinzialstraße Wetzlar Butzbach erheblichen Schadenan- gerichtct. Ein starker Avsclbaum von etwa 50 bis 60 Zentimeter Durchmesser wurde in der Mitte auseinandergerissen. Der Baum fiel auf die Telegraphenleitung, riß einen Telegraphenmast um. wodurch die Leitung aus eine Strecke von ettoa 200 Meter saft vollstän- Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Moerß. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Herr Möllmann sagte daraus ohne jede Erregung: „ach wollte mich soeben von Eurer Hoheit ncrab- schieden, do ich mit dem Nachtzug nach Frankfurt fahre. Wir haben dort geschäftliche Beratungen, die sich in Bamberg und München fortsctzen. Wenn Euer .Hoheit wünschen, hatte ich Gelegenheit, mich dort nach der Herzogin zu erkundigen." „Sie selbst? Ach, bester Herr SoUmann, das wäre ja reizend. Das wäre mir ja eine solche Beruhigung. Macht es 3l)ncn auch nicht allzuviel Umstande?" Herr Stollmnnn lächelte, neigte den mächtigen uier- fantigen Kopf über die Hand der kleinen Dame und fegte: „Es darf mir schon einige Umstände machen, wenn ich damit nur das Wohlwollen Eurer Hoheit gewinne." Er verbeugte sich leicht gegen den entfernt stehen- den Hausherrn unb ging durch den Park zu feinem wartenden Auto. „Tiergartcnslraßc?" fragte ter Wagenlenker. „Nein, Dank!" Es mar nach acht Uhr, und die Räume der Bank lagen dunkel, nur in Kollnmnns Zimmer unb dem dancbenliegenten feines Prioatfekrctärs brannte noch Licht. Als der breitschultrige Monn das Gebäude bc trnt, drückte ter Pförtner auf einen elektrischen Knops, sofort lagen Treppenhaus unb Gange bis zum letzten Winkel in blententem Schein. Herr toicocrfen, ber Privalfekretär, sah das Aufflamrncn in ter Milchglasscheibe feiner Zimmertür unb wußte, wer kam. Ein unterer wäre um blcfe Zeit hier auch nicht mehr erschienen. Ein leises Schurren draußen, der Fahrstuhl war im brüten Stack angelangl, unb nun faßte eine .Hand schnell unb energisch noch dem Türgriff. Ehe Peter Sieversen auffteben konnte, stand Moünumn schon mitten im Zimmer. ..Nach irgendwelche Eingang, mit ter Abcudpost für mich persönlich?" „Aus 'Amerika von Swift Drolders, Herr Soll mann.'* ..Jetzt erst die Quittung für die letzte Sendung'' Ober sonst etwas?" „Sie fragen an, ob sie bas Geld zurückgehen lassen sollen, Herr ÄollmaniL Es ist unbestellbar." „Es (am doch sonst immer an. Ist die Dame aus Philadelphia verzogen?" „Die Dorne ist tot," sagte Sieversen langsam. Er war sich nicht so ganz klar, In welchem Verhältnis die Dame mit dem gleichen Namen wie fein Ehcs zu diesem stand. „Wie — was sagten Sie?" Kollman war rasch an ten Tisch getreten, griff in die Briese, riß aus einem Umschlag das Schreiben und las hastig, „oebr merkwürdig. 3n der Wohnung heißt cs, die dctrefscndc Dame solle verunglückt und tot fein. Seit vier Wochen nichts Genaueres erfahren. Sollen wir nachforschen?" Denen ist auch wohl bei der diesjährigen Ställe ter Verstand eingefroren. Sollen wir nochsorschen? — sollen mir Geld zu- rückjchicken? — 3d) sage, diese Anwälte! Wenn nicht ein Vermögen aus einer Sache herausspringt, bann sind sie verdammt langsam." „3ch wartete darum rrnch in der Pank," sagte Sieverjen. ,.3d> hätte cs, wenn Herr ÄoUmanu nicht mehr gekommen wäre, in die Tiergartenstraße gebracht/ Der Generaldirektor horte nickst mehr zu. Er ging mit schweren Schemen auf dem blanken Boden hin und ber. Zweimal hob er den Kops zu Sieversen hin, als molk er etwas sagen hielt das Wort wieder zurück und schritt weiter. Das mar sonst nickst feine Art, unb Sieversen überlegte, baß biefe Sache ten Ches ziemlrch nahe angeben müßte. Immerhin, er konnte auch noch eine Stunde hier warten, bas war sein 'Muü. „Sind Sic in Amerika gernefen, Sieverfen?" „Mal drei 3ahre, Herr KoNinonn, unb mal einundeinhalb." „Sprechen cckjo fertig EnglUch» Wissen in ter ganzen Union Bcübest»- „Reuyork, Wafhmgton. Philadelphia, Boston — da mar td) Reisender für eine Lebensversicherung. 3m Westen hab' ich auch nur die großen Stabte tennenpelenü —" „Genügt. Hasten Sie s,ch bereit, hinuberzufahren. io halb ich cs bestimme Meine Ange le genheil tei Bank Und schreiben sofort an die omi't Brothers, baß sfe ein blßcknn »chneü Erkundigungen cucholen falten Gelb gleichgültig. Ader genaueste Einzel- besten." „Sehr wohl, Herr Lollmann." „Alle Nachrichten für inieh, die nicht geschäftlich sind, nach München in den Vanrijchcn Hos. 3ch fahre gleich ab. Wiedersehen — Der Auszug schnurrte abwärts, unten hallte die massige Tur 'des Seiteneingangs, Peter Sieversen schrieb an Swift Brothers, inan sei etwas erstaunt daß die Herren 'Anwälte ihrem 'Hamen so wenig Ehre machten. Herr Äollmann sti gewohnt, nicht erst in seinen Angelegenheiten mahnen zu müßen. 