Nr. 228 Lrfter Blatt 178. Jahrgang Donnerstag, 27. September 1928 fcr|$« t*i iaql'd),auBilh Lange. Verantwortlich ür Volmfe Di ?rt Wilh Lange für TreuiQelon Di h Thynot, fit den übrigen leil tfrnjt Vlum'chein, tüt fen ?!*• zeigen,e3 Hurt tziNman», sämtlich in (Bier,en T DieSchließMgderdeuWenRmdechettenschulenmOstoberschlefien 0er Völkerbundsrat beschließt entgegen dem deutschen Antrag Vertagung der Krage und beauftragt ein Komitee mit der Prüfung der Rechtslage. Genf. 28.6epl. Der Dolkerbundsral behandelte am Mittwoch die Beschwerde de» Deut- schen Dolksbunde» in Ost-Oberschle- fien über die Schließung der deutschen Minderheitenschulen durch bk polnischen Behörden, lieber den Antrag de» Deutschen Volks- bundes auf Wiedereröffnung der geschlossenen Schulen entspann sich eine ausgedehnte Aussprache. Zunächst bcuntraflk der Berichterstatter für die Minderheitenfrage, der japanische Botschafter Ada- tjchi, die Vertagung der Stage, weil der Rat erst am 21. September in den Besitz der polnischen Antwort gekommen und es ihm beim besten Willen nicht möglich gewesen sei, die schwierige juristische Frage zu prüfen. Der polnische Vertreter Sokol stimmte diesem Vorschlag zu. Die polnische Ank- wort sei so spät gekommen, weil das „Bittgesuch" des Deutschen Volksbundes erst am 8. August eingegangen sei. Er wies darauf hin, daß der Volksbund nicht den Instanzenweg innegeholten habe. Der Dolksbund hatte die Verpflichtung gehabt, sich mit seiner Beschwerde zunächst an das polnische Minderheitenamt und dann an Ocn Präsidenten Calonder zu wenden. Daraus stellte Staatssekretär von Schubert eingehend bk rechtliche Lage Dar. Er könne Dem Antrag des Bcr.chterstaUer- nicht Auft.mmcn; wenn dessen Dorschlag auf Derfchie- bring der DchanDlung dieser Frage biÄ Dezember angenommen würde, so würden die Kinder, die dl-ö jetzt Die Minderheitenschulen besucht hätten, gezwungen sein, den Unterricht in den p o i n d) e n Schulen bis zu einer Neuregelung zu geniehen. SS sei selbstverständlich. Dan d.efe Kinder DeS Polnischen nicht genügend geläufig und infolgedessen viele Monade nicht in der Lage seien, einen vernünftigen Schulunterricht zu erhalten. Wenn sich Herausstellen sollte, daß die Minderheitenschulen zu Unrecht geschlossen worden feien, und wieder eröffnet werden müßten, so wurde der Unterricht der Kinder in schädlicher Weise gestört worden sein. SS handele sich in erster ßjnie für den Rat darum, daß Interesse dieser Kmder wahrzunehmen. Er könne sich mil einer Vertagung der endgültigen Entscheidung keinc»weg» einverstanden erklären, e» sei denn, das, die Ir Frage kommenden Minderheilenschulen eben so lange geöffnet blieben. Lr sei bauen überzeugt, das, eine genaue Prüfung der Jragc ohne weitere» ergeben würde, dast diese Schulen nach dem Wortlaut der Genfer ftonoention den Minderheiten erhalten bleiben mühten. De, dieser Gelegenheit mühte er auch Darauf Hinweisen, Dafi Die Deutsche Regierung, soweit sie in ihrem Gebiet Die Genfer Konvention anzuwenden habe, sich keineswegs bloh an Die formalen Desiimmungen halte. Im Gegenteil, die deutsche Regierung, Die Das Wohl Der Minderheiten in DeutschlanD in einem besonders ausgeprägtem Geiste Der Derstä n Digun g pflege, habe Miirderheitenfchulen offen- gehalten, Die überhaupt nur noch von ganz wenigen KinDern in Anspruch fle- iionimen würden. Die Deutsche Minderheit in Polen fcabe sich an Den Völkerbund gewandt, weil sie nicht habe annehmen lörnien, Dab Der PrLliDent Der Kommission seine Entschließung so rechtzeitig treifen würde, wie es dem Interesse der Deutschen KinDer entspreche. Die Frage sei von grober Wichtigkeit und Die Minderheit habe ein Recht, eine Entscheidung, i n der denkbar kürzesten Zeit zu fordern. Der Vorschlag deS Staatssekretärs von Schubert wurde von Dem polnischen Delegierten Lokal entschieden aogewiesen. Der Bericht- erftatter, Botschafter Adatschi bat den Rat Die Angelegenh.it auf die nächste Tagung zu verschieben. Der kanad.lche Delegierte. Senator D a n D u r a n D. fehl ob sich dagegen Dem Deut- schcn Anfrage an und richtete an Den polnischen Delegierten die Ditte, ob nicht in Der Zwischenzeit biS zur cnDgültiaen Klärung ent- sprechend Dem deutschen Vorschlag Die Schulen weiter geöffnet bleiben könnten. Der Rat nahm Dann auf Anträge deS Präsidenten em- stimmig folgende Entschliestung an. 1. die Beschwerde brs Deutschen volksbunde» wird auf die Derembertagung Dc • Rate» vertagt: 2. Der völkcroundsrat beauftragt Den Berlchl- erstattcr Bolfd;aflcr «datschl. gemrinfam mit Dem Präsiden len Des Rates, procope, zwei oDcr Drei Juristen zu ernennen. Die gemeinsam mit Dem Berichterstatter Die ft I ä - rnngDerjuri st ifchenArageder Beschwerde Des Deutschen volksbunDes vornehmen sollen: 3. Der Rai hält es für w ü n s ch e n » w e r I, Dah Der präsiDent Der Gemischten ftommiffton, <£ a (o n D e r , sich unverzüglich mit Der Be- schwerDe Des veulschen VolksbunDes über die Schlirgung Der sechs MinDerheilenschnlen besaht. grauenhaft verstümmelt ist. 2ll» er gclwrgc'. wurde, sand man neben ihm (eine vier Kinder entseelt auf. Die Dritte Probefahrt des „GrafZeppelin". Technische Derbefferungen erprobt. - Wahrten nach Dien und Skandinavien geplant. Staatssekretär von Schubert betonte nochmals, Dafi cs sich bei Der ganzen Angelegenheit nicht um ein Recheneeempel, sondern um eine äuherfl ernste und wichtige Angrlegeah it handele. Er bedauere, dah die polnische Regierung nicht die Möglichleit gesunden bibc, wenigsten- vorläufig daS Weitero.stehen der geschlossenen Mi..dcrh itenschulen zuzulas en. £t S wäre da- beste Mittel gewesen, um Die Bevöllerung in Ost ober!chles ten zu beruhigen. Obwohl feine Gorgen kelneSaxgS voll behoben seien, schließe er sich Der von Dem Rat vor- geleglen Entschliehung atk jedoch mit der ganz bestimmten Erwartung, dah eS nunmehr gelingen Schwere Explosionskatastrophe in Spanisch-Marokko. Ein spanisches Fort bei Melitta in die Lust geflogen. - Mehr als 50 Tot« und über 200 Verletzte. werde, eine Entscheidung mit größter Beschleunigung herb lut ührc a. Die- Ile c ebenfo tm Interesse de- AnseherL Defe Rate Der polnische Delegierte Lokal betonte, für die Befriedigung her Derhältnisse in Ober- ichle'icn. die der Ltaal-sekretär v. Schubert so sehr wünsche, sei bei weiten da- beste, wenn man der polnischen Regierung in Ruhe die Möglichkeit geben würde. Die Bestimmungen Der Minderheiten on entio i durch u ü re i. Di p l is he Regierung b :be den Wuasch Den Be>iimmu gen her Konvention in allen Punkten voll nach- z u k om m e n. über den Theaterbrand erfüllt ist, einen nie* derschetternden öinhrud gemacht. Der Oberiommiftar von Marokko, General San Jur jo, erilärte zu der Katastrophen Da- Mnglücf ist sicherlich auf Unvorsichtigkeit zurückzuführen, denn Schwarz Pulver erplo- Diert nicht von selbst, sondern nur unter irgendeiner äußeren Einwirkung. Die Gkplosion war so auherordentlich heftig, weil da- Pulver in einem Telle deS Forts untergebracht war. in dem die Zwischenwände von grober Dicke waren. San Iurjo glaubt sich äu erinnern. dast neben dem Pulverdepvt noch andere Srplosionsstosfe lagen. Der General, der gestern abend um VjlO Nhr nach Melilla abgereift ist. erflärte ferner, hast nach Den letzten über die ErplosionSkatastrophe ihm zugegangenen Rachrichten, die Zahl der Opfer 215 betrage, dah aber außerdem noch verschiedene verstümmelte menschliche Körperteile unter den Trümmern gefunden worden seien. Der größte Teil der Opser ist durch die riesigen Steinblöcke getötet worden, die die Explosion au- den an der DaslS bis zu 12 Meter starken Mauern de- Fort- SabrerizaS herausgcrisfen hat. Wie ergänzend gemeldet wird, lagerten im Fort nicht nur Lchwarzpulvervorräte, sondern auch für die Herstellung von Geschossen bestimmte Dorräte an rauchlosem Pul» v e r. Unter Den Verwundeten befindet sich u. a. ein Mann, Der durch einen stürzenden Balken de- Schiffe- verhältni-mähig stark nach austen beugt, während (le nach Dem Deck zu da- Gerippe auffallend hcroortrelen läßt Diese Er- schelnung ist auf die sehr starke Dentl- lation zurückzusühren. die eben mit Rücksicht auf den starken Blauga-antrieb Der Motoren sehr gesteigert ist. Dr. Eckener meinte, dah da- Schiff gegen diese Stärke der DentUation wohl nod) etwa- dicht gemacht werden müsse. DaS bedeutet aber nicht, dah die Hülle irgendwelche Mängel zeigt, vielmehr ist he absolut gleich- mähtg gespannt. SS handelt sich nut datum, dah der XlnterDrucf, der tmrd) Die starke Ventilation erzeugt trirh, oerminDcrt wird entsprechend den Messungen, Die an Bord de- Schifse- vorgenommen werden. Um 6.30 Uhr trat da- Lu tschüs mit dem Bag zuerst wieder in der Halle unt.r jebrachl. Beim Txrrialten deS Schiffe» äah:rte sich Miniftc- rioltirigenl Brandenburg der leier der Luftfahrt ableilung i-e» Reich», rrkehe-n.iniste- riumS, lehr befriedigt über die Fa^rt und aulxrorr-entlich anerkennend über Da8 Schiff. DaS Lufttchiff f Die R a - tionalliberale Korrespondenz sch.cibt zu der Fürs! en Walder Botschaft des Stahlhelms u. tu; Die von dem brantenburgi scheu Stahlhelm in Fürstenwalde verkündete Botschaft t»es Hasse- Hit, wie in den weitesten Kreises des deutschen Bolles, auch innerhalb der Deutschen Boll-Partei nicht nur ein lebhafte- Befremden, sondern gerade dort s ch L r f sl e n Widerspruch ausgelöst. wo man sich dem Stahlhelm au- anderen Gründen tesonterS nahe fühlte. Diese Stimmung aus Parteikreisen des Landes Hl selbstverständlich auch der Partei leitung zur Kenntnis gebracht worden. U. a. haben Borstand und BertretrrVersammlung der Deutschen Dvl.-Partei im Wahlkreis« Frankfurt Oder-Grenzmark und Posen-Westpreußen sich auf Antrag einer großen Zahl von Ortsgruppen mit der neueren politischen Entwicklung des Stahlhelm- beschäftigt und nach ein- geherrder Erörterung eine Entschließung angenommen, m der die einmütige Entrüstung über eine ,Botschaft" des Hasses zum Ausdruck kam. Nachdem nun auch noch die Stablhelmtage in Dorderneh, Stolp und Prenzlau sich die Für- stenwalder Daßbotschaft mehr oder weniger zu eigen gemacht baden, nachdem der Bunde-vor- stand deS Stahbielms es unterlassen hat, irgend wie von dieser Botschaft de- Hasses abzurücken, nachdem sie im Gegenteil erneut am Montag abend auf einer gemeinsamen Tagung des Stahlhelm- und der Deutschnationalen Volkspartei unterst eichen worden ist, hat die Entwicklung innerhalb des Stahlhelms eine Richtung angenommen, die die Deutsche Dol.'spartei zu einer äleberprüsung ihres Verhältnisses zum Stahlhelm zwingt. DiZe Prnfung wird auf Antrag auS verschiedenen Teilen des Reiches bereits aus der nächsten Tagung des Zen- trolvorslandes der Deutschen Volk-Partei erfolgen. Sie Dauerkn'siS in Thüringen. Noch immer keine Aussicht auf eine neue Regierung. Eigene Drahlmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 27. Sept 3n Thüringen haben die Demokraten, die mit ihren beiden Mandaten das Zünglein der Mehrheit bilden, ihre Minister zurückgezogen und dadurch eine Kabinettskrise heraufbefchworen. Sie haben dafür in Kauf nehmen müssen, dast ihre parlamentarischen 03ertretet nicht mehr mitspiclten und ihr« Mandate niederlegten. Aber sie haben dafür den Vorteil gehabt, daß sie nun den Deriuch machen dursten, eine neue Regierung zu bilden. Ihr Bertretet Dr. Krueger hat sich wochenlang mit den Sozialdemokraten, dem Landbund, den Deutschnationalen, der Wittschaptspattei und der Voltspattei ter umgestritten. hat Kombinationen nach recht- und nach links erwogen, hat die Bildung der grossen Koalition versucht, hat sich iim die Rekonstruktion der bürgerlichen Mehr- heit-regierung bemüht, aber nur einen Mißerfolg nach dem andern geerntet, so daß er jetzt seinen Auftrag dem Lairdtagspräsiden en zurückge- aeben hat. Diellcicht haben auch die Thüringischen Parteien jetzt gemerkt, was den Reichs- tagSvarteien schon längst Dar geworden ist- daß «S nichts Törichteres gibt, als eine 'Regierungskrise einzuleiten, wenn man nicht weiß, wie man sie lösen soll. Große Möa'ichkeiten bestehen in Thüringen eigentlich nicht mehr. Der letzte AuSweg bleibt die A u f l ö s u n g, die möglicherweise wieder daS Schauspiel einet kommunistisch-sozialdemokratischen Mehrheit bringen kann, wofür die Thüringer sich gewiß herzlich bebauten werden. Steine wesentliche Zunahme der Arbeitslosigkeit. Berlin. 