chrichien. >ei »erXeiditoefir, rhastungen bei der i wir von zuveMsigcr I d a verbreitete DSA.- ulen Teil deS heutigen ntlaffung der vor lchungshaft genommenen cht zutreffend ijt, en in Unterfud)ung6< rhrangehvrigen in De- ►ute bomben fid) Mb rfuchungSgericht- sagt ohl! :roV. keit vor; hemmt die Ent- me- beugt wirklicher Er ler Atmungsorgane vor; lönüchkeiten empfohlen. 60 und!,- i der *i MT ilt £ N d^?'n- s*5s» E U| otej, dulde. lehAd'S des 8 He Ä ? dies Ql nämlich fei ap\Nt • Qui b« Ei^dechcn }?en ä®,eficn d von bieUn x ?.en> ”ilt Der ^e °r von bem slyeflen. ■ einem 6A^to,i9«. M. 3m S öcttUn9«n ta«n et^ob, blt dj ,„ 'S,™« -"Mich J Ä’. 9,J*en “neie. Jn der fieutiazn Äffu4 5e Shader des Auto- £ ™. " Gemeinschaft et, oder beide gemein- ilnehandler. Jedenfalls beiden Brüder dem v ouUreie Ju. ’ es fraglich erschien, len Hausfriedensbruchs * rweiselhast, ob tatsächlich beleidigend geächert hatte ™ vergleich, indem be Aeuherung mit 2e- zurücknahm und sich zur ten und der aus seiner a verpflichtete, während Kosten übernahm. (Helt» -9,855 —-wr 1,195 58,485 I1L$ UZ,46 IU.I1 10,53 ti.tti ZU,<6» 4,1965 16,51 88.8? U.l< 1,910 u> 1,053 Jj,z< 11,84 !,U- »>’ S 111,69 59,26 2,62 112,68 •1,02 12.442 73,40 a. N <96 ,50 ,72 1,47 ',69 ,577 ,W 9,47 1990 6,51 8.99 ,972 5080 61.28 16,»» 168,76 22,19 111.25 59,02 2,60 iir,rr 80,69 70,74 12.« 73J0 5-$tantfurt Nr. 24 Erster Blatt 178. Jahrgang Samstag, 28. Januar 1928 tr|d)etnt tügUch.autzer Sonntags anb feiertags. Beilage«; Vktzener FamiliendUttter Heimat im Bild Die Scholle Konati-Bcjiiflsprets: 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Trüge» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlülse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Äiefte«. Postscheckkonto: Jranffurt am Main 11686. GichenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche UnwerftMr-vuch- unö StetnOruderei R. Lange in Sietzen. Zchriftiettnng und Geschäftsstelle: Zchnlstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20“ . mehr Theftedaktcur Dr. Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H. Thyrwt; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen Reichsfinanzen und Wirtschaft Das Plenum des Reichstages Hal nach einer recht ausgiebigen Weihnachtspause seine Tätigkeit mit der Beratung des Reichshaushalts wie* der aufgenommen. Die allgemeine Haushaltsdebatte, die nach parlamentarischem Brauch der Erörterung der einzelnen Etatpositionen oorangeht, leitete der Reichsfinanzminister Dr, Köhler persönlich mit einem eingehenden Expose Über die Finanz- und Wirtschaftslage Deutschlands, über die Entwicklung des abgelaufenen Haushaltsjahres und die Zukunfts- aussichten der Reichsfinanzen an Hand des neuen Etats ein. Dr. Köhler konnte mH Recht das verflogene Jahr als ein Jahr günstiger Konjunktur- entwicklung bezeichnen, und dieser Tatsache ist es auch zu verdanken, daß man im allgemeinen mit den vorgesehenen Mitteln ausgekommen ist, ja sogar dank der für die deutsche Wirtschaft schier unerträglichen Steuerschraube mit gewissen lieber* schüssen rechnen konnte. Don den 500 Millionen, Vic man durch das erhebliche Mehraufkommen an Steuern und Verbrauchsabgaben über das eigentliche Haushaltssoll hinaus aus der Wirtschaft her* ausgepreßt hat, werden nad) der Befriedigung des Nachtraghaushalts nach Schätzung des Reichsfinanz* Ministers immer noch 150 bis 180 Millionen übrigbleiben. Damit wird ein gleich hoher Ueberschuß erreicht, wie er aus dem Jahre 1926 übernommen wurde. Das ist für den SäckeImeitter des Reiches gewiß ein sehr schöner Erfolg, aver sein Kollege vorn Reichswirtschaftsministerium wird ihm sagen müssen, daß man die Kuh nicht schlachten darf, von -er man Milch erwartet. Herr Dr. Köhler ist bald beim Schlachtfest der deutschen Wirtschaft angelangt, toenn es ihm nicht endlich gelingt, eine ganz erhebliche Senkung der ©totem durchzusetzen. Es ist volkswirtschaftlich wie nationalpolitisch eine Un* möglichkeit, der deutschen Wirtschaft die Ansammlung des notwendigsten Betriebskapitals durch Wegsteuerung auch chrer letzten Gewinne zu unterbinden, und sie ^dauernd zu zwingen, auf dorn Anleihemarkt des Auslandes sich nach den nötigen Mitteln für die Ausrechterhaltung und den Ausbau ihrer Produktionsstätten umzusehen. Zwar hat auch der Reichsfinanzminister in der Begründung des Etats für das neue Haushaltsjahr zugegeben, daß es unerläßliche Pflicht jeder Regierung sei, die Neubildung von Kapital zu fördern und das vorhandene Kapital pfleglich zu behandeln, zwar ist in diesem Zusammenhang auch von Senkungsmöglichkeiten der Steuern und Abgaben gesprochen, aber reale Vorschläge hat man leider nicht zu hören bekommen. Immerhin war das eine Erfreuliche der Rede des Reichsfinanzministers zu entnehmen: Der Rettobedarf des Reiches für seinen gesamten Der- TDaftungsapparat konnte von 2,3 Milliarden im (statsjahr 1927/28 auf rund 1,7 Milliarden tm neuen Matsjahr reduziert werden. Daß hier also sehr ivcfcntlid) gespart werden konnte, wird es dem Reich ermöglichen, ohne eine neue Steuererhöhung, aber auch ohne eine neue Anleihe aufzunehmen — nach dem Reinholdschen Mißerfolg gewiß auch heute noch ein recht zweifelhaftes Experiment — im neuen Finanzjahr auszukommen. Doch der gesamte ordentliche Etat umfaßt neben Doch der gesamte ordentliche Etat umfaßt neben den 1.7 Milliarden für reine Verwaltungsausgaben des Reiches weitere 7,8Milliarden, die dasReichfür andere tigt ist. Gegenüber dieser recht bedeutenden Summe, die gegenüber dem Vorjahre ein plus von 367 Millionen ausmacht, ist die Verminderung der direkten Derwaltungskosten des Reiches doch nur ein bescheidener Teilerfolg. Wir bedauern es, daß die im übrigen so ausgezeichnete Rede des Herrn Reichs- finanzministers über die Verwendung dieses doch recht beträchtlichen Restes des Ordinariums nur wenig sagt. Wie wir überhaupt ein großzügiges Reformprogramm, das auch den Finanz- ocrroaltungen der Länder und Gemeinden neue Wege weist, schmerzlich vermißt haben. Denn diese annähernd acht Milliarden gehen gerade die Länder und Gemeinden in erster Linie an, wenn auch von ihnen noch eine Reihe von Posten für Pensionen u.a. abzurechnen sind. An Ueberweisun- gen nach Maßgabe des provisorischen Finanzaus- gleichs erhalten die Länder aus dem Ertrage der Reichssteuern rund 3,2 Milliarden. Wir hatten immerhin gehofft, daß der Reichsfinanzminister, trotz der selbstverständlichen Unmöglichkeit, heute im allerersten Anfangsstadium der Derwaltungsreform einen endgültigen Finanzausgleich zu schaffen, doch Vorschläge für eine praktische Kontrolle des Reiches über die Verwendung dieser Ueberweisungen machen würde. Herr Dr. Köhler hat fitb leider mit einer allgemeinen Mahnung zur Sparsamkeit und Verwaltungs-Rationalisierung begnügt, wobei er ja auf das Beispiel der Reichsverwaltung Hinweisen konnte. Aber es ist eine bedauerliche Erfahrungstatsache, daß ohne einen gewissen Druck mit dem Sparen überall ungern begonnen wird. Will man also nicht Länder und Gemeinden aus der Steuerbevormundung des Reiches lösen und ihnen wieder die eigene Verantwortung für ihre Finanzverwaltung in vollem Umfange zurückgeben, so wird man doch nicht umhin formen, sich zu vergewissern, wo die Gelder bleiben, die Ländern und Gemeinden vom Reiche gezahlt werden. Denn die Instanz, die vom Volke die Steuern erhebt, ist den Steuerzahlern gegenüber auch für die zweckmäßige und sparsame Verwendung dieser öftentlichen Gelder verantwortlich. Dr. Köhler hat es für praktisch befunden, feine Reformvorschläge — wenn er solche hat — für den Sparausschuß, der auf Beschluß der Länderkonferenz demnächst zusammentreten wird, aufzu- hcben. Und er hat sich vor dem Plenum des Reichstages nur sehr allgemein dahin ausgesprochen, daß er persönlich keinen entscheidenden Wert auf ein Veto recht de s Finanzministers lege, sondern von einer Selbstbeschränkung des Krisenstimmung um das Schulgesetz. Der Antrag der Volkspartei aus unbegrenzten Schuh der Simultanschule in Südwestdeuffchland wird gegen die andern Koalitionsparteien mit den Stimmen der Linken im Bildungsausschuß angenommen. Berlin, 27. Jan. (VDZ.) 3m Bildungsaus- fchuh des Reichstags wurde heute zum § 20, der die Frage der Simultanfchulen behandelt, der Antrag der Deutschen Volkspartei angenommen, wonach es in den Sirnultanfchulländern bei den bestehenden Zuständen verbleiben soll. Die Annahme erfolgte mit 15 gegen 13 Stimmen der Deutschnationalen, des Zentrums, der Wirtfchaftspartei und der Bayerischen Volkspartei. 3n der Debatte erklärte Abg. Dr. Runkel (D. BpJ: Die im Gesetz vorgesehene Sperrfrist ist eine Willkür; die Absicht in Weimar war, die Simul- tanschnle dort zu erhalten, wo sie gesetzlich bestand. Auch Abg. Rheinländer hat in Weimar erklärt, daß die Simulfanschulländer unangetastet bleiben sollen. Staatssekretär Zweigert führte aus: 3n materieller Hinsicht weiche ich von Dr. Runkel ab. Die Reichsoerfassung sagt, die Länder seien besonders zu berück sichtigen. Das Antragsrecht darf in diesen Ländern nicht ganz ausgeschaltet werden. Die Rechtslage ist also zweifelhaft. Wir müssen aber eine Zweidrittelmehrheit haben, wenn wir die Rechtslage auch nur für zweifelhaft halten. Abg. Rheinländer (Zentr.): Ich stelle meine Einstellung in Weimar gar nicht in Abrede. 3ch kann mich aber in rechtlicher Beziehung nur dem Staatssekretär Zweigert anschliehen. Der Antrag des Zentrums „3n den Ländern Boden und Hessen sowie in dem ehemaligen Herzogtum Rassau, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Schule gesetzlich besteht, tritt dieses Gesetz erst fünf Jahre nach seiner Verkündung in kraff, wurde gegen 7 Stimmen des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei abgelehnt. Angenommen wurde dagegen der Antrag Dr. Runkel (D. vp.) mit 15 gegen 13 Stimmen. Danach wurde 8 20 folgendermaßen gefaßt: „In den Gebieten des Reichs, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule gesetzlich oder nach Herkommen be- stehl.oerbleibtesbeidieserRechts- l a g e.“ Damit war die erste Lesung des Entwurfs im Ausschuß beendet. Die neue Situation. Das Zentrum drängt auf eine Entscheidung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 27. Jan. 3m Reichstag wird heute mittag das Ergebnis der Abstimmung im Bil- dungsausschuh und die Lage, die sich daraus entwickeln kann, lebhaft erörtert. Dabei ist darauf hingewiesen, daß die Abstimmung über § 20 des Schulgesetzentwurfs durchaus so ausgefallen ist, wie eingeweihte Kreise voraus- gesehen haben und wie es an dieser Stelle bereits vor acht Tagen angekündigt worden war. Trotzdem hat das Ergebnis der Abstimmung im Zentrum offenbar sehr stark verstimmend gewirkt. Aus führenden Zen- trumskreiscn verlautet, daß die Fraktionsleitung den Reichskanzler ersuchen wird, nunmehr eine klare Entscheidung darüber herbeizufüh- ren, ob es dem Zentrum noch möglich ist, noch weiter in der Koalition zu bleiben. Diese Entscheidung ist offenbar so gedacht, daß das Zentrum der Deutschen Volkspartei noch einmal drei präzise Fragen vorlegt, und zwar hinsichtlich des §4 (Bekenntnisschulen), § 9 (die Frage des geordneten Schulbetriebs) und § 20 (S i m u l t a n s ch u l e n). Dazu dürften wahrscheinlich noch einige Punkte, so der § 14, kommen. Die Deutsche Volkspartei wird diese Fragen mit Gegenfragen beantworten. Das Zentrum hat jedoch, wenigstens nach der augenblicklichen Stimmung, in feinen führenden Kreisen die Absicht, weiterzugehen und zu verlangen, daß sein grundsätzlicher Standpunkt strikte durchgeführt wird. Das Zentrum wird dieser Forderung durch die Drohung Rachdruck verleihen, daß es seine Minister andernfalls aus dem Kabinett zurückzieht. Da auf der anderen Seite von der Deutschen Volkspartei auf das bestimmteste erklärt wird, daß sie nicht in der Lage fei, von ihrem eigenen Standpunkt abzuweichen, werden die Aussichten für eine befriedigende Lösung als äußerst gering bezeichnet. Offen ist die Frage, wie weit die Rotwendigkeit, die Etatsberatung zu Ende zu führen, den Zeitpunkt der Entscheidung beeinflußt. Der Bil- dungsausschuß wird, nach den augenblicklichen Dispositionen, sicher nicht vor drei bis vier Wochen zusammentreten. Die entscheidenden Verhandlungen zwischen dem Zentrum und der Deutschen Volkspartei werden bereits für die nächsten Sage erwartet. In diesen Verhandlungen wird sich zeigen müssen, wie stark die weitere Entwicklung der Lage von der Rotwendigkeit der Erledigung des Etats beeinflußt wird. Von deutschnationaler Seite wird besonders auf die Dringlichkeit der Etatsfertig- ft e 11 u n g hingewiesen, und es wird betont, daß man die Lage auf deutschnationaler Seite durchaus ruhig beurteile. Heber den Standpunkt des Reichskanzlers zur weiteren Entwicklung der Lage ist bisher nichts bekannt geworden. Vei der Beurteilung des weiteren Schicksals des Reichstages ist nicht zu vergessen, daß die schließliche Entscheidung beim Reichspräsidenten liegt. Das ist um so mehr von Bedeutung, als letzten Endes auch alle 'Parteien den Wunsch haben, die Etatberatung zunächst zu Ende zu führen. Angesichts der Rotwendigkeit der Ctatserledigung beurteilt man denn auch in amtlichen Kreisen die Latze sehr viel ruhiger als im Reichstage selbst und glaubt offenbar, daß sich doch noch ein Weg finden läßt, der die Entscheidung über den Schulkonslikt zunächst noch einige Wochen hinaus schiebt. Wir mochten jedoch fast glauben, daß dieser Optimismus doch nicht ganz gerechtfertigt ist. Es bleiben zwar noch einige Wochen ehe von dem Parlament das Schulgesetz wieder beraten wird, um inzwischen eine Kompromißlösung zu finden. Man konnte in der letzten Zeit bei den mannigfachen interfraktionellen Verhandlungen über das Schulgesetz immer wieder beobachten, daß sich bei kritischen Streitfällen zwischen den Parteien doch wieder eine Kompromißformel finden ließ. Aber jetzt ist die Wahrscheinlichkeit viel geringer geworden, über diesen prinzipiell Line deutsche Denkschrift znr Sicherheftssrage. Die Reichsregierung überreicht dem Prager Sicherheitskomitee des Völkerbundes ein Memorandum. Prag, 27.3an. (WTD.) Die deutsche Gesandtschaft in Prag hat heute dem Außenminister Dr. Benesch als Vorsitzenden des hier tagenden Sicherheitskomitees des Völkerbundes ein Memorandum überreicht, welches Bemerkungen der deut'chen Regierung zu dem Arbeitsprogramm des Slcherheilskomitees enthalt. Man darf annehmen, d i Redner zur Ordnung). Als der Redner weiter ausführt, Erzberger habe das deutsche Volk wehrlos gemacht, ko-mint es zu neuen Entrüstungskungebungen. Vizepräsident Gräf erklärt, er werde nachher die Ausführungen des Redners prüfen und evtl, nach- trä glt d) einen Ordnungsruf erteilen. Abg. Dr. Frick verlangt dann unter wachsender Unruhe der Linken ine An Nage wegen Landes- und Volksverrats gegen die sozialdemokratischen Abgeordneten Hermann Müller, Scheid emann und gegen den Reichstagspräsidenten L o e b e. Bei der Fortsetzung dieser Ausführungen steigert sich die Erregung in den Reihen der Sozialdemokraten und Kommunisten. Der kommunistische Abg. Florin tritt vor und ruft dem Redner zu: „Sie sind ein abgefeimter Lump!" Vizepräsident Graes ruft den Abg. Florin zur Ordnung und weist ihn unter großem Lärm aus dem Saale, als er seinen Zuruf trotzdem dreimal wiederholt. Abg. Florin verläßt den Saal, während zwischen den Völkischen und den Kommunisten Schimpfrufe ausgetauscht werden. Der kommunistische Abg. B e r tz geht mitten in dem allgemeinen Lärm auf die Rednertribüne und stellt sich drohend vor den Abg. Dr. Frick, der seinerseits auch die Fäuste ballt. Völkische und deutschnationale Abgeordnete kommen von rechts, Kommunisten von links; sie drängen zur Rednertribüne herauf, aber es kommt nicht zu Tätlichkeiten, sondern Abg. Bertz fügt sich schließlich dem Vizepräsidenten Gräf, der ihn aus dem Saale weist. Ein Kommunist ruft: ,Herr Präsident, müssen wir uns jede Frechheit gefallen lassen?" Als Vizepräsident Gräf meint, er könne den Redner nicht unterbrechen, ruft Abg. Iadasch (K.) dem Präsidenten zu: „Wenn das so weitergeht, hole ich Sie herunter! Dr. Frick schließt unter großer, Unruhe mit scharfen Angriffen gegen die Republik, die er ein jämmerliches, auf Meineid und Hochverrat aufgebautes Gebilde nennt. Don links und vom Zentrum kommen stürmische Pfui- und Schlußrufe. Abg. Dr. B r e i t f ch e i d (S.) ruft dem Vizepräsidenten Gräf zu: Wollen Sie denn nicht einschreiten? Vizepräsident Gräf: Ich habe vorhin bereits gesagt, daß bei der allgemeinen Unruhe die Einzelheiten von mir nicht gehört werden. Ich behalte mir vor, die Rede nachher zu prüfen. Abg. Dr. (S.): Die anderen schließen Sie aus. Das ist die Unparteilichkeit des deutsch-nationalen Vizepräsidenten. Unter andauerndem großen Tumult wird die Weiterberatung auf Samstag vertagt. kannl, aber erklärt, daß damit nur der Anfang gemacht sein dürste zu einem neuen Staat Mitteldeutschland. Einberufung des hessischen Landtags. Darmstadt, 27. Jan. (Eig. Meldg.) Heute mittag tagte der Ql eite ft en rat des Hessischen Landtags, um zu dem kommunistischen Einspruch gegen die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofs Stellung zu nehmen. Die Kommunisten begründen ihren Protest mit Formfehlern bei der Wahl der parlamentarischen Mitglieder des. Gerichts. Es sei Verhältniswahl gesetzlich vorgeschrieben, aber sieben Mitglieder wären en bloc und das achte durch Stimmzettel vom Landtag gewählt worden. Der Aeltestenrat beschloß, um allen Weiterungen aus dem Wege zu gehen, daß die Wahl noch einmal vorgenommen werden fort. Aus diesem Grunde wurde der Landtag auf morgen (Samstag) nachmittag 1 A Uhr einberufen. Die auswärtigen Mitglieder des Landtags wurden auf dem Drahtwege von der Einberufung in Kenntnis gesetzt. Glückwunsch -er Reichsregierung an Staatspräsident Mich. Berlin, 28. Jan. (WTB. Funkspruch.) Reichskanzler Dr. Marx hat dein hessischen Staats- und Ministerpräfidenten Ulrich in Darmstadt zur Vollendung des 75. Lebensjahres zugleich im Namen der Reichsregierung die a u f r i ch t i g ft e n Glück wünsche ausgesprochen. Württemberg ersucht um Entsendung des Reichssparkommissars. Stuttgart, 27. Jan. (WTB.) Dos Staatsministerium hat mit Schreiben vom heutigen Tage die Reichsregierung gebeten, den Reichsspar- ko m m i s s a r, Staatsminister a. D. Dr. S o e - misch, nach Württemberg zu entsenden. Schiedsspruch für die Reichs- und Staatsangestellten. Berlin, 27. Ian. (WTB.) In dem Lohnstreit der Reichs- und preußischen Staatsangestellten wurde gestern abend vom Schlichter ein Schiedsspruch gefällt, der Gehaltserhöhungen von 25 bis 16 Prozent Vorsicht. Für Mehrarbeit soll keine besondere Vergütung gewährt werden, sondern diese soll durch Freizeit ausgeglichen werden. Die Erklärungsfrist über Annahme oder Ablehnung dieses Schiedsspruches durch die Parteien läuft bis zum 3. Februar. Ueber die Verteilung der einzelnen prozentualen Erhöhungssätze sollen auf Vorschlag des Schlichters direkte Verhandlungen zwischen den Parteien ftattfinten. Geringe Zunahme der Arbeitslosigkeit. Berlin, 27. Jan. (WTB.) In der Zeit vom 1. bis 15. Januar ist die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung nur noch in verhältnismäßig geringem Umfange gestiegen, und zwar von rund 1 188 000 auf 1 371 000 ober um 15,4 v. H. Eine ähnliche Entwicklung zeigt die Krisenfürsorge. Die Zahl der Hauptunterftül- zungsempfänger in ter Krisenfürsorge betrug also am 15. Januar insgesamt 228 200 gegenüber 211 400 am Ende des vorigen Monats, die Zunahme mithin 7,9 o.H. Prügeleien bei einer nationalsozialistischen Kundgebung. Berlin, 27. 3an. (WTB.) Bei einer von 5 bis 6000 Menschen besuchten Kundgebung ter Rationalsozialisten setzte sich Reichstagsabgevrd- neter Kube für die Freilassung der vier wegen Fememords zum Tode Verurteilten ein und verlas nach seiner Rede eine entsprechende Resolution. Auf seine Zusicherung, daß niemand von den Anwesenden, der gegen die Resolution stimme, etwas geschehen würde, stimmten etwa 15 Personen gegen die Annahme ter Entschließung. Sie wurden sofort überfallen und mißhandelt. Die Schutzpolizei sah sich zum Eingreifen genötigt, um zu verhindern, daß die Opponenten auch auf der Straße verfolgt wurden. Der Tumult im Saale richtete sich dann auch gegen die anwesenden Pressevertreter, in deren Rähe Beamte zu ihrem Schutze Aufstellung nahmen. Aus aller Wett. Richard Weber f. Der Zeitungsverleger Richard Weber, Herausgeber der „Kasseler Post" ist im Kasseler Krankenhaus Rotes Keuz, wo er Heilung von einer schweren Kopfgrippe suchte, nach vierwöchigem Krankenlager im 46. Lebensjahre gestorben. Der Tod Richard Webers bedeutet für die „Kasseler Post", für den Mitteldeutschen Zeitungsverlegervercin, dessen erster Vorsitzender er war sowie für die Stadt Kassel, M deren öffentlichem Leben er eine hervorragende Rolle spielte, einen schweren Verlust. Richard Weber gehörte auch dem Hauptvorstand des Deutschen Zeitungsverlegervereins in Berlin an. Bei dem Marburger Tlniversitätsjubiläum im letzten Iahre war er zum Ehrensenator ernannt worden. Schwere Explosionskatastrophe in Texas. mcLamey (Texas), 27. Dan. (1DIB.) Eine furchtbare Explosion von Benzintanks zerstörte die gesamten Anlagen der Humble Oil Henning Gesellschaft. Arbeiter, die sich auf einem der Tanks befanden, wurden bei ter Explosion 2 5 Fuh hoch in die Lust geschleudert. Die ersten Meldungen über die Lxplosionskataftrophe. die befürchten ließen, daß etwa 60 Arbeiter ums Leben gekommen seien, scheinen sich glücklicherweise nicht zu beftäligen. Zur Zeit der Explosion befanden sich etwa 100 Angestellte in ter Oelanlage. Das Schicksal von 21 von ihnen ist ungewiß. Kreuzer „Emden" in Latein-Amerika. Der deutsche Schulkreuzer „Emden", der von San Franzisko kommend in den letzten Monaten Südamerika umschiffte, hat bei den lateinamerikanischen Staaten eine überaus freundliche Aufnahme gefunden. Die Bevölkerung benutzte den Besuch vielfach als Gelegenheit, um dem Deutschtum, dem Reichspräsidenten v. Hindenburg, der deutschen Kunst und Wissenschaft und den Südamerikanern deutschen Ursprungs herzliche Ovationen zu bereiten. Dies kam besonders stark in der Presse der südameri/anischen Länder zum Ausdruck. Dor allem wurde aber des im Kriege berühmt gewordenen Kreuzers gleichen Ramens gedacht. Es ist nicht verwunderlich, dah dem deutschen Schulkreuzer nach dieser überaus freundlichen Einführung durch die brasilianische Presse in Rio de Ianeiro und Pernambuco ein glänzender Empfang zuteil wurde. Die „Emden" hat inzwischen nach siebentägigem Aufenthalt den Hafen von Pernambuco verlassen und ist nach Mittelamerika gegangen. Lawinenunglück im Riefengebirge. Bei starkem Sturm ging am Westhang de s Seiffengrabens unterhalb ter Hampelbaute eine riesige Schneelawine nieder. Die Holzbaracke, die bei dem Dau ter Schief ierhaus- Rotelbahn als Kantine dient, wurde zertrümmert. Unter den ungeheuren Schneemassen lag ter Logierhausbesiher Gustav Hampel aus Oberbrüdenberg begraben; man fand die Trümmer seines Hörnerschlittens. Rach mehrstündigen anstrengenden Arbeiten von über hundert Mann tourte auch die Leiche aus den Schneemassen geborgen. Die Leiche wies sehr schwere 'Verletzungen auf. Durch eine Lawine getötet. In Hinterstubach (Salzburg) ging im Tauernmoos eine Staublawine nieder, durch die ein Bautechniker aus Innsbruck verschüttet tourte. