Nr. 254 Erstes Matt 178. Jahrgang Samstag, 27. Oktober 1928 Erich*««' lügtich,orrtzei Sonntag» anh Frierlags Betloge«; Metzen« FamlliendUtttei ßeimat im Bild Di* Scholle Monau-Vezvgrpretr: 2 Reichsmark unö 20 Retchspfrinly für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern rnfolg« höherer Gewalt. Fernfprechanl chlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift fttt Drahtnach- richten »nzelger Siebe». volscherNomo: Krankfvri am Main 11886 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drtrd vnd Verlag: vrihl'sche Unwersiiütt.vvch. and Steindrackeret B. Lange tn Gießen. Schrtftlettang and Seschäftrftelle: Schulfttaße I. ÄHMaomt ovu Injetata für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig, für Ne» Klamean^eigen von 70 mra Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrift 20" . mehr. Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Politik Dr ie Aebertragung von Reichsaufgaben an das Lan- desfurstentum auf die abschüssige Dahn eines reichszerstörenden Parttkularismus geraten. Solche Spuren sollten schrecken. Wenn die Einrichtung der Auftragsverwaltung lediglich bezwecken soll, das Aufziehen neuer, mammuthaster Reichsverwaltungen zu unterbinden, wie wir sie erst in der letzten Zeit Ecimengetemt haben, so mag man dies gutheißen, man sollte jedoch äußerste Vorsicht walten lassen. Der bayrische Gegenantrag, der Aufgaben, die zur Zeit Reichsaufgaben sind, bei denen aber „Lebensfragen des Reiches'' nicht berührt werden, der Eigenverwaltung der Länder übertragen wissen wollte, sollte in seiner kautschukartigen Dehnbarkeit, die allen AuslegungsmöglichTeiten Raum gibt, zur Genüge zeigen, wohin einmal die Reise gehen könnte, wenn der Partikularismus dce Zügel in die Hände bekommt. Gewiß nicht vorwärts! Zu Rückfragen Anlaß bietet auch die Wendung „unter der Aufrechterhaltung und der Bildung von leistungsfähigen Ländern", unter der die territoriale Am- gliederuna des Reiches vorgenommen werden soll. Was heißt »leistungsfähige Länder"? München würde vor Empörung rasen, toerm man Bayern nicht als leistungsfähiges Land ansprechen wollte. And doch läßt es sich nicht verheimlichen, daß Bayern in trautem Verein mit den beiden Mecklenburg, Oldenburg, Waldeck, Lippe-Detmold inti) Schaumburg-Lippe auf Grund des Finanzausgleichs, nach dem die Länder, deren Aufkommen an Einkommen- und Körperschastssteuer mehr als zwanzig Prozent hinter dem Reichsdurchschnitt zurückbleibt, diesen Fehlbetrag vom Reich erseht erhalten, von den leistungsfähigen Ländern, also Preußen, Hessen usw. in den beiden letzten Jahren 13,8 Millionen zur Deckung seiner eigenen Bedürfnisse erhalten hat. Mit der Lei- stungsfähiakeit Bayerns ist es also nicht weit her, und mit der bayerischen Souveränität wäre es bald zu Ende, wenn die ‘Batyem sie aus eigenem Säckel finanzieren müßten. Auch was mit der „BiIdun g" leistungsfähiger Länder gemeint ist, ist nicht ganz klar. Vielleicht darf man diesen Passus in Zusammenhang bringen mit dem weiteren äußerst beoeutsamen Beschluß, daß der Dualismus zwischen Preußen und dem Reich nur im Rahmen einer Gesamtlösung zu beseitigen sein werde, womit der sehr anfechtbare Ausgangspunkt des Lutherschen Reformplanes abgelehnt wird. Erfreulich ist an dieser Formulierung, daß sie dem starr zentralistischen Ein- beitsstaat und jeder öden Gleichmacherei lozialisti- scher Observanz den Weg abschneidet. Man wird also erwarten dürfen, daß die territoriale Reuglie- derung das kulturelle Eigenleben der deutschen Landschaft und der deutschen Stämme, dort, wo es auf Grund einer jahrhundertelangen historischen Entwicklung tatsächlich vorhanden ist, aber auch die starken wirtschaftlichen Zusammenhänge, die die Neuzeit geschaffen hat, in vollem Umfange berücksichtigt. Daß dabei die gegenwärtige Grenzziehung nicht in allen Fällen aufrechterhalten werden kann, schen Zufälligkeiten ihren Ursprung verdankt. Das wissen wir Hesien ja selbst am besten, blickt doch der Volksstaat Hesien, bzw. das frühere Großherzogtum in seinem jetzigen Besitzstand erst auf eine gemeinsame Geschichte von kaum mehr als hundert Jahren zurück, wenn man die weniger bedeutenden Gebietsveränderungen, die der unglückliche Feldzug von 1866 mit sich gebracht hat, außer Betracht läßt. Besonders begrüßen wir es an dem Ergebnis der Länderkonferenz, daß die Reichsregierung mit fester Hand die Führung übernommen hat bei einer Reformarbeit, die nur unter einer zielbewußten Leitung gedeihen kann, die einzig und allein das Reichsinteresse im Auge hat. Und das Reich, das ist kein Ding an sich, nein, das sind wir selber, das ganze deutsche Volk, ob Bayern, Schwaben, Preußen oder Hessen Das wollen wir nicht vergessen, wenn im bureautrati- schen Streit um Einzelheiten der Reform Interessen der Länder und der zentralen Reichsgewalt an- scheinend gegeneinanderitehen. Auch scheint es uns erfreulich, daß sich das Arbeitsprogramm der Reichs- regierung, wie es dann unter Billigung der Länder in den Konferenzbeschlüssen niedergelegt worden ist, eine Gesamtlösuna sich als Ziel setzt, statt eines Provisoriums, wie sie der Luthersche Plan ins Auge faßte. Der Anfang ist gemacht, mag er auch in manchen Punkten unser Bedenken erregen, in fortschreitender Arbeit wird unter tätiger Mit- Wirkung des ganzen Volkes sich vieles klären lassen, manches Hindernis aus dem Wege geräumt werden, manche Wolke zerteilt, die heute noch den Ausblick hindert auf eine bessere deutsche Zukunft im neuen Reich. 0’rc'i-ln *a tut Thor$h. Atfcrdtcn Preitag, 26. Okt. 1928,8nmgs X»—,immung über das Monopol vergessen zu lassen. Die Presse hat dort eine Begeisterung für ihn und sein Werk an den Tag gelegt, die von vielen als noch bewegter, wie aus Anlaß des Köhl-Fluges betrachtet wird. auf die starke Annäherung und Zusammenarbeit der süddeutschen Länder Bayern, Baden und Württemberg zurückzusühren, 3m allgemeinen betrachtet man nach Auffassung unterrichteter Kreise Bayerns das Ergebnis in Anbetracht der ursprünglich a uf der Tagung stark vertretenen unitarischen Gedankengänge nicht als unbefriedigend, wenn man auch bayerischerseits in der angenommenen Entschließung eine genauere und weniger vieldeutige Fassung gewünscht hätte. — Die „Münchener Aeuesten Aachrichten" schreiben zum Abschluß der Länderkonfercnz, daß die Vorbereitungen wenigstens auf der unitarischen Seite vorzüglich gewesen feien. Ebenso habe ihre Regie in Berliner Händen gelegen. Daß die angenommene Entschließung nicht das Ergebnis der Konferenz blieb, sei das Verdienst Dr. Helds. Es sei gelungen, den sehr geschickt in Szene gesetzten Angriff der Einheits- staatler zurückzuschlagen. 3m übrigen hoffe man, daß die Zusammenfünfte die allgemeine Aufmerksamkeit immer mehr auf den Föderalismus lenkten. Reform der Justiz. Vereinheitlichung der juristischen Vorbildung. Berlin, 26. Oft. (WTB.) Im Reichsjustizministerium fanden am 25. und 26. Oktober unter dem Vorsitz des Reichsminister der Justiz, Koch- Weser, Besprechungen mit den Regierungen der Länder über Fragen auf dem Gebiete der Gesetzgebung und der Justizverwaltung statt. Der preußische Justizminister, die bayerischen Minister der Justiz und des Innern, die Justizminister von Württemberg, Baden, Hessen, Braunschweig und Anhalt, der Staatspräsident von Odenburg sowie die Leiter der Justizverwaltungen von Hamburg und Bremen waren persönlich erschienen. Am ersten Tage wurden die wichtigsten Punkte aus dem Gebiete des Einführungsgesetzes zum künftigen Strafgesetzbuch erörtert. Die Beratungen betrafen zunächst die Fraae, inwieweit im Rahmen der Strafrechtsreform Ä e n d e - Gedanken Thaers auch heute noch zu berücksichtigen und auf die neuen Verhältnisse zu übertragen sind. In diesem Sinne gilt auch für uns das Wort, das Albrecht Thaer prägte und das wir in die zu seinem Gedächtnis verfaßte Schrift aufgenommen haben: „Ein sinnvoll ausgesprochenes Wort wirkt auf die Ewigkeit". — Das Programm nahm seinen Fortgang mit der Bekanntgabe von Stiftungen zur Schaffung einer Thaer-Erinnerungs-Me-- daille, die Persönlichkeiten verliehen werden soll, die sich um die Landwirtschaft besonders verdient Badens Stellung zur Aeichsreform. Staatspräsident Remmels über seine Berliner Rede. Karlsruhe, 26. Okt. (WB.) Die Redaktion des „Dolksfreundes" hatte mit dem badischen Staatspräsidenten Dr. Remmele nach deffen Rückkehr aus Berlin eine Unterredung über das Ergebnis der Länderkonferenz. Diefe habe nach der Auffassung des Ministers gegenüber der letztjährigen Konferenz einen wefent- lichen Fortschritt und eine sehr starke Klärung der Auffassungen gebracht. Es habe sich während der dreitägigen Verhandlungen immer stärker die Aotwendigkeit gezeigt, das Problem Preußen und Reich nicht isoliert, sondern mit dem Gesamtproblem Reich und Länder zu be- handeln. Die Frage, ob hinsichtlich der Reichs- resorm eine süddeutsche Einheitsfront bestehe, wurde von Dr. Remmele verneint. Es beftehe bestenfalls eine Einhei t Sf ront der Zentrumspartei in den süddeutschen Ländern. Eine älebeveinsttmmung könne auch gar nicht vorhanden sein und vorläufig solange nxh-t geschaffen werden, ehe nicht für die Reform f e ft» umgrenzte Vorschläge zur Debatte ständen. Wenn aber nichts geschehe und infolgedessen die Aushöhlung der Länder ihren Fortgang nehme, dann kämen wir in Deutschland zu einem bureaukratischen Zentralismus, der von den Anitaristen genau so abgelehnt werde, wie von den Föderalisten. Dr. Remmele erklärte in diesem Zusammenhang: „Aus diesen Gründen halte ich auch den von Bayern ausgehenden allzu starken Widerstand gegen die Reichs- Deform für ein nationales Anglück und erst recht für eine G efährdung der Selbständigkeit der Länder in allen fiebenÄ- fragen derselben, die nach Verfassung und Lebens- nvtwendigkeit ihnen gebührt." Der Staatspräsident gab zum Schluß der Meinung Ausdruck, daß unzweifelhaft eine Annäherung der Anhänger des Födrrativstaaies und der älnitaristen erfolgt sei. Dieser Annäh'.rungsprozeh werde sich in den Unterausschüssen fortsehm und könne gefördert werden, wenn in der Presse und in der Oeffentlichkeit eine ruhige, sachliche und leidenschaftslose Behandlung dieser außerordentlich wichtigen und komplizierten Frage stattfinde. Bayern fühlt sich als Sieger. „Der Angriff der Einheitsstaatler zurückgeschlagen". München, 26. Oft (TU.) Aach dem „Bayer. Kur." sieht man in Kreisen der bayerische Ab- ordnung mit einer gewissen Befriedigung auf das Berliner Ergebnis der Länder- konferenz zurück. Man sei darauf vorbereitet gewesen, daß von unitarischer Seite auf dieser Tagung Vorstöße gemacht werden würden. 3n Bayern verzeichne man mit Genugtuung, daß die Festlegung eines Programms im Sinne der Schaffung des Einheitsstaates nicht erreicht worden sei. Den föderalistischen Kreisen habe das Vorgehen der Reichsregierung, als sie ihre Richtlinien veröffentlichte, ohne sich vorher des Einverständnisses des Ausschusses der Länderkonferenz zu versichern, stärkstes Mißfallen erregt. Auf eine direkte Frage des bayerischen Ministerprä identen Dr. Held an den Reichskanzler Müller bezüglich der bayerischen Pfalz hake Müller keine klare eindeutige Antwort geben können. Daß keine Beschlüsse in Hinsicht des Einheitsstaates zustandegekornmen seien, sei in erster Linie geriet und 1 2uS einem' in 1. unb 2 tojfflung , puntt ter nc iditoet m st Urort "Bauet Mr dem stmv sä: «n gemeinte ta ebt üferA 9" fori ®t tr'wi Sg omN Am «j feine Urte « ' MS pforre’ DN Den" । ? 3-» °« - JOB** «ton als L Sin ffiünc tauntraud MlchM lieferst« d SfetQh 'Beiträgen, bi [entern. Cao fette. stM MWt Psaner in 12. Mry. Dahrdl" (1 3m llahre mal aufaeli Donnersber eines junge tourte 191 Ahemhes'ei Dorliebe I Schauplatz von der ( schaff (191 rungsschrif zur Hunr -Sfeinfeffi hantelst, ,u zur -Die Vwoj Jahrzehnten zu ter als -Lergana-nhk Men Hfei Mainz ISO! Steinboden beim batfkl M „6in d 1913 bis 19' .Sonntagsgi jMammh W Aachb. Mieten W Wannst @ Nmt verte *1911 5 schien ^.Mrich Änben 0 7® Nstna. jf. Wellu tfenn an*1 griffen; \ Aut unb > Aeb, ten1 ' platz stehenden Denkmal Thaers persönlich nieder- gelegt. Die Havarie der „Monte Cervantes". Das Hamburger Seeamt beschäftigte sich mit dem Unfall, den das Motorschiss der Ham- burg-Südamerika-Linie „Monte Cervantes" am 25. 3uli auf seiner Spitzbergen,:ei se erlitt und der besonders durch die Hilfeleistung des russischen Eisbrechers „Krassin" seinerzeit! großes Aufsehen erregte. Aach dem Spruch des Seeamtes ist der Unfall darauf zurückzuführen, daß der Kapitän des Schiffes und der norwegische Lotse die Stärke des zu durchfahrenden Eises unterschätzten unb die Eisbarre mit zu! hoher Geschwindigkeit durchführent Der Vorwurf mangelhafter Aavigierung könne indes nicht erhoben werden. Die nach dem Unfall _ergriffenen Maßnahmen waren ordnungsgemäß. 3n dem Urtcilsspruch des Seeamtes wird die Hilfeleistung des Eisbrechers „Krassin" mit besonderem Dank anerkannt. Raubmord In Zoppot. Die Witwe Elisabeth v. Sanden, die in der Danziger Straße in Zoppot ein Papier- und Konfi. türengeschäft besitzt, wurde in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Die polizeilichen Ermittelungen ergaben, daß sie mit einem Strumpf et» würgt worden war. Es ist mit Bestimmtheit anzunehmen, daß dem Täter beträchtliche Wertgegenstände und eine größere Summe baren Geldes in die Hände gefallen sind. Der Gladbacher Mörder verhaftet. Der 17jährige Fürsorgezögling Joy. Strandt, der, wie berichtet, in der Provinzialsürsorgeanstalt M.> Gladbach- Rheindahlen den 15jährigen Sohn des Werklehrmeisters Holländer durch mehrere Beil- hiebe ermordete und unter Mitnahme eines geraubten Betrages von 500 Mark flüchtete, ist in der Nacht, etwa sechs Stunden nach der Tat, verhaf - t e t worden. Verhaftung eines Aktienschwindler». Seit einigen Monaten trat in Calbe a. d. Wale (Anhalt) ein Mann unter dem Namen „Subdirektor" K i r r es von der Egon-Erdölgesellschaft Oberg (Nienhagen) auf, ber auf sehr großem Fuße lebte. Seme Tätigkeit bestand in Dem Vertrieb von Erdöl-Aktien, die er zu dem Nennwert von 300 Mark den hiesigen Gutsbesitzern anbot. Bei seiner Werbung wurde der „Subbireftor* durch großaufgemachte Prospekte und Gutachten unterstützt, die eine ungeheure Rentabilität der Erdölwerke erkenn- nen ließen. Erkundigungen der Polizei über die den Banken unbekannte Gesellschaft Oberg ergaben, daß sich in einem Hause der Herderstrahe in Hannover allein vier solcher Gesellschaften befanden, deren Agenten in allen Teilen Deutschlands mit großem Erfolg arbeiten. Weiterhin ermittelte dis Polizei, daß „Suodirektor" Kirres von der Staatsanwaltschaft Hannover wegen Betruges gesucht wird. Daraufhin wurde er von Der Polizei festgenomme n.\ Der Aethermusikanl als Iuwelenhehlcr. Die Berliner Kriminalpolizei hat eine auf» seihenerregende Verhaftung vorgenommen, die im Zusammenhang steht mit einem schweren 3uweleneinbruch in Brüssel, bei dem den Tätern vor drei 3ahren Edelsteine im Werte von drei Millionen Franks in die Hände fielen. Die langwierigen Ermittlungen der Kölner und der Pariser Polizei, die sich schließlich auch mit dem Berliner Polizeipräsidium in Verbindung setzten, ergaben, daß der russische Emigrant Professor Djvunfowski. der im Augrtt Dieses 3ahres durch die Vorführung seiner Erfindung der AetherwellenmusiL in Berlin von sich reden machte, mit der Brüsseler Einbrecherbande in enger Verbindung stand. THounkowski, der eine Zimmerflucht im Eden-Hotel bewohnte, wurde fest genommen unb befindet sich zur Zeit in Auslieferungshaft im Berliner Polizeipräsidium. Die Weiierlaae. vonrenioi. © neuer 3 nero oeaet-t »weieig. eoeoem eitcgcw # Schnee a treupem « neoti K 6rv;>tttr,@w?LZ 'KM iftej ^kchsus. iV den ’MlÄ vrdnukL Krassin- KML: t 6u* Sä m Mbetl l* ®et qa|. r ö«n N°me?«M »ML ’n C®',» Jf* a ’S?1™ anbot. B« (ei, ySKsft »§a£ W t Oberg ergaben, daß e? Ä51n H°nn°«? n aiu t 'd)er Polizei, die ßch i berliner Polizeipräsidium ergaben, baß -er russische r Sjounfotoffi, der ces durch die LorfiiKnmg AeicherwrUenrnusil! n rnnchie, mit der Brüsseler enger Verbindung )er eine Zimmerflucht im :, wurde festgenommen Zeit in Auslieferungshast räsidium. MerlMt. 9 ’Qßffei WMW s ^-.Si*dS3 •wss**’-* S- andern. ^LusiwE ^annv^L @onntflfl: J ?|a|.#J|k NiederM' $ fflr W S .•nö***, Z----bLÄ«"' ^UL Arad Aus der Pwvin^ialhaupisiadi. Gießen, den 2Z. Oktober 1928. Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer. Don Prof. Dr. jur. ei Phil. Karl Esselborn. Wenn am 29. Oktober 1928 Pfarrer Heinrich Bechtolsheimer sein sechzigstes Lebensjahr vollendet, so blickt er zugleich auf eine mehr als zwanzigjährige Tätigkeit in Gießen zurück. Reben seiner Pfarramt rchen Wrr.famkeit entfaltete ec noch eine schriststellerische, die sich vornehmlich mit seiner rheinhessischen Heimat be- s^Jn^Wonsheim im Kreise Alzey stand seine Wiege: bort empfing er in der Volksschule seinen ersten Unterricht und wurde im Frühahr 1881 in das Kreuznacher Gymnasium auf genommen. Aach siebenjährigen Besuche verliest er es mit dem Zeugnis der Reise. Dann bezog er im Sommersrmester 1888 die Univer ität Gießen, um sich dem Studium der Theologie zu widmen, das er im Sommer 1891 mit der Fakultätsprüfung abschloß. Darauf diente er ein Jahr lang bei dem Infanterieregiment Rr. 87 in Mainz unb beiog dann das Predigerseminar zu Friedberg. Als im Winter 1893'94 die Defin t^rialpru'ung seine berufliche Ausbi'dung abaeschlvs.en hatte, wurde er zum erstenmal in Lampertheim im Pfarrdienst verwende* und daselbst am 22. April 1894 ordiniert. Am 19. Dezember 1895tarn er als Pfarrverwalter an die Landp ar el Mainz, bu sich vorwiegend aus Industriebevölkerung zu- sarnmensehte und ihm am 4. Februar 1899 endgültig übertragen wurde. Seine Ernennung zum Pfarrer der Giestener Lukasgemeinde beendigte seine dortige Tätigkeit. Aus ihr heraus erwuchs das 1907 zum ersten- und das 1926 zum zweitenmal aufgelegte Buch „Die Seelsoroe in der Industriegemeinde", das nahezu zur Hälfte der Schilderung der Industriegemeinde des Mainzer Landes gewidmet ist und ein überaus wertvolles kultur^schichtliches Gesamtbild die'er Gegend biet"t. Dieses Buch ist indes en nicht fein erster schriftstellerischer Versuch. Schon als Oberprimaner schrieb er Auf ätze für die in München erscheinende „Deutsche Zeitung", darunter auch einen zum hundertsten Geburtstag Friedrich Rückerts (16. Mai 1883). Als Student lieferte er dem „Lugins'and". einer Unterbal- tungsbr-ilaae der „Wormser Zeitung". Beiträge ähnlicher Art. Don arIen den Aufsätzen und Beiträgen, die er zu Zeitschriften, Zeitungen, Ka- knbetn. Sammelwerken und Korrespondenten lieferte, seien hier nur erwähnt die beiden im „Hessischen Kirchenb^att" erschienenen: „Der Pfarrer in der modernen Literatur" (11. und 12. Iahrg. 1901 und 1992) und „Karl Friedrich Bahrdt" (13. und 14. Iahrg. 1903 und 1994). Im Jahre 1903 erschien seine 1925 zum zweitenmal aufgelegte Erzähl ing „Zwischen Rhftn und Donnersberg". Darin behandelt er bi? Erlebnisse eines jungen, 1809 in das französi'ch» Heer ein- «reihten Bauernsohnes aus d"m h?u'igen Rhün- Hessen, der in Spanien in Kriegsgefangenschaft geriet und 1814 über England wieder Heimkehrte, nachdem er lange als vermißt gegolten hatte. Aus einem Borlrag hervor-^aangen war di? 1905 in 1. und 2. Auflage erschienene Schrift „Rh'in- h-s'en zur Zeit der Franzosenherrfchaft". In zeitlichem Zusammenhang damit sicht de musterhafte Erzählung „Das Hungnriahr". in drren 2ltW' punkt der nach der Mißernte das Jahres 1816 schwer um sein Fortkommen und die Erhaltung seines unb seiner Familie Besitztum ringende Dauer Adam Mühlbach steht, nachdem er es in dem französischen Heere bis zum Sergeanten gebracht hatte. Das Werk «''schien 1907 als Ar. 97 der „Wiesbadener Volksbücher" und wurde 1919 im 35. bis 50. Tausend aufgelegt. Rh-inhesien bleibt der Gegenstand, den er mit Vorliebe in geschicht'ichen Schriften, oder als Schauplatz seiner Erzählungen behandelt. Das gift von der Schrift „Das Elend der Fremdherrschaft" (1910). von seinen Beiträgen zur „Erinne- rungsschrift des hessischen Dolksschriftenvrreins zur Hundertjahrfeier 1813-1913“. worin er „Rheinhessen unter der Fremdherrschaft" behandelte. zur „Festschrift bcr P^inz Rheinhessen zur Iahrhuirder'feier 1816 bis 1916“, worin er „Die Provinz Rh: indes en in d?n beidrn ersten Jahrzehnten des Bestehens" behandelte, sowie zu der als Band 2 von „Rh?inh?s en in seiner Vergann-mhei!" ersckimenen Schrift. „Der Sudwesten Rheinhes ens in d?r geschihtsichen Zeit" (Mainz 1903). worin er die Ortsgeschichte von Steinbockenbeim und feines Geburtsortes Wonsheim darstellte, endlich auch von den Erzählungen „Ein pfälzischer Musikant", erschienen von 1913 bis 1915 in dem von ihm herausgegebenen „Sonntagsgruh". sowie von den beiden Erzählungssammlungen „Geschichten aus de- Pfalz unb ihrer Rachbarschaft" (Birken'eld a. b. R. 1914) unb „Rheinisches Land unb rheinische Leute (Gießen 1926). Endlich must noch das soeben genannte Gemeindeblatt „Sonntagsgruh“ erwähnt werden. Has zum erstenmal am 25. Dezember 1911 unb zum letztenmal am 24. Dezember 1922 erschien: Bechtolsheimer selbst ist barin mit zahlreichen erbaulichen, geschiEtlichen und erzählenden Beiträgen vertreten. Dadurch daß es ihm gelang, ältere Mitglieder seiner Gemeinde zur Mitteilung ihrer Erinnerungen zu veran- las en. hat er das Verdienst, ein gutes Stück Giebener Geschichte vor dem Untergang gerettet zu haben. Der Erzähler Bechtolsheimer denkt durchaus geschichtlich, feine Gestalten sind aus dem Leben, wenn auch zumeist aus dem der Vergangenheit, gegriffen: sie sind Menschen von Kersch und Blut und wurzeln in der heimatlichen Erbe. Die Rebenanalhsen prvblernasi cher Raturen liegen ihm fern. Er will für das Volk schreiben und für Liebhaber von Büchern, „die nur erzählen unb nicht reflektieren", aber gerade deshalb wirb jeder gern zu seinen Büchern greifen, „der Liebe zu deutschem Land unb deutschen Leuten und Interes e dafür hat, wie die großen Weltbegebenheiten in das Leben sch'ichter Leute hincinragcn". Diese Art äu erzählen, hat ihm Leser aus allen Äcei.'en des Volkes geworben, und die Kunst, die verschiedensten Är fe zu gleicher Zeit zu ses'eln unb zu ergrei en. ist auch der Schlus el zu dem Erfolg seiner Wirksamkeit als Geistlicher. Oberstudienrat Pros. Kutsch f. Am 23. Oktober starb nach langjährigem, schwerem Srechtum der Oberftubienrat i.R. Pros. Ernst Kutsch. Wit ihm hat uns wieder ein Mann verlassen, der nicht nur mit unserer Stadt und ihrer geiftigen Bildung aufs engste durch Jahrzehnte verbunden war, sondern auch sich allgemeiner Achtung unb höchster Wertschätzung erfreute. Oer Beirugsprozeß in Gießen. 5. Verhandlungstag. * Gießen, 26. Oft. Unter anderen Fällen kamen heute folgende Fälle zur Verhandlung: Ein Schweinehändler trat im Februar 1925 mit H. in Verhandlung wegen Geldbeschaffung. Auf Veranlassung von H. unb R. gab er Geld- beschaffungs- unb Prolongaiionswechsel in größeren Mengen herein, ohne nach seinen Angaben dafür größere Gegenwerte zu erhalten. Dadurch wuchs in kurzer Zeit seine Schuldenlast immer mehr an; in feiner Bedrängnis unterzeichnete er immer neue Wechsel. Während er vorher schuldenfrei gewesen fein will, will er nun in eine Schuld von mehreren taufend Mark geraten fein. Von vielen Seiten in Anspruch genommen, mußte sein Haus schließlich zwangsweise versteigert werden. Mit Rücksicht auf die widersprechenden Angaben der Angeklagten wurde der Zeuge beauftragt. Kontoauszüge seiner Banken vorzulegen. Einem Taglöhner versprach H. auf einen ein- gereichten Hypothekenbrief über 2000 Mark die Beschaffung dieses Betrages, unb zwar angeblich in spätestens drei Wochen. Außer einem Betrag von 540 Mark, die ber Zeuge aber erst nach unb nach erhielt, bekam er nichts. Dagegen wirb er jetzt von ber Deutschen Girozentrale, an die der Brief abgetreten wurde, wegen der Hypo- thekenschuld von 2000 Mark in Anspruch genommen. H. behauptet, den Brief aber nur in Höhe der wirklichen Beleihung abgetreten zu haben. Aehnlich liegen zwu weitere Fälle. Em Invalide erhält auf einen Hypothekenbrief über 2X0 Mark insgesamt 738 Mark, auch er wird in voller Höhe des Briefes in Anspruch genommen. Ebenso ein Arbeiter, der auf einen Hypothekenbrief über 1500 Mark nur zusammen einen Betrag von 200 Mark erhalten hat. $) veranlaßte einen Arbeiter, dem er Geld versprochen hatte, eine Grundschuld zu bestellen. Der Grundschuldbrief über 5000 Mk. wurde zunächst für die Sparkasse Rodheim bestellt. Als diese aber kein Gelb geben konnte, lieh sich H den Bries zedieren. Diesen gab er dann an einen Wirt unb Kaufmann weiter, mit dem er m Geschäftsverkehr stand. Obwohl der Zeuge auf diesen Grundschuldbrief nichts erhalten hatte, mußte er zwecks Wiedererlangung' seines Brieses dem Wirt, bcr sich auf seinen guten Glauben berief, im Verglelchsw^e 350 Mk. bezahlen. Außerdem übergab H. dem Wirt einen anderen Grundschuldbrief über 1500 Mk., auf den der Eigentümer von H. nur 10 Mk. erhalten hatte. Dieser mußte bann auch zwecks Wirderaushändi- gung seines Briefes bem Wirt einen Betrag von 500 Mk. zahlen. In Anbetracht der vorgerückten Abendstunde wurde bann die Verhandlung abgebrochen unb auf Dienstagvormittag vertagt. Ernst Kutsch war am 17. Februar 1856 zu Lich als Sohn des dortigen Kammerdirektors Aitolaus Kutsch geboren. Aber schon als Gymnasiast tarn er nach Gießen, wo er im Frühjahr 1874 die Reifeprüfung bestand. Gießen ist er seitdem bis an seinen Tob treugebli?ben. Hier studierte er Mathematik, Physik unb Mineralogie, bestand 1880 die Staatsprüfung „für alle Klassen" und wurde sofort ordentliches Mitglied des pädagogischen Seminars. Schon nach Beendigung des Seminarjahres konnte der Direktor Schiller an das Ministerium berichten: „Ernst Kutsch ist wie 5um Lehrer geschaffen ..., er ist klar, präcis, hat seine Klasse stets voll und ganz bei der Sache, und die Schüler rühmen alle die Verständlichkeit feiner Auseinandersetzungen, er ist auch aus diesem Grunde sehr beliebt“. Dieses Urteil Schillers über den jungen Akzessisten werden alle seine Schüler bestätigen, die ihn, auch als alten Lehrer, vierzig Jahre später hören durften. Kutsch hat sein ganzes Leben — angestellt wurde er 1882 — am hiesigen Gymnasium verbracht. Sein Hauptlehrgegenstand war Mathematik, die er fernen Schülern bei aller Sprödigkeit des Stoffes meisterhaft klarzumachen und näbetxu- bringen wußte. Eine große Gewissenhaftigkeit und ein enormer Fleiß, verbunden mit seltenem Lehrgesch ick befähigten ihn dazu. Er hatte sämtliche Aufgaben des Dardeh für sich so ausgearbeitet, wie er es von seinen Schülern verlangte! Rach Ernennung zum Oberftubienrat im Frühjahr 1923 trat er nach seinem Urlaub am 16. 