3n aller Höflichkeit lehr teustich. Peter «.ieocrfen liebte die Panlecs nicht. Er kannte sie zu gut. „Die Damen lvohlrcn hier nct mehr." fegte das Mädchen und sah ten Herrn im vornehmen Geh' pelz neugierig an. „So? Wohin ist das Fräulein von Erdmanns- darf denn verzogen." „Dös weiß i ueL" ,,Abcr Ihre Dame wird cs mahl miffcn Wallen Sic nicht einmal fragen?" Ein silbernes Marsiuick unterstützte das Pegrifssoernmgen fo rnesenllich, daß die Elies sich entschloß, noch Frau Major zu „Die Damen, die hier tei mir gewohnt haben? Ra ja. wie das so ir. haben halt von heut auf morgen die Wohnung aufgefegl und sind davon. Die eine, was sich Baronin genannt hat ist mit einem feinen Kavalier aus die Reife gegangen, die andere —" Sie stockte in der Rete unb sah ten fremden Herrn prüfend an. Wie stand ber zu den Damen? Man mußte als Zimmernstniu vorstchiig sein. „Wo ist die untere Dame jetzt?" Himmel, hatte ter Befehlsaugen. Unb eine Stimme, bic keinen Winkelzug duldete. „Die andere — ja die andere — was bosFrnuln von Erdmannsdori war — Ich weiß net, ob's ihr rocht ist. wenn ich davon sag'. Aber wenn der Herr um dic 6dc geht zum Schmoller. Konditorei und (Safe, da wird ter Herr sie schon um diese Stund' anireffen." Der Herr griff kurz an ten Hut und ging. Beim Schmoller war schon Betrieb, aber kein Lebhafter. Es saßen ein paar Dutzend Leute, tranken ihre Fleischbrühe unb aßen Posteten^ hinter bem Büfett mar die Frau Wirtin selber deschästigi N.g zerstört wurde Aus dem Felde tR ein großer Teil der Kornharsten urngeworien und zum Teil wer» lortgcfefecutei: worden. ^Dornholzhausen, 27.3uli. Die H a u p t - Verkehrs st raß« des Hrittenbergs, die am SUee- dach herzte he ndc Landstraße, ift tem Verkehr in ber heutigen xfeit nicht mehr gewachsen. Ist sie doch nur so schmal, daß sich zunü auf der Straße begegnende größere Wagen nicht ancinanter begegnen können. Es ist bann eines ter beiden Fuhrwerke genötigt, von ter Strafte lestwürls ab in bas Feld ui fahren, bis bas entere vorüber ist. Bei größeren Autos ist cm Ausweichen völlig ausgejchloyen. Um diesem Hotel adzuhelfen. wird gegeuwärftg die StrabcnernKiLerung an uranchen 'Stellen i»orgenommen. Auch ;wifchcu hier und dem benachbarten Hochelheim wird die Straße uni etwa zwei Meter breiter ausgebaut. —0— Münchholzhausen, 27. Tfell Die b«- fige Gemeinte laßt gegenwärtig in unterer Sfem K rschbaruuanlacrn unterer Gtemax- luuit ist die Ernt-- der Späikirschen in vollen, G.znge. Ti: KiZchbäume zeigen burchtvrg. einen ausHczeichnrlen Behang, und die drechätzrige Kirschen ernte ist als dfe teste teil 3echren zu te- zeichneiu Da in and:r.n Orten dic Krrschenrrnte nicht sehr gut ausfällt, berrsckst eine außerordentlich starte Rachfroge. wie b.e hier nur teilen beobachtet wurde. Täglich find cm? größere Anzahl Händler hier anÄKtend. um die frisch gepflückten Früchte sofort ab: utrausport irren. Für ben Ifentncr gute Heezkirschen m rten bis zu 40 Mk. bezahlt, während der Breis im Äteiuixrfcutf sich etwas höher stellt. - - Aus dem Kreise Wetzlar. 27. 3uli. Die Maßnahmen der preußilcheu Regierung, durch Bcihilsen zur Veredlung von ObUbäumen eine Sortev.verracgerung und damit bessere Absalzverhältnisfe zu schalien. battet in diesem 3ahre in unterem Streik einen beispiellosen Erfolg zu verzeichnen. Während aus den im vorigen 3ahrc erftnmltg zu dickm ^Ztoeck bereitgestcllten Mitteln zu 30000 Vcrediu.vgen (Köpfen) Beihilfen gctoäbrt wurden, belief fich die Zahl der in diesem 3ahre auf biefe Weik vvrgenommenen Veredlungen auf ruub 70 000 Köpfe. Obwohl in diesem 3^chre dem Streife di« stattliche Summe von 5000 Wk. zu dxetem Ver- toendungsztoecke überwiesen War. kann infolge ter hohen Kopfzahl nut ein Zuschuß von 7 Pfennig pro Veredlung geleistet werden, roäfttcnb der Staat im vorigen 3ahr dic Hälfte der $er- edlungslosten, 10 Pf. pro Slops, übernahiu. Die Beihilfen werden nur für einzelne s»'währte Obstsorten gegeben, die unter Berückstchuaung örtlicher Lagen unb Bodenverhältnisse von tem leitenden Ärcidobftbaubcamten bestimmt werben. Bei ber regen Beteiligung ber einheimischen Obstzüchter an bietet Sache kann erwartet werben, baß unserem Kreis auch im nächsten 3ahrc eine namhafte Summe zrt diesem (Zweck von »er Regierung zur Verfügung gestellt wird. — Rach bem Jahresbericht ber Herbbuchgcfell- schaft für bas Vogelsberger Rinb im Kreise Wehlar hat diese auch im abgelauscnen Geschäftsjahr regen Zuwachs erfahren- fie zählt jetzt 822 eingetragene Tiere, unb zwar 602 Kühe. 66 Rinbcr und 154 Bullen, gegenüber 757 Tieren im Vorjahre in insgesamt 63 Orten des Kreiles Wetzlar. Erfreuliche Erfolge erzielte die Herd- buchgcsellschaft auf der diesjährigen T -L.-G.- Ausstellung in Leipzig, wo ihr ber Siegerehrenpreis des preußilcheu Vanbtoirtkbaftimini» steriums unb zwei erste Preise zusielen. Dillkreis. bl. Dillenburg. 27. 3ult. Von feiten des Deutschen Luftratcs hat man das im DillftnS gelegene Hirzenhainer Fluggelände »mw-arTB—■■ ...... i .in und hatte wachsame Augen auf Gäste und Personal. Es machte alles einen feinen unb austäirbigen Eindruck. Kollnuuin sagte sich, daß Maria immerhin noch nicht ganz ia Rot sein könne, wenn sie hier zu frühstücken pflegte. Er war sicher, daß er sie wiedercikennen würde, er hatte ein gutes Per- icncngcdächtni:. und ihre Erscheinung mußte ihm sofort auffollcn. Einstweilen erblickte er fie nicht. Um aber niemand zu übersehen, der aus- und ein ging, setzte er sich an einen Tisch dicht neben tem Eingang und hob die Augen, sowie die Tür sich rührte. Jemand sagte neben ihm: ..'fites darf ich bringen?" Eüi iliichliger «eitcnblick zeigte ihm ein schwarzes Kleid, eine weiße schlitze — er antwortete gleichgültig „Bouillon und Pasteten" und wandte den Blick wieder tem Fenster au, wo eben ein großer dunkler Mann vorüberfchritt^ Der Dunkle hatte etwas Bekanntes gehabt, oo der ganze Umriß, unb wie die eine Schulter ein wenig noch vorn sank — wohl irgendeiner, mit bem er auf feinen Reisen .yifaimuengcixoffen. 