Ur. 49 Erster Blatt 178. Jahrgang Montag, 27. Zebruar 1928 Erscheint täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen; Lietzener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten; Anzeiger Liehe«. postfchecNonto: sfrantfurtam Blain 11686. (Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Untverfitäls-Vuch- und Ztetndruckerel «.Lange in Sieben. Schriftlettung und GeschSstzftelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re« klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Gange; für Feuilleton Dl H.LHyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Giehen. Dor der Regierungserkärung. Einigung über das Notprogramm. Berlin, 27. Febr. (Priv.-Tel.) Wie der ^Montag" berichtet, ist der Wortlaut der Regierungserklärung, die Vizekanzler Dr. J)Crgt heute nachmittag verlesen wird, im Laufe "des Sonntags s e r t i g g e st e l l t worden. Heute vormittag tritt noch einmal das Reichskabinett ■iu einer Beratung zusammen, in der der am Sonntag festgelegte Text der Regierung geneh- -tnigt werden soll. Der Abschluß der Beratungen Äber das Rotvrogramm und die Regierungs- «rrklärung hat im Kabinett keine sachlichen «Schwierigkeiten mehr bereitet. Ruch über die Mehrbewilligungen ist innerhalb des Kabinetts und mit den ehemaligen Regierungsparteien ein Einvernehmen erzielt worden. Die Beratungen des Kabinetts bezogen sich lediglich auf die Verteilung der Mittel im em- -elnen und auf die praktische Durchführung des Drogramnis. Es muhte Klarheit darüber ge- Ichassen werden, welche Teile des Programms zu erledigen sind und welche Teile auf dem Verordnungswege durchge'ührt .werden Können Das Kabinett ist bei seiner ursprünglichen Absicht geblieben, die Gesetzesvorlagen mit Dem Etat und den Rachtragsetat m einem Mantelgeseh zu vereinigen, und zwar -derart, daß jeder einzelne Teil des Programms nur dann in Kraft treten kann, wenn die Gesamtheit vom Reichstag verabschiedet worden ist. Die Verordnungen sollen nicht in das Mantelgeseh einbezogen werden. Es herrscht im Kabinett auch darüber Einigkeit, daß die Verordnungen unbedingt zu'.n Gesamtproara m m gehören und mit den Gesetzesvorlagen -und dem Etat ein unteilbares Ganzes Hilden, auf dessen restloser Erledigung das Kabi- -nett bestehen wird. Die Arbeitsgerichisbarkeii. Ein günstiges Urteil des bayrischen Justizministers. München, 26. Febr. (211.) In einer Ta- flunq der Arbeits- und Landesarbeitsrlchter hielt Der bal arische Iustizminister Dr. Gür tner einen Vortrag über Arbeitsrecht und Arbeits- Lerichte, in dem er in Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Regierung und hoher Richter- Leamten mitteilte, das; tm ersten Halbjahr an ben bayerischen Arbeitsgerichten 14 000 Streit- lälle zur Erledigung kamen, von denen rund die -Hälfte auf dem Dergleichswege beize l e g t werden konnten. Der Gesamteindruck ber diesjährigen Erfahrungen mit den Arbeitsberichten sei durchaus günstig Allerdings zeigte sich auch auf dem Gebiete des Arbeits- -rechtes eine geradezu unglaubliche ilnlennt- Iiis in weitesten Kreisen des Volkes. Der Minister richtete an die Organisationen die Bitte Die Unkenntnis, die geradezu ein Gemeingut Des deutschen Volles auf dem Gebiete Des Rechtes sei, zu beheben. Die Grundlage für Die Tätigkeit jedes Richters müsse das Ver- -trauen des Volkes sein, und das gelte besonders muef) für die Arbeitsgerichte. Die Rechtssicher- Iheit dürfe nicht dadurch gefährdet tocr- Den, dahdersozialeGedankeuber d e n Vechtsgedanken gestellt werde. Das wirtschaftlich so schwer ringende deutsche Volk könne «sich heute nicht mehr den Luxus leisten, den -Arbeitskampf mit den Mitteln auszutragen von denen die Vergangenheit sehr häufig verhang- üsvoll Gebrauch gemacht habe. Streiks und Aussperrungen könnten heute vor dem Gesamtvolk nicht verantwortet werden. Wenn die Arbeitsgerichte zur Befriedung des Arbeitsverhältnisses führen, dann könne man in ihnen einen der wichtigsten Bausteine (ür den Wiederaufbau erblicken. Unfreundlichkeiten Estlands. Berlin. 25. Febr. (WB.) Amtlich. Bereits einige Tage vor der Unabhängigkeitsleier Estlands war dem Berliner Auswar- digen Amt bekannt geworden, das; die Staats- Versammlung aus diesem Anlas; em M a n t» le st erlassen würde, das unf reunDl iche -Wendungen gegenüber Deut sch l an o enthalte. Daraufhin hat das Auswärtige Amt Dei der estländischen Regierung noch vor der Veröffentlichung des Manifestes entsprechende Vorstellungen erhoben und den deutschen Gesandten in Reval angewiesen, den Feierlichkeiten fernzubleiben, falls der Hext des Manifestes nicht geändert werde. Die ^Hündische Regierung hat hieraus bereits vor Der Bekanntgabe des Manifestes der Rerchs- negierung mitgeteilt, das; das Manifest einen Bursen historischen Ueberblick über die Entwick- Bung Estlands enthalten würde, wobei auch die Rolle der damaligen deutschen Regierung und die Okkupation Estlands Durch deutsche Truppen berührt wurde. Sie bereits festgestellte Formulierung des Mani- ßrstes lasse sich aus technischen Gründen leider licht mehr abändern. Sl= cMandische Regierung halte jedoch dem Deutschen Reich und ler deutschen Regierung gegenüber an ihrer Lisherigen Politik freundschaftlicher Verstand,, eung unentwegt fest und wisse sich darin m boU' tänöiger llebereinstimmung mit der esttandischen Staatsversammlung. Unter diesen ^uistanden hat ßch der deutsche Gesandte in Reval ent- lyrechend der Weisung des Auswärtigen Amtes an den Feierlichkeiten nicht beteiligt. Oie Finanzen der Reichspost. Muß die Gebührenerhöhung bestehen bleiben? Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers" Berlin, 27. Febr. Die Reichspost ist eines der größten Unternehmungen, zugleich aber auch eines der größten Desihstücke des Deutschen Reiches. Es ist deshalb von erheblicher Bedeutung. ob dieses „Geschäft" floriert, ob es gut geleitet ist oder ob es zu wünschen übrig läßt. Wie schwer es trotz der ausführlichen Rechnungslegung ist, die allmonatlich vom Reichspostministerium der Oeffentlichkeit übergeben wird, im kaufmännischen Sinne genauen Einblick in die Wirtschaftsgebarung der Post zu erlangen, das hat sich, freilich im wesentlichen in erfreulichem Sinne, in der letzten Derwaltungsratssitzung gezeigt. Daß die Reichspost ihr Vermögen in vier Jahren um eine Milliarde erhöht hat. nämlich von 1,5 auf 2,5 Milliarden, ist an sich gewiß ein erfreuliches Faktum. Selbst wenn man die Richtigkeit der Schähelschen Behauptung bestreiten will, die diesen Vermögenszuwachs vornehmlich in der Automatisierung des Fernsprechnetze s erblickt. Denn an sich müßte man ja bei der Höherbewertung einer solchen Anlage zunächst einmal feststellen, ob dadurch — nur dadurch, nicht durch die zwischenzeitliche Gebührenerhöhung' — eine Mehreinnahme erzielt worden ist, die, kapitalisiert, eine solche Summe ergibt. Aber wir wollen ruhig die Vehauptung als richtig unterstellen; dann ergibt sich vom Standpunkt des großen Publikums die Frage nach der Berechtigung solcher gewaltigen Dermögensanhäufun- gen. Denn die Post ist kein Erwerbs-, sondern ein Verkehrsunternehmen, und sie soll keine Reichtümer sammeln, sie soll vielmehr für den billigsten möglichen Preis möglichst vollkommene Verkehrsleistungen vollbringen. Wenn es in der Tat gelungen ist, jährlich V« Mil iarde neu zum Kapital zu schlagen, so wird man nachträglich gegenüber den Gebührenerhöhungen des Vorjahres doppelt kritisch werden. Denn sie haben eine solche Erschwerung des gesamten Brief- usw. Verkehrs mit sich gebracht, durch die Abweichung vom Dezimal-System, durch die Ausschaltung der l o a für B ie a c un Po a te i urch die Komplizierung der Steigerungssähe usw. usw., daß sie die unerfreulichste Belästigung des Publikums durch eins postalische Maßnahme seit Beginn der Reichspost darstellen. Außerdem ist zweifellos ein Rückgang im Briefverkehr dadurch h rbeig.füart worden — ein Rückgang, der auf keine andere Weise ausgeglichen wird, weil man eben Briefe und Karten, für die man sich im gegebenen Augenblick keine Marken verschaffen kann, sehr häufig ungeschrieben läßt. Wenn es also, wie die Aussprache ergab, der Post in der Tat sehr gut gehen sollte (für 1927 wird ein Defizit angegeben, aber es werden 70 Millionen an das Reich abgeliefert, für 1928 werden 100 Millionen lleberschuß veranschlagt, wobei nirgends von dem erwähnten Der- mögenszuwachs die Rede ist), dann könnte sie eigentlich nichts Besseres tun, als mit größter Beschleunigung zum Dezimal-System z u- rückzu kehren, den Vries zu 10 und die Postkarte zu 5 Pfennig wiedergeben, allen alls unter Verzicht auf einen billigeren Ortstarif und unter Verdoppelung der Sähe von 20 zu 20 Gramm, oder mit anderen Behelfen, die in den letzten Jahren angewandt worden sind, um die Gebühren ergiebiger zu machen. Das Ergebnis Ware zweifellos eine starke und augenfällige Vermehrung der Umsätze, so daß die Post auf ihre Rechnung tarne. Und außerdem könnte man vielleicht die etwa fehlenden Beträge an der Länge der Dienstschürzen einsparen, die eine viel belachte Modevorschrift deS Rcichspostmi- nisters Schätze! den weiblichen Postbeamten in bestimmtem Maß über daö Knie nach unten vorzuschreiben versucht. . . . Rom — Wien und Südtirol. Oer italienische Gesandte in Wien von Mussolini zur Berichterstattung nach berufen. Wien, 26. Febr. (MTB.) Die „Reue Freie Presse" meldet: Der hiesige italienische Gesandte A u r i t i hat Samstag vormittag von seiner Regierung den telegraphischen Auftrag erhalten, unverzüglich n a d) Rom zu reisen, wo er am Montag vom Ministerpräsidenten Mussolini emp- gen werden wird, um ihm persönlich über die Kundgebung für Südtirol im österreichischen Nationalrat Bericht zu erstatten. Samstag mittag erschien der Gesandte im Auswärtigen Amt, um von seiner Abreise nach Rom Mitteilung zu machen. Bon einer Abberufung des Gesandten Aurifi ist vorläufig keine Rede. Oesterreichs Kampf. Wien, 25. Febr. (WB.) Zur Abreise des itaieni» schon Gesandten nach Rom äußerten die hier weilenden Tiroler Abgeordneten u. a.: Angesichts der Sympathiebewerse, die ihnen aus den verschiedensten Ländern ^gegangen seien, hätten sie wohl das Recht, die Südtiroler Frage als eine Frage des Weltgewissens zu bezeichnen. Die österreichische -Regierung werde sich bis zur Rede Mussolinis jeder Stellungnahme enthalten. fRiemani) denke zur Zeit die Herausgabe des deutschen Südtirol zu verlangen, aber das Recht, überall f ü r eine menschenwürdige Behandlung d e r deutschen Minderheit in Italien einzutreten, werde man s i ch nicht nehmen lassen. Aus Dankbarkeit für die Nahrungsmittelhilfe könne man nie und nimmer die nationale Existenz von Hunderttausenden deutscher Dolksgenossen verkaufen. — Auch fast alle Blätter erörtern das Verhältnis Italiens zu Oesterreich und stellen grundsätzlich fest, daß Oesterreich mit Italien in gut nachbarlicher Freundschaft leben wolle, aber in der Behandlung der Deutschen Südtirols Rücksicht auf das nationale Empfinden beanspruchen könne. Die „Neue Freie Presse" schreibt unter der Ueberschrift: „Für die Verständigung zwischen Italien und dem deutschen Volke": „Nicht um Oesterreich handelt es sich, sondern um das deutsche Volk, um das Grundproblem der Politik Italiens. Wollt Ihr ein 70 Millionen Volk abstoßen wegen der Behandlung von 200 000 Manschen? Nichts steht sonst zwischen Italien und dem deutschen Volke. Nicht Freiheit fordern die Deutschen Südtirols, was sie ersehnen ist heute nur Duldung ihres Volkstums, ihrer Sprache, ihres wirschaftlichen Daseins. Ist Mustolini em politischer Zwist mit dem ganzen deutschen Volke gleichgültig?" — Die „Reichspost" sagt: „Bei dem, was in Südtirol an der Vernichtung eines deut- schon Dolksstcrmmes in feiner Sprache, Kultur, Litten, Ikberlieferung und Wirtschaft geschieht, kommt es darauf an, wie dies zunächst von den 70 Millionen Deutschen, dann aber auch oon allen anderen Nationen angesehen wird. Die politischen Kreise in Oesterreich und die ihrer Ikrantroortung bewußte Presse haben lange gezögert, diese Dinge in ihrer ganzen Breite aufzurollen. Nun ist die Meinung der österreichischen Bevölkerung in der denkwürdigen Sitzung des Nationalrats klar zum Ausdruck gekommen. An dieser Meinung ist nichts zu ändern, wie immer das Echo klingen möge. Römische Preßpolemik. Drohungen gegen Seipel. Rom, 25. Febr. (WTB.) Die Pressepolemik gegen die Rede Dr. Seipels tm Nationalrat nimmt ihren Fortgang, wenn sie auch etwas ruhiger geworden ist. Im „G i o r n a l e d ' Italia heißt es: Der italienische Gesandte in Wien wird Mussolini genau über die Worte und die Kundgebungen in Wien informieren, die nicht ohne direkte Verant- wortung der Zentralregierung hätten erfolgen können. Die Haltung Seipels sei diesmal über die Interessen Oesterreichs hinausgegangen. Solche Irrtümer dürften nicht wieder d orte m m e n. Italien dulde keine Zweideutigkeiten in den internationalen Beziehungen. Die Beziehungen zwischen Oesterreich und Italien würden geprüft und bald geklärt werden. Der Lärm in Wien und Innsbruck dürfe Italien nicht allzulange beschäftigen, well seiner wichtigere Aufgaben harrten. — „I m p e r o" schreibt, das Italien Mussolinis sei ruhig und gemäßigt, weil cs stark sei. Italien wisse sehr wohl, daß Oesterreich heute eine arme Provinz sei. — Im „P v p o l o d' I t a 1 i a", dem offiziellen Parteiblatt, schreibt Arnaldo Mussolini, der Bruder des Ministerpräfidenten, in einem Artikel, der ausdrücklich als eine rein rebaltioneUe Aeuherung erklärt wird, Italien dulde keine Einmischung. Er fragt, wie es möglich fei, 10 Jahre nach dem Waffenstillstand eine solche Frage wie Südtirol aufzuwerfen. Italien werde sich durch Zweideutigkeiten nicht irreführen lassen. Das österreichische Trommelfeuer gegen Italien errege dessen Verachtung. Seipel werde gut tun, nicht länger d i e Empfindlichkeit der Italiener zu reizen, er würde a u f Granit beißen. — Der „M e ff a g g e r o" vertritt den Standpunkt, daß die Kundgebungen, wie sie in Wien im Nationalrat stattfanden, s i ch nicht mehr wiederholen dürften, wenn das Verhältnis zwischen Wien und Rom so bleiben solle wie bisher. Italien könne nicht länger solche Attentate auf sein absolutes Hoheitsrecht über eine seiner Provinzen dulden. Das Blatt sucht sodann Dr. Seipel verantwortlich zu machen für alle antiitalienischen Kundgebungen in Oesterreich und in der ganzen.Welt, die die Oesterreicher bisher als Ausfluß unverantwortlicher Kreise hingestellt hätten. Besonders sind dem Blatt die Kundgebungen zugunsten Südtirols in Amerika unangenehm, es schließt deshalb mit der Forderung, daß alle diese Kundgebungen aufhoren müßten. Ungarn und der Völkerbund. Das Delegramm des Raispräfidcnlcn zur Lt.-Gotthard-Affäre. Budapest, 27. Febr. (TU.) 3n hiesigen politischen Kreisen erweckt es lebhafte Genugtuung, daß das Einschreiten des Ratspräsidenten in der S z e n t - G o t t h a r d - A n - gelegenhcit von der deutschen Presse fast einmütig a b g e l e h n t wird. Zugleich fällt es hier sehr auf, daß die italienische Presse, die sich in dieser Angelegenheit seit Wochen in gleichgültiges Schweigen hüllie. nunmehr wie auf Kommando in scharfer Form für iln« g a r n Stellung nimmt. Man macht sich hier allerdings keine Illusionen, daß diese plötzliche Sinnesänderung Mussolinis etwa Ungarn zuliebe geschehe, sondern ist der Ansicht, daß offenbar die Spannung mit Frankreich die Ursache dafür ist. Solange Driand die Waffenschmuggelassäre geringschätzig behandelte, blieb Italien still. Run, da bekannt wurde, daß das Telegramm des Präsidenten des Dölker- bvndrates nach einer Besprechung mit V r i a n d zustandegekommen ist, hält Mussolini den Zeitpunkt für gekommen, energisch für Ungarn einzutre.en. Im „Pester Lloyd" schreibt Graf Apponhi: Er glaube, daß man mit Rücksicht auf den ungarisch-rumänischen Agrarprozeß, der in der Märztagung des Völlerbundsra e^ eben alls ent- schiel.en werden soll, Stimmung gegen Ungarn machen wolle. Dor allem hätte der Grieche Politis, einer der Advokaten Rumäniens in diesem Prozeß, sich in sehr auf* sagender Weise in di« Waffenschmuggel-Angelegenheit gemi cht. Gra- Apponyi wendet sich an die französische öffentliche Meinung, sie möge sich an die F r i e d e n s v e r t r ä g e erinnern und nicht mit zweierlei Maß messen, sondern die Forderung auf genaue Einhaltung der Verträge nach allen Seiten hin in gleicher Weise aufstellen, also auch die Einhaltung der Abrüstungsbestimmungen und des Minderheitenschutzes der Friedensverträge strengstens verlangen. „D u d a p e st i H i r l a p" stellt mit Defriedi- gung fest, daß nicht nur die durchaus neutrale Auslandpresse, sondern sogar der ungarnfeindlich gesinnte französische Publizist Pertinax dem Vorsitzenden des Völkerbundsrats, Tscheng Lo, jede Berechtigung zu seinem Schritt in der Angelegenheit von Szent Gotthard bestreitet, und fügt hinzu: Der Wirkungskreis des Präsidenten beschränkt sich außerhalb der Ratstagungen auf administrative Angelegenheiten. Rur auf Grund des § 11 kann er, wenn Kriegsgefahr droht, aus eigener Machtbefugnis sofort Maßnahmen treffen, und auch dann nur auf Antrag und auf Grund eines einstimmigen Beschlusses. Ebenso verlangen die Investigationsbestimmungen einen Majoritätsbeschluß. Sie erteilen dem Präsidenten nicht das Recht, vorher einzugreifen oder Ratschläge zu erteilen. Oie Berliner Festtage. Der Afghanenkönig bei einer Truppenbcsichtigung. — Bef' ch in Potsdam Berlin. 27. Febr. (WB.) Bei klarem Frostwetter fand Samstag vor dem afghanischen Königspaar in Anwesenheit des Reichspräsidenten auf dem Truppenübungsplatz Dö- berih eine Truppenübung statt, an der die Garnison von Groß-Berlin teilnahm. Anschließend an die Hebung, die der Divisionskommandeur der 3. Division, Generalleutnant Hasse, leitete und der das Königspaar mit besonderem Interesse beiwohnte, fand ein Parademarsch der beteiligten Truppen vor den Gästen statt. Anwesend waren neben dem Reichswehrminister und dem Chef der Heeresleitung der Stellvertreter des Kanzlers. Exz. Hergt, die Staatssekretäre Dr. v. Schubert, Dr. Meißner und Dr. Pün- d e r, General v. Winlerfeldt, der Chef des Protokolls. Gesandter Köster, und der Reichspressechef Z e ch l i n. Rach der Parade sand im Ofsiziersheim ein Frühstück statt. Am Samstagabend fand in der königlichafghanischen Gesandtschaft ein Festessen statt, zu dem das afghanische Herrscherpaar eingeladen hatte. Das Palais des Gesandten war festlich illuminiert und die Räume durch reichen Blumenschmuck ausgestattet. Qln dem Diner nahmen der Herr Reichspräsident, der Doyen des diplomatischen Korps. Runtius P a c e l l i, der Stellvertreter des Reichskanzlers. Exz. Hergt, die Reichsminister C u r t i u s , Groener, v. Keudell, ferner die Staatssekretäre Dr. v. Schubert, Dr. Meißner und der Chef des Protokolls, Gesandter K ö st e r, sowie das Gefolge und die Ehrenbegleitung des Königspaares teil. An das Essen schloß sich ein großer Empfang, zu dem etwa 200 Personen geladen waren. Sonntag vormittag stattete König Aman Ullah Potsdam einen Betuch ab. Auf besonderen Wunsch des Königs war von dem offiziellen Empfang in letzter Stunde Abstand genommen worden, da der König den Wunsch, geäußert halte, die Schlösser und die Sehenswürdigkeit«,, möglichst inkognito zu besichtigen. Bei herrlichstem Sonnenschein traf der König, der sich nicht in Begleitung der Königin befand, nach 11 Uhr mit seinem Gefolge im Kraftwagen an der Glienicker Brücke ein. Von dort setzte der König im Auto seine Fahrt durch die Stadt nach San- fonct fort. Dom großen Obelisken begab sich der ‘König sodann nach der Hauptterrasse von Sansouci und besichtigte unter Führung von Professor Kania die Räume des Schlosses. Dann fand eine Besichtigung der Orangerie statt. Aus seiner Rückfahrt durch Potsdam wurden dem König von der Bevölkerung lebhafte Ovationen dargebracht. Beuischland und Ostasien. Hamburg, 25. gebr. (WTB.) Im Uhlenhorfter Fährhaus fand das herkömmliche Festmahl statt, zu dem sich die Mitglieder des O st asiatischen Vereins Hamburg-Bremen mit zahlreichen Ostasiaten aus dem ganzen Reiche und Vertretern der Reichs- und Landesbehörden, darunter die beiden Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen und Dr. Schramm, vereinigten. Rach einer Begrüßungsansprache sprach itzer Vertreter des Auswärtigen Amtes, Botschaftsrat Dr. T r a u t m a n n. Augenblicklich lassen die Nachrichten aus China eine Atempause in den Wassengängen erkennen. Möge diese Pause dazu benutzt werden, um jene Basis auf dem Verhandlungswege au finden, die eine Vorbereitung für eine weitere Gesundung der chinesischen Verhältnisse bilden könnte. Wir wünschen allen solchen Bestrebungen Erfolg, denn wir sind interessiert an der Beruhigung und Einigung des großen chinesischen Volkes. Die deutsche Regierung hat in den chinesischen Wirren strengste Neutralität aufrecht erhalten und sie beabsichtigt, sich weiter von diesem Bestreben leiten zu lassen. Die freundschaftlichen Beziehungen, welche Deutschland mit Japan verbinden, haben ihren Ausdruck darin gefunden, daß ein Handelsvertrag abgeschlossen worden ist, der deutscherseits ratifiziert worden ist und der jetzt dem japanischen geheimen Staatsrat zur Beschlußfassung vorliegt. Herr Kuhara, der Deutschland besucht hat, hat sich unserem Botschafter in Tokio gegenüber dahin ausgesprochen, daß er einen außerordentlich starken Eindruck von dem Willen des deutschen Volkes erhalten hat, das durch den Krieg Verlorene in Wirtschaft und Politik wieder oufzubauen. Die Lage des Handels in O st a s i e n ist für die Gegenwart leider vorübergehen prekär. Wir wollen aber für die kommende Zeit optimistisch sein und alle Anstalten dafür treffen, daß wir in einem Augenblick, wo sich Ostasien politisch beruhigt haben wird, mit unserem Handel überall wieder zur Stelle sein werden. Zwei große Faktoren wirtschaftlicher Art werden wir allerdings auf dem ostasiatischen Markt immer mit in Rechnung ziehen müssen, die Industrialisierung Japans und das enorme Anwachsen des Handels der Vereinigten Staaten in Ostasien. Gegen solche Konkurrenten anzukämpfen ist schwer, manchmal unmöglich. Unsere gegenwärtige Politik in Ostasien ist in erster Linie darauf gerichtet, dem deutschen Handel und der deutschen Wirtschaft die Wege zu ebnen und damit dem deutschen Arbeiter Verdienstmöglichkeiten zu verschaffen. Wenn es außerdem möglich wäre, die Kulturbeziehungen zwi- schen den so hoch entwickelten Völkern des Ostens und unserem deutschem Volke zu vertiefen, so würde sich damit ein weiterer Herzenswunsch unserer Regierung erfüllen. TlottunWung der rheinischen Sc Mund Winzer. Koblenz, 27.Fobr. (Prlv.