26. Sept. (WTB.) 3n der Zeit vom 1. bis 15. September hat sich die Zahl der HauptunterstützungSempsänger in der Arbeitslosenversicherung nur unwesentlich verändert. Sie stieg von rund 574 500 auf 576 500, d. L um 2000 ooer 0.4 v. H. Wie in den vorhergehenden 14 Tagen ist die Steigerung nur auf die Zunahme der männlichen Haupt- unterstützungSempfänger zurückzuführen. deren Zahl um rund 6000 ober um 1,5 v. H. gestiegen ist. Die Zahl der weiblichen HauptunterstützungSempsänger ist im Gegensatz hierzu um rund 4000 ober um 2.5 v. H. zurückgegangen. Oie Zahl als Kraft. Der italienische Diktator im Aamttf gegen den Geburtenrückgang Rom. 26. Sept. (XU.) Die Morgenblätter verösfentlichen auf der ersten Seite einen Artikel, den Mussolini in her Zeitschrift ..Gcrarchia- unier der Ucberschrift „X ie Zahlals Kraft" erscheinen ließ. Der Artikel enthält die bevölkerungspolitischen Grundsätze Mulfolinis. Zu Obeainn des Artikels kündigt Mussolini an, daß er daS italienische Volk demiiächst mit dem Buche des Bayern Richard Korherr ..Der Rückgang der Geburten ist der Tod deS Volkes" bekannt machen werde. Mussolini unterstreicht die große ‘Bcteutung der gründlichen Untersuchung deS bayerischen Bevölkerungs- Politikers und schließt seinen Qktitel mit folgen- dem Ausruf: „Italienische Jasziften! Hegel, der Philosoph, hat gesagt „Wer nicht Vater ist, ist nicht Mens ch". In einem Italien, das völlig urbar gemacht, bebaut, reich geworden und diszipliniert ist, d. h.. faszistisch ist. ist noch Raum für weitere zehn Millionen Menschen. 60 Millionen Menschen werden bat Gewicht ihrer Rasse und ihrer Klasse in der (S schichte der Welt fühlen lassen. Amerikas Ankwork auf das Menkompromiß. Washingtons Rote wird die Wirkung eines Eisblocks auf die europäischen Mächte haben. Washington. 26. Sept (BB. Junksprvch.) Dem Vernehmen nach wurden heute den Botschaftern der vereinigten Staaten In England und Frankreich in der Angelegenheit des eiiglifch-frao- zöfifchen JIottenfompromiHe# die Antworten der Washingtoner Regierung zur llcber- mittlung an die Regierungen dieser beiden Länder Übersandt. Die verlautet, sind die beiden Antworten im großen und ganzen identisch und weisen den Vorschlag, die Verhandlungen über die Beschränkung der Seerüflungen a n f derGrund- l a g c des englisch-französischen Kompromisses wieder aufzunehmen, zurück. Gleichzeitig lege die Regierung der Bereinigten Staaten von neuem ihren Standpunkt in der Frage der Seeabrüstung dar. „Daily News" berichtet aus Tleuyork: Die amerikanische Role zum französisch-englischen Jloften- abtommen wird ans die internationale Stimmung die Wirkung eines Eisblockes haben. Sie ist tatsächlich eine Weigerung, irgend etwas mit der von der britischen und der französischen Regierung während des Sommers entfalteten Tätigkeit zu tun zu haben. Sie wird die offiziösen Andeutungen, daß Europa einen Vorschlag von selten der Bereinigten Staaten begrüßen würde, unberücksichtigt lassen. Lord Cushenduns durch einen Zeilungskorrespondenten an Amerika gerichtete Einladung wird ignoriert werden. Die Bereinigten Staaten werden keinen Vorschlag machen, außer auf offen und aufrichtig einberufenen internationalen Berfammlungen. Die Bereinigten Staaten haben ihren Standpunkt letzten Sommer flar gelegt und sind nicht von diesem Standpunkt abgegangen. Sie find bereit, einen Delegierten zu der geeigneten Körperschaft, nämlich der vorbereitendenAbrüslungskonferenz in Genf, zu entsenden. Britische Beobachter in Amerika sind ernstlich besorgt, übet die augenblickliche tage und empfinden, daß wir am Beginn einer zweiten Periode der Entfremdung zwischen G r o ß - B r i I a n n i en und den Bereinigten Staaten, die beim Abschluß der Genfer Konferenz entffanben ist, stehen. OasForeignOfficedementiert. Angeblich weder ein Marine- noch Luftabkommcn mit Frankreich. London. 26. Sept- (Ärmlicher englischer Funkdienst.) DaS Foreign Office erklärt. _es besteht keine Olbmachung ober irgendwelche Verständigung mit Frankreich über Fragen der L u f t- streitkräfte. die nicht veröffentlicht worden ist, und alle gegenteiligen Gerüchte sind völlig unzu- treffend". Schon Ende des vergangenen Monats hat Lord Cushendun, der stellvertretende Staats- sekretär des Aeuheren. sich oecanlafit gesehen, Pressemeldungen entgegenzutreten, die auf ein geheimes englisch-französischrs Marineabkommen anspiellen. Zur Erläuterung der Ziele des englisch-französischen Flottenkornprvmisies. der den anderen tntcreffierien Mächten als Basis für die Verhandlungen ün vorbereitenden Abrüstungsausschuß zur Erwägung unterbrcitet worden ist, führte Lord Eushendun aus: -Die Der- mutungen über geheime Klauseln u. dgl. haben keinerlei tatsächliche Grundlagen. Es ist z. B. angedeutet worden, daß die britische Flotte mit der französischen Flotte gemeinsame Sache machen werde. Diese Unterstellungen sind völlig gegenstandslos, und eS gibt keinerlei Vereinbarungen zwischen uns und Frankreich über ein gemeinschaftliches Vorgehen. Don einem gemeinschaftlichen Vorgehen ist keine Rebe. Heber eine solche Frage ist nie verhandelt worden. Gs gibt keine gehnmen Klauseln und keine Abmachungen über ein Bündnis ober ein Zusammenwirken der beiden Flotten." Aus dem Hessischen Landtag. Der Finanzausschuß wollte am Dienstag in Bad-Rauheim und besichtigte die einzelnen Einrichtungen deS Bades und das Kurhaus. Auch dem im Rohbau fertigen neuvn medizinischen Institut wurde ein Besuch abgestattet. Prof. Dr. Weber und Oberbaurat Be r ck hielten aufschlußreiche Vorträge über die Entstehung des Bades und die Verwendung seiner Einrichtungen. Am Rachmittag hielt dann der Ausschuß eine Sitzung ab und verabschiedete vier Regierungsvorlagen. Die eine betrifft das Elektrizitätswerk Bad Rauheim und sieht 280000 Wk. zur Errichtung einer Umformer- station für den aus dem Kraftwerk Wölfersheim bezogenen Drehstrom vor, dsa die Gleichstromerzeugung in dem veralteten und zu teuren Bad-Rauheimer Werk eingestellt werben soll. Der Kredit soll auS dem Gf.ektenstock des Bade- entnommen werden. Für die Errichtung einer Unterkunfthalle für Arbeiter und einer Wagenhalle wurden 6900 Wk .bewilligt, für die Asphaltierung von Straßen im 'Babebezirk 80 000 Mk. Die letzte Vorlage betraf die Umwandlung von etwa 17 Hektar Land in Wirtschafts- lanb im Bereiche der Bergverwaltung. Hierzu ist ein Betrag von 45 000 Mk. einstimmig genehmigt »orten. 3m Anschluß an die Sitzung erklärte ter Vertreter der Regerung ,daß Vorsorge gegen die Belästigung der Bewohner in der Wölfersheimer Gegend durch Rauchentwicklung des Kraft- und Schwel werke- getroffen fei. Die schon bei ter letzten @tatbcratung gewünschte vermehrte Bewilligung von Mittel st andS- kuren ist von ter Bateverwaltung in größerem Umfange cingesührt. daß Kurgästen mit Einkommen bis zu 5000 Mk. Ermäßigung auf die Bate- gebühren bis zur Höhe von 50 Proz. erteilt werden. Auch hierdurch hat sich die Frequentes Dates bedeutend gesteigert. Am Mittwoch nahm der Finanzausschuß zunächst einen Dortrag teS Ministers für Arbeit und Wirtschaft, K o r e l l, entgegen, ter die Möglichkeit dos Anbaues der Pucca-- Pslanze barlcgte. Bekanntlich liefert diese in Nordamerika beheimatete, dem Geschlecht ter Lilien angehörente Psanze einen der Baumwolle ähnllchen Faden, ter zu Terillien verarbeitet wird. Der Ausschuß wird sich ternnächst mit dem Vorschläge, i-n Hessen einen Versuch über den Anbau und die gewerbliche Verwendung ter Bncca-Pslanze zu unternehmen, schlüssig werten. Für die Instandsetzung und Erweiterung der Kühlanlagen der Landesheiil- und Pflegeanstalt in Gießen werten 21 300 Mark zur Verfügung gestellt. — Eine Vorstellung des Verbandes handwerkSm^vg oorge- bilteter Beamten in den Heil- und Pflegeanstalten auf Höhereinstufung ter Bewertung und Gleichstellung mit den Werkmeistern wird bis zur Vorlage deS Stellenplanes zurückgesteVlt. Der Ausschuß legt sich gleichzeitig allgemein daraus Aus aller Welt. Reue Bereitungen Im Lriegsanleiheskandal. Heute vormittag wurde eineneue Verhaftung aus Anlaß ter Betrügereien mit Kriegsanleihen vorgenommen Verhaftet wurde ter Geschäftsführer des Berliner VergnügungS- lokalS .Delphi", Max Glasei. Glaset steht in dem Verdachte, um die Geschäfte des Wiener Kaufmanns Schneid zu wissen, der an ter Gründung des Dergnügungslokals .Delphi" beteUigt gewesen ist. Dte ^lnlersuchungen über den Kriegsanleihebetrug erstrecken sich nunmehr im wesentlichen daraus, ob Beamte bemBe - trugSkon sortium Auskunft über die Gebeimlisten der Regierung gegeben haben Das Aeichsfinanzministeriuin hat schon in einem früheren Stadium ter Inflation Listen über die Kriegsanleihestücke anlegen lassen, die dauernd oder voritdergehend vom Reiche gekauft worden waren und für die die Qualillkatton alS ^Allanleihetesitz von vornherein an-schied. Run wurden vielfach Anträge gestellt, die aus Grund dieser Liften hon vornherein fest, auch dte noch vorliegenden ähnlichen Eingaben zurückzustellen. Born Finanzminister tourte erklärt, daß der Stellenplan etwa in einem Monat vorgelegt w.rd. Eine Eingate der Bürgermeisterei Waldmichelbach auf Bewilligung eines verbilligten Darlehens zum Bau einer Wasserleitung wird, da die Anlage noch nicht spruchreif ist, als erledigt erklärt. — Wit Stimmengleichheit lehnt ter Ausschuß die von der Bürgermeisterei Gedern geforderte Beihllfe für die dortige Privatlehranstalt ab. — Auf Vorstellung teS Bürgermeisteramtes Bingen wird eine ter drei an ter dortigen katholischen Volksschule abgebauten Lehrer st eilen wieder eingerichtet. — Die ö.ngate d?4 Lehrers Georg Lautenschläger und Geiwssen in Worms wegen Berücksichtigung ter älteren Hilfs schul- lehrer bei ter Besoldung-resorm wird ebenfalls zurückgestelll. Die Eingabe des Verbandes ter hessischen ® c * schichts- und Altertumsvereine in Friedberg wegen Wietertesetzung ter hauptamtlichen Stelle für die Versorgung ter Boden- altertümer in Hessen wird nach Darlegung ter Sachlage durch die Regierung für erledigt erklärt. — Von dem Minister für Arbeit und Wirtschaft wird die Bereitstellung eines Kredites verlangt, ter, wie bei den Übrigen Ministerien, jur DarlehenSgewährung an Beamte bei Anschaffung von Kraftfahrzeugen für den Dien st gebrauch verwandt werten soll. Der Ausschuß stimmte dem zu und vertagte sich auf Freitag. Der dritte (PeittiovS-) Ausschuß trat Mittwvchnachmittag zum erstenmal zusammen und erledigte von seiner größeren Tagesordnung etwa em Dutzend Vorlagen. Eine Eingabe wegen der Veschäftssührung an der Be - zirkssparkasse in Mainz wird durch die RegierungSantwort, daß die Revision alle- in Ordnung gefunden habe, für erledigt erklärt. Eine Beschwerde gegen den Gartenbaudirektor Thie rolf in WormS wegen Grabschändung wird zurückgewiesen, da sich der Beamte nur an die gesetzlichen Vorschriften gehalten habe. Auf eine Eingabe deS Bürgermeisters von Hammelbach wird von ter Regierung erklärt, daß nicht die Absicht bestehe, die Fortbildungsschule in bet Gemeinde Hammelbach aufzuheben. Eine Eingabe Hillebrandt in Bieber auf Gewährung einet Geldspende wird abgelehnt. Eine Eingabe Buh in OberhilberSheim wegen besonderer Rotlage der Landwirtschaft wird durch die RegierungSantwort für erledigt erklärt. Die nachgesuchte Ausstellung eine-Wandergewerbescheines deS Wilhelm Stehling in Gießen wird wegen entgegenstehenter gesetzlicher Vorschriften abgelehnk. Der Ausschuß vertagt sich nach Ablehnung verschiedener weniger wichtiger Angelegenheiten auf DonncrS- tagvvrmittag. Aurücfgctotefen werten konnten. Den Personen. die unter Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung solche V-ettuaSversuche unternommen hatten, tourte die Gefährlichkeit dieser Geschäfte klargelegt. Run fiel es auf, daß m einem spateren Stadium ter Anleiheablösung offenbar die Betrüger eine gewisse Kenntnis ter Geheiintiston erlangt hallen. Man schloß daraus, daß die Betrüger einen Weg z u den wenigen Beamten getunten haben, die die Deheimllsten und die Hebetprüfung ter eingereichtcn Stücke kannten. Allen Verdachts- grünten gingen die LlnteriuchungSbehörten mm mit nachdrücklichem Eifer nach. So erklärt es sich, daß die Ramen zahlreicher Regierungsbeamter m diesen Zusammenhängen genannt worden sind. Eine ter Personen, bw stch auf die berühmten „guten Beziehungen" zu Aemtern beziehen, ist ein Kaufmann Schneid, ter aus Wen stammt, und mit dem ebenfalls in Wien ansässigen Bela Groh enge Beziehungen unterhalten hat. Schr.rid war auch an dem Berliner Vergnügung-lokal .Delphi^ beteiligt. Man tagt, daß Schneck» ummllelbar nach ter Entdeckung ter Affäre Stimus das Weite gesucht habe und nach Paris geflüchtet (et. 3n diesem Zusammenhange wurde auch die eingangs erwähnte Verhaftung des Geschäftsführers tes Vergnügung-lokals .Delphie". Mar Glaset, vorgenommen. Die Llntrriuchung^ soll jetzt laut .Boss. Zrg." ergeben haben, daß für 20 Milliarden itoat falsche K riegSaTileihe- AltbesitzanTneldungen m Deutschland eingtngen. von denen rund 5 Milliarden al- Altbesitz