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Lin Walfischsänger mit 13 Mann gesunken. Der Walfischfänger „S c a p a" ist auf dem Fangfelde südlich der Orkneyinseln untergegangen. Von der 16 Mann starken Besatzung sollen nur drei Monn gerettet sein. Das Schiff gehörte einer britischen Gesellschaft, hatte aber norwegische Besatzung an Bord. Fünffaches Todesurteil. Das Schwurgericht in Weiden verurteilte im Rovemter 1927 den Fabrikarbeiter Karl Müller wegen fünffachen Mordes fünfmal zum Tode. Die vom Angeklagten gegen dieses Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision ist verworfen worden. Der Angeklagte hatte seine erste grau, seinen Schwiegervater, zwei er Welt. Weber f. r Dichard Drber -ler Post" ist tm Kasseler euz. wo er Heilung von nppe suchte, nach vier- im 46. Lebensjahre ge- ard Webers bedeutet für für den Mitteldeutschen dessen erster Vorsitzender Stadt Kassel, Ä deren eine heworragende Sollt Verlust. Richard Mber chtvorstand des Deutschen l in Vertin an. Vei dem ätsjubiläM im letzten msenatvr ernannt tvorden atastrophe in Texatz. 27. Jon. (ÖIB.) «in/ von BtnjinfanA .lagen der hvmdie vü Vr- ler, die sich auf einem der beider fypMion25 jing eschleudert. Die erfln wlasionslalasirophe. die bc- wa 60 Arbeiter um; Wen, scheinen sich MIM- n. Zur Zeit der «Msion ^gestellte in der velanlage. । ihnen ist ungewiß- in catein-Amerilo. eurer .Emden", der m bin den letzten MA bat bei den latem- eine überaus freund- efunden. Sie ^W >lsach als Gelegen^- "' oreichspräsidenten der deutschen KuB^nd Südamerikanern e Ovationen ° )ers start »AL M > ■ Xnen« sedocht 5lelle\nb bem deutschen °^^'-?-?aus steundlichen eser überaus fresse lÄ fang ^siebentägige- Gustav « sand JJ .raben; maL^ mehr' -•jr i» ** '* ^"SX'6’18“1^ als Leiche 9 {efl. r -Scap° snev',^»- d^ 2iann sta^siel der^^nn-s^ drei » tztitifch^M» SrleKsatzung **3 kWd rden ^iegerva rhien 8g* UW ÄS St bieVL^tltitn ?«5.s ,5?» Äft ähnliche (MJJ71000 LLitzL ^200 LLftg also nats-Äii211400 ^ounchn«^ 'bei einer ä** esuchten Jtunh/ilet 6to /•Stt Ä ^cIa® nach feiner “«■ kT ®"Ä Polizei sah sich SU verhindern, daß die verfolgt tour- -aale richtete sich dann 'den Pressevertreter, in Mm Schutze Aufftel- Kinder aus erster The und ein Ämb au8 zweiter -h« durch Verabreichung von Qlrfenil getötet, um in den alleinigen Besch des von der Frau, eingebrochten kleinen Anwesens zu kommen. Gefängnis für einen Chauffeur. Das Schöffengericht Eharlottenburg verurteilte den Chauffeur Heising zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten. Heising hatte am 4. Sept, v. 3. einen Wagen deS Direktors Oliven von der Ludwig Loewe QL®, gesteuert und war in Char> lottenburg mit einer Kraftdroschke zu- sammengestohen. Dabei wurden die Insassen der Droschke, ein Ehepaar Friedländer, auf die Straße geschleudert, wobei der Mann einen doppelten Schädelbruch erlitt, an dessen Folgen er v e r st a r b. Das Gericht kam auf Grund von Zeugenaussagen zu dem Schluß, daß Heising die Schuld an diesem Llnglücksfall zuzuerkennen sei. Dammbruch. Qlach Meldungen aus Hamburg ist im Oste- Gebiet, das durch äleberschwemmungen im letzten Jahre bereits besonders heimgesucht wurde, erneut der Damm in einer Ausdehnung von einhundert Metern gebrochen, so daß in der Nähe von Bremerförde eine neue H 0 ch - roasserkatastrophe eingetreten ist. Auch an anderen Stellen ist die Deichkappe wieder um überspült worden. Einzelne Bauern- gehö'te sind vom Wasser umschlossen, das stellenweise in die Wohnräume eingedrungen ist, so daß die Bewohner sie räumen mußten. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 28. Januar 1928. Sonntag. „Morgen ist Sonntag, endlich ein Tag, an dem man ausschlafen kann" gähnt der eine. „Morgen ist Sonntag, da hört und sieht man doch nichts vom Geschäft" seufzt der andere. Kleinen Mädels klingen bei solchen Worten schon süße Kasfeehausweisen im Ohr und gaukeln interessante Begegnungen vor den Augen. So erwartet ein jeder das Seine vom Sonntag. And wenn der Wettergott gut aufgelegt ist, so wandern nach Tisch Hunderte aus der Stadt hinaus, um sich mit Frau und Kind von der Woche Lasten zu erholen. Die Gespräche sind verschieden, je nach Interesse und Temperament der Sonntags-Spaziergänger. And mehr oder weniger befriedigt kehrt man am Qlbend in seine Behausung zurück. Aicht selten kommen um diese Zeit auch Wandervögel, müde von Ihren Ausflügen. Die Spaziergänger schütteln Den Kopf und bleiben auch wohl einen Augenblick stehen, um den „närrischen Käuzen" nachzusehen. Die aber kehren sich nicht daran, sondern lachen für sich und meinen, sie hätten doch Das bessere Teil erwählt. Töricht wäre es, darüber zu streiten, wer mit seiner Ansicht recht und wer unrecht hat. Ist nicht gerade das Wertvollste am Sonntag, Daß jeder ihn ohne Pflichten, ganz seiner Eigenart ansprechend, verleben kann? Qlur eins möchte man nicht vergessen: Dieser freie Tag soll Erholung und auch ein wenig Selbstbesinnung Dringen: mit neuer Kraft soll man fein Tagwerk wieder ausnehmen können. And eben nach den Pflichten, die man während der Woche zu erfüllen hat, wird es sich richten, wie man den Sonntag am besten verlebt. Ein Mensch, der sechs Tage lang angespannt arbeitete, wird am siebenten das Bedürfnis haben, einmal auszuspannen. Zwingt sein Beruf ihn zu einseitiger körperlicher Arbeit, wird er sich am besten zu Haus und auf kleinen ruhigen Spaziergängen erholen. Ist er rein geistig tätig, so dürfte der beste Ausgleich eine tüchtige Wanderung fein. Wer eine stille eintönige Arbeit hat, wird froh sein, wenn er am Sonntag mit lebha'ten Menschen zusammengehen kann und denjenigen nicht recht verstehen, der behauptet, er müsse immer allein wandern. Aber gewiß hat jemand, der im Alltagsgetriebe steht, das Verlangen, einmal alle Reibungen zu meiden, mnd das kann er nur, wenn er eben ganz allein mit der Statur und mit sich selbst Zwiesprache hält. Qlllerdings hat dieses einsame Wandern zuweilen etwas Trauriges, und Menschen, die leicht zur Melancholie neigen, tun vielleicht besser, sich einen fröhlichen Freund zu suchen, der sie m ihren Interessen versteht. Freilich, ein genaues Rezept, wie der einzelne den Sonntag verleben sollte, kann man nicht geben. Jeder muh sich selbst am besten kennen und untersuchen, was für ihn das Richtige ist. Qlber immer unter dem Gesichtspunkt, daß der freie Tag unsere Arbeitskraft stählen soll, die wir heute mehr denn je brauchen. Gelingt es uns so, diesen einen Tag der Woche recht zu nützen, dann werden die Sonntage zu Sonnentagen, die wie ein frohes Leuchten über dem Alltag stehen. Gertrud Lugert. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Volkshochschule, 8 Ahr, Großer Hörsaal der Ani- versität, Einführungsvortrag zu „Peer Ghnt". — Verein der Freundinnen junger Mädchen: 8 Ahr, Iohannessaal, Vortrag. — Gesangverein „Heiterkeit", 8.30 Ahr, Vereinslokal, Generalversammlung. — Verein ehemaliger 116er: 8.11 Ahr, Cafe Leib, Maskenball. — Gesangverein „Har- monie-Gemiitlichkeit": 7.59 Ahr, „Liebigshöhe", Maskenball. — Schützen-Verein: Maskenball. — Alters-Vereinigung 1877/1927: 8.30 Ahr, „Karlsruhe", Familienabend. — Männer-Turnverein: 8 Ahr, Gasthaus Faulstich, Familienabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebeshandel": 10.45 Ahr: Nachtvorstellung: Fred Marion. — Astoria-Lichtspiele: „Der Posträuber". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater: 2.30 Ahr, „Peterchens Mondfahrt" (Ende nach 5 Ahr): 6 Ahr: „Der Raub der Sabinerinnen" (Ende nach 8.30 Ahr). — Markus- Gemeinde: 8 Ahr, Stadtkirche, Kirchenmufika- lische Feierstunde. — Obst- und Gartenbou- Derein: 3.30 Ahr nachmittags, Kaufmännisches Dereinshaus, Hauptversammlung mit Vortrag. — Evangelische Stadtmiifion (Löberstrahe 14): 5 Ahr nachmittags und 8.15 Ahr, Missions- Filmvortrag. — Spiel-Vereinigung 1900: 2.30 Ahr, Sportplatz 1900: Handballwettspiel. — Bauerscher Gesangverein: 5 Ahr, Dereinslokal, Besprechung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: 11 Ahr vormittags, 2. Kulturfim-Zhllus mit Vortrag. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Liebes- Handel". — Astoria-Lichtspiele: „Der Post- räuber“. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Zur Zeit, da der Tag von Ibsens hundertstem Geburtstag naht, erscheinen überall die Werke des nordischen Meisters in verstärktem Maßstab auf dem Spielplan. In Berlin wird z. 2. „Peer Gynt" auf nicht weniger als drei Bühnen gegeben. An unserer Bühne ist Ibsen stets gepflegt worden, und „Peer G y n t" war eines der wenigen Werke von ihm. die hier noch nicht aufgeführt worden sind. Intendant Stein goetter hat eine sorgfältige Einrichtung des Werkes vorgenommen, die in 14 Bildern alles Wesentliche bringt. Von der Griegschen Musik werden die besonders charakteristischen Teile mit kleinem Orchester gebracht. Diese Methode ist jetzt von zahlreichen Bühnen angenommen worden, damit die Aufführung dieses dramatischen Gedichtes nicht allzu opernhaft wirkt. Der Intendant hat als Spielleiter so gearbeitet, daß die Aufführung des „Peer G y n t" am kommenden Dienstag, trotz der zahlreichen Verwandlungen, in ungefähr drei Stunden durchgeführt werden kann. — Kirchenmusikalische Feierstunde. Am morgigen Sonntag, 29. Januar, abends 8 Ahr, veranstaltet die Markusgemeinde eine kirchenmusikalische Feierstunde in der Stadtkirche, auf die auch an dieser Stelle nochmals hingewiesen sei. Ein gutes Programm mit Bach, Händel, Mendelssohn und Reger für Orgel, ViEne und Sologesang verspricht einen reichen Qlbend. Der Besuch der Feierstunde ist frei, jedermann ist herzlich willkommen. — Verkehrsverein Gießen. Die diesjährige Jahreshauptversammlung findet am kommenden Dienstagabend im „Postkeller" statt. Reben der Erledigung der vereinsgeschäftlichen Punkte dürste aus der Tagesordnung als besonders bedeutsam die Aussprache über Wünsche und Anregungen über kommunale und Derkehrsangelegenheiten sein. Wan beachte die heutige Anzeige. — Film-Vorführungen des Kon- sumvereins finden in der nächsten Woche von Montag bis einschl. Freitag bei freiem ————■■■■ 11 ■ । Eintritt im Palastlichtfpielhaus am Kirchenplah statt. Rachmittags sind Vorführungen für die Kinder, abends für Erwachsene. Eintrittskarten können drei Tage vor den jeweiligen Vorführungstagen in den Verteilungsstellen in Empfang genommen werden. Weiteres ist aus den Anzeigen in unseren Spalten zu ersehen. « " Eine zweckmä ßige Verkehrsneuregelung für den Kraftomnibusbetrieb zwischen unserer Stadt und den südlich gelegenen Orten hat der Verkehrsverein Gießen bei den maßgebenden Behörden unserer Stadt in Anregung gebracht. Bisher hat es sich für die Verkehrsabwickelung nicht als vorteilhaft erwiesen, daß die aus den südlichen Rachbarorten kommenden Auto-Omnibusse allesamt nur auf dem LudwigSplah und in der Lud- wigstraße ihre Aufstellung nehmen. Cs dürste aus verkehrspolitischen Gründen Wohl zweckmäßiger fein; einige Wagen in der Johannes- straße und einige andere aus dem Landgraf- Philippsplatz mit Einfahrt von der Land- grafenstraße her aufzustellen. Auf diese Weise würde ein Zusammen ballen von Kraftwagen und Passagieren, namentlich in den Abendstunden, an einem einzigen Stratzevpunkt vermieden werden. Andererseits wäre es aber wohl auch für die Benutzer der Kraftomnibusse vorteilhafter, wenn sie etwas weiter in die Stadt hereinfahren könnten. Jedenfalls erscheint der gegenwärtige Zustand auf dem Ludwigsplatz mit Rücksicht auf den starken Allgemeinveckehr einer Besserung bedürftig. Der Derkehrsverein hofft, durch Verhandlungen mit dem Polizeiamt über die oben angedeutete anderweitige Aufstellung der Kraftomnibusse in der Stadt baldmöglichst eine befriedigende Regelung schaffen zu können. Im Interesse des Publikums soll bei dieser Gelegenheit durch Verhandlungen mit der Krast- onrnibus-Dereinigung auch erstrebt werden, einen gemeinsamen Fahrplan, etwa in Form eines Plakates, herauszugeben, damit sich jeder Interessent leicht und klar über die Abfahrt- und Ankunftszeiten der Omnibusse unterrichten kann.. Die Inittative des Verkehrsvereins erscheint sowohl im Interesse des Publikums, wie auch zum Ruhen der beteiligten Unternehmungen begrüßenswert. ** Aus der Fremdenlegion zurück - gelehrt Dor einigen Tagen ist der ehemalige Fremdenlegionär Wilhelm Mandler von Gießen aus der französischen Fremdenlegion hierher zurückgekehrt Der Mann diente 1914 in Straßburg (Elsaß), oerheirgtete sich dort im November 1914, machte den ganzen Feldzug mit, wohnte nach Kriegsende in Straßburg, wurde 1919 von den Franzosen ausgewiesen und kam dann mit seiner Frau nach Gießen, während sein jüngstes Kind bei den Schwiegereltern in Straßburg verblieb. Nach dem Tode seiner Frau kehrte Mandler im Juli 1924, um seinem Kinde nahe zu sein, nach Straßburg zurück, fartb dort Arbeit und tarn im November 1924 — wie er erzählt — nach einem Abend mit Freunden in bezechtem Zustande in französische Hände, nachdem er vorher unwissend einen Vertrag für die Fremdenlegion unterfd)rieben hatte. Mandler kam dann trotz seiner Einsprüche in die Fremdenlegion nach Afrika, machte hort die üb» lichen Legionserfahrungen, kämpfte im Rifgebiet mit, wurde später in die französische Einflußzone :n Kleinasien (Syrien) geschickt, wo es ihm zusammen mit einigen anderen Leidensgenossen gelang, von der Stadt Aleppo aus die Flucht nach der Türkei anzutreten, die auch glücklich gelang. Mit Hilfe der deutschen diplomatischen Vertretung kehrte er durch die Türkei und Oesterreich hierher zurück. Seine Erfahrungen in der französischen Fremdenlegion bestätigen erneut die bisherigen Warnrufe vor dieser französischen Schmach. Zeiten großer Entbehrung und bitteren Leidens waren das Ergebnis dieser Lebensjahre Mandlers, der sich schließlich nur noch durch die Flucht vor der weiteren Vertragserfüllung retten konnte. ** Winterobstausstellung Gießen. Die Anmeldungen laufen, soweit die nähere Umgebung der Stadt in Betracht kommt, in befriedigender Weife ein. So find beispielsweise allein aus der Gemeinde Wieseck 35 Aussteller gemeldet. Außerdem stiftete Wieseck einen namhaften Betrag für Ehrenpreise. Am mancherlei Anfragen zu begegnen, fei mitgeteilt, daß auch Sorten mit zweifelhaften oder ohne Qlamen zu- gelaffen find. Besonders sollten die outen Lokalsorten, wie Heuchelheimer Schneeapfel, Schöner von Wetterfeld, Allendorfer Rosenapfel u. a. recht oft vertreten fein. Jeder Obstzüchter kann auf dieser Ausstellung die Ramen seiner Sorten kostenlos erfahren, wenn er sie zu biefem Zweck einfendet. Einer Anmeldung bedarf es in diesem Falle nicht. Die Anmeldefrist ist bis 1. Februar verlängert worden. (weitere Lokalnachrlchlen im 2. Blatt.) Oie Wetterlage. i-t# 2; 4/ 1 7^ V 7^5 < * QL M3 x__"/'■/—7 — \\ lu ( ■■ (—— Paris = ©woDtenios O neuer, o nait> Bedeckt, » wolklo. e oedem «frepen * Schnee e»trauoein e NeDel K Grwitvr.© Windstille. *O' leichter o$i 7* '"^sigei Südsüdwest q stürmische- nordwesl Oie Pte-ie fliegen mit dem winde. Die Beiden Stationen Menenden Zaft- -en gehen die Temperatur an. Die Linien verBinden Orte mit gielchcov «yt nee/esmveau umoerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Ein neues Tiefdruckgebiet hat bereits wieder im Raume von Island und südwärts bis über den brittschen Inseln an Ausdehnung gewonnen. Seine Warmluft brachte dort erneut Temperaturanstieg und verbreitete Qliederschläge. Wenn auch zunächst unter dem Einfluß hohen Druckes überwiegend ttoc,.'enes Wetter vorherrscht und die Temperaturen sich in der kommenden Rächt noch unter dem Gefrierpunkt und vielfach auch darunter halten, so steht für den Anfang der nächsten Woche wieder milderes Wetter in Aussicht, to&bei Regenfälle nicht ausgeschlossen sind. Wettervoraussage für Sonntag: Zunächst neblig-wolkiges Wetter, Temperaturen wenig verändert, meist trocken, später wieder milder. Witterungsaussichten für Montag: Wolkiges, mildes und vielfach regnerisches Wetter. Lufttemperaturen am 27, Januar: mittags 4,6 Grad Celsius, abends 1,9 Grad Celsius: am 28. Januar: morgens 2,1 Grad Celsius. Maximum 5,5 Grad Celsius, Minimum — 2,9 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 27. Januar: abends 0,5 Grad Celsius: am 28. Januar: morgens 0,5 Grad Celsius — Sonnenfcheindauer: eine halbe Stunde. winterfporkmeldungeo. Vogelsberg (hoherodskopf): Wind: Nord: Temveraturen: —4 Grad Celsius: Wetter: dunstig: Schneehöhe 20 Zentimeter: Beschaffenheit: gekörnt: Sportmöglichkeit: gut. Herchenhainer höhe: Schneehöhe: 17 Zentimeter, Beschaffenheit: gekörnt, Temperatur — 3 Grad Celsius, Spottmöglichkeit für Ski und Rodel sehr gut. Vermietung. Im Hause Frankfurter Straße 89 in ließen ist ein Laden, 4,95:3,90 m groß, müt anstoßendem Zimmer, rd. 4,00:3,00 m groß, mit Keller und Speicherraum sofort zu vermieten. Angebote find bis zum 10. Februar d. 3. bei uns, Skephanftraße Ät. 18, einzureichen. 10211) Nähere Auskunft wird durch uns erteilt. Gießen, den 26. Januar 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. Gesucht sofort in allen Otten steißige. strebsame Personen zur Uebctnabme einer 682 Trrkotagen- und Sirumpsstrickerei auf unserer Ieminastrickmaschine. Leichter und höbet Verdienst. Glinsttge Bedingungen. ^>orkrnntniffe nicht er- forderlich. Prospekt grartS und franko. 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Großen-Linden, den 28. Januar 1928. Zugleich im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Wilhelm Lang Fürstlicher Oberförster. Ortenberg (Oberhessen), den 26. Januar 1928. Die Trauerfeier findet am Sonntag, 29. Januar 1928, nachm. 4 Uhr, im Trauerhause in Ortenberg statt. 10480 Boueckhec Gesang- Verein e. v. Diejenigen Mitglieder, fauch passive» die d.D.SängerbundeS- sest in Wien besuchen wollen, werben ersucht, an der am Sonntag. 29. Jan. um 17 Uhr im Wer- einölokal statlf.Aussprache teUzunehrn, Meldungen z. Teilnahme muss. b. spät. 1.2. b.l.Schriftf.Wek- steinitr. 40 1. abgege- ben sein. slo70i> Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Leonhard Kröckcr. Gießen, den 27. Januar 1928. Am 23. Januar verstarb nach langem schweren, mit größter Geduld ertragenem Leiden mein innigst geliebter, herzensguter Mann, unser treusorgender Vater, Sohwiegersohn Bruder, Schwager und Onkel, der Oberstaatsanwalt Karl Edmund Hartmann Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Carola Hartmann, geb. von Münchow Gotha, Gießen, Apenrade, Döbern, Köln, Artern, Weimar, Apolda, den 28. Januar 1928. Wir machen uns. Mit- glieder nochmals darauf aufmerksam, daß Einlaßkarten zu dem am Gamstag, 4.Zebr. l.Z.in sämll. Räumen der Liebigghöhe statt« findenden Maskenball in den Vorverkaufs- stellen nur gegen Vorzeigung von Einlad.- Karten abgegeben werden. — Dorver- kaussstellen sind: SporthausSchneider Neuenweg, Schuh- Haus Güß, Marktstr., Kriseurgesch.Tränkner Neuen Säue, Gold- Warenhaus Gllmblein Neuen Säue, Iigarrenhaus Henkel, Kaplansqasie. iossd Oie anläßlich der )rännierung zu vergebenden Preise sind im Schaufenster des Blumenhauses Dich, Seltersw., ausgestellt. 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Die Beerdigung findet Montag, nachmittags l1/» Uhr, in Lang-Göns statt. 1047D Todes-Anzeige. Heute früh 10l/4 Uhr verschied nach langem, schwerem, mit heldenhafter Geduld getragenem Leiden meine geliebte Frau Anna geb. Metzler Nl. Bantam d. mit allen Bureau- arbeiten vertraut ist, -sienogr. u. Schreibmaschine beherrscht. Ferner zu Ostern Eine transportable Wolle mehrere Türen, Fenster u. Fensterladen und einige Oeien preiswert ab- Oie Beerdigung findet Sonntag, den 29. Januar 1928, nachmittags 2 Uhr statt. 10270 Lehrling m.gut.Schulbildung. Nur schriftliche An- geböte erbeten. Tonroetre 'liöenöftern G. m. b. H. durch sein verständnisvolles Zusammenwirken mit der Bürgerschaft der Gemeinde hat er sich ein bleibendes Denkmal der Dankbarkeit und Verehrung gesichert. Wir werden des trefflichen Beamten und liebevollen Menschen stets in Treue gedenken. Der Bürgermeister. Der Gemeindevorstand. Rödgen, den 27. Januar 1928. 1028D Dame oder Herr m. gut.Beziehuugen für vornehme Tätigkeit bei gutem Per- dienst von einer Kaffee-Jmvortgescll- schast gesucht. Auch Hauskrauen finden bei stiller Werbung guten Nebenerwerb. Schr.Meldg. u. 0683 an d. Gietz. Anz. erb. für sofortigen Eintritt gesucht. Bewerbungen m.Scun- nißabschrtslen u.Ge- haltsanfvrüchen erbeten an 967D ®fl. 5d)leferf!ein Maschinenfabrik, LichtOberheffein. und 75 in Slrallcn- Frontbreiie zu Bauzwecken oder Lagerplatz gut geeignet, ist Tallinn gesucht vonZigarrew fabrlk in Giesien Schr. Ankr. unt. 0681 an den Gieh. Anz. Hotel Prinz Carl. Intelligent, jung. Mann zu Ostern als kautmannischer Lehrling von hiesiger Groll- Handlung gesucht. Selbstgeschriebene Angeboie unter 0718 an den Gieh. Anz. Für grollen Haushalt wird -um 15. II. spätestens 1. Hl. tücht. ältere Kraft gesucht, die felbständ. kocht, bäckt, einmacht, sparsam u. vernllns- ^^^dchasten kann, Küche u. Zubeh. rein hält u. etwas Hausarbeit übern. 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Bedeutung. r digkeit die ( Kontinentes sprechen sie j famen Oi unter dem b< vaige Strestic r'fchen Austr ist dann wie Gedanke, die mischen Lö E>and, was w deutet. So sii atrcuso^den :a$t v°Meten Beckcr al anuar 1928. 2 Uhr statt Reichs tmzschnft- »Hfl ^MlurzM M «ntemcht *Hu Verkehrs, u. R Verkehrs- u. Rede- i ei- lang- 'letzten Herrn ein zu f auS- eleibl- Jiflung, Frau Kroi rochen ich mit :üd. der, [0686 9 ,den Hinterbliebenen: Id dar- n, daß u bem Humen lenba» rrkouss- wW W>'* Heben Server- ib: tzneidtt W, larffmv ränfnf Sold' iinblem iue, ßtiM J035D |U k [e p lr * Sieh' rtP >> lUflUe« iDtibie undes- ’lntben len er am i, Ian. ,i M' tk.Aus- unehnii s. Selb b. fpäi. ;fW ibnene- b alt.Wittl. Beamter L- .ür I gehobener 6/ellir m anlangs 4 nBelwünltbt eufll, biuifr 0690lUd) erogene, ver- ckrdninlniiigende tarne, mii verträgt Charakici allen unseren herz- ing. ^er Teilnahme beim Entschlafenen sagen herzlichsten Dank. । Namen den Hinterbliebenen: in und Kind. uar 1928. 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Vegrisf und Name sind schon älter. 