Nr 50 Erstes Blatt 178. Jahrgang Dienstag. 28. Zebruar 1928 Erfchetnt lügUch.außer Sonntag« md Feiertag«. Beilagen; Bietzen« Famllien blätter Heimat im Bild Die Scholle MonatS'Bezvgrpretr; 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanlchlüffe: 61, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger «ietze«. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen $rann«rtamCmXii688. Vrvck Mtd Verlag: vrühl'fche Untoerfftäts-Bnd)« und Stetnörncferet B. ränge in Sieben. Zchriftlettnng und GefchastriteSe: Zchulftrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnammer vis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig- für Ne« klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorfchrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh. Lange. Derontwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An» zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Das Aoiprogramm -er Reichsregierung. Vizekanzler Hergi vertritt die Vorschläge des Reichskabinetts vor dem Reichstag. - Die Stellung der Parteien. D e r 11 n. 27. Febr. (V. D. 3 ) 2luf der Tagesordnung steht als einziger Punkt „Entgegennahme einer Erklärung derReichsregierung' in Verbindung mit dem Haushalt des Reichsmi- nisteriumS des Reichskanzlers und der Reichskanzlei. Zur Abgabe der Regierungserklärung nimmt daS Wort Vizekanzler Hergi. Er teilt zunächst mit, daß die Genesung des Reichskanzlers Dr. Marx erfreulich fort chreite (Ruse bei den Kommunisten: „Sic politische Genesung nicht!") Die Regierung und der Reichstag seien einig in dem Wunsche einer baldigen völligen Genesung des Kanzlers (Beifall) Dr. Marx habe erklärt, daß er mit dem Rotprogramm der Regierung in allen Punkten einverstanden sei. Durch das Scheitern der Verhandlungen über das Reichsschulgesetz wurde die Reichsregierung vor die Frage gestellt, wie die Gesamtheit der ihr obliegenden gesehgbe- rischen Arbeiten nunmehr zu behandeln sei._ Es bleiben andere hoch wichtige Aufgaben zu losen. Zwingende Bedürfnisse, ja vielfach bittere Rot in den verschiedensten Bevölkerungsgruppen und Lebensnotwendigkeiten der Landwirtschaft erheischten unmittelbare Hilfsmaßnahmen. Dazu trat gebieterisch der Gesichtspunkt, das) der Reichshaushaltsplan für 1923 zuzüglich des Rachtrages 1927 rechtzeitig verabschiedet werden muh. Bei diesen berechtigten Ansprüchen der Allgemeinheit gab es für das Reichskabinett nur einen Weg: Mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß vor dem Auseinandergehen des Reichstages ein fest umrissenes Arbeitsprogramm noch durchgeführt wurde. Durch die Ereignisse, die mit dem Scheitern des Schulgesetzes im Zusammenhänge stehen, ist die ver- sassungsmähige Zuständigkeit des Kabinetts nicht beeinträchtigt. Es ist kein geschäftsführendrs Kabinett, sondern bildet nach wie vor die ord- nungsmäßige Regierung (Gelächter links). Recht und Pflicht zugleich sind die Trundlagen, auf denen der Entschluß der Reichs- rcgierung beruht, die notwendige politische Arbeit mit aller Entfchiedenheit und aller Beschleunigung tu betreiben. Mit dieser Auffassung befindet sich die Reichsregierung in voller Hebet- einstimmung mit dem Reichspräsidenten, der wiederholt zum Ausdruck gebracht hat, daß aus vaterländischen Rücksichten alles daran zu setzen sei, um neben der abschließenden Erledigung des Haushaltes den augenblicklichen lebenswichtigen gesetzgeberischen Rotwendigk iten Rechnung zu tragen. Sollen, wohin die feste Absicht der Regierung geht, noch bis zum Beginn des neuen Haushaltsjahres die entsprechenden Vorlagen endgültig verabschiedet werden, so mühte die Regierung aus die Durchführung noch weiterer, wenn auch bedeutsamerer Vorlagen, verzichten. Sachlich betreffen dir einzelnen Teile des Arbeitsprogramms die Kriegs- und Li- quidationsschädenschluhregelungen. eine Landwirtschaftliche Hilfsaktion und Rotmaßnahmen für den Kleinrentner und Sozialrentner. Diese Teile lind entsprechend den Bedürfnissen der ‘Beteiligten und 6er Gesamtleistungsfähigkeit des Reichs- Haushaltes miteinander sorgsam abgewogen. Durch Erweiterungen an einer Stelle darf die Tragfähigkeit des Gesamtvrogramms nicht gefährdet werden. Das Arbeitsprogramm erscheint daher als ein einheitliches Ganzes, das in einem Zuge verwirklicht werden muh. Das Kriegsschädenschluhgeseh hat in der von der Reichsregierung vorgelegten Form zunächst Angriffe erfahren. Einmal erschienen den Geschädigten die Sätze u n z u l a n g l i ch, bann aber bestand im weiten Umfange der Wunsch, das Gesetz nur als eine Zwischenlösung zu betrachten. Dieser letzte Gedanke, der ben Reichshaushalt nicht hätte zur Ruhe kommen lassen, konnte von der Reichsregierung nicht angenommen werden. Die Reichsregierung ist >edoch in der Bemessung des Eesamtentschädigungskapl- lals den Vorschlägen gefolgt, die der Reichswirt- lchastsrat gemacht hat. Dies bedeutet gegenüber der Regierungsvorlage ein Entschädigungskapital von iund 300 Millionen Reichsmark mehr. In chwerer Sorge um die Tragfähigkeit der Haushalte gerade der nächsten Jahre ist aber die Mehrbe- laftung sorgsam verteilt worden. Don we- etlicher Bedeutung ist von den einzelnen Aende- runqen insbesondere die Gewährung der vollen Entschädigung nicht nur bis zu 2000, sondern bis iu 4500 Reichsmark, die Erhöhung der Entscha- bigungsprozente für die Mittelstandsgeschädlgten, sowie die Tilgung des bisher untilgbaren Die- beraufbauzuschlages und die Gewährung eines besonderen nach 14 Jahren zu ®ie^erafPf' dauzuschlages für die großen Geschädigten Sie Reichsregierung glaubt, daß die schweren Opfer, bie das Gesamtwohl nunmehr für tue Geschädigten übernimmt, auch von diesen als eine -bat anerkannt werden wird, die den ernsten -atulen des Volkes beweist, nach feinen Kräften zum 2vie- beraufbau der beraubten Existenzen beizutragen. In dem Ringen um den Wiederaufbau ist der deutschen Landwirtschaft bisher der Erfolg versagt geblieben. Die Kotlage wird gekennzeichnet durch ein -außerordentlich starkes Anwachfen der Verschuldung, auch bei sonst gefunden Betrieben. Vie gesamte Zinslast Übersteigt infolge des überaus hohen Zinssußes die höhe der Vorkriegszinslast bereits beträchtlich. 3n den lehtcn Monaten haben sich die Merkmale der krisenhaften Zuspitzung bedeutend verschärft. Außer den Aufwendungen im bischerigen Etat, sowie den bereits vorgeschlagenen Zinsverbilligungen für Meliorationen und für die Milchwirtschaft hält daher die Reichsregierung eine Reihe von weiteren Maßnahmen für notwendig. Für bedrängte landwirtschaftliche Betriebe soll, soweit sich ihre rationelle Fortführung erwarten läßt, und soweit es der Kapitalmarkt zuläßt, eine Ordnung der Schuldner- hältnisse durch die Umschuldung von drückenden landwirtschastlichen Schulden in niedriger verzinslichen Hypothekarkredit her« beigeführt werden. Zu dem Zwecke sollen die territorialen Kreditinstitute durch eine besondere Organisation unterstützt werden, an der sich auch Reich und Länder beteiligen sollen. Um die Durchführung der Umschuldung zu beschleunigen, wird die Reichs- regicrung an die territorialen Kreditinstitute Kassen- Vorschüsse in Höhe von zunächst 100 Millionen Reichsmark gewähren und nach Möglichkeit darüber hinaus weitere Vorschüsse flüssig machen. Un das landwirtschaftliche Genossenschaftswesen zu befähigen, den Ausgaben der Finanzierung des landwirt- schastlichen Personalkroditbedarfes und des Waren- Umsatzes gerecht zu werden, werden 25 Millionen Reichsmark im Etat 1928 angefordert. Die Land- wirtschaft hat die Erzeugung von Vieh und Fleisch trotz gewisser Verluste mit allen Mitteln gesteigert. Dadurch ist eine starke Ueberlafhmg des Marktes eingetreten. Die Reichsregierung hält deshalb zur Organisation und Förderung des Absatzes für er« forderlich, einen Betrag von 22 Millionen durch Uebernahme einer Bürgschaft des Reiches im Haus- baltgesetz und acht Millionen Mark im Ergänzung-, haushalt 1928 anzufordern. Den Zweck dieser Maß- nahmen erblickt die Regierung neben einer 61 a • bilislerung der Di« hp - eise auch darin, die zwischen Erzeuger- und Verdrau- cherpreisen bestehenden hohen Spannen zu verringern. Eine wesentliche Förderung de« Absatzes von Vieh und Fletsch wird auch in der Er- Weiterung des Einfuhrscheinsystems aus die Aus« fuhr von Schweinen und Schweinefleisch bestehen. Die deutsche Landwirtschaft hat im vergangenen Jahre durch Viehseuchen Verluste von über einer halben Milliarde Mark erlitten. Zur Verhütung ist eine gleichmäßigere Handhabung der vcterinärpolizeilichen Grenzsperren erforderlich. Das Reichsministerium des Innern hat mit den Ländern Vereinbarungen getroffen, die dies sicherstellen. Die Vieh- und Schweinebestände haben in einem solchen Maße zugenommen, daß die besonderen Einfuhrerleichterungen nicht mehr in dem bisherigen Umfange notwendig erscheinen. Daher ist jetzt eine ratenweise Herabsetzung des zollfreien Gesrierfleischtontin- g e n t e s geboten. Der dem Reichsrate vorgelegte Gesetzentwurf bemißt das neue Kontingent aus 50 000 Tonnen. Zur Förderung der Geflügelhaltung und Organisation des Eierabsatzes werden eine Million Mark angefordert. Für dringende Rotstände werden 30 Millionen . Mark gleichfalls durch den Etat 1928 zur Verfügung gestellt. Das vorgeschlagene Programm wird die gegenwärtige landwirtschaftliche Krise nicht beseitigen, sondern nur mildern können. Das Mißverhältnis zwischen den Einnahmen des Landwirtes und seinen Betriebsausgaben und Lasten ist nur durch weitere grundlegende Maßnahmen zu beheben. Angesichts der Gesamtlage und der geringen noch zur Verfügung stehenden Zelt Ist cs ausgeschlossen, die reichsrechtliche Rentnerversorgung jetzt zu lösen. Die Reichsregierung muß aber scsi- stellen, daß bedauerlicherweise die Fürsorge für die Kleinrentner keineswegs überall so durchgeführt wird, wie es dem Sinne und dem Geiste der Reichsgrundsähe entspricht. Sie hat daher bereits dem Reichsrat den Entwurf einer Verordnung zur Aenderung der Reichsgrundsätze vorgelegt. Rach diesem Entwurf darf die Fürsorge ihre Hilfe künftighin nicht mehr vom Verbrauch oder der Verwertung kleinerer Vermögen abhängig machen. Sie darf auch den Verbrauch sonstigen Vermögens nur verlangen, wenn dies keine besondere Härte bedeutet. Den über 65 Jahre alten Kleinrentnern hat die Fürsorge wenigstens den erhöhten Richtsatz sicherzustellen. Freiwillige Zuwendungen Dritter oder Arbeitsverdienst dürfen darauf nur FW Ml Mx von Ächnowsky f. Der ehemalige deutsche Botschafter in London, Fürst Lichnowsky, ist Montag morgen auf seiner Besitzung Kuchelna an l den Folgen eines Schlaganfalles g e - storden. Der Mann, der jetzt auf seinem oberschlesischen Schloß Kuchelna die Augen für immer geschlossen hat, gehörte zu den umstrittensten Persönlichkeiten der deutschen Diplomatie; aber auch seine Feinde haben stets anerkannt, daß er, mag er nun geirrt haben oder nicht, ein aufrechter Charakter, ein Aristokrat von Geschmack, ein bestrickend liebenswürdiger Gesellschafter gewesen ist. Er war der sechste Fürst seines Geschlechtes, das uralt ist, aber erst im Jahre 1773 in Preußen und im Jahre 1846 in Oesterreich in den Fürftenstand erhoben wurde. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde der Name seiner Familie in ganz Deutschland viel genannt, als sein Onkel im Jahre 1848 zusammen mit dem General von Auerswald in Frankfurt bei den politischen Unruhen ermordet wurde. Fürst Karl Max von Lichnowsky. der nach einem Ahnherrn auch den Titel Edler von Woschüh führte, wurde am 8. März 1860 in Kreuzenorr geboren; seine Mutter war eine Prinzessin von Croy. Rach dem Tode des Vaters erbte er im Jahre 1901 nicht nur das ober- schlesische Schloß Kuchelna, ein Fideikommiß, dessen Eigentümer Anspruch auf einen Sih im preußischen Herrenhaus hatte, sondern auch das böhmische Schloß G r ä h . einen wunderschönen Herrensitz, der mit auserlesenem Geschmack eingerichtet ist. Schon seit seinem 24. Lebensjahr gehörte Prinz Karl Max — die Erstgeborenen aus dem Hause Lichnowsky haben Anspruch auf den Titel Prinz, während sich die späteren Kinder nur Grasen nennen dürfen — dem diplomatischen Dienst an; er hat in verschiedenen Hauptstädten Europas an deutschen Missionen gearbeitet und war auch zu Anfang der neunziger Jahre längere Zeit unter dem späteren Reichskanzler Fürsten Bülow an der Gesandtschaft in Bukarest sowie später unter dem Botschafter Fürsten Eulenburg in Wien tätig. Rach größeren Reisen, auf denen er Oftajten und Nordamerika kennen lernte, trat er später als vortragender Rat in die politische Abteilung des Auswärtigen Amtes ein. Dort genoß er das besondere Vertrauen des Fürsten Bülow und übte als Bearbeiter der diplomatischen Personal angelegenheilen einen wichtigen Einsluh aus. . Als er sich am 22. August 1904 mit der geistreichen Gräfin Mechthilde von Arco- Zinneberg verheiratete, zog er sich aus dem Staatsdienst zurück und beschloß, sich nur noch der Verwaltung seiner Güter zu widmen. Meist wohnte das Ehepaar auf dem an Erinnerungen reichen Gräher Schloß, in dem übrigens auch einmal Beethoven als Gast geweilt hat. Aber in politischen Kreisen wußte man bald, daß Lichnowsky nicht für alle Zeiten aus der Diplomatie ausscheiden würde. Schon damals begann der Fürst übrigens mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit, die ihn dann in den letzten Jahren seines Lebens ganz ausgesüllt hat. Während sich Lichnowsky aber fast ausschließlich mit politischen Themen beschäftigte, benutzte die Fürstin die Zeit, die ihr neben der Erziehung ihrer drei Kinder blieb, zu umfangreichen literarischen Arbeiten. Viele ihrer Bücher sind inzwischen sehr bekannt geworden und besonders ihr »Kampf mit dem Fachmann" hat bei vielen, gleich ihr von der Bureaukratie schwer gequälten Menschen lebhaftes Verständnis gesunden. Nach