Donnerstag, 27. Dezember 1928 178. Jahrgang Ur. 505 Erstes Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Erscheintläglich,außer sonntags und Feiertags. Beilagen Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Schplle. Bezugspreis für 2 Wochen: 1 Reichsmark und 15 Reichspfennig für Träger« lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. SicheuerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vniü vnd Verlag: vrLHI'sche Univerfitätr Buch- und ZtelndruSerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: §chulfttahe7. MsgehtimRheililandvor? Die französische Kriminalpolizei im besetzten Gebiet nimmt seit Wochen planmäßig Verhaftungen vor. Namentlich Beamte der Reichsoer- mögensverwaltung sind von ihr den Kriegsgerichten der Besatzungsarmce zugeführt worden, ohne daß es dem deutschen Vertreter bei der Rheinlandkom- Mission, dem Rcichskommissar v. Langwerth- Simmern, bisher gelungen ist, die Gründe die- ser Massenverhaftungen in Erfahrung zu bringen. Es ist ihm nur von den Franzosen angedeutet worben, daß sie einer S p i o n a g e a f f d r c auf die Spur gekommen feien, die einen großen Umfang habe, über die aber vor Abschluß der eingeleiteten Untersuchungen nichts gesagt werden könne. Wenn wir auch noch immer nicht wissen, welche Anklagen im einzelnen gegen die Verhafteten, deren Zahl noch ständig wächst, erhoben werden, so dürfte doch bereits soviel feststehen, daß vor irgendeinem französischen Kriegsgericht im kommenden Jahre ein Prozeß gegen deutsche Staatsbürger zu erwarten ist, dem man schon jetzt seine besondere Aufmerk- samkeit wird schenken müssen. Denn soviel scheint festzustehen, daß die F r a n 3 0 f c n ajif einen groß, angelegten Spionageprozetz starten, dessen Beginn etwa mit den Beratungen der Reparations- fachverständigen zusammenfallen wird, weil sie zu diesem Zeitpunkt ein ihrer antideutschen Propaganda würdiges Objekt brauchen, mit dessen Ausbeutung sie die gesamte Weltmeinung gegen uns aufbringen wollen, um dann um so leichter ihre reparationspolitischen Ziele erreichen zu können. Daß die Wirkung derartig einseitig aufgebauter Prozesse nicht unterschätzt werden darf, haben wir namentlich vor dem Schachty-Prozeß erlebt, haben wir aber auch beim Autonomistenprozeß in Kalmar erfahren. In beiden Fällen arbeiteten die Ankläger mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln auf eine Schädigung des deutschen Ansehens, ja sogar auf ein Wachrütteln aller jener Leidenschaften hin, die wir während des Krieges im Auslande auf Schritt und Tritt zu spüren bekamen und deren geschickte Ausnutzung durch die Alliierten eine noch niemals dagewesene deutschfeindliche Stimmung bei fast allen Völkern des Weltalls auslöste. Schachty und Kolmar waren Beispiele dieser noch immmcr nicht vergessenen Methoden der Vergangenheit, sie werden beim Benoit. Prozeß, der, nach den französischen Pressestimmen zu urteilen, wieder em einziger Hahgesana gegen Deutschland werden wird, aufs neue in die Erscheinung treten; wir werden sie aber bei der Aburteilung der jetzt im Rheinland verhafteten deutschen Staatsbürger mit verdoppelter Wucht zu spüren bekommen. Daß von einer Spionage deutscherBeamter keine Rede sein kann, ist uns allen klar. Aber im Auslande wirken auch heute noch französische Tendenzberichte, weiß man noch immer nicht die Wahrheit von haltlosen Anklagen zu unterscheiden. Daraus baut Frankreich, das jetzt von der Seite eines Spionageprozesses zur Entlastungsoffensive ansetzt, um dann um so leichler und ungestörter mit Hilfe einer gegen uns aufge- pciischlen Weltmeinung seiner Reparationspolitik zum Siege zu verhelfen, zu der natürlich die Aufrechterhaltung der Besatzung oder die Kontrolle des Rheinlandes bis zur reft losen Abgeltung unserer finanziellen Verpflichtungen gehört. ReueBeamien-Ve» Hastungen. WSR. Koblenz. 24. Dez. Gestern wurde der früher beim Reichsvermögensamt Koblenz bo- schäsügte Postsekretär Scholz ohne Angabe von Gründen von den Franzosen f e st g e n 0 m- m e n. Wie verlautet, soll gegen alle verhafteten deutschen ^Beamten Anklage wegen Spionage und Gefährdung der Sicherheit der Befahungs- truppen erhoben werden. Der verhaftete Oberverwaltungs-Inspektor Kratz hat durch die schwere Llntersuchungshast einen Rervenzusammenbruch erlitten und mutzte in das französische Militärlazarett über» geführt werden. Wiederttebergriffe der Surete MSR. Ludwigshafen. 24. Dez. Am Mittwoch, 19. Dezember, zwischen 10 und 11 W. wollten zwei deutsche.Kriminalbeamte an der Ecke Schützenstraße-Bleichstraße einen ihnen fremden Mann kontrollieren. Als ber fragliche Mann seinen Personalausweis vorzcigen wollte, mischte sich der französische Kriminalbeamte Foucon ein. packte den Mann am Ann und zog ihn mit den Worten: „Marsch, weikerl" mit sich fort und machte dadurch die Ausübung der polizeilichen Kontrolle unmöglich. Gegen diesen Eingriff in die deutsche Polizeihoheit hat der Oberbürgermeister beim französischen Platzkommando Verwahrung eingelegt. Wie wir hierzu weiter erfahren, handelte es sich bei dem zu kontrollierenden Mann um eine Person von ausländischem Typ, die von den beiden Beamten an diesem Morgen schon längere Zeit beobachtet worden war und ihren Verdacht erweckt hatte. Als sie ihn. wozu sie in solchen Fällen ohne weiteres berechtigt sind, nach seinen Papieren fragten, machte der Mann auch Miene, seinen. Ausweis vorzuzcigen. Ehe er jedoch dazu kam, kam der genannte französische Surete-Beamte aufgeregt hinzu und schrie die deutschen Beamten an: „Haben Sie jetzt genug gespitzelt?" Als die Beamten sich diese grobe Beleidigung verbaten und auf ihr Recht verwiesen, sagte der Franzose: „Das gebt Sie gar nichts an.“ 'Fs handelt sich hier offenbar um piNen krassen Bruch der vertraglich ge- f idjerten und vereinbarten Rechte, er- Weihnachts-Kundgebungen Müllers und Stresemanns. Aufgeregtes Echo in Paris. Oer Reichskanzler zur Reparationsregelung. Berlin, 24. Dez. (TU.) Der Sozialdemokra- lisch: Pressedienst veröffentlicht folgenden Ar- tikel des Reichskanzlers Hermann Müller: Das Zahr 1929 wird mit der Einleitung wichtiger internationaler Verhandlungen beginnen. Auf Grund der am 16. September in Genf getroffenen Vereinbarung sollen unabhängige Sachverständige die Endlosung für die beut« ch e Reparationslast finden, was nur nach eingehender Prüfung der finanziellen Leistungs- ähigkrit Deutschlands möglich ist. wenn diese Lasten wirtlich getragen werden sollen. Auf die Bedeutung dieser Verhandlungen brauche ich im einzelnen nicht einzugehen. Zch habe das erst am 12. Dezember in einer öffentlichen Rede beim Verein Berliner Presse getan, in der ich gleichzeitig betonte, dah Deutschland auf die endgültige Befreiung der besetzten Gebiete ein Recht habe. Mir ist gelegentlich der Vorwurf gemacht worden, daß diese Rede, die ich als Reichskanzler gehalten habe, keine sozialdemokratische Rede gewesen sei. Die französische bürgerliche Presse hat dagegen gleichzeitrg behauptet, dah das nicht die Rede eines deutschen Staatsmannes, sondern die eines Parteimannes gewesen wäre. Der Reichskanzler, der die Aufgabe hat, die auf dem Boden der republikanischen Verfassung stehenden Parteien zu gemeinsamer Arbeit zusammenzufassen, damit das parlamentarische System durchgeführt werden tarnt, wird nicht immerReden halten können, die jeder Partei gefallen, die in der Regierung vertreten ist. Von der Rede die ich am 12. Dezember gehalten habe, darf ich aber sagen, dah sie ebenso gut von jedem sozialdemokratischen Parteiführer gehalten werden konnte. 3n der Forderung der Räumung der besetzten Gebiete, und zwar im Interesse der dauernden Befriedung Europas, in der Betonung des kerndeutschen Charakters der Saarbevölkerung in der Anerkennung des Selbstbeslimmungs- rechtes auch für die deutschen Stamme im Reich und in Oesterreich ist sich die deutsche Sozial- demokralie mit dem gesamten deutschen Volke einig. Die Behandlung der Deutschen als Gleichberechtigte gehört auch zu den Sicherungen, die für einen Dauerf rieden notwendig sind. Für einen Dauerfrieden ist es aber auch notwendig, dah, wie Briand sagt, endlich alle Rechte aus der Kriegszeit liquidiert werden. Dazu gehört auch, dah endlich festgesetzt wird, was Deutschland $u zahlen hat. Der frühere französische Finanzmmister Klotz, der den Vertrag von Versailles mitunterfebrieben und augenblicklich in Untersuchungshaft sitzt, sagte einst: „Die Boches werden alles zahlen." Zeder nüchtern denkende Wirtschaftler hat inzwischen eingesehen, dah kein Land alle Kriegslasten allein übernehmen kann. Immer mehr hat sich der von Rorman Angel geprägte Sah als richtig herausgestellt: „Der Krieg ist eine falsche Rechnung." Zn Deutschland folgte auf Krieg und Blockade die Zeit der Inflation. Zn ihr tourten große Vermögen vernichtet. Der deutsche Mittelstand wurde zum großen Teil enteignet, die Sparguthaben der Arbeiter, Angestellten und Beamten schmolzen dahin. Gewiß hat sich die deutsche Wirtschaft feil 1924 wieder erholt. Das geschah durch den Fleiß und die Zntelligenz der deutschen Arbeiter und Angestellten, aber auch mit Hilfe im Ausland geborgter Kredite. Wenn die Sachverständigen die gegenwärtige Lage der deutschen Wirtschaft feststellen wollen, müssen sie eine ernsthafte Prüfung vornehmen, um zu erkennen, was aus eigener Kraft geleistet werden kann. An dieser ilnterfudnmg haben alle Teile des deutschen Volkes das größte Znteresse. Die Lösung muß so erfolgen, daß die deutsche Währung gesichert und eine neue Inflation unter allen Umständen ausgeschlossen bleibt. Durch letztere würden die deutschen Lohn- und Gehaltsempfänger wiederum am schwersten getroffen werden. Wenn es im Zahre 1929 gelingen sollte, in den noch strittigen Fragen für die Völker Europas die Lösung zu finden, so würde sich das deutsche Volk nach Wiedergewinnung seiner politischen Freiheit mit ganzer Kraft für den Wiederaufbau im Znnern und für den Frieden nach außen einsetzen können. Möge in diesem Sinne das Zahr 1929 glückbringend sein. Stresemann über unser Recht auf die Rheinlandräumung. Berlin, 27. Dez. (Täl.) Wie „D.T." berichtet, gewährte Dr. S t ce'f emann dem Korrespondenten der „Daltimove Sun" eine älnter- redung, in der er ihm den Standpunkt der deutschen Regierung über die Ausführungen des britischen Außenministers im Unterhaus und des Lordkanzlers im Oberhaus über die Rheinlandräumung klarlegte. Dr. Stresemann erklärte u. a., daß man in einer so lebenswichtigen Frage die Tatsache, dah der Versailler Vertrag der deutschen Regierung nach ihrer Lieberzeugung einen begründeten Rechtsanspruch auf Räumung gebe, nicht einfach in den Hintergrund treten lassen könne. (Es handele sich dabei nicht um subtile juristische Deputationen, sondern um die vernünftige und loyale Auslegung einer kurzen, aber äußerst wichtigen Bestimmung des Versailler Vertrages. Wenn auch die britische Auffassung sich in der Auslegung des Art. 431 auf einen anderen Artikel des Versailler Vertrages, nämlich 429, stütze, so sei es doch unmöglich, dabei so weit zu gehen, dah man ine vorzeitige Räumung des Rhein- landes von der effektiven Abtragung der deutschen Reparativnsschuld abhängig mache. Es sei überhaupt interessant, dah die britische Regierung nicht immer die gleiche Ansicht wie jetzt vertreten habe. Hm die Richtigkeit der deutschen Auffassung, dah av(ch hinsichtlich der Reparationen die Voraussetzung des Art. 431 bereits jetzt erfüllt sei, zu beweisen, wies Dr. Stresemann auf die durch den D a w e s p l a n geschaffenen effektiven Pfänder hin, zu eren Bestellung Deutschland nach dem Versailler Vertrag nicht verpflichtet ist. Die deutsche Auffassung finde außerdem in der gemeinsamen Erklärung Wilsons, Clemenceaus und Lloyd Georges eine Stütze, in der es heißt, dah, wenn Deutschland vor 1935 Beweise seines guten Willens und ausreichende Garantien für die Erfüllung seiner Vertragsverpslichtungen gegeben habe, die beteiligten Alliierten und Assoziierten Mächte bereit fein würden, eine Vereinbarung über die frühere Beendigung der Besetzungsperiode zu treffen. Dr. Stresemann stellte sodann die Frage, ob man etwa bestreiten wolle, dah Deutschland Beweise seines guten Willens und ausreichende Garantien im Sinne dieser Erklärung gegeben habe. Rach alledem, so erklärte ©trefemann, halte ich mich für berechtigt, zu erwarten, daß unsere juristischen Argumente auf die Dauer nicht ohne Wirkung bleiben und dah sie zusammen mit den nicht weniger starken politischen und moralischen Argumenten dazu führen werden, die Besetzung deutschen Gebietes, dieses letzten militärischen äleberbleibsels aus dem Weltkriege, endlich zu beseitigen. poincare und Briand antworten nicht. Paris, 26. Dez. (TU.) Zn französischen politischen Kreisen ist man der Ansicht, daß weder P 0 i n c a r e noch Briand auf die Erklärungen des deutschen Reichskanzlers in der Reparationsund Anschluhfrage antworten werden, da ein solcher Austausch von Erklärungen geeignet sei, eher Mißverständnisse hervorzurufen als zu beseitigen. Wegen der Erklärung des beut» schen Reichskanzlers über die Rach Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit bringt man in gutunterrichteten politischen Kreisen 3um Ausdruck, dah die französischen Sachverständigen sich kategorisch der Revision des Dawes-Planes widersehen werden, da seit Anwendung des Planes nichts eingetreten sei, was die Annahme zulassen würde, dah die deutsche Zahlungsfähigkeit sich vermindert habe. Deutschfeindliche Hetze in der pariser presse. Paris, 27.Dez. (TU.) Die Kundgebung führender deutscher Staatsmänner in der Repara - tions- und A n s ch l u ß f r a g e hat in der französischen Presse wieder eine lebhafte Aufregung hervorgerufen. Der „Temps" besaßt sich in einem Leitartikel „mit den deutschen Hoffnungen". Nach seiner Meinung läuft die Haltung des Reichskanzlers Müller, der in den Deutschen die Illusion einer neuen Prüfung der deutschen Zahlungsfähigkeit unterhalten wolle, Gefahr, zu ernsten politischen Unannehmlichkeiten zu führen, wenn die sogenannten Hoffnungen sich als eitel Herausstellen sollten. Die tausendmal wiederholten Behauptungen der berufensten deutschen Staatsmänner würden in nichts die tatsächliche Lage ändern. Sie würden nur noch mehr das Mißtrauen der Alliierten wachrufen und eine Atmosphäre schaffen, die die endgültige Lösung der Reparationsfrage schwieriger gestalten müsse. Auch die Reden über den Anschluß werden vom „Temps" vom politischen Gesichtspunkt aus als ungelegen angesehen. Die vqn Minister Koch angewandte Taktik, die Einrichtungen und Verwaltungsorganisationen Deutschlands und Oesterreichs einander anzupassen, wird vom „Temps" als gefährlicher bezeichnet, als die brutale Forderung des Rechtes, die Vereinigung sogar gegen den Geist und den Buchstaben der Verträge durchzn- führen. In Wien wie in Berlin könne man nicht verkennen, daß diese Frage sich nicht mit Erfolg vor dem Völkerbund stellen werde, wo sich niemals eine notwendige Einmütigkeit finden lassen werde, um den Bestrebungen der Pangermanisten Recht zu geben. Ferner dürfe man nicht verkennen, daß man mit dem Willen gegen den Geist und den Buchstaben der Verträge zu einem neuen europäischen Kriege drängen werde. Das „Zournal des Debats" hält es für bezeichnend, daß nach den älnterhaltungen von Lugano und am Vorabend der Sachverständigen- konferenz der deutsche Reichskanzler die These aufgreift, der Stresemann vor Brian d und Chamberlain nicht Geltung verschaffen konnte. Das Blatt schreibt weiter, nichts leweise, dah die gegenwärtigen Gefühle zwischen Deutschland und Oesterreich sich nicht später einmal unter irgendwelchem Einfluß in feindliche Gefühle verwandeln könnten. Die erklärten Anhänger des Friedens müßten sich also einer politischen Vereinigung widersetzen, die sofort zu einem internationalen Konflikt und später wahrscheinlich zu schweren Komplikationen führen würde. Aehnlich äußert sich die nationalistische „L i • 6 e r 16". Die Frage sei em st und verdiene größte Aufmerksamkeit in London und Paris. „Was werde," so meint das Blatt, „schließlich Italien tun, wenn die deutschen und österreichischen K a ° nonen 25 Kilometer von der Adria entfernt aufgestellt würden " „0 euere" fragt: Warum kommt Reichskanzler Müller auf die Anschlußfrage zurück? Um zu zeigen, daß der Pangermanismus nicht nur den Deutschnationalen gehört? Man wirst uns in schwort durch eine gemeine Beschimpfung der beiden Polizeibeamten. Einen weiteren Eingriff erlaubten sich zwei Surete-Beamte, darunter auch der vorgenannte, am gleichen Tage einige Stunden später, indem sie ohne jeglichen Grund einen Ludwigshafener stellungslos en Kaufmann von der Straße weg zur französischen Surete Mitnahmen und