5° er» V -&e# »e» »: ft c ft -t ft P ft 5 " ' •& - 5 ■z ftccr Montag, 26 Mär; 1928 |78. Jahrgang Nr. 73 Erstes Blatt l.die Gröhe jedes neu zu bauenden Schlacht- I Vorgehen der deutschen Botschaft in Moskau zurück- schisses soll unter 30000 Tonnen bleiben. «- hufühnen Cs Jeifet k* »eiter• 8tei- stelle der gegenwärtigen Grenze von 25 000 16 20 Oberingemeur Goldstein berichtet Sicherheit haben müsse, daß die schwebenden Der- tragsoorschriften ollerdinas insofern formal einge- handlungen unter den interessierten Mächten zur halten, als sie der deutschen Botschaft am Wend im soll dah Tonnen; 2.das Höchstkaliber der Geschütze soll von auf 13,5 Zoll herabgesetzt werden und 3.öle Altersgrenze der Scksiffe sott von auf 26 Jahre erhöht werden. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° a mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen London, 25. März. (IU.) In einem bereits vor dem Abschluß der Genfer konserenzarbeilen geschriebenen Artikel besaht sich Lord Cecil, der ehemalige britische Abrüstungsdelegierte, In der „Sunday Times" mit der internationalen Abrüstung und kommt dabei zu einigen für die deutsche Politik auherordentlich günstigen Feststellungen. Zn- nächst betont er, dah die auf Grund des Versailler Vertrages durchgeführte Abrüstung Deutschlands als der erste Schritt der allgemeinen Internationalen Abrüstung gedacht war. Das fei im vertrage selbst zum Ausdruck gebracht und Deutschland hatte auf dieser Basis die Abrüstung durchzusühren. In dem zwl- scheu Clemenceau, der im Auftrag der alliierten und assoziierten Mächte handelte und dem deutschen Vertreter gewechselten Schriftwechsel sei das noch deutlich zürn Ausdruck gebracht worden, wobei der deutsche Vertreter den Abrüsiungsbedingungen ausdrücklich unter der Voraussetzung zustimmte, dah diese den B e - ginn der allgemeinen Rüstungsbeschränkungen darstelle. Clemenceau bemerkte, dah die deutsche Abrüstung den er ft en Schritt für die allgemeine Verminderung und Begrenzung der Rüstungen darsielle, die die alliierten und assoziierten Mächte Erscheint täglich,autzer Sonntags und Feiertags Beilagen; Gießener Familiendlättei Heimat im Bild Die Scholle Monals-Vezutzrprets; 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzeln er Nummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: granffnrtam Main 11686. zuführen. Es heißt, daß weitere ijrci’ lassu ngen vor dem Abschluß der Untersuchung ni cht mehr in Frage kommen. Deutschlands Recht auf Wiederbewaffnung Lord Cecil sekundiert dem Grafen Bernstorff. gebracht seien, und zwar jeder Verhaftete in einem einzelnen Zimmer. Ihr Gesundheitszustand sei gut. Das Essen werde aus dem Hotel geliefert. Die Häftlinge hätten die Erlaubnis. sich Lektüre zu verschaffen und sich Freien zu ergehen. Gegen Mexer und Otto Fchwerbelastendes Material" vorliegen, so ihre Freilassung nicht in Frage käme. zu erzielen suchten, als eines der wichtigsten Mittel zur Verhinderung von Kriegen. Lord Cecil rückt damit ausdrücklich von den Genfer Erklärungen des französischen Delegierten Claudel ab, bet etwas ironisch betont hatte, dah die Alliierten keine Verpflichtungen übernommen hätten. Auch bk logische Konsequenz aus der Nichterfüllung der Versprechen für die Durchführung der allgemeinen Abrüstung zieht Lord Cecil, indem er erklärt, dah die eine Konsequenz eines Fehlschla- gens der Verhandlungen sicher sei, nämlich dah Deutschland das Recht der IDleberberoaff- nung für sich in Anspruch nehmen werde. Rechtlich möge bet Hinweis, dah die deutschen Abrüstungsverpflichtungen absolut seien, durchaus richtig fein, praktisch aber sei dieser Standpunkt u n - haltbar. Vie könne man von Deutschland die Erfüllung von Verpflichtungen erlangen, die seine früheren Feinde nicht achteten? Nichts sei gewisser als die Tatsache, dah die ehemaligen Alliierten sich im Falle eines Fehlschlagens der Ab- rüstungsbestrebungen mit dem Gedanken der V ie- detbewasfnung Deutschlands vertraut machen mühten. Deutschland würden wahrscheinlich Oesterreich, Ungarn und Bulgarien folgen und die Wirkung auf die europäische Gesamtsituation würde nach Cecils Ansicht die denkbar ungünstigste sei. Neue Enttäuschung in Genf. Wiederum Vertagung der Abrüstungskonferenz auf unbestimmte Zeit. — Ablehnung der deutschen und russischen Anträge Oer deutsche Delegierte Graf Bernstorff appelliert an die Bölkerbundsversammlung. Eine Wahlrede poincares. Der Ministerpräsident verteidigt seine Neparationspolitik. Paris, 25. März. (TU.) Ministerpräsident Poincars hielt in Bordeaux auf einem Bankett eine mit großer Spannung erwartete Rede. Poincarä erklärte: Man müsse von der neuen Kammer erwarten, daß sie die heute kaum begonnene Gesundung glücklich vollende. Frankreich bliebe sonst blutarm, geschwächt und im Fieberzustand. Die Bildung des Kabinetts der nationalen Eintracht sei allein befähigt gewesen, eine dauerhafte und genügend breite Mehrheit zu finden. Seit zwanzig Monaten habe unter allen Mitgliedern des Kabinetts di e loyalste und vertrauensvollste Zusammenarbeit bestanden. Weiter ging Poin- carö ausführlich auf die „Erbschaft des Krieges" und die Aufgaben der Kammer von 1919 bis 1924 ein. „Don 1920 bis Ende 1923 war bei der ständigen Nichterfüllung Deutschlands die Haltung aller französischen Kabinette die gleiche. Briand hatte durch unsere Truppen Düsseldorf und die anderen Städte besetzen lassen, die die Ruhr beherrschten und hatte von der Senatstribüne aus angekündigt, daß, wenn die Dinge sich nicht änderten, wir gezwungen sein würden, Deutschland diehand an den Kragen zu legen. Mehr als ein Jahr später, nachdem die Reparationskommission die Mchterfülluna des Reiches festgestellt hatte, haben wir uns entschlossen, neue Pfander zu ergreifen und in das Ruhrgebiet einzumarschieren. Man hat oft wiederholt, daß die Operation für unsere Finanzen drückend gewesen s«. Sie war im Gegenteil sehr ergiebig. Sie hat uns gestattet, durch die Zuteilung einer über 360 Millionen Goldmark betragenden Summe an unsere belgischen Nachbarn und Freunde die belgische Priorität früher zu löschen und hat uns unter Ab^ug aller Ausgaben eine von dem Staatsschatz tatsächlich ein» kassierte Nettveinnahme von etwa 1,5 Militär- besagt in ihrem ersten Teile, dah der Ausschuß nach Prüfung des russischen Projek t e s über sofortige, vollständige und allgemeine Abrüstung fast einstimmig der Meinung ist, daß dieses Projekt vom Ausschuß nicht als Grundlage seiner Arbeiten angenommen werden kann, die auf dem bereits eingeschlagenen Wege fortgesetzt werden sollen. 3m zweiten Teile nimmt der Ausschuß von dem deutschen Vorschläge über die Offenlegung des gesamten Rüstungsstan- des der einzelnen Staaten und von dem zweiten russischen Projekt über die teilweise Abrüstung Kenntnis, lenkt die Aufmerksamkeit der Regierungen auf beide Vorschläge und behält sich ihre Prüfung für die nächste Tagung vor. 3m letzten Teile der Entschließung überträgt der Ausschuß seinem Vorsitzenden die Aufgabe, „darüber zu befinden, zu welchem Datum es praktisch nützlich wäre, den Ausschuß zu einer neuen Tagung und zur zweiten Lesung des französisch-englischen Entwurfes über die Herabsetzung und Einschränkung der Rüstungen etnzu- berufen." Der Ausschuß spricht den Wunsch aus, daß die Eröffnung der nächsten Tagung wenn möglich vor der nächsten Völkerbundsversamm- lung stattsindet. Auf die ursprünglich vorgesehene Festsetzung eines äußersten Termins für die zweite Lesung wurde auf Antrag des amerikanischen Delegierten Gibson, der von 3talien und der Tschechoslowakei unterstützt wurde, verzichtet, weil, wie Gibson begründete, der Vorsitzende bei Einberufung der nächsten Tagung die Tleberbrückung der Gegensätze zu einem Ergebnis geführt haben, durch das die Aüfstellung eines endgültigen Abkommensentwurfes bei der nächsten Tagung gewährleistet werde. Neue englische Vorschläge zur Floiienabrüstung. Genf, 24. März. (WTB.) Die britische Delegation teilt mit, daß Lord Gushendunan die Vertreter der Bereinigten Staaten, Frankreich, Jä- pan und Italien als Mitunterzeichner der Washingtoner Flottenabrüstungskonvention eine Note richtet, in der ausgeführt wird, daß er am letzten Dienstag im Vorbereitungsausfchuß nur in unbestimmten Wendungen von den neuen Vorschlägen der englischen Regierung über weitere A b - rüstungderSchlachtschiffe sp-echen konnte, daß er aber nunmehr die genauen Vorschläge mit» teilen könne, nümlicy: Russische Gefängnisse. Der falsch übersetzte Montagebericht. Berlin, 24. März. (WD.) 3n seiner -Unterredung mit einem Mitarbeiter der deutschen Diplomatisch-Politischen Korrespondenz schilderte Oberingenieur Goldstein ausführlich seine Erlebnisse in Rußland, besonders die entsetzlichen Zu- tände in der Gefängniszelle, in der er zusammen mit sieben Russen mehrere Tage verbringen muhte. Der ganze Raum starrte von Ungeziefer; die Schwaben liefen auf den Lebensmitteln umher, krochen den Gefangenen über die Hände. Roch heute hat Herr Goldstern eine chwere Furunkulo s e , die er auf das Leben unter diesen Verhältnissen zurücrführt. Besonders peinigend war die absolute Unge- wihheit, in der man ihn hielt. Alle Bemühungen, mit