Nr. 75 Erstes Blatt 178. Jahrgang ; Mittwoch. 28. Mär; 1-28 Erscheint täglich,auhei Sonntags unb «feiertags Beilagen: Siebener FamtUendlättrr Heimat im Bild Die Scholle Monats.Vezvgrpreir: 2 Reichsmark unb 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 51, 54 unb 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger •lefie«. Postscheckkonto: Frankfurt am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvckvnvVerlag: vrühl'sche Univerfillttr-Vuch- und Zleindruckerei ».Lanze tn Gietzen. Schristlettung und Geschäftrftelle: §chulstratze7. Annahme von »nzeigea für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich Lange- für Feuilleton Dr H.Thyriot, für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Der Reichstag bewilligt den Panzerkreuzer. Annahme des Marineeiais. - Oie Liquidierung der Lohmann-Geschäfte. Berlin, 27. März. DaS HauS wandte sich der zweiten Beratung des Haushalts der M a - eine zu. Abg. Kuhnt (Soz.) begründet die sozialdemokratischen Anträge, die die Wurineausgaben um rund 50 MilliMen kürzen und auch die Mittel für das neue Panzerschiff nicht bewilligen wollen. Die So- zialdemokratte könne die Haltung der Marineleitung nicht billigen angesichts der faszistischen Umtriebe bei der Marine und des Phöbus- Ekandals. Als Schuh der deutschen Handelsschiffe sei die deutsche Marine unbrauchbar. E sei ein unsinniger Luxus, in der kleinen deutschen Flotte alle Möglichkeiten des Versailler Vertrages aus- schöpsen zu wollen. Deutschland werde auch ohne Flotte sich seinen Platz unter den Völkern der Welt sichern, wenn es konsequent die Derstän- digungspolittk fortsetzt. Tatsächlich würde das Panzerschiff die Freihaltung der Ostsee und die Sicherung der deutschen (Neutralität nicht erreichen können. Ein auf 10 000 Tonnen beschränktes deutsches Panzerschiff könne nicht auskommen gegenüber den Kolossen anderer Seemächte. Deutschland mühte nach dem Versailler Vertrag ohne U-Boote und ohne Flugzeuge seine Schiffe gegen einen Feind schicken: das würde aber nach Meinung der Sachverständigen reiner Selbstmord sein. Jetzt seien allein in der Ostsee 56 fremde U-Boote stationiert und 11 neue würden in diesem Iah re hinzukvmmen. Vach der Meinung dieser Sachverständigen seien die deutschen Häsen nicht von der See aus zu verteidigen. sondern vom Lande aus. Abg. TreviranuS (On.) erklärt, die deutschnationale Fraktion werde den Marineetat und das neue Panzerschiff bewilligen. Die modernen Sachverständigen feien über den Wert dieses Schllfes anderer Meinung als der Abgeordnete Kuhnt. Man hätte dieses Schiff besser als gepanzerten Kreuzer bezeichnen sollen. Für den an sich durch den Versailler Vertrag beschränkten deutschen Heimatschutz sei das neue Schiss von größter De» deutung. Gegen den Bau des neuen Panzerkreuzers könne nicht die Verbesserung des Landheeres als besseres Mittel angeführt werden: denn heute bedeutet unter den Fesseln des Versailler Vertrages der Wegsall des Panzerkreuzers nicht eine einzige Kanone mehr für Die Deutsche Reichswehr. Die frühere General- stabsauffassung. daß der Krieg nicht zur See entschieden werden könne, ist durch den Krregs- ausgang widerlegt worden. Hungerblockade und Amerikalieferungen an dir Entente, die den Krieg entschieden, wären bei einer starken deutschen Flotte nicht möglich gewesen. Dem genialen Schöpfer unserer Flotte. Großadmiral v. Tir- pitz schulden wir Dank für fein Werk. Wrr wollen ihm diesen Dank aussprechen gerade tn Dem Augenblick, wo er sich aus Dem Reichstage zurückziehen will. Abg. Wegmann (3enfr.) meint: Das Zentrum sei stets für Sparsamkeits- matznahmen zu haben, aber Die vom Reichsrat gegen Die Bewilligung des neuen Panzerschiffes angeführten Gründe seien nicht stichhaltig. Wenn der -.richsrat Die von ihm beantragten Streichungen durch neue Ausgaben auf Der anderen Seite ausglich, so haben wir für diese Haltung kein Verständnis. Die Kinderspeisung ist nicht Reichssache. Das Reich hat dafür den Ländern wiederholt Mittel bewilligt. Wenn Preußen 30 Mill, für den U m- bau des Opernhauses bewilligt, wenn es größere Ministerialzulagen ali das Reich geben kann, dann ist es unehrlich, den Anschein zu erwecken, als wenn durch die Bewilligung des Panzerschiffes _ die Mittel für die Kinderspeisung beeinträchtigt tourucn. Für ein Panzerschiff ist das Geld besser ange- wandt als für Die Instandsetzung Der ganz veralteten Linienschiffe, die uns geblieben sind. Wir brauchen ein solches Schiff, um bet einem etwaigen Lieberfall Die Schaffung vollendeter Tatsachen gegen uns verhindern zu können. Aus sachlich Gründen bewilligen wir die Mittel für das neue Panzerschiff. Wir bedauern die im Verhältnis zu Den sächlichen sehr großen personellen Ausgaben im Etat. Wir erwarten eine Reform im Verwaltungswesen Der Marine. Wir beDauern, daß wir so außerordentlich selten von Den Angehörigen Der Marine, besonders von Den Offizieren, spontane Bekenntnisse zu der Republik hören, Der sie Dienen, dagegen so häufig Entgleisungen nach der anderen Seite. Abg. Srüninghaus (O.V.P.) erklärt, Der Weltkrieg sei zur See gegen Deutschland entschieden worden, weil Die Deutsche Flotte zu schwach zur Abwehr gegen EnglanD und Amerika war. Die Ablehnung Des neuen Panzerschiffes sei angesichts Der Schwäche unseres Land- heeres nicht zu verantworten. Sie von Den SozialDemokraten kritisierten zu hoheu Inst a n d h a l t u n g s k o st e n Der alten Schiffe könnten nur erspart toerDen. wenn neue Schiffe bewilligt werben. Wenn Deutschland nicht politischen Selbstmord üben will, Dann müsse es seine Flotte wenigstens in Dem uns vom Versailler Vertrag gelassenen bescheidenen Rahmen ausbauen. Das Deutsche Voll wurde sonst zum Spielball irgendeines abenteuerlustigen Rachbarn werden. Es sei eine lächerliche Annahme, daß mit Dem Bau eines Panzerschiffes etwa eine neue imperialistische Flottenpolitik inauguriert werden solle. Der Ausbau des polnischen Kriegshasens Gdingen in Verbindung mit Der sehr geschickten polnischen Politll und der Bearbeitung der öffentlichen Meinung durch Die mit polnischem Gelbe unterhaltene unb in deutscher Sprache geschriebene „Baltische Presse", alles das lasse fürchten, daß einmal Danzig aus der Verwaltung des Völkerbundes In öle Polens übergeht. Mit großer Flottenpolitik habe der jetzt geforderte Veubau eines Panzerschiffes gar nichts zu tun. Abg. Freiherr- von Lichthöfen (Orn.) erklärt, nach den Erfahrungen im Weltkriege könne man nicht blindlings den Gutachten der Marinesachverständigen folgen. Unter dem Einfluß der Marinepolittk sei bie Außenpolitik Der Vorkriegszeit ein Verlassen Bismarckscher Bahnen gewesen. Die Fraktion Der Demokratischen Partei steht grunbsätzlich auf Dem Standpunkte, Daß Die allgemein gebotene Sparsamkeit auch beim Haushalt Der Reichswehr unb Marine zur Auswirkung gelangen inuß. Dies ist um so erforder- licher, als bie ßeibtragenben einer burch militärische Notwendigkeiten nicht unbedingt gebotenen Rüstungspolitik gerade Die Bedürftigsten des Volkes, die Kleinrentner und Liquidationsgeschä- bigten, fein würben. Die Fraktion ist felbftber- stänblich gewillt, bie Wehrhaftigkeit unseres Volkes zu stärken. Deswegen muh aber nicht jede geforberte militärische Ausgabe schon deshalb bewilligt werden, well sie nach Dem Diktat zulässig wäre. Im übrigen muh bas Reich im eigensten Interesse den Wunsch haben, für eine Abrüstung in der Ostsee zu wirken unb nicht einen Aufrüstungswettkampf herbeizuführen. Der Bau bes Danzerschiffes muh gegenwärttg auch außenpolitisch schädliche Rückwirkungen haben. Die Fraktion wirb beshalb gegen bie erste Rate für bas Panzerschiff stimmen. Reichswehrminister Dr. Ordner: Die Marine ist ein wichtiger Faktor des Landes- schuhes. Darum hoffe ich, auch Die Demokraten noch von Der Notwendigkeit Des Panzerkreuzers überzeugen zu können. Der Außenminister Dr. Stresemann hat mich noch vor wenigen Stunden seines Einverständnisses mit meiner Haftung in Der Frage des Panzerkreuzers versichert. (Hört, hört! bei Der Mehrheit.) Wir haben also keine außenpolitischen Gefahren zu befürchten. Ich bitte daher um Bewilligung des Marineetats. (Beifall.) Abg. Eisen berget (Bayer. B. B) lehnt Den Panzerkreuzer ab: Wir haben nicht soviel Millionen für Kriegsschiffe übrig zu einer Zeit, wo Der Bauer unter Der Steuerlast seufzt. Das bayerische Handwerk habe vom Kreuzerbau auch nichts. Das Schiff wird ja nicht auf Dem Bodensee gebaut. (Schallende Heiterkeit.) — Damit schließt Die Aussprache. Die Abstimmungen toerDen zurückgestellt. Es folgt Die Emzel- beratung Des Ausschußberichtes über die Lohmann-Affäre. Abg. Heinig (Soz.): Sieben Monate hat es gedauert, bis wir Die Lohmann-Angelegenheit einigermaßen überschauen konnten. Wenn das Wehrministerium gleich Den Mut zur Wahrheit gesunden hätte, dann wäre viel außenpo- littscher Schaden vermieden worden. Im Gegensatz zu der Kanzlererllärung sind Doch Mittel des Marineetats in die Sache gesteckt worden, sind Doch von Lohmann noch persönliche Geschäfte gemacht worden. Der Llnterausschuß hat sich vor allem bemüht, die Verluste des Deiches zu vermindern. Wir werden Den Anträgen des Haushaltsausschusses zustimmen, aber auch dem kommunistischen Antrag, die verantwortlichen Minister, Vorgesetzten und sonsttgen Beteiligten in vollem Umfange regreß - pflichtig zu machen. Abg. Treviranus (Dn.) weist Darauf hin, daß diese Reichsregierung nur Untersuchungsrichter und Staatsanwalt sei, während Die Angeklagten draußen sitzen. Das jetzige Kabinett habe lediglich die Hinterlassenschaft früherer Kabinette zu liquidieren. Die Verantwortung trage für die politische, etatsrechtliche Seite in vollem Umfange der ehemalige Reichswehrmini st er für die ersten beiden Gruppen Der Lohmann-Unternehmungen. Vollkommene Aufklärung werde daher auch erst nach Der Rückkehr Geßlers möglich sein. Erst durch Die Unterschrift De Herrn ReinholD sei die weitere Beteiligung Lohmanns an den Millionenverlusten bei der Phöbusaffäre möglich geworden. (Hört, hört! rechts.) Die Phöbusbürgschaft fehle auch in der Ende Dezember 1926 Dem Haushaltsaus- schuß vom Reichsfinanzminister Dr. Reinhold streng vertraulich vorgelegten Dürgschaftsnach- Weisung, obwohl die Vollständigkeit dieser Nachweisung unterschriftlich versichert wurde. (Erneutes hört, hort! rechts.) Für die Dritte Gruppe Der Lohmanngeschäfte, Die er auf eigene Faust getätigt hat, trage er allein die Verantwortung. Die persönliche Makellosigkeit des Kapitäns Lohmann sei einwandsrei erwiesen. Es bleibe aber seine Verantwortlichkeit für bie Millionenverluste. Aba. Brüninghaus (DVP.) etflärt, feine Fraktion verurteile mit der gleichen Schärfe wie die übrigen die hier erörterten Vorgänge. Kapitän Lohmann habe offenbar feine wirtschaftlichen Fähigkeiten überschätzt, gehe aber persönlich integer aus der Sache hervor. Abg. Freiherr v. Richthosen (Dem.) sieht bie erste Ursache in der ganzen Affäre darin, daß der Ruhrfonds seinerzeit nicht liquidiert worden sei. Die mit diesem Gelbe getriebene geheime Militärpolitik war vom nationalen Standpunkt aus Wohl gut gemeint, aber sie hat dem Deutschen Reiche keinen Ruhen gebracht. Wir Demokraten standen in diesem Punkte im Gegensatz zu dem Minister Dr. Gehler. Wir wollten üjn zur Amtsniederlegung bewegen, aber er hat den Austtitt aus der Demokratischen Partei vorgezogen. Für eine abschließende Entscheidung fehlen noch die materiellen Grundlagen. Dr. Reinhold ist gar nicht über die Vorgänge informiert worden. Abg. Wegmann (Zentr.) stimmt den De- schlüssen des Haushaltsausschusses zu. Eine Liquidation des Ruhrfonds unmittelbar nach der Einstellung des Ruhrkampfes wäre unzweckmäßig gewesen. Die Umwandlung Der zehn Millionen in einen Geheimfonds war unzulässig, ebenso Die Verstärkung dieses Fonds durch die von Lohmann angewendeten Mittel. Soweit das F i - nanzministerium diesen Dingen zustimmte, hat es Die Verantwortung Dafür übernommen. Aufs schärfste ist es zu verurteilen, daß auch der Reichsfinanzminister nicht auf Kontrolle bestanden hat, al? er 1926 von Den Dingen erfuhr. Das Fiasko. Selbst die Heuchelei hat ihre Grenzen: Als Der Vorsitzen de Der Vorbereitenden Abrüstungskommission, Der Gesandte Hollands in Paris, Herr Loudon, am Ausgang der vorigen Woche in öligen Worten zum Schluß der Konferenz sein Sprüchlein herunterbetete und allerlei Lobenswertes finden wollte, hat es im Saal e i n schallendes Gelächter gegeben. Sogar die Diplomaten, bie sich sonst auf das Augurenlächeln verstehen, verloren ihre Fassung, als ihnen angesichts bieses Fiaskos klar gemacht werden sollte, daß eigentlich dc>ch wieder ein wesentlicher Fortschritt zu verzeichnen gewesen sei. W^nn alle diese „wesentlichen Fortschritte", Die nun schon seit Iahr unb Tag protokolliert worden sind, wirllich richtig wären, Dann könnte es eigentlich keinen einzigen Soldaten mehr in Europa geben. Herr Litwinofs hat sich bie kleine Bosheit geleistet, einmal statistisch her- auszurechnen, was der Völkerbund in Sachen Abrüstung schon alles getan hat. In 32 von bisher 49 Tagungen ist bie Frage irgenbtoie abgehaspelt worben, der Völkerbund hat 53, Der Völkerbundsrat sogar 58 Entschließungen zur Abrüstungsfrage angenommen. Die ständige Militärkommission hat 20 Tagungen abgehalten, bie frühere gemischte Abrüstungskommission, bie seit 1925 durch die Vorbereitende Kommission für bie Abrüstungskonferenz erseht worden ist, 10 Tagungen, die Vorbereitende Kommission selbst 5 Tagungen, das Ratslomitee für Abrüstungsfragen 6 Tagungen und so geht bie Liste weiter. Sie barf nur ergänzt werden durch bie eine Zahl, daß bie Drucksachen des Völkerbundes über die Abrüstung insgesamt 13 000 Seiten umfassen. Ein fabelhaftes Ergebnis, das Dem Fleiß Der Beteiligten ein ehrenDes Zeugnis ausstellt, nur schade, daß dieser Fleiß jedenfalls bei den maßgebenden Persönlichkeiten sich lediglich auf bie Sabotage der Abrüstung konzentriert. Unb da hat er allerdings verblüffende Erfolge erzielt. Wir stehen heute immer noch Da, wo wir 1919 standen, nur daß inzwischen die Schwierigkeiten, die künstlich von den verschiedensten Seiten geschaffen wurden, sich derart gehäuft haben, daß ein Weg durch das Wirrnis kaum mehr zu finden ist. Wobei immer noch zu bedenken bleibt, daß die Arbeiten der letzten Iahre sich ja nicht einmal um Die Abrüstung selbst drehten, sondern nur um die Arbeiten zur Vorbereitung einer Abrüstungskonferenz: wobei auch keineswegs etwa Die vollständige Abrüstung verlangt war, sondern lediglich ein Plan zur Herabminderung und Begrenzung der Rüstung. Dem haben sogar die Russen, die diesmal sehr geschickt operierten, Rechnung getragen, indem sie ihren Antrag auf völlige Abrüstung zurückstellten und mit einem Vorschlag auf Teil abrüstung kamen, in der sicheren Gewißheit, bah die „Abrüflungsfreunde" es schon Die Zentrumsfrattion stimmt den von der Regierung angekündigten Kontrollmahnahmen zu unb wünscht eine Prüfung ber Frage, wie weit bie Vermittler und Treuhänder bei den Lohmanngeschäften regreßpflichtig gemacht werden können. Reichswehrminister Gröner: Den Wünschen des Reichstages ist schon insofern Rechnung getragen worden, als ich die Abwicklung der Lohmann-Unteniehmungen aus der Marine herausgenommen unb mir unmittelbar unterstellt habe. Dabei ist b i e e n g ft e Verbinbung mit bem Reichsfinanzministerium unb dem Rechnungshof gewährleistet. Die für alle Ministerien vorgesehene Kontrollkommission wird im Reichswehrministerium in kurzer Zeit ihre Tätigkeit aufnehmen. Bei den Abstimmungen zum QHarineetat wird Der Antrag auf S treichung Der Mittel für das neue Panzerschiff gegen die Stimmen ber Sozialdemokraten, Kommunisten, Demokraten und einiger Mitglieder Der Wirtschaftlichen Vereinigung abgelehnt. Rach Ablehnung Der weiteren Streichungsanträge Der Linken wird Der Marineetat nach Den Vorschlägen des Haushaltsausschusses in zweiter Lesung angenommen. Die zur Deckung Der Phoebus-Derpflich- tungen in den Nachtragsetat eingestellten 7 Millionen werben gegen bie Stimmen Der Kommunisten bewilligt. Die Ausschußent- schliehung zur Lohmann- Angelegenheit wird angenommen, nachdem Der kommunistische Qlenöe- rungsantrag (Regrehpflicht Der verantwortlichen Minister) gegen Kommunisten unD Sozialdemokraten abgelehnt worden ist. — Der Ergänzungsetat wird mit Der Ausschußentschließung zum Äotprogramm angenommen. — Mittwoch: Haushalt Der allgemeinen Finanz- Verwaltung mit Teilen des Nachtrags« und Er- gänzungsetatS. zu verhindern wissen würden, auch nur einem solchen Fortschritt zuzulassen, was ihnen ja dann auch geglückt ist. Denn das letzte Ziel Der Russen geht doch Dahin, Die Lebensunfähigkeit Des VölkerbunDes aus sich selbst heraus nachzuweisen und Frankreich ist Dabei chr bester Bundesgenosse. Riemand kann darüber im Zweifel seim daß mit bem Erfolg oder Mißerfolg bes Völkerbundes in der Abrüstungsfrage auchderVöl- kerbund selbst steht und fällt. Was er bisher erreicht hat, beschränkt sich darauf, daß die unterlegenen Staaten zwangsweise abgerüstet sind, daß dagegen bie Siegerstaaten eine Rüstung tragen, wie sie sie im Frieden niemals gehabt haben. Frankreich hat die Massenbewaff- mmg bis zu den Frauen unb Kindern, bis ins letzte burchorganisiert, hat sich im Zeichen der Abrüstung um seine Ostgrenze einen Befesti- gungigürtel gezogen, ber riesenhafte Ausmaße annahm, es hat seine Vasallen mit Gelb unb allen technischen Hilfsmitteln unterstützt, um auch bort eine Hypertrophie des Militarismus zu errichten. Dasselbe Frankreich hält dann in Genf hochtönende Reden über seinen Friedenswillen unb über seine Geneigtheit zur Abrüstung, nur daß ihm heute niemand mehr glaubt. Das ganze Schauspiel ist aber — wir finden fein anderes Wort — derartig widerlich, daß Deutschland sich Daran unmöglich beteiligen kann. Rach Dem Versailler Vertrag sollte bie Entwaffnung ber Mittelmächte nur ber erste Schritt zu einer allgemeinen Entwaffnung fein; noch vor einem halben Iahr hat sogar Frankreich anerkannt, bah Deutschland einen juristischen Anspruch auf Die Entwaffnung ber anberen habe, heute finb wir bank Der ewigen Abrüstungskonferenzen schon so weit gekommen, Daß uns nur noch ein moralischer Anspruch konzeDicrt werden soll. Kann es uns Da ein Mensch in Der Welt verDenken, wenn sogar unsere GeDuld nachgerade ihr Ende erreicht. Wir haben gewarnt und gewarnt, haben immer wieder daraus hingewiesen, daß Deutschlands Mitarbeit im Völkerbund unmöglich sei, wenn ber Völkerbund nicht endlich aus ber Abrüstung Ernst mache, geholfen hat das nichts. So wird ber beutschen Politik kaum etwas anberes übrig bleiben, als bie Folgen aus diesem Versagen zu ziehen. Ob wir das heute schon tun ober erst in einem Vierteljahr, wenn bie Wahlen vorbei finb. ist eine Frage der Taktik. Wir haben schließlich keine Veranlassung, das Spiel Frankreichs zu spielen und Den Franzosen auch nur ein Gramm Der Verantwortung abzunehmen, Die sie an Dem Zusammenbruch des Friedensgedankens tragen. Aber daß wir gewisse Folgerungen ziehen müssen, darüber wird heule bei Den ausgesprochen deutschen Pazifisten kein Zweifel wehr fein; und in welcher Art sie gezogen werden, darüber hat Deutschland Die in Frage kommenden Mächte schon feit längerer Zeit unterrichtet. Oie Genfer A-rüstnngskonwdie. Oie Finanzlage Hessens. Eine Antwort an die hessische Regierung. Das parteiamtliche Organ der Deutschen Dollspartei, die „Rationalliberale Korrespondenz" schreibt zu der unter der Spih- marke „Mehr Verständnis für Hessen" von der Pressestelle des Hessischen Staatsministe- riumS veröffentlichten Rotiz folgendes: Der Abgeordnete Dr. Cremer hat im Haus- haltsausschuh des Reichstags vor einigen Tagen eine Anfrage an den Reichsfinanzminister gestellt, wie es sich mit den, dem Verlauten nach in den letzten (Zähren an die hessische Regierung gezahlten Zuschüssen verhält, deren Bedeutung und Höhe etatsrechtlich nicht erkennbar sei. Er hat ferner gefragt, wie weit die Untersuchungen des Reichssparkommissars über die hessische Verwaltung gediehen seien, und ob die Grundsätze streng st er Sparsamkeit in der hessischen Verwaltung, insbesondere imPersonalstand der Ministerien befolgt würden. Der Reichsfinanzminister hat Aufschluß über die bisher an Hessen geleisteten Zahlungen und das diesen zugrundeliegende Abkommen des früheren Finanzministers Dr. Reinhold mit seinem Parteifreund Henrich vom Herbst 1926, gegeben und den Abschluß der Ermittlungen des Sparkommissars für die nächste Zeit in Aussicht gestellt. Von feiten des Vertreters der DDP. wie auch von den Vertretern anderer Parteien ist die Zulässigkeit der vom Finanzminister als Kassenvorschüsse gekennzeichneten Auszahlung von vielen Millionen Mark an das Land Hessen als etatsrecht- licb unzulässig charakterisiert und bedangt worden, daß diese Zahlungen sowie die zugrundeliegenden Verträge durch Rachtragsetat ordnungsmäßig angefordert werden und auch die fernere Regelung der Zuschüsse für Hessen im Einvernehmen mit dem Reichstag erfolge. A u s d r ü ck l i ch hot Dr. Cremer hierbei ausgesprochen, daß die mit der Besatzung zusammenhängende Rotlage Hessens nicht verkannt werde und man bereit fei, im Rahmen des Bedürfnisses einzuspringen. Es ist daher seltsam, daß die Pressestelle der hessischen Regierung versucht, die nicht nur wohlgemeinte, sondern auch durch das Reichsinteresse gebotene Anfrage des Abgeordneten Dr. Cremer so umzudeuten, als ob sie von Mißgunst oder mangelndem Der st ändnis für die besondere Lage Hessens geleitet gewesen sei. Das Gegenteil ist der Fall! Die hessische Regierung empfindet aber offenbar die Kritik unbequem, die an ihrem außerordentlich übersetzten Verwaltungsapporat und an der Tatsache geübt wird, daß erst der Ministerwechsel nach der letzten Landtogswahl wiederum zu einem, nur parteipolitisch zu erklärenden Revirement in verschiedenen hessischen Ministerien geführt hat. dessen Kosten ZU Lasten des öffentlichen Bedarfs geben. Die Reichszuschüsse für Hessen sind jedenfalls nicht dazu bestimmt, auf Kosten der Gesamtheit des Reichs die Aufrechterhaltung eines gewaltigen Verwaltungsapparats des Landes Hessen zu ermöglichen, der mit dessen Steuerkraft und Umfang selbst dann nicht im Einklang stehen würde, wenn die Desatzungslast völlig beseitigt wäre. Die Derstimmung der hessischen Regierung über die öffentliche Erörterung ihres Finanzverhältnisses zum Reich hat offenbar ihren Grund darin, daß das seit 1926 erfolgreich geübte Versteck- spiel hinsichtlich der Reichssubvention nicht mehr weiter geführt werden kann. Die Llebersehung der hessischen Zentralbehörden hat jedenfalls mit der Desahungslast nichts zu tun; sie steht mit der unitarischen Einstellung der führenden Regierungsparteien Hessens ganz ohne Zweifel in einem offenbaren Widerspruch. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Von unserer Darmstädter Redaktion. D a r m st a d t, 27. März. Der Finanzausschuß hot dle Verhandlungen über die Besoldung s° orönung im wesentlichen zu Ende geführt; über die letzten Stufen soll noch am Mittwoch entschieden werden. Zu den Bestimmungen über Die einzelnen Gruppen logen zahlreiche Anträge vor, doch wurden nur die von den Koali- ° n $ a r 1 e i e n, teilweise mit geringfügigen Abänderungen, angenommen. Die wichtigsten dieser Anträge seien hier verzeichnet. Zur Besoldungsgruppe? wird hinzugefügt: Straf- anstoltsoberwachtmeister an den Strafanstalten, den Landgerichtsgefängnissen und den Amtsgerichtsgefängnissen Offenbach und Worms. Gestrichen wird Kellermeister bei der Wein- und Obstbauschule in Oppenheim, der bei der Besoldungsgruppe 6 hinzugefügt wird. Bei Besoldungsgruppe 5 werden gestrichen: Obermaschinenmeister bei der medizinischen und Frauenklinik der Landesuniversität und der Oberwerkmeister am Kraftwerk und am physikalischen und elektrotechnischen Znftitut der Technischen Hochschule. In G r u p p e 4e wurde eine Anmerkung hinzugefügt mit dem Wortlaut: Die am 30. September 1927 im Amt gewesenen Beamten erhalten für ihre Person die Bezüge der Gruppe 4 d. Hinzugesetzt werden der erwähnte Obermaschinenmeister der Landesuniversität und der Oberwerkmeister der Technischen Hochschule. Gestrichen werden: der Be- triebsführer am Elektrizitätswerk Bad-Rauheim und der Betriebsobersekretär in Bad-Rauheim beide wurden in die Besoldungsgruppe 4 d eingereiht. Zur /^-Gruppe la wurde beschlossen, auf einen Antrag der Koalitionsparteien hin, daß die Endstufe bteser Gruppe mit 12 000 Mk., statt mit 12 600 Mk. einzusetzen ist. Die Stelle der Kreisdirektoren in Offenbach und Worms wurden gestrichen. Ferner wurde beschlossen zur Gruppe lb: Der Bad- und Kurdirektor in Bad- Ranheim ist zu streiken. Der Kreisdirektor in Friedberg ist zu streichen und als neue Zeile ist zu setzen Kreisdirektoren. Zur Gruppe 2a- Der Direktor der Zellenstrafanstalt Butzbach und der Regierungsbaurat als Vorstand des Be- triebSamtes Dad-Aauheim ist zu streichen und die Stelle Bad- und Kurdirektor in Bad-Rau- I)eim hin-uzusetzen. Zur Gruppe 2h: Der Direktor der Zellenstrasanstalt Butzbach und der Regierungsbaurat als Vorstand des Betriebsamtes Bad-Rauheim ist hier anzuführen. Die Worte ..Landgerichtsräte" und ..Staatsanwälte" sind hinter Amtsgerichtsräte Hinzuzusehen. Zur Gruppe 2c: Die Stelle des Polizcischulra!» ist hier aufzuführen Der Regierungsrat als Der- waltungsdirektvr am Landestheater ist zuzusetzen Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers'. Berlin, 28. März. Anläßlich der Einweihung des neuen Königsberger Reichsbankgebäudes hat der Reichsbankpräsident Dr. Schacht in längeren Ausführungen gegen die Vorwürfe der Zentralifierungsmanie der Aeichsbank und zu Fragen des landwirtschaftlichen Kredites Stellung genommen. Die Frage der Zentralisierung der öffentlichen Gelder ist auch heute noch eine akute und für die Volkswirtschaft sehr entscheidende Frage. Don den Kommunen und Provinzen wird entgegen den Bestrebungen des Reichsbankpräsidenten verlangt, daß mit den aufkommenden öffentlichen Geldern zunächst die Rachfrage im Entstehungs- bezirk der Gelder befriedigt würde und dann erst die Spihenbeträge, die freibleiben, in die Zentrale, d. i. die Reichsbank, zusammen - strömen, um dann zwecks Ausgleichs wieder in die Provinz weitergeleitet zu werden. Dr. Schacht tritt dagegen für Zentralisierung der verfügbaren Mittel auf der einen Seite, aber Dezentralis ation der Kredite, die die Wirtschaft gebraucht, auf der anderen Seite ein, und man kann sich dieser Ansicht nur anschließen, wenn durch die Zentralisierung der öffentlichen Gelder nicht die Gefahr willkürlicher Zuteilung, die seines Erachtens durchaus im Bereich der Möglichkeit liegt, entsteht. Die Landwirtschaft betrachtet der Reichsbankpräsident als die unerläßliche Grundlage für die gesamte deutsche Wirtschaft und als Stühe eines starken inländischen Marktes, und seine Ausführungen beweisen, daß die Reichsbank durchaus gewillt ist, an der Behebung der landwirtschaftlichen Krise im Rahmen ihrer großen Aufgaben als Zentralnoteninstitut mitzuwirken. Scharfe Kritik übte Dr. Schacht an dem landwirtschaftlichen Genossenschaftswesen, das an einer gewissen Liebersetzung und Schwer- falligfeit leide. In der Reorganisation von oben, Mrlschastslage. wie sie bekanntlich nach dem neuen Preußen- kassengesetz vorgesehen ist, sieht er nicht einen gesunden Wiederaufbau, wenn nicht gleichzeitig von unten her vor allem durch die Steigerung desDerantwortungsgefühls der landwirtschaftlichen Kreise die Reorganisation des Genossenschaftswesens einseht. ES sei zu befürchten, daß L»ie Reorganisation von oben allein zu einem Mißerfolg führen wird, der unter Llmständen das ganze Genossenschaftswesen zerschlagen kann. Don unten heraus muh an einer Verbilligung und Verbesserung deS landwirtschaftlichen Genossenschaftswesens gearbeitet werden. Politik darf in diese Dinge nicht hineingetragen werden. DaS, was wir in Deutschland brauchen, ist nicht nur die Mitarbeit des einzelnen am Ganzen, sondern ist das Prinzip des Verantwortungsgefühls für daS Ganze. Der Staat darf nicht zu einer Einrichtung für Kostgänger, Sozialrentner, Erwerbslosenfürsorgeberechtigte und dergleichen werden. Der Staat kann nur leben, wenn seine Mitbürger in harter produktiver Arbeit sich selbst für den Staat bauen und bilden. In diesem Sinne hat die Reichsbank ihre Aufgabe geführt. Der Dienst am Publikum, an der Wirtschaft ist das, was uns alle erfüllen muh, und in diesem Dienst wird die Reichsbank nicht erlahmen. In seinen weiteren Ausführungen befaßte sich Dr. Schacht mit dem Begriff „Demokratie". Wenn es irgendeinem von uns schlecht geht, dann ruft er sofort: Der Staat muß Helsen. Aber der Staat ist nichts, was über uns steht. Er ist nicht eine Macht, gegen die wir an.Lmpfen müssen. Wir alle sind der Staat und anstatt immer gebannt auf den Staat, auf die Behörden zu sehen, sollten wir mehr den Begriff der Selbsthilfe und der Selbstverantwortung voranstellen. Der Staat will erobert fein von jedem einzelnen. und die Stelle des ersten Konzertmeisters ist neu aufzuführen. Zur Gruppe 2d: Die Stelle des Polizeischulrats ist hier zu streichen. Zur Gruppe 3a: Taubstummen- und Blindenlehrer sind hier neu aufzuführen. Zur Gruppe 3c: Taubstummen- und Blindenlehrer sind zu streichen und neu hinzuzufügen: Reallehcer und Reallehrerinnen an höheren Schulen. Mussolini für Revision der Verträge. DieFreundschaft zu Ungarn. - Der Brenner. London. 26. Mär;. (2D2B. Funkspruch.) In einem Interview mit dem Besitzer der ..Daily Mail". Lord Roihermere, sagte Mussolini: „Italien hat noch einen schweren Kampf wirtschaftlicher Entwicklung vor sich. Auswärtige Verwickelungen sind das letzte, was es sich leisten könnte. 3d) habe meine friedlichen Absichten bewiesen durch Abschluß eines Freundschaftrverkrages mit Jugoslawien, dem früheren Rivalen Italien». Jugoslawien hat den Vertrag bisher nicht ratifiziert, was bis nächsten Juli geschehen mühte. Aber selbst, wenn keine Ratifikation erfolgt, besteht keine Gefahr eines Konfliktes. Italiens Beziehungen zu Jugoslawien werden die gleichen bleiben, wie die zu anderen Ländern und, da beide Staaten Mitglieder des Völkerbundes sind, würde ein Mittel vorhanden fein, um mit der Gefahr eines evtl. Konfliktes fertig- zuwerden. lieber die ungarische Grenzfrage äuherte sich Mussolini: „Die Ungarn sind eine ritterliche Ration, für die die Italiener Achtung empfinden. Zwischen beiden Ländern besteht aufrichtige Jreuub- schaft. Eine solche Ration unter dem Drucke eines dauerndenGefühles offenbaren Unrechtes zu lassen, würde nicht im Interesse des Friedens Europas liegen. Vie Heiligkeit von Verträgen muh gewahrt bleiben. Aber dieser Grundsatz verhindert nicht dieAbänderungder Einzelheiten eines Vertrages, wenn sich nach sorgfältiger Prüfung ergibt, das sie wünschenswert ist. In der ganzen Geschichte hat es noch nie einen Vertrag gegeben, der ewig dauerte. Im Gegensatz zu Italien kann Ungarn keine geo- graphische Grenze haben, aber es könnte und muhte eine Rassengrenze besitzen. Der Brennerpah bildet eine natürliche geographische Grenze. Die Tatsache, dah zufällig ungefähr 200 000 Menschen öfterrei.chischer Rasse aus der Italienischen Seite dieser Grenze leben, darf die Sicherheit und geographische Einheit einer Ration von über 40 Millionen Menschen nicht schmälern. Mussolini fügte hinzu, die österreichischen Untertanen Italiens würden genau so behandelt. wie die Italiener. Er sprach dann von den italienischen Kolonlsatlonsbemühungen in Tripolis und der Eyrenaika, die darauf abziellen. der nordafrikanischen Küste die Fruchtbarkeit wiederzugeben. die sie zur Zeit des alten Roms zu einem der Getreidespeicher der Welt gemacht habe." Kleine politische Rachrichten. Im Lohn st reit bei der Deutschen Reichsbahn wurde im Reichsarbeitsministerium zwischen der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschaft und den beteiligten Gewerkschaften eine Vereinbarung getroffen. Die Dereinbarung deckt sich im wesentlichen mit dem Schiedsspruch, geht aber insofern über ihn hinaus, als im Lohngebiet 3 und in der Lohngruppe V deS Lohngebiets 2 die Satze um je einen weiteren Pfennig erhöht wurden. Der Tarifvertrag soll bis zum 31. Ianuar 1929 Geltung haben. Im Anschluß an den in der letzten Woche unternommenen Vorstoß des Llnterhausmitalie- des Kenworthy gegen die Rheinlandbe- s e h u n g, der auch von den zahlreichen Heiraten zwischen Engländern und Deutschen im besetzten Gebiet gesprochen hatte, wurde an den Kriegsminister die Frage gerichtet, w i e v i e l e Eheschließungen zwischen Soldaten der Rheinarmee und deutschen Frauen statt- gesunden haben Der KriegKminister erklärte, ihre Zahl belaufe sich auf etwa 690. Wie aus Mühlhausen i. E. berichtet wird, hat der tersuchungsrichter in der Autono- mistcnasfäre gegen den in die Angelegenheit verwickelten, in der Schweiz weilenden Baron Ley Haftbefehl ergehen lassen. Baron Claus Zorn von Bulach, der eine 13monatige Gefängnisstrafe hatte antreten sollen, ist Strafaufschub gewährt worden, da er ein ärztliches Zeugnis unterbreitete, das bescheinigt, daß er augenblicklich krank sei. Schweres Erdbeben in Italien. Zehn Tote in der Provinz Udine. — Uebcr- schwernrnnngen in Venetien. U b i n e, 27. März. (WTB. Funkspruch.) Ein Erdbeben, das heute früh mehrere Ortschaften in der Provinz Udine heimgesucht hat, dauerte etwa 20 Sekunden. In Tolme; zo wurde fast ein Drittel aller Häuser so schwer beschädigt, daß sie für unbewohnbar erklärt werden mußten. Auch die Mauern der Kirche weisen "grofoe Risse auf. Ls sind bi» jetzt zehnToteundvler- 3 i g verwundete festgestellt. Die Zahl der Opfer kann sich jedoch noch vermehren, weil mit mehreren Orten jegliche telephonische Verbindung unterbrochen ist. Da» Hauptzentrum de« Erdbebens lag in den Gemeinden von verzegni und in der Gemeinde Lavazzo. In Tolmezzo, das ebenfalls stark gelitten hat, muhte u.a. das Krankenhaus geräumt werden, da es Risse bekommen hatte. Die Kranken wurden nach Udine gebracht. Der Turm des Domes von Tolmezzo ist in Gefahr, ju- sammenzubrechen. Auch die anderen Kirchen haben Schaden gelitten, ebenso das Gericht und die Alpinl- Kaserne. Die Regierung hat eine Hilfsaktion einge- lellet. Die Bevölkerung kampiert in Zelten. * „Messagerro" berichtet über grohe Ueber- schwemmungen in ganz Venetien. Aus Vicenza wird mitgeteilt, dah eine ganze Reihe Gemeinden der Provinz von Hochwasser helmgesucht wurde, das besonders la an Pietro und in San Sebastiano großen Schaden anrichtete. Dort sind einige Häuser eingestürzt. Aus Venedig wird gemeldet, dah in der Umgebung von Mestre die Kanäle über ihre Ufer getreten sind und dah u.a. die Villa des Finanzminister» Grafen volpi überschwemmt worden ist, so daß das ganze Erdgeschoß unter Wasser steht. Die elektrische Bahn nach Treviso hat ihren Dienst eingestellt. Auch aus Padua werden Ueberschwemmungen gemeldet und gesagt, dah einige Stadtviertel unter Wasser stehen. Der neue Atlantikflug. Berlin, 27. März. Freiherr von hüne- felb hat dem Vertreter des „Berliner Mittag", der ihn in Baldonnel aufsuchte, u.a. erklärte: „Entgegen der in Deutschland weit verbreiteten Auffassung, daß der Sommer die geeignetste Zeit zu einem Ojean- ' flug wäre, sind Hauptmann Köhl und ich der Ansicht, dah dies der Frühling ist. wir wissen uns darin mit allen meteorologischen Kapazitäten eins und glauben, keine Vorsichtsmahregeln anher Acht; gelassen zu haben, warum wir nicht von Deutschland au» geflogen sind? Die Frage ist leicht zu be- antroorten. wir haben hier keinen geeigneten Platz. Dessau kommt nach den gemachten Erfahrungen gar nicht in Betracht. Berlin, das als ver- kehrsslughafen geradezu ideal ist, scheidet ebenfalls aus. Also blieb uns nur das Ausland und da haben wir Irland gewählt, weil dort einmal die örtlichen Verhältnisse äußerst günstig sind und da bei einem Start von hier aus die Unwetterzone des Ozeans leicht in nördlicher Richtung zu umgehen ist." Bei der augenblicklich herrschenden westlichen Windrichtung muß für die äuherst schwere Maschine durch Walzen eine besondere Startbahn angelegt werden, wenn die wetterbedingungen weiter günstig bleiben, werden die deutschen Flieger omMllt- woch wahrscheinlich in der Frühe zwischen 5 und 6 Uhr den Flughafen Baldonnel zu ihrem Irans- atlantikflug verlassen. Die letzten Vorbereitungen find bereits getroffen. Aus aller Wett. Aushebung des Sichtvermerkzwanges zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Aach Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen und der tschechoslowakischen Regierung in Berlin ist die Aushebung des Sichtoermerkzwanges zwischen den beiden Ländern mit Wirkung vom 5. April 1928 und das Inkrafttreten einer Vereinbarung über die paßtechnische Regelung des deutsch-tschechoslowakischen Grenzverkehrs zürn l.Mai 1928 vereinbart worden. Besuch des Bischofs von Regensburg in Konnersreuth. Nach einer Meldung aus Regensburg traf der Bischof von Regensburg, Dr. Buchberaer, am letzten Donnerstag unerwartet in Begleitung des Weihbischofs und mehrerer Professoren der Tyeolo- gischen Hochschule Regensburg in Konnersreuth ein. um Therese Neumann aufzusuchen. 3m Walde überfallen. Im Walde zwischen Stockheim und Riederau bei Düren (Rhld.) wurden nachmittags zwei Mädchen im Alter von 16 und 17 Iahren von einem etwa 22jahrigen Mann angesprochen, der die Herausgabe ihrer Barschaft verlangte. Als die Mädchen erklärten, kein Geld bei sich zu haben, drängte der Mann sie etwa 30 Meter in das Dickicht hinein, bedrohte sie mit Erstechen, sobald sie einen Laut von sich gäben, fesselte sie mit einem Strick und beging an einem der Mädchen ein schweres Sittlichkeitsverbrechen. Erst gegen Abend konnten sich die Mädchen befreien. Bombenexplosion In Lhlkago. In Chllago explodierten zwei Bomben vor den Wohnungen bekannter Politiker. Verletzt wurde niemand. Die erste Bombe traf die Fassade deS Hauses von Senator De- neen, die schwer beschädigt wurde. Fünfzehn Minuten später explodierte eine zweite Bombe in der offenen Vorhalle im Hause des Richters S w a n s o n. In der letzten Zeit sind schon vier ähnliche Anschläge auf die Wohnungen hoher Beamter versucht worden, aber der vorliegende Fall ist der erste, bei dem sich der Anschlag gegen das Eigentum von Personen richtete, die die Verwaltungsmethoden des derzeitigen Bürgermeisters von Chikago, Thompson, öffentlich bekämpften. Wolfsplage iin Apennin. 3n einem Teil des umbrischen Apennin treiben feit einigen Tagen Wölfe ihr Unwesen. 3m Laufe weniger Tage wurden 30 Pferde und 300 Schafe zerrissen. Einige Wölfe konnten erlegt werden. Wie der Posträuber Hein seine Freund« beschenkte. In Düsseldorf-Gerresheim hatte ein früherer Arbeitskollege des Posträuoers Hein, der Schlosser Paul Grundlach, sich ein kleines Friseur- geschäft eingerichtet. Bei einem seiner Besuche beklagte sich Hein darüber, dah Grundlach keine elektrische Haarschneidemaschine habe. Grundlach erklärte daraus, dazu habe er kein Geld. Hein fuhr nach Iena zurück und ein paar Tage später erhielt der Friseuv in Gerresheim ein Riesenpaket, das eine vollständige Ausrüstung für ein Friseur - Geschäft enthielt, darunter eine eleltrische Haar-st schneidemaschine. Hein hatte nach seiner Ankunft in Iena gemeinsam mit einem Freund einen Friseurladen geplündert, um seinem Freunde in Gerresheim eine kleine Freude zu machen. Der Beschenkte wurde jetzt vom Schöffengericht wegen Hehlerei zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Oie Wetterlage. o l l WknVti KJegenf.fi o IW O Worxentoi o netter <>nat» owentt, ® womtg, edem «Rege* * Schnee ä Graopein «, Meeei "R tevitter.@)wind$tiiie. -O' StW leichter Ost y mäjsioer Sudsoowesi q stürmischer «orowesl die Pfeile fliegen mu gern «finge Pie oei oen Stationen Menenden eih» len gehen die Temperatur an. Die Limen veromdeo One mit gtetenent ! Heeresmv'tau umeereenneten Luftdruck : icrvoraussage. Ein Ausläufer des Rordmeerttefs. der sich bis nach Westdeutschland hin erstreckt, brachte dort bereits leichte Riederschläge. Die an der Südseite vordringenden ozeanischen Luftmassen lassen es neben geringem Temperaturrückgang zu zeitweise bewölktem Wetter kommen. Vereinzelte Riederschläge treten dabei gelegentlich noch auf. Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkig mit zeitweisem 'Aufklaren, etwas kühler, vereinzelt geringe Riederschläge. Wltterungsausfichten für Frei- tag: Wechselitdc Bewölkung, Temperaturen wenig verändert, keilte oder nur ganz vereinzelt geringe Riederschläge. Lufttemperaturen am 27. Marz: mittags 13,2 Grad Celsius, abends 6,8 Grad Celsius; am 28. März: morgens 7 Grad Celsius. Maximum 13,6 Grad Celsius, Minimum 4,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. März: abends 10,8 Grad Celsius; am 28. März: morgens 7,4 Grad Celsius — Sonnenscheindauer: 7% Stunden. Dirigenienkursus in Södel. die des r bzw. ein Jahr drei Monaten. di« LHeorie in die Praxis an Hegars „Jung Volker" und drei Schubert-Chören um. Hierauf chloss der Vorsitzende des Wetterau-Sänger- »undes die Tagung, dankte Herrn W e r l 6 für eine lehrreichen Ausführungen und gab der Hoffnung Ausdruck, dah in absehbarer Zeit ein Crgänzungskurs stattfinden möge, der von allen Teilnehmern lebhaft begehrt wurde. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügter- Rückporto wird keine Gewähr übernommen An;eigenousträae sind lediglich an bte Geschäftsstelle $a richten Schöffengericht Wetzlar. Q Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde ein 20jähriger Fuhrmann aus Wetzlar wegen Sittlichkeitsverbrechens, begangen an einem neunjährigen Mädchen, zu >Ve Jahren SeMUWWimmMn erfordern stets eine sorgfältige Textgebung und Latzausstattung. Gute Satzleistungen sind nur erreichbar, wenn die Anzeigen Will genug aufgegeben werden. Der Annahmeschluh für atte Anzeigen im (Siebener Anzeiger entfallt aus den Nachmittag vor der Ausnahme. Empsehlungs. anzeigen müssen, je nach Umfang und Satz- schwterigkeiten, zwei bis drei Tage vorher bestellt jein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gesetzte Empfehlungen Men den eaoiMM tolg! Eisenbahn- Frachtverkehr werben voraussichtlich am l. Oktober 1928 neue deutsche und internationale Frachtbriefe eingeführt werden. Die bisher gültigen Vordrucke können nicht aufgebraucht werden, so dass sich eine Bedarfsdeckung über den 30. September 1928 hinaus nicht emp- stehlt. " (Sin Schaufen st erdiebstahl wurde in der letzten Vacht zwischen 4 und 5 Uhr in dem Konfektionshaus C. Frensdorf verübt. Dort zertrümmerte ein Mann von mittlerer Grösse mit einem schweren Gegenstand eine der grossen Erkerscheiben und entwendete aus der Schaufensterauslage mehrere Kleidungsstücke, mit denen er sich schleunigst aus dem Staube machte. Die polizeilichen Vachforschungen nach dem dreisten Spitzbuben sind im Gange. * 50000 Mark in der Lotterie gewonnen — und doch verlöre ir. Ein Einwohner von Vieder-Florstadt (Kreis Friedberg) besah, wie uns von dort berichtet wird, ein Los der Wohlfahrtslotterie. Vach der ersten Ziehung holte er sich eine Gewinnliste, auf der er seine Vummer nicht fand, worauf er das Los zerriss. Später merkte er, dass auf seine Vummer der Haupttreffer mit 50 000 Mark gefallen war. Trotz aller Mühe konnte er bis jetzt nicht in den Besitz des Geldes kommen, da er das Los als Ausweis nicht mehr besitzt. ''Zeichenausstellung in derGoethe- schule. Einen interessanten Einblick in den modernen Zeichenunterricht in der Volksschule konnten die Besucher der Zeichenausstellung im Zeichensaal der Goetheschule am Samstag und Sonntag gewinnen. Die Zeichenlehrerin, Frl. Grobe, hatte eine Auswahl aus den Arbeiten der Mädchenschule getroffen, die in übersichtlicher Anordnung den stufenweisen Aufbau des Unterrichts erkennen liess. Den Arbeiten aus dem fünften Schuljahr als Beginn des systematischen Zeichenunterrichts war mit Vecht die sorgfältigste Aufstellung zuteil geworden, denn vom künstlerischen Gesichtspunkt aus sind hier die überraschendsten Vesultate erzielt. Das Vaturzeichnen seht im sechsten Schuljahr ein. Einige verblüffend charakteristische Blumenzeichnungen wurden als Proben gezeigt, ebenso eine Anzahl Figuren in Skelettmanier. 