dem raschen und unvermuteten Tod des Freiherrn o. Marschall wurde Lichnowfky dann im Jahre 1912 zum deutschen Datschas« ter in London ernannt. Es war eine verhängnisvolle Zeit, und niemand kann bestreiten, daß sich der Fürst redlich um die Aufrechterhaltung des Friedens bemüht hat; nur bchaupten manche, daß er den englischen Diplomaten allzu leichtgläubig geqenüberstand. Daß er sich aber in London große Sympathien erworben hat, wird dadurch bewiesen, daß er in die Universität Oxford zum Doktor honoris causa ernannt wurde. Als ihm im August 1914 dann von der englischen Regierung die Pässe zugestellt wurden, zog er iich schweren Herzens in das Privatleben zurück und benutzte die ihm auferlegte Muße, um im Jahre 1916 eine Denkschrift darüber zu verfassen, wie nach seiner Meinung der wirkliche Hergang der Dinge war, die zum Kriege führten. Gegen seinen ausdrücklich ausgesprochenen Willen fertigte der Hauptmann von Beerfelde, der damals zur politischen Abteilung des Generalstabs gehörte, von dieser Druckschrift eine Abschrift an, und versandte sie in fünfzig Exemplaren an einflußreiche Persönlichkeiten, u. a. an den Kronprinzen und an Hindenburg. Durch einen weiteren Dertrauensbruch, der niemals aufgeklärt werden konnte, gelangte ein Exemplar dieser Denkschrift dann auch in die Hande feindlicher Politiker und wurde im Ausland unter entstellenden Veränderungen veröffentlicht. Das hatte zur Folge, daß Lichnowfty aus dem Herrenhaus ausgeschlossen wurde. Großes Aufsehen erregten dann die Memoiren des Diplomaten, das zweibändige Werk „Auf dem Wege zum Abgrund", das erst vor wenigen Monaten erschienen ist, sowie seine Schriften über Tirpitz, über Holstein und Wilhelm von Stumm, über dcn Einheitsstaat und über viele andere Dinge. Auch diese Schriften sind stark umstritten, doch kann niemand leugnen, daß sie mit Sachkunde und mit dem Geschmack eines Mannes von umfassender Bildung geschrieben sind. mit Zustimmung deS Fürsorgeausschusses oder einer anderen von der obersten Landesbehörde bestimmten Stelle angerechnet werden. Entsprechend der Entschließung des Reichstages sollen Kriegshinterbliebene ohne weiteres als bedürftig angesehen werden, wenn sie Zusatzrente erhalten. Um den Fürsorgeverbänden die Verbesserung zu ermöglichen, ist im Haushalte 1928 bereits ein Betrag von 25 Millionen Mark vorgesehen. Darüber hinaus aber wird ein weiterer Betrag von 25 Millionen Mark einzustellen fein zu unmittelbaren Beihilfen an die Kleinrentner. Auch die Verbesserung der Renten aus der Invalidenversicherung ist ein Gebot der Stunde. 2m Reichsdurchschnitt beträgt die Invalidenrente jetzt 28 bis 30 Mark im Monat. Diese Renten berücksichtigen die Verteuerung der Lebenshaltung noch nicht ganz. Die jetzt vorgeschlagene Erhöhung beträgt 40 v. H. der Steigerungssähe, die jetzt für Beitragszeiten vor der Inflation gewährt werden. Die Erhöhung soll ab 1. Juli d. I. in Kraft treten. Da den Versicherten und den Arbeitgebern zur Zeit ein neuer Beitrag nicht zugemutet werden kann, wird der Mehrbedarf von jährlich 103 Millionen. Mark durch einen jährlichen, mit der Zeit abnehmenden Reichsbeitrag gedeckt werden müssen. Für 1928 handelt es sich infolge des Inkrafttretens am 1. Juli 1928 um 75 Millionen Mark. Für die Angestelltenversicherung wird eine entsprechende Maßnahme vorgeschla- gen. Für die Deckung reichen aber die vorhandenen Derftcherungsmittel aus. Zur Verbesserung der Bezüge aus den sog. Werkspensions» lassen soll das Reich 3 Millionen Mark bereitstellen, wobei von der Voraussetzung ausgegangen wird, daß die Werke und die beteiligten Städte das ihrige nach Kräften beitragen. Zu dcm IkbeUsprogramm, dessen Erledigung die Reichsregierung für unbedingt erforderlich hält, gehört auch die Verabschiedung des dem Hause bereite vorliegenden Haushaltsplanes für 1928 und dee Rachtragsetat« für 1927, der die Auswirkungen der Vefoldungsordnung, die Bar- ausfchüttungcn für die Liquidationegeschädigteu. das Oftpreußenprogramm, Leistungen für besonders bedrängte westliche und östliche Gebiete und eine Reihe anderer unabweisbarer Rach- tragsbewilltgungen enthalten wird. Im übrigen werden die Notstandsmaßnahmen auf dcm Gebiete der Landwirtschaft und der sozialen Fürsorge nach Ergänzungen in dem Haushaltsplan erforderlich machen. Es erscheint möglich, die hierfür notwendigen Beträge auszugleichen, einmal durch gewisse Einsparungen bei den Ausgabeposten des bereits vorliegenden Etats und durch eine Erhöhung des Ansatzes für die Zölle. Ersparnisvorschläge werden im Verlaufe der Etatsberatungen gemacht werden Der bisherige Ansatz der Zölle enthielt noch eine gewisse Reserve. Nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen erscheint es unbedenklich, diesen Ansatz um 150 Millionen zu erhöhen. Daraus ergibt sich aber auch, daß im ganzen gesehen, die vorgeschlagenen Maßnahmen und Mehrausgaben das Höchstmaß des finanziell Vertretbaren bedeuten. Ein Teil der Ausgaben des Notprogramms wirkt allerdings auch für die folgenden Haushaltsjahre. Ein Teil des Notprogramms kann unmittelbar der Förderung der deutschen Volkswirtschaft dienen und damit zu einer günstigen Entwicklung der Einnahmen beitragen. Nach der mit Zustimmung des Reichspräsidenten erfolgten Kundgebung der Reichsregierung vom 18. Februar 1928 soll sich der parlamentarischen Erledigung des Arbeitsprogramms die Auflösung des Reichstages anschließen, und zwar sollen in jedem Falle d i e Wahlen in der zweiten Hälfte des Monats Mai stattfindcn können. Das ist nur eine kurze Frist. Die Reichsregierung ist sich der schwe- ren Verantwortung für das Gelingen des ganzen Hilfswerkes voll bewußt. Sie weiß, wie sehr die weiteren Verhandlungen dadurch beeinflußt werden können, daß die kommenden Wahlen ihre Schatten vorauswerfen. Sie wird alles tun, um ihr Arbeitsprogramm zum Wohle des Volksganzen durchzuführen. Nach dem Verlaufe der bisherigen Verhandlungen mit den Parteien darf die Reichs« regierung erwarten, daß der Reichstag diese Notwendigkeit auch seinerseits anerkennen und ihr Rechnung tragen wird. Abg. Stampfer (Soz.) bemerkt, die in der Luft schwebende Regierung ohne parlamentarische Basis bezeichnet sich als eine ordnungsgemäße Regierung. Man spricht nur noch von den „bisherigen" Regierungsparteien, und manche schlauen Leute glauben, auch von „bisherigen" Oppositionsparteien sprechen zu fönnen. Rein! Wir bleiben in Opposition zu dieser Regierung, bis sie verschwindet. Wir warnen die Regierung, Teile ihres Programms auf dem Verordnungswege durchführen zu wollen und aus der „ordnungsgemäßen" sich zur verordnungsgemäßen Regierung zu machen. Die Zusammenfassung des Rotproaramms zu einem Mantelge eh ist unzulässig. Mit einem Mantel kann man nur Dinge umfassen, die innerlich zusammenhängen. Will man es aber etwa wagen, zu erklären: Wenn das Agrarprogramm nicht nach den Wünschen des Landbundes auSfLW, dann fielen die armen Sozialrentner nicht die 3,30 Ml. im Monat mehr bekommen, die sie sonst kriegen würden? Ein Wunder ist geschehen! Während noch vor kurzem die dringendsten sozialen Forderungen mit dem Hinweis aus die schlechte Finanzlage abgelehnt wurden, ist auf einmal Geld in Hülle und Fülle da. Solche Finanzpolitik kann kein Vertrauen wecken. Manche Teile des Vorprogramms sind für uns unannehmbar, vor allem die geplant« Herabsetzung des zollfreien Gefrierfleischkoniingents. Ganz ungenügend sind die Regierungserklärungen über die Fürsorge für Klein- und Sozialrentner. Leider hat die Regierung die sozialdemokratischen Vo.schläl e zur Behebung der Rot der Landwirtschaft nicht beachtet. Wir erstreben eine engere Verbindung zwischen Stadt und Land. Wehe denen, die das 2anb gegen die Stadt hetzen. Abg. Graf Westarp (On.) betont, daß es in der Geschichte der bisherigen 17 Reichsregierungen noch nie dagcwesen sei, dah eine aufgelöste Koalition zur Erledigung eines bestimmten Rrbcitsprogrammes zusammenbleibt. Die deutschnationale Fraktion stehe rückhaltlos auf dem Boden dieses Entschlusses. Der Redner stimmt der Auffassung zu, dah das Programm ein unteilbares G a n ze s ist, aus dem lein Stein herausgenommen werden könne, ohne es zum Einsturz zu bringen. Der Etat müsse im Interesse der Ordnung der Finanzen verabschiedet werden. Auf die Forderung des kleinen Besscrungsscheines für die L i q u i d a t i o n s - geschädigten könne seine Partei nur verzichten, wenn es gelinge, zum mindesten durch eine Entschließung zu verhindern, daß bei den kommenden Reparationsverhandlungen die Hypothek, die dem Deutschen Reiche durch den Ber- salller Vertrag auf erlegt worden ist, als vollkommen gelöscht erscheint. An der Forderung eines Kleinrentnergesehes halte die Partei nach wie vor fest. Sie stelle diese Forderung aber zurück, um das Rotprogramm nicht zu gefährden, und erkenne den großen praktischen Wert dessen an, was das Roiprogramm biete. Entscheidenden Wert leg« di« Fraktion den agrarpolitischen Vorschlägen des Arbeitsprogrammes bei. Es wäre unverantwortlich, auf die Vollendung dieses Werkes zu verzichten Bezüglich der Entlastung der Landwirtschaft von öffentlichen Ausgaben enthalte das Arbeitsprogramm nur wenige dringendste Hilfsmaßnahmen. Rotwendig sei vor allem die. 2£b» stellung der Mißstände, die sich auf dem Lande ans der Arbeitslosenversicherung ergeben haben. Eine durchgreifende Reform des Steuer- Wesens sei unerläßlich. Der Redner fordert Rationalisierung und organische Zusammenfassung des Absatzmarktes der Landwirtschaft. Der Schuh der Landwirtschaft vor vernichtender Konkurrenz des Auslandes müsse nach wie vor im Vordergründe aller Maßnahmen stehen. Der jetzige Reichstag und die jetzige Regierung dürften auf handelspolitischem Gebiete neue Bindungen mit neuen Opfern der Land- Wirtschaft nicht eingehen. Das gelte besonders wegen Der Verhandlungen mit Polen. Die deutschnationale Partei diene mit ihrer Agrarpolitik dem ganzen Volke, denn Bauernnot sei Volkes Rot und bedeute nationalen Dammbruch im Osten. Darum sei die Agrarpolitik nationale Politik. Abg. v. Gu^rard (3.) Der Vizekanzler hat in seiner Erklärung betont, die Regierung betrachte sich als eine ordnungs- gemäße und nicht als ein geschäftsführendes Kainett. Demgegenüber muß ich nach den letzten Vorgängen doch eines feststellen. Dadurch, daß eine der früheren Regierungsparteien die Koalition gelöst hat, diese Koalition, die die Regierung gebildet hot und auf die die Regierung sich stützte, dadurch ist unseres Erachtens auch die Stellung dieser Reichsregierung parlamentarisch und politisch eine andere geworden. Es ist richtig, daß di« Reichsregierung dem Wortlaut nach keine geschäftsführende ist, wohl aber der Sache nach insoweit, als sieben Parteien sich dahin geeinigt haben, daß nur noch eine Reihe begrenzter Geschäfte zu erledigen ist. Es ist nicht richtig, daß die Erledigung dieses Programms erfolgen soll. gestützt auf die bisherigen Regierungsparteien. Das entspricht nicht den Vorgängen der letzten Zeit. Nach den beiden Reden, die wir jetzt gehört haben, ist bei meinen Freunden die Hoffnung auf Erledigung des Arbeitsprogramms und des Etats nicht gerade gewachsen (Hört, hört!). Die Reichsregierung will noch einen Personaletat als Ergänzungsvorlage einbringen. Ich kenne den Inhalt nicht, muß aber jetzt schon betonen, daß meine Fraktion jeder Beam - tenoermehrung und jeder Höherstu- f u n g von Beamten ablehnend gegenübersteht. Hilfe für die Landwirtschaft ist dringend notwendig. Wir werden das Hilfsprogramm im Ausschuß beraten, müssen aber verlangen, daß die Hilfe gleichmäßig über alle Landesteile verteilt wird und daß auch die notleidenden Bauern im Westen und Süden gebührend berücksichtigt werden. Abg. 0r. Scholz (O.A.P.) bezeichnet es als einen erfreulichen Beweis des Verantwortungsbewußtseins und Arbeitswillens des Reichstages, daß sich jetzt trotz des Aus- einandersallens der Koalition die großen Parteien zur Erledigung der dringendsten gesetzgeberischen Aufgaben zusammengefunden haben. Mit dem sozialdemokratischen Redner, so erklärt Abg. Dr. Scholz, muß auch ich mein Erstaunen darüber aussprechen, daß der Finanzminister jetzt plötzlich wieder über so große Mittel verfügt, während er noch bor kurzem nicht einmal eine Million übrig hatte für die dringendsten Aufgaben. Die Deut» sche Volkspartei wird sachlich Mitarbeiten an Der Erledigung des Arbeitsprogrammes, aber sie muß die volle Verantwortung für die finanziellen Wirkungen dem Reichsfinanzminister überlassen. Das Kriegsschädenschlußgeseh erfülle nicht alle Wünsche, stelle aber für die Zukunft weitere Mittel in Aussicht. An dem Rechts- anspruch für die Kleinrentner halte die Partei fest. An einer blühenden Landwirtschaft habe die gesamte Wirtschaft und auch die Konsumentenschaft ein Ilnteresse. Zur endgültigen Beseitigung dieser Rotlage würden noch ganz andere Mittel aufgewendet werden müssen Der Redner betont, daß durch die Reuanforderungen keine neue Steuerbelastungen eintreten dürften. Abg. Dietrich-Baßen (D.) lehnt es ab, da ßetwa aulch Die Opposition^- Parteien jetzt hinter der Regierung ständen. Die Die Hagenauer Gemeindewahlen. Sieg der Liste des abgesehien Bürgermeisters Weiß. Paris, 27. Febr. (WD.) Die Havasagentur veröffentlicht das Ergebnis der Gemeindewahlen m Hagenau. Danach sind im ganzen 3211 Stimmen abgegeben worden. Die alsolute Mehrheit betrug 1606 Stimmen. Es standen sich § wei Listen gegenüber: die Liste des abgelebten Bürgermeisters Weiß und die Liste der »Rationalen Eintracht und Verteidigung der Interessen der Stadt". Im ganzen wurden gewählt: 17 Kandidaten der Liste Weiß, auf die 1825 bis 1684 Stimmen entfielen, d. h. der Meistbegünstigte Kandidat erhielt 1825 Stimmen (es handelt sich hierbei um Bürgermeister Weiß selber) und der am wenigst Begünstigte 