3ull desselben Jahres in den wohlverdienten Ruhestand. Als frühere Auszeichnungen waren Ihm 1896 ber Charakter als Professor unb 1906 das Ritterkreuz des Philippsordens 1. Klasse verliehen worden. Dec Schätzung bei Schülern, ihren Eltern und seinen Kollegen und Vorgesetzten konnte der verdiente Mann stets gewiß sein. Aber auch außerhalb seines Berufes erfreute sich Professor Kutsch in Gießen ber größten Wertschätzung. Sein gefälliges, zuvorkommendes Wesen, das der Schärfe ganz entbehrte, gewann ihm viele Freunde. Er liebte die Geselligkeit in kleinem. vertrauten Kreise. Seine größte Erholung war ihm Gottes freie Ratur und die Jagd. Anstrengungen körperlicher Art war er stets gewachsen, in seiner militärischen Laufbahn brachte er es zum Sekondeleutnant d. R. unb erhielt die Landwehrbienstauszeichnung. / Seit seiner Studentenzeit gehörte Kutsch bem Wingolf an, bem er in Treue zugetan war. In schwerer Zeit führte er von 1894 bis 1902 bas Rechneramt des Altherrenverbandes seiner Verbindung mit ber Gewissenhaftigkeit, die man an ihm gewöhnt war. Seit dem Tob seiner Gattin 1912 ging es mit dem verehrten Mann langsam abwärts. Sein starker Geist unb Wille hielten ihn zwar noch länger aufrecht und stark: aber die Kriegsjahre taten auch das ihrige dazu, ihn zu zermürben. Bald nach seiner Pensionierung begannen schwere Jahre für ihn, denen jetzt ein stilles Ende beschert wurde. An einem trüben Herbsttage, diesem Freitag, gaben ihm seine Kollegen, Freunde unb auch zahlreiche Schüler das letzte Geleit, um noch einmal zu bekennen, was sie dem Heimgegangenen verdankten. Es war ein schönes Znignis, bas der Direttor bes Gymnasiums, die Vertreter ber Altherrnschaft bes Wingolfs unb ber aktiven Verbindung, sowie ber Vorsitzende bes Philologenverbandes ablegten für bas. was Professor Ernst Kutsch gewesen war. Gicsjener Wochenmarktpreise Es kosteten auf bem he ltiaen Wochenmarkt: Butter 190 bis 200. Matte 30 bis 35. Kiss 60 bis 140 (10 Stück), Wirsing 10 bis 20, W.ißkraut 8 bis 15, Rotkraut 15 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 25 bis 40, Unter Kohlrabi 5 bis 10, Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 40 bis 60. Feld alat 100 bis 120. Tomaten 30 bis 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 50 bis 150, Schwarzwurzeln 50 bis 70, Kartoffeln 5-/. bis 5lA. Aepfel 20 bis 35. Birnen 10 bis 25, Rüsse 60 bis 100. junge Hähne 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120. Gänse 90 bis 110 Pf. das Pfund: Eier 16 bis 18, Blumenkohl 60 bis 120, Salat 15 bis 20, Endivien 10 bis 30, Ober- Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 15 Pf. Weißkraut der Zentner 6 bis 7 Mk., Wirsing 10 bis 12, Rotkraut 15, Kartoffeln 4,50 bis 4,70, Aepfel 20 bis 32, Virnen 10 bis 15 Mk. der Zentner. Por notizen. — Tageskalender für Samstag. Volkshochschule: Eröffnungsabend des Win er- semesters. 20 Uhr. in dem großen Hörsaal der Universität. — Aula des Realgymna iums: Konzert. 8 Uhr abends. — Freie Turnerschaft, Gießen: 26. Stiftungssest, 8 Uh . im (Safe Leib. — Gießener Theater-Der inigung: 2. S ijtungs'est im Kath. Dereinshaus. Anfang 8.30 Uhr. — Lichtfti.lhaus. Bahnhofstraße: „Moulin Rouge". — Aftoria-Lichtspiele: „'Die ke ne Sklavin". — Tage stalender für Sonntag. Goethe-Bund. 1. Morgenfeier im Kammerspiel- zyklus „Die Mitschuldigen", 11.15 bis 12.30 Uhr. im Stadttheater. — Stadttheater: „Finden Sie, daß Constance sich richttg verhält?". Anfang 18 Uhr, Ende gegen 20 Uhr. — Musikalicher Volkskunstabend in der Reuen Aula der Universität, 20 Uhr. — Zentralverband deutscher Kriegsbeschädig'er und Krie.ierhir.terbliebenen e. V. Berlin: Landesverband Hessen: „Oeffent- liche Kundgebung", nachm. 2.30 Uhr, im Kach. Dereinshause. — Bürgervereinigung „Sachenhausen", Gießen: Familien',u ammenkunft ab 3 Uhr nachm. auf der Hardtterras e. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Mou'in Rouge". — Astoria-Lichtspiele: „Tie kle ne Sklavin“. — Morgenfeier im Stadttheater. Die Besetzung des Lustspiels „Die Mitschuldigen" von Goethe ist: Rudolf Goll, Wirt: Hans Tannert, 'Alceste: Ingeborg Scherer, So- bfjie; Ludwig Linkmann, Kellner: Franz Arzdorf, Söller. Regie: Intendant Dr. Rolf P r a s ch. Bühnenbild Karl Löffler. Musikalische Darbietung: Collegium musicum der Universität. — Abends 18 Uhr Fremdenvorstellung: „Finden Sie, daß Constance sich richtig verhält?" — Die nächste Operette im Stadttheater. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Das Reue Operetten-Theater Frankfurt a. M. bringt am Mittwoch, 31. Oktober, eine Wiederholung ber erfolgreiche* Overette „Gräfin Eva". Das Theater-Publikum wird bei dieser Aufführung Gelegenheit haben, zwei weitere und in Frankfurt a. M. außerordentlich beliebte Kräfte des Reuen Operetlen- Theaters kennenzuleri'en, und zwar die Herren Rorbert Fels (Achilles) und Karl Reul (Bonhady). Für Anfang November ist die E^t- aufführung einer neuen Operette geplant. Es- ist dies „Liebe und Trompetenblasen“ von Hans Sturm und Hans Bachwih, Musik von Marc Roland. — Dom Gießener Konzertoerein wird uns geschrieben: Prof. Joseph <5a t g e t i, der ausgezeichnete, weltberühmte Violinist, ein Schüler Hubays, Nachfolger Marteaus und Hugo Heermanns an den Meisterklassen des Genfer Konservatoriums, wird am Sonntag, 4. November, nachmittags 16.15 Uhr mit dem ersten Abonnements- konzert die Konzertsaison eröffnen. Auch im diesjährigen Winterprogramm sind wieder 10 Abonne- mentskonzerte vorgesehen. Die Preise im Abonnement bedeuten eine wesentliche Ermäßigung gegenüber der Einzelpreise. Auskunft und Anmelduna zum Abonnement in der Musikalienhandlung Ernst Ehallier. (Siehe heutige Anzeige.) —- Musikalischer Volkskunst abend derVolkshochschule. Wir weifen nochmals auf den morgigen Abend hin. Kursbeginn Montag, den 29. Oktober, 20 Uhr, in der Universität. Näheres siehe heutige Anzeige. — Christentums - Vorträge. Man schreibt uns: Dr. Alfred Heidenreich, ber in der kommenden Woche in Gießen einen öffentlichen Vortrag hält, steht als bekannter Mitarbeiter in der modernen Bewegung für religiöse Erneuerung. Er hat sich einem weiteren Publikum durch ein Buch „Im Angesicht des Schicksals" bekannt gemacht. Er wird am kommenden Montag sprechen zum Thema: „Das Antlitz bes kommenden Christentums". (Siehe heutige Anzeige.) • * Stempel- und Gebührenermäßigung bei der Aufnahme von Um- schuldungsdarlehen für di« Landwirtschaft. Umschuldungsdarlehen dienen der Durchführung der Umschuldung drückender landwirtschaftlicher Schulden. Umschuldungskreditinstitut für das Land Hessen ist nach der hessischen Verordnung für die Umschuldungsbeihilfe vom 18. Juli 1928 die Hessische Landesbank (Staatsbank) in Darmstadt. Die Staatsbank wird von der Treuhandstelle sowie einem Kredit- unb einem Arbeitsausschuß unterstützt. Die hessischen Staats- und Gemeindebehörden sind verpslich»- tet, den genannten Ausschüssen sowie dem Um- schuldungskreditinstittlt jederzeit kostenlos erforderliche Auskunft zu erteilen. Der hessische Just izminister hat weiterhin angeordnet, daß füv die Beurkundung von Schuldverschreibungen und Hypothekbestellungen für Darlehen der besagten Art der gesetzlich bestimmte Stempel, sowie die als Gerichtsgebühr zu erhebende Rotarsgebühr auf die Hälfte ermäßigt werden: das gleiche gilt bei einer etwaigen Umwandlung bereits bestehender Hypotheken oder Grundschulden in eine Hypothek zur Sicherung eines Umschuldungsdarlehens. Die Slempelermäßigung wird auch für Hypothekenbriefe gewährt, die übeti das Umschuldungsdarlehen ausgestellt werden, für Vermerke auf Hypotheken- und Grund- schuldbriefen, sowie für ortsgerichtliche Schätzungen ober Abschriften. Die Gebühren für die Tätigkeit der Ortsgerichte ermäßigen sich um ein Viertel. Bare Auslagen werden von der Ermäßigung nicht betroffen. ♦* Krähenzüge. Gestern morgen zwischen 9 unb 10 Uhr überflogen riesige Züge von Krähen in großer Höhe ben östlichen Stadtteil. Sie flogen In b Richtung Norbost nach Sübwest. Die letzten Züge verschwanben 9.50 Uhr in ber Richtung nach Klein- Linden und Allendarf (Lahn). • * Eine Prüfung für Geschäftsfteno- graphen findet in ber Inbustrie- unb Handelskammer Gießen am 18. November statt. Anmeldungen sind bis zum 10. November einzureichen. Näheres in ber heutigen Bekanntmachung. Sine Stiftung für hilfsbedürftige Mitbürger. Vorn städtischen Wohlfahrtsamt wird uns mit geteilt: Die Firma 3. Schmücker Rachf. in Gießen, Marktstraße 5. hat anläßlich ihres Geschäftsumbaus und der Reueröfsnung ihres Geschäfts dem Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen 100 Laibe Brot zur Verteilung an Familien, bti* in laufender Unterstützung bei der allgemeinen Fürsorge steheir. zur Verfügung gestellt. Die Ausgabe erfolgte am gestrigen Frettag, und zwar wurden besonders kinderreiche Familien bedacht. Die Spende hat bei den Bedachten große Freude hervorgerufen. • * D i e Fürsorgesprechstunbe für Gemüts- unb Seelenleibenbe findet, wie bas städtische Wohlfahrtsamt im heutigen Anzeigenteil bekanntgibt, vorläufig einmal im Monat an jeem zweiten Mittwoch statt. Die Beratung erfolgt unentgeltlich. Näheres in ber Bekanntmachung. * * Das städtische V e r s i ch e r u n g s a mt unbbasÄrieger-yürforgeamt werben ab 1. November in bas Haus Lonyftraße 2 verlegt. Interessenten seien auf bie heutige Bekanntmachung der Stabtoerwaltung hingewiesen. • • Die Museen sind am Sonntag zwischen 11 und 1 Uhr geöffnet. Oberhessischer Kun st verein. Die KoUektion B ö ck st i e g e l wurde unter Einreihung zweier vom Künstler nachträglich ein» gesandter hervorragender Oelgemälde: „vensen- dengler mit Kind" unb „Glocken-Blumen“ (großen Formats) völlig mngehängt. Auch die Kiehl- s ch e n Gemälde haben einen zeltweisen Wechsel erfahren. * * Hessen weiter frei von Maul - und Klauenseuche. Nach ber amtlichen Nachweisung über ben Stanb ber Maul- unb Klauenseuche in Hessen waren am 1. bzw. 15. Oktober alle Kreis« bes gesamten Volksstaates frei von ber Maul- unb Klauenseuche. • • Der Kaufmannsberuf bei der Berufswahl. Obgleich der Schulentlassung-- termin noch ziemlich fern ist, werden sich viel« Eltern schon ernsthaft mit der Berufswahl für ihre Söhne beschäftigen. Die Frag«: „Soll unser Sohn Kaufmann werden?" wird rm Hinblick auf die noch immer große Stellenlosigleit vielfach mit starken Zweifeln erhoben werden. Und dennoch macht sich auch im Kaufmannsberuf immer stärker ein Mangel an Kräften bemerkbar, di« nicht den Typ des „Kontoristen" mit allgemeinen Kenntnissen verkörpern. Es bieten sich heute für junge Menschen, die die notwendigen Voraussetzungen mitbringen, wieder etwas besser« Aussichten bei ber Erlernung dieses Berufes. Entscheidend ist allerdings nicht nur, daß der junge Berufsanwärter eine Lehrstelle bekommt, sondern in noch höherem Maße, daß ihm seine Lehrfirma auch eine gute Ausbildung gewährleistet. Es ist daher allen Eltern, die ihren Sohn Kaufmann werden lassen wollen, zu empfehlen, sich vorher genaue Auskunft über die Voraussetzungen, Anforderungen und Aussichten des Kaufmannsberufes einzuholen. ** Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: Am Montag, 22. Oktober, hatte sich bie Frauengruppe der D. V. P. zu einer Gebenkseier des 70. Geburtstages bet verstorbenen Kaiserin Augusta Viktoria im „Schützenhaus" vereinigt. Mit Paul Wraukes Gebicht „Augusta Viktoria", Sefprochen von Fräulein B. Döring, würbe bie eier eingeleitet. Darauf aab Frau A. Kindt ein lebenbiges Bilb vom Leben unb Wirken ber verstorbenen Kaiserin. Mit Liebe unb feinem Ver- ftänbnis wußte Frau Kindt den Anwesenben bie Persönlichkeit dieser echten deutschen Frau, deren ganzes Leben im Dienst der Pflichterfüllung in Familie unb Vaierlanb gestanben, vor Augen zu führen. Ergriffen von ber Tragik des Schicksals der letzten Kaiserin folgte man den bis an bas Enbe fesselnben Worten ber Vortragenden. Fräulein Tetz la ff erfreute darauf bie Anwesenben durch einige schöne Lieber, begleitet von Frau Roloff, unb zuletzt sprach Frl. B. Döring die Pagen-Ballaben von B. von Münchhausen. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkett ber Schriftleitung.) E. R. 15. Es handelt sich um bie Fabrikmarke der Königlichen Porzellan-Manufaktur zu Berlin, bie im Jahre 1761 von dem Kaufmann Gotzkowski gegründet unb 1763 von König Friebrich 11. angekauft unb zur Königlichen Tlanufaitur erklärt wurde. Die von Ähnen angegebene Marke (mit dem Reichsapfel) wird seit dem Jahre 1841 verwandt. Ursprünglich war die Marke der Manufaktur ein Zepter in Blau oder Braun: seit 1835 wurden die Buchstaben K. P. M. (d. i. Königliche Porzellan-Manufaktur), seit 1844 diesen Buchstaben der preußische Aoler hinzugefügt. ___________ Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 28. Oktober. 21. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfarrer Mahr: 11: Kinder- kirche für die Matthäusgemeinbe (Erntebankfestspiel): Pfarrer Mahr: 6: Pfarrer Becker. — Iohannes- kirche. 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer: 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde: Pfarrer Bechtolsheimer: 6: Pfarrer Ausfeld; 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal: Pfarrer Lenz. — ftapeUe des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz: 11: Kinderkirche: Pfarrer Lenz. — Elifabelh-Kleinkinderschule. 9.45: Pfarrer Müller. — UNefeck. 9: Beichte; 9.30: Pre- bigtgottesbienft; im Ansch uß Feier bes hl. Abendmahls. — Alten-Bufeck. 1; 2: Beichte; 2.30: hl. Abendmahl. — Kirchberg. 10: Kirckberg; 1.30: Lollar und Daubringen. — Hausen-Garbenteich. 10: Hausen; 1: Garbenteich. — Watzenborn-Steinberg. 9: Beichte: im Anschluß Predigt unb Feier bes hl. Abenbmahls (jüngere Eheleute). — Lich. 9.30: Stiftsbechant Kahn; 12.45: Kinbergottesbienst; 2: Stiftspfarrer Lic. Schor- lemmer. katholische Gemeinden. Samstag, 27. Oktober. Gießen. 4.30 unb 7 Uhr: Beichte. Sonntag, 28. Oktober. 22. Sonntag nach Pfingsten. Christ Königsfest. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Pre- digt, 11: Messe mit Predigt; 5.30: Christenlehre und Andacht mit Segen. — Grünberg. 9.45. Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. — Ridda. 8.30: Hochamt mit Predigt. SonntanSdientt ». Nerrle n. Apotheken am2Ll0.A Dr. Geyer. Prof. Dr. Honigmann. Htrschapother«. Zahnarzt: Dr. Haubach. *D | Vermietungen || (Stellenangebote 9434 V gesucht. Angeb. unter 07572I bote unter 07596 an an d.Gieß. Anz. erb. I den Gieß. Anzeiger. Die Spieluhv Von Harald Lagerström (Stellensuche unter 946ID an den geld evro. Schrtsil. Gießener Anzeiger Angeb. unt. 07540 an den Gieß. Anz. erb. erbeten. Mm Beruf! ., v. Lande. et). 9464 V sprechen. Bautechniker | Kaufgesuche [Wohnungstausch) kaufen. 07621 Näher. Ederftrahe 3. bewandert tft einige Stunden natltch gesucht. Bertrcter sucht P. 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Leider hatte „chr Junge" von den Merkels wohl die geschickte Hand und den braven Sinn, aber nicht die kräftigen Ellbogen geerbt. Es war ihm deshalb auch nicht gelungen, seine kleine Werkstatt aufrechtzuerbalten. Die Briefe an die Großmutter waren immer hoffnungsloser geworden, und nun hatte er geschrieben, daß er sich entschloßen hätte, wieder nach Berlin in Stellung zu gehen. Seine Werkzeuge und die geringen Vorräte hätte er schon verkauft, nur um die rückständige Miete bezahlen zu können. Nun fehlte ihm das Geld, um nach Berlin zu kommen. — Das war für die alte Frau ein harter Schlag. Sie überlegte, wieviel der Willi haben müßte........Reisegeld nach Berlin 18 Mark, Zimmermiete und Kost für einen Monat etwa 80 Mark. Hundert Mark mußte sie also besorgen — aber wie sollte sie das möglich machen?....... Ob sie nicht doch einmal in ben Schubfächern kramen sollte? Da war noch die goldbeschlagene Uhrkette von ihrem seligen Manne, — geflochten aus den kastanienbrailnen Haaren einer glücklichen Braut. Aber schon vor Jahren war ihr von einem Händler gesagt worden, daß nicht alles Gold sei, was wie Gold glänze. Ob sie nicht einen Käufer für die Spieluhr finden würde. Wenn sie auch aus der Mode war, so blieb sie doch für den Kenner ein wahres Prachtwerk. Acht Stücke hatte sie auf der Walze; darunter die „Wiener Schwalben" die „Gebirgskinder" und das schönste aller Musikstücke „Ein Blick nach ihr!" — Die Spieluhr ersetzte der alten Frau Theater und Kino, Konzert und Kaffeekränzchen. Der Kasten war aus feinem Mahagoni und der Kurbelgriff mit Perlmutter ausgelegt......Sie wollte doch mal das Fräulein Erdmann im Erdgeschoß um Rat fragen. Die stand als Inhaberin eines kleinen Blumenladens mitten im Leben. — „Großmutter Merkel, Sie sollten eine kleine Anzeige einrücken lassen. Unter den vielen Lesern wird schon einer fein, der sich in daS hübsche Ding da verliebt." Fräulein Erdmann nahm bet alten Frau den Weg zum Verlag ab, und schon am nächsten Tage konnte man unter der Überschrift „Verkäufe" folgende kleine Anzeige lesen: Mädchen daS in Hansarbeil aeübt ist. M. Sack, Goeibestr. 31 [«„(> Tüchtiges ähered Mädchen für Land - HauShali foiori gesucht. Gme Zeugnisse oder Em- vichlung. Zu melden Neuen Baue 22II. Mädchen für vormlnagS gef.. evtl, für ganze Tage. Neuenweg >51 In die Lebrcgesuchi 15—17jähriges GxiWenz und hoben Verdienst finden Sie durch ma[ A Wenwon Leipzig 78. »«»V 40J/, Provision zahle ich an intensiv u. foltern, arbeit. Damen u. Herren d. nachweisl. d. Prt- vaikundichafi erfolgreich bereist hab. Bekond.tücht. il.vrganif. befäb.Veuie erhalten selbst BezirkSleiig. Offert.unt. F.I.R.8388 durch Rudolf Hesse, Framtsrt a. M, hmV IMMhem hier und außerhalb, kSnnen durch leichte Werbearbeit (Sesuch von privaten) nachweislich viel Geld verdienen. 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Die Verfammlnng wird aus Nücksicht auf dte jüngeren Mi gl. vünktl. ciöffnet. Da es sich um die letzte des Ifb. Ge« schästSj. handelt, er- wat en wir oollzahl. Erfcheinen unserer Mtliilieder. Ter Vorstand. V.». c> Zrauenchoc. Ling stunde verlegt auf Donners- tag, 1. Nov. 7633 M. T. V. (Sptelabieilungs. Montag, 29. abds. 8 Uhr, in der Wirtschaft «Zuii^üh' len Grund": ßDieieroerfnmmlg. Erscheinen aller oft. Spieler Pflicht. 9,78D Der Svielwart. Stadttheater Sonntag. L8. CfL, «außer Abonnement) fiommerfuleijniius. Erster Tag: Morgenfeier von 11'/. bis 12'., Uhr Sinn ersten Male: Die nzitfdjolölgen Ein Lustspiel des jungen Goethe In Versen. Zuvor: W. 8L Mozart Serenade in D-dur für Streichorchester und Pauken. Vorgetragen vom Codegium musicum der Universität unter Lettung von Dr. Stet. Temeovary Von 18 btS 20 Uhr: Fremdenvorstellung Sinnen Sie 006 Gonfrcnce ftrtj rlttjufl MM? Komödie in 3 Akten v. W. S. Ni'augham. deuisch v. 3)huu Zoff. Dienstag, 30. Ökt., S.DtellSkllg-AÜ.'Voisl. von 19'/, bis 22 Uhr DieBallepinadesKönlgs Lustspiel in 4 Akten von Rudolf Presber u. Leo Walter Stein. Mittwoch,:! l.Okt^ s.Mlllwoüi-Av.-vorfl. von 19'/o b. 22* 4 Uhr: Gröflll Goa Ove.ette in 3 Akten von Franz Martoö. Musik von 0r. Albert Szirmai. [*7,0 Freitag, 2. 5.3reitllg-Avll.-Voisl. von 19'/, bto 22* rUhr Bifflarö m. Geschtchilich. Schauspiel tn fünf Akten i!6 Bildern) von WilliamSdakesveare deuisch von A. W. v. Schlegel. Sonntag, 4. Nov., außer Abonnement Fremden Vorstellung von 18 bis 20*/4 Uvr Zum ersten Male Cieöe und irompetenülofeo Overeite tn 3 Akten von Hans Sturm und Hans Bachwitz. Musik o. M. Roland. nein. age idjtr, gt-j ante Mitt ‘ he. *10| ^Fr?nProttnd»ri un Uen u ffl und '■ein er ■ouo. itu. en |enl ftjütc »em- Luro mer ► i f 414. «en n Minin tu 6. bei H4. H4 r bidtfl ev. I Monlan, L«. Cft, Kien- \ ubba. b Uf)x. in der e"niMri|chafl,Z»u^uh. in nur ien (5tunb‘. 'feen el,lz*nne v. ■ÄÄ PÄ- 4’S* Tttee 12n,trQ*r*-«Tr.'^'k' iBtR-^bä T* l,erüoH k'«8a ***&!• LR Uunn. 1 nicht tratöft. iireni. , 07573 SOlMlWU ILrlchelnkn aller oft. LvielerWchi. 9,WD Ter Lvtclwarl. . Anj. tflo*. Stadttheater ie kS!W . B. rie- n. i V icn Nov., sliBE: 3. W”' fltiUÖfl® 2. IL!"' ge'ieinj- fldii- 1 ke-sx fe kN- L-5 llbr.-P lL "L föll-K meine lleinit, er, mit teuer, ilichilg Veite- t-ves !onnt- fbiiö, i, in ton, ufett «ibtr- oidori. gonntao,28.Cft, inuiiei «bonnemtm) gonnneriDlenoilus. inner Taa> Morgeuscicr oonll'/.btßlü'rllhr Sum eriien Male! nummmnni d (£in l'uiiftnel der jungen Woett la Derlen. Zuvor, W. L. M°mi Serenade inD-dur für Sireichorchesier und Paulen. und , möal. .9470D vjni aroher MO Itorgeitoflen von CoilegiuminusicDD derUmvetNioiulU» Leitung m Dr. etel.iemtwril yS« WMMM oML„ -§S sg£ C!i* SÄ X'gSSi » Pol!" 1 NS® - Ses-b'^Zni Al'l- . »■ ®;.0, : SKL SJW Ur. 254 Zweiter Blaff ____U14H1—L-Jl IM Ml—IBI ■ I■ T~ ' Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Samstag, 27. Oktober 1928 Gießener Gtadtiheater. Presber und Licin: „Die Ballerina des Königs". Pvesbern zu seinem Sechzigsten — wenn mid) nachträglich — zu ehren, setzte man die „Ballerina des Königs" aufs Programm, „Lustspiel in vier 2llten", das er, wie die „Liselott" neulich, gemeinsam mit Leo Walther Stein geschrieben hat. 3n Nekrologen und zu Geburtstagen soll man gemeinhin den Menschen nichts Böses nachsagen. aber das nicht immer beneidenswerte Amt deS kritischen Berichterstatters verlangt andererseits von dem. der es bekleidet, dah er sich nicht völlig von so liebenswerten menschlichen Regungen und taktvollen Gepflogenheiten beschwichtigen lasse. Er hat also In Kürze und mit möglichster Schonung folgendes festzustellen: man hat hier eine Pantomime vor sich, vier lebende Bilder vor historischen Kulissen, viel Kostüm, viel Unt- fvrm. sehr viel Ausstattung; Theater als Schau-Stück und Wort-Spiel, Theater als Idyll und Episode, erzählendes Theater ohne Drama. Wenn man die Ausstattung wegnimmt und die Kostüme, die perlenden Läufe des Flöten- konzertes und die Anekdoten und die Aphorismen der friderizianischen Altersweisheit von Sanssouci —: was bleibt dann übrig? Nichts. Ein sllbernes Nichtschen. älnü das ist, mit Derlaub, etwas wenig für vier Akte und zwei Autoren, älnd das kann selbst an hohen Gedenktagen unmöglich verschwiegen werden. Erster Akt: erste Begegnung. 1743 in Berlin; der junge König und die junge Barbara Cam- panini, die PeSne so verführerisch gemalt hat, und von der man sich allerlei nette Gefchicht- chen zu erzählen weih. (Wen's gelüstet, kann z. B. m Ostwalds „Galantem Berlin" einiges darüber nachlesen.) Hier ist die Pointe, dah die Ballerina den König mit der Flöte für einen Militärkapellmeister hält. Aber sie verstehen sich sofort, und der König musiziert und regiert mit einer Unbekümmertheit, als ob der zweite schlesische Krieg gar nicht so bedrohlich vor der Tür stünde. Zweiter Akt: Große Oper. Das letzte Souper in der Loge. Melodie: nun adjöh, Gotoife, Die Schlinge um den Hals. Dw £)r. Paul Rohrbach. Wir freuen uns, unseren Lesern mitteilen zu können, daß es der Gießener Ortsgruppe desVereinsfürdasDeutschtum t m Ausland gelungen ist, unseren langjähn- gen, vielbeachteten außenpolltiscken Mitarbeiter zu einem Vortrag in Gießen für den 30. November zu gewinnen. In den Verhandlungen, die auf das deutsche WaffenstiUstandsgesuch vom Oktober 1918 folgten, stellte Deutschland die Frage, ob die 1 4 Punkte Wilsons von den Alliierten als Grundlage des zu schließenden Friedens anerkannt werden würden? Darauf erfolgte am 5. November die vom amerikanischen Staatssekretär Lansing im Namen aller vereinigten Gegner Deutschlands unterzeichnete Antwort: Ja — mit zwei Vorbehal - t e n. Der erste Vorbehalt bezog sich auf d i e Freiheit der Meere, der zweite darauf, daß Deutschland verpflichtet fein würde, d i e Z e r- ftörungen In den Kriegs gebieten wieder gutzumachen. Das ist der Ursprung der sog. Reparationen. Ausdrücklich war in Wilsons Kundgebungen gesagt, es müsse ein Friede ohne Kriegsentschädigungen und Kontributionen werden, wie solche früher den Besiegten vom Sieger auferlegt wurden. Man weiß, welchen Gang die Dinge danach nahmen. In die „Wiedergutmachung" wurden nicht nur die Kriegspensionen der Alliierten hineinge- rechnet, also Ausgaben, die schlechthin nichts mit den Zerstörungen zu tun hatten, die durch den Krieg in Nordfrankreich, Belgien usw. angerichtet waren, sondern es wurde durch das Londoner Ultimatum von 1921 öle Gesamtleistung Deutschlands auf die phantastische Summe von 132 Milliarden festgesetzt. Bei dem Wortbruch gegenüber dem Vorfriedensvertrag, der durch den Empfang und die Annahme der Note vom 5. November 1918 eingegangen wurde, halten wir uns nicht weiter auf, denn im Vergleich hierzu ist das ganze Versailler Friedensdiktat von Anfang bis zu Ende ein Wortbruch. Dagegen wird es gut fein, wenn wir uns darauf besinnen, welche Werte Deutschland bis jetzt schon auf das Konto der Reparationen — Kontributionen unter einem anderen Titel hat es, wie gesagt, nicht zu leisten — bezahlt hat. Bis Ende 1922, unmittelbar bevor die Franzosen das Ruhrgebiet besetzten, wurden gezahlt 2 Milliarden Mark in bar. Außerdem wurde das deutsche Privateigentum im Aus - lande liquidiert, es wurden d i e Gruben im Saargebiet und zahlreiches Eigentum des Reichs und der Länder ausgeliefert, ferner die deutschen Privatkabel, viel Eisenbahn- material, fast die gamje deutsche Handelsflotte, endlich Kohlen, chemische Produkte, Vieh, landwirtschaftliche Maschinen und eine lange Reihe sog. Wiederaufbaulieferungen. . Dazu kommen die Erpressungen Frankreichs während des Ruhrkampfes mit rund 2 Milliarden und die Zahlungen nach dem Daroesplan vom 1. September 1924 bis zum 31. August 1928 mit über 5 Milliarden. Zusammengerechnet ergibt das eine bisherige Gesamtleistung Deutsch- lands im Betrage von mehr als 48 Milliarden, wobei für die Sachwerte, wie Bergwerk und andere öffentliche Güter, Aufbauliefe- rungen usw die seinerzeit von Lujo Brentano in München angestellte Berechnung zugrunde gelegt ist. Darüber hinaus existiert noch ein gewaltiger Posten, der von dem englischen Kolonialfachmann More höher im Werte veranschlagt worden ist, als die Gesamtheit der Aufwendungen, die die Alliierten für ihre Kriegführung gemacht haben, näm- lich die deutschen Kolonien. Auch in bezug auf diese findet sich in den Wilsonschen Friedensbedingungen der Satz, alle Kolonialfragen sollten eine gerechte und unparteiische Entscheidung erfahren. Statt dessen wurde Wilson durch die der Wahrheit ins Gesicht schlagende und wider besseres Wissen aufgestellte Behauptung, Deutschland sei wegen feiner Eingeborenen-Mitzhandlung unwürdig, Kolonien zu besitzen, dahin gebracht, daß er dem Raub und der Verteilung des ganzen deutschen wisch ab dein Gesicht . . . Der Krieg ist da. älnd die Preußen marschieren. And der König reitet nach Schlesien, bei Nacht, indes die Bal- terina in Tränen zurückbleibt. Dritter Akt: Die Affäre mit dem Hofrat Evcceji. Berlin 1746. Die Ballerina hat es satt. Macht eine Szene, gibt eine Vorstellung unter freundlicher Mitwirkung ihrer südlich-lebhaften.- Mama und des Garderobeinspektors Nepomuk Cori. Zuletzt erscheint das rauhe preußische Schicksal in Gestalt des Rittmeisters von Al- vensleben, der den Cocceji auf Befehl des Königs nach Glogau verbannt. Die Ballerina, aus Trotz und Wut, geht gleich mit. And heiratet ihn sogar. (Draußen schneit's: so hat man wenigstens ein hübsches, stimmungsvolles Bild; aber aus lauter Stimmung, lauter Aufmachung, lauter Anekdoten und geflügelten Worten schreibt man noch kein Lustspiel.) Vierter Akt: dreißig Jahre später. Sanssouci 1776. Letzte Begegnung des alten Königs mit der aus Glogau zurückgekehrten geschiedenen Hofrätin Cocceji. Der König spielt ihr (diesmal wohl nicht ganz historisch) noch einmal aus seinem Flöten- konzert vor. Und sie tanzt dazu und weint ein bischen. Aus der Jugendzeit ... aus der Jugendzeit klingt ein Lied ihr immerdar. Und sie hat dem alten kranken Windspiel des Königs, der geliebten Biche, ein paar schöne Knochen mitgebracht. Und der gute Fredersdorfs, die treue Seele, ist auch noch da, und der Aloensieben kommt aus Rußland zurück, erzählt von der Katharina und kriegt den Schwarzen Adler. Ein rührendes Mosaik, ein Bilderbogen mit gefühlvollen Wasserfarben. Dünn wie das ganze Stück. Aber es wurde reizend gespielt. Auf der ganzen Linie. Goll inszenierte verschwenderisch und stilvoll und war bemüht, mit großem szenischen Aufwand über Gebrechlichkeit und Leerlauf der vier Auszüge hinwegzutäuschen. Der dritte Akt geriet aber mit seinem aufgepulverten Durcheinander und mehrstimmigen Diskant etwas zu geräuschvoll, der letzte schleppte dagegen empfindlich. Maria Koch war die Ballerina: entzückend. Das Rokoko liegt ihr ungemein. Auch das quecksilberne parmesische Temperament, die naive Schalkheit der großen Dame, die tänzerisch beschwingte, tändelnde und stets etwas oberflächliche Grazie eines galanten Jahrhunderts: das spielt sie brillant; tausend Kolonialgebiets unter dem Mandatstitel zustimmte. Wenn jetzt Frankreich, England, Belgien, Austra- lien und Japan die alten deutschen Kolonien, worum sie schon lange bemüht sind, sich faktisch einverleiben wollen, so entsteht dadurch eine deutsche Gegenforderung, die höher ist als alle Reparationen. Wir sind aber keineswegs der Meinung, daß Deutschland es jetzt darauf anlegen sollte, den Wert der Kolonien gegen die Reparationen auszuspielen und gegen Herabsetzung der Reparationsleistungen einen bindenden Kolomalverzicht nach Art des Verzichts auf Elsaß- Lothringen auszusprechen. Vielmehr bildet der Kolonialanspruch für uns ein großes moralisches Aktivum, dem eines Tages unversehens auch eine aktuelle Geltung zuwachsen könnte, so daß es verkehrt wäre, den jetzigen Mandatsin- Habern ein solches Zugeständnis in den Schoß zu werfen. Diese Klarstellung dessen, was Deutschland in bezug auf die Reparationen bereits zugute hat, ist nötig, wenn man die „einigende Formel", die jetzt in der französischen Presse für die Festsetzung der deutschen Schuldsumme auftaucht, richtig bewerten will. Sie lautet: 1. Der ©eqenroartsroert der Schuld Deutschlands soll auf 30 Milliarden Goldmark festgesetzt werden. 