Nr. 149 Erste? Plast 178. Jahrgang Mittwoch. 27. Juni 1928 Mtzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Oesterreich verweigert die Auslieferung Bela Kuns Schwierigkeiten der Regierungsbildung Müller-Zranken noch nicht am Ziel. Die kommt zu heftigen Auseinander- Vorsitzende ermahnt den Ange- fchLrntheit. Ls seyungen. Der Wien, ungarische (*rof$bcutid)c Partei qcgcn den Iustizminister. 26.3unL (ZIL) Bcfannilkh batte dos Strafgericht in Budapest seinerzeit an da»Landevgerichl in Wien da» Ersuchen aus 81 u •- Iteserung de» in Untersuchungshaft in Wien besiichlichen ungarischen Kommunisten B e l a ft u n gerichtet. Da» Obertondergericht hatte beschlossen, dem Uu»lieferung»begehren ftattzugcben. Da» Bundesamt für Justiz jedoch sah sich nicht In btt Cage, diesem Beschluß die Genehmigung zu er teiten. 3n dieser Angelegenheit ist nunmehr zwischen dem Grotzdeutschen 3ustizminister Dr. D i n g h o s e r und der Grobdeulschcn Partei eine ernste Meinungsverschiedenheit entstanden. Die Angete- genheil hat gestern die Großdeutsche Partei in einer mehrstündigen Sitzung beschäftigt. L» erschienen bann die Abgeordneten Dr. Wottawa, Dr. Strass- ner, Llessin und Dr. Hampel beim Bundeskanzler, um ihm von der Ucberraschung Mitteilung zu machen, die die Entscheidung de» 3usliz- ministee» über da» Au»tieferung»begehren gegen Beia ftun bei den grohdeutschen Abgeordneten her- vorgerusen Hobe. Bundeskanzler Dr. Seipel erklärte, doh die Entscheidung de» 3uftizministers vollkommen selbständig und ohne irgendwelche Ejnflubnahme von auhen erfolgt sei. Selbstoer- flävdllch sei der Bundeskanzler vom 3ustizminister rechtzeitig über seinen Standpunkt und über seine Absichten in der Austieferongsongelegenhell informiert worden. Er hielt die getrossene Entscheidung für die einzigst richtige und hätte sich mit einer anderen, die übrigen, niemals vor- qcschrieben wurde, nicht einverstanden erklären können. Der Grobdeutsche Abgeordnetenklub hat daraus den in Karlsbad zur Kur weilenden 3usti;minister Dr. Dinghoser telegraphisch aaf- gesorderl, nach Wien zu kommen, um dem Klub Ausklörnngen über die Entscheidung des 3ustiz- ministerium», die An»liescrung Beta Knnv an Ungarn abzulehncn, zu geben, heule mittag traf nun au, Karlsbad ein Telegramm mit der Antwort Dr. Dinghofer» ein, dosz er seine Kur nicht unterbrechen werde, sondern seine Demission fordere, hiervon möge die Parteileitung den Bundeskanzler Dr. Seipel verständigen. Der Obmann der Partei. Dr. Wottawa. begab sich gleich zu Dr. Selpel, um ihm von dem Seschluh Dr. Dinghofers Mitteilung zu geben. Bundeskanzler D. Seipel Hal für heule nachmittag einen M i nist e r r a t einbernfen. 3m Parlament ist man der Anschauung, doh die Demission Dr. Dinghoiers keine Folgerungen hoben werde. P ei Id) £ diente: SranNun em Main IIS» vnlck «b Derlof: vrLHI'sthe lNld Stetnbrnderet R. tauge in Gieße«. $d)rtftletting und Geschäftrstelle: Schlllsttabe 7. Lunatz», NI lllMQtlt für btt Idgt»nnmmcr bi» zum Nachmittag vorher. Preis fir 1 mm höhe für 3njeiqtn von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig. für "He- Idameanjrtgen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Pia-vorschnft 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Friede, Wilh Lange. Berannoonlich für Doluih Dr. Fr Wilh Lange für Feuilleton Dr H Thyrwt, für den übrigen led Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Kurt hillmann. sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,«tzei Sonntag» an» Feiertag» Bdlafltn. Diesten« FomiltendlLttei Heimat rm Bild Di« Scholle. »OBats-BtiigiprtU; 2 Betchsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen «nzeinerNummern mfolge höherer Gewalt. Fernsprechanlchlüsse: 61, 64 und 112. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger rieste». suchungshast wurde beiden angevechnct. so daß die Straf« bei Ilona als verbüßt gilt Meyer- Hofer wurde frei gesprochen. Verstimmung in Ungarn. tiubaprftcr Presscftimmen zur AuslieserunftSverweigernng. Budapest, 26. 3uni. (TU ) Die Sntschei- tnmg dcS österreichischen Iustuministers. daß Bela Äun an Ungarn nicht auSgelie- f e rt wird, wird von der ungarischen Press« lebhaft kommentiert. Der „P e st e r Lloyd" meint, der österreichische Iustizminister habe seine Entscheidung nicht auS Gründen des Rechte-, sondern auf Grund politischer Erwägungen getroffen. Hierbei müsse man sich aber fragen, welch« politischen Erwägungen eS fee- wesen sein können, die den Iustizminister Oester- reich- veranlaht haben. Dela Äun dem strafenden Arm der ungarischen Justiz zu entziehen. Deiner Parteistellung nach könne der österreichisch« Iustizminister die furchtbare Bluttat Bcla Äuiu8 ebenso scharf verdammen, wie es die ungarische öffentliche Meinung tu«. Da- Blatt verweist darauf, dah Ungarn im Jahre 1925 an Oesterreich «ine Bote gerichtet Hai, in der es auf die Gefahren aufmerksam macht, di« dadurch Der Prozeß gegen Bela Kun. Der Kommuuistcnführer zu drei Monaten Arrest und Ausweisung verurteilt. ^ien. 26. 3unt (WTB.) Unter starkem Andrang begann heute vor einem Schöfsengericht der Prozeß gegen den ehemaligen ungarischen Volkskommissar Bela Äun und die beiden Mitangeklagten, den Kaufmann Georg Mayer- Hofer und die Privattekretärin Ilona Breuer wegen Geheimbündelei. Alle Zuschauer mußten sich vor Betreten des Saales einer Leibes Untersuchung unterziehen. — In der Anklageschrift wird auf die organisatorische geheime Tätigkeit Dela Kun- verwiesen, die er als Leiter des kommunistischen uirgarischen AußenkomiteeS mit dem Sitz in Wien seit dem Jahre 1927 au-geübt habe, wie aus beschlagnahmten Dokumenten deutlich her- vorgehe Dela Äun kam. obwohl er beständig auSgewiefen ist. schon im Vorjahr« zweimal unter falschem Ramen nach Wien und arbeitete im Auslandkomitee, da- einen regen Verkehr mit dem Moskauer Zentralkomitee Der Kommunistischen Partei Ungarns hatte. Dela Äun hat ebenso wie die anderen Beschuldigten in der Untersuchung jede Auskunft über das Zentralromitee und über das Auslandskomitee grundsätzlich verweigert und erklärt, er sei nach Wien gekommen. um hier an politischen organisatorischen und literarischen Arbeiten teilzunehmen. Zu Beginn des Prozesses erklärte Dela Äun auf eine Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, dah er nach den Prinzipien der Äommunistischen Internationale im Interesse des Sieges und des DefreiungSkampfe- des Proletariat- tätig sei und dah er sich nur vor feiner eigenen Älasse verantwortlich fühle und sich mz übrigen im Sinne der Anklage als nicht schuldig bekenn«. An Hand von Broschüren und Büchern gibt der Angeklagte dann eine zusammenhängende Darstellung seiner politischen Tätigkeit. AlS er im Verlaufe seiner Ausführungen sagt, dah die von der Anklageschrift angeführten Schriftstücke in verfälschter U«be r setzung vorgelegt werden, bezeichnet der Staat-anwalt die- a& Unvev- entstehen, dah Oesterreich den bolschewistischen Agitatoren freie - Afvlrecht gewährt. — ..Bubapesti Hirlap" schreibt: Im Bewußtsein unserer Äraft fürchten wir nichts für Ungarn, sondern wir haben Sorg« um Oesterreich. — „R « mzeti U i f a g" meint, dah die Weigerung Oesterreich- ihre Ursache nur darin haben könne, dah «S Oesterreich nicht mit Wo-kau verderben wolle. — ,.P e ft i Raplo" meint, man könne wohl verstehen, dah eine sozialdemokratische Regierung die Au-lie- • ferung Dela Äun» verweigere, aber wie da- Äabinett Seipel zu dieser Stellungnahme komme, sei unerfindlich. In unserem Verhältnis zu Oesterreich müssen wir da- vermerken." Diener preffestimmen. Wien, 26. Juni. (WB) Die Ntchtauslieferimg Bela Runs bat grvhe (Erregung hernorgerufen. Die „Wiener Neuesten Nachrichten" be,affen sich an führender Stelle mit der, wie sie jagen, unbegreiflichen Entscheidung und verlangen den Rücktritt des Iuftizminifter» Dinghofer. Die „Neue Freie Presse" erklärt in ihrem Leitartikel, die österreichische Regierung liefere Bela ftun nur deshalb nicht aus, weil sie wisse, dah die Auslieferung einen rnächtiaen Stur m nach innen und auhen entfeffeln würde, weil dadurch die Sozialdemokratie leichtes Spiel hatte, sich als Hort des Asylrechts aufzublähen, und weil Oesterreich wahrscheinlich in einen schweren Konflikt mit Rußland geraten wäre Mieterschutz und Wohnungsbedarf. Berlin, 27. Juni. (Priv.-Teb) Der Spezialist für Wohnungsfragen im Reichsarbeits- ministeritun. Dr. Ebel, hat auf Grund einer vom Reichsarbeitsministerium fertiggeftellten Denkschrift auf der Weimarer Tagung desRetchs- verbandes deutscher QHictein igungsämter sich f ü t die Beibeha l tung des Mieterschutzes noch auf Jahre hinaus besonders für -einen au#. Den unmittelbaren Aniah zu feiner Reife nach Wien habe der Brief eine» Jrcunbe» gegeben, der ihm mitteilte, dah der ungarische Generalstab einen plan entworfen habe, in dem bestimmte Angaben über eine Verbindung mit 3tollen enthalten feien. Er hab« sich infolge diese» Briefe» veranlaht gesehen, gegen die Vorbereitung eine» neu zu entfesselnden Weltkriege», der gegen die Sowjetunion gerichtet gewesen wäre, Stellung zu nehmen. Der Angeklagte wird wiederholt vom Vorsitzenden unterbrochen mit dem Bemerken, in sachlicher Weise zur Anklageschrift Stellung zu nehmen. Da er sich nicht daran hält, beantragt der Staat-anwalt Ausschließung der O «f- f« n t l i ch k e i t. SS kommt zu einer längeren Unterbrechung der Sitzung. Aach Wiederaufnahme ermahnt der Vorsitzende den Angeklagten, keine Agitationsreden mehr zu halten. Bela Äun kommt nun auf seine letzte Ausweisung au# Oesterreich im Jahve 1920 zu sprechen und richtet dabei heftige Angriffe gegen die Sozialdemokratische Partei. die das in ihrem Programm enthaltene Asylrccht für politische Flüchtlinge ihm gegenüber nicht beachtet habe. Sr habe in Wien Die Äom- muniftische Partei Ungarn» organisieren wollen, da die Äommunistische Partei in Ungarn verboten sei. AIS Dela Äun wiederholt vom Vorsitzenden gemahnt wird, sich dn die Anklageschrift au halten, erklärt er schreiend, er wolle sich nicht hier vor seinen Feinden verteidigen. Als schliehlich Dela Äun behauptet, der Prozeß sei nur deswegen erhoben worden, weil hier die Parole ausgegeben wurde, der Fall Dela Äun dürfe nicht pardonniert werden, entzieht ihm der Vorsitzende das Wort und erklärt, es würden an ihn Fragen gerichtet werden. Dela Äun verweigert aber die Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen mit der Begründung, dah er sich nicht vor seinen Feinden verantworten wolle. Auf Antrag der Verteidigung zieht sich der Gerichtshof zur Deschluh- fastung zurück. Vach seinem Wiedererscheinen teilt der Vorsitzende mit der Gerichtshof werde keine weiteren Fragen mehr stellen. Nunmehr richtet die Verteidigung Bela Äuns an diesen eine Reihe von Fragen, die Dela Äun zum Teil nicht beantwortet. Dela Äun wurde dann wegen Geheimbündelei in zwei Fällen, wegen verbotener Rückkehr und FalsAneldung zu Arrest von drei Monaten, verschärft durch einen Fasttag monatlich, sowie Abschiebung aus dem Gebiet der Republik Dcrurtcilt Ilona Breuer wurde wegen Mitschuld an Geheim- bündelei zu Arrest von einem Monat und Abschiebung verurteilt, von der Anklage der Urkundenfälschung aber freigesprvchen. Die Untersten um abwendet, dann gebe es keinen besseren Weg, alS dah man ihm die Vizekanzlers Last versperrt. DaS Zentrum sei bereit, mitzuarbeiten, wenn man ihm die Stellung ein räumt, die es in diesem Äabinett der Persönlichkeiten erwartet. Dei den Redensarten von Gegensätzen unter den Ministerkandidaten deS Zentrums handle «S sich tatsächlich nur um Wandelhallengefpräche. Die „Vos sisch« Zeitung" berichtet, daß nach dem „Sozialdemokratischen Pressedienst" der Reichspräsident habe mitteilen lassen, dah er der Errichtung des Dizekanzler- amtes im kommenden ReuhSkabinett abgeneigt sei. In den Äabmettcn des republikanischen Deutschland» habe eS nur im Äabinett Cuno al» Vizekanzler Jarre» gegeben. Hcrgt sei im geschäft-suhrenden Äabinett nur Stellvertreter deS Reichskanzler- gewesen. Weiter bemerkt die „Voss. 3ta. , dah Müller-Franken für Mittwoch nachmittag 5 Uhr sich beim Reichspräsidenten angemeldet habe und entschlossen sei, bis dahin di« Verhandlungen zum Abschluß zu bringen. Wenn Wirth endgültig ablehnen sollte, das VerkehrSministe- rium zu übernehmen, werde Müller-Franken an einen anderen ZentrumSabgevrdneten heranlve- ten. DaS Reichsjustizministerium habe Müller- Franken am Dienstag dem Heidelberger Unioer- sftätsprvfessor Radbruch angeboten. Fall- dessen Antwort nicht bi» Mittwoch nachmittag cingctroffen sein sollte, werde di« Ernennung deS Äabrnett# vorläufig ohne Iustizminister erfolgen und dies« Stelle einige Tage später besetzt werden. — Di« „lägt. Rundschau" schreibt, dah Müller«Franken in der Besprechung mit DraunS, Wirth und ®u6rarb erklärt haben soll, er könne den Posten eine» Vizekanzlers nicht zu- gestehen. Im Anschluß daran soll es zwischen ihm und Wirch zu einer scharfen Auseinandersetzung gekommen sein. Der „Vorwärt-" unter» streicht, dah «S bei den Meinungsverschiedenheiten nicht um die Persönlichkeit Wirths »sondern um die Frage, ob die Errichtung einer Vizekanzlerschaft zweckmäßig ist oder nicht, gehe. 6o$ialbemotrafie und Albeitsministelium Köln, 27. Juni. (TU.) Die »Kölnische Zeitung" beschäftigt sich mit der Besetzung des Reichs- arbeitsminifteriums und des Trnahrungsministe- riums. Das Blatt betont dabei, daß gegen den Reichsarbeitsrninister Dr. Brauns im Wahlkampf von sozialistischer Seite die schwer ft en Kano- nen aufgefahren worden feien, so daß man sogar habe glauben müssen, mit Brauns sei eine Gemeinschaft unmöglich. Jetzt jedoch melde sich kein ftandidat zum Examen. Niemand im sozialistischen Lager habe Lust, dieses Ministerium, das mit einer beispiellosen Macht ausgeftaltct fei, die fo etwas wie praktischen Sozialismus ermögliche, zu übernehmen. Daß die Wirtschaft es nicht aushält, befurchten die Sozialdemokraten und deshalb ihre Scheu. Diese Scheu müsse aber überwunden werden. Das Arbeitsminifterium g e - höre einem Sozialdemokraten trotz allem. Ebenso könne für den Posten des E r • nährungsminifters nur ein Mann der bisherigen Dp pof ition in Frage kommen. klagten, fein« Verantwortung ohne Ausfälle durchzuführen. Dela Äun führt« nun im ein* In der österreichischen Regierungskvalition bestehen seit einiger Zett nicht unbeträchtliche Spannungen. Ramentlich die Großdeut- schen glauben sich durch bie Christlich-Sozialen beiseite gedrängt, sie haben sich in- tvlgedesfen wiederholt recht energisch gerührt, um eine stärkere Berücksichtigung ihrer Interessen herbeizuführen, mit dem Ergebnis, daß der Bundeskanzler Dr. Seipel mit Rücksicht aus den Bestand seiner Regierung sich zu mancherlei Zugeständnissen bereit fand. Ganz zufrieden zu stellen vermochte er aber die Groß- deutschen nicht, die Ihrem Vertrauensmann in der Regierung, dem Iustizminister Dr. Ding- böser, den Vorwurf machen, daß er den Thnst- lich-Svzialen gegenüber sich viel zu nachgiebig zeige und immer bereit sei. auf Äonchromiss« «inzugehen. Di-Her sand sich aber kein schicklicher Anlaß, um sich Dinghoser» zu entledigen, et ist aber über Rächt den Groß deutschen durch den ungarischen Antrag, den in Wien verhafteten ehemaligen Rätediktator Dela Äun wegen einer Reihe gemeiner Verbrechen au-zu- liefern, in den Schoß gefallen. Während da- höchst« österreichische Gericht dem ungarischen Begehren z u st i m m t e. ist vom Ministerium der Antrag abgelehnt worden. Diese Maßnahme Dinghofers bracht« die Grohdeutschen derart in Harnisch, dah sie ihn energisch aussor- berten, sofort feine Karlsbader Äur zu unterbrechen und in Wien Rede und Antwort zu stehen. Dr. Dinghoser hat daraus mit seiner Demission geantwortet. Wenn «s sich hierbei auch nur um em« Auseinandersetzung innerhalb der Grohdeutschen Partei handelt, durch die der Bestand der Regierung zunächst nicht gefährdet wird, so darf doch nicht übersehen werden. dah der Vorstoß gegen Dinghoser sich indirekt auch gegen das Äabinett richtet. Au» der Erklärung Seipels, dah er die Entscheidung Dinghoser» decke, geht doch hervor, dah der Iustizminister nicht auf eigene Faust, sondern auf Grund eines Äabinett-beschlusseS gehandelt habe. Da» Zurückweichen vor der Sowjetunion - Dela Äun ist russischer Staatsbürger hat mit dazu beigetragen, die Grohdeutschen zu veranlassen, durch den Druck auf Dinghoser dem Äabinett in verschleierter Form ihr Mißtrauen au-zudrücken. Ob bi« Absägung des Iustizminister- noch irgendwelche innerpvlitischen Folgen haben wird, bleibt abzuwarten. Bie Oemission Oinghofers. Berlin, 27. Juni. (Priv.