3m siebenten Schuljahr beginnt die individuelle Erziehung der Begabungen. Es lagen neben exakten Vaturstudien vor allem eine Menge in modernem Sinn aus Werkzeug und Rhythmus entwickelter Ornamentschöpfungen vor, zum Teil auch als Stickereien und Druckmuster verwendet. 3n den Klassen mit erweitertem Lehrziel endlich überraschte das planvolle Arbeiten mit Farbreiben und deren Anwendung auf verschiedene Motive mit starkem Stimmungsgehalt. Die Ergebnisse des Vatuv- zeichnens waren daneben in äusserst sorgfältigen, aber nicht kleinlich gesehenen Blättern vertreten. So nehmen die Schülerinnen eine gründliche Vorbildung mit auf den Weg, der sie vielfach in kunsthandwerkliche und andere Berufe führt, die nicht nur Begabung, sondern auch Vertrautheit mit den künstlerischen Grundelementen erfordern. Es ist daher zu begrüßen, dass der Zeichenunterricht an den Volksschulen gänzlich in die Hände der Fachlehrer gelegt wurde. Dah die Ausstellung den Willen zu modernen Unterrichtsgrund- sähen erwiesen hat, werden alle interessierten Besucher der Goetheschule und ihrer Zeichenlehrerin anerkennen. LU Von der Landesuniversität Giessen Der ausserordentliche Professor an der Universität Marburg D. Dr. W. Baumga r t- ■ ner hat den an ihn ergangenen Ruf, an Stelle des nach Halle gehenden ordentlichen Professors für Altes Testament D. Hans Schmidt, angenommen. . * Don der Oberpostdirektion Darmstadt Dem bisherigen Abteilungsdirektor der Frankfurter Oberpostdirektion, Leister, ist vom 1. April ab die Leitung der Oberpostdirektion Darmstadt übertragen worden. - Eine öffentliche Stadtvervrd- netenfitzung findet am nächsten Frertag, nachmittags 5.51 Uhr beginnend, im Sitzungssaal« im Stadthaus Bergstrasse statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende wichtigere Vorlagen: Beseitigung der Dorgärten m der Frankfurter Strasse. Umgestaltung der Westanlage. Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Strahenreinigung. Gebührenordnung für die Benutzung der städtischen Mullabstchr. Urbarmachung von früherem Waldgelande beim Flughafen. Wochenmarktvrdnung der Stadt Giessen. „ ,,,,, " Kreisausschuß Greße n. Am nächsten Samstag, 31. März, vormittags 9 Uhr beginnend findet im Sitzungssaal des Vegierungsgebaudes dahier eine öffentliche Sitzung des Krersaus- schusses mit folgender Tagesordnung statt: 1. Be- testigung eines Flutgrabens m der Gemarkung Oueckborn auf dem Grundstück des Gas- und Wasserwerks der Stadt Giessen; 2. Turbinen- anlagc des Mühlenbesitzers Zimmer zu Grün- Man doli neu-Wett st reit in Vie- s- c n. Der Mandolinen- und Gitarven-Berein Veapolita" veranstaltet am 5. und 6. Mai in der Volkshalle einen großen Mandolmen-Wett- streit, an dem sich 23 Vereine beteilig^ werken, während ebenso viele Vereine als Doste teil- nehmen wollen. Am SamStag, o. Mai soll m der Volkshalle ein Festtonuners statt finden, für den u a. der Bauersche Gesangverein. der Ge- fang»e«ül „Seiterieit", die schäft (Tv. 1846 und Wtv.), fotoie dre Rad° sahrer-Vereine 1895 und „Germania 'hre Mtt- ttHrfung zugesagt haben. Der festgebende Derem selbst beabsichtigt, schon bei dieser Gelegenheit mit einem grösseren Chor hervorzutreten. Zur Zeit wird von den Ausschüssen eifrig an der Vorbereitung des Feste« gearbeitet Man darf der Veranstaltung mit besonderem 3ntcresse ent* tbrief-Bordrucke Mit Gültig- feit her neuen Eisenbahnverkehrsordnung unö de« neuen internationalen Uebereinkommene über den Amtsgericht Gießen. • Giessen, 20. März. Eine in einem benachbarten Orte begangene Milchverfälschung gröbster Art stand heute zur Verhandlung. Die Angeklagte, eine Landwirtsfrau, räumte unumwunden ein, in drei kurz aufeinanderfolgenden Fällen der an einen Milchhändler abgelieferten Milch Wasser zugesetzt zu haben, damit die Milch, an der es ihr gemangelt habe, das mit dem Milchhändler vereinbarte Quantum erreiche. Sie behauptete aber, es habe sich nur um geringfügige Wassermengen gehandelt. Wie das chemische Untersuchungsamt feststellte, waren jedoch die Wasserzusähe bedeutend. In einem Falle waren über 60 Teile Wasser auf 100 Teile Milch zugeseht worden. Dazu kommt, dass das zugesetzte Wasser hygienisch durchaus nicht einwandfrei gewesen ist. Hiervon hatte allerdings die Angeklagte keine Kenntnis. Andernfalls wäre die Strafe — zwei Wochen Gefängnis — bedeutend höher bemessen worden. Die Tatsache des Zusatzes von nicht einmal einwandfreiem Wasser beweist, welchen großen Gefahren in gesundheitlicher Beziehung die Konsumenten von verfälschter Milch ausgesetzt sind. Mit Rücksicht aus die Gemeingefährlichkeit, die in der Handlungsweise der Angeklagten lag, konnte daher das Gericht, trotzdem diese seither unbescholten war und offensichtlich große Veue an den Tag legte, auf eine Ge dstrafe. mochte diese auch hoch sein, nicht erkennen. Eine Handelsfrau aus Frankfurt a. M. sollte die über den Gewerbebetrieb im Um - herziehen bestehenden Bestimmungen verletzt haben. Sie hatte in der Vähe des hiesigen Bahnhofs von Frankfurt mitgebrachtes Obst verkauft, befand sich aber im Gegensatz zu ihrem Ehemann nicht im Besitze eines Wandergewerbescheins. Sie meinte, wenn ihr Ehemann, der sich zufällig auf kurze Zeit in die Stadt begeben hatte, einen solchen besitze, sei den gesetzlichen Bestimmungen Genüge getan. Die Angeklagte irrt aber; sie wurde in der Verhandlung eines anderen belehrt, denn ohne eigenen Gewerbeschein durfte sie nur in Anwesenheit ihres Mannes verkaufen; sie hätte nicht einmal selbständig verkaufen dürfen, wenn sie als Gehilfin oder Begleiterin in den Gewerbeschein eingetragen gewesen wäre. Eine geringe Geldstrafe schien angebracht. Gefängnis verurteilt. Wegen Vergehens gegen die Reichsversicherungsordnung stand der Geschäftsführer eines Wetzlarer Unternehmens unter Anklage. Es wurde ihm zur Last gelegt, als Arbeitgeber Beiträge zur Kranken-, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung, die er den bei ihm beschäftigten Personen bereits vom Lohn ein* behalten hatte, nicht ihrem Zweck zugeführt bzw. nicht für die betr. Versicherungen verwendet zu haben. Der Angeklagte bestritt, vorsätzlich gehandelt zu haben. Er schilderte, dass die Firma infolge ihrer schlechten finanziellen Lage nicht ihre Arbeiter und Angestellten bezahlen konnte, auch sei inzwischen der Schaden wieder gutgemacht. Er erhält 100 Mark Geldstrafe, hilf«- weise 10 Sage Gefängnis. Der Angeklagte verzichtete auf Einlegung der Rechtsmittel. Drei Arbeiter aus Wetzlar hatten sich wegen gemeinschaftlichen Diebstahls im Rückfa/l bzw. einfachen Diebstahls zu verantworten. ES wurde ihnen zur Last gelegt, aus einem Auto, das am Llbeud des 14. Vovember 1927 vor dem Hotel Kaltwasser in Wetzlar stand, einen Koffer mit Inhalt (Wäsche und Anzüge) im Werte von etwa 500 Mark entwendet zu haben. Während einer der Angeklagten Schmiere stand, gingen die anderen beiden zum Auto, einer öffnete die unverschlossene Tür, und der andere lud sich einen Koffer auf und verschwand. In den Gärten der Schleusen- ftraße untersuchte letzterer seinen Raub, indem er einfach den Koffer mit dem Messer zerschnitt, diesen in den Schleusenkanal warf, den Inhalt an sich nahm und in seine Wohnung brachte. Anfangs wollte er, entgegen der Verabredung, die Deute alleine behalten, und sagte seinen Komplizen, der Inhalt des Koffers seien nur Stoffmuster. Doch als schließlich die Zeitungen Mitteilung Über die gestohlenen Gegenstände brachten, war es nicht zu umgehen, den anderen beiden gegenüber Farbe zu bekennen. Alle drei schafften dann die Deute in einem Sack in die Wohnung eines der Langfinger, wo fie versteckt wurde. Gelegenllich einer Haussuchung durch die Polizei, die bereits Verdacht gegen einen Angeklagten hatte, wurden die gestohtenen Gegenstände gefunden. Hierbei fand man auch Wäschestücke, die aus einem vorher begangenen Diebstahl herrührten. Bezüglich des Kofferdiebstahls waren alle Angeklagten geständig. Das Urteil lautete wegen gemeinschaftlichen Diebstahls gegen einen An ^klagten auf ein Jahr Gefängnis. gegen die anderen, da Rückfall vorliegt. auf Zuchthausstrafen von ein 3a6~ tung die Dobelehrerin Frl. S t r i e d i n g e r beteiligt war, zeigten, wie sich Vatürlichkeit, Schön- hett, Kraft und Lebendigkeit aus dem elementar einfachen Aufbau der Bodegymnastik ergeben. Man erlebte mit Staunen die Einfachheit der Bewegungsstruktur, die dennoch zu einem unerschöpflichen Formenreichtum führt. In systematischer Reihenfolge wechselten Laus-, Schwung- und Widerstandsübungen ab. Voraus gingen einige Entspannungsübungen, welche eine ..Bewegungsmedizin" darstellen, aber nur in kleinen Dosen verabreicht werden sollen. Die Tief- schwünge fesselten durch die Genauigkeit im Wechsel von Spannung und Entspannung und durch die ruhige Wucht, die Hochschwünge mit der Welle hatten etwas Mitreißendes, dem sich wohl kein Zuschauer entziehen konnte. Die vor- sührenden Damen zeigten eine Beherrschung und Durchbildung der Bewegung, in welcher Schönheit. Ruhe und lebhafte Kraft gleichstark entwickelt waren. Bei allen Bewegungen, wie Druck- betoegung, Streichen, Seitschwünge, Achterschwünge. Arbeitsbewegungen u. a. traten stets die gleichen Merkmale der Bodegymnastik hervor: Vatürlichkeit, Ruhe. Kraft, Lebendigkeit, über denen teilweise herrliche Leichtigkeit lag. Am Klavier begleitete Herr Hartung klar und schwungvoll im Sinne der Bewegungen. Kirche und Schule. Dorfkirchentag in Nidda. nd. V i d d a , 27. März. Auf dem gestern nachmittag im „Garnbrinus" hier abgehaltenen Dorfkirchentag des südlichen Oberhessens sprach Prof. D. Hans Schmidt aus Giessen über seine Erlebnisse während eines Aufenthalts in Palästina. Vach kurzer Schilderung der Bodengestaltung dieses Landes berichtete der Vortragende in fast zweistündiger Rede über das geistige und leibliche Volkstum der jetzigen Bewohner Palästinas. Eingehend hat er in den Hütten der Dauern, die teils Mohammedaner, teils Christen der verschiedenen Bekenntnisse sind, die religiösen Erzählungen, die neckischen Schwänke und die Märchen dieser Leute, die durch mündliche Überlieferungen erhalten geblieben sind, gesammelt. Die aus ihnen sprechenden Lebensweisheiten, Willensrichtungen zum Guten und Tugenden (Gastfreundschaft usw.) zeigte der Redner an einigen Beispielen, die er von Bauern gehört hatte. Deutlich lieh sich ein jüdisch-mohammedanischer Einschlag feststellen und nicht selten eine Parallele zu unseren deutschen Märchen finden. Der zweite Teil des Vortrags wurde durch selbst auf genommene Lichtbilder des Vortragenden veranschaulicht und behandelte das leibliche Volkstum in bezug auf Wohnungen, Wasserversorgung, Kleidung, Vah- tung, Sitten und Gebräuche der Bewohner Palästinas. Für die höchst lehrreichen Vortrag erntete der Redner den vollen Beifall der mehr als 100 Zuhörer. Dekan 6eriba von hier, der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung, gab dem Dank der Versammlung in herzlichen Worten Ausdruck. Berliner Börse. Berlin, 28. März. (WTB. Funkspruch.) Die Tendenz des heutigen Frühverkehrs ist abwartend, das Geschäft wieder gleich Vull. Vorläufig werden gestrige Abendkurse gesprochen I.-G.- Farben 248 bis 248,5 und Glanzstoff 728. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,12, London gegen Kabel 4,8815 bis 4,8820 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1813. - Dvgtfche Handelsschulen. Wie uns von der Schulleitung berichtet wird, schließt das Schuljahr am 30. März. Mehr als 200 Schüler haben in diesem Jahre die Vogtschen Handelsschulen in Gießen und Herborn besucht. Eine große Anzahl gut vorgebildeter junger Leute tarnt wiederum der kaufmännischen Praxis zu- geführt werden; 70 Prozent der Schulbesucher wollen in den kaufmännischen Beruf eintreten, 20 Prozent betrachten ihre Kenntnisse lediglich als wertvolle Bereicherung ihrer Allgemeinbil- bimg, 10 Prozent gehen in andere Berufe (Gewerbe und Landwirtschaft) über. Die Fachausbildung in den Vogtschen Anstalten ist, wie in dem Bericht betont wird, in verschiedener Richtung weiter verbessert worden. Wan hat Sonder- unterrichtslehrgänge für wichtige Spezialfächer eingeführt, so besonders für stenographische Fortbildung, um hohe Leistungen für gut Befähigte zu erzielen; Leistungen bis zu 200 Silben in der Minute wurden hierbei erreicht. Ferner sind Sonderlehrgänge für Dureaumaschinen geschaffen worden, die gleichfalls für die Ausbildung der Schüler von wesentlicher Bedeutung sind Auch aus dem Gebiete der Buchführung, des Schriftverkehrs und der Handelskunde haben bedeutende Unterrichtsverbesserungen Platz gegriffen. Die Schulentlassung findet am 30. März statt. •• Aufführung der Bodefchule für Körpererziehung. Die hiesige Ortsgruppe des Bundes für Frauenkleidung und grauen- iultur hatte wie man uns berichtet, im Rahmen ihrer Frühjahrsmesse im Cafö Leib zu einer Vorführung der Bodeschule für Körpererziehung unter Leitung von Rudolf Hartung, Mitarbeiter der Bodeschule, eingeladen, der schon das zweitemal mit einigen Schülerinnen der Dodelehrerin Frl. Striedinger - Frankfurt in Gießen an die Oeffentlichkeit getreten ist. Hartung sprach einleitend über „Vatürlichkeit und Lebendigkeit in der Bodegymnastik", wozu er einige Ueoungsbeisviele erläuternd ausführte. Vatürlichkeit ist gleichbedeutend mit Schönheit. Beides ist aber nur zu erreichen durch unbedingte Beseitigung alles Ueberflüssigen in der Bewegung, als da sind: Geziertheit, betonte Absichtlichkeit und alle Arten von Hemmungen in den muskulären Funktionen. Der Vortragende zeigte an einer weitausholenden Streichbewegung, wie leicht durch affeltierte Handbewegungen, usw. eine völlige Zerstörung des Bewegungsbildes bewirkt wird. Die Ursache liegt nach seiner Ansicht in der zu starken Gebundenheit des Erwachsenen, des Anfängers an das Muskuläre. Materielle des Körpers, in welcher Art die Psyche des Kindes noch nicht gefesselt ist. Das Kind lebt unmittelbar in Bewegungen, aus denen der Erwachsene mittels falscher Gewöhn- hellen und verstandesmäßiger Reflexionen her- ausgetreten ist. Das Lebendige ist ihm verlorengegangen. Damit leitete der Redner über zu den Bedingungen lebendiger Bewegung, als deren wichtigste er die Kraft, den Schwung und die Genauigkeit angab. Die Kraft ist nicht von Biceps, gewaltigen Schenkeln u. a. Muslelbundeln abhängig, sondern von der Einheitlichkeit (Totalität) der Bewegung. Es wurde gezeigt, an Hand von zwei Hebungen, zu welcher Wucht man gelangt durch sichere Leitung des Körper- aewichts, und zu welcher freien Haltung die gut entfaltete Streckung, die Welle, fi^rt. Die folgenden UebungSgrupven. an deren Einarbei- L Melbach, 27. März. Durch die Zentralstelle zur Förderung der Volksbildung und Jugendpflege wurde am Samstag und Sonntag in Södel durch Studienrat W e r l ö (Mainz) ein Dirigentenkursus abgehalten, an dem eine größere Anzahl Dirigenten der Umgebung teilnahm. Der Leiter des Kurses, der einen reichhaltigen Arbeitsplan aufgestellt hatte, verstand es, durch seine interessanten und lehrreichen Worte die Hörer zu fesseln und ihnen manchen Fingerzeig für die praktische Arbeit öabeim zu geben. Zunächst sprach er über „Das Volkslied als Faktor des nationalen Kulturlebens". Er zeigte Wesen. Ursprung, Fortpflanzung, die Wandlung seit den früheren geistlichen Gesängen, die Einstellung auf das seelische Empfinden des Volkes und die Eigenart in den einzelnen Jahrhunderten. Weiterhin führte er in die „Physiologie der Stimme" ein und zeigte die Wege, die in stimmbildnerischer Hinsicht zu beschreiten sind. Der dritte Vortrag galt dem großen Komponisten Franz Schubert, wobei der Leiter die Teilnehmer auf die Volkstümlichkeit dieses Meisters in seinen Sologesängen und Männerchören hinwies und insbesondere zeigte, welch aufogroröent- lich tiefes seelisches Empfinden in fast allfn Liedern dieses Komponisten schlummert. Vach der Abcndpause überbrachte Lehrer Gönner im Auftrage des erkrankten Bürgermeisters die Grüße an den Leiter und die Teilnehmer der Tagung. Sodann hielt der Vorsitzende des Wetterau-Sängerbundes eine Begrüssungsansprache. in der er auf die Bedeutung solcher Kurse einging, durch die in höchstem Maße das musikalische Leben auf dem Lande gefördert und so ein großes Stück VolkSbildungs- arbeit geleistet werde. Zur Ausschmückung des offiziellen Teiles trugen die Gesangvereine „Eintracht" (Södel) und „Liederkranz" (Melbach) bei. Am Eonntagvorinittag führte der Leiter die Hörer in praktische Laut- und Stimmbildung, musikalische Gehörbildung und in die Art des Dirigierens ein. Sämtliche Ausführungen riefen lebhaftes Interesse hervor und ließen erkennen, in welch ernstem und zielsicherem Streben der Leiter durch jahrelange Arbell leicht gangbare Mittel und Wege gesucht und gefunden hat. Vachmittags führte er die Hörer noch tiefer in die musikalischen Schönheiten Schuberts ein und zeigte die Mittel, mit denen Schubert die tiefsten seelischen Stimmungen herausgearbeitet hat. Anschließend sichtete er den grossen Schatz der Männerchorliteratur. In der Chorstunde am Samstagabend und am Sonntag setzte bet Leiter Aus her Provinzialhauptstadt. Giessen, den 28. März 1928. Licht und Schatten. ES ist ein wundersames Spiel zwischen zwei Elementen, dem strahlenden, freundlichen Licht und den dunklen, beengenden Schatten. Heber- all begegnen wir ihm, aber nur selten haben wir Zeit, es zu beachten; immer ist es reizvoll, aber nur das Auffällige prägt sich uns ein. Da fällt das Licht machtvoll durch breite Fensterscheiben in einen Raum, flutet über Möbel hin, wirft ein brelles Band von Sonnengold auf den Boden und springt zur Decke, flackernde Kringel malend. Dicht daneben aber kauern sich oic Schatten hin, verstecken sich hinter scharfkantigen Schränken und lassen sich in weiche Bolster fallen, bemühen sich um einen Farbton und bringen es doch nur zu gebrochenen Farven. Licht und Schatten! Strahlenfülle fällt in ein geräumiges Zimmer des Krankenhauses. Helle Wände, weiße Wäsche, Blumen. Also Licht, das doch Symbol der Freude ist. Aber mit schmerz- verzerrten Zügen ruht in den Kissen eine Frau. Sage und Rächte hindurch hat sie sich in Qualen gewunden, bis man sie diesem Asyl zuführte. Die Blicke sind wie erloschen, kein Hoffnungsschimmer leuchtet aus ihnen. Vorbei! Ganz ruhig denkt die Frau dieses Wort, und sie hat doch auch einmal dem Leben entgegengefiebert und konnte nicht genug der Freude und des Lichts an sich raffen. Sie denkt nur noch: Ich bin so müde, und es ist gut, wenn es bald vorüber ist. Licht? Schatten? Zur selben Stunde in einer stillen Gastwirtschaft. Durch bunte Fensterscheiben zwängt sich nur mattes Licht herein. Der Raum ist in Schatten gehüllt; kaum dah die weißen Tücher auf den Tischen den Raum ein wenig freundlicher und lichter gestalten. 3m Winkel, der die dunkelsten Schatten aufweist, ein junges Paar. Sie hatten einander bei den Händen, sehen einander in die Augen, und es ist, als ob Funken aus diesen Augen sprühen, so viel Glück ist in ihnen, so viel gegenseitige Bewunderung. Heimliche Liebe, die süsseste von allen, die hier ihre Zuflucht gesucht hat. Schatten? Was kümmern sie! Licht ist um die beiden, viel Licht, dass sie die Schatten brauchen. Es sind überall Gegensätze im Leben und in der Vatur. Aber jede Kreatur hat ihr Recht auf ein wenig Licht und Freude. Die Schatten kommen von selbst. Und nur der weih das Licht und die Freude recht zu schätzen, der sie beide besah und im Dunkel gehen muh. Vur allzuschnell verkehrt sich das eine in das andere, aber schneller und leichter ist der Sturz als das Steigen. Daten für Donnerstag, 29. März. Sonnenaufgang 5,45 Uhr, Sonnenuntergang 18,23 Uhr. — Mondaufgang 10.39 Uhr, Mond- untergang 3,09 Uhr 1735: der Märchendichter Johann Karl August Musäus in Jena geboren (gest. 1787); — 1826: der Sozialist Wilhelm Liebknecht in Giessen geboren (gest. 1900); — 1840: der Afrikareisende Emin Pascha (Eduard Schnitzer) in Oppeln geboren (gest. 1892); — 1863: der Schriftsteller Georg Frhr. v. Ompteda in Hannover geboren; — 1918: Der Vovellist Tim Kröger in Kiel gestorben (geb. 1844). Bornotrzen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater: 7.30 Uhr „Brand im Opernhaus" (Ende 9.15 Uhr). — Bund der Kolonialfreunde: 8 Uhr, Cafe Leib, Protestversammlung gegen die Annektion Deutsch-Ostafrikas. -- V. f. B.: 8.30 Uhr, Vereinsheim (Waldsportvlatz) Monats-Der- fammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..Pat und Patachvn in Pelikanien'. Astoria-Licht- spiele: „Der Grenzreiter". — Volkshochschule. Kommenden Freitag- abend Schluhabend des Wintersemesters. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. 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Verschiedenes Der Boruaud. Mittwoch. 