Nr. 98 Erster Matt 178. Jahrgang Donnerstag, 2 t. April 1928 Lrich * «al togliä), aiftti Sonntag» inb feiertags Beilagen (Btegtntr ^amthcnDI&nei Henna! im Bild Dir Scholle nionoti-t eincirrets; 5 Rrichsmarti unö 20 ReichspleRntg |tr Traget* lohn, auch bei -lichter- Beinen einzelner-lummern folge böberei Gewalt. Ferasprechanlchlüss»: 61, M und 112 1*14)rtfl Hb Drahrnach- richten Anzeiger tiefte» poßlchecklonto Krontlvri a» Main 1188» Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oderhessen Vrvck »Ad Verlag: vrühl'schr UBtDerfttflts-Bed?- mb Steteörndeni R. Caege tu Gießen. Sdyriftletteng und Geschäftrftelle: rchul'ttaße L annegee oon Anzeigen für die Iag<»nummer bi» !»■ AachmUiag vorder. Prele ter I ne höhe ttr Hnjetcen von 27 mm Brette örtlich 8, auimdrte 10 -ieichipiennig. für Re» klamean • eigen oon 70 m Brette 35 Reichspsennig, Platzvorschrist 20 mehr. (Tbefrebfllneur Dr Fnedt Wild Lange. BeranltvorUich tür Dobtih Dr Jr Wild Dange für Feuilleton Di H Tbgtiot, für den übrigen Teil Er st Blumichein, für »en Bn- zeigenteil Kurt Hillmann. Illmtlich in em.) ist der Auffassung, der Pensionierung nicht allein der bah bei L,_ ___________ _ finanzielle Gesichtspunkt ausschlaggebend sein dürfe. Andererseits sei aber auch durch die Ein- fützrung deS Altcrsgrenzengesehes eine raschere Auffrischung der Beamtenschaft erfolgt. Abg Dr. Leuchtgens (Dbb.) erklärt daS Bekenntnis des Vorredners über die politischen Zeitlich 3ule^t behandelt« der Hessische Landtag am Mittwoch die Frage de» besetzten hessischen Gebiete». Dafür aber war da» 3nterede an dieser Frage am aroßten. Der Abge- ordnete Winter au» Mainz schnitt alle die Fragen an, die sich au» der Besetzung Rheinhessen» für da» Parlament ergeben. Da er die Röte der rheinischen Bevölkerung und namentlich der Main- xer perlonl ch kennt, setzte er sich In warmherziger Weise für seine Leidenrgrnossen ein Er verwie» aus die unaeheure Rot, die sich aus den übergroßen Beschlagnahmungen nn Wohnraum im besetzten Gebiet ergibt Er schilderte den seelischen Druck, der im besetzten Gebiet herrscht, ausgehend oon der Militärgerichtsbarkeit, dem Vrbonnanzensystem, der behinderten Wirtschaft und der dadurch veranlaß- len besonders starken Arbeitslosigkeit. Wenn auch die bisherige deutsche Außenpolitik noch keine weiteren fühlbaren Erleichterungen gebracht habe, so müsse die Verständigungspolitik doch mit Straft und Energie roelteracführt werden Dem schloß sich der sozialdemokratische Abgeordnete Reuter an. Der mit seinen Ausführungen das Bild der Leiden der Be- oöikerung noch vervollständigte. Nachdem noch der Abgeordnete Schott für die Volkspartei und der Abgeordnete Axt für die Aufwertungspartei ihre Sympathie für die Brüder am Rhein und Ihre Bereitwilligkeit, persönlich zu helfen, ausgesprochen hatten, ergriff Staatspräsident Adelung das Wort, um die sich aus der Besetzung ergebenden Schädigungen de» sittlichen und wirtschaftlichen Leben» darzulegen. — Da» Hous holte dann noch die gestern zurückgestellten Abstirnmunaen noch und vertagte sich beim Etat de» Innenministerium» auf Donnerstag. Sitzungsbericht. Darmstabl, 25. April. (WHP.) Präsident Delp eröffnet um 10.20 Uhr fort schwach besuchter Tribüne die Sitzung. Vie Altersgrenze. Abg. Hein stabt (3entt.) bittet als Berichterstatter, den kommunistischen Antrag auf ö l n- fübrung der P e n s i o n s g r e n z e bei 60 Jahren, auf Streichung der Zuschüsse zur OffizierS-Witwenkasse und für Gnadengehalte abzulehnen. Abg. 'firi. Birnbaum (D.D.) bittet die Aegierung. die Pension-Vorschriften auch auf die technischen Assistentinnen auszudehnen. Abg. B e st (Brp.) ist au- finanziellen Gründen gegen die PensionSgrenzr von 60 Jahren. Sr wünscht eine Ausstellung über die Pensionierungen ab 1. Oktober 1921, den jährlichen Durchschnitt der Pensionierungen heute und 1914. Aba. Wibernann (Soz.) wäre ebenfalls für die PensionSgrenze von 60 Jahren, wenn die finanziellen Möglichkeiten gegeben wären. Sr schätzt den dafür erforderlichen Betrag auf 15 Mill. Mark. Die Zersplitterung im Derftcherungswesen bei Arbeitern und Beamten sei eine Llngerechtigkeit und müsse verschwinden. Die geringen Gnadengehalte will er nicht gestrichen sehen. Absichten bei der Pensionierung für sehr wertvoll. Ds sei eine Grausamkeit, wenn arbeitsfähige und -willige Beamte mit dem 65. Jahre au - dem Amt gewiesen würden. Durch die Zwang-pensionierungen würden enorme Lummen zum Fenster hin aus geworfen. Er beantragt daher, die PensionSgrenze a u f 7 0 Jahre festzusetzen. Die Linke wolle nur die Jugend für sich fangen. Aba. Kindt (Dn.) erklärt. daS Bekenntnis des Abg. Keiber beweise, daß sich die neue Koalition stärker und verwurzelter fühle alS die frühere. Aba ® a I m (Komm.) begrüßt das Bekenntnis deS Aba. Keiber, denn dem jungen Aachwuchs müsse Platz gemacht werden. AlS der Redner bann gegen den Reichspräsidenten wegen seine- hohen Alter- polemisiert, entsteht ein großer Tumult. (Der Abgeordnete wird vom Präsidenten zur Ordnung gerufen.) Warum habe der Bauernbund für bte Minister- und hohen Beamtenpensionen gestimmt? Abg. Frau Hattemer (Zentr.) setzt sich für die Altpensionäre ein. Durch die neue Besoldungsregelung sei wohl ein Teil brr Alt- Pensionäre besser gestellt worden, der übrige Teil müsse aber gleichgestellt werden. Abg. Seiner (Dem.) setzt sich mit der Kritik seiner Vorredner auseinander. Auch im alten Heer habe es doch eine .Majorsecke" gegeben. Die Demokraten seien für das Altersgrenzen- gesetz. um daS Recht der Jugend zum Quifruden zu wahren. Es folgt Kapitel 20 (S t a a t s v e r l a g). Abg. Dr. Müller (Dbd.) wünscht eine wahrheitsgetreuere Lcmdtagsberichlerstattung des Re- gietnmgsorganS. — Staatspräsident Adelung stellt fest, daß ein offizieller Land- WirtschaitSleben ueede ruinös beeinflußt, wodurch die Arbeitslosigkeit le o.iter» drückend fei. Erklärlich werde dadurch die gesunkene S t c u e r l r a I t Von d r Unsicht, arkeil der Besatzung sei nicht- zu spüren. DaS Betrüblichste sei. daß heute noch Deutsche vor (ran- zösIschc Kriegsgerichte geiieill würden. Der Redner hol t. daß auch in Frankreich der militaristische Geist oer'chwii den m 'e Die Der- ständigungSpolttt müf.c mit aller Ä ast weiter- gesührt werden. Ein Aufgeben dr hessischen Gesandtschaft In Berlin sei Verrat am besetzten Gebiet. Der Redner fordert besondere Hilfe daS Reiche- für das besetzte Gedi.'t. Wenn auch der ßanbtai seine Pflicht tue. werde Mainz das deutsche Bollwerk deS deutschen A h e i n S bleiben. Qibg. Reuter (Soz.) zählt die Ordonnanzen aus, durch die daS Leben im befetten Gellet beeinträchtigt werde. Deutschland brauche elre wahrhafte DerständtgungS o l'it. die nicht durch die Deutschnationalen be aftet werden dürfe. Auch die französischen Sozialisten taaSbericht nicht in der „Darmstädter Zeitung" erscheint. 6r fe überzeugt, daß alle Berichterstatter bemüht seien, objektiv über alle Aedner zu berichten. Diele Heben seien aber auf der Pressetribüne unverständlich. DaS Kapitel wird genehmigt. Rheinhessens Jiot SS folgt Ka eitel 21 (auswärtige und Deichs- Verhältnisse,. Abg. Winter (Zentr.) will immer wieder daraus hingewiesen haben, dah in Mainz keine Erleichterung der Besetzung emge- treten sei. Die 14 000 biS 15 000 französische Soldaten überschritten die deutsche Frie- denSgarNison ganz erheblich. Die Mainzer Gewerbetreibenden hä ten von der französischen Garnison keine wirtschaftlichen Vorteile. da die Franzosen ihre eigenen Händler mit» bringen. Besonder- werde die Wohnung-- n o t durch die Besatzung rerfchä t 11 CO3 Wohn- räume seien in Mainz b.sch'aTnahmt In W o r m s seien die Verhältnisse nicht besser. Auch daS ©frefemann spricht in München. Nationalsozialisten stören die Rede des Deichsaußenministers München, 25. April. (IDB.) DU Slrefemann- versammiung In München war schon zwei Stunden vor Beginn völlig überfüllt. E» hatten sich auch zahlreiche Nationalsozialisten clngefunben. Dr. Strcsemann wurde bei seinem Erscheinen von seinen Anhängern sehr lebhaft begrüßt. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Beniner, gab In seinen Begrüßungsworten der hofsnung Ausdruck, dah München beweisen werde, dah r» den deutschen Reichsaußenminister ruhig au- höre. 6» gelang auch De. Strrsemann etwa eineinhalb Stunden zu sprechen und seine Gedanken trotz mehrfacher Unterbrechung durch die Rational- sozialisten, die mit Irillerpfelfen kämpften, durchzusetzekt. 3m Verlauf der innerpolitischen Ausführungen de» Minister» stimmten die Rakional- soziallsten demonstratio in störender Absicht da» Deutschlandlied, da» hitllerited und die „Dachl am Rhein an und brachten Hochrufe auf Hillier au», die von den Anhängern SUesemann» mit Hochrufen auf den Außenminister erwidert wurden. Da es sich al» u n m ö g l i ch erwies, die Ruhe In der Versammlung wiederherzustcllen, schloß der Vorsitzende gegen 10 Uhr die Versammlung mit der ausdrücklichen Feststellung, daß e» nicht möglich gewesen sei, dem deutschen Außenminister in München Gehör zu verschaffen. Dr. Slrefemann hatte am Schluß seiner Rede dem Bedauern Ausdruck gegeben, daß den Gegner auch da» Deutschlandlied nicht heilig genug sei, um nicht von Ihnen al» Störungsmiltei gebraucht zu werden. Beim verlassen de» Saale» wurden dem Minister von seinen Anhängern e r - neute Ovationen dargebracht, während die hitkleranhänger da» hittlerlied weiterfangen, Landes- polizei und Blaue Polizei räumte schließlich den Saat Der Minister reiste programmäßig nm 22.55 Uhr nach Berlin zurück. Oie Rede. 3n feiner Lede führte Dr. Stresemann zunächst zur Frage „Deich und Länder" u.a. folgendes au«: Das Problem der Erneuerung des Deiches ist nicht durch Schlagworte zu lösen. Eine« muß dabei von vornherein ausgeschlossen sein: Daß irgendwo in Deutschland ein Zweifel am ReichSgedanken bestände. Der Beweis für Bismarcks Werk ist fein Bestehen über bie Diederlage im Weltkriege hinaus. Gar zu gern hätte man damals in leindlichen Ländern das Wiederaufleben von Rheinbund-Ideen oder süddeutschem SevaratiS- muS gerben. Das bayerische Doll hat jede solche Idee bewußter Weife zurückgewiesen. Dicht der ReichSgedanke steht deshalb in Frage, sondern die Erörterung, wie man dem Deiche am besten bient Drei Fragen drängen sich dabei auf: DaS Verhältnis von Reich und Preußen, die Verhältnisse der Kleinstaaten im Reiche und das Verhältnis des Reiches zu lebensfähigen Ländern. Wir müssen versuchen, Reich und Preußen in engere Verbindung zu bringen. Ein Gegeneinander lähmt die ReichSgeschälle in außerordentlichem Maße. AIS ich Reichskanzler wurde, habe ich versucht, den preußischen Ministerpräsidenten zu bewegen, i n das Reichskabinett einzutreten und gleichzeitig dem Reichskanzler die Möglichkeit zu geben, im preußischen Staat-Ministerium selbst mttzuwirken, um durch persönliche gegenteilige Fühlungnahme die Schwierigkeiten auSzuräumen. Darüber hinaus stecken in Dem Verhältnis des Reiches und des größten deutschen Bundesstaates große Möglichkeilen in bezug auf die De r wa l- tungsvereinsachung, die in ErsparniS- mabnahmen und in der Beseitigung überflüssiger Arbeit auSenden können. Dem Aufgehen nichl lebensfähiger Länder In größer« Länder sollte kein Hindernis entgegengestellt werden. Der Einheitsstaat kann nut ans voller Freiwilligkeit aafgebaut sein. Debet andere IDcg Ist ungangbar, well er nur neue Schwierigkeiten schaffen und von dem Ziele bet inneren Einheit wegsühten würde. Sin Wort über die DelchSve rfasfung Di« Möglichkeit ihrer Fortentwicklung ist durch ihren eigenen Wortlaut gegeben. 3m übrigen ist sie da- Dach, unter dem wir leben. Deshalb arbeiten wir in unserer Partei am republikanischen Deutschland und im republikanischen Deutschland. Dor uns liegen die größten außen- und innerpolitischen Ausgaben. Gegenüber der Lebensnot und dem Elistenzkamps des deutschen DotteS gibt »S keine Staats- formfragen. Die innere Einstellung des einzelnen über die theoretisch beste Form der D«r- faffung bleibt davon unberührt. Verbinden wir daS, was uns lebensfähig erhalten hat und was gut im alten Deutschland war mit jener Stärkung des VerantwortungsbewutztseinS des deutschen Volke-, die ihm die neue Verfassung gegeben hat und arbeiten wir gemeinsam an der Lösung der großen Zeitfragen, die wir, namentlich in den nächsten Jahren, zu bewältigen haben werden. Dann kam Stresemann aus die Außenpolitik und die lnnerpolui|d)c Entwicklung seit 1923 au sprechen und führte dazu u. a. auS: Er habe den Eindruck, daß viele seiner Kritiker an der Tatsache vorbei gehen, daß Deutschland den größten Ärieg der Weltgesch ichte verloren hat. ES sei ganz falsch, zu behaupten, dah der Ruhrkampf vergeblich geführt wurde. Er habe der ganzen Welt bewiesen, tote falsch die Behauptung ist, daß daS Rheinland nicht deutsch bleiben wolle. Der Duhrkamps habe abgebrochen werden müssen, weil wir unS an ihm finanziell verblutet und nichts Wetter erreicht hatten. Erst von diesem Zeitpunkt an habe die Stabilisierung der Währung in Angriff genommen werden können. Der Minister fuhr fort: »Ich wünschte, daß über daS Dawes-Gutachten nur diejenigen sprächen, die es wirklich kennen, dann würden sie auch wissen, daß eS jenen Transferschutz enthält, daß nur solange Devisen transferiert werden können, alS die deutsche Währung nicht ins Schwanken komme. Der Locarnovertrag war der erste Schritt zu dem Ziel der Verhinderung einer dauernden Festsetzung Frankreichs am Rhein und brachte die Garantie Englands, seine Macht dann einzusetzen, toerut irgendwann der Rhein Gegenstand eine- bewaffneten Äon- fliktes würde Als Folge des Locarno Vertrages wurde die Freiheit der Zivilluftfahrt. die Freigabe des deutschen Eigentums in den Vereinigten Staaten und die Investierung privater Anleihen der deutschen Wirtschaft ermöglicht. Denn im Jahre 1923 die Politik der Rationalsozia- listen zur Durchführung gelangt wäre, so würde sie den Bruderkampf im Reiche entfesselt und das Reich dem Bolschewismus a u 8 gelt e f e r t haben. Wenn die Dationalsoziallsten damals das Reich vor dem Bolschewismus bewahren wollten, so hätten sie in diesem Augenblick an der Seite der Regierung Stresemann stehen müssen. Das Handeln der Rattonalsozialisten sei eine Pflichtvergessenheit gegenüber dem Schicksal deS Reiches gewesen, mit dem sie gespielt hätten. Es kam dann zu der bereits gemeldeten Demonftratton der Rational- fozialisten, die zur Schließung der Versammlung führte. leien für bie Räumung deS bereuten GeoieteS. Die Bevölkerung b?8 besetzten Gebiete- fei nicht für nationalistische Umtriebe. Der Redner fordert auch wegen d.S besetzten Gebiete- den Ein- heitSstoat. Die Rheinwas erd r. Lion g«ch e nach Mainz. Ter Mainzer Wohl ahrt-etat Id heute achtmal so groß wie 1914. Durch den Wohnung-neubau im befetten Geb e' würden besonders die sozial bei ergcftellten Ä ei e begünstigt. Warum erhalte Rh.lneel en nicht.* au» dein Grenzfonds des Dcichs a i ettS? Von den Wahlen in Fiankreich und Eng and erhol t der Redner eine Stärkung der Friedensfreunde. Abg. H a m m a n n (Äom.) ruft der Rechten die von Deutschland wahrend des Krieges vorgenommene Besetzung fremder Gebietsteile ins Gedächtnis. Die Kommunisten lehnten die Desan t- schaft in Berlin ab. da Herr Ruß dort rbmikbe Politik treiben werde. Erst die rote Revolution werde den unterdrückten Völkern der Welt hel en. Abg. Böhm iDnt.) vertritt die 2uffai|u".g, daß die Deutschnationalen keine Belastung er Außenpolitik gewesen seien Der franzö Üche Wunsch nach dem Rhein sei in allen Zeitei» unverkennbar gewesen Abg. Schott (DVD.) hebt ebenfalls bie Selben des besetzten Gebietes noch einmal hervor. Die Verständigungspolitik StresemannS Id bie einzig richtige Politik. Abg. Afft (Vrp.) stimmt ben Ausführungen seine- Vorredner- zu Siaaisprössdeni Ad-lunq erflärte: Der Antrag bet Kommunisten, bie Ge- sandtschast in Berlin aufoubeben. zeiat eine totale llnkenntni- über die Derhältnille der Gesandtschaft Die Gesandtschaft ist kein Ueberrefl au« dynastischer Zelt, der repräsentativen Zweck.m bient, sondern es muh dort tntenftv gearbeitet werden Die Bezeichnung Gesandtschaft sollte beseitigt werden, weil sie -u Irrtümern Anlaß geben kann, aber von Hellen allein tarnt dtas nicht geschehen. E- ist richtig, daß die Gesandtschaft die Interessen der Industrie nach Möglichkeit fördert: hierdurch werden auch die Interessen der Arbeiterschaft gewahrt. Die Frage de- Einheitsstaates Ist wiederholt in der Au-sprache berührt worden. Insoweit es sich um Vereinfachung und Rationierung bet Verwaltung handelt, bat der Gedanke in allen Parteien, wie mir scheint, Boden gefunden. Für die hessische Regierung gilt es. die polittsche Zwangsläufigkeit und Rotwendigkeik Har zu erkennen und bewußt den Weg zu Breiten. DaS Verhältnis der Länder und Gemeinden zum Reich kann jedenfalls so, wie es sich gegenwärtig gestaltet hat, unmöglich bleiben. Die Auswirkungen der Besetzung auf bie Bevölkerung sinb bekannt. Davon au sprechen ist jedoch immer wieder nützlich. Ich falle zusammen: Einmal ist eS der starke psychische Druck, den die Anwelenheit fremder Truppen in der friedlichen Heimat Hervorruf t, während man Räumung erwarten kann. Daneben treten besonder- stark bie übermäßigen Beschlagnahmungen in E.schnnung, bie bekanntlich gerade im hessischen besetzten Gebiet schwer auf der Bevölkerung lasten. Eine Bermlnberung der Truppen, Insbesondere In der Stabt Alain;, ist seit meinen letzten Mitteilungen Ende Februar noch in ke ner weise eingelreten. weiter Ist e» da» auf dem Ordonnanzensystern aufgebaute Befatzungsregl- menl, ba» bet Bevölkerung in unzähligen Auswirkungen noch Immer vor Augen führt, dah sie nicht frei ist. 2rn Kalenderjahr 1927 wurde oon den Desatzungs« gerichten in nicht weniger als 1520 Fällen verhandelt, darunter nur etwa sieben Prozent nicht politischer Fälle. Es wurden verhängt 79i Jahre Gefängnis ohne Strafaufschub, 15) Jahre mit Strafaufschub, ferner 66j Jahre Gefängnis in Abwesenheit, sowie Geldstrafen in Höhe von 36 763 Mk und 15 359 Francs. Wenn man diese Zahlen hort, erhält man einen Begriff von der Bedeutung, die der M i l i t är g e r i ch t s b a r - leit zukommt, deren Beseitigung wir immer gefordert haben. Schließlich ist der überaus schweren Wunden zu gedenken, die die vergangenen Besatzungsjahre der Wirtschaft des besetzten Gebiets geschlagen haben. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß sich die Wirtschaft des besetzten Gebiets noch nicht e r h o l t hat von den schweren Schädigungen, die die Besetzung mit sich gebracht hat. Um Aufträge für das besetzte Gebiet hereinzuholen, waren und sind die amtlichen Stellen nach Kräften bemüht, wenn auch in vielen Fällen keine Einwirkungsmöglichkeit besteht. Es wäre sehr zu begrüßen, wenn insbesondere auch die Reichs st eilen und vor allem die Reichsbahn g e s e 11 s ch a f t auf die Firmen de» besetzten Gebiets bei Vergebung ihrer Aufträge besondere Rücksicht nehmen wollten. Unter dem Damie- berliegen der Wirtschaft leiden die Kommunen sehr stark, weil sich die oerminberte finanzielle Leistungsfähigkeit der Wirtschaft gerade bei ihnen in hohem Maße auf der finanziellen Seite auswirkt. Besonders sind die Städte, in denen Besatzungstruppen garnisonieren, in einer höchst unangenehmen Lage. Bergegenrodrflgf mau sich bl# Deschlagnah- mungen. wie sie j. B. die Stabt Main; aufzu- weifen hat. nicht nur von IDohnangen, sondern insbesondere auch von Industrieanlagen, 3n- dustriegelände, von Gelände, das für die Ausdehnung der Stadl nötig ist. so wird man die Klagen der Stadtverwaltungen begreifen, die den wirtschaftlichen Jliebergang vor Augen sehen, wenn Ihnen nicht geholfen wird. Einer solchen wirtschaftlichen Hilfsaktion mühte m. E. seitens des Reichs ein besonderes Augenmerk gewidmet werden. Hier ist die geplante Verbreiterung der Straßenbrücke über den Rhein in Mainz zu erwähnen, für die die hessische Regierung weiterhin mit stärkstem Nachdruck Reichsmittel fordert. In Frage käme weiterhin der Bau von Gruppenwasserwerken, Verbesserung des Wohnungswesens, Regulierung von Bächen und Flüster^ Maßnahmen zur Kräftigung des Handwerks, zur Belebung des Verkehrs, zur Hebung von Acker- bau und Viehzucht im besetzten Gebiet, des Wein- und Obstbaues, Verbesserung von Straßen, Schaffung großzügiger Sportanlagen — alles Dinge, die geeignet sind, auf Handel und Wandel höchst fördernd zu wirken sowie die Erwerbslosigkeit zu vermindern, die jedoch mit den zur Heit verfügbaren Mitteln nur durchaus unzulänglich geför- dert werden können. Ich gebe an dieser Stelle der Hoffnung Ausdruck, daß die Reichsregierung den von mir nur skizzierten Fragen ihre Aufmerksamkeit schenken wird und daß der Reichstag, der bisher in zahlreichen Fällen für die Röte der besetzten Gebiete viel Verständnis gezeigt hat, auch hier zu helfen bereit ist. Bisher sind alle Bemühungen, Hessen an den Mitteln des vom Reichstag bewtlligten Grenzfonds zu beteiligen. mißlungen. Während, soweit uns bekannt ist. Preußen 7 Millionen, die Pfalz 3.8 Millionen und Birkenfeld 0.2 Millionen erhalten (diese Beträge sollen infolge Erhöhung des Grenzfonds noch erhöht werden), geht Hessen leer aus. Selbst wenn der Grundsatz streng durchgesührt werden kann, daß nur ein enger Grenzgürtel bedacht werden soll, bedeutet die Zuwendung für di« genannten Länder eine Entlastung, die Hessen nötiger hätte als jedes andere Land. Die Regierung wird ihre Bemühungen, für den empfindlichen Ausfall, den Helfen hier erleidet, einen Ausgleich zu erhalten, mit größter Rachhaltigkeit fortsetzen. Ich fann nicht schließen ohne die so oft ausgesprochenen hessischen Forderungen auch hier wiederholen: besondere Fürsorge des Reichs für unser besetztes Gebiet. Entlastung des Landes von den Folgen der Besetzung auf finanziellem Gebiet. Abg. Werner (Dn.) gibt zu. daß auch in den politisch rechts gerichteten Wirtschaftskreisen die Neigung zum Einheitsstaat zugenommen habe. Seine Partei sei nach wie vor d a g e g e n. Auch eine Aig'iederung Oesterreichs könne nur in dem Gedanken des Bundesstaates erfolgen. Die Abstimmung wird ausgesetzt, ebenso zu Kapitel 22 (Oberrechnungs'ammer), Kapitel 23 (Derwaltungsgerichtshofl. Kapitel 24 (Staatsarchiv) und Kapitel 26 (Postgebühren). Weiterberatung Donnerstag: Beratung deS Etats deS Innenministeriums. Oer Reicbsfinanzminister im Wahlkampf. SöhlrrÄ Romrcife. Konstanz, 25. April. (WTD.) In einer bfsentlick>en Versammlung im Konzllsaal sprach oeslern abend Reichssinanzminister Dr. Köhler, t der u. a. sagte, für die Zentrumspartei stehe : die deutsche Reichsversassung obenan. Diejenigen, f die in stiller positiver Arbeit an der Ausgestaltung der Republik tätig seien, seien mindestens ebenso gute Republikaner wie solche, die fortwährend Hochrufe auf die Republik ausbrachten. Die Schwierigkeiten der Lösung der Frage Reich und Länder lägen weniger in Süddeutschland als vielmehr bei Preußen. Bei dieser Frage müsse auf die kulturelle Eigenart der Länder das Augenmerk gerichtet werden. Es könne keine Rede davon sein, daß die süddeutschen Länder ihre Selbständigkeit und Eigenart Preisgaben. Als Ausgabe des neuen Reichstages bezeichnete der Redner die Durchführung einer großen Agrarreform. Bezüglich feiner Romreise sagte der Minister, er habe mit dem Reparationsagenten eine längere eingehende Aussprache gehabt. Die deutsche Währung stehe fest und unerschütterlich. Wer diese Tatsache dem deutschen Finanzminister nicht glauben wolle, der werde sie dem Reparationsagenten glauben müssen. General Wränget f. 3n Brüssel ist, noch nicht fünfzig Jahre alt. der Führer der letzten rufsischen weißgardisti- schen Arme«. General Wrangel. gestorben. Ec war einer der wenigen hervorragende i Offiziere des Zarenheeres, der nicht die Wa^en vor den 'Bolschewisten kampflos streckte, sondern sofort zu retten versuchte, was sich noch retten lieft. Sein Stern ging aber erst mit dem Untergang des Generals Denikin auf. Rach der empfindlichen Schlappe, die dieser Antibolschewist durch die Role Armee erlitten hatte, sammelte Wrangel die Trümmer des geschlagenen Heeres, führte sie nach Südruftland, schuf nicht nur eine straffe Militär-, sondern auch eine gut funktionierende Zivilverwaltung und erlangte dadurch die Unterstützung der alliierten Mächte, namentlich Frankreichs, das thm nicht nur neue Freiwillige, sondern auch Waffen und Geld zuführte. 1920 war Türangel tatsächlich der Beherrscher Südruftlands und, wie es schien, auch derjenige, der das Zeug in sich hatte, die Bolschewistenherrschaft zu brechen. Aber Wrangel wollte nur vorsichtig zu Werke gehen, wollte erst einmal die Massen des russischen Volkes hinter der roten Front gewinnen und sich auch die zu den Bolschewisten hinübergewechselten Kosaken wieder zu Freunden machen. Wär« nach seinen Plänen verfahren worden, dann wäre Rußland vielleicht he le schon vorn Bolschewismus befreit. Heine französischen Freunde jedoch wollten Waffenerfolge sehen, um möglichst rasch in don Besitz der südrussischen natürlichen Rcnch- tümer und Bodenschätze zu gelangen. Hie trieben die Drangel-Armee auS ihrer srcheren Position heraus, wodurch bedeutende Ge'.ändegewi.me erzielt. aber auch die Front erheblich geschwächt wurde. Was befürchtet wurde, trat ein die Rote Armee nahm den Kampf gegen die wegen ihrer Länge recht dünn gewordene Verteidigungslinie der Wrangel-Arm« auf. setzte am 24. Oktober 1920 zu einem hervorragenden Angriff an und überrannte Wrangels Stellungen. Die Weißgardistischen Truppen verteidigten sich zwar verzweifelt: am ^Eingang zur Krim-Halbinsel häuften sich die ^oten zu hohn Bergen, aber chre Kraft war bereits gebrochen. Wrangel mußte feine Arm« ernschrffen und nach Konstantinopel flüchten. Er hat in den nachfolgenden Jahren versucht, seine Regimenter zusammenzuhalten. hat in Bulgarien und Südslavren große Heerlager errichtet, mußte aber schließlich doch zur Auflösung des geschlagenen und in tiefstem Elend lebenden Heeres schreiten, während er selbst sich nach Brüssel zurückzog. Der Traum WrangelS. ein Retter seines Volkes zu werden, konnte nicht mehr in Erfüllung gehen. Er starb, von seinen früheren Verbündeten vergessen, von den russischen Emigranten tief betrauert, fern von der Heimat in der belgischen Hauptstadt. Die Stichwahlen in Frankreich Ein Wahlbündnis der Linken. Eigene Drahtmeldung der „Gießener Anzeigers". Berlin, 26. April. Die am Sonntag in Frankreich stattfindenden Stichwahlen, in denen die Entscheidung über die Verteilung von zwei Dritteln aller Kammermandate fällt, haben die Linksparteien veranlaßt, sich fester zusammenzuschließen. Sozialisten und Radikale sind überein- gekommen, sich gegenseitig nicht zu bekämpfen, sondern ihre Wählerschaft aufzufordern, entweder dem sozialistischen oder dem radikalen Kandidaten dort die Stimme zu geben, wo schon bei der ersten Wahl die eine oder andere Partei die Mehrheit erhielt. Durch das Zusammengehen der Linksparteien wird sich allerdings der Sieg der Rechten nicht mehr aufhalten lasten. Es ist so gut wie ausgeschlossen, daß dieses Bündnis die Hoffnungen erfüllt, die von den Schulter an Schulter kämpfenden Parteien gehegt werden. Da die Kommunisten zu erkennen gegeben haben, daß sie unter keinen Umständen ihre Kandidaten in den umstrittenen Wahlkreisen zugunsten der Sozialisten zurückziehen werden, kann es geschehen, daß zahlreiche sozialistische Wähler sich wegen des Bündnisses mit den Radikalen veranlaßt sehen könnten, ihre Stimme den kommunistischen Kandidaten zu geben, während auf der anderen Seite bei der radikalen Wählerschaft Absplitterungen zugunsten mehr rechtsstehender Kandidaten eintreten können. Im Elsaß ist, nach einem Pariser Funkspruch. im Wahlkreise Straßburg Stadt l der Kandidat der Rationalen Einigung zugunsten des Sozialisten, des Bürgermeister P e i r o t e s zurückgetreten, der am Sonntag den von den Autonomisten unterstützten kommunistischen Kandidaten gegenüberstehrn wird. Dasselbe geschieht im Wahlkreis Straßburg Stadt II, wo am Sonntag auch der Sozialist Weill und ein kommunistischer Kandidat sich gegenüberstehen werden. Die Sozialisten werden in Z a b e r n und Hagenau die Kandidaten der Rationalen Einigung gegen die Kommunisten und Autonomisten unterstützen. Frankreich und der Antikriegspakt. Amerikanische Eventualpläne. Paris, 25. April. (WB.) Der Reuyvrker Korrespondent des ..Petit Parisien" will über die Ausnahme des französischen GegenentwursS zu einem Antikriegspakt berichten können, daß man in Washington glaube, die vier anderen Mächte, besonders Deutschland und England, wurden dem Entwurf Kelloggs den Vorzug geben. Man hoffe, daß Frankreich dadurch beeindruckt auf feine Opposition und auf seine gegenwärtige Einschränkung Hinsicht.ich der Aechtung des Krieges verzichten werde. Richt eine älebergangs-, sondern eine ausgleichende Formel müftte gesunden werden, die den hauptsächlichen Inhalt des Vorschlages Kelloggs aufrechterhalte. Falls eine derartige Formel nicht gefunden werden könne, oder falls Frankreich seine vier Vorbehalte aufrechterhalte. würde dies, so erkläre man im Staatsdepartement, nicht einen vollkommenen Mißerfolg der Initiative Kelloggs bedeuten. Daihinai n. London. Berlin und vielleicht auch Toiio i nd Rom könnten bann untereinander ein.n mehrseitigen Pakt unterzeichnen. Man sei der Ansicht, daß Paris später unter dem Druck der öffentlichen Meinung der Welt veranlagt werden wurde, seinerseits ihm beizutreten. Zu dieser Eventualität würde Washington sich jedoch nur mit Bedauern entschließen. Verurteilung von Ingenieuren der Schachty We ke. Moskau, 25. April. (WB.) Der Rostower Korrespondent der „Imvestiia" meldet, daß s e chs Ingenieure, die die Wasserleitung der Schachty- Werke bauten, wegen Verwendung u n • tauglichen Materials und wegen unnötiger Bestellungen zu zehn Monaten bis drei Jahren Gefängnis oerurteill wurden. Japan und China. Der Protest gegen die Truppenlandungen Schanghai, 25. April. (TU.) Die studentischen Vereinigungen und andere Verbände setzen ihre Kundgebungen gegen die Entsendung japanischer Truppen nach der Provinz Schantung fort und fordern Boykott der iapanilchen Waren. Die 2Ianlingregierung legt aber Gewicht darauf, zwischen der überstürzten Handlung des japanischen Ministerpräsidenten Baron Tanaka und dem Wunsch des japanischen Volkes zu unterscheiden, das als Ganzes die Handlungsweise der Regierung ocr- urtelle. Die chinesische Handelskammer warnt das chinesische Volk vor jeder übereilten Handlung. wie etwa die Einleitung cincS Streiks, der evtl, nur zu neuen japanischen Truppenent- sendungen führen werde. Die Rankingrcgierung hat an alle Mitglieder der Kuomintang eine Erklärung gesandt, in der voller Schutz des ausländischen Leben und Eigentums ohne Rücksicht ob innerhalb oder außerhalb der KriegSzone zugesichert wird. Die Ent- sendung japanischer Truppen wird in dieser Erklärung als vollständig ungerechtfertigt bezeichnet. Sic verstoße gegen die Unabftängigfeit Chinas und stelle eine Verletzung der inter- 1 nationalen Rechte dar. DaS japanische Volk könne nicht für diese HcrndlungSweise vercmt- , wörtlich gemacht werden. Die Rankingregierung hoffe, daß die politischen Parteien Japans den Ministerpräsidenten von weiteren überstürzten Truppe nentsendungen abhalten würden. Die Präsidentenwahl in Argentinien. D«r Sieg Jrigoycns gesichert. Buenos Aires, 25. April. (Tel.) Wie die .Prensa" meldet, stehen von den Wahlmännern, die zur Präsidentenwahl zu toäftten find, nunmehr 326 Ergebnisse fest, und zwar entfallen auf die Personallisten 249. auf die Antipersonalisten 124 und auf die Sozi a l i st e n drei Wahlmänner. Damit sind die Hoffnungen der Antipersonalisten, die mit sozialistischer Hilfe die Wahl Irigoyrns verhindern wollten, zuschanden geworden. In der neuen Kammer verfügen die Anhänger Irigvyens nach den bisher vorliegenden Ergebnissen bereits über 89 Mandate, während Antipersonalisten und Sozialisten zusammen nur 72 Sitze erhielten. Die Personalisten werden also eine sichere absolute Mehrheit haben. Da aber der Se- n a t infolge seiner nur teilweisen Reuwahlen eine antipersonalistifche Mehrheit behalten wird, ist eine Lahmlegung der parlamentarischen Gesetzgebung zu erwarten. Es zirkulieren alle möglichen Gerüchte, wie Irigvyen diesem Zustand ein Ende bereiten könnte. Ein zweiter deutscher Ozeanflug? Pläne Risticz Eigene Drahtmeldung des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 26. April. Es sollen soeben Verhandlungen über einen zweiten deutschen Ozeanflug begonnen worden sein zwischen den Iun - kerswerken einerseits und dem Flieger R i- sticz andererseits. Risticz, der bekanntlich im vorigen Jahre schon einmal den Versuch unternahm, den Ozcanin Ost-West-Dichtuna mit der Wienerin Lilli D i 11 e n z zu unternehmen, und ebenso gemeinsam mit Edzard den Dauer- weltflugrekorb mit 52 Stunden für Deutschland eroberte, ein Versuch, der wegen ungüroftigec Witterungsverhältnisse allerdings fehlschlug, ist erneut an die Iunkerswerke herangetreten und hat diese wiederum für feinen Plan interessiert. Rach Mitteilungen der Iunkerswerke ist Prof. Junkers keineswegs abgeneigt, das Vorhaben Risticzs zu unterstützen, jedoch hält er es für ratsam, erst einmal die Rückkehr Köhls abzuwarten, dessen Erfahrungen bann dem Unternehmen zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Finanzierungsfrage bildet allerdings noch einige Schwierigkeiten. Sie aus der Welt zu schaffen, ist gegenwärtig der hauptsächlichste Geacnstand der Verhandlungen. Die Begleiterin, Frau Dillenz, war im Vorjahre schon einmal an einem Ozeanslugprvjekt beteiligt. Es handelte sich damals um die Ueber- querung des Ozeans von den Azoren auS, ein Unternehmen, das wegen Bruchs des Flugzeugs Im Hasen Horta schließlich aber auch auf- gegeßen werden mußte. Pilot Risticz ist unzweifelhaft einer unserer besten Flugzeugführer: ob c8 ihm aber gelingen wird. daS amerikanische Festland zu erreichen, muß doch stark bezweifelt werden. Gerade Köhls Flug hat unS mit aller Deutlichkeit gezeigt welche Schwierigkei- t e n jeder Ozeanflieger zu überwinden hat und wie gering die Ehancen sind. Wenn m iß die Maschine, die Risticz benutzen will, ebensogut ist. wie die deS Piloten Köhl, so sind seine Aussichten, einen vollen Erfolg nach Hause zu bringen, keineswegs bessere. Wir alle haaen auS den Berichten Hünefelds und seiner Gefährten ersehen, wie nahe die drei Flieger Dem Lode waren, sie haben auch den schlüssigen Beweis dafür geliefert, daß selbst ein noch so gut Dorb.reitetet Ozeanflug ein Wagnis ist, bei »ein jeder fein Geben oufs Spiel setzt. Wäre es da nicht besser, erst einmal a zuwarten, bis Köhl selbst seinen deutschen Kollegen die Erfahrungen mitgctci.t hat. die er auf dein Fluge zu sammeln vermochte? Risticz' Pläne müssen überall dort, wo mat für einen brauchbarem und sicheren Tranzvzeanverkehr eintritt und wo man entschieden jedes unsichere Experiment ablehnt. stärkste Bedenken auSlösen. Oie neuesten Pläne der „Bremen^. Murray Lay, 26. April. Olad) einer aus Gceenly Island eingefroffenen Nachricht, die von der Besatzung der „Bremen** selbst herrühren soll, scheint es sich zu bestätigen, daß die Besatzung der „Bremen** zu dem Flug von Grecnly Island oach Murray Bay die „Bremen** nicht benutzen, sondern sich des Ford-Dreimoloreuslugzeugs bedienen werde, das d e Ersatzteile aus die Insel gebracht hat. Vieser Enschluß wird daraus zurückgesührl, daß es sehr schwer sein würde, das Flugzeug von dem an der Oberfläche getauten Ei s hochzubringen und daß ebenso die Eisoerhällnisse für eine Landung der Benutzung der „Bremen“ nicht günstig sind- Mann die „Bremen“-Besatzung tatsächlich die Insel ver- laifcn wird, steht immer iiodj nicht scsi. Flieger Bennett, der mit Batchen Ersatzteile nach Greenly Island bringen wollte, aber durch Er krankung an Lungenentzündung daran verhindert wurde, ist gestorben. Das Erdbeben in Bulgarien. Sofia, 25. April. (WTB.) Heute vormittag um 11.30 Uhr wurde ein neuer Erdstoß verzeichnet, der stärker nur in Durgas, das bei dem früheren Beben Decfdtont geblieben war, Harmanly, Sliven. Haskovo, Iamboli und Stara Zagora verspürt wurde. In Harmanly wurden zwei Personen verletzt, sonst waren keine Opfer zu beklagen, und auch Dachschäden wurden nicht angerichkei. Der Herd dieses neuen Bebens liegt etwa 230 Kilometer südöstlich von Sofia. Die Kammer nahm eine Dringlich e tsvorlage zur hinter ft Übung der vom Srdveben Heim- gesuchten an, die die Schaffung einer Zentralstelle vorsieht, deren Einkünfte durch Erhöhung der direkten Steuern um ein Fünftel sichergestellt werden sollen. Ministerpräsik^nt Liaptschcff gab im Rarnen der Regierung und deS bulgarischen Dolles dem Gefühl dec Dankbarkeit für die Sympathien Ausdruck, die die zivilisierte Welt Bulgarien anläßlich der Erdbebenkatastrophe bezeugt bat. Rach offiziellen Angaben wurden bei der Erdbebenkatastrophe 1 03 Personen getötet und 700 verletzt. Aeue Erdstöße in Griechenland. Athen, 25. April. (WB.) In Korinth haben sich in der vergangenen Rächt neue Erdbeben ereignet, die bie Vernichtung der Stadt vollendeten. Sin stärkerer Erd- stoft wurde heute Rächt um 2.30 Uhr auch in Athen wahrgcnommcn. Vor Korinth traf der englische Zerstörer ..Stuart“ ein: der Kommandant und die Offiziere des HchisfeS verteilten Lebensrnittel und Betten und stellten dem Hilfskomitee ihre SanitätSgeratschaf- ten zur Verfügung. Die englischen Kreuzer .S e - r e s" und „Ealyps o“. sowie das Flugzeugmutterschiff „©aal c“ werden heule erwartet. Die ganze Presse bringt herzlich gehaltene Worte des Dankes für die englischen Schis'«. Eine Prophezeiung. Belgrad, 26. April. (Tel.) Die .Politica" veröffenllicht Voraussagen deS Professors BSudan d i vom SeiSmographischen Institut in Faenza, der seinerzeit die Erdbeben von Smyrna und in Bulgarien genau vorauSge- sagt hatte. Für den 4. und 5. Mai werden heftige Erdbeben angekündigt, die sich wahrscheinlich auf Südamerika "uxd Süden r o p a erstrecken werden. Am 10. Mai würden in Bulgarien leichtere Erdbeben stattfinden, gleichzeitig ernstere Beben in China. Dann werden sich die unterirdischen Bewegungen nach Süden fortsehen. Das Erdbeben vom 10. Mai wirb gleichfalls wieder Griechenland und Italien betreffen. Am 23. Mai wirb «S im Gebiete der Alpen unb am 28. Mai in Smyrna ein Erdbeben geben. Aus aller Well. Sech» Bergarbeiter tödlich verunglückt. Auf der Grube „M a r i e n ft e i n“ bei Schaftloch in Bayern ereignete sich durch das verbotswidrige Fahren auf dem Gestell eines Bremsberges beim Schichtwechsel ein schweres Unglück, bei dem sechs Bergarbeiter den Tod fanden und ein weiterer ichwer verletzt wurde. Die betreffenden Arbeiter fuhren mit dem Bremsgcstell von der dritten zur Meilen Sole herauf. Das Seil riß kurz unter der zweiten Sole und das seillose Gestell riß die sieben auf dem Bremsgestell fahrenden Bergarbeiter etwa achtzig Meter mit in die Tiefe. Die behördliche Untersuchung ist im Gange. Schweres verkchrsunolück in Essen. Auf der Albrechtstraße stieß die Radlerin Helene Roujoks, als ein Lastkraftwagen mit Anhänger aus entgegengesetzter Richtung kam, mit dem neben ihr fahrenden Arbeiter Kan Sprute zusammen. Beide stürzten unb die Räder des Anhängers gingen über Sprute hinweg. Der nach wenigen Minuten starb. Das Mädchen wurde mit einer schweren Kopfverletzung in das städtische Krankenhaus eingeliefert. HaubüberfaU. Vier maskierte Räuber drangen in daS Lohn- bureau der Firma Hoelken-Seioc In RitterS- häufen bei Barmen ein, hielten die dort mit Dem Einlegen der Lohn betrage in Lohnbüten beschäftigten vier weiblichen Angeste Iten durch vorgehaltene Revolver in Schach und entflohen mit 4 4 000 Mark Deute. Einen Teil bc8 Geldes verloren die Hauber aus der Flucht, einen anderen Teil fand man später in einem Versteck in einem Dt.inbruch. Der noch fehlende Betrag beläuft sich auf etwa 10 000 Mark. Trotzdem die Dersolgung der Räuber fofort ausgenommen wurde, konnte man ihrer bisher noch nicht habhast werden. Fürst Bismarck nach Loudon verseht. Nach Mitteilungen der Londoner Presse ist Füist Bismarck zum Nachfolger des nach Berlin versetzten Gesandtschaftsrats von P l e s s c n ernannt worden. Wie die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hierzu erfährt, ist die Versetzung zur deutschen Botschaft in London noch nicht erfolgt, steht ober in aller» nächster Zeit bevor. Oie IMfertdor. AVtn ScrtUt 17 o o Vft> o i=fl QWcmnioxO »enei ®neie eeot itkhier Ost £ nisyge- Südsüdwest >) sivreiieaei "Offlwesl Ke Pfene Riege" m»i den wmj« Oie oe een siebenen itenenden ttn geht" dff lemgeretv« Pie Lmxn <nh!'l eil s/ergorbeiiet ln weitem Iditor « JrtHür Ur» üHt en zur Wef ifr »weiten r|B die sieben ouf vergarbeiter etwa Tiefe. Die Bonge. ui In tHtn. $ bu »ablttli !nitha|ltDa6ti rngeiehtei ‘XidjUna enden Arbeiler Rad tzten und die öprute hinweg, der rb. Sai QEabte Kopsverletzu// i6 eingeliesm. ill. angen in das öhr.