Nr. 278 Erstes Blatt - 178. Jahrgang Montag, 26. November (928 tüglltd,autze, Sonntags ttnb 3«tertag«. Beilagen: Bietzen« FomiNerrdlüttei Heimal im Düd Die Scholle MonalS'Vezngrprett: 2 Reichsmark and 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen etnzelnerNummern '.»folge höh«« Gewalt. Fernfprechanfchlüsse: 61, 54 und 112 Anschrift für Drahtnach» richten. Lnzelger Gieße«. pofischeckkoitto: Frankfurt am Main 11689. metzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck «nd Verlag: vrühl'fche Universitäts-Buch- und Zteindnickerer R. Lange in Sietzen. Schriftiektung und GeschastsfteNe: Zchulftratze 7. llimahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Rachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re« Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/„ mehr. TheftedaKteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh Lange für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann. sämtlich in Bietzen. Schwere Slumkatastrophe auf den deutschen Aordseeiuselu. Starke Klntverheernngen auf Sylt. Zm Kampf mit dem Meer. Homburg, 24.Nov. (2BIB.) Auf Sylt wütet seit Jreitag abend bei auherordenllich niedrigem Barometerstand eine Sturmflut, die selbst diejenigen der Jahre 1911 und 1923 übertrifft. Bei einem Destsüdwestwind mit einer Windstärke von 10 bis 12 wurde überall auf der Insel schwerer Schaden ungerichtet. Die Dörfer Morsum und Archsum sind durch die Fluten völlig von der Insel abgetrennt worden Vas Westerländer Rettungsboot ist zur Hilfeleistung nach den Ortschaften obgegangen. In Morsum mutzten die Bewohner von 15 Häusern flüchten. In dem Gebiete von Morsum bildeten sich durch die Sturmfluten abgeschlossene Inseln. Monkmarsch steht halb unter Wasser. In Wenningstedt sind wiederum große SUffabbrüche zu bezeichnen. Der Eisenbahndamm nach Hörnum wurde von den Fluten durchbrochen. In Eilum steht da» Wasser hoch an dem Steilufer. Auf dem h l n - denburgdamm blieb ein Morgenzug stecken. Da er nicht gegen die Gewalt de» Sturmes onkam, muhte eine Hilfsmaschine beordert werden. Trotz dieser Verstärkung hatte der Zug weniger Geschwindigkeit al» ein Fußgänger und traf mit eineinhalbstündiger Verspätung in Westerland ein. An dem Reubau des Postamtes In Westerland stürzte eine Mauer ein. Auch sonst ist sehr großer Schaden an den Häusern und am Strande aus der Insel angerichtet worden. Die Gefahr scheint noch zu wachsen, da sich der Sturm nach Rordwest dreht. Die Drehbrücke auf der Insel wurde überschwemmt. Auf der Reede stießen die Leichterschiffe „Rhein- und „Main" zusammen. Durch einen hundert Meter breiten Z irstrom wurde bei Buhne 33 die Halbinsel Ellenbogen von der Mutterinsel abgetrennt. Die gewaltigen wasiermengen überfluteten den Damm, der zum Ellenbogen-Leuchtfeuer führt, beim alten Ret- tungshaus. Sie rissen alles mit sich, u. a. zwei Unterstände. Eine liefe Bucht breitete sich bei der Artillerie - Telephonzentrale bis zum westlichen Leuchtfeuer aus. Die Insassen des Ostlcuchtseuers konnien den Turm nicht verlassen. Zum Bruch des hörnmcr Bahndammes ist noch zu melden, daß es sich um fünf Bruchstellen handelt, durch die die gewaltigen Wasserfluten über die wiesen drangen und den südlichen Teil der Stadt Westerland unter Wasser setzten, aus dem die Häuser wie Inseln herausragen. Die Tinnumburg steht einsam in einer weiten Wasserwüste, desgleichen das Rettungshaus. Ein Haus iu Westerland-Süd wurde eingedrückt. In w e n n g- ft e d I bei der Kurhausstrandhalle wurden 12 Meter Kliff abgerissen. Das Restaurant steht nur noch einen Meter von der Abbruchkante entfernt. Die Slrandbuchhalle hängt zu drei vierteln über dem Anhang und wird mit Troffen gehalten. Der zweite Rochmittagszug ist infolge des starken Winddruckes trotz zweier Maschinen mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Westerland angcforamen. viele Weskerländer Kinder können das Elternhaus nicht erreichen, da die Häuser durch das wasser obge- schuitken sind. InGrivartung neuerSpringsiuten Berlin, 26. Nov. (TU.) Nach einer Meldung des „Montag" aus Westerland fällt das Barometer ständig. Während der Durchschnittsstand 760 Millimeter beträgt, ist es am Sonntagnachmittag auf 718 gefallen. Infolgedessen erwartet man, namentlich mit Rücksicht auf den Neumond, in der Nacht .zum Montag schwere Springfluten. Ganz Sylt befindet sich infolgedessen gewissermaßen i n A l a r m z u st a n d. Hunderte von Arbeitern, die teilweise mit der Bahn vom Festlande herantransportiert sind, arbeiten Tag und Nacht, um die Beschädigungen mit Tausenden von Sandsacken auszufüllen und weitere Zerstörungen zu verhindern. Die Verbindung mit dem Festlande über den Damm ist noch nicht unterbrochen, die Zuge verkehren. Schiffe in Rot an der holländischen Küste. Schwierige Nettungsarbciten. Amster b a m , 24. Nov. (WB.) Während des heftigen Sturmes gerieten an der holländischen Küste und auf der Zuider°See zahlreiche Schiffe in Not. Mehrere Fischkutter sind gesunken. Verluste an Menschenleben sind bisher nicht gemeldet. Der deutsche Dampfer „Heinrich Po- deus" aus Rostock, der sich zur Vornahme von Reparaturen auf dem Wege nach Rotterdam befand und wegen des heftigen Sturmes vor dem Eingang des Rotterdamer neuen Wasserweges vor Anker ging, wurde losgerissen und nach Norden abgetrieben. Das Schiff geriet später in der Nähe von Schevenigen in große Rot und muhte SOS-Rufe aussenden. Die Rettung der Mannschaft war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Es war unmöglich, mit Schleppern an das Schiff heranzukommen, das, nachdem es seine beiden Anker verloren hatte, hilflos nach Norden getrieben wurde. Samstag wurde es vom Sturm bei Zandvoort auf den Strand geworfen. Ein Rettungsboot, das zur Hilfe ausgelaufen war, mußte das Rettungswerk vorerst gegen den Sturm aufgeben. Nach langen Bemühungen gelang es dem Rettungsboot, mit Hilfe einer Leine an das Schiff heranzukommen und sechs Mann der Besatzung an Land zu bringen. Tausende von Zuschauern wohnten am Strande dem Rettungswerk Duisburg, 24. Nov. (WTB.) Das LandeS- arbeitsgericht Duisburg verhandelte heute über die Berufung, die die Gewerkschaften gegen das Urteil des Arbeitsgerichts eingelegt hatten, das der Feststellungsklage der nordwestdeutschen Eisenindustrie stattgegeben hatte. Nach längeren Ber- handlungen verkündete der Vorsitzende Oberlandesgerichtsrat Dr. Kramer folgendes Urteil: Auf die Berufung des Beklagten wird das Urteil vom 12. November dahin abgeändert: Die Klage wird abgewiesen und der Kläger verurteilt, die Kosten zu tragen. Der Weü des Objekts wird auf eine Million Mark festgesetzt. Zur Begründung des Urteils macht der Vorsitzende folgendes geltend: Das Gericht ist zu der Auffassung gekommen, daß sich § 21 Abst 4 und 5 im Rahmen der Schlichtungsverordnung vom 30. Oktober halte. Da keine Einigung zwischen den Partein zustande kam, wurde der Schlichterkammer ein neuer Spruch auferlegt. Es wurde ferner festgestellt, bah bei der Stellung des Schiedsspruches bei dem Kollegium daS Mehrheit S- Prinzip erforderlich ist. AuS diesem Grunde konnte der Kläger mit seiner Behauptung, bah der Schiedsspruch deshalb ungültig sei, weil er nur mit der Stimme des Vorsitzenden abgegeben sei, keinen Erfolg haben. GS ist weiter zu beachten, dah ein Spruch, den der Vorsitzende der Schlichtungskammer verkündet, unantastbar ist. Dieser Staatsakt kann nicht mit der Begründung des fehlerhaften Zustandekommens des Schiedsspruches aus der Welt geschafft werden. Es kann höchstens geltend gemacht werden, dah die Schlichterkammer nicht richtig zusammengesetzt war. Der Vorsitzende erklärt weiter, die Tatsache, daß ein Tarifvertrag an sich noch bestehe, schließe nicht aus, daß Interesse bestehen könnte, eine neue Vereinbarung zu treffen. Daß in solchen Fällen der Staat mm gezwungen wäre, nicht einzuAreisen und sich nicht zur Verfügung zu stellen, wurde ja eine Ohnmacht des Staates bedeuten. Der vorliegende Streitfall zeige, wie notwendig das Schlichtungsverfahren sei, und daß das Bestehen einer Gesamtvereinbarung nicht das Schlichtungswesen im Sinne des Gesetzes verhindert. Gerade die staatlichen Sch'lichtungsstellen haben die Ausgabe, einen bestehenden Tarifvertrag abzuändern, um eine klarere Fassung zu erhalten. Das Gericht hat weiter die Frage des Einbruches in den Rahmentarif geprüft und gelangt zu der Auffassung, dah beglich des Akkordlohnes ein Einbruch vorliegt, und zwar aus dem Grunde, weil § 9 Artikel 2 ausdrücklich bestimmt, daß der Verdienst geregelt ist. Es liegt somit ein Einbruch vor nach dem ganzen Inhalt des Paragraphen, der feststellt, dah bei weiteren Zulagen eine tarifliche Aende- rung stattfindet. Wie der Arbeitgeberverband Rordwest mitteilt, wird er selbstverständlich sofort Revision beim Reichsarbeitsgericht ein- legen, um so mehr als auch das Berufungsgericht den Einbruch in den noch bestehenden Rahmen - tarif durch den Lohnschiedsspruch ausdrücklich festgelegt hat und damit die Rechtsauffassung der älnternehmer in dem entscheidenden Punkte bestätigte. Eine Kundgebung der Christlichen Metallarbeiter Duisburg, 25. Nov. (WTB.) Der Christliche Metallarbeiterverband Duisburgs veröffentlicht eine Erklärung, in der zunächst darauf hingewiesen wird, dah infolge der extremen Haltung einer kleinen Gruppe unter den Großindustriellen weit über 200 000 Arbeitswillige gehindert seien, chr Brot zu verdienen. Die Erklärung polemisiert bann gegen die von Arbeitgeberselle gegen die Gültigkeit des Schiedsspruches angeführten Argumente, die sie als juristische Spitzfindigkeiten bezeichnet. Die gestern vom Landes- arbellsgerichk Duisburg gefällte Entscheidung, dah der Schiedsspruch gültig sei, entspreche dem Rechtsbewußtsein von Millionen Deutscher und das Urteil müsse rechtswirksam gemacht werden. Die Erllärung erinnert bann baran, bah von Arbeitgeberseite gegen dieses Urteil Revision eingelegt worden ist und dah die höchste bei. Der Kapitän und der Steuermann sind weiter an Bord geblieben. Bis jetzt war es nicht möglich, das Schiff flott zu machen. Das Wasser in der Zuider See hat einen außergewöhnlich hohen Stand erreicht, so daß die Ufer teilweise überschwemmt wurden. Am Samstag konnten noch verschiedene kleine Fischerboote, die in Not geraten waren, von Schleppern in Sicherheit gebracht werden. Ein Rheinschiff ist bei Nymwegen gesunken. Der Schiffer konnte sich retten. Samstag abend ist der deutsche Schlepper „Fair play“ mit fünf Verletzten an Bord im Hafen von Helder an« gekommen. Das Schiff war mit einem Salz- Gerichtsinstanz, das Reichsarbeitsgericht, sich mit der Angelegenheit noch zu befassen habe. Die weitere Aufrechterhaltung der Aussperrung wäre eine Ungeheuerlichkeit. Wie die Metallarbeiter im Vertrauen auf die Entscheidung des Reichs- arbellsministers bereit gewesen seien, ihre lebenswichtige Arbeit fortzuführen, so /eien sie auch heute noch dazu bereit. Sie appellierten an das Gerechtigkeitsgefühl aller billig denkenden Menschen und forderten sie auf, mit ihnen gemeinsam der Reichsregierung klarzu- machen, daß sie endlich einschreiten müsse, um sich Geltung zu verschaffen. Die Reichsregierung, die den von den Arbeitgebern bekämpften Schiedsspruch für verbindlich erklärt habe, habe damit einen staatlichen Hoheitsakt vollzogen. Werde sie ihr damit gegebenes Wort endlich einlösen? Erforderlichenfalls sei ein Rot- gesetz $u erlassen, auf Grund dessen die Betriebe wieder geöffnet werden und der Rechts- strell auf dem ordentlichen Rechtswege ausgetragen werde. Oie Zusammensetzung des Reichsarbeitsgerichtes. Das Reichsarbeitsgericht, das nunmehr die endgültige Entscherdung über den Schiedsspruch für die nordwestliche Gruppe fällen wird, ist beim Reichsgericht errichtet. Den Vorsitz führt bei fernen Verhandlungen ein Se- natspräsidenl des Reichsgerichts, sein Senat besteht außer dem Voickitzenden aus zwei richterlichen unb je einem Beisitzer der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer. Schiedsspruch für die Metallindustrie Hagen-Schwelm. Dortmund, 24.Nov. (WTB.) In dem Lohn- ftreit in der Metallindustrie Hagen-Schwelm wurde folgender Schiedsspruch gefällt: Das zum 30. No- vember 1928 gekündigte Lohnabkommen wird mit Wirkung vom 1.Dezember 1928 ab wieder in Kraft gefeßt. Ab 1.April 1929 erhöht sich der Spitzen lohn dieses Abkommens auf 83 Pf. Von diesem Zeitpunkt ab ändern sich sämtliche Sätze des Lohnschemas entsprechend dem bisher angewandten Schlüssel. Diese Neuregelung bleibt u n - kündbar bis zum 30. März 1930 unb kann von da ab mit zweimonatiger Frist erstmalig bis Ende Mai 1930 gekündigt werden. Die Erklärunas« frist der Parteien läuft bis Montag, den 26. November, 10 Uhr abends. 