Ur. 279 Erstes Blati 178. Jahrgang Dienstag, 27. November 1928 Eriche,nl rügUch.autzei Sonntag« and Frierlag« Beilagen: Gletzener Jamilienblättei Heimat im Bild Die Scholle. monats.Bejngspttis; 2 Reichsmark und 20 Reichspfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 61, 64 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger «teste». poflfd?edfortto; Frankfurt am Main 11686. GWner Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrv« «nd Verla-- vrühl'sche UniverfitStt-vuch. und Steindruckerek N. Lange in Sieben. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hivmann. sämtlich in (Bieben Dem Sieger vom Skagerrak. Weimar. 26.Roo. (I1L) wie schon In einem Teil der gestrigen Anfiage gemeldel. ist Admiral Reinhard Scheer in der Rächt znm Sonntag einem Herzschlag erlegen. Wieder ist einer oon denen abberufen, bereit Name für immer mit den glänzendsten Heldentaten des Weltkrieges verbunden bleiben wird. Adrni» r a r Scheer, der Sieger vom Skagerrak, ist im Alter oon 65 Jahren einem Herzschlag erlegen. Er ist in den letzten Jahren ein stiller Mann gewesen, hat in Weimar als Privatier gelebt, ein schwerer Schicksalsschlag brach in seine Familie ein. Unsere Zeit, die so schnell vergißt, war auch über ihn hin- weggegangen und drohte ihn um seine Verdienste zu betrügen. Aber die Geschichte wird dafür sorgen, daß ihm doch sein Recht wird. Sein Name bleibt für immer verknüpft mit der Erinnerung an die größte Seeschlacht aller Zeiten, an den Kampf der jungen aufstrebenden deutschen Flotte gegen die sieggewohnte englische Armada, die mit schweren Verlusten den Deutschen das Schlachtfeld und den Ruhm überlassen mußte. CGNer erinnert sich nicht noch jenes 1. 3uni 1916, da die Meldungen von dem Tags zuvor begonnenen Ringen einliefen, jener atemlosen Spannung, die über der ganzen Erden lagerte, bis die weiteren Einzelheiten bekannt wurden. Unb dann war kein Zweifel mehr: die weit überlegene englische Flotte war von Admiral Scheer angegriffen, der kühn, im Vertrauen auf die Tüchtigkeit seiner Mannschaften und auf die äleberwgenheit des Materials dem Feinde entgegenfuhr, der nacheinander die Kreuzer, die Schlachtilotte, die Torpedoboote einsehte, mitten im feindlichen Feuer drehte und die Breitseiten seiner schweren Geschütze auf die englischen Dreadnoughts regnen ließ. Lind der Ausgang hat ihm Recht gegeben. Ein Großkampf schiff, drei Schlachtkreuzer, vier Panzerkreuzer, zwei kleine Kreuzer und dreizehn Zerstörer, insgesamt fast 1 700 000 Tonnen waren auf englischer Seite vernichtet, währeird der deutsche Verlust wenig mehr als ein Drittel betrug, wovon die „Lützow noch von uns selbst auf dem Heimweg versenkt wurde. Ein Sieg, wie ihn die kühnsten Träume nicht zu erhoffen gewagt hatten. Das Prestige der englischen Flotte, das schon durch EoronÄ schwer erschüttert und durch die Vernichtung des deutschen Panzergeschwaders auf den Falklandsinseln mühsam wiederhergestellt war, sank mit den stolzen Schiffen ins Meer. Die Tradition von dem meerbehrrrschenden England, die in Trafalgar geschaffen war, hat am Skagerrak ihr Ende gefunden. Es ist nicht Scheers Schuld gewesen, wenn er seinen Sieg nicht voll ausnutzen konnte. Vielleicht war es nicht nur seine Tragik, war es die Tragik des deutschen Volkes, daß er viel zu spät den Oberbefehl über die deutsche Flotte erhielt, um den großen Schlag zu wagen. Schon bei Skagerrak hatte sich das Kräfteverhältnis gegenüber dem Kriegsbeginn zu ungunften Deutschlands verschoben. Trotzdem war der Erfolg unser gewesen. Und wenn Scheer feinen Plan auszuführen vermocht hätte, im Oktober 1918 noch einmal oorzustoßen, um die Flanke der deutschen Armee in Belgien zu entlasten, wer weiß, ob bei dieser zweiten Begegnung nicht die englische Flotte einen neuen Stoß erhalten hätte, der uns unter anderen Bedingungen in die Waffenstillstandsverhandlungen hineinbrachte. Aber die Matrosen wollten nicht mehr, und von diesem verunglückten Vorstoß nahm die deutsche Revolution ihren Ausgang, die alle Dämme des Widerstandes niederriß, um uns zuletzt einem Frieden auf Gnade und Ungnade auszuliefern. Sie hat auch Scheer die Waffe aus der Hand geschlagen und es zugelassen, daß die siegreiche deutsche Flotte den Engländern ausgeliesert werden mußte: zum Glück um, bevor das Schlimmste geschah, in Seapa Flow von der eigenen Besatzung versenkt zu werden. Die deutsche Sehnsucht zur See ist damit nicht für immer erstickt, der Traum von der deutschen Manne, die ja nie eine Angriffs-, sondern nur eine Verteidigungswaffe fein sollte, nicht auegeträumt. Für künftige Generationen wird Scheer, wenn auch die Gegenwart ihn zu vergessen scheint, weiter leben als der Mann, der uns die Freiheit der Meere erobern wollte, als der deutsche Nelson. Reichspräsident und Reichs- regierungzumTodedesAdinirals Auch die britische Admiralität kondoliert. Berlin, 26. Rov. (WB.) Der Re ichs- prä, ident hat an die Tochter des in der vergangenen Rächt verstorbenen Admirals Scheer folgendes BeUeidstelegramm gerichtet: „Die Rachricht von dem so unerwarteten Tode Ihres Vaters, des Admirals Scheer, den ich erst vor wenigen Tagen in voller Gesundheit bei mir gesehen habe, hat mich tief erschüttert. Ich bitte Sie und die Ihren, den Ausdruck meiner herzlichen Anteilnahme an Ihrem großen Schmerz entgegenzunehmen und versichert zu sein, daß ich dem ruhmreichen Führer der deutschen Flotte, dessen Rame mit der Seeschlacht im Skagerrak in der Geschichte Deutschlands weiterleben wird, stets ein ehrendes kameradschaftliches Gedächtnis bewahren werde. gez. v. Hindenburg, Reichspräsident." Reichskanzler Müller hat ebenfalls der Tochter des Verstorbenen, zugleich im Ramen der Reichsregierung, seine aufrichtige Teilnahmetelegraphisch ausgesprochen. Auch die britische Admiralität hat an die deutsche Marineleitung zum Tode des Admirals Scheer eine Beileidskundgebung gerichtet. Rückfall in Versailler Methoden? Oie Reparationskommission soll die Finanzsachverständigen ernennen. pari«, 26. Rov. (111.) Wie aus dem amtlichen Bericht des Minifterrales vom ITlontaguormlttag hervorgeht, wird nicht die französische Regierung ihre Sachverständigen für den Sachver- ständigenausschuh zur Revision des Dawesplanes ernennen, sondern die (Ernennung der Reparationskommission überlassen. Rach wie vor werden der Gouverneur der Bank von Frankreich, Moreau, und der Professor an der pariser juristischen Fakultät, A 11 i x, als die voraussichtlichen Vertreter Frankreichs genannt. Die aus englischer Quelle stammende Rachricht, die Sachverständigenkonferenz werde in Berlin zusammentreten, wurde vom Innenminister Tardieu dementiert. In Pariser Kreisen glaubt man, daß die Dahl voraussichtlich auf Brüssel fallen werde. Der „Temps" weist in diesem Zusammenhang auf die Artikel 232 und folgende des Versailler Vertrages hin, die die Befugnisse der Reparationskommission regeln und insbesondere § 5 Anhang 2 zu Teil Vffl des Vertrages, der die Reparations- kommission ermächtigt, alle notwendigen Maßnahmen für die Erfüllung ihrer Aufgaben zu ergreifen, Zugeständnisse und Vollmachten an ihre Beamten, Agenten und Ausschüsse zu delegieren ufro. Die in Anwendung dieser Bestimmungen die Rcparationskommission Ende 1923 dem Sachvec- ständigenausschuß zur Ausarbeitung des Dawesplanes einsehte, so sei es auch jetzt seine Aufgabe, die alliierten Mitglieder des neuen Ausschusses der finanziellen Sachverständigen sowie die amerikanischen Delegierten zu ernennen. Dährend aber Deutschland im Jahre 1923 nach den Be- stimmungen des Vertrages zugelassen wurde, von dem Daweskomitee „angehörl" zu werden, sei es heute im neuen Ausschuß vertreten. Die Frage scheine noch nicht gelöst, ob die deutschen Sachverständigen wie diejenigen der Alliierten und Assoziierten von der Repko, einem interalliierten Organ oder von der Reichsregierung ernannt würden. Ein verhängnisvoller Schritt. Unmögliches für Deutschland. Berlin, 26. Rov. (TU.) Die Mitteilung aus Paris, daß es nicht Sache der Regierung, sondern der Reparalionskommission sei, die Ernennung der französischen Sachverständigen für die in Aussicht genommenen Reparattonsbespre- chungen auszusprcchen, hat in Berlin stark überrascht. Man weist darauf hin, daß die französische Auffassung den Genfer Vereinbarungen vom 16. September vollkommen widerspricht, in denen man sich ausdrücklich darüber geeinigt hatte, daß die Finanzsachverständigen von den beteiligten Regierungen ernannt werden sollen. Die „Germania" spricht von einem verhängnisvollen Schritt und schreibt, bleibe die französische Regierung bei ihrer Auffassung, so sei keine Möglichkeit abzusehen, wie sich die deutsche Regierung an den Arbeiten unter Wahrung ihrer Würde und ihrer Rechte beteiligen könne. Die Hervorholung der Reparationskommission aus einem verstaubten Winiel des Versailler Vertrages stehe in einem unlösbaren Widerspruch mit der Haltung Frankreichs in Genf. Es scheine, daß die deutsche Regierung eine sehr deutliche Haltung einnehmen müsse, um eine so grundsätzliche Verkehrung des Gedankens eines Ausschu ses unabhängiger Sachverständiger zu verhindern. — Die „Berliner Börsenzeitung" spricht von einer neuen D e r - schleppungstak ik. Das „D.T." erinnert an die Genfer Vereinbarung und schreibt, wenn es die französische Regierung für gut finde, das Ernennungsrecht an die Reparationskommission abzutreten, so sei dies Beispiel für keine andere Regierung, am wenigstens für die deutsche maßgebend. Der „Vorwärts" sagt, die deutsche Regierung hätte diese Frage in ihrer Demarche vom 30. Oktober offengelassen, weil sie selbst keinerlei Inittattve hatte ergreifen wollen. An sich könnten gegen die Ernennung durch die Reparationskommission grundsätzliche Bedenken schon deshalb k a um erhoben werden, weil ihr im Friedensvertrag die Mission zugeschrieben werde, von Zeit zu Zeit die Zahlungsfähigkeit und die Hilfsquellen Deutschlands zu prüfen. England wittert Konkurrenzgefahren. Für Beibehaltung des Dawesplanes. London, 26. Nov. (TU.) In dem Pressefeldzug um die Einsetzung des Sachverständigenkomitees für die Endregelung der deutschen Reparationsoer- pflichtungen ist eine neue Note hineingetragen worden. Die von französischer Seite ausgestellte These, daß die gegenwärtige Regelung jeder Neuabmachuna vorzuziehen sein dürfte, ist auch auf englischer Seite aufgegriffen worden. Der diplomatische Korrespondent der hoch- konservativen „Morningpost" erklärt, daß, während unter dem gegenwärtigen Abkommen ein direkter Kontakt zwischen der deutschen Regierung Von unserer Berliner Redaktton. Berlin, 24. Nov. Die feit längerer Zeit angekündigte Maßnahme der Reichsregierung zur Durchführung der Empfehlungen der Weltwirtschaftskonferenz ist nunmehr in das Stadium der Verwirklichung getreten. Der Gesetzentwurf, der nach längeren Vorarbeiten des Reichswirtschaftsrates bzw. einer besonderen Prüfungskommission zustande gekommen ist, hat die Zustimmung des Reichsrates erhalten und wird dem Reichstage oorgelegt werden. In seinem ersten Teil stellt er eine Ratifikation der in Genf auf der Konferenz für die Abschaffung von Ein- und Ausfuhrverboten abgegebenen deutschen Erklärungen dar, wonach grundsätzlich alle Ein- und Ausfuhrverbote aufge- hoben und nur einige Beschränkungen für bestimmte Fälle zugelassen bleiben. Dabei werden von deutscher Seite sechs Einfuhr- und drei Ausfuhrverbote aufgehoben; bestehen bleibt die B e - schränkung für Kohlenein- und Ausfuhr und für S ch r o t t a u s f u h r. Wichtiger ist der zweite Teil des Gesetzes, nämlich die autonome Zollsenkung, von der nach Untcr- suchunA von etwa 500 Tarifpositionen nunmehr 141 zur Senkung oder Aufhebung vorgeschlagen werden. Die einzelnen in Betracht kommenden Sätze sind bereits amtlich veröffentlicht worden. Der Gesichtspunkt, unter dem vornehmlich bei dieser Aktion vorgegangen wurde, ist zunächst ein fiskalischer: es sind solche Positionen ausgesucht worden, von deren Veränderung keine wesent- liche Minderung der Solleinnahmen zu erwarten ist. Der zweite Gesichtspunkt ergibt sich aus der Bedarfsfrage. Gewisse Erzeugnisse, die in Deutschland nicht ober in ungenügender Menge vorhanden sind, wo also der Import notwendig ist und einer rationellen Verwertung der gleichartigen deutschen Produktion keine ernstund den Regierungen der Alliierten bestehe, jede Neuregelung dazu führen würde, daß die Reparationsbonds über b i e ganze Welt verstreut würden und mit Ausnahme vielleicht einiger großer amerikanischer und europäischer Anteilbesitzer jeder Einfluß auf den Schuldnerstaat verlorengehen würde. Die größte Bedeutung aber mißt der Korrespondent dem Umstande bei, daß Deutschland unter jeder Neuregelung dazu gezwungen wäre, seine Exporte zu erhöhen. Das natürliche Interesse der Anteilbesitzer der Reparationsobligationen würde darin liegen, einer m ö g - lichst großen Ausdehnung des deutschen Exportes die Wege zu ebnen, mit anderen Worten, die deutsche Industrie würde i n stärkerem Maße als bisher an den internationalen Märkten in die Erscheinung treten und würde dabei in erster Linie bie englische Industrie treffen. Im Zusammenhang damit wird bereits das Beispiel Südafrikas angeführt, wo es der deutschen Industrie gelungen sei, wichtige Aufträge zu bekommen. Aehnliche Bedenken vertreten die „Evening News" in einem Leitartikel, der mit der Feststellung schließt, daß es nur zu wahrscheinlich sei. daß Deutschland durch Neuregelung der Ne- parationsftrnge auf Ko st en der bereits sehr betroffenen britischen Industrie gewinnen würde. Der Leitgedanke aller dieser Ausführungen ist offenbar der, zunächst den Dawesplon in seiner gegenwärtigen Form weiter bestehen zu lassen. lichen Nachteile bereiten kann, sollen durch die Senkung der Zollsätze für die deutsche Produktion verbilligt werden. Das ist ein durchaus moderner Gedankengang, der vom Gemeininteresse, vom Gesichtspunkt der Produkttonsverbilligung und damit -steigerung ausgeht. Noch vor nicht allzu langer Zeit war der vorwiegend in England auch von prinzipiell freihändlerischer Seite vertretene Gedankengang vorherrschend, daß man gerade diejenigen Einfuhrwaren allein oder am höchsten belasten müßte, die im Inlande nicht erzeugt werden: denn diese würden ja auf alle Fälle eingeführt werden müssen, so daß ihre Zollbelastung einen rein fiskalischen, sinanziellen und nicht einen protektionistischen, prohibittven Charakter tragen würde. Es ist erfreulich, festzustellen, daß in dem deutschen Gesetzesvorschlag dieser kurzsichtige und unsoziale Gesichtspunkt verlassen wurde. Daß also die Erkenntnis Platz gegriffen hat, das Gemeinwohl, das Interesse von Millionen Konsumenten gehe über das engere und nur bei einer kurzsichtigen Bettachtungsweise wirklich beeinträchtigte Interesse einer geringen Zahl von Interessenten. Denn auch diese haben natürlich mittelbar Vorteile von einer Verbilligung und Anregung der Produltion, wie sie durch die Erleichterung der Einfuhr fehlender Erzeugnisse, also besonders Rohstoffe, hervorgeruserr wird. Die jüngste gesetzgeberische Maßnahme soll jedoch vor allem einen moralischen und politischen Wert haben, sie soll beispielgebend auf andere Völker einwirken und kann vielleicht dazu beitragen, der protekttonistifchen Welle Einhalt zu gebieten, die feit einiger Zeit im Gegensatz zu allen platonischen Kundgebungen in Gens an vielen Stellen des Auslandes um sich gegriffen hat. Deutschland und die Beschlüsse der Weltwärtschastskonserenz. Aufhebung der Ein« und Ausfuhrverbote. — Oie Zollsen-ungsaktion. Englische Nachrufe für Scheer. London, 27. Nov. (WTD. Funkspruch.) Zum Tode des Admirals Scheer erklärt Lord Be - a 11 h, der in der Schlacht von Iükland die britischen Panzerkreuzer befehligte, im »Daily Expreß": Ich bedauere die Nachricht vom Tode des Admirals Scheer außerordentlich. E r w a r ein großer Seemann und ein kühner und geschickter Taktiker. In dem Nachruf der ^Times" heißt es u. a.: In seinen Büchern und Vorlesungen hat Scheer viele Ansichten ausgedrückt, die uns eigensinnig und ttrrzsichttg erscheinen, aber Ton und Absicht seiner Aeuße- rungen zeugen von Verantwortungsgefühl, Ehren- hasttgkeit und Bescheidenheit. Er hatte ein Recht, zu behaupten, daß trotz derCndkatastrophe die deutsche Flotte sich um das Deutsche Reich große Verdienste erworben hat. älnd es gereicht chm zur Ehre, daß er niemals darauf aus war, den Beifall einzuheimsen, auf den er Anspruch gehabt hätte. »Daily News" sagt: Scheer war ein tapferer und unternehmender Seemann und rettete seine Streitkräfte mit kaltblütiger Geschicklichkeit vor der Gefahr der Vernichtung. „Daily Telegraph" erklärt: Mit Admiral Scheer verliert Deutschland den verdienstvollsten seiner Seeleute. Wir dürfen ihm bei seinem Hinscheiden unsere Achtung erweisen. Der englische Geschichtsschreiber wird der Geschicklichkeit, mit der Admiral Scheer die Schlacht von Iütland durchgefochten hat und seinem kaltblütigen Verhalten im Augenblick der höchsten Gefahr hohes Lob zollen. Verlegung der Ratstagung? Das Genfer Klima. Ein wenig intercffantcs Programm. Berlin, 27. Nvo. (Eigene Meldung.) Es gewinnt den Anschein, als ob bie fommenbe Tagung bcs Völkerbunbsrates nicht in Genf, sondern an einem anderen Orte stattfinden soll. Genannt werden in erster Linie Lugano und Cannes. Hierbei spielen, wie wir erfahren, natürlich klimatische Gesichtspunkte die Hauptrolle. Es ist bekannt, daß das rauhe Klima Genfs besonders im Winter einen nachteiligen Einfluß auf bie Arbeitsfähigkeit ber Staatsmänner ausübt. Dr. Streje- mann hat bisher noch jebesmal in Genf einen schweren Katarrh bekommen, ohne baß biefe Vcr- schnupfung durchaus politischer Natur gewesen wäre. Diesmal walten insofern besondere Umstände ob, als zwei Rekonvaleszenten daran teilnehmen, Dr. Stresemann und Chamberlain, die beide soeben nach längerer schwerer Krankheit ihre Aemter wieder übernommen haben. Es wäre also durchaus verständlich, wenn man schon mit Rücksicht darauf, in diesem so unberechenbaren Herbst einen etwas günstigeren Ort für die Tagung des Dölkerbunds- rates aussuchte, als bas burch feine Rauheit be- tannte Genf, . ' Die Tagung selbst bietet, was den programmatischen Teil anlangt, nicht allzuviel des Interessanten. Die politische Hauptattraktion wird der polnisch-litauische Konflikt fein, der, wenn man den polnischen Drohungen glauben darf, diesmal zu einer hochpolitischen Affäre aufgebauscht werden wird. Ansonsten wird man sich über die weltbewegende Frage unterhalten, ob der Völkerbundsrat einen einstimmigen Beschluß fassen muh, wenn er in einer Streitfrage das Gutachten eines internationalen Gerichtshofes einholen will. Hierüber sind sich die Iuristen noch nicht einig. Cs steht nämlich zur Debatte, ob es sich hierbei um eine sogenannte Verfahrensfrage handelt, wofür nur ein Mehrheitsbeschluß notwendig wäre, oder ob ein politischer Entschluß vorliegt, für den Einstimmigkeit erforderlich wäre. Wir leben also in dem glücklichen Zeitalter, in dem das Dersassungsrecht des Völkerbundes bis in alle Einzelheiten durchgearbeitet wird, wobei allerdings die praktische Wirksamkeit dieser Insttttition heute mehr denn je in Frage gestellt ist. Der ungarisch-rumänische Optantenstrett, neben den berechtigten Beschwerden über die Vergewaltigung der Minderheiten in Polen, einer der ständigen Programmpunkte aller Sitzungen des Völkerbundsrates, wird diesmal nicht auftauchen, da die beiden Kontohenten sich am 5. Dezember zusammensetzen wollen, um Viesen alten Streit aus der Welt zu schaffen. Auf diese Weise würde ein dreifaches Ziel erreichte 1. Der Aufbau der englischen Industrie mit deutschem Repara ti-vns- geld: 2. Wiederanhäufung einer beträchtlichen deutschen Auslandschuld durch die Rotwendig- keit der Ausnahme weiterer Anleihen zur Durchführung der Daweszahlungen und 3. Beibehaltung der gegenwärtigen weitgehenden politischen KvntrolleDeutsch- lands wenigstens noch für ein« Llebergangs^eit bis zur Durchführung der eigenen industriel- len Reorganisationen. Britischer Optimismus. Die Einladung an Amerika. London. 