1684 Stimmern Auf die Gegenseite entfielen 1475 bis 1304 Stimmen. Es stehen noch 10 Stichwahlen aus, die wahrscheinlich erst am nächsten Sonntag entschieden werden dürften. Es handelt sich bekanntlich um die Ersatzwahl für den von Poin- care ausgelösten Munizipalrat, der von der Tradition die Fahne der Stadt Hagenau bei festlichen Anlässen aufzuziehen, nicht lassen wollte. In der Pariser Presse wird das Wahlergebnis in Hagenau lebhaft erörtert. So schreibt „E r e R o u v e l l e": Bürgermeister Weiß, derselbe Mann, der noch vor wenigen Monaten die französischen Farben verabscheute und der autonomisti- schen Politik seiner Mitarbeiter folgte, hat ein Loyalitäts-Telegramm an Poin- c a r e gerichtet! Ist es aufrichtig? Der Llmschwung im Lager der elsässischen Klerikalen seit dem Kolmarer Prozeß kommt so häufig vor, daß uns nichts mehr in Erstaunen verseht: wenn dieser Umschwung aufrichtig ist, dann hat der Autono» mismus am letzten Sonntag in Hagenau eine Riederlage erlitten. — Der »Figaro" schreibt: Der Erfolg der Liste der nationalen Eintracht, bestehend aus Katholiken, Radikalen und Sozialisten, wäre um so mehr zu wünschen gewesen, als die Kommunisten, die Komplizen der Autonomisten, den ausscheidcnden Bürgermeister und seine Anhänger unterstützten. Man kann sich also zu dem Ergebnis nicht beglückbisherigen Regierungsparteien hätten nach wie vor die Verantwortung zu tragen, nicht der Parlamentarismus, sondern die gegenwärtige Re- gierungsloalition habe Bankrott gemacht. Für das Rotprogramm sei die Opposition ohne jede Verantwortung. Es sei eine Pflichtarbeit auf allen Gebieten. Rur ein Kleinrentner» geseh könne die Rechtsansprüche dieser Schicht erfüllen. Die Regelung für die Liquidationsgeschädigten könne man nicht als endgültig ansehen. Die endgültige Regelung müsse gesetzlich vorgesehen werden, wobei der Zeitpunkt Vorbehalten bleiben kann. Das Rotpro- gramm für die Landwirtschaft sei unllar, unvolllommen und in seiner Tragweite nicht abzusehen. Wenn man darangehe, den Weg vom Produzenten zum Konsumenten zu verbilligen, so müsse man auch. an die beteiligten Handwerker und Händler denken. Das Rotprogramm erfordere insgesamt sofort 235 Millionen. Es sei sehr merkwürdig, daß dieses Geld plötzlich vorhanden sei, nachdem die Vertreter der Regierungsparteien kürzlich im Ausschuß die etwas rosenrote Schilderung des Finanzministers abfällig kritisiert und schwarz in schwarz gemalt hätten. Die Regierung müsse klipp und klar erklären, wie sie diese Ausgaben decken wolle. Der Vorbehalten« Teil der Zölle sei dazu bestimmt gewesen, im Wege der Handelsverträge die Industriezölle zu senken. Der Redner fragt, ob man etwa diesen Weg jetzt verlassen wolle. Er betont die Bereitwilligkeit seiner Fraktion, an der Verabschiedung von Etat und Rotprogramm mitzuarbeiten. Wenn die Regierungsparteien aber g.aubten, die unter sich ausgehandelten Gaben von der Opposition fant- tionieren lassen zu können und diese zu zwingen alles zu schlucken, so sei dieses Manöver zu durchsichtig, als dah es der deutsche Wähler nicht verstehen werde. Abg. Schneller (Korn.) fordert die Annahme des von den Kommunisten gegen die Regierung eingebrachten Mißlrauensantrages und die sofortige Auflösung des Reichstages. Das Rctprogramm in Verbindung mit dem Rachtragselcu verlange die Subventionierung der Agrarkapitalisten auf Kosten der breiten Massen des werktätigen Voltes. Den wirklich notleidenden Kleinbauern werde damit nicht geholfen. Den Kleinrentnern und Sozialrentnern würden nur Bettelpfennige hingeworfen. 2lbg. Drewitz (W. Vg ) erklärt, seine Freunde seien bereit, die Erledigung des Etats und des Rachtragsetats wirksam zu fördern. Sie würden auch an der Verabschiedung des Arbeitsprogrammes wirksam mitarbeiten, soweit damit wirklich vorhandene Rotstände behoben werden sollen. Abg. Dr. B e ft (Dolksrechtpartei) bezeichnet die Hilfsmaßnahmen für die Kleinrentner und das Gesetz für die Liquidationsgeschädigten als ganz unzu- re.chend. Abg D ö b r i ch (Chriftl.-Nat. Bauernpartei) hält die angekündigten, Hilfsmaßnahmen zugunsten der Landwirtschaft für unzureichend. Bei den Abstimmungen zum Haushalt des Reichs- min.steriums und der Reichskanzlei wird ein kom- munist.scher Antrag auf Aufhebung der Reichsvertretung in München argen die Linke und die Völkischen Gruppen abgelehnt. Der Haushalt wird be- will.gt. Das kommunistifcheMißtrauens- ootum gegen die Regierung wird gegen die Sozialdemokraten, Kommunisten, Nationalsozialisten und einen Teil der Demokraten abgelehnt. Weiterer leichter Rückgang Ser Arbeitslosigkeit. Berlin. 27. Febr. (WB.) In der Arbeitslosenversicherung ist die Gesamtzahl der Haupt- unterstühungsempsänger in der Zeit vom 31. Januar bis 15. Februar wiederum leicht zurückge- gangen (von rund 1 333 000 auf 1 291 000). Die Abnahme betrug somit rund 42 000 oder 3,2 v. H. Der Rückgang entfällt fast ausschließlich auf die männlichen Arbeitslosen. In der Krise n s ü r s o rg e hat sich die Gesamtzahl der ^wuptunterstützungsempfänger fast auf dem gleichen Stande gehalten. (Rund 215 530 am 15. Februar gegenüber 214 800 am 31. Januar). Die geringe Zunahme von rund 700 Personen wünschen. — Rach dem „Matin" soll man übrigens gestern im Kabinett des Ministerpräsidenten erklärt haben, daß nach Eingang des Loyalitätstelegramms des Bürgermeisters Weiß, desselben, der wegen der Fahnenangelegenheit gemaßregelt wurde, man die früheren Ereignisse als Handlungen lokaler Ratur betrachte und den Zwischenfall mit den Fahnen nunmehr als beendet anfehe. 2m übrigen schreibt das Straßburger rechtsradikale „Journal de l'E st" , man könne angesichts der öffentlichen Meinung in Frankreich und im Auslande es nur bedauern, daß die nationale Vertretung nicht mehr Erfolg gehabt habe. Jedenfalls würden bereits heute tendenziöse und übelwollende Schlußfolgerungen gegenüber Frankreich von der deutschfreundlichen Presse verschiedener europäischer und anderer Länder daraus gezogen. Diese Erwägung genüge, um auf die Bedeutung des Fehlers hinzuweisen, der von gewissen ehrlich gesinnten Wählergruppen begangen worden sei, die sich nicht klar machten, daß zwischen den beiden Listen mit nationaler Etikette für eine weitgehende Meinungsverschiedenheit Platz war. — Die sozialistische „Freie Presse", die von einem Sieg der klerikalen autonomistischen Front spricht, erfiärt, die autonomistischen Klerikalen verdankten ihre Wahl einzig und allein der kommunistischen Unterstützung. Ohne diese würde nicht ein einziger im ersten Wahlgang gewählt worden sein. Die Kommunisten haben ihnen den Weg geebnet, wenn aber die Kommunisten für die Liste der nationalen Einheit gestimmt hätten, wäre kein Klerikaler gewählt worden. — Der sozialistische Abgeordnete von Straßburg, Weill, erklärte einem Vertreter des „Paris Soir": „Ich würde es borge« zogen haben, wenn die andere Liste gewählt worden wäre, aber die gestern gewählte Liste erklärt, daß sie nicht weniger nationalistisch gesinnt sei als die andere, und die Gewählten haben ihre patriotische Anhänglichkeit in einem Telegramm an Poincare zum Ausdruck gebracht." kann als unerheblich angesehen werden. Während die Zahl der männlichen Hauptunterstühungs- empfänger um etwa 1800 oder 1 vom Hundert zugenommen hat, ist die der weiblichen um 1100 oder um 3,2 vom Hundert gesunken. Die Zahl der Rotstandsarbeiter hat in den letzten 14 Tagen u m 23,0 v. H. zugenommen und beträgt jetzt insgesamt 58 200. Davon entfallen auf Personen, die in der Arbeitslosenversicherung unterstützt worden sind, rund 43 600, auf Personen, die in der Krisenfürsorge unterstützt worden sind, rund 14 600. In-ustris und Landwirtschaft. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 28. Febr. In der Presse wird die Rachricht verbreitet, daß der Reichsverband der Deutsch-en Industrie zur Zeit über Hilfsmaßnahmen für d i e deutsche Landwirtschaft berate. D:e,e Meldung, die an Aeußerungen des Reichsverbandes in der letzten Zeit anknüpft entspricht nur insoweit den Tatsachen, als der Reichsverband anerkannt hat, daß der Landwirtschaft geholfen werden müsse, und daß er selbst auch dafür Mittel b e r e i t ft e 11 e n würde. Irgendwelche po.lliven Beschlüsse sind aber noch nach keiner Richtung hin gefaßt worden. Bei der Hilfe, die die Industrie der Landwirtschaft evtl, gewähren würde, könnte es sich nur um Kredit st undungen und längere Kreditierung bei Ankauf von Landwirtschaftsmaschinen handeln. Damit dürfte aber der Landwirtschaft eine große Erleichterung gewährt werden. Wann endgültige Beschlüs.e in dieser Richtung seitens des Reichsverbandes gefaßt werdest, steht noch nicht fest. Es ist zunächst eine Kommission beauftragt worden, die Einzelheiten di.scr Hilfsmaßnahmen vorzubereiten. Dabei wird die Industrie in enger Fühlungnahme mit dem Landwirtschaftsrat vorgehen. Eine Kundgebung des Mittelstandes. Münster, 27. Febr. (WB.) Eine große Kundgebung des Mittelstandes versammelte über 10 000 Teilnehmer aus allen Teilen des Münsterlandes und des westfälischen Industriegebietes, die gegen die wirtschaftliche Rot des deutschen Mittelstandes, des Handwerks und Kleinkaufmanns protestierten. Die vor? der Handwerks» und Handelskammer Münster einberufene Kundgebung wurde von dem Präsidenten der Kammer geleitet der darauf hinwies, daß der Mittelstand mehr als alle übrigen Volksgenossen an der Rot des verlorenen Krieges zu tragen habe. In der Steuergesetzgebung sei der Mittelstand bisher nicht gerecht behandelt worden. Die Geduld des Mittelstandes sei zu Ende, seine Kraft versiege, wenn nicht schleunigst Sondermaßnahmen getroffen werden. Die heutige Kundgebung solle vorbeugen, ehe es zur unerfreulichen radikalen Selbsthilfe komme, ilntcr den Teilnehmern der Kundgebung befanden sich eine Reihe von Vertretern von Behörden. so u. a. auch Oberpräsident Gronow» f k i - Münster, sowie zahlreiche Parlamentarier des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Deutschnationalen Volirpartei. Rach einem Referat des Syndikus Dr. Iakobshagen-Münster wurde in der Aussprache von verschiedenen Rednern in oft sehr drastischer Weise die Rot der Einzelbetriebe geschildert. In einer einstimmig angenommenen Entschließung wurden die Forderungen des westfälischen Mittelstandes niedergelegt. Werkzeugmacherstreik in Berlin Berlin, 27. Febr. (WTB.) Der von den Ber- lmer Werkzeugmachern nach dem Scheitern der Lohnverhandlungen beschlossene Streik hat heute früh bei einer Reche Berliner Metallfirmen b c - gönnen. Insgesamt streiken zur Zeit 1000 Werkzeugmacher. Die Bedeutung der Bewegung liegt in der Tatsache, daß bei einem Andauern des Streikes die betroffenen Fabriken ihre Arbeit ein st eklen und ungefähr 70 000 '21 r - beiter entlassen müssen, weil die Arbeiten nicht weiter fongeführt werden können. Wie der „Vorwärts" erfährt, hat der Verband Berliner Metallindustrieller für heute seinen engeren Ausschuß zu einer Sitzung einberufen, um zur neuen Sachlaae Stellung zu nehmen, die durch den Streik der Werkzeugmacher geschaffen ist. Qn Unternehmerkreisen wird die Sachlage sehr ernst eingeschätzt. Wechsel im Reichsarbeiisministen'um? Reichsminister Dr. Vrauns angeblich amtsmüde. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 28. Febr. Aus gut unterrichteten, dem Zentrum nahestehenden parlamentarischen Kreisen Horen wir, daß der jetzige Reichs- arbeitsminister Dr. Brauns, amtsmüde ist und keinesfalls mehr in einer neuen Regierung wieder als Reichsarbeitsminister oder überhaupt als Minister beteiligt sein, sondern sich nach dem Ende der jetzigen Koalition zur Ruhe sehen will. Diese Rachricht ist um so bedauerlicher, als wir vor schweren Lohnkämpfen stehen, an deren Gang auch das Reichsarbeitsministe. rium in hohem Maße beteiligt ist. Dr. Brauns, der schon seit Ende 1920 das Reichsarbeitsmini« fterium führt und am 3. Januar d. I. seinen 60. Geburtstag feierte, hat es bisher mit großem Geschick verstanden, obgleich er vielen Angriffen von rechts und links ausgesetzt war, seine Vermittlerrolle sachlich, neutral und im Interesse der Gefamtwirtschaft auszuüben. 