Nr. 74 Erstes Blatt {78. Jahrgang Dienstag, 27. Mär; 1928 Erschein! täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonalS'Bezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnil unt Verlag: vrühl'Zche Unwergttts-Vnch- und Steindruckerei N. Lange In Siegen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Schnlftrage r. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag oorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig! für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 2O°/o mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange-, für Feuilleton Dr H.THyriol, für den übrigen Teil Ernst Dlumschcin; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Gießen. poincares Eonntagswahlrede das die in erster Linie davon abhängen, ob das Zentrum ihm ein Mandat anbieten wird. Unternehmen in die Oeffenllichkeit dringen konnte. Er habe selbst der Lufthansa und der Luftpolizei leine Mitteilung von dem Fluge gemacht. Seiner Gattin habe Köhl nur erklärt, daß er einen Probeflug machen und gegebenenfalls bis nach Baldonnel fliegen werde. Dort wolle er die englischen Wettermeldungen prüfen und davon seine weiteren Entschlüsse abhängig machen. Er sei fest entschlossen, den Flug zu unternehmen. Sollte aber der Wind sich bereits zu Beginn des Fluges drehen, so werde er nach Baldonnel zurückkehren und gegebenenfalls den Berfuch der Ozeanüberquerung mehrmals wagen. Köhl will oon Baldonnel aus sobald als möglich, also in den er ft en Morgenstunden des Dienstag starten, um über Neufundland möglichst ohne Zwischenlandung den Flugplatz Mitch elfte Id bet Neuyork zu erreichen. Allerdings werden im Augenblick die Wetteraussichten n i ch t für günstig gehalten. Als Beranstalter des Fluges wird außer Freiherrn von Hünefeld, dem Eigentümer der Maschine, auch der Norddeutsche Lloyd genannt. wurden mit der größten Heimlichkeit betrieben. Auch die ausgedehnten Probe- f l ü g e . die Köhl unternommen hatte, fanden nicht auf der Maschine statt, die jetzt zum Ozeanflug gestartet ist. Das Flugzeug D 1167 wurde erst in den letzten Tagen von Dessau nad) dem Flugplatz Berlin-Tempelhof gebracht. Köhl hat, um über die Tragweite seines heutigen Unternehmens zu täuschen, nur 360 Liter Betriebsstoff einfüllen lassen, eine Menge, die an und für sich zum Flug nach Irland nicht ausreichen würde. Auch über die sonstige Ausrüstung des Flugzeuges wurde größtes Stillschweigen bewahrt. Dor Antritt seines Fluges ist Köhl endgültig aus der Deutschen Lufthansa aus- geschieden, nachdem in den letzten Tagen eine Auseinandersetzung zwischen der Direktion der Lufthansa und Köhl erfolgt war. Sie Lufthansa sei der Ansicht, daß ein Transozeanslug von Kontinent zu Kontinent nur mit Flugbooten ausgeführt werden könne, die über mindestens drei Motore verfügen. Köhl habe alles getan, um zu verhindern, daß fein nahmen voll Rechnung zu tragen. Angesichts der Entwicklung der Gesamtlage richtet der Borstand des Deutschen Städtetages an seine Mitgliedsstädte die Bitte, alleAusgabenzuunter- lassen, die nicht für unmittelbar kommunalproduktive Zwecke bestimmt sind. Weiter heißt es in der Entschließung, die Gemeinden sind bereit, für das Jahr 1928/29 an der Aufstellung eines Gesamtplanes für den dringlichsten Auslandanleihebedarf mitzuarbeiten, der den reparationspolitischen Gesichtspunkten und den Verhältnissen am ausländischen Kapitalmarkt Rechnung trägt. Von der äleberzeugung erfüllt, daß die den deutschen Staaten obliegende Arbeit für Staat und Volk nur auf der Grundlage gemeindlicher Selbstverwaltung und Selbst- verantwortung geleistet werden kann, richtet der Vorstand des Deutschen Städtetages an die Reichsregierung das dringende Ersuchen, mit größter Beschleunigung die Hemmungen zu beseitigen, die einer sofortigen Erschließung des ausländischen Anleihemarktes ent» gegenstehen. Gegen amerikanische Auslandkredite. Statt dessen Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit. Neuyork, 26. März. (1BIB.) Das Institut für Arbeitsfragen des Zentralrates der amerikanischen Industrien hat eine Entschließung angenommen, die dafür eintritt, die Kreditgewährung amerikanischer Bankiers an das Ausland e i n z u s ch r ä n k e n und das amerikanische Kapital statt dessen zu öffentlichen Arbeiten im Lande selb st zu verwenden, um so eine Abhilfe gegen die Arbeitslosigkeit zu schaffen. Die Entschließung stellt die Forderung auf, daß bas Kapital nur Berlin, 26.März. (1D.I.B.) Das Bunkers- Flugzeug D 1167, die frühere „Bremen“, ist heute vormittag um 8.08 Uhr vöm Tempelhofer Feld unter Führung des Hauptmanns a. D. Köhl mit dem Freiherrn von hünefeld und dem Monteur Spindler gestartet und nachmittags 5.30 Uhr auf dem Flugplatz Baldonnel in Irland gelandet, wo bereits vor einiger Zeit für diesen Flug Betriebsstoff gelagert wurde. Von hier aus soll der Weiterflug nach Amerika versucht werden. Die Flugstrecke, die Hauptmann Köhl von Berlin nach Baldonnel in knapp 9.30 Stunden zurücklegte, beträgt rund 1600 Kilometer. Der Iunkcrs- Eindecker hat also eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 170 Stundenkilometer entwickelt. Der Flug ist ohne Zwischenlandung erfolgt. Die irischen Militärbehörden erwarteten von gestern mittag an das Flugzeug. Ein vom Gouverneur des Flugplatzes Fihmaurice gesteuertes Flugzeug flog über Dublin, um nach D1167 Ausschau zu halten. Kurz nach 5 Uhr kam das deutsche Flugzeug in Sicht. Es flog ziemlich tief und wurde von einem irischen Flugzeug begleitet. Die D 1167 flog nach Baldonnel weiter und landete dort wohlbehalten. Die irischen Behörden lehnten es ab, Pressevertreter zum Flugzeug zuzulassen oder irgendwelche Informationen über die Absicht der Flieger ;» geben. Es verlautet jedoch, daß die deutschen Flieger günstige Wetterberichte abwarfen und, sobald Anzeichen für eine gute Wetterlage über dem Atlantik vorliegen, nach Reuyork weiterzufliegen. Köhl sagte in einer Erklärung, bei seinem Fluge nach Irland habe er mit starken Gegenwinden zu kämpfen gehabt, doch habe sich das Flugzeug glänzend gehalten. Heber feine weiteren Pläne gab Köhl keine Erklärung ab. — Der deutsche Flieger Loose und einige Mechaniker erwarteten mit Betriebsstoff für das Flugzeug die Ankunft der D1167 bereits feit einigen Tagen in Baldonnel. Die endgültigen Vorbereitungen für den Weiterflug werden in Baldonnel zu Ende geführt. Möglicherweife wird Loose Köhl aus dem Transallaufikslug begleiten. Bei ihrer Landung in Baldonnel Henle nachmittag hatten die Flieger einige Schwierigkeiten; sie umkreisten den Flugplatz mehrmals, bevor sie niedergehen konnten. Da die Flieger die ganze letzte Rächt hindurch mit den Flvgvorbcreittmgen beschäftigt waren, fühlten sie sich sehr ermüdet. Oie Vorbereitungen. Trennung von der Lufthansa. — Der weitere Flugplan. 3 Fast steht noch nicht, ob diese Kommission nur eine beratende oder eine entscheidende und damit auch die Reichsreaierung verpflichtende Meinung abgeben soll. Um dieses Problem hat es langwierige Erörterungen im Kabinett gegeben, bei denen der Finanzminister zunächst für ein sehr weitgehendes Entscheidungsrecht der Kommission eintrat. Allem Anschein nach aber wird man sich nur mit einer beratenden Meinungsäußerung begnügen und sich daraus verlassen, daß die Autorität dieser Kommission genügen wird, um ihren sachlichen Untersuchungsergebnissen auch zu der nötigen praktischen Auswirkung zu verhelfen. Vor allem ist daran gedacht, daß bei der dringend notlvendigen Sparsamkeit, die bei unserer recht angespannten Budgetsituation erforderlich ist, die Kommission feftstellt, inwieweit besondere Ausgaben, wie z. B. Neubauten nsw. die auf Kosten des außerordentlichen Etats geplant find, jetzt noch einzuschränken oder zu unter- binden sind. Es ist selbstverständlich, daß bei diesen Arbeiten auch alle besonderen Fonds, die im Rahmen des außerordentlichen Etats gehalten werden können, einer Durchprüfung unterzogen werden. Ser kommunale Anleihebedarf. Städte und Auslandanleihen. Berlin, 26. März. (WB.) Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat auf seiner letzten Tagung einstimmig einer Entschließung zuge- stimmt, in der zunächst die Bereitwilligkeit oer deutschen Städte betont wird, der durch die Reparationsverpflichtungen bedingten außenpolitischen und w i r t s cd a f t s p olr tischen Lage Deutschlands auch ihrerseits bei ihren finanz- und wirtschaftspolitischen Matz- Jn einem Leitartikel schreibt die „Kölnische V o l k s z t g.", die Nichtwiederaufstellung Dr. Wirths in Baden habe in der Linkspresse einen wahren Hexensabboth von Verdächtigungen gegen die badische" und die deutsche Zentrumspartei entfesselt. Die Zurückweisung dieser Angriffe müßte nut aller Bestimmtheit erfolgen. Die Linke begebe sich auf einen sehr gefährlichen Irrweg, wenn sie das Zentrum unter einen Druck oon Drohungen stellen wolle. Dr. Wirth habe von jedem seiner Beurteiler die Anerkennung gefordert, daß die, Gnindanschau- ungen der Zentrumspartei auch die starken Wurzeln seiner Kraft seien. Aufrichtig sei überall das Bedauern, daß es infolge der von der Linkspresse selbst zugegebenen Fehler Dr. Wirths — nicht durch den Willen der Parteileitung — dahin gekommen sei, daß seine Wiederauf st ellung in Baden unmöglich wurde. Wirth habe auch als Kritiker, Mahner und Warner in der Partei seinen Wert, solange er eben innerhalb der Partei diese Funktion ausübe. Zum Schluß wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß es möglich ist, Dr. Wirth auf die Reichsliste zu setzen und ihn so wieder in den Reichstag zu entsenden; denn, so schließt die ...Köln. Dolksztg": ..Wir wollen ihm den Weg nicht verbauen, aus dem er wieder zur allen Leistung, zur Geltung emporsteigen kann." Klaus Zorn v. Bulach. Paris. 26. März. (WTB) Baron Klaus Zorn v. Bulach sollte heute im Gefängnis in Straßberg seine dreizehnmonatige Gefängnisstrafe a n t r e t e n. Er ist jedoch nicht erschienen, sondern hat in einem Brief an den Staatsanwalt auf feine Krankheit hingewiesen und nochmals seine Llnschuld beteuert Die Regierung müsse doch endlich, so schreibt er, die Psychologie des Augenblicks, in dem gewisse ihm zum Vorwurf gemachte Taten begangen Ein neuer deutscher Ozeanslug. Hauptmann Köhl auf der „Bremen" in Irland zum Start nach Amerika gelandet Berlin, 26. März. (Prio. - Tel.) Wie , B. T." aus Düsseldorf meldet, beabsichtigt ... Demokratische Partei, dem Zentrumsabgeordneten Reichskanzler a. 2. Dr. Wirth die zweite Stelle der Kandidatenliste in den Wahlkreisen Düssel- dorf-Ost und Düsseldorf-West anzubieten. Spitzenkandidat soll, wie bisher, der Abg. Erkelenz bleiben. Der Vorstand der Demokratischen Partei der Wahlkreise Düsseldorf-Ost und -West hat gestern in einer Sitzung dem Vorschlag z u g e = stimm t. Dr. Wirth selbst hat. wie das Blatt meldet, noch in keiner Weise zu dieser Anregung Stellung genommen. Seine Haltung werde vermutlich Oer Hansabund gegen das Notprogramm. Die ErsParungsmöglichkeiten einer Neichsreform. Berlin. 26. März. Der wirtschaftspolitische Gesamtausschuh des Hansabundes ist heute vormittag im Hotel Esplanade zusammengetreten. Der Präsident des Hansabundes. Reichstagsabgeordneter Hermann Fischer, erstattete ein eingehendes Referat über die wirtschaftspolitische Lage. Es bedeute eine Fiaskoerklärung für das Hals über Kopf zur Durchführung gelangende Rotprogramm, fo führte der Redner aus, wenn man für 1928 die gleich hohe Lebensmitteleinfuhr wie für 1927 voraussetze. Aber Mangel an Ziel- klarheit fei ja das Hauptzeichen dieses Rotprogramms. „Wir alle haben," betonte Fischer, „d a s größte Interesse an einer gut« gehendett Landwirtschaft. Aber über dieses Problem kann man nicht Herr werden, wenn man sich auf das Gebiet der staatlichen Subvention begibt. Wer für den Warenaustausch der verschiedenen Wirtschaftszweige eintritt, könne nicht dulden, daß man sich über die Bedenken des Handels, des Handwerks und der Industrie, über die einseitige Begünstigung der Landwirtschaft hinwegfetze. Die jetzige Etats- und Wirtschaftspolitik ist gekennzeichnet durch eine niemals vorher gekannte Ziellosigkeit. Es ist eine der größten Sorgen der deutschen Wirtschaft, ob der künftige Reichstag in der Lage sein wird, eine Wirtschafts- und Finanzpolitik auf weite Sicht endlich in Angriff zu nehmen." Wie andere Spihenverbände hatte auch der Hansabund über die Frage der R e i ch s r e f o r m eine Untersuchung vornehmen lassen. Ministerialrat K e d i n g -Schwerin, dem diese Arbeit übertragen tourt», berichtete über seine bisherigen Feststellungen. Für Mecklenburg - Schwerin berechnete Keding entsprechend den Zahlen des Etats von 1928 Erfparungsmöglichkeiten von 6,4 Millionen Mark. So würde, von Mecklenburg auf das Reich geschloffen, sich durch die Reuformung des Reiches in Verbindung mit einer Rationalisierung der gesamten Verwaltung eine Ersparnis von mi ndestens 600 Millionen Mark im Jahre ergeben. Wo kann noch gespart werden. Nachprüfung der Londerfonds. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". -Berit n. 27. März. Wie man aus gut unterrichteten Kreisen hört, soll jetzt endlich mit der schon feit langem geplanten Durchprüfung der außerordentlichen Etats und der damit zusammenhängenden besonderen Fonds bet den verschiedenen Ministerien begonnen werden. Zu diesem Zweck ist schon am Samstag ein Rundschreiben an die obersten Reichsbehörden ergangen, das auf öte bevorstehenden llnterfudjungcn aufmerksam macht und bittet, die nötigen Unterlagen vorzubereiten. Der Prüfungsausschuß wird sich aus einem Vertreter des Reichsfinanzministeriums und weiter einem Vertreter des Reichssparkommissars zusammensehen. denen von dem jeweils zu untersuchenden Ministerium ein weiterer Vertreter bet- qeqeben werden soll. Es handelt sich dabet um die außerordentlichen Ausgaben vor allem des Arbeits-, des Verkehrs- und des Wehrministeriums, wobei beim Derkehrs- ministerium auch die besonderen Positionen, die für die Luftfahrt bereitgestellt werden, auf ihre Wirtschaftlichkeit nachzukontrollieren sind. Daneben laufen schon seit langem die mehr prinzipiellen Etatsuntersuchungen des Retchs- sparkommissars, der auch den Etat des Verkehrsministeriums einer eingehenden Durcyficht unter» Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 27. März. An und für sich dürfte es ja überflüssig fein, jede Wahlrede zu kommentieren. Vieles, was zum Zwecke der Wahlpropaganda gesagt wird, kann gar nicht so ernst genommen werden, wie es anscheinend dargestellt wird, und vor allem werden die Redner nach den Wahlen manches nicht mehr aufrecht erhalten, was sie nur aus w a h 11 a k t is chen G rü n- ben in ihren Reden während des Wahlkampfes vorgebracht haben. Trotzdem scheint es doch angebracht, wenigstens Herrn Poincare auf manche seiner Äeußerungen festzulegen. Es wäre selbstverständlich verfehlt, alle Äeußerungen Poincarös auf die Goldwage legen tu wollen und daraus eine Politik zu konstruieren, die irgend etwas mit Revanche und bergt zu tun hätte. Auch Herr Poincare muß als Wahlagitator sprechen. Es muß ihm darauf ankommen, nicht nur seine Freunde, sondern auch seine Feinde und Gegner zu gewinnen versuchen. Also deshalb sind manche Ausführungen in dieser Rede rein aus dem Kompromiß heraus entstanden. 3m Vordergründe stand selbstverständlich die Verteidigung seiner gesamten Finanzpolitik seit dem Jahre 1922. Ob Poincare dabei die richtige Ansicht vertritt, dies zu entscheiden, muh dem französischen Wähler überlassen werden. Ans kommt es vielmehr darauf an. die Stellen aus seiner Rede herauszuheben, die Deutschland betreffen. Daß Herr Poincarö seine Einstellung zur Ruhrpolitik noch nicht geändert hat, ist in Anbetracht der Tatsache einer Wahlrede auch nicht anders zu erwarten gewesen. Daß er dabei versuchte, einen Teil der Schuld an dieser ~ ' zu schieben, war ielleicht nicht ganz ungeschickt. Die. Äeußerungen des General D a - wes, daß, wenn Frankreich nicht im Ruhrgebiet gewesen wäre, Deutschland den Dawes- plan nicht angenommen hätte, laßt fick» in ihrer Echtheit heute nicht mehr fest stellen. Sie bedeutet jedoch, ganz gleich, ob sie richtig oder falsch ist, ein völliges Verkennen der Lage, denn vor der Ruhrbefetzung gab es ui Frankreich keinerlei Persönlichkeiten, die auch nur bas geringste in bezug auf eine Verständigung mit den Deutschen in der Reparations- frage unternommen hätten. Daß der Druck, den die Ruhrbcsehung verursachte, für Deutschland nicht ermutigend gewirkt hat, war toobz nicht anders zu erwarten. Mit der Verständigungspolitik, auf bie Poincaro dann eingeht, winkt er dem Linlskartell. Liest man diese Sähe, fo tarnt man schwerlich noch eine Differenz mit Briand feststellen. Poincare, der geschickte Agitator, bringt es also fertig, jedem bas Seine $u geben. Trotzdem wollen wir uns diese Worte Pomcaräs merken, denn solche Friedensworte hat er noch niemals zu finden vermocht. 3m großen und ganzen stellt die Rede keine große politische Angelegenheit dar. Auch in Frankreich sondiert man noch, ähnlich wie in Deutschland, wo ja jetzt auch mit den ersten zaghaften Wayl- reben und Wahlartikeln aufgewartet wird. Das Kreuzen der Schwerter wird wohl erst im End- kampf kommen. Hoffentlich wird es möglich fein, den Kampf dann fo zu führen, daß, wenn auch wahlagitatorische Gründe gerechtfertigt werden müssen, der Kampf Formen annimmt, bie der Wahlhandlung in ihrer tiefsten Bedeutung auch zu entsprechen vermögen. Reine Luft soll nach solchen Kämpfen immer wehen. Wir warten ab, was wir danach zu sagen haben. Berlin, 26. März. (WB.) Heber den Ver- such des Hauptmanns a. D. Köhl und des Freiherrn v. Hünefeld über Irland nach den Ver- ------ , . einigten Staaten zu fliegen, erfahren wir noch I Ruhrpolitik auf Briand folgendes: Die Vorbereitungen zu dem Fluge taktisch für feine Person viel bann ins Ausland gehen dürfe, wenn eine eigens dazu geschaffene Kommission ihre Erlaubnis gegeben habe. Amerika, fo heißt es, ist das einzige Land der Hielt, das mit der Schaffung oon Sicherungen gegen die Arbeitslosigkeit im Ruckstand ist, während Großbritannien dank solcher Sicherungen einem der schwersten Stürme in der Geschichte des englischen Wirtschaftslebens Widerstand leisten konnte. HeichSiagswahlen am 20. Mai. Berlin, 26. März. (WTB.) Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen durch Rundschreiben davon verständigt, daß der Termin für die Reichstagswahlen auf den 2 0. Mai festgesetzt werden wird. Die Landesregierungen werden gebeten, die Behörden anzuweisen, mit der Anlegung der Wählerli st en zu beginnen und als Stichtag für die Aufnahme der Wahlberechtigten den 20. Mai vorzusehen. Or. Wirth auf demokratischer Liste? wurden, begreifen. Außerdem fei er jetzt immer noch bereit, der Sache Frankreichs und des Elsaß zu dienen. Der Bestechungsskandal beim Reichsbahnzeniralami. Neichöbahnoberrat Schultze vom Amte suspendiert. Berlin, 26. März. (Wolff.) Die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahngesellschast hat sich nun doch entschlossen, gegen den Reichsbahnoberrat Erich Schultze, der beschuldigt wird, gegen seine Amtspflicht dadurch verstoßen zu haben, daß er sich durch kaufmännische Firmen Geld bzw. geldwerte Vorteile habe zusichern lassen, alle Folgerungen zu ziehen. Unter dem 23. März ist ein amtliches Schreiben der Hauptverwaltung an Schultze herausgegangen, in dem ihm mit- geteilt wird, daß er vorläufig seines Dienstes enthoben sei und daß zur Durchführung des Dienststrafverfahrens ein Gericht, bestehend aus Beamten der Reichsbahn- gesellschast sich konstituiert habe. Die Suspension erfolgte mit der Maßgabe, daß nur der vierte Teil des Diensteinkommens einzubehalten sei. Die disziplinarische Anklage stutzt sich auf die Paragraphen 33 StGB., 10 des Reichsbeamtengesetzes und 3 des Reichsbahnpersonalgesetzes. Die Verteidigung Schultzes auch vor dem Disziplinargericht liegt in den Händen des Rechtsanwalts Dr. Fred. Der Verdacht, daß sog. Lizenzzahlungen außer von der Firma Reifert auch von anderen Firmen an Reichsbahnoberrat Schultze und andere Beamte geleistet wurden, hat sich bestätigt. Es ist festgestellt worden, baß b i e AEG. ebenfalls derartige Zahlungen, und zwar eigentümlicherweise über das Konto des Berliner Vertreters der in die Affäre verwickelten Kölner Firma Reifert, geleistet hat. Wie der „Voss. Ztg." dazu von maßgebender Seite der AEG. mitgeteilt wird, sind diese Zahlungen auf durckaus legalem Wege erfolgt, da die Betreffenden, die Lizenzzahlungen zu erhalten hatten, die Lieberweisung aus das Konto des Vertreters der Kölner Firma, Gläßner, ausdrücklich verlangt hätten. Neue Verhandlungen im Lohntonflikt der Reichöbahnarbeiier. Berlin, 26. März. (WTB.) Wie wir hören, hat die Deutsche Reichsbahngesell-- schäft zu dein Erklärungstermin, der im Schiedsverfahren über die Lohnregelung der Reichsbahnarbeiter heute um 18 Llhr ablief, keine Erklärung abgegeben, so daß damit auch vonseiten der Reichsbahn der Schiedsspruch als nicht angenommen gilt. Der Reichsarbeitsminister hat die beiden Parteien für morgen 11 Llhr zu einer nochmaligen Besprechung geladen, an der sich auch die Reichsbahn beteiligen wird. Lunatscharski zur Lage. Die Zusammenarbeit in Genf und die Deutschenverhastungen. • Berlin, 27. März. (TU.) Der sowjelrufsifche Volkskommissar Lunatscharski gewährte einem Mitarbeiter der „lägt Rundschau' in Gens eine Unterredung, in der er u. a. erklärte, er glaube, daß einzig für Rußland Nützliche der Abrüstungs- diskussion sei ihr propagandislifcher Wert. Rußland habe niemals geglaubt, daß man vollständig abrüsten wolle, hinsichtlich der Zusammenarbeit mit der deutschen Abrüstnngsdelega- lion sei er sehr zufrieden. Die von ihrem Führer befolgte Politik sei klar und geschickt gewesen. Lr betone diesen Umstand, weil die Situation durch dleverhaftung deutsch erSkacrks- angefjöriger in Rußland heikel geworden sei. Ls werde in dieser Angelegenheit zu einem iu voller Oeffentlichkeit geführten Prozeß kommen. Er glaube, daß die Beschuldigten nicht wußten, was sie getan haben, und daß sie das Werkzeug Fremder gewesen feien. Das Schlechteste, was sie erwarten könnte, sei Ausweisung. Er sei der Anschauung, daß diese An- gelegenheit die russisch-deutschen Beziehungen nicht verderben können. Er hofse auf baldige Wiederaufnahme der deutsch-russischen M k r f - schaflsverhandlungen. Die Gpezialistenhehe in Rußland. Reue Techniker-Berhaflungett. - Das Verhör der Deutschen. Riga, 26. März. (WB.) Ein deutscher Ingenieur, der in Rußland eine leitende Stellung bekleidet, erklärte auf seiner Durchreise von Moskau nach Berlin einem Vertreter der rigaischen „Rundschau", es lasse sich bisher noch nicht fest« stellen, wieviel Angehörige des technischen Personals in der letzten Zeit verhaftet worden seien, doch scheinen nahezu sämtliche Techniker, die noch aus der Vorkriegszeit zurückgeblieben waren, fest genommen worden zu sein. Die Aufforderung der G. P. LI. an die russische Arbeiterschaft, den Spezialisten auf die Finger zu sehen, habe bereits zu unzähligen Denunziationen geführt, nicht nur im Donezgebiet, sondern in dem gesamten Industriegebiet. Man höre bereits wieder von neuen Verhaftungen unter Eisenbahnern und Bautechnikern. Wie aus Moskau gemeldet wird, sind gestern in Rostow am Don neue Vernehmungen der deuts chen Ingenieure erfolgt. Ingenieur Otto lehnt jegliche Schuld an den ihm zur Last gelegten Vergehen ab und besteht auf seine sofortige Freilassung. Die drei Wochen währende Haft ist auf den körperlichen und geistigen Zustand der Verhafteten nicht ohne Einfluß geblieben. Auf Drängen des Gefängnisarztes sind die Lebensbedingungen der Gefangenen verbessert worden. Der wirtschaftliche Ausbau deö Industriegebietes wird durch die Verhaftungen erheblich verzögert. Sie Spezialistenfrage hat sich bedeutend zugefplht, da an Stelle der „vor dächtigen" Spezialisten feine „unzuverlässigen" Elemente gesetzt werden formen Tiroler Wirischastskrisis. Die Folgen der Trennung von Oesterreich. Innsbruck, 26. März. lWTB.) Wie die „Innsbrucker Rachrichten" melden, haben die beiden deutschen südtiroler Abgeordneten, Baron Sternbach und Dr. Tinzl, im Zusammenhang mit der Vorsprache bei dem neuen Llnterstaatssekretär im Ministerratspräsidium, die unlängst in Rom stattsand, eine ausführliche Denkschrift über die augenblickliche schwierige Wirtschaftslage in Südtirol überreicht. Die deutschen Wgeordneten betonten darin freimütig, daß die Ursachen der Südtiroler Wirtschaftskrise vor allem in der gewaltsamen Zerreißung der natürlichen Wirtschaftseinheit mit Rordtirol gelegen seien. Die Verluste, welche das Wirtschaftsleben in Südtirol im ersten Jahrzehnt italienischer Herrschaft zu verzeichnen habe, beliefen sich auf rund eine halbe Milliarde Goldkronen, oder auf rund drei Milliarden Papierlire. Obwohl die Provinz Bozen im Verhältnis zu den übrigen 91 Provinzen Italiens mit Rücksicht auf ihre Bodenbeschaffenheit die ge- ringstewirtschaftlicheErtragsfähig- k e i t ausweise, sei in Südtirol die Steuerbe- la st un g um etwa ein Viertel höher als im übrigen Italien. Die Seemächte zu den englischen Vorschlägen. London, 26. März. (WTB^ Eine Stellungnahme der amtlichen Kreise Washingtons zu dem englischen Vorschläge, den Tvmrengehalt der Linienschiffe zu verringern, das Kaliber der Geschütze herabzusehen unö die Lebensdauer der Schisse zu verlängern, liegt noch nicht vor, aber inoffiziell wird erklärt, daß diese Vorschläge nichts neues seien. Die britische Delegation habe sie schon im Juni in Genf gemacht. Damals habe die amerikanische Delegation festgestellt, daß durch eine Herabsetzung des Tonnengehaltes der Linienschiffe der strategische Wert der amerikanischen Flotte vermindert werde, obwohl diese infolge des Fehlens von Flottenstützpunkten an sich bereits benachteiligt sei. Jeder Vorschlag, Den Tonnengehalt unter 30000 Tonnen herabzudrücken, werde die britische Lleberlegenheit zur See in entsprechendem Grade steigern. - Auch der japanische Marinemimster ist der Ansicht, daß es schwierig sein werde, den neuen englischen Vorschlägen mizustimmen. weil Groß« Die Landemiswchle« im Gaargrbiri. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 27. März. Nachdem die Deutschen in Polen sich vor einigen Wochen so brav geschlagen und den Beweis erbracht haben, daß politische und wirtschaftliche Daumenschrauben dazu dienen, das Rationalbewußtsein zu ftärien, sind am Sonntag d i e Deutschen an der Saar zur Wahlurne gegangen und haben den Franzosen die Quittung gegeben für die „Assi- milierungsarbeit". die dort seit zehn Jahren getrieben worden ist. Es hat eine Zeit gegeben, wo Frankreich damit krebsen ging, daß an der Saar lauter Franzosen säßen, ©lernen- ceau hatte sogar jenes berüchtigte Dokument mit den gefälschten Unterschriften in der Tasche, womit er auf Wilson einen gewissen Eindruck machte und das französische Regime an der Saar überhaupt erst erzwang. Die Franzosen mochten vielleicht auch gehofft haben, daß es ihnen gelingen würde, moralische Eroberungen zu machen und entweder mit Zuckerbrot oder Peitsche bei der Abstimmung, die fünfzehn Jahre nach Dem Friedensschluß an der Saar erfolgen soll, sich eine Mehrheit zu sichern. Sie haben sich aber längst davon überzeugen müssen, daß sie sich da einer sehr bitteren Täuschung hingegeben haben. Genau wie in Elsaß-Lothringen häuften sie eine Ungeschicklichkeit auf die andere und trieben die Bevölkerung in einen Rationalwiderstand hinein, an dem alle Beeinflufsungsversuche abprallten. Die Diplomaten, die in Versailles von der Starke der französischen Bewegung hörten, und daraufhin über das Schicksal der Saar ent- MoraHranxnaasaianncBgumaMUKBBnManrMHaBn schieden, müssen sich einigermaßen Dumm vorkommen, wenn sie bei jeder Gelegenheit erkennen, wie fürchterlich sie angelogen worden sind. Dabei hat Frankreich es an Geld für eine zwecklose Propaganda nicht fehlen lassen. Bei den letzten Wahlen wurde sogar noch eine eigene Separatistenliste aufgestellt, die es aber trotz dem rollenden Franken nur auf wenig mehr als sieben Stimmen brachte und nicht ein einziges Mandat erringen konnte. Diesmal haben die Franzosen die Wiederholung Der blamablen Experimente nicht einmal mehr versucht. Sie haben vor dem Rationalbewußtsein der Saardeutschen einfach Die Segel gestrichen und Damit stillschweigend zugegeben, daß an Dem Charakter des Landes nichts mehr zu ändern ist. So waren die Deutschen bei dem Kampf um die Sitze tm Landesrat unter sich, tatsächlich besteht ja dort den Franzosen gegenüber eine Einheitsfront, der sich in politischen Fra- g e n auch die Kommunisten nicht entziehen kön- nen. Trotzdem ist der Ausgang Der Wahl nicht uninteressant, weil er zeigt, daß die extremen Linksparteien bei dem Kampf unter nationalem Zeichen nicht gut abschneiden. Die Kommunisten haben sich zwar behaupten fomten, die Sozialdemokraten haben zwei Sitze oerlorent, während das Zentrum mit 20 000 Stimmen mehr abschnitt und sich die Hälfte aller Sitze sicherte. Ein Teilergebnis, dchß gerade Die Sozialdemokratie nachdenklich stimmen und ihr bedeuten sollte, daß auch bei den kommenden Reichstags- Wahlen ihre Bäume nicht in den Himmel wachsen. Berlin, 27. März. Rach außerordentlich langwierigen und zum Teil auch für längere Zeit unterbrochenen Verhandlungen ist es am Samstag erfreulicherweise zum Abschluß eines Handels- imD Schiffahrtsvertrages zwischen Deutschland und Griechenland gekommen. Der verhältnismäßig rasch zustande gekommene Vertragsabschluß ist vor allem auch den Verhandlungspartnern auf beiden Seiten zu danken, die in unermüdlicher Arbeit die Möglichkeit gesunden haben, beide Interessen so aneinander anzugleichen, daß für sie in jeder Hinsicht ein Vorteil herausgekommen ist. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Reichstag den Vertrag in Gemeinschaft mit Dem Schwedenvertrag noch zur Annahme bringen, und ihn somit n o ch i n dieser Session rechtskräftig werden lassen. Während wir früher mit Griechenland nur ein allgemein gehaltenes unD wenig spezifiziertes Liebereinkommen getroffen hatten, ist es nunmehr möglich gewesen, außer Der Meistbegünstigung auch eine große Anzahl von Zvllbin- düngen für zahlreiche wichtige deutsche Grzeug- niffe durchzusehen. Die Zollermätzigrmgen belaufen sich auf etwa 30 bis 50 Prozent Der geltenden Zölle und dürften wohl geeignet sein, Der deutschen Ausfuhr nach Griechenland dadurch einen starken Impuls zu erteilen. Die Vergünstigungen, die GriechenlanD uns zugestanden hat, umfassen nicht weniger denn achtzig Positionen aller Art, wobei sogar zum Teil die bestehenden Vertragssätze Griechenlands noch unterschritten wurden, anDetn Teils aber zumindest eine Senkung unter Die autonomen Sätze erreicht werden konnte. Das Feld für die deutsche Ausfuhr nach Griechenland ist außerordentlich groß. Richt nur die Möbelindustrie, Eisen- und Mefserschmiedewaren, landwirtschaftliche Maschinen, elektrotechnische und optische Instrumente, Porzellan, Llhren und Musikinstrumente, Papierwaren, Spielzeug und Wl. l..«M •'■■■I '■ Hll lllllini w— chemische Erzeugnisse haben Aussicht auf einen günstigen Absatz, sondern man kann Wohl sagen, fast die ganze deutsche Wirtschaft kann nunmehr in reichem Maße ihre Waren nach Griechenland bringen. Selbstverständlich haben w i r Grieckenland ebenfalls entgegenkommen müfjen. Manchmal sogar stärker als es ursprünglich geplant war. So wurde Der bereits im türkischen Handelsvertrag von 24 auf 16 Mk. reduzierte Korinthenzoll nicht nur auf die Hälfte, sondern schließlich sogar auf 5 Mk.. also unter den Rosinenzoll, herabgesetzt. Eine wesentliche Ermäßigung erfuhr auch der Teppichzoll, der für die Türkei von 2400 auf 800 Mk. pro Doppelzentner herabgesetzt worden war und für Griechenland nunmehr auf 600 Mk. festgesetzt wurde. Der Zollsatz für Zitronat wurde von 1.00 Mk. auf 90 Mr. verringert. Eine andere Klassifizierung der griechischen Süßweine konnte nicht zugestanden werden, da wir mit Portugal bereits eine präjudizierende Vereinbarung getroffen haben. Leider ist ein Vorbehalt seitens der Griechen geblieben und das ist die Aufrechterhaltung des Anspruches auf weitere Ein- und Ausfuhrverbote. Deutschland hat durch ein besonderes Kündigungsrecht der Auswirkung derartiger Maßnahmen Griechenlands vorgebeugt. Andererseits hat Griechenland auch keinen Verzicht auf eine Valorisierung seiner Zölle aus- aesprochen, was jedoch keineswegs von solcher Gefahr sein dürste, wie die äquivalente Maßnahme der Polen. Dagegen hat es nunmehr endgültig auf Den Paragraph 18 des D. D., betreffend das B e s ch l a g - nahmerecht deutschen Eigentums, verzichtet, und dies auch offiziell fellgelegt. Die Salamisfrage ist schließlich einem schiedsgerichtlichen Verfahren unterbreitet worden. — Man darf nur hoffen, daß die Erwartungen, die an diesen Vertrag gestellt werden, sich auch ganz erfüllen mögen, damit die Beziehungen zwischen uns und Griechenland sich auch noch weiter und inniger ausbauen können. Britannien, das modernere Schiffe besitze, bei Annahme seiner Vorschläge größere Vorteile gewinne als die anderen Mächte. Die KohlenlrW in Südwales. London, 26. März. (TLl.) Eine Anfang Januar von der englischen Regierung eingesetzte Llntersuchungslommission bereist gegentDartig die Kohlengebiete in Südwales und RorDenglanD, um sich mit den stets dringlicher werdenden Fragen der Verpflanzung der arbeitslosen Bergarbeiter in andere Berufe, Auswanderungsmöglichkeiten, Durchführung eines großzügigen Wohnungsprogramms und anderen Gründen der Arbeitslosigkeit zu befassen. Die Lage in den Dortigen Kohlen bezirken wird auch von der Regierung als alarmierend anerkannt. Die Versicherungen der Kommission, daß die Regierung bereit ist, alles in ihrer. Macht Stehende zu tun, um Die Lage Der schwer leidenden Bevölkerung zu erleichtern, wird, wie man hofft, bereits eine gefühlsmäßige Erleichle- rung schaffen. Die Arbeiterschaft und die Gewerkschaftsführer werden eingehend über ihre Einstellung zu der Möglichkeit einer Auswande^ rung von Bergarbeitern vernommen werden. Im Llnterbaus fand heute eine Kohlendebatte statt, in der der Wohlfahrtsminister Reville Chamberlain zugab, daß die Sage in einigen Bezirken sehr e rn st sei, in einigen Bezirken sei die Lage ohne Beispiel, wenigstens in Der neueren Zeit, doch würde der Staat richtig verfahren, wenn er die Fürsorge für die Rot- leidenden nach wie vor den örtlichen Wohlfahrtsbehörden überlasse. Die Bemühungen müßten sich Darauf richten, die Leute aus Den 'Bezirken, wo sie keine Aussicht auf Wiederbeschäftigung hätten, in andere Bezirke zu verbrin» g e n. Der Konservative Boothby forderte die Regierung auf, die Grubenbesitzer zur Bildung operativer Verkaufsvereinigungen zu ermutigen, eine gründliche Reorganisation der Kohlenindustrie sei unbedingt nötig. Deutscher Reichstag. Berlin, 27. März. Im Reichstag wird die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums fortgesetzt. Abg. Dr. Moses (Soz.) wendet sich gegen die vielen Verleihungen des Ehrendoktortitels durch die Fakultäten der Universitäten. Diese Verleihungen seien zum groben Unfug geworden. Der Redner verurteilt thnm unter lebhafter Zustimmung die Experimente, die an Kindern in öffentlichen Kliniken imb Krankenhäusern vorgenommen morden sind. Sehr gesundheitsgesährtich« Experimente seien auch in Düsseldorf an Kindern ohne jeden wissenschaftlichen Nutzen oorgenommen worden. Hier sollte der Präsident des Reichsgesundheitsamts einschreiten. Michsrrinettminister Or. v. Keudell kündigte eine wissenschaftliche Untersuchung des Problems des Geburtenrückganges an. Der Minister stellt fest, daß er bereits mit dem Reichs- sinanzminister wegen einer Prüfung darüber in Verbindung getreten sei, inwieweir den außerordentlich nützlichen und segensreichen Bestrebungen des Bundes der Kinderreichen von feiten Der Reichsregierung geholfen werden kann. Der Minister setzte sich Dann mit den Ausführungen des Demokratischen Abgeordneten Dr. Heuß über Elternrecht und Gewissensfreiheit auseinander und erklärt, es entspreche nicht der Gewissensfreiheit und Dem demokratischen Prinzip, wenn man die Vergewaltigung eines Teiles Der christlichen Elternschaft wolle und der Weimarer Verfassung eine Interpretation aufzwiihtze, die ihrem Wortlaut nicht entspricht. Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, von Hamel, gibt einen kurzen Ueberblick über den gegenwärtigen allgemeinen Gesundheitszustand. Der Gesundheitszustand sei b e f r i e d i g e n o. Die Sterblichkeitsziffer sei in allen Altersklassen zuruckgegangen. Erfreulich sei besonders die Verminderung der Säuglingssterblichkeit. Unerfreulich sei die Zunahme der Kinderlähmung, Die Verbreitung Der Infektionskrankheiten im allgemeinen sei zurückgegangen. Bei Der Tuberkulose habe gerade das Industrieland Sachsen die kleinste Sterblichkeitsziffer. Nach der Einführung des Gesetzes gegen die Geschlechtskrankheiten sei in Hamburg ein großer Rückgang dieser Krankheiten festzustellen. Damit schließt die Aussprache. Es folgt die zweite Beratung des SrgänzungsetatS. 2lbg. Dr. David (Soz.) ist mit dem von der Regierung vorgeschlagenen Rotprogramm zur Organisation des direkten Absatzes von Schlachtvieh und Fleisch zwischen Verbraucher- und Erzeuger-Genossenschaften einverstanden. Die Bürgerblockparteien hätten hier eine Anleihe bei der marxistischen Wirtschaftstheorie gemacht. Der Redner beantragt Die Einsetzung eines Lieber* wachungsauöschuffes. Damit Die Hilfsmittel des Rotprogramms auch Der Bauernschaft unD nicht bloß Dem Großgrundbesitz zugute kommen. Abg. Blum (3entr.) schildert die Lage Der rheinischen Landwirtschaft, Die im bedrohten Grenzgebiet schwer zu leiden habe. Die Aussprache ist Damit beendet. Der Ergänzungsetat wird angenommen, ebenso eine Entschließung des Volkswirtschaftlichen Ausschusses, Die Mittel zur Umschuldung für Die Roggen- Pf andbriess chuldner verlangt. Hierauf werden die vorher zurückgeftellten Abstimmungen zum Haushalt des Innenministeriums borgenommen. Die Ausschußenrschließung, Die eine Reichsstädte- ordnung und eineR e i ch s l a n d g e m e inde° ordnung fordert, wird im Hammelsprung mit 172 gegen 132 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Dagegen haben Deutschnationale, Zentrum und Bayerische Dolkspartei gestimmt. — Die Ausschußentschließung auf B e - seitigung der Ländergesandtschaf- ten wird gegen eine starke Minderheit abgelernt. — Angenommen wird eine Entschließung, die verlangt, daß Daß Impfgeseh auf seine wissenschaftlichen Grundlagen hin nachgeprüft wird. Der Etat des Innenministeriums wird in zweiter Beratung angenommen, dazu das Gesetz über Erzeugung und Verkauf von Schußwaffen und Munition. Der Rachtragsetat wird gleichfalls m zweiter Beratung angenommen. Die Abstimmung über Den Grgänzungsetat toirD auf Dienstag vertagt. Auf Der Tagesordnung stehen außerdem Der Marineetat unD der Phvebusbericht. Oie Wetterlage. w; 36Z 5ey< ■Jan Mayen- orj. ’arts ■VaJdcrsundl Röst r3 'Mren-lu- -3 o T3EftKrtetr'. THüntag, den 26.772dr^ 7S2& __________abendj.________ OWorxentos.Oneuer »na:» oeMcat »voitig. eotdecitt. »Regt» Schnee a Craupein « Hehei K «iewitter^)windsWie.