27. Rov. (WTB. Funkspruch.) „Times" schreibt: Die britische Auffassung der Lage ist ausgesprochen optimistisch. Es wird die Ansicht - geäußert, daß die Iahreszahlungen, die auf Grund des Dawes-Planes von Deutschland erwartet werden, die Verbindlichkeiten der Alliierten für Kriegsschulden übersteigen werden, und dah ein lleberschuß übrigbleiben werde nicht nur für den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete, sondern auch für gewiss« Deutschland einzuräumende Vergünstigungen. Es rst möglich, dah die deutsche Regierung aufgefordert wird, die Initiative zu ergreifen, um durch ihren Botschafter in Washington di« Einladung an die amerikanischen Sachverstän- d i g « n ergehen zu lassen. Dieser Schritt würde von den Botschaftern der Machte, die den Genfer Beschluß vom 16. September gefaßt haben, unterstützt werden. pilsubskiS Vlock der Ostmächte. Das britisch-russische Schachspiel. B e r l i n. 26. Rov. (Eigene Meldung.) Der ungarische Außenminister W a l k o weilt dieser Tage in Warschau, und schon kann die polnische offiziöse Presse verkünden, dah der Abschluß eines Schiedsgerichtsvertrages zwischen Polen und Ungarn unmittelbar bevorstehe. In Berliner politischen Kreisen steht man in diesem Vertrag mehr, als ein Glied in der schier unabsehbaren Kette der Schiedsgerichts- und Vergleichsverträge, mit denen das heutige Europa angeblich seine Sicherheit zu erhöhen trachtet. Die polnische Politik arbeitet seit langem an der Schaffung eines Blocks der Ostmächte, dessen politischer Zweck für jeden Einsichtigen ohne weiteres klar sein dürfte, wenn man bedenkt, einen wie starken Einfluß in Polen seit der Stabilisierung der polnischen Währung die englische Politik besitzt. Denn Polen ist heute in der Tat nichts weiter als eine Figur i m S ch a ch- spiel Englands, von dem man genau weiß, daß die Einkreisung Rußlands nach wie vor das Hauptziel bildet. Als Pilsudski im Sommer angeblich nur zur Erholung in Rumänien weilte, wußte man gleichfalls genau, daß dort hochpolitische Dinge verhandelt wurden. Zwischen Rumänien und Rußland besteht ein Militärbündnis, über dessen Inhalt von russischer Seite neulich Aufsehen erregende Mitteilungen verbreitet werden konnten. Es mag sein, daß der bolschewistische Prvpagandadienst nicht in allen Einzelheiten einwandfrei gearbeitet hat, an der Tatsache als solcher ist aber nicht zu zweifeln, ölner der wesentlichsten DerhandlungSpunkt« Pllsubskts in Bukarest war der Ausgleich zwischen Ungarn und Rumänien, wo bekanntlich die leidige Optantenfrage immer wieder ein Zusammenkommen verhinderte. Wie Rumänien sein engeres Verhältnis zu Polen mit der Mitgliedschaft zur Kleinen Entente ganz vereinbaren will, bleibt sein Geheimnis. Die näheren Mstichben der neuen Regierung Maniu kennt man zwar noch nicht ganz genau, ober man weih doch immerhin soviel, daß Rumänien jetzt ernsthaft entschlossen ist, mit seiner Verschleppungspolitik in der Optantenfrage ein Ende zu machen. Denn wahrend bisher di« diretten ungarisch-rumänischen Verhandlungen immer wieder vertagt worden sind, wurde jetzt plötzlich ein Termin, und zwar in sehr naheliegender Zeit, anberaumt. Insofern scheint Pil- sudskis Bukarester Besuch von Erfolg gekrönt zu sein. Die besonderen Aussichten der ungarischen Politik bei dieser neuesten Wendung zu Polen hin, sind auch noch nicht klar zu übersehen. Im Gegensatz zu der Verbrüderungsszene, in deren Mittelpunkt am Samstag in Berlin Graf Aponyi gestanden hat, scheint sich die offizielle ungarische Politik gegenüber Deutschland zu versteifen. Die Handelsvertragsverhandlungen stehen unter keinem günstigen Aspekt, wobei zweifellos auch der in Budapest mächtige italienische Einfluß eine erhebliche Nolle spielt. Sicher ist jedenfalls, daß Ungarn äugen- blicklich seine politischen Geschäfte mit denjenigen Mächten zu machen sucht, die man als ausgesprochen deutschfeindlich bezeichnen muß. Der künftige Wohnungsbedars. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 27. Rov. Die zukünftigen Veränderungen des Wohnungsbedarfs hängen entscheidend von der Entwicklung der Zahl der Haushaltungen ab. Die Statistiken der Eheschließungen, der Sterblichkeit und der Auswanderung lassen ein« schätzungsweise Berechnung der Grundrichtung der Bewegung zu, um die sich der tatsächliche Haushaltungszuzug in jährlichen Schwankungen, je nach der wirtschaftlichen Lage, voraussichtlich bewegen wird. Die Grundrichtung der Bewegung wird bis zum Iahre 1935 noch aufwärts gerichtet sein, eine Folge des schrittweisen Einrückens der durch Kriegsverluste nicht mehr betroffenen Iahrgänge 1902/14 in die Altersjahre mit größter Eheschließungswahrscheinlichkeit (22 bis 35 Iahre). Dabei ist in den Iahren 1931/35 mit einem ziemlich gleichbleibenden jährlichen Rein- zugana (Haushaltungsgründungen abzüglich Haushaltungsauflösungen) von 250 000 Haushaltungen zu rechnen. Vom Iahre 1936 ab beginnt der jährliche Haushaltungszugang rasch zu finte n. Dieser Rückgang geht von der außergewöhnlich schwachen Besetzung der nun in das Heirats- alter einrückenden Kriegsjahrgänge aus, bildet aber zugleich den ilebergang zu einem nun ständig niedriger bleibenden Zugang infolge der gesunkenen Geburtenziffer der Rachkriegsjahre. Rach einem vorübergehenden Ansteigen des HaushaltungSzugangs um die Mitte der vierziger Iahre, als Auswirkung der hohen Geburtenziffern der Iahre 1920 und 1921, überwiegt gegen 1960 bereits wieder die sinkend« Tendenz. Ihr Andauern wird von der Entwicklung der Geburtenziffern abhängen. Rechnet man für 1928 mit etwa dem gleichen Reinzugang an Wohnungen wie im Iahre 1927 (290 000 Wohnungen), so dürfte sich über die Deckung des jährlichen Zuwachsbedarfs von gegenwärtig 220 000 Wohnungen hinaus der Wohnungsfehlbedarf im Reich in diesen beiden Iahren um je 70 000. zusammen also 140 000 Wohnungen, vermindert haben. Rimmt man nach den Schätzungen des Reichsarbeitsministeriums den dringenden FehBedars von Ende 1926 mit rund 600 000 Wohnungen an, so wäre dieser demnach Ende 1928 noch auf rund 450 000 zu beziffern. Bis zu welchem Zeitpunkt dieser Fehlbedarf völlig gedeckt sein wird, hängt von dem Umfange der Wchnungsbautäftgkeit in den nächsten Iahren ab. Der ab 1936 zu erwartend« Rückgang des jährlichen Zuwachsbedarfs an Wohnungen von 250 000 auf 100 000 und noch darunter bedeutet für bi« beteiligten Gewerbezweige an sich die Gefahr einer entsprechenden zukünftigen Minderbeschäs igung. Für. aä Baugewerbe Eönnte dieser Ausfall, wenn man von der Entwicklung der gewerblichen und öffentlichen Bauaufträge absieht, durch eine verstärkte Bautätigkeit für den Ersatz überalterter Wohnungen wesentlich gemildert werden. ÄeiieVerhandlungen derpackienmEikenkonW. Düsseldorf, 27. Roo. (prio.-Zel.) Vie drei Metallarbeiteroerbande haben heute ein gemeinsames Schreiben an den Arbeitgeberverband gerichtet, in dem mit dem Hinweis auf das Urteil des Landesarbeils- g e r i ch t s die Aufhebung der Aussperrung und die unverzügliche Wiedereröffnung der Betriebe gefordert wird, und in dem weiter die Arbeitgeber für allen Schaden verantwortlich gemacht werden, der „aus der Nichtbefvlgung dieses Ausforderungsschreiben» entsteht". Zu den für heule vorgesehenen gemeinsamen Verhandlungen der beiden Parteien wird von Arbeitgeberseite erklärt, daß man in der Metallindustrie nach wie vor dec Ansicht sei, dah der juristische Eutscheid des Konfliktes den Einwand der Arbeitgeber nicht zu entkräften vermag, dah die Folgen des Schiedsspruches aus wirtschaftlichen Rücksichten nicht zu tragen seien. Der juristische Austrag laufe also parallel zu der von der Arbeitgeberseite angestrengten Verhandlungsgrundlage, den Streit unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Tragbarkeit zu führen. Das Abwarten der juristischen Entscheidung kann also nur eine Verzögerung des möglichen verftändi- gungswillens der beiden Parteien zur Folge haben. Der nunmehr angefkreble Entscheid des Reichs- arbeilsgcrichtes dürfe eine Hinauszögerung der Streitigkeiten über das Ende des Monats Dezember hinaus zur Folge haben und angesichts der schweren Folgen einer solchen Verzögerung ein Abwarlen des Schiedsspruches im höchsten Grade untunlich erscheinen lassen. Der gerichtliche Austrag sei geeignet, Verwirrung anzurichten, da nach den bisherigen gerichl- licheu Entscheidungen beide Parteien einmal Recht bekommen haben. Heber das voraussichtliche Ergebnis der gemeinsamen Verhandlungen herrscht nach wie vor auch in den beteiligten Kreisen völlige Angern ißh eil. wenn man von den beteiligten Kreisen selbst absiehl, scheint das Interesse an den Iler- Handlungen allmählich in der breiteren Oeffentlich- teit stark abzuebben. Das wird vielleicht zu einer günstigeren Atmosphäre für das Zustandekommen einer Einigung führen. 3m Interesse einer recht baldigen Entscheidung hofft man, daß die Parteien jetzt den Stttil um juristische Auslegungen zurückstellen werden, nachdem jede Partei in einer Instanz in dem schwebenden Streit- verfahren abgesiegt hat. Der Schiedsspruch für Sagen-Schwelm von Aweitzeberseiie ab?elehnt. Nachverhandlungcn im Reichsarbeits- Ministerium. Dortmund, 26. Rov. (WTD.) Rachdem die beteiligten Metallarbeiterverbände den Schiedsspruch in der Ei en- und Stahlindustrie Hagern Schwelm angenommen und eine Derbindlichkeitserklärung beantragt, und di« Arbeitgeber mit der Begründung, dah der Schiedsspruch für >ie nicht tragbar sei, ab gelehnt haben, sind die Rachver- handlungen auf Mittwoch, 28. Rovember, vormittags 10.30 Tlhr im Reichsarbeitsministerium in Berlin angesetzt worden. Der märkische Arbeitgeberverband hat den Schi.dssbruch des Schlichters in Dortmund unter folgen der Begründung abgelehnt: Der für die märli'che Eisenindustrie gefällte Schiedsspruch sieht eine Erhöhung des SpihenlohneZ um 3 Pf. vor, was einer Tariflohnerhöhung von rund 4 Prozent gleichlommt. Die Lohnerhöhung ist also recht erheblich. Die gegenwärlige Wirtschaftslage der Eisenindustrie ist schlecht, und besonders der märkischen Eisenindustrie, die zu einem großen Teil auftragslos und dadurch schon zu erheblichen Betriebs- einschränkungen und Arbeiterentlassungen gezwungen war. Eine am 1. Ap.il eintretende Lohnerhöhung jetzt schon zu t>:frctie.en, ist heute angesichts der sehr ernsten Lage der märkischen Eisenindustrie ungerechif.r igt und unbegreiflich, da niemand voraussrhen kann, auch nicht die staatftchen Sch ichtungsdrh Irden, ob die wirtschaftliche Lage sich nicht noch weiter verschlechtern wird, so dah die märli'che Eisenindustrie am 1. April noch weniger als heute imstande sein wird, diese Lohnerhöhung auf sich zu nehmen. Die einseitig«, nur Gewerkschaftsinter es,en dienende Gewohnheit der staatlichen Schlichtungs- beborben, in steten Lohnerhöhungen das Allheilmittel zu sehen, wächst sich zu einem Unglück für die Dolksges amtheit aus, da bei den Lohnerhöhungen nur Preiserhöhungen und dadurch Auftragsmangel und BetriebSeinschränkungen die unausbleibliche Folge sind. Folgen der Gturmkaiasirophe. Der Gcheldedamm gebrochen. Ueberschwemrnungen in Belgien. Genf, 26. Rov. (Havas.) Heute früh 4 LIhr ist der Schelde da mm an drei Stellen bet Termonde gebrochen. Einige Dörfer sind überschwemmt. Das Wasser stieg zum Teil zwei Meter hoch Zahlreiche Bewohner haben ihre Dörfer Hals über Kopf verlassen müssen. Man hat militärische Hilfe herangezogen, um zu versuchen, durch schleuniges Verstärken der Dämme weitere Dammbrüche zu verhüten. Man befürchtet, daß die lleberschwemmungen beim Ansteigen der Flut noch zunehmen werden. In Ostende wütet der Sturm mit unverminderter Heftigkeit. Bei Eintritt der Flut drang das Wasser überdieDämme. Ander ganzen belgischen Küste, in Ostende und Dlanken- berghe namentlich, schäumte das Meer durch die an die Dämme anstoßenden Straßen ins Innere der Stadt. Der Schaden ist beträchtlich. In Dlankenberghe sind auch Häuser eingestürzt. Rach einer Meldung aus Antwerpen strömte der Rupelfluß über den Damm, der unter der Gewalt der Wasser nachgegeben hatte, in Fabriken und zahlreiche Ziegeleien in Terhaegen. In Ho- boken brach der Scheldedamm. Die niedrig gelegenen Wiesen wurden überschwemmt. Etwa 60 Arbeiterhäuser sind stark bedroht. In Callvo gab der Schrldedamm gleichfalls nach. Etwa 100 Mann Infanterie sind in Lastkraftwagen an die ftlnglücksstätte abgegangen. Geemannslos. Ein italienischer Dampfer vor Amniden mit der Besatzung untergegangen. — Keine Rettung möglich. A m st e r d a m, 26. Rov. (MTV.) Der italienische Dampfer „5 a le n t o“ ist ungesühr vier Kilometer südlich von pmuiden ge ft rundet. Die gesamte 2 5 Mann starke Besatzung dürfte u m gekommen sein. Sowohl von pmuiden, wie auch von Zandvoort aus waren Rettungsboote entsandt worden. Das pmuidener Rettungsboot schlug jedoch um. Lin Mitglied der Besatzung fand dabei den Tod. Aus Zandvoort wurde nachmittags 6 Ahr gemeldet, daß die Besatzung des Dampfer» „$a- lenlo" endgültig alr verloren angesehen werden muß. Den vielen Hunderten von Menschen, die sich trotz des stürmischen, regnerischen Meilers im Laufe des Tages am Rordseestrande zwischen Zandvoort und pmuiden einfanden, bot sich ein tragisches Schauspiel. Da da» verunglückte Schiff etwa 800 Meter von der Küste entfernt auf einer Sandbank festliegt, konnten die Rettungsboote bei der starken Brandung, die den ganzen Tag anhielt, trotz aller Anstrengungen keine R e 1- tung bringen. Gegen 3 Ahr nachts konnte man die letzten Notsignale wahruehmen. Einige Mitglieder der Besatzung wurden vormittags noch auf der Kommandobrücke bemerkt. Am Nachmittag ragte nur noch die Ma st spitze aus dem Wasser hervor. Ein letzter Rettungsversuch wurde von drei Militärflugzeugen unternommen, die durch Abwurf von Leinen eine Verbindung zwischen Schifs und Strand herzustellen versuchten. Dieser Versuch mißlang jedoch, da der Sturm die Leinen von dem sinkenden Schiss immer wieder hinwegrih. Die Leiche eines Matrosen wurde nachmittags bereits an Land gespült. Hochwasser im Rheirrstrorngebret. Trier, 26. Nov. (WB.) Die Mosel führt seit heute nacht Hochwasser. In der Zeit vom Sonntagabend bis Montagmorgen ist das Wasser von 3,15 Meter auf 4,35 Meter gestiegen. Vom Oberlauf wird weiteres Steigen gemeldet. In einigen Orten stehen bereits die Keller unter Wasser. Auch die Saar führt Hochwasser. In Saarburg sind in der Unterstadt die Keller überschwemmt. Nach einer Mitteilung der Rheinstrombauverwaltung sind infolge starker Regenfälle auch der Mittel- und Oberrhein, der untere Main, Lahn und Ruhr stark gestiegen. Ein noch stärkeres Steigen bis zur Höhe mittleren Hochwassers ist für die nächsten Tage zu erwarten. Die Lage auf Sylt. Schwere Verheerungen des Sturmes. Westerland, 26. Rov. (T. 11.) Rach den schweren Stürmen des Freitag und Samstag machte sich am Sonntag ein erhebliches Rachlassen der Sturmflut bemerkbar. Augenblicklich pendelt der Wind zwischen Rord- ost und Rord, so dah bei einem stärkeren Herüberschwenken nach Rorden wieder mit einer erhöhten Flut gerechnet werden muh. Die LIeber- schwemmungen auf der Insel gehen überall zurück. Auch die Abtrennung der Halbinsel E l - l e n b o g e n ist feine endgültige. Bei Sinken der Flut wird di« Verbindung wieder- hergestellt sein. Während der alteBahn- dämm, der frühere Militärbahndamm, von Westerland nach Hörnum an fünf Stellen gebrochen ist, hat der Hindenburg-Damm die Sturmflut gut überstanden. Eine Gefahr für den Damm besteht in feiner Weise. Rur an einigen Stellen haben die Fluten Grasboden herausgerissen und Heinere Löcher in den Damm gespütt, die jedoch bereits wieder ausgebessert werden konnten. Lieber der Rvrdsee werden in der Rähe der deutschen Küste Windstärken bis zu 11 gemeldet. Der Wind wird tagsüber noch aus Rordwest bis Rord stehen- bleiben und weiter gewaltige Wassermassen in die Elbe hineintreiben. Die Besichtigung der Sturmschäden auf Sylt, die Landrat Skalweit mit den Gemeindevorstehern der Insel am Sonntag unternahm, ergab, daß die Schäden in Wenningstedt und Kämpen noch erheblicher sind als zunächst angenommen wurde. Rördlich Klrffende sind ungefähr 25 Meter von der Steilküste abgerissen worden, in Wenningstedt 16 bis 18 Meter. Eine derartige Abbruchsstelle wurde noch nie gesehen. Lleberall befinden sich Risse: bei nochmaliger Flut würde alles in sich zusammenfallen. Tie dortigen Gebäude befinden sich in großer Gefahr. Der Pegelstand in Morsum betrug während der Sturmflut 3,70 Meter über Rormal. Es ist also als ein Glück zu bezeichnen, daß feine Springtiede war (die ungefähr am Mittwoch. 28. d. M, eintreten wird), sonst wäre der Schaden unübersehbar gewesen. Ernste Erkrankung des Königs von England. London, 27. Rov. (Driv.-Tel.) König Georg V. von England liegt seit längerer Zeit bereits im Ducingham-Palast an einer schweren Erkältung darnieder, die sich nun doch als schwerer herauszustellen scheint, als man ursprünglich annahm. Der König hat eine komplizierte Lungen- und Rippenfellentzündung, die bei seinem Alter nicht ganz unbedenklich erscheint. Zwar ist er organisch vollkommen gesund und kräftig^ so daß vorläufig wenigstens noch keinerlei Befürchtungen gehegt zu werden brauchen. Heute nacht gegen 12 Ubr sind die behandelnden Aerzte erneut an das Krankenlager des Monarchen gerufen worden. Während des Taaes umsäumt eine große Menschenmenge den Palast, um Rachrichten vom Befinden König Georgs zu erhalten. Der dcuische Botschafter Sthamer hat im Palast Vorgesprächen, um sich im Auftrag der Reichsregierung nach dem Tesinden des Königs zu er?unbigen. Oie Beisetzung Hermann Sudermanns. Die Kapelle des Friedhofes Derlin-Grunewald konnte bei der Beisetzung Hermann SudernwnnS die große Trauergemeinde bei weitem nicht fassen. Man bemerkte u.a. den preußischen Kultusminister Dr. Becker, den Oberbürgermeister Dr. Böß und zahlreiche Vertreter des deutschen Schrifttums und der Kunst. Rach Orgelspiel und dem Gesang eines Doppelquartetts sprach im Ramen ferner nächsten Freund« Rudolf Presber, der den Dahingeschiedenen als Menschen, als Freund und immer hilfsbereiten Genossen, trefflichen Gatten und Vater und den allezeit seiner Heimat Ostpreußen aufs engste verbundenen Sohn feierte. Dann widmete für die preußische Akademie der Künste Walter v. M o l o dem verstorbenen einen warmen Rachruf. Als Vertreter des Reichsbundes Deutschen Schrifttums und des Verbandes deutscher Erzähler sprach Georg Engel tief empfundene Worte. Im Ramen des Goethe-Bundes gedachte dessen Vorsitzender Landau Sudermanns als Schöpfer und Begründer und unerschütterlichen Fichrer des Bundes durch lange Zeit hindurch. Für den Verband Deutscher Bühnen schriftsteller und Komponisten sprach Walter Harlan, für Gerhart Hauptmann legte Herbert Gulen- berg einen Kranz nieder als Zeichen der Freundschaft. Dann ergriff das Wort der Vorsitzende £e: Deutschen Bühnen genossen schäft Wad- lauer. Er dankte im besonderen dem Bühnenschriftsteller Sudermann für die zahlreichen großen und guten Rollen. Dann sprachen noch Dertr-«er der Heimat, des Memel gebiet es und der Provinz Ostpreußen. Rach Gesang und Orgelspiel wurde der Sarg auS der Kapelle getragen, geleitet von den Angehörigen, Freunden, zahlreichen Fahnenabordnungen und der großen Trauergemeinde, die ihm noch das Geleit bis zur Gruft gab. Oie Wetterlage. & o. 'S rvontög, d.28flovt>. 1928,7" at)ds. va L? ©wontenioioneitc» anare e*orx;o. eoedtm ettoc^ * Schn« » Graupen» enteti X 6twilttr.<§)wind$tiiie. •O'$tV »Ichtcr 0$i ftn flthen die Temperatur an. Pie tarnen eertnnde» Ortr mit o'eichc* fcif nta/esaifcaa uaiaeredeet*e LvtWetB Wettervoraussage. Durch das Auffüllen der Oftseestörung hat Druckanstieg eingesetzt und hoher Luftdruck breitet sich von Südwesten her aus. Dabei geben aber die zu- fließenden Kaltlufttnafsen immer noch Anlaß zu vereinzelten Niederschlägen, die sich bis in unser Gebiet auswirken dürften. Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen vorläufig wenig verändett, Nachlassen der Niederschläge. Witterungsaussichten sürDonners- tag: Teils wolkiges, teils aufheilerndes Wetter, vorwiegend trocken. Lufttemperaturen am 26. November: mittags 6,1 Grad Celsius, abends 5,5 Grad Celsius: am 27. November: morgens 4,1 Grad Celsius. Maximum 6,8 Grad Celsius: Minimum 3,7 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 26. November: abends 5,2 Grad Celsius: am 27. November: morgens 4,8 Grad Celsius. — Niederschlag 4,2 Millimeter. — Sonnenscheindauer 1- Stund«. \ in rnö. lL2 .?°nig lt Egerer , an einer ? wrn doch - als man ^ue/om. L^feir, > ni^f Jj« er Ä b buh L“* Aen erneut an war. “ eine große Hlen tom Der faitfr gesprochen, ätenmfl nach lMgm. NN6. -lil^GrunÄvav n bubermsnn- deitvn nicht eußrschai Aul. rbLrgermeister deS deutschen OrgelsM und lts sprich tm Audvif enen als M-, lssbereiien >ater und den n aufs engsle i didmete für nste Walter Daunen Lach, ivbti Druf^chen deutscher Erkies empfundene öundeS gedachte Mrmanns als «erschütterlichen ■ Zeil Hindurch, hm schriftsteller c Harlan, sür dert Hulen- ’i Zeichen der Dori der 2or- senscha/i Dal- öcm Mncn- ireichen grchen noch Tkttxwt nd der Drovln, )rgrlspiel wurde itn, geleitet von treichen Fahnen- Trauergemeinde, zur Gruft gab, ig. eotet“1 Väf« iß9C'fl. hai Druck' sK.r 4‘WTsM '! * SS-«. I "'m .... üi* oveE'^. am Transportbändern bis Die sorgfältig Blatt für Blatt gelbsten Tabaksorten gleiten auf Mischtrommeln, die aus einer Reihe von rotierenden Kästen bestehen. In einem bestimmten System von Bewegungen fallen die Tabakblätter einzeln durch einen breiten Schacht langsam und leicht, von der Luft getragen, in die vorher kreisenden Kästen, senken sich schwebend auf den Boden und legen sich dort Blatt für Blatt übereinander. Durch diese Erfindung werden die Tabaksorten mit einer bisher unbekannten mathematischen Genauigkeit und Gleichmäßigkeit rezeptgemäß gemischt. CIGARETTEN REEMTSMA ©WA Aus der provinzialbaupistadi. Gießen, den 27. Rovernber 1928. Verschärfte Beitragsüberwachung der AngesteNtenversicherung. Don Walther Duffe, Gießen. 