M 16,85 ' vu fer»rflletb e» SÄ’«5 « bis 24 Ktz ?'?£* Ä06^ ® PLU ?SS bet In Su,x • **r ä lisenschch. Jab-Jlanfjdtn. '^ia den i'pK^ ?'lnS drranftaltrl II Kien und qu* «ur. t von Aus 6at vitz nichts nutzen -»r- e Erregung d-r wohl mitsuylen. 08. JU"«?!“4-'*? . gomilic «' SlflSS* vVä» gesohl- ♦SL--* ^nT. D M fl .iS U.U iS.OI a* Nr. 125 (Erftes Blatt (78. Jahrgang Samstag, 26. Mai 1928 Er|ch««»i lüglich,autzer Sonniaq» mb T^iertaq*. BetU|md mb ötrkg: vrühl'sche UNtverßtütrvvch- nnö Steinöruderel H fange tu Stehen. Schnftletrnng nnö Geschäftsstelle: Schslstrahe 7. SnabBf von Anzeige» fix die Tagesnummrr bi» j«m Rachmtnag vorher. Preis für 1 mm höhe ftr Anzeiaen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Beichspfenmg. für R— tlameanzeigen von 70 mru Brette 35 Reichspfennlg, Platzoorschrift 20’. mehr. Ihefredaliteur Dt Friedr Wich. Lange. Derantroortlich für Politik Dr Fr Wich Lange für Feuilleton Dt H.THyrtoi, für den übrigen Teil Ernst Blumschein! für den Anzeigenteil Aurt hillmann, sämtlich m Gießen Deutsche Pfingsten. D<» deutschen Volke» Pfingstfest ist auch heule noch nbch fast zehn Fohren seit dem Ende de» furchtbarsten aller Kriege grau und trübe, kalt und unfreundlich zoie die Natur dieser Molwochen. Düstere Wolken hangen über deutscher Zukunft. Nur mit innerem Widerstreben rüsten wir zur Frühllngsfeter, nur mit Zagen Horen wir die Der- Äna vom Stege de» Geiste» über die Materie. i de» Grauen», der Enttauschuna und Demütigung lehrten uns Argwohn und Mißtrauen gegenüber der allgewaltigen Botschaft de» Frieden» und der Versöhnung Und doch gab e» Im Laufe der Geschichte der Menschheit selten eine Zeit, in der soviel von Friede und Ausgleich, von Freundschaft und Annäherung der Volker gt|prodwn wurde, al» die unsrige Völkerbund und Abrüstung, da» lallten wohl eigentlich rechte Kinder des Psingftglauben» sein. Ader wo» ist au» ihnen geworden unter der Hand verblendeter Menschen, die sich einbildeten, unter dem Mantel höchster Ideale die Verewigung de» Unfriedens, die Beugung de» Recht», die Herrschaft der brutalen Gewalt verbergen zu können^ Der Völkerbund, der Gedanken- weit eine» vielleicht wohlmeinenden, aber gewiß weltfremden und diplomatischen Ranken unkundigen Gelehrten entsprungen, wukde in der Hand robuster, willensstarker Machtpolitiker umgebogen zu einem brauchbaren Instrument für die Verewigung de» Spruch» von Versailles Lus der Liga der Ra- Honen, nach dem verschwommenen Willen ihres Gründer» die Keimzelle für das Reich de» ewigen Frieden», wurde in Wahrheit eine Genofsenschost der Siegerftaaten zur Sicherstellung ihrer Kriegs- gewinne Stolze, verheißungsvolle Worte von Gerechtigkeit und Gleichberechtigung finden sich wohl in ihren Satzungen, aber die Taten sehen anders au», sobald die Interessen der Mächtigen dieser Welt aus dem Spiele stehen. Sollte nicht die allgemeine Abrüstung der erste Schritt zur Verwirklichung Wilsonscher Ideale (ein? Und wa» ist au» ihr geworden? Al» ihre Vor- aussetzuno Hot man in Dersoille» die Entwaffnung der im Weltkrieg unterlegenen Mächte statuiert unb dann mit unendlichen Schikanen und Demut'gun gen für die betroffenen Volker rigoros durchgeführt. Aber denkt man heute ernsthaft Daran, nun auch seinerseits den Buchstaben de» Vertrages zu „erfüllen , der In Versailles feierlich verbrieft und beschworen wurdet Oder unterhalten die Sieger nicht weiter Riesenheere, die mit allen Mitteln modernster Technik zu neuen Kriegen gerüstet sind? Werden nicht von den Siegcrmachtcn unter Führung Frankreich» alle Anstrengungen gemocht, jeden brauchbaren Abrüstungsplan in einer Flut von Papier zu erftlrfen, in irgendwelchen Kommissionen zu begraben, eine ernsthafte Diskussion überhaupt nicht auskommen zu lassen? Und wie ist e» dem amerikanischen Vorschlag ergangen, durch einen feierlichen Pakt der Großmächte den Krieg als Tiit- tcl der Politik zu ächten > Das entwaffnete, wehrlose Deutschland bat sich zwar mit Recht beeilt, dem Gedanken Kelloggs aus aufrichtigem Herzen zuzu- fHmmen, aber sind nicht Frankreich so gut wie Eng- land mit Vorbehalten bei der Hand gewesen, die den amerikanischen Vorschlag Kelloggs illusorisch machen, sa seine Absichten in ihr Gegenteil oer- kehren, wenn die beiden Mächte ihre eigenen, nicht aerobe karg bemessenen Interessensphären von den Segnungen de» Friedenspoktes ausnehmen wollen und die vereinigten Staaten freundlichst daran erinnern, daß doch auch Amerika Gebiete hat. In denen es sich wenigstens bislang nicht gern von dritter Seite hineinreden liefe? Der deutsche Hinweis auf bie Monroedoktrin wird schon seine Wirkung nicht verfehlen, in Amerika einen, wenn auch DiHleuftt nur stillen Teilhaber bei dem Geschäft zur Sabotage dev Kriegsächtungsvaktes zu bekommen. So gibt uns der Blick in bie Welt wenig Zuversicht auf baldige Verwirklichung der PfingstverHeißung. Aber sieht e* bei und im eigenen Hause freundlicher auf? Die Wahlen zum Deutschen Reichstag liegen hinter und. eine Woche bet Besinnung und Sammlung, des Wagens unb UeberschauenS ist vergangen. Manches, was in der Erregung des WahllampfeS oder nach eben beendeter Schlacht in ersten Augenblicken bitterer Enttäuschung, heftigen Mißmuts, voreiligen Der» zagens, auf der einen — stolzer Genugtuung unb frohen SiegeSbewußtseinS auf der andern Seite gesagt wurde, mag der nüchternen Prüfung ruhiger Stunden vielleicht nicht in allem standhaften, mag auch manchem Ohr begreiflicherweise überscharf oder allzu zugespitzt ge- llungen haben, das darf und soll uns doch nicht hindern, auch in 3uhmft wieder — zwar vielleicht nicht immer auf gleichen Wegen, aber in gerechter Würdigung jedes ehrlichen Wollens dem einen gleichen, uns allen gemeinsamen großen Ziel der Befreiung unseres Dolles zuzu- streben. ES rst verständlich. daß der Staatsbürger, der soeben mit dem Stimmzettel in der Hand leinen politischen Willen kundgclan hat. nun erst einmal bei Betrachtung des Wahlergebnisses eine Erfolgs rechnung auf macht und sich mit AUfe von Bleistift und Logarithmentafel ein Bild von der 3ufammen<«feung des neuen Reichstags unb den Möglichkeiten einer Regierungs- bildung xu machen sucht. Er zählt und zählt, eine Rechtskoalition. eine Regierung der Mitte, eine Große Koalition, eine Weimarer .Koalition, aber da bleiben eine Reihe unsicherer Faktoren, He nicht hier, nicht dort unterxubringen sind. ’m ganzen beträchtliche Ziffern, deren Zu- und Abtun hier Möglichkeiten öffnet, dort zerstört, wenn man eben wüßte, auf welchen Renner sie >u bringen wären: es ist die nicht geringe Zahl bet vorwiegend nach wirtschaftlichen 3nterefien Politik und Rechtsprechung im Colmarer Prozeß. „O Straßburg, o Straßburg../ Al» im Colmarer Geiichtssaal, der wegen der er- warteten Kundgebungen vom Publikum geräumt war, da» Urteil verkündet wurde, da» die angeklag- ten elsässischen Autonomisten vor ihren eigenen Volksgenossen diffamieren sollte, ftimmte, so wird berichtet, die nach Tausenden zählende Menge vor dem Iuftizgebäude da» Lied „D Straßburg, o «träfe- bürg ..." an. Cs klang in den Gerichtssaal hinein, wo gerade der Präsident die Geschworenen zu ihrem Spruch beglückwünschte, als die schärfste Demonstration gegen ein Verdikt, das in den 15 Angeklagten und vier verurteilten das ganze elfäffifche Volk treffen sollte. Das Lied klang aber auch über den Rhein hinweg nach Deutschland hinein, es wird über Frankreichs Grenzen in bie ganze Welt hinaus klingen als Kundgebung eine» gequälten vergewaltigten Volke», das feit der Rückkehr zur „französischen Mutter", wie es 1919 phrasenhaft und verlogen In der Pariser Presse hieß, nichts als Unbill erfahren hat. Stärker als in diesem Volkslied läßt sich das hemmungslose Bekenntnis zu deutschem Blut und deutschem Volkstum nicht ausdrücken, und Herr Fachot, der Colmarer Staatsanwalt, müßte hiernach die ganze Menge, die es gesungen hat, das ganze elsässische Volk, besten Seele bei diesen Klängen mit- schwingt, vor sein Tribunal zitieren. Freilich, der französischen Justiz wird an einer Neuauflage des Colmarer Prozestes auf womöglich noch verbreiteter Basis kaum liegen. Denn man hat es schon während des Prozesses in Paris empfunden, und wird es nach der Aufnahme, die das Urteil im Elsaß gefunden hat, noch mehr empfinden, daß die ganze Aktion ein juristischer und vor allem ein politischer Fehlschlag allerer ft en Ranges geworden ist. Vie ganze Welt fragte schon nach der Anklagerede de» Staatsanwalts: .Dft das alle»?", Ile wird den Colmarer Spruch nicht nur al» juristischen Fehler, sondern al» eine politische und moralische Selbstschödigung der französischen Republik bezeichnen. Man kann sich jetzt, nachdem der Gejamtverlouf klar zu überschauen ist, rin Bild von der Zweck- setzung dieses Prozesses machen. Er ist so von allem Anfang an nirgends anders al» ein politisches Manöver Potncarck» empfunden worden: es paü niemals. Recht zu finden, sondern stet» innerpolitrfche Intereffen Poincars» zu vertreten. Schon einmal hatte ja der jenige französische Kultusminister Herriot einen Vorstoß unternommen, das Elsaß durch seine Laisierungsbestrebunqen dem übrigen Frankreich völlig zu assimilieren. Den Fehlschlag von damals wollte Poincorö durch leinen Prozeß wetttnachen. Schon der Beginn aber stand unter einem sehr ungünstigen Stern. Denn trotz eingehender Haussuchungen usw. fand sich kein durchschlagendes Material, das die oateriandsoerrä- terifche Haltung der Führer des elsässischen Autono- mlsmus hätte beweisen können, so daß die sinnlosesten Vorwürfe und ein töricht verzweifelte» Spiel der Dialektik, das die Heimatbewegung in El- saß-Lothrinqen mit Separatismus gleich- setzen wollte, herhalten mußten, um überhaupt bie Anklageerhebung zu ermöglichen. Auch in Deutschland sind ja während der letzten Jahre allerlei politische Prozeste geführt worden, es wird aber keinen deutschen Staatsanwalt geben, der etwa jetzt in der Haut Fachots hätte stecken wollen. Richt einmal die schon anfangs brüchige Konstruktion von der finanziellen Beteiligung Deutschlands an der Autonomiebewegung hat er plausibel machen tonnen, so daß sein Dersuch. das Reich als moralischen Mitangeklagten vor den Colmarer Geschworenenbänken In Erscheinung treten zu lassen, wirkungslos verpuffte. Auch die Geschworenen selbst waren ja nut mit knapper Mehrheit von einer ..Schuld' einiger weniger Angeklagter zu überzeugen, und daß das Urteil von den abwesenden Angeklagten, tote beispielsweise dem in Berlin ansässigen Herausgeber der ..Elsaß-Lothringischen HeimatSstimme". Dr. Ernst, überhaupt nicht spricht, ist vielleicht am bezeichnendsten für die Zweifel, bie da- Gericht selbst in feine Kompetenz zur Verurteilung überhaupt feilte. Aber eS ist nun einmal so: Der auf Betreiben PoincaröS angezettelte Prozeß mutzte toenig- stenS einige Opfer erbringen, um Frankreichs Prestige zu retten. Daß man sich dazu die prominentesten Führer der elsässischen Heimatbewegung, darunter zwei eben gewähtte Abgeordnete. aussuchte, ist nun nicht mehr weitet verwunderlich Bleibt nur die Frage, ob daS Prestige der ftawwsifchen Republik durch diesen Spruch in Elsaß-Lochringen rricht mehr gelitten hat. alS wenn sich die Pariser Regisseur, durch eine Freisprechung offen aut Fehlerhaftigkeit ihres DotgehenS bekannt hätten. Wer die Alemannen im Elsaß kennt, der weiß, daß sie nun erst recht zu ihrem Dolkstum. zu ihrer Sprache, zu ihren kulturellen Rechten stehen werden. Das Ergebnis von Eolmar kann und wird nur eine weitere Entfremdung zwischen Paris und Sttaßburg bringen, und auch das fünfjährige Aufenthaltsverbot, durch das die verurteilten Angeklagten aus ihrer Heimat verbannt werden, wird dagegen nichts helfen. Schlimmer aber noch fast wird die Prsstige- einbuhe sein, die Frankreich durch feine moralische Selbstverurteilung in der ganzen Welt erleidet. Die französische Autzenpolittk der letzten Jahre ist mindestens nach außen hin eng mit Locarno verknüpft gewesen, also mit der Idee einer Der - ständigung zwischen Deutschland und Frankreich Sehr zu Recht hat darum auch einer der Angeklagten daraus hingewiesen. daß überall in Frantreich von tyr Rotwen. igleit der deutsch- französischen Annäherung gesprochen werden dürfe, nur ausgerechnet im Elsaß nicht, daS nach dem Urteil des Professors Müller von der Straßburger Universität durch seine ganze eigenartige Stellung eigentlich berufen ist, oie Brücke zwischen beiden Rationen yu bilden Es kann gar nicht ausbleiben, daß sich aus dem Ausgang deS ProzesieS die imgünftigften Rückwirkungen auf Den Locamogedanken ergeben, unb gerabc die Garanten deS Paktes, vor allem alfo England, aber auch Italien, dürften sich über die französische Haltung wohl ihre eigenen Gedanken machen Das Prvtestlied einer gequälten Minderheit wird man gerade wegen der unter Um- ständen sehr weitgehenden allgemeinpolitischen Wirkungen von Colmar weder an der Themse noch am Tiber überhören dürfen. 3m englischen Licht. London. 26. Mai. (WTD. Funkspruch.) .Time S" stellt in die Frage, ob es nicht klüger seitens der französischen Regierung gewe'en wäre, die Eftäsler Autonomisten überhaupt nicht unter Anklage au stellen. Das Blatt betont, daß die Elsässer einen nationalen unb einen provinzialen Patriotismus haben, die m i t- einander verschmolzen werden mütien. Der Pariser Korrespondent der „Times" führt auS. die Kommentare der Sttaßburger Presse deuteten darauf hin, daß die Sache der Der- sohnuna einen Rückschlag erlitten habe. AuS der Stimmung, bie der Protest erzeugte, gehe flar hervor, daß daS Elsaß sorgfältige Behandlung erfahren müsse, wenn die Gelegenheiten. die man in den ersten 3obren nach dem Kriege Vorbeigehen liefe, jetzt ergriffen werden sollen. 3n der ersten Begeisterung über die Wiedervereinigung hätten die Slsäs er erwartet, einen neuen Himmel und eine neue Erde zu erben. (Stimmen ans dem Elsaß. Colmar, 25. Mai (WTB.) Die ßofolprcffe sowie Straßburger Zeitungen nehmen zu dem Urteil im Autoiiomistenprozcß eingehend Stellung Unter den deulsw geschriebenen Zeitungen erklärt der „Elsässer Kurier" u. a.: Da» Unglaubliche ist Tatsache gewordene Elsässische Geschworene Haben es in unbegreiflicher Verblendung fertig gebracht, die vier führenden Persönlichkeiten unter den Ange- klagten schuldig zu sprechen. Der sranzösilchen Sache im Elsaß ist durch dieses schnöde Urteil unberechenbarer Schaden zugefügt worden. Die Verteidiger haben beschlossen, gegen da» Urteil Berufung einzulegen. Der Kassationshof wird schwerlich um die Kassierung des Urteils her- umkommen. Dann erleben wir einen neuen Komplott-Prozeß in vermehrter und verbesserter Auflage vor dem Schwurgericht in Straßburg — Die „Straßburger R e u e st e n Rachr > ch - ten" jdeutsche Ausgabe) schreiben Der Spruch ist den Geschworenen sicher nicht leicht gefallen, e i n unglaublicher Druck ist auf sie au »geübt worden Eins der traurigsten Kapitel der elsässischen Geschichte hat seinen Abschlufe gefunden Die bestehenden Schwierigkeiten können nur durch viel Ruhe unb Frieden gcL ft werden. - Die „C o l m a r e r R e u e- ft en Nachrichten" sagen (ebenso wie die fron- zasische Ausgabe der „Neuesten Rachrichten" in Straßburg): Die Geschworenen wünschten ein Urteil, das durch seine Milde Beschwichtigung und Frieden gestalten sollte Sie verurteilten daher nur diejenigen, die ihnen die Führer zu sein schienen. Wir wünschen sehnlichst, daß das Elsaß nicht in zwei feindliche Lager, wie gestern die Menge im Schwur- gerichtssaa^ zerrisien werde. — Das „M ü I b a u I e r Tageblatt" (ebenso wie die in ftanzosilcher Sprache erscheinende Zeitung „La France de l'Est") führt aus Sicherlich wird man versuchen, das Urteil zum Ausgangspunkt einer neuen Agitation zu machen. Die Lage ist gegenwärtig schwieriger denn je. Um sie wieder herzustellen, muß die Regierung auf die Mithilfe und den guten Willen oller Bürger de» Elsaß zahlen können Das katholische Organ „D e r E I s ä s s e r" schreibt „Die gleichen Torheiten, die das deutsche Regime begangen hatte, wiederholen sich jetzt. Das Problem wird gebildet durch den Konflikt zwischen dem zentralistischen und dem regionalistischen System Wenn wir nicht bald wieder zu einer gerechten und liberalen Lösung gelangen, fürchten wir. daß eines Tages ein schreckliches Erwachen kommt " — Das sozialistische elsässische Blatt „Freie Presse" beugt sich vor dem Urteil, ist aber der Ansicht, daß es besser gewesen wäre, diese Ange- legenheit nicht auszurollen. Die Geschworenen haben mehr aus dem Gefühl für Sauberkeit als auf Grund von ziemlich unklaren Beweisen eines Komplotts gehandelt. Von der in französischer Sprache erscheinenden Presie nimmt u. a. Stellung das „Journal d'Aljace et de Lorraine" (Straßburg), das die Verurteilung der vier Hauptangeklagtcn, die es weniger bedeutende Männer nennt, und bie Frei- eingestellten Parteien, die jede Rechnung über die Möglichkeiten künftiger Koalitionsbildungen äußerst unsicher macht. Auch noch au8 andern Gründen ist die Wahlarithmetik nn augenblicklichen Stadium noch ein recht undankbares Geschäft. Der Sozialdemokratie, fällt als der stärksten aus dem Wahlkampf hervorgegan- genen Partei das Recht und die Pflicht zu, als erste den Berfuch zu einer RegierungSbllduna zu machen. 20ber sie hat sich vorläufig noch von ihrem, in diesem Ausmaß ihr wohl selbst überraschend gekommenen Siege nicht erfeolt. 3br Berliner Zentralorgan üxr.igficn* kokettiert eifrig mit der proletarischen Einheitsfront und macht den Kommunisten Anerbietungen, die — ob ernst gemeint oder nicht — doch zur Genüge kundtun, wohin unter sozialdemokratischer Führung die Reise gehen soll. Es wäre töricht, diese Anbiederungsversuche durch vorelliges Drängen bürgerlicher Parteien stören zu wollen. In Kreisen der Mittelparteien wird man sich bei ruhiger Betrachtung der Lage doch wohl llargemacht haben, daß es wahrlich keine reine Freude sein wird, mit einer Sozialemokratie in einer Koalition zu sitzen, die nicht nur die ehemaligen Unabhängigen in ihren Reihen zählt, sondern bei allen ihren Entschlüsien aus Furcht vor ihren Dähtern die größte Rücksicht aus die Kommunisten nehmen är-rö. Und noch dazu in einer Koalition, in der das Bürgertum im aller- günstigsten Falle insgesamt nicht einmal über die gleiche Zabl der Mandate verfügen würde, wie die Sozialdemokratie für sich allein. Sich zu einem solchen Bündnis zu drängen, liegt nun doch wahrlich weder für das Zentrum noch für die Dolkspartei rrgerrdwelche Beran- lasiung vor. AuS den Ministersisten. die heute schon eilfertig kolportiert werden, beliebe man doch zu fefeciL wie sich die Sozialdemokraten eine ÄotiUitnieetgietwm mit ßürgersichan Parteien denken. Da werden in schönem Freimut für jeden Ministersessel gleich zwei sozialistische Thrvnanwärter genannt. Womit dann die bürgerlichen Koaliftoi'.Sgenosien abaespeift werden sollen, ist bei solcher Bescheidenheit der Linken grade.zu ein Preisrätsel. Wozu also die Drängelei zu einem Bündnis, in dem man vielleicht grade noch geduldet wird? Die Parteien Der Mitte werden warten Banen, biS auch die Sozialdemokratie auS den Wollen hochgemuten Siegesrausches wieder zu nüchterner Betrachtung der tatsächlichen Lage herabsteigt und dementsprechend ihre, heute noch inS wilde Jahrhundert gehenden Ansprüche auf das ihnen tatsächlich zukornmende Matz herab'chraubl. Für künftige Bundesgenossen der Sozialdemokratie, mögen sie nun ausschließlich Demokraten und Zentrum heißen oder auch die Dolkspartei einbeziehen. wäre diese notwendige Wartezeit gewiß nicht schlecht angewandt, wenn sie dazu benutzt würde, die Mittel pari eien zu einem einheitlichen politischen Willen zufammenzufalsen und auf eine gemeinsame Marschroute zu einigen, bevor die sozialdemokratischen Unterhändler darangehen, die bürgerliche Front von links aufzurollen und in Separatverhandlungen die bürgerlichen Parteien vor ihren Wagen zu spannen. Auch bei engstem taktischem Zusammengehen der Rsittelpartmen wird ihre Stellung äußerst schwierig sein. Sine ganze Reihe von dringend der Erledigung oder der 3nangriffnafeme harrenden Problemen erfordert unsres Erachtens zwar^släusig. daß die bürgerliche Witte auch in einer Koalition mit der Linken die Tuch- füfilung mit der großen Rechten nicht aufgibt. Wrr nennen aks wichtigstes nur fre Außenpolitik, bei deren Fortführung, sei es durch Stressmann, sei es durch einen Minister der Weimarer Koalition, verständnisvolle SufammenatbeH mit der nationalen Opposition um so mehr dringendes Gebot der Stunde ist, als ein von der Sozialdemokratischen Partei behnnschtes Kabinett ohnehin eine siche« Belastung und Schwächung unserer deutschen Außenpolitik z. B. g gcnüber einer Regierung Poincare darstellt, die selbst mit verstärktem rechten Flügel aus den Wahlen zuruckgekehrt ist. Dir nennen weiter die WIrt - schasts- und Sozialpolitik, in der zu Zeiten schwerster lanlnoirttcha'tsicher Krisis und abflauender Äonjunltur in Industrie. Gewerbe und Handwerk 'vzialpolitische Experimente unS um Jahre zurücrwersen können. Wir nennen schließlich nur noch die Reichswehr, auf die eine zur Macht gelangte Sozialdemokratie mit verdoppelter Kraft ihre Anschläge wied'rho'en wird, um unser letztes Bollwerk gegen innere und äußere Feinde des deutschen Staate- durch Umgestaltung nach öster«ichischAn Muster zu einem willfährigen Instrument der Parteipolitik zu machen. Hier müssen die Parteien der Mitte in engster Derbundenheit mit der Rechten je2>en sozialistischen Versuchen ein entschiedenes Halt entgcgenstellen. Werm sich nun also auch von unserer innenpolitischen Lage beim besten Dillen kein besonders erfreuliches Bild entwerfen läfet so wollen Dir doch dessen eingedenk fein, daß auch dieses Pfingsten, an dem wir geneigt sind, alles Grau in Grau zu schauen, ein Fest der Hoffnung ist, der im Glauben und in der Liebe starkem Hoffnung und festen Zuversicht an eine bessere Zukunft unseres deutschen Dolles auf einem zwar steilen unb dornigen, aber tn zäher harter, gerne infamer Arbeit stetig auswärts führenden Weg zu einem freien glücklicheren Deutschland. 3n indem gewissen, siegverheitzenden Glauben laßt uns das Pfingstfest recht begehen! ipredjung der anderen Angeklagten billigt. Das Blatt erklärt: Die am meisten an diesem schändlichen Unternehmen schuldigen Personen waren nicht unter den in Hast befindlichen. Die Angelegenheit ist übrigens noch nicht beendet. Zwei Verurteilte sind Abgeordnete. Es wird Sache der Kammer sein 311 erklären, was mit diesen beiden Abgeordneten zu geschehen hat. — Der „N a t l 0 n a l i st e d' A l - sace" (Straßburg) schreibt: Wir zögern nicht zu erklären, daß wir ein Urteil der Entspannung ge. wünscht hätten Wir befürchten jetzt eine Der« schlimmerung der Mißstimmung und ein An« wachsen der Dolksagitatton. — polen und der Oawesplan. Aaleski über die deutsch.polnischen Beziehungen. Warschau, 25. Mai. (WB.) 3n der Kommission für auswärtig« Angelegenheiten des Senats erwähnte Außenminister Zaleski Im Zusammenhang mit den Internationalen finanzpolitischen Fragen auch den Dawesplan und sagte: älnzweifechaft wird die zahlungstechnische ©eite nach einer Revision in zwei Richtungen streben: 1. eine möglichst geringe Entschädigungssumme festzusehen. 