9n Gewerkschaftskreisen findet der Schiedsspruch, wenn er auch die Forderungen der Metallarbeiter in vollem Umfange nicht anerkennt, eine günstige Beurteilung. Wie von füh« renber Gewerkschaftsseite versichert wird, wird sich die Obmännerversammlung höchstwahrscheinlich f ü r d i e Annahme des Schiedsspruches aussprechen. Dagegen kommt in einer Erklärung des Märkischen Arbeitgeberverbandes zum Ausdruck, daß der Schiedsspruch die von den Arbeitgebern gehegten Erwartungen auf eine gerechte Berücksichtigung der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage nicht e r f ü l l e. Dies fei um so weniger der Fall, als verläßliche Unterlagen für eine etwa später eintretende Besserung desGeschäftsganges, wie die im Schiedsspruch mit Wirkung ab 1. April 1929 vorgesehene Lohnerhöhung auf 83 Pf. recht- fertigen könnte, nicht vorhanden seien. Unter diesen Umständen fei die Stellungnahme des Märkischen Arbeitgeberverbandes völlig ungewiß. Zechenstillegungen im Ruhrgebiet. Dortmund, 25. Nov. (WB.) Die Ständige Der Sachverständigenkommission für Stillegungs- angelegenheiten des Oberbergamtes in Dortmund teilt mit, dah gestern unter Beteiligung der in Frage kommenden Behörden Verhandlungen über den Antrag der Mannesmannrohrenwerke auf Stillegung der Zeche „Unser Fritz" in Wanne-Eickel stattgefunden haben. Die Still- legung wird mit der dauernden Verlust, wirtschaft begründet und soll dazu beitragen, die Feierschichten in den Werken des Mannesmannkonzerns herabzumindern. Die beigebrachten Unterlagen wurden als richtig anerkannt und die Stillegung genehmigt. Die Belegschaft der Zeche „llnfer Fritz" beträgt zur Zell 111 Angestellte und 1217 Arbeiter. Der größte Teil der Angestellten und Arbeiter wird auf den Mannesmannkonzernwerken sowie auf den benachbarten Zechen untergebracht werden. Das Urteil der Zewsiingsinsianz im LisenkonM. Das Landesarbeitsgericht gibt der Berufung der Gewerkschaften statt. Oie Arbeitgeber legen Revision beim Reichsarbeitsgericht ein. f d) i f f i m S d) I e p p t a u auf dem Wege von Cux- Hafen nach Zaandam und ist am Freitag an der holländischen Küste in das Unwetter geraten. Die Schlepptaue rissen. Mit Lebensgefahr versuchte man bei haushohen Wellen, die Mannschaft des Salzschiffes zu retten. Fünf Personen wurden dabei ernstlich verletzt. Erst als der Schlepper selbst sein Steuer verloren hatte und arg beschädigt war, wurden die Versuche aufgegeben. Ueber das Schicksal der auf dem Salzschiff zurückgebliebenen drei Mann ist man ernstlich besorgt. Schnee und Unwetter in Frankreich. Keine Aussicht auf baldige Besserung der Weiterlage. P^a r i s, 25. Rov. (WTB.) Entgegen der geltem von den französischen Wetterwarten für heute an- gekündigten Besserung der Witterung hat der seit zwei Tagen herrschende Sturm an Stärke zugenommen. Sowohl von der gesamten französischen Küste äls auch aus den: Innern treffen Nachrichten über ziemlich große Schäden ein, die durch das Unwetter verursacht worden sind. Eine Meldung aus Lorient kündigt e i n neues Tief an. Die Gegend von Douarmenez ist vom Sturm besonders heimgesucht worden. 3n Bayonne wurde ein englisches Schiss in der vergangenen Nacht vom Sturm vom Anker gerissen und gegen die dem Hafen vorgelagerten Felsen geworfen. Nach längeren Bemühungen gelang es einem Dampfer und einem Rettungsboot, das Schiff zu bergen. Auch Paris stand unter dem Zeichen des in ganz Frankreich wütenden Sturmes. Zahlreiche Schornsteine wurden niedergerissen und Dächer abgedeckt. Soweit bis jetzt bekannt, sind durch eine vom Sturm fort- gerissene Mauerkrone zwei Personen ziemlich schwer und eine wettere leichter verletzt worden. Don der Küste her lauten die Nachrichten weiterhin ungünstig. Der Hafen von Bordeaux ist gleichsam blockiert. Wegen des außerordentlich hohen Seeganges können die Schiffe ihn nicht an- «laufen und sind gezwungen, draußen zu kreuzen. Aus Reims wird gemelbet, daß die Warne und die Aisne und ihre Nebenflüsse infolge eines seit 24 Stunden niedergehenden, wollenbruchartigen Regens bedenllich angeschwollen und stellenweise bereits über die Ufer getreten sind. Der Hafen von Doulogne-sur-Mer ist mit Fischerbooten überfüllt, die vor dem Anwetter Schuh gesucht haben. Aus den verschiedensten Gegeirden Innerfrankreichs liegen Nachrichten über Verheerungen vor, die der Sturm angerichtet hat. Als besonders beunruhigend wird daS Steigen der Flüsse bezeichnet. Falls das Wetter nicht rasch umschlagen sollte, dürfte mit Hochwasser zu rechnen fein. Aus Südfrankreich werden starke Schneefälle gemeldet. An den Abhängen der Pyrenäen liegt der Schnee teilweise 20 Zentimeter hoch. Die französische meteorologische Hauptstation gibt bekannt, daß vorläufig keine Besserung der Wetterlage zu erwarten sei, besonders im Kanal und in der Bretagne werde der Sturm vermutlich mit unverminderter Gewalt anhalten. 0er Sturm in England. London, 25. Nov. (WTB.) Die Blätter melden, dah der Sturm, 6er feit Freitag in England wütet, eine Anzahl von Todesfällen, großen Sachschaden, Störung des Telephondienstes und Verluste, sowie Verzögeru-.rgen in der gesamten Schiffahrt zur Folge hatte. In Süd-Wales werden 300 Bewohner eines Dorfes obdachlos. Mehrere Schiffe, darunter ein norwegisches mit einer Besatzung von 17 Mann, werden vermißt. Das Generalpostamt meldet großen Schaden an Telephon- und Telegraphenleitungen. Etwa 15 der Zernsprechleitungen nach dem Konttnent sind unterbrochen, davon acht Leitungen nach Paris. Die Telephonverbindungen mit Belfast und Dublin waren gestern vollkommen unterbrochen. Der Sturm über dem Kanal hält mit unverminderter Stärke an, so dah der Schiffsverkehr zwischen Frankreich und England nur ganz unregelmäßig über Calais durchgeführt werden Fann. Starke Herbstgewitter über dem Rheinland. Essen, 26. Nov. (WB.) Ein sellenes Naturschauspiel gab es in Essen und Umgebung in den späten Abendstunden des Sonntag. Wolkenbruch« artiger Regen war begleitet von einem starken Gewitter. Es herrschte undurchdringliche Dun« kelheit, die nur durch lodernde Blitzstrahlen zerrissen wurde. Die Ruhr schwoll stark an; die nächsten Anwohner mußten noch in den Nachtstunden Vor« kehrungen gegen lleberschwernmun- gen treffen. Der Sonntag selbst übertraf, was Regen und Sturm angeht, die Vortage bedeutend. Mit kurzen Unterbrechungen regnete es durch den ganzen Tag und die ganze Nacht zum Montag. Die Friedhöfe lagen am Totengedenktag vollkommen verwaist da. — In Köln hat der zweite orkanartige Sturm, der die ganze Nacht an verschiedenen Stellen der Stadt wiederum große Schäden ange« richtet. Kamine wurden umgeweht und starke Bäume aus dem Boden gerissen. Ununterbrochen niederströmender Regen behinderte die Aufräumungsarbeiten ganz erheblich, l'.e Feuerwehren waren ununterbrochen unterwegs, um die zahlreichen Verkehrshindernisse zu beseitigen. Gegen 16 Uhr entlud sich über der Stadt ein heftiges Gewitter, das ein«; Halde Stunde andauerte. Die Zeutralvorslandslagung der Deusschen Volksparlei. Ministerreden. Stresemann spricht über die inncrpolitischen Aufgaben Berlin, 24. Rov. (DDZ.) 3n einer Rede vor dem Zentralvorstand der Deutschen Volks- Partei wies der Parteivvrsitzende, Reichs- außenministerDr. Stresemann, zunächst die Auffassung zurück, bah man der Sozia l- demokratie allein die Verantwortung hätte überlassen sollen. Wenn das Bürgertum jede Arbeitsgemeinschaft ablehne, so würde es selbst die Schuld an der Radikalisierung der Sozialdemokratie und an der Stärkung der Kommunisten tragen. Wir haben demgegenüber das größte Interesse daran, daß der staatsbürgerliche Gedanke in der Sozialdemokratie selbst gestärkt wird, um denjenigen Teil der Sozialdemokratie, der ein Zusammenwirken mit dem Bürgertum anstrebt, nicht zu schwächen, sondern zu stärken. (Lebhafte Zustimmung.) Die Kritik an dem parlamentarischen System darf nicht da einsetzen, wo ihre Argumente der Durchschlagskraft entbehren. Das gilt besonders für die Frage der Stärkung der Stellung des Reichspräsidenten. Man wird aus dem Amt des Reichspräsidenten stets das machen können, was die Persönlichkeit des Reichspräsidenten aus dieser Stellung macht. Wir fordern ein anderes Wahlrecht unter Aufrechterhaltung des Derhältniswahlrechtes, aber unter Verkleinerung der Wahlkreise, unl> den dadurch gegebenen persönlichen Wettbewerb der einzelnen Abgeordneten. Der Einheits- st a a-t stellt unser Ideal dar. Wir können ihn aber nicht im Wege des Zwanges herbeiführen und wir sollten uns auch vor Teillösungen hüten, weil dann die Gegensätze schwerer auszutragen wären als heute. Es ist nicht richtig, daß die Kultur unter dem Aufgeben der Selbständigkeit einzelner Länder leiden muh. Auch Köln und Düsseldorf waren einst Hauptstädte selbständiger Staaten, und hätten doch niemals ihren Aufschwung genommen, wenn hinter ihnen nicht der große mächtige preußische Staat gestanden hätte. Dr. Stresemann betonte die Bedeutung der kommenden Reparationsverhandlungen. Gegenüber der Auslandkritik an seiner angeblich aggresssiven Rede im Reichstag bemerkte er, Deutschland habe so viel Zeichen des guten Willens gegeben, daß es wirklich Zeit sei, daß nun die moralische Abrüstung bei den anderen Ländern beginne. (Lebhafte Zustimmung.) Reichswirtschastsminister Or. Curtms hielt ein Referat über die „Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik". Gr wies die Behauptung zurück, die Reichsregierung täusche das Volk über den Ernst der Wirtschaftslage und betonte, daß die Regierung gerade wegen der schwierigen Situation den Entschluß gefaßt habe, die alsbaldige Endlösung der Reparattons- frage dahin zu erstreben, daß nur_ eine solche Lösung anzunehmen sei, die die Erfüllung auS eigener Kraft ohne Gefährdung der Lebenshaltung des deutschen Volkes gewährleiste. 