3n den kommenden Wintermonctten wird von der hiesigen Revisionsstelle dar RerchSversrche- rungSantalt für Angestellte eine verschärfte Prüfung der Dertragsentrrchtung ur Angestellten-Versicherung im Stadtgebiet Gießen dorgenommen werden. Den Arbeitgebern mit verficherungspslichtigen ^gestellten ist daher anzuempsehlen, die Angestellten- versicherungskarien alsbald ordnungsgemäß zu kleben da die nicht ordnungsmäßige und rechtzeitige Entrichtung der Beiträge Strafen nach sich ziehen kann. Für die Deitragsentrichtung ist grundsätzlich der Arbeitgeber verantwortlich Die Zahlung der Beiträge, die durch Kleben von Beitragsmarken in die grünen Dersiche- rungskarten zu erfolgen hat. ist spätestens am Monatsschlusse vorzunehmen. Die Höhe der zu verwendenden Beitragsmarken, die auf den Postämtern erhältlich sind, richtet sich nach dem gezahlten Entgelt einschließlich Raturalbezügen, Gratifikationen, Gewinnanteilen, Fahrgeldzulagen usw. Vorgesehen sind die Klassen A bis H mit monatlich 2 bis 30 Mark, zu denen noch zwei weitere Klassen (I und K) mit monatlich 40 und 50 Mark für freiwillig sich höher versichernde Angestellte kommen. Hebet die Höhe der zu verwendenden Marken geben die in den Schalterräumen der Postämter aushängenden grünen Bekanntmachungen Auskunft. Zur Behebung von Zweifeln sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß auch Lehrlinge ver- sicherungs^lichtig sind, f ob alb ihnen ein baves Entgelt gewährt wird. Als solches rechnet auch Taschengeld, Kostgeldbeihilfe. Fahrkartenzuschuß usw. Barbezüge bis zu 10 Mark monatlich sieht die Angestelltenversicherung jedoch nicht als Entgelt im Sinne des Gesetzes an. Die bis Ende 1922 für die Versicherungspflicht vorgesehene Minoestaltersgrenze von 16 Jahren besteht nicht mehr, so daß jeder Lehrling verfichenrngspflichtig tft, wenn die Bestimmungen bezgl. des Entgeltes erfüllt sind. Die Versicherungshöchstgrenze ist seit dem 1. September 1928 auf monatlich 700 Mk. (vorher 500 Mk.) festgesetzt. Bei Heberschreiten dieser Gehaltsgrenze scheidet ein Versicherter aus der Dersicherungspslicht jedoch erst mit dem ersten Tage des vierten Monats nach Heberschreiten der Grenze aus der Versicherungspflicht aus. Es sind also noch während drei weiterer Monate Beiträge zu zahlen. Jeder Versicherte ist berechtigt, durch den Arbeitgeber eine höhere Beitragsmarke als die Pflichtmarke verwenden zu lassen. Allerdings hat er den über den Pflichtbeitrag hin- ausgehenden höheren Betrag selbst zu entrichten. Diese Höherversicherung steigert sein späteres Ruhegeld und auch die Hinterbliebenenrenten, da sich die Höhe der Leistungen nach der Gesamtheit der eingezahlten Beiträge errechnet. Daten für Mittwoch. 28. November. 1830: der Komponist Anton Rubinstein in Wech- wotynitz geboren: — 1831: der österreichische Dichter Stephan Smeig in Dien geboren; — 1898: der schweizerische Dichter Konrad Ferdinand Meyer in Kilchberg gestorben. Regen und Hochwasser. Der gestrige Tag und die letzte Rächt brachten uns erneut umfangreiche Regen alle. Die Lahn war gestern abenD so erheblich gestiegen, daß gegen 9 Hhr die Feuerwache alarmiert werden mußte, um die nach Hause zurücklehrenden, durch das Wasser aber am Erreichen ihrer Hauser verhinderten Bewohner der Schützenstraße mit Kähnen zu den Hauseingängen zu bringen. Heute früh mußten die zu ihrer Arbeitsstelle strebenden Leute der dortigen Häuser ebenfalls in Kähnen von der Feuerwehr wieder abgeholt werden. Mittlerweile ist die Lahn um etwa 20 Zentimeter gefallen, jedoch wird mit einem erneuten Steigen des Wassers zu rechnen sein, wenn nun erst vom Oberlauf und von den Rebenflüssen die Wassermengen hierher gelangen. Aus dem Lumda tal wird uns berichtet, daß die sonst so ruhige Lumda sich geradezu in einen reißenden Fluß verwandelt hat. Die Wiesen und Aecker sind weithin überschwemmt. Aus dem Ohm tal wird mit geteilt, daß dort der Sturm in der Rächt zum Montag erheblichen Schaden angerichtet hat. 3m Burgwald zwischen Mücke und Grünberg wurden starke Bäume glatt abgebrochen. Bei Ober-Ohmen trat die Ohm über die Hf er und überschwemmte in Ober-Ohmen selbst einen großen Teil des Ortes. Die Keller standen teilweise erheblich unter Wasser, aus den Ställen mußte das Vieh fortgetrieben werden. Der Wiesengrund zwischen Ober-Obmen und Ruppertenrod gleicht einem See. Die Bahnstrecke zwischen Mücke und Rieder-Ohmen wird zu beiden Seiten vom Wasser umspült, das Bahnwärterhäuschen ragt wie eine Insel aus dem Wasser hervor. Auch vom Hntetlauf der Ohm, aus der Gegend von Kirchhain, werden große Heber- schwemmungen gemeldet. Dort sind einige Dörfer durch das Wasser von jedem Verkehr abgeschnitten. Große Heberschwemmungen und Wasserschäden werden ferner aus dem Gebiete der Eder, der Werra und der Fulda, sowie vom mittleren bis unteren Laufe der Lahn berichtet. Kostüme für das Giadtiheaier. Die Stadttheater-Intendanz teilt uns mit, daß die Uraufführung von „Karl und Ann a" von Leonhard Frank nunmehr auf Mitte Januar fest- qelegt ist. Dieses Stück, das auch vom Berliner Sta^tstheater angenommen ist, verspricht einer der größten Erfolge des diesjährigen Theaterwinters zu werden. Nähere Angaben und genauer Uraufführungstermin werden noch bekanntgegeben. Das Stadttheater richtet an die Bevölkerung Gießens die Bitte, eventuelle Kostüme aus Prwatbesitz aus den 80er und 90erJahren des vorigen Jahrhundert dem Kostümfundus zur Erwerbung anzubieten. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater Gießen: „Der Patriot". Beginn 19.30 Uhr. — Verband Deutsche Frauenkultur: Weihnachtsmesse, Cafs Amend, BillardVaal. — Lichtsvielhaus, Bahnhofstraße: „Die Nacht oyne Hoffnung . — Astoria-Licht- spiele: „Zwei höllische Tage". — Stadttheater Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute abend 19.30 Hhr findet die erste Wiederholung von Alfred Reumanns Schauspiel „Der Patriot" statt. Spielleitung: Walter Ebert-Grassow. — Bruno Frank, der bekannte Autor der Stücke „Zwölftausend" und „Das Weib auf dem Tiere", eines der erfolgreichsten Theaterautoren der modernen deutschen Literatur, kommt morgen abend mit seinem Lustspiel ..Die Perlenkomödie" am Gießener Stadttheater heraus. Die Aufführung seines Schauspiels „Zwölftausend", das in der vorigen Spielzeit gegeben wurde, ist dem Gießener Theaterpublllum sicher noch in bester Erinnerung. Das Freitag-Abonnenten-Publikum wird den besonderen Genuß haben, die erste Wiederholung der Operette „Eine Frau von Format" anhören zu können. . .e Operette fand bei ihrer Erstaufführung am Ai.ttwoch, dem 21. Rovernber, einen begeisterten Publikumserfolg. — Vielseitigen Wünschen entsprechend ist es der Intendanz gelungen, das Frankfurter Reue Operettentheater nochmals für eine einmalige Wiederholung der erfolgreichen Operette „Die Dollarprinzessin" zu gewinnen. Die Aufführung geht am Sonntag, 2. Dezember, 18 Hhr als Fremdenvorstellung bei ermäßigten Operettenpreisen in Szene. ** Universitäts'Personalie. Ernannt wurde der Veterinärarzt Dr. Dietrich K ü st in Springe a. D. mit Wirkung vom 16. November ab zum außerordentlichen Professor für Geburtshilfe und Poliklinik an der veterinär-medizinischen Fakul- tät der Landesuniversität Gießen. •• Bautätigkeit am Marktlaubengebäude. Rachdem die Bauzäune entlang der Markllaubenstrahe und dem Brandp.atz, sowie gegen die Hofreiten in der Schlohgas.e aufgestellt und die in Wegfall kommenden Gebäude abgebrochen sind, wird nunmehr mit dem Ausschachten für die Fundamente und die K.llerräume begonnen. Die Erd-, Maurer- und Eisenbetonarbeiten kommen durch die hiesige Detonbau- gesellschaft zur Ausführung. Wenn nicht die Fundierung des Gebäudes besondere Schwieriglei en bringt, oder durch Witterungseinflüs.e feine Unterbrechung der Sauarbeiten eintritt, wird bald mit der Fertigstellung des Rohbaues gerechnet werden können. ** Verkehrsunfall in Klein-Linden. Gestern abend gegen 6 Uhr wurde in Klein-Linden der von Gießen kommende Arbeiter Karl Müller von einem Kleinauto, das in Richtung Frankfurt am Main fuhr, angefahren. Der bedauernswerte Mann erlitt einen Unterschenkelbruch und mußte von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden. Der Unfall soll daraus zurückzuführen sein, daß ein aus der Richtung Frankfurt kommendes Auto nicht genügend abblendete, wodurch der Führer des Kleinauws die Uebersicht über die Straße verlor und zu weit nach rechts abkam. ** Irauerf eier im Marineverein. Am vergangenen Totensonntag veranstaltete auch der Marine-Derein Gießen unter zahlreicher Beteiligung in seinem Bootshause eine Gedenkfeier für die Gefallenen. Nach dem Gesänge des Niederländischen Dankgebetes hielt der erste Dorsttzende des Dereins, Kamerad Geiß, eine ergreifende An- spräche, wobei er besonders betonte, daß an dem Totentage alle Gräber mit Blumen und Kränzen geschmückt werden konnten, nur btt Gräber bet dahingegangenen Seeleute nicht. Zum Gedächtnis der im Wellkriege Gefallenen wurde an der Gedenktafel ein prachtvoller Kranz aufgehängt. Der gemeinsame Gesang „Jesus meine Zuversicht" be- schloß die würdige und eindrucksvolle Feier. '* Anlagenkonzert findet morgen, Mittwoch, 15.30 Hhr, durch das Musikkorps des 1. (Hessischen) Grenadier-Bataillons, 15. 3nt- Regirnents, bei günstiger Witterung in der Süd- anlaae (Ecke Plockstraße) statt. Leitung: Ober- Musikmeister 2 ober. Die Musikfolge ist. 1.Parademarsch der „Langen Kerls", M. Roland. 2. Gr. Fantasie aus dem Ballett „Eoppelia", L. Delibes. 3. Armeemarsch III, Rr. 69: Der Torgauer Parademarsch. 4. „Zwei Herzen, ein Schlag", Konzert-Polla für zwei Trompeten, ö. Hasselmann. 5. Historische Märsche: Große chronologische Zusammenstellung, E. Kaiser. •• Personalien. Ernannt wurde der Iu- stizinspektor bei dem Amtsgericht Ridda, Eduard Baer, zum geschäftsleitenden Iustizinspek- tor bei dem gleichen Gericht mit Wirkung vom 1. Rovernber ab. — Auf sein Rachsuchen in den Ruhestand verseht wurde der Kulturbauoberinspektor Albert Kunz zu Lauterbach mit Wirkung vom 1. Februar 1929 an. ** Schuh dem Fischadler. 3n diesem Herbst scheint sich im Gebiet des HnterrnainS, in der Wetterau und an den Abhängen des Vogelsbergs ein seltener Raubvogel, der Fischadler, öfters zu zeigen. Der Vogel ist etwas größer als der Bussard und an feinem taumelnden, unsteten Flug erkennbar. Auf der Hnterseite ist er weiß oder hellgrau gefärbt, der Rücken und die Flügä sind braun. Im Sitzen erscheint er plump, well er die Rackenfedern emporgesträubt zu tragen pflegt. Beim Fliegen trägt er den Hinterleib etwas gesenkt. Beobachtungen wolle man K. Rudolf Fischer, Laubach oder Gießen, Weserstraße 8, oder Professor Fr. Balser, Friedberg, Ludwigstrahe 4, mitteilen. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. ücTTZischirommel ist das Geheimnis der einzigartigen, stets gleichbleibenden Qualität der i Mwrahdsser NNUrttches Jean Weisel, Giebcn, Sonncnstrabc 6, Telephon Nr. M Das ein ihellswiller MmMsxvMZs Kaar durch Sabol-Spezial-Shampoon für blonde? "nd dunkles Haar 10202V rJ k'i ' ^1*11 ' 'i litJ mogelsberget | Tflchtigea Kuh w. Gießen, den 86. Nov. 1928. 083 l0366V 10382L Mm ichSodo billig abzugeben. 1037JD 2ei Gin liiililiiiliillüiiniiilllllllllB QiuimiiinniiiHiiiiiiiüiiDD Teppiche 6it! D •W siebe j u'7 zu Mit«, d, 10379V Besichtigung: Dienstag, 27. November, 10 — 6; Mittwoch, 28. November, 10 — 4 -es ® nd,un Versteigerung: Donnerstag, 29. Novemb., bis Samstag, 1. Dezember, jeweils vormittags 10 und nachmitags 3 Uhr in unseren Auktionssälen Junghofstr. 191. Bettvorlagen Verbindungsstücke Läuferstoffe in reicher Auswahl rnn-n Mt Ziel- grade matev Uebei Stube ftämj sonde Die Beisetzung findet am Mittwoch, dem 28. November, und zwar im Sinne der Entschlafenen in der Stille statt. L>«nro-Vleichsoda macht bad umständliche Vorwäschen der Wäsch« überflüssig. Ueberlegen Sie bitte, wieviel Aeit und -Arbeit Sie dadurch sparen können. Für die vielen Beweise der Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir allen, besonders dem Herrn Pfarrer für die trostreichen Worte am Grabe herzlichen Dank. Heinrich Reuter und Tochter. Gießen (Ludwigsplatz 4), 27. November 1928. 08316 per Ultet 1.— Südweine o Liköre und I Schnapse. J. M. Schulhof Marktstr. 4, Ein- gang Burggraben.. Ich un die 2 Handgewebte Stolle, Schürzen und Decken, sowie Bänder u. Gürtel nach Angabe. Helene Roese, Südanlage 22 H. Freitag, 80. Nov., abends 8*/i Uhr, tut Smgsaal des Realgymnasiums lEln- gang Ludwtgstrassel: $d)ubertgeöenffeier. Freitag, 7. De.-.br^ abend» 9 Uhr: Aunerord. Haupt« veriammluna. T.-Ordn.: Wander- plan 1920. Sonntag, 9. Dezbr.: Ultti - Steinbach — Gienen. Abi. 8.14 11., Rückkehr 8.30 Höbt. Zimmer mit Klavier u. et. L. zu vermieten <'8313 Bleichttr. 33 v. In tiefer Trauer: Jakob Reuscbling HI. nebst Angehörigen. Heuchelheim, Daubringen, den 26. November 1928. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. November, nachmittags 3 Uhr vom Sterbehause, Brausaustrahe 48, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bet dem Helmgange unsrer lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege herzlichen Dank. Gottfried Lauben don ®‘ hält U1 ff» bittet mä4 war Techn bann dessen Stridei Hier a und ! Iugeir stürmt, unerfw sondern DtrÄe schaftliä deutsche ist-sD «ibt w 1^ baten, lern. * ben ® Joh. Loh HL DampfeÄgewerk u. Holzhandlung Dutenhofen, Kreis Wetzlar. Ii k® oaterlai trn y lichen/ 6egr. 1875 Plockstraße 14 Fernspr. 1636 ersteigerung der Gesamt-Innen-Einrichtung Antikes Mobiliar Renaisance / Barock / Louis XVI. Porzellane / Fayencen / Bronzen / Zinn Gemälde/Stiche/Teppiche und Bücher Hai nita le8 ichay Hut)' de", .»r ■* Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn! Heute morgen um 4 Uhr entschlief sanft nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, meine liebe gute Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Luise Rosenbaum geb. Schäfer im Alter von 62 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Rosenbaum. Gießen, Bockawaj (Amerika), Utphe, Berlin, den 26. November 1928. , Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. November, nachm. 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. 08330 «Wi das ö getomir an fcin das Xi masten in dein Der 1 Dav mit be; Wern: Stadttheater Mittw0ch,L8.Nov. 9.MlNl00lV'AV.V0lsl. von 20 vis 22 Uhr Zum ersten Male Pnleolomöoie GesellschailSstück in 4 Akten 1*7.D von Bruno Frank. Schloß Eichhof Besitzer: Freiherrvon Riedesel z.E. t Schla. E'nflr ganze Werkstfttle für Damen-n.Kmtier Kleidung. Todesanzeige. Am 24. November, vormittags 11 Uhr, verschied sanft nach langem, schweren Leiden unsere liebe Mutter Frau Christiane Ramge geb. Duchardt im nahezu vollendeten 78. Lebensjahre. Die trauernden Kinder: Karl Ramge und Frau Elise geb. Kleinlogel Otto Ramge und Frau Marie geb. Gravelius Hofrat Ludwig Ramge und Frau Mary geb. Calleja Rechtsanwalt und Notar David Ramge und Frau Hilde geb. Rettinger. Gießen, Heilbronn a. N., Neuyork, Kattowitz, Nidda, 26. November 1928. Tapetenhaus Ferd. Nennstiel ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ Metae nur erste Kraft, für Radio stellt ein 0109 Darmstädter, Hillebrandstrahe 3. Möbliertes Zimmer mögt. Nähe Bahn- hol, gesucht. Schristl. Angeboie mit Preisangabe unter 10360D an d. Gteh. Anz. erb. Fleischwaren AlteS Agenturgeschäft sucht für Frankfurt a. M. 19363V Bevtvetuns Off. bef. UNt. F. U. «. C726 Rudolf Mosse. Frankfurt a. M. Illllllillllllllllllllllllllllllllll Tüchtiges MW für 1. ob. 15. Dezbr. gesucht. Nähkenmn. erwünscht. 0Ä22 Lollar, Hauvtstr. 89. miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Soziale VMcht derAusgebrr v.EteNen« angrbolm Ist K, dir rin« gegangen .25 ctotrbung*- unterlagen (Zeugnisse, 3eugnf. d. Gefchst. d. Giess. Anz. 103831) Buvvenküche,Puv- vcnklciderschränk chen, Kinderschlitten, Schulranzen, Sitzbadcwanne, Luftgewehr, Flo- bert zu verkaufen. Wo. sagld.Geschnfts- stelle des G.A. 08305 Hmmpsähle rauhe halbrunde Gartenspalierlatten VetonWen u. Gerüflstangen 6t. Seel mit reich!. Nebenge- lass.s.ied. gr. Betrieb pasL zu uerf. oder zu verm 08326 Jacob Baer, Ostanl.29 | Vereine | V.H.E. Gießen. | Vermietungen] veschlagnahmefreie 4-gimmer- Wohnung mit Bad u. Mädchen- zimmer, sofort beziehbar, i.Grünberg au vermieten Eduard (tzondner, Gienen, Fernruf 326. Stetn- strasze 81/86. (t*erD Todes-Anzeige. Heute morgen 5.30 Uhr entschlief sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Sch wiegermutter.Grofimu tter, Urgroßmutter, Schwester und Tante Frau Anna Elisabeth« ReitsthlM geb. Hofmann Im 80. Lebensjahre. Leerer Raum für Bureauzwecke geeignet, mit sevar. Eingang in guter Geschäftslage sofort zu mieten gesucht. Sckr. Angeb. unter 0*328 an den Gtes,. Anz. (Stellenangebote) Ich suche s. m. Atelier eine sehr tüchitge Modistin mit la Zeugnissen. Schr.Anaeb. u. 08321 ! an den Giess. Anz. Von leistungsfähiger, mitteldeutscher Schokoladen- sabrik ^Konzern» wird ein rühriger, zuverlässiger Vevtvetee für den Bezirk Giehen bet hohen ProvistonSsätren gesucht. — Reflektiert wird nur auf e>nen Herrn, der bet der einschlägigen Kundschaft bestens eingeführt ist. gute Verkaufserfolge nachweisen und sich mit dem Berkaus unserer Erzeugnisse auch wirklich tntenflv befassen kann. AuSf. Angeb. mti Angabe von Reser, erb. u. A. Z. 882 an d. Ala, Haasensteln »Vogler, Magdeburg. 10362V Leistungsfähige Keinen- und Baum Wollweberei, die für die Belieferung von Behörden und Anstalten eingerichtet ist. sucht zum Besuch der Kliniken und Anstalten einen bei diesen Instituten gut bekannten und eingefuhrten Mdtt Bewerber, welche wirklich bekannt sind und dies belegen können, wollen sich melden unt. 10385V an den Giess. Anz. Pens, Brandl Sonn. möbl. Zimmer, gute Küche. Tel. 1889. | Mietgesuche | MHNH88M Sofort refv. 1. Januar 29 möbl. Zimmer in bess. Hause von junger Dame gesucht. Familienanschluss erwünscht. Schriftliche Angeb. unter 08303 an d. Giess. Anz. erb. HMWH88M Schokolade Pralinen Bonbons Marzipan Nougat Waffeln Keks Gefchcnkartikelnsw. kaufen Sie vorteil« haft im Spezialgeschäft "lun ZumKnusperhäuschEn Neuenweg 17 Inh. Paal SeüfarL |Verschiedenes| Besucht die Handels- schule Kunsehaaanl Weißzeug- näherin nimmt noch Kunden an. Wtlbelminc Bock, Ltebtgstr. 9L Televb. 2432. °“a 10000 1. auf 2. Hypothek >Ge« schästshauS», von Selosigeber gesucht. Schr.Anaeb.u. 08311 an den Giess. Anz. Junger strebsamer, selbständ. Handwerker, mit 27 000.- Ber- mögen, wünscht di: Bekanntschaft m. sol. Fräul., im Alter u. 21 btö 25 Jahren, zwecks späterer Heirat, EtwaSBermögener- wünscht. Ernstg. An» geb. u. 08309 a. d. G. An», find. 'Berücksicht. Reinrassiger Dobermann zugelaufen. Abzuholcn bet 0SiO< lleinr. Simon, Allendorsa.d.Labn MWss wieder eingetrossen. B. Bauer & Co., walltorstratze 48, Televb. 1154. neiffli fienSd'ff ' Wasch-imü Verkäufe | Vjäbrigc Fuchsstute mit Blesse. Erme- länder Rasse, starkes Pferd, weil überzählig, preiswert zu verkaufen. IO8,*D Wilhelm Hahn IL, Annerod. f. tagsüber gef. iost.D Teivel, Markt 16. |Stellengesuche| Junger Kaufmann 22 flotter Stenograph u. Maschinen- schretber, bewandert in allen Bureau- arbeiten, wünscht sich perl. Jan. zu verändern. Schr. Angeb. u. 08323 a. d. Giess. Anz. 3g. oerf. smnetoertn. die fich als verkäuserin ausbtlden will, sucht Stellung als Volontärin in Modewaren-Geschäft. Gute Zeugn. Dori). Schr. Ang. unt. 08324 a.d.G.Anr. erb. Geb. Wbk. Mädchen sucht Stelle i. Hotel oder PrioathauShall zum 1. Jan. 29 oder später, um d. Kochen zu erlernen.Schnftl. Angeb. u. 10273D an den Giess. Anz. erb. Anfang nächst. Monat mit d. 3. Kalbe kommend, zu verkaufen. «Die Kuh ist nicht gefahren). Eeb. Sehern* bert, Weickartshain, am Bahnboi. 