Nr. IN Srfter Blaff 178. Jahrgang Donnerstag, 26. Juli 1928 £t|d)tlnt täglld),aufeei Soewtags enb $B«rÜjg* Bdlegei: (Bittner JomtlienblÄrtfi Heimat im Bild TMr Sd)oOc ®tMt»>Bej«g»pret»; 7 9teid)smarh und 20 9tfid)spfe*ntg für Träger» lohn, auch bti Richter- scheinen etnj einer Tlumrnern infolge höherer Gewalt. Fernfprechonschlüffe: 61, M und 112. L»schrift für Drahtnach- rieten: Anzeiger tiefte«. Potfdfe iflonfo. Kran Nun am Mai, 11BM. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen vnttk »Ab Verlag: vrühl'sche Uklversitätr-Vuch' nnö Stefnörnderei H. fange tn Sietzen. Sdfriftleftnng und Seschäftrstelle: 8chnlftratze 7. .leiaftme von Anzeigen für die logesnnmmer bi* jum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auiipärt» 10 Netchapsennig.- für Ne» hlameanjeigen von 70 mm Brette 35 Netdi*pfennig, Platzvorschnft 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Friede Wild. Lange. BerantwonNch für Poliitti Dr. Fr. Wild Lange- für Feuilleton Dr H.Tdyriot. für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den An« zeigenteil flurt ßiDmann. sämtlich in Drehen Theologie, Golf und Politik. $um achtzigsten »eburtStag bei Earl of Valfour. Corb Balfour, der am Mittwoch feinen 8 0. (Beburtelag feierte, nahm am vormittag an einem In Downing Street abge- hattenen Aablnefferat teil. Da» Glückwunschtelegramm de» König, nennt Balfour „einen alten J r e u n b“ und „treuen nnb geschätzten Ratgeber dreier Souveräne". Am Nachmittag wurde Corb Balfour al» Geschenk seiner Jreunbe von beiden Häusern be» Parlament» ein Kraftwagen übergeben. Qlu» uraltem AdelSgcschlecht stammt der Mann, btt den größten Teil seines Lebens alS einfacher Mr. Arthur FameS Balfour die höchsten Remter Im Britischen Weltreich einnahm und crft spät zum Lord erhoben wurde. 3ur Seiet seines achtzigsten Geburtstage- hat man nun ein Seflbanfett veranstaltet, auf dem der Prinz of Wales einen Toast auf die Gesundheit des greifen Staatsmannes auS gebracht hat. und die Mitglieder der Regierung sind mit dem gesamten diplomatischen EorpS zu der Feierlichkeit erschienen. DaS Parlament hat eine Sammlung veranstaltet, auS der dem Politiker, der ihm seit einem halben Jahrhundert angehört hat. ein herrliches Luxusautomvbil gekauft worden ist, und daS gesamte öffentliche Leben deS FnselreichS nimmt teil an der Geburtstagsfeier Denn Lord ‘Balfour ist fein gewöhnlicher Staatsmann, sondern ein geborener Politiker, dessen Lebensgeschichte die Geschichte des britischen Volle- in den letzten fünfzig Fahren ist. .Wer den Papst zum Vetter hat. kann Kardinal werden", sagt cm Lpricharnri Arthur 3a- «nes Balfour, der am 25. Juli 1848 geboren wurde, war vorsichtig in der Wahl seiner (Altern gewesen, seine Mutter war Lady Vlanche GaS- cohne Eecil, die Schwester deS berühmten Lord Salisbury, und wer in England aus diesem Geschlecht flammt, braucht sich über seine Zukunft keine Sorgen zu machen. Die ersten Earls vs Salisbury werden schon im 3afcre 1149 erwähnt: das Adelsgeschlecht erlosch bann später, aber die Erben von Lord Burley übernahmen im Jahre 1605 den Namen, den seitdem viele berühmte Männer getragen haben. Auch Lord SaliSburyS eigene Söyne sind bekannte Staatsmänner geworden, sein dritter Sohn, der im Jahre 1864 geborene Lord Robert Eecil, ist der bekannte englische Völkerbundminister, der vor einiger Zeit zurückgetreten ist. und dessen jüngerer Bruder, der im Fahre 1869 geborene Lord Richard Heathcote Eecil. ist ebenfalls em bekannter Politiker. ES wat also selbstverständlich. bah der junge Balfour, nachdem er in Ewn erzogen worden war und in Cambridge die ilnioerfität besucht hatte, in die Diplomatie eintrat. Schon im Alter von sechsundzwanzig Fahren konnte der junge Mann, der vorläufig von niemand ernst genommen wurde, dank feinen Beziehungen a l s Abgeordneter insn - terhauS einziehen, und vier Fahre daraus machte ihn fein Onkel Salisbury, damals britischer Qhibenminifter. zu feinem Privatsekre- 1 ä r. 3n dieser Eigenschaft begleitete er den groben Staatsmann im Fahre 1878 zum Berliner Ä ongrefi. und bei dieser Gelegenheit wurde die Welt zum erstenmal auf ihn aufmerksam. Aber Arthur Balfour, dessen Laufbahn so verheiftungsvoll begann, war es noch keineswegs klar, ob er in der Diplomatie ausharren solle. Er verfaßte im Fahre 1879 eine halb theologische, halb philosophische Schrist und ist auch später fernen kritischen theologischen Studien, soweit es seine Feit erlaubte, treu geblieben. Fm Fahre 1895. also in einer Zeit, in brr er schon eine wichtige "Rolle spielte, erschien sein Buch' »Die Grundlagen des Glaubens. Eine Einführung in das Studium bet Theologie Erst fünf Fabre sind vergangen, leit eine andere Schrift, die ebenfalls auf vhllofopdisch-tbeologrfchem Gebiet liegt. Lord Balfour als Wissenschaftler gezeigt hat. ^GotteSglauben und Denken" heißt diese Studie, die das Thema in Form von Fa- miltenbriefen behandelt. Cs ist sehr zweifelhaft, ob Balfour wirklich ernsthaftes Fnteresse für theologische Fragen gehabt hat. Vor fünfzig Fahren glaubte man in England, daß der zarte Fünglmg. der stets kränklich war und den unangenehmen Londoner Winter nicht vertragen formte überhaupt für keine ernsthafte Arbeit zu gebrauchen fei Damals bildete er im Unterhaus die .Four th Party", zu der auch LordEhurchill. Sir Henry Drummond-Dolfs und Sir Fphn Gorst gehörten. Die Vorstöße. die Valfour damals auf politischem Gebiet unternahm. wurden von den Routiniers nur belächelt: man nannte ihn einen Dilettanten, dem cä an ÄorDertraft und Charakterstärke fehle. Aristokratischer Hochmut. Lebemannsfitten und kne Sucht nach theoretischen Diskussionen raubten ’ Sympathien. •ilbcr Corb Salisbury hielt etwas von seinem Reffen. Er machte ihn im Fahre 1886 zum 6e Ire t ä r für Schottland und verschaffte ihm fo e.ncn ruhigen Posten, der nur dadurch Bedeutung erhielt, daß Balfour nun einen 5 i h i m Kabinett halte. Fnzwischen war der junge Mann durch familiäres llnglück etwas ernster geworden, war doch im Fahre 1882 fein Bruder Vyranctf Maitland Balfour, der kurz vorher eine Professur für Morphologie erhalten hatte, im .JIter von einunddreihig Fahren bei der Bestei- Französische Kriegsgerichte am Rhein. Nachdem in jüngster Zeit der britische Außen- Minister einige unverbindliche Worte zum Thenia ,"Rheinlandraumung" gesagt bat, sehen etliche unverbesserliche Toren bereits alle Hindernisse beseitigt ihnen erscheint die zweite und dritte DesahungSzone schon so gut wie befreit. Wer nicht allzu heftige Enttäuschungen erleben will, tut gut daran, sich an bie F r a n z v s e n herrsch a s t am Rhein zu erinnern, die gerade in den letzten Wochen unverfälscht durch eine Reihe von Gewalttaten zum Ausdruck gekommen ist. Französische Kriegsgerichte tagen am Rhein, immer wieder hört man von Urteilen, wie sie sonst nur in Kolonialländern bekannt geworden sind. Austerordentlich harte Freiheitsstrafen werden verhängt und Geldbuhen auferlegt. die zur »Tat' in keinem Verhältnis stehen. Frankreich arbeitet heute noch am Rhein mit einem Gewaltsystem. w ie ehedem, wenn eS gilt, feinen Machtwillen zu demonstrieren. Fremde Kriegsgerichte auf deutschem Boden liefern alltäglich den Beweis, dah unsere Landsleute am Rhein unter ein Kolonial- fystem gestellt worden sind, wie es europäischen Völkern bisher nicht zugemutet werden konnte. Daß sich Vorfälle ereignen, wie her des französischen Unterleutnants Picardet, der in angetrunkenem Zustande auf dem Bahnhof Mar- milianSau mit einem Pfälzer in Streit geriet, dabei mit einer Reitpeitsche auf den Deutschen eindrang und nur mit Mühe von fünf anderen Deutschen von seinem Opfer getrennt wurde, ist bedauerlich, aber noch nicht das eigentlich Furchtbare. 3ede Armee enthält Elemente, die ähnlich geartet sind: in Deutschland hat man sich immer bemüht, derartige Rotobtinaturen beizeiten unschädlich zu machen. Dast sich aber ein Gericht findet. daS nunmehr gegen bieDeut- fchen Anklage erhebt, bah Richter sich finden, bie trotz des klaren TatbestanbeS zu ihrer Verurteilung kommen, obwohl sie tn Rot- toehr gehandelt haben, ist unglaublich und wirft ein seltsames, aber bezeichnendes Licht auf bie französische Rechtspflege. 3n der ganzen Welt gilt erwiesene Rotwehr alS freisprechendes Moment bei ben Gerichten, Beihilfe bazu wird nicht anders gewertet. Französische Kriegsgerichte jedoch verhängen schwere Strafen über die betroffenen Deutschen, machen aus Recht Unrecht, um beweisen zu können, dast Frankreich die Macht am Rhein besitzt. Der Täter — ein Franzose — geht frei aus, seine Opfer — wehrlose Deutsche werden unter Anklage gestellt So mag man in ben französischen Kolonien mit ben Eingeborenen umspringen, deutlich spürt man aus derartigem Vorgehen der Franzosen die Wertschätzung. der wir uns bei ihnen erfreuen. Dir im Reiche können Frankreich nicht daran hindern, seine Anschauungen über Rechtspflege vor aller Dell lächerlich zu machen. Wir müssen unS aber unter allen Umständen dagegen wehren, dah es seine Kolonialmethoden gegen Deutsche auf deutschem Boden antoenbet Selbst wenn die Franzosen sich dazu entschliehen sollten, die zweite Zone am Rhein freizugeben, sollte diese als grobe Geste vor der Well ausschließlich gedachte Maßnahme unS nicht im Kampfe gegen die "Besatzung ruhen lassen. 'Diese Zone ist militärisch bedeutungslos im Gegensatz zur dritten, der Pfalz und Rheinhcs en mit den Brückenköpfen Maiirz und Kehl, aus der ein Einfallstor nach Deutschland gemacht worden ist. 65 000 Gewehre bleiben auch dann noch am deutschen Rhein und unterstreichen jedes Urteil -er Kriegsgerichte. Eie recht bald zu beseitigen, wird Die vornehmste Ausgabe deutscher Austenpolitik fein. Frankreich verlangt Auslieferung von vier Deutschen. Ein unerhörtes Verlangen auf Gründ des Nheinlandabkommens. Landau. 25.3uli. (TU.) Auf Grund de» Artikels 4 des Rheinlandabkommen» und der Ordonnanz 2 hat die französische Befahungsbehörde an die deutsche Regierung das verlangen gestellt, die am 11. Juli 1928 vom französischen Kriegsgericht in Landau unter der Anschuldigung, die französische Zahne von dem Osfizierkasino in Zweibrücken herabgerissen zu haben, in Abwesenheit zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilten drei deutschen Staatsangehörigen Bäcker weist und die Arbeiter Schimmel und Lutz auszuiicfern. Die drei Angeschuldigten hatten sich der ihnen drohenden Verhaftung dadurch entzogen, dah sie sich aus unbesetztes Gebiet begaben, weiterhin ist von der französischen Besahungsbehörde die Ansliescrung des vom französischen Kriegsgericht In Landau am 16. Juli ebenfalls im Abwesenheitsverfahren wegen des sogen, waximiliansauer Zwischenfalls am 3. Juni unter der Anklage der Gewalttätigkeit gegenüber einem sranzösischen Ossi- zier zu zwei Jahren Gefängnis und 200 Franken Geldstrafe verurteilten Arbeiters Merz aus Heu- pfotz verlangt worden. Nach Artikel 4 des lkheinlandabkomniens hoben die deutschen Behörden auf ©erlangen eine» hierzu ermächtigten Offiziers der Befatzungvtruppen jede Person, die eines Verbrechens ober Vergehens gegen Angehörige oder das Eigentum der bewaffneten Streitkräfte der Alliierten angeklagt und der Gerichtsbarkeit der alliierten Truppen unterstellt ist, zu verhaften und dem nächsten Befehlshaber der alliierten Armeen zu übergeben. Gegen diese Bestimmung hat die deutsche Abordnung schon nach Abschlust des Rheinlandabkommens bei den Alliierten Einwendungen erhoben, die aber von ben De- satzungsbehorben abgelebt würben. Somit muffen also noch der Auslegung be» Rheinland- abkommens die vier angeschuldigten Deutschen, deren Aburteilung in Abwesenheit erfolgte, aus- geliefert werden. Ihre Verurteilung erfolgte ohne genügende Beweismittel. Schimmel, Lutz und Weist bestreiten nach wie vor jede Schuld. Es wäre von katastrophaler Wirkung für die Bevölkerung des besetzten Gebiete--, wenn dem Auslieferungsverlangen der französischen Besatzungsbehör- ben ftattgegeben würbe. — An mostgebenber deut- scher Stelle ist von einem berartigen französischen Ansinnen noch nichts bekannt. Ein französisches Denkmal auf deutschem Boden. Sin neuer Affront durch die Besatzung^« organc Koblenz. 25. JuIL (WIB.) Die französische Besatzung nahm ihren diesjährigen Nationalfeiertag zum Anlatz. um ein in der Höhe von Koblenz im Jahre 1797 errichtete» Denkmal de» französischen General» Hoche zu einem S I eg e » d en k rn a I der sranzösischen Armee auszugestalten. Da» Denkmal sollte Im Jahre 1800 mit Relief», die Sicge»taten der französischen Armee darstellend, versehen werden. Da» unterblieb jedoch damal», weil polltlsche Vorgänge in Frankreich die Anbringung in Vergessenheit geraten Hetzen. Am 14. Juli d. J. wurden von der Besatzung von den in Pari» In einem Museum befindlichen, für do» Hoche-Denkmal bestimmten Marmorplatten schwere Bronzeabgusse her- gestellt und Im zehnten Jahre der Besetzung deutschen Boden» am Sockel de» Denkmal» unter festlichem Gepränge und Teilnahme des Oberkommlssar» der Rhelnlandkom- misston Ilrarb, angebracht. — Ein wahrhaft seltsamer Beweis französischen Berftänbigung»- willen» im Augenblick, wo man ben Besuch be» deutschen Autzenminister» in der sranzösischen Hauptstadt zur Unterzeichnung des Kriegsächtungs- poktcs wünscht. Die englische Meinlandbesahung Chamberlain im Unterhaud. London, 25. Full. (WTB.) 3n Beantwortung einer Frage deS Arbeiterführers Wod - gewood erklärte Eharnberloin im Unterhaus : Die gesamten Fahreskoften des britischen Besoyungsheeres in Deutschland betrogen 1 299 700 Pfund Sterling und der Betrag, den England zur Begleichung dieser Kosten aus der Dawes-Annuität erhält, beläuft sich auf 950 000 Pfund Sterling. Wenn die britischen Truppen zurückgezogen toürben, fo werde England diese 950 000 Pfund Sterling nicht toetter erhalten Hierauf ersuchte Wodgewood den Staatssekretär deS Aeuheren, festzustellen, was England in bar profilieren würde. fallS es seine Truppen zurückziehe. Ehamberlain erwiderte: Wenn man von der Annahme ousgeht, dast die durch eine Zurückziehung der britischen Truppen verursachte Verminderung der von Deutschland zu zahlenden Besatzungstosten nicht von anderer Seite durch eine dementsprechende Verstärkung deS BesotzungsheereS ausgeglichen würde, fo könnte England 2 2 Prozent deS Betrages, den eS zurzeit an BefatzungSkosten erhält, für Repara- ttonSrechnung beanspruchen. Es ist jedoch keineswegs sicher, und eS ist vielleicht sogar unwahrscheinlich, dost die Truppen, die England ohne Vereinbarung zurückziehen würde, nicht durch Truppen einer anderen Macht erseht würden. Fn diesem Falle würde England durch die Zurückziehung seiner Truppen nichts profitieren. Tschuchnowskis Filmaufnahmen zeigen 3 Personen Berlin. 