2. Die deutsche Jahreszahlung.für Zinsen und Amortisation wird von 2,5 auf 2 Milliarden Goldmark herabgesetzt. 3. Für Den Fall, daß Amerika einen Nachlaß seiner Forderungen an die Alliierten gewährt, soll Deutschland im gleichen Verhältnis entlastet werden. 4. Deutschland verzichtet auf den Schutz, den die Transferklausel feiner Währung bietet und er- hält dafür die Räumung der besetzten Gebiete. Auf diese Vorschläge sollen sich angeblich der ! Repcuationsagent Parker Gilbert, die englische und die französische Regierung grundsätzlich geeinigt haben. Angenommen, das entspräche den Tatsachen, so wären diese vier Punkte in ihrer Gesamtheit für Deutschland unannehmbar. Erstens gilt das schon für die Höhe der Gesamtschuld, die völlig ungerechtfertigt ist, nachdem, was Deutschland schon geleistet hat, und die außerdem das Zahlungsver- mögen Deutschlands übersteigt. Ganz unmöglich ist die Preisgabe des Transfer- schütz es, selbst wenn dafür — was die Franzosen sicher nicht zugestehen werden — die sofortige und bedingungslose Räumung des Rheinlandes stattfinden sollte. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, daß uns die Zahlungen nach dem Dawesplan nur mit geborgtem ©elbe möolich waren. Es ist nicht daran zu denken, sie aus dem deutschen Vermögen und aus Ueberschüssen der deutschen Wirtschaft zu leisten, weil die deutsche Zahlungsbilanz passiv ist und auf keine Weise in absehbarer Zeit aktiv gemacht werden kann. Sobald durch irgendwelche Umstände Deutschland keine Kredite im Ausland mehr erhält, und trotzdem verpflichtet ist, jährlich 2 Milliarden an die Alliierten zu zahlen, bedeutet dies das Ende der deutschen Währung und die wirtschaftliche Katastrophe. Um in diese, zum Wmf bereite Schlinge den Hals zu stecken, müßte Deutschland törichter fein als töricht. Worte italienisch, wie Wasser, der Rest ein tauber- welsches, radebrechendes Deutsch; ein Bomben- erfolg. Die heikle Ausgabe des Fridericus wurde von T a n n e rt mit einer verblüffenden Leichtigkeit und Treffsicherheit bewältigt. Eine vorzügliche Masi^e hatte er für den jungen, siegreichen, liebenden, auch für den alten, müden und wehmütigen König im letzten Akt (wie Presber ihn sich so vorstellt) —; die dürftigen volkstümlichen Brocken, aus denen die Rolle zusammengesetzt ist, hatte er entschlossen in eigene Regie genommen und zu einer selbständigen Gestaltung zusammengerafft. Es war aller Anerkennung wert. Das übrige Personal hat nicht viel zu tun, es hat da zu sein, auszusehen und sehr unverbindliche Worte zu sprechen: Staffage und bunte Statisterie im Königsidyll. Wir nennen: Arzdorf (Aloensieben), Knur (Cocceji), V o l ck (Knobelsdorfs), ßinfmann (Fredersdorfs). Für die hübsche Ausstattung sind Löffler und Keim zu loben. — Der Besuch war gut, das Publikum dankbar und beifallsfreudig. Dr. Th. Oberhessischer Kunstverein. In der am 14. Oktober eröffneten Ausstellung, über die wir bereits ausführlich berichtet haben, sind inzwischen einige Veränderungen vorgenommen worden, die hier kurz angezeigt werden sollen. Die Kollektion Böckstiegel ist umgruppiert und durch zwei nachträglich eingereichte große Del- gemälbe erweitert worden. Der „Sensendengler mit Kind" ist eine breit hingespachtelte Figurengrupoe, die nicht nur in ihrer Farbenfülle und ihrer bei allem Ungestüm der Pinselführung sehr abgewogenen Komposition, sondern vor allem auch vermöge ihrer einfachen menschlichen Motive, durch die Gegenüberstellung von Alt und Jung, Greis und Kind, ungefüger Kraft und unbeholfener Zartheit, von großer und liebenswürdiger Wirkung ist. Ferner muß ein stattliches Stilleben genannt wer- den, „Glockenblumen", welches stilistifch etwa auf einer mittleren Linie zwischen Corinth und Chri- fftan Rohlfs unterzubringen wäre und übrigens dem, was wir bisher von Böckstiegssl sahen, leicht einzugliedern und unschwer an die Seite zu stellen ist. deutschen Blättern findet. Dor allem drängt sich aber die Empfindung auf, daß der Engländer den Wert der „Kleinen Anzeigen" viel besser erkannt hat und mit allen seinen Sorgen, Plänen, Vorschlägen in den Inseratenteil der Zeitungen, flüchtet, mag es sich nun um Stellungsgesuche, Geschäftsverkäufe oder irgend etwas anderes handeln. Aber auch in den großen Inseraten ist ein erheblicher Unterschied zur kontinentalen Presse fest- zustellen. Schon unter den „Kleinen Anzeigen" s.n- bet man täglich einige, die ungefähr folgendermaßen lauten: „Australien. Zur baldigen Abfahrt 100 Burschen zwischen 15 und 19 Jahren gesucht, kräftig, für Farmschule. Rcaierung garantiert Beschäftigung. Hervorragende Aussichten für brauchbare Burschen." — „Kanada. Zur Abreise im März 500 Männer gesucht, die an Handarbeit gewöhnt sind, für landwirtschaftliche Beschäftigung, gute Löhne und Aussichten; ermäßigte Ueberreise, garantiert von der Regierung." Man merkt, daß man in einem Weltreich lebt, dessen Besitzungen über den ganzen Erdball verstreut liegen. In welcher europäischen Zeitschrift würde man aber sonst noch ein teures, ganzseitiges Inserat suchen dürfen, das unter der Ueberschrift „Südafrika. Winter im Sonnenland" eine kleine Erholungsreise nach dem Süden unseres Erdballs anpreist und dabei einen solchen „trip to Africa" als etwas ganz Alltägliches hinstellt. In den englischen Zeitungen findet man eben Anzeigen aus der ganzen Welt. Da ist ein Aufruf der Stadt Mexiko, die die Erben eines gewissen Mr. Joss Buch y Escandon sucht, und unmittelbar darunter lieft man dieselbe Anzeige noch einmal in spanischer Sprache. Schon bei einem flüchtigen Durchblättern eng« Uscher Zeitungen findet man bestätigt, daß das Klima des Jnsellandes äußerst ungesund ist. Riesenhaft sind die Inserate gegen Rheumatismus, Erkältung, Schnupfen. Jeder Reklamekünstler muß sich aber dabei über die Geschicklichkeit der Inserenten freuen. In allen Zeitungen erscheint eine Anzeige, die jeder lieft, weil sie mit den Worten beginnt: „Dieses Inserat wurde von (nun folgen die Namen von sieben bekannten Schrift- fteUern) geschrieben". Der Wortlaut des Textes ist dann aus Anerkennungsschreiben dieser Roman- dichter außerordentlich wirkungsvoll zusammengesetzt und beweist, daß das angepriesene Medikament in jedem Haushalt unentbehrlich ist. Eine andere pharmazeutische Firma jagt die Zeitunasleser durch ein ganzseitiges Inserat in Schrecken, Das mit den fettgedruckten Worten beginnt: „Große Epidemie tödlicher Katarrhe." Vertraulicher klingt die Anrede eines anderen Inserenten, der durch die Autorität der Familienerziehung überzeugen will, wenn er schreibt: „Mutier kennt den Wert non M." und dann ein Mittel gegen Rheumatismus anbietet. Der Reklamcchef dieses Unternehmens weiß zweifellos, wie fest der autoritative Glaube an die gute Mutter im englischen Charakter verankert ist. Unmöglich kann es der Zeitungsleser auch versäumen, ein Inserat zu lesen, das mit den Worten beginnt: „Laß mich dein Vater fein!" Daneben sieht man das Bild eines würdigen älteren Herrn, der zunächst verspricht, kostenlos Rat zu erteilen, und dabei mit« teilt, daß er vielen Tausenden Menschen mit Rat zur Seite gestanden hat. Dann frellich empfiehlt er die von ihm verfaßten Bücher zum Selbstunterricht, die wöchentlich einen Schilling kosten. Aber auch kostenlos erhält man Belehrung angeboten. Ein Inserat, das in vielen Zeitungen erscheint, kündigt an: „Eine Zeituna für Rheumatiker! Sie erzählt alles über dieses schrecklichste und so außerordentlich schwer zu behandelnde Leiden". Auf die Freude des Engländers beim Anblick autcr Karikaturen rechnet eine große Schokoladenfabrik, die ein vorzügliches, äußerst wirksames Inserat veröffentlicht. Bei allen Gelegenheiten, bas wird im Bild gezeigt, ertönt die Frage: »Haben Sie schon diese Schokoladenmarke versucht?" Der Schüler will damit seinen erzürnten Lehrer, der Verbrecher den Schutzmann beruhigen. Aufregender ist eine Annonce mit der Ueberschrift: „Mord an einer Heimindustrie!" In ihr wird die Forderung erhoben, den schottischen Whisky von einer lästigen Steuer zu befreien. Das geschieht aber nicht mit dürren Worten, sondern mit dem schlagkräftigen Satz: „Die Regierung, die die Whiskysteucr vermindert, wird eine volkstümliche Regierung fein". ww ■ -jinmjjs«nMuu^.’j>aiCTrinci Malerisck feiner, koloristisch einheitlicher erscheint uns aber bas jetzt vom Treppenhaus in den Saal hereingenommene Stilleben mit rotem Mohn, an der gleichen Wand. Auf das nun leider ungünstig hängende, sehr schöne und auf eine besondere Art von den übrigen Gemälden sich abhebende Kinderbild fei auch heute nochmals hingewiesen. * Die ungemeine Farbeneleganz und koloristische Empfindsamkeit des jungen Malers Kiehl, mit dessen Arbeiten wir uns schon ausführlicher beschäftigt haben, spiegelt sich auch in einigen neu- aufgenommenen Bildern von bestechendem Reiz. Der Farbenakkord im Stilleben mit der blauen Vase (Mittelraum) z. B. ist mit einem ganz über« zeugenden Gefühl für die Gruppierung koloristischer Werte zum harmonischen Klingen gebracht. Auch die „Herbstliche Chaussee" (an der gleichen Wand, rechts), auf die wir neulich wohl nicht ausdrücklich aufmerksam gemacht haben, sei hiermit liebevoller Beachtung empfohlen: ein sehr gutes Bild! Bei aller Anspruchslosigkeit des Motivs Der« mittelt es Stimmung und Wesen einer einsachen Landschaft in der farblichen und dinglichen Der- bunbenljeit von Baum, Hüael und Himmel. (Auch ein gutes Beispiel für die früher angebeutete fortschrittliche Gesamthaltung bet hier zusammengefaßten Bilder.) Em interessantes Stück ist endlich der „Morgen am Bahndamm", neu ausgenommen, leider aber in unvorteilhafter Beleuchtung hängend und infolgedessen nur unvollkommen zur Geltung gebracht. -y- Hochschulnachrichten. Zur Wiedrrbefetzung des durch den Weggang des Prof. M. Heidegger nach Freiburg erledigten Lehrstuhls der Pyilofopl'ie an der Universität Marburg ist ein Ruf an den a. o. Professor Dr. Erich Frank in Heidelberg ergangen. — Der durch die Emeritierung des Geh. DergratS St Dusch an der ünibet ität Münster erledigte Lehrstuhl der Mineralogie ist dem Privatdozenten Dr. Emil Ern st in Heidelberg angeboten worden. — Der Lehrstuhl der theorettschen Phvsi? an der Universität Halle ist dem a. o. Professor Dr. Adolf S m e k a I an der Llniversität Wien angeboten worden. SasGehrimis drseM-WMMa-srchlges. Japanische und britische Zeitungsinserate. — Das Inserat verrät den Volkscharakter. — Oie erfolgreiche „Kleine Anzeige". — Ein Weltreich im Spiegel des Inseratenteils einer Tageszeitung. Von George Croppen. Nichts ist aufschlußreicher, macht besser mit dem Charalter unb Den Gewohnheiten eines Volkes bekannt als ein eingehendes Studium seiner Zeitungen. Aber nicht nur der redaktionelle Teil der Blätter gewährt einen Einblick in bas Leben der Nation, auch die Inserate verraten, was den Zeitungslesern, also dem ganzen Volk Vergnügen bereitet ober sorgenvolle Stunden schafft. Die Japaner befleißigen sich z. B. in ihren Annoncen einer gehobenen, bilderreichen Sprache, die dem sentimentalen Volk besonders zu Herzen geht. Da schreibt eine Firma in ihrem Inserat: „Unsere Waren werden mit der Schnelligkeit einer Kanonenkugel expediert. Unser wundervolles Papier ist unverwüstlich wie eine Elefantenhaut. Unsere Pakete werben mit der liebevollen Feinfühligkeit behandelt, bje ein Bräutigam seiner entzückenden Braut gegenüber an den Tag legt". Ein anderer, scherzhaft gestimmter Fabrikant des östlichen Jnselvolkes teilt seinen Kunden mitt „Unser erstklassiger Essig übertrifft an Schärfe die gallige Laune der giftigsten Schwiegermutter". Ein Ver- lagsduchhändler preist leine Erzeugnisse dagegen weit poesievoller an: „Alles, was wir drucken," so lieft man in seinem Inserat, „ist klarer als Berg- krillaU, und bie von uns ausgewählten Autoren finb lieblicher und berückender als der Gesang eines zwanzigjährigen Mädchens. Kommt in unseren Laden, ihr seid willkommen und der besten Aufnahme sicher; denn unsere Angestellten übertreffen an liebenswürdigem Entgegenkommen einen Vater, der seine mitgiftlose Tochter an den Mann bringen will". Man kann sich kaum einen größeren Gegensatz als die Seele des östlichen und den Charakter bes westlichen Jnselvolks denken. Englische Inserate sind klar, nüchtern, sachlich. Man braucht nur einen Blick auf die erste Seite der „Times" zu werfen, um das bestätigt zu finden. Eng gedruckt erblich man da eine ungeheure Zahl kleinster Anzeigen, beginnend mit den Nachrichten über Ge- burt unb Tod, die niemals schmückende Beiworte enthalten. Schlicht wird mitgeteilt, daß hier ein Sohn, dort eine Tochter angekommen ist: niemals m ».m li ul irm I l'T.TI wird betont, daß das Kind zur Freude der Eltern groß und stramm ist, und ebenso versteht es sich von selbst, daß bei einem Todesfall die Hinterbliebenen den Verlust sehr beklagen, auch wenn es in der Anzeige nicht zu lesen ist. Man vermeidet auch, die Verdienste des Toten aufzuzählen; schmerzerfüllte Nachrufe findet man erst in der nächsten Rubrik, die die Ueberschrift „5 n M e m o r i a m" trägt, und in der man etwa folgendes lesen kann. „Dem geheiligten Andenken meines Freundes Smith, gestorben am 31. Januar 1908." — „Dem glorreichen Andenken des Kapitäns Scott, des Dr. Wilson, bes Kapitäns Dates, des Leutnants Bovers und des Unteroffiziers Evans, die, vom Südpol kommend, an der großen Eisgrenze ungefähr um diese Zeit vor fünfzehn Jahren ftarben. Meist fehlt die Unterschrift — selbst an solchen Kleinigkeiten erkennt man ben zurückhaltenden Charakter des Engländers. Am merkwürdigsten ist zweifellos eine Rubrik der kleinen Anzeigen, die man regelmäßig in der „Times", aber auch in anderen großen englischen Zeitungen findet, unb bie bie Ueberschrift „Per- f o n a I" trägt. Da lieft man „21. M. — Sinb Sie böse mit mir?" — „Barty. — Telephoniere mich Dienstag ober Freitag um 10 Uhr an, aber bestimmt! Ich bin fertig!" Oder eine andere Anzeige: „29. — Angaben sind zu unbestimmt. — Bezeichnen Sie den Ort genauer und nennen Sie etwas, woran ich Sie erkennen kann." Rätsel über Rätsel werden dem neugierigen Zeitunasleser aufgegeben; es sind kurze Abschnitte aus Romanen, die das Leben selbst gedichtet hat, und von denen ein einziger Satz genügt, um unser Herz zu rühren. Da ist zum Beispiel ein Inserat, von einer Zeile: „Nellie. — Habe den Irrtum eingesehen. Möchte gern zurückkehren. — I." Daneben stehen dann Bitten um Unterstützung eines kranken Malers, Angebote von Händlern exotischer Tiere. — Aehn- liche Inserate gibt es natürlich auch in den Zeitungen anderer Länder; aber burch ihren unsenti- mentalen Ton, durch die Prägnanz ihres Ausdrucks unterscheiden sie sich doch wesentlich von Anzeigen, die man etwa in tschechischen, österreichischen oder Diese gutdurchdachten Snferoie, das Haden die englischen Kaufleute erkannt, sind bat beste Mittel, jede Stockung im Absatz zu überwinden. Trotzdem gerade die englischen Zeitungen außerordentlich hohe Preise für ihre Anzeige nehmen, Snb sie daher dennoch stets mit großzügigen nnoncen gefüllt. Verein für Kommunaltvirtschast und Kommunalpolitik. Don Bürgermeister Or. Dölsing, Alsfeld. Die int zweiten Teile dieses Aussatzes von dem Verfasser geübte Kritik an den Dar- legungen der Referenten geben wir als interessante Meinungsäußerung eines hesti- schen Kommunalpolitikers wieder, ohne damit unsere eigene Auffassung zu identifizieren. D. Red. Diese wichtige kommunale Vereinigung hielt Anfang Oktober ihre diesjährige Tagung in Lllm unter dem Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Lueten (Kiel) ab. Die auf der Tagung behandelten Gegenstände umfaßten auch das gegenwärtig im Vordergrund der öffentlichen Erörterung stehend« Problem der Reichs- und Länderreform und das Verhältnis von Reich, Ländern und Gemeinden zueinander bei der kommenden Vrrwaltungsreform. Dieses Thema behandelte der Ministerialdirektor im preußischen Finanzministerium, Dr. V r « ch t, in einem Vortrag über die ,R e u o r d- nung der Dezentralisation im Deutschen Reiche". Während dirser Vortrag das Problem mehr vom Standpunkt der Mittelinstanz behandelte, befaßte sich der Mitberichterstatter, O^rbürgermeister a. D. Dr. K u tz e r (Mannheim), mit demselben Gegenstände vom Stand-, punkt der Kommunen aus. Ministerialdirektor' Dr. Brecht erblickt die richtige Form der er» streb!en Verwaliungsverrinfachung in einer Reform der Dezentraliia ian, und warnte dabei vor Atopien. Dom Reiche feh'.'.en die Grundbedingungen, um diesem alle Gebiete der Verwaltung zu übertragen. Die Vorschläge Brechts sind inzwischen aus den Verhandlungen der Länder» konfe"'?nz (Vergl. die Berichte im Gieß. Anz.) betanntgeworden. Der Mitberichterstatter für dieses Thema. Ober- bürgermeister a. D. Dr. K u h e r (Mannheim), behandelte das Problem vomStandpunkt der Gemeinden aus: er forderte eine Reichsstädte- und Rcichslandgemeindeordnung und kam zusammensassend zu dem Ergebnis, daß eine Zentralisierung hi irgendeiner Form kommen müsse, unter Bildung gut geleiteter Sslbstverwaltungs- körper mit Reichsaufsicht als oberste Instanz. Der Geschäftsführer des Verbundes der preußischen Provinzen, Ministerialrat a. D. von Schenk, behandelte das Thema: „Die Selbstverwaltung der preußischen Provinzen in der Rachkriegszeit" in einem ausführlichen Referate, wvbci die Mitteilung über das Bestreben der preußischen Provinzen in der Rachkriegszcit von Interesse war, eine größere Selbständigkeit und sogar Autonomie zu erlangen. Diesen Bestrebungen seien die preußischen Oberpräsidenten selbst entgegengetreten, wasder Redner als evne Fiuge. staatsmännisch 7 Ta! öfr Sslbst- beschränkung pries, zu der unsere Parlamentarier noch erzogen werden mühten. Alsdann folgte ein Referat deS LandratS Dr. Schöne (Stettin) über »Das Verhältnis derProvinzen zu den übrigen Selbst- v e rw a lt ung sk ö r pe rn", der vpm Standpunkt des Deutschen Landkreistages insbesondere das Verhältnis der Kreise zu den Provinzen behandelte und dabei darauf hinwies, daß auf Grund der allgemeinen direkten Wahlen für die Kreistage und die Provinziallandtage deren heutige Zusammensetzung zu dem Charakter als Ge- 'm e i n d e v e r b ä n d e im Widerspruch stehe, denen bei den Wahlen ein gewisser Einfluß wieder eingeräumt werden müsse. Er empfahl eine enge Zusammenarbeit zwischen den Kreisen und Provinzen. Zieht man die Ruhanwendung für unsere hessischen Verhältniss e aus den auf der Almer Tagung von prominenten und einflußreichen Persönlichkeiten für die Reuordnung der Dinge im Reiche und den Ländern aufgestellten Grundsätze, so muß man zu dem Ergebnis kommen, daß die hessische Regierung sowohl als auch der hessische Landtag und nicht minder die hessischen Kommunen alle Arsachr haben, gegenüber den hier entwickelten Gedankengängen und Vorschlägen aus der Hut zu sein. Die von bsm preußiscAn Ministerialdirektor Dr. Brecht (allerdings in sehr vorsichtiger Weise in ihren Amrissen) enttoorlene Reuordnung einer Dezentralisation im Reiche läßt erkennen, daß das hier entwickelte System überhaupt keine wirkliche Dezentralisation, sondern ein durch die Eingliederung der kleineren Länder perstäEes zentralistisches Preußen bedeuten würde. In dieser Ausfassung mußte man bestärkt werden durch die Ausfichrungen des anderen Referenten, Ministerialrats a. D. v p n Schenk, über die Selbstverwaltung der preußischen Provinzen, in welcher dieser, wie bereits oben erwähnt, bie Ablehnung einer erweiterten Selbstverwaltung der preußischen Provinzen als eine kluge, staatsmännische Tat pries. Bei dieser in der preußischen Staatsreaierung herrschenden Tendenz kann man sich ungefähr ein Bild machen, wie sich die Dezentralisation im Reiche unter Führung eines zentralistischen, von Berlin regierten preußischen Systems für diejenigen Länder auswirken würde, die entweder im Wege der Auftragsverwaltung, oder durch unmittelbaren Anschluß an Preußen in diesem aufgehen würden. Rur harmlose Gemüter können noch glauben, daß in einem solchen Staatsgebilde di? Eigenarten der kleinen Länder und deren Bevölkerung noch Platz finden würden. Alle diejenigen Kreise, auch in unserem Hesfenlande, welche jetzt, mit mehr oder minder Aeberlegung das alleinige Heil in einem Anschluß an den großen preußischen Bruder erblicken, oder In einem Einheitsstaat, wie man ihn sich offenbar in Preußen denkt, würden sicher eine starke Enttäuschung erleben. Es soll in feiner Weise dem Partikulansmus das Wort geredet werden, aber das darf gesagt werden, eine Reuordnung im Reiche mit einer Dezentralisation unter der Hegemonie eines zentralistischen Preußens, in welchem auch Hessen restlos aufgehen würde, herbeizusHnen, dazu haben weder die hessische Regierung noch dir hessischen Gemeinden irgendwie Anlaß. Wie man in einflußreichen preußischen Kreisen über die kleineren Länder und deren Interessen denkt, ging aus den Ausführungen des Referenten, Landrat Dr. Schöne (Stettin), hervor, btt mit einer gewissen Selbstverständlichkeit über deren Daseinsberechtigung zur Tagesordnung überging, und di? Einteilung der kleineren Länder in Provinzen und Kreise als etwas überholtes bezeichnete. Jedenfalls werden unsere maßgebenden hessischen Faktoren gut daran tun, gegenüber solchen Abfassungen den im Flusse befindlichen Dingen ihre besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die hier behandelte Frage, die zweifellos ein sehr schwieriges, staatsrechtliches Problem ist, wird int Frühjahr des nächsten Jahres bei Beratung des Reichshaus- halts für 1929, bei welchem em Defizit von 500 bis 700 Millionen Mark zu erwarten ist, im Brennpunkt der Erörterungen stehen. Caveant consulesl Mittelrheinischer Fabrrkantenverein. Der Verein hielt dieser Tage unter dem Vorsitz des Geheimrats Dr. Haeuser (Höchst a. M.) in Mainz eine zahlreich besuchte Mitglieoeroersam.m- (ung ab. Der Vorsitzende gab in seinen einleitenden Worten der allgemeinen Freude über die Landung des „Gras Zeppelin" fn Amerika Ausdruck, die ein i Erfolg deutscher Technik und deutscher Willenskraft j sei. Im übrigen biete die Zeit nicht viel Erfreuliches. ' Er wies hierbei auf die neuen Wirtschafts - , kämpfe und die allgemeine Enttäuschung über | Ausfuhr günstig entwickelt. Der Anteil der fertigen Waren ist dabei nicht unerheblich gestiegen. Bei der Einfuhr war dagegen die Entwicklung eine weniger günstige, da auch hier der Anteil der fertigen Waren, wenn auch in geringerem Ausmaße, zugenommen hat. Im ganzen gesehen, ist in der kurzen Zeit von 1924 bis 1927 für den Wiederaufbau unseres Außenhandels sehr viel Erfolgreiches geleistet worden. Freilich drohen vielleicht für die weitere Entwicklung gewisse Gefahren, auf welche der Redner noch zum Schlüsse kurz hinwies. Die eine Gefahr liegt in dem bei uns steigenden Preisniveau, das unsere Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmärkte ungünstig beeinflussen muß: die andere Gefahr liegt darin, daß vielleicht, nach manchen Anzeigen zu schließen, sich über kurz oder lang die Wirtschaftslage in den Vereinigten Staaten verschlechtern wird, und daß wir deshalb, wenn dies eintreten wird, auf fremden Märkten der gefährlichen Konkurrenz der amerikanischen Industrie begegnen werden. In der Aussprache wies Geheimrat Dr. H a e u s e r auf außerordentliche Absatzmöglichkeiten in China hin, sobald dort die politischen Verhall- nisse stabilisiert sind. Schon beute sei China bei- spielsweise für chemische Produkte nächst Deutschland das wichtigste Absatzgebiet. Bon anderer Seite wurde bemerkt, daß, so erfreulich die Entwicklung des Außenhandels in vielen Punkten sei, doch die Passivität desselben im ganzen in Verbindung mit unseren Reparallonsverpflichtungen zunächst keine Aussicht auf einen Ausgleich biete. Der KÄMM im Bild MSttitt SamßlisKdlättev Die GchMs Das sind die zeitgemäß ausgestatteten, auf unsere einheimische Bevölkerung abgestimmten, im eigenen Betriebe bearbeiteten und auch gedruckten Sonderbeilagen zum Gießener Anzeiger Tmmerr- SMVt mrd Spiel Sttsend und Hochschule Arss Kaiuv rrud TechrM Kus dem Kelch des Beau Kus des Meli des Mms BSdev- LVandevn-Kelsen Füs den Vüchevtlsch Das sind die regelmäßig wiederkehrenden, sämtliche Gebiete des modernen Lebens, des Geistes, der Technik und der Kultur straff zusammenfast enden Sonderseiten des Gießener Anzeigers Das große Hekmat- und Anzeigenblatt Oberheffens und der benachbarten preußischen Gebietsteile ist der seit 176 fahren erscheinende, mit allen Volksschichten aufs engste verwachsene GieSener Ameigev den Ausgang der Genfer Verhandlungen flirt. Hoffentlich führten die demnächstigen Verhand* ungen über die Reparations frage zu einem erträglichen Ergebnis. Das Defizit im Reichs- haushalt von vorläufig 600 Millionen Mark lasse neue Steuern befürchten, die statt der versprochenen Entlastung der Wirtschaft eine neue Belastung bringen würde. Rach Ausführungen des Geschäftsführers Dr. Meesmann über den letzten Gewerkschaftskongreß, der eine geschloffene Stellung auch im Unternebmerlager geboten erscheinen laße, und über die Eisenbahntorisreform, die zwar angesichts der Daweslast unvermeidlich geworden sei, aoer eine schwere neue Belastung der Wirtschaft mit sich bringe, hielt Prof. Dr. Mombert-Gießeii einen Vortrag über die neuere Gestaltung des deutschen Außenhandels. In seinen Darlegungen stellte der Redner vor allem drei Gesichtspunkte in den Vordergrund: 1. Die Gestaltung des Außenhandels in feiner Gesamtheit, 2. die Richtung der deutschen Warenausfuhr, 3. die Zusammensetzung dieser letzteren. Was die ©ejamtent» Wicklung onbelongt, so kommt hier ein erhebliches Wachstum des gesamten Handelsvolumens und die ko oft erörterte Passivität des deutschen Außenhan- oels in Betracht, eine Erscheinung, in der jedoch der Redner keine Gefahr erblickte, wenn er auch die Notwendigkeit betonte, diese Tatsache doch nicht zu sehr aus dem Auge zu verlieren. Besonders im Hinblick auf die Steigerungsfähigkeit unserer agraren Produktion sei dies besonders wichtig. Die Steigerung der deutschen Ausfichr hat sich in dem letzten Jahre vor allem nach den europäischen Staaten vollzogen, während diejenige nach Uebersee, vor allem auch nach Asien, sich nicht in besonders