*O\ se» leichter Ost _p -nissiger SudsOdwesi Q stürmische» «orawesl 6ic Pfeile fliegen mit dem tnnde Die ooeen Stationen dienenden laufen gehen die Temperatur an. Pie Urnen vertnndeo Or»4 mit oietciteni Osto 0 auf Meeresniveau utnoereenneten Luitcrure LöeNervorattssage. Sine flache Druckstörung, Die heute morgen über OstDeutschlanD lag, brachte Dort in Begleitung Der kühleren ßuftmaffen an Der Rückseite vereinzelte RieDerschläge. Der süDwestliche Hoch- druckvorstoß ist Durch die weitere AusDehnung Des süDlich von Island liegenden neuen Tiefdruckgebietes zurückgeDrängt. InfolgeDcssen wird Dem vorübergehenD aufheiternDen unD trockenen Wetter unter Der Zufuhr neuer ozeanischer Cuft- maffen morgen Bewölkung folgen, wobei schon vereinzelte RieDerschläge nicht ausgeschlossen sinD. Die Temperaturen werden wenig Aenderung erfahren. Wettervoraussage für Mittwoch: Zeitweise stärker bewölkt, mild, später Reigung zu Riederfchlägcn. _ Witte rungsaussichten für ‘STou- ners tag: Wolkiges, mildes Wetter mit vereinzelten RieDerschlägen. Aus der yrovinzialhauptstadi. Gießen, den 27. März 1928. Krovinziaiausschuß Oberheffen. Der Provinzialausschuß Oberhessen verhandelte in seiner Sitzung vom Samstag über folgende Angelegenheiten: Antrag der Oberpvstdirektion Darmstadt auf Enteignung von Gelände in Vilbel für den Bau eines Postamtes. Die Oberhvstdirettion in Darmstadt hat für die Erbauung eines neuen Postamtes in Bilbel auf Grund des Gesetzes, die Enteignung von Grundeigentum betreffend, und des Reichspostfinanz-- gesehes. die Enteignung von Grundstücken beantragt die den Georg Friedrich Kron er Eheleuten imb dem Heinrich Hein in Bilbel gebären. Da vor der Lokalkommission des Kreis- amts Friedberg eine gütliche Einigung zwischen Unternehmerin und Grundstückseigentümern auch nicht zustande fom. hatte sich der Provinzial- ausschuß mit der Angelegenheit zu befassen. Die Lotallommisfion war einstimmig der Ansicht, daß es sich bei der beantragten Enteignung uni einen außerordentlichen und stark fühlbaren Eingriff in die Eigentumsverhältnisse der beiden Grundstückseigentümer handle, denn sollen von einer bestehenden Hofreite Teile abgeschnitten werden, die für die Entwicklung eines landwirtschaftlichen oder eines gewerblichen Betriebs entscheidend sind. Der Provinzialausschuh erkannte zu Recht: ^Als Gegenstand der Enteignung waren gemäß dem Antrag der Oberpostdirektion die folgenden, in der Gemarkung Bilbel gelegenen Grundstücke festgestellt: 1. von Flur II Br. 76 Grabgarten der Georg Friedrich Kroner I. Eheleute: ein Teilstück von 271 qm; 2. von Flur II Br. 73 Hofreite des Heinrich Hein: ein Teilstück von 195 qm. Die Unternehmerin hat als Entschädigung zu bezahlen: 1. an die Georg Friedrich Kroner I. Eheleute den Betrag von 7 Mk. für den Quadratmeter unter der Boraussetzung, daß innerhalb Jahresfrist, gerechnet vom Tage der Rechtskraft des Ent- etgnungsausspruches die Biederlegung des von Alfred Weil erworbenen Wohnhauses nebst Hinterhaus von der Gemeinde Bilbel genehmigt und Räumung ermöglicht wird. Andernfalls beträgt die Entschädigung 9 Mk. für den Quadratmeter. Die mitenteigneten Obstbäume sind nach Ta?e des Obstbauinspektors Rentsch (Friedberg) besonders zu entschädigen; 2. an Heinrich Hein den Betrag von 6 Mk. für den Quadratmeter, zuzüglich eines Betrags von 100 Mk. für die mitenteignete Einfriedigung nebst Mauerwerk. Die Kosten des Verfahrens fallen der älnter- nehmerin zur Last. Beschwerde des Otto Bolitsch und Genossen in Aulendiebach gegen die Entscheidungen des Bezirkswohnungskommissars des Kreises Büdingen vom 5. Dezember 1927 in Sachen: Beschaffung von Baugelände für die Christian St re um, Eheleute. in Aulendiebach. Das Deschwerdegericht beschloß auf Antrag des Beschwerdeführers, zunächst weitere Beweise zu erheben durch Anhörung eines Sachverständigen über die Bewertung des vorhandenen Kalkofens. Die dritte Angelegenheit betraf die De - rufung der Gemeinde Langd gegen das älrteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 5. Bovember 1927 t S. Besoldung des Gemeinderechners der Gemeinde Langd. Der Gemeinderat zu Langd hatte am 19. Januar 1927 bei Beube- sctzung der Gemcinderechnerstelle den Gehalt des Gemeinderechners vertraglich auf 600 Mark festgesetzt. Der Kreisdirektor des Kreises Gießen beanstandete diese Festsetzung, da die Besoldung nicht im richtigen Verhältnis zu den an den Ge- meinderechner zu stellenden Anforderungen stehe. Der Amtsvvrgänger hatte eine Vergütung von jährlich 1545 Mark. Der Gemeinderat beharrte auf der von ihm beschlossenen Besoldung, weil der neue Rechner sich mit einer Besoldung von 600 QUati einverstanden erklärt habe. Es kam zum Derwaltungsstreitverfahren, und der Kreisausschuh des Kreises Gießen erkannte auf Grund der mündlichen Verhandlungen vom 5. Bovember 1927 zu Recht, „daß die Besoldung des Gemeinderechners in Langd auf jährlich 1300 Mark lestzusetzen ist, und daß in diesem Betrag Du- reaukosten nicht mitenthalten sind." Das Derwal- tungsgericht konnte dem Umstand, daß sich der Rechner mit einer Besoldung von 600 Mark einverstanden erklärt hatte, eine ausschlaggebende Bedeutung nicht beimessen, vertrat vielmehr den Standpunkt, daß nach der Größe und den wirtschaftlichen Verhältnissen der Gemeinde und den an den Rechner zu stellenden Anforderungen eine Mindestbesoldung von 1300 Mark zu gewähren ist. Gegen dieses Urteil verfolgte die Gemeinde Langd Berufung an den Provinzialausschuh. Die Gemeinde zählt 580 Einwohner; der Umsatz der Gemeinde beträgt jährlich etwa 39 000 Mark. Der Provinzialausschuh wies die Berufung als unbegründet kostenpflichtig ab. Daten für Mittwoch, 28. März. Sonnenaufgang 5.45 Uhr, Sonnenuntergang 18.26 Uhr. — Mondaufgang 9.39 Uhr, Monduntergang 2.09 Uhr. 1483: der Maler Raffael Santi in Urbino geboren gestorben 1520); — 1515: die hl. Theresia in Avila (Altkastilien) geboren (gestorben 1582); — 1749: der Mathematiker und Astronom Pierre Sinion Graf Laplace in Bcaurnont-en-Auge geboren (gestorben 1827); — 1824: der Naturphilosoph Ludwig Büchner in Darmstadt geboren (gestorben 1899); — 1926: Herzog Philipp non Orleans gestorben (geboren 1869). Gießener Wochenmarktpreise Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 170 bis 180. Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 45, Weißkraut 30 bis 35. Rotkraut 40 bis 45, gelbe Rüben 20. rote Rüben 20, Spinat 45 bis 50, Unter-Kohlrabi 10 biS 12, Grünkohl 45. Rosenkohl 80. Feldsalat 150 bis 200. Endivien 100 bis 120. Tomaten 130, Zwiebeln 25, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60 bis 90, Kartoffeln 4 bis 5, Aepfel 10 bis 18, Birnen 10 bis 15, Honig 45 bis 50, Suppenhühner 100 bis 120 Pf. das Pfund; Eier 12 bis 13, Blumenkohl 60 bis 180, Salat 40. Lauch 10 bis 25, Sellerie 10 bis 50 Pf. das Stück; Radieschen Bd. 30 Pf. Bornotizcn. — Tagestalcnder für Dienstag: Stadttheater: 7.30 Uhr ..College Crampton" (Ende nach 10 Uhr). — Deutsche Demokratische Partei: 8.15 Uhr, Hotel Schütz. Vortrag von Prof. Dr. Mittermaier „Die Todesstrafe". — Katholischer Deutscher Frauenbund: 8 Uhr, Katholisches Vereinshaus. Vortrag von Rudolf Schi etz- hold-Berlin „Der Mensch und seine Ernährungsweise". -- Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon in Pelikanien". — Astoria- Lichtspiele: „Der Grenzreiter". — Palast-Licht- spiele: 8.30 Uhr, Filmvorführung. — AuS dem Stadttheatecbureau wird uns geschrieben: Da am Karfreitag keinerlei theatralische Aufführungen stattfinden dürfen, sah sich die Intendanz genötigt, die an diesem Tage fällige Abonnements-Vorstellung auf Mittwoch. 2 8. März, vorzuverlegen. Es kommt an diesem Tage Hermann Bahrs Meister- Lustspiel „Das Konzert" zur Aufführung. Die Freitags-Abonnenten werden also notgedrungen in dieser Woche mit zwei aufeinanderfolgenden Vorstellrmgen (am 28. und 30.) bedacht, worauf ausdrücklich hingewicsen sei. Das Mittwochs- Abonnement wird für den Ausfall durch ein Gastspiel der Darmstädter Oper in „Siegfried" am 2. Mai entschädigt werden. Ein früherer Termin war von feiten des Landestheaters leider nicht zu ermöglichen. "SonntagsrückfabrkartenfürOstern werden ausgegeben vom Gründonnerstag, 5. April, bis Ostermontag, 9. April, einschließlich. Sie gelten zur Hinfahrt: Am Gründonnerstag von mittags 12 Uhr an, am Karfreitag, am Karsamstag, am Ostersonntag, am Ostermontag, und zur Rückfahrt am Karfreitag, am Karsamstag bis 9 Uhr vormittags, am Ostersonntag, am Ostermontag, sowie am Dienstag, dem 10. April, bis 9 Uhr vormittags. Am Gründonnerstag gelten Sonntagsrückfahrkarten auch schon zu einzelnen zwischen 11 und 12 Uhr vormittags verkehrenden Personenzügen. Sofern die Rückfahrt mit Sonntagsrückfahrkarte schon am Karsamstag durchgeführt wird, muß sie an diesem Tage, ebenso wie am Dienstag, 10. April, auf der Zielstation oder auch auf einer Unterwegsstation mit dem letzten vor 9.01 vormittags auf der Ziel» station der Sonntagsrückfahrkarte abgehenden Bug angetreten werden. Die Rückfahrt darf in diesen Fällen nach 9 Uhr nicht mehr unterbrochen werden. Schnell- und O-Züge mit Ausnahme der FO-Züge sind zur Benutzung mit Sonntagsrückfahrkarten gegen Lösung des tarifmäßigen Schnellzugzuschlags freigegeben. I Don der Frankfurter Straße. Die Eifenbahnverwaltung ließ in den letzten Tagen die vor der Eisenbahnwohnkolonie stehenden Akazien und Kastanienbäume gründlich beschneiden, so daß nun Luft und Sonnenlicht in die Wohnungen dringen kann. Einen Schutz gegen die furchtbar starke Staubplage bietet indes noch die Kastanienreihe, die die Frankfurter Straße an ihrer Westseite abschließt. Die vor den Häusern liegenden, von den Bewohnern bebauten Gärtchen haben durch die Ausästung der ausgeputzten Bäume auch viel gewonnen. "DieEinlösungdes7. Abschnittsder Stadttheater-Abonnements hat am Donnerstag, 29. März, zu erfolgen. Näheres siehe heutige Anzeige. "EineModenfchau veranstaltete am gestrigen Nachmittag und Abend die Firma S. Rosenau, vorm. Fritz Nowack, im Saale des Cafs Leib. Zu der Abendvorführung, deren Augenzeuge wir waren, hatte sich em sehr zahlreiches Publikum ein- gcfunden. Die veranstaltende Firma ließ eine große Menge Damenkleider für die verschiedensten Zwecke, daneben aber auch noch Morgenbekleidung und Badeanzüge vorsühren, wobei sie den Beweis lieferte, daß sie über ein reichhaltiges, auf die verschiedenartigsten Wünsche eingerichtetes Lager verfügt. Weiter wurden zahlreiche Modelle der Herrenbekleidung zur Schau gebracht, ebenso Kinderanzüge und Mädchenkleider der verschiedensten Art; auch auf diesem Gebiete offenbarte sich eine Vielseitigkeit, die der Kunde von heute bei einer Auswahl nun einmal verlangt. Die bekanntgegebenen Preise bewegten sich auf einer Höhe, der sich auch ein weniger stattlich gefülltes Portemonnaie anpassen kann. Einen hübschen Hintergrund des Dorführungspodiums bildete die nett hergerichtete Bühne, auf der zur Abwechslung ein kleiner Modesketch gegeben wurde, der bei vielen Besuchern Beifall fand. Die Deranstaltung erhielt dadurch eine besondere Note, daß es der Firma gelungen war, u. a. auch die deutsche Mode- königin Hilde Zimmermann zum Auftreten zu gewinnen, der oft freundlicher Bestall gespendet wurde. Diskrete Musik umrahmte die Vorführungen, denen die Interessenten oft ihren Bestall zuteil werden ließen. " Der Lahntalsängerbund wird sein diesjähriges Dundesfest am 9., 10. und 11. Juli in Kirchhain abhalken. 1929 nehmen die Bundesvereine am 100jährigen Jubelfeste des „Liederkranz"-Weilburg teil, der der älteste Gesangverein des Lahntals xft. Dem Bund sind kürzlich drei weitere Männerchöre, aus Gr.- Buseck, Lollar und Homberg, beigetreten, so daß er jetzt 22 Vereine umfaßt. Berliner Börse. Berlin, 27. März. (WTB.-Funkspruch). Dir in der gestrigen Aussichtsratssitzung der Vereinigten Glanzstoff veröffentlichte Absicht der Gesellschaft, eine Kapitalerhöhung um 15 Millionen Mark vorzunehmen und den Mttonären ein Dezugsrecht von 8 zu 1 zu 125 Prozent anzubieten, hat das Jntereste der Spekulation im heutigen Frühverkehr auf dieses Papier konzentriert. Man hört einen Kurs von 740 Geld, und ist. hierdurch angeregt, auch für die übrigen Märkte freundlicher gestimmt. J.-G.-Farben hört man mit 245,5 Prozent. Arn Devisenmarkt nennt man Paris gegen London mit 124,02, Mailand 92,40. Madrid 29.09, London gegen Kabel 4,8820 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1813. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, ben 28. März. Johannevkirche. 6 Uhr: Passtonsandacht; Pfarrer Bechtolsheimer. Freitag, den 30. März. Kapelle des Alien Friedhofs. 6 Uhr: Passtonsaudacht; Pfarrer Lenz. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags, Samstag nachmittag geschlossen. z. p.sj Herromgend bwihrl bei &kältun^RKichensa - m iä Frtih.lahrskur für RlerwenltarcBKaKce and Nervös-Erschöpfte. SpezlaUturonalaU Hoüielm im Taunus bei Frankfurt a. M. - Prospekte durch Dr. M. Schulte - Kahleyis, Nervenarzt Warum ärgern Sie sich immer wieder, daß Ihre Zahnpasta beim Gebrauch so spritzt und Ihnen jedesmal Ihre Sachen beichmutzt? Veriuchen Sie einmal die KIOX-vI/lRä-Zahnpasta, fie besttzt diesen Fehler nicht, sie ist besser und dabei bedeutend sparsamer. BsOXULTRA Die starkschäumende Säuerstoff-Zahnp&$te wird von vielen Zahnärzten als beste existierende Zahn- pasta bezeichnet u. leibst benutzt. Kleine Tube 50 Pf Möbel «ÄÄ Für iei Hausmtti Wat Se:l Abonnements für Dienstag, Mittwoch und | pensterleder Bohnerwachs Silberputzwatte 9 Steüao hat am Tonneretafl, 0cm 29. War J ■ !ß||a. m4 HeMze Silberputzseife Cirine Putztücher Central-Drogerie, Schulstr. 5,— RM. 6,— Jmmer daran denken der Stück -u ist" besser! Näheres hn heutigen lustigen Afiril-Heft der »Hamburger Illustrierten* mit dem neuen Roman von A. Schirokauer und dem Ergebnis des letzten Preisausschreibens »Der geheimnisvolle Druckfehlerteufel• 3,— 3 — 3,— 25 15 11 10 3 4 1928, in der Zeit von 15 bis 18 Uhr an der Kasse in der Vorhalle des Stadttheaters zu Logenrückplatz...... II. Sperrsitz und I.Rang, Rückplatz .......... III. Sperrsitz und II. Rang, Bor- dcrplatz . ........ Ä. Simmet in sonniger, schöner Lage an berufstät Dame für 1. oder 15. Avril zu verm Zu erfr. in d.Geschsi d. Gieß. Arn. 02870 Gießen, den 27. März 1928. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingspor. II. Rang, Mitte . . II. Rang, Rückplatz Soweit möglich, ist die Einlösung Abonnements schon von Mittwoch, dem 28. März 1928 an, während der üblichen Kaffenstunden gestattet. 32908 la- „ Ila- „ 11b- „ F la- „ F Ib-„ F Ha» „ Bekanntmachung. Die Rechnung der Landjudenschaft der Provinz Oberhessen für das Rechnungsjahr 1926 liegt zur Einsicht der Beteütgteu 8 Tage lang auf dem Bureau des Unter- '.eichneten, Alicenstraße Nr. 2, offen. Nur während dieser Zett können gegen die Richtigkeit Einwendungen erhoben werden. Wietze«, den 27. März 1928. 3278D Der Vorsteher der Landjudenschaft der Sani« Marcus, Drovin; Oberhessen. 7,95 Fstm. 2,78 „ 5,94 „ 9,22 „ 0,58 „ MC „ 0,59 „ Schlafzimmer Küchen 02391 Matratzen Betten gegen bar und auf Teilzahlung J.Jttmann Bahnhofstr. 39 Lieferant des Hess. Bcamtenbundes Möbelpolitur Stahlspäne aus der der Submission vergeben werden. Fichten-Ltammholz. Id-Klasfc Henko macht das härteste Wasser schnell weich! Manko löst beim Einweichen spielend den Schmutz von dy Wasche! Henk© ist beim Putien und Scheuern billig und leistet sehr viel ? Schwämme Loba- UDd BöHelbßlZe Silberputzseife Herdputzmittel | Vermietungen | Meines SWtzlnm. uno DMlWe teilro. möbliert, in einem Emsamttien- hauS an jung. Eheo. vreiswerl zu verm. Schrift!. Angeb. nut. 02332 a. d. Gieß. Anz. Pens. Brandl b”ä Sonn. möbL Zimmer, gnta Eft ehe. Tel. IMS. Summa 28,32 Fstm. Angebote sind bis zum Termin schrifttich und mit Aufschrift versehen auf der Bürgermeisterei abzugeben, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. ANendorf a. d. Lahn, 26. Mörz 1928. Hess. Bürgermeisterei. Bolt. 3195D 2^'Zimmer mit clettr. Licht und KeUerraum im 9ieu- bau an ruhige Mieter A» vermieten. Schr Angebote unt. 02373 a. d. Gieß. Anz. erb. | Mietgesuche I Mansarde (2. Stock'. 5 Zimm, u. genügend Zubeb- m gutem Hause in derLudwigstrasteod. deren nächster Nähe von zwei Damen zu mieten gesucht. Schr. Anaeb unter 08376 an d Metz. An», erb Bronzen 3283a Bekanntmachung. Infolge des Uebergangs des staatlichen Kraftwerkes Wölfersheim an die „Hessen- Frankfurt A.-G." (Hesrag) wird die bisherige gemeinschaftliche „Bergwerks- und Kraftwerksdirektton Wölfersheim" mit Wirkung vorn 1. April 1928 an aufgehoben. Die staatlichen Braunkohlenwerke in Oberhessen unterstehen vorn 1. April 1928 an der Bergwerksdirektion, welche die amtliche Bezeichnung: „Hessische Bergwerks- direttion Wölfersheim" führt. 8288V Darmstadt, den 22. März 1928. Der Hessische Finanzminister. Holzsubmission. Donnerstag, den 29. März, vormittags 11 ¥2 Uhr, soll auf der Bürgermeisterei Allendors a. d. Lahn nachbenanntes Stamm- und Langholz aus dem Gemeindewald Hopfenstein auf dem Wege erfolgen. Die zu zahlende siebte Rate beträgt ftir: Proszeniumsloge, Rangloge u. I. Rang Borderplatz - - • I. Sperrsitz, I.Rang, Mitte und 1Y2Ü für Experiment OSTERN Mehlige Notizen 3301D gesucht Riegelvsad 72 I. kräftiges 3302 D 3277V VfllCAUlSSTeiltN «NHIIICH DUtCH AUSSTeilUKCSPLATTe ODER r LAKAI 3305V Sie kaufen Ihren fesdien Mantel in modischen Stoffen 49 59 Mafsanfertigung ohne Preisaufschlag 3310a Giessen. 02372 gesucht. 02385 »73*7 Bratheringe die Dose 0.75 [02393 Laden. 02386 gesucht. Holzregale Babnbosstr. [3309V oi»; Suche zum 1. oder 15. April selbständ., Wtlb. Hassclback Rodbetm a.Bieber Krosdorter Strasse. Carl Hoon« KreHIahrzenge Annerod TeL16« GlaSen auch lose und in 2- und 4-Liier- Dosen nm Lager zu verkaufen. Schlosserei Kinderwagen billig abzugeben. Riegelvsad Olr. GroheS leeres Zimmer sucht solider junger Mann, wenn möglich mit Frühstück. Schr. Angeb. u. 02366 an d. Gieh.Anz. erb. Zuverläsll junges Mädchen zu 2jähr. Kinde für vormittags gesucht. Selbstgeschr. Angeb. unter 02380 an den Gieh. Anzeiger erb. Gut erhaltener o»n Kinderwagen preiswert ».verkauf. Z.erfr. b.12 Uhr mitt, ii. nach 5 Uhr nachm. Ebelstrasse 37 I Besseres, kinderlieb. Mädchen sucht Stellung in nur gutem Hause, u. zwar vormittags im Haushalt und nachmittags aii Kindern, evtl, tagsüber. Schr. Angebote unt. 02381 an den Gteb. Anz. geeignet für Laden- oder Ausstellungsraum, abzugeden Junges Ehepaar sucht f. 1. V.oö. später beschlagnahmeirete r-Z-M.-NW. in guten, Hause. Ab- stndung wird auf Wunsch gezahlt. Schr. Angeb. unter 02248 a. d. Gieh. Anz. leltaMättn für alleinsteh. Dame gesucht. Zu erfragen Markistrasse 29 im Junger Kaolmaoo mit allen vorkom- menden Bureau- u. Lagerarbelten vertraut, fuckesich zwecks weiiererAitsbildung alsbald ob. später zu verändern.Schr. Angeb. unter O226O a. d. Gieh.Anz. erb. 3x3 Zimmer und Kücken, mit grobem Garten, unter günst. Bedingungen z. verlausen. Eine Wohng. sof. beziehbar. Näh.d. G. Kais 0WM Ludwigstr. 45. Garten unterer Nodberg (Schwarzlach)lMor° gen grob, ganz oder geieili zu verkaufen. Schr.Angebot. unter 33001) a. d. Gieh.Anz. Tüchtigem Fachmann der Elektrobranche ist Gelegenh. gebot., sich mtteintg.tausend Reichsmark (jedoch nicht unt. 5000 NM.) an einem schon bestehenden Untcrneh' men tätig zu beteilig. Schriftl. Angeb. unt. 02377 a. d. Gieh.Anz. AllgemeineOriskranken- kasse Gießen-Gtadt Die rückständigen Beiträge zur Krankenkasse, Invaliden- und Erwerbslosenversicherung für den Monat Februar 1928 können noch bis zum 3. April d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf der Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann DienStagS von 8 bis 1 Uhr bei unserer Kasse, Ludwigstr.12 Vorderhaus pod. auf uns.Postscheckkonto Amt Frankfurt a. M. Ar. 10 833, erfolgen. Gießen, den 26. März 1928. Hinkler. Rechner. 3287V Fast neue 02384 Ißder-Walzmaschine und Schubmacker- Nähmaschine r,s Hauptstr. 17. Atcht abgehoiter Zagdhund ßCfl. Barzahlung zu verkanten. 3285 D Verwaltung der Veterinär-Kliniten. Edgar Borrmann, Eiscnßandluna, Giesreu. Tüchtiger Metzgerlehrling zu Ostern gesucht. Schr. Ange v.u.3297V an d. Giess. Anz. erb. [Vsi'8vkis6ens8^ Die Erd- und Betonarbeiten für eine Wegunterführung irn BahnhofGroßen-Lin- den sollen vergeben werden. Angebotsheft wird gegen portofreie Bargeldsendung von 1.50 RM., soweit vorrätig, abgegeb. Zeichnungen liegen bei der Bahnmeisterei 3 325t id Gießen auf. Zufthlagssr. 3 Wochen Derdinga.12.4, llllhr Reichsbahn- Betriebsamt Gießenl Mittwoch, 28. März 1928, nachm. 