3mnur noch kein Fräulein von (Srbmamuborf. Seine Zeit war fnupp bemessen, er wollte noch zehn Minuten brar. geben, war sie bis dahin nicht gckmnmen, hatte weiteres Warten keinen Zweck. Dann blieb noch bas Meldeamt, wo sie Bescheid willen mußten. Eine Hand schob ein Tablett vor ihn aus ten Tisch. „Bitte, mein Herr." „Das macht?" „Die Herrschaften bezahlen an der Katze." Kost, mann jah auf. Reben ihm. die Augen auf dos Fenster gerichtet, an bem eben mietet ter große schlanke Mann oorübcrging, stand im schwarzen Kleid unb weißer «tickeretschurze — Aber — bas konnte boch nicht sein — Er sprang auf. ..HoheU' Um Gottes willen, wie loinmcn Hobett hierher?" Maria fuftr ;ulammen Wer redete sie da an? Wer nannte fte mit dem Titel, ter längst begraben unb vergessen mar? „Alles hatte ich glauben können, nur dieses nicht." wiederhol! ber Fremde unb sah sie erregt an. .Od.r — darf ich Eure Hoheit nicht mehr tenntn?e Unb mit einer Berneigung „Kollnmnn." (Fortsetzung folgt.) uir AuMützeung von Segelsluaveranfal-k t u n 6 * n dl» geeignet • netto int. er Cccelfli :g-:r äcqcL w«ld,cr im Dli.ii d)rt einen Flug vo» Ofjer cuk Stunde aus-lührie. pal einen lokale» Seaes'l«refor"> aufgeflcllt Die HirzenhaincR SeSelHujpciemiflunfl hat nun die Möglichkeit. TBettbcgxrJv auszufchr ibon. Der ^ir/eni-c ncr X:ull1obrrcrem hält seit furwm Flug'chülerl ehr- aänflc ab und wird im Hervfl die be annleften Leq.-Ulie.er Doller Lustigkeit und gctftifier ^rMc. Seit n^er 40 fahren versiebt Sjtrv Horb da» «ml de» Leichen b schauer» im hiesigen Ort. Lberwcstcrwaldkrci». upd. »oHtabaut 27.3uK »ui Hanu ikw Ttkhcrabr stürzte aus dem Wege nach Boden vom Rabe unb starb kurz noch der »inude- rung mA Krankenhaus an den editieren Ber- leHungen Bei 2Udräuuiunge*m>cncr io einem Cinnbru err*mnf9 im Terminbonbet er"'* enc- *F.in t.ch t in ?Lnroi>uftcn:norfL ■Jtucu in dieser Woche trat am Frankfurter Pro. uttcnmartt feine Besserung ein Die Ltiin- luumi war werter sehr flau^uno lustlos, und Umlage kamen in nur i«hr geringen Um- fange zustande. 5*ie fcharse-.i 'l'^dginäe an den Hbtrfccrkben Märtten k>. rkten eine grabe Zurückhaltung bei ben 5jünblern. ö;c durch die ftarlc Belieferung te» OKarfU» in Ware alter Crntc eher noch verstärkt wurde. Die Provinz mußte daher nut kbr ermäßigten Prellen a i den Mark! fnmmc.'. aber auch auf dem ermäßigten Riveau kamen Ikinsätze nur spärlich zustande, da die Beieistgung bc» Auslandes und des C fport» nm deutschen Produkten geschält weiter sehr gering ist. Die allgemein günstig lautenden Ernte- berichte au» allen Teilen der Welt und da» sehr günstige 'Detter, da» die Einbringung der Ernte ohne Emsluß fortfdneiten läßt, blieben nicht ohne Wirkung. Auch kam schon genügend neue Ware in guter Verfassung und zu nunebn:- Interesse für alte Ware eigentlich begründet werden kann, und au» diesem Grunde werden auch die Preise der alten Ernte immer noch al» zu hoch erachtet. Besonders Roggen war unter dem Druck der schon erwälmteu Gründe am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. 4icr waren Abnehmer überhaupt fast nicht vorhanden, fo daß die vernachlässigte Ware nur unter großen Verlusten abgefeimt tnerbeu konnte 3m Gegensatz zur ollgeme-.nen Tendenz war die Spaltung am Futter Mittelmarkt weiter sehr f e st. Die Landwirtschaft trat hier mit besonderen Deckungen für den kommenden Winter hervor. Mai» für Futterzwecke, und zwar geringere Sorten, wurden stark gesucht. Auch bestand für Welze n l l e i e und n 'i g enklei e einiges Inter» esse. Erstere wurden aber auch nur bei nachgebendem Preis ausgenommen. 3 m Einklang mit der schlechten Versaffung am Voggenmirkt war auch Roggen mehl stark veraachiäffigt 3m Verlaufe trat auf die etwas gebe Her te,i Auslondmärkte eine kleine Beruhigung ein, die jedoch von nicht allzulanger Dauer war. da zum Wochenschluß wieder flaue Auslandnotieruvgen eintrafen und die .kandier verhielten 1 Weiter sehr zurückhaltend, so daß da» Geschäft kaum eine Belebung erfuhr Die Preise wurden davon weiter nicht berührt und konnten sich im allgemeinen halten. 3m Vergleich zu den Roliecungen der vergangenen Woche lag Roggen und Log en- m e 61 je 1,25 Mari billiger Weizen gab eine viertel Mark. Hafer eine halbe Mark. Weizenmehl ö re unedel Mark und Weizen k l e ie eine viertel Mark nach. Dagegen konnten sich Mais für Futterzwecke und Rog - genklei« gut behaupten. Die Woche schloß zu folgenden Quotierungen: Weizen I 25 bis25.25, Roggen 25,50. Hafer, inländ. 27 biS 27.25. Mai» für Futterzwecke 25. Weizenmehl 34.50 bi» 35, Roggenmehl 35,75, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 15,75. Woche«bericht vom Srmiffurter Schlachtviehmarkt. 3n dieser Woche trat eine allgemeine Besserung am Frankfurter Schlachtviehmarkt ein. Hauptsächlich Rinder und Schweine wurden rege gehandelt und die Märkte wurden hier geräumt. Die Metzger und der Export schritten zu rasch entschlossenen Käufen, da sich in dieser Woche ein stärkerer Bedarf geltend machte. Auch war der Antrieb ein bedeutend kleinerer, woraus auch teilweise die Käufe zurück- zuführen sind. Besonder» am Hauptmarli bestand für Schweine reges 3nteresse und die Preise erreichten einen Höch st stand von 75 Mark, der sich aber am Oiebcnmaxtt nicht ganz behaupten konnte. Der Desamtaustrieb bc- staitd aus 1275 Rindern, darunter befanden sich 304 Ochsen, 70 Bullen, 487 Kühe und 274 Färsen. ferner ans 1568 Kälbern. 105 Schafen und 5235 Schweinen. 3m Vergleich zum Austrieb der vergangenen Woche waren 565 Rinder. 120 Kälber. 105 Schafe und 515 Schweine weniger äuge« trieben. Bezahlt wurde pro Rentner Lebendgewicht: Ochfen Al 58 61. 