2. zur Abzahlung der Entschädigung Kredite zu finiten. Gegenwärtig ist die Frage noch zu sehr im Fluß, um sich darüber zu verbreiten. Ich wollte nur die Aufmerksamkeit darauf lenken und insbesondere darauf Hinweisen, daß mit der Abzahlung der Entschädigung di« Frage der R h e i n- iQnbtäujnung zusammenhängt. Diese Frag« aber betrifft uns unmittelbar und ohne aus Einzelheiten einzugeben, möchte ich nur hervor- heben, daß lie Polen nicht gleichgültig sein kann. Zaleski gab dann auch einen Rückblick auf die deutsch-polnischen Verhandlungen über einen Handelsvertrag. Polens Bestreben sei es gewesen, diese Frage nicht unmittelbar mit aktuellen politischen Problemen xu derknüpsen. Dor dem Zollkrieg habe der deutsch-polnische Warenaustausch über eine Milliarde G 0 ld- zloth betragen. Das beweise, daß beide Staaten normale Handelsbeziehungen unterhalten sollten; aber die HandelsvertiagSverhandlungen seien auf Schwierigkeiten gestoßen, als Deutschland Maßnahmen gegen die polnische Kohleneinfuhr getroffen und durch Reglementierungen und Verbote wichtigste wirtschaltltche Interessen Polens verletzt habe. Polen habe deshalb Schutzmaßnahmen gegen äleberflutung durch ausländisch« Waren treffen müssen. GS sei aber stets bereit gewesen, diesen anormalen Zustand zu ändern. Leider hätten die bisherigen Derhano- lungen kein positives Resultat ergeben. England und der Kelloggpakt. Die britischen Vorbehalte. London, 26. Mai. (Täl.) Die politischen Wochenzeitschriften, die die britische Antwortnote auf die Kelloggschen Vorschläge erst jetzt kritisch behandeln können, sprechen In äleberein- stimmung mit der Haltung der TageSpresse Im allgemeinen ihre Zustimmung hierzu aus. Bemerkenswert ist, daß auch die konservativen Organe In weit stärkerem Grade als die TageS- blätter auf die starke Berücksichtigung deS französischen Standpunktes durch die britische Rote Hinweisen und vor einer weiteren Verfolgung diese- Kurse- warnen. Der konservative „S p e c t a t 0 r" meint, die Rote sei nur verständlich, wenn man sich die Persönlichkeit und DenkungSweise 6 i r 21 u ft c n Chamberlain- vergegenwärtige. Die Aufrichtigkeit des britischen Außenministers und fein unbedingtes Eintreten für bestehende Verpflichtungen oder ein gegebenes Versprechen müßten anerkannt werben. Aus vielen Gründen sei ein« uneingeschränkte Annahme des amerikanischen Vorschlages vorzuziehen gewesen. Auf der anderen Seite sei der Vorbehalt Großbritannien- für besondere Interessengebiet« durchaus verständlich. Das Bemühen Ehamberlains, eine Brücke zwischen Washington und Paris zu bauen, müsse jedoch anders beurteilt werden. Es sei klar, daß die Bestrebungen Frankreichs und Großbritanniens entscheidend von einander ab welchen. Frankreich klammere sich an die Friedensoerträge und Der- suche, ihnen ewig Geltung zu verschaffen. Groß- brltannien sei sich stets bewußt gewesen, daß eine Notwendigkeit für öle Ueberprü- fung der Verträge bestehe. Im Laufe der Zeit sei es sich immer mehr der Hindernisse bewußt geworden, die überwunden werden müßten, bevor der Friede auf sicherer Grundlage ruhe. Großbritannien und das britische Weltreich ständen unbedingt aus der Seite der einfachen und klaren Kelloggschen Vertragsform. und es würde auf französischer Seite ein schwerer Irrtum fein, zu glauben, daß Sir Austen Chamberlain ernsthaft beabsichtige, Frankreich gegen die Vereinigten Staaten zu unterstützen. Auch die liberale „Nation" weist in einem sehr eingehenden Artikel im einzelnen nach, daß die Annahme des französischen Gegenentwurses auf eine vollkommene Verwässerung der Kelloggschen Vorschläge herauslaufen würde. Der „M a n - chester Guardian" besaßt sich näher mit der in der britischen Note angeschnittenen Frage von Sondervorschriften für gewiss« Gebiete und meint, daß eine britische Monroe-Doktrin nicht nur für Aegypten, sondern auch für A f - ghanistan angeftrebt werde. Sensationelle Verhaftungen in Zweibrücken. Zweibrücken. 25. Mai. (TU) Bekanntlich war am 1. Mai vom französischen Offizierskasino in Zweibrücken die Trikolore heruntergerissen worden. Dieser Vorfall führte heute zu auf- sehenerregenden Verhaftungen. Gegen 5 Uhr morgens wurde die in den 30er Jahren stehende Anna Hornberger aus ihrer Wohnung heraus ocr- hastet und nach Landau gebracht. Um 5.45 Uhr erfolgte die Verhaftung des Onragenbe- sttzrrv Eugen vranck. der um 9 Uhr gefesselt noch Landau über geführt wurde. Beide Der- hafteten, die nach dem Flaggenzwischenfall mit zwei jungen Leuten im Kraftwagen in das u n b e • setzte Gebiet gefahren waren, werden von den Franzosen beschuldigt, die angeblichen Tater na* Dem rechtsrheinischen Ufer in Sicherheit gebracht zu haben, was beide Verhafteten jedoch entschieden bestreiten. Der Mgerkrieg in China und die Mchte. Ern Hilferuf Nankings. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 25. Mai. Die Räumung der Kampfzone um Peking durch T f ch a n g t f 0 l i n wird fortgesetzt, gleichzeitig aber bereiten sich die Japaner darauf vor, den Südchinesen jede- weitere Vordringen zu verbieten. Besonders In Peking haben sie umfangreiche Derteidigungs- maßnahmen ergriffen, außerdem sind neue Verstärkungen nach Schantung und in die Mandschurei abgegangen. Da die siegreich vordringenden südchinesischen Armeen aber die ernste Absicht haben, bis in die Mandschurei vorzu- stoßen, muß mit einer Wiederholung der Ereignisse an der Tsingtau—Tsinanfu-Dahnllnie gerechnet werden. Die südchinesische Regierung hat aber nicht die Absicht, sich auf kriegerische Auseinandersetzungen mit den Japanern einzulassen, vor allem deswegen nicht, weil sie genau weiß, daß sie militärisch viel x u schwach ist. um gegen die disziplinierten und mit allen technischen Hilfsmitteln wohlversehenen japanischen Regimenter etwas ausrichten zu können. Sie hat jetzt einen SondergesandtennachWashing- 10 n geschickt, Der die amerikanische Regierung veranlassen soll, einzugreifen. Südchina glaubt mit Hilsedes Washingtoner Abkommens etwas erreichen zu können, weil nach Artikel 7 die Regierung der Vereinigten Staaten verpflichtet fei, sich zugunsten der Unantastbarkeit Chinas in- Mittel zu legen. Eine offizielle Aufforderung ist zwar bisher an die Washingtoner Regierung noch nicht ergangen, in der Bundeshauptstadt hat man aber schon zu verstehen gegeben, daß man von der chinesischen Bitte nicht sonderlich entzückt ist und es lieber vorziehen wird, den Japanern zunächst das Feld zu überlassen und abzuwarten, welche Entwicklung die Dinge nehmen werden. Das bedeutet natürlich keineswegs, daß Amerika gewillt ist, der Tokioer Regierung völlig freie Hand zu lassen. Dazu sind die amerikanischen Interessen in China viel zu bedeutend. Washington rechnet aber anscheinend damit, daß Japan binnen kurzem s l ch von selbst wieder aus China zurück- zieht, weil es nicht die Summen zur Verfügung hat, die zur Aufrechterhaltung von großen Expeditionskorps notwendig sind. Außerdem ist es auch recht fraglich, ob Tokio auf eine Intervention Washingtons hin sich bereit er- fiären würde, die besetzten Gebiete zu räumen. Japan gibt Peking auf. T 0 k 10, 25. Mai. (Täl.) Das japanische Außenministerium veröffentlicht ein Telegramm des Gesandten Ioschisava, worin gesagt wird, daß der amerikanische Gesandte Im Ramen feiner Regierung die Maßnahmen der japanischen Regierung zum Schutz der japanischen Staatsangehörigen in China nicht billige. Er ersucht die japanischen Truppen, amerikan Ischen Staatsbürgern und der amerikanischen Gesandtschaft keinen Schutz an» gedeihen zu lassen. Dieser Schritt hat In Japan älnzufriedenheit hervorgerufen. Alle Posten sind eingezogen worden. Dir Truppen in Peking haben Anweisung, amerikanischen Bürgern keinen Schutz zu gewähren, selbst to?nn diese von Chinesen angegriffen werden. Heule fand eine Kabinettssitzung über die Situation in China statt. Der Krieg-Minister erklärte der Presse, daß Japan bereit sei, Peking den Südtruppen zu überlassen, wenn die Truppen der Südarmee die Stadt nach gegenseitig vereinbartem Plan besetzten und die Äebergabe der öffentlichen Gebäude nur im Beisein der regulären Truppen der Südarmee erfolgt. Da- Betreten de- Gesandtschaft-Viertels müsse den Trupvrn verboten werden. In Peking dürfe nach der Besetzung nur eine Garnison von 2000 Mann belassen werden. Wenn Marschall Feng diese Bedingungen annehme, werde da- japanisch« Kommando keinen Widerstand bei der Besetzung der Stadt leisten. Der chinesisch« Bevollmächtigte in Tokio ist nach China abgereist, um eine Besprechung mit Tschiangkalschek abzuhalten. Vor der Enischeidungsschlachi London, 25. Mai. (TU.) Die letzten Meldungen aus China besagen, daß bereits Teile der Nord- und Südarmee in Fühlung sind, doch liegen noch keine Berichte über ernstere Kämpfe vor. Die japanischen Militärbehörden haben neue Streitkräfte, bestehend aus einem Infanterieregiment und einer Artilleriebrigade nach Tschintschausu entsandt, um den chinesischen Truppen den Gin- gang in die Mandschurei zu verwehren. Andere Truppenteile sind von Tsingtau nach Tientsin zur Unterstützung der bisher schwach geschützten japanischen Niederlassung verlegt worden. Wie aus Peking gemeldet wird, versuchten chinesische Sol- Daten der Nordarmee zu plündern, wurden jedoch von der internationalen Polizei daran gehindert 18 Soldaten wurden erschossen. Am Samstag soll ein besonderer Ausschuß für dte Zeit der Uebergabe der Stadt gebildet werden. China protestiert. Peking, 25. Mat (WTB. Funkspruch.) Das chinesische Auswärtige Amt begrüßt in einer Antwortnote auf die Erklärung der japanischen Regierung vom 18. Mai den von der japanischen Regierung ausgedrückten Wunsch nach einer b a I» digen Beendigung der Feindseligkeiten. betont aber, niemals zustimmen zu können, daß die Japaner sich veranlaßt fühlten, irgendwelche Maßnahmen anzuwenhen, wenn Unruhen in Richtung Peking und Tientsin entständen, die die Mandschurei berühren könnten. Die chinesische Regierung erllärt nachdrücklich, daß die Mandschurei und die Bezirke Peking und Tientsin sich auf chinesifchem Gebiet befänden und daß die Verletzung dieser Gebiete die chinesische Souveränität berühren würde. Die chinesische Regierung könne deshalb keine gleichgültige Haltung beobachten. Der Moskauer Zngenieurprozeß. Moskau, 25. Wat (WTB.) Angellag ter R i k l s ch i n berichtet, D a d st i e b e r sei 1926 In den Schacht Petropawlowsk gekommen. Köster habe geäußert, die Maschinen seien unter den gegebenen Voraussetzungen untauglich, doch wahrscheinlich anderswo verwendbar.Köster habe die Leistungsfähigkeit garantiert und versprochen, die Maschinen, falls unbrauchbar, zurück- zunehmen. Die im Juni angekommenen Maschinen seien im Vergleich zu den amerikanischen Sullivan- Maschinen und zu den einheimischen ausfallend schlecht verpackt gewesen. Rlkischln sagte aus, man hätte glauben können, die Kisten enthielten statt Maschinen Kohlköpfe. Trotzdem habe man sie aufgestellt, aber sie hätten sehr schlecht gearbeitet, so daß Dadstleber vorgeschlagen habe, sie u m z u b a u e n. Seebold habe geäußert, es hänge nicht von den Maschinen ab, sondern von dem schlechten Stahl. Bad» stieber habe gesagt, er habe nicht einmal Geld für Bier. Später habe er Seebold e i n Kuvert mit 400 Rubel übergeben, woraufhin die Maschinen nach der Probezeit angenommen worden seien. Als Dadstieber obrerfte, habe er gesagt: Wir werden euch bald von diesen Maschinen befreien. Die Maschinen seien aber zutage gebracht wo rden, währenD die russischen Maschinen unverwendet blieben. Der Angeklagte Tschernoknischnikows erflärte, daß er von Golodub angeworben worden sei, der ihm größere Beträge für die Zufügung von Schaden zugesagt habe. Don Beresowski habe er 5000 Rubel erhalten. Seine Beziehungen zu den deutschen Ingenieuren bestreitet er energisch. Auch habe er von Dadstieber kein Geld erhalten. Die Verteidigung hat erneut beantragt, Dolmetscher hinzuzu'iehen, da die Angeklagten nicht in der Lage seien, dem Prozeß zu folgen. Kunst und Wissenschaft. Hundertjahrfeier der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin. Aus Anlaß der Jahrhundertfeier der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin und der Eröffnung der Ozeanographischen Konferenz fand in dem festlich geschmückten Haute der Gesellschaft für Erdkunde ein Empfang der auswärtigen Ehren- gäste statt. Die Delegierten aus aller Herren Länder und die Vertreter der zahlreichen wissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands hatten sich zusam- mengcfunöcn und wurden vom Vorstand empfangen. Es g.bt kaum ein Land der Erde, das nicht [eine bekanntesten Forscher und Geographen zu Der Feier entsanDt hätte und dessen große wissenschaftliche Gesellschaften nicht vertreten wären. Am Nach- mittag fand im Langenbeck-Virchow-Hause eine Sondersitzuna statt, in Der Sir Douglas Maws 0 n über die „Australische Südpolarexpedition" sprach. Eine Festsitzung im Reichstage war von inländischen und ausländischen Delegierten außer» ordentlich zahlreich besucht. Neben Kultusminister Dr Becker, Staatssekretär 0. Schubert und Ministerialdirektor Dr. Z e ch I i n nahmen an ihr eine Reche von Vertretern Der Regierung und anderer staatlicher Behörden teil. Von Reichsprä- s i d e n t v. Hindenburg unD von Reichskanzler Dr. Marx waren Glückwunschtelegramme eingegangen. In feiner Festrede führte der Präsident der Gesellschaft, Geheimrat Prof. Dr. Penck, ungefähr folgendes aus: Alle Wissenschaft ist Gemein- gut Der Menschheit. Sie ist ihrem Wesen nach International, aber ihre Pflege geschieht durch die einzelnen Völker. Als Wissenschaft von Der Erdober- fläche ist Die Geographie mehr als anDere Wissen- schäften angewiesen, auf Das Zusammen- wirken Der einzelnen Nationen. Geheimrat P«nck gab Darauf .einen Alebetblid über Die Entwicklung Der Gesellschaft, Die eng mit Dem Ramen Der Deutschen Gelehrten Bü- sching, Zeune, Karl Ritter, Alexander v. Humboldt, Barth, Bastian und Richthosen verknüpft ist. Hierauf überbrachten die Vertreter auswärtiger geographischer Gesellschasten in kurzen Ansprachen ihre Glückwünsche. Im Anschluß hieran verkündete Geheimrat Penck die E h ru n g e n, die die Gesellschaft in Würdigung großer geographischer Leistungen der letzten Jahre verliehen hat. Unter den zahlreichen Ausgezeichneten, zu denen auch mehrere ausländische Gelehrte gehören, befinden sich Der verstorbene Professor AlfreD Merz, Dem Die Große Golden« Hum- bold>Medaille für Die Planlegung Der „Meteor"- Expcdition und Die modern« Meeresforschung zuerlannt wurde, und der Flieger Wilkens, Dem für seine Rordpolüberfliegung die Silberne Karl-Ritter-Medaille verliehen wurde. Ferner wurde einer großen Zahl von Forschern Die Silberne Rachtigal-Mcda.lle verliehen unD eine groß« Zahl Ehrenmitglieder und korrespondierende Mitglieder in fast allen Ländern Der Welt ernannt. Aus aller Wett. Keine Nachricht von der „Italia". King-bay, 26. Mai. (TU.) Rach einen offiziellen Funkspruch Der „©Uta Di Milano" von 0,15 Uhr ist seit 5reUagmorge 1 10,27 Uhr von Der „Italia" keine FunkmelDung mehr eingelaufen, unD es ist auch nicht bekannnt, welche Richtung Das Lutschifs einge- schlogen hat. Das Hilssschisf ist augeiblicklich eifrig dabei, den Kohlendorrat zu ergänzen, um für eine HilfsexpeDition gerüstet zu fein. Wenn auch der Funkspruch der „Citta Di Milano" betont, daß vorläufig noch kein Grund zur Besorgnis vorha'.den ist. so gehl doch au- Den Maßnahmen D:s E peditionsschi f S hervor, daß mit einer Rvtlandung Der „Ital'a' gerechnet wird. Da das Luftschiff nur beschränkte Benzi nv orrä tc an Bord hat und bereits bei Eintritt Der letzten Funkmeldung um 10,27 Uhr 14 Stunden überfällig war ES j herrscht starker West-Ro.d-West-Wind Man beabsichtigt. heute mit D?r .Gitta Di Mila ro" eine HilsSerpcDition abzuschicke:. Zu diesem Zwecke bereite an gestellt.' Versuche, haben jedoch die Meinung aufkomr.en lassen daß d^s Schill wegen D?8 festen Eises, da! sich von Spitzbergen nach Rorden bis zur Rordoflinsel hinzieht, wenig wird auSrichten können. Jerngcfpräd) mit Buenos Aires. Die Telefunlengesellfchaft für Drahtlose Telegraphie hatte Vertreter Der Presse geladen, um chnen Gelegenheit zu geben, sich schon vor Eröffnung DeS öffentlichen TelevhvnieverkehrS zwischen Deutschland und Argentinien von der ßei- I stungsfählgteit dieser Verbindung zu überzeugen. In der Tat kann nur berichtet werden, daß Die Verständigung ganz ausgezeichnet funktionierte. obwohl die Verbindung übet 12 000 Kilometer geht. Jedes Wort wat llar und deutlich zu verstehen, ohne daß man lauter zu sprechen brauchte, ali bei einer Orte* Verbindung. Ebenso war Der Vortrag Der argentinischen Nationalhymne unD des Rationalma» scheS Durch eine Kapelle in Buenos Aires so gut zu hören, wie eine Rundfunkübertragung. Zu dieser Versuch-Verbindung hatten sich auch einige Argentinier eingefunden, die natürlich begeistert waren, mit ihrem Vaterlande sprechen zu können. Rückkehr Der „8remen“"dem verbrannt. Wie aus Wellinaton auf Neuseeland ge- meldet wird, ist in Ararata bei Hawera e I n <5 l e b • lungshaus abgebrannt, wobei der Besitzer mit feinen sechs Kindern Im Alter von acht bis dreizehn Jahren in Den Flammen umkam. Ein |erfiichm8hrlner INillionenerbe Der 16'ährige Berliner HotelMge Fechner. Der mit feiner Mutter, d-r Witwe « fltn Sleiiontn >ttncnätn Uhlen oetxn d-f rteW'Mu' P-e umt" vtrbteflt* Ort» * Io Sdjrönf. b,. it. ffn LS*’a"- Qfltrung Ä’k M ourbe. e,b,ras Kottbuser Kranken- ;Ib daraus starb. lerloae. 928 ■M» 15 o «** »«"•Lwü tfmpei neu« Mincnde n tonVntr- i Lause °e- chr". . öE rt* *t < »***%>» $**■ Aus der Provinzialhauptfiadi. ® ioften. ben 26. Mai 1928 Pfingsten. ®tnn man da« TDort .Pfingsten" hört. so zlaudt man grüne Blätter, weihe ‘Birtenftämm- chen und einen hrllen. leuchtenden Himmel zu leben. Der in Sieben geborene Dichter Rudolf 0 e I e r <0. Shu5red)ti schildert bk Pftngst- • eü In feiner oderhefsifchen Beroheimat - et lebte in Lindheim —. einmal mit den feinen, poetischen ‘Sorten .Denn der Abend saft den Morgen grüßt und die Hähne den ganzen Xag fräben ich schätze au« Schläfrigkeit und au« Verbrüh, weil da« Wetter bleibt tote e« ist. dann, lagt man, geben die Seiftet um. Cie haben, heißt e«. nicht Zeit dazu: denn die Rächt ist ich er um, und die Johanni-Hämmchen, untere« Herrgott« Engel, fahren auf und nieder Und so kurz der Schlaf der Leute bann ist. so ist er doch lief un > süß, denn |et> ÄtduUein duftet, und die Heimchen singen die Rächt hindurch, und die Aachtigallen lösen einander ab Der dann bö e träumt, der weih von unserem Herrgott nicht« mehr." Ohne Zweifel verdankt da« Fest in feiner Innigleit und Schönheit viel dem Umstande, dah e« in die Zeit fällt, in der die Rotur 'auf dem Höhepunkte ihrer öntwidlung steht Doch da« iß keine Pfingstfeier. die im Natürlichen aufgebt und da« Lhrist'.iche, da« Göttliche beifeite läht. Pfingsten ist da« Fest des Heiligen Geilte«. Wa« in der Zeit, da Iesu« auf Erden ging. Erwartung war. da« ist bei bet Au«giehung de« Heiligen Geiste« zu Ierusalem Wirklichkeit, die Weissagung ist zur Erfüllung geworden. Run stehen die Jünger gan- unter ber veitung Öefu, sie richten seinen Willen in ber Weit au«, sie sind Werkzeuge de« Heiligen Seifte« In alter Zeit haben die Maler heilige Dünner und heilige Frauen gern in überirdischer Schönheit, mit einem Strahlenkränze, den sie um da« Haupt trugen, gemalt, und die Jünger werden bei der 'Zuegicbung de« Heiligen Seifte« bar- geftellt. wie sie mit verklärten Blicken nach oben schauen. In Wirklichkeit betätigt sich der Heilige Geist In sehr unscheinbarer Form. Die Thristen, die man mit Recht al« Geiftesrnenfchen anliebt, haben allermeist in Rot und Entbehrung, in Armut, unter Fehlschlägen und unter ber Der- achtung ihrer Mitwelt ihr Leben geführt und ihre Werke geschaffen. Richt ander« ging e« mit den *» ungern Iefu. mit den Aposteln: Paulu« spricht oft von der Schmach und ber Verfolgung, die er hat tragen müssen. Der Heilige Seift geht auch nicht in pathetischen, wohl gesetzten Worten einher, er wirkt nicht auf bie Massen, er ruft keine .Erweckungen" hervor, bie von nachhaltiger Kraft find. Aber er ist überall bei jedem Leben-alter Geist Lu« Gott ist in dem Kinde, da« in frommer Ergriffenheit zu brm Batet im Himmel betet, da« Vater, Mutter und Geschwister von Herzen liebt und sich vor Lüge. Falschheit und Ungehorsam hütet, weil e« sich lagt; Gotte- Augen sehen auf mich herab Mancher geht in feiner Öugcnb Wege, hie vom Heiligen Geiste weit entfernt sind. ®« ist etwa« Gröhe« um da« Iugendleben Ohne junge Menschen würde ein Volk bald untergeben. In den Herzen der 3ugenb erglüht immer wieder die Begeisterung für da« Schöne und Edle, regt sich immer wieder der Hast gegen Minderwertige« und Schlechte«, fruchtbare Anregungen kommen immer wieder von der Iugend her. Aber eben so leicht wie vom Guten läht die Iugend sich auch vom Dösen leiten, sie stürmt bllnbfing« ihre Dahn, bi« sie schweren Schaden zu tragen hat. Wo ein Iugendleben sich unter bie Leitung Iesu stellt und im Hinblick auf bie grobe Reue, die eine unau«- bleibiiche Folge eine« Fehltritte« ist. sich vor dem Dösen hütet, da steht e« unter dem Einflüsse de« Heiligen Geiste« Da« spätere Leben«, alter ist au«gcfullt mit Plage und Rot. da ist der Kampf um die Sristenz. um die Versorgung ber Familie, oft um die Ehre zu führen. Dieser Kamps ist jetzt, da ein verhängnisvoller Krieg hinter un« liegt, besonder« schwer. Sehr viele sind in diesem Kampfe zufammengebrochen. gesundheitlich ober moralisch, viele haben dabei, wie ein moderner Ausdruck lautet, die Heroen verloren Unter solchen Umständen soll der Mensch da« Heldentum bewähren, von dem im christlichen Sprachengebrauche so viel die Rede iß. er soll im Vertrauen auf die ewige Liebe«- macht ausdauernd muttg, unverzagt und bc« Säten Au-gang- feiner Sache gewiß fein. Die rfabrung lebrt. bah Männer und Frauen im engen Üerbunbenfein mit Iefu« biefe« Heldentum offenbart und damit bewiesen haben, daß sie vom Sc.ft: Gotte« erfüllt waren. Daß dieser Geist der gute Geist Gotte«, tote einmal im Psalter getrieben steht, sich mit Macht verbreite. ist die Ditte derer, die am Pftngftscste in den Gotteshäusern uralte Lieder fingen und ber groben Tatsache gedenken, die sich im Iahre 33 unserer Zeitrechnung bei dem jüdi chen Pfins.st- feste zu Jerusalem zugetragen hat. H. B. jener stHochenmarktpreise. E« kosteten auf dem heurigen Wochrnmarkt bas Pfund Butter 190 bi« 215, Matte 30 bi« 35; Küfe 60 bi« 140. Wirsing 35; Weißkraut 25; Dottraut 45. gelbe Rüben 50; rote Rüben 20; Spinat 25 bi« 30. Rörnlschlohl 20: Spargel 130 bi« 160; Erbsen 60. Tomaten 130; Zwiebeln 25; Meerrettich 100: Rhabarber 25; Kartoffeln 4 bi« 5; Aepscl 20 bis 40; Kirschen 100; Honig 45; Suppenhühner 100 bis 120; da« Stück; Sier 11 51« 12; Blumenkohl 80 bi« ISO; Salat 20 bis 30; Sa'algurlen 60 bi« 120; Ober-Kohlrabi 35; Lauch 10 bis 20, Rettich 30. Stachelbeeren 40; das Bunb: Radieschen 15 bi« 20 P-ennig. Taten für Sonntag. 27. Mai. Sonnenaufgang 3.54 Uhr, Sonnenuntergang 20 Uhr. — Mondausgang 12.20 Uhr, Monduntergang 1 47 IMk. 1564: Johannes Calvin in Genf gestorben: — 16.6 der protestantische Liederdichter $aul Gerhardt m Lübben gestorben; — 1703: Gründung von 6t Petersburg (jcRt Leningrad) durch Peter den Grasten; — 1340: der Geigenkünstler Niccolo Paganini m Nizza gestorben; — 1874: der Schriftsteller Rich von Schaukai In Brunn geboren; — 1910. der Bakteriologe Robert Koch In Baden-Baden gestorben; — 1917. Ende der Schlacht in Flandern und der Doppel- schlacht Qlisne-CTbampagne (Anfang 6. April); — 1918: Deutsche Offensive Aisne Marne Gebiet. Taten für Montag, 28. Mai. Sonnenaufgang 3.53 Uhr, Sonnenuntergang 20.01 Uhr. — Mondaufgang 13.31 Uhr, Monduntergang 2.02 Uhr. für sich während. die'er Zeit um da« Theaterleben unserer Stadt Verdienste erworben, die ihm f 1779: der Dichter Thomas Moore in Dublin geboren; — 1840. der Maier Hans Makart in Salzburg geboren: — 1866: der Bildhauer Ludwig dauer in Kreuznach geboren; — 1905: die Japaner vernichten bie russische Flotte bei Tsuschima. Bornotizeu. — Tageskalender für Samstag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Hie Apachen von Paris" — Astoria Lichtspiele: „Der Bandit". — Tage kniender für Sonntag. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die «pochen von Paris" — Astoria-Lrchtspiele: „Der Bandit". — Tageskalender für Monta g Lichtspielhaus, Bahnhofstraste: „Der Weltkrieg, 2. Teil" — Astoria-Lichtfpieie: „Vie Vollarerbin von Reuyork". Hoftat Hermann Gteingoetter t- Wie wir soeben erfahren, ist am gestrigen Freitag in Wendlingen (Dürtt.) bet frühere Snlenbant untere« Stadttheater«, Hottat Hermann Steingoetter, nach längeren Leiden gestorben. Der Heimgegangene, der erst vor kurzem nach Begehung feine« 25jährigen Dir ItlonSjubiläum« am Siebener Theater sich in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen hatte, ist gebotener Württemberger, studierte Rechtswissenschaft und Literaturgeschichte in Heidelberg. Leipzig und Berlin, patte sich aber schon während seiner Studienzeit dem Theater xugewendet Dor allem seinem Engagement bei Den Meiningern hatte Steingoetter Diele« für feine spatere künstlerisch Tätigkeit zu verdanken. Rach verschiedenen öngacement« in Gera, Hanau, Würzburg. Frankfurt a M., Dortmund. Zwickau und Erfurt, wo et zuerst al« Donvivant, später al« Dramaturg. Regisseur und stellvertretender Direktor tätig war, wurde Steingoetter im Iahte 1903 unter 64 Bewerbern auSersehen, die Leitung der Theaiergemeinfchatt D ehen, Marburg, Dad» Rauheim zu übernehmen. Sin Bierleljahrhundert lang hat der Der- ftorbene der Siebener Bühne vorgestanden und alle Zeiten ein ehrende« Andenken sichern. Gugen Bostroem. Don Prof Georg Herzog, Gießen. Mit Herrn Geheimem Medizinalrat, Drosesior Dr. med., Dr. med. vet. h. c. Eugen Bostroem ist am Abend des 24. Mai 1928 eine der markantesten Profefsorenpersönlichkeiten Gießens dahin- gegangen. Wie eine grohe Zahl bedeutender medizinischer und anderer Fachvertreter auf deutschen Hochschulen, entstammte Eugen Bostroem einer deutsch-baltischen Familie, die ursprünglich aus Schweden eingewan- bert war, woraus noch der Name Bostroem hin- roelft. In Fellin, das auch die Heimatsstadt des berühmten Dorpater unb späteren Würzburger unb Berliner Chirurgen Ernst von Bergmann war, wurde er am 13. Oktober 1850 geboren unb legte am Deutschen Gymnasium zu Doroat lein Abitu- rientenejamen ab. Seine mebizinische ausbtlbung erhielt er im wesentlichen, von 1870 bi» 1880, in Erlangen, zuerst als Stubcnt, bann al» Assistent am bortigen pathologischen Institut unter Zenker. Zwifchenburch vervollkommnete er seine Kenntnisse burch einen fleißig ausgenutzten Stubienausenthalt am Leipziger patyologischen Institut bei bem Ex- perimentalpatholagen Cohnheim. In Freiburg ha- bilUierte er sich 1881 unter Rubols Maler für ba» Fach ber pathologischen Anatomie unb würbe ba- selbst 1883 zum ao. Prosesior ernannt Im Oktober de» fleichen Jahres, also in feinem 33. Lebensjahre, er- olgte seine Berufung zum orbentlichen Professor nach Gießen, wo er bis zu feiner Emeritierung am 81. März 1926 als Fachvertreter für allgemeine Pathologie unb pathologische Anatomie unb als Direktor bes pathologischen Institutes wirkte, bar- Ober hinaus aber bis zu seinem lobe ein tätiges Mitglieb, eine nie oersagenbe Stütze ber Unioerfi- tat unb ber Mebizinlschen Fakultät blieb. Vornehme Gesinnung, Wille zu ernstem Schassen, angeborener Rarer Blick, liebenswürdige?, taktvolles, uneigennütziges Wesen, diese E-genschasten, bie bie Sohne des deutschen Baltcnlanbes besonders auszeichnen, öffneten Eugen Bostroem auch im engeren deutschen Baterlanbe überall, wohin er kam, bie Herzen unb waren bie Wurzeln seine» reichen ßebeneerfolges. In Erlangen war er bereits als junger Assistent, wie bem Schreiber dieser Zeilen erst kürzlich berichtet wurde, bie Seele bes Patholog ichen Instituts unb unterstützte in uneigennützigster Weise seinen bamaligen, oft kränklichen Chef Zu voller (Entfaltung kam seine Persönlich- feit als Ordinarius in Gieren. „Der Mensch wirkt alle», was er vermag, auf ben Menschen burch seine Persönlichkeit", fo kennzeichnet Goethe bie Macht der menschlichen Gesamterscheinung. Eugen Bostroem ist eine solch« Macht zu eigen gewesen unb sie war in ihm gepaart mit Wohlwollen unb ernstem Pflicht- bewußtsein. Mit ganzer Person für eine übernommene Sache sieb einzusetzen, war ihm Lebensbedürfnis. In großen unb kleinen Dingen würbe «r nicht müde, sich in ben Dienst von Universität unb Fakultät zu stellen. Zweimal, 1889 unb in bem Iu- biläumsjahr 1907, erwählte ihn das Vertrauen feiner Kollegen zum Rettor. die höchste Auszeichnung, die einem Universitätslehrer in der akademischen Laufbahn zuteil werden kann; leider zwang ihn im letztgenannten Jahre schwere Krankheit oorzeittg zurückzutreten. 1890 erbaute er das hiesige Pathologische Institut, mit einer Zweckmäßigkeit, wie man sie kaum an einem anderen Institut aus jener Zeit antrifft; mit Liebe sorgte «r für dessen weitere aus- geftaltung. seinen Mitarbeitern war er stets ein väterlicher Freund. Ganz besonders ro.bmete sich ber Verstorbene der studierenden Jugend, mit der jung zu jein, er kaum wie ein anderer verstand Er har das bohe Ziel erreicht, seinen Schülern nicht nur als Lehrer, sondern auch als Mensch näherzutreten, als ber bei aller Strenge unb Sachlichkeit große unb gütige Mensch, bem nichts Menschl ches fremb Ist. „Vater Bostroem" nannte ihn bie Iugenb, die in ihren Gefühlen bas Richtige zu treffen pflegt Als Prüfungsvorsitzender wachte er feit 1889 bis zu feinem letzten Lebenslage über bem ärztlichen Nachwuchs, ben einen Äanbibattn mit Milbe, den an- bern m.t Energie lenkend, er kannte feine Stuben- ten; noch eine Stunde vor feinem Tode war er mit Prüfungsakten beschäftigt. Dankbar gedenken weite Greife ber praktischen 21?nie ber von Eugen Bostroem empfangenen wisienschaftlichen und menschlichen Werte diele allgemeine Verehrung ber Aerzte klang erst kürzlich roicber bei ber Aufstellung feiner Büste an ber Stätte seines ehemaligen Dirken». Bon feinen Arbeiten feien an dieser Stelle nur einige genannt; den Grund zu seiner akademischen Laufbahn legte Bostroem mit seiner berühmt gewordenen Habilitationsschrift „lieber die Intoxikationen durch Morchel (Stockmorchel, Hdvtile escu- lenti)'; bei seinen experimentellen Nachprüfungen konnte er zuerst damit an Hunden Hämoglobinurie erzeugen Seine Forschungen über die Strahknpily erfranlung wurde, nachdem sie bereit» vorher von ihm mehrfach bearbeitet worden war, zuletzt 1890 in einem größeren Derk baroefteflt. ein Liebling»- ?eblel waren ferner bie Mißbildungen. Besonder» errwrzuhebcn finb bie zahlreiche stattliche Bände fül- lenden „Arbeiten aus dem Gießener pathol. Institut"; namentlich find die Gießener patbologlfdf-anatomi- fchen Doktorarbeiten 1883—1926, die alle in der Idee, viele auch in der Ausführung von Bostroem stammten, allgemein als gut unb zuverlässig bekannt, seine vornehme Gesinnung ließ gern ben äußeren Glanz den jüngeren Kollegen Entlastet von ben Ausgaben be» Instituts- und Lehrbetriebs, wandte sich Eugen Bosttocm als Emeritus in anhaltender heißer Liebe für feine Wüienfchast der Bcröffentlidjung langjähriger Untersuchungen und daraus aufgebauter neuartiger Dorstellungen auf dem Gebiete wichtiger normal- und pathologisch anatomischer Gestalttings- Probleme zu. lieber den Bau und das Wachstum des malignen Chorionepithelioms war erst vor Jahresfrist eine größere Arbeit au» feiner Feder erschienen. Daß feine Monographie „lieber den Krebs des Menichen" vor wenigen lagen erschienen mar, gab ihm eine innere Befriedigung und seinem wissenschaftlichen Ideenkreis einen gewissen Abschluß, trotzdem beschäftigten ihn selbst bereit» neue Pläne Da« Bild Sagen Dostrvem« wäre unvollständig ohne EinheAiehmrg seiner Familie. In dem auf leine Berufung noch Gießen folgenden Iahre (1884) verheiratete er sich mit Magdalena Hegor. der Tocktcr de« 5erühmten damaligen Foeibi rger Sbnä'-■'XKit 3n inn ger Liebe, zävtlicher Sorge und • -,er Freud? empfing er di« Seinen. Rlmmcr müde wurde der Hochbetagte im AuS- donken von kleinen Freuden für seine geliebten Enkelkinder, lange vor ihren Besuchen waren in seinem mbt Sorgfalt gepflegten Satten bte Sp.elvläh« hergerichtet. Und da« Ende! Wenige Minuten nach der Heimkehr von einem Spaziergang milk seiner Frau, ohne Siechtum ohne daß er daran dachte. G« war so, wie er c« sich wünschte, und wie wir e« ihm. dem Lebha^-ten und immer Tätigen, wünkchten. Ein harmonischer Au«klang eine« harmonischen Leben«. L. U. Don der Landesuniversität Gießen. Die Gesamtzahl der an unserer Universität im laufenden Semester immatrikulierten Studierenden beträgt 1627. darunter 86 Frauen, im Sommersemester 1927 waren immatrikuliert 1476. darunter 77 Frauen, und im Wintersemester 1927 28 1473. darunter 77 Frauen. •• Maienblasen. Bei dem Waienblasen heute abend 7 Uhr. anschließend an da« Läuten, kommen zum Vortrag: 1. Choral: O heilger Geist kehr bei uns ein. 2. Volkslied: Zu Straßburg auf der Schanz. 3. Choral: So nimm denn meine Hände und führe mich. •• Fahrplanänderung. Der Persvnen- zug 713 Frankfurt- Friedberg. Frankfurt a. M. ob 21.45. in Friedberg an 22.50, wird vom 27. Mai ab an Sonn - und Feier-tagen bi« Gießen durchgeführt. Der Zug verkehrt ab Friedberg 23.06, ab Bad-Rauh«im 23.13, ab Oscheim 23.23. ab Duhbach 23.29, ab Kirch- gHn« 23.39. ab Lang-GönS 23.45, ab Großen- Linden 23.51, an Gießen 24.00. Dadurch daß die Abendschnellzüge mit SomttagSkarten nicht benutzt werden dürfen, ist dieser Zug eine begrüßenswerte Rückvcrbindung. besonder« ab Bad- Rauheim. — Der Sonntag«zug nach Wetzlar, der bisher in Gießen 23.46 absuhr. ist vorn 27. Mai an ab Gießen aus 0,05 verlegt, so daß Reisende nach Dutenhofen und Wetzlar den An- lchluh noch erreichen. ** Oberhessischer Kunftverein Gießen. Die derzeitige Ausstellung von Oelgemäl- den Münchener Kün stier ist nur noch während der beiden Pfingstseier^age von 11 biS 1 Uhr geöffnet •• Di e Gießener Kunstsammlung im Neuen Schloß, (Eingang Senckenbergstraße, ist an den beiden Pfingstseleriagen von 11 bis 13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt •• Die Museen sind am ersten und zweiten Pfingftfeiertag von 11 bis 1 Uhr bei kleinen Ein- trittspreifen geöffnet. •• FerngasleitungGiehe n—W ieseck. Die Stadt Dießen beabsichtig' zwecks Versorgung der Gemeinde Wieseck mit Sttinkohlengas eine Gasfernleitung von dem Gaswerk der Stadt Gießen nach Wieseck anzulegen. Die Leitung führt vom Siädttschen Gaswerk du-ch die Ost- anlage. kreuzt am Walltor die CfUnlage unb Marburger Straße, geht dann die Marburger Straße entlang bis zum Wiesecker Weg und wird im s'döstlichen Bürgersteig deS Wiesecker Weg« bi« zur DemarkungSgrenze weitergesührt. Pläne unb Beschreibungen liegen während einer Woche auf der Registratur deS Kreisamt« zur Einsichtnahme offen. Etwaige Ginwendungen gegen da« Unternehmen sind während der Os'enlegung«srift oder innerhalb einer Woche nach ibr bei dem KreiSamt schristlich unter Angabe der Gründe vorzubringen. •• Das Rosenfeft für Kinder. daS vom Alicesrauenverein vom Roten ÄreuA am Sonntag. 3. 3 u n i, nachmittag« ab 3 Uhr in der BoUshalle (siehe gestrige Anzeige) veranstaltet wird, verdient da« besondere Interesse un'erct Mitbürger. Bekanntlich soll der Reinertrag dieser Veranstaltung dazu dienen, den Kindern unserer gefallenen Krieger wieder eine schöne WeihnachftSsei« mit reichlicher Bescherung zu bereiten. Allein schon um diese« Zweckes willen txrbient die Veranstaltung einen starken Besuch. Dazu kommt aber noch, daß bei den Darbietungen om Rachmittag den Kindern einige recht schöne Stunden bereitet werden sollen, die dem kleinen Doll au gönnen sind. Da« Fest ist jedoch nicht nur für die Kinder de« Kindergarten« bestimmt sondern e« soll allen Kindern imteier Stadt gewidmet sein. Daher sind nicht nur di« kleinen Besucher der Kindergärten, sondern auch alle übrigen Kinder zur Bete:ligung m Fröbelkindergarten anzumelden. Die Darbietungen am Abend des 3. 3uni werden den Erwachenen ebenfalls genußreiche Stunden bringen, die ihre besondere Würze durch tanzkünst- lerckche Vorführungen erhalten werden. Rähere« ist au« der gestrigen Anzeige ersichtlich. •• 2lrbeit«jubilflum. Heute kann der Lagermeifter Ludwig Theodor Mandler au« Heuchelheim auf ein« 40jährige, ununterbrochene Tätigkeit in dem Tapetenhaus Heinr. H o ch ft ä t t e r zurückbltcken. Im 2lller von vierzehn Iahven dort eingetreten, ist et durch seinen großen Fleiß unb seine G«oissenhaftigkeit ein wertvoller Mitarbeiter der Firma geworden. In Anerkennung seiner treu geleisteten Dienste ist dem Dublier ein Glückwunschschreiben dec hessischen Regierung zugegangen. Don bem' Zirmen Inhaber unb besten Familie, sowie von seinen Mitarbeitern unb vielen Geschäftsfreunde« würben ihm Geschenke und herzliche Glückwünsche bargebvachl mit dem Wunsche, daß seine bewährte Arbeitskraft unb große Fachkenntttt« noch lange dem Geschäft erhalten bletve unb Ihm noch viele Iabre im Äreife feiner Familte hx Ge- sundheii beschert feien. •• 25 Iahre Mitglieb im Automobil - G l u b. Gestern konnte ba« Mitglied bc« Auto- unb Motvrrad-Elub« Ludwig Klinglet. Gießen (Hotel Schütz) auf feine 25jährige Zugehörigkeit zum Allgemeinen Deutschen Automobilcluv (AD. 2. E ) zurückblicken. Anläßlich diese« Iubilxum« versammelten sich die Mitglieder im Lludlokal Hotel Schütz, um dem Iubttar ihre Glückwünsche darzu6ringen. Ein Blumenarrangement mit Schleifen in den Farben bc« A. D. A. T. würbe bem Iubilar al« Zeichen äußerer Ehrung überreicht. •• Wichtig für Auswanberung»« luftige. Da» amerikanifche Konsulat In Frankfurt o. M., Börsenftrahe 2—4. teilt un» mit, baß vom 4. Juni ab bi» auf weiteres Anmeldungen zur Auswanderung nach ben Bereinigten Staaten von im Deutschen Reiche geborenen Personen wiebet entaegengmommm werben. Formulare zur Anmeldung sind beim amerikanischen Konsulat in FranksuN a. M. zu beantragen sowie bei ben SHissahrtsgescllschasten erhältlich. •• Regimentstag ehemaliger 186er. Der erste allgemeine Regimentstag ehemaliger 186er findet am 3. Juni in Frankfurt a. M. im großen Saale des Dolksbildungsheim» statt. •* Deutschnationale Handlungs- gehilfen-Tagung. Man schreibt un«: Die Verwaltung de« Deutschnationalen Handlung«- gehilsen-Derbande«, ber Dewerkschast bet deutschen KausmannSgehilsen, hat In diesen Tagen dle Einladung für den 21. ordentlichen Verbanv«- tag erlassen. Verbunden mit dem Verband«tag findet bet 18 deutsche Kau mannSgehilfentag statt. Der Derband«tag ist in der Zett vom 8 bi« 10. Iunl in Dresden. Aus dem Gebiet de« Main-Welet-Gaue« (Hessen und Hessen-Rastau) werden von Kastel und Frankfurt Sonderzüae eingesetzt werden, da eine entsprechende Det«- Ilgung zu erwarten ist. " Straßensperre. Wegen Ausführung von Dachdeckerarbciten am Turm der Stabthrtbc ist di« Kirchstraße ab Mittwoch 30. Mai, bi» einschließlich Dienstag, 5. Juni, zwischen Kirchenplatz und Burggraben für allen Verkehr polizeilich gesperrt. •• Straßensperrungen. Vom Ober hessischen Automobil-Elub (21. V. D.) Gießen werden unS solaende Sttaßensperrungen ntltgcteUt. Orts- durchsahrt Rieder-Mörlen im Zöge der Straß« Gießen-Friedberg— Franksurt a. M. für alle Fahrzeuge ab 29. Mai, Umleitung übet Zicgenberg—Usingen bzw. Butzbach-Steinsurch; U tphe— Der st adt im Zuge der Straste Gründ tg—Hun en- Fried erg für alle Fahrzeuge ab 29. Mai, Umleitung über Beller«heim - Wohnbach; DernSdotf —Schönftadt im Zuge der Straße Marburg— Fritzlar- KastÄ halbseitig gesperrt vom 1. 3unt •• Aufhebung einer Sttahensper- tun ft. Die Straßenspemmg zwischen Lauterbach und Angersbach im Zuge der Straße Lauterbach Fulda ist ab 25. Mai auf gehoben. Postwünsche des Kleebachtals. -Z- Aus dem Kleebachtol, 25.Mai. Der am 15. Mai In Kraft getretene Somme rt ahr- plan der Kraftpostlinie Gießen — Hochelheim hat zahlreichen Einwohnern der von der Krastposllinie berührten Orte eine Enttäu- chung gebracht. Obwohl vor einiger Zett an bie« er Stelle der Wunsch ber KleebachtaÜrevölkerung» >ie e r st e Rückfahrt be» Postauto» von Gießen eine Stunbe später zu legen, geäußert würbe, läßt die Postverwaltung ben um 7 Uhr in Gießen eintressenden Wagen schon um 7.15 Uhr wieder abfahren, worauf dieser in Hochelheim um 8.04 Uhr eintreffend, dort bis zur Mittagsfahrt nach Großen-Llnden, also bis 11.40 Uhr, steht, ohne den Kleebachtalbewohnern, die morgens in Gießen ihre Geschäfte erledigen wollen, die Möglichkeit zur Benutzung dieser Rückfahrt au geben. Es ist bekannt, daß gerade die erste Rückfahrt von Gießen am schlechtesten benutzt wird. Man lallte wohl glauben, daß die Postverwaltung die Möglichkeit, eine stärkere Beteiligung dieser Fahrt herbeizusüh» reit, wohl wahrnehmen werde unb so bem Bauersmann, ber im Sommer, wenn bie Felbarbelt drängt, gerate an biefer Rückfahrt besondere» Interesse hat, entgegenkommt. Weiterhin sei auch noch ein Wort über die Post- Verhältnisse in den Gemeinden Lützellinden unb Hörn»heim gesagt. Man kann nicht ohne Bitterkeit fehen, baß täglich zweimal «in Postauto nach Gießen durchfährt, unb «in nach Gießen abreffterter Brief, ber Samstagmitag um 12 Uhr In ben Briefkasten elngemorfen wirb, schon am Dienstagmorgen bem (Empfänger zugestellt wirb. Betrachtet man unsere ausgezeichnete Post- autooerblnbung mit ber nur wenige Kilometer entfernten Provinzialhauptslabt unb vergleicht man hiermit diese Pvstbefürderung, fo wird man wohl vergeblich nach anderen Gemeinden suchen, wo solche Zustände herrschen unb geduldet werten. L» bürste boch nicht besonders hohe Kosten verursachen, wenn man, wie schon im „Gießener Anzeiger" erwähnt, an den Haltestellen de» Postautos Briefkästen anbringt bzw die vorhandenen dorthin verbringt, die jedesmal bei ter Fahri nach Gießen geleert werten könnten. Amtsgericht Gießen. • <3 i e 6 e n , 25. Mai. Ein Händler aus dem Kreis« Bübingen hatte auf bem hiesigen Dochenmarkt zwischen 9 unb 10 Uhr etwa 35 bi» 40 Psunb Butter aufgetauft. Rach ber Wochenmarktorbnung von 1909 in der Fassung von 1921 ist der Lebensrnittel- aus kauf durch diesige Händler bis 11 Uhr vormittags und durch auswärtige Händler überhaupt verboten. Durch diese Bestimmung soll dem oorge- beugt werden, daß bie Gießener Bevölkerung leer ausgeht. Der Angeklagte behauptet, bie Bestimmung nicht gekannt zu haben, auch fei ein entfprechender Aushang nicht dagewefen. Das Gericht verurteilte ihn wegen Fahrläfsigkett zu zehn Mark Delo- ft r a f e._____________________ _ Lpchresttmdeit der Redaktion 12 bis 1 Hbf mittags, 5 bte 7 Uftr nachmittag». Sam »tag nachmittag geschloßen Für unverlangt cingesandte 2R aief f ttpte ohne bei gefügtes Rückporto wirb keine Gewähr Übernommen. in seinem 78. Lebensjahr. Gießen, Friedberg, München, Fellin, Riga, 25. Mai 1928. Wegen Platzmangel unserer lieben Von Beileidsbesuchen bitten wir freundlichst absehen zu wollen. »4070 Gießen (Mittelweg 24), 26. Mal 1928. 04088 Todes-Anzeige Mein geliebter Mann, mein liebevoller Vater ist heute früh nach bangen Leidenstagen sanft in dem Herrn entschlafen. Stellengesuche Wendlingen (Stat Unterboihingen), 25. Mai 1928. 5324D Über! Haus oder S bk’« i roaorn bestens ae- etflnet.für bcnSöDtt» j FlMMesyavS Kfm.Lehrlin 04096 qejutfjt. 04057 5-Zier-WflhDgJS“1 Som. möhL Zimmer, täte Kttcbe. Yel.lSSS. ®ntrht [6308D ger jßüfle n nefucbt. 0400 iMierl wSi 040?« gesucht. ©iöbclHüdc au oer- au oer-1 ah kauten. Alles fAön FfUhschOppeN erbauen. Schr An- lm Berel nSlokal, fragen unter 04069 A„ukfurter Hof. 03956 gesucht. an den (Sieh. An». 9Fu’cS jüngeres, otbentl. Tapätieii Damen- floasert d. fiele blinden am 31. b. Der ivoriumd» Neuen Säue 28 mit nutet Sdnilbil- buna »um alöbnlbtg. 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Don Dr. Otto Hoehsch, o. Pros, der Geschichte an der Universität Äerlin, M. d. 5t °7 ^ben.^nt d. 3. 'Ne ü 1928 ^L52Z4D MMMHkllWkllSWW. Vornan von Edgar Wallace. Copyright by Wilhelm Goldmonn. Verlag. Leipzig. 1» bis*5 •»‘sw »?ZS Steg typ? Weh dir. bah du ein Enkel bist! — so hieß es einst. Sohn unb Rachfahr eines berühmten Mannes — bas hieß den schwersten Fluch des Schicksals tragen: das Dasein im Schatten eines Großen war unerträglich unb sinnlos. Der Sohn eines Mozart stirbt alS Steuersekretär in Mai- lanb; Goe thes Rach kommenschas t hat nichts von bem Genius des Vaters geerbt: Schillers Söhne sinb tüchtig«, brave Veamte. Di« Iaht ähnlicher Beispiele ist Leaion. Wenn man dagegen heute die Schar der Vachkvmmen großer unb bedeutender Zeitgenossen, deren Ra- men in aller Munde sind, überblickt, so ist alS auffällige Tatsache festzustellen, daß der berühmte Vame. einst ein Erbe, bas dem. der cs empfing, auf seinem Lebensweg wie eine bleierne Last bas Gehen erschwerte, keineswegs ein Hindernis zu sein braucht für eigene Leistungen, die sich sehen lassen können. Die Tatsache der Abstammung wirb nicht mehr als Hemmnis betrachtet. unb sie ist es auch nicht. Das ist nicht verwunberlich: denn der Vame d«S Vaters wirb heute nur noch in seltenen Fällen als Leiter zum Erfolg benutzt. Die allermeisten dieser Jungen, von denen der VolkSmund sagt, baß ..ihr Bett gemacht" sei. verschmähen es durchaus, hineinzusteigcn, sondern suchen sich eine ganz andere Laufbahn als die. die ihnen schon an der Wiege vorgezeichnet schien, nachdem sie in der Wahl ihrer Eltern so vorsichtig gewesen waren: sie schlagen ganz andere, ganz neue Wege ein. Man kann sogar sagen, baß Erscheinungen wie die politisch so akttve unb gewandte Miß Magan. des streitbaren Lloyd Georg« Kind, deren Sehnsucht nach einem Sitz im Unterhaus geht, ebenso Ausnahmcerscheinun- gen sinb wie bet junge Klaus Wann, der sich, wie sein berühmter Vater, der Ltteratur verschrieben hat. Daß der Enkel des Reichs- gründerS und eisernen Kanzlers. Fürst Otto von Bismarck, dessen Hochzeit mit der Tochter bes schwedischen Architekten Tengboom kürzlich eines der großen gesellschaftlichen Ereignisse Berlins war. und der soeben zum ersten Legattonssekretär bei der deutschen Botschaft in London ernannt worden ist. scheint ebenso in der diplo- rnattschen Tradition der Familie zu liegen, wie die Tatsache, bah ber Dichn deS Re ichspräsi- denten von Hinbenburg bem väterlichen Dorbilb getreu Soldat geworden ist, auf ererbte Veigung und Anlage schließen läßt. Wenn man sich dagegen in den Häusern unserer anderen Prominenten umsieht, deren Bild unb Ti amen man fast täglich in Zeitungen und Zeitschriften llest. so macht man die überraschende Entdeckung, daß der Beruf des Vaters nur in einer verschwindenden Minderzahl ber Fälle bk Wahl ber Söhne bestimmt hat. Don bat beiben Söhnen beS Reichs- auhenministcrs Dr. S t r e s e m a n n hat sich ber eine ber Mukik verschrieben unb ist als Kom- Er hatte kaum gesprochen, da erschültette bump» fes Donnerrollen den Felsen bis auf den Grund. Ihm folgte ein zweiter Blitzstrahl, der die ge» spensterhaften Türen vor den Totenkammern auf; leucklen liefe. Sybil taumelte. Da griff Dick zu und prefete sie an sich. „Wenn wir irgendwo sicher find, der (Erbe”, sagte er beruhigend. „ 15. Plötzlich tauchten Havelock unb Sybil aus bem Dunkel bes unterirdischen Gewölbes auf. Sybils äugen zeigten eine angstvolle Starre, und Havelock mar bleich wie ber Tod. Seine Hand zitterte front» ha", als er an dem (Bitter zu rütteln begann. „©er hat sich diesen dummen Spafe mit uns ertaubt?* fragte er ärgerlich in bas Toben des Ge- wttters hinein: feine Stimme bebte, nackte Angst gab feinem Organ einen schrillen Klang. Dick antwortete nicht. Er starrte mit au lammen» gepreßten Lippen in bas Dickicht des Waldes. In wemgen Minuten hatte sich das helle Tageslicht in drohende Finsternis verwandelt. Aufprasfelnd fahr befafeen feine Augen eine unnatürliche Schärfe. Deutlich sah er, wie es sich hinter den Rhododen- dronbüichen regte. Ein Blitz flackerte auf. Ein nack- ter Schenkel ward sichtbar. Nasch hob Dick die Pistole und feuerte sie zweimal ab. Er hätte zum britten Mal geschossen, aber Sybfl umklammerte schluchzend seinen Arm. O bitte, bitte, schießen Sie nicht," bat sie stehend, „noch wißen wir nicht, ob wir das Recht haben, jemandem etwas zuleide zu tun.* Ihr Kopf lag an feiner Brust. Da liefe er mit einem hinhuschenden Lächeln die Waffe finken. „Litte, geben Sie mir Ihren Schlüssel , sagte er kurz zu Havelock. Er schob den Arm durch die Gitterstangen, denn das Schloß war nur von außen angebracht und stieß den Schlüße! hinein. Eine Drehung der Hand, unb bie Tür flog auf. Dick wandte sich ruhig an Sybil. „Bitte, gehen Sie jetzt voraus, ich komme gleich nach!* Mit ein paar Sätzen verschwand er im Dickicht in der Richtung feines Schusses. (Er hatte nicht wett zu gehen, do leuchtete etwas gelb im Balbgrafe auf. Er bückte sich und ent- bedte einen Zylinder, an dessen glatter Oberfläche ein Blutspritzer hasten geblieben war. Ganz konn» ^n,.l^ne Schüsse also nicht fehl gegangen fein. Der Zylinder mochte etwa vier Fuß lang fein. Er war fo schwer, bafe Dick ihn nur mit Mühe heben tonnte. An der verschlossenen Ausflußrohre saß ein Gummi schlauch. Ein paar Schritte davon entfernt fanb er einen zweiten Zylinder, der dem ersten völlig glich, nur trug dieser ein kreisrundes Eti» rett, das bei bem anderen offenbar abgefratzt war. Irofe ber Nässe, bie die Aufschrift abzuwaschen drohte, war sie noch leserlich. Dick entzifferte- „Edlorgas. Vorsicht! Gift.