gün» K Weise entwickelt hat. Die Steigerung der chr nach Europa hangt jedenfalls damit zusammen, daß in dieser Hinsicht die abgeschlossenen Handelsverträge einen günstigen Einfluß ausgeübt haben. Bei der Zusammensetzung des Außenhandels kommt es mit Rücksicht vor allem auf die Lage auf dem Arbeitsmarkt namentlich darauf an, daß sich innerhalb der Ausfuhr möglichst viele und bei der Einfuhr möglichst wenige fertige Waren befinden. Unter diesem wichtigen Gesichtspunkt hat sich unsere Vortragende verwies demgegenüber auf andere Staaten, die auch eine starke passive Handelsbilanz und außerdem erhebliche Zahlungsverpflichtungen haben. Sodann berichtete der Geschäftsführer über die von Reichsfinanzminister o. D. R e i n o l d geschaffene „Zentralbank der Deutschen Industrie tMB”, die den Zweck hat, der mittleren und kleineren Industrie in Deutschland langfristigen Kredit zur Verfügung zu stellen. Die Organisation der Bank ist inzwischen durch die Presse bekannt geworden. Die Bedingungen für den Darlehnsnehmer sind so vorgesehen, daß Kredit auf zwanzig Jahre gegeben wird tn der Höhe von 30 Prozent des nach vorsichtiger Taxe ermittellen Zeitwertes der Grundstücke. Die Grundschuld wird mit 1J0 Prozent des in Anspruch genommenen Darlehnsbetrags eingetragen, wovon 10 Prozent als Sicherhellsbürgschaft für die Gesamtheit dienen. Das Darlehen wird mit 90 Prozent ausgezahlt, ist zu 6,5 Prozent plus 0.75 Prozent laufender Der- wallungskostenbeitrag also zu 7,25 Prozent oder effektiv 8,6 Prozent zu verzinsen. Dazu kommt das Disagio von 10 Prozent, das mit 0,5 Prozent jährlich zu berücksichttgen ist, so daß man aus eine jährliche Gefamtbelastung von etwa 9,5 Prozent kommt, wovon aber, wenn die Sicherheitsbürgschaft nicht in Anspruch genommen wird, der hierauf entfallende Betrag zurückgezahlt wird. In der Aussprache, an der sich Geheimrat Dr. Haeuser, Finanzrat Dr. Gröninger von der Hessischen Landesbank, Deidesheimer. Limburg, Dr. Hahlo, Kreuiznach, und Regierungsrat Meyer von der Disaonto-Gesell- schaft beteiligten, kam das allseitige Interesse an der Gründung zum Ausdruck, doch wurde von mehreren Seilen die Belastung als verhältnismäßig hoch für die in Rede stehenden Kreise bezeichnet. Der Vorsitzende gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Bank dennoch für die mittlere und üeinere Industrie in vielen Fällen segensreich wirken möge und daß die Bedingungen, was auch Dr. Gröninger in gewissem Umfange als möglich bezeichnete, noch etwas günstiger gestaltet werden möchten.. Oberhessen. Ole Jubiläumsfeier der Industrie- und Handelskammer Friedberg. WSN. Friedberg, 26.Oft Aus Anlaß bts bereits mitgeteilten 30jährigen Bestehens der Industrie- und Handelskammer Friedberg fand gestern vormittag im Rathaus- saal ein F e st a k t unter Anteilnahme zahlreicher Vertreter der Behörden statt. U. a. bemerkte man Wirtschaftsminister K o r e l l, Oberregierungsrat Pennrich, Provinzial- und Kreisdirektoren, Vertreter der Wirtschaft, der Nachbarstädte und die Presse. Nach einleitenden Musikstücken richtete der Vorsitzende der Kammer, Kommerzienrat Langsdorf, herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes an die Festversammlung. In einem längeren Rückblick verbreitete er sich sodann über die Entstehung und Geschichte der Kammer. Aus seinen Ausführungen ging hervor, in welch bedeutungsvoller Weise die Kammer beigetragen hat zu dem wirtschaftlichen Aufstieg chres Bezirks. Der Syndi- kus der Kammer, Rechtsanwalt und Notar Stahl, sprach über „Strukturwandlungen der deutschen Wirtschaft in den letzten 30 Jahren". Dr Göbel, stellvertretender Syndikus der Kammer, behandelte in seinem Vortrag die „Stellung der Industrie- uich Handelskammer im Staat und Wirtschaft". Die Ausführungen der Redner, die sich durch Klarheit und Gedankentiefe auszeichneten, wurden von der Festversammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. An die Vorträge schlossen sich die "Glückwünsche der Staatsregierung durch Minister S? or e LI, sowie der Vertreter der Provinzial- und Kreisdirektionen, der Industrie, des Handels, der Wirtschaft und des Handwerks. Dem langjährigen Präsidenten Kommerzienrat Langsdorf wurde seitens der Handelskammer eine prachtvolle Ehrenurkunde ich erreicht. Die Festgäste vereinigten sich später im Hotel Trapp zu einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem noch manche Anerkennung für die Jubilarin zum Ausdruck kam. Einweihung des Evange!. MdchenheimS fn Meder Erlenbach. Ern neues Heim der Inneren Wissiv-n in ins* ferein Hessenland wurde dieser Tage inRiedev- Erlenbach bei Vilbel e'ngeweiht, das Mäd- chenheim^Glaubur g“. Evangelische Landeskirche und Elisabethenstist haben hier in den außerordentlich schönen und geeigneten Raumen einer uralten Wasserburg eine milde Stiftung errichtet. Der Hessische Landes verein für Innere Mission und der Verband der evcmgellsch-kirch- llchen Frauenverbände stehen mit hinter der Sache, werden die Arbeit finanziell mittragen und im Aufsichtsrat mitberaten. Eine große Anzahl von Vertretern der öffentlichen und freien Wohlsahrtspf^ge waren der Einladung zur Einweihungsfeier gefolgt. Als Vertreter des Innenministeriums war Reg.-Rat Krebs erschienen, ferner sah man den neuen Kveisdirektor von Friedberg, in dessen Bezjvk die neue Anstalt liegt, sowie viele Leiter t>oh Kreis- und städtischen Wohlfahrtsdienstw. Al« Vertreter der Landeskirche nahmen Prälat D. Dr. Diehl. Vizepräsident Dr. Dahlem und Oberkirchenrat Wagner teil. Den Landesverein für Innere Mission vertrat Direktor Röhricht, den Verband der Frauenvereine Fürstin Erbach-Schönberg. Dach kurzer Begrüßungsrede des Vizepräsidenten deS Landeskirchenamtes hielt der Prälat der evangelischen Landeskirche, D. Dr. Diehl, die Weiherede. Er betonte besonders die Tatsache, lxch hier zum ersten Male die hessische Landeskirche selbst Mitträgerin einer sozialen Arbeit werde, die sich die Bekämpfung einer heute besonders großen Rot zum Ziel gesetzt habe. Mit Recht wertete er diesen Versuch, praktisch an der Lösung der Schwierigkeiten unserer Zell und ihrer Menschen mitzuarbellen, als eine Phase im Leben der hessischen Landeskirche. Die in der Glauburg begonnene Arbeit ist hrrauSgewachsen aus einer von Kreisen der Inneren Mission längst getriebenen Arbeit cm sittlich gefährdeten und verwahrlosten Mädchen Es sei erinnert an die „Wagdalenen-Hilfsvereine" aus der VorkriegS- zell, an den „Marienhof" in Braunshardt. daS im Krieg eingegangene evangelische Mädchen- Heim, sowie besonders an die in den letzten Jahren eröffneten Zufluchten" in Darmstadt und Gießen Die Glauburg bietet Platz für 30 bis 35 Mädchen Also ein Leines Haus, so daß der AnstaltS- charakter vermieden werden kann Die Mädchen sollen ja nicht für dw Anstalt, sondern zmn Leben erzogen werden Sie sollen In der Wäscherei. Gartenarbeit, Handarbeiten und der Hausarbeit ausgebildet werden Der Ton wird, dem Geist der Anstalt entsprechend, auf die Bildung des Charakters gelegt werden — Der Geschäftsführer der Stiftung, Pfarrer Hickel (Darmstadt), sprach über die Frage, was die Arbeit im Madchenhelln will. Im Hamen des Innenministeriums und der kommunalen Behörden grüßte Regierungsrat Landkreis Gießen. •o- Großen-Linden. 27. Olt. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzucht- verein .,V o 1 k s w o h l" will anfangs Dezember wieder eine allgemeine Ausstellung von Rassetieren mit Prämiierung veranstalten, die für jeden Züchter offen ist. Sie wird in der geräumigen Turnhalle aarfgebaut und steht unter dem Ehrenschuh des Altbüi^ermeisters Leun Der geschäftliche Tell liegt in den Händen des ersten Vorsitzenden, Philipp Zimmermann, unter dessen Leitung der Verein, besonders auf dem Gebiete der Geflügelzucht, sich gut entwickelt und schon mehrere Ausstellungen erfolgreich durchgeführt hat. (Vergl. den heutigen An- zeigentell.) DGroßen-Linden,26. Okt. In unserem all- ehrwürdigen Gotteshause wurde gestern abend ein Film aus der Arbeit der Sudan- Pionier-Mission im Rillande gezeigt. Der Vortragende, Missionar Ripp er von Auerbach a. d. Dergstr., der mehrere Jahre in Ober- agypten weilte, erzählte an Hand der recht guten Bilder von der Reise und seinen persönlichen Erlebnissen im fernen Land sowie von der Arbeit der Mission. Auch die Tätigkeit eines Sohnes unserer Rachbarstadt Gießen, des Mis- sionsarztes Dr. Kallenbach, der dort sein segensreiches Wirken namentlich auf dem Gebiete der häufig auftretenden Augenkrankheiten ausübt, zeigte ber Vortragende im Film. / Mainzlar, 26. Ott. Wer jetzt durch unseren Wald wandert, kann sich davon überzeugen, daß der diesjährige Herbst eine selten reich« Ernte an Eicheln gebracht hat. Die Früchte, die sehr gut entwickelt sind, fallen — durch die M,eS. Wß »“ife'S'S ??Ä1S r 6^Qnn Über teÄ J * /J. dem "M Und 2hndj. fahren". Dr rt“W& ifeä’S 31 unb unb *> di. ÄÄ. W j^ntten, wurden ^dtit Mm 3eifn[ren ®on Ur offen sich bi!lSenom* W.JÄ n«™ "b>* ”«chKZL 85*** ?™a" Wem in ro Mw Jage in Atedr» engÄvech das Azz, L'Epische Lande-, lit haben hier in den “? Segneten Äämnen ? Ede Stiftung nj bet Vang^tfch.kirch. JW njit hinter der ■tUanjitfl rntttragen und am. Mrtspflrge u>am kt -bmg-feier gefvlzr ® .mitmumd to® Ly^at sah man -er neuen edberg, in Mim 'N* . iowie t-id# Leiter mw DvhIfadMrnfien. Äi irche nchnen ^rAat D. ident Dr. Dahiem und er teil. Den Lmdesderrin Irot Dircktsr Röhricht, nicmneremt Fürstin 8t. Meöe des Dtzepräsideiv mtei hielt der Prälat •fcfW, ö. Dr. Diehl, Mr Monberi die Tat. nhen Male die bessifche Littragerm einet sozialen ile Bekämpfung einer heute Mim 3iel gesetzt habe. M x Versuch, praktisch an der iwn unserer Zeit und ihrer r, al- eine Phase im Leben rchr. Sie in der Glauburg Hrrau-Aeivachsen cm- einer neren Wssion längst ge> ttlich gefährdeten und w Ss sei erinnert an bic ine" aus der r>V m Braun-Hardt, da- , -°-°Sck,». DLch» ® d-- ™2®J# luchten" in DaemM ms Platz für N bis D Md so daß der $ kam Die MH" di, Anstalt, sondm Zen. 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A u h n und in der Metzgerei von Konrad Nürnberger zwei freche Einbrüche ausgeführt. Der Täter muh dabei mit auftrr- ordentlicher Geschicklichkeit zu Werke gegangen sein, da er von den in den Höfen wachenden Hunden nicht bemerkt wurde. Trotzdem ist die Deute verhältnismäßig gering. 3n der Bevölkerung macht sich in begreiflicher Weise eine leichte Erregung bemerkbar, da sich hier vor einigen Wochen ähnliche Fälle ereigneten. f Treis a. d. Lda., 26. Olt. Die Sch a r - lacherkrankungen unter den Schulkindern, die sich durch den ganzen Sommer in vereinzelten Fällen hinzogen, haben in letzter Zeit nachgelassen. 3n einem Fall muhte sogar für ein paar Tage der Schulunterricht der unteren Klasse ausfallen, da die Kinder einer im alten Schulhause wohnenden Familie erkrankt waren. Zur Zeit sind nur noch zwei Scharlachfalle bekannt. — Die Bautätigkeit war in diesem 3ahre dahier recht rege, sind doch auher vielen Reparaturen und Erweiterungen von Häusern, Ställen und Scheunen sechs neue Wohnhäuser, darunter drei Zweifamilien-Wohnungen und eine grohe Scheune, errichtet worden. — Die Lieferung der neuen K i r ch e n o r g e l ist der Firma Nikolaus & Förster in Lich übertragen worden. Die Aufstellung soll noch vor Ostern erfolgen. Kreis Friedberg. pb. Butzbach, 26. Oktober. Der gestrige Schweinemarkt war mit 232 Ferkeln befahren. Gezahlt wurden für Ferkel bis zu sechs Wochen 14 bis 16 2Nk., von 6 bis 8 Wochen 17 bis 19 ML., von ö Wochen und darüber 20 bis 22 Mk. Der Handel war mäßig, es blieb äleber- stand. — Ein auswärtiger Obstkäufer hat einen hiesigen Einwohner um sein Geld für verlaute Z^-etschen geprellt. Er bot dem Manne su« #n Zentner Zwetschen 16 Mk., worauf dieser in Anbetracht des hohen Preises mit Freuden einging. Die Zwelschen wurden verpackt und auf gegeben. K.irz vor Abgang des Zuges übergab der Händler dem Lieferanten zwei Zwanzigmarkscheine für die zwei Zentner Zwetschen, worauf ihm der Lieferant 8 Mark herausgab. Als letzterer sich bei Licht die Scheine aber näher besah, merkte er, daß er zwei Dorkriegsscheine erhalten hatte. Er rief nach der Polizei, jedoch konnte diese auch nichts mehr machen, da inzwischen der Zug abgefahren und dem Verkäufer weder Name noch Adresse des Käufer« bekannt war. Auf diese Wei e war der Geprellte seine Zwetschen i$n b auch noch 8 Mk. los. Vorsicht bet Annahme von Papiergeld und beim Verkauf an unbekannte Händler! Kreis Büdingen. I Nidda, 26. Ott Der Gemeindeverband Nidda-^llfa wird in den nächsten Tagen einen probewcisen Verkehr feiner Auto- omnibuffe nach dem benachbarten Geih-Nidda einrichten, da aus dieser Gemeinde der Wunsch nach Anschluß an den Autoverkehr lautgeworden ist. I Fauerbacb bei Nidda, 26. Okt. Der „Malte Markl zu Ortenberg wird von jeher aus unseren Dörfern, wie auch aus der weiteren Umgegend, auherorden'lich stark besucht. Die ßeitung des G e rme indeverbandes Nidda-ällfa will diesem Umftanbe dadurch Rechnung tragen, dah sie ihre Autobusse an den beiten Haupttagen des Marktes. Montag, 29. und Dienstag, 30. Oktober, vormittags und nachmittags je dreimal nach Ortenberg Verkehren läht. Wit einer sehr starken Beteiligung an diesen Fahrten ist, zumal bei dem derzeitigen unbeständigen Wetter, bestimmt zu rechnen. Mue Bücher. — Unter dem Titel ,.D a s Hessische 6 traft e n to e f e.n“ ist unter besonderer Berücksichtigung der Ortsdurchfahrten, Gemeindewege und Privatwege, mit Einschluß der Vorschriften über die Zuständigkeit und das Verfahren bei der Dauverwaltung und der Baupolizei eine Zusammenstellung aller gesetzlichen Bestimmungen in Form eines Kommentars bearbeitet und für den praktischen Gebrauch erläutert von Geheime- rat Dr. h. c. Fey, Provinzialdirektor a. D. in dem Verlage 3. Diemec in Mainz erschienen. Preis 3.80 Mk. (396). — Bei der Bedeutung, die das Sttaßenwesen im Wirtschaftsleben, namentlich infolge der Ausdehnung des Kraftsahrwesens spielt, dürste diese wichtige Neuerscheinung, die alle gesetzlichen Fragen in organischer Weise behandelt und erläutert, von allen Verwaltungsbehörden, Stadt- und Ganbgemeinöen, den Bau- und Polizeibehörden, aber auch von allen getoerbetreiben- den Firmen sowie Einzelpersonen, die z. D. durch Autohaltung an diesen Fragen mterefiiert sind, als Auskunfts- und Nachschlagebuch begrüßt werden. — „Die Rationalisierung der Gesetzgebung" von Ministerialdirektor Professor Dr. Schlegelberger im Reichsjustizministerium, Verlag von Franz Vahlen in Berlin W 9, Linkstraße 16. 1.20 Mk. (398). - 3n wohl abgewogenen wuchtigen, oft von leichter 3ronie gewürzten Sätzen zeigt der Verfasser ein Problem auf, dessen Lösung ober Nichtlösung für unser staatliches Leben schicksalbestimmend fein kann. Der Parteipolitik entrückt wird hier mit dem Mute und dem Verantwortungsgefühl des über den Dingen Stehenden nachgewiesen, wie sich die Gesetzgebung nur zu oft nach Maß, Form und Werdegang in den Bahnen offenbarer Unvernunft bewegt und der Weg zur Umkehr und zur Gesundung gewiesen. — Ludw. Wolff: Ariadne in Hoppe- gar t e n. Verlag Ullftein, Berlin (426). — Dieser Roman bringt in einer sichergeführten Handlung Menschen, die man lieb gewinnt, und deren Schicksal man mit Teilnahme verfolgt. Als Kenner des grünen Rasens verlegt Wolff auch diesmal den Ausgangspunkt der Handlung auf den Rennplatz. Es ist jedoch kein Turfroman, sondern die Geschichte einer Ehe zwischen einem reifen Arbeitsmenschen und einer jungen vermögenslosen Frau. Eharakteristisch und oft humorvoll gekennzeichnete Gestalten aus dem Berliner und dem österreichischen Leben umgeben in reizvollen Episoden die Träger der Handlung. — Abriß der Sozialpädagogik. Von Professor Dr. L. Heyde. 5. Airflage. Wissenschaft und Bildung. Gebunden 1,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig (415). — Das Erscheinen des 25. Tausends dieses Wrisses beweist, wie trefflich der Herausgeber der „Sozialen Praxis" mit dieser älebersicht über Ziele und Wege der Sozialpolitik einem weitgehenden Bedürfnis gerecht zu werden verstand. Sein Grundgedanke, den gewaltigen Stoff leicht faßlich, aber doch wissenschaftlich, mit gerechter Kritik, aber völlig unparteiisch zur Darstellung zu bringen und so einen raschen Heberblid über das ganze Gebiet zu ermöglichen, erwies sich als fruchtbringend. 2In Hand dieses Wrisses vermag sich heute jeder in wenigen Stunden über das gesamte Gebiet der Sozialpolitik unb die geltenden Bestimmungen zu unterrichten. — Vorwärts zur Einheit. Ein Ruf an alle Getreuen Christi. Don Dr. Albert v. R u • Ville, a. o. Professor der Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg. Wit kirchlicher Approbatton. VIII und 94 Seiten 8°. Drosch. 3,50 Mk., Geinte. 4,80 Mk. Verlag Kirchheim & Eo. G. m. b. H., Mainz. (521) — Das Duch ist dem Wunsche entsprungen, zur kirchlichen Einigung, die allerwärts die Gemüter bewegt beizutragen. Es ruft alle Christen zu ihrer Förderung auf und zeigt, wie zu ihr zu gelangen. Dieser Weg zur Einheit ist abgeleitet aus dem Weg, der zur Spaltung geführt hat, und zwar mit ausführlichen historischen Erörterungen. Aus dem historischen Verlauf ist auch entnommen, wie weit sich die Christenheit schon der Einheit genähert hat und was alles noch zu tun übrig bleibt, wie sich die Konfessionen dabÄ betätigen können. Völlige Unparteilichkeit und unbeirrtes Streben nach Wahrheit treten überall zutage. Nicht streiten will der Verfasser, sondern finden, feststellen. Eine freudige und begründete Zuversicht auf Gelingen spricht besonders aus den letzten Kapiteln. — Gustav Renker: Der Abend des Heinrich Biehler. 3n elegantem Ganzlein- wandband 4.80 Mk. Verlag von Friedrich Reinhardt in Basel. (423). — Mit warmer Sohnes- liebe zeichnet der Verfasser die Gestalt des alternden Heinrich Biehler mit seiner engen Naturverbundenheit und seinem starken Innenleben. Diesem äußerlich so unscheinbaren Menschen verdankt sein Sohn Hans das Beste in seiner Kunst. Der Vater allein versteht es, daß der junge Polhtechniker das Studium der Musik ergreift. Er stützt ihn durch seinen Glauben an seine Berufung unb er ist es auch, der ihm die Bekanntschaft mit jenem ideal veranlagten Mädchen vermittelt, das bann später feine Braut wird. — Ernst Klein: Madame Circe. Roman. 194 S. 8°. Preis 1 Mk. — Verlag Guido Hackebeil 01.=®., Berlin S 14. (420) — Die in temperamentvollem Stil geschricb.ne Erzäh'ung des Verfassers der „Sollen Herzogin" 'Dürfte der stattlichen Lesergemeinde Ernst Kleins neue Anhänger zuführen. — Wahrheit und Recht für Feme, Schwarze Reichsweh r unb Oberleutnant Schulz. Don Rechtsanwalt Dr. W. ßuetgebrune, Göttingen. 3. F. Lehmanns Verlag, München, 1928. Mit einem Dildnis. Geh. 2,50 Mk., geb. 3.50 Mk. (425) - Dr. Cuetgebrune ist der Verteidiger fast aller Angeklagten in den sogenannibrn Feme-Prozessen gewesen. Er kennt wie kein anderer Den zeitgeschichtlichen Hintergrund wie die Feme-Taden und die Angeklagten selbst. Er schildert eingehend die Verhältnisse der Schwarzen Reichswehr, zeigt, wie ihre Geheimhaltung Lebensbelang und Landesverteidigung war, und sucht nachzuweifen, daß ihre Angehörigen zweifellos Soldaten, keine Zivillisten waren. Da der Staat sich nicht zu ihnen bekennen wollte oder vielleicht auch nicht konnte, waren fie nach seiner Ansicht gegen unlautere Kameraden und Landesverräter in den eigenen Reihen zur Selbstjustiz gezwungen. — Schulung des Denkens. Von Ministerialrat Dr. med. QL Deyer. 242 Seiten. 3n Leinenband 8 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. (464) — Kann man das Denken lernen? Die Denkfähigkeit ist jedem angeboren. Notwendig ist nur die Schulung des Denkens. Genau wie man Korpersport treibt und dadurch geschmeidiger wird, genau so kann man Denksport treiben und dadurch die geistige Deweglichkeit und die Elastizität des Denkens wieder erlangen. Und wir brauchen diesen Denksport, denn das Leben stellt uns täglich neue Aufgaben, die nur durch Denken zu lösen sind unb die Zukunft jedes einzelnen und der Volksgemeinschaft wird davon abhängen, wer am sichersten und schnellsten denken kann. Kreis Schotten. I Ober-Lais, 26. Oft Von den verschiedensten Seiten, insbesondere aus den Kreisen der in den Eisenwerken Hirzenhain beschäftigten Arbeiterschaft, ist nunmehr nach Eintritt der schlechten 3ahreszeit der Wunsch geäußert worden, der Zweckverband Aidba-ällfa möge seinen OZerkehr auch nach Hirzenhain ausdehnen. Leider steht der Zweckverband der Anregung bis jetzt noch ablehnend gegenüber, da er erst eine entsprechende Anregung von Seiten der an diesem 'Verkehr unmittelbar interessierten Gemeinden ab- tearten möchte. Kreis Alsfelv. * Alsfeld, 25. Okt. Gestern fand hier eine Besprechung über Maßnahmen statt, die zur Vertilgung von Schwarzwild im Laufe des kommenden Winters ergriffen werden sollen. Anwesend waren Vertreter der Ministerialforst- abteilung, die Amtsvorstände der staatlichen Forstämter Wsfeld, Eudorf, Göringen, Grebenau und Romrod, sowie die leitenden Beamten der Graf Görhifchen und Freiherr Riedeselschen Forstvertealtungen. Man darf die Hoffnung aussprechen, dah ein kommender schnee reich er Winter eintritt, als wesentliche Voraussetzung für einen durchschlagenden Erfolg der zur Anwendung kommenden Maßnahmen. Rheinhessen. WSN. Mainz, 26. Oft. Anläßlich bet Ver- leihunA Der Würde eines Ehrendoktors an den Staatspräsidenten Adelung hat Oberbürgermeister Dr. K ü l b folgendes Glückwunschtelegramm an ihn gerichtet: „Unterem verehrten früheren Kollegen und Bürgermeister von Mainz, dem Herrn Staatspräsidenten Dr.-3ng. h. c. QI t> c- I u n g, herzliche Glückwünsche zu Der Ehrung. Dr. K ü lb, Oberbürgermeister." ODSR. Worms, 26. Oft. 3n der jüngsten Etadtverordnelensitzung wurden nach längerer Debatte für Notstandsarbeiten 250 000 Mark und für die Erweiterung der Trinkwasserversorgungsanlage der Stadt 550 000 Mark bereitgeftcllt. TagungberVehördenangestellten Der Reichsverband der Dureauangesteltten und -beamten hatte die Mitglieder der Fachgruppe Ange st eilte bei Reichs-, Staats- und Kommunalverwaltungen dieser Tage zu einet Tagung in das Haus des Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verbandes in Frankfurt a. M. einberufen. An den Verhandlungen nahmen etwa 300 Personen teil. Hauptgefchäftsfühver Meißner, Berlin, sprach über „Gegenwartsfragen der Dehörden-Angestellten". Er betonte, dah die Verwaltung vielfach nicht die gleiche Einschätzung finde, wie die produzierende und die für den Absatz der Produktion sorgende Volksgruppe. Dennoch sei beten Tätigkeit ebenso wertvoll, wie die der Hersteller und der ^Verkäufer. 3n dem Verwaltungsappavat werden die Angestellten nicht ihrem Wert und ihrer Leistung gemäß eingeschätzt. Zwar haben sie die gleichen Pflichten wie die Beamten — sie sind beeidigt, haben die Schweigepflicht ufto. —, aber sie haben nicht die Rechte der Beamten. trotz vielfach gleicher Tätigkeit. Seit den 90er 3ahven hat sich das Dienstrecht für die Dehördenangestellten nicht vorwärtsentwickett. Besondere Kritik verdient der Mihbrauch des befristeten Dienstverhältnisses durch die Behörden. Die diesbezüglichen Bestimmungen müllen bei den Verhandlungen über das neue Arbeitsvertragsgesetz beseitigt werden. Gefordert muh werden die Bezahlung nach Arbettslellttrng. Sett 3ahren wird bereits eine 20prozentige Erhöhung der Bezüge als'Ausgleich für die Nprozenttge Pensions- rücklage der Beamten verlangt. Durch die Einführung einer Altersversorgung für die Angestellten, die sich als durchaus ungünstig für diese erwiesen hat, sollte diese Forderung tot- gemacht werden. Von grobem wirtschaftlichen Nachteil für die Dehördenangestellten ist die Kürzung des Krankengeldes. Alle lVersuche, eine Desserung in diesen Punkten herbeizusühren, haben bisher zu keinem Ergebnis geführt. lieber die berufsständige Gliederung als berufspolitische Arbeit sprach Wrsitzender der Ge- dag-Kasse, Plintz, Hamburg; Kreisgeschäftsführer Klaue im D. H. D., Frankfurt, beschäftigte sich in einem weiteren Referat mit dem Thema: Gemeinschaftsarbeit. z—Was ist Togal?—s Togal-Tabletten sind ein hervorragendes Mittel gegen Rheuma, Gicht, Ischias, Grippe, Nerven- u. Kopfschmerz, Erkältungskrankheiten! Schädigen Sie sich nicht durch minderwertige Mittel, lieber 5000 Aerzte anerkennen die hervorragende Wirkung des Togal. 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Oktober 1923 9384D Kartenvorverkauf bei Dr.Töpelmann,Südanlage4,und an der Abendkasse 07610 5. Gudrun & ft Gießen (z.Z. Ev. Schwesternhaus), 27. Ott 1923 07625 Gießen VolksUochscluile TS Aehkalk Kursbeginn 9449V t finden Sie in reicher Auswahl in der 9279V Buchhandlung Dr. Meyer, Seltersweg 89 Der Vorstand. 9476V Bahnhofs- AsMKM Restaurant (Omnibus) 07543 Bis 4 Uhr nachts geöffnet! 9453D 07592 Das Bier- und Sgeiserestaurant der Stall 9445D Selterawcg 39 6324V Beachten Sie bitte unsere billigen Schokoladen 2. 3. Modern, hochgeschlossener 6-Sltzer, mit dem Sie auch bei schlechtem Wetter an- genehm reisen. — Krankenbetörderung. Eintritt: Mitglieder frei, Nichtmitglieder Mk. 1.00, Studenten, Schüler, Militär Mk. 0.50 MitderklangvoHen und tonsdiönen Odeon-Platte kommt die Musik der ganzen Welt in Ihr Heim. Das bunte Leben der Revuen und Operetten klingt vor Ihnen auf. Beliebte Künstler, wie Paul Heidemann, Paul Westermeyer, Lea Seidl bereiten Ihnen unterhaltsame Stunden. Aus der Welt des Kabaretts hören Sie auf Odeon-Electric den beliebten Willi Rosen, die diamanten Wienerinnen Lilly und Emy Schwarz. Karl Valentin mit Lisi Karlstadt und PaulO’Montis geben Proben hochkultivierter Kleinkunst Die Tanzplatten von Dajos Bela sind rhythmisch und klangschön. Verlangen Sie das Operetten- und Rcvuen- Sonderverzeidbnis. Jbn Bright Ä Fonietzunx kleine b - 5™nö a Dir DuM StA Mitglieder können als Zuhörer der Vertreterversammlung beiwohnen. .................................... 9426V Ihre Vermählung geben bekannt Richard Bartell und Frau Anna geb. Degenhardi Montag, den 29. Oktober. 20 Uhr, in der Universität Ueber die Hörsäle Auskunft am Schwarzen Brett, 2. Stock, links Karl Leiber Margarete Reiber geb. Oahmer Geschäftsbericht, Vorlage der Bilanz, Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 1927/28. Beschlußfassung über die Verwendung der Erübrigung. Festsetzung der zu zahlenden Rückvergütung für das Geschäftsjahr 1928/29. Ersatzwahlen für den Vorstand und Aufsichtsrat. Beratung eingelaufener Anträge. ben A-mm. serm die Au Las bitten Hrc Obhut tüdbting ctUatl halb ttäumznb: „ mls iDifler „Unsere 1 dntKlen d> verabchtedel König sich nichts arbeitete de chr /chiug ttatlttt Sotenltine, /. verslanüen ol dnnis bte t macht Wr. Ich M len zwei die mit 14 Die Strick an jeder K ohne Aam blaue Aeitl ich, daß es dem Inhal nieder und Aun den Aufgabe ei ich diese g sollte, ohne türiich ein ich leicht it können. M baten sehr । voller Geheim eine Erllärir Frühstücks-Kakao fein, aromatisch u. nahrhaft, 1 Pfd. nur Mk. 1.80 Emmericher Waren-Expedition Jeden Sonntag ausgesuchte Mittag- und Abendessen 8654A Otto Damen Telephon 58 Amt Grohen-Buseck Ausführung von Gesellschattsfahrten KM eing v* K? s wartet^ * Ins Heidi der Töne durdi Odeon-Electric Konsumverein ßie8enu.Omo Massiv goldene Trauringe Karl Äeck vormals Gg. Spies Dir sprach- über die p° einem wahr Kaiserin n» schloß die A Ich schvi« Sämtliche Lindström-Fabrikate Odeon, Parlophon, Columbia usw. Die glückliche Geburt einer Tochter zeigen in dankbarer Freude an Reichsbankinspekior A. Kohlhase und Frau Brunhilde geb. Philippi Cafe Ernst Ludwig Tanz jeden Samstagabend mit verstärkter Kappelle Voranzeige: Mittwoch,31.Okt., abends8 Uhr großer bunter Abend Einmaliges Gastspiel: Berty We.gl, Operetten-und Stimmungssängerin Hermann Christ,Conferencier u.VortragskünsUer sämtliche ““’D Kunstdünger H. Trechsler, Sieinsir.73, Tel. 1581 Eröffnungs-Abend heute, 27. Oktober, 20 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität Mnsikalisclier Volkskunst-Abend Sonntag, 28. Oktober, 20 Uhr, in der Neuen Aula der Universität Wesen und Bedeutung derVioline m.Belsplelena.ihrer Geschichte Vortrag von Gustav Lenzew*kl. Konzertmeister, Frankfurt a. M. Ausführende des musikalischen Teils: Gustav Leuzewskl iViolinei, Professor Dr. K. Schmidt, Friedberg (Klavier) Plan: Einführende Worte. Beispiele: Corelli, Bach, Couperin, Mozart Beet hoven,Schumann.Schubert,Kreisler u.a. Karten bei Challier: Res. Platz i. Vorverkauf 1.