2 54- 57. Bl 48 53. 2 40- 47. Bullen A 4»- 52. B 45- 48. Kühe A 46-50. B 41 45, C 35-40. D 28- 34. Färsen A 58 61. B 54 57. C 46- 53. Kälber B 68- 73. C 62—67. D 55 -61. Schafe X 50 52. Schweine B 68-70. C 69- 71, D 70 72. E 66- 70. QJcr- gF.cbcn m t den Rot eru^gen drr ♦'•rganger.e« Jtxte zogen R.nper di» 3 Qül Kälber b:; c nur Slvtt uub ö*tc:u< m zu zw<» Marl an. EchcLe bli.be>: gut behauptet • j) c i) I i g e n ft a r b t & do. Ä* c r f »e u p • Malchin euiabril uub Eisengießerei, tt. • i» die firn. Dir (Meni rnlDfr|ammb üiuif aut 2.v\ LX*I IMaif VlnZkr -i|cu» enerbenen Unkosten -o -15 (II" 265 Marti. Bei nermxzilkrten »b'chrcid mgen ou 81263 (191 .»VI Markt rc:rb 1927 wieder ein Bei lüft non 139 327 (2«» S21 Mark» auage tu Kien, so daß zuzüglich be:- Berlust»ortrage» ein (ickuntuer- lüft non 210 018 Mark erscheint. Zn der Bilanz er- scheuten Mrebuorrn nut /w*927 (61^1^2 Mark'. Obligationen 7" 2"«i Mark '.'Indercrieif. werden ausgewiesen Einrichtungen 10, 719 (.395 OM Mk.st Vorräte 606 042 (58S 722 Mk.» 3mmobtlicn mieber Ms-mm! Mk. unb Debitoren 153 5"" (8" 125 Mt >. Anläßlich ber >Ianierungsvorschläge durch , .u sammenlegung be» Aktienkapital» non 1.3 auf ".52 Millionen Mark unh ^iMcbercrböbung auf 800 000 Mark wurde mitgeteilt, baß im laufenden Oabrc bic itzeschästsloge fich gebefsrrt habe. Wie uns in tir« gon.ying des Geschäftsberichtes non ber Herrn n 11 u n g ni i t g e t e i 11 wirb, hat bie Henligen- flaedt Aktiengesellschaft im vergangenen C4c|d)äft»- jahr mit ber Jicorganifation und mit ber ächatnmg neuer lonftruttionrn für Viochleistiingsiuerkzeug moschiucn begmuten die, in ber Fachwelt großen Kni laug gefunden haben sollen. Der Auftragseingang in diesen neuen Maschinen soll znlrieb. nstel lend küi. D:e UiMflcliung*mofviahnxn auf allen (Bfbietcn mußten dem Unfcrnchmrn. nachdeui Ilm- ftellungsreseroen nicht oorhnnben waren, einen Verlust im l»itschästsjahre (Aalenberjahr > l''27 bringeu. weshalb der in stürze stattsindeichen 6k• nerolöcrfninmliing ein sehr rocitgchenber Sank niupsnorschlag unierbrciui wirb. gUndiiebiq ein solcher aus Wiebererhöhung des Vlfhentopital». Diese neuen Mittel sollen f a st rcstlo» bem Betrieb |usließen. um einmal hrw Maschinenpark lei{tuBgjjfähiger zu gestalten, die Fabri- fütion»mcthobcn noch weiter 311 nrrbpffern und überhaupt bic Betriebsmittel 311 erhöhen, nachdem das Unternehmen mit den neuen Modellen eine rocit größere Belegschaft als in den leßten 3ohrea bc|d)ältiqt und bei stark gestiegene Umfaß entsprechende Mittel verlangt. , • Das Dlltenburger Arbeitsamt zur Aussperrung. Das Arbeitsamt $ Ulenburg hat in feiner Erostiiungssitzung auch zu ber Aussperrung in der Metallindustri c des Bezirks Steilung genommen. Mit 8 gegen 5 Stimmen wurde folgende Entsch'ießung angenommen: „Ter Verwailungsaiisschiiß be» Arbe tS- arntes in Dckleukura richtet an alle beteiligten Stellen den dringenden Appell, lich für die alsbald ftp? Beendigung Les im Bezirk de» Arbeitsamts aus gebrochenen Kampfes mit allen Mitteln unter ^intaukbuna aller persönlichen Wünsche ernzusetzen, um bie Wirttchas! im Bereich de» Arbeitsamtsbezirks vor ®rfd>ütterungen zu bewahren, bie nach dem Riederbruch der Wirtschaft im Krieg, nach den schweren Fvfgen de» Ber- faiiller Friedensvertrages und nach ber großen Arbeitslosigkeit ber vergangenen 3ahre für die Wirttchtift nicht tragbar sind und den finanziellen Bestand sowohl jeder einzelnen Wirtschaft tote auch der Wirtschaft der ®cmc3ifcen und der Kreise aufs fchwerste gefährden. Der Derwal-tungsaus- schuß weist darauf bin, dah für die Dauer des W.rrschaftSkampfcs i*c Bewährung irgendwelcher hinter ft Übungen aus der Arbettstosenfürforge nicht zuläsfig ist." * D i c Aussperrung in der Sieger- I a n b c r Metallindustrie Die ar Ofencralauslperrung in der Sieger lascher Metallindustrie an der Dill und der oberen Lohn ist gestern abend in Kraft getreten. * • Die neuen Braunkohlen preise. 3n der gemeinsamen Sitzung des Reichslohlenverban- be» und des Großen Ausschüsse» des ReichSkoh- lcnrateS am Donnerstag wurde zunächst vou der Äommiffwn, bic in der letzten Sitzung zur näheren iLntersuchung der Selbstkosten und Wettbewerbslage des Braunkohlenbergbaues eiirgesetzt war, Bericht über das Ergebnis bet llnterlucbun- gen erstattet. Die Konunission izt nicht zu einheitlichen Sraebndkn gclommen. Hal iedoch in ihrer Mehrheit dem Großen Ausschuß de» Reichs- kohlenrates zur (SrcDäquiiq anheimgeftcUt. die Preise bis einschließlich Dezember d. 3. unter teilweiser Erhöhung bis zu einer Reichsmark i« Tonne gegenüber Den vorjährigen Preisen fest- zusetzen. 3m Verlause der eingehenden Erörlcrun- i»cn vieles Vorschlages durch die Organe der Kohlenwirtfchaft wurden von den Braunlohlen- fyndilatcn schließlich folgende Anträge gestellt: 1. für 5>ansbr —bbrcketts ßie Vrrise für Heide lkai für August a> I 14 Xif und für Sep- 'cuu.t aut 14 SU. f.-stzutetzen. 