2a, sie sind eigentlich zugleich mit der Monroedoktrin entstanden, Anfang der zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Was sie bedeuten, ist klar: Die Idee einer Zusammengehörigkeit des ganzen amerikanischen Kontinentes oder der amerikanischen Kontinente. Ob sie praktisch etwas bedeuten könnte, darüber ist eben auf diesen panamerikanischen Zusammenlünften immer wieder gesprochen worden, aber ist bis heute zweifelhaft geblieben. Es waren die Kolonien Spaniens und Portugals, die sich selbständig machten und auf deren Schutz vor europäischen Interventionen die Monroedoktrin Nordamerikas hinzielte. Aber sie enthielt zugleich auch und enthält im Grunde heute noch den Gedanken und Anspruch, daß der angelsächsische Norden, eben die Union, die gegebene Vormacht, der Herrscher über die Mitte und den Süden sei. Im ganzen Iahrhundert hat sich ergeben, dah allerdings die Monrvedoktrin gegen Europa siegreich durchgeseht werden konnte, so weit, das) sie, wie bekannt, ja heute sogar ganz offiziell im Völkerbund anerkannt ist. Aber ebenso kann beobachtet werden, dah jener Anspruch und Gedanke Nordamerikas, den ganzen Kontinent als Vormacht zu beherrschen, nur an sehr wenigen Stellen wirklich durchgeseht werden konnte. Das ist der Fall in Panama und Nicaragua. Dies ist schon nicht mehr der Fall in Mexiko. Das ist er recht nicht der Fall gegenüber den Staaten Südamerikas, die sich immer selbständiger herausgebildet haben und für die gerade der Weltkrieg einen mächtigen Nuck vorwärts in der eigenen Entwicklung gebracht hat. Dieser Selbständigkeitswille geradezu in Form der Abneigung gegen den Norden tritt auch ganz deutlich bei dieser panamerikanischen Konferenz hervor. Die Vertreter Nordamerikas, unter denen am Anfang der Präsident selbst war, sind i n der Defensive und müssen immer vermittelnd und erklärend, geradezu entlchuldigend nachweifen, das; Nordamerika nur die friedliche Zusammenarbeit wolle. Diese Vorgänge haben nach mancherlei Richtung für Europa und darum auch für Deutschland große Vedeutung. Insofern nämlich diese immer selbständiger werdenden Staaten Südamerikas sich gegen die Vereinigten Staaten so stellen, legen sie immer größeren Wert auf ihre Mitgliedschaft im europäischen Völkerbund. Wir haben so das merkwürdige, aber sehr erklärliche Schauspiel, daß die Vereinigten Staaten den Völkerbund noch durchaus a b l e h n e n, daß aber die südamerikanischen Staaten in ihm lebhaft unö eifrig mitarbei- 1 e n. Da Deutschland heute Reibungen und Gegensätze mit diesen südamerikanischen Staaten nicht hat, sondern im Gegenteil überall große wirtschaftliche, nationale und kulturelle Interessen, so ist selbstverständlich für die deutsche Völkerbundspolitik dieser Gesichtspunkt auch von Vedeutung. Wenn auf der Basis der Selbständigkeit die Staaten des ganzen amerikanisch«: Kontinentes in Havanna zusammenkommen, so sprechen sie über Möglichkeiten einer gemeinsamen Organisation in dieser Form, unter dem beherrschenden Gesichtspunkt, wie etwaige Streitigkeiten vor dem Ausbruch in kriegerischen Austrag bewahrt werden könnten. Das ist dann wieder an einer anderen Stelle der Gedanke, die Möglichkeit eines — amerikanischen Völkerbundes. Es liegt auf der Hand, was wiederum dieser Zusammenhang bedeutet. So sind also die Vorgänge in Havanna, Gießener Konzeriverein. Schubert-Feier. Die Schubert-Feier des Konzertoereins gab einmal dem Symphoniker Schubert das Wort, zum andern aber kam der Schöpfer des neueren Kunstliedes durch die Mitwirkung von Hermann Schey (Bariton), Berlin, zur Geltung. Hermann Schey ist eine von den Sängerpersönlichkeiten, denen cs vergönnt ist, nach dem Höchsten zu greifen und mit Erfolg ihren Willen durchzusetzen. Seine stimmlichen und gesanglichen Fähigkeiten sind uns noch von seiner Mitwirkung gelegentlich der Requiem-Aufführung lebendig in Erinnerung. Diesmal war der Eindruck dem Hörer gegenüber noch unmittelbarer und darum noch eindringlicher. Sein quellendes Organ erklang rund und satt gefärbt in allen Lagen, und eine starke Gestaltungspotenz wie die seine vermochte darum selbst den größten Anforderungen vollends gerecht zu werden. Mit tiefer Verinnerlichung und Versunkenheit erklang der „Greisengesang" mit der in ihm liegenden Verklärung. Ebenso erstand die echte Schubertkantilene in „Memnon", jenem Werke aus der Frühzeit des Meisters, da er noch im Schulgehilfenjoche seufzte. Starke Gefühlsgebundenheit und Aufwallung und größte Kraft der Steigerung entwickelte der Sänger in „Dem Unendlichen", und als ein Meister der Interpretation erwies er sich mit der Durchführung vom „Prometheus". Da war jeder Gedankengang szenisch erlebt und mit starker plasti- scl)er Kraft geformt; besonders die Rezitative wirkten sich dramatisch aus. Die Begleitungen dieser Gesänge, im Original für Klavier geschrieben, wurden in Instrumentationen von Max Reger und Felix Mottl geboten, die wiederum charakteristisch für ihre Urheber waren: bei Mottl die Freude am Klang, bei Reger der Wille zum Ausdruck. Nicht jedem ist es gegeben, Schuberts symphonisches Werk voll auszuschöpfen, den lebendigen Strom der Erfindung in seiner einheitlich erwachsenen Organik zu erschließen. Der Reflek- tionsmusiker wird ihm gegenüber völlig versagen müssen; lebenswarmer musikalischer 3m- puls, eine echte Musikernatur, nicht Spielernatur, wird stets den Weg zu ihm finden und der Mitwelt die reichen Schätze, die dem Werte des Meisters innewohnen, offenbaren können. So war es bewunderirswürdig und erfreulich, zu hören, wie Universitäts-Musikdirektor Dr. Stefan Temesvarh jede Einzelheit in ihrer Natürlichkeit und gegebenen Berechtigung Klang werben ließ; jede Steigerung entwickelte sich orga- auf die im einzelnen nicht eigegangen zu werben braucht, nicht bedeutungslos für Europa, und es war deshalb richtig berechnet, dah angesichts dieses Zusammenhanges gerade im jetzigen Augenblick Deutschland die Frage zur Reise brachte, seine Gesandtschaften in Argentinien, Chile und Brasilien zu Botschaften zu erheben. In dieser Aeuherlichkeit drücken sich Entwickelungen und wichtige Gesichtspunkte auch der deutschen Interessen aus! Und schließlich muß man nun auch diese ganzen Fragen drüben zwischen den einzelnen Staaten des amerikanischen Kontinentes betrachten im Lichle der französisch-amerikanischen Auseinandersetzung. Sie ist insofern zu Ende, als die amerikanische Anregung nicht dem entspricht, was Briand wollte, unö so zunächst die Erörterung kaum fruchtbar weitergeführt werden kann. Das ist die eine Seite, die für Briand im besonderen unangenehme Seite des Mißerfolges und Fehlschlages. Die andere Seite ist, daß die Vereinigten Staaten dadurch gezwungen wurden und werden, über diese Frage zu diskutieren. Am liebsten, das merkt man wohl, diskutierten sie dergleichen überhaupt nicht, weil alle diese Fragen doch eben letzten Endes um den Völkerbund und seine Ideen kreisen. Aber sie können sich der Anregung schlechthin nicht entziehen, weil im eigenen Land die Bewegung stark ist gegen den Krieg, für Mittel, ihn zu verhindern, für seine „Verfemung". Dazu drängt die aktuelle Frage, wie sich die Union zu der Erneuerung der im Februar ablaufenden sogenannten Root-Verträge mit Frankreich, England und' 2apan stellt. Alles das ist ja nicht eigentlich konkret, greifbar, praktisch wirksam, aber bedeutungslos ist es ganz gewiß nicht bei der Wichtigkeit und der Stellung, die die Vereinigten Staaten gegenüber Europa einnehmen. Andererseits Rußland, das, wenn im Februar das Sicherheitskomitee zusammentritt, wieder erscheinen wird. Inzwischen hat sich S t a * lin der Opposition vollständig entledigt. Er hat ihre Führer, mit Trotzki an der Spitze, „v e r- s ch i ck t“. Das bedeutet die Anweisung eines Zwangswohnsihes — ein Mittel der Strafe, das übrigens ebenso der spanische wie der italienische Diktator gern gegen ihre politischen Gegner verwenden. Es reiht den Betroffenen aus seiner Tätigkeit und natürlich auch Derdienstmöglichkeit. Es führt ihn in abgelegene Gegenden, wo der abgeschlossene Aufenthalt auf Geist und Nerven zermürbend wirken soll, und diese Strafe Hatz Stalin jetzt an seinen Gegnern vollzogen. Beste Kräfte, soweit Intelligenz in Frage kommt, sind aus diese Weise lahmgelegt und entfernt. Cs ist gar keine Frage, dah der Kreis mit Stalin an der Spitze, der jetzt gesiegt hat, nicht in derselben Weise über Intelligenz verfügt, namentlich nicht über Intelligenzen, die in Westeuropa so wurzeln, wie diese Trotzki, Radek usw. Dabei ist der seltsame Gegensatz, dah gerade die Europa ferner stehenden Elemente, wenn überhaupt der Kampf mit der Opposition eine praktische Folge haben soll, Eurvpapolitik treiben wollen und müssen, gegen die die Opposition war. Die Diktatur des bolschewistischen Systems hat hier zu einer Unterdrückung der geistigen Freiheit innerhalb der eigenen Partei sogar geführt, die kaum Überboten werden kann. Das ist eine Angelegenheit dieser Partei, ihrer Anhänger, des Landes und Volkes, über das sie herrscht. Dagegen ist nun für die Welt von größter Bedeutung und Wichfigkeit, zu welchen praktischen Folgerungen der vollständige Sieg der Parteimehrheit und Stalins führt. Wird nun entschlossen die Bahn zu einer realen Friedenspolitik gegangen, in der das doppelte Konto der friedlichen Realpolifik auf dem einen Blatt, und der dritten weltrevolutionären Internationale auf dem anderen Brett nicht weitergeführt würde? Wird cs möglich sein, von hier aus im Sicherheitskomitee und auf der Abrüstungskonferenz gesamteuropäische Arbeit mit Rußland zusammen positiv, friedlich, schöpferisch zu leisten? Wird Rußland die Zugeständnisse nisch; jeder Einschnitt erhielt den ihm zukommenden Wert; jede Stimmung fand den treffenden Ausdruck; die jenseitigen Klänge der „Unvollendeten" ebenso wie die romantische Welt der L-Dur-Shmphonie mit ihrer sonnigen Stimmung des ersten Satzes, mit dem Schwanken zwischen Verzagen und Hoffnung im Andante, der erd- geborenen Fröhlichkeit im Scherzo und dem sieghaften Drängen und dionysischen Taumel des Finales. Es war ein Schwelgen im Klang für den Hörer; ein Aufgehen in der breit dahinfließenden Melodik des Meisters. Iedes Instrument wußte der Dirigent zur Hergabe des Letzten mitzureihen. Vielleicht geschah bei den Posaunen gelegentlich des Guten zu viel, aber dennoch wußte man dem Instrument Weichheit der Linie und starke Ausdruckskraft abzuringen. Klangschön und in idealer Entrückung entfalteten sich die Holzbläser, zumal in den langsamen Sätzen. Die Hörner traten mit samtartiger Weichheit des Klanges hervor und die Celli nahmen regen Anteil durch edle Tonschönheit. Die Triolenstellen der Violinen im letzten Satz der S-Dur- Shmphonie dämpften leider durch zu spitze Tongabe den Klang der Bläser. Dem Symphoniker Schubert ist so sein Recht geworden in allerwürdigstem Rahmen und allerwürdigster Art. Noch gilt es, des Kammermusikers und in ganz besonderem Ausmaße des Liedersängers Schubert zu gedenken. Das Iahr 1928 steht noch zu seinem längsten Teile vor uns; möge der Konzertverein uns noch ebensolche Schubertfeiern bescheren wie diese; des Dankes aller Hörer wird er versichert seini Dr. H. Wetter, dasWettgeschichtegemachthctt. Von Heinrich Bechtolsheimer. Unter diesem Titel veröffentlicht Dr. Ernst Kayser in Nr. 6 der „Giehener Familien- blätter" vom 21. Januar d. 2. einen interessanten Artikel, in dem er nachweist, dah das Wetter oft auf den Gang kriegerischer Ereignisse eingewirkt hat. Dah für die Geschichte der Stadt Gießen auch ein derartiger Fall zu verzeichnen ist, ist kaum bekannt. 2m 2ahrgang 1813 des „Giehener Anzeigers", der sich damals noch bescheiden ..Gieher Anzeigungs-Dlatt- chen" nannte, findet sich eine Chronik der Stadt auf dem Gebiete der Wirtschaftspolitik machen, ohne die wirklich brauchbare Handelsverträge, Anleiheabschlüffe, Wirtschaftsbeziehungen int ganzen nicht möglich sind? Beziehungen, die Rußland doch unbedingt braucht, wenn es die jetzige Stagnation und wirtschaftlichen Schwierigkeiten überwinden will? Das sind Fragen, die Europa am russischen Parteistreit interessieren. 2n ihm Partei zu nehmen, nun gar unter dem Gesichtspunkt der Sentimentalität, hat man keine Veranlassung. Um so gespannter aber blickt man, wie gesagt, auf die praktischen Folgerungen, die Stalin daraus ziehen wird. Cs ist für die Gesamtarbeit Europas in der sogenannten „Organisation des Friedens", von der man in Genf so viel redet, natürlich von größter Bedeutung, wie hier die Vereinigten Staaten von Amerika und dort Rußland dazu stehen! Die höheren Schulen in Hessen. Von Dr. Karl Völsing, Äürgermeister der Stadt Alsfeld. Zu den wichtigsten Problemen, die unsere hessischen Kommunalverwaltungen gegentoärtig beschäftigen, gehört die künftige Gestaltung des hessischen höheren Schulwesens, soweit dessen Schicksal mit der Finanzfrage zusammenhängt. Schon seit einer Reihe von Fahren kämpfen die hessischen Gemeinden um die Sicherstellung der Existenzgrundlagen ihrer höheren Schulen. Zur Zeit regelt sich die Kostentragung für die höheren Lehranstalten in Hessen noch nach dem Gesetz vom 21. März 1914, betreffend die Kosten der höheren Schulen, das die Grundlage für die Festsetzung des Anteilverhältnisses zwischen Staat und Gemeinden bildet, und zwar dergestalt, daß die sachlichen Kosten der höheren Schulen von den Gemeinden ganz zu tragen sind, von den durch Schulgeld und sonstige Einnahmen nicht gedeckten persönlichen Kosten haben die Gemeinden je nach dem Verhältnis der einheimischen Schüler zur Gesamtschülerzahl 20 bis 50 Prozent zu tragen. Für die höheren Bürgerschulen gilt das Gesetz vom 11. Mai 1901, betreffend die höheren Bürgerschulen, in der Fassung des Ab- änderungsgesetzes vom 15. 2uli 1922. Danach tragen auch bei diesen Lehranstalten die sachlichen Kosten die Gemeinden ganz, während der Staat zu den persönlichen Kosten einen Zuschuß in Höhe der Hälfte der durch Schulgeld und sonstige Einnahmen nicht gedeckten persönlichen Ausgaben leistet. Obwohl die gesetzliche Grundlage für die Kostenverteilung nach diesen Gesetzen heute überholt und veraltet ist, da infolge der Reichsfinanzreform eine vollständige Verschiebung des Kräfteverhältnisses und der finanziellen Leistungsfähigkeit bei den Gemeinden gegenüber 1914 eingetreten ist, hat sie dennoch die Hessische Regierung trotz der mehrfachen dringenden Vorstellungen und Eingaben der beteiligten hessischen Kommunen bis jetzt nicht zu einer Abänderung des gegenwärtigen, für die Sihgemeinden, d. h. diejenigen Gemeinden, an deren Sih sich die höhere Schule befindet, ungerechten und nicht mehr tragbaren Systems der Kostenverteilung verstanden. Wenn hier von einer Aenderung des Kostenanteilverhältnisses gesprochen wird, so sei vorweg darauf hingewiesen, daß es sich dabei um die persönlichen Kosten, nicht um die sachlichen, handelt. _ Die letzteren wollen die Gemeinden unter Würdigung des Interesses, das sie naturgemäß an dem Bestehen einer höheren Schule an ihrem Orte in wirtschaftlicher Beziehung bis zu einem gewissen Grade haben, nach wie vor weiter tragen. Anders aber verhält es sich mit den persönlichen Kosten. Während die sachlichen Kosten in den letzten Iahren nicht Übermäßig gestiegen sind, sind die persönlichen Kosten dauernd in starkem Steigen begriffen. Die bevorstehende Besoldungserhöhung, an der wohl auch Hessen nicht wird borübergeben können, nachdem das neue Reichsbesoldungsgeseh zur Annahme gelangt ist, bringt aber den Städten und Landgemeinden eine weitere, wesentliche Erhöhung der persönlichen Kosten ihrer höheren Schulen, denen keine erhöhten Einnahmen gegenüberstehen, da die Reichsregierung bekanntlich jede Aenderung des Finanzausgleichgesehes zugunsten der ßänoer unb Gemeinden strikte ablehnt, Länder und Gemeinden aber ihre eigene Steuerkraft unmöglich noch weiter anspannen können. Die- Folge wird sein, daß in einer ganzen Anzahl, namentlich kleinerer Städte, der Fortbestand ihrer höheren Lehranstalten ernstlich in Frage g e ft eJ 11 ist, da die Uebernahmc erhöhter Ausgaben für die Schulen schlechterdings für manche Gemeinden finanziell unmöglich sein wird, da man an der Grenze der finanziellen Leistungsfähigkeit und der Steuerkraft angelangt ist. Schließlich darf doch auch nicht der Zustand eintreten, dah um e i n Glied der Gemeindeverwaltung unter allen Umständen zu halten, nämlich die Höhere Lehranstalt der betreffenden Gemeinde, alle anderen Zweige der Gemeindeaufgaben verkümmern müssen. Nun wird bei dieser Sachlage der bekannte Einwand erhoben, daß wir in Hessen zuviel höhere Schulen besähen, und daß ohne Schaden für die Allgemeinheit eine Anzahl Schulen aufgehoben werden könnten. Zu dieser vielfach verbreiteten Auffassung muß einmal auf Grund sachlicher Ermittlungen Stellung genommen werden. Cs läßt sich nämlich an Hand der Schülerzahlstatistik der Nachweis erbringen, dah durch eine Aufhebung von Schulen wesentliche Ersparnisseüberhauptnichtzu machen sind. Wie die Schülerzahl der nach dem Kriege ausgebauten Dollanstalten beweist, ist für diese Schulen überall ein unbestreitbares Bedürfnis vorhanden, alle oberen Klassen sind so stark besetzt, daß mehrfach bereits Parallelklassen eingerichtet werden mußten. Würde man derartige Anstalten aufheben, so würden deren Schüler nach anderen benachbarten Schulen abwandern und deren Erweiterung durch Einlegung von Parallelklassen und Anbau oder Vergrößerung der Schulräume notwendig machen, so daß tatsächlich ernstlich nichts eingespart würde. Bemerkenswert ist es übrigens, daß diese Auffassung auf einer vor kurzem in Frankfurt a. M. abgehaltenen Versammlung hessischer Städte und Landgemeinden mit höheren Schulen von dem Referenten für die hessischen höheren Schulen, Herrn Staatsrat Block, durch seine Ausführungen be- ftätigt wurde. Nun hört man oft auch die Behauptung, die Gemeinden, welche sich über die unerschwinglichen Kosten für ihre höheren Schulen beschwerten, feien selbst schuld, da sogar noch nach dem Kriege auf Betreiben der Gemeinden eine Anzahl Realschulen zu Ober-Realschulen ausgebaut worden feien. Demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß diese Maßnahmen für die betreffenden Städte eine unbedingte Notwendigkeit waren, hervorgerufen durch die Tatsache, daß nach dem Kriege fast für alle Berufe, für welche früher die mittlere Reife verlangt wurde, heute das Maturitätsexamen gefordert wird, ob mit Recht, darüber kann man verschiedener Ansicht sein. Auf diese Weise ist e8 gekommen, dah heute die Ober- Realschule die Schulform geworden ist, welche früher die Realschule war. Die Gemeinden waren für die Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Darin ist für das Fahr 1646 folgendes verzeichnet: „Die Schweden forderten von dem Landgrafen, daß er ihnen Gießen einräumen und die kaiserlichen Regimenter wegschicken sollte. Beides wurde verweigert. General Cberstein zog sein Heer unter den Wällen von Gießen zusammen. Da wegen anhaltender Dürre der Wallgraben ziemlich seicht war, gedachten die Schweden den 12. Fuli in der Morgendämmerung die Stadt zu überrumpeln und kamen mit Faschinen und anderen Werkzeugen, um Graben und Wälle zu übersteigen. Sie fanden aber die Garnison und Bürgerschaft auf dem Wall zu ihrem Empfang bereit und zogen daher ab. Sie machten hierauf Anstalten, Bomben in die Stadt zu werfen. Federmann bangte vor dem Schrecken einer Belagerung und Beschießung, als Gottes Güte auch dieses Unglück von der Stadt abwendete. Nämlich es entstand am 14. Fuli ein so starkes Gewitter mit Hagel und Platzregen, daß das Waffer tief in allen Feldlagern stand und die angebundenen Pferde sich losrissen und teils in der Lahn umkamen, teils sonst zerstreut wurden, so daß die Soldaten selbst bekannten, Gott streite für diese Stadt. Die Feinde hielten sich daraus wegen des andauernden Regens und Morastes ziemlich ruhig. Den 29. schickte der Landgraf den Superintendenten D. Feuerborn als Abgesandten in das schwedische Lager nach Heuchelheim, welcher von dem schwedischen Generalfeldsuperintendenten Michael Ludovici freundlich ausgenommen wurde. Am nächsten Morgen wurde er zu dem Generalfeldmarschall Wrangel gebracht. Hier sprach er mit solcher männlichen, eindringenden Beredsamkeit dem Landesfürsten und der Stadt zum Besten und stellte die allgemeine Rot so dringend vor, daß der schwedische Assistenzrat Alexander Erskine mit ihm in die Stadt geschickt wurde zum Landgrasen. Worauf Sonntags, den 2. August, die ganze schwedische Kriegsarmada ausbrach und wegzog." Der Verfasser dieser Kriegschronik ist nicht genannt, ich vermute, daß es der Professor der Medizin Dr. Emst Ludwig Wilhelm Nebel (1772—1854) ist, da dieser als Forscher auf dem Gebiete der Gießener Lokalgeschichte bekannt ist. Fch habe allerdings die Mitteilung über die wunderbare Errettung der Stadt Gießen aus der Umklammerung durch die Schweden anderwärts nicht bestätigt gefunden, doch liegt fein Grund vor, sie in Zweifel zu ziehen. Srefcerif Lamond. Man kennt ihn eigentlich nur a l s Beethovenspieler. Selten vereinigt et sich in der Kammermusik, wenn es gilt, im Sonatenoder Triospiele das klingende Instrument nutzbar zu machen. Dann einigt er sich mit seinem Beethoven, wenn die Klangfantasie eines Strauß ober eines Rachmaninow bas Klavier mit dem Cello zu stärkster Einheit zusammenkettet. Das Unproblematische seiner zeitgenössischen Beethoveninterpretation ist nicht in der Virtuosität, die bei Lamond besonders stark geprägt ist, sondern in dem Klanglich-Derfeinerten seines Pianistentums gegründet. Richt Technik oder Gut-Klingendes braucht der Pianist Lamond, sondern seine Fähigkeit in dem materiellen Erschöpfen des Werkes. Seine Außerordentlichkeit ist der untrügliche Beweis für den metaphysischen, schicksalhaft wirkenden Geist diesesKünstler- profiles. Kein Wunder, daß dieser Künstler seine reine Empfindung in reinem Stil ausströrnen läßt; moderner Geist, der an der Kunst und dem Reichtum jener Titanenerscheinung eines Beethoven erstarkt. In frühester Fugend hatte der Künstler den Schauplatz der Musik betreten, mit seinem wundervollen Anschlagtone befruchtet und gleichsam erobert. Sein Musikantentum war von der Gesamtheit des Musikschaffens erfüllt. Er spielte die Orgel, erlernte das Figurale und Kontrapunktische aus dem Wesen Bachschen Geistes, ndhm auch die Geige zur Hand, bis er in den Schülerkreis Franz Liszts gerät, der feine hohe Begabung aus dem seelischen Gehalt seiner Genialität entwickelt. Beethoven gibt dem jungen Lamond die Lebensform, er baut mit monumentalem Gepräge ein symphonisches Gebilde, nährt sich von dem Geiste der Sonate, und nimmt aus ihr den eigenen einzigartigen Aufstieg. Kommt in das Ausland, wird Professor am Konservatorium im Haag, übernimmt eine Meisterklasse, kommt aber nach Deutschland zurück, um nunmehr in seinen großen Beethovenabenden das Lebenswerk zu überleuchten. Seine Gemeinde, dankbar und beharrlich zugleich, erfühlt das Ungewöhnliche seiner Gestaltungskraft. Denn sie befähigt ihn in systematischer. typologischer Vertiefung die letzten Deet- hovensonaten mit dem Instrumente zur Einheit zu verschmelzen. Startum ist dem Meisterpianisten Lamond fremd. Denn -in der Tiefe feiner Seele ist die Gröhe seiner Kunst zu finden. Rur in Dankbarkeit wird man an seinem heutigen 6 0. Geburtstage seiner gedenken! K.V. bis 140 Pf.: Eier 15 bis 17, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 40, Endivien 25 bis 35, Lauch 5 bis 15, Rettich 10 bis 30, Sellerie 10 bis 60 Pf. das Stück. Aus -er provinzialhaupistadi. Gießen, den 28. Januar 1928. Kommt das Kleinpakei? Wie man hort, beabsichtigt die Deutsche Reichspost, auf die verschiedenen Anregungen aus Handelskammerkreisen hin, die Wiedereinführung des Kleinpaketes. Es ist geplärrt, ein Kleinpaket einzuführen, dessen ® e * wicht 2 Kilogramm nicht überschreiten darf und für das auf alle Entfernungen eine Gebühr von 4 0 Pfennig erhoben werden soll. Das 1-Kilogramm- Päckchen soll zwar b e i b e h a l t e n, der Preis dafür jedoch von 40 auf 60 Pf. erhöht werden. Außerdem soll das Höchstgewicht für alle Briefpostsendungen auf 500 Gramm festgesetzt werden. Die Industrie- und Handelskammer Berlin, dec der Vorschlag der Post vorgelegt wurde, bezeichnet eine Heraufsetzung der Gewichtsgrenze für das Kleinpaket auf 3 Kilo- rungen ausgesetzt werden soll. Unter normalen Verhältnissen käme nur eine Lösung in Frage, die U ebernah me der persönlichen Kosten aufden Staat, denn das höhere Bildungswesen ist genau so eine Staatsaufgabe wie das Volksschulwesen, dessen persönliche Kosten bekanntlich der hessische Staat übernommen hat. Mit Recht hat der Hessische Philologenverein in einer Einaabe an den Finanzausschuß des Landtages darauf hinge^ wiesen, daß der Ausbau und die' Unterhaltung der höheren Schulen im Interesse der Volksgesamtheit liegt, da sie van allen Beoölkerungsschichten besucht werden und deshalb in Wahrheit feine Standes- schulen, sondern schulen des ganzen Volkes sind. Dementsprechend hatten schon im Jahre 1922 die hessischen Gemeinden mit höheren Schulen dem Landtag einen Antrag wegen Uebernahme der persönlichen Kosten auf den Staat unterbreitet, der aber keine Annahme fand. Die schwierige Finanzlage des hessischen Staates, in. welcher sich dieser gegenwärtig befindet, läßt es indessen ausgeschlossen erscheinen, daß ein solcher Antrag heute irgendwelche Aussicht auf Verwirklichung hat. Im Gegenteil sucht sich der hessische Staat immer mehr finanziell zu entlasten unter Abwälzung non Staatsaufgaben aus die Gemeinden. Es muß daher versucht werden, auf andere Weise den unbedingt notwendigen Lastenausgleich auf einer gerechten Grundlage zu finden. Bei diesem Bestreben muß man notwendigerweise auf das Sy - ft'm der Gastschulbeiträge kommen, ausgehend von der Feststellung, daß sich aus Grund des Gesetzes vom 21. März 1914 ein Beitragsverhältnis der Sitzgemeinde, d. h. der Gemeinde, in welcher die Schule ihren Sitz hat, entwickelt hat, das in feiner Weise der