* Langsam richtete er sich auf Ein Erstickungsatentat mar allo geplant ge- mejen mit solchen Mengen giftigen Gases, daß nach Oeffnung auch nur eines Zylinders keiner von hnen lebend die lotengruft verlassen hätte. Dor, sichtig bog er die Zweige der nächsten Büsche aus» emanber, aber ber unheimliche Riese mar wie vom Erdboden verschluckt, feine Spuren hatte der wol. kenbrucharttge Regen bereits verwaschen. (Fortsetzung folgt) Vater braucht ihn ob dieses Entlchlusses nicht zu tabelif, man schätzt den Jahves verdien st des jungen Roger Kahn auf nicht weniger als eine Million Dollars Dem Sohn RockeseklerS aehen zwar die genialen Eigenschaften feines Vaters ab: aber er ist der Erbe ungehe er Reichtümer, und ein alteS Sprichwort sagt, daft es Jdjur.crigcr (et Geld beilammenzuhalten, als es zu erwerben. Jedenfalls unternimmt der alte John D. Rockefeller nichts, ohne feinen Sobn um Rat gefragt zu haben. Zum Theater fühlte sich auch der Sohn deS ReichSfinanzministers Köhler berufen, der zur Zeit am Mainzer Stadttheater alS Regisseur wirkt. Auch er hat, wie sein Kollege Achaz. vorher studiert unb mit einer Arbeit über den politischen Katholizismus den 'Doktorgrad erworben Der deutschen Dühnen- welt gehören ferner der Sohn des bekannten Architekten Poelzig an, der erster Held am Düsseldorfer Stadttheater ist. der Sobn Friedrich KayßlerS spielt in Stuttgart, die Tochter Front Wedekinds in Berlin, Tochter, Sohn und Schwiegersohn ThornaS Mann» hoben sich vor nicht allzu langer Zeit auf oerfdbtebenen Bühnen xm Reich als Schauspieler betätigt: In Darmstadt wirkt al- Regisseur der Sohn be$ bekannten Kriminalpsychologen Aschaffenburg: er hat übrigens schon als Student in Köln seine Eignung für die Bretter bewiesen, als er die „Kassette", eine literarische Bühne, gründete, wo auch namhafte Berliner Künstler aufgetreten sind. Der Soyn Tristan DernardS. Raymond Dernard. ist als Filmregisseur tätig; dasselbe gilt von dem Sohn Gabriele DAnnunzioS. Der Sohn Earl L a e rn m l e s , des amerikanischen Filmmagnaten ist, obwohl erst 20 Jahre alt. schon mit Erfolg alS Regisseur von Sport- filmen hervorgetreten. Der Sohn von DouglaS Fairbanks. ebenfalls Zilmschauspieler, besitzt wohl den Ramen. aber nicht die Popularität feines Vaters. Don Tolstois Äintxnm hat man nach dem endlosen Streit, der die letzten LebeixS- jahre des DichberS so freudlos machte. lange nichts mehr gehört. Dor Jahren hielt eine Tochter Dortrage über daS Leben ihres Daters. während ein Sohn Tolstois in Hollywood lebt und auch in einem nach dem Tolftoifchen Roman hergestellten Fllm „Auferstehung" zu sehen war. W. Falke. In wenigen Tagen wird sich bas Gießener Stabb Parlament mit bem städtischen Haushalts- Voranschlag für 1928/29 beschäftigen. Es ift eine wenig erfreuliche Rechnung, bie in diesem Voranschlag ben Gießener Bürgern vorgelegt wirb; ja mir möchten sogar sagen, bafe wir es feier mit dem unbefriedigendsten aller bisherigen Voranschläge zu tun haben Auf der einen Seite sehen wir an diesem Haushaltsplan, daß unsere kommunalmirtschaftliche Probuttioität auf ein sehr bescheidenes Mafe zusam- menge,cferumpft ist, wofür in ber Hauptsache die unglückselige Politik der Anleihe-Genefemiaungsstell« in Berlin unb bie genug,am bekannte Einstellung des Reichsbankpräsidenten gegenüber kommunalen Kredits,eaehren, die beide ben Kommunen das Wirken reichlich schwer machen, verantwortlich sind. Anderseits bringt ber neue Haushaltsvoranschlag eine Vermehrung der Lasten für bie Einwohner, bei der zwischen ber verringerten Produktivität unb dem Ausmaß ber neuen Inanspruchnahme von Steuern unb Gebühren keine Uebcrelnftlmmung herzustellen unb die deshalb bedenklich ist. Die Verringerung ber Doranschlags-Endsumme von 11 329 001 Mark auf 7 138 019 Mark ist bei biefer Feststellung bes Mißverhältnisses zwischen Produktivität unb Lasten- fteigerung nicht maßgebend, denn bie Senkung ber Voranschlagsziffer ist bekanntlich nur dadurch er- reicht worden, bafe diesmal in ber Vermögensrecht nung für wichtige Etatpositionen überhaupt keine, ober aber nur bebeuteno verringerte neue Beträge eingesetzt wurden, weil bie Bewilligungen vom Vorjahre noch nicht erlebigt, b. h. die damals angestrebten neuen Werte noch nicht geschaffen sind. Sehen wir uns zunächst einmal ne De r - Mögensrechnung in den einzelnen Pofi- tionen an. Weil die Im vorigen Jahre bewilligten Mittel infolge der obenerwähnten Polittk oer Wahl die Sozialdemokratie unter allen Umständen einen maßarbenden Einfluß auSüben wird. Während also Poiiicars mit feinem Einfluß auf die französische Außenpolitik eine gewaltige Kammerineyrheit und ohne Zweisel auch die Mehrheit der Ration geschlossen hinter «ich hat. wird unter allen Umständen die Linie in Deutschland gebrochen sein, bei einer Regierung der Mitte und LinkS. in der die sozialistischen Darstellungen unb Forderungen über» wiegen, und einer Opposition der Rechten. Ganz unabhängig von jedem polittschen Gesichtspunkte gesprochene das eröffnet unerfreuliche Ausblicke für die deutsche Auhenpolittk und das gerade vor den großen und verantwortungsschweren Aufgaben, die unmittelbar auf Lösung bränaen. Mit dem AuSgang der Wahlen geht Deuttchland geschwächt in die kommenden außenpolitischen Auseinandersetzungen hinein! Di« Weltlage, auf deren Hintergrund fich diese abzuspiclen haben, ist vornehinlich durch die n or d a m er i k an i s che Initiative bestimmt. Die beiden Bahnen, auf denen sie vorwärts geht, find durch die Ramen Kellogg und Gilbert bezeichnet. Auf sie wirkt ein die nunmehr immer mehr und mehr in Gang kommende amerikanische Dahlbewegung und in etwas doch sicherlich auch die neue Phase der Verwicklungen ün Fernen Osten. Geht Japan wirklich mit Energie weiter — und so. wie es seine Interessen aufsaßt, muß es daS eigentlich tun — so berührt cs die beiden Grundsätze der ch«S aewahrt wissen will. Schließlich wird doch durch vas Dorrücken des Südens und die japanische Interventton auch daS Ergebnis der Konferenz von Washington 1920 21. in der die Siegerstellung der Dereinigten Staaten weltpolitisch so stark zum Ausdruck kam. umnitlelbar berührt. Da die Kämpf« fich nach dem Rorden verschieben, wird England dadurch wenig betroffen. Andererseits ist es in der Stellungnahme zu KelloggS Vorschlag in einer schwierigen Situation. Es will und muß unter allen Umständen mit Rordamerika gute Dr ehungen halten. aber es will in dem scharfen Gegensatz Rord- amercka und Frankreich durchaus nicht schlechthin gegen Frankreich optieren. Ob 3 tafien auf der Tanaerkonserenz. die am 22. Wai in Paris zu Ende gegangen ist. Erhebliches für seine Forderungen erreicht hat, ift noch nicht bekannt Zum Kolleggschen Dorschlag hat es eine reservierte Haltung eingenommen: jedenfalls sticht es auf dem Schachbrett, daS sich darin gebildet hat, mehr beiseite und nicht in einer bestimmten Front. In Güdvsteurvpa sind und bleiben die Verhältnisse zwar schwierig, aber wir glauben nicht, daß fie irgendwie gefahrdrohend find. Jugoslawien weih schließlich. daß die italienische Einkreisungspoiltik. die jetzt mit der Türkei und auch mit Griechenland au einem Abschluß kommen will, schwerlich in absehbarer Zeit einen duvchschlagenden Erfolg erzielen kann Ungarn wird sehr bald merken, daß. so notwendig eine Revision des Friedens von Trianon ist, Lord Rothermere der letzte ist, der wirklich im Interesse eines Besiegten etwas durchsetzen will oder durchsetzen kann. Die Revision, die Revifions- debatte In bezug auf die Friedensverträge ist natürlich auch eine deutsche Forderung, und alles, was dieses Problem bei unseren Kriegsverbündeten fördert, begrüßen wir. Aber ausgerechnet die .Daily Mail", die zu den bösartigsten Kriegshetzern vor 1914 gehörte, und deren Politik ausschließlich durch Geschäfts- und Rellamerückslchten bestimmt ist, die ist kein 2und«sgenofle für eine solche Revision. pvnist einer Symphonie schon öffentlich hervor- getreten; der andere hat vor kurzem einen längeren Ausenthalt in Eambridge abgeschlossen, wo er juristische und ökonomische Studien betrieben und das gesellschaftliche, soziale und politische Leben des Inselreichs aus nächster Rähe kennen gelernt hat. Dielleicht wird sich bei chm wenigstens die Reigung zur Polittk, die seinen Da ter schon in jungen Jahren beherrschte und frühzeitig zu wichtigeen Ausgaben berief, bemerkbar machen. Don den beiden Söhnen Her- hart Hauptmanns steht der eine in mittelbarer Verbindung mit dem Lebens- und De» tättgungskreis seines genialen Vaters: er hat sich als Schöpfer moderner Theaterdekorattonen einen Ramen gemacht. Don ganz anderer Art ist der Beruf, den sich fein Bruder gewählt bat. Dieser hatte die diplomatische Laufbahn ein- geschlagen und eine Zeit lang dem Auswärtigen Dienst als Attache angehört. Im übrigen scheint unter den Söhnen der Prominenten die Reigung zu Theater und Film am stärksten wirksam zu fein. Ehedem galt eS als selbstverständlich. daß der Sohn «in«S Industriekapi- tänS. eines großen Bankiers oder eines anderen Magnaten der Wirtschaft in die Fußtapfen des Daters eintrat, dessen Lebenswerk sortsetzte und vollendet«. Richt selten ist der Zwang, einen verhaßten Beruf ergreifen zu müssen, der Anlaß zu einer Tragödie geworden. Heute, wo die Jugend bemerkenswert« Proben von Selbständigkeit und Eigenwilligleit abgelegt hat, wär« eS au verwundern, wenn sie sich nicht auch auf diesem Gebiet von der Traditton völlig emanzipiert hätte. Der Besitz des Daters, gut bezahlte Posten in Industrie und Handel, Traditton des Unternehmens locken nicht mehr: höher steht diesen jungen Menschen das Bewußtsein, aus eigenen Kräften und ohne fremde Krücken ihren Lebens- Gin Musterbeispiel dieser Art ift der Sohn deS Gvoßindustriellen Dr. D u i i b «t g , der alS Sch a uf pi« le r unter dem Künstlernamen Karl Ludwig Achaz in der Berliner Düh- nenwelt bekannt ist. Der junge DuiSberg hat viele Beruf« durchlaufen, bevor er sich den Brettern. die die Welt bedeuten, verschrieb, er hat Jurisprudenz studiert, den Doktorgrad erworben, sich als Erfinder betätigt, — eine Weltreif« gemacht und diplomattsche Dienste versehen. Auch der Weg. den Roger Kahn, der Schn des bekannte n Reuyorker Droßbankiers Otto H. Sa h n , eingeschlagen hat, verrät Unabhängigkeit und den Willen, sich ohne die alle Türen öffnende Protektion seines Daters durchzusetzen. Die Wallstreet, das Feld der Kämpf« und Siege von „Otto H." konnte ihm nichts bieten; er folgte der Reigung seines Herzens und rief eine Jazzband ins Leben, die er aus erstklassigen Kräften zusammenstellte, und mit der er in seinem eigenen Restaurant und Rachtllub aufspielt. Der I Kaufgesucht (finfamilieiv obex l< bUi 4' SimmeiNt jülGiltnitWi. tzchr. fing. u. a26l> ot dm Sieb. Sitz Haus Im fflbUtben W lftL2-3Sobnune« ä H Zimmer,""! | Garlev. bei Job« Ijlnioiliiniiu’f; Igthidn. edrfl'Liw Gebote unter । ot brn WM WM MM ' ober E'vzclltM biervov w foalft ; Tauben- : Dünger Ostasienpolitik. die die tauen und zu Rußland — di« Vorbereitung auf die international« Erörterung um den Daw« Splan. mit der nach dem Abschluß ber amerikanischen Wahtbewogung gerechnet werden farm. Daneben gehören natürlich zu den Ausgaben auch noch die wirttchastspollttschen Pro- 'rca£pcibanb- langen u>w Wird die deuttche Regierung so gebildet, wie es heute den Anschein hat. und wird in ihr die Sozialdemokratie den mafegeben- Er bückte sich und stieg vorsichtig hinab. Eine eisige Ttobcrluft schlug rfenen beklemmend entgegen. Die Stufen waren mit Moos überwachsen. Dick zählte fie. Es waren zwölf. Sie mündeten in einen kleinen gewölbten Raum, der mit einem Aöeiten Cifengittcr von leichterem Gefüge oerschloi- fen war. Der Schlüssel, der die erste Pforte geöffnet hatte, gab auch diesen Weg frei. Jenseits der zweiten Tür erstreckte sich ein enger Gang, zu besten beiden Seiten die Totenkammern lagen, zehn an jeder Seite, während die einunb- zwanzigste den Abschluß bildete. Schwere eichene türen führten in die Kammern. Die Namen der Sehläser waren in das Holz geschnitzt, doch die Flache war an manchen Stellen so verwittert, daß nichts mehr zu entziffern war. Die Hand der Zeit war über die Namen geglitten und hatte fie aus» gelöscht. 6ie, das war Sybil Lansdowns Gebet mnis , sagte der Anwalt und hielt feine Laterne ©as 8i hätte eine eleftrifdje Taschenlampe mitneh- men sollen*, sagte Havelock bedauernd. Dick hatte eine bei sich. Er hielt sie in Augen- höbe empor und liefe das Licht in das Innere des Raumes fallen. Hinter der Tür lag eine Felfenkammer, die nicht mehr als sechs Fuß im Quadrat mafe. Die Wände waren grün un dfeucht, der roh behauene Stein» baden mit einer dicken Staubschicht bedeckt. In der Mitte erhoo sich ein ungefüger Altar. Aus bem Altar stand die Urne. Merkwürdig*, sagte Dick leise. „Für eine Leiche ist die Urne zu klein, und verbrennen tiefe man sich damals noch nicht. Dlelleicht enthält sie Klein» odien?" Havelock schüttelte den Kopf. .Lord Selforb —* begann er. Er kam nicht weiter. Eine blaue Flamme durchleuchtete .pickend den Gang. Mit einem Schreckensruf umklammerte Sybil Dicks Arm. abxbtttttetxlttuni Mttvsstn. füttoji tu ötttaulen. ’^D Moser, UltübHcin lyröttii WWW 9X12 f. 1:11. 3c» iyabrlfat für ün Ion ger fltfiflntit auf- meichneik Wim Samera. roeaenWej- MltiaftiDfl prntr abAuncbtfl. e*ti: tingeboir uni.SND an ben WieIn Zuletzt Rußland! Es ift auSschlleßlrch mit dem großen Prozeß beschästtgt. der berat auch in besonkvrs großer Aufmachung am 18. Mai eingeleitet wurde Man sieht ihm schon an. daß er ein Stück Innenpolitik ift. nicht än objektives Gerichtsverfahren. Und Rußland ist drauf und dran, seine Beziehungen zu Deuttchland doch recht zu belasten. Für die nächsten Aufgaben der europäischen Außenpolitik kommt «S deshalb nicht in Frage, und weiterhin auch deshalb nicht, weil ber Kclloagsche Dorschlag nicht an es gerichtet worben ift. unb weil die AbrüstungS- unb Sicherheit-Verhandlungen in Gens in der nächsten Zeit Positives ganz gewiß nicht bringen. Auf diesem Hintergrund unb in diesem Zusammenhang sind nun die nächsten Ausgaben deutscher Außenpolitik von der neuen Regierung zu behandeln. DaS sind: Das Der- hülmiS zu Frankreich, genauer gesagt di« Spannung mit Frankreich (Besetzungsfrage, Kontrollorgane im Rheinland). — das Ab- rüstungSsia-ko ün Völkerbund unb die daran unbedingt cntftefcenbe Erörterung in chm, — das Verhältnis ui Polen (Handels- vertrag-verhandlungen, Oftlocamo). zu Li- Ein Blitz zerschnitt seine Rede. Greller als all seine Dorlaufer flammt« er über bleiche Gesichter unb erstarb in einer Esploslon, unter deren betäubender Wirkung der Boden zu wanken schien. Danach ersolgte ein Prasseln, als ob ein ganzer Stein» bruch in die Luft flöge. Grollend verebbte der Donner. „Es hat cingeschlagen*, sagte Dick ruhig. Im selben Moment kam von oben her ein lautes .Klirren, wie wenn Metall krachend zusammen» schlägt. Dick liefe Sybil los und sprang mit mächtigen Säften durch den Gang in di« Vorkammer und von dort die Treppe hinauf. Ein Blitzstrahl blendete ihn, das Krachen des Donners hemmte feinen Schritt. Dann sah er, was er befürchtet hatte. Das eiserne Gitter war zuge- ichlagen worden, und der naste Lehmboden zeigt« Eindrücke nackter Füfee von Äermenschficher i xT'fi-sE w noch zu vermissen ist. Anleihe-Denehmiaungsstelle und der ungünstigen Meinung des Reichsbankpräfidenten über die Kommunen aus dem Anleihemärkte nicht zu erlangen waren, sind die vorjährigen Bewilligungen etatrechnerisch aus den neuen Haushalt übertragen, neue Anforderungen allo nicht eingesetzt worden. Das bedeutet z. D. für das Vchulhausbauhrojekt, das ja nun in Angriff genommen werden soll, den Berbrauch der im Vorjahre schon bewilligten ersten Aale, Während jetzt eigentlich schon der zweite Teilbetrag hätte wirksam werden müssen: der Bau ist also, mit klaren Worten gesagt, um ein ganzes Jahr verspätet. Roch schlimmer sind die Verhältnisse auf dem Gebiete der Wohnungs- bau-Finanzierung und des Straßen- s. Für Die Gewährung von Baudarlehen b a u e s. Für die Gewährung von Baudarteyen an Private, Baugenossenschaften und die Stadt selbst ist der für das neue Etatjahr um rund 1 Million Mort gegenüber dem Vorjahre ae- kürzt worden. Wenn man sich in diesem Zu- sammenhonge vergegenwärtigt, dast die Stadtverwaltung erst kürzlich bekanntgab. sie nehme bis auf weiteres keine Anträge auf Bewilligung von Daudarlehen mehr an. weil die aus 1927 stammenden noch nicht vollständig erledigt seien und austerdem auch lein Geld zur Verfügung stehe, so kann man sich leicht ausmal^r. wie trübe die Aussichten für die weitere Schaffung von Wohnungsbauten im neuen Etatjahre sind. Vicht anders ist es um den Straßenbau bestellt. Von der im Vorjahre bewilligten 1 Million Mark sind nach einer Anmerkung im neuen Haushaltsplan nur 140 000 MI. ausgegeben worden, der Best in Höhe von 860 000 Mk. wrrd auf 1928 übertragen Aun ist aber im Vorjahre im Straßenbau nichts anderes geschehen als einige bescheidene Veubefestigungen und wenige Flickarbeiten, von einem großzügigen Reubau von Straßen, der Gelände aufbereifen würde für Wohnungsbauten usw. dagegen keine Spur. Unb in diesem Jahre verspricht der Gang der Dinge genau wie im Vorjahre zu werden. Wir stehen an der Schwelle des Sommers: schon langst hätte mit einem umfassenden Straßenbau eingesetzt werden können, wenn — ja wenn die Finanznot nicht wäre. Bis zum Juli sollen überdies, wie wir zuverlässig zu wissen glauben, nur Flickarbeiten an einigen Straßen vorgenommen werden, ilnb was kann dann noch getan werden in den paar Sommer- und Herbstmonaten dieses Jahres? Wir fürchten sehr, daß auch in diesem Jahre wieder nur wenig, oder überhaupt nichts Großzügiges im Straßenbau zustande kommt, weil eben bie finanziellen Vor- veoinaungen nicht gegeben fein werben. Demgegenüber sehe man sich den Zustand zahlreicher Straßen an; Straßenzüge, die schon längst eme zeitgemäße Pflasterung verdient hätten, liegen heute noch mit chauffierter Decke, teils auch mit solcher Bürgersteigherrichtung da: andere sind zwar gepflastert, aber doch in einem Zustande, der die durchgreifend befsernde Hand des Baumeisters erheischt. Jedoch in beiden Fällen wird man sich voraussichtlich noch auf längere Zeit mit dem unbefriedigenden Stand von heute ab- sinden müssen. Für die Erbauung eines Äutzviehhofes ist zwar die erste Rate m Höhe von 400 000 Mk. im Haushaltsvoranschlag vorgesehen, ob sie aber beschafft und damit der Bau dieser dringend notwendigen Einrichtung begonnen werden kann, ist heute noch eine andere Frage; einstweilen sieht auch hier alles nach Stillstand aus. Völlig vergeblich sucht man int Voranschlag nach einem Posten, der eine Erweiterung unserer Straßenbahn an- Arndigte, um dadurch insbesondere daS Klirnkvicrtel mit dem dringend notwendigen Verkehrsmittel zu ferfeben und weiter zu einer Strahenvervinbung mit Klein-Linden zu gelangen. Eine Pendel- Ui nie der Elektrischen zwischen Klein- Linden und dem Bahnübergang in der Frankfurter Straße würde zweifellos die einfachste Lösung des schon seit Jahren bestehenden Verkehrsproblems zwischen dem Kern der Stadt und dem in erfreulicher baulicher Aufwärtsentwicklung besindlichen Südviertel samt Klein-Linden fein. Außerdem würde uns diese Linie auch einen gewissen Ersatz bieten für die kommunalwirtschaftlichen Möglichkeiten, die uns durch die unzweckmäßige Dehairdlung des Straßenbahnproolems Gießen — Wieseck einstweilen entgangen sind, anderseits würden durch die Schaffung einer solchen Verbindung aber auch sehr bedeutsame Interessen unserer Vorort- gemeinde im Süden eine starke Förderung erfahren. Recht wünschenswert Ware auch ein Ausbau der Straßenbahn bis zum Flughafen, dessen Gaststätte so lebhast besucht wird, daß sicherlich eine ansehnliche Frequenz für die Elektrische gegeben wäre. Diese beiden Hinweise mögen als bescheidene Beispiele dafür angesehen werden, was alles in dieser Vermögensrechnung des neuen Haushaltsplanes In der Gesamtheit bewertet muh man leider die Feststellung machen, daß die Vermögens- rechnung deS städtischen HauShaltS für 1928,29 zu erheblichen Beanstandungen begründeten Anlaß gibt. Das ist kein Vorwurf gegen die Verwaltung, die — abgesehen allerdings von den beiden erwähnten Strahenbahnprojekteit. bei denen bisher eine Initiative zu vermissen war — mit ihren Bemühungen zur Anleihebeschafsung bisher in der Hauptsache an den Hemmungen von mächtigerer Seite her gescheitert ist. Wir fönnen zu diesem Teil des Voranschlags nur den Wunsch aussprechen, daß uns das nächste Jahr bessere Arbeit-- und Entwicklungsmöglichkeitan bringen möge, als wir sie heute in der Hand haben. Erweitertes Veztrksschöffengericht Gießen. Der Kaufmann WilU Noll von Gießen und vier Genossen hatten sich wegen Betrugs und 'Bei* Hilfe dazu zu verantworten. D. Noll, der zur Zeit eine e träfe wegen schwerer Körperverletzung verbüßt, wurde aus der Strafhaft vorgeführt, die Angeklagten Georg Noll und Lorenz Weber waren mehrere Atonale in Untersuchungshaft. Ein Angeklagter, der jetzt In Schweidnitz wohnt, war vom Erscheinen entbunden. Die Derhandlung nahm mit einer ausgedehnten Vernehmung der Äitgeklaaten und Zeugen und mit der Verlesung der Protokolle der Aussagen zahl- reicher kommissarisch vernommener Zeugen drei Tage in Anspruch. D. Noll, der in der Inflationszeit hier eine Goldankaufsstelle betrieb, wandte sich 1924 der Textilbranche zu. 1926 mußte er den Offenbarungseid leisten Er verband sich dann mit feinem Neffen 0. Noll, dem C. Weber uttb dem flüchtigen Walter Stern von Wteseck zum gc- nwinfamen Geschäftsbetrieb, der auf einen u m fangreichen Kreditschwindel zum Nach teil der Lieferfirmen hinauslief. Noll, Stern und Weber erteilten s i ch gegenseitig ausgezeichnete Referenzen und bestellten daraufhin allerorten Textilienmuster und Waren, die ihnen auch prompt' geliefert wurden. Die Bestell- schreiben enthielten hochtrabende Angaben über Bank- und Postscheckkonten, Telephonnummern, en gros-Bertauf u. dgl. Zn Wirklichkeit verfügte das Konsortium über keinerlei Betriebsmittel. Die eingehenden Waren wurden versilbert und der Erlös verbraucht, zum Teil wurden die Waren auch unmittelbar zur Zahlung dringender Sachschulden verwandt. Die Lieferanten, über 50 an der Zahl, hatten das Nachsehen. Die Derhandlung ergab, daß die Hauptschuld den W. Noll trifft. Straferschwerend wirkten bei diesem auch seine ganz erheblichen Dorstrafen. Er wurde wegen fortgefetzten Betrugs zu 2 Jahren 0« - f a n g n i s verurteilt, auch wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre aberkannt. 