26. Juli. (WTB. Junffprud).) Die „Dai" meldet au» Moskau, der russische Jllcgrr Tschuchnowski stellte fest, bah aus ber Filmaufnahme bei ber Sichtung ber THalmgrcengruppe brel Personen ; u erkennen flnb. Da» Schicksal bes schwedischen Gelehrten wirb somit immer mysteriöser. gung des Montblanc abgestürzt und umS Leben gekommen. Lord Salisbury glaubte, der öffentlichen Meinung trotzend, seinen Reffen zum Staatssekretär für Frland ernennen zu können. Die irischen Rationa’iften. die sich auf einen strengen Gouverneur gefotzt gemacht hotten, lochten, und die grohen Londoner Zeitungen erhoben Protest; denn Frland war schon damals eine wunde Stelle im britischen Empire Bald aber verstummte daS Lachen, und die 3ren. die eine sehr energische Hand zu spüren bekamen, nannten ihren Staatssekretär nur noch .den Bluthund", während die konservative Partei zu der lleberzeugung gelangte, datz Salisburys Resse ein grober Staatsmann — und ein großer Redner sei. Der Mann, der vorher wegen seiner allzu akademischen Reden verschrien war. entwickelte sich zu einem_ politischen Praktiker ersten Ranges, der im höchsten Matze den Vorzug aller großen englischen Staatsmänner befaß, nicht auf Theorien zu beharren, sondern der lebendigen Entwicklung nachzugeben. Rach dieser Probe standen Arthur Balfour alle Remter offen. 1891 wurde er Schatzlord und „leader“ des Unterhauses; 1898 vertritt er dann seinen Onkel gelegentlich im Ministerium des Aeuheren, führte Verhandlungen mit Rußland wegen der Eisenbahnen in Rordchina und beschäftigte sich mit der Durenfrage in Südafrika. Als Lord Salisbury dann am 11.3uli 1902 zurücktrat, wurde Balfour Ministerpräsident. 3n die erste Zeit seiner Amtstätigkeit fiel die Krönung König Eduards VII., er hatte den Transvaa'.krieg zu beenden, wurde wegen der deutsch-englischen Flottendemonstration vor Venuzuela angegriffen, hatte heftige Kämpfe in der Fre.handelsfrage auszufechten und mußte als Vertreter der britischen Weltmacht bei der Beendigung des russisch^ ap an ischen Krieges und bei der Lösung der M roHofragc entscheidend mitwirken. Es gab in dieser Zeit kein wichtiges politisches Probsem. in dos er nicht verstrickt gewesen wäre. Dann aber verlor er die Lust am politischen Leben und erklärte am 8. Rowrmber 1911. drei- undsechzig Fahre alt. dah er zu müde für fernere politische Arbeit fei Er widmete sich seinen Liebhabereien. schrieb Bücher, musizierte — und spielte Golf. .Die Leute, die Reden halten oder anhören, statt Golf zu spielen, sind nicht imstande. die Möglichkeiten des Daseins auszukosten!" Es wird nicht festzustellen sein, ob der britische Staatsmann die'e Worte ironisch oder ernsthaft gesagt bat; sicher ist nur. dah Balfour ein leidenschaftlicher Golfspieler gewesen ist. der von 1894 bis 1895 Vorsitzender des .Royal and Antient Golf Elub of St. Andrews" war und jetzt, kurz vor seinem achtzigsten Geburtstag, nachdem er sich gerade von einer schweren Krankheit erholt hatte, schon wieder auf dem Golfplatz gesehen worden ist. Der Krieg schreckte ihn dann aus seiner Ruhe auf. 3m Mai 1915 wurde er Marineminister unter Asguith, und es gelang ihm. schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten in der Admiralität auszugleichen; er hob auch die von Churchill eingeführte LanderbeHandlung der deutschen llntcr eebeot<^esangenen aus. 3m Dezember 1916 wurde er bann Außenminister unter Lloyd George, fuhr im April 1917 nach Amerika und veröffentlichte nach seiner Rückkehr im Rovember desselben Fahres seine bekannte Deklaration der jüdischen Heimstätte in Palästina. Als er im Fahre 1925 nach Palästina reifte, bereiteten ihm die Zionisten einen begeisterten Empfang, während die palästinensischen Araber sich tüyl und ablehnend verhielten. 3n Syrien kam es aber zu gewaltigen arabischen Demonstrationen, und Balfour muhte französischen militärischen Schutz in Anspruch nehmen, um das Land schnell verlassen zu fönnen. Fnzwischen hat Balfour England auf vielen internationalen Konferenzen vertreten, im Fahre 1919 auch als englischer Bevollmächtigter den Vertrag von Versailles unterschrieben und im Fahre 1922. kurz nachdem er zum Earl ernannt wurde, die Streichung aller internationalen Kriegsschulden vorgeschlagen. Ein Fahr vorher, am 6. Füll 1921. als der englische Politiker Baron Alcrander Balfour starb, wurde er sälschllch in Europa totgelagt, aber Totgefagte leben bekanntlich lange. Oie Unterzeichnung des Ketloggpattes. ttcht Ltrefemann nach Paris? Paris. 26. Füll. lWTB. Funkfpruch) 3m Anschluß an den gestrigen Empfang des amerikanischen Botschafters Herrick bei Br iand macht Reuyorl Herold ausführliche "Mitteilungen über den Stand der Vorbereitungen zur ilnter- zeichnung des KriegSächtungspakles So erklärt das Blatt, daß die von der französischen Regierung an neun Mächte gesandten Einladungen zur Vornahme der Unterzeichnung des Kriegsächtungspaktes in Paris nunmehr von allen mit Ausnahme Polens, dessen Zustimmung dieser Tage erwartet werde, angenommen worden seien. Aus den Aeutzerungen der Mächte, so berichtet das Matt weiter, gehe hervor, daß die Unterzeichnung des Paktes durch die Anwesenheit von mindestens sechs Außenministern eine Bedeutung erlangen werde, die sich nur mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrages vergleichen lasse. Es sei so gut wie sicher, dah außer Staatssekretär Kellogg und Dr. Strefernann auch Briand. Chamberlain fotine die Außenminister von Bet- ?|ien und der Tschechoslowakei nach Paris tnrnnen würden. Durch die Zutage Dr. St re le- manns fei das letzte Hindernis für die Abhaltung der Feierlichkeiten in Paris beseitigt worden. Das Datum der Llnterzeichnung tat llhven- laal be€ ftoittfftfcfren Außenministerium« fei vor- löutiG auf ben 27. August festgesetzt Ob die Meldung des Reuyork Herold m l Beug auf Sie Gegenwart Dc. Steefemanns bei der Unterzeichnung des Pakts in Paris der Tallache entspricht, läßt sich zur Stunde nicht nochprüfen Angesichts der durchaus abkbnen- Len Stimmung, die auch in ausgesprochen hnft* demokratischen Blättern, wie D. der Frank- surter Zeitung, zu Wort kam. erscheint es vorerst doch sehr fraglich, daß sich der deutsche Reichsaußenmmister zu einer Offiziellen Bette nach Paris entschließt, solange noch französische Befatzungstruppen am Rhein stehen und Deutschland dank der Pariser Politik noch nicht über alle Teile deS ReichSgebiets seine volle Souveränität zurückerhalten hat. Der Mkerbundsausschuß für internationale geistige Zusammenarbeit. Genf. 25. Juli. tWB) Der Döllerbunds- ausschuh für internationale geistige Zusammenarbeit ist heute *u seiner Tagung zusammengetreten. An Stelle des verstorbenen Präsidenten. deS holländischen Physikers Prof. Lorentz, wurde der Altphilologe Prof. Murray- Orford einstimmig zum Vorsitzenden gewählt, während zu Vizepräsidenten Frau Prof. Curie - PariS und der frühere belgische Llnterrichts- minister Desiree bestellt wurden. DaS deutsche Mitglied deS Ausschusses, Prof. Einstein, ist durch den Generaldivettor der preußischen Staatsbibliotheken. Prof. Krüh, vertreten. Der Eröffnungssitzung wohnte auch der deutsche ilntet- generalsekretär Dufour-Feronce bei. zu dessen Ressort der Ausschuß gehört. Bei Genehmigung der Tagesordnung entspann sich eine längere Debatte über die Frage, inwieweit sich der Ausschuß mit den materiellen und moralischen Znteressen der geistigen Arbeiter befassen kann, wobei auch auf Journal cftifdje Anstellungs- vertragc exemplifiziert wurde. Der Ausschuß befaßte sich dann mit der Frage der Ginbeziehung des Unterrichts über Völkerbunds- ziele in daS Lehrprogramm der einzelnen Länder. Auf Grund der wenigen eingegangenen Regierungsantworten betrachtete Präsident Murray den augenblicklichen Stand dieser Frage als nicht zufriedenstellend, während sich der Leiter der entsprechenden Völkerbundsabteilung wie auch verschiedene Ausschußmitglieder zuversichtlicher aussprachen. Immerhin ging das Ergebnis der Aussprache dahin, daß es wünschenswert wäre, wenn eine größere Anzahl von Regierungen, als dies jetzt der Fall ist. den Volke rbundsunter- xidbt durch praktisch« Maßnahmen fördern würden. In nichtöffentlicher Sitzung wurde die Zweckmäßigkeit der Herausgabe einer Zeitschrift erwogen, durch die die Lehrerschaft über alle Initiativen auf diesem Gebiete laufend unterrichtet werden soll. Die japanisch-chinesische Spannung. Verschärfung der Lage. M u k d e n , 26. Juli. t Pirne flieecn mn ate winde OK tafle- Simonen StentZb> len oeeendie Teerpenter en. Du UWtw eerVocen Orte «MMfticleM •eteitrremeein omaerrcJuieir» tandeecx Becttcrvi'.au sage. Das gestern -wischen Englanb unb Island gelegene Ttesbruckgel'iet ist ostwärts weitergezogen und wird uns weiterhin nicht mehr beeinflußen. Lieber unserem Gedtet ist zwar der Luftdruck wieder etwas angcfliegen, jedoch naht sin Westen eine neue Tiefdruckst^rung heran, unter deren Einfluß unter Gebiet bte nächsten Tage zu liegen kommt. Infolgedelten ist mit zunehmender Bewölkung unb dem Auftreten vereinzelter Rie- derschlage zu rechnen. Wettervoraussage für Freitag: Vielfach wolkig. Temperaturen wenig verändert, vereinzelt leichte Niederschläge, westliche Winde. Witlerungsausfichten für Samstag: Wolkig bis bebetfl und weiterhin vereinzelt Nieder- schlüge. Lufttemperaturen am L5. Juli mittags 21,7 Grad Celsius, abend* 19.« Grab Celsius, am 26 Juli: morgens 2".2 <8rab Celsius Maximum 22,4 Grad Celsius, Mnlimnni 16,8 Grab Celsius — (Erbtempc- raturen in 10 Zentimeter Tiefe am 25. Juli abenbs 22/ f" »d Celsius: am 2«. Juli morgen» 20,1 Grab Celsius — Niederschlag 0,2 Millimeter. — Sonnen- scheinbauer SH Stunden. Aus der Provinzialhaupistadt. Stehen, den 26. 3ult 1928. jort mit den Superlativen! Lolche fiortwrunfl tritt) in diHen 5"o«n man lollte ei fawn glauben — Th den 6t reinigten Staaten von Slmetifa erhoben. asto in einem Lande. da» mehr als irdes andere in Super- lativen -u schweigen pflegte, ^umal wenn es sich um die ÄennAeübnung amerikanischer Leistungen. amerkkan sicher Tugenden ufw handelte, in einem Lande, das sich selbst als eine Art Superlativ unter den Ländern fühlte Allerdings tft es noch nicht daS ganze Nordamerika, das die Superlative über Bord werfen will, es sind vorerst nur einige bedeutende U. S 2 -Watenhäu- ler. die sich das Motto Fon mit den Super- lativen! zugelegt haben Aber auch das in schon viel wen bei dem Einfluß. den sie in b«r vxtttrxt- lichkeit Haden S» wär- natürlich verfehlt wollte man annehmen. bah bei diesem an unb für sich recht ane Nennenswerten ^egmnen tut Die y 6 A.-Watenhäufer Gründe der Wahrhtlts- !iebe oder der Ethik ausschlagaebend gewesen irdren. C nein, sie haben vielmehr die nüchterne ddabrung gemach« hab die unerhörtesten De- legenbettafäufc dte .elegantesten Anlage die „henfbar niedrigsten' Preise, die .allerhöchsten Preisherabsetzungen auf die Dauer auf bat Pu- Wilum feine Zugkraft mehr ausübten, es viel- mehr mihtraulfd) machten und abstumpfend auf es wirkten. _ _ Da wir in Deutschland »u einem guten Teil gewohnt sind, in allem enb jedem, was von Amerika lammt, ein nachahmenswertes Vorbild erblicken, so wäre es nur lebbdft zu Kgrufv-n, wenn wir uns auch in diesem Falle von Amerika bevmfluifcn liehen und dem blöden, marktschreierischen Superlativismus. der sich auch bei uns in einer sch,er auf die Nerven fallenden Weise breitmacht. den Krieg edierten, und zwar zunächst im Geschäftsleben Gs wäre recht schön, wenn die alten einsachen Worte wieder 3nhalt unb Geltung bekämen, wenn bie Bezeichnungen einer Ware als „gut“ und .preiswurdig' in den Augen des Publikums wieder genug des Lobes enthielten, während sie heute als geradezu nichtssagend erscheinen, sich unter den Superlativen kaum hervorwagen dürfen, ja von ihnen geradezu erdrückt werden. Aber nicht nur in unserem Geschäfts-, sondern auch im gesamten Privat- und gesellschaftlichen Leben wäre bie Abkehr von den Superlativen und den superlativahnlichen Worten und Rcde- sloskeln zu wünschen. Sie tmirbe auch hier gleichbedeutend sein mit einer Rückkehr zu grifft er er Einfachheit imb Hhr'.ichse't. Welcher Mißln-auch wird nicht täglich, stündlich getrieben mit den Worten .herrlich' . .wunderbar", .furchtbar ", katastrophal ufw.' Gerade Mr gegenwärtig« Neise- und Uriaubszeit bietet eine Unmasse höchst bezeichnender Beispiele. Die bescheidensten Som- mersrrschen und .Luftkurorte' überbieten sich förmlich in bombastischen Anpreisungen ihrer Reize Was wird da nicht alles als „herrliche Lage als .wunderbarer" Fern- und Ausblick, als prachtvoller' Hochwald, als „köstliches", fand- Ichastliches „Kleinod", als unvergleichliche „Perle uftP. usw. gerühmt! Gewiß, der Superlativ mag bestehen bleiben, wo er berechtigt unb angebracht ist im sehr rieten Fällen kst er es nicht), er verschwinde aber, wo das einfache, imflcftctgcrtc Eigenschaftswort