-Tel.) In Koblenz wurde am Sonntag eine große Kundgebung der Dauern urch Winzer des Rheinlandes oeranfralteL Mit Sonderzügen waren über 10 000 Teilnehmer eingetroffen. Der Oberpräsident der Rhein, provinz, die RegierungePräsidenten und Landräte sowie Abgeordnete des Reichstages, des Landtages und des Provinziallandtages wohnten der Veranstaltung bei. Die Tagung "gipfelte in einem Notruf, in dem es heißt: Der Kleinbauer steht vor dem Nichts. Die Winzer und Bauern rufen heute ihrtz Not laut hinaus in die Oeffentlichkeit. Die Verzweiflung ist aufs höchste gestiegen. Pflicht des Staates und des gesamten Volkes ist es, diesem unerträglichen Zustand ein Ende zu machen. Besuch bei Stresemann. Nizza, 26.Febr. (WB.) Die deutschen Botschafter in Paris und Rom, v. H o e s ch und v. Neurath, sind heute in Cap Martin eingetroffen und haben gemeinschaftlich mit dem früheren Reichs- sinanzminister Dr. Reinhold bei Reichsauhen- Minister Dr. Stresemarm gefrühstückt. Am Scrmstaa hatten Reichsaußenminister Dr. Stresemann und der rumänische Außenminister Titu- l e s c u in einem Hotel in San Remo eine neue Unterredung, an die sich ein gemeinsames Ddittigs- mahl anschloh. Eine Wahlrede Herriots. Paris, 27. Febr. (W. B. T. Funkspruch.) Bei einem Bankett einer radikalen Bezirksvereinigung in Lyon hielt der der radikalen Partei angehörende Llnterrichtsminister H e r r i o t eine Rede, in der er u. a. ausführte: .Wenn man auf die Landkarte der Welt sieht, muh man feststellen, daß in allen Ländern die demokratischen Parteien Mißerfolge gehabt haben. Kaum in anderen Staaten als in England und Frankreich bedient man sich ohne Furcht vor der Zukunft des parlamentarischen Regimes. Man muh den Wählern klar zeigen, was in dem demokratischen Frankreich in den letzten vier Jahren geleistet worden ist. Frankreich ist in dieser Zeit außenpolitisch und finanziell von Grund auf wiederhergestellt worden. Man denke doch daran, daß wir im Jahre 1924 zwar einen unterzeichneten Frieden hatten, aber nicht einen Frieden, dem alle zu stimmt en. Wir rechnen es uns zur Ehre an. daß wir Deutschland veranlaßt haben, ohne Zwang die Verpflichtungen zu unterzeichnen, die es weiter korrekt einhält. Andere haben gesagt. Deutschland wird zahlen. Wir sagen, Deutschland hat bereits 10 Milliarden bezahlt und es zahlt weiter regelmäßig. Auch die Sache des Friedens hat in den letzten vier Jahren Fortschritte gemacht, die sogar Gegner nicht leugnen können. Ltrasanträge im Barmatstrozetz. Im Darmatprozeh stellte der Oberstaatsanwalt die Strafanträge. Er beantragte gegen den Hauptangeklagten Julius Barmat zahlreiche Cinzelstrasen wegen der verschiedenen Vergehen gegen die Staatsbank usw.. die er zusammen- gezogeu sehen will in einer Gesamtstrafe von fünf Jahren Gefängnis und 450000Mk. Geldstrafe. Weiter beantragte OberstaatSatrwalt Dr. Trautmann gegen den Angeklagten Henry D a r m a t eine Gesamtstrafe von zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für drei Jahre und gegen den Angeklagten Klenske, den Geschäftsführer der Amexima, eine Gesamtstrafe von neun Monaten Gefängnis und 1000 Mark Geldstrafe. Die Llntersuchungshaft soll in beiden Fällen an- gerechnet werden. Gegen den angefiagten Finanzrat Hellwig von der Staatsbank wurden beantragt wegen fortgesetzter Untreue zum Nachteil der Staatsbank mit passiver schwerer Bestechung zwei Jahre Gefängnis und Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter für fünf Jahre. Gegen den Zentrumsabgeordneten Lange-Hegermann wegen Betruges zum Rachteil des Reichspost- ministeriumS und der Preußischen Staatsbank ein Jahr Gefängnis und 30000 Mark Geldstrafe, wobei er hinzufügte, es komme hier in Betracht, daß der Angeklagte die hohe und verantwortliche Stellung eines Abgeordneten in schwer st er Weife mißbraucht habe. Aus aller Well. Schweres Explosionsunglück in einer Vrikeklfabrik. Samstagabend gegen 9 Uhr entzündete sich in der Brikettfabrik der Hubertus Braunkohlen A.-G. in Brüggen an der Erft (Rhld.) während des Lochens eines Brandes Kohlenstaub. Die Entstaubungsanlage, in der die Kohlenstaubexplosion erfolgte bot ein Bild grauenhafter Verwüstung. Das furchtbare Getose war in einem Umkreis von zehn Kilometern zu hören. Die Zahl der Toten beträgt drei, während 30 mehr oder weniger sch wer Verletzte sich in den Krankenhäusern befinden. Die Feuerwehr ist zurückgezogen worden, da die Gefahr weiterer Explosionen vorliegt. Die Unglücksstelle ist in weitem Umkreis abgesperrt. Der Bahnbetrieb von Liblar nach Horrem mußte gesperrt werden, weil die Bahn direkt durch den Fabrikbetrieb fährt und die Gleise mit Trümmern überhäuft sind. Flugzeugunglück bei Augsburg. Bei Augsburg sollte das soeben fertiggestellte erste große Verkehrsflugzeug (nidjt Sportflugzeug) der Bayerischen Flugzeugwerke, das nach dem Entwurf des Flugzeugkonstrukteurs Dipl.-Ingenieur W. Mesferschmidt erbaut worden ist und 2200 Kilogramm Leergewiclst hatte, zu seinem ersten Probeflug auffteigen. Nach glücklich verlaufenen Probeflug wollte der Pilot im Meitflug landen. Als er sich in etwa 80 Meter Höhe vorn Erdboden über der Gögginger Flur, etwa 1200 Meter Luftlinie südwestlich von den Flugzeugwerken befand, stürzte der Apparat plötzlich zu Boden und wurde zertrümmert. Der Pilot war sofort tot. Er wurde mit gespaltenem Schädel und gebrochenen Gliedmaßen unter den Trümmern heroorgezogen. Das Flugzeug mar mit einem Zwölf« Zylinder-Motor der Bayrischen Motorwerke Miim chen ausgerüstet, konnte zwei Führer und zehn Passagiere mit Gepäck befördern. Der Untergang der „Alcantara". Es wird amtlich bestätigt, daß von der 23 Mann starken Besatzung des italienischen Dampfers ,A Icantar a“, der in der Rächt zum Samstag mit dem russischen Schulschiff »Towaritsch" auf der Hohe von Dungeneß zusammenstieß, 22 Mann ertrunken sind. Der einzige Ueberlebenöe der »Alcantara" erzählte, daß die »Alcantara" den Kanal hinaufsuhr, als sie plötzlich auf der Breitseite gerammt wurde. Der Kapitän Friedmann des russischen Schiffes weigerte sich, vorerst nähere Auskunft über feinen Widerruf der S. O. S. -Signale zu geben. (Ein weiteres Opfer des Raubmörders Hein . gestorben. Ohligs, 27. Fe^r. (^o^B. Funkspruch.) Der bei dem Raubübersall auf das Postamt in Ohligs am 21. Dezember von dem inzwischen verhafteten Raubmörder Hein durch einen Schuß in den Rücken schwer verletzte Postsekretär Karl Schmidt ist nun nach zweimonatigem Krankenlager seinen Verletzungen erlegen. Somit erhöht sich die Zahl der Opfer Heins auf vier. Drei firaffroagenunfäUe an einer Stelle. Bei Königshütte fuhren auf der Kattowitzer Chaussee kurz vor Domb zweiAutobusse einer Privatgesellschaft gegeneinander. Beide Wagen wurden sehr stark beschädigt und zwei Passanten schwer verletzt. Eine halbe Stunde später fuhr an derselben Stelle ein Motor radfahrer in voller Fahrt gegen einen Baum. Er erlitt komplizierte Brüche beider Beine sowie schwere innere Verletzungen. Kurze Zeit darauf stießen ebenfalls an dieser Stelle zwei Personenautos zusammen, die vollständig zertrümmert wurden. Die Insassen erlitten jedoch nur leichte Verletzungen. Ein Arzt unter Mordverdacht verhaftet. Der praktische Arzt Dr. G i r s ch i k in Heiligenkreuz bei Plan (Böhmen) wurde unter dem Verdachte verhaftet, am 7. Februar den bisher noch unaufgeklärten Mord an einer Lehrerin begangen zu haben. Der Verdacht gegen Dr. Gir- schik gründet sich auf die Anzeige eines Landwirtes, der beobachtet hat, wie der Arzt von der Schule, in der dcr Mord verübt wurde, den Weg über die Wiesen nahm, um sich in den Gebüschen zu verbergen. Die sofort angestelllen Erhebungen ergaben», daß sich Dr. Girschik an dem betreffenden Abend in einem Gasthause in Heiligenkreuz aufgehalten hat. Schwere Schneestürme in der Türkei. Eiu seit fünf Tagen anhaltender Schneesturm hat die Bahnverbindung zwischen der Türkei und Europa unterbrochen. Bei Tschataldje blieben die aus Konstantinopel erwartten Expreßzüge im Schnee stecken. Ein von Starnbul entsandter Hilfszug entgleiste. Die Telegraphenlinien waren zeitweise unterbrochen. Die die asghanistische Nationalhymne entstand. Wenn König Amanullah von Afghanistan auf seiner Europareise auch nach Berlin kommt, bann wird man ihn bei uns mit der Rationalhhmne seines Landes begrüßen wollen. Es wird unfern Musikern nicht ganz leicht werden, dies meri- würdige Musikstück vorzutragen, das mit einem mächtigen Trommelwirbel beginnt und mit einem noch stärkeren Trommelklang schließt. Aber die Hymne ist wenigstens ausgezeichnet, und das geschah vor 21 Jahren, als der Vorgänger des jetzigen Königs einen Staatsbesuch in Indien machte. Als der König von englischen Musikkapellen begrüßt wurde, hatte er den verständlichen Wunsch, daß auch etwas Afghanisches gespielt werde. Run ist das Lieblingslied der Afghanen ein rauher Gesang der Bergvölker, der aus ihren schrlllen Jagdrufen entstanden ist. Der König konnte diese merkwürdige Folge von Tonen fingen, aber wie sollte sie eine englische Kapelle spielen? Ein Kapellmeister versuchte es, aber der König rief: „Rein, nein, das ist es nicht." Andere Musiker versuchten ebenfalls ohne Ersolg, diese Rationalmusik zu Gehör zu bringen, bis schließlich der englische Militärkapellmeister Dünn nach Agra eingeladen wurde, um den Gesang in Roten festzuhalten. Er erkannte den Fehler, den die andern gemacht halten: sie hatten nämlich die Tone harmonisch gespielt, während Die a,ghanische Musik unisono ist. Dünn zeichnete nun die elf Takte des Liedes auf, und als er es Dann dem König vorspielte, war dieser befriedigt. „Das ist es," rief er. „Jetzt werde ich selbst Dirigieren.“ UnD er stellte sich vor die Kapelle und schlug den Takt, während Der jetzige König, damals noch ein Knabe, dabeistand. Dann erklärte der Herrscher das ausgezeichnete Lied zur Rationalhymne, Die seitdem bei allen festlichen Gelegenheiten in Afghanistan gespielt wird. Das Geheimnis um Dschingis-Lhans Grab. Die Gestalt des großen Eroberers Dschingis- Chans, dessen 700. Todestag im vorigen Jahr begangen werden konnte, ist uns nahegerückt worden durch die vor einiger Zeit aufgetauchte Rachricht, der russische For^chungsreisende Koz- losf habe sein durch lange Jahrhunderte verborgenes Grab entdeckt. Diese Rachricht wurde dann widerrufen, und so wußte man nicht, ob die Meldung dieses geschichtlich so bedeutsamen Fundes zutrefse oder nicht. Das Geheimnis, das um die Entdeckung gehüllt ist, scheint aber zum größten Teil auf die Zensur der Sowjetregierung zurückzugehen, die aus politischen Gründen nähere Angaben nicht wünschte. Die genaue Schilderung der Entdeckung wurde mehrere Monate zurückgehalten, und erst vor kurzem ist der Bericht KozloFs in Der Moskauer Jsvastja mit verschiedenen Auslassungen gedruckt worden. Der Rame und die geographische Lage des Gebirges, in dem sich das Grab befindet, werden nicht mitgeteilt. Man vermutet, daß die russische Regierung, Die mit der Mongolei auf einem gespannten Fuße steht, einen schlechten Eindruck unter Den Buddhisten und Mongolen ganz Asiens befürchtet, wenn die Entweihung des streng geheimgehaltenen Heiligtums bekannt wird. Jedenfalls aber steht die Tatsache fest, daß Kozloff eine großartige Begräbnisstätte auf einem der höchsten Gipfel d:s Altaigebirges in der Mongolei in einer Hohe von säst 10 000 Fuß gefunden hat. Aus Anlaß Der zahlreichen Anfragen, die er aus Euro a und Amerika erhalten hat, schildert Kozlosf das merkwürdige Abenteuer: „Wir erstieg:n die hohen Terrassen an dem linken Tlfer des Flusses Chetensgol auf einem steilen Pfad, Der sich allmählich ostwärts Don Dem Fluh abwendet. Rachdem wir auf allen Vieren über Die Felsen geklettert waren, wobei ich die größte Mühe hatte, meinen Barometer und Thermometer zu retten, erreichte ich den Gipfel, und ein unerwarteter Anblick bot sich mir dar. Dicht vor mir erhob sich ein gewaltiger Steinbau, der von zhlinderifchen Türmen bekrönt war, und ringsherum standen viele »Obo", d. h. Plattformen zum Beten. 2m Rorden und Süden dieses Grabhügels erhoben sich zahlreiche Statuen. Dieses uralte, ebenso kunstvolle wie großartige Bauwerk wurde im Osten durch eine weitere Reihe von etwa 13 Gebetsständen abgeschlossen, in deren Mitte sich ein Obelisk erhob. Dieser zeigte die Gestalt eines Tieres, das von dem Berggipfel herabspringt, und war mit Inschriften bedeckt. Den stärkiten Eindruck machte Die großartige Lage dieses historischen Grabes, von Dem aus man eine einzigartige Aussicht hatte. Auf der einen Seite konnten wir Die blauen Khanhai-Berge erblicken, auf der anderen Seite Die Wüste. Oestrich und westlich sahen wir die geheiligten Massen von Baga-bogdo und Jghe-bogdo. Am südwestlichen Fuß des Berges breitete sich ein weiter wiesenartiger Bezirk aus, auf Dem viele La nas ihre Gebete verrichten. Sie beten hier für Den großen Toten, Der auf Dem Gipfel Des Berges bestattet ist." Zeliungsschau. Die „Kölnische Zeitung" nimmt in ihrer Sonntags-Umschau zur Selbstkostenkrisis Der Deutschen Wirtschaft Stellung. Als Kennzeichen unserer ungefu.iden Wirtfcha ts'rer affung bezeichnet Der Aufsatz Die Hohe Der Preise, Die Höhe Der Löhne und Die Höhe Des Kapital- z ins es. Diese Gleichze'.t g.eit verstoße gegen Die Gesetze Der Wirtschaft, einer Der Fa.to.en müsse nachgeben, Die Preise könnten es nicht, ihre Höhe sei Der AusDruck der hohen Selbstkosten (Daweslast in Gesta t von allgemeinen Reichssteuern, JnDustrieb.lastung, {jo.,« Reichsbahn- frachten: hohe Rormaisteuern, So'iallaften) Der Kapitaltzins werde erst fallen in Dem Maße, wie wir Eigen.'a'iital bilden. Das Blatt fährt fort: „Bleiben also Die Lohne. Aber sie sind fa-rofan t. Die Lohnbildu ig ist Dem Einfluß der natürlichen Wirtfcha t'gefetze entzogen: sie voll- > zieht sich gewifsermaßen unter G as, jenfeit der ! Gesetze von Angebot und Rachfrage. Die Lohne I weigern sich, als Erzeugungsun.osten gewertet und behandelt zu werden. Das gleiche gilt von Den S oz i a l l a st e n. So steht Die Wirtschaft eingepreßt zwischen hohem Zins und steigenden Lohnen und Lasten und steuert, Da Die Preise nicht zu erhöhen finD oDer die Erhöhungen Den notwendigen Ertrag nicht sichern, langsam, aber sicher in eine gefährliche Selbstlostenlrise hinein. ! Man kann heute in Deutschland von einer planmäßigen Verwöhnung Der Arbeitskraft sprechen. Daß die Motive einer solchen Politik edel und trefflich fein können, sei nicht bestritten. Das Ideal eines sozialen Staats, dessen Arbeitsbürger an Den Früchten Der nationalen Wirtschaft ausreichenD beteiligt, Die vor allen Krisen gesichert sind, ist menschlich be» stechenD. Aber dies Ideal wird übertrieben. Cs Deckt sich schon längst nicht mehr mit Den realen Möglichlelten, es auch nur annähernD zu verwirklichen. Man mag noch so sozial eingestellt sein unD Das Beste wollen, Die eiserne geschichtliche Er ahrung lehrt zweierlei: einmal, daß Die Belastung eines Voltes für jeDe Schicht unentrinnbar ist und daß eine solch gewaltige Belastung sich nicht mit einem ausschweifenden sozialen Fortschritt verträgt. Sie lehrt zweitens, daß Die Arbeit das Kapital nicht um seinen Ertrag prellen kann. Heute prozessieren in Deutschland Kapital und Arbeit um ihren Anspruch, das eine um Den „notwendigen" Ertrag, Die andre um Den „gerechten" Ljijn Wir erleben Den gigantischen und zwei e.los staunenswerten Versuch, nm Der unerhörte st e n nationalen Belastung und Dem schärfsten wirtschaftlichen Wettbewerb die aktivste Sozialpolitik, Den stärksten Willen Der Massen zum sozialen Fortschritt zu vereinbar en. Dieser Wille Des deutschen Voltes, feiner gewaltigen Arbeitnehmergruppe, bei dem großen deutschen Enlschuldungs- und Be reiungsprozeß nicht als Arbeitssllaven des internationalen Kapitals unter die Räoec zu kommen, sich vielmehr soviel Luft und Raum w.e möglich zu sichern, enthält eine durchaus positive Kraft, die auch national wertvoll ist. Wir werden diesen Wollen außenpolitisch, entschädigungspolitisch organisiert und einheitlich angesetzt, noch einmal brauchen können. Aber die Arbeitnehmerschaft darf sich auch nicht von dem deutschen Schicksal, dem Entschuldungsprozcß, a b k a p f e l n wollen. Die heutige Sozial- und Lohn' Politik läuft aber darauf hinaus. Ihr Aufbau geht auf Kosten der Wirtschaft, ihrer notwendigen Rentabilität, der nationalen Kapitalbildung. Es ist Durchaus nicht volkstümlich und fast uexwegen, es zu sagen, aber es bleibt doch wahr, daß es Volkswirt, schaftlich viel wichtiger ist, wenn die deutschen triebe aus dieser Konjunkturwelle mit ausreichenden Kapitalreserven heroorgehen, als daß das allgemeine Lohnniveau um einige Prozent erhöht wird. Die Wirtschaft wird alles tun müssen, um die Selbstkostenkrise zu erkennen und zu bannen. Sie darf habet keineswegs auf die Politik zählen. Ausmaß und Tempo der Sozialpolitik sind nicht mehr von einer Rechts- oder Linksregierung abhängig. Die großen sozialen Belastungen des vergangenen Jahres sind ziemlich bewußt von einer bürget, lichen Regierung gemacht worden. So wie die Dinge heute liegen, sind alle Parteien vor den sozialen Wagen gespannt und ziehen ihn in oft leb- haftem Wetteifer voran. Daß in dieser Entwicklung auch ein hoher Wert liegt, sei ausdrücklich betont und sollte auch von der Wirtschaft nie verneint werden. Deutsche Sozialpolitik ist wieder in hohem Maße Idee und Tradition des Bürgertums gewor Den, gerade in ihren schöpferischen, aufbauenden Bereichen. Es handelt sich hier um kein Entweder- Oder, um ein hie Wirtschaft, hie Sozialpolitik, fon dem um das fachliche Ziehen einer Leistungs- grenze, um ein verantwortungsbewußtes: Bis hierher gern, aber weiter keinen Fall. Diese Grenze sollte allerdings von der Wirtschaft in den nächsten Monaten mit Festigkeit gezogen werden. Wenn nach verantwortungsbewußter Prüfung Die Belastung eines Betriebes zu groß wird, sollte man sich auch nicht scheuen, ihn rücksichtslos stillzulegen. Wenn eine JnDustrie eine vom Reichsarbeitsminister Diftterte Lohn r'^"ng nicht zu tragen vermag und Diese Unm clichkeit Nachweisen kann, hat sie auch Die Pllicht Di; formale Autorität Der Verbindlicherklärung, Der Die sachliche Autorität Der vernünftigen Entscheidung, die volkswirtschaftliche Verantwortung, fehlt, zu mifj- achten unD ihren Fall Der öffentlichen Meinung zu unterbreiten. Es ist besser, wenn Die Schlich- tungsordnung reformiert wird, als wenn eine wichtige Industrie gefährdet wirD. Wir find jetzt allem Anschein nach in eine Phase Der QBirt* schaftsentwicklung gekommen, wo Das regelnde, Grenzen sehende Mittel des offenen Arbeitskampfes leider nicht mehr entbehrt werden kann. Die Industrie sollte sich bei Den neuen Abschlüssen nur auf lange Lauffristen Der Tarifverträge einlasfen. Außerdem brauchen wir eine Rovelle zur SchlichtungsorDnung, die bestimmt, Daß ein SchieDsspruch vom Reichsarbeit ^Minister nur mit Zustimmung Des Wirts chasts- ministers verbindlich erklärt werden la " '"'te Partei, Die Diese Vorlage einbrächte, h ein großes VerDienst erwerben." Die Wetterlage. ?60( iXbadtün" ■VaJdersum rtaml uv; inaO- Piris 53 O 'M .M« - ffaexi J wir -*f\o $ £>* v 0 , -6 San n tag, den 26. Pein 6223. ■Jan Mayen- ©Worxenio^.0 neuer q narp oeoetet 9 *ouuq. • oedetxi «KeflU * Schnee a Oraupein ® neoei K Oe mner.® windstill -O- leichter Ost y Südsüdwest Q stürmischer riordwesl Oie Piene ineoen mit dem winde Oie oeroen Stationen stehenden 4a» fen gehen die Temperatur an Die Linien eeremden One eil gleicht» euf nceresniveau umaereenneten Luftdruca raussage. Die im Westen lagernden ozeanischen Störungen gewinnen immer noch keine weitere Ausdehnung, Denn der hohe Druck über Zentraleuropa und de en kontinentale Luftzufuhr dauert fort. Infolgedeffen bleibt" zunächst das tagsüber heitere und trockene Wetter mit weiter ansteigenden Temperaturen fortbestehen. Die nächtliche Ausstrahlung führt zu Dem- peraturrückgang unter Null. We ttervoraussage für Dienstag- Fortdauer des leichten Nachtfrostes und tagsüber milden, heiteren und trockenen Wetters. WitterungsaussichtenfürMittwocy- Noch keine wesentliche Aenderung. _ h Lufttemperaturen am 26. Februar: mittags S ürtao Celsius, abends —1,3 Grad Celsius: am 27. iK bruar: morgens —2,5 Grad Celsius. Maximum b,. Grad Celsius, Minimum —5,3 Grad Celsius. Erdtcmperature.n in 10 Zentimeter Tiefe am 26. t*rc' bruar: abends 2,1 Grad Celsius: am 27. Februar- morgens: 0,7 Grad Celsius. — Sonnenfcheindauer 9'A Stunden. Aus der Provinzialhauptsiadt. Gießen, den 27. Februar 1928. Vie Kultur des Schaufensters. Da- Schaufenster ist Riveauspiegel und Re- Lamemagnet des Geschäfts zugleich. Das moderne Schaufenster ist nicht mehr wie zur Die- Lermeierzeit zugeschnitten auf den bedächtig schrei- Itenben Bürger, sondern auf den hastenden 2ler* venmenschen von heute. Ueberwunden ist glüd- Stcherweise zum Teil auch bereits die Epoche mner Dekorationskunst des Dielzuviclen und Olli* gubunten, die sich auf das Goethewort berief: ..Wer vieles bringt, wird manchem etwas dringen.