0. Noll erhielt 8 Monate, L. Weber 1 Jahr 0 e - fangnis, sämtlichen Verurteilten wurde die er littene Untersuchungshaft angerechnet. Die weiteren Angeklagten wurden trotz starken Verdachts der Be- teligung freigesprochen, da die Beweise gegen sie nicht ausreichten. Während der Urteilsverkündung mußte W. Noll, der sich schon vorher wiederholt sehr aufgeregt be- nomen hatte, wegen Ungebühr aus dem oaale entfernt werden. Er machte daraus einen Fluchtversuch, wurde aber sofort wieder f e ft genommen. Oberhrffen. umkreis wichen. § Daub ringen, 25. Mai. Während in den Jahren der Rachkriegszeit fünf, sechs und mehr Wohnhäuser hier erachtet worden sind, stockt in diesem Jahre die Neubautätigkeit vollständig. Bis jetzt sind nur einige wenige Erweiterungs- und Ergänzungsbauten getätigt worden. Sie ungewöhlich starke Einschränkung der Bautätigkeit hat vor allem ihren Grund in der Herabsetzung und Sperrung der staatlich verbilligten Daudarlehen, ebenso in der Schwierigkeit der Geldbeschaffung und der im Preise gestiegenen Löhne und Baumaterialien. — Gestern nachmittag wurde das Heugras, der Gemeinde gehörig, und in der Hauptsache zu beiden Seiten der Lumda gelegen, verst tigert. Je nach Qualität bewegten sich die Preise in mittlerer Höhe Ebenso sand auch die Heugrasversteigerung an den Böschungen der Provinzialstraßen durch die Provinz statt. Die durchschnittlichen Preise können auch hier als angemessen angesprochen werden. D Großen-Linden, 25. Mai. Wie weit die 11 c r ro a b r l o f u n g mancher jugendlicher Personen fodgefdjritten ist, beweist nachstehender Fall. Ein Illjähriger junger Mann von hier besuchte gestern im benachbarten Klein-Linden das Geschäft des Kaufmanns Friedrich Schimmel und kaufte sich dort Zuckersteine und Zigaretten. Dann bat er den ihn bedienenden 13jährigen Sohn des Geschäftsinhabers um ein Glas Wasier. Der Sohn begab sich ahnungslos in den Hof, um das Wasser zu holen. Während dieser Zeit plünderte der im Laden zurückgebliebene junge Mann die Tageskasse und verließ dann das Geschäft. Einen Teil seiner Beute händigte er seinen auf der Straße wartenden Kameraden aus. Schon kurze Zeit später wurde von dem Geschäftsinhaber der Diebstahl bemerkt, der die Sache der Polizei mit« teilte. Diese verhaftete heute Morgen den jungen Menschen und führte ihn in das Untersuchungsgefängnis nach Gießen über. Dort hat er nun Zeit, über seinen jugendlichen Leichtsinn nachzudenken. -A- Großen-Linden, 25. Mai. Trotz des kalten Wetters zeigt der Saaten st and in unserer Gemarkung ein sehr befriedigendes Bild. Die Winterfrucht hat sich überall gut herausgetan, insbesondere ist dies auch vom Weizen zu berichten, der in diesem Jahre eine selten gute Ernte verspricht, so daß die geringen Auswinte- rungsschäden kaum ins Gewicht fallen. Auch die Sommersaaten haben einen sehr schönen, einheitlichen Stand auszuweisen, jedoch treten in diesen die Disteln sehr stark auf. Mit dem ersten Schnitt des Klees wurde in diesen Tagen begonnen. jr- Aus hem Horlofftal, 25. Mai. Das Fruchtfeld zeigt einen prächtigenStand. Sommer- und Winterfrucht versprechen eine gute Ernte. Der Roggen ist jetzt in die Aehre geschossen. Die kühle Witterung der letzten Wochen hat den Halm besonders gekräftigt, so daß die Gefahr der Lagerung nicht zu erwarten steht. Beim Winterweizen zeigen sich wieder, wie por zwei Jahren, die Anfänge des Rostes, bedingt durch das feuchtkühle Maiwetter. Für Gerste und Hafer ist die seitherige Witterung besonders günstig gewesen, die Bestockung erfolgte so gleichmäßig, daß fast keine Fehlplähe sichtbar sind. Die Kartoffeln sind eben im Auslaufen begriffen. Die Gleichmäßigkeit deS Standes ist eine Folge des fast allgemein durchgeführten Saatgutwechsels. Vielfach hört man Klagen über Schäden an den Saaten der Dickwurz und Zuckerrüben. Schon leit Jahren haust die Larve deS schwarzen AaSt'äfers, landläufig , Dickwurzwurm" genannt, an den ausgehenden Rübenpflanzen, indem manchmal ganze Aecker kahl gefressen werden, so daß eine vollständige Reubestellung nötig wird — Die Rachfrage nach vorjährigem Heu hat sich in den letzten Wochen trotz der günstigen Aussichten der heutigen Ernte gesteigert. Damit sind die Preiie von 2.20 Mark auf 3 Mark gestiegen. Für Stroh besteht fein Absatz, der Preis beträgt etwa eine Mark. Die Preise für Fettschweine scheinen nun ihren tiefsten Stand überwunden zu haben. Während noch zu Beginn dieses MonatS tast keinerlei Absatzmöglichkeit bestand und Preise von 42 bis 45 Pfennig je Pfund Lebendgewicht geboten wurden, sind die Preise jetzt aus 54 Pfennig gestiegen. Damit sind auch die Fertelpreise schon etwas angezogen. 'Trete Friedberg Butzbach. 25. Mai. Der Hassia « Bezirk Butzbach-Bad-Rauheim hielt feinen ersten diesjährigen Bezirkstag unter dem Vorsitz deS BezirkSvorftehers. Strafanstaltsdirek- tor Stumpf (Butzbach, in Oder-Hörgern ab. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Kamerad Helme», und der Gesangverein Oknr-Hörgcrn entboten den vollzählig erschienenen Delegierten herzlichen Will komme ns grüß. Ehrend gedachte die Versammlung des verstorbenen Lehrers Rahn (Kirch-GönS). der lange Jahr« das Schriftführer- ernt im Bezirk bekleidet hat Die Mitgliederzahl । des Bezirks ist im vergangenen Jahr um 70 gediegen. Eine rege Fursorgetötigkeit für die .^rieq^btn icrblkbcnen und Kriegsopfer entfaltete Beztrlsobmanii Ä Ice. Das Bezirks- kriegerfest biete* Jahres erhält der Kriegerverein Lang-Söns. Die Feier des 50jährigen Bestehens b?geben im Lause des Sommers die Vereine zu Bad-Rauheim und H o ch - Weisel. Die langjährigen Vorstandsmitglieder des KriegervcreinS G r ü n i n g e n erhielten Hafsia-Shrenta'eln. Der nächste Bezirkstag, der auch über das Dezirkspreisschießen zu beschließen hat. findet in Rieder-Weisel statt. Strcte Büdingen. * Hirzenhain, 25. Mai. Die Eisenwerke Hirzenhain, Hugo Buderus G.m.b.H., haben die bei der früheren W e r k s p a r k a s s e angelegten Papierrnarkdeträge nach Umrechnung in Goldmark mat 5 5 Prozent aufgewertet. DieAuszahlung der aufgewerteten Be träge ist erfolgt. Es handelt sich hier um eine soziale Maßnahme, die von den Arbeitern und Angestellten mit Freuden begrüßt worden ist. Kreis Schotten □ Laubach, 25. Mai. In der Sitzung des Gemeinderats. die gestern abend abgehalten wurde, wurden zunächst die neuen Gemeinderatsmitglieder Lehre, Weil und Obersekretär Hamburger durch Bürgermeister Böhm eingeführt. Lehrer Weil rückt an Stelle von Gemeinderat P i tz (zum Beigeordneten gewählt), Obersekretär Hamburger an Stelle von Kammerdirektor Birnbaum (nach Birstein berufen). Sodann wurden die Freistellen an der Realschule, fünf an der Zahl, genehmigt. Die Bauzeit der Badeanstalt wurde auf dic Jahre 1928 und 1929 festgesetzt. Weiter wurde der Pacht - v er trag mit Landwirt Ludwig Gräf genehmigt. Das Gesuch des Landwirts G. P u i f f a n t (eines gefangenen Franzosen, der sich hierher verheiratet hat) um Einbürgerung wurde befürwortet. Auf eine Eingabe Der Laubacher Vereine um Herabsetzung der Vergnügungs- steuer wurde beschlossen, eine Pauschalsumme non 5 Mark für gewöhnliche Vergnügungen zu erheben. Weiter wurde das WassergeId neu geregelt. Schließlich wurde ein Ehrenpreis für das 30jährige Jubiläumsschießen des Gau-Schützenverbandes, das vom 15. bis 17. Juli d. I. in Laubach abgehalten wird, in Höhe von 50 Mark bewilligt. — Wie wir bereits melde- ten, wird das Ehrenmal für die Gefallenen des Wettkrieges, eine Schöpfung des Bildhauers Arnold aus Beuern, nicht am zweiten, sondern am ersten Pfingstfeiertag enthüllt werden. Dekan Volp hat die Weiherede übernommen. Bei der Feier werden der hiesige M u s i k v e r - ein, die beiden Gesangvereine („Eintracht" und „Harmonie") und ein S ch ü l e r ch o r der Laubacher Schulen mitwirken. r. Groß-Eichen, 25. Mai. Das vor etwa zwei Jahren seitens der Freiherrlich Riedeselschen Revie- Verwaltung Ober-Ohmen den hiesigen Landhungrig e n zur Verfügung gestellte Siedlungsland liegt zu einem guten Teile n p ch u n b e b a u t da. Es erweckt den Anschein, als ob seitens dieser Landbewerber kein großes Interesse mehr bestehe. Nach alledem ist es schade, daß dieser noch nicht schlagretfe Wald abgeholzt wurde, um nun teilweise wüst zu liegen. V Gedern, 25. Mai. Zu dem berichteten Unglück- fall auf dem PrämiierungSmarkt ist noch zu melden, daß es den Bemühungen des Gendarmeriemeistcrs Kuhn -Gedern gelungen ist. den Tatbestand einwandfrei festzustellen. Es liegt Fahrlässigkeit seitens des Schi eß - budenbesitzers vor. Das Befinden des schwerverletzten Burschen ist immer noch sehr be- derckttch. Kreis Alsfeld. v* Alsfeld, 25. Mai. Die hiesige Freiwillige Feuerwehr veranstaltete dieser Tage unter Leitung ihres Branddirektors K n i e r i m ihre diesjährige Hauptübung. Im Anschluß daran hielt die Feuerwehr ihre ordentliche Mitgliederversammlung ab. Zu Beginn derselben gedachte Der Vorsitzende des Ablebens des rührigen, zweiten Adjutanten, des Stadtbaumeisters E g n e r, in ehrenden Worten. Aus dem Jahresbericht ging hervor, daß im abgelaufenen Jahr die Wehr eine erfreuliche Entwicklung genommen hat. Sie besteht zur Zeit aus 170 Mann. Die neue Motorspritze wurde im vergangenen Jahre fünfmal nach außen angefordert zur Brandhilfe. Das Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit in der Feuerwehr erhielten Branddirektor K n i e r i m und der zweite Kommandant Ferdinand P l a n z. Bei der darauf vorgenommenen Neuwahl des Kommandos und des Berwaltungsrates wurden die seitherigen Mitglieder wiedergewählt. Für den verstorbenen zweiten Adjutanten E g n e r wurde der neue Stadtbaumeister, Architekt Maurer, einstimmig gewählt. Zum Schlüsse wurden die Vorbereitungen für den am 9. und 10. Juni in Alsfeld statt findenden Pro - vinzial-Feuerwehrtag eingehend besprochen, der nach den oorlieaenben Anmeldungen eine sehr gute Beteiligung erfahren wird. Es find bereits über taufend Feuerwehrleute angemeldet. Mit dieser Tagung verbindet die hiesige Feuerwehr zugleich die Feier ihres 75jährigenBesteyens. Der Vorsitzende sprach zum Schlüsse die Erwartung aus, daß die aefamte Bürgerschaft der Stadt Alsfeld der Veranstaltung reges Interesse entgegenbringen werde im Hinblick auf den überparteilichen, gemeinnützigen Charakter der Feuerwehr. □ Ober-Ofleiden, 25. Mai. Am drittem Pfingstfeiertag wird am hiesigen Pfarrhause eine Gedenktafel zu Ehren der Professoren Friedrich Gottlieb Welcker, des berühmten Altertumsforschers (1784—1868), und Karl Theodor Welcker. seines Bruders, eines hervorragenden Politikers und Rechts- aelehrten (1790—1869) feierlich enthüllt werden. Beide Brüder verbrachten hier ihre Jugendzeit. Sic waren Söhne des am 16. März 1756 in Udenhausen bei Lauterbach geborenen Heinrich Friedrich Philipp Christoph Welcker, der 1786 big 1826 als Pfarrer in Ober-Ofleiden wirkte. Die Gedenktafel ist gestiftet vom O b e r h e s s i - schen Geschichtsverein und vom Verein der Freunde des humanistischen G v m n a f i u m s. An die Enthüllungsfeier schließt sich die Abhaltung des FamilientageS der Familie Welcker an. (=) Groß-Felda, 25. Mai. Im großen So al der Gastwirtschaft von Friedrich Figge wurde di« Generalversammlung des hiesigen Spar- und Darlehnsoereins abgehalten. In diesem Jahre stand die Generalversammlung unter einem besonderen Zeichen, da der Verein sein dreißigjähriges Bestehen feierte, lieber 200 Wit- «lieber waren erschienen. Direktor Hch. 6 ch n eider eunllkommte und begrüßte betonber» Den Der« bandsrcoisor Dottendorf (Lauterbach» und Di reftor Hahnemann von der Landes-Geiwsien- schaftsdank. Aus der Jahresrechnung war zu erleben. doß Ne Kaste auch im oemoffenen Jahre wieder sehr gut abgeschlossen hat- Die ausscheidenden Dorstandsmitglteder wurden einstimmig wie- der gewählt. Dem geschäftlichen Teil schloß sich eine sinnvolle Jubiläumsfeier an. Direktor Heinrich Schneider hielt die Festrede, Herr D a 11 e n • dorf überreichte in feierlicher Weise an die einstigen Mitbegründer der Kaste Ehrendiplome Starkenburg. WSR. Darmstadt 25 Mai. Im Beisein feiner Frau und seines Kindes hantierte gestern der 24jührige Monteur Lautenschlöger mit einem geladenen Walzenrevolver. Als er im Scherz den Revolver an die Schläfe hielt, um feine Frau zu ängstigen, ging auch schon em Schuß l o s und traf Lautcnschlätzer in den Kops, so daß der sosortige Tod etnlrat. Preußen. Kreis Biedenkopf. XX Crumbach. 25. Mai. Aus dem Verbandstag der Fleischbeschauer und T»tchinen- schauer-Vereine drs Regierungsbezirks Wiesbaden zu Biedenkopf wurden Reeb (Raunheim). Räuber (WaldgirmeS) und Herrmann (Crumbach), dis feit Bestehen der Verordnung (25 Jahre) die Fleischbeschau und Trichinenschau ausüben, durch Heberreitfmng einer silbernen Radel und eines Diploms ausgezeichnet. Maingau. WSR. Frankfurt a. M, 25.Mai. Der Kassenbvte einer hiesigen Firma sollte heute mittag bei einer hiesigen Großbank 1 2 000 Mark einzahlcn. Gr trug das Geld in einer Aktentasche bei sich. In dem Echalterraum der Bank legte er dic Tasche mit dem Delde am Schalter nieder und begab sich zu einem Schreibtisch, um das Einzahlungsformular ans- zusüllen Diesen Augenolick benutzte eine bis jetzt noch nicht ermittelte Person, die Tasche an sich zu nehmen und zu verschwinden. Die sofort eingeleiteten Ermittlungen der Ärimi» nalvolizei haben bis jetzt zu keinem Ergebnis geführt. Gebote für pfingstwanderer In voller Blüte prangt Natur, Ihr Menschen, folget ihrer Spur. Greift frohgemut zum Wanderftab, Doch brecht ja keine Blüten ab! Wie steht der grüne Wald so stolz, Wie regt cs sich in jedem Holz! Freu' dich, o Mensch, der Regsamkeit, Reitz nicht entzwei das grüne kleid! Allüberall es jubiliert: Singuöfllein schluchzt und tiriliert, Sina auch, wen» dir Gesang beschieden. Doch Lärm und Gröhlen sei oermteben! Waldboden nähret Moos und Gras, Kein Boden ist's für Flaschenglas, Papier und Eierscyalenrest, Man liegen nicht im Walde läßt' In voller Blüte prangt Natur, Ihr Menschen, folget ihrer Spur, Die euch die rechten Wege weist Und euch als Menschen handeln heißt. Regulierung der Nidda. Zur Zett kommt ein Gesamtprojett der Regulierung von Nidda und Nldder in den Kreisen Friedberg und Büdingen und dem angrenzenden preußischen Gebiet — gemeinsam mit den vreußischen Behörden — zur Ausführung. Es umfaßt fünf Abschnitte, nämlich: a) Kreis Friedberg: 1. Nidda von, Schar- mühlenwehr bis Gemarkungsgrenze Nieder-Wöll- stadt-Jlbenftadt: 2. Nidda oom Scharmühlenwehr bis Bonames, gemeinsam mit Preußen: 3. Nidder von der Mündung bis Windecken, gemeinsam mH Preußen: 4. Nidder in der Gemarkung Helden- bergen. d)KreisBüdingen:5. Nidder von der Landesgrenze bei Höchst bis Wehr bei Lindheim. Von diesem Gesamtprojekt sind Teilabschnitte ausgeführt in den Gemarkungen Klein-Karben, Vilbel und Büdesheim. Völlig ausgeführt sind die Projekte zu 4 und 5. Zur Fertigstellung des Gesamtprojektes mit 1 223 000 Reichsmark Kosten bleiben noch 537 000 Reichsmark miszuwenden. An den Aufwendungen sind beteiligt die Gemeinden Höchst, Oberau, Alten- Habt mit Engelthal, Lindheim, Hainchen, Büdesheim, Hcldenbergen, Vilbel, Massenheim, Harheim und Klein-Karben: außerdem ist zu den Kosten die Freih. Heyl zu Hcrrnsheimsche Gutsverwattung her- anauziehen. Die angeführten Teilprojekte wurden, wie folgt, finanziert: 30 v. H. der Bausumme wurden durch einen Zuschuß aus Mitteln der Arbcttslosenfürsorgc als Grundförderung gedeckt ', 20 v. H. wurden auf dem freien Geldmarkt aufgebracht: 50 v H beträgt die als Darlehn gegebene verstärkte Förderung aus Reichs- und Landesmitteln. Die letztere Summe beläuft sich aus rund 304 000 Reichsmark, die mit 4 d i). zu verzinsen und, unter Einschaltung von zwei Frei- jähren, innerhalb 15 Jahren zu tilgen ist Bei gleicher Finanzierung muß ein weiteres Darlehen aus Mitteln der werstchaffenden Arbeitslosenfürsorge lverstärkte Forderung) in Hohe von rund 270 000 Reichsmark in Anspruch genommen werden. Die Durchführung des Gefarntprojektes ist notwendig und nicht aufschiebbar. Nidda und Nidder bringen ihre Wasser beträchtlich ichneller zu Tal rote in früheren Jahren, weil am Oberlauf liegende Öemembcn Teilstrecken der Bachläufe reguliert haben. Tritt Hochwasser ein, so können die in den Niederungen angekoinmenen Dastermassen in den gewundenen und nicht hinreichend tiefen Dachbetten wegen des geringeren Gefälles nicht mit gleicher Schnelligkeit weiterfließen, sie treten über die Ufer und oerurjachen außergewöhnlich große, Monate bmicrnbe Ueberschwernrnungen. Die Bersumofung weiter Flächen wertvollsten Acker- und Wikfenge- iändes ist die unausbleibliche Folge. Nach eingehender Prüfung schlägt die hessische Regierung vor, den Gemeinden und auch der Freiherr« sich Henl zu Herrnsheimschen Dutsverwaltung den Landesanteil an den Darlehen gemäß Antrag aus Mitteln der wertschafsenden Arbeitslosenfürsorge unter Einschaltung der üblichen zwei Freijahre auf 15 Jahre gegen eine Verzinsung von 4 Prozent p. a. zu stunden. Berliner Börse. Berlin, 26. Mai. Dic Effekten- und Produkten« börfe hat heute geschlossen. eSQtS ’ W den trat. hn *Ä ;aer,it Dai. De, hllit ttui« ™ 12 000 1» Selb in tu einem rniuldt au-, lc eine bi» He Laiche 4 Kunden, der Ärimi, m Gtgtbntt fernen Zeichnet. bäudes und bei nigung kann do ; m Cßaugrunbftüd en der Aachbai- srechenden Ws ÄcrchbargcbZude rüdgeffellren 9e jUftdlm und eia* nigung beftimmt. n Debäude lind ihrer 6inbedung e^nden Gebäude )m Inkrafttreten und Konstruktion er voWndigcni versehen. 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Mai 1928 B367D Statt Karten! Wa Günther Adolf Thielmann Verlobte Gießen (Marktplatz 8), Pfingsten 1928 04062 Statt Karten! Marie Hahn Wilhelm Waldschmidt Verlobte Leihgestern, Pfingsten 1928 04071 Wilhelm Gießler und Frau Anni geb. Bopf Vermählte Gießen, Aulweg 110 Trauung: 1. pfingstfeiertag, 14 Uhr Tohannesklrcke Pfingsten 1928 Gießen Aulweg 110 Paula Bopf Willy Krause Verlobte Sollenhaln (Schlesien) 0405! Allen, die aus Anlaß des uns am Himmelfahrtstage betroffenen Autobusunglücks mit uns und all den Leidtragenden fühlten und ihre Teilnahme bekundeten, sei auf diesem Wege herzlichst gedankt Ganz besonders sprechen wir all den bekannten und unbe- - kannten Helfern für ihre Hilfeleistungen zur Rettung “*1 der Verletzten unseren verbindlichsten Dank aus. Vorstand 5305 D _______________________________________________________________ Gemeindeverband Wleseck-Alten-Bdseck OieVerlobung unsererTochter Elisabeth mit Herrn Lehrer Ernst Hinkel beehren wir uns anzuzeigen Pfarrer Schultheis unb Frau Großen-Linden, Pfingsten 1928 Elisabeth Schultheis Ernst Hinkel Lehrer Verlobte 5260V --------------------------------------------------------------------------------1 Cafe Ernst Ludwig Heute abend und 2. Feiertag, abends 8 Uhr TANZ 4900D CAFE ASTORIA während der Pfingstfeiertage verstärktes Orchester 2. Pfingstfeiertag Tanz-Abend 04084 und sich sicher auch ein nettes und gemütliches Heim schaffen, das die Grundlage für Glück und Zufriedenheit bildet. Große Auswahl, sachgemäße Beratung und beste Qualitäten finden Sie bei mir. Kein Kaufzwang. Unverbindlicher Besuch erbeten. Fernruf 958 Walltorstr. 37 EmSt RSU Bel Barzahlung 10 Prozent Rabatt! 8ung! 8ung! Wieseck Am 2. Feiertag gutbesetzte Tanzmuslk-""Saaleinwelhung im „Kühlen Grund". 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Hegt daran. daß bet der Größe der Kuktrol Panel die Zahlung der Stimmen viel langer dauerte, al* bet den gewöhnlichen Abgeordneten. Ich. der nie DIÄt verordnete. weU ile gegen Hühneraugen nicht* nützt. bekomme non DtSlen I Idi werde »dort beantragen, einen Unlersudiung*au**diufc zu bilden, rur Ertorichung der Frage, ob da* Verhalten Hermann* de* Oeruiker» in der Schlacht ün Teutoburgerwalde *u billigen oder ru mißbilligen Ut und bekomme al* Mitglied dle*e* Au»*diu**e* und vieler anderer Au**e' lichst schattiS st«n Aussich Schon nach erfchlasste 6f; tat Sinlluh i Höhenlage uns schcn 3)0-60 ausgedehnter holcheltand d f«cn Derglatz wuchs hiMM zur lörpertie gegeben. Ün tzommersrisch peratur geni liier und g nur an die Äette. Sauei Segen Sie Jm Kucha St; Kur bl ünVoge|sbl Schi 'Bitten in ft Fernruf: Sei b T lOuri*. nr. 125 Drittes Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger sür Vderhesfen) Samstag, 26. Mai (928 Wandern und Reisen • Bäder und Sommerfrischen. Oie Eifel als Wandergebiet. Don Michael Zender, Bonn. Wit der in der HeuACtt so urwüchsig anheben- den Relle- und Wanderlust bei jung und alt hat die Erschließung de« Sifellande« gerade zur rechten Zeit sich eingestellt. Mehr und mehr dringt der Strom der Wanderlustigen und ®r- hokungs bedürftigen auch in die ehedem so stillen Täler und Höhen de« SiselaebirgeS hinein. Rach Lage und Beschaffenheit ist diese« landschaftlich so reizvolle Dcrgland ein Wander- und Touristengebiet ersten Range«. Ein dichtbevöllerter Kranz t>on Srwerbsstätten um Köln. Düren und Rachen, am Riederrhein und an der Ruhr, in Belchen und Lurcmburg an Rhein. Mosel uud Saar schmiegt sich unmittelbar oder in nicht allzugroster Entfernung dem frischen Waldes- zauber der Siselhöhen an. die die hastenden Menschenkinder da unten mit tausend Reizen zur Erholung und Stärkung einladen. Don allen Seiten ist di« Eifel heutzutage leicht zu erreichen: eine Reihe von Läng«- und Querbahnen führt bequem hinein zu allen Giselteilen. von wo man auch selne Wanderung beginnen mag. oder sich zur Erholung niederlassen will. Der Eifelverein hat die Belebung und Förderung der Tourifti! stets al« sein erste« RrbeitSziel betrachtet und ist heute noch ständig tätig für bi« Anlage und die Unterhaltung und gute Bezeichnung von zusammenhängenden, die ganze Eisel durchquerenden Hohenwegen. di« den Wanderer auf möglichst schattigen, bequemen Pfaden an den schönsten Aussichtspunkten vorübergeleiten. Schon nach kurzfristiger Wanderung merkt der erschlaffte Stadtmensch den erfrischenden, stählenden Sinflutz der Sisellust. Da die DurchschnittS- höhenlage untere« trefflichen Wandergebie'e« zwischen 300—600 Mir sich bewegt und infolge ausgedehnter Aufforstung ein kräftigender Radel- bolzhestand die Höhen krönt, dem sich in besseren Berglagen stattlicher Buchen- oder Eichen» wuch« hinzugesellt, so sind hier all« Bedingungen zur körperlichen Ausfrischung de« Wanderers gegeben. Und auch dem. der diese Dorzüge al« Sommerfrischler oder Kurgast in gemilderter Temperatur geniesten will, bieten die herrlichen Fluß- täler und geschützten Talebenen — man denke nur an di« vielbesuchten Täler der Ahr. Ktzll, Rette. Sauer. Ur oder Rur. an weltbekannte Kur- und Badeorte wie Reuenahr. Bertrich u. a. — in reichstem Mähe da«, was khm zusagt. Don besonderer Bedeutung für ein Wander- gebiet ist auch bi« Frage nach Unterkunft unb Derpflcgung. Don jeher genost bi« Gastfreundlichkeit unb da« schlichtherzliche Entgegenkommen der Siselbewobner einen guten Rus Rasch unb erfolgreich Haven sie sich dem gesteigerten Der- kehr angepastt. so dah der Wandergast allerortS ein recht solide« Unterkommen bei reichlicher, schmackhafter Beköstigung findet. Manche Gasthöfe der gröberen Eifelorte und Sommerfrischen vermögen selbst den verwöhntesten Ansprüchen vollauf zu genügen. Eine Reibe von heimischen. stet« srischen Raturprvdukten ziert stets den Eifeltisch, wa« zumeist den Groststädter so angenehm berührt? der deftige, im Rauchsang ge- räucherte Eiselschinken. das kräftige Eifelbrot mit heimischer Dutter, die dort bereitet wird in vorzüglichen Molkereien, schmackhaften Forellen au« dem nahen Eifelbächlein, reiner, würziger Eifelhonig aus den zahlreichen Bienenständen. Eier- und Steinpilze aus dem Eifelwalde, erfrischende« Mineralwasser au« den stärkenden Quellen von Gerolstein und Birresborn, von Daun und Tön- nisstein. Und wer in« Ahrtal wandert, der kann sich da« kräftige Mahl noch befeuchten mit feurigem Rotwein, der aus heimischer Bergwand heranreist. Auch abseits von den Wanderstrecken. selbst im entlegensten Eifeldorfe. ist der Wanderer noch recht wohl aufgehoben bei freundlicher Aufwartung und kräftiger Hausmannskost. Drum frisch auf. liebe Wandersleute, mit dem Wanderstab in die Eisel Hineins Wanderfahrten. Lollar — Wistmarbachtal — Waldhau« — Salz- bödetal — Fronhausen. Beim Bahnhof Lollar durchschreiten wir die linke Unterführung unb folgen den schwarzen Strichen, die uns am Bahnkörper entlang Über die Lumdabrücke unb hierauf bi« Eisenbahn- brücke über bie Lahn, durch einen lleinen Teil von Wißmar nach dem lieblichen, vielgewunbenen Wißmarbachtal sühren. Rach zweistündiger Wanderung erreichen wir das gastliche Forsthaus WaldhauS. Der Weitermarsch (gelber Punkt) >ührl durch den Buchenbühl zu dem prächtigen Ausblick nach dem Derstal unb ben Gladenbacher Bergen. Dem Wegezeichen folgend Überschreiten wir zunächst einen Wiesengrund, den sogenannten Sauwasen, hieraus ein Hochplateau mit wiederum hübschen Blicken aus die Marburger Gegend. Bei der gastlichen, idyllisch im Salzbödetal gelegenen Schmelz endigt die Markierung. Sin gute« Teil der Salzböde auf schmalem Pfad auswärts gehend, verlasfen wir bet der SteinfurtSmühle da« schöne Tal, wenden un« recht«, um. nochmal« eine aussichtsreich« Höhe überschrei lend, durch Oberwalgern nach unserem Endziel Fronhausen zu gelangen. Gesamtbauer der genuhreichen Wanderung 5 Std. Reisewinke. Bad Lalzfchlirf. Eine zeitgemäße Reuerung auf dem Gebiete der Badereisen ist von dem bekannten Gichtbade Salzschlirf bei Fulda neuerbing« einge ührt worden. DaS Bad gewährt nicht nur ermäßigte Pauschalkuren, sondern es bewilligt auch die zur Vornahme einer notwendigen Heilkur erforderlichen Mittel durch einen Kredit, der die Kosten der Badekur auf den Zeitraum von zehn Monaten verteilen soll. Gerade bei Salzschlirf als Gichtbad spielt die schnelle Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit eine grobe Rolle. Laisocnröffnung in Wcslcrland Da das Pfingstfest in diesem Jahre vor dem 1.3uni liegt, eröffnet Westerland feine Saison bereits am Samstag. 