1r aktives Sturmbeispiel zündete in allen Herzen und als die Heere im Stellungskrieg tief im Erdboden und hinter Sichtdeckungen verschwunden waren, da gab ihre geistige Erfassung und Lösung der neuen Kampfprobleme der ganzen deutschen Frorlt auch bei zahlenmäßiger Llnterlegenheit eine gewaltige Widerstandskraft. Die in dem unübersichtlichen flandrischen Hecken- gelände in unaufhörlichen Kämpfen entstandenen Schwabschen Meß-. Erkundungs- und Schießverfahren, die unter dem Ramen des Erfinders von der Obersten Heeresleitung als Geheimverfahren eingeführt wurden, bildeten bis zum Ende des Krieges die technisch sicherste Stühe unserer Waffenwrrkung an allen Fronten. Auf der Grundlage dieser Verfahren entstand eine Sondertruppe, die zum Schluß des Krieges 30 000 Soldaten, also ein volles kriegsstarkes Armeekorps, umfaßte deren Führer durchweg aus wissenschaftlichen Berufen flammten, an deren Waffenschule in Wahn allein mehr als 40 Dozenten aus wissenschaftlichen Kreisen der Technischen Hochschulen, LlniversitLten und aus freien akademischen Berufen tätig waren. Der Verfasser hat diese Entwickelung als unermüdlicher Vorkämpfer entscheidend beeinflußt und damit seinen Ramen für immer mit der Geschichte der deutschen Artillerie verbunden. Dom Schicksal dieser Truppe, von ihrem Werden und Wachsen, ihrer oft wesentlichen Einflußnahme auf die Kampfhandlungen — aber auch von den großen Widerständen, die sich auch dieser neuen Waffe, wie jeder neuen Idee entgegenstellten, und von ihrer durch Feinddiktat erzwungenen Vernich- tung erzähll uns das Werk. Kein anderes Buch der deutschen Kriegsliteratur kann uns den innersten geistigen Zusammenhang der technischen Waffen- leistung und der taktischen Kampferfolge so nahe bringen, wie dieses Werk, das sich voll auf die Ereignisse des Krieges aufbaut und durch viele amtliche Aktenauszüge den geschichtlichen Gang der technischen Entwicklung festhält. Aber auch kein anderes Buch zeigt deutlicher als dieses, daß dieser Krieg in höchstem Maße ein Krieg der Technik war, in dem der Sieg derjenigen Seite zufallen mußte, die sich am schnellsten den immer wechselnden technischen Kampfforderungen anzupassen wußte. War der Endkampf für uns ein Schießvroblem oder ein Erkundungsproblem? War es richtiger für uns, Tanks zu bauen oder Tankabschußwaffen? Warum taten wir fei ns von beiden? Auch diese technisch ent- scheidenden Fragen finden in dem Werk eine gründliche Darlegung und Klärung. In dem Abschnitt „Wehrtechnische Ausblicke" zeigt der Verfasser schließlich neuartige Wege zur Hebung der deutschen Wehrkraft im Rahmen des Zwangsdiktates. EineFrage wird denLesern dieserZeilen auf dieLip- pen kommen: Warum Höft man e r st jetzt von diesen wichtigen Problemen? Die Antwort ist leicht: es handelt sich hier nicht um Allerweltsweisheiten, sondern um eine in unserem alten Heere streng geheim gehaltene Wissenschaft und um eine uns heule verbotene Waffe. Rur unsere hilflose wehrvolitische Lage ließ es zweckmäßiger erscheinen, diese Arbeiten jetzt zu veröffentlichen und die ganze wehrhafte Jugend daran zu interessieren, als weiter zurückzuhalten, nachdem unsere Feinde durch Beuteakten und Spionage doch von allen Einzelheiten Kenntnis haben. An heißen Quellen und Geysiren Mnds. Reisebrief aus Island. Don Or. Hellmut Loh. Daendaskolinn ä Hvannehri (Island), 28. Rov. Schon auf einer meiner ersten Pferdereisen auf Island hatte ich Gelegenheit, eines der interessantesten Raturwunder zu sehen, von denen die vulkanische Insel so zahlreiche und mannigfache aufzuweisen hat. Obwohl die „heißen Quellen" mit einer Temperatur von 85 Grad Celsius in der Rühe der isländischen Volkshochschule Hvi- tabakka am Borgarfjord, mitten in einem weiten Wiesengelände, in dem friedliche Ponys und gehörnte, dichtwollige Schafe grasten, und die für die städtischen Waschanstalten Reykjavll's genutzten ..laugar", keineswegs zu den bedeutenden und seltsamen Phänomenen ihrer Art zählen, üben beide doch in ihrer Eigenheit und dem Reiz ihrer nordischen Llmgebung einen selten nachhaltigen Eindruck auf den Besucher vom Festlande aus. Lleberall erblickt das Auge die seltsamen DraS- höcker von der Größe eines Maulwurfshaufens bis zur drei-, vierfachen Ausdehnung, die der isländischen Tallandschaft das Gepräge geben. Ringsum erheben sich charakteristische Tafelberge mit fast senkrecht erscheinenden, schwarzb.lau leuchtenden Felswänden, an denen vielfach breite, wagerecht gelagerte Bänke der sie aufbauenden Basalt- und Lavaschichten zu vielen übereinander zu erkennen sind, die auch an vielen Stellen durch steil abfallende Schuttkegel und Trümmerhalden von Abbrüchen, Steinschlagmassen, und ganzen Bergstürzen verdeckt sind. Häufig trifft man in der Rahe der berühmten Quellengebiete riesige Lavafelder mit geborstener und höckeriger Fladenoder Plattenlava und kompakteren Blocklavamassen. die kegelförmige Stratovulkane oder flache, kuppelförmige Vulkane umlagern oder sich weithin zu beiden Seiten der in der isländischen Vulkanlandschast vorherrschenden kilometerlangen Kraterreihen erstrecken. Weit im Hintergrund blitzen und funkeln die größten europäischen Gletschergebiete, die domartigen Kuppeln der Schildgletscher und die vom ewigen Eis und Schnee überlagerten, noch heute tätigen Vulkane, deren unterirdische Wärme ein rasches Schmelzen der Eismassen und somit den beträchtlichen Wasserstand der relativ kurzen isländischen Flüsse bedingt. Treten dort plötzlich ..unterglaziale" Eruptionen auf, deren Dämpfe und Aschen die Gletscherdecken mit vielfacher Gewalt schmelzen und ganze Teile zertrümmern, so verursachen die reihenden, Treibeis führenden Ströme alles vernichtende Katastrophen, die der Isländer „Gletscherlauf" nennt. Die zahlreichen interessanten Quellengebiete geben dem Besucher auch nicht alle das gleich harmlose Bild, viele weisen schon beim ersten Anblick auf die ungeheuren Mächte der vulkanischen Ratur hin. der die Eis- und Feuerinsel ihre Gestallung verdankt. Für viele solcher Teile Islands passende Worte schrieb der bekannte Iesuitenpater Baumgartner über den bekanntesten isländischen Vulkan, die Hella. „Die vulkanischen Erscheinungen der letzten Jahrhunderte zeigen zum wenigsten, daß es dem Schöpfer weder an Erfindungsgeist, noch an Macht gebricht, eine Hölle anzuzünden!" Lind wenn man an den großen Schwefelquellen, den Sol- fataren, Fumarolen und kochenden, schnaubenden und dampfenden Schlammpfühlen und Höllenschlünden steht, in deren vom Schwefeldampf geschwängerten Llmgebung sich die sonst so mutigen und vor nichts zurückschreckenden Ponys zitternd und pustend weigern, weiterzugehen, dort erhält man wirllich den Eindruck, daß Loki, der Feuergott, ununterbrochen, Tag und Rächt, in seiner unterirdischen Schmiede tätig ist. Sehen wir uns auf den teilweise recht beschwerlichen Pferdereisen zu den zahlreichen, fast über das ganze Land verteilten Quellengebieten genauer nach den einzelnen Formen um, so beobachten wir, daß Island mehrere ganz verschiedene Quellthpen besitzt. Weit draußen an der Westküste, auf der äußerst wenig besuchten Halbinsel, am Fuße des mit einigem Eis bedeckten, zweigipfeligen Snaefellsjökull lieKleinigkeiten. Don Sigismund von Radecki. Bei Frau v. Soundso ist großer literarischer Abend. Ein Dichter in wildem Haar — ein wenig häßlich — ja. ein wenig bucklig — rezitiert soeben mit ausfallenden Körperbewegungen Verse eigener Manufaktur. Vom Lärm angezogen, ist das Söhnchen vom Hause immer näher heran- gefommen und schmiegt sich endlich, dicht davor, an seine Mama. Mit offenem Munde verfolgt das Kind die grotesken Bewegungen und Grimassen des Zappelmannes. Welch eine Idee wohl in dem Neinen Kinderkopf entstehen mag? Der Dichter hat geendet. Ergriffenes Schweigen. Da wendet sich das Söhnchen zur Mutter, zeigt mit dem Finger auf den Dichter und sagt lüstern: „Mama, bitte, kauf ihn mir doch!' Sie sind bereits mehrere Monate verheiratet, und er hat, offen gestanden, zuweilen auch an andere Sachen zu denken. Sie hingegen... fragt ihn eines Abends: „Herzei. mein Süßes, ich habe eine entsetzliche Befürchtung: Du liebst mich nicht mehr, oh, du liebst mich gar nicht mehr...!" „Was spricht das Heine, dumme Frauchen?... Welch eine Idee I... Ich bebe dich an.“ „Warum aber, Herzel, sagst du mir das gar nicht mehr so oft wie in den ersten Wochen, — nicht mehr so oft, ach, nicht mehr so zärtlich...?" „Also hör' zu. meine Liebe, mein Herz, mein Teuerstes: Ich liebe dich, liebe dich, liebe dich leidenschaftlich! Lind immer leidenscha t sicher! Ich liebe dich bis zum Wahnsinn, ich werde dich immer bis zum Wahnsinn lieben, ich habe keinen anderen Gedanken, als dich ewig bis zum Wahnsinn zu lieben... Sv... Lind jetzt laß mich, bitte, die Zeitung zu Ende lesen." 3n den fünfziger Jahren gab es in Berlin einen Herrn v. Willamowitz, der etwas eitel war: auf sich, auf seine schöne Figur, auf seine Pferde usw. usw. Lind darum lieh er sich als stolzen Reiter malen. Das Bild trug die Linter- schrift: „Auf meinem Hektor" und wurde, gerade wegen dieser Linkerschrift, ein wenig belächelt. Beim nächsten großen Rennen ritt Herr v. Willa- mowitz mit, natürlich auf seinem Hektor. Bei dem vorletzten Hindernis wollte das Pferd auS- brechen und sprang darauf so unglücklich, daß es stürzte, wobei der unverletzte Reiter direkt unter den Bauch des Pferdes zu liegen kam und längere Zeit in dieser Lage verharrte. Am nächsten Tage sah man diese Situation in einem Schaufenster sehr wirkungsvoll abgebildet: oben das Pserd und unten der Reiter! Das Bild trug die Llnterschrist „Auf meinem Willamowitz!“ Reumann trifft seinen Bekannten Riemann auf der Straße. Riemann wird von einem Hunde begleitet, dessen Rasse schwer zu Minieren ist. Ein äußerst fragwürdiger Fall. Man begrüßt sich. Halloh, Riemann, wie geht's? Was hast du da für ein Monstrum von einem Hund? Don welcher Rasse? Riemann wird Oerlegen, zögert einen Moment und entschließt sich hastig, detaillierte Rachrichten über die eigene Gattin und die Kinder zu geben. Schon gut! ruft Reumann weiter, aber ich spreche von deinem Hund — was ist das für ein Tier? Reue Verlegenheit. Wiederum lenkt Riemann das Gespräch rasch auf ein anderes Gebiet ab. Jetzt will ihn Reumann ungeduldig unterbrechen, als auf der anderen Straßenseite eine Spitzhündin auftaucht, eine Spihhündin in Be- gleitimg der dazugehörigen alten Dame. Worauf der fragwürdige Fall seinen Herrn stehen läßt und galant hinüberläuft. Da wendet sich Riemann mit einem tiefen Seufzer zu seinem Bekannten und sagt leise: Ich wollt' es dir bloß nicht laut sagen, hier vor seinen Ohren. Es würde ihn kränken. Die Sache ist nämlich die... er glaubt, er sei ein Foxterrier! „Was gibst mo?' Don Frih Müller, Partenkirchen. Als ich klein war, wußte ich nicht, was Gewissen war. Ich war also gewissenlos. Oder wie soll man es sonst heißen? Ich weiß wohl, es gibt auch große Leute, die sind gewissenlos. Also wären sie wie die Kinder? Aber es ist doch ein Linterschied, ein großer Linterschied. Denn die großen Gewissenlosen haben das Gewissen gehabt, unb die kleinen Gewissenlosen kriegen's erst. Ich habe es durch den Peter Munzinger bekommen. Er hat es mir durch „Was gibst ma?“ beigebracht. Lind ich habe es auch wieder durch „Was gibst ma?“ angebracht. Das Gewissen muh eine homöopathische Krankheit fein, well man sie durch sich selber toieber austreibt. Der Peter Munzinger und ich sinb an bet grünen Wiese bei ben Heuschrecken gelegen unb hatten auf der Herrgottswelt nichts zu tun. Cs sei benn, bah sich bet Peter Munzinger mit einem Grashalm au8 Langeweile selber in bet Rase kitzelte, hoch hinauf unb niesen mußte. Llnb mit bem „Hazil" ist ihm eine Frage heraus- gefahren. „Was gibst ma, wenn ich's beiner Mutter net sag?" „Was sag?“ erwiderte ich erstaunt. „Das wirst nacha schon sehn, wenn ich's ihr g'fagt hab," drohte er. Ich war mir freilich feiner Schuld bewußt und hätte ruhig sagen können: „Sag's, sag's immerzu." Aber in jenem Atter begann ein Wald von vielerlei Verordnungen und Verboten um uns aufzuwachsen. Möglich war es immerhin, daß irgend etwas vorlag, beffen Schwere ich mir selber nicht bewußt war. Llnb ehe biefer Peter Munzinger meine Mutter betrübte — „Da hast a neue Feder," sagte ich und hatte das Gefühl, als täfelten sich meine Schultern aus den Maschen eines Rehes. Einen Tag lang blieben diese Maschen locker. Dann zogen sie sich wieder enger: „‘IbaS gibst ma, wenn ich's deiner Mutter net fag?“ „Ich hab' dir doch erst gestern eine neue Feder geb'n“, sagte ich empört. „Die ist schön verschrieb'n. Also, was gibst ma, wenn ich's deiner Mutter net sag?" Innerlich schrie es in mir: „Eine Watsch'n, bah b’n Himmel für a Daßgeig'n anschaust I" Aber nebenher lief die Erwägung: „Lind nach der Watsch'n? — Sagt er's doch der Mutter, und di« schöne Feder ist dazu verloren — „Da hast einen neuen Federhalter", murkste ich heraus unb warf das neue Holz der alten Feder nach Ratürlich war es damit nicht getan. Am dritten Tage knöpfte mir der Peter Munzinger den schönsten Bleistift ab. Am vierten Tage mußte ein Indianerbüchl baran glauben. Am fünften ging e m Weihnachtskreisel diesen Weg. Am sechsten Tage lief ich ihm wie ein Lichtscheuer aus dem Weg. Am siebten Tage war meine bis dahin so glatte Iungenseele ganz zerfetzt von Zorn unb Kummer. Da kam er schon bie Allee herab, der Peter Munzinger. Ich hatte ihm schon alles gegeben. Er hätte mir nur noch die Seele oder die Mutter nehmen können. Was gibst mir, wenn —", fing er unerbittlich an. gen Islands „Apollinaris“, die Oekuldur-Dier- quellen, 10 ober 11 kohlensäurehaltige Quellen mit niebrigcn Temperaturen, beten sprubelnbes, erfrischenbes Rah wegen allzu kostspieligen Transportes auf Pferberücken zum nächsten Hasen leiber nicht als Tafelgetränk auf ben Weltmarkt gebracht werben kann. Ganz in ihrer Rähe unb an vielen anberen Stellen bes West-, Süb- unb Rorblanbes beleben zahlreiche Dampfsäulen aus ewig tätigen heiße n Quellen bas Lanbschaftsbild. Auch biefe unterscheiden sich wieder in ihrem Wesen und in ihrer Größe voneinander. Wir finden ruhig kochende und dampfende Sprudel, bie kaum ihren Wasserspiegel beränbern unb nie über ihre mit Kieselinkrustationen umranbeten Becken hervor- treten, baneben wilb fullernbe, brobelnbe eruptive Springquellen, beten petiobische Tätigkeit vielerorts von übettoältigenber Schönheit ist. Die großartigsten unb mächtigsten biefer heißen Sptingquellen liegen im sog. Geysir- Gebiet im Süblanbe und werden von der Bevölkerung „Geysir und Strokkur“ genannt. Hier liegen etwa 100 dampfende, ewig kochende unb sich in ihrer Gestalt ftänbig ücränbernbe Thermen in einem Areal von etwa einem halben Kilometer Länge unb einem viertel Kilometer Breite. Rach bem „Großen Geysir" auf Islanb sind auch alle anberen petiobisch sptingenben • heißen Quellen, z. B. auf Reu-Seelanb unb beim Bellowstone-River (Rationalpark) in Rorb- Amerika, benannt. Der Stamm bet Bezeichnung Geysir, d. h. „bet stark Sptubelnbe, Hervot- stützenbe“, findet sich auch noch in bet beutschen Sprache. Bonifatius soll bie uralte Donar-Eiche in Hessen gefällt haben, bie an bem heiligen Opferquell „Geismar" (gifan- unb mari-Sprubel- quell) stanb. Der große Geysir Islands, der früher alle 4—5 Tuge sprang, hat jetzt seine Eruptionen ganz eingestellt, so daß die heutigen Besucher nur noch das große, ständig siedende Becken mit den ausgeschiedenen großen Kieselsäuremassen und der Springtöhre bewundern können. Der S t r o t * für, nach seiner butterfaßähnlichen Quellöffnung „Butterfaß" benannt, besteht feit dem Erdbeben 1784. Er sprang noch vor drei Jahrzehnten auf Wunsch, wenn man ihn mit Rasenstücken fütterte, worauf er eine fugeiförmige Wassersäule von 40 Meter Höhe in die Luft schleuderte. Seit bem Erbbeben von 1896 aber hat er ebenfalls seine Tätigkeit völlig eingestellt. Heute springt unter all ben vielen dampfenben unb wallenden Sinterkesseln unb Höhlen nur noch bet Litli Gey - s i r. Gibt man ihm eine gehörige Menge schwatzet Seife in seinen Rachen, mit bet im benachbarten Hotel ein schwunghafter Hanbel betrieben wirb, so springt bie Quelle nach einigen Minuten 2—3 Meter hoch für längere Zeit. Auch im Süblanbe, aber etwas vom großen Geysirgebiet entfernt, liegt eine andere kleine Sptingquelle, die Grila, in deren fast kreisrundem, etwa 1,5 Meter Durchmesser umfassenden Bassin klares blaues Wasser zunächst noch ruhig daliegt und seine hohe Temperatur von etwa 90 Grad Celsius nur durch leichten, hauch- artigen Dampf an seinen Rändern vermuten läßt. Langsam begann es zu sprudeln und puffen, als wir uns in ihrer Rähe zur Rast und Beobachtung gelagert hatten. Immer heftiger wallt und siedet und brodelt und faucht es in dem kleinen Becken vor unS, bis die dampfenden Wassermassen über seinen Rand hinwegfluten. Dann erhebt sich polternd und brausend e i n steil aufstrebender Wasserstrahl aus der kleinen Oeffnung und erweitert sich in 2-3 Meter Höhe wie ein Kegel, dessen fein zerstäubte Wasserteilchen in der hellen Nachmittagssonne glitzern und funkeln. Weithin wurde die mächtig anwachsende Dampffahne vom Rord- Ost über die Schottermassen des großen Talkessels den jenseitigen Berghängen entgegengetragen. Ein Vorgang, der sich hier alle zwei Stunden wiederholt. Drei andere Grupven heißer Springquellen liegen in der Rähe Oer Laxä „Geh mit, geh mit, ich Zeig dir's", sagte ich kochend. Ich lief voraus. Zögernd kam er nach Auf einmal standen wir vor meiner Mutter. „Mutter." schrie ich, „Mutter, der Peter Munzinger will mich verklag'n — aber ich sag's dir lieber selber — selber I" „Was hast du angestellt?" fragte Mutter ernst. „Ich hab — ich bin — ich weih nicht", stotterte ich erglühend. Es muh so ausgesehmr haben, als reue mich plötzlich das Geständnis. Lind ich selbst war so verwirrt. Etwas getan mußte ich wohl haben, schoß es mir dunkel durch ben Sinn. Für nichts und wieder nichts gibt man doch nicht Feder, Federhalter, Indianerbüchl und Weihnachtskreisel her. „Dann sag's du, Peter", hörte ich Mutter wie aus einer Rebelfeme sagen. „Er hat — er ist — er hat," horte ich den Peter in derselben Feme stottern. Es fiel ihm nicht gleich eine ordentliche Schlechtigkeit ein. Ha, hier klaffte eine Lücke für mein Schwert. Wehe, wenn der Schlechtigkeit die Phantasie ausgeht. Peter Munzinger war davongerannt. Ich ihm nach. Wieder lagen wir auf der Wiese. Aber nicht nebeneinander, sondern ich oben und er unten. Meine Knie stemmten sich auf seine Arme. Er wollte brüllen. Ein dicker Heuschreck hüpfte ihm auf hen Mund. Wenn der jetzt aufging, muhte er ben Heuschreck schlucken. Darum hielt er die Lippen zugebissen. Lind ich sagte ganz ruhig: „Was gibst ma, wenn ich —“ Er blinhelte hilflos gegen feine obere Rocktasche, aus der mein Federhalter heraussah. Ich hotte mir ihn mit ben Zähnen. „Was gibst ma, wenn ich —" Seine sinke Tasche zuckte. Ich ersetzte meinen sinken Kniedruck durch die sinke Hand und half dem Indianerbüchl.aus der Tasche. „Was gibst ma, wenn ich —“ Seine rechte Tasche blähte sich. Der Weihnachtskreisel rollte heraus. Während dieser ganzen Zett sah der Heuschreck seelenruhig auf Peter Munzingers festgeschlossenem Mund und sondierte bedächtig mtt den Fühlern, ob es jetzt genug fei. „Was gibst ma, wenn ich dir den Heuschreck vom Maul wisch?“ lacht« ich und lieh den Peter los. Brüllend trollte er sich fort. Als er wett fort war, fiel mir noch die Feder ein. Ra, die mochte auf unserem Konto vorgetragen werden. Es dämmerte mir die Erkenntnis, bah Ls gut fei, wenn man einen letzten Rest nicht einkassiert. Per stopft« Peter Munzinger ein für allemal ben Mund. im Rordlanbe, von denen die größte die Llxah - v e r - Ochsenquelle genannt wird. Ihre Gestaltung mit Decken, flachem Sinterkegel und Springröhre ist genau wie die des Geysirs im Süd' lande. Die Llxahver springt noch sehr häufig, mehrmals am Tage bis über 10 Meter hoch. Einen dritten TYP der heißen Quellen auf Island finden wir in den Schwefelquellen oder Solfataren, den schnaubenden, spritzenden und von beißenden Schwefeldämpfen umgebenen Fumarolen und Schlammvulkanen, die man allgemein in den Tuffgebieten findet. Die schönsten liegen auf der Halbinsel Rehkjanes, südlich von Reykjavik, bei Reykjanes und Krlsuvik, und im Rordlande östlich vom Myvatn, die Reykjalioarnamur (nama-Schwefel- quelle), sowie in der Mitte des Landes am Kerlrngarsjöll am Südhange des Hofsjökull. Währrend in der Mähe der heißen Quellen und Gehsire meist recht üppiger Graswachstum zu beobachten ist. erscheint die Umgebung der Schlammvulkane völlig leblos, als ob von den giftigen Dämpfen und der mächtigen Hitze des förmlich kochenden Erdreiches jedes Leben unmöglich gemacht wäre. Als ich an einein Iuli- Rachmittag vom Myvatn her mit meinem Begleiter am Westhang des Ramafjall hinaufritt, sahen wir einige große Schwefelablagerungen, deren Kegel hellgelb unb rötlich am Bergrücken aufleuchteten. An einzelnen Stellen beobachteten wir schon kleine Dampfstrahlen, die zischend aus irgendeiner Spalte oder einem Schwefel-inkru- stierten Höcker hervorbrachen und zähe, blub* bernde Schlammassen verdeckten. Als aber der Bergrücken überschritten war und wir wieder talwärts reiten wollten, setzten unsere frei vor uns herlausenden Packpferde in wildem Galopp davon in das nach Osten folgende Heidegebiet und Lavafell). Der Anblick, der sich hier bot, war trotz aller Größe und Schönheit, doch beängstigend und die reizenden, ätzenden Schwefel- dämpfe, die uns in dichten Schwaden entgegenzogen, konnten die ängstlichen Ponys schon zum AuSreißen veranlassen. Rechts unter uns lag eine mehrere Hektar große, dröhnende, brodelnde imb in Dampffahnen gehüllte Hexenküche, in der aus Hunderten kleiner Oesfnungen heiße Dampf- strahlen mit zischenden und schnaubenden Geräuschen hervorbrachen. Rur mit Mühe konnten wir unsere Reitpferde zwingen, den Schlammvulkanen (leirhver) näherzukommen. Roch in großem Abstand davon weigerten sie sich, zitternd und hustend, weiterzugehen. Beim Bor- wärtsgehen stellten wir fest, daß das Gelände ringsum derart heiß war, daß die Hitze durch unsere Stiefelsohlen drang. Äeberall bestand der Boden aus zusammengekochtem Gestein mit leuchtend roten Farben, die gegen die blau^schwarze Lava der umgebenden Felspartien lebhaft abstach. Dazwischen sah man zahllose gelbe Flecke, die aus sublimiertem Schwefel und Gips bestanden. Da der Boden von den schwefelhaltigen Dämpfen völlig durchweicht war, mußte man außergewöhnlich vorsichttg das Solfataren- Feld passieren, um nicht durch die dünne Ton- schicht in die siedend heißen, immerfort brodelnden Schlammassen einzubrechen. Eine wundersame Farbenzusammensetzung herrschte in diesem großen ausgedehnten Schwefel- quellen-Gebiet. Die Hänge des Ramafjall wiesen derart seltsame Gemische von grell nebeneinander aufgetragenen Farben auf, daß das Grau und Schwarz der Lava kl ip Pen auf der ganzen Ostseite des Bergstockes wirklich der Palette eines Malers glich. Scharf setzten sich die gelblichen SchwesLlkuppen leuchtend weih, ohne jegliche Liebergänge waren diese großen Farben- kleckse nebeneinander gesetzt, die durch die zerkochten und in bunten Ton verwandelten Gesteine entstanden waren. In allen Pfützen und Pfuhlen, Decken und kraterförmigen Schlünden kochte unaufhörlich vielfarbiger Tonbrei brodelnd und klucksend unter starker Dampfentwicklung, mit wildem Getöse, wie „Brei in einem eisernen Topfe". Aus jeder Oeffnung, jedem Loche, jedem Risse und jeder Kluft zischten und fauchten verschieden große Dampfstrahlen empor, deren Schwefelgeruch sich schwer auf die Lungen legte. Llnter uns hörten wir gedämpftes Pottern und Rumoren, Fauchen und Pfeifen, als ob der Feuermann unter gewalttgen Anstrengungen seine Kessel schürte. Ringsum platzten und knallten in dumpfen Tönen die Gasblasen und spritzten die Schlammassen über den Rand der Becken hinweg, so daß man sich an den Eingang der Hölle versetzt glaubte, und wir uns bald wieder aus diesem verräterischen, unheimlichen Solfataren- Feld zurückzogen, um auf den nun lustig davon- jagenden Ponhö unseren Packpferden nachzusetzen und bald wieder schönere, vor allem aber friedlichere Landschaften zu genießen. Gchubertfeier der pestalozzischule. Die Pestalozzischule zu Gießen hatte aus Anlaß des 10 0. Todestages Franz Schuberts die Eltern ihrer Zöglinge, das Stadtschulamt und die Gießener Lehrerschaft am 19.Rovember zu einem Elternabend eingeladen. Zweck der Deranstaltung war. in gemeinsamer Feier der Schüler mit ihren Eltern in Franz Schubert einen Dolkserzieher, einen Kulturträger zu würdigen, der dem