Samstag, 28. April 1928 Nr. 100 Erstes Flatt 178. Jahrgang u vnick imd Verlag: vrühl'fche Untverktüis-Vuch- nnö StetRömderct B. Lanze tn Sieben. Schristletrnng und cheschäftrttelle: Schuftttaße 7, Oie „Bremen"-Flieger in Washington eingeiroffen dem 2111t- DerWahlaufruf der Demokratischenpartei i Im 0350 den daß bei n, Lacke Pinsel nieder i Sie ufenster zahlreichen Einladungen au» nger Nacht, sweg 79a ämme et Auiwihl erwachs jchter Qualität im tll die hartikel tclroeff en Amerika» Folge leisten sollen. Das Festprogramm für Washington. Washington, 28. April. (WTB.) Für vftfiztellen Besuch in Washington ist geplant, die Flieger, aus dem Flugplatz Bollingfield in der W>*lfi in ihrer heutigen Auswirku"q sowohl zsnchologischcr wie finanzieller Art für Arbeitaebcr xnb Arbeitnehmer a'-ichermoßen *en Verhält- -rissen entsvricht. in die wir du'ch den ver lorenen ffrieg. den Verlust unseres Visksnermögens In der Inflation und den Rtnang zur Bezahlung un- Irrer Reparafionsverpfttchlunaen verseht sind. Wir t-ud die letzten, die einer sozialen Reaktion das fßort rede" wollen Aber ein Volk, das den a^östten triea der Weltgeschichte nerforen hat, muh fid) noch der Tirrfp strecken und — abqefehcn von der selbst- rerständlichen Ehrenvfli'bt einer au«rridi,'nbcn Für- orae für die direkten Opfer des Kr-eaes und der Inflation —. auch leinen sozialvofit'fchen Maß- lahmen die (Brennen stecken, die ihm h*' enger qe- vordenen Verhältniste unauswe'ch^ch oul'w'nqen. Noch mehr aber, al« eine Sozialpolitik, die in Serfenmma der finanziellen Möolich^eiten und der sspcholoaischen Wirkunaen qeleaentlich doch weil iber das Siel h'na'isschiehl macht der Wirtschaft die chandhnbuna des Schlichtungswesens Torae. Es besteht niroends darüber der aerinaftc Zweifel, daß das staalli-^e Schljchtuna'-welen unter LuHeraewöHnlichen wirtschaftlichen und politischen Derböltnillen sich als außerordentlich segen-reich erwiesen hat, ja aerobem notwendig war. daß es ober auch in normalen Seiten mr Verhütung schwerer Wirtschaft tämvfe und lum Ausaleich der Interesten von Arbeitaeh''r und Arbeitnehmer durch Susammensühren der lltoAeien und oemeinsames Suchen eines für beide Teile nanpbnren Wmes viel beitragen kann wenn es riebfia ochanbba^t wird. Tie letzten aroßsn T"rifverh"nhf'-ugen und die in ihnen versolate Volitik des Neich-arbeit-ministers hpben jedoch den Eindruck Hinterlasten, daß die von ihrem Eintreffen durch Lertreter der amerikanischen Regierung begrüßt werden, woran sich eine militärische Parade schließen wird. Es folgt dann ein Empfang durch den Präsidenten und ein Frühstück im Weißen Haus. Nachdem da» Grab des unbekannten Soldaten in Arlington besucht wurde, fin- bet im Gebäude des Kongresses eine Begrü- Hang statt, bet der im Namen des Senats Dize- dr|O)ciBi täghd),außei Sonntag» inb Fei erlag» Beilagen Bietzenei ^amilienOlältei tzetmai m Bckd Dir Scholle Monat»-! ejtcipretJ. 2 Heid)»marh unö 20 Neichspsennlg |tr Träger« lohn, auch be« Richter» fchem-n einzeinerRummern «folg' höhere, (BematL Ferniprechanichlllsle: 51, 54 unö 112 ln|d)rth sltt Drahrnach» richten Hnjeiqer Gieße», poilschecltonto. gtewftnrt cm Main 1168» ffir die Tagesnnmmer bi» }un )ia*mihag vorher. Preu int i om ftöhe ftp Anzeiucn oon 27 mrn Drell» örtlich 8, au »märt» 10 Netchspiennig. für *Rt» klomean eigen t on 70 m Breite 35 Jicidisptennig, Piayvorschnit 20' mehr. Chefredakteur ~Dr Fr>edr W»lh Lange. Deranlwortlich ’ür Del tik Dr Fr Wild Lange für für öen übrigen Teil Ernst Dlumichein, für öen Anzeigenteil Kurt Hillmann, lämtlid) in Biegen freiheitlicher Entwicklung fußenden Geistes- und und Kulturpolitik sein. Unter Schulideal ist die Gemeinschaftsschule, die daS Einheitliche dcS deutschen Kulturgutes gegenüber dem Trennenden der Weltanschauungen und Konfessionen betont Wir verlangen freie Gestaltung der Wirtschaft, die Roum läßt für Tatkraft, Unternehmungsgeist und DorwärtSstreben deS Einzelnen. Deshalb ist unS die Erhaltung und Förderung eines freien, verantwortungsbewußten, selbständigen Mittelstandes wesentlichste Aufgabe. Wir halten eine auf beiderseitige Gleichberechtigung süßende Gemeinschaftsarbeit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern für eine unentbehrliche DorauS- fetjung deS sozialen Friedens. In der Außenhandelspolitik lehnen wir sowohl eine protektionistische Hochschuhzollpvlitik wie eine reine Konsumentenpolitik ab und verlangen statt dessen die Förderung einer Handelsvertragspolitik, wie sie zur Ernährung und Beschäftigung unseres auf engsten Raum zusammengedrängten Volkes notwendig ist. (Gegenüber dem immer weiteren Anschwellen der öffentlichen Ausgaben und einer Finanzpolitik ohne Ziel und Programm verlangen wir die Einfügung der öffentlichen F i - nanzwirtschast in den Rahmen beMen, waS deutsche Wirtschaft tatsächlich leisten kann mit dem Ziel umfassender Senkung der öffentlichen Anforderungen. Die menschliche Arbeitskraft gilt uns als da; wichtigste Gut der Volkswirtschaft. ilnfer Ziel ist deshalb dersozialeDolksstaat, gegründet auf einer gesunden Volkswirtscha t. aber orientiert nach sozialethischen Gesichtspunkten, linier besonderes Interesse gehört denen, die durch die Inflation und durch eine fehlerhaft? Aufwer- tungSpolittk ihr Vermögen eingebüßt haben, ilnfer nachdrücklichstes Eintreten für die Kleinrentner soll ihnen den Rechtsanspruch auf ihre Versorgung sicherstellen. Präsident Dawes und im Namen des Repräsentantenhauses, besten Sprecher Longworih An- sprach.n halten werden. Am Abend gibt sowohl die deutsche B o t s ch a s t wie die irische Gesandt- schasi ein Festesten, dem ein Empfang durch die Unterstaatssekretore der Abteilung für Luftfahrt und den drei an der Luftschiffahrt besonders interessierten Ministerien, Kriegimmisterium. Marinem,niste- rium und Handelsministerium, die mit den leitenden Beamten ihres Ressorts erscheinen werden. Am Donnerstag früh erfolgt die Rückkehr nach N e u y o r k. Oie Beisetzung Benneis. Aeuyork, 27. April. (WB.) Die Leiche Den- netS wurde bei der Ankunft am Aeuyorker Zentralbahnhof mit allen militärifwen und zivllen Ehren empfangen und auf einem Protzenwagen nach der Waffenhalle gebracht. Die Stadt, die bereits xum Empfang der .Bremen"-Flieger festlich aefchmückt war. zeigte jetzt Trauerschmuck Sine Stunde lang hatte die Bevölkerung Gelegenheit, den Flieger Bennet noch einmal zu feyen. Anschließend daran verweilten die betagte Mutter und die Gattin deS Fliegers wenige Minuten am Sarge. Sodann begann die ileberjührung der sterblichen Ucbcrrcfte nach Washington. Der stellvertretende deutsche Generalkonsul Heuser und der iriiche Handelskoinmissar Lindsay L r a w s o r d drückten der Familie deS Derstorbenen ihr Beileid auS. Im Trauergefolge fuhren Dertretec des Bürgermeisters und Generalkonsul Heuser mit. als die Leiche auS der WaffenhaNe nach dem Bahnhos zur ileberfübrung nach Washington gebracht wurde. Die Beisetzung Bennets auf dem Friedhos in Arlington erfolgte mit großer Feierlichkeit. Unter der Trauergemeinde befanden sich viele hochstehende Persönlichkeiten. Die Witwe Bennets hatte in dem Privatauwmobil deS Präsidenten Eoolidge Platz genommen. Obwohl die Ankunftszeit bet Flieger bei Allgemeinheit erst nach 9 Ubr bekannt würbe, und obwohl große Regcnmaifen durch ble flurmge- peitfchten Straßen trieben, Halle sich doch eine riesige Menschenmenge aus dem vahnhos versammelt, die die Flieger begriffen begrüßte, f) ü ne f el b leiste dem Vertreter de» woisf- Bureaus mit. es fei den bculfdjcn Fliegern ein Herzensbedürfnis gewesen, dem tapferen ft a - meraden, der sie von Greenly Island hatte abholen wollen, und der unterwegs einer tückischen Krankheit zum Opfer gefallen war, einen letz - len Gruß zuzurusen. Am Mittwoch wurden die Flieger zur ofslziellenvorsiellung und einem (Empfang beim Präsidenten C o o 11 b g e nach Washington znrückkehren und wurden sich dann, nachdem sie noch an einer Feier, oeranflallet von den Deutsch-Amerikanern, in Jleu- gorf teilgenommen haben, schlüssig werden, ob sie darauf ; u ihrem Flugzeug „Bremen** zurückfliegen oder zuerst noch einigen der GietzcnerAnzeiger General-Anzeiger für Gberhesten fünfte! in -m- Oer Flug nach Aeuyork. Aeuyork, 27. Aprll. ch ?»!»>«, Berlin, 27. Aprll (DB.) 3n dem Wahlaufruf der Deutschen Demokratischen Partei, der heute verössenllicht wird, wird nach einer Kritti der Tätigkeit der Aechtsregierung u. a. folgendes ausgeführt: Wir treten ein für eine Politik der Verständigung, wie wir sie seit neun Iahven geführt, schon zu einer Zeit, als diese Politik, noch aufs hesttgste angefochten, unsrem Führer Rathen au das Leden kostete: denn wir wissen, daß die groben Ziele deutscher Außenpolitik, die Befreiung deS A h e i n l a n d e S, die Regelung der Ost- fragen, die endgültige Lösung des R e p a • rationsprobkems, die Vescitigu'tg der Kriegsschuldlüge, vor allem aber die Schaffung des großdeutschen Aa- tionalstaateS nicht durch Säbelrafteln und tönende Phrasen erreicht werden können. Darüber hinaus legen wir, fußend auf der Grundlage des deutschen Aationalstaates, ein zulunftfrvhes Bekenntnis ab zur wachsenden ®emcinfd>a(td- arbeit der Völker auf politischem, wirtschaftlichem und kulturellem Gebiet. Wir bekennen uns vorbehaltlos zur Staatsform der Republik, die uns Herzenssache ist, zur Re- gierungssorm der Demokratie und zur (Erfüllung unseres Staates mit sozialem Volks- g e ist. Wir verlangen den deutschen E i n h e i t s - ft a a t als Erfüllung jahrhundertealter Wünsche, wir verlangen ihn aus staatspol tischen, wirtschaftlichen und finanziellen Gründen, zugleich mit einer Neugliederung des Reiches, der Neu- vetteilung der Aufgaben zwischen Reich und Ländern und weitestgehender Selb ft Verwaltung, auf deren Erhaltung und Erweiterung die Republik stärker Gewicht zu legen hat als bisher. Grundidee unserer inneren Politik aber ist für alle Zeit der Gedanke, der D o l k s g e m e i n s ch a f t, für den wir eintreten gegenüber den Parteien, die den Gegensatz zwischen „national** und marristisch, zwischen Stadt und Land, zwischen den Rasten, Eton- festionen und Klassen zu verschärfen suchen. Zur Kulturpolltik wird u. a. gesagt: Wir werden auch in Zukunft die Träger einer auf ? rriserhöhung beantragt hat Olim hat der Schiedsspruch auch noch die höchst merkwürdige Klausel, daß im Falle einer Erhöhung der reife das Lohnabkommen mit einmonati- ß?r gekündigt werden kann. Also auch hier schon eine Schraube ohne Ende, die den Bergbau nicht zur Ruhe kommen lassen würde. Die Folgen dieser Politik für dir Kohlenrndustrie selbst wurden hier schon früher eingehend erörtert: Zurückweichen der deutschen Kohle, die aus der Aktivseite der deutschen Handelsbilanz immer- hin den beträchtlichen Posten von rund 500 Millionen Mark im Jahre entnimmt, im sog. bestrittenen Gebiet — also im Ausland, in den Grenz- und Küstenbezirken — zugunsten der englischen und polnischen Kohle und eine Stilllegungsaktion großen Hmfangg für die besonders notleidenden Achen, die wahrscheinlich unser Ar- beitslosetcheer um utrgesähr 60 000 Bergarbeiter vermehren würde. Die Rückwirkungen auf die Volkswirtschaft im ganzen werden nicht minder tiefgreifend fein. Die Reichsbahn hat vor einiger Zeit die Rotwendigkeit einer Tariferhöhung angekündigt. Regierung und Wirtschaft haben bislang gleichermaßen diese Rotwenbigkeit energisch bestritten und auf die schwerwiegenden Folgen aufmerksam gemocht, die eine Erhöhung der Frachten auf das allgemeine Preisniveau haben muß. Run wird die Reichsbahn mit dem Hinweis auf die Erhöhung der Kchlenpreise ihre Anstrengungen verdoppeln und vermutlich gar über den in Aussicht genommenen Sah hinausgehen Da die Kohle das Hauptbetriebsmittel der Reichsbahn darstellt, wirb man ihr unter diesen veränderten Verhältnissen nicht länger verwehren können, ihre Tarise zu erhöhen, was natürlich als nächste Folge hat, daß auch der neue Kohlenpreis, in den die erhöhte Frachtrate nicht einkalkuliert war. nicht ausreicht, um den Kohlenbergbau vor einer Derlustwirtschaft zu bewahren. Also auch hier wieder die Schraube ohne Ende. Die zweifellos beträchtlichen Tariferhöhungen unseres wichtigsten Verkehrsinstruments wirken sich weiter aus in einer Verteuerung der allgemeinen Lebenshaltung, die ihrerseits wieder das eben erst mit großer Mühe errichtete Gehalts- und Lohngebäud? ins Wanken zu bringen geeignet ist. Es ist eine durchaus irrtümliche, noch im Denken der Inflationszeit wurzelnde Auffassung, wenn man glaubt, durch eine Erhöhung der Rominallöhne dm Lebensstandard heben od?r auch nur aufrechterhalten zu können, wenn die Kaufkraft auf dnn innerdeutschen Markt trotz der Kursbeständigkeit der Markvaluta an hen ausländischen Börsen, sinkt, die Preise ansteigen. Zu einer Stabilisierung des Preisniveaus werden wir iedoch nicht kommen, wenn man an der mechanischen Verkoppelung von Lohnpolitik und Preisgestaltung festhält, wie es der Schiedsspruch im Ruhrkohlenbergbau z. B. proklamiert. Ein gerechter Ausgleich zwischen Köhnen und Preisen wird nur dann gefunden werden, wenn auch nach der wirtscha'tlichen Seite hin der Tatsache des verlorenen Krieges Rechnung getragen wird, und jeder an seinem Teil bereit ist. an den Lasten und Opfern mitzutragen, die er unS auferlegt. Die deutsche Antwort an Amerika. Prinzipielle Zustimmung zum Kriegdächtunasvorsiblag. Berlin, 27. April. (IBIB.) Amtlich. Der , Reichsminister des Auswärtigen empfing heule nachmittag den Botschafter der l Vereinigten Staaten von Amerika und , überreichte ihm eine Rote der deutschen Reichsregierung auf die an Deutschland gerichtete Anfrage der vcrein'gten Staaten betreffend die Stellung Deutschlands ;u einem üriegsächlungspakt. Die Antwort, die den hiesigen Botschaftern der sonst beteiligten Mächte Im Laufe des heutigen Tages zur Kenntnis gebracht wurde, wird in den nächsten lagen veröffentlicht werden. wie die „Voss. Ztg." meldet, hat das Reichs- f a b i n e U in einer Sitzung, in dec Reichsminlfter Dr. Stresemann über die Frage eines Kriegsachtungspakte» berichtete, der vorläufigen Antwort an das Staatsdepartement in Washington zagest I m m t, in der erklärt werde, daß die deutsche Regierung den von den vereinigten Staaten ge- machten Vorschlag eines Antikriegvpaktes i m Prinzip a n n e h m e. Die deutsche Antwort werde nach ihrer Ueberreichung in Washington veröffentlicht und gleichzeitig der französischen Regierung zur Kenntnis gebracht werden. Damit werde sich eine besondere Antwort auf die Role der französischen Regierung vom Anli- kriegsvakt deulschcrseits wohl erübrigen. Dieser deutschen Rote an das Staatsdepartement, die nur eine vorläufige prinzipielle Antwort darftelle, werde eine ausführliche Role vermulllch nach Reubildung der Rcichsregierung folgen. Heber den erwähnten Beschluß des Reichskabinett» habe Reichsminiftcr Dr. Stresemann dem Reichspräsidenten schon Vortrag gehalten. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit. Berlin. 27. April. (WB.) Der verstärkte Rückgang ber Arbeitslosigkeit hat auch in der ersten Halste des April an gehalten. In der Arbeitslosenversicherung sank die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger von rund 1 010000 am 1. April auf 845 000 am 15. April oder um 1 6,4 Prozent (bei männlichen Arbeits- lofen um 18,4 Prozent und bei weiblichen um 5,7 Prozent). In der Ärtfe nunter ft üßung ping die Zahl der Hauptunterstühungsempsänger un gleichen Zeitraum von rund 197 000 auf 182 000, also um 7,7 Prozent zurück Hier war der Rückgang bei Männern und Frauen fast gleich (7,7 und 7,8 Prozent). Die Zahl der R o t- ftanbSar beiter ist in der Berichts zeit um 2. Prozent gestiegen Sie betrug am 15. April insgesamt rund 87 700. Oie Reichstagskandidaten des Landbunds. Darmstadt 27. April. (Landespreffedieust.) An der Spitze der Reichstagswahlliste für Helsen des Landbundes stehen Abg. D o r s ch (Massel, Rhein- Hessen), Glaser (Nordheim), Fenchel «Ober- Hörgern), Jäger (Rheinhessen) und Friedrich (Mossau). Abg. Glaser soll auch auf die Reichs, (i ft c kommen. Bela Khun in Wien verhaftet. Die Wiener Polizei hat den früheren Dolks- fommiffar der ungarischen Räterepublik. De la Khun. festgenommen. Soweit sich bisher feststellen lien, ist er im Auftrage der Kommunistischen Internationale nach Oesterreich gekommen. um von hier aus maßgebenden Einfluß auf die kommunistische Bewegung in den Ballanländern, namentlich aber in Ungarn zu gewinnen. Ihm wird sehr wahrscheinlich ein Prozeß wegen Geheimbündelei und verbotener Rückkehr gemacht. Sein plötzliches Wiederauftauchen ruft Erinnerungen an die Bolschewistenherrschaft in Ungarn wach, die zwar nur kurze Zeit währte, aber doch genügt hat, um eine blutige Reaktion auszulösen. Bela Khun geriet während des Krieges i n russische Gefangenschaft, ging z u den Bolschewisten über und wurde von diesen zur Vorbereitung der Devolution in Ungarn nach Budapest geschickt. Rach dem Umsturz gelang es ihm auch, die Macht an sich zu reißen. Eie beschränkte sich aber nur auf die Hauptstadt. Mit Hilfe der Entente gelang es schließlich dem ungarischen Volle, sich vom Bolschewismus zu befreien. Vor der Wut der ungarischen Gegenrevolutionäre konnte er sich nur durch die Flucht nach Oesterreicy retten. Don hier kam er bann mit einem Austauschgefangenentransport nach Rußland, wo er anscheinend eine recht bedeutende Rolle gefpidt hat, denn sonst wäre er nicht in geheimer Mission nach Wien geschickt worden. 3m Auftrage Moskaus. Zur Wiederaufnahme der bolschewistischen Propaganda in Ungarn. Wien, 27. April. (WTB) 3a den letzten Tagen halte die Polizeidirektion in Erfahrung gebracht, daß der aus Oesterreich ausgewiesene ungarische Volkskommissar Bela khun zur Durchführung eine» poli- tifchen Auftrages aus Rußland in Wien eingetroffen fei. Die inzwischen eingeleiteten umfassenden Erhebungen der Polizei haben gestern zur Auffindung und Verhaftung Bela khuns und Aufdeckung eines von ihm im 7. wiener Gemeindebezirk unter dem Decknamen einer Firma errichteten Bureaus geführt, da» nach den bisherigen Jeff- ftcllungcn zur Durchführung feiner Arbeit und a l» 5ufaramenfunfl»ort mit zumeist ungarischen Gesinnungsgenossen dienen sollte. Bela khun, der vor etwa vier Wochen in Wien auftauchte, Hai wiederholt in einem Saffeehause nahe der Polizeidirektion verkehrt, wo ein Besucher auf ihn aufmerksam wurde, und seine Person durch einen ihm bekannten Ungarn feststellen ließ. Beim verhör nach seiner Verhaftung verweigerte Bela Khun zunächst jede Auskunft und gab erst bei der Gegenüberstellung mit den polizcibeamtcn, welche ihn vor einigen Jahren hier verhaftet hallen, seine 3denlität zu. Bei den in Bela Khuns Geschäftslokal beschlagnahmten Schrift st ückeo handelt es sich teils um Aufzeichnungen politischer Art, teil» um Propagandamalerial der dritten Internationale, das vorwiegend i n ungarischer Sprache abgesaßl ist. Die Sichtung wird längere Zeit in Anspruch nehmen Die Blätter geben der Ansicht Ausdruck, daß Bela Khnns jetziger Aufenthalt in Wien hauptsächlich der Wiederaufnahme der bolschewistischen Propaganda in Ungarn gelten sollte. Für Oesterreich stellt sich fein wiener Aufenthalt nach Auffassung der wiener Allgemeinen Zeitung al» eine einfach? Uebertrelung dar, nicht al» politische» Vergehen. Sehr lebhafi erörtern die Blätter die Frage, wohin Bela khun nach Verbüßung einer eventuellen Strafe wegen Geheimbündelei und verbotener Rückkehr abgefchoben werden dürfte. Sowohl die russische als auch die ungarische Gesandtschaft erklärten auf die Frage nach der Staatsangehörigkeit Bela Khun», eine sichere Auskunft nicht geben zu können, da die Bestimmungen über die Erwerbung der russischen Staatsbürgerschaft ziemlich unklar seien, von der ungarischen Sesandlschafl, der die Verhaftung Bela Khuns schon gestern abend mitgeteilt wurde, sei ferner erklärt wyrden, daß ein offizieller Austritt Bela Khuns aus dem ungarischen Staatsoerband seinerzeit nicht erfolgt sei. So bestehe theoretisch die Möglichkeit, seine Auslieferung zu verlangen. Ob diese aber wirklich verlangt werden wird, könne noch nicht gesagt werden. Stresemann und die AaüonaWaWen v. Oie Hofe Fahne auf dem Chemnitzer Rathaus. Berlin, 28. April. (Priv.