prozentualen Inanspruchnahme der Schule aus der beteiligten Gemeinde gerecht wird. Bei vielen höheren Lehranstalten beträgt heute der Prozentsatz der auswärtigen Schuler fast 50 Proz., bei manchen Anstalten noch weit mehr, während aber die Sitzgemeinde allein zur Tragung des gesetzlichen Kostenanteils für die Schule verpflichtet ist. Es kann wohl nicht ernstlich bestritten werden, daß dies kein gerechter Lastenausgleich ist. Wenn mangels anderer Möglichkeiten unter solchen Umständen die beteiligten Sitzgemeinden die Forderung erheben, daß in Form von Gastschulbeiträgen die Heimatgem'inden der Schüler zu den Kosten derjenigen höheren Lehranstalt, die sie besuchen, heran- gezogen werden, so kann man moh! einem solchen Verlangen seine innere Berechtigung nicht absprechen. So hat auch bereits das preußische Kultusministerium den Entwurf eines Gastschukbeitrag- gesetzes ausgearbeiter, zu welchem die kommunalen Spitzenverbände gehört worden sind, nach welchem die Höhe des Gastschulbeitrags mindestens 40 Proz. und höchstens 75 Proz. derjenigen Kosten betragen soll, welche die Gastgemeinde im abgelaufenen Schuljahre durchschnittlich für den einzelnen Schiller aufgewendet hat. Die Verpflichtung zur Zahlung wird den Kreis-Kommunalverbänden auferlegt. Werden Gastschulbeiträge nicht erhoben, so darf für auswärtige Schüler ein Zuschlag zum Schulgeld bis höchstens 25 Prozent erhoben werden. Bemerkenswert ist die Feststellung, daß das Hessische Lande s a m t für das Bildungswesen ein . Schulkostengesetz für die höheren hessischen Lehr- arftalteii ausgearbeitet hatte, in welchem auch die Einführung von Gastfchulbeiträgen vorgesehen war, der Entwurf hat aber nicht dis Zustimmung des Gesamtministeriums gefunden und ist daher nicht weitergeleitet worden. Es wäre interessant, die Gründe hierfür zu erfahren. Wenn gegen das Stiftern der Gastschulbeiträgs Sturm gelaufen wird, insbesondere vom Deutschen Landkreistage (vqL den Aufsatz des Landrats Dr. S ch ö n e in Stettin über das Gastschulbeitraggaesetz in Nr. 22 der „Zeit- scbriit für Kommunalwirtschaft", 17. Jahrgang, Seite 1681\ so wird hauptsächlich ins Feld geführt, daß es sich hier um eine Zuweisung einer neuen Auf gäbe an die Kreiie handele, die nach dem Fino.nz- ausgleichgesetz nicht erfolgen dürfe, wenn nicht alhichzeilig der Staat für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel Sorge trägt. In Wirklichkeit handelt es sich aber gar nicht um eine neue Ausgabe, denn es entstehen keinerlei neue Soften, sondern es soll lediglich eine gerechtere Verte i l u n g d e r K o st e n erstrebt werden. Außerdem bleibt es den Kreisen unbenommen, die Kosten auf die beteiligten Gemeinden auszuschlagen. Wenn behauptet wird, daß eine solche Heranziehung der H-'imatgemeinden der auswärtigen Schüler zu den Kosten zu Mißhelligkeiten für die betreffenden Eltern führen und wertvolle Elemente vom Besuche der höheren Schulen abschrecken würde, so Darf eine iolche Behauptung doch nicht verallgemeinert werden, da sie doch immer nur eine Vermutung ist, deren Nichtigkeit erst durch die Praxis noch zu erweisen wäre. Ueberdies ist der Gedanke des Gastschulbei- krages bis zu einem gewissen Grade bereits in dem neuen hessischen Volksschukgesetz vom 25. Oktober >921 eingeführt, indem der Artikel 67 Absatz 2 des Gesetzes in Verbindung mit dem Ausschreiben des hessischen Landesamtes für das Bildungswesen zu ' Wr. L B. Nr. 9101 vom 27. März 1924 die Erhebung ’ eines Schulgeldes von den ortsfremden Fortbil- dungsschülern zuläßt. (Schluß folgt.) Amtsgericht Gießen. • Gieße n. 25. Januar. Landwirt H. von ,5 e, H e.r n vQt den Maurer M. von dort wegen Beleidigung und Körperverletzung verklagt, weil dieser ihn ohne rede Veranlassung getreten habe, so daß er ärztliche Hilfe habe in Anspruch nehmen müssen. M. bestreitet dies und gibt an U von H. einen Acker gepachtet, dessen Pacht er mi Einverständnis des H. an dessen Neffen bezahlt habe. Als er das Ansinnen des Ä ? 6" leihen, abgelehnt habe, habe H. geschimpft und behauptet. M. habe schon längere Zeit einen Acker von ihm gepachtet. be° x a,ec "'chts dafür. Daraufhin habe er, M., %totÖihm J?" r"hig sei. werde er' M., ihm den Gendarmen schicken. Geschlagen oder getreten habe er ihn aber nicht. Die De- weisaufnahme ergab jedoch, daß M den Ä gegen ba« Bem getreten hat. aber auch weiter Z-. den M. Lugner und S p i tz b u b ge- lch"nPtttz.t.M. erhob deshalb Widerklage gegen DGr9ha3cn "ch die Parteien dahin daß M -bedauerte gegen H. tätlich geworden zu lein, wahrend H. seine beleidigenden Aeutzerun- gen mit Bedauern zurückzog. Jeder Teil über- nahm die aus feiner Seite erwachsenen Kosten und die Hälfte der gerichtlichen Gebühren M außerdem die sämtlichen Zeugengebühren gemeinfchast. darüber hinaus aber auch zum Wohle aller auf Gemeinnützigkeit gerichteten Bestrebungen. Noch einmal sah man durch diese Werte das geistige Bild diese« allzufrüh dahin- gegangenen unermüdlichen Schaffers und befähigten Führers vor Augen erstehen, wie «S tm Gedächtnis aller fort leben wirb, die mit diesem Manne Gemeinschaft hatten. Darauf folgte eine lange Neihe von Ansprachen, in denen überein- stimmend der Schmerz um den jähen und frühen Tod Bürgermeisters Völker» zum Ausdruck gebracht und zugleich die vielfachen großen Verdienste dieses Mannes tn treffenden Worten her- vorgehoben wurden. Für die Stadt Lich sprach im Auftrage des Stadtvorstandes Rektor Erb. der dann auch noch namens des Schulvorstandes und der Lehrerschaft das Wort ergriff, ferner sprachen Provinzialdirektor Graef im Namen der Provinzialverwaltung, des Kreisamtes Gießen, des Kreisschulamtes. Redakteur B l u m s ch e i n im Auftrage des VerkehrsbundeS Oberhessen. Stadtrechner Häuser-Lich für die städtischen Veamren. Pfarrer Weidner- Ober-Lais im gestellt hatten. Einem der Beteiligten beschrieb er ein in orientalischem Stil gebautes HauS in einer Hafenstadt in Lettland. Er sah darin in einem Zimmer eine altertümliche Uhr und bemerkte einen älteren Herrn, der die Zeitung las. Einer Dame, die ihm einen Ring zeigte, beschrieb er die Kassette, in der sich der Ring befand und das Zimmer, in dem sie aufgehoben wurde. Seine Wahrnehmungen wurden von den Beteiligten als im wesentlichen richtig bezeichnet. Zum Schluß zeigte Marion noch einige Experimente aus der Pshcho-Graphologie. Er ließ sich Briefe reichen, ritz Stücke davon ab und zerknüllte diese in seiner Hand, um dann eine Beschreibung der Personen, die diese Briese schrieben, und deren Wohnungen zu geben. Sehr starker Beifall lohnte dem Vortragenden für seine gelungenen Darbietungen. Abschied von Sßrgermeifler Döüer-Äch Gestern nachmittag wurde auf dem Friedhöfe unserer Aachbarstadt Lich die sterbliche Hülle des allzufrüh entschlafenen Oberhauptes dieser Stadt, BürgermeistersTheodorVölker, zur letzten Ruhe gebettet. Ein Trauergefolge, wie man es nicht nur in Lich, sondern auch anderwärts in dieser Größe wohl nur selten sieht, gab Zeugnis dafür, welche außerordentliche Wertschätzung dem Heimgegangenen weit über unsere Stadt hinaus entgegengebracht worden war. An der Spitze des großen Trauerzuges schritt bei der letzten Fahrt des allseits beliebten Bürgermeisters die Sicher Feuerwehr, anschließend folgten sämtliche Licher Vereine mit ihren umflorten Fahnen, dann kam der von Feuer- wehrmannfchaften mit lodernden Fackeln beiderseits begleitete Wagen mit dem Sarge, dem zunächst die Angehörigen des Verewigten, dann die Vertreter von Behörden und Deputationen, der Stadtvorstand, Schulvorstand und Lehrerschaft, Vorstand der Israelitischen Aeligions- gemeinde, die städtischen Beamten, zahlreiche Bürgermeister aus allen Gegenden der Provinz, Vertreter auswärtiger Korporationen und viele Einwohner der Stadt folgten. Vom Rathaus wehten die Fahnen der Stadt trauerumflort dem auf der letzten Fahrt an der Stätte seines Wirkens vorübergeführten Bürgermeister den Scheidegruh. .Unter Choralklängen wurde der Sarg bei gesenkten Fahnen der Vereine in die Erde gebettet. Darauf ehrte der Arbeiter-Gesangverein ^Einigkeit" mit einem Trauerchor das verblichene Stadt- oberhaupt. Stiftspfarrer Schorlemmer betonte in seiner Gedenkrede, daß eine ganze Stadt um diesen einen Mann trauere, weiter würdigte er in eindrucksvollen Worten die hohen Eigenschaften dieses vortrefflichen Menschen, tief- gläubigen Christen und ausgezeichneten Beamten. Der Geistliche zeichnete ein lebendiges Bild von dem Wirken des Entschlafenen in seiner eigenen Familie, wie auch in der Familie der Stadt- Namen der Evangelischen Volksgemeinschaft. Direktor Zacheis - Gießen für die Bezirkssparkasse | Gießen. Dr. med. Roth- Lich für die dortige i Vierziger-Vereinigung, Landwirtschaftsrat Dr. Lehr- Lich für den Wirtschaftsausschuß und bas Landwirtschaftsamt Lich. Bürgermeister Menge!-Schotten tm Auftrage der Freien Vereinigung der oberhessischen Landstädte und des Pro- vinzialverbandes Oberhefsen des hessischen Lanb- gemeinbetages, Bürgermeister Fendt -Hungen für die Bürgermeister des Kreises Gießen. Medizinalrat Dr. Vogt-Butzbach für die Butzbach—Licher-Eifenbahn. Beigeordneter Kommerzienrat Langsdorf - Friedberg für die Stadt Friedberg. Kaufmann Max Cham brs I. als Abgesandter der Israelitischen Religionsgemeinschaft Lich. Heinrich Schmidt VIII. als Beauftragter sämtlicher Vereine der Stadt Lich. die je einen Kranz als letzten Gruß am Grabe niederlegen ließen. Ferner sprachen noch zahlreiche weitere Redner, deren Namen im einzelnen festzuhalten bei der großen Fülle der Sprecher nicht gut möglich war. Sämtlichen Ansprachen folgten Kranzniederlegungen, die einen Verg von Blumen und Grün an der Gruft des Verblichenen bildeten. Trauerchöre des Rothfchen Männerchors und des Gesangvereins „Cacilia", sowie Choräle des Posaunenchors Lich und der Sicher Feuer- wehrkapelle vertieften die Wirkung dieser Feier. Die Freiwillige Feuerwehr hatte die Leitung deS Trauerzuges und die Abwickelung der Feier auf dem Friedhof übernommen, sie wurde ihrer Aufgabe in jeder Hinficht würdig und dankens- wert gerecht. Die Licher Einwohnerschaften allen ihren Teilen bekundete hier noch einmal ihre Verehrung für den ersten Licher Berufsbürger- jn dessen Geiste fortzuwirken ihr eine •* Städtische Brennholzverftei gern n g. Bei der gestrigen Brennholzversteigerung im Stadtwalde beim Forsthans Hochwart wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Buchenscheit 15.50 Mk., Hainbuchenscheit 15 Mk., Eichenfcheit 11 Ml., Buchenknüppel 11 Mk., Hainbuchenknüppel 13 Mk.. Eichenknüppel 9 Mk., Eichenstöcke 5,50 Mk. je Raummeter: Buchenreisig 22 Mk., Hainbuchenreisig 20 Mk.. Gichenreifig 12 Ml. Weichholzreisig 12 Mk. je 100 Wellen; Bohnenstangen 8 Mk. je ICO Stück. *’ Zur Frage der Kommunalisierung des Beerdigungswesens. In einer Reihe von hessischen Landgemeinden hatten die Gemeinderatsversammlungen mit sozialkemo- lratisch-kommunistischen Mehrheiten den Bes-chluh gefaßt, die Beerdigungskosten auf Antrag der Hinterbliebenen auf die Gememdekosse zu übernehmen. Auf Anordnung des hessischen Ministeriums des Innern haben die zuständigen Kreisämter diese Beschlüsse beanstandet. Da die Ge- meinderatsversammlungen aus ihren Beschlüssen beharren, kommt die Angelegenheit in der nächsten Sitzung des Provinzialausschusses für die Provinz Starkenburg zur generellen Entscheidung. WEN. Benutzung von Schnellzügen mitSonntagskarten. In letzter Zeit ist häufig die Wahrnehmung gemacht worden, daß Reisende mit Sonntagskarten Schnellzüge benutzen. ohne vorher Schnellzugszuschlagkarten gelöst zu haben. Das hat in den vielfach stark belasteten Schnellzügen o tmals unerwünschte Folgen. Reisende mit Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs lösen im allgemeinen vor Antritt der Fahrt eine Zuschlagkarte, wenn sie die Absicht haben, einen Schnellzug zu benutzen. Mtt Rücksicht auf den an Sonn- und Feiertagen herrschenden stärkeren Verkehr ist diese rechtzeitige Vorauslösung der Zuschlagskarten für Reisende j mit Svnntagskarten um so notwendiger. Wenn ein Zwang zur vorherigen Lösung von Zu- schlagskarten auch nicht besteht, so ist doch allen Reisenden mit Donntagslarten, die einen Schnell- I zug benutzen wollen, dringend zu empfehlen, sich I stets vor Beginn der Reise mit Zuschlagskarten zu versehen. Dis sich aus der Nachlöfung in den Zügen ergebenden An-uttäglich.'eiken lö-.ntsn sonst leicht zur Aufhebung der Vergünstigung führen, Sonntagskartm auch in Schnrklzügen zuvulassen. ’* Oberhessischer Knnstve r e i n. Die ö-er&eit-igc K a th e ° K ol k w i h -- Ausstellung, verbunden mit der Ausstellung von Oel- g«?nalten Karl Bankers und des verstorbenen Malers Adolf L i n s - Düsseldorf, erfreut I sich fortgesetzt regen Besuchs. Sie bleibt noch bis Sonntag, 12. Februar (einschließlich) während der üblichen Besuchszeiten geöffnet. Mit Been° digung dieser Ausstellung wird auch die Ein- zeichnungsliste für das Kinderbildnis von P. P. Rubens: .,Knabe mir Zeisig", welches von I dem Piperdruckverlag als Sonderausgabe ür die Vereinsmitglieder hergestellt und I m Ausstellungsraum auSgehängt rft. abge- chloften. deshalb geradezu gezwungen, ihre Schulen zu Bollanstalten auszubauen, wenn sie noch Wert haben sollten. Es fragt sich nun: Aus welche Weise kann eine finanzielle Entlastung der Gemeinden von den Ko ft en der höheren Schulen erfolgen, die kommen muß, wenn unser hessisches höheres Schulwesen nicht ernsten Erschütte- gramm — mindestens jedoch 2,5 Kilogramm — sur dringend erforderlich. Auch die Abmessungen für das Kleinpaket (40: 25:15) sind nach Ansicht der Handelskammer zu sehr beengt. Weiter wird betont, daß die geplante Gebührenerhöhung für das Päckchen eine außerordentliche Belastung besonders für den Buchhandel bedeutet. Auch gegen die Beschränkung des Gewichtes der Brie'sendun- gen - also auch Drucksachen — auf 500 Gramm beständen Bedenken. Mit den Vorschlägen der Reichspost befaßte sich auch der Postausfchuh des Industrie- und Handelstages, der zu ähnlichen Beschlüssen wie die Handelskammer Berlin kam. Oie Mission im $i(m. Man schreibt uns. Wohl das beste Erkennungszeichen, wie die Mission der Forderung der Zeit gerecht wird, ist die Tatsache, daß sie sich des Films zur Veranschaulichung ihres Werkes bedient. Sic gibt dadurch jedermann Einsicht in die Art und Were, wie sie arbeitet, unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit zu tun hat, wie dringend erforderlich sic ist, und jedermann kann sich überzeugen, was in der Mission geleistet wird. Daß hier einmal Klarheit geschaffen wird, ist auch eine Forderung der Zeit, denn nicht die Mission ist rückständig, wie sie in den Augen vieler erscheint — sie hat es mit den brennendsten und akutesten Fragen zu tun —, sondern die Anschauungen über die Mission find rückständig. Um h er abzuhelfen, hat sie die en Film geschaffen: jedermann soll 'eh?n und sich überzeugen können. Sie will aber auch zugleich zur Betätigung anregen, weich' ein weites Feld zur Arbeit in allen Weltteilen offen steht, und nicht zuletzt, wie diese Arbeit anerkannt und geschätzt wird. Es bietet sich dem deutschen Volke dura- die Mifsion eine jener Möglichkeiten, die um unserer Weltstellung willen nicht versäumt werden dürfen: hier kommen wir mit Kräften in Berührung, die in der Welt etwas zu bedeuten haben. Das weih jeder Beobachter, der einmal recht in diese Dinge hineingeschaut hat. Nachdem bereits am Sonntag, 29. Ianuar, hier in der Stadtmission, in der Löberstraße, ein Film der Sudan-Pionier-Wisfion läuft,wird Samstag, 4. und Sonntag, 5. Februar, hier in der Stadtkirche ein MiffionSfilm vorgeführt werden, der uns die erste Darstellung von O st - A f r i k a, unserer früheren Kolonie, geben wird, wo heute wieder mehrere deutsche Missionen arbeiten. Wir werden gleich mitten hineingestellt. Wir sehen die Landung in Tanga den Ausbruch zur Reise ins Innere mit der Bahn bis llfambara und können dabei beobachten, was die deutsche Verwaltung zur Er.chlie- hung der Kolonie getan hat. Von dort geht es im Auto, das jetzt in Afrika reichlich Verwendung findet, weiter nach Wuga, und wir befinden uns in der schönsten Bergland, chast. Wir erleben mit die freudige Begrüßung der Missio- nare nach jahrelanger Trennung, in der sich die Anhänglichkeit und Dan barkeit der Eingeborenen bekundet. Im Begrühungsgotlesdienst inmitten einer großen Menge unter freiem Himmel. mit anschließendem Festmahl, können wir das Leben und Treiben der Eingeborenen beobachten. Ein Posaunenchor tritt aus, und in den Hütten wird Besuch gemacht. Arbeit in Fülle wartet aus den MifsionSarzt: bald ist er umringt von vielen Hilfesuchenden, seine Kunst wird bewundert und seine Hilfe dankbar angenommen. Besonders wertvoll ist der Einblick in die sehr geschätzte Erziehungsarbeit. Man lernt den Schulbetrieb kennen, die Einführung in die Anfangsgründe der Sprache. Hier wird wertvolles Menschenmaterial herangebildet. Was noch wichtiger ist. hier werden Menschen zur Arbeitsamkeit erzogen, in Öen verschiedenen Handwerken herangebildet, in denen sie eine große Geschicklichkeit bekunden. Wertvolle Kulturarbeit in hingebungsvollem Dienste zum Segen der Eingeborenen wird hier geleistet. Das ist die Mission, wie sie sich in Wirklichkeit darstellt, ein Werk, das treiben und fördern zu können, wir uns zur Ehre anrechnen müssen. Daten für Lonntag, den 2A Januar. Sonnenaufgang: 7,45 llfjr, Sonnenuntergang: 16.42 Ahr. -Mondaufgang: 10,53 Ahr, Mond- untergang: 1,11 Ahr. 1466: Bestätigung der Leipziger Messen durch Kaiser Friedrich II. — 1499: Luthers Gemahlin Katharina v. Bora geb. (gest. 1553). — 1763: der Dichter Iohann Gottfried Seume in Poserna geb. (gest. 1810). — 1814: der Philosoph 2oh. Gottfried Fichte in Berlin gest. (geb. 1762). Daten für Montag, den 30. Januar. Sonnenaufgang: 7,42 Ahr, Sonnenuntergang: 16,45 Ahr. — Mondaufgang: 10,53 Ahr, Mond- untergang: 1,15 Ahr. 1649: Hinrichtung König Karls I. von England (geb. 1600). —1781: der Dichter Adalbert v. Chamisso in Boncourt geb. (gest. 1839). — 1853: der Dichter Karl Gerock in Vaihingen a. d. Enz geb. (gest. 1890). - 1926: Abzug der englischen Besatzung aus Köln. Gießener Wochenmarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 140 bis 160, Matte 30 bis 35, Wirsing 25 bis 40, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 35, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 15 Spmat 35 bis 40. Anter-Kohlrabi 8 bis 10^ Grünkohl 25 bis 30, Rosenkohl 60, Feldsalat 11201 Zwiebeln 20 bis 35, Mecr- rcttich 40 bis 80. Schwarzwurzeln 40 bis 60 Amseln 1 bis 5V2, Aepfel 8 bis 15. Birnen 1?- t b0, Suppenhühner 100 bis 120 Ganse 110 Pf. das Pfund. Käse (10 Stück) 60 * Naturheilverein Gießen. Sein 17. Stiftungsfest beging dieser Tage der Natur- heilverein Gießen im Katholischen Vsrsinshause. Der Abend geftaliete sich zu einer harmonischen Feier; der Saal konnre die Zahl der Gäste kaum fassen, die in froher Stimmung den Darbietungen folgte. Ernst : ,iö Scherz wechselten ab. Die Iu- gendgruppe de' Vereins unter Leitung von Herrn H ä l l m e h c r. führte in gut erfaß t-nn Spiel die Ideen der Noturhe.lbeweuung vor Augen und erheiterte im zweiten Teil durch, zwei slott gespiene Schwänke. Als Solistin des Abends fang örau Aenny Brandl eine herrlich« Mozart- arie aus „Figaros Hochzeit" und sinnige Lieder von C. M. v. Weber, die große Freude hervor- rie en. Die Zugabe eines Walddogelliedes löste Sturme des Bei alls aus. Pianist Hahn hatte in dankenswerter Weise die Begleitung der Sängerin übernommen. Volkslieder eines Doppelquartetts (Mitglieder des Gesangvereins Har- mome-Gemütlichleit) umrahmten die Vorträge und ließen auch Freunde unseres schönen Mannergesanges auf ihre Rechnung kommen. Den wohlgelungenen Abend beschloß ein flotter Tanz. ” Nächster Pferdemarkt zu Frank- f u r t a. M. steht am 30. Ianuar bevor. Bei der zahlreichen Beschickung dieser Märkte mit Pferden aller Rassen ist für die Industrie, wie Landwirtschaft bei größter Auswahl stets eine gute Einlauismöglichkeit gegeben. Auch leichtere Ar- beitspierde und Tiere des norddeutschen Schlages werden diesmal zum Verkauf stehen. Man beachte die heutige Anzeige. * Experimental-Vortrag im Lichtspielhaus. In einer um 10.45 Ahr beginnenden Nachtvorstellung hielt gestern abend Fred Marion (Frankfurt a. M.) einen äußerst interessanten Experimental-Vortrag über Gedankenlesen, räumliches und zeitliches Hellsehen usw. Den eigentlichen Vorführungen ging ein einleitender Vortrag voraus, in dem der Redner in sehr instruktiver Weise die einzelnen Probleme des Okkultismus erläuterte. Zunächst' beschäs- tigte er sich mit dem Phänomeii der Tele- ?a? b die er mit Gedankenempfinden über- I W wissen will. Das Anterbewußtsein und die | Konzentration spielten dabei eine große Rolle. Alsdann sprach er von der Suggestion und vom räumlichen und zeitlichen Hell seh en. Für den mit diesem Arsinn begabten Menschen gäbe eä feine Dreiteilung der Zeit in Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft. Er könne zu glei- die Zukunft schaueru^Neben^m Hettse^n^gebe s^wstoewäbltes^rtzuwirkei , es ein Hellhören und Hellfühlen ^Zuletzt ahm selbstgewahlte, schone Pflicht sein ft>ll. Marion auf das Problem der Therese Reu- mann m Konnersreuth ein. Er erklärte die »äe^ ich die ü^dhvje swSS* ‘ÄE S ■i5m» "gegangA 2?iiichr st*Ä£ )et 3euÄ belieb,en i*ttn5: UsL }»>"■»*£’ ,mtcn' zahlreiche J?*' btt "S”* «»d «it t Ä 3" r-i-MS Wt Statte seines Dir- Bürgermeister ben vurde der Sarg bei ge- rne in die Erde gebettet. er-Tesangvnein.Lima, ot das verblichene Stabt- t vchotlemmer he- «oe. bafc eine ganze 6 a Mann trauere, weiter ‘tollen Worten die hohen kreislichen Mulchen. tief, ausgezeichneten Beamten, ein lebendiger Bild von losenen in seiner eigenen der Familie der Stadt- hinaus aber auch zum urützigkeit gerichteten Beil sah man durch diese b dieses allzufrüh dahin« m Schaffers und befähigen er sichen, wie es hn en wirb, die mit diesem u ben jäljen und frühen Hier) zum Äusdruck vielfachen großen 2kz> , tretenden Worten her» dir Stabt Lich sprach im tanbeS Rektor Erb. der des Schulvorstandes und >rt ergriff, ferner sprachen aef im Hamen der des Kreisamtes Sieben, tebalteur Blumschein -kehrsbundes Welfen, .0$ für die Mischen liö ner-Ober-Lais im i Lolksgmeinschait, Di' für die BezirlcheüM h.Lich für die dvwge Landwirischaslsrat St richaftsaus'chujj und W Bürgcmeister Menage der freien Berb Landstädte und des Prosten des hefsischen Land- neister Fendt -Hungen iei Kreises Butzbach für bxtJM Beigeordneter Komm RßMSf m,tr a«M » 6il ! N.T fnmie Male ,«*J N S«'" und der rr« e ®irB/bie ^w wnmen. "e . ^lens- ht toürdrg um> o fien ®c ^Ä^Berufsbülg"' en Sicherein- I? fortM'1 19 flicht fein K zj Wetzlar. »"SS« iStt; "6 l Dein cnl0;hy heran > f ®'#VÄ »rortif ** Amtsgericht Gießen. aus Industrie x> - an der Ausü soweit irgend großen Festhc- Sprechstunden der Ncdattion. 12 bis 1 Ubt mittags, 5 bis 1 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte IRanalfrlpte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. AnzeigenaustrSge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Sonntag, 29. Januar. 4. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte: 7: Messe: 8: Kommu nion: 9: Hochamt mit Predigt: 11: Messe: 5.30: Berlmer Börse. Berlin 28. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die schwachen Spätabendkurse, die aus eine angeblich gehaltene Schachtrede zurückzuführen waren, hört man auch im heutigen Frühverkehr, ilmfät)e sind auf dieser Basis jedoch noch nicht zustande gekommen, es ist in den BureauS äußerst still. Einiges Interesse ist für Ablösungsschuld für Äeu- besitz bei 16,75 Prozent eriennbar. Am Devisenmarkt nennt man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,075, Madrid 28,70 bis 28,73, Amsterdam 21.0790. London gegen Kabel 4,8730 bis 4,8735, die Reichsmark gegen Kabel 4,1950 und den Pen mit 46,87. und silbernen Medaille. SS dar? als selbstverständlich angenommen werden, daß in erster Linie sich die heimische ' das heimische Gewerbe g beteiligen. Diesen werden, -ich. bevorzugte Plätze in der . dereitgehalten werden. * Dießen. 