- öeide In Ail/rrs- hielten die frrt mit ge in Lohndam be» igestelten butt) tot» - und entflohen te. Sinen 2dl bei ul der Auch/, einen r In einem Med h fehlende Setraa Hari Trstzdcm rtod au’iammv..en it noch Ml Habhast onban verschi. doner Presle ist Sü'st des nach Berlin Der- n Plesscn ernannt gemeine Zeitung'hier- jur deutschen Loischast i, steht aber in aller- Wng. Sä ZÄ?? fei‘4 1 23 T7T^CnJanb VWi wat fo rt .. L™ * «- Ü >«nt. I \)n ft * MK ° 16-®? <5 0^ :.tesss in lUvI6^' fallt, I» ina|am i’6 ® .196®"? ;w^^5 ^a( ntorflcn68' M'jz Stu^ Edeka-Derbandstag in Gießen a t - d) der *&- nügt daher, wenn dec öd>uLer bem Hadrer muno- lrch mitteilen, daß die «fern das Fernbleiben Salatgurken 1.00 6i« 1.30; Lauch 10 bi« 25: Sellerie 10 bis 120; Radieschen Db. 20 biS 30. Aos der Provinzialhaupisiadi • leben, ben 28. April 1928 SkUMWWWMMkl erfordern stets eine lorof&llige lerlqedung und SafoausKattung. ®ute ßubl/IKueg» find nut erreichbar. wenn die Rnzeig» Wvg flBlQeOfUfB werden. Der tinnat)me|d)lub für alle Anzeigen im Siebener Anzeiger cnlfSTU auf den Noch» mittag vor der Aufnahme, tkmpsehtunqs. anzeigen müßen, je nach Umlang und Setz, schwierigketten, zwei di» drei Lage vorher befiel!! sein. Nur mit Sorgfalt und dem notwendigen Zeitaufwand gefetzte Empfehlungen WM öeo kmMLlkli ßifelfl! len. D-r hessische Kultusminister gii daß für die hessischen Schulen be^üglr. fretung vom Unterricht am 1. Mat eS bei den vorjährigen Bestimmungen verbleibt. Es ge- Kleine Gtrafkammer Gießen. • Diesten. 24. April. Lte heutige Sitzung gestal.ete sich kurz, bi in zwei gröberen Sachen die Berufungen Aurüdgcnommen wurden. Verhani.elt wurde g.gen einen Weißbinber von Wittel-Seemen, bar vom Amtsg. richt Ortenberg wegen Körperverletzung zu sünszio Work Gcldstra.e verurteilt worden war und dagegen Berufung ver olgte Aach der Feststellung des Amtsgerichts hatte ec im Verlaus eines Sireiles einen achtundsicb^i iährigen Wann mit einem Backstein aus bin Krpi geschlagen, so dast eine blutende D r ehung entstand Sa auch die heutige Verhandlung das gleiche BeveisergebniS hatte, wurde die Berufung zurückgewiesen. W.gen brr Roheit. d.c in d^r Mißhandlung eine! a'tTn WanneS la i, wäre b c Strafe erhöh! worden, wenn nicht b:m Anarklogten, einem Wann in r.i en Jahren s ine vis^rige Unbestrastheit milder, d angerechnet worden wäre. Der Redner verbreitete sich sodann über die wichtigsten Arbeiten der Gesetzgebung. wobei er zunächst da- kommende Arbeitsschutz- gefeb besprach und dabei zum Au-drud brachte, dast der Sbela-Verband im Prinzip den Ach'- stunden tag a, erkenne, im Hinblick auf die D«- bältnilk des Sinzelhandels aber forbetc, dast im Jahre eine Wehrarbett von etwa 600 ötunben gegen tarifmästige Bezahlung zugelassen werde. Detter sei bei der Beratung diese« Gesetze« Front zu machen gegen den Bahnhof-handel und den Ltcahenhandel Beim Schankpütten- aesetz habe sich der Ae.chsverband der deutschen Kolonialwarenhändler im Jnlerdk des Einzelhandels erlolgreich gewehrt: u. a. sei die beabsichtigte ÄonjcTirntcrung de« Flafchenbier- hanoel« abgelehnt worben. Wit besonderem Rachbruck Vies der Redner bann aas bic Bedeutung der bevorstehenden Wahlen zum Reichstag, zum preustischen Landtag und in den ÄDnmunen hin. (M sei Pflicht aller fcüuclbjnbler. die Lauen in ihrem Berufsstande auuurülteln und geschlossen an bic Wahl- urnc zu bringen. Don den Forderungen, die bei gewerbliche Mittelstand bei der Mahlentscheidung und der Unterstützung der Pur- leien zu vertreten habe, nannte der Redner die Herbeiführung eine- gerechten Finanzausgleichs. durch den die einseitige Belastung des gewerblichen Mittelstandes beseitigt werde. 3u fordern sei weiter die Sinssthrung deS Zu- schlagSrechteS auf Einkommen- und Z^rperscha tS- steuer seitens der Länder und Gemeinden, die Ei lwirkung auf die SteuerveranlagirngLb.hördcn zue Rücklichtnayme aus die Dot.agc de« Gewerbe«, nach dem analogen Vorbild bei der Landwirtschal t Die steuerlichen Vorteile der Großbetriebe. A. B. der Warenhäuser, seien zu beseitigen. Die sozialen Lasten seien in Einklang zu bringen mit der Leistnnasfk'hi Tkeit b?r Wirtscha t die schematische Regelung der Arbeitszeit für Klein- und Mittelbetriebe sei abzuleh.en. die Betätigung der öffentlichen Hand in der Wirtschaft sei zu unterbinden. Mit dem Stimmzettel fei dafür zu sorgen, daß wieder erträgliche Existenz- und Lebensbcdmgungen für den Einzelhandel herbei- geführt mürben. Gin Sch-nerzenskind für den Einz:lhantiel sei n auch die X o n f u m d c r e i n e, die außerordentlich angewachsen seien und eine gewaltige Kapila'krast erreicht hätten. Gegen diese Betriebe und auch gegen die großen Filiolgeschäfle fei Front zu machen eben'o sei das Warenhausunwesen mit Nachdruck zu bekämpfen Die gleiche Llbwehrste'lung lei gegen dm Beamtenhandel eiiuuncbmen. Der Ginzelhandel könne sich nur dann behaupten, wenn er sich durch Zusammenschluß in der Organisation der Ebeka stärke und diele Organisation immer mehr kräftige. Mit der Grmahnung. diele Gedanken bei dir bevorstehenden Stellungnahme zu den einzelnen Parteien in die Tat umzusetzen und bim Verband: immer unverbrüchliche Treue •• Militärischer Besuch unserer Garnison. Zur ökonomischen Musteruna weilen heute und morgen der Insanteriesüprer V Generalmajor von ötülpnagel aus Stuttgart und der Kommandeur deS Inf.-Regt. 15 Oberst Freiherr von Brandl« aus Kassel in unserer Garnison. Aach Beendigung der hiesigen Musterung begeben sich die Herren zu ben übrigen Garnt onorien unsere« Regiment«. •• Mllltärpersonalic. Leutnant Hoe- bcl vom I. Ball 2ni -Rat. 15 wurde gemäß Der- fügung de« Rclchswehrmtnisterium« mtt W.rkung vom 15 April ab zum Oberleutnant befördert. " Personalien. Srnaant wurde bet Pollzeihauptwachtmeister Theodor Lösch zu Giehen zum KriminLlhauptwachtmeister. mit Wirkung vom 1. April 1928. — 2n den Ruhestand versetzt wurde der Znstitutsgehilfe bei dem pathologischen Anstitut der Landesuniversität Gießen Wilhelm Rühl auf sein Aachfuchen vom 1. Mai 1928 ab. zu halten, schloß der Redner seinen mit großem Beifall ausgenommenen Vortrag. 3m Rahmen seine« Hauptvortrage« sprach Direktor Werner aleichzettig noch kurz über da« Thema .SlnhettSrever« und Marke n I ch u tz v e r b a n d". wobei er seinen Zu- Hörern Ausschluß gab über die Stellungnahme der 8deka-Zentrale Der Vorsitzende Schweitzer sprach dem von der Schule am 1. Mai wünschen; ein schriftliches Urlaubsgesuch oder nachträgliche schri't- liche Entschuldigung wegen Schulversäumni« ist also nicht notwcndtg. •• Land^ras-Ludwigs-Gymnasium z u Gießen. Nach dem Bericht über das Schuljahr 1927 28 betrug die schülerzahl am 15. Ma, 1927 insgesamt 196, im Lause des Schuljahres sind ein- getreten 12 Schuler, ausgetreten 13. jo daß am Schlüße des Schuljahres die Gesamtzahl der Schuler 195 betrug. Don der Zahl der Schüler am 15 Mai 1927 waren nach dem Glaubensbekenntnis 164 eoan- gelifch 15 katholisch, 12 israelitisch, 5 sonstige. Nach dem Wohnsitz der Eitern waren 159 aus Gießen, 25 aus anderen hessischen Orten, 12 aue nichthessi- schen deutschen Orten. Das normale Alter hatten 161 Schüler, um ein Jahr älter als normal waren 27, um zwei Jahre 6, um drei Hohre unb mehr 2. Die Reifeprüfung bestanden 21 Schuler, außerdem legten drei Richtschüler im Laufe des Schuljahrs die Reifeprüfung ob. Aus den interessanten allgemeinen Mitteilungen des Jahresberichts ist heroorzuheben, daß den Schulern im Laufe des Berichtsjahres Gelegen- hc r geboten war, eine ganze Reihe wertvoller Be- (id)tigungen vorzunehmen Aus der Schülerschaft haben sich zwei Handball- und eine Fußball- Mannschaft gebildet, die in der Ausübung des Sports sehr eifrig waren. Der Schulgruppe de» D. D. A. gehört saft die ganze Schülerschaft an. Im Laufe des Bertchiisjahres wurde bei der An stall eine Elternoereinigung gegründet und als leitendes Organ der Bereinigung ein Elternrat gewählt. Die Zusammenarbeit von Schule und Ellernrat ist nach dem Bericht recht ersprießlich gewesen. Beabsichtigt wird, eine Hilfskasse zur Unterstützung minderbemittelter Schuler zu gründen, für bic ein Grundstock von 200 Mark bereits vorhanden ist. •• Umfangreiche Dechfelfälschungen. Durch Zufall kam man vor einigen Tagen hier hinter Wechlessälschungen, die dem Inhaber einer kleinen Gießener Firma, einem noch jungen unverheirateten Tlüine, zur Lost gelegt werden Der Täter ist in- zwischen In Haft genommen worden Die gefälschten meister« Gustav W e i ß e n f e c au« Friedberg um Erlaubnis zum Betriebe einer Kaffee- wirtschaft in seinem Haus« Kaiferalle« 127 da* selbst. •• Lehrgang für Gewerbelehrer. An der Gewerbe- unb Maschinenbauschule, Abt. Schuhmacherschule. fand in der Zeit vom 15. bis 21. April auf Vera > a sung des Wiuifteriu « für Kultus und Bilduu^Sweseu ein Lehrgang für Gewerbelehrer statt, a.i bmi 15 Herren aus allen Teilen Hesseir« ttilnabmcet Der Zweck d^s Lehrganges war, den Lehrern praktische Methode.! der Gntli hu ig bc« Schuhwncke«. eln- schliekllich Leiften-Fabrikaiioi. Herrichten usw. zu vennitteln. die mit großem Autzen bei dem Untertid)t für Schuhmacherleh. linge In der Berufsschule verwendbar sind. Dies« Kurfe sollen demnächst fortgesetzt werden •• Provinzial - Feuerwehrtagung in Dießen. Der Verbandsauslchuß des Pro- vinzialverbande« Oberhessen bet Frelwillige« Feuerwehren hielt dieser Tage unter der Leitung de« Vorsiyeirden des LandeSausschusse« hessischer Freiwilliger Feuerwehren, Damm- Friedberg. In Gießen eine Beratung ab. die sich mit dem 26. Provinzial-Feuerwehrtag am 9 unb 10. 3unl In Alöselb beschästtgle CtS wurde beschloffen. daß Anträge zur Abgeordnetenverfammlung bU zum 15 Mai clnAurcichcn lind. Die Delcgiertcnvcr- sammlung jlndet am 9. 3unt In Alsfeld statt. Zur Aufnahme in den Provlnzlalverband haben ft4) die Freiwilligen Feuerwehren von Eschenrod unb Watzcnborn-Steiiwerg gemelbct. 3n Aussicht genommen würbe ein Vortrag be« Kam. D a m m- Fricbberg über baS Ansahren bet Geräte zur Dranbstätte. Da der lang ührtge Dotsttzeube, Kam. Damm, durch die Dcfchafte de« Vorsitzenden de« Landesausschusses stark überlastet ist. wird er den Vorsitz des oberhessischen Pro- vinziulverbandc« nlcdcrlegcn. 3n AlSseld ist bann eine Aeuwahl vorz'inehmen. •• Auftrieb a ul dem heutigen Frankfurter Schlachtvichmarkt: 1065 Kälber, 133 Schafe unb 316 Schweine. " Drreibigung gerichtlicher Sach' oerständiger. Mit Genehm.gung des hefsifchen Justizminister» lind die Herren Ur. jur. Karl Emil Auckelshousen und Kaufmann Adolf Georg Schwarz, beide in Gießen wohnhaft, als kauf- mönnilch Sachveritändige in Luch'ü-.hrungs- und Bilanzfragen, sowie in Fragen des allgemeinen Wirtschaftslebens bei sämtlichen hessischen Gerichten gerichtlich vereidigt worden. Nach dem Ermessen der Gerichte genügt hiernach bei einer Vernehmung der Genannten statt chrer Eidesleistung bie Berufung aus den ollgemettren Sachverständigeneid. "Der 1. War in den hefsrfchen Lchu- bt bekannt. Wirkung in die gerne. , Irin Rachwon zu dem Vortrag über Bulgarien. DiejerTägen, btc am 23. Februar dem eindrucksvollen Bottrop, den UnioerfttLtsprofellor Dr *1 5 i c aui Veranlassung bet Ortsgruppe Großen ’ des B D. A. Über Bulgarien hielt, bei- cwohnt haben, haben sicherlich nicht erwartet daß sie an einer Veranstaltung tettnehmen. bie 1 .uch in Bulgarien selbst lebhaftes Echo rwecken würbe. Da« ist bet Fall gewesen. So tUi der Demoktatrscheski Sao vor" (In 5ofia> m lernet TUiuuccr vvm 2. April seinen bulgarischen Lesern in warmen Worten unter Berufung auf ben Bericht be« ..Dtsenski 3fvestja" Gießener Anzeiger") mit, baß bie Ber- a mm eiten mit grobem Unteres je den Äussührui»- zen des Vortragenden gefolgt wären, und durch itoLen Mi all ihre herzlichsten Gefühle für da« bulgarische Boll bekundet hätten. Die in Philip- x>pei erscheinende Zeitung „3 ui“ schreibt in hrer Hummer vom 3. April, daß der Vortrag. Xn „dir Ortsgruppe der Bereinigung für ben Herrnanismus im AuSlanbc" veranstaltet habe, licht nur ein großer Erfolg für ben Verein, onbern auch eine warme unb herzliche Detun- äung t-er deulfchen Freundschaft für bas buL- ;arische Volk gewesen sei. Auch Dimiter S ch i s ch m a n oJ f, wohl ber bedeutendste bulgarische Öoumaftft unserer Tage. ,rgris» in der Rümmer vom 4. April der Zei- :ung _S l o v o" unter der Ueberschrist Kultur- jlndunger.“ da« Wort .Man muß Immer wieder 3M«drüdlin Projesfor Dalabojs für das deutsche, ^ro- lessor Dr 11 i> t c hab« vom Beben unb Wirken der Deutschen in Bulgarien, habe über bie Bande der Kultur gesprochen, die die Bulgaren mit Deutschen verbänden: Bande, Mt bedeutsamer seien als materielle Inleressen, da sie sich nicht so keicht wie titele lösten Auch er legi besonderen Nachdruck darauf, daß der .Gießener Anzeiger" zum Ausdruck gebracht habe, daß der lebhafte Bei all eine warme Kundgebung deutscher Freuntischast für da« bulgarische Volk bedeutet habe Gr schließt mit dem Bedauern, daß solche Kundgebungen so selten seien, und bem Wunsche, daß sie von andern gleicher Art gefolgt sein möchten, .so daß aus solch? Weife lüden wahrer Kultursreundlchasi gewoben werden". BiSher sei von deutscher Seite noch nicht >st dazu bie Hon'» gereicht worden'? obwohl die Dcutlchcn ohne sie nteinal« ihr sehr weite« Tätiakeltsseld bei un- vertiefen' könnten Aehnlich berichteten bie meisten Zeitungen Bulgariens, ,'iesc Wirkung in b.c Ferne offenbart schlag.ich'.ariig. daß auch im deutschen Binnenland sruchtbare Auvcnatb?tt kultutpoti ischet Art geleistet werden kann. Freundliche« Interesse hier erweckt sreundliches Echo draußen, e« sind Bausteii e zu ber seelischen Brücke von Volk tu Volk, es bedeutet zugleich aber auch nachhaltige iln'crstützun i der Arbeit ber Deutschen im Ausland non ber Heimat her. Die« Beispiel zeigt ganz offenbar, von welch großer Bedeutung auch die binneideu sche Tätigkeit tie3 Vereins für baS '^euls tytum im Ausland für die deutsche Gesamtheit ist. Gtadttheater Gießen. Man schreibt uns: Am Sonntag. 29. April, findet die letzte Freinbenvorstellung in dieser Wlnterspietzeit statt. — Gegeben wird di« moderne Operette .Madame Pompadour" von Leo Fall, ein kleines, galantes Abcnteuci der großen und mächtigen Freundin Ludwigs XV. — Die Handlung ist interessant und feflelnd. Die Musik Leo Fall« ist ansprechend. wirksam und weich instrumentiert: sie ist prickelnd und graziö« und hat einige äußerlt essektvoUe Lieder Da die Besetzung zudem eine lehr gsückliche ist, Var den bi', beugen Auf- sührungen ein voller Erfolg beschieden. 'Auch für den nächsten Sonntag dürfte deshalb ein volle« Hau« zu erwarten fein. Der Beginn der Vorstellung ist auf 18 116 r ongesetzl. sie ist etwa« nach 21 Uhr beendet. SS gelten ermäßigte Operettenpreise Diese Vorstellung bietet die letzte Gelegenheit, Gutlchcine zu verwenden. Vvrbcstellannahmen sind eingerichtet: iXroftiorf: bei Kaufmann Karl Wagner, Haupi- ’trabe Ü, Cid> bei der Buchhandlung Hermann Vollmann. Wißmar, bei der Schreibvarenhanti- ung H Kümmel, Drvßen-Buseck bei K. Schmidt, iaiserstrahe 27. Vornottzen. — TageSkalentier für Donnerstag, .lrnversin von 1316. Schwimmabt ilung: Z1/* Ihr, Städtische« Volksbad. Werbeabend. — Kriegexoerein Gießen. 8', Uhr. .Postkeller". .lionatSversammlung mit Vortrag. — Lichtspiel- aus Bahnhofstraße: .Die letzte Galavorstellung .m Zirkus Wolfsohn'. — Astoria-Lichtspiele: Vandtten der Prärie". G . ";cncr Uochenmarktpreise. ES kosteten aus dem heutigen Dochenmarkt. Butter Psd. 1.80 bis 2.00; Watte 30 bi« 35; Käse 60 bi« 1 40; Wirsing 40 bis 45; Weih- traut 25 bi« 30; Rotkraut 40 bis 45; gelbe Rüben 20 bis 33; tote Rüben 15 bis 20; Sainat 25 bis 30; älnter-Kohlrabi 12 bi« 20. Feldsalat 1.50: Tomaten 1.30; Zwiebeln 25 b.s 30: Weerrctttch 40 bis 1.00: Schwarzwurzeln 60 bis 90: Rhabarber 20 bis 30: Äarm;fcln 4 bis 5: Aevfel 12 bis 23; Dirnen 40; Dörrobst 25: Suppenhühner 1.00 bis 1,30; Eier Stück 10 bis 11; Blumenkohl 60 bis 1.80; Salat 35 bi« 40; Redner den Dank der Versammlung für telne interessanten Darlegungen au« und unterstrich besonder« die Ermahnungen de« Vortragenden an die Mitglieder hinsichtlich der bevorstehenden Wahlen. 