-Tel.) In der letzten StabtoerorbnetensitzunH in Thcmnitz beschlossen die Kommunisten und Sozialdemokraten mit einer Stimme Mehrheit, daß am 1. M a i das Chemnitzer Rathaus und die städtischen Gebäude rot zu beflaggen seien. In der Gemeinbeoerorbnctensitzung in Auerswalde wurde ebenfalls mit kommunistisch-sozialdemokratischer Mehrheit beschlossen, das Rakbaus rot zu beflaggen. Gleichzeitig wurden die Anschaffungskosten einer neuen roten Fahne bewilligt. Erneuter Strafaufschub für Zorn v. Bulach. gestellt wurde. Sie sind in Preußen bis vor wenigen Wochen verboten gewesen: wie uns damals schien, war die preußische Regierung ihnen gegenüber etwas zu streng, aber fast macht es den Eindruck, als wenn ihre Wüachener Parteifreunde nachträglich dem preußischen Innenminister eine Rechtfertigung für fein Vorgehen geben wollten. Aber noch eine zweite Frage drängt sich auf. DieStörungsver uche waren vorher angekündigt. Vielleicht ist die Organisation der Deutschen Doltspartei selbst in München nicht stark S, um sich ihr Hausrecht zu wahren. In- . es gibt ja schließlich auch noch eint Polizei, die einige Voraussicht an den Tag legen muß und die es sicherlich in der Hand gehabt hatte, durch rechtzeitiges Eingreisen diesen peinlichen Zwischenfall zu vermeiden, der ins Ausland telegraphiert worden ist als Schulbeispiel für die Art, wie in Deutschland der Wahlkampf geführt wird. Das geht in erster Linie den bayerischen Ministerpräsidenten an, der hoffentlich jetzt mit scharfer Hand zupacken und dafür sorgen wird, daß derartige Auswüchse einer allgemeinen Verwilderung deS Wahlkampfes sich nicht wiederholen können. Sturm im bayrischen Landtag. Ein Nachspiel zur Ltresemannversammlukig ^München, 27. April. (WB.) In der heutigen Sitzung des Bayrischen Landtages verurteilte der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Rögner schnrf d i e Störung der Stresemannoer- f a m m l u n g und die skandalöse Beleidigung des Reichsministers des Aeußern durch die Nationalsozialisten. Er bezeichnete es als außerordentlich bedauerlich, daß die Nationalsozialisten den Minister des Aeußeren des Deutschen Reiches einen Sch windler von Locarno und einen Stan- bi baten von Frankreich sGnaden nennen dürfen, ohne baß bie Polizei die betreffenden Plakate herunterreiße. Im späteren Verlauf ber Sitzung nahm ber nationalsozialistische Abgeornete ' Dr. Buttmann auf bie Erklärungen Dr. Höaners Bezug und schloß seine Ausführungen mit ber Be merkung: „Der größte Schuft im ganzen Land, bas ist und bleibt ber Denunziant!" Der sozialbemokra tische Abgeordnete Dr. Högner sprang darauf auf ben Abgeordneten Dr. Buttmann zu und drohte ihm mit erhobener Hand. Gleichzeitig fielen erregte Zwischenrufe von der Tribüne, auf der sich auch der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Strasser befand. Landtagspräsibent Äönigbauer forderte diesen zum sofortigen Verlassen der Tribüne auf. Da Straffer dieser Aufforderung nicht gleich nachkam, wurde er von Kriminalbeamten zum Verlassen ber Tribüne gezwungen. Katzenjammer in München. Von unserer "Berliner Redaktion. Berlin, 28.April. Die Pariser Kommunisten haben vor dem ersten Wahlgang in ihren Zeitun» gen große Aufrufe erlassen, worin sie Anhänger mit besonders guter Stimme und ^un gen traft anwarben, um mit ihnen auf ihre Weise den Wahlkampf zu führen. Sie fehlen ihren Ehrgeiz darin, ben ihnen befonbers verhaßten sozialistischen Führer Lson Blum am Sprechen zu verhindern und brauchten dazu Leute, die das be- fitzen, was man in Schauspielerkreisen eine Röhre nennt, ein Organ, da» in starker Multiplikation jedes Geräusch einer menschlichen Stimme zu übertönen vermag. Zum Schluß scheinen ihnen aber doch die Bewerber ausgegangen zu sein, sie haben in den letzten acht Tagen Blum d o ch zu Worte kommen lassen müssen. Wir haben damals über diese Geschichte gelächelt und uns gesagt, daß so etwas bei uns doch nicht möglich wäre. Sollten wir uns darin wirklich getäuscht Haden? Fast scheint es so, denn die Art, wie die Nationalsozialisten in München mit dem deutschen Außenminister Dr. Stresemann umzuspringen beliebten, erinnert stark an dieses Pariser Vorbild. Es ist wohl so ziemlich bas erste Mal, baß ein Minister bei uns — wenn man von ben Zeiten unmittelbar nach ber Revolution absieht — systematisch nieder- gebrüllt worben ist und seine Rebe vorzeitig abbrechen mußte: hoffentlich auch das letzte Mal. Äebensalls kommt in ber Münchener Presse eine starke Katzenjammerstimmung zum Ausdruck, die sich reichlich verspätet die Frage vorlegt, wie so etwas möglich war. Wenn die Rationalsozialisten mit der Politik Dr. Stresernanns nicht einverstanden sind, so ist das ihr politisches Recht. Wenn sie in der Versammlung gegen ihn sprechen und ihn oder die Zuhörer zu überzeugen versuchen, wird kein Mensch etwas dagegen einzuwenden haben. Daß sie aber mit Trillerpfeifen und ähnlichen Lärm- instrumenten aufmarschieren und die öffentliche Redefreiheit derartig beeinträchtigen, ist ein unerhörter Skandal. Mit solchen geistlosen Argumenten macht man mir auf dumme Jungen Eindruck, alle vernünftigen Menschen wenden sich angeekelt von einer derartigen Kampfmethode ab, die doch offenbar, weil sie sachlich nichts zu sagen weiß, nur mit roher Gewalt weiter-- zukominen hofft. Gerade die Münchener Rationalsozialisten aber sollten sich hüten, den Dogen zu Überspannen. Es gab eine Zeit, wo Bayern sich stolz die Ordnungs zelle des Deutschen Reiches nannte: das ist längst vorüber, die Hitlerlcute haben dafür gesorgt, daß alles auf ben Kopf Paris. 27. April. Baron Claus Zorn Bulach dem wegen seines Gesundheitszustandes ein provisorischer Strafaufschub gewährt worden war. sollte am 30. April seine 13monalige Gefängnisstrafe in Straßburg a n t r e t e n. 2luf Grund von Gutachten feiner Aerztc. die e»ne weitere Erholung von fünf bis sechs Wochen für notwendig erachten, ist die ihm gesetzte Frist verlängert worden. Das mecklenburgische Volksbegehren gescheitert. Schwerin, 27. April. (WB.) Das vom Mrcklen burgischen ßanbbunb beantrage Volksbegehren kann als gescheitert angesehen werben. Leim Statistischen Lanbesamt wurden bis heute gezählt aus 1595 Be flirten 61 916 stimmen. Da nur noch 51 Gemeinden ausstehen, ist nicht zu erwarten, baß bie erforderliche Zahl von 68 460 erreicht wird Aus aller Wett. Stürme an der amerikanischen Küste. Das hing ton. 28. April. (WTD. Funk- sprach.) Die Wetterwarte hat für die Küste von Atlantic City bis Boston Sturmwar- nu n g e n gesandt. Das Sturmflentrum bewegt sich in nordöstlicher Richtung über Südkaro- lina. Heule morgen erreichte der Sturm in der Gegend von Reuhork seine volle Stärke. 3n Atlanta und Georgia, wo der Sturm den Charakter eines Tornado- annahm, und txm Wolkenbrüchen begleitet war. sowie im ganzen Süden von Arkansas bis Florida, sind große Verheerungen aus den Feldern und an Gebäuden angcrichdet worden. Mebrer« Ortschaften mußten infolge plötzlicher Aebcrschwe m «WW tudtuäwcu T> Uurmacner ncrd-til ote et«nt iiicqc’ ru ak bLWh ^Ulkan kuhay "ach J w ^°d°ÄL'L' > ein mit onT* di ledergiiw Ä vn- ■«am LS'8' be ’Ä? &4 t ’!?,•« w °« XtaLita, Utter. gostmend« ruifH* a" b*Ä, !*** «m JUn» l lnfe"» aetfi, fade de. gd"^ Hahr, in btr bo» ^'bungmbtnShto Suftreten im jjanbel> nnternehmen o»8lt L aaflen (fltmtnl zu t» da» Ufer zu gewinn n Südafrika. kommender 64mü- t v°n -er sTdu 'VWttMgen und lech« l st- Dabei brach eia wurden gtllitl andere M txttu im Oahtt 19U tii i'uut, Wobei zahlreich» in bet Lust. k 8iuflDla|Vfl rüge der bpslüur- Maschinen rrils Te- onntc landen.id der >i: andere M und 29 Jahre alten *t» ft Kn)pp 4Ui •'« !t tot Rheinland. Zc.de an bet Provnu Walfenbctg und las Jener auf ta n Morgen \\nvwar s (landen alfixub x drlrMn wurden h le Wochen de- 'Barrl Zahl von Feuerweb:. igebung bemühten sich , bis letz! jedoch vhr< )esahr. daß ber *3rar2 Gebiet übcrgretft ierias-. ,y*f, »IILU" raueiW' ,, m >< S?Aö OH rfÄ ®flrm lorlaal19 fM &.&1' Wickel! sich am Dörgen, wenn lie geUeidet wer- ben müssen: die lorglanie TRutter ist aut alles bedacht, daß ihrem Liebling nicht- fehlt, am liebsten wurde sie mit bi» zur Schulpforte gehen und da- Kind auch wieder abholen. Und ist sie dann allein in Der Wohnung, so kommt e- ihr wohl auch bei, ihre Oebanfen ein 6töd äu- rudzuschrcken. 3a. da6 ist doch erst ganz kürzlich gewesen das, da- Kind noch so klein und un- behoslen war Und jetzt -- jetzt soll e» schon dem Zwang der Schule unterworfen, mit Mich» len beladen lein, die zwar noch gerinj. aber doch Pflichten Und? Ser Lehrer, dem laiche Gedanken nahegedracht würden, lächelte wohl ein wenig nachsichtig. Wa» hoo schon für Pflichten find! Es ist ja dem Kinde uh rtn Spiel Und es ist viel zu wißbegieng, es id,.iul mit üuflca um sich, die nicht genug in fich . mlauflen können an Neuem, alles tft noch wie ein Wunder Zwang? Wenn aller Zwang des Bafetne In leicht wäre wie dieser! Pflichten? Wenn es Urne größeren gäbe, wenn Immer auf die Dünsche und Neigungen und Anlagen so liebevoll Rücksicht genommen würde! Und wenn es so geschähe, wäre e» aut für den Menschen, der heranwächst für da» fieben und hier die ersten Erfahrungen, hie ersten Kenntnisse für da» fieben erlangen soll* Stünde er nicht eine» Tage» ungewappnet Im Daseinskamps und müstte erliegen? Kenntnisse? Die wenig bebrüten sie, wenn sie der Mensch nicht zu nützen versteht? Und nützen lernt er sie nur, wenn er sich bem Zwang und der Ps'icht beugen lernt Natürlich Ist ein Mein wenig List hobel, die ciue den Verhältnissen selbst heroorgeht. Zunächst Ist alles Spiel und zur Freude da Ganz allmählich wird ein gelinder Zwang ausgeübt, kaum merklich, meist nicht beachtet. Und unmerflid) wächst der Pfllchtenkreis, immer mehr an kleinen Einengungen kommt dazu, Schritt für Schritt geraten wir alle in das Netz der Pflichten, und In der Erfüllung dieser Pflichten wachsen unsre Kräfte: neue Pflichten nehmen wir auf un*. well uns ein Ziel versod-nd erfcheint, das vielleicht auch bald wieder Lost ist. So gestern wie morgen. Keiner entgeht diesem Los. Uno das sind die Starken, b'e S'eger, die Last und Kraft, ^sticht und freudige Erfüllung so HU vereinigen verstehen, hast ein heller Klang dem Elfen entlockt wird, das ste schmieden ®» Ist nicht ganz unbedeutend, welchen Ton dte ersten Schultage Haben. Die Schule kann durch ein fraar unbedachte Worte die im SUnm- Haufc fallen, dem Kinde wie eine Strafanstalt erscheinen, aber auch wie eine Stätte b*r Frel- bHt und Freude Unter Gleichaltrige füh't c» sich wohl und die fremde Autorität, die es an» genehm beschäftigt den Ehrgeiz weckt und im stillen um Vertrauen wirbt, ist ein neues Element im Leben b'» jungen Menschen. Sehr oft Aue der provmzialhaupisiadi «leben, den A. April IMS Oie ersten Schultage. 2iun find unsere Kleinen schon euugc Lage der Schule anvertraut. Arge Geschäftstätigkeit ent- ist es «in Gegengewicht gsgat bat Plternhau». wo der junge Mensch eiet Art Lutoruöt barste Ut. Und ein solche» G-wcrgewicht (anu Drin- aend notwendig sein, wenigsten» nützlich für Die Anrw'ckl'-mg zu einem Wenfchen ber im Deden bestehen will 0.6 Wetzlar voran - Uub ließen? TDie un» au» Wetzlar bttujui und auf untere Anfrage beim dortigen Postamt bestätigt wird, ist mU Genehmigung der Ober- posidireltion Zrankfurt a. M in der Stadl Wetzlar aus Antrag der dortigen Industrie- und Handelskammer ku dem L April eine t ä g- ltch dreimalige Postzustellung ringe- sühn worden. Wir beglückwünschen unser« Aach- barUabt au diesem beoeutlomen Fortschritt bedauern aber gleich-, nxg ban wir in her gröberen Stadt Sieben uns tirnur noch oii einer täglich zweimaligen PobzustcUung pufriedcngeb.n müflen. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, steht die Reich-.vvstrerwaltunn auf dem Standpunkte, dost sie ei so lange bei der täglich zweimaligen Poftbestel'.ung belaste« öhl. al» nicht ausdrücklich Anträge aus dreimalige tägliche Bestellung voraebracht werden. Wenn solche Anträge von der Geschäftswelt oder ihren berufenen Körperschaften, also Handelskammer und tzandweriskammer. bei den Oberpostdirektionen gestellt würden, so stünde einer Genehmigung nichts uu Wege 3m Hinblick daraus. bah die Leichtzpost durch die Portoerhöhung da» Publikum zu gröberen Leistungen heran- zieht, und in Anbetracht der geradezu ärmlichen Postzustellung-verhältnisse in unserer Stadt möchten wir der Handelskammer und der Handwerkskammer aber auch der Stabt» Verwaltung dringend empfehlen, bei der Oberpostdirektion Darmstadt doch beschteunigt darauf hinzuwirken, bah auch in unserer Stadt die Postzustellung künftig dreimal täglich durchgeführt wird. Wenn e» in Wetzlar möglich war mit sofortiger Genehmigung durch die Oberpostdirektion Frankfurt diese voilclikche Verbesserung einzuführen. Io sehen wir keinen stichhaltigen Grund, der die gleiche Verbesserung sür unsere Stadt unmöglich mechen ton *, c Wir hoffen aus baldige und t a 11 r ä f 11 g • Wast- nahmen der obengenannten Körperschaften in dieser Sach«! Vornotizen. — Tageskalender sür SamStag. Gardevercin Gießen. 3 Uhr. Lafä Leib. Stis- tuntzösest. — Verein .Wanderlust' 8 Uhr ft^th. Verein»haus. Jamilienabend. — F. G. F.. 61 , Uhr. Besichtigung. .HubertuS": 7'/, Uhr. Hotel .Prinz Earl". Versammlung. — Pa'aft- Lichtspiele. 81/; Uhr. Filmvortrag Dr. Mulack. .Die Sefualnot der Iugrud". — Lichts' lelhauS Vahnhosst raste: .Da» Frauenh au- von Rio". — Astoria-Lichtst trlei .Die Banditen her Prärie". TageSkalender sür Sonntag. Stabttbcater: 6 Uhr. .Madame Pomvadour'. (Ende nach 9 Uhr.) VolkShallc 3 Uhr. I Dolk-kvnzert. Oratortum . Sa» Lied von der Glocke" — Tagunfl der Deutschen Ostafiou- Mtllivr. S Uhr >5tad dcchc. Gemeiw. ^alund mit Vortrag von Prof H. Dr Mitte- Berit» .Meine Sdcbmfle auf meiner neuesten Reise nach »ttuu unb ?ax>an~. — Zeit-Bvlttzm il i on 3 Uhr am Schi enberg« Wea ttrtfhiung» der und T-oller Ttrc-ae — Palau-Lichtsviele 6; , und »' . Uhr Yilmportrufl St. Mulack .Sie S^-ualnoi brr 3ugend'. — Lichttp.e'theatcr wie Samä.ag» — Volkskcnzert i i ber volkshalle. Do» LlöeUer-Kulturkartell Vezirk Gießen oeran- stattet morgen. Sonntag, nachmittag - Uhr beam- nend, in ber 8ol?--banc ein großes volkvkonzerl Zur Aufführung lomnu bat bratwtum „Das L>cd von ber Glocke" von schiller, komponiert von H 3. Gomberg Unter ber Leitung be» Singenten Heinrich Tteqer iDieseck» werben stch de Masten chor mehrerer @ iangoereiu< vier enliftcn und ber vrchellcroereir. Gutzen vereinigen, um bem Derk ein. würdige Ausfütuung zu bereiter. Vie bemerkenswerte Darbietung sei allen Freunden gebaltvollcr Musik zum Beiuche empfohlen — Vorträge über China und 3 a p a n tiiu Sonntag und Mor.iagabend werden in der StabtfirdK vorträae (in Wort und Bild) über China und Japan gehalten, auf die auch hier nochmals besonder» hingen>ieuipib(iulbigk*r in Betracht fomnu Fortgesetzt gelten weuer« S21 uyigen \u bteser Sache eie, |o daß bt» beute ber qanze Umfang der Affäre noch nicht ab ud durch Äe.bung die Töne erzeugt werden« zeigte das, sich bicruui e «re ktne ftlangu'irfunj erzielen lä U Sehr originell waren aud) Iahvdu» musikalische Semo.istruHonen aus einem Tellers Piel, dem er ie ber Art der Handhabung eine» IqLo hon» die Tcrn- wirkung entlockte Bcko>.deee» Interesse fanden vor altem auch die Muli'wrttägc auf der indischen Glockenorgel, einer. Instrument, da» In Deutsch and kaum bekannt ist. und ba» Iahoba in wlrku ig*>L'oll *r Weite vorsührle. Selbst einem einzigen Stahldraht. b*r über einen Besen gekannt war. ait'odte b*r Birtnofe mU Hi fe eine» Geigenbog ns klangschöne Töne. 3a- boba fanb mit samt ichen nult.aii'chen Bocküh- rungen beim Publikum starrt Anklana. - Der »weile Teil bei Abcnbv bot den Grostsnm .Das Frauenhau» von Rio", der die üb tn Gcschöste des Mndchrnband«.'» in den Mittelpunkt der 'Sreig-uite ftellt unb dessen Kernstücke sich am besten mit bc \ dclan .teu Sprichwörtern .W r anberea eine Grude g.äxt...und .Anrecht Gut gedeiht nicht' Aulammensalten lassen. Der Film zeigt d e dunklen Machenschaften _3n- tematio.alcr die sich in ihren Schurkereien gegenseitig überbiet m und dadck sch'.iestlich chren ntergang finden Er stellt im ganjen em Durch« schnstlswirk der ir ber lltzlen Zckt in Mode gekomme- nen „Mätchenhändler"-Filme dar. Weitere Cofolno*d(hten im dritten Blatt. Berliner &unc. Berlin, 28. April (WTB Funkspruch l Noch bem etwa» Ichwaukenden verlaus der giftingcn Frankfurter Äbendbörsc ist hnde vormittag noch nicht viel los. die Grundstimmuna bleibt aber wei ter freundlich Da» Ausland ichcint weiter für deutsch^ Werte interessiert zu sein. An Kursen hort man: Siemen» 315, Warben 275. Am Devisenmarkt nennt man Pari» 124,02, Mailand 92,60 (eher Drics), Spanien 29 30, Amsterdam 12,1050 da» Psunb 488,10 (eher 9*rief), den Dollar 4,1807 W) zu IC und den Yen 47,4? aktiv 1876. Gueatphallae Leipzig. Gießen. Wiesecker Weg 28, den 27. April 1928. Die Beerdigung findet Montag, den 30. April, nachmittag» S Uhr. statt 08304 <$7to kommenden Rentnern ii. Pensionären ninn. VesMeMM.MeshesAii.Siiklti Aliendorf a. d. Lahn, den 28 April 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, den 29. April 1928. nachmittag» «770 V Hausrat 2*/, Uhr statt 44120 Gießen, den 24. April 1928. 03273 4411a Möbel aller Art gut und preiswert in reicher Auswahl Unterfertigter C. C. betrauert tief das am 17. 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Ä ®ir < a laufen vut .bewölken- un , „uieren, da» 'öfli zu Veit ir aber k Abj'aw bedeutet. C SW lovä Sen, aus See vor uns iflji Eii hielten a Derg "U Tat tauch jrr^gWM unter uns auf. 3i BoUcM hi Spv aus der ui (jtn Ichvem Dvlk Wchm ihnen uni Uckr K-brzeug, oorbtn Ivar, tanz (lurmbctöcgtcü niet’ uni nageltest in bar Kabine dun einen faßen Griff auf meinem Sitz hc gen und Geschick i Lichte. Das Flugze teter Aase und mi ein ungebändigtes meistern. Dicht übe tobte ein tvütendei peiifchter lässiger ( Tem s Hebet Land Heu bet, und der Sch tiorn 'Dvden cmsgr! liQ» ton den 2gl. den Arl Ot 3u feit Km! ®W®Bl 1 ötont unweit 1 Veutnan belannten % Elianen" und ' aus feinen । ä£s,* h E“ erölcf & ri» <^Nen. Wat., jfc" 61 küh nach ^eratur > Dr mkh0Qf,ur 6nÄ, nich Ä Wund M 8 E | Montasobklld Bootshaus. ^chneitech T~SÄaG3i8 i-rniHjj, ZUtz-r ^s«?.nyb-u. ^'Dteihmn n UN) «« «*** für ^cficncr Rad?. Berkin M Moulag, bcn 3 >. Mik^ cibenSS oc.i 8V, Uhr ab Maifeier auiberWenvüvi. -"0 Dir Vrnii. . 