der deutschen Vertretung in Verbindung gebracht zu werden, schlugen fehl. Endlich, am 14. März, dem 55. Geburtstag Goldsteins, trat die Wendung zum Besseren ein. Er wurde zum Verhör gerufen und nun klärte sich das Ganze als die Folge der entstellten Übersetzung des Briefes eines seiner Monteure auf. 3n diesem Montagebericht stand der Vorschlag, den mechanischen Teil einer Anlage den Russen zu übergeben, damit die Maschine nicht bis zu den nächsten Dampfversuchen auf deutsche Verantwortung laufe, denn bei den jetzigen anormalen Be- triebsverhältnissen könne es bis zu weiterem Versuchen lange dauern. Hieraus hatte der Dolmetscher durch feine mangelhafte llebersehung eine Sabotage konstruiert, ein Verbrechen, auf das in Rußland die Todesstrafe steht. Rach Vergleich der Übersetzung mit dem Original muhte der russische Richter die Unmöglichkeit der Beschuldigung einsehen. Von letzt ab, so erklärte Herr Goldstein zum Schlüsse seiner Ausführungen, behandelten ihn die Russen mit ausgesuchter Freundlichkeit und taten alles Erdenkliche, um ihm nach seiner Freilassung die Heimreise zu erleichtern. Oie Llniersuchung gegen die russischen Verhafteten. kowno, 25. März. (TU.) wie aus Moskau gemeldet wird, ist die Untersuchung gegen die russischen verhafteten im Donezbecken abgeschlossen. Den hauptangeklagten, dem früheren russischen Millionär Paramonow und dem Ingenieur B a - benko wird vorgeworfen, d i e Grube „R e - volutlon"indieLuftgefprengtzu haben und einen Turno-Generator, der von der ALG. geliefert worden sein soll, z e r st o r t zu haben. Ferner wird ihnen Spionage zugunsten Lng- tandszur Last gelegt. Die GPU. hat infolge zahlreicher Brandstiftungen in russischen Jndustriewer- ken ein besonderes B r anddezernat eingerichtet, das dem stellvertretenden Vorsitzenden der GPU., Jagoda, untersteht. Dabei stellte sich heraus, daß ein Montage- bericht, den einer seiner Monteure ihm nachgeschickt hatte, der G. P. U. in die Hände gefallen und von dieser in s o ent st eilen derForm übersetzt worden war, daß sich tatsächlich alles mögliche daraus konstruieren ließ. Der Vergleich mit dem Original hat bann aber offenbar auch die G. P. U. von der Haltlosigkeit der Anklagen überzeugen müssen, und so wurde Goldstein am 17. März, ebenso wie Wagner, freigelassen. Dis dahin ist es Herrn Goldstein aber auch nicht möglich gewesen, sich mit der deutschen Vertretung in Verbindung zu setzen. Die Russen haben die Der- SietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag- vrühl'sche llniverMlr-vuch. trat, Stdnöniderei H. tauge in Sietzen. Sdjriftkltung und Geschäftsstelle: S^ulttrafte 7. In der Rote wird für den Fall der Annahme dieser Vorschläge darauf hingewiesen, daß es vorteilhaft wäre, wenn die Annahme so erfolgen könnte, daß bas in Washington vereinbarte Ersatzbauprogramm nicht in Kraft zu treten brauche. Schließlich wird betont, daß die Annahme der englischen Vorschläge einen neuen großen Schritt auf dem Wege zur Abrüstung darstelle und itt hohem Maße eine finanzielle Erleichterung sowohl in bezug auf die Baukosten als auf die Unterhaltungskosten aller in Zukunft zu bauen« den Schlachtschiffe bedeuten würde. Genf, 24. März. (WTB.) Der Dorbereitungs« I ausschuh für die Abrüstungskonferenz hat heute mittag nach fast zweieinhalb stündiger Diskussivn mit großer Mehrheit den deutschen Vorschlag abgelehnt, wonach dec Rat in seiner nächsten Tagung im 3uni das Saturn der Abrüstungskonferenz so festsetzen soll, bah sie im kommenden Herbst kurz nach der I nächsten Dölterbundsversannnlung zusammentveten soll. Die Ablehnung wurde im wesentlichen damit begründet, dah zunächst das Ergebnis dec Verhandlungen zwischen den hauptsächlichsten an den Marinefragen interessierten Großmächten ab- ?^wartet werd«, müsse. Die zweite Lesung des ombinierten französisch-englischen Abrüstungsentwurfs könne nur nach erfolgter Verständigung dieser Regierungen mit Erfolg vor sich gehen. Graf Bernstorff erklärte, auch jetzt in derfünften Tagung entziehe sich der Ausschuß in scharfem Gegensatz zu seinem früheren einstimmigen Beschluß der zweiten Lesung, die nun wiederum verschoben werde. Dies | bedeute ein Stehenbleiben auf halbem Wege, keinen | Fortschritt, sondern einen Leerlauf der Arbeiten. Man könne wohl beobachten, daß der Ausschuß selbst den Zwang in sich fühle, vorwärtszukommen. Dieser Zwang rühre aber nicht etwa von Deutschland her, sondern d i e im Versailler Vertrag niedergelegten Verpflichtungen seien es, von denen der vorn Ausschuß empfundene Zwang ausgehe. Nicht Deutschland sei es, das die Dölkerbundssatzung und die Friedens- | vertrüge entworfen habe. Beide seien aber jetzt unterzeichnet und feierNchst ratifiziert und sie müßten deshalb auch a u s g c f ü l) r t werden. Dies hätten auch die Organe des Völkerbundes wiederholt anerkannt. Leider sind all diese Mahnungen vergeblich geblieben und das Arbeitstempo des Ausschusses zeigt einen beklagenswerten Mangel an Schwung. Wie lange die deutsche Regierung diese Unfruchtbarkeit der Ausschuharbeiten mit ansehen wird, steht dahin. Die deutsche Dcffentiidjteit hat diese Frage bereits wiederholt gestellt. Nichts anderes bleibt mir übrig, so schloß Graf Bernstorfs, als angesichts des Schlusses der fünften wiederum ergebnislosen Tagung Berufung an di e Bundesversammlung im Herbst d. I. einzulegen, jenes Organ des Völkerbundes, welches den Auftrag zur Vorbereitung der Abrüstung dem Ausschüsse erteilt hat und dem dieser Ausschuß verantwortlich bleibt. Die Bundesversammlung als Hüterin des Ansehens und des Einflusses besJBöt» kerbundes wird diejenige Stelle sein — und hierbei folge ich einer Anregung des amerikanischen Delegierten Gibson — die veranlassen wird, daß unser Ausschuß endlich aufhört, in immer erneuten Tagungen eine bedauerliche Unfruchtbarkeit zu erweisen. Die Bundesversammlung wird auch dafür zuständig sein, einen Bericht über den tatsächlichen Stand jener zwischen den Regierungen laufenden Besprechungen entgegenzunehmen, auf die man sich hier immer wieder mit erheblichem Nachdruck beruft, die aber, wie wir uns immer wieder überzeugen mußten, sich in einem außerordentlich bescheidenen und ungenügenden Rahmen abgespielt und keinerlei praktisches Ergebnis gezeitigt haben. Die gegen die Stimmen Deutschlands und Rußlands angenommene Entschließung Berlin, 24. März. (WTB.) Aus den mündlichen Mitteilungen, die Herr Goldstein dem Auswärtigen Amt gemacht hat, ergibt sich folgendes Bild: 3n der Rächt zum 6. März ist Goldstein plötzlich verhaftet worden. Rach einer eingehenden Haussuchung wurde er in die nächste Kreisstadt, Stalin, überführt. Hier wurde er 24 Stunden im Gefängnis gehalten, dann nach Charkow und von dort nach Rostow am Don gebracht. 3m Rostower Gefängnis hat er die ganze Zeit bis zu seiner Freilassung am 17. März zugebracht. Aus seiner Berichterstattung geht hervor, daß die Gefängniszeit außerordentlich schwer für ihn war, weil die Gefängnisverhältnisse derart waren, daß Herr Goldstein die Leiden dieser Zeit noch nicht überwunden hat. Lr wurde mit einer großen Anzahl anderer Gefangener in kleinen Zellen gehalten. So war feine Zelle vier Meter lang und 1,70 Meter breit. Darin waren gleichzeitig noch sechs andere Gefangene untergebracht. Unter dem Ungeziefer wie unter der schlechten Behandlung litt Goldstein gleichermaßen. Heber den Grund feiner Verhaftung wurde Goldstein dauernd in v o l - ler Unklarheit gelassen. Erst am 14.Mär; fand das erste verhör statt. Monteur Wagner kehrt zurück. Kowno, 24.März. (TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, hat der Chef der ukrainischen G. P. U. dem deutschen Monteur Wagner mitteilen lassen, daß es ihm freistehe, die Sowjetunion zu verlassen. Wagner hat sich sofort nach Charkow begeben, wo er von Mitgliedern des Generalkonsulats empfangen wurde. Er wird unmittelbar über Kiew und Warschau nach Berlin Weiterreisen. Die Freilassung Wagners ist auf das energische vor der Verhaftung eine Ankündigung zu- gehen ließen, die freilich keine genauen Angaben enthielt. Der Zutritt zu den Gefangenen ist bisher noch nicht erlaubt worden. Nach den Vertragsbestimmungen haben die Russen das Recht, den Besuch hinauszuschieben. Auch die B e - ftellung eines deutschen Anwalts ist noch nicht genehmigt worden. Immerhin besteht die Möglichkeit, daß die Erlaubnis hierzu noch nach Abschluß der Untersuchung gegeben wird, lieber das Schicksal der übrigen verhafteten ist auch heute noch nichts genaues bekannt. Sie befinden sich ebenfalls in Rostow am Don. Es ist versprochen worden, die Untersuchung in kürzester Zeit zu Ende zu führen und der deutschen Botschaft dann zu berichten. 3n unterrichteten Kreisen nimmt man an, dah darüber aber noch 10 bis 14 Tage vergehen werden. Auch Herr Goldstein kann über den genauen Grund der Verhaftungen heute noch keine Aussagen machen. Dem Vertreter des Lokalanzeigers in Rostow wurde mitgeteilt, dah die Deutschmr nicht in dem eigentlichen Gefängnis, sondern i n einem besonderen Gebäude unter* =^=6)^(3»=,., 0 = s5 =:fl ? L- io 3» a-t 5 a c GW: • ^6 15 3 ? 