deutschen Dolle in seinen unsterblichen Tonschöpsunaen einen köstlichen Schatz Erbauungs- und Bil- dungsgutes geschenkt hat. Wohl mit großer Spannung und wohlwollendem Interesse folgten — wie man uns berichtet — alle Kreise der Elternschaft dem Rufe der Schule so zahlreich, daß die Beranstaliung am Dienstagabend wiederholt werden mutzte. Lind wahrlich, diese Feierstunde war für alle Erschienenen ein reicher, innerer Gewinn. Es sollttre ja kein Konzert sein in dem Sinne, wo hier der Künstler musiziert, dort das Publikum zuhört. Rein! Die Schule., als Bildungsstätte des Geistes und des Gemütes, wollte in dienender Liebe den Herzen der Eltern ihrer Pflegebefohlenen eine Persönlichkeit näherbringen, die es verdient, »Lehrer und Erzieher des deutschen DolkeS und der gesamten Menschheit" im wahrsten Sinne des Wortes genannt zu werden. Lind in der Absttmmung auf diesen feierlichen Grundton war im festlich hcrgerichteten Raum, wo in würdiger Aufmachung Franz Schuberts Bildnis grüßte, sogleich das innige Gemeinschaftsband geschlungen zwischen der Schule, den Mitwirkenden und den herzlich willlonimenen Gästen. Die Schule halte ihren Gästen ein Programm geboten, das in seinem Aufbau und Inhalt eine würdige Schubertehruna bedeutete. Eltern, Lehrer, Freunde und Schüler sangen und musizierten aus Schuberts Werken. Zur Eröffnung des Abends spielte Frau Dr. Fischer, Gießen (Klavier) mit seclenoollem Vortrag aus Schuberts Impromptus. Die Herren Lehrer Momberger (Violine) und H. Simon (Klavier) trugen in exaktem Zusammenspiel und fein nuancierter Weise Stücke aus Schuberts Sonatinen vor. Ein auf Schuberts reiches Innenleben abgestimmter Vorspruch mit viel innerer See'lenwärme, von Frl. Lehrerin Dora Mainzer vorgetragen, umrahmt durch Dankes- worte des Schülersprechchors, beschloß den einleitenden Teil des Programms. — Frl. Hedwig Gunderloch (Sopran), einem Darmstädter Lehrerhause entstammend, hatte ihre herrliche Kunst in uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt. Eine abgeklärte, künstlerisch reife Schubertsängerin, sang sie mit ihrer sympathischen, vorzüglich geschulten Stimme mit innerer Hingabe „An die Musik" und „Die Allmacht", in den Herzen der Zuhörerschaft andachtsvolle Stimmung weckend. Ihre Partnerin am Klavier, Frau Dr. Fischer, trug durch ihre vollendete Begleitungskunst dazu bei, die hohe künstlerische Leistung der Sängerin zu nachhaltigen Eindrücken zu gestalten. Der mehr heitere Stimmungscharakter in „Horch, horch, die Lerch'" gelang Frl. Gunderloch ebenfalls vorzüglich. Eine formvollendete Wiedergabe des „Linoen- baums", wie man sie nicht oft hören dürfte, zeigte beide Damen auf der Höhe künstlerischen Könnens. Frl. Gunderloch sang mit tiefer innerer Erfassung den „Wanderer" anstelle des am Singen durch Heiserkeit verhinderten Herrn Simon. Auch die Buven mit ihren hellen, frischen Stimmen sangen Chöre und einstimmige Lieder mit Klavierbegleitung von Schubert mit viel Freude, von den Zuhörern dankbar ausgenommen. Die Herren Kröll und Simon hatten sich der Einstudierung unterzogen. Herr Kröll entledigte sich trotz starker Indisposition seiner Alpenjägerpartie mit gutem Erfolg. Im Kernpunkt der Liederdarbietung stand der mit großer Liebe und sachlichem Verständnis ausgearbeitete Vortrag des Herrn H. Simon: „Schuberts Erdenwallen und Schaffen". Es war die Rede von den schweren Nöten seines Lebens und dem doch so unentwegt reichen Schaffen. Das eigentliche Wesen der Schubertschen Neuorientierung auf dem Gebiete der Liedkompositton: Vereinigung der selbständigen Singstimme und der selbständigen Klavierbegleitung zu einem neuen eindrucksvollen Tongemälde wurde an Schuberts Li' d: „Gretchen am Spinnrad" praktisch erläutert Herzliche Worte des Schulleiters, Rektor Loos, an die Eltern, der Wunsch eines innig geknüpften Bandes zwischen Lehrern und Eltern, sowie Dankesworte an die Mitwirkenden leiteten zum Abschluß der Feier hin. Nochmals grüßte Frau Fischers Kunst im herlich gespielten Scherzo die dankbare Zuhörerschaft. Ein flott und sauber gespielter Dor- trag für Violine und Klavier beschloß den wohl- gelungenen Abend. Es ist der Wunw) der Festteilnehmer, dem geistigen Urheber der Veranstaltung, Gesanglehrer Heinz Simon, für seine Hingabe, Liebe und Uneigennützigkeit bei den vorausgegangenen schwierigen Vorarbeiten zu danken und ihn zum Gelingen der Veranstaltung zu belückwünschen. Vortragsabend der Schule Heermann. Am Samstag veranstaltete Herr Heermann, der zusammen mit seiner Frau seit einigen Iahren als Gesangsehrer in Gießen tätig ist. mit Unter- stützung einiger Schüler von Frau Dr. Spohr einen Schülervortragsabend. Obwohl es recht schwer ist, sich nach diesen verhältnismäßig geringen Proben ein genaues Bild über den Ausbildungsstand und -grad des einzelnen zu machen, so darf doch mit Recht gesagt sein, daß der Gesamteindruck des Abends eine sehr günstige Bilanz für die technische Durchbildung und Schulung des recht verschiedenen Materials ergibt. Ist die Intonationssichrryeit im allgemeinen recht befriedigend, so bedarf die Klarheit und Deutlichkeit der Aussprache ebenso wie Atemtechnik in einzelnen Fällen noch der Verbesserung. An der Ausführung des etwas reichhaltigen, doch ge- schmackroUen Programms beteiligten sich von der Schule Heermann: Martha Stoll, Senta Würzburger, Lore Michaelis-Sander, Emelh Horst, Gustel Kühn, Leonie Hummel, Marga Rowack und Herbert Konger. Gesanglich bot Emely H o r st durch die Wiedergabe zweier Händel-Arien eine recht gut: Leistung, dir leider durch einige Aeußerlichkeiten, die fehl am Ort waren, beeinträchtigt wurde. Gustel Kühn konnte dagegen den Hörern die Bach-Arie „Komm süßer Tod" in eindrucksvollster Weise vermitteln. Ihre Stimme ist nicht sehr groß, aber bis ins weichste pp. tragfähig, und sie weiß sie vortrefflich im Dienste musikalischen Ausdrucks einzusetzen. Herbert Konger erntete ebenfalls mit seinen drei Schubert-Liedern und den „Winterstürmen" wohlverdienten Beifall. Auch seine Stimme verrät gute Schulung und wird sicher und geschickt zu musikalischem Vortrag verwendet. Zwischen den einzelnen Gesangsnummern hörten wir Stücke von Frau Dr. Spohr: Erich Gut, Agnes Dostroem und Herrmann Kopp. Die beiden ersten spielten, unterstützt von Walter Birnbaum, der das Amt des obligaten Cellos vortrefflich verwaltete, eine Trio-Sonate von Ph. E. Bach, mit guter Technik und musikalischer Gestaltung. Erich Gut hat einen warmen Ton und gute Dogentechnik. Agnes Dostroems Spiel ist wohl auch technisch sicher, aber etwas farblos, was sich auch bei den Eesangsbegleitungen erwies. Herbert Kopp spielte das ^-Moll-Kon'ert von Divaldi ebenfalls sicher und korrekt, ging aber musikalisch nur im langsamen Satz aus sich heraus und zeigte im Schlußsatz (Presto) Reigung zum Schleppen. Helmut Eger (Flöte) entledigte sich der ihm gestellten Aufgaben mit Erfolg. Das gleiche gilt von Walter Birnbaum (Cello), der sich bei der Begleitung der Gesänge sehr geschmackvoll anzupassen wußte. Am Flügel be- stättgten Herr Heermann und Frau Dr. Spohr abwechselnd vortreffliche Begleiler- eigenschaftei:. Die zahlreiche Hörerschaft kargte nicht mit berechtigtem Beifall. fb. Das Jahr 1929. WSR. Das Iahr 1929, von dem uns nur noch wenige Wochen trennen, wird 365 Tage haben. Rach dem Iulianischen Kalender wäre es das Iahr 63-12. So Viel Zeit soll seit der Gründung Roms verflossen fein. Rach dem jüdischen Kalender. dessen Zeitrechnung mit der Erschaffung der Welt beginnt, befinden wir uns im 5639. und 5690. Iahre. Die Mohammedaner befinden sich im 1347. und 1348. Iahre. sie zählen die Iahre seit der Ankunft des Propheten. Die beweglichen Feste des Iahres 1929 werden an folgenden Tagen gefeiert: Fastnacht vom 10. bis 12. Februar, Aschermittwoch 13. Februar. O ersonnlag 31. März. Christi Himmelfahrt 9. Mai. Pfingstsonntag 19. Mai, Fronleichnamsfest 30. Mai. Der erste Advent ist am 1. Dezember. 3m Iahre 1929 finden zwei Sonnenfinsternis e und keine Mondfinsternis statt, von denen allerdings nur die letzte Sonnenfinsternis in unserer Gegend sichtbar sein dürfte: sie ist eine ringförmige und findet am 1. Rovember statt. Bei ihr wird ein Zehntel des Sonnendurchmessers verfinstert; sie dürfte für etwa eine Stunde bei uns sichtbar werden, und zwar von 11.33 bis 12.57 Llhr. Die erste Finsternis ist total unb ereignet sich am 9. Mai. Was das Wetter im Iahre 1929 anbelangt. so soll nach dem Hunderttährigen Kalender der Ianuar in seinen ersten Tagen Schneefälle und Külte bringen, während in den letzten Tagen gelinde Witterung eintreten wird. Der Februar dürfte neben Regen und Rebel auch Kälte bringen. Der März wird sich stürmisch, rauh und unfreundlich gebärden, worin ihm der April nicht nachstehen wird. Der Mai soll warm MM—■—■■■■■■■■——■ und regnerisch werden. Auch Iuni und Juli werden sich durch Regenwetter auszeichnen. In feiner zweiten Hälfte und in der ersten August- hälfte soll dann schönes Wetter fein, während der zweite Teil des Augustes durch Gewitterregen sich auszeichnen wird. Die ersten drei Wochen des September werden schön sein, aber die letzte Woche beginnt mit nebeligem und regnerischem Herbstwetter, das bis zur zweiten Oktoberwoche anhalten soll. Die dritte Oktoberwoche soll noch einmal schöne Herbsttage bringen, sodann soll das Wetter endgültig den ganzen Oktober und Rovember hindurch trübe und nebelig sein. Den ersten Schneefall soll es in der ersten Dezemberwoche geben, während es um die Weihnachtszeit nebelig und regnerisch sein soll. Erst kurz vor Sylvester setze eine Külteperiode ein. Frühlürgsanfang ist am Donnerstag, 21. März, Sommeranfang am Freitag, 21. Iuni, Herbstanfang am Montag. 23. September und Winteranfang am Sonntag, 22. De ember. Der kürzeste Tag des Jahres hat 7.51 Stunden, der längste Tag 16,28 Stunden. Wirtschaft. Oer deutsche Außenhandel im Oktober. Die Ergebnisse des deutschen Außenhandels im Oktober sind nach den vom Statisttschen Reichsamt gegebenen Erläuterungen stark beeinflußt durch die Veränderung in der Erhebungsmethode infolge der am 1. Oktober in Kraft getretenen Reform der Außenhandels- statistik. Aus technischen Gründen erscheint in diesem ersten Llebergangsmonat die Einfuhr überhöht, die Ausfuhr zu niedrig. Von der Bildung einer Bilanz muß deshalb für diesen Monat Abstand genommen werden. Im reinen Warenverkehr beträgt die Einfuhr im Oktober 1213,3 gegen 1088,2 Millionen Mk. im September. Sie erscheint mithin um 125,1 Millionen Mk. höher. Die Zunahme verteilt sich, mit Ausnahme der geringen Abnahme bei lebenden Tieren, auf sämtliche Gruppen. Zum Teil entspricht dies bei saisonmäßiger Steigerung einer tatsächlichen Zunahme insbesondere für Weizen, Gerste, Obst und Südfrüchte. für Textilrohstoffe, Texttlfertigwaren, Pelze und Pelzwaren. Lieber die saisonmähige Zunahme hinaus aber hat sich die Einfuhrziffer deswegen erhöht, weil die Anmeldung der Einfuhr durch statistische Anmeldescheine gegenüber der bisherigen Anmeldung auf Grund der Zollpapiere eine Beschleunigung der Erfassung be- toirft. Bei der Ausfuhr liegen die Verhältnisse umgekehrt. Saisonmäßig pflegt die Ausfuhr Im Oktober auch aus konjunkturellen Gründen einen besonders hohen Stand zu erreichen. Freilich könnte sich die Zunahme nach dein ft arten Anwachsen der Ausfuhr im August und September verlangsamt haben. Auf eine Abnahme laßt jedenfalls weder die Saisonbewegung, noch die Kvnjunkturlage schließen. Bei dem reinenWa- renverkehr mit 949,8 Millionen Mk. Ausfuhrwert im Oktober gegen 1058,6 Millionen Mark im September erklärt sich vielmehr der ziffernmäßige Ausfuhrrückgang um 108,8 Millionen Mark daraus, daß die statistische Anmeldung der über Hamburg seewärts ausgehenden Waren ab 1. Oktober nicht' mehr bereits über die Zollgrenze erfolgt, sondern etwa zwei Wochen nach dem Abgang des Schifies, mit dem die Ware ausgeht. Diese Verlegung der Anmeldung von der Freihafengrenze an die Seegrenze hat zunächst zur Folge, daß ein großer Teil der im Oktober über Hamburg ausgegangenen Waren statistisch nicht im gleichen Monat erfaßt werden konnte. Da der Anteil Hamburgs als AusfaUtor für den Export beträchtlich ist, so wird hierdurch die ziffernmäßige Abnahme der Ausfuhr vollauf erklärt. MchSbank-AuSVeis twm 23 Aoveinb r. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. November hat die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 153,5 Millionen auf 1 887,9 Millionen Mark abgenommen, und zwar haben sich die Bestände an Wechseln und Schecks um 120,1 Mill, auf 1759,1 Mill. Mark und die Lombardbestände um 33,4 Mill, auf 36,6 Mill. Mark vermindert. Die Anlage in Effekten weist mit 92,3 Mill. Mark annähernd den gleichen Bestand auf wie am Ende der Vorwoche. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 142,5 Mill. Mark in die Kassen der Bank zurückgeflossen; im einzelnen hat der Umlauf an Reichsbanknoten um 129,5 Mill, auf 4043,3 Mill. Mark und der an Rentenbankscheinen um 13,0 Mill, auf 501,3 Mill. Mark abgenommen. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 20,9 Mill. Mark getilgt worden sind, hat der Bestand der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 36,0 Millionen Mark abgenommen. Die fremden Gelder zeigen mit einem Bestand von 588,7 Mill. Mark eine Zunahme um 19,3 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt haben sich um 14.8 Mill, auf 2763,9 Mill. Mark erhöht. Im einzelnen sind die Goldbestände mit 2573,5 Mill. Mark, die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 190,4 Mill. Mark ausgewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 61,4 v. H. in der Vorwoche auf 63,6 v. H., biejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 65,9 v. H. auf 68 v. H. Äon den Schlachtviehmarkten. An den deutschen Schiachtviehmärkten herrschte in der Berichtswoche des näherkvmmenden Monatsendes, aber auch der Witterung halber allenthalben nur ein ziemlich schwacher Betrieb, obwohl die Beschickung in verhältnismäßig bescheidenen Grenzen gehalten war. Dies hatte zur Folge, daß die Preisbasis sich ttotz des nicht immer angenehmen Geschäftsganges im allgemeinen gut behauptete und nicht selten eine Berschiebuirg nach oben erfuhr. Aufgetrieben waren an Rindern 17 800 gegen 25 000 Stück, Kälbern 16 900 gegen 20 300, an Schafen 7600 gegen 9100 und an Schweinen 75 400 gegen 84 800 Stück in dec Vorwoche. Am Rindermarkt brachte der lässige Handel immerhin für Dullen und Ochsen durchweg kleinere Aufschläge. während Kühe sich nur knapp auf letztem Riveau hielten. Das Kälbergeschäft lag unregelmäßig. Einbußen und Aufschläge gingen selten über 2 bis 3 Pf. hinaus. Beste und mittlere Mast- unb Saugkälber lagen etwas ?ünstiger im Geschäft. Schafe ließen bei trägem ierkehr vorwiegend etwas nach, zumal auch die Frischfleischmärkte nicht sonderlich gut abschnitten. Schweine lagen etwas freundlicher: es war durchweg etwas mehr zu nehmen. Es kosteten: * Rinder Kälber Schale < Schweine Berlin 17-54 45-95 30-70 73-84 Bremen 20-52 40-86 — 58-74 Breslau 14-55 45-72 48-65 70-85 Chemnitz 20-56 50-78 40-56 64-81 Dortmund 23-56 45-88 28-52 62-78 Dresden 23-58 50-78 20-64 68-85 Düsseldorf 20-59 43-83 — 53-80 Elberfeld 20-58 42-82 — 65-81 Esten 25-58 50-110 40-56 66-79 Frankfurt M. 25-58 48-70 25-45 64-79 Hamburg 15-54 35-92 18-60 62-80 Hannover 18-55 40-85 30-54 60-75 Husum 18-52 — — — Karlsruhe 22-56 48—77 — 71-80 Kastel 22-53 45-62 — 60-78 Kiel 18-53 32-84 31-62 50-76 Köln 18-57 45-110 30-54 60-80 Leipzig 20-56 35-73 32-60 62-82 Magdeburg 20-58 35-72 25-54 60-80 Mannheim 16-55 42-74 44-45 65-80 München — — — — Stettin 15-54 30-87 20-55 65-81 Stuttgart 14-53 47-72 — 54-82 Zwickau 10-50 60-72 35-60 70-85 • Abschluß der 32-Millionen-Anleihe der Stadt München. Am Samstag wurde beim Bankhaus Lazard Brothers L Co. Ltd. in London von Oberbürgermeister Scharnagl und Rechtsrat Pfeifier der Derttag über eine Anleihe der Stadt München abgeschlossen. Die Anleihe lautet auf einen Gesamtbetrag von 1625 000 englische Pfund, wovon ein Teil in Holland aufgelegt wird. Die Verzinsung beträgt 6 Proz., die Tilgung soll spätestens in 25 Iahren erfolgen. Der Emißionskurs belauft sich auf 94 Proz. Da die Bonds entgegen der sonstigen Hebung in diesem Fälle nicht auf den Inhaber, sondern auf Ramen lauten, konnte eine gütige Auszahlung erreicht werden. Die Auflegung erfolgt am 29. Rovember. Ter Anleiheerlös dient in Höhe von 27 Millionen Mark für den Ausbau ber Wasserkräfte der im Besitz der Stadtgemeinde München stehenden Elektri'itätswerke und in Höhe von 3 Millionen Mark dem Ausbau der ebenfalls im Besitz der Stadtgemeinde stehenden Gaswerke. Im Gegensatz zur Sammelanleihe des Deufichen Sparkassen- und Giroverbandes wurde die Anleihe der Stadt München von der Beratungsstelle Berlin sofort genehmigt. • Kapitalerhöhung der American Glanz ft off Corporation. In der Auf- sichtsratsfitzung der American Glanzftofi Corporation in Reuyork, des bekannten Tochterunternehmens der Vereinigten Glanzftoff-Fabriken A.-G. in Elberfeld, wurde beschlossen, der auf den 28. Dezember einzuberufenden Versammlung der Aktionäre vorzuschlagen, die bisherigen Anlagen der American Glanzftosf Corporation in Anbettacht der großen Nachfrage nach den Produkten der Gesellschaft zu verdoppeln und die erforderlichen Mittel durch Ausgabe von 150 000 Stück neuer Common Shares zum Preise von 60 Dollar per Stück zu beschaffen, welche den Aktionären im Verhältnis 2 :1 angeboten werden sollen. * Schuhfabrik Herz A. G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte den bekannten dividendenlosen Abschluß. Wie bekannt, ist in der Generalversammlung vom 28. Ianuar 1928 Herabsetzung des Aktienkapitals der Gesellschaft auf 405 000 TM. und Wiedererhöhung um 875 000 Mk. beschlossen toot- 6en. Außer den 500 000 Mt. neuen Aktien, die der Großaktionär Eugen Kaufmann (August An- nctthan-Leder QL G., Frankfurt a. M.) übernommen hat, wurden wettere 95 000 Mk. Aktien gezeichnet, so daß das Aktienkapital nunmehr 1 Mill. Wt. beträgt. Die neuen Aktien lauten sämtlich über 100 Mk. Eine Ausgabe von Ak- tien über 1000 ML, wie sie ursprünglich geplant war, ist nicht erfolgt. Der Antrag auf Llmwandlung ber Vorzugs- in Stammaktien wurde zurückgezogen. Olls Folge der bekannten Erwerbung der FabrUanlagen der Firma Heroux & Leander QL»®, in Liqu., Offenbach a. TR., wurde Verlegung des Sitzes der Schuhfabrik Herz A.°G. nach Ofienbach a. M beschlossen. Auf Olktionärsanfrage wurde milgetetlt, daß die Gesellschaft, wie seither, sowohl mit eigenen, als auch mit gemieteten Maschinen arbeite. * Eisenwerke G a g g e n a u - 2l. - G., © a g • genau. Die Gesellschaft hat ihren Gläubigern einen Dergleichsoorschlag gemacht, wonach die Forderungen unter 500 Mark voll bezahlt werden sollen, während die übrigen Gläubiger 50 o. H. in bar, zahlbar Ende 1931, und 50 v. H. in Aktien, innerhalb von sechs Monaten für ihre Forderungen erhallen sollen. In der ersten Gläubigeroersamm- lung wurden diese Vorschläge von allen Rednern abgelehntt Es wurde eine Kommission gebildet, der einige Großgläubiger und Juristen und ein Beamter der Schwäbischen Treuhandgesellschaft angehören, die die Verhällnisse bei der Gesellschaft zu untersuchen und insbesondere die kaufmännische und technische Lebensfähigkeit des Werkes nachzuprüfen Haven. Der gerichtliche Vergleickstermin ist der 21. Dezember; einige Zett vor diesem Termin wird eine neue Gläubigeroersammlung einberufen ,De-■ e Commerzbank übernimmt die Bankfirma K ronen b e rger L So. Dre Sommern- und Privatbank übernimmt d-.el^fchafte der seit 40 Jahren bcst-henden Danksirma Kronen- berget & Lo.. Mainz. Kreuznach und Worms. Die Geschäfte in Mainz werden mit der dort Bereit bestehenden Filiale der Commerz, und Privatbank vereinigt, wahrend letztere in Kreuz, nach und Worms neue Zweigstellen errichtet. iirtcr Börse Frankfurt a. M., 27. Nov. Tendenz: zurückhaltend. — Zum heutigen Prämienerklärungstage kam ziemlich viel Material an den Markt, und es machte sich daher eine allgemeine Zurückhaltung bemerkbar. Das Geschäft blieb aus diesem Grunde klein und beschränkte sich im wesent- lichen auf einige bevorzugte Werte. Bei uneinheitlicher Kursentwicklung war die Grundstimmung nicht unfreundlich, da der gestrige feste Verlauf der Neuyorker Börse, die weitere Entlastung des heutigen Reichsbankausweises und der optimistisch gehaltene Wirtschaftsbericht der Deutschen Bank günstig ausgenommen wurden. Auch der weiter ziemlich flüssige Geldmarkt trotz des heutigen Ultimos gab der Börse eine kleine Stütze, aber trotzdem war eine gewisse Zurückhaltung nicht zu verkennen, so daß gegenüber der gestrigen Äbendbörse zumeist Kursabschwachungen bis zu 1,5 o.H. eintraten. Orders von Publikumsseite waren kaum eingetroffen. Nur das Ausland soll dagegen stärker als Käufer ausgetreten fein, was sc^inbar nur am Elektromarkt für Schuckert lutrifft, die daraufhin 3L v. H. gewinnen konnten. Ferner bestand noch für Bergmann mit plus 2,25 v. H. und Siemens mit plus 0,75 v. $). einige Nachfrage. Am Bankenmarkt hat Metallbank mit plus 2,75 d. 5). größeres Geschäft auszuweisen. Dresdener Bank und Danatbank konnten bis In.5). anziehen. Reichsbank lagen dagegen auf Realisationen bis 1 v. S). schwächer. Am Montanmarkt blieb das Geschäft nach wie vor minimal, und es traten auch hier Kursrückgänge bis zu 1,5 n. S). ein. Am Farbenmarkt bestand für J.-G.