ihn dort einem eingehenden Verhör unterzogen, das sich insbesondere darauf bezog, ob der betreffenbe Mann im Dienste der Ludwigshafener Polizei stehe. Sie warfen ihm dann vor, er habe sie scharf beobachtet. Rach dem Verhör wurde der Mann wieder frei- gelassen. Auch dieser Fall stellt einen unzulässigen älebergrif f der Surete Dar, da der Verhaftete einen ordnungsmäßigen Ausweis bei sich hatte und nach deutscher Feststellung den Franzosen keinen Grund zum Einschreiten gegeben hat. Oer englische Knegsmmister reist nach Paris. Paris, 26. Dez. (WTB.) Wie Havas aus Calais berichtet, ist der englische Kriegs- minifter Wvrthington Evans heute nachmittag dort eingetroffen und hat unverzüglich die Weiterreise nach Paris angetreten. Krisenfürsorge für die hessischen Tabakarbeiter WHP. Darmstadt, 24. Dez. Die Zentrums - abgeorbneten Wesp und Späth haben im Hessischen Landtag folgenden Antrag eingebracht: „Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bet -Der Reichsregierung dahin vorstellig zu werden, daß die Krisenfür- sorge auch auf die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Tabakindustrie ausgedehnt wird." Begründung: Die Tabakindustrie leidet zur Zeit unter einer großen Wirtschaftskrise. Zn der Zeit des Weihnachtsfestes war früher stets Hochkonjunktur zu verzeichnen. Zn Dietern Zahre ist gerade das Gegenteil der Fall. Schon seit August d. Z. macht sich von Monat zu Mona! eine immer größere Arbeitslosigkeit empfindlich bemertbar. Die Arbeitslosig- T eit in der Tabakindustrie beträgt in Hessen einschließlich Kurzarbeit 50 Prozent. Sie wird sich mit Beginn des neuen Zcchres leider noch wesentlich erhöhen. Ein großer Teil dieser bisher unterstützten Arbeitnehmer ist bereits, andere werden in Kürze ausgesteuert sein Es ist deshalb dringend notwendig, dah die Krisenunter st ühung auch auf die in der Tabakindustrie beschäftigten Arbeitnehmer alsbald ausgedehnt wird. Beilegung des Konflikts zwischen Paraguay und Bolivien. Washington, 26. Dez. (WTB.) Das Protokoll zwecks Beilegung des Streites zwischen Paraguay und Bolivien, das nunmehr beiden Mächten vorgelegt worden ist. sieht die Einsetzung eines neungliedrigen Richterkollegiums vor, das die Llrsachen der Zusammenstöße und die Verantwortung dafür seststellen soll. Von Paraguay und Bolivien füllen je zwei Richter, die übrigen fünf von der Schiedskommission bestimmt werden. Das Rich- terkollegium wird mindestens sechs Monate benötigen, um das Material zu sammeln. Es wird sich jedoch nur mit dem jüngsten Streitfall und nicht mit der Grenzfrage beschäftigen. Deutschland oft vor, daß wir seit Locarno versuchen, die Politik des Vertrauens und die Pfönderpolitik zu verbinden. Nun, um diese Pfänder aufzuffeben, muß man Vertrauen haben. Sache der Dertt- jchen ist es, uns Vertrauen einzuflößen. „F i g a r o" erklärt: Das wenigste, was man von diesen Weihnachtskundgebungen, die es an christ lichem Geiste fehlen lassen, sagen kann, ist, daß sie des Geistes des Friedens und sogar des Geistes von Locarno ermangeln. Botschafter»». Hoesch in Berlin. CB c r H n, 26. Dez. (Priv.-Tel. des WTB.) Der deutsche CBotschafter in Paris, v. Hoesch. ist aus Anlaß des Weihnachtsfestes nach Deutschland gekommen, wo er die Feiertage im Kreise von Angehörigen verbringt. Vor feiner Rückreise nach Paris Ende der Woche wird er, wie das „Tempo" ankündigt, noch einmal nach Berlin kommen, um mit dem Reichsaußenminister über die weiteren diplomatischen Besprechungen, die Anfang des nächsten Jahres in der Räumungsfrage eingeleitet werden sollen, Fühlung zu nehmen. Die Einladung in Washington übermittelt. Washington, 24. Dez. (WTD.) Der Doyen des diplomatischen Korps, der britische Botschafter Sir Esme Howard, hat heute Staatssekretär Kellogg aufgesucht, um ihm im Ramen Deutschlands und der alliierten Regierungen deren Wunsch einer amerikanischen Beteiligung an der bevorstehenden Sachverständigenkonferenz zur Lösung des Reparationsproblems zu übermitteln. Gleichzeitig fragte der Botschafter an, ob die Regierung oer Bereinigten Staaten bereit sei, a m e r i - tonische Sachverständige zu benennen, die mit den Sachverständigen der sechs Regierungen zusammen arbeiten sollen. Sollte die Regierung der Vereinigten Staaten es vorziehen, die Auswahl der amerikanischen Sachverständigen den sechs Regierungen zu überlassen, so würden diese von der Reparationskommission und der deutschen Regierung gemeinsam ernannt werden. Präsident Covlidge und Staatssekretär Kellogg, der sich gleich nach dem Besuch des britischen Botschafters ins Weiße Haus begeben hatte, haben in den Mittagsstunden des heutigen Tages die Antwort auf das von ©ir Esme Howard überreichte Memorandum der deutschen und der alliierten Regierungen formuliert. Als der britische Botschafter nachmittags wiederum im Staatsdepartement erschien, erteilte Staatssekretär Kellogg ihm folgenden Bescheid: Wenn die sechs Regierungen wünschen, daß amerikanische Sachverständige als Mitglieder im Sachverständigeilausschuh Mitarbeiten, haben die Vereinigten Staaten nichts dagegen einzuwenden, sosern die Auswahl und Ernennung dieser Sachverständigen durch diese sechs Regierungen erfolgt. Hoover kehrt beschleunigt nach Washington zurück. Paris, 26. Dcz. (WB.) „Chicago Tribüne" berichtet von Bord des Kreuzers „Utah", auf dem Hoover feine Südamerikareise durchführt, dieser habe gestern abend plötzlich seine Reisepläne geändert und gewünfcht, m ö g l i ch st früh in Washington zu sein. Der Kreuzer habe deshalb Kurs auf Harnpton Roods, anstatt nach Florida genommen. Hoovers plötzlicher Ent- schluß hänge mit der Frage der Bildung des neuen Kabinetts zusammen. Nach einer Meldung des „Neuyork Herold" aus Washington wird Hoovers plötzlicher Entschluß, seine Südamerikareise abzubrechen und direkt nach Washington zurückzukehren, teilweise seinem Wunsche zugeschrieben, sich näher mit der Frage der Wahl von zwei amerikanischen Sachoer ständigen für den Reparationssachverständigenausschuß zu befassen. Man glaubt, daß die Tätigkeit der Sachverständigen zur Zeit dek Uebernahme der Präsidentschaft noch nicht abgeschlossen sein wird. Hoover habe sich, solange er Handelssekretär war, über die Reparationsfrage auf dem laufenden gehalten. Parker Gllbert, der in einigen Tagen in Washington eintreffen soll, werde sicher dem künftigen Präsidenten, wie er es bisher gehalten habe, über seine Beobachtungen Bericht erstatten. Amerikas Anteil nicht berührt. Washington, 25. Dez. (WTD.) Wie die Associated Preß erfährt, wird Amerikas Anteil von 21/« Prozent an den beutfchen Reparationen durch die neue Sachverständigenkonferenz nicht berührt werden, da Amerika auch von der jetzt festzusetzenden Gesamtsumme einen gleichen Prozentsatz .erholten werde, der zur Befriedigung der Kriegsentschädigungsansprüche amerikanischer Bürger gegen die deutsche Regierung verwandt wird. Als für die Ernennung zu Sachverstän- di gen in Frage kommend werden genannt: Owen.D. Cgoung, Relson Perkins, 3ere- nriah Smith und Henry Robinson. Associated Preß erfährt hierzu aus amtlichen Kreisen, daß die Regierung der Vereinigten Staaten gegen keine dieser vier Persönlichkeiten irgendwelche Bedenken habe. Ungeflärte Lage in Afghanistan. Rew Delhi, 26. Dez. (WTD.-Funkspruch.) Reuter meldet aus Kabul: Ein großer Teil der A u f st ä n d i s ch e n hat sich wegen des ungewöhnlich strengen Winters zurückgezogen. Man nimmt an. daß infolge des Wetiers ein teilweiser Still st and in der Krise eintreten und König Amanullah dadurch die Möglichkeit erhalten wird, mit den verschiedenen Mittelpunkten der Ruhestörungen nacheinander fertig zu toerben. Paris. 27. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Die Afghanische Gesandtschaft in Paris gibt bekannt, daß nach einem gestern von Kabul cingetrofsenen Telegramm der Stamm K h o o - ghani sich unterworfen habe. Der treugebliebene Stamm Mebmend habe gemeinsam mit den Regierungstruppen die A a f st ä n d i - s ch e n aus der Gegend von D j e l l a l a b a d vertrieben. Die Aufstandsbewegung scheine nachzulassen. Peschawar, 27. Dez. (Reuter.) Britische Militärflugzeuge haben weitere 22 Frauen und Kinder von Kabul hierher gebracht. Es handelt sich um die Familien deutscher, Halte- Oie pariser preffehehe nach dem Attentat ans Fachoi. In Paris Hal vor einigen Tagen ein Wetzger- geselle aus dem Elsaß ein Aevolverat ten- t a t auf den ehemaligen Eolmarer Gencral- ftaatsanwalt Fachot verübt, der seinerzeit in den bekannten Autonomisten-Prozessen eine auffallende Rolle gespielt hat und iirsolgedessen in einen höheren Posten nach Paris befördert worden war. Es ist bie Lat eines Fanatikers gewesen, bei dem politische und persönliche Momente sich zu einer unklaren Vorstellung der Dinge und der Derantwortlichkeiten vermischt hatten und der mit seinen Schüssen den Mann zu treffen glaubte, der für die Enttäuschungen! und Röte d?s elsässischen Volles die Verantwortung trägt. Wie alle Attentate, so ist auch dieses eine Torheit geweseir, die gerade im Interesse der Elsässer, für deren Autonomiebewegung Fa- chot unfreiwillig ein ausgezeichneter Propagandist war, hätte unterbleiben müssen. Aber wenn der geistig zweifellos beschränkte Attentäter den Begriff der Verantwortlichkeit mißverstanden hat, so rechtfertigt das noch nicht die Demühuitgen eines erheblichen Teiles der französischen Oeffentlichkeit in Parlament und Presse, nun die Autonomistenbewegung oder womöglich die ganze elsässische Bevölkerung für diese Tat eines Fanatikers verantwortlich zu machen. Lind am allerwenigsten ist es zulässig, bei der Suche nach einer verantwortlichen Stelle gar auf Deutschland zurückzugreifen. Gerade in Frankreich sollte man sich hüten, solchen abwegigen Gedankengängen Raum zu geben, denn es ist noch nicht sehr lange her, daß man sich selber berechtigtennaßen darüber entrüstete, daß die faszistische Presse für die in Italien vorgekommenen Attentate auf Mussolini und andere Frankreich verantwortlich machte. Das war schon recht unsinnig, aber immerhin konnte man auf italienischer Seite das Argument geltend machen, das sich alle oder doch fast alle vertriebenen Antifasziften in Frankreich im Asyl befinden. Die elsässislyen Autonomisten leben aber im Elsaß, unter französischer Jurisdiktion. Sie haben mit den durch Frankreich vertriebenen Deutsch-Elsässern, die notgedrungen im Reich ihre Zuflucht suchen mußten, nichts zu tu n und schwerlich auch nur den geringsten Kontakt. Es ist ein völkerpsychologisch interessante, aber bedauerliche Tatsache, daß man regelmäßig nach irgendeiner Tat des Fanatismus, auch wenn sie [ich noch so deutlich als die Handlung eines einzelnen charakterisiert, stets Einflüsse von draußen aufzuspüren versucht. In Sowjetrußland sucht man in solchen Fällen gewöhnlich nach englischen Anstiftern, im Balkan nach italienischen, in Italien nach französischen und in Frankreich nach deutschen. Die deutsche Mentalität, die nur in der schlimmsten Umsturzepoche in den ersten Nachkriegs- jahren und unter dem Druck einer Verzweiflung, die durch eine völlig verfehlte Repressalienpolitik des Auslandes hervorgerufen wurde, selbst Attentate vorübergehend erlebt hat, ist jedem Terrorismus so grundsätzlich abgeneigt, daß besonders ihr gegenüber solche Schlußfolgerungen geradezu grotesk anmuten. Jeder Terrorall ist verwerflich. Daß 10 Jahre nach der „Wiedervereinigung" sich ein Elsässer findet, der auf einen hohen französischen Beamten aus mißverstandenem Heimatgesühl schießt, stellt aber den französischen Methoden zur Gewinnung der Seele des elsässischen Volles kein rühmliches Zeugnis aus. Vielleicht sol' ie man also die Verantwortung an ganz anderer Stelle, nämlich bei sich selber, suchen! Haussuchungen im Elsaß. Paris, 26. Dez. (WTB.) Rach der „Liberte" sind in Straßburg besonders in den autonomistischen Kreisen, die der Haegy-Presse nahestehen und mit Ricklin und Rosse Fühlung haben, Haussuchungen vorgenommen worden. Man habe Verhöre angestellt, um die Gründe in Erfahrung zu bringen, aus denen erst so spät der Polizei das Schreiben zur Verfügung gestellt worden sei, das Benoit von Le Mans aus am 18. Dezeinber abgesandt habe. Der Weimarer Generalstaatsanwalt hat sich nach Paris begeben, um mit dem Pariser Generalstaatsanwall Fühlung $u nehmen. Laut „Liberte" sollen beide dahin u-berern gekommen fein, daß die älntersuchung im Elsaß geführt werden müsse, weil man wahrscheinlich dort die Helfershelfer Benoits oder die Anstifter des Attentats auf Fachvt finden könne. Ein Dries Benoits an Fachst. Paris, 26. Dez. (WTB.) Pierre Benoit, der das Attentat gegen den früheren Gcneralstaats- anwalt Fachot begangen hat, soll seinem Verteidiger, dem kommunistischen Mgeordneten D a r t h o u, eia Schreiben übergeben haben das für Fachot bestimmt ist und in dem der Täter seinen Anschlag bedauert und Fachot um Verzeihung bittet. Das Verfahren gegen Mos. Paris, 26. Dez. (WTB.) Nach einer von Ha- oas veröftentlichten amtlichen Mitteilung hat der Justizminister angeordnet, daß der Fall des Autonomisten Dr. Roos mit Rücksicht auf die öffentliche Sicherheit von dem Schwurgericht des Departements Oberrhein einem anderen Schwurgericht zur Verhandlung überwiesen wird. Die Beleidigungen und Drohungen, die seit dem 20. Juni gegen die richterlichen Beamten und gegen die Geschworenen erhoben worden find, haben, so wird in der Begründung der Maßnahme ausgeführt, nicht nur einen Agitationszustand geschaffen, der der Durchführung einer unparteiischen Rechtsprechung zuwiderläuft, sondern hatten auch einen M ordverfuch gegen den Generalstaatsam wall zur Folge, der im Kolmcrrer Autonomisten- prozeh als öffentlicher Ankläger aufgetreten war. Bran-katastrophen in aller Well. Aus Mühlhausen (Thür.) wird gemeldet: 2m benachbarten Görmar brach in der Rächt zum ersten Feiertag ein Feuer aus, das dritte innerhalb der beiden letzten Monate. Es brannte die große Doppelscheune des Gemeindevorstehers Schollmeyer mit sämtlichen Erntevorräten vollkommen nieder. Aus der Tatsache, daß dieser Brand seit kurzer Zeit der zweite ist, der den Gemeindevorsteher betroffen hat, und daß ferner die Feuerwehr die Tür des Spritzenhauses verrammelt fand, wird geschlossen, daß auch dieses Feuer auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Die Bevölkerung ist sehr erregt. Wie aus Heiligenstadt (Eichsfeld) gemeldet wird, brach i n dem nahen Geisleden am zweiten Feiertag früh in dem Gehöft des Landwirts Knoche infolge Kurzschlusses ein Brand aus, der in der mit großen Stroh- und Futtervorräten gefüllten Scheune reiche 2iah- rung fand. Das Feuer breitete sich mit rasender Schnelligkeit aus und griff auf die Rachbargrund- stücke von Bode und Kaufhold über. 2m Augenblick stand ein großer Gebäudekomplex in Hellen Flammen. Während die Wohnhäuser von Knoche und Bode gerettet werden konnten, ist das Haus Kaufholds niedergebrannt. Zahlreiches Kleinvieh ist in den Flammen um gekommen. Vier Feuerwehrleute erlitten teilweise schwere Verletzungen. Für die Berliner Feuerwehr waren die Feiertage wieder recht anstrengend. Vom heiligen Abend bis zum zweiten Feiertag liefen über 120 Alarme ein, das sind fast drei Hilferufe pro Stunde. Gasvergiftungen, zahlreiche Wasserrohrbrüche, Weihnachtsbau m- und Wohnungsbrände sowie einige Kleinfeuer gaben den Anlaß dazu. Wie aus Paris gemeldet wird, brannte am heiligen Abend in Montreuil-Svus- Bois ein Holzhäuschen einer Arbeiterfamilie nieder, während die Mutter Weihnachtseinkäufe besorgte. Vier Kinder fernen in den Flammen um. Am Weihnachtsmorgen brach in Göteborg im Hotel Högberg in Tidaholm ein Groh» feuer aus, durch das bas aus zwei dreistöckigen Häusern bestehende Hotel völlig ringe ä s ch e r t wurde. Sämtliche Hotelgäste konnten gerettet werden, doch sind vom Hotelpersonal fünf Frauen und einIungein den Flammen umgekommen. 