vollauf genügt ober vielleicht sogar noch zuviel sagt. <3t ist überdies sehr wohl denkbar, daß die Abwendung von aufregenden, nervenaufpeitfchenden Superiatrvismu« als Rer- venbemhigungsmiktel wirken könnte, was gerade in unseren Tagen, wo die Nerven sowieso schon den stärksten, unauswrichlick'en Belastungsproben ausgesetzt sind, von wohltätiger Wirkung sein würde. Deutsche Oorfkircheniagung in Bietzen. ch Di e h e n , 26. Juli. Der Deutsche Dorskirchenverdand hatte für Mittwoch und Donners lag seine Mit» glieder unb Freunde zur Haupttagung in unsene Stabt cmfldaben. Recht zahlreich hatten viele Gönner der Einladung Folge geleistet, aus allen Teilen unseres Vaterlandes waren Vertreter der einzelnen Bereinigungen gekommen. Mn dner Andacht von Pfarrer Mahr. ®leben, über 1 Joh 1,7 wurde gestern Mittwoch nn Restaurant der Liebigs höhe eröffnet Der Vorsitzende der Vereinigung. Probst Kohn aus Mecklenburg, begrüßte im Auftrag des Borst an des alle Erschienenen herzlich unb übergab das Dort an Pfarrer Rühl, Reichelsheim, zu einem Vortrag über; „D i e Bedeutung der Volkskunde für bie kirchliche Arbeit". Aach einem grichichtttchen Rückblick über Vrskskur.be deutete er bie Begriffe Wissenschaft- lichc und angewandte Volkskunde. Der Staat hat bre Psticht. feine Führer unb Dvlkserzieher volksknnbsich auszubllden Tiefste Bevdachnrng der BoikSfeete tft nötig zur Erforschung des Volkes. Volkskunde ist eine dringende Notwendigkeit für untere Kirche m Stobt und Land. Auch über die Erhaltung der Trachten und Sitten sprach 'M» der Redner eingefrmb aus. Professor Dr. Koch. 9*-eben, der die Aussprache eröffnete, gab etne scharfe Abgrenzung des Begriffs Volkskunde nach dem ästhetischen Gedanken und nach der pädagogischen Seite hin. Sin rechter Volks- erzieher must mit dem Volke verbunden fern, er darf nur Bruder des BeEkes sein. Seme Ideale bar* er nicht in den Vordergrund stellen, sondern mich sich persorrlich gänzlich ausschalten. llnincrMfDr Dr 01 ie berg all, Marburg sprach sich über bk beiden Fragen aus: ..Was leistet religiöse Volkskunde bet Kirche?“ und ..Das leistet bet Pfarrer der Volkskunde?“. Dr von Lüdke, Göttingen. der geistige Leiter der Zeitschrift „Die Dorfkirche“ verlangt in unserer Feit Erfüllung des Urchristentums. Universitätsprw- sellor Dr. Eordier, Diesten, sprach von dem guten Deist, der in unserer Theotogk studierenden Sugenb steckt. Damit auch unsere evangelische Kirche den Aufgaben der Jugend gewachsen ft. fordert: Probst Köhn (Mecklen- burg> Volkskunde in unseren Universitäten und Predigerfeminarien. Meälenburg geht bereits voran auf diesem Gebiet Aach einem Schluß- loott von Pfarrer Bühl. Reichelsheim. wurde in die Mittagspause eingetreten Olm Rachmittag hielt Obcriobrer Dr. Dietz. Oberlenningen in Württemberg, einen Vortrag über das Thema „Gemeinschaf tspflege im sozial gemischten Dorfe'. Er un- terfcheistot zwei Arten von sozial gern richten 'Dor- fern, bie stadtnahen Dörfer unb bie 3nbuftricbör- ser. 3rt Herden must versuch: werden. Gemein- schastsgefühl zu bflegcn. Pfarrer unb Lehrer Das neue Gesetz über Schußwaffen und Munition. Durch das ReichSgefetz vom 12. April 1928 über Schusswaffen und Munition ist der Erwerb, der Bell« und bat Tragen ton Schußwaffen neu geregelt worden. Sei:her war mastgebend bie Leichsverotkmung über Wasienbesitz vom 13. 3a- nuar 1919 unb Die Heische Okrorbnung baS Hcrbct bes Tragens von Waffen betr. vom 17. Dezember 1918. Aach der Hessischen Verordnung war her Verkauf und da- Tragen von Stoß- Hieb- oder Dchustwaffen sowie von ORuni- tton verboten, ausgenommen für solche Personen bie Ärafi ihres Amtes ober Berufes zur Führung von Waffen berechtigt finb, sowie für IaA»scheinbesiyer Wer sonst eine Walle obiger Art tragen will, must einen Waffenschein besitzen. ber von der Ortspvlizeibehörde ouszu- stellen ist DaS neue AeichSgefeh vom 12. Apml 1928 besaht sich nur mit den Sänkst toasten unb deren Munition. Tamifi) bedarf die grwetbs- mästigc Herstellung von Dchustwaffen und OHuni- tion ber Genehmigung Diese darf nicht von ber Prüfung der Bebürfnisfragc abhängig gemacht werden. Der gewerbsmäßige Handel mit Schuh - Waffen oder Munition bedarf ebenfalls der Ge- nehmiguna Derbsten ist der Handcl mit Schust- waffen oder Munition im Umhcrzrehen. auf Jahrmärkten Schü von festen uftr Dchustwaffen oder Munition können künftig nur erworben werden gegen Aushändigung eines Waffen- ober MunitionSerwerbscheineS. ber auf bie Dauer eines 3ahroS gilt. Eines Waffen- ober Munition-- erwerbfchemes bebürfen nicht bie Behörden bes Reiches, der Länder unb bie Deutsche Reichs- bahngesellfchaft. sowie Gerneinbebehörben. denen ber Erwerb ohne Erwerbschein gestattet worden ist. ferner nicht biejenigen Gewerbetreibenden, die gewerWmästig Schußwasien verkaufen. fosern Ttt sich durch eine behördliche Bescheinigung au8- weisen. Eines Wafsenerwerbscheines beburkn ferner nicht bK Inhaber eines Waffotstcheine« Man must alfo unter! leiben 8w i- schen OL a s s e n e r werbf chein unb Waffenschein. Einen Waffenschein müst haben. wer außerhalb feiner Wohnung, feiner De- schästsräume ober feines befriedeten Besitztums eine Schustwaffe führt. Diesen Waffenschein must er bei sich tragen. Der Waffenschein gilt, wenn nichtr anderes darin vermerkt ist. für bas ganze Reichsgebiet. Dr gilt für die Dauer eines 3ah- reS vom 21u6ftcllunfl2taflc ab gerechnet. Wassen- crwerbschcine oder Wassenscheine dürfen nur an Personen ausgestellt werden, gegen beton Zu- hcrläffigfeit keine Bedenken bestehen Dasien- schomc austorbom nur bei Vach weis eines Bo- büTsnisses. An Personen unter 20 3ahren bürgen keine Scheine verabfolgt Werben. ebenso nicht (in Personen, bie wogen gewisser Delikte norfre- ftre«irche, Prälat D. Dr. Diehl, Darmstadt, D von Lüpke, Göttingen. Dekan Vogel, Bruchrnbiuckon. Pfarrer Maurer aus Riodethessen. Pfarrer Ä1 & - r e aus ber Altmark, Dekan Gustmann, Ärrchderg-Lollar. Pfarrer Lic. Holtz aus Mecklenburg und Pfarrer Petri, Hohensolms, ber S?ritvr der borti^en Vollschoch'chule. Kurz nach fi*cn Ubr fand bei erste Tag ber sehr arbeitsreichen Tagung fern Ende Taten für ^rcttnq, 27.3”ü Sonnenaufgang 4.17 Ut)r, Sonnenuntergang Uhr. — Mondaosgang 15.56 Uhr, Monduntergang 0 Uhr 1830: Beginn ber Pariser Iulirovolution, — 1S41: her russische Dichter Michael Lermontow gestorben: — 1914: Moviimachuna in Serbien und Monte- negro; — 1924: der italienische Musiker Feruccio Dufoni in Berlin gestorben <»icsrcncr Wochcnmarttprcife. GS kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 180 bis 180. Matre 30 biS 35. Käse (10St.) 60 bt» 140. Wirllng 15 biS 25. W«stkraut 20 bis 25. Rottraut 20 di» 35, gelbe Rüben 18 bi» 25. rote Rüben 15 bis 20. Spinat SO. Rötstkfchkohl 15. Bohnen, grüne 50 bis 60, gelbe 60 bis 70 Erbsen 20 bis 25. Mifchgemüfe 20. Tomaten 20 bi» 80. Zwiebeln 17 bis 20. Rhabarber 10 Vis 15. Pifffk 40 Kartoffeln 6 bis S Birnen 30. Kirschen 25 bis 55. Heidelbeeren 60. Stachelbeeren 25 bis SO, 3obanntflbceren 30 dis 40. Himbeeren 70 biS 60. Honig 40. junge Hähne 100 bis 120 Suppenhühner 100 bi» 120 Ps. das Pfund Eier 13 bis 14. Blumenkohl 10 dis SO. Salat 10 bis 15. Salatgurken 20 bis 40. Eirrmachgurken 6 bis 12. e-nfriricn 10 biS 20. Ober-Äoblradi S 10. Rettich 5 bis 15 Pf. bat Stück: Radieschen Bd. 10 bis 15 Pf. Vornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Lichtipielbaus, Bahnhofstraße. „Casanova". — 2.sio- ria-Lichtspiele: „Düchie urb Lasio". 5. unb 6. Teil. " Vorsicht! Alles Silbergcld. Die 'Versuche, altes Silberpefb, daS bestmntlich keinen dem heutigen Silbergeld gleichwertigen Kurs- wen besitzt, an Dumme lc»s zuwerben wollen nicht aufhören. Namentlich bei Viehmärkten im Odenwald war es wiederholt rorgefommen. daß schein oder Wästenschein nicht ausgestellt werden darf, sind auch zum Belitz von Schustwaffen oder TIunHion nicht berechtigt Personen du zum Besitze van Schuhwaffen nicht berechtigt Imb. haben bie in ihrem Betih befindlichen Schuhwaffen und Munition unverzüglich der zuständigen Behörde m Verwahrung zu geben Die Behörde kann ausnahmswelle den weiteren Bekrtz der Dosten gegen icderzcitiaen Widerruf ge- statten, wenn die Gewähr besteht, dah kein un- guläffiger Gebrauch gemacht wird Eines Wasfen- erwert^cheines oder Waffeufcheines bedürfen nicht die Hoereoangehöriaen. die Polizei- und Zoll- bcaTTTTcn Beenme oder Angestellte, denen bas Recht zur Ä'ibrung von Schustwoffen bei bestimmte,i Anlässen verliehen ist oder gesetzlich zusteht. Der Aohrestagdscheln eines deutschen Landes berechtigt ,m flefoTTTT-rr. Reichsgebiete während der Dauer keiner Gültigkeit den Fsthaber zum Erwerb von Iagdwassen nebst Munition. Verboten ist b»e Herstellung sogenannter W.lbdiebsgewehre. ebenso deren 'Besitz und daS Führen derselben, b. b- solcher Schustwasfen. bie zum sofortigen Zerlegen über den üblichen ilmTang hinaus besonders ein gerichtet, oder in Stöcken, Schirmen. Röhren usw verborgen sind. Das G Gesetz tritt am 1 Oktober 1928 in Kraft. Die aus Grund der scicherigen landesrechllichen Bestimmungen ausgestellten Bescheinigungen \mn Erwerb ober zur Führung von Schuhwassen verlieren mit Ausnahnre ber Zagdfcheme spätestens 6 Monate noch hem Inkrafttreten deS Gelehes ihre <8ültigleit. Der Zweck des neuen Gesetzes geht dahin, den Waffenbesitz und den Daffengebrauch mbalichst einzuschränken, andererseits waren aber aud) bie Interessen der ohnehin schon schwer aeschädigten Wallen Industrie zu bcntdlicfitigen. Ohne Zweifel wäre die beste Kontrolle übet Waffen und Munition erzielt worden, wenn man schon den blosten Belltz von Waffen zur Vermeidung von Mifi- bräuchen von einer polizeilichen Erlaubnis abhängig gemocht hätte, was aber unter den gegebenen Verhältnisfen nicht durchführbar erschien Dadurch, dost man von der Einführung eines Waffen bei itzscheins im Gesetze abgesehen hat. ist man allerdings zu einer wesentlichen Abschwächung des zur Zeit geltenden Rechtszustandes gekommen. bei den Geschäften derartiges Fellschgelb gezahlt worden war Jetzt konnte die Polizei einen Händler aus Reuttchhenn und seine Gehilfin, eine Frau aus Käferthal, bei der Verausgabung dieser alten Münzen während des Weinheimer Marktes ertappen und dingfest machen. Bei der Durchsuchung wurden noch grössere Altsilber- beträge im Besitz der beiden sestgestellt. •• Drei schwere Unglückssälle Im Bohnhos ReuhauS ereignete sich gestern ein schwerer llnglückssall. Der 18 Jahre alte Arbeiter Karl Dietz aus Zell bei Alsfeld wollte den um 4.37 Uhr aus Reubau« bei Homberg an bet Ohm fahrenden Güterzug, der auch einen Personenwagen mit sich rührte, zur Heimfahrt benutzen. Er kam aus dem Bahnhof an, als der Zug sich in Bewegung setzte Do der Personenwagen ziemlich weit vorne war. wollte Dietz ein Btemfethauschen eines Güterwagens in der Mitte des Zuges zur Mitfahrt benutzen. Beim Aufspringen strauchelle er jedoch und geriet unter bie Räber des fahrenden Zuges, dabei wurden ihm der rechte Oberarm unb ber linke Unt« r schenke! abgefahren. Ein von Honibetg a. b. Ohm herbeigerusenet Arzt leistete bie erste Hilfe unb sorgte für bie Einlieferung zur Chirurgischen Klinik in Diesten, wo bet Verunglückte verschieb. — Gestern nachmittag gegen 6 Uhr wurde ber Schaffner R« twich im Giehener Bahnhof von einem Zuge angefahren unb an Atm unb Bein schwer verletzt, so dost er sofort in bie Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Der Vetunglüctte ist inzwischen gestorben. In Rodheim a. d. Hvrioss ereignete sich gestern vormittag gegen 10 Uhr beim Einfahren von Getreide ein schwerer Unglücks- fall. Die Pferde des Landwirts Otto Krv ll scheuten und ftteften mit einem hoch beladenen Erntewagen gegen einen Telegtaphenpsahl. Auf dem Wageii befand sich die 27jährige Paullne Müh I. toffibrenb der LenEer des Gesährts neben dem Wagen ging. Durch bat plötzliche Stoppen de« Wagens wurde das Mädchen vom Wogen geschlendert, wooe. es schwere Kopfverletzungen unb einen Bruch des linken Fußes erlitt. Roch Anlegung eines Rotvetbonoes durch einen Atzt wurde dos bedauernswerte Mädchen der Chirurgsichen Kl.nik in Gießen zugesührt. Wie wir heule morgen erfahren, ist das Befinden der Patienri.n verhältnismäßig gut; Lebensgefahr besteht zur Zeit nicht. " Böswillige Berunre in i guna btt Lahn. Das Pvi.zeiamt tchveibt uns. GS ist festgestellt worben, daß vor einigen Tagen das Sahnwalfer mit einet Oelmaffe derart beschmutzt Worden ist. daß em Baden m der Lahn kaum möglich war. Die Quelle der Verunremiaung konnte noch nicht einwandfrei sestgestellt werden. Fetner ist em enthäutetet Kleintierkadaver an einer seichten Stelle bet Lahn innerhalb bet Stadt Di-ßen vvrgefunden worden. Weitet werden von Kbringartnern oft größere Mengen Unkraut in die Lahn aewotfen Es liegt im 3nter- effe ber Allgemeinheit, baß bidem Unfug ge» ftöng entgegengetreten wirb. Erwun'chi ist es auch daß diejenigen Pedonen, welche eine Verunreinigung bet Lahn durch andere wahrnehmen. bet Polizei Mitteilung machen. Das E nwepfen von Kadavern in Fmkse sowie jede Verunreinigung berfetben ist strafbar Das Polizei- und Ferbsthutzperional wirb füt bie Folge auf Ne Bef.inteinigung des Lahnwattets em besonderes 2tugenmm richten. ” D i e Staatsangehörigkeit ehem E Ifaß-Lothringer. Rach ber bisherigen Rechtsausiaifunq Haden E.fab-Lo:l7rmger. deren Reichscngehörigkeii rare durch den Besitz der ksenbev weigern sich häusig, ihre Plätze nach angemesfeiwr Zeit aus Ersuchen de« Speisewagens rlr-nais für ihre Gäste freizumachen. Hierdurch werden andere Reiseube an der Benutzung de« Spevewagen« außerhalb ber Hauptmahlzeiten gehindert, toa« nnrner wieder zu Vefchwerden denttcher und ans- IfrnMAer Resienben Anlasi gibt. Dte beukfche Reichsbahngesellfchast möchte zunächst von einschneidenden Maßnahmen zur Beseitigung des MißstanNs abfehen, da anzunehmen ist. das; es bei tatkräftigem Zusammenwirken des Zug- unb Speisewagenpersonais möglich sein Witt», dem Bestreben der Reisenden, den Aufenthalt im Spekfe» wagen ungebührlich aussudehnen entgegenzutreten. Es wirb ober auch von allen Reifenden erwartet, daß sie hn Speisewagen nur so lange verweilen, wie es zum Berzehren des bestellten Cbeträrrfc* oder ber Speist? erforderlich ist — Reue internationale Fracht- briefformuiare Vom 1 CTtdbcr d I ab Mi den mit dem Inkrasttreten des neuen inter* nationalen Uebereinkornmens über den Orten- bahnsrachrverkehr die zur Zeit gültigen internationalen Fracht brkse nicht mehr verwendet werden; eine AufbraiZchssrist füt diese Frachtbriefe über den 1. Oktober 1928 hinaus kommt keinesfalls in Betracht. Den Verfrachtern wird .niplohlcn, den Vorrat an allen Frochtbr 'fen ent sprech enb zu bemessen. •• Das Au-nehmen von Raubvogel- Horsten gilt leider heute noch säst allgemein als nützliche Tat. Es ist leider viel zu nxitte bekannt, daß Ne Mehrzahl unserer Raubvögel rrxxjen ihrer Selbenbeit unter aesedlichen Schutz gestellt werden mußten Dk Zerstörung einer jeden Brut bringt bi.