-Tel.) Die Verhandlungen Hermann Müller-Frankens haben noch zu keinem Ergebnis geführt. So konnte er feine Abficht nicht aussühren, gestern abend noch dem Herrn Reichspräsidenten Bericht zu erstatten und ihm womöglich schon die fertige Ministerliste oorzulegen. !Dic Verhandlungen mit dem Zentrum sind noch nicht abgeschlossen. Muller-Franken hat den Zentrumsvertretem erklärt, daß er den Posten eines Vizekanzlers nicht zugcstehen will und daß er das Ernäh- rungsministerium bereits in die Hände des Aba. Dietrich- Baden (Dem.) gelegt habe. Nach dieser Unterredung mit den Unterhändlern der Zen- trumsfraktton empfing Hennann Müller nacheinander die drei vom Zentrum benannten Ministerkandidaten, und zwar trug er dem Abg. Dr. Brauns den Poften des Reichsarbcitsmini- fters, dem Slbg. v. (9 u 6 r a r b das Ministerium für die besetzten Gebiete und dem Abg. Dr. W i r t h das Vcrkehrsministerium an. Inzwischen hat der Vorstand der Zentrumssraktion noch eine kurz« Sitzung abgehalten. Darauf erschienen die beiden Adaeordneten Esser und Dr. Stegerwald nochmals bei Müller-Franken. Das Zentrum ließ erklären, daß es an dem dem Abg. Wirth angebotenen Verkehrsmini st erium nicht unbedingt festhalten würde, daß es aber auf der Vizekanzlerschaft Dr. Wirths bestehe. Wie man aus ft reifen der Sozialdemokratie hört, würde diese dagegen nichts einzuwenden haben; doch glaubt man in unterrichteten ft reisen, daß zu einer Vizekanzlerschaft Dr. Wirths die Deutsche V o l k s p a r t e i erneut Stellung nehmen müßte. Völlig ungeklärt war noch die Frage, wie das ReichSjustizmini st erium beseht werden soll. Dr. E u r t i u s hat. wie in parlamentarischen Ärcifen verlautet, die zustimmende Erklärung Dr. Stresemanns bestätigt. Gr hat jedoch in dieser Frage dem präsumptiven Reichskanzler Müller völlig freie Hand gelassen, damit ihm die Verhandlungen mit den anderen Parteien «rleichtert werden und eventuell ein Austausch der Minister erfolgen kann. Jedenfalls würde sich die Sozialdemokratie nicht scheuen, die Verantwortung für das Justizministerium zu übernehmen; fall- sie diesen Poften zu besetzen hätte, würde in erster Linie der Abg. LandSberg als Iustizminister in Frage kommen, eventuell auch der Aba. R a d b r u ch oder, falls es auch dieser ablehnt, der Abg. S a e n g e r. Um den Vizekanzler. Tie Forderung des Zentrums. Derlin. 27. Juni. (Tel.) Die Derlincr Morgenbrätter beschäftigen sich ausführlich mit den-Schwierigreifen, die bei der RegierungSbil- düng am Dienstag aufgetaudjt sind Die „Germania" betont, daß es für das Zentrum darauf anfommt, in das Äabinett bei sachlich schwacher Beteiligung starke politische Persönlichkeiten zu entsenden. Rach dem das Gmäh- nmgminifierium durch Herrn arm Müller auf« sollend vordringlich mit Dietrich (Baden) besetzt worden war, habe das Zentrum auf den Posten des Vizekanzlers Anspruch et hoben. Diese Stelle solle in die Hande des Abg. Wirth gelegt werdem Dah es am Dienstag zur endgültigen Bildung des Äabinetti nicht gekommen ist, habe daran gelegen, daß sich Widerstände gegen die Einführung des Dizekanzlerpo- st e n S bemerkbar machten. Es sei vom Zentrum tor allen Dingen der Sozialdemokratie gegenüber ein außerordentliches Entgegenkommen, wenn es das Ressort des Arbeitsminifteriums behält. Solle das Zentrum dahin gebracht werden, daß es sich vom Arbeitsmini- ~ 2 A S A S •J- - *1 ■ 0 .>5 s S' -A?'- 0*^3 1 n . Ö 2 S ” n 2 A - 3 ö s j'» - V 09j' I - ' c » 5 * s*f £ rt * r - fi,2o’ÄJS? Stfsr »■f r ■* ' Ap 0 v: 0'5 2 -.5, ■ l? ’M'Ä .1 2 = z - Z Li.'S ti'.I 1 = 1.1 2 sn 7 ihs1 s» 1U ;=s= - wtfi 2 - = S==® »2.2 - Kleinwohnungen eingesetzt Er hegründet ci? Rollo enbigkeit mit dem Ergebnis der Reichs- wchnungszählung. die einen Fehlbestand t>on einer Million Wohnungen ergeben tat Do im Jahre 192? als bisher höchste Baa- Iciftune 250 003 neue Wohnungen hergestellt wurden, d?r jährliche Deobedars an Wohnungen aber rund 200 000 beträgt, so ist der konstante Fehlbetrag nur um 50 000 Wohnungen geringer geworden, was nach dem Ergebnis von 1927 noch eine Fortführung der bisherigen Bauleistung f ü r weit mehr als ein Jahrzehnt bedeuten würde .Das heißt die Hausbesitzer werden für die!e Zeitspanne die Zwangsbewirtschaftung des verknappten Wohnraumes weiter tragen müssen, toetm man nicht zu einer grundsätzlichen Aenderung der bisherigen Wohnungspolitik kommt. Probleme der Giedelung. Tie Finanzicrungsfragc. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 27. Juni. Schon die Durchführung des Siedlung-Programms mit den im Etat für die Spanne von zwei Jahren dafür vorgesehenen 50 Mill. 'IRt. deren Aufbringung bei der gespannten Finanzlaae des Etats nicht ganz leicht ist. macht den zuständigen Stellen die größten Schwierigkeiten Heber diesen Rahmen hinaus dürften weitere finanzielle Aufwendungen kaum in Frage kommen und eine jetzt in der Oeffentlichkeit erschienene Mitteilung, daß die Deutsche Bau» und Bodenbank 2L- ®. einstweilen 3 Mill. Mk. zur Verfügung gestellt bekommen habe mit dem Zweck der Zwischen- finanzierung landwirtschaftlicher Siedlung ist, wie wir erfahren, nicht zutreffend. Dre Dau- und Dvdenbank beschäftigt sich überhaupt nur mit der städtischen und nicht mit der landwirtschaftlichen Siedlung, so daß sie für dieses (Sebiet überhaupt nicht in Frage kommt. Die Weiterleitung von SiedlungS« gelbem besorgt die Rentenbank-Kreditanstalt, während die Verteilung von dem sogenannten Siedlungsausschuß vorgenommen wird, der aus je einem Vertreter des Ar- beitS- und de- Reichsernährungsministeriums und des betreffenden Landes, in dem gesiedelt werden soll, zusammengesetzt ist und der zu manchen Zeiten fast wöchentlich zusammentritt. Daß unserer bisherigen Siedlungspolitik die notwendige Großzügigleit und Energie fehlt, ist zweifellos, aber nur dann zu ändern, wenn man bereit ist, durch Abstriche an anderen Etatstellen größere finanzielle Opfer zu leisten. Eine verlorene Wirischastsposition in Polen. Die letzte deutsche Bankfiliale in Posen wird aufgegeben. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 27. Juni. Die Deutschen und der deutsche Handel im ehemalig deutschen Gebiet Polens haben einen beträchtlichen Verlust zu besagen, nachdem sich die Di-conto-Gesell- schäft, wie gemeldet wird, entschlossen hat, als letzte deutsche Bank in Posen ihre dortige Filiale zu schließen. Anscheinend sind einmal wirtschaftliche Umstände und der nicht sehr nutzbringende Verlauf der letzten Jahre für diesen Beschluß bestimmend gewesen, abgesehen von Schwierigkeiten, die entstanden, nachdem der Mietvertrag mit dem Magistrat der Stadt Posen Ende September 1929 abläuft und trotz aller Bemühungen andere Geschäftsräume für l die Bank angeblich nicht zu finden sind. Die Filiale der Disconto-Gesellschaft war die letzte ^deutsche Dank in Posen, nachdem die , Deutsche Dank, die auch noch Filialen in ' Thom, Dromberg und Hohensalza hatte, kurz nach Errichtung des polnischen Staates ihre dortigen Filialen liquidierte und die Dresdner Dank anscheinend vor allem mit Personalschwierigkeiten belastet, ebensalls in diesen Jahren ihre Posener Riederlassung a u f - gegeben hat So war die Filiale der Dis- evntv-Desellschaft ein wichtiger Stutzpunkt sür den deutschen Handel, wenn auch bie Geschäftsführung unter der Entwicklung der polnischen Wirtschaft in ben Jahren 1920 27 schwer gelitten hat. Der Verlust dieser finanziellen DasiS wird die verbleibenden deutschen Handrlstreibenden schwer treffen und sie zwangsläufig zur Benutzung polnischer Banken drängen. Tschechisches Mißtrauen gegen den V. ö. A. Offiziell und inoffiziell. Die deutsch-tschechischen Beziehungen zeigen zwei leider recht verschiedene Gesichter. Der offi- Zie',' Ton zwischen den Regierungen ist höflich unD manchmal beinahe freundschaftlich. Der tschechoslowakische Außenminister Benesch hat Berlin besucht, der tschechische Arbeit-Minister Dr. Spina ist in Bayern aewesen und der tschechoslowakische Handelsminister hat die Leipziger Frühjahrsmesse offiziell besichtigt. Aber allen diesen Reisen und Besuchen, deren guten Willen wir nicht verkennen, steht leider immer noch ein etwas dunklerer Teil der deutsch-tschechischen Beziehungen gegenüber. Ein eklatantes Brispiel bietet der Prozeß, der türxlid) in Böhmen als Berufung gegen die Des chlagnahme dersudetendeutschen Zeitung ..Abwehr" geführt wurde. Das Blatt war im März von der tschechoslowakischen Zensur beschlagnahmt worden, weil es einen Artikel mit der Heberschrift: „Reichs- minister Külz. Dorsitzender des Ver- einsfürdaöDeutschtumimAuslande" gebracht hatte. Al- Begründung war gesagt, daß der D. D. A eine gegen die G ? istcnz des tschechoflowakrschen Staates gerichtete Organisation sei, die gegen das tschechische Gesetz zum Schutz der Republik verstoße. Man könnte nun meinen, daß diese Ansicht auf dem M i ß - Verständnis eines untergeordneten provinziellen Organes beruhe, aber die Berufung-Verhandlungen, die die Beschlag ahme bestä i tm, bähen etgeoen, daß man auch in anderen zentralen zuständigen Stellen Prags. z. D in bei Präge. Polizeidlrektivn. die ein Gutachten zu dem Fall abgegeben hat. die gleiche seltsame Anschauung vertritt. In einem Gutachten der Prager Polizcidirektion heißt es angeblich, daß der Verein offiziell zwar feine politischen Ziele verfolge, daß er aber doch im Sinne einer all nationalen® eutfd>lanbibee handle daß der B. D. A i r r e d e n t i st i s ch sei unb daß er mit dem Deutschen Auslandinstitu t in Stuttgart zusammenarbrite. welches man als Zentrale der deutschen Spionagetätigkeit bezeichnen müsse. Diese Anschuldigungen sind geradezu grotesk Ein Verein, in dem der frühere demokratische Reichsinnenminister Külz eine sichren de Stellung einnimmt, dem Hindenburg als Ehrenvorsitzender angehört, und der mit dem rein wissenschaftlich-sachlich arbeitenden Deut- schon Auslandinstitut zusammengeht, und der schließlich eine ganz offizielle und m keiner Weise mit Geheimnissen umgebene Organisation ist, kann natürlich niemals irredentistische Politik im Ausland treiben oder gar der deutschen Spionage dienen. Daß die Tschechen aber den Sinn des D. D. A. und überhaupt den Sinn der deutschen Kullurgemeinschast über die Grenzen hinaus, die Deutschland in mancher schweren Situation als Ausgleich allzugroher Spannungen mit anderen Staaten gedient Hal, so sehr verkennen, kennzeichnet den leider noch immer recht bunllen Teil der inoffiziellen deutsch- tschechischen Beziehungen. Zum Jahrestag von Versailles Ein Aufruf des Arbeitsausschusses Deutscher Verbände. Berlin. 26. Juni. (£H.) Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände erläßt zum 28. Juni 1928. dem Jahrestag de- Ver- sailler Diktats, folgenden Aufruf: Deutsche, denkt daranI Wieder jährt sich der Tag, an dem vor neun Jahren das deutsche Voll, der Wehr und Waffen durch ein von feinen Gegnern im Vorfriedensvertrag vom 5. Dovem- ber 1918 feierlich gebeneneS, dann aber schmählich gebrochenes Wort beraubt in Versailles ieneS Diktat unterzeichnete, daS ihm und der Welt nicht den ersehnten Frieden, wohl aber eine Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln brachte. Auch den bitteren Kelch dieses DachlriegeS hat da- deutsche Doll bis zur. Reige leeren müssen. Rur sein unerschüttev- licher, zu größten Opfern bereiter Friedenswille konnte der europäischen Politik den Weg weisen, der über London, Locarno nach Genf führte. Gewiß! Der DaweSplan hat eine Wiederholung jener mörderischen Reparationspoll tik beinahe unmöglich gemacht; Locarno sichert auch die deutsche Westgrenze gegen die französischen Wachtgelüste; die Ausnahme Deutschlands in den Dölkerbund hat ihm wieder eine gewisse Stellung unter- ben übrigen Rationen verschafft. Weit sind wir aber noch von der Erfüllung der Hoffnungen und Erwartungen entfernt, zu denen diese Opfer berechtigen, und die zu verwirklichen der von unseren Gegnern so oft betonte Friedenswille, Versprechungen und vertragliche Bestimmungen verpflichten. Auf dem deutschen Volke und seiner Wirtschaft lastet noch der Dryck ungezählter Reparationsmilliarden. Große Teile deutschen Bodens, Millionen deutscher Staatsbürger am Rhein, Saar und in der Pfalz befinden sich noch unter Fremdherrschaft. Der militärischen Ohnmacht des Reiches stehen gewaltige, mit modernsten Kriegswaffen aus- gerüstete Heere gegenüber, der deutschen Abrüstung und Unsicherheit gesteigerte Rüstungen und vielfach garantierte Sicherheiten. Der Osten Deutsch- lands leidet unter unmöglichen Grenzziehungen. In den abgetretenen Gebieten wehren sich deutsche Stämme gegen bie Unlerbrüdung ihres Volkstums, ihrer Sprache und Kultur. Name und Ehre des deutschen Volkes sind immer noch mit dem Makel der Schuld am Kriege, der Schuld im Kriege und der kolonialen Schuld behaftet. Das deutsche Volk ist nach wie vor zur Herbeiführung eines wahren und gerechten Friedens entschlossen, zur Verständigung mit seinen ehemaligen Kriegsgegnern bereit. Frieden und Verständigung können aber nur auf der Grundlage völligen a e - genseitigen Vertrauens, restloser Gleich st ellung und Gleichberechtigung verwirklicht werden. Diesem Ziele stehen aber noch obige Hindernisse, der ihnen noch zugrunde liegende' Versailler Kriegsgeist und Kriege- haß entgegen. Ihnen gelte daher weiter unser gemeinsamer Kämpf. Mit den Waffen des Rechts, mit den Mitteln der Wahrheit. Deutsche, denkt daran? Arbeitsausschuß Deutscher Verbände gez.: Dr. Schnee, M. d. R., Präsident. gez.: Draeger, Geschästsführendes Borstandsmitglied. Die „Bremen" Flieger inKottbus Einweihung eines Ehrenmals für Chambertin und Lcvine. KottbuS. 