anerkannt worden sind. Da es trotz umfangreicher Ermittlungen nicht möglich war, den Betrug nachzuweilen, haben die Anmelder gegen 5 Mtlliarten Ablösung-- stücke erhalten. Es ist ferner feftgefttili worden. daß sich ter Betrag nicht auf Kriegte anleiben beschränkt hat Der holländische Bankier Horn hat den gleichen Betrug mll deutschen Kommunalanleihen verübt Oberst Sdrroerlftgtr Ehrendoktor. Aus Anlaß seines 60. Geburtstage- wurde ter in Hannover wohnhafte Oberft a. D Bernhard Schwertseger von ter Universität Göttingen zum philosophischen Ehrendottor ernannt. Besonters verdient hat sich ter Oberst Lchwertseger durch die Bearbeitung ter tn Belg en dorgefuntenen Dokumente für Dormeg-pvittik gemacht Für den parlamentarischen Untersuchunas- ausschuh des Reichstage- zur Erforschung ter Llrsachcn tes Zusammenbruches war er einer ter vier Sachverständigen. Zn der Aktenaute gabc tes Auswärtigen Amtes hat er einen Wegweiser herausgegeben. Die „Europa" In Allahabad -gelandet. Das Flugzeug ..Europa" nut Frhr. von Hü ne fei d an Bord ist auf seinem Etapprn- flug nach Tokio am Mittwochabend um 6 Uhr von Karachi kommend auf dem Exerzierplatz ter Allahabad-Brigate gelandet. Da das Flugzeug nach Emtrttt ter Dunkelheit ein traf, konnte eS den untocii Allahabad liegenden Flugplatz Bam- rauli nicht finden und ging, nachdem es mehrfach über der Stadt gekreuzt hatte, auf dem Exerzier* pLatz nieder. Aufklärung der Einbrüche In Mecklenburg. Ein dieser Tage unter falschem Ramen tn Dolgen bei Laage in Mock.enburg verhafteter Mann ist jetzt von ter Polizei als ter tm August vorigen Jahres aus ter Strafanstalt Himmelmoor bei Altona entwichene Zuchthäusler W i l l h Paul festgestellt Worten, ter noch ten Rest einer fünfjährigen Zuchthausstrafe wegen schwerer Einbrüche zu verbüßen hatte. Seit sei. em Auöbruch aus dem Zuchthaus hielt sich ter Verbrecher bei seiner Geliebten in Ra stow auf. Er ist anscheinend Urheber der zahlreiche n Einbrüche und Silberdieb stähle in Gutöhäuscm und Dillen, durch die seit einem 2ahr Mecklenburg beunruhigt wurde. Ein großer Teil ter Diebesbeute ist In seinem Unterschlupf aufgefunden worden. Man bat bereits 250 Lleter'ü^rurgsstücke gegen den Verhafteten gesammelt, der als Täter für annähernd 30 Einbrüche in Frage kommt. Ein Siedchau» nietergebcaonl 3n tem großen Sictehaus Itzenplitz des staatlichen Salzamtes in Schönebeck a. d. Elbe brach ein Feuer aus. das mit grober Geschwindigkeit um sich griff und auch das daneben lie- gente Magazin ergriff. DaS SirtehauS ist mit sämtlichen sieben großen Hallen und die Maschineneinrichtungen niebergebrann t Wit tem Magazin sind gleichzeitig auch groß» Vorräte an Salz vernichtet Worten. Der Schoten beläuft sich auf etwa 1.25 Millionen Mark. AIS EntstcdungSursache vermutet man Entzündung von Koylengas ober Kohlenstaub. Sie Wetterlage. Mittwoch. )L1928. 7'abds. • aVwifiA ■ woci K W-blter^u ;"**'*< -O ’** ex*tn en «mmo 1wsmv Valzer.VraoganeS berliner Börse. Berlin, 27. Sept. (DTB. SunflprwU) Bei stillem ©efcWft und txx*nlg Anregung lag der heutige Frutzvertehr etwas behauptet. Di« ftunb- febaft bleibt weiter reserviert. Man tariert letzt« Kurse Farben 202.5 zu 263. A-H. etwa 1905. Am Devisenmarkt nennt man Part- 124.00, Mailand 92 77. Spanten 29.43 und da- Ptund 464 03 Am 24. September Ist unsere liebe Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Frau Marie Winckler öeb. Köhler im 80. Lebensjahr santt entschlafen. In tiefer Trauer: Ida Marx geb. Winckler Ella Hahn geb. Winckler Dr. Karl Hahn Dr. Theo Marx und Frau. Gießen, Hamburg. Griesheim, 27. September 1928. Die Beisetzung hat auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille stattgetunden. Verwaltung eme ‘Iktannnnaimng über die Abholung der Karlen für das Staduheater-Adonne- ment. «X sei besonder- daraus hingewiesen daß die Theaterkasse sich jcht an der 3obannc*- (tra(K 3 iStulissenhaus, brimdet Die Theater- Interessenten mögen die wichtige Veröffentlichung nicht übersehen. ® 11 c r • € 4 u I e 8 u »ft« 11 u n a Die anläßlich der 3ubi(öuin»feiei bet kllue-Schul-Verein» ®ir suchen s.unseren verheirateten «HipS» zulchnelder eine 3-4i3immer< Wohnung Angebote erbittet (Blashontor G m. b. e- Vobnhr. 18. [H5t6D Tod es-An teige Geetern mltUe verschied sanft unser lieber V ater, Sch wiohrDhl von zwei tkrbanMunflffübrem als Vertreter der ©tnwlnbe Wieieck bei den Stratzendaknoerhandlun gen Kietzcn—Dieieck zu beschäftigen haben. Senn auch die Verhandlungen au» mancherlei Gründen schwierig sein werden und infolgedessen in allzu naher All wohl noch lein greifbare» Resultat her- auskommen wird, so mutz man aber doch im Inter» essc beider Gemeinwesen schon heute wünschen, dah jetzt in dieser Angelegenheit glücklicher verfahren und eine für beide Teile annehmbare Lösung der bedeutsamen kommunalpolitischen Aufgabe erzielt wirb. zickciur tGudjcnuiarftprcifc. Ss kosteten auf dem heutigen Mvchenmarkt. Butter Pfund 2.10 b.s 2.20; Walte 30 bi- 35; Ml« 60 brs 1.40; Ttding 12 bis 15; Deistkraut 10 bw 12; ‘Xolttout 20; gelbe Aüben 10 dis 15; tote Qtüben 10 bas 15; Spinat 20 bis 40. Aömisch- kohi 10 15; Dobn«n (grüne) 20 bis 30: Bohnen (gelbe) 35 bü$ 45; Unter-Äob.rabi 10 bis 12; Zeld'alat 100: Tomaten 20 bis 25; 3tt>i«6e(n 12 bis 15; Äürbt» 8 bis 10; Kartoffeln 5 bi» 6; galläpf«! 10 bis 15; Aepfel 20 bi< 30; B:rn«n 10 bis 25; Brmnbo«ren 60; Preiselbeeren 60; Iwet.chen 12 b^s 15; junge Hähne 1,00 bis 1.20, Suppenhühner 1,00 bs 1.20; Sier Stück 15 bis 16: B.umenkohl 50 bis 1.00, Salat 15 bis 25; Salatgurken 20 bis 50; Einmachgurken 2 bis 3; Onbibien 15 bis 30; Ober-Kohlrabi 5 bis 15; Lauch 10 bis 15; Rettich 10 bis 20; Sellerie 20 bis 50; Aadieschen Bund 10 bis 15. Vornotizcn. — Tageskalender für Donnerstag Lichtspielhaus, Dahnhofstratze: „Fünf bange Tagr — Astoria Lichtspiele „Schuldig'. — Der Asicnsorscher Dr. Wilhelm P 11 d) n e r spricht bekanntlich hier auf Einladung der Vortragsvcreinigung über seine Erlebnisse, ^ahl- reich« interessante Lichtbilder werden die Ausführungen des hochverdienten deutschen Forschers illustrieren. Ein Vortragsabend von hervorragender Be- deutung ist zu erwarten, den niemand nerfäumen sollte (Siehe heutige Anzeige.) y=ii Dienst am Haushalt Lwr. «nfl. u. 08806 Oberer an ben «ietz. Wn*.tel«b»n «ab. l Proioekt mit (Maranuektxm.*<‘iele Dankschreiben' Jet. LftUsU, «dresten- t<«TLlllel W.^0 Tüchtige. mit allen Bureau- arbeite» vertraute 56temßllle «Lenotgotstt»' sofort neiucht. Bei ne Snlänoertn. («.13D Anmeid.:n2losorian i Lchbnes, fiutmöbl. Zimmer Nähe d. ^abnhois u. d. ftllmten zu Perm, ttäberet in der We« ichüstsuell« b. Eiest. Änrelgero IU6H6 ^SSff älrnmer mu IL Lüche, iev. ^5tna- »art, an be- tuffitange Dame ;a octmirtcn. 3u erfr. in d. (tzelchaitsstelle b. Gietz. tlnz. 067P2 Mietgesuche 3-5-511.-Bonn. neA hohe Ätete gef. refct Ängeb. u.iftuC> an den Wirb, fle*. Seeeftcttter fmcht 3 Zimmer mit Küche für 3 — 4 Monate. Vermietungen «emeitL schone 4 Itmm. SLodng.. L orort Gteven-. mciöroert m oerm. SdjrtitL Ängeb. um. 06710 a. b. «test. Än*. Zwei möblierte TMtd>e.*3immer etadiAemr- au oer mieten. In er»rar., tn der Okl(6 welche der Mer Ml seinerzeit v •3 a u m w £ q. b n a 2 De.iecnd^ fofllc a hint soxar cm au! sc-Her tnbuftr.v ® die dörren w und mit seh' der ÄchnKch, ffc'iig, W ktc.i wiede c . s.ictnlx Joc-cil W Tcc;liabril< vorwärts, f überflüssig großer Teil industrie in ganz. Der im kutigei tragen. Lchr gen Europa hier zu tr englischen Jahre zu betrifft, so y inen, j Te, avjirff nadi: .t befi bxvt)CTÄa S wurde, dast Mrilen vo städten sich England ha wolle verai trächflicher i onen über! still und । wieder zu 1 Der afiat mehr so üi gemeinhin a verdienende Aähe von E ^vchosenanlo whfflrit 5 ^n 3 Q h Q r mit vielen auch der bei Mle hier 'n die 6k 321 fii De ner Tiehe . iss no deutsche beutst,. 5.; *r'-> 5 i £ 4 innere ^-'ord.t fc ve Ä und keh Üii "^zurück. M für b? 3 Kh ^.-Melt. unbQi"Ä Ä Und -J? I'd 0u6^ Hr,228 Zweites Matt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhefien) Donnerstag, 27. September |928 Asiatischer Kapitalismus. Dc»n Dr. Alphons Nobel. Werner Vom bart hat soeben au< der Züricher Tagung de- Qkrc.n» für SoziolpIÜtll den Rieder gang de- europäischen und den frort» schritt de- asiatischen, asrllamschen und ouftrall* sehen Kapttaftsmus seftgeftelft Er nannte den europäisch-norlamer llanisch«:, Wirrscha UyiHand 6tj.» und den der anderen 2rdte:.c Fruhkapi- ta.i«mu« Wenn diele etwas allzu kalegorrsche Behauptung auch angel achten und mrt einigem Rechte kritliiert wurde, so hat Comban doch im Äcrn recht. Dr« auhercuropälichen Länder 'natürftch von den Bereinigten Staaten und gewissen Ter.en Äanaha« abge'eoen) befinden sich un Frühkapi- talrsmu«, da» hecht. in einem so organisierten und auch gcrftrg so bescha»lenen WirischaftS- zusiand, w.« er bei uns im 18. und in der ersten Halile des vorigen Jahrhundert» von den Schil- derern und Forschern dargestetlt wrrd. 3n den Webere.en Schanghais, in den indischen Kohlen terken, in den Pap'-cr abrrkcn Singa- pores sreht es nicht ander- au-, als in den Webereren de- englischen Lancathire- um 1840 oder nn Ruhrbezirk« 1860. Auch in der Produkt ionsarl srnden wir in Asien srühkapiraiistische Züge. S» überwiegen rdat.p primitiv« Fabre!atron«zweigc und innerhalb d.eler wieder billige Sortcnherlettung So ift dr« Tertilinbuftrie bie erste Bastion, welche der astatische Industriaii-mus besetzt hat linier besseren Bedingungen übrigen-, al» «s semer-eit in Europa gelchah. In Indien wird Baumwolle und Jute gebaut und in Ehna Baumwolle. Indien steht in der W. iptoMtion der Baumwolle an zweiter Steile, sog.e -J) hinter Amerika. Im Iutebau hat Indien sogar ein Wettmonopol. Kein Wunder, dass aui Ic.cher Grundlage sich eine grobe Textilindustrie mühe'.os entfalten kann, zumal auch hie anderen Vorbedingungen der Textilindustrie gegeben sind: ArbeitSkrä-te in groher Anzahl und mit sehr besche denen Leben-ansprüchen, sowie der Iniandmarkt. Aehrrftch, wenn vielleicht auch nicht ganz so gü g. ist e« in Lhina und Japan. Doch kre i wieder gröbere UMernehmeraiitiative und a luernder frlcifc di« ostasiarische Industrie in Bo. ii vor Indien. Die Kapitalbllduna der Te: t abrilen schritt jedenfalls überall sehr schnell vorwärts, so hab ausländische Mittel recht bald überflüssig und entbehrlich wurden. Heute ist ein ?«roher Teil der indischen und chinesischen Tettll- ndustrie in einheimischen Händen, in Japan fast ga>",. Der Prozentsatz der Heber fremdung mag in Ih’uligen Indien kaum noch 50 Prozent betragen. 6v.br genau aber sind di« Wirkungen aus Europa auch zahienmührg bekannt. Es würde hier zu weit fuhren, die Aussuhrzissern der englischen Vorkriegszeit mit denen der lebten Jahre zu vergleichen. Was fertig« Testillen betrisst, so ist ein erheblicher Rückgang zu verzeichnen. Di« Lage des wichtigsten britischen Te. lbezirkes, des von Lancashire, ist auch danach er befindet sich sett 1921 in einer ununter- brrchenen Krise, die dadurch noch schlimmer wurde, hab 1919 im Taumel des Sieges die Fabriken von Manchester und den anderen Testil- städten sich mehr als vernünftig erweiterten. England Hai heut« an 57 Millionen Baumwolle verarbeitende Spindeln: daS ist ein beträchtlicher Teil des Weltbestandes von 160 Mil- l nnen überhaupt. Davon stehen heute die meisten stM und es ist wenig Aussicht, haft sie je wieder zu laufen beginnen. Der asiatisch« Bergbau steckt ebenfalls nicht mehr so in den Anfängen, toi« man daS so gemeinhin annimmt. In Thina gibt es sehr gut ncihiencnhc Kohlengruben und. besonders in der Bähe von H a n t a u am Iangtsestuss«, gewaltige Hochofenanlagen und andere Werke der Schwerindustrie. chinesisches Kapital überwiegt hier. In Japan existieren Schwerindustrien, die sich mit vielen europäischen messen tannen, wenn auch der bekannte QHangcl Japan- an Ersen und Kohle hier sehr hemmend wirkt. In Indien ist die Sternkohlensörderung der letzten Jahre immerhin bereit- grober als die des Saarlandes. Ebenso eristieren in Tatanagar, einer In- duen Derhäll- nisie in Asien größten Gewinn z,epen kann Ewiges Löschblatt und Kinderrätsel. Don Max Jungnidel. In meiner CpittdReiner Kammer, zwischen Koburg und Aeuftadt, stehl «in riefengrohcr Straus; Daldb-lumen. Der ganze Busch ist blühende» Himmels blau, duftende Sterne schwankendes Silber, wachsendes Waldwa fer, Svnnen- klerder. weih« Hochzoi kn k ’etxicn s>ch hie Damen bet schmutzigem Wetter iuich einer Vorrichn.