3m Inneren müsse man den notleidenden gewerblichen Mittelstand schützen und überhaupt weitgehende Erleichterungen für die Wirtschaft im Interesse der besseren Konkurrenzfähigkeit schassen. Das könne man aber nur tun, wenn durch eine einheitliche Zusammenfassung der Wirtschaftsfragen in einem Ressort die Zersplitterung und älnsichrrheit beseitigt werde, durch die Einheitlichkeit der Wirtschaftspolitik könne der Staat auch besser als Ausgleichsorgan das Gemeinwohl fördern. Rotwendrg sei aber vor allem eine Entspannung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit. Immer wieder erneute Zusammenführung der zu deren Vertretung organisierten Kräfte und Verbände sei eine unabweisliche Pflicht wirtschaftspolitischer Führung. Der bald kommende endgültige Reichs- wirtschaftsra-t werde auf diesem Gebiet zu arbeiten haben, aber sich vor au weiter Ausdehnung der „Wirtschaftsdemokratie*' hüten müssen. Entschließungen. Das außenpolitische Ziel. 3n einer Entschließung zur Außenpolitik heißt es: Wir bekennen und zu der Politik, die zum Abbruch des RuhrkampfeS, zu der Verständigung über die Schuldenregelung, zu den Abmachungen von Locarno, dem Eintritt in den Völkerbund und zur älnterzeichnung des Kellogg- Paktes geführt hat. Folgerichtig hat die Verständigungspolitik zu den Abmachungen von Locarno geführt, die von der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes bis weit in die Kreise der Rechten getragen worden sind. Wir sehen als das wichttSte in dem Locarno-Abkommen an die Sicherheit am deuts chen Rhein und die Verhinderung der Fortsetzung der französischen Rheinpolitik gegenüber Deutschland. Wir bedauern, daß die Auswirkungen des Derttages von der Gegenseite nur zögernd und widerwillig erfolgt sind. Wir erkennen an, daß die frühere Behauptung, der Termin der Rheinlandräumung habe noch nicht zu laufen angefangen, aufgegeben worden ist, und daß man ferner die Aufrechterhaltung der Besatzung nicht mehr mit Gründen der Sicherheit begründet. Wir stellen aber fest, daß dem Rechte Deutschlands auf die Gesamträumung b i s heute noch nicht Genüge geschehen ist. Wir erwarten und ersehnen den Tag, an dem das Rheinland und das Saargebiet frei sind. Aber mit der rheinischen Bevölkerung lehnen wir es ab, dafür Reparationsverpslichtungen auf uns zu nehmen oder nach Ablauf der Besatzungsfrist fortdauernde Kommissionen noch weiter auf unserem Boden zu dulden. Wir erwarten, daß endlich mit Ser Komödie des Abrüstungsausschusses ein Ende, aber mit der wirklichen Abrüstung, wie sie der Vertrag von Versailles vorsieht, von unseren ehemaligen Gegnern der Anfang gemacht wird. CineEntschließung zur Konkordatsfrage tritt für den konfessionellen Frieden ein und erklärt, die geltenden Vereinbarungen über die äußere Organisation der römisch-katholischen Kirche und über die finanziellen Leistungen des Staates bedürfen in einigen Punkten eine Anpassung an die inzwischen anders gewordenen Derhäünisse. Aber bei der Reuregelung dürfe der bestehende Rechtszustand nicht zuungunsten des Staates verschoben werden. Abreden über die Schule dürfen nicht getroffen werden. Vor dem Inkrafttreten etwaiger neuer Vereinbarungen müsse die Gewährung sinnentsprechender Rechte an die evangelischen Landeskirchen Preußens unter Berücksichtigung ihrer Eigenart sichergestellt werden. Sine Entschließung zur WlrtschastSpftltil fordert rasche Hilse für die Landwirtschaft und ein umfassendes Agrarprogramm, ferner Schuh des mittel ständischen Gewerbes namentlich gegen die öffentliche Hand, Erleichterung in der Abgabenleistung, Pflege der Kapitalbildung und der Spartätigkeit. Zum Schluß tritt sie für eine Entspannung der Gegensätze zwischen Kapital und Arbeit ein, erblickt aber in der Wirtschaftsdemokratie nicht die geeignete Plattform. 3n einer weiteren Entschließung bekennt sich die Partei zu einer entschiedenen Sozialpolitik, die nur auf der Grundlage einer gesunden Wirtschaft betrieben werden könne. Die Partei verlangt eine Aenderung des Schlich- t u n g s w e s e n s , die die freie Vereinbarung gegenüber der bisherigen Schlichtungspraxis in den Vordergrund rückt. Reich und Staat dürften nicht parteiisch in Wirtschaftskämpfe eingreifen. DieLlntersWuug derAusgesperrten. Berlin, 24. Rov. (Privatinformatton.) Wie in politischen Kreisen verlautet, steht ein neuer Schritt der Deutschen Volkspartei in der Frage der Unterstützung im Eisenkonflikt bevor. Rach ihrer Auffassung entspricht die Durchführung des Reichstagsbeschlusses vom letzten Samstag, die durch den preußischen Wohlfahrts Minister erfolgt, nicht den reichsgesetzlichen Grundlagen, die im Fürsorgegesetz gegeben sind. Die Durchführungsverordnurtg des Wohlsahrtsministers läßt nach dieser Darstellung die vorgeschriebene Prüfung der Bedürftigkeit außer Acht und berücksichtigt auch die gewerkschaftlich Unter- stützten. Bon beteiligter Seite wird daraus hingewiesen, daß die freien Gewerkschaften beim Durchschnittsfall (verheiratet und ein Kind) wöchentlich 24 Mark Unterstützung zahlen und daß dazu noch etwa 16 Mark aus den staatlichen Mitteln kommen, so daß die Unterstützung im ganzen 40 Mk. wöchentlich beträgt. Diese Lage bedeute einen einseitigen Eingriff in den Eisenkamps zugunsten der Gewerks chasten und gleichzeitig eine Verlängerung des Kampfes, wie es von der Deutschen Dolkspartei nicht beabsichtigt gewesen sei. Unter diesen Umständen beabsichtigt ReichSwirtschafts- minister Dr. Gurtius in den nächsten Tagen beim Reichskanzler Schritte zu unternehmen und unter Hinweis auf die Vorschriften des Für- svrgepflichtgesetzes eine andere Durchführung des Reichstagsbeschlusses zu fordern. sturm die ersten ergiebigen Schneefalle gebracht. Der F e l d b e r g meldet heute morgen 18 Zentimeter Reuschnee und 3 Grad Kälte. Die Lohnempfänger der Deutschen Reichrpost kündigen den Lohntarif. In Düsseldorf versammelte sich der Hauptvo» stand der deutschen Postgewerkschaften, um zu den Lohn fragen für das Lohnempfänger- personal der Deutschen Reichspost Stellung zu nehmen. Der bestehende L o h n t a r i f nahm einen sehr breiten Rahmen in den Beratungen ein. Der Vorstand hielt es für nötig, den Lohntarif zum 31. Dezember 1928 zu kündigen, da der steigenden Verelendung des Personals entgegengetreten werden müsse. Der Beschluß wurde emftimnrig gut geheißen. Aus dem fahrenden Zuge geworfen. Ein schweres Verbrechen wurde auf der Strecke Wildau —Görliher Bahnhof verübt. Der 45jährige Schmied Gustav Jürgens auS Berlin wurde von unbekannten Tätern aus dem fahrenden Zuge geworfen. Jürgens wurde später von Bahnbeamten schwer verletzt auf den Gleisen liegend aufgefunden und nach dem Krankenhaus gebracht. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Deutsche Studenten als Arbeitsdienstpflichtige in Bulgarien. Der Gedanke, in Deutschland für die Jugend eine allgemeine Arbeitsdienst pflicht einzuführen, ist schon häufig zur öffentlichen Diskussion gestellt worden und erst kürzlich ist im Reichstag ein Gesetzentwurf über die Einführung einer einjährigen Arbeitsdienstpf icht eingereicht worden. Besonders ist es die Studentenschaft, die den Arbeitsdienstpflichtaedanken propagiert und schon jetzt eine Anzahl Praktischer Erfahrungen auf diesem Gebiete gesammelt hat. Auf Anregung einer schlesischen Studentengruppe sind nämlich kürzlich einige 30 Studenten und Referendare nach Bulgarien gereist, wo sie im Rahmen der bulgarischen ArbertSdienstpflicht bei Chaussee- und Brückenbauten unter dem Befehl und der Direktion der bulgarischen Arbcitsdrenstpflicht Mitarbeiten. Der Zweck dieses Unternehmens ist, die Methode und die Ziel« der bulgarischen Arbeitsdienstpflicht näher kennenzulernen, die der bulgarische Staat als erster unter den europäischen Staaten vor sechs Jahren eingeführt hat. Die deutschen Studenten haben Gelegenheit gehabt, das Wesen der Arbeitsdienstpflicht und die Ergebnisse für Staat und Dienstpflichtige zu beobachten und hieraus Schlüsse für ihre praktische Nutzanwendung anderwärts zu ziehen. Bedretertagung des Reichsbundes jüdischer Jcontfolbaten. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hielt seine diesjährige Dertretertagung, zu der sich mehrere Hundert Teilnehmer aus dem Reiche eingefunden hatten, in Berlin ab. Sie begann mit einer Kundgebung für eine Siedlungs- aktivn im ehemaligen Herrenhaus. Am Sonntagvormittag eröffnete der Bundesvorsitzende, Hauptmann d.R. a. 'S). Dr. Löwenstein, die Bundeshauptversammlung und gab einen Jahresbericht über die Tätigkeit des Bundes, woran sich die internen geschäftlichen Verhandlungen an- schlossen. Behandelt wurden Probleme, die sich mit der sozialen Arbeit des Bundes, der Abwehr und den weiteren Aufgaben des Bundes beschäftigten, der Anfang nächsten Jahres die Feier fernes zehnjährigen Bestehens begehen wird. Gegen die Gewervesteuerpflichl der freien Berufe. Eine Kundgebung der medizinischen Fakultäten. Halle, 24. Rov. (T. Ll.) Der deutsche medizinische Fakultätentag hat in schwerer Besorgnis um die Auswirkung der drohenden Ausdehnung der Gewerbesteuerpflicht auf die freien Berufe eine Kundgebung an den Steuerausschuh des Reichstages und an den Reichsfinanzminister geschickt, in der es u. a. heißt: „Der Reichswirtschaftsrat hat kürzlich beschlossen, die Ausdehnung der Gewerbesteuerpflicht auf die gesamte Aerzteschaf t zu emp- fehlen. Die medizinischen Fakultäten führen namentlich in der Rachkriegszeit einen schweren Kampf um die Ausbildung des ärztlichen Rachwuchs e s und die Heranziehung von pflicht- mäßig eingestellten Persönlichkeiten, die von den hohen Zielen ihres Standes voll und ganz durchdrungen sind. Die medizinischen Fakultäten erblicken die schweren Gefahren der geplanten steuerlichen Maßnahme nicht bloß in der materiellen Auswirkung der Besteuerung, sondern vor allem in den schwerwiegenden, geradezu verhängnisvollen Folgen für das ärztliche Verantwortungsbewuhtsem, dessen Hochhaltung im Interesse der ganzen Ratton ist. Die Einreihung des ärztlichen Berufsstandes im steuerlichen Sinne unter die Gewerbetreibenden löst gerade bei den wertvollsten Vertretern des ärztlichen Standes tiefe Erbitterung aus und hat nach unserer äleberzeugung zur unmittelbaren Folge eine weitgehende Erschütterung der Berufsethik, die gerade für diesen Stand eine der wertvollsten und unantastbaren Grundlagen bleiben muß. Der durch eine Einbeziehung der Aerzte in die Gewerbesteuer zu erwartende finanzielle Mehrertrag steht in einem geradezu besorgniserregenden Mißverhältnis zu den schweren und nicht wieder gut zu machenden ideellen Schäden. Das hessische Kirchensieuergeseh. D a r m st a d t, 24. Rov. 3m .Gesetzgebungs- äusschuß des Hessischen Landtages wurde die erste Lesung des Kirchensteuergesetzentwurfes zu Ende geführt. Bei Art. 10 ergab sich eine längere Debatte über die Art, wie sich nach der Regierungsvorlage die Kirchensteuer auswirkt, Wewi sie nach der in diesem Artikel vorgesehenen Veranlagung nach Zuschlägen zur Reichsein- tommenfkuer, Reichsvermögensste uer, Grund und Gewerbesteuer berechnet wird. An zahlreichen Sinzelbci p'elen erklärte der Regierungsvertreter die Deran ^»mg, worauf dann der Artikel mit gerinefügt. 5T Qlenb:rangen ang nommen wurde. Die Art. 11, 12 und 13 fanden ebenfalls in der Rrgierungsfas ung Zustimmung. Bei Art. 14. der die Defteuerungsgrundlagen für gemischte Ehen oder, wenn nur ein Ehepartner aus der Kirche ausgetreten ist, regelt, fanden sowohl die Regierungsfafüng als auch die Abänderungsanträge keine Mehrheit, so daß die hier ent- f." ”? Lücke bei der zweiten Lesung ausgefüllt werden soll. Art. 15 bis 20, 22 bis 26, 28 und 29 werden gebilligt. Art. 21 wird zurückgestellt, bis die ReAerung die noch geforderten Unterlagen beschafft hat. Art. 27, der die Bestimmungen für die evangelische und die katholische Kirche sinngemäß auf die israelitische und sonsttge Reli- gionsgemeinscha ten für anwendbar erklärt, wird zurückgestellt, da die Regierung hier eine neue Fassung ausarbetten will. Japans Bündniswünsche. Kein Entgegenkommen in England. London, 24. Rov. (WD.) Der »Daily Chro- nicle“ schreibt: Die Berichte aus Tokio über einen Wunsch der dortigen Geschäftswelt nach Erneuerung des englisch-japanischen Bündnisses finden in maßgebenden Kreisen in London lerne Ermutigung. Anregungen wegen engerer Zusammenarbeit in China zwischen den beiden Mächten werden als unangebracht und unnötig erachtet. Großbritannien hat nicht die Absicht, feine chinesische Politik, die auf der Washingtoner Vereinbarung beruht, abzuändern. Die „Morning Post" schreibt: Berichte aus Japan weisen darauf hin, daß seit einiger Zeit eine engereZusammenarbeit zwischen Großbritannien und Japan in China zu verzeichnen ist. Dies ist nur natürlich, da Japan und Großbritannien viel größere Interessen in China haben als andere Rlächte, und feit der Beendigung des Bürgerkrieges und der allmählichen Reorganisation des Landes diese Interessen weniger auseinandergehen. Gs ist aber keine Rede von irgendeiner Vereinbarung über gemeinsame Zusammenarbeit. Deutschland und Ungarn. Graf Apponyi über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Berlin, 24. Rov. (WB) Der hervorragende 82jährige ungarische Staatsmann und Vertreter Angarns in Genf. Graf Apponyi. der zur Zeit in Berlin weift, hatte mit dem Herausgeber der Deutschen Diplomatisch-Politischen Korrespondenz eine Anterredung, in der er u. a. ausführte: Das deutsch-ungarische Berhäftnis ergibt sich aus der Aehnlichkeft der Lage zweier im Kriege unterlegener Staaten. Auch glaube ich, daß es für Deutschland nicht gleichgültig sein kann, wenn in seiner unmittelbaren Rähc im östlichen Teil von Mftteleuropa jenes Volk zusammenbricht, das dort allein