- Art dem An «sterben noch näher Die befannkftvn Raubvogelarten, Mäusebussard unb Turmsalke, sind für bie Landwirtschaft aus^rordentlich nützlich. Sie find deshalb >rnch brirch Gesetz geschützt. Das Ausnehmen ber Jungen ist strafbar. 0>cm5hn!ich verkommen die Jungen, mit denen niemand etwas Rechtes an- Anfängen weiß, oder sie toerben zuletzt halb verhungert einem Zoologischen Garten gebracpt wo man über Me zum Cbddxnf ober gar zum Kaus engebotenen Inrrgvögel. bie zu bestinnnten Zeiten in beängstigender Menge erscheinen, nicht sonderlich erfreut ist. " Die Maul- unb Klauenseuchc in Hessen. Kastezu VA Monate war Hessen frei von der Maul unb Klauenseuche. Zn ber Bcrichtswoche zum 15. Juli sind jedoch in ber Gemeinde Mzei) zwei Gehöfte von der Seuche frisch befallen worden. • Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlacht viehmarkt: Kühe 1, Färsen 1, Kälber 1167, Schafe 66, Schweine 835. (Gießener Hochschulsport. Die Faustballspiele um bie Uni- verfitäts-Meislerschast gewann nach harten Endkämpsen Ne kath. Skudentrnverbinbung Rassovia gegen bk kath. ©tubcntenocrNnbung Hasso-Rhenania. Den dritten Platz briegte bie Akad. Tarnverbinduna „R he ln f r an k e n". Zu den deutschen Hochschulmeisterfchas- ten im Schwimmen hatte Ne Universität Gießen zwei Teilnehmer gemefbri. Beide waren erfolgreich Für Studenten stud. mcd. Rvthmann wurde Dritter im 200-Meter- Brustschwimmen und ebcn’all« Dritter im 100- Mcter-Bratzfchwimmen (129>. Für ©tubentinndt: Frl. stud. mtd. Lotte Brill belegte im 100- Meter-Brustschwimmen den 2. Platz In der guten Zeit 1:47,6. Berliner Börse. Berlin, 26. Iüli. (DTB. Funkspruch- 3m heutigen Früh verkehr ist es twttiufig noch sehr ruhig. Kurie Wersten noch nicht aenaimt, si> daß eine Tendenz nicht erkennbar ist. Man ist aber bei den Barmen schon rein bvrientechntsch eher freundlicher .^stemmt, zumal Reu- horf gestern einen ziemlich fester- Verlaus genommen hat unb man von dem heute erichrinen'- den R ei chsbankauSweis eine Anregung erwartet. Zeitschriften. .Das Theater“ g“ ’ n ohne tarnen ft. Urfunbcn od. tcktttge papiert Jen; MOfortftai genügen jur Stnlettunq r 8n|ltlluna#»trbx)it6- lunam. Ost Ist unt der Aumoageder unbetannt onbinb[c(tn3dll der in einer gewissen modernen biographischen Literatur sich immer breiter machenden Lucht, dem deutschen Solle seine Veranstaltungen des 10. deutschen Sängerbundes- festes genannt. Wer seine Worte noch nicht begriffen hatte, sah diesen Ausspruch wahr werden. Die Hessen waren die glücklichsten F-sl-ugstell- nehmer. Spitze des Zuge.-, Auslandbünde, Hessi* scher Sängerbund war die Reihenfolge. In der Ebendorf er Strafte geschah unser Aufmarsch. Rur bleibt unvergeftlich Der Sonntag brachte den Fcstzuq. dimensional hatte ein deutscher Mimst« ^.Deutschen Sängerbundesfestin Don Lehrer Gesier, Dockenberg. Helden und groften Männer zu verleiben und den Begriff des Heldentums überhaupt m Mift- (reiht zu bringen, andererseits dem auf dem deutschen Theater immer widerlicher grassierenden Unfug, gemeines Lumpen- und Verbrechertum in verkannte Anständigkeit und Edelsinn umzulügen, endlich einmal bic verdiente gründliche '21bfubr. Was gegen diese symptomatische Begriffs- und GefuhISvcrwirrung zu tun sei, fragt der Berfafser. Hören wir seine Antwort „ffür den Augenblick so gut wie nichts, denn das Theater ist niemals allein von der 'Bühne her zu kurieren. Wer Theater meint, must notwendig immer auch Publikum meinen. Es ist löblich, wenn die groften Dolksbühnen und Theatergemeinden ihr Publikum mit sanftem Zwange in die Aufführungen klassischer oder dichterischer Dramen überhaupt sühren, aber zur Heilung der Krise geschieht damit nur sehr wenig. Denn offenbar ist daS pure Unterhal- tungsbedürfnrs. die Sucht der Masse, ein paar Stunden auf eine fibelc oder doch jedenfalls völlig unbeschwerte Weise hinter sich zu bringen, immer noch geringer als der Widerwille, wir lagen getrost die heimliche Angst vor der Erschütterung Das echte dramatische Gedicht und auch die echte Komödie führen den Menschen an die Grenzen seines Selbst, sie reiften ihm die Rächt mühe von den Augen und stacheln ihm die Seele aus dem Schlaf. Sie haben eS. wie sie sich auch gebärden, niemals mit Billigkit, Gemütlichkeit. Oberfläche zu schaffen, sondern ihre Gegenstände find immer, auch im Gelächter, ernst hatte und grofte, weil sie den ganzen Menschen und nicht den halben meinen, lind gerade davor graut es dem Menschen unterer Tage und muß ihm grauen. Er hat einstweilen den Boden unter den Füften verloren, indem er lernte, alles zu bezweifeln und gar nichts mehr zu glauben. Gr wird es wohl oder Übel toieber lernen müssen, zum mindesten das eine: an sich selber und seinesgleichen zu glauben. Ein Publi^m, das zwischen Würde und Erbärmlichkeit wieder zu unterscheiden gelernt hat, wird sein Theater schon selber zu kurieren wissen. ■ - - - v vt kränkt 1k natürlich auftcrordenllich so daft in der Abschaffung dieser Bevorrechtigung der Europäer nicht umsonst seit fast zwei Zahrzetnuen eme der Hauptforderungen der lungchlnesisäk" Bewegui-^i gesehen wird. Andererseits muhten die Europäer früher befürchten. daft bei dem «yremben- büft in China und bei den z. T. mittelalterlichen Rechts vor stell ungeu des veralteten chinestlchen Rechtes, die Aufgabe ihrer bevorrechtigten Stellung zu untrüglichen Zwischenfällen führen würbe Demgegenüber lann man aber wohl daraus Hinweisen, daft z.B. die Abschaffung der Borrechte für die Deutschen die durch den Der- sailler Derirag erzwungen wurden, gezeigt haben, daft es in 6 bi na auch ohne Kapitulation gebt, so daft gerade das deutsche Beispiel die Ehinesen zur Berstärkung ihrer Forderungen ver- un ter geordnete Rolle. Soweit europäische Mächte in Frage stehen, haben diese denn auch aufter in Schanghai, kaum cm ernstliches Interclle an der Aufrechter^il- j tung der Konzessionen. Soweit es vorgegeben wirb, handelt es sich nur um ein taktisches Manöver. das zu dem Zwecke unternommen wird, um auf diese Weise einen Druck auf China zur Gewährung möglichst umfangreicher Sonderrechte in anderen Dingen auszuüben. Diese Sonderrechte, die von europäischer Seite so Heist begehrt weiden, sind es gegen die sich der chinesische Unwille so sehr richtet. 3n der Praxis handelt es sich hierbei darum, dast Europäer in China in allen rechtlichen Fragen weist ihrem eigenen Landesrecht unterstellt sind, und entsprechend insbesondere strafrechtlich. nur von eigenen Landsleuten und nach eigenem Ge- fei» verurteilt werden können Sogar Chinesen, die etwa gegen Europäer klagen wollen, müssen vor europäische Gerichte gehen, wo sie naturgemäß bei den so völlig anders gearteten Rechts- Vorstellungen nur selten ihr Recht erhalten Das gen gewahrt. da diese sonst iftre Zustimmung der Zoll er höh unq verweigern müstten. Dem r< Chine, naturgemäft nur entgegentreten. indem es bic Handelsverträge mit diesen Staaten kündigt. Wenn es (herbei allerdings nicht ins Unrecht geraten will, wird es jeweils abwarten müssen. bi£ die Berträge abgelaufen sind. Dieser ganze Komplex von Fragen macht es wenig wahrscheinlich, dast die chinesische Frage sehr bald gelöst fein wird. Die chinesische Taktik besteht darin, dast man cs möglichst vermeidet. Der letzte hessische Sonderzug brachte am 18. CTuli die Oberhef en nach Wien. 300 Sänger harrten der Abfahrt des Zuges .Oberhellcn um 19 IIbr in Frankfurt, lieber Hanau. Aschaffenburg. Würzburg. Passau ging die Fahrt. .Heil"-Ruse begrüßten uns schon in Regensburg und begleiteten den allerdings wenig geschmückten Zug durch ganz Oesterreich. Die bekannte Freundlichkeit der Oesterreicher empfing uns allerorts. Die Bahnhöfe standen im Schmuck der Reichs- und Landesfarben und des deutschen Sängerbundeszeichens. Linz grüftte die Oberstes fen durch eine Kapelle von 36 Wann. Die Oberheffen erwidern mit dem deutschen Sänger- spruch. Pünktlich erreicht der Zug Wien-West. Fansarenllänge vor dem Bahnhof und eine begeisterte Begrüßungsansprache beiften die letzten Hessen willkommen, und nun geht es unter österreichischer Marschmusik zum Standquartier „Hotel Wimberger". um die Sänger nach kurzer Rast den Quartieren zuzuweisen. Rur wenigen Ober- Hessen war es vergönnt, der am gleichen Mittage ftattflcftabten llelerrcichung des Bundesbanners im groften Saale des Konzerthauses beizuwohnen. Rur an die Vorsitzenden der llnterverbände Gauvorsitzcnde und Gaudiriaenten — hatte der hessische Sängerbund Ehrenkarten abgegeben. Erst der Freitag galt den Hessen. Die Sonderkundgebung des hessischen Sängerbundes gestaltete sich zu einem ganz besonderen Ereignis im Rahmen des 10. Deutschen Sänger bundesfestes. Unter den flotten Klängen der Marschmusik einer Wiener Kapelle ?ogen um 4 Uhr nachmittags die Sänger vom total Wimberger. umjubelt von einem dichten polier grüstender und tücherschwenkender Wiener über die Mariahilfer strafte und den Getreidemarkt zum Karlsplatz. Boran die Fahnen und Standar- den. gefolgt von einer kaum übersehbaren Menge. Auf den Stufen der KarlSkirche gruppierten fich die 2000 Sänger nach ihrem Triumphzuge zur Kundgebung. Die Kapelle leitete die Feier mit dem Andreas-Hofer-Lied ein. Mit entblofttcn Häuptern lauschte die Wenge der 150 000 Zuhörer. Dann brauste aus allen Kehlen der Rus: »Heil Süd-Tirol" über den Karlsplatz. dem immer neue Scharen zuströmten. Bund-Schormeister Otto R a u m a n n. Mainz, erhob den Taktstock. Lautlose Stillei Schwungvoll erklang Mozarts Weihelied' und .Das deutsche Lied" von K a 111- woda. Durch brausende Heilrufe zollte die unübersehbare Menge den hessischen Sängern Dank. Dann ergriff der DundeSvorsitzende. Wintstenal- rat Dr Siegert, Darmstadt, da- Wort, pries die Deutschen aller Länder, im Zeichen Schu^rtt zu einer groften Cinigungskundgebung im Rahmen des deutschen Sängerfestes vereint.') War die Rede des hessischen Bundesvvrsitzcn- den öfters durch Heil-Rufe unterbrochen worden, so wollte nach den Schluftwortett ber Jubel lein Ende nehmen ..Heil den Hessen". .Hell Deutschland". „Hell dem Vaterland" jubilierte es aus taufenden von Kehlen den Sängern zu. Da begann der Mafsenchor Mozarts B u n - deslied „Brüder reicht die Hand zum Bunde". Mächtige Akkorde schwebten der Menge zu. Rach mächtigem Beifall sang man begeistert das Deutschlandlied. .Heil Hessen und Oesterreich." Fliegende Fahnen und schmetternde Fanfaren bahnten den Sängern den Weg zmn Abmarsch. Portale und Türme der Karlskirche •) Den Inhalt der Festrede haben wir bereits veröffentlicht. __________________ anlaftt bat. Reben diesen beiden Forderungen steht noch die groftc Frage der Ersetzung der Scezollver- w a l t u n g und des bisherigen Zollregimes durch cm neues, von den Mächten unabhängiges System. Grundsätzlich geht die chinesische Forderung hier dahin, daft die Scczollverwaltung in chinesische Hände uberzugehen hat. und daft das Mitbestimmungsrecht der AuBänder. insbesondere die Stellung des Seezoll direktors. der praktisch ernc Art Finanzdiktator in China ist. zu verschwinden hat. Das hat über die Frage der internationalen Verhandlungen hin- ous seine Schwierigkeiten, die in der Tatsack^ begründet liegen, daft eine so groftc und fast ausschliefllich mit Fremden besetzte Behörde, wie der chinesische Seezoll, nicht einfach m i t 6 b i * nesen besetzt werden kann. Woher soll Ehma 1 20000 Beamte nehmen, die es braucht, um diesen zum Teil 'ehr komplizierten Apparat zu übernehmen. Wuft man da nicht befürchten, daft dann dieser ganze Apparat, der die Haupt- einnahmeguelle für die chinesischen Staats- finanzen darstellt. zerschlagen wird? Diese Befürchtung. die die Ehinesen z. T. selbst hegen, kann naturßemaft für China kein Hindernis fein, trotzdem die Uederlei tir ~*-a *- zugegeben wird. Die eng damit rerknüpfta Frage der Zoil- t>er träge der Ausländer mrt China liegt je- doch im Gegensatz zu dem. was d« englische Presse glauben machen will, sehr erheblich ern- sacher. Es kann hier fein Zweifel sein, daft die ausländischen Mächte China das Recht, ferne Zollgesetzgebung selbst zu bestimmen und tue Handelsverträge mit den auswärtigen Staaten nach eigenem Gutdünken zu regeln, sehr bald werden zugestehen müssen, gleichgültig, wie die anderen Fragen laufen. Ihn diese Frage handelt es sich ja auch wohl eigenllich nicht, da es sich weniger um diesen Grundsatz, als vielmehr um die (Trage der etwaigen Sonderbehandlung einzelner Rationen dreht. Die Tatsache, daft die Zol Isä tze erhöht werden sollen, insbesoiwere die der sog. Luxuswaren, um Chinas Grnncchmen sicher-usteilen. wird bekanntlich seit einer Reihe von Zähren von den ausländsichen Vlächten dazu benutzt, um Erpress ungsversuche an China zu üben. Man verlangt nämlich, daft China für die Erlaubnis, derartige Zollzuschläge zu erheben, einzelnen Staaten Sondervergünstigun - Richt genügend scheint bekannt zu sein, daft die Wondrakete bereits abgeschossen ist. Die Vor- bcrcttungcii wurden in aller Stille getroffen, den Beteiligten, auch den orientierten Sternwarten war nach Möglichkeit Schweigepflicht auf erlegt. Das Ereignis fiel zusammen mit dem Trans-Ozeans lug Lindbeighs. wodurch eS leubter gelang, einem vorschnellen Interelle der Welt zu entgehen. ., .. , _ Erstaunlich bleibt, dast sich zu dieser Reise, die tyhmerhin an Kühnheit den Flug übers Weltmeer um einiges überragt. Dutzende bereit fanden — Menschen, deren Heroismus modmnster Prägung unbedenklich alles auf eine Rakete setzt. Wenn Wut ein Mangel an Erkenntnis schrecklicher Möglichkeiten ist. fo war der Drang hier Blindheit schlechthin. Dennoch fchliestlich waren drei nerextngt. küe fahren — besser: schieben durften Besser noch, geschossen werden durften. Seltsamerwerte waren es (autcr Angestellte einer groften amen- fanifdjen Farben- und Lackfabrik. 