Nr. M Erster Blaff 178. Jahrgang Dienstag, 26. Juni (028 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesten vnttk Mtv Verlag: vrLhl'lche UntverfilLlr'Y»^' und Steinönideret K lange in Giessen. Sdfrtftlelhing und Geschäftsstelle: Schnlstrasse 7. HermannMüllerbildeieinKabineiiderpersönlichkeiien Die Stabilisierung des Kranken Vic .ZkBlstU rttfl Sensation im Donezprozeß. Unt er ind)iingömet hoben der (4. P. N. Kowno. 2b. Juni. (511,) 3n der Montags- sitzung des Schachty-Prvzesses, der allmählich seinem Ende entgegengeht, ereignete sich bei der Vernehmung des Angellagtcn 5f orutto ein dramatischer Zwischenfall. In der Voruntersuchung hatte der Angeklagte kein Geständnis abgelegt und betonte auch seine Unschuld zu Beginn der jetzigen Vernehmung. Als er nunmehr unverständlicherweise mitteilte, er habe in der Rocht vor der Vernehmung ein schriftliches Geständnis abgelegt, schrie händeringend seine Frau, die sich im Zuhörer- raum befand, auf: .Du lüg ft, was tust du? Haupt ein menschliches QBefcn noch mehr verlangen ? Die Reichstag-Wahlen in Deutschland haben der Linken die Kontrolle gegeben Denn es jemals eine Politik gegeben hat. für die Weitblickende Staatsmänner sich entscheiden sollten, so ist eS die Politik der f of nett g e n Räumung des Rheinlands S. Erschetnr tAgltd),trafen Scmwtaq» s«d Feiertag» 8 ei tage«. (Btefeearr Famllienblätte» fietmal im Bild Di» Scholle monati*Br$wgsFreli: * Neichsmarti «ad 20 Reichepjeaalg fttr Träger* lohn. a«ch bei Nichtrr- scheine« ein; ei« er Nummer« «folge höherer Gewalt. Fernsprechanschiass«: 61, 64 «nh 112. «»schritt ftx Drohtnach- richte«: Anzeiger Gieße». Postscheckkonto: Ärewftin am main 116M. lieafeee von lejeiarn für die Tagtinummer bis t»m Nachmittag vorher. Prtls |lr l em höhe fir Anzri^tn do« 27 mm VreU« örtlich 8, aus märt« 10 Neichspsenntg, für Ne- Klameanztigen ron 70 nun Breite 35 Reichrpsennia, Platzvorschrist 20’. mehr. Chefredaliteur Dr. Fnedr. Will). Lange, 'verantwortlich für Voltiih Dr. Fr. Will) Üanae; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschem: für den An- getgenteil Äart fiillmann, sämtlich in Diefeen. Du bist doch unschuldigk" Stonitto# Frau tollt in Ohnmacht, er 'clbst tnanft. Darauf ct- bebt er sich langsam und widerruft fein Geständnis mit der Bemerkung, hast er in den letzten Monaten sehr mürbe geworden sei und sich nur mit Mühe vor dem Wahnsinn bewahrt habe. Gr behauptet weiter, hast er in der fraglichen Rächt a l l e« unterschrieben hätte, was man ihm vvr- gelegt haben würde. Die er zur llnterschreibung triefe» Geständnisses gekommen fei. wisse e r nicht mehr. HM Hl I11L *2 fri r d" *.* lt» M Mj Sö 5^ 365 111.8 lltP 10,i« ri.rr «0,3S$ so,»? ti,9 für das Bestehen der Regierung ebenso wenig ^-«scheidend wie in Preussen, wo z. B. Sozialdemo, titen und Zentrum Dodig entgegengesetzte 'Auf. Ortungen über die wichtige Frage über die preu- i che Stimmabgabe im Reichsrat vertreten. Herr ?•. (Turtius, ouf dessen verbleiben im ^ichswirtschaffsministerium ich entscheidenden i.ert lege, teilt, wie ich aus verschiedenen Gkfprä- jS,U4 tlü 7,tz Ti.» 3,6-' «-S SS S J0.9U 168,8 a.8 m.w 51.1*, L* I1U *.s 69.8 16« 71* 0.® “2“.2345 ® fleflcnub?rhci[t 2 3et* mit ihm weife, meine Ansicht." Optimismus her presse. Ernennung beb Kabinetts für Mitte her Woche erwartet. Hoovers Kandidatur. Tie republikanische Partei fast geschloffen hinter ihrem Präsidentschaftskandidaten. Washington. 24. 3uni. (WDB.) Die führende republikanische Zeitung ..Public Ledger" teilt mit, das» Senator ßaf eletle mit seinen Archängern beschlossen habe, Hoovers Wahl zu unterstützen. Auch Senator Bor ah werde Wahlreisen für Hoover unternehmen. Hoovers ehemals erbittertster Gegner. Senator Johnson- Kalifvrnien. habe ebenfalls seine Mitwirkung -ugesagt und schliefeltch habe sich M c. Harn, der vor dem Kongress so energisch dafür eintrat. dass die Regierung die Farmer unterstütze, bereiterllärt, trotz deS Widerstandes des r c- publikanischen Wohlprogramm- gegen einen AuSgleichSfondS für die Farmerhilfe, f ü r Hoover zu wirken und das Verlangen nach einer Regierung-Hilfe fallen zu lassen. Die Partei werde somit zu über 90 Prozent für Hoover- Wahl tätig sein. Hoover selbst werde das Land nicht bereisen, sondern Wahlreden durch den Rundfunk halten. ilpslegcun^' lateriol inrfgf' ffantc ■SaugelN« SvmS, (Leim Be r Iin . 26. Juni. Unter der Tleberfchrift .^as neue Kabinett gesichert" schreibt die .Germania" u. a.: Dieser- Kabinett, da- de facto j on den Parteien der Grossen Koa - i : : f i p n getrogen ist. wird sein Programm nrf die Richtlinien auf bauen, die Gegenstand tflunfl finden, ohne dass die Haltung der in '«r Regierung vertretenen Fraktionen koalittons- -lifeifl gebunden ist. Wenn die Fraktionen bei >n Reichstag vorstellen, der mich einer nicht y 83 50 13 11 33 51 04 128 <85 ,46 I6S ,25 jjO 50-' ,00 40? 3i3 ,01 035 ,42 ,68 129 125 177 274 952 allzu langen Sommertagung in die Serien gehen wird. Die entscheidenden Proben seiner Leben-- und Arbeitsfähigkeit wird das neue Kabinett wohl erst im kommenden gerbst und Winter abzulegen haben. Der Beschluß des Zentrums. Berlin. 26. Juni. (D. D. Z.) Die Zen- trumsftaktion hat sich am Montag abend mit der Regierungsbildung beschäftigt. Sic hat bt- schlosfen, grundsätzlich den für die Kabinettsbildung vorgesehenen Mitgliedern der Fraktion die Genehmigung zum Eintritt In die ReichSregierung zu geben. Die Entscheidung über die Personenfrage wurde auf DienStag vormittag zurückgestellt. Für daS Zentrum kommen in der neuen ReichSregierung äusser dem Arbeitsministerium das Ministerium für die besetzten Gebiete und daS Derkehtsministetium in Frage. Roch umstritten ist die Besetzung deS ReichS- etnähtung-ministetiums. das der Abg. Müller-Franken bisher vergeblich verschiedenen Persönlichleiten angeboten hat. Es ist möglich, dass auch diese- Ministerium für das Zentrum in Betracht kommt. 3n diesem Falle aber würde das Arbeitsministerium für da- Zentrum hinfort in Wegfall kommen. Der Plan, einem der Vertreter deS Zentrum- ausserdem den Vize- kanzletpostenzu übertragen, ist fallengelallen worden. DaS Zentrum wünscht diesen Posten nicht zu übernehmen. Ferner erfahren wir. dass der Abg. Müller- Franken sich entschlossen hat. auf die Wiederbestellung eine- Vizekanzlers zu verzichtem Wie man weiter erfährt, hat der Abg. Müller-Franken sich den endgültigen Bescheid der Fraktion bis DienStag vormittag 11 Übr erbeten. Der Reichspräsident soll bann vom Abg. Müller-Franken am Dienstagabend 7 Ufer unterrichtet werden. Die kommenden Männer. Die vorauösichtlichcVerkeilung derRefsortst Be r 11 n, 25. 3uni. (prlo.-IcL) Rach der zustimmenden Erklärung Dr. Slrcfemann» hält man in parlamentarischen streifen das Zustandekommen eines Kabinetts der Persönlichkeiten" ohne Bindung der Fraktionen nunmehr für gesichert. 3n den wandclgängen des Reichstag» wird daher heute die Personenfrage lebhaft erörtert. Dian zweifelt nicht daran, dass der Abg. Müller- Franken, der vom Reichspräsidenten mit Verhandlungen über die Regierungsbildung betraut ist. selbst das Reichskanzleramt übernehmen wird. 3m übrigen glaubt man in parlamentarischen streifen, dass da» neue Kabinett etwa folgender- mafecn aussehen wird: Reichsaufzenminister. Dr. Slrcfemann (Deutsche Volksparteis. Reichswirtschastsminister: Dr. (urliu» (Deutsche voikspartels. Rrichsjustizminister: Dr. stoch (Demofrat). Reichssinanzminister: Dr. hilferding (So).). Reichsinnenminister: Seoering (So).). Reichsarbeitsminister: Dr. Broun» (Zentrum). Reichsoerkehrsminister: Dr. Wirth (Zentrum). Reichsminister für die befefefen Gebiete: von Guerord (Zentrum). Reichswehrminisler: von Gröner (ohne Partei). Reichspostminister: Dr. Schötzel (Bayer. Volksportei) Dae Amt eine» Vizekanzler» dürste in dem neuen Kabinett unbesetzt bleiben. Die Schwierigkeiten der Personenauswahl liegen gegenwärtig in der Hauptsache bei der Fruge, wer da» Reichsernäh- rungsministerium verwalten soll. Keine der beteiligten Parteien zeigt grosse Reigung, gegen die Opposition der Deutsche.ationolen und der Bauernpartei einen Mann für diesen Posten bereitzustellen. AI» Kandidat wird laut „vorwärts" von einem Teil de» Zentrum» der frühere Reichsernährung»- und JinaQ)mi«iflcr Hermes oorgeschlogen. Sollte Hermen nicht Ernährungsminister werden, so gelte al» nächster Anwärter für diesen Posten der Demokrat Dietrich (Boden). Uülitt (Stio_____ TöTfti von unserem -P-Berichterstotter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Pari-, 25. 3unt 1928. Der Franken beS Germinat vom Jahre Xi der grossen französischen Revolution ist tot. ES lebe ber Zwanzig-EenttmeS- Franlen von 1928! Kabinett. Kammer unb Senat haben bte bittere Pille geschluckt, bie schon weit früher hätte gereicht werben können, wenn bie Währungsfrage nicht ein gar zu probates Mittel gewesen wäre, bas Kabinett ber Rationalen Einigung mit Poincar6 an der Spitze über bie Fährlichkeiten parlamentarischer Strubel in ben letzten anbert- halb Jahren hinüberzuretten. Die französischen Linksparteien haben zwar auch im allgemeinen keine befonberen 3bccn gehabt als bie Vertreter des Rationalblocks seligen unb unseligen Angedenken- — ber sich während ber zwei letzten Safere ber alten Kammer hinter dem Feigenblatt .Unton nationale“ schämig verbarg —, aber sie haben boch im Jahre 1924 und 1925 eine Stabilisierung des Franken vorgeschlagen, die nicht viel von berfenigen anderer Länder abwich. Gs waren mehr inner- und aussenpolitische Prestige- denn sinanzielle Grünbe. die ber damaligen parlamentarischen Opposition bie Worte In den Mund legten: .Wir nehmen feinen Verstoss gegen die Verpflichtungen beS Staates hin!" Damals hätte man den Franken zu einem wei t besseren KurSstanbe stabilisieren können als jetzt. Auch Herr Poincarß erklärte noch vor einem Jahre, bie Stabilisierung setze drei Dinge voraus: politische Stabilität. Angleichung der Preise unb allgemeine Regelung des Schuldendrosilerns. Heute sind diese drei Bedingungen ebensowenig erfüllt wie vor Jahresfrist, und boch war eS Poincare Vorbehalten. bie Stabilisierung durchzubrücken, ber er im Innersten feine» Herzens — auch wieder auS Prestigegründen — widerstrebte. Auf der anderen Seite wird unb darf er aber auch eine gewisse Genugtuung darüber empfinden, bass er sell»st die erste Etappe vollenden konnte, die er sich auf dem feit ben stürmischen Julitagen 1928 zurückgelcgten Wege der Finanzsanierung gesteckt hatte. Rur einem Wcllter ber politischen und parlamentarischen Routtne wie P o i n c a r e konnte eS gelingen, eine so übergrosse Mehrheit für die währungspolitischen Massnahmen zu flabert. die von einem grossen Teile des Parlaments unb deS Landes nur widerstreben!) bin» genommen werden. Die amerikanischen Zahnärzte sollen bie reizenbe Gewohnheit haben, ihren Klienten Geschmack an ber Zange baburch beiaubringen, dass sie mit Jazzmelä)ien ihre Sinne benebeln; immerhin ein angenehmeres Mittel alS bas übliche Ehloroform. Do liess auch Poincare am Donnerstag bei ihm ungekannte Minen springen, um die Kammer von ber Rotwendigieit der Stabilisierung zu überzeugen. Gr. ber immer Verärgerte. Angriffslustige unb Gittgeschwollene. hatte bas stete Lächeln auf ben Lippen und bie gute Laune bes Wortes. Das lässt auch ben raschen Stimmungs- umfchwung ber neuen Kammer verstehen, die Links, Rechts und in ber Mitte in ber letzten Woche nicht wenig verärger, war. Hat man boch allen Ernstes nach ben Gerüchten über bie Demission des Gouverneurs ber Dank von Frankreich das bevorstehende 2luf fliegen des Kabinetts Poincare. nicht zuletzt auch wegen innerer Zwistigkeiten im Kabinetts'chossc säbst, vor- ausgesagt. Bezeichnend ist jedenfalls, dass Pen- fionsminister Marin, dessen Gruppe däemeisten Stresemonns Antwort an Hermann Müller. Der lin, 25. Juni. (DB) lieber die Ant- nort, bie der Führer ber Deutschen Volkspartei. KeichSaussenminifter Dr. Stresemarm. an den "beauftragten des ReichSpräf identen auf bie nage gegeben hat. ob er bereit fei, alS Fach- Minister i n ein Kabinett der Weimarer Koalition, eventuell in ein sogen. Robinett der Persönlichkeiten, ein- rutreten. sind in ber Presse vielfach irrige Meldungen verbreitet. Die Rattonalliberale Korrespondenz gibt daher bei folgenden Wortlaut ■er Antwort Stresemann« toieber: ..Ich »alte die sogen. Grosse Koaliton für bie Ee fi e prakttfche Möglichkeit, um einigermaßen labile RegierungSverhältniffe in Deutschland zu schaffen. Dem versuch, sie auf der Bast» eine» von den Fraktionen im voran» feflgeleglen Programm» zu bilden, habe ich von vornherein mit Skepsis geaenubergcstanden, weil e» psychologisch kaum möglich ist. ein auf jaferc berechnete» Programm in wirtschaft» . handel»-, sozial-, steuer-, inner- unb aussenpolitischer Einsicht im voraus von allen beteiligten Zraktionen sich billigen zu lassen. Nachdem dieser Versuch, wie Sie mir mitteilen, t »n Ihnen als gescheiter t angesehen wird, be- . wichtigen Sie, die sogenannte Weimarer In a l i t i o n zu bilden und haben an mich die Frage gerichtet, ob ich bereit fein würde, mich dieser Koalition als F a dj m i n i ft e r zur Verfügung stellen. Ich muss diese Frage verneinen. ? nmal ist die» angesichts meiner Stellung in der unmöglich, unb weiterhin erscheint mir die ‘lWeimarer Koalition al» eine zu schwache 8o f i • , um die großen aussenpolitischen Fragen, i; ementlhh die Frage der enbgülligen fRepara- t I o n • Io fu n g, mit der für die Regierung not- wnbfgen Autorltöt zu vertreten. Ich glaube nach öe uor, dass ein Zufammenwirken von Sozial- »«motraten bi» Vollspattei notwendig und nö g 11 d) ist. Diese» Zusammenwirken wird am besten zum (Erfolge führen, wenn Persönlichkcitcn au» den Fraktionen der Grofeen Koalition sich über bas Programm klar werden, mit dem sie vor den Reichstag treten, unb ihrerseits mit diesem Programm stehen und fallen. Line solche Kabinett»- ‘ llbung entsoricht auch dem Geiste der deutsdx'n Reichsoersassung, die nur die persönliche verant wortlichkeil der Reichsminifter. nicht aber bie verantworttichkeit von Fraktionen kennt. fdjon, von wenigen abgesehen, über einen gro- •wn Komplex von Fragen überhaupt völlige Ueber- nstimmiing besteht, würde ich Vorschlägen, einen Dchen Versuch zu machen. Wenn in einigen Fra- *n nicht alle Fraktionen einstimmig sind, so ist ig int werden dürfen -w erniius. fiant, Thv^ iige Hamen betaue Solh-Pascha und £r Poriräigalerie gr- o recht nerfinnbiD- rlond Deutschlanstt ii die SviK" at. Gerade in o® i beitragen, die rub , heiler und Rarer r t herauSzuMn niflem. 3ta-. Aufwertter zählt. eS vorzog. bie programmatische Rebe bes Regierungschef- im ..Staats-» anzeiger" nachzulesen, statt sie auf ber Minister- bank sich persönlich anzuhörcn. Sin Sturz ber Regierung gerade über die Stabilisierungsfrage wäre nicht mir beswegen unverstänbllich. weil niemanb im Halbrunde bes PalaiS Bourbon bie Verantwortung bafür übernehmen möchte, ton- bem well auch bie (Stabilität bes Franken schon seit jenem Dekret vom 10. Januar, bas bie Schranken für bie Kapitalausfuhr nieberlogte, bestand, und durch die (Lin- und Aussuhr- erlaubniS für Gold unb Devisen eine bem jetzt gesetzlich geschaffenen Zustande sehr nahekom- menbe Lage vorherrschte. wo recht froh über die nunmehr geietzllch garantierte Beständigkeit der französischen Währung ist allerdings niemand. Mehr oder minder wiegt in Frankreich eben doch bie Meinung vor. dir Stabilisierung fei nicht die Sanktionierung einer fpezifischen Arbeit unb Anstrengung, sondern nur die Decke, die man hastig über einen Währungsirrtum breitet. Daran ist zum mindesten so viel richtig, dass schleunigst jenem System der Aufwertung - /Valorisierung" sogen bie Techniker — ber Kredittnslatton ein ®nbe gemacht werden muhte. daS die Währungspolitik der Regierung gezeittgt hatte. Das Volk hatte, wie eine Zuschrift eine- Provinzler- an ein Pariser Blatt jüngst besagte, mehr Vertrauen in die Finanzierung als die Finanz- Politiker und Fachleute. Es habe Poincare vertraut. weil eS in ihm den entschlossenen A u f w e r t l e r zu sehen glaubte. Weithin ist jebensallS die Befürchtung vorhanden, bass neue P r eissteigerungen unb Erhöhung von Löhnen unb Gehältern als unangenehme Begleit- erfchemungen ber Stabilisierung folgen werden. Poincare bemühte sich zwar, die Oefsenllichkeit über eine Preissteigeruna zu beruhigen, rechnet aber doch wohl mit eiiWr solchen, wenn er sich zur Abstellung ber Missbräuche bereit erklärte. Oie etwa au stauchen sollten. Aus ber einen Seile hat Frankreich noch einen Golbpreisinber von 130. ber in Deutschland auf 140. in ber Schweiz auf 146 und in England auf 150 steht Auf der anderen Seite besteht aber doch auch die Möglichkeit. bass die oft künstlich aus gedunsenen Weltmarktpreise nach ber lyrantenftabdi» fierung eine s inkende Tendenz bekunden werden. was eine Minderung der Konkurrenzfähigkeit Frankreichs und eine Probuktions- krife zur Folge haben müsste. Das in ben Wandelgängen ber Kammer in Umlauf gesetzte Wert eines Radikalsozial'sten. <5tabilüierung löse die Wahrungsfrage ebenso wenig, wie bie Ablehnung des Antrags Walter und die Enthaftung Rossös unb Ricklins bie elsäsliche Frage lösen werben, hat gewiss recht viel für sich $ür sofortige Räumung der Rheintande. Tic„TailyRcwtz"gcgenPolcnundAranlreich London. 26. Juni. (WTB. Funtspruch.) In be.