2. für 3nbuhric- u tw die Preik här M'iiel>?wtchionb auf 14 uub für Ofcel*n aui 13 Mk zu erhöhen. Vom chrotzen Ain-tchuß des R-.chslohlenratc» wurde ber erste Mn,rag mit Stimmenmehrheit, ber 1 weite cinfummtg angenommen. Der Tiertroter he» Reichv winfchastt Ministerium» erchod gc- oen den Beschluß u. r die Fcstletzung ber Han»- i>rauZ rckettpreile insoweit Einspruch al« ber Di'chluß eine Erhöhung gcgeiüuxr den Preisen bM letzten 3c b re ft porftetzl ' rBctrieb»cinla)tdnlung bei Bern« berg wegen Wolfetmantzel» D.c Bem- v7ig-At..engescsttchast ui '"Kamen ist von ben 'Uib.ik^cn Wertz n. welche bic Betr ete bet Gc- fc:iM)ah mit Datier aus chten Talsperren versorgen, autgeforber: worden, wegei bet buoch die -intzaueiche Troaenhea etugette.ene» WaUet- knapphei! ihren Verbrauch an W,iarpener 142' -. Aschersleben 242, Westeregeln 243, ManneSmann 128' t. Mansfeld 105, Rheinische Braunkohlen 136, Rheinstahl 136. Stahlverein 91. ASG IW .. l^abeattien 433 cf.. Dtfch Linoleum 372. 3 G. Farben 255 «. Felten 129. Gessürel 253, Holzmann 138' Rülgirswerke 99' Schuckert 192' ., Siemens 353. Zellstoss Aschässenburg 216' t. Watdtzos 286V». Hupog 162' :. Rorddeulscher Lloyd 152 Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börfe. D«e bmiet den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt bcfchlostenen Dividende an. — Reichsbanldi-lon: 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent 5ca*Mhirt«. M Berlin >4.1"». Axri w- Schlutz. Äure se>iuyi -"'fies- bfcrlt Tanon M.7. 17.7. in_ 27. 7. »2.36 Oi.U - k'.d »teilen........ äi.3 61.3 51.4 51.5 Ittel r*tt «Ke»***? - - • r, tzvmo. tzev. «. »curf. 1» 17.« 17. n 17.4 17.: :baNR-Xj^_ 10.13 IO.» S.tU 1 . 11.5 11.5 11.6 11 t^eL Sem ii....... IC. 5 10.5 16.25 10 Wrrintn n-wteti. R.T. . . 6.5 — — 4I er;>«L FgiUl. 22.4 71.9 22.4 fXi- »etl»« (Hfcirtr . . — — SäSSXÄ.-::: Ul. 5 162 161.75 193-5 161.75 Cxnrfc tflEtpftoLff.....io W?rtftr:Ü4er .....8 154 I9-i 153.75 194 151.71 WSetÄtoitnl . . 10 »rrfte—r - . ... 136 — Ub 156.25 1»? IU 142.1 i !«.□ 273 »etflMt öanbeltfitfenidi. . . U -67 275 Erssrn). und . 11 ist.5 ISO Ml ISO Sennft. c. RctiecalbGi! . . 12 Ä- 261.5 262.5 M.75 ''srtäx »4-.?......10 163. • 112-5 164 162..-. . 1 US 156.5 138 150.75 ...... 1 i62.:s 163.5 IK1 163.5 CSttttlbeuti^e IrtMitan! ... 9 200 2V" DetcSbcnt.........e 140.13 275 140.5 2M.73 140.25 172.^ RtWtef........ie 26? Stafehirt« M BerUo ______J ^se= S&lxfe Vmay. btrl» Tctrnn: | 26. 7. -« » Im.:. 27.7. pul»............» Bersmavn...... 9 • - ■ • ää: u« V r.-nrn 4 ................C *!. (.Ui-ttT. .....1 >v.TX eirfj. -Jede .... v. faidx.eetn........ «F :::::- c^r rzi »ÄflHU.....U ZrcatMSip . . ft tctcuonASa.......10 BnSrni« . . .......5 Stufet y*bs: ......« OSO« £trat=^......ft ... t H 3- < Cvrpexer ........ t 8Mxtn=. (irrxft. S?c>ar* ... 5 CNxWr. fctterrf: . . r «risfca1 . . 1. KkbedfUnkr?..... gcxufex &t-- - ..... Ctov4 ntef ■ .... 14- .....10 Rca ertmptin......io aas»cd eriiDeifert» . . . 15 S. G. ^r 1 1 v*. ' 1 IAMI ' 1 5' ug 1 ß 1 l ’ lus.iä 191.5 212 U9.25 254.5 153.13 144.75 126.5 191. IX. 5 I4< 2' Ul 71.75 IX! ns 130.65 114.75 Iti 236 116.5 122 1:6 107.25 109-3 117.4 ®.u 265.3 125,5 91.5 67.21 :n U4.75 l 414,3 256 UM »8.75 K 8S .~C Hüt.-., zfe El*. . । Ss i i y SsHyb' E8SÜf5Lb9Ev.*ei■ ' 7‘u jtaafcj.ri«. M 8crÜa SW- flnr» S4M-^ bfiri» »ire bitt' Dauuii 26. 7. 27. 7. A. 7. 27. 7. tftJM <7014=01" - - -rbrlbrrfi'- 'Ltr.eai . ‘10 lia.j 136.5 US.» 136 !38 ?e ScIscM . . • e . 6 '72 IT: öaet * jttazsa. . . • • • 10 Kl — edn-'.ibn« 15 — — *40 337,5 £ ftro.-rfr...... ■ — — 300.6 r-7.5 • . 16 ■■ M!' »7u e e , 14 — •w Jv'-ft.rff S'tdtrr.h-jrj e • . 12 “J1.S5 ^6.3 XJ«. :1b :16 212.4 2'3.5 - - üfetani - V L-6.7^ 126 n r . . . . • e ■ . ft —■ - 191.75 Ifti Z'TvlrT 1Är«r" . . e ■ . n 1'13.5 iw. 25 1'12,3 IUI 2cä40...... • . f) — — 54.26 44 iRteQsrdf Sirte - . • • • . 6 114.5 — 116 114.75 Lufe Loevc. . lUf. tt&EcW . . • • 10 . c — - 79.15 224 71 Cxt-’xtk* 4 leprd 3w!)cr» Tvt ■ • . 6 . ft ~~ — 130 240 119.5 239.3 BaMfle iVcc-ai . . • • • . 0 — 69.73 S 70.5 70 .->77,7 77 . . . . . M 11 131 131 132 13t ■ • . c 71.25 23 • — ■ Ü4 v. 65.5 • ■ e . ft NI NO — * '"•.dyfraftEt dt . a a • 118.3 »Lai....... e a • • v> 140.5 — 140 140 ■e-»sd£-e . . . a a e • 5H. 73 59.4 SI.5 5*.U »C»rt . e a 1«7 i(13 1U7. 75 10 SImJc . . • 10 • •» -» • 5L-41 (c hc Xotcn . . HaaerrtAe 6?®trn . . . Vrui rt.«- ii.«». 116.67 22,01 22,0-1 111,52 111,96 5"."1 >9.25 :.»< 4,46 111.70 N2.lt *0.6-.' *1.01 4K.76 69.'M (.'.37 13,44 72.77 7X.O7 Dedijenmartt Berlin ^Frankfurt Telegraph« fche Anszghlnng. 26. 3all 27. Suh axuL'OK delo •aultd* .G-iv kcueruii, dnci 14», 41 1^-37 i-T^ 1657^ ftua- ÄtreS LTV, 1.770 5». 34 1.794 1.76» f rfl..SLnnD 4l$, ct 4>i.xc *.34 Ul. 70 UL 71 112.93 111.93 114,67 111,69 nrie-’tcert Cuxftsüa f*eftnt I».tt3 in, 07 18,74 11,77 »Lti 2.1311 41,41 2.134 •1.20 2.1» «1,42 IUI Kimh. . . 5,375 5,3sj 5.335 5.405 Canaba . 4.178 Lift« I.KH 4.11* Dm usd . 4.271 4,279 4.271 4.179 Sero . . - ».M5 UU’ÖM 20.84 Die neuesten Kamera-Modelle O5U5 (Zberstadi UM2R m Zhre Vermahlung geben bekannt K 6952a Gießen, den 25. 3uti 1925. 0M80 ab 30. Juli 1928. '1| 11111 HIHIHI II111II lllll IIIIII1H11IIIIII HIHI III Illi UH 11111 lllllllllllllllll II lltllllllllll 11111III11J 6W8D W. WELZ 6749D Dev Vovttaud 6849a Preise we6 Gegründet 1886 Telephon 1673 6SO7a Fachmännische Ausführung v. sämtlichen Photo-Arbeiten 13. August 1928 14. August 1928 15. August 1928 r r Drucksachen oller M liefert die Crfl^l sch» Öndtrci der Zeiss-Jcon A.-G. Voigtländer A.-G. Agfa Leitz Kodak A.-G. sowie sämtl. 