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Wir durften nicht versuchen, unter die Wolkenbänke herabzugehen, weil wir dann leicht gegen einen Berg stohen konnten. Unter Motor hatte sehr viel Benzin verbraucht. Wir wuhten jedoch, dah unser Brennstoff noch für zwei oder vielleicht drei Stunden reichen würde und dah wir. wenn wir auf klares Wetter fliehen, keine Gefahr laufen würden. Die Schwierigkeit war nur. eine wölken- und nebelfreie Stelle zu finden. Denn wir zu weit nach Osten gingen, fo muhten wir riskieren, dah wir fellrft bei einer glatten Landung zu weit in« Innere verschlagen würden, das aber hätte einen langwierigen und anstrengenden Fuymarfch übet Berge und Gletscher bedeutet. Dingen wir dagegen zu weit nach Westen, so wären wir vielleicht gezwungen gewesen, auf See niederzugehen. Die Wolken, die südlich vor uns lagen, schienen nichtiger zu fein. Wir hielten also Kurs auf Süden zu. in her Hoffnung. Bergspihen zu entbedcn und untere genauere Position fettzustellen. In der Tat tauchten plötzlich zwei steil ansteigende Bergspihen, die saft wie Radeln auSsahen unter uns auf. Sofort gingen wir durch ein Wolkenloch in Spiralen hinunter, um uns die Gegend au« der Bähe besser anzusehen. Heber den schweren Wolken war die Luft sehr bewegt. Zwischen ihnen und darunter herrschte Sturm. Unter Fahrzeug, da« inzwischen fast leer geworben war, tanzte wie ein Kork auf sturmbewegtem Ozean. Alles, was nicht niet- und nagelfest wat. purzelte unb raffelte in der Kabine burcheinanber. Da ich nirgendwo einen festen Griff fand, konnte ich mich kaum auf meinem <5ih halten. Gyelsons Erfahrungen und Geschick zeigten sich jetzt im rechten Lichte. Das Flugzeug bockte mit abwärtSgetich- tetcr Aase und mit voll lausendem Motor wie ein ungebändigteS Roh, aber er teufete eS zu meistern. Dicht über der eiSbesüten Wasserfläche tobte ein wütender Orkan. Dom Sturm aufge- peitschter salziger Schaum erfüllte die Luft. Tem rode entgangen. lieber Land herrschte dickeS Schneegestöber, unb der Schnee wurde in dichten Wolken vom Boden aufgepeitscht. Wir konnten unS kein Dill) von den ffntfemungen machen, unb al« wir einmal wirst ich ein Fleckchen glatten Schnee sahen, war e« im Augenblick auch schon wieder vorüber. Plötzlich aber tauchte ein Berg unmittelbar vor un« auf. unb um ein Haar wäre e S um uns geschehen gewesen. Rur durch einen raschen Ruck am Steuer gelang eS. mit knapper Müde bet Gefahr unb dem lobe auszuweichen. Wir legten un« jetzt In einen rechten Winkel zu der Windrichtung unb suchten an« mit Mühe unseren Weg dicht über Bern Wasser. Bald stellte eS sich heraus, bafe bet Berg, dem wir anSgewichen waren, eine Insel war. Der Augenblick, in dem wir sie gesichtet hatten, war zu kurz gewesen, um festzustellen, tea« es eigentlich war. Da unser Benzin zu Ende ging, war es da« beste, un« wieder auf •) Dgl. bcn 'Artikel in der gestrigen Ausgabe. die Suche nach dem glatten Fleckchen zu machen, das wir vorher gesichtet hatten und dort eine Landung zu versuchen Ich ersuchte ff t) e l f o n. das zu tun. Obwohl er durch die GiaSwand vor sich, die vom Schnee und Oel völlig versteht war. kaum etwa« sehen konnte, gelang es seinem Geschick doch, den Punkt wiederzusinden und dort mit bcrldben Sicherheit zu landen, mit der er vor einem Jahre unser Flugzeug in der Rächt auf dem Eise bei Poini Darrow herunter- gebracht hatte. Die Windstärke war so groh. dah der Apparat kaum breifeig Fuh, nachdem die Kufen den Schnee berührt patten, schon stillstand Glücklich gelandet. Wir konnten nur wenige Fuh weit sehen, aber ein Eispickel war in der Kabine zur Hand, und mit feiner Hille stellten wir feft. dah wir uns Ferne Häuser zu entdecken. Aber in der Arktis muh man mit Sinnestäuschungen rechnen, da ferne Schatten alle mögliche, Dinge vortäuschen. Wir konnten uns gar nicht oorfteilen, dah wir da« Glück gehabt haben sollten, bei der blinden Fahrt zwanzig Meilen von einer Siedlung nie- derzugehen. Bald setzte wieder Schneetreiben bei starkem Winde ein unb verdunkelte den Horizont Aber die Sonne blieb noch immer sichtbar, und eine zweimalige Berechnung unserer Prlllion mit dem Sextanten ergab, bafe wir un« in der Rahe der Spitze des Dorgebirges von King EharleS-Lanb. nicht weit von Green Harbour befinden muhten. Allerding« schien es un« kaum heilbar, bafe wir soweit nach Süden gelangt fein konnten Man muh dabei freilich bedenken, dah wir während der beiden letzten Stunden de« Fluge« nicht in der WUkins Flug über den Nordpol. 6 E Spitzbergen CapBarrow V <5> X % S C H T E -S^ d* I ET < NORDPOL $ V -p Franz Josef °0oW auf LandeiS befanden. Der Apparat war unbeschädigt. Wir waren also in Sicherheit. Unser Dauerflug von Küste zu Küste war beendet. Zwanzig Stunden unb zwanzig Minuten waren wir ununterbrochen in der Lust gewesen. Dichte treibende Rebel hinderten uns daran, unsere Position festzustellen. Das einzige, tea« un« zu tun übrig blieb, war also, un« den Schnee von den Kleidern zu llopfen. wieder in da« Flugzeug hineinzuktiechen unb auf gute« Wetter zu warten. Wir waren übrigen« weder sonderlich müde, noch fühlten wir Unruhe, denn wir waren überzeugt, dah e« nicht mehr weit nach K i n g « b a h oder Green Harbour sein könnte. Da« einzige waS im« beunruhigte, war, dah wir knapp genug Benzin hatten, um noch eine Stunde in her Luft zu bleiben. Jedoch hätten wir im schlimmsten Fasle marschieren ober uns ein Boot Zusammenzimmern und so menschliche Behausungen erreichen können. Schliehlich hätten wir auch an der Küste warten können. bt« ein Schiff vorbeigekommen wäre. Als wir erwachten, erblickten wir die Sonne burch Rebellchleier. Wir stellten fest, bafe wir un« allem Anschein nach a u f einer Insel befanden. Jenseits einer Strecke offenen WafserS glaubten wir. in der diesigen Lage gewesen waren, die Drist sestzu- Itcllen ober eine Dermefsung der Windstärke ober Windrichtung durch Beobachtung deS Badens vorzunehmen. Wir wuhten nur ganz allgemein, bafe wir einen wütenden Westnorbwest-Sturm gehabt hatten. Robinjonadc im Eid. Während der nächsten vier Tage fanden wir keine Gelegenheit, unsere Position genauer aufzunehmen. G« herrschten starke Rord- unb Rorbwestströme. wobei der Wind häufig bis nach Süd- osten schlug, um dann wieder nach Norden umzuspringen. Schlimmeres FrühlingSteetter habe ich nie in her Polargegend angetrosfen. Dier Fuh hoch setzten sich ffis und Schnee über die Kufen unsere« Flugzeuge« an. Das aber war unser Glück, beim auf diese Weise toar der Apparat fest auf dem Gife verankert. Sonst wäre bas Flugzeug sicherlich vom Sturme losgerissen unb wahrscheinlich zerschellt worden. In der windsicheren Kabine hatten wir eS verhältnismähig gemütlich. 'Wir afeen Zwiebäcke und Schokolade unb rauchten unseren kleinen Dor- rat an Zigaretten auf. Im übrigen warteten wir gebulbig barauf, bafe ba« Wetter sich wieder ausllären sollte. Aber es dauerte biS Sonnabend früh um 3 Uhr, bis wieder Flugwetter eintrat. Um 3 Uhr standen wir auf unb hatten zunächst sechs Stunden damit zu tun, Eis und Schnee sortzuschaufeln, um eine Startbahn herzustellen. Wir waren entschlossen, zunächst aufzusteigen, auS der Höhe unsere Position genau festzustellen unb unseren KurS zu bestimmen. Unser Entschlufe. mit halber Fahrt auf Packeis zu landen, erwies sich als sehr richtig. In den Kanistern befanden sich jetzt noch ungefähr 80 Liter Benzin, aber mit diesem Ballast und un« beiden an Bord wollte sich die Maschine nicht um einen Zoll von der Stelle rühren. Abenteuerlicher Ltart. Schliehlich flctterte ich aus dem Flugzeug heraus unb schob eS am Schwanz an. In her Tat setzte fick die Maschine endlich in Bewegung. aber eS erwieS sich als sehr schwierig, wieder einzusteigen, während sie im Gleiten toar. Zuerst hängte ich mich an da« Trittbrett unb versuchte hineinzuklettem, fiel aber halb herunter. Ehelson. her au« dem Führerstanb nicht nach hinten blicken konnte, glaube, i ch f ei schon an Bord unb stieg auf. Als er eine Wendung machte unb mich mutterseelenallein auf hem ffis liegen sah, zog er einen Krei« und landete erneut Ich liefe nun die Strickleiter herab die wir für solchen Notfall an Bord hatten. Otto Braun. 3u feinem 10. Todestage. Don Or. (kart Walbrach. Am Morgen beS 29. Aprll 1918 fiel an der Front unweit VMerS-Dretonneux ein zwanzig- jähriger Leutnant, der Sohn von Lily Braun, der bekannten Derfalfetin von .Im Schatten der Titanen" und .Memoiren einer Sozialistin". Julie Doge 1 stein, Lily« Freundin, stellte 1919 aus seinen nachgelassenen Schriften ein Buch zusammen, da sie meinte, die freie und vollen- bete Persönlichkeit Otto DraunS fordere, ..was sich wenigen offenbart, allen zuteil werden zu lassen." Aber eS ist doch wohl nur eine kleine Gemeinde geblieben, die gelegentlich wieder einmal nach dem Buch greift. Man mag heute nichts mehr vom Krieg hören, man hat sich mit dem Tobe der Gefallenen abgefunden, man denkt nicht mehr, ob dieser oder jener im Feld, oder ob er .klug' genug war. sich zu drücken und geistiger oder wirtschaftlicher Kriegsgewinnler zu werden — .sich zu sparen, sich zu schonen". Da scheint eS angebracht zu sein, am 10. Todestag Otto Brauns einen Blick auf diese Persönlichkeit zu werfen. Heber fein Bild sagt Leute- ritz- ..Unerhörter Ernst großer Ereignisse, eine fast antike Ruhe spricht aus diesem Kops, der an die frühen Standbilder der Griechen gemahnt ... dieser Kops war eine Derheifeung mit dem Feuerzeichen des Genies." Schon aö Neun- unb Zehnjähriger arbeitete Otto Braun nach einem System unb gelangte früh zu einer inneren Einheit. Das Dewufetsein, .einmal etwas Großes zu werden, leitete ihn und erfüllte ihn mit immer gröberem Verlangen. den Kreis feinet Erkenntnis zu crtocitem. Er treibt griechische Philosophie und deutsche Literatur: Kunstgeschichte und Naturwissenschaften beschäftigen ihn. Musik und Naturschönhtiten erschlichen chm neue Welten. Und diese Fülle verarbeitet er und weife sic produktiv zu verwerten: beim Produktivität ist seine hervor- ragenhfte "Begabung. .Das biofee Studium befriedigt mich nicht.' Mit Riesenschritten gehl seine Entwicklung vorwärts. Doch bei all Dem männlichen Ernst, mit dem er sich in Menschliches und Uebetirdisches, Vergangenes und Zukünftiges versenkt, bleibt er — Kind. Das Gebiet aber. daS ihn von jeher am meisten beschäftigt hat. ist der Staat. Welt- und Kulturgeschichte. Philosophie und Literaturgeschichte, Altertum und Mittelalter, Staats- unb Privatrecht und Wirtschastskunde. all das dient ihm dazu, sich zum "Begriff vom Wesen des Staate« durchzutingen. 1909 trug er in sein Tagebuch ein: „Wir brauchen Leute, die ins Leben ein- greifen und tatkräftig sind, etwas Neues durch- zusühren. beim etwas NeueS kommt, das fühle ich. Schwer liegt es in der Luft wie Gewitterstiinmung, unb halb, recht halb wirb es hineindvnnem in di- Welt.... Donner klang schon manchmal durch die Lust, doch das große, wilde, kühne Wetter,. . das von Kleinheit unS befreit, war noch nicht. - doch bald wird es erscheinen." Und es erfchien, als 1914 der Krieg ausbrach, von dem Otto Braun meinte, er fei unserer ganzen Zeit und jedem einzelnen gegeben alS Feuerprobe, um uns alle zu Männern zu reifen, zu Männern für die später kommenden ungeheuren Jahre unb (Sreigniffe. In einem Brief vom 2. August 1914 heifet e«: .... das Eine ist mir sicher: Deutschland kann nicht untergeben. Unb ich gründe diesen Glauben nicht wie die Prahler auf die Ueberzeugung von unserer Dollkommenheit und unseren Leistungen, sondern gerade aus dem Bewußtsein. bafe wir uns noch nicht erfüllt haben, erwächst mir diese Gewifeheit. Die Aufgabe, die uns geworden ist. ist schwer, schwerer als die anderer Doller, weil wir vielfacher, vielspäl- tiger sind... Richt die hohe Kultur des einzelnen kann uns zur Dollendung führen: nur aus der groben Gestaltung des Lebens, der Gesamtheit, der Gemeinschaft wird uns die Erlösung unseres nähren Seins werden... In diesem Sinne, für dieses Ziel will ich hinaus, das heiligste Gut zu schützen: Deutschland. Verächtlich und töricht scheint es mir. sich zu sparen, sich zu schonen. Die Griechen teufeten um bcn wahren Wert, wenn Aischylos es höher erachtete, bei Marathon mitgefochten zu haben, als ein Dichter zu fein. Für hie Erhaltung deutschen Wesens, für feine Erfüllung will ich kämpfen. Wer und was fönnte mich da zurückhalten!" Leider ist es hier nicht mögllch. auch nur annähernd die bedeutsamsten Jahre seines Lebens I — als Frontsoldat — zu schildern. Wie er früher aus Büchern und Bildern alles für sich heraus» holte, um es sich mit eigenen Gedanken nahe- zubtingen. so nimmt er jetzt daS Geschehen ringsum in sich auf. Unb all das findet feinen Niederschlag in "Briefen und Tagebüchern. Sein Lesestoff ist vielfältig: Homer und Goethe. Gras Schliessen und Bismarck. .... ich fühle, das; ich ein beschlösse cr Mensch werde und bafe bic Zeiten. Dergangcnhrit, Gegenwart unb Zukunft, mir zusammenwa^ en zu feft- gefrrmter Gestalt." — .Zwei Worte sink» eS, die ich jetzt vor allem liebe: Dienst unb Haltung. Dafe all unser Leben ein Dienst sei am Werk, heilig gefühlt, unb wir unser Dasein in vollendeter Haltung leben. Haltung, hier gelabt als durchgcbildcte Geistigkeit, innen glühend von Leidenschaft, aufien aber stahlhart gehämmert, in herrlichem Matze daS Matzlofe bergend, das scheint mir notwendig." — „... wie jedcr Teil aber bic eiserne Verpflichtung hat. fein Bestes daranzugeben, um der eigenen gerechten Sache zum Siege zu verhelfen. Hier handelt es sich um weit mehr als um das Wohl und Wehe vieler einzelner Menschen. eS handelt sich hier um die Existenz, die Freiheit unb Grotze vom Besten, was wir haben, unseres Vaterlandes, aus dem uns alles quillt unb dem wir alles verdanken." Am Weihnachtstag 1917 trägt er in fein Tagebuch feine Gedanken ein über das Höchste, was ein Mensch im Geben erreichen kann: ."Vorbild werden, ein solcher, der allein durch sein Dasein Welt unb Menschheit bestimmt.'" Gegen Ende heifet es: .Ein Mensch ist ja nicht wertvoll weder um feiner Worte, noch um seiner Taten willen, sondern nur um dessent- toitlcn, waS er wirklich und wahrhaftig i st." 3m November 1916 verwundet, mutzte er mehr als ein Jahr in der Heimat zubtingen. Er empfindet es alS tief unsittlich, während des Krieges fich längere Zeit auszuruhen, sich zu erholen. Erst Witte Februar 1918 konnte er endlich wieder zur Front abreifen. Ende März wird er Ordonnanzoffizier. .Du kannst Dir denken", schreibt er an den "Batet, .dafe ich mich wahnsinnig ärgere... Ich wäre viel lieber in der Front geblieben, doch man ist Soldat und mufe gehorch«!." Unb schon am 29. April fetzte der Tod seinem jungen vielvetibrechenden Leben ein Ziel. Seine militätischen Anlagen, vor allem aber seine Behandlung der Untergebenen, die instinktiv den gebotenen Führer erkannten, und sich ihm ob unb beschloß. koste c« was cs wolle, mich an i h r 'e st zuklammern. Wieder starteten wir, unb al« bic Maschine mit immer höherer Schnelligkeit über ba« ffis taste, kletterte ich am Schwanz ende herauf unb versuchte, mich mit der Kraft der Derzweiflung bi« zum Cockpit vorzuarbeiten. Um besser klettern zu können, hatte ich keine Handschuhe an. Meine Hände wurden daher bald vor Kälte steif und ge ühltos Bl i t bcn Zähnen bist ich mich an den Sprossen der Leiter fest um nicht abzustürzen, ffnrlfon. der ba« Gewicht am Heck da« Apparate« spürte, glaubte, bafe ich sicher an Bord sei unb stieg auf. Gerade, al« sich der Apparat vom Doben löste, glitt ich au«, erhielt einen Schlag von bem Schwänzende des Flugzeuges unb wurde wieder in bcn Schnee geschleudert. Al« ich mich vom Schrecken erholt unb den Schnee au« Augen unb Mund weggetoischt batte, konnte ich seststellen. bafe ich mit ein paar locker geschlagenen Zähnen iwch glücklich baoonqc- kommen toar. Roch jetzt, während »ch diesen Bericht schreibe, kann ich jeden Dorderzahn mit meiner Zunge zum Wackeln bringen. Aber ich hoffe, bafe meine Zähne in ein paar Tagen teicbcr fest sitzen werden..... Fortsetzung folgt. Weli-oliiische parallelen. Autzenpolitifchc Umschau Don £)r. Otto Hoehsch, o. Pros, der Geschichte an der Universität Berlin, M. d. R Das Ergebnis der französischen Wahlen am letzten Sonntag gestattet noch kein abgeschlossenes Urteil; denn von 612 Mandaten sind erst 180 sest besetzt. Ucber 432 entscheiden erst die Stichwahlen am 29. Bei der fflaftltät aber der französischen Wahlbestiminung.n und des franzöfischim Parlciwelens mufe man sich doppelt hüten, nach bem Ergebnis der Hauptwahlen den Wahlaussall überhaupt zu beurteilen oder gar die kommende Regierung schon vorauSzusagen. Wir sprechen daher besser heute überhaupt noch nicht davon. Die Wahlbewegung hat den Fortgang des amerikanisch-französischen Gesprächs nicht gestört, nicht stören dürfen. Am 20. ist der französische Gegenvorschlag gegen Kellogg« Anregung in London, Tokio. Berlin. Rom und Washington überreicht worden. Frankreich kann darin nicht anders al« dem allgemeinen Derzicht auf den Krieg im amerikanischen Sinne zuzustimmen. Aber cs macht erneut feine bekannten Dorbchaltc. Diese betreffen daS Recht her legitimen Verteidigung, die Freiheit von den Derpflichtungen des Paktes, wenn er von einem der Beteiligten gebrochen wird, die Dorbchaltc aus bcmDölker- bunb, Locarno unb anderen Verträgen unb schliefe!ich die Universalität Da« letztere heifet, bafe 'Frankreich die Gültigkeit abhängig macht vom Beitritt aller Staaten, nicht nur der grofeen. sondern auch her kleinen Mächte DaS ist in etwa« anderer Anordnung der alte Standpunkt Frankreichs von Hau« aus ES will nicht Acchtung des Kriege«, sondern .Sicherheit" der Verbündeten des Weltkriege«. sowie sie im Versailler Vertrag begründet wurde. ES richtet so. wenn man es sich durchdenkt, seine Vorbehalte vor allem gegen Deutschland — in der Prcsfekommenlierung werden auch gleich die Artikel 42 bl« 44 de« Versailler Vertrags herangezogen — unb c« nimmt so her Idee Kelloggv auch den letzten praktischen "Wert. Run haben die anderen Staaten zwischen dem Vorschlag Rordarnetila« unb dem Frankreich« sich zu entscheiden Die deutsche Regierung hat abschliefeenb dazu noch nicht Stellung genommen. Aber wie Deutschland sich zu stellen hat. ist gar kein Zwci'ell Und Europa wird ja nicht vergessen dürfen, dafe die erste Macht der Welt hier spricht, bafe aus diesem Vorschläge Kelloggs, vielleicht mit Vorbehalten unb Einschränkungen, bestimmt etwas zustande kommen wird. Das Amerika von heute ist ein an» seiner Anspruchslosigkeit, Ruhe und beilpicUoscn Tapferkeit unbedingt unterordnen, würden sehr gelobt, unb von seinem »vorbildlichen Wirken" spricht die Todesanzeige deS Balailion«. Gin Kamerad schrieb an den Vater: „Aus einem Beet zwischen blühe den Blumen haben wir chn gebettet, bis her Wagen zur Beerdigung kam. Friedlich war fein Gesicht unb unverletzt " Zwei „Ober* marsch eren nach Genf. Zwei Oberkellner, Leute, benen daS Lausen tagsüber nicht« Ungewöhnliches ist. find auf den originellen Einfall getommen, eine Fufetour von Berlin nach Gens zu unternehmen. So, tote sie in ihrem Beruf tätig sind, ohne Kopfbedeckung, im Frack mit schwarzer Binde, begannen sie dieser Tage einen „Spaziergang". Eine grotze Zahl von Freunden, Kollegen unb Schaulustigen hatte sich schon zeitig im Klublokal der Sektion Berlin des Internationalen Genfer Verbände« der Hotel- und Restaurantanzestelllcn, von wo her Start erfolgte, eingefunden. Ein Dutzend Photographen und Filmoperaieure machte eifrig Aufnahmen von den beiden Untemehmungs- lustigen, die übrigens den gröfeten und den kleinsten „Ober" her Sektion