24. Jan. Sin junger Mann einem benachbarten preußischen Dorf hatte Zorn auf einen Dtraßenwart, der ihn wegen eines Obstfrevels aufgeschrieben hatte. Er und sein Freund, die beide auf der Anklagebank saßen, benutzten nun verschiedene Begegnungen auf der Landstraße, um den Straßsnwart zu beleidigen und ihm zu drohen. Wegen Beleidigung und Beamtennötigung erhielten beide Geldstrafen von insgesamt 60 bzw. 4 5 Mark. Ein Rad-ihrer hatte einen Straf befehl erhalten, weil cb in der Hamm st raße zwischen dem GleiS der Bieberlalbahn, das ein Stück auf Maingau WSR. Mainz. 27. Jan. Ein jahrzehnte- alteS Projekt, der Durchbruch nach der Lothar st raße, wodurch eine direkte Verbindung der '2t c u ft a b t mit dem Zentrum der Altstadt herbeigesührt wird, ist durch den Ankauf des alten freiadligen Patriziergebietes „2D ambol der H o f durch die Stadtverwaltung der Verwirklichung näher gerückt. Vorher, bis zum Jahre 1568. hieß das Haus „Zum Gensfleisch": es soll das väterliche Stammhaus des Erfinders der Buchdruckerkunst, Johann Gensfleisch zum Gutenberg, fein. Der Kaufpreis für das umfangreiche Gebiet beträgt 360 000 Mark. 1. Süddeutsche Gastwirts-Messe in Darmstadt. Die erste große Veranstaltung im Jahre 1928 in Darmstadt dürfte der vom 7. bis 9. Mai dort stattsindende Verbandstaa des Rhein-Wain-Gastwirte-Verbandes und die damit verbundene große süddeutsche Gastwirts-Messe sein, die vom 5. b i s 10. 221 a i in der neuen städtischen Festhalle stall- finden wird. Zahlreiche führende Vertreter des Gastwirte-Berbandes nicht nur aus Hessen, sondern auS ganz Süddeutschland werden an der Tagung teilnchmen, mit der im Rahmen der ersten Süddeutschen Gastwirts-Messe eine große gastronomische Gewerbeschau verbunden sein s oll. An dieser Messe, die gleichzeitig Ausstellungen verschiedener Art bringen wird, werden sich voraussichtlich alle führenden Industrien, die mit dem Hotel- und Gastwirtsgewerbe verbunden sind, beteiligen. Schon jetzt liegt eine große Anzahl von Anmeldungen von Ausstellern aus ganz Deutschland vor, vor allem natürlich von der heimischen einschlägigen Industrie. Diese große Veranstaltung, die größte auf diesem Gebiet, die bisher in Darmstadt stattgefunden hat, wurde aus Anlaß des 45. 25er- bandstages des RheiN'Main-Gastwirte-Verbandes vom Hessischen Landesverband des großen Deutschen Gastwirteverbandes übernommen. Bekanntlich hat vor Jahren in Darmstadt eine Ausstellung für das Hotel- und Gastwirtsgewerbe stattgefunden, die den Ausstellern großen Erfolg gebracht hat. Welch lebhaften Anteil nicht nur die Fachintereisenten, sondern die gesamte Bevölkerung von Darmstadt an dieser Veranstaltung nimmt, beweist wohl am besten die Tatsache, daß bereits jetzt ein Garantiefonds von über 60 000 Mk. gezeichnet wurde. Für die Aussteller sind Prämiierungen vorgesehen, u. a. ein LtaatSprei». Preise der Stadt Darmstadt, wertvolle Ehrenpreise und die Diplome zur goldenen Chore» wurde einstimmlg der Beschluß gefotzt, eine Dereinsfahne anzuschaffen. Der Gemischte Chor gehört schon jahrelang der Schwalm-Antrist- Felda-Sänger-Bereinigung nn und ist darin einer der wenigen Vereine, die noch keine Fahne besitzen. Der Vorstand wurde beauftragt, in den nächsten Tagen eine Haussammlung für diesen Zweck im Dorfe vor^unehmen. Der Gesamtvorstand wurde einstimmig wwdergewählt. Kreis Lauterbach. la. Maar, 27. Jan. Dor wenigen Togen ging dem Landwirt K. Zinn innerhalb eines Jahres das zweite Pferd an Anämie ein. Nach dem Krieg treten hier Kopfgrippe und Anämie bei den Pferden seuchenartig auf. In den letzten Jahren sind etwa 30 Pferde an diesen Krankhosten ein gegangen. Ein Landwirt hat bis jetzt allein einen Verlust von fünf Pferden. Sämtliche Pferde waren hochwertige Tiere, die sich im Durchschnitt auf 1000 bis 1200 Mark im Preis stellten, so daß sich der Gesamtschaden auf 30 — 40 000 Mark beläuft. Die meisten Schäden wurden jedoch durch Versicherung, bei Anämie durch Staatszuschuß, abge- gtichen. Aus diesen Ursachen heraus ist auch seit drei Jahren die Jungviehweide bei Lauterbach für die Aufnahme von Fohlen geschlossen, und es kann jetzt noch nicht vorausgesehen werden, ob der Fohlenauftrieb in diesem Jahre wieder erfolgen tonn. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 27. Jan. Beim Ver- laden eines 45 Zentner schweren Sterns verunglückte heute vormittag der im Baugeschäjt Ruckelshausen. Pfungstadt, beschäftigte Maurerlehrling Philipp Jäger aus Pfungstadt. Er wurde durch unbefugtes Ingangsetzen eines Lastkraftwagens eines Spediteurs zu Tode gedrückt. Preußen. Oie Genoffenschastssnse in Leun. WER. 2D e tz l a r, 27. Jan. Eine Bezirksta- gung der im Raifseisenverband Frankfurt zu- sammengeschlossenen Genossenschaften des Kreises Wetzlar befaßte sich am Donnerstag u. a. mit den kürzlich berichteten il n - re gelmäßigkeiten bei der Raiffeisen- GenossenschastLeun (Kreis Wetzlar). Wie Deneralselretär G r i s a r - Frankfurt a. 2H. mitteil tc, habe der Verband bei seiner 1925 erfolgten Revision noch keine Defizite festgestellt, sondern erst 1927. Die Genossenschaft Leun hatte 525 Mitglieder. Gin Fehler war es. daß die Waren in fünf Lagern untergebracht waren. 1924 sei nicht der Sollbestand, sondern der Jstbe- stand in die Bilanz eingesetzt worden, wodurch die Inventur zunächst um 2500 Mark zu hoch wurde. Ein 1925 aufgeführter Reubau eines Lagerhauses mit Bäckerei habe _ den Kostenanschlag um rund das Doppelte überschritten und anstatt 25 000 Mark 53 000 Mark erfordert. Die Einnahmen auS den Warenbezügen wurden auf die Immobilien festgelegt. So kam es. daß die Schuld des Vereins Ende 1925 auf 70 000 Mark, Ende 1926 auf 120 000 Mark angewachfen war. Das totliegende Kapital und der Zinsverlust mußten die Aktivität des Vereins beschränken, der nun einen tatsächlichen Verlust von 35 000 Mark zu verzeichnen hat. ©hie Sanierung ist durchge- sührt. Auf die einzelnen Mitglieder kommen für 1925=99 Mark, für 1926—155 Mark 23er- [uftanteiL Festgestellt wurde, daß sich die Leiter der Genossenschaft von bestem Willen hätten leiten lassen, daß aber ein ungesunder Optimismus ihnen den klaren Blick für die Auswirkungen ihrer Aktionen getrübt habe. Die Genossenschaft befindet sich jetzt wieder auf der Bahn des Aufstiegs. Kreis Wetzlar. 3 Krofdorf, 27. Jan. Der feit dem Jahre 1919 hier stationierte Oberlandjäger, im Jahre 1927 zum Landjägermeister ernannte Herr Rothe wird uns nm 31. d. M. verlassen, um an seinen neuen Kom- manboort Radevormwald im Bergischen Land überzusiedeln. „ _ -z- Aus dem Kloebachtal, 27. Jan. In den letzten Wochen hat in ben Gemeinden des Kleebachtales wieder eine geringe Nachfrage nach Winteräpfeln eingesetzt, die infolge der letztjährigen reichen Ernte fast bei jedem Obstzüaster in größeren Mengen noch vorhanden sind, yür beste Winteräpfel werden kaum 10 Mark pro Zentner geboten, )o daß immer wieder in obstzüchterischen Kreisen der Ruf nach einer Ob st Verkaufs' genossen schäft laut wird, damit ein geregelter Absatz ermöglicht ist und das Obst nicht in überlagerten Räumen dem Verderben ausgesetzt bleibt ~ Hochelheim, 27. Jan. Als Kuriosum kann es wohl bezeichnet werden, daß die Besitzer der in der hiesigen Gemeinde vorhandenen vier Gast- und Schankwirt schäften sämtlich den Familiennamen „Sun g" tragen un- alle miteinander verwandt find. — Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgesundenen Holzversieigerung wurden folgende Preise erzielt: Buchenscheit 38 bis 40 Mk., Buchenknüppel 26 bis 30 Mk. je 2 Raummeter. Buchenwellen 20 bis 23 Mk. je 50 Stück: für Fichtenstämme der Klassen la und 1b wurden 32 bis 36 Mk. je Festmeter bezahlt. O Ebersgöns. 27. Jan. Bei der un hiesigen Gemeindewald stattgehabten ersten Brennholzversteigerung wurden folgende Preise erzielt: Eichenscheit 12 bis 15 Mk.. Eichenknüppel 8 bis 11 Mk., Eichenstockholz 2 bis 4 Mk., Eichenwellen 5 bis 7 Mk., Duchenscheit 14 bis 18 Mk., Buchenknuppel 9 bis 12 Mk. Buchenwellen 6 bis 8 Mk.. Weichholz (Scheit und Knüppel) 9 bis 12 Mk. Dillkreis. bl. Driedorf. 27. Ian. Bei dem Wirt deS Rachbarortes Odersberg erschienen vor einigen Tagen zwei Radfahrer, die ihm zwei anscheinend gute Uhren zum Preise von 15 Mark pro Stück anboten. Der Wirt, dem die Sache nicht klar schien, rief telephonisch den Oberlandjäger Völker von Driedorf herbei. Die Gauner hatten inzwischen das Weite gesucht, und als sie sahen, daß sie verfolgt wurden, suchten sie im nahen Walde Schutz. Run begann eine wilde Jagd, an der sich eine ganze Anzahl Einwohner beteiligten. Man tonnte emen fest» nehmen, der andere entkam. bl. Ackersdorf b. Schönbach, 27. Jan. Bei Holzfällungsarbeiten im Walde wurde der Holzhauermeister Jung von hier durch einen stürzenden Baum, der ihm die Schädel- decke zertrümmerte, auf der Stelle getötet erhielt er selbst Schläge über ben Kops und sonstige Verletzungen. Er nahm einem den Stock ab und schlug die fünf Mann, die am Au-gang der Lindengasse mit dem Auto -usammenge- troffen mären, in die Flucht. Darauf schlug er — der Zeuge H. bekundete dies — auch ruxb auf den daliegenden B. ein, der er zunächst nicht erkannt yat. 2hm mischte sich der Zeuge H. ein, der ganz unbeteiligt in der Rähe gestanden hatte. Gr rief dem W. zu, er solle doch aufhören zu schlagen, er schlüge ja den Mann tot. W.. der glaubte. H. gehöre auch zu den fünf Mann, wandte sich gegen H. und schlug ihn. Inzwischen war B. wieder zu sich gekommen und stürzte aus den unbeteiligten K. los, der seither in der Gesellschaft des W. gewesen war B. packte den K. am Hals, um ihn zu würgen W. hielt den D., den er inzwischen erkannt hatte, davon ab. H. lief nun dem W. nach, um ihn wegen des Schlages zur 2kede zu stellen und hielt ihn fest. D. glaubte, H.. der tatsächlich nun zur Hilfe des B. eingefchritten war, habe auch zu den ersten fünf Mann gehört, die ihn. den B. verhauen hallen. Er rief deshalb dem W. zu: „Aus ihn. das ist auch einer von denen." W. nahm den Stock und hieb aus H. ein, den er schwer am Arm verletzte. Diese Körperverletzung deS 23. bildete den einzigen Gegenstand der Anklage. W. leugnete, wurde aber überführt. Er kam mit einer Geldstrafe von 7 0 Mark. Im Falle der älneinbringlichkeit 14 Tage Gefängnis, davon. Zu seinen Gunsten wurden Verwirrung und Irrtum weitgehendst berücksichtigt, desgleichen die Erregung, in die W. durch die Schlägerei, zu deren ersten Anfängen er keinen Anlaß gegeben hatte, geraten war. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Beichte. ~ ranach Epiphanie. Messe, 8: Kommu Oberheffen. ! Lau .reis Gießen ' X W i e s e ck, 27. Jan. Im Frauenverein ; sprach in dieser Woche Fräulein Antonie Steiner, früher lange Zeit als Schwester tn < Indien tätig, sehr anschaulich über I n d i s ch e s Frauenleben: mllgebrachte mdlsche Klei- , dungsstücke standen auch einer Wieseckerln sehr gut Ein gesammeltes freiwilliges Opfer von 10 Mark kommt dem Morgenländischen Frauenverein (gegründet 1842, Sitz Berlin) zugute. Z 2t o b g e n, 27. Jan. Die hiesige Zigarren- febril, die vor Weihnachten ihren Betrieb einstellte, ist an die Firma Rinn L Cloos in Heuchelheim übergegangen. Zum 1. Februar soll die Arbeit ausgenommen werden. : Grünberg, 27.Jan. Durch Zuzug von aus- märte ist jetzt die Schuler za hl der Ober-- r c a l j d) u l c auf über 300 gestiegen. Damir hat die 2lnstall seit ihrem Bestand die höchste Schülerzahl aufzuweisen. — Gestern haben die schriftlichen Prü-- fungsarbeiten für das Maturitätsexamen begonnen. In diesem Jahre unterziehen sich 31 Schiller der Prüfung. * Langd. 27. Jan. Unter Teilnahme der ganzen Bevölkerung wurde Altbürgermeister Otto Meyer zu Grabe getragen. 28 Jahre hatte er an der Spitze unserer Gemeinde gestanden. sich durch fein leutseliges, stets hilfsbereites Wesen die Hochachtung aller erworben. Der Verblichene war eine weit über die Grenzen unserer engeren Heimat bekannte Persönlichkeit. — Der hauswirtschaftliche Kursus der Wanderhaushaltungsschuie desKr r,es Gießen beendete gestern den sechswöchigen zweiten Lehrgang mit einer in allen Teilen schön verlaufenen Schlußfeier. Insgesamt nahmen 15 fortbildungsschulpflichtige Mädchen daran teil, darunter 12 von hier und 3 aus dem benachbarten Rodheim. Reben den Eltern und Angehörrgen der Schülerinnen, den Schulvorständen und Gemeindevertretungen der beiden Gemeinden waren der Vertreter des Kreisschulamts. Kreisschulrat Fischer, Oberregierungsrat Dr. Heß und Kreisausschußmitglied Landwirt Bommers- heim (Langsdorf) vom Kreisamt Gießen zur Feier erschienen. Die Prüfung fand im neuen Schulhaus statt. Sie erstreckte sich auf Handarbeit, Bügeln, Kochunterricht, Krankenpflege und WNcheansertigen. Ob?rr:gierungb Fahrverein gegründet, der junge Leute von hier und Umgegend im Reiten, Fahren, Pferde- pflegen und bergt ausbilben will, um dadurch zur Hebung der Interessen für Pferdezucht beizutragen. Bis jetzt zählt der junge Verein schon über zwanzig Mitglieder. Zum vorläufigen Vorstand wurden bestimmt: Beterinürarzt Dr. Hofmann, Vorsitzender: Landwirt Heinrich Erk, Rechner, und Hotel- besitzer Menge! als Schriftführer. Unterricht nn Reiren werden Oberwachtmeister Heinrich Knaus und Oberwachtmeister i. R. Guillaume, erteilen. # Nidda, 27. Jan. Arn Mittwoch fand hier im Saale „Zum Gambrinus" ein Vortragskursus des Landwirtschaftsamts R i d d a statt, zu dem sich neben den Schülern der hiesigen Landwirtschaftlichen Winterschule zahlreiche La, Wo rte aus den benachbarten Dörfern des Dienstbezirks eingefunden hallen. Kreistierarzt Dr. Spam er. Büdingen, sprach über „Die Tuberkulose des Rindes": Landwirtschaftsdirektor Dr. H e l f e r t von hier über „Zweckmäßige Aufzucht und Haltung als Vorbedingung zur Lei- stungszucht". In der anschließenden Aussprache wurden einzelne Fragen besonders aufgeklärt. Rach der Mittagspause lief der anerkannte Lehrfilm der Landwirtschaftskammer: „Die Tuberkulose des Rindes und ihre Bekämpfung". i). Kohden, 27 Jan. Die Kriegerwitwe Anna Kl ös, geb. Wagner, dahier, konnte in diesen Tagen auf eine ununterbrochene 25jährige Tätigkeit als Arbeiterin in der Moufangschen Papierfabrik in Ober-Schmitten rückblicken. Der Jubilarin wurden von ihren Mitarbeitern, Mitarbeiterinnen, der Fabrikleitung und zahlreichen Freundinnen und Bekannten herzliche Glückwünsche und sinnvolle Geschenke dargebracht. Kreis Schotten. Laubach . 2. Jan. Die Preise der Hol z- Versteigerung in den st ä d t i s ch e n W a l -- düngen, die gestern stattsand, waren etwas höher, als diejenigen in den gräflichen Waldungen Der Raummeter Buchenscheit kam tm Durchschnitt auf 11,50 bis 13 Mk.. Buchenknüppel auf 8,50 bis 9 Mk., Buchenstocke auf 7 bis 8Mk., vier Meter Buchenreisig auf 3 Mk — Zur Geflügelschau der Geflügelzuchtvererne Laubach, Hungen, Schotten, die wie wir schon meldeten, kommenden Samstag und Sonntag im .Solmser Hof" stattfindet, sind bereit« über 400 Nummern angemeldet. Kreis Alsfeld. Kettrich, 27. Jan. In der jüngsten Generalversammlung des hiesigen Gemischten dem Büraersteig dahinführt>, gefahren war. Er legte Einivruch ein mit der Begründung, die fragliche Strecke werde ständig von Radfahrern benutzt. Er habe das Fahren für erlaubt gehalten. Der Angeklagte muhte jedoch nach den geltenden Bestimmungen bestraft werden, da das Gleis, dessen Betreten an sich nicht verboten ist, auf dem erhöhten Bürgersteig entlang führt und oas Radfahren auf erhöhtem Bürgersteig strafbar ist. Auch befindet sich die gesamte Hamm- straße, selbst soweit sie nicht bebaut ist, innerhalb eines geschlossenen Ortsteils. Mit Rücksicht auf die besonderen Umstände erkannte der Richter jedoch auf die Mindest strafe von 1 Mark. Aus der Untersuchungshaft vorgeführt wurde ein alter Bettler, dessen Vorstrafen sich bereits der Rr. 50 nähern. Er hatte im Dezember o. I. sechs Wochen Hast wegen Bettelns verbüßt. Am Tage seiner Cmtlassung saß er erst in Wirtschaften herum und machte sich alsbald wieder auf tum Fechten, In der Marktstrahe wurde er sestgenommen. Strafe: 6 Wochen Hast und Aeberweisung an die Landespolizeibehörde. Ein Bewohner eines preußischen Dorfes stand schon lange im Verdacht, in der benachbarten hessischen Gernarkung Gemüse in größerer Menge gestohlen zu haben. Eines Tages, nachdem in der Nacht zuvor wieder ein größerer Gemüsediebstahl auf Aeckern vorgekommen war. wurde der Angeklagte in Gießen mit einem Handwagen voll Gemüse angehalten. Er behauptete. dieses nach und nach aus bem Gießener Wochenmarkt gekauft zu haben. Er sei in Rot geraten und wolle es wieder veräußern. DaS Gemüse war jedoch erkennbar ganz frisch ab- geschnitten. Mehrere Strunke paßten im Schnitt genau auf die Strunkstümpse. die noch im Feld standeir. Auch sonst ergaben sich eine Reihe von Widersprüchen unb. Belastungsmomenten zu ungunsten des Angeklagten. Er wurde desD i e b- stahlS überführt. Strafe: drei W o ch e n Gefängnis. Straferschwerend tarn die Gemeingefährlichkeit derartiger nächtlicher Diebstähle auf Aeckern in Betracht. Geradezu eine Tragödie der Irrungen rollte ein Verfahren wegen Körperverletzung auf, in dem der Angeklagte P. W. aus G. auf der Anklagebank 'aß. Eine Gruppe von Männern kam nachts aus der Lindengafse. Sin Auto fuhr ohne Signal in diese ein. Die Leute schimpften auf das Auto. Ihm entstieg als Fahrgast ein gewisser B., der als gefährlicher Schläger bekannt ist. Er stellte die Leute zur Rede, wie man "Bemerkungen über ein Auto machen könne, in dem er drin säße. Man erwartete einen Angriff des B., da dieser in die Tasche griff. Ein Schlag unter das Kinn warf ihn zu Boden. Stockschläge folgten. Der Ange- Se M. kam in diesem Augenblick mit den n Zeugen K. aus der Walltorstraße heran, ohne zunächst zu wissen, was los sei. Das hinderte ihn nicht, tatkräftig einzugreifen. Dabei Kircblrche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 29. Januar. 4. Sonntag nach Epiphanias. Sladtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde, Pfarrer Becker: 5: Pfarrafsistent Hertel. — Johanneskirche. 9.30: Pfarrverwalter Dotzert: 11: Kinderkirche für die Lukas- gemeinde, Pfarrer Bechtolsheimer: 5: Pfarrer Lenz: Beichte und hl. Abendmahl für Lukas- und Johan- nesgemeinde: 8: Bibelbefprechung im Johanncsfaal, Pfarrer Ausfsld. — Kapelle des Alten Ariedhofs. 9.30: Pfarrer Ausfeld. 11: Kinderkirche, Pfarrer Lenz. — Kirchberg. 10: Kirchberg: 1.30: Mainzlar.— Alten-Buseck. 10: Alten-Bujeck: 1: Trohe. — Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich. 1: Hausen. — Lich. 10: Pfarrer Egelhofs (Griedel): 2: Stistspfarrer Schor- Icmmer. Mittwoch. 8: Bibelstunde. — wahenborn- Steinberg. 10: Predigt: 11: Kinderkirche. Diefeck 10; 7.30. Katholische Gemeinden. Samstag, 28. Januar. Gießener Lugendgen'chi. In der Januarfitzung wirkten als Jugendschöffen mit Frau Auguste Krebs und Prokurist Heinrich Kuhl, beide von Gießen. Ein junges Mädchen ist beschuldigt, am 16. Juni v. 2. mit dem Fahrrad in übermäßig schnellem Tempo die Kaiser-Allee in Gießen bergab gefahren zu fein und dabei auch nicht die rechte Seite der Fahrbahn eingehalten zu haben, wodurch dann ein Zusammenstoß mit einem aus der entgegengesetzten Richtung kommenden Soldaten verursacht worden sei. DaS Rad des letzteren wurde hierbei erheblich beschädigt. Das Mädchen bzw. dessen gesetzlicher Vertreter legten gegen einen amtSgerichtlichcn Strasbesehl form- und fristgerecht Einspruch ein. Es kam zunächst zu einer Hauptverhandlung im Dezember v. I.. die jedoch ausgesetzt werden mußte, um weitere Zeugen beizuladen, da sich in dieser Verhandlung eine Zeugin und der geschädigte Soldat in erhebliche Widersprüche verwickelten, die einer Aufklärung bedurften. Zum mindesten bestand der TZerdacht einer fahrlässigen Eidesverlehung auf der einen oder anderen Seite. In der nunmehrigen Verhandlung stellte es sich heraus, daß sich die Aussage deS Geschädigten in der Hauptsache auf die Angabe eines anderen Soldaten gründete. Dieser stellte die Angaben deS Geschädigten richtig oder machte sie erklärlich. Rach der Deweis- ausnahm« steht eS nunmehr fest, daß die Ange- flagte als Täterin nicht in Frage kommt. Es wurde deshalb auf Freisprechung erkannt. Die Staatskasse hat die Kosten zu tragen. Der Fall zeigte wieder einmal, wie groß die Rolle des .Zufalls" in Strafsachen fein kann, und wie vorsichtig Zeugen vor Gepicht In ihren Aussagen sein müssen. Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 9.30: Messe mit Predigt. — Hungen. 8: Messe mit Predigt. - Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Donnerstag, 2. Februar. Gießen. Nachmittags 5.30 Uhr ist Beichtgelegenheil. — Am Freitag wird nach jeder hl. Messe und abends 5 Uhr der St. Blasiussegen erteilt. — Freitag, 6.30 Uhr, ist Segensamt. Lonnr«,„«dienst s.'Ner'.te n.Avotv-ken am 29.1.28 Dr. Klewitz Dr. Block. Pelikanapotheke. Zahnarzt: Dr. Buchinger. JD ■■ 4j ) I», •I h ■ -■> 1041D 101 ID Gesarrs-VeseLn Gegründet 1864 1045D Eintritt 30 Pfennig 1059 D Voranzeige! Kl Snpiep. Ltttm UpÖiUU teilhastesten selb * der nacb folaenbei Apparate E N r“ VORSPIEL I OHNE KAUFZWANG | 1004ss Gäste willkommen. Der Vorstand. Oer Vorstand. 1010D 1069 D V 0714 Abendkasse findet nicht statt. Der Vorstand. 0695 10320 . 'v. Das Amt für politische Bildung der Giefoener Studentenschaft Jamaica - Rinn -Verschnitt stellen Sie sich am vor- M U 5 Kavallerie- Verein 9 i £uife Fitzser Wilhelm Martin Verwaltungs-Amtmann Verlobte Täglich ab IlUhrvorm.,Tierschau mit Raubtierfütt. u. Marstallbesichtigung ------- --0697 Slooäere i ßamölliMS werd, fachgemäv u. vreiswerl ge- sttmmt u. revar. G.Edeil^L Gletzen.vloW.il Telephon 2403. Ankan?ßbr.SHnu. u. Harmoniums Hauswirtschaftlicher Vortrag am Dienstag, 31. Jan., nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr, in dem Katholischen Vereinshause. Freier Eintritt! Samstag, den 4. Februar 1928, abends Pünktlich 1961 llhr, in sämtlichen Räumen der Turnhalle am Oswaldsgarten, großer Maskenball ÖFFENTLICHER VORTRAG Donnerstag, den 2. Februar 1928, abends 8Vi Uhr, in der Neuen Aula der Universität Dr. Theodor Rudolph (v. Danziger Heimatdienst) spricht über d. Thema Danzig. Polen n, to VöMmtf ■nrrwiin iiiiirwniiii—niii ii m im laagMms! Zahne au 2 und 3 Mark in Kautschuk,- Kronen, Brücken, Plomben au billigstenPreisen. Auch auf Teilzahlg. Frau Zröniger ° Dentistin, s Steinstranc 29. Oberhesstsche Gesellschaft für Natur- und Heilkunde Hauptversammlung beider Abteilungen Montag, den 30. Januar 1928,81/, Uhr abends, im Hörsaale des Zoologischen In- smuteS, Bahnhofstraße 84. 1. NechnungS- abnahnie. 2. Vortrag des Herrn Prof, i >r. W. Schmidt: i049D ^^«"^likroikopische Bau der Gewebe, erichloffen auS derPolarisations-Ovtik Samstag, 28. Januar, abends 8 Uhr Sonntag, 29 Januar, 2 Vorstellungen, nadimittags 4 Uhr, abends 8 Uhr Montag, 30. Januar, nachm. 