* .Daily Rews-Westminster-Gazette schreibt Wilson Harri- $u den Aeusserungen deS polnischen Aussenministers Zaleskt über das Rheinlandproblem: Die Alliierten haben erklärt, dass die deutschen Abrüstungsver- pflichtungen erfüllt sind. Die ReparationS- tommission ist. überzeugt, dass Deutschland gemäss dem Dawesplai alles zahlt, waS eS zahlen kann. In der Frage ber Sicherheit gewährt der Völkerbund eine Garantie, daS Locarno-Abkommen eine zweite unb der Kellogg-Pakt eine dritte. Was kann Frankreich ober Polen, was kann über- nrit 1U| *'SÖ rr Schi I Ä *•*& « kr & ’Ä? -’- AS Wen «eben Aktive Anschlußpolitik. Eigener Drahtbericht des „Giessener Anzeigers^. Berlin, 26. Juni. Dieser Tage ist bcrOefter« reichisch-deutsche Bolksbund, besten Vorsitzender der Reichstagspräiibent Lobe ist, bei den verschiedensten öffentlichen Körperschaften vor- fteUig geworden, um die Strassen und Bahnhöfe in Deutschland, die nach Siegen im preußischen Kriege von 1866 über Oesterreich benannt worden waren, in einem dem grofebeutfdjen Gedanken und dem Anschluss Oesterreichs an das Deutsche Reich huldigenden Sinne u m z u bene n n e n. In Berlin handelt es sich hierbei um die Königgrätzer Strasse, um die Sadowa-, Git- it__ T“jW- 168,16 Jl,»6 111,65 58, 111,9 80,» 69,6 li,86 lnl 1Z ta'TM- Äoma len' m In Turn- unb Derbefeerte ftjjL Jen. ftart. 1,60 K-" Jene Janbdjtn mii ■> H iftrufhoer Addilbunec - lf.un9 im Onkrtfl? br ’ des mobernen Zurr i- ,°"ld bei ber grof- ebenen Hebungen. > D ; ^b ben Säbigfenr tn nngemefien ijni . Wng finben. (Serk: t 24ii 3 lei: _.^om titfn« . Otto tftanlt, Idag*. n-^irtmtDerkr fra toill, baf] unter 3-j it DaS heißt, et ah ier Daten, wie * ,v jetmifllfen Im' „• Erlebnissen c' 5 Dürgertum, ncrung an h ,(t; ■ ul, die ich. Seinem'i-k'.'.- jeirachkq Müi - Drltnasm. dir \ük Tedank btnll k’A; Gefühle wachsen ■ Krieg erzeugte n.j Tobe verurteil' it 230 ipfe. Unter die! .cm Buch zusammen . MM" in Mr.- Warden unb in ihrn iten unb Die Debatte über den KnegöäKttmgspakl. Nie neue amerikanische Note. Herr Kellogg hat nach langem vorsichtigen lleberlcgen in Verfolgung seiner Bemühungen um einen internationalen Kriegs- ächtungspakt einen neuen Schritt getan: er hat ausgangs voriger Woche vierzehn Machten eine Bote überreichen lassen, die eine Erwiderung und Widerlegung der Bedenken enthält, wie sie auf Grund seiner ersten Bote vornehmlich von Frankreich und von England geäußert waren. Dabei war die Tendenz ganz verschieden: England stellte sich mehr auf den amerikanischen Gedankengang ein, suchte sich aber sehr starke Reservate zu sichern, während Frankreich, das mit einem amerikanisch-franzö- zösischen Sonderpakt geliebäugelt hatte, von einem allgemeinen Vertrag, der auch Deutschland einbezog, aber nicht allzu viel wissen wollte, sich nur in seiner eigenen Schlinge gefangen hatte und nun versuchen muhte, irgendwie herauszukommen. Gs wäre zunächst wichtig, festzustellen, dah tzerr Kellogg auf die englischen Vorbehalte, die praktisch darauf hinauslaufen, der amerikanischen Monroe-Doktrin eine englische Reichsmonroe-Doktrin entgcgenzusetzen, mit keinem Worte eingeht, woraus die Engländer, vielleicht nicht mit Unrecht, schließen, daß ihr Standpunkt stillschweigend von den Amerikanern anerkannt und dieser Grundsatz unausgesprochen in den künftigen Kriegsächtungspakt übernommen werden soll. Das muh noch nachzuprüfen sein, wie ja überhaupt ein solches Schriftstück einer genauen Buchstabenprüfung unterzogen werden muh, ehe das letzte Wort dazu zu sagen ist. Der erste Eindruck ist jedenfalls der. daß Herr Kellogg die französischen Bedenken mit einer Handbewegung beiseite schiebt, indem er den Wortlaut seines Vertrages überhaupt nicht ändert und lediglich in der einleitenden! Präambel einige Verallgemeinerungen vorgenommen hat, die wenigstens in der Form den französischen Wünschen Rechnung trägen. Er hat zu dem Zweck zunächst den Kreis derjenigen Regierungen erweitert, die als erste Unterzeichner der Rote gedacht sind, er will die ganzen Locarno-Mächte, also auch Polen und die Tschechoslowakei hinzunehmen, um so gewisser- mafcen die Garantie für den Locarno-Vertrag mit in den Antikriegspakt hineinzumauern. Sehr von obm herab behandelt Herr Kellogg den französischen Dorbchalt. daß Frankreich durch Reutralität-verträge gebunden sei. Er hält dem entgegen, dah das kein Hindernis bedeute, da alle diese Staaten ja ebenfalls dem großen Pakt beitreten könnten. Auch die übrigen französischen Einwendungen werden widerlegt. und wenn Herr Kellogg schließlich hin- zufügt, er hoffe, daß die Regierungen nunmehr sehr bald ihre Zustimmung erteilen mögen, dann kann man daraus wohl darauf schließen, daß er die Disvrssion über die materielle Frag: seines Vertragsentwur's als abgeschlossen betrachtet. Für Deutschland wird die Zustimmung nicht schwer sein, weil dieser Pakt ja in der Linie der deutschen Politik liegt. Wir werden die Unterzeichnung begrüßen, weil wir dann die Möglichkeit haben, auch von der Seite her auf eine Erfüllung der im Versailler Vertrag enthaltenen Zusagen auf allge- meine Abrüstung zu drängen. Keine Bedenken in Berlin. Watz wird Arankreich tun? Berlin. 25.3uni. lPrivatm^dung.) Heber den Eindruck der neuen Kellogg-Rote in Berliner politischen Kreisen erfahren wir: Die Rote stellt eine Zusammenfassung der in der Diskussion der vorigen amerikanischen Rote zu der gleichen Frage aufgetauchten. Gesichtspunkte und Einwendungen, besonders von französischer Seite, dar. Die rein formale Konzession an den französischen Standpunkt, die in der Ausnahme aller Locarnomächtc in die Zahl der ursprünglichen Unterzeichner liegt, und die Feststellung in der Präambel und der Rote, daß der etwaige Paktbrecher selbstverständlich aller Vorteile aus dem Pakte verlustig gehe, haben keinerlei Bedenken auf deutscher Seite hervorgerufen, ebensowenig die Aicsführungen der Rote und die Reufassung der Präambel, wobei dem von deutscher Seite vertretenen Standpunkt voll, zum Teil sogar in übereinstimmendem Wortlaut mit den deutschen Ausführungen Rechnung getragen worden (ft. Der Wert des Paktes liegt vor allem in dem moralischen Zwang zum Frieden, der unter der Autorität der größten Macht der Erde durch einen solchen Pakt miägeübt würde, weiter in der Verbesserung unserer Position in bet Abrüstungsfrage, die sich aus einem solchen Pakt ergäbe. Die Entwicklung wird zunächst von der Haltung Frankreichs abhängen. dessen Reserven nicht berücksichtigt, aber mit zwingender Logik ihrer Bedeutung entkleidet worden sind. Aus aller Welt. Tagung deö Bundes der technischen Angestellten. Der Bund dec technischen Angestellten und Beamten (Butab), die große freigewerkschaftliche Organisation der Techniker, hielt seinen 6. Bundestag in München ab. Die Mitgliederzahl des Verbandes betrug, wie der Geschäftsführer Schweitzer mitteilt«. Ende 1927 über 51 000, das Vermögen 1.029 Uli 11. Wk. Die Forderungen des Verbandes auf dem Gebiet des technischen Bildungswesens formulierte Ingenieur Lenz (Berlins: Schaffung eines einheitlichen Vollsbildungsgesehes. Beseitigung des Berech- tigungsmonopvls der höheren Schulen, Erleichterung des Aufstieges der Befähigten. einheitliche Ausgestaltung der Berufsschulen auf Grund der Berufsschulpflicht für all« Iugendlichen. Als technische Fachschulen sollen nur Anstalwn mit zweijährigem Lehrgang bei vollem Tagesunterricht gelten. Staatssekretär z. D. Prof. Hirsch sprach über die wirtschaftspolitischen Aufgaben der Arbeitnehmer. Der Redner wies auf daS immer stärkere Hineinwochsen der Sffenllichen Hand in die Wirtschaftsführung hin: sie erfasse bereits ein Sechster des deutschen Volksvermögens: über ein Zehntel der deutschen Vollsarbeit werd« im öffentlichen Auftrag geleistet. Diese Bewegung gehe unwiderstehlich weiter, doch fei eS keineswe^ gewiß, daß gemeinwirtschaftl'che 'Betriebe immer im gemcmwirt'chaEtlichen Geist geleitet würden. Die wichtigsten Ziele einer arbeitnehmerfreundlichen Politik seien Steigerung der Produktivität und vernünftige Rationalisierung in Herstellung und Verteilung. Ilcberwachung der Monopole und planmäßige Konjunktur- und Arbeitsmarktpvlitik. di« vielleicht schon bald wieder driirgender notwendig sein werde alS bisher. Spezielle Forderungen der Technik im Kampf um die Rationalisierung der Volkswirtschaft müßten sein: Erfinderschutz (llebergang im Patentrecht vom Anmelderprinzip zum Erfinderprin- zip entsprechend der Empfehlung des ReichS- wirtschastsrates). Beseitigung der Hemmung des wirtschaftlichen Fortschritts durch das .Geschäftsgeheimnis'". amtliche Kennzahlen für Kosten und Leistungen der Betriebe. Planmäßige Prvduk- tionspolitik verlange ferner: wirkliche Offenlegung der Rechnungslührung. Klarstellung der tatsächlichen Machtverhältnisse innerhalb der Unternehmungen, Befugnis der Arbeitnehmerauf- sichtsräte zur Rachprüsung der tatsächlichen G«° schäftsvorsÄle. Das Arbeitnehmertum selbst habe in den eigenen Reihen für weitgehende wirtschaftliche Durchbildung zu sorgen. Zur Kohlenwirtschaft faßte der Bundestag auf Antrag von Halbfell (Buer) eine Entschließung, die vvm Reichstag Vor- schriften fordert, nach denen die Berechnung der Selbstkosten und Erlöse. Bilanz auf st ellung und Statistik über Produktion und 2ll»satz aller Berg- Werkerzeugnisse von den Werken nach einem einheitlichen Schema durchzuführen sind und eilte Stelle mit den erforderlichen Befugnissen zu bilden ift. die die 'Beachtung dieser Vorschriften kontrolliert. Den Unternehmern form-' nicht die alleinige Verfügung über die Bodenschätze und die schiner- und Trautenauer Straße und noch einige andere, bie seinerzeit als Erinnerung an die deutschen Siege über Oesterreich so benannt wurden. Der Oesteereichisch-deutsche Volksbund hat seine Vorschläge dem Reichsstädtetag, den Stadtgemein- den, den Landgemeindebünden, dem Berliner Ma- giftrat und dem Berliner Polizeipräsidium unterbreitet und diese Körperschaften zu einer Sitzung eingeladen, die kürzlich im Reichstogsgebäude ftatr fand. Alle an der Sitzung beteiligten Organisationen hoben sich durchaus in zu stimmender Weise ausgedrückt und eine Resolution gefaßt, in der u. o. zum Ausdruck kommt, daß in allen deutschen Städten eine grotzdeutsche und eine österreichische Straße geschaffen werden soll, um damit den Anschlußgedanken und die Ge- meinschaft beider Brudervölker auf sinnfällige Weise zu symbolisieren. Auch ist angeregt worden, bei Neubenennung von Straßen die Namen be- bekannter österreichischer Künstler der Vergangenheit und Gegenwart in verstärktem Maße heranzuziehen. 3m übrigen sollen am 12. November, dem 10jährigen Erinnerungstog an das Inkrafttreten der österreichiscken Verfassung, in der zum Ausdruck kam, daß Oesterreich ein Bestandteil des Deutschen Reiches ist, allerorts eindrucksvolle Kundgebungen für den An - s ch l u ß veranstaltet werden und bis dahin auch die Umbenennungen und Neubenennimgen in dem erwähnten Sinne stattfinden. Oie Tragödie der „Italia". Die Versuche, der verunglückten „Italia"- Wonnsthaft zu Hilfe zu eilen, haben zwar man» cherlei erfreulich« Ergebnisse gezeitigt, es gelang, Robiles Lager ausfindig #u machen, ja ein kühner Flieger hat den Leiter der italienischen Expedition in Sicherheit gebracht. Dafür treibt der Pilot jetzt auf einer Scholle, nachdem bei einem zweiten Landungsmanöver sein Flugzeug zu Bruch gegangen ist. ilnb weiter fehlt von A m u n d s e n und dessen Begleiter D i et- ri ch s o h n ‘ jebe Spur, so daß für sie bas Schlimmste befürchtet werden muh, zumal die bisherigen Rachforschungen, die sehr eingehend und genau waren, nicht den leisesten Anhalt für eine Rotlandung ergeben haben. Drei Mann haben sich geopfert, dafür ist ein Mann befreit worden k Eigenartig berührt eS, dah Robil« als e r st e r seinen unfreitoUIigen Aufenthaltsort verlassen und feine Kameraden auf der gefährlichen Eispressungen ausgesetzten Scholle zurück- gelassen hat, obwohl eS doch bisher Brauch war. baß der Kapitän solange an Bord des sinkenden Schiffes bleibt, bis alle« in Sicherheit gebracht ist. Zuzugeben ist. dah Robile in dem Kampf mit den Eisgewalten nicht unerheblich verletzt wurde. Aber seit dem 25. Mai liegt in seinem Zelt ein Skandinavier, der sich nicht rühren kann und der wohl als erster hätte gerettet werden müssen. Robile hat ihn zurück- gelassen, hat damit wieder einmal gezeigt, wes Geistes Kind er ist. Für genügende Aufklärung über seinen L har alter hatte übrigens A m u n d - s e n schon gesorgt, der. obwohl er aus der Rorge-Fahrt von Robile in der unkameradschaftlichsten Weise behandelt worden war. sich dennoch auf gemacht hat, seinen Feind zu retten. Diese Rettungsaktion ist ihm anscheinend zum Verhängnis geworden. vo nimmt bie „Italia"-Tragödie ungehemmt ihren Lauf. Roch viele werden versuchen, an die treibenden Schollen heranzukommen, werden aber hier oder auf der Suche nach der unter sehr eigenartigen Umftänben, über di« sich Robile bis heute mit einer auffallenden Hartnäckigkeit ausgeschwiegen hat, verschollenen Malmareen- Gruppc oder den mit der Baillon-Hülle davon getriebenen Italienern Schiffbruch erleiden und vielleicht niemals wieder zurücüehren. Lind fragen wir uns nach dem Zweck des schlecht vorbereiteten und überstürzt in Angriff genommenen „Italia"-llntetnehmens, das sicherlich schon jetzt mehr als zehn Menschenleben gefordert hat, dann gibt es darauf immer nur die gleiche Antwort: das an Heldentaten arme fafzistische Italien braucht Ruhm und Ehre, um .. die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken, llnd dazu sollte die Annexion des Rordpvls durch die „Italia" dienen, die von einer schrecklichen Katastrophe ereilt worden ist und deren am Leben gebliebene Desahungsmitglieder nun von einigen kühnen Männern, die tausendmal mehr geleistet haben, als «in Rcckile, unter unsäglichen Anstrengungen herausgehauen werden müssen. Nobiles Rettung. War qm der Kapitän zuerst geborgen wurde. Oslo, 25.3uni. (WB.) Wie die italienische Gesandtschaft mitteilt, beruht die Nachricht, daß zwei Mitglieder der „Italio"-Mannfchaft gerettet worden seien, auf einem Irrtum. Gestern wurde nur General Nobile s e l b st gerettet. — Gin Funkspruch des Kommandanten der „Litta di Milano", der um ein Uhr früh in Rom eintraf, gibt solgende Efn ze l h e i te n über die Rettung Nobiles und den Gesundheitszustand des Nordpolforschers. Bei seiner ersten Landung konnte der Flieger Lundborg den Techniker C e c i o n i nicht mitnehmen, da dieser zu schwer war. Deswegen hatte Lundborg bei feinem zweiten Flug seinen Mechaniker nicht mehr mitgenommen. Nach dem Abslug Nobiles übernahm Leutnant zur See Biglievj den Befehl über die zurückgebliebene Gruppe. Don der „Citta di Milano'* wurde folgende» Bulletin über den Zustand Nobiles bekannt- gegeben: „Bruch des rechten Schienbeines mit geringer Verrückung der Knochentcile, der jedoch bereits in Heilung begriffen fei, Verrenkung de» rechten Fußes mit Sehnenreißung. Der 5)ev lungsprozeß wird wahrscheinlich vierzig Tage dauern." Um 2 llhr früh kam ein Bericht RobilcS selbst, der wie folgt lautete: AlS Leutnant Lunb- borg bei unserem Zelt landete, sagte ich ihm. er sollte erst Eecioni mitnehmen. dann Behunck. bann Troiani und dann mich selbst und endlich Vialievi und Biagi. Lundborg lehnte dies ab und teilte mir mit. er habe Befehl erhalten, zuerst mich mitzunehmen, damit ich die zu der Suche nach den anderen nötigen Angaben machen könnt«. Er und meine Kaineraden bestanden darauf, dah ich zuerst abfliegen sollte: diese sagten, dies würde sie beruhigen I ch gab widerwillig n a ch. Dor meinem Abslug übergab ich Leutnant Dialiem das Kommando Die Stimmung meiner Kameraden ist ausgezeichnet. Ich hoffe, daß ich fie bald werd? umarmen tonnen, und bah die göttliche Vorsehung mir erlauben wird, auch meine anderen Mitarbeiter wiederzusehen Sie Schuld am Siegelsdorfer LisenbahmmM. Das Urteil eines unabhängigen Sachverständigen Gleis- und Tammjchädeu als Ursache der Katastrophe. München, 25. 3uni. (XU.) Mährend am Samstag die ReichsbahndirektionRürn- berg einen Bericht Verausgab, wonach die mutmaßliche Arfache des großen Eisenbahnunglücks bei Siegelsdorf die ll e b e r j ch r e i t u n g der Fahrt- geschwindigkeit fein dürfte, veröffentlicht am Montag die „Münchener Zeitung" eine Unterredung mit Professor Holter, dem Sachverständigen für Eisenbahnbau an der Technischen Hochschule in München, der durch die Staatsanwaltschaft 5 üvtt) erfucht worden war, seine Ansicht über die Ursache des Unglücks zu äußern. Bei seiner Untersuchung an Ort und Stelle hätten sich an der Unfallstelle und unmittelbar vor ihr zwei Fehler gezeigl, die wohl bas Unglück verschuldet haben könnten, nämlich Schäden im Gleise infolge ungenügender pflege und Absenkung d es Bahndammes durch eine im November 1927 durchgeführte Gleisverlegung nnd vammoerbrei- t e r u n g. Die Reichsbahn habe diese Schäden sehr wohlgekannt und auch Derbefferungen vor- genommen. Diese Ausbefserungsarbeiten seien am Mittag vor der lluglücksnocht beendet worden, ohne daß sie aber den Schaden wirklich behoben hätten. 3m Gegenteil soll man mit ihnen dort a u f g e h ö r t haben, wo ;n den alten Schäden des Gleises noch die neuen Absenkungen im Damm gekommen seien. Professor Halter kommt zu dem Ergebnis, da an bet Lokomotive selbst keine Schäden gefunden worden stnd, die die Entgleisung hätten verursachen können, hierdurch sei die große Wahrscheinlichkeit gegeben, dah d l e Schäden am Gleis und a m Damm bie Ursache der Katastrophe fein könnten. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft teilt demgegenüber mit, dah fit an den in ihrem Bericht milgeteiltcn Feststellungen festhalten muffe, nvd daß stch neue Moment«, die eine andere Beurteilung zulassen, nicht ergeben hätten. Staatsanwalt gegen Reichsbahn Dürnberg, 25. Iuni. iTel.) Dom Staats- antoalt des Landgerichtes Fürth Wirb folgen beS mitgeteilt: Die wiederholten Preffeäußerungen ber ReichSbabnbiroktion Rürnber g über bie Ursache des Eisenbahnunglücks in Sic- gelsbors und über bie Schuldtrage nötigen mich xu folgender Erklärung: Heber bie Ursache oes Eisenbahnunglücks in Siegels do rs fmb vvn der Staatsanwaltschaft Fürth unter Mitwirkung des Lanbeskriminakdienstes. der Polizeibirektion Rürnberg-Fürth unb unter Beziehung namhafter unabhän gifl er Sachver- stänbiger umfangreiche 6rl>rfnmgen gepflogen worden, bie jetzt zu einem gewissen Abschluß gekommen iinb. Die Rücksicht auf bie Rechtspflege unb bie Interessen ber Beteiligten verbieten mir, in eine öffentliche Erörterung über bas Ergebnis ber Erfahrungen einzutreten. Da aber aus Verlautbarungen ber Reichsbahn- birettion der Schluß gezogen werben könnte, als seien diese Veröffentlichungen im Benehmen mit mir erfolgt, ober hätten sich mit meiner Auffassung gedeckt, muß ich erklären, baß dieser Schluß irrtümlich wäre. Im übrigen muh daran festgehalten werben, bah die Schulbfrag« an bem Eisenbahnunglück in Siegelsbvrf nicht die Reichs da h n v e riv a l t ung . deren Beamte als Beschuldigte in Betracht kommen könnten, sondern letzten Endes die Gerichte entscheiden. gez. Der 1. Staatsanwalt. alleinige Bestimmung übet Zechenstivegung enb Einschränkung überladen bleiben. Ein« wettere Entschließung verlangt, daß Preußen unb Bayern alle Mittel anwenden, um die Saargruben wieder unter ihre Verwaltung zurüchuführen. Die großen Betri cbseinschränkungen in ber Saar- lohlenprobuktion ließen bie Absicht einer Der- chiebung der PrvduttionsbasiS nach Lothringen deutlich erkennen. Dabei werd- in den Gruben rücksichtslos Raubbau getrieben, so befi nach ihrer Rückgabe voraussichtlich erhebliche Zuschüsse notwendig sein mürben. Ferner sprach bie Tagung die Enttäuschung gerade ber Techniker über ben Reglerungsentwurf einet Reichs-ArbeitszeitgesetzeS aus. tmej auf bie ungünstigen ArLeitszeiloerhälmiNe großer Gruppen ber technischen Angeitclllen namentlich im Bergbau unter Tage unb in ben Hüttenbetrieben hin unb stellte eine Reihe von Forderungen, vor allem nach Ratifizierung bet Was hing toner Abkommens. Schließlich wurde ausreichender Erfinderschutz, am besten durch Amgeftaltung des Arve? tsv.-rtragsrechtO gefordert. Kilchuers Bericht. Der Ast en forsche r Wilhelm 5 i^ch ntr ist am Sonntag nach München von feiner Forfchunasrettr in Zentralasien zurückgekehrt. Der Münchner Telegrammzeitung machte er ausführliche Mitteilungen über seine Expedition. Danach handelle es sich bei dieser Reife um die Durchführung e r b m a . gnetischcr Messungen. Zuerst führte ber Forscher der Weg durch Rußland. Zm Winter 1926/27 war er völlig mittellos. Er hatte so gut wie nichts zu essen und mußte barfuß gehen. Iro| dieser bedrückenden Umstände Hal er seine Arbeit», lückenlos durchgeführt. Er war oft 12 bi» 14 Stund,, am Tage mit feinen Messunaen beschäftige Aus bttr Wege nach Lhasa setzte Fllchner unter autzerorde«. lichen Schwierigkeiten fein# Messungen im üodjlag von Tibet fort. Hände und Fuße waren ihm n- froren. Er erlitt einen Bruch an ber rechten Ho ich unb später noch verschiedene Verletzungen, Rippen, bräche und einen Bruch am rechten Futz. Troy alle- dem gelang es ihm, seine Dorgenommcnen Arbeiten zu vollenden. Born D a (a i Lama erhielt Filchner, vermutlich auf Aufforderung von englischer Seitz hin, großzügige Hilfe. Qm März 1928 über, querte der Forscher den Himalaja. Daß man ihn einige Zeit für ermordet hielt, war auf ein Mißverständnis zurückzuführen. Es wurden damals zed> franzöfifche Missionare von tibetanischen Priester, umgebracht. Außer den erdmagnetischen Mesiunaci hat Filchner das gesamte Reisegebiet kartographisch aufgenommen und 23 000 Meter Filmaufnahmen für die Ufa gemacht. Die Heldentat eines Weichenwärters. Beim Einfahren des Wiener Schnellzuges m den Bahnhof Radkersburg in Steiermark bc merkte ein Weichenwärter, daß, obwohl Dos 6 t g - n a t auf freie Fahrt ftanb, eine Deiche falsch g e ft e 111 mar. so daß ber Schnell zug verunglücken mutzte. Der Leichen man er wagte es, im letzten A u g e n b l i ck die Leiche herumzureißen. Er konnte ober nicht mehr rechtzeitig zur Seite springen und stürzte unmittelbar vor dem heranbrausenden Schnellzug auf die Schienen. Er wurde auf der Stelle getötet Der pflichttreue Beamte hinterlätzt eine Witwe uni zwei minderjährige Kinder. Wolkenbruch am JTIagara. Bei einem 15 Stunden andauernden Wolle» bruch im Bezirk ber Rlagara-Fälle sink» t> V tr Menschen, davon drei ausländisch« Einwa» । derer, ums Leben gekommen. Der Sachschaden beträgt mindestens 100 000 Dollars. 5$, «Ära*.* ,f ' Sergen. 1 ncht so en . Spraye iaacn M Er« lv-HscS Mrk. g rufen in violet -ix der ' Wrrn. der 2! veckSdurtchc m TXschllager un Ur2> wem rmambtn * 'Wen wollte. । ••nenn Schätz ■er M E i^runbc 'cineS r j'enbe leimt geöliel |:r.ft nur miße r.i! geleugnet nicht, daß Btt I'.ek •rtdt sich W gtgen. er W frrt'rrcia, tMT L-b bie meid ' sich irr. ihn bc-.mnrö M ■ ff tret über k - — Xage sf< tznkrtzr: „Ta^e 3’ WM Aasc Englisch«, öemi Urea con Prof »niet hörfoal 1846, 61 1 llljr im Oie Wetterlage. &2* }6ehwD.prtch fasst Hehh Wadi, Dauerhaf ^riebssi ^iswei DieMerkn ^^aben Übe Aus Oer Provinzialbauptsiadt Utrun^ tonnten unb über ihrer TBirt btid. Iinten Seile de- Wege» und hinter dem öulen St rasteniPerrungen mü Bundesvorstands Berliner Börse (IDeltere Cotolnadjridjlen im 2. Blatt.) Eingesandt 1 Le aujlöldxn tonnen, nxie In ®eüt jilmaundz ttn bat cichtspielhau» hre Sachen bep Vornottzeu sie besitzt diesen Fehler nicht, ater Ur im „Bayrischen chos ichtspielhau». Versuch mit tterlage. Preis: RM. 2.20und375, Merk % Liter 10.50 Konsumverein Dieben u.W.eti.b.H Markenablieferung Miele Elektro Waschmaschine Gießen / Neuenweg 4 Am 30. Juni geht das laufende Geschäftsjahr zu Ende. Den Mitgliedern wird die Erspar nis wieder auf Grund des Umsatzes zuge teilt Die Mitglieder erhalten die Vorteile ihrer eigenen Arbeit Hat das Mitglied seine Pflichten gegenüber der Genossen schäft restlos erfüllt ist diesem auch ein großer Erfolg beschieden Mitglieder liefert Marken und Anteilkarte pünktlich ab, damit Bestimmt zu haben bet 4.Voll, Kreuz-Drogerie, Bahnhofstraße 51. Oarl Reibe», hoff. Drogerie, Kreuzplatz 9 10. 721V 574Aa llchen Leistungen tollen re, werden. Ihre Durchführung nur lagert Wie schön hie Bäume früher waren, kann man aut dem nviteten Weg rechts auf der iflngen 6 :uch en Hofen. Aup perlenrod —Ulrichstein im Zuge der Ohmstrahc für alle Fahrzeuge bis aus weiteres. Umleitung über Stumpertenroh—UM^Seibertenrod ober Grost-Gichen Babenhausen II. hilft teme Meteor» Fall, hast sich am S Beide haben glsichderrch Wulikaus'chust des Säng ‘Beteiligung an dem B u n de - s ä n g e r t a g in G testen. lops. nach dem Ftugp.u! ftümmeile Bäume Hs i1 »"»TEUFE zu. sind derartig per» lehr au wünschen, dast werden uns tten leine Zeit mehr für solche Stim« Möglich, da st wir so hm. als ob wir des Himmels öffnen sollten, hervorgehoben. dast nach wissenschaftlichen Beohichtungen diese Aeael nicht stimmt. Allo bcifot es abwarten unb di« stellen vom 5.-20. Juli 1928 auf die verzichtet, OX-ÜLTRA-3a. ..... sie ist besser unb habet beheulenb tparfamer. estalenberfürDicnstag. Stadt. Ganzer tm Fasching". Komödie von Rich. t Sitz und Stimme im Bundes Bon der Aus» IParum ärgern Sie sich immer wieder, bah Ihre Zahnpasta beim Gebrauch so spritzt unb Ihnen ftbesmal offtraße: ..Schwere Zungen — leichte Mädchen". - kona*Cid)iipteie „lamon der Prärie“. — Englisches Seminar her Lande» J e Merkmale aller Miele-Erzeugnissa Zu haben in den einschlägigen Geschäften. BiOXULTDA Die stark schäum ende Sauerstoff-Zahnpasta Besuchen Tie einmal die hessischen Automobilclub S B. l2. v. D ), frieren. Höhe, bevor man an das alt« gröstte t*n Suienkopf" kommt, sehen Ai iraMi’ft. Bit v und Zeitverlust erfolgen kann DER VORSTAND (Für Form und Inhalt aller unter dieser Bubrif stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung ) 64-85-96-105 M geaendiestriegsschuldlüge oeranstaltri die Gietzener Studentenschaft am Donneratugabenb in her neuen Hula. E» spricht Oberst a D. Schwert- feger aus Hannover Hon beachte die heutige Anzeige. nzelnen durch besser« Aussicht und empfindliche Strafen, dabei Veröffentlichung deS Namens der Baum« schänder. derartigem Vandalismus vorgebeugt wird. Dabei ist es höchste Zeit, dast die Beste, fowrit sie nicht wieder ausschlagen. abgesägt und die Bäume wieder einigermaßen in Form gebracht werden. Jeder Vienich, der nur eine Spur Dem Sinn für Vaturschönheit hat. wird mir recht geben Kl. . inend hat man das ®rib zu Dekoration'zweien gesto.i Pfull pfui! kann man Södel—Welbach tm Zug« der Straste rg—Hungen für all« Fahrzeug« bis auf M ielewerke A.ü; frjßte Wasch mosch inen-Fabrik Deutschlands Gütersloh. /Westfalen über 2000 Beamte und Arbeiter, schlnsky. Anfang 7.45 Uhr. Ende nach 10 Uhr. — gstsche» Seminar her Universität: Englischer Bor- :fl von Profesior Br. f). Mut'chmann. 20 Uhr. i«r Horsoal be» Kunstwissenschaftlichen Institut».- 5.1840, Sdtroimnwbtellung. Versammluna um llung des Prorinzialsängeringes r erwartet man eine um fo stärkere würden e» be'rüsten, wenn die Leitung de» Lkchd Suse» jur eine untobehge Vorirchcung der Filme und im übrigen ihre Besucher mit Reklamen nen würde, für die man doch sein Ein tritt»« r Id wirb van vielen Zahnür-ien al» beste existierende pafta bezeichnet u. selbst benutzt. Kleine Tube Berlin. 26.fluni. (®TB. Funkspruch.) Bei anhaltender Geschäftslosigkeit hot sich im heutigen tfrüb« verkehr an dem Gefamtbilb nicht» gcanocrl. Die aeftrigen bchlustkurse scheinen ober eher Geld zu sein, da man nach Erledigung de» Ultimo» eine Er- leichterung be» Geldmärkte» erhofft. Man nennt Farben 269,75 und Siemen» 348 zu 348,50. 21 m Samstagnbend besuchte id) da» Lichtspielhaus, um mir dort eine Stunde der Zerstreuung und Erholung zu gönnen. Leider hatte ich aber von meinem Besuche nicht die erwartete Freude. Ein großer Teil der Bilder war nämlich so schwach belichtet, dast da» Publikum seinen Unwillen sogar in drastischer Weise zum Ausdruck brachte.ferner wurden die Bilder in so außerordentlicher Schnelligkeit norgefübd, dast man auch daran keine Freude erlebte. Ob durch diese Schnelligkeit beim Ablauf de» Film» wohl d i e Zeit herausgeholt werden soll, die durch die immer mehr zunehmenden, im Filmtheater aber gänzlich überflüssigen Reklamebilder in Anspruch genommen wird? Ich und mit mir noch viele andere Besucher Rdcheis Wanzenfttrtd „Radikal" greift und Wd Jede Warne au! der Steile und zerstört die Brut* netter reitlen. Nicht fleckend, überall anwendbar« Reiche M 035,1 50.2.40. 5 50, »/< Lfterflasche M 6.- Zen tduber-.50. AlleinhenidierOtIo Reiche!. Bert in. unb berichtete ergänzend über die letzt« Sitzung des gefchältsführenden Auslchus'eS. Den Gauvor» ftänben wird zur Vflicht gemacht, für pünktliche Beitragslcistung der angeschlossenen Vereine Sorge zu tragen. AuS finanziellen Gründen wird echön.ruh. Lage,! n mitt harrLTaonon- i:: iw.m.prlcht. Fern eicht, Höhen tonne. Hellkr.Gcblrffekllma, ki-geelm f Rervöee, len-, Iler.-«.sethmalets. Knrnrzt.Lceez. f-otta Gaetböf«. aahlr. Priratwohn. Proep. d. d. Karrerwaltaag. M Eine Sängerführer-Tagung kn Gtesten. Unter der Leitung des Prvkinzialvvr- sttzenden Gengnagel»Gründerg fanden sich am Sonntag im Hotel Äobel bi« frout'orftänbe des Verbands Obcrbdlca vom HeMfchen Sänger* bund zu einer Sitzung zusammen. Bon den anwesenden Gcwchormeistem wurde bte Wahl des Provinzialchormetsters vorgenommen, die auf Musiklehrer B l ast-Groben*Minden fiel. Stell- Demeter wurde Mulikkehrer Kasten- Giesten. ” Der Siebenichläfertag Am 27. 3uat loll nach einer alten Wetterregel der Siebenschläfer tag auf lieben Wochen das Wetter an* i diesem läge, fo soll es icn Gegen birien Glauben p« CM fei aber für den »cnschläfcrtag Bi« Schleusen ch^rsaal de» stunstwiis« .schafllichen Institut» sLud- wtgftrostk 34), Vortrag in englischer Sprache ton Vrosesivr Dr - Mutschmann (Torpal) über .The Mysrictsn ol B. Shaw“. — Der ®f utrbe oerein Giesten labt im heutigen Anzeigenteil zu einer Mckgliedervtrsamm- lung auf Bon nersta gaben» ein, in der u. a. über den Der lauf be» Gewerbe Hause» an die Stadt beraten werden soll SÄ •• Marktplatz und Mau»durg werden nicht gesperrt. Vom "iolizeiami wird un» mit» geteilt: Die gestern vom Polizeiamt bekanntgegebene etre her Marktstraste unb Mäu-bnrq wird hiermit wieder aufgehoben. " Mehrere Gewitter zoaen heute früh »egen 4 Uhr über unsere Gegend hinweg. Die Setter brachten starke Regenfalle, zum Glück aber — soweit wir hinter seststellen konnten — keine Hagel- schlüge, obwohl die Wolkenmasien ein sehr nefübr» liche» Aussehen zeigten, lieber unserer Stadt hat sich allerdings die chouptkraft der Gewitter nicht entladen. man gewann vielmehr den Eindruck, hast wir eigentlich von dem Unwetter nur gestreift worden sind. In der Richtung nach dem Lumdatal zu sollen die RegenMe weit kräftiger gewesen sein, als in Giesten. Die Temperatur hat sich nach den Niederschlagen etwa» abgekühlt, sie ist aber immer noch, trotz de» bedeckten Himmel», .ziemlich drückend •• L i e b i g M u s e u m. Bei der Generalver. sammlung der Gesellschaft Liebig-Museum in Giehen findet am 8. Juli, mittag» von 12 bis 1 Uhr, ein öffentlicher Vortrag des Studienrats Dr S) c u fc e I (Giestenj zum Gedächtnis an Robert Mayer, den Entdecker von dem Gesetz der Erhallung der Energie, statt. Daran schlieht sich der Empfang der Dersamm. lung von der Liebig-Wöhler»Feier in Darmstadt mit gemeinsamem Esten im Saale de» Gesellschaftsver» ein» und um 5 Uhr Kaffee auf bei „Lieblgshöhe". Einfach. I Dauerhaft. " iftriebssiche Preiswert: •• vom Botanischen Garten. Am heutigen Dienstag oder Margen Mittwoch, wttd die ^Lan>ain der Nacht" aorousfichttich -um legten mal in diesem Jahre ihre Blüten offnen. Da« Kakteen« bau» wirb in diesem Falle eon abend» 8 bi» 9.30 Uhr geöffnet fein. (Eingang Senckcndergstraste.) arbeitung von Gaufatzungen wurde Abstand genommen. Es foll den Gauen überlasten letn, im Lahmen der Bundes fotz ungen unter Berück ichii- aung der verschiede nun inen totalen Berbältniflc Die Organisierung zweckhast durchzuführen Tie Gauliedertage mit Wertung der gelang» j sagen hätte, wenn wir «s künstlich schaffen, ein es seelenlos ist. Denn seelenlos ift alles '^nslliche. Ader wenn dir Veite Lotur ihr gran* «les Derk beginnt, wenn die Dinge um uns ein» e?cn in violette Schatten, und groh und feier» iE nur der weite Himmel über uns feinen ’XJaen schlägt, wenn er selbst jn zweifelndem .'ichte stehe, dlast und glutvoll in einem, bann •i.ien wir einen Augenblick still und lasten -• unendlich« Autur zu uns sprechen, ob wir rch so gegenwart-tüchtig sind, ob wir mit dem un JtlagiM antttuembw Dolli gara-We sind v i anilkibW V.nw rivmmrn. DetC» W iw Mack. t es an fvrtrean' ankrit stünden. Aber es ist nicht wahr Selbst» uMlchung und der Wunsch, uns vor andern a verbergen, lasten uns fo sprechen. Wir tonen nicht fo entartet lein, dasi uns die wunder» rrc Sprach« des Lichtes nur dann etwas 1 rfen Auto durch ble Landschaft eilen und -rtere Gedanken eben noch darauf gerichtet Deren der Welt so viel wie möglich an Be» itzrechten abzujaoen. ober ob wir uns als Aanb- > cksburiche müden Futzes nach einem dürftigen Igchtlager umsehen. 51 nb wenn einer pessimistisch wäre unb aus amchen unschönen Zügen unserer Zeit heraus- ilen wollte, dast wir viel verloren hätten an irren Schätz«', weil wir zu sehr nach der lichenseftz» deck Lebens trachten. Darüber kommt - doch nicht hinweg dast der Mensch tm -r rnde seines Wesens durch alle di« Äahr- *:n'enZX seines Wandelns auf dem Srdenstem >irielb« geblieben ist. Das sich gewandelt hat, Inl nur äußere Dinge, deren Ginilust gewiß rt’t geleugnet werden kann. Aber so stark sind, G i 0 h e R. den 26. 3uni 1928. Dämmerung. nengrab. auf der nicht bezahlt. Latui1chLRtz»Mg FlrkkalHöhenluitkurort I Jl 1 WM T^Mlm wlrll. üehwariwald. 