5 ■- v. -"-ft o-c - ---ft 2- c •'3*' Win3 -3 5 ecr A) ft>® P ■t in & £ r. 9 2 'S. 2-o^tf ft------ p ---- 6Z9 * § ranken eingebracht. Außerdem hätte deutschlond nicht den Dowesolan angenommen, oenn Frankreich nicht an der Ruhr gewesen wäre, öte tnanzöfstche Negierung hat besonders in den .eyten Jahren rhne Unterleib Beweise ihrer Qric= denÄies« gegeben. Niemand tn Frankreich hat einen .irrderen Äunsch ats den, unser Land ruhig in fei« >kn gegenwärtigen (Brennen und gegen jeden An a gefeit yj sehen. Niemand in Frankreich nährt Osten die bei unfern Nachbarn Verdacht hervor- rufen könnten. Jedermann in Frankreich begreift, ^ah ganz Europa wieder. Besiegte und Neutrale, »s gleiche Bedürfnis nach Ruhe haben, um die Ruinen des Krieges auszubeffern. ©ünfdjen wir, daß die Gefühle, dir uns beseelen, von allen ande- rtn Andern geteilt nxden, und arbeiten wir mit ivarmem Herzen, oder offenen Augen an der Vollendung dieses Friedens. Oie Landesratswahlen im Gaargebiet. Saarbrücken, 26. März. (WB.) Die gestrigen Wahlen zum Landesrat des Saargebiets haben sich ohne Zwischenfälle vollzogen. Die Wahlbeteiligung betrug etwa 63,5 Prozent. Rach dem vorläufigen Wahlergebnis erhalten die Sozialdemokraten 43 411 gegen 46 627 Stimmen im Jahre 1922, die Kommunisten 46 407 (40 235), die Wirtschaftspartei 9156 (10 396), die Deutschdemokratische Partei 3900 (0), die Saarländische Volkspartei 26 228 (37 571), die Christlich-Sozialen 9302 (0), die Deutschnationalen 10 496 (0). die Zentrumspartei 128 886 (108 211) Stimmen. Es erhalten voraussichtlich die Sozialdemokraten 5 (6) Sitze, die Kommunisten 5 (5), die Wirtschaftspartei 1 (1), die Demokraten 0 (0), die Saarländische Volkspartei 3 (4), die Christlich-Sozialen 1 (0), die Deutsch- nationalen 1 (0), das Zentrum 14 (14) Sitze. Gegen den Schriftleiter der „Elsaß-Lothringischen Heimatstimme". Paris, 25. März. (DTB.) Die der Korrespondent des Kemps' in Kolmar berichtet, wird nunmehr auch gegen den Schriftleiter der „Llfah- Lothringifchen Heimatstimme", der Zeitung der Elsaß-Lothringer im Reich, Dr. R o b e r t L r n st in Berlin, Anklage wegen Beteiligung an einem Komplott gegen die Sicherheit des französischen Staates erhoben. Falls Dr. Ernst, wenn der Prozeß Anfang Mai in Kalmar zur Verhandlung kommt, nicht erscheinen sollte, werde über ihn in Abwesenheit geurteilt werden, wie auch über den Bankier Pienek, Dr. Roos und Paskor hirhel, die sich im Auslande befinden. Oer Reichsfinanzminister fordert Verwaltungsreform. Dleiwih, 25. März. (WV.) Reichsfinanzminister Dr. Köhler hielt auf einer Mittelstandskundgebung der oberschlesischen Zen- trumspartei eine Rede, in der er eingehend auf die Probleme der Landwirtschaft und des gewerblichen Mittelstandes zu sprechen kam. Die deutsche Landwirtschaft könne die auf ihr lastende Verschuldung auf die Dauer nicht tragen. Die Produktion müsse gesteigert und damit der Jnlandmarkt gestärkt werden. Er befürchte, daß weite Teile der Landwirtschaft zu parteipvli- ttschen Zwecken ausgenutzt würden. Ebenso wich- ttg wie die Landwirtschaft sei der gewerbliche Mittelstand. Es dürften sich aber nun nicht Berufsorganisationen zu Parteien auswachsen, sondern jeder solle sich in seiner Berufsorganisation organisieren, dann aber aus der Organisation heraus Einfluß auf die politische Partei zu gewinnen suchen. Auch im kommenden Reichstag würden die großen politischen Parteien und nicht die kleinen Wirtschastsgruppen maßgebend sein. Es sei ungeheuerlich, daß ein Volk, das vor wenigen Jahren zerschmettert am Boden lag, 13 Milliarden Reichsm ark für die öffentliche Hand auszubringen habe, was für die Dauer unmöglich sei. Um die Ausgaben zu senken, sei ein: ganz radikale Reform der Verwaltung notwendig. In feinen Schlußausführungen gab der Reichsfinanzminister der Hoffnung Ausdruck, daß es bereits in den nächsten Monaten möglich sein werbe, auch die Gemeinden wieder am ausländischen K apitalmarkt zu beteiligen. Or. Luther über Deutschlands wirtschaftspolitische Aufgaben. Berlin, 24. März. (WTD.) Im Rahmen der Wintertagung der Deutschen Vereinigung für Staatswissenfchastliche Fortbildung sprach der frühere Reichskanzler Dr. Luther über das Thema „Von Deutschlands eigener Kraft". Dr. Luther führte aus, daß Deutschland neben der Deparationsbelastung und der Auslandverschuldung mit einer jährlichen Zinssumme von rund 500 Millionen Mark, noch im Durchschnitt für die Jahre 1925/26 mit einer Passivität der Handelsbilanz von einer halben Milliarde und für 1927 mit einer Passivität von einer viertel Milliarde zu kämpfen hatte. Aufgabe der Polittk sei es daher vor allem, endlich die Festsetzung der Endsumme der politischen Schulden Deutschlands zu erreichen, da davon auch die deutsche Kreditfähigkeit abhänge. Aber vor allem müßten wir uns aus eigener Kraft helfen, Steigerung der Produktion, Einfuhrsenkung und als Beispiel für das ganze Volk s p a r s a m st e Aeichsverwaltung unter einer zusammen - gefaßten einheitlichen Reichsgewalt seien die einzigen Möglichkeiten, um einer Krise vorzubeugen. $rou Abgeordnete Balser f. Darmstadt, 25. März. In der Rächt vom 23. auf den 24. März ist Frau Karoline Balser, die Gemahlin des Staatsrats Balser im Finanzministerium, im Alter von 55 Jahren, an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Geboren 1875 im Landeshospital Hofheim bei Goddelau, hat sie die Viktvriaschüle und das Lehrerinnenseminar in Darmstadt besucht und schon frühzeitig ein lebhaftes Interesse an der Frauenbewegung und der öffentlichen Wohlfahrtspflege gewonnen. Polittsch neigte sie bald den freifümigen Bestrebungen zu, und als nach der Revvlutton die Demokratische Partei ins Leben gerufen wurde, schloß sie sich ihr an. Sie wurde Mitglied der Darmstädter Sta dt - Verordnetenversammlung und 1919 auch des hessischen Landtages. Sie hat beiden Parlamenten, im Landtag mit der Unterbrechung in der Session 1921 bis 1924, bis zu ihrem Tod angehört. Sie zeigte sich im Landtag als geschickte, schlagfertige Rednerin für die Fraueninteressen. in der Stadtverordnetenversammlung als nie ermüdende Förderin in der Wohlfahrts- pflege und der Bekämpfung der Wohnungsnot. Selbst kinderlos geblieben, offenbarte sie ein mütterliches Herz für alle Armen und Rotleidenden. denen sie mit Rat und Tat zu helfen suchte. — Als Rachfolger der Verstorbenen tritt für die Demokratische Partei Apotheker Senat aus Goddelau, Vorsitzender des Bezirksverbandes Groß-Gerau des Handwerks and Gewerbes, in den Landtag ein. Die demokratischen IkichstagSkarr-idaterr in Hessen. Sranffuxi a. M., 25. Marz. (Wolff.) Ein außerordentlicher Landesparteitag der Deutschen Demokratischen Partei in Hessen trat in Frankfurt a. M. zur Vorbereitung der bevorstehenden Wahlen zusammen. Abg. Schreiber teilte mit, daß Minister Kor eil eine neue Kandidatur nicht mehr übernehmen wolle. Rach eingehender Aussprache wurde auf Vorschlag des Vorstandes folgende Kandidatenliste genehmigte Staatspräsident a. D. Professor Hellpach, Heidelberg, Stadtverordneter Grotzkaufmann Christ, Mainz, und Frau Stadtverordnete Klara Grein, Offenbach. Zu Beginn der Sitzung hatte man der verstorbenen Frau Abg. Balser gedacht, deren Hinterbliebenen eine Deileidsadresse übersandt wurde. Oer Bestechungsskandal beim Reichsbahnzentratamt. Berlin, 24. März. (Wolff.) Die Staatsanwaltschaft I hat in der Destechungsaffäre bei der Reichsbahn mehrere Beamte und Zeugen vernommen. Der Verdacht, daß Bestechungen auch bei anderen Beamten als Reichsbahnoberrat Schultze vorgekommen sind, hat sich durch den Gang der Untersuchungen jetzt voll bestätigt. Es sind von mehreren Firmen (nicht nur aus Köln) an die Beamten des Zentraleisenbahn amtes Schmiergelder a s angebliche Lizenzgebühren für erbesfc- rungsvorschläge gezahlt und auch wertvolle Geschenke gemacht worden. Die Kriminalpolizei hat bei den beschuldigten Beamten Durchsuchungen in den Wohnungen vorgenommen und zahlreiches Belastungsmaterial beschl ag- nahmt. Reichsbahnoberrat Schultze ist geständig und gibt die ihm nachgewiesenen Fälle zu. Inzwischen konnte aber festgestellt werden, daß er auch noch bei ander en Firmen „Lizenzgebühren" für „Erfindungen" erhalten hat. — Wie die „Boss. Ztg." schreibt, wird die Untersuchung des Staatsanwalts wohl auch Aufklärung über weiter zurückliegende Dorwürfe gegen das Reichsbahnzentralam . bringen. Aus ernsthaften Kreisen der deutschen Holzindustrie waren wiederholt recht erhebliche Vorwürfe gegen diese Behörde gemacht worden. So hatte man die Tatsache als ausfällig bezeichnet, daß die Beschaffungsabteilung des Zentralamtes im Aus» lande Holzschwellen zu höheren Preisen gekauft und bezogen hat, obwohl billigere Angebote er st erdeutscherFirmen Vorlagen und man hatte mit Recht darauf hinge- wiesen, daß das Zentralamt Verbindungen mit Schwindel firmen eingegangen war, die der R^Hsbahn nicht unerhebliche Summen gekostet hab.n. Alle diese Tatsachen haben auch dazu geführt, daß der Forstwirtschafts- rat sich mit diesen Angelegenheiten beschäftigte und feinerzett eine scharf gehaltene Entschließung gegen das Zentralantt gerichtet hat, die aber wohl der Hauptverwaltung der Reichsbahngescllschaft kaum zu Gesicht gekommen sein dürfte. Berbindlichkeitserttarung -es Buchdruckschiedsspruchs. L e r l i n, 24. März. (WB.) Der Schiedsspruch für das Buchdruckgewerbe ist vom Reichsarbeitsminister mit folgender Erklärung für verbindlich erklärt worden: Die in dem Schiedsspruch vorgesehene Regelung sieht eine Erhöhung der tariflichen Wochen! ö h n e in der Ortsklasse A von 52,50 Mark auf 56 Mark und in den übrigen Ortsklassen -eine entsprechende'Lohnerhöhung vor. Aus der gesamten Lohnlage, wie sie tatsächlich im Buchdruckgewerbe besteht, kann nicht gefolgert werden, daß dieser Vorschlag die sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse ungenügend berücksichttge. Dies gilt um so mehr, als es sich auf Arbeitgeber feite um einen Verband handelt, der sich auf das ganze Reich erstreckt und der neben großen und leistungsfähigen Betrieben auch eine große Anzahl von mittleren und kleinen, in ihrer Finanzkraft beschränkten Betrieben umfaßt. Bei einhettlicher Beurteilung des gesamten Gewerbes muß daher berücksichtigt werden, daß schon die im Schiedsspruch vor- geschlagene Lohnerhöhung für viele dieser mittleren und kleinen Betriebe eine Belastung ist, welche d i e Grenze ihrer L e i st u n g s fäh i g k e i t bedeutet. In den Nachverhandlungen im Reichsarbeitsmini- fterium war eine Annäherung der Parteien nicht zu erzielen. Die Gegensätzlichkeit der Meinungen läßt eine Verständigung als ausgeschlossen erscheinen. Es ist zu erwarten, daß ein tarifloser Zustand im Buchdruckgewerbe zu Schwierigkeiten führen wird, deren Auswirkungen sowohl für das Buchdruckgewerbe selbst wie für die Allgemeinheit, insbesondere in der jetzigen Zett, unerträglich wären. Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs war daher erforderlich. Deutscher Reichstag. Berlin, 24. März. Die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums wird fortgesetzt. Abg. Petz old (W. Vg.) erklärt, die Wirtschaftliche Vereinigung stehe auf dem Standpunkt der Gleichberechtigung der christ.ichen Volksschule mit der weltlichen Schule und der Wahrung des Elternrechles ohne Ueberspannung. Das Ziel des Einheitsstaates sei verlockend, schon weil davon eine sparsamere Wtttschaft zu erwarten wäre. Mit Gewalt sei aber hierbei ichts zu machen. 2Lbg. Dr Bredt (W. Vg.) äußert sich zu der Staatsgerichtshofentscheidung gegen jene einzelstaatlichen Wahlgesetze, die kleine Parteien aus dem Wahlkampf a u s s ch a l t e n woltten. Der Staatsgerichtshof^ habe zwar diese Wahlgesetze für ungültig erklärt, nicht aber die auf Grund dieser Gesetze vollzogenen Wahlen. Der hessische S t a a t s s/e r i ch t shvf, der sich zum Urteil über das Wahlgesetz nicht zuständig fühlte, hat aber dann die hessischen Wahlen für gültig erklärt. Hessen hat sich damit einfach über de/s Urteil des höchsten Gerichtshofs des Reiches hinweggesetzt. Hier muß die Reichsge'watt sich gegen kleine Länder durchsetzen. Abg. S o l l m a n n (Soz) wirft dem Zentrumsredner vor, daß er in der Schulfrage die Elternrechte über die Staatsrechte gestellt habe. Für die SozialdeirtokrLttie stehe das Rechtler Gemeinschaft über dem Recht des einzelnen. Zur Ordensfrage st-tttt der Redner fest, daß das Gutachten, das dem Reichspräsidenten C b e r't die Annahme der „Sonne von Peru" empfahl, nicht von ihm auSj^zarbeitet sei und nicht in seine Amtszeit falle. Jin übrigen werde auch von den amerttanischen Staatsmännern jede Auszeichnung zurückgewiesen. Abg. Frau Dv. S t e g m a n n (Soz.) begründet eine Entschließung, in der die Regierung ersucht wird, das Jmpfgesetz neu auf feine wissenschaftlichen Grundlagen zu prüfen, namentlich im Hinblick auf die Einführung der Gewifsensklaufel, eventuell auf die Anerkennung einer Entschädigungspflicht des Reiches für Schädigungen, die bei der Zwangsimpfung entstanden sind. Abg. Frau Weber (Ztr.) fordert stärkere Bet'ämpfung des Kurpfuschertums, vor allem der Auswüchse der Hypnose und Psychoanalyse. Die Gesetzgebung allein könne hier nicht helfen. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) beklagt sich über die Benachteiligung weiblicher Beamten bei den oerschiLdenen Behörden. Hier werde ständig der Artikel der Reichsverfassung verletzt, der Len weiblichen Staatsbürgern die Gleichberechtigung mit den männlichen sichert. Abg. Frau Arendsee (Korn.) verlangt größere Mtttel für die Erforschung menschlicher Krankheiten, vor allem.der spinalen Kinderlähmung. Die große 'Zahl der Selbstmorde und der Geburtenrückgang seien deutliche Kennzeichen der Rot der arbeitenden Masten. Abg. Spahn- Köln (Dn.) wünscht eine reichsgesetzliche Regelung des Studentenrechts. Die jetzt vom preußischen Kultusminister gesprengte deutsche Studentenschaft hätte auch für die internationale Verständigung gute Arbeit geleistet. Leider habe das Auswärtige Amt die Unterstützung des studentischen Auslandamts eingestellt. Das in der Studentenschaft lebende deutsche Volkstum dürfe nicht durch bureaukratische Bevormundung und staatliche Zwangswirtschast unterdrückt werden. Abg. Dr. Heuß (Dem.) erklärt: Während das Zentrum sonst den Föderalismus verlangt, habe es beim Schulgesetz einen absoluten Zwangsuni- tacismus gefordert. Sin Elternrecht als öfsentlich- rechtkiche Funktion, die sich dem Staatswillen entgegenstellen kann, sei durchaus unprotestantisch. Weiterberatung Montag. Aus aller Wett. Die Tagung des Internationalen Missionsrats. In Jerusalem wurde die Tagung des Internationalen Missionsrats auf dem Oelberg eröffnet. An dieser Feier nahmen 230 Delegierte aus der ganzen Welt teil. Diese Tagung ist der erste ökumenische Kongreß von Christen aller Rassen auf der Grundlage der Gleichberechttgung. Der Vorsitzende des Deutschen 'Missionsausschusses, Missionsdirektor D. Schlung, sprach der Augusta-Viktoria-Stiftung Dank für ihre Gastfreundschaft aus und betonte, daß sie ihr Gebäude nach dem schweren Erdbeben für die Tagung des Internationalen Missionsrats habe wiederherstellen lassen. Der Vorsitzende der Kon- ferenz Dr. Mott erklärte, die Tagung verfolge den Zweck, die Aufmerksamkeit auf die derzeit so britische Lage des MissionsWerkes in der ganzen Welt hinzulenken und auf die außerordentliche Bedeutung einer angemessenen Lösung des Problems hinzuweifen, welche Haltung die Christenheit gegenüber den aus neuem nationalen Rassenbewuhtsein entwickelten Gruppen einzunehmen habe. Gr hoffe, daß die Konferenz ein Zusammengehen zwischen den älteren und den jüngeren Kirchen fördern werde. Die Reichsgastwirlsmesse eröffnet. In Berlin wurde in der alten Ausstellungshalle am Kaiserdamm in Gegenwart von Vertretern der Reichs-, Staats- und Kommunalbehörden die Reichsgastwirtsmesse eröffnet. Die von mehr als 500 Ausstellern beschickte Der- a ftaltung stellt die größte bisherige Gastwirtsmesse bar. Sie bietet ein einheitliches, instruktives Bild der gesamten deutschen gastronomischen In- düstrie. Line historische Mühle in Holland abgebrannt. Bei einem in einer Fabrik in 3 a a n b a m aus- gebrochenen Großfeuer schlugen Funken auf die der Fabrik benachbarte historische Sügemühle De Groot- oorft über, in der im Jahre 1697 der russische Zar Peter der Große als Zimmermann gearbeitet ltztt. Trotz baldigen Eingreifens der Feuerwehr brannte die historische Mühle bis auf die Grundmauern nieder. Schwere Brände in Galizien. In der Rähe von Lemberg brachen in drei Dörfern große Brände aus, die von den gegenwärtig im ganzen Lande herrschenden starken Frühjahrsstürmen mit ungeheuerer Schnelligkeit ausgebreitet wurden. Im Dorfe Czerczyk brannten 38 Bauernwirtschaften mit insgesamt 106 Mi tschaftsgebäuden nieder, ohne daß wesentliches Material gerettet werden konnte. Da die Feuerwehren unzureichend und die Wasserzufuhren sehr mangelhaft waren, war es fast unmöglich, das Feuer einzudämmen. Zwei Personen verbrannten, 12 Personen trugen schwere Brandwunden davon. In dem Dorfe Drzozowie brannten vier Wirtschaften nieder, wobei ebenfalls zwei Personen ums Leben kamen. Ein dritter Brand entstand in Lemberg selbst, wo ein Fabrikgebäude eingeäschert wurde. Schweres Grubenunglück in Gelsenkirchen. Auf der Zeche Graf Bismarck ging auf der vierten Sohle ein Verbindungsstück zu Bruch, wodurch drei dort arbeitende Bergleute verschüttet ümrben. Einer von ihnen konnte sosori als Schwerverletzter aus ben Gesteinsmassen herausgeholt werden, während d-ie beiden anderen, zwei Brüder Kattay. nach eifrigen Rettungsarbeiten erst gegen Mittag als Leichen zutage gefördert werden tonnten. Heber die Ursache des Unglücks ist bisher nichtS- bekannt. Mißglückter Einbruchsversuch bei einer Bank. In der Zweigstelle einer Großbank in der Budapester Straße in Berlin wurde ein Einbruchsversuch in die Tresorräume unternommen. Die Einbrecher hatten in den vergangenen Tagen mehrere Mauern des Kellers durchbrochen. Beim Versuch, die Tresortüren mit dem Sauerstoffgebläse zu offnen, gerieten Akten und andere Papiere in Brand und der intensive Brandgeruch machte einen Bewohner des Hauses auf die Vorgänge aufmerksam. Das Ueberfallkom- mando fahndete jedoch vergeblich nach den Verbrechern, die unter Zurücklassung ihrer gesamten Werkzeuge entfliehen formten. Die Polizei sperrte den ganzen Häuserblock ab und nahm die Verfolgung der über die Dächer flü ch- tenden Verbrecher auf. Bewohner deS von den Einbrechern heimgesuchten Hauses sahen diese noch kurz nach 5 Uhr morgend, als sie das Dach entlang lrochen. Aus den Beständen der Dank ist nichts geraubt worden. 