3m gleichen Sinne äußerte sich ayd) der VerbandLgefaiästssührer Dr Vrück- Frankfurt a. VI Schließlich machte der Vorsitzende noch einige Mitteilungen über den bevorstehenden HouptvcrbondStag in Kiel. Die Entwicklung de» Edeka-Vezlrk» Frankfurt schilderte der Zweigstellenleiter Behrens- Frankfurt a. M in großen Strichen an Hand einiger Zahlen. Danach gehören zum Bezirk Frankfurt a. M gegenwärtig 25 Genossenschaften mit 1341 Mitgliedern. Der Gesamtumsatz belief sich im 3ahre 1927 auf 2.7 Millionen Mark, gegen 2,3 Millionen Mark im 3ahre 1926. Der Berichterstatter forderte die Mitglieder auf, chre Einkäufe noch weit stärker al« bisher bei Der Sbeka-Lcnofsenfchafi vorzunehmen damit auch auf diele Weife bte Sdeka-Bewegung gestärkt werde. Die nächste vezirkstagung im Herbst diese« 3ahrcs wurde auf Einladung der Wiesbadener Sdeka-Derwaltung nach Wiesbaden anberaumt. Srieffaflen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Berdinblichkett der Schriftleitung ) D. XX. Nicht hypothekarisch gesicherte Darlehn — dos trifft bei Ihnen zu — werden nach allgemeinen Dorfchriften aufgewertet, jedoch ist der Höchftdetrog 25 o H, falls es sich um eine Bermogen»anlage handelt Ist das Dqjlet)n keine Bermögcnsanlage gewesen, jo finden die allgemeinen Vorschriften ohne Höchstgrenze Platz Es will uns scheinen, daß Ihre Darlchnshingabe eine Dermogensonlage bezweckte. Falls e» zw fchen Ihnen und dem Schuldner au keiner (Einigung kommt, mästen Sie einen Rcchtsanwall annehmen Berliner Börse. Berlin, 26. April. (DTB. Furrkspruch.) Rach der wenig veränderten, im ®nmdtor aber freund* lichen, gestrigen Frankfurter Abendbörse, ist im heutigen Frühverkehr noch wenig M. Theoretisch sei e« möglich, daß heute zum Liquidarionstog noch PrLmienware hc auskäme. bzw. Glattstellun* gen erfolgen. Wan rechrvt aber allgemein mtt einem glatten Verlauf des Ultimo« und ist auch in Erwartung des heute erscheinenden AeiLs* banlauswc-iles eher fester gestimmt. Farben smd 266 Gelb. Siemens 303 unb Tietz 259 (Mfc Am Devisenmarkt nenn* man Parts 124,02 Ukrie land 92,60 bis 82; Spanien 2925 zu 28 das Pfund 488,03 unb ben Doller 4JtO6 gu 10. Wechsel mürben mtt den Romen nngHrbenei ner nirmtn untcrze chnet unb noch Adzuo bl» 40 o. t). ^Verdienst' zu Geld g«machl tz log Domizilwechsel, Nr bei einer Bonk yWbar oemacht wurden, wo ße am Kodlung»- oder Brr- satttag mit bem Erls» nrurr Aslscbnngrn ooe dem Falichrr srlds« ringriäfl würben flut diese Weise konnte da» Geschäft rinr ganze Zeittang fottgesesM werden. Dir eingetettelr Untersuchung muß nun bu nötige Aufklärung über den Umfang des rigrn- artigen Zahlungsverkehr» be» pesmäft»tück,t,gen jungen Manne» bringen, ber, das muß ihm zug.standen wrrdei. dir van ihm mißbrauchten Firmen bi» jetzt noch nicht geschädigt hat ” Sitzung des Provtnziolous* s ch u I s e s. Am nächsten Samstag, vormittags 8‘7i Uhr beginnend findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäubes zu Gießen «ne bft.ittiich« Sitzung des Prvvinzioiauslchulles der Provinz Oberhessen statt mit folgender T aesorkmung: 1. Beschwerde des Heinrich Schäfer m Gießen. WargavrthenhLtte 4. gegen den Be- v des Kreisamts Gießen vom 31. 3anuat 1925 wegen Bersaguna der Erlaubnis zum Aae* bei mit uneblen Metallen. 2 Gesuch des Bäcker- Unter sehr starker Beteiligung ber Berkreler seiner Genossen schatten hielt gestern der Bezirk Frankfurt a. W. des Edeka-Der- banbe« Deutscher kaufmännischer Genosfenschaften lei« Frühjahrsbezirkstagung im Hotel . Prinz 6ari" in Gießen ab. Dach einer oorausgegangenen nichtöttentlichen Verhandlung eröffnete ber Obmann 3. A. Schweitzer. Frankfurt a. W. die bffentttche Tagung mit emer besonderen Begrüßung an die zahlreich erschienenen Ehrengäste. Ä« Der kreier ber Stadt Gießen war (Bü:g?rmelfter Dr. Seid zugegen, als Der tret er des Kreisanttes Regierungsrat Dolf, ferner waren vertreten die Industrie- unb Hanbel«lammer Dießen, bas WirtfchaftSseminar bet ßantie«unu>erc jetzt könne ev ihm wohl kaum noch gehen. Die Kolonialwarenhand, langen würden außrrorbentlid) geschädigt durch die Konjumvereine und durch die großen Qilialbetricb«, außerordentlich bedruckt durch da» Anwachsen der Warenhäuser, die immer weitere Gebiete des Ko- lonialwaren-Einzekhandels ergriffen und zu einer wahren Landplage für den Einzelhandel geworden seien. Dazu geselle s ch noch ber umfangreiche Beamtenhandel. Es sei dringend zu wünschen, daß die Beamtenschast den Darenhandel einstc-llc und von einem Gebiete oblaffe, da» dem Einzelhandel al» Existenzfeld gehöre Eine außerordentliche Schödi- Ödes Ikolonialwaren-Einzelhandels jel auch der > Andrang in btefem Berufe von unten herauf >urd) obflcbaute Beamte, Lehrer ufw., die sich auf dem Gebiete be» Lebensmittelhandels betätigten und dadurch eine ungesunde llebersetzung de» Han- del» herbeiführten. Don fiapitalnrubilbung in dem Berussftande de» Einzelhandel» könne nicht mehr gesprochen werden, do die Rentabilität der Ge- chöfte außerordentlich sch'echt sei Schuld daran eien die erhöhten So^iallasten, die starke Steigerung ber Steuern und bie allgemeine Erhöhung der acsamten Unkosten. lieber bic Bewegung be« Edeka- Dcrbanbe« teilte ber Redner mit. baß ber Verband am 1. 3anuac 1927 insgesamt 420 Dc- nosfenschasten zählte, am 1. Januar d 3. 417 Sie Etieks-Zentrale habe im Jahre 1926 39 Millionen Mark Umsatz gehabt, 1927 dagegen 45 Millionen, mit den direkten Warenbezügen zusammen 73 bzw. 85 Millionerr. 3m ersten Vierteljahr 1928 sei eine erfreuliche weitere Bef erung zu verzeichnen gewesen. Die Unkosten hätten sich bei der Zentrale von 2.8 Im Jahre 1926 auf 2,6 Prozent im 3ahre 1927 ermäßigt. Der bilanzmäßige Uebcrfchuß am 31. De»e nber 1927 belaufe sich noch ausreichenden Rückllellungen auf 46 521 Mk. au« bem 8 Prueitt Kapttall.ivike.ide gezahlt werben würden. Die Stieka-Vank habe Im 3ahrc 1927 einen Umsatz von 617 Millionen und einen Ueberschuh von 53 691 Mk. erzielt, au« dem 6 Proz. Kapilaltiivlderrde vorbei tzla zen mürticn. Die Gbeka-Derlagsgcsellschast habe einen Reingewinn von über 18 0^0 Mk. erbracht. Die Bilanz beZ Verbände« schließe mit einem Ueberschuh von 6100 Mk. ab. jr Werbe-Tage für Seide Beispiele) 0951 * Oadr« NI, V» ee KM« »t4l4> flefucüt 0:2234 ÜtinOtorHr. 34 1. ®ein8reoaerei,B8öe5heioio. Eueln gesucht. 03221 A. d. Kaserne 4. 4270V leWä gesucht. 4280V Stellung I] Kaufgesuche I sucht sehr foliöcr, । 1 ■■■-■ ■ • ehrlicher, tüchtiger ' Bf MolerraS Verkäufe SrlmMO SsOWtts« 4113a sine. 4289V Norddentsclie Gnind-tredit-Banh Gegründet 1868 W E 1 H A B Staatsaufsicht Dr. Unblutigs Erlebnisse und Fortsetzung folgt! Aufheben! 4. 1 flrfucbi. 4279 D Kleiderstoffe nur von Carl Nowack 4053a Gießen Seltersweg DM '°Änerwacht Taschenunren ./^2.76 P. Boller, Brooluü. Zum Verkauf gelangen die neuesten Modeachöpfungen für Frühjahr und Sommer.wie Rohseide, bestickt und bedruckt, sowie die von der Mode besonders bevorzugten Rohse de-BordOren In 130 und 80 cm breit. Ferner: Bedruckte Waschkunstseide, bedr. Crepede Chino,Crepe Georgette, In reichhaltigster Auswahl. Nava- rette, Crepe Veloute, Crepe Satin, Crepe Jersey. Einfarbig, Crepe de Chine,Crepo Georgette Velou- tlne, Bemberg-Seiden, Helvetla- Selden. Sohlleder Gummi« absähe Schuhpuh Ginlege- svhlen empfiehlt Köhler Neustadt 79 am Oswald», garten. I0675D Stadttheater Freitag, 27. Avril 28. Zrelwg-AV.-BE von 20 dts 22 Uhr Sunt letzten Male Ein besserer Herr Vustsvielin-t Bilder« von W. Hase, clever 97,75°/0 MnsMsgnippe Deutscher Hypothekenbanken — Aktienkapital!« und Eeserven insamaon 77 IHillloaeo Reichsmark — Der junge M er war überglü ob sich unser M -er für ihn nai ich ihm natürlic sich nur einmal, nach dem Dohle Stolz des 3un( verstehen, und t sich Mutier 2ri liebe. Dicht zu Halt, den so ei Menschen ausük Lembegierde toil treu behütet unt tixnmtnl Denn wetz ist,' Sauberer, durchaus ehrlicher, gewandter langer ülonn ' ichl unier 18 3- sür vormittags znm iZlakchenmilm • AuS« iah'en und nachmit- tags au Betriebs- arbeiten für sofort gesucht. Kost ti. VoftiS wird gestellt. Lehr. Angeboie mit Vobn« antvritchen u. 4281D an d. Gien. Arn. erb. Vorjährige Muster und Reste weit unter Preis Lagerräume und Lagerkeller Fläche ca. 3 0 qm. mit und ohne Bureau, zentrale Vage, tut gingen oder geirennt sofort au vermieten. Lch'tiiltche Angeb. unter 42b2D an den Gteüen. An;, erbeten. Rudolf Richter, Marktstratze 24 R. Hausmädchen. Suche per 1. Mai tüchtiges, auverläss. Mädchen für tagsüber. Zu melden «wo Markt 16. Ein *Bmhin internationaler jeder deutsche kommen, bei^c.i Ferner Freitag der bekannte Reste-Verkautl Große Mengen Reste von eiden« und Wollstoffen zu den billigen Preisen, wie sie eben nur Carl Nowack bringt Suche ehrlichem, durchaus auoerläff. Mädchen fürafieHauSarbcit bei fiiuer Behandlung u. gutem Vodn. Hilie vothanden. Schrittl. Angebote mit ^.eimnioabschr. nuter 4293D an den Gie!. Ana. erbe.en. Fini und |Stellengesuche| Angehender Hochbao-TeGhniker sucht Stellung auf einem Archtektur. bureau ob. tn einem Baugefchäit.Schrikt' llche Ang. unt. 03235 an den Gien. An rein. Einfaches ls^u Mädchen sucht Stelle au kl. Kindern. Näh. bei Dr. MecSmaun, LetdgesternerWegLst la Gartenerde abzugeben. Auf Wunsch Anfuhr. Gebrüder Kahl. Tel. 87. |ti69D Btt), loa 36 Jahre, mit guten Zeugntfien. sucht Stelle als Bureaudien-er, Kasfierer ob. sonstig. Berirauen poften. Schrillilche Ange» bote unter 42941) an b.Gteh.Ana erbeten. Aiiteres 1 "«s AUeinsSödien od.etniach.Stütze veralt nnddurch- auS fdbftnub. im Kochen unb in aller -vauc-arbei: rür tStnfninilicn hauSgcsuchi.Htl'e vorha'den. Beite ?ieugnlfie erforderlich. Bet entsprech, ^etstung hoher Lohn. Mathern, Frankfurt a.M. L chtenbergslr. 3 Mann, gesund 50 Jahre, mit besten Zeugnissen, f. Vüfler ob.Kellerei. Schrisil. Angeb. unter 0322.’ an d. Gieß. Ana, erb. uni in/t und o Tauberes Mädchen für lei tte HauSar- beit für vormittags Aelterer, tüchtiger tetoplle sofort gesucht. «,„v Slug. Aebling, DiUenburg. Zreibank. Freitag, den 27. Avril, von 8 Uhr ab 38471) zleischverkaus. Bruteier o. ^schwarz. Wyan- boites, iLbrenfieger", gibt laufend ab 4T14D W. Volk IL, Grofieu Linden. Ruto-Heeh 1790. ,„,D Geschic unser 2on Dr. Ä 3n ?bem Sri M bcn ersten ^hvatben, die Dorsahr« W Tiere g! L^derrutrt Müden aus Ks nicht von fo wäre u und den r Ä und si Ein tüchtiger Schäfer für sofort gesucht. SlhgferelgesklllMl Unneroö Salzmettter Ludwig Schäfer?., Cbriitoph-Hof. Zuverlässiger MMR Sa in < " Stolen „yi* sp Lift fein auch ?°Se do. fiimrei & Söhne | Gießen Zu den Mühlen 19. Jüngerer Lagsrai heiter vom Lande Sceitog, 11. Mil, na^mittags 2 nut, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 1 EiSschrank, 2 Diwans, 2 Kleider- schrünke, 2 Bücherschränke, 4 Schreibtische, 10 verschiedene Sessel, 2 Beriikos, 2 Nähmaschinen, 1 Regulator, 2 Chaiselongues, 6 Ladenthckcn, 1 Klavier, 5 Fahrräder, 1 Schreibmaschine, ein Waschtisch mit Spiegelaussay, 1 Küchenschrank, 1 Registrierkasse, 4 Fleisch- wagen, 1 Oberlockmotormaschine, sechs Dutzend Handtuchsgebilde, 1 Schreib- ladcnkasse, 39 Mützen, 1 Gasbackofen, 1 Mcngtrog, 1 Bettstelle mit Matratze, 50 Paar Tennisschuhe, 25 Paar Fußballstiefel, 16 Paar Herrenzugstiefel, 8 Paar Herrenschnürstiefcl, 1 Tisch, 2 Oelgemälde, 1 Partie Spielwaren, 1 Aktenrollschrank, 1 Motor, 1 Schreibrollpult, 1 Lcderwalze, 2 Kastenwagen, 5 Schweine, 1 Pferd, 1 Steyr. Limou- M ihm tnird Die ander- der in die Fi und daö erst, Scherereien g« Sehöndigt ed). in alt Dpo,h. pro». MllD,M.W nachm. ab 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: Nähmaschinen, 1 Schlafzimmer mit Sptegelschrank, Keil (Roßhaar) und Federzeug, 6 Federkissen und Decken, 1 Speisezimmer, 2 Büfetts, 1 Vertiko, 1 Truhe, 1 Futterkiste, Sofas, Chaiselongue, 1 Brandkiste, 4 Waschmaschinen, 2 zweirädcrige Wagen, 1 Sekretär, Porzellan, gebrauchte Fahrräder, u. v.a. Versteigerung bestimmt. 429ID Hartmetz Auktionator und Taxator Neuenweg 28 — Telephon 1414. Ab 11 Uhr vorm. Verkauf von Smn-ii.L«l'.-Wm zu billigen Preisen. S". 5 S*Ä an etn n meiner ? i< räg »E Veuischi^d- warme« Gre IhrenLewerbungen aus Ai^eigrn ohne Jtamen Zeuqniffe, Urtunbtn ob. sonst wlch'igc Papiere bdjufüqcn, Abschriften ntnügcn jur (Hnkitung v. AnstcUung4vrchanb- unacn. Oft lst uni der Bustraaacber unbtfannf und in dtesenssLIlcn tSn- ncn wir nichts hin für b.lBlebercrlanqung der 2 ewerbungS unterlagen Gießener Slnreigev Zwei fttiönc leere Zimmer, beite Vaae, m. Gas u. el. V. für 1. Mm a. vermieten. Zu erir. t. b. Geschit. b. (kten. An». i>3228 Schönes, aeräunug. Bureau (vartertei mit sevar. Ctna^ evtl. möbL au vermiet. Telephon» anfchluü vorhattden. Nähere» 03220 Baiintiofffr. 35 L NPOiM und passende Dekorations-Stoffe Reizende Neuheiten in allen Preislagen Welcher erstklassige Schneidermeister öetlertigi in feinem Hanse Herren» und Tamenkleider beiZutabevotiEiofi u. fyiit.et? SLristl. Anaeb. unter an ben Gtek. An». Vereine 95°/o Zinsscheine: April/Oktober. Stückelung: 1U0, 500, 1000, 5000 Goldmark. Zeichnungen nehmen wir durch Vermittlung von Banken und Bankiers, Spar- und Girokassen bi* zum 15. Mal 192» einschließlich ent- gegen. Früherer Zeichnungsschluß bleibt Vorbehalten. Prospekte sind bei allen Bankfirmen und Sparkassen erhältlich. Weimar, den 25. April 1928. Norddeutsche Grund - Credit - Bank I _______ 4V)»! Derl Der Herr Ar! ... Ickieiben un Ihrer Stell ifirit.e machen- Die Sie wll ul'olae einer i uet Htaatsan! hnfl w unser Austau an-ue AU erlernen, i «ennhiifje. die langen, 3$nen »eis, wenn Sie l kth:c°, osfensteh Per Herr Ä Sic ihm sobald । lasten, in dem Sie in Mr sind, und ob geben wird, sic Hornknöpfe am Mantel find modern, Hornknöpse auf den Zehen oder auf den Fußsohlen sind schmerzhaft und schon seit vielen Zähren unmodern, nämlich feil man sie mit dem vorzüglichen, vielmillionenfach bewährten Kukirol-Hühner. augen-pflafier in wenigen Tagen ohne Mefier schmerzlos, gefahrlos und unblutig entfernen kann. (54 gab noch nie ein besseres Mitlel gegen Hühneraugen, darüber find alle einig, die eS versucht hoben. Kukirolen Sie 1 Das Kukirol-tzühneraugen-pftafter Ist ganz dünn. trägt nicht auf und drückt deshalb auch niemals, wie die In neuerer Zeit ongeboienrn Sühneraugen-Itinge, die Ihre schmerzen noch erhöhen. <31nc Packung iruklrol - Sühneraugen - Pflaster kostet in den Apotheken unb Drogerien nur 75 pfg., unb für diesen kleinen Betrag werden Eie In 2 Sekunden von allen Hchmerzen befreit werden, sodaß Sie schmerzlos gehen können. (Sine ganze ttukirol-Fußpftege-A'ur kostet Mk. 1.90. beginnen 6lt 3bren Füßen zuliebe sofort damll! frukirol.Fabrik (tnrt «risp, Lad Salzelm en. illlllllllllllllllllllllllllllllllll ^ZnoerläsfigcS LNSdGen nicht unter 18 da» etwas kochen u. nähen kann, in kl. Ha.> halt i. lagStider foiort gesucht 11Ml • Zkülllfliller Str. 31 u. Illlllllllllllllllllllllllllllllllll 15—itzjäbr gcs Mädchen oot mitt. 7—12 Uhr 300-500 ccm 4 takt, zu taufen nes. 4MSD Angi b. m.Pre'S unb Baujahr i nt 7i)2an (üermerLWaaner ’Jicacntocfl 50. | Empfehlungen | | Mietgesuche | 2-3-Slmmer- wohnung von ruhigem Ehe» paar sofort ob. spater gesucht. Dringlich- teitöfchcln vorhanb. Schrtftl. Angebo.e unter 03224 an den Gieß. Anz. erbeten. Jllng. ob. Beamter lucht zum 1. Mat besser möbliertes gimmer mögl. Nähe Ostanl. (ötbr.ttn-ieb. 11.42420 an ben Gien. Anz. Sielienangejote| Einladung zur Zeichnung auf je 2 Millionen Goldmark unserer amtlich an der Berliner Börse bereite eingeführten, nach Thür. Gesetz mündelsicheren SWMMMM — nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 — (i Örsenkurs z. Z. 98%) zum VorzuKsknree von Dir suchen einen bei der für uns in Frage kommenden Kundschaft bestens etngeführlen Vevttreiev für Gießen und Marburg. Dir bitten um ausführliches Angebot unter gleichzeittger Aufgabe von Referenzen unb der Adressen bereits ver» tretener Firmen, sowie Beifügung eines Lichtbildes. Asbach & So. kWkMMndMWRM — nicht rückzahlbar vor 1. Oktober 1933 — (Börsenkurs z. Z. 95,50 °/o) zum Vorauffeknrse von Vermietungen Mal. WM zu neuuteitn 03202 Kirrhstr 13 v. Gut möbl. Wob»' u. Schlafzimmer tu. el. V. a. verm. 13231 Tranks. Str. 12 v Westaulage 28. WW. Mkiing aeiucht. Gtenenor Tabak- tvnren-<^ro hanblg. sucht zum sofortigen Eintrttl braven, gesunden Jungen auö achtbarer Familie als Lehrling-. Selbstgeichriebene Angeb. unter 03218 an den tuten. Anz. Srellag. 0. 27. üpiH, obenbfl 9 llbr Spieler- Versammlung Vcreinsbeim Der SplelauschaB, G"|r.IV.7' ,ülir „JüDlerh.-Abt. chw.-21.1V. lü. Beil. Hlndenhure. — :e. IV. 19'/, Uhr pklL Versa« 1»», iui Jubiläum äi9D Hebbel Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstr. 24 I — Telephon 239. Leistungsfähiges, altes, südwestdeutsch. Wein-Importhaus sucht für Gießen und Umgebung, bet Wiederverkäufern, in der Hauptsache Gastwirtskreisen. Hotels, Feinkost usw. gut eingeführten Provisions-V ertreter Schriftliche Angebote mit Referenzen erwünscht unter 4254D an dieGeschätts- stelle des Giehener Anzeigers. Bau Handwerker. Volontüre n*w. erhalten gute Ausbildung bis zum Architekten. Ingenieurod.Teclinikerin Hochbau. Ttef bau, Statik, Eisenbeton. Staats Kommissare Technikum tage iLippei. Bauprogramm frei. Modehaus Carl Nowack / Gießen, Seltersweg 85 Überzeug en Sie s chl Um erneut die Leistungsfähigkeit unseres Hauses, Insbe- sonde-e unserer großen Spezial-Seidenstoflabtellung zu beweisen, veranstalten wir an den kommenden 4 Tagen Freitag, den 27. April Samstag, den 28. April Montag, den 30. April Dienstag, den 1. Mai Diese Werbe-Tage für Seide, zu denen wir ganz außergewöhnlich günstige Preise bringen (Nebenstehend einige Soyette K'Seide.uni ge- <|40 gemustert, p. m ■ Wasch-Kunstseide uni,In allen Far- __ ben, für Kleider 450 und Blusen. . ■ Bemberg-Selde qualitativ das Beste, In mod. OOO Farben ... .2,60. “ Eolienne wolle m. Se-de, Inschönen Far- 0 80 ben, per Meter W Crepe de Chine 10> cm breit, in verschiedenen A °0 Farben........ Veloutlne ganz beaond. fi50 schwere Ware " haben, so führt diese bei der immerhin fernen Verwandtschaft drr Arten and dem Mangel an zuverlässigen Anhaltspunkten zu sehr in das Gebiet gewagter Spekulation, als baß man eine beweisbare Lösung erhoffen dürfte. Vielleicht darf ich aber zum Schluß immerhin eine Möglichkeit andeuten. Eine gemeinsame Ahnenform. die wir mal die .11 r s ch w a l b e" nennen wollen, könnte etwa in Nischen von Lehm- und Gipswänden offene Nester gebaut haben. Die Uferschwalbe hat dann eine extreme Nistweise auSgebildet, indem sie diese, von Natur gegebenen Nischen nach innen verlängerte und zur .Grabschwalbr" wurde. Die Hausschwalbe machte sich mehr und mehr frei von den Vertiefungen in den Erdwänden. verschloß ihr Nest bis aus einen runden Eingang und ging zum Nisten an steilen Felswänden über. Die Rauchschwalbe mag die Nistweise der von uns hypothetisch angenommenen .Urschwalbe" noch am meisten bewahrt haben, indem sie von oben her eine Deckung für ihr Nest verlangt. daS eine flache Mulde bleibt und als Daumatertal auch Halme u. dgl. enthält. Allen drei Arten bot der Mensch neue Nistplätze; leine Kultur schuf in diesem Fall also einmal vielen Millionen von Vögeln Brutgelegenheiten an Orten, wo die Vögel ohne menschliches 3utun nicht nisten könnten. Wenn die heutigen Verhältnisse besonders in unseren Städten für die Schwalben ungünstiger geworden sind, so entzieht die Kultur den Vögeln nur wieder Vergünstigungen, die sie ebendiesen Vögeln einst einräumte. An dem Rückgang der Schwalben in den letzten Jahrzehnten sind schuld die Zunahme der Reinlichkeit auf den Strasten, die einen Mangel an Dtststoffen bedingt, die Abnahme der Viehhaltung, damit der gute Nistplätze bietenden Ställe sowie das Seltenerwerden der Insekten, schliehlich die veränderte Bauweife unserer Häufer. Deshalb haben die Schwalben den Höhepunkt ihrer Ausbreitung und Häufigkeit in den Kulturländern wohl hinter sich: ob sie sich aber wieder an natürlichen Nistplätzen, die HauSschwalbe etwa an Felswänden, ansiedcln Werden, läßt sich kaum Voraussagen. Immerhin muh eS Ausgabe der Naturfreunde fein, die Schwalben möglichst zu erhalten und anzusiedeln, damit noch recht lange ihre Wiederkehr unS und unseren Nachsabren den Frühling verkündet unb trotz deS Wechsels der Zeit und der Geschlechter immer daS schlichte Dichterwort gilt: .Doch die Schwalbe singt im Dorf wie einst .. .!" Feuer aus der Stiefelsohle. Don Friedrich Koch'Wawra. Ich habe .Rauchendes Feuer" vor vier Jahren kcnnengelernt. als er noch kein DlockhauS In der kanadischen Reservation bewohnte, sondrrn im Dickicht des Waldes über drciundzwanzig Familien gebot. Damals war ich ein unheimlicher Gast bei den KodjakS. weil ich Feuer au- der Stiefelsohle schlagen konnte. Als ich von ihnen ging, baten sie mich flehentlich um so ein kleine- Hölzchen. aus dem man Feuer streicht. Ich gab ihnen matches, so viel ich entbehren konnte. Einige Wochen später fluchten sie auf mich. Ein benachbarter Medizinmann war erschienen, und die Kodjaks wollten »Feuer zaubern". Aber die matches gingen nicht los. weil sie die roten Männer am schwitzenden Körper geborgen und ganze Flüsse mit ihnen durchschwommen hatten. .Er hat unS betrogen", sagte einer, »hat un- Tinefs gegeben. Die bunten Decken hat er mitgenommen." Jean de Dussy. ein französischer Globetrotter, kam vorbei und wurde von den Kodjaks auch um .Blinkerchen" angegangen. Als ihn die Kodjaks beim Abschied befragten, antwortete der weihe Franzose: .ES gibt kein Mittel, die Feuerhölzer auf chre Echtheit zu prüfen. Da- einzige Wittel wäre, sie anzuzünden. Vrennen sie. so lind sie allright." AlS der Franzose von bannen geritten war, probierten die Kodsaks die geschenkten Hölzer. Eie waren alle gut. Aber nachher gingen sie doch nicht loS. Auch de Vussy schien ein Betrüger... In diesem Frühling wurden die KodjakS .kanadische Regierungsindianer", schworen dem .weihen Vater in London" die Treue und bezogen eine Reservation mit Modell-Einheits-Blockhäusern am Bukon. Vorige Woche war ich bei ihnen und wollte dem .Rauchenden Feuer" wieder mit Brand auS der Stiefelsohle imponieren. Da kniff der Hundertjährige die Augen zusammen und lieh einen Blick über mich gleiten, in dem eine Welt von Verachtung lag: .Mein weiher Bruder ist recht klug für sein Alter!" DaS heiht in der indianischen Verkehrssprache etwa so viel alS: .Bei mir — (nach Belieben auSzufüllen)!