-Farben bei knapp behauptetem Kurse einige Nachfrage. Zellstoff Waldhof verloren 2 v. $)., Aschaffenburger baaegen gut behauptet. Schiffahrtswerte vernachlässigt und schwächer. Bon Autowerten verloren Daimler 2,5 o. $)., Adlerwerke gut behauptet. Am Rentenmorkt waren Umsätze kaum zu verzeichnen. Auch im Verlause blieb das Geschäft klein und beschränkte sich nur auf die anfangs bevorzugten Werte, die gut behauptet blieben und tellweise weiter etwas anziehen konnten. AEG. lagen 0,5 v. fj. höher, Reichsbank konnten auf einzelne Deckungen 0,75 o.H. zu- rückgewinnen. Die Grundstimmung blieb werter freundlich, da sich eine gewisseWiderstands- tätigtet! bemerkbar machte. Am Geldmarkt machte sich zum heutigen Ultimo eine naturgemäße Bersteisung geltend. Tagesgetd wurde auf 6,5 v. S). erhöht. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4,1932, gegen Pfund 20,346, London gegen Kabel 4,8520, gegen Paris 124,0750, gegen Mailand 92,59, gegen Madrid 30,09, gegen Holland 12,0750. Berliner Börse. Berlin, 27. Nov. Wie zu erwarten war, stand die heutige Börse im Zeichen des Ultimos. Trotzdem war die Tendenz bemerkenswert widerstandsfähig. Soweit nicht an einigen Märkten aus umgefallenen Stellagen- oder Prämiengeschäften Ware drückte, erfuhren die ersten offiziellen Notierungen keine größeren Veränderungen. Die Aussichten für eine baldige Beilegung des Ruhrkon- fliktes haben sich zwar immer noch nicht gebessert, und die Revisionsoerhandlungen vor dem Reichsarbeitsgericht sind nicht vor Mitte Dezember zu ermatten, doch besteht auf beiden Seiten wohl Neigung zu einer Einigung. Der Fortgang der Haussebewegung in Neuyork trotz zum Ultimo festeren Tagesgelbes (bis 7,5 v. H.) hatte nur informatorische Bedeutung. Dagegen fand der heute erschienene Reichsbantausweis schon etwas mehr Beachtung. Die Entlastung der gesamten Kapitalanlage der Bank um 153 Millionen, die Abnahme der Noten um 142 Millionen und die Besserung der Deckung um 2 bis 5 v. H. ist für die dritte Monats- wocke doch als recht befriedigend zu bezeichnen und makyte einen guten Eindruck. So zeigten die ersten Kurse keine ganz gleichmäßige Tendenzrichtung. Es entstanden im allgemeinen Abweichungen bis zu 2 v. H. nach beiden Seiten, wobei die Rückgänge etwas überwogen. Die Grundstimmung mußte sedoch als eher freundlicher bezeichnet werden. Kali- werte lagen 2 bis 3 v. H. gedrückt Kunftfeidenwerte 3 bis 4 o.H. niedriger. Soenfka minus 6 Mark. Anderseits konnten Voigt L Haeffner 4,5 v. H. und Metallbank 2 bis 3 o.H. gewinnen. Lebhafter gefragt waren wieder Schuckertaktien, die 3,60 v. H. höher einfetzen und im Verlaufe weitere 2 v. H. gewinnen konnten. Diese Bewegung übertrug sich auch auf die anderen Elektropapiere, die anfangs noch ruhig und wenig verändert lagen, und führte im Verlaufe zu 2- bis 3prozentigen Kurssteigerungen. Man führte diese Nachfrage nach Elektrowerten auf einen Wirtschaftsbericht eines bekannten Bankinstitutes zurück, der sich in der Hauptsache mit der Zusammenschlußentwicklung in der Elektroindustrie beschäftigt und durch die heutige Morgenpreise Verbreitung gefunden hatte. Deutsche Anleihen und Ausländer ruhig. Anatolier etwas schwächer, Mexi- kaner fest. Pfandbriefmarkt unentwickelt. Der Geldmarkt war unverändert. Auch im weiteren Verlaufe wurde das Geschäft im allgemeinen ruhig. Umsätze wurden meist nur per Ultimo Dezember getätigt. Der Elektromarkt stand wieder im Vordergründe des Interesses. Die Kurse konnten sich hier auf dem erhöhten Kursnioeau gut behaupten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. W.. 27. Nov. Der Frankfur- ter Produltenmarkt verkehrte in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor. Das Geschäft blieb nach wie vor klein, obwohl das Angebot von Provinzseite weiter gering bleibt. Nur für Futtermittel und für Brotgetreide bestand bet gut gehaltenen Kursen einige Nachfrage. Preis- veränberungen sind nicht zu verzeichnen. Es wurden notiert: Weizen 23; Roggen 22; Sommergerste für Brauzwecke 24—24,25; Hafer, inländischer, 22,75—23,75; Weizenmehl, süddeut- sches Spezial 0, 33,75—34,00; Roggenmehl 29,25 bis 30,00; Weizenkleie 13,50—13,60; Roggenkleie 13,75. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 26. Rov. Der Produktenmarkt eröffnete die neue Woche in ruhiger aber stetiger Haltung. Das inländ s.,e Brotgetreideangebot hielt sich weiter in engen Grenzen. Es zeigte sich wieder Nachfrage dec Exporteure, teilweise für Deckung früher getätigter Berkau e ins Ausland. Höhere Forderungen der Qktniu.er waren jedoch kaum durchzusetzen. Die Mühlen nahmen gleichfalls zu Samstagpreisen Material auf. Die Auslandafferten für Weizen lau.eten teilweise etwas entgegenkommender, Interesse besteht nach wie vor nur für sofort greifbare Partien, während Ausladungsware wenig Beachtung findet. Am LieferungSmarlt ergaben sich nur geringfügige Preisverschiebungen. Das Mehlgeschäft liegt bei unveränderten Preisen still. DaS Angebot billiger Roggenmehle ist ziemlich knapp geworden. Der Ha.ermartt tendierte stetig. Büchertisch. — Hilde Stieler: Monika Molander. In Leinen gebunden 7 Mk. Deutsche Verlagsanstall, Stuttgart. (598.) — Stuttgart. (598). — Die interessant erfundene Handlung des Romans spiell auf den wechselnden Schauplätzen von Bonn, Berlin und Zürich. Die schöne Monika Molander, aus fein- gebildetem Elternhaus stammend, fühlt sich, einem innersten schwärmerischen Drange gehorchend, zu dienender Liebe an den sozial und menschlich Unglück- lichen verpflichtet. Aus diesem falschen, halb kindlich unklaren Gefühl heraus taumelt sie von Erlebnis zu Erlebnis mit den sie umwerbenden Männern, läßt sich zur Heirat mit einem zügellosen, mäßig begabten Theaterhelden treiben. Dem Unglück dieser Ehe entflohen, findet sie Genüge in bescheidener Arbeit, bis sie dem berühmten Musiker, ihrem Lehrer, wiederbegegnet, in dessen Herzen sie eine ehrliche Leiden- schäft entflammt hatte. Nun gereift, erkennt sie die Größe dieses Gefühls und gibt sich rückhaltlos dem neuen Glücke hin. Ein reizvolles Stück Leben, Beginn und Vollenden eines Frauenschicksals, dessen Leitmotiv die reine, hingebungsvolle Liede ist. — Tips, der Pferdebändiger. Verlag Sankt Georg G. m. b.H., Berlin W 35, Genthiner Straße 15. Preis 4 Mark (592). Nach den Erzählungen des Kapt. I. G. Whythe-Melvitte „Im Wirtshaus zu Haycock" von Freiin M. v. Maltzahn übersetzt und bearbeitet. — Tips, der Pferdebändiger, führt uns in einen kleinen Flecken Irlands, wo sich das Leben immer wieder um Reiten, Reitjagden, Reiter und Pferde dreht, und wir werden umfangen von den drolligen, heiteren und oft auch merkwürdigen Erlebnissen des Mr. Softly, der mit gebrochenem Arm als stiller Zuschauer den lebhaften und lustigen Leuten und ihren Pferden betrachtend gegenübersteht. Tips, der Pferdebändiger, ist ein echtes, rechtes Reiterbuch, und die Bearbeiterin hat den fesselnden, sein-humorvollen Ton des englischen Urtextes so meisterhaft getroffen, daß er noch lange nach der Lektüre in uns nachhallt. Werner Heitinger hat mit über 50 famosen Zeichnungen in all-englischem Stil den Text bereichert. — Das Kulturleben der Griechen und 9t ö m e r in seiner Entwicklung. Don Geheimrat Pro- fessor Dr. Th. B i r t. Mit 20 Kupferdrucktafeln. In Leinenband 12 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leivzig. (594.) — Wer auch nur eines der käst- lichen Werke kennt, in denen Birt die Gestallen der Führer und Herrscher im alten Griechenland und Schach-Ecke. Bearbeitet von W Ordach Alle für die Redaknon bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeiger-". Problem Rr 189. Don K. A. L. Larsen. 4. e7-e6 Sf6-d5 8. hätte Schwarz e7 10. d7-d51 10. Dc2-b3 14. Sc6-d4 ! 5. 6. 7. das dem 1. d2-d4 2. c2—c4 3. Sbl -c3 14...... 15. TdlXd4 h7-h6 Lf 8 - e7 0-0 einen verlorenen Posten. 4...... 5. Ddl-c2 6. L$?5-h4 7. e2-e4 8. e4-e5? Verfrüht, besser Ld3. Jüdisch. Weiß: Nimzowitsch. Schwarz: Marshall. 1. Sg8-f6 2. b7-b6 3. Lc8-b7 Preisgekrönt im Turnier des Hannoverschen Schachklnbs 1926. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 6 Steine. Ke2; Tf2; Lb3, h2; Sd3, h4. Schwarz: 11 Steine. Ke6; Tc8, d6; La8, d8; Ba5, c5, d4, d5, d7, e7. Partie Nr. 122. Nachstehend eine Glanzpartie aus dem Kissinger Turnier: Ein feinet Zug, der 11. a3 verhindert. 11. e5Xdö 11. Le7xd6 12. 0-0-0 Der scheinbare Dauerngewinn durch 12. Lxd6, Dxd6 13. Sb5, Dd7 14. SXc7? würde wegen 14.....Sbc6l 15. Sxa8, Sxd4 die Partie kosten. 12...... 12. Sb8-c6 Marshall ist jetzt in feinem Fahrwasser; die Stellung ist für ihn wie geschaffen. Er löst das Problem aus seine Weise. 13. Lg3xd6 13. Dd8xd6 14 a2-a3 Nach 14. Sb5, erlangt Schwarz durch 14.....Df4+ 15. De3 (sonst a6), Dxe3 4- 16. fXe3, Sxa2 + 17. Kbl, Scb4 nebst Le4 + ein überlegenes Spiel. 4. Lei -g5 Dieser Fesselungszug erweist sich in der Folge als ungünstig. Der Läufer gerät später auf Richtig Dc2. 8 ..... 9. Lh4-g3 Nach dem Tausch auf . . bessere Spiel, aber diese Spielweise war Tertzug trotzdem vvrzuziehen. 9....., 9. Sd5 - b4 b Schwarz, d e d e Weiß. a b g b M » Die Pointe des Opfers liegt in folgender Spielweisc: 15. Dxb4, c5 16. Da4. Lc6 17. Da6, Df4 -f- 18. Kbl, Dxf2, wonach die weihe Dam« auf einem abgelegenen Winkel eingesperrt ist, Schwarz bereits zwei Dauern für die Figur erobert hat und in Kürze ein entscheidendes Angriffsspiel erlangen muh. 15...... 15. Dd6xd4 16. a3xb4 16. Dd4xf2 17. Db3-dl 18. Ddl-e2 19. Kcl -c2 Marshall trifft 17. Tf8-d8 18. Df2-f4 + 19 a7-a5! dauernd die stärksten Züge. 20 b4xa5 Dies ist etwas schwächer als 20. b5, aber hierauf würde der Nachziehende durch 20. ..., a5—a4 bis a3 zur Deffnung der a-Linie gelangen. 20....., 20. Ta8xa5 21. Sgl - f3 Weih kommt zu spät mit seinen Geschützen. 21...... 21 Ta5-al 22. kc2 - b3 22. b6-b5! Zerstört die weihe Königsstellnng vollständig. 23. De2-e5 Falls 23. cxb5, so Ld5 +. wenn jedoch 23. Sxb5, so Le4 nebst Ld3. 23 . . ., 23. b5xc4 + 24' Kb3-b4 24. Df4-cl 25. Sc3-b5 25. c7-c5!+ ®tn feiner Schluhzug! Aufgegeben. Diese Partie erinnert an Marshalls frühere Glanzzeit. Lösung des Problems Nr. 186. Don Josef Pospicil. 1. Ka3-a4! usw Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionsttsch. Frohe Fahrt. Hopp und Hupp stoßen aus einer Dar. StiMagelbesvffen. Dor der Dar steht ein Auto. Huppt Hopp: „Wollen wir?" Hoppt Hupp: „Wir wollen.' Hopp und Hupp steigen ein. Fahren los. Heber Stock und Stein, lieber Haus und Hof. Heber Hund und Henne. Heber Wald und Wiese. Kommt eine Drücke. Quer. Schreit Hopp: „ _ „Dist du verrückt?? Wohin fährst du??? Schreit Hupp: „Ich?? Ich denke immer du Rennbahn. Heinrich stürzt auf der Rennbahn Grünewald zum Toto und wettet sich für den Betrag eines Reichspfundes den Erstling „Pacemaker". Wie gesagt, ein Erstling, keines Menschen Auge hat „Pacemaker" jemals auf einer Rennbahn gesehen. Auch Heinrich nicht. Der Start ist gelungen. „Pacemaker" liegt am Schluß des Feldes und hat verzweifelle Aehn- lichkeit mit einem gefesseÜen Krebs. ... Dann, plötzlich fegt er los — um im nächsten Augenblick zusammenzubrechen. ... Ein schwerer Sturz. Eine Viertelstunde nach dem Rennen knalll in der Ferne ein Gnadenschuß — der arme „Pacemaker" hat seinen schweren Sturz mit dem Leben gebüßt. Heinrich geht zum Ausgang und hott einen Wurstmaxen: „Prima, prima, ganz frische Würstchen!!!" „Das nenne ich aber fix!" staunt Heinrich. (Lust. Dl.) Rom vor uns lebendig werden läßt, wird von einer Kulturgeschichte der Antike aus seiner Feder etwas ganz Besonderes erwarten. Mit unvergleichlich meisterlicher Kunst der Darstellung, gestützt auf wissenschaftliche Beherrschung des Stoffes, weiß Birt die Alltagsgewalt der Griechen und Römer vor uns hin- zuzaubern. Wir leben wirklich antikes Leben mit, wie es sich in den Tempeln und Palästen, in Theatern und Bädern, daheim und auf der Straße adfpielt. Wir treten mit Bitt ein in die gastfreundlich geöffneten Heimstätten der Alten und sehen mit Erstaunen, wie erhaben einfach und doch außerordentlich vielseitig sich ihr Leben gestallet. Der Traum von dem Jdealoolk der Griechen zerrinnt. Das Volk ist nicht ideal, es sind Menschen, die leben und leiden wie wir. Aber wir lernen sie kennen als ein Volk der Ideale. Und diese Ideale, Freiheit, Schönheit, Wahrheit, Genie vererben sie den Römern. So führt die schöne Linie der Aufwärtsentwicklung von der primitiven Unkullur der ersten Griechen bis zur Hochkultur der Römer. Auf Schritt und Tritt kommt uns die Größe dieser Kullur und ihr Zusammenhang mit der unsri- gen zum Bewußtsein. Deutlich prägt es sich uns auf, daß auch unsre deutsche Kullur die gleiche Entwick» lung durchgemacht hat, die wir hier mit Interesse und Spannung verfolgen. Dies betonen auch die launigen und humorvollen Vergleiche, die Bitt als die Würze feiner Schildeungskunst befonders liebt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Jranhfurt a- M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlutz-' l-Uhr- 1 Kur, , Kur« 1 Sch.us; ! Änjong Kur, ! Kur, Schtutz-! l-Uhr- stur» ) Äur» Sch^utz- finr» Ansang stur» Datum 26 11. 27. 11 26 II. | 27 11. Datum: | 26 11. | 27 11. •26.11. 27 11 1% tt KrttManieibt o 1927 Dt. •nl.-'Mblöl.-SdjulD mit üur to>..Rechien ohne ChtflDl.-Sedite 7% grants. Hyp.-Bt «otdvt. tnv kündbar bi« 1932 4%% Rheinisch» Hhv.-Bcmt Stau Soldos L.S.S abg BorkttegS-OVIigation rüdtablbar 1932 4% Schweiz BundeSb^Lni.. 4% Ceficnetd)i|d)e Goldrte.. 4,20% Ceften Silberne. . . . 4% Oesterreich etnheitl 8Ut 4% Ungarische Goldrte. . . 4% Ungarische Staattr. v. 1910 4% Rumänen conveN. Rte. Rumänen Goldonl. von 1913 Wg. Deurich» ütieo'-ah» ■ Harndurg-Amettka Saiel k Hamb.-Lüdam Damvssch- ■ 8 yansa Dampfichtss Rorddeutscher Lloyd - 6 Xag Deutsche Creditanst. 10 Barmer Bankverein K Berliner Hanbelegesellsch. 12 Kommeti- und Prtoai»Bank 11 Darmft. u Nattonalbank 12 Deutsche Bank 10 Dtlkonto-GeieUschasi Bat . 10 Dresdner Bank . - 10 Mitteldeutsche Lredttdwtt . . - 9 UeUHbonl..... 8 WM ...... U 87.4 51,1 14.65 90 80,65 96.5 2.65 25,8 25,2 1,7 10.5 21 144.75 143 139,25 • 88,5 291,o 168.25 161.7, 1-8.5 332 i | i , | | | 1 1 i 1 | l 1 i 2 «IM ' 8 « 1 ' 1 1 T5 ' Sro -7.5 »1,1 14,65 - 32,13 2.65 25,8 1.8 13 13 12.9 20,4 •43.65 180,5 178.25 143.5 136,75 139,0 i»z.7o 188.75 462 .»8,13 l"2 168.5 420 141,5 333 51,1 14,6 1,8 12,9 143,4 180 143 136,7u 139,7. ek»2 188.2.) m iö8,lo 161.- 169 220 14!.<5 31.75 Ü.E.S ..... S Bergmann ....... 9 Glefn. Stefeningei. . . . . 10 L:Lt und Kraft ..... 10 Helten 6 Guilleaume.... -6 Ges. f. Elektr. Untern..... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr. .......9 Schles.Elektr. . .... W Schuckett ........ 8 Siemen» S HalSke ..... 12 Trantradio ..... 8 Labmever & Se....... 10 Buderui ....... 6 Teutsche Erdet ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 (tielsenkirchener ... $. H 3- 4 Parvener ...... . 6 Haesch Eisen. ........ 6 Ilse Bergbau ...... 8 Klbcknerwerke ........ 7 KSIn-Neuessea. ....... 9 Mannesmann ...... 8 Mansselbet 7 Oberschles. Eisenü. Dedars ... 5 Oberschles. LoUwerke . 6 Bhünii Bergbau 5*4 Rheinische Braunkohlen. . 10 Rheinstahl l- % 3<* Riebeck Montan 7,2 bereinigte Stahl»......6 O tatst Minen . . . . . • »h ft all üscherSleben .... 10 Roll Westeregeln .....10 Kaliwerk SaUderkurth 15 0.zarden-Znonstr» ... 12 Dhaami! Röbel . ......6 Scheide an stall ....... 9 Goldschmidt ....... 6 Rutgers wette........• MetallgeievschM......U 186.21 225. ö 252 153 '66.5 .1 411 173,25 86 123,5 134 23.5 115 128 115 111 91,75 270.1 137 93.25 277 277.5 491 i61.5 '8.5 103,fi 186 227 75 171.25 250,75 265 246 411.7o 85.75 138.75 122,5 127 91.1 269 U6 ’M 189,5 103.5 197 18«.., 225.5 171.25 250.. 15.3 4 266 146.25 158.25 229.5 241,9 411. v 158 25 174.fi 86,5 138 121 122.5 133.75 132,5 234 HU 129... 128 115 111,5 115.25 91.5 270 1.6,5 150,25 92.75 1,25 277 277.5 491 261.25 122,5 98 103,5 186,4 171.25 250.5 153,9 265.2. 147 158 228.75 445.- 411,5 159,5 173 86 137,75 122.5 133.7o 133 233 110.5 130 128 114-20 111,6 115.70 91 270 136 93 4.25 274 489 .61,5 122 99,25 103,4 ^rwibfuri a. M Berlin Schlud-s stur» i l-Uhr. Kurs Sch.ujr-s illnsang sturb , stur» Datum: 26. 11 | 27. 11 26. 11 27. 11. Philipp Polzin arm......7 Heidelberger Eemntt .... 10 Le ment Karlstadt .....8 ©flni 8,24 ■>8,36 58,25 58,37 Christian ta 111,72 111,94 111,72 111,94 Kovcnbag-n 111,72 111,94 111.74 111,96 etzxfboün 112,02 112,24 111,97 112,19 Helstngiors. 10,543 10,563 10,539 10.559 Stalttn . . . 21,945 21,985 21,95 21,99 London. . . 20,327 20,367 20,323 20,363 Nenvort . . 1,19011 4.198-1 4,1890 4,1970 Parts.... 16,37 16,41 16,38 16,42 Schwel» . . >0,72 80,83 50,69 -0.85 Svanirn . >7,52 67,66 >7,51 67,65 I av cm . . . 1,936 1,940 1,931 1.935 mio de San- 1.5005 4.5025 '.5005 0.5025 Eien tn j C-eft abfleft. >8,-05 59,.25 Jö,90 U9.02 Prag 1-, 41t 12.438 12,417 12,437 Bell rad . 7.363 7,377 7,368 7,382 B n davest. . '3.06 -3.20 73,05 73,19 Blllaarien ,037 --,043 >,027 3,03.3 Lissabon 18,71 18,75 18,68 18,72 Daiuig. . . 81,27 >1,43 51,28 81,44 Sitlxn. . . 5.425 5*435 M25 M35 Canadn 4,195 4,203 4.195 4,20.3 • 4,286 4,294 1,286 4,294 0.85 *0,89 0.845 >0,885 VERKAUF Wetzlar, Eisenmarkt Gleisen, Seltersweg IO369A bis Freitag 30. November ~T\ I ? Q [ AT? aus Kleider- und Seidenstoffen sowie r\ r2 v 7 JL I 2 Weiß- und Baumwollwaren aller Art Sämtliche Reste sind auf Extra-Ti sehen im Parterre ausgelegt! Jeder komme, denn es sind nur Qualitätswaren zu wirklich billigen Preisen im Verkauf! t —lawwiimnju IUI wi hi m Billiger RESTE Herzliche Einladung zur VI. Glaubens-und Missionskunferenz des Missionsbundes Licht im Osten vom Mittwoch, dem 28. November bis einschL Sonntag, den 2. Dezember, in Gießen, Saal der Stadtmission, Löberstr, 14 General-Thema: „Was hat Christus der gemeinde der Gegenwart zu sagen“ Offenbarung 2 und 3 Mittwoch, den 28. November, nachmittags 3.45 bis 5 Uhr: Bibel- und Gebetsstunde (Pfarrer Christlieb). — Abends 7.30 Uhr. Begrüßungs-Vortrag (1. Stadtmissionar Schmidt, 2. Direktor Kroeker). Ausführliches Programm zum Preise von 50 Pfennig zu haben in der Buchhandlung der Pilgermission, Plockstraße 4, und am Saaleingang. Eintritt frei! Jedermann herzlich willkommen! 1038ID Von Dienstag, den 27. bis etnschliehl. I Oberhess. Gesellschaft Donnerstag, den 29. Nov. veranstalte für Natur- U. Heilkunde ich in meiner Wohnung eine Cafe Astoria Mittwoch, den 28. November 1928 Letzter TANZ-ABEND vor Weihnachten = Geöffnet bis 4 Uhr! —— 08318 Ausstellung von Kindcrkleidchen, Handwebereicn und anderen künstlerischen Arbeiten. oesoe Helene Roese Südanlage 22, Hinterhaus. (naturwissenschaftliche Abteilung) Haupt-Versammlung Donnerstag, 29. November, 8'/« Uhr abends, im Hörsaale des Forstinstitnts, Braugasse 7 (Altes Garnison-Lazarett). 1. Kurze Mitteilungen (Herr Prof. Dr. Uller): Die Wellonausbreltnng nach verschiedenen elektrodynamischen Theorien 2. Vortrag des Herrn Prof. Dr. Din gl er: Entomologenfahrt nach Nordamerika (mit Lichtbildern) l03TiD / ioÄüe N < Hygienische Artikel) sämtliche Gummiwapen iDrofiorie Wlnterhoffl \ Kreuzplatt 10 Hygiene Hießen im Sieht Jubiläums -Veranstaltung vom 8. bis 16. Dezember Alle diejenigen Geschäfte, die eine Aufforderung zur Losanmeldung für die Warenlotterie während der Werbewoche nicht erhalten haben, werden hierdurch aufgefordert, die gewünschte Anzahl Lose uns umgehend mitzuteilen. Verkeßrsverein Gießen e.T. Lichtbilder-Vortrag Donnerstag, 29. Nov., 8.30 Uhr abds., im gr. Hörsaal der Universität spricht Herr H. Borrmann, Dozent an d. Deutschen Hochschule f.Leibesübungen in Berlin,über Rudern, der Sport fiiralle Hierzu laden wir unsere Mitglieder, alle Sportfreunde (auch Damen), die Wassersport- u. übrigen Sportvereine frdl. ein. Eintritt freil Gießener Ruder-Gesellschaft 1877 AMAN Ilm eS jedem au er- mögL sich solche an- fertigen zu lassen, seve ich von jetzi biS Weihnachten Zähne vr. Stück zu 2 2t in Kautschuk ein, ohne icßL vtebenk. unter Gar. Kran Könlgor, Dentistin, Steinst.29. Speise-und Galatkartoffeln in vrima Qualität, empfiehlt billigst W, Hankel, Neuen Bäue 7, Televh. 612. 45D Sofas, Chaiselongues Klubsessel l025iv erstklaseig in jed.Beziehung. Zahlbar roonatLnur Rm.lO.— trotz bilLPreise. Lieferung erfolgt franko Haus. Lang- jäbr.Garantie. 1 ragen Sied.Postk.an Rich. Langenbach, Bürbach i.W. Mgellera (Oasen) die fleißig arbeiten und Gelb verdienen wollen, wird angenehme Tätigkeit durch Besuch eines besseren Privatpublikums in Gießen geboten. Äedingunq: einwandfreie Arbeit. Gründliche Einarbeitung durch einen Fachmann. Provision wird täglich aus- gezahlt. Meldung Dienstag und Mitt- woch 9-11 und 3-5 Uhr Gasthaus 10367V Karl Doller, Bahnhofstraße 53. O€dar Gesellschaft mb.H..BerlinN20 Die grösste Freude bereiten Sie einer Hausfrau zu Weihnachten mit einer praktischen Gabe.Um ihr die Reinigung von Möbeln^Fussböden etc. zu erleichtern, schenken Sie ihr einen OCedar Mop u. eine Flasche OCedar Polirur. Das ganze Jahr wird sie Vergnügen daran haben und es dem Spender stets danken. Sie finden kein angenehmeres Weihnachtsgeschenk für sowenig Geld. 3. Berichterstatt, d. Vorstandes, Wahlen. Gäste willkommen.Dir Vorstand. Zum Lithtiesl! Moderne Lichtreklamen Buchstaben, Schilder '»3720 Lichtbuchstaben,Transparente Hein* Pohl Frankfurt a. M^ Gutleutstra&e 164 Tel.: Spessart 63686 und Maingau 76678 Mittwoch, den 28. November, versteigere ich Neuenweg 28 (im £ömen) zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Piantno», 1 Nähmaschine, 1 Kleider- schrank, 1 Echreibttsch mit Aussatz 1 Gehrock, 1 Badentheke, 2 Vertikos, 1 Trumeaursviegeb 1 Partie Schuh- macherleisten, 1 Waschkommode, em Bülett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 6 Stühle, 1 Thatselongue, l Zimmer- tevvtch, 2 Ladentheken, 1 kl. Holzkasse, AuSuellunaSgeiähe, 1 Kachelofen, eine Aeid schmiede, 1 Stegherd, 1 irischer Cfett. 