26. Juni. (WB.) Die „Bremen"- 5lieget Köhl, Fitz maurice und v. Hüne- feld statteten der Stadt Kottbus einen Besuch ab. Tausende von Zuschauern hatten sich auf dem Flugplatz eingefunden. Die Stadt prangte in Flaggen- und Dirlandenschmuck. Eine besondere Bedeutung erhielt der Empfang der „Bremen-Flieger dadurch, daß die Grundsteinlegung für das Ehrenmal für die amerikanischen Flieger Ehamberlin und L e v i n e , bic bekantlich vor Jahre-frist Gäste der Stadt Kottbus waren und von ihr zu Ehrenbürgern ernannt wurden, cm Beisein der „Bremen"-Flieger und durch sie erfolgte. Oberbürgermeister Dr. Kreutz begrüßte die Flieger mit einer Ansprache. in der er auf die Landung Ghamber- lins und Lcv'mes mit dem amerikanischen Flugzeug „Eolumbia" zu Pfingsten vorigen Jahres hinwies. Der Oberbürgermeister wies dann auf bie grenzenlose Begeisterung hin. die die Mitteilung. daß Köhl, Zitzmaurice und Freiherr v. Hüneseld die Grundsteinlegung vollziehen würden, bei allen Kreisen der Bevölkerung ausgc- löst hat. Rach der Rede de- Oberbürgermeisters folgten bie Hamm erschlage bet drei Flieger. Der Entwurf bes Denkmals für die Amerikaflieger Ehamberlin und Levine, der von Professor Gerstel- Berlin hergestellt ist, zeigt eine ErbkugeU auf der auf der einen Seite Amerika, und auf der anderen Europa re lief artig ausgearbeitet sind. Daneben zeigt er zwei allegorische Frauengestalten und über dem Meer zwei Adler. >ne den Flug von West nach Ost und von Oft nach West svmbolifieren sollen. - An bie Grunb- steinlegung schloß ftd) eine Rundfahrt durch die -tdbt in blumengeschmückten Kraftwagen. Aus dem Schillerplatz wurde den Fliegern von einet Spreewälderin ein Ehrenttunk auS einem 'ilbernen Pokal der Stadt Kottbus kredenzt. Hieraus ging die Fahrt nach dem Wintergarten, wo ein Frühstück eingenommen wurde, an dem sich ungefähr 250 Personen beteiligten. Die Rückfahrt der mit Lorbeerkränzen geschmückten Flieger zum Flugplatz, von wo aus gegen 4 Hhr ein Rückflug nach Berlin erfolgte, gestattete sich zu einem wahren Ttiumphzug. 3m Kampf mit dem Polareis. Die Hilfsmaßnahmen für die Jtaliamannschaft. Rom, 26. Juni. (WB.) Heber den augenblicklichen Stand der Maßnahmen zur Rettung der .Italia"-Mannschaft und Amundsens wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß die »Braga n z a. die zusammen mit zwei norwegischen Flugzeugen bie Suche nach der verschollenen „Latham' aufnehmen sollte, immer noch in der Rahe des RordkapS vom Eise einge- schlossen ist. Am Ausgang der Hinlopen- fttaße liegt der schwedische Walfischfänger „R o h" mit einem Keinen Wasserflugzeug, das für die Dachforschungen nach der Gruppe Marino bestimmt ist. Aus dem Lande werden diese Dachforschungen durch zwei italienische Expeditionen unterstützt, die auS vier Hundeschlitten. riet norwegischen Führern, sowie auS Kapitän Sota und xtoei Angehörigen deS Alpenklubs bestehen. Ihre Operationsbasis und ihr Lebensmi tteldepvt befinden sich in der Dähc von Beverly. Morgen wird der schwedische Dampfer .Tanja" nach Kingsbah zurückkehten. In der Vitgobay befindet sich dann nur noch die »Gitta di Milano" mit drei Großflugzeugen, zwei italienischen und einem schwedischen. Auf Der .Gitta di Milano" befindet sich im Au^n- blid noch eine sinländische Maschine, die, fobalb sie mit Gleitkufen versehen ist, au dem Dampfet .Quc st" in der Hinlopenstraße fliegen soll, um von dort zusammen mit den kleinen schwedischen Flugzeugen bie auf dem Eise zurückgebliebenen Personen der Dobile- gruppe zu bergen. Morgen werden aus der „Gitta di Milano" die drei Piloten der Großflugzeuge zu einer Beratung zusammen treten, um sich über die Maßnahmen zur Bergung der Trümmer der „Italia" schlüssig zu werden. In ganz Spitzbergen herrscht sehr schlechtes Wetter. Der russische Eisbrecher „Krassin" hat am Sonntagabend Bergen mit dem Ziele Tromfoe verlassen. Oer Absturz der „Ztalia". Rom, 27.3unL (ZBIB. Fuukspruch.) Aus den Darstellungen Robiles übet den Absturz der , jfalia" geht, rote von zuständiger Stelle mil- geteilt rolrd. hervor, daß zuerst die Hintere Moto rengo adel. in der sich der Mechaniker Vincent pomolla befand, auf das Eis stürzte. pomaUa starb kurze Zeit darauf und wurde von der Gruppe Jlobite ehrenvoll b e ff a f • let Das Luftschiff rourbe nach dem Verlust der Gondel abgetrieben, wenig später befand es sich bereits in einer (Entfernung von fast zehn Kilometer. als man eine große Rauchsäule aufsteigen sah. bte nach Ansicht Nobiles auf ben Brant» bet Benzin- ober Del tan ks zurückzuführen ist. Baden fordett Reichszuschüffe für seine Hochschulen. Threnmitgliedschaft der Vokksbundes verliehe». Einem möglichst bald einzuberufenden außerordentlichen Dcrlreterlag soll cs Vorbehalten werden, die Neuwahl des er st en Lundespräside». t e n oorzunehmen. Bis dahin bleibt der alle Dorfrand unter der Leitung des stcllvertretenden Pta- sidenten, des Reichskanzlers a. D. Dr. L u t h e r, im Amt. Mit dem Gelöbnis, nach wie vor den Ruhestätten unserer gefallenen Krieger alle Fürsorge an- gedeihen zu laffen, schloß die Tagung des 10. Ser- tretertages. Tie Deutsche Kraueotagung in Äöla. Hnter dem Wahlspruch „2Defen und Wirkung weiblicher Kulturschöpfung" begann Dienstag vormittag dte große Deutsche Frauentagung in Köln, die getragen ist von einem Ausschuß, dem die fMjratbcn Damen der deutschen Frauenbewegung angchören. Am Bor- mittag begrüßte Frau Oberbürgermeister Adenauer die etwa 5000 Frauen in der großen Mei,«hall« im Domen der Stadl Köln und der „Pressa". Dann ergriff Frau Ministerialrat Dr. Bäumer, Berlin, bas Wort zu einem Dortrag über daS Thema .Die weibliche Bestimmung im Daube! der geschichtlichen Lebensform". Die Rednerin führte tu ar im ganzen Reich bereits 1200. Hieraus wurde die Deuwrhl bes Dorstande- vorgenommen, an bte sich interne Beratungen anschließen werden. Karlsruhe, 26. Juni. (WTB.) Dem badischen Landtag liegt eine Entschließung deS HauShaltauSschusseS vor. welch ebetvnt, daß Baden aus historischen Gründen mitunverhält- nismäßig hohen H ochschu l- A u S g a - ben belastet sei und die badischen Hochschulen überdies wichttge deutsche Grenzlandaufgaben zu erfüllen hätten. Hnter Darlegung dieser Tatsachen soll die Regierung bei der Reichsregierang mit dem Antrag vorstellig werden, bas Reich möge bi ebestehenden Hngleichheiten durch Reichszuschüsse und auf dem Wege deS Finanzausgleichs ausgleichen. Hnter- richtLminister Leers nahm in der heutigen Plenarsitzung zu dieser Entschließung Stellung. Er hält den darin bezeichneten Weg für gangbar. Es fei Tatsache .daß Baden trotz seiner schwierigen Finanzlage feine drei Hochschulen auf einer stattlichen Höhe gehaltenhabe. Man sollte es sich aber sehr ernstlich überlegen, ob man unter dem vielleicht schnell vorübergehenden Eindruck einet gewissen Dot eines unserer höchsten Kulturgüter aus dem Land everweisen wolle. (Es war im Lauf eher Debatte ber Gedanke einer Reichs- Universität Heidelberg aufgetaucht.) Der Minister hob den Dorzug von Länderuniversitaten hervor und bemerkte .das Reich gebe schon jetzt Wittel für die Hochschulen aus. Erwünscht wäre allerdings, daß bie Länder über b le Der - Wendungsart selbst bestimmen könnten. Auch ber Hmstand. daß auch diele Dicht- babener an unseren Hochschulen studieren, rechtfertigt den Ausgleich. An der Annahme bes Ausschuhantrages ist nicht zu zweiseln. Aufhebung her Salzsteuerfontrolle in Ehina. Paris, 26. Juni. (WB.) Der Pekmaec Berichterstatter ber .Information" meldet: We sübchine- sische Regierung hat unter planmäßiger Ausschaltung ber ausländischen Verwaltung die Steuerverwaltung ber Salinen* gebiete bes Nordens unter ihre Kontrolle gebracht und die sofortige restlose Ablieferung der verfügbaren Gelder verlangt. In maß- gebenoen Kreisen glaubt man, daß ber Beseitigung ber Salzsteuerlontrolle halb bie Zerschlagung der Seezollverwaltung, der letzten Garantie für ben Dienst der au»roänigen Anleihen, erfolgen wird. — Die enalische Garnison Weihaiwei Hal ein Bataillon nach dem Dergbaugebiet ber Chinese Engineering Company ent- sandt, um deren Eigentum vor ber Zerstörung und Plünderung durch die zuruckslutenden Norb- truppen zu schützen. Aus aller Wett. Dom Volksdund Deutsche üricgctgräberfäcfotge Die Verhandlungen de» Äerttelertages des Dokks- bunde» Deutsche Kriegergrädersürsorge beschäftigten sich in der Hauptsache mit organisatorischen und verwaltungstechnischen Fragen. Dem ausscheidenden Bundespräsidenten. Oberpfarrer Siems (Berlin- Charlottenburg). wurde der Dank und bte inerten nung des Dertreteriages ausgesprochen und die— Oie Wetterlage. 755 1» y- ©nrfle. o n* eteecwi ® » »««<«1 • lehnet a 6,-ewfK ■ "toti -w»tine.O «tcritt» O« «4W SodseowcH T} Her«♦<*<» tx- »ftiic ruegtn «in de* wade. Pm eo oen 'ünionc-i «en geien dte Te*»trih«« «n. 0»e im-en eerween Orte *il e»! H-truaMUK veert«rweelre teTWece Wettcrvorau4sagc. Hoher Luftdruck aus Südwesten und tiefer Luftdruck in Dänemark und Südskandinaoien bedingen in Mitteleuropa eine Zufuhr kühlerer Luftmassen, bie bereit» in West- und Mitteldeutschland zu einem Temperaturruckgang von etwa fünf bie sieden harti<ße;i tionbkbah 3a6r;e wird Sophie Sanbau. übrigen* in unterer Stadl fein Ärembrr «ehr. 1865 der Dichter Duo 3uliu» Hieibaum 1Ü25, iu .em. Wan will nicht lernen in den klage. Obergeschoß bi Heilstätte für inaul Patienten mit Tuberkulose der M erzählt weiter: CIGARETTE Auf waren Der SrweiterungSb.'u bi* über daS erste chen Hu dem Bau der brüche Dee Jö± Jen Entzückens (rt>?iafL Das Kind sucht unbewußt die Bähe der Xatur es »dl sie nicht tL ganz in pr leben. Der es versteht, das seinem Kinde mdg- lich zu machen, her tvtoidl. daß tue schullote 3eit zur lehrreichsten, oetmnnbnngenbften de» S«tt Jahrzehnwn o-e Devenrugte Nehrung für Siug'^O», die nicht geitmt werden oder die entwöhnt werden •O'len. Uruberfcften be> eNen Verdeuwngntörjngen, besondere bei Brechdurchfall und Dermkatarrh. ? alle S H Sdtcrttotg 81, ausgestellt. Dtindermorff in Gießen dem gestrigen Lindermarkt in Diesten 955 Stuck Großvieh und 462 Stück Äletn- nb rt)ar » MR» puvöc bit loitth-bl .cm die fich interne en. wichtige Qlngclegcnbciten: Beratung b halt-Voranschlags für 1928. Gaö.erfor trag mit der Cbcmcinbe Dieseck. T für die Stadt Diesten. Abgabe von Entfaltung genommen, der Kinder-Klinik ist r Taten für Torncr»st abgetan, criftied nicht mehr, man ist leibst etwas, nicht mehr ihr Sklave. Ich bah. einmal gesehen, wie Kinder am letzten Schick.age dem Lchulge.äude .eine fange Aale zogen . tine Debärkt die in Worte übersetzt etwa beißen sollte: .Wi. entwichen dir. Tyrannin. Sieh zu. was du ohne uns an fängst." Als zweiter wichliger Faktor kommt hinzu, daß in den Sommerfellen ein großer Teil dtr Vtadt- x fugend »um mindeste« verptist. Gegner des Aiilens. die es ja auch beul noch gibt, halten dos Der reifen gef ander Kinder »ür einen um* nötige» Lunts, aber abgesehen davon, daß für jung« Menschen, die einen erheblichen Teil des lagt» Un Zimmer a ab ringen müllen, ein Luft- wechle'. von hygieni'chem Werl ist. kann man auch sonst den Autzen des AeisenS nicht bereiten Für die 5t,einen, wie für die Heranwachsenden gilt dos Doethewort .Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch aus 2eiten." Was lernt das Kind aus Tteitenf Wen» man, was bclonderS für die Kleinen sehr zweckmäßig ist, mit ihnen einen Ort auisuchl. bet nur hubfch nnegen ist ohne durch öroßauiale.. bet Land- Mteft grüße ic 2nfprüche an ihre Aufnohme- lähigteit zu stellen, so werben fte in bietet Luh« sich an eine Intensität des Beobachtens gewöhnen, wie sie im Lärm unb hastigen Treiben der Großstadt gar nicht entstehen kann. Der moderne Unterricht versucht, bas K>-tz das Sehen au lehren. Durch nichts kann «s diesem Ziel fchndlet und sicherer naheaebrachi werben als tzuoch beschauliche Wochen Draußen in der Lalor. Kinder werden durch alle« 2tue gelockt: so gehen fit In einer fremden Umgebung sofort aus ..Unideckungen" aus. Der Ellenbahn staub ist kaum abgclpull, da beginnt das Kind bereits das Heue, Fremde zu erkunden Erst kommt das Haus dran, dapn her Garten, danach die Dorfstraße, die 2Mek, der nahe Wald: so kann es oh schon am ersten Tage voller Stolz feine Stern ..führen". Schüchterne Ämter werde» plötzlich lebhaft, erzählen von ihren Ertebnisfe» Draußen, von hen Menschen unb Deren, mit Denen lie Bekanntschaft schlossen. Ihr Selbft- bewustttein, ihre Selbständigkeit wächst, da die Furcht vor der Schule, ihre einengenbt Fessel fehlt. Den ersten Streiszügen folgen viele an- Dete, bei Denen mehr auf Einzelheiten geachtet wird. Schon nach kurzer Zeit kenne» die Kinder leben Baum, jede sonnige Stelle, an der es tu (Brünberg (Letztesten- geboren (gestorben 1910); — 1914 Erwartung de» österreichischen Thronfolger» und feiner Geinatzlln in Serojewo; — 1919: Friede n-ichluß zwifche» Dtullchiond unb Der Entente 23. Regatta der Gietzeoer Ruder-GeselLschofi 1377 e. D. Als vor nunmehr 46 Jahren, am 9. Juli 1382. die erste Gießener Ruber-Aegatta von der jnngen 77er Gesellschaft veranstaltet und dadurch die idyllische Auhe der im Sommer besonder» entzückenden Mustlandlchast »wischen Oberwehr unb Felsen ,um er ft en Male durch flotte rudersport- liche Wettfahrten betebt und gestört wurde da dachte wohl keiner der damaligen Deranstalter, datz aus jenem ersten Dersuch eine dauernde Ein- richtung werden würde. Durch den Ruderbetrieb, bau neben der GAG 1877 auch der Benin Rudersport 1913. Ruder-Elub .Hasfia" und Wasserlport-Derein .Hella-" in regster Tätigkeit obliegen und durch tne veranstalteten Regatten, hat die Einwohrurschatt Gießens den landschaftlich schönsten, leider Durch den Bahndamm völlig verdeckten und abgeschnittenen Teil ihrer Stadt erst richtig kennen und schätzen gelernt Die am Samstag unb Sonntag staltsindende 2 3 Regalta der .G. R G. 1 8 c 7- verspricht flau* besonders interessante Dctikümpse Die ämtlichen Wanderpreise sowohl, als auch die Heraus!orderungspreise für die Achter-. Biererund Ciner--Rennen haben beste unh zum Teil sehr zahlreiche Bewerber gefunden, ebenfo die 3 unter- und Iungmannen-Rennen Für den Akademifchen Bierei ist vom Rektorat der Uni- verfltät Gießen ein prächtiger Herausfvrderungs- prms neu gestiftet worden, der von den ata- demifchcn D ter er-Mannschaften der „Umn. Frankfurt a. M. Institut für Leibesübungen". deS .Frankfurter Ruder-Dereinö 1885" unb des .Vereins Rudcrfport 1913 Diesten" bestritten wird. Um weiten Kreisen Der Bevöllerung den Besuch der Regatta zu ermöglichen, sind tn diesem Jahre die Eintrittspreise besonders niedrig gehalten. Die gelösten Karsen sind sowohl für die am Samstag und Sonntagvormittag ftatlftnben- den Borrennen, wie auch für die an beiden Tagen stattfindenden Hauptrennen gültig. Am Sonntagnachenittag von 2J0 Uhr ab wird die Kapelle Topp auf dem Regattaplatz ihre munteren Weifen ertönen lassen Für die Mit- glieber unb deren Angehörige ist nach Schluß Der Regatta und Der Preisverteilung geselliges Zusammensein mit Tanz vorgesehen. Rach Eintritt Der Dunkelheit wirb auf beiden Lahnusern, wie aus dem heutigen Anzeigentell ersichtlich ist, ein große» Brtllantfeuerwerk abgebrannt werden Die zum Teil sehr wertvollen Regatta-Preise find im Schaufenster der Firma Frly ARenn- mA Dlnistn^r-. ■ 61 ®* aiA •, CI uni) au* C M Don °U- sticht "iMw. ■ ^Smdampswa-n mbru. ’■ 3, Lsndru auf bu ^ frühere ei ffufgeiimtn vr SeUfttHuM, M c der Slfla btt Samen einet erm- ^irattschivin. Mfchern noch ftin« mer txm ifja y. dir Stichen -- ^vch eine ater : Jetteedxn 3at*e liier Hani tr untertan lee trat unb M ii* Verzweifelt seh ich In der Feme mein Schiff davonfahren und mich auf der schönen, aber leeren Insel zurücklassen. Lange irrte ich umher. Plötzlich verdunkelte sich die Sonne» und ein ungeheurer Vogel» dessen Beine so hoch wie ein Haus waren» ließ sich dicht vor mir zur Erde nieder. Einer plötzlichen Eingebung folgend, band ich mich an seinem Fuß fest. Brausend stieg der Vogel wieder in die Luft, die Erde wie einen kleinen Punkt unter sich lassend. Dann stieß er wieder hinunter in ein düsteres Felsental, wo ich halb beraubt von dem Sturze liegen blieb. Damals, in der grauenvollen Öde, verwünschte ich meine Abenteuerlust und flehte zu Allah .