- M., an d. Abendkasse 1.30M.. offener Sitzplatz im Vorverkauf 0.5h M., an der Abendkasse 0.70 M. Für Mitglieder: Reserv. Platz 0.70 M„ offener Platz 0.30 M. fr-**- » Äiibrrg OT ßbuatb. der L mit CafeAstoria Heute Tanz-Abend Voranzeige Donnerstag, 1. November Militär-Konzert ausgeführt v. Mitgliedern der Relchswehrkapelledes I.R.15 Anträge, die zur Beratung kommen sollen, müssen bis spätestens 1. November 1928 im Bureau, Schanzenstraße 16, eingereicht sein. Der Aufsichtsrat: Fr. Vetters. Dmkorrv MuiMinen Adlet-, Diamant-, Presto-, Torpedo- Fahrräder Triamph-Motonfider ©rmnniopoone zu nünittgen Sab- lungSbebingungen Zatob Schusp Seltersweg 83 H Heoaraf VerWlte (Moderne Seelenrätsel / Der Sinn des Lebens / Die Fragen nach Geburt und Eintritt,-Karten Tod Z Zur Lösu°6 der Lebc”sräls=l) zu Mk. 1.. u. o.5o Die Freunde der Chnstenöemeinschah. Cafe Ämend Heute und morgen Abend wird uns ein bekanntes WnMes Quarten mit Gesang und Solovorträgen beehren 6eflflgel-o.Kanindienziiditer Am 7. und 8. Dezember 1928 2. Allgemeine fieflätel iiKanindieiiaiisltelW in der Turnhalle Grofeen-Linden Bis 4 Uhr nachts geöffnet 947id ODEON-ELECTRIC O d e o n - M u 8 1 k a p p a r a t e und -Platten werden in allen besseren Fachgeschäften ohne Kaufzwang vorgeführt CARL LINDSTROM A.-G., BERLIN SO36 Nach den Bestimmungen der Satzung wird die diesjährige ordentliche VerMrversammlung für Sonntag, den 4. November 1928 mittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshaus Gießen Schanzenstraße 18 hiermit einberufen. TAGESORDNUNG: Lichtspielhaus,Bahnhofstraße 34 Sonntag, den 28. Oktober, 11 v, Uhr Frühvorführung: Der Heimatfilm Stadt - Kreis Gießen Ein hochinteressanter Film in 3 Akten Er zeigt die kulturhistorischen Stätten, landschaftlichen Schön- beiten und behenswürdigkeiten von Gießen und seiner Universität, Trachtenfest in Leihgestern, Lieh. Kloster Arnsburg. Hungen mit seinem bchäferfest, Grünberg. Londorf, Burg Nordeck und Lollar. Ferner: Das gute Beiprogramm Kleine Preleel K eine Prelsel ----------- ------------------9479C Gesellschaft für Erd-u. Völksrkunif a Am Dienstag, dem 30. Oktober 1928, abends 81/« Uhr, in der Neuen Aula der Universität Lichtbildervortrag Geh. Hofrat Prof. Dr. E. Oberhummer, Wien: Beobachtungen aut elnerWeltreise MMe Maszimmeltimoeln voelsezlminerkronen fierrenjlmmeriüller NnamiWirnMen SlestlllllWell 7674D öuBeilt billig l Carl Schunck, Brennholz Anmachholz Sägemehl zum Räuchern /a8D Jul. Wellhöfer Fernsprecher 743. SSL! Qrotleif fa Bf?.- Zerflog ern ^entate, Um l«t Mte JjS Ersten mäh|.nVn Mit» «ine Li Zur Blutreinigung im Herbu tii es jetzt Zeit! Hierzu benutzen Sie das alte Volksmittel Wacüolderijeersalt in 1 t'tirunb Lchraub- gläfern. Gar. reiner geiüRtei Waeliolderbeersatt ^l) >< 1.50 ruörolgHrabe 31 S. r. Gießener Konzertverein Sonntag, den 4. November 1928, nachm. 16’/4 Uhr in der Universitätsaula. Erstes Konzert Professor Joseph SZIGETI (Violine) Am Klavier: Boris Golschmann Werke von Tartini, Bach, Schubert, Szymanowski Debussy, Paganini und de Falla-Kreisler Eintrittskarten: RM.5.-, 4.- und 2.50 bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten RM. 1.50 nur im Vorverkauf bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweis. Abonnemente» für allo 10 Konxerte 1. Platz RM. 35.—, 2. Platz RM. 25.— laut Abonnements-Bedingungen in der Musikalienhandlung Ernst Challier. Neuenweg 9. — Die bestellten Abonnements können von Montag ab abgeholt werden. Ö454D Ludwigstraße 27 ............. 8583V von Dr. Alfred Heidenreich, Frankfurt a.M. DasAntlitz des kommenden Clirislentnms! Verein ehern. 116er Gießen Unsere diesjährige flerbsl- GeDsraMlersammlöiig findet am lO.Nov. 1928, abends 8*/4 Uhr, im Vereinslokal „Postkeller“ statt. Um allseitiges Erscheinen wird gebeten. Anmeldebogen find zu haben bei Philipp Zimmermann 07545 Meldefchlufi am 25. November 1928. Die Ausftellungsleltupg Erholungsheim Schloß Königsberg bei Gießen Stimmungsvolle, modern eingerichtete Gaststätte für den Wandertreund und Auto-Touristen Für Erholungsuchende und Wochenendler das ganze Jahr geöffnet. — Wintersport. — Prospekte zu Diensten. Telephon Poststelle Königsberg 9437V liiodnterte MMe (eigene mnrlnoöe) Der Eil.« -.20 J. M. Schulhof Marktstr. 4, Ei«. gaug Buraaraben. Graue Haare! Haarwur^elsasi »Sonja" gibt Natur» iaibe. Sic n Färbe« mittel! ,-L Ntk. 2.70. 'fioito ex.ra. Lei Nichtertolg Geld zurück! Auskunft gratis. Fran J. Bloche- rer, Auoabnro 11,336. ,9ebin^nl Worfelt D,,o6eri928 ihlk >en27M6er1926 07610 * Ächl«... . rate a7 * forW|e ^degckWpv! Ü7fö IQÖ 6g. 8pjes ^udvigsiraße 2? — i "ir ui....... ..0^?D', WW rl92S, nadun. W|(\Jhr ila. Erstes Konzert r Joseph ine) s Golschmann Schubert, Szymanowski nd de Falla-Kreisler ind '.'Ä bei Ernst Cballier iiadPDtenkarten KM. 150 nur n-tär Ritter gegen Ausweis. allo 10 Konterte 1.25.- laut Abonnements-Bs- andlung Ernst Cballier, i Abonnements können von MV mend i I Wjrd uns ein bekanntes 1 wird uns $ Oirtii lororträgen beehren cbts geöffnet ;t Ludwig «-«- «* xhi31.Okt,abends8Uhr er Abend Ur. 25^ Drittes Blatt Eiehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) 8am§tag, 27. Dttober (928 Wie die Briefe der Kaiserin Friedrich nach England kamen. Eine sensationelle Enthüllung. Di« D«röff«ntlichung der „Briefe der Kaiserin Friedrich" in London hat auch bei uns großes Austchen erregt. Besonders sensationell ist die Erzählung des Herausgebers Sir Frederick P o n- s o n b y über die romantischen Almstände, unter denen dies« Dri«fe in seinen Besitz gelangten. Er erzählt davon ausführlich in der Borred« und schildert zunächst seinen Besuch auf Schloß Frieorichshof in der Bähe von Dronberg im März 1901; er begleitete König Eduard, der bei seiner todkranken Schlvester eine Woche zu Besuch weilt«. „Nachdem ich drei Tage auf Friedrichshos gewesen war," schreibt er, wurde mir mitgeteilt, daß di« Kaiserin mich abends um sechs Uhr zu sehen wünschte. Zur angegebenen Stunde ging ich hinauf und wurde im ihr Empfangszimmer geführt, wo ich sie in Kissen eingebettet fand. Sie sah aus, als wenn sie nach großen Qualen bereits ihr Ende erwartete. ®:« Pflegerin machte mir ein Zeichen, mich hinguscyen, und flüsterte, es werde der Kaiserin bald besser gehen, da sie eben eine Morphium-Einspritzung erhalten habe. Ich setzte mich, fassungslos gegenüber so viel Leid, und wartete. Plötzlich öffnete di« Kaiserin ihr« Augen und begann zu sprechen. Der Eindruck, daß ich mich einer sterbenden Frau gegenüber befände, verschwand, und ich merkte sofort, daß sie noch sehr lebendig und interessiert war. Wir sprachen über den südafrikanischen Krieg, über di« politische Lage in England, und nach einem wahren Sturm von Fragen schien di« Kaiserin nach einer Viertelstunde ermüdet und schloß die Augen. Ich schwieg, ungewiß, ob ich das Zimmer verlass-on sollte. Gerade kam die Pflegerin und sagte, ich müßte nun gehen, aber die Kaiserin bat: „Noch ein paar Minuten," und sie verließ den Raum. Nach einer Pausie öffnete die Kaiserin die Augen und sagte: „Ich möchte Sie um etwas bitten. Sie sollen meine Briefe in Ihre Obhut nehmen und nach England zu - rüclbringe n." Als ich mein« Bereitwilligkeit erklärt hatte, schien sie zufrieden und sagte wie träumend: „Ich werde sie Ihnen um 1 Ubr nachts schicken. Ich weih, daß ich mich auf Iyre De» fchwiegenyeit verlassen kann: ich wünsche, daß keine Seele davon erfährt, daß Sie sie mitgenommen haben, und vor allem darf sie Willy (Kaiser Wilhelm II.) nicht haben und niemals wissen, daß ich sie Ihnen gegeben habe." „Unsere Unterhaltung wurde durch das Wiedereintreten der Pflegerin unterbrochen, und ich verabschiedete mich." Ponsonby speist« dann mit König Eduard, den» die Kaiserin augenscheinlich nichts von den Driesen gesagt hatte, und arbeitete dann bis 1 Uhr nachts. „Die Schloß- uhr schlug eins," berichtet er weiter, „und i ch wartete gespannt. Aber es herrschte Totenstill«, ich glaubte schon, daß ich nicht richtig verstanden oder daß ein unvorherges^enes Hindernis die Sendung der Brief« unmöglich gemacht hätte. Da klopfte es leise an meine Tür. Ich rief „Herein", und vier Männe r brachten zwei Kisten in der Gröhe von Koffern, die mit schwarzem Wachstuch bespannt waren. Die Stricke rund herum waren ganz neu und an jeder Kiste war eine weihe Karte angebracht ohne Namen oder Adresse. Da di« Männer blaue Reithosen und Reitstiefel trugen, so schloh ich, dah es Stallburschen waren, die nichts von dem Inhalt der Kisten wußten. Sie setzten sie nieder und entfernten sich, ohne etwas zu sagen. Nun dämmerte mir, daß ich da ein« nicht leichte Aufgabe erhalten hatte, und ich fragte mich, wie ich diese großen Kisten nach England bringen sollte, ohne Aufsehen zu erregen. Ich hatte natürlich ein Paket mit Briefen erwartet, daß ich leicht in »reinen Koffern hätte verbergen können. Aber dies« großen verschnürten Kisten waren sehr auffällig, und da das ganz« Schloß voller Geheimpolizisten war, so war es schwierig, ein« Erklärung für diese Kisten zu finden, die augenscheinlich vom Himmel gefallen waren. Ich schrieb auf die Karte der «inen „Bücher, Dorsicht!" und auf die andere „Porzellan, Vorsicht!" mit meiner Privatadresse und beschloß, sie mit meinen Koffern verladen zu lassen, ofjne einen Versuch der Verheimlichung zu machen." Ponsonby hatte am nächsten Morgen den Fragen des Kuriers König Eduards standzuhalten, erweckte aber in ihm den Eindruck, oah es sich um Dachen handle, die er in Homburg gekauft und die er vor dem Zoll verheimlichen wolle. Am Tage der Abreise kam noch eine aufregend« Szene. Ein« Abteilung Soldaten war abkommandi«rt. um all unser Gepäck her- unterzuschafsen," schreibt Sir Frederick. „Ich stand mit dem Kaiser im Gespräch in der Halle und konnte die Soldaten sehen, die alles möglich« Gepäck herunterschleppten. Als die beiden schwarzen Kisten kamen, sahen sie s o verschiedenartig von allen übrigen Stücken aus, dah ich nervös wurde und eine Entdeckung fürchtete, aber niemand achtete darauf und der Kaiser sprach ruhig weiter." Als Kaiserin Frie- dvich sechs Monate später starb, wurde das ganz« Gelände von Friedrichshos mit Kavallerie umstellt, das Schloß von Geheimpolizisten umzingelt und jeder Winkel nach den Driesen der Kaiserin durchsucht. Später evhiell Ponsonby die Anfrage, ob sich die Driefe nicht in den Archiven von Windsor befänden, und er schrieb auch an den Archivverwalter Lord Esher, der verneinend antwortete. Sir Frederick hatte die Driefe in e i g - ner Verwahrung, sie werden jetzt Don ihm veröffentlicht, „um auf die grausamen und ge- häsfigen Anklagen zu antworten, unter denen chr Andenken zu leiden hatte." Der,,SerechiiMMjmmel" Don unserer Derliner Redaktion. In einer Pressebesprechung gab der preußische Kultusminister Dr. Decker mit verschiedenen seiner Mitarbeiter Einblick« in die an sich erfreuliche, aber In den Begleitumständen teilweise recht unerfreuliche Entwicklung des höheren Schulwesens. -Unö was er für Preußen in letzterer Hinsicht feststellen konnte, das gilt offenbar mit geringen Abweichungen für das ganze Rerch. Ein einheitliches Symptom hat zur Ueberstet- gerung und zu einer teilweisen Verfälschung des an sich so sympathischen D i l - dungsdranges unserer Jugend geführt: die Ziffern, die ein Anfchwellen der Abiturientenzahl in Preußen auf mehr a l s das Dreifache im letzten Vierteljahrhundert und nach der Ent- wicklungskurv« deirmächst vermutlich daS Fünffache aufweison, sprech n hier eine beredte Sprache. Denn nicht so sehr den Zugang zur Universität wollen sich die Schüler und Schülerinnen der höheren Lehranstalten erkämpfen oder auf Betreiben ihrer Eltern erlangen, als vielmehr bestimmte „De r echt i g u n g en", lind wie bei der Reifeprüfung, so wird auch bei dem liebergang zu den Oberklassen, dein Erstreben der Primareife usw. ein materielles Ziel verfolgt, das außerhalb der Aufgaben und der Einwirkungsmöglichkeilen der Unterrichtsverwaltung liegt. Das zeigt sich ganz deutlich, wenn man feststellt, dah 44 Prozent der Abiturienten nicht mehr auf Hochschulen übergehen (übrigens relatiD noch erheblich mehr Mädchen als Jünglinge) und dah immer mehr Standesorganifa- t tonen bei ihren Behörden, z. D. der Post, der Dahn usw. darauf dringen, daß selbst der Zugang zur mittleren Deamtenlaufbahn vom Reifezeugnis einer höheren Lehranstalt abhängig gemacht wird. Diesem Beispiel find Private Körperschaften und Industrieunter- nehmungen in großer Zahl gefolgt: was soll man z. B. dazu sagen, dah einer der Aufsehen Geld fällt vom Himmel. Roman von Paul Enderling. Copyright by Carl Duncker, Verlag, Berlin. 28. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Der kleine brünette Herr war also am Werk gewesen. Jetzt stand er an der Zeitungsbude. Grotteck 0 lachend an ihm vorüber. Dachte dieser Naiver würde in der Handtasche, die jedes Kind öffnen konnte, Belastendes verbergen? Er hätte ihn gern für seine Dummheit geohrfeigt. Der Wunsch noch einer Tasse Kaffee lenkte seine Schritte in den Wartesaal, wo es nach Schweiß und schlechtem Tabak roch. Der Rauch hing in grauen Schichten in der Luft. Er setzte sich an einen Tisch, wo schon ein junges Paar saß, sie blaß, übernächtig, an seiner Schulter lehnend, er die schiefbrennende Zigarre im Mundwinkel, einen Arm um die Taille des Mädchens. Grotteck kaufte einem Zeitungsjungen alle Morgenblätter ab und durchflog sie, während er den heißen Trank schlürfte. Nach seiner Gewohnheit überflog er die Jnseratenseiten zuerft. Mehrere Male stieß er auf die aufpeitschenden Worte: „Hohe Belohnung!" Aber es handelte sich um Eisenbahnattentate, um den Einbruch in ein Juwelengeschäft der Tauentzienstraße, um einen frechen Fassadenkletterer, der einen ausländischen Hotelgast erleichtert hatte. Er wollte die Zeitungen schon weglegen, als er auf der ersten Seite des Lokalanzeigers auf einen gesperrt gesetzten Artikel stieß: Banknoten- sälschungen großen Stils in Rumänien. In Bukarest war man genial angelegten Fälschungen auf die Spur gekommen. In Andeutungen wurde non der Mitwisserschaft bekannter and führender Politiker gesprochen und von Spuren, die in eine fremde Botschaft führten. Es handelte sich in der Hauptsache um die Nachmachung holländischer Guldennoten und deutscher Reichsbankscheine. Die Untersuchung sei im Gange und würde ohne jede Rücksicht durchgeführt werden. Der holländische Gesandte habe noch in der Nacht eine Audienz 6ei dem Ministerpräsidenten erhalten. Grotteck steckte das Blatt ein und überflog die andern Blätter, die noch nichts brachten. Sein Atem ging schwer. Hier konnte eine Lösung seines Rätsels sein: Das Geld, das man ihm damals zugesteckt hatte, war falsch und darum wagte der Besitzer nicht, eine öffentliche Anzeige au machen. Unruhig trommelten seine Finger auf der Tischplatte. Das Mädchen erwachte, wischte sich den Schlaf aus den Augen und gähnte, ohne sich die Hand vor den Mund zu halten. Grotteck stellte Zahnlücken fest. Sie erschien ihm mit einemmal abstoßend und widerlich, und das Grinsen ihres Begleiters war nicht geeignet, ihm den Aufenthalt hier angenehmer zu machen. Als er den Kellner heranwinkte, sah er seinen Verfolger einige Tische hinter sich in der Nähe der Tur sitzen. Auch er war in eine Zeitung ver- tieft, aber er hielt das Blatt so, daß er ihn gut im Auge behalten konnte. Grotteck mußte an ihm vorbei. Und diesmal lachte er nicht. Etwas saß in der Kehle und preßte sie zusammen. Er fühlte, wie sich sein Gesicht verzerrte. Dieser Mensch konnte gut aus dem großen Hexenkessel am Balkan stammen. Es lief hier ja genug von diesem Pack umher, das ihm bisher nichts zuleide getan hatte, das er jetzt aber inbrünstig zu hassen begann. Nachdem er die Handtasche als Handgepäck auf- gegeben hatte, verlieh er den Bahnhof und überschritt zwischen Zeitungs- und Blumenstände-, den Platz. Er sprang In das erste Auto, das zum Halleschen Tor fuhr. Unter dem Bogen der Hoch, bahn stieg er wieder aus, um die Trepp« empor- zueilen. Während er die grüne Karte in Empfang nahm, stellte er mit Befriedigung fest, daß der andere ihm nicht folgte. Wahrscheinlich strich er beim Handaepäck umher, um seine Wiederkehr zu belauern. Aber da konnte er lange warten. — Am Untergrundbahnhof Friedrichstraße stieg er aus. Der Menschenstrom trug ihn nach oben. Zu- erst ging er in ein Lokal und trank — ganz gegen seine Gewohnheit -r- mehrere Kognaks nacheinander. Sie schmeckten etwas nach Seife, aber sie strafften die erschlafften Nerven wunderbar. Leichtern Schrittes ging er zur Wechselstube. Der untersetzte alte Herr darin ordnete gerade einige Depeschen, als er eintrat. erregendsten Schülerselbstmorde der jüngsten Zeit daraus zurückzuführen war, daß der Vater des Jungen ihm eine Lehrstelle In einem großen Betrieb ausgemacht hatte, deren Gewährung von der Primareife abhängig gemacht wurde: weil der Jung« nicht verseht wurde, also die Stelle nicht bekommen sollte, ging er in den Tod! 21n_ diesem „Berechtigungsfimmel" scheitern fortwährend wertvolle Existenzen, die wahrscheinlich eine richtige und vernunftgemäße Eignungsprüfung für ihren künftigen Beruf, wie sie zweckmäßig durch solche anspruchsvollcn Betriebe anstelle einer für ihre Zwecke überflüssigen Derech- iigung zu irgendeinem anderen Bildungsgang einführen würden, mit Glanz bestehen tonnten. Derbste an Zeit, Geld und wertvollen Kräften sind die Folge, und das ileberangebot an Arbeitskräften jeder Art gestattet leider die immer weitere Ausdehnung dieser sinnlosen Ansprüche an bestimnrte schulmäßige Berechtigungsscheine. Die Unterrichtsverwaltung selbst oefiagt diese Entwicklung bitter und es scheint -bringen!) geboten, daß in der Oeffentlichkeit durch ausgiebige Behandlung dieses Themas Klarheit darüber geschaffen wird, wie her Abhilfe möglich ist. Andere Völker, und gerade die wirtschaftlich erfolgreichsten, kennen eine derartige Ueberschät- zuna rein schulmäßiger Bildung nicht. Freilich wird bei ihnen meistens die Einschlagung eines Berufs von der Feststellung der spezifischen Eignung hierfür, und nicht für di« Gelehrien- laufbahn abhängig gemacht. Dah die No Wendigkeit einer Revision dieser falschen Methoden vom preußischen Unterrichtsm'nisterium erkannt und ernstlich beachtet wird, ist das einzig Erfreuliche an den vorerwähnten, im übrigen bedauerlichen Feststellungen. Geschichten aus aller Well. Nachdruck verboten. Demosthenes in Schanghai. (f) London. Einem englischen Blatte wird folgendes hübsche Stimmungsbild aus Schanghai beichtet: Kürzlich wurde hier in ei 'em mit mindestens hundert neugierigen g.lbcn Ku is gefüll en d>i e fischen Gerichtssaal ein einsamer weißer Mann in die Anklagebank geführt. Er war in einer Opiumhöhle verhaltet worden, und halte sich mit vier dort gleichtzeilig aufgegriffenen gelten Hafenarbeitern zusammen vor dem Gesetz zu verantworten. Der erste an geplagte Kuli entschuldigte sich damit, et sei nur deshalb in das verpönte Lokal hineingegangen, um dort einen Freund zu suchen. Nr. 2 war cingetrcten, um b im Wirt eine Geldforderung einzukas ierest. ilnb Nr. 3 und 4 hatten lediglich Unterschlupf vor dem Regen gesucht. Nun kam der Fremdling an die Reihe, und ein Dolmetscher erhob sich bereits, um in Tätigkeit zu treten. Doch der Weiße winkte lächelnd ab und begann in wundervollem Chi.resi ch, in der einwandfreiesten Man)arinensprache, tr.il prächlig moduliertem Ton feine Verteidigungsrede. (Sine Woge der Verblüffung ging durch den ganzen Saal, alle Hälse reckten ich, und dann trat Mäuschenstille ein, eine tiefe, bewundernde Stille, In die nur die klangvollen chinesischen Ausführungen des Beschuldigten tönten. Er sprach zuerst von seiner Verehrung für den Richter, den hochgelehrten „Vater des Volkes", von seiner Hochachtung vor dessen Kindern, Kindeskindern, Freunden, Ellern und Großeltern. Er gab der Hoffnung Ausdruck, dah sein ganzes Leben ein einziger Blumengarten sei und dah der Herr Richter heute daheim, wie stets, eine reich gedeckte, leckere Tafel vorfinden möge. Hieran knüpfte der beredte Weiß« die sichere Erwartung, daß die bösen Geister das Haus des Richters und seine Umgebung verschonen möchten, und erging sich so .zehn Minuten lang in den blumenreichsten Versicherungen seiner Hochachtung. Richter und Publikum hörten begeistert zu. Sie vergaßen völlig, dah da vor ihnen ein Angeklagter stand, ein Vertreter einer fremden Rasse, ein in Lumpen gehüllter Kohlentrimmer. Sie horten nur die von seinen Lippen fließende M e i st e r r « d e, die geradezu faszinierend gewählten Worte in herrlichstem Mandarinen-Chinesisch: sie wußten nur, daß hier Geist vom besten chinesischen Geist zu ihnen sprach Der Angeklagte rief schließlich den Schatten des Confucius, den Geist Dr. ©un-^at» Sens und anderer großen Chinesen als Zeugen dafür an, daß er noch nie in seinem Leben das höllische Produkt der Mohnblüte geraucht habe. Machte eine tiefe, ebrcrbie.lge Verbeugung und setzte sich. — Richter Liang-Lon beantwortete die Rede des weißen Demosthenes, des früheren Studenten an verschiedenen orientalischen Seminaren und jetzigen Schiffsarbeiters Dirgll Verna ll (eines Amerikaners), und „Sie wünschen?" Grotteck holte mehrere Hundertmarkscheine hervor, und er bemerkte ärgerlich, daß seine Hand ein wenig zitterte. Um so stärker zwang er seinen Ton zu hochmütiger Gleichgültigkeit. „Habe von Fälschungen gelesen. Sehen Sie doch mal nach, mein ßieberr Der Bankbeamte nahm einen Schein nach dem andern vorsichtig auf, hielt sie gegen das Licht und prüft« sogar mit einer Lupe den Rand auf die Fasern. Endlich sagte er lächelnd: „Ich wollte, alle Scheine, die ich bekomme, wären so echt wie diese." „Also ein kalter Blitz", sagte Grotteck nachlässig. „Aber wissen Sie, Verehrtester, seit Europa eine Räuberhöhle geworden ist, müssen anständige Leute auf der Hut fein." „Gewiß. Die Anständigen trifft solch Pech ja erfahrungsgemäß nm liebsten. Uebrigens sind wir auf der Hut. Die Kriminalpolizei hat uns neue Warnungen zugehen lassen." „Fabelhafte Einrichtung", näselte Grotteck und verabschiedete sich jovial. Beim Weitergehen siel ihm ein, daß die Anspielung auf die anständigen ßeute eigentlich im Grund eine Beleidigung enthielt. War sie auf ihn gemünzt? Wie kam er übrigens auf dies Wort „gemünzt"? Er braucht« es sonst gar nicht. War das ein Diktat des Unterbewußtseins? Nun, jedenfalls war fein Geld echt. In einem Reisebureau am Friedrichsbahnhof bestellt« er eine Fahrkarte nach Danzig für ein Flugzeug der ßufthansa. Es blieb noch genügend Zeit, in einer Badeanstalt ein heißes Bad zu nehmen und fein bescheidenes Frühstück zu ergänzen. Er war glänzender ßaune, als er um zwölf Uhr den Flugplatz betrat. Interessiert betrachtete er die Piloten in ihren unförmigen Anzügen, und die lautest« von allen, eine Pilotin mit einem roten Wuschelkopf. Das Kostüm war ihr wohl wichtiger als die Fahrt. Eifrig stolzierte sie in ihren ledernen Hosen umher, ihr« kecken Augen blitzten Grotteck herausfordernd an. Da er kein Gepäck bei sich hatte, — fein Koffer fuhr mit der Bahn — war er bald fertig. Beim Einsteigen dachte er vergnügt an den brünetten Herrn, der jetzt das Handgepäck am Anhalter Bahnhof bewachte. Viel Vergnügen. sprach ihn frei. Und mit zufrieb« «m Lache'n verlieh der heruntergekommene Weiße den Ge- richlssaal. Krcuzrittcrnachfahrcn in Sowjetrußland? (u) Riga. In Sowjelrußland werden in der letzten Z it Diele Landschaften, Gebirgsstreäen und <3een. Den denen man bisher ttxnig wußte, wißen schall ich erforscht. Unlängst ist eine Expedition ins Pam.r- Hochland ausgebrochen, um dieses noch un.e- fannte Gebiet zu erschließen. Eine Wei ere Expedition befindet sich auf dem Weg nach Swa- netien. Diese an der Küste des Schwaben Meeres gelegene Landschaft hat schon immer auf Fo'schungsr:i ende seltsame Anl,i:h ng.kmft aus- geübt. Di« Devöllerung dieses Gebittes behauptet, in direlter Linie noch von Kreuzrittern ab u- stammen. Von den Muselmannen verfolgt, hötb.n diese in dem fruchtbaren, von den Schnee.e gen des Kaukasus eingeschlossenen Tal eine Zuf u ,t gefunden. Während der Iahrh.na:rte sind if'.e Nachfahren nicht allein ihrem ch i Glichen Glauben treu geblieben, sondern haben zum Teil, insbesondere die Frauen, auch noch die Bekleidung der Kreuzfahre.zcit bei behalten. Frille, e Besucher des Landes berichteten bereils. dah man in Swanetien noch deutliche Reste der französifchen Keeuzsahrer prache. mittelaller ich« Sitten und Gebräuche vor inden Finne. Hoffentlich machen die Gewalthaber in Moskau diesem kulturhistori.chen Idyll kein gewaltsames Endel Nm den Namen APponhiS. (v) Bu d a pe st. ’ Der Patriotismus eines Volkes, das den Satz geprägt, außerhalb seines Landes sei kein Leoen — extra Hungariam non est vita — ist schwerlich zu überbieten. Diese Eigenschaft des Madjaren ist für ihn bezeichnend, gibt di« Grundlage für das Verständnis so mancher politischer Vorgänge! ab und erklärt nicht zuletzt auch die Entrüstung, die ganz Ungarn jetzt ergriffen hat, Entrüstung über die Tatsache nämlich, dah auf einem Budapester Reklameschild, auf dem der Boulevard Ap- ponyi verzeichnet war, der Name des Seniors der europäischen Diplomatie mit — nur einem p geschrieben stand. Die Zeitungen werden mit Protesten gegen diese „Schamlofigkeit", di« Ungarn in der ganzen Welt blohstellt, überschüttet. Niemand weiß, was die Folge sein wird, obwohl das betreffende Plakat bereits längst angesichts einer bevorstehenden „Lynchjustiz" entfernt und durch ein anderes, richtiges, ersetzt worden ist. „Witte Stucken." (r) Amsterdam. Mit dem Sammelnamen „Witte Stucken" (eigentlich: weihe Stücke) werden alle die Drucksachen bezeichnet, die den auf das Wohl Des niederländischen Volkes bedachten Mitgliedern des Parlaments zu jeder Sitzung, — wie es ja auch im Deutschen Reichstag und überall der Fall ist. wo die erleuchteten Vertreter eines Volkes über KTinr —i u Die Propeller surrten. Grotteck fühlte die Erde unter sich versinken, und er betrachtete zufrieden den sehnigen Führer des Flugzeugs: Du trägst Cäsar und sein Glück. — Der Zug hielt in Niederstein, der Station von Grotthausen. Er hatte auf seiner Fahrt durch den Freistaat, von Danzig bis hier, fast die Hälfte der Zeit beansprucht, die sein kleiner Bruder in den Lüften von Berlin bis Danzig gebraucht hatte. Grotteck fah auf dem kleinen Bahnsteig kein bekanntes Gesicyt. Wurde er nicht erwartet? Als er am Zuge entlangging, glaubte er plötzlich seinen Verfolger wieder^usehen. Er saß In einem Wagen vierter Klasse und las die Prawda. Grotteck sprang in den Wagen, trat auf den Fremden zu, schob rücksichtslos die Zeitung beiseite und blickte in ein fremdes Gesicht, das ein schmutzig-rötlicher Bart umrahmte. Er entschuldigte sich und eilte hinaus. Der Zug rollte schon wieder. Fast wäre er also mitgefahren, über die Grenze womöglich — hier stieß man ja immerfort auf Grenzen —, und nur, weil seine Nerven versagt hatten. Aergerlich ging er zur Bahnschranke. Der Mann an der Sperre nahm ihm di« Fahrkarte mit einem flüchtigen Gruß ab. Er war hier neu, sonst hätte er den Erben von Grott- Hausen schon anders begrüßt. Er mußte ein auf- steigendes Gefühl von Enttäuschung bekämpfen, als er den leeren Warteraum durchschritt und auf die Straße trat. Da klang Lärm an sein Ohr, der alle Gespenster verscheuchte: rasendes Bellen stieg auf. Ein großer Wolfshund jagte in wilden Sätzen heran, fuhr heulend auf ihn los, an ihm empor, zwei Pfoten legten sich auf seine Schultern, und um ein Haar wäre eine mächtige rote Zunge über sein Gesicht gefahren. „Pluto, du Höllenhund! Friß mich nicht auf! Wo ist Frauchen?" Der Hund ließ augenblicklich von ihm ab, raste auf einen kleinen offenen Wagen los, der auf der andern Straßenseite stand, und sein Herr lief ihm nach, als wäre keine Zeit zu verlieren. Drinnen, eng an die Lederpolster gepreßt, saß Karola Grotteck. Sie hockte fast ängstlich darin. Nun richtete sie sich auf. (Fortsetzung folgt.) A DerLaden einesölhänders inSertaknnm Immer neue Wunder entsteigen bei den Ausgrabungen in Herkulanum nach 2000jährig«m Schlummer dem Boden. So hat man jetzt den Laden eines Oelhändlers sreigelegt, der eine große hölzerne Presse zum Ausdrücken des Oels aus Oliven enthalt. Diese Oelpresse ähnelt sehr denen, die noch heute gebraucht werden. Während in Pompeji überhaupt keine hölzernen Gegenstände gehinten werden, hat man in Herkulanum bereits einige geborgen, anher ter Oelpvrss« auch ein hölzernes Bett. Außerdem wurden einige ungesäuerte Zwiebacke, die aus ter einen Seite den Aufdruck eines vierblättrigen Kleeblattes zeigen, gefunden, dann Stücke Fleisch und Fisch auf einem tönernen Teller und einige Fragmente von Teppichen, Vorhängen und Deck- tecken. Alle diese Gegenstände, die natürlich verkohlt sind, werden in dem l einen Museum aufbewahrt, das von dem Leiter ter Grabungen an Ort und Stelle eingerichtet worden ist, j Stück Papier zu suchen, um ihre letzten Wünsche und Erlebnisse der Rachwelt mitzuteilen. Wenn solche Rachrichten auftauchen, sind es in den allermeisten Fällen Fälschungen, die von Leutcn hergestellt sind, die die Menschheit „anfübrea“ wollen. Eine Flaschenpost, die wahrscheinlich echt ist, war die, die im vergangenen Monat an ter holländischen Insel Aottumeroog ans Land gespült tourte. Auf einem angerissenen Papier- stückchen waren die Worte zu lesen: .Latham", 1. 