den Gedanken der westeuropäischen Kultur vertreten kann. Ein sympathisches Verstehen unterer politischen Situation in Deutschland ist somit, ganz abgesehen von Erinnerungen neuesten Datums, eine Gegebenheit. Der Anspruch, den ich für mein Volk als Repräsentant der westlichen Kultur im östlichen Mitteleuropa erhebe, bedeutet keine Geringschätzung unserer südöstlichen Rachbarn, sondern einfach die Feststellung der Tatsache einer durch neun IahrhuÄerte festgelegten Evolution, die Ungarn an allen geistigen Strömungen des Westens teilnehmen ließ, und der Tatsache, daß Ungarn zwei Jahrhunderte früher von der vsrnani- fchen Flut befreit wurde als diese Rachbarvölker. Die wirllichen Schwierigkeiten der deutsch-ungarischen Beziehungen liegen auf wirtschaftlichem Gebiet, wo wir leider bisher noch sehr wenig Entgegenkommen feststellen können. Da Ungarns Haupttnteresse Exportmöglichkeiten seiner Agrar- prvdukte betrifft, und Deutschland auf solchen Import immer angewiesen bleibt, mühten sich diese beiderseitigen Interessen in Einklang bringen lassen, zumal wir Vorzüge der Qualität aufweisen können und im Punkte der De- terinärpolizei größere Garantien bieten als irgendein anderer Rachbarstaat Deutschlands. An versöhnlichen Elementen zur Stärkung der freundschaftlichen Beziehungen beider Völker fehlt, es nicht: denn Deutschland ist in Ungarn auf die allersympathischste Weise vertreten. Es war schon so. als Graf von Welczeck in Budapest Gesandter war, und der jetzige deutsche Gesandte, Herr von Schoen, erfreut sich in Ungarn nicht nur allgemeiner Wertschätzung, sondern die Beziehungen zwischen ihm und seiner Familie und der ungarischen Gesellschaft haben sich geradezu herzlich gestaltet. Aus aller Welt. Enthüllung der Schubertbüste in der Walhalla. In der Walhalla bei Regensburg wurde die dort neuaufgestellte Büste Schuberts feierlichst enthüllt Die Festlichkeiten wurden durch einen Sängerabend eingeleitet. Unter den Ehrengästen, die sich zu dem offiziellen Festatt in der Walhalla versammelten, sah man u. a. den bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held, den österreichischen Justizminister, Dr. S l a m a , den Vertreter der deutschen Reichsregie- rung in München, Gesandten v. H a n i e l, und den Reichstagspräsidenten Lobe. Kultusminister Dr. Eoldenberger feierte Franz Schubert als einen Heros der Tonkunst, der Deutschlands hohen Ruhm in der Kultur und in der Weltgeschichte mitbegründet und erweitert habe. Durch Franz Schubett sei das deutsche Volk zum Rufe und zum Ruhme gekommen, das liederreichste unter den Völkern zu fein. Der Kulturschatz des Schubertschen Gesamtwerkes könnte heute eine Heilquelle werden, könnte die Entwicklung wieder vorwärts treiben, heraus aus der Melodienarmut, ja Melodienfeindseligkeit der Gegenwart, weg von der Schwäche der Atonalität und des Jazz, heraus aus der Erdennüchternheit und wieder hinauf in eine von reiner tiefer Seele getragene, von Herzen kommende und zu Herzen dringende und klingende Tonwell. Darauf fiel die Hülle Es folgte eine große Festkundgebung der Sänger vor der Walhalla, die leider durch die Witterung beein- ttächtigt war. Hier ergriff der Vertreter des Hauptausschusses des Deutschen Sängerbundes und zugleich als Vorsitzender des Fränkischen Sängerbundes und der Arbeitsgemeinschaft der vier bayerischen Sängerbünde, Justizrat M o r h a r d, das Wort. Ein Massenchor von Regensburger Sängern und der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes beschlossen die Feier. Schneefall im Schwarzwald. F r e i b u r g i. B., 26. Rov. (WTB. Funkspruch) Die beiden letzten Tage haben im südlichen Hochschwarzwald bei starkem Rordwest- Oie Wetterlage. ■Seydlst- Hörüöyl w-4 w6 U <0Hina 10t Sonntag, 51^.1928,8^5. Itot E gwontentoioneuer onaroecaetit®wo«iaeotoccn »Regt^ * Sehnte ä Graupeln * ntoti K 6rWiner.(Q)wind>tiilc. •O' «ichter 0$i 5* Sudsuowcn Q uurwi6c> nordweil tle Pleite flteoen ent dem winde 0« ooeen Stationen steeenden za* len geben die Temperatur an P« Linie» «rt»Mee Orw en gleiche* Mi' rueresniuexM «moeraenotw» Lelldrec» Wettervoraussage. Ein neuer Sturmwirbel, der sich gestern über Schottland entwickelt hat, und heute morgen schon über der Ostsee lag, brachte abermals unter stürmischem Wetter ergiebige Niederschläge. 2ln seiner Westseite sind bereits maritime Polarluftmassen nach Deutschland vorgedrungen, die unter sinkenden Temperaturen noch au Regenschauern führen. Mit dem Zustrom der Kaltluft setzt Druckanstieg an. Die starken Druckgegensätze werden sich mehr und mehr ausgleichen und allmählich zu ruhigerem Wetter führen, wenn auch zunächst die Rückseitenwirkung der abziehenden Störungen noch zu ver- einzeften Regenschauern führt. Die Temperaturen gehen weiter zurück. Vorhersage für Dienstag: Unter ab- flauenden nordwestlichen Winden wechselnd wolkig mit Aufheiterung, noch vereinzelte Regenschauer. Temperaturen weiter sinkend. WitterungsaussichtenfürMittwoch: Weitere Beruhigung der Wetterlage wahrscheinlich. Lufttemperaturen am 25. Noven.ler: mittags 7,2 Grad Celsius, abends 6,2 Gral Celsius-, am 26. Nov.: morgens 5,6 Grad Celsius. Maximum 8,4 Grad Celsius, Minimum 3,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen am 25. November: abends 6,4 Grad Celsius; am 26. November: morgens 5,2 Grad Celsius. — Niederschlag 26 Millimeter. Nur r *6 I r-.ia’Ä ML Für erwiesene Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Otto Balser. Gießen, den 24. November 1928. ____________________1'8294 echt mit dem Etsenhandluna 9642. Dr, Karl Müller 10356D Heuchelheim, den 25. November 1928, 10343D Sofas, Chaiselongues Klubsessel 10251V Ä>. Unterfertigter Q C. betrauert das am 22. November 1928 in Frankfurt a. M erfolgte Ableben seines lieben A. H. Der C. C. der Silvania. I. A; Wolfgang Schmidt X Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Hofmann V„ Schreinermeister Artur Hofmann. Die Beerdigung findet Dienstag, den 27. November, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehaus Friedrichstraße 8 aus statt ung n Jrontfolbeten. ^rvntsvldÄen hielt togmg, zu der sich irr aus dem Aeich, din Ä. Sie bepmn eine Siebung»« rrenhaus. 2Im Sonn- ■i Tunöttttrsitzende, . Lvveastein, die md gÄ einen Jahres- des Mdes, Wvrm in Derhaudlmgen an* it Probleme, die sich Jundes, der Abvehr des Jimdes beschäs* r ÄrM die Feier s begehen wird. Lebkuchen Vrente«. Bomben, Schokolade u. Pralinen, 1 BW. Vollmilch' Schokolade Mk. 1.80. SVTll- J. M. Schulhof Marklktrahe 4, Ein» gong yurggrnben, erstklassig In jed.Beziehung. Zahlbar monatl.nur Rm. 10.— trotz b|II.Preise. Lieferung erfolgt franko Haue. Lao» jäbr.Garantie. Fragen 8ied.Postk.an Rich. Langenbach, Bürbach i.W. AllgemeineOrtskranken- kaffe Gießen-Gta-t Die rückständigen Beiträge zurKranken- kasse, Invaliden- und Arbeitslosenversicherung für den Monat Oktober 1928 können noch bis zum 4. Dezember d. I. ohne Kosten bezahlt werden. Aach Ablauf dieser Frist erfolgt Kostenberechnung u. evtl. Beitreibung. Die Einzahlung kann DienStagS von S bis 1 übt bei unserer Kasse, oder auf unser Postscheckkonto Amt Frankfurt o. M Ar. 10 833, erfolgen. Gießen, den 26. Aovember 1928 -) inkler. Aechner. 10355D < Am Sonntag der Toten, frühmorgens ' ,10 Uhr, entschlief sanft nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 57 Jahren meine hebe, gute Frau, meine innigstgeliebte, treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Hofmann geb. Volkmann. Drucksachen aller AttÄ’fiaWftä Bit WW« UnloerßtAr-Vrnckerei, «- tauge, -letze«, Zchnlstt. T Riederlegung eineß Kranzes das Gelöbnis ab, auch weiter für die Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen wirken zu wollen. Mit einem Musikvortrag der Kapelle des Reichsbanners Schwarz- Hot-Gold „Ich halt' einen Kameraden" schloß die Feier. glitte... sich btr f« ßoÜJjhtn. des sen, ? ”^SS Je »worfen 'ad ' Tätern^ L NNZ »yii™'*11 M- ppäe ^rbeMensiM autcnto- »«Jet bcharischen di-le 'Acht näher tarnen. Staat als erster ?n vor sechs Jahren Eiudsnten haben Wa der Arbeits- W für Staat und lunb hieraus Schlüsse DJn&ung mdenvätts khaM0ll-kksselose»,8erv' Stahlblech und Kesselgestelle empfiehlt Edsav Bovvmantt usiage -bt{ anti^J unler Mn lS<Ä taüluft * * . u„ter«?- rie^^ch'lelnd SetterlaS^. *•*, 6®r. Gs besteht lediglich die Absicht, den alten Besitzern vorläufig ein ihrem alten Besitz ungefähr entsprechendes Stück zur Bewirtschaftung zuzuweisen, vorbehaltlich späterer Regelung auf dem durch das Gesetz vorgeschriebenen Weg. # Freienseen, 25. Rov. Dieser Tage wurde hier von der Kultursilmstelle des Kreises Schotten unter Leitung von KreiS- fchulrat Kinkel der Film „Die erwachende Sphinx" den Schulkindern der umliegenden Gemeinden in der für diese Zwecke bestens geeigneten Turnhalle vorgeführt. Der Film führte die Kinder von Kapstadt nach Kairo: er bot eine wertvolle Ergänzung zu der erdkundlichen Besprechung dieses Erdteiles, klärte auch manche irrtümliche Auffassungen, die über dieses vielfach noch als dunkler Erdteil b^eich- nete Gebiet vorherrschen. Besonders fesselnd waren die Landschaftsbilder mit ihrer eigenartigen Tierwelt, die Bebauung dieser Gebrete, an der deutscher Fleiß einen nicht geringen Anteil hatte, wie die Gebiete unserer ehemalige« Kolonien beweisen. Interessante Bilder zeigten die Raturschönheiten jener Gebiete, den ilrtoalö, die gewaltigen Wasserfälle des Sambesi u. a. m., daneben baß Leben jener Völker, ihre Sitten, die trotz der nach unb nach eindringenden Zivill- sation sich nicht verdrängen lassen. Ein lustiger Film aus dem Reich der Tierfabel schloß die Vorführung. Preußen. Kreis Wetzlar. > WSR. Wetzlar, 25. Rov. Der ®bar* unb Bauverein Wetzlar hat sein großes Wohnungsbauprogramm, bas 112 Wohnungen umfaßte, glücklich zu Ende führen können, so daß die Wohnuicgen zum 1. Dezember, 15. Dezeniber unb 1. Ianuar beziehbar sind. Der Durchschntttsthp ist die Zweizunmer- wohnung mü moderner Wohnküche. Der Durch- schntttsmietpreis für eine Zweizimmerwohnung betragt 42 Wk., für eine Dreizimmerwohnung 65 lief., für eine Dierzimmerwohnung 90 RU- Die Wohnungen sind In fünf Wohnblocks an verschiedenen Stellen der Stadt zusammengefaht. Die Vie^immerwohnungen besonders zeichnen sich durch schöne, freie Lage unb bauliche Ausgestaltung auS. Z Groß-Rechtenbach, 25. Nov. Dieser Tage wurde in der Gastwirtschaft „Zur Post" bterfelbtt. eine Versammlung von Landwirten, sowie vvn Mitgliedern der Raisseisen-Geirossenschatten, der Hessen-Rassauischen Genossenschaten und der Orts bauern schäften der hiesigen unb der umliegenden Gemeinden abgehalten, deren Zweck die Gründung einer G en 0s sen s cha f t s- Diehverwertung war. Di. lom-Land itt Haack, Gießen, verbreitete sich in eingehenden Ausführungen über die praktische Ausgestattung einer solchen Genossenschaft in den Gemeinden des Hüttenbergs unb empfahl die Bildung eines Verladeringes mit bei Bestimmung der Bahnstation Großen-Linden als Verladestation. Der Dorttag löste eine lebhafte Aussprache aus. die damit endete, daß vorläufig ein die Gemeinden des Hüttenbergs umfassender Derlab e r i n g gebildet und als Derladestatton die Bchsstation Großen-Linden bestimmt wurde. Es wurde ein Vertrauensmann gewählt, bet schon in den nächsten Wochen den ersten Versand von Schlachtvieh nach dem Frankfurter Schlachtvichnarkt bewerkstelligen soll. Die Verwertung des Viehes auf dem Schlachtviehmarkt das in seiner Verzweiflung zu mir kam, aus* genützt!" „Ausgenützt?" „Ich hab sie zu meiner Frau gemacht, statt sie ruhig hinter jener Türe den verdienten Schlaf finden au lassen, auf den sie durch ihre Arbeit für mich Wohl ein Recht hatte! Unb nun ist sie dreifach betrogen: sie muh mir Frau sein und Magd und noch in anderer Leute Häuser bienen gehn unb kann nie wieder los von mir — nie wieder, beim ich werde sie hatten bis zu meiner unb ihrer letzten Stunde. Hätte ich sie nicht an mich gefettet, würde sich über kurz ober lang doch etwas Passendes für sie gefunden haben, eilte Stellung oder eine Partie, die sie vor jeder Rot geschützt hätte. Das ist nun für sie alles aus und vorbei!" Der Doktor hob beide Fäuste gegen die Augen. Hettingen zog sie ihm gütig herab. „Deine Ideen sind krankhaft, Hans! Du hast sie doch lieb?" Ein schrilles Auslachen. „Ia — ich hab sie lieb! So lieb, Ioachim." — seine Stimme dämpfte sich zu heiserm Flüstern — „daß ich schon feit vier Tagen nächtens an ihr Bett schleiche und mit meinen Fingern nach der Stelle taste, wo eine Kugel am ersten für sie tödlich ist!" „Hans!" Feßmann fühtte sich von zwei harten Fäusten emporgerissen, roh geschüttelt und bann wieder niedergedrückt. „Mensch! Wenn ich nicht wüßte, daß du klar bei Verstand bist, würde ich glauben, ich hätte es mit einem Wahnsinnigen zu tun!