26. Mai 1928. Don diesem Tage an find sämtliche Kuranlagen im Betrieb. Die Kurkapelle gibt das erste Konzert am PsingstsamStag, und an den beiden Plingstseier- tagen sinden größere Festlichkeiten statt, darunter eine weit ausgedehnte Strandbeleuchtung. Starke Zunahme des Fremdenverkehrs im Berchtesgadener Land Rach dem Geschästsbericht des Fremdenverkehrsvereins Berchtesgaden wurden im Geschäftsjahr 1927/28 innerhalb der Marktgemeinde Berchtesgaden allein 36 235 Kurgäste und 15 053 Passanten gezählt, die zusammen eine 3a&I von 286 513 Uebernachtungen brachten. Die Marktgemeinde Berchtesgad.m hat damit ijrc bisher höchste 3ahrcssreqiien; erreicht unb gegenüber dem Dorjahre, in dem 230 670 Uebernachtungen gezählt wurden, eme Steigerung der Heber* nachtungszifser um 24,2 v. H. zu verzeichnen 3m gleichen Umfang hat sich die Besucherzahl in den Sommersr schen des übrigen Berchtesgadener Landes gesteigert, unb zwar zählte man in den Landgemeinden zusammen 339 iaz Uebernachtun- gen. Die Marktgemeinde Berchtesgaden als gesellschaftlicher. wirtschaftlicher und Derkebrsmtt.cb» punkt de« Berchtesgadener Lande» sieht sich infolge der steigenden Fremdenzisser vor große Ausgaben gestellt, um den Betuchern de« Lande« neben den anerkannten Aaturfchönbeiten ersten Ranges auch die Zeitgemäßen Annehmlichkeiten eine« großen Luftkurortes in noch stärkerem Maße zu bieten. Man beschäftigt sich daher zur Zeit u. a. mit den Plänen für den Tteubau eines Kurhauses unb eine« FreUchwimmbade«. Die sür bte bevorstehende Reise^ai on bereit« vorliegenden gehäuften Anfragen lassen erkennen. daß der Besuch des beliebtesten ober- bayerischen Kurortes unb seiner bevorzugten Umgebung wiederum eine Steigerung erfahren wirb. ZReifeliferatur. — Roch rechtzeitig vor den Pfingstfeiertagen erschien bie 7. Auslage des Ossiz teilen Führers durch den Taunus. herauSgege- "ben im Auftrag des TaunuS-Klub« e. D. Frankfurt a. M von der Geographischen DerlagS- anstalt unb Druckerei Ludwig Ravenstein A.-D.. Frankfurt a. M, Preis 4.50 Mark Der geschmackvolle Leinenband bringt auf 386 Tert- seit en im allgemeinen Teil allcS Wissenswert« über ben Taunus und im Hauptteil - übersichtlich geordnet - bie Wanderungen mit eingehenden unb interessanten Beschreibungen. Sowohl die neuen Wegemarkierungen al« auch bie letzten wissenschastlichen Ergebnisse in ber Erforschung bes Gebiete« führten zu einer völligen Reugestaltung. 3n enget Zusammenarbeit mit dem Taunus-Klub hat der von namhasten Mitarbeitern unterstützte Dersasser. der Geograph Alfred 3 u n b e l. mit außerordentlichem Geschick ohne jede Weitschweifigkeit alle? Wesentliche ersaßt unb in stets anregenber Darstellung ein Werk geschaffen, bas mit feiner zweckmäßigen Disposition alS mustergültiger Führer bezeichnet werben muß. Der Derlag bemühte sich erfolg ich um die Ausstattung des Bandes. Karten. Pläne und Bilder ergänzen den Führer in wünsch-" s- werter Weise. 266 iiniiiiiiiiniiiiiiiiiniiiHimiuiiiiiiiHiiiiiiiiiiuiiimiiiiiiuiiuiiiiiiMiiiHHiiiimniiiiiiiHiiifiiHiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiii: Berchtesgadener Land Ist es Ihnen möglich mit Wetimeno und König»»«« «6I6<* = Schlofe Wildberg anatorium Solbad Haus Charlotte SZZTm Kloster Arnsburg Pension Hotel 3193 in den Bayer. Alpen 3488D lahresschau Dresden BAD TÖLZ. Hospiz Bad-Nauheim Das Paradies der bayerischen Alpen Alpine« Solebad / Höhenluft- und Terrainkuren / Bergsport Auskünfte u Prospekte durch KurdUekttoo Berchusgadcn, Fremdenverkehr» r er eine Berchtesgaden Land u.Scheüenberg eowle alle Helse- u VerkehrshOro* i - r 8 ' A ll 53 FH Lt StHrte Preedung. «chiaiter Strand der Nordieebtdcr. Prck'er El»enb»ha - Verkehr Ober den „Demo durchi Meer" Flu«-Verkehr. Seeblierdlwat durch Hepig oad Lloyd. Bitte, Uiien Sie «ich untere Kurachrlftea echkkeo. StidtiecheBadeverwaltung Westerland Deutschlands größtes Jod-Bad bei Artenenverk»lkung, Nerven-, Stoffwedisel- und Frauenleiden Auskunft Verkehrsbureau. Prospekt« durch bie Kurverwaltung l nach Westerland schon un Juni zu kommen, so sollten Sie es tun. Sie Enden auch un Juni alle An- nehml chkeiten der Hochsaison ohne deren Trubel. Dabei leben Sie billiger, denn Sie zahlen nur Vorsaison-Preise. 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Die zahlreichen Berichte in der Weltpresse über die außergewöhnliche Hochkonjunktur in den Vereinigten Staaten in den letzten Iahren haben im Auslande vielfach den Eindruck erweckt, al- ob die Union eS verstanden hat, Konjunkturkrisen und Wirtschaftsrückschläge, wie sie nun einmal in jedem Lande unvermeidlich sind, durch eine vernünftige Lohn- und Absatzpolitik abzumildern, wenn nicht gar ganz auSzuschalten. Dieser Eindruck ist jedoch falsch gewesen. Während der Hochkonjunkturperiode der amerikanischen Wirtschaft befanden sich einige Wirtschaftszweige bereits in einer gewissen Krisenlage; dies trifft besonder- auf die Textilindustrie zu. Die scharfe Forcieruna deS Abzahlungsgeschäfts hat zwar ein gut Teil zur Herbeiführung des Gleichgewicht- zwischen Produktion und Konsum beigetragen, sie hat aber den Rückschlag in der Konjunktur doch nicht vermeiden können. Dieser Rückschlag begann bereits vor einigen Monaten eirmusehen. wurde aber lange Zeit durch die vielen günstigen Zeichen der Hochkonjunktur verschleiert. Obwohl genaue Ziffern nicht vorliegen, steht doch so viel fest, baß in den Vereinigten Staaten zur Zeit eine weitgehende Deschäfti- gungslosigkeit besteht. Die Schätzungen über die Anzahl der unbeschäftigten Arbeiter schwanken zwischen 2 und 5 Millionen. Der Arbeitsminister gab die Ziffer für Anfang April dieses Jahres auf 1,89 Millionen an. Das Reuvorker Arbeitsamt, eine wissenschaftliche Sielte für Untersuchungen amerikanischer Arbeitsverhältnisse, gelangte auf Grund sorgfältiger De- vbachtungen zu einer Ziffer von etwa 4 Millionen Beschäftigungsloser, d.h. etwa 1 0 Prozent der gesamten amerikanischen Arbeiterbevölkerung. Amerika besitzt im Gegensatz zu Deutschland, England und einigen anderen kontinentaleuvopäischen Ländern keine amtliche Arbeitslosenversicherung. Es besteht auS diesem Grunde auch keine amtliche Statistik der Beschäftigungslosigkeit. Die Ziffern mögen lauten, wie sie wollen, die Tatsache läßt sich nicht ableugnen, daß die Beschäftigungslosigkeit in der Union heute weit schlimmer ist als im Jahre 1921, dem Jahre, das die katastrophale De- flationSkrise einleitete. So viel läht sich aus der gegenwärtigen Wirtschaftslage der Union entnehmen, daß eine erhöhte Produktion nicht immer eine Besserung des Deschäftigungsstandes der Arbeiterschaft bedeutet. Ganz im Gegenteil. Die hohen Arbeitslöhne in der Union haben zu einer weitgehenden Ve rwendung arbeitssparender Maschinen und zu einem Er - s a tz der menschlichen Arbeitskraft durch die Maschine geführt. Diese technischen Fortschritte haben wiederum zu einer erhöhten Produktion geführt, so dah eine Steigerung der Produktion Hand in Hand mit einer Intensivierung der Beschäftigungslosigkeit ging. Zum Beleg dieser wichtigen Wirtschaftsvorgänge mögen einige konkrete Ziffern dienen, die den Ersatz menschlicher Arbeitskraft in den maßgebenden Industriezweigen erkennen lassen. Das Reu- -fcorfer Arbeits-Institut schätzt, dah in der Fabri- ^kation, dem Bergbau, der Landwirtschaft und dem , Verkehrswesen heute 2,2 Millionen Personen weniger beschäftigt sind als im Iahre 1923. AuS dem Bericht des Arbeitsministeriums ergeben sich ferner einige weitere Aufsehen erregende Ziffern. Ueber 70 Prozent der bituminösen Kohle werden heute in Amerika auf maschinellem Wege gefördert. Die Stahlwerke produzieren heute die dreifache Menge an Roheisen als im Jahre 1914, ohne dah die Belegschaften der Werke erhöht zu werden brauchten. Die Tabakfabriken haben in den letzten vier Zähren ihre Produktion um 53 Prozent erhöhen und die Zahl ihrer Arbeiter um 13 Prozent zurückschrauben können. Die amerikanischen Eisenbahnen befördern heute 30 Prozent mehr Ware als im Zähre 1923, wahrend die Deamtenzaht über 1 Prozent gesunken ist. Die Welle der Beschäftigungslosigkeit, welche sich augenblicklich über Amerika ergießt, ist daher nicht auf einen Rückgang der Produktion, sondern im Gegenteil auf eine Steigerung der Produktion durch verbesserte Arbeitsmethoden, mit anderen Worten auf einen weitgehenden Ersatz menschlicher Ar- beftskräfte durch Maschinen zurückzuführen. Zwar gibt eS Optimisten, die behaupten, dah sich dir amerikanischen Wirtschastsverhältnisse bald wie- der ändern werden. Man weist aus die steigende Stahlproduktion hin und hofft auf eine Besserung der Wirtschaftslage im Sommer und im kommenden Herbst. Eine erhöhte Produktion der Stahlwerke indessen, die auf die oben erwähnten Ursachen zurückzuführen ist, kann natürlich da- Mast der Beschäftigungslosigkeit in diesem Industriezweige nicht reduzieren. Mit Zfer zunehmenden Beschäftigungslosigkeit und der steigenden Produktion wird auch die Rachfrage deS Znland- marlteS keineswegs Schritt halten können. SS scheint daher, als ob Amerika in Zukunft mehr und mehr auf den Auslandmarkt angewiesen sein muh und dast es gezwungen sein wird, für den Absatz feiner äleberschuh- produktivn aus dem Weltmärkte Ausschau zu halten. Die Konkurrenz der Bereinigten Staaten auf dem Weltmärkte must daher in Zukunft schärfere Formen annehmen, und mit der austergewöhnlichen Höhe der technischen Leistungs ühiqleit der amerikanischen In- dustrie wird die Union zu einem sehr gefährlichen Konkurrenten aus dem Weltmärkte werden Allerdings darf auch die Stellung Amerikas als internationaler Kreditgeber nicht auster Acht oelaPen werden. Amerika must sich zwecks Annahme der ZinS- und AmortisationS- zahlunaen seiner ausländischen Gläubiger zur Hereinnahme von Einsuhren großen Stils aus den Dchuldnecländern bereitfinden. Die Zwangsläufigkeit dieser Entwicklung ist den amerikanischen Bankiers und WirtschastSsübrern auch bereit- längst aufgeaangen. Sie scheint aber auch den ameriko tischen Arbeitern klar geworden zu sein, denn der Rationalverband amerikanischer Arbeiter hat vor kurzem eine Entschließung angenommen, die Regierung möge vcranlaht werben, weitere Darlehen an ausländische Länder zu unterbinden. Die allgemeine Hochkonjunktur in den Vereinigten Staaten hat jedenfalls eine Reihe hochkomplizierter Probleme für dieses Land mir sich gebracht. Die Industriegewinne waren zeitweilig so hoch, dah sie trotz der ständigen Ausdehnung der Industrie nicht dauernd in der amerikanischen Wirtschaft Ausnahme finden konnten. Aus diesem Grunde muhten die Kapitalien ihren Weg inS Ausland nehmen, um dort als gewinnbringende Anlage zu dienen. Dies führte natürlich zu einer immer weitergehenden Verflechtung der amerikanischen Wirtschaft mft dem Auslande und damit zu einer Steigerung des Importzwanges. Früher oder später wird feine Wirtschaftslage Amerika zwingen, einer Modifizierung feiner Zollpolitik näher zu treten. Tritt diese Umstellung der amerikanischen Zollpolitik ein, so muh dies natürlich auch einen tiefgehenden Sinflust auf die gesamte Weltwirtschaft ausüben. Bereits heute wird der Erfolg auf dem Weltmärkte durch technische Leistungsfähigkeit bestimmt. In dieser Beziehung wird Amerika das Rennen mit großem Vorsprung beginnen. Wenn aber, wie dies heute schon der Fall ist, die anderen Länder gezwungen fein werden, ihm in der Rationalisierung und in dem Ersah menschlicher Arbeitskraft durch die Maschine zu folgen, so wird das Problem der De- schäfftgungslosigkeit in diesen Ändern den Umfang und die Dringlichkeit annehmen, die es augenblicklich bereits in Amerika besitzt. Dies ist in der Tat das große Problem, das alle, Industrieländer noch zu lösen haben, nämlich die Härten auszumerzcn oder wenigstens zu mildern, die der Fortschritt in Technik und Wissenschaft für die große Masse der Lohnarbeiter mft sich bringt. Rundfunkprogramm des Frankfurter Sender-. (Aus der „Radio-Umschau".) Sonntag, 27.2Hai. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wartburgverein Frankfurt a. M 11.30 bis 12: Die Elternstunde. 12.30 bis 13.30: Don Kassel: Pfingst-Matinee. 15.30 bis 16.30: Don Hamburg. Funkheinzelmannstunde. 16.45 bis 18. Konzert des Rundfunkorchesters: Ein Strauhwalzer. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Der- bandes für Dolksbildung. 19 bis 19.30: Sportnachrichten. 19.30 bis 20.30: Geistliches Konzert. 20.30: Pfingstkonzert. Montag, 28. Mai. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier. 12 bis 13: Von Kassel: Mittagskonzert. 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18: Die Lesestunde. 18 bis 19: Schubert-Konzert des Sängerguartetts ,Liedertafel", Höchst a. M.- Unterliederbach. 19 biS 19.30; Sportnachrichten. 19.30 bis 20.30: Konzert des Mandolinen- und Lautenorchesters „Fidelio". 20.30; Bunter Abend. Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Dienstag, 29. Mal. 12.30 bis 13.30 Uhr: Don Kassel: Mittags- konzert. 16.30 bis 17.45: Konzert de« Rundfunkorchesters: Operetten von Millöcker. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Die Stunde der Frau. Dortrag von Frau Mathilde Meißel. 18.45 biS 19.15: Don Kassel: „Voltaires Satiren", Dortrag von Ernst Berg. 19.15 bis 19.30: Englische Literatur- Proben. 19.30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20 bis 21: Klavierkonzert. 21: Don Karlsruhe: Die Traumlinde. Hörspiel von Wilhelm Fladt. Anschließend: Schallplattenkonzert: Die Oper zwischen Weber und Wagner. Mittwoch, 30. Mai. 12.15 bis 12.45 Uhr: Schulfunk. 13.30 bis 14.30: Don Kassel: Schallplatten-Konzert „Aus aller Welt". 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Reue Tanzmusik. 17.45 bis 18.05: Die Bücher- stunde. 18.30 bis 19; „Aegyptische und assyrisch- babylonische Religion", Dortrog von Pfarrer Taesler. 19 bis 19.30: „Die Instandhaltung des Automobils", Dortrag von Ingenieur Wald- schmitt. 19.30 bis 20; Die Schachstunde. 20 bis 20.15: Senckenbergviertelstunde: „Rasseh^chzuch- ten bei Pflanze unö Tier", Dortrag von Dr. W. Sfttig. 20.15: Dom Homburger Kursacft: Sinfonie-Konzert BrahmS. Anschließend: Don Kassel: Kammermusik-Konzert. Donnerstag, 31. Mai. 13.30 bis 14.30 Uhr: Don Kassel: Mittags- konzert. 15.30 biS 16: D e Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Ioseph Hohdn. 17.45 biS 18.05: Willi R. Fehse: Dorlesung aus eigenen Dichtungen. 18.30 bis 18.45: Don Kassel: Stunde „Haus und Garten" — „Dorgärten", Dortrag von ©arteningenieur Karl Hinze. 18.45 bis 19.15; Von Kassel: Stunde der Landwirtschastskammer Ka,sel: „Gründüngung", Vortrag von Dr. Elbert von der Landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Harleshausen. 19.15 bis 19.45: „Die Inflationsgeschädiqten", Vortrag von Rechtsanwalt Dr. Fürst. 20.15: Rach Stuttgart: Hans Heiling, Oper von He.nr. Marschner. Anschließend: Spätkonzert; 'Bach. Freitag, 1. Juni. 13 biS 14 Uhr. Schallplatten-Konzert. Aus Rich. Wagner: „Lohengrin' und „Tannhäuser". 15.30 bis 16: Die Stunde der Iugend. 16.30 bis 17.45: Haussrauen-Rachmitlag: urch welche Mittel können wir unsere Äinbcr erziehen?". 1. Teil. Vortrag von Lehrer K. Stricker. 1?.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 13.30 bis 18.45 Stunde deS Südwestdeultchen Radio-Clubs. 18.45 bis 19.15: .Doktor Gustav StresemannDortrag von Theodor Eschenburg 19.15 bis 19.15 Vortrags- zvklus des Handwerks- und Gewerbeamtes Frankfurt a. M.-Hanau: .Die Stellungnahme deS Handwerkers zudem LtcucrvercinhcifttchungS- aeseh', Dortrag von Syndikus Dr Ferber. 19.45 vis 20.05 Zwanzig QUtnuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. 20.05 biS 20.15 Film- Wochenschau. 20.15: Von Stuttgart: Die sieben Schwaben. Operette von Karl Millöcker. Anschließend: Don Kassel: Spätkonzert des Wiener Virtuosen- und IaushmphonteorchesterS. Samstag, 2. Juni. 11.30 bis 12 Uhr: Schallplatten-Konzert: Ouvertüren und Ballettmusiken. 12.15 biS 12.45: Schulfunk. 13 bis 14: Don Kassel. Schallplatten- Konzert: Kammermufik und Instrumentalsolisten. 15.30 bis 16: Die Stund: der Iugend. 16.33 biS 17.45: Konzert des Rundfunkorchesters: Russische Musik. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 13.30 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: Funkhochschule: .Die Sprache des deutschen Iägers", Dortrag von Professor Dr. Schultz. 19.15 bis 19.45: Stenographischer Fortbildung«- kursuS für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19.45 bis 20.15: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: .Der Sternenhimmel im 3unL — Der Planet Reptun und feine Entdeckung". Dortrag von Prof. E. Sittig. 20.15: Heitere dramatische Aufführung. Anschließend biS 0.30: Don Berlin: Tanzmusik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeft der Schriftleitung.) Stammtisch Vogt. Bei verbrecherischen Anschläaen auf Anlagen der Reichsbahn lehnt die Reichsbahn- Verwaltung die Anerkennung einer Schadenersatzpflicht ab. Sie stützt sich dabei auf mehrfache Entscheidungen des Reichsgerichts, die auf Grund des Haftpflichtgesetzes von 1848 in solchen Fällen die Einwirkung höherer Gewalt anerkannt haben. Daß die Reichsbahn bei dem Leiferder Bahnoerbrechen eine gewisse Entschädigung geroäfrt hat, ist richtig, aber die Reichsbahnhauptvcrwaltung hat seinerzett bereits erklärt, daß sie mit dieser Ausnahme regelung in keiner Weise ihren grundsätzlich ablehnenden Standpunkt preisgebe. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 27. Mai. 1. Pfingstfeiertaa Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker, 9.30: Pfarrer Hertel; Beichte und hl. Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde: Pfarrer Hertel. — Iohannes- kirche. 8: Pfarrer Bechtolsheimer; 9.30: Pfarrer Ausfeld; Beichte und hl. Abendmahl für Lukas-, Johannes- und Luthergemeinde; 11.15: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde; Pfarrer Ausfeld. — Kapelle des Alten Friedhof». 9.30: Pfarrer Lenz. — Elisabeth - Kleinkinderschute (Wetzlarer Weg 59). Dormittags 9.45 Uhr: Pfarroerwolter Dehert — Micseck. 9 30; 10.45; Kinderkirche; Opfer für die Luthcrstiftung. — Allen-Bstseck. 10: Alten-Luseck; 1: Trohe — haufen Garbcntcich. 10: Haufen; hl. Abendmahl; 1: Garbenteich. — Cid). 9.30: Stifts- dechant Kahn, Mitwirkung des Posaunenchors; 12 45: Kindergoltesdlenst; 2: Stiftspfarrer Schor- lemmer. — Kirchberg. 10: Kirchbera. Kollekte für die Lutherstiftung. 11: hl. Abendmahl für die verheirateten Männer und Frauen von 6taufenberg; 1.30: Kirchberg; Kollekte. — IDaßcnborn-Steinberg. 10: (Kirchenchor); 1: (Kollekte). Montag, den 28. Mai. 2. Pfingstfeiertag. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer TUhr; 9.30: Pfarrer Becker; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrer Becker. — Johannesftrche. 8: Pfarrer Aus- feld; 9.30: Pfarrer Bechtolsheimer: 11 Kinderkirche für die Lukasaemeindc, Pfarrer Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lenz; 11: Kinderkirche; Pfarrer Lenz. — wiefeck. 930; Opfer für den Kleinkinderschulfonds. — Stilen-Bef erf. 10: Allen-Bufeck. — haufen^Sarbenteich. 10: Garbenteich; 1: Hausen. — Cich. 9.15: Beichte; 9.30: Stifts- dechant Kahn, hl. Abendmahl; 2: Stiftspfarrer Schorlemmer. — Mrcyber g. 10: Kirchberg. — Watzenborn-Steinberg. 10: "redigt; 11. Kinderkirche katholische Gemeinden. Samstag, den 26. Mai. Gießen. 4.30 und 7 Uhr: Deichte. Sonntag, den 27. Mai. Pfingstsonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Frauen; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 2: Vesper; 4.30 und 7: Beichte. — Grünberg. 9.45: Meße mit Predigt. — Hungen. 8: Hochamt mit Predigt. — Lich. 10: Hochamt mit Predigt. Montag, den 28. Mai. Pfingstmontag. Gießen. 6.30: Beichte; 7: Meße; 8: Kommunion; 9: Hochamt; 11: Messe 2: Festandacht. — Grünberg. 9.45: Meße mit Predigt. — Laubach. 10. Messe mit Predigt. — Lich. 7.30: Hochamt. eonntansötmft .'»erste u. tvatd-kei, am 27.6.28 Pros. Dr. Hontgmann. Dr. Block) Engelnootheke. Zadnarzt: Dr. Baum *D Montag, den 28. Mai L Engsttags: Dr. Klewitz. Dr. Schäßer. Pellkanavothek». Zahnarzt: Dr. Buchinger. Rätsel-Ecke. Doppelsinn-Rätsel. Zehn Wörter, von denen ein jedes doppelte De bentung hat, sind zu suchen. Sind sie gefunden, ergeben deren Anfangsbuchstaben, zu einem Wort vereinigt, einen Pfingstgruß. Die Wörter bedeuten: 1. Längenmaß — Körperteil; 2. Getreideart — kleine portugiesische Münze; 3. Flüssigkeitsmaß — Verwandter; 4. deutscher Dichter — Werkzeug; 5. weiblicher Personenname — Fisch; 6. Reitsitz — Streifen Ackerland; 7. ungezogener Mensch; — landwirtschaftliches Gerät; 8. Nebenfluß der Elbe — Vogel; 9. kleiner Rausch — Hundename; 10. Ge fangslaut — Erdart. Magisches Kreuzworträtsel. 7 12 1. 1928 hegt vom 28. Mai bis einichi. 3. Jun, 1928 zur Einsicht auf der Bürgermeisterei offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der mich die AuSmärker beantragen haben Rieder-Bessingen, 25. Mai 1928. Hessische Bürgermeisterei. Steuernagel. 5297D SÄ*** EÄ • nw H Um den freuen Anhängerinnen unserer Erzeugnisse (Sunfichf Seife, Lux Seifennocken, Suma und VimJ etwas Besonderes zu bieten, haben wir das Sunlidrt-Institui geschaffen. Es gewahrt durch monatlich erscheinende, von hervorragendenFachlchrkräften vertagte Kurshefle im eigenen Heim völlig kostenlosen Unterricht im Haushalt, im Schneidern, in Kinderpflege. Erziehung. 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Baltotnrebe 48, Efc «rcuftatte. *®D Bekanntmachung. ES befiehl Veranlassung, darauf bmw» weisen, daß das Befahren der Schneisen und Wege in den städtischen Waldungen durch AutoS und sonstige, nicht der Holz- absuhr dienende Fahrzeuge verboten und strafbar ist. 5321B Gießen, den 21. Mai 1928. Ter Oberbürgermeister. _______I. B.: Dr. Rosenberg._______ Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abtellung B wurde am 18. Mai 1928 bei der Firma Commerz- und Privatbank, Aktiengesellschaft, Fillale Gießen, folaendeS eingetragen: In der Generalvertammlung der Aktionäre vom 17. April 1928 ist die Aende- rung des § 20 des GesellschaftSvertragS beschlossen worden. 6315D Gießen, den 18. Mai 1928- Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B »yurde am 18. Mai 1928 bezüglich der Firma Wetzel, Georg 4 Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, folgendes eingetragen: Die Gesellschaft ist aufgelöst. Zum Liquidator ist Wilhelm Petri in Frankfurt a. M. bestellt. Die Liquidation ist beendet, die Firma erloschen. Gießen, den 25. Mai 1928. 5315D Hessisches Amtsgericht. Arbeitsvergelnuig. Mit Genehmigung Hess. Ministeriums werden nachoerzeid)note Arbeiten bei innere« Ausbaues für den Umbau ber ehem. Zehntschcuex zu Gieße« zv einem Polizeiamt auf Grund der Reichsver- dingungsoxdnung im öffenllichen Wettbewerb vergeben: I. Lchxeinerarbette«. Los 1: 680 m Fußsockel, 98 qm Scheidewände, mehrere Zellenturen, 70 Zimmertüren. Keller- und Waschküchentüren, Glas- abschlüsse, Haustüren usw.; 40 qm Cotten- verschlage, 270 qm Wand-, Decken- und Pfeilerverkleidungen, 198 qm Fensterfutter und Bekleidungen u. a. m. LoS 2: Hartholzböden, und zwar 70 qm Buchenpaxkett jn Asphalt, 175 qm desgl. auf Lagerhölzern, 280 qm deSgl. auf Gebälk, 230 qm Niemenböden aus Gebäll usw. Los 1 und 2 können an einen Unternehmer vergeben werden. II. Lchlosserarbeile«. LoS 1: Zellcntürbcschläge, Beschlag und Besestigung von Scheidwänden, Xorribor» glttcraöjchlnsse (Scherengitter), (kisentteppe und Laufsteg int Heizkesfclraum, Treppengeländer und Adichlußgitter, Schachtdeckel, Zellenfenster, Türveschläge usw. Loi 2: Beschlag ber HauptcingangStüren und der Zimmertüren. Treppen und Ge-- länüerbefestigungen, Pendeltür- und Glas- abschlußbeschläge, Fußkrayroste, Wand- schrankbeschlaac usw. Die Lose 1 und 2 können an eine« Unternehmer vergeben werden. III. Platte«- ««b Terxazzoaxbeite«. 