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen), zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Schreibmaschine (Mignon), 1 Chaiselongue mit Decke, 1 zweitür. Kleider- fchrank, 1 Büfett, 1 Kommode, 2 Lino- leumteppiche, 1 Partie Schokolade, 2 Stücke Sohlleder, l Opel-Personenwagen (Viersitzer), 1 Sopha, 1 Kommode, 5 Wirtstische und 33 Stühle, 1 Eisschrank, 1 Schreibtisch, mehrere Holzbeleuchtungskörper, Kleiderstoffe, 1 Zimmerteppich, 1 Spiegel, 1 Brutapparat, 1 Schreibtisch, 1 Bücherschrank, 1 Pianino, mehrere Chaiselongues, 1 Weißschrank, Alpakabestecke, Wirts- Karl Nickel IL, Gasthaus z. Traube Hungen lOberhess.), Kaiserstrahe 18. Ordentliches Mädchen tagsüber für einige Wochen zu Kindern gesucht.Sauerborn, Plockstr. 5 p. stühle n. v. a. Junker Gerichtsvollzieher, Gießen, Goethestraße 29. Mittwoch früh 9 Uhr etntressend: Frische Angelschellfische P/t* bis 2-pfündtg ff. große Schellfische im Ausschnitt . . Md. 0.60 im ganzen Fisch. .. Pfd. 0.55 Pa. Heller Cabliau o. K. im Ausschnitt . Pfd. 0.40 tm ganzen Fisch .. Pfd. 0.35 Seelacks, Goldbarsch. Brat' fchellstsche Große Rotzungen Pfd. 0.90 Frische Fischkoteletts Pfd. 0.50 Marinaden heraestellt aus grün. Heringen, erstklassiges Fabrikat Rollmops, Heringe in Gelee, BiSmarckberingc und Sardinen, die Dose, ri qk ä 1 Liter........... U.ÖO Beschlagnahmesreie Himffier-Woling. von einem Beamten zu mieten gesucht. Schr.Angeb. u.02390 an d. Gieh.Anz. erb. Beschlagnahmesreie 3 Mm.'AW. im Preise vou 40 bis 50 Mk. für bald ob. später von ruhiger Dame zu'mieten gesucht. Mansarde aus- fleschlossen.Schr.Ang. n. 02375 a. d. GH. Anz. {Stellenangebote) Zreileitungs- unö Ortsnetz- Monteure werd, sofort gesucht. Schriftl. Angeb. mit Zeugnisabschriften unter 3294D an den Gieh. Anz. erbeten. 'Feectoker- und [3292D Oplikerlehrlingß werd.noch eingestellt Krcmp Löhne Wetzlar, Brann- felser Str.Tel.^lr.76 Gejuckt werd, tücht.. redegew. Damen für unfere hervorrag. Wachsspritze. Kein (Einreiben der Böden mehr. Hohe sos. bezahlb. Prov. Welder & Waas, rravklvrl/A.,AlbiiS- strahe 50. [3296V EinMien-Haos m.Obstgarten, soi.be' ziehbar, s. IBnOO Mk. bei 7-9000 Mk. Anz. au verkaufen. 0WS2 Baer, Oatanlage 29. '■» P. S. Fleissiges, sauberes Mädchen gesucht von früh bis nachmittafls 02379 Babnboistr. 37 II. [Stellengesuche) Junger Mann 18 Jahre alt, der 3 Jahre aus einer Beztrkssparkasse tätig war, sucht Stellung als Gehilfe aus einem kaufmänn. Bureau. Zeugnis kann aus Wunsch vor- geleg' werden. Schr. Angeb. unter 02229 a. d. Gieh. Anz. erb. i8MNg möötoen sucht Stellung als HauStocktcr, wo sie sich im Kochen und gesellschaftlich. Um- gangSsormen vervollkommnen kann. Taschengeld u. Familienanschluss erw. Schr. Ang ii. 02302 a. d. Gieh. Anz. erb. j Verkäufe ) nur bei >5 WB f -W Spezialhaus bH MM Iznl für moderne ■ B OllKLwl Damenbekleidung Fräulein sucht [°*are möbl. Zimmer Nähe Bahnhof. Angebote Babnbof- ttrasse 45 lll. erb. Junges Mädchen sucht zum 1. April freundl., saubere Schlafstelle in der Nähe d.Univ.» Kinderklinik. Angeb. mit Preis an Oberschwester Hedwig Frciie, Universitäts-Kinderklinik Alt AeiWliWn! wegen Erkrankung des jetzigen zu mögt. bald gesucht [02:169 Ottanlage 30 II. Ordentliches »Al für sofort od. 1. April Die Gründung eine- Damen- Motorrad-Klubs wird beabsichtigt, um auch der hiesigen Damenwelt dies. Sport, der, wenn er vernünftig auSgeübt wird, zu den schönsten und genussreichsten zählt, zugänglich zu machen. Angesehener Fachmann würde sich der technischen Seite des Vorhabens annehmen und in jeder Weise hilfreich zur Verfügung stehen. Es wird bemerkt, dass Prüfungen und sonstige llmständlich- keiten bei Wahl geeigneter Fahrzeuge heute nicht mehr erforderlich sind. Entschluss, verehrte Damen, auf lnS schöne Hessenland, der Lenz steht vor der Tür! Schriftl. Meldungen lunverbindlich unter 3272V an den Giessener Anzeiger erbeten. Neuer MölttDl 29.- 39. Mark 19.- APRIL 30Tage 02365 Statt Karten. Für die vielen Beweise herzlicher Teil' nähme bei dem Heimgange meiner lieben Mutter sage ich allen wärmsten Dank. Ernst Klinge. Gießen, den 25. März 1928. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Lore Sander Julius Georg Michaelis Gießen Frankfurt a. M. März 1928 02360 NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN Regelmäßige direkte Abfahrten mit Boppefscftraoiien - Dampfern für Reisende u. Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedingungen a. Abfahrten erteilt Gießen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Wetzlar: Dornbusch & Binder, Lahnstrahe 12 14 ^ttffOTH^^^ion^ll^lH^fflflllllnlltltnl!lll^u^Hlllmll^llnl^lllll^llllllllll^lllllUll[^lllllllllin^lt^m^n^^^w Wir suchen für einen unserer Beamten eine beschlagnahmesreie M der 3 M IBM per alsbald. (Soft ümzugsvergütung. Schriftliche Angebote an 32400 Gummiwarenfabnl Poppe 6- Lo. _____________Gießen._____________ Mniem zur Bedienung einer Mörtel-Mischmaschine gesucht. Gebrüder Molaiis Am Rahrungöberg 2. 3303V Für das Bezirksfest des Arbeiter- Turn- und SvortbundeS am 30. Juni. 1. und 2. Juli in Steinback sind die Genußmittelstän-e zu vergeben. Angebote sind bis zum 15. April an den Vorsitzenden der Freien Turnerschaft Steinbach zu richten, woselbst die Bedtn- gungen etnzusehen find.___________3284V Fischereiverpachtung. Die Bekanntmachung vom 22. März 1928 wird dahfn berichtigt, daß nur die Ausübung des Fischereirechtes in dem Schwindbach der Gemarkung Hochelheim zur Verpachtung kommt. Der Verpachtungstermin erfährt keine Aenderung. Hochelheim, 26. März 1928. 329ID ________Der Gemeindevorsteher.________ Bekanntmachung. Wir beabsichtigen, einen jungen hornlosen Saanenziegenbock (weiße Farbe), wenn möglich mit Abstammungsnachweis, anzukaufen. 3304D Offerten baldigst erbeten. Weilburg, den 23. März 1928. Der Magistrat. wie ein Holzzaun. Er hält Unberufene — Menschen und Tiere — von Ihrem Eigentum ab. Das richtige Drahtgeflecht in allen Maschen weiten, Bindedraht und Stacheldraht, Drahtzangen u. sonstiges Werkzeug für die Anfertigung von Drahtzäunen bekommen Sie bei mir. Ein festerDrahtzaun ist rasch aufgestelit. Ich zeige Ihnen gerne, wie Sie es am zweckmäßigsten machen. IB.Häuser, Gießen Am Oswaldsgarten - Telephon 660 gesu Schlaf In der Drogerie Haus Hindenburg, Selters- Damen- und Herrenschneider mit guten» Schnitt sowie Verarbeitung emvsiehlt sich in und äusser dem Hanse. Schr. Angebote unt. 02368 a. d. Gieh. An». Ohne Störung d. Bemis und auch ohneMittel- schulbildung werden Siesuggestiv-vsyche- techn. z. Dr. iur„ 1 r. rer. pol. od. Dr. phii. vorbereitet. Stunde 85Psg. evtl, auch no^ Ermäßig. Schr. An- srag.u.02347 a. d.G.A. Wer gibt Wäsche z. Waschen, Bügeln Ausb.i.Privathaud? Schr. Angebot, unter 02383 a. d. Gieh.Anz. Am Freitag abend ist von Giessen nack Heuckelbeim ein Manchinentefl vevwven gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe inHeuckel- beim Braehaaaatr.6$ abzugeben. 33Q8D Verloren Silb. Herren-Armbanduhr am (Sonn- taginGrossen-Buseck verloren. Abzugeb. geg. nute Belohnung ließen, Roonetr. 33II od.b.Herrnvr.Adler^ Grossen-Buseck. Deutscher See°Verein Ortsgruppe 6le6en Wir verweisen unsere Mitglieder auf die Protcstkund gebuna des Bundes der Kolonialfreunde Ortsgruppe Giessen, und bitten für Mitt' wock im Cat^ Leib umrege Beteiligung. Ter Vorstand. MMN MM OrtSgr. Giessen. Wir machen unsere Mitglieder aus die moraenAbend,8Ubr, im Casö Leib statt- findende Protestoersammlung gegen den Naud der deutschen Kolonien besonders aufmerksam u. bitten um allseitige Beteiligung. 32990 Der Vorstand. Stadttheater Mittwoch28.Märs 24.Mttw0lV-AV.Nll. von 19'/, biS21'^Uhr Brand ioi Opernhaus Drama in 3 Akten von Georg Kaiser. Dienstag, 27. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Ar, 74 Zweites Blatt Einige I sind als daß sie mehr einer allgemeinen klanglichen Note in ihrer inneren Notwendigkeit bezeugt ist durch ' ' . . << . it-v 1,141 mtahroi ton hon noiitinon .'{nurmnion heilt. :.\l aber Gewähr dafür bieten, daß sie entschlossen ind, den Parteistaat zum Verfassungsstaat umzugestalten, der Alleinherrschaft des Parlaments Korrektivinstanzen gcgenüberzustellen und die Listen des Listenshstems zu durchkreuzen. Wir werden also die große Freude haben, die Parteibureaukratie nicht zulassen. Der Reicys- Minister des Auswärtigen hat, gewiß aus genauer Kenntnis des deutschen Parlamentsbetriebes, beklagt, daß unser Listenshstem den Inter- essenvertretern einen ungebührlichen Vorrang einräume. In der Tat: wie wird man Abgeordneter? Soll man sich mit Fricdensdiktat, internationalen Zusammenhängen der Gegenwart, deutscher und ausländischer Geschichte befassen, soll man sich in der Praxis als Derwaltungs- fachmann bewähren? Nein, so kommt man nie in den Reichstag, vor allem dann nicht, wenn man dazu noch einen eigenen Kopf hat. Sondern man must Gewerkschaftssekretär der Schilfsammler oder Geschäftsführer des Reichsverbandes der entlassenen Dienstmädchen sein. Zwei Dinge sind es, die die Gegenwart anbetet: die Masse und das Geld. Eines von beiden muh man als Morgengabe für die Partei mitbringen, wenn man sofort einen sicheren Sih bekom.nen will. Geist? Aber dazu haben wir doch im Gefolge der Parteisührer genug akademisch gebildete junge Leute. Das genügt vollkommen. Es gibt vor allem Gewähr dafür, dast stets die Partei über das Staatsganze g stellt wird. Ist es doch schon unbequem, dast es m der Beamtenschaft immer noch Leute gibt, die dem Staate und nicht einer Partei dienen wollen. Ins Parlament aber soll dieser „reaktionäre" Geist nicht eindringen, dafür wird das Listenwahlsystem schon sorgen. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" widmet den kommenden Reichstagswahlen heute schon ein Borwort, in dem es u. a. heißt: Der neue Reichstag ist eigentlich tjeiste schon fertig. Rach unserem Listenwahlsystem, das jeder demokratischen Idee ins Gesicht schlägt, haben überall bereits die Parteibureaukratie und geheime Klüngel die Kandidaten ausgestellt, die das souveräne Volk dann zu wählen hat. Wir haben in Deutschland in Wirklichkeit ein Zweiklassenwahlrecht: nur die paar hundert Menschen, die die Kandidatenausstellung betreiben, besitzen ein wirkliches Wahlrecht, die anderen 40 Millionen sind Wähler zweiter Klasse. Die Parteien, in der stupiden Blindheit des Machthabers, weigern sich standhaft, zu einer wirklichen Dolkswahl ;urückzukehren. Was soll unter diesen Umständen der Wähler tun? Soll er, nach dem Rezept des Zungdeutschen Ordens, diesem System kerne Stimme geben, d. h. Wahlenthaltung proklamre- cen? Es ist völlig klar, dah die Befolgung Dieser Parole nur denjenigen zugute kommt, die xm der Listenwahl festhalten und behaupten, rhre Parter- herrschaft sei gleichbedeutend mit Demokratie. Oder soll er sich, wie andere wollen, an Splitterparteien anschliesten? Dann geht entweder ferne Stimme ebenfalls verloren oder es entstehen erne Anzahl ohnmächtiger Spli tergebilde, die erst recht die Weiterherrschaft der Bonzokratie sterilisieren helfen. Es bleibt also, wenigstens bei der bevorstehenden Wahl, nichts anderes Übrig, als dre- ienigen großen Parteien zu wählen, die Gewahr für politische Handlungsfähigkeit, insbesondere Verträgen mit allen europäischen Staaten, außer Polen, mit dem es bis heute noch nicht möglich war, ein Uebereinkommen abzuschliehen, geschaffen. Dadurch ist es uns wenigstens möglich gewesen, einen internationalen Luftverkehr zu organisieren, der eine unerhörte ©nttoidlung der deutschen Luftfahrt ermöglicht hat. Die diesmalige Konferenz trägt mehr den Charakter einer westeuropäischen Versammlung, insofern, als ihr ja nicht einmal Italien und Spanien airgchörcn. Immerhin ist sie vorzüglich geeignet, die bedeutsamsten Fragen des Luftverkehrs dieser Mächte untereinander zu regeln. Trotzdem kann man nur hoffen, daß es recht bald möglich sein wird, auch in der Luft denselben Interessenausgleich und dieselbe einheitliche internationale Organisation zu schaffen, wie es ja z. B. im Verkehr auf der See oder im Postverkehr besteht. Eine solche Einigung dürfte ohne Frage die besten Rückwirkungen auch auf politischem Gebiete haben und in dieser Hinsicht ähnlich den wirtschaftlichen internationalen Ausgleichen der politischen Verständigung wertvollen Helferdienst leisten. die sämtlichen vertrauten Gesichter im neuen Parlament wiederbegrühen zu dürfen. Einige wenige Ausnahmen ändern daran allzu wenig. Reue Köpfe, insbesondere politische Köpfe, wird 00# v Mioren Hlb. HencmAr^ WML- Deutsches iee-verem Zeitungsschau. In der „Täglichen Rundschau" schreibt Heinrich Rippler: „Die Presse der Linken hat in dieser Woche wieder Großkampftage in der Rettung der stets bedrohten Republik durchlebt, aber auch unvergleichliche Siegesfeste feiern können. Es ist an heiliger Entrüstung, vernichtendem Hohne und waschechtem, sittlichen Pathos wirklich nicht gespart, aber es ist auch erreicht worden, daß wenigstens der Ministerpräsident Braun, der Oberbürgermeister Böß und der Reichstagspräsident Loebe den afghanischen Orden, den ihnen der König Aman llllab zugedacht hatte, zurückgewiesen haben. Das ist ein Erfolg, der in den Annalen der Geschichte verbucht werden wird. Der Reichspräsident, der Reichskanzler und die Staatssekretäre Schubert and Weißmann haben den Orden ja als Erinnerungszeichen gleichmütig und höflich angenommen, ohne daß sie bis jetzt wegen Ber- wssungsbruch vor den Staatsgerichtshof gestellt worden sind: aber wenigstens Braun und Böß haben schließlich die Reinheit und Sittenstrenge eines deutschen Bollrepublikaners erwiesen, nachdem sie, wie es scheint, vorher etwas geschwankt haben. Wenn ihr starkes Rein von vornherein sestgestanden hätte, wäre es dem afghanischen Gesandten wahrscheinlich schon bei feiner ersten Anfrage hörbar geworden, und das Anerbieten wäre unterblieben. Dann aber kam das Geschrei der Presse, die charaktervolle Zurückweisung und -- das vergnügt-verächtliche Schmunzeln im Auslände über solche unausrottbare Krähwinkelei und Kleinleutemanüer in Deutschland. Untere Demokraten haben immer noch nicht gelernt, Wesentliches und Unwesentliches zu unterscheiden, obwohl sie beim früheren Reichspräsidenten Ebert hätten in die Schule gehen können. Glaubt irgendein vernünftiger Mensch, daß die Zurückweisung des afghanischen Herzogmantels irgendeinem unserer lieben Freunde und Feinde im Auslande imponiert oder daß es das Ansehen der deutschen Republik irgendwie erhöht hat? Will man nie lernen, daß der internationale Verkehr nicht nach den Grundsätzen des demokratischen Parteikatechismus vor sich gegen kann, und daß man über Unebenheiten um so sicherer hinwegzukommen vermag, wenn man in sich selber sicher und fest ruht? Das ist eben das Unglück unserer deutschen Republik, daß ihre lärmendsten Bertteter so unsicher sind und der Welt stets ein hall» ängstliches, halb verbissenes Gesicht zeigen, so daß man immer an Gesindestube und Muffkram denken muß und ihre bestgemeinten republikanischen Beteuerungen wie eingelemtc Deklamationen oder verunglückte Rachahmungen auswärtiger Vorbilder wirken. Sie wollen als freie Republikaner sich und ihren Wählern imponieren und wirken wie Freigelassene, die sich nicht zu benehmen wissen. Gießener Konzeriverein. Berliner Trio-Bereinigung: Reger, Graencr, Schubert. Das letzte Konzert in dieser Saison war als Kammermusikaufführung gedacht und sollte nach den Vorankündigungen je ein Trio von Reger, Brahms und Schubert bieten und somit einen Ueberblid über drei charakteristische Stilarten aus dem Gebiet der Kammermusik gewähren. An Stelle des jug-.ndfrischen kck-Dur-Trios von Brahms wies das Programm in seiner letzten Fassung die O-Dur-Sonate für Violine und Klavier desselben Meisters auf. Allgemeines Erstaunen erregte es aber, als Prof. Gustav Havemann vor Beginn des zweiten Programmteiles verkündete, daß er mit Rücksicht auf die Länge der Vortragsfwlge für die Brahmssche Sonate ein Werk von Paul G r a e - n e r spiele. Wenn der Konzertverein in Gießen es mit dem Zyklus seiner Winterkonzerte erreicht, das Verlangen seiner großen Anzahl von Hörern vollends zu befriedigen, so ist dies nur immer möglich dadurch, dah er jedem Programm eine besondere Bedeutung verleiht. Dadurch stellt sich das Musikleben einer Stadt wie Gießen in einen erfreulichen Gegensatz zu dem Rkassenmusikbetrieb der Großstädte. Der Hörer fordert hier nicht eine bestimmte Zeitlänge des Konzertes, sondern er hat ein sachliches Interesse an den Werken selber, und so war eine Verstimmung m dem Kreise des Publikums wohl bemerkbar, die De- Mündung für die Aenderung schien hier wenig angebracht. Die Sonate von Pauk (9 r a e n e r, op. 56, tragt Oie Merkmale der Zeit, in der sie entstanden ist. Klangimpressionen, dekorative Kantilene iino rhapsodische Einwürfe kennzeichnen ihren Stil. Die Form des Werkes aber nimmt eine Zwitterstellung em, indem sie Bindungen mit zurückliegenden Stilelementen aufnimmt und noch nicht den entschewen- den Schritt zu einer Neugestaltung wagt. Dazu kommt, daß seine Motive weniger scharf profiliert ÄS« 'ÄS’ tsssgsss £>r,wrLrt unsere M nia-bk"hie im ß&rote,lfi Stad« sie etwa den Beethovenschen Werken zugrunde liegen, würde man sicherlich seine Wesensart nicht erfassen können, vielmehr sehr leicht einem Fehlurteile verfallen. Richt das Herauswachsen aus einem Grundmotiv bestimmt das Werden, sondern das fertige Thema, das in quellender Fülle und na turhöfter Frische der Erfindungskraft in seiner Gesamtheit, in Abfolge und Gegenüberstellung und Anreihung das Werk erstehen läßt. Diese reflektionslose Erfindung verträgt keine Ausdeutung, die irgendwie durch ein anders gerichtetes Wollen oder gar Manieriertheit bestimmt ist. Richt gekünstelt, sondern in ihrer Raturgeborenheit will die Schubertsche Schöpfung erfaßt und wiedergegeben sein. Jede musikalische Phrase spricht bei ihm für sich selber mit der ihr innewohnenden Artikulation. Rur rein musikalische Kräfte sprechen sich in ihr aus, sie verträgt weder eine andere Tempo- nahme, als sie sich aus der Struktur des Themas und seiner Stellung im Rahmen des Werkes ergibt. Bei der Wiedergabe des Schuberttrios konnte man den Eindruck haben, dah die ausführenden Künstler diese im Wert gegebenen Voraussetzungen nicht immer beachteten. Der erste Sah wurde im Tempo etwas zu schnell genommen und damit der lyrische Einschlag dieses Satzes mit seiner quellenden Melodik nicht voll zur Geltung gebracht. Schuberts Formimg hat etwas Gesprächhaftes an sich: um so deutlicher hätten einzelne Zäsuren Beachtung finden können. Die ruhig fließende Kantilene des Andante durfte trotz der vorgezeichneten Akzentuierung nicht zu scharf markiert werden: ebenso erschien das Trio des Scherzo etwas zu gedehnt und im Klavierpart rhythmisch verzögert. Immerhin bewies auch dieses Trio bei der Aufführung seine Lebenskraft und ursprüngliche Frische: einzelnes, insbesondere der letzte Satz, gelang den Künstlern vortrefflich: nur wäre die Auswirkung des Werkes noch reftiofer und nachhaltender gewesen, wenn die Künstler die gekennzeichneten Wünsche berücksichtigt hätten. Dr.H. Charakter wußte er dem Allegretto zu geben, mit seinen Pizzikatowirkungen und den eigenartig schimmernden Klängen des Klaviers. Am merkwürdigsten für das Regerjche organische 21 ufbauen sprach das Lurgo mit seinen choralartigen Klängen und kirchlichen Harmonien und seinem sich auf türmen: den Erwachsen zur klanglichen Ausbreitung. Die Durchführung dieses Werkes schien die Triovereinigung Lydia Hoffmann-Behrendt (Klavier). Prof. Gustav Havemann (Violine). Prof. Georg Wille (Cello), sämtlich aus Berlin, innerlich völlig zu fesseln. Hier konnte das Ensemble sein eminentes Können entfalten. Prof. Havemann wie auch Prof. Wille sind beide durch ihre langjährige Wirksamkeit in der deutschen Musikwelt zu größtem Ansehen gelangt. Hier bewies sich ihre sachliche Hingabe an ein Werk, das ihrer künstlerischen Entwicklung zeitlich und geistig am nächsten stand. Ebenso zeigte sich aber auch Lydia Hoffmann-Behrendt als eine berufene Reger-Spielerin mit gewaltiger Klang- entfaltung, ausgeprägter Linienführung und Feinfühligkeit des Anschlages. Das organische Zusammenwirken der drei Spieler vermochte daher dieses Trio zu dem Höhepunkte der Veranstaltung zu erheben und damit am besten zur Durchsetzung des Regerschen Lebenswerkes beizutragen. Eine ganz andere Welt schloß sich in Schuberts 8-Dur-Trio auf, die in ihrer Eigenheit eine ähnliche Stelle einnimmt wie die der Schu- bertschen symphonischen Werke. Was seinerzeit bei der verdienstvollen Aufführung der beiden Schubert-Shniphonien gesagt wurde, gilt ebenso für das kammermusikalische Schaffen des Meisters. Wit klassischen Formprinzipien, so tote Regers L-Moll-Trio fällt in seine Leipziger Zeit. Der junge Stürmer hat sein inneres Gären übermunben, und schafft nun als Meister mit voller Beherrschung seines Jchs und feinster Beachtung der förmlichen Gestaltung. Vielleicht mochte aerobe bic Dünnstimmigkeit des Kammermujikstiles fernem Schaffen eine besondere Selbstbeherrschung aufer* legen, ohne aber ber Entfaltung seiner persönlichen Eigenart im Stil irgendwelche Hindernisse entgegenzustellen. Hinsichtlich ber Form könnte man bas vorliegende Werk in btt Nähe ber Kia sik bringen. der inneren Organisation aber laßt sich doch ein qrunboerschiebener, eigener Charakter erkennen. Die der klassischen Musik eigentümliche motivische Durcharbeitung mit der Zielsetzung eines jah ausragenden Kulminationspunktes wirb bei Reger durch ein neues Prinzip der thematischen Arbeit abgelost, einer Umbildung des Motivischen je nach dem Wandel der im Lause der Entwicklung des Werkes erlebten persönlichen Stimmung. Diese auEbnck- lichen Stimmungen mit ihrem impulsiven Wachien und ihrem Versinken gliedern bas Werk m klangliche Episoden. An Stelle ber scharf proplierenben Motioik tritt bei ihm bie reine klangliche Auswirkung, vom starkeii Temperomentsausbruch bis zum sammetartig verklingenden Pianftsimo. 