28 März 1928 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger sür Gberhessen) Nr. 75 Zweiter Blatt Da« hessische Beamtenbesoldungsgesetz. Von Or. Otto Keller, Oberstudiendirektor in Büdingen, M. d. L QIm 18. März ist den hessischen Landtagsabgeordneten der Entwurf einer neuen Besol- dungsordnung zugcgangen, mit dem sich nunmehr seit dem Freitag der Finanzausschuß beschäftigt. Wenn fromme Wünsche wahr werden, wird er noch vor Beginn der Karwoche auch im Plenum beraten, ja sogar verabschiedet werden und den hessischen Beamten und Dienstanwärtern ein Ostergeschenk in Gestalt einer Nachzahlung der seit Oktober laufenden Erhöhung ihrer Bezüge bringen, soweit diese nicht bereits durch Borschüsse abgedeckt ist. Hessen beabsichtigt bekanntlich mit seiner Mahregel nicht anderes, als was das Reich, Preuhen, Sachsen und andere Länder längst getan haben, und was bei uns durch die ein volles Vierteljahr umfassenden Regierungsverhandlungen über Gebühr hinausgezögert worden ist: nämlich die Angleichung der Besoldung der Staatsdiener an die höheren Kosten der Lebenshaltung, wie sie uns die letzten Jahre leider beschul haben. Vorausgeschickt sei, dah diese Angleichung in vielen Fällen nur sehr unvollständig sein kann, so dah auch künftig ein großer Teil der Beamtenschaft an dem .Entbehrungsfaktor" beteiligt ist, den die Rot der Zeit unserem Volke auferlegt: und gegenüber der ablehnenden Haltung, die man in weiten Kreisen ländlicher wie städtischer Wirtschaft zu der .Begehrlichkeit"^der Festbesoldeten einnimmt, denen man märchenhafte Einkünfte andichtet, sei doch folgende Darlegung gestattet: Das deutsche Beamtentum ist niemals besonders hoch besoldet gewesen. In zahlreichen Fällen wäre ihm vor dem Kriege die Aufrechterhaltung standesgemäßer Lebensführung und Kindererziehung unmöglich gewesen, wenn nicht zu dem Diensteinkommen beträchtliche Einkünfte aus Vermögenszinsen geflossen wären. 3m Krieg verschlechterte sich die Wirtschaftslage des Beamten: während der Inflation nahm sie erschreckende Formen an. ja. man kann wohl behaupten, daß, abgesehen von den beklagenswerten Rentnern, kein Stand ähnliche Opfer gebracht hat, zumal auch hier völliger Dermögensverlust und Miterhaltung einst wohlhabender, nun aber verelendeter Anverwandten beinahe Selbstverständlichkeit geworden waren. An der Ausblutung in jenen Hungerjahren, wo so mancher andere satt war, krankt die Beamtenschaft noch heute: denn als endlich mit der Stabilisierung der Mark ein zwar stark verkürztes, aber dafür wertbeständiges Gehalt kam. da sah es in den Schränken und Truhen derart leer aus. daß die allernotdürftigste Ergänzung der Kleidung, der Wäsche, des Hausrats usw„ besonders in kinderreichen Beamtenfamilien, die alte Rot verewigte und massenhaft zur Verschuldung führte, weil für außergewöhnliche Ausgaben die Bezüge nicht ausreichten, und zu einem Zurückgreifen auf andere Hilfsquellen keine Möglichkeit mehr bestand. Wohl brachten der 1. Juni und der 1. Dezember 1924 noch einmal Gehaltserhöhungen: aber schon damals genügten sie nicht zur Abstellung des geschilderten Sichdurchwürgens, und in den folgenden drei Jahren ist der Teuerungsinder unentwegt aufwärts geklettert, wenn auch die unverantwortliche Behauptung, wir stünden vor einer neuen Inflation, die sich ein Dauernfuhrer auf der Darmstädter Protestversammlung erlaubt hat. glücklicherweise unzutreffend ist. Reichstag und Landtage hatten seit Jahren die Berechtigung der Beamtenfordcrungen anerkannt: unendlich lange, viel länger, als dies bei Gewerkschaftsforderungen der Fall zu sein pflegt, blieb es bei Verkostungen, die immer bitterere Empfindungen auslosten: endlich. als Wcihnachtsgabe, kam die Neuordnung im Reich und in Preuhen, möchte sie nun, drei Monate später, auch unseren hessischen Beamten zuteil werden! Zwar wird sie viele Wunsche unerfüllt lassen, schlimmsten Druck aber doch beseitigen können. — Der vorliegende Regierungsentwurf besteht wie üblich aus zwei Hauptteilen: dem eigentlichen Gesetz, das alle allgemeinen Be - stimmungen umfaßt, und der Besoldung s- o r d n u n g, die sämtliche Gruppen mit ihren Bezügen auszählt: drei Beilagen regeln den Wohnungsgeldzuschuh, die Vergütung der Staatsdienstonwärter und die der wissenschaftlichen H och sch ul a s fist e n t e n. Von jedem einzelnen Abschnitt läht sich dasselbe sagen: er entnimmt aus dem buntscheckigen Vielerlei der bereits durchge-ührten Be- soldungsordnungen des Reichs und der Länder hier dies, dort jenes, wobei besonders Baden die Patenschaft übernommen hat, und zwar nicht zum Vorteil unserer Beamten, vor allem der höheren; das ganze hat man dann zu unseren früheren Verordnungen in ein einigermahen passendes Verhältnis gebracht. Daß dabei der Wunsch, den überlasteten Staatssäckel nicht a l l z u s ch w e r zu belasten, noch stärker zutage tritt als bei den meisten Mustervorlagen, wird niemand verwundern, der die hessischen Finanznöte kennt: ob cs trotzdem nicht möglich ist. bei den obersten Stellen („Einzelgehöfte") Abstriche vorzunehmen, mag demnächst der Sparkommissar entscheiden. Die Zahl der Hauptgruppen beträgt wie anderwärts nur 12; dagegen hat man Untergruppen geschaffen, die wenigstens die größeren Länder entbehren zu können glaubten; z. B. hat man die Normalgruppe der akademischen Lokalbeamten in zwei Teile zerrissen, ohne daß die sachlichen Voraussetzungen wie in einigen süddeutschen Ländern dafür vorhanden gewesen wären. Der Finanz- ausschuß hat bereits die Beratung des ersten Hauptteils abgeschlossen und die des zweiten be> den Llnterbeamtcn begonnen; größere Aende» rungen sind bis jetzt nicht am Entwurf vorgenommen worden und werden vermutlich überhaupt nicht kommen, weil es ja immerhin ungewöhnlich wäre, wenn die Koalitionsmehrheit dem ersten Werke ihrer neuen Regierung Schwierigkeiten bereitete. Es ist nicht üblich, Einzelheiten aus Ausschußverhandlungen auszuplaudern, und ich widersteh deshalb der Versuchung, es hier zu tun; soviel kann aber jedenfalls gesagt werden, daßdie WortführerderRegierungs- parteien ihre Haltung in allen Einzelheiten derart fest gelegt haben, daß kein Antrag eines Ausschußmitgliedes aus den Reihen der Opposition Aussicht auf Annahme hat, undwenn er zehnmalbegründet wäre, sofern er nicht zufällig auch schon auf dem Wunschzettel der Koalition gestanden hat. Das beschleunigt natürlich die Behandlung der Vorlage, hat aber m. E. schon bisher einige recht unerfreuliche Folgen gezeitigt und kann deren noch mehr bringen. So hat man meinen Antrag, unverheirateten Beamten von über 45 Jahren den vollen Wohnungsgeldzuschuh zu gewähren. weil sie fast immer einen Haushaft führen müssen, niedergestimmt, trotzdem das Reich und Baden diese Bestimmung Huben, und trotzdem der unverheiratete Geistliche auch in Hessen von Anfang an den vollen Sah erhält; so hat man meine weitere Forderung, gestaffelte Kinderbeihilfen bis zum 21. Jahre wie in Preuhen zu zahlen, dem Koalitionsvorschlag geop.ert, der zwar staffelt, aber vom 16. Jahre an eine K a n n- vorschrift einführt, die gerade im Dolksstaat immer der Gefahr parteiischer Handhabung ausgesetzt ist. Dabei sah der Entwurf die Gewährung des Kindergeldes bis zum 21. Jahre als Muh Vorschrift vor. allerdings ungestaffelt, mein Antrag kam ihm also näher als der andere, den die Regierung ohne Widerspruch sich zu eigen machte. Höchst gefährliche Fußangeln bergen sich tn verschiedenen scheinbar harmlosen Vorbemerkungen und Fußnoten der Besoldungsordnung, die das Dien st alter beim Wechseln der Besoldungsgruppe bestimmen; auch hier begegnen wohlbegründete Abänderungsvorschläge, die schweres Anrecht verhüten können, lächelnder Geringschätzung, weil sie nicht zum vorgefaßten Programm gehören. Nur geringen Trost kann tn solcher Lage dem hoffnungslos Niedergestimmten die Tatsache gewähren, dah auch die Derbesse- rungsvorschläge des Deutschen Deamtenbundes wie des Reichsbundes höherer Beamten genau so wenig Beachtung finden, nachdem man beide Verbände auch vorher schon kaum gehört hatte. Wenn also die Regierungsvorlage Ausschuß und Plenum passiert haben wird, wird sie kaum eine einzige Zahl oder einen einzigen Sah enthalten, dem nicht von Anfang an das Placet des Drei- gestirns Storck. Hainstadt, Reiber zutcil geworden war; von einem vorausgcgangenen Ringen um diese oder jene Einzelheit kann höchstens in dem Sinne die Rede sein, dah ein solches vielleicht im verschwiegenen Schoße der Koalition stattgesunden hat. Aus alle Fälle werden Opposition, Beamtenverbände und Wählerschaft vor vollendete Tatsachen gestellt. Klar ist ohne weiteres die Haltung des Bauernbundes, dem bei den bestehenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten eine Vertagung der Vorlage geboten erschien. Der Tatendrang des kommunistischen Vertreters erschöpft sich in zahllosen, von Sachkenntnis nicht getrübten, aber für robuste Agitation geeigneten Anträgen. Die Deutsch nationalen sind leider nach ihrer Wahlniederlage in den Ausschüssen nicht mehr vertreten: auch die D. V. P. ist neuerdings dort auf ein Mitglied beschränkt. So haben Sozialdemokratie und Zentrum unbeschränkte Freiheit, eine mehr oder weniger große Deamtenfrcundschaft zu bekunden und dabei zu zeigen, ob sie willens sind, ihre Gaben allen ohne Einseitigkeit gleichmäßig zuzuwenden. In keinem einzigen Falle werden diese sür den Empfänger überflüssig sein. Der hessische Beamte, der mit im teuersten Gebiete Deutschlands wohnt und trotzdem mehr als einmal hinter seinen Kollegen im Reich zurückstehen mußte, bedarf der Aufbesserung, und wenn so mancher bedrängte Hausvater in Landwirtschaft, Gewerbe und Handwerk auch der Vorlage mit gemischten Gefühlen gegenübersteht, so möge er ihr doch in der Erwägung zu- stimmen. daß einmal nur ausreichend besoldete Staatsdiener auf die Dauer mit voller Arbeitskraft und Arbeitsfreude zu wirken vermögen, und daß weiter das ganze Mehr an Einkünften, das der Beamte künftig erhält, fast unmittelbar wieder der Volkswirtschaft zuflieht, weil es dem Empfänger das einzukaufen erlaubt, was er dringend benötigt, was aber dem Verkäufer sonst auch liegen geblieben wäre. Zeriungsschau. Georg Bernhard, der bekannte demokratische Journalist, nimmt den Fall Wirth zum Anlah, um in der „Voss. Ztg." m das gleiche Horn der Kritik an unseren Wahlmethoden zu stohen, wie einige Tage vorher die politisch rechts eingestellte .,D. A. Z." in dem von uns zitierten Aufsatz. Bernhard schreibt: „Es heißt, das badische Zentrum habe den Beschluß, Dr. Josef Wirth nicht wieder auf die Liste für die nächste Reichstagswahl zu sehen, erst gefaßt, nachdem es von ihm das Versprechen erhalten hatte, er werde auf keinen Fall sich selbst als Reichstagskandi- daten im Badener Land aufstellen. Hoffentlich entspricht diese Erzählung nicht der Wahrheit, denn sie würde, nach dem, was jetzt geschehen ist, die Llebertölpelung eines Gutgläubigen und seiner Partei Ergebenen durch die Tücke finsterer Zwerge berichten. Aber die Tatsache, dah man in Baden an sie glaubt, zeigt bereits die Sonderbarkeit des Geschehenen auf. Ein Volkstümlicher, dessen Eigenart in dem Seelenleben der kleinen Leute seines Heimatlandes wurzelt, wird von der Parteimafchine ausgefegt, nachdem sich die „Bonzen" davon überzeugt haben, dah sie nicht die Gefahr laufen, er werde an die Popularität appellieren. Der ganze Jammer unseres Wahlrechtes tut sich hier vor einem auf. Das Volk, das wählt, darf nicht mehr bestimmen, wen es wählen will. Lieber einen ganzen Riesenkreis hinweg werden unter kluger Ausnutzung des „Hasses der Städte" von einem kleinen Komitee die Kandidatenlisten ausgeklügelt und ausgehandelt. Diese Methode wird im Grunde genommen zu gar nichts anderem als dem Mißbrauch, über den man sich in Preuhen beim Dreiklassenwahlrecht beklagte: Damals wählte das Volk nicht seine Abgeordneten, sondern lediglich die Wahlmänner, die dann unter sich den Kuhhandel über den Abgeordneten betrieben. Damals wußte aber wenigstens der Wähler, dah er nur indirekt wählte, und konnte sich dagegen auflehnen. Heute wählt er indirekt. Aber er weih es nicht, weil der Kuhhandel bereits vom Parteiklüngel beendet ist, wenn dem Wähler der Kandidat bekanntgegeben wird. Anstatt dah Baden stolz darauf ist, den Mann wieder in den Reichstag zu senden, der in des Reiches schwerster Zeit die Verantwortung der Kanzlerschaft übernommen und mit einem ungeheuren Mut durchgeführt hat. wird er jetzt abgesägt, weil er keine Parteidisziplin gehauen hat. Es ist gerade so, als ob man dem Lande zeigen will, dah Parteigewaltige sich einen Quark darum kümmern, wer bei den Massen beliebt ist. Lieber der Demokratie steht die Bureaukratie der Partei, die allein das Recht hat, zu wiegen und zu leicht zu befinden, dec es allein zusteht, die Schwere der Sünden gegen den Parteigeist zu beurteilen, und Absolution oder Verdammung auSzusprechcn. Was im badischen Zentrum geschehen ist, kann morgen bei dem heutigen Listensystem in jedem anderen Landestcil und in jeder anderen Partei geschehen. Man sollte sür alle Wähler im Lande die Sturmglocke läuten. Oberheffen. Eine koloniale Kundgebung in Bad-Nauheim. 2$. Bad-Nauheim, 27. März. Zu einem Vortragsabend hatte die hiesige Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Kolonialgesellschaft, des Seevereins und des Vereins für das Deutschtum im Auslande in die Turnhalle cingeladen. Die vom Amtsgerichtsdirektvr i. R. Dr. Fuhr geleitete Versammlung war sehr gut aus ollen Devölkerungskreisen besucht und nahm einen würdigen Verlauf. Es sprach zuhgHst Oberingenieur Schmitt (Mainz), der vordem Kriege 8 Jahre lang als Vermessungsbeamter in den deutschen Schutzgebieten in der Südsee geweilt, über die geschichtliche Entwicklung Neu-Guineas und der Nebeninseln und über ihre wirtschaftliche Bedeutung. Letztere ist recht hoch einzuschähen, war die Ein- und Ausfuhr von 1899 bis 1913 doch schon von 5 auf 40 Millionen Mark gestiegen. Schöne Lichtbildausnahmen über das Siedlungs- und Wirtschaftsleben unserer ehemaligen Südseeinseln bestätigten die Ausführungen des Redners, dah uns dort ein entwicklungsfähiges Kolonialland verloren gegangen, dessen Kultur unter deutscher Verwaltung schon erfreuliche Fortschritte gemacht hatte. Studienrat Dr. Knieriem, der Vorsitzende des hiesigen V. D. 21.. gab auf Grund etnpfangener brieflicher Nachrichten interessante Mitteilungen über das deutsche Schulwesen in unserem ehemaligen S ü d w e st. Der Hilfe bedürfen vor allem die deutschen Privatschulen daselbst. Es wurde daher beschlossen, in nächster Zeit eine größere Bücherkiste mit guter unterhaltender und belehrender Literatur der deutschen Schule in Lüderihbucht zu übersenden. Spenden sind in reicher Menge zugesagt. Die neuerdings bekannt gewordenen Absichten Englands auf das Mandatsgebiet Deutsch-Ostafrika veranlaßten Amtsgerichtsdirektor i. R. Dr. Fuhr zu längeren Ausführungen. Eine der Versannnlung vorgeschlagene Entschließung sand e i n st i m m i g Annahme. Sie hat folgenden Wortlaut: „Die zu einem Kolonialvortrag versammelten Mitglieder der Abteilungen Dad-Natcheim der Deutschen Kolonial-Gesellschaft, des Verbandes der Ausländsdeutschen und des Seevereins mit ihren Angehörigen und vielen Gästen erblicken in den offensichtlichen Bestrebungen der Engländer, die deutsche Kolonie O st- Afrika ihrem Kolonialreiche einzuverleiben, eine Verletzung der Bestimmungen der Völkerbundssatzungen und des Versailler Friedensvertrags. Sie richten daher an den Herrn Außenminister des Deutschen Reiches die ebenso ergebene wie dringende Bitte, sofort gegen den Plan einer Föderation der ostafrikanischen Gebiete bei dem Völkerbund und vor aller Welt Einspruch zu erheben, bevor das deutsche Volk vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Deutsch- Ostafrika muß Mandatsgebiet bleiben und an uns zurückgegeben werden." Neue Ausgrabungen am Trajansforum. Don Prof. Dr. Walter Bombe. Nachdem 1925 die Freilegung des Augustus- for^-ms mit dem Tempel des Mars Ultor (des rächenden Kriegsgotles) im wesentlichen beendet war, konnte nunmehr auf dem Gelände des Trajansforums der Spaten anges^t werden. Das Forum, das Kaiser Trajan durch fernen genialen er ewigen Verdammnis anheimgefallen sei, — und sein Gebet erlöste die Seele Trajans. Die Säule war an drei Seiten von einer zweistöckigen Galerie umgeben, die es ermöglichte, die Reliefs aus der Nähe zu betrachten. Di« Fundamente dieser Hallen sind noch zu sehen. 2ln sie schlossen sich rechts und links von der Säule zwei Gebäude für eine griechisch« und eine lateinische Bibliothek. Den Eingang zum Trajanssorum bildete ein im Jahre 112 von Apollodoros errichteter Triumphbogen. Hinter den seitlichen Hallen lagen zwei große seitliche Apsiden mit vorgestellten Säulen. In der Mitt« des Platzes erhob sich das Reiterstandbild Trajans. Dann legte sich quer_ Ne große Basilica Lllpia vor, innen mit zwei Säulenreihen, rmgsum mit Oberlicht, in vergoldeter Bronze eingedecktem Dach und zwei 2lpsiden. Den nördlichen Abschluß bildete der dem Trajan geweihte Tempel, mit dem Kaiser Hadrian die gewaltige Anlage seines Adoptivvaters vollendete. An dieser Stelle liegen jetzt zwei Kuppelkirchen der Renaissance- und Barockzeit, S. Rome di Maria und S. Maria di Loreto. In den Jahren 1812 bis 1814 haben die Franzosen den größeren Teil der Basilica Lllpia und der beiden Bibliotheken freigelegt. 2n dem aufgegrabenen Teile von 110 Meter Läng« und 45 Meter Breite bezeichnen vier Reihen von Säulenstümpfen die Lage der fünfschiffigeii Dasilica Lllpia, deren Mittelschiff 25 Meter und deren Gesamtbreite 59 Meter betrug. Der Boden war mit feinem Marmor getäfelt. Die auf den Fundamenten aufgestellten Granitsäulen gehörten vielleicht zur Llmfassungshalle des Forums: die ursprünglichen Säulen waren von gelbem Marmor und kanelliert. Bisher ausgegraben ist also der größte Teil der Basilica und der beiden Bibliotheken mit der Säule im Mittelhof, auf der das eherne Standbild des Kaisers 1587 durch eine Bronzesigur des 2lpostels Petrus ersetzt wurde. Im Jahre 1925 hat man auch die Freilegung der Reste der riesigen Nordostapsis hinter den Häusern in Angriff genommen. Der ursprüngliche Plan Corrado Riccis, diese Häuser niederzulegen, mußte mit Rücksicht auf die in Rom herrschende Wohnungsnot vorläufig aufgegeben werden, so dah zunächst auf dem Gelände der Gärten und Höfe, die sich dort erstrecken, der Spaten angesetzt wurde. So ist wenigstens ein Teil dessen, was Corrado Ricci plante, zur Ausführung gebracht worden. Beabsichtigt wird, die östlich von Dia Alessandrina liegenden Teile des Trajansforums ganz, bis zu den sogenannten Bagni di Paolo Emilio freizulegen. Dort, in Via Campo Carleo 6, sieht man zwei Stockwerke der östlichen 2lbschluhmauer des Forums, ge- toaltige Lieberreste des vollkommensten römischen Ziegelbaues. Diese mächtige östliche Exedra ist nunmehr völlig freigelegt worden. Bevor diese Frellegm^ beginnen konnte, war die Kaserne MagnanapoD^ die sich in den Gebäuden des früheren Klosters der heiligen Katharina eingenistet hatte, abzutragen. Danach sanden sich in einer Tiefe von sieben Meter unter dem heutigen Straßenpflaster Fußböden von kostbarstem Marmor, Bruchstücke prachtvoller Säulenbasen, Kapitelle und Ornamente aller Art. Die weite Exedra selbst mit ihren Nischen und Fenstern brachte noch eine große Lleberraschung: es stellte sich heraus, dah sich hier das Hauptgebäude der großen trojanischen Märkte befand mit zahllosen Geschäftsund Lagerräumen mit kleinen Äbfluhkanälen zum Waschen von Gemüse und Fischen, mit Fensteröffnungen zur Lüftung und anderen Einrichtungen ähnlicher Art. Zwei groß« innere Treppen fühven auf eine Terrasse, die das Markthallengebäude von einem anderen jetzt ausgegrabenen Gebäude am Abhange des Quirinalshügels trennt. Lieber diese terrassenartige Ebene lief die unter Trajan erbaute Derbindungsstrahe von der dicht bewohnten Suburra, wo die Handwerker Roms hausten, hinauf zum Quirinal. Das Verdienst, diese Arbeiten angeregt und begonnen zu haben, gebührt dem früheren Generaldirektor der Schönen Künste, Senator Corrado Ricci, die Leitung der Ausgrabungen hatte Professor G i g l i o l i von der Universität Rom, ein bedeutender archäologischer Fachmann. Eine reiche Ausbeute hat die Mühe und den Aufwand an Kosten gelohnt, und die ewige Stadt ist um ein neu an das Licht gebrachtes Prachtgebäude der römischen Kaiserzeit reicher geworden. Sillens Aleerschaumspitze und Syrons Gewehr unter dem Sammer. Eine große Ar^ahl literarischer Kuriositäten wird demnächst bei Sothebys in London versteigert, darunter die Meerschaumspihe von Dickens, aus Ser er rauchte, als er einige seiner unsterblichen Werke schrieb. Die Meerschaumspitze ist ein prächtiges Stück, reich mit Silber beschlagen und mit einem Mundstück aus Bernstein: sie wird zusammen mit einem in blauer Tinte geschriebenen Brief des Dichters veraukfioniert, der an den Mann eines früheren Dienstmädchens von Dickens gerichtet und ein schöner Ausdruck des sozialen Empfindens des Dichters ist. Eine andere Reliquie ist ein Gewehr von Byron, ein Hinterlader, der auf einer silbernen Platte den Buchstaben „B“ eingraviert zeigt. Auch ein Testament Lord Byrons kommt zum Ausgebot, das von ihm in aller Eile nach dem Tode seiner Mutter aufgesetzt wurde, aus dem Jahre 1811 stammt und zahlreiche Verbesserungen und Zusätze von feiner Hand zeigt. Außerdem wird eine Seite auS einem Logbuch Nelsons versteigert, sowie Briefe von Thackeray, Carlyle, Wagner, dem Entdecker der Pockenimpfung Jenner und der großen Menschenfreundin Florence Nightingale. Heue Einsprache gegen die sicher Sürgermeisterwahl. L i ch, 28. März. Wie zuverlässig verlautet, ist gegen die am vorigen Donnerstagabend vorgenommene Bürgermei st erwähl, bei der bekanntlich der Gerichtsreferendar a. D. Hans Geil (Oberstein) in der Stichwahl zum Bürgermeister unserer Stadt gewählt wurde, von zwei Seiten erneut Einspruch erhoben worden. Die Einsprüche stammen von den landwirtschaftlichen Vertretern im Gemeinderat