“ „Ia! — Richt wahr? — Wahnsinnig! — Du toirft es bestätigen. Achim!" „Richts werde ich bestätigen! Hörst du? Gar nichts!" Ioachirns Augen zwangen sich tn die des Freundes, die ihm zu entrinnen suchten. „Rur das eine will ich dir noch sagen: Wir beide sind fertig miteinander. Deine und meine Begriffe von Freundschaft sind so verschißen, daß ich keinerlei Gleichklang mehr zwischen uns beiden finde." Hettingen war auf gestanden, griff nach feinem Hut und schlüpfte hastig in den Mantel. (Fortsetzung folgt) V f 3m grauen Waffenglanz der Pflicht. Olun ruhen fie stumm in dämmerndem Schwergen, | Weiheworie der Llniverfliäi am Ehrenmal ihrer Gefallenen. Daten für Dienstag. 27. November. Sonnenaufgang 7.37 Uhr, Sonnenuntergang 15.58 Uhr. — Mondaufgang 15.59 Uhr, Monduntergang 7.34 Uhr. Totale Mondfinsternis. Mond in Erdnähe. 8 v. Ehr.: der römische Dichter Quintus Horatius Flaccus in Rom gestorben (geboren 65 v. Ehr.); — 1701: der Astronom Anders Celsius in Upsala geboren (gestorben 1744); — 1801: der schweizerische Kartograph Melchior Ziegler in Winterthur geboren (gestorben 1883). 1 D i e amtliche Großhandelsindex- ziffer. Die auf den Stichtag des 20. November berechnete Gros,Handelsindexziffer des Statistischen Reichsamies ist gegenüber der Dorwoche von 140,3 auf 140,5 gestiegen. Don den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 0,3 v. H. aus 135,8 (135,4) angezogen. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 0,5 v. H. auf 127,4 (128.0) zurückgegangen. Die Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren hat sich von 133.4 auf 133t5 erhöht, während die Indexziffer für industrrelle Fertigwaren mit 160,00 gegenüber der Dorwoch« feine Deränderung auf- weist. * Aus der Spielwarenindustrie. Lieber die Geschäftslage in der deutschen Spielwarenindustrie im Jahre 1928 erfährt WTB.- Handelsdienst von maßgcchender Stelle: Dis Hauptsaison in der deutschen Spielwarenindustrie ist zu Ende gegangen. Die jetzt noch vereinzelt hereingenommenen Aufträge dienen nur noch zur Vervollständigung der Weihnachtskollektion des inländifchen Großhandels und der Spielwaren- Wirtschaft. Leichte Geldmarkttage. Die infolge der Medioansprüche der Wirtschaft eingetretene leichte Anspannung am Tagesgeldmarkt ist nur vorübergehend gewesen. Es ist inzwischen eine starke Erleichterung eingetreten, die aller Doraussicht nach bis zum Ultimo des laufenden Monats anholten wird. Die Entspannung wird besonders deutlich aus der Dewegung des Satzes für Monatsgeld: Im November 1928 liegt der Durchschnitt wesentlich niedriger als in den Dormonaten und vor allem beträchtlich unter dem Stand im November 1927. Während im Dorjahr der Sah für Monatsgeld von August bis zum Jahresende ununterbrochen gestiegen war, wurde im laufenden Jahr bereits im September der Höhepunkt erreicht. Seitdem gehen die Geldsähe entgegen der saisonüblichen -Bewegung zurück. Die Nachfrage nach Privatdiskonten unb Warenwechseln ist wieder stärker geworden, und es hat den Anschein, als ob sich bereits jetzt mehr und mehr die Dorbereitungen für den Ultimo auch am Privafdiskontrnarkt bemerkbar machen. Infolge der großen Spanne zwischen dem Privatdiskontsah von 6,25 Prozent und dem offiziellen Diskontsatz der Reichsbank wird der Privatdiskontmarkt am Ultimo von den Danken wieder sehr in Anspruch genommen werden: der Privatdiskontsah wirb entsprechend heraufgehen. Die sich allmählich durchsetzende Entspannung auf dem deutschen Geldmarkt, die eine leichte Derfassung bzw. Abwicklung des November-Ultimo erwarten läßt, ist um so bemerkenswerter, als im Ausland die Geldsätze immer noch steigende Tendenz haben. Die Gründe für diesen auffälligen Gegensatz liegen einmal darin, daß bereits heute die Dispositionen für das Iahres- ultimo begonnen haben, und daß andererseits sich der Einfluß der rückläufigen Konjunkturbewegung, deren Wirkung durch den seit 1. November bestehenden Eisenkonflikt noch erhöht wird, geltend macht. Hiermit hängt auch zusammen, daß Wonatsgeld bis zum Ultimo reichlich angeboten wird, da es sich um Gelder handelt, die aus der Dorversorgung kommen, erst zum Ultimo benötigt werden, und langfristige Anlage bis zu ihrer Benutzung suchen. Für Geld über Jahresende beträgt der Sah etwa 81/?—88/i Prozent. Daß dieser Sah nicht sehr hoch ist, zeugt dafür, daß man mit einem flüssigen Geldmarkt nach Abwicklung des Iahresultimos rechnet, der sich saisonmäßig einzustellen pflegt. Was den ausländischen Kapitalmarkt anbelangt, so ist keine wesentliche Aenderung der Situation eingetreten. Die erfolgreiche Auflegung der Millionen-An» leihe der Preußischen Elektrizitäts-A.--G. hat anscheinend dazu geführt, daß sich auch andere Geldsucher in Deutschland an den Londoner Markt in Anbetracht der für deutsche Emissionen noch immer herrscheirden ungünstigen Verhältnisse in Neuyork gewandt haben und noch wenden werden. Die 'Stadt München hat die Genehmigung der Beratungsstelle zur Auflegung einer Ausländsanleihe in Höhe von rund 1V2 Millionen Pfund Sterling in England erhalten. Der Auszahlungskurs soll 901/, Prozent fein. Auch die Deutsche Girozentrale verhandelt mit Londoner Bankhäusern über die Auflegung der zweiten Tranche ihrer Sammelanleihe, die bekanntlich infolge des Widerspruchs der Beratungsstelle in Amerika nicht aufgelegt werden konnte. Ob es der Girozentrale gelingen wird, in London den Betrag von 18,9 Millionen Dollar aufzulegen, bleibt abzuwarten, da man immer bedenken muß, daß der Londoner Kapitalmarkt nur klein ist, soweit es sich um ausländische Emissionen handelt. Doch die Tafel redet mit mächtigen 3ci Wir sanken dahin, wir sind die Saat, Wir brachten das Opfer. O lernt es begreifen: In euerem Blute, in euerer Tat Will heiliger Same zur Ernte reifen. Wir gaben das Leben willig dahin — Schenkt ihr unferm Opfer Erfüllung unb Sinn. Lins fiel das Werk aus ermatteten Händen, Ihr müßt es ergreifen, ihr müßt es vollenden!" So mahnen die Namen, so zeuget die Schrift. Die glühend ins innerste Mark uns trifft. Wir haben verstanden, wir heben die Hand, Wir halten die Treue, uns knüpft e i n Band. Ihr bleibet die unfern, aus euerem Geist Ist unser Wesen genährt und gespeist. Wir Horen das letzte, das schwerste Gebot: Fluch sei jedem Wissen, das kraftlos und tot. Fluch sei auch dem falschen, gefährlichen Geist: Der üppig sich mästet und unfruchtbar gleißt, Der felbftgenugfam und ekel gedeiht, Ein fauler Schößling der Eitelkeit. Unb )d sei es gelobt, unb wie aus der Wolle Der Blitz sich entzündet, so flammt der Entschluß: Geist werde Dienst an Gott und dem Volke, Geist werde Leben aus ßeiligem Muß. Dann sind wir euch inert, dann sind wir euch gleich, Dann bauen wir mit am neuen Reich. So glühe uns an, so höre uns sprechen. Du Denkmal der Ehren, Mahnzeichen der Pflicht: Dein Glanz kann etblinben, dein Erz kann zerbrechen. — Wir bleiben treu und vergessen nicht. Amtsgericht Gießen. ' Gießen, 20. Nov. Einer ganzen Reihe von Eigentumsvergehen. Deren Gegenstand meist Fahrräder waren, hat sich ein Bergarbeiter aus einem Nachbarorte im Verkaufe kurzer Zeit nach seinem eigenen, anscheinend reumütigen Geständnis schuldig gemacht. So hat er sich durch Verpfändung von Fahrrädern, die er unter Gigen- tumsvorvehalt gekauft aber noch nicht bezahlt hatte, Barmittel verschafft, sobald ihm solche ansgegangen waren. Seine Behauptung, er habe die Räder, sobald er dazu imstande gewesen sei, wieder einlösen wollen, verdiente keinen Glauben. Es ist auch bis heute noch nicht geschehen. Die Gelder verzechte er in lustiger Gesellschaft, die er zudem teilweise noch freihielt. Der Ange- Ilagte befand sich auf schiefer Ebene. Er hat zur nämlichen Zeit auch eine Zechprellerei begangen und sich, als er in einem Milchgeschäft tätig war, Kundengekder durch Unterschlagung angeeignet. Seine Schwindeleien erreichten aber ihren Höhepunkt dadurch, daß er aus der Wirtschaft, in der er gezecht und dem Wirt fein Rad für die Zcchschulden verpfändet hatte, ein einem Gast gehöriges Rad stahl und damit den Heimweg an trat. Er will das Rad andern Tags zurückgebracht und in der Kirche des Orts niedev- gelegt haben, versehen mit einem Zettel, auf dem gestanden habe, das Rad gehöre in die Wirtschaft. Auch dieser Behauptung war kein Glaube beizumessen. Das Rad ist heute noch nicht zur Stelle. Die Straftaten des Angeklagten sind wohl alle auf einen bodenlosen Leichtsinn zurück- zusühren: eine Besserung ist nicht ganz ausgeschlossen. Er erhielt unter Einbeziehung einer kürzlich vom hiesigen Schöffengericht erkannten Strafe eine mehrmonatige Gesamt-Ge- sängn isst rase, die sofort von ihm anerkannt wurde. Der gegen ihn erfaffene Haftbefehl blieb bestehen. Du stehst in Erz gegossen, streng und schftcht, So war ihr Wille — ehern unb rein. Licht flammt auf dir in erzenem Schein, So lag chr Leben in lauter Licht, begonnen, später aber wegen des niedergehenden Regens abgebrochen werden mußten. 3m Bezirk Main - Hessen fielen in der Gruppe Main drei Treffen aus, nämlich F. Sp. V- Frankfurt gegen Kickers Offenbach, Union Niederrod gegen 1. F C. 93 Hanau und Germania Bieber gegen Rotweiß Frankfurt. Zum Austrag tarn Sp. Dg. 60/94 Hanau gegen Eintracht Frankfurt, das von Frankfurt überlegen auf 4:0 gebracht, dann aber von Hanau als aussichtslos abgebrochen wurde und demgemäß für Eintracht gewertet wird. Vicwria Aschaffenburg errang einen sehr glatten Sieg über F. Dg. 03 Fechenheim, die mit 1:6 Toren geschlagen wurde. Mit diesem Kampfe scheint nunmehr festzustehen, daß außer Sp. Vg. Hanau und Victoria Aschaffenburg auch die F. Dg. Fechenheim Aur Kreisliga absteigen wird, dagegen blieb die Klärung der Frage nach den drei Tabellenersten durch den Ausfall der übrigen Kämpfe späteren Tagen vorbehalten. 3n der Gruppe Hessen fielen zwei Treffen dem Spielverbot der Behörde zum Opfer, eines konnte wegen des Regens nicht durchgeführt werden. Nur der F. C. Langen konnte die Sp. Gern. Höchst nach mäßigem Spiele 3:1 schlagen. Bezirk Bayern. Die Gruppe Südbayern hatte nur ein Spiel angesetzt. Allerdings war dieses von besonderer Wichtigkeit. Es handelte sich um die «Begegnung des 1. F. C. Nürnberg und der Sv. Dg. Fürth. Der Klub konnte bereits bis zur Pause drei Tore verzeichnen, darunter allerdings ein Selbsttor der Fürther und ein Elfmeter. Dieses 3:0 für Nürnberg blieb bis Spielende bestehen, trotzdem Fürch verzweifelte Anstrengungen machte, um günstiger abzuschneiden. Mit diesem Spielergebnis sind beide Vereine wieder punktgleiche Anwärter auf die Meisterschaft von Nordbayern. Handball im Bezirk Main-Hessen. Gruppe A: Fußballsportverein Frankfurt a. M. — Rotweiß Darmstadt 3:0 . Postsportverein Frankfurt a. M. — Kickers Offen- bacy 1:2. Deutsche Schwimmersiege in Brüssel. Der Cercle Royal de Nation-Brüssel veranstaltete am Samstag und Sonntag ein internationales Schwimmfest. Die deutschen Teilnehmer konnten eine Reihe wertvoller Siege erringen. So gewann Küppers (Viersen) das 100-Meter-Rückenschwim- men in 1:12,2 und Hilde Schrader das 200- Meter-Brustschwimmen in 3:14. In der 3X100- Meter-Staffel belegte die deutsche Mannschaft Küppers - Rudig - Dcrichs in 3:24,6 den ersten Platz vor der belgischen und der französischen Staffelmannschaft. Das Schauspringen brachte dem deutschen Meister P l u m a n n s (Köln) einen starken Achtungserfolg. Auch die ausländischen Schwimmer und Schwimmerinnen zeigten hervorragende Leistungen. Frl. Braun (Holland) schlug den holländischen Rekord über 200 Meter beliebig in 2:47,8, der Franzose van de Planque unterbot den französischen Rekord im 200-Meter-Freistilschwimmen in 2:28,4. Besonders hervorragend ist der neue Weltrekord, den Frl. Braun (Holland) Im 200-Meter-Rücken- schwimmen mit 2:59,2 aufstellte. Die frühere von der Amerikanerin Frl. Bauer gehaltene Weltrekordzeit betrug 3:03,8. Dillardsport. Am 29. November gastiert der zur Zeit auf einer Turnier reise durch Deutschland befinblidje Billard-Amateur-Weltmeister Theo Moons, Belgien, nachmittags und abends im Cafö Amend. Wie aus zahlreichen Pressemeldungen hervorgeht, bedeutet das Spiel auch eine Sensation für Gießen und Umgegend. Jedem Billardspieler und Billardfreund ist Gelegenheit gegeben, das Billardspiel in feiner Vollendung hier kennenzulernen und Moons beim Spiel zu sehen, das mit allen technischen Feinheiten ausgestattet ist und bei dem Serien über hundert Bälle keine Seltenheit fein werden. (Siehe heutige Anzeige.) in Frankfurt soll durch die Viehzentrale Hanno- ^N)Ä?