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Die Karten hierzu müssen jeweilig 4 Tage vor der Veranstaltung in der betreffenden Verteilungsstelle eingelöst sein. - Mit dieser Veranstaltung ist eine Waren-Ausstellung verbunden hit am Sonntag, 12. August 1926, für jedermann geöffnet ist. Für folgende Bezirke finden die Haueftauen-Aachmistage statt: öOriopii- Hflhmoftijinen Adler-, Diamant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder *” Triomph-Motonfider ©tommoDuone »u günstigen Zab- lungSbedingungen Jakob Schupp SelterSweg 83 H. Heporal wettslülle. neu In kalter Persillauge leicht durchziehen, in kaltem Wasser gut spülen und zum Trock- KT* nen in Tücher cinrollen / \ Z Das Lt alles! ff6}: Brompt lieferbar aümaebeni ,ln jeder (Suifoc habe billigst anzubictew wasserdichte, iowlc wollene Pserdc. berten. wasserdichte Waacnvlanen. etrobiätfc, Krntetücher n. Eäde aller Art iiir Landwirtschaft M. LH. 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Wenige nur verirrten ,ich in diesen Winkel, aber dicke Wenigen kamen innner wieder und -ogen andere nach sich in die elgenartige. herbe und stille Schönheit dieses Debivges. Drohe Strecken liegen noch heute in tiefem romantischen Dornröschenschlaf aus dem sie nur crwachen wenn über ihnen Vogelinen'cyen an blauen Aether ihre Steife ziehen. Die 900 Meter hohe Daiscrkuppe. an deren südlichen Harrg die 3ruU>a entspringt sowie eine ganze Reihe auf» strebender Städtchen und Ortschasten am Fiche de« Berge« sind erst durch die Segelflüge weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt» geworden. 3m August, wenn konstante westliche Winde günstige Austriebsmöglichkeiten schaffen, herrscht auf der Wasserluppe ein reges Treiben. Aus allen Ländern lammen Sportfreunde und Flugtechniker, um -u schauen, was das Jahr an stiller Arbeit auf dem Gebiet« des Menschen- kluges gebracht hat. Ausgangspunkt der Wasserkuppe ist der am Fuhe des HöhenzugeS gelegene Luftkurort Gersfeld, mit Fulda verbunden durch eine Reben- babn.’ Von Gersfeld aus unterhält die Reichs» poft efnc Kraftwagenlinie nach Wüstenfach» fen und Fladungen, die an der Wassersuppe vorüberführt. Durch einsame, teilweise unbewohnte. idyllische Täler schlängelt sich die Strohe an vereinzelten Gehöften vorbei, durch Mksch» und Radelwald hinauf zur Höhe. Der Wald reicht nur bi« zu einer gewissen Grenze, darüber hinaus sind die Dergkuppen kahl, nur bcheckt mit einer dünnen Schicht von Gros unb Moos. Diese sogenannten „Hüten" sind das Gha- tafteriltifum der Rhön, sie waren eS. die zu- «anrmen mit den gerade hier auftretenden Winden dem Segelflug die besten Vorbedingungen stellten. Auf dem breiten Rücken der Wasferkuppe. wo noch vor nicht allzu langer Zeit einige Zelte von der Anwesenheit menschlicher Wesen zeugten. erstreckt sich jetzt eine Stadt im Sie inen, — das Fliegerlager mit seinen umfangreichen Baulichkeiten. der Wetterwarte und den Gebäuden der Rhön-RoNtten-Gesellschaft. 3m August beginnt das Leben hier oben in her Werkstatt der Vogelmenschen. Wenn um die Mittagszeit der Titanenkampf mit einem Siege der Sonne endet und hic graue Rebel wand plötzlich tote ein Vorhang hintoeggerisfen wird dann ist die Zeit der 3karuffe gelammtn. Schillernde ^ugapparale schaukeln leise hu Winde. Dort schwingt sich eine jugendliche Gestalt hx den Sitz des zitternden Vogels, lautlos erhebt sich die Maschine in die Lull von den O.immiftrür.cen des Startseiles in die Höhe gerissen. Wiegt sich und gleitet, steigt, fällt, schwebt über Täler und Höhen der Sonnt entgegen. Setzt lick nach geraumer Zeit in das Gras am Wie*enhang tote ein ermüdeter Vogel Von nimmermüden Händen wird der Apvarat immer wieder den Hang bin- ausgezogen und das Spiel beginnt von neuem. Es ist wirllich, als sei alle« nur Kinderspiel und nicht ein Ringen des Menschen um die Erfüllung eines tausendjährigen Wunsches Edelster Sport ist es. wo körperliche Gewandtheit und Entschlossenheit. gepaart mit Kenntnissen und feinem Gefühl für die Raturgesetze, dem Menschen ohne weitere Kraft, al« die in der Luft enthaltene, die Nügel verleiht, nach Crencn sich Menschengeschlechter 3ahrtausende gesehnt haben. Ilnd weiter bringen fit gerade im Scgclflug forschend in viele Gebiete vor. die bann auch ber Motorsliegerei und Derkehrslultsahrt zugute kommen. Ohne bie Rhön wären die Leichtflugzeuge nicht entstauben, die mit Motoren von ganz geringen Pferbestärken erstaunliche Leistungen vollbracht haben. 3m Mittelpunkt des 3nteresse« steht augenblicklich das R a k e t e n s l u g ; e n g. Auch auf diesem Gebiete ist die Röhn sieghaft vorangegangen. Roch ehe die angelündigten Versuche mit bemannten Flugzeugen mittels Raketenantriebs von verschiedenen Olniernebmuugen angtkündigt wurden, arbeitete man hier oben im stillen an ber Vervollkommnung dieser neuen 3bec. Vor kurzer Zeit wurden auf der Wasserkuppe bie ersten Flugversuche mit einem Raketenflugzeug erfolgreich durchgeführt. Die kommenden Wettbewerbe im August Dürften 'eine Fülle von Reuigdeiten Iauf dem Gebiete der Segelfliegerei bringen, bie neue Wege zeigen zur vollkommenen Eroberung her Luft durch den menschlichen Geist. 3n Anbetracht ber zukünftigen vergröberten Verkehrsflugzeuge sind Versuche mit einem .Rur- Flügel"-Modell zu gröhter Zufriedenheit ausgeführt worden. Auch mit einem neuen Ententyp sind sehr gute Flüge gemacht worben, bei welchen eine vollkommen neuartige Steuerung bis »ur Sicherheit ausgebildet worden ist. Eine ganjc Reihe neuer RÜ»deile wird der diesjährige Wettbewerb auf der WaNertuppe zeigen. Auster der WaNertuppe. von wo sich die Rhön dem Besucher am ausdruckvol'sten offenbart, gibt es noch viel Reuland, das dem Touristen eine ungeahnte Fülle von Sehenswertem bietet. So erfreut eine Kammwanderung zwischen Kreuzberg mit dem alten Kloster und Engelsburg durch herrliche Aussichten daS Auge. Besonder» schöne Punkte sind der E i r h a u d und der teils bewaldete, teils felsige Phonolitb'egel der M i l - seburg. An ihrem nordwestlichen Hange liegt der Materwrnkel K 1 einsasfen. unb in kurzer Entfernung thront daS von der Dahn Fulda Tann fast ganz umfahrene Schlost Bieberstein. 