9hernals wirb man bei Reger irgendwelchen thematischen Gemeinplätzen begegnen, wenigstens werden sie nicht als solche erkenntlich sein, da bei ihnen jebe Mehr Verständnis für Hessen. Darmstadt, 25. März. Der Hessische Amtliche Pressedienst teilt folgendes mit: Im Haus- haltsausschuß des Reichstags hat der Abgeordnete Dr. Cremer im Verlaufe der finanzpolitischen Ausiprache Bemerkungen über die finanzielle Lage des Volksstaates Hessen gemacht. Er sprach dabei von der „übersetzten hessischen Verwaltung" und schien zu beanstanden, daß dem Lande unter diesen Umständen aus Reichsmitteln Unterstützung gewährt werde. In der Rachmittagssihung wies der Reichsfinanzminister in seiner Antwort darauf hin, daß das Land Hessen auf Grund einer Vereinbarung aus dem Jahre 1926 ein gewisses Anrecht auf Vorschüsse durch das Reich habe. Bisher seien Vorschüsse in Höhe von 13,8 Millionen Mark an Hessen gegeben worden. Runmehr müsse, da die Besetzung noch fortdauere, nach neuer Prüfung über die Höhe der Bevorschussung neuerdings entschieden werden. Hessen habe ein Anrecht auf diese Kassendarlehen, zumal vereinbarungsgemäß eine Prüfung der hessischen Verhältnisse durch den Reichssparkommissar erfolge. Aus hessischen Regierungskreisen wird dazu folgendes bemerkt: Die Auffassung, die aus den Aeuherungen des Abgeordneten Cremer spricht, läßt erkennen, daß das Verständnis für die besonderen hessischen Verhältnisse selbst bei führenden politischen Persönlichkeiten noch immer nicht genügend vorhanden ist. Hessen will vor anderen Ländern nichts voraus haben, sondern verlangt gerechte Behandlung, d. h. Entlastung von den durch die in feinem Gebiet konzentrierte Besatzung verursachten besonderen Lasten, die es für das gesamte Reich trägt und die dem Lande vom Reich abgenommen werden müssen. Man wird es begreiflich finden, dah es in dem schwer leidenden H^senlande Verstimmung hervorruft, wenn im Reichstag noch immer unzutreffende Auffassungen über die hessischen Verhältnisse bekundet werden. Oie Einigkeit in der Lust. Zum Zusammentritt der internationalen Berkehrskonsercnz. Eigene Drahtmelbung des „Gießener Anzeigers". Berlin. 27. März. Am Montag trat in Berlin wieder einmal eine internationale Verkehrskonferenz zusammen, auf der Deutschland. England, Belgien. Frankreich. Holland, die Schweiz und die Tschechoslowakei vertreten sind, um im Rahmen eingehender Beratungen eine enge Zusammenarbeit dieser Mächte im Luftverkehr vorzubereiten und vor allem auch die Fragen des Slug - funkwesens und der Flugmeteorologie zu klären. Die deutsche Vertretung auf dieser Konferenz ist Geheimrat Fisch vom Reichsverkehrsministerium übergeben worden. Die englische Delegation ist, wie die tschechoslowakische, verhältnismäßig stark. An ihrer Spitze steht der Chef der zivilen Fliegerei, Sir Srfton B r a n d e r, während die tschechoslowakische Delegation von Kommissar Rajbert geführt wird. Die Konferenz, die bis zum Ende des Monats andauern wird, wird sich in ihrem ersten Seile mit den allgemeinen Fragen beschäftigen, um dann Drei Unterausschüsse einzusehen, denen die Behandlung der Fragen des Verkehrs, des Wetters und des Funkwesens obliegen soll. In einer abschließenden Sitzung werden schließlich die Resultate in einem Kommunique vereinbart werden. Man sollte eigentlich glauben, daß die Einigkeit in der Luft viel größer wäre, als auf dem Lande. Dem ist aber noch lange nicht so. Man erinnere sich nur Daran, dah es einmal eine ganze Reihe internationaler Verkehrsgesellschaften gibt. Da ist zunächst einmal die Ci na, Deren Mitglieder aus den Ententemächten bestehen und Der Deutschland noch nicht angehvrt. Auf der anderen Seite ist Die Jata, eine Vereinigung Der europäischen Luftverkehrsgesell- schasten, Die also mehr einen privatwirtschaftlichen Charakter hat und in Der Deutschland an hervorragender Stelle steht. Die sog. internationale Verkehrskonferenz, Die also Diesmal in Berlin tagt, ist eine gemischte Vereinigung, Denn ihr gehören neben den Regierungen Der beteiligten Länder auch Die führenDen Luftverkehrsgesellschaften dieser Lander an. Deutschland hat schließlich, vor allem Da es Der Cina, Die niemals eine proDeutsche Luftpolitik betrieben hat, nicht angehört, sich einen Ersa h in einem weiten Reh von Flugverkehrs- Wirkung bienen wollen. Unb von dem Gesichtspunkt eines in sich versunkenen unb versonnenen klanglichen Gestaltens mochte bas Werk sich am ehesten den Hörern erschließen. Prof. Havemann setzte sich mit voller Kraft für bas erfolgreiche Bestehen ber Sonate ein. Er verstand es. Den Kcmti- lenenbogen großzügig herauszuarbeiten, ebenso schuf Lybia Hoffmann-Behrendt am Flügel feinsinnig nach, mit besonderem Sinn für bas Sublimiert-Klangliche. Gewiß war es sehr berechtigt unb auch interessant, ben Gießener Hörern einmal bieses Werk eines Zeitgenossen vermittelt zu haben, aber stärkere musikalische Eindrücke gingen von den beiden Triowerken aus, von Regers L-Moll-Trio und Schubetts 8-Dur-Trio. an den Dort stehenden Obst bäumen zusteht, im Interesie der guten Sache auf die verlangte Ablösung verzichtet, womit die Ausführung des Denkmals gesichert fei. Zum Schlüsse wies der Vorsitzende auf die große Unzufriedenheit bei dem größten Teil der Einwohner hin, die in recht freigebiger Weise die Mittel für die Errichtung des Ehrenmals bewilligt hätten, dessen Ausführung jedoch infolge mangelnden Entgegenkommens sich um Jahre verzögere. — Aus der Schule entlassen und fonfirmiert werden in diesem Jahre 20 Knaben und 14 Mädchen. rl. Daubringen, 26. März. Auf Einladung des Bürgermeisters P r e i ß fand am Samstagabend hier eine B ü r g e rv e r s a in m l u n g zwecks Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr statt. Etwa 80 Personen hatten sich in der Wirtschaft Erb eingefunden. Aus Gießen waren Stadtbranddirektor Braubach. Kreisseuerwehrinspektor D i d 0 r e, Der Vorsitzende des Kreisverbandes der Freiwilligen Feuerwehren. Brandinspektor F. Wenzel und als Vertreter der Gießener Wehr Herr Riebel erschienen, von der Lollarer Wehr waren die Herren Heinrich. Rohrbach und Schelm zugegen. Die Versammlung stand unter der Leitung von Lehrer Henkel. Äachdem Bürgermeister P r e i ß. Kreisseuerwehrinspektor Dickore, Stadtbranddirektor Braubach und Kam. Heinrich über Die Rotwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer Feuerwehr, insbesondere aber einer Freiwilligen Feuerwehr, gesprochen hatten, setzte eine rege Aussprache ein. Die mit dem Ergebnis endete, daß sich 60 Versammlung s besucherbereiterklärten, einer Freiwilligen Feuerwehr sofort beizutreten. Stadtbranddirekior Braubach und Brandinspeltor Wenzel beglückwünschten den Bürgermeister und die Gemeinde zu diesem schönen Ergebnis eines vorbildlichen Gemeinsinns, während Bürgermeister P r e i ß mit Dankesworten für Die bisherige Unterstützung bei feinem nun von Erfolg gekrönten Bestreben zusagte, daß er auch weiterhin eifrig für die Freiwillige Feuerwehr Daubringen sorgen werde. Die Wahl des Kommandos und des Vorstandes soll in Den nächsten Tagen erfolgen. (.) Lang-Göns, 26. März. Gegen 12 Uhr ertönte heute die Sturmglocke. 3m Har D t * waID war ein DranD ausgebrochen. Der schnell herbeieilenden Feuerwehr und andern Einwohnern gelang es, in zweistündiger Arbeit des Feuers Herr zu werden. Die Brandstelle war in einem tiefgelegenen Teil des Waldes, und so konnte der herrschende Rordwind nicht an das Feuer kommen, sonst hätte leicht ein großer Waldbrand entstehen können. Verbrannt ist eigentlich nur ein Hausen Holz und ein Teil eines jungen Fichtenbestandes. Immerhin ist Der Schaden beträchtlich. Heber bie Ursache ist nichts bekannt. D Lich, 26. März. Nach ber Feldbereinigung wurde zwischen dem Turmgäßchen unb ber Friedhofs st raße eine neue 33 erb in- dungsstraße von etwa 100 Meter Länge geschaffen. Diese neue Straße zieht hinter dem Fürst- lichen Friedhof her und wirb in trockenen Jahreszeiten namentlich von Friedhofsbesuchern benutzt. Die einen ruhigen, stillen Weg suchen und nicht durch die lebhafte Oberstadt geben wollen. Leider aber ist bie Straße bie größte Zeit bes Jahres in einem so üblen Zustand, daß sie völlig unpassierbar ist. Der 20 Zentimeter tiefe Schlamm schreckt jeben zurück, der den Weg benutzen will. Die Stadtverwaltung würde sich ein Verdienst erwerben, wenn sie dem Uebel abhelfen würde. »Lich, 26. März. Zu Dem Bericht in unserer Ausgabe vorn vorigen Mittwoch über Den Unfall des Schlosserlehrlings K ü b 1 e r wird uns von Dessen Meister FrieDrich Schmidt mitgeteilt, Daß K übler nach Schluß der Arbeitszeit von Kloster Arnsburg, wo er mit seinem Meister beschäftigt war, zusammen mit einem Bekannten nach Lich zurückgefahren ist, wobei sein Bekannter auf dem Soziussitz des Motorrades Platz genommen hatte. Küdler habe sich bei Dem Fall Abschürfungen im Gesicht zugezogen, Die aber nicht von großer Bedeutung seien: er sei auch nicht mit dem Wagen seines Meisters abgeholt worden, sondern habe den Weg von der Unfallstelle nahe bei Lich zu Fuß bis in die Werkstatt zurückgelegt. Das Motorrad sei nicht zur Reparatur in Dem Betriebe Des Meisters Schmidt gewesen, Der Probefahrten nur von geschultem Personal mit Führerberechtigung ausführen lasse. ben sich ausbreitenben geistigen Zusammenhalt. Reger müßte nicht der Meister ber Kontrapunktik sein, wenn er nicht gerade dem imitatorischen Stile breiten Raum gewährte, wie im Mittelteil Des Allegretto, niemals werben wir aber die kontra- punktische Kunst als losgelöst unb tecipirsch gewollt empfinben, sondern bic Polyphonie in freier unb auch gebundener Art ist bei ihm Das herrschende Ausdrucksmittel. Einen besonderen, fast spukhaften Oberheffen. Landkreis Gießen. X Klein-Lin den, 26. März. Der hiesige Ausschuß für Die Errichtung eines E h r e n m a 1 s für Die Gefallenen trat am Sams- taga&enD im Saale des Gastwirts Speier zu einer Beratung zusammen. In längeren Ausführungen legte Der erste Vorsitzende, Kaufmann Fr. Schimmel, Die noch bestehenden großen Schwierigkeiten Dar, welche Die Verwirklichung des ersten Projekts verhinderten. Obwohl von privater Seite ein Stück Gartengelände zur Verfügung gestellt war, wurde allgemein Die Ansicht vertreten, Daß dieses nicht den nötigen Flächeninhalt aufweise, weshalo von Dem Angebot vorerst kein Gebrauch gemacht werden konnte. Es soll nun, trotz jahrelanger Enttäuschung, bei Dem Gemeinderat zum letztenmal versucht werDen, von diesem Die Genehmigung zur Errichtung des Ehrenmals auf Dem alten Friedhof zu erhalten. Wird diese erteilt, Dann besteht Die Hoffnung, daß auch die Kirchcngemeinde, welcher Das Ruhnießungsrecht Lf Ronnenrvth, 26. März. Die Feld- bereinigung in unserer Gemarkung schreitet rüstig voran. Man rechnet damit, daß die Grundstücke im kommenden Herbst toten neuen Besitzern übergeben werden tonnen. Abgesehen von einigen Reklamationen ist bis jetzt der ganze Vorgang ohne Reibung verlaufen. Da man zu. den aus- führenden Beamten volles Vertrauen hat, ist anzunehmen, daß auch die weiteren Arbeiten ohne besondere Widerstände zur Abwicklung kommen können. — Die Aussaat in unserer Gemarkung kann als beendet angesehen werden. Der Stand des Wintergetreides ist nicht besonders gut, da vielfach Auswinterung eingetreten ist. Man hofft, daß durch günstigere Witterung aber immer noch mancher Schaden behoben werden kann. — Da bei starkem Regen ein Teil unseres Dorfes immer unter hohem Wafserstand zu leiden hat, soll nunmehr die Kanalisation dieses Dorfteiles durchgeführt werden. • Hungen, 26. März. Unter guter Beteiligung fand gestern im Hotel „Solmser Hof" eine außerordentliche Generalversammlung der Spar- und Leihkasse zu Hungen e. G. m. b. H. statt, um über die Aufwertung der früheren Spareinlagen und den Sparkassen-Reubau, sowie der hierzu benötigten Mittel zu beschließen. Der zur Aufwertungsangelegenheit aufgestellte Teilungsplan zeigt in Aktiva 287 276,82 Mk., in Passiva 8993,82 Mk. Die Teilungsmasse beziffert sich auf 278 238 Mk. Dieser Teilungsmasse steht ein Einlagenkapital in Höhe von 1 747 847,94 Mk. gegenüber. Hierzu wurde einstimmig beschlossen, den Einlegern eine freiwillige Aufwertung von 1 5 Proz. des Goldmarkbetrages zu gewähren und vom 1. Januar 1930 ab mit 3 Proz. zu verzinsen. Die Generalversammlung hat den Dau eines Sparkassengebäudes genehmigt und die erforderlichen Mittel bewilligt. Mit den Dauarbeiten soll alsbald begonnen werden. Wie man hört, hat der Geschäftsbetrieb in letzter Zeit an Umfang derart zugenommen, daß die gegenwärtigen Raumverhältnifse nicht mehr ausreichen. K eis Friedberg. 00 Nieder-Florstadt, 26. März. In seiner letzten Sitzung beschloß der Gemein de rat, die Anlage des Pumpwerkes im Hartigfeld der Firma Peter Schreiber zur Ausführung zu übertragen. Die gesamte Arbeit war mit etwa 10 000 Mk. veranschlagt, sie wird für etwa 5000 Mark ausgeführt. Da im Sommer immer Wassermangel herrscht, soll am Steinbruch im Hartigfeld ein Brunnen angelegt werden, der den Bruch entwässert. Durch ein automatisches Pum verk soll das Wasser aus dem Brunnen in den Hochbehälter gepumpt werden. Kreis Schotten. a. Schotten, 26. März. Vom Gemeinde- r a t: Das der Stadt gehörige A n w e s e n, das sog. „Posthäuschen", frühere Sommerfrische, ging durch Kauf auf die Wilhelm Schlörb Eheleute (Gambrinus) über; die frühere Pension und Sommerfrische wird in dem Haus wieder eröffnet. Der Gemeinderat gibt zu den abgeschlossenen Verträgen seine Zustimmung. Auch der seitherige F a s e l st a l l wird von ber Stadt günstig verkauft, vom Erlös wird ein zeitgemäßer neuer Stall errichtet. — Die Fu hr- leistungen für die Stadt werden zu den Preisen von 1,45 Mk. für Zweispänner, 95 Pf. für Einspänner, Leichenwagen 4,10 Mk. laut stattgehabter Versteigerung vergeben. — Zwei neue Jagdpächter toetiten für den Jagdbezirk II zugelassen. — Vom Alicefrauenverein ist ein neuer Kindergarten aus der Schützenhalle eingerichtet worden, für den bereits 60 Kinder angemeldet sind. Eine Kindergärtnerin und Helferin sind angenommen. Die Stadt leistet für den Kindergarten einen Zuschuß, stellt die nötigen Tische und Bänke, Spiel- scvchen, Sandhaufen u. dgl. Der neugeschaffene Kindergarten wird als segensreiche Einrichtung allgemein begrüßt. — Zwecks Meliorierung der Höllwiesen wird ein Darlehen von 3000 Mk. ausgenommen. — Den durch den Hagelschlag im vergangenen Jahr geschädigten Pächtern wird ein Teil der Pacht nachgelassen. □ Laubach, 26. März. Wie wir bereits meldeten, wird Kammerdirektor Birnbaum mit Wirkung vom 1. April l. I. aus dem gräflich folms-laubachfchen Dienste ausfchei- S e n und an die Spitze der f ürstlich ifenbur- gifch-birsteinifchen Verwaltung treten. Das Scheiden des trefflichen Beamten und liebenswürdigen Gesellschafters (er war auch Mitglied des Gemeinderats und Vorsitzender der Kafino-Gefell- fchaft) wird allgemein tief bedauert. Möge es ihm und feiner Familie in der neuen Heimat allezeit wohlergehn. Sein Nachfolger im gräflichen Dienste ist Dr. H e m e y e r aus Köln, der feit dem 22. o. M. mit Kammerdirektor Birnbaum noch zusammen arbeitet. V Gedern, 26. März. Als gestern der 3-Llhr-Zug nach Lauterbach an die Straßenüberführung der Provinzstrahe nach Ober- Seemen kam, bemerkte das Zugpersonal, daß durch einen Widerstand der Zug im Weiterfahren plötzlich behindert war. Auf dem Gleis wurde ein Brocken 0 - E i s e n gefunden, der in verbrecherischer Absicht auf den Schienen angebracht war und das größte Unglück hätte berbeiführen können, wenn Der Zug die umgekehrte Fahrtrichtung gehabt hätte. Durch die sofort mit Rachdruck aufgenommenen Ermittelungen wurde ein 15 Jahre alter Junge aus Gedern als Täter festgestellt. Der Junge hat bereits ein Geständnis abgelegt. Er wollte einmal sehen, wie ein Zug entgleist. Die zu erwartende exemplarische Strafe dürfte ihm im Gedächtnis bleiben. Kreis Alsfeld. Ge* Alsfeld, 26. März. Am Freitagabend hielt im Pyhsiksaale der hiesigen Oberrealschule auf Einladung der hiesigen Dürergesell- schäft Llniversitätsprofessor Dr. Rauch von Gießen anläßlich der 400jährigen Wiederkehr des Todestages des großen deutschen Meisters Albrecht Dürer einen ungemein fesselnden Vortrag über dessen Leben und Wirken. Der Vortragende gab einleitend eine vergleichende Darstellung des Schaffens des großen Meisters Dürer und des Malers Matthias Grünewald, welch letzterer allerdings nur vorübergebend Dar Ruhm Albrecht Dürers etwas zurückgedrängt habe. An der Hand zahlreicher sehr guter Lichtbilder von den hauptsächlichsten Werken des Meisters verstand es der Vortragende, ein anschauliches Bild von dem gewaltigen Lebenswerk Albrecht Dürers zu geben, dessen Volkstümlichkeit und Ruhm in der Kraft der Gestaltung des seelischen Ausdrucks liege, der damals schon zum Ausdruck gebracht habe, was die modernen Impressionisten erstrebten. Bewundernswert an dem großen Meister sei insbesondere der fortwährende Wechsel im Ausdruck, um das Ringen nach einer Form, wobei freilich der Einfluß der italienischen Kunst unverkennbar sei. Als einer der Höhepunkte seines Schaffens müsse seine Darstellung der Apokalypse bezeichnet werden. Albrecht Dürer sei heute Gemeingut des deutschen Volkes, und der Ruhm dieses Apostels deutscher Kunst auf dem Gebiete der Malerei, des Holzschnittes und des Kupfersttches werde unvergänglich sein. Die zahlreichen Zuhörer, die den Saal bis zum letzten Platze füllten, folgten dem zweistündigen Vor trage des Gießener Kunsthistorikers mit großem Interesse und dankten ihm durch einen außergewöhnlichen reichen Beifall. — Auf Einladung des Zweigvereins Alsfeld des Vogelsberger Höhenclubs hielt Prof. Dr. August Röschen (Laubach), Dezirksurkunden- und Denkmalpfleger, im kleinen Saale des „Deutschen Hauses" dahier einen Vortrag über „Die ober he s sifchen Sage n“. Der auf diesem Gebiete der Wissenschaft sehr bewanderte Vortragende erläuterte die verschiedenen Arten der Sagen als Ortssagen, Wandersagen, geschichtliche Sagen und Schwanksagen. Im tf Z.ten Teile seines Vortrages las er eine Anzahl oberhessischer Sagen vor, wozu er die erforderlichen Erläuterungen gab. An den Vortrag schloß sich eine angeregte Aussprache an. Den Dank der Zuhörer sprach der Vorsitzende des hiesigen V. H. C. Bürgermeister Dr. V 5 l s i n g aus. Kreis Lauterbach. tz> Lauterbach, 26. März. Die diesjährige Hauptversammlung des Kreisziegenzucht- Vereins fand gestern in dem Keutzerschen Saale dahier statt; sie war aus allen Teilen dss Kreises gut besucht und wurde von dem Direktor, Kulturoberinspektvr Kunz, geleitet. Der Vorsitzende berichtet über die Vereinstätig- feit in dem abgelaufenen Jahre u. a. folgendes: Der Verein hat alle Ausstellungen beschickt und recht schön« Erfolge erzielt. Die von einem Der- einsmitglied geprüfte Rechnung für 1927 gab zu einer Bemerkung keine Veranlassung und wurde genehmigt. In dem Voranschlag für das neue Dereinsjahr ist ein Betrag für den Ankauf von Jungtieren aus fremden Zuchtgebieten, damit den einheimischen Beständen eine Dlutauffrischung zugeführt werden farm. Weiter sind Mittel bereitgestellt für die Abhaltung von Prämiierungen in den Bezir^n Rieder-Moos und Schlitz, damit auch den entfernter wohnenden Vereinsmitgliedern Gelcgenycit geboten ist, eine Ausstellung zu beschicke. Da die Milchleistungsprü- fungen voraussichtlich in Zukunft von Staats wegen ausgeführt werden, so erübrigt es sich, in den Vereinsvoranschlag für diesen Zweck eine Vorsehung zu machen. Der Vorsitzende gab weiter bekannt, daß in diesem Jahre wieder eine Ausstellung der D. L. G. in Leipzig stattfindet, zu der nur Ziegen aus der Provinz Oberhessen zugelassen werden. Die dazu be- sttmmten Tiere sind bereits ausgewählt, und zwar aus dem Kreise Friedberg 2, aus dem Kreise Gießen 7, auS dem Kreise Alsfeld 9 und aus dem Kreise Lauterbach 7 Stück. Am Schlüsse der Tagung wurden vier Ziegenlämmer unter die anwesenden Mitglieder verlost, die von Karl Zinn (Wallenrod), Andreas Har - res (Reuters), Johannes Schnell III. (Lauterbach) und Heinrich Walter III. (Hopfmanns- feld) gewonnen wurden. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Kinzenbach, 26. März. Die Straße von hier nach der Kinzenbacher Mühle war schon von jeher in einem schlimmen Zustand. Während der untere Teil, die Mühlhohl, bereits früher ausgebaut wurde, erhält nunmehr auch die obere Hälfte ein festes Fundament. Eine mit 4 Pferden bespannte Straßenwalze ist hier in Dienst gestellt, um den Weg, der neuerdings mit Vorliebe als Baulinie gewählt wird, passierbar zu machen. Für die Erweiterung des Friedhofs erwuchs der Gemeinde durch den Ankauf von Grundstücken eine Ausgabe von 3000 Mk. Der an der oberen „Pfingstweide" von den hiesigen Vereinen neu angelegte Sportplatz kann nunmehr benutzt werden. Es galt hier, gewaltige Erdbewegungen vorzunehmen, dazu die Gesamtfläche trvckenzu- legen. Tierpsychologische BeobachtungSstaiion Gießen. Man fchreibt uns: Bereits ün vorigen Jahre wurde im März an dieser Stelle auf die Gießener Winterkrähenschwärme hingewiesen. Diese Schwärme finden sich regelmäßig seit Jahren abends auf den Wiesen vor dem Schiffenberger Walde ein, um im Walde zu nächtigen. In diesem Winter ließen sich folgende Schwärme beobachten. Aus der Gegend von Klein-Linden trafen Schwärme von im ganzen 200 bis 400 Stück ein, aus der Richtung von Heuchelheim 100 bis 200 Vögel, vom Trieb her zirka 100, von Leihgestern über den Wald her 10 bis 40, (doch konnte dieser Schwarm nicht regelmäßig beobachtet werden). — Von Anfang März wird an jedem Abend ein großer Zug, der aus mindestens 1000 Vögeln besteht uni) aus der Richtung von Klein-Linden anfliegt, beobachtet. Dieser langgestreckte Schwarm ist so groß, daß er die Aufmerksamkeit des Publikums auf sich Äiebt. — Die genannten Schwärme treffen in Der Zeit von 17 bis 18,45 Uhr ein. Am Morgen verteilen sich die Tiere wieder auf ihre Weideplätze. Es ist nun in mehrfacher Hinsicht interessant festzustellen, wo die Weideplätze liegen, tote große Strecken die Vögel täglich zurücklegen ufto. Zu diesem Zwecke bitten wir, Rachrichten über solche Krähenschwärme, die gegen Abend in der Richtung des obengenannten Sammelplatzes ziehen, an die Tierpshchologische De o b a ch - tungsstation Gießen, z. H. des Herrn Prof. Senneberg, Gießen, Anatom. Institut, D a h n h o f st r. gelangen zu lassen. Es sind, wenn möglich, Angaben zu machen über: 1. Gröhe der Schwärme (geschätzte Stückzahl), 2. Weideplätze, 3. Flugrichtung, 4. Datum oeä Beobachtungstages, Stunde und Minute, 5. Zusammensetzung Der Schwärme — ob Saatkrähen (kenntlich an der feberfreien, grauen Gesichtspartie um den Schnabel) — Rabenkrähen, Dohlen. lieber die Art der Vögel läßt sich natürlich Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers"'. Problem Nr. 154. 6 4 8 SÄ a b g 8 3 2 6 5 4 Don 3. 3. Togstad. Schwarz, c d e t I___h Weiß. Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 8 Steine. Ka8; Dh8; Tg2; Lgl ; Sg3, 115 Bh3, h4. Schwarz: 9 Steine. Kf4; Ta2, b2; Lf7; Lai; Ba6, c5, c6, 15. Endspiel Nr. 53. Don H. Ninck, Barcelona. Weiß am Zuge erzwingt den Gewinn. Weiß: 4 Steine. KH8; Thl; Bab, ckd. Schwarz: 4 Steine. Kc5; Ta2; Le2; Bh7. 2 6 5 4 3 8 ? 1 8 ? 5 4 3 2 1 Schwarz. M 6 W Lösung deS Endspiels Nr. 52. Don Dr. G. Würzel. 1. e6-e7, Lg4-h5 (falls 1...., Tb5+ so 2. Ka6, Le2. 3. e8D und gewinnt). 2 e7 - e8D! Lh5xe8. 3. Kb7-b6! (und der Weiße hält durch dauernden Angriff auf den schwarzen Turm das Spiel unentschieden). Lösung des Problems Nr. 151. Don Dr. E. Zimmer. 1. Dd8-f6!, Ke4xd4. 2. Df6-g6 ufto. 1. ..., Ke4-d5. 2. Th3-h4 ufto. 1. ..., e5Xd4. 2. Th3-d3! ufto. Aus der Schachwelt. Die Kurdirektion des Bades Kissingen hat sich entschlossen, anläßlich des diesjährigen Kongresses des Bayerischen Schachbundes auch ein internationales Meisterturnier bei acht Teilnehmern zu veranstalten. Der diesjährige Kongreß des Mittelrheinischen Schachbundes findet wiederum in der Psingstwoche im Kurfaale zu Bad Ems statt. ... Das Turnier um die Schachmeisterschaft der Stadt Frankfurt a. M. für das Jahr 1928 wird Mitte April beginnen. Die Narrenkappe. Splltter und Sparren bom NedattionSttsch. Der alte haeseler. Der Feldmarschall Gottlieb Graf Haeseler war in der alten Armee berühmt; sowohl wegen seiner außerordentlichen militärischen Fähigkeiten als auch wegen seiner in zahlreichen Anekdoten überlieferten Originalität und einer hanebüchenen Grobheit. „Wen Gottlieb hat, den züchtigt er!" lautete ein verbreiteter Witz, der den Alten nicht ganz uneben charakterisiert. — In der „D. QL Z." lesen wir die folgende hübsche Geschichte, die weniger bekannt fein dürste. Haeselers Steckenpferd war, feine Leute zur Selbständigkeit zu erziehen. So sah er einmal nach Beendigung des Manövers einen einsamen Dragoner vorbeireiten. Sofort hatte er den Mann am Wickel. „Sehen Sie dort hinten die Höhe?'" „Zu Befehl, Euer Exzellenz!" „Gut, dann reiten Sie mal hin und melden mir, was das für ein Baum ist, der darauf steht!" Bei glühender Hitze begann nun die Kritik, dauerte ewig lange, schließlich war Jottlieb fertig. „So, meine Herren, nun müssen wir warten, bis der Dragoner zurückkommt." Seufzend wartete man. Da, endlich, kam bet Dragoner angetrabt. „Run, mein Sohn, was ist das für ein Baum?" „Das weiß ich nicht, Euer Exzellenz." „So — nä dann reiten Sie noch mal hin und sehen nach." Ein allgemeines „Ach du lieber Gott!" entrang sich unhörbar der gesamten Korona, die aber sofort, diesmal hörbar, aufatmete, denn der Dragoner nahm feinen Helm ab, holte ein paar durchgeschwihte grüne Blätter heraus und reichte sie J.ottlieb hin: „Das habe ich aber mitgebracht, Euer Exzellenz!" Das war etwas für den alten Haeseler. Da freute sich fein Soldatenherz. „Sehr gut! Der Mann bekommt einen Taler!" Worauf der Chef des Stabes, der immer den Schelm im Racken hatte und die menschlichen Schwächen seines Grafen genau kannte, ganz bescheiden zum allgemeinen Gaudium fragte: „Aus welchem Fonds, Exzellenz?"" Jottlieb guckte seinen Chef ganz verdutzt an. Dann machte er sein liebes listiges Gesicht, kniff ein Auge ein, fuhr mit der Hand in die Hosentasche, entnahm dieser ein uraltes Portemonnaie und krabbelte einen Taler heraus. K. A. P. nur Bestimmtes sagen, wenn man sie auf dem Weideplatz beobachten kann. Da die Krähenschwärme sich nun bald auflösen werden, ist es nötig, die Beobachtungen möglichst bald vorzunehmen. Die im vorigen Jahre eingegangenen Mridungen reichen bei weitern nicht aus. Für Mitteilungen ihrer Beobachtungen danken wir den Herren Erwin Ratz (Gießen), Karl Faber (Grohen-Linden), Lehrer Jäckel (Rodheim a. d. Bieber), Hans George (Grohen-Linden) und besonders Herrn Fritz Arnent (Gießen). Hm die genaue Adresse des Beobachters wird gebeten. Das Gesamtresultat wird im Gießener Anzeiger unter Namensnennung der Beobachter veröffentlicht werden Hm Abdruck dieser Notiz in anderen Blättern wird gebeten Vermischtes. Auf der Elefantenjagd in Altona. Auf der Rückkehr vom Dressurplatz ins Ha- genbecksche Elefantenhaus flüchteten in Qlltona drei Elefanten und erregten in den Straßen nicht geringen Schrecken. Eine Frau fiel in Ohnmacht und ließ ihr soeben erworbenes Brot aufs Pflaster fallen, worauf sich einer der Dickhäuter den wllllommenen Leckerbissen sofort einverleibte. Rachdem die Ausreißer verschiedentlich kleinere Schäden an Gittern und Umzäunungen angerichtet, konnten sie unter Zuhilfenahme eines ruhigen Artgenossen, dem sie willig folgten, wieder ein» gefangen werden. Zweimal Bigamie. Ein 50jübriger Cauber Bürger wurde in Ehrenbrei tstein wegen Bigamie verhaftet. Im Jahre 1898 hatte er zum ersten Male geheiratet und 18 Jahre glücklich mit seiner Frau gelebt, bis diese starb. Er heiratete alsdann eine Frankfurterin, mit der er jedoch nicht auskam. Heimlich verlieh er seine bessere Hälfte und heiratete ein Cauber Mädchen, das von der Ehe mit der Frankfurterin nichts wußte. Kirchlich und standesamtlich erfolgte die neue Trauung. Die dritte Frau starb im Wochenbett, jetzt legte der Mann die Papiere der Frankfurter Frau vor, und so wurde diese für tot erklärt resp. im Standesamtsregister gelöscht. Er zog fort und heiratete vor kurzem in Ehrenbreitstein zum vierten Wale, kirchlich und standesamtlich. Diesmal erzählte er seinem Liebchen die Vorgeschichten Da daS Schweigen des Weibes schwerste Kunst ist, kam die Geschichte ans Tageslicht. 28 Personen an Milzbrandvecgislung erkrankt. InHtrschberg (Saale) erkrankten in der Lederfabrik Knoch & Co. 28 Mann an Milzbrandvergiftung. Die Erkrankungen sind verursacht durch die Bearbeitung chinesischer Häute, die infolge der Wirren in China nicht mit der nötigen Sorgfalt für den Export bearbeitet waren Eine Kirche ins Meer gestürzt. Der romanische Chorbau, der aus dem 12. Jahrhundert stammenden sagenumwobenen Kirche in H ö j e r u p an der Steilküste der dänischen Insel Möen ist dieser Tage in das Meer hinabge« stürzt. Das Gotteshaus wurde schon seit dein Jahre 1908 nicht mehr benutzt, da die Kreideküste unter seinen Grundmauern immer mehr von der Brandung umspült wurde. Gleichzeitig mit dem Chor wurde auchein Teil des Friedh o f e s mit in die Tiefe hinabgerissen. Drei Fischer haben die Katastrophe vom Meer aus beobachtet und schildern den gewaltigen Eindruck. Die Kreidefelsen brachen mit bonnerartigem Getöse zusammen und rissen das auf ihnen ruhende Gemäuer mit sich. Der Altar zersplittette vollständig, während das Altarbild wie durch ein Wunder fast unbeschädigt geblieben ist. Auch mehrere Grabsteine haben den Erdrutsch gut überstanden und liegen nun an der Küste verstreut. SeHr eigenartig mutet dabei die Tatsache an, daß die dänische Presse gerade in den letzten Tagen wieder den Plan diskutierte, die Kirche landeinwärts zu versetzen. Es werden weitere Felsrutsche erwartet. Kunst und Wissenschaft. Tonkünsllerfest 1928. Der Allgemeine Deutsche Musikverein wird bei seinem diesjährigen T o n k ü n st l e r s e st, das in den Tagen vom 20. bis 24. Mai in Schwerin stattfindet, folgende Werie zur Ausführung bringen: Felix Petyrek: „Die arme Mutter und der Tod", Oper; August Reuh: „Glasbläser und Dogareß", Ballettpcmtomime; Gerhard von K e u ß I e r: C-Dur-Sinfonie; Gustav Geierhaas: Thema und Variationen für Orchester; Kurt von Wolfurt: Tripelfuge für Orchester; Josef Lech thaler: Stabat mater für Soli, Chor und Orchester; Wilhelm Maler: Konzert für Cembalo und Orchester; Paul Amadeus Pisk: Hymnus an die Liebe, für Koloratursopran und Orchester; Berthold Goldschmidt: Partita für Orchester; Paul Höffer: Sinfonie; Paul Hindemith, Brakschenkvnzert; Hermann Reut ter: Tripellonzert für Klavier, Violine, Cello und Orchester; Karl Prohaska: Thema Passacaglia und Finale für Orchester; Günther Raphael: Skreichquintett; Karl Marx: Motette; Hugo Herrmann: Chorsuite; Wilhelm Weismann: Madrigale nach Walther von der Vogelweide; Max Duttina: vier Klavierstücke; Walter Geiser: Suite für Violine und Klavier; Hans Ebert: Hebräisch« Balladen für Mezzosopran mit Streichern und Bläsern; Anton von Webern: Skreichtriot Max Gebhard: (Sonatine für Klavier; Erich Walter Sternberg: Streichquartette. Die Werke von Wolsurt, Lechthaler, Plsk. Goldschmidt, Reutter, Gebhard, Webern, Öberi und Geiser kommen zur Uraufführung. können nicht nachgeahmt werden gentmdlten Kultur— Staaten der Weit für die Reemtsma A.G. und ihre Tochtergesellschaften geschützt und rentappe. Heseler, i-Äss Ltoar' feine Leute w pen._ So sah er eiiunc! lanoDerS einen einsam- •ofort hatte er den Ian m die tzöhe?' Menz!" ,ie mal hin und melde, - Daum ist. der daran, Nam nun die AM WH< war Joltlieb nun mü||en wir warten, ckkommt." m. Da, endlich, lam da 18 ist das für ein 2amk Suer Erzellenz.- en 6ie noch mal hiess । du lieber Gott!" eMz amten Korona, Miedet ausatmete, denn btt iw ielm ab, holte ein paar blätter heraus und nW r mitgebracht, Quer ty den alten Haesrler, Da Tlherz. i betommt einen Talerl Stabet, der immer den :e und die menWchen en genau Ironie, ganz M Taudium fragte: ;ont>8, WW n Chel ganz verdutzt an EU! UWW» p aler heraus, *LA-r> 15 IReer geflünl »au, her aus bemti. W iflenummoben^ wV sjftöTÄe Äjgb« "'»""Sä * w* ff m * L!' **Mi. ■ oimintt, ufte. chllchtvelj bti a4t 4ü ütSäss» statt ^^vgftwvgl "Wid le h iebä* PE '°"'mWk den Pn ^9e" !S*L oerfegen. 6 89$*» Menschafi- ^ref.^S ,** j uni) ^^dfuge $ $»UUtVr »%afr Lil)al^lhelin che^i,,AäulSoff . •s-^rfS SüiA SK- (Für Deutschland werden keine Lizenzen vergeben] REEMTSMA A.G. ALTONA-BAHRENFELD Damen-Spanoenschuhebraun iqso Herreit-Halbschahe mit Kreppsohle, beliebter Straßenschuh.. .Mk. ■ Mil WtoGUT UND PRtiSWEflT ISthülermülzen=Carl Schwan Die gute Schiilermütze alle Weiten und Klassen vorrätig Mäusburg16 3280D 3218 D empfiehlt 2319 TS3 AiiMonshaiis Eugen Krug Frankfurt a. M. r 3113a Wohnungstausch finnirhn Wiwan- BjiPlölB u. Steppdecken F^iedberg/Gjehen DSU 2521a Hamburger Fischhandlung A. Koch Aachfolger, MäuSburg 15, Telephon 1612. 68.00, höher 85.00, Rudolf Richter Giefcen, Marktstrafee 24 und 26 3286a Manna verhütet das Brechen des Lackleders 3,1 ren,i,r ohne Anzahlung in 10 Monatsraten liefern Agay & Glück, Frankf. a. M. A 39 Größtes Teppichversand- Haus Deutschlands. Schreiben Sie sofort! m,nN Kleiner Hirschgraben 4 Telephon Maingau Nr. 75619 und 75805. MeiWMeMoetein Probe für die Karfreitagsfeier im Stadttheater am Donnerstag, dem 29. März, abends 8 Llhr, auf der der Herren-Kleidung für Frühjahr und Sommer 1928 sind zur Zeit in unseren Schaufenstern ausgestellt. Unsere billigen Preise geben jedem Gelegenheit, sich einen schönen Anzug oder Mantel zu kaufen Diele an: 1 schöne 4-Zimmer-Wohnung nebst Mansarde in Friedberg. Suche: 1 gleichgroße Wohnung in Gießen. Offerten unter Ar 4104 an Ann.-Sxp. Adolf Müller, Friedberg/H. 3298V gute Paßformen schwarz 16.50,13.90 braun.. 16.50,15.50 Bahnhofstr. 58 Lahnstr. 37 Ser S-"' ordnet^ den !>ch Dohuu" Astigen- geordneten ZtaMrv ipirb. y DobnulM geschildert' 3ur Denrteilu Marktstraße 17 Landingstraße 6 Augustinerstr. 1 inet eigenen ' £* ta MÄ zent erhöht. chenden betra mitten, W Wohnung, c ter diesen 827 S bewohnen aber. Wohnungen m sind noeJM J nungen bewohnt ,-ichnet werden verschimmelte M lich ungenügend also Wohnungen, herrschte, gesund! benutzt werden ö gesunde Dohnun belegt oder von 9 beiten (SubcrfuL den 1524 Wohnu 580 1- und 2-Zir Zimmerwohnunge Wohnungen. AuS dieser 11 der größte ' nungen vorliex tistik gibt aber ü die Wünsche dei 2ewcrbei> sich ni< zahl beschränken, eine 2^8'Zimmei merwohnung odc Das kommt dah überhaupt keine gern eine 5-Zim einer 4-Zimmerw Wohnung äuhersst Haupt einmal eit 6o diel aber fte^ und mittlere (3* langt werden. Ilm mm dm Deubauvohnungei nächst einmal me den, welche eine e Rnrom die an sich sichtigi bleiben, und ton Person bewohnt Verden unmittelbar ode eine grvhere L »iehen können, a nungen durch 7 eigentlicher nungen bleibt a) 697 Dohnun ,, Dohnun b) 32 Tvvhnun i ligen Hi c) 154 Dohnun, baufällig — Dohnun r. Rechnet man d< öomuten ohne < -* ÄnTÜflP Mki 48,00, 55,00, mlLliyG 75 00, 85 00 und IHäntol Mk- 48-°°- 65-00. ilsSlBllGi 95.00 und höher Vers Hat Schatidtril ist oll Ihren lenen fatal Ja mcftt Kind. halb haben Sie nicht frühz. Dopptlherzgenommen. Doppelheft) IsX das von Aerite'a verordnete wunde»» bare Kräftigungsmittel für nervös«! blutarme, bleichst! ch- tlge Penonen jede« Alters. Wsralch matt u. elend fühlt, keine» Appetit hat. anKopf» schmerzen u. Schlaf* torigkelt leid, nehm» 3mal tagt. 1 kleine» Gläschen Doppelheft Originalflasche Om. 2.— 3.90 und 5.—. Zu haben in allen Apotheken und Drogerienz bestimmt bei Drogerie E. Karn, Schulstrastc, Drogerie ($. Seibel, Drogerie HanS Noll.Ludwigovlatz u. Neustadt, Dro° gerteQttoWinter- bnff, Sircii3V1.9 10, Hand Hindenburg, H. Eines, Scliers- wcg 68 a, Kaiser- drogcricErnstNoL Lindcnvlatz, Dro» gericGedr.Michel, WaUtorttr.29. l-^ö Dtego Roma Wright bh D. 24 Fortsetzung S cin tüchtiger iÄrn' und die N"ht. Das wäre' 2,9Cben Mochte Ä" L klVnS"*' ZSA ous öeffen S b,l(f frieben) iu sprech-» ei Pen,toict?er 1 N wie I^urig vor. Tv ? doppelt „$of Jr5 Qnöer ^^oben 3 un z SÄ« drucfiacbcn Qnct2IrtLkfer,in,eöer9eroUn,d?,en2,us ?^M^ters. sich nicht auf eine bestimmte Zimmerzahl beschränken, sondern angeben: ich wünsche eine 2—3-Zimmerwohnung oder eine 3—5-Zim- merwohnung oder eine 4—6-Zimmerwohnung. Das kommt daher, daß die Familien, welche überhaupt keine Wohnung besitzen und z. B. gern eine 5-Zimmerwohnuirg hätten, sich mit einer 4-Zimmerwohnung oder sogar 3-Zimmer- wvhnung äußerstenfalls bescheiden, nur um überhaupt einmal eine eigene Wohnung zu besitzen. So viel aber steht fest, daß hauptsächlich kleinere und mittlere (3- und 4-Zimmerwohnungen) verlangt werden. Um nun den dringendsten Bedarf an Neubauwohnungen festzustellen, muh man zunächst einmal die Wohnungssuchenden ausscheiden, welche eine eigene Wohnung besitzen. Ferner können die an sich gesunden Wohnungen unberücksichtigt bleiben, welche zur Zeit überbelegt sind und von Personen mit ansteckenden Krankheiten bewohnt werden, da die betreffenden Familien unmittelbar oder durch einen Wohnungstausch eine größere Wohnung in dem Augenblick beziehen können, als sich die Gesamtzahl der Wohnungen durch Reubauten wieder erhöht. Als eigentlicher Bedarf an Neubauwohnungen bleibt dann folgender Bedarf bestehen: 3) 697 Wohnungen für Fanrilien ohne eigene Wohnung b) 32 Wohnungen für Familien in baufälligen Häusern c) 154 Wohnungen für Familien in zwar nicht baufälligen aber gänzlich unhygienischen ______Wohnungen zus. 833 Wohnungen. Rechnet man dann schließlich noch, daß von den Familien ohne eigene Wohnung 33 vorläufig Die goldenen Berge. ZRoman von Clara Diebig. Copyright by Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. 