unö von den Vertretern der Sozialdemokratischen Partei. Es werden von beiden Seiten Formfehler geltend gemacht, lieber die Gültigkeit der Einsprüche muh erst die Entscheidung der Aufsichtsbehörde abgewartet werden. Land-ris Gießen. a. Klein-Linden, 27. März. Schon wieder einmal wird eine gründliche Instandsetzung der Frankfurter Straße vorgenommen, nachdem erst im letzten August ähnliche Arbeiten zur Verbesserung der Straße vollzogen worden waren. Mit Klcinschotter unter staäem Zusatz von Teer wird die Straße in fahrbaren Zustand verseht. So sehr diese Arbeiten auch zu begrüßen sind, so wenig verspricht man sich von ihrem Erfolg. Die Staubplage verschwindet durchaus nicht, und die alten Löcher sind in wenig Wochen durch den von Tag zu Tag sich steigernden Verkehr mit Kraftfahrzeugen wieder aufgerissen. Wann wird hier die Provinz endlich einmal ganze Arbeit schaffen lassen und eine durchgreifende Teerung oder Kleinpflasteruna. wie außerhalb des Dorfes, nach Großen-Linden und Wetzlar zu, vornehmen? Im Interesse der Gesundheit der Anwohner und der die Straße benutzenden Personen wäre eine endgültige Instandsetzung dringend zu empfehlen. X Wieseck, 27. März. Den Abschluß des Sonntags Iudika mit der Vorstellung unserer 67 Konfirmanden bildete eine zugleich als Konfirmandenelternabend gedachte Lichtbilderandacht mit dem Thema: „Untere evangelische Kirch e". Die hier gezeigt, von Konfirmanden- und Gemeindegesang unterbrochene Lichtbilderreihe war der letzte von fünf durch den Deutschen Evangelischen Filmdienst herausgegebenen Konfirnipnden-Lehrfilmen. Er behandelt in trefflichen Bildern mit begleitendem Text: Gottesdienst, Konfirmation, Sakramente und Sonntagsfeier. Luther, Zwingli, Calvin und die Vereinigung der protestantischen Kirchen: weiter bringt er Wichtiges zur Auseinandersetzung mit den Sekten imb der katholischen Kirche. CD Lollar, 27. März. Ein Autounfall ereignete sich heute vormittag kurz nach 11 Uhr auf der Straße Lollar—Marburg, unweit vor Kirchberg. Das von Gießen kommende, mit leeren Kannen und Flaschen beladene geschlossene M i l ch a u t o des Gutspächters Adam ' . r r s ch u ck in Friedelhausen fuhr, nachdem einen Daum am der rechten Straßenseite «.streift hatte, mit voller Wucht gegen den nächsten Baum, wobei es se^ stark beschädigt wurde. Der Fahrer, ein Angestellter des Hofgutes Friedelhausen, erlitt hierbei neben einer Gehirnerschütterung Verletzungen im Gesicht und an der Hand und wurde nach erster ärztlicher Behandlung durch einen hiesigen Arzt der Klinik in Gießen zugeführt. Das Auto mußte abmontiert werden. : Aus dem Busecker Tal, 27. März. Nachdem im Laufe der vergangenen Woche gelindes Wetter eingetreten ist, haben unsere Landwirte mit der FrühjahrS^clussaat begonnen. Soweit beobachtet werden kann, ist der Weizen sehr gut durch den Winter gekommen und zeichnet sich durch vorzüglichen Stand aus. Roggen dagegen läßt zu wünschen übrig, manche Stücke müssen umgesät werden. Der Stand der Kleefelder ist befriedigend. Z"2lllendorfa. d. Lda., 27. März. Dieser Tage vollendete unser Mitbürger Konrad Krieger II. sein 7 5. Lebensjahr. Aus diesem Anlasse brachte ihm der hiesige Männergesangverein ein wohlgelungenes Ständchen und ernannte ihn zu seinem Ehrenmitglied. Ebenso wurde er vom hiesigen Schützenoerein zum Ehrenmitglied ernannt. Herr Krieger, der sich noch einer vorzüglichen Gesundheit erfreut, war über 32 Jahre als Kom- munalforftwart für unsere Stadt tätig, bis er auf Grund des Dienstoltersgesetzes am 1. April 1.19 in den wohlverdienten Ruhestand versetzt wurde. — In Bie goldenen Berge. Vornan von Clara Viebig. Copyright bh Deutsch« Verlags-Anstalt Stuttgart. 25. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Es hingen ihrer viele, kein Stock setzte aus, und sie waren gesund. Keine Beeren durch den Sauerwurm schwarz geworden oder sonstwie befallen, hingen dazwischen; und das Weinlaub war nicht verkrumpelt, große, oollentwickelte Blätter zeigten ihr schimmerndes Grün unterm weißbläulichen Anhauch. „Dat war ja en Jammer", sagte Bremm und atmete auf. Seit Bremm im Berg war, fühlte er sich freier. Er empfand plötzlich die Last nicht mehr so, die ihm auf der Seele lag. Wie, Halle er denn gestern nicht, vorgestern, nicht all die Tage schon gesehen, wie gut es eigentlich hier stand? Nein. Er war zu mutlos gewesen, er war allein. Aber heute ging einer neben ihm, der ihm Mut gab. Wenn der junge Dreis ihm das vorftreckte, was er so herzlich, so dringend an- geboten hatte, dann konnte er sich wieder rühren, war nicht wie gelähmt. Dann konnte er Zinsen und Steuern zahlen, und wenn er dann einen guten Herbst machte, und wären es selbst nur drei Fuder, dann war ihm geholfen. Dann bezahlle er zuerst seine Schuld an den Dreis zurück; der durfte nichts an ihm verlieren. Den Blick hebend und voll in das Gesicht des jungen Winzers sehend, sagte er, und ein Lächeln, wie fein Gesicht es lange nicht gezeigt hatte, huschte darüber hin und milderte dessen verschlossene Härte: .Ich danken Euch vielmals. Ich hoff, ich kann et Euch einmal vergelten, wat Ihr an mir tut, an mir und an meiner ganzen Familie!" Er faßte, wie plötzlich ergriffen von Rührung und Freude — Herrgott ja, er war nun erlöst, erlöst! — nach der Hand des Dreis und schüttelte sie kräftig: „Sie werden et Euch alle danken." Alle — die Maria auch! Das schoß dem Kaspar blitzschnell durck den Kopf. Er vergaß völlig, daß er sich soeben noch einen Summen geheißen hatte und die Maria untren. Kräftig gab seine Hand den Druck zurück und kräftig klang seine Stimme: „Wir Winzer müssen zusammeichalten!" Und dann wagte er es, nun sicherer geworden, noch einmal nach dem Mädchen zu fragen, das heißt, doch nur ganz hintenherum: „Et is auch zuviel Arbeit für Euch allein. Euer Schwiegersohn, der müßt tüchtig sein!" unserer Stadt leben zur Zeit noch 18 Personen, die über 80 Jahre alt sind, und zwar sieben Männer und elf Frauen. Einer der Männer konnte vor einiger Zeit seinen 91. Geburtstag feiern. Es war dies der Schreinermeister Heinr. K r i e b II. Leider hat er das Augenlicht und Gehör fast ganz verloren. — Die Krähen, Raben und Maulwürfe hoben sich in den letzten Jahren in hiesiger Gemarkung so vermehrt, daß sie zu einer empfindlichen Plage für den Landwirt geworden sind. Der Gemeinderat hat deshalb in seiner jüngsten Sitzung die energische Bekämpfung dieser Schädlinge beschlossen. Mit dem Wegschießen der Krähen und Raben wird das Feld- und Forstschutz- personal beauftragt. (-) L a ng - G ö n s, 27. März. Die hiesigen Landwirte sind zur Zeit mit dem SäenderSommer- srucht beschäftigt. Nur ganz wenige hatten sich seinerzeit in den warmen Februartagen zur Aussaat des Hafers verlocken lassen. Nun ist das Wetter viel günstiger, und Kälterückschläge sind nicht mehr zu erwarten. Allerdings würde man es begrüßen, wenn bald ein warmer Frühlingsregen tarne. =£ Aus der mittleren Wetterau, 27. März. Die Frühjahrsaussaat ist dank der guten Witterung der letzten Woche beendet. Besondere Sorgfalt hat man in diesem Jahre auf das Saatgut verwendet, indem man die vermehrt angeschafften Getrcidereinigungsanlagen benutzte. Da nur in seltenen Fällen Auswinterungen vorgekommen sind, wurde Sommerweizen nur wenig ausgestellt. Der rote Klee ist gut durch den Winter gekommen, er hat auch die letzte schneelose Frostperiode ohne Schaden zu nehmen überstanden und zeigt gleich Korn und Winterweizen, einen prächtigen Stand, so daß ein gutes Futterjahr in Aussicht steht. — Die Nachfrage nach Kartoffelsaatgut nimmt dauernd zu, und demzufolge steigen die Preise. Während noch vor vier Wochen der Zentner gelbfleischige Sorten (Edeltraud und Industrie) mit 3,50 Mark bezahlt wurde, werden jetzt 5,40 Mark geboten. Auch die Ferkelpreise haben sich feit Weihnachten verdoppelt. Für 6 bis 7 Wochen alte Jungtiere werben 20 bis 25 Mark je Stück bezahlt. Kreis Friedberg. o Friedberg, 27. März. Von einem schweren Verlust wurden die Kreislehrerschaft und der Hessische Landeslehrerverein betroffen. Rektor Koch, der Vorsitzende des Kreislehrervereins, wurde nach kurzem Krankenlager in bestem Mannesalter heute unerwartet vom Tode da- hingerafft. Der Verstorbene war Rektor der Seminarübungsschule und wurde nach deren Auflösung Leiter der Mädchenfortbildungsschule. Seit langem gehörte er dem Vorstand des Hessischen Landeslehrervereins an, der in ihm einen seiner besten schulpolitischen Führer verloren hot. In der Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer des Kreises, die seiner Leitung anvertraut war, war er der sachkundige und erfahrene pädagogische und methodische Berater. Polittsch gehörte der Verstorbene zur Demokratischen Partei. Er vertrat diese seit 1919 als Stadtverordneter im Stadtparlament und war außerdem Vorsitzender des demokratischen Kreisvereins und Vorstandsmitglied des hessischen Landesverbandes der demokratischen Partei. Auch im Deutschen Deamtenbund war Rektor Koch führend tätig und hat sich außerdem als Stadtverordneter um das städtische Schulwesen und um die Wohlfahrtspflege verdient gemacht. Als Politiker ließ er das Parteilich« stets zu- rüdtreten hinter dem Menschlichen, das ihn immer ausgleichend und auf der Basis der Verständigung tätig fein lieh. WSN. Vilbel, 27. März. Am 1. September läuft die Amtszeit des 1919 gewählten Bürgermeisters R e ch t h i e n ab, so daß noch im Laufe des Jahres mit einer Neuwahl des Bürgermeisters gerechnet werden muß. Kreis Büdingen. rl. Büdingen, 27. März. Die Lehrlichtbildstelle des Kreises hat in diesen Tagen ihre 9. Do r f ühr ung s r e i s e beendet. Allen Schulen, in einigen Dörfern auch den Erwachsenen, wurde der nrlturgeschichtlich, erdkundlich und volklich sehr lehrreiche Film von der Tagung des Vereins für das Deutschtum im Ausland in Goslar 1927 gezeigt. Die abwechselnd vorführenden Lehrer Koch Hasen, Schnierle und Horn gaben die nötigen Erläuterungen. Er klopfte nur auf den Busch. Aber da sprang auch der Hase gleich. „Schwiegersohn?" Bremm sah verwundert aus, er wußte von keinem Schwiegersohn; es war auch keiner in Aussicht. „Schwiegersohn —?!" Aber frei« lich, wenn er einen kriegen könnte, der tüchttg war! Wieder huschte ein Lächeln über fein Gesicht und machte es weicher, fein Blick traf voll und freundlich den jungen Mann: „3a, den könnt ich gebrauchen." Weiter wurde nichts darüber gesprochen; aber sie wußten ja nun beide Bescheid. Als sie durch den ganzen Berg gegangen waren, den mit vollstem Interesse gemustert hatten, trennten sie sich unten norm Dorf. Der Nachen des Dreis lag da an einem Stumpf feftgernacht. Sie schüttelten sich noch einmal die Hände, schon im Nachen stehend lüftete Dreis abschiednehmend seinen Hut, da sagte Bremm noch: „Anfang Dttober kömmt die Maria." Und diese letzten paar Worte nahm Kaspar sich mit. Sie waren ihm wie eine Verheißung. Die Maria, die Maria, nun kam sie bald! Und sie Halle ja gar keinen Bräutigam — das wüßte ihr Vater doch —, es gefiel ihr nur nicht mehr fort von Haufe. Ach, es würde wieder schön sein wie früher, sie war noch die gleiche, sie war ihm nickt untreu geworden! Untreu — was für ein Unsinn! Der Kaspar lächelte in sich hinein, als er mit langsamen Ruderschlägen zum anderen Ufer hinüberglitt. Er ließ sich mehr treiben, als daß er ruderte, versonnen sah er den Tropfen zu, die perlend vom erhobenen Ruder rannen: er war sehr glücklich. Den Brief des Mädchens hatte er ganz vergesien. — Auch Bremm war glücklich. Er kam mit einer Miene zum Mittagessen nach Haus, daß die Frau sich heimlich verwunderte; sie war es nicht mehr gewohnt, daß ihr Mann so erheitert aussah, und sie verwunderte sich noch mehr, als er das Amlinchen in den Keller schickte nach etwas Besserem als nach dem Fluppes. Er hatte da noch ein paar Flaschen stehen, übriggeblieben vom Einunidzwanziger. Sie waren ihm immer wie heilig gewesen. „Anna, hol du dir auch en Glas," sagte er heute. Er schenkte ihr «in. Die Kinder standen herum mit erstaunten Augen: das hatten sie noch nie gesehen, daß Vater und Mutter zusammen Wein tranken. Bremm leerte sein Glas auf einen Zug. Er leckte mit der Zunge über die Lippen und holte dann tief Luft- ho das war ein Labsal! Er schenkte sich wieder ein, und cs durchrann ihn wohlig. Daß man L Nidda, 27. März. Der Vorstand des hiesigen Turnvereins hatte die Ueberzeugung gewonnen, daß zur Beaufsichtigung und zu den regelmäßigen häuslichen Arbeiten in der neuen Turnhalle ein Hausmeister, der in dem Gebäude wohne, unerläßlich sei. Nachdem nun eine entsprechende Familienwohnung in der Halle über den Wirtschaftsräumen errichtet worden ist, wurde in der Jahreshauptversammlung beschlossen, die bisherige Ler- einsdienerstelle abzuschaffen und dafür einen Hauswart anzustelten. Als solcher wurde W. Stadler gewählt, der fick auch als Mädchentumwart für den Turnverein sehr verdient macht, — Dieser Tage wurde in der Stadtkirche der Film „Glaube und Heimat" oorgeführt. Etwas über 300 Personen folgten den Vorführungen, die einen tiefernsten Eindruck machten. Die Filmvorführung erlitt eine unangenehme Unterbrechung dadurch, daß plötzlich mitten in der Darbietung, etwa 10 Minuten lang, das elektrische Licht versagte und die Kirche in Finsternis gehüllt war. Dieser Mißstand trat auch in allen Häusern unserer Stadt ein. -4- Stockheim, 27. März. Sonntag fand hier die Gründungsversammlung des Gaues Vogelsberg-Süd vom Hess. Sängerbünde statt. Der Niddatalsängerbund und die Vogelsberger Sängervereinigung waren durch ihren Vorstand vertreten, außerdem hatten etwa 25 Vereine Vertreter entsandt. Der Provinzialvorsitzende des Hess. Sängerbundes G e n g- nagel (Grünberg) beleuchtete einleitend den Kampf, den die Männergesangvereine in der Jetztzeit sowohl in ide« ler, als auch in finanzieller Hinsicht zu führen hätten, und erörterte die Vorteile, die der Anschluß an den großen Deutschen Sängerbund zur Folge habe. Außer den bereits angeschlossenen 29 Vereinen erklärten weitere sieben ihren Beitritt. Die wenigen noch ausstehenden Vereine des Nidder-Seemental- Sängerbundes hofft man gleichfalls in aller Kürze dem Bund zuführen zu können. Die Wahl des Gauvvrstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Dors. Stork (Altenstadt), 2. Dors. Diehl (Ober-Schmitten), Schriftführer Sinner (Dlei- chenbach), Rechner Schultheiß (Büdingen), Beisitzer Strohinger (Ober-Lais). r Bluter-W iddersheim, 27. März. Dieser Tage fand im hiesigen Gemeindewald die einzige diesjährige Brenn- und Nutzholz- Versteigerung statt, zu der sich eine verhältnismäßig gelinge Zahl Kaufliebhaber eingefunden hatte. Eichenstämme 2. Klasse kosteten durchschnittlich je Festmeter 20—26 Mk., 3. Klasse 25—28 Mk., 5. Klasse 30—36 Mk. Einzelne Stämme gutes Schnittholz kamen etwas teurer. Für Fichtenstammholz wurden bezahlt je Festmeter in Klasse la 20-24 Mk., in lb 22—25 Mk., in 2a 28—30 Mk. Fichtenderbstangen kamen je nach Stärke und Qualität auf 1—4 Mk. Sämtliche Preise müssen als billig bezeichnet werden. Auch die nachfolgende Brennholzversteigerung erbrachte niedrige Preise gegenüber Versteigerungen in der ilmgegenb. Buchenscheitholz, etwas anbrüchig, kam je Raummeter auf 10—15 Mk., Duchenmischreisig kosteten je 4 Raummeter 2 bis 4 Mark. Fichtenknüppel wurden mit 3—5 Mark bezahlt. Fichten stocke kosteten 2—5 Mk. Fichtenreisig durchschnittlich 40—50 Pfg. Eichenscheitholz wurde je Raummeter mit 10—13 Mk. bezahlt, Eichenknüppel (Stammknüppel) 8—10, Astknüppel 6-8 Mk., Eichenreiser 50 Pf. - Die Drecharbeiten im hiesigen Gemeindesteinbruch, der an den Llnternehmer Weber auf Lieferung verpachtet ist, haben ihren Anfang genommen. Es liegen bereits 'Bestellungen von über 200 Raummeter Bruchsteinen für die umliegenden Dörfer vor. Unser Steinbruch liefert einen sehr begehrten Mauerstein. Kreis Schotten. □ Laubach, 27. März. Am Samstag hielt die hiesige Realschule (Studiendirektor Dr. Hainer) eine in allen Teilen wohlgelungene öffentliche Schulfeier ab. Das Leitmotiv war: Moritz von Schwind, ein Märchenabend. Den ersten Teil bildete ein Lichtbildervortrag, die Kunst des deutschen Märchenmalers M. von Schwind. Als zweiter Teil kam zur Aufführung ein Märchenreigen von Holst und Winter: „Die sieben Raben". Als dritten Teil führte man das Märchenspiel von Elisabeth Goerike: „Der gestiefelte Kater" auf. Um die Regie und Kostümierung machte sich sehr verdient Frau Studiendirektor Hainer. Alle Darsteller spielten mit anerkennens- fich das nicht immer gönnen konnte! Man selber hatte wohl die Mühe davon, andere aber den Genuß. Man war eben dumm, so dumm darin wie in allem anderen. Mit diesem Tropfen im Leibe sah man die Welt ganz anders an. Er fühlte, wie es ihm leicht ums Herz wurde. Der Mann hatte schon das dritte Glas geleert, als die Frau noch am ersten nippte; es stand noch vor ihr halb voll. Es war chr so seltsam, daß sie hier mit ihrem Mann sitzen und Wein tonten sollte, )o seltsam, wie er selber ihr seltsam vorkam. Seine Miene war aufgehellt, er sprach, er lachte sogar. Das erschreckte sie mehr, als daß es sie erfreute. Ach, sie hatte ja so gar teinen Grund zum Sichsreuen! Und als sie wieder das Glas zum Munde hob, rann eine Träne hinein. Bremm fah es. „Daß ihr Weiber immer heulen müßt! Freu dick doch, bat ick auch «mal vergnügt bin. Wat meinfte, wenn unf Maria den Kaspar Dreis heiraten töt, wär dat nit en Freud?" „En Glück," sagte sie rasch. „En groß Glück!" Sie wurde ganz rot Hastig rückte sie ihrem Mann näher und faßte seine Hand, die im Takt auf den Tisch trommelte: „Sag bloß, wie kommste dadraus? Wer hat bat gesagt? Hat er et gesagt? Hat die Maria et gesagt? Ach, die is ja noch gar nit da — Jesus, ich bin wohl ganz dumm vor Freud!" Sie hing an seinem Mund, sie drängte: „Sag doch!" Das war ja ihr Herzenswunsch, eine Hoffnung, die sie schon lange heimlich genährt halle. Wenn der Dreis die Maria heiratete, bann war dieses Kind gut versorgt, der junge Mann war tüchttg und fleißig, und er würde seine Frau in Ehren halten. Wie war dieses Glück nur so rasch gekommen? Sie rüttelte ihren Mann, der vor sich hin in sein Glas blickte: „Nu sag doch, sag doch!" Der Mann lächelte geheimnisvoll. Und dann, das letzte Glas der Flasche sich eingießend und rasch leerend, sagte er: „Und Geld zum Oktober hab' ich auch. Ich kann die Zinsen bezahlen. Ich kann die Steuern bezahlen. Ich kann alles bezahlen!" Die Frau schlug die Hände zusammen. Es fiel ihr nicht einmal ein zu fragen: „Woher weißt du denn das von der Heirat — und woher hast du das Geld?" Es wurde ihr wacklig auf den Seinen, die Knie zitterten ihr, ihr mar, als müßte sie auf die niederstürzen: „Du schicht uns Hilf in unsrer sJlot — Kyrie eleison!" Sie faltete die Hande. Und nun folgten der einzelnen Träne, die ins Weinglas gefallen war, noch mehr Tränen. Der Summer, besten wertem Verständnis und mit sichtlicher Lust Die Zuschauer spendeten reichen, wohlverdienten Beifall. )—( Ruppertsburg, 27. März. Dieser Tage fand bei Gastwirt Becker die Hauptversammlung der Ortsgruppe Ruppertsburg des Kreis-Obst- und Gartenbauvereins Schotten statt. Der Obmann erstattete einen kurzen Jahresbericht, aus dem wir entnehmen, daß die Ortsgruppe im abgelaufenen Jahre durch den Tod und durch Wegzug zwei Mitglieder verloren hat. Reu eingetreten sind zwei Mitglieder, so daß die Gruppe zur Zell 44 Mitglieder zählt. Nach einem kurzen Referat über die bevorstehenden ILmpfropfungen und bessere Obstverwertung schritt man zur Gratisverlosung von 44 Portwnen Gemüsesämereien und vier Apfelbäumchen, die aus Mitteln der Ortsgruppe beschafft Warrn. — In einer von etwa sechzig Personen besuchten Versammlung hielt der Feld- bereinigungskommiffär, Regierungsrat Dr. O h l h - Lauterbach, einen aufflärenben Vortrag über Zwecke und Ziele der Feldbereinigung, über Art und Weise ihrer Durchführung, sowie die Höhe der Kosten und die Art ihrer Aufbringung. In der anschließenden Aussprache unterhielt man sich hauptsächlich über die im Falle der Durchführung der Bereinigung unserer Gemarkung eventuell vorzunehmende Verschleifung der außerordentlich zahlreichen und großen Schluchten und die Regulierung der Horloff. Kreis Alsfeld. ■er. Homberg a. d. Ohm, 27. März. In Gegenwart der Mitglieder des Schulvorstandes und des Gemeinderats eröffnete am Sonntag- nachmlltag Lehrer He brich, als Vorsitzender des Schulvorstandes, di« in unserer Stadthalle untergebrachte Ausstellung der Handarbeiten. Die ausgestellten Arbeiten stammten von den Mädchen der vier Klassen unserer Vollsschule, der Fortbildungsschule, sowie von denen der Höheren Bürgerschule. Sie zeigten, wie die Industrielehrerin, Frau L i e h m e r, mü großem Fleiß und Verständnis an ihre Aufgabe herangetreten ist, trotzdem ihr manchmal bei der Anschaffung des nötigen Materials Schwierigkeiten bereitet wurden. Andererseits zeigten sie auch, wie die Schülerinnen mit großem Eifer und Interesse an die Ausführung dieser praktt- chen Gegenstände herangetreten sind und fie mit Geschicklichkeit und Ausdauer ausgeführt haben. Die Ausstellung, die allgemein sehr gelobt wurde, hatte starken Besuch zu verzeichnen. ck. Aus dem Ohmtal, 27.März. Bei der in Nieder-Ohmen abgehaltenen Holzverstei- getung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheitholz 1. Kl. 24 bis 30 Mk., 2. Kl. 16 bis 20 Mk., Buchenknüppel 18 bis 22 Mk., Buchenstock 12 bis 16 Mk.. Buch en reisig 4,50 bis 8 Mk., Eichenscheit 12 bis 16 Mk., Eichenknüppel 12 bis 14 Mk., Eichenstock 7 bis 9 Mk., Eichenrundscheit 12 bis 22 Mk.; Fichtenrundscheit 20 bis 23 Mk.. Fichtenrundscheit 2. Kl. 14 bis 21 Mk., Fichten- Knuppel 16 bis 19 Mk., Fichtenknüppel 2. Kl 12 Mk., Fichtenstock 7 Mk.; Kiefernrundscheit 1.Kl. 18 bis 22 Mk., Kiefernstock 8 Mk.: Hain- buchennutzscheit 25 Mk., Hainbuchenknüppel 16 bis 18 Mk. alles je 2 Raummeter. Ferner wurde noch Nutzholz wie folgt verkauft: Cichennutzholz 38 bis 100 Mk., Buchennuhholz 30 bis 45 Mk.. Kiefernnuhholz 25 bis 40 Mk., Lärchennuhholz 40 Mk., Fichtennutzholz 20 bis 48 Mk. je 1 Fest- meter. Kreis Lauterbach. ch Eichenrod, 27. März. Die Klagen über die Wasserleitung wollen nicht verstummen. Seit einiger Zeit macht sich der Mangel an Wasser auch in der Nachbargemeinde Hörgenau bemerb bar, die an dieselbe Leitung angeschlossen ist, ebenso rote Hopfmannsfeld. Hier wie dort gibt die Leitung nur in den frühesten Morgenstunden Wasser her, um dann für den ganzen Tag zu streiken, gewöhnlich bis zur Mitternacht. Nur zur Feier des Sonntags anscheinend läuft das Wasser auch eine Stunde am Nachmittag. Unter solchen betrüblichen Zuständen ist die Hoffnung auf bessere Verhältnisse nicht berechtigt, die eintreten sollen, wenn erst mit dem Frühjahr die Molkerei ihre eigene neue Wasserleitung in Betrieb genommen haben wird. Sichere Anhaltspunkte weisen immer wieder darauf hin, daß der S ch a b e n im Ortsnetz der Leitung Hopf- mannsfelb zu suchen ist. die Frau soviel halle schlucken müssen in letzter Zell, löste sich auf in milde wohltuende Tränen. Sie weinte, aber ihr Mund lächelte. 