58 Opfer chinesischer Banditen. Das Dorf Hsiaoschihsiang in Süd-Kiangsu, 100 Meilen von Schanghai entfernt, ist von Banditen zerstört worden, die 35 Einwohner erschossen und eine Anzahl anderer verwundeten. 23 Menschen kamen in den von den Bandtten in Brand gesteckten Häusern um. Dänemarks erster weiblicher Minister gestorben. Frau 511 n a Dang, Dänemarks erster weiblicher Minister, die im sozialdemokratischen Kabinett Stauning im Jahre 1924 den Kultus- mimsterposten beHeibete, ist im Alter von 62 Jahren gestorben. Frau Dang entstammte einer konservativen Familie; ifjr Bruder, Professor Ellinger, war jahrzehntelang einer der Hauptstützen der dänischen Rechten. Die deutsche Schriftgießerei auf der „prtffa“. Der Verein Deutscher Schriftgießereien wird mit einer umfangreichen, sechs Räume umfassenden Kollektivausstellung auf der „Pressa" vertreten sein. Die unter Leitung von Dr. Karl Kling schor auf gebaute Schau gibt einen geschlossenen Ueberblick über die gesamte Technik des Schriftgusfes, über die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten der Schriftgießerri-Erzeugnisse bei der Ausgestaltung von Drucksachen für den Zeitungsdruck, Buchdruck und die Reklame. Die Raumgestaltung dieser interessanten Ausstellung ist dem Architekten Professor Hugo Eberhardt, Offenbach a. M. übertragen, der auch die wirkungsvollen Räume der deutschen Schriftgießereien auf der Dresdener Ausstellung „Das Papier" gefdjaffen hat. Ehrung einer heldenjunafrau. In Saarbrücken soll gemäß stadträtlichem Kommissionsbeschluß eine Straße auf dem Triller nach Katharina Weihgerber brixaimt werden. Diese, bekannter unter dem Damen „Schulze-Kathrin", weil sie ein Menschenalter hindurch bei der am Schlohberg wohnenden Familie Schulze als Dienstmädchen in Stellung war, erlangte dadurch Berühmtheit, daß fie am 6. August 1870 während der Schlacht von Spichern den preußischen Soldateir Munition zutrug und die Verwundeten labte. Im dichtesten Kugelregen drang sie, einen Kübel Wasser auf dem Kopfe tragend, unerschrocken bis in die vordersten Kampflinien vor. „Herr Leitnant, die schießen ja nitt auf mich", rief fie einem Offizier zu, der fie warnend zurückhalten wollte. Für ihr tapferes Verhalten wurde Katharina Weiß- gefber mit dem Eisernen Kreuz und der Kriegsgedenkmünze ausgezeich- n e t. Zufällig starb sie am Jahrestag der Erstürmung der Spicherer Berge im Alter von 71 Jahren 1886. Sie liegt als einzige Frau i m Ehrenthal begraben zwischen den bei der Spicherer Schlacht gefallenen Kriegern. Oie Wetterlage. 232 zsund- Röst OS» 2 heewi o O o Jonnlüg, denlS-Mn, 1926. Wvorm,. Qurorxentoiöneirtf omiD etcecKL e wk:o. eoeaecKi eftege^ W Schnee c» Qreupem f rteoei N 6rwuur.(§)windMiife.*O-> stV leichter Ost y massiger Suflsuawest q sturmocnei norduresi ftte Pleite flregen mit dem wrnje 9« oeioen‘Stationen jienewen Litv XjTd v--earen-ms.— >) jQj' Marnög. =53 o Oertn | ^TsiL r« n Mayen- ) ( 0 lUue: ?50(±7 len gehen a« Temperatur an. Dn Linen veremoeo Qrie eit gleichet» xifl neeresmveaü umnecechoeten Lulurvu ^r^oraussage. Das über Frankreich lagernde Tiefdruckgebiet Hal sich durch den Zustrom kühler Luftmassen aufgefüllt und nach Italien hin verlagert. Unter weiterem Luftdruckanstieg ist für morgen mit aufheiterndem und trockenem Wetter zu rechnen. Weltervorausiaa-e für Dienstag: Nebelig - wolkig mit Aufheiterung, Temperaturen wenig verändert, trocken. Wttterungsa us fichten für Mittwoch: Zeitweise bewölkt, weiterhin mild, meist trocken. Lufttemperaturen am 25. März, mittags 13,6 Grad Celsius, abends 9,2 Grad Celsius; am 26. März: morgens 8,2 Grad Celsius. Maximum 13,7 Grad Celsius, Minimum 6,2 Grad Celsius. — Erdtempera turen in 10 Zentimeter Tiefe: am 25. März: abends 8,1 Grad Celsius; am 26. März, morgens 6,4 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: 2% Stunden. ' 3u.i der Q-, ^if^k’ßecekn tDiri )»«Bäumt um|a!ltm ,W VA. M ton Dr. Kar! W gibt einen g?. M gesamte Lcchnil vielseitigen Derwen. lgk'uer.i-Ekjeugm'sse Irucksachen für Sen > die 2?eflame. Die fmtm Ausstellung IvOT 5)Uflo tzaer- locitcagen, bn auch )n deutsche Schrift, er Ausstellung,Des ÄS ä 5s Dar nX0^ tos 'u”g ihrer ‘päÄSp ^4ten AquIpö , r l'A Saabiien wKSS *«*£ m” ®»4 Blin’ffet gestorben. erster Leib, fe'ft Sa. Mud. ^«vonWLch. gÄammk einer „W Neöot 6 ernu -er ßauvt, enjonosran. gemäß ftadkÄIi-o traßc aus dem Lrllln :sjgerbcr teunrnl unter i)cm Samen e ein Menschenalter HWerg ttohnenden imädchrn in Stellung ühmkheit, bah sie am -er Schlacht von i Soßfllen Munition i labte, 3m dichtesten i fiübcl Wier auf chwcken bis in öie „Herr Leitnant, öie es sie einem VWn schalten toollte. W :be Mchrrina Deich' :nen Kreuz uni änze ausgezeich. n Jahrestag -er er* Berge im Wer von als einzige Krau im i zwischen den bei der en Kriegern. MllA» iyiU *>-* Otts 1 “Af^Ag ■ 0 JaAK’1* 6' er:? ’ Aus der Provinzialljauptsiadt. Gießen, den 26. März 1928. Wes -aS Herz voll ist ... 3m Kaffeehaus. In einer Ecke 'sitzt ein sKekaiin- trr. Ein kurzer Gruß, eine knappe -Alltagsunterhaltung, und schon erfährt inun, düß er vor seiner Verlobung steht. Mit -leuchtenden garten schildert er seine Braut, daß man ihn fast um das zu erwartende Glück beneiden könnte. 3n der Straßenbahn ein anderer. Nach wenigen Tinleitungsworten bekommt man sechs Geschäfts, sorgen aufgetischt. Das Kapital ist knapp, die Anforderungen sind groß, wenn er zeitgemäß bleiben und mit der Konkurrenz Schritt halten will. Sorgenvoll blickt er in die Zukunft. Ein. Freund quert einem den Wey. Ein Hande- schütteln, und schon weiß inan, daß er einen Fa- milienoerdruß Halle. Eine undedeurende Sache, die sich morgen ld)on wieder eingerenkt Haden wird. Aber heute besänftigt sie ihn jo, -aß er sich mitteilsam Lust machen muß. Wes das Herz voll ist... Es ist ein Bestreben, dem man volles Verständnis «ntgegeirbrinyen kann. Warum sollte inan auch nicht von dem zuerst sprechen, das einen am meisten beschäftigt? Wenn man dabei einigermaßen im Auge behält, ob es den andern auch interessiert und danach ha,Welt, ist sicher nichts dagegen einzuwen- den, vorausgesetzt, daß man auch genau weiß, zu mein man mitteilsam ist und es sich um Dinge handelt, von denen die andern Kenntnis haben dürfen. Alsa doch eine Menge Bedingungen die nickt immer, ja sogar selten vereinigt sind. And das ist dann nicht ganz gleichgültig. Da ist der eine, der -war so tut, als ob ec interessiert zuhöre, aber seine Gedanken unterdessen ganz wo anders spazieren führt. Der ist harmlos, ungefährlich. Aber daneben ist der andere, -er nur darauf wäctet, irgendwo eine Blöße zu entdecken und sofort einsetzt, um für sich Vorteile zu gewinnen. Auch den Scheinheiligen gibt es, der Wohlwollen heuchelt und schon auf dem Sprung ist, um aus Schadenfreude irgendwie einen Hieb zu versetzen Gar viele Abwandlungen solcher Art wird man an- treffen, die alle sagen: Gs ist nicht unbedenklich, wenn man unbedenklich dem Worte folgt: Wes das Herz voll ist... Die alte Weisheit vom Gold des Schweigens gilt noch immer. Aber auch zwischen Schweigen und Schweigen besteht ein Unterschied. Der eine kann von tausend Dingen redeir und wird doch nie das betraten, was er für sich behalten muß. Lind der andere redet in langen Stunden kaum zehn Worte, aber just diese wenigen Worte sind es, die er nicht sprechen dürfte. Die Redseligkeit des einen kann genau so von seiner Falschheit zeugen wie die Verstocktheit des anderen. Die vollendete Kunst ist, zu sprechen, als ob man ganz erfüllt wäre von dem Worte, das fällt, und doch darauf bedacht zu sein, zu bewahren, was bewahrt werden muß. Aber wie wenige beherrschen diese Kunst? Denn viele, die sie üben, sind doch nur Stümper, denen man auf Schritt und Tritt anmerkt, daß sie mehr von dem verraten, wessen daS Herz voll ist, als sie bewahren sollten. S. Daten für Dienstag, 27. Mürz. Sonnenaufgang: 5.47 Ahr, Sonnenuntergang: 18.24 Llhr. — Mondaufgang 8.50 Ahr, Vlond- untergang: 0.54 Rhr. 1813: Kriegserklärung Preußens an Frankreich. Einsegnung der Lützowschen Freischaren in der Kirche zu Aogau (Schlesien). — 1820: der Vlaler Gerhard v. Kugelgen bei Dresden ermordet (geb. 1772). — 1845: Der Physiker Wilhelm Konrad Aöntgen in Lennep geb. (gest. 1923). — 1373: Dec Humorist und Vortraqskunstler Ma reell Salzer zu St. Johann a. d. M. (Steiermark) geb. — 1917: Niederlage der Engländer bei Gaza (Sinaifront). Sängertag in Gießen. Ein Sängertag des Hessischen Sängerbundes tagte gestern nachmittag in Gießen. Der Gefangvercin Harmonie-Gemütlichkeit sang als Begrühungschor Rheinglaube" von Sonett. Da der 1. Vorsitzende der Provinz Oberhessen, G e n g n a g e l - Grünberg, an einer gleichen Tagung in Stockheim teilnehmen mußte, so begrüßte der 2. Vorsitzende, Rüdiger-Wetzlar, die zahlreich erschienenen Sänger, die besonders aus der Umgebung Gießens, Grünbergß und ans dem Lahntal gekommen waren. Vertreten waren der Lumdatal-Sängerbund. der