repräsentieren, denn der eine, Oskar Ritz'che, ist nicht weniger al« 2,02 Meter grofe unb 31 Jahre alt. während sein „Mitläufer", Reinhold Wirt, nur 158 Meter mifet und 27 Jahre zählt Rachdem die opw« lente „Henkersmahlzeit" eingenommen und die Verträge mit der Sektion unterzeichnet waren, widmete der Geschäftsführer her Sektion den beiden Kollegen freundliche Abschicdswortc und wünschte ihnen glückliche Reise und besten Erfolg. Punkt 1 Uhr erfolgte im Beisein einer grofeen Menschenmenge der Start. Die bisher im Zoo- Restaurant beschäftigten Oberkellner, die toeifee Armbinden und Plakate mit der Aufschrift „Berlin—Gens" trugen, erreg en auf ihrem Vfegc durch die Strafeen Berlins naturgemäfe überall grofees Aufsehen. Sie sind verpflichtet, keinerlei Fahrgelegenheit zu benutzen und erwerben ihren Unterhalt lediglich durch den Verkauf von 2n* sichtskatien. Die 1500 Kilometer lange Route führt über Potsdam. Bitterfeld. Halle, Wetie- burg, Fulda. Hanau, Frankfurt a. M., Mainz, Worms, Heidelberg, Zürich, Luzern, Bern nach Genf, wo die beiden Läufer 2Hittc Juni einzu- treffen gedenken. der es, als 2>a«. das Wilson vor 10 Jahren in Versailles vertrat und daS in Wilson mit seinen Friedensbemühungen damals doch geschlagen wurde. Ist die öffentliche Meinung in Nord- amerika auch noch keineswegs einheitlich klar und die Parteien desgleichen nicht, fo zeigt schon Kellogg- Vorstoß, daß er doch auf eine öffentliche Meinung, die solche Aktivität wünscht, Rücksicht nehmen muh. Zudem ist heute Nordamerika mit Milliarden in Europa finanziell festgelegt und hat eS andererseits das Heft der ganzen Schuldenfrage in der Hand, deS Dawesplanes hier, wie des Schuldrnverhältnisfes der Sieger des Weltkrieges zu Amerika dort. Sv kämpft Frankreich heute in der Defensive und sieht seine Vündnispolitik, seine Re- gionolpakte, seine Sanktion-- und Sicherheits- Politik bedroht. Gröhe und weittragende Entwicklungen kündigen sich damit an, die wir jo auch während der Wahlen ja nicht aus dem Auge verlieren dürfen. Nordamerika hat keine Veranlassung, auf die Wahlen Europas zu warten. Wohl aber haben seine Staatsmänner Veranlassung, dieses Werk vorwärts zu treiben, weil sie die Wirkung für die Konventionen der großen Parteien, die die Kandidaten des Präsi- dentschaftswahlkampfeS bestimmen, im Juni brauchen. ES ist ein Zufall, dah ganz gleichzeitig auch auf dem Schachbrett des fernen Ostens eine größere Aktivität eingesetzt hat. Japan hat, wie erinnerlich, am 20. Februar gewählt. Das Kabinett Tanaka hat eine unsichere Mehrheit und hat diese befestigt, indem eS am 11. April die radikalen Arbeiter- und Vauernparteien auf- löste und deren neugewählten Abgeordneten der Mandate für verlustig erklärte. Wie weit die Gorge vor den Kommunisten und deren Verbindung mit Moskau ernsthaft und begründet war und wieweit sie lediglich als ein politischer Schochzug verwendet wurde, können wir nicht beurteilen und interessiert auch Europa nicht sehr, desgleichen auch nicht die russisch-japanische Spannung, die aus diesem Vorfall entstanden ist. Aber ein anderes wurde in die gleiche Deleuch- tang gerückt. Am 19. April beschloß das japanische Kabinett überraschend und plötzlich die Entsendung einer ganzen Infanterie-Division nach S ch a n t u n g. Auch die in den chinesischen Gewässern vorhandenen Seestreitkräfte Japans wurden verstärkt. Ein Teil der öffentlichen Meinung in Tokio behauptet nun, dah auch diese Erpedi- tivn innenpolitisch bestimmt sei und die Stellung des Kabinetts Tanaka verstärken solle. Dos mag sein, aber reicht ohne Zweifel nicht aus. Denn der japanische überraschende Entschluß traf wieder genau zusammen mit dem Beginn der Frühjohrsoffensive in China. In der 3. Aprilwoche hat die nationalistische Armee unter dem zur Macht zurückgekehrten T s ch i o n g Kai S ch e k den Vormarsch begonnen. Die Spei- fung und Schwäche in der Südbewegung scheint also überwunden, und eS würde in diesem Jahre der Stoß auf Peking« versucht werden, der schon im letzten Jahre im August zum Ziele führen sollte. Wir wissen nicht, wie stark der Süden, wie stark T s ch a n g Tso Lin im Norden ist. Aber es steht fest, dah damit der chinesische Bürgerkrieg in da - Interessengebiet Japan- hineinrückt, und damit erklärt sich der Gntschluh Japan- ohne weitere-. GS rüstet, Schantung und Tsingtau für sich zu sichern. Indem der Süden den Vormarsch antrat, beginnt so eine neue Phase in den Kämpfen deS fernen Osten-. Sie wird schwerlich sehr bald von großer Bedeutung für Europa sein. Aber wichtig und interessant ist immerhin, wie die erhöhte Aktivität Nordamerikas in der Nich- i hing auf Europa zusammenfältt mit Neubelebung 2 ber Auseinandersetzungen im fernen - Osten. Oberhessen. Landkreis Gießen. | flnj der Rabenau, 27. April. Auf den Aeckern in unserer Gegend machen sich die Schäden der wochenlangen naßkalten Witterung in starkem Maße bemerkbar. Vielfach hört man, daß bei tiefer gelegenen Gemarkungsteilen durch die unaufhörlichen Regenmengen mehr Schaden an der auf« laufenden Saat durch „Ersaufen'', wie der Landwirt sagt, angerichtet worden ist, als die gesamten Auswinterungsfchäden an dem Wintergetreide, die in diesem Jahre wesentlich größer als «m Vorjahre zu beobachten sind, ausmacht. Dazu hat der Mause , Krähen- und Schneckenfrah ein so großes Ausmaß angenommen, daß bei zahl reichen Getreideäckern eine Nachbestellung ftattfinben muhte. Fast alle Imker klagen über die äußerst mangelhafte Entwicklung der Bienenvölker, die ihren Grund in der ungünstigen Witterung der letzten Wochen hat. Die warmen Februartage brachten durchweg starken Brutansatz. der infolge ftältc und Futtermangel seitens der Bienen vernachlässigt wurde. So muß her Imker auch dieses Jahr leider wieder mit trüben Aussichten in den kaufenden Sommer schauen. * Burkhardsfelden, 27. April. Am Mittwoch st a r b dahier nach kurzem Krankenlager die Diakonisse Elisabeth Alt. Es war ihr leider nicht vergönnt, den Tag der fünfzigjährigen Wiederkehr ihres Dienstanttittes als Krankenpflege- rin in unserer Gemeinde zu erleben, denn heute vor fünfzig Jahren zog sie in unser Dorf ein, das ehr Zur zweiten Heimo» geworden war. Innige Teil- nähme empfinden alle, die die Dahingeschiedenc gekannt haben. Eine Frau van außergewöhnlicher Tatkraft und Selbständigkeit hat sie, solange es ihre Kräfte erlaubten, sich dem Dienst der leidenden Menschheit geroibmet und mit gutem Rat allen .Kranken und Gesunden, die bei ihr Rücksprache nahmen, zur Seite gestanden. Ein bleibende» Denk mal hat sich die Verstorbene durch ihre treue Mithilfe in der Klein-Kinderschule errichtet, besonders durch die Erbauung eines eigenen Hauses, in welchem schon feit Jahrzehnten die Kinder zwischen zwei und fünf Jahren in guter Obhut sind und das als Zierde unseres Dorfes noch nach vielen Jahren von ihrer Wirksamkeit zeugen wird. Wohl ist das Leben der Dahingeschiedenen auf einsamem Posten verlausen, doch ist es wert, edeldenkenden Menschen als Vorbild zu dienen. Mit tiefer Trauer steht die C Einwohnerschaft an der Bahre dieser oortreff- Frau. i. Hattenrod, 27. April. Mit der Konfirmation am letzten Sonntag ist in der Pfarrei Ettingshausen die diesjährige Einsegnung der Jugend zu Ende gegangen. Aus unserer Gemeinde kamen acht Äonfirmanben zur Einsegnung: die Ge- samtzahl der Kirchspiels war 31. Die folgenden Jahrgänge sind kaum halb Io stark, da sich bei ihnen die Kriegszeit auswirkt ck-ckEttingshausen.27. April. Ein schrecklicher Unfall trug sich heute früh hier zu. Die • Stromleitung unfdres Ortsnetze« wird neu gespannt. Seit längerer Zeit sind eine Anzahl Leute in dieser Arbeit hier tätig. Als heute der Arbeiter H ölst e i n, ein aus Sachsen stammender Mann und Vater einer größeren Familie,^die Arbeit in der Hosreite des Schmiedemeisters § ch o m b e r beginnen wollte, beachte« er die Warnungen nicht, die ihn davon zurückhaken sollten, die Ceitung zu berühren. Er war der bestimmten Ansicht, daß der Strom ausgeschaltet sei. Aber kaum hatte er die Enden des Leitungsdrahtes berührt, als der 38 0 Volt starke Strom ihn tötete. Die Wiederbelebungsversuche des schnell herbeigerufenen Arztes, Dr. Schaad aus Lich, blieben erfolglos. G Aus d e m Horlofftal, 27. April. In verschiedenen Gemeinden macht sich eine Mäuse- plage bemerkbar, so daß der jungen Saat Gefahr durch diese Schädlinge droht. Besonders Aecker. die an Feldraine und Wqae grenzen, sind gefährdet. Vereinzelt haben die Äere auch schon an den gut überwinterten Kleeäckeru Schaven angerichtet. — Obwohl das Steinobst im vergangenen Jahre eine volle Ernte lieferte, stehen auch in diesem Jahr wieder Kirschen, Zwetschaz, und Pflaumen in v o 1 - le r Blüte. 2luch die in Gärten gepflanzten Mirabellen, Reineklauden und Aprikofen haben wieder mel Fruchtholz angesetzt, die von den Bienen eifrig meif entsprochen, als der an dieser Straße liegende Vorgarten und die Einfriedigung am Wohnhaus vorerst nicht beseittgt werden muß. Auf Antrag des Turn- und Sportvereins Butzbach beschließt die Versammlung, den in der Landgraf-Philippstrahe l.egenden Platz „3 a h n I a 9“ zu bennen, und an der AüGeite der den Platz einzäunenden Mauer ein Relief Jahns anzubringen. — Bei der Beratung der B e s ol d u n g s r e f o r m der städtischen Beamten entfpann sich eine längere Debatte, an der sich alle Parteien beteiligten. Schließlich wurde die Neuordnung, nachdem einige Aende- ningen vvrgenommen wurden, nach ben reichsgesetzlichen Bestimmungen angenommen. Hiernach kommt der Bürgermeister in Gruppe 2a, der Stadtbaumeister in Gruppe 3. der Betriebsleiter, der Verwaltungsinspektor unb der Stadt- rechner in Gruppe 4c; der Baufelretär und der Stadtsekretär in Gruvpe 7 ufto. — Weiter wird beschlossen, daß W o h n u n g « b a u t e n , die im Jahre 1928 begonnen werden für das zur Zeit der Fertigstellung laufende uni) für die nächstfolgenden fünf Rechnungsjahre grundsteuer- frei bleiben. — IndenSchulvorstandder Volksschule wurden gewählt die Stadtverordneten^ Hehd. Linkmann und Dr. Rechtzeitig zirm 15. fflai 1928 erscheint wieder ter Laschen-Kahrvlan »es Sietzrnee Ameigsvs mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen Oberheffens und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen Post- und Privat-Kraffwagenverkehr als SMeulose Gorrdsvsabe für die seitherigen Bezieher und für Aeubestetler im nächsten Monat. Oer Tafchenfahrptan ist gut auö- gestatiet und umfaßt auf 32 Textfesten in übersichtlicher Anordnung die Haupt- und Jebenbahnlinien nebst allen Anschlußstrecken. beflogen werden. Die Bienenvölker, die gut durch den Winter gekommen waren, sind bei dem seitherigen naßkalten Wetter in ihrer Entwickelung gehemmt worden, so daß die bevorstehende Baumblüte nicht voll ausgenutzt werden kann. Infolge der letzten schlechten Honigjahre ist die Bienenzucht sehr zurückaegangen, was im Interesse der gesamten Volkswirtschaft sehr zu bedauern ist. Kreis Friedberg WSN Friedberg, 27. April. Die gestrige Stadtverordnetenversammlung be- schäfttgte sich in längerer Beratung mit der Besoldungsordnung. die schließlich nach den Vorschlägen der Verwaltung angenommen wurde. Bezüglich der Kosten der Verfassungsfeiern stellte sich die Versammlung auf den Standpunkt, daß die Kosten hierfür die Stellen zu tragen hatten, die ihre Veranstaltung ange- ordnet haben. Eine neu anzulegende Straße soll den Namen „E b e r t st r a ß e" erhalten. Das Plenum bewilligte weiter die Bürgschaften für den Bau einer Kriegersiedlung. Bad-Nauheim. 27. April. Bei den Srundarbeiten des städtischen Neubaues an der Homburger Straße wurde die bereits bekannte Siedlung aus der jüngeren Eisenzeit erneut angeschnitten. Man sand zahlreiche Scherben, aber auch ein völlig erhaltenes Tongefäh. außerdem einen Eisenring, Schmelzschlacken und zahlreiche Tierknochen. Die neuen Bodensunde vervollständigen das Bild, das die Wissenschaft des Spatens bereits von der Besiedlung unserer Gegend in {c'tiidi-germ.'mi- scher Zeit entworfen hat. Im Ufatale befand sich damals eine große vorgeschichtliche Saline. An der jetzigen Homburger Straße standen die einfachen Hütten der Salinenleutt. aus dem Goldstein (nahe dem jetzigen Bahnhof) haben sie einen her größten bis jetzt bekannten Friedhöfe der jüngeren Eisenzeit (um 500 v. Ehr. beginnend) hinterlassen. • Vad-Nauheim, 27. April. Kurt Barges, Leipzig, spielte in der Dankeskirche alte Meister: Hanfs, Buxtehude. I. G Watther und Bach (Ehoralpartita). sowie moderne Komponisten < Reger, Mehner» waren auf ?vr Spielfolge mit Fantasien unl> Fugen vertreten: besonder« interessierte Negers .Wai^t auf. ruft un« die Stimme" und Ehoralimprovifattonen von K. Bärge«. Der Besuch war sehr gut. pb. Butzbach. 26. April. In der heutigen Stabtverordnetensitzung wurden folgend Beschlüsse gefaßt: Das hinter dem Wohnhaus Christ in der Guldengasle gelegene Grundstück von 70 Quadratmeter Fläche wird zum Prelle von 3,50 Mk. pro Quadratmeter an Thrist verkauft. Ferner wurden an Konrad Sommerlad und Heinrich Werkmann in Kleeberger Straße je 55 Quadratmeter Strahengelaude zum Preise von 3 Mark pro Quadratmeter abgelegen. Weiter stimmt die Versammlung der Fluchtlinicnfestsetzung für die auszubauende Schubertftraße nach dem Plan des Hochbauamt« Friedberg zu. Ebenso wird die Bau- und Straßcnsluchtllnie in der Weidig- und Hochweiseler Straße nach dem Plan des Hochbauamts genehmigt. Dem Wi'nfche de« Fabrikanten Dreher »irt info- SchmidL. ferner Ad. Schütz Karl Schmidt und Karl Eldracher. — Die Jagd im Ho- spitalstrauch wird für die Zeit vom L S. 1928 bi« 30. 9. 1934 unter den seitherigen Bedingungen zum Preise von 40V Mark an Jakob Moser in Frankfurt a. M. verpachtet.- Der Hofpital- strauch ist etwa 30 Hektar grvh. — Der Aus- bauder städtischenAnwesenKorngasse2, 6 und 6a. nach dem vom "Bau- und Finanzausschuß dorgeschlagenen Plan und Kostenvoran- schlag in Höhe von 26 000 Mark wird genehmigt. Die Deckung soll zunächst durch Kapitalaufnahme erfolgen. Soweit Mittel aus Staatsbaudarlehen für 1928 verfügbar werden, solle« diese in erster Linie verwendet werden. — Der Antrag der Kommunisten Oppenheimer und Speer auf Aufnahme einer Anleihe in Höhe von 100 000 Mark für den städtischen Kleknwvh- nungsbau wird zunächst dem Bau- und Finanzausschuß überwiesen. WSN. Butzbach. 27. April. Da« Bankgeschäft Arnold Lappe hat den Konkurs crngemeldel. Es verlautet, daß die Einlagen verloren sind. Ebenso dürften andere Gläubiger leer ausgehen. — In der vergangenen Nacht drangen Diebe in das Kleider- geschäft Dinkel in der Wetzlarer Straße ein. Nach Eindrücken der Fensterscheibe gelangten sie In das Ladeninnere und erbeuteten hier neben einem kleineren Geldbetrag Anzüge. Mäntel und Unterwäsche. Die Täter konnten kn-her noch nicht ermittelt werden. Äreitf Büdingen. h Fauerbach b. Nidda, 27. April. Unter großer Beteiligung von hier und aus den Nachbargemeinden wurde heute hier Altbürgermeister Gustav Edelmann zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat nicht nur viele Jahre unserer Gemeinde mit Treue und Gewissenhafttg- keit vorgestanden, sondern sich auch im DereinS- wesen rerdient gemacht. Er gehörte ferner dem AufsichtSrake der Bezirkssparkasse Nidda an und war Verwalter der hiesigen PosthttsSstelle. Mit ihm ist einer der letzten Veteranen von hier von 1870'71 dahingegangen. # Berstadt, 27.April. Die hiesige Kredit., Bezugs undAbsatzgenossenlchast hiett dieser Tage im Gasthaus „Zum Löwen" ihre diesjährige ordentliche Generaloersammluna ab, die sehr gut besucht war. Rach Begrünung durch den Vorsitzenden des Aufsichtsrates Reumann । erstattete der Direktor Frank den Jahresbericht. Der Gesamtumsatz betrug m dem abge- laufen^ Geschäftsjahr über eine Million Mark, woraus ein Reingewinn von über 16OO Mark er- zielt wurde. Die Zahl der Mitgliebcr hat lich tm Berichtsjahre erhöht und beträgt nun 97. — Die mittler« Glocke unseres schönen Kirchen- geläutes ist seit einigen Tagen gefpruna«n. Die Glocke steht unter Denkmalschutz. Sie soll dem- nächst umgegossen werden. — Dieser Tage feierte Ludwig Horn feinen 90. Geburtstag. Körperlich noch verhältnismäßig rüfHg, bat er schon s«t einigen Jahren das Augenlicht roffig verloren. Kreis Schotte«. ö Laubach 27. April. In der gestrigen Sitzung de- Gemeinderat- tourbe beschlossen eine Abfchi ebsfeier zu t^ren des von Laubach scheibenden langjährigen mb dienten gräfL Kamme cd irektorö Birnbaum zu veranstalten. Kammerdirektor Birnbaum lehnte indes en diese Ehrung dankend ab. Zur Renovierung der Synagoge wurde der Israeliti chen Religionsgemeinde eine Beihilfe von 400 Mark bewilligt. Weiter wurde eine Erneuerung der Straßenbeleuchtung in Aussicht genommen. Die Ueberlandzentrale soll um Aufstellung eines Kostenvoranschlags gebeten werden. Ein B a u g e s u ch des PsarrerS Nebel bzw. seiner beiden Töchter betr. Errichtung eine« Kinderheims am Roms berg, auf tex Ostfeite des Obersees, wurde genehmigt. Vor Eintritt in die Tagesordnung war Beigeordneter Wilhelm Pitz II., der durch eine überwältigende Stimmenzahl als der Mann deS allgemeinen Vertrauens bezeichnet worden war (auch der Gemeinderat selber hatte ihn vorgeschlagen), durch Handschlag vom Bürgermeister auf sein Ehrenamt verpflichtet. Gr ist auf sechs Jahre gewählt. Die Einweihung des Ehrende n k m a I« an der ilnterpforle wurde endgültig auf den zweiten Pfingstfeiertag festgefeyt. Nach Schluß der Tagesordnung bezad. sich der Gemeinderat zum Ghrendenkmal. bdS' eingehend besichtigt wurde. An Ort und Stelle wurde» noch verfch'.edene Einzelheiten dieser Anlage In Gemeinschaft mit dem Vorstand de- Kriegerund Militärverein- ausführlich besprochen.'- I Sichelsdorf, 27. April. Von lchSn- stem Frühling-Wetter begünstigt, führte der ZweigrereinSchottende-D. H. E. seine achte heimatkundliche Wanderung hierher durch. Der erste Gang galt der tm vergangenen Jahre gründlich erneuerten alten Eichelsdörfer Kirche, die wohl gegen Ende des 12. Jahrhunderts erbaut wurde und ein interessantes Nebeneinander romanischer und gotischer Bauformen zeigt. Daurat Nodnagel gab im Verein mit Lehrer Würz die nötigen Erläuterungen. Unter Führung ton Herrn Würz wurde die Wanderung fortgesetzt. Dri den Spuren alten Eisenerzbergbau- in bet „Eisenkaute" gab Lehrer Sauet einige Erläuterungen. Die ,dicke Eiche", ein leider im Ab sterben begriffener, auf mindesten- 700 Jahre geschätzter Daumriese, gab Gelegenheit zu einer Erörterung der FvrstwirtschaftSaeschichte des Reviers Eichelsdvrs vom 17. Jahrhundert bi« heute Herr Würz zeigte an Hand der Visitation«- akten von 1629 die besondere Bedeutung der Wälder als Futterlieferanten in der damaligen Zeit: Forstmeister (Sbantte und Förster Schmitt berichteten über heutige Wirtschaftsweisen im Walde und über Versuche, an denen gerade der Eichelsdörfer Forst sehr reich war. Weiter wurden die Hügelgräber am Drunstplay und ein Lavabruch tm Friedrichs- berg besichtigt. Die 3toiefalter Straße rief Zeit der großen Nimrode Ernst Ludwig und Ludwig VIII. heraus, deren Sekbstherrlichkrit und Iagdwahnfinn unsägliche- Elend über Hessen brachten. An dem Platze der Rechelshäuser Klause, einer nur durch wenige Trümmer noch festzustellenden Kapelle, schloß die heimatkundliche Wanderung ab. Dank der guten Botbereitung durch Lehrer Würz und der von allen Seiten gegebenen Erklärungen verlief diese Wanderung äußerst anregend. Y Gedern. 27. April. DieVebetnetDank A.