“ Diese Art Rellamepsychologie hat sich überlebt. Um den schnellebigen Augenblicksmen- ichen unserer Tage, auf den ununterbrochen eine Unzahl der verschiedensten Sinnesreize ein- silürmt, zu faszinieren und den vorübereilenden rfiufo an die Stelle zu bannen, bedarf es einer xanz anderen Taktik, als die Auslösung chao- Vischer Massenwirkung. Das abgestunrpfte Stadt- xuge und Stadthirn zu fesseln und mit Beschlag cfu belegen, vermag nur eine vergeistigte Schau- |?nfterfunft, die bei größtmöglichster Klarheit und Uebersichtlichkcit in der Disposition eine packende Adee. ein frappierendes Motiv zu ästhetisch wohl- xcfälliger Ausdrucksform bringt und die jeweiligen Saisonbedürfnisse und a.tuell.n Tagesförderungen, mit einem Wort also: Das Ge- fi ch t der Zett schlagwortartig zufammenge'aßt widerspiegelt. Daß die suggestivcn Efsette mo- Lerner Echausensterkunst noch durch einen weiteren yaktor begünstigt werden, sei nur nebenher erwähnt. Dieser Bundesgenosse ist die heutige, Doch entwickelte abendliche Beleuchtungstechnik, die auf die große Masse noch immer nach dem alten Raturgesetz wirkt, das len Falter zum Licht hinzieht. ES ist nur als erfreulich zu begrüben, daß die schreiendsten Auswüchse des „Sensations- schaufensters um jeden Preis" einer gewissen vornehmen Zurückhaltung in bezug auf szenischen Phantasiereichtum und Farbengebung Hlah gemacht haben. So steht die heutige Schau- fmflcrtultur im Begriff, neben rein geschäftlicher Oigenreflame als Selbstzweck sich auh der Auf- klärungs- und Erziehungsarbeit breitester Schichten der Bevölkerung als Mittel Äiim Zweck zuzuwenden. Denn je mehr ter deutsche ynnenmarft gezwungen ist, hochwertige Qualiläts- orbeit aus allen Gebieten zu liefern, um dem lAusland gegenüber konkurrenzfähig zu bleiben, um so eher bietet sich natürlich auch die Gelegen- Ieit, aus dem Wege der Schaufensterkunst dem Publikum nicht nur ein reiches Lern- und An- hauungsmaterial zu übermitteln, sondern auch Deinen Form- und Farbensinn zu kultivieren und Keinen Blick für Geschmack und Geschmacklosigkeit, für Schund und Qualitätsarbeit zu schärfen. In Vieser Beziehung hat das Schaufenster eine Sulturmiffion in des Wortes bester Be- Deutung zu erfüllen. Unfer neuer Roman. Als neuen Roman des „Gießener Anzeigers", mit dessen Veröffentlichung wir In der morgigen Ausgabe unsere- Blattes beginnen werden, haben tuir das letzte große, erst vor kurzem erschienene 'Werk von Clara Diebig erworben, die ja unseren Lesern seit langem wohlbekannt ist, und Deren früher von uns abgedruckte Romane vielen noch in lebendigster Erinnerung stehen dürften. Cs ist heute nicht mehr nötig, für die starke Crzäblerkunst der Viebig zu werben: sie ist des Erfolges und einer ständig wachsenden, großen ■mb treuen Lesergemeinde gewiß. Auch dieses jüngste Werk, „Die goldenen Berge", wird nicht wenig dazu beitragen, ihr zahlreiche neue Freunde zu gewinnen. Es ist ein Roman »on Weinbauern und Weinbergen an der Mosel. Cin Roman, der nicht am Schreibtisch, fern vom Böllerschuß der Traubenlese im Herbst, ersonnen Rind erklügelt ist, sondern aus der herben Wirklichkeit des täglichen Lebens heraus nieder- geschrieben wurde, in heißer Liebe zur Heimat, in überquellender Freude an der Schönheit deut- ßcher Landschaft und in tiefem Mitfühlen und Mitleiden mit der schweren Rot deutscher Men- ßhen. So entstand mit den „Goldenen Bergen" ein IDttt, da- uns alle angeht, und besten unmittelbarer starker Wirkung sich niemand wird entziehen können. Das Verhalten bei Notlandungen von Flugzeugen. Unzweckmäßiges Verhalten der Bevölkerung bei Rotlandungen von Flugzeugen außerhalb von Flughäfen hat wiederholt die Beteiligten gefährdet: Es empfiehlt sich daher die Beachtung folgender Richtlinien: 1. Wenn ein Flugzeug landen will, muß das In der Landerichtung liegende Gelände frei- gemacht werden. Ein zur Landung ansehendes Flugzeug schwebt und rollt in der Regel mehrere hundert Meter, ehe es zum Stillstand kommt. Erscheint es unmöglich, einem landenden Flugzeug auszuweichen, so werfe man sich zu Boden. 2. Kinder sollten grundsätzlich ferngehalten, Tiere entfernt oder festgelegt werden. 3. Solange die Propeller laufen, ist die Annäherung an das Flugzeug mit Lebensgefahr verbunden und zu vermeiden. 4. In unmittelbarer Rähe gelandeter Flugzeuge ist wegen der Benzindämpfe der Motoren das Rauchen gefährlich und daher unbedingt zu unterlassen. 5. Unterftütjung der Flugzeuginsassen ist auf deren Verlangen oder soweit es die Umstände erfordern (z. D. bei Verletzung der Insassenerwünscht: den Anordnungen des Flugzeugführers ist im Interesse der Sicherheit von Leben und Eigentum Folge zu leisten. 6. Flurschaden ist zu vermeiden. Menschenansammlungen bei Rotlandungen verursachen häufig mehr Flurschaden als das Flugzeug selbst. Wegen der Schäden, die das Flugzeug verursacht Hot. ist der Grundeigentümer zur Feststellung des Flugzeughalters und Führers berechtigt: nach Feststellung der Persönlichkeiten darf der Weiterflug oder die Abbeförderung des Flugzeugs nicht verhindert werden. Abendfeier der Volkshochschule. Am 6am£t gabcnd versammelten sich Mitglieder und Freunde der Volkshochschule Gießen im großen Hörsaal der Unüxrfität zu einer Abendfeier. Das große Interesse an dieser Veranstaltung wurde in dem außerordentlich starten Besuch überzeugend sichtbar: der große Hörsaal war nahezu vollständig besetzt. Der Vorsitzende des Vereins Volkshochschule, Prof. D r. Messer, eröffnete den Abend mit einer Ansprache, in der er in programmatischer Weise die Ziele der Dolkshochichularbeit und die Wege zur Erreichung dieser Ziele schilderte. Dieser bemerkenswerten Kundgebung wer- den wir morgen in einem besonderen Artikel Raum geben. Anschließend sprach der Leiter der Volkshochschule, W. He gar, in fesselnder Weise über das Thema: „Volkshochschule und Dolkstu m". Um zu zeigen, daß die Volkshochschule von den ideologischen Wolkenhöhen ihrer Anfänge auf festen Boden gelangt sei, ging der Vortragende aus von der Frage: Warum brauchen wir Erwachsenenbildung? Diese ist notwendig, erstens weil die anderen Lehranstalten eine Reihe von pädagogischen Antizipationen (Vorwegnahmen) begehen oder auch vermeiden: für Religion, Geschichte, Familienpädagogik u. a. hat der Jugendliche bestenfalls verstandesmäßige, aber keine erlebensmäßigen Voraussetzungen: diese Dinge gehören daher in eine Schule für Erwachsenenbildung. Zweitens ist Erwachsenenbildung zu fordern, weil vielen Menschen in unserer Zeit ein Sinn ihres Lebens oder auch einzelner Lebensgebiete zweifelhaft geworden ist. Mit der bloßen Existenz, dem stumpfen Dahinleben, der reinen Erwerbsarbeit und dem Rausch können sich viele nicht begnügen. Diesen bietet die Volkshochschule eine geistige Lebenshilfe Dem von der Berufsarbeit seelisch Entleerten weist sie zum Ausgleich sinnvolle Freizeitgestaltung: wo der spezialisierten Berufsarbeit nicht ohne weiteres ein Sinn abgewonnen wird, sucht sie diese wenigstens als Tor zur Erkenntnis allgemeinerer Zusammenhänge schätzenswerter zu machen: in Schwierigkeiten des Familienlebens sucht die Gießener Volkshochschule u. a. durch eine Erziehungsberatungsstelle Hilfe zu leisten. Was hat das alles mit dem Thema „Volkshochschule und Volkstum“ zu tun? Sehr viel, wenn man bedenkt, daß damit die Wissenschaft im Denken des Laien fruchtbar werden soll: der Laie verdankt so der Wissenschaft Einstchten, die er unmittelbar im Leben anwenden kann. So erwirbt sich die Wissenschaft auf einem neuen Wege Ehrfurcht, die etwas ganz anderes ist als abergläubische Scheu Ihre Beziehungslosigkeit gegenüber den anderen Gc bieten des Lebens wird damit in einem neuen Punkt aufgehoben, und das ist gleichbedeutend mit der Schaffung von Volkstum. Die Aufgabe der Volks Hochschule ist, die Enge des Werterlebens des heutigen Menschen zu überwinden, diese Enge läßt ihn die schwersten Widersprüche übersehen. Wir kommen so lange nicht zu Volkstum, als der Theoretiker nur der Wissenschaft, der Politiker nur der Politik, der Wirtschafter nur der Wirtschaft sich ernsthaft verpflichtet fühlt Recht entwicklungshemmend für das Volkstum ist, daß wir alle auf den verschiedensten Gebieten aus einem Gegensatzempfinden heraus Stellung nehmen. Die Volkshochschule hat echtes Werterleben, gleichviel welchen Inhalts, zu bejahen und zu wecken. Das und die Erweiterung des Werterlebens ist das Wesen ihrer Neutralität, das gegen jeden Fanatismus ebenso unduldsam ist, wie gegen das stumpfe Dahinlebcn, in dem auch noch nicht als Frage ein Sinn aufgegangen ist. Anschließend las der Gießener Dichter und Träger des Büchnerpreises Dr. Alfred Bock den bekannten Abschnitt „Der Napoleon" aus „Schicksal und Schelme" vor, und bot damit den vielen Besuchern noch ein besonders wertvolles Erlebnis des Abends. Reicher Beifall dankte dem Dichter für seine schöne Gabe. Frau Heermann, am Flügel in feinsinniger Weise von ihrem Gatten Victor Heer- mann begleitet, bereitete schließlich den dankbaren Zuhörern noch eine Freude durch den seinen Gesang mehrerer Lieder von Schubert und Brahms. In verdientem Maße wurden auch diese beiden Künstler mit reichem Beifall belohnt. Daten für Dienstag, den 28. Februar. Sonnenaufgang 6.50 Uhr, Sonnenuntergang 17.36 Uhr. — Mondaufgang 10.15 Uhr, Monduntergang 1.45 Uhr. 1683: der französische Physiker Rsaumur in La Rochelle geboren (gestorben 1757): — 1833: der preußische General Alfred von Schliessen in Berlin geboren (gestorben 1913); — 1908: die Sängerin Pauline Lucca in Wien gestorben (geboren 1841). Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Ra- turhcilvercin: 8 Uhr. Katholisches Vercinshaus. Gedächtnisfeier für Oberst Spohr. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die schönsten Beine von Berlin". — Astoria-Lichtspiele: „Sühne". e *• Don der Garnison. Unser Bataillon verläßt am morgigen Dienstag unsere Stabt, um sich nach dem Truppenübungsplatz Ohrdruf zur Erledigung des üblichen Winter-Gefechtsschießens zu begeben. Die Kompagnien marschieren gegen 7.45 Uhr von den Kasernen ab, die Abfahrt des Transportzuges vom oberhessischen Bahnhos aus erfolgt um 9.02 Uhr. Am 8. März kehrt das Bataillon hierher zurück. " Straßensperrung. Die Landstraße Bellnhausen-Rähbrücke im Zuge der Straße Gießen — Marburg ist vom 25. Februar bis 3. März für sämtliche Fahrzeuge gesperrt. Umleitung: Bellnhausen— Fronhausen—Riederweimar—Gisselberg. •* Plötzlicher Tod auf der Straße. Der Rachtwächter Heinrich Weber. Lahnstraße 3 wohnhaft, wurde heute früh auf der Straße von einem plötzlichen Tode ereilt. Der in der Mitte der 70er Jahre stehende Mann tat in der Gummifabrik von Poppe Dienst als Rachtwächter. Auch in der letzten Rächt war er seinem Berufe nachgegangen. Er befand sich heute früh in der sechsten Stunde aus dem Heimweg nach seiner Wohnung. Bei der Bahnüberführung an der Westanlage. Ecke Gabels- berger-Stratze. wurde er von einem Schlaganfall betroffen, wodurch er auf der Stelle verstarb. Passanten sanden gegen 7 Uhr den bedauernswerten Mann auf der Straße tot vor. Rach Feststellung der Personalien wurde die Leiche zur Bestattung freigegeben. ** Giftmord an Hunden Am Freitag wurden in der Gegend des Riegelpfades und der Ludwigstraße drei wertvolle Hunde mit Strychnin vergiftet, von denen zwei an den Folgen eingegangen sind, während ein deutscher Schäferhund noch zu retten sein wird. Man hat wegen des Täters Verdacht. •* Abfindung von U nfallrenteit In Nr. 4 der ,,Reichsgesetzblattes " ist unter dem 10. Februar eine Verordnung über die Abfindung von Unfallrenten erlassen. Die Verordnung ermächtigt die Träger der Unfallversicherung, Verletzte zwecks Erwerbs von Grundbesitz oder zur wirtschaftlichen Stärkung ihres bereits vorhandenen Grundbesitzes durch Kapital abzufinden. Anträge sind an die Berufsgenossenschaft, ober an die Aus- sührungsbehörde zu richten, von der der Verletzte seine Rente erhält. Hinterbliebenenrenten sind zur Abfindung noch nicht zugelassen. •• Auftrieb auf dem heutigen Frank f u r t e r Schlachtviehmarkt: 277 Ochsen, 79 Bullen, 575 Kühe, 327 Färsen, 549 Kälber, 79 Schafe, 6032 Schweine. Berliner Börse. B e r l i n, 27. Febr. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Frühverkehr herrscht Montagsstimmung. E? ist wenig zu hören. Die Spekulation bleibt zurück haltend und abwartend. Man taxiert die Kurse etwa behauptet, I.-G.-Farben etwa 256 bis 256,5. Am Devisenmarkt hört man Paris gegen London 124,02, Mailand 92,10 bis 92,175, Madrid 28,80 bis 28,83. London gegen Kabel 4,8780 bis 4,8790 Buntes Allerlei. Die Kuh im ultravioletten Licht. Je mehr man die Bedeutung der Vitamine für die Ernährung erkennt, desto eifriger ist man beflre'-t, diese wichtigen Stof e den Rah- rungSmitteln zu sichern. Run wfih man aber bisher über die Entstehung und den chemischen Aufbau der Vitamine noch wenig. Wahrscheinlich ist nur die Pflanze unter dem Einfluß deS Sonnenlichts in der Lage, diese Stoffe zu bilden: vielleicht entnimmt sie sie sogar dem Ackerboden. in f"m sie unter dem Einfluß der Bakterien entstehen. Ja die grünen Pslan .en die wichtigsten Vitaminlieseranten sind, so ist die Frage für die Landwirtschaft von großer Bedeutung, denn man wünscht natürlich, durch Derftitterung vitaminreicher Stoffe die Produkte des Ruhviehs und besonders des Milchviehs zu verbessern. Ueber Versuche, die zu diesem Zwecke unternommen worden sind und einen großen volkswirtschaftlichen Wert haben, berichtet F. Hon- camp in einem Aussatz der „Raturwis'enschaften". der sich mit agrikulturchemischen Problemen beschäftigt. Die Tatsache, daß durch Bestrahlung mit der Quarzquecksilberlampe das gegen die „englische Krankheit" so wirksame Vitamin D erzeugt werden kann, mußte zu der Prüfung der Frage führen, ob künstliches ultraviolettes Licht den O-Vitamingehalt der Milch beeinflußt. Daß die Fütterung brr Milchtiere dafür wichtig ist, ergab sich aus der Tatsache daß bei der Ver- füttcrung von frischem grünen Gras ein Ansteigen der heilsamen Wirkung erzielt wurde. Roch günstiger waren die Erfolge, wenn die Kuh gleichzeitig auf die Weide ging, also der Sonnenbestrahlung ausgesetzt war. Man hat dann weiter versucht, die Kühe mit Quecksilberlampen zu bestrahlen und längere Zeit unter ultraviolettes Licht zu bringen. Dabei konnte festgestellt werden, dah die Milch einer solchen ultraviolett beleuchteten Kuh im Rattenversuch stark anfirachitisch wirkte, also besonders hohe gesundheitliche Werte enthielt, während die Milch einer im Stall gehaltenen und nicht bestrahlten Kuh unwirksam war. Als man aber nun die Milch direkt bestrahlte, zerstörte man damit zwei andere lebenswich fige Crgänzungsstof'e, nämlich die Vitamine A und C. Es kommt also für die Anreicherung der Milch mit dem Ö-Vitamin nur die Bestrahlung der Milchtiere in Betracht; diese aber wird für die künftige Milcherzeugung von außerordentlichem Ruhen fein. 1 Hervorragend bewihrl bei [rköhungsanzeichen and rheuicafedienSdimeß Fordern Sie stets die Originalpackung .Äaycfc und weisen Sie Ersatz oder lose Tabletten zurück "r'■■ST’’:’- Aspirin- Tabletten j dieunübert (offenen Säntieiräfiller H r z vO.5i Waiöorf-Astoria ASTOR-HAUS 6A toaßorf-2teh>ria 3i$ardfenfa6riA QL-<& ’s ZEITEN EIN QUALITÄTSBEGRIFF ! * SE iftin ihrer „zu1 tum Arbeit" bas Ergebnis eines starken Wissens, zedorzeift im ^ortscstritt die Tpitzs zu fyafhm.- Xlns a5cr verpflichtet dieser Narne/mnnor aufs neue das vertrauen zu recsttfer- figen, welches unzästttge Rauester uns entgegenbringen. - Unsere BLAU PUNKT SaÄ ________AnusCMt OBERST SA ARBEIT" I . D. u. Oe. A. V. Sektion Gießen. Freitag, 2. März, abends 8.15 Uhr. Großer Hörsaal des VorlesungSgebäudeS £lö)töllöer-Dortrafl des Herrn Untver« sitätS'Piofcssor Dr. Erhard: DieBnthfesooöener lllpeii. 22050 Gäbe willkommen. Stadttheater Dienstag 28.»rebr. ZO.Diensmfl-'hU.-M U 19''r b. nett 2J Uhr Das Konzert Lustsviel m 3 Akten von Hermann Bavr 100-150 M. gen. gute Sicherheit u. hohe Zins, an leih, gesucht. Schr. Ang. u. 01491 an d. G. Anz. 500 RM. monatlich und mehr verdleneu Sie diirck Ucbernnbme unserer Berlretuna. keine Borkeunintsse, kein rlavlial iiöiifl. Auch nebenberusltch.Tägi. Berdienstauszablnq I. Lebbin, Berlle W. 30, SehHeBltejj*» MUM mit 2 grauen Fleck- chen und ounilem Schwanz, aui den Namen „Miezel" hörend, abhanden ge- kommen. Wieder- bringer oute Be- lohnung. 011.19 8topt>sil»t.lS,v.od. b | Vereine 3 W ; 's ■ GirtßÄMtÜstthÄUs herrschaftlich, in bester Lage, 6 Zimmer mit reichlichem Zubehör, Garten, Garage beMlagnabmessvsi sofort beziehbar, zu vermieten. Schristl. Angebote unter 2226 D a. d. Gieß. Anz. 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Bekannimachuug Der Voranschlag der Gemeinde Reiskirchen für Rj. 1928 liegt vom Dienstag, dem 28. b. 2IL, ab eine Woche zur Einsicht der Interessenten auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll während der üblichen Dienst stunden vorgebracht werden. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Reiskirchen, den 27. Februar 1928. Hessische Bürgermeisterei. Sch o m ber. 2208V Ein entzückender Ausstattung und Revuefilm in 6 Akten. In den Hauptrollen: löll lür die trostreichen Worte am Grabe, Herrn Lehrer Aliendörfer für den ehrenden Nachruf sowie der Schule für den erhebenden Grabfresang sprechen wir auf diesem Wege unseren innigsten Lank au=. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heb. Weber, Weichenwärter. Göbelnrod, den 26. Februar 1928. 1871 — 1921. Wir erfüllen die traurige Pflicht unsre Mitglieder von dem Ableben unsres lieben Alterskollegen Georg Reul Oberpostschaffner in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 28. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Um zahlreiche Beteiligung bittet: Der Vorstand. 223 ID liebsten V nk aus. 01490 Familie Georg Alexander. Gießen (Glaubrechtstr. 9), den 27. Februar 1928. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem schweren Verlust, der uns betroffen hat, sowie für die tro-treichen Worte des Herrn Pfarrers sprechen wir allen auf diesem Wege unseren herz- LMv wavnett Sie ZhrenÄewerbungen auf Anzeigen ohne Namen Zeugnisse, Urfunbtn ad. sonst wichtige Papiere beljufügcn; Abschriften genügen zur <$in(rifung t>. Anstcllungsoerhand- ungen. Oft Ist und der Austraggevcr unbekannt und In diesen,Fällen können wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Setaerbungdunlerlagen Gietzenev Änreigev 9 1 Wegen Erkrankung 1 meines MiidrvenS suche sosort 01501 lämmert. «,6D Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Verdingungstermin am 2227B 2213V 1 HolzMbmWon den tämme i tämme . tämme tämme tämme tämme tämme Die Gemeinde Londorf Wege schriftlichen Angebots: Eichenstämme Eichenstämme Eichenstamm 5 4 20 2 11 4a-Kl., Ib-Kl, 2b-Kl, 3b-Kl., 13 48 70 58 22 4 2 Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten Fichten 1,13 fm 18,15 fm 31,80 fm 6,53 fm. 2. Kl, 3. Kl, 4. Kl, la-Kl. Stück 2a-Kl., 7,24 fm Stück 3a-Kl, 1,88 fm Stück 2b-Kl., 6,13 fm Lichenstamm N: Stück 6. Kl., 2,91 fm. Fichlenslämme, Güteklasse F: 2 Stuck 2a-Kl., 0,67 fm 1 Stück 3a-Kl., 1,51 fm 5 Stück 2b-Kl., 5,29 fm 1 Stück 3b-Kl, 1,43 fm. kiefernslämme, Güteklasse N: Stück Stück Stück Stück Stück Stück Stück verkauft im 22110 1,53 fm 2,55 fm 0,92 fm 1,87 fm Hoizfudmisfiou. Die Gemeinde Ruttershausen verkauft im Wege schriftlichen Angebots folgende Holzsortimente: Hichlenslämme, Güteklasse N: Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen. Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klassen bis spätestens Freitag, den 2. März d. I., vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzurei- d)en, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingcsehen werden können. Londorf, den 25. Februar 1928. Bürgermeisterei Londorf. Aumann. la-Kl., 1,74 fm 2a-Kl, 33,97 fm 3a-Kl., 13,24 fm 9 49 9 1 46 30 3 Angebote sind in Reichsmark per Festmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, mit der Aufschrift Holzsubmission bis Donnerstag, den 1. März 1928, nachmittags 3 Uhr, bei der unterzeichneten Bür- germeisterei einzureichen, woselbst die Bedingungen vorher eingcsehen werden können. Mit der Einreichung des Angebots unterwirft sich der Käufer den Derkaufs- bedingungen. Das Holz lagert in den Distrikten Mausberg und Wehrholz. Hess. Bürgermeisterei Ruttershausen. Heinrich Müller X., .Pirklar. Verkaufe eine We nut erhallen, mit ob. ohne Scheuer «letztere alleinstehend« in einem Dorse des mittler. Lumdaiales iBahnüationi 2 'Jii- nuten vom Bahnhof. (Sinnet lick für Metzger, Bäcker uftö. Geschäfte am Platze nicht vorhanden. Schr. Ana. u. 2I96D an den Gietz. An». Montag, dem 5. März vormittags 10 Uhr an das Stadtbauamt Gießen abzugeben. Vordrucke sind bei uns zu haben. Zuschlagsfrist: zwei Wochen. Gießen, den 27. Februar 1928. Stadtbauamt: Braubach. Ib-Kl., 14,93 fm 2a-Kl., 45,36 fm 2b-Kl., 60,82 fm 3a-Kl., 31,14 fm 3b-Kl., 8,63 fm 4a-Kl., 5,28 fm fr Dann Dr. Fromms gute, dlätgerechte Beschluß. Das Konkursverfahren übe: das Vermögen des Kaufmanns Gustav Gutenstein in Gießen, Plockstraße 12, wird nach Abhaltung des Schlußtermins aufgehoben. Gießen, den 23. Februar 1928. Hessisches Amtsgericht. 2229V Zu vertäuten: Eine trächtige Stmment. 2.Kalbo.hochtragcnd schweres njnJ Stmment It-IHIQ sehr gut.Abstamm, b. Wilh. 5Iess?rschmidi ■1J*D Miinzenber«. Verkaufe eine junge, gekörte Ziege die in 14 Tagen Aushilfe f. 4-6 Wochen, evtl. Dauerstellung Roonstr. tv p. Verkäufe Ärote, Mehle, Schokoladen usw.I Interessante Preisliste frei! Kräuterhaus Lung, Gießen. Bekanntmachung Die nachverzeichneten, zur Beschäftigung von Erwerbslosen vorgesehenen Arbeiten sollen auf Grund der Reichsoerdingungsordnung öffentlich vergeben werden. Los 1: Urbarmachung von früherem Waldgelände beim Flughafen sowie Ausbau von Feldwegen Flur 56 der Gemarkung Gießen. Los 2: Erd- und Planierarbeiten am Schiffenberger Weg zunächst des Bahnüberganges. Los 3: Erdabtrag zum Ausbau der Uhlandstraße, südlich der Ohrenklinik. Sällolffll in prima Qualität empfiehlt billigst W. Hantel, Neuen Baue 7. Teleph. 612. 450 Acker am Ohlenberg, billig zu verpachten. ,,xv" ___Berait raste 7 1. 