730 m tL d. M. zwischen WUdbad u.Baden Baden, in Keüen Zahlungs . (kfoiMAriC RaHöH * Aussteuerhaus Salomon Erleichterung • \ < O • Giehen, Selterswe^ Slj, i?ntr » v rfl in Sttiirr,’ dah, obmoy t stand, ei,t-/ so boh btr ebdr.j Der jBimxr ■ luflenbll/Nt Seht t ober ch mch nr unb ffiy inrnittt’ür Schnellst aus bit ES Stelle tübttlk ersäht eine Tttot ■ bortuÄ'V ^°stirbi»uL? x beschäftig, N Mengen im Mu6e Bonn ihm der rethttn h " 5erIeiunaen, Ztz» * ^rgenommenen ^an'aechellNise 00 non tngüi^ J- 3m März 1828 »g Wofoio. $ofc , "eit, war auf eie » 6s wurden bomaij it ' libttanischtn dma-nrijschrn t aufgeben. enfperrungen. Bon Ober Dämmerung. Das sind die wunderieiigen i igenWufr. da der Tag müde geworden ist. -in Leuchten erlosch und weiche Schatten alle /•rige umiliehen, 'chmeicheind und kosend Da er Den auch die Stimmen leiser und gedämpfter 8» Leben verebbt ober verhält wenigstens feinen Menden Schritt, und aus Seelenschächten singen neue, andere Acäfte hervor, al» ste M Tage wirkten, zarter und innerlicher, reiner -frb der Klang jener Saiten, die auf goldenem 'Mrzensgrunde gespannt find. ■6 Tiefe fmnes Wesens ruht und wirkt. Gr nflh sich heute wie je der Hellen Sonne ent- »am. er fühlt wie einst den Zauber des Far- >i«spiel». wenn die Sonne kommt und geb*. riB die weichen Fallen der Dämmerung, die t* um ihn legen, fühlt schauend das Ge* nimi» des Dunkels, wenn die Aacht blei» 'iiwr über der schweigeirden Grde liegt. H. Vereinen überlasten sein, sondern bleibt dem Dau Vorbehalten. Um die Ausgaben für Wer» tungsrichter in erträglichen Grenzen zu hallen, foll den Gauen eine Aufstellung von Sachver» ständigen zugehen, di« sich berriterflneen. über einen festgelegten, angemessenen Honorariatz nicht hinauszugehen. Der Schristkeiker der Qef*. Sänger- warte. Studienrat TB er 14. der al» Privat» dvzent für Musikwissenschaft nach Leipzig berufen. wird Dcrtragymäbig bi» zum 1. Oftobtt das Bundesorgan leiten. S Darmstadt entbot die Grüh« Ging man früher auf dem breiten IHitUlU'Cfl durch den PHUoiopb> nwald mach dem Zlnaplatz, fo hatte man am W. ldausgang im ersten Früh» fahr überraschend einen herrlichen Blick auf tn frischem. Hellem Grün prangende, iKtdiueÜ dort stehende Birtcnbäur.c deren Stämme In bien« dendeni Weist durch das junge Laub dnrch- schimmerten. Wie sieht es jetzt aus? Bon den Bäumen mit ihren berrl.chen llmristen find nur der Stamm und fab.e Aeste, In der änderst en Spitze der Bäume etwas Grün stehen geblieben. Aohe Hände haben die belaubten Zweig« der Aest« w«gaehauen. E» ist ein ad'cheulicher An« Nommrrknr für m*24«i Nervenkranke n.Nerv .i, Enchfipfte. Spazlalknraastill Rothalu le Tiaaas bei Krank f ilM. — Proipnkte durch Dr. M. Schu izc- Kahfeyae, Nei ven irzl l\ I k ■ Reste aus Reste aus Reste aus Reste aus 2 CD o und Restbestände Donnerstag □. Freitag extra billig Gießen, Seltersweg Krofdorf, den 25. Juni 1928. 6092V Gießen (z /.Weimar), im Juni 1928. «101V 6100V 2. Verschiedenes Der Vorsitzende. 60OTD Stellengesuche) L Namen 04 TM W Seefische! Mietgesuche 2. Bestimmt: 6111D Wik suchen enm baldigen Eintritt Telephon 1383 Goetbestrahe 29 6104 D ncfuctt. H. 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Es werden nur solche Tiere prämiiert, die ordnungs- ! mäßig angemeldet sind. Der Auftrieb hat in der Zeit von 7-8''. Llhr vormittags zu erfolgen, die Prämiierung beginnt um 9 LIHr. Hieran anschließend findet die allseits bekannieDersteigerungvonLammböcken (Schafböcke) durch den Landwirtfchafts- kammerausfchuß der Provinz Oberhesien Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unserer lieben Mutter sagen wir innigen Dank. Geschwister Lenninger. Gießen, den 26. Juni 1928. nur Mittwoch Wetzlar, Eisenmarkt 6112* In tiefer Trauer: Elfriede Hansen geb. Blaeser. Buridie Mim Hellwachen für sokon gesucht. 6098l) Adolf Ltincker. BahnspedUeur. Indanthr.-Stoffe Mousseline Pulloverstoffe Dirnd'l-Zephir Schürzenzeuge Bettzeuge Bettkattun Linon 75 pt. Mädchen IM für lägt. 2 Stunden. Freitag- u. Sams- lagv länger, f.Haus- arbeit gesucht 04768 Babnbofstr.51 ll,l. 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Ointge Tage bevor die Bluttat in der Lkup- kchtina gelchab Hobe ich Stephan Raditsch gegenuverge'eNcn. Glicht eigentlich. um ihn au interviewen. Denn feine Zügellosen haßerfüllten Angriffe auf alle« in diesem Staat was sich nicht auf kroatischen Bauernpartei rechnete - und auch auf einige, die sich zu dieser feiner eigenen Partei rechneten — entzogen fich. da« war vom ersten Augenblick be* Bespräche« an klar, publizistischer TBiebcnjabe. Stephan Raditsch. der Äroatenfübrer. war lm Verlause einer Sturmsitzung eben auf zehn weitere Sitzungen auSgefchloffen worden. Gendarmen hatten ihn förmlich hinausprüaeln müssen, toa« sreilich angesichts der ständigen Prügel- bereikschast. die in der jugoslawischen Bolksver- tretung herrscht keine besondere Angelegenheit war. 6r aber schnaubte Feuer und Wut. Zog in einem Atem sein seinerzeit abgelegte# Bekenntnis zur Monarchie und zur Widowdanversassung zurück, zieh sämtliche Hof- und Staat-Würden- träger der aktiven und passiven Bestechung und der Korruption und erklärte schließlich »Sogar Mörder Hot man gegen m i ch gedungen!" Eine Erklärung, die sreilich nicht gar zu tragisch zu nehmen war. Wa« hat Stephan Aadifsch "licht schon alle« erfiärt! Er selber nahm da- mit ben Mördern auch nicht gar zu tragisch Denn sofort erklärte er weiter: .Wenn sie mich vernichten, vernichten sie ihren eigenen Staat! Keinen Tag besteht er länger, al« sie unS arbeiten lassen.. Unb nun entsteht tatsächlich die Frage, ob der Staat, zumindest In seiner jetzigen Form, wird sortbestehen können. Punica R a t s ch 11 s ch, der blutberauschte Attentäter, zielte auf einen Feind de« Vaterland«.? — und traf das bißchen jugoslawische Einheit mitten ins Herz. Auch die Massen der kroatischen unb dalmatinischen Bauern werden spuren zumindest, vielleicht sogar wissen, daß ihre hingeschlachteten Führer der .inbioibucl- len Aktion" eine« einzelnen, wie die offiziellen Berichte die Bluttat geflissentlich nennen, zum Opfer gefallen lind. Aber in ihnen allen lebt da« 'Bewusztfein. daß individuelle Aktionen dieser Art in der Belgrader Atmosphäre nicht nur möglich, sondern beinahe selbstverständlich sind. Der Haß gegen Belgrad wird in diesen Tagen zweifellos zügellose Formen annchmen. Unb es ist sehr die Frage, ob er ander- wird gebändigt werden können al- durch die Militärbilta- t u r der Holgeneräle. die ohnehin nicht erst seit gestern auf eine Belegenheit zum Eingreifen warten. Der Hast gegen Belgrad ist da- Zentral- Problem des Bereinigten Königreiches. Der Irem de Besucher deS Lande« gewinnt den Eindruck. dast dieser Hast, zumindest die Abwehr gegen daS angemafik- Primat der Hauptstadt, nicht unberechtigt ist. Zweifellos steht sie und stehen die Kreise, die sie beherrschen, auf einem unvergleichlich tieferen Kultuimiveau alS jene Teile deS Reiche«, die ehemals zur österreichisch- ungarischen Monarchie gehörten unb die nun die Ehre haben, mit ihren Steuergeldern, die auS- schliestllch hier wirklich gezahlt werden, die Kosten für den ganzen auf geschwemmten Staatsapparat zu zahlen. Unb deren Sprache verhunzt wird und deren Wünsche verfälscht werden unb deren Söhne nur bann irgendwie vorwärts kommen fönnen, wenn sie einer der tn Belgrad benschenden Parteien bei treten. ES geh zwei Dege, ben Hast gegen Belgrad zu liquidieren. Den einen, auf dem Stephan Raditsch vvranschritf: den Weg »um Föderalismus. Den anderen, den fein ermordeter Reffe Paul Raditsch wies: den Weg zur faktischen Gleichberechtigung der Kroaten innerhalb deS jugoslawischen Einheitsstaates. Die dritte Möglichkeit: daS grohserbische Oie Reisemühe. Don Mas (Heise nheyner. Wenn ich sie so betrachte mit ihren zahllosen kleinen braunen KarsS. wie sie jetzt so friedlich neben mir liegt, auf dem Tisch im Cafe zu Susak. jenem hübschen (Safe in der Bähe der kurzen Eisenbrücke, hinter der die Italiener langinäntciig ihre Grenze bewachen — wenn ich sie so liegen sehe, meine schöne neue braune Reisemützc neben der dicken Tasse mit dem herrlichen schwarzen Kaffee unb dem zarten Milch- schäum darüber —, nie hätte ich geahnt, dast sie mir ein solche- Abenteuer bereiten würde. Die Sache war nämlich die: wir, eine Heine Reisegesellschaft von fünf Leuten, hatten ben langen Weg bis Susak, dem Heinen reifenden dalmatinischen Hafen, wo wir in- Schiss steigen wollten, sehr harmonisch zurückgelegt, hatten im Speisewagen ausgezeichnet gegessen und den sanften Knoblauchduft deS Bratene als Gruh deS Orients zartfühlend mitgeschmeckt und gelobt. Da — zehn Minuten vor der Endstation — hielt der freundliche Zug noch einmal an. Der Speisewagen sollte abgehängt werden. Zn dem Speisewagen aber hatte ich meine Reisemüde im Gepäcknetz liegen lassen. Keineswegs wollte ich ohne sie abfahren. Ich kletterte daher voller Ent- rüfhmg aus dem Zug. Der Wagenführer schrie mir etwas Unverständliches zu. Ich schrie ihm etwas für ihn ebenso Unverständliches zurück, rannte den Zug entlang, sprang in ben Speisewagen. sah eine Mütze die bereits ganz zu- sammengefallen und traurig als Fundobjekt aus dem Tisch deS Oberkellners lag, rih sie an mein Herz, stürzte auf den Bahnsteig und — sah gerade noch, wie der Zug ohne mich in die Kurve rollte. Aus dem Fenster guckten vier erschrockene Gesichter wie aus einem Kasperletheater. Mir fiel zunächst nichts weiter ein. als solange fröhlich mit meiner wieder gefundenen Mühe zu winken, bis der Zug völlig unb ganz verschwunden war. Dann lah ich mich um. Der Bahnhof bestand aus einem kleinen Häuschen, einem Beamten unb einer Landstraße, die alle drei kein Deutsch verstanden. Die Landstraße forderte mich nur stumm auf. ihr zu folgen. Sie lag eng. voll von Steinen, einsam zwischen kahlen Felsen und weiten ©teinfelbcrn. Die Berge, urweltlich wie bemooste Slefantenrücken. hundertfach »cr- fiüftet. Mir fiel ein Bild auS dem Geograph ie- Svstem bei Aufrechterhaltung der formalen Par- lament'pielerei weiterzuführen, hat Herr Punica Ratsch.ftch wohl endgültig verschüttet Die ParlamentSspieler< in Belgrad ist allerdings auch eine ganz besondere Abart deS neuzeitlichen Parlamentarismus, die ihre besondere Betrachtung verdient. De- Streit um die Ratifizierung der Konventionen von R e 11 u n . her schließlich den Anlast zur fatalen Bluttat bot. erweist wieder einmal ihren ganzen Irrsinn Ruser im Streite waren au* der e*n:n Seite Außenminister Marinkowitlch. der b.<- Konventionen parlamentarisch burchbriNgen will, auf der anderen Raditsch und der Führer der Unabhängigen Demokraten, P r i b i t s ch e w i t s ch. die diese Konventionen alS BolkSverrat bezeichnen. ES war nicht immer so. Zur Zeit, d.i he von Regierung zu Regierung geschlossen wurden, gehörten die Herren Raditsch und Pnbitschewitsch dem Kabinett an und traten infolgedessen be- geisteH für dieselben Konventionen ein, die der Führer der damaligen demokrafischen Opposition. Herr Marinkowitsch. derselbe, der sie nun dem hohen Hause vorlegt. alS BolkSverrat zu be- zeichnen pflegte 54 wäre wohl in alle Ewigkeit so »eUcrgcgangen. dast die jeweilig- Opposition, im "Hertrauen aui die anttitalienifchen Rftsent- timentS der Bevöllet ung. die Orlebigung von Rettunv verhindert hätte würden in Iugo« Hannen tatsächlich di.- parlamentarischen Kämpfe liefe»eit wird der Staat jedoch von zrvei anderen Faktoren regiert von der Genda r- merie unb von der Londoner 6 i tn. Unb da diese die Fünfzigmillionenanleihe. die notwendig ist zur Vermeidung des Zusammenbruchs der InvestifionSaibciten. nur bei politischem Schönwetter zu bewilligen geneigt ist und da die Gendarmerie fich deS Auftrags, renitente Abgeordnete auS dem Saal zu prügeln. virttroS entledigt. war da» Schicksal ter umstrittenen Konventionen in ben letzten Tagen schon gesichert — biS ein Dauer aus dem Sandschak. eben Herr Punica Ratfchitsch. seinen Komitatschi-Rianieren einmal gar zu freien Lauf liest -- unb so daS ganze Problem noch einmal aufrollte. DaS Problem. da- jetzt nicht mehr: Rettuno ober nicht! — fonbem Iugoflawien ober nicht! heistt. Bosnische Reisebriefe. Kreuz und quer durch das bosnische Bergland. Sarajevo. 3uni 1928. ES war keine Ueberra'chung. als biefer Tage eine Kommission ausländischer Gelehrten in den noch wenig oder gar nicht erschlossenen Gebirgszügen Bosniens und der Herzegowina Kohlenflöze unb Aluminiumerzlager fest- stellte, wie sie in solchen ungeheuren Mengen in Europa bisher noch nirgends vorkamen. Bis zur Erschlichung dieser wertvollen Bodenschätze wirb allerdings noch geraume Zeit vergehen müssen, da zur Zeit nicht einmal Saumpfade in diese Gegend führen. Aber schon lange vorher muhte man. dast in Bosnien ein Reichtum verborgen liegt, der eine- Tages diesem schönen, waldreichen GebirgS- lonbc in der Weltwirtschaft eine wichtige Rolle zuweisen wird. Richt ohne Absicht, nicht zwecklos hat hier die österreichisch-ungarische Monarchie ilnfummen hineingesteckt. Bahnen gebaut. Wege errichtet unb das Zentrum der bosnischen Hauptstadt durch Paläste und ansehnliche Verwaltungsgebäude in einen Schmuckkasten verwandelt. Der Krieg, die Äugel, die den Erzherzog-Thronfolger unb seine Gattin in Sarajevo nicberftrccftc. machte alle Pläne der österreichischen Regierung zunichte. Heute gehört Bosnien unb die Herzegowina, in ethnologischer Beziehung eine- der interessantesten Gebiete Europas. zu Jugoslawien. Unb eS ist die Aufgabe des Königreiches SHS., das von Oesterreich begonnene Werk weiterzuführen unb zu vollenden Gewiß — man denkt hier nicht gerne an die österreichische Zeit zurück, obgleich sie ben Bewohnern dieses Landes viel Gutes, vor allem viel ArbeitS- unb Derdienstmöglichkeiten geboten unb eine Dergwildnis mühevoll kultiviert hat. Man kann eben die Mafsenhinrichtungen serbischer Popen nicht vergessen, die tm Herbst 1914 in Sarajevo gehängt wurden und deren CH amen in goldenen Lettern an der Innenwand bet serbischen Kathedrale von Sarajevo verzeichnet stehen. Der politische Groll bet Slawen hat ben Dank für eine segensreiche Verwaltung erftidt Der jugoslawische Staat steckt noch in ben Kinderschuhen. Auch seine Verwaltung. Manches war früher in dieser Beziehung besser gewesen — daS gibt man offen zu — doch zeigt sich unoerfennbar daS Bestreben, das (Srlnorbene unb Erhaltene zu bewahren unb auSzubauen. Was vor allem dringend fehlt, ist das Investitionskapital. An der mangelnden Finanzkraft deS Staates krankt die Wirtschaft. Daraus resultiert auch die Arbeitslosigkeit in den Städten, besonder- in Sarajevo, dessen Bevölkerung seit dem Kriege einen bemerkenswerten buch meiner Schulzeit ein: der hohe Karst! 3a, das war er und ich stand plötzlich mitten brm. Unwirtlich war er, kaum bewohnt, ärmlich, finster unb verlassen. Ich kam mir ausgesetzt vor, einer ungewissen Zukunft preisgegeben. Aber merkwürdig: DaS alles erfüllte mich mit einer galgen- humorigen Sorglosigkeit, gab mir ein seltsame- Gesühl von Freiheit, wie ich es sonst kaum im Leben gehabt habe. 3a, ich muh gestehen, ich zog meine Mütze schief über- Ohr unb schritt mächtig auS, unbelastet von jedem Gepäck, ohne Mantel, ohne Schnupftuch. In der Tasche sechzig Dinare, die einem Vermögen von vier deutschen Reich-mark entsprachen. Ich ging unb ging. Die Luft war feucht unb Heist. Ich rutschte über bie Schotterst ei ne. stolperte hier unb ba über Fel-stücke. Bergauf, bergab wank» sich die Strahe. Rach einer halben Stunde sah ich ein. dast, wenn ich jetzt nicht einen Wagen bekäme, ich nie unb nimmer zur Abfahrt des Dampfers zurechtkommen würde. An einem kleinen Schuppen stand em Mann. Ich fragte nach einem Fahrzeug. Er schüttelte den Kopf, interefselo-. ruhig und sah dabei in bie Weite. Er hätte eine Fliege nicht unwilliger abwehren können. Vermutlich hatte er überhaupt nicht verstanden, wa- ich von ihm wollte. Ich wanderte weiter. Endlos dehnte sich die Strahe Da, an einer Biegung, ganz in der Feme. lag das Meer im Ausschnitt wie eine dreieckige Dieiplatte. Ich ging enthusiastisch auf sie zu. Aber da war sie auch schon wieder verschwunden, wieder umgab mich unheimliche Einsamkeit. Aber es war, als erschlösse sich mir allmählich bie Seele der Landschaft. 