50 Meter von der Brandstätte befindet sich eine Zündholzfabrik, zum Glück aber trieb ein starker Wind die Flammen in die entgegengesetzte Richtung. Das Feuer war in der Heizungsanlage des Hotels entstanden. Bei einem Feuer, das in A k r o n (Ohio) am Parkhotel wütete, kamen 7Personen in den Flammen u m, während 7 Verletzungen da- Dontrugen. Aus Pi ttsdurg wird gemeldet: Hin Feuerwehrwagen, der zum Löschen eines in den Anlagen der Canadian Refining Company in Heidel- burg ausgebrochenen Großfeuers fuhr, das einen Schaden von einer halben Million Dollar verursachte, stürzte eine Böschung hinab. Zwei Feuerwehrleute wurden getötet, 8 verletzt. nischer, türkischer, belgischer und persischer Staatsangehöriger. Aus aller Welt. Sinsturzmiglückin Frankreich. - Sieben Tote Saumut, 25. Dez. (1BIB.) Gestern abend brach der in Eisenbeton aufgesührle Neubau einer Gefchühgarage für die ftaoaüerieau»- bildungsschule zusammen, vier italienifche und drei französische Arbeiter wurden getötet. Ein Italiener und zwei Franzosen erlitten schwere Verletzungen. Rach Ansicht der Sochverständi- gen ist die Holzverschalung des Betonbaues zu früh entfernt worden, da der Beton mindestens 21 Tage zur Erhärtung braucht, die Verschalung aber schon nach 17 Tagen trotz des feuchten Detters entfernt worden war. Verkehrsstörungen und Unfälle durch Glatteis. Wie aus München gemeldet wird, hat der am Dienstagabend eintvetende Witterungsumschlag infolge der damit verbundenen Glatteisbildung den Fußgänger- und Fährverkehr während der Rächt und rwch am Morgen des zweiten Feiertages fast völlig lahmgelegt. Während dieser Zeit erlitten 61 Personen, die auf der Straße zu Fall kamen, Verletzungen, die die Inanspruchnahme ärztlicher Hilfe notwendig machten. Außerdem waren noch zahlreiche geringfügigere Verletzungen zu verzeichnen. Straßenbahn und Autos fonnten sich nur ganz langsam vorwärts bewegen. In den Abendstunden des zweiten Feiertages bildete sich in ganz Wien und plmgegend Glatteis, wodurch der Verkehr stark beeinträchtig t wurde. Die Automobile konnten nur langsam vorwärts kommen. Vielfach kamen sie überhaupt nicht weiter. Zahlreiche Personen kamen zu Fall und trugen zum Teil Verletzungen davon. -- 2m Laufe des Abends und der ersten Rachtstunden hielt der Eisregen mit unverminderter Stärke an, so daß die Fahrbahnen und zum Teil auch die Gehsteige immer glätter wurdem. Auf Straßen mit Gefälle wurde der Verkehr fast unmöglich, da die Wagen zurück- gßttcn und Gefahr liefen, gegen Hauser ecken und Baume geschleudert zu werden. Die Wagen der Rettungsgesellschaft waren ununterbrochen in Betrieb, da immer neue Anzeigen über II n- ?lücksfälle eintrafen. Die Gesellschaft mußte in 1 Fällen zu Hilfe eilen. Gs handelte sich meist um Knochenbrüche. lluglückssälle beim Wintersport. Dasel. 27. Dez. ($. 11.) Die Feiertage sind in der Schweiz ruhig verlaufen. Rur beim Ski- und Schlittschuhlaufen haben sich einige Unfälle ereignet. In der Rähe von Luzern fuhr der neunjährige Werner H ü s l e r, als er auf der Straße Schlittschuh lief, an einer unübersichtlichen Ecke direkt in ein Auto hinein und wurde zu Tode gedrückt. In der Gegend von C o u v e t stürzte beim Skifahren der l 5jährige Au de tat so unglücklich, daß ihm der Skistock in die 'Brust drang und die Lunge durchbohrte. Der junge Mann starb bald darauf. Auf der Straße nach Biel fuhren drei Mädchen mit ihrem Schlitten an einer gefährlichen Stelle in ein Auto hinein. Iwei mußten mit schweren Beinbrüchen ins Krankenhaus gebracht werden. Schlägereien in der weihnachisnacht. Wie aus Gelsenkirchen-Buer gemeldet wird, kam es in der ersten Weihnachtsnacht in Buer-Hassel nach einem Trinkgelage zwischen Rachbarsleuten zu Streitigkeiten, an denen sich auch die weiblichen Familienangehörigen beteiligten. Fünf Personen wurden schwer verletzt. In derselben Rächt kam es auf einer anderen Stelle zu einer Schlägerei zwischen den Angehörigen zweier Familien, die ebenfalls einen blutigen Ausgang nahm. Einem der Ehemänner wurde von fernem Gegner mit einem Rasiermesser der Bauch aufgeschliht, während der andere einen Rasenbeinbruch davontrug. Die beiden Schwerverletzten mußten dem Krankenhaus zugeführt werden. Die übrigen Teilnehmer an der Schlägerei kamen mit geringen Verletzungen davon. Strandung eines Hamburger Fischdampfers. Hamburg, 27. Dez. (WTB.-Funkspruch.) Der Hamburg-Altonaer Fischdampfer „Oetrel- gönne", der sich auf der Ausreise nach dem Weißen Meer befand, ift an der Rorwegischen Küste ausgelaufen und gestrandet. Mehrere Dergungsdampfer versuchen, das Schiss wieder abzuschleppen. Ein Leuchtschiff losgerissen. London. 27. Dez. (WTB. Funkspruch.) Gestern vormittag ritz sich das Ost-Gvodwin- Leuchtschiff von seiner Verankerung los und blieb geraume Zeit steuerlvs auf See, bis es schließlich von einem Dampfer nach Margate ein- geschleppt wurde. Der Lüdpolorforschec Byrd erreicht die Eiszone. _ Wie die .Reuhork Times" meldet, teilte der Südpolforscher Vyrd dem amerikanischen Flot- tenamt mit, daß er die amerikanische Flagge einige Meilen südlicher aufgepflanzt habe, als je zuvor. Die nächste menschliche Ansiedlung liege etwa 2400 Meilen von der Expedition entfernt. Er habe die Eiszone erreicht und Eisblöcke gesichtet, die höher als Schifismasten seien. Zahlreiche Todesopfer des Reuyorker weihnachtsfefles. Die Wcihnachtsfeiertage haben in Neuyork zahlreiche Todesopfer gefordert. In Neuyork und Umgebung wurden durch Autounfälle 1 5 Personen getötet. Ferner sind zahlreiche Vergiftungen an sog. Feiertagsalkohol zu verzeichnen. Seit Sonntag sind allein in Neuyork elj Personen an Alkoholvergiftung g e ft o r b e n. Grippe-Epidemie in Amerika. Beamte des Gesundheitsamtes in Washington erklärten, die vollständige?» Berichte über die Grippe- Endemie in Amerika dürften über eine Million Krankhellsfälle ergeben. Die bis gestern cingegan aenen vorläufigen Berichte führen mindestens 770 160 Fälle in 22 Staaten an, gegen 518 715 in der Vorwoche: Fünf Personen mit dem Auto in den Tod. S t. John (Reu-Braunschweig), 26. Dez. (WTD. Funkjpmch.) Ein Auto, das über einen gefrorenen Kanal fuhr, brach plötzlich durch das Eis. Fünf Personen fanden den T o d. Oie Wetterlage. S5: Mittwoch. .DezD 1928. jpVonwfBS. 9 nertrr. ® nsn» otd-ert. • ceerot »Setrate a6f»upeie ■ «ePei IC Mn oeDen die Temperatur an. t»tm itattfinftet. «s r°n°m Wnne» 6 toirö eS »ich in der Überwiegenden Zahl 1« ~ 'ÄS -MC um bai MmtauW ni^taefatten^t Snl|en Wurs^"mnnn i„ Lpel gestnrb--!- Ä eron SÄ Erlangen? &gen vielfach verbreiteter Ansicht sei daraus hinge- 2(0^1000 m fRerocaftle g f 0 wiesen, datz da ein allgemeines Recht zum Um- Gte’V'fV Wochcnmarktpreise. " ' " " “ auch das Bürgerliche I , vyneijDua, nuyu» uoer ut.i Umtausch nichtgefal- Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: lender Ware beftimmt, so kommt es in erster Käse 10 Stuck 60 bis 1,40, ' ' • Einkauf eine Abrede 1,80; Matte 30 bis 35: Wirsing 15 bis 20, Weiß- der der Käufer die kraut 10 bis 15; Rotkraut 20 bis 25; gelbe Ruben ------ ' ' ' ' 15 bis 20; rote Rüben 15 bis 20; Spinat 25 bis 35; Anter-Kohlrabi 8 bis 10; Grünkohl 20 bis 25; Rosenkohl 40 bis 60; Feldsalat 1,00 bis 1.20; Tomaten 80 bis 90; Zwiebeln 15 bis 20; getroffen worden ist, nach Sache Umtauschen kann. Diele Geschäfte haben ja auch an ihren Kassen einen Anschlag und auf den Kassezetteln einen Vermerk, welche Waren und in welchem Zeitraum sie diese Umtauschen. , • x”------ -- Ist das der Fall, so sind Verkäufer und Käufer Meerrettich 50 bis 1,50; Schwarzwurzeln 50 bis an die Bestimmungen solcher Bekanntmachungen 60; Kartoffeln 5; Aepfel 20 ^ 40: Diwimi gebunden. Eine Besonderheit gilt noch, wenn bis 30; Dorrobst 3o bis 40, Homg 40 bi« 50 der Käufer dem Verläufer ausdrücklich erklärt, lunge Huhne 1,00 bls l, 10, Suppenhühner 100 datz er eine Sache als Geschenk haben wolle, bis 1,20, Ganse l,00 bis l,20, ^Jte 60 bte 80. In solchem Falle wird man, da der Umtausch von Eier Sluck 17 bis 18; Blumenkohl 60 bis 1,20 Geschenkeii üblich ist. auch ohne ausdrückliche Er- Endivien 15 bis 25; Lauch 10 bis 15, Rettich 10 klärung die stillschweigende Abrede des Rechts bis 20; Sellerie W bis 15; Wirsing Zenter 10 »um Umtausch annehmen können. Ob der Schen- bis 12; Weißkraut 6 bis 7, Rotkraut 12 biä 15, ter oder der Beschenkte nachher die Sache um- Aepfel 20 bis 35; Virnen 10 bis 20; Kartoffeln tauscht, ist gleichgültig. 3,80 bis 4,50. Handelt es sich bei einem Llmtausch um BorNUttzeN. fehlerhafte Ware, so hat das Bürgerliche Ä o - x.~. - Donnerstag. Gesetzbuch bestimmte Rechtsgrundsalte ausgestellt, ««a*«Later (Kindervorstellung): „Pinkepunk", Ein allgemeines Recht zum älmtausch ist auch bet I füä ir sihr Militär-Konzert Lte- fehlerhchter Ware nicht gegeben, vielmchr kann £on 15,30 bis 18 Ähr. Militer-Ko^eri, d-r »äufet entux,t>er bed Kaufs (sog^Wandlung) oder eine dem Min Vereins'^us. — Lichlspielhaus. Dahnhofstr.: derwert der Ware entsprechende Herabsetzung I ./ Pechvogel" Astoria-Lichtspiele: des Kaufpreises (sog Minderung) verlmigen. "Z^^nirnrerrines Auswand^ers". Unter besonderen Umstanden, wenn nämlich der Sache zur Zeit des Kaufes eine vom Verkäufer I — Militär-Streich - K 0n ze r t findet besonders zugesicherte Eigenschaft fehlte, oder der am heutigen Dwtners tag abend auf der Verläufer bei Abschluß d-s Kaufvertrages etwa hohe durch das Musiktorps >tnseres Imantrnne- Fehler arglistig verschwiegen hat, kamt der Käufer Bataillons unter Obermusikmeister Lovers auch Schadenersatz verlangen. Ein Recht zum Stabführung statt. Die ÄkuftksvlgeLfcnngt, toie Umtausch hat der Käufer Dagegen nur. wenn es man uns mit teilt, für reden Konzertbesucher eine sich um den Kauf einer sog. Gattungssache Han- Reihe von Stucten, die seinem ^scMack zu- delte, das sind Sachen, die ohne besondere Hm- lagen werden. Em Besuch dieses Konzertes ist stände durch solche gleicher Art erseht werden zu empfehlen. können. Liefert der Kaufmann z. B. minbertoer» — Der G oet he-Bund, so schreibt man tiges Gemüse. Kartoffeln 0. ä., so kann der Käufer uns, dessen großzügiges Dortragsprogramm die hier Umtausch gegen einwandfreie Ware bean- I Aufmerksamkeit aller Kunstfreunde unserer Stadt sprachen. auf sich .gelenkt hat und dessen hervorragende Ist ein Recht zum Umtausch gegeben, und wird Vortrags Veranstaltungen sich ständig einer wachem solches geltend gemacht, dann heißt das in senden Teilnahme unserer gesamten Bürgerschaft jedem Falle Eintausch der Ware gegen eine erfreuen, lädt im heutigen Anzeigenteil toieber andere, unb zwar solche, die der Derkäuser auf *ir Mitgliedschaft ein. Dem ersten Aufruf, durch Lager hat. Den Kaufpreis kann der Käufer den der Bund im Herbst dieses Jahres zur Mtt- bagegen beim Llmtausch nicht znrückfor- gliedschaft aufgerufen hatte, sind Mele Hunderte ocr n. Ist die lieugewählte Ware teurer als gefolgt. Heute ergeht erneut seine Einladung zur ' ‘ Mitgliedschaft, um auch diejenigen unserer hiesigen kunstinteressierten Kreise zu gewinnen, die sich bisher noch nicht entschließen tonnten, durch ihren Beitritt den literarisch und schöngeistig bedeutsamen Bestrebungen des Bundes die verdiente und erforderliche Mithilfe zu schenken. Die Mitgliedschaft ermöglicht den Mitgliedern mit ihren Angehörigen die Teilnahme an einem umfangreichen, künstlerisch wertvollen Vorttags- programm zu erschwingbaren Preisen. Durch die Veranstaltung eines großen und originellen Ge- sellschaftsabeiids im Klub am konunenden Samstag, zu dem die Vorttagskünstlerin Resi Langer mit ihrer Chansons-Revue gewonnen worden ist, will der Goethe-Bund seinen Mitgliedern und tatkräftigen Mitarbeitern eine besondere Gabe und Freude bereiten. Es ist im Interesse des weiteren 'Ausbaues des Goethe-Bundes nur dringend zu wünschen, daß auch der heutigen Einladung zur Mitglledlchast voller Erfolg bcschieden ist. (Siehe heutige Anzeige.) des Vaters gewährt werden, Waisenbezüge aus Ersatzkassen der Angestelltenversicherung unb Pensionen oder regelmäßig wiederkehrende Zuwendungen, die der Arbettgeber des Verstorbenen den Waisen gewährt. Hingegen gelten nicht _ । als Hinterbliebenen belüge aus anderen Quellen: Die Zähl der Kunkten, die gekaufte Waren um- Kinderzuschläge, die die Mutter zu ihrem Ar- tauschni wollen, schwillt zum Schrecken deS Kauf- beiteentgeh oder der Stiefvater für eine Waise manne und seiner Angestellten nach dem I ^jjält, es sei denn, datz für die Waise auch ein nachtssest oft in erheblichem Matze an. Richt Kinderzuschlag aus Anlatz des Todes des Va° immer geht bei dem daraus sich in den Ge- tcrg gewährt wird. Anträge auf Gewährung schäften ergebenden Hochbetrieb de: gewun'chte ^rr Er-iehungsbeihilfe sind stets an die zuständige Umtausch reibungslos vonstattcn. Daher ist es Fürsorgestelle zu richten. aut daß sich Kaufmann und Kunde über ihre I _ , Rechte und Pflichten beim Umtausch im klaren Taten für Tonncrstag, 27. Dczeinver. Goethe-Bund Einladung zur Mitgliedschaft. Wir bieten im kommenden Vierteljahr? 2 Dichterabende: Carl Zuckmayer, Anton Wildgans (Mitglieder freier Eintritt bis zu 2 Plätzen). Kammerspielzyklus im Stadttheater 3. Tag: »Zirkus«, eine Wedekindfeier mit Pamela Wedekind 4. Tag: Operngestaltung »Musik u.Gebärde« Kammersängerin Anna Bahr-Mildenburg (Mitglieder freier Eintritt bis zu 2 Plätzen). Gastspiel der Berliner Kammeroper »Xerxes« von Händel (Mitglieder erhalten 40% Preisermäßigung). Dramaturgische Vorträge zusammen mit demStadttheater (Mitglieder erhalt. Karten zu halben Preisen). Der Mitgliedsbeitrag beträgt vierteljährl. Mk. 5.00. Neu-Anmeldungen nimmt entgegen: Musikalienhandlung Challier, Neuenweg. Der Neu-Eintritt berechtigt weiterhin zur Teilnahme an dem ori ginellen, großen Gesellschafts-Abend am 29. Dezember 1928, abends 8 Uhr. in den Räumen des Klubs, mit der berühmten Vortragskünstlerin Resi Langer in ihrer Chansons-Revue als Gast Ausgabe der Einiahkarten bei Challier, Neuen weg. --------------- ------------ 11326D Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen, den 25. Dezember 1928. Gießen (Krofdorfer Str. 22), den 27. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Dezember, nach- mi bl- mittags 1% Uhr statt. II3420 >13410 Pf. 0«987 Beerdigung: Freitag, den 28. Dezember 1928, nachm 2 Uhr. 1J334D 0.55 Kaufgesuche 113360 1134)1) 1.00 kauft 08986 >»vi liniere 3> J1M5A Besucht die Handels* sohnle Kuxeimann; 0.50 0.60 0.60 0.70 Hinterbliebenen: Familie Hdi. Finkernagel III. Familie Hdi. Schmitt II. Emma Koller Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Dezember, nachmittags 3 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Heute verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann,unserlieber Bruder, Schwiegersohn und Schwager Kleines, nachweisbar sehr nut gebendes Geschäft sucht auf 1—2 Monate 1000 Um. au Aeitnem. Zinsen, hohen Gewinnanteil bei voller St- cherbett. Schr. An- frag. erb. u. 08992 an ben Gien. Anz. RsLMffZ nichts passieren WWOlSsklkr findet nm 29. Dez.» nachmittags JG Uhr. Im Postkeller statt, Kindcrbei'cherung. Beginn des Pro- gramniS um 19 Uhr. Grüne Heringe 3 Pfund......... Frische Bücklinge Prima Schellfische o.K. 3—4vfünt)ifl.......Pfund im Ausschnitt....Pfund ff. Seelachs fste. Nordseeware, Pfund im Ausschnitt . Pfund ff. Dordsee-Eabliau o.K. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Georg Jäckel und Familie. im Alter von 66 Jahren. Die trauernden Familie Wilh. Münch Familie Wilh. Schmitt I. Familie Ludw. Döring im blühenden Alter von 23 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Görlach XL Paula Görlach (Braut) nebst allen Angehörigen. Eberstadt, den 27. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt. JT. B. HAUSER, CBESSEN ______AM O 5 WAL DSGAP TEN Todesanzeige. Am 1. Weihnachtstag verschied Im Alter von 64 Jahren unser Direktor Herr Louis Geihler I. Der Verstorbene war seit 40 Jahren Mitglied unserer Kasse und lange Jahre im Aufsichtsrat. 10 Jahre bekleidete er das Amt als Direktor. Während dieser Zelt hat er in uneigennütziger Weise durch seine zielbewuhte Tätigkeit unsere Kasse stets zum Guten geführt. Sein Heimgang bedeutet für uns einen besonders groben Verlust. Wir werden dem Verstorbenen ein dankbares Andenken bewahren. Beerdigung Freitag, den 28. d. M., nachm. I1/, Uhr. Spar- und Vorschub-Verein Staufenberg Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht Jung Benzler Todes-Anzeige. Am 26. Dezember, vormittags 11 Uhr, verschied sanft nach kurzem, schwerem Leiden, unsere liebe Mutter, Schwieger- mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Christiane Schmitt im fast vollendeten 67. Lebensjahre. Bollnbach bei Saasen, Reiskirchen, Merlau, den 26. Dezember 1928. Am LFeiertagp verschied plötzlich undun erwartet unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Damm Wwe. geb. Albach im Alter von 68 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Johann Zapf Familie Wilhelm Damm nebst allen Angehörigen. Gießen (Seltersweg 35), den 25. Dezember 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Dezember, nachmittags 2.30 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt fluafletaiD Gießen b. V. nenriinbet 1927 Mglleb oes Llchnllrl-. hessischen 11. Deutschen Sülmrvunoes. Vertreter gesucht zur Mitüber- nähme gangbarer Artikel für alle Branchen. Herren, die gut dnflefübrt nnd.beoorzugt.Schr. Ang. m. Referenden unter 10931 lj an den Gieh. Anz. erbeten. filflölere i1 AruWiM i werd, sachgemäß L u. preiswert ge- i stimmt it. revar. t Oerts Sieben. vlE-li i Telephon 2403. t Verkenf v. neuen t u. oebr. Klav. r Frische Filets von Cobliau ohne Haut u. Grät- Pfund 0.75 Portions-Schellfische »um Backen......Pfund 0.35 M Graf Zeppelin MerdrnOzeanundzmiick Lichtbildervortrag am Freitag, 28.Dezember abends 8 Uhr, in der Turnhalle am Oswaldsgarien, gehalten von MMvv Len,, Bordelekiriker auf L Z. 127. Jedermann herzlich eingeladen. Eintrittskarten zu 50 Pfennig an der Abendkasse. 