13. Kapitel. Letzte Septembertage an der Mosel, so schön wie Tage im Süden; nie ist der Himmel höher und blauer, die Sonne strahlender, die Berge goldener. Kein Gedanke daran, daß der Oktober an manchem Baum die Blätter doch schon gilbt und eine bereits früher sinkende Sonne Das Signal gibt zu langer dunklerer Zeit. Der Alle vom Berge saß oben auf seiner Bank, hinter ihm ragte das große Kreuz, fast drohend streckte es seine Arme und warf seine Schemen über ihn. Er aber saß behaglich, in vollstem Wohlgefühl, er hatte keine ernsten Gedanken. Er war voll freudiger Ungeduld, voll froher Erwartung: gestern war die Hochzell des Sohnes in Berlin gefeiert worden, heute abend traf das junge Paar in Koblenz «in und morgen waren fie bei ihm — nun würde er feiern! Hier! Einen langen wohlgefälligen Blick warf Herr Doufemont rundum: die junge Frau würde staunen. So etwas Schönes hatte die noch nicht vor Augen gehabt. So etwas Schönes gab es mich nicht anderswo. Er konnte es kaum abwarten, bis er sie hier heraufführte und ihr all das — all das zeigte. Er streckte die Arme aus und spreizte die Finger, als wäre dies alles, über das er wie segnend inc Hände hielt, fein — sein Eigentum, sein Land, sein Reich, ein Königreich, dessen Gold noch nichl ausgemünzt war, dessen Berge Schätze in sich bargen, von denen die törickste Well draußen viel zu wenig no chahnte. Schade, daß fein Heinrich kein unternehmender Geist war, daß der nur seine Doktorei im Kops hatte und seine Edich, sonst würde der hier cm der Mosel ein Hotel bauen, so groß und io mit gIlern Komfort, daß selbst die verwöhntesten Leute nichts daran aussetzen könnten. Dann würden sie kommen in Scharen. Hier auf dem Berg, den ein Aussichtstempel bann fronte anstatt des Bethäuschens, würden sie die Aussicht bewundern, und all der Wein, der jetzt in den Kellern lagerte, wurde dann ausgetrunten. Eine schöne Idee, ein glücklicher Gedanke — aber freilich, ach nein, lieber nichts In einer Aufwallung von Egoismus fdrittelte fick Herr Doufemont: brrrrr! Das wäre ja schrecklich, wenn hier die vielen Fremden herumkiefen, von seinem Berg die Aussicht bewunderten, ooa (•einem Berg! (Fortsetzung folgt) $ Iröntti <5« Jr *® Tmitag. harschender ■W« Ttodchalle ber Hand. Ue° stammen Mev nnfettt ?uIe- sowie ton n 1.9* zeigten, lltDmer, mit an ihre Aus. 9r manchmal bei aterials Schloie. zeigten tu großem Siser "O dieser prakt» i sind und fit ner ausgeführt gemein schr ge- 1 D verzeichnen. März. Del der Holzverstei. ? erziel Tuchen- L, 2.ÄL 16 bit 22 M., Tuchen- 14,53 bis 8 M cnlnüppel 12 bis . Eichenrundschrit t 23 bis 23 M, 21 M, Fichten- tenknü-pel 2. KI ÄiefemnmbfiH xf 8 QBL; Hain- iuchentnü-pö 16 >r. Ferner wurde ft: Eichennutzholz 39 bl6 45 Dl. Lärchenm/tzhoh M je 1 frft’ 6Qu6et»ibt8 dir entnc.R Neneh^ öen lind !°ML W “''"'S®«, übet SM K , Mungunn »5 ÄL JWJ52 SZ nrtu«* •<5 ?.sS- ft. f" Mr tu nun sie ^'Aefilligen um:d'eiu"^ ^ch gab es ÄS riä«’S frinnd) s*-ä-s ®s SÄ ich, a^sE 1?S*5 SA/ ch. Lla-euuder nicht verstummen. Range! an Laßer rgenau bffltrf- schlossen ist, eich wie dort gibt bit •genftunben Dassel ag zu streiken, y- hir zur Feier bff Wasser auch eim oidjen betrüblichen »»fiere Derhältmsie en, wenn erstmu igene neue W‘ iben wird, --chere lieber daraus er Leitung ^op' Preußen. Kreis Wcülar. WEN. Wetzlar, 21. März. Dor dein Dorfe Katzen fu rt (Kreis Wetzlar) überfuhr ein von Wetzlar kommendes Auto die Frau eines Aottenarbaiters. Die Frau ging neben einem Kuhgespann her, der Fahrtrichtung des Autos entgegen. Sie hatte sich hinten an der 'Bremse zu schassen gemacht und trat in dem Augenblick hinter dem Wagen hervor, als das Auto vor° beisauste. Sie wurde von dem schweren Wogen gepackt und so heftig zu Boden geschleudert, daß sie einen lebensgefährlichen Schade l b r u ch erlitt, an oem sie in bedenklichem Zustand im Augusta-Di! toria-Krankenhaus in Ehringshausen darniederliegt. Den Fahrer des Autos soll fein Verschulden treffen. l. Wißmar. 27. März. Wie geschickt unsere Mädchen zu arbeiten verstehen, zeigte am Sonntag eine Handarbeitsausstellung der hiesigen Volksschule. Frau Rein, die seit 1920 den Handarbeitsunterricht erteilt, hatte mit den Kindern im alten Schulhaus die mit beachtenswertem Geschick und mit großem Fleiß angefertigten Arbeiten zusammengetragen. Die Radelarbeiten fanden besonders bei den Müttern recht viel Interesse. Ausgelegte Wäschestücke enthielten manche sorgfältige Arbeit. Die Kleinsten warteten mit Stolz ihre Waschläppchen und Täschchen auf. cf Wißmar, 27. März. Mit dem 31. d. M. wird uns der seil dein 1. Januar 1926 hier stationierte Oberlandjägcr Blümel verlassen, um in seinen neuen Wirkungskreis Bassenheim, Landkreis Koblenz, überzusiedeln. Ein Bubenstreich. ■O Riederklee n, 27. März. Eine g c meine T a t wurde hier verübt, als sich die Gemeindevertretung von Hochelheim abends von der Sitzung im Rathause, in der die Verhandlungen über den Wasserbezug endgültig zum Abschluß gebracht wurden, nach Hause begab. Kurz vor dem Dorfausgange fanden die Mitglieder der Hoc, firner Gemeindevertretung, die teils zu Fuß gingen und teils Rad fuhren, eine lange Stange in Brusthöhe quer über die Straße gelegt, die auf der einen Seite in einen Gittermast der elektrischen Hochspannungsleitung eingesteckt war. Sie beseitigten das Hindernis, das sie im Schein der Lampe des Radfahrers rechtzeitig bemerkt hatten, und gingen ihres Weges weiter. Ehr nach kurzer Zeit hinterherkommendes Aut»- von Hochelheim Janb an derselben Stelle eine Egge, mit den Zinken nach oben, mitten auf die Straße gelegt. Rur dadurch, daß der Autobesiher durch sein Helles Licht das Hindernis rechtzeitig bemerkte und sein Auto kurz vor der Egge noch zum Stehen bringen konnte, ist großes Unheil vermieden worden. Die erst am nächsten Morgen telephonisch benachrichtigte Polizeiverwaltung zu Groß-Rechtenbach ließ sofort einen Polizeihund von Wetzlar kom neu, der auco eine Spur au,nahm, die jedoch vor der Gastwirtschaft Ohly endete (in dieser Wirtschaft hatten die Ge- meinderäte von Riederkleen. . Hochelheim und Hörnsheim nach beendeter Sitzung noch etwas zusammengesclsenl. Von dem oder den Tätern fehlt trotz eifrigster sinter! uchung durch die Polizei und Landjägerci bisher noch jede Spur. Hoffentlich geling!. es noch, die Täter zu ermitteln und ihnen einen gehörigen Denkzettel zu geben. Gefängnis wegen Beamienbeleidigung und -Nötigung. sch. Marburg, 27. März. Bor dem hiesigen Schöffengericht hatte sich der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der Dreibäu s e r B a s a l t i n d u st r i e wegen Beamten- veleidigung und Beamtennötigung zu verantworten. Die Interessengemeinschaft erstrebt die Herabsetzung der Frachtkosten bei der hiesigen Kreisbahn. Da seitens der Betriebsleitung als auch vom Vorsitzenden des Kreisausschusses dieser Förderin i'id)t nachgegeben werden konnte, da die hiesige Kreisbahn schon von allen Bahnen Deutschlands die niedrigsten Frachttarife aufweist, griff der Geschäftsführer der Interessengemeinschaft zu unfairen Mitteln. Er drohte dem Kreisbahndirektor Köhler, ihn wegen angeblicher schwerer Verfehlungen bei der Staatsanwaltschaft zur Anzeige bringen zu wollen, wenn dieser sich nicht für die Forderung der Intercisengeineinschaft einsetzen werde. Dem Vorsitzenden des Krei-ansschusses, Landrat Schwebet, warf er Urkundenfälschung vor. Während der Angeklagte die Nötigung bestritt, die jedoch durch die Beweisaufnahme einwandfrei fcstgestcllt wurde, suchie er die Urkundenfälschung folgendermaßen zu begründen. Bei der Lahn regulierung in Fronhausen, die teils mit Mitteln der produktiven Erwerbsloscnfürsorge durchgeführt wurde, wurde den Arbeitern an Regentagen, an denen die Arbeiten eingestellt werden mußten, Erwerbslosen- Unterstützung ausgezahlt, obwohl sie für diese Zeit nicht aus dem Arbeitsverhältnis ausschieden, was ja technisch gar nicht durchführbar war. Die Regentage wurden in den Lohnlisten eingesetzt. Hieraus wollte nun der Angeklagte eine Urkundenfälschung konstruieren, obwohl der Landrat im Einverständnis mit allen zuständigen Stellen gehandelt hatte. Der Angeklagte wurde wegen Beamtennötigung und Beleidigung zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Es wurde eine Gesamt st rafe von fünf Monaten gebildet. Strafaussetzung wurde nicht ge- währt. Bullrich-Magen-Salz ä< 11,00 0,71 40 84 815 1294 764 15,88 fm 21,11 14,76 1,40 13,27-fm 18,36 „ 2,47 „ 63,28 „ 12,38 „ 2,07 fm 4,77 5,38 1,77 Akazien. Güteklasse N 1. Klasse Grubenholz Lotz 4. 1,30 fm 10,00 31,00 34,00 20,00 3,30 3,50 Lotz 1. Buchen. Stämme: Güteklasse A 3. Klasse 4. „ 6. „ Güteklasse N 3. „ 4. „ Fichten. 2. Kl. 14 Stück = 0,84 fm 3. 4. 5. 6. 7. Donnerstag, den 29. März 1928, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: 33591- 1 Aktenschrank, 6 Schreibtische, zwei Kaffenschranke, 1 Photoapparat, ein Vertiko, 1 Sofa, 1 Lüfett, 1 kompl. Ladeneinrichtung, 1 Chaiselongue, 1 Klubsessel. Gerichtsvollzieher in Gießen XJvrn Gteinstraste 13.___________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Tau- bringen für Rj. 1928 liegt vom Donnerstag, dem 29. d. M. ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit chrifttich oder zu Protokoll während der üblichen Dienststunden vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage be- chlossen, zu der auch die AuSmärker beizutragen haben. Daubringen, den 27. März 1928. Hessische Bürgermeisterei. Preis. 3361D 2. Eichen. Stämme: Güteklasse N 2. Klasse Gutejdiuhe pulihnan mit Nutzholz-Submission der Stadl Laubach. Am Montag, dem 2. April 1928, soll im Wege des schriftlichen Angebots folgendes Nutzholz vergeben werden: 3. 4. Güteklasse F 3. Eichen. Fischerei-Verpachtung. Am Freitag, dem 30. März 1928, wird in der Gastwirtschaft „Zum steinernen Haus" in Hochelhenn im Anschluß an die Fischereiverpachtung der Gemeinde Hochelheim die Ausübung des Fischereircchtes in den öffentlichen Gewässern der Gemarkung Hörnsheim auf die Dauer von sechs Jahren ösfenllich meistbietend verpachtet. Großrechtenbach, den 27. März 1928. Der Bürgermeister. 3350D Rundscheit: 1 m lang etwas Anbruch von gesund geschmttenen Fichten. Stämme: Güteklasse N la-Klasse 1b- „ 2s- „ 2b- „ 3a» „ 3b- „ 4a» „ Erlen. Güteklasse di 1. Klasse 6,71 fm „ - 1,20 „ - 1,68 „ = 10,60 _ --- 7,77 --- 2,29 Neuen Anzug ESS 10.50 - saää Kiefern: Stämme: lb-Klasse 16,97 fm 2a» „ 58,17 2b- „ 22,26 3a» „ 9,98 3b- „ 3,08 Fichte«. Lot 9. Fichten. Stämme: Güteklasse N 1a-Klasse lb- „ 2a- „ 2b- „ Das Holz ist mit Rinde gemessen ruch eingesetzt. Richt, entrindet. Die Besrchtt- gung wird empfohlen. Nähere Ausftrnft Förster Keller, Freienieen, Fernrur Lau- Vach 73. Angebote, nach Sortiment und Klassen getrennt, sind verschlossen und sntt entsprechender Aufschrift versehen brs Mo». tag, de« 2. April d. Z., vormUtags 11 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Be» Dingungen, mit denen sich die Käufer mtt der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, «ungesehen werden können. Lau dach, den 26. März 1928. Hessische Bürgermeisterei Boehm. 3341V Beschluß. DaS Konkursverfahren über das Vermögen der Firma Ludwig Feige in Gießen und deren Inhabers Ludwig Feige daselbst wird nach Abhaltung deS Schlußtermins aufgehoben. 3314V Gießen, den 22. März 1928. __________Hessisches Amtsgericht. Nutz- und Vrennholzversteigerung Die«Stag, den 3. April, vormittags 10 Uhr beginnend, in der Wirtschaft des Johannes Damer zu Münster aus dem Forstort Judeneiche. 1. Nutzholz: Stämme N. Eiche: 1. Kl. 24 St. 1,20, 2. Kl. 22 St. 5,09; Esche: I. Kl. 1 St. 0,08; Fichte: la-Kl. 150 St. 22,83, lb-Kl. 16 St. 3,69; Derbstangen: Esche: 34 St. 3. Kl.; Ahorn: 5 St. 3. Kl.; Fichte: 127 St. 1. Kl., 242 St. 2. Kl., 343 St. 3. Kl. 2. Brennholz, rm (Scheiter): 1 Esche (Knüppel), 3,9 Buche, 35 Eiche, 3,8 Esche, 2,8 Obstbaum, 2 Aspe, 2 Kiefer, 5,9 Fichte. Reiser 1. Kl. (Knüppelreistg): 33,7 Eiche; Reiser 2. Kl. (Durchforstung^ reisig): 87 Eiche, 106 Esche, 4 Fichte. Stöcke: 10 Eiche. Die Nummern des zur Versteigerung kommenden Eichenstammholzes und das nicht zur Versteigerung kommende Fichten- stammholz sind blau unterstrichen. Vorherige Besichttgung deS Holzes wird empfohlen, da nachträgliche Beanstandungen nicht berücksichtrgt werden. Nähere Auskunft durch Herrn Förster Butteron, Röthges. 3349V Laubach, 27. März 1928. ______Hessisches Forstamt Laubach.______ Eberverkauf. Die Gemeinde Heuchelheim verkauft wegen Inzucht einen zur Zucht noch tauglichen Eber. Angebote sind schrifttich, für den Zentner Lebendgewicht, bis zum 2. April 1928, vormittags 10 Nhr, bei der Bürgermeisterei abzugeben. Zuschlagsfrist 5 Tage. 3354V Heuchelheim, den 27. März 1928. Bürgermeisterei.____________ D 2. „ 0,16 „ Lob 6. Esche«. Stämme: Güteklasse dl 1. Klasse 2,02 fm 1,35 ,, 2. „ 3- „ 1,44 „ Ahorn. Stämme: Güteklasse dl 1. Klasse 0,10 fm 2- „ 0,18 „ Birken. Stämme: Güteklasse bl 1. Klasse 0,18 fm 2. „ 1,85 „ 3- „ 1,45 „ 4- „ 0,69 ff Elsbeeren. Stämme: Güteklasse dl 2. Klasse 0,46 fm Lob 7. dichte«. 2,18 fm Stämme: Güteklasse N la-Klasse lb- „ 11,89 „ 2a- „ 24,00 „ 2b- „ 27,45 „ 3a- „ 10,65 „ 3b- „ 9,42 „ 4a- „ 8,29 „ 4d- „ 3,32 „ Lärchen. 1,37 fm Stämme: Güteklasse N lb-Klasse 2a- „ 1,61 „ 2b- „ 0,86 „ Lob 8. wtt Seidene Unterkleidung für Damen u. Kinder 11630 Kunstseide, in Kindergrößen Prinzeß-Röcke glt., gute Qualität, besonders billig.... 6.00, Kunstseide, in Kindergrößen. - 3.50, 3.25, Hemd-Hosen Darmstadt, den 26. März 1928. Kunstseide, mit Spitzen.. .. 6.50, 5.50, 4.50 in A. Holterhoff Söhne Seltersweg 20 3343a 3068V 3356 D [2841a Selterewecr. Neu! ah 1.4.28 (Spielleitung: Ludwig Rössinger) 3342V Astoria-Lichtspiele weise. 3272V Dlp!.-Ing« Schilling:.Frankf.Str. 23 Aeplelweinißllerei B. Revue Walltorstrabe 5 SchultaschenÜ Eintritt (zur Deckung der Unkosten): Für Mitglieder u. Hörer (gegen Vorweis der Karte) 30 Pf, für Nichtmitglieder 50 Pf. Kunstseide, Kunstseide, Kunstseide, Oie Geburt ihres Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an 8.00, 11.00, 3.30, 4.50, 2.50, 5.00, 7.00, 9.50, 2.35 2.75 1.85 2.75, 3.80, 2.15, 4.00 6.00 8.75 2.95 liefert stilrein und preiswert die Brührsche Unlversltlts- Druckerel R. 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Marz 1928 Pullover in 2 Öen Sport besc die Leise oder jugendlichen § IWnDollstol cooi oder ein Saum, am Kr sind auch die Mäntel aus mit Lederbesal Größere Del für die Frauen und Kälte schul Mängel an de tragen wird a nun die Ersch so ist die erste züglich und Kaschamän PanamaHeweb neuen resede, holten durch > Futter eine ; Mäntel stehe Lipsstvffe, aud uni) Äaxoä. < Lüichengarnih sonders für di Dipsmäntel I in einfachem safson und e allein für d sondern auch gezogen. Für und hcllkarie Mäntel viel g Für die e elegant ausg< mmrnt, für du stosse, einfarb druck, verarb Seinen wechse und Dollmus -oordüren ode vorzugt werde Edurenstoffc SLelifisitze o. Kops Pfd. 48 Pf. fioöefloü o. Kopf Pfd. 35 Pf. SkklM o. Stopf Pfd. 35 Pf. Bralflföe Näheres im heutigen lustigen Afril-Heft der »Hamburger Illustrierten• mit dem neuen Roman von A. Schirokauer und dem Ergebnis des letzten Preisausschreibens »Der geheimnisvolle Druckfehlerteufel• Pfd. 30 Pf. LMlIlM fifife i ganzer Stange Pfd. 48 Pf. 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Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Die neuesten Eilberichte aus aller Welt!! Heute letzter Tag: Pal und Patacbon in Pelikanien Und: Der falsche Prinz Ab morgen bis einschließlich Samstag: So küfet nur Friedrich Groh, Gießen Neuenweg 32 empfiehlt sein reichhaltiges Lager in Kinder und Klapp wagen Neubeziehen sowie Ausschlagen der Verdecke in eigener Werkstatt Für / Möbel \ f Parkett / Linoleum \ verwenden Sie nur 3243a Drowe-Wachs verreibt sich mühelos, gibt L beispiellosen Hochglanz i \Dro6erie Winlerhotf/ Kreuzplatz 10 K vod . Hansa Handelsschule J.Kunzeimann Gießen, Bahnhofstr. 60 17. April neue Kurse. ^Anmeld^Jägl^UO^ sind Mr suä Farben, durch Sürtel sowie erhalten 1« « n7uen LHP. S Art ü < Rock 4 in ö fiert; der wei ' . Hai geserc czu P< pfe -ui liebte Dask ein besonders Auch das 2-r und gehört zu Frauenklewun! Dahl in den i Wechslung sorc den neuen Ll Krokodil ini 1 IchSM »>4I in diesen vto spiheAus Heute letzter Tag: Der Grenzreiter und: Kampf der Geschlechter Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Belphegor (l.Teil) (Das Rätsel von Paris) Ein sensationeller Kriminal- und Abenteurerfilm in 8 spannenden Akten. — In den Hauptrollen: Hareell Naverre und Michele Verly. — Ferner: Gänsehaut Lustspiel in 2 Akten. — Sowie: Wildfütterung im Hochgebirge Interessanter Kulturfilm in 1 Akt. ••••••••••••••eeooeeeeeeeeeeeeeeeoeeee Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Schäfer III Familie Ludwig Hofmann V. Lollar, den 27. März 1928. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 29. März, nachmittags 4 Uhr, statt. Heute nachmittag 3 Uhr entschlief infolge eines Schlaganfalles unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Urgroßvater und Schwager Heinrich Schäfer I. im 79. Lebensjahre. Nr. 75 Drittes Statt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Mittwoch, 28. März 1928 ir—nn—.itr in in -m jijmm iiuuwiiii»u t.« -irfiMJMiwnmmii■■■■■ ---_« ■■■ —!