^ch, 25. Nov. Bei einer im hiesigen Jagdbezirk abgehaltenen Treibjagd kamen 148 Hasen Unf JfcU W?8« fani*r durch eine Kommission eine Besichtigung der Gemeinbewiesen statt, deren Zweck die Anlage von Grünlands lachen war. Die Be- fichtiaung ergab, daß die im Besitz der Gemeinde befindlichen Wiesen zum Teck voll ft a n d i g versauert sind. Es wurde beschloßen, sofort einige Morgen Wiesenslächrn umzubrechen. um fie zunächst in Ackerland umzuwandeln und fbäter mit Edelgräsern einzusäen. Wit den Pächtern einer Anzahl weiterer Gernemdewiesen sollen Verhandlungen eingeleitet werden mit dem Ziele, diese zur Vergabe der Wiesen vor Ablauf der Pachtdauer zu bewegen, um sie ebenfalls um» zubrechen und für die Anlage einer Kälber- Viehweide nutzbar zu machen. Es handelt sich hierbei um größere Wiesenslächen, die nördlich des Ortes an der Straße nach Großen-Linden gelegen sind. Kreis Marburg. WSN. Marburg, 24. Nov. In der gestrigen Stadtverordnetenfi tzung teilte Oberbürgermeister Müller mit, daß in den letzten Wochen zu den 369 hiesigen Wohnungsuchenden infolge der Lockerung der Zwanas- wirtschast, Bausälligleit von Wohnungen usw. 111 neue Wohnungsuchende hinzugekommen sind. Infolgedessen stimmten die Stadtverordneten einer Dringlichkeitsvorlage zu, wonach das im Aff oller ün Bau befindliche städtische 18- Familienwohnhaus durch zwei wettere Stock- toeric um 17 Wohnungen vergrößert wird. Oberbürgermeister Müller teilte ferner mit, baß die Baugesellschaft „Hessische Heimat" im lommenden Frühjahr mit großzügigen Wohnbauten im sog. „Gefälle" (hinter dem Hauptbahnhof) beginnen wird. Im Frühjahr soll im Biegenviertel auch der Bau einer neuen Berufsschule in Angriff genommen werden. Maiuguu. WSN. Frankfurt a. M.. 25. Nov. Unter strömendem Regen fand am Sonntagmittag auf dem Ehrenfelde des Frankfurter Hauptfriedhvfs die Einweihung des Ehrenmals, das die Stadt Frankfurt ihren gefallenen Söhnen errichtet hat, statt. Eine nach Tausenden zählende Teilnehmerschar nahm an der Feier teil. Oberbürgermeister Dr. Land mann hielt die Wcihe- rebe. Kranzdeputationen legten ihr: Kranzspenden unter den Klängen des Kameradrnliedrs im Innenbau des Denkmals nieder. Das Orchester des Frankfurter Opernhauses sowie der Vaterländische Gesangverein »Ehr.nfeld" unter Leitung des Musikdirektors Wilhelm Weimar hatten die künstlerische Umrahmung der Feier übernommen. Das Denkmal besteht aus einer Ehrenhall: mit einem davorliegenden fast 33 Meter breiten und über 60 Meter tiefen Ehrenhof. der von einem niederen Mauerwerk aus Taunusschiefer umschlo sen ist. In das Innere der Ehrenhalle führt eine niedere Brücke. In einer halbkreisförmig ausaebauchten Nische ist die über drei Meter große Gestalt des sterbenden Kriegers auS Lavabasalt aufgebahrt. Das Denkmal ist von Architekt Senf und Bildhauer Seiler ausgeführt worden. Bei der Weihe des Ehrenmals I der Landes-ilniversität am Samstagmiitag sprach Prof. Sie. Dr. Adolph die nachstehenden packenden Weiheworie vor dem Ehrenmal: Sei uns gegrüßt, eherne Tafel, heiliges Mal! Du trägst die Namen unserer gefallenen Kom- mrlitonen. Eine lange, schmerzvolle Reihe. Darüber erfüllt Trauer unser Herz, Und unsere Fahnen senken sich in Weh. Mit tiefer Wehmut gedenken wir der geopferten Helden. Wie viele Leben verströmten vor dem Ziel, Wie viele Entwürfe wurden zunichte. Wieviel Tränen sind um sie geflossen! Doch mit der Trauer Paart sich der Stolz Auf das Gewattige, das sie getan. Unb wir geloben, ihrer wert zu fein. Wir wollen uns bie Hände reichen zum Bunde, So wie sie einig waren in männlicher Kameradschaft, So wie ihre Namen auf ewig verknüpft sind auf diesem Erz. ilnb wir wollen stark fein wie sie, von keinem Schicksal gebeugt. Nie werden wir sie vergessen. Die Alma Mater, deren Söhne sie waren. In deren Geist sie hinausgezogen sind. Hat Ihrem Gedächtnis dieses Mal gestiftet Ilnb hegt es mütterlich in ihrem Schoß. Wenn wir die Schwelle dieses heiligen Raumes überschreiten, Die stille Zelle ihres Gedenkens. Soll unser Blick nicht stumpf über die Tafel gleiten, Sondern ehrfürchtig an ihr haften Unb den verborgenen Sinn zu erfassen suchen, Der in diesen Namen glüht. ilnb so, umfangen von unserer Liebe, Bist du uns heilig, ehernes Mal. Stirnen, Sport unb Spiel. Hauptversammlung des WAE. Der ADAE. hielt gestern in Leipzig unter starker Beteiligung seine 26. ordentliche Hauptversammlung ab. Die ausschrid nben Vorstandsmitglieder wurden wie^ergew'ihlt. Als ll.Präsi" bialamf wurde ein F nanzr ferat geschaffen, bas dem oisherigen Revisor Johannes Reuther (Aachen) übertragen wurde. Sodann wurden zu Ehrenmitgliedern unter Verleihung der Goldenen ADAC.-Nadel mit Brillanten ernannt: Dr. ing. e. h. Karl Benz, Dr. ing. e. h. Ludwig Dürr, Dr. ing. e. h. Hugo Eckener. Hierauf begann die mit Spannung erwartete Beratung über den Antrag auf Schaffung einer neutralen Klubflagge. In der sehr ausgedehnten Aussprache wurde betont, der ADAC, sei politisch neutral und lasse sich weder von links, noch von rechts beeinflussen. Schließlich drückte sich die Stimmung der Versammlung in einem Antrag beß Gaues Hamburg aus, in dem folgende Erklärung beantragt wurde: „Nachdem der ADAC, auf seiner Hauptversammlung in Bremen im vorigen Jahre einmütig beschlossen hat, die sett 25 Jahren geführten Farben Schwarz-Weiß-Rot nicht aus Gründen der Politik, sondern aus Gründen der Tradition beizubehalten, anderseits aber ferner beschlossen hat, baß auf allen offiziellen Veranstaltungen die offiziellen schwarz-rot-golbenen Reichsf arben geführt werben, ebenso wie auf allen offiziellen Veranstaltungen Leitungswagen neben dem Klubwimpel die Reichsfarben zu führen haben, steht die Hauptversammlung auf dem Standpunkt, daß auch heute von einem Wechsel der Klub- farben ganz gleich, unter welchem Druck derselbe erfolgen sollte, nicht bie Rede sein kann. Die Mtt- g lieber des ADAC, sinb Staatsbürger aus allen Schichten unb Parteien des deutschen Vaterlandes, die den offiziellen Farben des Reiches ihre Anerkennung picht versagen, aber ^uch anderseits für sich in Anspruch nehmen, aus Tradition s- grünben ihre Klubfarben beizubehalten. Der ADAC, steht auf bem Standpunkt, baß er in der Bremer Entschließung dem Reiche gegeben hat, was des Reiches ist und bem Klub, was dem Klub gebührt. Der Antrag Hamburg wurde mit 16 5 gegen 73 Stimmen angenommen, ebenso ein Zusatzantrag auf Wiedereinführung des Wimpels von 1911 ohne KroNe. Sehr eingehende Satzungsänderungen wurden im wesentlichen noch den Anträgen des Verwal- tungsrates angenommen. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, daß die Zahl der Mitglieder das erste Hunderttausend überschritten hat. Dem ADAC gehören 137 Behörden-Verirelungen, 31 Vereine 1300 Automobilhändler, 1100 Reparaturwerkstätten, HO Fahrschulen an. Die Bilanz vom abgelaufenen Geschäftsjahr am 30. September schließt mit einem Betrag der Einnahmen von 3 034 358 Millionen Mark ab, das bedeutet gegen den Voranschlag eine Mehreinnahme von 556 548 Mk. Das Dernwgen des ADAC besteht aus 702 753 Mk.. die in der Hauptfach« in den Gebäuden des ADAC in München und Köln angelegt sind. Heber die finanzielle Gebarung des ADAC ist zu sagen, baß er stets zahlungskräftig war und feinen Kredit in Anspruch zu nehmen brauchte. Von den Wahlen, die programmgemäß verliefen, interessiert die Wiederwahl des Präsidenten. Landesbaurates Dipl.-Ing. C. Fritz- München. Kußbali in Güddeuischland. Die sportliche Ausbeute des gestrigen Sonntags war sehr gering. Von den Kämpfen fiel eine große Zahl der ungünstigen Witterung zum Opfer. Allenthalben im Verbanosgebiete regnete es in Strömen, so daß die Plätze unbenutzbar waren. 9lur vereinzelt erlaubte die Witterung die ordnungsgemäße Austragung der Treffen, von denen jedoch einige In diesem Geiste, bem Geiste der Feldgrauen, Öle ich euch, gefallene Kameraden! In diesem te, brr auch der Geist der Alma Mater ist. Nehmen wir dich auf in unsere Mitte, hatten wir dich fest. Denkmal der Ehre. Mahnmal zur Treue, Truhmal deutscher Kraft und Verheißung. Das walte Goll! Das Gießener Selbstanschlußamt Di» Arbeiten für die Einrichtung des Selbstanschlußbetriebs im Ortsfernsprechnetz Gießen sind in vollem Gange. Die Auslegung der Kabel ist zum größten Teil schon durchgeführt. Demnächst soll nun mit dem Umbau der Teilnehmersprech stellen begonnen werden. Der Selbstanschlußbetrieb erfordert völlig andere Apparate, die wegen der großen Zahl der umzuändernden Sprechstellen nach und nach vor der ilmftellung des Betriebs eingebaut werden müssen. Die bisherigen Apparate werden aber erst mit der Detriebsänderung entbehrlich. Es läßt sich daher nicht umgehen, daß bis zur Inbetriebnahme des neuen Amtes, die voraussichtlich im Mai zu ertoarten ist, bei jeder Sprechstelle für eine gewisse Zeit neben dem bisherigen Apparat gleichzeitig der neue vorhanden ist. Die dadurch bedingte Unbequem» lichkeit und Raumbeschränkung muß mit in Kauf genommen werden: dafür sind auch die spateren Vorteile deS Selbstanschlußbetriebs recht groß. Bei der neuen Betriebsweise fällt im Ortsverkehr jede Mitwirkung der Beamtinnen der Vermittlungsstelle weg. Der Teilnehmer »wählt" mittels einer Aummernscheibe bie gewünschte Anschlußnummer selbst und stellt da- mtt die Verbindung selbst her. Ebenso wird am Schlüsse des Gesprächs die Verbindung durch das bloße Einhängen des Hörers, oder durch das Auflegen des Handapparats auf die Gabel von selbst getrennt. Ein ileberfcßen des Schlußzeichens durch die Beamtin der Vermttt» lungsstelle und längeres Warten auf die Trennung der Verbindung kann daher meßt mehr vorwmmen. Auch Hörfehler bei der Aummern- angabe sinb künftig ausgeschlossen. Eine ganze Anzahl von Fehlerquellen scheidet aus dem Betrieb aus: infolgedessen wird künftig mancher Aerger und mancher Zeitverlust wegfallen. Auch das so oft vermutete und beflagte Mithören seitens der Schrankbeamtinnen wird durch den SA-Betrieb unmöglich gemacht. Die neue Betriebsweise erfordert aber auch größere Aufmerksamkeit des Teilnehmers. Es kann daher nur dringend empfohlen werden, die Gebrauchsanweisungen, die jedem Tellnehmer rechtzeitig ausgehändigt werden, recht genau zu lesen unb gut aufzuheben, besonders aber auch bie Anwesenheit des Telegraphenbaupersonals gelegentlich des Einbaus der neuen Apparate zu benutzen, um deren Handhabung sich und den für bie Bebienung des Apparates sonst in Betracht kommenden Personen, Familienmitgliedern, Angestellten usw., erklären zu lassen. spezialgeschäfle. Man kommt bei Betrachtung des abgelausenen Geschäftsjahres zu dem Ergebnis, daß es den Erwartungen in keiner Weise entsprochen hat, sondern, von einigen Ausnahmen abgesehen, hinter dem Jahre 192? zurückgeblieben ist. Es hat sich wieder gezeigt, dah sich der Charakter des Saisongeschäftes immer mehr verschärft: es ist gerade in der Hauptsaison in diesem Jahre wiederholt vorgekommen, daß belangreiche Aufträge nur deshalb nicht angenommen werden konnten, weil die dabei vorgeschriebenen außerordentlich kurzen Lieferungstermine nicht ein* gehalten werden konnten. Dies wäre nur möglich gewesen, wenn, wie dies in früherer Zeit der Fall war, die Industrie in der richigen Zeit auf Lager würde arbeiten können. Da dies jedoch infolge der Kapitalknappheit heute nicht mehr möglich ist, gehen jedes Jahr eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Aufträgen der deutschen Industrie verloren. Was die Ausfuhr anlangt, so ist zwar ungefähr bis zum Monat September eine Steigerung zu verzeichnen gewesen, der Hochstand des vorigen Jahres wurde jedoch nicht erreicht. Die Preise sind tm~ allgemeinen als schlecht und durchaus ungenügend zu bezeichnen. Die deutsche Spielwarenindustrie ist nicpt in der Lage, eingetretene Mater'.al- und Lohnerhöhungen auch nur einigermaßen bei der Kalkulation berücksichtigen zu können Hinzu kommt weiter, daß die außergewöhn iche Zersplitterung. die innerhalb dieser Industrie selbst herrscht, ein Llebriges tut, um selbst die kleinsten Ansätze einer vernünftigen, verantwortungsvollen Preisstellung unmöglich zu machen. • • Elektrische Licht* und Kraftanlagen. Der Aufsichtsrat beschloß, der am 18. Dezember stattfindenden Generalversammlung für das am 30. Juni beendete Geschäftsjahr unter Erhöhung des Vortrages auf 103 518 Mk. (i. CB. 52 925 Mk.) die Verteilung einer Dividende von 10 Prozent, wie im Vorjahre, vorzuschlagen. Die Aussichten im laufenden Geschäftsjahr wurden vom Vorstand wiederum als günstig bezeichnet. Der Generalversaminlung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen-A.