-„Lieber wollte kh in Bagdad der ärmste Bettler sein, als in der Fremde verkommen?** Glaubt mir, liebe Freunde, die ihr mich heute in Wohlleben und Reichtum kennt, daß Allah seine Gaben keinem Manne unverdient gibt, und daß ich erst nach vielen unsäglichen Leiden mit einer Mischung belohnt wurde, wie die SALEM AUSLESE c fa DewucMafld tn allen Spezlelgetchihea fQr Q PJ -rMhUcN SWsk-WMlWMZkiSkli trforb«w stet» ei»e tvrgfälttGe Irngctarig unb Sofeaus u auimg. (Butt Setzl.ilnnge» stutz eur errelchd«. wen» tzie M«petgen iröüZkM genug anfgegetieD werben. Der Anoahmef ttz lutz für alle Anzeigen im Sleßener Anzeiger entfällt ans den Koch- mittag vor bet Anfnatzme. Empfehlung» anzeigen müssen, je nach Umfang unb Saß« schwierigtzetten. zwei bis brei Tage norßer bestekU fttu. Rur mi: Sorgfalt unb dem not* wendigen Zettaufwand gesetzte Empfehlungen Wern öen erroöRtoten erfolg! Denn er hat schon test her m brr Bereinigung für Etd- und Böllcriunde einen Bott tag über Iapa» achallen. bet außerordentlichen Anklang 'and. Die Festsitzung der HochlchulgeseMchaft am Soins- »agnachmulaa 5 Uhr ist lüt jedermann, also auch l ü r RichlmilglieDet. bei Iceitm Eintritt zagänslich Man darf wohl hoffen, dah die Deianstaltun^ einen recht zahletchcu Besuch findet. ee Umleitung der Kra f tpvst Gi«ßc» -Krofdorf. Woaen der durch Strafterxbau» arbeiten bedingten Sperrung des preußische« Teiles der Landstrabe Dich en Kuosdors werden die Kroitpoften Cbirßcn—Ärofbrd ixnr 28. 3um ab bi» voraussichtlich 21. Juli über Abendstern umoete tet. Während Dieter Zeit verkehren Die Postkraftwagen nur von und b«s zu der Kreuzung der Hout'tstraste, ®.eßenet unb Kmtzenbachcr Straße m Kvofborf. 8 m nächsten Samstag- unb Eon»- ta an a d) in H I a a gesperrt. Lnlablich der am 30. 3uni unb 1.3uh fioithnbcnben Ruderregatta brr öießrncr LHutcrg. I. U|d)af, 1877 ist die Vootutzau»- struße von dem Soolsi^ide brr (Birßcner Kuder- gricUschafl die an den Durchgang an der dbedtraßr (t(abnubcrfuhning) am 3u. 3unt und 1. Juli von 14 bi» 19 Uhr für den Durchgangsverkehr polizeilich gefperrt. Die Bermögenssteuererklütung. Das Reich-> inanzmlnisterium hat sich, wie erwartet, trotz der viellach gelten» gemach!en Wünsche zu einer Beriöngerung Der Frist füt Die Abgabe bet Bermögenssteuererttärung nicht bereit gefunben. Dagegen ist in bem 2unD- erlaß lllv. 1650 vom 21. Juni 1928 ungeordnet, daß bei 6teucrctÜäningcn, dte noch in der ersten Hälfte be» Monats Juli eingehen, von bet Festsetzung von Zuschlägen wegen Fristuterschveitung gemäß § 170 Absatz 2 der Reichsabgabenort^ mmg abzusehen ist. " Verlängerung Der Kurzarbeiter- Unterstützung Der V3eruwittung»rat der Keich» anstatt für Arbeitsvermittlung und flrbettolvlrn- nnlcrstützung hat mit Zustimmung de» 'J(fam^ ev. sehr wtrt- schattL von tadellos. Ruf.Möoel. Wä'che- AuSst. u. Ersparnisse Vorhand^ ein. Herrn nicht unt. 45 9- befi. Beamt. Wnw.m.Kd. äugen. Bermtttl. d. Verwandt.erw.Bild- offerten unter (XX6D an den Wirft. Au». Gold. Kettenarmbanä a. Sonnt, a. d. V »- Philosoohenwald verloren. Abzugeb. g. Bei. PuültH PellieiiBtn. *"■ R« un de ur sti M ei li •I Io ni zv Ke 2 und 'ittt1 xu! oder R a ihren 6t Mr über di< ober btt bet une .jeden rechte i ptstcn b 'chen ftürmtsd von De purben. Shina Siicbnu chäeW schon toi den De kennen i 3m 1 m Lhm tote si bomit, I Shina c chen tot geht, so -Das I von Pc regiert, schien d warben bien ur ©etoalt Deistese! der alb meisten! bet nein meny o Mr oke. -M 118. 6 e n d it h )• in e. n, m I2SD SV lifel Sem ern mS* der n. )D i) Id »rlidie 6ctri Blauiclitki imin ^obtili -Jibtieinli Hier jetr* abn, Iker, »reit' ificu L4777 "ist. s an ast für ilief M; An»: SS» MS arbeite".. aciflberflor; tuns U" nlflt LanEr-^ Änge^un aw; an fen ' Siche, " ' ßKD SSM t l»f riet W ibe, fierte Kaufgesuchei Ein kleine- Ach» »u kamen tM «m. änj. u. M>. an_ben_»iei |» I 'Büfett v»s AusziM iNichbaim an »u lau«;: Lnaeliikait >. I Hnt zu kankn etii" ' Tchr. !fln^ u an beti Siek. «"< r -Fr ecfrifirnr SklAIkUi Mi W« 'virck K LW* &ft°9eri °ett. 8i,.t 1,11 •: ^e,en iuwJ I Hchreib^ ^öfc^inen SS ui'v. alles Mt te,e”ha * I [g‘Mc 1(t> üiolleiöiiiif %Älenq?' -S*ebiaftn93, Chat Siele Heugras »u öerfauien. Oggl s®'pp. VubRrtr W K Slun-ee öeeHcL^ enwiteblt jMM MäuSburs 1a Telcvbon,'^r- —IriWf MM» entpüeblt Ml ^abnboliiri^'' jelepbon®L- ■; Verschiedenes] Verlebet tl-S^ Oeißnaht" ind.Mnd"K Ä?s«L«? Chinas wahres Gesicht. Das alte und das neue (khina. — Die Diktatur der Generale. — Hinter den Kulissen des Bürgerkriegs. Wie man Gouverneur wird. — Der Krieg ein Geschäft. Don Otto Landgraf f. Der ‘Berf öfter. her eben erst von einer Steife um bk Welt zurückgekehrt ist unb lich noch während bet letzten Phase brt chinesischen IBürgei(n', Minuten. unser Schnellzug allo etwa 83 Millionen Minuten da» sind rund ISO bi# HO Jahre Der äußerlte Wandelstern de» Sonnensystems, der Reptun, ist etwa 30maI so weit von der Sonne entfernt wie die Erde; ein Schnellzug von ber Sonne biS zu ihm braucht allo 5000 Jahre Der nächste Fitstem ist gut vier Lichtjahre von der Sonne, oder ber Erde entfernt. Ein Ejsen- bahnzug würbe also die für und sehr schwer vorstellbare Zeit von 40 Millionen Jahren brauchen, bi» er endlich bei unferm lieben Freund unb Dachbarn angelangt ist; denn alS unfern Dachbarn können wir diesen Stern getrost bezeichnen, wenn wir bebenfen, baft so geringe Entfernungen unter ben Fixsternen die Ausnahme bilden. Dun gehören wir zu einer gröberen Stemein- hell, nämlich der Milchstrabe, deren Ausdel)nuna mindestens 100000 Lichtjahre beträgt Unter Schnellzug würde etwa 1 Billion Jahre brauchen, um sie zu durchsausen. Dehmen wir an. eS gäbe auf der Erde 2000 Millionen Menschen. waS jedenfalls zu hoch gegriffen ist. und eS sollte einer nach dem andern Lokomotivführer auf unserer Reise fein, bie immer noch längst keine Weltreise wäre, fo mühte jeber von ihnen die Äleinigtcit von 500 Jahren Tag und Dacht aushalten. bis bas Reiseziel erreicht ist. Tiber auch mit ber Milchstrafte ist bie Welt längst nicht zu Ende. Die sogenannten Spiralnebel. beren bekanntester der Andromedanebel ist. liegen jedenfalls aufterhalb. Wie viele solcher Gebilde unserem Fernrohr zugänglich firrt», kann man nur abschähen; es find jedenfalls Hunderttaufende. Und vom Andromedanebel wird ange- Twmmen, baft er etwa 1 Million Lichtjahre von uns entfernt fei, b. h. jeder Erdenbürger mühte nun schon 5000 Jahre auf ber Lokomotive auS- halten, wenn wir bis borthin kommen wollten. Aber mit aliebem haben wir nur den Teil ber 'Utelt besprochen, ber unseren Fernrohren zugänglich ist. vielleicht also nur einen feftr flehen Seil; aber wir hoffen, baft auch er schon dem nuftt gar zu unbescheidenen Leser groft genug erscheint! Selbsterhaltung. Auch die unentbehrliche Versorgung der heimischen Wirtschaft mit kolonialen R o h st o f f e n und der hinreichende Absatz deutscher Jndustrieprodukte können nur durcy möglichste Unabhängigkeit Deutschlands onn ausländischen Produktions- und Msatz- stätten gesichert werden. Der wirtschaftliche und politische Friede unter den Völkern bleibt so lange gefährdet, als Deutschland nicht wie jede andere Wirl- schastsgroßmacht der Erde über hinreichend d e n Entfaltungsraum verfügt. Die plan- mäßige Erschliehnng aller Wirtschaftskräfte der Erde setzt voraus, daß die kolonialwirtschoftlichen Fähigkeiten der Deutschen nicht von dieser Gemein- schaftsaufgabe der Völker ausgeschlossen werden. Aus allen diesen Gründen erheben wir, unter Aufrechterhaltung aller unserer kolonialen Rechtson. spräche, die Forderung auf sofortigen Wiedereintritt Deutschlands in eine aktive Koloniolarbeit in eigenen Kolonial- gebieten". ________ Oer Volksbank-Prozeß in Wetzlar. Arn Montag nahm vor dem Erweiterten Schöffengericht Wetzlar die Derhand- lung gegen den früheren Geschäftsführer Drescher der Volksbank Wetzlar ihren Anfang. Die Anklage lautet auf Unterschlagung, Urkundenfälschung. Untreue, Betrug und Bilanzverschleierung. Der Angeklagte befindet sich bereits seit Dezember v. 3. in Untersuchungshaft. Aach Verlesung des Gröfsnungsbeschlusses gab der Angeklagte die Urkundenfälschungen zu. allerdings behauptete er, nickt zu seinem persönlichen Vorteil gehandelt, vielmehr diese Fälschungen im Interesse der Bank und zum Teil auch im Einverständnis mit einem Vorstandsmitglied vorgenommen zu haben. Ueber die übrigen ihm zur Last gelegten Straftaten will er nichts wissen. Der Angeklagte gab dann vorerst, eine Schilderung seiner früheren Tätigkeit, wonach er 1905 im Gießener Bankhaus Hertz als Lehrling eintrat, dort bis 1909 verblieb. Danach übernahm er bet der Volksbank Edenkoben eine Buchhalterstelle. Die Verteidigung hob hervor, daß der Angeklagte aus der Stellung bei Bankier Hertz freiwillig ausgeschicden und nicht, wie in der ersten Verhandlung erwähnt war. wegen Unregelmäßigkeiten entlassen worden war. Ein Zeugnis aus dieser Stellung gelangte zur Verlesung. Dann begann die Militärzeit, und nach dem Kriege, am 1. April 1920, die Uebernahme der Geschäftsführung der Volksbank Wetzlar. Gr schilderte weiter, daß er keinen großen Aufwand in seinem Haushalt getrieben habe. Eine Jagd hatte er mit zwei weiteren Teilnehmern im Jahre 1922 gepachtet, deren Pacht im Jahre 1924 oder 1925 auf 900 Mk. festgesetzt worden war. In Spekulation will er lein Geld verloren haben. Als Geschäftsführer der Dolksbank war er gleichzeitig Mitglied deS Vorstandes, der aus 3 Personen bestand. Ueber diesem stand der Aufsichtsrat mit 9 Personen. Sein Gehalt als Geschäftsführer betrug in 1924 400 Mk. und von 1925 ab 450 Mk. neben freier Wohnung. Um Verträge zu tätigen waren jeweils zwei Vorstandsmitglieder erforderlich, ebenso für Gewährung von Kredit daS Einvernehmen des AufsichtSrats. Die Höchstgrenze für die Gewährung von Krediten für Mitglieder war durch Beschluß der Generalversammlung auf 5000 Ml. festgesetzt. Nachdem im Juli 1925 eine Revision durch einen Revisor aus Kassel stattgefunden hatte, nahm derselbe Revisor etwa 5 Monate später wieder eine außerordentliche Revision vor, । die aber auch nichts Wesentliches zutage förderte. Erst anfangs 1927 kam die VerbandSleitung der ^Genossenschaften infolge des Rückgangs der Bilanzen zu der Vermutung, daß es bei der r Volksbank Wetzlar nicht ganz in Ordnung sei. Der nach Wetzlar geschickte Verbandsrevisor Schneider stellte dann bei einer unverinuteten Revision die Verfehlungen des Angeklagten fest. 3m Verein mit den Feststellungen des heute als Sachrerstündigen fungiereirden vereidigten Büchersachverständrgen, Universitätsdozenten Ha r z m a n n kamen schließlich die Machenschaften des AngeNagten an- Tageslicht. Sv z. B. entnahm er der VollSbank Kredite und schrieb, um seine Schulden zu verdecken, seinem Konto fingierte Einzahlungen gut. Einen Erlös aus verkauften Wertpapieren schrieb er statt der Volksbank seinem Konto gut. Um seine Schulden zu verdecken und bessere Bilanzen erscheinen zu lassen, arbeitete er vielfach mit fingierten Einzahlungen, die er inS Kassenbuch eintrug, nämlich am 30. 6. 24 2000 Mk., 30. 12. 24 4350 Mk.. 30. 6. 25 6000 Mk.. 30. 6. 26 3592 Mk. und 30. 12. 26 9200 Mk. Diese Beträge belastete er dann wieder seinem Konto. während er die 9200 Mk. auf dem Akzeptkontv ab» buchte, anscheinend weil die Gefahr der Entdeckung hier geringer war. Die Bilanz von Ende 1926 präsentierte er mit 6672 Mk. Gewinn, während der Verlust fast 100 000 Mk. betrug, entstanden durch Veruntreuungen ,md leichtfertige Kredithingabe. An die Metallgießerei und Armaturenfcrbrik D. m. b. H.. deren Ge- sellschafter der Angeklagte war. bewilliate er einen Kredit von 29 rö7 Mk. Diese geriet danach mit dieser Schuldsumme in Konkurs. Für sich entnahm er 5500 Ml. und ließ den Betrag über fremdes Konto auSbuchen. Eme Uebcr- weisung von 1000 Mark auf andere Dank geschah, ohne daß sein Konto damit belastet wurde. Um eine Schuld der Metallgießerei verschwinden zu lassen, erfolgte Falschbuchung von 20 000 Mk., so daß sich die Schuld um diesen Betrag ermäßigte. Diese Zatschbuchung wurde aber wieder ri4)tig gestellt. Um eine weitere Falschbuchung zu Gunsten der Metallgießerei zu vertuschen, radierte er den Betrag weg. während die Schluß- additrm stehen blieb. Eine Reichsbankquittung über 34 100 Mk. Vorkriegs- und Kriegsanleihe wurde durck 'Dorsetzen der Zahl 1 auf 134100 Mark erhöht, um einen höheren Wertpapierdestand erscheinen zu lassen, sowie Unterschlagungen zu verdecken. Der Angeklagte ist bezüglich der bis jetzt besprochenen Fälle nur wenig geständig und versucht, vieles zu entstellen und Vorstandsmitglieder zu belasten. Obei einer derartigen Be- schmdigung deS Borstandsmitg iedeS durch den Angeklagten kam es zwischen Dem Vorsitzenden und dem Verteidiger zu einem Zusammenstoß. wobei letzterem vom Vorsitzenden das Wort entzogen wurde, während der Verteidiger den Vorsitzenden als befangen ablehnte. Die Verhandlung wurde darauf zwecks Herbeiführung eines Beschlusses durch das Landgericht Limburg um 3 Stunden unterbrochen. Es kam jedoch nicht zur Entscheidung über die Ablehnung des Vorsitzenden, da der Das 75. Feldbergfest. Sonderbericht des ..Gießener Anzeigers". Der Große Jeldberg im Taunus sah am Sonntag die Turner des Mitlelthein- gebiete» zu frischem Wettkampf in großer Zahl vereinigt. Es war alles, wie gewohnt. Rur der Himmel hielt sich nicht an die Tradition, mit der er vielen, vielen Feldbergfesten den Stempel aufgedrückt hat. Er hatte als schönste Iubiläumsgabe dem Jubelfeste Prachtwetter beschert. das den etwa 1600 Wettkämpfern aus 220 Vereinen und den Tausenden Festbesuchern den Aufenthalt auf der historischen Turnstätte zur Lust machte nach den langen Tagen eines regnerischen kalten Vorsommers. Tie Zubiläumsscicrlichkeiten am Samstagabend waren erfüllt von den riesen Gedanken (^huschen Turnertums und getragen von der immer noch frifchen Kraft turnerischen Gemeinschaftslebens. Das stimmungsvolle Wer- he spiel der Spielschar des Wain-TaunuS- Gaues am sagenumwobenen Brunhildisfelsen zog jeden einzelnen der großen Fe st gemein de in seinen Bann. Der feierliche Fackeltanz der Turnerinnen der Turngemeinde Rödelheim gab die rechte Einstimmung zu der eigentlichen Sonnenwendfeier. Das hochauflodernde Freudenfeuer, dessen Symbol Prof. Bender, Frankfurt in zündender Feuerrede deutete, entbot den Feldberg- und Turnfreunden des Borlandes den Zeldberg- unö Turnergruh und ließ auch sie im Geiste die Feierstunde miterleben. Die Feidberg- hauser vereinigten dann bis zur Mitternachtsstunde eine große Festgemeinde zu froher Geselligkeit. Unter den zahlreichen Gratulanten, die dem Feldbergfest und seinem rührigen Au^ schuh Glückwünsche übermittelten, fehlten auch nicht die Turngemeinde Hanau und die Turnvereine Offenbach, Butzbach und Frankfurt, die einst an der Wiege des Volksfestes gestanden, oder an seiner Entwickelung erfolgreich mitgearbeitet haben. Der Sprecher der Hanauer überreichte dem Feldbergfest-Ausfchuh als Erinnerungsgabe ein wertvolles Blld August Schörttners, des in der Turnerbewegung der Sturmjahre 1848 und 1849 bekannt gewordenen Turner- und Frecheitskämpfers. Dezirksjugend- Pfleger Grebenstein, Frankfurt a.'M.. überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Regierung und würdigte treffend die Gedanken Johns in ihrer Bedeutung für unsere Zeit. 3m Zeichen des Jubiläum« stand auch die Eröffnung des Wetturnens in der Frühe des Sonntag«. Philipp Röbig, Rödelheim, der bewährte Vorsitzende des Feld- berg-Ausschusfes, entbot seinen in langen Reihen angetretenen Turnern den mit Begeisterung auf- genommenen Gutheil-Gruß und hieß besonder- herzlich willkommen die Vertreter der staatlichen Behörden und den gesamten Kreisvorstand des Mittelrheinkreises der D.T. Der Feldberg- sest-Ausschuß freue sich, vor berufenen Gästen zeigen zu können, daß er eS ernst meine mit den dem Volk und Vaterland dienenden Bestrebungen. Der Kassenwart der D. T. und zweite Kreisvertreter des Mittelrheinkreises, Kommerzienrat Schill, Osthofen, ehrte die Verdienste Philipp Aöbigs. der seit 25 3cchren an der Spitze des Feldberg-Ausschusses steht, durch Ueberreichung einer kunstvollen Urkunde, die dem unermüdlichen Turnersührer den Dank des Mittelrheinkreises und des Feldbergfest-AuS- schusses ausspricht. An den alten Feldberggetreuen Fritz Engel, Wiesbaden, der seit 1901 Dem Zeldbergsest-Ausschuß als Obmann ange- hort, tonnte der Vertreter der D.T. die höchste turnerische Auszeichnung, die Ehren-Ur- künde der D. T., aushändigen. Für den Main- Taunus-Gau fand Landrat A pel, Höchst a. M., treffliche Worte der Begrüßung, die seines Verständnis für das edle Streben der Turnerschaft verrieten. 