45001. gegen gute hnvoih. Slcherhett gesucht Schristl. Angebot, u. 01439 n. b. Gteh. An» Drahtgeflechte und Zubehör billigst. H. Schön, nw9 Marburger Str. Gute 4/4 Violine äukerst vreiSwert abzugeben. Schnitt. Anirag. nut. 2155D an den Gießen. An- zetger erbeten. [Verschiedenes Nr.49 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffeu)Montag, 27. Februar 928 Pariser Akademie der Wissenschaften in einem versiegelten Paket hinterlegt und am 3. Dezember desselben Jahres von einer Kommission der Akademie eingesehen und besprochen wurden. Die Fachleute äußerten sich von vornherein ablehnend, man bestritt rundweg die Möglichkeit einer mechanischen Wiedergabe der menschlichen Stimme, und so kam es, daß der wenige Monate später in der Oeffentlichkeit aufsehenerregende Apparat Edisons den französischen Erfinder Croß mit seiner Sprechmaschine in den Schatten stellte. Wohl kam man nun in Frankreich zu der Ueberzeugung, daß Croß kein Phantast gewesen sei und überhäufte ihn mit Ehren, die chm nun jedoch nicht mehr viel nützten, denn der Edison- sche Apparat verschaffte sich schnell Weltruf, und der Name Croß kam in Vergessenheit. Interessant ist es nun zu erfahren, wie Edison auf den Gedanken zur Konstruktion einer Sprcch- maschine gekommen ist. Da alle Erfindungen dieses genialen Mannes eng miteinander verknüpft sind, so wird es nicht überraschen, zu hören, daß Edison den ersten Gedanken zur Verwirklichung des Phonographen bei dem Versuch einer neuen Vorrichtung des Telegramm- veüehrs empfing. Als man diesen QIpparat, der aus einer rotierenden Walze bestand, der durch einen Schreibstift die Punkte und Striche des Morsealphabetes mechanisch eingeritzt wurden, war es Edison aufgefallen, daß jedesmal ein feiner singender Ton entstand, wenn der Schreibtisch die Walze berührte. Dieses Klangphänomen war es, dem er nachsorschte. das ihm die Möglichkeit verhieß, eine Konstruktion zu erfinden, die es vermochte, die menschliche^ Stimme festzuhalten und in der gleichen Tonstärke mtb Klangfärbung wiederzugeben. Mit der ihm eigenen Zähigkeit und Konzentrationsfähigkeit auf einen bestimmten Gedanken gelang es ihm, einen gangbaren Weg zu finden, und eines Tages erhielt einer der Mechaniker in Menlo- park den Auftrag, an Hand einiger Zeichnungen eine kleine Maschine zu bauen, deren Konstruktion so primitiv war, daß Edisons Mitarbeiter sich abso'ut keinen Vers darauf machen konnte, wozu dieses Ding nütze sein sollte. In 30stündiger Arbeit hatte der Mechaniker das gewünschte Gerät fertiggeftetlt. Es bestand aus Oie indische Freiheitsbewegung. Von Prof. Tarachand Roy, Lektor am indogerm. Seminar der Univ. Äerlin. In Indien stammte es in diesen Tagen aller- «rten auf. Das ganze Land wird augenblicklich »on einer ungeheuren Welle nationaler Ernpö- »ung überflutet. Was geht in Indien vor? Was Lat die Lage plötzlich fo zugespiht? Um für den Vang der Ereignisse daS richtige Verständnis zu «rwecken, muß man weit ausholen. Vicht erst in neuerer Zeit, sondern bereits |?it Jahrzehnten ist die nationale Unab - L ä n g i g k e i t die Losung der Inder. Genauer «esagt, schon seit der Mitte des vorigen Iahr- Junderts. Der Sipahi-Aufstand von 1857 war das erste Flammenzeichen der indischen Dc- ffirebungen zur Erlangung der Freiheit. Im Jahre 1884 nahm die Nationalbewegung eine konstitio- melle Gestalt an, unter dem Namen des von einsichtigen Engländern und Indern gegründeten ^Indischen Nationalkongresse s". Man versuchte die Interessen Indiens mit denen Eng- llands zu versöhnen. Alljährlich wurde der Kongreß mit den Wünschen und Forderungen des indischen Volkes bei der englischen Regierung vorstellig. Der Sieg Japans über Rußland flößte Den Indern Mut ein und spornte sie auf dem Wege zur nationalen Freiheit mächtig an. Der Vizekönig, Lord Curzon, glaubte, dem zu- nehmenden Unabbängiqkeitsdrang der Inder Einfalt tun zu müssen und nahm mit eiserner Hand Sie Teilung Bengalens („Partition of Bengal") vor. Die Wirkung war aber gerade das Gegen- keil. Die Wogen der Entrüstung brausten gewaltig auf. Die Regierung mußte die Teilung Bengalens rückgängig machen. Das bedeutete eine schwere Niederlage für Lord Curzon und einen nicht unerheblichen Sieg für die Inder. Das Tempo des nationalen Fortschritts nahm nun immer mehr zu. Unter der Führerschaft B a l Dangadhar Tilaks (gest. 1920) bildete sich eine extreme Partei, die gegen die englische Regierung vorging. Der ersehnte Erlclg blieb aber aus. Alle Versuche scheiterten an der klugen Taktik Englands. Im Iahre 1914 kehrte Mahatma Gandhi aus Südafrika nach Indien zurück und brachte Den Versuch einer eigenen Lösung des Freiheit- Problems mit. die mehr vom Geiste der Religion als der rücksichtslosen Politik durchtränkt war. Der Ausbruch des Weltkrieges schien mH einem Schlag das heißersehnte „H o m e r u I e“ In die nächste Nähe zu rücken. Die englische Regierung stellte die Erfüllung der nationalen Forderungen als eine Belohnung für die Teilnahme am Kriege bereitwilligst in Aussicht. Im Iahre 1917 versprach der damalige Staatssekretär für Indien, Montagu, dem indischen Volke eine toerantworiliche Regierung (Responsible Govern- rnent) und 1918 unterzeichnete der indische Vize- röntg, Lord Chelmsford, mit Montagu einen offiziellen Bericht über die konstitionellen Re- f orrnen. Indien half und wartete auf die versprochene Belohnung, aber vergebens. Diese schmerzliche Enttäuschung rief in Indien große Entrüstung hervor. Maßlose Empörung griff mit Blitzesschnelle um sich. Mahatma Gandhi erkannte die Gefahr, in der sein Land schwebte. Er machte die Inder auf die Sinnlosigkeit und Herstörende Natur der Gewalt aufmerksam. Er predigte Gewaltlosigkeit. „Swaraj (Selbswerwal- tung) kann nicht ohne die Seelenkräfte, die die eigentlichen Waffen Indiens sind, erreicht werden", lehrte er. Im Iahre 1919 gab England durch eine Paria- nientsakte bekannt, daß es im Iahre 1929 eine ^.Kommission" nach Indien senden würde, um die Verhältnisse an Ort u n d Stelle zu untersuchen und Vorschläge für eine Verfas - s ungsrevision — gegebenenfalls für die Gewährung der Selbstregierung — auS- »u a r b e i t e n. Inzwischen hat sich in Indien manches zuge- tragen. Die Non Cooperations-Bewegung Ma- tzatma Gandhis mußte im Sande verlausen, weil es an den größtmöglichen Opfern der aröht- niöglichen Zahl fehlte. Die nationalistischen S w a- rraj i ft en mit ihrer bedingten Mitarbeit haben genau so wenig Erfolg zu erringen vermocht, wie die Liberalen und Responsivisten durch ihre Mitarbeit mit der englischen Regierung. Letzten Endes hat diese immer ihre eigenen Theorien und Beschlüsse in die Tat um- geseht. Trotz des riesenhaften Protestes seitens des indischen Volkes wurden voriges Iahr i n - dische Truppen nach China verschickt. Unter der „Oröinance and Regulations, Act III of 1818" wurden vor einigen Jahren eine stattliche Anzahl indischer Patrioten ohne Gerichtsverfahren deportiert, von denen noch heute viele im Kerker sitzen oder in elendem Zustande in der Verbannung vegetieren müssen. In Schottland wurden vor kurzem die indischen Studenten von den Besitzern von öffentlichen Lokalen höchst „ungentlemanlike" behandelt. Ohne irgendwelche triftige Begründung, nur auf Grund der dunklen Farbe wurde ihnen der Zutritt zu den Restaurants und Gesellschastsstäiten verweigert. Neulich wird das sehr anfechtbare Buch „Mutter Indien" von der Amerikanerin Miß Mayo, das Indien in den Augen der Welt Herablehen soll, in Europa und Amerika verbreitet. Cs soll an die Mitglieder des Parlaments gratis verschickt worden sein. Es ist darum kein Wunder, wenn angesichts dieser Tatsachen die Geduld Indiens fast erschöpft ist. Indien kämpft für seine Ehre. Cs will nicht mehr am Gängelband geführt werden. Es will über fein Schicksal selbst bestimmen Das ganze Land ist durchwallt von dem Wunsch nach dem „Swaraj". Die gegenwärtige Lage hat nun die britische Regierung veranlaßt, die für das Iahr 1929 vorgesehene Kommis ion zur Prüfung der indischen Verfassung schon jetzt nach Indien zu schicken. Sie ist dort bereits eingetroffen. Aus der versprochenen königlichen Kommission ist, entgegen dem Dersassungsgeseh von 1919, aber bloß eine Parlamentstommission geworden, die aus drei Konservativen, zwei Liberalen und zwei Mitgliedern der englischen Arbeiterpartei zusammengesetzt ist. Es sind lauter Engländer, kein einziger Inder ist darunter. Man kann begreifen, daß die Inder d ese Art der Zusammcwehung dc> K mmiLion als einen Sch'ag ins Gesicht empfunden haben. Schon bei Bekanntwerden der Tatsache, daß sich kein Inder in der Kommission befindet, rauschte ein Sturm der Empörung in ganz Indien auf. Das setzte allen Beleidigungen die Krone auf. Die Inder hatten doch erwartet und erwarten dürfen, daß sie bei der Prüfung der politischen Lage ihres Heimatlandes und bei der Ausarbeitung der neuen Derfassungsresorm zur aktiven Mitarbeit herangezogen würden. Sie hatten geglaubt, daß sie als gleichberechtigte Mitglieder mit den Engländern in der Kommission sitzen würden. Nicht im entferntesten hatten sie daran gedacht, daß man sie gänzlich übersehen würde. Schwer enttäuscht und maßlos empört sind sie jetzt alle wie ein Mann gegen diese Rücksichtslosigkeit der Regierung in die Hohe geschnellt. Oft kommt aber das Glück gehüllt in den Mantel des Unglücks — in einer Hinsickt hat sich die Simon Kommission für Indien bereits segensreich erwiesen. Wie mit einem Zauberschlag hat ihr Erscheinen die verschiedensten Parteien. Rassen und Volksschichten zu einer Einheitsfront gegen die englische Regierung zufammengeschwcißt. Seit den erfolgreichen Tagen der Non Cooperations-Bewegung Mahatma Gandhis hat sich noch nie wieder die gesamte Kraft des indischen Volkes mit einer solchen spontanen Aufwallung gegen England zusammengefunden wie zu dieser Stunde. Es gibt jetzt keine Partei in Indien, die sich nicht für einen Boykott der Simon-Kommission erklärt hat. Der Hindu Mahasabha erinnert an die großen Versprechungen, die England den Indem während der schweren Zeit deS Weltkrieges gemacht hat und verurteilt die Entsendung der Simon-Kommission aufs schärfste. Auch die Liga der M o - hammedaner hat sich für den Boykott ausgesprochen. Sogar die indischen Christen haben sich mit ihren Landsleuten in diesem Punkte Aas fünfzigjährige Grammophon Von E. M. Andersen. Arn 19. Dezember 1877 war es, als der De- amte des Washingtoner Patentamtes, Abteilung mechanische Apparate, den Eingang eines Entwurfes zur Herstellung eines Phonographen legiftrierte. Wahrscheinlich hat er dabei verwundert den Kops geschüttelt. Eine Maschine yir Fixierung der menschlichen Stimme? Der- Sseichen war in Amerika noch nicht bekannt, und ie Listen des Patentamtes, so eifrig sie auch Durchsucht wurden, führten nichts Aehnliches an. Alber — der Entwurf kam von Thomas A. Edi- ff»n, dem Zauberer von Menlopark, und dem war das Unmöglichste zuzutrauen. Die praktische Ausführung des Apparates, die dann in den Versuchsräumen des Patentamtes erprobt wurde, Überraschte jedoch alle, die bei dem Versuch zugegen waren, und im Februar 1878 erhielt Edi- fbn das Patent und kurze Zeit später erschien Las erste Modell in der Oeffentlichkeit. Dennoch war Thomas A. Edison nicht der erste, Ser auf den genialen Gedanken gekommen war, eine Maschine zu konstruieren, die es vermochte, stimmen und Geräusche genau wiederzugeben. Der englische Gelehrte und Arzt Dr. Thomas V ou n g, hatte schon zur Zeit Napoleons I. eine Alrt Sprechmaschine konstruiert, die im Iahre 1840 von dem Franzosen Duhamee, 1844 von Bern Deutschen Wertheim, 1857 von Lissabon x und später von Helmholtz,Regnault »nd Mescadier verbessert wurde. Aller- Sings waren diese Apparate mit dem Edison- sshen Phonographen kaum zu vergleichen, da ihre Vorrichtung es nur vermochte, die menschliche Stimme nachzuahmen, also nicht wirklich fest- yuhalten und auf mechanischem Wege wieder- zugeben. Einen Schritt näher kam ihm der Apparat Lines Typographiearbeiters Scott in tfrant- »eich, dem es gelang, Stimmen und Geräusche mittels einer leicht vibrierenden Membran aufzu- mehmen, doch bewährte sich die Konstruktion in Der Praxis nicht. Dann aber kam der Pariser Lroß mit einer Verbesserung, deren genaue Aufzeichnungen am 30. April 1877 bei der solidarisch erklärt. Der Allindische Gewerkschaftskongreß hat sich sehr energisch gegen die Parlamentskommission gewandt. Die All- indische Khalisatskonserenz hat alle Mohammedaner ausgefordert, den Boykott streng durchzuführen und mit den anderen Indem zur Erlangung der Freiheit Schulter an Schulter zu kämpfen. Und last not least trat der QI 111 r. ö i - fche National-Kongreh hervor, der im Dezember 1927 zum 42. Male in Madras tagte und zum ersten Male feit seinem Bestehen erklärte, daß das Ziel des indischen Volkes nicht der „Dominion Status" innerhalb deS britischen Reiches, sondern die volle nationale Unabhängigkeit Indiens fei. Ferner wurde jede Mitarbeit mit der Simon-Kommission abgefeimt. Es wurde beschlossen, am Tag ihrer Ankunft in Bombay einen Generalstreik auszurufen. Tatsächlich hat die Kommission bei ihrem Eintreffen in Indien einen schlimmen Empfang erlebt. Hier und dort ist es zu schweren Unruhen gekommen. Sir John Simon, Führer der Kommission, scheint den Ernst der Lage erkannt zu haben, denn er hat sich in einem Dries an den Dizekönig, der in den indischen Zeitungen abgedruckt wurde, an die indischen Politiker gewandt und sie zur Mitarbeit auf«geforöcrt. Diese verhalten sich aber völlig ablehnend, denn sie glauben an den Wert eines solchen Qkr- I fahrens nicht und vertreten die Ansicht, daß ihnen damit nicht gedient wäre. Indien befindet sich im Zustand höchster Spannung. Man muß abwarten; die nächste Zeit wird lehren, welchen Weg dort die politischen Ereignisse einschlagen. Oberheffeu. Landkreis Gieszen. I Heuchelheim, 26. Febr. Unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde und der Lehrerschaft des Kreises wurde'heute Rettor i. R. Heinrich Schmidt zu Grabe getragen. Der Verstorbene hat lange Iahre als' Lehrer und Rektor am hiesigen Orte gewirkt. In welch hohem Maße er sich in dieser Zeit die Liebe und Verehrung der Einwohnerschaft erworben hat, davon legte das außergewöhnliche Trauerge olge Zeugnis ab. Vor zwei Jahren zwang ihn eine schwere Krankheit. den geliebten Brus aufzugeben. Vergebens hofttc man aus volle Wiederherstellung. 2m Alter von 61 Jahren machte ein Schlaganfall seinem arbeitsreichen Leben ein Ende. — Mit Rettor Schmidt ist ein Mann dahingegangen, der eng mit den Geschicken unferm Gemeinde verbunden war. Er war Mitglied des Kirchenvorstandes, Vorsitzender des Kriegervereins und hatte andere Ehrenämter inne. Wo es galt, eine Ar. et für die A Igem inheit zu über, ebnen, war der Verstorbene stets in uneigennütziger Weise bereit. Pfarrer Dörr sprach treffende Worte über das Wirken und Schaffen des Verblichenen. Lehrer W o l f s ch m i d t gedachte In tief bewegten Worten deS Kollegen und Freundes. Im Namen des Lehrervereins Gießen- L a n d sprach Lehrer H o f m a tt'n (Lang-GönS), ein früherer Schüler von Rektor Schmidt. Er schilderte den Verstorbenen als lieben Amts- genossen und treuen Lehrer und betonte, daß alle seine Schüler in Dankbarkeit und Verehmng seiner gebenden werden. (=) Lang-Göns, 26. Febr. Bei der 93 ergeb u n g des Nutzholzes wurden am Sams- tag sehr anseh"'iche Preise erzielt. Es handelte sich um Kiefern- und Fichtennutzholz. Im Durchschnitt kam der Festmetcr auf 50 bis 52 Mk. Käufer waren Lang-Gonser Handwerker. * Lich, 26. Febr. Die Meldefrist für die durch das Ableben von Bürgermeister Völker verwaiste Berufsbürgermeister st eile, die zum 1. April neu besetzt werden Toll, ist gestern abgelaufen. Es haben sich insgesamt 10 5 Bewerber gemeldet. Zwei Kandidaten sind, wie wir Horen, aus Lich selbst. Die Bewerber gehören den verschiedensten Berufen an, viele stehen im kommunalen Verwaltungsdienst. F Obbornhofen, 26. Febr. Im Saalbau Henzel hielt der hiesige Turnverein „Gut Heil" einen wohlgelungenen Werbeabend ab, zu dem sich ein zahlreiches Publikum eingefunden hatte. Der Vorsitzende Z u l a u f wies einer, mit der Hand zu drehenden Walze, einem in eine Membran eingeschalteten Schreibstift und einem über die Membran gestülpten Schalltrichter. Da stand es nun auf dem Arbeitstisch in dem großen, hellen QZersuchsraum von Menlopark, und neugierig hatten sich die Gehilfen um den Tisch gruppiert. Was würde Edison damit anfangen? Lächelnd setzte sich der Zauberer von Menlopark an den Apparat, legte ein Stanniolblatt um die Walze und befestigte es an den Rändern mit einem Bleistreifen. Nun drehte er mit der rechten Hand die Walze und sprach dabei in den Schalltrichter einen Vers: „Mary had a little lamb, its fleece was white as snow, and every-where that Mary went, the lamb was sure to go.“ (Marie hatte ein kleines Lamm, fein Fell war weiß wie Schnee, und wo Marie auch immer ging, ging auch das Lamm mit ihr). Man staunte. Was hatte das zu bedeuten? Und von neuem drehte Edison an der Walze, setzte den Stift in die Anfangsrinne und nun kam das große Wunder. Während der Stift in der Rinne weiter lief, ertönte aus dem Schalltrichter Edisons Sttmme. Wort für Wort, etwas näselnd zwar, aber doch unverkennbar in der Klangfarbe der wohlbekannten Stimme vernahmen die Umstehenden den kleinen Kin- dervers, und nun gab es stürmischen Jubel. Wie die Schulbuben gebärdeten sich die Erwachsenen an diesem denkwürdigen Tage in Edisons Arbeitsraum, immer wieder wurde der Wunderapparat in Bewegung gesetzt, jeder wollte seine eigene Stimme aus ihm hören, und wohl kaum hatte eine an sich so einfache Erfindung so viel Erregung in Menlopark hervorgerusen wie dieser Phonograph, dessen Lob dann auch bald die Zeitschrift „Scientific American“ in alle Welt hinaustrug. 3m Laufe der Jahre verbesserte Edison den primitiven Qlpparat immer mehr. Das Stanniol wurde durch Wachsüberzug der Walze erseht, aber noch immer war man nicht so weit, von den Originalwalzen Qlbgüsie herzustellen. Erst im Jahre 1888 gelang es, galvanische Walzenübergüsfe anzuferttgen, die als Dußformen für die in großen Mengen herzu- nack den üblichen DegrüßungSworten auf die Bedeutung der körperlichen Ausbildung gerade in der Jetztzeit hin und ermahnte zur Unterstützung der edlen deutschen Turnsache. Eine Damenriege und eine Abteilung der besten Turner deS Turnvereins Echzell führten nun Geräteübungen vor, die geradezu als Glanzleistungen anzusprechen waren. — Die Arbeiten für die Anlage einer Wasserleitung mit Kanalisation sind in vollem Gange. Vollendet ist biS jetzt die Entwässerungsanlage im WieS- graben. Wegen des geringen Gefäils und weil dieser Strang die Niederschläge des größten Teiles der Feldgemarkung abzunchmen hat, mußten die 22 Zentner schweren Zementrohre von einem Meter lichter Weite in eine Tiefe von über zwei Meter gelegt werden. Ursprünglich sollte hier ein Detonkanal zur Ausführung kommen. Bei den Ausschachtungsarbeiten in der Kommenturgasse stieß man aus Pferdeskelette und fand eine Anzahl eigenartig geformter kleiner Hufeisen, die wohl aus den Russendurch- zügen in den Freiheitskriegen stammen. Die Ausführung der Arbeiten hat das Tiefbauunter- nehmen Stefan Kuhn von Inheiden übernommen, das hier 56 Arbeiter beschäftigt, die bis auf drei hier beheimatet sind. — Ein Taucher war am Freitag bei den Bohrarbeiten der „H e s r a g" am hiesigen Trinchxunnen in Tätigkeit getreten, um zwei je 4 Zentner schwere Stablmeihel, die abgebrochen im Bohrloch liegen, zu heben. Er konnte jedoch die Hebungsarbeiten nicht durchführen, da er wegen des Auftriebs der quellenden Wassermassen nicht bis auf den Grund der Qlbteufung gelangen konnte. Kreis Friedberg. O KirchgönS, 26. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Nutzholz- Versteigerung wurden folgende Preise erzielt: Eichenstämme von 20 bis 48 Zentimeter Durchmefser 80 bis 100 Mark je Festmeter, Kiefernstämme von 20 bis 29 sowie von 30 biS 43 Zentimeter Durchmesser 45 bis 50 Mark je Festmeter, Eichenstämme von 15 bis 31 Zentimeter Durchmesser 45 bis 50 Mark je Festmeter, Fichtenderbstangen 3,80 bis 4 Marl je Stück, Fichtenreisstangen 4. Klasse 17 bis 18 Mark je 50 Stück, 5. bis 6. Klasse 6 bis 8 Mark je 100 Stück. Kreis Schotten. Ulfa, 26. Febr. Die Gemeinde ist zur Zeit dabei, sämtliche Abzweigungen von dem Hau tftrang der Wasserleitung zu den Wasserent.iehmern herauszureihen und durch die besseren Gußrohre zu ersehen. Tie seitherigen Abzweigrohre haben sich als wertlos erwiesen und sind nach lOjähriger Benutzung völlig verbraucht. Die auszuführenden Arbeiten sind mit einem Kostenaufwand von 7000 bis 8000 Mk. verbunden. Auch die beiden anderen Orte, Ober-Schrnitten und R a i n- r o d, die an das gleiche Wasserleitungsnetz angeschlossen, sind durch einen Beschluß des Kreis- ausschusses verpflichtet, die Auswechselung bis zum 1. Mai d. I. vorzunehmen. Inzwischen konnte aber festaestellt werden, daß der hier auftretende Wassermangel weniger auf defekte Leitungsrohre als auf undichte Schieber zurück- zusühren ist. Die bei Rain rod liegende Quelle liefert nach wie vor einen starken Wasserüber- schuß. ± Ober-Cat«, 26. Febr. Di« kirchliche Statistik'für daS Jahr 1 927 weist folgende Zahlen auf: Bei 1070 Seelen des Kirchspiels (Ober-Lais und Glashütten) wurden 35 Kinder konfirmiert, 21 Kinder getauft, 13 Verstorbene beerdigt; Trauungen sanden nur fünf statt. Für Werie der Wohltätigleit gingen an Gaben und Kollekten ein 1125 Mark. In dieser Gesamtsumme sind einbegriffen die Kirchenkollekten von zusammen 787 Mark. Der Kirchenbesuch beträgt 33,8 Prozent, er hat sich gegen die Vorjahre kaum verändert. An besonderen kirchlichen Ereignissen brachte das Jahr 1927 die Einweihung der renovierten Kirche zu Unter-Lais am dritten Advent. — Am Donnerstag wurde die älteste Frau der Gemeinde, Karoline Sender, gebürtig aus Eichelsachfen, im 87. Lebensjahr z u Grabe getragen. Seit 2. August, an dem Lehrer Bechtold — dieser war am stellenden Wachswalzen benutzt werden konnten, und nun begann das Grammophon sich geschäftlich zu rentieren. Der Deutschamerikaner Emil Berliner war es dann, der die unhandliche Walze durch die viel praktischere Platte ersetzte, und denkt man heute, da seit der Entstehung des Phonographen viele kluge Köpfe an Verbesserungen der Konstruktionen, besonders an der Veredelung des Tones gearbeitet haben, an die Anfänge zurück, so lächelt man über die Ahnen unserer heutigen eleganten Schrank- und Kofferapparate, die das verunzierende Ungetüm des Schalltrichters nicht mehr kennen und die den näselnden Ton fast verloren haben. Hochschulnachnchien. Der Lehrstuhl der Pharmakologie an der Universität Breslau (an Stelle des Geh. Medizinalrats Julius Pohl) ist dem ordentlichen Professor an der Universität Greifswald Dr. phil. nat. et med. Otto Rießer angeboten worden. — Zum Nachfolger des emeritierten ord. Professors Bruno Liedich auf den Lehrstuhl der indischen Philologie an der Universität Breslau ist Professor Dr. Otto Strauß von der Universität Kiel in Aussicht genommen. — Der durch das Qlbleben des Prof. Otto Franke an der Universität Königsberg erledigte Lehrstuhl der indischen Philologie ist dem a. o. Professor Dr. Helmuth v. G 1 a s e n a p p in Berlin angeboten worden. — Zur Wieder- besehung des durch das Qlbleben des Prof. Alfred Brunswig an der Universität Münster erledigten Lehrstuhls der Philosophie ist ein Ruf an den ord. Professor Dr. theol. et phil. Heinrich Scholz in Kiel ergangen. — Der durch die Berufung des Prof. F. Haffner nach Tübingen an der Universität Königsberg erledigte Lehrstuhl der Pharmakologie ist dem ord. Professor an der Medizinischen Akademie inDüssel- dorf Dr. med. Fritz Hildebrandt angeboten worden. Dr.