Ohm- Lumda-Sängerbund, der Lahntalsängerbund und eine Anzahl nicht organisierter Vereine. Der Lahntalsängerbund war vertreten durch Gesangvereine ans Wetzlar, Grünberg. Londorf, Gießen, Lich, Draunfels, Dillenburg, Weilburg, Butzbach. Grohen-Düseck. Der erste Punkt der Tagesordnung galt der Gaueinteilung Oberhessens. Diese wurde nach dem Vorschlag des Provinzialvorstandes genehmigt. Oberhessen zerfällt in hier Gaue: Lahngau, Gau Detterau, Vvgelsbecg-Rord unb Vogelsberg-Süd. Dem Lahngau gehören auch die preußischen Vereine an. Der ©au Vogelsberg- Rord erhalt seinen Sih in Alsfeld-Lauterbach, Vogelsberg-Süd in Stockheim, der Gau Wetterau in Friedberg. Die Dorstandswahl für den Lahn- gau hatte folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Emil Koch (Gießen), Stellvertreter Lehrer Eberle (Lollar), Schriftführer Albin Klein (Gießen) und L. L e m p (Mainzlar), Rechner Becker (Kesselbach): außerdem gehören sämtliche Bundesvorsihenden dem erweiterten Gau» vorltand an. Don der Wahl eines Gauchor- meisters wurde abgesehen, die endgültige Wahl soll durch die einzelnen Chorleiter des Gaues erfolgen. — Die Richtlinien für die Gaue, die vom Hauptbundesvorstand in Darmstadt enk- worsen sind, kamen zur Verlesung und wurden gutgeheißen. Unter Punkt Verschiedenes wurde dem Gauvorstand anheimgegeben, sich mit den einzelnen Vereinen in Verbindung zu setzen, daß die Feste nrehr über den Sommer verteilt werden. Gesangverein Heiterkeit Gießen lädt die Gauvereine zur Mitwirkung an seinem 5 0. Jubelfeste für 8. und 9. September in der Volkshalle ein und schlägt einen Gau-Massenchor vor. An dem Wiencr Deutschen Sä nger* f e ft m hmen 2000 Sänger aus Hesse i teil. Der stellvertretende Provinzialvorsitzende Rüdiger, Wetzlar, schloß die anregend verlaufene Sängertagung mit den besten Wünschen für das Blühen und Gedeihen des neugegründeten Lahn- aaues, eines Gliedes des Hessischen Sängerbundes. Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Deutscher Bund für christlich evangelische Erziehung in Haus und Schule: 8 Uhr, Iohannessaal, Familienabend, Vortrag von Pfarrer Laut (Nidda): „Wie kann und soll eine Mutter ihre Kinder lehren?" — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Pat und Patachon in Pelikanien". — Astoria-Lichtspiele: „Der Grenzreiter". — Eine Filmvorführung der Maggi- wecke findet morgen, Dienstagabends bei freiem Eintritt in den Palast-Lichtspielen stall. Siehe heutige Anzeige. •• Dec gestrige G e s ch ä f ts s o n n t a g in unserer Stadt, an dem die Ladengeschäfte von 11 bis 6 älhr offengehalten werden konnten, brachte nur einen verhältnismäßig geringen Publikumsverkehr von außerhalb. Die mit dem Lande im Kundschaftsverkehr stehenden Geschäfte hatten geöffnet, jedoch entwickelte sich das Geschäft nur stundenweise und in mäßigen Grenzen. Die am Landkundschaftsverkehr nicht interessierten Firmen hielten ihre Pforten geschlossen. Der Verkehr in den Straßen der Stadt unterschied sich in keiner Weise von dem üblichen Sonntags- verkehrsbild. Straßensperre. Wegen Ausführung von Hausanschlußarbeiten ist die Friedrichstraße zwischen Frankfurter Straße und Rodhohl von heute ab auf die Dauer von etwa drei Wochen für allen Fährverkehr polizeilich gesperrt. — ZurBeachtungfürLungen kranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montagnachmittag von 4 bis 5 älhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Uebertoeifung ihres Arztes an die Lungen- fürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten. *• Verlängern ng der Schußzeit für Schnepfen. Das hessische Innenministerium hat durch Verordnung vom 23. März die Schuhzeit für Waldschnepfen im ganzen Gebiet des Volks- staates Hessen biS zum 10. April einschließlich verlängert. *• V o m Kraftwerk Wölfersheim. Infolge des Lleberganges des staatlichen Kraftwerkes Wölfersheim an die Hessen-Frankfurt A.-G. (Hesrag) wird die bisherige gemeinschaft» liche „Bergwerks- und Kraftwerksdireltion Wölfersheim" mit Wirkung vom 1. April an aufgehoben. Sie staatlichen Draunkohlenwerke in Ooerhessen unterstehen vom 1. April an der Berg- werksdireltion, welche die amtliche Bezeichnung „Hessische Vergwerksdireltion Wölsersheim" führt. ' Ein st acker Kam in brand entstand am Samstagnachmittag gegen 3 Albr im Hause Weidengasse 7. Das Feuer wurde für das außerordentlich stark bewohnte Haus dadurch besonders geAhrlich, daß es auch eine Mansardenwohnung in Milleidenschaft zog und leicht auf den ganzen Dachstuhl hätte übergreifen können, wenn es nicht rechtzeitig bemerkt und von dec schleunigst herbeigerufenen Feuerwehr energisch bekämpft worden wäre. Die Feuerwehr hatte etwa 3/4 Stunde zu tun, bis alle Gefahr beseitigt war. Der größte Tell der Feuerwehrarbeit entfiel auf die Aufräumung einer stark verwahrlosten Mansardenwohnung, da durch die Zustände in diesem Raume die eigentlichen Lösch- arbeiten sehr erschwert wurden. Einem älteren Manne, der in diesem Raume neben dem Kamin eine Schlafstelle hatte, mußte der Aufenthalt in dem Raume aus sanitären Gründen polizei- tich untersagt werden. Ferner muhte man zur Beseitigung des Llnrates in diesem Raume sogar städtische Arbeiter heranziehen. Beide Maßnahmen waren im Interesse der übrigen Haus- einwohner dringend erforderlich. ** Einbruchsdicbstahl. In der Nacht zum Sonntag wurden hier „Hinter der Westanlage" aus einer Parterrewohnung eine schwarze Geldkassette mit etwa 30 Mark, bestehend aus Einmarkstücken, ferner drei Sparkassenbücher mit den Nummern 73 958, 68 8x81 und 67 983, auf die Bezirksparkasse Gießen lautend, sowie ein Kontoauszug der Lolks- bank Gießen und einige Impfscheine gestohlen. Mitteilungen, die zur Aufklärung dienlich sind, erbittet die Kriminalpolizei Gießen •• Bunter Abend der Schul- und Iugendgruppen des V. D. A. Eine gut gelungene Veranstaltung war am Samstag der „bunte Abend" der Gießener Schul- und Iugendgruppen des Vereins für das Deutschtum im Ausland im Safe Leib. Rach dem eindrucksvollen Gedichtvortrag einer Schülerin der Studienanstalt hielt Studienrat Freitag eine Ansprache, in der er kurz das Wesen und Wollen des D. D. A. kennzeichnete und dringend zur Mitarbeit auf- sorderte. Rund 40 000 Auslanddeutsche gilt es zu betreuen, ihre Kraft dem Reich zu erhalten und ihnen das verlorene Vaterland zu ersetzen. Weder Parteihaß noch Konsessionsstreitigkeiten sollen diese hochgesteckten Ziele verdunkeln, der D. D. A. kennt nur Deutsche und Richtdeullche. Roch immer hat das deutsche Volk leine, von allen Parteien anetfamite, Reichsflagge; möchte es den Wimpel des V. D. A. wählen, der in seiner blauen Farbe das Symbol der Treue ist, der Treue zu unserem lieben, deutschen Vaterland. Gin dreifaches Hoch auf den V. D. A. und der gemeinsame Gesang des Deutschlandliedes bekräftigten die Worte des Redners. Die Preisverteilung für die weitesten Dallonflüge bei der Werbewoche ergab einen Freiflug von Gießen nach Frankfurt für Margot Emmel oon hier, ein hübsches Buch für Bern. Weißman - t e l aus Wetzlar und eine silberne D. D. 21.» Radel für Sigrid Weber von hier. Die unter der bewährten Leitung von Studienrat H i I - lenbrand stehende Schülerkapelle der Ober- realschule brachte ihre, volles Lob verdienenden, musikalischen Darbietungen zu Gehör und erfreute auch nach Beendigung des offiziellen Tells die Zuhörer mit einer schneidigen Musik, iln- möglich ist es, die Fülle des Sargeboteroen hier eingehend zu behandeln! Da gab es hübsche, exakt ausgeführte Freiübungen zu sehen und einen reizenden Trachtentanz zu bewundern; da wurde ein ernstes Gedicht „Der deutsche Kolonist" nett und klar vorgetragen. Da erfreute ein graziös- munteres Menuett von vier Realgymnasiasten gespielt und die hübsche Singspielaufführung der Studienanstaltsschülerinnen mit ihren frischen Bauernmädels und -buben und dem drolligen Tanzbären. Da amüsierte man sich über den geplagten Teufel und die in den komischen Bekleidungen herbeistürzenden „Rachbaren" bei dem , von Gymnasiasten einstudierten und gut und flott gespielten Theaterstück „DaS böse Weib", lachte über das allerliebste, auch mimisch wirkungsvoll vorgetragene Gesangstück der Mädchen- jugendaruppe. Alles in allem: die Mitwirkenden taten chr Bestes und es war ein genußreicher Abend, an den man gerne zurückdenken wird. ' Konzert für Kranke. Man berichtet uns: Vor einigen Tagen konzertierte die Kapelle ehemaliger Militärmusiker unter Leitung des Musikmeisters a. D. Hermann Topp von 11 bis r/,1 Ahr im Garten der Rerven-Klinik. Das von der Kapelle erwählte Programm wurde mit regem Beifall ausgenommen. Wünschenswert wäre es, wenn auch andere Künstler des Gesanges und der Musil diesem Beispiel folgten und ihren armen Mitmenschen ein Opfer bringen würden. Musikmeister a. D. Herrn. Topp und den mit- wirkenden Herren der Kapelle ist der herzliche Dank der Patienten sicher. Ferner gab der Gesangverein vncordia" - Giehen, gegründet 1864. unter Leitung des Chormeisters PH. Groß- Wieseck ein älnterhaltungskonzert. Auch für diese Freundlichkeit waren die Patienten von Herzen dankbar. •• Auftrieb zum heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 385 Ochsen, 79 Bullen, 671 