3m Durcheilen fühlte ich bie herbe Schönheit ihrer baumlosen Stein- massen, sah ben zerfallenen unb verlassenen Häusern an der Strahe an, wie schwer es sein muhte, diesem Boden ein Ertragnis abzugewinnen. lieber die weiten Plateaus schien der Himmel Rtesensäcke voll Steine ausgeschüttet zu haben. Wer sollt» hier wohl wohnen, wer hier hausen? Er mühte wie ein Tier zu dieser Landschaft gehören. Zu chrer Verlassenheit, zu ihrer Stille, zu chrer Aermlichkeit. Dar da- eine kleine braune Hummel, die ba am Wege hockte? Rein, ein winziges 3 i • geunerfinb spielte mit bunten Steinen. Abseits vom Wege ein halbes Dutzend rostbrauner spitzer kleiner Zelte. Schon hatte man mich gesehen. Ein Kind nach dem andern kam aus dem Geröll geschossen. Ich stand in meinem hellen Somme ranz ug ba wie eine Butterblume, die von Ungeziefer umfurnmt wirb. Ich griff in bie Rückgang erfuhr. Da- liegt zum Teil an ber Zentralisierung der Verwaltung. Früher war Sarajevo Sitz der Okkupattons- und Lande-behörden, ein wichtiger Punkt, heute besitz! es nicht mehr den Eharakter einer Landes Hauptstadt und entbehrt naturgemäß auch der Vorteile, deren sich eine solche erfreuen kann. Darum aber kann unb darf Sarajevo nicht der Dergangenbeit angehören. Seine Industrie ist klein doch leben-- und ausbaufähig bie kunstgewerblichen Erzeugnisse biefer Stadt wandern in alle Welt hinaus und erfreuen sich überall ber größten Wertschätzung — seine Bevölkerung ist trotz der starren, konservattven Haltung der MoSlemS arbeitswillig, liebenswürdig unb jeglichem Fortschritt zugeneigt — unb selbst bei den Dehörben tritt das unverkennbare Bestreben zutage, alle# daran zu setzen, damit Do-nien in den Genuh seiner natürlichen Reichtümer gelangen kann. Ich mochte bei dieser Gelegenheit hervorheben, bah man sich nirgends scheute, mir einen Einblick in die verschiedenen Betriebe zu gewähren. Rkan hat vor dem Fremden nicht- zu verbergen, und man will es wohl auch nicht. Während es z. D. in Rumänien und auch auf dem Gebiete beä alten Königreiches Serbien unmöglich ist, bie Einrichtungen unb Verhältnisse eines Dalkangefängnisses kennen zu lernen — weil eS hier eben manches gibt, was man lieber mit dem Mantel deS Schweigen- bebeckt — erklärte sich ber Polizeidirektvr von Sarajevo Dr. Zegarac in liebenswürdiger Weise bereit, mit die Polizei- unb Gesängnisgebände zu zeigen. Abgesehen davon, bah Sarajevo jetzt ein interessantes, systematisch georbnetes, wenn auch Heine# Kriminalmuseum besitzt, das dessen Leiter alle Ehre macht, entsprechen beispielsweise bie Zellen bes Polizeigefängnisses durchaus den Anforderungen des modernen Strafvollzuges. Man sieht auf Reinlichkeit, man sucht durch Bad und körperliche Reinigung ber eingelieferten Arrestanten die Einschleppung von Ungeziefer zu verhüten unb HÄt für politische Häftlinge so schöne unb lichte Appartements in Vorbereitung, bah Fremde bei Heberfüllung der Hotels zur Rot auch hier im StaatsgefängniS eine recht behagliche Unterkunft finden könnten. Vorläufig ist das noch nicht notwendig, da der Fremdenverkehr in Bosnien erst in feinen Anfängen fich befindet. Schuld daran tragen wohl die falschen Vorstellungen, die man sich non dieser landschaftlich wundervollen, teilweise wildromantischen Gegend im Auslande macht. Bosnien aber erwartet den Fremdenverkehr. Die Gaftfreund- Tasche und holte heraus, waS ich noch an kleinen Münzen hatte, und verteilte eS ringsum. Mit triumphierendem Geschrei tobten bie kleinen be- beinten Lumpenbündel ins Lager zurück. Eine Phalanx von Frauen nahte. Alte, dreckige, vertrocknete Weiber, die ihre Hände wie Geierkrallen auSstreckden. Die Männer blieben stolz im Hintergrund. Ich aber sah nur noch, dah ber Anführer sich an eine Art von Bauernwäaelchen lehnte, vor daS ein Pferb gespannt war. daS nur van Gogh hätte malen können. Klein unb kurz war eS, mit aufgebogenem Schwanz, gleich einem Hahn, wolligem Fell, einer struppigen Locke neben der andern. Dabei zähe unb munteren Auges. Dieser Zigeuner sollte unb muhte mich zum Schift fahren. Don diesem Gedanken wollte ich nicht mehr ablassen. Die Frauen bekamen bie letzten Silberlinge. Sie grinsten und streichelten mich über Arme unb Schuldem. Aber ich ging, gefolgt von dem Rubel ber Kinder, auf ben Mann am Wagen loS. Ietzt erst sah ich. welche wahrhaft phantastische Lumpengarde mich umgab. So etwas von Dreck war mir mein Lebtag noch nicht vorgekommen, aber dieser Dreck hatte weih Gott Stil, die Lumpen hatten Stil. Unb bie Gesichter! Aus ben Mistbeeten ber Kleidung blühten bie Köpfe der Kinder wie edle fremdländische Blumen. Als ich bei dem Mann am Wagen ankam, hatte ich an jeder Hand eine solche..Blume". Der Zigeuner lachte. Aber er rührte sich nicht. Ich reckte meinen Arm unb zeigte auf meine Uhr und sagte: ..Rach Susak." Mm ihm zu bedeuten, dah ich in einer halben Stunde da lein müsse. Er sah geringschätzig auf meinen Zeigefinger und die Mhr und hob seine zehn Finger in Die Höhe. Er bot mir zcchn Dinare! Er wollte mir al'o meine schöne Armbanduhr für diesen Preis, gleich fünfunbfiebemig deutschen Reichs- Pfennigen. abkaufen. Ich schüttelte meinen Kopf. Er bot zwanzig. Ich schüttelte weiter, nahm die Zügel, machte Hüh unb beutete bann auf die Stundenzahl der Mhr, bei ber ich tm Hafen sein wollte. Run hatte er sofort verstanden. Ich bot dreißig Dinare. Er wollte sechzig. Wir einigten unS auf fünfzig. Mehr hatte ich auch nicht. Ich Hetterte in ben Wagen. Die beiden Kinder, die ich eben an der Hand gehabt, stiegen über die Waaenräder nach unb setzten sich zu mir. Sine tolle Fahrt über das Feld ging los. Die Dank, auf der ich sah, war nicht festgemacht und hopste bei jeder Radumdrehung in die Höhe. Die Kinder schrien vor Freude. Sines war immer mit feiner Hand in meiner Rocktasche, Als Ichaft der einheimischen Bevölkerung ist bekannt. Und die Warme, nut der man besonders den deutschen Keilenden empfängt, mirft anheimelnd und iqm- i-clbtfd) Der Motvrwurist bat wenig über die Beschaffenheit ber ötrafcm regende Fülle dankbarer flöge. Man braucht nur die Gartenstadt Banjo- I u f a zu nennen und die mittelalterliche Äonigtftabi Falce, zu der oon Banjaluka au» eine der herrlichsten Ltrahen der Welt führt Da» ist eine 73 Kilometer lange Fahri durch ein Märchenland, an verwitterten Burgen, gigantischen Felsen unb brausenden Bächen vorbei, ein abwechselung-reicher Weg bunt) Schluchten und Tunnel», immer entlang den schäumenden Brba», un,»ergestlich für den. der ihn einmal gesehen hat Auch die Strecke von Sarajevo nach Uvac wird einmal internationale Be- rühmthest erlangen, sobald es gelingen sollte, die bosnischen Bergbahnen zu eleklrtsizieren Denn die erforderlichen Wasserkräfte sind im reichen Maste vorhanden (Um sich von deren Bedeutung eine Borstellung zu machen, fei erwähnt, dast im gesamten Königreiche SHS. 3,5 Millionen P. 8., in Bosnien allem ROO 000 P. 8. der Verwertung harren. Von diesen Wasierkräften sind bis zum 1 Mat 192S erst 50000 P 8, also 4,5 Prozent der vorhandenen Energie tatsächlich ausgenützt) Nicht weniger als 3H Brucken und 99 Tunnels durchfährt auf dieser Linie die Bahn, die den Reisenden in einer fpan- nungsrcichcn Stunde nach Pale, dem tfutaang»- punkt für die herrlichen Bergtouren auf die 3a- horina und die Romanija führt. Unterkunstsmog- lichtesten gibt es an allen Orten — und die bewirtschafteten und unbewirtschafteten Schusthütten auf den Bergen stehen in keiner Weise denen de» sterreichifchen Alpenverein» noch Aus besonderen Umstand will ich aber ausdrücklich Hinweisen, weil er den deutschen Touristen noch wenig oder fast gar nicht bekannt Ift. 3n allen Touristen- gebieten sind die Gendarmerie st ationen angewiesen. sich der fremden Wanderer anzunehmen. Da» heistt jeder Vendarmerieposten verfügt ein dis zwei für Touristen eingerichtete, sauber gehaltene Fremdenzimmer, die Untcrkunftssuchenden gegen geringes Entgelt zur Verfügung gestellt wer- den müssen. Die Gendarmen, die in der grösseren Mehrzahl ganz gute Kenntnisse in der deutschen Sprache besitzen, sorgen auch für die Verpflegung ihrer Gäste. Wo also keine Privatguartiere vorhan- den sind, wie in einzelnen, rein moslemitischen Dörfern, wende man sich vertrauensvoll an die Gen- darmeriestation. Dast Bosnien das Paradies ber Angler, vor allein der Forellenf braucht wohl nicht erst erwähnt zu werden. Aus west und breit, aus Amerika und England, kommen passionierte Angler hierher, um aus dem ungeheuren Reichtum ber bosnischen Flüsse unb Bäche schwere Beute zu ziehen. Ebenso ftd)t ber Waidmannsluft nichts entgegen. Unb das Schönste von allem: der schwindende Rest alter Türkenherrlichkeit, bie alten Moslemdörfer mit den verwitterten Moscheen und ben schlanken Minaretts, von denen heute noch wie vor alten Zeiten ber Muezzin seinen melodischen Ruf an die Gläubigen ertönen lästt, die „Tscharschija" in Sarajevo, ein Ge- wirr von Göstchen, Buden und Basars, denen die neue Zeit nichts anzuhaben vermochte — und die malerischen Trachten der Bosnier: eine Delk, reich an Gegensätzen, reich an Farben, reich an verborgenen Schätzen .. Sprcchskimdttt der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittag», 5 bi» 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. .Tür unverlangt eingefandle Manuskripte ohne beigefügte« Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge find lediglich an bie Geschäftsstelle zu richten. wir von dem Felbwag auf bie Landstraße fernen, hielt ber Zi-aeuner an. nahm die Kinder beim Wickel und setzte sie ab. Dicht an der Strahe hockten die anderen Kleinen wie junge Katzen dicht nebeneinander auf ber XBrbc und verrichteten ihr Geschäftchen. Die Sonne war einen Augenblick durch die Wolken gekommen und streifte wie mit dem Lichtstrahl eines Scheinwerfer« die Gegend ab. beleuchtete bie entzückenden kleinen Brvnzepvpo«. lächele unb verschwand Mein Zigeuner fuhr nun los wie der Teufel. Ich muhte mich und die Dank am Wagen fest- halten. damit wir nicht zusammen irgendwo in den Graben ober an einen Felsen flogen. Ra-ch zehn Minuten tauchte das Meer plötzlich ganz nahe auf und da lag auch schon in der Tiefe die Stadt. Rur noch fünf Minuten Zeit bis zur Abfahrt des Dampfer-. Wir stuckerten im Galopp einen endlosen Weg hinunter. Ich sah weder Häuser noch Bäume, noch sonst etwas. Der Gaul schlug hinten unb vorne hoch. Ich sah nun ba« tocifje Schiff klein unb zierlich auf dem Walser unb schwenke, im Wagen stehend, auf bie Schulter des Zigeuners gestützt, als Zeichen bie Reisemütze hoch in ber Luft ... Denn nun ber Hafen von Susak nicht aus minbestenS taufend grohen Holzstapeln bestanden hätte, unb wenn wir mcht um jeden bet tausenb Holzstapel hätten herumfahren müssen, so wären wir noch zur rechten Zeit gekommen. Aber ber Dampfer stieh gerade ab. als mein Zigeuner um die Mole einbog. So sah ich meine Reisegefährten abermals davonfahren und winkte ihnen abermals mit meiner Reilemütze nach. Der Zigeuner aber zählte stolz sein Geld, gab mir bie Hand und verschwand in der Hafenkneipe. Denn ich sie also betrachte, meine schöne braune Rei'emutze. jetzt, nachdem ich das 2lben- teuer aufgeschrieben habe, so bin ich ihr ganz und gar nicht mehr böse. Unb wenn bet Leser dieser Zeilen jetzt mit mir auf ba« Meer gucken könnte, auf diese graublaue Unendlichkeit, wenn er das mächtige Rauschen der Wellen und die kleinen, windgelchwellten Segelschifte sehen könnte, er würde gerne mit mir vierundzwanzig Stunden auf den nächsten Dampfer warten. 3a, er würde sicherlich sofort eine braunkarierte Reisemütze kaufen wollen, um sie irgendwo in einem Speisewagen liegen zu lassen. Aus -er Pnwinzialhaupistadt. Gießen, den 26. (Tunt 1928. 60 Zähre Gießener Typographia. Am Samstagabend vereinigten sich die Mitglieder des Ortsvereins .Typographia' Gießen im Verbände der Deutschen Buchdrucker mit einer Leihe geladener Vaste im ^Saale des PH losophenwald-Aestaurants zur Feier des 60jährigen Bestehens des Gießener Ortsverc.ns der Buchdrucker. Die Veranstaltung hatte einen sehr stattlichen TrilnehmLrkrris zusammengeführt, dem der Vorsitzende des Ortsvereins. Maschinensetzer W o u t a r d e . den Willkommengruß der Vereins Leitung entbot und im Anschluß daran ein Bild von den Zielen und dem Wirken des Vereins gab. um am Schluß seiner Ansprache allen denen Dank zu sagen, die der Herrichtung der Jubiläumsfeier förderlich gewesen sind. Em von Frl. G. Schneider gesprochener, von Hermann Elle verfaßter Prolog würdigte die Tätigkeit des Verbandes oer Deutschen Buch- drucker im Lahmen der deutschen VolkSgesamt- heit und das Wirken der Gießener Ortsgruppe im engeren Kreile des Gießener Bezirkes. Der Vorsitzende des Bezirksvereins Warburg im Ber- bande der Deutschen Buchdrucker. H. Weber, schilderte in einer längeren Lede in großen Zügen die Entwicklungsgeschichte des Verbandes und der Gießener Ortsgruppe und beider Tätigkeit im Interesse ihrer Mitglieder, wobei er tem Wunsche Ausdruck gab. daß der Gedanke des organisatorischen Zusavnnenfchlusses auch weiterhin in den Reihen der Buchdrucker lebendig bleiben möge. Der Senior der Gießener Ortsgruppe, H. Belz, ein hochbetagter Herr, brachte sinne guten Wünsche für die Typographia in einem Hoch zum Wrsdruck. anschließend hielten folgende Herren BegrühungS- und Glückwunschansprachen: We inert als Vertreter der Prinzipalsorganisation. Stadtverordneter H a u b a ch als Vertreter des Gießener Ortsgewerbevereins, Traum vom Gauvorstand in Frankfurt a. M.. Vetter vom Ortsverein Wetzlar. Hankel für den Ortsverein Friedberg-Bad-Rauheim- Butzbach, Schneider für den Gesangverein ..Gutenberg" in Gießen, Bartmannn für den Maschinenmeisterverein des Bezirks Gießen. Steinmetz für den Bezirksverein Kassel, K r ix für den Bildungsverband Gießen, Ottilie für den Allgemeinrn Deutschen Dewerkschattsbund, B i l d e ck - Frankfurt a. M. für den Bezirk Frankfurt für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer. Di« Ledner überbrachten der ..Typographia" zugleich Iubiläumsgefchenkc der verschiedensten Art, ferner ließ noch der Hilfs- arbriterverband in Gießen dem feiernden Verein ein Geschenk zugehen, und eine Leihe geladener. am Erscheinen aber verhinderter Personen hatten ihre Glückwünsche schriftlich übermittelt. Für 25jahrige Mitglied'chaft im Verbände der Deutschen Buchdrucker wurden folgende Herren geehrt: Ä. Bremer, O. Jahn, K. Körber. B. Wissel. Der ans Iüngern Gutenbergs bestehende Gesangverein „Gutenberg" unter der Leitung seines Dirigenten Ios. W u r z bu r g e r bereicherte den Abend durch den Vortrag mehrerer Männerchöre, das Gießener illk-Trio brachte einige humoristische Gaben vor die interessierten Zuschauer, die Kapelle Meyer, Wiefeck, füllte die Feftstunden mit ihren instrumentalen Darbietungen in schöner Weise aus. Die wohlgelungen« Jubiläumsfeier hielt ihre Teilnehmer bis zum Erwachen des jungen Tage« in bester Harmonie beisammen. Gtadiv. Moosdorf Bürgermeisterlandidat von Vilbel. Lin schwerer Konflikt. Der „Bad-Lauheimer Zeitung" wird ans V i l- bel, 24. Iunt folgendes berichtet. Mit einer Heftigkeit ohnegleichen sind die alten Gegensätze zwischen der Bürgerschaft und der Sozialdenrotratie bei den Verhandlungen über die bevorstehende Dürgermeisterwahl wieder auf- geflammt. Der Gemeinderat seht sich aus zehn ..Sozialdemokraten, neun Bürgerlichen und einem Kommunisten zusammen. In der letzten Gemein- deratssihung am Donnerstag legte Bürgermeister L c ch t h i e n, der noch vor äüebernahnr« seines Amtes als Kreisdirektor in Friedberg am 1. Iuli seinen Lachsolger mitwählen will, dem ^Plenum die List« der eingegangenen 122 Bewerbungsschreiben vor und erklärte, daß die SitliitiOn M5d)löMi. Roman von (kdqar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmann, Verlag, Leipzig. 40. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er wandte sich um und verschwand furchtlos im Walde. Die beiden Riefen trabten in seiner Spur wie folgsame Hunde. Kaum hatte der Wald sie verschluckt, da schnellte sich Eawler aus seinem Versteck empor. Die Zweige oer Bäume schlugen um ihn zusammen. Ihm nach tastete sich Dick mit gespannten Nerven. Jede Deckung ausnutzend, mit allen Sinnen in die Wirklichkeit verstrickt, hatte er doch das Gefühl für Zeit und Raum verloren. Ihm war, als hatte er die Grenze überschritten, wo Alltagswelt und Mythologie sich begegnen. Mar der Mann, der vor ihm von Baum zu Baum sprang, wirklich Tom Eawler, seine« Zeichens Chauffeur, war er nicht einer jener Rachegeister, die sich an die Fersen des antiken Mörders hefteten und ihn sagten, bi» sie ihn ereilten und erwürgten? Dick wußte nicht, wohin di« Verfolgung führte. Al» die Stämme sich lichteten, glaubte er das Tal vor sich liegen zu sehen, aber er stieß auf eine Land- ftrafte. Da hörte er plötzlich da« aufgeregte Surren eines Motors. Er stürzt« hinaus in» Freie, aber er kam schon zu spät, otaletti hatte sein Auto lange vor ihm erreicht und entfloh mit seinen Opfern. Aber ein anderer war schneller gewesen als er: Tom Eawler. Er hatte sich an den Wagen gehängt und machte die Fahrt als unsichtbarer Passagier mit. Die Straße stieg plötzlich bergan. Dick, der ein guter Läufer auf weiten -strecken war, sah das Auto wieder vor sich, schwer belastet tarn es nur langsam vorwärts. 3n diesem Moment schwang sich Eawler über da« Verdeck. Da» Auw war hinter der Anhöhe bereit» verschwunden, da hörte Dick einen Schrei be« Entsetzen», der in ein Schmerzensgebrüll überging. Außer Atem erreichte er die Höhe. Vor ihm zur linsen Hand, lag der Sleinbruch, in seiner ganzen Tiefe mit Waller gefüllt. An dem iahen Absturz Wahl des neuen Bürgermeisters bereits am Dienstag, 26. 3unt, stattfirrten mülle. Die 'bürgerlichen verlangten einen Aufschub der Wahl, um aus der Liste einige Kandidaten ihrer Lichtung auszuwählen und diese au nominieren. Das lehnte die sozialdemokratische Mehrheit ohne weiteres ab, zumal auch der Bürgermeister erklärte. daß nur ein SozialLemokrat die Geschicke Vilbels leiten könne. Bei der Abstimmung wurde dann als Tag der Wahl der nächste Dienstag bestimmt. Dafür stimmten die Sozialdemokraten und der Bürgermeister, dagegen Die Bürgerlichen; der Kommunist enthielt sich der Stimme. Lun- mehr richtete die bürgerliche Fraktion ein offenes Anlchrribon an den Bürgermeister, in dem sie ihm das schärfste Mißtrauen ausspricht und erklärt, niemals wieder an einer Gemeinderats- sihung leilzunehmen, der Bürgermeister Lech- rhien vorsteht. Die Wahl findet am nächsten Dienstag statt, dürfte aber keine Gültigkeit haben, da das Plenum infolge deS Fernbleibens der Bürgerlichen nicht beschlußfähig ist. Lach der hessischen Gemeindeordnung hat dann eine zweite Sitzung, die einige Tage später ftattfinM. ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden Beschlußfähigkeit. Diele entscheidende Sitzung soll nun zwei Tage später, am 28. 