11337D Lvang. Arbeiterverein. Wartburg-Verein. Vccre Bolroein- nnö flognafflofifien tatter Line Thermometers wird in jeder Menge zu besten Preisen angekauft. 0WM Güeiflroöe 18 p. Stadttheater Freitag, 28. Dcz.. 13. 3relkag.Abn.vrst. von J91/? biS 22 Uhr Und das Licht scheinei in der Ficsternis Drama tn 4 Akten von Vcn yf. Tolstoi. MkM Heute und morgen eintreffend: Fste. Nordsee-Schellfische m.Ä. l'/r-2psündig.....Pfund 0.70 Am ersten Weihnachtsfeiertage Morgen entschlief sanft nach kurzer, schwerer Krankheit unser lieber Sohn, Bruder, Enkel, Schwager, Pate, mein lieber Bräutigam Richard Görlach Am 1. Weihnachtsfeiertag entschlief sanft nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser treu- sorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Louis Geifeier I. Gast- und Landwirt Direktor der Spar- und Vorscbufekasse Staufenberg im Alter von 65 Jahren. Jm Namen der trauernden Hinterbliebenen: Katharine Geißler geb. Körber. Staufenberg, 26 Dezember 1928. Die Beerdigung findet Freitag, den 28 Dezember, nachmittags l1/, Uhr, statt. fMmmlslofle N Hygienische Artikel \ sämtliche Gummiwaren l Drogerie Winterhof J \ Kreuzplatz 10 E Hygiene tm ganzen Fisch--Pfund _____ im Ausschnitt.....Pfund 0.60 Karl Scharmann Metzgermeister. Heute morgen 7*/2 Uhr entschlief sanft nach kurzem schweren Leiden, unser lieber, guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager, Pate und Onkel Herr Peter Koller 10 Hyazinthengi Äser mit 10 Hyazinthen- | Zwiebeln M. 2.85. Balkonschmnektannen, der Winterschmuck der Balkons und der I Fenster: 50 frischgrüne, junge Tannen- bäumchen mit Wurzeln M. 1.75.100 Stück y-ä^-J000 Stück M- 21.—. Irlsswiebela 4 Pf Gladiolenzwiebeln 4 Pf., Harzlssen- zwlebeln 4 Pf.. Tulpenzwiebeln 4 Pf., 100 Stuck jedesmal M. 3.85, alles in Prachtfarben. Große Freude bereitet es. ein Sortiment seltener Kakteen aus Samen aufzuziehen. Der Samen dazu M. 1.—, :> dieser Sortimente Kakteensamen MA— Verbindlich bis 10. Jannar. 1074V LME- Bisses Jahr sehr billig Blumen- samen and Gemttsesamen, Obct- bänme, Rosen, Beerensträucher; Sonderangebote umsonst! Blumengärtnereien Peter- seim-Erfurr. Behördliche Lieferanten. Onkel Frlerlg hatte immer so große Angst, daß das Feuer vom Ofen einmal auf sein schönes Sofa sprühen könnte und es in seiner Stube einen kleinen ungemütlichen Brand geben würde. D.esc Sorge ist jetzt aber behoben. Von Häuser hat er sich einen schönen Ofenschirm gekauft, der hält alle Funken ab und schmückt gleichzeitig sein Zimmer, und ein neuer Kohlenkasten sorgt dafür, daß sich der Kohlenstaub nicht mehr Im Zimmer herumtreiben kann. Ofenschirme und Kohlenkästen braucht ja jede Wohnun*. Zu billigen Preisen finden Sie sie bei mir in großer Auswahl. Sie sollten sie sich einmal ansehen! Verbindlich bis 10. Jannar: R® Hyazinthenglaser mit Hya- zinthen-Zwiebeln.......... MMlMM Babnbofstrahc 27 _________I0605A Gufe/chuhepflegtmaiji WWWWWW Thams L Carls MäuSburg 3. IIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIIIIIIIIIII Hür getragene Auenklkisel sehriltgesollsobaft zahlt höchste Preise ,.Babelsberger“ £. Nosenzweig. ?Tn0“9 Gle8en.selkersiv.58l Samstag. 5. Jan., Karie genügt. '"^A abends 8’2 Ubr, in llllllllllllllllllllllllllllllllllll | ^O'AentliN' Generalversammlung. Tag.°Ordn. laut § 8 der Satzung. lAnschlieffend nein iitticheS Beisammensein.) ,,27,D Der Borttand. | Vermietungen! Gut inöbl. Wolin u. Schlafzim.. auch get, z. I.Jan. z. vrm. Zu ersr. in d.Geschst. d. ttlies;. Anz. 08984 Mietgesuche 2—3gimmer- Wohnung mit Küche (beschlag- nahmefreil z. 1. 2.29 acf. Schr. An geb. u. 08990 a d. Gtetz.Anz. Möbl.Zimmer sonnige Lage, el. Zum 1. Januar von jungem Buchhändler für dauernd gesucht. Gefl. Ange- hole mit Preis an den Verlag Emil Rotb, G. m. b. .. Marburger Str. 2), erbeten. 11328D Anständig. Mädchen sucht einfach möbl. Zimmer (auch gegen Hausarbeit i. Schr. Angeb. unter 08985 au oen Gies;. Anz. [Stellenangebote) Wem MMjtli nis Beihilfe für Büfett für sofort gesucht 11275D €'af£ Amend. H, 505 Zweit« Blatt Liebeltet Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Vbechchent Donnerstaa, 21. vijembet 1928 „Tas ernste SaMdeW." (Berlin, 22. Dezenrber 1928. 5>ie Berichte ber Reparationskommissare uni) Treuhänder, die regelmäßig kurz vor Wci-nachten her auskommen, standen bisher, von wenigen Ausnahmen abgesehen, immer im Schatten des Hauptberichts. den Parker Gilbert yir gleichen Zeit ablegen muß. Da sre daS Dustzeug -um Hauptbericht darstellen, begnügte sich die deutsche öffentliche Meinung in dm vergangenen wahren im allgemeinen damit, diesen kritisch unter die Lupe zu nehmen und sich nur mit dem Generalageiiten auseinanberzusetzen. Acht aber liegen die Dinge doch etwas anders. In einer Zeit, in der die Einigung über die Sachverständr- qenkvmmission zur Prüfung der gesamten Repa- rationsfrage unmittelbar bevorsteht, kommt dm Auslassungen aller Reparationsbeamten erhöhte Bedeutung zu, namentlich tocnn sie sich nicht nur auf ein Referat an sich bekannter Zohlen beschränken, sondern auch allgemeine Feststellungen über Deutschlands wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu treffen suchen, soweit das ihr Aufgabengebiet zuläßt. Mit einem gewissen Erstaunen muß nun fcft« gesteift werden, daß die Berichte aller Kommissare und Treuhänder einen Optimismus hinsichtlich. der wirtschaftlichen Gesamtlage Deutschlanbs zur Schau tragen, der teilweise in direktem Widerspruch zu den Auffassungen führender deutscher Wirtschaftskenner steht. Besonders klar kommt das zum Ausdruck in der sehr eingehenden Darstellung des Treuhänders für deutsche Industrieobligationen. Hier wird nämlich davon gesprochen, daß die deutsche Industrie vom Gesichtspunkt der Produktion aus einen zufriedenstellenden Geschäfts- gang während dZ abgelaufenen Iahres zu verzeichnen habe und daß es ihr gelungen sei, den bereits erreichten hohen Stand des Borjahres zu halten. Soweit nur die Produklionsseite in Frage kommt, mag das richtig sein. Tatsächlich steht ja fest, daß in einigen Zweigen der Llr- Produktion und der Halbzeugfabrikation die Erzeugungsziffern des letzten Borkriegsjahres überschritten sind. Es ist aber doch reichlich oberflächlich, von der verstärkten Produktion auf die Rentabilität dieser Zweige der Bolkswirtschaft schließen zu wollen. Unberücksichtigt bleiben die Schwierigkeiten des Absatzes. die gegenüber der Borkriegszeit teilweise außerordentlich gestiegen sind und die in zahlreichen Fällen zu Berlustverkäufen an das Ausland geführt haben, wobei wir nur an dm Kampf der deutschen Steinkohle mit der britischen Konkurrenz in den bestrittenen Gebieten zu erinnern brauchen. Hier hat sich die gesteigerte Produktion ohne Zweifel direkt als Substanzverlust ausgewirkt. über dessen Größe man sich keine zu geringen Vorstellungen machen darf. Aber aüch das Mißverhältnis zwischen Absatzerlös und der durch die zur Rationalisierung notwendigen Kapitalaufnahme entstandenen Zinsbelastung kommt in der Darstellung des Treuhänders für die Industrieobligationen viel zu kurz. Aehnlich steht es mit den steuerlichen und sozialen La st en. deren mangelnde Berücksichtigung gerade in diesem Bericht etwas sonderbar anmutet. Am nächsten der Wahrheit kommt von allen Berichten zweifellos der des Reichsbankkommissars. Zwar gibt auch er in einigen Punkten einem Optimismus Raum, der mit dem tatsächlichen Sachverhalt nicht wohl in Einklang zu bringen ist. so beispielsweise, wenn er der .Lieberzeugung Ausdruck gibt, daß die Widerstandskraft der deutschen Bolkswirtschaft allmählich schon so stark geworden sei, daß sie auch stärkere D.»prc sionen auffangen könne. Immerhin läßt seine Gesamtbeurteilung doch erkennen, daß er sich dem Ernst der wirtschaftlichen Situation Deutschlands nicht verschließt. Der Reichsbankkommissar gibt zu. daß „die Gegenwart noch gänzlich unter dem Druck des augenblicklichen em st en Kapitaldefizrts steht" und daß das Kapitalbedürfnis der deutschen Wirtschaft noch lange nicht befriedigt sei. Der Bericht ist auch insofern akzeptabler, als er wenigstens in einem kurzen Passus auf die Rot - läge der deutschen Landwirtschaft hinweist, wenn er auch der ganzen Bedeutung dieses Zweiges der Bolkswirtschaft. in dem etwa zwei Fünftel des gesamten Rationalver- mögens investiert sind, nicht voll gerecht wird. Gerade auf diesen Punkt sollte aber von deutscher Seite der allergrößte Rachdruck gelegt werden. Es besteht nämlich unzweifelhaft gerade tm gegenwärtigen Zeitpunkt die große Gefahr, daß die wirtschaftliche Gesamtlage Deutschlands auf Grund der Cinzelberichte. von denen wir als bemerkenswert noch den desEi.en- bahnkommissars und des Kommissars für die verpfändeten Einnahmen hrrvorhebcn. im repara- tionspo'.ift ch interessierten Ausland günstiger beurteilt wird, a l s sie es tatsächlich ist. Da die Landwirtschaft infolge ihrer Vorbelastung durch das Rentenbankgeseh aus dem eigentlichen Dawesregime ausgesch'e en ist. kommt ihre trostlose Lage ciftweber gar nicht oder doch nur in knappen Rebenbemerkungen wie im Bericht des Reichsbankkommissars zum Ausdruck. Dre Weltöffentlichkeit gewinnt also kein Bild von den riesigen Vermögenswerten, die in der deutschen Landwirtschaft infolge Mangels an billigem Betriebskapital vollständig brach liegen. Hier wirkt sich das .ernste Kapitaldefizit", das der Reichsbankkommissar zugibt, am krassesten aus. und hier sehen wir auch eine der bedenklichsten Lücken, die das ganze Dawesregnne mit seinem Wohlstandsindex aufweist. Dieser_Ge- sichtspunkt bedarf von feiten der deutschen sachverständigen bei den bevorstehenden Expertenberatungen nachdrücklichster Llnterstrerchung. Solange nahezu die Hälfte der ganzen deutschen Volkswirtschaft nicht nur von jederKapital- bildung ausgeschlossen ist, sondern sehr wahrscheinlich auch noch Jahr für Iahr einen beträchtlichen Substanzverlust aufweist, während die andere Hülste infolge stärkster repara- tionspolitifcher. steuerlicher und sozialer Belastung nicht zu ausreichender Kapitalbildung gelangt. ist die deutsche Wirtschaft krank. Und es kann keine Rede davoii sein, daß he der Repara- tionsbelastung gewachsen wäre, weil es bisher gelungen ist, die fälligen Leistungen durchAus- landanleihen aufzubringen. Korruption. Bon unserem ll-Korresponbenten. (Pariser Brief.) Paris. 20. Dezember 1928. Frankreich gehört zu den Ländern, in denen sich die Wahrheit des Wortes bestätigt, das der verstorbene Friedrich Ql a um a nn einmal sprach, daß nämlich bie K v r r up t i o n sehr leicht eine Schwester der Demokratie werde. In Paris hat sich eine eigene politische Moral herausgebildet. die nach unseren deutschen Dorstel- Iimgen nur noch als Unmoral charakterisiert werden kann. Ienes Geschlecht von Geschäftspolitikern, die ihre ganze Karriere aufdieparlo- mentarische Laufbahn anlegen und da- bei nicht nur gut leben, sondern auch reich werden tootlen. aber als Entgelt auf alte Hemmungen beS Gewissens und der Ethik verzichten, hat sich seine besonderen Gesetze geschaffen, die allgemein bekannt sind und stillschweigend anerkannt werden, solange nicht der Skandal zu groß wird. Sie benutzeii ihr Mandat, um in Aufsichtsräte hineinzukommen, um anrüchige, aber lukrative Geschäfte zu betreiben, und niemand findet etwas daran, falls sie dabei auf der Grenzschftde zwischen Gut und Döse Seiltänzerkunststückchen verüben. Rur wenn einmal ein öffentlicher Skandal daraus wird, regt sich alle Welt darüber auf. aber sobald das Opfer gefallen ist, beruhigen sich die Wogen der Empörung und e£ bleibt alles beim alten. Ieht ist wieder einmal so ein Opfer gefallen: Herr Klotz. Senator und des öfteren Finanz- minifter, einer der angesehensten aus dem Kreise der Großen, ist verhaftet, hat sämtliche Ehrend ämter nieder legen müssen und kann nur noch darauf hoffen, daß ihm vom Gericht eine schwere Rervenzerrüttung bescheinigt wird, sonst ist er wegen Betruges dem Gefängnis verfallen. Der Mann ist typisch. Richt nur wegen feines Aufstieges. sondern auch wegen seines Riederganges. Ein Cebemann, der bei Pferderennen und beim Spiel Millionen verlor, der aber trotzdem — oder vielleicht gerade deshalb — es zu allerlei brachte, bis ihm di: Schulden über den Kopf wuchsen und er keine Rettung mehr wußte, als das Irrenhaus in Malmaison, das für solche gescheiterten Größen die letzte Zuflucht bildet. Dort ist der verunglückte Präsident D e s ch a n e l gelandet, dort hat Biviani, der Ministerpräsident des Kriegsausbruchs, fein politisches Ende gefunden, dort strandete Pichon. der unter Clemenceau Außenminister war und zu den Llntcrzeichnern des Dersaillcr Vertrages gehörte. Reben Pichon steht auch der Rame des damaligen Finanzministers Klotz, der zweite allo aus der Reihe der französischen Siegesvertreter. der von der politischen Bühne abtreten muß. Die grimmigste Ironie bedeutet es vielleicht. daß dieser Mann, der Frankreich in die Inflation hineinhetzte, der mit dem Wort „Deutschland zahlt allc§!" den französischen Finanzruin als Finanzminister plaiimäßig vorbe- reftete. jetzt gestolpert ist. weil er nicht mehr das Geld aufbrtngcn konnte, um ein kümmerliches Auto zu bezahlen. WVnef,dn200vWttMtenvrgswar... Ö66 Geheimnis um das Pergament van Mangalia Bon unterem Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Bukarest. Dezember 1928. Im Sommer dieses Iahres fand der Galaher Advokat R. Leng utzeanu gelegentlich eines Spaziergaiiges durch die römischen Ausgrabun- gen von QRangaHa am Schwarzen Meer eine von Staub und Schmutz mit einer dicken Kruste überzogene Metallröhre, die sich bei näherer Llntersuchung als der Behälter eines Briefes entpuppte, der vor rund 2000 Iahten geschrieben wurde, also aus der Zeit um Ehristus stammt. Lltsptünglich hatte man die Rachricht von diesem Funde als eine Sommerente betrachtet imd ihr nicht allzu große Bedeutung beigelegt. Run wird aber der genaue Wortlaut des (Briefes in der Bukarester Zeitung „Reamul Romanesc" veröffentlicht, was von ptin^pieilet Bedeutung ist. da als Herausgeber dieses Blattes der bekannte Politiker, Parteiführer (Ratwnal- demokrat). Erzieher des Kronprinzen Carol, Professor Rikolaus Iorga fungiert, der als Historiker und gründlicher Kenner römischer Kolonialgeschichte internationalen Ruf genießt. Wenn also Rikolaus Iorga nach der Einsichtnahme die Echtheit des Briefes nicht bezweifelt, so dürfte sich die wissenschaftliche Welt mit der Angelegenheit noch näher befassen. Denn Funde dieser Art sind äußerst selten. Es handelt sich um ein angeblich wundervoll erhaltenes, ziemlich deutlich lesbares, in lateinischer Sprache abgefaßtes Driefpergament. als desseii (Absender sich ein Mann namens Sub- rius Flavins Massala erweist (der an- scheinend einen hohen, inllitärischen Rang in Gallati bekleidete). Gerichtet ist der Bries an Lucius Piso in Rom, einen Freund des Dichters Horaz, dem dieser die berühmte „ars poetica“ gewidmet hatte. Warum der 'Brief niemals seinen Bestimmungsort erreicht hatte, und in QHangalia zweitausend Iahre verborgen liegen muhte — das wird wohl keiner ergründen können. (Aber geben wir einmal den Wortlaut des Briefes in deutscher Liebersetzuim wieder. (Die Liebertragung erfolgt aus dem Rumänischen, da der lateinisch« Originaltext bisher nicht im Wortlaut veröffentlicht wurde.) „Rach einer Reise von über zwei Monaten durch Moesien, wo ich zusammen mit dem Legaten Augustulus die wichtigsten 6tanMager unserer 5. mazedonischen Legion in den Festungen Qlpollonia, Drobetae, Thoesmis und Tomis besichtigte, bin ich nach Callaris zurückgekehrt. Ich sand hier Deinen Dries vor sowie eine Abschrift jener herrlichen Schrift, welche der göttliche Horatius Flaccus für Dich versaßt hat itnb in welcher er die Regeln der Dichtkunst und die Qualitäten des schaffenden Künstlers behandelt. Tränen unsäglicher 'Wehmut entströmten meinen (Augen, die noch so lange Zeit dein Glanze des heiligen Roms fernbleiben müssen. Heil Dir, glücklicher Lucius, Du hervorragender Abkömmling aus dem Geschlechte der Piso, dem in der göttlichen Stadt zu leben vergönnt ist. 81c.