-G. wird zur Verstärkung der Betriebsmittel eine Kapitalerhöhung um nom. 4 500 000 Mk. vom 1. Juli 1928 dividendenberechtigter Aktien vorgeschlagen werden, die den alten Aktionären im Verhältnis 4:1 im Kurse von etwa 150 Prozent zum Bezüge angeboten werden sollen. Außerdem soll unter weiterer Erhöhung des Grundkapitals auf nom. 30 Millionen Mk. ein .Betrag von 7 500 000 Mark Aktien an die Siemens & Halske-A.-G. überlassen werden. Dagegen wird die Elektrische Licht- uni) Kraftanlagen-A.-G. nom. 5 000 000 Mark neue Siemens & Halske-Aktien übernehmen. Beide Gesellschaften verzichten für die von ihnen zu zeichnenden Aktien auf eine Dividende. Diesem Aktienaustausch liegt der bereits bei der Gründung der Elektrische Licht und Kraftanlagen- A.-G. maßgebliche Gedanke zugrunde, daß die Elektrische Licht- und Kraftanlogen-A.-G. in enger Verbindung mit der Siemens & Halske- A.-G. tätig sein soll. Die Verwaltung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen-A.°G. erhofft für ihr Unternehmen wesentliche Vorteile für die Erweiterung und Sicherung ihres Geschäftskreises, wenn sie in einem Konzern von dieser Bedeutung Llnterstützung und Rückhalt findet, wie es sich aus den durch den gegenseitigen Aktienbesitz noch besonders fundierten Beziehungen ergibt. Zwei Vertreter der Siemens & Halske-A.-G. sollen der Generalversammlung zur Zuwahl in den Aufsichtsrat der Elektrische Licht- und Kraft- anlagen-A.-G. vorgeschlagen werden. * Siemens & Halske A.-G. Im Zusammenhang mit der Kapitalserhöhung der Elektrische Licht- und Kraftanlagen A.-G. wird auch die Siemens & Halske A.-G. ihr Kapital um 9 auf .100 Millionen Mk. erhöhen. 5 Millionen Mk. dienen zur ^lebernahme von 7,5 Millionen Licht & Kraft-Aktien. Die restlichen 4 Millionen bleiben zunächst im Besitze von Siemens & Halske, um ähnliche Transaktionen in Zukunft zu ermöglichen. * R. S. 11. Wie dem WTD. -Handelsdienst von berufener Seite mitgeteilt wird, haben sämtliche auf der Autonrobilausstellung in Berlin ausgestellten Modelle der R. S. H.-Werke sowohl in Motorrädern, als auch in Motorwagen großen Anklang und sehr starke Nachfrage gefunden. Am deutlichsten aeht dies daraus hervor, dah die Fabrik an Abschlüssen und festen Spezifikationen, die kurz vor oder während der Ausstellung getätigt wurden, allein an Motorrädern über 24 000 Stück zu verbuchen hatte. Auch in Motorwagen ist das Werk auf Monate hinaus mit Aufträgen versehen. FranL/urter Börse. Frankfurt a. M., 26. Noo. Tendenz: schwächer. Nachdem im Vormittagsverkehr zu Beginn der neuen Woche die Tendenz freundlich war, machte sich zum offiziellen Verkehr eine allgemeine Lustlosigkeit bemerkbar. Die Spekulation schritt in verstärktem Maße zu Abgaben, die hauptsächlich durch den morgigen Ultimo veranlaßt wurden, obwohl kaum Schwierigkeiten zur Ueberwindung des Ultimos erwartet werden. Die weiter ungeklärte Lage im Eisenkonflikt drückte ebenfalls auf die Stimmung. Das herauskommende Material fand nur zögernd Aufnahme, da von einer Beteiligung der privaten Kundschaft nichts zu bemerken war. Gegenüber den Schlußturfen vom Samstag waren überwiegend Abschwächungen bis zu 2,5 v. H. zu verzeichnen. Nur für einzelne Werte machte sich noch einiges Interesse geltend, die auch daraufhin kleinere Erholungen erzielen konnten. Das Geschäft blieb klein. Besonders stark angeboten und vernachlässmt waren am Elektromarkt Siemens mit minus 4 v. Sy, Schlickert mit minus 3 v. S). und Ehadeaktien mit minus 4,50 Mk. Lahrneyer konnten dagegen 0,5 v. Sy anziehen. Am Farbenmartt waren I.-G.-Farben 1,75 v. Sy und Scheideanstalt 2 v. H. niedriger. Am Ban- kenmarkt bestand für Metallbank mit plus 1 v. H. und Reichsbank mit plus 0,5 u. Sy weiter einiges Interesse. Sonst überwogen auch hier die Kursrückgänge. Montanwerte lagen still und ganz ohne Umsatz. Rheinische Braunkohlen 2,75 v. Sy niedriger, Buderus minus 1,5 v. S). Arn Automarkte machte sich einige Nachfrage nach NSU. bei gut behauptetem Hurfe bemerkbar. Adlerwerke weitere 1,5 v. S). rückgängig. Am Rentenmarkt lagen bei stillem Geschäft deutsche Anleihen etwas schwächer. Von Ausländern nur Rumänen behauptet. Im Verlaufe machte sich allgemein eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Größere Deckungen in Elektrowcrten regten an, so daß allgemein kleine Kurserholungen eintraten. Reichsbank waren weitere 2,25 v. S). gebessert. Sonst blieben die Umsätze nach wie vor klein. Am Geldmarkt konnte eine merkliche Erleichterung eintreten. Am Devisenmarkt konnte sich die Mark weiter erholen. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1936, gegen Pfund 20,345, gegen Paris 124,10, gegen Mailand 92,82, gegen Madrid 30,0850, gegen Holland 12,08, London gegen Kabel 4,85. Bc,,..:cr Börse. Berlin, 26. Noo. Wohl selten war die Entwicklung der Tendenz in den Vormittagsstunden so undurchsichtig, wie gerade heute. Die Neuyorker Börse vom Samstag war geschlossen, so daß von dieser Seite keine Anregung ausgehen konnte. Eine Entscheidung im Ruhrkonflikt war durch das Urteil des Arbeitsgerichts Duisburg ebenfalls nicht getroffen. Die Transaktionen bei Licht & Kraft und Siemens fanden geteilte Beurteilung, und selbst an dem Ordereingang bei den Banken, der sehr minimal war, war nichts zu erkennen. Schon vormittags entschied sich die Spekulation dann für eher schwächere Kurse. Man wollte von einer schwächeren Außenhandelsbilanz nichts wissen, die Einfuhr war 125 Millionen höher als im September, die Ausfuhr wies einen Rückgang von 105 Millionen auf. Auch der Ultimo vorlangte sein Recht. Die Prolongation als solche dürfte zwar kaum noch auf Schwierigkeiten stoßen. Neue Orders, auch aus dem Auslande, waren aber nur spärlich eingetroffen, so daß, abgesehen von Reichsbank und einigen Nebenwerten, 1—2-v. Sy* Abschwächungen eintraten. Kunstseidenwerte verloren bis zu 6 v. Sy, Ilse Bergbau 5,5 v. Sy Deutsche Anleihen eher zur Schwache neigend. Ausländer verloren dagegen bis zu 0,25 v. Sy Der Pfandbriefmarkt war unentwickelt. Rentenbriefe, Liquidations- Pfandbriefe und Anteile weiter gesucht. Der Geldmarkt war unverändert. Tägliches Geld 5 bis 7 v. Sy, Monatsgeld 7,75 bis 8,75, Warenwechsel etwa 6,75 v. Sy Auch der Verlauf brachte überwiegend kleine Abschwächungen. Nur Polyphon gewannen einen Teil ihres Anfangsverlustes zurück. Auch Otavi und Reichsbankanteile lagen verhältnismäßig widerstandsfähig. Ein optimistisch gehaltener Wirtschaftsbericht der Deutschen Bank war anscheinend der Börse noch nicht bekannt. Später wurde es am Elektromarkt etwas freundlicher. Auch die übrige Börse zeigte Zeichen einer Erholung. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 26. Rov. Der Frankfurter Produktenmarkt verkehrte zum Wochenbeginn in ruhiger Haltung. Anregungen lagen nicht vor. Weizen war stärker vernachlässigt, da hierin ziemlich Ware an den Markt kam. Sonst blieben bei allgemein sehr kleinem Geschäft die Preise behauptet. Es wurden notiert: Weizen 23 Mk.: Roggen 22; Sommergerste (für Drauzwecke) 24 bis 24,25; Hafer (inländischer) 22,75 bis 23,25; Mais (gelb, für Futterzwecke) 22,75; Weizenmehl (südddeutsches, Spezial 0) 33,75 bis 34; Roggenmehl 29,25 bis 30; Weizeid- kleie 13,50 bis 13,60; Roggenk.'eie 13,75; Erbsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 35 bis 62; Linsen (je nach Qualität, für Speisezwecke) 65 bis 105; Heu (süddeutsches, gut, gesund, trocken) 13 bis 13,50; Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt) 4,40 bis 4,50; (gebündelt) 3,50; Treber (getrocknet) 20,25 bis 20,50 Mk. Frankfurter Schlachtviehrrrarkt. Frankfurt a. M., 26. Rov. Auftrieb: 1649 Stück Rinder; darunter 390 Ochsen, 87 Bullen, 684 Kühe. 458 Färsen; 584 Kälber, 121 Schafe, 4842 Schweine. Es wurden notiert: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 53 bis 56, 2. ältere 46 bis 52; sonstige vollfleischige: jüngere 40 bis 45. Bullen: jüngere, vvllfleischige, höchsten Schlachtwerts 46 bis 50. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 40 bis 45. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 40 bis 44, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 33 bis 39, fleischige 28 bis 32, gering genährte 21 bis 24. Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vvllfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 53 bis 56, vollfleischige 45 bis 52, fleischige 39 bis 44. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 62 bis 68, mittlere Mast und Saugkälber 55 bis 61. geringe Kälber 43 bis 54. Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 74 bis 77, vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 75 bis 78, von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 75 bis 79, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 74 bis 78. fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 75; Sauen 60 bis 68. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Lleberstand. Schweine schleppend. Äeberstand. Kälber und Schafe ruhig, ausverkauft. Berliner Proöuktenbörfc. Berlin, 24. Nov. Die Produktenbörse beschloß den Berichtsabschnitt in stetiger Haltung. Das Angebot von Brotgetreide aus dem Inlcmde blieb auch am Wochenschluß verhältnismäßig spärlich, da jedoch auch Mühlen und Händler mit Anschaffungen vorsichtig waren, konnten höhere Preise als gestern nicht erzielt werden. Dom Auslande lauteten die Meldungen uneinheitlich. Die Plata - Cif- offerten waren ermäßigt, dagegen hatte der kanadische Farmerpool trotz niedrigerer Terminnotierungen seine Forderungen erhöht. Aus dem erhöhten Preisniveau war jedoch hier Kauflust nicht zu beobachten. Der Lieferungsmarkt für Brotgetreide war namentlich im Maitermin befestigt, Roggen hatte auch in den anderen Monaten kleine Preis- gcroinne zu verzeichnen. Mehle liegen weiter ruhig. Mehl ist in den Forderungen etwas fester gehalten. Für Hafer lag aus einzelnen Gegenden etwas mehr Offertenmaterial vor, gestrige Preise waren kaum durchzuholen. Gersten sind weiter reichlich angeboten. Untergebote, die nur schwer erhältlich find, werden jedoch von den Eignern nur selten akzeptiert. Büchertisch. — Adolf Weckerling: Gott, Zigeuner und Soldaten. Dichtungen. 