2n diesem Zusammenhang dürste wohl auch die besondere Personalpolitik der Zentrumspar- t e i in der letzten Zeit zu sehen sein, die den bekannten Sozialpolitiler des Zentrums, Herrn Dr. Brüning, bei internen Verhandlungen besonders stark in den Vordergrund schob. Brüning soll auch, wie wir weiter hören, nach dem Vorschlag der Reichsregierung als einer ihrer Vertreter in dem sogenannten Ach tzehner- ausschuß zur Verwaltungsreform gesandt werden. Man nimmt an, daß. wenn das Zentrum wieder den Posten des Reichsarbeitsministeriums nach den Reuwahlen zu besetzen hätte, der aussichtsreichste Kandidat der Abgeordnete Dr. Brüning sein wird. Dr. Brüning ist Westfale, 1885 geboren, hat das Staatsexamen für das höhere Lehramt abgelegt und ist zum Doktor der Staatswissenscha ten promoviert. Rach Studienjahren im Ausland und mehrjähriger Teilnahme am Feldzug wurde Dr. Brüning 1919 Referent Im preußischen Wohlsahrtsiyinistcrium und 1921 Geschäftsführer des Deutschen Erweck- schastsbundes. Das hessische Kultusministerium. Die Verteilung der Dezernate. Darmstadt, 27. Febr. (TU.) Die anläßlich der Regierungsbildung in Hessen durch die Parteien der Weimarer Koalition erfolgte Umwandlung des seitherigen Landesamts für das B i l d u n g s we s e n in ein selbständiges Ministerium für Kultus und Dildungswesen und die damit int Zusammenhang stehende Beförderung des zum Zentrum gehörigen seitherigen Volksschulrese- renten im Landesamt für das Dildungswesen, Oberschulrat Hofmann, zum Ministerial- r a t im Kultusministerium, hat In der Ocffent- lichkeit zu Mißverständnissen Anlaß geneben. Der Vorstand des hessischen Lande s - lehrervereins begegnet diesem Gerücht in einer Veröffentlichung in feinem Organ „Schulbote für Hessen". Wir entnehmen der Veröffentlichung folgendes: Die organisatorischen Reuordnungen und personcl en Veränderungen im neuen hessischen Kultusmini'erium Hafen Mißverstand« nifse hervr rgerusen. Kultusminister ist der sozialdemokratische Staatspr isident A d e I u n g. Soweit das hessische Volksschulwesen unhöhere Schulwesen in Frage kommt, hat sich an der seitherigen Organisation und Ciuf« gabenverllilung nichts geändert. Minilie- rialdireklor im Kultusministerium bebt nach wie vor der Demokrat Prof. Dr. Ülrstadt. Die Koalitionsparleien. besonders die So'ial- demokraten, haben bei den Verhandlungen üoer die hessische Regierungsbildung nicht den geringsten Zweifel darüber gelassm, daß an der hessischen Simultanschule nicht g er i t e 11 werden dürfe. Die seither von dem -3en- trumsminister Dr. Kirnberger im Innenministerium inneg'-ba. t? Minister a^ratsstlle für finanziell kirchliche Angelegenheiten wurde ins Kultusministerium übernommen und dem Volksschul-Ob rfstul- rat Hofmann (Zentrum) übertragen. Mi i -c- rialrat Hofmann behält und bearbeitet im Tolks- fchulwesen genau dasselbe De ernat wie her. Sämtliche seitherigen Dofksschulreferenien: der Oberschulrat 2 u n g (Demokrat!, Diehl (Sozialdemokrat), Friedrich (Sozialdemokrat) und Hofmann (Zentrum) verbleiben in ihren Dezernaten, ebenso die Dezernenten für das höhere Schulwesen. Oer neue Gesandte Hessens in Berlin. Darmstadt, 27. Febr. (Priv.Tel) Amtlich wird bekanntgegeben: Ernannt wurde der Landtagsabgeordnete Rechtsanwalt August Nuß aus Worms zum Hessischen Gesandten und ftimmfüh' renben stellvertretenden Reichsratsbeoollmächtigten in Berlin mit Wirkung vom 15. März 1928 ab. Eine Entgleisung. Berlin, 27. Febr. (WTB.) Der Landrat a.D. v. Hertz berg hat auf dem Berliner Kommers alter Korps Huden- t e n eine Rede gehalten, in der er gegen di« „Knickseligkeit und Liebedienerei des neuen Deutschland", gegen den „Derrat der deutschen Ehre durch Dr. Strefemann und Dr. Luther polemisiert haben so l. Die Reichsrcgierung war auf dem Kommers nicht amtlich vertreten. Staatsekretär Dr. v. Schubert hat die Kommersleitung in einem Br e um Aufc.ärung darüber ersucht, ob Landrat a.D. v.Herhberg tat* sächlich eine solche Rede gehallen habe, uno, falls das zutrifft, was die Führung der Alten Korpsftude cken zu tun ge'jenfe, um ä nl.che Vorkommnisse in Zulun, t zu verhindern. Oer neue britische Botschafter in Berlin. Berlin, 28. Febr. (Prio.-Tel. des G. A.) Wie man hört, hat die englische Regierung bereits oei der deutschen Negierung anfragen lassen, ob sie oen bisherigen englischen Botschafter in Madrid, tot Harare Rnmbold, ihr Agrement erteil urück ° Die Wetterlage. Jan Maytn- kydisf Warst« o A WIM 260. vW'Aß A ussifr A-BATSCHA.III ligar^ehen ||f DM neue liefe !d)en Berichten nicht bestätigt wäre. unb_ ob, do einige dieser Zwischenfälle dazu geeignet wären, den deutschen 5) aß gegen Großbritannien uni) seine Alliierten zu verewigen, er sich mit der Oer Cavell-Film. Lhamberlain spricht int britischenUnterhaus London, 27. Febr. (WB.) Im britischen Unter- Haus fragte der Abgeordnete Morrison Chamberlain, ob seine Aufmerksamkeit auf di« Auf- 'ührung eines Films mit dem Titel „Der Weltkrieg" durch deutsche Lichtsoieltheater ge» icntt worden wäre, ob er wüßte, daß in diesem Film Ereignisse und Zwischenfälle wiedergegeben wären, deren Genauigkeit von den amtlichen briti- verbrechen an dem Gedächtnis einer -dien Frau ist, eine so heldenhafte Geschichte für Zwecke kommerzieller Art zu verdrehen. Das Arbeitermitglied Kenworthy fragte hierauf Chamberlain, ob in Zukunft nicht jemand vom Foreign Office die Filme verfolgen könne, um zu vermeiden, daß ähnliche Filme unliebsamer Art hergestellt werden. Chamberlain erwi- derte: Fragen über diese Angelegenheit müssen an den Innenminister gerichtet werden. Er selbst sei abgeneigt, daß sein Amt die Verantwortung für die allgemeine Zensur übernehme. Die rechtmäßige Verurteilung Miß CavellS anerkannt. London, 27. Febr. (IDIB.) „Lvening Stan- dord" veröffentlicht ein Schreiben des Juristen Manisty, der 1918 19 Mitglied des Un- lersuchungsausschufses für d i e deutschen Kriegsoerbrechen war, in dem er berichtet, daß gegen Ende des Jahres 1919 ein Unterausschuß ernannt wurde, um den L ivell-Vrozeß und die Hinrichtung der Pflegerin Lnoell zu prüfen. Dieser Unterausschuß kam zu dem Schluß, daß das Gericht berechtigt war, die Pflegerin Lavell abzuurteilen, daß d'ese das Verbrechen, dessen sie beschuldigt wurde, begangen halte und daß das Gericht nach deutschem Gesetz die Befugnis hatte, sie }utn Tode z u verurteilen. Dieser Bericht wurde vom Vollausschuh entgegengenommen und angenommen. Aus aller Welk. Lin Riesenbetrugsprozeh in Ludwigshafen. Dor dem Schöffengericht Ludwigshafen, daS aus Raumschwierigkeiten im Landgericht F ranke n t h a l tagt, begann der auf vier Wochen berechnete große Betrugsprozeß zum Nachteil der Leuna-Werke und des Postfiskus gegen den Fabrikanten Wagner und 13 Mitangeklagte, Kaufleute, Beamte und Ingenieure. Wagner hat die Leunawerke durch Schwindellieferungen und Lohnrückvergutungen um mehrere 100 COO Mark geschädigt, sowie An- gestellte der Werke und Postbeamte bestochen. Netto > 5 pfg Rekord> 6 Pfg Wir habenuns von dem üblichen Packungslwcus freigemacht, der in diesen Preislagen nicht w verantworten ist-wir haben alles fürdenlabak verwendetem das ti ochste bieten ja können Kunst und Wissenschaft. Zur Tcnkmalpsleqe in Hessen. Die im Verband der Hessischen Geschichts- und MtertumSvereine zusammeng lchlossenen 18 Der- eine haben auf ihrer letytcn Tagung in Büdingen beschlossen, sich betreffs der Wicderbesetzung der hauptamtlichen Stelle für die Pflege der Boden- altertümer. d. h. der seit 1922 ledigen, hauptamtlichen Stelle für die Bodendenkmalpflege, an den Hessischen Landtag zu wenden. Eine baldige Neubesetzung wird gefordert 1. wegen der Einheit der wissenschaft- lichen Bodenforschungen, die gewahrt bleiben müsse, 2. wegen der Einheit der Organisation der Denkmalpflege. 3. wegen der einheitlichen Vertretung der hessischen Denkmalpflege nach außen. Die Notwendigkeit der Wiederbesehung wird in der Eingabe u. a. solgendermaßen begründet' ..Hessen, das noch vor wenigen Jahren vorbildlich war für andere Staaten bezüglich der gesetzlichen Organisation seiner Denlmal- pslege, ist heute von anderen Staaten weit überholt! Nicht nur hat es seine früheren Einrichtungen nicht weiter entwickelt, sondern es hat sogar das bereits Erreichte wieder ausgegeben, und zwar auf einem Gebiete unseres Geisteslebens, dessen besondere P lege uns gerade heute besonders angelegen sein muß: der Heimat- pflegel" Außerdem wird die Errichtung eines Ordinariats >ür deutsche Altertumslunde an den beiden Hochschulen des Landes gefordert. Der Antrag lautet: Der ... Landtag... wolle beschließen, daß die Stelle des hauptaint.-ichen Denkmalpslegers, die seit dem Tode von Prof. Dr. Anthes of.engeblieben ist, wieder besetzt und dem hauptamtlichen Denlina Pfleger ein Lehrauftrag an beiden Hochschulen des Landes erteilt werde. frUhjahrskur fUr Nervenkranke und Nervös-Erachopfie. Spezlafkaranslall Holheün im T unus bc trank uU a m Prospekte durch Dr. M. »chulie-Kahleyss, Nervenarzt wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach dürste diesem englischen Wunsche entsprochen werden. Sir horace Rurnbold war bereits vor dem Kriege Botschaftsrat an der Berliner Botschaft and für kurze Zeit in den bösen Iulitagen von 1914 sogar kurze Zeit Geschäftsträger. Rumbold, der jetzt 60jährige Botschafter, ist vor dem Kriege dann weiter in Wien und München gewesen und hat während des Krieges England in Bern vertreten, wo er, wie das auf neutralem Boden damals üblich war, eine vielseitige politische Tätigkeit entfaltet. Er wird nun in Berlin Nachfolger des an Stelle des als Botschafter nach Paris gehenden Sir W. Tyrrell zum Unterstaatssekretär im Foreign office ernannten Sir Ronald L i n d s a y. und seine Alliierten zu verewigen, «r sich deutschen Regierung zum Zweck der Z Ziehung dieses Films in Verbindung fetzen würde. — Chamberlain antwortete, das Ein- xige, was er von diesem Film wisse, sei, daß die Rheinlan-dkommission ihn im b e s e tz t e n G e b i e k verboten habe. Mitglied Crookshan fragte dann Chamberlain, ob er jetzt eine Erklärung über die Besprechung abgeben werde, die zwischen ihm unb einem Mitglied des Foreian-Office und dem Stab der Deutschen Botschaft über den Covell- Film geführt worden sind. — Chamberlain erwiderte: Am 24. Januar sprach der deutsch« Botschafter mit mir über die Angelegenheit und ich sagte ihm, daß die britische Regierung keine Befugnis hat, die Dorführuno irgend eines Filmes zu oerhindern, aber daß ich so eindringliche Ansichten über diese Frage habe, daß ich «inen persönlichen Besuch be i O'C o n n o r gemacht habe, der Vorsitzender der Leitung der britischen Zensur ist, und ihm den Bericht vorgelegt habe, den ich über den Film vom technischen Ratgeber der britischen Regierung für Lichtspiele erhalten hatte und O'Con- rtor gebeten habe, besonder« Aufmerksamkeit dem Charakter des Films zuzuwenden, wenn er der Leitung der Zensur unterbreitet werden sollte. Ich bin der Ansicht, daß die Schilderung der Hinrichtung vollkommen unecht ist, und glaube, daß « ein 171(.ontag.den27 Februar 1926. 7habends Qwoixtnios.0 neuer anaro oeoe<«t »woimg eocdtcn eRege^ # Schnee c» draupein ■ neDei X Qrwiiter @wmastiiie.jeW «eichtet Ost £ massiger Sudsuowesi Q stürmische» "ordwesl bie Pfeile fliegen mit dem winde Die oe oen Stationen stenenaen Anna Pawlowa mit ihrem Ensemble von 50 Tänzern und iber verwalt Hcm ober W Berg aus de iE i rs fnl M rJ0 .9olbi. n beule StoMeschäfi suche ich zum bald. Antritt jüngere, durchaus branche- kundige. tüchtige VettWlin £. Bernard Plocksirafte 16. Zunächst nur schr. Ofierten erwünscht MIA ssneitoli ges. Schr. An geb. u. 01516and.Gieh.Anz. 0)8. Wabl, Friseurmeister, Neustadt 33. Unbedingt aiiocrL intelligenter 2234D Junge nicht übet 18 Jahre alt, mit guter Handschrift für leichte Bureauarbeiien und Botengänge sof. ges. Elektrolnx, G. m. b. H.. ZweiasteUe Siegen. Diezsttahe 4. Ein junger, zuverl. touMe gesucht. Lchrtfil.Ang. uni. 2255D alsbald an d.Gteften. Anzeig. noch iS# Orlginalflasche QJA. X-.J^Oua(fä.- Ze haben In allen Apo« thekrn and Droge*len, bestimmt bet: Drogerie E. Karn, Srtmlstrahc, Drogerie C. Seibel, Drogerie Hans Noll.LudwigSvlalr u. Neustadt, Drogerie QttoWinter- boff.Kreuzpl.v 10, HansHindenburg, H. Elges, Selterö- weg 68 n, Kaiser- drogcrieErnftNoll. Lindenvlatr, Drogerie Gebe. Michel, Wnlltorstr. 2S.'^°D durchaus erL gute Kennin.t.Gartenbau 11. Gefl.-Pfi., tatkr., gern., mufikal., auch i. Säugl.- und Kletn- kindervfiegeerf.,sucht vafi.Wirkungskr.alS Hausdame oder Wirtschafterin a. liebst, in kleiner ländlichen Stadt od. auf dem Vanbe zum 1.4.28. Gesl. Offerten unter E. 3. an den Wevlarer Anzeig. WeMar/^. 122391) Iür meinen Sohn, höhere Schule und lioh. Handelsschule besucht, suche pass. Lehrstelle. Schr. Angeb. u. 01520 an d. Gien. Anz. erb. ta tare U. Bart, erhall. Naturfarbe wied. durch mein.neuenHanrwur. zeliasi ^Souia'. Kein Färbemiltel, Garani. f. Erfolg u. Unschäd- lichk. ^l. ><2.20. Porio eritfi. Fran J.Bloche- rer, Anysbnrg C 117, Kaiserstrane 35. Heirat! Geschäfts mann, 26I. alt. wünschtBekanni' schäft mit nettem, solidem Mädchen. Zuschriften nut Bild u. näherer An nabe Über Berhälintsse 11. 01518 an den t-iieh. 21 meiner erwünscht. Sonnige 4-5-Zimmer- Wohnung in guter Vage gesucht. Schristl. Anieb. unt. 01526 a. d.Gteü.Anz. MWH daSschoninStellung war, ver sofort ober 1. März, gesucht. qim> Roonttr. 20 v. Tüchtiges, ehrliches Mädchen in Küchen- u. Hausarbeit erfahren, zum 1. Avril gesucht von Frau Kindt Johannesstr. 4, l.St. OrdcntlirbeS Mädchen mit guten Zeugn. nt kl. Zahnarzt-Hau-h. sofort geiucht. 01514 Dr. HinrichS, Seltersweg 26 H. ZuoerW.,gks..Mllges wm iür tagsüber od. für ganz tn kleinen bürgerlichen Haushalt gesucht. Zu erfr. t.d. GeschüstSst.d.G.Anz. “Goldene Dantennhr verloren, bitte den ehrlichen Üinder die. selbe abzug. geg. hone Belohn, b. Archtiekt Heinz Schmidt, Gienen Bleichstrahe 11. Einziges Andenken eines Gefallenen. _ Wimmissars fforiercnz » ocls sehr zu nähme der Zufall. 2oi xi dringend feit der - HITLER Dammstr.25 p., geRenüb.d.höh. Mädchen sch. Köln Laden. 245D Sparke tzin Weg V Junge, tüchtige Frau suchtStellefürvorm. Zu erfragen t. d.Ge- schäfiSst. d.Gien.Anz. fSvielabteilimal. Donnerstag, den 1. März, abdS. ^30 Uhr. im Kaufmann. BeretnShauS: Spielenersammlifflj (Hand-, Stouft; u. Schlagball, Leichtathletik). . DaS Erscheinen wird zur Pfiicht gemacht. FranWiirier Slrafie MflTld 16 Batintiolsirafce Kurz-, Weife- und Wollwaren Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange meines lieben Mannes, unseres herzensguten Vaters, Schwiegervaters, Großvaters, Bruders und Onkels Konrad Klingler, Gefängnis-Inspektor i. R. sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und für die trostreichen Worte und herzlichen Nachrufe am Grabe sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. |wohnungstausch| Geräumige 4-5 3lmm.-Soling, gegen z-zimmer MW. zu tauschen gesucht. S briftl. Angeb. u. 01505 a. d. Gies,. Anz. NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Regelmäßige direkte Abfahrten mit Boppcisdiraa&cn - Dampfern für Reisende u. Auswanderer von Bremen nach CANADA MM in prima Qualität empfiehlt billigst W.ßaüle!, Neuen Baue 7. Teleph. 