3hre Entstehung verdankt die Rhön den vulkanischen Umwälzungen der Tertiärzeit. Mit den tiefgehenden Druchspalten. aus welchen bie vulkanischen Masken hervorkamen, hängt ursächlich auch das Werben und Heraufkomn-en der T h e r - ma (quellen und salz reichen Sprubel zusammen. welche am Rhönsockel unb vor allem im Saaletale bei Bodlet. Kissingen unbQl e u- stadt, sowie im Sinntal in Bad Brückenau zutage kommen. Von diesen weltbekannten Heilquellen sind das Solbad Salzungen und R e u h a u s. Äiflmgen unb Brückenau hinlänglich bekannt, währenb Wüstenfüchsen. wo man neuerdingS eine Heilquelle erbohrte. noch seiner eigentlichen Entdedung harrt. Für den Erholungsuchenden unb Raturliebenben werben bk kleinen fränkischen Stäbtcken Tann. Hilbers. Beschoss heim mit ihrer prächtigen Umgebung, ihren mittelalterlichen Türmen und Toren un- vergestliche Bilder sein. Tann ist eines der ältesten und interessantesten Rhönstäb.chen. Es war Stammsitz ber ehemaligen bayerischen Freiherren von der Tann, und drei Schlösser erinnern daran, bah ihr Geschleckt schon im 3ahre 963 bie Gegend bewohnte. Wahrscheinlich verdanken auch die beiden Burgen. Auersbach bei HiDerS und die Burg bei Geisa dieser Zeit ihre Ent- stehung. Reisewinke. Rtisc bargclblo*! Eine ber gröstten Sorgen bei jeder Reife ist wohl zweifellos die Geldfrage. So manchem wird die Freude an feiner Reite getrübt wenn er fortwährend an die Möglichkeit denken muh. hast ihm das oft lauer ersparte Grid gestohlen werden oder hast e» ihm vielleicht durch irgendeine Unachtsamkeit in Verlust geraten konnte. Alle Ferien- rcikplänc wären dann mit einem Male durchkreuzt und vernichtet Datei ist d'.efe Beunruhigung. die den Zweck einer Erholungsreise Ulu- sori'ch macht, ganz unnötig. Wan must nur rechtzeitig vor ber Abreise daran denken, dast es für den modernen Reifenden eine Möglichkeit gibt, ganz ohne Bargeld die Fahrt mit ber Bahn anzutreten. Auf jedem Reifebureau. das eine Vertretung des Mitteleuropäischen Rei'ebureauS besitzt, kann man sich mit log. .Kreditbriefen' verschon, die getoiffermafwn Schecks darstellen, die man auf der Reise statt des Bargeldes in Zahlung gibt Die Welt-Reisekreditbriefe des Mitteleuropäischen Rci'ebureaus (MER.l, die ersten InDeulfch- lanb nach Kriegsende zufammengestellten Zirkular-Kreditbriefe. bieten dem Reisenden gröstte Vorteile, da sie die drei Forderungen, die man unbedingt an einen Kreditbrief stellen must, erfüllen: sie sind sicher, billig und bequem. Sicher sind sie. weil auf den Kreditbrief allein kein Unberechtigter Abhebungen vornehmen kann. Billig find sie deshalb, weil sie in jeder Währung ausgestellt werden können und daher WährunyS- verluste auSschliesten. Bequem ist ber Kreditbrief, denn er ist an den hauptsächlichen Plätzen bet Welt, in den wichtigsten HotelS, sowie an Bord der Ueberieebampfer der Hamburg-Amerika- Linie und deS Rorddeutschen Lloyd zahlbar. An den meisten Orten sind die MER.-Weltreifekreditbriefe anher bei Banken auch noch bei ReiseburcauS zahlbar; der Reifende erhält hierdurch in demselben Bureau, auch nachmittags und Sonntags, die Auszahlung auf feinen Kreditbrief. sowie An-kunft und Fahrkarten. Der Besitz eines MEA.-Welt-ReisekreditbrieseS ermöglicht es dem Reisenden, austerbem seine Reiseroute jederzeit zu ändern. Der KreiS der Einlösestellen für MER.-Reisekreditbriefe umfastt zur Zeit etwa 1800 Zahlstellen im 3n- und AuSlande. wirb aber ständig nach Möglichkeit vermehrt. ZBxuL'UUtdungen fuZIUece.u.lh»dic Höben waidlaSe. 60 Betten. 2 Aerzte Sch« eurmpfleje _____ ^erztllrher Leiter: I>r. med^Fr.Kste Luftirarorl und Sotnrn erfrische Pension „Zur Linde“ 4 Mahlzeiten Rm. tso und Rm Mt pro Tag Sa». Emil Klechle Miinctor bel Butzbach Tel : Butzbach 73 iHUIlblör lm gsU. Taunus Domäne Schiiienberg Fernsprecher 183 Schönster Ausflugsort Oiebea» Herrlich mitten ImWalde gelegene historische Stätte aus 1129mltprächt. 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Wir kennen ein Plätzchen, dos UloiteO Hand 3n unendlicher Güte fetzte in» Land. Wo Quellen nefchwätzig fvrudeln und fpringen Und Lstfglein dir goldige Lieder sinnen. Wo bald du vergiftest deS AUtagS Evur 3n gotigeseaneter fei ger Natur. Wo die Stunden dir stieben in kindlichent Glück Wo dn träumst dich In Märchenländer zurück Wo fröhlich die Angel dn tölrfit vorn Gestade, Wo der Schlitzstust dich lockt zu eraulckendent Bade. Wo Elchen tauschen ein uraltes Lied. Wo ein Sehnen dich btv in den ktmmel zieht. Ein betlincS Sehnen.-- O sttll s und komm' 9n der Schützer Wälder herrlichen Tom. Luftkurort kchlit« — altberühmt Drofvekt durch tlrerkedrSverein Schlitz tiLberHessen». Maus Cnariotte, Geor^ :z. Tel. ade 20^ Fremdenielm Oermanla, -uc. epar, e Staatlich. Kurhaus, utlo Ba_- iahten, e cJe Fremdenheim Jrte, Zentralheizung, Tel. Mdde 237 Sommerfrische Maibach bei Buhbach Besitzer: Bürgermelsier Möckel 2 Minuten t>om Wald / Telephon-Hilfsstelle Malbach Amt Suh- dach / Otleftr. 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Handball Frauen: Barmbeck, Ah- lenhorst — Tv. Krefeld 55. 