3m Auftrage des Regierungspräsidenten ehrte der Redner die Verdienste des Vorsitzenden des Feldbergfest-Ausschusses durch Ueberreichung einer wertvollen Plakette. Der Kreisvertreler des Mittelrheinkreises, Fabrikant A. Pfeiffer, Wetzlar, verband mit seinem Gruß an die Turner und Festgäste den Wunsch, daß der Feldbera der. Turnerschaft als kostbares Kleinod erhalten und nicht wieder durch frembc Machthaber versperrt werden möge. 3n allen Ansprachen tarn mit Stolz die Bedeutung zum Ausdruck, die der Feldberg in der Turn- und auch der Geistesgeschichte des vergangenen Jahrhunderts einnimmt. Die Ansprachen vor dem Werturnen beschloß Fritz Engel mit einem humorvollen Dankes- wort, um anschließend die Turner und Turnerinnen zur ernsten Arbeit des Tages aufzurufen. Diese wurde unter Leitung des OberturnwarteS 5 riebe. Frankfurt a. M.. mit allgemeinen Freiübungen begonnen, die eindrucksvoll zur Durchführung kamen. 3n 36 Riegen nahmen dann die volkstümlichen Wettkämpfe tKugelstoßen, Lauf. Weitsprung, Freiübung für Turner. Jugend- turnet und Allersturner: Lauf, Kugelstoßen, Hochsprung. Freiübung für Turnerinnen) einen flotten Berlauf. Den Ginzelkümpfen folgten die iroch spannenderen historischen Wannschaftskämpfe. Ss bewarben sich um daS Bblfungenhorn drei, um den Iahnsch i l d neun, um den Brunhildensschilb fünf Mannschaften. Es wurden im allgemeinen recht ansprechende Leistungen geboten. Mil der Siegerverkündigung fand das in jeder Beziehung wohlvorbereitete und wohlverlaufen« 75. Feldärgfest den würdigen AuSklang. Oie Erfolge der heimischen Turner. 3n sehr großer Zahl nahmen Turner aus dem Turngau Hessen nach altem Brauche al« Wettkämpfer, Kampfrichter oder Festbesucher am Feldbergfest teil. Die sehr umkangreiche Sreger- lifte weist für unseren Heimatgau inflgc'amt 57 Sinzelsiege und einen Mannschaftssieg auf. DaS ist mit die höchste Zahl von Erfolgen, die vom Gau jemals beim Feldberg- fest erreicht worden ist. 3m einzelnen verteilen sich die Siege wie folgt M. = Männer. 3. = Zugendturner. QL = Altersturner. T ™ Turnerinnen): Ä_ . Männer turnverernGteßen 13 © t e gc (3 M.. 3 3., 6 T., 1 Mannschaftssieg): Tv. 1860 Bad-Rauheim 10 Siege (7 M..23.1 A.): Tv. 1 84 6 GießenS Siege (3 M.. 3 3.. 2 QL); T xl Spv. Butzbach 8 Siege (2 W-, 2 3-, 1 A. 3 2.); Tgm. Friedberg 7 Siege (2 M.. 3 3.. 2 T.); Tv. Lang-D önS 4 Siege (3 3.. 1 QL); Tv. TreiS a. d. Lda. 2 Stege (1 M.. 1 3.): Tv. Haina 2 Siege (1 M., 1 QL); Tv. Großen-Linden 1 3.; Tv. Wetzlar 1 W.; Tv. Grünberg 1 3.; Tv. Rieder- Wöll st a d t 1 M. Die unten stehende Rangfolge beweist. daß unsere Hessenturner zum Teil ganz vorzüglich abgeschnitten haben. Das zeigt sich auch bet einigen Einzelleistungen. Ss sei hier nur cr- toäfrnt der Freihochsprung der Gießener Turnerin Else Bickelhaupt von 1.55 Meter, die am meisten bestaunte Leistung des Tages, da es sich um eine ganz hervorragend beachtliche Höchstleistung handelt. Auch der Mannschaftssieg der Gießener Turnerinnen vom Mtv. ist ein Erfolg, auf den der ganze Gau stolz sein darf. Rachfolgend sind wir in der Lage. Die Erfolge des Gaues Hes en im einzelnen nennen zu können. Der Auszug aus der Siegerliste enthält in jeder Stufe die ersten Sieger, dann die Erfolge deS Gaues Hessen. _ „ Männer (512 Bewerber, 380 Sieger): 1.Sieg: B. Siegemund, Tgd. Bockenhrim. S. Wengenroth. Tv. 1860 Frankfurt a .M.. 87 P.: 2. E. Weiland, Tv Bieber, 86 P.; 3. K. Groß. Tv. 1817 Mainz, 84 P.: 11. Peter Boltz. Tv. 1860 Bad-Rauheim, Theo Koch. Tv. 1860 Bad-Rauheim. 76 P.; 14. Dr. K. Hofmann. Tgm. Friedberg. 73 P.: 16 L. Malkomesius, Mtv. Gießen, W. Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Rauheim. 71 P.: 21. Karl Bernhardt. Tv. Rieder-Wällstadt. R. Wagner. T. u. Sp. Butzbach. 66 P.: 23. W- Roth, Tv. 1860 Bad-Rauheim, W. Glock. T. u. Sp. Bufchach, 64 P.; 25. R. Wiener, Tv. 1860 Bad-Rauheim, 62 P; 27. W. Reitz, Tv. 1846 Gießen. Kurt Walter, Tv. Treis a. d. da., 60 P.: 28. Walter Loh, Tv. 1846 Gießen, E. Reinhard, ^.v. 1860 Dad-Qiaaheim. Rudolf Spuck. Mtv. Gießen. QL Frackmann. Tv. Haina. 59 P.; 30. H. Deckent. Tgm. Friedberg. W. Bornemann, -in. 1860 Bad-Rauheim. Karl Ludewig, Tv. Wetzlar, 57 P.; 32. Artur Krelling, Mtv. Gießen. W. Arzbacher. Tv. 1846 Gießen, 55 P. 3ugendturner (352 Bewerber, 218Sieger): 1. -2L Ritzel. Tv. Bieber. R. Reichert, Tv. Offenbach a. W.. W. Leichum, Tv. Reu-Vsenburg. 78 P.; 2. E. Bangert, Tv. Offenbach a. M., 77 P.: 3. Heinz Rothermel, Mtv. Gießen. 74 P.; 6. (5t Smarzynski, Tv. 1860 Bad-Rau- heim 71 P.; 9. Karl Müller, Tv. LanggönS. Erich Seib, Mtv. Gießen, 58 P.: 10. Franz Müller, Tv. 1846 Gießen. 67 P.: 11. Ä Bierwirth. Tv. 1860 Bad-Rauheim, Ernst Stengel. Tv. Großen-Linden, 66 P.; 12. Willi Dem, Tv Lang-Göns, 65 P.; 13. Otto Jüngst. Tv. 1846 Gießen, 64 P.; 14. Hugo Müller. Tgm. Friedberg. QI. Bender, T. u. Spv. Butzbach. 63 P-: 15 Wilh. Dreier. Tv. Lang-Göns. W. Reinhardt, Tgm. Friedberg. 62 P. . 16. L. Urft. T. u. Spv. Butzbach, 61 P.: 17. K. Grieshaber. Tgm. Friedberg 60 P.; 18. Kart Horeyseck. Tv. 1846 Gießen, Hans Schütz. Mtv. Gießen, Otto Matthies, Tv. Grünberg. 59 P.: 23. Karl Leinweber. Tv. Trei« a. d. L.. 54 P. Altersturner. 35 bis 39 3ahre (52 Dewer- ber 44 Sieger): 1. H. Sitberreis, Tgm. Unter« liederbach. 91 P.: 2. F. Fritfchler, Tgm. Bocken- hcim 85 P.: 3. G. Wespi. Tgm. Unterliederback. 84 P ; 8. F. Schefte, T. u. Spv. Butzbach, 74 P.. 21. Wilh. Keßler. Tv. Lang-Göns, 58 P. Altersturner, über 40 3obre (99 Bewerber, 88 Sieger): 1. D. Arlt. Tv. Bad Ems, 98 P.; 2. QL Well. Tv. Hofheim. 93 P.; 3. W. Burkert, Tv. 1860 Frankfurt a. W. Fr. Kotier, Tv Homburg v. d. H.. 91 P . 8. Hrch. Glimmer. Tv. Haina. 85 P., 17. Hrch. Hamel. Tv. 1846 Gießen. 75 P.; 19. Qlnton Feuerstein, Tv. 1860 Bad-Rauheim. 73 P.: 37. Fr. Wiegand. Tv. 1846 Gießen. 54 P. Turnerinnen (147 Bewerberinnen. 102 Siegerinnen): 1. Gertrud Rlüller, Tv. 1817 Mainz, 86 P 2. Else Bickelhaupt, Mtv. Gießen, 83 P.: 3. Elisabeth Schauh. Eintracht Wiesbaden, 76 P.. 10. Tilli Efpach, Mtv. Gießen, 66 P; 11 Elli Langbein. T. u. Sp. Butzbach. 64 P.: 12. Erna Althaus. Mtv. Gießen. 63 P.; 16. Paula Hofmann. Wtv. Gießen. 59 P.; 17. Elisabeth Krvhmann. Tgm. Friedberg. Hanni Graf, T. u. Sp. Butzbach, 58 P.; 18. Loni Hel- duser. T. u. Spv. Butzl«ch. Eharlotte Amend. Mw. Gießen. 57 Punkte: 20. Ria Schwan. Mtv. Gießen. 55 P ; 24. Ria Rvsenschon. Tgm. Friedberg. 51 P. Mannschaftökampfc Dölf ungenhorn (100-Weter-Lauf. Well- hochsprung, Schleuderballwurf, Freiübung; 'Verteidiger Tv. 1860 Frankfurt a. M); 1. Tv. Bieber. Drunhildenschild (viermal 75-Meter» Pcndel-Staffel für Turnerinnen; Verteidiger Tv. 1817 Mainz): 1. Wtv. Gießen: 2. Tv. 1817 Mainz: 3. Tv. 1860 Frankfurt a. M. 3 a h n s ch i l d (fünfmal 100-Meter-Pendel- staffel; Verteidiger Tv. 1817 Mainz): 1. Tv. 1817 Mainz; 2. Tv. Völklingen (Saar): 3. Tv. Homburg v. d. H. Verteidiger ferne Ablehnung wieder zurückzog. worauf um 14 Uhr die Verhandlung vertagt wurde Auch der Qlachmittag verllef mit der Befragung de« Qlngctlagten zu den einzelnen Pilnkten der Anklage. Ein alS Zeuge geladener trüberer Angestellter der DolkSbank vermag nichts Wesentliches zu befturden. Darauf wurde dic CSei terr crbanMung auf Diems tag vormittag vertagt. Schwurgericht Gießen. * Gießen. 26. Juni. Unter dem Vorsitz bei 2anDgerid?t6rat« Hirsch wurde heute gegen den Maschinisten Johann Z e i n i n q e r von Dießen wegen Meineids verhandelt. Die Vernehmung de« Angeklagten und die Beweisaufnahme ergaben folgende«: Dor einiger Zeit wollten der Qlngellagte und die Zeugen D. und V. eine« Abends noch in der Wirtschaft de« Zeugen P. ein Glas Bier trinken. P. verweigerte Da« mit Rücksicht auf di« Poi^erstünde. Die drei entfernten sich au« bet Wirtschaft; unmittelbar Darauf wurde die Türe zum WirtS- zimmer von außen eingetreten. ES wurde ein Strafverfahren gegen V. eingeleitet und am 27. März 1928 der heutige Angeklagte dl« Zeuge vor dem Amtsgericht Gießen vernommen Er beschwor, nicht zu wissen, wer die Türe eingetreten habe und blieb auch auf Vorhalt bei dieser Angabe; B. habe sie aber nicht eingttreten. Ob V. sie ein getreten habe, wollte er auch nicht wissen. Rach Verkündung de« Urteil« und bei gegen ihn wegen Weineidsverdachts erlassenen HaftbesehlS gab er Dann zu. selbst die Türe etn* getreten zu haben. Staatsamvalt Fifcher beantragte unter De- rück'.chttgung Der Strafmilderung nach § IST St.G.B. eine Gefängnisstrafe von 6 Wonaten. Rechtsanwalt Rothenberger beantragte in erster S?inic Freilptechung, cs handle sich hier um einen straflosen Rücktritt vom versuchten Meii»- eid. Das Urteil lautete auf die Mindeststrafe von 4 Monaten 15 Tagen Gefängnis mit Rück'icht insbesondere darauf, daß Z. im wesentlichen geständig war und sich bei der Qkr- nehmung in einer gewissen Zwangslage befunden hatte. Oer Mordprozeß Wichmann. WSR. Frankfurt a. M., 26. 3unL Qün zweiten VerhandlungSkag wird Wichmann zunächst über die Beziekmngen zu feinen Eltern vernommen. DaS Verhältnis zur Mutter wäre ein ganz besonder« gute« gewesen. Qluch au den übrigen Familienmitgliedern sühltz er sich hin- gezogen. Wichmann schllderte dann Tfen Hergang der Tat. Einig« Tage vor der Tat, so gab er an. habe seine Frau, wie sie ihm erzählt hätte, ihrem Schwiegervater geschrieben, 3n einem Eilbrief habe fie um dringende Hilfe gebeten. Der Vorsitzende bemerkt, daß über diesem Brief ein tiefe« Dunkel sctzoebe. da Frau Wichmann, wie sich in der Voruntersuchung ergeben habe, in Den letzten 3ahren niemals an ihren Schwiegervater geschrieben habe. Wichmann erklärt dazu, daß er fest daran geglaubt habe, daß feine Frau ihren Schwiegervater um Hilfe angegangen fei. Wichmann gibt bann «ine eingehende Schilderung über den Verlauf der Tat. Am Qlbend de« 29. Februar fei er mit seiner Frau zusammen am Bahnhof gewesen und habe bis zur Qlnfunft de« letzten Zuge« aus Saarbrücken gewartet, weil er hoffte, daß jemand aus feiner Familie kommen wurde, um Hilfe zu bringen. Qll« er sich in dieser Annahme getäuscht sah, sei er verzweifelt. Von nun an habe er keine genaue Erinnerung mehr an die Vorgänge. Er wisse nur noch, daß feine Frau zu essen verlangte, weil sie schon feit zwei Tagen nichts mehr ?u sich genommen hatte. Was sie in einer.Wirtschaft, in Die sie einkehrten, gegessen habe, wisse er nicht mehr. Spät abend« seien sie nach Hause gegangen. Don den Vorgängen in der Wohnung will der Qlngeklagte nicht« mehr wissen. Er sah, so erllürte er. daß seine Frau im slackernden Licht einer Kerze Briefe schrieb. .Plotzllch fab ich die gebrochenen Augen meines Sohne« Hans. 3ch torkelte mit meiner Frau zusammen auf mein Bett und legte meinen Kopf in ihren Schoß. Qll« nächstes Bild sah ich, daß meine Frau Dai großen Wolfgang betten wollte, und dann fab ich gleichzeitig bei einem Blick in den Kinderwagen. daß mein kleiner Friedel tot war. Darm sank ich auf meinem Bett zusammen und erwachte erst wieder, al« da« Tageslicht durch die Fensterläden in« Zimmer fiel. Ick holte auf Verlangen meiner Frau Wasser. Dann betete ich mit meiner Frau. Wir küßten uns und baten Gott um Verzeihung. Dann legte sich meine Frau einen Riemen um den Ha IS und hat mich inständig, zuzu- ziehen. Daraufhin machte ich längere Zeit ernste Selbstmordversuche. Ich wollte mich am Fenster- Haken erhängen, tarn aber nickt dazu, well ich immer mit den Füßen den Boden berührte. Als ich nun die gebrochenen Qluaen meiner Frau sah, tarn in mir ein starker Wille xum Leben auf. so daß ich nur noch das Verlangen hatte, tn« Freie zu kommen. Ich bin dann rn Der Stadt umbergeirrt" Der Vorsitzende macht dem An- gcITagten nun mehrere Vorhaltungen au« feiner Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, wo Der Angeklagte zugegeben hatte, daß er zwei seiner Kinder erdrosselt habe. Der Qlngeklagte erklärt, daß er damals nicht in der Lage gewesen sei, selbst Sätze zu formulieren. In (einen vielen Vernehmungen vor dem Untersuchungsrichter habe er in erzählender Form über beit Hergang der Tat gesprochen. Dann habe ber Untersuchungsrichter diktiert Rach der Verlesung der hinterlassenen Qib- schiedSbriefe und Briese an die Behörden folgt Die Vernehmung des ittrte rs uchungSrichter« Lanv- geci-chtsrat H e h m a n n. Die Frage bei Vorsitzenden. ob Anhaltspunkte vorhanden wären, daß sich der Angeklagte einen Derartigen Hergang zurecht gemacht haben tonne, verneint der ^lnterluchungsrichter. Wichmann war damals sehr herunter, und es wurde alle Rücksicht auf seinen Zustand genommen und der Tatkompleff so schnell al« möglich durchgeaangen. um W. menschlich zu schonen. Ss überrasche ihn, daß sich jetzt der Qlngellagte nicht mehr erinnern rönne. In der Rachmittagssitzung folgte noch eine Sv- gänzung zur Vernehmung des Q(ng«iki$tei. Die Leiche der Frau Wichmann wurde in «tuet Lage gefunden, au« der zu folgern war. daß nach der Erwürgung die Leiche berumgelegt worden ist. Der Angekiaqte kann Dafür feint Erklärungen abgeben. SrgreifenD war Dic Vernehmung des 7 2jäh- tiger. Vater« deS Angeklagten, der heule als pensionierter Beamter im Saargebiet lebt. Darüber befragt, ob in der Familie geistige Erkrankungen vorgekommen find, erklärt ber Zeuge, daß vor etwa 20 Jahren eint seiner Schwestern über Den Tod eines Kindes tief» s innig wurde. Andere Geschwister des Vaters Des Angeklagten sind an Tuberkulose gestorben. Ueber feinen Sohn äußerte fick der alte Wann 'ehr gut. Der Angeklagte fei eine weiche Qlatur gewesen, der sich stet« mit VUten an die Mutier wandte. Der Zeuge meint, daß er vielleicht 'einen Sohn zu streng erzogen habe, und führt das Dertrauensverhältnis zwischen Sohn unh Mutter darauf zurück. Der Zeuge fei gegen Die eheliche Verbindung ferne« Sohnes gewesen, und Daraus erkläre sich, daß der Sohn nach lewer Hochzeit die Verbindung mit dem Eltemhaufe nicht mehr m bet früheren Weif« aufrecht erhielt. Während der ganzen She hab« Die Frau de« Angeklagten nie an Di« Familie ihre« Mao- tx« geschrieben. Wit tränenerftidter Stimme bekundet der Vater, daß sich fein Sohn wohl aus falscher Scham und aus falschem Ehrgefühl heraus nicht mehr an ihn gewandt habe. „Ich hätte ihm geholfen, .ich bin doch sein Vater. Wäre der "Brief, den meine Schwiegertochter geschrieben hat, anflctontmcn. wäre da« nicht va'siert F Die Schwester des Angeklagten unter* stützte im wesentlichen die Angaben des Vater« Wichmann. SloüteanmaUjdiaftsrat Dr. Berndt beantragte um 3.30 Ubr, dic BcrhaillUung zu otrtaaen, do Die schweren Aufgaben, Die an all» ProzegbeteillgteU Cc/fliK be* Ke$ "floate fr 5a« Xi -X- toten/ gtidlt Da? t rurf* ™ poiri ,u rckleg vhnw in tnaif« iSfammlv gtz:cndin fest 16 2 Die übltf wobei tu> wurden. durch <■< Slimmun sentlich d 7 Lol tM S' donnfdg Zrrtloillig und dem für ihre 2 ttillioen ßrsßschen nuR4 ss. 31 zicgen Sonnkog xrfamml Dcstch> Spieß, SäÜe. Q rat ® ic berg. Od des Lanl Oetononr hiesigen tXKin 2t stihrcr I Daith Saft all Den die ä beginn 21m So; •n ■st di< 1‘r: Ä ^9 nach! Vetiw&« die en ®tufrk rauf, bifi }ni< LJ» M? *** iL ammeneitiMiftt -t MktStnhct» holte «* Ma^qr- betest ch all ve« baten M um'Seine Jrau emtn Air- Tiich mtfnty. Mu- längere Seit an’te e midb am jatfitr- iftt baxn, teti! 16 Nmann. 