-Berichterstatter. In der Tat siehst Du in Deiner herrlichen. rofenumranEten Villa am Palatin oder im Palast des Maccenas täglich den kaustischen, bissigen Horatius, den immer heiteren Marro, den schwermütigen Tibull und Propertius. (Bei den Mahlzeiten des göttlichen (Augustus kommst 5ht mit den Leuchten der Kunst und Philosophie in (Berührung. Lind wie schön mag das Weihemai gewesen sein, das Ihr alle als intime Freunde des Horatius in jenem Hause im Sabinerlande eingenommen habt, welches Maecenas zusammen mit einem kleinen Landgut Flaccus (Horatius) geschentt hat. Dann begabt Ihr Euch in die vornehmen Badeorte Cumae und Batae. wo Ihr den ganzen Sommer in Gesellschaft der bezaubernden, jungen Schönheiten Roms verbrachtet. Stehe ich an meinem Fenster, das gegen Sonnenuntergang zu liegt, so sehe ich das Qlteer. dessen ruhiger 'Wellenschlag den Rand meines Gartens erreicht. Von der See her kommt ein Lüftchen und spielt mit meiner Stirnlocke. In Kiellinie zieht eine Reihe von Triremen gegen Süden. Vielleicht — wer kann es wissen — ziehen sie nach Rom, wo ständig meine Gedanken weilen. Wenn die grausame Tochter des Attilius Hister, deren Schönheit, wie Du weißt, im vergangenen Winter mein Herz bluten lieh, mich nicht völlig vergaß, so sage Cesonnia, daß ihr Rame als ein leil^nschaftlicher Ruf ständig auf meinen Lippen schwebt und als ein heißer Gruß aus dem fernen Osten des Imperiums auf Flügeln des Gedankens zu ihr eilt. Du sollst auch wissen, Lucius, daß hier alles gut geht. Verschiedene Barbarenstämme, wie die Bastarner, Sarmaten, Skythen und Messageten haben die Festung Tomis angegriffen, wurden aber bis auf den letzten Mann von den von mir befehligten Kohorten nieder gemetzelt. Rach dem Kampfe speiste ich dort mit dem wegen der bewußten Vorfälle verbann- tenDichterRaso. (Es ist der Dichter Obi-* dius Raso gemeint, bet 43 v. Ehr. geboren und im 50. Lebensjahre nach Tomis verbannt wurde, wo er seine letzten neun Lebensjahre an den Alfern des Schwarzen (Meeres verbrachte. Der Brief müßte demnach aus den Iahren 7 bis 16 tl Chr. stammen.) Er war sehr niedergedrückt und las mir feine eigene, von ihnr verfaßte Grabschrift vor, in der er beklagt, daß er, der Sänger der Iugend und der Liebe, an feinem Talent zugrunde gehen müsse Lucius, der Du ein Schüler und Anhänger des Poeten bist, magst daraus ersehen, daß Dichter nicht einmal im Angesicht des Todes die Wahrheit sagen. Meine Gesundheit ist gut Die Streitigkeiten zwischen den verschiedenen, sich feindlich gegen- überstehenden Lagern der Barbaren sind mein Zeitvertreib. Sie haben die Latifundien in kleine Wirtschaften zerstückelt. Die Bauern haben weder Geld noch Vieh, weder Samen noch Gerät, werden von den Wucherern ausgesogen und können nichts erwirtschaften, b!a ihnen zu allem auch noch die notwendigen Kenntnisse fehlen. Die Landbevölkerung ist ferner eine Deute von Dema- IWI »IIIIMVIIINN 1 II Unvergeßliche Weihnachtsgeschenke. Von Hans Siemsen. Weihnachten? — Geschenke! GS gibt Leute, die schimpfen darauf. „Ach , sagen sie. „Geschenke! Rochmal wieder Brief - papier und verschiedenfarbiger Siegellack und Bücher, die man sich nicht gewünscht hat und Bilder, die man nicht ausstehen kann. Gehen Sie mir mit Weihnachten!" Was mich betrifft, ich ftnde Geschenke eine herrliche Erfindung! Lind ich weih noch heute nicht was schöner ist: Schenken ober beschenkt zu werden. — Geld? Das spielt zwar leider eine große Rolle. Aber nicht die größte. — Als Kinder machten wir „Fidibusse" für Vater. Brauchen konnte er sie gewiß nicht: denn imt W- buffen zündet man die Pfeife an und Vater hatte gar keine Pfeife. 2lber wenn er sich nicht baruber gefreut hätte, wo wir uns doch so schrecklich darüber freuten, ihm was schenken zu fönnen. da wäre er ja wohl schön dumm und griesgrämig gewesen! ., So leicht wie damals haben wir es nun nicht mehr mit dem Schenken. Wir niüssen's uns nun schon ein bißchen überlegen, können der Dame unseres Hauses ober Herzens nicht gut FM- buffe schenken. Deswegen braucht es aber nicht gleich eine Perlenkette zu sein. Perlenketten sind was Wunderbares. Glücklich, wer sie schenken oder sich schenken lassen kann! Aber wenn die Dame, von der wir eben sprachen, für gar nichts anderes Sinn hat als für Perlenketten, sich über „weniger" nicht freuen kann, bann taffen Sie sie laufen! Das muß eine langweilige Person fein! Anspruchsvoll, verwöhnt, ein bißchen eitel — das ist alles gar nicht schlimm. Aber langweilig unb phantasielos? — Das ist tödlich! Wieviele Weihnachten haben wir mitgemacht? Was haben wir nicht alles geschenkt bekommen! Qlber wenn ich mich erinnern will, bann merke ich ich habe fast alles vergessen. Lind was nur Eindruck gemacht hat, das waren keine Perlenketten, war alles nicht sehr „wertvoll", wertvoll — nur für mich. Am herrlichsten touren natürlich die Geschenke der Kinderzeit. Eine Gurke ans Marzipan! Richt so eine kleine, nachgemachte Miniaturgurke. Rein, so groß wie eine richtige, große Gurke. Lind I auch so grün und krumm und höckerig. Sie war zu schön, um gegessen zu werben. Ostern tag_ sie | noch im Schrank. Pfingsten waren die Mäuse dabei gewesen. Lind nun war sie so hart wie Stein. Llnvergehliche, nie gegessene, herrlich echte Marzipangurke! Im Sommer war Manöver gewesen. Da hatte ich die ersten lebendigen Soldaten gesehen: Rote Husaren! Dorneweg die Kapelle, zu Pferde mit sillierblaicken Hörnern unb Trompeten. „Mein Herz, bas ist ein Bienenhaus", bliesen sie die Chaussee entlang. Lind zu Weihnachten bekam ich eine Husarenuniform. Richt so ein falsches, kleines Vorhemd aus Pappe mit auf gemalten Knöpfen unb Litzen, nein, eine richtige Uniform, aus roter Wolle, mit weihen Schnüren und blanke, kleine schwarze Stiesel. — Sie war so schön, die Uniform — man konnte sie nicht brauchen. Bisher war ich der Räuberhauptmann bei den Iungens im Dorf gewesen. Run konnte ich bloß dastehen und mich begucken lassen. Eine Kluft tat sich zwischen uns auf. Ich war zu elegant. Lind erst nachdem sie jeder angehabt hatte, war ein bißchen Kameradschaft wiederhergestellt. -- Die Uniform blieb bann im Schrank, sie war eben z u schön. Richt zu brauchen! Aber untrer» geßlich. Später war ich selbst Solbat, aber kein roter Husar, bloß ein feldgrauer. Da war auch Weihnachten. Ein Spatenstiel war der Weihnachtsbaum. Ginstergestrüpp drum herumgebunben. Post? Ach Gott, wo war die Post! Läuse gab es und Flöhe. Die Ratten huschten im Unterstand umher. Wasser zmn Waschen hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Unb die Hände waren aufgeriffen vom Frost. — Und da kam doch noch ein Paket? Ein kleines, einzelnes, ans richtige Ziel verirrtes Päckchen. In Watte gepackt — was war darin? Ein kleines Fläschchen Parfüm. Parfüm für ben Soldaten in bet speckigen Felduniform? Parfüm im kaften Unterftanb zwischen Ratten, Läusen und Flöhen? Ein bißchen deplaciert, meinen Sie? Deplaciert — mag sein. Aber sie können sich gar nicht vorstellen: was für ein Genuß! Ein bißchen auf die Haird geträufelt und die Augen zugemacht I Da wurde ja alles lebendig, genau alles bas, was uns fehlte: ein bißchen Komfort, ein bißchen Luxus, ein bißchen Eleganz, ein bißchen Sreube. Alles bas, was unserem schmutzigen, verlausten. verfrorenen. hungrigen Schützengrabenleben fehlte. Alles das, wonach wir uns, viel mehr als je* mate, als wirs hatten ober haben konnten sehnten. Parfüm? Das war gexabe das Richtige! (Beim ich die Augen zumachte, war ich ganz wo anders, nicht mehr im Unterstand, nicht mehr Soldat. Das war ja beinahe wie ein warmes Bad! Und als ich einschlief, lag ich in einem warmen, weichen, luxuriösen Hotelbett erster Klaffe. Dies bihcheir Parfüm im kaften Unterstand, diefes scheinbar so deplacierte Weihnachtsgefchenk war das genialste Geschenk, das ich je erlebt habe. — Sehen Sie, toie leicht (und wie schwer) es ist, zu schenken? Unb was für eine geringe Rolle bas Geld dabei spielte? Äon der deutschen Aogelwarte in Soffitten. In (Ro Hüten, an der kurischen Rehrung unterhält bekanntlich die Kaiser-Wilhelm - Gesellschaft eine Vogelwarte, die im Dienste der Vogelzugforschung steht und die auch für eine Reihe anderer Wissenschaftsgebiete von großer Bedeiftung ist. Lieber ihre 2lrbeiten unb chre Tätigkeit lieh sich dieser Tage ihr Leiter, Prof. Dr. Thiene mann in einem interessanten Vortrage aus, in dem er u.a. folgendes ausführte: Der Schauplatz der Tätigkeit der Vogelwarte Rossitten ist die kurische Rehrung mit ihren Wanderdünen. Die Dünen sind die höchsten der 'Welt: in jedem Iahr rücken sie 4 bis 7 Meter vor, alles unter sich begrabend. Die Hantierungen der Rehrungsbewohner sind Fischerei und Krähenfang zu Speisezwecken. Eigenartig die Tötungsart: das Krähen-Totbeihen. eigenartig ferner die Tierwelt der Rehrung: Elche und reiches Vogelleben. Dieser merkwürdige Landstreifen, die kurische Rehrung stellt die besuchteste Dogelzug- straße Deutschlands bar. Daher wurde hier im Iahre 1901 eine o tnrthologisch-biolo gische Station gegründet, die, aus ganz kleinen Anfängen hervorgegangen, jetzt eine Anstatt der Kaifet- Wllhe Im-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften ist. Das Gebäude der Vogelwarte in Rossitten enthält Arberts- und Sammlungsräume, nicht weit davon ein Anlage, wo besondere Versuche mit lebenden Zugvögeln unternommen werden, und schließlich die ganz einsam draußen in den Dünen mitten in der Vogelzugs!raße gelegene Deobachtungshütte Lllmenhorst. Hier, wo sich die Zugvögel zusammendrängen unb bei der Lieber- sichtlich leit des Geländes bequem beobachtet werden können, toerben u.a. Untersuchungen über Höhe und Schnelligkeit des Vogelzuges an gestellt. Der Voge^ug spreit sich bei Lllmenhorst zum größten Teil in Höhen zwischen 5 und 300 Meter, also in schönster Suhthöhe ab. Da die Zugvögel auf der Rehrung genau geradeaus fliegen, bietet sich der Vogelwarte Gelegenheit, mittels Feld- telephon, Windrichtungs- unb Windstärkemesser die Eigengeschwindigkeit der geheberten Wanderer zu ermitteln. Die Vögel fliegen bei weitem nicht so schnell, wie man früher annahm, die Krähe z.D. 50 Kilometer in der Stunde. Die schnellsten der beobachteten Vögel sind die Stare mit 75 Kilometer Stundenfluggeschwrndigkeit. Lieber die Rehrung hinaus wird der Vogelzug bis m die zuweilen über 10 000 Kilometer entfernten Winter herber gen durch das Vogelberingungsexperi- ment verfolgt, das die Vogelwarte Rossrtten feit dem Iahre 1903 durchzusühren sucht. Den Zug- vögeln werden abgestcmpefte Fußringe aus Aluminium um gelegt; aus dem Fundort solcher Vögel kann man dann Schlüsse über Richtung des Zuges u. bgl. ziehen. Prof. Thienemann hat bei seinem über 30jährigen Llufenthalt auf der Rehrung mitten in der Vogelzugstraße die Lieberzeugung gewonnen, daß vor allem Versuche unter Anwendung aller technischen Errungenschaften der Reuzeit, wie Telephon, Auto, Radio, Luftschiff die Vogelzugsforschung vorwärtsbringen können. In neuester Zeit hat die Vogelwarte einen Versuch über ben Orientierungssinn ber Zugvögel an- gestellt. Wie findet der Zugvogel seinen Weg? Iunge Störche, die in demselben Iahre erbrütet waren, wurden auf der Vogelwarte aufgezogen und im Spätherbst erst losgelassen, nachdem alle Störche aus Ostpreußen bereits nach dem Süden abgewandert waren. Die Versuchsstörche blieben ganz auf sich selbst angewiesen, und trotzdem sind sie ohne jede Führung auf bet üblichen Zug- straße nach Süden gezogen. Das Gefühl für die Südrichtung muß ihnen also innewohnen. Die Forschungsergebnisse der Rossittener Versuchsanstalt hüben für die übrigen Institute der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft manche wichtige Unterlagen, so baß an einen weiteren Ausbau ber Vogelforschungswarte in der nächsten Zukunft! gedacht ist. gvgen. &ic ihre DegehrNHkeit ausnützcit. Der Stadtb.völ.erung fehlt es wieder an sittlicher Erziehung, was einen nicht tounbern darf, wenn man bedenkt, daß sie ohne Einheit der Rasse und von verschiedenstem Ursprung ist. Rur von Instinkten geleitet, geben sich die Städter den ab- geschmacki.cn Vergnügungen eines Lebens hin. das aller Ideale bar ist. Die hiesigen Barbaren schätzen noch immer nicht die Schönheit und den gesundheitlichen Ruhen der römischen Thermen. Wenn ich von den militärischen Hebungen aus dem Standlager zurückkehre, kann ich beobachten, wie sie im Meere baden und sich dann an der Sonne trocknen und wärmen. Die Sonne aber spottet ihrer und zeichnet farbige Streifen auf ihre von der sitzenden Lebensweise ganz unförmig gewordenen, entstellten Leiber. O. wenn die göttliche Venus hier vorbeikäme und diese ihre Töchter von Callatis sähe, sie würde sic gewiß verleugnen. Im täglichen Leben ahmen die armen Barbaren, soweit es ihnen möglich ist. das Leben und die Gewohnheiten der Römer nach. Unsere Macht durchdringt sie lang'am, aber sicher. Ihre Sprache verschwindet allmählich und überall wird die lateinische Sprache gesprochen. Die Gesetzgebung, die Verwaltung, die Munizipien und Provinzen, mit einem Wort der ganze Einfluß unseres geordneten Lebens diszipliniert alle und alles. Die landwirtschafllichen Comisien werden den Wucher unterdrücken. Den Demagogen werden wir den Dccurio mit den Lanzenträgern schicken, und wo immer man Widerstand leistet, werden römische Schwerter ihn zunichte machen. Rachdem ich diesen Brief beendet habe, will ich mich von neuem an dem wundervollen Werk ergötzen, welches Horatius für Dich verfaßt hat. Vergiß nicht, mich der grausamen, göttlichen Geformte in Erinnerung zu bringen. Vale ... Subrius Flavius Messala p. p. Leg. Augusti Legio. V—A Macedo.“ Wie man sieht: ein Brief, der natürlich echt sein kann, aber an manchen Stellen, besonders bei Erwähnung der Zustände in Callatis, stark an moderne Verhältnisse anklingt. Jedenfalls kamt man dem Absender eine gewisse Oberflächlichkeit und eine etwas übertriebene Senti- mentalität, die mit einem römischen Kriegsmann schwer zu vereinigen ist, nicht absprechen. Run werden die Fachgelehrten zu entscheiden haben, ob dieser Brief tatsächlich aus Christi -Zeiten stammt... Oberhessen. Landkreis Gietzen. $ Alten-Buseck. 26. Dez. Die elektrische Heizungsanlage für die hiesige Kirche, die schon vor einiger -Zeit begonnen wurde, deren Vollendung jedoch noch vor wenigen Tagen stark in Frage gestellt schien, ist nun infolge der fortgesetzten Denrühungen unseres Pfarrers Hartmann doch noch rähtzeitig zu Weihnachten fertiggestellt worden. Von der Einwohnerschaft wurde es dankbar begrüßt, an den Feiertagen die Annehmlichkeit eines geheizten Gotteshauses genießen zu können. Reben der Heizungsanlage ist gleichzeitig auch eine Beleuchtungsanlage in der Kircke geschaffen worden. Die Arbeiten wurden von der A.E.G. in Gießen aus- geführi und sind, soweit sich bis jetzt beurteilen läßt, befriedigend ausgefallen. — Am Reujahrs- tage veranstalten die beiden hiesigen Gesangvereine gemeinschaftlich mit dem Mandolinen- und dem Kegelklub'im Saale des Philipp Einhauser eine Rachmittags- und Abend- unterhaltung mit Konzert und Theater, deren Reinertrag zugunsten des geplanten Gefalle- nendenkmales Verwendung finden soll. CÖ Lollar, 24. Dez. Die „Hasfia" - Iu - genbgruppe Lollar hielt gestern abend im Saale „Zum Schwanen" ihre Weihnachtsfeier ab. Die Mitglieder des Veteranen, und Kriegeroereins Lollar waren hierzu mit ihren Angehörigen zahlreich erschienen. Namens der Jugend- gruppe begrüßte der Jungmann Forstreferendar Werner I a i d b y die Erschienenen und sprach über die Bedeutung des Weihnachtsfestes. Eine abwechselungsreiche und gut ausgewählte Vortragsfolge ließ den Abend in allen Tellen zu einem erfreulichen Erlebnis werden. Ernst und Humor kamen in gleicher Weise zur Geltung. Es seien hier genannt das Schwerterweihespiel, lebende Bilder, Erscheinen des Nikolaus, die gute Aufführung eines heiteren Thea- LaOs Waiazzo r Vornan von J. Schneider-Koerstl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. 30. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Richt möglich!" entfuhr cs diesem. Das Blut schoß wie von einer Pumpe Hochgetrieben, fn seinen Adern, bis an die Schläfern Dann wurde er wieder ruhiger. Vielleicht war es Joachim peinlich, daß er ihn in solch veränderten Verhältnissen Wiedersand. Der arme Mensch! Wenn er erst mit ihm gesprochen hatte, würde alles gut sein. „Sagen Sie ihm, Schwester!" wandte er fid> abermals an die blasse, stille Kraickenpslegerrn — „nein, sagen Sie ihm gar nichts. Er entnahm seiner Brieftasche eine Visitenkarte und kritzelte rasch ein paar Worte darauf. „Bringen Eie ihm das, bitte!" „Die Kranken sind alle etwas komisch! Das wissen Sie ja selbst, Herr Kollege" tröstete der Chefarzt. „Ich finde, dah der Baron seelisch noch viel mehr leidet, als körperlich. Er ist vollkommen apathisch!" Eben kam die Schwester wieder zurück und reichte ihm die Visitenkarte. „Er hat sie nicht einmal gelesen, Herr Doktor! Ditte unterlassen Sie jeden Versuch, zu ihm zu kommen. Er ist derart in Erregung, daß eine wesentliche Verschlechterung seines ohnehin nicht unbedenllichen Zustandes zu befürchten ist, wenn Sie nochmals darauf bringen wollten, ihn zu sprechen." Fehmann stand vor einem Rätsel! Joachim weigerte sich, ihn zu empfangen! Joachim! Gr fand keine Lösung. Auch Frau Hilde schüttelte verständnislos den Kops, als er, nach Hause gekommen, ihr alles erzählte. Ohne Wissen ihres Mannes fuhr sie gleich am nächsten Morgen In die Klinik. Aus dem Gange traf sie mit der Baronin zusammen, die eilig an ihr vorüber wollte. Mit allem ihr zu Gebote stehenden Mut sprach sie sie an und sagte ihr, daß ihr Mann die ganze Rächt wach gesessen habe, so sehr hätte ibn das Benehmen Joachims geschmerzt. tcrstücks und die Geschenkverteilung. Alle Darbietungen waren wirkungsvoll umrahmt von Gedicht-, Musik- und Gesangsvortragen der Jungmannen und ihnen nahestehender Personen. In anerkennenswerter Weise gedachte die Jugend der beiden noch lebenden Altoeteranen Heibertshau^en und V i e h l durch Ueberreichung einer schonen Weihnachtsgabe. Besondere Bedeutung ward dem Abend durch die Namensgebung der Has - sia-Iugendgruppe zuteil. Der Jugendführer sprach in kurzen Ausführungen über Zweck und Ziele des Kyffhäuser-Juaendbundes und wies auf das Vorbild unseres Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls von Hindenburg hin. Diesem Vorbild nachzueifern, sei Aufgabe der im Kyffhäuser- Jugendbund zusammengeschlosscnen Jugend. Der Redner gab bekannt, daß die Hafsia-Jugendgruvpc Lollar, als ein Glied des Kyffhäufer-Iugendbundes, fortan den Namen ,Hassia. Jugend gruppe Hindenburg, Lollar" zu führen berechtigt sei. Für den Veteranen- und Kriegeroerein Lollar überreichte dessen Vorsitzender, Steuerinspektor M. Säubert, der Jugendgrupp eine Hinden- burgbüste. Diese wurde von dem Jugendführer mit der Versicherung, daß Hindenburg Leitstern auf dem Wege der Jugendarbeit bleiben solle, übernommen. Eingedenk der Verdienste, die sich der Vorsitzende des Kriegeroereins um die örtliche Jugendbewegung erworoen hat, ließ die Jugendgruppe eine Hassia-Jugendnadel als Ehrengabe überreichen. 1). Lollar, 24. Dez. Gestern fand die Weihnachtsfeier der hiesigen Kleinkinderschule im Saale des Kleinkinderschulgebäudes statt. Da etwas über hundert Kinder und viele Eltern und Freunde der Anstalt sich eingefunden hatten, erwies sich der Saal leider für die Feier als zu klein. Rachdem die Kleinen unter der Führung der Schwester Luise ihre Lieder gesungen ünd ihre kindlichen Weihnachtsgedichte getagt hatten, entstand großer Jubel, als die reiche Bescherung vor ihren Augen ausgebreitet wurde. Besondere Anerkennung verdient die Arbeit der e r st e n Mädchenllasse, die auf Veranlassung und Anleitung ihrer Handarbeitslehrerin. Fräulein Weimar dahier, Bälle für jedes Kind angefertigt hatte, sowie die reiche Spende der Familie Kahn. Rürnberg (Spiel- warenhandlung). gebürtig aus Lollar, an Spielsachen für die Anstall. y. Ruttershausen. 25.Dez. Heute nachmittag fand in der überfüllten Kirche zu Kirchberg ein Musikalisch reich ausgestatteter Weihnachtsgottesdienst beim Schein von zwei großen Christbäumen statt. Besonderen Verdienst um die Feier, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterlieh, erwarb sich der hiesige Männergesangverein, der drei passende Chöre unter Leitung seines Dirigenten R i k o l a i - Grohen-Buseck klangrein und mit innerer Wärme vortrug. 's Treis a. b. Lda., 24. Dez. Dem Kirchenrechner Heinrich Klein, der seit 25 Jahren die hiesige Kirchenkasse führt, wurde vom Kirchenvorstand als Anerkennung für seine lange treue und gewissenhafte Dienstführung ein Ruhesessel überreicht. rM 5 dgen, 25. Dez. Der vierte Advent brachte uns zwei schöne Weihnachtsfeiern. Ilm 15.30 Ufjr zog Schwester Anna mit den sechzig Kleinen auß der Kinderschule in die Kirch«. Dort waren die Eltern und Freunde der Kinder schon versammelt; es brannte der Weihnachtsbaum und hinter dem Altar standen Körbe mit Päckchen bereit. Als sich die Kirchentür öffnete, staunte das kleine Völkchen ob des Lichterglanzes, der ihm entgegenstrahlle, aber dann stimmte es „Ihr Kindelein kommet" an und begab sich singend auf seine Bänkchen. Run trugen die Kinder Derschen und Liedchen zur großen Freude der Erwachsenen vor. Zum Schluß, nachdsn Pfarrer Bönning eine kurze Ansprache gehalten hatte, kam die Verteilung des „Christkindchens". Am Abend kam der Rllolaus in der Kleinkinderschule zu den Sonntagsschülern. V Watzenborn-Steinberg, 23. Dez. Zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier hatten sich am gestrigen Abend im Saale der „Krone" zu Steinberg unser Kirchengesangverein und der Frauenverein zusammengefunden. Rach einem Vorspruch einer Konfirmandin und einem gemeinsamen Weihnachtslied hielt der Ortsgeistliche die Festansprache, und der Kirchen- gefangöerein antwortete mit dem wuchtigen Chor aus Seifferts Oratorium „Heilige Rächt": „Ehre sei Gott in der Hohe". Cs folgte nun eine Weihnachtsfeier in Bild, Wort und Lied, die 46 Lichtbilder der besten Meister vor Augen führte. Dazwischen trugen die Konfirmanden passende Ein bitteres Zucken glitt um die farblosen Lippen der schwergeprüften Frau. „Es tut weh, Frau Doktor, in der Stunde härtester Rot an die Türe seines besten Freundes zu klopfen und abgewiescn zu werden. And das mußte mein armer Sohn von Ihrem Gatten erfahren!" „Baronin!" Hilde legte beide Hände stutzesuchend an die Mauer in ihrem Rücken. .Ungewollt liefen ihr die Tranen über die Wangen. „Davon weiß ich nichts!" stammelte sie kaum hörbar. „Möglich," gab die Baronin ohne jede Schärfe zu. „Aber sich in einem Mann, den mein Junge wie einen Bruder geliebt hat, so schwer getäuscht zu sehen, das ist wohl das bitterste, das ihm fett Monaten auf erlegt wurde." Ohne die junge Frau weiter zu beachten, ging sie mit einem Reigen des Kopfes nach der Türe, hinter der ihr Sohn lag. Fehmann sah die verweinten Augen seiner jungen Frau, als sie ihm beim Frühstück gegen- übertrat. „Wo warst du?" herrschte er sie an. Er war nicht mehr fähig, seine Rerven im Zaume zu hatten. „Hans!" beide Arme um feinen Hals legend, sah sie weinend zu ihm auf. „Warum hast du Joachim abgewiesen, als er in seiner Rot zu dir kam?" «Ich? — Abgewiesen? Du bist Wohl verrückt? Ich habe ihn noch gar nicht zu Gesicht bekommen, seit ich hier bin!" „Seine Mutter sagte mir — er wäre bei dir gewesen!" „Bei mir?" Er lauste verächtlich auf. „Pfui Teufel, wenn er zu Lügen Zuflucht nimmt, um einen Grund zu haben, mich schwarz zu machen! Dem Richt Hofen hat er Weisgemacht, er wäre Direktor an Der Südbahn geworden, und seiner Mutter schwindell er vor, ich hätte ihn abgewiesen l Himmel, Herrgott, Pftri Teufel noch einmal!“ „Hans! — Bedenke doch, von wem du sprichst! — Es ist Joachim Hettingen, dem wir alles Glück verdanken!" Dedichttoorkc, namentlich auS „Geroks Palm- btätter“ vor, sowie mehrere Chöre. Lieder des Kirchengesangvereins und gemeinsame Gesänge schufen im Verein mit den herrlichen Dlldern rechte Weihnachtsstimmung, die sich am Schlusie in das Lied „O du fröhliche, o du selige Weihnachtszeit" auslöste. Den Äonfirmanben stiftete der Frauenverein in Anerkennung ihrer schonen Leistungen ein kleines, praktisches Weihnachtsgeschenk. er. Röthges. 26. Dez. Unser neuer Kirch e n v o r st a n d ist jetzt in sein Amt eingeführt worden. Von dem fei teerigen Kirchenvorstand verblieben im Amte Gg. Butteron I.. Gg. Damer und Gg. Meckel VI. Reugewählt wurden Lehrer Alb. G o n d e r. Dürgermeifter Wilh. Metzger und Hch. Koch. Llllgemein wurde bedauert, daß zu der Weihnachtsfeier am heiligen Abend in der Kirche das elektrische Licht nichtbrannte. Die Leitung ist schon längere Zeit gelegt und auch das Ueberlandtoerk hat den Anschluß fertig» gestellt, nur die Lampen konnten nicht herbeigeschafft werden. — Auf der Iunggeflü» gelschau in Marburg erhielt Bürgermeister Metzger auf Barnevelder einen ersten und einen Ehrenpreis, Gemeindercchner Emrich auf deutsche Reichshuhner den ersten, zweiten, dritten und Ehrenpreis. > Holzheim. 24. Dez. Im Saale des Gastwirts Saures dahier sand die diesjährige Delegiertenversammlung des Haus» berg-Wettertal°Sängerbundes statt. Rach dem Sängergruß des Deutschen Sängerbundes und nach einem Chvrvortrag „Im Hvch- gebirg" durch den hiesigen Gesangverein ^Harmonie" unter der Stabführung seines Dirigenten Georg Sames begrüßte derBeoeinsvorsitzende Klee den Bundesvorstand und die voll^hlig erschienenen Delegierten. Darauf gab der Bundesvorsitzende. Lehrer Breidenbach. Hochweisel, einen -Heb erb lief über die geleistete Jahresarbeit des Bundes und gedachte ferner der vielen Schubertgedenkfeiern und des Gipfelpunktes deutschen Sangeslebens in diesem Jahre, des Deutschen Sängerfestes in Wien. Der Jahresbericht des Schriftführers und der Kassenbericht des Rechners fanden die Zustimmung der Versamm- lung. Dem Bund trat als weiteres Mitglied der Gesangverein Eberstadt bei. Auf Wunsch des Gesangvereins,,Harnronie".Gambach, wird das nächstjährige Wertungs singen in G a m b a ch stattfinden. Zur Debatte stand dann wohl der wichtigste Punkt der Tagesord- nung, der Anschluß des Hausberg-Wettertal- Sängerbundes an den Hessischen Sängerbund. Dieser wurde durch Lehrer Schenk, Melbach, vertreten, der über die Vorteile des Beitritts referierte und auch allgemeinen Beifall fand. Bei der darauffolgenden Abstimnrung enthielten sich jedoch viels Vereins delegierte ihrer Stimme, weil sie zuerst die Stellungnahme ihres Vereins abwarten wollten. Aus einer Vorstandssitzung im Januar soll bann endgültig über ben Anschluß entschieden werden. Kreis Friedberg. 4. Bad-Rauhe im, 26. Dez. Das kirch- Hdje Geben unterer @taßt hatte zu Weihnachten wieder einen Höhepunkt. Die Gotteshäuser waren bei allen Gottesdiensten bis zum letzten Platz gefüllt. Auch die im vergangenen Jahre von Pfarrer Knodt eingesührte Christvesper am Helligen 2lbend übte eine starke Anziehungskraft aus. Der Kirchenchor und ein Kinderchor unter Leitung von Lehrer Diehl hatten sich in den Dienst der einzelnen Gottesdienste gestellt. Sehr schön feierte man auch im K u r h a u s e wieder das Weihnachtsfest. Aus der Terrasse erstrahlte an den Festtagen ein großer Christbaum als »Daum für alle" im schönsten Lichterglanze, und um die Abendstunde ertönten am Helligen Abend und an den beiden Feiertagep vom Balkon des Kurhauses aus die weihnachllichen Weisen eines Hornquartetts, dem jedesmal eine viel- hunderiköpfige Menge andächtig lauschte. Das Programm der Festkonzerte an beiden Feiertagen erhielt eine besondere Rote durch die Auf- siiyrung von „Fröhliche Weihnachten", dem großen Weihnachtspvtpourri von G. Koedel. So war auch den Kurgästen fern der Heimat Gelegenheit gegeben, eine echte deutsche Weihnacht zu feiern. Kreis Büdingen. J'-C Orten berg, 24. Dez. Am Samstagnach- mittag hatten sich im Hotel „Zur Post" die Übertreter der Gemeinden des Zweckver- „Das hat noch gefehlt, daß du mich daran erinnerst!" Feßmann ftteß feine Tasse so fest auf den blumengemusterten UnterteUer, daß beides zersprang und der Mokka auf den Boden tropfte. „'Bring mir meinen schwarzen Rock und meine Schuhe, dann geh ich hin und schmeiß ihm alles vor die Füße und sein geliehenes Geld hinterdrein." „Hans!" Hilde Fetzmann zitterte am ganzen Körper. Sv hatte sie ihren Rlann noch nie gesehen. AIS wäre sie bte Ursache seines Zornes, stand sie eng gegen die Wand gedrückt. Er schob sie unwirsch zur Seite, ging nach der Tür und schlug sie krachen- ins Schloß. Leise flirrten die Fenster nach. 2lls sie aus dem Zimmer traf, stand er bereits fertig zum Ausgehen. Ohne ihr Adieu zu sagen, nahm er den Weg zur Treppe. Auf dem ersten Mssatz holte sie ihn ein. „Hans! Wohin willst Er machte sich unsanft las. „Zu weui sonst, als zu ihm! Rede mutz er mir sbchn und Antwort geben! Aug in Aug! -Und wehe ihm, wenn er gelogen hat! Hat er aber wahr gesprochen, dann knall ich mich vor seinen Augen nieder. Erst aber will ich noch den Beweis dafür haben, daß ich wirklich der Schurke bin, als den er mich hinstellt." „HanSl" Mit glanzlosen Augen starrte sie ihm nach. Erst nach einer Welle fühlte sie sich so stark, um nach dem Flur zurückgehen zu können. In ihrem Schlafzimmer fiel sie auf das Bett und drückte in heiserem Schluchzen den Kops verzweifelt in die Küssen — hob ihn wie unter einem unwiderstehlichen Zwang und blickte nach der Türe. 3m weitgeöffneten Rahmen stand der Tod! Hohlwangig, Die Zähne fletschend, mit leeren Augenhöhlen, sah er zu ihr herüber. Lautlos sank sie zurück. Don wohltuender Bewußtlosigkeit umfangen, lag sie regungslos. „Verehrter Herr Kolleg, es ist unmöglich!" Der junge Arzt, welcher Die Morgensvur in der Klinik hcttte, stund mit verlegenem E^sichtSausdruck bandes versammelt, um den endgültig gekauften neuen Autobus zu übernehmen. Kaufmann Peter Meister begrüßte die Anwesenden. Der Direttor der M.-A.-R.-Werke beglückwünschte den Verband zu feinem Zusammenschluß und zu seinem Unternehmen. Hierauf verhandelte man über die Versicherung und die Anstellung eines Chauffeurs. Die Versicherung wurde mit der .Allianz" für ungefähr 2000 Ml. Prämie jährlich für Unfall, Haftpflicht, Wogen- und Chausseurversiche- rung infL Steuer abgeschlossen, lieber die Frage des Chauffeurs wurde man sich nicht einig, sie mutzte einem Ausschuß überwiesen werben. Kreis Schotten. a. Schotten, 24. Dez. Das neue städtische Krankenhaus ist seit seiner Eröffnung vor zwei Wochen schon gut belegt. Eine Reihe schwererer Operationen ist wvhlgelungen — Die Volksschule hielt in der Turnhalle einens Elternabend ab. der außerordentlich stark besucht war. Kindergesänge, alle traute Weihnachtslieber, liebliche Kinberszenen wechselten mit» cinanber ab. Ein Märchen spiel „Schneewlltchen! unb die sieben Zwerge" würbe von ber mitwirken- den großen Kinderfchar sehr gut wiedergegebon Schule unb Elternhaus würben burch bic schöne Feier sehr miteinander verbunden, die rechte Weihnachtsstimmung dadurch bei alt und hma geschaffen. )—( Ruppertsburg, 24. Dez. Dieser Tage vollendete unser Pfarrer D. Fritsch sein 70.Lebe n sj a h r in voller geistiger und körperlicher Frische. Schon über 32 Jahre wirkt er in unserer Gemeinde, die ihm herzlichste Glückwünsche darbrachte. Posaunenchor und Mannergesangverein brachten ihm am Abend ein Ständchen: der Kirchenvorstcind gratulierte und überreichte ein Geschenk. zc Groß-Eiche n, 24. Dez. In dichtgefülltem Gotteshause wurde heute abend die übliche Christmette a&gepalicn. Die Konfirmand^! imo einige kleinere Mädchen hatten ein Weih- nachtsspiLl eingeübt, das flott vorgetvagen! wurde. Auch Männerchor, Kirchenchvr und Schülers vr halfen die Feier festlich auszugestatten. Kreis Alsfeld, j Alsfeld, 24. Dez. In der vergangenen Woche fand im „Deutschen Hause" dahier, unter dem Vorsitz von Landwirt H. Raab, 'Alsfeld, eine Sitzung der Bezirksausschüsse Alsfeld-Grebenau und Homberg-Groß» Felda der Landwirtschaftskammer statt, welcher auch der Präsident der Landwirt- schaftskammer, Oelonomierat Hensel, bei» wohnte. Ferner waren Aegierungsrat Strack vom Kreisamt Alsfeld und Direktor Becker vom Landwirtschaftsamt Alsfeld anwesend. Es wurde verhandelt über die Lage der Landwirtschaft, die Ausbildung der weiblichen Jugend, über die soziale Gesetzgebung und die freiwillige Krankenver» sicherung, über Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft innerhalb des Bezirks. Besonders eingehend befaßte man sich mit ber Lage ber Landwirtschaft, deren schwere Rotlage dringend einer grundlegenden Abhilfe bedarf. Es wurde eine Entschließung gefaßt, in der gefordert wird, eine grundlegende Wiederherstellung der Rentabilität der Landwirtschaft durch eine die Interessen der Landwirtschaft wahrende Gesetzgebung, sofortige Preisstützung auf den Dieh» unö Getreidemärkten, eventuell Schließung der Grenzen gegen die Vieheinfuhr, Sicherung der Arbeitskräfte für die Durchführung der landwirtschaftlichen Arbellen, Erhaltung einer lebend- Ä Landwirtschaft auf Grund einet entspre- Steuergesehgebung unb Steuerpraxis. In der sehr regen Aussprache wurde insbesondere auf die immer katastrophaler zunehmende Verschuldung der Landwirtschaft hingewiesen. Es wurde beschlossen, im nächsten Jahre an die Bezirksversammlung eine größere öffentliche Versammlung anzuschlietzen. — Die Alsfelder Jugendherberge hatte im a6 gelaufenen Jahre einen Besuch von 257 Gästen, gegenüber 364 im Vorjahr. Es war eine Abnahme der Schülerwanderungen zu verzeichnen, dagegen zeigte sich eine Zunahme durch die schulenllasiene Jugend. Die meisten Gäste waren SeMer von Lehranstalten unter Führung ihrer Lehrer. Amp zahlreiche Handwerker- unb Arbeiteisugend befand sich unter den Besuchern. Alle Gäste gaben ihrer Zufriedenheit mit den gut gehaltenen Einrichtungen der Herberge AuAdriick. -- Die Zahl ber Erwerbslosen in der hiesigen Stadt ist, nachbem die Stabt ihre Kanalisativnsarbeiten bcenbigt hat unb auch die Arbellen zur Tieferlegung des Erlenteiches durchgeführt sind, in vor Dr. Feßmann und sah ihm bittend in die Augen. „Sie Kimen ihn nicht sprechen! — — Unter gar keinen Umständen! Es wäre möglicherweise sein Tod! Diese Derantwortuna werden Sie doch nicht auf mich laden tooüenr «Ich übernehme sie selbst", kam es mit eiserne» Ruhe. Ohne weiter auf den jungen Kollegen zu achten, ging er den Korridor zu HettrngenS Zimmer hinunter. Der jourhabende Arzt holte ihn ein unb stellte sich mit auseinandergespreizten Armen vor Joachims Türe. „Herr Kollege. Sie verletzen Mc Vorschriften des Hauses. Die Folgen wären für Sie unberechenbar." „Ich werde sie trogen,“ tarn es unter gewaltsam zurückgedräng ter Bewegung. .Unb wenn auch. Herr Kollege Feßmann! Ich kann es nicht erlauben. Ich kann nicht!" Er hielt ihn am" Arm fest, als dessen eine Hand sich nach der Klinke streckte. „Ich will ein ilebrigeg tun und Ihnen den Bescheid des Chefarztes mitteilen! Es besteht keine Hoffnung mehr, das Leben des Barons Hettingen zu retten. Wollen Sie ihm diese wenigen Tage noch mit Gewalt verckürzen?" FetzmannS Gesicht erblaßte tote die getünchte Wand in feinem Rücken. „Geben Sie mir Ihren Kittel und Ihre Drille, Herr Kollege Sanders. — Wollen Sie. oder wollen Sie nicht?" „Rein!" „Gut! Verlassen Sie sich darauf, daß ich doch zu ihm hineinkomme." Dei der 2lblosung, die nach zwei Stunden erfolgte, schritt neben dem Chefarzt ein älterer, etwas nach vorne gebückter Arzt in weißem Kittel mit einer scharfen Drille über den bunfiert Augen, dah sie wie Kohle darunter hervorstachen. Das glattgescheitelte Haar war von Grau durch- sprenkett, und die Dtegung der Mundttnie von unbeugsamer Härte gezogen. „Kollege Prvsesior Weingarten!