612, 480 daumpsahle Waschpsähle AosenWhle empfiehlt billigst Ernst Müller, Holz- u. Kohlenhdlg., Crednerstrahe 14, relen' on «50. n,)0C Mädchen auf 15. März gesucht. Angeboie an 01‘‘* NcichSbahnrat Enß In, Wilhelmstrahe 62 l. Junges Mädchen a. liebst, vom Vnnbe, gesucht, wenn mögt, zum 1. März 2221D Kaiserallce 30. Jüngerer Bralnr Feine Herren-Schneiderei Mäßige Preise Heinrich Weber im 66. Lebensjahr plötzlich und unerwartet von uns genommen. Um stilles Beileid bitten die trauernden Hinterbliebenen: Elieabethe Weber geb. Sehomber Heinrich Weber nnd Fran Pauline Weber Gießen (Lahnstraße 3). den 27. Februar 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 29. Februar, nachm. 2V, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Vanplatz Gnauthstr., 500 qm groß, per sofort en verkaufen. Schr.Ansrag.u.01509 an den Gtefi. Anz. Gut erhaltener WL-Wol 10'/,xl5,Dovvelana- stigmat, Barlo-Bersch In», doppelter Bo- denauszug, m.3Kas- feiten und oilmvack- Kassette zu verkauf. Schrtstl. Angebot, u. 01515 a. d. Greg. Anz. des Wäsche nur* Houoraranspr. unt. 22511» a.d.Gtefi.Anz. TüchttgeS, ältere- Alleinmäöchen das schon gedient bat, zu 4 Personen tnGe- schästshaiishalt ver sofort oder 15. März gesucht. 22481) Fischer, Dillenburg, Haupl strafte 104. Anläßlich Partei 'Deichs .finngsresor-n itziehe"'^ iS inzvische' ! Wbun9 $, l^arfomm Allen di l- run^c- da E einem M E^nkursv fft aber t i -Bürttci | Kaufgesuche | schwere Stute z.Etnsp. geeign, zugfest, sehlerfr. u. guter Ganger, u. a.Garant. gesucht. Schr. Ang. mit ,;arb- u. Preisangabe unt. 01528 an den Gtetz. Anzeiger. Gut erhaltenes HsIHM zu kaufen gefncht. Schr. Angeb. u. 01508 an den Gicft. Anz Georg CruSvens, Landwirt, Llrklar. dünf lebende 22,eD Fasanen- hähne zum Aussetzen zu verkaufen durch Förster Melchior zu Arnsburg bei Lich. Zwei verglaftc Holzfenster 1.80x1 Meter, abzugeben. ’M’1) Wilbelmstrafte 45. 9nittiuod)29.5cbr- ro.MimL-M-m- u. 19V. b. neg. 22 Uhr Der Aevlsor floinöbic tn ö Auszügen von Nikolaus Gogol, dkutith von W. Lange. Gebe einen braven, anstelligen 22321) Jungen gegen Lehrgeld ufro. bei Arifeur in Lehre. Erntt Jakob.Lehrer Z-Ülsorgestelie, Qber-Besfingen, Post Lich. Mädchen vom Lande, 16"'« I. alt, sucht Stellung in einem befi. Haushalt ev:l. >ls Allein- madchen. Gründliche Ansbtld. f. Haushalt mit nötiger Aufklärung sehr erwünscht. Ans hob. Lohn wird nicht gesehen. Schr Angebote unt. 01540 an den Gieft. Anz. AnsangSunierrtcht t MllW gesucht. Sd>r. Sing, mit Preisang. unter 2251a l) a. d. G. Anz. Erteile gründlichen Nachbilie- Llnierrichi in allen Fächern gegen gering. Honorar. Schr. Ang. u. i2äflD an den Gieß. Anz. TstKi-AKKvsMkM Aus Sviclwaren, Lederwaren usw» gewähre bis zu 3OT« Asbatt Helles, gut möbl. Zimmer 01610 Bad u. Klavterben. Nähe d. Kliniken zu verm. Zu erfr. i. der Geschst. d.Gieft. Anz. Möbl. Zimmer mit sep. Eingang für 1. 3. zu verm. 01504 Ebclstr. 39 v. «itt; al(e§ p au' fee 2 «15 4 3is®n leer ob. evtl. möbl. za MMidsn. Schr. Angeb. unter 22K2D a. d. Gft. An,. ZweiMetieÜe Zamr fein te Lage, in ruhig. Privaihause. 1. Et.. mit fevar. Eing- ab Avril-Mai d. I. zu vermieten. AUeinstchcnde, gr- diegeneKausleuteod. Akademiker, auch erstkl. Bureau, als Dauermieter erro. Evtl, könnte ein Teil Möbel und Bett gestellt werden. Mi'e» fletianten bitte ihre Anfrage schriftlich unt. 01o39 an d. Gieft. Anz. zu richten. Gestern früh verschied plötzlich und unerwartet unser langjähriges passives Mitglied Heinrich Weber senior | Empfehlungen | Yemiüelnund Emaillieren von Fahrrädern sowie sämtlichen Metallgcgensiänden Am 27. da. Mte. starb unerwartet unser guter Altersgenosse Heinrich Weber Wir betrauern den Heimgang eines treuen Mitgliedes. Beerdigung Mittwoch, den 29. Februar, nachmittags 21/» Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. Todes-Anzeige. Heute morgen 6V, Uhr wurde mein herzensguter Mann, unser treuer Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager und Onkel Sondern un nehr anbahi ichlspunkl if eiont Word ion damals Eifarbeiter hcinlich nie .irfabrungen, Segebencn gr ung Msch Wern. Da es fschläge Hai Meier Lände ikommissariat 'Verse he« i nm kerne D '"Vemernschasi ■ tafi das H gewöhnlrchei ^Pariere, -Möglichkeit ' itoii'lcii und . jftärfen. In ' .'bezeichnend, -ganz vers- i links eingcf ;• rechtsgebund :!Leichssparko 'Dertoaltungi JDetlaufel, dc I ’-iöie gleiche ( 'Kein dahinla 'Derlin einge liflen sind ai ^vekannfe fä (.-3amiar d.I. ' fspariommissa, s . Uederhauh- ' jQUQt nur den Land Moderne iiiMit unter Ladenpreis. 01530 'Platz 13 mstr.i2/u $683 Anlegung teilt "lhrebjSji, I i 6 derel । —........... erschieß ifannßunien w iudji, Sdr i^rcISflnu dal) teile flriBLt Äachbiii- üniech allen Mn? n genniifjrr i) r. Mi--'* ör fe fei M gn mW h? ICH. W» naiil flute c ll flUßjUlfL! , Anfl. u. h- en ®ieii. & V häitßmflnr.:- vünIchiBe^ ih mit Rti» ibem SDiC'? diTdicmrii.'; näherer fe? r ^etlatov ix an W* leiflerjHi (Bolituf WB It. 50 Zweites Blatt 6»parkommiffar und Länder. Weg zur einheitlichen Durchführung der Berwallungsreform. Anläßlich eines Antrages der Deutschen Volks- Qimei im Badischen Landtag, man solle den -2e-ich s s p a r k o m m i s s a r bei der Berwal- vtWsreform in Baden gutachtlich heran- L c-ah e n , wurden aus verschiedenen parlamen- Kr i chen Lagern Bedenken gegen diesen An- mg geäußert. Dieselben Bedenken haben auch !r Württemberg eine Rolle gespielt, doch ist : nzwischen zu einer offiziellen Aufnahme der Drehungen zwischen Württemberg und dem f-^rkommissar gekommen. Wien diesen Bedenken liegt die falsche Ansicht ljaunbc. daß der Sparkommissar den Ländern i ainern solchen Falle etwa wie eine Art b akursvc r w a l t e r gegenüberstehe. Das ■ iffi aber keinesfalls zu. Sowohl Baden, als :d$ Württemberg haben bereits wesentliches in r Berwaltungsrcform geleistet Und trotzen oder vielleicht gerade deshalb ist Württem- cid auf dem Wege, ein Gutachten des Spar- ■ cimissars einzuholen. Schon auf der Länder- t.f -renz wurde eine solche gutachtliche Arbeit •el sehr zweckmäßig bezeichnet. Diese Stellung- Zichme der Länderkonferenz ist schließlich kein Bor allem wurde damals betont, daß *ti bringend notwendig sei. die Gleichmäßig- lii i der Berwaltungsrcform, die sich in den En dern und schließlich auch im Reich immer auf) r anbahnt, sicherzustellen. Gerade dieser Ge- 'ftl^punkt ist auf der Länderkonferenz besonders Ido nt worden. Als die gegebene Stelle hat ttn. damals den Reichsspaäommissar und seine •fit arbeitet bezeichnet. Man dachte dabei augen- ‘K Lollar, 27. Febr. Die Mitglieder der Ortsgruppe Lollar ÖeS Deutschen Seevereins hatten sich am Samstagabend .1! mit ihren Angehörigen zu einem 5a mitten- abend vereinigt. 3m Mittelpunkt des Abends standen zwei Lichtbildervorführungen. Die erste Vorführung betraf eine Reise von Hamburg über Rorwegen nach Spitzbergen und zurück. Hierzu hatte die „Hapag" 80 sehr schöne Bilder mit Begleitworten zur Verfügung gestellt. Der zweite Vortrag führte den Besucher im Geiste nach dem Mittelmeer. 3n 120 von der Geschäftsstelle des Deutschen Seevereins überlassenen Bildern wurden die Schönheiten des Südens gezeigt. $je Erklärungen gaben bei der Rordlandreise Jag Mitglied 3ng. Spieß, bei der Mittelmeer- reife der Ortsgruppenvorsihende, Lehrer KeHer. Das Mitglied Heinrich Schön hatte sich mit seinen beiden Söhnen gleichfalls in den Dienst der Sache gestellt und umrahmte öle Vorführungen mit einigen guten Musikvorträgen. <5 All en dorf a. d. L-da., 27. Febr. Am Samstagabend hielt der hiesige Turnverein (1907) sein« diesjährige Generalversammlung ab. Der erste Dor. sitzende, Sattlermeister F a u l st i ch, erstattete den Bericht über das abgelaufen« Geschäftsjahr. Daran; ging hervor, daß der Verein auch in dem abflehu- fernen Jahre wieder recht schöne Erfolge zu verzeichnen hatte. Di« Mitgliederzahl bewegte sich auf der vorjährigen Höhe. Hierauf wurde die Jahresrech. nung verlesen. Diese ergab ein günstiges Resultat: es verblieb ein Kassevorrat von ca. 100 Mark. Bei der Vorftandswahl wurden gewählt: H. Faulstich als 1. Dors., E. Zimmermann zum 2. Dors, und Schriftführer, Lehrer Strack, Gg. K r i e b , Hch. Rau und Hch. Ranft zu Beisitzern, W. Rein zum ersten und Karl Vock zmn zweiten Turnwart, Hrch. Benner zum Geräte- wart, Ludwig und Karl Wallenfels zu Spielwarten. Eine rege Aussprache rief der Punkt: Turn - und Sportplatz hervor. Dieser Platz, hinsichtlich feiner Lage einer der schönsten der weiteren Umgebung, hat sich leider als etwas zu klein, besonders für das Handballspiel, erwiesen. Es tourte eine Kommission gewählt, bestehend aus Ph. Hof (Ehrenvorsitzender), Lehrer Heil, Eb. Lotz und W. Keil, di« mit dem Stadtvorstand wegen Leibung dieses Uebelstandes in Verbindung treten soll. Nachdem der Vorsitzende noch eine kurze 6r- Mahnung an die aktiven Turner und Zöglinge am pünktlicheren Besuch der Turnstunden — der Besuch ließ leider in der letzten Zeit zu würrschen übrig — gerichtet hatte, schloß er di« Versammlung. «.Münster, 27. Febr. Heute vormittag gegen 11 Llhr verunglückte der 56 3ahre alte Arbeiter Heinrich Pfeifer von hier im Dasaltbruch durch herab stürzende Gest e i n s m a s s en , die ihn am Oberkörper und am Kopfe trafen. Der bedauernswerte Mann erlitt dadurch erhebliche Kopfverletzungen, außerdem mehrere Rippenbrüche und vermutlich auch innere Verletzungen. Die erste ärztliche Hilfe wurde dem Verunglückten durch Dr. Roth- Lich gebracht, der die Lieberführung des Mannes durch die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen nach der chirurgischen Klinik veranlaßte. D ©rüningen, 27. Febr. Der hiesige Spar- und Leihkassenverein hielt dieser läge seine 2 7. Jahreshauptversammlung im Saale der Gastwirtschaft Bender ab. Direktor Arnold gab einen kurzen Rückblick auf die Tätigkeit der seit dem Jahre 1899 bestehenden Vereinigung, die eine stattliche Mitgliederzahl (88) aufweist. Die Vorstandswahl ergab nur geringe Aende- rungen. Der Rechner Karl Euler erstattete dir Jahresrechnung, die mit einem Reingewinn nm annähernd 1000 Mk. abschließt. Dem Vorstand wurde Entlastung erteilt. Die Entwicklung des Geschäftsjahres konnte als überaus günstig bezeichnet dir gleichfalls mit freudigen Schritten", nur durch ein dreiaktiges Rezitativ unterbrochen. Die Tenorarie am Schluß des ersten Teiles „Ach, mein Sinn" fügt sich besonders glücklich in den Zusammenhang: sie schließt sich an die Worte des Evangelisten „Lind weinete bitterlich". Aber auch außerhalb dieses Zusammenhanges würde sie eine der schönsten Arien für Tenor bedeuten durch das erschütternd aufgerotlte Seelenbild des Petrus. Als den lyrischen Höhepunkt der Passion kann man Wohl die Attarie „Es ist vollbracht" ansehen. 3m Motivischen nimmt sie die letzten Worte 3esu auf; die Altstimme wechselt mit ffa- genden Weisen der Viola da gamba (jetzt burch Violoncello erseht) ab. Ein visionärer MiUelsah feiert den Sieg Iesu, aber statt einer Wiederkehr des ersten Arienteils klingt dieser Sah nur noch einmal kurz an. . Ebenfalls erhebt sich der Ausdruck der 2Ine für Tenor „Erwäge" durch den eigenartigen Klang zweier Viola d'amore, an deren Stelle jetzt mei- stens Bratschen treten, zu starker innerer Wirkung. 3n der ersten Fassung der Iohannespassion fchwy sich an die oben erwähnte Choralphantasie „Wem teurer Heiland", eine Instrumentalsymphonie, an. Später ließ Bach an deren Stelle die Schilderung der Raturereignisse treten, der sich ein innerlich stark bewegtes Tenorarioso und eine Sopranane „Zerfließe mein Herz in Fluten der Zähren anfügen, die letztere mit einem Zueinander von Kindlichkeit und Tragik und einem Stil, der an Rokoko gemahnen könnte. . Die sich hier und da im Aufbau des Weckes zeigenden Schwächen werden durch die starre Kraft Dachscher Erfindung und Gestattung einzelnen ausgeglichen. Robert Schumann >ay als Romantiker die Iohannespassion als vc vollendetere an und war geneigt, sie auch T“ die spätere zu hatten. Vermutlich aber ist o Werk schon während der letzten Köthener o geschaffen worden, wenngleich sich die erste -A sührung bis 1724 verschob. Daß das Komponisten in der ersten Fassung nicht bog befriedigte, erklären die .Umarbeitungen, Die damit in den nächsten 3ahren öornahm. , Zu seinen Lebzeiten wurde das Werk verschiedentlich aufgeführt, und auch nach fe Tode wurde es noch zum ®tfl}n9en roat Allerdings gegen Ende des 18. Iahryundcrw es gänzlich verschwunden, und erst eine Rtti l sührung der Berliner Singakademie am 2ö. bruar 1833 vermochte der Iohannespastwn dauernde Geltung zu verschaffen: ia. m S a reich hat sie weitere Verbreitung gesund ihre spätere Schwester, die Matthäuspall^ stöhnen Leh fbilbung und ®er Fordern DoWchuM «rfe fertig,: $übi . Prof. • den in, p !unö Fori "? p/ 5 rin u6ene ’ ■ ! t JÄS Itei Ä' »taten W i|i$ 1^ tke d, lul m'“ „i< ®i‘6' CO Sri«» Üm Rafmofaal llung statt, ii nU 2. Dorsi? BereinS und Fusses über ljolbunfl st Mrungen de ' kennzeichnete unter Deüx : noch stack g< i diele Fordei kkvnne nicht Regelung fü venheit des tfut möglich «ine Herabs Höherstufung »kchtvierigleit Eondergnipx 'in erster Lii 'sehr lebhafte Iah zu weite ' Hiebe -Ztveckverb „Detterai 'drittes D aensah zu be tn bet Sage, bungen i nehmen zu I i6en für ihr Ifen zu geivl lparks bet: : 35000 M, ' ettoa 57000 I Würben zwei iDack verlaus lOmnibufle b< mit 39 Litzpli •ein neuer M Greste von 21 1 lm Lause bei [nur der ffio •tijWrten lagert; in! Jberg und Dc '»ahmen st M ™ 000 Halle teuren IHm 3i funktioniert. ; rüge wurde Rötungen z Verso ; r 228 00t JJU93 zurr betest 3ie un Igh, b'e Kah B?« und s Niste i ttb Ölnie ni Di. 'nu dem Pes Za Her U. uni ,Worte des 1- tmmlung. « i her Dersl j sich unter *|(r. Bors'tzend Welt. SßW'1 7. IxS !LÄ! lSangtl- nein» un un, Worte aus- sttelunMs «vurde chln Zl ivln-rgeben. Pallete alsda »elmschuh ° ifvng der Ne lilL Die h' xahl h°"- Kehrer Sch 4 o itten“, i® )chen.NiLr iles,24 c sich in k«; t die V- ngcs Wv «W*l Lee!^ - punftto-J; h ist ionafl^ eintk ,oj Jet«“ « itflM&d (id) et" fen •Sie * ? tri” Dil3 .11 r:^ *5" luE s« rmgf.