-G. übergibt jedem Schulanfäaaer von diesem Jahve ab ein Geschenkspatbuch mit einet Eintragung von 5 Mark. Bedingung ist nur, daß tm Lause beS Jahre« 10 Mark eingelegt werden. ES soll hierdurch der S p a r s i n n geweckt jin& bie Spartätigkeit schon von früher Jugend an gefördert werden. Aus das Konto dürfen neue Einlagen angenommen werden, es darf aber keine Abhebung vor dem erreichten 14. L^ensjahre erfolgen, es sei denn, daß entweder der Kontoinhaber stirbt oder die Gederner Bank A-G. sich auf- 16ft. Die Aushändigung der Sparbücher erfolgt nur an den Vater oder den Vormund, und zwar durch die Gederner Bank. KreiS Alsfeld. U Au« dem oberen Ohm tal, 27. Ahrv. Die braunen Gesellen sind wieder da. Nachdem man hier längere Zeit von dem braunen Besuch nichts mehr sah, machten heute bret Vätentreiber die Dörfer deS oberen Ohm- talS unsicher. Die armen Tiere machten einen erbarmungswürdigen Eindruck. Total verwahrlost und mit eingefallenen Flanken, offensichtlich mußten die armen Tänzer Hunger leiden, führten sie ihre drehenden Bewegungen vor Dabei wurden fie in roher Weise an Ketten aus die Hinterbeine gerissen. Für die Tierschutzvereine ergäbe sich hier ein lohnende« Arbeitsgebiet. Sie müßten e« fertig bringen, daß den Bärenführern das Handwerk gelegt würde, denn da« Treiben dieser Burschen ist nur Tierquälerei. KreiS Lauterbach. Lauterbach, 27. April. Ein aroßerBieh- markt mit Zuchtviehversteigerung wurde durch die Landwirtschaf stammet in unserer Kreisstadt abgehalten. Die Hochzuchten der hessischen Fleckoiehrasse aus den Gemeinden Angersbach, Maar, Leihgestern, Allmenrod, Wallen- rod, Nieder-Gemünden usw. hatten Ihr bestes Zuchtmaterial zum Berkaus erboten, so daß bei brr Zuchlviehoerfteioerung nahezu 80 erslklafsig« Jung- bullen aufactrieben waren. Den höchsten Preis mit 1020 Mark errang der Züchter Hcint. Wllhettn List mann (Allmenrod». Käufer war die Gemeinde Altenburg bei Alsfeld. Die übrigen Kaufabschlüsse waren folgende: Züchter Otto Stumpf (Amsheim) für 1010 Mk. an Gemeinde Schwaben rod: Züwrer fjeinr. Schmidt XTX (Angersbachl 900 Mar fan Gemeind« Lich; Züchter Nikol aus Keller (Angersboch) für 870 Mk. an Gemeinde Eichenrod: Züchter Konr. Kircher (Angersbach) für 860 Mark an Gemeinde Weninas: Züchter Bürgermeister Simon (Zell) für 850 Mk. an Weid« der Londwirtlchaftskammer in Zell: Züchter W. Faber (Leihgestern) für 850 Mark an mein« Trais-Mün,)enberg: Züchter K. L u tz Ww. (Kirtorf) für 850 Mark an Landwirtschaftskammer- Station zu Engelrod: Züchter Job. Stock V. (Angersbach) für 800 Mark an Gemeinde Maul« buch: Züchter Heinr. Schwarz (Angersbach) für 775 Mark an Gemeinde Toten do rf (Ziegenhain): Züchter Jakob Dahl (Angersbach) für 750 Bart an Weide der Landwirtschaftskammer Dariyof btt Grünberg: Züchter fieinr. Och, (Willofs) für 740 Mark an Gemeind« Vaitshain; Züchter Heinrich R e n k e r X. (Angersbach) für 730 Mark an Gemeinde Allendorf (Lumda-: Züchter K. Gebauer (Beuters) für 730 Mark an Gemeinde Hungen: Züchter Otto Deitz (Heuchelheim) für 700 Mark an Gemeind« Ulfa; Züchter Ad. Schäfer (Stangenrod) für 700 Mark an Gemeinde Beuern: Züchter Heinr. Lenz 117. (Atzenhain) für 680 Mark an haben flut angesetzt. b |t a r t c n 5»v* Wen 3ün & Go., Glktzen M*rnsDre<-her 1659 *r. n Beschluß! I|M 3426a Ävfetwein l) I.S.U.-Motorräder (LS.) Limburg (Lahn), den 25. April 1923. wlhtt nur das anerkannt vorteil hafte und hygienisch einwandfreie GefiLhrt. den millionenfach verbreiteten Abschrift 2 Q 28 26. in Flalchen unb Gebinden liefert inguter Qualität itige Itfanet rod) ß dir hkimLMchr guten M>cwÜum »er ton dien teilen ef diese Dandam, Landgericht, II. Zivilkammer, gez. Dr. Friedlaender, Graef, Schramm. Lar- ilbr.' 19 30 Ans. Der Sprechstunden her Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nadrriltaga Samstag nachmittag geschlossen Jflr vnoerfongl eingesandte Manuskripte ohne btigrfügfr* Rücfporto wirb keine stc-währ übernommen. tlnielgenfiutltägc sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Künstliche Auf*en F. Ad. Hiller Hähne, Wleßbadvn Vb 1. flul Filiale Frunkte- t ’l. WeaarstraBe 41, Et ne Tanaatsh aßt. Anfertigung nach Natur undn«t <-r. Sprechstunden von 10 bis 4 ' > > Sonn- und Feiertage au*gen< 'men. Mk MO.— Mk. 1235.- ibrigei _ . _ — ims namentlich wieder von den Birnbäumen bench- »l werden kann. Der Soatcnftanb in unserer Hochelheim, 27. April. Die zahlreichen räume in unserer Gemarkung stehen äugen- hin voller Blüte unb versprechen, |P»l6 Fröste etatreten. eine gute Ernte. Auch die Aus dem Amtsverkündigungsblatt. • Das AmtSvcrkündigungSblatt 1 r. 3 0 vom 27. April enthält: Duplikat-Arbeitsbücher: Turnunterricht, Iahresbcrichte der «•xhultm: l. Mai in den Schulen: Dienstnachrichten. dillac Ans 19.30 Ubr. Snde nach 22 Samstag, 5 2a Traviata (Uioletta), Ans Uhr. Gnde 22 Uhr Sonnta«. 6.: Gardilla. 19.30 Uhr. Ende nach 22 Uhr. Montag. 7 Ausgefertigt: gez. Braun. Angestellter als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle. i 6 P. S_ Pony I 12 V. 8, Einzylioder JS* • Telephon 149. battsa ia alias StArksa arani» iie'arhar - treuer und Dielen aller starten. • «chwednche und bäuerische Hobel- .« breiter, koalier tat teu. Ifidtcn- u 2 Buchen-Lchntttmarcn liefern in ,B allen Etärkeu l^D BERTHOLD KÜHNE, Seltersweg 26 3Q63D S. 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Aus bti Einlagen mgemm- aber keine D- 11 Lebensjahre er- xber der Kontoinhaber • «D. 9oa» • C|t. iwt ' ®«nn l5yi- auf ltdx US 'S de- ’rlt butbli tr‘' lfl8 -n- w’ÄlJ wäS . ^Qnbernn Swt Sbaus „ ZOO 3«htf degenhejt zu ein* Schichte dv-AÜ «Wert bi- u ■« Meubnij k« i tn der bcnaltg« tre tmb Mligr MtzMt-. ^.ucht. an btom M-It kpr reich vv igelgrSber M ruch Im Friedrich' ter Straße ritt > Ernst Ludvv «•' selbst herrlich-.' jib •len» übe-ess« älrret. erbach. ME öerneto* 'S tatest chier Dü« gZJgt Grmeindk >t ?: Ä ®'"S v«L Joy-, * fljlorf* mtr 70 Ä'Sü in J5 [fir 7°°,g*ör Ende 22.3? Uhr Donnerstag 3.: Lannhauser. -Ans. 19 Uhr Ende 22.30 Uhr. Freitag. 4 Unrecht verlorenen UmerhallSprozest. Tntzwei» ung mit Der Ämbe*eurtcr ul». allerbmgs alle« Sinar, die den Unterhaltspslichtiaen in keiner Ibnle zu entlasten und an der Verwerfiichkeit der Handlungsweise nichts zu ändern vermögen. Der ö’.pfel der Verweril 3)'e t ist es aber, wenn sich Titern ehelicher Kinder, obwohl he in der Lage sind, für diese zu sorgen, ständig bcc Unterhaltspslicht entziehen und öfsentliche Ailfe in Anspruch genommen werden must. Heute handelte es sich um einen 'olchen galt Ein im grosten unb ganzen arbeitsfähiger Witwer ging durch die Welt, ohne sich um da« 'Dafem feiner brr unterhalt «bedürftigen jtmber zu kümmern, die Sorge um dieselben der Stadt überlaßend. So kam t«. dast da« DohI'ahrtSarnt 'm den letzten drei di« vier Jahren etwa 4COO Vv zur Unterhaltung der Kinder aufbringen mufv.e. Dieser Summe stehen 10 Ml gegenüber, die der Vater bis jetzt gezahlt hat Der Angeklagte ertlärte u. a., er hab' auch anderen Zahlungsverpflichtungen nachzukommcn. Dies mag seln. DaS Gericht ist aber der Anlicht, dast alle anderen Verpflichtungen der Ekkern, auch solche gegen sie selbst, unbedingt der hier fraglichen Vcrpflichiung nachgehen, und die Eltern un'.erhaltSbedürstiger Kinder weitgehertde Opfer für diese bringen müssen ’rt es auch auf Kosten ihre« eigenen Wohl- ergehens unb ihrer eigenen Dedürsnisse Dao Geriet belegte den gewissenlosen Vater mit einer - afkstrafe von vier Wochen, mit einer längeren um deswillen nicht, weil damit den Kindern doch nicht geholfen wirb, zumal der Angeklagte nach Verkündigung deS Urteils erklärte, er werde leinen Verpflichtungen von jeht an nach Kräften nachkommen. Ts bleibt der Zukunft über« lassen, ob er dies wirklich tun wirb oder ob er die ffrllärung nur abgelegt hat, um zunächst auf freiem Fuh zu bleiben. Eine erneute Bestrafung ist zulässig. * Diesten, 24. April, jur den Transport frischen Fleisches von auswärts nach Diesten gelten aus hygienischen Gründen, namentlich was die Verpackung anlangt, strenge Vorschriften. 3n dem heutigen Fall war das Fleisch zwar in ein taubere« Tuch eingewickelt, die Verpackung aber unzureichend, denn daS Fleisch berührte an einer Stelle unmittelbar da« Holz des TranS- poriwagenS, dessen Veinlichkeit auch etwas zu wünschen übrig liest. Strafe für den Transporteur 15 Mark Geldstrafe. — Ein politischer Verein hat im September v. 3. eine Versammlung dahier abgehalten. 3n der Vacht zuvor waren mehrere umfangreiche Plakate als Ankündi- siung dieser Versammlung und als Einladung zu ihr an Häusern u. bgL angeschlagen, von der Polizei aber wieder entfernt worden Täter waren nicht zu ermitteln: doch wurde der angebliche OrtSaruppenleiter von der Polizei für ver- antworrlich erklärt er erh.elt auch einen gerichtlichen Strafbefehl, aegen Den er Einspruch erhob mit der Begründung, er habe mit der Sache gar nichts zu tun. auch fei er kein Orlsgruppen- leiter. Der Ausgang schien zweifelhaft, da trat derjenige, der damals die Plakate angeschlagen. alS ßeuge auf. Seine Straftat war verjährt. Er behauptete, gleichsam als Beauftragter des heutigen Angeklagten gehandelt zu haben. Letzterer oestritt dies nach wie vor, und erklärte den Zeugen für unglaubwürdig unb seine Aussage für einen Racheakt, da dieser wegen Unten- 3igcuncrbaron. Ans 19.30 Uhr. Ende nach 2'2.30 Ubr Schauspielhaus Sonntag. 29. April Szenenoufführung der Schauspielschule. Anfang 11 Uhr Ende 13 Ubr: Tcibharbt von Gnei'enau. Ans. 19 30 Uhr. Ende 22.45 Uhr Montag. 30 Man kann nie wissen, Ans. 20 Uhr Ende 22.30 Uhr. Dienstag 1. Mai: Sin Volksfeind. Anfang 20 Uhr Ende 22 Uhr. Mittwoch. 2. Ma t kann nie wissen. Ans. 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr Don- nerStag. 3. Veidhardi von DneUcnau. Anfang 20 ilbr Ende 22.45 Uhr Freitag. 4.: Lilivm. Ans. 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr. SamStag 5. Othello. Ans 20 Uhr, Snde aegen 23 Ubr. Sonntag. 6.: OtheNo. Anf. 19.30 Uhr. Snde gegen 22 30 Uhr. Montag 7.: Veiddarbt von Dneifenau. Anf. 20 Uhr. Snde 22.45 Uhr dkmarfung ist, abgesehen von geringen Auswinte- mngsschäden des Wintergetreides, als gut zu be- ffichnen. Insbesondere weisen die jungen Sommer- faaten einen einheitlichen Stand auf. Auch die .sleesaaten haben sich gut herausgetan. Oie Gieuei-einzielmng ^urch Postnachnahme in Hessen. WHP. Auf Ersuchen des Zentrum», die Kegie rung möge bei der Keichsregterung dahln nodteilig werden, daß die vom Keichsfinanzminifterium auf dem Verordnung-wege versuch»weise finge- führte Erhebung von Keichs ft euerrüekftän den durch Poftnachnahmc wieder aufgehoben werde nutz es bei dem seitherigen Verfahren her Dtabnung durch eityefr ynuftrüenbe Mohn zettel unb fpater eventuell dnfeflenbe Beitreibung bleibe, gab der hefsifche Finanzminister folgende Üntrnon „Das verfahren, ctcucrrüzfftänbe bis zu 1000 Mark durch Ve^tnachnahme einzuziehen, ist von dem Aerrn Keichsstnanzminister eingeführt worden, um der von allen Seiten erhobenen Forderung nach mäalichster Vereinfachung dec (9 c ■ Ichäftsvetriebes bei den Finanzämtern zu entsprechen '.leben diesen Erleichterungen bietet es namentlich bei kleineren Betrügen wesentliche 93 Otte 11 e für den Steuerpflichtigen selbst Der Steuerpflichtige must im Falle der Einzelmai, nuna die Zahlung bet der Kinanzkaise oder Post selbst bewirken, wahrend er bei Vorlage der Poch nähme ohne weitere Mühe umnittefoar an den Postbeamten zahlen kann. Die Post gewährt fc, n Zahlungspflichtigen auf verlangen eine siebentägige EinlSfungsirist und lästt nach Kbfauf dieser nrist die Nachnahme nochmals vorfegen. Die nicht ringt lösten Nachnahmen gehen erst bann an das Finanz- amt zwecks Einleitung her Zwangsoollftreckung zu- rück. An Stelle der einmaligen Mahnung durch die pinanzkaffe tritt also eine zweimalige Mahnung durch di.- Post, die als ein Vorteil für den Steuerpflichtigen anjufchen fein dürfte. Das Pnftnachnahmeverfabren Hat sich nach Ansicht der Neichsfinanzverwastung durchaus b c währt, und zwar auch in Reffen. Seine Vorzüge sind von den Streifen der Industrie und des Handels, von der Pr-sie uiw. wiederholt gewürdiat und als ein Fortschritt bezeichnet worben. Mit einer Aufhebung des Verfahrens kann m E n i cht gerechnet werden. Dagegen ist anzunehmen, dast die Frage der Herabsetzung des Betragt«, h-s tu dem im CFinv!fane Sfeuerrfitf- stände durch Postnachnahme eingezagcn werden sollen, geprüft werden wird. Für diese Entscheidung dürften die von den Sperren Präsidenten der Lan desiinanzamter zu diesem Zweck eingeforderten Be- richte und die sonstigen Anreaungen werknollec. Material bieten. deirwmb# Höingen. Hüchter Kork Decker II. fRkber-®reibenbad)) für 650 Mark an Stadt Bü- bngen; Züchter Zoh. Ä e hm IV. (Wenings) für 660 Mart an Gemeinde iRittelgrünbau; Züchter M>. (Euler (Reuters, für 6A0 Mark in Deide 3tr ^andwirijchajiskanuner zu Lauterbach. Züchter 3g. Schmidt IV. (Leihgestern) für 6V* Mark an Gemeinde Freiensteinau: Züchter Vxinr. Döring (Mngerßbad), für 65<1 Mark an Weide der ßanbroirt- fsaftstammer zu Wemings: Züchter 3oh. Roll (Maar) für 630 Mt. an Gemeinde Unter-«chwarz: Züchter Gg. f)est Xkl. (Leihgestern) für 590 Mark Gemeinde Schwarz: Züchter Zoh. Gg. Schott (JUjfelb) für 580 Mk. an Gemeinde Rudlos: Züchte 3oh. Decker I. (Ulnar) für 520 Mark an Gemeinde Altenschlirf: Züchter fl. Pabst II. (Rieder- chemiinden» für 520 Mark an Gemeinde UeUer»* taufen. chEngelrod,27 April. Gestern morgen konnte turch Lehrer Löffler, hier, im Schulgarten ein eit en er Gast biobudjta werden. Es ist dies die tordische Ringamiel (Tordus torquatus), die Hn und wieder, wenn sie In ihre nordiiche fyelmat rnd) Skandinavien zieht, im März und April, oder wnn sie nach Süden geht, Im September bei uns ,u sehen ist Der Vogel ist etwas schlanker als unsere llmfel. Das Gefieder ist schwarzbraun, der Schnabel chenfall» gelb Auf der Brust hat er einen weißen iterf, der sich halbmondförmig um den Hals legt. Sein ganzes scheues Wesen läßt sofort den Fremd- den Reisenden, erkennen. Preußen. firciS Wetzlar. 3 Wetzlar, 27. April Auf dem gestrigen Schweinemarkt waren etwa 500 Ferkel und Käufer auf getrieben. Der Handel ging etwas chleppend, die Preise bewegten sich in der bisherigen Höhe Ss wurden bezahlt- für 6 Dvchen alte Ferkel 16-18 Mark für 7- 8 Machen alte 19—24 Mark, für 9—12 Wochen alt» B—38 Mark Ueberstand war fast nicht xu verzeichnen rGroß Rechtenbach, 27. April. Die Bautätigkeit, die in der hiesigen Gemeinde auch n der Aachkriegszeit nicht ganx geruht hat. .rsährt in diesem Jahre eine außerordentliche Belebung. SS werden 4 neue Wohn- Käufer gebaut. Außerdem baut der eine der uier Bauherren eine größere Schreinerwerkflatt. seld. ohrafal. n rui» Nieder bn 'M von bew btaume imKiten >* ** n de» oberen Ohm- 'iere machten eu« a Total verwahr' ftanten. ohenhW mrgn leiden, sahst«« i all die HmtechU In Sadien der Firma M. Hensoldt & Söhne, Optische Werbe, Wetzlar Antragstellerin - Prozeßbevollmächtigter: Rechtsanwalt Dr. Schauen in Wetzlar - gegen die Firma E. Leitz, Optische Werke in Wetzlar, Antragsgegnerin wird ,rn Wege der einstweiligen Verfügung gemäß w 25 U.W.G., 940. 91 C.P.O angeordnet: 1. Der Antragsgegnerin wird verboten, bei Meldung einer vom Gericht festzusetzenden Geld- oder Haftstrafe für jeden Fall der Zuwiderhandlung den Beschluß des Landgerichts in Limburg vom 27. III 28. — Aktz. 2 Q 18/28 - zu veröffentlichen. 2 Der Antragstellerin wird die Befugnis gewährt den ergehenden Beschluh in denjenigen Zeitungen und Zeitschriften, in denen der Beschluh vom 27. III 28 - Aktz. 2 Q 18 28 - veröffentlicht ist. zu veröffentlichen. 3. Die Antragsgegnerin hat die Kosten des Rechtsstreites zu tragen Weiß-Stück EU & Ä© von bester Großes Lager in Ersatz* u. Zubehörteilen. Srennaborr/Kinoei und «lappwaaen Die neuesten Modell« reichham> und sehr preiswert auf Lagei Nur neue 1928er Modelle Aua. Kilbinaer Tlaäu 8MO M BadMaMM» Teichhaus - Refiauvant Verlobte 4344 D £id), im April 1928 (13286 Statt Karten! z. 3- Ochsenhausen (IBürtt) Erbach i. O. 4370A Gießen, den 28. April 1928. 03323 3333 O4383D Cafe Amend 4387D Die Sexualnot Samstag und Sonntag ab 4 Uhr KONZERT 03272 4408D Tagesordnung: 4341D 4400D 4410D Diese drei Qualitätsmarken, unsere niedrigst kalkulierten Verkaufspreise und unser bequemes Teilzahlungssystem sind konkurrenzlose Vorzüge Göricke-Fahrräder N. S. 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Linker & Sohn Reparaturwerkstätte. Ludwigstraße 16 3bre am 30. April stattfindende Vermahlung beehren sich anzuzeigen Bei Nieren-, and Frauenleiden, Eiweiß, Zu 1927: W300 Ba Das Nor mod Die Brai die: Der Str der« Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesene Aufmerksamkeiten danken herzlichst Otto Kreiling und Frau Emma geb. Dolfmann Heuchelheim, den 27. April 1928 „Zum Treppchen- MH Elektrometall- toutObruDti, Elektro- Schalldose und Doppelleder- «chneckenwerk nur Mark 55^—. Rücktrittsgesuch des Direktors Ersteh. Wadi des Direktors und evtl, dessen Stellvertreters. Entscheidung über eingegangeue Anträge. vietnt ung u. Beschluhlastung des neuen StatutenentwursS. BerschtedeneS. Für dle uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit in so überaus zahlreicher Weise erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst Zakob Schreiner und Frau Gi-ßen (Dammstraße 30), den 28. April 1928 03295 Für die anläßlich unserer Silberhochzeit erwiesene Aufmerksamkeit danken herzlichst Georg Klos und Frau Gießen, im April 1928. Telephon 1423 Amt Gießen Beliebter unter vcriönl. Vettung von Herrn Musik- direkt. Julias Schräder, Köln, Sologetger I.Hggo NUS dem (Safe Lauer. Köln, statt. Mittagessen — Abendessen — Reiche Tageskarte — Eigene Konditorei des Landesverbandes Hessen der D.L.It.G. stnd. am 29.Aprit 1928 statt. 11.30 Uhr: Oestent licke Tagung, dabet Lor- trag: „Tas Schulschwimmen in Hessen". Ort: Hotel Schütz. 15 Nbr Prokt.Borsübrungen im RettungS- schwimmen. Ort: Lolksbad. Wir laden unsere Mitglieder und alle die- ienigen ein, die Interesse an unseren Bestrebungen haben und die unö in unserer Aroetl unterstützen wollen. Landesverband Hessen der D.L.R.G. Bezirk Oberbessen. 4274D Oberhessische Viehversicherungs-Anstalt / Gießen. Sonntag, den 13. Mai 1928, 11 Ubr >2 Uhr nachm.L sinket in Friedberg tm „Ratskeller", Mniferttrahe eine außerordentl. Mitgliederversammlung Für die uns anläßlich der Konfirmation unseres Sohnes erwiesene Aufmerksamkeit danken herzlichst Robert Nohl und Frau Gießen, April 1928 ®,ne> fassens Sli