-tg an h.m Automobilen, die fte t*or der Berührung mit hem SttafteTtschcnutz schützen «oll. Sin zusammenlegbarer Ae- aen schirm, eine Aft großer C.aubf uyr zur Entsernuna vv, Papter u ,h 2J» äl en . u« groben P^r.s und nn friKltätig einsetzen^«r H«mm- fchuh für Kinderwagen find Tt.ii«, für deren Erfindung eine Dlotjxi'ifl e t Iv icb:. und über alle diese Pro. lerne arube.n dt< Uänncr nach, die in dem weit rbg.schieden en Saal des Paln.iamres sitzen. 466 250 Patente find in den letzten 5 1 Jahren bei dem Reichs >.tentamt crtc.lt worden, und selbstverständlich findet man doit neben Dl.Im epvchenache de dr.inbu gen auch Patente, von deren Zwecknä ;g c.t m v, sich nicht recht überzeug n lallen will. L»>. h-t sich jemand eine Dorrichtung iuc Derhütung bc * Schna rchens p te t c.ei lasse , em a h r r h i eine Rech nvor.ichtung füi ^echnu igs n - rung bei dem Kartenspiel cr uuVn. und nn Dritter Ist floh auf sein P ttent für einen \mci- teiligen Piropfen. d r die Ohr der B de en schätzt. Man kann gctrilrit Meinung duniber fein, ob haS Patent. daS einen In einen >.lapp- flänber oder eine Klappbank t iMbartn Spazierit ock schützt h ing nd not tx :i i i g u> en ist. aber den Kinhe.-spielrei en. bet mit 2.rb- toerf für Sch llerAtugung verbunden ist. toe «n kinderreiche Famisicnväter sicher ich mit ü.it- zücken begrüben. Sin neue- Patent, aus dem man nicht recht schlau wirb, ist für ein Karussell erteilt worden, sicher war es leb; fdyaneng einen Automaten zu er'i tbrx. der für die Sinz Irbgtbe von Aaheln bestimmt ist W«r wäre nicht neugierig auf b 4 neue Pale t, haS einen selbsttätig sich 'u-lösenhei, Rock Hafter für R a hf pterlnnen vr wer möchte nicht die Vorrichtung zur Stärkung des Zahnfleisches knnerlerr- ? Bedeutungsvoll ift hagegm daS Patent zur Cv t Im una ’.>?i D ll ,'i aus den A r Luftschif motore. daS bei de n n c u v n . t c p p e • l i n erprobt werden soll. Ganz besonders 'e,- fationeÜ dürfte aber daS Paten: wirlen dai _r Leiter et ne- De: gnügun teet I> deutschen Hafenstadt angcmcl.«t Hat. S- banbe’t sich nämsich um ein durchleuchtbareS Kleidung -st ück aus Gaze, das auf der Innenseite mit Rellametran-parenten perfehen ist. die bei Durchleuchtung auften sichtbar werden. Aber auch für ein geeignetes WeiHnacht.gescheick haben die Erfinder schon vorgesorgt: denn erst in dieser Woche ift beim Patentamt eine Spiel» aschuhwasse angemcld:t worden, au« her ein sigkritSslrahl als Gefchvh herausgefchleudert wird! Vor einigen Wochen hat einer der Männer, bic bk ungeheure Energiequelle deS Blitze- au«- nutzen wollen, bieses Unterfangen mit dem lobe hüben müssen Wenn dies« Vemuhungen gelingen sollten, dann würbe die Luftelektrtzität in Den Dienst der Erben arbeit gestellt toerben, und man könnt« unserer Erbe ungeheure Spannkräfte zuführen Gewalttaer Reichtum winkt aber Nm Mann, der ein Element rasch und billig tn bc« heute noch so frltene Radium umtoanbeln könnte. — Richt immer aber sind grob« Erfindungen von Forschern und Gelehrten gemacht worben, zuweilen ist gerade schlichten und wen.g gebildeten Leuten ein« umwälzende Entdeckung tn den Schoft gefallen. So war es bei der Er- fin hu nabe« LöschpaplerS. die in « net enpftschen Papierfabrik gemacht tourde. Ein Arbeiter vergaß nämlich, der Mass«, au« der bas Papier heraestellt wird, Leim zuzusetzen. D.e un- fertifl« Mass« kam in die Maschmeir. und man wollte baS au« diesem Teig entstandene Papier al- unbrauchbar fort werfen, da entdeckte man. bah biescS Papier Tinte aufou'auaen vermochte, ohne hast bie Schrift habet verloscht wurde Der Fehler seine« Arbeiter« brachte dem Fabrikanten reichen Gewinn, denn bald begann er Löschblätter rm groben zu fabrizieren. Durch Zufall tourde auch da« Kobaltblau gefunden, ein fo bequem ein ganze« Dutzend Löfchblättcr fawen, aber er hat sich schon so an da« Ding gewöhnt. Er benutzt es immer wieder, auch wenn« die Schrift verwischt. Weih Gott eine solche Anhänglichkeit war mir noch nicht vorgekommen. Rachrnittag« ging ich In den Wald und suchte Erdbeeren. Die Zeit verging mir tn Glück und Frieden. Ich vergesse die Welt. Gin Mund voll Waldbeeren schmeckte mir süher al« der lüftest« Dein. — — Am Abend lah ich durch« Schmiehefen st er: Der Schmied, «in kräftiger, starkknochiger Ken Zentner Aepfel am Baum. CD Lollar, 26. Sept. Zwei nächtliche Ein« bruchsdiebstähle kamen h.er vor. In der Rächt auf Dienstag wurde bei Gastwirt F i - scher eingebrochen und neben etwa 20 Mark Bargeld etwa 4 bü8 5 Pfund Wurstwaren und eine Schülermappe (anscheinend zum Einpacken der gestohlenen Wurstwaren) mitgenommen. In der folgenden Rächt wurde dem KonsektionS- gelchüst HeibertShausen ein Besuch abgestattet. Hier gelangte der Dieb nach Hochschieben eine- herabgelassenen Rolladens eines LeiienfensterS bis zur halben Höhe und Zertrümmerung der Fensterscheibe in daS Innere der Geschäft-räume. Rach den bisherigen Feststellungen wurden hier ein dunkelgrauer, braunkarierter Herrenulster, ein dunkelblauer Anzug, ein Sportanzug mit vier aufgesteppten Rocktaschen, Gürtel und langer Hose und drei bis vier Oberhemden entwendet. Die Zahl der mitgenommenen Anzüge läßt auf zwei Einbrecher schließen. Da im Laufe des Montag* in Fronhausen und Salzböden (hier fielen dem bzw. den Dieben in einem Falle etwa 300 Mark Bargeld in die Finger) gleichfalls Ginbruchdiebstähle ausgeführt wurden, vermutet man ein und dieselben Täter. A Allendors a. d. Lumda, 26. Sept. Die hiesige diesjährige Obslversteigcrung brachte der Stadl einen, gegen die sonstigen Jahre, sehr geringen Ertrag ein. Es wurden im ganzen nur ca. 550 Mark erlöst. Trotzdem nut verhältnismäßig wenig Obst zum AuSgebot kam, hielten sich bie Preise in mäßiger Höh. Birnen und Zwetschen waren besonders billig. Es tarn bet Zentner mitunter nur aus 50 Pfennig bis 1 Mark. Aepfel waren schon mehr begehrt. Hier kam der Zentner- besserer Sorten auf schätzungsweise 5—10 'TM.. geringere Sorten, sogenannte Wirtschast-äpfel. je nach Qualität 2 bis 6 Mark. 2luswärtige Steigeret waren nicht erschienen. O Göbelnrod. 26. Sept. Unsere Schule konnte am Sonntag ihr I uge ndsest feiern, das trotz etwa- ungünstiger Witterungsverhältnisse gut verlief. Als Festplatz hatte man eine schön gelegene Waldlichtung auSgrwählt Dorthin bewegte sich um 2 Uhr der Festzug, an dem außer bet Schuljugend noch die OrtSvereine tcil- nabmen. Der Grundgedanke, auf den sich die Fest folge aufb.wte. war .Heimat und Bater- land." Ausgehend von der Schönheit unserer Heimat und den seelischen Werten, die sic in sich birgt, wurde in der Ansprache die jetzige Rot deS BaterlandeS gekennzeichnet. Wollten wir einer besseren Zukunst entgegengeben, dann müßten ade Erzieher voll ünd gan; ihre Schuldigkeit tun, damit eine tüchtige, pflichtbewußte Jugend herangebildet werde Die ot»'. den Schulern Dorgetragcnen Lieber und Gedichte, sowie bie Ehöre te* Gesangvereins .Eintracht" fügten sich in ben Rahmen deS Grundgedankens ein Auch ein Erntespiel und ent Reigen wurden vor'«»führt Di<^ Spielc der Kindei. wie Sadl u en Topsich og n Tau^.iehe" und T r-o. schnappen lösten b i allen F stteilnebmern grobe SieAbenteuerdesSochstaplersKeseweüer Eine interessante Verhandlung vor dem Gießener Gericht D.e vorgestrige Berusungsvcrhandlung vor der Großen Straffammer Drehen gegen den Kaufmann Max Kiesewetter, über deren Ausgang wir gestern schon berichteten, entrollte bas Dilb cmcs Abenteurerlebens, wie eS abwechslungsreicher kaum gebacht werben kann. Kiesewetter, bet seinen Lebenslauf in beredter Wei^e vonrug, stammt auS einer Arbeiterfamilie, war zunächst nach seiner Schulentlassung einige Jahre m kaufmännischer Lehre, um bann in bie Korbflechterei emeS Verwandten einzutveten. Er kam bann als Kriegsfreiwilliger zum Militär. Don nun ab ist sein Leben mit einem Schleier bebed t, der nur selten durch- dringllck ist. Es steht jedenfalls fest, bah er während des Krieges zunächst befördert wurde, bann aber sich verschiedentlich strafbar machte. Sr hat Vorstrafen wegen Körperverletzung, un- berech!>.gter Entfernung vom Truppenteil, außerdem trug er verschiedentlich Leutnantsunisorm und den Orden „Pour le M^rite". Es sind dies jedoch nur Schlaglichter. Die genauen Zusammenhänge seines Lebens während der Kriegs- iahre sind unbekannt. Er behauptet, gegen Ende des Feldzuges die Papiere eines gefallenen Kameraden an sich genommen und mehrere Semester in Straßburg Medizin ftubiert $u haben. Ob das wahr ist. weih man nicht, jedenfalls leibet er seine medizinischen Kenntnisse, die allerdings nicht in dem Maße vorhanden sind, wie er gern glauben machen möchte, dorther. Während deS Ruhrkampfes tauchte er als Dr. Gschwenber im besetzten Gebiet auf, angeblich im Auftrage der deutschen Regierung, in Wirklichkeit aber wohl, um unter dem Deckmantel nationaler Ziele sich bie Taschen zu füllen. Auch in btefem Falle konnte eine restlose Aufklärung bisher nicht stattfinben. Er lernte in dieser Zeit in dem Kaufmann M. Der- z e w s k c, der wegen verschiedener Straftaten steckbrieflich verfolgt wurde, einen würdigen Genossen kennen. Kiesewetter muhte sich dann andere Erwerbsmittel als die „nationale Propaganda" suchen und ging nun dazu über, sich als Arzt und seinen Freund als Assistenten auszugeben. ES begann jetzt ein abenteuerlichet Zug durch die bekanntesten deutschen Badeorte. Es wurden Gelcgenhellsoperationen mit mehr oder minder Erfolg gemacht. Es gelang dem sicheren Auftreten Kiesewetter», selbst erfahrene Aerzle über seine beruflichen Quali- fäten zu täuschen. Bemerkt muh noch werden, daß er schon vor dieser Feit gelegentlich Aerzle vertreten hatte, jedoch bald entlarvt wurde, und wegen verschiedener Operationen, die teilweise die Patienten an den Rand des Grabes brachten, eine Gesängnisstrafe von zweieinhalb Jahren erhielt. Ihrer Derbühung entzog er sich jedoch. Auf der Rundroüfe durch bie deutschen Däbct lan- beten die beiden Genossen schließlich in Swine- münde, wo sie die Bekanntschaft deS Berliner Fassadenkletterers Fritz Wald machten. Da sie am Ende ihrer Geldmittel waren, verabredeten sie mit ihm verschiedene Einbrüche, die jedoch nicht ausgeführt wurden, da den beiden im letztem Augenblicke der Mut fehlte. Wald, der alS Zeuge geladen war, bezeichnete sie als Menschen. die wohl jeder gemeinen Handlung fähig feien, aber keinerlei persönlichen Mut hätten. Sie feien bereit gewesen, sich anFrauen heranzupiffchen, diese zu natkotisieten und bann w berauben. Er habe mit Verachtung eine Beteiligung an berartigen Taten abgelehnt. D.e beiben schlugen ihm nun vor, in die Billa eines ihnen bekannten SportmanneS in Frankfurt a. W. einzubrechen. Sie tooflten dort bas Terrain auskunbschafden, um ihn bann zur Begehung beS E-nbrucheS nachkommen zu lassen. Statt nach Frankfurt, reiften sie jeboch nach Bad-Dauyeim. wo um diese Zeit, Anfangs September 1924, ein Aerztekongreft stattsand. Getreu ihrer seitherigen Rolle, fliegen sie in einem der ersten Hotels als Freude aus. Die Kinder bekamen Brezeln, außerdem konnte sich manches noch ein schönes Andenken holen, so die Buben am Kletterbaum, die Mädchen am Schwebebaum. Zum Schluß dankte Bürgermeister Weber dem Leiter der Veranstaltung, Leh.er Allenbör- f e r, im Rainen der Gemeinde. Gegen Abend zog man mit frohem Herzen nach Hause. — Die Kartoffelernte, die jetzt in vollem Gange ist, bringt einen befriedigenden Ertrag. Sehr schlecht fällt hier die Obsternte auS, ausgenommen die Zwetschen. * 21 u s der nördlichen Wetterau, den 26. Sept. In dem gestrigen Bericht über diePreis- beroegunp für Fettschweine ist infolge eines Setzfehlers ein f a l s ch e s B i l d gegeben worden. Die Preise sind nicht bis aus 87 Pf. für dos Pfund Lebendgewicht, sondern bis auf 7 8 P f. ge- stiegen und nunmehr auf etwa 70 Ps. zurück- gegangen. f S tcinhciin. 