Ä *q Ä "LZ . iutüd JJ °"r ^ilL M-L lm ©elfte v ;„® SarfSJodj cr ium fc nje'^b ries ta k °°r. Diefet | i^nfltnk) ls etwas x v Diesen. Stt am e«i j , 6b. fii|, rstonü oe*| Serbtnbmi; ch eine ta JiA 3ögfe, nben -1 zu müns-h Üerjammfr voriM^ > Jährend von ta : stürze»)ti! Oberer, ernsdcrtz 2s oplbttlt^ lippti^riji Ocrle|i«ji: tat toflli-' Ml ®i) in W mW«. kMvs°E leit bitjt! T:: ommlDnt >r ab. Dir6 fit auf bif ■ -stehenden ! erzähl (88)1 geringe !ff r crjiatteb teingetoini Dem )i(flung d« ünftig bejß rrlen. Im Anschluß an ben geschäftlichen Teil segle ein gemütliches Beisammensein, bas die Mit- L 2er und Gäste noch einige Stunden bei bester k irmung zujammenyielt. — Das Ministerium itc Innern erteilte dieser Tage 5)crjrn Schnei- Ur. Gambach die Konzession für die Auto» Din ic Gießen — Steinberg — Grüningen — Holz- u» NI— Gambach. Bettenhausen, 27. Febr. Am Samstag Bin der hiesige Turnverein „Gut Heil" ft iä diesjährige Hauptversammlung in der !Li hchaft Muller ab. Der 1. Vorsitzende, Lehrer Shn e s e r st e i n, gab zunächst einen eingehenden Dwrblitf ilber die Entwicklung des Vereins und |(na Tätigkeit im abgelaufenen Jahr. Ferner wies ■eiauf das 5jährige Bestehen des Vereins, auf das in nun 17. Juni d. I. zurückblicken kann, hin. Jns- lioiibere sprach er dem 1. Turnwart Robert üb igel, dem eigentlichen Gründer des Derks und unermüdlichen Turner herzliche Dank- »rie aus. Für sein in den verflossenen Jahren liu.ibetes zielbewußtes turnerisches Interesse »ribe ihm zum Andenken ein schönes Jahn-Bild itrgeben. Der Rechner Heinrich Müller er» idlide alsdann die Rechnungsablage, die einen Ilbsrschuß von nahezu 90 Mk. ergab. Rach Prü- tig der Rechnungen wurde ihm Entlastung er» It. Die hierauf vorgenommene Vorstands» umlfl hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender: 8t)C?r Schiefer ft ein, 2. Dorf.. Hermann ti) D) n , Schriftführer: Edm. Steul, Rechner: thimrich Müller, 1. Turnwart: Robert San« Kl, 2. Turnwart: Otto Ceibner, Beisitzer: H mnch Schäfer, Heinrich Mulch, Karl Mül» Ihr II. und Johann Balser. Einige Schluß- miräk des 1. Vorsitzenden beendeten die Hauptver- jcnrnhing. Ein gemütliches Beisammensein schloß ßj der Versammlung an. Der hiesige Turnverein tyi sich unter der umsichtigen Leitung seines eifri- ijn Rorsitzenden Lehrer Schiefer st ein gut ent- tefelt. Kreis Friedberg CO Friedberg, 27. Febr. Am Samstag fand Tt ftafinofaal eine K r e i s l e h r e r v e r s a m m - Dtitg statt, in bet Lehrer Kaufmann (Gießen) .al! 2. Vorsitzender des Hessischen Landeslehrer- Kre-inä und Vorsitzender des Desoldungsaus- ftus'es über die Neuregelung der Be - Icl dung sprach. Die sehr ausführlichen Aus- •fcrungcn des Herrn Kaufmann gipfelten in it Forderung: einheitliche Bezahlung aller 'DllSschullehrer, 80 Prozent des Gehaltes der ^he-ren Lehrer. Die Einstufung muß nach Vor- D»ng und Leistung erfolgen. Die Vorbildung trn -eichnete er damit, daß bei Ausnahmen selbst ictc-- Bewerbern mit Matur und Primareife lu^i stark gesiebt wurde. Der Deamtenbund habe tifc* Forderungen anerkannt, ihre Berechtigung gelte nicht bestritten werden. Eine einheitliche ■Regelung für das Reich sei wegen der Derschie- •fr? freit des Schulwesens in den Landern nicht i|ii möglich. Redner hat den Eindruck, daß eine Herabsetzung nicht zu befürchten ist, eine i:!)crftufung aber auch nicht erfolgen wird. kttiÄerigkeiten machen noch die Forderungen der LriLergruppen, ihre Vertreter wünschen aber v e ist er Linie die Hebung der Gesamtheit. Die kstr lebhafte Aussprache gab dem Redner An- Icst zu weiteren Ausführungen. ' Rieder-Florstadt, 27. Febr. Der -8b«d D e t b a n o Kraftwagenbetrieb Jeltetau" hat am 31.Dezember 1927 sein Glitte« Geschäftsjahr beendet. 3m Ge- iflr.fctfj zu den früheren Jahren war der Verband •fa d tr Lage, nicht nur die nötigen A b s ch r e i - litxg en in Höhe von 25 Prozent vor- Kfmen zu können, sondern auch den Gemein- ätn für ihr Ginschuhkapital 6 Prozent Zin- ffen zu gewahren. Der Buchwert des Wagen- )irt8 betrug zu Beginn des Jahres etwa LD) Mk., er betrug am Schluß des Jahres ■ Mita 57 000 Mk. Während des Geschäftsjahres : foidDen zwei alte Wagen zum Preis von v. X). 'üEari verkauft. Dafür wurden zwei neue, moderne :Criuibuffe beschafft, und zwar ein neuer Benz :et 29 Sitzplätzen zum Preise von 23 600 Mk. und • eit treuer Düsfing-Wagen mit 34 Sitzplätzen zum sKei.se von 26 500 Mk. Die Frequenz hat sich -Li Laufe des Jahres wesentlich verbessert. Richt titc der Wochenkartenverlehr. sondern auch die 'Stz^fahrten haben sich in ihrem Gesamtbetrag »steigert; insbesondere die Fahrt zwischen Fried- IS^ und Bad°Rauheim. Die Ges amt-Et n- ifiubim e n sind von 73 000 Mk. im Jahre 1926 IOV 106 000 Mk. im Jahre 1927 gestiegen, iln» jifö-e waren im Laufe des Jahres nicht zu Der- fßti ien. 3n^ allgemeinen hat der Betrieb gut ^Moniert. Der Anschluß an die Eisenbahn- ■bit wurde nie versäumt, wie überhaupt Der- l^t^ngen zu den größten Seltenheiten gehören. ;2l'Personen wurden im lauienben Geschafts- jj.;a)r 228 000 befördert: an Kilometer wurden 1I1C193 zurückgelegt. Die Autohalle wurde iMg iößert und die Werkstatt-Einrichtung Der- Brx'c-rt Die Fahrprei'e sind dieselben geblieben, w im Jahre 1926. sie betragen durchschnittlich M die Fahrscheine 8 bis 10 Pfennig ie Kilo- vme-: und für die Wochenkarten 3,2 Pfennig. 8B1 Mitte Januar 1928 ist die Linie nach Rie- 810ir - M o ck st a d t ausgedehnt: die Durch.uhrung Dior Linie nach Ranstadt wird noch reiflich ettrjoien. Die Verbandsleitung ist im allgemeinen vn dem Resultat Don 1927 zufrieden. Kreis Büdingen. x -Bübingen, 27. Febr. Am Samstagabend im hiesigen Rathaussaal auf Veranlassung Jöö Kreisausschusses und der Stabt Büdingen stziu» Prof. Dr. Bieber (Gießen) über „P om- BU i i im LichteneuererAusgrabungen uuiÖ Forschungen". Die Rednerin entwarf mvtoa PMtünöigem. sehr fesselndem Vortrage Tiberzeugendes Bild von alt-römischen Sitten uu) Gewohnheiten, wobei mit ganz besonderer $«5:rafalt städtebauliche unb wohnkulturelle sca» cwiGehandelt wurden. Zahlreiche hochintereifante iSitöilbcr erläuterten unb erhärteten bie treffen- 8ön Ausführungen. Die Rednenn l^te u. a. GÖtr. wie schon feit 150 Jahren bre Grabungen invNompeji betrieben werden, die aber lewer lloita Jahrzehnte nur Kunstschahe für die Mu» ssisi zu Tage fördern sollten. Erst seit wenigen LIch-en werden die Grabungen m ^ber durch ößtodtige Lava-Massen verschütteten ctabt Plan» nm:5«g, und zwar horizontal, vorgenommen, wobei □m;n jeden Stein, jedes Kunstwerk, Balkone, iDch.:r, Loggien, Derkaufsläden, ^rche mit Eh- uur) Trinkgeräten, besonders aber Plastiken und OSanujlbe an genau demselben Platze belatzt. an »Ion sie vor vielen Jahrhunderten benötigt, vzw. fflntt affen wurden. Alle Hohlräume werden nut ausgegossen, wodurch man naturgetreue Mdvücke von denjenigen Gegenständen erhalt. Hoi lm Laufe der Jahrhunderte . verfaulten. Cttif diese Weise hat man sogar die Art der Pflanzen in ben Gärten seststellrn Wimen tmb letztere nach der Freilegung entsprechend anzu- pflanzen versucht. So entsteht nach und nach auS dem gewaltigen Lavarneer. das lm Jahre 79 n. Ehr. die ganze blühende Stadt überflutete, ein naturgetreues Stadtbild, voll der köstlichsten Reize und Schönheiten, das in überzeugender Aufrichtigkeit all die interessanten Lebensgewohnheiten der damaligen Generationen ungeschminkt vor Augen führt. Wohlverdienter Beifall belohnte die schönen Ausführungen. rf. Stockheim. 27. Febr Am Samstag hielt der landw. Kreisoerein im Weitzelichen Saale dahier eine Dersammluna ab, in deren Mit» telpunkt ein Vortrag des Landioirtschaftsdirek» tors Grimm über „Grünlandwirtjchaft und Milcherzeugung" stand, zu dem der auiklärende und anregende oierattige Emelka-Film üoer Wert und Zu» ammensetzung der Milch, ihre Behandlung, ihre Bildung im Tierkörper, sowie die Milch- und Käseerzeugung im Allgäu durch das Schulkino des Kreises gezeigt wurde. — Gestern fand im gleichen Saal die Generalversammlung des Vereins ehemaliger Landwirtschaftsschüler des Kreises statt, die gut befuckst war. Auch hierbei wurde der Milch-Film vorgesührt. Dr. P e p b e r vom Landwirtschastsamt Büdingen sprach dazu. Kreis Schotten. a Schotten. 27. Febr. Am 1. März verläßt unsere Stabt der seitherige Rektor unserer hiesigen Volksschulen Richarb Kröll, bet über 27 Jahre in hiesiger Stabt als hochgeschätzter Lehrer wirkte. Wir sehen ihn höchst ungern von hier scheiben. Begabt mit einem ausgezeichneten pädagogischen Talent hat er die Belange ber hiesigen Volksschulen allezeit aufs beste vertreten, auch lange Zelt als Dirigent bes Männerchores, lm Oemelnbcrat unb auf sonstigen verschiebenen Gebieten segensreich gewirkt. Auf einer zu feinen Ehren statlgehabten Abschiebsseier wurden die Verdienste des Scheibenden gebührcnd gewürdigt. Die besten Wünsche begleiten Rektor Kröll, der nach Gießen verseht ist, in feinen neuen Wirkungskreis. x Schotten, 27. Febr. Die Stabt Schotten weihte gestern ihre neugebaute Jugenbher- berge ein. Sie liegt bequem an ber Hauptverkehrsstraße unb doch abseits hinter dem Schulhof, schön im Grünen verborgen. Sie enthält einen größeren Schlafsaal mit 16 neuen Betten, ein Führerzimmer mit Bett unb einen kleineren Schlasraum mit 10 Betten. Ein großer Kochofen, elektrisches Licht unb sonstige Bequemlichkeiten sind vorhanben. Für bie Inneneinrichtung hatte ber Zweigverein Schotten vom VHE. gesorgt. Bel ber Einweihungsfeier begrüßte Bürgermeister M e n g e I bie Vertreter der verschiedenen Behörden, Vereine, bie Handwerker und sprach allen Stellen, bie an ber Vollendung des Baues mltgeholfen haben, ben herzlichen Dank ber Stabt aus. Mit ben besten Wünschen übergab er bie Jugendherberge bem hiesigen VHE. und seiner Herbergskommission in Obhut unb Pflege. Die besten Glückwünsche überbrachten Geh. Reg.°Rat Doeckmann für den Kreis Schotten, Dr. Bruchhäuser für ben Gesamt-VHE., Dr. Floerke, Gießen für den Verband Deutscher Jugendherbergen, Gau Main, Fulda, Reallehrer Buß und Apotheker 6c r i b a sprachen treffende Worte für bie Jugendwandersache unb nahmen bie Herberge In den Schuh und die Pflege des hiesigen VHE. Rach einer Besichtigung der Bleibe fand im »Hessischen Haus" eine Rachfeier statt, bei der noch eine Reihe Ansprachen gewechselt wurden. Gerade traf auch von Friedberg eine Wandertruppe ein, die als erste Gäste in bie Herberge einzog unb besonders gefeiert wurde. Q Laubach, 27. Febr. Gestern unternahm ber Zweigverein Laubach bes Vogelsberger Höhenclubs unter zahlreicher Beteiligung seinen ersten Ausflug in diesem Vereinsjahr, geführt von Sekretär Becker, nach bem reizenb gelegenen Vogelsberger Dorfe A 11 e n h a i n. Bei schönstem Vorfrühlingswetter roanbertc man burch bie prächtigen Walbungen unb bie schönen Wiesen- grünbe mit ihren rauschenben Bächlein. Ueberatt in ben Wälbern hörte man bie frischen, munteren Dolkslieber ber Burschen unb Mädchen in zweistimmigem Vortrag. Auf ber Höhe zwischen Altenhain unb Wohnfelb bestieg man ben Aussichtsturm, ber bei bem ungewöhnlich klaren Wetter eine herrliche Aussicht auf Ulrichstein unb bas ganze Ohmtal bis zur Amöneburg, sowie auch ben Dberroalb in seiner gesamten Ausbehnung bot. Darauf erfrischte man sich in ber Gastwirtschaft von Geiße in Altenhain. Prof. Dr. R o e s ch e n gab einige urkunbliche Nachrichten über bas kleine nur gegen 300 Einwohner zählenbe Dorf. Es erscheint zuerst am 15. September 1306, wo Mengotus (Menges), Sohn des weilanb Johannes Gulden gegen das Kloster Arnsburg auf bie ihm lebenslänglich verliehenen Gefälle zu Babenhausen, Petershain unb Altenhain Verzicht leistet. Das Dorf gehörte zum Gericht Babenhausen, das später nach Ulrichstein verlegt würbe, wie bies eine Urkunde oom 16. Juli 1365 zeigt, wo Mengotus Gulden gen. van Amene (Ober-Ohmen) seine Gauerbschast mit Claus v. Sassen, Schöffen zu Grünberg, erneuert Die Verbindung mit dem nahegelegenen Petershain läßt annehmen, daß Altenhain fo genannt wurde im Gegensatz zu dieser späteren Gründung, vielleicht auch im Gegensatz zu Kölzenhain, das ebenfalls in der Nähe liegt. Durch ben Einfall bes Herzogs Christian von Braunschweig im Jahre 1622, ber dem „Dberfürftentum Hessen" so schwere Drangsale brachte, wurde nach einem Berichte des Amtmanns Kaqßer vom 22. Juli auch Altenhain schwer betroffen. Das Darf wurde völlig ausgeplünbert und bie Bewohner schwer mißhandelt. Ein Lentz Rahn (Lorenz R.: noch heute ist diese Familie in Alten- hain vertreten) wurde erschossen, andere „mit Rohren am Kopf geschlagen, daß es sehr geblutet". — Bei prächtigem Mondschein wanderte man heimwärts. )—( Ruppertsburg. 27. Febr. Am Samstag fand in der Gastwirtschaft Wagner am Bahnhöfe die zweite diesjährige Gemelnde- Holzversteigerung statt, zu der sich auch viele auswärtige Steigerer, besonders aus Vil- lingen, eingefunden hatten. Die Preise waren um 33 Pro^mt höher als bei der ersten Versteigerung. Es wurden im Durchschnitt pro Rm. bezahlt: für Duchenschelter 15.50 Mk. Buchenknüppel 10,50 Mk.. Duchenstöcke 8 Mb. Eichen- knüppel 7,50 Mk.. Duchenreisig 0.75 Mk. _L Ober-Lais, 27. Febr. Gestern fand hier durch Dekan Scriba (Ridda) eine ordentliche Kirchenvisitation statt. Die letzte war vor sieben Jahren am gleichen Sonntag durch Geheimrat Petersen (wegen der Her- Heilung der Kirche war die Bi Station um ein Jahr verschoben worden). In dem Disitattons- gottesdic.nst um 10 H&r zu Unter-Lais hielt Gchach-6cke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 150. Don Victor Miese». Schwarz. 5 4 2 3 8 3 Weih. h 8 6 e h b c d e r g 3 b Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Weiß: 10 Steine. Kg3; Da6; Td5, e3; Lh5; Bc2, c4, c5, f6 h4. Schwarz: 6 Steine. Kf5; Tb2; ShS; Bc5, e7, f7. Partie Nr. 97. Gespielt im Berliner Jubiläumsturnier, Februar 1928. Indische Eröffnung. Weiß: P. Iohner. Schwarz: L. Steiner. 