3uni, stattsinden. Die Sozialdemokraten haben den Parteisekretär Moosdorf. Gießen, aufgestellt, der auch zweifellos gewählt wird. Taten für Mittwoch, 27. Zuni. Sonnenaufgang 3.45 Uhr, Sonnenuntergang 20.20 Uhr. — Mondaufganq 14.45 Uhr, Monduntergang 0.50 Uhr. 1782: die ersten Schwaben au» Baden und Rur- mainz werden in der Bukowina angesiedelt, als Uebersiedler aus dem Banat: — 1848: der Schriftsteller Heinrich Zschokke auf BlumenhalLe in der Schweiz gestorben (geboren 1771); — 1856: Joseph Meyer, Gründer des Bibliographischen Instituts, in Hildburghausen gestorben (geboren 1796); — 1880: Helen Keller, die blinde Schriftstellerin, die sich den Doktortitcl erwarb, in Puscanbia geboren; — 1923: der Schriftsteller Paul Schreckenbach in Klitzschen bei Torgau gestorben (geboren 1866). Giesieuer WochLnurarktpreise Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 170 bis 180; Matte 30 bte 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 12 bis 20; gelbe Lüben 30 bis 40; Spinat 25 bis 30; Römischkohl 15 bis 20; Bohnen 40 bis 50; Spargel 120 bis 130; Erbsen 45 bis 50; Wischgemüse 20; Tomaten 50 bis 110; Zwiebeln 18 bis 20: Rhabarber 15 bis 20; Kartoffeln 5 bis 6; Kirschen 50 bis 70; Heidelbeeren 70; Stachelbeeren 30; Erdbeeren 60 bis 80; junge Hähne 100 bis 120; Suppenhühner 100 bis 120; das Stuck: Eier 12 bis 13; Blumenkohl 50 bis 100; Salat 5 bis 15; Salatgurken 30 bis 60; Ober-Kohlrabi 8 bis 15; Rettich 10 bis 20; das Bund: Radieschen 10 bis 15 Pfennig. * ** Evangelisch-kirchliche Persona- lien. Durch die Kirchenregierung wurden übertragen: dem Pfarrer Paul Decker zu Schwanheim die zweite lutherische Pfarrstelle zu Groß-Umstadt, Dekanat Groß-Umstadt; dem Pfarrer O. Brandau zu Engelstadt die evangelische Pfarrstelle zu Rieder- Ingelheim, Dekanat Mainz; dem Pfarrer Gustav W e i ß g e r b e r zu Messel die evangelische Pfarrstelle zu Bingenheim, Dekanat Ridda; dem Pfarrer Karl Werner zu Usenborn die evangelische Pfarr- stelle zu Rieder-Wöllstadt, Dekanat Rodheim; dem Pfarrer Paul Lenz zu Hitzkirchcn die evangelische Pfarrstellc zu Wohnbach, Dekanat Hungen. " Fahrplanverbesserungenbeider Reichsbahn. Vorn 1. Juli ab halten die Pz. 1632 Köln Gießen, Köln ab 14.17, Gießen an 19.36, 1864 Mo. (Siegen)—Haiger—Dillenburg, Haiger ab 5.51, Dillenburg an 6.01 und 1866 nur Sonntags (Siegen >—Hai ger— Di llenburg, Haiger ab 7.52, Dillenburg an 8.02, in Sechs- Helden. •• Reueinteilung desDienstes beim Kreisveterinäramt Gießen. Wie das KreiSamt Gießen im Amtsverkündigungsblatt bekanntgibt, ist der Dienst bei dem Kreisveterinär- amt Gießen mit sofortiger Wirkung bis auf weiteres wie folgt neu eingeteilt worden: Gießen! (Veterinärrat Dr. M o n n a r d) die Gemeinden: TreiS, Ruttershausen mit Zriedelhausen, Mainzlar, Staufenberg, Saubringen mit Hei- bertshäuserhvf, Lollar, Annerod, Wiefeck, Stadt Gießen, Heuchelheim, Aliendorf a. d. Lahn, Klein- Linden, Grohen-Linden, Leihgestern, Lang-Göns, führte die Straße vorbei. Auf der Straße fuhr das Auto, das führerlos ins Schlenkern geriet. Da verdoppelten, vervielfachten sich die Schreie im Auto. Der Wagen kam jählings ms Gleiten, die Vorderräder standen plötzlich in feerer Lust über dem Abgrund. Eine Sekunde der Totenstille trennte die Schreie vom Krachen der Katastrophe. Da» Auto war in die Tiefe gesaust und hatte sich überschlagen. 3m nächsten Moment klatschte es mit voller Wucht ins Walser »nd verschwand in dem hoch aufgewirbelten Teich, der noch einen Atemzug vorher im friedlichen Glanze des vollen Mondes gelegen hatte. 30. Mit einem kühnen Sprung setzte Dick dem Auto nach in die liefe. Vergebens suchte sein Fuß im rollenden Gestein einen Halt, aber feine Hand griff in ein« Stand« und hemmte den Sturz. Mehr gleitend al» steigend landete er schließlich auf einem Vorsprung, der dicht über dem ®ah'erfpiegel hing. Da zerteilte sich die Flut, und eine triefende Gestalt schwamm ans Ufer. Dick erkannte sofort, wen er vor sich hatte. „Tommy", rief er taut Eawler starrte ihn an. Sein Gesicht hatte sich verzerrt. Er spie das verschluckte Wasser aus, und seine Brust hob sich in stöhnendem Schluchzen. Dick packte ihn am Arm. ..Eawler, was ist Ihnen denn? Freuen Sie sich, daß Sie mit dem Leden davongekommen finb!" Aber Eawler schrie auf, von furchtbarer Angst gefoltert: „Er ist tot! Er ist tot! Und ich wollt« ihn retten!" „Wer ist tot?" „Mein Bruder ist tot — mein armer Johnny! Oh, Mr. Martin, helfen Sie mir. Da« Auto liegt umgekippi im Wasser, und beide sind sie darunter eingeklemmt." Dick besann sich nicht einen Augenblick. Er wars seine Jacke ab und watete in den See, während Tom ihm den Weg zeigte. Da» Aura lag dicht unter der Oberstäche de» Was'ers. iber cs war nicht zu bewegen. Tief in den lehmigen Boden gewühlt, von eurem ooriprin- äenden 5elfen eingeklemmt, gehörten ganz andere Äräftc dazu, es zu heben. W atzen born-Stemöerg. Grüningen. Holzheim. Dvrf-Gill. Eberstadt. Ober-Hörgern. Gießen kl (Veterinärrat Dr. € t ein) die Gemeinden: Alten-Duseck. Grohen-Duseck. Trohe. Rödgen. Beuern, Reiskirchen, Burkhardsfelden. Oppenrod, Albach. Steinbach. Hausen, Garbenteich mit Kreisabdeckerei, Lich, Langsdorf, Bettenhausen, Birklar, Muschenheim. Hos-Gull, Hungen, Inheiden. Bellersheim. Obbornhofen, lltphe. Trais-Horloff. Steinheim, Rodheim, Ra- bertshaule.'.. Langd, Villingen, Bersrod, Ron- nenroth unb Hattenrod. — Grünberg (De- terinärrat Dr. Martin) Oie Gemeinden: Grüu- berg. Göbelnrod. Saafeiu Reinhardshain, Beltershain. Lumda. Weitershain. Geilshausen. Keslelbach, Londorf, AÜendorf an der Lumda, Rüvdingshausen. Stangenrod, Weickartshain, Queckbom, Lauter. Ober-Bessingen. Rieder- Bessingen. Röthges. Münster. Ettingshausen. Harbach. Lindenftruth und Winnerod. — Sonnenwendseier unserer evangelischen Jugendvereinigungen. 3ni 'Verein mit der evangelischen Zugendvereinigung von .'«lein-Linden begingen am Samstagabend unsere Gießener Zugendvereinigungen die Feier der Sonnenwende. Fleißige Hände der Stiem- Lindener Jugend hatten im Laufe des Samstag- nachmittag einen riesigen Holzstoß am Wäldchen bei Allendorf a. d. L. für das Sonnenwendfeuer aufgerichtrt. Dorthinaus zogen am Abend die Burschen und Mädchen der evang. Zugendver- cinigimgcn unserer Kirchengemeinden und die Zug end der Wartburggemeinde — wohl mehrere Hundert mögen es gewesen sein, — begleitet von vielen Eltern und sonstigen Erwachsenen unter Führung von Pfarrer D o tz e r t, um sich in der nächtlichen Stille um das Feuer zu scharen. Während die Flammen gen Himmel loderten, wurde die Feier mit dem Lied , Flamme empor" eröffnet. Sodann hielt der Ortsgeistliche von Klein-Linden, Pfarrer Göbel, die Feuer- rede. Er sprach davon, wie im Laufe der Geschichte viele solcher Feuer entfacht worden seien, oft aber auch tm Kampfe gegen den Protestantismus. Auch der versammelten Jugend solle das Feuer ein Mahner fein, für Ehristus zu kämpfen. Rach einem gemeinsam gesungenen Lied und einem Ehorli^ der Kirin-Lindener Mädchen fand unter Hersagung von Feuersprüchen das Feuerspringen statt. Mit Gebet uni> einem Abendlied fand die Feier ihr Ende. — Vortrag im Englischen Seminar. Der englische Vortragsabend, den Frl. Evelyn Heepe aus London am Freitag auf Einladung des Englischen Seminars der Landesuniversität in der Reuen Aula der Universität veranstaltete, hatte sich eineS regen Zuspruchs zu erfreuen, an dem besonders die Schüler und Schülerinnen der Höheren Schulen unserer Stadt beteiligt waren. Die Vortragende verstand es. in klarer, deutlicher Aussprache und mit dramattschen Akzenten ihrer Zuhörerschaft das fremde Idiom nahezu- bringen und in einer abwechselnngsreichen Auswahl, in der ernste und heitere Stücke, klassische und moderne englische Autoren verirrten waren, ein lebendiges Bild des englischen Deklamattons- und Konrersationsstiles zu vermitteln. Aus der Fülle des Programms sei hervorgehvben die eindrucksvolle Wiedergabe der großen Monologszene aus .Hamlet', die prächtigen Klangmalereien von E. A. Poer „The BellS" und zwei heitere Stücke von Kipling unb Rooke. *• Die Regelung deutscher Ansprüche an Italien. Von zuständiger Stelle wird mt (geteilt: Reichsdeutsche Eigentümer beschlagnahmter Güter in den neuen italienischen Provinzen, oder reichsdeustche Gläubiger von fequeftierten Forderungen gegen Schuldner in diesen Provinzen werden erneut aufgefordert, falls sie bisher ihre Anträge auf vergleichsweise Regelung noch nicht bei den zuständigen italienisch^ Behörden eingedracht haben, sich spätestens bis zum 1. August 1928 unter Beigabe etwaigen Beweismaterials unmittelbar an den deutschen Staatsvertt eter beim deutsch-italienischen Gemischten Schiedsgericht in Rom, Dia Denti Settern- bre 11, zu wenden. Spätere Anttäge können nicht mehr berücksichtigt werden. Oberheffen. Landesausschuh des Hessischen Jtofen Kreuzes. WSR. Darmstadt, 25. 3uni. Gestern hielten der hessische Landesverein vom Roten Kreuz und der Alice-Irauen- verein, die lich seit einer Reihe von Jahren zu einer Arbeitsgemeinschatt im Hessischen Roten Kreuz zusammengeschlossen haben, ihre diesjährige .Hauptversammlung ab. Aus dem von Geh. Regierungsrat v. .z? a hn erstatteten Geschäftsbericht sei u. a. erwähnt, daß die Aus- bildungskurle für Helferinnen weiter abgehalten wurden. Die Mittelstandsfürsorge wurde mit den immerhin begrenzten Mitteln sortgeführi. Die Studentenhilse ermöglichte in jedem Semester, etwa 50 Studenten Unterstützungen und monatlich 203 Freitische in Gasthäusern zu gewähren. Die Gesangeners. rsorge im besetzten Gebiet wurde ebenfalls sorrgrietzt, wobei die von einem Teil der Presse etbobenen Beanstandungen nach dem Bericht des Kreisvereins als ttnbcclegt erachtet werden konnten. 3m Kinderheim Bingenheim wurden 122 Kinder je vier bis sechs Wochen ganz oder größtenteils umsonst auf» genommen. Auch die Bahnhofsmisiion hatte gute Erfolge zu verzeichnen. Die Ergänzungswahlen brachten neu in den Vorstand: Frau Sanitäts- rat Bachhold (Offenbach), Frau Kreisdirektor Reinhart (Bensheim). Frau Kveisdnek- tor Draubt (Alzey). Regierungsrat Walter (Dieburg) und Medizinalrat Baiser (Alsjeld). Mit einer regen Aussprache über stnr einzelnen Arbeitsgebiete schloß der Vorsitzende Geheimrat v. Hahn die Tagung. Landkreis Giesien. OO Klein. Linden. 25. Juni Unter großer Beteiliguirg der evang. Kttchengemeinde zogen gestern die Besucher unseres Kindergottes • dienftes in den Bergwerkswald zu einer schönen Wa 1 dseier. Helle Freude strahlte aus den Augen der mit Blumenkränzen geschmückten Kinder, als sich der Zu^ unter Vorantritt des hiesigen Posawreitchores in Bewegung setzte. 3m schattigen Walde leitete der Ortsgei st liche die Frier mit einem Kindergottesdienst ein. der Po s aunencho r begleitete die gemrinschasttich gelungenen Lieder. Alsdann erfreuten sich die Kleinen unter Führung ihrer Helferinnen an Spiel und Reigen. Gegen Abend zog die frohe Schar unter den Klangen des Posaruvachores wieder ins Dorf zurück. — Bei der heuttgen Versteigerung des Heu gras es der Gemeindewiesen und einiger Privatwiesen wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Wiesen bester Qualität galt der Morgen (2500 Quadratmeter) 60 bis 80 Mk.. nur Die Heuernte, nicht auch der Drunnnetertrag. Bei Wiesen mittlerer Qualität betrugen die Preise 50 bis 60 Mk. pro Morgen. " Leihgestern, 25. 3uni. Am SamSta^« nachmittag fand hier durch den KreiSseuerwehir- Znspektor D i ck o r 6 - Gießen d:e Inspektion der Feuerwehr statt. Rach einer eingehenden Besichtigung der Feuerlöschgeräte ging die Freiwillige Feuerwehr zu einem Brandangrifs über. Von dem 1. Kommandanten der FreiwiüiciTN Feuerwehr Gg. Held war ein sehr schvieri b*< Objekt zur Brandidee ausgewählt. GS war eint Freude, zu sehen, mit welchem Schneid unb Energie die Wehr die schweren Ausgaben löste. Unter dem Kommando des 1. Kommandanten der Pslichtseuenvehr Karl Seipp war auch diese zu dem erwähnten Brarrdangriff hinzugezogen. Auch sie löste ihre Aufgabe zur allgemeinen Zufriedenheit. Bemerkenswert ist noch, daß di« Freiwillige Sanitätskolonne vorn Roten Kreuz Gießen eine Hebung mit der Inspektion verbunden hatte, die als glänzend zu f-ezeichnen war, und sogar der Wunsch geäuß-rt wurde, hier einen Zweigverein au gründen und diesen der FreiwUIigen Feuerwehr anzus<^ießen. Die Gemeinde Leihgestern kann stolz auf ihre junge, aber schlagfertige Wehr sein, deren Mtt- gliederzahl in stetem Aufwärtssteigen sich befindet. Trotzdem die Heuernte in vollem Gange ist, war es sehr lobenswert, daß die gesamte Freiwillige Feuerwehr vollzählig zur Stelle war, ein Zeichen dafür, daß großes Interesse vorhanden ist. Rach Beendigung der Hebung sand sich die Wehr bei Kamerad Schröder zu einem Glas Bier zusammen. • Lich, 26. Inni. Der Licher Sommer- mar k t, einer der beliebtesten und besuchtesten Märkte unserer Stadt, der alljährlich am Tage nach dem Licher Zuaendsest, tm laufenden Jahre also am Montag, 16 Juli, stattfindet, wird in diesem Jahre wieder in hergebrachter Weise begangen. Außer dem üblichen Rindvieh-,Schwerne- und Krämermarkt ist Prämiierung von Hessischem । Fleckvieh und Vogelsberger Vieh mit dem Markt I verbunden. Am gleichen Tage erfolgt auch die Trotzdem gab Dick den Versuch noch nicht auf, Staletti« unglückliche Opfer zu bergen. Er tauchte mit Tom Eawler hinab, bekam auch einen der beiden Riesen zu fasten, aber der Arme war be- wußtlos ober tot; es war unmöglich, ihn unter dem Verdeck heroorzuziehen. Schweren Herzens begab er sich ans Ufer zurück. Als Tom Eawler sah, daß keine Hoffnung mehr war, warf er sich auf die Erde und rauft« schluch zend das Gras. Dazwischen stieß er halb erstickte öelbstanklagen hervor: ,^Hätt' ich — den Schurken — doch schon gestern — getötet — Herrgott — hätf ich es doch getan — al» ich — meinen Bruder — wiedererkannte!" ,Lhren Bruder?" „3a, Mr. Martin — meinen unseligen Bruder —! Ich sah ihn daherkommen — ein Ungetüm, und ich wußte, er wollte mir ans Leben. Aber daß er mein Bruder war, das wußte ich nicht. Ich pack' den Schraubenschlüssel fester und spring' ihm auf den Racken — und da —" Tom Eawler hielt inne, ein Schluchzen erstickte seine Stimme, „— da fühle ich ein sonderbare» Hautläppchen, das er als st nabe schon gehabt und über das wir so nie! gescherzt hatten. Gan^ plötzlich kommt mir die Erleuchmng. Ich schreie: Johnm,. Da steht er ganz still — wie versteinert — unb lauscht. Ick» gleite auf den Boden, sehe ihm in» Gesicht und ruf ihn noch einmal beim Rainen. Da bricht er plötzlich in die Knie und wirft sich ins Gras und beult — — und heult — rote ein verwundetes Tier. O mein Gott, o mein Gott — es war Johnny, und otaletti hatte aus ihm einen Unhold gemacht, einen ©flauen, der automo- tisch jeden seiner Befehle ausführen muß — — einen Mörder, Mr. Martin, einen Mörder!" Tom Eawler trommelte, rasend vor Schmerz, mit den Fäusten auf den Boden. „Df) — dieser Teufel, dieser Staletti, ich ahnte es schon lange, daß er ein Unmensch war vor ein paar lagen habe ich ihn und Eody in seinem Studierzimmer belauscht. Da brüstete er sich (rech — er sei Lew Pheeneps Mörder. Auch dazu hatte er fernen Sttaoen mißbraucht. Ei, Ar Hunde, denk' ich, euch werd' ich da» Handwerk legen, bald hab' ich euch alle in meiner Hand! Ob. ich Dummkopü Durchs Fenster hätte ich schießen losten, mitten hinein in sein tückische« schwarze» Vesichf" (Fortfetzung folgt.) Er wühlte die Stirn in den Boden. Dann richtete er sich halb auf und drohte mit bet gebauten Faust über den Teich hin: „Du Satan! Du SatanT „Sa — tan--Sa — lan —", wiederholt» ein rollendes Echo. Eawler horchte grimmig bem Echo nach, dann öffnete er feine Faust und starrte in sein« Hand. Ein wahnwitziges Gelachter des Triumphs erschütterte seinen Körper. .Ein Gutes hat diese Diebeshand in ihrem Leben vollbracht", jagte er mit wilder Genugtuung. „Eie hat dem Schuft die Schädeldecke zertrümmert! Haben Sie ihn schreien gehört, Mr. Martin? Mit dem Schraubenschlüssel hab' ich ihn erschlagen, so wie er Eody von meinem Bruder erschlagen ließ!" „Wer von den beiden Unglücklichen war ihr Bruder?" fragte Dick schaudernd. „Der Kahlgeschorene war e». Staletti rieb ihn immer mit Oel ein, benot er ihm den Befehl zum Töten gab. Er sollte schlüpfrig fein und geschmeidig wie ein Aal!" „Und wer war der andere? Staletti hat ihn doch offenbar stets versteckt gehalten?" „Der andere--da» wissen Sie nicht?" „Ich ahne e» vielleicht", versetzte Dick mtt schwankender Stimme. „Staletti hatte guten Grund, ihn so versteckt tt hasten", sagte Tom Eawler, und seine Hände krampften sich zusammen. „Es war Lord Selford", stieß er faft schreiend hervor. Und wieder antwortete das unheimlich« Echo: „Sei — ford--Sei — forb —!" Tom Eawler» irrsinniges Gelächter übertönte e«. „Lord Selford — Schloßh^rr. Großgrundbesitzer, vielfacher Millionär — und hat nichts als ein paar Lumpen auf dem Leib und einen Schrank voll öfter Spiellachen!" Dick sagte nichts. Er hatte seine beiden geballten Fauste auf die Stirn gepreßt und verdeckte die Augen. Was ist Erbe — was ist Geschlecht — was ist Ahnenstolz — hallt« es durch seine Seele. Der ieyte Sproß eines großen Hause» endet trotz der Pracht feiner Glieder al» ein armer hilfloser Idiot! 'b> VL’** ■Ä Ärßfe MÄJ. 0x11 .tzrLk i. $5 «***• ^mgätats^**- ML Mje». ^Ä** gas ^orajitan btf ^Qunfl Itvj i LL! ■ öie gw«Ächait^ n «freuten sich k- wW8r* * Ed M Mc ft* d^ PofaiwLich^^ der fcutua tUflraJeiEfe DriMüniefen viud« n^«M sm« «p (2500 Quadro,- Heuemr. n* ui Emr < 50 bi8 80 Hl e« Juni. Qün den Xretikufiy*r. n die Infprki,:. lach einer ttngtirfc gerate ging K -» n ‘Jnntfkntgn* j- ten der 5rrr , ' em sehr feloählt. ®»nt »elchem Sjonl mb xren 2*m W- 1. ÄomaabaMm bet ipp wer M umgriff hiEM». ybe z« allgemmn ?rt noch daß du t lernte in roden Oey ert, dah du «f« söhlig zur Stelle»° wßes Sntmfr r mg der Hebung > d Schröder zu * Licher Sommer- >ften und beiuchte«, , im Rufenden IHt i. stundet, n Aindvieh-^^ liietung von Hef1>^ r MM dem M« SagMrMflMu-^ m Joden. i- auf und drohte m«t * eich Hw' _ w »W«** * ÄflU* ln£?.S's< sS: SB» ** * * &S8** *S*|*^1 w ** * KK •rJgjS ils tl" ,8f*'' alljährlich ftatHinbenbc Tkrtteigenrng »o* Caiun- I bMen (tKrcbcltee oberhe'liich.s 2anM4af. (»wie Areu^ung 5e«(o*twn mit fchwarzköps'gem Steif <6- •4>ab durch den Landwirtfcha'tska:^:ne. ,.