7. 28; 84 Grad östlich Roald Amundse ru“. Die Botschaft tourte durch Flugpost sofort der norwegischen Regierung übermittelt, und Amund- sens Freunde erklärten, daß die Unterschrift eine große Aehnlichkeit mit ter seinen habe. Es erscheint daher möglich daß der Forschungsreifente auf diese Weise versucht Hit, der Welt von sich Mitteilung zu machen. Eine solche innere Wahrscheinlichkeit ter Echtheit besitzt aber dis angebliche Flaschenpost von ter „Titanic" nicht. Es ist kaum glaublich, daß sie solange Zeit von den Strömungen getrieben worden ist und dann würden sie die Strömungen nicht nach Wale- gebracht haben, sondern entweder in nordöstlicher Richllmg nach den Rordküsten Europas, oder aber in südöstlicher Richtung nach dem Mittelländischen Meer und von dort wieder nach der amerikanischen Küste. Bezirks-Schöffengericht Gießen. • Gießen, 26. Okt. Ein früherer Zigarrenfabrikant und ein Gastwirt, beide aus Gießen, hatten sich wegen Tabak st euerhinter- - i eh un g, bzw. Richtanmeldung unbanberoliew ter Zigarren zu verantworten. Der Fabrikant erhielt eine Geldstrafe von 2400 Mk., während der Gastwirt mit 100 Mk. davonkam. Weil er einen ihm zur Zahlung einer Schuld übergebenen Betrag von 10 M k. für s i ch behalten und eine sich hierauf beziehend« Quittung gefälscht hgtte, erhielt ein Arbeiter aus Waibach eine Gefängnis st rase von 10 Tagen. Ein in' Wirberg wohnhafter Knecht war zu Dollenbach in ein Bauernhaus durch den Keller eingedrungen, nachdem er das« an der Tür befindliche Hängeschloß zertrümmert hatte. Er entwendete dann aus einer Schublade 50 Mk. und verschwand. Er erhielt wegen schweren Diebstahls eine Gefängnisstrafe vont 4 Monaten. Wegen Diebstahls eine5 Sparkassenbuchs und Fälschung einer Vollmacht erhielt ein Maschinenarbeiter aus Gießen eine Ge - samtgefängnisstrafe von 3 Monaten und 2 Wochen. Kleine Strafkammer Gießen. * Gießen, 26. Okt. Die heutige Sitzung war sehr kruz, da die meisten Sachen ausgefallen! waren. Ein junger Mann verfolgte Berufung gegen ein Urteu des Amtsgerichts Homberg, durch das er zu einer Woche Haft verurteilt worden war, toeil er sich seiner Unterhaltspflicht entzogen habe. Durch ein amtsgerichtliches Zivilurteil war er als Vater eines unehe- ff*1“1 %s “ffff1 ft K. * * stunde.^. 17.30 bd 1 s Siuaro v Aundßuüv' Din-musu- 6.30 Ä Mh StlM Ä?.- - 1553 0IL hing ‘ Mh 5hrtt9' — 18.10 bis Probleme o von 5W Jerlm: fünfjähriger land. - iy hr-!", Dor! 19.30 bis zuführen. Das Interesse der Gesamtwirtschaft deckt sich hier ganz mit dem Interesse des einzelnen. Um welche Beträae es sich handelt, darüber geben die Sparkassenstatistiken den besten Aufschluß. Im letzten Jahre, also vorn 31. Oktober 1927 bis zum 30. Oktober 1928, wurden bei den deutschen Sparkassen rund 2,2 Milliarden Mark in den Kreisen der wirtschaftlich schwächeren Beoölkerungslchichten in Form von Spargeldern gesammelt und damit der Spareinlagebestand von 4,4 Milliarden Mark auf 6,6 Milliarden Mark gesteigert. Trotz der erschwerten wirtschaftlichen Verhältnisse haben die deutschen Sparer seit der Stabilisierung wieder 6,6 Milliarden Mark an Spareinlagen ausgebracht, ein Betrag, der 33 o. Sj. (ein Drittel) der Dorkriegssumme entspricht. Man sieht: Viele Wenig ergeben ein Biel. Der Weltspartag ist ein Tag der Besinnung für alle: Nur durch sparsame, rationelle Wirtschaftsund Lebensführung ist ein Vorwärtskommen möglich für den einzelnen und für ein Volk. Anweisung zum Schlachten. Der Gießener Tierschutz- Verein teilt uns mit: Alle Werkzeuge zum Schlachten müssen scharf sein. Man betäube jedes Tier vor dem Schlachten durch kräftige Schläge auf den Kopf. Genickstich lähmt das Sier nur, nimmt ihm aber nicht das Gefühl. Ist Betäubung unmöglich, so lasse man nach dem Schnitt den Kops des Tieres nicht herabhängen. Solange warmes Blut im Gehirn ist, lebt und fühll das Tier. Deshalb trage man das Geflügel nicht mit herabhängendem Kopf zum Schlachten. Hühner aller Art und Puten betäubt man durch wuchtigen Kopfschlag und schneidet ihnen bann den Kopf ab. Gänsen und Enten durchsticht man nach der Betäubung mit spitzem Messer den ersten Halswirbel hinten. Bloßer Kehlschnitt und das Hin- einstechen in den Schnabel ist grausam. — Fische betäubt man durch kräftigen Schlag auf den Kopf und durchschneidet bann die Wirbelsäule hinter dem Kopf. Das Abschuppen des lebenden Fisches ist grausam, ebenso der Transport von Fisä-en ohne Wasser. — Kaninchen betäubt man durch einen wuchtigen Schlag hinter die Ohren und durchschnei- bet dann bie Halsadern. — Bei Hausschlachtung von Ziegen, Lämmern und Schweinen sorge man für gründliche Betäubung und lasse nach dem Schlachten mit aufgerichtetem Kopfe ausbluten. Die Ausblutung wird durch die Betäubung keineswegs beeinträchtigt. Die Ergebnisse der deutschen Turkestan-Expedition. Der deutsche Forschungsreisende und Geologe Dr. Trinller, der zusammen mit dem Geologen Dr. deTerra im Mai 1927 von Srinagar zu einer Forschungsreise nach Chinesisch-Turkestan aufbrach, ist jetzt nach Kalkutta zurück- gekehrt und hat sich einem Bericht ter „Times" zufolge, über seine Ergebnisse geäußert, lieber oen Verlauf feiner Reise erklärte er, daß ihnen 10 Tagereisen hinter Pvbrang alle Pferde fortliefen, und daß sie zu gehen gezwungen waren. Auch die Valochsen wurden fast alle infolge des Mangels an Weideland verloren, und die Lasten mußten aus Schafen weiter transportiert werden. Im oberen Tal des Karakusch gaben ihnen freundliche kirgisische Rvmatenstämme neue Transporttiere und Vorräte. Trinller gab seine Absicht nach Khotan zu gehen, auf und wandte sich nach Pariand. Wahrend Dr. te Terra die Geologie teS Kuenlun-Gebirges erforschte, studierte Dr. Trinller die Talla Makan-Wüste, wo er fünf Monate verbrachte. 3m Mai kehrten sie nach Kaschgar zurück, da sie bei den chinesischen Dehörten auf Widerstand stießen. Sie wandten sich nach dem Karakorum und erreichten Leh am 17. August. Die Erforschung des Karakorum und des Kuenlun zeigt, daß während ter Eiszeit das ganze Gebiet von gewaltigen Gletschern bed:ckt war. Dieser Teil Mittelasiens hatte damals etwa das Aussehen, das heut Grönland und Spitzbergen haben. In den unteren Teilen der Äuenlun-Säler und im oberen Industal fand man große Moränen. Als das Gis schmolz, ergossen sich ungeheure Fluten, etwa viermal größer, als irgend eine Flut ter indischen Flüsse heutzutage, in die Ebene von Indien und Turkestan unb überschwemmten große Gebiete. Rach ter Eiszeit enthielt das Becken von Chine isch-Tur eftan einen großen 3nland.ee, der später austrocknete, worauf Sandmassen an seine Stelle traten. An der Ruinenstätte von Rawak bei Khotan finden sich Kulturschichten früherer Jahrhunderte zwischen dicken Lehmschichten, die beweisen, daß die Wüste noch nach dem vierten und fünften christlichen Jahrhundert Seen enthielt. Bisher unbekannte fossile Pflanzen wurden gefunden und Laubabdrücke, die das Vorhandensein von Wäldern in der frühen 2er- tiärgert beweisen. Fünf Löwen in einer halben Stunde. Der größte Löwenjäger Südafrikas, ter Holländer Gert van ter Merwe, ter 38 menschenfressende Löwen erlegt hat, ist jetzt das Opfer seines 39. Löwens geworden. Der kühne Rimrod war vor einigen Wochen mit seiner Frau unb Dienerschaft von seiner Farm am Groot Letaba- Fluh ausgezogen. Da auf den Kopf eines jeden Löwen in diesem Lande, in dem die Löwen so viele Eingeborene fressen, ein Preis gesetzt ist, beabsichttgte van der Merwe, in einem von Löwen besonders heimgesuchten Gebiet sich einige Preise zu verdienen. Wie südasrilani che Blätter melden, hatte er eines Abends sein Lager in ter Rähe des Stroms aufgeschlagen und tourte während ter Rocht durch das laute Rufen der Lageresel geweckt. Die Glocke, die an dem Hals des führenden Tieres befestigt war, gellte unheimlich durch das Dickicht. Der 3äger erhob sich ruhig von seinem Lager, häufte neue Zweige und Klötze auf das Lagerfeuer und wartete bis zum Morgengrauen. Dann ging er, mit seinem alten Martinigewehr und sieben Patronen bewaffnet, von zwei Kaffem begleitet, in den umgebenden Wald. 2000 Meter etwa vom Lager entfernt fand er einen riesigen Löwen, der sich an dem Fleisch des getöteten Führer-Esels gütlich tat. Er näherte sich bis auf 20 Meter und erschoß den Löwen. Bevor ter Knall des Schusses noch verhallt war, stürzte eine junge Löwin aus dem Dickicht und sprang nach ihm, wütend über den Tod ihres Gejährten. Er lud fein Gewehr wieder, während sie auf ihn zusprang, und tötete sie während sie gerate zum letzten Sprung ansetzte. Dann drang van der Merwe wejtec in den Wald ein und fand hier drei andere Löwen. Zwei von ihnen tötete er mit je einem Schuß, aber ter dritte war nur verwundet und er mußte den Blutspuren eine Zeitlang folgen, bevor es ihm gelang, auch diesem König ter Tiere den Rest zu geben. So hatte er in einer halben Stunde fünf Löwen erlegt; das ist ein Rekord selbst für einen so kühnen 3äger. Bald danach unternahm ter Rimrod eine neue Löwenjagd. I diesmal zu Pferde mit seinem Freund 3an Duvenhage. Sie jagten in ter Rähe des Brak- Flusses und schossen eine junge Löwin an, die flüchtete. Die folgten ihr und fanden sie, wie sie sich im Dickicht ihre Wunden leckte. Beite Säger feuerten vom Sattel aus, und obwohl sie beite trafen, war die Löwin doch nicht tot, sondern griff sie an. Die Bestie war so nahe daß keine Zeit zu einem weiteren Schuh blieb, daher Deuteten die beiten ihre Pserte und galoppierten davon. Die verwundete Löwin verfolgte van der Merwe, und obwohl er auf einem sehr schnellen Pferd ritt, mit dem er Zebras gejagt hatte, erreichte ihn doch das Tier, dessen Kräfte durch die Wunden zu einer letzten Riesenleistung aufgepeitscht waren. Die Löwin sprang auf van der Merwe, als Duvenhage aus dem Sattel auf sie schoß. „Du sollst die Beute haben. Gert. Es ist tein 39. Löwe!" rief 3an baM dem Freunde zu. Aber van ter Merwe antwortete nicht. Das Tier hatte ihn vom Pferde gerissen. Er lag bewußtlos und starb zwei Tage später an seinen furchtbaren Verletzungen. Oer Schwindel der Flaschenposten. Erne Meldung, nach der eine Flaschenpost von ter „Titanic", die 1912 sank, an die englische Küste in ter Rähe von Swansea geworfen worden sei, ging kürzlich durch die Blätter. Es sind aber schwere Bedenken gegen die Echtheit dieser schon so lange zurückliegenden Rach- richt ausgetaucht; man vermutet, daß es sich um einen schlechten „Scherz" handelt. Ein Beamter ter großen englischen Versicherungsgesellschaft von Lloyds, der fast alle diese Flaschenposten übermittelt werten, erklärte, daß von 1000 solcher Botschaften 999 unecht seien. Die einzigen Flaschenposten, deren Meldungen man unbedingtes Vertrauen entgegenbringen kann, sind diejenigen, die von den Schiffsoffizieren über Bord geworfen werden, um die Richtung ter Strömungen anzuzeigen. Solche Meldungen werten in besonderen Flaschen zu vielen Hunderten ins Meer versenkt und bilden, wenn sie gefunden sind, wertvolles Material für die meereskundlichen Forschungen. Manche dieser Flaschen treiben im Lause von zwei bis drei Jahren eine Strecke von 10 000 Kilometern. Dagegen sind jene romantischen Botschaften, die in höchster Seenot dem Meere überantwortet sein sollen, fast niemals echt. Die Schiffbrüchigen haben in diesen Augenblicken ter Verzweiflung meist weder Zeit noch Lust, eine Flasche und ein haben diesen Hund erlebt berichtet. Natürlich erreg - und in Madrid davon jene Strecke häufig mit seinem Wagen passiert, einige englisch-amerikanische Reisegesellschaften und viele andere Leute haben diesen Hund erlebt seine Gesetzgebung beraten — verabfolgt werten. Und im patriarchalischen Holland scheinen diese „Witte Stücken", die Altenbogenformat haben, wahrscheinlich ihren Ramen zu verdienen; nicht nur, daß sie lediglich einseitig bedruckt sind, auch ter Text ter tedructten Seite muß manchmal mit der Lupe gesucht teerten. So in einer der letzten Drucksachen. Da stand auf eines weißen Riesenblattes gähnender Leere nur die eine Zelle: Drucksehlerberichtigung: Rr. 784, Z. 4: lies „spoorwegmaatschappij" statt „spoorwegmaarschap- pij". (spoorwegmaatschappij = Cisenbahngesellschafl.) Die holländischen Behörden scheinen demnach kein allzu großes Vertrauen in die Intelligenz ter Volksvertreter zu setzen. Der Hund als Bahnwärter. (w) Madrid. Es sind schon seltsamere Dinge unter dem Himmel passiert — Hunte sind on klüger und meist zuverläsiiger als Menschen (zumal als Südländer) — und im fernen Spanien Pflegt der Sommer recht heiß und der Dienst eines Bahnwärters infolgedessen recht strapaziös zu sein. Deshalb — nun aHo: es gibt in Spanien einen Hund, der die Stelle tes Bahnwärters vertritt. Die Geschichte ist tatsächlich wahr — deutsche Automobilisten, ein reisender Geschäftsmann ter Oer Sinn des Weltspartages. Seit dem Jahre 1925 begehen die ösfentsichen Sparkassen in Deutschland den Weltspartag, ursprünglich am 31. Oktober, seit diesem Jahr, mit Rücksicht auf das Reformationsfest, am 3 0. Okto b e r. Die Anregung zur Schaffung eines Welt- fpartages geht zurück auf den einftimmigen Beschluß des ersten Internationalen Sparkassenkongresses in Mailand Ende Oktober 1924. „Der Kongreß," so heißt es in der diesbezüglich gefaßten Niederschrift, „hat den dringenden Wunsch, daß als Ausdruck der Bedeutung der Sparsamkeit in Erinnerung an die erste Weltvereinigung der Sparkassen der 31. Oktober, der Tag des Schlusses des Kongresses, überall zum Weltfeiertag der Sparkassen erklärt wird. Dieser Tag soll nicht ein Tag des Müßigganges sein, sondern ein Tag der Ar- • beit, an dem die Handlungen aller von Dem Ideal der Sparsamkeit erfüllt sein sollen, ein Tag, der der Verbreitung dieses Ideals durch Beispiel, Wort und Bild geweiht ist." Die Idee des Weltspartages hat inzwischen — dafür zeugen die Erfolge der Weltspartage 1925, 1926 und 1927 — bei uns. wie in den anderen Ländern sich durchyesetzt. In einer Zeit, wo für alle möglichen, auch unnützen Dinge viel getan wird, ist es wohl angebracht, einen Tag des Jahres ausschließlich tvn sie überall Staunen und Verwunderung und ungläubiges Kopfschütteln, bis sich schließlich ein Journalist zur Prüfung ter Erzählung aufmachte. Journalisten sind immer mißtrauisch, und eigentlich müßte ter ungläubige Thomas ihr Schutzpatron sein. So erging es jenem Madrider Zeitungsmann, dem in der bezeichneten Gegend bereits jedes Bäuerlein, jeder PUgersmann von dem Dahnteärterhund berichten und auch die betreffende Stelle genau angeben konnte. In ter Mitte tes sagenberühnrten Klosters Montserrat, nicht weit von Barcelona, befindet sich eine Zahnradbahn, die die Strome von Pilgern auf den heiligen Berg befördert. Unb an einer Kreuzung dieser Bahn mit einer Landstraße kann man stets einen kleinen Hund sehen, der den Tausenden von Pilgern und Touristen auffällt, weil er eine kleine, sehr lustige Mütze trägt. 3m allgemeinen scheint das Tier an seiner Hmtoelt nicht das geringste 3nteresse zu haben und geht lautlos aus tem Wege, wenn ein Gefährt oder ein Pilgerzug die Straße daherkommt. Sobald aber ein Zug sich naht, setzt sich dieser Hund auf die Hinterbeine und sperrt mittels einer kleinen roten Fahne, die er im Maul hält, den Heber- gang für den Straßenverkehr ab. Der vierbeinige Bahnwärter soll feinen Dienst mit größter Zuverlässigkeit verrichten, und trotz der sehr starken Benutzung der Straße und des ziemlich häufigen Bahnverlehrs soll bisher noch kein älnglück an dieser Stelle passiert sein. — Was nachdenklich stimmen sollte- dem Spargedanken in seiner allgemeinen Bedeutung, nicht nur dem Geldsparen, zu widmen. Der Welkspartag richtet die Mahnung an jeden einzelnen, zu sparen, die Ausgaben in das wirtschaft- sich richtige Verhältnis xu den Einnahmen zu bringen. Jeder wirtschaftliche Erfolg ist letzten Endes Ergebnis einer wirtschaftlichen, d. h. planmäßigen und sparsamen Tätigkeit. Das Ergebnis der Sparsamkeit drückt sich fast immer in Geld und Geldes- wert aus. Das Geldsparen ist nur dann produktiv, wenn das Ersparte rentabel unj) nützlich angelegt wird. Dies geschieht durch die Sparkassen, die den Sparern eine den Zeitverhältnissen entsprechende Verzinsung gewähren und die Spargelder der Wirtschaft in Form von Mittelstandskrediten, Landwirtschaftskrediten, Wohnungsbauhypotheken ufro. Rätsel-Ecke Berwandlungsausgabe. Magisches Kreuzworträtsel. . I **...) Prima. Sexta (.**.. I / Von links nach rechts und b) von o Füllrätsel. para in vorstehender Figur leerstehenden Felder Die wie Buch- Wo ist das Pferd des gestürzten Reiters? a 8 8 t a t s t a a a s a P a t a r Kreuzworträtsel. " aSAlElRl a s p i s i Zoo. Fräulein Lo steht borm Käsig: „Wie menschlich ter Gesichtsausdrrck ist! Was tourte dieser Gorilla wohl sagen, wenn er sprechen könnte?" „Er würde sagen: Gnädiges Fräulein, ich bin ein Schimpanse!" sprach schlicht der Herr neben Fräulein Lo. Umstellungsrätsel. Oslo — Solo. Auvzählrätsel. Die Auszählung beginnt mit dem elften staben. Das Sprichwort lautet: Zanken zwei, so haben beide unrecht. sollen mit den zwölf Buchstaben d — e — e — i — i — i - Wie kann man mit vier Hauptwörtern als Zwischenstufen von Sexta nach Prima gelangen, indem man jedesmal die beiden durch Sternchen angedeuteten Buchstaben des vorhergehenden Wortes ändert? Fehlausgabe. Unter Hinzufügung der Silbe „1i" als zweite in jedem Worte sollen' aus nachstehenden 14 Silben sieben Wörter gebildet werden. Bringt man diese als dann in eine bestimmte Reihenfolge, so ergeben deren Anfangsbuchstaben, aneinandergereiht, eine unterhaltende Veranstaltung. Die Silben sind folgende: a — s — bi — e — e — ef — he — koa — on — re — se — te — tha — tril. Auflösungen Silbenrätsel. 1. Joppe; 2, Enzian; 3. Dudelsack: 4. Ewer; 5. Roulade; 6. Hanau; 7. Ambo°»; 8. Teplitz; 9. Sol- Dau; 10. Export; 11. Indianer; 12. Nyassa: 13. Engerling; 14. Ironie; 15. Graubünden. Jeder hat sein eigen Kreuz zu tragen. Anagramm. Erna Schultze. Pyramidenrätsel. mA MAI AIR M1 OS Th3S|I r N — S — t derart ausgefüllt werden, daß sowohl die senkrechten a) _ . ... bennachunten:!. Nahrungsmittel; 2. andere wagerechten Reihen bekannte Wörter ergeben. Scharade. Die trfte ist ein Tier, Die zweite eine Pflanze; Oftmals im Leben warst Und L."t du selbst das Ganze. Sprichwort-Bersteckrätsel. An dem schönsten Frühlings-Morgen Sah ich dich in heil'ger Stunde; Ach, kein Äug' hat solche Blicke — Gold und Silber weicht zurücke! Selbst im Drang der schwersten Sorgen Tränk' ich Glück von deinem Munde. Vexierbild. Bezeichnung für Vortrag; 3. deutscher Strom; 4. Zögling einer höheren Lehranstalt; 5. a) andere Bezeichnung für Paradies, b) Lebensweisheit; 6. österreichischer Feldherr aus dem Siebenjährigen Kriege; 7. landwirtschaftliches Gerät; 8. Strudel; 9. anderes Wort für Wut; 10. musikalische Form; 11. Flußrand; 12. römischer Kaiser; 13. warmes alkoholisches Getränk. Nie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaktionstisch. Besuch auf tem Bannt Krietfch sitzt auf einem fremden Daum. Und schnorbst mit Wohlbehagen di« saftigsten Aepfel. „Was machen Sie denn da oben?“ kommt plötzlich der Besitzer. Kaut Krietsch: „Sie werden es nich^ glauben, aber ich Pass« auf, daß ferne Maten in Ihre Aepfel kommen." (Lust. Dl.) ____ 01 f3 H raasg ®a A ____ W _ nSiiäö. 0 0M0Ö 700013 Bekanntmachung Miorse-SorMMe Wr ©emflfs- unö Seelenieiöenöe. 9472D der Reichsoerdingungsordnung öffentlich verdungen werden. 9490C am 26. Oktober 1928, im Alter von nahezu 81 Jahren abzurufen. Städtisches Tiefbauamt: Braubach. Woü=e Die Beerdigung findet Montag, den 29. Oktober, nachmittags NWK um 3 Uhr, aut dem Neuen Friedhof in Gießen statt. 9455D findet Aordanlage Rr. 20 statt. 07626 fehung dem Arbeitsamt an! 9489D Lang-Göns, den 27. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Sonntagnachm i Vr Uhr statt. 9447V liche Angebote mit Preis an U7573 Für die vielen Beweise herzlich er Teilnahme :m Heimgang unseres lieben Entschlafenen Sra I ffi natr M Herrn Friedrich Stumpf | GMW I.üikWklkl Lehrer i. R» WW her f/ifin 'Xtihnffriprirf lirfn beim an der Lahn, Industrieort, zirka 07627, geben Ihnen die Gewißheit der richtigen Wahl Ihrer Fußbekleidung Spielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag. 28. Oft., 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Carmen. Montag, 29. Oft., 20 Es hat Gott gefallen, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter, Schwägerin und Tante Die für Donnerstag, den 1.11.1928 angesetzte Zwangsversteigerung Drucksachen aller An liefert dl» Stahl sch, Drnderei £. Slemard {?l®at!a||e» ig einer Dmmacht echirlt t aus Diehen eine ®e< träfe von 3Mona- n. jfammtr Gießen. !t Die heniige Sitzung W neisten Sachen ausgesaUkN Wann verfolgte 3* s Amtsgerichts H« ner Woche SaftW il er sich seiner rinterhaV Durch ein amt^nui- 'et ais Datrr cinrS unj- Statt Kanten. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir hiermit innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen; Lina Ruth geb. Hofmann. Gießen, den 27. Oktober 1928. rücksichtigen ist. daß ht Frankfurt gestern abenv bereits offiziell per Ultimo November gehan* delt wurde, während in Berlin die Liquidationskurse erst heute festgesetzt werden. Das Pfundpaket ergibt also mehr als 100 Tassen und — koste! 55 Hg, also wirklich nicht zuviel für Kathreiner, (jer schmecld und — so gesund für Sie ist! ?$’^ZrSchriftliche Gutachten deutscher Ärzte empfehlen ihn/ Berliner Börse. Berlin, 27. Oft. (WTB. Funkfpruch.) In Anbetracht des Samstags ist das Geschäft im heutigen Vormittagsverkehr noch unbedeutender als sonst. Eine Tendenz ist nicht erkennbar. Man taxiert gestrige Abendkurse, wobei zu be- Muhl Vollzugs-Beamter. 2400 Einwohner, groß. Saal,krank- heitshatber preiswert zu verkaufen. Da fein Kino vorhanden, solches leicht einrichtbar. Anzahlung 8000 bis 10000 3UÄ. Günstige Se- dingungen. Schr.Anged.u. 94410 an den Gießener Anzeiger erbeten. «hnhafter Knecht lvar zu Stfuernfaul durch dm ngen, nachdem er das Hängeschlob zertrümn'.ei E aus wvtt Echubladt b. nMi iveM schwe- drfäutzniSstrase vast kiWiere i AMöüiMIS werd. iQdjncmnh u. vrerßweri ge- sttmmr u. reoar. G.KMt^r Gletzeo.VloMTl iclenbon 2403. Verkaui v. neuen u. flebr. Klav. Arbeitgeber vermindert die Kosten der Arbeitslosenversicherung, meldet jede offene Stelle zur Le- gemahlener Kathreiner reichen kür v 'große Kaffeetassen! Vortrag von Dr. Hagemann, Direktor der Berliner Funkstunde. — 20 bis 21: „Das erste deutsche Rundfunkorchester". — 21: Von Stuttgart: „Die Abreise", musikalisches Lustspiel in einem Alt von (äugen d'Albert. — Anschließend vom Mannheimer Besprechungsraum: Konzert. Dienstag. 30. Oktober. 6,30 Uhr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Don Stuttgart: Mitlagsständchen. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. — 16.35 bis 18.05: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 19: Von Kassel: Vortrag. — 19 bis 19.30: Funkhochschule: „Rassenhygiene und soziale Fürsorge", Vortrag von Prof. Dr. von Düring. — 19.30 bis 19.45: Englische Liieratur- proben. — 19.45 bis 20.15: Englischer Sprachunterricht. — 20.15 bis 21: Schallplatten-Konzert: „Aus Opern". — 21 bis 22: Don der Funkstunde Berlin: Dialoge der Weltliteratur, 2. Abend: „Edda". — 22: Von Stuttgart: Opern-Abend. Mittwoch, 31. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 12.45 bis 13.15: Schulfunk: „Deutsches Land und deutsches Volk in Südtirol", Vortrag von Michael Plattner, München. — 13.15 bis 14.15: Rach Stuttgart: Schallplatten - Konzert.: Buntes Programm. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Haussrauend enst/ unter Leitung von Fini Pfannes. — 16.35 bis 18.05: Rach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Bücherstunde. — 18.30 bis 19: Friedrich Wolf: Vorlesung aus eigenen Dichtungen. — 19 bis 19.15: Senckenbergviertelstunde: „Die wichtigsten Pelztiere", Vortrag von Dr. R. Werdens. — 19.15 bis 19.30: Französische Literaturproben. — 19.30 bis 20: Französischer Sprachunterricht. — 20: Vom Frankfurter Opernhaus (nach Stuttgart): „Elektra", musikalische Tragödie in einem Akt. von Richard Strauß. — Anschließend von Kassel: Walter Hasenclever: Vorlesung aus eigenen Werken. Angebote sind beim Städtischen Tiefbau- amt, Asterwea Nr. 25, erhältlich. Die ausgefüllten Angebote sind oer- schlossen und versiegelt mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum 5. November 1928, vormittags 10 Uhr beim Städtischen Tiefbauamt cinzureichen, GroSes vrevsiSMsss Lasevhaus ganz ober geteilt sofort zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 9424V an den Gießener Anzeiger erbeten. WW Wen. m Re rabatsteuerhN 'Mnmetoung unbcni>«afe* anlroorten. Der fcWmt rase von 2M M, t mit W M toonfonu zur Zahlung mer Schsilü vn I0Mk iük sich5e- sich hieraus b^ichrntz« ch t hglle, rchust rin Ar- eine Sesängnitztzrast bis 22.30 Ufjr: Der Ring der Ribelungen. Vorabend: Das Rheingold. Dienstag, 30. Olt., 20 bis nach 22.30 Uhr: Turandot. Mittwoch, 31. Okt., 20 bis 21.30 Uhr: Elektra. Donnerstag. 1. Rov., 19.30 bis gegen 22.30 Ahr: Cosi fan tutte. Freitag. 