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Engelhardt, Annerod ältestes Gasthaus am Vlahe empfiehlt 4340v prima Speisen und Getränke Äausmacher Wurst eigner Schlachtung und Apfelwein eigner Kelterei stets vorrätig in bekannter Güte Mäßige Preise Auftnerksame Bedienung Schöner Saal und Gartenrestaurant, für Vereine und Korporationen besonders geeignet. Rach Annerod führen herrliche Waldwege von Gießen - außerdem gute Autoverbinbung. Stadttivche. Sonntagabend SLlhr: Vortrag von Prof. D. Witte-Äerlin: „Meine (Erlebnisse aus meiner neuesten Steife nach China und 3apan." — Sologesang und Musik. Gartengeräte wie Tische Stühle, Bänke zu mäßigen Preisen. Friedr. Heyd HSohn CAFE ASTORIA Heute Tanzabend Montag, 30. April, auf I-Mai abend* t Maifeier - Tanz ro PalasMichtspiele am Lindenplatz Samstag, 28. April, abends 880 Uhr Sonntag, 29. April, abends 6 w Uhr und 88D Uhr LICHTSPIELHAUS Bahnhofstraße Der Instrumental-Virtuose EJahoda erntete gestern abend stürmische Ovationen und tosenden Beifall, außerdem das große Filmprogramm Das Frauenhaus von Rio (Stehen, den 26. April 1928. Der Direktor: Sviest. Oek.-Rat. Saison-Getränk: Maibowle Wem holder Maitranl nie gelacht Äon SchiffenbergS Man, Ser kennt nicht Seiner Gegend Pracht, Mein Gießen an der Lahn. Staubfreier Waldsusimeg 'Alter Schiffen- beiger Weg». Der Autoomntbus geht ab VubroinSplnu (Weinstube Seibel, um 3, 4 und 6.15 Ubv. von Schiffenberg 3.30, 6 und 7.30 Ubr. Lewndere Zahrien durch icle- vhonischen Anruf erbeten. [4292U Holland i chen Lecoädera erhoben. Scheveningen ft; et dl. meiste Unterhaltung und w.rd >'.ch in bieten Jahre arch J.ianü tur.j von Sollste. konzerien. Tanta ende.» Rlvdtlchauen ganz besonders h?roortun Oer Strand e.bäll nid); weniger als 1233 dnllleibur.qjfabintn, und die Brwooner der geninnt-n Hotels haa.m hier Eintrittsermävigung Für die Unterhaltung sorgen weiterhin ver chiedene Dars. Kabaretts. Fünf-Uhr-Tees. der Zirkus und der in- Meer hinauSgebaute Pier. ihn fein Weg an den herrlichen Dodenfee. kleine Dodenfeeftädtchen hat den Ruhm. Hauptniederlage in Gießen: Jean Weisel Sonnenstraße 6 / Telephon 88 Badeschriften durch die Kurverwaltung gelegenheit ölotle von furcht daS «udwzg Bei Nieren-, Blasen- und Frauenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker 1927: 19300 Badegäste befördert Dil.ionen von Menschen von einem Sc- stade zum anderen. Beginnt die Rundfahrt in der uralten, malerisch gelegenen Jnfelf.adt Lindau, so nimmt der Dampfer feinen Kars im grasten Rogen um die türm» und zinnengelrönte mittelalterliche Stadt nach dem idyllisch gelegenen Rad Schachen, von wo man einen prächtigen Anblick der Stadtsilhouette mit den fernen Tiroler Bergen erhält. Dörfer breiten sich wohlig unter schattigen Obftbäumen auS. an unzähligen Dillen und 6hweizer Landhäusern gleitet der Dampfer vorüber. Das reizende Wasserburg und Schloß Montfort versinken in der Kiellinie, im (Segen Gicht, Stein- und Stoffwechselleiden! / Ermäßigte pauschaleren (mindestens) 3 Wochen: Pauschalpreis M. 189,- 3m Kurhaus: Dochenpauschalpreis Mk. 80,50; im Badehos: Wochenpauschale Mk. 105,-. Auskunst auch über Hauskuren durch die Badeverwaltung. Oftseebad Heiligenhafen Pension Teestrrn. direkt am Wasser. Gute Verpflegung. Das Nordseebad Westerland modern, verjüngend, preiswert Die Brandung bei Westerland die stärkste der Nordsee-Bäder Der Strand bei Westerland der schönste der Nordsee-Bäder Die Landschaft Westerlands grosslinig. herb, msnnigfdt Die Reise nach Westerland Schnellzug. Schiff, Flugzeug Die schönste Sommerfreude: Baden am Strand, Graben im Sand Van H'alerland/ trotten vermindert. Die Trinkgelder sind in den -rohen Da de Hotels abaeschafst; dasür werden bte Rechnungen mit 6 Prozent erhöht. (3n den Lafö- und Restaurants herrscht der Trinkgeld- itixmg). Die Beköstigung Ist in den Hotel- unb Penston en gemeinhin reichlich Die Hauptmahlzeit Dirb in Holland bekanntlich gegen 6 Uchr ein- frommen. Der Lunch wird zwischen 12 und 1 Uhr serviert. Er besteht in den gröberen Hotels aus einem vollständigen Gabelfrühstück, also au- Gutbürgerliche Küche, gepflegte . Weine u. Biere, eigene Konditorei Fernruf: Schotten Nr. 10 Besitzer: Paul Lehmann äSe&**** auf anderen Gebieten vorangeschritten zu so wurde hier im Jahre 1824 das erste Dampfschiff in Deutschland zu Wasser gelassen, und ’ *■ 2 ""d Diöfi| Ufr: he , nfl rnne- ewr veksamM Ml) Vordergrund wächst Friedrichshafen empor. die Geburtsstätte der deutschen Luftschifffahrt. Don hier and machte daS Lebenswert des Grasen Zeppelin seinen leuchtenden Siegeszug durch die Welt. Friedrichshafen ist ein Stückchen Geschichte geworden, und jeder Fremde diese Stadt in fein Programm einfchliehen, tvon^.Romb„. r-Ärsr ’;m«r(All).Frenklurt.M lelnr,ch Meyir.Wlued RM-1.50,8. P|8b RM1. Iler, Neuen Wefl; Obv. 6® ft bequem zu erreichen. Ein Ort wie Roord- oijf aan 3ee liegt von Amsterdam eine gute. •oh Haag eine knappe Stunde entfernt. Die ylatze nördlich von Roordwijk, also Zandvoort. Dijk can Zee, Bergen aan Zee. Egmont aan ■iet. die 3nseln Schiermonnigoog. Terschelling nreicht man am vorteilhaftesten von Amster- aus. Roordwijk und Katwijk aan Zee sind । dem Haag durch eine prächtig funktionierende «lettrische Dahn verbunden; Fahrtdauc-r eine Cihinbe, Preis 75 Cts. Scheveningen liegt 15 Krnuten vom Haag entfernt und bildet mit dieser Siedt eine einzige Gemeinde. Die Plätze Hoeck :im Holland. Domburg. Dlissingen (die beiden Agieren aus der unendlich ruhigen, durch ihre lvnservative Bauernschaft interessanten Insel Dalcheren gelegen) erreicht man mit der Gisen- ^hn über Rotterdam. An allen angeführten tzlstzen hat man die Wahl eines Aufenthalts h Hotels, Privatpensionen oder möblierten Zim- nem. Diese werden einem kosten- und parteilos Seforgt durch die örtlichen Sekretariate des Frem- l-kNverkehr.'vereins. Man unterscheidet zwischen ki Hauptsaison (15. Juli bis 1. September) mb der Nachsaison (1. September bis Anfang Oktober) und den entfprechenden Aufenthalts- Weisen. In Roordwijk aan Zee kostet es in dem asten Hotel am Platze, dem auf der Dünen- hippe gelcacncn Huis ter Duin die volle Pen- ümi im Hauptgebäude Fl. 10, in einer der bcpendancen Fl. 8; in der Rachsaison sind die preise Fl. 8 und 7. Wer ein Appartement, bestehend aus Schlafzimmer, Salon und Badezimmer wünscht, zahlt in der Hochsaison Fl. 15, tn der Rachsaison Fl. 10. Die Pensionspreise Der Bodensee Don Ettiö E. $ranf1. ng u.«e 11, y "ffi in <"»Ä ODr' Zwei Bahnstunden von Frankfurt am Main OberheSen ■ M Eine Stund« Bahnfahrt von Gleflen KohiensBu'eheltige Solquellen, Lithium-, Stahl-, Schwefelque1 en; Inhalaten .m, Höhensonne, onneroad. AltbewBhrl Dei Herzleiden, ÄHe-icnverkelkung, Ischls, Nervenleiden, rachlt.s und anderen n!nderkrankhei:en. Angenehmer, ruhiger u. preiswerter Kuraufenthai , über 30 argen großer nurpark. 347lB Werbeschriften durch Hessische Badedirektion. ‘staatlich. Murnaue, un B«u ga-ten. :ei idda » j HatM. Charlotte, 5eorg chjitz ei nda 03 Hospiz 34880 Bad-Nauheim Benekestr. 6—8 Telephon 2096 Behagliches Helm für Kurgäste. Dauermieter. Passanten u. Wochenende. 76 ZJ Sö B Beste Kurlaire. neuzeitL eingericb . tet, vorzüsL VerpfleaunR Preis 8—12 M. I Bad-Nauheim Hotel-Restaurant Gaudes Out bürgerliches Haus Gartenwirtschaft M”D Tonriaten bestens empfohlen Aus -er Provinzialhauptstadt. Gieben, den 26. April 1928. Oie Volkshochschule im Arbeitsjahr 1927/28. Die Gießener Volkshochschule führte im abgelaufcnen Aroeitsjahr 2 4 Kurse durch, die von 393 'gegen 305 im Jahr 1926, 457 im Fahr 1925) Personen besucht wurden. Die Zahl der Äursobenbe betrug 305, unter Berücksichtigung eines durchschnittlichen Rückgangs in den einzelnen Kursen von 25 Prozent ergibt sich eine Zahl non 46 4 0 Einzelbesuchen. Manner und Frauen beteiligten sich in ungefähr gleicher Zahl (19,8 bzw. 50,2 Prozent). Für das abgelausene Wintersemester wurde eine Berufs- und Bor- bildungsstatistik aufgestellt, die folgende Verhältniszahlen ergibt: 'Aus Arbeiterkreisen stammten 28,8 Proz. Der Hörer (gegen 8,7 im Win- tersemester 1926'27); Angestellte und Beamte waren 44,2 Proz. (1926 27: 53,2), freie Berufe, Berufslose, Hausfrauen 27 Proz. (1926 27: 38,1). Rur Volksschulbildung hatten 53,9 Proz. (1926,27:38,7) der Hörer Die Beurteilung dieser Daten dürfte er geben, daß außer einer Zunahme der absoluten Yörerzahl auch eine günstigere Zusammensetzung der Hörerschaft eingetreten ist. Besonders auffallend ist die relativ starke Beteiligung der Arbeiter, die im Wintersemester hauptsächlich den von W. Brückner, Lehrer an der Dr.'Arthur-Pfungst.Stiftung zu Frankfurt, geleiteten Kurs über „Die wirtschaftliche Zukunft der Kulturvölker" besuchten Mit diesem Thema und dem aus die Arbeiterschaft eingestellten Kursleiter scheint es auch gelungen zu sein, die Dolkswirtschaflslehre an der Volkshochschule heimisch zu machen. Zugleich kommt in der gewählten Formulierung („Sie roirt- schastliche Zukunft") wie auch in der anderer Kurse („Seelische Hemmungen und ihre Heilung", nicht: „Fndividuolpsnchologie", „Fragen des Gemein schastslebens", nicht: „Literaturgeschichte" usw.), die im Lause des Jahres noch deutlicher als früher sich ausprägende Abkehr vom populärwissenschaftlichen Volksbildungsbetrieb veralteten Stils zum Ausdruck. Dem entsprach auch die Einrichtung einer individualpsychologischen Erziehungsberatungsstolle (Dr. Johannes Reumann), ebenso die dank der ver ständnisvollen Unterstützung durch das Jugendamt crsolgr-r.'chen Bemühungen um eine mit kultureller Jngendvslege zusammenfallende intensive praktische Kunstpflkge; dieses Gebiet umfaßt zunächst in erster Linie das Laienspiel, ferner Chorsingen und Gymnastik. Die Inangriffnahme weiterer Gebiete der angewandten Kunst ist geplant, aber zum Teil eine Frage der Geldmittel. Daneben fanden innerhalb des Lehrer- und Hörerkreises eine lange Reihe von Zusammenkünften oersch ebener Art statt, die unmittelbarem gc (tigern Austausch dienten: im Wintersemester des Arbeitsjahres mußte freilich zum an sich berechtigten Bedauern zahlreicher Hörer dieser Teil der Arbeit infosge der Vordringlichkeit organisatorischer und wirtschaftlicher Fragen etwas zurück-- treten. All dies kann nur würdigen, wer zu der Einsicht gekommen ist, daß die Volkshochschule Volksleben zu gestalten und nur im Sinn dieser wesentlichen Ausgabe Wissen zu verbreiten hat. Von Rebengebieten der Dolkshochschukgrbeit ist an die vielen öffentlichen Veranstaltun- g e n zu erinnern, hie in ihrer Mehrzahl ins Win- tersemester fallen. Es seien nur die , Einsührungs- vorträge zum Schauspielplan des Stadttbeaters" und die drei Dalkskonzerte genannt. Letzte Reue- rung dürfte eine von vielen emnfunhene Lücke im griff gen Leben der Stadt ausgefüllt haben. Die ordentliche Mitgliederversammlung des Ver- eins Volkshochschule fand am 10 April statt. Rach dem Geschäfts- und Kassenbericht wurde die Vor- standswahl vorgenommen, die gegenüber der Zusammensetzung des die Versammlung einberuf^nben Vorstandes feine wesentlichen Aenderungen ergab. Das Sommerhaibiohr beginnt mit einer (Eröffnungefeier am 4. Mai. D>e neuen Kurse werden in einem Programmheft und du^ch Kri- tungsanzeigen befanntgegeben. W. H. Sitten für Lonntaq, 20. April Sonnenaufgang 4.37 Uhr, Sonnenuntergang 19.19 Uhr. — Mondaufgang 13.20 Uhr, Monduntergang > 3.22 Uhr. 1769: der Feldherr Arthur Wellesley, Herzog von Wellington, in Dublin geboren (gestorben 1852); — 1806: der Dichter Ernst Freiherr von Feuchtersleben in Wien geboren (gestorben 1849); — 1844: der Großadmiral von Köster in Schwerin geboren; — 1878: der katholische Theologe und Dichter Peter Dörfler zu Unter-Germaringen in Schwaben geboren. Daten für Montaq, 30. April Sonnenaufgang 4.35 Uhr, Sonnenuntergang 19.20 Uhr. — Mondaufgang 14.32 Uhr, Monduntergang 3.39 Uhr. 1803: Generalfeldmarschall Albrecht Gras Roon in Pleußhagen geboren (gestorben 1879); — 1835: der Maler Franz Defregger In Sternad) geboren (gestorben 1921); — 1870: der Komponist Franz Lehar zu Stomorn in Ungarn geboren; — 1883: der Maler Eduard Manet in Paris gestorben (geboren 1832); — 1895: der Dichter Gustav Freytag in Wiesbaden gestorben (geboren 1816); — 1924: die elsässische Dichterin Marie f)art in Bad Liebenzell gestorben (geboren 1856). eiter Wochenmarktpreife. ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: •Sutter 190 bi« 200. Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 40, Weißkraut 25. Rotkraut 45. gelbe Rüben 15 bis 50, rote Rüben 15. Spinat 20 bis 30. Spargel 150 bis 200. hinter Kohlrabi 12 bis 20, Grünkohl 25, Feldsalat 150. Tomaten 130, Zwiebeln 25. Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60 lnS 90. Rhabarber 20 bis 30. Kartoffeln 4 bis 6, Aepsel 12 bis 25. Birnen 40. Dörrobst 40. Äonig 45, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Gier 10 bis 11. Blumenkohl 60 bis 180. Salat 25 bis 35, Salatgurken 90 bis 120, Lauch 10 bis 20. Sellerie 10 bis 100. Tauben 70 bis 80 Pf. das Stuck; Radieschen Bd. 20 biS 30 Ps. •• Heilstätte für tuberkulöse Erkrankung der oberen Luftwege. Das Submissions-Resultat für die Erbauung der Heilstätte für tuberkulöse Erkrankungen der oberen Luftwege hatte folgendes Ergebnis: Erd- und M a n e r a r b e i t e n: M. Avrrmann G. m. b. H. 120 070 Mk.. Dirkenstock & Schneider 139 141 Mk., H. W. Rinn. Georg Becker & Earl Weimer 142 867 Mk.. Beton-Baucieseltschast 147 332 Mk.. Bauhütte 153 257 Ml. Beton-Dauarbei- ten Detvn-Daugesellschalt 70 512 Mk.. M. Abermann G. m. b. H. 71 647 Mk.. Birkenstock & Schneider 77 333 Ml.. Bauhütte 78.875 Mk H. W. Rinn. Georg Becker und Carl Weimer 8'015 Mk.. Rhein. Beionbaugele! Schaft in Macnz 92 874 Mk. K u n st st c . n a r b e i t e n: Beton-Baugeiel: chast .7 125 Mk. M. Aber.nann G m. b H. 18 952 Mk., H. W. Rinn, Georg Becker und Earl Weimer 19 157 Ml., Bauhütte 19311 Mk.. Dirtenstock & Schneider 21 782 Ml. Die Zuschläge für die 41eb«rnahme der Arbeiten zu ihren billigsten Angeboten, für Srd- unb Mauerarbeiten an M. Abermann G. m. b. H., für Betonbau- und Kunststeinckrbeiten an die Beton-Baugeseltfchaft, wurden erteilt. ** Afghanische Bestellung bei der Firma Hensoldt & Söhne, Wetzlar. Er- freulicherweije hat sich der Besuch des Königs Aman llllah von Afghanistan auch für die Industrie unseres Bezirks günstig ausgewirkt. Wie wir erfahren, Hot die Firma M. Hensoldt & Söhne, optische Werke, Wetzlar, von dem zur Zeit wieder in Berlin weilenden König einen bedeutenden Auftrag auf Lieferung von Hensoldt-Prismen-Feldftechern für die afghanische Armee erhalten. Außerdem hat sich der König auch für den neuen Hensoldt Bildwerfer entschieden und einen Auftrag erteilt. ** Der neue Fahrplan der Biebertal- bahn tritt ab Dienstag in Kraft. Die Interessenten mögen die Ankündigung im heutigen Anzeigenteil beachten. ee D i e Freiwillige Feuerwehr Gießen hielt dieser Tage im ..Frankfurter Hof" ihre diesjährige ordentliche Hauptversammlung unter der Leitung des Brandinspektors F. W e n z e l ab. Rach der Begrüßung der Versammlung durch den Vorsitzenden wurde der Jahresbericht für 1927 28 (April bis Marz) bekanntgegeben. Daraus war zu entnehmen, daß die dienstlichen Angelegenheiten der Wehr in einer ordentlichen Hauptversammlung, acht Besprechungen des Kommandos, in sieben Borstandssitzungen und außerdem noch in einer Anzahl Sitzungen der verschiedenen Kommissionen erledigt wurden 3m Berichtsjahre fand unter der Leitung deS Stadtbranddirektors Braubach eine Sitzung statt zu dem Zweck, eine Belehrung und Anweisung über die Durchführung der Wachevorschriften bei Saal- festlichkeiten und sonstigen Veranstaltungen ent» geaenzunehmen. Die Wehr hielt im Berichts- lahrc sieben Hauptübungen ab, außerdem wurde sic zu einer Alarmübung herangezogen; sämtliche Hebungen wurden von durchschnittlich hundert Feuerwehrleuten mitgemacht. Ferner sanken für die in den letzten drei Jahren eingetrctencn Mitglieder Lehrüb '.ngen an sämtlichen Geräten statt. Am 31. März 1928 zählte die Wehr 133 ordentliche. 73 außerordentliche und 5 Ehrenmitglieder. Bei dem 30. BerbandStag der Freiwilligen Feuerwehren der Rheinprovinz in Bad Kreuznach wurde die Gießener Freiwillige Feuerwehr dadurch ausgezeichnet, daß ihr Vertreter in die Kommissiön zur Begutachtung der pslickn- mäßigen Hebung der Kreuznacher Wehr gewählt wurde. 2m Anschluß an Den Jahresbericht des Brandinspe'tors wurde der Rechnungöbericht über das letzte Drrrinsjahr erstattet, sowie der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1928/29 verlesen. Der Rechnungsbericht und der Voranschlag fanden die Genehmigung der Versammlung. Bei der Wahl des Kommandos und der Geräteführer, die alle drei Jahre stattfinden muß, wurden gewählt: Zum Drandinspektor Fritz Wenzel, z..m Brandmeister des 1. Löschzuges R. Rödiger, zum Brandmeister des 2. Löschzuges A. Betz, zum Rechner W. R i e b e l, zum Schriftführer H. K ö n i g , zu Gerateführern und 1. Obleuten der beiden mechanischen Leitern Otto Hörig und Otto Faber, als 1. Obleute zu den beiden Steigerzügen E. Koch und 3. Heißler, als 1. Obleute zu den beiden Spritzen H. Matheiß und W. Schreiber, zu den Hydranten und Schlauchgeräten H. F l a ch und G. Kraus, zu Deisi jern Karl R e u l i n g sen. und H. R i tz s ch e. Rach einigen weiteren Besprechungen über die demnächst beginnenden Hebungen wurde die Versammlung von Brand- Inspektor Wenzel geschlossen. Die erste Haupt- übung findet am Montag, 7. Mai, statt. ** U c b e r „W ege zur Bekämpfung des Krebses" sprach dieser Tage in dem gut besetzten Saale des Katholischen Vereinshauses Dr. med. Walter Malech (Gießen). Der Redner ging aus von den Betrachtungen, daß die niederen Tiere ganz !rei von Krebs sind, höhere freilebende Tiere nur chr selten erkranken, ebenso wie die niederen noch wehr mit der Natur verbundenen Volker der Erde, wahrend gerade die Kulturnationen am stärksten von ihm heirngesucht werden. Sd)ibigungen, die in unserem Kulturleben begründet sind, müssen demnach den Boden zur Entwicklung des Krebses bereiten Helsen. Die Erörterung des Wesens des Kreb- ses unter Berücksichtigung neuer Forschungen führt heute mit größter Wahrscheinlichkeit zu der lieber- zeugung, daß Krebs sich nur auf einer Allgemein- Vergiftung des Organismus entwickelt. Gegen Ende dieses Prozesses wird die eigentl che Krebsgeschwulst durch verschiedene Anlässe zur Ausbildung gebracht. Die Bekämpfung dieses letzten Stadiums der eigentlichen Geschwulst hat trotz aller Forschungen und Fortschritte immer noch zu keinem befriedigenden Resultat geführt; es bleibt die Frage offen, wie weit dies überhaupt in diesem Endstadium möglich werden wird- Zur wirksamen Bekämpfung des Krebses muß in energischer Weise die Forschung und Bekämpstmg der Anfangsprozesse betrieben werden. Wenn auch allgemeingültige Regeln heute noch nicht gegeben werden können, so weisen die Tatsachen, daß mit Zunahme der Kultur auch der Krebs zunimmt, darauf hin, daß alle Giftwirkun- gen, die von Technik, Verkehr ufw. ausgehen können, unmöglich gemacht werden müssen, daß ins besondere aber in der Lebensweise alle Maßnahmen, die die Rahrungsm'ttel zubereiten, vor allem langes Erhitzen, auf das äußerste einge- schränkt werden müssen; ferner muß der Genuß sehr heißer Speisen unterbleiben. Besonderer Wert ist aber auch auf frische Lust und die gute Sauerstoffversorgung des Organismus zu legen, da gerade die Sauerftoffocrarbcitung bei Krebs geschädigt ist. Den bedeutungsvollen Ausführungen des Redners, die in ihren theoretischen Teilen durch zahlreiche klare Lichtbilder ergänzt wurden, folgten die Zuhörer mit großem Interesse Rundsunkvrogramm. Sonntag, 29. April. S bis 9: Morgenfeier. 11: Vom Mainzer Stadt-Theater: Konzert des Männergesangvereins .Harmonie" Mainz-Kostheim. 13,30 bis 14: Die Glternstunde. 14 bis 15: Jugendstunde. 15: Fußballübertragung. 17 bis 18: Konzert des Rundfunkorchesters: Lehar. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen 'Verbandes für Volks- Räts-l-Ecke. Silben?