1. d2-d4 1. Sg8-f6 2. c2-c4 2. e7-c6 3. Sbl — c3 3. Lf8-b4 Die jetzt üblich gewordene Verteidigung gegen das Damenbauernspiel; es ist aber sehr fraglich, ob dieser Lauser nicht besser auf e7 zu Verteidigungszwecken zu verwenden ist. 4. Udl -c2 4. d7-d6 5. c2-e4 5. Lblxc3 Mit diesem Austausch hatte der Schwarze noch Zelt, der Springer lief doch nicht davon: es konnte immer noch getauscht werden, wenn Weiß durch 33 ein Tempo verschenkte. b. b2xc3 6 0-0 7. Lfl-d3 7. e6-e5 Notwendig, um e5 zu verhindern, falls 7. .... Sbd7 oder c6? so 8. Lg5 und Weiß hat einen überwiegenden Stellungsvorteil. 8. Sgl-e2 8. Dd8-e7 Y. 0-0 9. c7-c5? Dieser Fehler verschafft Weiß ein überlegenes Spiel: statt dessen konnte er sich durch 9. ..., Te8, drohend 10.....DeXd4 nebst 11. Sxe4, falls dann 10. 8x3, so 10. ..., eXd4 ll.cxd4, Sc6 mit ganz gutem Spiele. 10.12—141 Stellt den Rachziehenden vor eine schwierige Aufgabe, wenn nur 10. .... cxd4, 11. cxd4, exd4 12.Sxd4, so hat Schwarz noch 13. La3 ne&ft. 14. Tadl usw., wohl kaum mehr eine genügende Deckung für den isolierten Bauern d6, wodurch fein Spiel zu Grunde geht. 10. 10. Sf6-d7 11. Se2-g3 H. Tf8-e8 Mm die Dame in Sicherheit zu bringen. 12. Sg3-f5 12. De7-f8 13. f4Xe5 13. d6Xe5 14. Dc2-f2 14. Sd7-b6? Schwarz übersieht vollständig die Drohung, welche der Weihe mit seinem 14. Zuge beabsichtigte, mit f6 hätte er noch längeren Widerstand leisten können. 15. Sf5-li6+ aufgegeben. Aus 15..... gxh6 folgt 17. Lxh6, Dxh6 18. Dxf7 + und gewinnt, oder 17...... De7. 18. D^3 usw. Steiner hat nun den Rekord, den er mit seiner ISjügigen Verlustpartie gegen Helling ausgestellt hatte, selbst übertrumpft. Lösung des Endspiels Rr. 50. Don O. Schubert. 1. g4-g5 (falls 1. Kf2, fo 1...... Sxg4+ usw.) 1 .....Sh2 - g4! 2. Ke2-f3 (schlecht wäre natürlich 2. Lxg4, weil Schwarz durch Kxe4 Remis erreicht.) 2......Sg4-e3. (2......Sh2+?. 3. Kg2, Sg4. 4. Lxg4, Kxe4. 5. Kg3! und gewinnt ) 3. Lf5-e6!!, Se3-fl. <3..... fxeb wäre natürlich schlecht.) 4, Le6xf7, Sfl-d24-. 5. Kf3-g4, Sd2>;e4. 6. g5-g6. Se4 - f64- 7. Kg4 - g5!, e5 - e4 (am besten.) 8. Kg5xf6, c4-c3 9. Lf7-c4!, Kd4xc4 10. g6-g7, e3-e2 11. g7-g8 D.-f- (und gewinnt.) Lösung des Problems Nr. 147. Don O. Remo. 1. Df2 - c2!, Se5xd3 2. Dc2-c8 matt. 1......beliebig anders 2. Sd3 -12 ober Sd3 - f4 matt. Richtige Lösungen zu den Problemen Nr. 145 und 146: V. Loos, Giehen. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedattionStifch. Geschichten von Ingres. Von dem großen französischen Maler Ingres werden in »Kunst und Künstler" einige bezeichnende Geschichten erzählt. Sein großer An- ttpode war Delacroix. Ein Schüler fragte Ingres um feine Meinung über seinen Gegner und erhielt die Antwort: „Er ist ein Genie, aber sprechen Sie nicht davon." Als daraufhin Delacroix über Ingres auSgefragt wurde, erwiderte er: „Er ist ein Talent, aber sagen Sie nichts davon". — Als sich Ingres und Delacroix einmal an der Türe zum Institut trafen, wo sie beide an einer Sitzung teilnehmen wollten, streckte Ingres dem jüngeren Kollegen die Hand entgegen und Arm in Arm betraten sie den ©aal. „Die Zeichnung am Arm der Farbe!" murmelte da eine Stimme hinter ihnen. — Noch mit 86 Jahren kopierte Ingres ein Gemälde von Giotto. Als man ihn fragte, warum er das tue, erwiderte der Greis: „Mm zu lernen!“ kleines Mißverslänbnls. Der Schnellzug von London nach Edinburgh, genannt der „fliegende Schotte" — so wird in einem englischen Witzblatt erzählt — donnerte durch die Nacht nordwärts. Plötzlich ein Kreischen und Knirschen, und der Zug hält auf freiem Felde. Fenster- werden aufgerissen: neugierige und ängstliche Gesichter erscheinen. Der Zugführer klettert aus feinem Kupee und läuft mit seiner Blendlaterne den Zug ab, um sestzustellen, wer die Rettungsleine gezogen hat. Da kommt er an ein Frauenabteil. In dem eine liebe alte Dame freundlich lächelnd sitzt. „Haben Sie schonen Dank für Ihre Bemühungen,“ begrüßt sie ihn, „aber Sie hätten den Zug deswegen nicht anhalten zu lassen brauchen. Ich möchte nur gern eine heiße Tasse Tee, mit zwei Stückchen Zucker, bitte." Preußen. Kreis Biedenkopf. ' R o d h e i m a. d. B i e b e r, 27. Febr. Gestern abend veranstaltete der hiesige Kriegerverein im Benderschen Saale ein Militärkon- z e r t, ausgeführt von dem Musikkorps des Grenadier-Batt. I. R. 15, Gießen, unter persönlicher nach der Predigt des Ortsgeistlichen über Hebräer 12,2 der Visitator eine Ansprache im Anschluß an Johannes 13,21—30, in der er die Gemeindeglieder ermahnte, der Visitation des kirchlichen Lebens eine Visitation des Herzens folgen zu lassen. Sodann folgte — durch den Ortspfarrer, sowie Dekan Scriba — eine Prüfung der Christenlehrpflichttgen und der Schul- finber, die ein recht befriedigendes Ergebnis hatte. Rach dem Gottesdienst fand eine Besprechung mit dem Organisten, der Kirchengemeindevertretung und dem Kirchenvorstand statt. In der Besprechung der Gemeindevertretung und der Sitzung des Kirchenvorstandes wurde insbesondere der geplante Kirchbau in Glashütten eingehend erörtert. Nachmittags folgte ein zweiter Gottesdienst in Glashütten, in dem Dekan Scriba predigte und die üblichen Prüfungen folgten. Der Visitator betonte in beiden Gemeinden, daß das Kirchspiel Ober-Lais zu den besten Gemeinden des Landes zählt. Kreis Lauterbach. s L a u t e r b a ch, 27. Febr. Der L a n d w i r isch af 11 i ch e Bezirksverein des Kreises Lauterbach hielt am Samstag in dem Beileckschen Saale seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Kreisdirektor Dr. Michel, eröffnete die Sitzung mit Worten der Begrüßung an die zahlreich erschienenen Dereinsmitglieder und die Ehrengäste. Zunächst wurde die Dereinsrechnung des letzten Jahres vorgetragen. Dabei ergaben sich keinerlei Anstände, und dem Rechner wurde Entlastung erteilt Zu dem nächsten Punkt der Tagesordnung übergehend, bemerkte der Vorsitzende, daß, nachdem Ackerbau und Viehzucht in die Fürsorge der Landwirtschastskammer übergegangen seien, die Dereinstätigkeit in besonderem Maße der Pflege des Obstbaues zugewendet werden müsse. Für Obst würden in jedem Jahre erhebliche Summen an das Ausland bezahlt, und diese Summe im Jnlande festzuhatten, müsse das Bestreben jedes Volkswirts sein. Wenn die jungen Obstbaumstämmchen aus Baumschulen von entsprechender Höhnen Odeur reichen?" Und dann sprengte sie ihr leicht einige Tropfen Eau de Cologne über die Stirn. Aber Melusine zwang sich zur Selbstbeherrschung. Furchtbar war ihr dieser Einblick in Bouoiers Gemeinheit. Schmählich war ihr Vertrauen zu ihm getäuscht worden! Und doch — über all der Flimmer- vollen Empörung sand sie wieder ausrafsend die Erkenntnis: sie war vor dem entscheidenden Schritt einer Ehe bewahrt worden! Ja, vor wieviel Unglück und Schmach und Herzeleid hatte diese kleine fremde Zofe sie behütet! Crevette stand einige Schritte hinter ihr und verhielt sich in diskreter Abwartung. Dieser abscheuliche Bouvier hatte es ganz zweifellos verstanden, die junge Baronesse zu umgarnen, weil sie von bietet Mitteilung so tief betroffen war. Der Neid, die weibliche Neugierde, mit der die kleine Grisette seit Jahr und Tag das Schicksal der Baronesse, der jungen Dame aus gutem Hause, verfolgte, wandelte sich jetzt in Mitgefühl, in Teilnahme und den unbedingten Wunsch: ihr helfen zu können. Melusine wandte sich zu chr herum und sah ihr zmn ersten Male ruhig und aufmerksam ins Gesicht: ,Lch verstehe Sie, Mademoiselle! Sie sagten das alles eben, um mich zu warnen! Sie sind sich bewußt, was Sie tun. Es handelt sich bei dem, was Sie mir sagen, ohne Zweifel um einen Monsieur Bouvier. Haben Sie ganz unbestreitbare Beweise für fein Verhalten?" (Fortsetzung folgt.) 3m Endresultat konnte der 3. Bezirk mit 79 Punkten Borsprung Sieger bleiben. Die am Samstagabend vorausgegaugene Werbeveranstaltung zeigte im ersten Leit Filme. Man sah hier die aus eigenen Mitteln dec Mitgliedschaft entstandene Bundesschule. 3n bunter Reihenfolge sah man die allen modernen Anforderungen entsprechende Einrichtung und Ausschnitte aus ben dort stattfindenden Kursen. Weiter bemerkte man einen Film, der sich besonders mit den Freiübungen des Kleinkindes im Alter von 4 bis 7 Zähren besagte. Der zweite Teil, Vorführungen aus dem modernen Gebiete der Leibesübungen, Freiübungen, Singspielen, Gymnastik und Geräteturnen wurde in bunter Reihenfolge den neuzeitlichen Anforderungen gerecht. Boll befriedigt konnte man von dieser Beranstaltung sein, nur hätte der Besuch ein besserer sein können. Ganz besonders vermißte man die Lugend. Wirffchasi. Wirtschaftslage und Lohnfrage. Don der Vereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ist vor einiger Zeit der Oeffentlichkeit eine Denkschrift übergeben worden, die auf die gegenwärtig bestehende Lohnbewegung info- fern eingeht, als in ihr die wirtschaftlich maßgebenden Gesichtspunkte aufgeführt werden, die die bevorstehende Regelung der in den kommenden Monaten ablaujenden Tarifverträge maßgebend bestimmen sollen. Die Denkschrift wendet sich gegen die Lohnpolitik der Gewerkschaften, die eine Berücksichtigung der wirtschaftlich maßgebenden Realitäten und Zwangsläufigkeiten vermissen läßt. Im Lager der Arbeitnehmer haben in letzter Zeit wiederholt Arbeiterführer warnend ihre Stimme gegen eine Ueberspannung der Lohnfordcrungeit erhoben und darauf hingewlesen, wie wichtig im gegenwärtigen Augenblick die Prüfung der Unterlage der ge- samten Wirtschaft ist, um Lohne festzujetzcn, die für die Wirtschaft tragbar sind. Zweifellos hat sich im Laufe der Entwicklung ein gewisser schematischer Lohnausgleich der Tariflöhne und damit eine schematische Anwendung von für verbindlich erklärten Schiedssprüchen ergeben, die, wirtschaftlich gesehen, nicht den Interessen der Wirtschaft und der einzelnen Unternehmungen dienen kann. Gegen die Generalisierung der guten Verfassung einzelner Unternehmen muß Stellung genommen werden, und die in jedem Einzelfall vorliegenden Sonderverhältnisse müssen, ganz abgesehen davon, wie weit die Leitung eines Unternchmens für seine wirtschaftliche Lage und seinen Status verantwortlich ist, berücksichtigt werden. Fraglos nähern wir uns, was die Wirtschaftslage anbelangt, einem gewissen Grade der Sättigung. Wenn auch im Moment ein Rückgang der Konjunktur noch nicht festzustellen ist, so liegt dennoch eine Konjunkturdämpfung vor, die bei den kommenden Lohn- rcgelungen Beachtung finden muß. Man kann darüber im Zweifel sein, ob durch eine Erhöhung von Löhnen tatsächlich die zusätzliche Kaufkraft geschaf- sen wird, die nach Ansicht der Gewerkschaften in Verfolg ihrer bekannten Kaufkraftthese einen Rückschlag der Konjunktur aufhalten müßte. Die Jn- oustrie hat bisher die ihr durch Lohnerhöhungen auferlegten Lasten zum Teil durch erfolgreiche Rationalisierung in technischer und auch organisatorischer Hinsicht ausgleichen können und somit eine Erhöhung der Fabrikationskosten des einzelnen Produkts vermieden, die die durch Lohnerhöhung geschaffene zusätzliche Kaufkraft illusorisch gemacht hatte. Die Durchführung dieses Systems, Ausgleich von Lohnerhöhungen durch Rationalisierung der Fabrikation, findet natürlich seine Grenze in dem Augenblick, wo sich Schwierigkeiten in der Rationalisierung ergeben bzw. wo technisch und kapitalmäßig die Möglichkeiten weiterer scharfer Rational i s ierungs° maßnahmen nicht mehr vorhanden sind. Die Rotionalisierui'gstendenz hat die deutsche Wirtschaft im Jahre 1927 scharf erfaßt, der wirtschaftliche Erfolg dieses Jahres, das uns vor allen Dingen den Anfang der eigenen Kapitalbildung gebracht hat, ist vornehmlich auf die Wirkung der scharf durchgeführten Rationalisierung zurückzuführen. Das Tempo einer solchen Rationalisierung kann natürlich auf die Dauer nicht eingehakten werden, da die Rationalisierung je nach Art der Betriebe sehr rasch ihre Grenzen findet. Es seien hier als Beispiel die Banken genannt. Mithin ist auch bezüglich der Rat'ona'isierunq ein Grad erreicht, der sich von Umfang und Tempo wesentlich durch ein ruhigeres Gepräge von der bisherigen Entwicklung unterscheidet. Infolgedessen gestalten sich die kommenden Lohnregelunqen schmieriger denn je. Preiserhöhungen müssen auf jeden Fall vermieden werden, 'da wir es uns nicht leisten können, daß unser Preisniveau sich noch weiter gegenüber dem des Weltmarktes erhöht, so daß die Differenz noch größer wird als bisher. Normale Reichsbankenilastung. Der Ausweis der Reichsbank in der dritten Februarwoche zeigt, wenn auch die Wechselabnahme nur zögernd vor sich gegangen ist, doch im ganzen genommen eine durchaus normale Entlastung. Diese bleibt hinter der der Vorwoche zurück: hierin liegt eine saisonmäßige Entwicklung, da die Wirtschaft wieder stärkere Ansprüche an die Reichsbank durch Inanspruchnahme des Redi^kontkredits stellt. Die Grundtendenz ist demnach als durchaus günstig zu bezeichnen. Zahlungsmittelumlauf mit t254 Mill. Mark und Wechselbestand mit 1925 Mark haben den bisher tiefsten Stand im Jahre 1928 erreicht. Die Entlastung der Reichsbank feit dem Ultimo 1927 beträgt auf dem Wechselkonto rund 1.3 Milliarden Mark, bei den Zahlungsmitteln rund 1,1 Milliarden Mark. Handels- und Gewerbebank e.G.m.b.H. Gießen. Das Institut beruft auf Freitag. 