-Jng. Dr. phil. Friedrich Wachsmuth, Privatdozent für Baugeschichte und Kunstwissenschaft an der Technischen Hochschule in Darmstadt, hat sich zugleich an der Universität Marburg für Bauforschung habilitiert. von koloristischen Einzelmotiven auf, die malerisch nicht miteinander verbunden, ausgeglichen und gelöst werden können, die Unruhe ins Bild bringen und selbst aus großer Entfernung das ^Zusamn-ensehen" sehr schwer machen. Das farblich ohne Zweifel feine Gefühl die es Malers bewährt sich jedenfalls unserer Ansicht nach viel aparter und viel unmittelbarer in anoeren Bildern, kleineren Formates, die nicht im Lieber fluß der Palette ersticken. Das gilt vor allem von den englischen Parklandschaf- ten, die auf wenigen, sehr ruhigen Lokaltönen aufgebaut sind und diipch einzelne kontrastierende und belebende he le Färb Decken die Bildhaftigkeit und malerische Geschlossenheit des Ganzen vorteilhaft steigern und unaufdringlich zur Geltung Bringen. Von ähnlich dekorativer Wirkung — aus gehöriger Weile ge'ehen — erscheint uns hierneben etwa die Baden-Badener Landschaft. 2m Ganzen gibt die Ausstellung der Gemälde einen bemerkenswerten Lieberblick über eineosfenbar durch viele Jahre sich' hinziehende künstlerische Entwicklung: zwischen Stil und Ausdrucksmitteln der ruhigen, klaren und etwas akademischen Bil er (wie etwa „Travemünde") und der ausgelockerren, hastigen und harten Farben- akkumulation der vorher besprochenen Strand- bilber (tin Hinte en Kabinett des Ausstellungs- raumes) liegt ein weiter Abstand. — Die Radierungen von S t e i b verarbeiten mo- tivi'ch vorwiegend Landscha,.en und Architeltur- stücke, Genreszenen aus dem täglichen Leben, einige biblische Vorwürfe und wenige Porträts. Sie zeichnen sich durch eine vielseitige und sichere Technik aus, durch eine zumal den architektonischen Themen und S.äölebildern zugute kommende Akkuratesse der Linienführung, darüber hinaus in den besten Stücken durch eine, vielfach in graphischen Darstellungen zu vermissende Dild- yaftigkeit und atmosphärische Dichte des tot* getragenen Raturausschnittes. 2n manchen Stücken, die uns eine besonders glückliche Hand zu verraten scheinen, wie z. B. „Kaiserswerth und „Vorfrühling in der Eifel", gewinnt das Landschaftsbild eine aquareilistisch - malerische Rundheit: ähnliches gilt von der „Cochemer Landstraße", den eingegl ederten „Obstbäumen und dem „Alten Haus am Iura". — Die Ausstellung wurde ge em vormittag durch den ersten Vorsitzenden des Kun'ivercins, Land- gerichtsdicektor Bücking, der Oefsentlichkeu übergeben, der mit einer kurzen Ansprache Die De'ucher willkommen hieß und in Wesen und Wert der ausstel lenden Künstler ei wahrte. hw. 80. Stall mit dem Rad tödlich verunglückt -- Wer zur letzten Ruhe gebettet wurde, hatte feine Beerdigung stattgefunden, ein überaus seltenes Vorkommnis. — Zur Zeit werden in un- Srer Gemeinde eine Unmenge von alten Lumen gefällt. Der Grund ist einerseits hx den sehr hohen Holzpreisen zu suchen, zum anderen wohl in der bevorstehenden Feldbe» reinigung. In diesem Jahr erhalten die hiesigen Ortsbürger zum erstenmal keinerlei Brennholz aus dem gemeinschaftlichen Wald der Gemeinden Ober-Lais und Fauerbach, da die vorhandene tzolzmenge den Bedarf nicht deckt. V Gedern, 26. Febr. Am Freitag fand im Dergwirtshaus die Generalversammlung der Gederner Bank A.--G. statt. Der Dor^ sitzende des AufsichtsratS, Kaufmann K. Funk, wieS darauf hin, daß das abgelaufene Geschäftsjahr ein Markstein in der Geschichte der Gederner Dank ist. Sind es doch 50 Jahre her, seitdem einige Weitschauende Männer klar erkannten, daß sowohl für das aufblühende Geschäftsleben, als auch für den Bauersmann die Errichtung eines Geldinstituts hier am Platze unbedingt erfolgen müsse. So wurde 1877 eine Genossenschaft mit unbeschränkter Haftung gegründet, aus der dann im Laufe der fünf Jahrzehnte die Gederner Bank erwachsen ist. Der Vorsitzende dankte allen, die dazu beigetragen haben, daß sich das Institut so entwickeln konnte. Insbesondere dankte et dem jetzigen Geschäftsführer Distel für seine wertvollen Dienste. Herr Distel gab dann den Geschäftsbericht, die Bilanz und die Gewinn- und Derlustrechnung für das Geschäftsjahr 1927. Wie Wohl bei den meisten Kassen, so sind auch hier die Spareinlagen in den letzten Jahren stark angewachsen. So hatte die Gederner Bank im Jahre 1924 63, 1925 197, 1926 316, 1927 522 Sparkonten mit einem durchschnittlichen Einlagebestand von 360 Mark. Recht gute Erfolge hat man auch mit den Heimsparkassen erzielt. Infolge der Röte der heimischen Landwirtschaft war es nicht möglich, die bei der Landesgenossenschaftsbank aufgenommenen Kredite zurückzuzahlen, um dadurch vom Bankkredit frei zu werden. An 138 Personen konnten Darlehen ausgegeben werden. Die Aufwertung der alten Sparguthaben wurde im verflossenen Jahre durchgeführt. Auf Wunsch wurden allen Aufwertungsgläubigern über 60 Jahren die aufgewerteten Beträge sofort ausgezahlt. Das Jahr schließt ab mit einem Gewinn von 6032,80 Mk.. von denen 2400 Mk. als 8 proz. Dividende zur Verteilung kommen, je 1000 Mark dem Reservefonds, Pensionskonds zugewiesen und dem Mobilienkonto abgeschrieben, während 300 Mk. für rückständige Derwaltungs- kosten und der Rest mit 332,80 Mk. als Vortrag aus neue Rechnung gebucht werden. Aus diesen Zahlen ist zu entnehmen, daß das Institut sich günstig entwickelt hat. Die Bilanz und die Gewinnverteilung wurden einstimmig genehmigt. Ebeixso wurde dem Vorstände und dem Aufsichtsrat einstimmig Entlastung erteilt. Die drei ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Karl Funk, Berthold Simon und Wilhelm O b e r h e i m wurden durch Zuruf wiedergewählt. i' M i t te l se e me n, 25. Febr. Gestern ereignete stch im hiesigen B a s a l t st e i n b r u ch ein schwerer Unglücksfall. Drei Arbeiter waren dort mit Brechen von Steinen beschäftigt, als sich plötzlich überhängende Steinmassen loslösten und a b st ü r z t e n, die unten beschäftigten Arbeiter begrabend. Der 59jährige Steinrichter Appel konnte nur als Leiche geborgen werden, während sein Arbeitskollege Nies an Kopf und Hand schwere Verletzungen erlitt und dem Gederner Krankenhaus zugeführt werden mußte, wo man ihn am Leben zu erhalten hofft. Der dritte Arbeiter kam mit leichten Verletzungen und dem Schrecken davon. § Ulrichstein, 25. Febr. Heute vormittag um 9.30 Uhr entstand im Gasthaus „Zum Vogelsberger Hof" ein K a m i n b r a n d , der bei dem herrschenden heftigen Wind leicht weitere Häuser in Mitleidenschaft hätte ziehen und großes Unheil anrichten können. Zum Glück ging der Besitzer des Hauses, Gastwirt K. Groh, sogleich mit einem Feuerlöschapparat vor, so daß die mit großer Schnelligkeit herbeigeeilte Feuerwehr, die nach dem Abreißen einiger Dachschindeln durchs Dach hindurch die Spritze anlegte, nur noch kurze Zeit zu tun hatte. Einiges Material ist teils mehr, teils weniger stark beschädigt, der im ganzen entstandene Schaden ist glücklicherweise nicht sehr beträchtlich. Kreis Lauterbach. * Engelrod, 26. Febr. Heute fand hier im Schäferschen Saale eine von über 300 Personen aus allen Teilen des Vogelsberges gut besuchte V e r f a m m 1 u n g statt, die der Aussprache über die verschiedenen Bahnbauprojekte im Do getsbera galt. Unter dem Vorsitz des Bürger meisters Appel (Ulrichstein) wurde die (Erorte rung in sehr umfassender Weise durchgeführt und schließlich mit überwältigender Mehrheit das Ergebnis der Aussprache dahin festgestellt, daß für die weitere Erschließung des Dogelsberges zunächst rur eine Bahnstrecke Mücke — UIrt ch st ein — Rixfeld in Betracht kommen könne. (Eine Entschließung in diesem Sinne fand Annahme. Preußen. Kreis Wetzlar. 2 Wetzlar, 26. Febr. Dem Kreise Wetzlar sind für das Jahr 1928 5 0 0 0 Ml. Beihilfe zum Llmveredeln von ObstbäuWehlar umfassenden, zentralisierten Milchkontrollveretn mit dem Sih in Wetzlar zu gründen, infolge ungenügender Beteiligung nicht durchgeführt werden konnte, hat man nun beschlossen, in den einzelnen Bürgermeistereien lokale Milchleistungs- prüsungsstellen ins Leben zu rufen. Man hofft, auf diese Weise zum Ziele zu kommen. Die Herdbuchgesellschaft des Kreises Wetzlar für das Vogelsberger Rind und alle dem Verbände angeschlossenen Züchter haben großes Interesse cm der Einführung der Milchleistungsprüfungen. Schon im verflossenen Jahre konnte man die Beobachtung machen, daß auf den großen Versteigerungen des Verbandes Mitteldeutscher Rotviehzüchter die Tiere mit Abstammungs- und Leistungsnachweis bedeutend höhere Preise erzielten, als die anderen Tiere. Der auf» blühenden Rotviehzucht des Krei- s e s wird die Einführung der Milchleistungs- Prüfungen sicher zur weiteren Förderung geraten. In absehbarer Zeit sollen zu den großen Ausstellungen der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft und zu den Märkten und Tierschauen des Verbandes Mitteldeutscher Viehzüchter nur noch Tiere mit dem obenerwähnten Leistungsnachweis zugelassen werden. Es wäre aber gefehlt, wenn man hierin den alleinigen Ruhen der Milchleistungsprüfungen erkennen wollte. Die golderren Verse Oer aufsehenerregende, letzte große Vornan von <£faea Vtebis erscheint vom 2S.Zebruar an im Gießener Anzeiger Bestellungen für März nehmen entgegen in Gießen die Geschäf.sstelle des Gießener Anzeigers und die Trägerinnen, auswärts die örtlichen Dertriebsstelien und die Post men zur Verfügung gestellt worden. Der Betrag ermöglicht es, die Kosten der Veredelung von etwa 50 000 Baumköpfen zu decken. Die Obstzüchter des Kreises sind aufgefordert, von der Beihilfe ausgiebig Gebrauch zu machen. Die Anmeli ungen zum Llmveredeln haben bei den Gemeindebaumwärtern und, wo solche nicht vor- Händen sind, bei den Gemeindevorstehern zu erfolgen. Als Beihilfe wird ein Betrag in Höhe der Häl te der entstehenden Kosten gegeben, baS fini> für den Kopf 10 Pf. An die Hergabe der Beihil en sind folgende Bedingungen geknüpfte 1. Verwendung von nur zwei bis drei Apfel- und ebensoviel Dirnensor.en im Veredelungsgebiet: 2. Sicherung sachgemäßer Pflege der umveredelten Bäum« in den nächsten drei Jahren: 3. Kontrolle der umveredelten Bäume in den nächsten drei Jahren durch den Kreisobstbaulehrer. l_ Aus dem Kreise Wehlar, 26. Febr. Rachdem der Plan, einen den ganzen Kreis g—11 . HITT"-~T- Jllll M 2luch der Landwirt, der nicht ausgesprochener Züchter reinrassiger Vieharten ist, hat von der Einführung der Milchleistungsprüfung große Vorteile, da ihm durch diese die Möglichkeit gegeben wird, eine bessere Futterausnutzung und Verwertung und hierdurch auch höhere Milch, ertrüge zu erreichen. Für den Kreis Wetzlar sind vorläufig drei Kontrollringe geplant. Der bereits bestehenden Prüfungsstelle Hörnsheim—Hochelheim sollen noch die Orte Lützellinden, Dor. Holzhausen, Groß- und Klein- Rechtenbach angeschloßen werden. Ein anderer Ring soll die Orte Garbenheim-Atzbach, Dorlar, Steindorf, Albshau en. Altensberg und Wetzlar umfassen, und der dritte Ring die Orte aus der Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach: Krosbori, Odenhausen, Wißmar, Launsbach und Salzböden. Die Mindestzah. der jedem Kontrollring angeschlossenen Kühe soll 200 betragen. Ein Kontrollassistent, der die staatliche Prüfung abgelegt hat, wird die Milch auf Quantität und Feingehalt prüfen. Die Kosten sind gering, pro Kuh 35 au je Monat, dürften sich aber bei recht zahlreicher Beteiligung, die zu erhoffen ist, noch verringern da auch die Landwirtschaftskammer, der Kreider landwirtschaftliche Verein und die Kreist bauernschaft Zuschüsse leisten. ~ Klein» Rechtenbach. 26. Febr. Bet der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten Holz- Versteigerung wurden folgende Preise er. zielt: Kiefernnutzknüppel (3 Meter lang) 26 bis 30 Mark je 3 Raummeter, Kiefern knüppel 15 bis 19 Mark je 2 Raummeter, Kiefernstockhvl» 4 bis 8 Mari je 3 Raummeter, Kiefern- und Fichtenreiser (gemischt) 3 bis 4 Mari je 4 Raummeter. Der Preis für die Kiefern- und Fichten, reifer war so gering, daß die Gemeinde den weiteren Verkauf einstellte. Es ist fraglich, ob die Gemeindevertretung die Versteigerung' bei solch billigen Preisen genehmigen wird. <> Oberkleen, 26. Febr. Am 16., 17. und 18. Juli findet hier das G a u t u r n f e st des Turn, gaues Wetterau statt. — Die von dem hiesigen Turnverein veranstaltete Turnhallenbau l o t t e r i e ergab einen Reinertrag von rund 600 Mk. Der Verein hat das Geld vorläufig zins- tragend angelegt. <> Ebersgöns, 26. Febr. Wie bereite berichtet, waren unter den Schulkindern der hiesigen Gerne nbe die Masern in einem solchen Umfange au, getreten, daß die Schule gc- schlossen werden mußte. Rachdem die Krankheit in den letzten Tagen wesentlich zurückgegangen ist, ist nun der Schulbetrieb wieder auf, genommen worden. Oberwesterwaldkreis. D Höhn, 26. Febr. In der jüngsten öffentlichen Sitzung der hie igen Gemeindevertretung lag zunächst zur Kenntnis und Genehmigung em Rachtrag zum Pachtvertrag zwischen Gemeinde und Gewerkschaft Albert vor, wonach die Kontrolle der zu verladenden Steine nicht durch einen Wiege-, sondern durch einen neuzeitlichen, patentierten Zählapparat erfolgen soll. Zur Verhütung einer Benachteiligung, die der Gemeinde durch das Zählen statt des Wiegens entstehen konnte, sichert sich die Ge- meinde durch einen Passus, der die Gewerkschaft bei Zahlung einer hohen Konventionalstrafe verpflichtet, die Wagen nur bis zu einer gewissen Stückzahl von Pflastersteinen zu beladen. Dem Gemeindeforstbea ten steht jederzeit das Aus. sichts- und Kontrollrecht bei der Verladung der Steine zu. Bei mangelhafter Funktion der Zahl- Vorrichtung ist die Gemeinde berechtigt, das Verladen der Steine so'ort zu unterbinden. Der Rachtrag war vom Kreisausschuh entworfen und in einer gemeinsamen Sitzung mit der Forst- behörde und dem hiesigen Ge windevorstand in der vorliegenden Form erarbeitet worden. — Der Bürgermeister brachte der Vertretung ein Schreiben des Landratsamtes zur Kenntnis, daß der Landwirffchaftsminister beabsichtige, ber Landwirtschaft zu Drainage- und Mel io- rationszwecken einen Auslandkredit zu erwirken. Trotz des günstigen Angebots glaubt die Gemeindevertretung darauf verzichten zu können, da sie der Ansicht ist, daß die ihr zur Verfügung stehenden Mittel für solche Arbeiten in der Gemeinde vollkommen ausreichend sein dürften. — Der Vertrag mit der Bobenver besser ungs - Gesellschaft, die der Gemeinde auch in diesem Jahre ein Darlehen von 1180 Mk. zur Melioration der Viehweide zur Verfügung stellt, wird auch für dieses Jahr genehmigt. — Der Schulneubau ist dadurch, daß die Regierung die Gemeinde veranlaßt, zu dem Regierungsentwurf Stellung zu nehmen, In ein neues Stadium getreten. Die Ansichten über den Bau sind zwischen Regierung einerseits und der Gemeinde andrerseits äußerst divergierend. Während bei der Regierung die Baukosten, b. h. die Höhe des vom Staate zu gewährenden Dandrit'els im Vordergründe steht, ist für die Gemeinde, die etwas Einheitliches und Ganzes schaffen möchte, an erster Stel.e das Praktische und Annehmliche — unbeschadet der Mehrkosten, die die Gemeinde zu zwei Drittel auszubringen bereit ist — matz- Der Blumentopf. Von Clara Bliithgen. Schön ist's wahrhafttg nicht, wenn in solchem Berliner Gart-nhau e einer dem andern in die Fenster guckt. Wie einer vom andern gan; genau treib: Riedergang der Verhältni se — selbst Dienstmädchen spie, en — möblierte Zimmer vermieten — berufstätig sein und allerlei anderes. Wie im Andersenschen Märchen vom Schweinehirten riecht man ganz genau, was in den gegenüberliegenden Kuchen in den Töp en brodelt. Man erlebt es mit, wie der Sonntags- braten geklopft und der Schnee für die süße Speise geschlagen wird. Wie die Wimpelr ihe von Taschentüchern, die jeden Montag vor dem Schlafstuben, enster dem Tro inen gntg "genflat ert, immer fadenscheiniger und fadenschein g r wird. Hat man besonders Glück, so klettert wohl an der Wand gegenüber blutroter Wein empor, alle die häßlichen, abgeblätterten St ilen des Gemäuers wohltätig ver.chleiernd. oder ehe Loggia Prangt im Schmuck anspruchsloser Efeu- ranken. Aber die meisten Häusrrwänb? sind kahl, trostlos kahl. In öder Symmetrie stehen die Fenster: hier die zwei Fenster der Schlafstube. daneben das geteilte von Bad zi nmer und Speisekammer, dann das Küchenfenster und w i er das buntverglaste der Treppe, das sich so freundlich erhellt, wenn ein ausschweifender Mittelstandsmensch abends nach Hause kommt. , scheint die Sonne, so bringt sie es fertig, felbft dieses häßliche Hinterhaus zu begnaden. Fenster fliegen auf, Gardinen leuchten in verdoppelter Weiße, das Bauer mit dem Kanarien- bogcl wird aufs Fensterbrett gestellt. Gesichter, die man feit Ewigkeit als alt und mißvergnügt fennt, prangen in erneuter Jugend. «. ^ur 3wei Fenster verschließen sich hartnäckig huV Eegensspenderin. Vor dem einen nv-n s 3h !yaIou^ ständig herabgelassen. Kein spähendes Auge hat je gesehen, daß sie sich auch nur um eines Zolles Breite gehoben hätte. Am andern Fenster ist sie zur Hülste aufgezogen. Der freie Teck zeigt gelbe, etwas ausgeblichene Rouleaus und das Weiße Eisengestell ein's Bettes, mit dem Kopfende dicht ans Fenster gerückt. In dem Zimmer haust eine Frau. Ob alt ob jung, ob schön ober unschön? Man fragt es nicht denn man wird erschüttert von der Bürde des Leidens, die auf diese schmalen Schultern unter dem grauen Jumper gehäuft ist. Von der absoluten Freudlosigkeit, Die die ganze Erscheinung ausströmt. Eine von den Stillen, deren eigentliches Ich »on der Rot der Zeit bis zur Llnkenntlichkeit umgeprägt wurde, die nun das Dunkel suchen. Ratürlich weiß man von ihr: Früher Besitzerin der ganzen Wohnung. Run die drei schönen Vorderzimmer abvermietet an irgendwen. Sie selbst berufstätig. Irgendwie. Wer früh aufsteht, kann es noch mitanschauen, wie sie mit müden Bewegungen das Bett auseinanderlegt, und in der gemein; djaftlicfcen Küche sich etwas Tee aufgießt. Wer spät zu Bett geht, wie sie zurückkommt. sich müde Tee auf- gießt. bann übermübet ins Bett |intt. Mwin der Sonntag gehört ihr. Da sieht man ein Staubtuch wehen, ein Rock wird gebürstet. ein Paar Halbschuhe an ben Sohlen geschwärzt, eine Bluse getoa chen unb zum Trocknen vors Fenster gehängt. Ausgezwungene Rot- wenbigkeitsarbeiten, nirgends ein Aufschwung, nichts, was auch nur an die bescheidenste Freude erinnerte. Plötzlich wirb bas anberg. Auf dem Fenster- breit, vor dem Hintergrund des weißen Ei en- bettes macht sich ein Blumentopf breit. Eine Fuchsie, mit gefunden gr inen Dl ttern, mit halb erschlcs enen du k'lroten Bl te.i und (ugebgen b a r len Kno pen. Cin Fuchsie, wie es ihrer tjunberttaafenbe in der Großstadt gibt. An sich nichts Besonderes. Aber in dieser grauen Umgebung ein leuchtendes Wunder, ein Zcuibergew ichs aus einer and ren freudigeren Welt nach hier verschlagen. Wenn letzt die Sonne scheint, so macht sie keinen Llmweg mehr um die beiden Fenster, sondern sie ver- wellt ausgesucht liebevoll gerade dort All ihren Glanz sammelt sie auf dem Blumentopf, damit Die Pflanze wachsen unb gebeihen möge in ihrer wunbervollen Bestimmung, ein bißchen Sreube in ein verarmtes Menschenherz zu bringen. Trotz ber sonstigen Allwissenheit in bezug auf jebes Erlebnis des Rachbarhau'es weiß man nicht, was für eine Bewandtnis es mit dem Blumentopf hat. Ob er einfach auf dem Wochenmarkt getauft wurde? Ob eine liebe Hanb ihn stiftete, vielleicht sogar eine männliche? Lim den Faden nach einem flüchtigen Begegnen nicht abreiben zu lassen? Ob als Anfang oder als Schluß eines Herzenserlebnßses? Alles ist dunkel aber darin liegt vielleicht gerade der Reiz dieses Blumentopfes. Run ist die Frau nicht mehr allein, nicht mehr vereinsamt Da ist ein Geschöpf Gottes, das zu ihr gehört, das sie morgens begießen' t>on welken Blattern und Blattläu en befreien darf, für das. je nach dem Bedarf seines Wohlbefindens, das Fenster geschlossen od:r geöffnet werben muß. Wenn sie abenbs nach Hause kommt, lohnt es, nachzusehen, ob keine Blüte neu aufgebrochen ist, ober von ben längst erschloßenen feine verwol.t vom St n;el gefallen. (Sin tounberbaier Verjüngungspw^eß i,t mit dem zu früh verblühten Gericht der Frau vor sich gegangen. Man sieht jetzt erst, wie fein- linig diese Züge sind, wie natür ich gewellt der leicht angegraute Scheitel. Welch leuchtende Tiefe in diesen sonst so harten Augen ruht. Leise und zärtlich berührt sie ben Stengel ber Pfl.a"^ — ganz, als ob sie etwas Liebes streichle. Llnb jetzt — wahrhastig — jetzt lächelt siel Oberhessischer Kunstverein. Tie gestern eröffnete neue Ausstellung des Kunstvereins um aßt eine Ko leftion Oelgemälbe Don Rubols Hellwag (Berlin) unb eine größere So ge Radierungen von Josef Steib (Tckss^l- borf). Die Gemälbe sind durchweg Freilichtbilder, vornehmlich nach lanbscha tlichen Motiven aus i Deutschland. England und Italien. Die stilistische Eigenart Hellwags scheint uns in einer ausgesprochen malerischen unb ausgesprochen flächigen Malweise begründet zu sein. Die farbliche Behandlung und ßö.ung eines gegebenen Themas steht im Vorderarunde seiner künstlerischen In- tentionen. Die Problematik seiner Arbeiten ist vorwiegend unb oft ausschließlich koloristischer Ratur. Mit andern Worten: dieser Maier ist im wesentlichen nicht linear eingestellt, und er geht niemals von ber räumlichen unb plastischen Erfassung unb Gestaltung bes jeweiligen lanb° schasttichen Motives aus: bte Folge davon ist eine teils dekorative, teils ziemlich unrealistische Wirkung dieser Bilder. Sie stehen - wie ihr Schöpfer überhaupt modischen Stileinflüssen wenig zugänglich zu sein scheint — am weitesten entfernt vom prägnanten Ausdruck gegenwärtiger Malbestrebungen. Hellwag hat auch mit bem Expressionismus kaum etwas gemein (dazu ist er bvch zu nüchtern unb zu biszipliniert: wir urteilen natürlich immer nur nach ben hier zugänglichen Arbeiten) — am ehesten scheint er, in manchen Stücken wenigstens der im- pre' ionih ->en .Se' • ' - aV--. gen.Obwohl er wiederum um m ressio ist zu e n, u deutlich. zu gründlich, zu oetoni malt, u ,o uoerdies zuviel vorn Außenbilbe und Augeneinbruck auf ber Leinwand festhalten, zusammentragen und bereinigen will. Lleberhaupt weisen manche seiner Bilder — unb leiden darunter — ein Llebermah flt6ent>. Dfdte der alten Schule wegen Baufälligkeit sowieso einen Umbau erfordert, möchte die Gemeinde durch Umwandlung der Dienstwohnungen im alten Schulhause zu den beiden Schulsälen zwei neue schassen und ein isoliertes Haus mit nur Dienstwohnungen für die Lehrer bauen, während die Regierung die Wohnungen im alten Dau belassen und ein neues Haus mit zwei weiteren Schulsälen und zwei Dienstwohnungen errichten will. D.e Ansicht der Gemeindevertretung soll mit ausführlicher Begründung der Regierung vorgelegt werden. Uuterwesterwaldtrcrs. WSN. Montabaur, 26. Febr. In der vorletzten Nacht gegen 3.30 Uhr brach auf dem dem Muhlenbesitzer Becher gehörenden Anwesen, der Hardter M ii h l e, in der Nähe des Do.fes Hardt, ein verheerendes Großfeuer aus, das m.t rasender Schnelligkeit um sich griff. Ehe die Feuerwehren der Umgebung eintrafen, stand bereits die ganze in einer Talmulde isoliert liegende Mühle mit allen Nebengebäuden in Flammen. Die Wehren waren dem gewaltigen Großseucr gegenüber machtlos, so daß die Mühle, das Wohnhaus, die sämtlichen Oekonomiegebäudc und die angebaute Mühlenbauwerkstätte bis auf die Grundmauern niederbrannten. Der Brand soll durch Kurzschluß entstanden fein. Das meiste Inventar ist mitverbrannt. Der erheb- liche Schaden soll nur zum Teil durch Versicherung gedeckt sein. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 25. Febr. Heute vormittag stieß auf der Hanauer Landstraße ein Lostauto der Firma Beutler aus Hanau mit dem Motorradfahrer Franz Peter zusammen. Die Ehefrau des Peters, die auf dem Soziussitz saß, wurde derart schwer verletzt, daß sie sofort starb. Der Ehemann wurde schwerverletzt t < tv h Hessischer Landesparteitag der Deutschen Volkspartei. WSR. Frankfurt a. M., 26. Febr. Der Landesparteitag der Deutschen Dolkspartei Hessens, der unter außerordentlich starker Beteiligung von Bertretern der Organisationen und Bertrauensleuten aus allen Tellen Hessens heute in Frankfurt a. M. stattfand, wurde durch die Erstattung des Geschäftsberichts durch Generalsekretär W e l k o w eingeleitet. Alsdann ergriff der hessische Reichstagsabge- vrdnete der Deutschen Dolkspartei, Cxz. Dr. Decker, das Wort zu einem grobangelegten Referat, in dem er die Sorgen der Gegenwart behandelte. Den breitesten Raum nahm naturgemäß die Stellung der Deutschen Volkspartei zum Reichsschulgesetz ein. Der Redner wandte. sich vor allem gegen die vorzellige Auflösung des Reichstages. Er bedauerte den Zusammenbruch der Regierungskoalition in einem Augenblick, in dem noch so bedeutende Aufgaben zu erfüllen seien. Mit aller Energie ioies der Redner den Vorwurf zurück, daß die Deutsche Dolkspartei an dem Zusammenbruch der Koalition die Schuld trage. Wer glaube, daß das Schulgesetz die einzige Ursache des Zusammenbruchs lei, Dem sei es nicht gelungen, auf den Kern des Problems vorzudringen. Dr. Decker erklärte dann unter stürmischem Deisall, daß die Deutsche Dolkspartei trotzdem diesen Dorwurf gern trage und sich mit Freuden mitschuldig am Scheitern des Schulgesetzes be- lenne. Der Redner machte sodann den Deutschnationalen den Dorwurf, in dieser Koalition nicht vermittelnd zwischen dem Liberalismus und dem Zentrum gewirkt zu haben. Bei den Deutsch- nationalen sei der Wille, es für die Zukunft mit dem Zentrum nicht zu verderben, auSschkaggeberrd gewesen. Trotz der Blldung der neuen Bauernpartei ist der Redner bezüglich der kommenden Wahlen sehr optimistisch eingestellt. Rach Dankesworten an Dr. Decker seitens des Landesvorsitzenden sprach noch Landtagsabgeordneter Ehr. Scholz- Mainz, der einen Tlebcrblick über die Geschichte der hessischen Regierungsbildung gab und die grundsätzliche De- rellschaft der hessischen Dolkspartei zur Teilnahme an der Regierung unterstrich. Ein Antrag Prof. Krausmüller -Gießen, der dem Reichstagsabgeordneten Dr. Becker und der Landtagsfraktion Dank und Dertrauen ausspricht, fand einstimmige Annahme. Tumen, Sport und Spiel. Spieler und Zuschauer. Es ist nicht zu leugnen, daß ein richtiges Kampf- spiel erst dann seinen wahren Wert bekommt, wenn alle daran Beteiligten, nämlich die beiden Mannschaften, der Schiedsrichter und das Publikum in einem gewissen Kontakt miteinander stehen. Diese Verbundenheit miteinander hat aber zur Voraussetzung, daß eine von allen Leidenschaften, von jeder Parteilichkeit freie sportliche Auffassung die Freude am Spiel, seinem Verlauf und dem Ergebnis trägt Was ist vom Spieler zu verlangen? Er muß zuerst wissen, daß, auch wenn er um Punkte oder um den Sieg kämpft, er trotzdem in erster Linie sich um des Spieles willen, aus Freude am Spiel auf dem Rasen tummelt. Unbeschwert durch irgend etwas, was nicht mit dem Spiel selbst zusammenhängt, soll er sich ihm ganz hingeben, ihm seinen ganzen Körper, seinen Geist, seine Seele widmen. So einfach, wie das klingt, so schwer ist das aber auch. Da lauert zunächst die Gefahr, daß man vielleicht nur oder wenigstens mehr an sich selbst denkt als an die Mannschaft, an die Kameradschaftlichkeit, welche gerade das Mannschaftsspiel verlangt, an die Unterordnung des eigenen 3 ch s unter das Ganze. Nur wer sich dem Spiel wirklich um des Spieles willen hingibt, ist dazu fähig, und darum ist es die höchste Pflicht eines jeden Mannschaftsführers, eines jeden Iugend- erziehcrs, den Gedanken und die Pflege des Gemeinsinnes in alle ihnen Anvertrauten von Anfang an hineinzupflanzen. Wer als Spieler ein rechter Sportsmann fein will, muß wissen, daß er seinem Spielführer unbedingt zu folgen hat, daß er während des Spieles an dessen Maßnahmen nichts aussetzen darf, etwa gar auf eigene Faust handelt, wenn er mit irgend etwas nicht einverstanden ist, kurzum daß er Mannschaftsdisziplin hält, auch wenn er dieses oder jenes nicht billigt. Kritik kann nach dem Spiel einsetzen, erst dann ist sie am Platz und auch notwendig, denn jeher lernt durch sie nur zu. Was gegenüber dem Spielführer gilt, ist gegenüber dem Schiedsrichter in noch höherem Maße notwendig. Der ist kein rechter Spieler, der sich nicht beherrschen kann und keine unbedingte Unterordnung kennt unter das, was ein Schiedsrichter, mag er nun recht ober vermeintlich unrecht handeln, an- ordnet. Auch ein Schiedsrichter ist nur ein Mensch, und er kann irren. Das Vertrauen zu ihm und seiner Unparteilichkeit darf niemals während eines Spieles erschüttert werden, indem man seine Entscheidungen kritisiert oder etwa gar die Ausführung verweigert. Darum gehört zu den ersten Pflichten eines Spielers die des Gehorfams und der Unterordnung unterdenSchieds richte r. Dieses unbedingte Vertrauen hat jedoch als Voraussetzung die Pflicht der Verbände, für ihrer Aufgabe vollkommen gewachsene Schiedsrichter, für in jeder Hinsicht einwandfreie Personen, die mit der Leitung eines Spieles beauftragt sind, zu foraen. Jeder weiß, daß ein Kampfspiel für den daran Beteiligten auch allerhand Gefahren für den Charakter in sich bergen kann. Da wächst oft der Ehrgeiz, unbedingt siegen zu wollen, in einem gefährlichen Ausmaße an, da lauert als weitere Gefahr die der S e l b st ü b e r h e b l i ch k e i t, wenn man durch Veranlagung oder Fleiß ein tüchtiger Spieler aeworden ist, womöglich der beste in der ganzen Mannschaft. Da ist es nicht immer leicht, sich wahrend jeder Phase des Spieles vollkommen zu beherrschen und in Zucht zu halten, ja da kann es so- gar vorkommen, daß die Leidenschaft den einen ober anderen dazu bringt, unehrlich zu handeln. Wie oft kann es passieren, daß bei einer zweifelhaften Lage die Aussage eines einzelnen Spielers entscheidend ist für den Gewinn ober Verlust des Spieles. Da gilt es, energisch jeder Versuchung zu widerstehen, wider besseres Wissen und Wollen eine Auskunft zu geben, die unter Umständen der eigenen Mannschaft zum Nachteil gereicht. Mit der Ehrlichkeit steht und fällt jedes Kampfspiel, jeder Sport. Die andere Partei bilden die Zuschauer. Auch sie bedürfen genau so wie die Spieler selbst der Erziehung zu sportlichem Sinn. Da darf die Sympathie für die eine ober andere Partei keine Rolle spielen, da gilt es, die Leistung beider Mannschaften, jedes einzelnen Spielers, unbeherrscht durch Vereins-Zugehörigkeit ober gar Fanatismus zu bewerten unb. wenn es denn schon sein muß, zu bewundern. Wie leicht verfallen gerade die Zuschauer, vor allem, wenn sie falsch erzogen sind, der Gefahr, der von ihnen begünstigten Mannschaft durch einseitige Stellungnahme einen Vorteil zu verschaffen. Natürlich kann niemand aus seinem Herzen eine Mördergrube machen, soll niemand bei einem Spiel kühl bleiben bis ans Herz, denn auch beim Zuschauer muß das Spiel immer ein Spiel bleiben unb muß bei ihm immer Freude am Spiel, genau wie beim Spieler selbst, das Höchste bleiben. Es ist aber ein Unterschied, mit einer Mannschaft zu sympathisieren, ober sie durch einseitige Sympathie in Vorteil zu setzen. Wie leicht ist man bann geneigt, die Fehler „seiner" Mannschaft zu übersehen, gegen die der anderen Mannschaft aufzubrausen. Nur ein Schritt weiter, unb man wird u. U ungerecht, parteiisch gegen den Schiedsrichter, sieht als Fehlentscheidung an, was die eigene Mannschaft trifft, protestiert durch Zurufe oder Pfeiffkonzert gegen Maßnahmen, die vermeintlich dem Gegner nützen. Statt der Freude am Spiel erhebt sich stattdessen bann oft Geschrei, Geschimpfe unb Zank unter ben Zuschauern selbst, unb alle diejenigen, auf die das Spiel werbend wirken sollte, gehen enttäuscht nach Hause, kehren nie wieder. Darum gilt die Pflicht und die Erziehung zu sportlichem Sinn nicht für die Spieler allein, sondern in gleichem Maß für bie Zuschauer, bic erst in inniger Verbundenheit miteinander das wahre Wesen und die wi.kende Werbekraft von Sport unb Spiel boEumentieren. Süddeutsche Fußballmeisterschaft 3m allgemeinen entsprechen die neuesten Ergebnisse der Kämpfe um die süddeutsche Fußballmeisterschaft den gehegten Erwartungen, wenn auch Sieg oder Riederlage in einigen Fällen ungewöhnlich hoch oder knapp errungen wurde. 3n der Runde der 2Neist>r erfuhr die TabeUe nur insofern eine kleine Aen- berung, als der Karlsruher F. D. durch einen knappen, durch besseres Stürmerspiel errungenen 1:0-Sieg über den S p D. Waldhof Mannheim nunmehr Wormatia Worms vom 4. auf Len 5. Platz verdrängte, da Wormatia in Frankfurt gegen Eintracht 3:4 verlor, wobei von einem guten Abkchneiden der Wormser gesprochen werden darf. Allerdings erzielten sie ihre Tore nur aus einem Strafstoß und zwei EckbäUen. Bayern München behauptete die Tabellenspitze gegen die Stuttgarter Kickers in einem harten Spiele, das erst kurz vor Ende mit 2:1 für München entschieden wurde. Endlich bewiesen auch die Stürmer der S p. D g. Fürth, daß sie auch eine größere Anzahl Tore zu machen verstehen, denn sie gewannen als Gäste des F. D. Saarbrücken mit 9:1 Treffern. Allerdings ist dieser hohe Sieg nicht allzu gewichtig au nehmen, da er gegen die schwächste Mannschaft der Gruppe errungen wurde. — 3n der Runde der Zweiten und Dritten hatte die Gruppe Südost nur zwei Spiele angesetzt. 3m ersten siegte der Tabellenführer. Wacker München, mit kompletter Mannschaft gegen die mit Ersatz antretenden Leute von V R. Fürth mit 4:1 Toren. Wacker । ieltc hierb i fast ku chwez übe. egen. namentlich in ue. ...en Spielhäl-te. Der 1. F. C. Rürn- b e r g gewann mit seinem systemvollen Spie! mühelos gegen Union ‘Bedingen 5:0. Trotzdem muß anerkannt werden, daß sich Döckingen zeitweilig kräftig zur Wehr sehie. 3n der Tabelle gab es gar keine Veränderungen in der Platzverteilung. Die Gruppe R o r d w e st sah zunächst den D. s.L. Reu-3senburg erstmalig siegreich, und zwar gewann seine Mannschaft mit 3:2 Toren gegen die F. Ges. 1 9 0 3 Ludwigs- Hasen, al.erdings cc . annen die Hessen unverdient und nicht gerade auf faire Kampsweise. Sp. D. 05 Mainz gewann zwar zahlenmäßig ziemlich hoch, nämlich mit 5: 1 Toren, gegen Saar 05 Saarbrücken, stieß jedoch aui unerwartet zä.^en Widerstand, den zu brechen anfangs nicht glücken wollte. Fußball Hessen-Hannover. BL. Sport Kassel — SV. LI Gotha 3:4 (1:2). Sport war die überlegenerc Mannschaft: es fehlte ihr jedoch das bessere Zusammenspiel, so baß sie sich mit 3:4 geschlagen bekennen mußte. Oie Kuhballmeisterschast in Berlin geklärt. 3ii der Reichshauptstabt wurde als Meister der Abteilung A Hertha Berliner S p. C. endgültig festgesteUt. Mit viel Glück schlug er den Titelverteidiger Norden-Nordwest 2:1; zur Pause führte Norden-Norbwest 1:0. Der ausgezeichnete Torhüter Herthas, der frühere Königsberger Gehlhaar, sicherte seiner Mannschaft ben nicht ganz verdienten Erfolg. Berlin wird zu ben Spielen um bie deutsche Meisterschaft Hercha Berliner Sp. CI. unb Tennis Borussia als seine Vertreter meiden. Am kommenden Sonntag tragen beide Vereine bereits das erste Entscheidungsspiel um die brandenburgische Meisterschaft aus. Süddeutsche Handbattmeisterschast O. S. B. wesigruppe: p. S. v. Mannheim gegen S. 23 Darmstadt 98 1:7 (1:5). Darmstadt spielte dauernd Überlegen unb konnte infolge besserer Technik im Aufbau bes Spieles unb feiner Kombination in ber ersten Halbzeit bereits fünf Tore erzielen, dem Polizeifportoerein Mannheim am Schluffe ber Halbzeit, in der er sich etwas mehr burchsctzen konnte, nur ein Tor entgegensetzen konnte. In ber zweiten Halbzeit spielte Darmstabt verhalten, konnte aber in größeren Adstänben noch zwei weitere Tore erzielen. Deutsche Gkimeisterschaft. Auch der dritte Tag der Deutschen Ski- meiste r s ch a f t war vom herrlichsten Wetter begünstigt. Am Samstag kam der 4 0 - K i l o - meter-Stassellaus zum Austrag, an dem auch die Militärpatrouillen teilnahmen, da die deutsche Heeresmeisterschaft nach den ifigfas Qehetmnis jedes Erfolges, im gefchäftliehen, wie infaxialcn£eben. Sn dergewaltigenKLusdehnung^ unferer Betriebe, die. in wenig fahren, fielt zu, ihrer imponierenden heutigen SCohe erheben durften, erblicken wir, ganz mitSfaehtj'eine Beftätigang diefes, unferes^ Prinzips: Tfuv wenige Marken,aber diele in der höchffen denkbaren Oute her zu frei len. Qfiefe ^Konzentration ermöglichtes, bei unferer Produktion von nur 3 Sorten Qualitäten xubereiten, rotefie gewöhnlich nur den nächfthöheren Preisstufen xu eigen find. G^Don diefen SSfäarken wird für den täglichen ffenuße befanden wegen ihrer Tttilde und ihres ausgezeichneten Jlromas gefehätxt: ' BOti 2500r*i Franck © Kaffeemühle i|l »mftfllt öur» 'Pickeln, Alilelltr und SommerlprofTtn. Viele ÖCMtunteimgkritrt befdtigt ftfenell Obrrmqjer’s 6er6a-(5«if« ubö man erzielt durch 61e|elbe eine ,ar!e. rosig. Haut, wa» rohir.iche änfl. u. prioate Sulacblen bero.ilra. 6t 211.— 65 Wh eernätk* 2tt L- öui Nachbeh. ist »erba-tfretn« drimd. jit empfehl öu haben in erfl. 21potb.. Drog u ‘Dorf. der (Sann* der der 15 AvM°>e ZWf migmLBeöarfsartltel MD jJIJUlU iiruelien in dem vvotovaees Schulst«. Lprcchftundcn der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag» Samstag nachmittag geschlossen Jur unverlangt eingesandtc Man u skr lple ohne beigesügte» Rütfporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenanslroge sind lediglich an bte Geschäftsstelle zu richten. (Oppeln) 3:12,02; 11. Nachrichten-Abt. stadt 3:33.30. Binjarcngen-Nm wegen' deutscher Skimeister. Ergebnissen des Militärpatrouillenlaufes und des Staffellaufes gewertet wird. Zum Start um 12.30 Uhr stellten sich 25 Staffeln (16 Militär- und 9 Landesstaffeln). Don den ausländischen Verbänden starteten nur der Schweizer Skiverband und der Oesterreichische Skibund. AIS Sieger in der Staffel der Ländermannschaften ging der Dayeri sche Skiverband mit der Mannschaft Bauer, Pellkofer, Krebs, Hagen und Steinhäuser in 3:05,39 hervor. Zweiter wurde der Thüringer W i n- tersportverband mit 3:14,53, während der Schweizer Skiverband mit seiner starken Mannschaft in 3:15,28 nur den dritten Platz belegen konnte. Der Oesterreichische Skiverband plazierte sich sogar erst an achter Stelle. Bei den Militär-Staffelmannschaften kamen wiederum die Kemptener Jäger als erste Mannschaft am Ziel an. Sie belegten auch in der Gesamtwertung um die deutsche Heeresmei st erschuft den ersten Platz vor dem 2. Bat. des Bayr. Jnf.-Regts. 7 (Landsberg) und ihrer zweiten Mannschaft. Das Ergebnis der deutschen Heeres- meist ersch af t ist wie folgt: 1. 3. Jäger-Bat. Inf.-Regts. 19 (Kempten i. Bay.) 1. Mannschaft 2:42,52; 2. 2. Batl. Inf.-Regts. 7 (Landsberg i. Bay.) 2:46,34; 3. 3. Iäger-Batl. Inf.-Regts. 19 (Kempten i. Bay.) 2. Mannschaft 2: 47,14; 4. Pio- nier-Datl. 7 (München) 2:57,28; 5. 3. Iäger-Batl. Inf.-Regts. 17 (Goslar) 1. Mannschaft 2:59,30; 6. 2. Iäger-Batl. Inf.-Regts. 7 (Hirschberg) 1. Mannschaft 3:02,15; 7. 3. Jäger-Bat. 3nf.- Regts. 17 (Goslar) 2. Mannschaft 3:03,28; 8. 2. Iäger-Batl. Inf.-Degts. 7 (Hirschberg) 2. Mannschaft 3:09,30; 9. 1. Batl. Inf.-Rets. 13 (Stuttgart) 3:09,38; 10. l.Bat. Inf.-Regts. 7 Winterbad auf Schanschwimmen und -springen beschränken. Am 22. März tre sen die Wasserfreunde in Colmar ein, wo sie am 24. Sports Reunis de Colmar zum Gegner hoben, lieber Saarbrücken geht es nach Luxemburg, wo beim Swirnming-Club Luxemburg am 25. letzte Start erfolgt. iWen Sie bitte beim Einkauf genau auf die&e zt/ei Kennzeichen damit Sieden guten sparsamen Kaffee-ZusafzAecht Franck gibt dem KaffeegetrSnk eine schöne.goldbraune Farbe und ein würziger reines Aroma. Die schnellsten Züge. ADD. Allgemein herrscht die Dorstellung, daß die schnellsten Züge dec Welt in Amerika verkehren. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten — so denkt der Laie — müsse auch den Rekord in der Schnelligkeit des Eisenbahnverkehrs erreicht haben. Sn Wirklichkeit stimmt dw,e Meinung jedoch nicht mit den Tatsachen überein. Dor dem Kriege besahen allerdings die Vereinigten Staaten die schnellsten Züge der Erde, und zwar sowohl auf kurzen Entfernungen, wre auf langen Strecken. Wie der Präsident der Reichsbahndirektion München, v. D ö lcke r, aus Grund seiner persönlichen Studien in den U- S. A in der amtlichen Zeitschrift „Die Reichsbahn" mitteilt, fährt heute der schnellste Zug tn den 11. S. A. auf kurzen Strecken, der Reading Rrd. von Camden, RI. nach Atlantic City, mit einer fahrplanmäßigen Geschwindigkeit von 99,3 Kilometer in der Stunde, während b^r ^em Kriege die Geschwindigkeit von 107 Kilometer erreichte. Der schnellste Zug auf kurzen Strecken in der ganzen Welt gehört heute der Great We'ern Railway in E n g l a n d, emer Geiclischaft, die, wie man in England sagt -das Wort Speed (Geschwindigkeit) mit zwei großen EE schreibt". Dieser Zug verkehrt zwischen Swindon und London-Paddington auf einer 125 Kilometer langen Strecke und erreicht eine fahrplanmäßige Geschwindigkeit von 99,5 Kilo- tncter in der Stunde. Auf weite Entfernungen war der „Twentieth Century Limited" der Reu- York Central Rrd. zwischen Reuyvrk und Chicago (1575 Kilometer) der schnellste Zug der Erde ferne fahrplanmäßige Fahrzeit war 18 Stunden', feine Reisegeschwindigkeit 87,5 Kilometer tn der Stunde. Heute braucht dieser Zug 20 Stunden rur die gleiche Strecke, seine Reisegeschwindigkeit betragt also nur noch 78,7 Kilometer. Trotzdem A der 201h Century, der im Iuni 1927 das Iubiläum seines 25jährigen Bestehens gefeiert hat, vielleicht der meistgerühmte Zug der Welt. Er besteht aus zehn Wagen (acht Schlaf», einem Spel.e- und einem Aussichts- und Klubwagen) und ist schon an einem Tage neunfach gefahren worden. Hinter diesem ^uge bleiben die übrigen amerikanischen Expr.'ßzü;e weit zurück. Ihre Reisegeschwindigkeit hält .ich in dec Regel zwischen 55 und 68 Kilometer in der Stunde, nur selten kommen Reisegeschwindigkeiten bis zu 73 Kilometer in der Stunde vor. Derglichen mit den amerikanischen Zügen und den schnellsten Zügen Europas schneiden die deutschen FernO-Züge keineswegs so un- gunftig a&, wie vielfach irrtümlich geglaubt wird. Die höchste Geschwindigkeit unter den deutschen Zügen erreicht der Schnellzug Berlin-München auf der Strecke Berlin—Halle, der die 161,7 Kilometer lange Strecke mit einer Geschwindigkeit b o n 8 5,8 6 Kilometer in der Stunde (ohne Aufenthalt) durcheilt. An zweiter Stelle folgt der Schnellzug Ber- i n—L e i p z i g, btr auf der 164,6 Kilometer langen Strecke eine Geschwindigkeit von 84,41 Klavierunterricht Violinunterricht mit Musiktheorie, Musilbiktat Harmonielehre Jochim Kaiserallee 125. oiaoo Referenzen vorhanden. Anmeldungen täglich. Ofenschirme engl. Kohlenkasten Ofenvorsetzer, Kohlenfüller Edgar Borrmann Gießen Eisen waren Hans u.Küchengeräte Dienstag, den 28. Februar L 3., nach- mittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2210D zwanzig Paar Herrenschuhe, zehn Paar Zugstiefel, acht Paar Skistiefel, vier warenschränke, eine größere Partie Stoffe, einen Glasschrank, zwei Ladenkassen, eine Schnhvrcsse, iwei Schreibmaschinen, zwei Schreibtische mit Auf- sah, einen Kleiderschrank, eine Lhaikc- longuc, zwei Waagen, ein Herrenfahrrad, ein Vertiko, zwanzig Paar Ledcr- gamaschen, eine Ladenthcke, ein Sofa, eine Waschmaschine, drei Schweine. Bestimmt: eine Partie Strickwaren. Möll Gerichtsvollzieher fr. 21. in Gießen Ihcringstraße 7. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 24. Febr. Die Verhandlung gegen den auswärtigen Fahrer eines Motorrades begann mit einem Augenschein in der Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg. Es ist dies eine Stelle, an der schon mehrfach Autounfälle Pas- fiert find. Der Angeklagte war mit feinem Mo- strase plädierte, erhielt der Angeklagte anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe von 10 Tagen 30 Mark Geldstrafe zudiktiert, auch wurden ihm die Kosten des Verfahrens auferlegt. Eine Schlägerei unter mehreren jungen Burschen von Wißmar fand vor Gericht das übliche Rachspiel. Angeklagt war ein Weißbinder aus Wißmar. Der Verletzte, ebenfalls Weißbinder, trat als Rebenkläger auf. Wie die Verhandlung ergab, rempelte der Angeklagte den Rebenkläger und noch einen weiteren Zeugen, als diese um Mitternacht auf dem Heimweg waren, an. Es hat den Anschein, als ob der Angeklagte dies absichtlich tat. um eine Schlägerei herbeizuführen. Es kam zu einem Wortwechsel. Rachdcm der Angeklagte sich entfernte und sich dann mit einem Knüppel bewaffnete, lauerte er den beiden wieder auf u ging nun seinerseits zum Angriff über. Der Nebenkläger erhielt einen Schlag über die Rase, während der andere etwas gelinder wegkam und nur einen Schlag über den Arm erhielt. Rach dieser „Heldentat" ergriff der Angeklagte die Flucht. Der Rebenkläger, der eine stark blutende Rasenverlehung davongetragen hatte, ließ sofort einen Arzt herbeirufen, der einen Rasenbeinbruch feftstellte und sofortige äleberführung nach der Klinik anordnete. In der Klinik war der Verletzte dann fast einen Monat in Behandlung. Der Angeklagte will nicht den Streit verursacht haben, er versuchte vielmehr den Zeugen und Rebenkläger als die Angreifer und sich als den durch diese Bedrohten hinzustellen. Letzteres wurde dagegen durch die eidlichen Bekundungen der Zeugen widerlegt. Mit Rücksicht auf die Schwere der dem Rebenkläger beigebrachten Verletzung, sowie darauf, daß der Angeklagte ohne jeden Grund den Streit her- beigeführt hatte, erkannte das Gericht entsprechend dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf 2Monate Gefängnis, sowie Tragung der Kosten durch den Angeklagten. und Europameister im Kunstspringen, Riebschlä- ger, Zeih, an. Der erste Start erfolgt am 7. März im Haag gegen die holländische Nationalmannschaft. Schon am nächsten Tag treten die Wasserfceunde in Amsterdam gegen den holländischen Meister Het P an. In Brüssel erfolgt am 10. März der dritte Start, am 11. März, ebenfalls in Brüssel, der vierte. Gegner sind der Royal Brussels Swimming Club, sowie eine kombinierte Brüsseler Mannschaft. Von Brüssel reisen die Deutschen nach Paris, wo sie am 14. März auf Einladung des Französischen Schwimmverbandes gegen eine Pariser Städtemannschaft an treten. Gleich am nächsten Tag wird die Reise nach Barcelona fortgesetzt. Dort veranstaltet der Club de Ratacion Barcelona ein Internationales im großen Ausmaß. Die Wafferfreunde werden dabei auf den spanischen Meister und möglicherweise auf eine spanische Rationalmannschaft als Gegner treffen. (17. und 18. März.) Von Barcelona aus erfolgt die Heimreise. Sie führt zunächst nach Rizza, wo am 20. März den Deutschen zu Ehren eine größere gesellschaftliche Veranstaltung stattfindet. Dabei ist ein Spiel gegen den südsranzösischen Meister, Cercle des Rageurs de Rice, geplant. Die Durchführung hängt davon ab, ob das Mittelmeei eine brauchbare Temperatur ausweist, andernfalls muh man sich in einem kleinen Mein Unterricht im Schnlttzeichnen und Zuschneiden, sowie Anfertigen eigener Garderobe beginnt wieder Donnerstag, den 1. März. - Anmeldungen werden entgegengenommen. J. Wick-Wunderlich Staatlich anerk. Fachschule der Zuschneidekunst _________Gießen, Selterüweg 851 2147 d Den Höhepunkt der deutschen Skimeisterfchaften auf dem Feldberg bildete am gestrigen Sonntag der Sprunglauf auf der Max-Egon-Schanze. K 0 l t e r u s - Rorwegen ging als erster über die Schanze und erreichte in vorbildlicher Haltung 45 Meter. In einer Stunde konnten sämtliche 66 Sprünge der ersten Runde erledigt werden, den weitestgestandenen Sprung vollbrachten die Norweger Kolter us und Dinjarengen mit 45 Meter. In der zweiten Runde sprang S u e r s° r u d - Norwegen unter ungeheurem Beifall 47 Meter. Der Iubel steigerte sich noch mehr, als Dinjarengen - Norwegen den Schanzenrekord auf 47,5 Meter erhöhte. Dinjarengen sicherte sich damit den Titel „Deutscher Skimeister 192 8“ und gewann den Ehrenpreis der deutschen Regierung. Max Schmeling k. o. geschlagen. Wie der „WTB. - Sporrbicnft" meldet, erlitt bei den Boxwettkämpfen, die am Samstagabend in Frankfurt a. M. in der Festhalle veranstaltet wurden, der deutsche Europameister im Halbschwergewicht Max S ch m e I i n a die erste t.o. = 91ie = b erläge. Im Revanchetreffen gegen den früheren englischen Meister Gipsy Daniels, den er in Berlin nach Punkten geschlagen hatte, wurde er kurz vor Ablauf der ersten Runde so schwer getroffen, daß er ausgezählt wurde. Neuer Weltrekord im Gewichtheben. Bei den am Samstag in Paris abgehaltenen schwerathletischen Meisterschaftskämpfen gelang is dem Mittelgewichtler Roger Francois, den von Edinger (Oesterreich) gehaltenen Weltrekord im beidarmigen Drücken von 102,5 kg um 1 kg auf 103,5 kg zu verbessern. Neue deutsche Gchwimmrekorde. Bei dem am Samstag im Leipziger Earolabad veranstalteten Klubkampf Hellas (Magdeburg) gegen Poseidon (Leipzig) gelang es der Hella's- Mannschast, in der 3X100 - Meter - Bruststaffel mit 3:59 einen neuen deutschen Rekord aufzustellen. Die alte Höchstleistung hielt Sparta (Köln) mit 4:01. Die Magdeburger schwammen in der Be- lefcimg Heins 1:21, Kümmert 1:20,6 und E. Rade- . wacher 1:17,4. — In der 6X200-Meter-Freistil- staffel verbesserte Poseidon (Leipzig) die inoffizielle Bestzeit von 17:02 aus 15:03. Ein amtlicher Rekord über diese Strecke wird nicht geführt. Auslandreise des deutschen Wasserballmeisters. Die deutsche Meistermannschaft im Wasserball, Wassers reunde Hannover, steht vor einer Auslandreise, wie sie im gleichen Umfang von deutschen Sportleuten bisher wohl kaum durchgesührt worden ist. Die Reise dauert vorn 6. März bis 26. Mä"z und führt durch fünf Lander. Teilnehmer sind Willi Bähre, Karl Bähre, Richard Bähre, Atmer, Kühne. Kipfer Gunst, Laube, sämtlich von den Wasserfreunden Hannover; als Begleiter schließt sich der deutsche Amtsgericht Wetzlar. Q Ein Kaufmann aus Gießen war durch Strafverfügung des Landratsamts Wetzlar mit Geldstrafe belegt worden, weil er gegen die Kraftfahrverordnung verstoßen hatte. Sein Antrag auf gerichtliche Entscheidung hatte insofern Erfolg, als das Gericht die Strafverfügung, da sie nicht den Bestimmungen der Strafprozeßordnung entsprach, a u f h 0 b. Wegen Diebstahls saß ein Arbeiter von Wetz- lar auf der Anklagebank. Der Angeklagte war beschuldigt und geständig, seinem Arbeitgeber zwei Kannen Oel entwendet zu haben, das er bann wieder durch Berkaus zu Geld machte. Er will aus Rot gehandelt haben, da er als alleinstehende Person angeblich nicht in der Lage war, von seinem Lohn als Hausbursche seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Entgegen dem An- trag der Staatsanwaltschaft, die auf Freiheits- T71 4 gehen Sie immer, wenn Sie Ihre J&Wgalll Kleidungsstücke des öfteren bügeln, dämpfen und auffrischen lassen Per Anzug (im Abonnement nur Mark nur Mark 1.50) Abholen und Zusenden kostenlos Amerik. Exprefc-Dampf-Bügel-Anstalt „Wie-Neu“ Inh.: E Kömpel, Schneider,Wolkengasse 23 Telephon 2503 / Alle einschlägig. Arbeiten werden schnell und billig ausgeführt. 2220a ■ Kilometer in der Stunde erreicht. Der fieii 1 l i n—H amburg (287 Kilometer) 1 steht an dritter Stelle mit einer Reisegeschwindia. kett von 83,53 Kilometer. Auf den längeren ’ Strecken, die zum Teil durch bergiges Gelände 1 uhren,, ftnd naturgemäß die Durchschnittsae. schwindigketten nicht so hoch. Z. D. hat der Fern-k)-ZugBerli n—M finden (677 Kilometer), dec zwischen Berlin und Halle 85 86 Stundenkilometer erreicht, auf die gesamte Strecke berechnet, nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 72,7 Kilometer, und auf der Strecke OHün- dKa-Äbln (640 Kilometer) erreicht der Fern- U-Zug infolge zahlreicher Steigungen nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 70,5 Kilometer 5ur die wettere Steigerung der Schnelligkeit wird immer die absolute Verkehrssicherheit die das wichtigste Erfordernis ist, Voraussetzung bleiben. Rekorde um ihrer selbst willen aufzu- stellen, ist auch nicht die Sache einer dem Der- kehr dienenden Eisenbahn. Büchertisch.. a.nd was dergleichen kleine unscheinbare Dienstleistungen wehr waren! Die alte Baronin überließ ihrem lang- Kihrigen Zimmermädchen die Wahl einer Aushilfe. Creoette hatte nun die bestimmte Aussicht, wenigstens in Berührung mit der jungen Baronesse zu kommen! War der Zufall günstig, so erwischte sie die junge Dame unter vier Augen und mußte es dem Schicksal überlassen, sie eine Brücke zu ihren Mitteilungen finden zu lassen. Und gelang ihr das nicht ...? Was war denn riskiert? Dann hatte sie jedenfalls ihre brennende Neugier befriedigt, einmal mit dieser jungen Baronesse selbst gesprochen und einen Blick in das Milieu der guten Gesellschaft getan zu haben, der einem sonst nicht ohne weiteres in dieser unmittelbaren Nähe geboten wurde. Die femme de chambre der Baronin war froh an ihrer Hilfe. Sie sah auf den ersten Blick, mit roel- cher Geschicklichkeit und diskreten Gewandheit Cre- nette schon die ersten Damen bediente, ihnen half, sich aus den weiten Abendmänteln herauszuschälen, die leichten Seidenschleier von den Frisuren zu nehmen, die pelzgefütterten Galoschen von den Brokatschuhen abzustreifen und den Handspiegel zum Betrachten der rückwärtigen Frisur darzuhalten. Creoette machte ihre stillen Beobachtungen. Sonderbar, wie doch die Persönlichkeit der Trägerin auch die Note des Kleides ausmachte und bestimmte! Sämtliche Brautjungfern waren auf Wunsch von Poette in Rosa erschienen. Aber nur in der Farbe war eine Vorschrift gegeben. In Wahl des Stoffes, wie in der Machart war jeder ihre Individualität überlassen. Und doch war Baronesse Melusine nach einstimmigem Urteil die Eleganteste, die Hübscheste, die Aparteste! Einige der Pensionsfreundinnen Pvettes — auch sie gehörten der Geldaristokratte des Landes an — hatten sich die kostbarsten Neu- schöpfungen aus Paris verschrieben und versuchten nun, die Extravaganz der französischen Mode hier zu freieren. Melusine aber war die verkörperte rosige Morgenwolke bei Sonnenaufgang. Ueber einem Unterkleid von fließender rosa Seide bauschte sich eine duftige Wolke von rosa Seidenchision. Am Halsausschnitt, an einem leicht plissierten Volant lag eine zarte Ranke winziger zartblasser Heckenrosen. Es war jetzt bei der Ankunft Creoette unmöglich, die Aufmerksamkeit der Baronesse zu gewinnen. Es befand sich noch eine Schar anderer Damen in dem mittelgroßen Zimmer, das man — im Hinterflügel des Schlosses gelegen — von einem Fremdenzimmer zum Ablege- und Garderobezimmer für die Damen eingerichtet hatte. Das Plappern — immer in fran- toefen wäre, sondern auch Franzosen und Belgiern verholsen hätte. Das wäre doch ein sehr ernster Unterschied. Die Behauptung ihres Verteidigers, Edith Cavell habe gewußt, daß die Leute, denen sie Hilst, in Holland interniert würden, und sie habe die Ueberzeugung gehabt, daß sie nicht an die feindliche Front kommen würden, wurde durch folgendes Kreuzverhör widerlegt: Einer der Richter sagte ihr, daß es töricht gewesen wäre, ihren Landsleuten zu helfen, denn die Engländer seien doch undankbar. „Rein", antwortete sie, „bie Engländer sind nicht undankbar." „Woher wollen Sie das wissen?' „Weil mir manche von ihnen aus England geschrieben und mir für die Hilfe gedankt haben." Der Verteidiger schildert den Lebenslauf der Angeklagten und betont, daß ihr ganzes Leben der Rächstenliebe geweiht gewesen wäre. Sie habe als Tochter eines Pfarrers schon früh den Beruf der Krankenschwester ergriffen, habe vor dem Krieg in Spitälern der Schweiz, in München, Aachen und Dresden gearbeitet und habe seit 1906 das Medizinische Institut Berkendael in Brüssel als Oberschwester geleitet, in dem auch deutsche Verwundete von ihr gepflegt worden seien, da Berkendael zu Anfang des Kriegs als Kriegslazarett eingerichtet wurde. Sie hat in diesem Lazarett die feindlichen Soldaten versteckt gehalten und, wie sie zugibt, über 200 zum Grenzübertritt verholsen. Die anderen Angeklagten hatten sich in gleicher Weise betätigt. Für den Architekten Bancq kam als erschwerender Umstand hinzu, daß er an der „Libre Belgique". einem trotz strengster Strafandrohungen immer wieder heimlich erscheinenden Blatt, mitgearbeitet und viele scharfe und ungerechtfertigte Angriffe gegen Deutschland öar.n veröffentlicht hatte. Die zweite Sitzung des Gerichts fand am 9. Oktober im großen Saale der Volksvertreter statt. Der Anklagevertteter plädierte für neun der Beschuldigten auf Todesstrafe, für die übrigen auf Zwangsarbeit. Die Verteidiger bemühten sich, den Idealismus der Beschuldigten als Triebfeder für ihre Handlungen in den Vordergrund zu stellen. Oas Urteil wurde den Angeklagten nicht am gleichen Tage mitgeteilt. Sie wurden wieder abgeführt und am 11. Oktober, nachmittags 4 Uhr. wurden sie in die Gefängnishalle geführt, wo der Anklagevertreter das eingangs erwähnte Urteil verlas. Die Angeklagten, bis auf den Architekten Bancq, nahmen das Urteil gefaßt entgegen. Rach dem Bekanntwerden des Urteils in Brüssel versuchten der amerikanische Gesandte Brand Whitlock und der spanische Gesandte Graf Villalobar den deutschen Gesandten von der Lancken-Wackenitz zu bestimmen, seinen ganzen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Todesurteile nicht vollstreckt würden. Da Brand Whitlock krank zu Bett lag, sandte er durch seinen Vertteter Gibson ein Gnadengesuch an Herrn von der Lancken zur Weiterleitung. Gibson und Villalobar suchten von der Lancken gegen 9 Uhr auf. Er war jedoch an diesem Abend in einem kleinen Theater in der Rue d'Arenberg. In seiner Begle'tung befanden sich die Mitglieder der deutschen Legation Graf Har- rach und Freiherr von Falkenhausen. Gegen halb elf Uhr fanden die Vertreter Amerikas und Spaniens Herrn von der Lancken. Dieser entsprach dem Wunsch der fvben Diplomaten und wandle sich an den zuständigen General von Sauberzweig. Er versprach, den Herrn noch in derselben Rächt das Ergebnis feiner Intervention beka:mtzugeben. Die Herren rieten, telephonisch ein Gnadengesuch an den Kaiser einzureichen, da das Urteil doch in den frühen Morgenstunden vollstreckt toerben sollte. Dieser Weg erwies sich als ungangbar. Die Herren begaben sich in die deutsche Legation, um die Rückkehr Lanckens abzuwarten. Dieser kam nach Mitternacht zurück und erklärte folgendes: „Ich bebaute außerordentlich, Ihnen mitteilen zu müssen, daß der Gouverneur nach reiflichster zöfischer Sprache —, das Lachen, die lebhafte Er- nxirtung des nun beginnenden Festes schwirrten durcheinander. Mehrmals wurde Melusine von andern jungen Mädchen ins Gespräch gezogen. Dennoch entging es Crevette nicht, daß ihre Züge nicht die volle, klare Heiterkeit und Unbefangenheit trugen, die man an diesem Tage als Gast von ihr erwarten konnte. Sowie sich die Baronesse nicht be obachtet oder angeredet sah, erscksien sie ernst, zerstreut, schweigsam. Als sich die Tür hinter Melusine wieder geschtos- sen hatte, entdeckte Creoette ihr Rosenbukett. Sonderbar! Ganz genau wußte sie, daß Bouoier heute Brautführer der Baronesse war. Der Sitte nach hatte er ihr als Brautführer zum Kirchgang ein Bukett zu überreichen. Das Bukett war also von ihm. Und — trotzdem vergaß sie es jetzt hier? Da eilte sie der Baronesse nach und brachte cs ihr. Melusine dankte. Mit wachem Feingefühl bemerkte Crevette, daß die Baronesse ungehalten war. Sie hatte recht mit der Mutmaßung. Denn kaum hatte Melusine das Garderobeaimmer verlassen, als Bouoier auf sie zueilte. Er hatte sich sichtlich tm Gange postiert, um auf sie zu warten und sie an seinem Arme in den Empfangssaal zu geleiten. Und mit bedeutsamem Augen aufschlag flüsterte er ihr die Bitte zu, daß man nicht versäumen möge, nachher beim Austanzen von Brauttrone und Bräutigamszweiglein ihre Verlobung zu publizieren! Zum Kuckuck auch! Seine Aufdringlichkeit begann sie zu belästigen! Was mochten sich die andern Damen denken, wenn sie Bouoier auf und abgehen und sich bann wie ein Primaner auf feine Erkorene stürzen sahen! Vielleicht hatte er Melusinens Mißfallen bemerkt, denn als er jetzt eine Kammerzofe der Baronesse nacheilen fal), trat er schnell vor einen hohen, goldgerahmten Garderobenspiegel, der an einer Biegung des Ganges stand, und musterte geflissentlich den Sitz seiner Krawatte, um nicht den Indiskreten zu spielen. Bei einer Bewegung blieb Melusine mit dem Zipfel ihrer kleinen schmalen Seidenschleppe an einem scyier unsichtbaren Nagel der Lamperie hängen. Creoette befreite sie. Absichtlich hielt sie den Kopf gesenkt. Der Moment war kritisch. Wenn Bouoier sich jetzt zurückwandte, konnte er sie erkennen. Und sie wollte doch hier nicht erkannt fein! Ueberlegung seine Ansicht über die Vollstreckung der Todesurteile an Edith Cavell und Philippe Bancq nicht ändern (arm. Er verweigert selbst die Entgegennahme eines Gnadengesuches. Aus diesem Grunde kann kein Mensch, selbst nicht der Kaiser, in dieser Angelegenheit mehr etwas für Sie tun.“ Durch diese Erklärung war befannt geworden, daß die andern vier Todesurteile vorläufig nicht vollstreckt werden würden. Die Verurteilung der Angeklagten war auf Grund der Paragraphen 58 und 90 des Militär- strafgesehbuches erfolgt, in denen die Todesstrafe für denjenigen ausgesprochen wird, der „dem Feinde Mannschaften zu führt". Da der Gouverneur von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht hatte, mußte das Urteil im Falle Cavell und Bancq vollstreckt werden. Oie Vollstreckung des Urteils erfolgte am Morgen des 12. Oktober. Um 6 Uhr morgens wurden die beiden Verurteilten aus den Zellen geholt und in einem geschlossenen Wagen zu dem Rationalen Schiehstand gefahren. Edith Cavell hatte vorher durch den englischen Pfarrer Gahan den Trost der Religion erhalten. Sie war außerordentlich ruhig und gefaßt. Auf dem Schießstand wurde sie an einen Pfahl gebunden, und eine Gewchrsalve machte ihrem Leben ein Ende. Der englische Film stellt die letzten Augenblicke bar, als ob die Gewehrsaloe sie nicht getötet habe, und ein Offizier ihr durch einen Gnadenschuß in die Schläfe den Tod gegeben habe. Das ist eine t e n b e n 3 i ö fe Entstellung. Sofort nach ihr würbe ber Architekt Bancq erschossen, ber im Gegensatz zu Ebith Cavell nicht gefaßt war unb bis zum letzten Augenblick um Gnade flehte. Hätten bie beukschen Richter damals gewußt, welche Folgen bie Vollstreckung des Urteils an Ebith Cavell haben würbe, sie hätten zweifellos Gnabe für Recht ergehen lassen. So aber urteilten sie nach harter Pflicht, unb gewiß ist ihnen das Urteil gegen eine Frau nicht leicht gefallen. In jener Kriegsstimmung hätte sicherlich kein Gou verneur eine Frau begnadigt, die über 200 Feinde dem deutschen Heer gegenüberstellte. Man muß die Stimmung jenes Jahres, die politische Propaganda unserer Feinde damals und das Fieder berücksichtigen, in dem ganz Belgien lebte. Gewiß: Eine höhere Gerechtigkeit hätte im Falle Cavell walten können. Aber sehr treffenb schildert derOberarzt vom Gouvernement Brüssel seinen Eindruck des Falles: „Ich habe den Prozeß vom ersten bis zum letzten Wort mitangehört, wiederholt mit Miß Cavell gesprochen, ihren Tob konstatiert, ihr bie Augen zugebrückt und sie in den Sarg gelegt. Sie war bie tapferste Frau, bie ich sah, unb durchaus die Heldin, bie ihre Nation aus ihr machte In unvergeßlicher Haltung ging sie in ben Tob. Aber sie.starb absolut aus ber Logik ihrer Handlung heraus. Sie hatte gegen die Deutschen gehandelt wie ein Mann unb wurde bestraft w i e ein M a n n." Zum $aU pusch. Das hessische Iustizministerium in Darmstadt teilt mit: Zum Fall des früheren Oberamtsrichters Dr. Pusch hat der Vorstand der Deutschen Liga für Menschenrechte E.V. in Berlin unterm 7. Februar 1928 folgende Erklärung abgegeben: ;,Die unterzeichnete „Deutsche Liga für Menschenrechte" erklärt hiermit, daß ihr bei Aufnahme der Rotiz: „Ein Richter ein Iahr unschuldig im Zuchthaus", in ihrer Broschüre „Acht Iahre politische Justiz" Seite 95, ein Irrtum unterlaufen ist. Der erwähnte Fall des Oberamtsrichters Pusch ist auf Grund falscher Berichterstattung in der Presse unrichtig dargestellt. Die „Deutsche Liga für Menschenrechte" hat sich inzwischen von der Unrichttgkeit der Darstellung überzeugt. Die Liga erkennt deshalb an, daß im Falle Dr. Pusch keine Rechtsbeugung durch ein hessisches Gericht vorliegt. Doch Bouoier beachtete die kleine Zofe gar nicht. Melusine aber dankte ihr nochmals und fugte hinzu: „Ich werde nachher kommen und Sie bitten, mir die Schleppe abzuknöpfen, wenn der Tanz beginnt!" Dann nahm sie schweigend den Arm von Bou- vier, um jetzt die Grandmama als Gastgeberin zü begrüßen. Crevette sah dem Paare sekundenlang verstohlen auf dem Gange narf). Dann huschte sie in die Garderobe zurück. „So ein Typ," dachte sie empört, „aber dem werde ich seine Unverfrorenheit versalzen! Fi donc!" Und sie dachte nach, wie sie mit Eva-List nachher die junge Baronesse aus klären könnte, wen-n sie kam, um sich ihrer Schleppe zu entledigen ... Mißmutig und schweigend sah Melusine auf ben Rosenstrauß in ihrer Hand herab. Bouoier jhattc sich auf der Fahrt zur Kirche unter einem Wortschwall entschuldigt, weil es ihm nicht gelungen sei, echte La France zum Bukett aufautreiben. In Wahrheit war ihm ber hierfür geforderte Preis zu hoch gewesen. Melusine hatte leise adgewehri. Das sei auch nicht notig. Und im stillen dachte sie: wie das Bild der La-France-Rose ihr engoerknüpft war mit einer leise zitternden Träne im Kelche unb mit der Melodie, die Bouoier ihr damals im Gartenhause zum Abschiede gesungen: Hab ich nur deine Liebe — Die Treue brauch ich nicht!" Bouoier begann sich etwas ungemütlich zu fühlen. Bei der Hochzeitstafel war Melusine so schweigsam, wie er sie bisher kaum gesehen. Daher schwirrte die Unterhaltung rings um sie desto lebhafter. Die Jugend überwog. So war man fröhlich und scherzte über ben Tisch unaufhörlich in Kreuzreden hinüber. Eine Ausgelassenheit verbot sich — auch nachdem der französische Champagner in ben Spitzkelchen perlte — in Gegenwart der greisen vornehmen Baronin als Gastgeberin von |elbft. So achteten andere zur Beruhigung von Bouoier nicht auf die Schweigsamkeit seiner Tischdame. Aber viel lieber, viel wertvoller wäre es ihm gewesen, er hätte sie heute von so liebreizender Schalkhaftigkeit, so prik- kelnder Fröhlichkeit und berauschender Pikanterie gesehen wie sonst ... 