Kühe, 380 Färsen, 553 Kälber, 75 Schafe, 5871 Schweine. Gemeindrvelbaad Wieselt-Men duseil. L Wieseck, 26. März. In dem Geschäftsbericht des Gemeindeverbandes Wie- seck-Alten-Duseck über den Betrieb des Unternehmens im Jahre 1927 (Gieß. Anz. vom Samstag, 24.3.) ist bei der Berichterstattung über ba8 finanzielle Ergebnis insofern ein Irrtum unterlaufen, als in die Betriebsausgaben der Kafsenbestand in Höhe von 9223,86 Mk. mit eingestellt worden ist. Richtig ist das Ergebnis des Geschäftsjahres wie folgt auszuweifen: Betriebseinnahmen 106 522.32, Betriebsausgaben 67 751,28. Betriebs- Überschuß 38 771,04 Mark. Weiter _ ist zu erwähnen. daß die Tagesbeförderung durchschnittlich 1240 Personen betrug. Rach der Bekanntgabe des Jahresberichts legte Verbandsvorsteher Benner sein Amt nieder. Diesem Schritt schlossen sich der Schriftführer Bremer und der Rechner Se i b e r t an. Die nächste Derbandsausfchußsitzung muß sich nun mit der Besetzung der Posten durch andere geeignete Männer befassen. Die an den Bericht sich anschließende Aussprache nahm nicht immer die besten Formen an und kam mit der Wortentziehung des Kommunisten Hildebrand durch den Vorsitzenden Bürgermeister S ch o m b c r zum Abschluß. Die Genehmigung der Rechnung wurde vorbehaltlich der Richtigkeitsbescheinigung durch den beeidigten Bücherrevisor erteilt. Zum Schluß dankte Bürgermeister S ch o m b e r allen denen, die an dem Unternehmen zum Besten beider Gemeinden mitge- wirkt haben. Zweckverband Schotten-Hungen. § Schotten, 24. März. Der Zweckverba ndder Kraftwagenlinie Schotten— Hungen hielt seine Verbandssitzung über das abgelaufene Geschäftsjahr, das für den Verband leidlich abgeschnitten hat. Die an der Linie beteiligten Gemeinden brauchen Infolge deS De- triebSergebnisses nicht zu besonderen Leistungen herangezogen zu werden. Die Detriebsein- n ahmen haben die Ausgaben gedeckt. Die Linie ist im vergangenen Jahre sehr stark benutzt worden. Es wurden an Fahrkarten ausgegeben auf den Strecken: Ulfa—Eichelsdorf 10 582 Karten, Rabertshausen —'Rodheim 4081, Langd—Hungen 12 100, Rodheim—Hungen 6864, Ulfa—Hungen 1389. Rach Möglichkeit sollen auch in Zukunft an den Sonntagen auf Öen Strecken Fahrten stattfinden, soweit der Wagen nicht für die Sonderfahrten benötigt wird. Eine neue Autohalle wird für den Wagen errichtet werden. Der Fahrplan und die Fahrpreise bleiben auf Beschluß des Derbandsausschusses wie bisher bestehen, von einer Fahrpreiserhöhung soll, obwohl die Preise außerordentlich niedrig gehalten sind, abgesehen werden. Die Kraftwagenlinie hat sich als ein uirbedingtes Verkehrsbedürfnis auf der genannten Strecke erwiesen und fann für die Zukunft nicht mehr entbehrt werden. £s FÜR. Tabaks JK^tCHTSFUR d- Die Mue latscha ri Toudusrsmd, bosoncbsYS Diß Packung ist zg&i&i der Baschar iREKOIU)QbgarQttQ. Die. Qualität wbt JOE LOE -8 AB A T S CHA R I C I G A R E TT E N An mein Volk! Ich Patadion derErste beinahe König von Pelikanien ordne hiermit an: 1. Heute steigt mein neuester Film: Pat und Patadion in Pelikanien 7 Akte 2. Die Lustbarkeitssteuer für die Lichtspiel-Theater wird in meinem Lande mit sofortiger Wirkung aufgehoben. 3. Jedem Kinobesucher in Pelikanien verleihe ich ab heute meinen Hausorden ,Zum fidelen Pelikan* 4. Wer sich diesen Film nicht ansieht, wird zur Entziehung aller Pelikanischen Ehrenrechte bis zu 150 Jahre nach seinem Tode verurteilt. Mit Achtung und Brawawi*) Patachon I. Beinahe König von Pelikanien *) Brawawi — „Prost“ auf Pelikanesisch 2. Schlager: Der falsche Prinz Eine Zeitkomödie in 7 Akten. Nach dem bekannten Roman Der falsche Prinz von Harry Domela. In den Hauptrollen: Er persönlich, Harry Domela, Mary Kid, Carry Bell, Hans fflierendor!, Jack Mylong Münz, Karl Auen, Wilhelm Bendow, Alexander Murski, Else Reval. Ab heute bis einschließlich Mittwoch im Lichtspielhaus Bahnhofstraße Astoria-Liditspiele Ab heute bis ein schließ!. Mittwoch: Das große Doppelprogramm 1. Schlager: Der Brenzreiler Spannender Sensations- und Wildwestfilm von der Grenze Neu-Mexikos in 6 Akten. In der Hauptrolle: Fred Thomeon mit seinem Wunderhengst: Silberkönig. 2. Schlager: KaniDi Oer Utechter (Die Frau von heute in der Ehe von gestern.) Gesellschaftsdrama in 5 Akten. In den Hauptrollen: Wladimir Gaidarow, And Egede Menen, Margarete Lanner, Paul Richter, Gertrud Arnold. Die Außenaufnahmen zu diesem Film wurden auf einer sechswöchigen Expedition in Spanien (auf Mallorca bei Granada und in Madrid) gemacht. 3250c Fronhausen (Lahn), den 24. März 1928. 3274D Beerdigung findet Dienstag, den 27. März 1928, nachmittags 21/* Uhr, vom Trauerhause aus statt. In tiefer Trauer: Julius Löwenstein Otto Löwenstein. Heute morgen 6 Uhr verschied nach langem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden meine innigst- geliebte Frau, meine herzensgute Mutter, unsere liebe Schwester und Schwägerin Rosa Löwenstein geb. Hammerschlag im 47. Lebensjahre. Protest-Versammlung gegen die Annektion Englands von De«tssch-Dsst-Ässirtta Mittwoch, den 28. März, abends 8 ÜHr im Eintritt frei! Lasse Leib Eintritt frei! Es bittet um zahlreichen Besuch 3249D Bund -er Kolonialfreun-e / Ortsgruppe Gießen. Ein Trunk, der Kräfte schafft und Schwächezustände irgendwelcher Art in kürzester Zeit leicht und sicher behebt, ist das leit Jahrhunderten viel- bewährte „Köstritzer Schwarzbier". Gerade in unserer Zeit, wo die Aerven aufs äußerste angestrengt sind, hat dieser herbwürzige Stärkungstrunk Tausenden und aber Tausenden neue Kräfte gebracht. Das in Art und Wirkung unerreichte, echte „Köstritzer Schwarzbier" erhalten Sie durch Emil Schmoll, Diergrohhandlung u. Eisfabrik, Karl Bur- Henne, Flaschenbierhandlung, Gießen, Steinstr. 63, Fernsprecher 1169, Wilhelm Möller, „Zum Anker“, Alsfeld, Seb. Riedmann, Bierverlag, Grünberg, W. Horz, Bier- verlag, Weilburg, und in allen durch Schilder und Plakate kenntlichen Geschäften. 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Die angeschlossenen Vereine werden auf die Protest - Verrammlung d. Bundes der Kolonial- freunde am 28. d. M. im Cais Leib hinge- wiesen. 3248 D Der Vorstand. Stadttheater TienStag,27.März 24 Dlenstog-Hö.'DrfL v. 19'/, b. nach 22Uhr Zum letzten Male College Lramvlon Komödie in 5 Akten v. Gerd. Hauptmann. Montag. 26. März 1928 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheßen) die lchäftigen. die sich sie bei Mehr dürfte nach dieser flüchtigen Bekanntschaft über die Begabung und Eignuyg der jungen Dame im Rahmen unseres Personals schwerlich zu sagen sein. Dr. Th. sie sind inzwischen doch etwas skeptischer geworden und glauben zu fühlen, daß zum mindesten der Wahltermin für sie nicht sehr günstig ist. Wir kominen gerade in die großen Früh- jahrslämpfe um die neuen Tarife hinein, was in erster Linie für die Kommunisten einen Vorteil bildet, weil sie hier am stärksten auf die Un- zufriedenheit spekulieren können. Die Hoffnung der Sozialdemokraten, mit dem ganzen kommunistischen Besitz aufzuräumen, wird sich deshalb nur zum klein st en Teil erfüllen. Auch in einem neuen Reichstag werden die Kommunisten eine sehr unbequeme Konkurrenz für die Sozialdemokraten bleiben. Auch das Zentrum sieht mit einiger Sorge auf die politischen Wirkungen der wirtschaftlichen Kämpfe, da seine Arbeiterschichten im Westen davon beeinflußt werden müssen. DaS Zentrum aber sieht noch mehr, das eine Reubildung Eines aber steht fest: von dem Ergebnis seiner Berliner Reise und den dortigen Verhandlungen hängt die wettere innenpolitische Entwicklung Rumäniens ab. Ohne Anleihe, ohne eine befriedigende Einigung mit Deutschland kann Gewaltpolitik der Regierung Bratianu auf Dauer nicht fortgesetzt werden. Daß sie überhaupt noch am Ruder hält, verdankt der ungeschickten Taktik der Opposition, die allen wichtigen Anlässen prompt in verschiedene, sich gegenseitig befehdende Gruppen a u s e inan d e r f ä l l t. Auch mit ihrem Exodus aus dem Parlament hat sie nicht eben einen berauschenden Erfolg davongetragen. Das Rumpf- parlament wird sich deswegen in seinen Arbeiten nicht stören lassen. Und der Großteil der Bevölkerung bringt den politischen Ereignissen im Lande noch immer die gleiche Interes- senlosigkeit entgegen, solange andere, sensationellere, pikantere Dinge die Ocffentlichkeit be- Bratianus Kampf auf zwei Krönten! Oie Auswirkung ter Genfer Niederlage. - TitulescuS Berliner Reise. - Oie Opposition marschiert aus dem Parlament! Don unserem ^.