2. März, die 6 9. ordentliche Generalversammlung e n W e wir dem soeben erschienenen Geschäftsbericht für 192 7 entnehmen, hat die Bank auch im abgelausenen Jahre befriedigend gearbeitet. Besonders fällt die st a r k e Steigerung des Gesamtumsatzes von 77 auf 120 Millionen Reichsmark ins Auge. Das eigene Vermögen der Genossenschaft ist aus 563 000 Mk. gestiegen, die fremden Gelder beziffern sich auf ca. V/2 Millionen Mark. Die Mitgliederzahl ist auf 1639 angewachsen, die Ha tsummen betragen nunmehr 1823 000 Mk. Das Gewinnergebnis in Höhe von 5 9 2 9 4,56 M k. ist zufriedenstellend. Es wird eine Dividende von 10 Proz. in Vorschlag gebracht, die gesetzliche Reserve wird durch entsprechende Zuwendungen auf 100 000 Mk., die Sonderrückloge auf 50 000 Mk. ausgesü'lt. Als besonderer Punkt der Generalversammlung steht der Erwerb eines Grundstücks zum Zwecke der Verlegung der Geschäftsräume auf der Tagesordnung. • * Deutsche Lokomotiven für Südafrika. Der seinerzeit erteilte Auftrag von 40 Lokomotiven der Südasri cmifchen Union an die Hanomag in Hannover i't termingemäß und zur Zufriedenheit des Au traggebers erledigt worden. Sämtliche Lokomotiven befinden sich in Südafrika. Der größte Teil ist bereits in Dienst gestellt, der Rest befindet sich im Zusammenbau. * Einlagenbestand der preußischen Sparkassen im Januar. Ende Januar belief sich der Einlagenbestand bei den gesamten preußischen Sparkassen auf 3 207,9 Millionen Mark gegen 2 983,4 Millionen Mark Ende Dezember 1927. Er weist demnach eine Erhöhung von 219,5 Mill. Mk. aus. * Frankfurter Hypothekenbank. Wie wir hören, hat die Frankfurter Hypothekenbank mit einem holländischen Konsortium, bestehend aus Mendelssohn & Co., Amsterdam: Piersen & Co., Amsterdam, und R. Mees & Zoonen, Rotterdam, eine Pfandbrief-Anleihe von 4 Millionen Goldmark abgeschlossen, die in den nächsten Tagen in Holland zur Zeichnung aufgelegt wird. * Elite-Diamantwerke A. G. Brand Erbisdorf Die außerordentliche Generalver- sommlung beschloß die Erhöhung des Grundkapitals um 3 Millionen Mark Stammaktien Lit. A. Die neuen Aktien werden zu Pari von einer Bankengruppe übernommen und an die neue Mehrheitsbesitzerin, die Opelwerke in Rüsselsheim, übergeben. Nach Mitteilung der Verwaltung haben sich die Umsätze besonders in der Fahrradindustrie beträchtlich gehoben, doch konnten die erzielten Gewinne infolge der Konkurrenz und des Ueberhandnehmens des Abzahlungsgeschäftes nicht in dem gleichen Umfange gesteigert werden. Infolgedessen hat die Gesellschaft Anlehnung an die Opelwerke gesucht. * Feierschichten im Dortmunder Kohlenrevier. Die den Vereinigten Elek- trvi'ätswerken gehörenden Magcrlo'l nzechin ..Gottesfegen" und „Alte Haase" sind wegen Abfatzmangel der Rußkohle gezwungen, Feierschichten einzulegen, während die von den V. E. W. verbrauchten Feinkohlen noch voll ab- gerusen werden. Auch bei weiteren im Magerkohlenrevier liegenden Zecken besteht dieselbe Schwierigkeit, so daß die Förderung zum Teil auf die Halden gelippt, oder Feierschichten eingelegt werden müssen. Rindermarki in Gießen. Der Auftrieb auf dem heutigen Gießener Rindermarkt bezifferte sich auf 862 Stück Großvieh und 295 Kälber. Der Handel war ziemlich flott. Es wurden folgende Preise erzielt: Milchkühe 1. Qual. 500 bis 650 Mk., 2. Qual. 350 bis 500 Mk., 3. Qual. 200 bis 300 Mk. : Rinder (ein- bis zweijährig) 150 bis 200 Mk.: Kälber kosteten 55 bis 60 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Frankfurter Börse. Frankfurt a.M., 28. Febr. Tendenz leicht erholt. — Die Börse eröffnete in etwas freundlicherer Haltung. Das Geschäft konnte jedoch keine Belebung erfahren, da der Orderseingang unverändert gering blieb. Die Stimmung war allgemein beruhigter und zuversichtlicher, und die Spekulation schritt nach den gestrigen Leerabgaben zu Deckungen. Eine Anregung dazu ging von der leichten Besserung der Arbeitsmarktlage aus. Außer dem Fehlen der zweiten Hand stand dagegen die Ungewißheit über die zukünftige Entwickelung der G e l d m a r k t l a g e einer stärkeren Geschäftsbelebung hindernd im Wege. Die Nachfrage, besonders nach Tagesgeld, hielt an, da neben den Einzahlungen auf die Reichsbahnvorzugsaktien sich wieder stärkerer kommunaler Bedarf geltend gemacht haben soll. Bei den ersten Notierungen überwogen gegenüber der gestrigen Abendbörse die 1- bis 2proz. Kurserholungen. Etwas, bevorzugt waren I. G. Farben. die 1 Proz. anzogen. Auch Schcideanstalt konnten sich 1 Proz. erholen. Am Elektro- markt gewannen Siemens und L.cht und Kraft je 1,5 Proz., AEG. stellten sich nach dem Divi- denbenabschlag auf 156,13 Proz. Schiffahrts- werte blieben nur behauptet. Am Montan- markt konnten Buderus 1,75, Mannesmann 1,25 und Phönix 1,5 Proz. anziehen. Kaliwerke lagen dagegen eher im Angebot und schwächer. Am Banken markt bestand Interesse für Reichsbank auf die bekannten Dividendenhoffnungen (plus 2 Proz.). Heimische Anleihen behauptet. Ausländische Renten still. Im Verlaufe stockte das Geschäft fast vollkommen, und die Kurse veränderten sich kaum noch. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas angespannt. Tagesgeld 7,5 Proz. Im Devisenoerkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,1865, gegen London 20,427, Paris gegen London 124,02, Mailand 92,12, Madrid 28,82, London gegen Kabel 4,88. Berlin Börse. Berlin, 23. Febr. An der Heuti-en Börse war die Stimmung etwas freundlicher, zumal die gestrige Mitteilung über die Freigabebill betr. die Schi fahr.sge'ebsä;a,.ea nicht zu stimmen scheint. Die Spekulation schritt zu Beginn der Börse zu Deckungen, wobei heute die fehlenden, bzw. noch nicht erneuerten Limite zu unregelmäßigen Kursausschlägen bis zu 2 Prozent nach beiden Seiten führten. Das Geschäft ist nicht sehr groß. Rur Montanwerke sind lebhafter gefragt, da die bevorstehenden Bilanz- sihungen beim Stahltrust und Phönix anregten. Auch die günstigen internationalen Eifenberichte wurden befprochen. Als günstige Momente wurden weiter ein leichter Rückgang der Arbeits- losenziifern und die Erhöhung der Spareinlagen im Januar angegeben. Heimische Anleihen behauptet, Ausländer ge'chä tslos. Pfandbriefe still und wenig verändert. Geld war entsprechend der Rähe des Ultimos gesucht. Tagesgcld 6,5 bis 8,5 Prozent, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 Prozent, Geld über den ällckmo 8 bis 9,5 Prozent. 3m Teckou e wurde d'e Tendenz wieder unsicher. Eine Stillegung der Berliner Metallindustrie zum Freitag rückt in-bedrohliche Rähe, da mit ei er Wiede au nähme d.r Arbeit sei.ens der Werlzeugmacher bis zu diefem Termin noch nicht zu rechnen sei. Das Geschäft wurde sehr st i l l. Die Kurse bröckelten leicht ab und lagen bis 1 Prozent unter Anfang. Glanzstoff minus 3 Prozent. Eine Spezialbewegung en.wickelte sich in Bal imore als Freigabepapier, der Kurs stellte sich auf 116 nach 111,75, sowie in Kanada mit 98,5 nach 93,25. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 28. Febr. Die Gesamtstimmung ist weiter fest, doch ist das Geschäft weiter ruhig. Gesucht ist nach wie vor Hafer, der in guten Qualitäten auch über dir amtliche Rotiz bezahlt wird. Mais zieht im Preise an, da die alten Vorräte immer knapper werden. Braugerste in guten Qualitäten gesucht bei steigenden Preisen. Futtrrgerste ruhig. Weizen- und Roggenmehl zeigt nur kleine Umsätze. Kleie für pro.nptr Lieferung weiter ge ragt. Es wurden notiert: Weizen 1 (gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs) 25,50 Mk., Weizen 3 (geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit) 22,75 bis 23,25, Roggen 25,25, Sommergecste für Brauzwecke 29 bis 31,50, Hafer (inl.) 24,50 bis 24,75, Mais (gelb) für Futterzwecke 23, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,70, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 37 bis 37,50, Roggenmehl 34 bis 36,25, Weizenlleie 14,10 bis 14,25, Roggenkleie 15 bis 15,25. Frankfurter Pferdcmarkt. Frankfurt a. M., 27. Febr. Ein lebhafter Auftrieb von Pferden aller Rassen, Maultieren und Eseln am Vormarittage war die Eröffnung zu einem besonders lebhaften Handelstaa. Ins- gesamt standen 759 Pferde und 87 Wagen, barunter schwere Pritschenwagen, Halbverdeck- und Ponnywägelchen zum Verkauf. An frühen Morgen setzte das Geschäft lebhaft ein, und bis gegen Mittag hatten etwa 2/s der Tiere ihren Besitzer gewechselt, so daß bis gegen Abend wenig Heber- stand verblieb. Die Preise bewegten sich durch, weg in den Grenzen der vormonatlich notierten Preise, wenn auch einzelne Pferde'zu besonderen Liebhaberpreisen über Rotiz bezahlt wurden Schlachttiere waren im Preise anziehend. Der nächste Pserdemarkt findet am 26. März statt. Frankfurter Kartoffelmarkt. Frankfurt a. M., 27. Febr. Tendenz lustlos. Industrie, hiesiger Gegend, 3,50 Mk. je 50 kg. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. Febr. Bei leicht nachgebenden reifen hielt sich die Geschö^stätigkeit am Produktenmarkt heute in recht engen Grenzen. In erster Linie ist hierfür wieder die Lustlosigkeit des Mehlmorktes verantwortlich zu machen. Aoer auch die schwächeren Meldungen von den überseeischen Terminmärkten und aus Liverpool blieben hier nicht ganz ohne Eindruck. Die erftijänbigen Offerten für Ausland- weizen waren sowohl von Nord- als auch von Südamerika nur wenig verändert. Die zweite Hand zeigte sich dagegen, namentlich für schwimmende und ßoeopartien wieder nachgiebiger in den Forderungen. Roggen wurde auch von der ersten H.md etwas billiger als am Samstag angeboten, von Umsätzen war aber noch nichts zu hören. Das inlän- bische Brotgetreideangebot ist zwar nicht sehr umfangreich, übersteigt aber die vorhandene Nachfrage. Am Lieferungsmarkte war Weizen für alle Sichten um eine Mark abgeschwächt. Roggen vermochte seinen Preisstand dagegen gut zu behaupten. Mehl bei unveränderten Forderungen sehr still. Hafer ist in den Forderungen sehr fest gehalten; für den Export und für Konsumzwecke zeigt Jid) zwar Nachfrage: Abschlüsse scheitern aber häufig an zu hohen Forderungen. Gerste unoeränbert. Es notieren (1000 kg): Weizen, märkischer (74,5kg'bl-Gewi7 2. 28 •>. 27 ? 28. 2 Di ‘flcid)vQii!elije o 1927 Ti Hnl tibloi Schuld mit - 87 5 '21 u-.-lot -Rechten 51.75 51 8 52 52.1 Tcvgl ob; e AuSl t -Hechten 7°.. wra: tf Hop >P. (*o ödi 14.4 14,5 14.6 14.5 untuiibbar bi.- .932 •’/a’/o 3ibei.md)f tzov -Bank Uiqa -Go dvt — — - — — —- D E G at?Q <5ortnegS»Cb haattonen. eudtablbar 1932 — * — 4', Sttitoeu Bw dcSb.-Änt. — — * - <°/o Oesteretchilche ©olbrie — —- — —- Cefterr tcd Cilberrte — — —» _ Ltfterrcid) ein etil 'Jite — — —- 4° . Ungarische Goldrle _ 24.65 21,75 4”/llllnoünfd)eeiaat6r v 1910 — _ 4*/iu/ c-cagl von 1913 _ — — _ *®/o Ungarische Rtonenrte _ 1.4 _ <•/ lurl Sollanleitje v 1911 4% Türk «agdavbabn • Anl iT 13 13 — L rie 1 13 R 4•/ deSgl Gert» !1 13,15 13 13 4°e Rumänen converl Rie 4,/iu o Rumänen ©oloatti — - von 1913 —> — 16,9 — Kilo Drmiche itnenbabn 4'/, — — Hamburg-Amerika Pa c HO — 14!« 149.25 ©mnb -Eudam Tamo sch > 212 2.i Hansa Damvsichist v — .-16,7„ - Worböeutfttier uloob t Hfl.75 149,9 luO.I3 149.9 Allg Deutsche Creditanst li 14.. 25 142 .j Bann i Pankveretn U 145 — 145 Berliner HanoeiSgetelisch 1. - 263 462 ttommerv und Privat-BI l 173.75 •72.5 112 17; Lärmst, n Rmionalbanl li 225..1 .-5,25 224 .25 Deutsche Dank io 162.5 163 5 162 163,5 Diskonto-Geiellschaki flnt iO 156 I5C 5 1.5.75 1.56.5 Dresdner Bank lü 157 157.7. 157 157 vntteldeutjche drcbtlbant 9 Vkeiallbank • 8 — 212.75 «— 126 125.5 — Ncicbebanf 1» 105 19; «95.25 197 3r aithfurt a. M Berlin Schluh ft rs fturs Sch ub- -ft 'TS 'An,ang ftur T'ntnm: 27 2. | 28 2 | 27. 2. | 28 2 A. (£ ® 7 162 l->6.13 162.13 156 Bergmann ..... .8 — 175,5 174 176 El-ktr t'wfeninaen . . . 10 — — 161.5 163.75 Vtdjt und Kran ... 10 210.5 212 210.5 Selten A <*uill Ginne .6 119,5 - 1)9.5 Hfl 5 tiei - Elek.r Unicrn 10 255 255 256 256 öamb Eickrr Werke . - 10 — — 152.5 dioetn vleitr .... 6 — — 151.5 schiel. Elektr. . . . 10 — — 185 - Lchutteri ...» . . 7 173 -'64.2 172 '64 172.75 264,15 Siemens t HalSbe 16 Tran rabtü . . . . 8 126.15 Labmeller A . . 9 IM — 155 — Buder-S ...... 0 96 97.75 95.65 Deutsche Erdöl..... .6 — 127 25 126,5 137 Essener S etnkoble - ■ . 8 — - 136 136, n Gelsenkirchener 1. •/, I 4 132 — 131,5 133 parvrner .... 8 182,5 182 9 181,75 181.65 Hoekch Eisen ....... .5 - l.;9,5 141,25 haa ..... . n 138 — 1.37 b * Ikekarlnlmer ...... 8 95 — 96 — Pele. S Union . . • . 8 109 109 * Aebr Roeder .... . 11 — — — — 9‘etqi A Heeiiner .... e — — 179,75 * Vudd Auder ..... V 130 25 i 30 7o 131 — Banfnotm Berlin. 27 ^ebr 1 nelb 1______«rie Lmerilanitche Roten. . . velgischc Noten ... . 4,109 4 189 1 58.08 58.32 Dänische Roten ..... 111,86 112.30 Englische Noten . . . | 2(1 .389 | 20.469 Berl, n 27. sseor. 1*6616 | •Stief SvnniOKicüi' vioien . . . Holländische Noten 'terr ,a 100 Jlronen 9Iumanische ’JZotcn...... Lchwediiche '/toten ..... Schweizer Noten...... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten - . Devisenmarkt Berlin Telegravh'Iche 16,50.) 168,01 22,24 111,13 58.85 2,56 112,00 80.47 70.75 12.3« 72 95 —Stanlfur Aus 4 ob I6.56J 168,69 22.32 111,57 59.05 2,58 112.44 80.79 71,03 12,48 71.25 a. 'BL ung. 27. ^cbr. 28 Febr. _____ ümtliche Nou rung <5)eld ' Brie- Ämtliche -Jiortcruaa i!6eld Brief__ «mit.- Noti Bucn.-AireS '^rff.'Tlntw (SbrifHaaia stov.-nbagen Stockdolm velnngiorS. Italien. . London. . . Neunork . . Paris.... Schweiz . . Sva tten ,7avan st ko de Ion Wien fn D-- Ceft. abfleft Prag Bel irad ■BnbQD'ft - Pu! arten yigabon Taruta stonst nrht fltben Tanado Unt nav 168,33 1,789 58.28 111.40 112,12 112.26 10,535 22,16 20.41 1,1835 16,455 Sü.flb 70,94 1,961 0,503 -8,95 12,391 7,358 73,16 3,022 19.43 61.60 2,094 5,544 !'-?« 20 934 168,67 1.793 58.40 111.62 112,34 112,48 10,555 22,20 20,45 1,1915 16,495 80,72 71 78 1,965 0,505 »9,07 12,419 7,372 <3.30 1,028 19.47 51.76 2,098 5.556 4,182 4,284 20 974 168,31 1,789 58.31 111.41 112,07 112,26 10,517 42,16 20,41 1,1825 16,45 80,535 70 83 1,961 1.503 18.95 12,397 7,358 73,15 1,022 19.43 81 61 2.094 5,544 1,174 4.276 -0 934 168. M 1,793 58,43 111.63 112.29 112.48 10,557 42,20 40,45 1,1905 16,-9 80,695 70.97 1,965 0,505 59.07 12,417 73*29 3,02« 19,47 81,7< 2,098 5,556 1,183 4,284 in.»74