2, iu daim^^ M vor bet JL rtau, wie iK * 9eli“e& iLS? dk. LM «ben hab«. Kz, eil dara» wnü^ ^di egervatn ue gibt beim Qu ben Lalaa, btr fe te « S ’Ä 9etD*T' Md testen Zugel aus « hoffte, M je. onimen tDurbt um .in Met Innahe* iWt Don nun an ^"9 mehr an dir d- M kint $Rm e Mn seit ibfl omen hatte. Dal nehr. Spät abends en. Don dm Poe. M btt Ängrüajte fah. Io erNLir fiaMn V'5- -b. .Plödüch «| ;eind Sohnes A» äulamaen aic: ii in ihren Schez I« 5 meine Zr.i in ollte, lath ;i flick in da hter- en meinet 'Stau ’4 ,e ym 2eten u*. ’» terumgen hatte, h* bann in bei Wt ade macht bcc > Haltungen aus 'ne erfuchungrnchttt, R hatte, dab « abe. Der LigdUp cht!»»° to=? trmukeren. Jn |eu» dem MduW nbet Jon" JhttJ ya. Dam hake v t _ t fr*1;!!?? JS > di, w»®w Si° i?:?.* ina scbHä --H- Ä»J sr&— rijäh' «MS** s?« ^,CÄ *ET«*% 'SL-A.- -S^tz5 SZK^ ttti^S1 Sohn ftäwä S4-L •43^ ^‘**fiA* gefteflt würben, kolossal ermüdeten Auch die Der- ieibitung erklärte, öafj der Angeklagte nicht mehr in der Lage fei, der Verhandlung ju folgen. Der Vorsitzende beauftrage den Wend)i. r,!. oen «ngektaoten auf ferne Verdonttungrfad'gkeit zu untersuchen Prof. De. 5 o r I u ft ■ < r erklärte darauf, dal, der An- geklagt, der Verhandlung nicht mehr folgen könne, worauf Vertonung emiroi Oberheffen. Landkreis Wiegen. • Klelm-Linden, 26. 3uni Der • «- songverein .Ar ivn" Helt diefer Lage eine gut de'uchte Hauptvertommluna in der „Deutschen Siche ab wobei der 1. Vorsitzende Ver- wattungs'ekreläl Weinandt einen kurzen Rückblck auf die seit der Gründung des Der- «ns verflossenen 38 3ahre warf und aller während vieler Jett verstorbenen und im Kriege gehauenen Sangesbrüder ehrend gedachte. 3m v« teren Verlaute der Beriannnlunn wurde lest- gestellt. daß di« Sängerzahl nunmehr auf 70 gelt .«.gen ist. die neu eingetretenen Sänger wurden mit dem Deutschen c-än jergrufo begrübt. 84 wurde noch beschlossen, den 3chreshauprichluß nwn Juli jeweils auf den 3ar.ua r jedes Jahres tu verlegene hierbe. wurde besonder» darauf hingewtelen daß fich der Vorstand schon fett fahren n be ft bewähr len Händen beendet Das diesjährige Konzert findet im Herbst in der Deut chen Giche^ Katt. Bezüglich des 4 0. Stts- kungsfestes sollen m der nächsten Haupt- Versammlung im Januar 1929 Beschlüsse gelabt werden. Aach Schluß der Berfarnmlung fand wie üblich, «in gemütliches Veisamniensem flott, wobei noch nwndx trefflichen Worte gesprochen wurden. Hierbei gedachte man bdorber» des tpend«. Octoiwmierat Spieß, begrüßte die Srlchienenen und die Gäste. Als Gratulanten sprachen RegierungS- rat Grein als Vertreter deS kreisamts Friedberg. Oetonomietat Hensel, der Präsident der He'l.lchen LandwirtlchastSkammer. der Dorsiyende des Landwirt chattstammerausschusfeS Oberhesse^ Celonomicta t Breidenbach, der Direktor des hiefiacn Landwirtschaftsamtes. Dr. Schad, der Vor'chende de» Verbandes oberhessischer Ziegen- ^uchtt>:re.ne. O#f(momi«rat Ä o r c 11, Ooer- 5:.: Hur Inspektor Kunz vom Krets-iegenzucht- verein Lauterbach. Direktor Becker von der Landwirtschaftlichen Schule Alsfeld. Landtagsabg. F « n ch e l für den Kreisverein Dießen. De'chästs- führer Martin vom KreiSverein Alsfeld, Dr. Kaliber vom hiesigen Kreisveterinäramt, u. a. Falt alle Redirer betonten den hohen Stand, den die hessische Ziegenzucht erreicht hätte, und hoben besonders die Verd enke der Vorßands- rnttgi^eder hervor Als äußeres Zeichen der Anerkennung wurde an Dtiorjmuxtai Spieß b;c rlberne Medaille mit Urkunde an Oberreal« lehrer R n g » h a u I« n di« große Ghrenurkund«. unb an den Verein seihst bie bronzene Medaille m.t Urkunde der Landwirtschaitskammer von deren Präsidenten überreicht. Der oberhessisch« Verband ließ durch Oetonom.erat Korell lfhren- urkunden an c.ne Reche von Mitgliedern für Bzährrge oerdentzvole läl.gleit überreichen. Dclxmomieto: Spieß gab sodann einen lieber- blick über die Geschichte und die Anttvicklung des Verein». D.e Feier fand durch ein Aeßef en. das ebenfalls m Hotel Trapp ftattsand. chr Snde. Dem Kreis^iegenzuchwerein gehören heute 45 Gemeinden und SSI ArnzeimttgUeder an crcin durch ihre Sprecher Gluck- würrfch« übermitteln und Grinnerungsgeschenke überreichen ließen. Sn Jahrzehnten bewiesene treue Kameradschaft fand durch zahlreich horpe- nommene Ehrungen die verdiente Anerkennung. So erhielt Beigeordneter Kissel. der langjährige Schriftführer des Vereins, das Hasfia- Ehrenzcichen. zu Ehrenmitgliedern des hcssifchen Verbandes wurden der Präsident 3. P. Schäfer und vier Mitglieder ernannt. Ähre nur künden für 50-, 40- oder 25jährige Mitgliedschaft kamen tn großer Zahl zur Dertellung. Gefangverein .Frohsinn" und Vad-Rauheimer Turnerschaft bestritten mit trefflichen Darbietungen den unterhaltenden Teil des Festprogramms. Der Sonntagvormittag vereinigte die Vereinsmitglieder auf dem Friedhole zu einer schlichten, eindrucksvollen Totengedenkfcier, bei der Stubienral Dr. Änie- rittn die tiefempfundene Gedächtnisrede hielt. Anschließend besuchte der Verein di, FestgottcS- dier str in der Dankes- und in der Von. atius- kirche .iachmulags führt« «in stattlicher Festzug die von auswärts erschienenen Bereine ünb die Ortsvercine auch dem ziochwalde. wo bei schönstem Wetter ein Vvck»,est die 3ubdäuui».age be- Ichloß 3n einer ansprechenden Festschrift hat Beigeordneter K t f f 11 mit Gründlich leit und viel Steift bi« Geschichte des Vereins ausgezeich- net. Di« Arbe.: hat mehr als lokal« 25ebc/.:u;;;. fi« ist auch «in wertvoller Veurag zur Geschichte des Kriegervereinswesen-) tn veflen. Mrcib Buvlt gc». Ridda. 26. 3uni Bet der In ben letzten Tagen hier abgehaltenen Versteigerung des Hcugrases von 2D0 Abtettunaen städtischer Wiesen waren kn« Preise etwas ^«etter als un Voriahre. 8» wurden durchlchnittlich für et »en Morgen 25 bt» 25 Ml b«ahü. Gin großer Teil der W.e'en unterer Stadt ist auf längere Zeit verpachtet Auch bet der Heugrasversteiaerung von den staatlichen Wiesen .n Bad Saizvausen waren die Preis« fast biefelbcn toi« hier Die Heuernte ist letzt im vollen Gange. Sic bringt tn allen Lagen der W cfei einen etwas geringeren Ertrag als im vorige.» Jahre. Doch holst man auf weiteres gutes Wnbrngen des Heues, so daß es an Güte da» Heu vorn vorigen Satire übertrifft Für altes Heu wurden in den letzten Togen hier 3,50 All pro Zeniner ab Scheune l ezahlt, für den v cntntr Grummet 2 Mk Lebhaner war auch der Verland von Stroh Fre» Badnhof Ridda wurden für den Zentner 1,20 bis 1L0 Mk . je nach Sorte bezahlt Äreie Alsfeld y Mauldach, 26. 3unL Unser« Psarrft «lle ist feit Ostern durch den Weggang unsere» Pfarrer- Müller noch Eich«l»dorf, Dekanat Nibda, verwaist. Wtc mir erfahren, ift nun durch Pfarrassiftent Ä a I b- Henn zu Griesheim bei Darmstadt die Ncud«s«ßung unserer Pforrltcllc erfolgt Preußen. Mrcio Biedenkopf. * Königsberg, 26. Sunu Heute abend gegen 8 Uhr eteigiKtc sich hier ein s chr eck- licher ülnalücksfall, bei dem der Bergmann Wilhelm Sunfl von Dieber aus der 6teile getötet wurde Jung kam von der Königsberger Heugrasoersteigerung und wollte mit seinem Rad nach Bieder fahrelt, als er an ein« abschüssige» Stelle im unteren Dors auf ein entgegenkommendes hieflgeS Lastauto stieß. Man nimmt an, daß Sunfl die Herrschaft über das Rad verloren hat. denn er [am kurz vor dem Lastwagen zu Fall der ihn überfuhr und ihn, den Brustkorb eindrückte. Der Sachverhalt wurde kurz nach dem Unfall polizeilich festgeftellt Turnen, (Sport und Spiel. Radsport im Gau Lahn. Der Bund Deutscher Kodsahrer oeran- ftaltete am Sonntag im gesamten Bundesgebiet seine ®aumeifter|d>aft Im Bierer-Mannschaftsfahren über 100 Kilometer. Im Sau Lahn wurde Sieger der Radklub Germania Gießen (Bol^. Heinrich Preis, H. Preis, Holkricher, Hohn und Schlund) in 3 Stunden 10 Minuten vor 1885 Gießen und errang dadurch den Titel „(Baumeifter 1928*. Handball des Tv. Großen-Buseck. Turnverein Gvohen-Buleck I. Mannfchakt — Turnverein Ridda l. 7:4 (3:3). Turnverein Grohen-Bu'eck II. Marmschaft — Turnverein Ridda II. 6^) (3:0). Arbeiter.Turn> und s^poribund. Gießen I — Deubringen I 3:3. Dießen» tritt Mannschaft ping am Sonntag zu einem Freundschast-spicl i ach rauhnngen. Slie« manb barte ermartet daß I\iubtinptn. do» in der imeucii BczirisNasfe Iptelt. der i a>tld||enmann- 'cha't Gießen» gegenüber, die allerding» mit Ersatz für Torhüter und Lrnt»außen antrat obiges Nesui- lat hekrn würbe Loht Zeigte Dießen einen tech- nild) reiferen FußboN Daubringen lieft jedoch durch kin jorschev Draufgängertum bw Gälte nicht zur rollen ünttr.tfdung kommen Beim Schlrißpftis des UnpaNtUichen stand da» Kesuttok 11 »en,schieden 3:3; (Fdenoerbaltni» 4:5 für Dießen Dießen Id — CoUar I 0:4. Lus dem lieb standen sich diese Monnschoften gegenüber. Lollar batte Platzwahl und wähltc den Wind zum vundcogenoffen. Hierdurch begünstigt war Lollar leicht übet legen und konnte in der id)nten Minute in Führung gehen, '.loch zivcimol bi» zur Pause kannte Lollar ersolarcich lein. Noch Seitenwechsel folgte ein oollto lystemlose» Spiel Roch einmal gelang e» den Gästen, einen Eckball zu nerroanbeln und so seine Torzohl auf vier zu erhöhen. Raunheim l — Heuchrihrim I 6:2. •Naunheim hotte Heuchelheim» erste Mannschaft auf eiaenem Platze zum Gegner csv Grabenarbeit«,veranschl.zu3300.- JLX, in einzelnen Losen vergeben werden. Die Derdingungsunteilogen liegen anf Hess. Bürflermeistcrei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlag» verschloßen mit cnifprechender Außchritt versehen, poft frei bis zum Gröffnuugs- tennin am Montag, dem 2. 3elt 1928, einzureichcn sind. Zuschlagsfrist 2 Wochen. Dießen, den 23. Zum 1928. Hesstsches Kulturbauamt. 3. V. Mangold. Reg^Baurat. belonber» zart und fett' Asch ist billiger nabrbaher und bekömmlicher old iZtertch: (Zisch ist dcurtcher i>ang, beortche arbeit: Metdei LuSlovdSüeifed ttr-tr verkoottn: Sceladti* 25 BrotichoUen 25 A Lwcllst'ch 30 ' iHotbaricb 36 z Stabcliaa 35 Lccaal 35 » teilet •* »>w. billigst! StetS frisch «u» bei See in Siv! M.MeiisMLL JitM Pintai ul Dmirslii R. s. Bartel. Drucksachen allerArt beten in jeder ec »-üasUuen Aassiauuag «UL-an uod ar cm wert die Brtbl'sche üalv.-DnicUrtl. R. Lange- Z WM \ / Waschbare Damenbinden \ ( oder Camella - Hartmann-Binden^ sowie sämtliche Artikel für die Hygiene derFrau Bettstoffe, sämtliche Gummi waren Gummistrümpfe, Leibbinden l ständige Dam en Bedienung j \ Bratme linierten / \ AkL: Hygiene / Vertreter gesucht! eriftnng»fähige iZirma des Vavieriaches fucht Vertreter In ’Bapterroaren, Bock- unb Einlchlagoapleren. Schrrttltch« Lng«. btne unter KILO an den Gieß. Anzeiger. Erstklassige Stenotypistin lud): Ltellung. eotl. auch zur AuShtlie. Eintritt könnte foiort erfolgen. Tchri'nltcheAn- Bebtrte tmt. 04788 tu d. <9eebener Anzeiger. Liebigshöhe Freitag, den 29. Juni um 2G.15 Uhr 3. Abonnements- Konzert der Relchawehr- •H5D Kapelle Leitung: Obermueikmelsler L 5 b e WiW?lMioW mit grSKerrm Ltembergdefitz hat für den dortigen riegirt btr (general- Vertretung an oera. Bewerbungen nur von fcrifllen Heeren, die bte einschlägige Sunbfchaß iTeinhanb- Lungen Hotel». Rohne» nle.i genau kennen unb au lmenstve» Arbeiten «ewöhtu ünb. unter 6125D an ben Gießener knteiger erbeten. HoDnersleg, 28.3nal, mDb. 2116t versteigere uh im Löwe». Neuenweg *8 dahier, »wangßwett« gegen var-ahlung: 1 Kallenichrank. 1 Büfett, 2 Akten- schränke. 1 Motorrad. 1 6*retbfefretär. 1 Nahmaichtne 4 Schrribiifche. 1 Älub- testet. 190 AL Vilör, 8 Ätheften Zigarren, UÄ Päckchen Tabak. Dem Gerichtsvollzieher im Gießen Steinstroße 18 6130D MWMMVenSiWm. Vornan von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann. Verlag. Leipzig. 41. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Tom Tawlers schauerliches Gelächter rief ihn jäh in die Wirklichkeit zurück. Tr beugte sich zu ihm nieder. Er packte ihn an den Schultern, er rüttelte ihn: „Monn, kommen Sie zu sich", herrschte er ihn an. „Ich begreife ja Ihren Schmerz, aber das Un- abänderliche müssen wir tragen. Und es mit Würde zu tragen, ist das Vorrecht des Mannes. Klage und -ah weckt Ihren Bruder nicht auf. Wohl ihm, dah er den Frieden fand. Unser« Pflicht ist es, Hilfe zu holen, damit er wenigstens ein ehrliches Begräb- nie bekommt!" Aber Cawler wollte die Unglücksstätle nicht verlassen. Verstummt und verbissen schüttelte er auf Dick Martins gütiges Drängen nur den Kopf. Da muhte er ihn zurückloffen. Mit unsäglicher Mühe, immer wieder abgleitend, erklomm er die überhöngende Wand des Kessels, und als er noch einen Blick in die Tiefe warf, sah er Tom Cawler am Ufer sitzen und reglos ins Wasser starren. Er hotte einen weiten Weg vor sich. Endlich tauchten die Kronen der Parkbäume wieder vor ihm auf. Doch was war das? Der ganze Nachthimmel war rot gefärbt — und jetzt — flammte es nicht darüber hin wie zuckende Lohe? Da steigerte Dick seine Gangart zu raschem Lauf, 'und als die ersten schrillen Rufe der Alarmpfeifen ihn erreichten, rannte er mit keuchender Brust und geöffneten Lippen, durch die zischend sein Atem flinfl. Auf dem Rasenplatz blieb er geblendet stehen. Das ganze Herrenhaus stand bis unter den Dachstuhl in Flammen. Beizende Rauchschwaden trieben gegen sein Gesicht. Es war ein Knacken, ein Krachen, ein Bersten, ein Heulen eingesperrter Flammen und Gase, als hätte sich der Rochen eines ungeheuren Hochofens geöffnet. Fensterscheiben zersplitterten, Explosionen knallten im Herzen der qualmenden Hölle, und aus jeder Oeffnung schoflen Feuerzungen hervor. Die Polizei hatte di« Brandstätte in weitem Umkreis gesperrt. Der ganze Rasenplatz davor lag in der Purpurhelle der ersten Morgenstunde, und die Lust zitterte wie der Gluthauch der Tropen. Eine seltsame Gestalt rannte mit flatternden grauen Haaren und gerungenen Händen zwischen den Posten hin und her. Es war Havelock. Er hatte einen Ueberzieher über den Schlafanzug geworfen und deutete wie ein Wahnsinniger auf die Fenster über dem Mittelportal, vor denen ein undurchdringlicher Vorhang von Qualm und Rauch stand. Er packte Inspektor Sneed am Arm, der apathisch seine lange Pfeife rauchte und tatenlos auf das brennende Haus stierte. «Herr Kapitän! Stehen Sie hier nicht herum, als ob Sie das Schicksal der beiden Damen nichts anginge. Lassen Sie die Eisenstäbe durchfeilen. Ich zahle jedem, der sich in das Zimmer wagt, eine yohe Prämie." Aber Sneed schüttelte nur ratlos den Kopf. Da wandte sich Havelock an die Polizisten: ,^)ört Ihr cs, Leute, ich setze für jeden Rettungsversuch eine Belohnung von fünfhundert Pfund aus!" Da stand plötzlich Dick neben ihm und legte ihm die Hand auf den Arm. „Ihre Aufregung ist überflüssig", sagte er. „Weder Mrs. Lansdown noch ihre Tochter befinden sich im Haufe!" „Nicht im Hause —? Was soll das heißen?" stammelte Havelock. „Das soll heißen, daß ich den Ausbmch des Feuers bereits am Nachmittag voraussah und die Damen beizeiten im Auto heimschickte. Das geschah während unseres Abendspazierganges im Park. Sie konnten es also nicht wissen!" Dick fühtte den Arm des anderen unter seinem Griff zucken, doch er hielt ihn wie in eiserner Klammer. „Sie haben eine üble Stunde in Ihrem Leben aehabt, Mr. Havelock, das war, als Sie Staletti in die Hand fielen. Seitdem sind Sie von Verbrechen zu Verbrechen gestiegen, und mit jedem Abstieg kamen Sie der Hölle näher. Seit meiner Rückkehr fühlten Sie, wie sich die Schlinge um Ihren Hals zuzog, und da gab Ihnen die Verzweiflung ein, die ganze Koalition Ihrer Gegner zu verbrennen. Aber das Schicksal war gegen Sie, Havelock. Heute nachmittag habe ich Ihre Naphthalinföfler im Keller entdeckt, und ja konnte ich alle warnen, die von Ihrem teuflischen Vorhaben bedroht waren!" Havelock war aschfahl geworden. Seine Lippen bewegten sich, aber er konnte kein Wort hervorbringen. Da hielt Snced den psychologischen Moment seiner Amtshandlung für gekommen. Er nahm die Pfeife aus dem Mund, legte feine Rechte mit leichtem Nachdruck auf Havelocks Schulter und sagte mit feierlichem Ernst: „Arthur Elwood Havelock! Ich verhafte Sie unter der Anklage der Anstiftung und der Beihilfe zum Morde, des Mordversuchs, der Brandstiftung und der Veruntreuung von Mündelgeldern. Ich warne Sie, daß alles, was Sie nunmehr sagen, als Anklagematerial gegen Sie herangezogen wer- den kann." Havelock entgegnete nichts. Er schloß die Lider, und noch ehe Sneed ganz geendet hatte, brach er ohnmächtig zusammen. Er wurde ins Pförtnerhaus getragen und gründlich durchsucht. An seinem Halse trug er eine goldene Kette, und an dieser Kette hingen zwei Schlüssel von seltsamer Form, doppelt gezahnt und mit merkwürdigen Kerben und Rillen am Bart und an beiden Flächen. Dick nahm sie an sich. Dann flößte man dem Gefangenen ein Glas Kognak «in, und unter seiner belebenden Wirkung kam er zu sich. Er warf einen verstörten Blick auf seine Umgebung. Sein Auge wanderte weiter und traf Dick. Er sah ihn lange an. Dann richtete er sich auf. „Sie haben sehr schwere Anklagen gegen mich erhoben", sagte er mit unheimlicher Fassung. „Darf ich Sie hier und jetzt bitten, dafür den Beweis an- zutreten?" Dick warf einen Blick auf Sneed und empfing ein unmerklichcs Zeichen der Zustimmung. Da setzte er sich dem Gefangenen gegenüber. „Sie werden sich vielfach erinnern, daß ich einmal erwähnte, Lord Selford habe in Kapstadt dem Einzug des neuen Regierungskommissars beigewohnt?" Er machte eine Pause, aber Havelock verneinte weder noch bejahte er die Frage. Er starrte Dick Martin nur schweigend an. Er hatte die Zähne zu- sammengebiflen, und die brutale Linie seines Sinn* hatte sich noch verschärft. „Nun," fuhr Dick aelaflen fort, „dieser winzig« Vorfall wurde mein Glück und Ihr Verderben. Denn auf dem Balkon seines Hotels wurde Lord Selford photographiert. Das Bild gelangte in die Zeitung. Ich erkannt« ihn sofort. Es war ein alter guter Bekannter von mir, ein mehrfach bestrafter Meister der Diebeszunst, es war Tom Cawler!" Inspektor Sneed entschlüpfte ein leises „Ah". Havelock biß sich in die Lippen. „Don diesem Tage an", sagte Dick mit schwerem Emst, „habe ich unabhängig von Ihnen nach Lord Selford geforscht. Lasten eie mich einschalten, Mr. Havelock, daß ich Ihre Klugheit bewundere. Um ihren guten Glauben zu beweisen, setzten Sie einen Detektiv auf die angebliche Fährte Ihres früheren Mündels und sorgten dafür, daß er ihn nie zu Gesicht bekam. Sie organisierten mit verblüffendem Geichick eine Reise rund um die Erde. Ich aber hatte das Löschblatt in Buenos Aires gefunden. Cody war kompromittiert, Stalettis Anschlag auf mein Leben mißlungen. Da entschlossen Sie sich zu letzten äußersten Schritten. Cody, der auf eigene Faust im Trüben zu fischen begann» und dem Sie nicht genügend Standhaftigkeit zutrauk^K, war ein lästiger Mitwisser und Exponent Ihrer Verbrechen, er mußte beseitigt werden. Mit ihm seine Frau. Aber auch da machte Ihnen das Schicksal einen Strich durch die Rechnung. Codys Hilferuf erreichte mich noch. Da unternahmen Sie, um Ihre Flucht zu decken, einen Mordanschlag auf Inspektor Sneed und auf mich. Keiner Ihrer Schüsse erreichte fein Ziel, obschon Sie zwei automatische Pistolen gleich- zeitig aofeuerten. Nun blieb Ihnen nur noch ein Weg offen: Beseitigung der Erbin Lord Selford» und des Mannes, der schon zu viel um Ihre Geheimnisse wußte — ich meine mich! Wär' Ihnen da» aeglücki, so hätten Sie als nächsten Selford verschwinden lassen und den Gerichten eine letztwillige Verfügung vorgelegt, die Sie zu feinem Erben eingesetzt hätte. Unnötig zu sagen, dah dies Testament in der gleichen Handschrift verfaßt gewesen wäre, wie alle übrigen Briefe Selsords, die mir Vorlagen, nämlich in Ihrer eigenen, Mr. Havelock!" (Fortsetzung folgt.) CREME MOUSON m m3 Vie «< 5 Nffliithing nui ttfron mtalitb. feurigen bet" wt München n krltuen Dai nvr all wen UnietDemitllu Ij $* H ÄS® ' t*n£”Ä 4 S rn A ! v M । eurt,N;^xr also in B id'fcn. der ß :en nLmlich tbct jur ilet rtniMt eignet y.t Anlagen < i'-m ?evcgen bct-U bett tr> •Tiden ’inb, in ’n Iw'üfirung ‘tnüDol)! mc r unbta. die iar ntllchbrinaen '-r:n. dah lat 'nJ Freileitung vxr,d)ici*n< de > tere Schvici 'fnitMhl ütetl Lchem ein fjn IZngS ekk nden auSgch« Meichliromleltui W Denuhui ÄV * ßtihmtm i «t M utbert ''4 bic Tc ÄW 2 2krf Set 1 X - WZ oie r; -06 in 6 m ten Lüs •d'»«I!« •ntcr und Sä Nlfr l e - 'wJL? aI CO äe^not ,e mir vorla«, ravelnk!» L) • IF W )chM jebung ildlühr aifenfM 'WMil. MVV« ^Ttthu ©ewerbeljaus mmlung Itr. 149 Drittes Blatt Die neuesten Fortschritte des Fernsprechers. Don Ingenieur Wolter Zickel Nachdruck verboten. mfi. Die fünfziaste Wiederkehr der Jahre. In 5enen sich durch Vie Einführung des Fernsprecher« in den Aachrichtendienst «in« Umwälzung unsere« gesamten bftentl chen und privaten Le- w* vollzog, gab und gibt noch 'ortwährend An- lat ,u »»Genien Beröftentl'.chungen. Diese Der» öftentllchungen enchalten Rückblicke. GS mag da- ber an der Ze.t sein, auch einmal einen Dlick «uf di« zukünitl« Entwicklung de« Fernsprecher« tu werten. Daoei soll nicht von jenen Fortschritten di« Rede sein, di« r« ermöglichen, über den Ozean au sprechen, denn sie greise-nja in da« jcbcn bet Ein.;«Inen nur wenrg «in. Wohl aber ft in letzter Zeit etn Fortschritt gemocht worden *n München nach Ludwig«-äsen mit der Hum» vernkbeibc an ihrem Ferniprechapporot selbst -erstellen. Da« ist nc deutend angeneh- rcr al« wenn man sich erst durch mehrer« tlntervcrniittlung«stellen hindurchfragen must, und ■>or allem ist der Betrieb virttchastlicher Für den Teilnehmer spielt sich der Fernsprechb«irirb genau so ab. wi« wenn bi« gesamt« Reichsbahn Bayern« in einem Hause untergebracht wäre. >tsen einzeln« Bäum« durch eine Hau«f«rntprech- nlofl« verbunden sind. In technischer Beziehung ist die Anlage außer- »rdentlich interessant. Hi« in selbsttätigen Fern- prechanlagen tätigen Wähler. Schütze usw. ar- »eiten nämlich sonst mit Gleichstrom der sich iber zur äleberbrückuna großer Entfernungen reniger eignet. 3u« diesem Grunde hat man in »e Anlagen Zwischenglieder eingefügt, die den im Bewegen der Wohler nötigen Gleichstrom iberall dort, wo qrßfkrc Entfernungen zu Über- h lüden find, in Wechselstrom um formen. Mit er Einführung dieser sooenannten Wechselstrom- •gtntnaf)! hot man auch olle Schwierigkeiten überwunden. die lange Fernsprechleitungen sonst noch if t sich bringen. Sine Schwierigkeit bestand a. B. >arin, dost lange Leitungen häufig abwechselnd tl« Freileitungen und 5t ab« In bestehen, die gon.z "erschiedene elektrische Eigenschosten haben. Sine 'veitere Schwierigkeit, Vic durch die Wech'elstrom- '-niwahl überwunden ist. ist die, daß aerobe n Banern ein großer Teil der Femtprrchleitun- f»ch zum Telegraphieren gebrauchen kann, ohne ich sich die Dorgänge gegenseitig stören. Do« hier zuin ersteninal in größerem Umfange nutzte, unter Mitwirkung von Siemen« A HolSkc en. — Man ersieht daraus, daß man damol« •ti der Beschaffenheit de« Innern unsere« $la- cvn noch ähnliche Vorstellungen hatte wie die Uten Griechen. Dachten sich doch Plato und sein I^-ßer Schüler Aristoteles der Lehrer Meran- !.-« des Großen, da« Erdinnere von großen {eblräumen, von Kanälen und Rohren burch- ► L'en. in welchem Ströme von flüssigem Feuer, rchlamm, Waster und Luft ihr Spiel trieben. — Tfir Wirklichkeit näher kommt schon die Vorteilung. welche stch Athanasiu« Kircher von kl Beschaffenheit de« Erdinnern machte. In *t tem 1^4 erschien-rnen großen WeiT „Mundus ilterrancus“ (die unterirdische Welti stellt der führte Iesuitenpater e« in Dort und Bild so kt, al« ob in der Mitte de« SrdballS ein -renbaft großes Zentralfeuer liege, welche« durch .tmäfe mit seitlichen Feuerherden verbunden sei. ihnen sollten dann nach seiner Vorstellung st« Vulkane hervorbrechen. Auf diesen Gedanken wurde Athanasius Kir- her durch die sächsischen Bergleute gebracht. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefiens Mittwoch, 27. Juni 1928 Aus Natur und Technik. lich der Beweis erbracht, daß e« technisch möglich ist. auch b< . vechverkehr «wischen verachte- deren Städten ohne Tennittlung«b Srtwf.i* keilen xu bilden. Singe Io weit ge peinlich virKndei sM beßand, der I tooch KU einem P Füller und dem Lich von der ■ behauptete man, | wolle. Das ift o ollem nwgllchen I die Äabtndübil Präsidenten beau und dafi die 31 I auch Venn 2 I rung vertreten er inmg und Di flfriumi abhängi ?as Zentrum >e bat zweimal i Vizekanzler ich mngesallen I yirüd, in einM ' 'ich bereits dahi Stellung eines l vergeben wo Lazu durch einen I ober auch durch ' Allspartri heran gcitenö ; vlentnm hat es ' ^mr-ann AlLn msteranwärtern i Twlltr. sich im l tn. indem es c d e andere pftop d.n Iizetanzler gesprochen poli! -Inch das muhte ?r inKvilchen alle ji& nicht gut, öl «’ne Zusage zurr wird schwe aqme des Zentr / '^geschickter fr •>11 hd) in der ft ^°ucherlei yrleist. 1 t-mal cinschlua , «'tschlua. um V rt5Wfl vergc .’ff Mrlich, be ■11 dahinter such ‘1.,nn ?üfier Me ^'rhaupt un Tittmutmj nchiiz ' 'ü- vigen (önr «^zustellen. dah t blrlh Ti Ä-Cl"m mehr iÄ1I[ Serben ”trMd|t aus ^flfn den Po M pft- x Segel e<--r ij, oag lx?VÄl » L Hl.' tüte “«tra M ><$? in öcr |Ut S*äs. « lt'I’£neie 1 ob ®‘bi, 87.25 25,9 I- 11.75 11.73 130.5 147.& Ith 113.75 111.6 Bonfnoten. S8.L •9.7» 6]jenet Ltetnkohle (Meüintnebener . 150 1311.5 138 116.5 138.5 255,75 119 13 136.5 HO.5 161 »7.6 u€ 235 89 3UI Ludw. Ccetot . . . Rai. Butotncbil . . Crenfttin 4 Rappet Leonhard Siet . - T7TT IM,11 rr.st- ii»,« 59.04 9 11.15 51,5 18.1 116.75 1V3 »7 296.75 160,25 15» 98.13 53.6 260 263.75 <62 <71 97 5 297.75 160 53.75 262 266 465 874,5 98,25 06.5 297,75 158.5 99, 25 -‘57.*5 259 461 112,27 Wi.86 r>9,24 73.« cl TL N.4 20?5 147,5 65.5 110,75 88.5 118.5 299 24,5 133 (mtpener....... Hoefch tiafen...... Alie Sergbau . . • • • flidifn errette . • • • • Üc>in 9Jeur(|en . . • • • Mannelme.nn. . , • ■ MauSIekdcr...... kCbcrlcble». (Hfcnb. Beborf »bcrithlei. ftotiroedr. . 136 27 87.5 tu ISO 148 66 110.5 130 205 961 3,7 15.75 .‘09 158.6 110 146 73 27 i 1'31 «77.5 166.75 IM 166.75 87.5 61.5 18.2 ^^L.8 Sr.tntf Maschine» n»ucr . . . . HehUaeaiiacdl . Hungbanl. . . . Lechwerkc. . . . yiarnttflitoerte . Murg..... Ädarfulmet . . Tf-er* Untat . . Qkbr.3iaeb-.-t . . Potflt 4 Haeifner (add. Zucker . . 11.6 7.3 । 20.5 Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlosfenen Dividende an. — ReichSbankbiskonl 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. -■ 18,15 li 91 . . 8 ¥t 9 -4 . . 6 Ul.U M.hu 2,64 111,83 80.54 11.344 72,70 —Stanfhixt •perltn z6 Juni JroHAonidje Kotcu...... ßcadjiDiid); ’J.'oten...... Htaltenifdie Roten ...... Korweytich« Noten...... T kotsck, Oesterr, i 1« Kronen Rumänisch« Vioten...... Schwedische Noten ...... Schwerer IRottn ....... Spanische Koten....... Ifdjcdiciic-vcttftte Koten . . Ungarische Koten..... Devise «unartt Berlin 14«.51145,75 — 1 270 - I 189.5 ! I 176 \ 167 1165,75 । 164 1 163,3 166.23 | 165.3 | — I 20*- 14« l 143.5 Y79 I 275 sZeld —' 167,98 «Mg. D.E-Ä«" : RS3SÄ» SSSSSgLf -Mo. $ eutf die CrebUonfl. Barmer BanwerrM - - »erttnet " iommcTi« unb VtteeMn 15 Taxmft-U.KaHL'nttlbanl • 10 SS&SSS^w.'. g StttSfiSK« ’cbttb'ani ............... 164.2 165.751 l*J j -! -l r08> > 157.75 <59,25 140 146.5 s«l 773 127.25 140.la IGO 138 129,25 136 137,25 116 102.3 109.12 97.25 294.3 156.5 157 98.5 53.25 :39 458 455,5 268.75 6% »t. RelAianletfic o. 1937 . - Dl. «nl.-Adlöl.-Lchuld mit Au.' los.-Rechlen......... tekil. ohne AuNol..Rechle . . - 1 jit??a. filWÜ« W--8»- choldps. un Llqu : b. de«g> V0N1913 - - I 1 t«; TüÄ vagdadbahn-^-! <*'^6tBeLSerie 11 • • • • * * "I gSSÄ»'’1 My^önlr Sera bau. . . ^sV>eint|d>e Braunkohlen ^'■yin12,U« Popenlxiaen 111,97 U-.l» 111,9» 112.76 (itödäolm - nz.it 112.3» 112,11 111.11 f'tlnnqrorf. 10.516 10,33b 10,621 10.Ö41 fltatten , . . 21,975 22.015 a..«. 22.-2» ycnPon . . -•0,3*6 ZU, *26 20,562 -■«J,4z» Kem) ort .. 