2. Rov.. 20 bis mach 22.30 Uhr: Madame Butterfly. Samstag. 3. Rov.. 19.30 bis nach 22.30 Uhr: Einmaliges Gastspiel Ludwig Hofmann von der Städtischen Oper in Berlin: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag, 4. Rov., 18 bis gegen 22.30 Uhr: Der Ring der Ribelungen. Erster Tag: Die Walküre. Montag, 5. Rov., 20 bis gegen 23 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Schauspielhaus. Sonntag. 28. Okt.. 19.30 bis gegen 22 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Montag. 29. Okt.. 19.30 bis 23 Uhr: Don Kar- los. Dienstag, 30. Okt., 20 bis nach 22 Uhr: Dantons Tod. Mittwoch 31. Okt., 20 bis nach 22.30 Uhr: Der brave Soldat Schwejk. Donnerstag, 1. Rov., 20 bis nach 22 Uhr: DantonS Tod. Freitag, 2. Rov., 19.30 bis 23 Uhr: Don Karlos. Samstag. 3. Rov., 20 bis nach 22 Uhr: Gelegeicheit macht Liebe. Sonntag, 4. Rov., 15.30 bis 18 Uhr: Alt-Heidelberg. 20 bis nach 22 lUjr: Dantons Tod. Montag, 5. Rov., 20 bis nach 22 Uhr: Dantons Tod. Ein guter Tropfen stärkt Herz und Magen. Der Renner bereitet sich selneLilSre undBranntweineselbst mit den echten Reichel - Etsenzen. So kann man jeden Ziför kennenlernen und probieren und spart dabei dos Doppelte bis Dreifache. - Oie Selbstbereitung mit Relchel-Enenzen ist eine einfache Sache, und man weiß, was man trinft Für gutes Gelingen und stets gleiche Güte bürgt die altberühmte Lichtherzmarke. Zn Drogerien und Apotheken erhältlich, daselbst auch Dr. Reichet- Rezeptbüchleit» umsonst, wenn vergriffen, kostenfrei durch OttoRelchel^erlinSOjUenbehnltTX Hauskleiderstoffe wie Halbtuche / Velours Lamas einfarbige und gemusterte Wo 11 stof f e u. a m. in Riesenauswahl sowie große Mengen Reste weit unter Preis Frau lobanna Hartmann ieb. Paul Witwe des Lehrers Jakob Hartmann in Auerbach a. d. B. Heute nachmittag 4,,s Uhr entschlief plötzlich und unerwartet im Evangelischen Schwesternhaus zu (ließen mein innigstge- liebter Mann, unser stets treubesorgter Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Müller Schreinermeister Im Alter von 51 Jahren. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Frau Elisabethe Müller geb Reuter Emst Müller Albert Müller Wieseck, Frankfurt a. Main, Alten-Buseck, den 26. Oktober 1928. Die Beerdigung findet Sonntag, 28. Oktober 1928, nachmittags 21/, Uhr, von Gießener Straße Nr. 101 aus statt. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 78 vom 26. Oktober enthält: Die Bekämpfung von Viehseuchen. — Desinfektion der zur Beförderung von lebenden Tieren dienenden Kraftwagen. — Hufbeschlag. — Eröffnung des ordentlichen Lehrganges 1928/29 an den landwirtschaftlichen Schulen bei den hessischen Land- Wirtschaftsämtern. — Das Ergebnis der Hauptkörungen 1928. — Dienstnachrichten. junger Lehrer, der noch weiter studiert, sucht für sofort 1 oder 2 sutm-bl.Lrnunev möglichst mit Klav er in gutem Hause. Schrift- lichen Kindes zum Unterhalt Verurte-M worden, hatte aber nichts bezahlt, mit der Begründung, das Urteil sei falsch und habe zu Unrecht seine Vaterschaft angenommen. Diese Ansicht macht« er auch heute geltend und verlangt«, daß die Voraussetzung seiner Verurteilung im Zivüprozeh auch im Strafprozeß nachgeprüst werd«. Die Strafkammer war der Ansicht, daß an dem ziv:l- rechtlichen Urteil nicht zu rütteln sn, erkannte aber an Stelle einer Haftstrafe auf eine Geldstrafe von 30 Mark. ; Künstliche Augen ' fertigen nach der Natur und paseen ein l F. Ad. Müller Söhne, Wiesbaden f Filiale Frankfurt am Main, 10—4 Uhr. ’L WesersiraBe 41 Ecke Taunusstraße- KümiQu*.^ Muchen, smd : Eichungen, die von W hir Menschheit ;rten, bah o» W jeden M>r^ Daiki nordöM woselbst die Eröffnung der rechtzeitig ein- gegangenen Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Gießen Mäusburg 12 9493A Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern vormittag Vk Uhr unsere heißgeliebte Hedwig nach kurzer, schwerer Krankheit zu sich in die Ewig' keit abzurufen. lichen und städtischen Behörden des Kreises und der Stadt Gießen eine Fürsorgestelle mit Beratungssprecbstunde durch einen Facharzt für Psychiatrie eingerichtet. 9425C d? ** D!c>n ieul,d)en jrn ?ren £r.'n WW ion uSTkn tlidlen Leigen > " trfleben > 0 öer Belin» “I d-» 8m A°G° ito i Mich Wid, |. t»s Vf bes ° !* m« - S(ut Ä lxt«b. noch bem 0U5f,futen. Die »etaubung keineswezr Rundfunkprogramm. Sonntag, 28. Oktober. 8.30 bis 9.30 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgvere n Frankiurt a. M. — 11 bis 11.30: Don Kassel: Eltecnstunde. 12 bis 13: Bon Eckenheim: llebertragung von dem Liedertag des Männergesangvereins „Männerchor". — 14 bis 15: Don Hamburg: Funlcheinzelmannsingstunde. — 16 bis 17: Konzert des Rundfunkorchesters: Walzer. — 17 bis 17.30: Von der Berliner Funk- stunde: Konzert der Wiener Sängerknaben. -- 17.30 bis 18.30: Stunde des Landes. — 18.30 bis 19.30: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Vollsbildung. — 19.30 bis 20: Sportnachrichten. — 20.30 bis 21.30: Klavierkonzert Eduard Steuermann. — 21.30: Konzert des Rundfunkorchesters. — Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Montag, 29. Oktober. 6.30 Uhr: Morgengymnastik. — 13 bis 14: Aach Stuttgart: Mdtagsständchen des Rurdfunb- vvchesters. — 15.05 bis 15.35: Stunde der Jugend. — 15.55 bis 16.05: Hausfrauendienst, unter Leitung von Fini Pfannes. — 16.35 bis 18.05: Aach Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters. — 18.10 bis 18.30: Lesestunde. — 18.30 bis 19: Probleme der Jugendfürsorge, Bortragszyllus, „Gefährdeienfürsorge in der Großstadt", Vortrag von Fürsorgerin Lene Wann. — 19 bis 21: Don Berlin: Gedächtnisveranstaltung anläßlich des fünfjährigen Bestehens des Rundfunks in Deutschland. — 19 bis 19.30: „Gedanken über den Rund- funl", Vortrag von Staatssekretär Bredow. — 19.30 bis 20: „Die Zukunft des Rundfunks". eww*!!5 L""s- v“ * ’^V oM n>ur6cC E , ^Äuherdea' Aviröaöt. feines Wgl Ä -M * j Diese Beratungssprechstunde für Ge- gegangenen Angebote in Gegenwart etwa 1 müts° und Seeleiüeidende wird vorläufig erschienener Bewerber erfolgt. einmal im Monat, und zwar jeden Die Binde- und Zuschlagsfrist beträgt zweiten Mittwoch, nachmittags von 4 bis zwei Wochen. ~ ‘ Gießen, den 26. Oktober 1928. sagen wir hiermit innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Heinrich Nebeling. Burkhardsfelden, den 27. Oktober 1928. _______________07613 i 5 Uhr. von Medizinolrat Lr. Frank im Gebäude des Wohlfahrtsamtes, Gartenftrahe 2, Zimmer Nr. 12, abgehalten und steht jedem, der in diesen Fra- i gen für sich oder andere Auskunft und Rat bedarf, unentgelllich zur Verfügung. Gießen, den 25. Oktober 1928, Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt) Abteilung Gesundheitsfürjorgeamt. Bekanntmachung. Vom 1. November 1928 an befinden sich die Diensträume des städtischen Versiche- rungsamts und des Kriegerfürsorgeamts in dem Hause Lonnstrage 2, I. Stock, «Zimmer Nr. 3, 4 und 5. 9425C I Dom gleichen Tage ab werden die Sitzungen des Mieteinigungsamts im Haufe Gartenstraße 2, Obergeschoß, Zimmer Nr. 16 abgehalten. f Gießen, den 27. Oktober 1928. Der Oberbürgermeister. (Wohlfahrtsamt) Dr. Seib. Burgermeister. Zwecks Beratung bei Erkrankungen an; 120 qm Pflasterarbeiten, zirka 320 qm Geistes- und Gemütsstürungen sowie Chaussierungsarbeiten sollen auf Grund daraus folgenden Fragen betr. Vereroung, der Reichsoerding Eheeinyehung, Versorgung, Unterbrin-1 gung in Arbeitsstellen, Familienpslege oder Anstalten, bzw. EnUaffung aus letz- I teren u. u in. ist von ,eiten oer staat- Arbeitsamt Gießen, Tel. Ar. 254, 1549, 1557. Aebenfielle Fri dbera, Tel. Ar. 4070 AebenflelleSad-Aauyeim, Tel.M.2780 Kostenlose und unparteiische Stellenvermittlung männl, und weibl. Personals jeglicher Art für Haus-, Gast- und Landwirtschaft, Geschäft, Bureau, Handwerk u. sonst. Berufe. Taubenwolle beste und zarteste Zephirwolle zum häkeln u.Sticken 4 Wir arbeiten Ihre Matratzen aufl! 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Diese zarten Gewebe zieht man leicht in kalter Persillauge durch, spült gut in gleichfalls kaltem Wasser und trocknet durch Einrollen in saubere Tücher. Feucht bügeln. Die Reinigung ist in jedem Falle vollkommen. werde am 30. und 31. Oktober, täglich von 11 bis 1 Uhr und von 3 bis 7 Uhr, im Schaufenster der Firma Brüder Schmidt Spezial-Geschäft für Haus- und Küchengeräte praktisch vorgeführt Kostproben werden gern gratis ohne Kaufzwang 7] Pomona, Ichneumin sowie Unterlagepapier zum Anlegen der Leimringe empfiehlt Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße - Ecke Wolkengasse Telephon Nr. 1403 Winterhoff 7842a Kristall | Porzellan Projektion? 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Nach über vierteljähriger Pause — inzwischen hat allerdings in mehreren nichtöffentlichen Sitzungen die Feriendeputation des Stadtparlaments eine ganze Reihe kommunaler Angelegenheiten erledigt — trat heute nachmittag die Stadtverordnetenversammlung zu ihrer ersten öffentlichen Sitzung nach den Som- merferien zusammen. Die Tagesordnung enthielt einige reckt bedeutsame Punkte, die zu lebhaften Aussprachen Anlaß boten. Dor allem beschäftigte man sich eingehend mit der beabsichtigten Neuregelung der Wochen- markt-Verhältnisse. Hierbei wurde insbeson- dcre bemängelt, daß nach dem Entwurf der neuen Polizeioerordnung für den Wochenmarkt die Gießener Konsumentenschast nickt genügend geschützt sei, anderseits aber auch eine Ucberflutung des Marktes durch auswärtige Gewerbetreibende zum Nachteil des ortsansässigen Handwerks gerügt. Die Demängelun- gen an der neuen Verordnung waren so eindrucks- voll, daß sie dem Hause Anlaß boten, den Entwurf der Verordnung zu einer nochmaligen Beratung und zur Abänderung an den Marktausschuß zurückzuver- weisen. Diese Stellungnahme des Hauses kann man nur gutheißen. Es wäre in der Tab ein unerträglicher Zustand für die Konsumenten geschaffen worden, wenn man in der neuen Verordnung die sog. Händlersperre bis 11 Uhr vormittags beseitigt hätte, und ebenso bedenklich wäre es, wenn man zum Schutze des heimischen Handwerks der weiteren Ueberbesetzung des Wochenmarkts durch allzu zahl- reicke Händlerschast von auswärts nicht einen Riegel oorschieben würde. Hoffentlich kommt aus den weiteren Beratungen des Ausschusses ein Ergebnis heraus, mit dem sich die Bürgerschaft einverstanden erklären kann. Zur Schaffung weiterer Notwohnungen bewilligten die Stadtverordneten den Betrag von 100 000 Mk. Es ist besonders erfreulich, daß man auf diesem Gebiete der kommunalen Arbeit jetzt von der Verwendung von Eisenbahnwaggons abgekommen ist und nur noch Wohnungen in massiver Ausführung erstellt, wobei auch den verschiedenartigsten Raumbedürf- nissen der unterzubringenden Familien Rechnung getragen wird. Eine interessante Straßenbahn-Vorlage fand gleichfalls die Zustimmung der Versammlung. Es handelt sich hierbei um die V e r st ä r k u n g des Straßenbahn-Wagenparks durch eine Anzahl moderner Wagen, wobei man gleich- zetttg auch in weitschauender Weise für eine Erweiterung des Dtrahenbahnnehes nach den Vororten hin die erste Vorsorge getroffen hat. Es wäre hierbei aber noch zu wünschen, daß die Verwaltung dem Verlangen aus Stadtverordnelenkreisen nach Einbau von Heizkörpern in die Straßenbahnwagen entspricht. Wenn durch dies« Heizungseinrichtung auch etliche Mehrkosten entstehen, so erscheint uns dies wirklich nicht so schlimm, als toenrt die Bürger in der kalten Jahreszeit sich durch dcvS Sitzen in den eisigen Straßenbahnwagen allerlei Erkrankungen zuz sehen. Einen unerwarteten und bedauerlichen Ausgang nahm die Beratung der Vorlage über die Schaffung einer städtischen Kraftomnibuslinie für die von öffentlichen Verkehrsmitteln entblößten Stadtteile. Die Vorlage, mit deren sofortiger glatter Annahme selbst führende Stadtverordnete gerechnet hatten, wurde auf Antrag der Wirtschaftspartei an den Betriebsausschuß zurückverwiesen, damit dieser erst einmal eine Berechnung über die voraussichtliche Rentabilität der neuen Einrichtung aufstelle und das Ergebnis den Stadtverordneten vorlege. Das Verlangen der Wirtschaftspartei nach einer ungefähren voraussichtlichen Rentabilitätsberechnung ist bei einer so weittragenden Angelegenheit ohne weiteres als begründet anzusehen. Zu beanstanden ist, daß die Stadtverwaltung selbst eine derartige rechnerische Aufstellung ihrer Vorlage nicht gleich beigegeben hat, und daß beim Fehlen dieser wichtigen Unterlage nicht schon früher in den Ausschüssen, die sich einstimmig — also auch mit der Stimme der Wirtschaftspartei — für die Vorlage erklärt hatten, die heute nachgeholte Forderung erhoben wurde. Auf diese Weise ist leider die Verwirklichung des begrüßenswerten Projektes mindestens um einige Wochen verzögert worden. Man darf wohl hoffen, daß auch nach dieser Richtung hin allseitig die entsprechenden Schlußfolgerungen aus der heutigen unerwarteten Wendung der Dinge gezogen werden. Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. S e i b, die Beigeordneten Dr. Hamm und Iustizrat Dr. Rosenberg, sowie 33 Stabtverordnete. Der Zuhörerraurn ist einigermaßen beseht. Reue Stadtverordnete. Zunächst nimmt Oberbürgermeister Dr. Keller die Einführung und Verpflichtung der Stadtverordneten Rumpf (an Stelle des verzogenen Stadtv. Schultz) und Wolf (an Stelle des ebenfalls verzogenen Stadtv. Moosdorf) vor, die er zu tatkräftiger Mitarbeit zum Wohle unserer Stadt ernlädt. Uneinbringliche Außenstände. Auf Antrag der Stadtverwaltung werden insgesamt 13 509,26 Mk. uneinbringlicher Außenstände der verschiedensten Art aus dem Rechnungsjahr 1925 niedergeschlagen. Die Rechnung der Sladlkasse für Rj. 1925. Zur Stadttassenrechnung für 1925 werden Kreditüöerschreitungen für die Detriebsrechnung mit 772 388,78 Mk., für die Verm ögens rech nun g mit 1 036 097,02 Mk. zu Lasten der nachgewiesenen Deckungsmittel genehmigt, ebenso einige Ausstände zur Liquidation- Freigrenzen der städtischen Gewerbesteuer. Einem Antrag des Finanzausschusses entsprechend wird beschlossen, die nach Art. 6 Abf. 2 und nach Art. 11 des Gewerbesteuergesetzes vom 10. Mai 1928 für die staatliche Gewerbesteuer vorgesehene Freigrenze, sowie die nach Art. 6 Abs. 1 des gleichen Gesetzes vorgesehene Staffelung der ersten 4000 Mk. des Anlage- und Betriebskapitals auch für die städtische Gewerbesteuer zu übernehmen. Reue wochenmarkt-Polizeioerordnungen. Rach einem Antrag des Marktausschus'es soll den Entwürfen zum Erlaß 1. einer Polizei- verordnung betr. die Abhaltung der Wochenmarkte in Gießen, 2. einer Polizeive.ocdnung betr. die Regelung des Verkehrs und die Sicherheit auf dem Wochenmarktplatz zu gestimmt werden. Stadtv. S ch w i e d e r (Dt. Vp.) als Ausschuh- berichterstatter weist darauf hin. daß die neue Verordnung durch Veralten der bisherigen Vor-' schriften notwendig geworden sei. Frei von der Derichterstatterpflicht bemerkt der Redner bann u. a.: Mit stärksten Bedenken fei geltend zu machen, daß die Vorschrift in der alten Marktordnung, wonach die Händler vor 11 Ähr vor- mtttags auf dem Wochenmarkt nicht aufkaufen dürfen, nach der neuen Verordnung nicht mehr bestehen bleiben soll. Die Folge einer solchen Neuerung werde sein, daß die Händler künftig schon am frühen Vormittag die Waren in großen Mengen auf tauften, die beste Ware schon fort sei, wenn die Hausfrauen auf den Markt kämen, und die Händler dann die Preise diktierten. Wenn die Händler früh schon eintaufen wollten, so sollten sie aufs Land gehen. Auf dem Wochenmarkt dürfe das nicht fein. Der Redner nimmt weiter Stellung gegen das Durcheinanderstellen der Waren auf dem Wochenmarktplah: er fordert eine planmäßige, nach Warengruppen geordnete Warenaufstellung. Ferner wendet sich der Redner gegen die ständig zunehmende Besetzung des Wochcnmarktes durch auswärtige Metzger: an diesem Samstag komme bereits der 17. Metzger von auswärts. Gegen ein solches äleberhand- nehmen müsse eingegriffen werden. Redner kritisiert weiter, daß die Mitglieder des Marktausschusses gegenüber der Polizei keine Macht mehr hätten: ihm (Redner) habe ein Polizeibeamter auf dem Markte seflbst erklärt, er (Redner) habe hier nichts zu sagen. Stadtv. S ch w i e d e r kommt dann auf die Vorgänge beim Güterbahnhof zwischen Viehhändlern und Polizei am Mon:agnach- mittag zu sprechen und übt dabei Krittk an der Polizei. Beinahe wäre der Virhmarkt boykottiert worden. Daran wäre die Polizei schuld gewesen. Diese komme am Montag daher, ziehe die Gummiknüppel und ziehe blank und fahre darein. Die Stadt aber hätte den Schaden gehabt von diesem Verhalten der Polizei, wenn es dem Eingreifen des Verkehrsvereins in der Diehhändlerversamm- lung nicht gelungen wäre, den beabsichtigten Doykottbefchluh gegen den Gießener Markt zu verhindern. Das könne so nicht weitergehen. Inspektor K u ch vom Polizeiamt habe ihm selbst erklärt, daß bei jenem Vorfall die Polizei schuld gewesen sei. Zur vorliegenden Sache zurückkehrend, fordert der Redner vor allem, daß die Besttmmung, wonach Händler vor 11 ll&r vormittags auf dem Wochenmarkt nicht ein taufen dürfen, auch in der neuen Marktordnung. bestehen bleibe, damit die Hausfrauen ihren Bedarf vor den Händlern eindecken können. Gin demokratischer und ein sozialdemokratischer Antrag fordern die Zurückverweisung der Vorlage an den Marktausschuß zur nochmaligen Beratung, insbesondere auch wegen des Händlerparagraphen, dessen lieber- nähme in die neue Verordnung ein Antrag der Deutschen Vvlksparlei fordert. Oberbürgermeister Dr. Keller erklärt sich ebenfalls für nochmalige Beratung der Angelegenheit im Ausschuß. Stadtv. Fischer (Dem.), Frau Stadtv. Kramer (Fr. Vgg.) und Stadtv. Prof. Dr. Krausmüller sprechen sich im gleichen Sinne aus, Dr. Krausmüller unterstreicht noch einmal kurz die Ausführungen seines Parteifreundes Schwieder und fordert im Hinblick auf den Vorfall am Gülerbahnhof, daß der Vieh- Hof raschestens gebaut werde, auch wenn der Bau jetzt etwas teurer werde. Die am Montag in Erscheinung getretenen llnzuträglichkeiten kämen nur daher, daß keine genügenden Raumverhältnisse vorhanden seien. Die Polizei solle angesichts dieser Verhältnisse keine Schwierigkeiten machen. Durch einstimmigen Beschluß wird die Vorlage zur erneuten Beratung an den Ausschuß zurückverwiesen. Vaugesuche. Antragsgemäß werden sorgende Daugesuche erledigt: Amtsgerichtsrat Leun für ein Wohnhaus zwischen Marburger Straße und Wiesecker Weg, Oberinspektor Pfaff für ein Wohnhaus am Wartweg, QL Klein, Südanlage, für einen An- und Umbau, K. Bänninger für die Errichtung einer Autvhalle auf dem Grundstück Friedrichstraße 37. Errichtung von Rotwohnungen an der Rtargaretenhülle. Einem Antrag des Bau- und Finanzausschusses gemäß wird folgendes beschlossen: Für die Errichtung von weiteren 30 Notwohnungen an der Margaretenhütte wird ein Betrag von 100 000 Mark bewilligt. Das städtische Wohlfahrtsamt zahlt an die Stadttasse eine jährliche Miete in Höhe der der Stadt aus der Kapitalaufnahme erwachsenen Zinsverpflichtungen. Beigeordneter Dr. Hamm erklärt, diese Wohnungen seien für solche Mieter bestimmt, die sehr schwer Unterkommen könnten und jetzt vor der Exmission stünden. Stadtv. Mann (Soz.) teilt mit, seine Fraktion habe ihre Stellungnahme gegen früher geändert, sie werde jetzt für die Vorlage stimmen. Man habe feststellen können, daß die Art der Notwohnungen sich gegen früher wesentlich geändert habe. Eisenbahnwagen würden nicht mehr verwandt, auch keine leichte Bauart mehr, sondern es würden massive Wohnungen geschaffen Weiter sei zugesagt worden, daß nicht nur Wohnungen mit einem Zimmer und Küche, also zwei Räume, sondern aud) Wohnungen mit mehreren Zimmern errichtet würden, damit auch größere Familien untergebracht werden könnten. Diese veränderte Sachlage habe es der sozialdemokratischen Fraktion ermöglicht, der Vorlage zuzustimmen. Bürgermeister Dr. Seid weist zur Begründung der Vorlage darauf hm, daß hier u. a. eine Familie mit zehn Kindern, zwei Familien mit je neun Kindern, drei Familien mit je acht Kindern, zwei Familien mit je sieben Kindern usw. in Betracht kommen. Stadtv. Prof. Dr. Krausmüller fordert die Verwaltung auf, dafür zu sorgen, daß beim Freiwerden von Wohnungen nicht Auswärtige sich hineinsetzen und dadurch immer mehr Zuzug von auswärts komme, während die Ortsansässigen nach wie vor unter der Wohnungsnot leiden. 3n der weiteren Aussprache, an der sich Deigeordn. Dr. Hamm und die Stadtv. Hornberger, Lveber, Mann und Nicolaus beteiligen, kommt der Wille, mit allen zweckdienlichen und möglichen Mitteln der Wohnungsnot zu steuern, klar 5um Ausdruck. Stadtv. Nicolaus (Wirtschafts- partei) erhebt dabei gegen den Hessischen Staat Vorwürfe. Der Staat halte die bisher von ihm vergebenen Wohnungen weiter unter seinem De- schlagnahmerecht unb gebe sie auch nicht frei, wenn sie monatelang leerstehen, während auf der anderen Seite Nachfrage nach den Wohnungen herrsche und der Hausbesitzer durch dieses ungerechte Verhalten des Staates schwer benachteiligt werde. Die vehelfsschule an der Gabelsbergerstrahe. Die Weißbinderarbetten für die Dehelfsschule an der Gabelsbergerstrahe werden getrennt vergeben, und zwar die äußeren Der Pu har beit en an Weißbinder meister Schma 1 l, Gießen, die übrigen Arbeiten an die Firma M. Qlbermann, Gießen. Die Schreinerarbeiten werden je zur Hälfte an August Eidmann und H. Vetter in Gießen vergeben. Baukredite. Für die Instandsetzung tm Hause Südanlage 3, das die Stadt kürzlich gekauft hat. wird ein Kredit von 2800 Mk. bewilligt. Zu den Baukosten für das Krüppelheim in Nieder-Namstabt wirb ein Zuschuß von 100 Mk. gewährt. Erweiterung der Bühne der Liebigshöhe. Für die Erweiterung bet Bühne der Liebigshöhe wird ein Betrag von 8000 Mk. bewilligt. Der Ausschußberichterstatter Stadtv. Nicolaus tont, die Bühne im Saale der Liebigshöhe sei in ihrer jetzigen Größe unzulänglich. Es liege int Interesse der Frequenzsteigerung auf der Liebigshöhe, wenn die Bühne vergrößert werde. Der Pächter der Liebigshöhe habe sich bereiterklärt, die Baukosten zu verzinsen. Stadtv. Kästner (Komm) erklärt sich gegen dir Vorlage. Beleuchtung der Grünberger Straße. Auf Antrag des Dau- unb des Finanzausschusses wird für die Beleuchtung der Grünberger Straße unb der Straße nach Rödgen bis zum Heherweg ein Kredit von 3000 Mk. bewilligt. Bei dieser Gelegenheit werden von mehreren Rednern Wünsche nach besserer Beleuchtung in verschiedenen Stadtteilen vorgebracht, insbesondere wird verlangt, daß der BeleuchtungS-Der- besserungsplan des Elektrizitätswerkes nun beschleunigt aut vollen Durchführung komme, nachdem doch die Mittel bewilligt seien. Ausstellung „Die Farbe im Stabtbilb“. Zur Veranstaltung einer öffentlichen Ausstellung über »Die Farbe un Stadtbild" wird ein Kredit von 600 QEf. bewilligt. Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, über den bewilligten Betrag zu verfügen. Man hofft, durch diese Ausstellung die Hausbesitzer, die sich bisher den Empfehlungen der Stadtverwaltung hinsichtlich der Farbenwahl für den Hausanstrich bei der Herrichtung der Häuser verschlossen Haben, überzeugen zu können wie richtig und verschönernd für das Straßenbilo eine harmonisch« Farbenzusammcnstellung und ein Aufeinanderabstimmen der Farben der verschiedenen Häuser ift Mehrere Redner bedauern, daß manche Hausbesitzer bisher in dieser Hinsicht nicht das erforderliche Verständnis für die wohlgemeinten Vorschläge der Verwaltung bekundet hV.n. S aMj. Nicola S(Wi sch stsp ) betont, diese Ausstellung liege in Hoyern Maße auch im Interesse der Hausbesitzer, und er empfiehlt diesen, sich doch bet der Frage des Haus- anstriches verttauensvoll an die Stadtverwaltung zu wenden. Beschaffungen für das Elektrizitätswerk. Für die Beschaffung von 2900 Kilogramm Flach- und 100 Kilogramm Rundkupfer werden 5700 Mk., für die Lieferung von 1000 Meter Kabel werden 3353 Mark und für 20 gußeiserne Derbindungs- muffen für 20 000 Bolt Hochspannung 3200 Mark bewilligt. Sämtliche Kredite belasten das Elektrizitätswerk. Verstärkung des Wagenparks der Straßenbahn. Betriebs-Ausschuß und Finanz-Ausschuß beantragen folgenden Beschluß: Für die Beschaffung von sechs Triebwagen und eines Anhängewagens wird ein auf die Rechnungsjahre 1928 und 1929 zu verteilender Kredit in Höhe von 232 000 Mark zur Verfügung aefteöt. Zur Lieferungsvergebung wird die Betriebsoeputation ermächtigt Aus den Mitteilungen des Ausfchußberichterftat- ters Stadtv. Horn und des Dezernenten Bürgermeisters Dr. Seid ist erläuternd zu erwähnen: Die Straßenbahn hat jetzt 16 Triebwagen und 5 Anhänger. Diese Wagen laufen jetzt 20 Jahre. Die Triebwagen haben auf der ansteigenden Strecke in der Licher Straße beim Mitführen von Anhängern und bei deren voller Besetzung nicht die erforber- liche Triebkraft, um die Steigung unter Einhaltung des 3j-Minuten-Fahrplans zu überwinden. Die Folge ist, daß der eingekürzte Fahrplan bei besonders starker Inanspruchnahme der Elektrischen nicht eingehalten werden kann und dadurch der Verkehr auf der ganzen Linie leidet. Um diesen Nachteil zu beseitigen, sollen die neuen, mit stärkerer Triebkraft ausaeftatteten Wagen auf der Roten Linie eingesetzt werden unb biefe Strecke mit Anhängern befahren, währenb bie jetzigen Triebwagen ohne Anhänger fahren werden. Die neuen Wagen würden übrigens auch einer Erweiterung des Straßenbahnnetzes zugute kommen. In Beantwortung von Anfragen des Stadtv. Nicolaus (Wirtschaftsp.) bemerkt Bürgermeister Dr. Selb: Die Bezahlung aus laufenden Einnahmen ist notwendig, da der Erneuerungsstock noch nicht stark genug ist. Der jetzt vorhandene Hallenbau zur Unterstellung der neuen Wagen reicht aus, eine Erweiterung ist nicht erforderlich. Es sollen moderne und leistungsfähige Wagen beschafft werden, wofür schon Angebote vorliegen. Das entscheidende Wort Hai aber erst noch die Betriebsdeputation zu sprechen. Auf eine Anregung des Stadtv, Sch wieder, die elektrische Heizung in den neuen Wagen einzuführen, sagt Bürgermeister Selb eine Prüfung dieses Vorschlages zu, dessen Durchführung natürlich auch noch besondere Kosten verursachen würde. Die Vorlage wirb hierauf einstimmig angenommen. Eine städtische ftraftroagenlirJe in Vorbereitung. Dec Betriebsausschuß und der Finanzausschuß beantragen: Der Errichtung einer Kraft- toagenltnie innerhalb der Stadt Gießen wird zugesttmmt und der erforderliche Kredit tn Höh« von 125 000 Mark zur Verfügung gestellt. Di« Vergebung der erforderlichen Lieferungen und Arbeiten bleibt der Entscheidung der Betriebs- deputatron überlassen. Stadtv. Mann (Soz.) als Ausschuhbericht- erstatter weist daraus hin, daß heute noch ganje Stadtteile ohne die notwendigen öffentlichen Verkehrsmittel sind, da sie zu wett von der Straßenbahn abseits liegen. Diesen Stadtteilen soll« durch die Kraftwagenlinie geholfen werden. Vorgesehen sei zunächst folgende Strecke: Ostanlage. Moltkestraße, Kaiserallee, Gartenstraße, Stephan- straße, Goethestrahe, Ludwigstrahe, Wilhelm- stratze, Frankfurter Sttaß« und — weirn die Verhandlungen mit Klein-Linden wegen des Anschlusses an die Linie Erfolg haben — Klein- Linden. Das Finanzamt, die Kliniten und andere öffentliche Gebäude könnten mit dieser Fahr- gelegeicheit erreicht werden. Außerdem seien noch die Rordanlage und die Westanlage zum Befahren vorgesehen. Vorläufig sei die Anschasfung von vier Autobussen geplant, deren jeder etwa: 20 bis 22 Sitzplätze haben werde. Der Ehauffeur folle gleichzeitig auch die Fahrscheine ausgeben, so daß also für jedes Auto nur ein Mann er- sorderlvch sein werde. Nur bei besonders großen Ereignissen mit entsprechendem Verkehr solle ein zweiter Mann zum