4 Uhr, Gröhe Schülervorstellung, abends 8 Uhr, letzte Vorstellung Mus M ßroMaahiierstton Wilhelm Hagenbedk, Hamburg Franz Voigt, Berlin Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde Donnerstag, den 2. Februar 1928, abends 8»/< ühr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbitdervorirag Prof. Or. Behrmann, Frankfurt a. M: V]2 Jahre Forschungen in Aeu-Guinea Eintritt: Mitglieder frei. 10290 Nichtmitglieder 1 Mk., Studenten, Schüler, Militär 50pfg. Karten im I Vorverkauf bei Dr. Töpelmann, Südanlage 4 und an der Abendkasse. toi# best. Qualitäten empfiehlt sood t Trecbsler Steinstr afie 73 Telephon 1581 Junger Bäcker tüchtig u. energisch, als Fachmann u. tätiger Teilhaber von guteingeführter Leigwarensabrik in Frankfurt a. M. mit 5 Mille oder mehr sofort gesucht. Eventuell Verkauf. Ostericn unter F. T. 16238 an Ala Hänfenstem L Vogler, Frankfurt a. Main. 1m,a Saalbau Sauer / Giefeen Morgen Sonntag, abends 8 Uhr: Der aroge Hapsenabend ZSäss: mit Tanz! — Verkehrs-Verein e. V. Einiadung zur Jahres-Hauptversammlung am Dienstag, 31. Januar, abends 81/, Uhr, im Postkeller Tagesordnung: 1. Tätigkeitsbericht über das abgelaufene Fahr 2. Kassenbericht 3. Wahl von zwei Rechnungsprüfern 4. Entlastung des Rechners und Vorstandes 5. Neuwahl des Ausschusses 6. Erhöhung der Mitgliedsbeiträge 7. Wünsche und Anregungen über kommunale und Verkehrs-Angelegenheiten Wilsonstraße 10 Gießen Schillerstraße 11 den 28. Ianuar 1928 taDiophon- Plaileo JastnachtSaufnahm. ncueSendungeinge- troffen! [0708 HWS AtzMIÜl, Svrechavvarate Neustadt 20 #/p „ Waller vermischen mit 1 Fl. Reichels Jamaica-Rumverschnitt- Essenz „Marke Drelkron" Extraqualität „Marke Fünfkron*. Brnfiior<>n und vergleichen Sie JjrPDieren OIC Preis und Qualität. Der Kennerprüft Echtheit und Dust des Rum- Aromas,welches beiderTee-u.Grogbereitung in voller Stärke hervottcitt. Die oerühmten Rc^d^'E^cnten stud erhältlich in Drogerien und Avotheken, aber echt nur mit „Marke Lichtherz". 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Thomas 2 Staatsmann deren Weg. sein Ideal als hinstellte und keitshossnung sagend, durchs ein anderer - päer. 2lls ©t1 er sich, des S und durch dei als kirchlichen wurde er in Von der Heuti nichts in ihm lichc und sozi Gesinnunl Wirtschafts man abschlief Hand. In D lich noch wei sinnung gegc man an, d zu überlegen. Butter, Käse England infc Englands dur nada, mehr i Die dänische. als der ©ctn war, entschloss Produktion un geheuer aufna nischen Landw Land war svz Damit ist es sind in einer dem dänisch । weil dort dui luta noch bes der Aeichsdöi aber durch de verband mit wäre schließli, Wenn unser hin möglichen erste Auslocker jchluhshstems k Derheihung qi so können sie c die Einstellung Paneuropäismi Politisch, toic h gerichtet. Eie I Motive, name Echreckbild Ai Nr.24 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Samstag, 28. Januar '928 Oie Insel Paneuropa. Von Or. Paul Rohrbach. MS vor vierhundert Jahren der Engländer Thomas More seine berühmte Schrift erscheinen lieh' „Heber die beste Staatsform und die neue Insel" Utopia', waren „Reue Inseln" etwas ganz Modernes. Amerika war eben entdeckt, und von jedem heimkehrenden Schiff wußte die Mannschaft immer Merkwürdiges von den Dingen zu erzählen, die man gefunden hatte. Diese Einkleidung des berühmten Staatsromans muhte also von vornherein das Interesse der Leser wecken. Wenn man aber näher zusieht, so erkennt man hinter den Zügen der Insel Utopia (d. h. Airgendsland) die Insel England, wenn auch weniger aus den Einrichtungen und der Sinnesart der geschilderten Bewohner, als aus gewissen Andeutungen anderer Art. Es steht jetzt eine neue Zusammenkunft in Paris über das Problem „P a n e u r 0 p a" bevor, und die Vorbereitungen sind im Gange. Reue Inseln gibt es in unseren Tagen nicht mehr zu entdecken, und wenn einer jetzt eine Utopie verfassen will — feit Plata haben Utopien noch nicht aufgehört, modern zu sein — so ist eine der hübschesten Heberschriften, die er dazu finden kann: „Paneuropa!" Das klingt geographisch und politisch gar nicht nach „Rir- gendsland", und Optimisten denken, es brauchten nur ein Plan und ein Wille da zu sein, und die Vereinigten Staaten von E u - r 0 p a seien schon eine so gut wie gelöste Ausgabe. Thomas More wählte als ein erfahrener Staatsmann und Menschenkenner einen a n - deren Weg, indem er schon durch den Titel fein Ideal als ein bloßes Gedankengebilde hinstellte und den Hintergrund einer Wirklichkeitshoffnung nur schattenhaft, gleichsam entsagend, durchscheinen ließ. Er war auch sonst ein anderer Mann, als die meisten Paneuro- päer. Als Großkanzler Heinrichs VIII. weigerte er sich, des Königs Ehescheidung anzuerkennen und durch den Suprematseid dem König auch als kirchlichem Oberherrn zu huldigen. Dafür wurde er in den Tower gesperrt und geköpft. Von der heutigen paneuropäischen Weichheit war nichts in ihm. Paneuropa ist, wie jedes staatliche und soziale Idealbild, eine Sache der Gesinnung. Wirtschaftsverträge, selbst Zollunionen, kann man abschliehen mit dem Rechenstift in der Hand. In Dänemark z. B., das doch wirklich noch weit von einer freundschaftlichen Gesinnung gegen Deutschland entfernt ist, fängt man an, die Frage einer Zolleinigung zu überlegen. Warum? Weil die Ausfuhr von Butter, Käse, Eiern usw. aus Dänemark nach England infolge der zunehmenden Versorgung Englands durch seine Dominions, namentlich Kanada, mehr und mehr in Frage gestellt wird. Die dänische Landwirtschaft hatte sich seinerzeit, als der Getreidebau nicht mehr lohnend genug war, entschlossen auf viehzüchterische Qualitätsproduktion umgestellt. England war ein ungeheuer aufnahmefähiger Markt, und die dänischen Landwirte hatten glänzende Zeiten: ihr Land war sozusagen der Meierhof Englands. Damit ist es vorbei. Die dänischen Betriebe sind in einer schweren Krisis, am meisten in dem dänisch gewordenen Rord-Schleswig, weil dort durch das Steigen der dänischen Valuta noch besondere Verluste dazu treten. Auch der Reichsdäne überlegt sich, widerwillig genug, aber durch den materiellen Druck genötigt: Zoll- verband mit dem deutschen Wirtschaftsgebiet wäre schließlich eine Hilfe! Wenn unsere Paneuropäer solch einen immerhin möglichen Vorgang, der zunächst als eine erste Auflockerung des herrschenden starren Ab- schluhsystems betrachtet werden könnte, als eine Verheißung auf ihrem Wege betrachten wollen, so können sie es ruhig tun. 3m Grunde aber ist die Einstellung der hervorragendsten Führer des Paneuropäismus nicht einmal so sehr wirtschaftspolitisch, wie Pazifistisch international gerichtet. Sie benutzen aber die wirtschaftlichen Motive, namentlich das tatsächlich drohende Schreckbild Amerika, nur mehr als einen Es zogen drei Äurschen wohl über den Mein .... Roman von Erica Grupe-Lörcher. 29 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Während sie im Gespräch die Kaiser-Wilhelm- Straße hinabschritten, riß allerlei Unruhe und sonderbares Geräusch ihre Aufmerksamkeit an sich. Es war ein dunkler, mondloser, von leichten feuchten Nebelschleiern durchwallter Nooemberabend. Man hörte in kleiner Entfernung Stimmengewirr. Sonderbar! Jetzt, in der beginnenden Nacht, auf dem Platz vor dem Kaiserpalast? Schölzcr ging einige Schritte vorwärts, sich in den Schatten des Landtagsgebäudes drückend. Als die Freunde ihn eingeholt, berichtete er feine Mutmaßungen: „Da vorne, ganz nah am Kaiser-Wil- Helm-Denkmal, ein kleiner Knäuel von Menschen ist es, lauter Männer. Aber Einzelheiten konnte ich noch nicht unterscheiden." Die beiden andern sahen sich an. Dann meinte Raymond halblaut: „Am Kaiser-Wilhelm-Denkmal? Gott, da werden wahrscheinlich einige Franzosenköpfe eine Demonstration arrangieren. Irgendeinen Zettel ankleben, ober Aehnliches. Dem General Rapp in Kolmar haben sie vor einigen Tagen einen Lorbeerkranz mit einer großen blauweißroten Schleife umgehängt. Vielleicht —" Ein dumpfer schwerer Knall platzte in seine Worte herein. Die Erde erdröhnte im nahen Umkreis. Ein großer Gegenstand schien mit ungeheurer Wucht niedergestürzt zu fein. — „Das Denkmal ist umgestürzt v‘ Sie dachten alle drei dasselbe. Ohne ein Wort zu wechseln, eilten sie vorwärts. Hinter einigen Baumstämmen, die im weiten Halbkreis den Platz mit seinen Anlagen umgaben, konnten sie im Schutze der Dunkelheit nahe herankommen, ohne selbst beobachtet zu werden. Raymond stand am weitesten vorne. Er beugte sich vor und seitwärts — plötzlich packte er unwillkürlich die Hand von Dietwart, der unmittelbar hinter ihm stand: „Ja, das Denkmal ist weg! Auf dem Sockel fehlt die Reiterstatue. Das haben nicht die guten Vorspann. Es ist zwar ein gewisser Materialismus, wenn auch ein im Ausdruck verfeinerter, zu sagen: Wirtschaft ist Schicksal! Walter Rathen au und Karl Marx waren sicher sehr verschiedene Köpfe, aber ihre Ideen von der Wirtschaft als dem eigentlichen Schicksal der Völker und von dem materialistischen Geschichtsprinzip zeigen ein Stück innerer Verwandschaft. Trotzdem ist es richttg, daß die wirtschaftlichen Tatsachen einen starken Druck in der Richtung auf einen zukünftigen halben oder ganzen europäischen Zollverein ausüben. Rur die Insel Paneurvpa im Sinn des Grafen Coudenhove-Kalergi wird darum doch mindestens auf so lange ein „Rir- gendsland" bleiben, wie es nicht gelingt, d i e Wurzel des europäischen Militarismus zu zerstören. Diese Wurzel aber liegt in Frankreich, und sie bleibt dort liegen, trotzdem der nächste paneuropäische Kongreß in Paris ftattfinben soll. Dies haben mit ihrem gewöhnlichen nüchternen Scharsblick auch die Amerikaner erkannt, als sie die Werbung des französischen Außenministers Briand um den merkwürdigen Sonderfriedenspakt zwi chen Frankreich und den Vereinigten Staaten kurzweg a b l e h n - t e n. Man hat es ja nachgerade durchschaut, daß dieser Paktvorschlag auch nur ein Umweg zu dem zäh festgehaltenen Ziel der französischen Politik war, den im Diktat von Versailles geschaffenen Zustand des „friedlichen Europa" — um mit dem Italiener Ritti zu sprechen — zu verewigen. Auch Graf Coudenhove-Kalergi lehnt es ab, an den „friedlosen" Grenzen deS heutigen Europa um seines paneuropäischen Gedankens willen irgend etwas zu ändern. Er behauptet statt dessen, auf seiner Insel Paneuropa würden politische Grenzen bedeutungslos sein, da die Staaten nur noch die Rolle von bloßen Derwaltungskörpem spielen würden. Ist damit etwa gesagt, daß zukünfttg nicht mehr die Praxis geübt werden würde, die Deutschen in Südtirol oder im heutigen Polen, die Slowenen, die zwangsweise an Italien gekommen sind, oder die Magyaren in Rumänien, von ihrem angestammten Volkstum hinweg zu „verwalten"? Keineswegs. Eine Sicherheit gegen die jetzt geübte unerträgliche Bedrückung nationaler Minderheiten, und eben 0 eine Sicherheit für die Revision der untragbaren Festsetzungen der Friedensdiktate, ist durch kein solches Paneuropa zu gewinnen. Ein Paneuropa, das keine Insel „Rirgendsland" wäre, könnte erst entstehen, wenn sich vorher eine pan- europäische Gesinnung ge1 ittet hätte. Festhaltung einer Kontrolle über das Rheinland, sei es auch einer angeblich internationalen, wie sie auch die jetzigen paneuropäischen Kongreß- freunde in Paris verlangen, ist aber das Gegenteil davon und ein Hohn auf den gepredigten Paneuropäismus. Geschichten aus aller Welt. Der Küchenchef des Herrn Paderewski. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) (aga) Reuh 0 rk. Ignaz Ian Paderewski, dessen Hand auf dem Klavier eine glücklichere ist als in der Staatsmannskunst, hat seine xte transkontinen- tale Konzertreise durch die Vereinigten Staaten angetreten. Das hat er feit fünfundzwanzig Jahren foundfoviele Male getan, und die Tatsache wäre kaum erwähnenswert, wenn nicht ein besonderer und für den Künstler höchst betrüblicher Hmstand damit verbunden wäre. Ignaz Ian ist hierzulande noch niemals zuvor auf die Kunstwalze gegangen, ohne daß ihm die Pull- man-Schlaf- und Salonwagen-Gesellschaft einen weit und breit berühmten farbigen Küchenchef als Leibkoch mitgegeben hätte. Dieser Künstler vom Schmortopf und Kochlöffel, James Copper, hat aber jetzt das bei der Pullman Compagnie als äußerste Grenze der Betätigung ausgesetzte Alter erreicht, und kurz ehe Pade- rewski seine Tournee begann, teilte er ihm aus Chikagv mit, daß er sich habe pensionieren lassen. Der schwarze Küchenkönig war aber so nett, von seinem königlichen Vorrecht der Ernennung seines Rachfolgers Gebrauch zu machen; er hat einen jungen Mairn namens James Davis in sein Amt eingesetzt, und Paderewski hat der Wahl seine Zustimmung geben müssen. Der emeritierte Oberkoch hat auf fünfzehn Kunst reisen PadercwskiS in der Küche fernes Privatwagens das hölzerne Szepter geschwungen. Ignaz 3an hatte sich dies bei der Pullman Co. ausbedungen. Copper war durchaus nicht stolz darauf, beim er hielt was auf seine Würde. Warum auch nicht? Wenn der ehedem blondgelockte Pole Meister des Klavierspiels ist, so ist der schwarzwollige Afro-Amerikaner mindestens ein ebenso hervorragender Meister am Küchenherd. Auf einer Reise bemerkte Paderewski einmal dem Kellner gegenüber: „Sagen Sie, bitte, Herrn Copper, ich lasse ihm bestens danken. Der Braten war köstlich, der Salat herrlich und die Rachspeise war besser als je." Worauf der Ganymed mit der Antwort zurückkam: „Herr Copper läßt 3hnen danken, und ich soll 3hnen sagen, daß auch die Suppe nichts zu wünschen übrig ließ." Was aber der Pianist seinerseits wieder mit der Botschaft beantwortet haben soll, daß das Salz fabelhaft, der Pfeffer pyramidal und die Zahnstocher himmlisch gewesen seien. Ein andermal rettete Copper den Künstler mit Zuhilfenahme eines Wellholzes und seiner Bratpfanne vor einer ihn bestürmenden Schar Landstreicher in Kalifornien. Die Vagabunden hatten den Privatwagen Paderewskis förmlich umzingelt, als sie erfahren hatten, daß Copper von 3gnaz 3an beauftragt worden war, jedem Bedürftigen einen halben Dollar zu geben. Als der Vorrat an Halbdollarstücken erschöpft war, griff der Koch zu dem altbewährten Angriffsmittel, mit dem schon weiland Stammutter Eva in übler Laune ihren Adam aus der Küche vertrieben haben soll. Es dauerte nicht lange, da war kein „Tramp" mehr zu sehen. Ein Drama um Mitternacht (—) Paris. 3n der Rue Toufsrah in Paris schlagen die Uhren in allen Wohnungen die Mitternacht, der Schlummer senkt sich auf diesen stilleren Teil der» brausenden Weltstadt, — da schleicht mit behutsamen Schritten eine größere Polizeipatrouille in eines der Häuser in dieser Straße hinein, weckt den eingenickten, beim Anblick der Uniformen zu Tode erschrockenen Concierge und bedeutet ihm leise, mit dem Finger auf dem Mund, man sei vyn der Rachbarschaft aus telephonisch alarmiert worden, er müsse sofort alle Türe?, verschließen und daS Licht ausmachen, bei hier oben im Hause, — das Flüstern be- koi erregtere Färbung, — passiert etwas ®ra .tiches! Auf den Zehen steigen die Beamten von Stockwerk zu Stockwerk. Als sie im vierten ange- tommen find, hören sie deutlich eine scheinbar schon mit dem Lebensatem kämvfende Stimme rufen: „Latz mich lo«i Latz mich los! Oh. oh. diese Schmerzen!" 3m Ru blitzen die elektrischen Taschenlampen auf, man schlägt mit den Fäusten gegen die Tür, — aber es wird still, niemand antwortet. Dem mitgekommenen Concierge im Hintergründe sträuben sich die Haare auf dem Kopf. Kurz entschlossen schlagen zwei kräftige Polizisten die Tür ein, mit vorgehaltener Waffe bringt man ein und sieht sich einem — Papagei gegenüber, der sofort in feinem Käsig, sehr von sich und seiner Kunst eingenommen, die tragi- fchen Worte von vorhin wiederholt — Er gehört der Schauspielerin Madame Lamont, die von der heutigen Vorstellung noch nicht zurück ist, in der sie u. a. auch diese Schmerzensrufe auszustotzen hat. Beim Repetieren hat der Papagei sie ihr abgelauscht und sie gelernt. Wackes getan. Nein! Könnt ihr's glauben, es sind lauter elsässische Studenten. Ich erkenne einige von ihnen —" Mit einem unterdrückten Aufschrei von Wut unterbrach er sich selbst. „Atteste ist unter ihnen! Schon eben glaubte ich, seine Stimme dazwischen zu hören, — jetzt sehe ich ihn —" Dann prallten sie alle drei wieder um einige Schritte zurück. Ein lautes Gelächter brach dort vor ihnen auf. Ein Lachen, das getränkt war von Spott, von Rachsucht, von frecher lleberhebung, von brutaler Selbstüberhebung. Ja, man lachte, man wollte sich ausschütten vor Lachen über den gelungenen Heldenstreich! Man gellte seinen hämischen Spott ungeniert in die Nycht hinaus! Denn wer sollte diesem Trupp wehren, ihn bestrafen? Waren sie nicht Vertreter der jetzt die Oberhand gewinnenden Richtung? Einer Richtung, die fast ein halbes Jahrhundert lang den Mund halten' mußte, einer Generation, die von der älteren den Haß, die geheime Opposition mit sich herangezogen, um nun endlich ans Ruder zu kommen, um alle Macht an sich zu reißen! Mochte man sie ringsum hören! Wer andern Sinnes mar, konnte nur die Faust in der Tasche ballen und war klug genug, sich schweigend zurückzuhalten. Eine Polizei gab es in diesen Tagen nicht. Und wer gleichen Sinnes war wie dieser Trupp, der freute sich dieser Tat und lachte zustimmend. Deswegen dämpfte man jetzt auch die Stimmen durchaus nicht und überhastete sich nicht und ließ sich fein Programm nicht stören! Ganz beutlid) gewann man den Eindruck, sie führten noch weiteres im Schilde. „Wir gehen hinterher!" entschied Raymond sofort, „wir wollen sehen, was die noch Vorhaben." Unterwegs, während sie der Studentengruppe in einiger Entfernung folgten, tauschten die drei ihre Ansichten. Man hatte mit irgend etwas herumhantiert. Dann sah man, es mußten Stricke gewesen sein, denn ein schwerer Gegenstand wurde jetzt weiter ge- chleift, über den Fahrweg, über eine kleine Fußgängerbrücke und dann auf der einen Seite des anggezogenen Broglieplatzes entlang. Jetzt kamen die drei Freunde an der Stätte vorbei. Der Sockel erhob sich teer. Das kolossale bronzene Reiterstandbild des alten Kaisers lag seitwärts auf dem Boden. „Der Kppf fehlt an der Statue. Den werden sie jetzt mit sich schleifen," meinte Wenger, „wohin nur?" Passanten, die sich noch auf der Straße befanden, wurden auf das Gebaren des Trupps dort vorne aufmerksam. Einige blieben kopfschüttelnd stehen, weil sie im Dunkel der Nacht den Zusammenhang sich nicht erklären konnten. Andere schlossen sich dem Trupp an. Es ging durch die schmale Schlauchgasse nach dem Kleberplatz. Diejenigen, die den schweren Gegenstand mit Stricken vorwärts — und hierher geschleift hatten, machten am Denkmal des Generals Kleber halt. Das erregte keineswegs das Erstaunen Raymonds oder seiner Freunde. Kleber, als Sohn einfacher Leute hier in Straßburg am Gerbergraben geboren, hatte als Feldherr Napoleons des Ersten die.französischen Fahnen in siegreichen Schlachten geführt, vis am Fuße der Pyramiden beim ägyptischen Feldzuge der Dolch eines fanatischen Muselmannes seinem Leben vorzeitig ein Ende machte. Vor siebzig Jahren hatte man sein einbalsamiertes Herz in einer Urne unter dem Denkmal hier in ein kleines Gewölbe gebettet. Seit der Deutschwerdung des Elsasses nach dem siebziger Kriege war dieses Denkmal für die oppositlonslüsterne elsässische Studentenschaft mit französischer Gesinnung das Symbol ihrer Anhänglichkeit zu Frankreich geworden. Wie manches Mal war man noch zur Geisterstunde nach heimlichen Versammlungen oder Kneipabenden hierher gezogen, hatte im Gänsemarsch, schweigend, mit gezogenem Hute das Denkmal umschritten und dann der halblauten Ansprache eines der Mitglieder gelauscht, die gewöhnlich von der Glorie Frankreichs handelte und von der unverbrüchlichen Treue der abgerissenen Provinzen. Und dann war man wieder schweigend auseinandergegangen, leise--unauffällig,--damit nicht einer der deutschen Behelmten etwas davon merke. Am Tage tobte warm pulsierendes Treiben über diesen Platz, der sich im Herzen der alten Festungsstadt befand. Jetzt lag er still, verlassen da. Eine eigenartige Stimmung lag über der ganzen Stadt in diesen Tagen des Ueberganges, in die|en Tagen ohne Rückgrat, ohne festen Halt, ohne festumrissen« Konturen. Die drei hatten einen kleinen Bogen umschrieben und standen nun im Schatten einiger engbrüstiger alter Häuser, neben denen eines der alten winke- SS scheint, dah er in dem unerwarteten mitternächtlichen Besuch der hohen Polizei ein Kompliment für seine hervorragende Bühnenbegabung erblickt, denn plötzlich bricht er in ein langanhaltendes, gellendes Gelächter aus. unter dessen Klängen die Polizei mit den längsten Gesichtern der Welt den Schauplatz verläßt. „Anna Palowna sehr gefragt". (r) A m st e r d a m. Wenn man diese Heberschrist in einem großen holländischen Blatte lieft, freut man sich als modernen Aesthet und Kunstenthusiast. daß die schwerfälligen, kaltblütigen, holzschuhbewehrten Holländer soviel übrig haben für die leichtbeschwingte, anmutige und hinreißende Kunst der begnadeten Tänzerin. Man schließt einen Augenblick lang genießerisch die Lider, um sich das reizvolle Bild etwa eines pawlownischen Sylphidentanzes mit seinen zärtlichen Biegu igen und zierlichen Wendungen in die Erinnerung zurückzurufen. Hnd dann schlägt man notgedrungen die Augen wieder auf, da man sie benötigt, um nun endlich einmal zu lesen, warum denn ausgerechnet in den Riederlanden die Anna Pawlowna so „gefragt" ist — Hnd erlebt eine duschenartige Heberraschung. Die „Anna Pawlowna', die in Amsterdam fo „gefragt“ ist, ist eine — Tulpenzwiebel, die auf dem Zwiebelmarkt der letzten Woche von den großen Tulpenzüchtereien mit auffälliger Vorliebe getan t worden ist. 3a, das hätte man sich doch gleich denken können. — Zci^e kontra Charleston. (h) Konstantinopel. Kemal Pascha ist gar kein so großer Fanatiker des Modernen. Als er einst einem hiesigen Tanzunterricht beiwohnte, freute er sich zwar über die feidenbestrumpften Charleston-Beine der anwesenden Ausländerinnen, äußerte aber sogleich sein Mißfallen, als auch Damen der türkischen Gesellschaft am Tanze tcilnaßmen. Seither sann der allgewaltige türkische Staatslenker auf Abhilfe und fand sie endlich durch das Geschick des Generalinspektors des öffentlichen Hnterrichts und der 3ugenderziehung in Konstantinopel, Selim ©irrt) Bet. Der verstand es nämlich, den Rationaltanz eines wilden Volksstammes in der Hmgebung von Smorna, den Zeibek, salonfähig zu machen, und Kemal war hiervon derart begeistert, dah er den „Zeibek" sofort als türkischen Rationaltanz propagieren lieh. Dieser soll jetzt den Kampf mit dem Charleston ausnehmen. Hm die Töchter Selim Sirry Beis, Sehna und Azads, bereisen gegenwärtig Europa, um auch die Rationaltänze von Casto- muni, Adana, Erzerum und Trapezunt zu modernisieren. 3n Anwesenheit Kemal Paschas darf jetzt natürlich nur Zeibek getanzt werden. Aber auch sonst beginnen die modernen türkischen Frauen und Mädchen dem Charleston untreu zu werden. Sie tanzen gegenwärtig viel lieber — Zeibek? Ach nein — black bottom und english walse. Der letzte Dtorch. (v) Budapest. Irgendwo in einem Dorf an der so nahen rumänischen Grenze ist ein „Wunder" geschehen. Ein Stovch, ein richtiger schwarz-weißer Storch, ist dort auf unb^reifliche Weise zurückgeblieben und trotz aller Winterkälte nicht erfroren. 