“ ■ APrii April ' April Mai °Lanz außer- ,hend einig, «aj. unn n8l*Hchi ter bürg. ch" bereit« v«, -'n* 'Co. 'M. W|| <270V 4 nhlMe ' «chnkidttmtitzn wlenw in kni« u Paule Herren, nib t TamenlltiK? bfiBmabtöoijr1 u. nutet? feiliL tinoeb. unitiÄ'D an -en Brei In». Vereine 11.8. Stadttheater D w, 6. u. M abends 9 Ildr SMn- f mit den Vereinigten Staaten und mit England aktiv an der Ausgestaltung der wirtschastlichen Entwicklung der b;et Länder zu beteil i -en. Schon haben die Bereiniiten Staaten und England die Hand auf w« tvollste Rohstof gebiete diele? Länder gefe it. und beide haben sich du ch ihre ür mbuflric e Produile gesichert. Die deu sche Au - fuhrmögckcp eit nach cubamec.la w rd durch d e schwierigen wirtschastlichen unb soz alen Verhältnisse der Heimat empfindlich gehemmt u ib die Tetelligung an Kapitalanlagen, die schon vor dem Kriege leider nicht allzu groß war, ist an etnifen Stellen stark z u s a in m e n g e s u n- ken. wenn freilich auch anderwärts wieder er reu't je nl. tz zu Wei erb Id ngei vorban en sind. Trotz der großen Abhängigkeit der süd- amerifaniU.en Länder von der Union hat die deutsche Qualitätsarbeit, wie man sich in allen Staaten Südamerika- überzeugen kann, ihre Anziehungskraft nicht verloren, und da- wird auch so bleiben, da ja auch die südamerilanilchen Hauptstaaten Deutschland immer noch als wichtige« Ausnahme and für ihre Lande- robuftc a.i- fcl’en. Die deutsche Industrie muh_ mit allen Mitteln txrriud>en, stärker inS Geschält zu kommen. ES wird ihr ge'ingcn. wenn s e nur auf tadellose Qualität unb auf Anpassung an bte Bedürfnisse der Abnehmer bedacht ist. wie sie c8 früher immer gewesen ist. Daneben sind die deutschen technischen Jntelligeirzen und deulschen Qualität«- arbeiten von höchstem Wert, die gerade bei dem Ausbau der nationalen Industrie vor allem für die hochste'-ende deutsche Maschineninbustrie toerben. Deutsche Ingenieure sink» heute in der ganzen Welt aruulteffen. Fünf ig Prozent aller im Ausland lebenden deutschen Akademile: sind Jngenirure. Wir mögen schmerzlich bedauern, daß wir für so viele tüchtige Menschen nicht genügend Arbeit-möglichkeiten tn Deutschland haben. Aber andererseits b e b ü r - f e n wir ihrer draußen in der Welt, wenn wir nicht die Möglichkeit verpassen wollen, un« heute nach dem Kriege wieder selbst in die Welt- wirtschast einzugliedern. Daten für Freitag, 27. April. Sonnenaufgang: 4 40 il&r, Sonnenuntergang: 19.16 Uhr. — Monbaufgang. 10.52 Uhr, Monduntergang: 2.33 Uhr. 1521: Fernao be MagalhaeS, erster WeLt- umlcgler, auf den Philippinen geft. (geb. um 1480). — 1791: Samuel Finley Droese Morse, Erfinder deS Morse^TelegrapI^en, in Eharle- stown geb. (geft. 1872). — 1850: Der General HanS von Beseler in Greifswald geb. (geft. 1921). — 1874: Der Prähistoriker Otto Hauser in Wädenswil bei Zürich geb. die geistvollen Untersuchungen be« Ornithologen Schnurre (.Die Vögel drr deutschen Kulturlandschaft") übet die Im Kulturgelände lebenden Vvgelarten und chre Gewohnheiten haben die Schwalbenfrage erhellt; später habe ich in meiner .Vogelfauna von Hessen" diesen Gegenstand ausführlicher behandelt und die Theorie über die frühere Nistweisc der Rauch- unb Hausschwalbe ergänzt unb zu einer Einheit abzurunben versucht. Wa« zunächst die Rauchschwalbe betrifft, so zeigte O. Schnurre, bah sie wohl ursprünglich niöyt an Felsen, sondern in Lehmwänden brütete, wo die natürlichen Nischen geeignete Nistplätze bieten. Al« der Mensch anfing, auS Lehm Hütten zu bauen, mag der Anschluß dieses Vogels an den Herrn der Schöpfung erfolgt fein. Die Viehhaltung de« Nomaden und die damit zusammen- hängenbe Menge fliegender Kerbtiere begünstigte vielleicht auch die Schwalben, die in den Wänden ber primitiven Lehmhütten deS vorgeschichtlichen Menschen nichts anbere« erblickten als zum Nestbau geeignete Lehmwänbe. So schloß sich bie Rauchschwalbe wahrscheinlich schon sehr früh bem Menschen an. sie ist vielleicht überhaupt der älteste gefiederte Mitbewohner mensch icher Behausungen unb hat unter dem einfachen Hüttendach schon sein Nest errichtet, al« die ehemaligen Zellenvögel vom Menschen rivch keine pafsenden Niftstätten geboten betamen. Diese Tat'ache hat gewissermaßen ihren geistigen Nieder'chlag gesunden in der größeren Volkstümlichkeit, der sich die Rauchschwalbe gegenüber der Mehllchwalbe bei allen Völkern erfreut. Anders liegen die Verhältnisse bei der HauS» ober Mehlschwalbe. bie als ehemaliger GebirgS- unb Felsenvogel sich bem Menschen erst anschließen konnte. alS er zum Dau steinerner Ge- bäube überging. Aehnlich wie jetzt noch ber Mauersegler hat bie Hausschwalbe wohl bereinft. vielleicht im bürgen- unb kirchenbauenben Mittelalter. zunächst bie höheren Türme unb Zinnen beflebelt und ist bann a lmählich .herabgestiegen", so daß wir heute ihre langen Nesterreihen nicht selten gerade unter dem niedrigen Dachgesim« der Bauernhäuser finden. So schlossen sich gewistermaßen die Rauch- und die Hausschwalbe auf verschiedenen Wegen unb zu verschiedenen Zeiten an uns Menschen an; der Steppenvogel drang in die Ställe und Torfahrten ein. während der Felsenvogel an den Außenwänden blieb. So nahe bie Frage auch liegt, wie bie Ni st arten ber Ufer-, Haus- und Rauchschwalbe früher einst zufammengehangen Altphilologen-Tagung in Worms. Der Deutsche Altphilologen-Der- band (Landesverband Hessen) hielt im Verfolg seiner Gießener und Offenbacher Tagungen seine diesjährige Tagung in Worms ab. Nach den Dezrüßungsworten des Vorsitzenden, Studienrats Dr. 5t. Listmann (Darmstadt), sprach als erster Redner plnivertttätsprofessor Dr. A. Laqueur (Gießen) über: „D le Staatsaufsassung bet Griechen und Römer n". Der Historiker der Landesuniversität stellte sich die Ausgabe, den Weg zu zeigen, wie von der Antike auS an die Grundformen deS Verhältnisses vom Menschen zum Staat heran- zugchen ist. Der Redner ging von der Schrift „über den Staat" aus, In der Eicerv die Grundgedanken einer Verfassung niederlegte, welche die auseinanderstrebenden Teile des römischen Volke- zu harmonischer Arbeit am Staate zusammen- führen sollte. Bei Abfassung dieser Schrift hat Cicero griechische Staatstheoretiker herangezogen; aber an entscheidender Stelle hebt er hervor, daß seine Betrachtungsart gegenüber der griechischen etwa- völlig Neues sei, und weist uns selbst den Weg, um diesen Unterschied zu erkennen: Der Grieche tritt rein rationalistisch an die Frage der Verfassung heran, seine Stoatskvnstruktionen sind daher losgelöst von historischen und geographischen Bedingtheiten, veranlaßt durch den konstruktiven Geist der Griechen, bestärkt durch die Gründung zahlreicher Kolonien, die frei von Tradition mit einer Verfassung versehen werden mußten. Die Römer dagegen stehen in einer starken geschichtlichen Bindung, die ihr ganzes Interesse auf die Wirklichkeit des eigenen Staates konzentriert. In reiner Form verkörpert der alte Cato diese römische Staatsauffassung: will man den Staat verstehen, so muß man einen einzelnen ins Auge sassen und durch die Geschichte dec Iahrhunderte begleiten. Cicero lehnt sich im Grunde an diese römische Staatsaufassung an und versucht nur insofern einen Ausgleich mit den griechischen Staatskonstruktionen, al- er annahm, daß diejenigen, welche im Laufe der Iahrhunderte an dem Aufbau des römischen Staates gewirkt haben, bewußt Erwägungen von der Art angestellt hätten, wie er sie bei den griechischen Staatstheoretikern vorfand. Auf der verschiedenen Einstellung zum Problem Staat und Geschichte beruht es, daß man zwar die griechischen „utopischen" Gedanken übertragen zu rönnen meinte — die Ideen des Liberalismus, der Demokratie, des Kommunismus sind griechisch - , während die römischen Staatsgedanken am historisch gegebenen Objekt hasten und daher letzten Endes konservativ sind. Die gedankenreichen Ausführungen des Gießener Forschers über die antiken Sta'atstheorien und -formen charakterisiert in seinen Dankes- worten der Leiter der Versammlung als besonders konstruktives Beispiel dafür, wie die Antike das geistige Grundgerüst und ein lebendiges Glied unserer modernen Lebensformen darstellt. Als nächster Redner sprach der badische Pädagoge und Herausgeber der Monatsschrift für das höhere Schulwesen der drei südwestdeutschen Län- oer, Realgymnasialdirektor Dr. K. Dürr-Mannheim über da- Thema: ,Der Lateinunter- rtcht der Realgymnasie n". Der Kern seiner Ausführungen war der Gedanke, das) in dieser Schulart, die notwendigen Bildungsbedürfnissen der Gegenwart entspricht, das Lateinische unmöglich in eine „Randstellung" gedrängt werden darf; das verbietet der Gedanke an die Bildungswerte. die e- in sich schließt. Sollen diese aber richtig ersaßt werden, so darf man sich allerdings in der Bestimmung des Zieles des Loteinunterrichtes nicht mit dem Hinweis auf die Erfassung römischer Kultur und von deren geschichtlicher Bedeutung für uns begnügen, dieser Lateinunterricht darf nicht nur kulturkund'ich. er muß vielmehr in erster Linie humanistisch begründet sein, d. h. er muß zum persönlichen Erfassen der wertvollsten Bildungsesemente. die das Römertum unö bietet, hinl^iten: zu Lebendigmachen der sittlichen Kräfte, die in der römischen Staatsgesinnung und der römischen Human!'ät liegen. Für Auswahl und Ausgestaltung der lateinischen Lektüre am Realgymnasium wurden eine Reihe Anregungen gegeben; desgleichen für die Methoden der sprachlichen Schulung. Angesichts der Wich'igkeit und Unerläß'ichkcit die'er Aufgaben muß die in den Schulreformen verschiedener Länder, iirsbesondere Preußens und Hes.ens, durchgesührte starke Kürzung des Lateinunterrichts mit größter Sorge erfüllen. Sie allergrößte Sorge bereitet der Lateinunterricht der Reformrealgymnasicn neuester Form mit seinen insgesamt noch 16 Wochenstunüen. Sie Verkürzungen, die hier der Latcinunterricht erfährt. mehren die Gefahr, daß das Bewußtsein der inneren Derbundcnheil mit der Antike und deren Bildungseinfluß immer mehr in unserem Bolle schwindet; diese Gefahr muh alle Humanisten auf den Plan rufen. In seinem Schlußwort an den verdienten badischen Pädagogen konstatiert der Vorsitzende die älebereinstimmung der kompetenten altphilologi- schen Kreise Deutschlands in den grundlegenden Fragen der Auffassung des erzieherischen Selbst- wertes. der Ablehnung eines Mittel-Zweck- Prinzips und einer dienenden Stellung des realgymnasialen Lateinunterrichts und in der Forderung einer ihm notwendig zustehenden Mindeststundenzahl. Es sprach sodann Studienrat Dr. K. Strobel- Mainz in einem wissenschaftlich begründeten Vortrage über: „Die Aussprache des Lateinischen". Der Redner führte u. a. auL: Die Schule darf wie überall, so auch auf dem Gebiete der Aussprache nur unumstö' lich Si heres dem Schüler bieten. Mit Nachdruck ist die Quantität der Vokale zu fordern, auch aus schulprat- tischen Gründen (Auswirkung auf das Französische). Zur Zeit aktueller erscheint die Behandlung der Aussprache des c und t. Daß das c teg klassischen Lateins in jeder Stellung als k-ßaul gesprochen wurde, geht hervor aus Grammatikersteilen. Inschriften. Metrik, Transkriptionen ins Griechische und umgekehrt, Lehn- und Zremdwortverwandtschaft. zwischen Latein und Deutsch. Nach kurzem Eingehen auf den Standpunkt der Gegner und kirchlicher Kreise schließt der Vortragende mit dem Wunsche, sich ohne Voreingenommenheit auf den Boden der Wissenschaft zu stellen, zum mindesten aber einen einheitlichen Zustand auf diesem Gebiete im. Reich zu schaffen. Die Probleme des fachkundigen Vortrags regten zu längerer Diskussion an. die schließlich zur Annahme eines Vorschlages von Oberstudiendirektor Lauteschläger und Oberstudiendirektor Krause führte, bei der Behörde anxu- regen. zwecks Herbeiführung einer einheitlichen Aussprache des klassischen Lateins eine Umfrage bei den Kollegien zu veranstalten. In feinen Schlußworten beleuchtete der Leiter der Tagung die zahlreichen, über die Themen hinausreichenden Fragen, wie sie in den ein- dringenden Behandlungen der Vorträge für die gegenwärtige Arbeit der humanistischen Pädagogik gestellt werden. Ein eingehender Iahres- bericht des Vorsitzenden, der auch die allgemeine Lage des klassischen Unterrichts berührte, gab Einblick in die umfangreiche Tätigkeit des Landesvorstandes. Universitätsprofesfor Dr. Kalbfleisch und Oberstudiendirektor Krauß unterstrichen im Anschluß hieran die Bedeutung deS Verbandes. Der Tagung voraus ging eine Versammlung in der Altsprachlichen Sektion deS Hessischen Philologenvereins unter der Leitung von Oberstudienrat Professor Dr. W. R e e b • Mainz. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand ein Vortrag von Studienrat Dr. K. Listmann -Darmstadt über: „Sie klassischen Sprachen im heutigen Bildung-lebe n". Die gedrängten Gedanken dieses Vortrages bewegten sich in der folgenden Hauptrichtung: Die wissenschaftliche und pädagogische Lage zwingt zur Besinnung auf die Grundfragen der Bildung. Bildung tm Sinne der geschichtlich-übergefchicht- lichen Idee, wie sie in der Erziehung durch die Nassifchen Sprachen verkörpert wird, ist Persönlichkeitsbildung; ihr Kulturbegriff beruht auf dem Gedanken harmonischer Bildung zum Menschentum mit dem Ziel der Autonomie des DeisteS. verfolgt also ein geistig-ethisches Ziel, und ist gesthichtlich und bildunasgeschichtlich an die Griechen gebunden, die alle Lebensmächte. Staat, Religion, Kunst. Philosophie, in den Dienst der reinen Herausgestaltung des Menschlichen gestellt und die moderne Kultur mit diesem Begriff durchdrungen, den modernen Völkern das Kultu'bewußtsein vermittelt haben. Die von 3O.e gowenen Berge. Roman von Clara Diebig. Topyriaht 6h Dcufche D'rlagS-An statt E uttzart 48 Fortsetzung Nachdruck oerboten Auf der großen Wiese am Ufer hatten sich so viele eingefunden, daß die große Wiese längst nicht !;roß genug war. Bis in den Ort hinein, der do- hinter liegt, staute sich Kopf an Kopf — eine neige Menge Wie Meereswogen war die angebrandet, nun stand sie lautlos und hörte zu. Kein Mensch vetstand alles, aber was sie verstanden, i das war ihnen genug Ein Herr aus Trier redete, einer, der mit der Sache der Winzer vertraut war. '' „Es ist die Not, die uns zusammengeführt hat, eine Not, so groß, wie sie noch niemals gewesen ist." I)üä war nichts Neues, das wußte man ja. Kas- i par Dreis hörte nur lässig hin, seine Gedanken waren och bei den Bremms. Nun mertte er plotz. bch besser auf — „Zollpolitik" — ja, das war das Wort! Er strengte seine Ohren an. „Zollpolittt des Reichs — Sterben des Winzer- standes — Schutzzölle gegen den übermächtigen Auslandswettbcwerb — Weinbauen Im Ausland viel billiger — Handelsvertrag nut Spanien das Unalüd — darum Zölle, hohe Zölle! Organisiert euch, bann bessere Handelsverträge — noch kein Grund zum Verzagen — wir verlangen" ... Was der Redner in längerer Darlegung verlangte, verstand der junge Dreis nicht, die Menge um ibn war unruhig geworden. Er drängle vor, er wollte, er mußte besser hören, seine kräftigen Schultern stemmten sich burd). „Fortfall der Weinsteuer!" „Bravo!" Einer schrie es, und es wurde jo oft, so andauernd wiederholt, — ein einmüt.ges, viel- tausendstimmiges Bravo, — daß es dauernd hin- aushallle zum abyeholzten Bergrücken über dem Ort, und bann hinüber zur Burg jenseits der Mosel. Der Redner suchte sich weiter verständlich zu machen, es war schwer, denn heimliches Rumoren war ständig in der Menge. Wie ein schwelendes Feuer, das langsam aber stetig sich werter frißt. so brannte der Wunsch in allen, in all den Tau- senden die glühende Forderung „Weinsteuer weg!" Ein Sch.ld an einer langen Stange hob s ch plötzlich empor, der Helle Tag zeigte es deutlich. „Die Weinsteuer des W iizers Untergang!" Ja, ja, so war es! Hüte hoben sich, Mützen wurden geschwenkt, Hände in die Höhe gestreckt, man begrüßte jubelnd das Schuld. Kein anderes von den vielen 6d)ilbern, die emporgereckt sich in der M. nge zeigten, hatte den gle chen Beifall Selbst das „fjort mit dem Finanzamt" jetzt nicht. Fort mit der Wein- steuer! Unb was t ie dem Staat eingebracht hotte an ungezählten Millionen, bas mußte jetzt unter Ne Winzer verteilt werden. Jawohl, jawohl! Wozu überhaupt die Wirtschaft mit den leidigen Steuern? Wozu ein Heer von Beamten, die über der Steuer brüteten, die den Steuerzahler nur Geld kosteten, und die weiter nid)ts taten als aushecken, wieviel überhaupt an rückständigen Steuern noch einzutrei- ben war, unb w e unb wo. . So recht hörte kaum einer mehr zu, zu heftig er- * regten sich die Gemüter, zu lebhaft schlugen die I Pulse, vergrämte, blasse Gesichter waren rot ge- j worden unb heiß. Ach ja, in Berlin, das wollte man dem Redner wohl glauben, da ging man umsonst von Tür zu Tür — anderes Städtchen, anderes Mädchen — in Berlin hieß das Mädchen anders, da hatte man ein anderes lieb' Kind; und auch eine andere Sorge. Ader die, die hier lebten im Mosel- unb Rheinland», bie die gleiche Liede hat- । ten unb die gleiche Sorge, die hie? muhten sich fest zusammenschließen. Dreimalhunderttausend Winzer I Im Mosel- unb Rbeinlanb — wenn die eins waren, wer konnte da wider sie sein?! Und nun litt es ben Kaspar Dreis nicht länger, bas oatte er ja immer gesagt: wir Winzer müssen Zusammenhalten. Er schrie das plötzlich mit seiner kräftigen Stimme, unb eh er sich's versah hotten ihn zwei auf ihre Schultern gehoben, und er