—1,111— Aus dem Reiche der Frau. WasunsderZrWngbrmgi. Modeplauderei von Anne Beer. Nachdruck verboten. Die neue Frühjahrsmode beginnt ihren Feldzug mit sämtlichen Pastellfarben. Beige, Rose, Mode, Silbergrau. Seegrün, Wasserblau sind die siegreichen Farben. Ihre Siegesgenossen sind das Strickkleid, das Strickkostüm und der Kaschamantel. Die Strickkostüme sind in der abwechslungsreichsten Weise zusammengestellt. Durch Querstreifen in bunten Farben, durch lustige Bordüren und eigenartige Gürtel sowie durch einen originellen Ausschnitt erhalten sie einen jugendlichen, kleidsamen und neuen Typ. Drohen Beifall finden die in Kieler Art ausgeführten Strrckkostüme. Der marine Rock ist in Falten gelegt, auch vollständig plissiert; der weihe Pullover, mit marine Streifen abgeseht, hat einen spitzen Ausschnitt mit einem modisch gezeichneten Monogramm als Abschluß. Die hierzu passende „Kieler Jacke" wird durch Goldknöpse und einen Gürtel geputzt. Die beliebte Baskenmütze gibt dem Anzug noch ein besonders flottes, jugendliches Aussehen. Auch das Trikotkleidchen bleibt bevorzugt, unb gehört zum eisernen Bestand der modernen Frauenkleidung, besonders da die grohe Auswahl in den verschiedensten Stoffarten für Abwechslung forgt. Trikot-flams, Ringeltrikot in den neuen Linde- und Maronfarben, Trikot- Krokodil in Wolle, Seide und Kunstseide erschöpfen noch lange nicht die endlose Auswahl in diesen Stoffen. Fast durchweg wird der spitze Ausschnitt bevorzugt, der durch eine aufgesteppte Blende einen schrägen _ Abschluß erhalt. Die Lumberjacks und die ärmellosen Pullover in Mode, Blau und Rot verdienen für den Sport besondere Beachtung. Für den Sport, die Reise oder den Strand eignen sich auch die jugendlichen Kostüme aus kleinkarierten, englischen Wollstoffen, ein apart gearbeiteter Trenchcoat oder ein Covercoat mit Steppereien am Saum, am Kragen und an den Laschen. Flott sind auch die sommerlichen Flauschmäntel oder Mäntel aus englischen, großkarierten Stoffen, mit Lederbesah und vorderem Knopfschluh. Größere Bedeutung denn je hat der Mantel für die Frauenwelt; nicht nur, dah er vor Regen und Kälte schützt, er verdeckt auch so bequem kleine Mängel an dem Kleide, das natürlich mehr getragen wird als der Mantel. Soll der Mantel nun die Erscheinung gut zur Geltung bringen, so ist die erste Bedingung, dah der Schnitt vorzüglich und die Ausarbeitung tadellos ist. Kaschamäntel und Mäntel in dem neuen Panamaaewebe, weiche Kaschapanamas in den neuen resede, bleu oder mode Farbtönen, erhalten durch ein gleichfarbiges Crepe-de-Chine- Futter eine sehr elegante Wirkung. Ripsmäntel stehen ferner in grober Gunst. Glatte Ripsstoffe, auch solche mit kunstseidenen Streifen und Karos, erhalten durch Einfassungen und Rüschengarnitur ein geputzteres Aussehen. Besonders für die sogenannten „Frauenmäntel" sind Ripsmäntel typisch; sie werden dann meistens in einfachem Herrenschnitt gearbeitet. Herrenfasson und englische Herrenstoffe werden nicht allein für den praktischen täglichen Bedarf, sondern auch für sportliche Betätigung heran- gezogen. Für diese Zwecke werden auch weiße und hellkarierte Flausch-Tennis- und -Golfmäntel viel getragen werden. Für die Sommertage sind die einfach und elegant ausgearbeiteten W aschk leider bestimmt, für die sämtliche Daumwoll- und Seinen- stosse, einfarbig und gemustert gewebt und bedruckt, verarbeitet werden. Kattun, Perkal und Leinen wechseln ab mit den luftigen Baumwoll- und Wollmusselines und Voiles, die man mit Bordüren oder Phantasiemustern ausstattet. Bevorzugt werden Blumenmuster und großblumige Bordürenstoffe. Auch Kunstseide wird gern mit Spiel und Spielzeug der Atterkleinsten. Von Or. B. Münzer. Mit der Deutung des kindlichen Spieltriebes haben sich namhafte Gelehrte und Dichter — wir nennen hier nur Schiller und 3ean Paul — befaßt. Manches Bändchen, mancher Foliant ist mit Antworten auf die Frage „Warum spielt das Kind?" gefüllt. Rach der einen Anschauung wird der Standpunkt vertreten, dah das Kind spiele, um seinen Lieberschuh an Lebenskraft gleichsam zu entladen. Wenn sich die Lmebe die in jedem lebenden Wesen walten, nicht auf anderen Gebieten bewähren können, so finden sie in den mannigfachen Formen des Spiel« ihren „Auspuff", — beim Menschenkinds nicht anders als beim höherstehenden Tiere, das in gleicher Weise dann zu spielen beginnt toenn es die für den Lebensunterhalt notwendigen Bedürfnisse für sich und feine Jungen besorgt hat (Sine andere Anschauung legt dem kindlichen Spiele den gegenteiligen Sinn unter. Das Kind spiele nicht, um feine Kräfte zu verschwenden, sondern um sie zu sammeln, — um sich im Spiele zu erholen. Zu dieser letztgenannten Meinung mag den Erwachsenen das eigene Vorbild veranlaßt haben: er sucht im freien Spiel — vom „Spielchen" an bis zu den hoyeren künstlerischen Genüssen — nach den Sorgen des Alltaglebens Ruhe für die Verven. Sammlung und Erholung. Aber beim Kinde gibt es doch noch keine Leistung körperlicher oder geistiger Art. die der Arbeit entspräche! Darum müssen wir wohl diese Deutung als unwahrscheinlich ablehnen. Wir glauben nicht, Msugehen, toenn wir u.is der erstgenannten Anschauung anschließen und sie in Verbindung mit einer dritten Auslegung gelten la>sen: dah die im Spiele sich äußernde überftromenbe Lebenskraft zugleich eine Selbstausbildung, eine Einübung der ererbten Anlagen, der triebe und Instinkte bedeutet Man glaubt sogar — wohl nicht mit Unrecht — in den einfachen Spielformen des frühen und frühesten Kindesalters Anklänge an den Urzustand der Menschheit zu sehen, glaubt etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, bedruckten Mustern verarbeitet; besonders bevorzugt scheint ein Konfettimuster zu sein, das sich in allen Stofsarten wiederholt. Daneben gibt es noch die große Auswahl in Kascha-, Crepe- de-Chine--. Georgette- und Kunstseidenstofsen, mit kunstvoll ausgeführten Jacquardmustern auf lustig gewebtem Fond, metallisch wirkende Kunstseiden- und Drokatstoffe. die für Kleider alle in Frage kommen. Die Kleiderlinie bleibt schlank, und nur durch Raffungen und seitliche Einlagen werden Variationen geschaffen. Volantkleider sind nur für die Jugend bestimmt. Schleifen- und Schärpendrapierungen sorgen für eine bewegte Linie, ebenso geben die verschiedenen, zusammen verarbeiteten Farben, die beliebten Agraffen- und Bijouterien-Garniturcn ein stets wechselndes, interessantes Bild, das jeden Geschmack zu befriedigen vermag. Das billigste Schönheitsmittel Von Liselotte Hennoch. Fast in allen kosmetischen Mitteln ist Zitrone enthalten, und wirklich, die Zitrone ist das beste und billigste Schönheitsmittel, das man sich vorstellen kann. Die Haut des Menschen ist der wichtigste Bestandteil seines Körpers, wir atmen durch die Haut, und toenn ein Drittel unserer Haut zerstört ist, können wir nicht mehr leben. Es ist also klar, dah man der Haut einige Aufmerksamkeit schenkt, ganz abgesehen davon, daß man das auch aus ästhetischen Gründen tun muh. Eine gesunde Haut ist fast immer eine schöne Haut. Der Saft der Zitrone kann zur Gesunderhaltung und zur Schönheit der Haut außerordentlich viel beitragen. Bei übergroßer körperlicher Ermüdung hilft, falls man die Ermüdung überwinden muß, ein lauwarm es Bad, dem man den Saft von drei bis vier Zitronen hinzugesetzt hat. Man muß das Wasser ziemlich heiß einlassen, den Zitronensaft sofort zusehen, damit er sich im Wasser verteilen kann. Bis das Bad die richtige Temperatur erreicht hat, hat sich der Zitronensaft dem Wasser mitgeteilt. Ein solches Bad ist außerordentlich kräftigend, gesund, weil es die Poren öffnet, es macht die Haut zart und rein und trägt also aus diesem Grunde gleichfalls zum Wohlbefinden des Menschen bei. — Für Frauen, die viel in der Küche arbeiten, ist die Zitrone ein unentbehrliches Hilfsmittel. Rach getaner Arbeit wird die Einreibung der Hände mit einigen Tropfen Zitronensaft sowohl erholend für die müden Finger, Gelenke und Muskeln, als auch pflegend für die Haut fein. Man muß die Tüchtigkeit der Frau nicht an rauhen Händen und zerrissenen Rägeln allein erkennen. Wenn man sich am Abend vor dem Schlafengehen das Gesicht mit ein wenig Zitrone betupft, so wird man nach einiger Zeit voll Freuden beobachten können, daß braune Fleckchen und Unreinlichkeiten der Haut, sofern sie keine organische Ursache haben, verschwinden. Man muß allerdings die Haut erst ausprobieren, wieviel Zitronensaft sie vertragen kann. Ein sehr empfindlicher Teint bekommt zuerst eine leise Rötung, sogar ein Brennen. Das hindert dann oft, mit der Anwendung der Zitrone fortzufahren, sie sagen, „mir schadet Zitrone", aber sie wissen nicht, welchen Einfluß der Saft hätte, wenn sie Allerlei Leckereien für Ostern. sich nicht sofort entmutigen lassen wollten. Allo man versuche erst mit einigen Tropsen und nehme dann, toenn die Haut sich gewöhnt hat. mehr und mehr, bis zum Saft einer halben Zitrone. Der Teint wird weiß, weich, frisch und straff und neigt nicht mehr zur Pickelbildung. Die Zitrone ist für die Haut auch ein sehr gutes Reinigungsmittel, es gibt sogar Länder, in denen sich die Eingeborenen nur mit Zittone und niemals mit Seife waschen. Flecken und Unreinlichkeiten von den Händen und den Armen werden durch Zitrone sehr rasch und sicher entfernt. Da die Zitrone verhältnismäßig billig ist. ist sie als Schönheitsmittel allen Menschen zugänglich. Wenig bekannt ist es, daß die Zitrone auch bet starken Kopfschmerzen, speziell bei Migräne, toenn viele andere Mittel versagen, wohltuend und schmerzlindernd angewandt werden kann. Der Genuß von starkem Kaffee, in den man den Saft einer halben Zitrone gegeben hat, schafft fast immer sofortige Linderung. Zitronenscheiben, die man auf die schmerzende Seite des Kopfes legt, mit einem Leinentuch fest über- bindet, mit einem Wolltuch zudeckt, sind ein probates Heilmittel. Menschen mit nervösem Magen oder nervösem Herzen, die die anderen Linderungsmittel nicht einnehmen können, werden erlöst zu der Zittone greifen, wenn sie. von Kopfschmerzen gepeinigt, keinen Rat wissen. Als Zusatz und als Gewürz bei vielen Speisen hat die Zitrone sich bereits die Anerkennung verschafft, die ihr gebührt. Tee schmeckt gut, toenn einige Tropfen Zitrone seinen Geschmack unterstreichen. Die. Farbe des Tees nimmt durch Zusatz von Zitrone eine andere Tönung an, doch tut die hellere Färbung dem Wohlgeschmack keinen Abbruch. Salat, speziell Kopfsalat, Kresse und Endivien-Salat werden durch die Beimengung der entsprechenden Menge von Zitronensaft schmackhaft und der Gesundheit noch zuträglicher, als sie es sonst sind. Von Marie Reuter. Zur Freude der Kinder kann sich jede Hausfrau selbst einen Osterhasen herstellen. Zutaten: Ein viertel Pfund Honig. 50 Gramm Zucker, etwas Zimt und Relken, ein halbes Pfund Mehl, ein Ei. ein Backpulver. Zubereitung: Den Honig an der Herdseite zergehen lassen, Zucker und Gewürze zugeben, zuletzt das Ei, das gesiebte Mehl und das Backpulver; auf dem Rudelbrett den Teig abkneten, einen halben Zentimeter dick auswellen, Hasen ausstechen, bei Mittelhihe baden, mit Kakaoglasur überziehen. Zur Kakaoglasur läßt man 150 Gramm Zucker und ein achtel Liter Wasser so lange kochen, bis die Flüssigkeit Fäden zieht, dann gibt man den Kakao dazu, nimmt sie vom Feuer und rührt so lange, bis sich ein feines Häutchen bildet, gibt nußgroß Butter dazu und glasiert das Backwerk rasch damit. Eine hübsche Zierde für den Osterttsch ist ferner ein O ft e r n c st, das allerdings etwas mehr Zeit und Geschicklichkeit fordert, a) Zutaten zum Rest: Sechs Eier, ein viertel Pfund Zucker, 180 Gramm Mehl, eine Zitrone; b) zur Kakaoglafur: 150 Gramm Zucker, ein achtel Liter Wasser, 80 Gramm Kakao, nußgroß Butter; c) zur Creme: zwei Eigelb, 80 Gramm Zucker, drei Blatt Gelattne, zwei Eßlöffel Zitronensaft, ein achtel Zittonenschale, zwei Eßlöffel Wasser, zwei Eischnee; d) zu den Eiern: ein viertel Pfund Mandeln, dreiviertel Liter süßen Rahm oder süße Milch, fünf Blatt Gelattne, ein achtel Liter Wasser, 150 Gramm Zucker; zum Färben: Kakao, verschiedene Zuckerfarben. — Zubereitung: Man stellt sich von den Zutaten a) einen Biskuitteig her: Zucker und Eigelb eine halbe Stunde schaumig rühren, Zi- ttonensast und -schale, dann das gesiebte Mehl, zuletzt den Eischnee dazugeben, in gefettete Ringform geben und backen; danach mit Kakaoglasur von dmi Zutaten b) überziehen und nach Belieben mit dicker Glasur neuartig spritzen. — Zur Creme: Eigelb und Zucker schaumig rühren, Zitronensaft und -schale zugeben, die in zwei Eßlöffel heißem Wasser ausgelöste Gelattne durch ein Sieb, zuletzt den Eischnee dazugeben und in den Ring gießen. Zu den Eiern werden die Mandeln geschält, mit dem kochenden Rahm oder der kochenden Milch überbrüht, eine halbe Stunde stehen lassen, ab- seihen, Zucker zugeben und die Gelattne tote oben. Die Flüssigkeit in so viele Teile teilen, als man Farben hat. dieselben zugeben und in ausgeblasene und ausgeölte Eierschalen gießen. Dann kaltstellen, toenn steif, die Schale abnehmen und in die noch weiche Creme sehen. * Wenn die Herstellung von Blätterteig auch etwas mehr Geschick und Uebung verlangt als die anderer Kuchen, so lohnt sich doch die Mühe, denn es gibt kaum ein Gebäck, das ähnlich wohlschmeckend ist. Auch die Männer bevorzugen es wegen seines geringen Zuckergehaltes, Butter gibt es ja jetzt im Frühjahr reichlich, da können wir den Versuch schon wagen. Es gehört zum Blätterteig ein viertel Liter Wasser, ein Ei, zwei Likörgläschen guten Rum, das nötige feine Weizenmehl und 830 Gramm Butter. Wir bringen all das nebst Kuchenbrett und Rudelrolle in einen möglichst kühlen Raum, in dem wir dann auch den Kuchen, mit leichter, geschickter, kühler Hand, um nicht zuviel Mehl hineinzukneten, bereiten. Wasser, Rum und Ei werden tüchtig verllopft und mit dem Mehl zu einem guten Rollteig zusammen- geknetet. Ist dieser dünn ausgerollt, so teilt man ihn in zwei Platten, zwischen welche man gleichmäßig die ausgewaschene, gut abgedrückte, in Keine Stückchen zerpflückte Butter legt. Run rollt man sie fünf- bis sechsmal aus, indem man den Teig nie zusammen knetet, sondern zusammenklappt, damit er recht blättrig wird. Dann schneidet man davon mit dem Rädereisen zwei Zentimeter breite Streifen, teilt sie schräg in sechs bis sieben Zenttmeter lange Stücke, bestreicht diese dünn mit zerklopftem Ei, streut Zucker, nach Belieben mit feingehackten Mandeln vermischt, über, legt sie ziemlich dicht auf Bleche, und läßt bei starker Hitze schnell hellbraun backen. Das Heim der Sunggesellm. Von Anne-Marie Marnpel. Nachdruck verboten. Ein eigenes Heun zu besitzen und es auszugestalten nach persönlichem Geschmack, ist Wunsch und Sehnsucht jeder auf sich selbst gestellten Frau. Ist letzte Voraussetzung wirklicher Selbstand.q- teit, Vorbedingung gehobener Geselligkeit, Quelle des Behagens und dadurch des allgemeinen Wohlbefindens. Ein Ziel also, heißen Erstrebens wert und dennoch in der Praxis selten erreicht. Die Wohnungsnot hat einesteils Schuld daran, überdies muß bei der Verteilung der wenigen vorhandenen Wohnungen die Alleinstehende, die sich räumlich leichter behelsen kann als Familien, zumal solche mit Kindern, zu deren Gunsten verzichten; und endlich spielt die Kostenfrage eine schwerwiegende Rolle, denn die wenigsten Frauen sind heute in der Lage, hohe Baukostenzuschülle, Abstandszahlungen und Mieten aufzubringen. Als weiterer erschwerender Punkt zählt, daß der Bedarf an Wohnungen für einzelne Damen in dem heute vorhandenen hohen Maße erst durch die wirtschaftlichen Umwälzungen der Kriegs- und Rachkriegszeit geschaffen wurde. Unzählige Mädchen und Frauen find dadurch aus dem Privatleben in den Beruf geführt worden, entweder, weil sie den Gatten und Ernährer verloren, oder aus der finanziellen Lage heraus dazu genötigt waren; der Frauenüberschuß und die durch ihn verminderten Ehemöglichkeiten taten ein übriges, um das Heer der Junggesellinnen zu vermehren. Diese Frauen, auf die Kraftprobe der Selbsterhaltung gestellt, die sie staunenswert gut und sicher lösten, sind nun zu neuen, durch die Verhältnisse bedingten Lebensformen herangereift, und fordern neben Pflichten auch Rechte, zu denen vor allem der Anspruch auf ein eigenes Heim gehört. Wo es im Rahmen der Familie sich bietet, wo man der selbständig gewordenen Tochter vier i «,■ I..J.-UHB | !■■■■!!■ ITH UnTITTI MII III III III ■■■■ » ■ »*" die Vorliebe des Kindes für die Kreisbewegung — es stapft ja so gern um ein Bäumchen oder eine feste Stange herum — von den Rund- tänzen der primitiven Volker herleiten zu können! Diese Annahme hat manches Wahrscheinliche für sich. Daß der Mensch bis zu seiner vollen Reife sowohl in körperlicher wie in geistiger Hinsicht die primittven Entwicklungsstufen gleichsam im Laufschritt zurücklegt, — dafür geben ja auch die Tatsachen auf anderen Gebieten gewichtige Belege. Warum sollte sich also nicht auch die dem Kinde eigene Betätigungs.or!n, das Spiel, von diesem Gesichtspunkt aus betrachten lassen! Die ersten Gegenstände, an denen sich der erwachende Spieltrieb bewähren farm, entdeckt der Säugling selbst: seine Händchen und Füße. Mit großen Augen betrachtet er seine Hände, läßt die Finger spielen, greift in der Lust herum und pattcht auf die Bettdecke. Bald tommen die Füße an die Reihe: sie werden hochgenommen und mit den Händchen gefaßt, — höchst einfache, aber doch wohl recht gefällige Spiele, wie der Augenschein lehrt. Der Säugling macht in diesen Spielen gleichsam die Belanntschast mit sich selber. Bald erweitert er seine Erfahrungen: ein Stück Papier kommt ihm unter die Händel Das raschelt, knittert, läßt sich zusammen- ballen, zerreißen! Reue hochwichtige und reiz- volle Entdeckungen! Lind welche Freude gibt es erst, wenn die Papierschnitzel verstreut werden, und das Kind sich dabei selber als den Urheber solcher Taten erkennen kann! Und weiter: Dinge, die es festhielt, können fallen, wenn es die Händchen öffnet, können klopfen und klappern, wenn sie zu Boden rollen, zumal wenn sie mit dem Aermchen in Schwung gebracht werden! Das sind bei weitem keine Unarten, wenn die Kleinen immer wieder die Gegenstände, die man ihnen in die Hand steckt, von sich werfen: es sind die echten Entdeckungsfreuden, die das Kind gern auskosten möchte! Die Mutter soll sich darum diesen kleinen Launen beugen — im wahrsten Sinne des Wortes —, soll dem Kleinen den Gegenstand seiner Belustigung getrost aufheben, ihn wieder und wieder ihm ins Händchen geben. Das erste eigentliche Spielzeug ist die Kinder klapper, — sie ist wohl auch geschichtlich das älteste. Schon in den frühesten Kulturepochen kannte man Klappern aus Ton oder ähnlichen Stoffen, — der trockene Mohnkopf mit seinen klappernden Samenkörnern mag als Vorbild gedient und wohl auch lange Zeit hindurch Ersah für die künstlich gefertigte Klapper geboten haben. Dann zieht, Schritt für Schritt, das Heer der Spielsachen vor den Kleinen auf. Wir wollen davon absehen, all die guten Dinge herzuzählen, die den „reifenden Säugling" belustigen können. Wir wollen nur wenige Bei» spiele herausgreisen, die die Eltern und Verwandten bei der Auswahl der Geschenke beraten sollen, — wenn ihnen daran gelegen ist, mit den Wünschen der Kleinen auch die des Kinderarztes zu erfüllen. Um uns recht verständlich zu machen, werden wir einmal dem kleinen Helden unserer Abhandlung eine Reihe guter, aber in unserem Sinne doch recht unvernünfttger Tanten an- dichten. — Da bringt die eine ihrem kleinen, noch nicht dem Säuglingsalter entwachsenen Liebling einen wollenen Pudel, mit hübschen, krausen Locken geschmückt, als Geschenk mit. Das Tierchen mag ja wirklich recht possierlich sein, aber ich würde doch raten, dieses Präsent so bald wie möglich entweder einem größeren Kinde zu verehren oder — es in den Ofen zu stecken. Freilich, mit Rücksicht auf die gute, alte Frau erst, wenn sie wieder ihrer Wege gegangen ist. Dieser Pudel verstößt nämlich mit einer Vehemenz, die man seiner sonsten Art kaum zutrauen möchte, gegen eine Hauptforderung der Pflege: gegen das Gebot der Reinlichkeit, dem alles unterworfen ist, was mit dem Säugling in Berührung kommt, — auch das Spielzeug! Dies Tier ist in unseren Augen — freilich ohne alle Poesie gesehen — nur ein Staubfänger und hat die eine Untugend, die wir ihm nicht verzeihen können: es läßt sich nicht abwaschen. Spielsachen, die man nicht abwaschen kann, lehnen wir für den Säugling ab. Dichten wir einmal weiter. Da hat das Kleine wieder einmal ein süßes Püppchen bekommen, „süß" im wahren Sinne des Wortes: es ist aus Zucker hergestellt. Schleunigst fort damit, liebe Mutter, ehe das Kleine seiner Gewohnheit getreu daran leckt! Denn wir wissen nicht, was außer dem Zucker noch darin sein mag. Leicht kann bad Kind daran erkranken! Eßbare Spielsachen lehnen wir ebenfalls aufs strengste ab! Run: ein Ziegenböckchen, recht nett aus Blei gegossen, und mit strammen Hornern. Was wir an dieser Gabe rügen müssen? Blei ist Gift. Außerdem kann sich das Kind leicht an den spitzen Hörnern und scharfen Kanten verletzen. Spielfachen, die aus Blei bestehen, die zudem noch scharfe Kanten und Spitzen auftoetfen, geben wir dem Säugling nicht in die Hand. Rim kommt ein Pferdchen heran, aus Holz, allerliebst mit bunten Farben bemalt: ebenfalls in den Ofen damit ober sonst wohin, nur nicht zum Kinde; denn die Farben konnten beim Belecken abweichen und giftig fein! Bemaltes Spielzeug darf der Säugling ebenfalls nicht in die Hand bekommen. Ein Wägelchen aus sauberem Holz, mit kleinen, drehbaren Rädern und zierlichen Speichen, mit einem Bänkchen, auf dem auch ein Kutscher aufgeleimt ist, werden wir allein darum nicht mit aufrichtiger Freude begrüßen, weil es zu zerbrechlich ist. Wir verlangen von einem brauchbaren Säug- lingsspielzeug, daß es haltbar ist. Und ein Klingelwagen mit einer großen blanken Glocke gefällt uns nicht, weil er zu groß ist und zu schwer für das Kind ist: es kann ihn nicht ins Händchen nehmen. Unsere Beispiele genügen, um den Eltern und Freunden unserer Allerkleinsten die Regeln zu illustrieren, nach denen sie sich bei der Wahl der Spielsachen richten sollten. Wir fassen zusammen: Das Säuglingsspiel-eug darf nicht aus Stoffen hergestellt fein, die schwer oder gar nicht zu reinigen find, es darf nicht aus eßbaren Stoffen, nicht aus Blei bestehen, soll keine Spitzen und scharfen Kanten, keinen verdächttgen Farbenschmuck aufweisen und endlich nicht zu zerbrechlich und nicht zu groß und schwer sein. Wer gerne schenkt und gern das Rechte treffen will, dem wird die Auswahl durch unsere Forderungen wohl nicht allzu sehr erschwert. Es gibt doch iwch genug der guten Dinge. Wir führen hier nur die Celluloid-Bälle, -Püppchen und »Tiere an. Auch die Gummipuppe ist erlaubt. Rur muß das Metallpfeifchen vorher entfernt werden, da es der Säugling leicht verschlucken kaum Schwester das Verständnis und die Rücksicht ent- gegenbringt, die man ohne weiteres dem berufs- tätigen Manne zollt, wird sie, unter der Voraussetzung, das» genügend Wohnraum vorhanden ist, um einander nicht zu stören und innerhalb der Familiengememschaft den Begriff des eigenen Heims zu wahren, die Wohnungsfrage als befriedigend gelost betrachten. 