26. Sept. Dci b:r Güter- PeSteigerung durch einen Aus.närler wurden so hohe Preise erzielt, wie sie noch nie hier üblich waren. Für einen Acker, wohl in nächster Rahe des Dorfes gelegen, aber nicht zum erstklassigen Land gehörend. wurden bei l28ö Quadratmeter Größe 1300 Marl geboten. Ein anderes Grundstück in gleicher Lage, 1325 Quadratmeter groß, kostete 1200 Mk. Zum erstenmal ist hier bet einer Ackerversteigerung das Quadratmeier Gelände mit mehr alS einer Mark bezahlt worden Außerdem kommen noch bie nicht unbe- trächtlicken Unkosten. Gerichtsgebühren, Grund- erwerbSsteuer unb Auflas ung hinzu, bk mit 6 bis 7 Proz. zu bewerten finb unb zu Lasten des Käufers gehen. — Die Dersteigerunodes Gemeindeobstes erbrachte normale Preise. Zum AuSgebot tarnen hauptsächlich Zwetschen und etwas Birnen, Aepfel fehlicn ganz. Der Zentner Zwetschen tarn durchfch i tlih aus 5Mk. Für Dirnen stellt sich drr Preis auf 6 b<& T Mk. k Zentner. Da noch bem kalten Winter 1921 hier etwa 100 Zwetschenbäurne einginaen. hat die Temcinteverwoltung in den letzten wahren Ersatz- vllanzungen vorgenommen unb den Baumbestand auch nock durch Ansage zweier größerer Baum- rfianyniigcn mit Aep e läumen und Ki:schdäumen \4) termebtt. D itctc Anp'l inzunzen Werken tn oie'em Herbst dutchgeführk da entsprechen profeffor Dr. wiatz und Affisleuzarzt Dr. Haas ab. GS gelang ihnen bald, durch ihr sicheres Auftreten die Bekanntschaft einer reichen Dame auS Weimar, bie bie Rau Heimer Kur gebrauste, zu machen, ja sie hatten sogar ben Erfolg, als behandelnde Aerzte angenommen zu werben. Die Behandlung bestand ledsch letzten Endes nur darin, daß eines Abends, während die beite.t mit ber Dame im Theater weilten, Kiesewetter sich eine kurze Zeit entfernte, mit bem Auto in baS Hotel der Same fuhr, sich dort unter dem Vorgeben, ihre Lorgnette holen xu wollen, vmn Portier ben Zimmerschlüssel auS- händicte-n lieh und bann nach wenigen Minuten ins Theater zurückkehrte. In ter gleichen Rach« reisten bir beiben fluchtartig nach Frankfurt unb weiterhin nach Hollanb ab. Am nächsten Morgen bemerkte bir Dame, bah ihr ein g r ober Teil ihres Schmuckes, sowie ein B a r - betrag Don 700 OKart fehlten. Der Verdacht richtete sich sofort auf bie beiden „Aerzte", ba die Dame keinerlei Auftrag gegeben hatte, ihre Lorgnette zu holen, ja sogar bie Wwesenheit Kiesewetters gar nicht bemerkt hatte. Die beiben Hochstapler würben später in Hollanb, als an bem bekannten DüsseiborferDilberbieb- stahl beteiligt, verhaftet. Sir leugneten zunächst entschieden, sich trgenbwic strafbar gemacht zu haben, sie wollten von bem Diebstahl nicht daS geringste wissen. Sie tourten jeboch beide von dem Bezirksschösfengerichst GiHen tn erster Instanz AU längeren Gefängnisstrafen verurteilt. TieB:rufunas erl;an'Imfci tom ten zunächst i iht stattfinben, da cs beiden gelungen war, auS tem Gefängnis zu entfliehen Man wurde zunächst deS Derzewske toieter habhaft, und trotz seines Leugnens konnte er üoersühtt werden, Sr erhielt wegen Mittäterschaft an diesem Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 1 xk Jahren, die vom Reichsgericht, auf die Revision des Angeklagten hin. beflätigt wurde Kiesewetter konnte sich länger seiner Freiheit erfreuen. Erft vor wenigen Monaten gelang es, ihn in Bad Ischl in Oesterreich zu verhaft en. Sr bestritt entschieben. bie Tat auvgeführt zu haben. Er habe vielmehr mit ber Dame ein Liebesverhältnis unterhalten, im Verlaufe baffen sie ihm sowohl Schmuck, als auch einen Darbetrag geschenkt habe: bie Angabe, sie sei bestohlen worden, sei lediglich fingiert, um sich vor ihrem Ehemann zu decken. Zwar seien Teile des angeblich gestohlenen Schmuckes bei B.rzewske aufgetaucht, jedoch habe dieser sie zw ifellos auch geschenkt bekommen. Diese Ausflüchte des Angeklagten konnten jedoch restlos widerlegt werben. Zunächst gab Derzewske jetzt unumwunden zu, daß von Anfang an die Absicht bestanden habe, diese Dame zu bestehlen, daß ihm Kiesewetter nach dem Theaterbesuch von dem Diebstahl auch sofort Mitteilung gemacht hätte und sie deshalb geflohen feien. Weiterhin konnte Wald ebenfalls angeben, daß die beiden während eines VesucheS. den er ihnen in Dad- Rauheim abgestattet hatte, ihm von ihren Plänen Mitteilung machten unb ihn zur Teilnahme auf» lotterten. Gr sei jeboch abgereist, ba er sich an ter Straftat gegen eine Frau nicht beteiligen wollte. Kiesewetter, ter sich indurch- aus getoanbter Weise verteidigte, suchte sich als Opfer der Rachsucht des Derzewske hinzustellen. Er gab zu, seine früheren Straftaten begangen zu haben, versicherte ater, wobei er eS an Selbstbeweihräucherung nicht fehlen lieft, daß er nunmehr ein anderer Mensch.geworden sei. Das ihm zur Last gelegte Delikt bezeichne ihn zu Anrecht als Täter. Gr bat daher um Frei- sprechmia. Das Gericht folgte jedoch den Ausführungen de« Vertreters ber Anklage. In ber Urteils- tegtünbung tourte hervorgehoben, baft auch nicht ter allergeringste Zweifel an ber Täterschaft deS Angeklagten testehe. Wegen ter Gemeinheit seiner Handlungsweise müsse auf eine hohe Strafe erkannt werten. Eine Gefängnisstrafe von 2 Jahren, sowie die Aberkennung ter bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren sei eine gerechte Sühne. des Geläute auS bem FeldberU.'.igungSverfahren vorhanden ist. Kreis Büdingen. * Ribda, 26. Sept. In unserer Degenb ist bie Kartoffelernte In vollem Gange unb wirb durch daS gute Wetter sehr gefördert. Die Knollen kommen diesmal ohne jeden Schmutz in die Keller. Die Erträge sind viel besser, al« man im August wegen des trockenen SommcrS annahm. Besonders zwei neuere Sorten, Preu- ben unb Edeltraub, liefern fehc gute Ernten Auch bie sckon viele Jahre fehr gern gezogene Industrie ist toieter sehr einträglich unb bleibt immer noch bie beste Speisekartofsel. — Heute tourte hier bas städtische Obst, Aepfel, Wlntcrbirnen und Walnüsse, versteigert. Der Ertrag an Aepseln war gering, teilet wat ter Behang bet ten Birnen. Die Preise waten für Aepfel hoch. Der Zentner kam schätzungsweise durchschnittlich am Baume auf 20 Mark, bet Dirnen etwa auf 10 Mark. Die Ltadtkaste erleidet infolge ter geringen Obsternte einen bedeutendem Ausfall. # Untcr-WibderSheim, 26. Sept. Hier ist bie Kartoffelernte in vollem Gange. Sie fällt besser aus. als man bei ber langanbaltenbcn Trockenheit zuerst annahm. In guten Lagen wurden auf dem Morgen 60 Sack geerntet. Den testen Ertrag liefern die Oben» wälbet Dlaue. die bet Trockenheit am besten widerstanven Hal. Aber auch Mobrow« Industrie und Edeltraud fallen zur Zufriedenheit auS. Faule Kartoffeln gibt eS gar nicht, die Knollen sind vollständig ohne Schmutz. Aus trockenen Höhenlagen ist ter Ertrag gering, die Knollen stnd ganz weich uiw verrunzelt. Don Obst brauchten nur Zwetschen und clwaS Dimen geerntet zu wetten. Die Futterknappheit nimmt immer mehr zu. Das Grünfutter ist aus- gebraucht. Die Stopppelerbfen stnd nach gutem Auf laufen nut Hand lang auSgettieben, so baß sie nicht gemäht werden können. DereitS müssen Dickwurz zur Berfüttetung verwendet werten * Unter-Widdersheim, 26. Sept. Zu bem tn Dr 224 beS Sieh. Anz veröffentlichten Dericht über ein Feuer in ter Rächt nach tem jtirmcitag In ter Hol reite des Weißbinder- meister« Heinrich Äuppel ist bcr Schotten, 26. Sept. Dci einem ® e m a r- kungSrundgang. der unter Führung der Kreisobstbauin peitoien M e r ter n i cteBädtnge« und Gnkle r-Gießen stand, muhte leftgeltelli werten, dah die Obstbaumxucht und -pflege noch stark vernachlässigt sind. Rur einige ber besichtigten Obflbf Ian jungen fielen angenehm auf. In ter Aussprache, an bet sich auch KteiSdirek- tor, Dchrimrat Böckmann, ein eifriger Förderet auf diesem Gebiete, beteiligte, wurde die Rotwendigleit betont, tem Obstbau erhöhte 2uf- mertfamf-it zuzuwenten. damit er in Tie Stellung einrücken kann, bie ihm nach feiner toirt« schaftlicken Deteutung zukommt. Die Anregung, durch öfter Wiederkehr ende Spreckta ge, btt von tem Obstbauinfpeltor für den KreiS Stehen und Schotten, S n k l e r. abgehalten werden sollen, da» Interesse für den Obflbau zu wecken unb die Landwirte mit Rat und Tat zu unierflüben, fand allgemein Anklang. — In den hochgelegenen Teilen de« DogelSbetgS kommt bekanntlich die Zwetfche nicht zur Reife. Die dortigen Bewohnet decken ihren Bedarf tn der Regel in ten am Südfuh deS Debirge? gelegenen Orten, wo ter Zentner S Mark kostet. Ge- schäftSbeflifsene Landwirte und Händler auS diesen zwetscbengesegncten Ort schal ten suchten die. Gelegenheit auSzumiyen, chre Ernte ober aufgekauften Mengen direkt im Vogelsberg abzusetzen, natürlich mit entsprechend höherem Do- winn. Sie verlangten 20 Pfennig und noch mehr für das Pfund, je nachdem fie Liebhaber fanden. Seiten« ter Produzenten, die den Preis von 8 Mark pro Zentner für durchaus angemessen hielten, wird eS als ungehörig empfunten. daß durch bie hohen Zwetschengewinnc baS Obfl so verteuert wird, baft es für viele unerfchwin»- lich ist. wg. Gedern, 26. Sept. Die hiesige Kirchen- Gemeinde beging cm letzten Sonntag bie diesjährige Feiet te« JugcndsonntagS. In tem liturgisch reich ausgestatteten Gottesdienst wirkte ter Mädchenbund mit, helfen Sprechchor im Wechsel mit bem Geistlichen Psalmworte vortrug und dessen Singeabteilung in ansprechender Weise zwei dreistimmige Lieder fang. Der besonders an die Jugend gerichteten Prebigt lag das Bibelwort zugrunde: „Wollt ihr auch seine Jünger werten?" (Ev. Joh. Kap. 9. B 27). Am Schluß deS DottesdtenfteS erfolgte die Hebet» gäbe eines neuen Wimpels an ten Mädchenbund. Der geschmackvolle, nach rein künstlerischen und heraldischen Gesichtspunkten hergestellte Wimpel trägt auf ter einen Seite auf weißem Grunde das grüne Kreuz, bat Wahrzeichen te* Verbandes ter evangelischen weiblichen Jugend Deutschland*, auf ter anderen Seite auf tot» weih gebälktem Grunde da« in prächttger Stickerei angefertigte Wappen von Gebern unb ist äußerten! noch durch ein an der Spitze angebrachte« Band geschmückt, welche* ten Ortsnamen trägt. Am Rachmittag fand in bem herrlich gelegenen, politisch und kirchlich zu Getern gehörigen Schönhausen ein Tressen ter beiden Mädchenbünte von Sehern und WentngS statt, ba* mit Gesängen, Spielen unb Volkstänzen einen schönen Verlauf nahm, wobei nicht unerwähnt bleiben bars, baß vor jetem der vier Hauser von Schönhausen ein Thor gesungen wurde, um ten Einwohnern eine Freute zu machen und zugleich dadurch di« Zufammeri- gehörigkeit dieser abseits gelegenen Kolonie mit ter THut ter gerne inte Gebern zu Dtrflfldtn. Kreis Alsfeld. te* AlSfeld, 26. Sept Au* der Stadt» vorstandssthung: Al* erster Punkt wurde in der jüngsten Sitzung über die Anstellung eines RotSdienerS verhandelt. DerDor- sihente erläuterte die Rotwendigkeit ter Schaffung dieser Stelle, mit der bezweckt werten soll, baß die Schutzleute von dem Boten» und Zuflel- lui'.sSdienft entlastet und mehr für ben eigentlichen Außendienst verwendet werden sollen, während ter Ratsd.ener hie Zustellungen unb ben Bureaudienst zu erledigen hat Der Antrag, ber von ter Finan^kommisslon befürwortet war. fand gegen eine Stimme Annahme. Die Anstellung erfolgt zunächst auf Privatdienstvettrag^ — Die vollstänbige limpflasterung des Marktplatzes. welche durch die Kanalisierung notwendig geworden ist, wurde entsprechend ten Vorschlägen der Baukommission genehmigt unb ter erforderliche Kredit bewilligt. — Die Anschaffung eine* SchlammretnigungS- wogen«, der hauptsächlich für die Entleerung der provisorischen Kläranlage verwendet werden soll, wurde an bic Daukommisslon zurückDerwie- fen zur Erörterung ter Frage, ob ter noch vorhandene ölte Wogen nicht entsprechend umgebaut werden rann. - Der für bie Unterhaltung bet städtischen Anlagen im Äotanfchlag vorgesehene Kredit ist infolge einer gründlichen Jnstandsctzung berfelben um etwa 1100 Mark überschritten worben. Die Kreditüberschreituna wurde genehmigt, wobei jebock beanstanbet tourte, haft die ÄieOUcttoeüerung nicht vorher nackgesucht worben sei. Weiter wurde die aushilfsweise Annahme eines Arbeiter« tm Tage- lohn für die Unterhaltung ter stäbttschen Anlagen genehmigt. — Verschtetene Arbettenunb Lieferungen, bk mit bet Reupflosterung her Straften zusammenbängen, würben genehmigt. — Der für Die Drucklegung ber Gemeinbe» archive im Krei* ÄlSfeld, welche durch das hessische Staatsarchiv in Darmstadt erfolgt, vorgelehene Betrag «ickt nicht auS Da* Ärei*- aml regte eine Äachbewilligung für den noch ungedeckten Betrog von 160 TM. an. Entsprechend tem früheren Vericilung*moduS wonach die Kosten von bet Stobt, bem KreisauSfchuß unb sonstigen ©emdnben beS Kreise* aufgebracht worden lind, wurde bie anteilmäßige llebernahme der Mehrkosten bewilligt. - XHe Anschaffung von 200 Stück Lichtdruckbildern vom AlSfelber Marktplatz.welch« bie Verloa*buchhandlung Clroert in Marburg Herstellen läßt zum Preise von 1.75 Mk. pro Stück, wurde genehmigt. — An die Sitzung schloh lich eine nichtoftentllch« Sitzung an. In welcher über Aufwertung der stLdtifchen Anleihen vethantelt wurde. s& Eva pocr §l«m-der pa 3bcnd l jrrtiki- WiS rcn?y- 31 gefördert^ fyarrcr naW! DSL L «ent bet c Ni A.r?e bt urchtnlagsgr W bk 1, JahreS abk Smelu Dvtm«, Kröche, in i mal, daß b ’ammentriit K befchäsi W bet bicj 5mar «tü acht 3 ’• bhn8cn ®urbe mit L ft»« Ä dich c iWtunfl 5 Scherl, j ^ethisch- ^wenige -n b 2* des a Ä <*«. -er Homberg a. b 06 m. 26 Sept. Dom 1. Oktober ab wird &L* eint Zweigstelle der Äreiürg:nne 2", die Mixtur, das Gemshorn, im Preise von 400 Gulden". Tagung des hessischen Forstvereins. LPD. Bad Salzhausen. 