80 qm Fußbodenptatten, 60 m Sockel- platten, 40 qm Texrazzoböden, 50 m Terrazzosockel, 75 qm Asphaltböden, 95 qm Wandplättchen u. a. m. Leistungsyerzeichnisse, keine Zeichnungen, sind aus unserem Zweigbureau im KreiS- qmtsgebäude, Zimmer Nr. 20, solange dec Vorrat reicht, vom Freitag, dem 1. Zuni ab erhälllich, Zeichnungen und Bedingungen können dort einaesehen werden. Die Angebote sind verjchlossen, mit der Aufschrift: „Wettbewerb Polizeiamt" versehen, postfrci, bis zum TieoStag, bem 12. Zum b. I., vormittags 11 Uhr, bei vorgen. Zweigbureau, woselbst bte Ex- össnuna stattsindet, etnzusenden. ZuschlagSfrist 3 Wochen. 5291D Gießen, den 19. Mai 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. 83.: Kuhlmann. ßklgeüW oon Banarbeitea. Tie für den Neubau eines Lehrcrwoh»- Hauses invillmge« erforderlichen Arbeiten des inneren Ausbaues werden auf Grund der ReichsverdingungSordnuna im öffent- llchen Wettbewerb ausgeschrieben. 1. Glaserarbeiten (25 qm Sprossenfenster). 2. Weißbinberarbcite« (375 qm Wand-, 140 qm Deckenputz, 300 qm Leimfarben-, 280 qm Lelsarbenanstrich, 205 qm Außenputz). 3. Zd)reineratbei(en (11 Türen, 120 qm Fußböden, 140 m Fußsockel, 16 qm Fensterläden). 4. Treppenlieferung (31 Stufen, 12 m Geländer). 5. Schlosser- arbeite« (11 Türen anschlagen, 225 kg Treppengeländer). 6. velenchtungsanla-e (18 Brennstellen unter Putz). 7. 3«- stallationsarbeile« für Wasser-Zu- und -Ableitung. Angebot-Vordrucke werden vo« tieel- tag, den 29. Mai ab, auf unserem Amte, Stepdanstraße 18 (Zimmer 4) abgegeben, woselbst auch die Zeichnungen und Bedingungen einzusehen sind. Am ToneecOtag, dem 31. Mai b. F., werden die Unterlagen von vormittags 9^—14 Uhr bei ber Bürgermeisterei 1« villinge« offengelegt. Die Angebote sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, poft frei bis zum LamStag, bem 9. Zoni b. J., vor- mittag» 11 Utzx, bei unS einzureicherL Zum Eröffnung-texmin haben die Bieter Zutritt. 6291D Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 25. Mai 1928. Hessisches Hochbauamt Gießen. I. B.: Luhlmnnn. Bekanntmachung Mittwoch, bei 30. Mai 1938, findet Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt ftatt; Apf- triebszeit am Markttage oon 7 bis 9 B^r vormittag-. Gieße», den 26. Mai 1928. Der Oberbürgermeister 9.8,; »lingspoT. 6380B MI K **•555 ut. Marburg. L »ü. i» । TUiäcr eui 0 jui bem W -tzrovm- um> L für die Scheulu' lallen, hab« mkandegebrachl mchr eröffnet t Hierauf fpra ichafüichen 3nf Marburg, er man wieder en gerade eine, unb warum 1 Siebe -u den ihrer Sememsa unb einer eich die fu/furdlf ß JWe sinnfällig btt Srde habe Religion? - W eiabt, als Dn seiner lunslgesch unb besonders LeberM üb< danlle Profess« Ausstellung zu bach. Pribald >arb, §r. Bt /kibpenl Der Oberpräf D. Dr. Lchwc Lorie des San brfondere an d Professor Hama betonte, die 2ur viuz hinaus leit betvris gegen di Äulhnltttt unt der Seiß der l lief in unsere , Dwsche ecklärt. »mhischen Aegi issuet. 'M «nm < ga« barm In der ^hrengLst« der Desichkgui zu einem Feste derordnetenvoe des QBaaftra'l hieß, lväyrend ’® 'Barnen der Viigebendc St< Vm begab m wf der neuerri die erst Aarburger Fe ^in Aundgaw -vmnchlelen Ä nod K Ängsten m ernen im^ ^den Sinh A jtt tzS dun der Mlichr ins ^beiteten eno und geben u.Wn unb dir mtS jWfrMkn i ^anni tvar »77 - lleig« aJ^-.^rauj Ä1 ' dessen 'vif; M 1 »?S b“'’« L Nr. 123 viertes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, 26. Mai (928 Ausstellung „Religiöse Kunst aus Hessen und Aaffau" in Marburg. sarlophag mit realistischer Reliefplastik, lato Lin* gische Kapitelle, ein Kruzifix auS Caldern. alles Arbeiten von sehr hoher Qualität, die bisher unbekannt geblieben waren. Sehr ergiebig ist die Plastik des 14. Jahrhunderts in Franlenberg. lleberauS lebendige, teilweise bemalte Figuren, allerlei spielerisch aus- gearbeitete Ornamcniil, Putten, holzgeschnitztc Emporenksnsolen und eine umfangreiche und ein« seltene Sammlung kostbarer Ofenplatten. 3m anschließenden Raum findet sich eines der wertvollsten Stücke der ganzen Ausstellung: der überlebensgrobe Kruzifixus aus der Friedberger Burgkapelle, von ausladenden Dimensionen, grob, wuchtig, auf Fern Wirkung und weite Sicht gestellt, doch mit feinen technischen Details und einer bezwingenden Stärke des Gesamteindruckes. Ferner Ehorgestühl mit drastischen Schnihfiguren (Tiermotiven) und drei romanische Kreuzigungsfiguren (Frihlar, Deckbergcn). ziemlich mitgenommen, aber von starker Wirkung in der ft rennen Linearbetonung und der blockmähigen Geschlossenheit ihres körperlichen Wesens. Die Glockenabteilung veranschaul chl in sehenswerten Modellen, Photographien und Skizzen die Geschichte des Glockengusses bis zur Gegenwart. Heben Glocken des 13. Jahrhunderts sind hier schmiedeeiserne Türen des 14. und 15. Jahrhunderts und ein feiner Kruzifixus des 13. Jahrhunderts (aus Waldorf) besonders bemerkenswert. Vehr interessantes und vielseitiges Material (Vorhänge, Wandbänder, rituelle Gefähe und anderes mehr) vereinigt die Jüdische Abteilung, die fast ausschließlich aus Privatbesih zusammengebracht wurde Zu bedenken ist, daß das wenigste eigentlich jüdische Kunst darstellt, das meiste vielmehr Proben von guten und mit feinem Empfinden der kultischen Eigenart und dem Sonderzweck angepahten hessischen Kunst- arbetten vermittelt. Wertvolle und wenig bekannte Stücke auS Hessen, Hessen-Rassau und Waldeck vereinigt der sog. bürgerliche Kirchenramn: eine geschnitzte Kanzel aus Biedenkopf mit Renaissance-Intarsien, gotisches Gestühl, Bronzeleuchter und ein ganz einzigartiges Taufbecken aus Alsfeld Außerdem vier bisher völlig unbekannte Gemälde- besonders hinzuweisen wäre auf eine „Heimsuchung" (Mitte des 15. Jahrhunderts) auS Lauterbach, die sich durch Schmuyschichten tadellos konserviert hat und sich in erstaunlich frischer Erhaltung und bestechender Leuchtkraft des Kolorits präsentiert. Ein sehr feines Gethsemanebild auS Alsfeld ferner, und eine bemerkenswerte Darockmalerei von Franz Kehler aus Wetzlar. Mainzer Holzplastik vervollständigt das Bild dieses Raumes, der zu den eindruckvollsten der ganzen Sammlung zu zählen ist. An erlesenen und seltenen Stucken aus dem Staatsarchiv ist in einer anderen Gruppe die Geschichte der Schrift vom 5. bis zum 16. Jahrhundert zu verfolgen. Erne Siegelsammlung schließt sich organisch an, und weiterhin eine Anzahl kostbarer Handschriften: ein Evangeliar auS Hardeshausen vom 12. Jahrhundert, mit wundervollen Buchmalereien, wohl die schönste hessische Handschrift: ein Evangelienbuch deS Klosters Abdinghof mit Clfenbeindeckel und Federzeichnungen, und Fritzlarer Missalen des 14. und 15. Jahrhunderts. 3n einer weiteren Gruppe beanspruchen die Teppiche aus der Marburger Elisabethkirche besonderes Interesse, welche in primitiv erzählender Form, aber mit merkwürdig lebendigem Ausdruck die Geschichte vom verlorenen Sohn dar- stellen: daneben die landgräflichen Totenschilde, bedeutende Glasmalereien, eine große Anbetungsgruppe aus Corbach. und die in ihrer dürftigen Bemalung seltsam ergreifende Fritzlarer PietL aus dem 14. Jahrhundert. Aus einer Sammlung qualitativ hochstehender, säst gänzlich unbekannter Plastiken des Mittelalters ist vor allem eine Steinmadonna aus Hirzenhain. Mitte 15. Jahrhunderts, zu beachten, die übrigens dick mit Oelfarbe überschmiert war. Einer Sammlung von Paramenten und Stickereien (die vor allem durch die schönen und ungemein wertvollen Stücke deS Berliner Schloh- museumS, 13. Jahrhundert, ausgezeichnet wird) schlieht sich ziemlich unvermittelt eine Gruppe von modernen Vertretern religiöser Kunst an: neben der bekannten, sehr eigenartigen „Kreuzabnahme" DeckmannS — unferm Gefühl nach dem stärksten Werk dieser Eonderabteilung — die .Erweckung von Jairi Töchterlein" des Pc ter Rasmussen, eine ganz unkonventionell behandelte, an Kolbe erinnernde, grobe Christus- plastik für die Frankfurter Friedenskirche und ein stark stilisierter Palmesel von Prof. Scheibe. Solche unvermittelte Konfrontierung früher und moderner Werke sollte überhaupt wegen der in mehr als einer Hinsicht ungemein lehrreichen Vergleichsmöglichkeiten häufiger durchgeführt werden: das Verständnis gerade der zeitgenössischen Kunst mit ihren unterschiedlichen Stiltendenzen würde dadurch nicht unwesentlich erleichtert werden. Mit der bedeutsamsten Neuentdeckung der Ausstellung. einem unbekannten, frühen Altarbilde aus Hofgeismar zusammen sind Stickereien des 13. bis 15. Jahrhunderts und eine gemalte Per- gamenturlu-dc der Stiftung d:s Klosters Wacien- ftatt ausgestellt. Reben verschiedenen Kruzifixen weiterhin Reliquienstücke, ein Band der hl. Gertrud und Elisabetherinnerungen. Es sind ferner einige lokale Sonderkollektionen zu bezeichnen: Warburgs Plastik ist durch Arbeiten des bekannten Meisters Juppe charakteristisch vertreten, Fuldaer Kunst mit zwei großen Reliefs ("Beweinung" und „Frauen unterm Kreuz"). Wetzlarer Plastik mit der versilberten Kupferbüste einet weiblichen Heiligen. Als künstlerisch bedeutsames Zwischenglied der Entwicklung ist ein Raum mit einer Reihe ausgezeichneter Barockplastiken von Wichtigkeit: es handelt sich durchweg um sehr wenig bekannte Stücke, z. D. einen Kruzifixus aus Aidda von ungewöhnlicher Güte, die fragmentarische Gruppe eines Fritzlarer Darockaltars (18. Jahrhundert), Mabasterfiguren aus Warburg: alles von bemerkenswerter Erhaltung. Das Prunkstück der Gruppe „Malerei des 19. Jahrhunderts" ist Dantzers berühmte , Abendmahlsfeier in Hessen": ferner begegnet man hier Nachdem bereits am vergangenen Mittwoch eine Vorbesichtigung mit Führung für die Presse veranstaltet worden war, wurde am gestrigen Freitagvormiltag mit einem Festakt in dem dem JubiläumSkunstinstitut gegenüberliegenden neuen Lichtspielhaus „Capitol in Warburg die Ausstellung „Religiöse Kunst aus Hessen und Nassau" der OeffenUichkeit übergeben. In Anwesenheit einer großen Zahl geladener Gäste, worunter sich u. a. die Spitzen der Behörden, Vertrete: der Rachbarstädte und Rach- baruniversitäten, der Stadt und Universität Warburg und der Presse befanden, ergriff nach einem musikalischen DorsPiel Oberbürgermeister Wül- l e r. Warburg, das Wort zu seiner Begrüßungsansprache. in der er als Dertreter der Stadt die Erschienenen wllllommen hieß: sein Dank galt allen, die am Zustandekommen der Ausstellung und deS diesjährigen Festspieles mit» J«wirkt haben Beide, Ausstellung wie Festspiel, eien aus religiösem Geiste erwachsen, dessen unsere Zell so sehr bedürfe, und von dem jeder Besucher ein wenig mit sich heimtragen solle. AuS dem Zusammengehörigkeitsgefühl mit der Provinz und auS bau Bestreben, der Provinz für die Schenkung deS Kunstinstituts Dank abzu- ftatten, habe die Stadt Warburg die Ausstellung zustandegebracht, die heute vollendet sei und nunmehr eröffnet werden solle. Hierauf sprach der Direktor deS Kunstwissenschaftlichen Institut», Professor Dr. Hamann, Warburg: er beantwortete die Fragen, warum man wieder eine Ausstellung oeranftoltc, warum gerade eine Ausstellung religiöser Kunst und warum dieS gerade in Warburg auS Liebe zu da, Ausstellungsobjekten, die hier in ihrer Gemeinsamkeit zu neuem Leben erwachen und einet einheitlichen Idee dienen sollen: um hie kulturelle Einheit Hessens und RassauS im Bilde sinnfällig zu machen, — und welche Wacht der Erde habe mehr einigende Wacht alS die Religion? — Warburg aber sei gerade als Heine Stabt, als DurchgangSpunkt und auf Grund feiner kunstgeschichllichen Stellung dazu berufen und besonders geeignet. Rach einem kurzen Ucberblld übet die Schätze der Ausstellung dankte Professor Hamann den Herren, die die Ausstellung zustandegebracht haben, Dr. Steinbach. Privatdozent Dr. Dcckert, Dr. Meinhard, Dr. A n d r 6, Dr. W e i k e 11 und Dr. Kippenberger. Der Oberpräsident der Provinz Hessen-Rassau. D. Dr. Schwandet, Kassel, richtete hiernach Worte deS Dankes an die Stadt Marburg, insbesondere an deren Oberbürgermeister Müller, Professor Hamann und seine Mitarbeiter, und betonte, die Ausstellung, die well über die Provinz hiuauS reute, sei ein eindringlicher Gegenbeweis gegen die verbreitete Meinung von der Kulturleere und ReligionSferne unserer Zeit: der Geist der hier gezeigten Kunstwerke möge tief in unsere Zeit hinein wirken: mit diesem Wunsche erklärte Dr. Schwandet namens der preußischen Regierung die Ausstellung für eröffnet Rach einem abschließenden Mufikvor trage begann barm in großen Gruppen die Fichrung bet Ehrengäste durch die Ausstellung. Rach bet Besichtigung vereinigten sich die Geladenen zu einem Festessen in den ötabtfälcn, wo Stabt- Verordnetenvorsteher Justizrat Rohde namens bes Magistrates die Anwesenden willkommen hieß, während Oberpräsibent Dr. Schwandet im Ramen der Gäste Worte des Dankes an die gastgebende Stadt Marburg richtete. Rach dem Essen begab man sich auf den Schloßberg, wo auf bet neuemcfrteten Freilichtbühne bald nach 5 llhr die erste Aufführung des diesjährigen Marburger Festspieles begann. Ein Rundgang durch die Räumlichkeiten des neuerrichteten Kunstinstitutes ergibt, obwohl die Ausstellung noch nicht ganz vollständig ist und nach Pfingsten noch ergänzt und erweitert werden soll, einen imposanten, stellenweise ganz überraschenden Eindrud von der Mannigfaltigkeit und der fast durchweg ungewöhnlich hohen Qualität der kirchlichen Kunstschähe aus den für dia Ausstellung ins Auge gefaßten und systematisch bearbeiteten engeren Heimat gebieten. Die Ausstellung sol( im wesentlichen regional aufgebaut und nach landschaftlichen Gesichtspunkten geordnet und zusammengesaht, einen llcberblid geben über die Buntheit, den Formenreichtum und die Ausdruckskraft kirchlicher Kunst in Hessen und Hessen-Nassau vom Mittelaller bis in die moderne Zeit hinein. Besonders bemerkenswert ist dabei, daß etwa 80 Prozent aller ausgestellten Werke bisher ganz oder so gut wie unbekannt waren: ein Umstand, der durchaus dazu angetan ist, das kunsthistorische und kulturgeschichtliche Interesse an der Ausstellung über ben feftgekgicn Rahmen einer räumlich und stofflich begrenzten Sonderschau hinaus ganz erheblich zu steigern. Einen überaus wuchtigen Eindrud macht die aus ausstellungstechnischen Gründen verdunkelte Eingangshalle, die einen würdigen Auftakt zu der Gesamtschau bildet. Hier fesselt vor allem eine überlebensgroße Pieta aus dem Wetzlarer Dom das Auge des Beschauers, ein Werk, das menschlich wie künstlerisch von starker, unmittelbarer Wirkung ist. Die Gruppe wird von kostbaren Chormänteln flankiert. Prunkvolle Paramente aus Fulda und ein sehr interessanter, figurenreicher, aus plastischen und malerischen Elementen kombinierter Altar von Butzbach, dessen Flügel mühsam gereinigt werden muhten, ergänzt die Einleitungsgruppe. Ein _ sehr wertvolles Stück ist der berühmte Gelnhäuser Teppich, mit einer zugleich primitiven und überaus lebendigen Darstellung des Lebens Christi: das Stück, um 1400 zu datieren, ist das früheste millelrheinische Werk feiner Art. Dann gibt es eine ausgezeichnete Sammlung hessischer Steinplastik des 14. Jahrhunderts, deren erstmalige Z usammenstellung dem Spezialarbeitsgebiete des Marburger Kunsthistorischen Seminars unter Leitung von Professor Hamann entspricht. Da ist die — für uns lokalgeschichtlich besonders interessante — Schiffenberger Madonna. die kleine Cappenberger Sitzmadonna. ein sehr einheitliches und feines Stück, eine Madonna aus Machern. Figuren vom Lettner der Marburger Elisabethkirche, der Erfurter Severi- S kein les frommem Razarenertum. Steinhaufens typischer, verwischter Malweise. Silbern von Thhlmann und RaSmussen und einer .Betenden Bäuerin" von Giebel, etwa in DantzerS Manier, gut und charakteristisch. Ein Raum mit einer Kollektion großformatiger Photographien dient der Ausstellung xur Ergänzung und will einen Eindruck dessen vermitteln. waS schlechterdings nicht auSstellbar ist. Vor allem Architekturen, wenig bekannte Motive, in vorbildlichen Aufnahmen: Dorfkirchen. Interieurs. Kapitelle u. a. m. Aus anderen Gruppen sei abschließend noch auf einige besonders wertvolle, seltene und charakteristische Ausstellungsstücke aufmerksam gemacht: die Tragaltäre des Roger von HelmarS- hausen (1100). des bedeutendsten Goldschmiede- meifters des Mittelalters, dessen Technik und Stil grunblegcnD für alle spätere Entwicklung wurde: ein Rcisealtärchen des äüeren Cranach für den Landgrafen Wilhelm II.; kostbare Stücke aus dem Fritzlarer Dom schätz, die Glasfenster mit der Darstellung der klugen und törichten Jungfrauen. — Der hier in großen Zügen gegebene Ucbcrblid über die Ausstellung .Religiöse Kunst auS Hessen und Rassau" fann auS mehrfachen Gründen, vor allem mit Rückficht auf die gebotene räumliche Beschränkung, keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sollte aber dazu dienen, wenigstens einen ungefähren Eindruck von der Dielglicderigkeit und den künstlerischen wie kulturgeschichtlichen Werten des hier vereinigten Materials zu vermitteln, auch von dem unermüd- llchen Fleiß, der Findigkeit und dem Organisationstalent der Ausstellungsleitung ehrenvolles Zeugnis ablegen. hth. Marburger Festspiel 1928. Die diesjährigen Marburger Festspiele wurden gestern nachmittag mit der Erstaufführung des Spiel« von St. Elisabeth eröffnet. Die Handlung, der historische Ereignisse aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts zugrundeliegen. ist entworfen von A. Pfeffer (der Schöpferin de« vorjährigen ReformationSspieleS), in Worte gefaßt von Franz Johannes Wein- rich und für die Bühne bearbeitet und in Szene gesetzt von Dr. Fritz Dudde, in dessen Händen die künstlerische Oberleitung der ganzen Ver- anftattung liegt und der sich vor allem um die Schaffung der sehr interessanten. eigenartigen und wandlungsfähigen Freilichtbühne verdient gemacht hat. Die Bühne ist praktllabel und mit guten technischen Einrichtungen versehen: äußerlich von großer Schlichtheit, faßt sie die weitläufigen Spielfelder in vier großen gotischen Bögen zusammen, welche zugleich eine einfache und ästhetisch überzeugende Einordnung der Bühne in die umgebende LanÄchaft bewirken. Die Weit- räumigleil der Anlage gestattet die Entfaltung größerer Massen im Spiel, die an mittelalterliche Vorbilder erinnernde Anordnung der Spielfelder erlaubt pausenlose Verwandlungen und gibt vielseitige Möglichketten szenischer Gruppierung. Das Spiel selbst kreist mit Dorspiel. Zwischenspielen, Rachspiel und drei tn lockere Bilder gegliederten Akten um die verklärte Gestalt der Landgräftn Elisabeth von Thüringen. Der Ort der Handlung ist die Wartburg und ihr Umkreis. Hm daS Kernmottv. die wunderwirkende, mitleidsvolle Rächstenliebe der Landgräfin (die Rosenlegende ist nicht verwendet) ranken sich in Massen- und Einzelszenen mehr oder minder organisch eingewirktc Degleithandlungen, die als Gegenspieler Heinrich Raspe, den Bruder de« Landgrafen, einführen, als den Betreuer der Elisabeth aber den wortgewaltigen und glaubensstarken Priester Konrad von Marburg. Der volkstümliche Charakter des Spiels wird m den Szenen der Dauern, der Aussätzigen und Hungrigen betont, der kulturelle Hintergrund im Kreuzzugsmottv angedeutet, die religiöse Dominante des Ganzen im PassionSspiel des dritten Aktes und im Epilog mit der Verklärung der Elisabeth sinnfällig gemacht. Die Regie Dr. Buddes brachte unter geschickter Ausnutzung der Bielfeitigen bühnentechnischen Möglichkeiten ein bewegtes, fliehendes Spiel, große Gruppenauftritte und wirksame Dia- logszenen heraus. Einzelne Mängel werden sich im Laufe der späteren Ausführungen von selbst beheben, manches wird regiemähig noch abzuschleifen und zu runden fein. Im ganzen würde der Aufführung unserem Gefühl nach eine gewisse Dämpfung im klanglichen und visuellen Stil des Spieles tvohl zustatten kommen: eine Milderung im stimmlichen Einsatz der meisten Massenszenen, wie auch eine koloristische Vereinfachung der abschließenden Szenerie; je schlichter, einheitlicher und ruhiger die Dekorationselemente sich den groß stilisierten, szenisch-architektonischen Grundformen der Bühne anpafsen. um fo geschlossener und wirksamer wird der Charakter des Festspieles sich ausprägen lassen. Das Solistenensemble (7 Damen, 15 Herren) zeigte durchweg ansprechende darstellerische Leistungen. Eine glückliche Besetzung der Hauptrolle, der Landgräfin Elisabeth, lieh sich ermöglichen durch die Gewinnung einer jungen Berliner Künstlerin, Dorothea Thieß, die Schlichtheit. Ursprünglichkeit des Gefühls und frauliche Innigkeit für die Gestaltung der legendenhaften Gestalt einzusetzen hat. Gleichmähig gut wirkten ferner Firmbach als Landgraf, Roland (Konrad von Marburg) sowie Dr. Wiesner und 61 r i e b e ck in der Dovpelgängerpartie des Raspe und de« schwarzen Höflings, obwohl diese beiden Chargen stimmlich stellenweise allzusefw forciert wurden, was in Anbetracht der guten akustischen Verhältnisse der Bühne durchaus vermieden werden kann. Auch die große Zahl der übrigen Spieler war mit Lust und Liebe bei der Sache. Ein vielköpfiges Auditorium füllte den über 2000 Plätze faffenden Zuschauerraum und folgte der Aufführung mit lebhafter Anteilnahme. -y* Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * D a s 2l m t s v e r k ü n d i g u n g s b l a t t Nr.38 vorn 25. Mai enthält: Sttaßensperre-Ausdehnung. — Straßensperre. — Ferngasleitung Gießen—Wieseck. — Polizeioervrdnung über ben Krastfahrzeugverkehr in der Gemeinde Großen-Linden. — Orisbausatzung für die Gemeinde Annerod. Wirtschaft. Oie Erhöhung der Eisenpreise. Don Or. Wegener. Die kürzlich bekannt gewordene Erhöhung der Eisenpreife stellt, objektiv betrachtet, nicht eine Sondermahnahmc der Eisenindustrie, sondern lediglich ein Glied in der Kelte der gegenwärtigen WirtschattSentwicklung dar, bet der Preiserhöhungen und Lohnerhöhungen emander unablässig folgen, so daß man b'Sweilen tn bedenklicher Wese an die Verhältnisse der Jnllation erinnert w.rd Daß diese Entwicklung unerfreulich ist. darüber sind stch wohl alle ‘Beteiligten einig, und auch die Eisenindustrie selbst wird sich zu der Preiserhöhung, die diesmal beträchtlicher alS die vorungegangene ist. nicht leichten Herzens entschlossen haben. Aber eS blieb kaum ein anderer Ausweg, nachdem die Lohnerhöhung im Bergbau zu einer sehr erheblichen Verteuerung der Kohle, deS wichtigsten Rohstoffes der Eisenindustrie, geführt halte. Bei der engen Verflechtung von Kohle und Ecken müffen sich eben die neuen Belastungen deS Bergbaues notwendig in einer weiteren beträchtlichen Steigerung der Selbstkosten der Hüttenwerke durch den verteuerten Kohlenverbrauch auSwirken. Die DerbrouchSverbände der Eisenindustrie haben vor Dtr Verbindlichkeitserklärung deS Schiedsspruches sowohl den ReichSarbeitSmtnister, wie den ReichswirtschattSminister rechtzeitig auf die Folgen einer solchen Maßnahme aufmerksam gemacht. Es wird verschiedentlich die QHcinung geäußert. die Eisenindustrie werde von der Lohnerhöhung im Ruhrkohlenbergbau gar nicht berührt und habe deswegen auch keinen Anlaß, eine Preiserhöhung vorzunehmen AlS Begründung für diese Anschauung führt man an. ba.fr der Preis für Kols vom Syndikat ja gar nicht erhöht sei. Diese Schlußfolgerung hält ernsthafter Prüfung jedoch nicht stand. Richtig ist, daß die Verkaufspreise für KokS nicht erhöht sind. Davon haben aber nur die Teile Der Eisenindustrie Vorteil, die keine eigenen Zechen und Kokereien besitzen und fremden Hochofeickoks verbrauchen. Solche Hvcho.enwerke gibt eS in Deutschland heute nur wenige, in erster Linie die sogenannten Küstenwerke, soweit diese nicht zum Tell sogar ausländischen KokS beziehen oder ihre Kokereien ganz oder zum Tell mit ausländischer Kokskohle betreiben. Die reinen Stahlwerke hingegen