24 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „3hr macht Euch rar", sagte Bremm und versuchte ein Lächeln. Er hatte den jungen Dreis gern: der war ein tüchtiger Jung, der beste von den drei Brüdern, und die zwei andern, die waren auch nicht schlecht. Das wäre wohl einer, dem er die Maria zur Frau geben möchte, wenn der sie verlangte. Aber der würde wohl schoi vergeben fein, drüben gab's ebenso wie hüben in Porten, so wie allüberall, mehr ledige Mädchen als Burschen. Und der Kaspar war nach dem Tode seines Vaters nun selber Besitzer, hatte ein schönes Stück am Klosterberg drüben — beste Lage — und hatte wohl auch sonst noch was. Er fragte ja auch nicht einmal mehr nach der Maria. Auch jetzt nicht. Der Vater wartete vergebens darauf. Aber nach dem Stand im Warmenberg fragte er. , Don drüben sieht et gut bei Euch aus", meinte Kaspar. „Wie seid Ihr zufrieden?" „Gut", murmelte Bremm. Er suhlte sich plötzlich zurückgehalten, von dem zu sprechen, was seine Seele so niederdrückte, daß er nicht mehr Zufriedenheit, nicht mehr die frühere Arbeitslust sand. Der junge Winzer stand da, so aufrecht, so kräftig, mit breiten Schultern, es blickte ihn etwas so Helles, Sicheres aus dessen Augen an — 0, der war sicher sehr zu. fneben 1 — daß er sich scheute, von seinen Sorgen zu sprechen. Der Dreis würde es ja auch ebensogut wissen, wie traurig es zur Zeit mit dem Weinhandel stand, wie doppelt schwer es jetzt für den Wmzer war. So sagte er nur: „Aber ich wünschten doch, et wär manches anders." „Dat wünschten ich Euch und mir auch , Jagte der junge Mann, sein eben noch Heller Blick wurde dunkel. „Wir haben jetzt all nix zu lachen. Wohin man hört, überall datselbe. Ich war jetzt in Irter, bei der Versteigerung im Bürgeroerein, genug Tische mu Proben, und Herran genug, probiert wurd auch genug und gespuckt genug — der ganze Boden vom Saal war bespauzt — aber gekauft hat kaum einer was. Der Auktionator hat auf den Tisch gc|d)Iagen. ^um Ersten, zum Zweiten und 3um’ — er hat sich mächtig umgeguckt, tn alle Ecken, kein Mensch hat noch bei ihren Eltern oder Verwandten einigermaßen günstig untergeoracht sind, so kommt man auf die tatsächlich fehlende Zahl von 800 Wohnungen. Würden diese 800 Wohnungen in 5 Jahren zu erbauen fein, so wären jährlich 160 Wohnungen zu bauen. Wenn es also möglich wäre, vom Jahr 1928 ab jedes Jahr 160 Wohnungen zu bauen, so könnte mit einer Behebung der dringendsten Wohnungsnot im Jahr 1933 in der Stadt Gießen gerechnet werden. Zu berücksichtigen ist dabei allerdings, daß sich die Zahl der Haushaltungen durch Zuzug in der Stadt Gießen ständig vernrehrt, ebenso aber auch die Zahl der baufälligen Hauser und der unhygienischen Wohnungen. Trotz dieser Tatsache möchte ich aber an der Zahl von 800 Wohnungen, die zur Behebung der Wohnungsnot zu errichten sind, festhalten, um mich nicht dem Vorwurf auszusehen, bei der Berechnung der Zahl der fehlenden Wohnungen zu hoch zu greifen. Das einwandfrei vorliegende Material läßt aber die Zahl von 800 zu schaffenden Wohnungen als unterste Grenze unbedingt an» nehmen. Rach einer Zusammenstellung des Wohnungsamts waren zu Beginn dieses Jahres in Gießen vorhanden: behoben sein sollte, so bleibt das Wohnungsbauprogramm für das Jahr 1928 um 90 Wohnungen hinter der angenommenen Rormalzahl zurück. Die Mittel aus der Sondersteuer fliehen nur ratenweise vom hessischen Staat an die Städte, weil die ©teucrcrträge auch ihrerseits nur langsam beim hessischen Staat cingehen. So hat die Stadt Gießen bis heute noch etwa 2/5 des ihr für das Rechnungsjahr 1927 zustehenden Betrages an Sondersteuermitteln zu bekommen. Mit der üebertoeifung der ersten Rate aus Sondersteuer - mitteln für das Jahr 1928 durch den hessischen Staat ist frühestens im September zu rechnen. 3c bis dahin unmöglich mit dem Beginn des Wohnungsbaues 1928 gewartet werden kann, weil ja sonst die beste Bauzeit verstreichen würde, muß bis dahin die Wohnungsbautätigkeit durch ZWischenkredite durch die Stadt finanziert werden. Ob es der Stadt gelingen wird, die obengenannten 642 500 Mark (Anleihemittel und Staatsanteil) auf dem Anleiheweg oder durch Ausnahme von Zwischenkrediten zu beschaffen, ist zur Zeit noch nicht zu übersehen. Die Aussichten sind nicht gerade günstig. Zweifellos sind kurzfristige Zwischenkredite zu bekommen, aber zu hohem Zinsfuß (rd. 10 bis 11 Proz.). Um das 5Z. 6Z. 7 Z. 8 Z. 9Z. lOu.mehr Zus' a) Altwohnungen: ' 1 Z. 2 Z. 3 Z. 4 Z. 1. Privat-Wohnungen 288 1277 1978 1534 1090 557 234 82 43 30 7113 2. Dienst-Wohnungen 1 87 161 48 22 9 11 6 1 14 360 3. Werkwohnungen 1 10 22 25 9 1 4 1 2 75 Summe der Altwohnungen 290 1374 2161 1607 1121 567 249 89 46 44 7548 b) Reubauwohnungen 38 155 262 160 47 21 10 4 3 3 703 Summe aller "Wohnungen 328 1529 24?3 1767 1168 588 259 93 49 47 8251 In einer Vorbesprechung des Bauausschusses I am 15. Februar 1928 wurden für den Wohnungsbau 1928 folgende Richtlinien gutgeheißen: I. Finanzierung im allgemeinen. Rach Mitteilung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft konnten für den Wohnungsbau 1927 ursprünglich der Stadt Gießen als Staatsund Gemcindeanteil 332 000 Mark zur Verfügung gestellt werden. Da nach neuester Mitteilung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft sich diese Mittel der Sondersteuer 1927 auf rd. 385 000 Mk. erhöhen werden, so stehen für 1927 der Staatsanteil = = 192 500 Mark zur direkten Kapitalhingabe zur Verfügung. Entsprechend erniedrigte sich der Betrag aus Anleihemitteln. Als Gemeindeanteil stehen ebenfalls —— = 192 500 Mark zur Verfügung. Die Stadtverord- neten-Versammlung hcttte seinerzeit beschlossen, daß der städttsche Anteil aus der Sondersteuer 1927 zur Kapitalisierung und ZinsverbiNigung für den Wohnungsbau herangezogen werden darf. Von diesen für das Jahr 1927 zur Verfügung stehenden 192 500 Mark werden für den Zcnsen- dienst benötigt 161 340,57 Mark, so daß zur Kapitalisierung tatsächlich noch zur Verfügung stehen 31 159,43 Mark. Dieser zur Kapttalisierung bereitzustellende Betrag erhöht sich noch durch die etngebenben Tilgung sbebcäge auf Baudarlehen und Jnstandsetzungsdarlehen von 10 390 Mark auf rd. 41 000 Mark. Mit dem Betrag von 41000 Mark könnte ein Kapital zu 9 Proz. von rd. 450 000 Mark für den Wohnungsbau verzinst werden. r Es stehen deshalb für den Wohnungsbau 1928 zur Verfügung: 1.45Q000 Mark aus Anleihemitteln 2.192 500 Mark Sondersteuermittel 1928 (Staatsanteil Air direkt. Kapitalhingabe 642 500 Mark. Rechnet man mit einem durchschnittlichen Betrag eines Daudarlehens je Wohnung rd. 9000 642 500 Mark, fo könnten im Jahre 1928 — rd. 70 Wohnungen finanziert werden. Da aber 160 Wohnungen im Jahr gebaut werden mühten, wenn in 5 Jahren die dringendste Wohnungsnot ganze Wirtschaftsleben, das bekanntlich in allergrößtem Maße vorn Baugewerbe als Schlüsselgewerbe beeinflußt wird, aber in Gang zu halten und in Gang zu bringen, werden derartige hochverzinsliche Zwischenkredite vorübergehend in Kauf genommen werden müssen. In erster Linie sollen diejenigen Bauvorhaben mit Baudarlehen zu Lasten der Sondersteuer 1928 finanziert werden, deren Bauherren imstande sind, der Stadtverwaltung von dritter Seite einen Zwischenkredit zu erträglichem Zinsfuß zu beschaffen, um es ihr überhaupt zu ermöglichen, den betreffenden Bauherren ein Baudarlehen zu gewähren. Sodann sollen diejenigen Privatbauvorhaben, die schon im Jahre 1927 angemeldet waren, damals aber wegen Knappheit der Mittel nicht mehr finanziert werden konnten, im Jahre 1928 vorzugsweise berücksichtigt werden. II. Die Finanzierung im besonderen. a) Verzinsung und Tilgung. Wie im Jahre 1927, sollen auch im Jahre 1928 die Baudarlehen mit 3 Proz. verzinst und 1 Proz. getilgt werden. Vom Jahre 1931 ab soll versucht werden, wenn die Verhältnisse es gestatten, die Verzinsung auf 3Vi Proz. und Tilgung auf l1/» Prozent festzusetzen. Die Stadtverwaltung hatte im Jahre 1927 die ähnliche Bestimmung getroffen, daß die Darlehen zuerst mit 3 Proz. verzinst und 1 Proz. getilgt und bei einer allgemeinen Mietsteigerung vom 1. Januar 1930 ab mit 31/, und P/i Prvz. getilgt werden sollen. Der Grundgedanke war dabei, dem Bauherrn tn den ersten drei Jahren, wo er erfahrungsgemäß besonders angespannt ist, in der Verzinsung und Tilgung entgegenzukommen und auch, falls später eine allgemeine Mietsteigerung eintreten sollte, welche die Bauherren in Altwohnungen natürlich auch betroffen hätte, den Bauherren durch erhöhte Verzinsung und Tilgung in entsprechender Weise zu belasten. Die Verzinsung von 3 Proz. und 1 Proz. Tilgung stellt einen Durchschnittszinsfuß dar, der aus dem gegen Generalschuldschein vom Staat zu erhaltenden Anteil an der Sondersteuer, welcher mit 2 Proz. verzinst und 1 Proz. dem Staate getilgt werden muß, und dem Zinsfuß, den die Stadt für ihre Anleihen aufwenden muß, überschläglich ermittelt ist. Die Stadt kommt dabei nicht voll auf ihre Rechnung, toeil der Zinsfuß für Anleihekapital und Zwischenkredit zur Zeit als sehr hoch zu bezeichnen ihm zugeblinzt oder genickt. Er hat noch gezögert, immer noch geguckt, aber et wurd nix mit dem,zum Dritten'. Und dabei war alles spottbillig — ein Schandpreis!" Also auch der, auch der! Auch dieser junge Mensch fühlte schon das gleiche wie er, der soviel ältere. Bremm wurde vertraulicher. Ach, es tat doch wohl, sich auszusprechen mit einem, der gleichgesinnt war! Die Zunge wurde ihm lockerer, er ging näher auf die Frage des Dreis: „Wie seid Ihr zufrieden?" ein. Wie konnte er zufrieden sein? Er, der ein schönes Fuder, ein ausgezeichnetes Fuder, eines, wie er noch nie eins gehabt hatte — golden wie alter Rheinwein und süß — im Keller liegen hatte, und es doch nicht verkaufen konnte! Einundzwanziger — und den nicht verkaufen können! „Et is'n Schänd!" Der Dreis nickte. Auch er hatte noch Wein liegen, zwei Fuder sogar, aber er stand allein, er hatte keine Familie zu versorgen, für ihn war das nicht halb so schlimm wie für den Bremm hier, der die vielen Kinder hatte. Ob es wahr war, daß der hatte Geld aufnehmen müssen? Kaspar hätte es gern gewußt; aber so etwas fragt man nicht. Bremm fing selber davon an: „Et läßt mir keine Ruh, nit am Tag, nit in der Nacht, selbst bei der Arbeit nit, dat ich Zinsen zahlen muß zum Oktober. Dann find auch grob wieder die Steuern fällig. Wie soll ich dat alles bezahlen?!" Es lag etwas in den Augen des Heiteren, das dem Jüngeren nahe ging. Herrgott, dem Bremm ging es wohl dreckig?! Teilnehmend sah er dem in das niedergeschlagene Gesicht: „Mit etwas könnt ich Euch oushelfen. Ich steh allein, für mich selber brauchen ich nit Diel, und ich —" . „Nein, nein," unterbrach ihn der andere hastig und schüttelte erregt den Kopf, „ich borgen nit noch einmal. Borgen heißt noch mehr sorgen. Wozu is die Winzerkredithilf denn da? Da muß ich mich eben da melden, wenn et mir auch blutsauer wird." Er seufzte tief: „Andre tun bat ja auch." „Aber doch Ihr nit, doch Ihr nit!" Lebhaft werdend, legte chm der Jüngere die Hand auf die Schulter: „Einer, wie Ihr seid, doch nit! Wat is Euch denn gedient mit den paar hundert Mark, zweihundert Mar? im Höchstfall? Davon wird keiner fett. Ihr kommt damit nit aus der Bredullich. Wißt Ihr wat, ich geb Euch die siebenhundert Mark, die ich liegen hab. Ob die auf 8er Kreissparkatz die paar ■—m in 111 irm—nMniii imiwmmmmbmb Mark Zinsen bringen oder nit. Ihr gebt mir bat Gelb wieder, wenn Ihr verkauft habt — et gibt dies Jahr einen ganz guten Herbst. Mit einem Dreiviertelherbst können wir rechnen." „Wat nutzt mir ein ganz guter Herbst, und wär et auch ein fehr guter, einer wie einundzwanzig und noch viel besser — wir verkaufen ja doch nit." Bremm senkte den Kopf. Mußte der herunter sein, daß der so mutlos war! Besorgt sah der junge Mann auf den düster vor sich hin Blickenden. Ein so ehrenwerter Mann, einer weit herum als fleißig und rcchtlick bekannt und — es schoß Kaspar Dreis warm ins Gesicht, feine frischrote Farbe wurde noch röter — und der Vater von der Maria! Er spurte ein herzliches Verlangen, Bremm aufzurichten. Aber freilich, auf dem lastete es schwer, neben dem Pack Sorgen noch der andere Kummer: zwei Söhne damals im Krieg verloren und jetzt noch den dritten. Eine Wut kam über den jungen Winzer, wie er an den Joseph dachte. Nun wußte man es überall, daß der Joseph Bremm aus Porten sich hatte anwerben lassen. Die Mutter hat nicht Ruhe gelassen, als der Mann es nicht tun wollte, weil er sich schämte, war sie nach der Kreisstadt gefahren, bei den Behörden herumgelaufen, hatte geweint und gebeten. Der Herr Landrat hatte sie angehört, die arme Mutter dauerte ihn, aber leider Gottes — er zuckte die Achseln — war da nichts zu machen. Gewiß, er wollte nachforschen lassen, bei einer hohen Kommission sogar vorstellig werden: der junge Mann war ja noch nicht mündig. Aber nichts wurde mehr davon bekannt, daß ein gewisser Joseph Bremm, dieser junge unbedeutende Mensch, von den Franzosen aus ihrem Sammellager bei Griesheim schon mit dem nächsten Schub abtrans- portiert worden war. So wütend Kaspar Dreis auf den Joseph war, den er unbesonnen, leichtsinnig schalt, einen ehrlosen Lumpen ohne Liebe für Heimat und Vaterland, so großes Mitleid hatte er mit den Eltern. Mit dem Vater noch mehr als mit der Mutter, denn für den Mann war es noch dazu eine Schande. Kein Wunder, daß der Bremm so mager geworden war, und daß ihm die Augen so eingesunken im Kopf lagen. Der junge Mann sah verstohlen den älteren von der Seite an. Sie gingen jetzt miteinander dem Warmenberg zu, umvillküräch hatten fir den Weg dorthin genommen ist. Dieser nicht gedeckte Teil muh im Interesse der Behebung der Wohnungsnot und im Interesse bet Belebung des Wirtschaftslebens durch das Bauen in Kauf genommen werden. Er wird zu Lasten des Wohnungskontos (also zu Lasten der Sondersteuer) verrechnet. b) Deleihungsgrenze. Die Beleihungs^ grenze, innerhalb welcher die Bauöarlehen gesichert werden sollen, soll wie im Jahr 1927 für Private auf 75 Prozent, bei gemeinnützigen Dau- genofsenschasten und Kriegsbeschädigten auf 90 Prozent der Gesamtbaukoften festgelegt werden. Unter Gesamtbaukosten ist zu verstehen: Drund- ertoerb, Grunderwerbssteuer, eigentliche Baukosten, Straßenkostenbeitrag. DaustemHel-, Abnahme-, Schätzungs- und Vermessungsgebühren, Hypotheken-Eintragungskosten und Architektenhonorar. Wird städtisches Baugelände im Erbbaurecht, worüber noch besondere Vorlage erfolgt, oder in erleichterter Zahlungsform abgegeben (siehe Ziffer III unten), d. h. wird der Kaufpreis zu 4 Prozent Zins und 1 Prozent Tilgung gestundet, dann werden unter Berücksichtigung der Deleihungsgrenze die Kosten für das Baugelände an den Desamtbaukosten abgezogen. c) Entgegen der Finanzierungsform 1 9 27, wo in großzügiger Weise jedes Bauvorhaben, wenn es auch umfangreich war, mit städtischen Daudarlehen finanziert wurde, muß sich die Stadt Gießen mit Rücksicht auf die Knappheit der Mittel und die Wohnungsnot im Jahre 1928 eine gewisse Reserve auf- erlcgen. Dom Standpunkt der Wohnungsnot aus wären in erster Linie Kleinwohnungen zu finanzieren (Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen). Auf der anderen Seite darf jedoch nicht übersehen werden, daß bei Finanzierung der größeren Wohnungen in erheblichem Umfang Kapital von auswärts dem Gießener Wirtschaftsleben zuflieht. So konnte im Jahr 1927 an zahlreichen Beispielen nachgewiesen werden, daß die Bauherren, um ihre größeren Einfamilienhäuser in Gießen bauen und finanzieren zu können, in anderen Städten oder auf dem Land Baugelände, Häuser, Ackergelände usw. veräußerten. Diese zum Teil erheblichen Kapitalien wurden also dem Gießener Wirtschaftsleben zugeführt. In Erwägung alter dieser Umstände kam der Dauausschuh am 15. Februar zu dem Ergebnis, daß im allgemeinen nur Wohnungen bis zu 150 Quadratmeter Wohnfläche zu finanzieren sind und, sofern eine Wohnung mehr als 150 Quadratmeter Wohnfläche besitzt, Darüber ein besonderer Beschluß durch die städtischen Körperschaften herbei- zuführen ist. Im Jahr 1927 wurden die Darlehen nur nach der Zimmerzahl gegeben (für Dreizimmerwohnung 9000 Mk., für Vierzimmerwohnung 10 000 Mk., für Fünf- und Mehrzimmerwohnung 11000 Mk.). Dadurch ergab sich aber eine gewisse Ungerechtigkeit: denn der Bauherr, der eine große Dreizimmerwohnung schuf, bekam geradesoviel wie derjenige, der eine klein«, Dreizrmmerwohnung baute usw. Der Dauausschuh hat deshalb den Richtlinien der Stadtverwaltung zugestimmt, wonach die Baudarlehen nach der Wohnfläche") gestaffelt werden sollen, und zwar sollen gegeben werden: ML für die ersten 50 Quadratmeter einer Wohnung je 100 Mk. pro Quadratmeter 5 000 für die zweiten 50 Quadratmeter einer Wohnung je 75 Mk. pro Quadratmeter 3 750 für die dritten 50 Quadratmeter einer Wohnung je 40 Mk. pro Quadratmeter 2 000 zusammen für 150 Quadratmeter 10 750 Damit ist annähernd der Höchstzuschuß von 11 000 Mk., wie im letzten Jahr, erreicht. •) Unter Wohnfläche ist bei einem Mehrfamilienhaus zu verstehen: die gesamte nutzbare Wohnfläche unter Abzug der Außen- inib Jnnenmauern und des gemeinsamen Treppenhauses: bei einem Einfamilienhaus: die gesamte nutzbare Wohnfläche unter Abzug der Mauern und der projizierten reinen Treppenfläche. die Häuser des Dorfes hatten sie längst hinter sich. Oben in den Weinbergen war heute niemand — es war Sonntag — die wurden zudem jetzt bald geschlossen. Sie waren ganz allein: auf der Chaussee ging kein Mensch, nur ein magerer Hund, struppig und hungrig, rannte jenseits des Wassers auf der Wiese beim Klastergemäuer herum und schnupperte nach Feldmäusen. Da wagte es Kaspar endlich, nach der Maria zu fragen. Niemand sah ihn, denn Bremm hielt den Kopf gesenkt, aber dach fühlte der junge Mann, daß es ihm bei dieser Frage wie eine feurige Lohe zu Kopf schaß. „Die Maria, die kömmt jetzt bald", antwortete Bremm. Er hab den Kopf nicht, sanft hätte er vielleicht bemerkt, daß es in den Augen des anderen aufleuchtete. „Für wie lang?" fragte der Kaspar. „Die bleibt jetzt zu Haus." Da wagte der Kaspar nicht mehr weiter zu fragen: aha, die wallte nun an ihrer Aussteuer nähen, sich zu Haus alles Herrichten, bis sie dann ihren Liebsten heiratete. Vielleicht zu Weihnachten schan. Sicher dann im Frühjahr. Sie kam! Es verschlug ihm fast den Atem vor Ueberraschung und vor Grimm. Er haßte plötzlich. Haßte den, der ihm die Maria genommen — sein wäre sie dach geworden, wenn er geduldig gewartet hätte — haßte die Sonne, die so heiter strahlte, haßte die Berge, die sich golden aufbauten, haßte die Masel, die da unten lachte, haßte die ganze Welt. Nichts kam ihm mehr erstrebenswert vor in ihr, nichts begehrenswert. Es war ihm selbst gleichgültig, daß die Trauben an den Stöcken da schon nahezu im Wein standen, er hatte jetzt kein Auge dafür. Und ein höhnendes lautes Lachen hätte er über sich selber anschlagen mögen, daß er wieder einmal der Dumme war. Sa dumm war, dem Vater des Mädchens, das ihm untreu geworden war, nach feine Ersparnisse anzubieten, schier aufzudrävgen. Ein Glück, daß der Bremm nicht gewollt hatte! Aber Bremm sagte jetzt, am Warmenberg angelangt, in den sie nun hineingingen: „Wenn Ihr denn wirklich so gut fein wollt und mir borgen, dann nehmen ich et doch an. Ich muß et ja annehmen. Denn seht!" Er wies mit der Hand rundum, und in seinen düsteren Augen glomm ein Licht auf: „All die Trauben!" Gvrtzetzun« Beispiel: Baut ein Bauherr eine Wohnung Von 78 Quadratmeter Wohnfläche Mk. so bekommt er sür die ersten 50 Quadrat ineter je 100 2Nk. 5 000 für die weiteren 28 Quadratmeter je 75 Mk. 2100 zusammen 7 100 Zur besseren Verrechnung werden die Darlehensbeträge auf volle 100 Mk. aufgerundet. III. Abgabe von Baugelände. Das Baugelände lann, wie bisher, zu den er" leichterten Zahlungsbedingungen, d. h. unter Stundung des Kaufpreises, abgegeben werden, und zwar zu 4 Prozent Zins und 1 Prozent Tilgung. lieber die Abgabe von Baugelände im Erbbaurecht wird eine besondere Vorlage arbeitet werden. IV. Die Strasteubeitr-rgskoslen können auf Antrag des Bauherrn, wie bisher, mit 1 Prozent über Aeichsbantdiskvnt verzinst, und, sofern sie über 1000 Mk. betragen, in zehn gleichen Jahresraten innerhalb von zehn Jahren getilgt werden. Sind die Siraßenlostenbeuräge geringer als 1000 Mk. so bleibt es der Stadtverwaltung überlasten, eine besondere Vereinbarung mit dem Bau.. r: u zu treffen. Die Stadtverwaltung ha! bisher bei Beträgen unter 1000 Marl für je 100 Mk. Straßenkoftenbeitrag je ein Jahr Tilgung vorgesehen, so dos; z. B. 700 Mk. Straßenkostenbeitrag in sieben Jahren zu tilgen wären. Dr. Hamm. Tumen, Sport und Spiel. Handball der O. T. Spiekabieilung des Tv. 1845. Das Spiel der 1. Mannschaften endete mit einem 7 : 2 - Siege der Wetzlarer. Bei Halbzeit stand das Spiel 5:1. Den Ausschlag zugunsten Wetzlars gab der Sturm. Im übrigen war das Kräfteverhältnis gleich; das Spiel mär' jederzeit affen. Den Gießenern fehlte ein durchschlagträftiger Sturm und ein guter Tormann. Schiedsrichter M a l k o in s s i u s vom Mtv. Gießen leitete gerecht. Die 2. M a n n s ch a f t verlor gegen die gleiche b:r Wetzlarer 7:3 Späelvereimgung 1900 Gießen. ö. Der Tabellenzweite der Nordgruppe der i. Bezirksklasse In Hessen-Hannover hot mit viel Glück einen knappen 3 : 2 - Sieg mit nach Hause genommen (Halbzeit 1:1). Hessen 09 Kassel enttäuschte spielerisch nach der angenehmsten Seite, denn die Leistungen dieser Elf standen iveit über Sport Kassel am 11. März. Die Gäste hatten gutes Verständnis untereinander, ein famoses Stellungsspiel und.waren ständig früher am Ball, als die Einheimischen. Sie machten auch von ihrer Körperkraft mehr denn zulässig Gebrauch, was ihnen fortgesetzt Bestrafungen und Verwarnungen einbrachte. 