“ stellte ber Chefarzt vor, als SanberS ihm-über Hettingen« Desinden Dericht erstattete. Dann verschwanden die beiden in dessen Zimmer. (Fortsetzung folgt.) und später der Strafte fahrenden Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse 136, 272,85 206,9 78 , 77,7. 88,25 | 88.5 137,u 154,75 155,25 Banfnokn. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — ReichSbankdiskont 7 Prozent. Lombardzinssuh 8 Prozent. 156 23 104,5 137 135 174 133,25 135 133,13 ? io . 8 10 15 12 18 14 12 12 , 7 , 8 0 , 0 , 6 10 , 0 . 6 . 6 . 0 . 6 11 , 0 . 4 . 8 . 8 lu . 8 . e io . 8 - 6 Mainlrafwerte • THag . . Retarsulma . . Peters llnüm . . ®ebi. Aocder . . Boigi & Haeffne» Ebdd Zucker - - tot aufgefunden wurde. Verhängnisvoller Sprung aus dem Lifenbahnzuge. Wirtschaft. AtichsblUik-AiisweiS vom 22. Dezember. Nach dem Ausweis der Reichsbanl vom 22. Dezember ist die gesamte Kapitalanlage der Bant in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten in der verflossenen Dankwoche um 23,7 Will, auf 2063,4 Will. Wart gestiegen. Die Bestände an Wechseln und Schecks allein sind um 43,0 Will. Wk. aus 1933,5 Will. Ml. angewachsen, während sich die ^'ombardbestänbe um 19,4 Will. Wk. auf 37,5 Will. Wk. verringert haben. Die Anlage in Effekt en ist mit 92,4 Will. Wk. weiterhin unverändert geblieben. An Reichsbanknoten sind 56.9 Will. Ml. in den Berkchr abgeflossen, so daft sich 4481,5 Mill. Mk. im Umlauf befinden, während der Umlauf an Aentcnbankscheinen um 1,3 Mill, auf 514,4 Mill. Mart abgenommen hat. Dementsprechend stellen sich die Bestände dec Reichsbanl an Rcntenbank- scheincn auf 22,9 Mill. Ml. Die fremden Gelder haben um 70,5 Mill, auf 496,5 Mill. Mk. zu- genommen. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen insgesamt sind um 26,4 Mill, auf 2887,5 Will. Mk. angcwachsen: im einzelnen sind die Goldbestände mit 2729,3 Will. Mark, die Bestände an deckungssahigen Devisen mit 158,2 Will. Wk. ausaewiesen. Die D e ck u n g der Noten durch Gold allein besserte sich von 60,8 Prozent in der Borwoche auf 60,9 Prozent: diejenige durch Gold und dcckungsfähige Devisen stellt sich aus 64,4 Prozent gegen 64,7 Prozent in der Borwoche. Der deutsche Außenhandel im November Im reinen Warenverkehr betrug die C i n- suhr im November 1173 Millionen Reichsmark, die Ausfuhr 940 Millionen. Im Oktober lauteten die entsprechenden Ziffern 1213 und 949. Die durch die am 1. Oktober in Kraft ge° 10,25 117 15 81 121,5 136.{ 104.75 124 Dampfer Rheinland* und der Hamburger Nokor- leichter „Peter", der Oelkuchen für Dänemark ge- laden hatte, zusammen. Der „Peter" wurde so stark beschädigt, daß er alsbald sank und fünf Meter unter der Wasserlinie liegt. Die Besatzung konnte sich retten. Der Dampfer „Rheinland" erlitt starken Plattenschaden an der vorderen Backbordseite. Er machte im Binnenhafen zur Notreparatur fest. Die Schiffahrt ist an der Unfallstelle behindert. Es wird mit allen Mitteln versucht, die Fahrrinne wieder frei zu machen und den Motorleichter an die Seite zu schieben. Räuberischer Ilebersall auf eine pokerpartie. Vier Tote. In West-Brooklyn ist nach einer Meldung aus Aeuhork eine Pokervartic. an der sich acht Personen beteiligten, auf tragische Weise zu Ende gegangen. Mitten im Spiel drangen plötzlich vier Fremde mit vorgehaltenem Revolver tn den Raum mit der Absicht, sich des Geldes der Kartenspielen zu bemächtigen. Die Spieler leisteten jedoch Widerstand, und bei der daraus- folgenden Schießerei wurde einer der Spieler getötet und ein weiterer verletzt. Inzwischen war es einem anderen Spieler gelungen, den RevoU>er tcetene Reform der HandcMattstik bedingten Umstellungen in den Erhedungsmcihoden sind bei der Einfuhr nunmehr vollkommen durch- geführt, so daft die Einfuhrergebnisse zwar nicht mit den (überhöhten) Oktober-Ergebnffsen. wohl aber mit den früheren Monaten vergleichbar sind. Bei einem Vergleich der Einfuhr im Äovembcr mit dec im September ergibt sich eine saison- mäßig bedingte Zunahme von rund 86 Millionen Reichsmark, an der hauptsächlich Textilrohstoffe, Obst und Südfrüchte beteiligt sind. In der Rovember-Aussuhr fehlt noch ein Teil der über Hamburg seewärts ausgegangencn Waren, der aber erheblich geringer ist als im Oktober. Bei einem Vergleich der Rovcmber- aussuhr mit der im September ist ein Ausfuhrrückgang von 115 Millionen Reichsmark festzustellen. der hauptsächlich Fertigwaren, insbesondere Textil- und Pelzwaren, sowie Maschinen betrifft, deren Ausfuhr in den vorangegangenen Monaten auherordentlich gestiegen war. i 321 1 278 531.5 i 427 272 132 216,25 78 45.75 I 89 240 I 53.25 1100,1. 288 Am Samsiagnachmittag ereignete sich in Hagen ein tragischer Unfall. Der 25 Jahre alte Paul B e n« der aus Berlin befand sich auf der Reise zum Besuch seiner Eltern, die in Gevelsberg wohnen. Er benutzte den Vorzug Berlin—Düsseldorf, der in Gevelsberg nicht hält. Von den Mitreisenden darauf aufmerksam gemacht, sprang er kurz entschlossen aus dem bereits in Fahrt befindlichen Zuge. Er geriet hierbei so unglücklich unter die Räder, daß ihm beide Beine bis zum Oberschenkel abgefahren rour den. Wenige Stunden nach der Ueberführung in ein Krankenhaus ist er seinen Verletzungen erlegen. Großfeuer in einer Möbelfabrik. Die Möbelwerkstatten Stadler in Paderborn wnr den am Samstag durch ein Großfeuer vollständig vernichtet. Die Feuerwehren von Paderborn und Bielefeld, sowie eine Abteilung Reichswehr snit eigenen Löschgeräten mußten sich darauf beschrän Fen, ein Uebergreifen des Feuers auf die Nachbar gebäude zu verhüten. Der Gesamtschaden beläuft sich schätzungsweise auf 1 bis Ü Millionen Mark. Das Mobellager enthielt allein Werte, die in die Hunderttausende gehen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt. Prügelei zwischen Piscaior und Wilhelm Herzog. In dem Äarderobenraum eines Kabaretts im Westen von Berlin kam es am Sonntagabend zu einer Prügelei zwischen dem früheren Theater- direktvr P i s c a t o c und dem Schriftsteller Wilhelm Herzog. Herzog hatte in seiner Zeitschrift .Das Forum" seit längerer Zeit eine Pressesehde gegen Piscaior geführt. Bei der Begegnung am Sonntagabend trat Piscator auf Wilhelm Herzog zu und schlug ihm zweimal mit der Faust auf den Kops. Herzog setzte sich zur Wehr, und es entstand ein längeres Handgemenge, das erst von anderen Personen getrennt werden mußte. Die Prügelei wird wahrscheinlich noch ein gerichtliches Rachspiel haben. Feuergefecht mit Verbrechern in Warschau. Bei der Verfolgung des Banditen Filipow, der im Verdachte stand, eine Frau mit dem Beil erschlagen zu haben, entstand heute nacht ein Feuer- gcfecht, das drei Stunden lang die Passanten in Aufregung erhielt. Der Bandit hatte sich in eine m kleinen Holzhaus verbarrikadiert und mußte von der Polizei regelrecht belagert werden. Nach dreistündiger Schießerei gelang es der Polizei, um 6 Uhr morgens an die Haustür beranzukommen und sie aufzubrechen. Filipow drehte darauf das Licht aus und schoß im Dunkeln weiter. Gleich darauf wurde er selbst durch einen Kopfschuß tot zu Boden gestreckt. Zwei Stunden später kam es in derselben Straße zu einem Feuergefecht mit drei weiteren Verbrechern, wobei einer derselben getötet wurde. Ein anderer versuchte, über das niedrige Dach des Nachbarhauses zu ent fliehen. Er sprang dann aus dem zweiten Stock des Hauses auf die Straße und trug einen Schädel- bruch und mehrere Rippenbrüche davon. Der dritte Verbrecher entkam auf die Straße, wurde aber ein- gestalt und gefangen genommen. Bei der Verfolgung wurde ein Passant von verirrten Kugeln in die Brust und am Bein getroffen; ein Schutzmann wurde leicht verletzt. $litlivD S'oijmann . . . Heidelberger 2em«tt . , Lernen i ffGtlßabl . . • Doyß 4 Freitag. . . . SdjultbeiS $atci6ufet . vftwerke ...... Set. Glarrzftokk . . . Vemberg....... ReUftofl eSdbfcot - - . flcllftofj yiAaifenbiiTfl . Charlottenburger Dali« Del sauer GaS . . . Daimler totere» . . « Demag - - Adlerware BUMS . . « SubiD. Loewe . . . « Rat. Automobil . . » , Orenftein Bamag-Meguin . . • « ^ff. Maschine» , e . nei . . e • < Heyliacnftarvt . . , , zu ziehen und zwei der Eindringlinge durch wohl- gezielte Schüsse zu töten. Die beiden übrigen Eindringlinge ergriffen hierauf die Flucht. Eine vierte Person kam dadurch ums Leben, daft sie infolge der durch die Schießerei verursachten Aufregung durchs Fenster sprang --*■ r-"*— mit zerbrochenen Gliedmaßen ayf 139 323.5 281.5 531 427,5 276,25 131.4 216.75 78.25 16,65 89 243.5 53.25 100.5 280 21 69.5 117,23 82 * Zu den Betriebseinschränkungen bei Buderus, auf der Main-Weser-Hütte in Lollar wird uns von Der Verwaltung der Bude- russchen Eisenwerke noch mitgctcilt, daß es sich hierbei um eine alljährlich wiederkehrende, durch die Jahreszeit bedingte Einschränkung handelt, die sich diesmal in nur geringem Umfange auswirkt, indem die zur Entlassung kommende Zahl von Arbeitern nur 2,5 v. H. der über 2000 Mann betragenden Gesamtbelegschaft ausmacht. * Zurücknahme von Kündigungen bei der Gute H o f f n u n g s h ü 11 e. Die bei der Gute Hoffnungshiitte in Oberhausen vor einigen Tagen ausgesprochenen Kündigungen, die die Schweißerei in Sterkrade betrafen, wurden wegen Vermehrung des Auftragsbestandes zurnckgenommen. • Wiesbaden und die Thüringer G a s g e s e l l s ch a f t. Zwischen der Stadt Wiesbaden und der Thüringer Gasgesellschast findet seit Jahren ein sehr scharfer Prozeftkampf statt. Wit der Eingemeindung von Diedrich übernahm Wiesbaden auch das dortige Gaswerk, dessen Aktien zu 49 Prozent in Händen der Thüringer Gasgesellschast sind. Die Stadt Wiesbaden hat zweifellos die Absicht, diesen gemischtwirtschaftlichen Betrieb ganz in ihre Hand zu bekommen, während sich die Thüringer Gas- gesellschatt auf den Gesellschaftsvertrag beruft. Am 22. Dezember hat das Landgericht zu Wiesbaden in zwei Prozessen das Urteil gefällt. Die Thüringer Gasgesellschast klagte auf Zahlung einer Konventionalstrafe laut Bestimmung des Gesellschaftsvertrages aus dem Jahre 1919. Das Gericht verurteilte die Stadt zur Zahlung von 8000 Mk. Die Stadt Wiesbaden klagte auf Aufhebung des Gesellschaftsvertrages. Dieser Klage wurde stattgegeben. Gegen beide Entscheidungen wird Berufung eingelegt werden. Der Wert des Streitobjektes ist auf 600 000 Mk. festgesetzt worden. eytaiitfurtcr Börse. Frankfurt a. M., 27. Dez. Tendenz: abgeschwächt. — Die heutige Börse eröffnete nach den Feiertagen in ruhiger Haltung. Der heutige Iahves-Mimo-Tag veranlaßte die Spekulation zu größeren Abgaben, doch wurde das Herauskoni- inende Material ohne besondere Schwierigkeiten aufgenommen, so daß die Kursverluste gegenüber der Börse vom Samstag. 22. Dezember, ziemlich gering blieben. Die Grundstimmung war nicht unfreundlich, da sich verschiedentlich kleine Deckungskäufe bemerkbar machten. Ungünstige Meldungen sind z. B. der schwache Verlauf der gestrigen Neuyorker Börse, der stark gestiegene Geldsatz am dortigen Platze und die pessimistisch gehaltenen Jahresberichte verschiedener Handelskammern. Doch fanden diese Nachrichten nur geringe Beachtung. Die eingehenden Orders von außen her waren nur sehr gering, sodaß sich das Geschäft in engen Grenzen hielt. Die Kulisse war daher im großen und ganzen auf sich selbst angewiesen und bekundete große Zurückhaltung. Im Verlaufe nahm das Angebot größere Formen an, ivas sich besonders am Elektromarkt auswirkte und auch auf die anderen Märkte einen nachteiligen Einfluß ausübte. Die Tendenz neigte jetzt eher zur Schwäche, die Kursveränderungen nahmen ein größeres Ausmaß an. Stark waren angeboten Qeffürel mit minus 6 v.H., Licht und Kraft mit minus 2 v.H. Für Chadeaktien bestand dagegen weiter etwas vermehrtes Interesse mit 2,50 Mark. Auch Svenska konnten 2 Mark Anziehen. Am Farbenmarkt waren J.-G.-Farben bei geringen Umsätzen knapp behauptet. Scheideanstalt 1 v. H. niedriger. Waldhof 1,25 v. H. sci)wächer. Am Montanmarkt war das Geschäft heute etwas reger. Monsselder gaben 1,5 v. H. nach. Gut gehallen waren Gelsenkirchen; Harpener, Mannesmann, Bu- derus, und Phönix konnten etwas anziehen. Banken bis 1,5 v. H. nachgebend. Metallbank etwas gefragt. Autowerte uneinheitlich. 'Adlerwerke erholt. Daimler vernachläfsigi. Am Rentenmarkt blieb das Geschäft verhältnismäßig klein. Ablöfung ohne Option tonnten etwas anziehen. Bon Türken lagen Anatolier stärker im Angebot und etwas schwächer. Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr still, die Tendenz blieb freundlich, da verschiedentlich Deckungen, aber meistens nur per Ultimo Dezember, vorgenommen wurden. Das Kursniveau konnte sich allgemein etwas heben. Am Geldmarkt trat für Tagesgeld eine weitere Entspannung ein. Tagesgeld 6 v. H. Geld über Ultimo war mit 8,25 v. H. und 9,25 v.H. gesucht. Am Devisenmarkt lag das Pfund international fester. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1976, gegen Pfund 20,377, London gegen Kabel 4,8555, gegen Paris 123,97, Madrid 29,79, Mailand 92,65, Holland 12,0790. Bra uer Börse. Berlin, 27. Dez. Die heutige Börse stand im Zeichen des Liquidationstages. Die Spekulation schritt zu Abgaben per Ultimo Dezember, für 4Ktinu> Januar-Ware bestand aber etwas Interesse. Die gestrige Acuhorker Börse war nicht einheitlich, und der dort aefteigertc Tages- heldsatz (12 v. H.) verstimmte. Günstig wurde die Reigung Amerikas zur Mitarbeit an der Repa- ralionsfrage ausgenommen. Die Monatsbilanzen ter Banken zeigten eine leichte Besserung. Die ersten Kurse waren meist 1 v. H. schwächer nnö' gaben nur vereinzelt 2 bis 3 v. H. nach. Trotz der von der Börse günstig aufgenommenen Beschlüsse der Spritunternehmunaen waren Rückgänge bis 3.5 v. H. zu verzeichnen. Sehr fest lagen C-almon Asbest aus die Verwaltungsmel- i?ung über einen Geschäftsausbau. Farbenwerte waren bis 3 v.H. niedriger, ebenfalls^ Stöhr, Holzmann, Reichsbank und Salzde furth. Te e hon Berliner. Deutsche Atlanten und Chadeaktien waren etwas fester. Deutsche Anleihen lagen schwächer. Tagesgeld etwas leichter zu 5,5 bis 7,5 v. H.. Monatsgeld wieder steifer mit 9 bis 9,5 v. H. Im Verlaufe setzten sich Kurserholungen von 1 bis 1.5 v. H. durch. Montanwerke auf die Meldung von französischen Kohlenstreiks erhöht. Das Geschäft war nach wie vor klein. Frankfurter Getreidebörse. Franksurt a. M., 27. Dez. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete nach den Feiertagen in ruhiger Haltung. Die Tendenz war etwas freundlicher, da die höheren Auslandnotterungen anregten. Das Geschäft war im allgemeinen fleht. Rur für Weizen und für Roggen beftani) bei anziehenden Preisen etwas Interesse. Mais für Futtcrzwecke war dagegen angeboten und schwächer. Cs wurden notiert: Weizen 23; Roggen 22,50; Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24; inl. Hafer 22,75 bis 23; Mais (gelb) für Futterzwecke 22; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, 32,50 bis 31; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizcn- fteie 13,75 bis 13,85; Roggenlleie 14,25 bis. 14,50 Mark; Reiderrh. Weizenmehl 32 bis 32,25 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M.. 27. Dez. Auftrieb: 20 Rinder, 2934 Schweine. Es wurden notiert: Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 76 bis 79 Mk.; vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 77 bis 80; von etwa 160 bis 240 Pfund Lebendgewicht 78 bis 80; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 74 bis 78; Sauen 70 bis 74 Wk. — Markt- Verlauf: Schweine anfangs langsam, später rege, ausverkauft. Buntes Allerlei. Schweres Flugzeugunglück. Aus Chattanooga (Tennesfee) wird gemeldet.- Ein Postflugzeug, das zum Fluge nach Atlanta aufgeftiegen war, geriet kurz nach dem Start in Brand und stürzte ab. Vier Insassen wurden getötet, ein fünfter verletzt. Ein Aulo von einem Schnellzug überfahren. Arn Sonntagabend wurde auf der Strecke Augsburg—München an der Ueberfahrt der Münchener Staatsstraße bei Augsburg der Kraftwagen des Fabrikbesitzers Dr. Hubert Martini aus Augsburg von einem Schnellzug erfaßt. Dr. Martini wurde getötet. Die ötretfc war für einige Zeit gesperrt. Nach Aussage des Bruders des Verstorbenen, der in einem anderen Kraftwagen nachfolgtc, hat der Verunglückte vor der Schranke gehalten, der Schrankenwärter habe aber die Schranke wieder etwas aufgehoben, um den Wagen noch durchzulassen. Dieser Aussage steht die Erklärung des Schrankenwärters entgegen. Schiffsuntergang im Tlordostseekanol. In der Kudenseeser Weiche im Nordostseekanal stießen am Samstagabend bei plötzlich einsetzendem starken Nebel der mit Holz beladene Hamburger letzter Zeit wieder stark gestiegen und auf 170 angewachsen. Die bei der Reuorganisation des Arbeitsamtes Gieften vorgesehene Rebenstells Alsfeld wird vorausfichllich im Laufe des Monats Januar ihre Tätigkeit eröffnen. Sie umfaßt 35 Gemeinden. Die Nebenstelle wird im Weinhause tn den früheren Räumen der Land» kronkenkasse untergebracht werden. Sännt ist die vollständige Trennung bar Arbeitslosenvecsiche- lang von den Gemeindebehörden vollzogen. — In Ausführung d-s Beschlusses des hessischen Landtages ist auch dm hiesigen Erwerbslosen und den sonstigen, in öffentlicher Fürsorge stehenden Fürsorgeempfängern eine Winterbeihilfe bewilligt worden, die im Durchschnitt 40 Mark für die einzelnen Fürsorgeempfänger nicht übersteigen darf. Die Ausgabe erfolgt nicht gegen bar, sondern gegen Gutscheine in drei Raten, an Weihnachten, Ende Januar und Ende Februar. * Alsfeld, 24. Dez. Hier tagten im „Mainzer Hof" die Kreisorganisation und die Ortsgruppe Alsfeld der Deutschnationalen Volks- Partei imter Leitung von Direktor Becker (Alsfeld). Anwesend waren der Landesvorsitzende General von Preuschen (Darmstadt), und der Provinzialvorsitzende, Studicnrot Dr. Lenz (Gießen). Nach Ergänzung und Vervollständigung der Verttauensleitteliste der Partei, die sich lückenlos auf den gesamten Kreis erstreckt, wurde die Wahl des Vorstandes der Kreisorganisation vorgenommen. Wiedergcwählt wurden ßanbrat a. D. Frhr. u o n Riedesel z u Eijenbach (Altenburg) 1. Dorf., Direktor Becker (Alsfeld) 2. Dorf., Pfarrer Schwalm (Burg-Genüindcn), Pfarrer Prätor i it s (Homberg), Herrn. Junker (Grebenau), Frhr. v. Schenck zu Schweinsberg (Kirtorf), Otto Seim (Kestrich) und Emll Ohn acker (Nieder-Ohmen). Neugewählt wurden Konihaus- öireftor Schlabach (Schriftf.) und Joh. Pfaff (Zell), Rechner. Zu Punkt 3 der Tagesordnung „Vorbesprechung über die kommenden Kreis, und Provinziallandtagswahlen" wurde von verschiedenen Seiten angeregt, bei den nächsten Wahlen' nicht mit anderen Parteien zusamrnenzugehen. General von Preuschen erstattete sodann in einem längeren Referat Bericht über wichtige Satzungsänderungen der Partei nach der Wahl des neuen Par- leivorsitzenden Hu gen berg, wodurch eine wesentliche Vereinfachung der gesamten Parteileitung herbeigeführt und eine intensivere und erfolgreichere Arbeit geleistet werden würde. Auch aktuelle Fragen der hessischen, wie der Reichspolitik wurden von dem Landesvorsitzenden eingehend erörtert. Der Provinzialoorsitzende, Dr. L e n $, beleuchtete in einem Referat Die Außenpolitik, die Deutschland seit Kriegsende betrieben hat. Mit Worten des Dankes, insbesondere an die beiden Redner, schloß der Versammlungsleiter die recht rege verlaufene Ver- fammlnng. Frankfurt a. M Berlin Schluh. flurs l’Uijr» Äurs Schmz-I Anfang Kur» | Kur» Datum: 22. 12. 27. 12. 22. 12. | 27. 12 Berlin. 22 Deiember Geld Öner Sramöiiicöe Noten...... Holläudrsche Notcu...... (ftalicnticbe Noten...... Norwegische Noten..... DeMsch-Lrfterr-.älvo Jtrmten Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schwerer Noten ....... Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Unpartfdie Noten Devisenmarkt Berlin Telegraphische IG, 44 168,03 21,905 111,53 58,97 2,53 112,05 80,84 68,01 12,398 72.8-2 —Jtanffnrl Auszahl nno 168,71 21,985 111,97 59,21 l li’40 81,16 08,32 12,458 *3.12 a. 211. ung. Srankfurt a. M Berlin Zrandsurt a. M Berlin Schlutz-i firae । l-Uhr- flut» Schmh- flut» Änfang Kur» Schlutz- Kurs l-Uhr. Äurs Sch.uh- ÄUIS Anfang ^urs Datum 22. 12. | 27.12. I”12- 27. 12. Datum: | 22. 12. 27 12. 22. 12. | 27.12 6% tt «eichranleihe v Ito? Dt. Lnl..eiblü>.-Schulv mü Cut- U>|..Red)lcn TrtfiL ohne Iu-No'.-Rechte - . :% Frank!. Hyp.-B! »oldvi- ur iijnbbai bU 1932 * Stv-lni'che Stau - Goldri- ■ - K.E.G aba. Aortriegt-LbligaÜon., cü-tiabOHH 1933 <% Lchwrij i3unbeto.-aiu.. 4% Oellerrrlchüche Goldrte.. 4,20% Lasten Sübente. .... i% Ceftendcb. ,-inheUl. 8tit 4% Ungarische S-'ldrte. l% Ungarilaie Gtaotit. o. 1910 l'/,% Drißi. Dem 1918 4% Ungarin frnmenitr.. . V'/o Tüll. v. 1911 . . 4% lürindtt BagdadbalM-Anl., Serie 1 - • 4% cctgL Serie 11 4% Rumänen cenrett «re- . . - l!4% fRumlnei GoldmU. wu 1918 tllld. ©eundje *'/« t'ambnrg.amerila «afei . - » Hamb.-Süvoar. Dainvsich - -8 Hansa Daawächsfl ■ ■ ■ Norddeutscher Lloyd « ttNg. Drutlche Eredtiaie. . - 10 Barm« eanlcetein *0 Berliner Hanbtlögelellich. - U f ommeif and Privctt-Lcml U ® arm ft. u. Rationaldaak “ Deutsche Bank . . U Dirkonlo-VelellichaN gbtL . . « Breton« Bank ... 10 Dttttclbentldn fcteWbol ... 9 IMM .......tt * «s g 1 i 1 * 1» ' Iß 1 1 1 'K ' «8iSA 'S ' §1 5 S?3* x " S - 2 3 8 § S8‘ ” 1*1 i i < i i i i । i i i i i i i i • 3 41 । • 2 ' -vv: 1 KZ 3, 2 SS 3 K7.5 32.21 14,5 2,5 26 - 1.75 11.8 11,7 11 19,9 141.4 179 173. L>7.5 1.19.2. 143 25 444.25 196 290.75 (71,11 u-2,5 <71.5 215,5 140.5 .«8 -2,6 14.4 113 — 11.3 140,25 171 lö6.u 139.2? 143 443.5 195 2bU 170.:. 161.25 171 215 139 i34,2v ei.e.®.........8 Bergmann...... • • ■ 9 dettt. Lietenmge,.....10 Licht imb Straft .....10 gelten 4 fflnüleaumc. • • • . 6 ®ef. f. @eht. Untern.. . . . 10 Hamb, (ileltr. Cexlt .... 10 Rhein. ........... 9 Schlei- Vektr. ...... w Schuckert . . ....... 8 Siemens L Hallte . • • • • 12 Tranrradio . ..... 8 Ladmeyer » L». - ...» - 1° SubeniJ ...... ß Deuttchc 6tb»! . ...... 6 Essener Steint)t* ...... 3 Gels-nLrchener ... 3- < Hawener .........6 Hoesch etteu. ...... 8 Me Bergbau ..... L jrllcknettverle . ....... 7 Söln-Reueilen . ..... 9 Dlannrinutns - ....... 0 Tlansfelb« .......7 Oberschlel. Etsend. Bedarf . . . 5 Oberschl-1- SoLwerke .6 Pböntt Bergbau • 6H Sheunsche SramrtohleR.10 Äbcin-tay i. % 3* 4% fliebed <5tontan .....12 Bereinigte Stadl». .... 6 OtavI Minen ..... S »N ttdi 8(<6erilebeu ..... 10 ft oft Eefterrgeln.....10 ftattwert SatzveMrrS ... 16 .1. ». SadKi.dnWtm . . . ix Dvnamu Nobel ....... 6 Scheideanftall. ....... 9 Goldschmidt ..•••». 8 ....................U - < i L 8ZLL! I i § 1 i H E i II 1 i € I 1 । 1 £ । I o. i^J । L 19- 233 18: 246 261,5 173,5 <17,1 83,75 122 136 104,25 127,9 110,3 90,7b 139,25 - t-7.75 186 104 192. ; 232.75 182,75 246 2.1 ,3.2. 285 28- 50t 9,2 124 96.7 104,_ 191. n 233 180 246 147 261 152.5 173.2.> 224 25.5.1 4:26-75 155.5 178 82.'.' 135 121,5 122.5 135.3 127... 233-. 104.75 127.75 128 111 111.2. 113,6 90.0 l39~75 92,4 -3 283.5 «83 506,5 268.13 97 104,-' 22. Dezember 27. Dezemb r Lmtliche ^Notierung Amtliche NolicruiiL Geld yrter Geld Briet 8tinfL*sJlott 1Ü8.38 168,72 108,58 168,92 Bmn^SUreS 1.764 1.76b 1,764 □8,37 1,76h Brss.-Annv j8,31 58.43 58,49 Ghriittanta 111.79 112.01 111,89 112,11 Kopeirdagrn 111,92 112,14 114,03 112,45 Stockbolm - 112,29 112,51 112,49 112,71 helnngsorS. 10,538 10,558 10,54 10,57 fttalten . . . 21,935 21,995 21,96 22.au London. . . 20,31 20,58 20,36 4,19 5 20,40 Vicmjorf •» 1,1905 1,1985 4,2015 gartg-^. ». 16,41 >0,84 16.45 -1,00 16,42 dU.91 16,46 81,07 Evanten . . ■8,2o 1.9-0 '8.40 "8,40 68,51 yav ao . . . Rio de Jan. 1.934 1,928 1,932 >.4955 9.498.5 1.499 '.60t Wien tn T>-» OdL obQtft J9,Ü3 ->9,15 5J,U7 69,19 Prag ... 18,418 12.438 12,42 12.44 Belgrad . • 2,375 7,383 7.383 7,397 Budaoesi. . «3,03 73,17 «3.07 «3,21 -,035 Bulgarien . -.029 1,025 ',029 18,48 Lissabon . 18,43 18.17 16,52 Danriq. . . SouSantt» 81,36 2,068 81,52 2,072 81,41 4.063 >1,67 -,067 Dchen . . ',435 5.445 5.435 5,445 Tanado 1,181 4,189 4,183 4,191 Uni nach . 4,27b 20,86 4,284 20.90 4,285 «0.816 -LA Berlin. 22. Dezember Geld Brr-, Lmertlcmlchr Nore» ..... 4,17;; 47193 Belgische Noten ....... Dänische Noten . . 58,19 111.63 58,43 112,0? taftünfet ’XMta. 20,30 »O.to Turnen, Sport und Spiel. Hindenburg an die Turner. Die Deutsche Turnerschaft hatte dem Reichspräsidenten aus Anlaß des bevorstehenden Jahreswechsels ein Glückwunschtelegramm übersandt, das Hindenburg wie folgt beantwortete: „Sehr geehrte Herren! Der Deutschen Turnerschaft danke ich für die freundlichen Wünsche, die Sie mir zum kommenden Jahre in Ihrem Schreiben vom 13. d. M. zum Ausdruck brachten. Ich erwidere fie mit den besten Wünschen für weitere Erfolge Ihrer Bestrebungen, zur Gesundung und Ertüchtigung des deutschen Volkes beizutragen. Mit freundlichen Grüßen v. Hindenburg." Süddeutsche Kußball - Meisierschastskämpfe Alemannia Worms — Wormatia Worms 0:4 (0:0). Bei außerordentlich schlechten Bodenverhältnissen gewann Wormatia auch das dritte schwere Spiel, das der Verein nun innerhalb von vier Tagen aus- zutragen hatte. Die erste Halbzeit verlief bei schwacher Ueberlegenheit Wormatia torlos. Nach der Pause hatte Wormatia fast bis zum Schlußpfiff das ganze Spiel in der Hand, die Alemannen konnten nur vereinzelt Durchbrüche auf die Beine bringen. 1.5.6.1893 f)qpau — Eintracht Frankfurt 4:1 (0:0). Die Frankfurter Eintracht fuhr zu ihrem letzten Verbandsspiel gegen den 1. F. C. 1893 Hanau mit sehr schwacher Mannschaft, in der gerade die namhaften ihrer Spieler fehlten. Die Elf kämpfte außerdem sehr lustlos und verlor hierdurch ein Tressen, das sie ebenso gut hätte gewinnen können. Der Kampf war völlig ausgeglichen, wobei allerdings auch die mangelhafte Disposition der Hanauer auffiel. Den Torchancen nach läßt sich das Ergebnis von 4:1 für Hanau nicht rechtfertigen. Spielvcreinigung Arheilgen — Haffia Lingen 2:3. Auf einem durch das Wetter der letzten Tage bedingten miserablen Boden standen sich am zweiten Feiertage Arheilgen und Singen gegenüber. Trotzdem Bingen mit ersatzgeschwächter Mannschaft an- trat, konnte es das Spiel während der ganzen Kampfdauer für sich überlegen gestalten und kurz hintereinander drei Tore gewinnen. Arheilgen hatte dagegen Mühe, dem Tempo der Bingener mitzumachen. Die beiden Tore zu seinen Gunsten waren Eigentore der Bingener. 1. F. E. Mmbem nordbayrischer Fußball-Meister. LPiel-Bg. Fürth 3 :4 geschlagen. Trotz des naßkalten Wetters hatten sich am zweiten Feiertag rund 20 C00 Zuschauer zu dem Meisterschaftsentscheidungsspiel im Nürnberger Stadion eingefunden. Dos halbvcreiste Spielfeld beeinträchtigte das Treffen natürlich ungemein, doch entwickelte sich trotz dieser kaum bespielbaren Fläche ein fesselndes Ringen, das packende Kampfbilder zeigte. — Schiedsrichter Decker, Ludwigshafen, amtierte vorzüglich. Nürnbergs Anstoß sah die Fürther ausmerk- fam auf dem Posten, deren Sturm sich sofort des Dalles bemächtigte. Frank lief hurtig mit ihm auss Nürnberger Tor zu, um durch einen für Stuhlfauth unhaltbaren Schuß seinem Verein schon in der ersten Minute die Führung zu verschaffen. Der Klub arbeitete daraufhin mächtig auf den Ausgleich hin, der auch nach drei Minuten durch Wieder siel. Nun entwickelte sich ein interessanter Kampf. Trotz vermeintlicher Ausgeglichenheit zeigte sich aber bald eine leichte Ueberlegenheit der Klubelf, die das bessere Stellungsspiel vorführte. 3n der 26. Minute ging der Klub durch einen erneuten Dombenschuß von Wieder mit 2:1 in Führung, worauf Sein» berget wenige Minuten später auf 2:2 erhöhte und dadurch wiederum gleichstellte.' Bis zum Schluß der ersten Halbzeit gelang cs dann Dauer in der 40. Minute, die Halbzeitführung von 2:3 für Fürth herzustellen. — Noch Wiederbeginn lag Fürth lange Zeit int Angriff; erst von der 20. Minute ab beherrschte der Klub wieder die Lage, und ein durch schönes Zusammenspiel des linken Flügels erzeugter, von Wieder mit Lieberlegung eingesandter Schuß stellte den Ausgleich von 3:3 her. 3n der 35. Minute erzielte der Klub durch einen wuchtigen, flachen Pah von Kalb den vierten und damit den Siegestreffer. Oer Freiburger S. C. in Frankreich. In Marseille wurde der Freiburger S. C. auf seiner Weihnachtsreife in einem Fußballtreffen mit 2:1 geschlagen, während sein Spiel gegen A. S. Cannes 2:2 unentschieden endigte. Karlsruher Fußbatl-Äerein in Zürich geschlagen. Der Karlsruher Fußball-Derein weilte mit seiner ersten Mannschaft am zweiten Weihnachtsfeiertage in Zürich und trug dort ein Freundschaftsspiel gegen die Grashopper aus. Bis ^ur Pause führten die Schweizer bereits mit 2:0. Nach dem Wechsel war die lleberlegenheit der Grashopper noch drückender, und noch fünfmal mußte der Karlsruher Torhüter das Leder aus feinem Heiligtum holen. Trotz großer Anstrengungen reichte cs bei den .Karlsruhern nicht zum Ehrentor. Bayrische Eisschnetiaufmeisterschasten. Am zweiten Weihnachtsseicrtage sanden auf dem Staffel-See die bayerischen Eisschnellauf- Meisterschaften statt. Infolge der schlechten Eis- verhältnisse reichten die gezeigten Leistungen nicht an die bayerischen Bestleistungen heran. Die Meisterschaften gingen über 500, 1500 und 3000 Meter. — Ergebnisse: 1. Sautner. Münchner Eislaufverein, 1719 Punkte. 2. Donau- bauer, M. E. B. Kirchliche Nachrichten. 3fraelitifdjc Religlonsgescllschast. Sabbatfeier den 29. Dezember 1928. Freitag abend 4.10 Uhr, Samstag vormittag 8.30; nachmittags 3.30; Sabbatans- gang 5.25. Wochengottesdienft morgens 7.10; abends Israelitische Religionsgemeinde. Gollesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 29. Dezember. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; abends 4.45 und 5.2-5 Uhr. Achtung! Auf die morgen nachmittag im Cafe Leib stattfindende öffentliche 11339D iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiinmimiiiii ..........■■■■■ ■ Ctrnnho iHiiniiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Liehlgshöhe w Freitag! 70 Pf. Tel. 2417 Inserieren bringt Gewinn lllllllllllllininilllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Silet von Swellfisch JVilct von Cnbeliau- Marktstr. 14 Kieken feit 1869 bewährt, mehrfach prämiiert, mehr. Preise, Zah- lungserleichierunn. Fabrik' Lich, Krctk Gießen 110020 Schellfisch ohne flovf- 45 Pf. *•' " ~ ■ ----- 70 Ps. Teilet von Goldbarsch 7k» Pf. Flußfische uiw. 08988 Fisch-Spezialhaus Cuxhsven Ziehung der InWäms-Lettene wird nochmals aufmerksam gemacht. •Ziehungsliste wird am Verkehrsbureau ausgehängt und ist auch dort gegen Zahlung von 10 Pf. erhältlich. G Die Gewinne müssen in der Zeit vom 29. Dezember 1928 bis einschließlich 19. Januar 1929, von 9—12 Uhr und von 3—6 Uhr abgeholt werden, andernfalls ein Anspruch nicht mehr besteht Die Warengewinne werden im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 21, die Gutscheine im Verkehrsbureau, Selters weg 93, ausgegeben. D Die Gutscheine dürfen nur von solchen Geschäften und Gaststätten in ___________ Zahlung genommen werden, die Lose von uns bezogen und sich EW5EMBBI■■ an der Ausgabe beteiligt haben. O X e rkehrsverein Giefcen e.V. Heute abend 8 Uhr Grobes Mllitir-Konzert |_________________________________________08 '76 8 Reste . Samstag und yp» Montag vom 28. bis 31. Dez. die bekannten und beliebten Tage Durch den kolossalen Andrang der letzten Wochen sind Riesenmengen Reste aller Art entstanden. Da wir dieselben nicht mit in die Inventur aufnehmen möchten, verkaufen wir solche zu Schleuderpreisen Aul Extratischen im Parterre aus6elefil Giehen ,,3»A Seltersweg ler Arbeit in Büro und Werkstatt in verbrauchter Luft ermüden Körper und Geist. 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