« fiel. an — bc — her — bert — brunn — bei — din — dra — dy — e — e — e — eg — ei — ein — en — es — flie — ga — ga — gat — ge — ge — ge — gon — hol — hold — ir — kau — land — li — min — mit — mos — na — nick — plitz — ram — re — rei — fau — sche — fen — sen — ta — tags — te — te — ter — Ding — do — vot — warm Aus vorstehenden 53 Silben sind 21 Wörter zu bilden mit nachstehidcr Bedeutung: 1. Badeort in Schlesien; 2. Ap,elbaumc>e wachs; 3. Maler und Dichter; 4. dänischer Dichter; 5. Wettfahrt; 6. männlicher Personenname; 7. landwirtschaftliches Gerät; 8. Religionsstifter: 9. festgesetzter Zeitpunkt; 10. Nadelholz, 11. Badeort in Böhmen. 12. Sprengstoff; 13. Insekt, 14. Stadt in Rußland; 15. europäisches Gebirge; 16. Schwei zer Tal; 17. Sommerfrische bei Berchtesgaden; 18. Tanz; 19. Hoherpriester; 20. europäisches Reich; 21. Küchenkraut. — Richtig gebildet, ergeben die Wörter in ihren Anfangsbuchstaben non vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vom ein Zitat von Ovid. Magisches Kreuzworträtsel Die Wörter bedeuten wagcrecht I o 12 I1# 16 fv Ito w i e senkrecht: 1. europäisches Reich; 2. sagenhaftes Schiff; 3. männlicher Personenname; 4. schädlicher Schmetterling; 5. Zeichen und Münze; 6. Prophet; 7. das gesprochene Wort; 8. Körperteil; 9. Schlußwort der Predigt oder des Gebets; 10. Stadt in Italien (Schlachtort); 11. griechischer Buchstabe; 12. natürliches Wasserbecken; 13. Romanserie von Gustav Freytag; 14. lateinische Bezeichnung für niemand; 15. orientalischer Titel; 16. Richtschnur. Die Diagonale A bis B nennt eine Stadt in Norwegen. Magische Quadrate 2a — 5e — 1 f — 2h — 1 i — 21 — 3n — 3 o — 1 p — 1 r — 2s — 1 z Vorstehende 24 Buchstaben sind in die freien Felder obiger Quadrate einzustellen. Ist dies richtig Dorgenotnmen, müssen 1.: die |e vier wagerechten Reihen der beiden Quadrate bekannte Hauptwörter mit den angeführten Anfangsbuchstaben ergeben, und 2.: die wagerechten Reihen beider Quadrate zusammengezogen, Doppelwörter. — Die Einzel- Wörter bedeuten: 1. Gemüse; 2. militärische Streitmacht; 3. Stadt in Baden; 4. Hauctier; 5. Wild; 6. kirchliches Strafmittel; 7. Körperteil; 8. alkoholisches Getränk. Anagramme. Aus den nachstehenden je zwei Wörtern soll durch Umstellen der Buchstaben ein Hauptwort gebildet werden. — Wie lauten diese? 1. Die Mine; 2. Ein Erpel; 3. Mit Teer; 4. Lucas, halt; 5. Im Nord. Scharade. Die erste ertönt gar kräftig im Frei'n, Nicht minder im Zimmer beim funkelnde» Wein. Die zweite nütze, den» ist fie entfchwunden. So wird sie nimmer wiedergefunden. Das gante verbindet der Herzen zwei. Die in Liebe gelobten sich ewige Treu. Synonym Für jedes der nachstehenden Wörter ist ein fqno- nyines, sinnverwandtes Wort zu suchen. Die An- sangsbuchstaben dieser Wörter müssen eine Naturerscheinung ergeben. 1. geschäftig; 2. verschmitzt; * flegelhaft, 4. beharrlich; 5. witzig; 6. gezwungen; 7. allein. 8. u» gezogen; 9. leidvoll; 10. dankbar; 11. tatkräftig. Auflösungen Silbenrätsel. 1. Herwegh; 2. Araukarie; 3. Truthahn-, 4. Michaelis, 5. Achard; 6. Notiz; 7. Vampir; 8. Iran; 9. Ernestine; 10. ßinarno 11. Spinell. 12. Oleander; 13. Bulwer. Hat man viel, so braucht man viel. Kreuzworträtsel. |l|i svst MtIhIH-Ü E |R iflnia a rang nBfnaBaaBn i3 iD3Q waBm7'! rr > 1 s 1 V. u 1 T T L A LJ E u L T L 1 ü 3 ■ L t StäbtefapfelrätjcL r ! d n j d s JüUrätfel. t j a I n | ]a iju 1. Athen; 2. Freising, 3. Gera; 4. Halver; 5. Achern; 6. Nauen; 7. Idar; 8. Sagan; 9 Ihast; 10. Aurich; 11. Nassau. Afghanistan. Raffet Wachholder — wach, Holder; Oschatz — o Schatz! Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Der Tausch. 3n der »Voss. Zig." erzählt Josefa Metz: Der Anatom Professor A. in Halle, ein Verehrer schöner Frauen, hatte eines Tages Fran Liesbet Dill zu Tisch geführt und zum nächsten Dail, der bei Professor Vr. stattfand, die Hautfrau gebeten, ihm doch wieder £l:8tet Dill all Tischdame zu geben, aber die Antwort erhalten, dazu sei er zu alt. Tiefgetränkt schrieb er an Liesbet Dill und bat sie, sich ihn selbst als Tischherrn zu wünschen, aber diese Bitte wurde von L. D. abgelehnt. „Ich greife ungern dem Schicksalsrad in die Speichen , schrieb sie. „la er wir es also rollen, wohin es rollt..." Zu ihrem Erstaunen führte sie beim Dr.schen Ball doch Professor R. zu Tilch. .Das hat wiL viel gekostet", sagte er. „ich sage aber nicht. iM" Äackcher hörte sie, R. halte an Br geschrieben »Wenn Sie mir Frau Lie?b i Dill al? Tischdame geben, bekommen Die die sch :i".c Leiche in meiner Anatomie." Daraufhin hatte er feine getDÜnfAu Tischdame bekommen. ™ bildung — ..Frauengestalten der Bibel: Debora, Ruth, Esther, Jud'.t.)", Vorlesungen von Verdi von Hirschhetzdt. 19: Vom Fra nsurter Opernhaus: F.d.lio, Oper in zwei A te.i von Beethoven. Anschließe, b. Sportnachrichten. Daraus bis 0,30: Tanzprogramm. Montag, 30. April. 12,30 bis 13.30: Don Kassel: Mittagsständchen der Kasseler Hauskapelle. 16,30 bis 17,45: Konzert des RundfunlOrchesters. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,33 bis 19: Die Schachstunde. 19 bis 19,30: Vortragszyilus des Gewcr.schafts- 6u:;b^ der Angestellten: „Die Jahresbilanz 1927 und die Erweiterung her Leistungen der Angestelltendersicherung" , Vortrag von Armin Geß- ner. 19,30 bis 19,45: Englische Literaturpro.en. 19.45 bis 20,15: Englischer Sprachunterricht 20,15 bis 21,15: Konzert des Zi'a-Quartetts. 21,15 bis 22,15: Frankfurter Lo.'akdichtung. Anschließend: Schallplatten-Konzert, neue Schallplatten. Dienstag, 1. Riat 12,30 bis 13,30: Von Kassel: Schallplatten, „Opern und Arien". 16 bis 16,30: Orgel-Konzert. 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Anton Dvorak. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. 18,30 bis 18,45: Von Kassel: Die „Stunde der Frau": »Sollen wir unseren Kindern bei den Hausaufgaben helfen?", Vortrag von Mathilde Meiszel. 18.45 bis 19,15: Von Kassel: „Ludwig Tieck zum Gedächtnis" (gest. 28. April 1853), Vortrag von Will Scheller. 19,15 bis 19,45: Funkhochschule „Kranlheiten des Schulalters und ihre Verhütting", Vortrag von Pros. Dr. Eugen Schlesinger. 19,45 bis 20,15: Vortrag. 20.15 bis 21,15: Arbeiter-Lhorlonzert. 21,15: Don Stuttgart: Schwäbischer Abend. Mittwoch, 2. Mai. 13,30 bis 14,30: Mittagsstäirdchen der Kapelle Dobesch-Dobee. 15,30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert deS Rundfunkorchesters: Meyerbeer. 17,45 bis 18,05: Die Dücherstunde. 18,30 bis 19: .Die Religion bei Platon und Aristoteles", Vortrag von Psarrer Laesler. 19 bis 19,30: Veamtenfortbildungskur- sus: »Handelspolitik der Gegenwart in Theorie und Praxis", Vortrag von Privatdozent Dr. Fritz Reumark. 19.30 biS 20: Französischer Sprachunterricht 20 bis 20,15: Senckenberg-Vier- rtelftunbe: .Tierleben des tropischen ä.lrwcklheS", Vortrag von Dr. R. MertenS. 20.15: Von Karlsruhe. Anschließend DvrtragS-Abend Dr. Peter Dach. Buntes Allerlei. Ein Raubmord nach sechs Jahren aufgeklärt. Ein Raubmord, dem 1922 ein betagter Kaffe n b o t e zum Opfer fiel, konnte jetzt aufgeklärt werden. Einer der Täter wurde in der Pcr'en eines 33 (fahre alten früheren Ziegeleiarbeiters und jetzigen Wanherphotographen Reinhcl- Klemmstein in Bernburg in Anhalt verhaftet. Dein Helfershelfer wird noch gesucht. Am Samstag, 17. Juni 1922, wurde kurz nach 7 älhr morgens von Landarbeitern der 60 Jahre alte Kassenbote Karl Essig aus Reudamm in einem Gebüsch ermordet und beraubt ausgesun« den. Der Verdacht siel schon damals auf Klemmstein, der angeblich nach Amerika ausgr- wandert war. ES wurde aber sestgestellt, bc6 er sich in Bernburg niedergelassen hatte. Aus Anordnung drr Staatsanwaltschast LandSbcrg a. d. Warte wurde ein Berliner Kriminalbeamter nach Brrnburg entsandt, der bei einer Überraschenden Durchsuchung der Behausung Klemmsteins unter atterlei Gerümpel die vermißte 116 r des ermordeten Kassenboten sand. Klemmstein wurde daraufhin sofort fe ff genommen. Rach langem Leugnen legte er ein Geständnis ab. Dein Kom« plize bei dem Raubmord ist nach seiner Behauptung ein polnischer Schnitter namens Pollak gewesen, der der „schwarze Martin" flt* nannt wurde. 170 000 Mark erschwindelt Ein Duisburger Kaufmann hat es verstanden. I von einer Anzahl Personen insgesamt 17000? I Mark zu erschwindeln. Das Geld sollte für geschäftliche Zwecke in wenigen Wochen mit 1?? Prozent Zinsen zurückgezahlt werds- ®in Reichsbahnbcamter und ein Kaufmann sind allein um 64 000 Mark geschädigt worden. Der Täter ist flüchtig. An heißem fiaffee erstickt In Weferlingen bei Halle trank das zwei' jährige Söhnchen eines Arbeiters einen Schluck hei- ßen Stoffe und verbrannte f i ch dabei so d<« Kehlkops, daß es erstickte. Horodter in der Ukraine. Ein heftiger Wirbelsturm richtete In zahlreiche« Städten der Ukraine Verheerungen an. In viele« Gebieten im Dnjcprgebiet stockt die Arbeit. Telegraphen- und Telephonleitungen wurden beschädigt Zahlreiche Dnjeprbarken sind abgetrieben. Kaul K jM f Io der .bt^iunlDK 'richt, dam xu PIN31 Pelinmtma I - jjjjje Liehmarll i tz.nsiiig, btn 1. Mai 1 VÜttvodl. btn 2. Mai 1 marlt. flahütbeyü an btn | bil-Vr vormittag giit%tn,btn 28. Apn! Tti Cbeibürge 3.ilint H«lz! Pmhvtr^-chnrte hv Ikmtmbt vitstl Mr fceibtn: 8o4 l. r. .. 3. , 4. „ z. „ 6. „ 7. , 8. . 9. , 10. , 11. , 12. , (13) , 13. , 14. , 15. , 16. , 17. , 18 , 19. , 20. . 21. . 22. „ 23. t. 24. - 26. 4. 2fl. 7 • n < n u. Abichnit 116id)euftäm : : 1 Buchenstar üHcheirabsch 15 2 1 Achenabsch Mmenabsch •3 „ A E'chenstämr 30 17 " * -liestrnabsch 1 " bFichtenabsch 8 6 " 5 5 " 5 8 P iiesernabf 3 27.^^S'chten°bj. . 28. p ; . ss. 5 " 1 . so. 1 , 32. 93 ^^lenlan ' ?3. 57 " " 252 " " 35.15| - - X 5» " 170 - " 39- 35 " 40. 70 „ " 40 - :«: £ : Hl : ibe. Sf feh. ‘8t|Uni, *’ ■ 2*ä iQ)l9e tri bhi w J ®«a; l fiafw wr; 8. txften; 8. )rt 'en » . 5» *■ f'tWhgh aj’Jgi: nqf, '■ UkL [J^JnTe 1 ' r ! n j7 nistan. ieL wach, Hfr; chatz! renfipp?. boa TUMttioottW 4U|dj. erzM 3o’t?a Ä«. 2. in M'e. ein 1 üte einei Tages K üijrt und zum iüqI Ir. (tattfano, bte ha. )üba iv.itd Dill < l bk Antwort crW» i^ttinU schrieb eti sir. sich ihn Idbi i ater diele Me 2- Ich fliciie ungern h jchen", M»WJ* -*fl iin es refft..." führte Iw Seim Dr.lt ni Lil'ch ,M Hal' ich fflje ater nchl. t X di Br. gelchi" L Mas?« kteniie Leich: in rtle er seine -el-msf Merlei. chs Jahren au'M 1922 ein betagte1 - - L tonnt« W «“*; ‘.üÄ'-S t» m na* . lau^eubammm«:; nd beraubi E ♦üflSS« aus! »tHsS «^'äv k -nordt feinet Ust L f--- $n,lt€r mlartin 1 ® a r Je OQ# V$NW* Srbt'^sjch^i I- flnn,e 1 "»«ff» ff, es>* Größer und besser Der Neue CHEVROLET Besichtigen Sie ihn bei Faber & Schreiner G. rn. b. HL, Giefeen, Südanlage 7 Fernsprecher 1341 Autorisierter General Molors.Hlndlet f 8 • Chevrolet Jul. Niebling, Gärtnerei (roethes trabe 19 Lelhgesterner Weg 40 empfiehlt als Balkonschmuck (ieranien Petunien Cobea Steh 65Pfg 10 Sick. 2 Hk. Stck.65Plg. Lienstag, Donnerstag, Samstag a d. Wocbenmarkt Kauten Sie fetzt eine pholotr. Kamera In der nächsten Woche beginnt mein kostenloser Unter richt, dann können Sie schon zu Plingsten fehlerfrei photographieren. Pholo-BäDS WiDterhoß Kreuzplatz 9 <380a 8efrtiiiitinnd)iing. 2er nächste Biehmarkl in Gießen findet latl: liemotaß, den 1. Mai 1928, Rindvieh- (Rutzvieh-) Marli, Hittrondi. den 2. Mai 192«, Schweine- markt. Auftrtebszeit an den Marlttagen von Ibis 9'/, llhr vormittags. 4355B Gießen, den 28. April 1928. Der Oberbürgermeister. I. v.: Klingfpor. Durtooo- nönmoUiineo Adler-, Dlaaeat-, Preaia-, Torpelo- FeMrrlder “• Triompb-Ktnonider (ßraromoDW ui nünmneu .Bob- Innnsbedinanngen Zakob Schupp Letterfwea H Reparai -Werffldiif AU,).-vi, Crtetxewlcelflik Wi.-V^Oi. Bekanntmachung. liniere Geschäft rruume unb am Tiens tag, dem 1. 18ai 192b, geschlagen. Bei- '.ragsein Zahlung kann am Mittwoch, dem IRdi, erfolgen. tUGD ________- Der Vorsitzende. GfsenlrgungOcrStimmfä ttt für die tieichstagswahl am 20. Mai 1928 Die Shmmlätlct (Vahlerlistcj für die zur Reichstags mal'I m bei Ltadt (Mieten mit Gemarkung Schiffenderg und Herrn roolb stimmberechtigten Personen, liegt von Louniag, den 29. April 192*, di« einscht. Lonntag, den 0. Mai 1928, im Stadthoufe, Bergstraße 20 (früher Stein- Garten) — Zimmer Ar. 13 — während der Dienststunden au jedermanns Einsicht offen, und zwar werktags von 8% bii 12% Uhr vormittags und 14^ bis 18 Uhr nachmittags, am Samstag, dem 6. Mai. nur von bis 13 Uhr mittags, an den beiden Sonntagen nur von 9 bi- 13 Uhr mittags. tfin2 12 1 27,39 26,13 26,30 20,72 0,61 2,95 0,85 4,15 3,40 5,76 5,72 4,70 5,70 8,01 9,13 0,68 3,28 2,16 1,01 10,12 14,76 4,82 6,05 1,59 2.92 1,40 1,15 3,81 18,48 19,06 93,45 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. (13) 13. 14. 15. 16. N- N- N- N = A- A-= A = A- A- A- N^. N=» N=- N- N -= 3,61 e 13,24 n 6,94 „ 9,69 „ 0,87 M 2,75 n 10,17 w 2,57 , 1L0 „ 0,66 w \ 1,73 , / |ll,16fm }l9,58fm | 7,64 fm u. Abich 11 Eichenstämme N= 81,56 N- 35,83 N=»117,64 N = 133,89 2b- 3a- 3b- 4a- 4b- 2a- 2b- 3b- la- la- 1b- 1b- 1b- 18. 19. 20. 22. 23. 24. 25. 21 Kichtenlangh. 93 57 TaS Bauholz ist mit Rinde gemefien. Das Radekholz ist ohne stinde gemesien und entrmbet. Itc BerkaufSbedingungeu liegen mr Einsicht auf hiengcr -urgermciftcrei offen. Anaedole imb für jedes Lo4 getrennt zu ^.len. Tiesde,ügllche Offerten iinb verichlossen out der Auf- hc.ft „Holzjubmi'ilon- bis zum MUtwoch, 6cm 2. ’Äai 1928, sirmittags 10 Uhr, einmreichen, wo m Gegenwart etwa er- Üitnencr Bieter die Eröffnung stattrindet. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Lotz. 43460 Lies eck, den 25. Avrü 1028. Hessische Bürgermeisterei Sieseck. Schomber, Bürgermeister. 1. Dachdeckerarbciten: 245 qm Schiesereindeckung. 2. Wetßdindcrarbcttcu: 410 qm Rüstung, 670 qm Leimfarbe, 520 qm Lelfarbenanstrich, 120 qm Fußbodenanstrich. Abgabe der AngebotSvordrucke und Ein- fichtnahme der Bedingungen vom 30. d. M. ab aus unserer stanzlei, Stevbaui. caste 19. Tie Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei, bis zum ErüssnungStermin, Dienstag, dem 8. Mai b. 3„ vormittags 11 Uhr, bei uns einturcichen. 4388D Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 26. April 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. __Verth.______________ Zwangsversteigerung. Am Dienstag, dem 15. Mai 1928, vormittags 9 Uhr, wird durch das Amts- gerichl Oliesten. Zimmer 112, daS dem Heinrich Preis n Gießen zugeschriebene Grundstück: Flur 27 «r. 41 — 454 qm Grabgarten auf dem Sand, geschätzt 1362 JUl, versteigert. 34720 Die omtsgerichUiche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgebangt. Gießen, den 28. März 1928. I L. des Hej,. Amtsgericht- Gießen: Leo, LrtsgerichtSvorfteher. NlltzWverslelgerung im Stadtwatd Bad-Nauheim. Freitag, den 4. Mai 1928, vormittag» | Uhr. Zusammenkunft in der Stcingasie, am Waldcmgang. versteigen werden: 1 Eichenstamm VIII. stlasse = 2,64 fm 3 Eichenstämme VII. ■ -- 6,99 ■ 16 VI. » 27,06 — 38 V. = 45,32 — 32 IV. -- 29,87 n 21 III. * 9,58 17 11. — == 4,39 - 0.17 M 1 Eichenstamm 1. Eichen-Nutzscheit I ü lasse 16 rm, II Güte --- 8,7 rm. Das Holz liegt an chauffierten Strasten, eine halbe Stunde von der Babn entfernt. Bad-Navheim, 20. Apnl 1928. 41930 _________Ter Bürgermeluer. Bekanntmachung. Momag, dem ZV.AprU 1938, vormittags 11 Uhr, versteigert der Unterzeichnete in Lardenbach bei Grünberg zwangsweise gepen Barzahlung: Die gesamte Einrichtung einer kleineren Molkerei mit Kchrotmühle, Elektromotor, 10 P.S., unb Damofkessel. Ferner einfachere Möbel, wie Betten, Sofa, Schreibtisch u'w. Die Bersteigerung findet voraussichtlich bestimmt fiatt Zusammenkunft der Steigerer bei bet Molkerei in Lardenbach. 4343 0 Laubach (Lberh.), den 26. April 1928. ©«»ie, Gerichtsvoüzieher in Laubach. 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Der der Mount Evert tok die groß Oie nr SkW W*' * Le Ä kE n töt'! 1.'' > >”tn Stadt -«Dl das fcj. 6 südostew * 'eLi* ei nur fel^ um den tSJMh E. bewohnten AL'« 5 schofle-' bestimnttt ^.'Selthma lu,treten von k •ßd Erdbeben 31 6t'r Srdtruste sogen, weil wir 1'4 kr Erde anders v stäche, wenn tetr o (innere beschaffen t 2ergen Lava, al «-fördert wird, 'N ium mindesten em ixur»; Itlffi ^oma IvfchrW dh & 50 Fortsetzung. Jeder in Ich steige aus Langsam wandere ich die 5)aupt- strotze von Stara Zagora entlang. Der Boden unter mir scheint zu atmen, ich suhle, wie er vibriert Wie ein Gespenst komme ich mir vor in dem ausgcstorbenen Ort. Kein Einwohner ist zu sehen. Ruinen links und rechts. Hier und da steht noch eine Fassade, ein halbes Hous, dort liegt Geld auf dem Tisch, do steht ein Tops mit. Essen. Und über mir ist ein bleierner, stickig heitzer Himmel. Eine plötzliche tropische Hitzwelle gin^ dem Beben voraus. Ich schlafe nicht gut im Hotel Trakia in Stcuv Zaqora in dieser Nacht Nach Mitternacht gibt es ich diesen Orten kein elektrisches Licht mehr. Plötzlich rüttelt es an meinem Bett. Ich fahre hoch in ttr Dunkelheit, und d a n n I ch w a n k t m e i n g a n z^-s Z i m m e r in drei langsamen Wellen aus und niettr. Im bulgarischen Erdbebengebiei. Bericht einer Augenzeugin. — Eine SchreckenSsahrt. — Sechs Nachte in den Parkanlagen von Philippopel. Don £)r. (Elisabeth Peters. sind die Einzelheiten über die letzten groben Erdbeben >n Kleinasien und Bul- garten kaum bekannt, da kommt die neue Schreckensnachricht von dem furchtbaren Unglück, da- Vie Stadt Korinth betroffen har. Wieder also >st'S Südofteuropa. der Wetterwinkel, der zum Schauplatz eine* Naturereignisse- wurde, da- in wenigen Sekunden eine ganje Statt in Trümmer leatc 3m ruhigen Deutschland, wo Oie goldenen Berge. Vornan von Clara Diebig. Sophrighi bv Deuttche Derlag-'Anstalt Stuttgart. Wie entstehen Erdbeben? Don Dr. Wolfgang Panzer, privatdozent. Unseren Lesern wird die interessante erdgelchichtliche Darlegung deS früher in Dietzen tätigen Gelehrten über die Vorgänge unter der Erdkruste die zu den furchtbaren Drderschütterungen führen. ökLMmmcn fein. 3a r Boris hat fid) glänzend benommen. Aus d» erste Nachricht hin begab er sich zum Bahnhvs, bestieg mit einigen Herren eine Lokomotive und fuhr —■ er ist gelernter Ingenieur und fahrt oft selbst ohne jede Rücksicht aus Gefahr persoo'ich Mi den betroffenen Ortschaften Er hat nachts in Philippopel Stunden unter den Obdachlosen im Zelt zugcbracht. er war überall und immer bemüht, allen Ovationen zu entgehen, unerkannt ans Ziel zu gelangen Sofia hat nicht gelitten. Ein paar schwache Stötze, die die Lirchenglocken van selbst zum Läuten brachten, eine Panik im Theater eine im Freien verbrachte Nacht. In den Erdbebengebieten wird noch für die nächsten Wochen alles unter freiem Himmel schlafen. Die Eisenbahnverbindung mit der Stadt Philippopel ist seit heute wieder hergestellt. streckenweise stand ein Gleis 40 Zentimeter höher als da» andere. Ein Bauer zeigte mir seinen Garten. Lauter kleine Hügel nebeneinander — der Weg ist verschwunden. Zwei Dörfer, die seit Jahrhunderten durch eine A n - höhe getrennt waren, können sich setzt sehen, so hat sich das Terrain verschoben. Nach bulgarischen Zeitungen sollen italienische und serbische Gelehrte die Katastrophe oorausgesagt haben. Sie erklären sie durch den E i n st u r z unterirdischer Höhlen unter dem Lauf der Maritza und sind der Ansicht, datz w e i t e r e N a ch - schübesich noch ein bis zwei Monate lang ereignen können. Sie glauben aber, datz das Zentrum sich setzt weiter westlich verschieben wird. Mein Tisch klirrt plötzlich „Datz das Zentrum sich jetzt weiter westlich verschiebt ...