10377D 2. Bestimmt: 1 gebrauchtes Herren- Nabrrad. Junker (SericktSvollzieber In Giesten tzloeihcstrgstc 29, Tclevbou 1383 es wird Ralt ? KUWW W' h *" • Onkel Frlerig merkt des mit Sdiredten am ständigen Sinken des Bade- Thermometers. Besonders des Morgens und des Abends kommt ein ganz eisiger Luftzug durch die Fensterritzen, so dafc man jetzt unbedingt an den Einkauf eines praktischen Ofens denken mufc. Die schönsten Oefen und die gröbte Auswahl, besonders an Oranier-, Junker * Ruh und Esch-Dauerbrandöfen finden Sie bei mir. Ich liefert Ihnen den Ofen, wie er zur Gröhe Ihres Zimmers palt, erkläre Ihnen genau die kohiensparende Innenkonstruktion und übernehme Garantie dafür, dafa Sie sich fortab behaglich fühlen, selbst dann, wenn die Fenster vor Eisblumen starren werden. Sehen Sie sich auf jeden Fall meine reichhaltige Auswahl an. J.B. HÄUSER GIESSEN NEUSTADT S6 0873A o - Cm *•■*** — = c,=55i; 1 6bt-3(6 o o* '|8s8U* s?M5 Nr. 279 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Dienstag. 27. November (928 mehrstimmig eingeübt; die mit gewohnter Sicherheit und schönem Ausdruck vorgetragenen Lieder trugen wesentlich zur Erbauung der Gemeinde bei. Auf dem Veitsberg wirkten die Schulkinder und der Gesangverein mit. Organist Lehrer Herber hatte mit den Kindern zwei Chöre eingeübt, die sich stimmungsvoll in die Feier einfügten, der Gesangverein, in Verhinderung des Dirigenten ebenfalls von Herrn Herber geleitet, sang zum Schluß: „Wie sie so sanft ruhn." Auch in Harbach, wo die vierte Feier zu ungewohnter Stern de stattfinden mußte, hatte sich eine zahlreiche Gemeinde versammelt, und die Kinder trugen einen von Organist Lehrer Faber eingeübten Chor vor. 3m Kirchenjahr waren verstorben von Göbelnrod 3 Gemeindeglieder, darunter ein Kind, in Reinhardshain 4. von denen ein Mann 91 Lahre alt wurde, in Beltershain 4, darunter ein Kind, in Saasen mit Bolln- bach 5, in Harbach 3, darunter ein Kind. c Göbelnrod. 26. Aon. Bei der Venlo o hl des Kirchenvorstandes wurden die Mitglieder des seitherigen Kirchenvorstandes wiedergewählt, dazu als Ersatzmann für den verzogenen Lehrer Bornmann Beigeordneter Heinrich Kern. Der Kirchrnvorstand besteht somit mit aus Bürgermstr. H. Weber, Hch. Belten Vlll., Georg Weber, Konrad Blei, Heinrich Sann und Heinrich Kern, die beiden ersten sind, wie seither, auch Mitglieder des Gesamt'irchenvorstandes Wirberg. Ferner wurde von der Kirchengemeinde- dertretung noch Lehrer Allendörfer als Organist in diese Körperschaft berufen. : Beuern. 26. Rov. Bei der hiesigen Treibjagd wurden unter Schonung des -Rehwildes 21 Hasen und 2 Füch e zur Strecke gebracht. — Die Holzhauerarbeiten werden diese Woche im Gemeindewald ihren Anfang nehmen. Dis jetzt haben sich 32 Mann dazu gemeldet. — Der hiesige Volksbildungsverein wird jetzt seine Tätigkeit für den Winter wieder aufnehmen. Es sind schon mehr:r Redner für Vorträge mit Lichtbildern gewonnen. Die von der Bevölkerung fleißig in Anspruch genommene Bibliothek ist um 82 Bände bereichert worden. (X> @ r ü n b e r g, 26. Nov. Im hiesigen Stadtwald verunglückte heute morgen der etwa 18 Jahre alte Arbeiter Ernst Fißler, Sohn eines hiesigen Schuhmachermeisters, beim Holzfällen töd - l i ch. Der junge Mn.in stürzte beim Umziehen eines Baumes über einen Ast und konnte nun dem fallenden Baume nicht mehr rechtzeitig ausweichen. Der stürzende Baum traf den bedauernswerten jungen Menschen so schwer, daß derTodaufderStelle eintrat. cP Grüningen, 26. Rov. Wie int „Gießener Anzeiger" schon berichtet, war die Konzession für die Autolinie Gießen — Steinberg — Grüningen —Holzheim — Gambach dem Unternehmer Schneider (Garnbach) durch das Ministerium widerruflich erteilt worden. Das Ministerium hat nunmehr die Konzession gekündigt. Vom 15. Dezember ab will die Hessische Automobil-Gesellschaft den Verkehr auf der Strecke übernehmen. Hierdurch kommt der jetzige Inhaber in große Schwierigkeiten, zumal ihm durch die Inbetriebnahme mehrerer Wagen und dutch den Dau einer Autohalle große Unkosten entstanden sind. Mit dem feitbengen Betrieb war die Bevölkerung sehr zufrieden, da durch Schneider alle Wünsche hinsichtlich des Fahrplans in weitgehendem Maße berücksichtigt wurden. Außerdem wird aller Voraussicht nach der Fahrpreis mit 6 Pf. für den Kilometer von keinem anderen Unternehmen gehalten bzw. herabgesetzt werden können. Aus diesen Gründen werden die Gemeinden kein Mittel unversucht lassen, daß der jetzige Inhaber der Konzession den Betrieb weiterführt. Die Bürgermeister der interessierten Orte haben schon diesbezügliche Schritte unternommen. ch Lich, 26. Nov. Wie in den vergangenen Jahren, so versammelten sich auch diesmal wieder am Totensonntag nach Beendigung des Dormittagsgottesdienstes viele Angehörige unserer Gemeinde vor dem Denkmal der Gefallenen des Weltkrieges. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr, unter Leitung ihres Kapellmeisters Philipp Sommer, spielte ergreifende Weisen, Stiftsdechant Kahn würdigte in seiner Ansprache die Verdienste unserer Gefallenen. Der Arbeitergesangverein, unter Leitung seines Dirigenten Friedrich Textor (Garben- Wenige Minuten später tauchten die schlanken Umrisse einer jungen Frau am letzten Treppenabsatz auf. Ein ängstliches Forschen! — Ein leiser Schrei. Hastig kreischte ein Schlüssel, und eine Tür flog heftig ins Schloß. „Hans!" Drinnen im Flur wurde ein eiliger Schritt vernehmbar und die beruhigenden Worte Feh- manns. „Du hast dich getäuscht, Hilde. Ich werde nachsehen!" Das Licht des Ganges fiel breit auf die Treppe und beleuchtete einen Mann, der, nach vorne gebeugt, schlaftrunken auf den Stufen sah. „Ioachrnr!" Hettingen sah auf und blickte dem Doktor ruhig ins Gesicht. „Ich habe hier gewartet, damit du nicht weit zu gehen hast, wenn du mich etwa brauchen solltest." „Joachim!" Fehmann griff nach dessen Händen und hob sie dann nach seinen Augen, aus denen eine rieselnde Flut ihm über die Wangen rannt. „Hilde, laß die Tür offen! Offen lassen, Hilde." Er zog den Freund mit sich hinein und drückte sie dann mit dem Fuße zu. „Kind, lauf nicht davon: das hier ist Joachim Hettingen — mein Freund und auch der deine. Ich habe ihm alles erzählt. Du brauchst dich nicht zu schämen" Die junge Frau stand mit zitternd geneigtem Körper und wagte nicht aufzusehen. Joachim beugte sich über die bebenden Finger, aus deren hastendem Klopfen er die Angst dieses armen Herzens fühlte. „Darf ich für einen Augenblick hereinkommen, gnädige Frau? Mein Rücken und meine Füße find momentan ganz steif, Hans hätte mich wohl bis zum Morgen sitzenlassen, wenn Sie sich meiner nicht erbarmt haben würden. — Alnd dann möchte ich Sie bitten, mit Hans mein Gast zu fein und mit mir in irgendein hübsches Restaurant z»i gehen. Ich habe mir diese Freude redlich verdient, denn es hat sich, weiß Gott, wirklich nicht weich gesessen, draußen auf den Brettern." Fchmanns Augen brannten in denen Hettingens. „Wollen wir nicht hier ein kleines intimes Abendessen arrangieren?“ teich), und der Wännergesangrerein Cacilia, unter Leitung von Lehrer Dörrner, bereicherten die Feier durch stimmungsvolle Chorlieder. Am Rachmittag fand auf dem Friedhof eine Gedächtnisfeier für die Entschlafenen statt, die von dem Posaunenchor, geleitet von Herrn AI h r - han, eröffnet wurde. Stiftspfarrer Lic. Schor- lemrner hielt eine Ansprache, die drei städtischen Gesangvereine Cäcilia, Einigkeit und Roth- scher Männerchor, letzterer von Lehrer Stein geleitet, trugen passende Chöre vor. Anschließend sangen die Gesangvereine ihren auf dem Friedhof ruhenden früheren Dirigenten. Trotz der sehr schlechten Witterung war die Feier sehr gut besucht. lllRonnenroth, 27. Rov. Anläßlich des gestrigen Totenfestes fand auch in unserem Orte eine G edenkfeier für die Gefallenen statt. Der Kriegerverein nahm mit Fahne an dem Gottesdienste teil, der Gesangverein „Liederkranz" brachte zwei stimmungsvolle Chöre zum Vortrag. Am Schlüsse des Gottesdienstes wurden von beiden Vereinen Kränze am Gefallenendenkmal niedergelegt. ! Aus dem mittleren Horlofstal, 26. Rov. Man kann in der letzten Zeit hier immer mehr die Beobachtung machen, daß Landwirte ihre in der Nähe der Dörfer liegenden Wiesen als Viehweiden einzäunen. Die Einfriedigung ist zum Teil von sachkundigen, aus den Weidegebieten Rordbeutschlands berufenen Monteuren vorgenommen worden. Ein nicht geringer Teil des auf diese Weiden kommenden Viehes gehört der schwarzbunten Rie - derungsrasse an. Verschiedene Landwirte haben sogar die Reise nach Ostfriesland unternommen, um das Vieh dort zu holen. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 26. Nov. Anläßlich des gestrigen Totenfestes veranstaltete der Evangelische Kirchenchor eine musikalische Weiheft u n d e zum Gedächtnis der Toten unter Mitwirkung von Frau Dr. Colatz (Gießen) Sopran, Frau Studienrat Schaum (Friedberg), Alt, Herrn Marguth (Bad-Nauheim), Tenor, Polizeimajor Hofmann (Butzbach), Baß, Pros. Dr. K. Schmidt (Friedberg), Orgel, und Studienrat M. Werner (Butzbach), Leitung. Die St. Markus- kirche, in der die Veranstaltung stattfand, war dicht besetzt. Abends hielt der Zweigverein des 23. H. C. in der Aula der Stadtschule eine Feierstunde zum Gedächtnis der Gefallenen im Weltkriege ab, wobei Pfarrer Schneider die Gedächtnisrede hielt. Die Feier wurde umrahmt durch Gesänge der Gesangsabteilung des V. H. C., Gedichtvorträge des Prof. Dr. Werner und musikalische Darbietungen der Frau Prof. H o rst. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 26. Rov. Der G emeinde- rat unserer Stadt Büdingen erledigte in seiner jüngsten Sitzung zunächst eine Eingabe des Verbandes deutscher Jugendherbergen, Gau Main- Rhein— Lahn- Fulda, wegen Erbauung einer neuen Jugendherberge. Der Platz wurde durch G emeinderatsbeschluh vom 21. Juni ds. Is. zwischen den beiden bereits bestehenden Herbergen auf dem landschaftlich reizvoll gelegenen „Erlenküppel" bei Büdingen schon bereit gestellt. Außerdem hat sich die Stadt be- reiterllärt, bedeutende Raturalleistungen zu besagtem Reubau kostenlos beizusteuern. — Das Arbeitsamt Gießen hat an die Stadt das Ersuchen gerichtet, zwecks Einrichtung einer Nebenstelle in Büdingen die nötigen Räume bereitzustellen. Der Gemeinderat ist damit einverstanden, daß ein Raum von den Bureauräumen der Bürgermeisterei abgeteilt und dem Arbeitsamt Gießen für die Einrichtung der Nebenstelle zur Verfügung gestellt wird. Als Miete wird der Betrag von 30 Mk. monatlich festgesetzt. — Die Feldgeschworenen sind um Erhöhung ihrer Vergütungen eingekommen. Der Gemeinderat schlägt dem Kreisamt vor, die Gebühren der Feldgeschworenen für die Gemarkung Büdingen auf die jeweilige Höhe der Tagelöhne für einen neunstündigen Arbeitstag der gewöhnlichen Tagearbeiter festzusehen. Bei einer Beschäftigungsdauer (einschl. Hin» und Rückweg) von weniger als 5 Stunden soll die Entschädigung die Hälfte der Tagessähe betragen. — Die Hundesteuer für das Kalenderjahr 1929 wurde in gleicher Höhe wie für das Jähr 1928 festgesetzt. Die Steuerfreiheit für die „Heute nicht! Ein andermal, mein Lieber! — Heute wollen wir Menschen um uns sehen! Viele Menschen! Alnb etwas Musik haben und uns bedienen lassen! — Gott, wenn man solch schönes junges Weib hat, muh man es doch auch zeigen. „Es weih niemand darum," warf Hilde mit dunklem Erröten ein. „Gut! — Dann lassen wir Sie als die Braut von einem von uns beiden gelten. Wir werden Ihnen um die Wette den Hof machen, gnädige Frau. Ich bin neugierig, wer den Sieg erringt." Er nahm ihre bebenden Hände hoch und kühte sie in Ehrerbietung. Fehmann ging nach der Türe eines Nebenzimmers und bat seine Frau mit den Augen, ihm zu folgen. „Entfchuldige uns für zehn Minuten, Joachim! Auf dem Schreibtisch findest du Bücher." Als der Doktor kurze Zeit später wieder eintrat, sah er eine Tausend-Schillingnote neben seinem Notizblock liegen. „Joachim!" Beide seiner Hände hoben sich langsam und streckten sich Hettingen entgegen. Der lachte. „Komm, mein Alter, mach nicht solch ein Gesicht, als hätte ich dir die schwerste Kränkung zugefügt. Cs soll nur ein Darlehen sein, das du mir bei Gelegenheit wieder zurückgeben kannst, wenn es dich drückt. Mehr nicht. Alni> nun sprich nichts weiter darüber und verdirb deiner Frau den Abend nicht, den ich euch beiden so schön als möglich gestalten will." Alnb dann kam Hilde in schlichtem, weißem Kleid, das ihr etwas unendlich Keusches, Mädchenhaftes gab. Ihre Augen ruhten groß auf Hettingens Gesicht, wurden plötzlich starr und glasig und von quälender Angst erfüllt. Ein Erschauern, als ob ein Kältestrom sie durchrieselte, ging über ihren Körper. „Was ist?" Fehmann sprang auf sie zu und legte den einen Arm um ihre Mitte. „Bist du nicht wohl?" Ihr Blick hing noch immer abwesend an Joachim. Besorgt sah Hettingen in ihr Weihes Gesicht. „Wollen' wir lieber zu Hause bleiben, gnabige Frau?" Hunde der Fcldschühen wurde aufgehoben — Der Gemeinderot billigte den vom BittHäbmeister und der Finanzkommission eingenommenen Standpunkt bezüglich des Deamtenwohnhau- ses der Reichsfinanzverw'altung am Steinweg und genehmigte die vorliegenden Vertragsentwürfe unter dem Vorbehalt, dah die im Beschluß der Finanzkomnnssion bezeichnete besondere Airkunde spätestens gleichzeitig mit der Ausfertigung der gegenwärtigen Verträge zu- gefertigt und unterzeichnet werde. Im übrigen wurde der Bürgermeister ermächtigt, vor Abschluß der Verträge weitere Verhandlungen hinsichtlich des Verzichts auf die hypothekarische Sicherung der Darlehen zu führen. — Der Friedhof im Großendoof wird zur Zeit erweitert. Neues Gelände für ■ die erforderlichen Wege syll von dem Grundstück der Karl Hüter Ww. genommen werden. Die Eigentümerin verlangt Schadenersatz. Alnter Ablehnung des Anspruchs auf Vergütung des Weggeländes im Rahmen des Genieinderatsbeschlus- ses vom 13. September ermächtigte der Gemeinderat die Baukommisfion, über den inneren Ausbau des Friedhofes abschließend zu befinden und weitere Verhandlungen mit den beteiligten Grundbesitzern zu fuhren Es wurde ausdrücklich festgestellt, daß der Gemeinderatsbeschluß vom 13. September nur eine Regelung bezüglich des in den Friedhof fallenden Geländes vorsieht. Die Ersatzleistung für das dem allgemeinen Interesse dienende Weggelände ist Sache der Feldbereinigung. Es sollen jedoch mit der Karl Hüter Ww. weitere Verhandlungen gepflogen und nochmals eine gütliche Regelung versucht werden — Landwirt Wilhelm Kaufmann kam um Genehmigung zur Errichtung einer Sandgrube im Distritt Paulstein ein. Der Antrag wurde an die Waldkommifsion verwiesen, die in Verbindung mit dem Forstamt Büdingen dem Ersuchen dann nähertreten soll, wenn in einem abzuschließenden Pachtvertrag Sicherungen für eine größere finanzielle Ergiebigkeit der Anlage gegenüber dem derzeitigen Stand aufgenommen werden. nd. Nidda, 26. Rov. Das Totenfest wurde hier in erhebender Weise kirchlich gefeiert. Der Hauptgottesdienst in der Turnhcllle war aus dem ganzen Kirchspiel stark besucht. Der hiesige Kriegerverein nahm daran geschlossen mit umflorter Fahne teil, der ev angel. Kirchenchor trug unter Leitung von Mnsik- lehrer Ackermann das ergreifende Grablied „lieber den Sternen" vor. Dekan Scriba beantwortete in seiner Predigt die Frage: „Wohin sollen wir gehen?" Zum Schlüsse verlas er die Hamen der 44 im verflossenen Kirchenjahr Verstorbenen des Kirchspiels. Davon waren 28 aus Ridda, 8 aus Alnter-Schmitten, 6 aus Kohden und 2 aus Michelnau. Die am Ausgang des Gottesdienstes erhobene Kosiekte war für die Kriegsgräberfürsorge bestimmt. Rach dem Gottesdienste marschierte der Kriegerverein zu dem Kriegerdenkmal der Helden von 1870/71 und dann zum neuen Kriegerdenkmal der Opfer des Weltkrieges am Iohanniterturm und ließ mit ehrenden Gedächtnisworten je einen Kranz niederlegen. Trotz des schlechten Wetters war nachmittags der Vesuch der beiden Friedhöfe sehr stark. Die Gräber waren diesmal in besonders reichem Maße mit Zeichen der Liebe geschmückt, wie wohl in keinem der früheren Jahre. — Gestern wurde zum letzten Male Gottesdienst in der Turnhalle gehalten. Nächsten Sonntag findet die Einweihung unserer wiederhergestellten Kirche statt, wozu vom Landeskirchenamt der Präsident Prälat D. Dr. Diehl aus Darmstadt und der Superintendent Wagner aus Gießen ihr Erscheinen zugesagt haben und Ansprachen halten werden. Der evangelische Kirchenchor, der Männergesangverein „Sängerkranz" und der Arbeitergesangverein „Eintracht" werden bei der Feier Mitwirken. Kreis Schotten. V Gedern, 26. Nov. Jetzt wurde hier ein Verkehrsvere.in Gedern gegründet. Der Verein hat den Zweck, dem Publikum der benachbart enTörfer Gelegenheit zu verschaffen, auf bequeme Art hierher zu gelangen. Der Vorstand besteht aus Bürgermeister Müller als Vorsitzendem und Kaufmann Max Rothenberger als dessen Stellvertreter, sowie aus sechs Beisitzern. Als solche wurden Bäckermeister W. Seine Worte brachten sie zum völligen Erwachen „Es ist nichts, wir können gehen!" Ihre Augen standen wieder groß und ruhig, nur die schmalen Hände, mit denen sie das aschblonde Haar aus der Stirne strich, zitterten noch wie im Schrecken nach. Ehe Feßmann draußen die Flurtüre ins Schloß drückte, hielt sie ihn einen Moment am Aermel seines Mantels zurück. „Erinnere mich an etwas, wenn wir nach Hause kommen! Wer vergiß nicht, Hans! Vergiß nicht! Es wäre fürchterlich" „Gewiß, Kind! Ich werde nicht vergessen." Sie vorsichtig unterfassend, führte er sie die Treppe hinab. Die märchenhafte Deckenbeleuchtung des Parkhotels warf Brände von Licht auf den blattgrünen Riesenteppich des Vestibüls, über dem sich die zartsarbenen Wedel indischer Palmen zur steilgewölbten Kuppel streckten Die breiten Glastüren zum großen Speisesaal glitten zurück, als Hettingen eine Nische für sich und feine Begleiter wünschte. Von der erhöhten Balustrade grüßte die Musik des dreißig Mann starken Orchesters, dessen Dirigent der Zigeuneraristokratie angehörte. Ge- dÄnpftes Sprechen — verhaltenes Lachen! Ateber die Blumen hinweg, die sich auf blendend weißem Damast hochstreckten, flogen brennende Frauenblicke zu dem Kapellmeister, dessen Augen unter tiefschwarzen Wimpern verschleiert lagen Hildes Blick ruhte auf den blütenzarten Racken und Wangen der Vertreterinnen ihres Geschlechtes, auf deren wundervoll gewelltem Haar, deren kostbaren Toiletten aus Seide, Georgette und Lamee mit dem funkelnden Geschmeide darüber. „3ch Passe nicht herein!" dachte sie ganz entsetzt und sah an ihrem einfach schlichten weihen Kleid herab, das obendrein ihr bestes war. Wie aus- gestoßen aus der Gesellschaft kam sie sich vor und wünschte nichts, als von hier weg in ihre ärmlich stille Häuslichkeit fliehen zu können, wc» niemand als der geliebte Wann um sie war. (Fortsetzung folgt.) s Nachdruck verboten. 6. Fortsetzung 5 6 c der am Oberheffen. Landkreis Gießen. d* o „Joachim!" Feßmanns Stimme flackerte in die Stille des Zimmers. „Joachim!" An der Tür wandte sich Hettingen noch einmal nach ihm zurück. „Kann ich dir irgendwie dienen?" Ein Stöhnen vom Sofa herüber. „Verschaff uns ein ehrliches Begräbnis — wenn es so weit ist!' Ohne eine Erwiderung drückte der Baron die Türe ins Schloß. Im Dunkel des Flurs tastete er sich zum Ausgang. — Was jetzt? Seine Rerven befanden sich in Rebellion Er hörte, wie Feßmann drinnen im Zimmer auf und ab rannte. Vielleicht besann er sich, was man in solcher Lage, wie er sich befand, tat. wenn man einen Freund besah. Er selbst durfte sich ihm nicht aufbrängen, muhte das Versprechen halten, das er gegeben hatte: ihn nicht mit Mitleid zu quälen und kein Almosen anzubieten. Alnb doch muhte etwas geschehen, ehe der arme Mensch Hand an sich und sein junges Weib legte. Er öffnete die Flurtüre, trat in das Duickel des Treppenhauses und ließ die Klinke einschnappen. Dann blieb es still. Ein Rachtfalter surrte gegen das hohe Fenster, welches nach dem Hof führte und eine verschwommene Helle auf die ausgetretenen Stufen warf. Ab und zu ächzte ein Stockwerk tiefer das Geländer. Ein Kinderfuß hopste irgendwo über die Dielen. Worte klangen auf unb verebbten. Dann wieder Ruhe. Gegen zehn Alhr kam ein müder wchritt von unten. Der Hall der Tritte schraubte sich langsam von Stockwerk zu Stockwerk hoch. Tastende Hände glitten an blankgescheuertem Holz entlang, als brauchten sie einen Wegweiser und Halt und Stütze zugleich. - 3 n 2 5 D "* PH Lache VÄmzs! Roman von 3- Schneider-Foer-stl. Urbeberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. Sa. ZA < er 5h hs 2« L rt WM O «Sj.« X Klein-Linden. 26. Nov. Nachdem hiesige Kriegerverein sich gestern Hauptgottesdienst geschlossen betet igt hatte marschierte er trotz starken Regenwetters nach dem Friedhof zur Ehrung der Gefallenen nn Weltkriege. Alnter Vortritt der Musikkapelle des 1. Bat. Ins.