Fahrscheinverkauf eingestellt werden. Es sei viertelstündiger Verkehr vorgesehen, so daß das Auto an jeden zweiten Straßenbahnwagen Anschluß habe. Tie Fahrscheine der Straßenbahn und der Autobus« sollen gegenseitig gelten, also zum älmsteigen von dem einen Verkehrsmittel in das andere -berechtigen Die Anschaffungskosten der vier Autobus« sei auf 101 000 Mark berechnet, für den Restbetrag der angeforderten Summe solle in der Nähe des Elektrizitätswerks eine Wagenhalle gebaut werden. Die oben erwähnte Linienführung sei natürlich nicht endgültig, erst bei der praktischen Führung des Betriebs werde sich Näheres über die Linienführung, Einrichtung von Haltestellen usw. Herausstellen. Stadtv. NicvlauS (Wirttchpt.) beantragt namens feiner Fraktion die Zurückverweisung der Vorlage an den Be trlebs- au-schuß, damtt dieser erst einmal eine Rentabilitätsberechnung aufstelle, die bis jetzt noch fehle. Seine Fraktion wolle nicht gegen diese Einrichtung sein aber sie möchte vor der Beschlußfassung Klarheit über die wahrscheinliche Rentabilität haben. Stadtv. Mann als Berichterstatter stellt fest, daß alle Beschlüsse In dieser Angelegenheit, die in dem obenstehenden Antrag zum Ausdruck kommen, in allen Ausschüssen bisher einstimmig gefaßt worden sind. Darauf wird die Vorlage gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und zweier Mitglieder der Freien Vereinigung zwecks Anstellung einer Rentabilitätsberechnung an den Ausschuß zurückverwiesen. konzessionsgesuche werden für folgende Antragsteller befürwortet: Hch. Seipp, Walltorstraße 6; Jakob Steinbach, Wagengasse 9; Otto W e n z, Grünberger Straße 42; Ludwig Müller, Bahnhofstraße 52a; Max Lehmann, Krofdorfer Straße 2; Fritz Grei 1 ich, Steinstraße 23. (Eine persönliche Erklärung des Stadtv. Loeber. Am Schlüße der öffentlichen Sitzung gibt Stadtv. L 0 e b e r (Deutsche Volkspartei) eine persönliche Erklärung gegen die „O b e r h e s s i s ch e Volkszeitung" ab. Er sagt, die „Oberhessische Volks- zeitung" habe ihn wegen seiner Ausführungen in der letzten Sitzung vor den Ferien über die Frage des Erbbaugeländes für die Ortskrankenkasse und über die Leistungen der Jnnungskrankenkassen in einem Artikel „Eine Richtigstellung unwahrer Behauptungen" in so gehässigem und persönlichen Tone angegriffen, daß er an dieser Stelle entschieden Verwahrung dagegen einlege. Nach den mancherlei Er- fahrungen mit der unsachlichen Kampfesweise der „Oberhessischen Volkszeitung" verzichte er daraus, sich noch weiter mit dieser Anrempelung seiner Person burci das genannte Blatt zu beschäftigen. Er werde sich auch künftig nicht abhalten lassen, seine Meinung offen und ehrlich in der Stadtverordnetenversammlung auszusprechen, ohne Rücksicht darauf, ob das der „Oberhessischen Volkszeitung" angenehm sei oder nicht. Er fordere für sich, seine Freunde und für das Handwerk und seine Jnnungseinrichtungen ebenfalls die Freiheit, von der auf der anderen Seite immer fo viel die Rede fei. Die Stadtv. Vetters (Soz.) und Mann (Soz.) verteidigen die „Oberhessische Volkszeitung" und erklären, das Blatt werde auch künftighin offen und frei feine Meinung sagen. Die Anfchlllhgebühr für Gasbezug. Stadtv. Mann (Soz.) weist darauf hin, daß eine aanze Anzahl Gasabnehmer, die im Sommer mit Rückwirkung ab 1. Avril beschlossene Anschlußgebühr für Gasbezug nicht bezahlt habe, da man eben rückwirkend keine Preiserhöhung vornehmen könne, und daß daraufhin die Stadtverwaltung diesen Zahlungsverweigerern gegenüber die Sache wohlweißlich auf sich habe beruhen lassen. Dagegen hätten andere Gasabnehmer seinerzeit die rückwirkende Gaspreiserhöhung bezahlt. Aus Gründen der Gerechtigkeit fordert der Redner von der Verwal- tung, den Zahlern diese Mehrleistung durch dis rückwirkende Anfchlußgebühr gutzubringen und bei der nächsten Gaspreisbezahlung anzurechnen. Es dürfe nicht fein, daß die Zahlenden in einem solchen Falle wie hier, wo es sich um eine rückwirkende Verteuerung handle, schlechter gestellt würden als die Zahlungsverweigerer. Schluß der öffentlichen Sitzung. Es schließt sich eine nichtöffentliche Beratung an. Wirtschaft. Konjunktur-Außenhandel und Wechselkredii. Die Ausfuhr im ganzen genommen, wie die Ausfuhr von Fertigwaren im September, hat einen neuen Rekordstand erreicht. Demgegenüber ist die Einfuhr von Rohstoffen und Halbwaren, sowie von Fertigwaren fast unverändert geblieben. Die Erhöhung der Ausfuhr von Jndustrieerzeugnissen ist zum Teil, wie schon in den Vormonaten, auf saison- mäßige Ursachen zurückzuführen; m den Herbst- monaten pflegt alljährlich die Ausfuhr beträchtlich zuzunehmen. Die Intensität der Aufwärtsbewegung zeigt jedoch, daß — über das saisonmäßige hinaus — die im Frühjahr 1927 begonnene Ausfuhrsteigerung weiter anhält. Dabei kommt aber gegenwärtig dieser Bewegung eine wesentlich andere konjunkturelle Bedeutung zu als im Jahre 1927. Damals setzte die Ausfuhrsteigerung ein, als der Jnlandabsotz einem Höhepunkt zustrebte. Die wachsende Ausfuhr bedingte also einen steigenden Rohstoffbedarf, der zum großen Teil durch die Einfuhr gedeckt werden mutzte. Seit dem Frühjahr 1928 konnte die Ausfuhrzunahme dagegen nur noch dazu beitragen, einen Teil des Absatzrückgangs auf dem Binnenmärkte auszugleichen; trotz erhöhter Ausfuhr an Fertigwaren hat sich der Rohstoffbedarf im ganzen vermindert. Rohstoffeinfuhr und Fertigwarenausfuhr, die sich während des ganzen Jahres 1927 meistens auf gleicher Höhe bewegt hatten, weichen nunmehr sowohl im Umfang, als auch in der Bewegungsrichtung beträchtlich voneinander ab. Dies bedeutet nach einem Bericht des Instituts für Konjunkturforschung, daß sich der In- landabsatz der Fabriken an Fertigwaren stärker vermindert haben muß, als die Ausfuhr gestiegen ist Damit sei freilich noch nicht gesagt, daß der Verbrauch von Jndustrieerzeugnissen im Inland gesunken sei, denn zwischen Werksabsatz und Verbrauch ständen umfangreiche Lagervorräte, die eine gewisse Verminderung erfahren haben dürften. Dies gehe schon daraus hervor, daß die Einzelhandelsumsätze bisher weniger vom Konfunkturrückgang berührt worden seien, als die Produktion. Auch die Verminderung des Wechselkredits zeigt die konjunkturelle Entspannung an. Der Wechselumlauf ist nach einer Aufstellung des Instituts für Konjunkturforschung von Ende August bis Ende September um rund 100 Mill. Mark von 11,3 auf 11,2 Milliarden Mark zurückgegangen: die Wechselziehungen sind von 4.5 Milliarden Mark im August, auf 4,3 Milliarden Mark im September gesunken, obwohl nach den Erfahrungen früherer Jahre von August auf September eine Erhöhung der Wechselziehungen um etwa 3 o. H. zu erwarten gewesen wäre. In der jüngsten Verminderung dürfte somit eine beachtliche Auswirkung der konjunkturellen Entspannung zu erblicken sein, um so mehr, als auch der Wechselbestand bei den Notenbanken von Ende August bis Ende September entgegen der saisonüblichen Bewegung zurückgegangen ist. Allerdings war diese Verminderung weniger stark, als die des Wechselumlaufs. Die Annahme des Instituts für Konjunkturforschung, daß auch die Kreditsicherheit, wie sie durch Wechselproteste, Konkurse und Vergleichsverfahren repräsentiert wird, zeige, daß die jahreszeitlich bedingte Kredit- beanspruchung die konjunkturellen Spannungen nicht verschärfe, sondern höchstens die Entspannung vorerst etwas verzögert habe, dürfte allerdings in Zweifel zu ziehen sein, da die Statistik die Wechselproteste und Konkurse nur der Zahl und nicht Der Wertsumme nach erfaßt. Was gerade die Wertsumme anbetnifft, so dürfte diese, noch den in der letzten Zeit gemeldeten Insolvenzen zu urteilen, wohl doch etwas höher sein als bisher. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. 3n dieser Woche hielt die Stagnation des Börsengeschäftes an. Das private Publikum betätigte sich nach wie vor nicht am Markte, und auch das Auslcmd verhielt sich weiter vollkommen passiv. Die Stimmung war infolgedessen unverändert lustlos und zurückhaltend. Die Londoner, Pariser und Brüsseler Besprechungen des Beparationsagenten Parker Gilbert wurden zwar von der Börse günstig ausgenommen, doch konnte eine stärkere Wirkung hiervon nicht ausgehen, da über die voraussicAliche Neuregelung der Reparationsfrage noch vollkommene Ungewißheit herrscht, vor allem auch hinsichtlich des dafür ins Auge zu fassenden Zeitpunktes. Auf di« allgemeine Tendenz von nachteiliger Wirkung waren die Besorgnisse, die sich an die unbefriedigende Lage des deutschen Bergbaues knüpften. Die Befürchtungen, daß die Jahresergebnisse in der Montanindustrie teilweise ungünstig ousfallen werden, verstärkten sich. Nachdem man bekanntlich zunächst von einem Di- dendeaussall bet der Harpen« Bergbau A.^. wissen wollte, tauchten nunmehr noch unbestätigte Versionen auf, wonach bei den Klöcknerwerken eine Dividendereduzierung geplant sei, und zwar von 7 auf 6, oder sogar auf 5 v. H. In diesem Zusammenhang führte man auch die fortdauernden Lohnkämpfe in der nordwestdeutschen Eisenindustrie an, die zur Verschlechterung der Iahres- ergebnisse beitragen müßten. Starrer bemerkbar machten sich ferner die Vorbereitungen zum bevorstehenden Ultimo. Besondere Schwierigkeiten dürften kaum eintreten: die jetzt rwch bestehenden Engagements sind im allgemeinen nicht umfangreich, da die Spekulation schon während des ganzen Monats Glattstellungen vorgenommen hatte. Aus diesem Grunde kann auch mit einiger Bestimmtheit angenommen werden, daß die R e - portgeldbeanspruchuno nicht sehr groß sein wird. 3m übrigen befriedigte es, daß am Tagesgeldmarkt nach der langen Anspannung infolge der Steuertcrmine die Erleichterung von Tag zu Tag merkliche Fortschritte machte. Schließlich war das Angebot so reichlich, daß eine Ermäßigung des Satzes bis auf 4,5 v. H. vorgenommen werden konnte. Zum Wochenschluß trat allerdings plötzlich stärkere Rachfrage hervor, und der Sah wurde wieder auf 6.5 v. H. erhöht. Vollkommen unklar erscheint wieder die zukünftige Entwicklung des Geldmarktes. Einerseits rechnet man in den nächsten Wochen mit dem Zufluß des Erlöses aus der Anleihe der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke, andererseits befürchtet man im Zusammenhang mit dem Heran- nahen der Weihnachtszeit eine stärkere Beanspruchung des Geldmarktes, und auch der 3ahres- ultimv ist nicht mehr in sehr weiter Ferne. Wenig Eindruck machte an der Börse die große Sofina- iransaktion, und nur die beteiligten Werte, wie Chad«, Gesfürel und Licht & Kraft, waren zeitweise etwas gefragt, später aber wieder abgeschwächt, da die Kulisse bald zu Gewinnmitnahmen schritt. Die Ilmsatztätigkeit bewegte sich wieder in den allerengsten Grenzen. Ueberwiegend herrschte Abgabeneigung, doch waren die Kursrückgänge gegen die Vorwoche im allgemeinen minimal. Rennenswerte Sonderbewegungen traten kaum ein. Rur Klöcknerwerke lagen aus dem erwähnten Grunde 8 v. H. niedriger. Stärker rückgängig waren außerdem Adlerwerke auf die Kündigung von etwa 1000 Mann der Belegschaft. Zeitweise unangenehm fühlbar machte sich wieder das Fehlen einer ausreichenden Interventionstätigkeit. Deutsche Anleihen waren etwas erholt. Am Auslandrentemnarkt bestand zeitweise für Bosnier, Mazedonier, Türken und 2lliatoli>er eini- ges Interesse. 3m Preisverkehr waren Russenwerte bei anziehenden Kursen lebhafter verlangt. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Auch in dieser Woche konnte sich am Frankfurter Produktcnmarkt kaum Geschäft entwickeln, da Anregungen von außen her und vom Inlands nicht Vorlagen. Die eher etwas schwächeren Rotierungen von den überseeischen Märkten hatten eine größere Zurückhaltung zur Folge. Da aber das Angebot in Inlandware immer rwch ziemlich klein war, konnten sich die Preise im allgemeinen gut behaupten. AuS diesem Grunde nahmen die Mühlen und der Export verschiedentlich kleinere Deckungen vor, so daß die Grundstimmung als nicht unfreundlich bezeichnet werden konnte. Im Verlaufe der Woche machte sich jedoch auf Grund der weileren schwächeren Auslandnotierungen und des wieder größer gewordenen Angebots von Iillandgetreide eine stärkere Unsicherheit geltend. Die Umsätze beschränkten sich daher auf ein Minimum, da die Händler, stark entmutigt, nur in den notwendigsten Fällen zu Käufen schritten. Besonders Roggen, der ziemlich stark von Provinzseite angeboten war, lag stärker vernachlässigt, und nur bei entgegenkommenden Forderungen wurden vereinzelt kleinere Abschlüsse getätigt. Weizen dagegen blieb behauptet, da hier immer noch etwas mehr Interesse bestand, und auch das Angebot oftmals zu wünschen übrig ließ. Aber auch Som- mergerste lag tm Gegensatz zur vergangenen Woche stark vernachlässigt. 3m Einklang mit der unsicheren Haltung am Roggenmarlt war auch Roggeumehl stark anceboten und hatte unter einem stärkeren Preisrückgang zu leiden. Der Absatz hierin war sehr schlecht, auch wurden verschiedentlich Klagen über schlechten Abgang bei den Mühlen laut. Für Hafer bestand bei gut behauptetem Preis einige Rachfrage. Am ' Futtermittelmarkt war Roggnck eie bei ganz geringen Umsätzen stärler angeboten und vernachlässigt. Rach Mais für Futterzwecke bestand dagegen von seilen der Landwirtschaft einiges Interesse. Zum Wochenschluh blieb die Haltung ruhig. Umsätze kamen kaum noch zustande. Die etwas schwächeren Auslandnotierungen wurden kaum beachtet, so daß Preisveränderungen gegenüber den Vortagen nicht zu verzeichnen waren. 3m Vergleich mit den Rot erringen der vergangenen Woche waren Weizen 0,10. Weizenllcie 0,15, Roggen, Sommergerste. Weizenmehl und Roggen- lleie je 025 Mk. niedriger. Roggenmehl verlor sogar 3 s Mk. 3m Gegen ah hierzu war Mais für Futterzwecke und Haser gut behauptet. Die Woche schloß zu folgenden Rot.erungen: Weizen 23.50 bis 23,65, Roggen 22,50 bis 22,75, Sommergerste 25 bis 25.50. Hafer, inländ. 2325 bis 23,50, Mais 21,50 bis 21,75, Weizenmehl 33,75 bis 34.25, Roggenmehl 3325 bis 31. Weizenkleie 14 bis 14,10, Roggenkleie 14,50 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Auch in dieser Woche bewegte sich das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt in äußerst ruhige n Bahnen. Am Schweinemarkt kam das Geschäft sogar nur schleppend in Gang. Bei dem etwas größeren Auftrieb waren die Metzger sehr zurückhaltend, so daß Preisverluste und ein erheblicher Ueberstand zu verzeichnen waren. Auch am Rinder.markt hielt die Lustlosigkeit an. und auch hier wurden die geforderten Preise nur zögernd brwil'igt. Bei Kälbern und Schafen war das Geschäft ebenfalls still, doch wurde hier an beiden Markttagen geräumt. Bon einer Beteiligung des Exports war tm allgemeinen nur wenig zu merken. Der Gesamtaustrieb bestand aus 1616 Rindern, darunter befanden sich 443 Och'en, 93 Bullen. 587 Kühe und 392 Färsen, ferner aus 1515 Kälbern, 828 Schafen und 6214 Schweinen. 3m Vergleich zum Auftrieb der vergangenen Woche waren 165 Kälber, 110 Schafe und 147 Schweine mehr angetrieben, während 150 Rinder weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A 1 55 bis 57, 2 48 bis 54, 6 1 40 bis 47, Dullen 47 bis 51. B 43 bis 46, Kühe A 44 bis 47, B 37 bis 43, C 30 bis 33. D 22 bis 29.Färsen A 55 bis 58. B 48 bis 54, S 42 bis 47, Kälber B 70 bis 75. C 64 bis 69, D 55 bis 63, Schafe Al 43 bis 48. B 33 bis 42, C 30 bis 37, Schweine B 75 bis 78, C 75 bis 78. D 73 bis 76. e • ^Norddeutscher Lloyd Bremen. In der Aufsichtsratssitzung des Norddeutschen Lloyd Bremen wurde beschlossen, einer außerordentllchen Generalversammlung die Erhöhung des Llltien- kapitals um 35 Mill. Mk. Stammaktien mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar 1928 und um 1 093 800 Mk. Vorzugsaktien mit Dividenden- bevechtigung vom Tage der Vollzahlung ab, unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechtes an die Aktionäre, vorzuschlagen. Vorbehaltlich der Zustimmung der Generalversammlung zur vor- aeschlagenen Kapitalerhöhung haben die Verhandlungen zum Abschluß geführt, wonach die Firmen Kuhn. Loeb & Co., Reuyork, und Lee Gigynmon & Co., Reuyork, die Begebung der Aktien in den Vereinigten Staaten übernehmen. Bekanntlich hat der Rorddeutsche Lloyd sich im Laufe des Jahres entschlossen, zum weiteren Ausbau seiner Flotte sechs moderne Frachtdampfer in Auftrag zu geben. Die hierfür noch erforderlichen Mittel glaubt die Verwaltung schon jetzt zur Durchführung dieses Programms sicherstellen zu sollen. Das Kapital wird sich nach Durchführung der Kapitalerhöhung auf 160 Mill. Mark Stamm- und 5 Mill. Mk. Vorzugsaktien stellen. • Große Lokomotivbestellung bei Henschel & Sohn. Don Argentinien sind bei der Firma Henschel & Sohn 18 Lokomotiven bestellt worden, uni) zwar 12 Pozific-Maschänen von 70 Tonnen und sechs Tender-Lokomotiven. Frankfurter Börse. Frankfurt o.M., 27.Oktober. Tendenz: uneinheitlich. — Auch nachdem nunmehr der Liquidationstag überwunden ist, blieb die Stimmung an der Börse zum Wochenschluß lustlos und ziemlich unsicher. Man war verstimmt darüber, daß bei der vorgesehenen Kapitalserhöhung des Norddeutschen Lloyd den allen Aktionären kein Bezugsrecht eingeräumt wird und über den Uebernohme- kurs der neuen Aktien noch Ungewißheit herrscht. Die Umsatztätigkeit war wieder außerordentlich gering. Die Kursentwickelung war wiederum nicht einheitlich, jedoch überwogen die Abschläge, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse zumeist 1 bis 2v.-H. Abschwächungen zu verzeichnen waren. So verloren aus dem erwähnten Grunde Nordlloyd 1 v. H. und Hapag 2 v. H. Am Montan- markt waren Glöckner, Mannesmann und Mansfel- der je 1 v. H. niedriger: Rheinische Braunkohlen mit minus 3 v. H. stärker gedrückt, während für Gelsenkirchen bei gut behaupteten Kursen einiges Interesse bemerkbar war. Angeboten und je 2,5 v. f>. gedruckt waren Metallgesellschaft und Deutsche Linoleum. 1 bzw. 2 o. H. niedriger eröffneten außerdem Commerzbank und am Elektromarkt Lohmener. Leicht erhöht waren dagegen J.-G.-Farben und Adlerwerke. Don Elektrowerten konnten Felten 1 v. H. und Harpener 2 v. H. anziehen. Etwas gefragt waren ferner Karstadt zu 240 v. H. Deutsche Anleihen lagen geschäftslos. Don ausländischen Renten Ru- mäneu und Türken etwas verlangt. Im Verlaufe konnte sich das Geschäft nicht beleben, und die Kurse waren meist nur geringfügig verändert. Der Geld- markt war weiter erleichtert. Tägliches Geld 5v. H. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Kabel 4,8490, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,59, gegen Madrid 30,10, gegen Holland 12,0950. Berliner Börse. Berlin, 27. Okt. Während in Frankfurt schon gestern der Prämienerklärungstag war, ist in Berlin erst heute Liquidationstag. Allein schon dadurch kam eine gewisse Unsicherheit auf und ließ das an und für sich schon kleine Geschäft nochmehrzusommen- schrumpfen. Bei stillem Geschäft schien eher noch etwas Prämienware herauszukommen. Die G r u n d. st i m m u n g war wieder nicht unfreundlich, da die oerhällnismäßig leichte Verfassung des Geldmarktes anhielt. Von dem unregelmäßigen Verlauf der Neuyorker Börse konnte keine Anregung aus- gehen, dagegen befriedigte die Entlastung der Preußenkasse und der Kreditrückgang bei ihrer Bilanz um etwa 100 Millionen. Die Aufrollung des Repara- tionsproblems wurde weiter aufmerksam beachtet, tonnte aber weder nach der einen,, noch nach der anderen Seite die Tendenz beeinflussen. Das Geheimnis über der Lloyd-Transaktion ist noch immer nicht gelüftet, und da die Erfolge des Generaldirektors S t i m m i n g s in Reuyork nicht den Erwartungen zu entsprechen scheinen, lagen Schiffahrts- aktien oerhällnismäßig stark gedrückt. Sonst ergaben sich im Vergleich mit den gestrigen Mittagsschluß, kursen nur geringe Veränderungen. Sowohl nach oben, wie noch unten gingen die Abweichungen nur selten über 1 v. H. hinaus. Salzdetfurll) und Stolberger Zink waren 2 bis 3 v. H. gebessert. Schubert & Salzer und Schlesiscke Gas 2 bis 3 o. H. niedriger. Deutsche Anleihen ruhiger. Ausländer geschäftslos, nur Russen lebhafter und fest. Der Pfandbriefmarkt war gehallen. Geld bei unveränderten Sätzen etwas gefragter. Der Verlauf war meist etwas lebhafter und fester. Bevorzugt waren Warenhousaktien unter Führung von Karstadt, wobei Gerüchte über eine baldige Einführung an ausländischen Börsen anregten, und Gelsenkirchen, für die die Fusion mit der Adler-Bergbau stimulierte. Eine Ausnahme mochten Reichsbantonteile, die auf Abgaben, anscheinend für eine hiesige große Privatbank, bis zu 3 v. H. gedruckt lagen. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Litte an die Stadtverwaltung vom wiesecker ö$g. Seit einem Jahre fast ilst nun der Daublock im Wiesecker Weg bewohnt, und von diesem Zeit- punkt ab hoffen die Bewohner dieses Reubaues, daß auch die Stadtverwaltung baß ihrige tut und die Straße vor dem Hause in einen würdigen Zustand versetzt — bis heute vergebens. Durch den Aufbruch der Straße nach Wieseck und durch die Regenfälle der letzten Wochen sind die Zu- ftänbe nun derart, daß dringend um Abhilfe gebeten werden muh. Das Erdreich des Fußpfades ist teilweise 40 bis 50 Zentimeter tief eingebrochen, so daß besonders in den Abendstunden em Zugang zu dem Hause nur unter Gefahr möglich ist, und leicht tonnte der Fall eintreten, daß die Haftpflicht der Stadt in Anspruch genommen wird. Ferner dürfte es kein unbilliges Verlangen fern, wenn um Straßenbeleuchtung gebeten wird, denn zur Zeit ist die letzte Lampe des Wiesecker Weges ein ziemliches Ende von dem von 16 Familien bewohnten Hause entfernt. Wir hoffen, daß die Stadtverwaltung für schnelle Abhilfe der genannten Mißstände sorgen wird. H. L. Nochmals die Müllabfuhr. 3m „Gießener Anzeiger" war ein Eingesandt über die neue Müllabfuhr und die neuen Mülleimer zu lesen. Der Schreiber jener Zellen machte darin Vorschläge über die Beschaffung der 21GHI- eimer. In Frankfurt sind die Mülleimer von der Stadt beschafft worden. 3m vorigen Jahre, als man in Wetzlar die neuen Mülleimer einführte, wurde von der Stadt Wetzlar für jede Haushaltung ein Mülleimer gekauft. Was trt Wetzlar, das doch bedeutend Heiner ist als G esten, möglich ist, sollte doch in Gießen auch möglidj sein. Bm. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent. Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin Frankfurt a. M Berlin Schlutz- flurs 1-Uhr- Kurs Sch.uh fil'TS Ansang Kurs Schlutz-^ Kurs l«Ut)r» Kur» Sch,uf) fl'irs - Anfang fiurs Datum 26 10. 27. 10 26 10. । 27. 10. Datum: 26 10. | 27 10. | 26. 10. 27 10. K Dt Kd&anleü? o 1627 ®L Anl..W)lö1.-SchlUd mit 01* U>|.-?Xcd)ten Desgl otmr Oueioi^Sedite 7% 5tan»j. H»p. • . 10 Sellen 6 Guilleaume. .... 6 Gel. f. Eleklr. Untenu. ■ ■ • 10 Hamb. Cletft. Werke . • • . 10 Rhein. (Helft. ...... 9 Schlei. Elektr. ....... 10 Schurke« . ........ 8 Siemens & Halske ..... 12 Transradio ..... 8 Lahmeyer 4 tt». ...... 10 «uoetue ....... b Deutsche SrdSl ....... 8 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... J. ft 4 Harpener ........ 6 Hoesch Eise«. ........ 8 Ilse Bergbau ........ 8 Rlödnerwerte ........ 7 Köln-Reuessen. ....... 8 Mannesmann . ......8 M ans selber 7 Oberschles. Eilend. Bebark . . . 6 Oberschlei Sok-werte 6 Phönix Bergbau 6% Rheinische Braunkohlen. 10 Rbeinstahl f. % Jahr 4tz Nieder! Monlan 7,2 Beretnlgie Stablw......6 Otavi Minen I«h Krill ÄscherSleben .... 10 Kali Westeregeln......10 Kaliwerk Saydetiurth - - - 16 -J ® Sarben-^nbuUM .12 Tnnamii Nobel ...... b StheioeanflaU . .•••«. 9 Goldschmidt .*••••■ 5 RiitgerSwerke . .••••«> • MeiallaeleMchakt......U 179,25 237,5 146,5 267 389?5 163 82,5 123 136,25 244 109 124,75 «1.5 273.5 154,5 278 279 470 49,5 210 98 100,25 179,2a 147 ?5 269 161 82,25 123 108 123,75 115.25 107,6 270.5 135 260 209 182 - - § 1 BF § BIK M J-f; §D - | 177,4 203.25 172 236.5 146 -66.5 144 154,5 220,5 203.5 386.75 143 83.5 133 121.75 136,13 126,75 240,25 108,25 122.75 123,13 116.25 107 108,5 91.13 , 170.5 134 91,5 ->5,4 273,25 277 466,75 247 116,5 »7,25 100 Frankfurt a. M Berlin Schluh. Kurs 1 -Uhr. Äurs Sch uh Kurs Ansang ÄUT6 Dakmn: 26. 10. 27. W 26. 10. | 27. 10. Philipp Holzmann......7 Heidelberger Cemeni .... 10 (Sement Karlstadt ..... .8 Wayß 4 Freitag .....10 Schultheiß Patzenhoser ... 16 Ostwerke .... 12 Per. GlanzttokI ..... 18 Beinberg 14 ZeWofs Waldhok.....12 gellftoss Aschassenbur« ... 12 Charlottenburger 'Qautt , . , 7 Deslauer 01 a? .... 8 Daimler Motoren ..... 0 Demag ...... . . 0 Adlerwerke Ikiever ...... 6 Ludw. Loewe ....... 10 Rai. Automobil ....... 0 Orensiein 4 koppel . .... 6 Leonhard Dietz ...... 8 Bamag-Meguin ...... 0 Franks. Maschine» ...... 6 Vrttzner ...... U Hevllaenstaedt .......0 Hungbans...... 4 Lechwerke. ..•»•••. 8 Mainkrasttverke ....... 8 Mlag ....... 10 Rekars ulmer ........ 8 Beiers Union ........ 8 Kebr. Roeder ...... 10 Boigi 4 Haettner......8 SLdd. Au da .......8 Bank 132 177 206 100 18,6 71 122,25 88,5 112 116.1 135,5 30,1 106,5 125 215 149 noten. 136,25 131^5 276,5 203,75 79 100,5 15 132 - 132 .18 273 553 480 276 203 123,5 185.13 79,5 50,65 100,5 242,5 53,5 271,5 19,13 72.75 122,5 87 136 30,5 106 i 132 31» 272.25 552 47» 275 201 124 184.13 80 50 .100 53?5 108 278 186,5 Berlin, 26 Oktober "ielb Brrei Amerikanische Worte ..... «elaitche 8loten ....... Tomiche Koten ...... Eoalische Koten........ 4,173 58,16 111,58 20.80 4.193 58.40 112,02 <0,38 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 26 Oktober iÄeld Ä! ftcruiiöiiidje 'Ji’oren 16,375 16,435 Hollänvriche Noten ...... 167,76 168,44 italienische Noten ...... 21,90 21.98 Norweai'che Noten . ... 111,53 111,97 Deuisch-Oesterr., a ioo Kronen 58.78 59,03 2,566 Rumänische Noten...... 3,545 Schwedische Noten...... 111,8.3 112,27 Schwei,er Noten....... 80.49 80,8t Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten - . Unaarikche Noten 67,32 37.60 12.385 12,445 72,85 73.16 Deoifenmartt Berlin- —Frankfurt o. rn. 26. Cttob.-r 27. Oktob r Amtliche Notl.runa Amtliche Ärld Notierung Brie r Meld Briet Am!l.-Rott " re$,08 168,42 168,07 168,41 ®uen-»Htrc6 1,764 1,768 1,764 1,768 Brss.-Antw ^8.28 58,40 58,27 58,39 Christian to Kopenhagen 111,75 Ul, 97 111,72 111,94 1H,8U 112,02 111,76 111,98 Stockholm 112,05 U2,27 112,05 112,27 HelsingrorS. 19,545 10,565 10,54 10..5« Italien. . . 21,955 21,995 21,955 21,995 London. . . -0,334 20,374 20,328 20,368 Neuvork . . 4,1925 4,2005 1,1925 4,20.501 0,51k. 0,5005 0,5025 Wien tu D-- Deft abgest □8,98 59,10 58,98 59,10 Prag . . . Belgrad - - 12,425 12,445 12,426 12,44« 7,365 7,379 7,365 7,379 73,17 Budapest. . Bulgarien 73,03 73,17 73,03 .,032 3,038 ->,132 j, 138 Lissabon 18,90 18.94 18,90 18,94 Daniig. . . flonft.indn. Athen. . 81,31 81,47 81,31 81,47 2,115 2,119 2,115 2,119 5,425 4,192 6,435 5,425 5,435 Lanada 4,200 4,191 4,199 llrnnat) 4,256 4,264 4,266 4,374 Tatro - - 10.855 20.895 20.855 2O.8M im ’frÄ'11'«! kretariat einzureichen. 9423D Langfristige Teilzahlung nur bei lausrat Gießen gesucht, die nute Pianistin ist und Kennt- 1 AWUMrklUMWMWl ULindenpIat) 4 9420A Bekanntmachung! SO E so Neue Kurse Auskunft erteilen: Max Weißbäcker, Södaniage 23 Prozent. rrnto 9394D 3 72,8» Auio-Oelsachmann Chiorodont häßlich gefärblen^Zahnbelag Auszahl^ Latten la «ll» Starten prompt littorbar r? cvoN v Drucksachen aller Art ftaltung stilrein und preiswert Me vrübl'kche Unioerfltäts Druckerei. B. Lange, Sietzen. Schulstr. 7. M Gardinen, Teppiche, Läuferstoffe s& Bahnhofstraße 31 \9 iS wirkliche Qualitätsware in größterAuswahl zu günstigen Preisen und Bedingungen kaufen Sie im Spezialhaus H. Brinkmann Bahnhofstraße 56 Heinrich Stroh Bahnhofstraße 41 8 W ü-a 5 tß W. K. 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