beziehen so gut wie gar keinen Koks, sondern nur Kohle. Der weitau» überwiegende Teil der ganzen deutschen Stahlerzeugung liegt außerdem bei den Werken, welche eigene Zechen und Kokereien besitzen. D« Kohlenmengen, welche von der Eisenindustrie, sei es unmittelbar in Der Form alS Kohle, sei es als Koks, im Selb st verbrauch von ihren eigenen Zechen bezogen werden, sind selbstverständlich in gleicher Weise durch die Lohnerhöhung betroffen und verteuert. Für diese Verteuerung konnte naturgemäß bei Den Verhandlungen über die Kohlenpreiserhöhung gar kein Ausgleich geschaffen werden, weil diese Kohle und dieser Koks ja nicht an Den Markt kommen unD infoIgeDeffen keine wirklichen Verkaufspreise haben. Die Verteuerung der Selbstkosten der im Hüttenselbstverbrauch bezogenen Kohle stellt sich durch den Schiedsspruch, Die auch auf dem Hüttenselbstverbvauch liegende Syndikatsumlage und durch Steigerung der Generalunkosten infolge verringerter Förderung auf reichlich 2 Mk. und für den HochosenkokS auf 2,50 bis 2,80 Mk., je nachdem, welche Verwer- tungsmöglichkeit des Gases gegeben ist. Gin Ausgleich für diese Verteuerung der Selbstkosten kann mithin, da diese Kohlenmengen, wie gesagt, nicht an den Markt kommen, auch nicht bei der Kohle erfolgen, sondern lediglich bei Eisen und Stahl. Von Den Gegnern der Eisenpreiserhöhung wird nun auf die wachsende Festigkeit der internationalen Eifenpreife hingewiesen, von der die deutsche Industrie indirekt Vorteile habe. Da sie ihr Den Export erheblich erleichtere. Indirekt auch soll die Möglichkeit, die Ausgleichs sähe für Den Export der o er arbeiten Den Industrie herabzusehen, für die eisenschaffende Industrie weitere Erleichterungen bringen. Schließlich wird auch darauf hingewiesen, daß Frankreich im avge- (aufenen Vierteljahr Aum ersten Male feilte Beteiligungsquote bei der Internationalen Roh- stahlgemeinschaft überschritten hat, waS die Roh- stahlacmeinschafl der Rotwendigleit überhebe, Ausgleichszahlungen für die llnterkontingentSproduk- tion, die bisher durchweg aus Zahlungen der deutschen Industrie finanziert worden sind, an Frankreich zu leisten. Es beginne sich also eine Angleichung deS ausländischen Preisniveaus an das deutsche durchzusetzen, und es wäre gerade in diesem Augenblick unverständlich, wenn die deutsche Industrie die Preise erhöhen wollte. Gegen diese These läßt sich leider allerhand einwenden. Die Verteuerung Der Eisenproduktion wird nämlich durch die höheren Weltmarktpreise nicht ausgeglichen, da auch der heutige Weltmarktpreis noch immer unter Den deutschen Selbstkosten liegt. Der ausschlaggebende Faktor ist daher das Mengen-Verhältnis deS Jnland- absahes zum Auslandadsatz. Da aber daS Inland zur Zeit nicht mehr so au'uahmefähig ist wie im vergangenen Jahre, ergibt sich die Rot- wendigkeit. den Export zu vergrößern. Dadurch gebt logifcherweise für den DurchschnittSerlös wieder das verloren, was durch die Steigerung der Auslandpreise gewonnen werden kann. Die vielfach verbreitete Ansicht, daß Der Durch- fchnittSerlös Der Werke gestiegen sei, ist daher falsch. Im Gegenteil ist trotz Der gestiegenen Auslandpreise eine erhebliche Verminderung Der Durchschnittserlöle eingetreten, eine Entwicklung, die einleuchtet, sobald man bedenkt, daß infolge Der Einschränkung Des Jnlandab'ahes — Der Wegfall Der Reichsbahnaufträge spielt hier eine entscheidende Rolle — seit einigen Monaten mehr als 40 Prozent der Erzeugung exportiert und Dafür die niedrigen Auslandpreise erlöst werden. Es tritt noch hinzu. Daß die Auswirkungen Des EcsenschieDsspruches vom Dezember vorigen Jahres bisher noch rricht voll in Die Erscheinung getreten sind. Heute läßt sich aber schon so viä sagen. Daß erst die Anfangsschwierigkeiten Der großen IhnfteHung überwunden find, die Der Eisenindustrie durch den Dezember-Spruch auf* erlegt wurden, Daß die vollen Leistungen Der früheren Schicht auch heute noch nicht wieDer erreicht sind und daß bei Der allgemein rückläufig aen Äonjunftur mit einer weiteren Einschränkung oei Absatzes und einer dadurch bedingten Verteuerung gerechnet werden muf- Für die nächsten drei Monate laufen noch zahl ?.che Aufträge zu den alten Preisen, und cs ift die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, daß in der Zwischenzeit Im Zusammenhang mit der allgemeinen Teuerungsbewegung neue Steigerungen der Selbstkosten auch für die Eisenindustrie eintreten. Wan sieht hier eben die bereits cvvähnte ununterbrochene Kette von Lohn- und Preiserhöhungen, die allmählich dazu führen müssen, dah wir das am teuersten produzierende Land der Welt werden. Reichsbahn-Abschluß und Tariffrage. Dem jetzt veröffentlichten drittenGejchäfts- bericht der Deutschen Reichsbahn- gesell schäft als Aktiengesellschaft wird Zweifel los größeres Interesse entgegengebracht, als das sonst normalerweise der Fall ist, und zwar im Zusammenhang mit dem Anträge der Reichsbahn auf Tariferhöhung. Die Reichsbahn muß in - dem allgemeinen Teil ihrer Ausführungen zugeben, daß das Jahr 1927 ihr eine beträchtliche Steigerung der Einnahmen, besonders aus dem Güterverkehr, gebracht hat, und die finanzielle Auswirkung dieser Verbesserung der Einnahmen hat, wie die Zahlen der Bilanz beweisen, zur finanziellen Stärkung der Reichsbahn beigetragen: Wie aus der Denkschrift zur Tariferhöhung ersichtlich war, begründet die Reichsboyn ihren Antrag mit der Ausgabensteigerung von rund 450 Millionen Mark gegenüber dem Ergebnis von 1927. Aus der Bilanz geht hervor, daß die Reichsbahn mit rund 600 Millionen Mark an flüssigen Mitteln in das Jahr 1928 eingetreten ist. Wenngleich mit dieser Summe die liquiden Mittel zur gleicl)en Zeit des Jahres 1927 nicht erreicht sind, so sollte ben- nod) diese Summe daraus hindeuten. daß trotz leichter Abnahme die Liquidität von einem a k u tcn Geldbedarf der Reichsbahn nicht die Rede sein kann. Für diese Auffassung spricht ferner noch die Tatsache, daß Die von der Reichsbahn und auch im Interesse der Betriebssicherheit als notwendig zu erachtenden erhöhten Ausgaben für Erneuerungen und Ausbauten allmählich herongeschafft werden können, so daß schon aus diesem Gesichtspunkt heraus von der Möglichkeit einer ernsthaften finanziellen Krise gar nicht die Rede sein kann. Um so mehr hat die Oeffentlichkeit ein Interesse daran, daß von einer neutralen Kommission bei der Reichsbahngesellschaft in technischer und kaufmännischer Hinsicht eingehende Prüfungen gemacht werden, um auf jeden Fall eine so überstürzte Maßnahme, wie es eine Er- Höhung der Tarife ist, zunächst zu vermeiden. Die kaufmännischen Leiter dieser größten deutschen Aktiengesellschaft, die einzigartig in der ganzen Welt dasteht, scheinen mit dem Auftrage auf Tariferhöhung etwas voreilig gewesen zu sein und das Prinzip her Liquidität, die ohne Zweifel bei einem so großen Unternehmen mit besonderer Sorgsamkeit beobachtet und gepflegt werden muh, etwas übertrieben zu haben. Die einmütiae Ablehnung des Tariferhöhungsantraaes der Reichsbahn gefell- fchast in der Oeffentlichkeit hat ihren Eindruck auf die Leitung der Reichsbahngesellschaft nicht verfehlt. Die Verwaltung der Reichsbahn muß einsehen, daß die gegenwärtige Lage der Konjunktur eine Tariferhöhung nicht verträgt. Zudem kann sie den erheblich gestiegenen Posten der Wertpapiere . im Betrage von 172 Millionen Mark (L D. 38 Millionen Mark) entweder durch Lombardierung l oder Veräußerung zur Beschaffung von dringend notwendigen Barmitteln verwenden. Der bereits T gemachte Vorschlag einer D efiz itga ra n ti e des Reichs bis zur Höhe von 250 Mill. Mark ' auf Grund des in der Denkschrift veröffentlichten Voranschlags verdient besondere Beachtung, weil hier ein Weg beschritten wird, der nicht einen Fehl- bedarf einfach durch die Aufnahme kurzfristiger Kredite auszugleichen sucht. Das Reich mußte die Defizitgarantie solange übernehmen, als es der Reilhsvohn nicht möglich ist, aus den laufenden -Einnahmen ihren Fehlbedarf zu decken. Da man zunächst, wenn auch nicht mit einer bedeutenden Steigerung, so doch mit einer weiteren günstigen Entwickluna der Verkehrseinnahmen rechnen darf, so konnte dann später, etwa in Jahresfrist, auf Grund der gesammelten Erfahrungen und eingesetzten Prüfungen, das Problem seiner endgültigen Lösung entgegengeführt werden, ohne daß eine Tariferhöhung im Augenblick unsere Wirtschaftslage schwer schädigt. Wochenbericht vom frankfurter Effektenmarkt. In lüefer Woche war die starke Abhängigkeit der deutsche Börsen noch augenfälliger als in den vergangenen Wochen. Die Verbindungen der deutschen mit der internationalen Spekulation sind außerordentlich eng geworden. So konnte es nicht ausbleiben, daß. wenn auch die Diskonterhöhung der Reuyorker Federal Reserve-Bank zunächst keinen merklichen ungünstigen Einfluß aus hie Tendenz ausüben konnte, die Stimmung später einen Umschwung erfuhr, als von den Auslandbörsen fast allgemein recht flaue Tendenz gemeldet wurde. Namentlich in Paris und Reuyork gab es starke Kurseinbrüche. Daraufhin schritt die Spekulation auch an ben deutschen Börsen zu Glättst ellungen, fei es aus Angst, fei es zur Deckung von im Ausland entstandenen Verlusten. Man wies jedoch auch darauf hin. daß nach ben anbauernben, teilweise starken Kurssteigerungen der jüngsten Zeit ein Rückschlag burchaus hätte erwartet werben müssen. Ein wesentliches Moment, dos zur Beunruhigung unb Zurückhaltung beitrug, waren ferner bic Reichstaqswahlen. Zeigte sich die Börse mit ihrem Ergebnis zunächst eher zufrieden, namentlich im Hinblick auf die günstige Ausnahme im gesamten Ausland, so wurden später doch gewisse Bedenken geltend gemacht. Hinter diese Erwägungen trat die erhöhte Passivität der deutschen Außenhandelsbilanz etwas zurück, wurde jedoch immerhin mit einiger Besorg- nis ausgenommen. Einen günstigen Eindruck machte dagegen die weiter befriedigende Entlastung der Reichsbank noch dem letzten fälligen Ausweis. Es zeigte sich auch bald, daß die Abschwächung offenbar nur vorübergehender Natur war. Die Haupt- ursache für die eintretende Kurserholung und meliere Aufwärtsbewegung war die Tatsache, daß von feiten des Auslandes keine größeren Aogaben vor- genommen worden waren, im Gegenteil weiter gekauft wurde. Nachdem sich die Tendenz an ben Auslandbörsen ebenfalls wieher gebessert hatte, nahmen bie Käufe des Auslandes besonders in Spezialwerten wieder ein ziemlich großes Ausmaß an. Die Baissespekulation, die vorher die Abwärtsbewegung der Kurse durch Blankoobgaben unterstützt hatte, mußte daher zu Deckungen schreiten, und es traten allgemein Kurserholungen ein. Eine starke Anregung boten die Ausführungen des Vorsitzenden des Berliner Bör senvorstandes, Richard Pohl, über seine Amerikareise, namentlich über die Abmachungen bezüglich der Einführung deutscher Aktien an der Neu- norker Börse. Weiterhin befriedigte es, daß die Frankfurter Stadtanleihe von 6,5 Millionen Dollar und die 10-Millionen°Dollaranleihe der AEG. gleich nach ihrer Auflegung in Neuyork überzeichnet wurden. Die bevorstehende Unterbrechung des Börsengeschäftes durch die Feiertage und die Nähe des Ultimos konnten auf die Stimmung keinen stärkeren ungünstigen Einfluß ausüben. AEG. standen im Vordergrund des Interesses und konnten bei lebhaften Umsätzen schließlich 20 v. H. gewinnen. Auch die übrigen Elektrowerte waren gefragt und zogen etwa 2 bis 6 o. H. an, Bergmann lagen 14 v. H. höher. Montanwerte waren bei ruhigem Geschäft nur wenig verändert. J.-G.-Farben logen zwar 4 v. H. höher, bic günstigen Ausführungen in her Generalversammlung machten jedoch keinen stärkeren Eindruck. Etwas reger verlangt waren Kaliwerte, die 4 bis 10 v. H. gewannen. Auf den übrigen Marktgebieten gab es überwiegend 2 bis 5 v. H.-Kursbesserungen. Am Geldmarkt haben die IMtimDDorbereltungen eingesetzt, so daß Taaes- aeld zu 5,5 v. H. reichlich zur Verfügung stand. Am Devisenmarkt blieben Devisen stark angeboten und schwach. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. Die steigenden amerikanischen Dotierungen und die günstiger lautenden Berichte des übrigen Auslandes gaben dem Frankfurter Produkten- markt wohl ein besseres Aussehen, dos Geschäft konnte sich im allgemeinen aber auch nicht lebhafter gestalten, als in der vergangenen Woche. Die Unterbrechung des Geschäftes durch die bevorstehenden Vsingstfeiertage wirkte sehr hemmend, da oie Händler aus diesem Grunde größere Unlust bekundetem Die höheren ausländischen Preise übten kaum einen (Sinbrud auf die Preisgestaltung aus, da Ware im allgemeinen genügend an den Markt kam. Don einer Beteiligung des Exports und der Mühlen, letztere nahmen nur in den dringendsten Fällen Käufe vor. war nur wenig zu bemerken. Aus der andern Seite regten die Deckungen des Auslandes etwas an. Des anders Hafer war bei höherem Preis lebhafter gefragt. Die von der Provinz eintreffevde Ware wurde, auch die teureren Sorten, glatt aufgenommen. 3n Weizen machte sich im Derlaufe der Woche etwas Ma- terialknoppheit bemerkbür. doch wurde der Nach- frage in ollen Fällen Rechnung getragen. Roggen kam in größeren Posten an den Markt, so daß auch die billigere Ware oft nur schwer Ausnahme sand. Ma iS wurde hauptsächlich von der Landwirtschaft gekauft, hier waren besonders die billigeren Sorten bevorzugt. Das Mehl- geschäft war immer noch sehr vernachlässigt. Die verlangten Preise werden von den Käufern in den meisten Fällen als zu hoch erachtet, so daß hierin Umsätze kaum ftattsanden. Am Futtermittelmarkt war Wci enllci: reger gefragt. Das Geschäft konnte hier aber auch nur zeitweise etwas lebhafter gestalten. Am Kar- t o f s e l m a r k i war die Tendenz fest. Zum Wochenschluß blieb das Geschäft klein. Dem Markte fehlte jede Anregung, Umsätze kamen nur in den dringendsten Fällen vor. Es machte sich jedoch für Mehle späterer Lieferung etwaS mehr Interesse bemerkbar. 3m Vergleich zu den Notierungen der vergangenen Woche blieben Weizen. Mais für Futterzwccke. Mais für andere Zwecke. Weizen- und Roggenmehl gut behauptet Roggen war eine viertel Mark billiger. Hafer und Weizen- lleie konnten je eine viertel Marl anziehen. Roggenkleie war unverändert. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen! 26.50. Roggen 28 bis 23.25, Hafer 28 bis 28,50, MaiS für Futterzwecke 25. Mais für andere Zwecke 25. Roggenmehl 38 biS 39,25. Roggenmehl 39,50 bis 40, Weizenkleie 15. Roggenkleie 17,50 bi6 17,75. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Die Nachfrage war in allen Diebgattungen mit Rücklicht auf die bevorstehenden Pfingslleier- tage recht stark, so daß die auffallend starke Zufuhr bei regem Geschäft fast ausverkauft wurde. Die Preise für Schweine erfuhren eine beträchtliche Steigerung. Am Rinder- markit waren besonders gute Qualitäten vertreten. Fette Schweine waren im allgemeinen vernachlässigt. Am Nebenmarkt blieb das Geschäft anfangs weiter rege, doch trat im Verlaufe eine allgemeine Derflauung ein. so daß bei Schweinen und Kälbern ileberftanb verblieb. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1700 Rindern, darunter 447 Ochsen, 72 Bullen, 636 Kühen und ferner 376 Färsen, ferner aus 3010 Kälbern. 120 Schafen und 8340 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 375 Rinder. 1010 Kälber, 20 Schafe und 240 Schweine mehr angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen AI 60 biS 64. If 56 bis 59. B I 52 bis 55. il 47 bis 51. Dullen A 52 bis 57. B 47 his 51, Kühe A 47 bis 52. B 42 bis 46. C 37 bis 41. D 28 bis 36. Färsen A 62 bis 64, B 55 bis «1, C 48 bis 54, Kälber B 74 bis 80, C 68 bis 73, D 57 bis 67, Schafe A 55 bis 60 Notierungen vom 21 Mai, do Scoase wegen des geringen Austriebes am 24. Mai nicht notiert wurden). Schweine B 60 bis 62, E 60 bis 63, D 61 bis 64. E 58 bis 60. Verglichen mit den Notierungen der vorigen Woche waren Rinder gut behauptet. Kälber waren bis zu zwei Mark billiger. Schafe zogen bis zu fünf Mark, und Schweine bis zu sechs Mart an. * ' Wahh & Frey tag A. - G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung erledigte die Regularien. Danach gelangt für daS Geschäftsjahr 1927 eine Dividende von 10 Prozent zur Verteilung. Dom Vorstand wurde autoe* führt, dah die Beschäftigung biS jetzt recht befriedigend sei. Der Auftragsbestand sei wesentlich höher als in der gleichen Zeit deS Vorjahres, was sich auch tn einer Arbeiterzunahme von etwa 20 Prozent auSdrücke. 3m Ausland habe die Gesellschaft in den letzten Tagen einen Auftrag von zunächst etwa 3 Millionen Mark für Straßen bauten in bet Hauptstadt San 3of< der Republik Eostarica erhalten. Auch fei ihnen ein großes Los für Dauarbeiten der Berliner Unter* grundbahn von 4 Millionen Mark in Konsvrtial- gemeinschaft mit einer anderen Firma zugefallen. * Earl Mez & Söhne A.-G. Freiburg. Die Bilanz für daS Geschäftsjahr 1927 weist einschließlich deS Vortrags aus dem Vorjahre einen Reingewinn von 392 901 Mark auf. Vorstand unb Aufsichtsrat schlagen der G.-V. vor, nach angemessenen Abschreibungen eine Dividende von 4 Proz. auf daS Aktienkapital von 6 Millionen Mark (0 Proz. t V.) zur Auszahlung zu bringen und den 'Betrag von 133 256 Mark aus neue Rechnung vorzutragrn. Der Umsatz des Unternehmens hat sich erheblich ge- steigert. GS sind größere Heu- und Umbauten beschlossen und tetltoeife schon in Angriff genommen. * Bi ngwerke A. -G., Dürnberg. Die 33. o. G.-D. erledigte die Regularien und 6c» schloß, den Reingewinn mit 32 420,34 auf neue Rechnung vorzutragen. Eine Satzungsänderung betreffend Hinterlegung der Aktien wurde angenommen. Die Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt. Der Vorsitzende teilte noch mit. dah die Gesellschaft gut beschäftigt fei. berliner Produktenbörse. Berlin, 25. Mai. Das Geschäft konnte sich heute infolge der unmittelbar bevorstehenden mehrtägigen Derkehrsunterbrechung nur sehr schwerfällig entwickeln. Trotz der festeren Meldungen von den Aus- landmärkten waren die Eifofferten für Brotgetreide nur unwesentlich verändert Roggen wurde verschie- denllich sogar billiger als gestern angeboten. Don Umsätzen in ausländischem Brotgetreide war bisher nichts zu hören, dagegen zeigte sich weiter Nach- frage nach nahen Positionen von Plalamais. Sachsen- weizen ist zu gestrigen Preisen begehrt, in der Hauptsache im Erporl nach Polen, da» vielfach angebotene geringere Material findet dagegen nur ganz vereinzelt 3u Futterzwecken Aufnahme. In Jnlandrvggen zur Kahnware waren einige Umsätze zu verzeichnen, nachdem sich die Abgeber etwas entgegenkommender zeigten: dos an der Küste angebotene Material, zu- meist geringe Qualitäten, sand Dagegen kaum Beachtung. Liescrungsaeschäst sehr still bet wenig ver- änderten Preisen. Weizenmehle ruhig. Roggenmehle in normalem Konsumgescbäft. Am Hafermarkt besteht keinerlei Unternehmungslust. Gersten g»6chsalls still. Es notierten (1000 kg): Weizen, märkischer, 263 bi» 266 Mark, Mai 278,75 bis 279,50 ('Brief), Juli 287, September 273 (Geld, ruhia): Roggen, märkischer, 283 bis 285, Mal 294,50 bis 294, Juki 275 bis 275,50, September 254 bis 255 (fester, Mai schwach): Sommergerste 252 bis 290 (ruhig): Hafer, märkischer, 264 bis 270 (still): Mais (zollbegünstigter Futtermais) 237 bis 240 (ruhig): (100 kg): Weizenmehl 32,75 bis 36,50 (still): Roggenmehl 36,25 bis 39,25 S; Weizcntleie 17 bis 17,25 (still). Weizenkleie- sfc 16,85 bis 17,25; Roggenkleie 18,75 bi» 19 (stetig): Viktoriaerbfen 48 bis 60; kleine Erbsen 35 bis 38; Futtererbsen 25 bis 27; Peluschken 24 bi» 24,50; Ackerbohnen 23 bis 24; Wicken 24 bi» 26; Lupinen (blau) 14 bis 15; Lupinen (gelb) 15 bis 16; Serradelle 23 bis 28; Rapskuchen 18,80 bis 19; Leinkuchen 23,50 bis 23,80; Trockenschnitzel 21,30 bis 21,90; Soyafchrot 15,20 bi» 15,40; Kartoffel- flocken 25,40 bis 26 Mark. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 23. Mai. Ein Weißbindermeister aus Altenlotheim hn hessischen Hinterlande hat einem hiesigen Kaufmann, von dem er Waren bezogen hatte, ohne sie völlig zu bezahlen, einen schwer beleidigenden Bries geschrieben. Die darauf- hin von dem Kaufmann erhobene Privatklage wurde heute durch einen Vergleich erledigt. Danach bedauert der Weißbinder die ausgesprochenen Beleidigungen und trägt sein« Rcstschuld und die Kosten des Verfahrens in monatlichen Teilzahlungen ab. Der Erfolg feines beleidigenden Briefe» war lediglich der. daß er zu seiner Schuld noch etwa 80 Mark Kosten zu zohlen hat. Ende April trat ein Metzgergeselle K. bei einem hiesigen Metzaermeister in Arbeit. Am gleichen Tage entmenoete «r einem Arbeitskollegen aus dessen unverschlossener Schublade den Betrag uon 5 Mark und verausgabte das Geld für Getränke und Zigaretten. Er gibt dies zu, bestreitet jedoch, weitere fünf Mark, die dem Befwhlenen abhanden gekommen sind, genommen zu haben. Da» Segen- teil ließ sich nicht feststellen. Da er trotz seiner Jugend schon sechs Vorstrafen wegen Diebstahls, darunter bereit» zwei wegen Rücksalldiebstahl», erhalten hat, wird er zu einer Gefängnisstrafe von fünf Monaten unter Anrechnung der Untersuchungshaft verurteilt. Mit Rücksicht auf den geringfügigen Betrag wurden ihm nochmal» mildernde Umstände jugebiQigt, andernfalls hätte auf Zuchthausstrafe erkannt werden müssen. Spielplan der Frankfurter Theater. Op«rnhau»: Öomxtaa. 27. Mai, von 19JO biS nach 22 Uhr: Der Troubadour. Montag» 28., hon 17 bis nach 22 Uhr: Di« Meistersinger von Nürnberg. Dienstag. 29.. von 19,30 biS 22 Uhr: Tiefland. Mitttmxh, 30.. von 19,30 bi» 22 Uhr: Der Waffenschmied. DormerStag, 31., von 19 biS gegen 22,30 Uhr: (lärmen. Freitag, 1. Ium, von 19,30 bis nach 22,30 Uhr: Der Sigeunerbaron. Samstag, 2., von 19,30 bis nach 22 Uhr: Der Troubadour. Sonntag. 3., von 19,30 bis 22 Uhr: Jonny spielt auf. Montag. 4.. von 19 biS gegen 22,30 Uhr: Die Macht deS Schicksals. — Schauspielhaus. Sonntag, 27. Mai, von 19,30 bis 22,30 Uhr Neibhardt von Dneifenau. Montag. 28., von 15,30 6i» 18 Uhr: SchinderhanneS: von 20 biS nach 22 Uhr: Mar der Prominente. Dienstag, 29.. von 20 bis 23 Uhr: Neidhardt von Gneifenau. Mittwoch. 30., von 20 bis 23 Uhr: Othello. Donnerstag, 31.. von 20 biS 22,30 Uhr: Treibjagd. Freitag, 1. Juni, von 20 biS 22,30 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. SamStag. 2., von 20 bis gegen 22,30 Uhr: Die heilige Johanna. Sonntag. 3.. von 20 biS gegen 22,30 Uhr Die heilige Johanna. Montag. 4.. von 20 biS gegen 22,R) Uhr: Wie es Such gefällt. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. Frankfurt a. M Berlin •«w Datum 24. fl. | 85. 6. 24 5. | 85. 5. 6% Dt. RritManlflh- ». 1M7 Di. einl..'2lBlo|.*S»u[6 mit «u*- «7,23 ' 87.15 87,5 87.. U>|.-£Ri'd)icn......... - ' 51,6 -1 19,3 51.65 51.5 Ztigf ohne ütiflol. Rechte . . 7% otautt Hyp -M. «v!dpf. un- kundbar ihi löse....... 19.13 19.13 06 , 64.75 Ib5.73 163 IG5.5 W teutfd'e Siebttauft. • 10 i»J.•> 144.;. <43.85 143.75 Barmer Bankverein ... 10 ISO ISO 150.75 154 Beniner handel»«eieU|ch. . li Comaurj- unb Lnvat-sank - 11 - .'«..'5 IM».5 180.4 .'80 186 . ^».9 186 Tarmft.» Ranotialbank - - 13 871.9 4bU.v 80.25 TeutlAc Bank ... 10 1.3.0 .73.4 173.V 173.5 Tt#t»n:.'^HekOiäaM »ul . . 10 l»e> |67 167.74 167 Iic-ib.ie: Bank . ... 10 169.25 168,v «66 ü 163.5 Vlittrlbcutidic urebttban! ... 9 — i 114 dtO 216 ''Xdolläaul . ....... 8 144 148 146 5 1 152.5 Reichebank .......1 282.; 0 _> l,iJ Frankfurt a. M Berlin Schluß- Kurs üchluhd Abend, bflrft Schluß Kur» SchiutzK Wittag. 1 dürfe Datum: | 24 5. 23 5. 24. 5. | 25 5 •xe.®......... . 8 tüli.5 191.75 1'30.75 N3.4 «erflmann ..... . 'J 220 5 280 220.75 221.5 elettr. Slefenatiien..... 10 l 3 5 — 183.5 185 Ihdit unb . ...... 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Ungarische Noten - - - Seiifeamatfl Derlm Telearapd'Iche 13.865 71 77 —5ranfhiti 2 « S»ab II 24 Mat 25 Mai Lmritchc elb Noti-rtma vrir» Amtliche Notierung '%tlD Brief dm ft-- 'Hott Srff..Lutw ftrtftimito topenbaaen gtadbolm itaiten . . lonbcn. . . leovoek . . ?an».... Schweiz .. Sva itrn . Jawui . . . Nio de Ian öten in D . 7eg adgcst trug . -elirad - ludaveft. . -ul arten r't'aboH vonn nnx 6tbat. . . 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