-Rgts. Rr. 15 in Gießen folgte die Fahne, der die Altveteranen von 1870/71 und die übrigen Mitglieder des Vereins sich an- schlossen. Roch der Paradeaufstellung an den Kriegergräbern spielte die Kapelle das Lied „Jesus meine Zuversicht". Hierauf hielt der 1. Vorsitzende Fr. Schimmel die Gedächtnisrede und legte zum Schluß an den Gräbern 3 6 s • -'<2 n ** 2-5-S' M- einen Kronz nieder. Nachdem die Kapelle das Lied „Ich hott' einen Kameraden" gespielt hatte, war die einfache, aber eindrucksvolle Feier beendet. Zahlreiche Ortseinwohner hatten sich trotz des schlechten Wetters an der Feier beteiligt. Ö AUendorf a.d.Lahn. 26. Rov. Am gestrigen Sonntag fand hier nachmittags noch eine Totengedenkfeier statt. Wegen der ungünstigen Witterung wurde sie nicht, wie ursprünglich geplant war, auf dem Friedhof, sondern im Gotteshause abgehalten. Pfarrer Becker sprach in zu Herzen gehenden Worten Der Posaunenchor der christlichen Gemeinschaft leitete d:e Feier ein mit dem Liede: „Wie sie so sanft ruhn", er begleitete den Gemeindegesang und spielte zum Ausgang: „Wo findet die Seele die Heimat, die Ruhe." Auch der Kirchenchor trug durch feine beiden Lieder: „Ruhig ist des Todes Sch'ummer" und „Schlummert sanft, euch ist wohl!" zur rechten Stimmung bei. Das bis zum letzten Platz aus allen Schichten der Bevölkerung besetzte Gotteshaus legte Zeugnis davon ab, daß in dem Gedenken an unsere Toten alle einmütig sich zusammenfanden. X Wieseck, 26. Rov. Den Totensonntag beschloß hier eine zahlreiche Gemeinde in der Kirche mit einer Lichtbildabendfeier „3 um Gedächtnis unserer Gefallenen“. Zu Bildern von Albrecht Dürer, Rudolf Schäfer und teueren Meistern, die der vom Frauenverein gestiftete Filmostoapparat in guter Schärfe wieder- gab, sprach der Ortsgeistliche Geleitworte und brachten Konfirmandinnen passende Deklamationen zu Gehör. Aufnahmen aus dem Feld und den zerstörten Gebieten zeigten die Furchtbarkeit des Krieges, und Bilder von Soldatengräbern die Schwere der Opfer. Die Wirkung der Bilder wurde verschiedentlich durch Orgelspiel und gemeinsame Weisen, auch aus dem Gebiet des Volkslieds, gesteigert. Besonders dankbar wurde die Mitwirkung der Oberklasse empfunden, die unter der Leitung von Lehrer Petri sich wieder mit drei mehrstimmigen Chören in den Dienst im Gotteshaus stellte. Der Reinertrag des Abends, dem eine von der Schuljugend zahlreich besuchte Vorführung vorausging, fließt dem kirchlichen Fonds für Kriegerehrung zu. Verschiedene Bilder von Gefallenendenkmälern erweckten den Wunsch, in einem kleineren Kreis mit Vertretern der Ortsgruppe der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen, Der ehemaligen Kriegsgefangenen, des Frauenvereins u. a. den Stand der Kriegerehrungsfrage in unserer Gemeinde zu besprechen Alnter dem Eindruck des Abends einigte man sich zu Schritten, die bald bei dem Vorstand der Gemeinde getan werden sollen, um diese Frage einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. y. Lollar, 26. Rov. Trotz des ungünstigen, regnerischen Wetters war am gestrigen Totenfeste die Kirche zu Kirchberg von Besuchern überfüllt. eeit dem Vorhandensein des G efalle- nendenkmals besteht die finnige Sitte, daß der älteste Knabe und das älteste Mädchen der fünf Kirchspielsgemeinden vor dem Denkmal im Anschluß an Den Hauptgottesdienst je einen Kranz mit entsprechenden Worten im Ramen der übrigen Konfirmanden nieberlegen; dies geschah auch gestern. Die kurze, nicht durch Regen gestörte Feier in Gegenwart der Gemeinde hinterlieh einen tiefen Eindruck. Wirberg. 26. Rov. Am Totensonntag fanden in vier Kirchen gut besuchte Feiern statt. In Beltershain hatte der Organist Lehrer Weidt mit seinen Schulkindern zwei Choräle Winterkur für 5924s । 1287V geben werden. 10373C Schriftführer wiedergewählt würde. Rach der Wahl hielt Lehrer Colma r-Kaulstoß einen von Emil Pistor Nchf. Marktstr. Fernspr.6! _____________________8900a Nervenkranke u.N er vös-Erschöpf t e. Spexlalkuranitalt Holhelm Im Taunus bei Frankf.a.M. — Prospekte durch Dr. IW. Schulze-Kahleye«, Nervenarzt. Moderne KAMINE Geschäftliches. Ein Ruck mit Daumen und Zeigefinger. Bet der arohlntigen Neuerung des „Putt-Over"- Mov-ModellL der Ö-Cedar-GeseUschaft. Berlin N 20, genügt tatsächlich ein kleiner Ruck, um das Brausen- Polster abzustrelfen. Das Polster ist somit einfach au waschen, au wenden oder neu zu tränken. Außerdem ist sters ein Ersaizvolster zu haben. EmoseblenS- wert ist gleichzeitig die Berwendung der reinen O-Cedar-Politur, denn minderwertige Mopöel fchmteren und verderben die Fußböden. 8240V MeMe Erste Sendung Mittwoch früh 9 Uhr eintrefsend. Feinste Schellfische, Cabliau, Seelachs im Auöschntit Frische PortionS-Schellsische, Fliels und Coteletts. Lebende Schleien a. dem Storndorser Teich, Pfd. 1.40 Heringe grobe norm. Boüheringe Milcher 2 Sick. 25 Pf. feinste hoU. Boüheringe vure Milcher 3 Stck. 50 Pf. feinste holl. Vollheringe gemischte 3 Stck. 35 Pi. feinste engl. Matjes 3 Stck. 50 Pf. Apfelsinen Frische spanische 3 Stck. 50 Pf. Mandarinen das Pfund 70 Pf. 3 Pfund 2 Mk. neue steil. Haselnüsse Pfd. 80 Pf. neue lange LambertuS Pfd. I Mk. neue Walnüsse Pfund 86 Pf. WMkMM Babnbosstr. 27 Fernspr. 1631 9786A Bekanntmachung Betr.: Beschaffung freier Lernmittel für die Volks- und Fortbildungsschulen. 10374C Der Bedarf an freien Lernmitteln (Schreibmaterialien, Federn, Tafeln, Reißbrettern, Reißzeugen usw.) für das Rech- nungsjahr 1929 soll auf dem Submissionswege vergeben werden. Auskunft über die in Frage kommenden Materialien und Mengen wird auf dem Stadchaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 13, erteilt. Angebote mit Mustern (die nicht den Namen der liefernden Handlung tragen dürfen) sind bis spätestens zum 22. Dezember 1928, oormif- lags 10 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 26. November 1928. Der Oberbürgermeister. I.D.: l)r.Seid. Bekanntmachung. Zur Verbreiterung des Fußweges zum Stadt. Elektrizitätswerk soll das Liefern und Verlegen von Basaltbetonplatten in zwei Losen auf Grund der R. V. O. ver- Was Hilst gegen Schnupfen? Jeder kennt ihn, fast jeder hat ihn. Er gilt nicht als Krankheit, und doch fühlt man sich matt, elend und arbeitsunfähig. Das sind die charakteristischen Merkmale eines Schnupfens. Ungeheuer groß ist die Zahl der gegen den Schnupfen empfohlenen Mittel, angefangen von der Schwitzkur und der Schnupfenwatte bis zur Durstkur und der elektrischen Durch, wärmung der Nasenschleimhaut. Aber sie alle ver- mögen im besten Falle beim Schnupfen nur eine gewisse Linderung zu verschaffen. Gewiß, der Schnupfen ist im allgemeinen keine ernste Krankheit, aber wir wissen meist aus eigner Erfahrung, daß man dem Schnupfen nicht ansehen kann, was aus ihm wird. Gerade die Nachkrankheiten, insbesondere die Erkrankungen der Stirnhöhle und des Ohres, können gelegentlich recht ernsthafte und schmerzhafte Erkran- kungen darstellen. Noch immer gibt es kein Schnupfenheilserum, darum muß gegen ihn der Selbstschutz helfen. Feste Schuhe und warme Strümpfe, kein überheiztes Zimmer, Vermeidung längeren Stehens und Gehens in Nässe und Wind und viele andere, oll- gemein bekannte Vorschriften dieser Art werden eine zweckmäßige Abwehr des Schnupfens bilden. Der wichtigste Punkt in der Bekämpfung des Schnupfens ist indessen die Verhütung seiner Ausbreitung. Innerhalb der Familie hüte man sich vor allem vor naher Berührung mit schnupfenkranken Angehörigen und vor der gemeinschaftlichen Benutzung von Eß- und Trinkgeräten. Zu Hause, wie auch auf der Straße, halte man sich beim duften und Niesen stets ein Taschentuch vor den Mund. Das Taschentuch selbst wechsele man möglichst häufig iMd laste es nie Herumliegen oder entfalte es umständlich vor jeder Bc- Nutzung. Denn gerade dadurch werden oft die ange- trockneten, ansteckenden Keime in die Luft verstreut und von anderen eingeatmet. Am besten ist, wenn man zur Schnupfenzeit Taschentücher aus Papier benutzt, die man nach jedesmaligem Gebrauch einfach wegwerfen kann. Wer aber trotz aller Vorsicht einen Schnupfen bekommen hat, der möge ihn nicht mit tausend Mitteln bekämpfen, sondern sich mit" dem Worte eines berühmten Nasenarztes trösten: „Ein richtiger Schnupfen dauert, wenn man ihn behandelt, zwei Wochen, wenn man ihn nicht behandelt, vierzehn Tage." Lehren, die Colm Roh hi« in Wort und Bild von geistig hoher Warte aus seinen Besuchern zum Rachvenken gab. Als einzigen Weg zur Dannung dieser Gefahr empfahl er die Bildung einer neuen Kultur der weihen Rasse, die den Kulturen der Schwarzen und Gelben überlegen sein müsse und dadurch den Weiheir auch in der ferneren Zukunft Sicherheit und Bestand vor den Gefahren der heraufsteigenden feindlichen Rassen gewährleiste. Der sehr lehrreiche Vortrag, der gelegentlich mit feinem Humor gewürzt war, aber immer den tiefen Ernst des von dem Vortragenden angepackten Prottems «kennen lieh, wurde mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Den Tank an den Vortragenden mochten wir auch auf die Leitung d« Vortrags-Vereinigung ausdehnen. die sich mit der Veranstaltung dieses Abends ein neues Verdienst erworben hat. den allmählichen Aufstieg ber schwarzen und großer Fachkenntnis zeugenden Vortrag über „Pä- der gelben Volk« sowohl auf landwirtschaftlichem, dagogisch. Zeitschriften".'Reich« Beifall lohnte den wie auf industriellem und kulturellem Gebiete Redner. Ein wahrer Kunstgenuß wurde den Kon- zu dokumentieren. Es waren sehr eindringliche | ferenzteilnehmern durch die Gemäldeaus- Kirche und Schule. / Gebern^ 26. Aov. Am Samstag fand hi« im B«gwirtshaus eine gut besuchte Lehrerkonferenz statt. Rach Bekanntgabe v«- schieden« Veränderungen in ber Zusammensetzung des Bezirksvereins fand die Wahl des Obmannes statt. Als solcher wurde Lehr« Häusel-Gedern gewählt, der seither schon die Geschäfte an Stelle des erkrankten Lehrers Keller- Ob«seemen geführt hatte. Letzterer wurde in Anerkennung fein« großen Verdienste um den V«ein zum Ehrenobmann gewählt. Den Posten eines Rechners und stellvertretenden Obmannes übernahm Lehrer Strößinger» Oberlais, während Lehrer Laun-Gedern als .■und OFEN in Prözisionsausführ. zu billigsten Preisen A---A| Lü|£x ARh«nno.8schka», Amol hilft ———■ «pothetrnu. Drogerien erhältlich. Lolin Roß in Gießen. Rach dem bedeutsamen Vortrage Filchners, mit dem die Vortrags-Verei nigung kürzlich unserer Bürgerschaft ein besond«es Ereignis d« dteswinterlichen Vortragszeft bot, konnte man gestern abend in der Reuen Aula den Vortrag des bekannten und gern gelesenen Weltreisenden Dr. Colin Roß als einen neuen denkwürdigen Höhepunkt der Arbeit der . Vortrags-Vereinigung feststellen. Der weite Raum der Aula war bis auf den letzten Platz besetzt. Colin Roh, der in etwa 1^4stündigem Vortrage seine Zuhörer ständig stark zu fesseln wußte, wich tn seinem Bericht üb« Erinnerungen an feine Reisen in den verschiedensten Teilen der Erde sehr erheblich ab von dem sonst bei d«artigen Reiseerzählungen üblichen Thema. Er verzichtete ausdrücklich darauf, seinen Hörern wllde Abenteu« od« andere aufregende und gruselige Dinge zu erzählen. Vielmehr stellte er feinen Vortrag unter den Gesichtswinkel eines weltpolitischen, weltwirtschaftlichen und sozialen V«gleiches und Ausblicks. Dadurch erfuhr das Interesse an seinen Darlegungen eine ganz besondere Steigerung. Der Vortragende lieh zunächst vor dem geistigen Auge d« Hörer in großen Zügen ein Bild von d« Größe d« gelben und der schwarzen Gefahr für die Weiße Rasse entstehen, um dann unter Vorführung charakteristischer und int«effant« Lichtbilder aus Nordamerika, den südamerikanischen Staaten. Afrika. Asien, Indien, den holländischen Kolonien, Japan, China und Korea Wahn, Rendant B. Bauer. Llhrmachermei- ftcr A. Lauer. Kaufmann S. Voehl I., Schrniederneist« H. Beyer und Seifenfabrikant L. S a m 'u e l gewählt. Richt stimmberechtigter Schriftführer ist Bürgermeistereigehilfe K. Ruhl. Das. Rechneramt hat Gemeinderechner C. Von a l t übernommen. — Die Kulturfilmstelle des Kreisschulamtes Schotten unter Leitung von Kreisschulrat Kinkel führte für die hiesig« urch einige auswärtige Schulen den Lehrfilm ,Die erwachende Sphinx" vor. )—( Ruppert sburg. 26. Rov. Der^ h'e'igc Kriegerve rein veranstaltete im Schlorbschm Saale seinen «sten Vortragsabend in diesem Winter. Als Redner war ein Schwerkriegsbeschädigter, Metzgermeister Kratz aus Freienseen. gewonnen worden, der uns auch im vorigen Jahre durch einen Vortrag erfreute. Die Versammlung war sehr stark besucht. Dec Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Lein, konnte zunächst im (Kamen de§ „Hassia"-Verbandes an drei Mit- glieder unseres Vereins das „Ha sia"-Ehren- zeichen für 50jährige. an 12 Mitglieder für 40jährige und an 25 Kameraden für 25jährige Mitgliedschaft überreichen. 3m Rainen der Geehrten dankte Wilhelm Lehr II. und ermahnte die jüngeren Kameraden, stets treu zur Sache der Kriegervereine au stehen. Sodann sprach Herr Kratz über eine Reise nach Hamburg und an der Hand von 106 schönen Lichtbildern über die Linienschiffe und ihre Einrichtung, ganz besonders al er über feine Erlebnisse auf dem il-Q3oot während des Weltkrieges. D« Redn« verstarb es. mit volkstümlichen Worten die Anwesenden 2Vz Stunden lang zu fesseln. Der hiesige Gesang- verein, d« den Chor von Rektor S ch a a d, Hungen, .Du herrliches Land" fang, trug noch zur Verschönerung des Abends bei. Kreis Lauterbach. H. Lauterbach, 26. Nov. Heute nachmittag S1 Uhr brach in dem Färbereianbau des sens der Frau Friedrich Jakob Wwe., dahier, Hinter dem Spital 8, Feuer aus, das alsbald auf das benachbarte Scheunen- und Stallgebäude des Viehhändlers Markus Strauß Übergriff. Der Färbereianbau, der zur Zeit von Strauß als Strohlager benutzt wird, wurde zum größten Teile ein- geäschert, während das Scheunen- und Stallgebäude stark beschädigt wurde. Nur dem raschen und tatkräftigen Eingreifen der Freiwilligen Feuerwehr mittels der Motorspritze ist es zu verdanken, daß das Feuer an einem Weitergreifen gehindert wurde. Die Entstehungsursache konnte noch nicht festgestellt werden. h> Schlitz, 26. Rov. Die Rechner des Schlitzerlandes hielten im Habermehlschen Lokale dahier ihre diesjährige 3ahresyer- f ammlung ab. Stadtrechn« Hühn begrüßte die Ehrengäste, sowie die Kollegen und widmete bem im letzten Fahre verstorbenen Gemeinderechner Fischer von Bernshausen einen ehrenden Rachruf. Verwaltungsinspektor Kirsch- b a um und Rechnungsrat Bechtold gaben dann den Anwesenden wertvolle Fingerzeige für ihre Dienstführung. Rach gemeinschaftlichem Mittagessen Blieben die Versammlungstrilnrhmer noch einige Stunden beisammen, bei ernsten und heiteren Ansprachen alte Erinnerungen aus früheren Tagungen auffrischend. § Herbstein, 26. Aov. Der Kontrolleur der hiesigen Dezirkssparkasse, Gustav Gans, als früh«« Besitzer das Gasthofs »Zum Deutschen Haus", eine weit und breit bekannte Persönlichkeit, ist im 69. Lebensjahre gestorben und wurde gestern unter großer Beteiligung von nah und fern zu Grabe getragen. Preußen. Kreis Wetzlar. LI Wetzlar, 26. Nov. Am gestrigen Totensonntagvormittag wurde die neue Friedhofskapelle ihrer Bestimmung übergeben. Seitens der Stadt war keine Feier angesagt, im Gegensatz zu der im vorigen Jahre eröffneten Friedhofs- kapellc in Wetzlar-Niedergirmes. Nur die evangelische Gemeinde nahm die Weihe vor, zu der sich außer dem Bürgermeister und einigen kirchlichen und kommunalen Vertretern trotz des strömenden Regens auch eine sehr große Gemeinde eingefunden hatte, die den stmnmungsvollen Raum bis zur letzten Lücke füllte. Nach einem Vorspiel auf dem Harmonium sang die Gemeinde zwei Verse aus dem Liede „Mein Leden ist ein Pilgrimstand", worauf Pfarrer Schmidt den Eingangsspruch verlas, dem sich das Eingangsgebet anschloß. Alsdann sang der evangelische Kirchenchor den Spruch aus Römer 14, Vers 8: „Leben wir, so leben wir dem Herrn", worauf der Geistliche verschiedene 21b» schnitte der heiligen Schrift zur Verlesung brachte. Nach einem weiteren Vortrag des Chors hielt Pfarrer Schmidt die Weiherede. Nachdem Chor und Gemeinde nochmals abwechselnd gelungen hatten, schloß der Geistliche mit einem Weihegebet, Vaterunser und Segen den kirchlichen Akt, den Gemeinde und Chor mit dem Liede „Unfern Ausgang segne Gott" beendeten. Die Kapelle ist mit einem Krematorium verbunden, dessen Inbetriebnahme jetzt noch nicht erfolgen konnte, weil die Abnahme durch die Regierung zu Koblenz noch nicht erfolgt ist. Diese dürfte in den nächsten Wochen, zu erwarten sein. Mit der Weihe der Kapelle ist ein Bau vollendet, der in seinem Werden mit manchen Hemmnissen verknüpft gewesen ist. Die Kapelle gehörte zu der großen Friedhofserweiterung, die nach dem Kriege von dem damaligen Baurat Klee- m a n n in Angriff genommen worden war und die bis zu ihrer Fertigstellung für die Stadt manche Schwierigkeiten, sowohl in baulicher, als auch in finanzieller Hinsicht gebracht hat. Auch die Kapelle war tn ihren ersten Plänen anders gedacht, als sie heute dasteht. Die starke Verteuerung aller Bauvorhaben zwang die Stadt zu einer Umarbeitung, der Pläne auf einer billigeren Basis. Trotzdem kann sich das Werk sehen lassen, und die Ausmalung im Innern durch Dr. Ehrnann (Stuttgart) in Freskotechnik bildet für Kunstkenner eine Sehenswürdigkeit für sich. Der Maler hat sich bei der Lösung seiner Aufgabe das Leben des Menschen zum Vorbild genommen. Wir sehen auf der linken Chorwand, wie der sterbende Mensch sich zu lichten Höhen erhebt, während auf der rechten Seite das werdende Leben aus der Höhe herab zur Erde kommt. Die Innenwand des Chors hat der Maler mit drei überlebensgroßen weiblichen Figuren ge- schmückt, die aufwärts zum Licht schweben und in ihrer Farbentönung ganz ausgezeichnet wirken. Der freie Platz um die Kapelle, von dem man eine wunderbare Aussicht auf das Lahntal genießt, ist zu schönen gärtnerischen Anlagen umgewandelt worden. Em Abenteuerbuch für Kinder, und das Märchenbuch der Erwachsenen I Carl Marilaun, „Neues Wiener Journal", über Waldemar Bonsels Mario und die Tiere 40. Tausend / In Leinen gebunden M 6.50 Ein helles, andachtsvoller, durch sein Thema und leine Art bezauberndes Buch... Groß und unbe« fchreiblich ist die Vielfalt der lebendigen Crscheü nungen, die des DichterS Gestaltung umfaßt. Dresdner Nachrichten Den Zauber dieses Buches, den edlen Wohlklang seiner Sprache, seine kristallklare GemütStiefe, die poesiedurchwehten Naturstimmungen wiederzu- geben vermag auch ein eingehender Bericht nicht. Hier heißt eö: „Nimm und lieö!" Schles.gtz., Breslau gn ollen Buchhandlungen erhältlich Deutsche Verlags»Anstalt / Stuttgart stellung des hiesigen Kunstmal«s. Gewerbe- lehrers L i m p e r t, geboten. Der Maler entwarf zunächst einen kurzen Werdegang von seinem künstlerischen Schaffen und zeigte an Hand der vielen prachtvollen Gemälde, wie in jedem einzelnen Bilde ein Stück feiner Seele lebt. Aus allen Bildern merkte man das Verwachsensein des Künstlers mit seiner Vogelsberger Heimat, echte Bodenständigkeit, heraus. Der Obmann banftc den beiden Rednern für die vielen Anregungen. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 21. Rov. Die heutige Sitzung wurde durch die Verhandlung einer Sache aus- geblHt. Es hakten sich zwei jüngere Beamte etneä oberhessischen Kreisamtes, der eine wegen fortgesetzter Amtsunterschla^ung. der andere wegen schweren Diebstahls, zu verantworten. D« eine Angeklagte wurde beschuldigt, während der letzten drei Jahre fortgesetzt Geldbeträge in Ge- samthöhe von etwa 9000 Mk. veruntreut zu haben: der andere soll eine Tischschublade mit einem Werkzeug aufgebrochen haben. Die ausgedehnte Beweisaufnahme «gab, daß der erste Angeklagte, d« bei dem Kveisamt die Stempelkasse verwaltete, vom Somm« 1925 ab fast drei Jahre lang teils größere, teils Heinere Beträge der ihm anvertrauten Kasse entnahm und für sich verbrauchte. Er behauptete, er habe kein Geld unterschlagen, es müsse ihm gestohlen worden fern. Die Beweisaufnahme «gab jedoch bie Haltlosigkeit dies« Behauptung. Trotzdem er das Kassendefizit — zu«st 400 Mk., spät« 700 Mk., dann 1200 Mk., dann üb« 2000 M. weiter steigend bis fast 9000 Mk. — feststellte, hat « fernen Vorgesetzten hiervon niemals Mitteilung gemacht. Die Llnterschlagunaen wurden dadurch möglich gemacht utd erleichtert, daß eine Kassenrevision nicht stattfand und auch die Oberrechnungskammer nur die Kreiskasfe revidierte. Der Staatsanwalt hält den ersten Angeklagten nach jed« Richtung für überführt, während « bei dem zweiten, des schweren Diebstahls „ beschuldigten Angeklagten, den 'Beweis nicht für ausreichend erachtete. Das Gericht schloß sich diesen Ausführungen an. Es sprach den zweiten Angeklagten frei und verurteilte den ersten. Angeklagten wegen Amtsunterschlagung hn Sinne des § 350 StGB, zu 6 Monaten Gefängnis. Es berücksichtigt dabei als strafmildernd die Zugend des Angeklagten und den Mangel ein« durchgreifenden Kontrolle, wodurch ihm seine Verfehlungen erleichtert wurden. Berliner Börse. Berlin, 27. Rov. (WTD.-Funkfpruch.) Infolge des Ultimos bleibt man im heutigen Früh- veickehr weit« zurückhaltend, die Tendenz ist vorläufig abwartend uni) bei stillstem Geschäft nennt man gegen gestern abend kaum veränderte Kurse (Farben 261,50 und Siemens 411,5). ES wird darauf ankommen, ob noch Prämienware heraus kommt, bzw. inwieweit die Prolongation noch Schwierigkeiten machen kann. <^^9lhenönmnöBeliilei Pferde und Fohlen in größter .Auswahl siehen ab heute in Ww. (Seiberts Stallung in Lungen zum Verkauf. M.Maas,Alzey,Tel.124 Günstige Zahlungsbedingungen! l0386v Sie haben die Gewähr der Echtheit Wenn Sie MAGGI8 Würze in einer großen plombierten Originalflasche zu RM.6.50 kaufen und daraus nach Sedarf in Ihr Maggifläschchen abfüllen. Außerdem sparen Sie Zeit und Geld — Verlangen Sie ausdrücklich MAGGI8 Würze! - Hauptkennzeichen- Name Maggi, gelb-rote Etiketten und typische Form der Flaschen Angebote sind spätestens am Montag, dem Z. Dezember 1928, vormittags 10 llhr beim Stadt. Tiefbauamt, Asterweg Nr. 25, abzugeben. Angebotsvordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlags- und Bindefrist zehn Tage. Gießen, den 26. November 1928, Stadt. Tiefbauamt: Braubach. Drucksachen aller Art liefert In jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brübl'eche Univ.-Druckerei. R. Lang»