^s'ckui' tüt CberfrJItn Dee Amneldungen Mir Prämiierung Hz den bi» jum v. Juli bei brr "buiger- metlrrei Lich zu cr’olgen 2üif die im heutigen Anzeigenteil veröft m i t - ten, EichelSdors und LInter-Schmitten verliehen werden. 3n früheren Jahrhunderten waren diese Ortscha'len bereits auf Ellenerzeugung eingestellt, wie sich heute noch aus den Der- schiederchen Flur- und Wegnamen nachweifen läßt. Bei Ausgrabungen stößt man auf •rn’angniie Schl ackenabla gerungen N; auf ®r1cn(y i*n. ng in einstiger Zeit hinn i en. Ra- menlLX bu beiden Dorier Ober- und Unter- Schmitten waren ehemalige Eckcnschm eben, die ihnen auch die 'Hamen gaben. Der letzte «den- Hammer war noch zu An'ang de» DretstiMährige» Äriegce in 'Betreb. ging aber bann ein. Arcie LaaterDach. ch Eifendach, S. Juni. Lor einigen lagen brachen am frühen Morgen zwei Hunde in eine Schafherde cm. die In her Rühe de» Auhof es un Pferch nüchliatc. Zum Gluck waren die beiden Schäfer lisch U» ihrer Hütte Al» bte Hunde rerscheucht worden waren, merkte man. hast fle einem Schaf« bie Halsschlagader ans gerissen und noch 16 andere Tiere schwer verletzt hatten 3n der Rocht zuvor wurde die Schafherde der Gc- meinec Herbstein ebenfalls von nmhcrstrvl- chenden Hunden angegriffen und hat Schaden erleiden müssen Rheinhessen. LSR. Mainz, 2 > Juni. 8m eamsiagabenb gegen 0 Uhr paddelten ; wet Studenten des 'Rheinischen Technikum» auf dem Rhein bei Singe n. Lwrch den hohen Wellengang kenterte da» fioot plötzlich, und die beiden Insassen sieten me Lalser Wahrend sich ter eine der jungen fDlän- »er über Wasser halten konnte, bie Hilfe ;ur Stelle mar. versank der andere, der 25 Jahre alte Franz Förster aus ölerfrebe. der einzige Lohn (einer (Eltern, in den Dellen. Lin Herzschlag dürfte seinem Leben ein (Enbe gesetzt haben Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Oer Mordprozeß Wichmann. WSR. Frankfurt a. M. 25. Juni. Dor dem Schwurgericht begann heute, (tote gestern in einem Teil der Oluf lag? schon gemeldet D Red.- hie Verhandlung gegen den früheren Obereiten- bahnsekrctäi Friedrich Wichmann, der am 31. Mai 1898 in Steissen (Ärei» Ottweiler- tm Saargcbict geboren wurde Al» Sachverständige sind erschienen Gerichtsarzt Pro'effor Dr. Dor- kastner. Professor Ranke, Privatdozent Dr. Walter Riese und der von der Verteidigung acladrne SanitätSrat Dr. Magnus Hirschfeld sBerlin) Der Vorsitzende erwähnte zu Beginn der Verh.indlung, hab er au» Zweckmähigleits- gründen die Deinchmung des Sachverständigen Dr. H i r s ch f e l d anordne. Der Giösfnungsbeschlub legt dem Angeklagten gemeinschaftlich mit seiner Frau begangenen Mord in drei Fällen und Tötung auf bas ausdrückliche enb ernste Verlangen keiner She rau zur Last Der ganze erste Terbinbluogitag war ausae- lüllt mit der Vernchm^ng des Angeklagten. Bei her Schilderung feine» Gntwicklungsgaöge» erzählte W.chmami bah er im Felde beim Rah- kampf wahnlmnige S^enan mtterlebtc. bie so grausig waren, bah st« jahrelang nachwirkten. Rach der Entlastung aus dem Mllitärdienft bewarb er sich bei der Reichsbahn al» FkvUsuper- numerar. 3m März J923 wurde «r zum Eisen- bahnobertekrelär ernennt. Am 4 April 1925 wurde er wegen Ilnregelmäbigteiten vom Dienst kusvenbrert Rach feiner Entlassung aus dem Eisenbahndien.st mutte er mit 16 Mk llnter- stützung rom Wohlfahrtsamt Höchst leben Wie 'chlcchr e» nachh« der Familie in Mörfelden ging, devxist brr Inhalt eine» Schreibens des Dcrtigen Bürgermeister»- .Tie Familie be'indet stch in geradezu jämmerlichen Verhältnifsen.- 2m 1. September 1927 zog die Fam'lie Wichmann nach Frankfurt in bte Bischofsheimer Cträte. Hier betätigte sich Wichmann al» Pro- viffonsreisenber. Die Ermittlungen haben ergeben, bah die Schulden de» Angeklagten am 1. Mäiu. am Tage der Tat, hn ganzen 207 Ml. betragen haben Davon entfallen aus die Miete allein 130 Mk. Der Rest ist durch Borgen beim 5koionialwarenhänd- ter Milchmann und Bäcker entstanden. Aach anderthalb Monaten war es bem Angeklagten nicht mehr möglich, das Geld für die Miete auf- uibringen. Von nun an tetzten die Schikanen des Berw.eters Sommer ein Sie gingen «chliestlich Io weit, dast Frau Wichmann es nicht mehr wagte, lich tagsüber allein in her Wohnung des Sommer *u zeigen Der Angeklagte machte dann eingehende Angaben über leine Versuch« um Gewährung von Unterstützungen Mehrere Ver- luche bei bem Wechstahrtsarnt teien vergeblich getreten. Auch das Arbeitsamt hab« feine Unterstützung gewährt. Hier soll Wichmann gefragt worden fein, ob er Grdarbeiten verrichten könne. Da» habe er aber mit Rücklicht auf feine im Felde erlittenen schweren Verletzungen nicht annehmen können, lieber bie Familie feiner Frau tagte der Angeklagte, bah er mit feiner Schwiegermutter sehr gut gelebt habe, da» Verhältnis zum Schwiegervater war nicht so gut. Der letzt« B«- luch feiner Frau bei ihren Eltern war am 10. Februar 1928. Seine Frau wollt« bei ihrem Vater erreichen, bah er lie und bie Kinder für einige 3eit aufnehme. Der Vater habe ihr kalt die Tür gewteten. Bei den letzten Bekundungen be» Angeklagten brüht er m Tränen aus Wichmann erklärte, er fei nicht mehr imstande, der Verhandlung zu folgen. Io dah die Verhandlung auf Dienstag vormittag vertagt werden rauhte. Turnen, Sport und Spiel. Zugendspieltag in Gießen. Der Deutsche Fuhballbund -und bte Deutsche Sporthehörde für Leichtathletik. kurz D V. V und D. S. B. genannt, hatten für den Sonntag einen Iugends piel- t a g angesetzt. Zweck dieser Veranstaltung, an der sich die Zagend- und Schülermamischaften aller den beiden Verbänden angeschlossenen 'Herein! beteiligten, war, zu werben um die 3ugcnb= licken, bie au» irgendwelchen Gründen hem Sport bisher sernstanden, sie für die beiden Kampssportarten Fuhball und Leichtathletik zu begeistern und bie Rur-Mitläufer zur sportlichen Ttetätigung zu bestimmen Aber auch beit Eltern und Lehrern, den Lehrherren usw. sollte an diesem Tag gezeigt werden, waS die Zuaend- sportbetregung ist und was sie will, nämlich ein Bronnen, aus dem die Jugend Freude. Kraft und Gesundheit schöpfen, aber auch eine Schule. In bet sie t*ti freiwilliger Unterordnung unter da» Ganze durch strenge Selbstzucht und Mann- fchastsbisziplin für ha» spätere Leven vorbereitet werden soll. Die dank der vorzüglichen Organisation, des prächtigen Wetter» und nicht zuletzt des von allen Teilnehmern gebotenen guten Sports in allen Teilen glänzend verlaufene Teil Veranstaltung des GaueS Giehen-Wetzlar war ganz dazu angetan, werbend zu wirken und die Sportbewegung in unserer engeren Aemtat ein gut Stück zu fördern. Aus diesen Erfolg dürfen alle, die sich um die Veranstaltung und ihren reibungslosen Verlauf verdient gemacht haben. ftoU sein mit dem Bewutztsein, Dienst am Vaterland geleistet zu haben Besondere Erwähnung verdienen bie Herren Dietmar, al» Obmann des Gauiugend- und Buraeleit al» 3ugcnb- reserent de» Gaua thleti kausschustes. die sich durch ihre rastlote Arbeit um bie Zügen bl pvrtsache des Gaue» grob« Verdienste «itootben haben. 3n diesem Zusammenhang muh auch der Verein für Bewegungsspiele genannt Werbern der den schon an und für sich herrlichen Waldsportpfntz. auf dem die Hauptkämpfe usw stattfanden, m einer Weise hergerichtet und festlich geschmückt hatte, bah er her Veranstaltung einen prächtigen Rahmen gab und bie restlos« Anerkennung aller sand. Schon am frühen Morgen begannen bte Spiele auf ben Plätzen her Universität, her Lpielvereinigung 1900 und be» VfB. um sich prograramähig in steter Reihenfolge ohne jeden Zw 'chenfall vis zur Mtttagspaule abzuwickeln. Pünktlich um 1,45 Uhr traten bic Vereine, in fünf Abteilungen geteilt, von verschiedenen Ausgangspunkten aus zum Stern lauf durch die Stadl um OswaldSgarten an, von wo au» fit in geschlossenem Zuge unter Vorantritt einer Musikkapelle zum Waldsporwlatz marschierten, Aach der Aufstellung der etwa 2(X> 3ugendlichen und Schüler, die in ihrem fchmucken Dreh em farbenfrohe» Vild abgaben, hielt Pros. Lenz die VegrühungSanIprache, in der er kurz die Bedeutung dc» von den beiden Sportverbänden eingerichteten Iugendspiellagcs barlegte und es alS ein glückliche» 3ufammentreffen bezeichnete, daß dieser Zag mit der CDnnncrfonnentocnbe julam- mensalle Sr forderte alle Eltern unb Erzieher, die Stadt- unb Landgemeinden und alte berufenen Behörden auf, daran mitzuwirlen. daß unser« Jugend durch den Sport zu geistig und leiblich harmonisch gebildeten, in freier Kameradschaft verbundenen, denkenden Menlchen erzogen werd«, um Heil der 3ugenh und zum Heile unteres Volles. Sein am Schluh auf ben deutschen Sport unb das deutsche Vaterland auSgebrachter Sport- ms fand bet ben Teilnehmern unb Besuchern begeisterten Widerhall. Anschlietzend wurden unter Leitung von Sportlehrer Fischer eine Reihe von Gymnaftikübungen vorgesührt, bei deren Ausführung man jedoch ben meisten Sportlern bie Ermüdung anmerkte Der Rest des Rachmittag» war ausgefüllt mit den verschiedenen 8u66a11•. Han bball- unb Leichtathletikkämpfen, nach denen bie Verteilung der vom D. F. B unb der D. S B gestifteten Wimpel an bie Sieger stattsand. Den Schluß des relchhalttgen Programm» bilbete da» Propagandaspiel der beiden Auswahlmannschaften Giehen-Stadt gegen Gießen-Lanb. Die .Provinz" erwies sich wider Erwarten schwach und kam gegen sie sich gut zufammen- finbenhen .Städter" nicht auf. Die Gäste muhten sich schon bei Halbzeit mit 0:6 geschlagen bekennen Erwähnt muh jedoch werden daß ihr sonst recht guter Tormann einen ausnehmend schlechten Tag hatte und eine Anzahl Tore hätte verhinbern müsfen. Trotz deS Ausscheidens eine» Spieler» gelang es her Land-Mannschaft, nach der Paus« durch ihren lolvnswerlen Eifer bas Spiel offener zu gestalten, ohne jedoch verhindem zu können, bah der außerordentlich durchschlags- fräftige unb schußfreudige Sturm der Stobtels bie 'Torzahl auf 10. einfchließlich he» Eigentor» eine» Gästeverteidigers, erhöhte Erst gegen Schluß konnte bie Dästeelf ha» verbtente Ehrentor erzielen. Rachfolgenb feien bie Zugendkämpfe und ihre Srgebniffe, au» denen bie mit einem Wimpel ausgezeichneten Mannschaften. Stapeln und Gin- zelkämpfe erfichtlich find, aufgelührt. Dte Fußballergebntfte. V. s. V. 1. Schuler - 1900 1. Schüler 2:0. Verdienter Sieg der technifch belferen und in der Spielauffafsung reiferen D. f. CB.et über die durchaus nicht schlechten 1900er. Heuchelheim 1. 3gb — Gr -Bufeck 1. 3gb. 3:1. Heuchelheim war durch die größere Routine einiger Spieler, bie früher schon in aktiven Mannschaften milgetoirft hatten im Vorteil imb gewann dem Spielverlauf nach verdient. W. S. D. 1. 3gb. — Grünberg 1. 3gb. 7:0. Ileberrafchend hoher Sieg Der Wetzlarer über Die in letzter Zeit stark verbesferken Drünbcr- ger. Deren Tormann allerDingS reichlich schlecht war. Lollar 1. 3gD. — Ehringshausen 1. 3gD. 0:0. Harter Kampf zweier gleichwertiger Mann- schäften, von denen Ehringshausen Durch LoS- entfcheiDung Den Wimpel erhielt. V. s. B. Butzbach 1. 3gD. - V. f. B. 1. 3gh. 3:1. Verdienter Sieg Der belferen Gäste. Die auS durchweg sthc jungen Spielern zufam mengest eilte D. f. B.-Elf kam gegen Die älteren Butzbacher nicht auf, führte aber auch ein recht zerfahrenes Spiel vor. Rach einigen Spielen in dieser Ausstellung dürfte Gießen besser sein. Abgesehen davon. daß Die Teilnahme am Sternlauf und Festzug von der Gaujugendleiluna befohlen war. war eS wenig nett von Butzbach, sich alS einzige Mannschaft davon auSzuschließen, um sich für daS Wettspiel zu schonen. V. f. 2. 2. 3gD. - 1900 2.3gD. 1L Glücklicher, in den letzten Minuten errungener, aber verdienter Sieg der D. f. D.-Elf. Burgsolms 1. 3gh. - W. S. V. 2. 3gh. 3:0. Wohl war Durgsolm» körperlich kräftiger als sein Gegner, führte aber auch sehr schönes Spie! vor und gewann teilten Wimpel vollauf verdient. Wetzlar war eifrig, spielte aber zusammenhanglos. 1900 1.3gb. - Dd.-GirmeS 1.3gb. SD. 1900 körperlich bedeutend stärker, tote übrigen» alle Zugenolichen, durchweg große, kräftige Gestalten bet Spielvereinigung. die ihren Gegnern physisch überlegen waren. Trotzdem hatte Die- ber-Dirmes in der ersten Halbzeit eine Kleinigkeit mehr vom Spiel, um jedoch in der zweiten Halbzeit geaen bie besser werdenden Gießener stark abzufallen. Laubach 1 3gh — Aßlar 1 3gh 2:1 Knapper, jedoch verdienter Sieg der Lau- dachet. Da» Resultat cntlprichl Dem Spielverlauf. Wetdori 1.3gh. — Leun 1.3gD. 0."0. Ausgeglichenes Spiel. Das Los entschied für Werdori D. f. B. 3. 3gd — 1900 3. 3gh Auch hier «ttschted Da» Los. TM. 2. war bet Glücklichere. Heuchelheim 1. Schüler — D. S. V. 1. Sch. I.P. Heuchelheims Schüler, durch frühere gute Xe- fuUate alS spielstark bekannt, waren Die beffertn. Aßlar 1. Schüler - Gr-Bufeck l.Sch. 1A Das Refulta» hätte ebensogut auch umgekehrt lauten können. 1900 2. u. 3. jgb. konih. - Steindorf 2:1. Infolge Absage der 3. 3gd. des Wetzlarer Sportverein» war Steindvrs ahn« Gegner. Die einaclprungenen 1900er gewannen knapp 3n Anbetracht der Umstände erhielten beide Mannschaften einen Wimpel zugesprochen. fxuxbbaU. D.f.L. Wetzlar 1. HanDdall Jgb. - 1900 1. Hbd. 3gd. 4A Rach äußerst abwechslungsreichem und spannendem Kampf zweier taft gleichwertiger Mannschaften. die beide in jeder Beziehung sehr guten Sport bete«, glücklicher, fast mit Dem Schlußpfiff erst sicher gestellter Sieg der Wetzlarer. ISO) l.HDb. Schüler - B. f. B. 1. Hdd Sch. 8:0. Hier war oas physische Kräfteverhällni» denn doch zu nnaleich. Die kleinen, zum Teil noch 12iä6rigen V. f. Bet hielte« sich. Io gut sie konnten. Crid>tatt>klif Staffeln A-Älaffe. 10 X 100 Meter. 1. B. f L Wetzlar 2,15 Min 2. 1900 Ptehnt 2,21,3 Min. 3. Sp B. Weilburg. V-Klasse. 10 v 100 Meter I 1900 lohne Konkurrenz). C-ÄIaffe 10 50 Meter. 1. W S. B. Wetzlar 1,18.3 2. 1900 Gießen 1,19. Lanhstaffel. 10s 80 Meter. 1. Grünberg (ohne Konkurrenz). Dreikampf. Klaffe A. (3ahrg. 10/11.) 1. Müller 1900 122 Pkte. 2. Schick D. f. L. Wetzlar 116 pft 3. Wolf 1900 105 Pkte. Klaffe B. (3ahrg. 12 13.) 1. Marf V. s. L 100 Plte. 2. Bal- fer 19C0 8-1 Pkte 3. Schütz 1900 81 Plte Kl. C. (3ahrg. 14 u. jünger.) I. Becker W. S. V. 43 punkte 2. Ludwig D. f. L 35 Pkte. 3. Rothschild 1900 34 Punkte. Reit' und Satyr furnier in (Hießen. Der Reit- und Fahrllub Gießen unD Umgebung veranstaltet in Gemeinschaft mit dem 1. (Hess.. Gt«nadi«t-Datl. 15. 3nf- Regts Gießen am 14. und 15.3uli ein Rert- und Fahrtutnier, auf Dein sich «rsttlassig« pierbc aus nah und fern sowohl untetm Sattel, als auch im Gespann zeigen werden Es werden vor allen Dingen zahlreiche Meldungen der ländlichen Reitervereii'r unterer näheren Umgebung und der b. Tunüerreiter unserer Rachvarstädle Frankfurt, Darmstadt, Fulda, Marburg Kassel u. a. ra. erwartet. Hossentlich wird her Deranstallung auch in unserer Bürgerschaft unb in ben Orten unserer Umgegend Da» gebührende Interesse entgegen« gebracht. Leichtathletischer Landerkamps Westdeutschland —Holland 60:52. 3n Der Dortmunder Kampfbahn .Rote Erde" kam am Sonntag Der sechste leichtathletische 2är- Detkampf Westdeutschland Ost Holland vor etwa 8000 Zuschauern zum Lus!rag. Mit nur acht Punkten Vorsprung konnten bie Westdeutschen einen knappen, aber sicheren Steg feiern. Einen überraschenden Ausgang nahm der Dun- Dert-Meterlauf, in dem Der Dortmunder 3 onath Dem deutschen Altmeister v o ube n eine nicht erwartete Aiederlage bereitete. 3n guter Form zeigte sich auch der deutsche Di»kus- Xeforbmann Paulus lWetzlar). Der trotz GegenwinD mit 45,06 Metern eine erheblich« W«it« erzielte. 3m Rahmen der Veranstaltung absolvierte die deutsche Olympiaftaffel einen weiteren Probelauf In Der Besetzung Eort » , Dr. Wichmann, Hvuben unD Körnig unD erreichte wiederum Die in Berlin erzielte Weltrekordzeit von 40A Die Olnrapiastafsel hatte eine westdeutsche Dierer- stassel zum Gegner, bie in der Aufstellung 3 ona tb, Schuller, Möll« und D reib- Holz nur um acht Meter geschlagen blieb und 41,8 benötigte. 3raueiv£anfrerfampf in Lennep. Holland gegen Westdeutschland 50:40. Während in Dortmund am Sonntag bie westdeutschen Leichtathleten über Holland erfolgreich bleiben tonnten, mußten sich in Lennep die axft- deutichen Damen van den Vertreterinnen der Niedert an de im ersten Leichtathtettt-Ländertampf glatt aeschlagen geben. Die Weltrekardsoringerin Irüu- tein Gil als (hollanb) siegte im hochsorunq überlegen mit 1,55 Meter, em anschlteßender Nekorb- versueb blieb erfolglos. Mehr Glück Halle Fräulein he uv le in (Barmen), die ihre alle Welthöchstleistung mit einem fflurr von 11.84,5 Meter abermals überbot. Ihr Wurje zeichneten lich durch besondere Regelmäßigkeit aus unb waren: 11-51 Meter, 11M5 Meter, 11L7 Meter, 11.73 Meter Eine glänzende Leistung vollbrachte auch Fräulein h e u b I e t n im Diskuswerfen mit einem Wurf von 37.68 Meter außer Wettbewerb. Ergebniffe. 100-Tleter-ßauf^ 1. Grooß (hol- lanbi, 14 Sekunden, 6 Punkte: 2. Aenaenendt (Holland», 14’ • Sekunden, 5 Punkte: 3. Briejer, (Holland), 14' Sek., 4 Punkte, hochfprung: 1. Giiolf (Holland» 1,55 Meter fl Punkte: 2. Deck (Westdeutschland), 1,45 Meter, 5 Punkte: 3. Dekens (Holland), 1,40 Meter. Bier mal lOO-Meter-Staffel: 1. Holland. 51’ & Sekunden, 4 Punkte: 2. Westdeutschland 52’ Sek., 2 Punkte. Diskuswerfen: 1. Frl. heublein (Westdeutschland) 33,68 Meter, 6 Punkte: 2. Rremett 3036 Meter, 5 Punkte: 3. Michaelis (Holland) 26,46 Meter, 4 Punkte. 