3m Gegenteil, wie man hört, fühlt er sich recht wobl, und sogar aus der Hauptstadt erhält er Besuche, die sich eingehend noch seinem Befinden erkundigen. Die Blätter bringen Situationsberichte wie vom Krankenlager einer hohen oder sogar höchsten Persönlichkeit, obwohl, wie erwähnt, besagter Vogel vollkommen gesund und ebenso guter Dinge ist wie fein Gastgeber, dessen Hausdach er ziert und der bereits durch Geschenke, die für den Vogel bestimmt waren, wohlhabend zu werden beginnt. So wäre denn alles in schönster Ordnung, wenn eine „wundertätige Frau" des Storchdorfes, eine richtige alte, häßliche Here, nicht höchst seltsame Schlüsse aus dem Zurückbleiben des Tieres, das längst, wie jeder andere anständige Storch, in Afrika weilen sollte, gezogen hätte. Genaues ist über diese Schlußfolgerungen der Alten nicht bekannt ge- ligen Gäßchen abzweigte. Der Trupv am Denkmal legte sich keine Reserve auf. Sie ordneten den abgeschlagenen Kopf des Denkmals dem General Kleber zu Füßen. Ein sonderbarer Anachronismus! Das Haupt des ersten Hohenzollernknisers als Trophäe zu Füßen eines napoleonischen Generals? War diese Tat nicht bereits ein Ausfluß echt gab lischen Esprits, den diese jungen Elsässer mit unentwegt treuem französischem Gedankengang« offenbarten? „3d) wollt', ich hätte einen großen Wasserschlauch hier und könnt mit dem Strahl in diese Versammlung reinsahren," knirschte Wenger empört vor sich hin, in feiner urwüchsigen Art. Ader Raymond schwieg. Seine herabhängenden Hände krampften sich zusammen. Er sah in diesem ganzen Vorgang ein Symbol. Bis zur Unerträglich« feit würde von jetzt ab hier die Unduldsamkeit gegen alles Deutsche aufschießen! Hatte man nicht während dieser achtundoierzig Jahre deutschen Besitzes das Dentmal des französischen Generals Kleber hier' im Zentrum der Stadt unangetastet gelassen? War je dem Denkmal des Marschalls Dezai am Rhein, war dem Standbild des Präfekten Lezai-Marnesia je ein Unbill unter deutscher Zeit zugefügt? „Ich werde hier nicht bleiben können!" sagte Raymond plötzlich, als fasse er alle feine auf ihn einstürmenden Gedanken hiermit zusammen. Und dann nochmals unter einem lastenden Seufzer: „Nein. Wenn das der Anfang ist von dem, was kommen wird...? Dann gehe ich von hier fort!" Wenger sah ihm ins Gesicht: „Raymond, hier, aus deiner Heimat, aus dem Elsaß?" ,3a. Wenn es aufhört, — mir eine Heimat zu sein. Tägliche Nadelstiches tägliche Arroganz von der anders denkenden Seite werd« ich auf die Dauer nicht ertragen!" Wenger begann langsam weiter zu gehen, hinein in die Schatten der Torbogen der 2Iubette, die sich an der einen Seite des Kleber Platzes hinzoa. „Ich weiß nicht, ob du da recht tätest. Raymond. Ich meine: recht gegen unsere Heimat! Wenn alles, was von uns Elsässern hier noch deutsch fühlt, weggehen würde, — bann hätten ja die Franzosen hier freies Feld!" (Fortsetzung folgt.) -Di Rätsel-Ecke ni — ra —ra tung — tue — um II. VI. ,1 11 Niö L H U TI P ÖLZ MIUEB R A GIA g t t s s u z GBQB inm OQUlBÖH QßiraBiGiQBlamara ia0 0BI u n u s Ast Klee Loch Ratte Lea Rahm Ade Jan Alm Ei Lei Rente Taufe Uli Eli Rate Ohr Tal Amen Idol Dr. Jo- Hier da! der Sen- m h g A N e o d o e s g o e n t r f t n n r d e a e k a g h e b g g u o t s p n b b a a c a a e b a e u u z t 8 1 t N s Auserlesene Schulklasse Weiblicher Personennamen Stadt in Holland Quellnymphe Glasmasse Säugelter Möbelstück Künstlerwerlstätte Mannlicher Personenname Erfrischendes Getränk e mez — - ri — B-nöi (33013 OBBa MHS ■ !3I3* BfflGJB ia—0 QE1B0 B0HGD VII. viii. ix. X Statt der Angabe des Namens des Absenders trug die Rückseite des Briefumschlags den Vermerk: Stadt in Rheinland. Stadt in Sachsen (Pr.) Stadt in Raden. Stadt in Bayern. Stadt in Mecklenburg. Stadt in Thüringen. Stadt in Sachsen (Pr.) Stadt in Schleswig-Holst Stadt in Schlesien. Stadt in Bayern. Stadt in Sachsen (Fr.) Stadt in Schlesien. I». IV. V. a — ba ha — i lich — I Silbenrätsel. Aus den 39 Silben: Die Narrenkappe. SpNtter und Sparren dom RedattionSttsch. Die Jarbenfpur. Sunf Männer saßen in einem überfüHfagn Zug tn einem Nichtraucherabteil erster Klasse — so wird in einen, englischen Blatt erzählt. Der eine bat um die Erlaubnis, rauchen zu dürfen: drei der anderen gestatteten ihm dies gern und steckten ebenfalls ihre Pfeifen in Brand, aber der fünfte f>rDt 13 Di-14' <|Ro.2l D>. 21 $lo.2 Di. A Jugend. — 16,30 bis 17,45: Konzert des Rundfunkorchesters: Schubert. — 17,45 bis 18 05" Die Lesestunde. — 18,30 bis 18,45: Übertragung von Kassel: Stunde Haus und Garten: „Was bestelle ich an Gemüsesamen?", Bortrag von Gartemngenieur Karl Hinze. — 18,45 bis 19,15: „Buddhas Lehre", Bortrag von Pfarrer Taes- ler. — 19,15 bis 19,45: Stenograph. Fortbildungskursus. — 19,45 bis 20,15: „Kultur des Gesprächs", Bortrag von Professor Hannes Berwehen. — 20,15: Hallo! Wer dort! Heiterer Austausch-Abend der Frankfurt und Stuttgart. Wer ist der Absender? Eln rälfelhaster Brief. Eine bekannte Persönlichkeit erhielt vorgestern einen Brief ohne Unterschrift. Das Schreiben wird hiermit im Original wiedergegeben, um mit Hilfe der Leser, von denen der eine oder der andere die Handschrift kennen mag, Klarheit in die sonderbare Sache zu bringen. ioQ7A qtiülulLOukdea fxu4«. bis 11.'! 2o|eeinteili gur.gen fönni unentgeltlich Gießen, der Der J.A.: Brennt Aus den A sollen versteigi a) Biensfi do aus den Abtei 104, Bezirk de 3,0 rm Eich 37,0 rm Sief 2,4 rm Lor 5,3 rm Buc 110,8 rm kic 1,7 rm Lai 140 Wellen A0 Wellen 33,0 rm Sit 3ufammen Mer Weg-k b) Jreil vo aus ben Abtc Bezirk des warf: u 15,0 rm narm E'ch N nn Lull A rm Eich «L? rm Buc , , stocke, öiifainmenh »Schneise. "!e veiden S” »-»eh ’P’t'ftens fa"Uu Öen 2er l Vekan ’S* b-n 3 27 18 10 20 Kreuzworträtsel. J 21 221 "~|S »| |5 | IT|ii p] i hsi r" 1 ■■QM S0QQ*Q 3Q1ÜSQB Ml IM 1® IQ EID1A M nräflel / Renette: 4. Staubfort; . 8. S[par|rtte; iÄ 12' 'Ironie; i £ Dagobert; 16.3ofa|k. ie Tran« der Arbeit. k;Shlung. aufeiL lungen. ntat^el S-'^etÄ Spiet, iwr. ramme. ■in; 3. Magnesta; 4, 1 ** - rp.L vrtratsel. itttbe. »m. MM nnm tenfappe. 1 dm ÄedattlvMl-. rbenfpur. :n einem überfüllt«, Zug »teil erster Klasse - so Matt erzählt. Der eine rauchen zu Surfen,' drei hm dies gern und steck'. m in Drand, ata der 1 das tauchen und rief : Herdri. M dieser er« der Herren: „Ich habe aß der Mann, der sich mit einem Billett dritter irt.“ Der Schaffner bittet Mihrenüen. sein Mett es ist eins dritter W ibgeführt, und die andern , .Das war ader tüchtia ” Die famen Sie bloß eit" dritter Klasse eser, .Vie er es m me fallt dieselbe Farbe w 4. Februar, nixfpen. - ,h - 16,30 bis tt,45. Leseswnde. - D“ 19 bis 19,30: Bortrags' ib MdelslammerFE ri 50* slü ta Ngg* Synd: us Dr. fcfritar: -MM? M Sries. W» 5 3k *®S5 ef «del*®' .u® gniere W eine oder sonderbare Klarheit tub,e |0 ioO7A w flb- h» Holzmengen nach Schätzung Reiser Stock Forstort Datum Nr. Well. Rm. Mo. 30. 1. I. 2700 Di. 31. 1. II. 30 20 200 120 5000 90 Mo. 13. 2. V. 60 4500 100 200 Di. 14. 2. VI. 500 1000 30 Mo. 20. 2. VII. 2500 30 180 Mdelnuhholz-Verfieigenmg SubimssivNsholMttMs. 1 ßtdbf ÖMPÖßtt Aus hessischen Staats- und Gemeinde- Q x Waldungen verschiedener Forstämter der hnn fTQnlhlinrt^n her (^tnht (ulCRCH fit ti ........... Ofr.z.fk. Die Gemeinde Langsdorf, Kreis Gießen, wn aus den Distrikten Rasenstück,Seekopf,Lieb 21 St. 1060V frauenberg, Stockweiher, Höllenftitz und den. 1 St.,ca. 0,40 fm 913V Los 2: Fichtenstämme 3 St. Derbstangen 686 Reiestangen 15 23 Los 3: kiefernslämme- 5,68 fm Eiche 1 (Küferholz) Fichte 3 Los 4: Fichtenstämme Güteklasse N 93 17 Los 5: Fichtenstämme: 2 14 148 St., 121,91 fm. 97 e N HolZserstsißerung Lärche: 0,28 fm Angebote, nach Sortiment und Klassen Freitag, dem 3. Februar 1928, nachmittags vor dem Termin bekanntgegeben werden. ! 3 Uhr, bei uns einzureichen, woselbst auch die Bedingungen, mit denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unten Los Los Los Los 1. 2. 1040 3. 4. 5. .Stammholz: 2800 3400 4. Kl. 130 5. Kl. 40 Mo. 6. 2. Di. 7. 2. Di. 21. 2. Mo. 27. 2. Di. 28. 2. 40 150 170 200 1500 300 20 100 Nutzholz Fstm. 2,23 fm, 6,33 fm, 117 99 235 VI if. IX. X. 27,0 22,7 450 80 100 6 100 500 2100 3. Kl., 4. Kl., 20—24 cm Dm. 25—27 cm Dm. 30—34 cm Dm. Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güiekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla e e e e N A N A N A N N N N N N N N N N N 129 68 16 4 1 Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, 5 1 rm rm rm rm rm rm 20 40 1 1 3 1 6 Kohlbusch: Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse 2 56 117 156 22 88 28 22 8 4 9 1 Stück, Stück, 7 11 12 5 1 2 1 42 Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla Gütekla A N A N A N A N 2. Kl. 3. Kl. 3. Kl. 4. Kl. 4.Ki. 5. Kl. 5. Kl. 6. Kl. 3,0 37,0 2,4 5,3 110,8 1 48 136 80 26 6 297 0,54 fm, 3,17 fm, 7,20 fm, 11,92 fm, 5,25 fm, 1,13 fm, 2,20 fm, 0,55 fm, 31,96 fm. Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Zusammenkunft 9% Uhr Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, Stück, 29,37 fm 12,29 fm 8,31 fm 13,12 fm 2,79 fm Wagnerholz Erlen Fichten 14 4 8 1 2,02 fm 0,98 fm 4,09 fm 0,79 fm 1,82 fm 10,53 fm 5,94 fm 7,05 fm 2,60 fm 0,53 fm 3,37 fm 5,20 fm Schwarzekuh- Häuserberg . Hard ........ Meilbach...... Höler........ Riedwald .... Forst- roell. Derbstangen: 1. Kl. 579 Stück, 2. Kl. 797 Stück, 0,3» fm 26,02 fm 2,56 fm 65,23 fm 1,19 fm 12,39 fm 1,31 fm 1,76 fm 12,09 fm 34,98 fm 11,02 fm 7,42 fm 0,77 fm 1,84 fm 1,75 fm 1,10 fm 70,25 fm 94,44 fm 90,44 fm 78,39 fm 28,43 fm 5,76 fm 1,16 fm 3,57 fm 52,11 fm 47,82 fm 0,30 fm 16,84 fm 58,80 fm St., St., St., St., St., St., St., St., 12— 14 cm 15—19 cm 20—24 cm 25—29 cm 30—34 cm 35—39 cm 40—44 cm 50—59 cm St. St. St. St. 2a-Kl. 2b-Kl. 3a-Kl. 3b-Kl. 4a-Kl. 5b-Kl. Konzebühl-Gründorn Langeberg ........ Fuchsstrauch....... Münchwald....... Höles-Schwarzwald- Mühlberg ...... 1500 1500 Güteklasse Güteklasse Güteklasse Güteklasse St, St., St, St, St, St, St, St, Dm, Dm, Dm, Dm, Dm, Dm., Dm, Dm, 5 16 54 10 6 1 2 1 St, St, St, St, St, St, St, St, St, St, St, 7,4lfm, St, 12,87 fm, St, 35,84 fm. la-Kl. Ib-Kl. 2a-Kl. 2b-Kl. 3a-Kl. 3a=ÄL 3b-Kl. 3b-Kl. 4a-Kl. 4a-Kl. 4b-Kl. 4b-Kl. Ib-Kl, 2s-Kl, 5b-Kl„ 3»°Kl, 0,31 fm, 0,42 fm, 2,33 fm, 1,27 fm, 4,33 fm. 5,12 fm 10,27 fm 10,09 fm 6,72 fm 4,68 fm 4,11 fm 1,45 fm 1,59 fm se se se se se se se se Scheit und Knüp. Rm. la-Kl., Ib-Kl, 2a-Kl., 2b-Kl, 3a-Äl„ 3b-Kl, la-Kl. Ib-Kl. 2a-Kl. 2b-Kl. 3a°Kl. 1. Kl. 2. Kl. 3. Kl. la-Kl. Ib-Kl. 2a-Kl. 2b-Kl. 3a-Kl. Zb-Kl. 4a-Kl. 4b-Kl. 85 120 la-Kl, Ib-Kl, 2a-Kl, 2b-Kl, 3a-Kl., 3b°Kl, 4a-Kl, 5. Kl, Kiefcrnscheiter Lärchen- und Fichtenscheiter Buchen- und Eichenknüppel Kiefernknüppel Lärchen- und Fichtenknüppel 20 Fichtenstangen 60 Fichtenstangen (Bau und Spalierholz) 10 Eschenstamm- und -stangenholz werfen, eingesehen werden können. Zah luna bei entsprechender Sicherstellung des Kaufpreises je zur Hälfte am 1. Juli und 1. Oktober 1928. Das Holz ist mit Rinde gemessen und ist vorher einzusehen, da später Reklamationen nicht angenommen werden. Auskunft erteilt die unterzeichnete Stück, 132,22 fm Stück, 27,23 fm ten-Durchmesser). Die Zahlungsbedingungen sind sehr gün- füg; es kann Stundung des Kaufgeldes evtl, bis 11. November 1928 erfolgen. Loseeinteilungen nebst Berkaufsbedin- gur.gen können von unterzeichneter Stelle unentgeltlich bezogen werden. Gießen, den 27. Januar 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr. Rosenberg. 650 Wellen Kiefernreisig 33,0 rm Kiefernstöcke. Zusammenkunft: Kreuzung Alter Steinbacher Weg-6. Schneise. b) Freitag, den 3. Februar 1928 vormittags 9Vi Uhr aus den Abteilungen 87, 88 89b und 90, Bezirk des Försters Arft, Forsthaus Hoch- Das Holz ist vorher einzusehcn, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden, und wird aus Verlangen von dem Förster Koch vorgezeigt. Beuern, den 27. Januar 1928. Hess. Bürgermeisterei Beuern. L i n denstruth. Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Das Holz kann vorher besichtigt werden. Spätere Beanstandungen werden nicht berücksichtigt. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Kornmann in Rüddingshausen. Londorf, den 26. Januar 1928. Hessisches Forstamt Rabenau. L 0 ber. 10 Stück, 0,30 fm. Reisstangen 4. Klasse 50 Stück, 1 fm .5. Klasse 65 Stück, 0,85 fm; 6. Mash 90 Stück, 0,54 fm; 7. Klasse (Bohnen stangen) 230 Stück, 0,69 fm. Scheit rm: Buche 275; Eiche 49; Kie> fer (gesp.) 1. Knüppel rm: Buche 136; Eiche 31 rm Fichtenknüppel Wellen Buchen- und Hainbuchen- Kreisstraße Lich—Nicderbessingen (ErleSbcrg) Kreisstraße Lich—Langsdorf, Km. 14 Weilbachpslanzgarten Kreisstraße Lich—Garbentcich (Äaldeingang) Psaffenjchneise Hattenrod—Ettingshausen (Waldeingang) Kreisstraße Sich— Steinbach (am großen Teich) Kreisstraßc Niederbessingen—Langsdorf (Wald- eingang) Bahn-Unterführung Lich—Garbenteich Bliudelochswiese: Albach—Hattenrod Kreisstraße Lich—Steinbach (am neuen Teich) Forstbezirksgxuppe Alsfeld kommen zum Submissionsverkauf: 1062V Stammholz (Langholz und Abschnitte): Fichte 5412 fm; Kiefer 4142 fm; Weymouthskiefer 27 fm. Derbstangen: Fichte 2610 Stück. Reisslängen: Fichte 50 894 Stück. Das Nähere geht aus dem Holzverzeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvordrucke auf Anfordern kostenlos von unserem Sekre- hainbuche 2. Kl. 4 Stück, 35 36 20 8 Stammholz: 3. Kl. 9 St. Vrentcholz-VecheMrung. Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen versteigert werden: 1052B a) Dienstag, den 31. Januar 1928 vormittags 9% Uhr Holzversteigerung. Die Fürstlich Solmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert: 968D 1. Donnerstag, den 2. Februar 1928, aus Distrikt Pfaffenmark an Ort und Stelle, Anfang 11 Uhr am Hirschkopf: HolZversteigerimg. Montag, den 6. Februar 1928, vormittags 9% Uhr, wird im Freiherrlich von Nordeck zur Rabenauschen Forstort Hohe- Wald folgendes Holz versteigert: 1020V Reisslängen: 42 Stück 4. Kl., 10 Stück 5. Kl., 500 Stück 7. Kl. (Bohnenstangen), rm Scheiter: Buche 5. Knüppel: Buche 25; Hainbuche 7; Eiche 9; Lärche 2; Fichte 12. Reisig: Buche 244; Hainbuche 36; Eiche 82; Weichhol.; 62; Fichte 10. Zusammenkunft auf der Kreisstraße Reiskirchen—Lindenstruth bei Kilometerstein 13. Das Holz kann vorher besichtigt werden. Spätere Beanstandungen können nicht berücksichtigt werden. Londorf, den 26. Januar 1928. Hessisches Forstamt Rabenau. Löber. Die Holzversteigerungen der Fürstlichen Oberförsterei Lich Überficht. , Fichte 8. Reisig rm: Buche 2. Klasse (Stammreisig) 62, Buche 3. Klasse (Astreisig) 428; Eiche 111; Fichte 27. 6. Stöcke rm: Buche 80; Eiche 33. Die Zusammenkunft ist um 9% Uhr in Oberseilbach (Hainstrauch), unterhalb des Jagdhauses Rinn. 881D Treis a. d. Lda., den 23. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Treis a. d. Lda. III. IV. St, St, 3000 | — sind meist nur Arbeitsvergebmig. Für die Feldbereinigung Vernsfeld sollen auf der Bürgermeisterei zu Bernsfeld 1018V Fuhrleistungen, zu Rm. 240,— Drainagearbeiten, zu Rm. 1932,85 veranschlagt, in einzelnen Losen vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hessischer Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin am Donnerstag, dem 2. Februar, vormittags 10)4 Uhr, einzureichen sind. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 24. Januar 1928. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Durchmesser). Stück Kiefernlangholz 2a= und 2d-Kl. (N), 446,85 fm (20—29 cm Mitten- Durchmesser). Stück Kiesernlangholz 2a- und 2b-Kl. (F), 9,50 fm (20—29 an Mitten- Durchmesser). Stück Kiefernlangholz 3a- und 3b-Kl. (A un N), 25,09 fm (30—39 cm Mittendurchmesser). Stück Kiefernlangholz 4a-Kl. (N), 1,11 fm (40—44 cm Mittendurchmesser). Stück Kiefernabschnitte lb°Kl. (N), 0,81 fm (40—44 cm Mitten-Durch- mejser). Stück Kiefernabichnitte 2a- und 2b-Kl. (N), 36,01 fm (40—44 cm Mitten- Durchrnesser). Stück Kiefernabschnitte 3a- und 3b-Kl. (A und N), 10,67 fm (40—44 cm Mit- ten-Durchrnesser). Stück Kiefernabschnitte 4a- und 4b-Kl. (A), 1,67 fm (40—44 cm Mitten- Durchmesser). Stück Lärchenlangholz la-, lb-, 2a- und 2b-Kl. (N), 5,31 fm (40—44 cm Mitten-Durchmesser). Stück Fichenlangholz la , lb-, 2a- und 2b-Kl. (N), 39,68 fm (40—44 cm Mitwart: 15,0 rm Buchen- und Hainbuchenscheiter 46,7 rm Eichenscheiter 10,9 rm Buchen- und Hainbuchenknuppel rm Eichenknüppel 1. Kl. 1 Stück, se e e «Oli! Bewoulli lit en« Ziegelsteine! Wer bauen und dabet Geld fvaren will, tätige icöt schon ferne Abschlüsse tn prima Ziegelsteinen zu AuSnahmepretien. Gell, schrtiiliche Anfragen unter 917D an den Glekener Slnaeioer erbeten. Montag, dem 13. Februar 1928 vormittags 10% Uhr in der Gastwirtschaft „Zur Liebigshöhe" in Gießen versteigert werden: 221 Stück Kiefernlangholz la- und Ib-Kl. (N), 84,96 fm (15—19 cm Mitten reisig IC 19 Wellen Eichenreisig 38,4 rm Buchen-, Eichen- und Fichtenstöcke. * Zusammenkunft: Kreuzung Sicher Straße- Schwellmhoizverkauf. Nachstehende Mengen Buchen- u. Eichen- Schwellenholz, 1. Kl., sollen im Submissionswege verkauft werden unter den für den Holzverkauf in der Hess. Staatsforst- oerwaltung gültigen allgemeinen Bedingungen: 1061V 1: Aus dem Wald der Gemeinde eingeschätzt. Genaueres wird durch die Ortsschelle bekannlgemacht. Auskunft über die Montags-B^r- N N A N A N N Vuchen-Stammholz: Fichten-Stammholz: Güteklasse N la-Kl. 398 Stück, ..... Ib-Kl. 273 Stück, Allendorf a. d. L. 90 fm Buche. 2: Aus dem Wald der Gemeinde Treis a. d. Lda. 100 fm Buche. 3: Aus dem Wald der Stadt Gießen 30 fm Buche. 4: Aus dem Wald der Stadt Gießen Aus den Waldungen der Stadt Gießen sollen am 1053B St., 117,23 fm, St., 112,9lfm, St., 48,21 fm, St., 17,10 fm, St., 320,21 fm. Fichtenstangen (dabei Bohnenstangen) Fichtenstamm- u. -stangenholz (Bau- und Spalierholz Fichtenstangen (Spalierholz) Eiche-Schnitth., 60 Fichtenstangeit (Bau- u. Spalierholz), 2000 Bohnenstangen Eiche-Schnitt und Wagnerholz,20Fichtcn- stangen Buche Schnittholz, 20 Eiche-Schnittholz, Bohnenstangen, Eschenstangen Stück, 123,31 fm ---- 44,86 fm aus den Abteilungen 101a, 102a, 103a und 104, Bezirk des Försters Geisel, Gießen: Eichenscheiter beste Qualität zu billigem Preis C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659[897D 2. Samstag, den 4. Februar, im Fuhrer- schen Saale in Hohensolms aus den Di strikten: Eichelsberg, -Grundwald, Anne- wald, Altenberg und Scheuernwald: Klefern-Stammholz: " " Stück, Frankfurt a.M. Pferde-Märhte 30. lannir. 27. Februir, 26. Hin. M. April. 21. MaL 18. Joni. 16. lull 20. Aaiost 1. OMooer. 10. Deiemtrer. Durchschnittlicher Auftrieb 1000 Pferde aller Rassen, auch Sdilachtpferdt: ßröhte Auswahl und beste Gelegenheit für Kaut oder Tausch. Ein Besuch dieser Mflrkte Ist xu empfehlen. Der Handel Sonntags verboten. 161d Arbeitsvergebnnq. Lin Morgen Siedlungsland ehemaliger junger Buchenwald (Lehmboden), sofort zum Anroden zu vergeben. Angebote bis zum 15. Februar an Herrn G. Heinrich Walther, Göbelnrod (Post Grünberg), Oberhessen, Haus 79. [1012D Freitag, den 3. Februar 1928, vormittags 9% Uhr, werden im Saale des Gastwirts s I. Höchst in Kesselbach aus dem Freiherrlich von Nordeck zur Rabenauschen Forstorten Odenkopf 11 und 12, Odenburg 14 • und 15, Rangen 18 und 19, Sodenberg 30: und Hörnes 26, 27, 31 und 37 versteigen: rm: Scheiter: Buche l.Kl. 243, 2. Kl. 27; | Hainbuche 2; Eiche 5. Knüppel: Buche 1. Kl. 192, 2. Kl. 4; Eiche 7 ; Birke 2. Kl. 1; Fichte 2. Reisig: Buche 924; Eiche 13. Stöcke: Buche 122. 1020V Die mit roter Oelsarbe unterstrichenen „JUS CHA" Der patentierte Wflscheselbstwascher ohne jede mechanische Hilfe! blendend weiße Reechonie Wäsche. Weltberühmt und tausendfach gelobt, empfiehlt Edgar Borrmann ♦ Giehen Eisenwaren, Werkzeuge Ib-Kl., 5 2-t-Kl., 8 2b-Kl., 5 3a-Kl., 11 29 Los 6: Fichtenstämme: St., 0,23 fm, St., 24,53 fm. Kiefern-Rulzscheiter: rund 3 m lang, über 25 cm, 9,5 rm Eiche: Alteichen 4. Kl. - - - i.—3. Kl. Derbstangen: Fichte 1. Kl. 53 St., 2. Kl. 142 St., 3. Kl. 303 St.. Reisstangen: Fichte 4. Kl. 370 St., 5. Kl. 166 St., 6. Kl. 50 St., 7. Kl. 100 St. Brennholz: Scheitholz rm: Buche 180. Prügelholz: Buche 105; Eiche 37; Kiefer 8, Fichten 29. Reisholz Wellen: Buche 7420, Eiche 6370, Fichte 280. Anfang 11 Uhr. Das Nutzholz wird zu- erft verkauft. ______________________________ Mittwoch, den 1. Februar 1928 nachm. 2 Uhr, versteigere ich Ileuew weg 28 (im Löwen) dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: Eine größere Partie neue Fahrradteile und zwar Sattelfiühen, Fußruhen, Gummigriffe, gewöhnliche und elektr. Motorradhuben, vernickelte Fußhalter, Sattelklammern und Znnenklemmen. Versteigerung bestimmt. Zunker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Goethestraße 29. Telephon 1383. Stammholz: " 4 St., 1,7_____ . , „ , 140 Wellen Buchen- und Fichtenreisig Das Holz ist mit Rinde gemessen, Angebote sind getrennt nach Sortiment, Klassen in den Losen bis Mittwoch, den 1. Februar, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen, J i wo anschließend die Eröffnung der Ange- ■ - bote erfolgt. Mit der Einreichung unter- -—, - - . 1 wirft sich der Käufer den Verkaufsbe- getrennt, sind verschlossen und mit ent dingungen, welche bei uns eingesehen und sprechender Aufschrift versehen bis zum ziWslüiiskii'velsleigeliiilg. Dienstag, den 31. Januar 1928, werden im Staufenberger Gemeindewald nachstehende Derbstangen versteigert: 1008V Fichten-Derb langen 1. Klasse, 66,47 fm Fichten-Derb langen 2. Klasse, 67,18 fm Fichten-Derb langen 3. Klasse, 23,36 fm. Zusammenkunft vormittags 9Yi Uhr aus der Hachborner Straße am Waldeingang. Staufenberg, den 25. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei. Meyer. tariat in Darmstadt bezogen werden kann Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsholzvertouf aus Staats- und Gemeindewald am 29. Februar 1928“ bis spätestens Mittwoch, den 29. Februar d. 3., vormittags 10 Uhr, bei dem Forstamt Alsfeld zu Alsfeld einzureichen. Gebote, die nach diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzu- geben, ob bei dem Nadelholz der gebotene Preis für geschältes oder nicht geschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Gebote für nichtgeschältes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersetzen. Für jedes Forstamt bzw. jede Gemeinde und jedes Los ist ein besonderer Angebotsvordruck zu benutzen. Oeffnen und Sortieren der Gebote: Mittwoch, den 29. Februar d. 3. vormittags 10^ Uhr in Alsfeld, Hotel „Deutsches Haus“. Daran anschließend Verlesen der hauptsächlichsten Gebote. Darmstadt, den 18. Januar 1928. Hessisches Ministerium der Finanzen. Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung. Stelle und Förster Sarnes. Langsdorf, den 24. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. _____ Kneipp.__________ Solzvevfieisevung. Aus den Waldungen der Gemeinde Treis a. d. Lda. soll am Montag, dem 30. d. M., von vormittags 9/ Uhr an, nachverzeichnetes Holz an Ort und Stelle versteigert werden: verschiedene Forstorte (Hainstrauch, Aspenstrauch, Abt. 1,2,3 u.4). Derbstangen 1. Klasse 3 Stück, 0,27 fm; 2. Klasse 5 Stück, 0,30 fm; 3. Klafft Wir ziehen um! Vom 1. Februar befindet sich unserBureau Liebigstrahe 19, patt. I. Bureaustunden 9-2 Uhr. Telephon 33. Rheinische wach-Sesellschasl. Bin unter Nr. 74s ans Fernsprechnetz nngeschlossen. Empfehle zur jetzt günsttaen Pslanzzeil: 0689 Bcerenodftbochst.,Bccrenobftsträucher, Himdcersrräucdcr, tn besten Sorten, um zu räumen, zu äußersten Preisen. Sämerei Dönges Gießen, Marburaer Straße 67 Los 1: Buchenstämme: 30—39 cm Dm., 6 Sl., 4,48 fm, ] 40—49 cm Dm., 9 St., 8,12 fm, 15 St., 12,60 fm. Holzsubmission. Holzsttbmisfion Aus den Waldungen der Gemeinde 2 .______ 7 " " 2 Beuern soll folgendes Nutzholz auf dem verkauft auf dem Wege der Submilsi Wege schriftlichen Angebots verkauft wer- aus den Distrikten Rasenstück,Seekopf.Lik 12 Schneise. Die beiden Brennholz-Versteigerungen oom 24. und 27. Januar 1928 (Nr. 4 und 6) wurden genehmigt. Die Abfuhrscheine sind bis spätestens 10. Februar 1928 in (Empfang zu nehmen. Gießen, den 27. Januar 1928. Der Oberbürgermeister. I.V.: Dr. Rosenberg.______ Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 10516 Dienstag, den 31. Januar 1928, Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt. . Mittwoch, den 1. Februar 1928, Schweine- markt. Die Auftriebszeil findet am Markttage von 8 bis 9% Uhr vormittags statt. Gießen, den 23. Januar 1928. Der Oberbürgermeister. I. D.: Klingfpor. Aenderungen bleiben Vorbehalten. Die Holzmengen ....... . fteigerungen erteilt Förster Stein, Hattenrod, über die Dienstags-Versteigerungen Förster Heuser, Fasanerie bei Lick, Fernruf JIr. 19 40 fm Eiche. Das Holz von Los 2 ist ohne Rinde, das der übrigen Lose mit Rinde gemessen. Schriftliche, verschlossene, mit der Aufschrift „Schwellenholzverkauf" versehene Gebote sind, getrennt nach Losen, bis 15. Februar 1928 einzureichen an Hessisches Forstamt Gießen zu Gießen, Wil- helmstraße 56, welches nähere Auskunft erteilt. ________________________________ Brennhölzversteigerung ~ im Licher Stadtwalde. In den Distrikten Eisenkaute, Ober- und Unter-Speierlingskoof werden nach vorheriger Zusammenkunft in der Pflanzgartenschneise am alten Pflanzgarten am Freitag, dem 3. Februar d. 3., vormittags 10 Uhr, versteigert: 976D Scheiter rm: Buche 4. Knüppel rm: Buche 30; Hainbuche 27; Birke 15; Erle 15; Lärche 9; Fichte 3. Durchsorstungsreisig Wellen: Buche 14000; Eiche 200; Dirke 300; Erle 150; Esche 100. Stocke rm: Fichte 10. Günstige Zahlungsbedingungen. Lich, den 27. Januar 1928. Hessische Bürgermeisterei ßid). I. D.: Heinrich Heller IV. l.Kl. 2 otürf, 2. Kl. 60 Stück, 3. Kl. 2 Stück, 3. Kl. 86 Stück, 4. Kl. 2 Stück, 4. Kl. 11 Stück, 7. Kl. 1 Stück, ls-Kl., 4 St., 0,66 im, Ib-Kl., 40 Si„ -r ''m. 2a-Kl., 58 St., 40,88 fm, 2cpSU., 2j ict., iu, 3u-Kl., 14 St., 21,74 fm, 3b-Kl., 7 St., 14,27 fm, 148 St., 121,91 fm. Dienstag, den 31. Januar, nachmittags, und Mittwoch, den 1. Februar, vormittags, bleibt unser Geschäftshaus wegen der Vorbereitungsarbeiten geschlossen 1065D E cm «uchdieM Oberen erhältlich! ^öberstraße 17 ♦ 064m JOHANNAVOOT 0693 Zagen! Dort erfährst Du staunend dann, was mit Ci^nan machen kann! y Eil Ina E D E S Habe meine Schuhmacherei der Neuzeit entsprechend eingerichtet E E R N S o D ttn Qcjunbe "»8 tonnt. Nähere Auskunft über Einreisebedingungen o. 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Gekennzeichnet war die Lage durch eine außerordentlich starke Geschäftslosigkeit. Die Börse litt unter dem an dauernde nOrder- mangel, da die private Kundschaft weiterhin keinerlei Reigung zu neuen Engagements an den Tag legte, sondern wieder bestrebt war, die noch bestehenden Positionen zu lösen. Die Spekulation zeigte wenig Lust, aus sich «heraus eine Aufwartsbewcgung der Kurse herbeizu- führen, und verharrte in ziemlicher Untätigleit. Rur die Baissepartei benutzte die herrschende Unsicherheit und schritt verschiedentlich zu vorsichtigen Blancoabgaben. Diese Baissepositionen wurden jedoch nicht lange gehalten und bald daraus wieder Deckungen vorgenommen. Die allgemeine Lustlosigkeit und Skepsis hatte zur Folge, daß verschiedene günstige Momente auf die Gestaltung der Tendenz fast keine Wirkung ausüben konnten. So war der trotz des bevorstehenden Ultimos leichte Geldmarkt ohne sichtlichen Einfluh. Die in der vergangenen Woche eingetretene Verknappung wurde rasch wieder überwunden, und Angebot und Rachfrage waren ausgeglichen. Reportgeld stand in ausreichender Menge zur Verfügung, so dah der Sah um 1/0 Prozent gesenkt werden konnte. Wenig beachtet wurde auch die weitere befriedigende Entlastung der Reichsbank nach dem letzten Ausweis. Ferner konnten die Meldungen über den Stand der Freigabeangelenheit kaum eine Wirkung ausüben. An der Börse wurde die Loge im Gegenteil verschiedentlich ungünstig beurteilt, da durch die verschiedenen Debatten und Einwande im Finanzausschuh des amerikanischen Senats eine Verzögerung befürchtet wurde. Ein andauernd ziemlich starker Druck wurde auf die Stimmung ausgeübt durch die Ausdehnung und Verschärfung des Streikes in der mitteldeutschen Metallindustrie, beunruhigend wirkte ferner die Lohnbewegung im Ruhrbergbau. Auherdem verwies man auf die nach vorübergehendem Stillstand wieder im Wachsen begriffene Arbeitslosigkeit. Befürchtungen hinsichtlich der zukünftigen Geldmarktentwicklung entstanden im Anschluß an die Gerüchte einer kommenden R e i ch s b a h n e rn i s° s i 0 n. Da die Verwaltungsratssihung der Reichsbahn über ihre Geldbeschassungspläne noch keinen Beschluß gefaßt hat, blieb eine gewisse Unsicherheit bestehen. Verstimmend wirkten auch die verringerten Hoffnungen auf eine baldige Senkung des englischen Diskontsatzes, zumal die Federal Reserve Bank in Chikago eine Erhöhung ihrer Diskontrate vornahm. Einige Spezialgebiete verzeichneten etwas lebhaftere Umsätze. So bestand für die oberschlesischen Montanwerte in Erwartung günstiger Abschluhziffern bei Oberbedarf Interesse. Gefragt waren ferner Otavi Minen und Phönix, letztere auf Dividendehoffnungen und Gerüchte eines eventuellen Umtausches in Stahlvereinsaktien. 3m allgemeinen ergaben sich gegen die vergangene Woche überwiegend Kursrückgänge von 1 bis 4 Prozent. Eine gewisse Widerstandsfähigkeit im Grundton der Börse war nicht zu verkennen. AEG. verloren 5 Prozent auf die Enttäuschung darüber, daß entgegen den Börsenschähungen nur 8 Prozent Dividende verteilt werden. Für deutsche Anleihen, namentlich für Reu- besihanleihe, zeigte sich einiges Interesse. Ausländische Renten lagen vernachlässigt und eher schwächer. Am Devisenmarkt war das Pfund angeboten. Auch Madrid abgeschwächt. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt war in dieser Woche bescheiden. Abschlüsse wurden nur zögernd getätigt, da die Händler nach wie vor große Zurückhaltung übten, und die zweite Hand dem Markte vollkommen fernblieb. Verstimmend wirkten die nachgebendcn Auslandnotierungen, da sich aus diesem Grunde die Käufer abwartend verhielten, in der Hoffnung einer Preissenkung am hiesigen Platze. Weizen war in größeren Posten billiger angeboten, ohne daß sich hierfür Interessenten gefunden hätten. Nur Ware für spätere Lieferung konnte etwas abgesetzt werden. 9t 0 g g en war dagegen etwas lebhafter verlangt, da sich hier eine gewisse Materialknappheit bemerkbar machte; da auch die Mühlen als Käufer auftraten. Gerste, die in der vergangenen Woche sehr reges Geschäft zu verzeichnen hatte, lag sehr still und vernachlässigt. Nur gute Qualitäten wurden von Seiten des Exports bei billigeren Preisen noch etwas verlangt. Mais hatte ebenfalls kaum Geschäft aufzuweisen. Hafer, der zeitweise kaum gefragt war, hatte infolge der knappen Beschickung der Börse und des größeren Bedarfs der Landwirtschaft größeres Gc- schäft aufzuweisen. Auch Mehle waren im Ein- klang mit dem schlechten Getreidegeschäst stark vernachlässigt. Die Mühlen klagen immer stärker über den schlechten Abruf der gemahlenen Ware. Der Futtermittelmarkt war fast ohne Umsätze; die Preise waren nachgebcnd; trotzdem fanden sich kaum Käufer. Das Kartoffelgefchäft war sehr ruhig; die Preise gut gehalten. Zum Wochenschluß wurde die Haltung ziemlich lustlos, und es trat eine fast völlige Stagnation ein. Weizen wurde stärker an- geboten, ohne daß eine Absatzmöglichkeit vorhanden war. Das geringe Interesse für Roggen ließ auch vollkommen nach. In Mehlen ruhte das Geschäft vollkommen. Am Futtermittelmarkt machte sich für Roggenkleie stärkeres Interesse bemerkbar. Im Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche waren die Preise für Weizen I, Weizen II, Weizen III, Roggen, Sommergerste und Hafer gut behauptet. Mais gab eine halbe Mark, Roggenkleie eine viertel Mark nach. Roggenmehl und Weizenmehl in geringeren Sorten je eine viertel Mark billiger; während die besseren Sorten gut behauptet blieben. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen I 25, Weizen II 23,50 bis 23,75, Weizen III 22,75 bis 23,25, Roggen 24 50, Sommergerste 27,50 bis 30, Hafer, inl., 23,50 bis 24, Mais für Futterzwecke 21,75, Mais für andere Zwecke 22,50, Weizenmehl 36,75 bis 37,25, Roggenmehl 34 bis 35,50, Weizenkleie 14,25, Roggenkleie 15,25. Wochenbericht vom Frankfurter Schiackiviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt war in dieser Woche etwas größer, da auch der Antrieb starker war. Die Märkte wurden alle ausverkauft. Kälber und Schafe waren lebhaft gehandelt. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1205 Rindern, darunter 292 Ochsen. 59 Bullen, 542 Kühen und 230 Färsen, ferner aus 1616 Kälbern. 575 Schafen und 6561 Schweinen. Im Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 370 Rinder und 430 Schafe mehr zugetrieben. 3n Kälbern war der Auftrieb unverändert. Schafe hatten dagegen einen Mehrzutrieb von 430 zu verzeichnen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 57 bis 61, II 53 bis 60, B l 50 bis 52, II 46 bis 49. Bullen A 52 bis 56, B 43 bis 51, Kühe A 46 bis 49, B 40 bis 45. C 34 bis 39, D 25 bis 33, Färsen A 53 bis 62, B 53 bis 57, C 46 bis 52, Kälber B 72 bis 77, C 65 bis 71, D 56 bis 64. Schafe A 47 bis 51. B 40 bis 46. C 35 bis 38, Schweine B 55 bis 58, C 54 bis 57, D 52 bis 55. Verglichen mit den Rotierungen der vorigen Woche waren Rinder eine Mark, Schafe ebenfalls eine Mark teurer. Kälber blieben gut behauptet. Schweine gaben dagegen bis zu 5 Mk. im Preise nach. * * Der Stand der Anleihe Verhandlungen des deutschen Hausbesitzes. Wie WTB.-Handelsdienst von der Deutschen Hauptbank sür Hypothekenschutz A.-G. mitgeteilt wird, konnten die Verhandlungen über die Aufnahme einer Amerikaanleihe für den deutschen Hausbesitz noch nicht zum Abschluß gebracht werden. Der Grund hierfür ist, daß der amerikanische Geldmarkt immer noch stark beunruhigt und gegenwärtig für deutsche Werte, die in der letzten Zeit durchweg mitunter recht erhebliche Rückgänge auszuweisen hatten, nicht aufnahmefähig ist. Die Situation erfuhr in der Zeit, während der die Verhandlungen geführt wurden, noch eine Verschärfung insofern, als durch einen Erlaß der Reuhorker Börse Anmeldungen deutscher Wertpapiere zur Rotierung an der Reuhorker Börse cinstweilen suspendiert wurden. * Erhöhung des Privatdiskonts. Der Privatdiskont ist gestern in Berlin um Vs Prozent auf 63/< Prozent für beide Sichten erhöht worden. - Abschlüsse im Siemenskonzern. Der Aufsichtsrat der Siemens-Schuckert A.-G. trat am 26., der Aufsichtsrat der Siemens-Halske A.-G. am 27. 3anuar zusammen. 3n beiden Sitzungen wurden die Abschlüsse für das am 30. Dezember 1927 beendete Geschäftsjahr genehmigt. Der Abschluß der S i e» mens-Schuckert A.-G.. der erste seit der am 12. 3uli 1927 erfolgten Umtoanölung in eine Aktiengesellschaft, weist einen Reingewinn aus von 14 780 372 Mk. (L V. 12 175 701 Mk.). Der Aufsichtsrat schlägt vor, an die Aktionäre eine Dividende von 9 Prozent auf das Aktienkapital von 120 000 000 Mk. gleich 10,8 Mill. Mark auszuschütten, der Sonderrücklage 3 MUI. Mark (i. V. 3 Mill. Ml.) zu überweisen und 980 372 Mk. (i. D. 525 700 Ml.) auf neue Rechnung vorzutragen. Eine Zuweisung für Wohlfahrtszwecke erscheint in diesem 3ahre nicht in dem Gewinnverteilungsplan, da in Zukunft derartige Posten als Sozialausgaben dem Gewinn- und Verlustkonto überwiesen werden sollen. 3m Anschluß an die Aufsichtsratssitzung fand sofort die Generalversammlung der Siemens-Schuckert A.-G. statt. Diese genehmigte die Bilanz und den Geschäftsbericht, sowie die Gewinn» und Verlustrechnung für das Geschäftsjahr 1926, beschloß die Verteilung des Gewinnes gemäß den in der Aufsichtsratssihung gemachten Vorschlä- den und erteilte an den Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung für das vergangene Geschäftsjahr. — Bei der Siemens & Halske QI.-®, verbleibt ein Reingewinn von 18 851 249 Mk. (i. V. 15 348 513 Mk.). Der auf den 23. Februar cin- zuberusenden Generalversammlung soll der Antrag unterbreitet werden, an die Aktionäre eine Dividende von 12 Prozent (i. V. 10 Prozent) gleich 10 920 000 Mk. (i. D. 9 100 000 Ml.) auszuschütten, der Sonderrücklage 5 Mill. Mk. (i. V. 2 500 000 Ml.) zuzuführen, dem Aufsichtsrat 414 680 Ml. (i. V. 298 510 Ml.) zu überweisen und 2 516 569 Mk. (i. V. 2 450 000 Ml.) auf neue Rechnung vorzutragen. Wie bei den Sie- mens-Schuckertwcrken erscheint eine besondere Zuweisung für Wohlfahrtszwecke in diesem Jahre nicht in dem Gewinnverteilungsplan, da in Zukunft derartige Posten als Sozialausgaben im Gewinn- und Verlustkonto ausgewiesen werden sollen. • Angebliche Chemieverhandlungen mit Belgien. Zu den Meldungen über die Chemieverhandlungen mit Belgien erfährt der WTB.-Handelsdienst von unterrichteter Seite, daß derartige Verhandlungen bisher nicht im Gange waren und infolgedessen auch nicht abgebrochen fein können. • Preußische Pfandbriefbank. Ein Amsterdamer Konsortium, bestehend aus den 3n» kassobankfirmen Vermeer & Co. und S. Schönberger & Co., beider in Amsterdam, hat einen Betrag von 4 Millionen Goldmark 7proz. kapitalertragssteuerfreie Pfandbriefe der Preußischen Pfandbricfbank, Berlin, übernommen, welche am 3. Februar zu 953/» Prozent Amsterdamer Äsance in Amsterdam zur Emission gelangen. Frankfurter Börse. F r a n t f u r t a. M., 28. Jan. Tendenz: lustlos. — Zum Wochenschluß verharrte die Börse weiter in fast völliger Geschäftslosigkeit. Trotz der reibungslosen Ueberwindung der Ultimo-Liquidationen war die allgemeine Stimmung äußerst lustlos und ziemlich unsicher. Zur Zurückhaltung mahnte die Ungewißheit über die weitere Entwicklung des Geldmarktes, die verschieden beurteilt wird. Die herauskommende Ware wurde trotz der Ge- fchäftsstille verhältnismäßig glatt aufgenommen, da die Spekulation in verschiedenen Werten kleine Deckungen vornahm. Die K u r s g ö st a l t u n g war nicht einheitlich, überwiegend ergaben sich jedoch kleine Rü ck g ä n g e, die nur vereinzelt über 1 v. H. hinausgingen. Am Elektromarkt waren die Abgaben etwas größer, Siemens verloren 2 v. H., Lahmeyer minus 1,5 v. Sy, Bergmann konnten dagegen etwas anziehen auf Hoffnungen auf einen günstigen Abschluß. J.-G.-F arben eröffneten geringfügig höher. Scheideanstalt gut behauptet. Montanwerte lagen im allgemeinen wenig verändert. Bei stillem Geschäft lagen Banken eher etwas fester. Zellstoff Waldhof gaben 1 v. H. nach. Am Schiffahrtsmarkte roarer Nordllopd auf Erwartungen einer Dividendenerhöhung etwas gefragt und leicht befestigt. Von Bauunternehmungen gaben Wayß & Frcylag 3 v. Sy nach. Von heimischen 21 n l e i h e n wurden Ablösung für Neubesitz etwas gefragt und höher. Der Geldmarkt blieb unverändert. Tagesgeld stellte sich auf 5,5 v. H. Jin weiteren Verlaufe bröckelten die Kurse auf Abgaben der Spekulation weiter ab. I.-G.-Farben waren stärker angeboten. Die Kursverluste betrugen bis zu 3 v Sy Am Devisenmarkt lag die Reichsmark etwas schwächer, der Kurs stellte sich gegen Kabel auf 4,1960, gegen London auf 20,444. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,05, Madrid 28,65. London gegen Kabel 4,8735. Berliner Börse. Berlin, 28. Jan. Die herrschende Geschäfts- stille wurde heute noch verstärkt durch die innerpolitische Lage und durch den frühen Sams- tagsbörfenbeginn. Die Kurse lagen teilweise noch unter dem gestrigen Abendniveau und zeigten V e r - I u ft e von 1 bis 2 v. Sy im Durchschnitt. Zellstoff Waldhof verloren 3,25 v. Sy Schade-Aktien 5 Mk. Heimische Anleihen eher schwächer, Ausländer zum Teil etwas fester. Pfandbriefe ebenfalls zur Schwäche neigend. Der Geldmarkt ist unverändert. Nach den ersten Kursen wurde die Tendenz etwas freundlicher. Es waren vereinzelt Erholungen bis zu 1 v. Sy zu verzeichnen. Polyphon 1,25 v. Sy fester, Berlin-Karlsruher Industrie plus 3 v. H. Im weiteren Verlaufe gingen die Kurse jedoch wieder bis 1 u. Sy unter Anfangsniveau zurück. Man verwies auf die Anspannung am internationalen Geldmarkt und die Diskonterhöhung der Fedcral-Refcrve-Bank in Boston. Auch Berlin-Karlsruher Industrie lagen nur noch 2 v Sy höher, hatten aber bei 86,5 v. Sy ziemlich lebhaftes Geschäft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 27. Jan. An der Marktgrundlage hat sich gegenüber gestern kaum etwas geändert, die etwas stetiger lautenden amerikanischen Marktdepeschen ließen keine etwas freundlichere Stimmung auch für Weizen aufkommen, obwohl die Situation des Weizemnchlmarktes nach wie vor unbefriedigend ist. Das inländische Angebot von Weizen aller Qualitäten blieb völlig ausreichend; von Roggen fehlen dagegen gute Qualitäten. Einige Nachfrage für den Export vermochte dem Roggenmarkt eine gewisse Stütze zu bieten. Am Lieferungsmarkte waren beide Brotgetreidearten für alle Sichten leicht befestigt. Das Weizenmehlgefchüft stagniert weiterhin. Roggenmehl behält kleines Konsumgefchäst. Hafer liegt etwas fester, das Angebot namentlich guten Materials ist nur knapp. Die geringen Qualitäten find nur schwer unterzubringen. Gerste in gutem Braumaterial ist gefragt, fönst still. Vermischtes. Die Steine von Sinai. Pros. Dr. Hubert Grimme von der Universität Münster berichtete in Berlin über die Ergebnisse seiner in Kairo letzthin vorgenommenen Untersuchungen der berühmten Sinaisteine. Diese vor etwa 30 3ahren auf dem Sinai entdeckten, mit bisher unlesbaren Zeichen versehenen Steine waren zuerst von dem Engländer Gardiner, dann von Prof. Sethe (Berlin) als älteste Buchstabenschrift der Welt erkannt worden, deren Entstehung um mehr als 600 3ahre vor der bis dahin als älteste geltenden phönizischen lag. Pros. Grimme hatte dann die Tafeln weiter gedeutet und vor zwei 3ahren seine Deutungen, die zum Teil aus die Feststellung beblischer Ramen hinausliefen, mitgeteilt. 3n der Öffentlichkeit war darauf ein lebhafter Gelehrtenstreit über die nach dem Sinai zur Heimschaffung der rätfcl- Ein Komitee bemühte sich, eine Expedition Richtigkeit der Grimmeschen Thesen entstanden, haften Steine zu finanzieren, als die Rachricht eintraf, daß es zwei anrerikanischen Gelehrten bereits gelungen sei, die bis dahin unbekannten Steine und noch drei weitere in das Museum nach Kairo zu schaffen. Das Komitee ermöglichte Prof. Grimme das Studium der Steine an Ort und Stelle. Seine nunmehr auf Grund der Originale vorgenommenen Deutungen bleiben unter Aufgabe einzelner Stellen in wesentlichen Stücken bei den seinerzeit aufgestellten Theorien stehen. Er belegte an Hand von Photographien die Entstehung der Schrift, an deren semitischem Charakter ein Zweifel nicht bestehen könne. Er zeigte weiter die in der Schrift immer wieder- kehrenden typischen Buchstaben und setzte sich für die von ihm vorgebrachten Deutungen einer Reihe hebräischer Ramen, wie 3oseph, 3ocha» naan und Moses, ein. Da die Amerikaner ihrerseits noch in diesem Monat eine Publikation vornehmen werden, und Prof. Grimme gleichfalls die Ergebnisse seiner Forschung in Buchform niederzulegen beabsichtigt, wird es wohl in naher Zeit möglich sein, dem Geheimnis der ältesten Schrift näher zu kommen. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch-Apotheke Gießen, Frankfurter Straße Nr. 4 Das Pfarrer Heumann-Buch 272 Seiten. 150 Abbildungen, erhält jeder Leser vollständig umsonst und portofrei von Ludwig Hcumann & Co., Nürnberg M 613 12ID Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividend? an. — Reichsbanldiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent._____ Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M m ... Berlin. 26. Jan I Geld Briet 16.52 16,58 Schlich- Kurs l.Ubr. Rurs Schnch- fiurs Slnjanr Knr- Schluß- Kurs -'Uhr- Kurs Schnch- Kurs Anfang Kurs Schlich, ftuts '-Uhr- fiurs Schnch- sturs 'Anfang ßnr- Holländische Noten . . . Italienische Noten . . . 168,76 22.195 169,44 22,275 Datum: 27 1. 1 28. 1. | 27 I | 28. 1 Datum: 27 1. | 28 1. 27. 1. |28 L Datum: 27. 1. | 28. 1. | 27. 1 | 28. 1 norweatlche Roten...... Deutsch Lesterr., ä 100 Kronen 111,26 59,00 111,70 59,24 wie Dk Reichöanleihe o 1927 Dt An! Wblof Schuld mit Äuslos -Rechten . DeSal. ohne Äuslos.-Rechten 7®/c ftrantf Hyv.-Bk. Go dpi unkündbar tni 1932 . Bergmann ....... Eleitr Lieferungen . . . Licht und Ikrast . . . . Kelten ± Guilleaume • . . Ges r Elekir Untern • . Hamb Glektc. Werke . . Rhein. Eleltr ... üchles. Eleklr...... SLuckert ...... Siemens 4 Halske .... Tran radio ...... Labmever * Co. .... . .7 .8 10 10 .6 10 10 . 8 10 . 7 2 1 i ! SS! ! ! 1 162.5 185 220 I 182.5 281 165 184.25 172,5 221,25 125.5 267 150.5 152 5 193 182,9 285,5 162 181 171.75 219.75 123,9 265.5 150.4 192.5 182,25 284 133 WbtliDD Holzmann . .2 Heidelberger Cemenr . 8 Lernern Karlstadt . ... s Atavß & Freitag . . le SchultheiS Baden Hot er . . 15 Cftroerfe . ... 12 Ber. Glcmzstoff......15 Bemberg......... Zellston Saldbof. . . . 12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Waller. 7 en einer GaS . . 8 Daimler Motoren..... 0 140.5 138 180 136,5 252 177 35 • P 1 । iZS । । । । — । । । v, 1 1 1 £1SS3 Illi Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten . . . Devisrnmarkt Derlm Telegraphische 2,60 112,12 80,69 70,98 12,38 73 15 —Frcmkfuv Aus , 0 d 2.62 112,58 81,01 71,26 12.44 73,45 a M. lun g. 95,75 3 34,65 4 I * IC s 286 174,5 84 <5 27. Jan. 28. Jan. 4% Oestereichische Goldrte 4,20% Deftcrr ich Silberne 4"/o Oesterreich chtheitl. Rte 4% Ungarische Goldne 4% Ungarische Siaatsr b 1910 4V,% desgl von 1913 4% Ungarische stronenrte 4°/ Türk. joUanleibe v 1911 4% Turk Lagdadbahn-Anl Serie 1 4U, öeSgl. Serii 31. 4% Rumänen eonvcrt Rte. 41,% Rumänen Goldanl von 1913 euo Deutsche Gifenbahn 4% Hamburg-Amerika Pake' 6 Samb-Sudain Tamv'sch 8 Hansa Dampfschiff 6 Norddeutscher Lloyd ( 811(0 Deutsche Creditanst 10 Barm r Bankverein 10 Berliner HandelSaesellich. 12 Kommerz- und Privat-Bk- li Lärmst, u. Nmionalbank 12 Deutsche Bank 10 Diskonto-Gesellschaft Ant 10 4,25 * .9 167 165,5 167 Amtliche Noti rang Amtliche Notierung Geld 1 Bries Buderus ...... Teutiche Erdöl...... Essener S-einkohle ... Gelsenkirchener f. •/, I Harvener .... HoeiS Äsen ........ Ilse Bergbau....... Klöckn rwerke ...... Köln Neuesten . . i Mannesmann f V, I ManS'eldrr Cbcrfrfjlcl Eifenb. Bedarf Lberichles Kokswerke Pbönu Bergbau f >/, I Rheinische Braunkohlen Rheinnahl Riebeck Montan Bereinigte Stahlw. f. */» 3 Ctaoi Muren 1 Kali LfcherSleben KaliWeneregelo Kaliwerk Salzdetfurth 3 G Karben-Industrie Dynamit Nobel ■ . 0 .6 8 4 8 .5 .8 .5 4 6 0 3 10 0 6 3 sh 10 10 12 99 98 130.5 143 25 135.25 188,25 140 5 225 122 140 75 147.75 119 104,5 96,5 100.75 233 165,75 102,5 43,25 17) 249 262,25 Demag .....ö — _ 64 25 64 Geld Briet 25 4 13,1 14.13 13,15 5,65 148,5 147 174 236 5 163,25 158 2 1 £ 1 IS.* l £! 1 1 II' £ 1 1 1 1 25,25 24 25 1,65 13,13 14,5 13.4 16,9 145 211,5 209 149.13 145 75 148 462.5 174,13 435,75 163,5 25,75 13,25 144.25 210.75 148 65 145,25 147 262 174 233 163.5 136 122 148 119.5 101 234 166 103.5 262 fiII 1 1 I 1 । S! 1 1 1 I ' ■*». 1 1 | 8S 1 ? O QO <*• CO O 131,25 136 190 141 5 226 123 141 5 148.5 129,75 101,75 96 25 101,13 236 167.5 102.75 12.65 176 186.5 250,5 Adlerwerke Kleve,.....C riudw. noeirt .... 4 Rat Automobil ..... 6 CrcnfLtn .t Koppel .... 4 Linke Hofmann .... 0 Leonhard Tiev . . . . f Bamag-Megi-tn..... c ftrantt M ichmeo .... c c riyner ..... 7 Hcvliaenftardr ...... 0 sfnngbanS ...... f llechwerke ....... f S'lainkraftwerke ...... t Miag ...... i( Rekarlulmer ....... s ikterS Union ..... t Gebr Roeder ......1 Leigt 4 Haestner .... 6 Südd Zucker ...... 0 Ban 84.5 29.5 75 130.25 30 89 123.5 118 142.25 103.5 112 75 146.5 178.5 140 knoten. 8 b 1 1 1 3 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 32 85 263,5 96,75 131,2 - 30 74 5 129 88.25 141 102,13 112,25 179,5 142,5 8 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 131 1 1 B s: 21mst.»Rott Buen.-Aires Brff.-'Lutw Christiania .stoveuhagen Stockholm . LelstngforS. Italien. . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz .. Spanten . . Japan . . . »io de Jan. Wien in D - CcfL nbgeft Prag . Belzrad Budapest. 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Meiallaeielv chatt..... .8 .5 .0 10 192 114.65 5 192 91,4 114,5 9_5 94.25 Amerikanische Roten..... Belgische Roten...... Dänische Roten...... Englische Noten ....... I 4,172 58.26 112,05 | 20.385 1,192 58,50 112,49 I 20.465 Atbeo. Lanada Um not» . flCatra 5,564 I 4,185 4,276 20.95 5,576 4,193 4,284 20 99 5.564 4,185 4,276 20,953 5,576 4,193 4,284 20.993 19.50 78°° Jacquarddrellen . 98.00, 85.00, ßpkr Rai« giessen K Marktstrafoe 29, Tel. 271 271 1023a E warum organisieren sich die Verbraucher? u Konsum-Verein Kietzen und Wogend Im Zusammenschluß Ire Macht? Gutersloh/Westfalen Damen um e> Uhr! Herren um 9 Uhr! Neue Kurse Gieben Herborn Maasen 0715 Heoara! -Verkstätte --SZ SrMW U Waschaulomate FitMeehher An jede Lichtleitung — anzuschließen auf bequeme Teilzahlung Zu eiflagen: In Fachgeschäften und beim Städtischen Elektrizitätswerk Gießen 1030a beginnen am 16. April! 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