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Bei den Mähmaschinen unter- scheidet man drei Arten, nämlich Bindemäher, Getreidemäher und Grasmäher. Der Bindc- mäher ist die Maschine des landwirtschaftlichen Mittel- und Grohbctriebes. Er schneidet das Getceide, bindet es in Garben zusammen und wirft diese außerhalb der eigenen Spur auf das Feld ab. älnfer Bild 1 zeigt einen neuzeitlichen, vom größten deutschen Crntemaschinen- toerf, der Kruppschen Landmaschinenfabrik gebauten Bindemäher, der zu Tausenden in der Landwirtschaft verwendet wird. Die gängigsten Schnittbreiten dieser Maschine sind fünf und sechs Fuß. Der Fünf-Fuß-Binder leistet unter normalen Verhältnissen etwa 0,6 bis 0,7 Hektar in der Stunde: er wird, je nach Gelände und Bodenbeschaffenheit, mit zwei bis drei Pferden gefahren, kann aber auch einzeln oder zu mehreren hinter einen Schlepper gehängt werden. Ieder der schräg gestaffelt hintereinander laufenden Binder läßt sich mit einer besonderen Binderlenkeinrichtung vom Schlepper- sührer einzeln ins Getreide und aus diesem I crauöfafjrcn. Am vorteilhaftesten sind für Schlepperzug die größeren Binder von sieben Bild 4. und acht Fuß Schnittbreite. Der Bedienungsmann des Bindemähers kann alle wichtigen Stellhebel von seinem Sih aus leicht und bequem handhaben. Tur bei Lagergetreide ist eine zweite Hilfskraft notwendig, um Die Frucht mit einer Holzpabel auf die Plattform zu bringen, eine Arbeit, die bei stehendem Getreide Der Haspel allein besorgt. Ein neuartiger Deutscher Bindemäher ist Der von Krupp heraukgebrachte Zapfwellen- binDer, dessen Getriebe nicht, wie bei Den anderen Bindern, durch das Hauptrad, sondern durch den Schleppermotor angetrieben wird. Die Berwendung des Zapfwellenbinders bietet Die Möglichkeit, mit dem Schlepperführer allein Die Mäharbeit zu verrichten, Da bei gut stehender Frucht, Die keine Verstellung des Binders während der Mäharbeit erfordert, Der Bedienungsmann auf Dem Zapfwellenbinder fortfallen kann. Bei Ableger-Getreide mäher, kurz (5>?treidemäher genannt (Bild 2). muh das geschnittene und von Den durch das Laufrad an getriebenen Rechenflügeln seitlich abgelegte Getreide von Hand zu Garben gebunden werden. Zum Be- • trieb eines Getreidemähers von fünf Fuß Schnittbreite, der stündlich eine Fläche von 0.6—0,7 ha . mäht, sind zwei Pferde erforderlich. Für bergiges Gelände und für andere Gegenden, wo t größter Wert auf eine leichtzügige Ablege- maschine gelegt wird, gibt es einen leichten ®e- F treidemäher von 1,2 Meter Schnittbreite, für Den ein Pferd genügt. Der Grasmäher (Bild 3) ist die Maschine des landwirtschaftlichen Kleinbetriebes. Er wird in drei Größen hergestellt, und zwar als einspännige und zweispännige Maschine für Pferdezug fowie als leichte Zwerspännermafchine für "Rindviehbefpannung. Bei Den Grasmähern hat sich im Lauf Der Jahre eine ziemlich einheitliche Aussührungssorm herausgebildet, die in ihrer Einfachheit und Leistungsfähigkeit allen berechtigten Anforderungen genügt. Leichtzügigkeit, sauberer Schnitt und einfache, bequeme Handhabung sind hervorstechende Eigenschaften dieser deutschen Mähmaschine, Die mit einer leicht anbringbaren Zusahvorrichtung auch zum Getreideschnitt benutzt werden kann. Außer Den von Tieren zu ziehenden Grasmähern ist noch Der Kruppsche Motorgrasmäher (BilD 4) zu nennen, dessen luflgekühlteG Benzinmotor etwa sechs Pferdestärken leistet. Diele Maschine kann auch als Schlepper für Heuwender. Säemaschinen usw. sowie zum Antrieb ortsfester Häckselmaschinen, Holzschneide- maschinen, Schleifsteine usw. Dienen und sogar beim Hacke.i und leichten Pflügen wertvolle Arbeit leisten. Maschinen, Die beim Wenden von Gras und Heu und beim Zusammenbringen des Heues Die Handarbeit ausschalten, sind Die GabelheuwenDer, Die Trommelheuwender und Die Pferderechen. Der Trommelheuwender iBildb) ist ein Patentheuwender, vereinigt mit einem Schwadenrechen. Bei her Wendearbeit stehen Die mit einem Handhebel schräg gestellten fedemden Stahlzinlen Dfcr Trommel gleichlaufend zur Fahrachse: das Heu wird so in Der ganzen Trommelbreite gleichmäßig gewendet. Zur Umstellung auf Schwadenrcchenarbeit genügen wenige Handgriffe. Die Trommel steht dann in einem Winkel von etwa 45 Grad zur vorderen Zahrachse, Die Zinken stehen nicht mehr schräg, sondern senkrecht. 3eDe folgende Zinkenreihe erfaßt das Heu, das von Der vorhergehenden seitlich abgelegt wird und befördert cs weiter, so dah es schließlich in Der ganzen Arbeitsbreite des Aechens zu einem schmalen Schwaden zusammengerecht wird, der gleichlaufend zur Fahrtrichtung liegen bleibt. Beim Gabelheu Wender (Bild 6) erfassen fünf ober sechs gelenkig angebrachte Gabeln das Heu von unten und werfen cs ziemlich hoch in Die Lust. Es wird dadurch kräftig geschüttelt, gründlich gelüftet und bleibt Dann lose liegen, so daß die Luft cs gut austrocknen kann. Beim vollfelbsttätigen Pferderechen (Bild 7), Der je nach seiner Gröhe 26 bis 36 Federzinken hat, wird der gefüllte Korb vom Führersitz aus durch einen Fuhhebel spielend leicht gehoben und entleert. Der Korb stellt sich dann nach dem Entleeren wieder selbsttätig zur Arbeit ein. Durch schärfste Erprobungen, durch Vergleichs- Versuche und Sachverständigenurteile, nicht zuletzt aber auch durch Die Ergebnisse des Dauergebrauches ist einwandfrei festgcstellt, dah die von der deutschen Grohindustrie gebauten Erntemaschinen nicht nur nach Auswahl und Gute der Werkstoffe, sondern auch in ihrer Durchbildung und werkstaltmäßigen Ausführung allen ausländischen — insbesondere auch Den amerikanischen Maschinen — mindestens gleichwertig, ja, in yianchen Punkten sogar überlegen und jedenfalls den deutschen Verhältnifsen besser angc- paßt sind. Energicgewinnimg aus Kläranlagen. Seit Ende 1927 ist in Birmingham in England eine Cnergieerzeugungsanlage in Betrieb, Die als Betriebsstoff ein Gas verwertet, das Wohl bisher nirgends in diesem Zusammenhang aus- gcnuljt wurde. Die Anlage besteht aus einer gewöhnlichen Gasmaschine von 150 Pferdestärken und einem Wechselstromerzeuger von 100 Kilowatt bei 4000 Volt Spannung. Diese Gasmaschine wird durch ein Gas gespeist, das aus einer Vorkläranlage gewonnen wird. Diesem Zweck dienen 144 Gassammler, Die auf Dem Klärschlamm schwimmen. Die Vorkläranlage faßt ungefähr 112000 Raummeter Schlamm. Die das Gas sammelnden Behälter sind durch 6 Meter lange und 4 Meter breite Rahmen zu einer Art Eisen- betonftoß rerbunben. Die senkrechten Seitenwände dieses Floßes tagen etwa 60 Zentimeter nach oben und nach unten, so daß auf der unteren Seite ein Hoblraum entsteht, in Dem das aus Dem Klärschlamm entweichende Grubengas gesammelt wird. Von hier gelangt das Gas in einen turmähnlichen Aufbau in Der Mitte des Floßes, aus dem es weitergeleitet wird. Die Erzeugungskosten sind sehr gering. Die gewonnene Gasmenge wird mit 440 000 Raummeter angegeben. Würde diese Gasmenge restlos ausgenuht werden, so erhielte man rund 7,3 Millionen Kilowattstunden. Vanadiumvorkommen. Vanadium ist ein in Der Ratur verhältnismäßig weit verbreitetes Element, das sich vielfach in ganz erheblichen Mengen in zahlreichen Gesteinen, wie Eisenerzen, Bauxiten, Phosphaten usw. findet und auch in Erdölen, Asphaltvorkommen usw. austritt. Der Gehalt ist jedoch zu gering, um nach Den bis jetzt bekannten Gewinnungsverfahren eine lohnende Ausbeute zu gestatten. Der Hauptteil des Weltbedarfs, etwa ' wird von einer einzigen in Peru liegenden Danadiumgrube gedeckt. Hier findet sich ein schwefelhaltiges Erz, das sonst nirgends auf der Welt vorkommt. Der Abbau gestaltet sich sehr schwierig. Die Grube gehört einer amerikanischen Gesellschaft, so daß Amerika tatsächlich den Va- naDiumweltmarkt beherrscht. Die anderen wichtigen Danadiumfundorte liegen in Südafrika und in Den Bereinigten Staaten Denn auch ein endgültiges Urteil über Die Zukunftsausfichten der afrikanischen Gruben verfrüh^ ist. so kann man von den in den Vereinigten Staaten sagen, dah ihr Betrieb notleidend geworden ist, seitdem das Radium, das bisher den wertvollsten Bestandteil bildete, auf billigere Weise in den neuen Vorkommen von Katanga im belgischen Kongo gewonnen werden kann. Die Erzvorräte in Peru lind jedoch so groß, daß der Weltbedarf an Vanadium für Die nächsten hun- deri Jahre daraus gedeckt werden kann. Wirtschaft. )ieichSbank-AuSwelS vom 23.3uni. Der Ausweis der Reichsbank vom 2 3. Juni zeigt einen Rückgang Der gelernten Kapitalanlage in Wechseln und Schecks, Lombards und (Sficften um 114,8 Millionen auf 1982.1 Millionen Mark: im einzelnen haben die Bestände an Wechseln und Schecks um 63.9 Millionen auf 1860.9 Mill. Mk.. Die Lombard- bestände um 50,9 Mill, auf 27.2 Mill. Mk. abgenommen. Die Effektenbestände blieben mit 94,0 Millionen Mark unverändert. An Reichsbanknoten und Renten- bankscheinen zusammen sind 149.8 Mill. Mark in Die Kassen Der Bank zurückgeflollen, und zwar hat sich Der Umlauf an Reichsbanknoten um 132.6 Millionen auf 3906,7 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 17,2 Millionen Mark auf 541.2 Millionen Mark verringert. Dementsprechend und unter Berücksichtigung. dah in Der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 7.3 Mill. Mk. getilgt worden find, haben sich Die Bestände Der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 58.4 Millionen Mark erhöht Die fremden Gelder zeigen mit 512,7 Will. Mk. eine Zunahme um 40,9 Millionen Mark. Die B e ft ä n d e a n G o ld und deckunqsfähigen Devisen insgesamt find mit 2307,5 Millionen Mark ,1m einzelnen die Goldbestände mit 2062.2 Millionen Mark, Die Bestände an Deckungsfähigen Devisen mit 245,3 Mill. Mk. auSgewielen. Die Deckung der Roten durch Gold allein erhöhte sich von 51,1 Prozent in der Vorwoche auf 52,8 Prozent. Diejenige Durch Gold und Deckungsfähige Devisen von 57,3 Prozent auf 59,1 Prozent. * Amerika-Anleihe des Ruhrv erbau D e s. Zu einer Reuhorker Meldung über eine Anleihe Des RuhrverbanDes erfährt WTB.» HanDelsDienst von zuständiger Stelle, dah Verhandlungen über Die Aufnahme einer Dollar- anleihe mit amerikanischen Bankiers ftattfinDen, über Deren Ergebnis jcDoch nichts mitgeteilt wer- Den kann, Da sich Die Verhandlungen noch im Anfangsstadtum besinden. * Internationale R o h st a h l g e m e i n- schaftDüfseldorf. In Der gestrigen Sitzung Der Internationalen Rohstahlgemeinschaft, Die im Stahlbof zu Düsseldorf ftattfanD. verständigten sich sämtliche Gruppen dahin, im Gedenken an den verstorbenen Präsidenten der I. R. G., Mährisch, seinen Rachfolger in der Arbed, Generaldirektor Meier, zu bitten, den verwaisten Präsid:ntenstuhl in Der Internationalen Rohstahlgemeinschast einzunehmen, und zwar nicht für das lausende Geschäftsjahr, das am 30. September endigt, sondern auch für die folgende 3eit. Die zentraleuropäische Gruppe hat der Internationalen Rohstahlgemeinschaft mitgeteilt, daß fic Die Absicht habe, .sich im Rahmen Der I. R. G. in Drei ilntergriu>iÄni au teilen, und zwar inline tschechische, österreichische und ungarische. Man hat einen Unterausschuß gebildet. Der eine Prüfung der sich aus' der Tagung ergebenden Fragen vornehmen soll. Das Produktionsprogramm soll im bisherigen Umfange auch für das nächste Vierteljahr fortgesetzt werden. Im übrigen sanden die Regularien ihre Erledigung. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. Juni. Tendenz: fest. — Nachdem schon an der gestrigen Slbenddörse die Stimmung freundlicher war, eröffnete die heutige Börse in f e st e r Haltung. Die Stimmung war sehr z u o e r s i ch t l i ch , da der Ultimo als glatt überwunden gilt und der feste Verlauf der gestriaen Neuyorker Börse nicht ohne Einfluß blieb. Günstig ausgenommen wurde die weitere Entlastung des Reichsbankinstituts. Da aber die Beteiligung des Auslandes und der Bankkundschaft noch sehr gering war, konnte das Geschäft kein größeres Ausmaß annehmen. Die Umsätze beschränkten sich auch heute zinneist auf einige Spezialwerte, so daß gegenüber der gestrigen Abendbörse im allac- meinen Kursbessenmgen vis zu 3 v. H. festzustellcn waren. An der Spitze der bevorzugten Zierte logen wieder die Äaliafticn, die Gewinne bis zu 7 o. H. zu verzeichnen hatten. Westeregeln plus 7 v. H.. Aschersleben plus 4.75 v H., Salzdetfurth plus 4 v. H. Auch Den Zcllstofswerten wandle sich verstärk, irs Interesse zu. Waldhof konnten bei lebhasten Umsätzen 6,5 v. H., Zellstoff Aschaffenburg 4,5 o. H. gewinnen. Am Farbenmarkt zogen Farben 2,5 o. f>. an, da hier die wahrscheinliche Emsührung der Far- benbonds-Aktie an der Ncuporker Börse günstig beurteilt wurde, edjcibeanftalt zogen 2,5 o. H. an. Am Tlontanmarft blieben die Umsätze ziemlich klein. Nur 3)arpcner und Mannesmann waren mit >e plus 2 n. 5). etwas bevorzugt. Rheinische Braun- kohlen eher angeboten und nur knapp behauptet. Schifsahrtswerte lagen bis 2 v. H. höher. Don Elek- troircrten lagen Ges für el mit plus 4,75 v. H.. Siemens mit plus 4,5 o. H., Schuckert mit plus 3.5 o. H. etwas stärker begehrt. Rcichsbank bis 3 v. f). erhöht. Am Rentenmarkt war das Geschält nur klein. Deutsche Anleihen eher angedoten und etwas schwacher. Ausländer still, aber behauptet. Rege Nachfrage hatten Goldrumänen mit 20,90 o. 3). Geld. 3m Verlaufe blieb die Tendenz fest, das fBe» ichäst wurde aber ziemlich klein und beschränkte sich wieder nur auf «pezialweNe. Die^Kurse konnten jedoch im Verlause zum Teil noch etwas an- ziehen. Stärker gefragt und erneut 3 v. S). gebessert waren Reichsbank. Am Geldmarkt war Taqesqelh etwas gesucht. Der Sag hierfür wurde auf 6,5 v. H. erhöht. Am Devisenmarkt lag das Pfund international schwach. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1840, gegen Pfund 20,40. London gegen Kabel 4,8760, Paris 123,95 fest. Madrid 20,45. Mailand 92,75, Holland 12,1050. Berliner Börse. Berlin, 27. Juni. Auch für die heutige Börse war viel Anregung nicht vorhanden. Ls genügte aber schon, daß nichts Ungünstiges bekannt wurde,' um die freundliche Stimmung 311 erhalten. Der Ultimo ist überwunden. Günstig beurteilt wurde Der heute veröffentlichte Reichsdankauswei». der eine Verringerung der Wechsel- und Lombard- beftände um etwa 115 Millionen und der Noten um etwa 130 Millionen brachte. Die Sorgen um Die Entwicklung des Geldmarktes haben etwas nachgelassen. Auch für den Zahltag am 29. werden keine Schwierigkeiten erwartet. 3m allgemeinen wiesen die ersten Kurse 1- bis 3-D.-5). Befestigungen auf, aber nur bei Spezialwerten betrugen die Gewinne bis zu 10 v. Sj. Mit Ausnahme dieser Werte hat auch das Geschäft nicht wesentlich an Umfang zu- genommen. Bayerische 5)ypotheken- und Wechselbank wurden heute erstmalig per Termin gehandelt. Bei Feldmühle entwickelte sich schon ein lebhafter inoffizieller Terminhandel, nachdem bereits der erste Kurs 11 v.H. höher lag. Waldhof plus 8 0.5)., Polyphon plus 9 v. H., Kaliwerte 5 bis 7 v.H. höhet. Glanzstoff plus 8,5 p. Sy, Deutsche Waffen lagen, trotz des ungünstigen Geschäftsberichts, der sich eine scharfe Kritik gefallen lassen mußte, weiter fest: anscheinend hält man die Opposition für stark genug, denn im Derlanfe zog der Kurs um weitere 3,v5 d. Sy an. Auch bie Jogen. Löwensteinwette konnten im verlause ihre Steigerung bis zu 10 0. Sy sortsetzen, da die Schwierigkeiten bei diesem Konzern angeblich behoben sind. Polyphon lagen weitere 6 v. H. höher. Kaliwerte und Zellstoffwerte blieben lebhaft, und auch sonst zogen die Kurse eher weiter an. Deutsche Anleihen ruhig. Ausländer nicht einheitlich. Anatolier und Türken eher schwächer. Bosnier und Rumän« eher etwas fester. Pfandbriefmarkt unverändert. Der Geldmarkt war eine Kleinigkeit leichter. Tages- gelb 5,5 bis 6,5 v. Sy, Monatsgeld 7,5 bis 8,5 v iy Warenwechsel etwa 7 v. Sy Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M.. 27. Juni. Der heutige Frankfurts Probuktenmarkt verkehrte in äußerlt ruhiger Haltung. Das Geschäft ist nach wie vor klein, die Preise konnten sich bei ruhiger Ten- Dm gut behaupten. Rur Futtermittel, so IDei- zenkleie, gaben geringfügig nach, ebenso Koggen* llete und Roggenmehl 0,25 Mk. ermäßigt W wurden notiert: Weizen 26,75; Roggen 28.50: inl. Hafer 27,75 bi« 28.25; Mai» (gelb) für Futterzwecke 24 bis 24.25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. 36.75 bis 37,25. Roggenmehl 38.25 bis 39; Weizenlleie 13,85; Roggen- lleic 16,25 bi« 16,50 Mk. Tendenz: ruhig ^us -em Amisvefkün-igungsblatt. •• Das AmtsverkünDtgungsblatk R r. 46 vom 26. Juni enthält: Straßensperre - - Wahl der KreiStagsmitglieder für Den Streif Gießen. Einfuhr von Vieh au« stark verseuch- ten Gebieten. Maul- und Klauenseuche in Launsbach. — Hauptkörung 1928. — Kanalisation Der Gemeinden Langsdorf und Mainzlar. — Dienstnachrichten.