'Diese Fabrik hatte auch die ungeheuren Gelder zum Bau der Rakete bemtgcfteUt. Sie hat die Gröfte einer Kirche Auster einer sehr kleinen, raffiniert nach allen Seiten hin gefederten und gepolsterten Kabine wird dem Laien nicht- an dem Monstrum klar. Weshalb muffte es fo riesig konstruiert werden? Die Techniker sagen, wegen der zahlreichen Explosions- kammern vorn und hinten. Liber da find noch andere Kammern wie wir sehen werden. Es ist bekannt, wie hier Bewegung erzeugt wird. »Die fllegende Kirche" — so nannten die Amerikaner das Ding, wohl mit der Tollheit des Unternehmens zu versöhnen — knallt aus einer fabelhatten Röhre, die dem Kanonenrohr gleicht und 300 Meter tief in den Erdboden eingebaut ist. heraus, durchrast die Erdatmosphäre und hilft sich weiter und weiter durch eigene ob Iapaii. der etgenttidK groste Konkurrent der Angellachten»Völker im fernen Offen, bereit ist. den Chinesen weitgehend entgegenzukommen, um durch eine, der cnatischen Rlethode entgegengetetzte Taktik einen Sondervvrteil für Japan heraus- zu'chlagen. Das würde in der Praxis bedeuten, dxift auch die anderen, an China interessierten Mächte auf diesem Wege über kurz oder lang werden folgen müssen, da gegen Iapan unb China eigentlich nichts unternommen werden kann. Diese Dinge hat sich die amerikanische Lack- und Farbensabrrk überlegt. Und als sie ihre Reisenden in Schick brachte, da waren die Flanken. der Bauch, und der gewölbte Rücken der fliegenden Kirche angefüllt mit einem silber- hellen Lack bester, dünnster und auSbreitungs- täbigfter Qualität. Wir wollen nicht sagen, daft die Fabrik hofste. mit dem kleinen See an Silber lack, den sie da verladen hatte, gleich die ganze Mondscheibe zu überziehen, aber sie rechnete doch damit, einen flitterhellen, Batzen zu erzeugen, der später deutlich als gleiftcnticr Fleck den erstaunten Irdischen in die Augen sprang. Fabrikrellame also? Gut. wenn man will. Und weshalb nicht? Später konnten die vereinigten Regierungen der Erde mit der Fabrik darüber verhandeln, zu welchen Bedingungen sie bereit sei. den ganzen Wond zu lackieren. Keinesfalls zu besonders billigen. Die Tätigkeit der Reifenden auf Luna sollte sehr einfach fein: sie hatten nur dafür zu sorgen. daft die Schleusen sich öffneten, durch die der Lack abfloft. Seine Beschaffenheit war so. daft er sich scllrsttätig ausbreitete, wie ein Fettfleck um sich friftt Dann formten sie heimkehren. Aber waren sie umgekehrt? Bis deute find sie nicht zurück. Vielleicht ging ihnen die Wirkung Mond verloren, ohne haft sie die Wirkung Erde gewonnen hätten? Dann werden sie als selbständiger Himmelskörper irgendwo kreisen, vermutlich um den Wond. Für ein Iahr Proviant führen sie mit Man könnte was — etwa einen ,fsiegenden Som" — auesenden. um das Schälchen enuufangen. Inzwischen suchen die Sternwarten heimlich nach einem glitzernden Batzen. ______________tung dieses Apparats in chine- *" ou verlangen. Gerade damit wird aber der Hauptwiderstand gegen nationalistische chinesische Programme geweckt, da die Engländer und Qlmerifaner wohl nicht ohne Grund furchten, daft die Heber gäbe der Leitung der chinesischen Zollverwaltung in chinesische Hände, automatisch auch das Ausscheiden aller dieser Staatsangehörigen innerhalb kurzer Zeit zur Solgc haben würde, schon weil viele von ihnen ein Arbeiten unter chinesischer Oberaussicht für unmögliach halten würden. Die Frage, wie dieser grofte Apparat in chinesische Hände umgeleitet werden soll, ohne dabei zu zerbrechen, ist in der Tat sehr vA schwieriger, als dies auf chinesischer Seite selbst grüftten. Polizei beamte machten Front. 150000 Menschen winkten uns zu. Die Sänger zerstreu-' ten sich, um sich im Rahmen der dritten Hauptauffübrung am Samstag wieder zu- sammenzusinden in, der Sängerhalle Diese Hauptaufsühriing führte den Untertitel »A n - schluftkundgebu ng". Ob der Ausdruck von den Hellen übernommen war ? Fest fünf aven leiteten das Programm ein. Dam stimmte der Gesamt- chor der Berliner-Vrandcnburaifche Provinzi- alsängcrdund. der pommersche Provinzialsängerbund. der Sängerbund des Regierungsbezirks Köslin, der Sängerbund der Grenzmark Posen - WeiVpreuften, die vereinigten norddeutschen Liedertafeln, der Verband niedersächsischer Gesang- vereine, der Oldenburgilche Sängerbund, der Mitteldeutsche Sängerbund, der naffausiche Sängerbund die Wiesbadenei Längcrveremiguig. ber Sängerbund Frankfurt, der Groftbund der Frankfurter Singvereine, der Hessische Sängerbund, der Pfälzische Sängerbund, der Saar-Sängerbund, der Badische Sängerbund, der Baverische Sängerbund, der Fränkische Sängerbund. der Salzburger, Kärntner. Steverische. Oesterreichische. Tiroler und Weimarer Sängerbund — Eduard Kremsers .Im deutschen Geist und Herzen" an. Qlad) verklungenen Akkorden skizzierte der Präsident des deutschen Sängerbünde». Friedrich List, in knappen, eindrucksvollen Worten die uralte Kulturmission Oesterreichs, sprach von der ruhmreicheir Vergangenheit und Gegenwart der ernsten österreichischen Musik, von Franz Schubert und dessen wunderbarer Schöpfung - dem beut- schen Kunstliede. — von dein deutschen Volke, das nur politische Willkür zu trennen vermag, endlich von den Freuden und Leiden, die Deutsche und Oefterreicher teilen. .Wir gebenden der im Weltkrieg Gefallenen, der Väter. Gatteir und Brüder. . /' In der Halle der Hunderttausend Zuhörer wird es totenstill. Plötzlich intoniert ein kleiner Chor die erste Strophe de« Volkslied«« .Ich ftatf einen Kameraden.' In der zweiten Strophe fällt der Gesamtchor ehr Tränen rinnen über die Wangen. Oesterreich und wir sind innerlich verbunden. Erinnerungen an gemeinsames Leid prägen den unumstöftlichen Willen, das Gelöbnis, in den SiingungSbestrebungen nie zu erlahmen. Die Anschluftkundgebung der 40 000 Sänger und ihrer unüberlcbbarcn Zuschauermenge ist der Höhepunkt Millionen Deutscher und Ausländer sind am Radio Zeugen des iauchyenden Aufschreie« einer nie mehr zu unterdrückenden Bestrebung geworden. Da« übrige Programm paftte sich ber vaterländischen Stimmung in Einzel- und Gefaml- chören an. Das Lied: .Deutscher Rhein"^ unter der Stabführung des Konrponiften .D o st" schloft die mit unbeschreiblichem Iubel, brausenden Hcil- rufen, binrciftcnbcm Tücherschwenken und end- loson Beifall auf genommene Kundgebung. Richt davon reden, immer daran denken, mag die Lehre auch für un- Hellen fein. Der Eindruck Chinas außenpolitisches Programm. Don unserem (k)-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. London. 3uh 1928- Sw Sieger in China haben sehr fchnelk örnft met chren Versprechungen gemacht und haben schon einige der internationalen Verträge. Me ihnen fo lästig smd. g e f u n b» g t. Dänemark ist bet erste Staat. desfen Vertrag gekündigt tourtk imb der Handelsvertrag mu Italien ist der nächste, der griolgt ist- Das sieht nicht nach übermäftig viel auS Ader man dar» dabei nicht retgeisen. daft Verträge n u n n n«t- dalb festgesetzter ^si st « n gekündigt werden können, so daft tnc Chnref«r den Engländern Franzosen und Amerikanern gegeimber du» zum RunbhPintietcrnnn warten m»llrn.Trotzltem kann fein Zweitel darüber bestehen daft die ahinesen es nut der Befreiung von g alten Verträgen ernst meinen, und haft ihr korrekte« Abwarten m den wichtigsten Verträgen nicht etwa aW em .teichen ber Schwäche gedeutet werden kann. Richt umsonst Ixit bte europäsiche Presse dte Kündigung des Handelsvertrages mit Stad« so ernst betrachtet. Weift man doch, daftsich hier um das Vorzeichen einer grofteren Aktion handelt die sich über kurz oder lang auch gegen alle anderen europäischen Mächte richten wird. Worum es bei diesen Diiigen geht, ist oft behandelt worden. Und doch werden bte riorbc- runaen Chinas neuerdings so häufig falsch ver- ftontm,. Ixch .« Hd> lof>nt nod) etnmal Hat»u- stellen worum es cigentlid) geht In Europa findet man häufig die Meinung vertreten, daft die fremden Mächte in China groftc Land- striche befdften, in denen sie groftc Truppen- maffen unterhielten, und die getotffer- inaften Stücke datstellteii. die man auS China herausgerisfen habe. Das ist bis auf die toenigen Stützpunkte an der Küste, die in der Regel auf 99 Iahre verpachtet worden sind, nicht der Fall Odbft die logenannten Konzessionen innerhalb der Städte stellen feine eigentlichen Besitzungen im europäischen Sinne bar 3a, man kann nicht einmal davon sprechen, daft sie geschlossene Siedlungen von Europäern barstellen da in den Konzessionen nleist auch zahlreiche Chinesen zu wirken pflegen, ja häufig sogar in der lleberzahl sind. Im übrigen unterscheiden sich die Konzessionen meist nur durch rechtliche Regelungen von den übrigen Chinefenftadten und bei manchen Konzessionen, in denen die Absperrung nicht so streng gehandhabt wurde, konnte man vor den Zeilen der Unruhe die Grenze zwischen der europäischen und der chinesischen Konzession lange suchen, ohne sie zu finden. Was die Europäer hier aufzugeben hätten, ist daher im allgemeinen nicht übermäftig viel Aufter der groften englischen Konzession in Schanghai, die allerdings auf wenigen Quadratkilometern .den ganzen Reichtum Chinas" nmfchlieftt. unb die in der Tat. bclonOert infolge der Entwicklung der letzten Iahre. zu einer abgeschlossenen Sonderwelt innerhalb hce chinesischen Chaos wurde, spielen bic Konzessionen und die Landstriche in China sine mehrere Mächte zu gleicher Zeit anzugreifen, unb daft man statt dessen versucht, c \ n c Qh a en sich doch in einer Zwölferreihe allein vier Fahnen obcrheslischer Vereine. Hatten die Mainz-Wiesbadener Lehrer als Dauerlied im Zuge die ..Wacht am Rhein" gewählt, so erscholl । von den Llerhcs'cn ii stet« steigernder Verreiste- 7ung 2er tcutf*e Längerspruch" oder „O. d u ! wunderschöner deutscher Rhei n . Man -at'c in der Zuschauern enge d e gewaltige Kundgebung des Freitags nicht vergessen. Unendliche Freude durchwallet das Herz", wenn Hesien- -childer an der Million Zuschauer voruberzogen. Cb wir diese Zubelrule eigentlich verdient hotlen? Gewiss' Wir waren das jüngste Kind des Deutschen Sängerbundes Lange genug hoben w:r ge- -ehtt. Bei diesem Aufmarsch des gesamten Deutsch- tums waren wir endlich. Roch viele unserer hessischen Brudcrvrreine fehlten. Werbt für sie. eint sie in unserem Bund, auf doh auch wir in Frankfurt 1932 mit gleicher Stärke wie die Sach- fen in Wien — 30 000 aufmarschieren unter dem Spruch Grüß Gotl mit Hellem Klang. l-eil deutschem Wort und Sang!" Erhöhung dersteuersreienGrenzefürVersichemngOeitrage. Don Gg. Lind, Rechtsanwalt in Grünbcrg. Schon das Einkommensteuergesetz (ESTG.) vom 15. August 1926 hat drn Abschlust von Lebensverstcherungs - Verträgen steuerlich in mehrfacher Hinsicht begünstigt. Und diese günstige Behandlung ist sicherlich nicht ohne Einilust darauf gewesen, das) trotz der Geldknappheit der letzten Oohre der Abschluß von Verfichccuirosverträgen bei den großen Versicherungsgesellschaften zugenommen hat. Vs ist schon früher darauf hingewiesen worden, dast weitere Vergünstigungen anzustreben seien und auch Aussicht auf Erfolg hätten, weil der noch dem EStG. vo,n 15. August 1925 ab* ziehbare Iahresbetrag nicht genüge, um den Ab- schlust einer wirklich ausreichenden Lebensversicherung für die miltelständische Bevölkerung, deren Vermögen größtenteils zerstört worden seien, zu gewährleisten. Dast der Gesetzgeber dieser volkswirtschaftlich io bedeutsamen und für den Wiederaufbau unentbehrlichen Bevölterungs- schicht bei ihren Sicherungsmastnahmen für Tod und Alter steuerlich entgegenkommen mußte, war selbstverständlich. Für das Iahr 1923 hat die am 22. Dezember 1927 erfolgte Aenderung des GStG. «RGBl. I Rr. 53 6.485) weitere recht beachtliche V e r g ii n st t g u n g e n gebracht. Belanntlich fallen die LebenSversichenmgsprämien steuerlich unter die sogenannten ..Sonderleistungen", die bis zu einer gewissen Grenze des tatsächlichen Aufwands abgezogen werden dürfen. Sie sind also insoweit steuerfrei. Der § 17 Abs. 1 3iff. 3 erklärt ausdrücklich, als ..abzrrgsfähige Sondevleistungen": Lebenversicherungsprämien, die sur Versicherungen des Sleusrpslichtigen oder eine« 'einer steuerlich nicht selbständig veranlagten Hausangehörrgen auf den Todes- oder Erlebensfall gezahlt werden. Das Gesetz versteht unter ..Lebensversicherungen" alle gebräuchlichen Formen dieser Versicherungen: Reben der ein* lachen Versicherung auf den Todesfall (d. h. Zahlung eines bestimmten Kapitals nach Eintritt des Todes) geniesten die gleichen steuerlichen Vorteile und Begünstigungen auch olle die mannigfachen Abarten der Versdcherungen auf den ÜebevlebenS- unb Erlebensfall, sowie die fog. htryn Versicherungen und die übrigen VerucherungSkom bl Nationen: Abgekürzte Versicherung (Zahlung des VersicherungSkapitalS noch Eintritt des Todes ^oder auch bei Erreichung eines gewissen Lebens- Walters, Versicherung auf den Gr- ^lebenSsall (Zahlung des Kapitols bei Erreichung eines bestimmten Alters) Aussteuerversicherungen — zum Z w e ck e der Dtudrumserleichterungen u. ä Richt nur, wenn es sich um eigene Lcbens- versicherungsprämien des Steuerpslichtigen selbst lsandett. sind sie vom Gesetz als abziehbare Sonderleistungen anerkannt wordcn, die Abzugs- fähigkeit dehnt sich vielmehr aus aus die Frau und die minderjährigen Kinder, soweit sie steuerlich nicht selbständig zu veranlagen sind. Die Abzüge dürfen aber nicht in der vollen Höhe des wirklichen Auswairdes in Abzug gebracht werden, sondern nur in der gesetzlich festgelegten Grenze. Hier hat daS neue Gesetz eine Erhöhung der steuerfrei abziehbaren Beträge, für VersicherungSprämien gebracht, Möwe im Sturm. Vornan von Sophie Mosch. 24. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er legte feine Hand auf die ihrs, und sie duldete es. „Und roiffen Sic, was ich mir in stillen Stunden träume? Ein Haus oben in der Heimat, da wo das Llbufer sich hoch erhebt und man weithin über den stolzen Strom bis in die blaue Ferne noch allen Seiten sehen kann. Da fahren unten wieder die Schisse in die fernen Länder, denen meine .Knaben« fehnfucht galt, und am Deich branden die gelben Elb- wogen, und wenn der Nordweft sich gegen den Giebel wirst, da fchmeckt man Seeluft. Und die Möwen wiegen sich auf leuchtenden Schwingen um mein Haus, und die Sonne küstt es, und der oturm nimmt es in die Arme, und oben im Giebel hab' ich eine Malerwerkstatt, da schaut mir der Himmel — som merblau oder wolkengrau — in die Arbeit hinein. Und unten irgendwo ist ein Zimmer, wo eine süße Frau am Fenster sitzt und auf den Äcffel horcht, der über der Flamme singt — Wissen Sie es auch, Kessel fingen nur im eigenen Haus. Unter Fremden, da gurgeln und spucken sie nur. Meine Mutier hatte immer ein kleines singendes Mefsingkesselchen in ihrem Zimmer ' Gin kleines Schweigen „Meine Mutter war eine von den stolzen, reinen Frauen, denen der Schmutz der Welt nicht einmal den Saum ihres Kleide--, zu berühren vermochte." -Da stöhnte Maria gequält auf: „Nicht einmal den Saum — ich hab' mitten hindurch müssen." (Ban.! hielt er die schmale Hand, die sich von feinem Arm lösen wollte. „Und wenn du durch allen Schlamm hättest hindurch müssen, dein Meid wäre so rein geblieben wie deine Seele." „So hoch stehe ich dir?" „Weißt du das nicht ? — Maria — wenn einmal das kleine Hau» da oben über den Deich h,nau> in die weite Wett hinein sieht, wird da das Reffeidicn fingen? Wird da di» blonde Fron am Fenst. s h^cn „Ja, sie wird es." „Du, meine schone, weihe Möwe." „Weistt du, dast sie auch bi» zu uns tarnen, deine Möwen? 3m Herbst, trenn die Nordu >rmc wehten, hatten wir die meisten am Grbmann«borfer See die am besten durch die nachstehende Aufstellung erläutert wird. A R C D Steuerfreie Grenze für: 1. Unverheiratete 2. Mann u. Frau (o stind.) 3. Familie mit I Kind 4. Familie mit 2 Kindern 5. Familie mit 3 Kindern 6. Familie mit 4 Kindern seither seht Erhöh, des AM. AM. seith.Satzcs v. H. 480 bOO 25,0 580 8.50 46,5 680 1100 61,8 780 1350 73,1 880 1600 81,8 980 1850 88,8 ufro. 250 RM. für jedes weitere Kind. Der Steuerpflichtige darf nach dem neuen Recht iut sich selbst 600 Mk. (seither 4S0 Mk), für seine Frau 250 Mk. (100 Mk.) und für jedes Kind 250 Mk. <100 Mk - als steuerfreie Sonder- leistung für Lebcnsverficherungsprämien in Abzug bringen. Die in der Spalte L aufgosührten Beträge lönnen je nach dem Familienstände in Abzug gebracht werden und nur die diesen De- traasttil übersteigende Versicherungsprämie must versteuert werden. Gemessen nach dem Spitzen- sah für das steuerpflichtige Einkommen verringert sich durch diese steuerliche Vergünstigung der vom Eintommen abziehbare Versicherungsbetrag um 10 bis 40 Prozent. Immerhin eine recht beachtenswerte Verbilligung der Versicherung! Werden doch auf diese Wcise 1500 bis 5000 Mk. oder mehr der Lcbensversicherungs- fummc je nach dem Familienstände kostenfrei versichert. Diese Begünstigung ist immerhin so beachtlich, dast sie verdient, im Publikum bekannter zu werden, als dies der Fall ist. Es sei aber daraus hingewiesen' Die neuen erhöhten Abzüge kommen für die Veranlagung für das Kalenderjahr 1927 noch nicht in Frage, sondern erst bei der Veranlagung für das laufende Kalenderjahr 1928. Sie können also erst bei der im Frühjahr 1929 stattfindenden 'Veranlagung für das Kalenderjahr 1928 erstmalig in Ansatz gebracht werden. Erwähnt sei noch, dast Vergünstigungen des EStG, sich nicht nur auf Lelxmsversicherungs- Prämien beschränken, sondern auch die Ka p i - talempsänge umfassen, die der Steuerpflich- tige auf Grund von Unfall-. Lebens- oder sonstigen Kapitalversicherungen nach Eintritt des Versicherung sf al les ausgezahlt erhält. Sie geniesten den steuerlich bemerkenswerte,- Vorteil, dast auch sie als steuerfreies Einkommen anzu- sehen sind und nach § 6 Abs. 3 EStG der Besteuerung nicht unterliegen. Die Gesetzgebung ist zur Schaffung dieser Vergünstigungen in erster Linie wohl aus sozialwirt- schastlichen Erwägungen gekommen: Die Steuer- pf sichtigen, die sich auf den Lebens- oder Todesfall versichern, gehören oft nicht den begüterten Kreisen an. Sie versuchen bei mäßigem Einkommen und trotz der Dezimierung ihres Vermögens durch Kriegs- und Rächt riegszeit auf dem Wege einer Versicherung entweder sich selbst für den Fall des Alters, oder im Falle ihres Todes der Frau und den Kindern als besorgte Hausvater nach Möglichkeit eine Rücklag? für die Zukunst und die Zeiten zu vcrschafsen. in denen sie infolge Alters ufw nicht in vollem Umfange ihrem Erwerb nachgehen können. Und bisweilen kam eine einzelne riefengroße, die in der Sonne leuchtete wie Schnee, Sturmmöwe, jagte meine Mutter, ich weist nicht, ob sie so hieß." „Denkst du immer noch an die verlorene Kinder- Heimat?" „Kann man die vergessen? Ich werde sie nie wie versehen. Was soll ich da, wo jetzt ein Fremder Herr ist?" „Wie kam das?" „Es muhte wohl fo kommen. 'Als die Mutter starb, da hiest es, sie hätte die Herrschaft nur zur Nutz niestung besessen, solange sie lebte. Hätte mein 18ru der gelebt, wäre er Herr geworden, aber er schläft hinten in den Karpathen. Meine IQutter war die zweite Frau meines Vaters. Elenas Mutter war eine Rumänin Ja, und da kam ein entfernter Detter und hatte Recht auf den Besitz — Meine Tante, mit der ich in Wien lebte, die sagte immer, das stimme nicht, es fei unverlierbares Eigen tum meiner Mutter geroefen, mein Vater hätte es für sie erworben — aber es hätte einen langen Pro- zest gekostet, und es war alles fo verworren, denn der Vetter sagte, mit dem Geld der Familie sei Erd mannsdors erworben, und da wären für Leben und Tod ganz feste Abmachungen gewesen. Er muhte es wohl nachweisen tonnen, das Gericht in Graz gab ihm recht, und ich war ein armes Mädel.' „Ich tann ihm deshalb nicht zürnen, wärest du sonst einmal zu mir gekommen9 Sie gingen heim in Marias Zimmer Die Fenster waren dunkel, trotzdem die Uhr sechs geschlagen hatte „Elena wird wieder schlafen. 0 wie die schlafen kann!" Ader drinnen fein Mensch. Auigerissene Schränke t.nd Schubladen. hervorgezerrte Reifehüllen — „Um Gottes willen, was beistt dies?" Maria rih an der Glocke, der Trampel stürzte in das Zimmer. Er muhte schon in Aufregung gewartet haben. Wo ist die Baronin?" Und da kam es zutage. Mik dein seinen Herrn Sergei hat sie gekrischen, die Frau Baronin, und gestritten haben sie (ich, und dann haben sie sich gepackt, der Trampel hat ein Auto holen müssen trau Meistner — dir Wirtin ist halt nicht zu Hause gewesen —- und ausgeladen und weg Co ErgtüfcnSlz-ert bie unter C 6er Aufstellung angeführte Erhöhung der Beträge an sich auch ist. fo must doch darauf hingewwfen werden. dast sie kaum genügt, um den Abschluß einer wirklich ausreichenden Lrb^nsverstchc- rung für die brauen Kreise des Mittelstandigen Volte», das nicht durch staatliche Dcrsi^erungs- mastnahmen in Notfällen ge chützt ist. zu gewährleisten. Hier must — wie schon früher gc- 'chehen eine weitere Erhöhung anaestrebt werden Bei 6mlommen bis zu 15 000 Mk. und Vermögen unter 50 000 Ml. must angeftrebt werden. dast.dw Prämien als abzugsfäh-ze Sonder- leiftimgtn vollständig — nicht nur in der nach dem Gesetz zu niedrig bemessenen Begrenzung - st e u c r s r e i bleiben. Die Dersichcrungs- geselsichaften werden bei der damit gegebenen Zunahme von Versicherungsabschtüsicn den vermehrten Verpflichtungen nachzuko,nmen. erst recht imstande sein. Ein steuerlicher Ausfall verschwindet ober vollständig gegenüber dem Segen, den die Abfchlustmöglichkeit wirklich ausreichender Versicherungsverträge der gesamten produktiven Bevölkerung bringt. Die Bevölkerung über die jetzigen steuerlichen Vorteile, die die Versicherungsprämien geniesten, aukzuliären. fall dazu dienen, dast immer weitere Kreise hieraus die Konsequenz ziehen, die steuerlichen Vorzüge voll auszu- nutzen und für deren Erweiterung auf gesetzliche r Grundlage einzutrrten. Oberheffen. Slawen über dasSchwelweriTraiS-vorloff. Zu txm in Ar. 172 unseres Blattes vom 24. d. M. veröffentlichten Berichten über das Schwelwert Trais-Horloff wird uns von der Direksion der Gewerkschaft Friedrich in Hungen folgendes geschrieben: Auch uns find verschiedentlich Beschwer een euß der ülmgegend von Trats-Horloff befanntgetoor- den über schmutziges und stinkendes Waller. das die Schwelerei der Gewerkschaft Friedrich in die Horloff einleiten solle, sowie über unangenehme Gerüche des Schwelwerks. Wir bestreiten nicht, dast in der ersten Zeit der Inbetriebsetzung des Wertes the Luft verschiedentlich etwas verpestet worden ift. Znzwische' hot sich dieser Zustand wesentlich gebelfert uni) die meisten Beschwerden und 'Behauptungen in dieser Richtung sind stark übertrieben. Ein Industriewerk riecht eben anders als Landwirtschaft. und warum gleich die Atmungsorgane angegriffen werden müssen und der Pflanzen- wuchs leiden soll, ist nicht einzufehau. 3n gröberen Städten denkt niemand daran, die intenfiven Ausdunstungen von Gasanstalten ober Industrie- werten als gesrndheitsstörend anzufprechen. wenn sie auch nicht gerade angenehm sind. Mit dem Verschmutzen der Horloff verhält es sich ebenso. Die Horloff bringt an und für sich viel Schmutz mit sich unb cs fei ausdrücklich fcjtgc- stellt, dast wir durch chemische Stoffe verunreinigtes Wasser nicht in die Horloff leiten. Das Wasser enthält lediglich etwas Kvksstaub. der sich nach kurzer Zeit wieder absetzt, so dast das Wasser in Echzell wieder genau so sauber ist wie oberhalb von Trais-Horloff, wovon man sich jederzeit überzeugen kann. An dem Aieder- schlagen des KokSstaubes vor Einleitung des Wassers in die Horloff wird zur Zeit gearbeitet und es ist anzunehmen, dast auch htefe llnan» nehm.ichkeit bald beseitigt wird. Landkreis Gietzcn. —.— Klein-Linden, 25. 3uii. Einen kleinen Kinderluftballvn aus Belgien fand dieser Tage ein hiesiger Ginwohner in seinem Garten vor. Auf der angebundenen Karte stand die Adresse' 3. Dasnoif aus Louvain in Belgique 12 rue Riefa. 00 Klein Lindcn , 25 . Juli. Die vor längerer Zeit an ihrer Südselle zusammen- gcbrochene S t e i n st r a st c wird gegenwärtig durch die Gemeinde wieder aufgebaut. 3m Interesse der allgemeinen Verkehrssicherheit ist diese Arbeit zu begrüben. V Mainzlar. 25.3uli. Dieser Tage wurde bei uns mit der Kornernte begonnen, jedoch handelt es sich vorerst um heistere 'Bodenlagen. welche die Aeife in den letzten Tagen sehr gefördert haben. 3n den übrigen Lagen wird sich die Ernte aohl noch bis zum Ende dieser Woche hinaus,dneben lassen. Auch die Wintergerste Weinen konnte Maria nicht. Wie ein Kculen- fchlag auf den Äopf war das. Ganz verstört fast sic auf einem Sttchl, hatte noch nicht einmal Hut und Mantel abgelegt, murmelte ei was vor sich hin und wußte felbft nicht, daß es der Rarnc der Schwester war. den sie unaufhörlich wiederholte. Heinz schickte das Mädchen hinaus, trat leise zu ihr, löste den Hut von den dicken Zöpfen, nahm ihr den Mantel von den Schultern, sie spürte es kaum, zog mect)anisch die Anne heraus — und nun strich er leise immer einmal über den gesenkt ten Stopf, bis sie ihn langsam hob. , „So lieb hab' ich sie' D so über alles lieb hab ich sie! lind das tut sie mir an." Ein Schluchzen, das sie schüttelte vom Kopf bis zu den ^süßen: „Mit dem Mann geht sie wieder! Denn du wußtest — Er wird sie unter die Fuße treten. Er wird sie ganz hinunterstoßen in das Elend. Er liebt keinen Wkenfchen als sich selbst. Wae kümmert es ihn. ob fit daran zugrunde geht. 0 meine Schwester, meine geliebte Schwester!" Nach einer Weile duldete sie es, datz er sie neben sich auf das Sofa zog. ihren Stopf an seine Schutt ter bettete und gute, tröstende Worte ipract). Dann fingen bic Tränen an zu tropfen, und sie meinte sich müde roic ein mißhandeltes Simö. „Ich werde morgen nicht fahren," fügte Heinz, als er endlich gehen mußte. „Zch kann dich jetzt nicht allein lasten." Maria hatte sich schon wieder in der (Bemalt. „Du fährst natürlich. Nun gerade. Soll deine Zukunft verdorben werden memenvegcn? Zm Gegen- teil, nun mußt du für uns beide i ar gen. Ach, wenn erst das kleine Haus da am Deich steht — wenn mir erst einen Fleck haben, wo der Sturm draußen bleiben muß —" Und er fuhr. Als Heinz Godesheim gegangen mar. faß Maria noch eine Weile versonnen da. dann raffte sie sich auf und sah sich im Zimmer um. ob wohl (Hcrw ihr eine Nachricht juriidgclaffcn habe. In dem Käftchen. in dem sie ihr Geld aufhoben, fand Mana einen Zettel der Schwester. ..Sei nicht döse. (Beliebte*:. Ich gehe. Damit wir alle wieder belfere Tage sehen Es geht um (Erbmannsborf. Und von den sechshundert Mark nehme ich mir nur zwei hundert mit, die anderen hundert gib bitte der Frau Doktor." wird noch bis zur roTständigon Aeife dmge Tage Sonne brauchen. ;3m allgemeinen ist der Stand des Getreide» gut. Lager'ruch« sieht man vereinzelt. nur ift ftellenweifc der Geweidekäfer wieder a.etzr oder weniger start auf getreten. Die Hackfrüchte ftehen ebenfalls gut. ihnen käme jetzt ein audgiebiger Regen ehr zustatten. — Für zwei Kirschenbäume, weiche der Gemeinde gehörig, versteiaert wurden, betrug der Erlös 79 Mark, fo dast sich das Pfund am Baum auf ungefähr 27 Pfennig stellte. Aus dem Bufecker Tal, 25. 