54 Seiten 8°. Preis 2 Mark. Verlag von Albin Klein, Gießen. (575). — Was das Buch des Gießener Rervenarztes wertvoll macht, ist vor anderem die ehrliche Gesinnung, die aüs jeder Zeile ohne Widersprach klar und deutlich spricht. — Gott: in Gedicht und Prosa wird Weltanschauliches gedeutet ... im Bild einer aus indischer Anschauung erlebten Welt. — Zigeuner: Bilder und Motive aus dem Leben und Denken jener romantischen Abenteurer, über deren Herkunft, die der Verfasser nach Indien verlegt, manches gesagt und gedeutet wird, was kulturgeschichtlich volklich eigentümliche und wertvolle Aufklärung erschließt. — Soldaten: Gedichte des Krieges, tote sie ein Soldat in sein Tagebuch schreibt, der einer Welt die Treue halten will, in der er groß geworden und mit der ihn eine edle Gesinnung bindet, die er nur dann lösen könnte, wenn er sich selbst untreu werden würde. (Vielleicht dürfte den ehemaligen Soldaten interessieren, daß ein Gedicht der Hessischen 25. Reserve-Division gewidmet ist, ein anderes dem Hessischen Leibregiment ^Großherzogin" und ein drittes, .,Hessengrab" dem hessischen Soldaten überhaupt.) — Ernst Eimer: Christian der Dorfjunge. Erzählung für die Jugend. Mit Bildern vvm Verfasser. Reutlingen. Enßlin & Laiblins Verlagsbuchhandlung. (419.) — Der bekannte Maler hat eine höchst anziehende, künstlerisch abgerundete Geschichte für unsere Jugend geschrieben. In 16 Abschnitten wird das Leben und Treiben des Dorfjungen Christian vorgeführt. Man gewahrt alsbald: hier hat einer das Wort, der sein Dorf aus dem Effeff kennt. Die originelle Sprache der Kinder kommt zur Geltung, der Sprachschatz der hessischen Landschast wird offenbar. so zwar, daß der Verfasser das Mundartliche nur hie und da durchblitzen läßt: im Rorden und Süden des Vaterlandes wird man sich in der Atmosphäre des Dorfjungen heimisch fühlen. Lind überall glitzert Humor und trägt über den Ernst des Lebens hinweg. Eimer hat das Buch mit Bildern geschmückt, die in ihrer gewandten Linienführung und geschlossenen Komposition die schöpferische Kraft des Künstlers bezeugen. A. B. Kunst und Wissenschaft. Ein neuer Erfolg der deutschen Wissenschaft. Die im Frühsommer in Konstantinopel ein« getroffene Expedition unter Leitung von Pro« feffor Litzmann, Professor Krischen und Re- gierungsrat Q ü b t e , die im Auftrage der Not» gerneinschaft der deutschen Wissenschaft an der Theo» dosianischen Mauer umfangreiche Studien und Vermessungen DÖrgenomnien hat, kann einen für die deutsche Wissenschaft ganz bedeutenden Erfolg für sich buchen. Bisher waren alle Studien, Messungen, mathematischen Berechnungen, photographischen Auf- nahmen usw. der Theodosianischen Mauer unrichtig oder zumindest ungenau. Die deutscke Expedition kann das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, alle bisher unbekannten architektonischen Probleme der Theodosianischen Mauer mit Hilfe ihrer reichen Erfahrungen gelöst zu haben. Einzelheiten über die Ergebnisse der soeben beendeten Forschungsarbeiten wird die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaften demnächst veröffentlichen. Es steht jedoch jetzt schon soviel fest, daß die erzielten Erfolge auch für die moderne Architektur von hohem Werte Jin fr. „Guerra". Al,red Reumanns mit Spannung erwar e'er neuer Roman „Guerra" erscheint in den nächsten Tagen bei der Deutschen Verlags-Anstalt, Stuttgart. Aus dem Amtsver-kün-igungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt R r. 84 vvm 23. Rovember enthält: Die Ausgabe von Goldpfandbriefen. — Die Beaufsichtigung von Tanzbelustigungen. — Benachrichtigung der Gendarmeriestationen durch die Ortspolizeibrhör- den. — Die Ausstellung von Wandergewerbe- scheinen. — Gewerbelegitimationslarten. — Lehrbuch desMal:r- und Lackiererhandwerks. — Die Deutsche Rothiste. — Ortsbausatzung für dia Gemeinde Burkhardsfelden. Letzte Nachrichten. Admiral Scheer gestorben. ro e i m a r , 26. Rov. (TU. Drahtmeldung.) Der Sieget der Seeschlacht am Skagerrak, Admiral Reinhard Scheer, ist in der Rächt vom Samstag zum Sonntag Infolge eines Herzschlages im Älter von 65 wahren plötzlich gestorben. Der so plötzlich Verschiedene hat eine ruhmreiche Laufbahn als Seeoffizier vom Kadett bis zum Flottenchef durchlaufen. Aus Westfalen gebürtig, trat er 1879 als Kadett in die Marine ein. 1882 wurde er Leutnant zur See und hatte als solcher ein Kommando auf der Kreuzerfregatte „Bismarck". Mit dieser war er 1884 in Kamerun, wo er wiederholt an den Kämpfen mit Eingeborenen mit Auszeichnung teilnahm. Späterhin wurde er Wachoffizier an Bord der Korvette „Sophie", von wo er an der Niederwerfung des Araberaufstandes teilnahm und sich den Kronenorden 4. Klaffe mit Schwertern erwarb. Nach Beendigung dieses Kommandos wurde er Kapitänleutnant und Navigationsoffizier auf der Korvette „Prinzessin Wilhelm". Zwei Jahre später, 1895, wurde er Dezernent in der Zentralabteilung des Reichsmarinamts, 1900 Korvettenkapitän und Kommandeur der 1. Torpedoabteilung. Später kam er wieder ins Neichsmarineamt. Als Kapitän zur See führte er von 1907—1909 das Kommando über das Linienschiff „Elsaß". Im Herbst 1909 erfolgte feine Ernennung zum Chef des Stabes der Hochseeflotte. Im Herbst 1911 wurde er zum Direktor des Allgemeinen Marinedepartements im Reichsmarineamt ernannt und im Frühjahr 1913 zum Vizeadmiral und Geschwaderchef. Nach dem Tode des Admirals Pohl übernahm Scheer Ende Februar 1916 den Oberbefehl über die gesamte deutsche Hochseeflotte. Mit dieser bestand er am 31. Mai und 1. Juni 1916 ehrenvoll d i e Seeschlacht im Skagerrak gegen die überlegene englische Schlachtflotte, die, als sie den fiaippf abbrach, größere Verluste erlitten hatte als die deutsche. Scheer stand noch bis zum Juli an der Spitze der Flotte. Dann wurde er als Nachfolger des Großadmirals von Holtzendorff, der feit 1915 dies Amt innehatte, Chef des Admiral st abes der Flotte. Nach dem Krieg ist Scheer gelegentlich in der Politik mit Aufsätzen in den Tageszeitungen hervor- getreten. Auch hat er ein Werk über „Deutschlands Hochseeflotte im Weltkrieg" geschrieben. Mit der Geschichte der deutschen Marine hat er durch feinen Flottensieg am Skagerrak seinen Namen für alle Zeiten verbunden. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuß 8 Prozent. Frankfurt a. M. Berlin Frmlbfun a. M. Berlin Frankfurt 0. M Berlin Berlin. 24 November Geld — Franzöiische Moten...... Holländische Noten...... (italienische Noten...... Norwegische Noten..... Denksch-Oefterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten ........ Spanische Noten ...... Tschechoslowakische Noten • • Ungarische Roten Devisenmarkt Berlin- Telegraphische i6,daa 167,91 21,915 111,43 58,75 2,52 111,73 80,54 67,26 12,382 72.85 —Frankfurt Auszahl 16,415 168.59 21,995 111,87 58,99 2,54 112,17 80,86 i'7.54 12,442 73.15 a.M. ung. Schluß. Kur» 1-Uhr- Kur» Schlich - fiurs Anfang Kur» Schluß.! Kur» I-Uhr. Kur» Schluß Kuri Ansang Kur» Schluh-l Kurs | 1-Uhr- Kur» Schlich- Kurs Anfang Kur» Datum 24 ll. 26. 11. | 24 11. | 26 11. Datum: | 24. 11. | 26 IL 24. 11. | 26 11. Datum: 24. 11. 26. 11 24. 11. 26. 11. 6% Dt. RelctfanlcUje o. 1927 . Dt. «nl..Ablöi.-Sckuld mtl Bus- Io).-Scditen ...... Desai ohne Auftlos.-Rechte . . ■ 7% 3rar.ff Hyp.-Bl GoldvI. tnv tünbbar bte 1932...... % beftgl. von 191»..... 4% Ungarische ßronenrte.. . - - 4% Türk. ZoUanleihe v. 1911 . . i% Türkische Bagdadbabn-Anl-, Serie 1 ......... t% desgl. Serie ll....... 4% Rumänen convert. Rte. . . . Wi°/n Rumänen (Snlbtml von 1918 eilig. Deutsche tft|cn,,ahn . Vambura-ilmetita Patel ... 6 Hamd.-Sübam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff IO Norddeutscher Lloyd.....8 2fflg. Deutsche dreMtanß. . . 10 Barmer Bankverein . . 10 Berliner Handelsgesellsch. - 12 Commerz- und Prioat-Bant 11 Darmst. u. RattonoTbanl 12 Deutsche Bank .... 10 TMonw-Gelcllschal« Süd.. . 10 Dresdner Bank ... IO MUlelbeutldie drebttbmd ... 9 RelaUbanf..... 8 12 87.25 51,1 14.65 90 80,7 96.5 25,8 1.75 13,05 10,5 142.13 139,25 189 293 168,5 162.5 169.25 -39.5 >28,25 |1O. I f i | | | | | | | i | iiii l 1 1 l M 1 - 1 I 8 ' SS - ______W Z 87,. 51 • 32,2 25,9 25.5 1.8 13 13,25 13.25 21,25 144,9 143.75 136,75 139.75 483.5 189,13 293 168.75 162.5 170 223 139.5 -28 1 1 Illi II IM lO.i 1 1 - LHSS A.S.G............8 Bergmann ........ 9 Elektr. Cteferung«..... 10 Licht und Kraft ..... 10 Hellen ck Guilleaume. . • . . 6 Ges. s. Elektr. Untenu. ... 10 Hamb. Sehr. 'Serie .... 10 Rhetu. Elektr..... 9 Echles. Elektr.......10 Schuckert..... .... 8 Siemens 4 Halske . . • • . 12 Transradio . . ....... 8 Lahmever ck E».. ..... 10 Buderu» . . ....... 6 Deutsche (Stbil ....... 6 Essener Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... 1 H 3- 4 Harpener. ......... 6 Harsch Eisen. ........ 8 gife Bergbau ........ 8 RIßdnetwerte . ...... 7 Köln-Reuessen. ....... 9 ManneSmann........ 8 Mansfelder.........7 Oberschles. Eisenb. Bedarf. . . b Ob-rschles. KokSwerk« .... 6 Phöist? Bergbau ... 6^4 Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl t. % <¥, Riebeck Montan......7,2 Bereinigte Stahlt»......6 Otavi Minen ......Uh Kall Aschersleben.....10 Kall Westeregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth ... 15 3. ®. tz-arden-InvustN» ... 12 Dynamit Rodel ..... b Scheideanstall. . ...... 9 Goldschmidt . ....... 6 RütgerSwerke ..••••••* MetollgeielllchaA. ..... V 188.2a 229.25 254,5 267 157,5 243,5 415 171 140 124.9 238 111,5 128.5 114.5 139,25 61,5 279.5 279,5 492 63.75 193 98 103 194 186,6 227 252.. 154.75 264.5 ■ 42.5 412.5 173.5 85,6 138.5 134.; - — 271 2 262 191 98.75 I88.2.> 228.9 172.25 254 154.5 267 147.5 158,5 231, u 143,65 415 160.a 173 87,1. 139,5 124,25 135.75 134 238.5 111 131.25 128.9 116 112,5 114 93,13 272,5 139.25 150,9 34,5 v2 280 193,25 -64 124,5 101 104,25 187.25 226,75 172 251,9 153.9 266 146.25 158,5 228,5 243 413 159.5 175 86,9 138.5 120,5 123.9 134 133.7a 233 110,75 130.75 128 115.2a 111,75 115 270.9 137 150,25 61,5 277.25 279 262,5 99.75 104.13 Philipp Holzmann......7 Heidelberger Cement .... 10 Tement Karlstadt......8 ®at)6 4 Freitag ...... 10 Schultheis Pcchenhosa ... 15 Osftverke.........12 Ber. Glanzstoss......18 Bemberg..... 14 Zellstoff Daldhus.....12 Hellstoss Aschaffenburg ... 12 Charlottenburger Wasser ... 7 Dessauer Gas........8 Daimler Motoren......0 Demag ..........0 Adlerwerke iKever ...... 6 Ludw. Loewe ...... 10 Nat. Automobil ....... O Oren stein 4 Koppel . .... 6 Leonhard Dietz ....... 6 Bamag-Meauin ....... 0 Franks. Maschine» ...... 6 Gritzner ........ 11 Heyllaenstaedl ....... O IunghanS...... .... 4 Leckwerke. ..... 8 Mainkrastwerke ....... 8 Mag . ....... 10 Neklnsulmar ....... .8 Gebr. Roeder...... . 10 Böig« 4 Haessner ...... 8 Südd. Butter........8 Bank 1:35 137 175 203,9 86.5 103.75 22 70,25 119 89.5 110 114,25 134,75 105 124,9 153 nölen. 137 134 202 87 103 22 153,75 135.7a -23 282,5 569,5 474 277.25 203 127.75 198 87.7a 51.4 104.75 246,5 57.1.1 105 290 21.5 70.5 120 88,13 136 21105 209,75 152,25 - -21.5 280.5 565 466 276.5 202 127.4 197,75 87.75 51.4 104.25 245.25 105 288 135,5 24. November 26 Novemb r Ärmliche Notierung Geld 1 Brief Amtliche Notierung Geld 1 Brief Lmst-Rolt Buen^ÄtrcL Brfl^Lotw Chriftiaoia Kopenhagen Stockholm - HelfingforS- Italien. . Loudon... Network . . Paris.... Schweiz .. Spanien. Japan . . Rio de Jan. Vien in D< Ceft obgeft & ! Budapest. . «uloarieo . Lissabon Danzig. . . Konstantin, fltbea. Lana dm . Ura nat». . Cato . - 168,23 1,767 58,225 111,70 111,74 111,99 10,542 21,955 20,323 1,1905 16,375 50,715 >7,53 1,937 '.5005 ,5,91 12,42 7,363 <3,07 ■>,027 18,72 61,26 2,101 3,425 1,195 4,286 20.845 168,57 1,771 58,365 111,92 111,96 112,21 10,562 21,995 20,363 4,1985 16,415 01,875 i>7,67 1,941 0,5025 j9,03 12,44 7,377 73,21 5,033 18,76 81,42 2,105 5,435 4,203 4,294 20,885 168.25 1,766 58,24 111,72 111,72 112,02 10,543 21,945 20,327 4,1900 16,37 SO,72 »7.52 1.936 4.5005 58,-05 12,416 7,363 • 3,06 ',037 18,71 81,27 2,104 5,425 4,195 4.286 ’0.85 168,59 1,770 58,36 111,94 111,94 112,24 10,56.3 21,985 20,367 4,1980 16,41 80,88 67,66 1,940 0.5025 59,-25 12,438 7,377 <3.20 ->.043 18.75 >1,43 >,108 5,485 4,303 4,294 -0.89 Berlin, 24. November i»elb Brr-' Ämerckamsche Note» ..... Belgische Loten ....... DSniitbe Roten ........ Englische 9atn........ 4,172 58,13 111,48 ?0.29 4,192 58,37 111,92 40.?7