24. Sept. Hier fand, wie schon kur» gemeldet, die bte$|übrigc Tagung de» hessstchen Forst Vereins statt, zu der auch die Forstverwaltungen benachbarter süddeutscher Länder ihre Vertreter entsandt hatten. Bon der hessischen Aegirrung war Finanzminister Kirnberger anwesend. Aach den Begrüßungsansprachen hielt Landforstmeister Hesse c.ncn Dortrag über Rentabilität und Rationalisierung der Forstwirtschaft". Staatsrat Landsorslmetster a. L. Weber sprach über leine Erfahrungen während seiner AVjiihrigen Tätigkeit im Forstanllsbezirf Konradsdorf. Ooerfdrster Dr. Ky ekrierte über seine Studien und Forschungen übet d.« Vervollkommnung des hessischen Forsteinrichtungsverfahren, während der Direktor der geologischen Landesanstalt. Bergrat Dr. Schottler, 'ich über die geologischen Srkenntniffe des Srkurfionsgebietes verbreitete. Am 21. September fand e;n Waldbcgang in die Siaatssdrslerei Finkenloch des Forstamts Konradsdorf statt. Die daran anschliestende Aussprache war lebhaft. Besonder» die Aussührun- gen des Prof. Dr. Borgmann - (Sieben, Vertreter der forstwirtschaftlichen Betriebslehre, sanden lebhaften Beifall bei der Mehrzahl der 2ln- wefenden. W.t einem Vortrag non Poos. Dr. Banfe low übet finnische Rei,eelnbrü er mit Nucksicht auf_ seinen Gesundheitszustand kein« Erklärungen zur Sache obgebtn werbe. Die anderen Angeklagten geben zu, Darlehen gegen Wechsel gegeben zu haben, behaupten aber ins» besondere, keine zu hohen Zinsen genommen ober sonst irgendwie eine Notlage ihrer Schuldner au:» gebeutet zu haben. Dann erfolgt die Beweiraus« nähme, in der eine ganze Neide von Augen ihre Erfahrungen mit den der. Wucher; ’flngrflagtcn schildert, fco zahlte ein Zeuge jur ein Darlehen von WOO Mark auf fünf Tage eine Vergütung von 200 Mark. Ein anderer erhielt für einen Dreimonats- »edjfel von 450 Mark nur 400 Mark und mutzte später für dessen Prolongation noch fln Mark zahlen Ein Dritter bekam für einen Sichtwechfel auf spätesten, zwei Monate über 2.50 Mark nur 170 Mark und mutzte noch 15 Mark Zinsen monatlich bezahlen. Wieder ein anderer mutzte einen Schuld- schein über 200 Mark ausstellen, erhielt nur 170 Mark unb lallte noch 30 Mark monatlich Zinsen bezahlen. Aehnlich lauten bic Angaben der weiteren Bclastunoe.zeugen. Schließlich schildert noch ein Zeuge wie ber Angeklagte Br ihn burch falfd^ Angaben bazu veranlaßt habe, ihm zwei echte Wechsel an Stelle von zwei mit seinem Namen gcsälfchten ouc.zusteUeii. Gegen 7 Uhr abenbs wirb bie Der- Handlung auf Donncretagoormiltag vertagt. Zweiter Tag. Gissten. 27. Sept. Heute vormittag wurde ui t r dem Brr itz des LandgerichtSr ts Dr. Han- s u 11 die Behandlung in dem Prozeß gegen ten Schneider H. A und Genos en fortgesetzt. Im Laufe b:r Dorm,t:agsstunden hörte man das Plädotier des Ltrat-anwalt-, anschliessend daran Plädoyer der Berteibizer Da» Uiteil. das wir weiter unten mitt.'Nen, wurde g?gen 12' , Ufer gefällt. Oie Anträge deS Staatöanwatts. Der Dcrtteter btr Anklage beantragte hin- licht^ ich der Angeklagten Portier A. A.. Post- affiftent a. D. K. B. und den Kaufmann O. H. Freisprechung aus rechtlichen unb tatsächlichen Gründen: im ersten Falle, weil es sich um Darlehen auf von den Angeklagten Sch-. .der H. X ifttb Kaufmann 0. Schn, gefatscht. Wechsel handelte, allo lebig ich ein niQt strafbarer Bettuch des Wuchers in Betracht ttmt: im übrigen weil die bis in da» Iahe 1MI iurüdgetenren Fälle nicht etnwand tcl zuungunsten krr Änatliagten aukgeklän werden konnten. Bcsüglich der 3ngeLajien Schneider H. A and K.iusmann O. Schn, beantragte er Gefängnis st r äsen von je 1 Jahr und 6 Monaten unter Anrechnung der ilntcdu- ä ungSha'l, gegen den Angekalgten Architekten K. H eine Gesängnisnrafe von sechs Wochen. Den Angeklagten Aen:ner B hielt er sowohl des gewerbsmäßigen Wuchers, als auch des Betruges für überfuhrt und trug auf eine Si:a*t von e BIvnaten und 1 Wewe Gefängnis 4070 Mk. Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust an. Oie Anträge der Verteidigung. Die Berteidiger fchlosfen sich, soweit die von der StaaiSanwa.tscha t beantragten Fret'prechun- gen tn Betracht kamen, dielen Anträgen an. Wetter beantragte die Berteidtgung der Angc- Nagten Schneider H. TI. und Architekt K H. müdere Strafen, her Verteidiger des Angeklagten Rentner B. hat um Freisprechung, da weder gewerbsmätziger Wucher, noch Urkundensälschang vorl.eg« Der Angeklagte Kaufmann O. Schn beantragte für sich eine mildere Bestrafung Oas Urteil. Aach längerer Beratung verkündete bas Ge- ttcht folgendes Urteil: Tie 2 ngcflajten, Postastl- ftent a D K B, Por irr A R. und Kaufmann O. H. werden freigefprvchen. die Angeklagten Schneider H. R und Kaufmann O. Schn zu Gefängnis si rasen von je 8 OK onat en, abzüglich der Unt.-ttuchungehaft, der Angellagte K.H zuein.-rGesängnisstrasevonlMo- n a t, und der Angeklagte Rentner B. unter Frei- sprechurg von ber Anklage toegen - einer (Aesänanisstrose von 1 Monat verurteilt. Im Falle des Angeklagten Rentner B. hielt das Gericht nicht für ausreichend nachge- wiesrn. hast eS sich in den einzelnen Fällen um eine nach den Wucherbeftimmungen erforderliche Rotlage der Darlehenssucher gehandelt habe, und es mußte insolgcdefsen insoweit freisprechen. Den Angeklagten Schneider H. R. und Kaufmann O. Schr» wurden ihre Geständnisse zugute gehalten, an Derlei tÄ die große Zahl der von ihnen ber- sälschten Wechsel strasverschärfcnd berüchskchrigt. Dem AngeNagten Archi ekt K. H. wurden welt- geh.nd mildernde Umstände um deswillen ;u- aebtlltgt, weil er nicht In fein.m eigenen Interesse Die Fälschungen vorgenommen. im übrigen alten Schaden ersetzt hat Bei bm übrigen Angeklagten schloß sich das Gericht den Aussührungen der Staatsanwaltschaft und ber Berteidtgung an. Das Echußwaffenrecht. Von Lmtsgerichtöiat Di. jur. Bergmann, Heiligenhafen. Am l.Oktober b. 3. tritt das Gesetz über Schutzwasfen und Munition vom 12. April 1928 in Kraft, defsen Kenntnis jeden waffenfähigen Bürger interessieren sollte, da seine Bestimmungen nicht unw.'ientlich von denen des bisherigen Rechts auweichen. Unberührt bleiben allerdings die Bestimmungen über Militär- Waffen, deren Erwerb nach wie vor verboten bleibt 3m übrigen aber ist das grundsätzliche Verbot des Waffenbesitze- aus der Verordnung des Rats der 1>oLI*beaultragten vorn 13. Januar 1919. das nur landesrechtliche Ausnahmen kannte, aufgehoben. Damit tritt an die Stelle der unuberiichtliehen lande-rechtlichen Regelung eine einheitliche von Reichs wegen. Während einer Uebergangszeil von sechs Monaten aber bleiben die auf Grund Landesrechts ausgestellten Bescheinigungen («Da srnscheinr") noch in Kratt, Jagdscheine gellen sogar unbeschränkt weiter. Anderettells treten lande-rechtliche Beschränkungen, die über das neue Reichsrecht hinausgehen, am l. April 1929 außer Kraft. Grundsätzlich ist in Zukunft der Besitz von Schußwassen und Munition innerhalb der eigenen Wohnung, Geschä tSräume unb des beliebeten Besitztums jedermann ohne besondere Erlaubnis gestattet. Ausgenommen ist nur eine Gruppe von «Unzuverlässigen". zu denen die unter 20 3ah« Allen, die Entmündigten und Minderwertigen. Ziaeuner, gewisse CBeUtafte. sowie solche Pettonen gehören, die unter Polizeiaufsicht sieben, oder die bürgerlichen Ehrenrechte verloren haben Wer aber eine Schußwaffe auheryalb dec angegebenen Oerlstchkeilen, insbesondere auf der Straße bei sich führt, bedarf eines ..Waffenscheines", den er hei der Polizeibehörbe seines Wohnortes erhält, werzn gegen sein« Zuverkäfsig- fett keine Bedenken bestehen unb et nachweist dah er einer Schußwaffe außerhalb seiner Wohnung ufto. bedarf. Durch diese erschwerten Voraus- fesungen wird das Führen von Schußwaffen bi der Öffentlichkeit auf die notwendigen Fälle bttchränkt. Der Schein gill regelmäßig für c in Iaht und für das ganze Reichsgebiet. 3m übrigen bedarf ber Privatmann einer Erlaubnis nur. wenn er Schußwaffen unb Munition erwerben will. Dlefe C: auch beim Erwerb au» Privathand erforderlich ist, hciht Waffen- oder Munitionser» werb-schetn und wird ebenfalls von bet Dol zcibehorde des Wohnortes ausgestellt. Sie setzt aber ben Rachweis eines Bedürfnisses nicht voraus. Ist alle nx’cnrfub leichter zu erlangen als der Daffenlchem Wer dielen besitzt, bedarf darum auch leines Waffen- oder Munitiont- erwerbS'chtines zum Erwerb Der 3ahresjagdschein eine» deutschen Landes etteyt sowohl den Waffenschein, wie den Srwcrbsichcin. Obwohl er aus Grund Landesrecht- ausgestellt wird, berechtigt er im gesamten Reichsgebiet zum Erwerb von Jagd- und Faust- feueroaffen unb nun Führen bitter Waffen aut der Jagd, beim Jagdschutz unb Uebunasfchietzen, sowie auf ben dazu gehörigen Hin- unb Rückwegen. Die Zahl ber Waffen, bie ber Privatmann im Besitz haben kann, wirb beschränkt burch bie Bestimmung, bie sogenannte Wassenlaaet für genehmigungspflichtig erklärt. Ein lolche- Lager nimmt baS Gttetz an bei mehr als fünf Schußwaffen ber glttchen Art unb über hundert Patronen, für Iagdwaffen bei mehr als zehn Waffen unb über uufaib Patronen. Die Ge- nehmlguna zum Halten größerer Mengen erteilt bie höhere Derwaltung-vehörbe. Waffen- unb Erwerbsschrinc können eingezogen werben, wenn bie VorauSteNungen für ihre (tHeilung wegaefallen Unb. unb es kann alsbann auch bk Ävl leserung der dazu gehörigen Waffen verlangt werden Für bie Einziehung von 3agbfchetnen gelten weiter bie bisherigen landesrecht lichen Btttimmungen Auch sonst haben Personen, bie Schußwaffen unb Munition im Besitz« haben, ohne dazu berechtigt zu sein — das sind die oben erwähnten „Unzuverlässigen" —. diese an die Polizeibehörde zur Derwahrung abzultesetri. Tcrfügen sie nicht innerhalb sechs Monaten zugunsten eines „Zu- ttedäiiigcn", fo werden die Sachen enteignet. Wer Schußwaffen unb Munition erbt, hat bies feiner Polizeibehörbe ansuzeig«« Damit ist der Kreis der Bestimmungen ge- fchlollen, die Besitz und Erwerb von Schußwaffen unb Munition durch den Privatmann regeln. Gine zweite Gruppe betrifft Herstellung und Handel. Beide sind konzession-pflichtig, doch darf bie Erteilung der Konze!fu>n nicht vom Rachweis des Bedüttni'ses abhängig gemacht werden. E» kommt allo nut auf die Zuverlässigkeit des Fabrikanten unb Händler- an. Trödlern und ..Unzuverlässigen' muß bie Genehmigung versagt werden. Auch ist der Handel im llmherziehen unb aus Jahrmärkten. sowie das Beleihen burch Psanb- ieiher verboten. Vom 1. April 1929 an bars nut noch mit Schußwaffen gewerbsmäßig g-. handelt werden die mü Fabrikbezeichnung unb Hetttellungsnummer veriehen sind. An bitte letzte« Bestimmung knüpf« sich verschiedene An- Ordnungen der 2u»führung-vet5'rdnung vom 13.3uli 1928, die eine Kontrolle de- Der» bleibs ber Waffen crmöglichen wollen Hersteller unb Händler haben ein Waffen- b«a>. Daffenhandelsbuch m, m welchem bk Erw.-rber zu verzeichnen swb unter Angabe der erworbenen Watten, und der Händler hat auf dem Erwerb--, Waffen- oder Jagdschein die Der äußert en Dalsen zu verzeichnen. Verbrauchte Wasfenerwerbslcheine har er ein zubehalten und der Polizeibehörde abzuliefetn. Die Beachtung feiner Vorschriften lucht das Gttetz durch Strafandrohungen (Gesängni- bis zu drei 3ahren und Geldstrak« zu sichern. Die Verletzung der Au-iührung-voriche.stcn wird als Htberttetur.g behandelt TUir im zweiten Rück- faßt tritt Vergehensstrase em. Wahlbezirk bilden, während je zwei der zehn anderen kleinen Dekanate verbunden werd«." Der Redner ging auf die Mißstimmung gegen die heutigen Wablbest immungen ein, auS der feine Anregungen entipnmg« feien. Dazu nahm eine ganze Reihe von Rednern Stellung Aach dem Schtuhwort des Antragstellers Lamr-ae wurde die Abstimmung aut morgen vertagt. Die drei Ausschüsse treten heute nachmittag zu Beratungen zusammen, die ber Vorbereitung ber morgigen Tagesordnung dienen Gegen 1 llhr mittag- schlotz di« heutige Sitzung Lebenslänglich ins Zuchthaus. Hanau. -6 Sep: (-LHJ Bor dem htestaen Schwurgericht hatte sich in mehrtägiger Verhandlung ber sO,ahri»,e Bäcker Heinrich Recker mann wegen Lustmorde- zu tw antworte Der Angeklagte hatte am Fastnachr»- bienoiag In der Rahe ?on Hanau die 7 Jahrs alte Anneliese Gerat Iler an sich griodt unb mit seinem F.ihrtad ins Feld gefahren. Tort bat Neckermann btc Kleine vergewalttgt unb mtt einem Meller entsetzlich »ugerichtet unb getdtet. Bei seiner Berbattung schoß sich Reckermann eine Kugtt m den Kopf Sr wurde jedoch g.bttlt. verlor aber bei dem Selbltmordoettuch das rechte Auge. 3n der Verhandiuna am gestrigen Mittwoch ließ ber Staatsanwalt leine Anklage auf Mord fallen, da bie Sachverständigen den Angeklagten als Psychopathen unb die lat als eine Assttth-indlung dezeichneten. Sr beantragte 2kr- uncilung auf Paragraph 1 ,"°ch Südweine von 1.40—3.50 Mk. Fohannisbeerwein 3. LN. Schulhof MarktstraKe 4, Eingang Burggrabcn. Sa 2 tick Xntvl W1 btnl mmt beg« Du vor; beid Im Herbst u. Winter ist Bley le 's Schlupfhose „Oja" unentbehrlich. Sie zeichnet sich aus durch modernen Schnitt, aparte, waschechte Farben und angenehmes Tragen. Verlangen Sie illustr. Katalog/ Zahnarzt Dr. Hinrichs verreist j M Kor iton SH zu me M 3lt Srübl'lche UnioerPfStr-vnickerei. R. Lange. Siies,en. Sdjulhr 7. <7\ TccmyeT, JDa/rnen aftUn bffetiafn. 