rief nun von do oben herab in die auf einmal ganz still gewordene Menschenmenge hinein - sie sahen es das war einer von ihnen, ein Winzer! — rief so stark, daß man es bis weithin hörte. „Winzer, Brüder in Mosel und Rheinland, wir müssen zusammenhalten! Wir lieben unsere Heimat, unser schönes Heimatland über alles, aber wir lieben auch unser Vaterland, dos ganze deutsche Vaterland, für das wir Winzer genau so geblutet Üniüerfltflt unb Schule gemeinsam getragene geistige Bewegung, die wir als Erneuerung des Humanismus oder dritten Humanismus bezeichnen, strebt noch den Kraft- und Wertzentren. Die reine, historisch gerichtete Altertumswissenschaft und die angewandte, humanistisch orientierte Schulphilologie finden sich in einer höheren Einheit. Ohne die geschichtlich-konkrete Arbeitsform aufzugeben, will die Wissenschaft selbst humanistisch sein. Für die Bildungsidee tritt Die Antike als das Prototyp der Formgefetze bei Geistes, als Aufbauprinzip der abendländischen Kultur, als der klafsitche Repräsentant der Kultur i d e e . als konstituierender Teil unsere- eigenen Wesens in den Vordergrund. In dieser neuen Erfassung des Verhältnisses von Wert unb Geschichte wird von der geschichtlichen Betrachtung zur Wertung aufgestiegen, tritt die kulturpädagogische Kraft des schöpferischen Genius in den Mittelpunkt, die Größe von Echos und Geist des schöpferischen Einzelwerkes. Die Weiterführung Humboldtscher sprachphilosophischer Forschung hat für ihre erzieherische eigenwertige Bedeutung neue tiefgehende Erkenntnisse gezeitigt. Interpretierendes Verstehen bedeutet Entbindung von Wert unb Gehalt unb daburch Weckung und Bildung von Kräften des jugendlichen Geistes. Die Arbeit an ihm verlangt den Einsatz der Totalität der Kräfte. Auf diesem Wege liegt zugleich rechte Kulturkunde unb eigentliche Schulsynthese. Oberhessen. Laur^.ris Gießen. V Mainzlar, 25. April. Die Neubesetzung der Hebammen stelle in unserer Gemeinde, über bie an dieser Stelle schon wiederholt berichtet wurde, beschäftigt die Oeffentlich- keit immer mehr. Vom Kreisgesundheitsamt Gießen wurde unsere- Gemeinde seinerzeit der Gemeinde-Hebamme von Daubringen zugeteilt. Gin Einspruch, der gegen diese Zuteilung sofort eingelegt wurde, ist nunmehr vom Ministerium in Darmstadt abschlägig beschießen worden. Die inzwischen eingetretenen Geburtsfälle wurden zum Teil noch von der seitherigen Hebamme mit Hilfe der Krankenschwester besorgt, jedoch dürfte dieser Zustand für bie Folge nicht zu billigen sein. Da nach einer Medizinalverordnung vom 6. Iuni 1861 — die aber heute noch in Kraft ist — bei der Wahl einer Hebammenschülerin der Kreisarzt, für die betreffende Gemeinde der Bürgermeister unb bet jeweilige Ortsgeistliche bestimmend sind, so steht der größte Teil unserer Bevölkerung auf dem Standpunkt, daß diese Gesehesstelle bis jetzt nicht für die Interessen unserer Gemeinde gebührend beachtet worden ist, denn sonst dürsten der Gemeinde in der Ausbildung einer Schülerin diese Schwierigkeiten nicht bereitet werden, ilnfet Standesamtsregister weist im Iahr 1927 an 20 Geburten auf; hingegen hat unsere Nachbargemeinde Saubringen in diesem Iahte 19 und von diesen kommen noch 10 Geburten auf die Krankenhäuser der Stadt Gießen. * Beuern, 25. April. Aus Beschluß des Gemeinderats wurde auf dem hiesigen Schulhof eine Linde gepflanzt, die das Gedächtnis an die vor 400 Iahren, zwischen 1527 und 1530 im Busecker Tal eingeführte Reformation wachhatten soll. H. Großen-Linden, 25. April. Heute nachmittag bemerkten zwei Spaziergänger Im Grohen-Lindener Markwald einen im Entstehen begriffenen Waldbrand, der mit rasender Geschwindigkeit um sich griff. Da sie des Feuers selbst nicht Herr werden konnten, rie'en sie eiligst in dem Nachbardistrikt beschäftigte Waldarbei er zu Hilfe. Ein Bahnbediensteter. war durch die lauten Feuerrufe und den Brandgeruch aufmcrlfam geworden, eilte zur Brandstelle unb bekämpfte die' Flammen sehr wirksam. Durch die Waldarbeiter wurde dann die Glut völlig gedampft. Unter Leitung des Försters wurde rings um den Brandherd ein Schutzstrei en gegraben und somit weiterer Schaden verhütet. Da in der Nähe keine Kochstelle vorhanden ist, von der aus der Brand hätte entstehen können, muß angenommen werden, daß unvorsichtige Raucher das Feuer verursacht haben. -r Lang-Göns, 25. April. Einem hiesigen Schneidermeister wurden ein neuer Mantel, eine neue blaue Ioppe und 150 Mk. mit Geldmappe gestohlen. Als Täter kommt ein Schneider- Haben, wie alle anderen. Darum verlangen wir aber auch m t vollem Recht, und wir werden darauf bestehen, wir rucken vor in geschlossener Front ..." „3a, ja," schrie es aus der Menge. ... „daß wir behandelt werden wie Deutsche und nit beiseite geschoben werden. Wir wollen uns auch nit sagen lassen: .Der Weinbau hier hat keine Be- rechk gung mehr, unb der Kleinbau eilt recht nicht/ Wir s nd nun einmal Winzer hier, wir wollen das auch bleiben. Wir lieben unsere paar hundert Stöcke genau so wie der Dauer seine Kornfluren, wie der Fabrikherr seine Fabriken, w.e der Kaufmann seine Waren. W.r verlangen gar keine Schätze, wir sind zufrieden m t Wenigem, aber da- m.t wir das Wenige haben, was wir zum Leben gebrauchen, damit hört uns, chr Brüder im weiten Deutschland! Wenn alle die. die Wein trinken, unseren Wein trinken, Moselwein, Rheinwein, Wein von deutschen Reben, bann brauchen wir nit zu hu: gern, bann wird es uns Winzern bald besser gehen." „Wenn wir nit vorher all lang krepiert sind," schrie einer dazwischen Es war der Loesenich, der sich burd)gebrängt hatte. Kaspar Dreis sah zornig auf ihn herunter unb wiederholte bann noch stärker, noch überzeugter: „Es wird uns besser gehen. Wir müssen nur fest Zusammenhalten. Dann wird bie Sonne" — er wies mit einer weit ausholenden Armbewegung zum Bergrücken hinauf, über dem die Sonne jetzt groß stand und schon wärmende Strahlen versandte — „auch immer stehenbleiben überm Moselland. Es lebe Mosel unb Rhein! Es lebe unser Weinl Es lebe der Winzerstand?" Er hatte sich heiser geschrien, Schweiß perlte ihm von der Stirn, — es war doch schwer, so zu reden. Aber er hatte feine Sache gut gemacht, tosender Beifall bekundete es. „Bravo, bravo! Bravo, bravo!" Tausende schrien; bie ganz weit weg waren, die nichts gehört hatten, nicht hören konnten, schrien auch mit Die Nächsten winkten ihm zu, nickten, lachten: so war's gut gesprochen, und genau so war es, wie es jeder fühlte, unb wie es auch jeder erhoffte. Nur fest zusammengehalten, dann wurde bald alles gut! Es schüttelten sich viele die Hände, und man schüttelte sie auch dem Kaspar Dress. geselle, welcher erst zwei Tag« bei dem Schneide» meister beschäftigt war, in Betracht; derselbe soll angeblich Kriegsbeschädigter sein; der linke Ar» ist fast gelähmt, er spricht Kölner Dialekt. # Aus der nörd'lich en Wette ran. 25. April. Die Landwirtschaft, die durch die lange Regenperiode in der Feldbestellung stark gehemmt wurde, ist jetzt eifrig mit dem Stecken der Kartoffeln beschäftigt. Da man sich in den letzten Iahren mehr dem Zuckerrübenbau zugewendet hat. wird die Kartoffel anbau fläche auch in diesem Iahr geringer werden, zumal auch die niedrigen Preise für Fettschweine, für die eben pro Pfund Lebendgewicht nur 46 Pf. geboten werden, den Anbau ungünstig beeinflussen. Die Ferkelpreise sind auS dem gleichen Grunde weiterhin zurückgegangen, für das Paar 1 bis 3 Wochen alte Jungtiere wird jetzt noch 30 bis 36 Ml. bezahlt. Die Nachfrage nach Kartoffeln hat sich in letzter Zeit etwa- gesteigert. Infolgedessen zog der Preis von 3,40 auf 3,90 Mk. an. Besonders gesucht ist Saatgut in Odenwälder Blaue. — Die Obstbäume zeigen dieses Iahr wieder einen guten Knospen- ansah. Apfelbäume und Birnbäume zeigen viel Fruchtholz. Aprikosen und Pfirsiche haben auS- geblüht und hatten regnerisches V^tenwetter, waS den Fruchtansatz sehr beeinträchtigt hat. Kirschen stehen eben in voller Blüte. Troy der kühlen Witterung hat sich die Winterfrucht gut bestockt. Die Entwicklung, besonders bei Weizens, ist vielversprechend. Auch die Sommerfrucht, sowie der eingesäte Rotklee stehen prächtig. Als Ersatz für mangelnde Wiesen wird hier ewiger Klee oder Luzerne angebaut. Nach guter äleberwinterung hat er schon handslang auS- gestohen und verspricht einen vollen Ertrag. Mrei* Büdingen. △ Nidda, 25. April. Schulverwalter THaler, hier, wurde nach Friedberg versetzt und ihm eine Lehrerstelle an der dortigen Volksschule definitiv übertragen. Hier sieht man ihn ungern scheiden, weil er sich neben seinem Berufe um das Sportwesen im hiesigen Turnverein recht verdient gemacht hat. Zu seinem Nachfolger ist Schulverwaltcr Klimm von Friedberg hierher versetzt worden. — Am 15. Iuni sind 50 Iahre verflossen, seitdem bie hiesige Freiwillige Feuerwehr gegründet tourte. Sie will deshalb diesen Tag ihres 50 jährigen Iubi- läumS in einfacher aber würdige Weise begehen. Die Bevölkerung Niddas bringt der geplanten Feier großes Interesse entgegen, um an dem Ehrentag der Wehr für ihre selbstlose, aufopfernde Nächstenliebe während der vergangenen 50 Iahre verdiente Dankbarkeit und Wertschätzung zu beweisen. Die dieser Tage gewählten Ausschüsse, deren Mitglieder auS allen Berufsständen der Stadt sich zusammensetzen, werden sich eifrig bemühen, durch sorgfältige Vorbereitung zum guten Gelingen des Festes beizutragen. - Der Stadtvorstand kaufte von dem Beigeordneten H. R u 11 m a n n , Gastwirt zur Krone hier, ein größeres Baugelände rechts an der Ealzhäuser Straße, zwischen der Oberhessischen und der Schottener Bahn gelegen, den Quadratmeter für 2.70 Mark. Auf diesem Platze soll ein großes Beamten- wohnhaus für sechs Familien errichtet und mit den Arbeiten sofort begonnen werden. Auch soll die Wasserleitung von der Bahnhofstraße au« längs der neuen Verbindungsstrahe zwischen Bahnhofstraße und Salzhäuser Straße bis zu dem obengenannten Baugelände geführt werden, um die in dessen Nähe bereits neu errichteten Wohnhäuser bie seither noch kein Wasser ander Leitung erhalten konnten, anschließen zu können. Zlreis Schotten. Schotten, 25. April. Don den Spezialartikeln, die der Vogelsberg während der langen Winterzeit hersteut, erfreuen sich noch immer die Rechen einer Mo.iberen Bettett- heit und eines flotten Abgangs. Sie werten jetzt in allen Dörfern angeboten unb find n willige Abnehmer, zumal sie recht leicht u d handlich gearbeitet sind und bunten Za rb en- schmuck tragen. Den ei.rze'ncn Herstellern, wie sie in Rudingshain und vielen anderen höher gelegcnen Orten wohn.n. ist es möglich. Den Wintervorrat von 100Ö und mehr Stück mühelos abzusetzen. Waschllammern ud Schanzenkörbe, die in früherer Zeit gut verlauft werden Ion t n, stoßen aber schon stark auf die Konkurrenz billigerer Fabrikwaren. — Dann ging das Reden weiter, es traten noch mehrere Redner auf, aber keiner hatte mehr den gleichen Be.fall. Zuletzt wurde eine Resolution vor- gelesen, in der sämtliche Forderungen der Winzer klipp und klar niebergekgt waren. Einstimmig wurde sie angenommen. Und dann war's aus. Kaspar Dreis hatte nie gedacht, daß er reden könnte, er hatte es auch gar nicht gewollt, aber der Augenblick, die starke Erregung, bie er verspürte i beim Anblick der Tausende — Brüder in Not — hatten ihn fortgerissen. Aus den Schultern der Männer, die ihn hochhobcn, war er ein anderer ge- . wesen, wurde beredt, die Worte flössen ihm zu. al» । er jetzt wieder auf dem Boden stand, eingekeilt in eine s ch langsam schiebende, pressende Menge, I fühlte er sich ernüchtert. Er wurde plötzlich ganz । traurig, der Zwischenruf des Loesenich fiel ihm ein: I „Wenn wir bis dahin nit all krepiert sind" — ja. I wann, wann würde die Hilfe kommen? Schnelle 1 Hilfe tat not! Unb seine niebergeschlagene Stimmung hielt an, er war ernst unb st.ll. (Er bekam viel Lob zu hören. „Jung, bat hast bu gut gemacht," sagte ein Winzer zu ihm, ein uralter Mann. Kaspar kannte ihn nicht. Die Stimme des Alten war schon zittrig, sie klang wie gebrochen, und zittrig waren auch seine Beine, aber er war doch zu der Versammlung ge- kommen. Sehr müde saß er nun auf ben Steinen, die den Wcg zur Fähre einfassen. Als Kaspar an ihm oorbeikam, stand er auf. Er legte seine magere, durch die G cht unb das Alter verknotete Hand auf die Schulter des jungen Mannes: „Du sollst vielmals bedankt sein, mein Sohn, du hast uns allen aus der Seel gesprochen. Dat, wat ich auch gesagt hätt, et nur nit sagen kann, bat hast bu gejagt." Er schien sehr gerührt, seine stoppligen Wangen zuckten wie bei einem, der meinen will. „2ch sein fünfunbfiebeiuig Jahr, viel böse Zeit hab ich als mitgemacht, aber so böse Tag wie jetzt haben mein Alte und ich noch nie nit gesehn. Aber nu wird et ja besser, nu wird et ja bester, (Bott sei gedankt!" Und er setzte sich wieder beruhigt hin auf die nackten Steine, sein rotes Taschentuch unterbreitend, um seine ärmlichen Hosen, bie mit gan- anderem Tuch geflickt waren, zu schonen. (Fortsetzung folgt) Zt. bi 8er U 5z,ti<&tn?UlBaI «wjä K '-vK Ute J^AT- tür M. Ä*fci» ftÄ S--K asjte Jfirfifr d'tl t?K*s ÄÄ«y5 wft« sftajä ®»««u ngen. S£?*i Lda. bJr Ä 2* unb ^hgtn 2c>ük 2E.IJÄ man ife W Innern 2kru|, ^gen Luriwereu. ■ W entaeM, um ai ta 4» Woi«, whrmd btt vn, "te Woarfdt und Die dielet Tage «, Mitglieder aui M sich zulammnilHer m, durch sorglW Gelingen des Ze>> dtvorstand pr Aullmann, H» größeres?lange man ausdrücklich MAGGI* Würze und weise Nachahmungen zurück Gartenkies alle Sorten billigst C. Rübsamen «HD Telephon 1659. Agey 4 QlOck, f rankt, e. M AW erbäte* Toppichveraand- Maue Deutechfande. Schreiben S rinetJeih lUrcbeoUr-lgerauhte.tcbOneQnal. LV BemMenuieh, felnttdigcWare, guteijaaltUt MB Betucug 'Xacheoi, gute QaaliUt, la rot oder ........................ • • ■ • so ................. ,.........-Ä .. J» Ml Bettacog. gebltot (CoQTsmre'.QitaQaaU- / 80 tiu t-enön geietuteri, is allen Farben \13O M3 Batt- Damast, guU Quell tat tn daranten / 80 Marnern..............................Vl» 1 DM. Herren-laschenlticher BJ»*. Tffi I Dttd. Damea-TascheniHcherM“” *. 1 Dtzd. Hanillacber r nur Ra. Mechanische Weberei gibt ab nur an Private t Bettwäsche-Garnitur ““ 1 glatten und I beaticklen Kiesen c*. 80 6) cm oder 1 (Mr < ottsr mit Riebet lenk Iwan...............(Or nur Bm • ii.l-Ui.-laLan in wunderbaren DeMlaa mit Binsau oder 1 UtB6r$CllagllIM bwuckt, prim* U Linon Gr. IVUto cm Ftr nur Rbl Bekanutmachnng. In unser Handelsregifier, Abteilung A, wurde eingetragen: «m 5. April 1V2K bezüglich der Firnw Sari Bieler in Gießen: Das Geschäft nebst ftirma ist auf den Saufmann Ernst Bieler in Gießen übergegangen. Die Uebernahme der seither im Betriebe brt Geschäfts begründeten Forderungen und Verbindlichkeiten ist auSgefchlosfcn. Die Prokura bet Fritz Bieler in Gießen ist erloschen. «m 4. AprU 192b die Firma Hermann Röhrig in Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Hermann Röhrig in Gießen. Ter Hermann Röhrig Ehefrau El'e, geb.Reiter, in Gießen ist Prokura erteilt. «m IÜ. April 192« bezüglich der Yirmo Bernhard und irmma Tellheim in Gießen: Die Firma ist erloschen. ■Hm 1L. April 192* a) bezüglich der Firma Emil Rau in Gießen: Tic Firma ist eckoschen: b) die Firma Geora Tahmer in Gießen. Inhaber ist der Znstallotion«- meister Georg Dabmer in Gießen. Dem Kaufmann Heinrich Dabmer in Gießen ist Prokura erteilt. Am 16. April 1928 bezüglich der Firma Heinrich Ifuhl, Lommanditgesetlschaft, Sin* zenbach, Zweigniederlassung Gießen: Kaufmann Fritz Grau ui Gießen >st als persönlich haftender itzeseUichafter ausgeschieden. Am 17. April 1928 a) die Firma ft. Seiner & Co. in Gieren. Inhaber sind der ftausmann ftati Seiner und Frau Paula Schindler, beide in Gießen. Tie offene HandewgeieUichajt hat am 1. Apnl 1928 begonnen, b) Bezüglich der Firma Heim- funk Philipp Sommerlab in Gießen: Tie Firma ist eckoschen. Gießen, den 21. April 1928. Hcffische« Amtsgericht. 4266D Ter Baranschlaa der Gemeinde Allert«» hausen für «j. 1928 liegt ab 26. d. M. eine «owe lang auf unserem Bureau zur Einsicht oiien. Zur Umlageerhebunq haben die AuSmärker beizutragen. Allertshausen, den 24. Aprü 1928. Bürgermeisterei AlleckShaufen Reinhardt.4 2730 Kalk Grai-und Weiß-Stück von bester Qaalb tAi and trröuter Eruiebirfke.it zu billieitemPrele C. Rübsamen, Gießen Fernsorecher 1®8. 8B7D Küchengeräte aus Holz / so y reinigt VIM Ihre Ein wenig VIM darauf und blank und rein sind sie wieder, Nichts reinigt so rasch und gut «v- wie VIM« und andere Suppen, in Wursffbrm Audi für die Hausfrau mit wenig Zeit sind wir das Richtige, weil zu unserer Herstellung nur 20 Minuten notwendig sind Sie sparen bei uns also Zeit, außerdem Kohlen und Arbeit Wir ergeben 4 oder 6 Teller wohlschmeckende Suppe und haben alle Zutaten bereits in uns. DeWe MkNMtWWskllsW r,' ä verlangen, sondern immer Ttkoielo (olr. nur In ter 6ft«nn(rn 'Pndunq et<< droi f)*i. tzenko iff um »kn TTrbrlatffH «rgtrMgtr enb b»e« hufb billig»» ! 6»li .50 siahrm wird tzrnko. Dfrldflobe In glrichbk»«b»nb»r OCu f>»rg»ft»Ci Das Frauenhaus von Rio Ab morgen ein deutscher Grobfilm: Die Hölle von Rio (Mädchenschicksale) Sehr ipannende Enthüllungen aue den Hamburger Kriminal-Akten und nackte Tatsachen aus dem k Milieu des Mädcfaenhaadele und wdher A K Sklaverei nach dem Roman .Plüsch und Plümowald". In den Hauptrollen: Suei Vereen, Liesl Arn», Viriaa Gibson, Ernst Deutsch, H. Stflwc, V Alb. Stetnrticfc j^Sußr usw. zu Gehör. 4275c PersönliEh! JAHODA Persönlich! !| Das maslhalisdie Phänomen, der wellberfllunte Wiener Inslrmnenlal-llrtnoie!! »Der Meister der Töne!« . bringt selbst fabelhaft Die indische Glockenorgel Das südfranz. Veraphon Das originelle Tellerspiel Die spanische Mandola NIMM Wir suchen sür den Bezirk Hessen und Heffen-Daffau einen bei der ersten Detail-Kundschaft nachweisbar etngeführten Herrn, der unsere Erzeugnisse: Rohseidene Gewebe aller Art, sowie seidene Hemdenstoffe und kunftsetbene Gewebe kennt. Gelälltge schriftliche Angebote unter 4288D an den Diehener Anzeiger erb. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii luhrolgsploB (Behiftuhe Selben - Sfljifienterg Ludwigsplah ab 3.00, 4.00, 6.15 Schiffenberg ab 3.45, 6.00, 7-30 Die Wagen verkehren täglich Kaiserallee 45 Telephon 124ö Gesettschaftsfahrien auf Bestattung Das kauft man nur bei Mafeanfertigung ohne Preisaulschlag । . j in allen Größen Gr 60 225 Mk. modische Kleid Julius Schulze Kreuzplatz fc' I Letadß Kar^ifl das Pfund 1.40 M. empfiehlt Hamburger Kilchhandlnng A. Koch Nacht- MäuSbura 1R. Tel. 1612. (23I9D 4286a "^^aussbureau^etstunasf^hiae^^^m sabriken lucht für den dorugen Bezirk branchekundtgen Mei«-Oertvetev zum Vertrieb eines preiswerten, klangschönen -vianoö zu nnheroTbentU günstige« AahlttnaSbedinnuu en. BorfllbrungS-Jn» nrument wird kostenlos zur Berfllgung flf stellt. Zahlung bei Proutsion erfolgt sofort. Schrml. Angeb. unt. 42871) an b. Gleh-Aa-, Sie eoUtcn alle Qextog und uaansetmlidi ae* Bewundert tu werden, da» bi de l V>unedi «Da Dxmen. Emc elegante Erscheinung ohne koat- •pieligc Neuanschaffungen errekhen Sic durxh Reinigen. L'mfxrben und PUaderen Ihrer Garderobe. Stibal da» geübte Auge kritischer Freundinnen wVd dann Ihre Toilette mchi al» voe- Jfchrtg erkennen. Seltersweg 79a= Telephon 627 Post- u. Bahnsendungen an die Fabrik in Butzbach erbeten tss: Steiners Paradies-Betten: ässäs Itr.98 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 26. April <928 im oieninb* Wer in Aotelartt, eine Apotheke und eine Dampf- und Lichtbäder. Don allen m o n t Aber nicht jeder Reifende liebt Trubel Mrm. und man hat daher In der Mitte sogar «inen Anstalt für und der provinMuppenversammluns bertiommunatooli$eibeamtenOl>erHene Am vergangenen Sonntag fand in Gießen eine Versammlung derOberhesfischen Sotelpage, Restaurateur, Mltimiüionär Wie es im größten Reuyorker Hotel aussieht. Don frrtO CL Dillinger Seiten wälzt sich unaufhörlich ein Menschen- ström in diele große Hotelhalle, von der Mntvr- arundbahn. Die drei Stockwerke unter dem Hotel liegt, von der Pennsylvania-Eisenbahnstation und natürlich von den vier vtrahenleiten. Postlchaltern TheaterdrUeidureauA und Tele- phvnräumen Derkaufslädeu aller Art. lo daß man den Sui druck aewinnt. in ein eigenartig angelegtes Warenhaus gelangt zu sein. Dori flnbcl der Reisende alles, was er braucht, ohne aus die Straße au aehen — natürlich auch ein arotzes ArtseurgelchüN. in dem gleichzeitig 6 5 Pe rsvnen rasiert werden können, und Statler war zweifellos ein hervorragend tüchtiger Kaufmann — ober man kann ihm nicht nachfagen. daß ec, geldgierig, au» seinen Gästen zuviel herauSgepreßt habe, und man muß im Gegenteil rühmen, daß sein oberster Grundsatz war, den Kunden seiner Hotels für ihr Geld ?l ich st viel zu bieten: mehr alS die urrenz und soviel, daß jeder Gast glaubte, für die ihm erwiesenen Dienste eigentlich zu wenig zu bezahlen. 3n einer Zeit, in der keineswegs jeder amerikanische Privathaushalt mit einer eigenen Badewanne ausgestattet war, mußte eS alS verschwenderischer Luxus angesehen wer» Holle einen Raum geschassen, in dem der Gast sich aushalten kann, ohne Im geringsten behelligt zu werden — wenn man nicht vorzieht, auf sein Zimmer zu flüchten, von dem aus alle Oinlaufc erledigt, alle Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können, ohne daß man einen Angestellten des Hotel» zu Gesicht bekommt. 3m Hotelzimmer gibt eS nämlich eine Art Wandschrank, der nicht nur vom Zimmer, sondern auch vom Hausflur aus geöffnet werden kann, und in den man feine schmutzige Wüsche, den reinlgunaSbedürftigen Anzug oder den zerrissenen Schutz stellt. Dann teilt man der Haus- zentrale telephonisch mit, daß di« betreffenden Gegenstände abgeholt werden lallen, und ohne daß ein Diener auttopft, verschwinden di« Gegenstände aus dem Wandschrank, um dort nach einigen Stunden gebügelt, gereinigt und g e f 11 /> Jahren tobt, hat man sich zu diesem drastischen Schritte entschlossen. weil alle anderen Mittel im Kampfe gegen die holländische Konkurrenz, aber auch gegen den größten Vummiverbraucher der Welt — Amerika — versagt haben Ss ist weder durch gütliches Ucbereinlommen noch durch die zwangsweise Kartellierung der britischen Prv- buktton in den Federated Malay (tatet. Gey- Ion und Singapur möglich gewesen, den Dummi- vreis auf einer Höhe zu halten, der die Produktion lohnend machte - obwohl bIS auf 27 Prozent die gesamte Weitproduktton an Gummi ausschließlich in englischer Hand lagl Da Hilst eben nichts anderes mehr als der Versuch, durch brutalste Schleuderkonlurrenz die Gegner aufs Knie zu zwingen. . . Um diese Einstellung der britischen Gummiproduzenten zu verstehen, muß man auf die Vorgeschichte deS jetzigen Kampfbeschlusses eingehen, oie intereffant genug ist, da es sich hierbei um eines der großen Weltmonopole handelt. AIS nümlich der Krieg zu Ende war, stellte eS sich heraus, daß die Gummiprodukflon der Welt nicht ausreichte. Der enorme Verbrauch von Gummireilen in der amerikanischen Autoindustrie hatte die Gummipreise phantastisch In die Höhe getrieben und die Amerikaner mußten das englische Monopol schwer bezahlen. Die sabelhasten Gummipreise der letzten Kriegs- und ersten Frie- densjahre hatten jedoch zur Folge. daß allenthalben In Malayasien und Eeylon Gummi- v l a n t a g e n angelegt wurden, die in kurzer Zeit so viel produzierten, daß der Weltmarkt den produzierten Gummi nicht auszunehmen vermochte. Infolgedessen sanken die Gummipreise bereits 1920/21 so stark, daß die großen Kapitalien, die In der Industrie steckten verloren schienen. Dazu traten Machenschaften der Amerikaner, die einen GummIpool zu bilden versuchten und auf alle Weise die Situation für btt Engländer zu erschweren versuchten, weil sie gewillt waren, daS englische Monopol zu brechen. 9as führte nach erbitterten K impfen zur Durchführung eines Gesetzes, des obengenannten .Stevenson-Schema S". daS die gesamte englische Gummiproduktion kartellierte, und die erlaubte Produktion auf 60 Proz. der bisherigen festlegte, während für jedeS Mehr an Export eine bestimmte Ueberptämie gezahlt werden mußte. Dieses .Stevenson-Schema" brachte denn auch, obwohl es zunächst keine Preisfestsetzung enthielt — man wollte sich den Anschein geben, als ob man die Preisbildung für Gummi dem freien Markte überließ, weil man die Amerikaner nicht unnötig verschnupsen mochte — den gewünschten Erfolg. Die Gummipreise stabilisierten sich auf einer vernünftigen Höhe, und das englische Gummikapital trug wieder, nebenbei gefegt, sehr anständige Zinsen. Aber der wirtschaftliche Anreiz, den die Gummiproduktion bzw. Regeneration nunmehr wieder hatte, löste zwei neue Bewegungen aus. die bald genug die gefundene Lösung wieder zunichte machten. In Den Vereinigten Staaten baute man das Verfahren zur Regeneration des Gummis mit staatlicher Hilfe weitestgehend aus. während in den holländischen, den Engländern benachbarten Kolonien der Gummianbau sich unter dem Schutze der Preislage, die das .Ötebenfon- Schema" schuf, fabelhaft entwickeln konnte. In weniger alS fünf Jahren waren die Amerikaner imstande, ihre Gummiregeneration von 55 000 Tonnen jährlich auf 190000 Tonnen zu steigern (bet einer Weltgummivroduktion von 700 000 Ton-!-, während der holländische Antell von 20 Proz. auf 40 Proz. stieg. Die Aktion zur Sicherung des Gummimarktes war, wie fich Damit herauSstellte. fehlgeschlagen, weil es nicht glückte, die Holländer an einen Tisch mit den Engländern zu bringen und eine gemeinsame Front zu bilden. Wozu entscheidend kam, daß di» amerikanischen Dummirinkäufer immer wieder alle Polizei stellen in den Gemeinden, den aus der Schutzpolizei hervorgegangenen VeriorgungS- anwärtem Vorbehalten. Schon allein aus diesem Grunde muß eine Gleichstellung mit den Staatsbeamten anerkannt werden, um den auS der Schutzpolizei in den Kommunaldienst übertretende n Beamten in seinem bisherigen Recht nicht zu schmälern In den Ländern Preußen, Bayern. Sachlen. Dürttemverg. Thüringen. Anhalt. OI- benburg, Mecklenburg und Lippe ist seit Jahren durch Gesetz die Besoldung der Gemeinde- beamten denen der Staatsbeamten auf Grund einer Entschließung der Weimarer Rationalversammlung. gleichgestellt. Rur in Heften ist bis jetzt eine einheitliche Gleich'.'ehandiung mit den Staatsbeamten nicht erfolgt iWü einer solchen Brichlußsaslung würde der Hell. Landtag keineswegs das immer so stark betonte Selbflverwak- tungsrecht der Gemeinden beeinträchtigen. sondern es würde ein den Äeff. Gemeindebeamten gegenüber den Kommunalveainten anderer Länder zugesüates Unrecht beseitigt werden Man muß endlich einmal auch in Hellen dazu übergeben und ein hn Landtag von dem Qtihicorbnetcn Delp gesprochenes Wort. .Die Hesji chen Doli- zeibeamten dürfen unter keinen Umstünden schlechter behandelt Verden, als die Polizeibeamten anderer Lander", ganz allgemein auf die Kommunalbeamten überhaupt anwenden, und zur Tat werden lasten." Jubiläum einer oberhesfischen (Sanifätefolonne. » Bad-Rauheim. 24. April. Aus ein 40jähriges Bestehen kann in diesem Jahre die hiesige Freiwillige Sanikütsko- lonn« vom Rvten Kreuz zurückblicken. Sie ist im Februar 1883 von Mitgliedern des Krieger- und Wilitürvcreins .Haftia" aus der Taufe gehoben worden. Jahren des Rücksch'ags folgte 1904 eine Reubelebung der Kolonne, die toäbrcixh des Weltkrieges eine äußerst segensreiche Tätigkeit entfaltete Unter der opferbereiten ärztlichen Leitung des Kolonnenarzt-4. Santtätsrai Dr. Hahn, und unter der bewährten Führung des Kolvnnenführers Heinrich Stamm ruht die Kotonnenaroeit auch nach dem Ärtege nicht. In ihrer Schlagfertigkeit, die sie irtctrrbolt bei Uebungen und auch im Rettungs- und Äranten- beförderungsdienst beweisen konnte, ist sie sür unfere Badestadt eine unentbehrliche Einrichtung geworden, die sich allgemeiner Anerkennung und auch tatkräftiger Unterstützung durch ble Stadtverwaltung und die gelernte Bürgerschaft erfreuen kann. Den interessanten Werdegang der Kolonne, die zu den ältesten hcksischcn SanitätS- kvlonnen vom Roten Kreuz gehört, hat Beigeordneter Kissel In einer Festschrift m einer gründlichen Arbeit behänd It Der Aufsatz hat mehr als totale Bedeutung, da er nicht nur die Geschichte der Kolonne bar* stellt, sondern darüber hinaus auch wertvosls Mitteilungen über die Entwicklung des hessischen Kolonnenwesen» und über die Geschichte bei Roten Kreuzes im allgemeinen bringt. Am Samstag und Sonntag feierte die Kolonne ihr 40jähriges Bestehen unter Anteilnahme der ganzen Bevölkerung durch eine würdige Veranstaltung. Beim Kommers am SamStagabe d waren beide Säle der Turnhalle bis zum letzten Dlatz gefüllt. Etwa 150 Vertreter hessischer Kolonnen aus allen drei Provinzen und Abordnungen befreuiibeter preuß Kolonnen wohnten drin! Festabend bei. Sehr zahlreich waren die Gießener Freunde zur Stelle Von Behörden waren ble Stadt Bad-Rauheim. die Bade- und Kurverwaltung. das Kreisamt Friedberg vertreten. Ss fehlten natürlich auch die Vorstände des hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz und des hessischen Landesverbandes der Freiwilligen Sani- tütSkolonnen vom Roten Kreriz nicht. Gesangliche und turnerische Darbietungen umrahmten die inhaltreiche, gedankentlese Festrede, die der Inspekteur der oberheftlschen Kolonnen. SanitätSrat Dr. H a hn. über das .Rote Kreuz' Im nationalen Bilde und Im internationalen Weltbilde und die Sanitätskolonnen im Rote- Kveuz-Bllde" hielt und die zum Höhepunkt des Abends wurde. Treffliche Gedanken wurden auch in den zahlreichen Begrüßungs- imb Glückwunschansprachen wiedergegeben, die in das ad- wechselungsrcich« Programm elngeftreut waren und wie die Festrede lebhaften Anklang sondern Kolonnensührer Heinrich Stamm hatte allen Gästen nach einem kurzen Hinweis aus die Geschichte der Kolonne den Willkommensgrutz entboten. Den Reigen der Gratulanten eröffnete Geh. Reg.-Rat v. Hahn, der die Glückwünsche deS Hessischen Landesvereins vom Roten Kreuz überbrachte, der Kolonne eine Ehrenurkunde überreichte und unter lebhaftem Beifall an Beigeordneten Kiff el das Ehrenzeichen zweiter Klass« des Deutschen Roten Kreuze« verlieh Es schloßen sich mit Ansprachen an: Hauptmann Lotheißen für den Landesverband der Freiwilligen Sanitätskolonnen vom Roten Kreuz. Reg.-Rat Grein für kxw Kreisamt Friedberg. Bürgermeister Dr. Ahl für die Stadt Bad- Rauhcim, Kurdirektor v. Boehm er für dis Bad- und Kurverwaltung, Oberrcglerung8rat Heß (Gießen) für die oberhessischen Kolonnen, Studienrat Dr. Änterlem für die Vereine der Stadt, in beten Romen er die zur Anschaffung von Geräten bestimmte Summe von 350 Mark al« 3 u b 11 ä u m « g a be an ble Kolonne überreichte. Lebende Bilder aus der Arbeit der Sanitätskolonnen fanden lebhaften Anklang. Zahlveiche Ehrungm tourben au« Anlaß des Jubiläums vorgenommen. Dir drei noch lebenden Mitbegründer wurden zu Ebren- mitgl ledern ernannt, ferner Altbürgermeister Dr. Kayser, Sanltätsrat Hirsch und Dr. Haeberlin. Lehrer O ß w a 1 D erhielt für besondere Verdienste um ble Kolonne eine Ehrenurkunde und außerdem das vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz gestiftete Ehrenzeichen am rot-weißen Bande. Sanltätsrat Dr. Hahn wurde mit einem kunstvoll angefertigten Geschenk für seine äußerst verdienstvolle Tätigkeit unter lebhaftem Beifall der großen Festversamm- lung geehrt Am Sonntag konnte die Kolonne durch eine S!)angelegte Kolonnenübung am Güter- nhos erneut ihre Leistungsfähigkeit und lagfertigfeit beweisen. Die Hebung die zahlreiche Zuschauer hatte, fand bei der Kritik bis rückhaltlose Anerkennung von Medizin al rat D» Rebel (Friedberg). den, baß Stotler den von ihm geprägten Rettamesatz: .Jedes Gastzimmer erhält ein eigenes Da dezimaler" tn die Wirk- llchkeit umfetzen und dabei doch für den Mittelstand leicht zu bezahleirde Preise fordern wollte. Inzwischen gibt es nicht nur in Amerika zahlreiche Hotels, die Statlers gorbenmg verwirklicht haben: ober eS ist doch gerecht, daß gerade der Mann, der als erster solche Hotels schuf, auch den größten wirtfchaftlichen Vorteil aus dieser llmwälzung Im modernen Hotelbau gezogen hat. Denn man darf nicht vergessen, daß diese hygienische Reuerung sehr viel Geld kostete, und daß also der Bau von Hotels, In denen zu jedem Zimmer ein besonderes Bad gehört, bamato ein großes finanzielles Wagnis bebeutetc. Statler war ein erfinderischer Mensch, der sich nicht damit begnügt hat, diesen einen (Unfall zu verwirklichen sondern unablässig daraus sann, wie er seine Hotels bequemer und auch wohnlicher ausstatten könnte. Bis zu welchem Grad es ihm gelungen ist, ein ideales Gasthaus z u schassen, kann man am besten beurteilen, wenn man einmal — sei es auch nur für ein paar Tage — im Pennsylvania-Hotel in Reu- York gelebt hat Dieser Wolkenkratzer von 22 Stockwerken gehörte nicht dem Hoteltrust, dessen Präsident Statler gewesen ist. sondern war der Privatbcfitz deS verstorbenen Hotelkönigs. Sr hat 2200 Gast- und natürlich ebensoviele Bade- iimmer. Aus drei riesigen Rechtecken besteht lese moderne Karawanserei, in der vorwlegenb Gefchästsreisende der alten und der neuen Well wohnen. 2000 Angestellte sorgen für bas Wohl der Gäste. 1 50 Köche arbeiten im Re- staurationsbetrieo. und in der Waschanstalt des Hotels werden an manchem Tag mehr als 30 0 Zentner Wäsche gewaschen. Diese gewaltige TaaeSleistung entspricht dem Verbrauch an Leinenwasche, den täalich eine deutsche Mittelstadt von 25 000 Einwohnern bat. In dem riesigen Vestibül des Hotels gibt es außer den Wege sanden, am die gesehlicheii Bestimmungen zu umgehen und damit die englische Gummisront zerschlugen, die nach nicht unwahrscheinlichen Berechnungen den Engländern einen Gewinn abwarf, der daS Mehrfache der jährlichen Zahlungen Englands an Amerika betrug. Aus diesem Grunde hat Die englische Regierung nunmehr der englischen Gummiproduktion die Zügel freigelassen, da sie jetzt Der Heber- zeugung ist, daß nut der freie Konkurrenzkampf zwischen Holländern und Engländern, die ersteren dazu zwingen kann, sich mit I den Engländern zu verständigen. Berhandlungen zwischen beiden Pai-eien sind denn auch auf daS | Neue Bücher Jacob Burckhardt: Die Kultur Hauche die Blatter dieses Buches. 141 D. Berlin 17,6 lin—Frtmkfun Telegraphische Auswahl 13,25 13.3 13,25 13 I 18 154,5 135 154 Bontnotrn. 154 137.8 52 17,6 <> 8 6 10 10 12 11 II 10 10 10 9 13 I 13,1 | 87,6 62 17.4 154,5 320,15 1« 153.9 137.75 IW. 75 256.5 174 544 25 139 Iftt 154.75 314 1*4 22* 75 236 861 Mk.) Abschreibungen beläuft sich der Reingewinn auf 100 812 833 Mk. (i. D. 68 718 255 Mk ). Auf neue Rechnung werden vorgetragen 4 426 777 Mk. (i. B. 2 396 739 Mk.). 4.18 25,2 173.5 144 158.5 150.6 154.75 114 1X3 <25 < 1.85 25.4 2«| Hardt, der große Meister, hat als erster den kunstgeschichtlichen Stilbegriff „Renaissance" zu einem umfassenden Zeit- und Kulturbegrifs ge- 87,4 | 61.85 ' 17.4 I 92,5 ' 77,25 174.5 <47 IM 154,5 133.85 831 168.66 22.11 111.97 58.89 2,68 112.29 80.76 69.94 12.41 73.05 0. 22L uns. 13.75 12.8 12.9 I ' ^rieI 16,495 vorzuschlagen. Rach 74 741 809 Mk. Dt AeichSanleihe v. 1927 I>t. Anl Ablös Schuld mit Auelol -Rechten . Desai. ohne «uSlcs -Rechten 7% nrtuitf Hvv-Bk. Go dps unniiidbor bis 1932 . . . <'///# Rheinische Hyp -Bank Llqu-Äo-dpf . . ?l. E S abg Borkriegk-Ob. ltganonen. rückzahldar 1938 4% Schweu VundrSb -Anl- <°/o Oefterelchilche Öolbrtt. . 4,20% Defirrr ich. Gllbtrrtr . 4J/a Befttrrttdj. ein rill. 1910 4'/,°/. beSgl von 1913 . . . 4% Ungarische flronenrte . . 4®/ Türk Zollanleihe v 1011 4®/, Türk Bagbabbahn flnl Serie I........ 4®/< beSgl. Serie II..... *,e Rumänen convert R«e. 4'/,", Rumänen Golbani- . von 1913 ..... Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent. — Jürgen llfjöc: 2ch und Du. 150 Seiten Kl. 8n. Brosch. Mk. 1.60, Halbleinen Mk. 2,20. Schulzesche Hofbuchdruckerei und Verlagsbuch. Handlung (Qt. Schwartz). — Niederdeutsche Geschichten von Tieren und Menschen abseits vom Wege. Seltsame Kauze, erlebnisreiche Landschaften und vergessene Bauten. Ereignisse und Gestalten werden in flüssiger Sprache und eigenwilliger Form gestaltet. 91 — Das »Gröhe Bilderbuch des Films", herausgegeben vom »Film-Kurier", 6. Ausgabe. Berlag des »Film-Kurier. Berlin W 9. Köthener Straße 37. Preis 2 Mk. 2C0 Seiten. — Das »Große Bilderbuch des Films" erscheint diesmal in einer magazinartigen Aufmachung. Ernste Artikel wechseln mit heiteren. Hubert Miketta, der auch für die Redaktion zeichnet, veröffentlicht u. a. eine Reihe von Photos einst und jetzt berühmter Stars. Filmarchitekt Robert Rep- pach plaudert über Kulissengeheimnis, e, Regisseur Waschneck über das Thema »Hinter der Kamera". Dr. Eolin Roh, der bekannte Weltreisende, schildert exotische Kamerafahrten, und Lil Picard bespricht die Mode im Film. Hans Feld hat drei Etappen aus dem Werdegang des Films, Film, Filmpolitik und Politik im Film zusammengestellt, und Georg Herzberg erläutert an Prominenten- Photos den Mut zur Häßlichkeit. Das »Gröhe Bilderbuch des Films" bringt auch in seiner sechsten Ausgabe wieder allen Filmfreunden eine Fülle von interessantem Stoff. 92 Allg Deutsche Eisenbahn 4V« Hambura-Amertlo Tatet. fcamb Sudam Tampisch Hansa Tanwfltbtff ■ . . ‘Jlorbbturitber Lwvd . . Allg Deutsche Errbitanst- Barm r Bankverein weitet. Wie vor ihm kein anderer Forscher, vermochte er die Kunst, die Religion, die Politik, die Sitten einer Epoche in chrer Ganzheit zu erfassen. Durch die Universalität seiner Anlagen. durch sein intuitives Einfühlungsvermögen, diuch seine Kunst der Sprachbeherrschung war Burckhardt zum Geschichtsschreiber gerade dieser glänzend.n Epoche besonders berufen. Wenn die Wissenschaft auch manches von seinen Darstellungen heute anders ansieht. so bleibt doch der Wert seines großen Werkes bestehen, das vor allen Dingen durch seine geistvolle und sprachlich meisterhafte Form fesselt. 186 — Geschichte des deutschen Bauernstandes. Bon Prof. H. Gerdes. 3. verbess. Auflage. Mit 22 Abbildungen im Text. sAus Ratur und Geisteswelt, Dd. 320.) Geb. 2 Mk. Berlag von B. G. Teubner in Leipzig. — Anschaulich klar, dem allgemeinen Interesse zugänglich und dabei mit wissenschaftlicher Zuverlässigkeit schlldert der Verfasser die sozialen und wirtschaftlichen Erscheinungen wie Grund Herrschaft und Hörigkeit, den Bauernkrieg, das Schicksal der Bauern im 30jährigen Kriege, die Befreiung von der Leibeigenschaft und die Entwicklung des Bauernstandes im 19. Jahrhundert. Hand in Hand mit der Darstellung dieser großen äußeren Entwicklungslinien geht die Schilderung des persönlichen bäuerlichen Lebens: Ernährung, Kleidung. Haus- und Wirtschaftsbetrieb, geselliges Leben im Dorf, Sitten und Bvlksbräuche. Zahlreiche Abblldungen unterstützen den Text. 158 — D ie Union der Sozialistischen Sowjet-Republiken und die Genfer Abrüstungskonferenz. Amtliche Dokumente der SowjetRegierung. Kartoniert 1,40 Mk. 3m Ost-Europa-Verlag, Berlin W 35 und Königsberg Pr. — Für Deutschland, das aus leicht verständlichen Gründen besonderes Interesse an den 2lbrüstungsfragen hat und für die Politik der Volkswirtschaft der ganzen Welt sind die Vorschläge der russischen Regierung von ungeheuerer Bedeutung. Der Ost-Europa-Verlag legt eine Sammlung der wichtigsten amtlichen russischen Dokumente zur Genfer Konferenz in authen- nommen die Bestände an Wechseln und Schecks um 213,1 Mill, auf 2025,6 Mill. Mk. und die an Lombards um 3,6 Mill, auf 36,0 Mill. Mk., die 'Anlage in Effekten ist mit 94,0 Mill. Mk. weiterhin annähernd unverändert geblieben. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 255,0 Mill Mk aus dem verkehr zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 236,4 Mill, auf 3670,1 Mill. Mk., derjenige an Rentenbankscheinen um 18,6 Mill, auf 557,6 Mill. Mk. ermäßigt. Dementsprechend und unter Berücksichtigung, daß in der Berichtswoche Rentenbankscheine in Höhe von 1,6 Millionen Mark getilgt wurden, haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 68,0 Mill. Mk. erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 671,1 Millionen Mark eine Zunahme um 57,1 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen insgesamt find mit 2210,2 Millionen Mark, im einzelnen die Goldbestände mit 2040,9 Millionen Mk., die Bestände an deckungsfähigen Devisen mit 169,3 Mill. Mk. ausgewiesen. Die Deckung der Noten durch Gold allein besserte sich von 50,5 Prozent in der Vorwoche auf 54,3 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 55,4 Prozent auf 58,8 Prozent. Oer Abschluß der Z.-G.-Farbenin-ustrie Der Aufsichtsrat der 3. -G. - Farbenindustrie A. - G. Frankfurt a. W. hat beschlossen, eine Dividende von 12 Prozent für 1927, gegen 10 Prozent im Vorjahre, rrkanische Enka zogen bis 77,50 Geld. Bem berg und D-Shaer bis 163 Geld an. Deutsche Anleihen lagen bei ruhigem Geschäft etwas erholt. Ausländer hatten dagegen lebhaftere Umsätze. Sv waren besonders Mexikaner und Türken reger gefragt. 3m weiteren Verlauf bröckelten die Kurse auf Realisationen der TageS- spekulation verschiedentlich geringfügig ab, die Stimmung blieb jedoch freundlich. Geld war im Zusammenhang mit der Ultimoliquidation etwas gefragter. Tagesgeld 6 Prozent. Am Devisenmarkt war das Pfund stärker angeboten und abgeschwächt. Reichsmark g:gen Pfund 20295, gegen Dollar 4.1810, London gegen Kabel 487.95, Paris 124,02, Madrid 29,30, Mailand 92,60, Holland 12.11. Berlinc. Börse. Berlin, 26. April. Schon heute vormittag war ein starkes 3nteresse für Spezial- werte erleanbar. Der Monatsbericht der Deutschen Bank hatte auch in der Provinz die freundlichere Stimmung, die momentan bei den Danken herrscht, erkennen lassen, aber doch nicht zu nennenswerten Reu-Engagements seitens bet Kundschaft geführt. Für *5 D I p a p i e tc war in erster Linie wieder das Ausland Käufer. Bei lebhaftem Geschäft gingen hier die Kurse ruckweise in die Höhe. Einen guten Eindruck machte zudem der Reichs- bankausweis, der einen Rückgang der Wesamtkapitalanlage um 216 Millionen ca.. des Rotenumlaufes um ca. 286 Millionen Mark aufwies, während sich die Deckung um etwa 3 bis 4 Prozent erhöht hat. Zu den ersten Kursen kam aber an einigen Märkten anscheinend noch Prämienware heraus, die auf die an und für sich freundliche Stimmung drückte und di« Kursentwicklung nicht einheitlich werden lieh. Während Papiere. wie Reichsmark, Hugo Schneider, Telephon Berliner. Glanzstoff. Deutsche Atlantische. Karstadt, Leonhard Tietz, Rheinische Braunkohlen, 3lse Bergbau und Polyphon bis zu 14 Prozent gewinnen konnten, gingen sonst im allgemeinen' die Abweichungen nur selten über 1 Prozent hinaus. Bei den Kursen von Rordd. Wolle, Schuckert und Balzer sind die Bezugsrechtsabzüge zu berücksichtigen. Deutsche Anleihen ruhig, aber freundlich. Ausländer überwiegend fester, Bosnier bis zu 1 Prozent erhöht. Pfandbriefmarkt vernachlässigt. Farben-Bonds etwa 146,50 bis 147 Prozent. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld 7,25 bis 8,5 Prozent. Warenwechsel etwa 7 Prozent. Gleich nach den ersten Kursen wurde bekannt, daß die Londoner Daickrate unverändert geblieben ist. Daraufhin wurde eS, mit Ausnahme des Montanmarktes, an dem nur Oberkoks und Mannesmann lebhafter gehandelt wurden, allgemein fester. Eine starke Nachfrage bestand für Kunstseidewerte. Dembergplu^ 15 Prozent, Glanzstoff plus 8 Prozent über Anfang. Polyphon, die biS 442 Prozent anzogen. Spritwerte, die 3 bis 4 Prrtzent gewannen^ Danatbank, Transradio. Lorenz, Mix & Genest, Leonhard Tietz, Karstadt und auch 3.-G.-Farben, die etwa 3 Prozent gewannen. Der Handel per Medio ist heute anscheinend gering. Frankfurter wetreidcbörse. Frankfurt a.M, 26. April. Die Stimmung am Frankfurter Produktenmarkt war heute zuversichtlicher. da die steigenden amerikanischen Dotierungen eine Stütze boten. Das Geschäft nahm jedoch kein größeres Ausmaß an. da auf der anderen Seite Zurückhaltung geübt wurde. Roggen blieb nach wie vor bevorzugt. 3m Zusammenhang damit hatte auch Roggenmehl lebhafteren Umsatz zu verzeichnen. Am Futtermittelmarkt log Roggenkleie stärker verlangt — Es wurden notiert: Weizen 1, gut. gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 27,50, Roggen 29,25 bis 29,50, Hafer, inländischer 27,75 bis 28.25, Mais (gelb) für Futterzwecke 24, Mais (gelb) für andere Zwecke 25,25, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38,50 bis 39,75, Roggenmehl 39,50 bis 41, Weizenkleie 15,50 bis 15,65, Roggenkleie 17. Tendenz fest. Frankfurter Schlachtviehmartt. Frankfurt a.M, 26. April. Auftrieb: 111 Rinder, 1065 Kälber, 133Schase, 316Schweine. Es wurden notiert: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 69 bis 72 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber 63 bis 68; geringe Kälber 50 bis 62. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Mast- hämmel (Stallmast) 55 bis 60; mittlere Mast- lämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 54. — Schweine: Vvllfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 50 bis 53; von etwa 200 bis 240 Pfund 51 bis 53; von etwa 160 bis 200 Pfund 51 bis 54: fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 48 bis 50 Mk. Berliner HanbrISaclrllsch. Kommen, unb Privat Bk. Tannfl. u. Naiionalvauk Deutiche Bank..... Di-lonto^e'-lllchasi ent. Dre»bner Bank Murelvrutiche Srtbltbanf Metallbant......... 9irt($ebanf.... Sd)iub-| Anfang flut» | Kur« |W,4. | 26. 4 ~ bewirkt werden konnte. Ein von der Lahnlraft- werke A.-G., Limburg a. d. L. errichtetes Kraftwerk wurde dem Betrieb übergeben. * Bingwerke, norm. GebrüderDing, A. -G.. Nürnberg. 3n der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde die Bilanz für 1927 besprochen, die nach Abschreibungen von 627 295 Mark einen Reingewinn von 32 420 Mk. aufweist, der auf neue Rechnung vorgetragen werden soll. 3m abgelaufenen Geschäftsjahr konnte der Umsatz gegenüber 1926 eine ansehnliche Steigerung erfahren. 3n das neue Geschäftsjahr wurde mit einem höheren Auftragsbestand eingetreten als am 1. 3anuar 1927. Auch im laufenden Geschäftsjahr ist der Eingang an Aufträgen bisher befriedigend. Generalversammlung am 24. Mai. • Deutsche Linoleum Unternehmungen A. - G., Delmenhorst. Wie WTD.- Handelsdienst erfährt, soll der auf den 12. Mall einberufenen Generalversammlung der Deutsche Linoleumunternehmungen A.-G., Delmenhorst, die Verteilung einer Dividende von 15 Prozent (wie im Vorjahre) vorgeschlagen werden. * Gesellschaft für elektrischeUnter- nehmungen. Die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen zu Berlin erzielte im Ge-- schäftsjahr 1927 einen Rohgewinn von 8,34 Mill. Mark (gegen 7,73 L D.). Die Handlungsunkosten erhöhten sich auf 1,10 Mill. Mk. (0,93), während sich die Steuern, 1,21 Mill. Mk. (0,65), nahezu verdoppelten. Aus dem Reingewinn von 6,22 Millionen Mark (6,18) sollen auf das von 40 auf 50 Mill. Mk. erhöhte Kapital w eder 10 Prozent Dividende verteilt und 0,65 Mill. Mk. (0,35) vorgetragen werden. • Contine ntal-Caoutchouc- und Gutta-Percha-Compagnie. Die Conti- nental-Caoutchouc- und Gutta-Percha-Compag-- nie schlägt vor, vom Rohgewinn von 4 964 747 Mark auf Disagiokonto 560 000 Mk. abzusetzen, auf Gebäude, Maschinen und Fabrikutensilien 1 747 149 Mk. abzuschreiben, dem Reservefonds 215 000 Mk. zu überweisen, 6 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 5 Prozent Dividende I 155.5 a» .154.13 | 136.5 I 138 . M ■ 174 5 158 151 I >54.5 UM 1 m.5 Lei Frankreich khanibttlain übt I Sonöon, 27. q & Mim Staat ff^.^fatai' S Tagen qi L^en. 2Z werde von d- «mwomn« iu den UflUn9 st ÄS» £ nonnien ffere ! rier 5 N Wicht 'Niet A unter' li^Ues Gu?'tben ; tat inich et ! für?, t Um rS’J' iu (Selb Ts-TT 167 98 22 03 111.53 68,65 2,61 111.85 80.44 69,66 12,35 72 75 cs-”*?5 '^p, S"’.’«.»»112 I1**A«* auf die Vorzugsaktien zu verteilen und 392 598 Mark vorzutragen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 26. April. Tendenz: freundlich. — Wie schon an der gestrigen Abendbörse, so war die Stimmung zu Beginn der heutigen Börse freundlich. Zwar kam im Zusammenhang mit der heutigen Ultimoliaui- dation noch etwas Prämienware heraus, so daß ein aewisser Druck auf das Kursniveau ausgeübt wurde, doch bot anderseits wieder lebhaftere Rachfrage nach Spezialpapieren, die namentlich vom Ausland gesucht sein sollen, der Börse eine Stühe. Mit Befriedigung wurde die weitere Entlastung der Reichsbmll nach dem heute fälligen Ausweis ausgenommen, außerdem verwies man auf die anhaltende Besserung der Arbeitsmarktlage, die allerdings in erster Linie s a i s o n m ä h i g bedingt ist. Die Befürchtungen hinsichtlich einer Diskonterhöhung m Reuyork traten in den Hintergrund. Bei etwas lebhafterem Geschäft als an den Vortagen konnten sich bei den ersten Rotierungen etwa 1- bis 3pr ozen tige Kursbefserungen gegenüber der gestrigen Abendbörse durchsetzen. Spezialwerte waren stärker gesteigert. 3m Vordergrund stand Reichsbank mit plus 5,60 Proz. Karstadt plus 5 Proz. und 3lfe Bergbau, für die zunächst kein Kurs zustandekommen konnte, wurden schließlich mit 273 Proz. notiert. Scheideanstalt, die an der Abendbörse angeboten waren, konnten sich um 3,5 Proz. erholen. Am Elektromarkt waren Siemens und Licht und Kraft bevorzugt und je 3,5 Proz. fester, AEG., Bergmann. Schuckert. Lahmeyer und Felten gewannen 1,5 bis 3 Proz. Am Montanmarkt waren Rhein. Braunkohlen mit plus 2 und Rhein stahl mit plus 2,75 Proz. etwas gefragt 3.-G.-Fa rben und die Zellstoffwerte waren vernachlässigt und nur gut behauptet. Schwächer eröffneten Deutsche Erdöl mit minus 1,25 Prozent. 3m Freiverkehr kamen in den amerikanischen Kunstseidewerten größere Umsätze zustande. Ame- * Z u dem P reiser h ö hu n g s a n t ra g des Ruhrk^hlensyndikats. Es bestätigt sich, daß das Rheinisch-Westfälische Kohlensyn- dikat es zunächst bei seinem grundsätzlichen Preiserhöhungsantrag bewenden lassen will. Vorschläge über das Ausmaß der Preiserhöhungen liegen bisher nicht vor, sondern werden aller Wahrscheinlichkeit nach, erst nach Einsetzen der Verhandlungen mit den Kohlenwirtschaftsorganen und dem Reichswirtschaftsministerium gemacht teerten. • Wei te res Anziehen des Berliner Privatdiskonts. Der Privatdiskont ist an ter gestrigen Börse um 0,15 Prozent auf 6,90 Prozent für beite Sichten erhöht teerten. • Maschinenfabrik Hartmann A. - G., Offenbach a.M. 3m 3afjre 1927 tourte ein Bruttoüberschuß von 524 375 Mark erzielt Rach Abzug von 406 441 Mark Unkosten und 37 639 (t V. 38 880) Mark Abschreibungen ergibt sich ein Reingewinn von 80 294 (31 125) Mark, woraus die Dividendenzahlung mit 5 Prozent auf die 1 Mill. Mark Stammaktien wieder aufgenommen wird. 3000 Mark werden der gesetzlichen Reserve überwiesen und die restlichen 26 054 Marck vor- aetragen. Nach dem Bericht war die Rachfrage des 3n- und Auslandes bauernd lebhaft, so daß ter Umsatz weiter gesteigert werden konnte. Die Gesellschaft ist mit einem höheren Auftragsbestand wie im Vorjahre in das neue Geschäftsjahr eingetreten. Mainkraf twerke A.-G., Höchst a. M. Rach dem Bericht konnte diese zum Lahmeyer- konzern gehörende Gesellschaft Infolge ter günstigen Wirtschaftslage ihren Stromabsatz um 42 Prozent steigern. Don 74 000 abgefehten Kilowattstunden entfielen 45 Proz. auf die Großindustrie, 19 Proz. auf Licht- und Kleinkraftabnehmer. Aus 1,909 (1,801) Mill. Mark Reingewinn werten wieder 8 Proz. Dividende auf 22,40 Mill. Mark Stammaktien verteilt. Der Rohgewinn ist auf 5,294 (4,325) Mill. Mark gestiegen. Anderseits erhöhen sich die Unkosten auf 0.698 (0.596), Steuern auf 1,024 (0,813), Abgaben auf 0,124 (0,110) und Tilgungen auf 0,830 (0,567), letztere in diesem starken Maße infolge ter erhöhten Anlagen. Reu angeschlossen wurde die Rheingau ElektrizitätS A.-G., Eltville a. Rh. mit 12150 Kilowatt. Der Bau der 50-K.-D.- n& öon Höchst nach Wiesbaden und eine 10-K.-V.-Leitung von Wiesbaden nach Eltville tourten vollendet. Die neuerrichteten 10- und b0-K.-V Schaltanlagen tourten in Betrieb genommen, wodurch Strombezug vom Umspannwerk Aschaffenburg ter Dahernwerk QL-®., München Wirtschaft. Heichsbankausweis vom 23. April. 23. April zeigt einen Rückgang der gesamten ber R e n a t f a n ce ■ $ * ~ m r ; Kapitalanlage der Bank in Wechseln und , SSl Sckecks, Lombards und Effekten um 216,7 Mill. ! - aus 2165.6 MI. W. 3m ein.,einen haben abfle «4. S-uMu-n je W M, Sacröjutd- Berlin. 2:» pr;: Französische 'Jioicn .... Holländische Noten...... Ftoltcnische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch.Qcsterr, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweiler Noten....... Soanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten..... Devisenmarkt Berl Uscher Tiebersetzung erstmalig in deutscher Sprache vor. 153 — Felicitas Rose: Der billige Ginsterbusch. Roman. 313 Seiten 8°. Deut- sches Verlagshaus Bong & Co.. Berlin und Leipzig. Leinen 6L0 Ml. — Auch diesmal ist die Heide mit ihrem roten Blühen oder chrer braunen Tlnendlichkeii und den schweigenden, aber seelisch-reichen Heidjer, mit denen Felicitas Rose aufs engste verwachsen ist, der Boden, aus dem der neue Roman entsteht. Der „billige Ginsterbusch" wird zum Hüter des Schicksals eines ganzen Geschlechtes. Rach dem Tode seiner inniggeliebten Frau hat sich Oberst Busche in die Heide zurückgezogen, um ganz der Erziehung seines Töchterchens Regina Barbara zu leben. Das Erwachen einer reinen, aufrechten Mädchen- feele und ihr Aufblühen zum edlen Frauenlmn, das von der Heidelandschaft umhegt wird, ist von Felicitas Rose vortrefflich dargestellt. Zugleich durchweht ein köstlicher Humor mit frischem Die ,/$' ptrldffe” C <«i»«” oitMt. r" dir W* ^njilanb °eck ^laahcl infolg „Brnntn". dvrch ril txn. Da» JortflnflJ v.hünärid M « Cok Sltlgnf» floj TBa|biofllon txrftortxnfii barjubringm. Da» < fährt wrbtn. Dir Bronrt iwrten moti (rWhof von Mdli Minrtl9milg|ie6et yW lvrrdcu. Hud (et o. prittwih ui Bflind» in ilrlingl am (Brate ni^erle Sei beim Ne Berlin, 26. Sst S hnt d. binbenb rcr be» italienischen ’ bilt, 3m Laufe ter General Mobile dem nen Dank für i den Empfang a: \ In Deulfchlanb ptäfibenl beglürfroünf virherlgen großen ffi Sorten der juoerfirf auch (ein Tlorbpo Erfolg aetront toobnlen ter töm Eonte Illbrvvi StaatsfehellT M t i 3m Degenfatz zu ten, baß General Woche nach Spi werbe, ist fefljufleü . btr ersten Ma hm einfachen ®rui nicht abfllegen fani blMilano' inb hn ist. Da jetzt abi Riffes in Singsbar unwahrscheinlich mac .aJIoTio in ten nach Jrankfurt a. M Schluß. Hur» 1-Uhr- Aure Datum 35 4. 26.4. Irmidfurt a. M Berlin Schluh Aurt 1 Uhr- i Aur» Schuh Aure ’21n|ang Aur* Datum: 25. 4. I 26. 4 25. 4. | 26. 4. Bdtlivv Holzmann . . . . 12 163 ü 163 164,75 IM Heidelberger Cement . . . Cemenk.Karlstadt..... 8 . S 148 ISO — _ 'tianü & trrdtag ...... IC 141 141,5 — — SchultbetS Patzenhoser. . 15 — 364 363,5 31425 749.5 Ostwerke ......... 12 311.25 Ber. ^lanzstoss...... 15 — 745 Bcmderg.......... 8 — 544.75 551 ^cllsto.' Waldbos..... Zellstoff afebafftnburo . . 12 — 295.75 2ä5.5 296.9 IC 193 1935 193 192,5 Charlott-nburaer Vasser. 7 —- * 131.75 efiauet GaS....... > — — 199 65 200.5 Daimler Motoren..... 0 104.5 106 104 75 105 9 Demag...... . . 0 53 53 Adlerwerke Klever..... 0 93 94 S4 94 5 v — — 254 252.6 »7.75 Not Automobil...... 6 - — 98.75 Drcnfi-in A Koppel . . . 4 — — 131,75 131.5 Vinff Hormann...... 0 - *- • r/eonhard Tie»....... f — 258 26K Bamoy tgnln...... 0 25 — 25 25 — Franlf. M- schinm . . . . o 84 — 85 ("riBnct ........ - 132 * 134 — Hevliaenltaedt ....... 0 - d OunabanS ........ r 88,9 90 89 5 — l'tdjn'tde......... 8 1ÄI 120 —- Malli kraftwerke...... 8 120.5 — * Mtag ........... Rekarlulmer ....... 10 137 — 135 134 8 57.5 * 57.9 PcterZ Union....... 102 _ 103 _ tStbt. Roeder ...... IC _ _ 4 Haeffner ..... 6 177 — 181 182 eübb Zucker ....... 0 141 HU, 5 3rT — 137.5 137 Gelsenkirchener . f. % I. 4 136.25 170 136.5 136.25 137 Harpen er..........8 Hoesch Eisen.........5 170 171.6 <— - 144 142.75 __ 373 121 263.25 121.25 iilöcknerwerkc ....... .5 131,5 120.75 Köln-Neurssen . ... 5»/» Mannesmann . . .f. «A 3. 4 — 143.5 143 150,75 150.5 (50, d 150.75 ManS elber.........7 — 125 127 124.5 Lberlchles. Eisend. Bedarf 0 — 111.5 112 Oberschles KokSwerke ... 0 Bbonir «eradau f V» 9 3 Rheinische Braunkohlen . 10 — — 101.75 103.25 99.75 389 29 t 99.9 369.5 99 2o 292 Nheinstahl.........0 Riebeck Montan.......6 156 158,75 15z I56.7o 154 159.25 vereiniate Etahlw. f. */» 9 3 Otavi Minen .....1 tb 95,75 96 15 96 45.13 Kali SscherSlede it.....10 184.5 186 185,5 185.5 yaliWelleregel» . . 10 tU8 201 199 202.75 yaliwerk Salibetkurttz . . 12 391 äi 294,75 3 G yarben.Inbustri«. 16 Dvnamit Nobel.....0 265.75 466 165 5 128 -65,75 128.25 Scheid oultolt ........8 18.1 186.5 t-oldlchmibt .........5 105 5 '06 25 106,9 107.75 Rutgerswerke ...... 0 101 103 103 Metollgesell'chat» ..... 10 178 25. April 26 April Amtliche Otlb Noli runa Brie> Amtlich: Nokicruna 'Selo Brie' flmfUlRou 168,33 168.6f 168,22 " (68,56 " «nen BtreS 1.785 58.355 1.789 1.784 I.78» Brsl.-'.lurw 58.475 58.33 58.45 iSbriitianid 111.73 111.95 111.71 111.93 Lovendagcn 112.04 112.26 111.97 t!2.l9 Stockdolm . 112,03 112.25 114,01 112.26 Helfing'orL- 10.512 10.532 10,507 10,527 Italien. . . 22,015 22.055 22,01 42.05 London. . . »J.384 20.124 20,377 20.417 Neunork . . 1,1775 16,435 4,1855 16.475 4.1765 4.1845 Paris.... Schweiz . . 16.43 16. .7 M1.5I 69,.‘5 60,67 80.47 80.63 Sva lien . 69.69 69 58 69 72 yavan . . . Nto de Jan- 1,981 1,988 1.986 1.930 J.5O3 9.507 >.5035 0.5055 Vien in D-- Ctft- abgeft -8.77 58.89 08.76 68.88 Prag .... Bell rod . . 12,378 12,398 12,375 12,395 7.358 7.372 7,353 7,367 Bodavell. . Bul arieu 72.95 73,09 72,96 73,10 3.017 8,023 3,017 3.023 fifiabon 17.73 17.77 17,73 17.77 Tanila. . . «konst atin. 81.54 81.70 81.50 81,66 2,148 5.494 2.132 2.128 3,132 «eben. . . 5,50 t» 5,475 6,585 Canaba . 4,176 4.184 4,176 4.184 Uru uah . . 4,336 4,344 4.326 4.334 Tatro . . . 20.90 20 95 80.903 20.943 Berlin. 25 April -leid Brrei Amerikanische NoteV..... 4,16 4,18 Belgische Noren ....... 58.26 58.50 Tänllche Noten ........ Englische Noten. ....... 111,83 20.34 112,27 20.42