1 (Fortsetzung folgt) batz LaS Urteil nicht unlauteren Motiven, nämlich nicht dem Bestreben entsprungen ist. den politischen Gegner möglichst durch Entehrung unmöglich zu machen, und daß Dr. Pusch im Wiederaufnahmeverfahren lediglich wegen Geisteskrankheit freigcsprochen worden ist." Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Ereignisse und Momente, die eine sichtbare Wirkung sowohl nach oben, wie nach unten aus die Börse hätten aufweisen können, wie die Zuspitzung der parlamentarischen Situation bis zur Gewißheit von Neuwahlen im Mai, Lohnkämpfe, die die Möglichkeit einer riesigen Arbeitsstörung aufwarsen, das ungewöhnlich große Zanuarpassivum der Handelsbilanz, auf der anderen Seite die endliche Freigabe des beschlagnahmten Vermögens in den Bereinigten Staaten zu Bedingungen, die unter den gegebenen Umständen wohl das Höchstmaß des Erreichbaren darstellen, die leichte Besserung des Ar- beitsmarktes, die die Hoffnung auf ein weiteres Andauern der Konjunktur stärken könnte, all dies ist - so wird in dem Februarheft der ^Wirtschaftlichen Mitteilungen der deutschen Bank" ausgesührt — beinahe spurlos an der Börse vorübergegangen, deren Kursspiegel kaum eine Veränderung gegenüber Monatsfrist zeigt. Es ist, von geringen Ausnahmen abgesehen, trotz der relativ leichten Geldoerhältnisse bei der Stagnation des Börsengeschäf- t e's geblieben. So leicht es für die Spekulation ist, nach dem gründlichen Umschichtungsprozeh, der die Effekten aus loser in feste Hand überführt hat, bei einer technisch also ausgezeichneten Marktver- sassung, eine Börsenbewegung zu inszenieren, so oft sie dies auch versuchte, so war es ihr doch nicht möglich, durchzuhalten, weil das Publikum die Gefolgschaft verwei- g e r t. Daran Wird weniger die Befürchtung einer Konjunkturwende, für die es noch durchaus an greifbaren Anzeichen fehlt. Schuld tragen, als vielmehr die g ü n st i g e Gelegenheit, die denr Publikum heute bei dem dauernden Angebot fe st verzinslicher Werte von bester Qualität zu hohem Zinssatz und zu niedrigen Kursen geboten wird. Weil Auslandsemissionen der öffentlichen Hand nicht erfolgen können, während die Konsolidierung der kurzfristig aufgenommenen Schulden und neuen Geldbedarfs sich nicht aus unbestimmte Zeit vertagen läßt, hat ein drängendes Angebot eingesetzt, das eine Kurserholung der bereits im Handel befindlichen Anleihen hintanhält und bei Neuemissionen zu immer neuen Konzessionen Anlaß gibt. Wenn das Anlagebedürfnis diesem Angebot nicht gewachsen ist, so ist doch durchaus nicht zu verkennen, daß der Absatz der f e st - verzinslichen Papiere in absoluten Ziffern sehr bedeutend ist - wobei die Aktien zu kurz kommen. Eine Aenderung dieses Zustandes, die zugleich eine Höherbewertung der sestverzinslichen Papiere bedeuten würde, könnte, soweit man das heute beurteilen kann, erst ein» treten, wenn das Ausland Interesse für die an unserem Markt zum Angebot gelangenden Anlagewerte bekundet. Es hat dies bisher nur bei der Emission der Reichsbahn-Dor- z u g s a k t i e n getan, deren großer Erfolg hauptsächlich auf die Auslandskäufe zurückzuführen ist. Es läßt sich heute noch nicht feststellen, ob diese Kauflust nur eine Ausnahme zugunsten eines Papieres von besonderer Qualität war, oder der Beginn eines Interesses, das sich auch auf andere qualifizierte Werte übertragen wird. Reichsbank-Ausweis. Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Februar hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 75.0 Mill, auf 2041,5 Mill. Mark verringert. Im einzelnen haben abgenommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 39,2 Mill, auf 1924.7 Mill. Mark und die Lombardbestände um 35,8 Mill, auf 22,6 Mill. Mark. Die Anlage in Effekten ist mit 94,3 Mill. Mark nahezu unverändert geblieben. An Reichsbonknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 136,3 Mill, aus dem Verkehr zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 131,6 Mill, auf 3652,9 Mill. Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 4.7 Mill, auf 601,0 Mill. Mark verringert. Demzufolge und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Ren- tenkankscheine in Höhe von 2,0 Mill Mark getilgt wurden, hat sich der Bestand der Reichsbank an solchen Scheinen auf 47,7 Mill. Mar? erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 604,2 Mill. Mark eine Zunahme um 71,6 Mill. Mk. ©ie Bestände an Gold und deckungs - fähigen Devisen insgesamt sind mit 2181,4 Mill. Mark ausgewiesen, im einzelnen Gold mit 1886,3 Mill. Mark und deckungsfähige Devisen mit 295,1 Mill. Mark. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 49,8 Prozent in der Vorwoche auf 51,6 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 57,6 Prozent auf 59,7 Prozent. Anschluß Michelstadts an die Südwestdeutsche Gas-A.-G. Im Zusammenhanq mit den Bestrebungen auf Durchführung der Gasfernversorgung in Hessen wurDe mit Genehmigung des Gemeinderats der Stadt Michelstadt durch den Borstand der Südwestdeutschen Gas - A -G., die bekanntlich die Gasfernversorgung auf kommunaler Grundlage betreibt, ein Vertrag abgeschlossen, wonach dieStadt Michelstadt Aktionär der Südwest- deut scheu Gas-A.-G. wird und das Gaswerk Michelstadt auf die genannte Gesellschaft übergeht, um zunächst als kleineres Fernwerk, insbesondere für das Gebiet des Mümlingtales, und späterhin gegebenenfalls als Stützpunkt für die Gasfernversorgung zu dienen. Bon den Schlachtviehmarkten. Das Geschäft an den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hätte infolge der kühleren und trockenen Witterung wohl eine wesentlichere Belebung erfahren, wenn nicht besonders an den süddeutschen Märkten sich die Fastenzeit in geringerer Laustätigkeit der Fleischer bemerkbar gemacht hätte. In Norddeutschland verliefen die Märkte im großen und ganzen etwas reger, da auch die Fleischgroßmärkte ein etwas freundlicheres Bild als in den Vorwochen boten. Die Auftriebszahlen zeigten gegen die Vorwoche wenig Verschiebung, doch genügten die Zufuhren dem Bedarf völlig. An vielen Märkten konnte nicht ganz geräumt werden. Im einzelnen stellten sich die Ziffern für Rinder auf 14 800 (15 800), für Kälber auf 18 000 (19 700), für Schafe auf 7700 (8200) und für Schweine auf 102 300 (100 000) Stück. Am Rindermarkt wurden die vorwöchi- gen Preise nur mit Mühe aufrechterhalten. Bullen und fette Kühe waren zumeist leichtem Preisdruck ausgesetzt. Mittlere und geringere büßten mehr ein als die besseren Qualitäten. Am Kälber- markt blieben durchgängig die Notierungen der Vorwoche in Geltung. Schafe lagen mittel bei fast unveränderter Preislage. Schweine gingen schlechter bei gedrückten Preisen. Besonders fette Ware war stärker vernachlässigt. Preisnachlässe von 2 bis 4 Pfennig bildeten die Regel. Nachstehend die übliche Tabelle: Rinder Kälber Schake < Sckweine Berlin 20-61 45-81 30-65 50-58 Bremen 25-60 40-85 50-63 45 — 56 Breslau 15-54 53-80 42-60 46-56 Chemnitz 20-60 60-82 50-58 47 — 60 Dortmund 23-61 40-88 — 46-62 Dresden 24-59 55-84 45-66 50-59 Düsseldorf 20-63 42-84 — 43-63 Elberfeld 20-62 50-82 — 50-62 Essen 28-58 45-110 52-60 50-61 Frankfurt M. 25-62 50-76 35-54 50-66 Hamburg 15-60 32-80 — 42-55 Hannover 22-60 40-85 40-65 45-56 Hufum — — — — Karlsruhe 18-61 57-82 — 44-61 Kastel 25-60 50-70 — 50-60 Kiel 20-54 32-75 31-62 52-57 Köln 20-61 45-110 — 52-64 Leipzig 23-58 50-79 20-63 48 - 55 Magdeburg 21-57 40-80 30-55 43-55 Mannheim 15-62 48-76 42-48 44-5 7 München 22-59 60-87 — 45-60 Stettin 15-55 35-78 20-52 40-58 Stuttgart 14-62 57-83 — 42-63 Zwickau 15-63 55-83 40-58 52-60 * D ie amtliche Großhandelsinderziffer. Die auf den Stichtag des 22. Februar berechnete Großhv.ndelsindexziffer des Statistischen Reichsamts war mit 137,9 gegenüber der Borwache (137,7) nahezu unverändert. Von den Haupigrup- pen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,1 v. H. auf 130,0 (Vorwoche 129,5) angezogen. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,8 v. H. auf 129,2 (130,3) zurückgegangen. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren stellte sich mit 133,8 (133,9) etwas niedriger, diejenige der ,ndu- striellen Fertigwaren mit 157,0 (156,7) dagegen um 0,2 o. H. höher als in der Vorwoche. * Generalversammlung der A E G. Die Generalversammlung der Allgemeinen ElektrizitätsGesellschaft genehmigte einstimmig den Jahresabschluß mit 8 Prozent Dividende für die Stammaktien, 6 Prozent für die Vorzugsaktien und fünf Prozent für die Vorzugsaktien Lit. B. Don Seiten einiger Aktionäre wurde die Undurchsichtigkeit der Bilanz bemängelt, die Höhe der Dividende als nicht entsprechend den Ergebnissen des letzten Rekordjahres bezeichnet, sowie die Vereinheitlichung und Zusammenfassung der Konzernwerke zwecks Ersparnis von Unkosten für wünschenswert erklärt. Ferner wurde Auskunft über die Höhe der im letzten Jahre gezahlten Löhne und Gehälter verlangt und angeregt, den Arbeitern und Angestellten nach dem Beispiel des Siemens-Konzerns aus dem Gewinn des letzten Jahres Sonderzuweisungen zu gewähren. Geheimrat Deutsch verwies in seiner Antwort auf die Anregung, die er in der frage weitgehenderer Rechenschaftslegung gegenii er der Oeffenh lichkeit beim Reichsverband der Deutschen Industrie gegeben habe. Dieser bemühe sich, eine Basis zu schaffen, die es der Wirtschaft ermöglichen werde, klarere Uebersicht durch größere Offenlegung der Verhältnisse der einzelnen Unternehmen zu gewinnen. Eine Zusammenlegung der einzelnen Konzernwerke sei untunlich, da die Gesellschaften imstande feien, sich selbst zu finanzieren und der Charakter der Muttergesellschaft als eines rein elektrischen Unternehmens aufrechterhalten werden solle. Was die Frage der Sonderzuweisungen betreffe, so herrsche bei der AEG. seit 30 Jahren die Gepflogenheit, den Arbeitern und Angestellten nach 10, 20 und 30 Jahren besondere Gratifikationen zu zahlen. * Einstweilige Verfügung gegen die Ford-Motor-Company. Aus Antrag des Reichsverbandes der Automobilindustrie e. V. Berlin gegen die Fovd-Motor-Company A.-G. Berlin -wurde vom Landgericht Berlin eine einstweilige Verfügung erlassen, in der der Antragsgegnerin bei Geld- oder Haftstrafe untersagt wird, in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, selbst oder durch Agenten, zu behaupten, der neue Ford- roagen entspräche den gesetzlichen Vorschriften in Deutschland hinsichtlich der Bremseinrichtung, oder der Fordwagen sei einwandfrei zulässig, auch bereits in Berlin zugelassen worden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 27. Febr. Tendenz: Schwächer. — Die Börse ging in allgemein schwächerer Haltung in die neue Woche. Zum heutigen Ultimo kam wieder Prämienware heraus, die, wenn das Angebot auch nicht besonders groß war. doch genügte, um bei der Enge des Marktes einen ziemlich starken Druck auf das Kursniveau auszuüben, da infolge des weiterhin herrschenden Orders- mongels von privater Seite die Aufnahmefähigkeit gering war. Verstimmend wirkte vor allem die Unsicherheit über die weitere Gestaltung des Geldmarktes, der im Zulammenhang mit den älltimoliquidationen angespannt war. Ferner verwies man auf die österreichisch-italienische Spannung und den enttäuschenden Verlauf der AEG.-Generalversamrn- lung. Demgegenüber konnte der R e i d) i £> an!» ausweis, der eine weitere, aber verlangsamte Entspannung des Instituts anzeigt, keine stärkere Anregung bieten. Gegenüber dem Schluß vom Samstag gaben die Kurse bei der ersten Notierung überwiegend 1 bis 2 Proz. nach. Spezialwerte waren jedoch stärker abgeschwächt. So lagen I.-G.-Farben stärker im Angebot. Auch Scheideanstalt erheblich angeboten und minus 2,5 Prozent. Elektrowerte gaben überwiegend 2 bis 2.5 Pro,ent nach. Bergmann minus 3.5 Prozent, Siemens sogar minus 5 Prozent. Zellstoff Waldhof eröffneten 4,25 Prozent schwächer. Reichsbank konnten 2,5 Prozent anziehen auf die bekannten 12prozentigen Dividendenschätzungen. Auch Daimler plus 3 Prozent auf angebliche Käufe von Großbankseite. Am M o n - t a n m a r f t verloren Ma rnesman.r und Klöckner je 2,5 Prozent, Rheinstahl minus 2 Prozent. Heimische Anleihen bei kleinen Umsätzen etwas schwächer. Ausländer geschästslos. Im Verlause schritt die S efulation zu Deckungen und die Lende, z konnte sich etwas erholen. Gegen die ersten Kurse ergaben sich 1» bis 2prozenUge Besserungen. 2.-G.°Farben wurden etwas bevorzugt. Es wurde fast nur noch ver Medio gehandelt. Lagesgeld stellte sich auf 7,50 Prozent. Im Devisenverkehr notierteParis gegen London 124,02, Mai'a:d 92,10, Madrid 23,88. London gegen Kabel 4,8790, Reichsmain gegen Kabe' 4,1873 fester, Reichsmark gegen London 20,425 fester. BerLiuc Börse. Berlin, 27. Febr. Schon heute vormittag konnte man von Hamburg ausgehend Abgabe- neigung in Schiffahrtswerten festste! len. Als Grund dafür gab man eine Meldung des „Hamburger Fremdeichlattes" an, nach der der endgültige Gewinn für die SchiffahrtSgeselk- schäften wesentlich kleiner sei, als man bisher angenommen habe. Hinzu kam noch die heutige Aussprache über das Notprogramm der Regierung und die anhaltende Spannung Rom — Wien. Der Reichsbank. ä u s w e i s, der eine Gesamtentlastung von 75 Millionen Mark brachte, ftel nicht so gut aus. wie man am Samstag angenommen hatte. Der Orderseingang bei den Banken war wieder sehr gering. Das Angebot zu den ersten Kursen drückte das Niveau um 1 bis 2 Prozent zurück. Die Vorbereitungen zum Ultimo dürsten so gut wie beendet sein. Tagesgeld stellte sich auf 6 bis 8 Prozent bei etwas verstärkter Nachfrage. Geld über den Ultimo 8 bis 9.5 Prozent, Monatsgeld 7,25 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel 6,9 Prozent. Heimische Anleihen behauptet, Aus'änder geschäftslos. Bosnier bis 0,5 Prozent, Mazedonier bis 1 Prozent schwächer. Pfandbriefe vollkommen still und überwiegend eher schwächer Auch im Verlaufe neigte die Tendenz zur Schwäche. Das Geschäft blieb minimal. Termin, werte wurden zumeist schon per'-Medio gehandelt. Autoattien, befonders Daimler und NAG. lebhafter. Spritwerte, die schon anfangs 3 bis 3,5 Prozent gedrückt waren, lagen weitere 1 bis 1,5 Prozent niedriger. Montanaktien behauptet. Phönix etwas fester. FrankfuLL r Gotre vebörse. Frankfurt a. M, 27. Febr. Die Marktlage ist freundlich, mit Ausnahme von Mehl, das am Ende der verflossenen Woche besser verkäuflich war, heute aber wieder etwas abgeflaut ist Die übrigen Artikel haben sämtlich eine feste Tendenz. Weizen wird seit längerer Zeit wieder einmal etwas reger gesucht. Braugerste liegt recht fest. Hafer findet bei erhöhten Preisen Käufer. Mais ebenfalls fest. Kleie zur prompten Lieferung weiter gefragt. Es wurden notiert: Wei- »en 1 (gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs) 25,50 Mk., Weizen 3 (geringere Beschaffenheit, bis zu 23 Prozent Feuchtigkeit) 22,75 bis 23,25, Roggen 25,25, Sommergerste für Dran- zwecke 29 bis 31,50, Hafer (inl.) 24,50 bis 24,75 Mais (gelb) für Futterzwecke 23, Mais (gelb) für andere Zwecke 23,70, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 37 bis 37,50. Roggenmehl 34 bis 36,25, Weizenkleie 14,10 bis 14,25, Roggen- fleie 15 bis 15,25, ®rbfen, je nach Qualität für Speisezwecke, 34 bis 60, Linfen. je nach Qualitä. für Sveisezwecke, 55 bis HO, Heu (süddeutsches gut, gesund troden) 8 bis 8,50, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 4,50, Weizen- und Roggenstroh (gebündelt) 3,25, Treber (getrocknet, 17,25 bis 18 Mk. — Tendenz: fest. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 27. Febr. Auftrieb: IW Rinder, darunter 277 Ochsen, 79 Bullen, 575 Kühe, 327 Färsen, 549 Kälber, 79 Schafe, 6032 Schweine. Rinder: Ochsen: vollst., ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere 58 bis 60, ältere 55 bis 57; sonstige vollst, jüngere 51 bis 54, ältere 45 bis 50. Bullen: jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 52 bis 56; sonstige vollst, oder ausgemästete 48 bis 51. Kühe: jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 45 bis 48; sonstige vollst, oder ausgemästete 40 bis 44; fleischige 33 bis 39; gering genährte 25 bis 32. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollst., ausgemöftete, höchsten Schtachtwerts 58 bis 62; oollfteischige 53 bis 57; fleischige 47 bis 52. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 72 bis 77; mittlere Mast- und Saugkälber 65 bis 71; geringe Kälber 52 bis 64. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast, 51 bis 55. Schweine: Fettschweine über 300 Psd. Lebendgewicht 55 bis 57, vollst, von 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 55 bis 57, vollst, von 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 56 bis 57, vollst, von 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 54 bis 56, fleischige von 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 50 bis 53, Sauen 50 bis 53 Mk. — Marktoerlauf: Rinder mäßig lebhaft, ausverkaust. Kälber und Schafe rege, ausverkauft. Schweine schleppend und Ueberstand. -r-> «al.? tii umi w I I Klangschönheit und Haltbarkeit sind die Haupteige schatten der Netameyer- Pianos Vertreter: August Förster * Giefeen Bahnhofstraße 65 B 59a Fernruf 1367 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angc.übtten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdislont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. z.attksurt o. M | Berlin Schluß l.Uhr. «Schutz i tinjang fl'T» I Kur» I K»rs 1 Kur- schlutz ’ l-Uhr» «Sch utz Än,ong Kurs I Kur» | K»r« I Kur 25. 2. I 27. 2. |25.2. [27.2 Datum: 25 2. | 27. 2. | 25. 2. | 27 2. Datum: 87,25 87,5 161.25 210.5 255 a. UL Devisenmarkt Berlin -Irantturt 151 Telegraphische Auszahlung 27. ftebr. 25. Febr 4,1 24,76 24,6 24.7 24,25 1,4 182 13,1 13,25 13,8 116.4 13.25 f. '/. 9 « 97,75 152 149,25 149,75 Rheinstahl Riedrck Montan 160,5 150,75 102 145 169 182 Buntnoten. .'53,4 55,5 108 133 183.5 6 8 6 6 51.75 14.6 52 14,8 160.5 175 10 10 10 9 172,25 225,13 163.4 155,5 157,5 13,75 13,13 148.75 116.25 103,5 10 12 0 .8 .5 .0 10 125,5 195,6 124.75 196 sh 10 10 12 194,5 108.75 97.75 175,5 52 14,75 110,5 98 272,76 264 51.8 14,65 198 110,2 97 175.25 96 127.5 156 25 98 128 121 25 256,65 99,5 235 162.5 148 102 151. 18b 172,6.1 265,25 126,75 152.9 142.75 146 265 •73,5 2t6 163.ö 157,9 158 218 125.5 193 117,25 114 162.5 177 165 170 1805 250 255.75 151.5 214.5 217 152.4 143 145 75 463 173 :26.5 163,75 156.65 158 419,75 125,75 f. »4 S < ... 8 , .... .5 .....8 ....... 175 269 164.5 210,25 119 256 168,33 1,789 58.28 111,40 112,14 112.26 10,535 .'2,16 20,41 I,183j 16,455 80,56 70.94 1,961 0,503 ->8,95 12,399 7,358 73,16 1,022 19,43 81,60 ',094 1,544 4,174 4,276 '0.931 Berliner HandelSqcscllsch. Lommeij- and Privat-Bk Tarmst- u Nanonalbank Deutsche Bank TtSkonto-Geselllchaff flnt Dresdner Baut 168,67 1,793 58,40 111,62 112,34 112,48 10,555 22,20 .'0,45 1,1915 1-5,495 80,72 71.78 1,965 J.505 >9,07 12,419 7,372 .3,30 1,028 19,47 51,76 ',098 i,556 1.182 4,384 >0 974 163 178.5 165 213 Lchles. Elekkr Schulten . . Siemens A Ha tetr Tran radio . . . Labmever A To Buden S Deutsche Erdöl . . Essener S cinkoble Gelsenkirchener Harpeuer Hoesch Erlen • . . ylff Bergbau . . . Klocknerwcrke ■ . Köln-Neueffen anneSmann LES.. Bergmann Elektr. Lieferungen . Licht und Kraft . . gelten A Guill aume Ges ' Slctir Untern. Hamb Elektr Werte > Rhein Eleltr 152 186.5 174,5 .'68 126,55 Hamburg-Amerika Paket. >amb -Südain Tamvisch 5anfa Dampfschiff Norddeutscher Llohd 217,25 151 143 145.25 263 172.25 226 163.13 156,25 168 . .7 . .8 . 10 . 10 • .6 . 10 . 10 . .8 . 10 . . 7 . 16 . 8 - 9 . 0 .6 . .8 225 118,75 97.65 127.75 137.75 132 182 140,13 229 117.4 141,5 148.5 115.25 103.5 93.4 98.75 234.5 162.5 146,5 101,65 42.65 102,5 12,2.1 168 177. > I 246.5 l«l.» Kali AschcrSlede i KaltWesterrgeln Kaliwerk Saltdetfrrrtb d S äaroen.Iudustrte Dynamit Wobei . . . Scheid anstalt . . Goldschmidt .... Riitgerswerke ...... Metallgrscll! chatt .... Froudsurt a. M | Berlin Phonir Bergbau f 3 3 Rheinische Braunkohlen 10 ' 0 . .6 Alla Deutsche Credilanft. 10 Barm t Bankverein i imtliche .Notierung | Held Brief _ Dt «etchSanIeihe v 1927 Dt «nl Ablö« Schuld mit Auvlos -Rechten Desgl. obtif AuSl, s -Rechten F/o Franks Hup -Bk. Go dpi unkündbar bis 1932 eldcr . . , Obcrfchlcs Eisend. Bedarf 0 Oberschlei KokSwerke . 0 o-.ai;h?un a. TI | Berlin Mtiteldeulsche Enditdank Vterallbank..........8 Reich» bank........ tu Hranzomche Koten . . . tUo: il’.äS Holländische Noten . . Italienische Noten..... 168,06 22.20 168,74 22.2« Norwegische Noten..... 111,20 111,61 Deutsch-Ocsterr.,äii>0 Kronen 58. M3 59, UL’ Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... 2.563 2,58 112.0S 112,5-’ Schmei;cr Noten....... 80 J2 80, <1 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten - - 70,75 12,365 71, Ou 12,425 72 93 Schlich.! 1-Uhr- I Sch.utz I Anian Sur» 1 Kurs Kurs Km- Datum: 25. 2. 1 27. 2. | 25. 2. | 27. 2. Phmov ouHmanit . 138.5 - 188 135,6 Heidelberger Ermen» Cemeni Karlstadt . 8 .8 137 180 ,37 — _ .^-avß A ftreifao 10 130,13 129.5 — — SchnitdetS Rayarhosrr. 15 — — 330.25 327 Ostwerte . . 12 - 270,5 267,5 Ber. Glanzstoff . . 15 — — 601. j 599 8 12 __ _ _ 45!) Zellsto» Daldbof - '50 246,25 249 246,25 Zellstoff Aschaffenburg - 10 lu9 — — 171 Charlon-nburger Waffer - — 125,5 123,5 effauer 8,96 59.08 Prag . Bel, md 12,399 7,350 >2,419 7,367 Budapest. 73,11 73,25 Bul arten «,027 3,033 L'ffabon 19,43 19,47 Danzig 81,59 81,75 Konstantin. 2,110 4,114 Athen. . >.544 5,656 Kanada 1,175 4,183 Urn nav 4,276 4,284 Wn> 20 93 20.97 Amerikanische Noten..... 4,169 4,189 belgische Roten...... 58,13 58,37 Dänische Noten ...... 111,88 112,32 Englische Noten ...... 20.38 20.46