6t * -.65. 5C*/0 Offffärfa TL 3er 'Zlaifcbfbani'lu»? 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Äe Ausfchüste tidlen fest, daß dte in dem 'tnörnxrl des Reichsverbandes des beutfchen Handwerks für eine Reichshandwerlsvr b n ung euffleflcölen Forderungen nach einer darchgrei- lenden Regelung der beruflichen Drgamfatwe des Handwerks in*bdonbetr fr V Inli-t) des Aufbaues der Fachver bände, durch den Entwurf der Novelle nicht erfüllt werden. 2. Ohne die weiter gehenden Fvederungen des Reichsverbandes de« deutschen Handwerks damit preiszugeben, etfeimen die vereinigten Los- fchüffe des Kammer tage« und Aerchsverban- des gleichwohl an. daß die Handwerksnovelle eine Berbef ferung des Handwerker getestet von 1W7 in feiner fetzigen Walfang bedeutet. 6te erklären deshalb den vorliegenden Regierurrgs- enftmirl als geei gnete Erundlage für di« Berabfchiedung dieses Gefetzes durch den Reichstag. 3. Da der Regierungsentwurf lediglich eine Rovelle zum Handwerkergesetz von 1897 bar- stellt, Lfynen die vereinigten Ausschüsse jebe grundsätzliche Aenderung In dem ursprünglichen Aufbau der amtlichen Bervfsvcrtretnng des Handwerks ab. Aus keinen Fall können sie zugeben, daß die Handwerksnvvcüe als Gelegenheit zu einer paritätischen Umgestaltung der Handwerks- and Gewerbekamrnern benutzt wird. Die Frage d r Umbitbunfl der amt ichen Bern 6- vertretungen der deutschen Wirllchaft muh der sorgfältigen Klärung durch den endgültigen Reichswiitschaftsvat Vorbehalten bleiben. Hinsichtlich der tlebergangsdeü immun gen au § 129 RGO. lwiderruf!ich? Verleihung bei Befug s i s zur Anleitung von Lehrlingen durch Die höhere Verwaltungsbehörde) vertraten die Ausschüsse die Auffassung, dah diese Meberflangtbefi immungen nach 2Ojäbrigcr Geltung nunmehi entbehrt und nach Schaffung d^s Beru sausbildungsgese^eS aufgehoben tot eben können Ebenso sprachen sich auch die Ausschüffe dahin aus, dah die im 8 6 RGO. vorgesehene Ausnahme "jer Eifenbahnun- ter nehm ungen von den Be'i immungen der Gewerbeordnung insbesondere mit Rücklicht auf bic Bahnbofsfriseure in Zukunft in Wegfall geraten soll. Venizelos in Rom. Ter griechisch - italicnische ^renndschnstsvertrag Fast ebenso sensationell wie feinerzett uie 2 ückkehr Benlzelo «' nach Griechenland und sein Sieg bei den griechischen Wahlen wirkte die Äachricht, dah der neue Ministerpräsident sich nach Rom zur feierlichen Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages mit Italien begeben werde. Run ist am Sonntag durch Mussolini und Benizelos dieser feierliche Akt borgenommen worden Die Genugtuung, die auf beiden Seiten bestehl, wird nur durch btt Tatsache der zwischen beiden Ländern noch immer bestehenden Gegnerschaft in der DodekaneS- Frage getrübt, und es besteht daher begründete Qkranlaffung zu der Annahme, dah das Zusammentreffen der beiden Staatsmänner zu gewissen bedeutungsvollen Verhandlungen hinter den Kulissen benutzt werden wird, tue sowohl der Regelung dieser Streitfragen Vie weitergehenden Abmachungen hinsichtlich der allgemeinen politischen Lage aus dem Vallan gelten werden. Mit dem Abschluß diese« Dertrages hat Deni- zelos ohne Zveisel den Beweis dafür erbracht, dah er sich auch als Dreis die politische Biegsamkeit und Anpassungsfähigkeit bewahrt hat. DenizeloS gilt als Franzosenfreund Sv Geld fällt vom Simmel. Zftoman von Paul Sn-erlmg. Copyright by Carl Tunffer, Verlag, Berlin. 2. Fortsetzung Nachdruck verboten Drotteck prüfte die Gesichter der Neuangekommenen. Keiner glich den beiden Männern von vorhin. Sie betrachteten mißmutig bie Fülle der Gäste, lauschten aufmerffam der Sängerin und fnmmien, noch stehend, in den allgemeinen Beifall ein. Es schien eine Familie zu fern, die einem Gast vom Lande diese Sehenswürdigkeit der Stabt präsen- tierte. Mit einem verächtlichen Läwnln. da, seiner eignen Sorge gelt, trank er den schweren, dun Neu Lei». „Na. haben Sie nun nachgedacht, Herr Nachbar?* „lieber Ihren Berus? Nein. Ich dachte darüber nach, wie diefe alle Nebetkrähe von Sängerin es waaen darf, hier in der Deffentlutfett za krächzen." „Pst! Sie ist fehr beliebt Sie war einmal ein Stern vom Variete." „Schön fp die 3u—u—gend . . summte Dro'teck Der andere verstand nicht ..Meinen Berus trie- ftn Sie also nicht heraus? Da» ist eine gute Emp. dhlung für mich, baba." örouetf wollte sagen, dost ihm nichts gleichgiü- ttger |el Da neigte sich der Fremde zu ihm und flufterte chm ins Ohr: ^sth bin nämlich — unter un» gesagt — DetefhD.* Grvtteck fühlte einen kalten Gust, der vom Dir- beluber den Rücken lief. Da» Glas, bat er eben besS fdj rIintr D Reuhork. ®ine durch ihre näheren Umstände auster- gewöhnlich lebendige und dramatische Schilderung einer gerade verübten Mord.at Hai kürzlich eine umfangreiche Zuhörerschaft von Rundfunkteilnehmern in Amerika in leicht verständliche Erregung versetzt lieber ein grostes Gebiet mit einem Radius von vielen hundert Kilometer lauschten bk Radio- teil nehm er einem von der Statin Dallas im Staate TeraS ausgesandten Rlavierfoio. in dessen Finale plötzlich em heftiger Knall tönte. Der Rundfunk-Ansager, der gerate bie M.Heilung der folgenden Programm-Rümmer vorbereitete, — es war noch am Hellen Rach- mittag — sah vom Mckiophon auf und zur ©trabe hinunter in dem Glauben es sei ein Olutomobilreifen geplatzt Aber was er da Iah, war etwas ganz anderes, und sofort gab er den Rundfunkteilnehmern als un vor her gesehene 3m- prov saiion eine Schilderung beS aufregenden Vorfalles, dessen Zeuge er war. Der Direktor der Lokal bank von Dallas, Oville Matthews, raste mit erhobenem rechten Arm über die Straste, während et die Lücke an die Brust pvestte. Dährend die Pasfanten Panikartig nach allen Seiten flüchteten, stürzte hinter dem offenbar verwundeten Mann fein Mörder her, der aus einem Revolver Isrtdauernd Feuer gab. Jeder dieser Schüsse war durch die erregte Erzählung des Ansagers hindurch - für jeden Rund unkte lnehmer deutlich vernehmbar. Bor einer Hoteitreppe sank Matthews, von mehreren Äugeln durchbohrt, enttoelt zusammen, der Täter wurde von heran stürmen den Polizisten aus der Stelle verhaftet (Wie sich später herausstellte, war es em Farmer, der sich mit dem Direktor wegen eines Berficherungs- geschäfteS überworfen hatte.) Den nunmehr wieder programnbistig etuNtbm- ben Darbietungen sollen bic fRunbfurJtetlnebmer nicht mehr allzu grohe Aufmerksamkeit gewidmet haben. Verkehrsstörung wegen einer weitze« Maust. (f) London. Dicht von ben sprichwörtlich .weihen Mäusen" sei hier die Rede, bereit Anblick nicht sehr ratsam sein soll, sondern von einem unschuldigen, wirklichen, weihen Rager, der es fertig brachte, vor einigen tagen in einer Hauptoeeckebrsstraste der Hauptstadt Grohbritanntens eine Verkehrsstörung herbeizuführen. Die Sache trug sich folgender- masten zu: 3n den Miitagsstunben bestieg ein Herr, der aus seiner Hand eine wriste Maus hielt, einen Omnibus, nahm Platz, und liest das Tlerch^-n, k»aS munter an seinem Arm aus un» ab lief, zum Ergötzen aller MUfahrenden seine Mätzchen machen. SchliestlIch kam der Schaffner und verlangte. der Herr möge ausst.-rgen, da es Verboten fei. Tiere tm Derk, hrsmitte! miüuitebmen. Der Furechtgcwi.sene erklärte, diese Borichrist ginge ibn nichts an, da in chr nut von Hunden imb kotzen, nicht aber von weihen Mäusen die Rede Ehe er zum Sprechen, zur entlastenden Beichte anfesten konnte, fuhr der andere fort: „Er freut mich bah Sie mich nicht durchschauten Sie ver- ^hen,- boe tft bie Derbebingung für meinen Datum mar dies" Aenlch eigentlich so vertrau, lidj? Hatte ber spanische Wein auch auf ihn gewirkt? Wollte er renommieren? Oder — wollte er warnen? Roch konnte er ihm nichts tun. Lies Geld, bat ein Bermögen bedeuten muhte, war ohne fein Zutun in feine Hande geraten. Aber mürbe man es ihm glauben, wenn man e» jetzt in (einen Manteltaschen entdeckte? Plötzlich tag eftie Karie vor ihm. ..Stecken Sie sie nur rin * Groucck brauchte eine lange Zeit, ehe er die auf. unb mebertanzenden Zetten zur Ruhe gebracht und begriffen hatte. Ehriftooh Äietoemng. Leiter der Detektei .Dkolns" Relnhardtstrahe 119. Fernruf 7635. »Ein privater Unternehmen?" fragte er ganz ruhig. E» hatte ihn merkwürdigerweise beruyttzl. dah es ein privates Unternehmen mar. «3o. mein Herr*, fiel stiewening eifng ein. ..fflfo doppelt gefchäftsiuchNg Sie verstehen nur die privaten Haven den nötigen Schmung und Schneid. Ich bitte Sie jinb wir nicht aui (mp« feblungen anoewiejen? Sus da- Wohlwollen unje» rer Kundschaft? Und wodurch erringen mir e»? Durch ungeowhnliche Leistungen, durch nichts an- derer. Die staatlichen Beamten ... pah." ©rotted hörte die odMtempje&lung. bee axe vom Blau gelesen heraurkam. oerftänbrnrlos an. „Sie erleben wohl allerlei?" fragte er endlich die starte in ben Händen drehend. „Bände, mein Herr. Bände. Uber im allgewrinen fpridjt man nicht gern darüber Steden Sie bie starte nur ruhig ein. S, «ft nicht nötig, dah hier jemand weiß, wer ich bin. Vielleicht können Sie meine Kbrefle auch ferner mal brauchen. Man kamt nie wiffen. Es gibt Leute, über deren Vergangen- heil man gern Bescheid müßte, oder deren dunkle Neigungen wertvoll zu wrflen ünd. Hetze. Vielleicht find Sie auch mal ar. einem Eindruck; beteiligt — ich meine natürlich indirekt, als Betroffener ..." Ds Betroffener?" fragte Grotleck besten Hirn zu kreisen begann. Wußte dieser striwening schon alles? Spielte er mit Ihm wie Me staße mit der Maus? Sleeeixing lachte hell auf. ..«in kleines Öen sprechen, mein Herr Betroffen — Ich meine, daß |o em Einbruch sie betreffen hat. Sie brauchen mich gor nicht so finster anzusehen." ©rotttrf zuckte Me Achseln. „Denn bei mir jemand einbricht, suche ich mit nach Geld." Ausg,ieichnri Also auf gute stameraMchaft jedenfalls. Prost." Grotieck steckte die starte ein. ^Ich kann es mir nicht verstellen, daß Ich je davon Gebrauch machen konnte." „Sagen Sie das MAL Es passieren die wllsten Dinge. Neulich jutn Bnfptd: Eine alte, allein, stehende Dame hier, ziernllch wohlhabend und lehr menschenscheu mrrnnt sich rin Dienstmädchen. Sie müssen misten, trne verdammt ängstlich sie mar. Sie verschieß beim Schlafengehen die Tür mit Äunft- schloß. Siegeln und Quent»ngen. sie stellte sogar einen Eimer Master und em paar Besen davor, um den Lärm de» Einbrechers nicht zu überhören." „Cie hatte sich einen Hund hatten sollen * „Ging nicht, Verehrtester. Sit hatte doch heben Katzen. Sieben fette statzenmccher, bie überall am- hetlagen Die Lohnuiw roch danach Aber für sie mar es mahl das schc»nfte Parfum. ..Pfui Teufel!* Je länger stieuremug «zutztte. desto mehr fuhttc Grolles ich von seine« muern Druck befreit. Er konnte fd>on wieder loch. • ..Das wollen Sie: die Geschmäcker find verschieden. Das neue 0ienstmadchen haue le.rie Papiere. Es mar eine junge, kräftige, bescheidene Person. Bel Tageslicht ging sie nutzt gern aus, um den lüfterwen Augen der Monver ju entgehen.* Cr meckerte ^e, so besorgt «ar dies Mädcheu um seinen Kus * »Und bann?* fragte ©rottetf, wider Äflei ge» fponnt Jlnb bann? Sie oerfchob Me Besorgung her Pa- Siere von log zu Tag. Aber dar gab nicht deu u»schlag. Eines Tage» sah bi« «tte. daß ihre Frieda d« fetteste der Katzen mtt dem Fuß eil bißchen unsanft berührte Da war e» vorbei mll ihrem Glauben an bie Menschheit, tmb T* trieptzv- nierte mich an * „Das sollten Sie tun?* „Beobachten. Sch pappte mir ein schwarz, Bärt chen an, denn jene Mach war blond. Und ch kam lef. Die Fahrgäste nahmen für ihn unb gegen ben Schiffner Partei, ber Ichiieft ich dm Dagen zum Hallen brachte imb einen Schutzmann zu Hilfe rief. Auch dieser konnte aber bie .Doktor- trage nid?: Hätrii. war eine richtig« IkrL brtürmng eingetreten, der Schaffner brülltet brr der Uxrßen Vkaus noch :nehe. und Passagiere waren durch das AnP.isten des xahi ieuges erst re* aus- r Rand und Band. 3n dem großen Durcheinander, das der steinen eiager^ i rckfenbar auf b.e Aorven gefeDtm war. entschlüpfte Mek - und ir.irb nicht meße gesehen. 3* Berber wird nun die Londoner Omnidus- geffellschaft wegen .Beraubung" nerstagen. roistpi wird tfwibmnft nrrftfifle-rt. (m Moskau. Die Sowjetimwn hat bm 100. Geburtstag V** Xolftot# zu großartigen Feiern benutzt in denen ber Verkünder des Evangeliums ber Menschenliebe, der Armut und ber Glrichbo- rrchb.gimg der Besitzenden und Mslof« all hitrenbei Geist des Kommunismu.» wub Vorkämpfer der heutigen ruMfchen Staatsordnung orie:ert wurde. 