4:1 (1:1); Vorwärts Breslau — ATD. Gera 5:1 (3:0). Neue O. T.-Höchstleistungen. Das Interesse der Zuschauer konzentrierte sich ant Freitagnachmittag in der Hauptsache auf die leichtathletischen Wettkämpfe auf der Houptlampfbahn des Kölner Stadions. Den Sieg und gleichzeitig die D. T.-Meisterfchaft im 200- Meier-Lauf errang Lohmann (Barmen) rn 22.8 Sei. Die sehr mäßige Zeit ist auf den zeit- toeife lehr starken Gegenwind zurückzuführen. Da« Sieinstohen wurde eine sichere Beute von Ling- ix au (Dortmundhder die Meisterschaft mit einem Wurs von 10,65 Meter an sich brachte und damit Gleichzeitig eine neue D. T.-Bestleistung auf stellte. Eine weitere Höchstleistung gab eS im 110-Meber- Hürdenlaus. In einem der Vorläuse stellte Scholz (Spandau) mit 15,7 Sek. einen neuen Rekord auf. Gute Leistungen wurden auch int Hochspringen geboten. Der D. T.-Meister 1927 Haag (Göppingen) übersprang 1,85 Meter sehr leicht und versuchte bann 1,87 Meter zu überspringen. Der Versuch glückte ackch. doch stellte stich bei genauem Aachmessen heraus, daß die übersprungen Höhe nur 1,866 betrug. Trotzdem wurde damals die bisherige Bestleistung überboten. Von den sonstigen Ergebnissen ist noch die gute x3eit von Faistl (Wiesbaden) im 100-Meter- Laus zu erwähnen, der in einem der Vovlause für diese Strecke 10,8 benötigte. Die Ergebnisse: 200 Meter: 1. Lohmann (Barmen) 22,8: Becker (Stendal) 1,50 Meter zurück, 3. Schuerrle (Stuttgart) w. 0,50 Meter zurück. Dteinstohen. 1. 2 i u g n a u (Dortmund) 10,65 Meter (neue D. T.^Bestseistung): 2. Welzel (Tichernih) 9,66 Meter: 3. Orth (Oggersheim) 9,61 Meter. Fünfkampf: 1. Hense (Hagen) 125 P . 2 Welze l (Tschernitz) 122 P.; 3. Süß (Würzburg- 120,40 P; 4. Thönisfen (Gräfenberg) 118 P. IX. Olympische Spiele. Tic Einteilung der Leichtathletik-Wettkämpfe. Für die Leichtathletikwettkämpfe, den Hauptteil der am Freitag in Amsterdam beginnenden Olympischen Spiele, liegt jetzt das genaue Programm vor. Die Abwicklung der Wetttümpfe wird wie folgt vor sich gehen: l. T a g (29.3uli): 400 Meter Hürden (Dorläufe). Hochsprung (Vorkämpfe). Kugelstoßen (Entscheidung); 100 Meter Dorläuse: 8CK) Meter Vorlaufe; 100 Meter (Zwischenläufe). Hochsprung (Entscheidung); 400 Meter Hürden (Zwischenläufe); 10 000 Meter (Entscheidung). 2. T a g (30. Iuli): 100 Dieter (Zwischenläufe), Hammerwerfen (Entscheidung): 100 Meter für Damen (Torläufe); 400 Meter Hürden (Gntschei- bung); 800 Meter Zwischenläufe; 100 Meter für Damen (Zwischenläufe); 100 Meter für Herren (Entscheidung). 3. Ta g (31. Iuli): 110 Dieter Hürden (Dor- laufe), Weitsprung (Entscheidung). Diskuswerfen für Damen (Entscheidung); 200 Meter für Herren (Dorläufe): 800Meter für Herren (Entscheidung), 110 Meter Hürden (Zwischenläufe); 5000 Meter (Dorlaufe); 200 Meter (Zwischenläufe). 4. Tag (1. August): 200 Meter (Zwischerrläufe), Stabhochsprrmg 'Borkämpfe), DiSkuSwersexx für Herren «Entscheidung); 800 Meier für Damen (Dorläufe,; 110 Meter Hürden (Entscheidung); 3030 Meter Hindernistaufen «Dorläufe). 200 Meter für Herren (Entscheidung); Stabhochsprung (Entscheidung). 100 Meter (Dorläufe). 5. 'T a g (2. August): 400 Meter (Vorkäufe), Speerwerfen für Herren (Entscheidung,. Dreisprung (Entscheidung,; 1500 Dieter (Gutscheidung»; 800 Dieter für Damen (Entscheidung); 400 Meter (Zwischenläufe). 6. Tag (3. August): Zehnkanxps; 400 Meter (Zwischenläufe); 5000 Meter (Entscheidung). 7. T a g (4. August): Zehnkainpf; 4xl00-Dieter- otafM für Herren (Dorläufe); 4x100--Meter- Staffel für Damen < Dorläufe); 3000 Meter Hin- dennslauien f(*TTtid>etbung): 4 400-Meter-Staffel (Torläufe). 8. T a g «5. August): Hochkprung für Damen (Torkampfc'. 4> 100-Meter-S taffe', für Herren (Zwischenläufe): 4 <100*Qlleter-©taffeI für Damen «Girischeidüng >; 4 100-Meter-Staffel für Herren (Exrricheidung); Start zum Marathonlauf; Hoch- sprur-g für Damen (®nf01« U l! 8U Dtrf. I 16« Edntzti Mrii wi g5) (WC! in Mifiu'i #/ianftt Ml erhalt ys J?* Wlf -hat ixvih kL-! Kl M Ml. yi vr Tam»! •BÜftl Kr, schwn Pani mit Srie ik, Fluraa AnliKe £*roat& "tun toxlui.xat wttiulen. US 1’1001 Aücr (fine ( Akk rotls Ind wert zu i A.RI1 Sennen Auf! wlfterge ■otbornit Mjt Ulli 1.1U I4i Ä w vrii an btn y 6* (Einl Padd lu verka, »h €ttr _ Kle N kg «ttl AU Ö Sudler Ko für s bh **n. « MtS" <5^ w EAL - IL !r XtaS> 9 ton YtZi* des £to(Äq. 18..30 S-L * W. »rat 5V>_^t- -r^r 3x» N°»' Ni«u„ ^Ug an y^A-» W: Attt «st. n'Äm ■ i5jo N tsx --19.15 JU 19.45 dnc * 'n Dr. ÄMnwt. - nuten Sott^rttii ’ 20.05 61« 20.15: er L^nwcMrL- lit Götz. - -la, taria non Weber. cbaftion W naifjniiflege. lanbergncilji Hjrtn fflr uniert Wer hlr en. 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Angebote, die mit den Unterschriften an den vorbezeichneten Stellen versehen sein müssen, sind verschlossen mit entsprechender «ullchrist bi* spätestens toanrreiafl, dem 2. klugust, vormittag« 10 Nhr, an oben- genannter Stelle in Friedberg ohne Verbindlichkeit und kosten für uns einzureichen. Versand von Berdingunasunterlagen erfolgt nicht. Zuschlagsfrist S Tage. 6631D Provinzialdirektion Oberhessea. ^i^Hoizabsuhr des aus Staats- und (^emeindewaldungen iowie (Mrüninqer Markwald des fforstami* gekauften Holzes muß bis 1. September 0. 3- beendet fern. 695OD Gießen, den 26. Juli 1928. Hess. Forllamt Schiffenberg. Nicolaus. Hühner zu verkaufen. 0M73 Eteiallratze 49. 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