1900 dagegen zeigte diesmal ein ausnahmsweise schwache? Spiel. Es wurde viel zu hoch gespielt, wodurch meist der Zusammenhang verloren ging und dem Gegner die Abwehraktionen sehr erleichtert wurden. Ein vollständiger Ausfall war beim Platzverein der rechte Ersatzverteidiger, wozu auch noch die wenig überzeugende Leistung seines Vordermannes, des rechten Läufers, kam. Im Sturm der Blaumeißen genügten nur Rechtsaußen und Mittelstürmer. Brambach irn Tor ließ den zweiten Treffer nir unglücklicherweise passieren, leistete aber sonst sehr Brauchbares. Gießens linker Verteidiger spiest-: bis zu seiner Verletzung sehr gut. während sich Mistel- und linker Läufer gegen das exakte Zuspiel der Gäste auszeichnc.ten. Das Spiel war stets vertcil,. Der Schiedsrichter hatte einen schweren Stand, Die „Alten Herren" konnten den Saison- beginn mit einem 2:1 -Sieg begehen. Die ..Borussen" Frankfurt a.M. hatten eine ziemlich junge Atte--Herren°Clf geschickt, die den Einheimischen, die, zum Teil ohne jedes Training, in den Kampf gingen, die Sache sehr schwer machten. Kurz nach dem Wechsel schied der Gießener Linksaußen aus, trotzdem konnte 1900 das bis dahin unentschiedene (1:1) Treffen noch 2:1 siegreich gestalten. Die Ligareserve 1900s war infolge der starken Schwächung nicht in der Lage, gegen die 1. Elf des Ballspiel--Club 1920 Gießen erfolgreich zu bestehen, ihre Niederlage ist mit 4:1 sogar reichlich hoch ausgefallen. Der Sieg des Lokalgegners war verdient. 1900s l.Jugend kehrte vom Verein für Rasenspiele Butzbach mit einen: 1:0°Sieg zurück, trotz sehr schwacher Mannschaft. Das Spiel war verteilt. 1900 erzielte 5 Minuten vor Schluß das einzige siegbringende Tor. V. f. B. Liga — Kirchhain 2:5. Liga-Reserve — Herborn Liga-Reserve 4:1. I. Jugend — Riedergirmes I. Jugend 2:1. Während die Liga-Mannschaft den größten Teil der ersten Halbzeit ein sehr ansprechendes Spiel vorsührte und sich dem Gegner bei weitem überlegen zeigte, ließ sie nach der Pause stark nach und siel gegen Ende gänzlich ab. Kirchhain kam nach dem Wechsel im selben Maße auf, wie die Platzmannschaft nachließ. Wenn aud) der Sieg der überaus eifrigen und energisch kämpfenden Gäste verdient war. so darf dock) bas Schlußresultat von 5:2 als zu hoch bezeichnet werden, bei dessen Beurteilung berücksichtigt werden muß. daß die V. f. B.° Mannschast mit vier Mann Ersah antreten mußte. Die Liga-Rescrve fertigte, obgleich nur mit zehn Mann spielend, die gleiche von Her° born mit 4:1 ab. Der Sieg der B. f. B.°Elf war in Anbetracht ihres besseren Feldspiels verdient. Die erste Jugendmannschaft gewann ihr letztes Diplomspiel gegen Wetzlar-Niedergirmes knapp mit 2:1. Trotz mehrfachen Ersatzes konnte sie das Treffen durchweg überlegen gestalten: mehr als das knappe Resultat spricht das Eclenverhättnis von 8:2 für das bessere Können der V. f. Ber. Der Sieg darf als vollauf verdient bezeichnet werden. Mit diesem Spiel ist die Diplomspiel-Serie 1924 z28 zu Ende. Von dreizehn Spielen gewann sie zwölf, verlor eins und errang somit die Meisterschaft vom Lahnkreis. Fußball in Heuchelheim. L. v. 1920 I — Wetzlarer S. 2). Ligareserve 5:3 (3:2). Zu einem Freundschaftsrückspiel trafen sich die Mannschaften am Sonntag auf dem Sportplatz Eeiersberg. Das Vorspiel gegen Heuchelheim gewann die Mannschaft 5:0 in Wetzlar. Auch in dem Spiel vom Sonntag hat die Mannschast gezeigt, daß sie ein schwer zu besiegender Gegner ist. Dos Spiel der Einhe.n: scheu konnte trotz des Sieges nicht überzeugen. Schiedsrichter Philipp vom V. f. B.-Gießen wie immer gut, nur gegen das versteckte Foulspielen muß er energischer eingreifen. ArbeiLer-Tufn- tmb Gparibund. Gießen I. — Wreseck I. 6:2 (3:1). Die Gegner trafen sich zu einem vom Bezirk angesetzten Pslichtspiel auf dein Trieb. Wieseck ging durch einen Elfmeter bald in Führung. In den folgenden 20 Minuten bekam inan ein schönes Feld- fl'iH zu scheu, in dem Wieseck merklich überlegen war. Gießen brtzchje bann eine schärfere Note ins Spiel, dreimal kurz hintereinander konnten die Einheimischen erfolgreich sein. Halbzeit 3:1. Nach dem Seitenwechsel konnte Gießen die Gäste zeitweise in ihre Hälfte bannen. Wieseck fiel jetzt mehr und mehr ab. Noch dreimal war Gießen erfolgreich. Wieseck gelang es noch einmal, daß Netz des Gegners zu finden imb das Resultat auf 6:2 zu verbessern. Der Schiedsrichter, der sein Domizil in der Mitte des Feldes anfgeschlagen hatte, konnte dem auf- und abwogenden Kampfe kein gerechter Leiter sein. Gießen Ib. — Marburg I. 2:1. Marburg trat nur mit 10 Mann an, zeigte aber ein ansprechendes Spiel. Bei Halbzeit stand das Resultat 1:1. Nach dem Seitenwechsel brachte Gießen eine schärfere Note ins Spiel, Marburg dagegen wurde immer zerfahrener. Noch einmal gelang es Gießen, dem guten Schlußmann der Gäste das Nachsehen zu geben und so Sieg und Punkte an sich zu bringen. Lollar I. — Wetzlar I. 8:4 (3:4). Die Gegner trafen sich in Lollar. Kurz nach Anstoß konnte Lollar durch Elfmeter in Führung gehen, doch Wetzlar glich bereits in der nächsten Minute aus. Dreimal konnten dann die Gäste noch erfolgreich fein, dem Lollar nur zwei Tore entgegensetzen konnte. Halbzeit 3:4. Nach Halbzeit gab Lollar den Ton ort. Wetzlar fiel ab. Das Ende des Spieles zeigte den Sieg der Einheimischen. Heuchelheim I. — Alsfeld I. 1:2. Heuchelheim hatte Alsfeld zu Gast. Nach schönem, offenen Spiel, in dem beide Parteien je einmal erfolgreich waren, stand das Spiel bei regulärer Spielzeit 1:1. In der durch Spielunterbrechungen bedungenen Zweiminutenocrlängerung konnte Alsfeld durch Elfmeter in Führung gehen und so Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Gießen H — Kinzenbach I 0:4. Auf dem Trieb mußte Gießen sich eine 0^-Niederlage gegen Kinzenbach I gefallen lassen. | Gießen — Leun. I Gießens Jugend konnte die Jugend Leuns mit einer 7 ^-Niederlage nach .Hause schicken. Wieseck — Allen-Buscck. Auch Wiesecks Jugend mußte sich in Alten-Buseck gegen eine zum größten Teile aus akriven Spielern zulammengesetzte, körperlich weit überlegene Jugend mit 3:2 geschlagen bekennen. V. f. B. (Handball). V. f. B. — Turnverein Garbenteich 3:2. Die von Sportlehrer Fischer aus fast nur jungen Kräften neu zusammengestellte Handballelf gestaltete ihr erstes Spiel *u~ einem vollen Erfolg, her um so höher zu bewerten ist. als die Mehrzahl der V. f. B.'Spieler Anfänger im Handballfport sind. Wenn man bedenkt, daß der Gegner es vor einiger Zeit fertigbrachte, einer starken, kombinierten Mannschaft der hiesigen Spielvereinigung von 1900 ein Unentschieden (1:1) abzuringen, so darf man den 3:2°Sieg der jungen V. f. B.-Elf als einen erfolgverheitzenden Anfang bezeichnen. Dem Spielverlauf nach hätte die Tordifferenz klarer sein können, wenn der Sturm mit seinen Würfen etwas mehr Glück gehabt hätte. Spielabieiluug des L.-L.-Ghmnasmms Das hohe Resultat von 8:0 zugunsten der ersten Jugend des Mtv. beweist die Schußfreudigkeit der Turnerjugend und besagt für die Gymnasiasten, daß ihre Verteidigung nicht auf der Höhe war. Auch der Sturm konnte sich nicht durchsetzen. Wirtschaft Rindermarkt in Gießen. Zum heutigen Gießener Rindviehmarkt waren 1005 Stuck Großvieh und 335 Kälber ausactrieben. Der Handel war anfangs schleppend, lebte am Schlüsse etwas auf, ergab jedoch am Marktschlussc noch Ueberftanb. Es wurden bezahlt: Für Milchkühe 1. Qualität 550 bis 650 Ml., 2. Qualität 350 bis 450 Mk., 3. Qualität 200 bis 250 Mk. Schlachtkühe waren äußerst billig und wurden mit 100 bis 250 Mk. je Stück gehandelt. Rinder, 1- dis 2jähria, kosteten 100 dis 250 Mk., Kälber 55 bis 70 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Bessere Tiere ergaben Preise über Notiz. * *DieHessischeLandesbank-^-Staats- banf — in Darmstadt legt laut Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil reichsmündelfichere Gold-Schuldverschreibungen zu 94,50 v. H. bei den Banken und Bankiers bis zum 20. April 1928 zur Zeichnung auf. * J.-G.-F arbenindust r te A--G.. Frankfurt am Main. Wie der LPD erführt, findet die Bilanzsihimg bei der J.-G.-Farbenindustrie A.-G.. die über den Abschluß für 1927 mit 12 (10) Prozent Dividende zu beschließen hat, afn 25. April in Leverkusen statt. Die Generalversammlung ist zum 24. Mai in Aussicht genommen. * Vereinigte Kunstseidefabriken A. - G., Kelsterbach a.M. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung tn Elberfeld wurde beschlossen, der auf beit 20. April einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent vorzuschlagen. Ferner soll ein Fufionsvertrag vorgelegt werden, auf Grund dessen das Vermögen der Gesellschaft unter Ausschluß der Liquidation auf die Vereinigte Glanzstoff--Fabriken A.-G. in Elberfeld übergehen soll. * Vereinigte Glanzstoff-Fabriken 21. = ©.. Elberfeld. In der gestrigen Auf- sichtsratssitzung der Vereinigte Glanzstofs-Fabriken 21.=©. in Elberfeld wurde beschlossen, der auf den 20. April einzuberufenden Generalversammlung nach reichlichen Abschreibungen und Rückstellungen die Verteilung einer Dividende von 18 Prozent auf die Stammaktien vorzuschlagen. Ferner soll beantragt werden, das Stammaktienkapital um 15 Mill. Marl auf 75 Mill. Mark zu erhöhen. * Norddeutscher Lloyd Bremen. Die Generalversammlung des Norddeutschen Lloyd Bremen hat beschlossen, eine Dividende von 8 v. H. zu verteilen. Ueber die Aussichten des laufenden Geschäftsjahres wurde mitgeteilt, daß alle Anzeichen darauf hinbeuten, daß sich der Personenverkehr weiter befriedigend gestalten wird. Im Frachtver- kehr ist auf vielen Gebieten ein Abfallen festzustellen. Die Gesellschaft hosst aber, daß der vergrößerte Tonitageeinsotz im laufenden Jahre einen Gewinn- cmsgleich schaffen wird. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 27. März. (Eigener Drahtbericht bes Gießener Anzeigers, l Tendenz: freundlich. — Angeregt durch den Kapital- 1 er Höhungsvorschlag von Glanzstoff, der den Aktionären überraschenderweise doch ein Bezugsrecht cinräumr, war die Stimmung zu ’ Beginn des heutigen Berlehrs etwasfreund- i kicher. Eine Belebung des Geschäftes konnte jedoch nicht eintreten da der Orderseingang bei den Banlen minimal blieb und die insähe sich wieder fast nur innerhalb der Kulisse abwickelten. Prämienware dürfte nur noch in sehr beschränktem Maße an den Markt gekommen sein, der sich infolge weiterer Dek- kungen ber Spekulation zieml'.ch aufnahmefähig erwies. Der R e i ch s b a n k a u s w e i s. der eine weitere mäßige Entlastung des Instituts anzeigt, bot der Börse keine stärkere Anregung, wurde jedoch g ü it ft t g aufgenommen, ebenso der Bericht ber Deutschen Bank. Bei den ersten Votierungen blieben die Kurse uneinheitlich, es überwogen jedoch 1- bis 2prozentige Kurs- besserungen. Etwas lebhafter wurden Elek- irowerte gehandelt, von denen ©esfürel 3.75 Prozent. Licht & Kraft und Schuckert je 1,5 Prozent, und Siemens 3 Prozent -.gewinnen konnten. I. -G. - Farben eröffneten unverändert. Bonds 139.75 bis 140,25 Prozent. Im Freiverkehr bestand aus dem erwähnten Grunde für Glanzstoff Interesse zu 729 Proz. Waldhof dagegen lagen leicht gedrückt. Am Montanmarkt waren Stahlverein plus 2 Pröz. bevorzugt, Mannesmann zoaen etwa 1 Proz. an. Rheinstahl und Rheinbraun blieben behauptet, dagegen Gelsenkirchen etwas schwächer. Banken meist hoher. Von B a u - aftien gewannen Zement Heidelberg 2Proz., Wahß & Freytag plus 1 Proz. Don heimischen Anleihen waren Ablösung ohne Auslosung geringfügig gebessert. Ausländer still. Im Verlaufe blieb die Stimmung freundlich, das Geschäft wurde außerordentlich ruhig. Auch ber Mediohandel war still. Die Kurse blieben gut behauptet. Im Zusammenhang mit den Ultimo- tiquibationen, die übrigens keine Schwierigkeiten bereiten, war Tagesgelb etwas gesucht und auf 6,5 Proz. erhöht. Geld bis Medio 7,5 bis 8,5 Proz. Im Devisenverkehr notierte die Mark gegen London 20,414, gegen Kabel 4,1805. Paris gegen London 124,02, Mailand 92,40, Madrid 29,115. London-Kabel 4,8818. Berlins Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers'. Berlin, 27. März. Im heutigen Vormittag- Verkehr hatte sich das Interesse der Spekulation aus G l a n z ft o f f w e r t e konzentriert. Die überraschend kommende Kapitalerhöhuna mit anhängendem Bezugsrecht für die Mtionäre, die vor wenigen Sagen noch von der Verwaltung dementiert worden war, hatte den Kurs vorübergehend auf über 740 Prozent anfteigen lassen. An der Börse bestand aber gerade in diesem Papier größeres Angebot, und die erste Rvtiz stellte sich daher auf 729 Prozent. Die übrigen Märkte lagen dagegen sehr still. Der Orderseingang war minimal, und die Spekulation weiter auf sich angewiesen. Der heutige Liquidationstag störte ebenfalls etwas, doch war die Tendenz in Rachwirkung des Berichtes der Deutschen Bank überwiegend freundlich. Die Besserungen betrugen 1 bis 2 Prozent und gingen nur bei wenigen Papieren, wie Canada-Shares, ©esfürel, Berliner Maschinen, Berger. Bemberg und Glanzstoff darüber hinaus. Heimische Anleihen unverändert. Aus- länber etwas fester. Pfandbriefe still. I.-©.- Farben-Bonds 140 Prozent. Der Geldmarkt war unverändert. Da tm Verlaufe der Börse per Medio und Ultimo gegeneinandergehandelt wurde, lieh sich kursmähig eine Ten- denz nur schwer erkennen. Die Kurse bröckelten zumeist etwas ab. Rur Danat lebhaft und feste'-. Siemens, die 1,5 Prozent gewonnen hatten, gaben diesen Gewinn bald wieder her- lieber Haupt wurde die Haltung spater unsicher und die Kursentwickelung uneinheitlich. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 27. März. Die Marktlage ist unverändert. Hafer liegt schwächer. Weizenmehl wird von zweiter Hand mehr angeboten. Futtermittel sind nach wie vor fest. Weizenkleie wird zur sofortigen Lieferung nur wenig angeboten. Futtergerste, die die allgemeine Preissteigerung zunächst nicht mitmachte, liegt höher im Preise. Auspuhgerste kostete 23,25 bis 23,75 Mk., La Plata-Gerste 25 bis 25,50 Mk. Es wurden notiert: Weizen 1 (gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs) 26,50 Mk., Roggen 27,25 bis 27,50, Hafer (inl.l 26.75 bis 27. Mais (gelb, für Futterzwecke) 24,50, Mais (gelb, für andere Zwecke) 25,25, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 37,75 bis 38,50, Roggenmehl 37,75 bis 38,50. Weizenlleie 14,75, Roggenkleie 15,75 bis 16,25 Mk. Berlin, Mär; lülhr- s Schuch-1 Ansang Kur-.» | K iir<. I Kur» Datum; | 26. 3- | 26. 3. 151.25 150,75 151.25 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 150 Telegraphische Auszahlung. 267,25 j 115,5 115.25 144.75 145,5 161 191 101,13 43,4 10 0 .8 .3 .0 w 191 I0S , ! 100 171 168,.' 270 104.25 09,25 1 »h 10 10 Schlich- Kur» 98,75 267 151,75 102,9 43 168 254,5 245 185 167 267 136 154 92.4 132,75 , 168 168.75 137 168 26'1 137 166 5 313,9 117,1 273 103,75 100 154 94 150.75 170 25 165 212 118.25 267.5 153 212 118 268 ......5 . . . .SV, f. V. I. 4 2Ü7 151,75 voesch Tiseu . . Ilse Bergbau . Slöctnrrtotrte Köln-Nenessen McmneSmann Schles. ©lehr- • . SchuSuc . . . Siemens 139 5 102.5 43.75 169 177.5 256.5 I ^46 ! 119,5 94 1122,25 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höherer zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. ManSieldcr...... , Oberfchles Eifer tb. Bedarf 0 OberschlcI Kokswerte . 0 Phönix Lcra5au f F 3 Rheinische Braunkohlen 10 Rheinstabl 0 Riedert Montan ... . c «ereintme Slcchlw. f. ’/. 9 2 Olavi Mtuea - • Äali Äschrrslcden Frankfurt a. M Berlin 2chwij Kurs l-Uhr- Kurs Sdjiufj- Anfang Kurs i fiur^ Datum 26. 3. । 27.3. | 26.8. 27. 3 Dt Reichsanleibe v. 1927 Dt. Anl Ablös Schuld mit 87.25 - 87.5 — Auslos -Rechten 51,9 _ 52 1 DeSal- ebne ÄuLlcs -Rechlen 7°/» Franks Hyv.-Bl. Goidvl 14.8 14,9 14,8 14*9 unkündbar dis >932 /,Unenrifcte Slaacvr. 6.1910 25,13 iV«°/u VeSgl. von 1913 <% Ungarische Äronenrle . •°/j Turl. Zollanlcibe v 1911 v/0 Türk Lagdadbabn-Anl Serie 1. 12 3 — 1.6 12,65 — 12.75 _ 12,6 4v/l desgl. Scri. 11 12,4 12,5 c’,o Rumänen convcrt Rre. Rumänen Gvldonl - von 1913 — — 14,3 Alla Deutsche Lttcndadn 4'/r — — pambura-Amerila ^alci. l> 149 149.25 148,9 149 vamb-Südom Doinvisch L — 207.5 — öansa Dalllvfschifs 6 Norddeutscher tloijö 6 - — 231.5 - 148,5 • 4'J 147.75 148,5 Allg. Deutsche Crcdrransl. ic 141,5 — Hl.25 140, -i Sann t Bankvernn 10 144.a — 141.5 144 öerlmer HandelSgcsellsch. 12 — — 250 250 Sommer»- und Pnvat-L' 11 Darmft. u. Ranonaldauk 12 • 72.5 173.2a 172.25 173.25 233,75 235 233.5 235 Deutsche Pank 10 162 — 162 162.5 L^iLkonto-Gesellschaft Lnt >0 156.5 — 156,5 157 Dresdner Ucmk • 10 157,75 158 157,5 158 Mitteldeutsche Lredttdavk 9 — — 206,13 206,6 vrelallbauk. .....8 id öeidelberaer Lcmenr . • 8 icnttat Karlstadt .... 8 Lavß 4 Sreitaq . IG SchvUdetS 1Bage*b«frt. . 15 Dftroerfe . . . .... 12 i>tr. Gkanzftoft ..... 15 Pembttg.........8 tzcllston Waldhof. . .12 Zellstoff Lschafsrnbttra - 10 urarkonenburger Wasser 7 effaner GaS . 8 Daünlcr Motoren..... 0 Demag 0 Sdlerwerk SLever.....0 Ludw. Loetrr . .... le Rat Automobil......s Cnnßi-m L Kovvel.... < Sinke Homiana . .. . C Leonhard Tiev. ■ . . . . f, i>amaa-Megvw...... 0 Krankt Maschinell .... 0 hrthner ..... 7 Dtnllotnftatbt ....... 0 jmtaban-3 ...... 6 jechwerke ....... s Patattaftottie ...... 8 J?iog ...... lv Retarlnlmer ........ 8 )erer4 Union 8 kbi. Roeder ...... 10 Soifli 4 Haefsuer ..... 6 Bäbb Sndts ..... 0 Bau 142 142.5 175 129,5 260 168 — 89.23 86 26 72,5 144.9 24.5 91.75 117.5 118 139 5 52.5 95 173.5 131 taotrn. 144.5 129,5 259,6 89 72^5 131,25 142.25 334.13 266 720.5 511 258,75 167 117.75 177.5 89,9 47,75 86,75 129,5 210 25.5 73,25 141 91,5 139.5 54 97 175, ?'ö 132 144 2 336 267.5 729 260,75 168.5 117.5 178.65 89.9 •iS 85,75 208,5 139 Berltn.26Mcirz | '^id Bnei iünertkaoischc Noten..... belgisch« Noten...... dänische Noten ...... knalische Note« ....... I 4,169 68.18 111,70 1 20.372 47189 58,42 112,14 20.452 26. Mär; 27. Mär; Amtliche Nolierüng Amtliche Nonerune Geld Briet C*e(b Brie r «nut.* Rott. 168,28 -68.62 168,24 168,.88 Bucn-AireL 1.78'3 1.790 1.787 1,791 Prss.-7ttilw 58,27 58,39 58,31 Christionia. 111, 19 '11,71 111.52 111.74 Kapenbagen 111,97 112,19 111.96 112,18 Storlbolm . 112,14 112.36 112,16 112.38 HelstoaiorS. 10.518 10,538 10,52 10,54 Italien. . . London. . . 22,085 22,125 22,08 22,12 20,393 20,433 20,395 20,4.10 WeuoorT .. 4,1770 4,1850 1,1775 4,1855 Paris.... 16,415 16,485 16,445 16,.85 SchlveiL .. 80,495 80,655 80,505 80.665 6pa..u:n . . 70,13 70 27 70 03 70.17 yavcm . . . 1,988 1,992 2,005 2,009 'Rio de Fan 0.501 0,503 0,502 0.504 Wien tn D - Oest. abgest •>8,775 58,895 58,775 58.895 Prag 12,378 12,398 12,38 12.40 Belirad 7,355 7,369 7,330 7,364 Bodavest. . Bnl^arien 72,97 73,11 <2,96 73,10 3,019 17.68 3.025 3,019 3,025 ytffabon 17.73 18,18 18,22 Dcmüg. . ÄonQ.uttin. 81,54 81,70 81,55 81,71 2,116 3,120 2.115 Li« 2Ubai. . . 5,594 ,,60t> 5.494 4,181 4,198 4,181 4,189 Uns tosQ . • 4,326 20.918 4,381 4,316 4,324 20,953 20. M LS