3uli. Die Getreideernte hat in unterem Tal begonnen. Die heißen Tage haben die Frucht ungewöhnlich schnell reifen lasten. Bei der Gerste vollzog sich die Aeife in wenigen lagen. Dagegen braucht der Koggen bta zur völligem -Reife noch dis Ende der Woche. Der Saattn- stand must in diesem Jahr ats lehr flUt bezeichnet werden Die Auswinterung desAogge:l». hi? im Frühjahr zu Bedenken Anlast gab. bat sich gu' ausaewachfen und läßt keinen Äomer- auefall befürchten Bei Ha ser und Roggen hak her BIafenfust gerngen Schuhen angr- i lebtet, jedoch kommt dieser Schaden kaum zur Geltung. An Stroh wird htefei Jahr ettvaS weniger geerntet werden, dagegen wird der Körnerertrag das Vorjahr bei tocitem übertreffen. Wenn die Frucht gut eingebrach, werden kann, wird die diesjährige Ernte als (ehr gut bezeichnet werden können * Reiskirchen. 25. Juli. Unter Mitbürger Ludwig Damm tonnte heute in körperlicher und geistiger Frische seinen 9 0. Geburtstag feiern. Zugleich waren es 30 Jahre, daß er dem KachenVorstand unterer (Sememhe ungestört. Die Mitglieder des Ktrchenvorftands überbrachten ihre Wunsäste imh ül’erreldjlen em Glückwunschschreiben uni) Geden.kolatt des Landeskirchenamts. e!* Grünberg. 25. Juli. Aus Veranlassung der Direktion des hlefigen Landwirtsthaftsaintes fand am Rkontag in den Raumen des Amtes ein Kursus für Pflanzenschutzfamm- ler statt. She Sammler werden mit den toidv rieften Erkrankungen der Äulturfrütbie vertraut gemacht und gleichzeittg auch mit den zu ergreifenden Bekämpf ungSmaßnahine>- Dretlor Trautmann hielt einen Vor trag über: Die Bekämpfung der Unkräuter auf Acker unb Wiele", Assessor Dr. Selzer einen Tortrag über: Die wichtigsten Kartoffeltrankheiten und ihre Be- lampfung". und Asiesior Dr. Bocher einen Vortrag mit Lichtbildern über: ..Besonders wichtige Obstbaumschädlinge und deren BckänipfungAm Rachniittag desselben Tages wurden einige Versuche besichtigt und an Ort und Stelle Krankheiten. Unkräuter und dergleichen mehr besprochen ch L i ch, 25. Juli. Vor einigen Tagen r’ortc der hiesige Männergesangverein feinen ältesten aktiven Sänger. Welßblndermeiftei Fritz Schäfer, anläßlich seines 75. Geburtstage», zugleich begeht Herr Schäfer das 3 u b i l ä u m feiner 55 jährigen ununterbrochenen akttven Sängertätigkeit bei dem genannten Verein. Rach dem Vorti ag des Chores: »Das ist der Tag des Henn" würdigte her Vorsitzende des Vet- ei-ns. Backermeistn- Karl Lotz, gebührend bk Verdienste des Länger Veteranen Schon früher hatten der Lahntalfängerbund, her Hessifche unb her Derttsche dängcrbuitb hem in Sänger kreisen beliebten unb geachteten Bkanne Wlszeichuungen zuteil werben (affen. Tiefgelührt bankte Hei r Schäfer imb gelobte, auch weiterhin seinsn Verein als aksiver Sänger die Treue zu halten. Der Bruder des Sänger Veteranen. Karl Schäfer, kann in einiger Zeit aus seine 50 jährige aktive Mitgliedschaft zuruckbücken. bf. Langsdorf. 25. Zirli. Wta verlautet, hat S. Durchsoricht Fürst Reinhard zu Lich, her für die hiesige Pfarrstelle die Präsentatton hat. Pfarrer Dr. H e p m a n n. zur Zeit in Roh- fkim bei Hungen, für unsere Gemeinde präsentiert. Gs steht noch hie Bestätigung des Laubes- kirchenamtes aus. Wir hoffen, daß nach fast zweijähriger Derwaifung her Pfarrstelle noch in diesem Zahrc der neue Pfarrer in das neu erworbene. demnächst frei werdende Pfarrhaus ein- zieht. - Hungen. 25. 3uli. Oin befonberes Wahr- »eichen Hungen» ist das 6 tvrchnest auf dem Schloß Seit vielen Zahrhunderten wird es in der Geschickte der Stadt erwähnt Urtb wenn im zeitigen Frühjahr Freund Adebar mit .Frau klappernd fein Heim von neuem bezieht, bildet feine Atckunft aus hem Süden das Stadtgespräch. Daran hatte jic doch wenigstens gedacht. Als aber Maria hinausfuhr und die Worte der Dame. „Aber das hat doch Zeit, das wollen wir doch lassen, bis Frau Baronin zurückkomnit" nur mit einem sehr erstaunten Blick beantwortete, da kam cs heraus, daß Elena von dem, was sie verbraucht. nicht die kleinste 'Ahnung gehabt hatte. Zweihundcrtiindfünfzig Mark betrug die Schuld. Das riß tief hinein in ihr eigenes bißchen Besitz. Sie ließ bei ihrer Rückkehr von dem Besuch gleich die Wirtin kommen. „Da meine Schwester m Familienangelegenheiten verreisen muhte, ist mir allein die Wohnung zu teuer. Ich muß sie auf» geben. Wollen Sic bitte die letzte Abrechnung schicken." „Das geht so nicht, meine Dame. Wenn Sic kundigen wollen, muß es vierzehn Tage vorher fein. Den halben Monat müssen Sie mir schon noch bezahlen." Und dann, als alles geordnet war, hotte Maria gerade noch dreißig Mark in Händen. Was nun9 Hcinz konnte sie nicht fragen, sie wollte es auch nicht. Durch wollte fie. durch mußte sie. ihr Trotz ließ fie die Zähne zufammenbeihcn. Eine kurze ''lachricht ging ab für Ihren Lehrer, in der fie ihn bat. ihr ohne Wünbiaunfl ein Ferm bleiben zu gestatten, unvorhergesehener Ereignisse halber. Dann rief sie noch einmal die Wirtin zu sich. . „Frau Majorin —" Sie ließ hd> JJiaiorin nennen. machte aber den Eindruck einer Sergeanten- frau. ..Was kann man anfangeii, wenn man sofort verdienen muß?" — Grähsich. diese dicke neugierige Alte um Rat fragen zu müssen! „Gleich verdienen? Gleich9 Ja. das ist halt nicht so einfach. Miisien das Fräulein fchon die Zeitung cinfebcn. Wie ist es denn mit Schreibmaschine? — 3s mx9 Oder Buchführung9 — Ober fo als — nee —* „Was denn?" „Modell werden S' schon nct stehn wollen, wie9 Dos bezahtt sich. Mit so einer —" Ihre Blicke glitten über Marias Figur hin. „Lieber in die Isar." . Hock schon manche gesagt und ging nachdem doch zil den Herrn. Oder — na, das werden S' auch nicht wollen." „Unehrenhaftes sicher nicht." (Forts, folgt.) < 8t tot. c ■tdhS • sr ckst crnltr bidijtr* । freu« kü tietei 2i , n 3»na: i uh' inlttf i Iwttn a | i ch. »in' i ^Siüttun | ihn ich i | rnbe pol- ■ w (jn 5erj*Utr unb bald erholte ,e lVb Io. „ tzen ^lufl -U »rrer Kinberlchar auf '• Hi jcr Höhr n treten konnte Be feinem _Or- tzofun^Mausenthall" wurde er von jung und alt Ä • «m Miete Budingeu. Fidda . 25. 3ult. Die arbeiten aiu 3 n • Me Miautet M nhard zu Lit. ;e die Präsentatio t. zur N »" Gemeinde rrdlr' CT. duft PfrrrMe m* n tr in W neu fT' Sc pfar*ni< w la^n itylt ecr rm k\m i\- mteimciHtr M 75. GtdEages. da» Jubiläum irochMn attitw nlen Verein. Th» Das ist der Sag >rsihende des >■ h. gebührend btc xen. Schon früher der Mische und in Aingerkmleu c L^nchiüingCT hl/ baiiftc -ur weiterhin feuern Treue zu V*®- xcn. Aari Schüler, e tidiShrige aktive tc* Herr Stovchocm.'hl teure nun Xe er *d"c 6e • x r-e.u -eukft 2?i • rem Jtj». u, , 4~idtebrrnh '♦*ua er mit '■'■r-rn ,w?in I bell m. _____ _______ I 11km die in gröberen Säumen Io unf4K>n toitlcn- j Vn ThitCUtugc welche in ine werten eingebaut i nd. Dorn t der 2Um*)chdlc bic Hebung her Achulräumc ohne Störung tri Untcrr'd)te durch- rt „ ÄS*"- anbe ubnbiciv ,cmx ®'ü(hm^ ^btifit^CTorte. 2uf Deranlcfr’jnff- 'men bet irx* "schuhsamm. Ul mit ben »i* rlvüdjtt Dfr.ras: if ben zu legtet- wn. tyttltor \ über: Dir Wer und Dbc , ortroa üfrr 1 und ihre 5r. > ch e r einen Vor- rfonders wichtige Dämpfung'. 2m eben einige Der- b Stelle Krank' tchrn mehr bc- Mrci» Schotten. • Schotten. 25.3uli 3n althergebrachter Jorm findet vorn 5. bis S. August der bekannte .Schotten er Sommermarkt halt. Singe- *■ leitet wird er am Sonntagnachmiltag 5 Ubr durch den Aulzug der historischen Murktwache. »in üelkug unter dem Motto ,bte vier 3ahres- ." tchl.etzt sich an Montag beginnt der ■ V thnod) 'Tritmcrmarft. Der Festzug wird an h-ickm Tage nachmittags 3.30 Uhr wiederholt. 3er verbind bildender Künstler Hessens beab- lichtigt eine Ausstellung in diesen Lagen im Aat- hau» zu baiten vergleiche die heutige Anzeige.} s ui rieb ft ein. 25. 3uli. 3n biefcm 3ahre r»r es bei der nun lo gut wie beendeten Heu- nilc ein olsenlichtlicher Borte,l. das, man in hiesiger Degend mit allen landwirtschastlichen Archen stets um einiges später ist als in den tuferen Lagen Däbrend das Heumachen dort v Monat 3uni vielfach durch Regen erschwert .itb 'interbrochen wurde ging hier in den letzten Bochen alle* beim denkbar besten Detter vor ch Sin vortreffliches Heu tarn bei der trockenen Bitterung in einem Zustand herein, wie man li sich nicht belfer wünschen konnte. 1o bah man Leh den ohnehin nicht sehr groften Ausfall an I Beuge dem Bonahr gegenüber gern verschmerzt, ■ uinal wenn man sich erinnert, tote damals | riderort* noch im August das Heu auf den * 'liefen lag und ün Regen verdarb. 3etzt täte ■ freilid) nach so langer Trockenheit em durch- ■ greifender "Regen dringend not Das Bieh findet | fx>n nicht mehr die im Sommer Io nötige gute ■ leibe, da und Sott zeigen braune Stellen auf ■ ;en Dielen an. boft bas iDras bereit* zu her- »dorren angelangen hat. Die Ohmstraste | t von her Stümpertenröber Abzweigung bis | ’bcr»i5eibertenmb noch immer gefverrt, die Mm» S -ningsstrahen lind durch i>en ungewöhnlich ge- L-gencn Iktftbr vielfach in einen bedenklichen iufianb geraten unb steilenweife mit losen Stei- : cn wie bclät. so bi« Strafte Bobenhaufen 1 lltidbftcin dicht unterhalb unseres Ortes. — Der '>ist aNjährlich hier Ende 3uli abgehaltene liuptmarkt von Mlrichstein. der log 3 a f o bitt a r f t. wurde diesmal mit Aückficht auf anbei« rofte Märkte in den Bachbarftäbten auf Anfang luauft verschoben. — 3m hohen Alter ixm *'1 3obren verstarb ber hielig« Burger Abra- tom Reift und wurde auf dem bieiigcn ifraeliti» 'ten Znedhos beigefetzt. Die Lrauerscierlichkeit etete Aabdiner Dr. Sander von Diesten. Lardenbach. 25. 3uli. 3n vielerTdoche irsonderes Dc.hr- 0)neft ci"sde-n Eierten wird es n. W Und Qlbebar nnt icm iens gedal^. leit bas wollf tt"r LüstJ sS ,onÖ «?• ne E A mir en "b£x jic auf' r- StrcAnnn» t mar, hatte standen- fit sie ^Snrjgu )lltc h6-2^. ’s&rr finrttm i <|ltcr man **&**» Diele ö'«c i! .« halt nl®_ ia, das 'ft D jcitunfl in " d f*c^®5‘ ** .^ni x üinfl na^ <• fltbh rern zwei 3ubelpaare das seltene rcfl der jülbenen Hochzeit Am 25. 3uli die Ehe- cute 3vh Kröst und Anna -Barbara, geb. ll'ckel. und am 28 3ull Ferdinand Heinrich Hölzer und Slisabetha. geb Kelter. Drost-Sichen. 25. 3uli. 3n den letzten Doch en wurde hier für die evangelische Ster - »evorlorge geworben. SS sind in unserer frmeinbe rund 50 Mitglieder gewonnen wor- >m. Da- ist ein Zeichen dafür, wie wohltuend -ine solche gemeinnützige Sinnchtung empfunden Ctrb. Sind doch bei Sterbefallen meist die AuS- paben so koch, haft sie kaum aus den laufenden ddbmiltdn heft ritten werden können. Hier lUDäftrleift« nun die enang Sterbevorlorge ge- im nur geringe Monatsbeiträge die sofortige LuSzahlung einer entsprechenden Summe. Die -fang. Sterbevorsorge ist dem Hessischen Landes- vrein für 3nncre Mission angegliebert. — 3n i>«ser Doche fand hier die AirfcftenDer- Heiaeruna statt. Obwohl eS sich meist nur um V« ueinen sogenannten Bogellirlchen handelt, -urben doch nahezu 200 Mk. gelöst — Mit t\'m Schnitt der Sommergerste wurde i li dieser Moch« begonnen. Stumpertenrod. 25. 3uli. Dieser Tage new hier der bekannte OrgcHunftlcr von ip'cr Au auS Mainz und gab hier in ber Kirche -tote ün benachbarten Köddingen ein Kirchen- 7 ? nzert in Sonn einer rdigiöfen Orge'.andachr. war dies ein IDagms in unserem toeüabtie- c.nben Debirgsdorfe. Die Beran staltung war sxv verhältnismäst.g gut besucht und zeigte, dast Ji4> hier das Bestreben vorhanden ist. teilzu- ! ' bmen an den Btldungsgütcrn unseres BoUcs. ych schon reichhaltige Brograinin 1 nd «ine weitere Bereicherung durch die Sin- rTeilung einiger Sologesänge religiöfcr Art. die - rrr von der Au m der ihm eigenen Weile unter Begleitung der Orgel lang, unb die auf einen -üben Te.1 der Zuhörer einen ganz besonderen Eindruck machten. Ärcie «lsfcld. ..?“ Rainrod. 25.3uli. Bei der hiesigen Walsergenosfenf chaf t (Mlfa. Ober* crchmitten, Rainrodi mach' sich seit etwa ändert» h:lb Wochen ein empfindlicher Wassermangel bemerkbar, ber sich besonders in den ^iben Orten Mlfa und Ober-Schmitten auswirkt. Untersuchungen in Öen verschiedenen Waller- brsfins haben aber ergeben, baft die Quelle in hrer Srgiedigkeit kaum nachgelaffcn hat. Der Achiung, Falschgeld! 