3n einigem -Bibelspruch dazu üebt das Verhalten ber Direktion berBldlw- chck von Etzarkofl. In Eharkefl hat man nämlich nor einigen Wochen eine Buchauktion beranfiallet Dabei murX-n bie Werke ToIstois. Turgenjew« imb Gsntfcha- rr»ws . nach Gewicht verfieigen Tolstok pufttveife zum efflen. zw< iten und brütenI Die Bückxr von Flauheit, Daudet und anderer westlicher 34>ri HcUei aber würben sogar verbrannt. Wtrum? Weil alle diese Werke bet alleinseligmachenden, konnnunifistchen Doktrin zuwideilauten! - Da» „nrt .nur für Damen", und das erste amerckantscha ^Frauenschiss" ist vor hitwem in Rotterdam an* gekommen An der Reise nahmen rund siebzig Damen teU; alles .jüngere Jahrgänge' weich« Me .Reuerung" woh iiur aus Sensnslust auSprvbierien. Um so eher aU der geseMchaft- Ikbe Verkehr mit Herren durchaus nicht herbe*:en tft. 3n den Häfen können die Damen Hirten so t*I flc woUcn, mit das Schiff darf fe'.n männliches Individuum betreten Allerblngs best.ffp die gesamte Besagung b?» LurusdampietS au» Mämiern, und auch der Unternehmer reift selbst unk. Die Damen mit dem Motto .Mein Schiff ift nieme Burg" sollen einem holläiiMschen Re-' porter gegenüber c-in stimmig erklärt h.iben, baft das Recken aus dicke Wckse unverglebtzlich bequemer und — erlebnisreicher sei als bi der .hemmenden" Begleitung von Heroen... Die kostümierten Parabic-frsmensche«. fe) Vteg. 3n ber Stadt Hvri tz vn Bähoierwold finden angenbffckffch Festspiele statt. Die Darsteller. M« sich durchweg aus Bauern refturtcren, spt en auf einer frei.ichi'.nibiie biblisch. Stück« ’.-t ber letzten Borstellun« wurde folgendes P i auSgehängt .Der Sündenfall um ParadiesI - Drohes dramatisches Vchauspiell — Historische Kostüme." Ratürlich strömten die Menschen aus Hefe Ankündigung hin äu ber TofftcHung — doch mußten Tie zu ihrem Leibwe'cn Icftfieflen, bah von ben biftonfdKTi .Trachten" bes Paradtescs ke.ne Rede fein konnte, da Adam und Coa rcchl brav befietbet erschienen Die rotliaarizc Geisha (c) Tokio. 6tne steine Geisha hat in Dokvhama aus dem Gebsei ber Kosmetik eine Revolution oeranflal- let. Du junge Dame färbte ihr Haar noch europäischem Muster brennend rot, wofür in bet Drichichtc Japans kein Beispiel zu finden ift. 3n ^'PPvn tft ja sogar das Haarfärben an sich eine äußerste S.ltenhrit. mm noch gar das 2Lot- fätbeni Die steine Geisha wurde deshalb überall wo sie aufiauchte, ausaelacht. anb « gab natürtid) auch solche die sich übet beim Berttoß als Vertreter einet Staub|auaerfirma. wett ich |o t>ne halbe Stunde in ber Wohnung gubnngen konnte, öährcnb ber Apparat wer ein wahnlmnia gemorbeiree «rokodtt heulte, wars Ich der »ack oet» lieble Blicke zu. Sie ging aber nicht barauj ein, befte. Und bann besah ich heimlich ihr Zimmer und sand einen Rasierapparat mit allen Schikanen." ,^3on einem Freund?" „Da» war auch mein erster Gedanke. Ader mein zwetter mar. es ift gar kein Mädchen. Ihr (Bang »ar ein bißchen sehr derb, und ihr xopfbaar schien mir gerade fo echt tm, mein Bart. „Gnädig, Frau," |agir ich. .^tzr Madcknn ist ein verkleideter Mannl" Die Lite starrte mich einen Augenblick an, wurde räfebteid) und. dvm». fiel fit um.* „Das haben sie sehr blefret gemacht, Herr Kiewe- nlna* „Man tut, wo, man kann. Da» Beft, kommt aber: das Mädchen war ein schwerer Junge, der an «ist- chen ÄaubübcrfaUtn bUcUigt war Tat mar eie großer Tag für den vtolus „Und die alte Dame?" «Sie lag ein pao£ Wochen im Krankenhaus. Rervenknock-. Dillen Sie. Aber die Haupftache mar ja, baß mein Institut das Rennen moA*, * „Natürlich, das war die Hauplfache. Prost!" Diesen Schmutzet bitte cr uderschatzrn fonnee? Alle Wolken waren weggcblafee. Die Veit und da» Leben mar eine patente Erfindung. E- mar Echer- Uch, unruhig zu fein, bloß, weil man Geld ln der Talche trug, bas einem vom Himmel gefallen war. , Dar hier in der Nähe nutzt vorhin eine Schtagerri?*, fragte er plötzlich, fast ohne fich der frage bewußt zu werden „gier? Nicht da» iw wüßte " "Und draußen im Mauergang?" Grotteck prüfte ihn aufmerksam. „Es soll sogar ein Schuß gefallen fein." .Kommt hier öfter vor Geht mich aber eicht» an. Es wird wohl Die Tendenz für Speisetartoffeln war ruhig. Es notierten je 50 Kilo Industrie hiesiger Gegend 4,25 Mk.. weihschalige und weihfleischige hiesiger Gegend 3,40 Mk. Zeitschriften. — Mit dem jetzt erschienenen Oltvberheft der betannten Zeitschrift „Die Kunst" beginnt der XXX. Jahrgang tiefer Monatshefte (vierteljährlicher Bezugspreis 7 Mk., Verlag I. Druckmann A.-G, München). 29 Jahre sind ein langer Weg für eine Zeitschrift, die der Spiegel zeitgenössischen Kunstschaisens ist. Rur größte Geschicklichkeit in der Zusammenstellung vermochte den großen Schwankungen des Äunltlebenß innerhalb dieser langen Reihe von Jahren so zu begegnen, daß der vielseitige Inhalt der „Kunst" immer beispielgebend und anregend war. Die aus- gewendete Mühe brachte den mit Recht erzielten Lohn. In die em Jubiiäumshest ist Wied«, reiches Biidermaterial nebst einer Anzahl vorzüglicher Auisätze über Schöpfungen Gustav Klimts, Vincent van Goghs und des neuzeittichen Wilhelm Schmid enthalten. Ferner werden Reproduktionen einiger bedeutender Impressionisten und Darbietungen der Internationalen Kunstausstellung Venedigs gezeigt. Den Kapiteln Plastik, Garten- lultur, Wohnungskunst und Kunstgewerbe ist ebenfalls wieder große Ausmertlamkeit gewidmet. Der Inhalt des Heftes ist ein vielversprechender Auftakt für den neuen Jahrgang der „Kunst". — „Stickerei und Spitzen". Zeitschrift für funftliebcnbe Frauen. Oltoberhcst 1928 Alexander Koch, Darmstadt. — In den Frauen.Handarbertcn galt früher der bequeme Grundsatz- Es kommt nicht so genau auf die Qualität des Musters an, die - Hauptsache ist die Arbeit selbst. Heute können wir sagen, daß es mit diesem Grundsatz vorbei ist. Un bedingt muß r. an dem Worte zuftirnmen. das im reich illustrierten Oktoberbest d?r charmanten, von Hofrat Dr. h. c. Alexander Koch berausgegeberun Kunstzoitschrift zu lesen ist: „Das Wort Dame schließt heute mehr als je auch in sich ein klare» Qualität«- urteil in Dingen der Nadelkünste', d h. nur diejenige Frau kann hellte als gebildet und elegant gelten, die auch in Spitzen und Stickereien einen sicheren und erzogenen Geschmack bekundet. TOan kann geradezu sagen: Geschmacklosigkeit in solchen Dingen ist unmodern, ist rückständig und unfein. Das Schlechte ist überflüssig- es ist „Luxus", sich mit qualitätsloien Dingen abzugeben, weil es so viel Gutes und Form vollendetes heute auf diesem Gebiete gibt. — Deutsche Kunst und Dekoration. XXXII. Jahrgang 1928. Heft 1. Oktober. QUef. Koch. Darmstadt. — Das sehr vielseitig ausgestattete Heft, mit dem die toofjlbefannit und stets gediegene Zeitschrift ihren neuen Jahrgang eröffnet, vermittelt u. a. einen Heb erblick über die diesjährige Ausstellung der „Münchner Reuen Sezession" in einem forgfältig bereiteten Extrakt; es bringt Künstler wie Euno Amiet. Jean Souverbi«. Mika M i k o u n , Wilhelm Schmid (Berlin) mit ihren neuesten Werken, umgreift neben Deutschland also auch schweizerische und französische Kunst. Gs führt daneben eine Denkmalplastik vor, ferner die neuesten Schöpfungen von Bruno Paul, von den Vereinig teil Werkstätten in München, den Deutschen Werkstätten in Berlin, den Wiener Werkstätten: und das heißt, daß neben dem neuen Snnenraum und Einzelmöbel auch Keramik. GlaSkunst, Stickereien, Lederarbeiten u. s. f. zur Vorführung kom> men; im ganzen über 80 Abbildungen, darunter mehrere farbige Beilagen. — Der Preis von 3 Mk. für ein Einzelheft darf angesichts der qualitatiocn und quantitativen Leistung des Gebotenen als angemessen bezeichnet werden Rundfunkprogramm. Freitag, 28. September. 13 bis 14: Schallplatten-Konzert Aus Opern. 15.05 bis 15,35: Jugendstunde. 15,55 bis 16.05: Hausfrauen dienst 16,05 bis 17,05: HauSsrauen- Rachmittag: .Beispiele zur Kindererzieknlng: Wie man es nicht machen sollte", von Lehrer Karl Stricker. 17,05 bis 18: Von Stuttgart: Konzert des Rundfunkorchesters 18,10 bis 18,30: Lese- stunde. 18,45 bis 19,15 Stunde des Südwest- deutschen Radio-Clubs. 19,15 bis 19,45: .Reue elsässische Dichtung", Vonrag voll Karl Walter. Stuttgart. 19,45 bis 20,05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20,15 Von Stuttgart: Orchester-Konzert unter Mitwirkung von George Marder (Tenor) von der Metropolitan-Oper Reuyork. Anschließend. Von Kassel: Spätkonzert. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosienen Dividende an. — ReichZbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. Jrmifcfurt a. M Berlin Sdjlub-i -Uhr- Sdjiub -| «ntang Nur» | Rur» Rur» | Rur* Datum 86 V. | 27.9. -6 9. 87. *J. 6% M. ecUWilHfr y- *827 . . ®L «nl -V(bl6I..Sd)ulD mti tU* — ' «7.5 — lol.-SUSirn - - 52,5 52.55 62,5 52.7 56HaL obnr Huilol.-tRcAtf . . . 7% tftantf »oldpt. int- tünbbar Ml 1932 ..... 4H% »belnttdjr Hyp.-vant Wqu boIt’PL ..... v.ü 'S aba. Gorfrieg’-Cbllodtirii rtttmtoar 1932 ... 16.8 16,85 16.8 16.9 ■JO — — - 75.45 — • 85 — — — 4% tzchweiz eunMU.-Änl.. . . 95.5 — — — <% Ctfltmtdrildje »olbrtt.. . . • -■ — 4,20% Ceflea eUbtrrtc..... 4% Ceflrrrttd). einbet tl Rte . . ■ 2,4 ■W — 4% Ungovlche Goldrrc .... 26,75 25.75 26.75 86,75 4% UngartldX Staatii. 6. 1910 . *v,% bctdl. von 1911..... 4% UnflonfdK ftronentie..... — — 2.5 — 2.55 2.5 4% lürt. ZoUonIeN,, d. 1911 . . 11 — 10 8 — 4% türftiS« eaababbaMx.ttnl., Berte 1 ..... 11.5 — 11 4% txlflL Gerte 11 ... - U 1 - 11 IC.75 4% iRumttnen a?nfrrt. Rt« - • • • — 414% Stumänen OclMxL W» 1913 23.16 22,75 - «Dfl. teund* Ullrntttfr* - • Hamburg.-arnftUd OatrI . . • r Ltomb -rubam. . - 8 162 168,75 168 168.75 - 198.5 — (Xtfifo Dampllcktz! .... U Rorbbeurfdxt Llovd . . • • • ttllfl teutidic OuMtenD. . . 1< »armer tfanfreretn ... JO 154.75 139.5 143 -Mi: 115 154.73 139.9 Ul,9 I 155.1 143,b 801,6 190.25 Bcrttnet SanbtUfldeOf*. . • I89J5 iH) t'J'J, 169,5 »amll u. »attonalb«! . . 11 Ttu riete Bant - - - J tülcnir-OIcknidldl R"' . . 1< Treltnct ®an! . . • .*36.75 170.6 115.25 122.25 «S8 171 115 173 <>ib 170.75 1'5.5 178.15 28» 1 170,5 1165 21 17* tStm-ibeuridje OitbUfa*» • • • — 199. > 200 DSrUIlbant 137.5 137.5 137.75 1 ....... U 303 1 306 104,6 I 806.5 jTar.bfitrt a. M Berlin Schtuh.| 1-Udr- Sdjiub-i Unfang «ut» | Aut» flur» | Kur» Datum: | 36. 9. j 27 9. | 26. 9. 27.9. öl.«.®............6 UNI... 192.20 139,5 191.6 401 184.6 200.75 201.75 Cleftx. eirftrungra ..... 1" 181.5 | 182,75 183.5 Licht und ftuft ..... 10 221,5 221 — Reiten 6 Guilleaume. .... 6 ®e|. f. Glettr. Untern.. ... 10 159 160 158.26 159.75 273 276,75 273.25 159.65 275.9 Hamb, dletti. Werte .... 10 «dein, «ein.........S — — 160.7.) U6.75 161.5 157.0 160 Schlei Clcttt. . ...... 10 - 236.25 — Schuckert - ........ 6 205.5 tO-.b 201..’ Sternen! 4 HaUk, ..... 12 384 339.25 333 75 383 — 147.6 156,6 177 178 176 — Vuderul...... 5 87 — 87.5 87,6 Deutlche «rdSI.......6 — 140.25 140.22) Cflener Sleinkshl« ..... . 8 Scll-nkirchener ... H,3< - • — 130.75 131,9 130,25 131.25 Harrener ........ 6 Voeld) dien. ........ 8 151.5 153,25 151,75 153 5 — lÄ.2u — Hl|e Bergbau ........ 8 RlicfnccDerte ........ 7 Z58 123,-5 — 254 122. u 122 6 Rdln-Reuefler ...... v — 134 — öannc'manu . ....... 8 135.75 137 135.5 136.25 Wan Nelder . .......1 Cbtttolef. dlonb. vedark . . 6 Cbr'di'tl. »efiroerti .... 6 119 121.26 119.6 120.7. 106.75 107 * Ul.13 112.2. Pdanlr Beraban . 5H Nheinklche etauntoblen . . 10 iRbdnitat: I. Y» Ja», 4'/, '36.6 231 146,4 97.5 148 96.ö rt-O.L 145.75 97.25 282 147.2. 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E» — 573 571.25 Bemberg ........14 49u 491 Reniir’f LalSdol.....12 * — 2S6.5 .87 Bellftoff L|chage:ibura ... 1- 2OJ.5 — ■208.3 209 titxnlottenbuiget üaiia . . — — US) 25 131 Deliauer Var........8 — — 193.75 — Tai miet Molaren......0 99 99 99 99 Demag .........0 — — 52.4 53 atlensedc ft.eoa ...... 5 128.2: 132 128.<2 1/9,5 Lirbm. Loewe . ...... 10 255 258 Nai. Buiomobtl ....... 0 — — 77.13 77 CrtnFleiu 4 ft?PDd.....6 * — 254.3 119 Leonbarv I;e» ....... 6 — - «1.25 Bam^g Mcaurn . ...... c 18.5 — 19 —— Frankl. Malchin« ...... 6 75.25 75,25 75 — Snzner ....... U — 124 5 — tzroltaenilaedl ....... v 3':r.gt>0TiJ. . 4 ürdfoetle. . . ...... 8 90 114 90 1 1 1 Malntroi^oerte ....... 8 120 119,26 Mag .........l'e HZ 142.6 14t ?7dtrmbet Geld ■“eT— tVrtuuonitDc lloren...... 16.41 168.31 Holländische Voten...... 167,16 21.96 22.01 Oiorroegilde Noten...... 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