“ Kichert der unterirdische Dämon leise'" Armes Bulgarien! Jeder In Porten suchte sich zu helfen, so gut er sonnte es war ein Wunder, datz nicht gestohlen wurde. Aber nutzer der Schommer hatte nie ein Menich hier gestohlen, und die Schommer war fort, rlusgeruckt. Ihren Trottel hatte sie dagelosien. der lag der armen Gemeinde nun auch noch zur Last. Der Pastor bemühte fid) ihn wo anders unter* zubringen, in einer Anstalt für Blöde; denn der 5mnaer hatte den Peter zum Tier gemacht, er fratz fflras am Befiroi.i unb fiopfte |id) ®“nb mit Dreck. Fletschte dann lachend die Zahne. „Gut. gut." und klopfte sich auf den Bauch. Datz die Mutter den unglücklichen Menschen so hatte im Stich losten können! Jedes Tier sorgt doch für Uyn Junges, sollte ein Weib für fein Kind das nicht tun? Wo mochte die Schommer sich letzt wohl herumtreiben? Hatte sie wieder einen Kerl ge* ^'?ie' Aufklärung kam. Aus der Kreisstadt fragte eines Tages die Polizei an: war im Dorf Porten eine gewiste Berta Schommer wohnhaft oder sonst- wie dort bekannt? Jawohl. v «r ■«. Es war also Wahrheit gewesen, was das Weib den Leuten erzählt hatte, zu denen sie betteln gekommen war. ..Um Gottes Barmherzigkeit willen nur en einzig Stück Brot, en paar Kartoffeln! Hab in Porten einen Jung zu Haus, en unglücklichen Jung — der wird toll vor Hunger." Sie hatte so gewinselt, mar nicht fortzubringen gewesen, datz man ihr etwas gegeben batte. Aber in der gleichen Nacht war im Städtchen gestohlen worden. Leute hatten ein Hühnerstollchen hinten im Ho,, daraus fehlte das schönste Huhn. Hatte ein ouchs das geholt, ein Marder? Aber bis mitten in die Stadt kommt solches Raubgetier doch nicht, es mutzte ein zweibeiniger Fuchs gewesen fern - sicher das Bettel weid, das von Haus zu Haus schlich Das Uetz sich auch auf einmal gar nicht mehr sehen. Aber als ein Besitzer aus der Kreisstadt an einem durch Dampfrentile au-geglichen werden können, die 'ich aber auch zu steigern vermögen, bi» ein scheinbar sehr geringfügige- Ereignis. wie zum Beispiel eine schnelle Lultdruckänderung. die Spannung in der Kruste zur Tlu-lösung bringt Dann kracht die Kruste, sie er- zitter:. Allie tun lich auf. und wenn nicht ganze Landschalt-teile gehoben ober gesenkt werden wie in Alaska wo sich 1899 bei einem Erdbeben in der Vakutatban die Küste um 16 Meter hob. so treten doch oft genug wagerechte Verschiebungen auf. wie an der groben kalifornischen Eidbebenspalte, die mehr al- 450 Kilometer weit verfolgbar ist. E- ist begrei'ltd). datz auch außerhalb der Zonen junger Gebirgsbildung die Erdkruste bei dem ungeheueren Druck, dem lie al- schwimmende Masse über dem örbtnncm unterm Einbestimmt wurde, ge Bewegtheit der Fr_____ Meeresspiegel legt beredte- Zeugnis ab über den inneren Dau und die Entstehung: denn alle diele Gebirge sind in geologisch junge r Zeit, im Xertiaer ldaS der grotzen GiSzeit und dem Erscheinen de- Menschen vorauscsingl gebildet worden durch gewaltige Kraftäutzerungen tt» Erdinnern Die Ablagerungen grober Moe- re-räume, die lich in Einbiegung der Erdkruste au grober Mächtigkeit angehäuft hatten, wurden durch langsamen Zulammenschub der randlichen Krustenteile -usammcngepretzt und gefaltet, übereinandergelegt und arid? oben. gestaucht und gezerrt und im Lauf der weiteren Entwicklung zu groben Höhen emporgewölbt. ES ist nicht zu verwundern, datz mit diesen gewaltigen Bewegungen, denen die jungen Kettengebirge «.Fal« tengeoirge") der Erde ihr Dasein verdanken. & rotze Mengen von Magma au- der rbtiefe mit emporgedrungen sind Alle diese groben Zonen junger Gebirgsbildung werden von Vulkanen begleitet. Sin grober Teil der Feueressen raucht auch Heute noch und zeigt in keiner Weise beginnende Beunruhigung. Gerade im Mittelmeergebiet sind immer wieder neue AuSbrüche des Aetna und Deluv und kürzlich auf der Insel Santorin im Aegäischen Mer zu verzeichnen. Dasagt uns deutlich, datz die Gebirgsbildung in diesen Schwächezvnen der Grde n o d) nicht zur Auhe gekommen ist. Hier ist die Kruste nicht genügend fest, und jeder Druck deS Magma- gegen diese Kruste äutzert sich in Spannungen, die von den Feueressen wie Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Stara Zagora. April 1928. Seit acht lagen bebt und zuckt der Boden unter mir. Seit acht lagen sind über Mittelbulgaricn mehralsSOOErd stütze hinwegacscgt. Bvrisov- grat), Tschirpan und mehr als 20 Dörfer liegen zertrümmert am Boden. In Philippopel, der blühenden, zweiten Hauptstadt des Landes, sind 8000 Häuser zusammengebrochen. Hunderte von Toten und Derwundeten, 100 000 Obdachlose. 1,5 Milliarden Lewa Sachwerte sind vernichtet. Es grollte und brüllte aus dem Erdinnern, Sand und zischende Wassersontänen wurden cmporgeschleudert aus der dunklen Tiefe, Schlammwasser flieg auf und überschwemmte die Felder, Quellen und Flüsse versiegten oder veränderten ihren Laus — stumm, machtlos steht Bulgarien den entfesietten Elementen gegenüber. In der Frühe des 15. April, am bulgarischen Oster- fonntag, fuhr ich, von der Türkei kommend, ahnungv- lo» über die bulgarische Grenze. Neun Stunden liegt der Zug mit der Aufschrift London-Ostende—Konstantinopel aus irgendeinem unerfindlichen Grunde in Adrianopel. Bulgarische Oftern, das höchste Fest des Landes, wo man mit den bunten, hartgekochten Eiern anstötzt, wie bei uns mit den Gläsern, und westen Ei zuerst cinbridit, der hat Glück im nächsten Jahr! Wie oft hatte ich es nicht bei Osterlamm und Horatanz vergnügt mitgefeiert Geputzte, aufgeregte Menschen drängen in den Zug und an die Fenster. Jetzt höre ich die erben Schreckensnachrichten. Der Zug fährt lang fam, vorsichtig, zu beiden Seiten quellen schmutzige Wasserlachen auf, Sandhaufen dazwischen. Da — ein Selb. Frisch gepflügt, schnurgerade auf der einen Hälfte die Furchen, auf der anderen hat eine unsichtbare unterirdische Hand spielerische Wellenlinien ge- zeichnet, ganz symmetrisch, ganz gleichmätzig geschlängelt. _, , . , Haltestellen. Eingestürzte wchornsteine, zerborstene Mauern, eingefallene Wände, abqebcrftc Häuser, immer drohender werden die Anzeichen, überall eine chweigende Menschenmenge auf dem Bahnsttio Run B o r i s o pgj^) b. Entsetzliche Kriegsbilder steigen Meer, die groben langgestreckten Seen Ostafrikas. der Baikalsee in Alien füllen solche G r a - benbrüche in der Kruste, und alle dirie Gegenden werden auch heute noch von Erdbeben sehr häufig heimgelucht. So lind die Erdbeben auszusassen al- ver- hältniSmäsiig geringfügige Acutzerung des Ausgleichs grober Spannungen in der Erdkruste. Sie werden erst aufhören. wenn sold-e Spannungen nicht mehr auf treten, da- heibi. wenn Srdtruste und Erdinneres zu einer starren Masse verwachsen sind. vor mir auf. Ein verwüsteter, versetzter, vernichteter Ort. Wir fahren stumm weiter. In Philippopel ist eine Stunde Aufenthalt. Ick) kaufe eine Ansichtskarte und greife nach der Abbildung eines Mina- rette. Der Alte zieht die Hand zuriick. „Dies Minarett ist gestern e l n g e st ü r z t", aber er sagt es ruhig, lächelt— hier war es gestern nicht so schlimm, kleine Erdstötze ist man auf dem Balkan gewohnt. Roch ahnt die heitere Stadt Philippopel nichts von dem drei Tage später über sie hereinbrechenden Der- hängnis. (Hätte sich die Katastrophe zwei Stunden später ereignet, wo die Leute schon geschlafen hätten, so wäre sie unermeßlich geworden!) — Wir fahren über die Maritzabrücke. Allmählich wird das Bild wieder düsterer. Weiter, immer weiter. Plötzlich wird es lautlos still im Wagen. Ein Berg von Blöcken, Schult und Quadern, das ist alles, was von dem modernen fünfstöckigen Gebäude der Kreis- bank in Tschirpan noch übrig ist Ostersamstag hatte die Bank geschlossen, aber in der zweiten Etage satz der Inspektor und arbeitete, und als er plötzlich die Mauern um sich wanken sah, da kroch er unter den Schreibtisch, und das Haus stürzte über ihm zu- fammen. 24 Stunden lag er bei vollem Bewutztsein unter den Trümmern, vis sie ihn herausgegraben hatten. Er schien ganz vergnügt, Hetz sich photographieren, berichtete und — starb dann plötzlich sechs Stunden später infolge des eingeatmeten Kalkftaubs. Die Not war so groß im Weinbergsland, wie sie noch niemals gewesen war. Ueberall Demonstrationen. An der Mosel sanden sie statt: überall taten sich Menschen zusammen, die angesichts ihres Untergangs. Besinnung, Ucberlcgung, Einsicht. Geduld und — Hoffnung verloren hatten. Aus war ß, auf was sollte man denn noch hoffen? „Aul Gott, sprach der Geistliche. D was, Gott ist immer mit den stärksten Bataillonen, das hotte man ja im .Kriege gelernt — nein, auch auf Gott hoffte man jetzt nicht mehr. Nicht nur die Menschen hatten ihr Gesicht oer- ändert, auch die Landschaft. Diese wunderbar liebliche, sich allen Sinnen einschmeichelnde Landschaft, war herb und ftreng. Jede Heiterkeit fortgewischt. Die Sonne schien frühlingshaft golden schon, aber die goldenen Berge blickten trauernd, langsam schlich die Mosel dahin, es war so, als ob sie weinte. Nicht einmal zur Zett des Hochwasiers, als die Sonne nicht schien, graue Wasferdünste sich mit grauen Wolken vereinten und alles im Nebel oer- llofc. war es so voller Melancholie hier gewesen. Die gleiche Stimmung lag über dem Moseltal wie auf dem Totenacker, darin man ©diebtes^begraben hat und mit fröstelndem Schauer eigenen Todes ge- witz wird. — 5nrft und schweigsam wanderten Simon Bremm und Kaspar Dreis über die Chaussee, die zur Kreisstadt führt. Sie hatten einen starken cdjritt angeschlagen, denn sie mutzten den Zug der Moseltalbahn erreichen, der gegen Mittag nach fBcmfaftti I fährt. Jede- Erdbeben zeigt eine Erschütterung ttr Erdkruste an. Wir dürfen ^Kruste' sagen. weil wir sicher wissen, datz da- Innere der Erde ander» beschaffen ist al» ihre Oberfläche. wenn wir auch nicht wissen, wie da» Innere beschaffen ist. Da in den feuerspeienden 3teraen Lava, also glutflüssiger GesteinSbrei gefördert wird, ist die Annahme berechtigt, datz zum mindesten ein Teil de» Erdinneren au» geschmolzener Destein»masse besteht, die man Magma nennt. Man Weitz nicht, ob da» Mag- ma nur in Nestern oder al» geschlossene Masse im Erdinnern vorhanden ist, doch hat man guten Grund zur Annahme, datz sich in etwa 100 Kilometer Xiefe, von der Erdoberfläche gerechnet, die Zusammensetzung de» Erdkörpers wesentlich ändert, so datz gewissermatzen eine Kruste, eben der feste DesteinSmantel der Erde, aus einer anderen Mass? im Erdinnern aufadagert ist Die unterlaaernde Masse ist — sie steht ja unterm Druck von 100 Kilometern Gestein! wahrscheinlich plastisch, so datz die äutzere Kruste sozusagen auf dem welchen Kern tt» Inneren schwimmt, so wie die Lchlackenkruste au! dem flüssigen Metall de- Schmelzttegel» Man glaubt ja in der Xat, datz sich die heutige feste Erdkruste durch A b k ü h l u n g au» einer ehemaligen Lchlackenkruste gebildet hat. Die .heutige f e st e Erdkruste" - wie wenig ist sie da»! Dewitz. c3 clbt sehr grotze LSnder- räumc aus der Erde, üe nur äutzerst selten Erdflöhe ersnhren: Aordv't-Europa, die nördlichen Teile von Asien und Nordamerika, der gröbere Teil von Australien, das östliche Südamerika und oaiu Westafrika, aber dazwischen liegen Zonen. Sie fast unaMäffig von Erdbeben heimgesuchi werden: Da» ganze Miitelmeer- flebict, Borderasien und Vorderindien, unb Dann vor allem die ganzen Randgebiete de» 6rillen Ozean», die Hochgebirge von Aord- und Sud- amerika. die Insclbögen OstasienS. die Insel- todt zwt.chen Asien und Australien. Für. alle diese Zonen ist besondere Bewegtheit ihrer ö)ber- flächensormen und mrist starke Kustengllettrung bezeichnend. Der höchste Dtp fei ttr Erde, der Mount Everest mit 8&X) Meter Hohe ebersio wie die größte MeereSttefe. die erst kürzlich von einem deutsche Schiff in l>cn ®t- wÄsern Ostasien» mit mehr als 10 400 Meter — einem armen Teufel von Winzer aber bod) gepfändet, weil der nirgendwo mehr etwas hatte auftreiben können für die sieben Mark fünfzig Steuer. Ach, und man wutzte ja auch nicht mehr, was man alles an Steuern zu entrichten hatte: Reichssteuer, Einkomniensteuer, Lohnsteuer, Umsatzsteuer, und wie die vermaledeiten Steuern noch alle hietzen. Und man wutzte auch nicht, was man sonst noch zu zahlen hatte an Zinsen für geliehene Gelder, die einem doch nichts geholfen hatten, an Darlehenssparkasse, Kreiskasse, Landesbank, Winzerkreditkasie — ad), überall Schulden! Und diese auch bei privaten Leuten, Wechsel, die cingclcft werden mutzten und nicht eingelöst werden konnten, und wäre der Wechselbetrag auch nur sechs Mark. Zu hoch, zu hoch, wer hatte sechs Mark?! Das Drehte sich alles im Wirbelsturm.durch oer- ängstigte Gehirne, man wurde verwirrt. Es war zuviel, es ging über die Kraft, schweigend weiter zu ertragen und geduldig zu warten, bis — vielleicht?! — einmal bessere Zetten kamen. — Die beiden Männer Gingen auf der Chaussee in gedrückter Stimmung. Ob es wirklich so war, wie der Loesemch gestern, ganz heiser vor Erregung und mit den Armen wild fuchtelnd, erzählt hatte, das letzte Woche nach dem grotzen Dorf weiter auf- loärts em Lastauto gekommen war mit vier Doll- streckiingsbeamten, um all das Gepfändete abzuholen ? „Gleich vier Mann hoch sind se angerückt, weil se Angst hatten, Angst," hatte der Loesenich erbittert lachend gesagt. Mit dem Lastauto, mit dem grotzen Lastauto — Herrgott, was mutzten es dann aber viele Sachen ■ gewesen sein! Bremm brach bas lastende Schweigen, er konnte seine Gedanken nicht mehr allein tragen. Wenn es in dem Dorf schon so traurig stand, einem grotzen, noch immer besseren Dorf, wie ging's bann erst zu in Den geringeren Dörfern? „3a, bat is gewiß unb wahrhaftig wahr!" Der Dreis nickte befräftioenb. Er hatte die Geschichte auch gehört, bie schrie ja zum Himmel. So etwas hatte gerade noch passieren mästen unb ruchbar werden, so schnell ruchbar, als wäre es von Dorf zu Dori weitergesprochen worden durchs Telephon, um die Erbitteruna noch zu steigern: mit dem Lastauto, mir dem Lastauto! Man schleppt Den Winzern ihr Hab und Gut weg. man lätzt sie bann sitzen in den kahlen vier Wänden. (Fortsetzung folgt) Trümmer legte 3m ruhigen nur selten einmal, im Vogtland ettva ober um ben Bodenfee, Erdstötze wahrgenom- men werden, wären wir ttr Frage nach ttn Urfadttn ttr grotzen Erdbeben säst enthoben, toenn nicht unsere Erdbebenwarten auf dem König-stuhl. dem Kleinen Feldberg im Taunu». in Döttingen oder wo sie immer stehen, zu oft im Zeigerausschlag ihrer feinen Beben mess er Kunde gäben von fernen, ungeheueren Erschütterungen die die Erdkruste betroffen haben und in dicht bewohnten Gegenden ganz ungeheuere Verheerungen anrichteten. Da» letzte große Erd- bebenunglück. da» am 1. September 1923 Japan beimsuchie. Ist un» ganz besonder» im Gedacht- nT» geblieben, weil ?hm mehr al» 100 0)0 Men- schen zum Opfer fielen. M e ff In a. Sa n hierin. „Wir reden die Unwahrheit und tun einander nichts Gutes, warum sollte uns die Erde nicht uer schlingen?" Id) fröstelte Haben wir Grotzstädter nur Rechtere Nerven oder schlechtere Gewlsten? Fritz owack AW» wn 7 6libkn un! ern nebst tpertoolkmS' niti/prti#10Wm? ,Wtu,Wfr.' e gebrau^ abzu^ SIS* rtirap» riolet 8075, Paris 124,02, Mailand 92,60 Madrid 29,38, Holland 12,1240. Berlin odric. Berlin, 28. April. Wie immer an Samstagen war auch heute bas (9efd)äft ruhiger ba her Ordereingang, besonders aus dem Auslande, nicht rechtzeitig einzutreffen scheint resp. ausbleibl. Die Spetulat.on hatte von gestern viel übrig behalten und neigte eher zu Glattstellungen. Trotzdem konnte sich aber diefreundlicheStimmung erhallen, ba der Rückgang der Arbeitslosenziffern einen guten Eindruck machte, an der gestrigen Reuyorker Börse anregte und verschiedene Abschlüsse aus der Industrie (Bergmann, Holzmann ufro.) günstige Beurteilung fanden. Stärkere Beachtung fanden wieder nur Spezi a l w e r t e : besonders Farben und Rheinstahl lagen in Erwartung des Geschäftsberichts lebhafter. Berger und Holzmann hatten großes Geschäft. Im allgemeinen sind die Abweichungen gegen gestern mittag nicht groß Gewinne bis zu 5 o. Sy sind nur ganz vereinzelt, z. B. bei Salzdetfurth, Rheinisch, westfälische Elektrische, Deutsche Erdöl usw Polyphon eröffneten 4 d. Sy schwächer. Deutsche A n leihen freundlich. Ausländer ruhig. Anatolier in Reaktion auf die gestrige St*igx£una etwas schwächer, dagegen Bosnier anziehend. Pfand- Briefe still. Der Geldmarkt war weiter sehr angespannt. Tägliches Geld 7,5 bis 9 d. Sy Selb über Ultimo 7,5 bis 9,5 d. S). Monatsgeld 7,5 bis 8,5 o.Sy nominell. Die Börje rechnet mit evsl. Erhöhung des Prioatdiskonts und war daraufhin im Verlaufe zu weiteren Glattstellungen bereit. Die Kursentwicklung war uneinheitlich Spe zialwerte wie Berger, Holzmann, Gesfürel, Loewe und einige Bankaktien setzten ihre Auswärtsbewegung fort, dagegen verlor die Mehrzahl der Papiere 1 o.H Berger 407 o. Sy, Gesfürel 297,5 o. Sy, Loewe 263 bi? 262 o. 5). Eingesandt. 827 Dl Änl ?iblöf Schuld mit Äuslol Rechte» TcLal. obne «u4> f Rechten o ftrantf Hyp.-Bt. Vo dpt unkündbar bi» 1932 . . 4‘/t°/o Rheinische Hvv -Bank “tau -0>o dpi 3 6® ob, Borkrirg6 5*Qm6ura.flm.Ti,ü Palet. t Hamd Ludam Damv fd) b Hanta Damvkschtks . . .» '.orddeuiichrr fcloöb . . 6 Deutsche Cret>itanft.. 10 Baern r Bankverein lu Berimer Handel-ueiellfch. 12 Sommer; und Pnvai-Bk. n {armft. u. National««!- 12 eunche Bonk io t»komo-->.lellichai, Mnt lO rtSbnet Bank . io Vittteideal,chr LredUdant 9 Aetalli>auk.......6 Reichevavi > Frankfurt a.M veriin Schiub- 1-Uhr. ^ch-ub 1 sniautz tiurs Anr» Rurs Rurs CT 4. 28.4. 27.4. 28. 4. 87.4 - 67.5 — 61.85 — 5X 62 17.25 17,25 17.4 17.4 n.b — - - 76.» - - - - - — — * •w 4,25 - — — «■ 25.4 * 25,4 86.6 — — — •• — — — 2 —— 18.5 13.8 13.5 18.18 13 V — H.9 18 55 — 13.6 — 5.6 -w 17.75 — 17.8 - 147.65 168.6 156 •58.76 — 222.5 224 — UA es«. 156.5 156,5 156.4 137.7, 156.75 • 137. Z’> 140.5 '»1.25 141 —» .'M.;, ;*4.5 176.5 i;v 17» • 70 5 tat .'51 V .'51 7j <52 161 16« • M.76 itX ist..» IJ« • 13 » 114 74 157.6 158.2. >57.5 • — <15,75 135 5 w» 104.75 * '38 *85.5 e<7 pruitkfurt a. TO Berlin sSchlutz 1 flure 1 Uhr- flurs Sch.uh Rvts tnfawg Kurs Tat nm: 1««. 28 4. 27. .. i 26 4 fc. $ 7 tkrgmopn .........6 fclrttr. yieferunoen . . . . lo v'abf und.Kraft......io Zelten ch »uiUranntt ... .6 Bei f Äelir Hütern. . . 10 >amb. (Settr. Öertt . . . lo -idem, ätftr. e Lchlei. Äefir........1» Schucterr ........7 eiemenS ± Hai«, . . . . iv trän radio...... 8 iabmener * To........9 vuder oesch tzis« .........5 Ulfe Ber-chm........8 u5dn*rtDetfc ........ 5 nöln Neuctzen .....P/. i' annesmann . . .f. ’A I 4 Dian6 clber.........7 Cbtridjlef. tifenh. Bedarf 0 tderschles fioUrorrte • . . 1 ishonir Bt^avau f S 3 NbetnHttie 3raunfo6(en . io Xjjeinftabl .......o ’Nubcct MonHan.......s Verein t«te 2labltt). f. «/. 3 3 Dtavi IKmeii.....-1 sh rtali Alchcrslcheu.....10 SciilBeitecearfn . . 10 Aalhoerf Sal4derfnrch. . 12 I 9» S orten .anbuftrfc V ronamü Nodp ...... 0 Scheid an,ml, ....... .8 ^cldlchmidt .........5 »eiaauelewchäch * * ' ' * >iy 169.9 174.5 135.5 291 164.5 200 313 184.5 97.76 134 litt 25 173,5 285 133.25 155 128 101 210.5 165.25 96.5 168 4)1 09 274 192,5 105,5 t"3.j 169,5 230 734.5 235 164.6 rOL 76 318,25 97 4 135.5 138.25 296 134,5 (65 123 (01.13 m (66.25 45 316.5 •73.5 131.75 106.18 103.75 Frankfurt a. M Berlin Lchiutz- Rurs 1-Ubr. Anre 6* «t Untaws Aur» Aue-- Dorum: 27.4. ' 28. 4. h7«- 28.4, IbtHrt' SoUntaM . . . btibcl^rjet CUinew . . Lernern Karlstadt... ^avß t Äreüao . . . . MnKtoetfi Payeuhofer. -fhoertt........ - ... Sember«......... 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