3m Hauptquartier -er zalschgeld-Oetcltirc. — Oie größten Falschmünzer der Gegenwart. — Die man sich vor falschem (Mö schützt. $);<• »icutii'O)? Polizei bat oeben eiaen energischen Zeldzug gegen die Falschmünzer befchlot e ' Mnfet K. tu »Mitarbeiter Hal von der R'.chsbank-Ka'.lchge'.d» abie lung nähere Informationen über bic Belämpfung bie.ch auf das ganze Reich erftr?ckt. die Zentralstelle zur Belampfung drS ^altchgrld- welcns Bon hier laufen auch die Fäden zu den internationalen Hauptstädten der Welt denn die Faifchgeldaöteilung der Re.chsvanl. dtc dieser Zentralstelle das bei ihr eingehende Material übergibt, liefert nicht nur falsche deut'che Banknoten und gefälschtes Hartgeld ab. fonber.: auch ausländische Fälschungen, unb sobald sich die Fälle von Rachahmnngen fremder Devisen bauten. wird die betreffende Regierung benachrichtigt und gewarnt. Schwere Tage stehen den Beamten btder Zentralstelle und ihrem augenblicklichen Leiter bevor da in dielen Tagen der Kampf gegen die Fälscher verstärkt werden toll. Habei, sich doch gerade in letzter Zeck bic Fälle von Geldsällchungen veträchtlich r*ern:ehrt, und es ist verständlich, bah die Oeffentlichieil die energische Befämpfung der Falschmünzer fordert. Merkwürdigerweise Icheinen sich die Betrü^r jetzt auf bic Rachahmung von lO-Psenntg- Slücken zu verlegen, da fk wohl annehmen, baft niemand auf eine lp geringe Münze genau achten wirb. Ader auch Qin- und Zweimarkstücke werden oft gefälscht unb in den Verkehr gebracht. Die Schuldigen lind häufig technisch gut aus- get* Lbetc Leute, die in schlechte Gesellschaft geraten lind unb von ihren Oenoffen zu Münz- verbrechen verführt werden, ohne zunächst b«c Tragweite ihrer Handlnngen zu erkennen Richt er,fanbai crini.crt »orben ber vor zwei 3ahren ungeheure» 3uf. Juli. Dieser Tage tonnte der Bureauvorstcher Wilhelm S ch l o 11 auf eine 4 0- jährige Dienstzeit bei den Budernsschen Sifcnttcrtcn Abt. Bergbau, zurückblicken. Reben 'einen beruflichen Pflichten ist Herr Schlott schon feit 3ahrzehnten besonders in der Kriegerver- cnnssachc hervorragend tätig. Unter seiner Leitung ist der hiesige Kriegerverein auch in der Rochtr egszeit noch besonders stark gewachsen unb zählt heute zu den stärksten Vereinen der Stabt. Auch ber KreiSlriegerverband hat unter 'einer Führung recht beacht.iche Forttchrittc gemacht. 3m ösfenttichcn Leben ist ber 3ubüar seit evrögpv. 3abreit Sttchtvcrorbneter der Deutschen Bolls- partei unb Mitglied bes Presbyteriums der evangelischen Gemeinde. - - Wetzlar. 25.3uli. 3n der Rachkriegszeit hat die Stabt befanntlid) eine 'ehr große Zahl von Straften auSgebaut und neu angdegt. 3nzwischen sind bei einem Teil der Straßen iwe Ausbaickosten errechnet worden und die Wi- liegcr haben die Anforderungszettel zur Zahlung ihres Anliegerbeitrags erpaften. 3n- fedy der starken Steigerung der Lohne und sonstigen Baustofse find die ervschieien Kosten für den faulenden Meter Straftenfvont gegenüber der Vorkriegszeit gan* erheblich gestiegen, wozu noch die beton Deren Ausgaben lür eine neuzeitliche Straßendecke fommen E-nc große Zahl Der Anlieger bat nun gegen die Heranziehung in wlcher Höhe Emlpruch beim Bezirk-ausschuft erbeben und begründet noch im besonderen ihren E nipruch Damit, daß der Ausbau 8 rf er von hier über tragen der mich die Monierung des WeacS am „Allen Holz bürg' vomimmt, zu dessen Ehaullirrung sich ledvch die Gewerfschaft Giefteiier Sraunsteinbergwerkc vormals Fernie rertrag*gemäß verpslichtet hat. Alvcio Limburg. WSR. Limburg. 25.3uli. Der wegen Totschlag» Dem Schwurgericht Limburg verurteilte Maurer Peter auS Uebernthal hat daS gegen ihn ergangene Mrtcil von 15 Zähren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehii 3ahrcn schriftlich anerkannt. Auf das Rechtsmittel der Revision ist verzichtet worden Eine Erklärung ber Staatsanwaltschaft. die lekanntlich die Todesstrafe wegen Mordes beantragt hatte, liegt noch nicht vor. Maingau. DSR. Frankfurt a. M. 25 3uli. Dieser Ta« sollte im Frankfurter Zoo einer der großen Orang-Utan», bet frank ist in einen andern Käfig befördert werden. Al» mehrere Wärter in den großen Ausenthaltsraum des Tieres eintraten, um eS tn «nm kleinen Transportfäfig zu bringen, packte den Patienten die Wut und er schlug und bist um sich. Dabei erwischte er die Hand eines ihn haltenden Wärters unb biß ihn tn bic rechte Hand. Der Wärter wurde heftig blutend in daS Heilig-Seift- hospital gebracht, wo ihm sofort ein Finger amputiert werden mußte. Allgemeiner Deutscher Hrauenverein (Ortsgruppe Gießen). 3n der Witgllederversammlung im 3uli widmete zunächst die Vorsitzende der viel zu früh verstorbenen Frau Geheimrat B l e r m a n n watine Worte der Anertennung und der Trauer. Rach der Gründung der Ortsgruppe, Januar 1909. wurde Frau Biermann deren erste Vorsitzende und mit kurzer Unterbrechung, war sie jahrelang Mitglied de« Vorstandes 3v verständnisvoller Welle hatte die Verstorbene seinerzeit die Frauenbewegung begrüßt und f)af an all ihren Aufgaben unb Arbeiten tatkräftig mit« geh offen Die Ortsgruppe Gfeßen hat ihrer nimmermüden Mitarbeit sehr üid zu verbauten, sic wirb sie sehr vermissen und nie vergellen. — Zur weiteren Tagesordnung der Versammlung sprach zuerst 5ra« Dr. mcd. Feufgen« Brauns über: „Die Ernährung des Menschen". AuS dem umfangreichen Gebiet der Ernährungslehre hob die Vortragende folgende wichtige Fragen hervor 1. Warum muffen wir ellen? Mit der Rahrung muft die Energie zugesührr werden, die der Körper in Form von Wärme oder mechanischer Arbeit abgibt. Als energie- reiche Betriebsstoffe bienen hauptsächlich bic Kohlenhydrate unb Fette. Aber auch bae un LebenSprozesse abgenutzte Eiweiß der Jellm muß ersetzt werden Deshalb muß unsere Rahrung auch Siweift als Baust oll enthalten. 2. Wieviel sollen wir ellenk Die auszmiehmcnde Rahrunas- menge ist abhängig von der Energirabgabe des Körpers. Gink Zu'uhr von zuviel oder zuwenig RahrungSstoffen führt zur Meder- oder zur Mnter- emährung. 3 Sollen wir pflanzliche ober lie- rllche Rahrungsmittel bevorzugen? Auch eine rein vegetarische Ernährung ist möglich. Die meisten Menschen leben aber von gemischter, einige Völker auch von vorwiegend animalischer Rodung. Die natürliche Lebensweise eine« Volkes wäre bic Ernährung von dem. was da« Land hervorbringt. 4. 3n welcher Zubereitung sollen wir die Rahrungsmittel zu uns nehmen? Durch Kochen. Braten und Backen werden die Rahrungsmittel nicht mir leichter verdaulich gemacht. sondern es entstehen auch Gefchmacksttolle. bic bic Sekretion ber BerdauungMäste anregen. Durch das übliche Kochen in der Küche werden bic lebenswichtigen Vitamine im allgemeinen nicht vernichtet, hoch ist bas antllkvrbutifche Vitamin ( verhättniSmäftig hitzeempsinblich und wird beim Konservieren der Rahrungsmittel durch Hitze zerstört. 3n diesem Zusammenhang wurden ausführlich die Bedeutung ber Vitamine und die durch ihr Fehlen in der Rahrung entstehenden Mangel kränksten belpcvchen. Bei genügend abwechslungsreicher Ernährungsweise, wie wie sie in fast allen Haushalten in normalen Zeiten zu finden ist, braucht nicht befürcht« -u werden, daß irgend etwa« Lebenswichtiges in der Rahrung fehlen könnte. Zum Schluß sprach die Vortragende noch für) über den Alkohol und die sthweren gefunkchettlichen Schädigungen Alkoholismus und leitete damit zu dem folgenden Vortrag der «^ürsorgeichwestcr Anita Hermanny über, zu dem Thema .Wohl- lohrtsamt und Alkohol". Waren es vorher bie verderblichen körperlichen Schädigungen des Al- koholismus. die den Anwesenden zu Gehör gebracht wurden, Io zeigte nun Oberschwester Anita, wie schwer auch die sozialen Schädigungen sind, nicht nur für den Trinker selbst. Durch die Inanspruchnahme der städtischen Wohlfahrts- fürforge igesetzlich vor geschrieben), für die heruntergekommene, verwahrloste Familie des Trin- tcrs, wird die Gesamtheit der Gemeinde ftcuer- ! ch sehr hoch belastet. An Beispielen aus ihrer Arbeit zeichnete Schwester Anita viele traurige Bilder, die die Anwesenden ties erschütterten. Ihre Ausführungen wurden noch durch den Dor- 'itzenden des Deutschen Dereins gegen den Al- koholismus l Kreis Gießen), Professor Dr. Koch, rgäyzl, der bei feiner Arbeit in der Trinker- fürTorge das Verderbliche des Alkoholismus nur zu oft erfahren muh. Durch reichen Beifall lohnten die Anwesenden den Dortragenden, die es verstanden, ihre inteteffönten, fachlichen und lehrreichen Ausführungen den Zuhörern nahe- zubringen. Manches Vorurteil in der Ernährungsweise des Menschen ist zerstreut worden. Ernste Ermahnungen, mitzuhelfen gegen das Anwachsen des Alkoholismus. sollten weiter ge- geben werden um des Dolkswohlswillen, um der Belastung des Wohlfahrtsamtes und auch um des steuerzahlenden Bürgers willen. Schnelle Hilfe bei sommerlichen Unfällen ist schon vor der Ankunft eines Arztes sehr wichtig. Diele Unglücksfälle erfordern rasches Eingreifen. Oft sind Sekunden kostbar und können das Leben retten. Dor allem heißt es in allen Fällen Ruhe bewahren. Sonnenstich kommt bei großer Anstrengung, bei großen Menschenansammlungen ufa).. während besonderer Hitze nor. Es tritt Schwindel, Durst, dann plötzliches Zusammenbrechen, blaurote Gesichtsfarbe und beschleunigter Atem ein. Es ist sofort Schallen zu suchen, beengende Kleidungsstücke sind zu öffnen, wagrechte Lage mit erhöhtem Kopfe ist einzunehmen. Kopf und Brust mit kalten Umschlägen zu kühlen, sowie kaltes Wasser trinken und Hände und Füße reiben. Kommt der Getroffene zu sich, muß das Bewußtsein mit Aiechmittel — das einfachste ist Essig wach erhalten werden, bis der Arzt kommt. Beim Insektenstich trachte man sofort den Stachel des Tieres vorsichtig zu entfernen, hierauf betupfe man die Stelle mit einer Salmiaklösung. Bei Anschwellung mache man Umschläge von essigsaurer Tonerde. Ein H u n d e b i ß verursacht toi: ein Schlangenbiß große Aufregung, daher ist vor ollem Beruhigung zu empfehlen, dann die Wunde ausbluten lassen. Ein Schlangenbiß bedingt eine schnelle Abbindung oberhalb der Wunde, d. h. zwischen Wunde und Herz, dann ein Aussougen der Wunde. Als Gegengi t starken Alkohol bis zur Berauschung. Beim Hundebiß soll ein Aotverband angelegt werden bis der Arzt kommt. Die Wunde darf nicht ausgewaschen werden. Vergiftung durch Pilze bedingen eine rasche Entleerung des Magens durch Brech- und Abführmittel, schwarzer Kaffee mit Zitronensaft befördert diese. Wunden, kleine unbedeutende Quetschungen oder Bisse werden mit einem Hestpflaster oder reinem Derbandszeug verbunden. Drös^re Wunden, die tiefer geben als 2 mm können nur durch den Arzt richtig bc- hairdelt werden, und es ist am besten, diese unberührt und unverbunden zu lassen. Ist eine Blutung vorhanden, so muß der verletzte Teil hoch gelagert werden. Ost tritt bei starken Blutungen Ohnmacht ein. dann legt man den Bewußtlosen auf das Bett oder den Boden und lagert die Beine höher als den Kopf, öffnet die Kleider und netzt Schläfen und Gesicht mit Essig oder kaltem Wasser. Etwas Kognak, Wein oder starker Kaffee ist zur Stärkung nötig. Brandwunden sollen in x feiner Weise gereinigt werden. Die Schmerzen werden am besten durch Bestäubung mit Mehl gelindert, darüber einen trockenen Der band, bis der Arzt die Wunde behandelt. Ertrinkende suche man beim Betlungswerk von hinten zu fassen. Man sorge zunächst für Erwärmung des Körpers, reibe Arme und Deine, lagere den Dumps hoch, damit das Wasser aus dem Munde fließt und hülle ihn in Decken. Labung D e r u n g I ü d t e r: frisches kalte- Wasser; Selters. Soda. Zuderwasser. Limonade ulte. Bei Schluckunfähigkeit ja nichts l 1927 . . 87.35 — 87.5 — Ti Mnl,.9n>l»(..$wnz. «rmvcld -Am.. . . — — E OtiitnrtdjiiAe Öoibrit.. . . — — — *.20°„ Cfittrr. eill'errii- . . . _ _ *% Oeftcrtri*. tintjeitl. Ätt. . . — — — *•, llnganictx CBolbrtr..... * 25.75 <% Uugavlch, ".55 10,5 10.4 < RrrmLnen canven. Sire. . . . Äumfiner Oofbant. von 1913 - - 22.7*5 - XUrf. Deariche Utienl-abn . — - tamburp.flmmta ^atrt . . . » ^arnd.-Lüdow. Tamriich. . 8 161.5 161.6 162 195 16?. TampfftMff ... io - 197.25 197 •X'orbbculithei £loDt ... 8 153,75 !K< 153.5 | j| Q Mlfl. Teutlctf QrrbiienfL . . 10 — 136.35 136 ."avrner Bankverein .... 10 111.5 14.'. 13 143.25 m Berliner Hmide'.t«e|kltzch. . . 13 * - 279 • cmnfij» und PNva'-Banl . i1 18! ISO • 1 180,5 rt?,5 16L5 Darrn». n. SotimcTbant . . i» 261 - '61.75 trul|*t Baal . . 10 16Z 16- 162,5 WU'nre-*ffni»dft dnu. . io 13.'.5 156.u 157.75 tiHMu r Bank......10 163.5 16-5 163 5 ttittTlbfuh*e ... 9 -JO 200 143 M5 5 RrialBanf ........8 * 143.15 Re< e • • 15 430 429 430 ,1 9. ndtbi r-iTnbuftrt» e • Ä 13 2 7.5 256.J 258 456.75 ionamU üisbel . . . e • e . 6 — 123 s AeiDfanflnl! . . . . ■ e e . 9 204 M3,5 — alldschaud' . . . . e • e . 6 94 — 08.5 94 ’■ ta-TiTftft . . • • «r ; ",chatt. . . • • • . « 11 '* 96 97.75 98.5 BanfeotaL Frankfurt a. M Berlin Sd)lu6- 1-Uhr- Schtud Anfang Nut, nur* fiure Nur» Tatinn: 25. 7. 26. 7. 25. 7. 26. 7. lUjilifP Hat;mann..... . 7 139 — 1'8.5 138.25 Oc'beibcreti (Scntinl . . . . 10 — 136.5 3ement karftlaal . . . . . 8 172 — — — Wavb ft Arritag...... 10 — — — etfr ....... . 0 . 4 . 8 24.5 1?7 112 - >* — MauUra'twert» ...... . 8 116 — Mag........... 10 140.5 140.25 140,5 relat^jlmet ....... . A 57 — 58 Peter» Union ....... • b 107 —— 107 _ »ebt. ckaebet....... lf> * — _ Soiai 4 Haesfn«..... . .'OH * 209 _ €ubb. flutfet....... - 8 — 150 — 25. §D(i l*el> InkTttairfdx ’.'iatn ..... Watifls «ottr. ...... Ttirfä Tatra tHfflif* Ttettx ........ 4,163 111,56 13.31 4.iti M.6! 10,60 6 39 DevihesmarU Berlin —Frankfurt a. M. Berlin. 25 ftuli c8eid Jranjoriftöe ’Jloten volländrfthe 9?otra ...... Uloftcrusche Waten...... Nariveaiiche Slokn..... Deurich CnlriT , ä lOO Kranen Niunanlsche Waten...... Schweduche Noten...... Schweife Raten....... Spanische Noten....... l'dy-tcUon’ahitM Äaltn . . Ungarllche Noten ... FTH? 168.01 21.935 111,55 59,00 2,54 111,7.1 68,66 12,373 72,75 nrts? 169,OU 22,015 111,99 59.24 3,56 112,17 81,01 68.94 11,435 73.05 Telegraphische AusHMhIung. 25. Juli 26. Juli ümtilche ’Jlohcrirao «mtUche Jtotttruna <*e(b Brre« ÖTUf Nmft-Rott Bnen- VlireS 168, i I.7&O I69,e5 1,76» 166,21 1,766 1*8,57 - 1,770 flirrro 06,2b »*,36 58,22 58,14 Vbrtlhanta 111.ib 111,98 111, «U 112,94 Sopenbaatn 112,75 111.9. 111,71 111,9.1 Stockholm tll.99,15 Pro, .... Beisrad . - 12,403 12,423 12,39> 12,418 7,172 7,355 7,269 •RBftaprft . . tMcanen ."2,91 73,07 72,93 73,07 3.0X3 1.017 3.035 3,017 ytgabon 18.58 18,6.* 18,63 18,67 81,31 2,128 5.405 81,47 3.132 5,415 4.188 81,25 81,44 äibra^ 2,13- 3,374 2,134 6,38.» lanaba 4.1*0 4,178 4,186 4,276