8000- Meter-Lauf: L Wewer (Destdeuischlanb) 2:34’/» Minuten, 6 Punkte: 2. Bialon (Holland) 2 >37'/, Minuten, 5 Punkte, 3. Müller (Westdeutschland) 4 Punkte. Berlin gewinnt den Drei-Gtädte-Achter Innerhalb der vom Budapester Ruderverem veranstalteten Internationalen Ruder-Regatta auf Der Donau bei DuDapest wurDe Der traditionelle Drei-StäDte-Achter Berlin—Wien—Budapest auSgesähren. Die Berliner Farben vertrat Der Berliner RuDer-Club Braridenburgia. Wien schulte den Ruderklub Rormannia. Budapest war durch den Ruderklub Pannonia vertreten. Die Strecke betrug 2320 Meter. Am Start war die Budapester Mannschaft am schnellsten flott und behielt bis zu 1000 Meter mit einer halben Bootslänge die Führung. Don 1000 Meter ab übernahm die Mannschaft von Brandenburgia die Führung, um sie bis ins Ziel nicht mehr abzugeben. Mit l’/4 Bootslänge blieben die Berliner Vertreter in der Zeit von 6:33.45 vor Pannonia mü 6:36.6 Sieger. Rormannia endete weit -Lvrck. Heuer deutscher Rekord im Mkuswersen. Bei den Ostdeutschen Kampfspielen in Breslau stellte Hähnchen vom Polizei-Sportverein Berlin einen neuen deutschen Rekord im Diskuswerfen auf. Er warf rechts 45,47 Meter und links 34,65 Meter und erzielte damit beidarmig 80,37 Meter. Neuer deutscher Gchwimmrekord. Bei der westdeutschen Schwimm-Meisterschaft in Koblenz fiel am Sonntag ein neuer deutscher Rekord, den Reni Erkens aus Oberhausen im Senioren-Damen-Freistil-Schwim- men über 100 Meter in 1,13,6 aufstellte. Sie blieb damit um Vio Sekunden unter der bisherigen Bestleistung. Wirtschaft. • D i e Bewegung der Spareinlagen. Rach Mitteilung des Deutschen Genossenschafts- Verbandes haben in der Zeit vom Ende Februar bis Ende April bei 1047 berichtenden Kreditgenossenschaften die Spareinlagen eine Steigerung von 576 auf 627 Mill. Mk. erfahren. Hierbei erfuhren die länger befristeten Gelder die größte Vermehrung (45 Mill. Mk.), während auf die täglich fälligen Spargelder eine Zunahme von nur 6 Mill. Mk. entfällt. Der Anteil der befristeten Spareinlagen stellte sich auf 441 Mill. Mark oder 70 Prozent der gesamten Spargelder. Ende Mai 1928 belief sich laut „Deutschen Reichsanzeiger" der Einlagenbestand bei den gesamten preußischen Sparkassen auf 3628,5 Mill. Mk. gegen 3545,4 Mill. Mk Ende April 1928, was einer Erhöhung von 83 Mill. Mk. entspricht. • Zur Kursbewegung der Aktien. Rach den Berechnungen der Deutschen Dank stellt sich der Durchschnittskurs aller an der Berliner Börse notierten Mtien am 19. 3uni auf 169,4 gegen 172,4 am 19. Mai, 162,4 am 19. April 5. 3. und 163,7 am 9. 3uni 1927. Bankaktien notierten am 19. 3uni zu einem durchschnittlichen Kurswert von 179,9, 3ndustrie- und Schifffahrts-Aktien zu einem Durchschnittskurswert von 171,7 * Befriedigender Z e i ch n u n g s e i n - gang auf die Preußenanleihe. Heber die im Gange befindliche Zeichnung auf die sechsprozen- tige auslosbare Preußische Staatsanleihe erfährt der WTB.-Hjindelsdienst, daß der Zeichungseingang befriedigend ist. ' Gute Beschäftigung der Messingwerke. Wie WTB. von maßgebender Seite erfährt, sind die Messinawerke zur Zeit sowohl für den 3nlandmar?t, als auch für den Export zufriedenstellend beschäftigt. Bei den Derhand- lungen zwischen der Wirtschaftlichen Bereinigung Deutscher Messinawerke und dem Reichsbund der Deutschen Metallwarenindustrie über die endgültige Festsetzung der 3nlandpreise mit sog. Staffelrabatten, die je nach Höhe der jeweilig ab genommen en Mengen festgesetzt werden sollen, ist eine Einigung noch nicht erzielt worden. Cs 'sind jedoch weitere Besprechungen in dieser Frage vorgesehen. ArarrLsurtcr Börse. F r a n k f u rt a. M., 26. Juni. Tendenz: etwas erholt. — Die schon im heutigen Vormittagsverkehr erkennbare kleine Erholung konnte sich zu Beginn des offiziellen Marktes weiter etwas fortsetzen. Der Hauptgrund ist wohl darin zu suchen, daß die kräftige Erholung der gestrigen Neuyorker Börse und die Hoffnung, daß nach der Heberwindung der Hltimoliquidation eine allgemeine Erleichterung am Geldmarkt eintreten wird, zumeist gün- "ftifl beurteilt wurde. Auf der anderen Seite war ledoch in der heutigen Prämienerklärung eine gewisse Zurückhaltung zu erkennen, so daß das Geschäft sehr klein blieb und sich nur auf einige Spezialwerte beschränkte, die aber auch nur zeitweise recht lebhafte Hmsätze hatten. Das heraus- kommende Material bereitete kaum Schwierigkeiten und wurde ziemlich glatt aufgenommen. An der Spitze der bevorzugten Werte standen die Kali- werte, in denen auch Interessenkäufe vorgenommen sein sollen. Salzdetfurth gewannen 3 v. H., Westeregeln 7 v. H. Regeres Interesse bekundete sich noch für Bergmann und Siemens mit je plus 3,5 o. H. Gesfürel gewannen 3 o. H. und schuckert 1,5 v. H. Bemerkenswert schwach lagen dagegen Chad fticn mit minus 3,50 Mark. Am Farbenmarkt war das Geschäft in I.-G.-Farben mit plus 1 v. H. recht ruhig. Zellstoff Waldhof zogen 1,5 v. H. an, wäh rend Afä)affenburg 0,50 o. H. nachgaben. Am Montanmarkt bestand für Rheinische Braunkohlen mit plus 2 u. Sy, Rheinstahl und Gelsenkirchen mit je plus 1 o. H. etwas Interesse. Mannesmann waren dagegen eher angeboten und nur knapp behauptet. Am Bankenmarkl wurden zumeist Kursgewinne bis zu 1,5 v. H. erzielt. Im übrigen betrugen die Sture« befferungen gegenüber der gestrigen Abendbörse bis zu 2 d. Sy Am Rentenmarkt waren deutsche Anleihen eher angeboten. Ausländer still, aber behauptet. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft fast gänzlich ein. Hmsätze kamen nur noch in einigen Werten zustande, bei im allgemeinen kleinen Kursverlusten. Der Satz von Tagesgeld wurde auf 6 vom Hunden erhöht. Geld über Ultimo 7,5 bis 8,5 d. Sy Am Devisenmarkt konnte die Mark etwas anziehen. Man nannte Reichsmark gegen Dollar 4,1832, gegen Pfund 20,405, London gegen Kabel 4,8780, Paris 124,10, Madrid 29,45, Mailand 92,72, Holland schwach 12,1125. Berliner Börse. Berlin, 26. Juni. Schon im heutigen Vor- mittagsoerkehr war die Tendenz st i m m u n g s - mäßig freundlicher. Der feste Grundton der gestrigen Reuyorker Börse, die günstig stehenden Verhandlungen bei der Kabinettsbildung und die, allerdings erst zum Oktober zu erwartende Abschaffung des Medios hatten hierzu beigetragen. Auch der Monatsbericht der Deutschen Bank sprach von einer technisch einwandfreien Verfassung des hiesigen Platzes, und die Presse beschäftigt sich bereits mit der Möglichkeit einer Diskontermäßigung im Juli. Reportgeld ist, besonders heute Vormittag, von Nachzüglern noch zu hohen Sätzen gesucht worden. Auch zu den ersten Kursen kam zum Teil nach Prämienware heraus, so daß die Kursent- wickelunq nicht ganz einheitlich wurde. Das Geschäft hielt sich wieder in engen Grenzen. Durch starke Abweichungen fielen Kaliaktien auf, die bis zu 5 d. Sy im Kurse gewannen. Siemens, Berger, Dessauer Gas und Rheinische Braunkohle waren ebenfalls 3 bis 4 d. Sy im Kurse erhöht. Bemberg konnten 10 v. Sy gewinnen. Schwache Veranlagung zeigten Chadeaktieck minus 4,50 Mk. Deutsche Anleihen vernachlässigt. Ausländer überwiegend schwächer. Anatolier bis 0,50 d. Sy gedrückt. Bosnier auf die weiter unsicheren Balkan- oerhältnisse flau und niedriger. Pfandbriefmarkt ohne Hmsatz. Im Verlaufe zeigte sich weiter bei im allgemeinen sehr geringem Geschäft etwas Interesse per Medio, und zum Teil setzten sich kleine Kurs- erhöhungen durch. Ziemlich lebhaft lagen Feld- mühle, die, im Verhältnis zu Waldhof, als zu billig angesehen werden, zumal ihre Termineinführung kurz beoorsteht. Auch Glanzstoff konnten 4 vom Sy .gewinnen. Im weiteren Verlaufe wurde es wieder unsicherer, und die Kursgewinne konnten sich nicht überall behaupten. Svantf;ivtcr Getreidebörse. Frankfurt, 26. 3uni. Auch heute herrschte am Frankfurter Produktenmarkt äußerst geringe Umfafctätigfeit. Die Preise konnten sich bei ruhiger Tendenz im allgemeinen gut behaupten, nur Futtermais gab 0,25 Mk. nach, ebenso lag Roggenmehl 0,25 Mk. niedriger. Es wurden notiert: Weizen 1, 26,75 Mk., Roggen 28,50; Hafer, inländischer 27,75- 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 24 -24,25; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36,75—37,25; Roggenmehl 38,50—39: Weizenkleie 14; Roggenkleie 16,50. Erbsen, je nach Qualität für Speifezwecke 32 bis 60; Linsen je nach Qualität für Speisezwecke 50—95; Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 9—9,50; Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt 5; Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet 17—18 Mk. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Juni. Das Geschäft kam fjeute, wie gewöhnlich an Montagen, nur recht schleppend in Gang, mitverantwortlich war hierfür der Mangel an Anregung vom Auslande. Die überseeischen Offerten wiesen weder für Weizen noch für Roggen nennenswerte Veränderungen auf; Geschäft in Auslandgetreide konnte sich bisher nicht entwickeln. Das Jn- lanbangebot war bei beiden Brotgetreidearten ziemlich gering, bei Weizen konzentriert sich das Kaufinteresse auf Futterware; Roggen zur Bahnverladung ist weiter von kleineren Provinzmühlen gesucht. Am Lieferungsmarkt verstimmten die schwächeren Meldungen vom Verlauf des Liverpooler Marktes. Nachdem vorbörslich Samstagschlußpreise Geld genannt worden waren, überwog zu Börsenbeginn das Angebot. Die Preise stellten sich für beide Brotgetreidearten 0,50 bis 1 Mark niedriger. Mehl in sehr kleinem Konsumgeschäft. Hafer ist in guten und Schach-Ecke. Bearbeitet von W Orbach Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen ufto. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr 167. Don 3- Jespersen. $1 k Weiß zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 4 Steine. Kh8; 0hl; Sg7, h'3. Schwarz: 2 Steine. Kh4; Bg5. 6 5 3 2 8 4 3 3 b b d d L h h 8 7 3 6 5 4 2 Schwarz. Partie Nr. 108. Die nachfolgende Partie, welche in der zweiten Gruppe des Hauptturniers zu Bad Ems gespielt wurde, nahm einen kurzen und drastischen Verlauf. Samenbauernfpiel. Weig: Decker, Koblenz. Schwarz: Klatte, Frankfurt a M. l.Sgl-ß 1. d7-d5 2. d2-d4 2. Sg8-f6 3. e2-e3 Die Einsperrung modern geworden oder Lg5 empfehle 3....., 4. Lfl-d3 5. 0-0 6. Sbl-d2 7. e3 —c4 Hiermit endet Schwarzen. 8. Sd2xe4 9. Lei -g5 10. Tfl-el 11. Se4—g3! Der Springer st griffe recht gut. U...... 12. c2-c3 des Damenläusers scheint jetzt zu fein; wir können nur Lf4 n. 3. e7-e6 4. Lf8-d6 5. 0-0 6. Sb8-d7 7. d5xe4 die Rachahmungssucht des 8. b7-b6 9. Lc8-b7. 10. Ld6-e7 eht hier zum kommenden Anil. c7-c5 12. h7-H6? Eine unnötige Schwächung des Königsflügels; Te8 nebst Sf8 war hier eher angebracht. 13. Lg5-f4 13. Sf6-d5 14. Lf4-d2 14. Sd7-f6? Rach diesem unmotivierten Springerzuge dürfte das schwarze Spiel kaum mehr zu halten sein; am besten wäre hier wieder Sd5—f6 gefolgt, um auf 15. Del, Lxf3 spielen zu können. 15. Ddl—eil Gegen diesen einfachen aber starken Zug dürfte kaum eine ausreichende Verteidigung zu finden sein. 15...... 15. SfO-e8 16. Ld2xh6 16. g7xh6 17. Dclxhö 17. f7 —f5 Es gibt nichts mehr: auf Sf6 folgt bg5 nebst Sh5 und gern. 18. Dh6xe6+ 19. Dc6-h6+ 20. Sg3xf5 21. Ld3xf5 22. Dh6-h7+ 23. Dh7-h8+ 18 Kg8-h8 19. Kh8-g8 20. Tf8xf5 21. Se8-g7 22. KgS-f8 23- Kf8-f7 Weiß kündigt Matt in vier Zügen an. 24. Sf3xe5 + 24. Kf7-fo 25. Dh8-h6+ 25. Kf6xf5 26. Dh6-g6+ 26. Kf5-f4 27. Dg6-g4 oder g3 matt. Lösung be8 Problems Rr 154. Don O. Remo. 1. Sd6-e4!, b3-h2 2. Dd5 —1154 ! usw. 1......Kg4-f3 2. Dd5 —d34~ usw. 1......Ta l — a5 2. Dd5-dl-f- usw. 1....., h6-h5 2. Dd5 —d3 usw Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom Redaltioastisch. Fünf Kisten Zigarren, ein Haupttreffer. Fritz und Liesel gewannen aus einem Vergnügen bei der Tombola-Verlosung fünf Kisten Zigarren. Fritz schwelgte in Seligkeit, nun brauchte er mindestens fünf Wochen lang keine Zigarren zu kaufen. Sofort probierte er eine Zigarre ans den fünf Kisten. Sein Gesicht wurde nach den ersten Rauchwolken entsetzlich lang, und nahm einen verzweifelt-dummen Ausdruck an. Dann lieft er die Zigarre auf der Toilette liegen und bestellte sich beim Ober fünf Zigarren a 25 Pfennige. Zu Hause stellte Fritz die fünf Kisten Zigarren auf den Tisch und machte ein noch saures Gesicht. Liesel meinte: „Der Onkel Stadtrat hat morgen Geburtstag. Der raucht gern Zigarren. Wir schenken ihm vier Kisten; denn die fünfte ist ja angebrochen." Onkel Stadtrat fand auf seinem Geburtstag-- gabentisch vier -Kisten Zigarren von Fritz und Liesel. Rach vierzehn Tagen rauchte er die erste davon. Dann nicht wieder. »Was schenken wir bloß Vetter Hermann zu Weihnachten?" fragte Frau Stadtrat ihren Mann zwei Tage vor dem Fest. Der Etadtrat tippte sich an die Stirn, und rief: »Ich hab'-! Wir haben ja noch die vier Kisten Zigarren. Eine davon ist angebrochen. Da schenken wir Vetter Hermann eben drei Kisten!" Vetter Hermann fand auf dem Weihnachtstisch drei Kisten Zigarren. Silvester rauchte er eine von den Zigarren, weil der Stadtrat zu Besuch war. Er war aber ein schlechter Raucher, und es wurde ihm sehr Übel. Am 14. Februar fand der Großvater zu seinem fünfzigsten Hochzeitstage zwei Kisten Zigarren vor, als er sich den Gabentisch betrachtete, und schmunzelte: ,Zigarren rauche ich nicht. Da kann ich dem Fritz eine kleine Freude machen!" Mo die Feier zu Ende war. wollte der Großvater unbedingt Fritz und Liesel bis zur Haustür begleiten. 3m dunklen Hausflur steckte er Fritz ein kleines Päckchen unter den Arm und flüstert?: . »Mein 3unge, dies soll für dich sein. Laß es dir gut schmecken. Mnb die Großmutter braucht eül nicht zu wissen!" Zu Hause packte Fritz das Päckchen aus, Liesel stand dabei, und als das Papier gefallen war. machte Fritz das dümmste, sauerste, verzweifelt- längste Gesicht: .Meine Zigarren!" Liesel fragte nur noch: „3etjt möchte ich willen, wer die anderen drei Kisten hat!" W.G. mittleren Qualitäten knapp angeboten, die Konsumnachfrage hat sich gebessert, verschiedentlich werden auch höhere Preise erzielt. Gerste nach wie vor sehr ruhig. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer (74,)kg.bl-Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 251 bis 253, Juli 267,50, September 263 bis 263,50, Oktober 263 bis 263,50 (ruhig); Roggen, (69-kg hl - Gewicht, östliche Stationen über Notiz), 270 bis 272, Juli 267,75 bis 268,25, September 250 bis 250,25 Oktober 250,50 (etwas schwächer); Sommergerste 245 bis 264 (ruhig); Hafer, märkischer, 254 bis 264; Mais, zollbegünstigter Futtermais, 241 bis 243 (ruhig). (100 kg): Weizenmehl 31,25 bis 35,50 (ruhig); Roggenmehl 3.125 bis 38,25 (ruhig); Wei- zenkleie 15,90 bis 16 (schwächer); Weizenkleiemelasse 16,65 bis 17,15; Roggenkleie 18 bis 18,25 (behauptet); Viktoriaerbsen 50 bis 62; kleine Erbsen 35 bis 40; Futtererbsen 24 bis 25,50; Peluschken 25 bis 26,50; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 25 bis 28; öupinen, blau, 14 bis 15,50; Lupinen, gelb, 16 bi« 17; Rapskuchen 18,80 bis 19; Leinkuchen 23 bis 23,70; Trockenschnitzel 15,90 bis 16,10, Vermischtes. So-were» Benzinunglück. 3n dem Saarbrücken benachbarten Ort Herrensort war in einer Delikateßwaren- Handlung eine Frau Kunkel dabei. Kleider mit Benzin zu reinigen. Dabei entzündete sich das Benzin und verursachte eine Erplofivn, die so stark war, daß die Schaufenster auf die Straße flogen. Frau Kunkel wurde schwer bericht und ist bwld darauf gestorben 3hr 16jähriger Sohn, der sie aus den Flammen reiten wollte, erlitt schwere Brandwunden und wird wahrscheinlich erblinden. Ein 16 Monat« altes Kind trug ebenfalls Brandwunden davon. Beehrten. 8 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardei Berlin. 25 Jlunt Aelb Srantönltbe vioten...... »o(T6nDtf<6e 7?otrn ...... ytnli-nitoe Jtotrn...... 16,h 188.'8 n ui 16,.0 168,7« 22.0» Norwegische 9i’oten...... 111,70 58.78 111.1« T'tntfdpCtntrr.,il0O «kröne. H.ot Rumänische Roten...... 2.145 2.5t>5 Schwedische Roten...... 111, f>5 112.29 Schw.'ir-r Roten....... •0,51 ■Ml. «4 Spanische Roren...... . richcchoilowalische Roten . . Ungarische Roten . ... 69,0* b»..'« IZ.-M 12 <0 72.70 73. "0 ®ti>i1eamaiü Berlin —Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Frankfurt a. M Berlin Jraufcfurt a. M Berlin Schlich- Aure l-Uhr. fiure Schluk ‘3nfang Schluß. flur» UUftr- Kur» Schiuh- fiur» Anfang flut« Rurs Rur» Tatern <5. 6. 26.6. 25.6. । 26. 6. Datum: I 25. 6. 26 6. 25. 6. ' 26.6. ML »t Reltftlanldbf o. 1027 87,25 — S7.Ö — 51 <3 ... . 8 175.5 176.7b 175,25 178.75 TL «nl.-»biöi^6d)Ulb mit «u*- 51,35 51,5 51.5 Bergmann..... - . 9 <02 205.5 -02.45 204.5 lol.dtediten....... - * Äekrr. Uieferungen. . . - e 10 — <— 170.5 — TeMI. ebne Außlos.-Nechke . 18.4 18.25 18.5 18.25 Eidil unb Uralt . . . . * 10 221.25 281,5 ?21 -22. 7% irranff. Huv -«t «olbvl. un- Reiten & «uUleaume. ■ ■ ■ . 6 131 131 132 132 fünbbat Ln4 1932..... 9t 91 * ■— (ftef. f. tflrht. Untern.. 10 260 3t0 260 262.5 <*< % «bemlitbe Hvp.-Bank Liqu. Hamb, (flettr. Werke . ■ . 10 — — 159.5 159,5 folbrl.......... • — — Rhein, »lekn. . . . . — « . 9 — — ■W — Ult abfl. 9orfricR6-Cbli6«tt«i. «chles. (Hehr..... cebudeet...... • 10 — — 248,25 249.5 rudjabioar 1939..... 87 —— • - ■ . 8 201 202,5 201.5 204.4 4% Schweiz. Öunbrtb.-Hnl.. 4% Qesteereichnche QfObttt.. • • ^6,5 3.25 17 - 3.5 — Siemen4 4 Hattke . • T raneiabia . . . • • • • • 12 . 8 10 1« 351.5 347.5 154 172 j51 1 153.25 4"o Ceiterreld). rtnbeiü. 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