3n Fällen aber, die ein harmonisches Zusammenleben ausschliehen, oder da, wo Angehörige nicht vorhanden sind, ist die Alleinstehende auf das möblierte Zimmer angewiesen, oder aber, wenn sie von früher her eine eigene Wohnung besitzt, zu deren kostspieliger und anstrengender Bewirtschaftung gezwungen. Lind dies letztere ist's, was als unproduktive Lieberbelastung der beruflich arbeitenden Frau erspart werden mühte. Kommt sie müde und abgespannt vom Dienst heim, dürfen keine häuslichen Mühen sie erwarten, dann soll das Heim lediglich eine Stätte des Friedens, der Erholung, des Zu-sich- selbst-findens bedeuten. Von diesem Gesichtspunkt aus folfen daher moderne Frauenheimstätten geschaffen werden. Die Damenstifte von ehemals, die Ledigenheime, die zwar größtenteils männliche»» Insassen Vorbehalten blieben, gaben den Auftakt. Die ihnen innewohnende Idee gilt es, zeitgemäß auszubauen und abzuwandeln, vornehmlich in der Richtung absolut gewahrter Linabhängigkeit. Manches Anerkennenswerte ist auf diesem Gebiet bereits geleistet. Man hat derartige,» Bauten durchweg den, Kleinwohnungsthp zugrunde gelegt, und Zimmer, Schlafkammer, Küche und Toilette als Mindestmaß der «Einzelwohnung genommen. In die Badestube teilen sich mehrere Mieterinnen, ebenso in die Waschküche und den Trockenboden. Der Baukostenzuschuß war gering, die Mieten sind aufs niedrigste bemessen. Ein Schritt weiter zum idealen Iunggesellinnen- heim wäre das Haus mit der Gemeinschaftsküche, die alle Bewohnerinnen versorgt, mit den Kräften, denen die Reinhaltung der Wohnungen, die Besorgung der Wäsche obliegt. Auch das wird noch kommen; und wenn man dagegen ein» wendet, daß damit der Sinn für Häuslichkeit ausgemerzt würde, so sei berücksichtigt, daß es sich hier um Alleinstehende handelt, deren volle Arbeitskraft vom Beruf in Anspruch genommen wird und für die das Wirtschaften überdies vom pekuniären Standpunkt aus als unrationell bezeichnet werden muh. In der Ausgestaltung ihres kleinen Heims wird die Junggesellin es bann gewiß an feiner Sorgfalt, keiner Hausmütterlichkeit fehle»» lassen. Ihr Farben- und Formensi»»n, ihre Freude an schönen Dingen, an geschmackvoller Raumgestaltung, wird voll zur Geltung kommen; der Last des Haushalts enthoben, kann sie seine Vorteile ungekürzt genießen. Kraft wird dadurch frei, neue Lebenöwerte werden geschaffen, der häusliche»» Geselligkeit ein neuer Boden bereitet, so daß die hübsche und gepflegte Wohnung der Junggesellin, über ihren Wert für die einzelne Bewohnerin hinaus, als Kulturfaktor angesehen werden darf. Wirtschaft. Neichsbank-Auswers vom 23. März. Dach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. März ist die g e s a m t e K a p i t a l- unlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 132,9 Millionen auf 2053,1 Millionen Mark zurückgegangen. Im einzelnen haben abgenommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 73,1 Millionen auf 1927,6 Millionen Mark und die an Lombards um 59,7 Millionen auf 31,3 Millionen Mark. Die Anlage in Effekten ist mit 94,2 Millionen Mark weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 130,3 Millionen Mark au 3 dem Verkehr in die Kassen der Bank zurückgestossen; und zwar hat sich der Limlauf an Reichsbanknoten um 122,7 Mill, auf 3763,1 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 7,6 Millionen auf 596,5 Millionen Mark verringert. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß 1,0 Millionen an Rentenbankscheinen gemäß § 7a des Rentenbankliquidierungsgesetzes in der Berichtswoche getilgt worden find, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinei» auf 45,8 Millionen erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 495 2 Millionen Mark eine Zunahme um 3,1 Millionen Mark. Die Bestä»»de an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt sind mit 2135,7 Millionen Mark, im einzelnen die Goldbestände mit 1908.9 Millionen Mark, diejenigen an deckungssähigen Devisen mit 226,8 Milli .»en Mark ausgewiesen. Die Deckung der Roten durch Gold allein besserte sich von 48,6 Prozent in der Vorwoche auf 50,7 Prozent, die durch Gold und deckungsfähige Devise»» von 55,3 Prozent auf 56,8 Prozent. Der Ausweis der Reichsbank für die dritte Monatswoche zeigt eine über das gewöhnliche Maß hinausgehende Entlastung, die größer ist als in den vorange- gangenen Monaten. Besondere Merkmale sind im übrigen, bis auf den erheblichen Rückgang an deckungsfähigen Devisen um 35,3 Mill. Mk', nicht festzustellen. Wie wir hören, ist dieser Rückgang an Deckungsdevisen auf erneute Käufe amerikanischen Goldes in Anbetracht des Dollarstandes zurückzuführen. Die entsprechende Zu- »»ahme des Goldbestandes wird erst in den» nächsten bzw. übernächsten Reichsbankausweis zun» Ausdruck kommen. Somit hat sich an der Deckungslage der Reichsbanl, die auch Wei- terhii» als günstig zu bezeichnen ist, nichts geändert. * 5: Schuhfabrik Herz A.-G., Frankfurt a in Main. Bekanntlich nahm die Gesellschaft vor kurzem eine Sanierung vor, das Kapital von 1,5 Millionen auf 375 000 Mark zusammengelegt und um 875 000 Mark wieder erhöht wurde. Nun soll auch eine Umstellung des Betriebes vorgenommen werden, um einheitlich und damit rationeller arbeiten zu können. Deshalb ist von der Direktion die Betriebsstillegung beantragt worden. Die Verwaltung glaubt, mit einer nur kurzen Arbeitsunterbrechung rechnen zu können. * Mai »»-Kraftwerke A.-G., Höchst am Main. In der gestrigen Auffichtsratsfitzung wurden die Bilanz und die Gewinn» und Verlustrechnung auf den 31. Dezember 1927 vorgelegt. Der Rohüberschuß beträgt 5 294 277 Mk. Rach Abzug der Handlungsunkosten, Steuern, Abgaben, Darlehns- und Anleihezinsen, Zuweisung zur Kapitaltilgungs- und Cmeuerungs- rücklage verbleibt ein Reingewinn von 1 908 808, aus welchen wieder eine Dividende von 8 Prozent (wie i. V.) auf die Stammaktien und von 6 Prozent auf die Vorzugsaktien zur Ver- teteilung gelangen soll. * Vereinigte Glanz st ofsabriken A.- G.. Elberfeld. Die Llrsache der geplanten Kapitalerhöhung bei den Vereinigten Glanz- ftoffabrilen A.-G., Elberfeld, um 15 auf 75 Millionen Mk., die erheblich über die bisherigen Kapitalerhöhungsgerüchte hinausgehen, ist, wie der WTB.-Handelsdienst erfährt, Wohl darin zu suchen, daß die Entwicklung der internationalen Kunstseidenindustrie ein stürmisches Tempo angenommen hat. Dir führenden Fabriken sind, um ihre führende Stellung behaupten zu können, öfters genötigt, Angliederungen und Verschmelzungen vorzunehmen. Die Verwaltung mutz daher, um für derartige Fälle gewappnet zu sein, immer Aktien zur Verfügung haben. * Knorr-Bremse A.-G. Die Generalversammlung setzte die Dividende auf das 50 MiUionen Mark betragende Aktienkapital auf 10 Prozent fest. Einschließlich des Vortrages 1926 beträgt der Bruttogewinn 16 501 515 Mark. Dach Absetzung der Linkosten von 8 845 144 Mk. und der Abschreibungen von 2 020 447 Mark verbleibt ein Reingewinn von 5 635 923 Mark. Dem Reservefonds werden 500 000 Mark zugeführt. Die Dividende erfordert 5 Millionen Mk. und auf neue Rechnung werden 135 923 Mart vorgetragen. DSL1. Vereinigte Fahrzeugwerke A.-G., D e ck a r s u l m. Lieber die derzeitige Geschäftslage bei der RSLl. Vereinigte Fahrzeug- Werke A.-G. erfährt der WTB.-Handelsdienst, daß befriedigende Aufträge vorliegen und daß sich das Motorradgeschäft auch im Winter günstig entwickelt hat, so daß die gegenüber dem Vorjahre erheblich gesteigerte Produktion glatt abgesetzt We den konnte. Auch der Verkauf vo»» Automobilen und Fahrrädern hat sich entsprechend der Marktlage gut angelassen. Dagegen hat der Geschäftsgang bei den Berliner Autodroschlen- gesellschaften, an denen die Gesellschaft beteiligt ist, infolge der niedrigen Tarife nicht den Erwartungen entsprochen, so daß das Iahres- ergebnis durch die bei den Droschkengesellschaften vorzunehmenden Abschreibungen ungünstig beeinflußt wird. Finanziell hat sich dadurch in letzter Zeit eine gewisse Anspannung bemerkbar gemacht, doch wird das Fabrikationsprogramm in feiner Weise behindert. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 28. März. Tendenz: Etwas Jefter. — Im Anschluß an die festere Abendbörse war die Stimmung zu Beginn der heutige»» Börse w e i t e r s r e u n d l»ch. Die glatte Lieberwindung der Llltimoliquidationei» befriedigte, und man wies darauf hin. daß am Geldmarkt bereits wieder ein Dachlassen Der Rach- frage nach kurzfristigem Geld zu verzeichnen war. Die Llmsähe bewegten sich aber nach wie vor in engen Grenze»», da der Orberdeingang von außen her nicht merklich größer geworden- ist. Rur von seitei» des Auslandes soll sich verschiedentlich Interesse bemerkbar machen. Etwas lebhafter gefragt waren einige Spezialwerte. Bei der ersten Dotierung waren überwiegend Kursbesserungen v o n 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Kaliwerte waren auf den bis jetzt guten Kaliabsah im März weiter verlangt. Westeregeln getoam» 2 Prozent. Stärkeres Interesse bestand ferner für Elektrowerte, auf erhöhte Brüsseler Kurse. Schuckert und Siemens zogen je 2 Pro- zent an. Bergmann plus 1,50 Prozent. Gesfüre! "ach der Steigerung an der gestrigen Abendbörse gut behauptet. Am Montanmart't läge»» Stahlvereii» 1 Prozent fester. Rheinbraunkohlen gewannen 2 Prozent, während Gelsr»»- kirchen, Phönix, Rheinstahl nur behauptet blieben. I.-G.-F a r b e n eröffnete auf Realisation knapp behauptet. Auch I.-G.-Bonds zu 143,75 Vrief, eher schwächer. Ferner lag Scheideanstalt mit 0,50 Prozent gedrückt. Am B a n k e n m a r £ t gewann Da at erneut 1 Prozent, Commerzbank hlus 1,75 Proz. Zellstoff Waldhos war stärker beachtet und 3,50 Proz. fester. Deutsche Anleihen lagen still. Auch ausländische Rentei» ohne Geschäft. Im weiteren Erlaufe traten größere Kursveränderungen ein. Das Geschäft schrumpfte auf ein Minimum zusammen I.-G.- Bonds hatten sich auf 144 Proz. erholt. Farben- aktien waren weiter angeboten und 3Proz niedriger. Der Sah für Tagesgeld wurde auf 6 Proz. ermäßigt. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1813, gegen das Pfund 20,410. London gegen Kabel 4,83175. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,375, Madrid 29,075 Holland 12,125. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 28. März. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Da zunächst auch für die heutige Börse von den Banken kaum Orders Vorlagen, neigte die Tendenz vor dem offiziellen Beginn eher nach unten. Bei der ersten Dotierung stellte es sich jedoch heraus, daß für einen Teil von Spezialwerten doch Interesse bestand, so daß eine Besserung in der Stimmung eintreten konnte und Durchschnittsgewinne von 1 bis 2 Prozent erzielt wurden. Eine Beruhigung wollte man daraus ableiten, daß Dr. Schacht zwar gestern in Königsberg gesprochen habe, aber nichts Ungünstiges über Die Börse gesagt hat; auch daß der Lohnstreit bei der Reichsbahn durch eine Vereinbarung etwa auf Basis d.s Schiedsspruches als beendet anzusehen ist, fand Beachtung. Die Kauflust war nicht allzu groß, das Geschäft auf wenige Werte beschränkt, die Kurse.stwicklung aber irregulär, da die Limite zum größten Teil noch nicht erneuert waren und dadurch feine größere Ausschläge entstehe»» konnten, was sonst der Fall gewesen wäre. Lieber den Durchschnitt hinaus waren Kaliaktien 3 bis 5 Proz. erhöht, Rheinbraunkohle, Schadeaktien, Elektrische Lieferung, Gessürel, Schuckert und Dessauer Gas 3 bis 4 Proz., Siemens, Löwe, Berger, Ostwerke, Schultheis, Karstadt 5 bis 7 Proz., Polyphon 9,25 Proz. höher. Letztere wurden ebenso wie Schadeaktiei» heute erstmalig per Termin notiert. Andererseits haben Kunstseide heute 2 bis 6 Proz. verloren. Anleihen behauptet. Ausländer still. Bosnier ca. 1/2 Proz. fester. Pfandbriefe ruhig. Rur Anteile lebhaft gesucht. Geldmarkt unverändert. Tagesgeld 5 bis 7 Proz. Monatsgeld 7,50 bis 8,50 Proz. Geld über Llltimo 8 bis 9,50 Proz. Warenwechsel 7 Proz. und darüber. Der Verlauf war im allgemeine»» sehr nerv ö s. Die Kurse schwankten stark, neigten aber überwiegend zur Schwäche. Eine weitere starke Aufwärtsbewegung hat Julius Berger zu verzeichnen (plus 6 Proz.). Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. März. Bei unveränderten Preisen war das Geschäft ruhig. Mais liegt etwas fester. Kleie zur prompten Lieferung ist »wch gesucht, für spätere Termine gaben die Preise etwas nach. Hafer ist wieder stark gefragt. Es wurde», notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 26,50 Mk. Roggen 27,25—27,50, Hafer, inländischer 26,75—27 -, Mais (gelb) für Futterzwecke 24,25—24,50; Mais (gelb) für andere Zwecke 25—25,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 37,75—38,50. Roggenmehl 37,75-38.50, Weizenkleie 14,75, Roggenkleie 15,75—16,25 Mk. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. März. Die Marktlage zeigte gegen gestern kaum irgendwelche Veränderung Die Auslandofferten lauteten teils leicht erhöht, teils aber a ich etwas entgegenkommender. Die zweite Hand blieb iin allgemeinen zu gestrigen Preise»» Abgeber. Vom Inlande ist Roggen sehr spärlich angeboten, während von Weizen etwas mehr Material zur Hand ist. Da das Mehl» geschüft nach wie vor stark zu wünschen übrig läßt, bekunden die Mühlen wenig Kauf Interesse. Ramentlich ist Weizen zur prompten Lieferung schwer verkäuflich, spätere Lieferung begegnet hwr und da besserer Rachfrage, aber hier sind Forderungen und Gebote schwer in Lieber ein- ftimmung zu bringen. Die polnische Rachfrags für Roggen hält weiter an, das Geschäft ist jedoch bereits sehr klein geworden. Auch am Lieferungsmarkte hielten sich die Umsätze in sehr engen Grenzen. Die Preise zeigten nur unbedeutende Schwankungen. Weizen- ünd Rog- genmehl in schleppendem Geschäft bei unver- änderte»» Forderungen. Hafer fast geschäftslos die Preise sind unverändert. Gerste gleichfalls sehr still. Cs notierten für je 1000 kg: Weizen märt., (74l >kg/IiI°Gewicht) 244 bis 247 Mai 274 bis 273,50 (Brief), Juli 281,25 (Brief); Doggen, märt., (69-kg/!»!-Gewicht) 257 bis 259 März 275, Mai 281,75 bis 281, Juli 262,50 (matter), Sept. 248,50 bis 247 (Brief); Sommergerste 230 bis 280 (behauptet); Hafer, märt, 234 bis 242, März 254,50, Mai 261,50 bis 261 (Brief), Juli 263 (ruhig); Mais, (zollbegünstigter tfuttermaid), 238 bis 240 (ruhig); für je 100 kg; Weizenmehl 31,50 bis 35 (ruhig). Kunst und Wissenschaft. vorn Darmstädter Kupferstichkabinett. Die Jahrgänge 1928 und 1929 des Periodi- cums „Stift und Feder" werden unter dem Haupttitel erscheinen: Zeichnungen aus dem Kupferstichkabinett des Hessischen Landesmuseums zu Darmstadt in Rachbildungen. Die Auswahl und Beschreibung hat der Kustos der Sammlungen, Dr. Karl Freund, übernommen. Damit wird eine der reichhaltigsten Zeichnungssammlungen in Deutschland der Kunstforschung und den Kunstfreunden erschlossen. Die Sammlung ist von einer ungewöhnliche»» Vielseitigkeit, besonders hervorzuheben sind die reichen Bestände an Zeichnungen der venezianische»» Schule und der großer» Franzose»» des 18. Jahrhunderts, aber auch sonst birgt sie erlesene Blätter aus allen Schulen und Zeiten. Wie die Steinpel ausweisen, stamme»» die Zeichnungen meist aus berühmten Beständen der früheren Jahrhunderte. Aus dem Amisverkttndigmrgsblati. * Das Amtsverkündigungsblatt D r. 2 2 vom 27. März enthält: Die Hegezeit her Schnepfen. — Die Ausführung des Urkunden- stempelgesehes. — Ueberwachung der Handels- stallungen. — Schafräude in Annerod. — Aufgabensammlung für den Rechenunterricht in Mädchenberufs» und Haushaltungsschulen. — Verbot öffentlicher Lustbarkeiten "in der Karwoche. — Das Werk von Dr. Stieve. — Bezug von Wasser aus dem Wasserwerk der Gemeinde Langsdorf. — Dienstnachrichten. SlWMWfmg »öS Wk WMllW Erfahrungen eines Univerfitälsprofeffors. Einer unserer bedeutendsten Professoren auf dem Gebiet der inneren Krankheitei» berichtet in einer ersten medizinischen Zeitschrift über seine jahrzehntelangen Erfahrungen in Füllen von Stuhloerstopfung. Er empfiehlt den an derartigen Beschwerden Leidenden längere Zeit hindurch den regelmäßigen Ge- brauch eines Abführmittels, wobei er entscheidenden Wert darauf legt, daß das Mittel nur aus pflanzlichen Bestandteilen zusammengesetzt ist. Dieses wird abends eingenommen und führt morgens die gewünschte Wirkung herbei. Dabei gewöhnt sich dek Patient nicht etwa an das Abführmittel, sondern infolge der fortgesetzten gleichmäßigen Anregung der Darmtätigkeit an regelmäßigen Stuhlgang. Diese Erfahrung wird jeder bestätigen, der bei Verstopfung die unübertroffenen Apotheker Richard Brandt's Schweizerpillen gebraucht. Sie bestehen „ausschließlich" aus pflanzlichen Auszügen und Stoffen und enthalten keine Chemikalien. Sie wirken mild und zuverlässig, ohne Gewöhnung herbeizuführen, und ohne unangenehme Nebenerscheinungen, wie sie vielfach von chemischen Präparaten zum Schaden von Darm und Gesundheit hervorgerufen werden. Eine Schachtel in jeder Apotheke zu einer Mark und fünfzig Pfennigen erhältlich. Zusammensetzung auf der Packung. 3364ss Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. -____________®tc bintct 6gn ^a^eren angeführten Ziffern geben die Höhe her zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a.M Berlin Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M | Berlin __Berlin. 27 Mär» Geld Brief 30)1110 Kurs ''Uh» 1 Kurs Schluß Kurs Unfano Kur- Schluh Kurs 1 '«Uhr- !Sch.ub- finrs Anfang Kur Schluß 1 ^Uhr- 1 Sch.uh Anfang .sranjönfche Noten...... Holländische Noten ..... 16,49 167,91 22.11 111,33 58,71 2,59 111,93 80,38 70,06 12,355 72 80 —Stanthirl Auszabl 168,59 22,19 111,77 58,95 2,61 112,37 80.70 70.34 12.415 73,10 CL M. u n g. Datum 27. 3. | 23. 3. ,27.3. | 28. 8. Damm: 27. 3. | 28 3. 1 27. 3. | 28 3- Datum: 27. 3. 1 28. 3. 1 27. 3. I 28. 3. Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deuls» ^esterr , 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Svanifche Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Devisenmarkt Berlin Telegraphische fit Di Rcichsanlethe v 1927 Dt. An» Ablös Schuld mit Auslos -Rechten DeSgl. ohne AuSlas -Rechten 7°/« Franks Hnp.-Bl. Go dvs unkündbar dis i932 i'/8°/o Rheinische bvv »Bank l'tqu -Goidvi AEG abg BorkrtegS-Ob- liganoneu. ruchablbar >832 l'/0 Schwei; Bundesb.-Anl. <°/o Oefteretchische Goldrte 4.20% Oeslcrc ich Silberne 4% Lenerreich einbeitl Rle 4% Ungarische Goldrte 4°/0 Ungarische SlaaiSr. v. 1910 4,/J>/0 deSgl von 1913 4% Ungarische Kronenrte «°/, Turk Zollanleihk v 1911 40/o Türk Vagdadbahn - Anl Scrie I 4e/c deSgl. Serir II 4e/0 Rumänen converb R>e. 4,/i°l0 Rumänen Soldanl von »913 vllg Deutsche Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amerika Pake». 6 vamd -Sudan» Damvisch. 8 Hansa Do-npfschifs .6 Norddeutscher Lloyd 6 Allg Deutsche Ereditanst.. 10 Barm t Bankverein 10 Berliner HandelSacsellsch. 12 Eommerz. und Privat-Bk. 11 Darmft. u. Rationolbank. 12 Deutsche Bank 10 Diskonto-Gesellschaft Hnt 10 Dresdner Bank . lo Mitteldeutsche Kreditbank 9 Metallbank .......8 VeichSbaok ....... iu p/.zö 51.9 14,8 1.75 25,3 25,3 1,65 12,5 5,13 14.25 150 »10,5 141,5 145 173,75 237 164 157,75 159 126,5 1 II 1 1 1 H 1 1 1 1 1 1 1 l| II 1 8 1 । *°. II i t2S 1 1 8 1 1 S 3 'SS 87,5 52 14.7 25,4 1,65 12,25 12,6 14 148.4 208,75 223.4 148,25 141.75 145 251 173,25 ■36.75 163,5 157.5 158,9 206.5 127,5 187,5 52 11,75 25.5 12.3 150.4 225.25 143.5 142.13 250 175 238.25 164.75 158.25 159.9 207 187,75 LES.........7 Bergmann . . ......8 Elcktr Lieferungen . . . lo Licht und Kraft .... 10 gelten & Guilleaume ... .6 Ges f. Elekrr Unter» . 10 Hamb Elettr Werke . . 10 Rhein Elettr. .... 8 Echles. Elcktr. . .... 10 Schuckert .......7 Siemens A Haltte . ... 16 Tran?radic> ....... 8 Labmever L Lo. ....... s BuderuS ..... v Deutsche Erdöl...... .6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener f. *4 I < Harvener .... 8 Hoc sch Eisen.......... Flse Bergbau ...... .8 Klöcknerwcrke . ....... 5 Köln-Ne urssen .....51/» Mannesmann .f. V« 9 4 ManS-elder. . . . . 7 Obcrschles Eisend. Bedarf 0 Oberschlcs KokSwerke . 0 Bbontr Bern bau f '/, I 3 Rheinische Brannkodlen >0 Rheinftahl 0 Ricbeck Rio man .....6 Bereinigte Stahl», f. »/, 3 3 Otavi Minen . . . i Kali Aschersleben ... io KaltWefteregeln . . io Kaliwerk Salzdetfurth »2 3 ® Harden-Indakrie 10 Dynamit Nobel ... o Scheit» anstatt ........ Goldschmidt . ...... .6 RurgerSwerte ....... .0 «erallgesellichaf,.....io 153 167 215,5 118 276.75 170 273 155 95 132 169.5 I 115,75 146,75 I - 99,75 269 153 103 171 181.5 260.5 248,75 192 105.5 101,25 153,25 174 170 215.5 277 172.5 275 124,5 132 — I 116,75 147,25 114,75 99.75 153 104 183,65 248,5 191,5 102 173 IM.75 172.25 167 i 1.3,25 117.75 274.25 150,5 169 270,.' 139.25 154 93.75 123 132.25 170,5 135,5 245 115.5 136,75 146 113.75 97,5 94.4 99,13 268 151,75 141 102.65 43,4 171,25 181.75 260 -'47 5 120.25 104.5 101,5 154,5 174 171 215,75 118.5 278 154.5 151.5 187 172.5 275.5 141.25 95.5 125 133 171 246,5 117,5 130,65 147 114,75 98 96,25 99,75 271,65 153,5 103.5 43 65 173,5 184.5 265 248,25 105,5 102,5 Bbllivv Hot,mann . Heidelberger Lement . Lemrni Karlstadt Wavß A Frrilaa SchalthelS Payenhrfer Cflrotrfe «er. Glanzftoff ... Bemderg . ..... ,Senfton Daldbof. . Zellftofs Aschaffenburg Charlottenburger Dass ’ cflauet Sas Daimler Mo'oren. . . Demag . . . Adlerwerke Kleve». . . Lndw. Loewr . 4 4 Rar Automobil .... Dnnftrtn & Kovvek. , Linke Hofmann . . Leonhard Tiey . » Vamaa.'".egiiln .44 Franks Maschinen 4 4 Grtyner ... Hevltaenftaedr . . . . AnngbanS uh Lechwerke . . , , Liaftikraftwerkr 4 *. • ifiiag » . . . Nekmfolnrer . . . . . . PcterS Union ..... Gebe Roeder .... Doig» A Haefftier . . . Svdd Zocker ... Berlin, 27. März Amerikanische 4ioten. . Belgische Noten . . . Dänische Noten .... Englische Noten .... 12 8 . . 8 ■ 10 . 15 . 12 . 15 . 12 10 7 • 8 . 0 0 . 11 . 6 . 4 4 0 . 6 . 0 .. 0 . 7 . 0 . 6 . 8 • 8 . 10 . 8 . 8 4 10 . 0 Boni 146,5 144.5 175 128 260 170 88.5 86 26.75 72.5 115 23,5 90 120 139,5 52 95 131 toten. J__ 1 I fi 11 2 1 | 145,5 263,5 88 65 86 z 53 131,5 Seid ,168 8.28 1,75 0,87 । 146 337 267 725,25 516.5 260,75 118 179 89.25 48 5 85,5 238 91.25 130 5 208.5 26 73 145 89,9 - 139 50.13 95.75 175,75 132.5 1 B 4 L sr - 111 ?( 147.5 ! = 342 274 720 512.5 264 168..' 119 182 89,25 49.75 85,5 243.5 93 131 - 210 138.75 rtei 188 1,52 ,19 .45 27. März 28 Mär; Amtliche Nori rnng Geld | Brie' Amtliche '.Notierung Geld i Brief Ämft.-Rott Bucn-AireS Brff.-Antw Ehrisiiania Kovenhagen Stockholm Helfingfors. iltaltLU. . London. . . Neuvork . . 'Barts.... Schweiz . . Spanien. yavan Rio de Jan. Wien in D-- Ceft. abgcsk Prag . Belirad Budapest. • Bulgarien Lissabon Danzig. . Konftc.urtn. Ätden Tanada Um aa» . 168,21 , 168,5 1,787 1 1,79 58,31 ! 58,4 111,52 111,7 111,96 112,1 112,16 112.3 <0,52 10,5 22,08 22,1 20,395 20,43 1.1775 4, 185 16,445 16,.8 80,505 80,6b 70 03 70.1 2,005 2,00 J.502 v.50 ■>8,775 58,89 <2,38 12,4 7.350 7,86 <2,96 73,1 5,019 3,02. 18,18 18,2 81.55 81,7 2,115 2,11 5,494 6,50i 4,181 4,1» 4.316 4,32 20.92 20.9 8 1 3 4 8 8 1 5 5 5 7 9 4 5 1 168,20 1,787 58.513 111.52 111,95 112,15 10,517 22,075 20,392 4,1770 16,44 80,485 70,25 1,998 0.502 •>8,76 12,377 7,350 <2,95 3,02.- 18.28 81,52 2,113 5,544 4,178 4,346 20.918 1 168,54 1,791 58,435 111,74 112,17 112.37 10,537 22,115 20,132 4,1850 16.48 80,645 70 39 2,002 0.504 68,88 12,397 7,364 73,09 3,028 18.32 81.68 2,117 5,556 4.186 4.354 20 958