-Berichterstatter. In der Schule bestand der Frühling darin, daß man von der „Kamtschatka" aus (so h^eh die hinterste Dank) den Lehrer mit Taschenspiegeln blendete. Das war ein ungemem vergnügliches Spiel. Der Primus auf der vordersten Bank erhielt die strenge Weisung, seine goldene Drille ab und in die Sonne zu legen. Der Lehrer sah vor der Wand auf dem Katheder und sprach und sprach. Die ganze Klasse aber sah mit innerlicher Freude, wie ein „Häschen", ein goldenes Lichtscheibchen, langsam und vorsichtig seine Kreise um das ehrwürdige Haupt zog. Die Kunst bestand darin, möglichst ungeniert auf dem redenden Lehrerkopf spazierenzugehen — bald die Glatze ausleuchten zu lassen, bald das Ohr purpurn erschimmern zu machen — und ihm erst im letzteii Moment frech in die Augen au springen. Denn dann kam der Wutausbruch. Worauf der Primus aufzustehen hatte und zu sagen: „Verzeihung, Herr Lehrer, aber ich glaube doch, daß es ein Reflex von meiner goldenen Brille gewesen ist. die hier in der Sonne liegt. Die Situation war gerettet, der Vortrag ging weiter, und das helle Häschen wagte sich ganz langsam und scheu wieder hervor ... Am herrlichsten aber ist der Frühling auf der Steppe! Sie ist wie ein ebenes Rasenmeer: ungeheuer wölbt sich der Himmel, tags blauer als blau, und nachts ein festlicher Himmelssaal, wo alle Silbersachen ausgestellt sind. Ungehemmt schnellen die Winde durch diesen Raum und lassen weder Baum noch Strauch aufkommen. Die Steppe verzaubert Auge und Ohr: die meilenweit entfernte Kirche dort hinten hält man immer wieder für ein weißes Pferd (... De- such?...), der goldene Grashorczont schaukelt und schwankt im Sonnenlicht. 2m Rebel braucht man drei Schritt von Hause schon den Kompaß, und nachts ist die Luft voll von geisterhaften Geräuschen, — dort knarrt ein Wagenrad au» zehn Kilometer Entfernung, hier bellt ein Hund, der weit, weiß Gott wo, h«rumläuft, jetzt schimpfen sich, mitten aus der Lust, zwei Dauernwmber herum, und jedes Rascheln der Schlange, zedes Huschen der Spitzmaus vereinigt sich mit alledem zu einer gespenstischen Symphonie. And eines Tages steht die ganze Steppe voll Tulpen, Iris und Krokus. Schwefelgelb sind die Tulpen, krebsrot, und auch geflammt; die Iris aber spielen all« Farben: blau, gelb, presse, deren Schlagwort von „Ungarns Platz an der Sonne" Herrn Titulescu unangenehm in die Ohren klingen würde. Man kennt auch den Standpunkt der Londoner Finanz- kreise, die das rumänische Anleiheproblem erst erwägen wollen, wenn Herr Titulescu vor allem mit Deutschland ins reine gekommen ist. Darum geht Herr Titulescu nach Berlin, weil sich nur über diesen Umweg vielleicht auch in London etwas erreichen ließe. Bemerkenswerterweise hält sich die Bukarester Regierungspresse von Angriffen gegen Stresemann zurück, obgleich sie durchblicken läßt, daß ihm an der ungünstigen Entscheidung in «Senf ein nicht geringer Anteil zugefallen ist. Denn es besteht hier in Rumänien da! allergrößte und dringendste Interesse, die schwebenden Fragen mit Deutschland zu bereinigen und endlich geregelte Beziehungen aufzuneh- men. Rach statistischen Berechnungen hat die Einfuhr Deutschlands aus Rumänien in den neun ersten Monaten des Vorjahres 168 081 000 Mark betragen, während ein Iahr früher die Einfuhr Deutschland im gleichen Zeitraum sich auf 88 853 000 Mark belief. Es ergibt sich somit für das Iahr 1927 eine Zunahme um beinahe 87 v. H. Die Ausfuhr Deutschlands nach Rumänien stieg von 91616 000 Mark in den ersten neun Monaten des Iahres 1926 auf 117 522000 Mark für den gleichen Zeitraum t I. 1927, erhöhte sich allo nur um 28 v. H. Die Monate Ianuar—September 1927 schlossen für Rumänien mit einem Gewinn von 48 550 000 Mark oder rund 1,9 Milliarden Lei ab. Diese wenigen, amtlichen Zahlen zeigen klar, welche Bedeutung das Deutsche Reich als Ausfuhrland für Rumänien besitzt. Welchen Umfang würde der Handel erst annehmen, wenn es zu ordentlichen Beziehungen zwischen den beiden Staaten käme. Ist doch Rumänien das einzige Land ünter allen ehemaligen feindlichen Staaten, das mit Deutschland noch keinen Handelsvertrag abgeschlossen hat! Zwar dürfte man in Berlin gewiß nicht hartherzig sein und die Reigung bekunden, die Angelegenheit vom nüchternen, geschäftlichen Standpunkt aus zu betrachten. Aber in Bukarest will man noch immer nicht die «Schwierigkeiten verstehen, die sich für Deutschland aus der Erfüllung des Dawesplanes ergeben. Deutschlcmd hat also heute weniger als jemals Ursache, über seine früheren An- gebdte hinauszugehen, die von Rumänien in unbegreiflicher Kurzsichtigkeit seinerzeit abgelehnt wurden. Ein besonderer Optimismus ist also nicht am Platze. Alles wird von der Bereitwilligkeit TitulescuS abhängen, von dem es hier allerdings heißt, daß er sich mit gebundener Marschroute nach Berlin begibt. Eine deutsch-russische Expedition nach dem pamir-plateau. Unabhängig von dem politischen Streit zwischen Deutschland und Rußland und unbeeinflußt von der kritischen Stimmung, die durch die Verhaftung der deutschen Ingenieure im Donez- Gebiet geschaffen worden ist, nehmen die Vorbereitungen für die in Aussicht genommene deutsch-russische Forschungsexpedition nach dem Pamir-Plateau ihren Fortgang, so daß in aller Kürze mit dem Ausbruch der Expedition gerechnet werden kann. Die erfreuliche Tatsache, daß nach dem Kriege auch die deutsche Wissenschaft wieder Anschluß an die internationale wissenschaftliche Forschung gewonnen hat, ist Anlaß zu diesem gemeinsamen deutsch-russischen Vorgehen gewesen. Die Expedition geht aus von der Rotgemeinschaft der deutschen Wissenschaft, der Akademie der deutschen Wissenschaften, der Akademie der Wissenschaften in der Sowjetunion und dem Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein. Reben dem Pamir-Plateau sollen außerdem noch eine Reihe bisher unerforschter Gebiete Zentral- Asiens aufgesucht werden. Das Hauptforschungsbereich der Expedition umfaßt aber die riesenhaften Gebirgsmassive, die sich den Himalaja- Ketten anschließen, sowie Transalai und Seltau. Die Expedition wird geleitet von dem international bekannten deutschen Forscher Rick- mers (Bremen), der zuletzt eine erfolgreiche deutsche Turkestanexpeditwn durchführte. Reben ihm werden nicht weniger als elf deutsche und neun russische Forscher der verschiedensten Wissensgebiete teilnehmen. Außerdem beteiligen sich an der Expedition noch einige bekannte Alpinisten. die die 6000 bis 7000 Meter hohen Gletscher des Transalai besteigen wollen. Di« Vorbereitungen zu der Expedition, die in den Händen des Berliner Professors F i ck e r liegen, sind soweit vorgeschritten, daß sich die Expedition schon in allernächster Zeit in Marsch sehen kann, und voraussichtlich bis in den Dezember hinein ihre interessanten Arbeiten durchführen wird. schwarzbraun, hellgrün, in tausend Ueberlaufun- gen und Ruancen. Und das stand beileibe nicht etwa bloß hier und da, — nein, das hatte die ganze Steppe mit der Frechheit des Frühlings in Beschlag genommen, so daß man beim Reiten trotz aufrichtigen Bedauerns die Dolden zerstampfen mußte. Die Luft war so schön, daß man für jeden Atemzug danken mußte; o wie sie einen zur Liebe zu überreden verstand, diese Luft! Die wenigen Parks und Haine bei den Gutshäusern waren durchtrillert und durch- schmettert — tausende Rotenköpfchen hüpften von Ast zu Ast. Eines Morgens wacht man auf vom ersten, süßen, langgezogenen Starenpfiff: da sitzen sie alle, aufgereiht amTelePhon- draht, und find, sozusagen, angekommen. Welch ein Leben! Welch ein unaufhörliches Gebell, Gezirp, Geschnatter und Gezwitscher! Vielleicht kann man wirklich schon ans Meer fahren und baden gehen? Anspannen, wir fahren! Die Foxterrier zittern schon vor Aufregung. Nr. 75 Zweites Blatt Allerhand Frühlinge. Don Sigismund von Radecki. Ganz merkwürdig war der Frühling im alten Petersburg. Er wurde nämlich vom Stadthaupt- mann angeordnet. DaS klingt unwahrscheinlich, aber eS war so. Und das Merkwürdigste: er kam dann auch wirklich, der Frühling, auf Tag und Stunde. Dieses ging folgendermaßen zu: alle Regenrinnen hatten bereit- wochenlang gewimmert, und dennoch hielt der Winter die Stadt in feinen eisigen Armen. Denn mit dem massiven Rewa-Cis konnte die Sonne beim besten Wille, nicht fertig werden und ebensowenig mit dem Äckeri, schokoladebraunen Eispanzer, der — Ersparnis eines ganzen Polarwinters — wie Schildkrot das Strahenpflaster überkrustete. Und solange dies Eis sestsah, zog es in der Stadt wie im Keller. Dann kam die berühmte „Fabrikation des Frühlings": ein Telegramm vom Stadthauptmann: .Schnee und Eis sind in drei Tagen aufzubrechen und abzuführen. Wiederholen ist nicht meine Sache. Zu bestrafen verstehe ich. Treposf. Ich habe daS Telegrammformular selbst gesehen. Klinge kleines Frühlingslied ... Zur selben Stunde aber sah man auf allen Straßen ganze Trupps von weihbeschu^ten Hausknechten mit schweren Eisenstangen die harte Schokoladetafel ausbrechen. Das war eine sehr lustige Arbeit, und ich habe ost dabei geholfen; der Stolz bestand darin, eine möglichst gewaltige Scholle abzusprengen, so daß man den muscheli- aen Pflasterabdrucl auf der Rückseite anstaunen konnte. Es war ein Beireiungswerk, eS lag etwa« Revolutionäres darin! Endlose Fuhrenrelhfrn schleppten das Eis weg, die Erde atmete aut die Bäume konnten Wasser saugen, ließen ihre Knospen platzen — und vor allem: die erste Räderdroschke ratterte nach all .den Schlitten wieder durch die Straßen! Merkwürdigerweise kam das große Rewa-Eis stets um di^elbe Zeit in Gang. Die ganze kilometerbreite Polarland- schast (über die vor kurzem noch elektrische.Bahnen gefahren waren) setzte sich auf einmal maiestatisch in Bewegung und zerbrach mit donnerndem -Ausschlagen an den scharfen Pfeilern der Drucken, die schwarz voll Menschen standen. Gastspiel im Siadtiheater. In der gestrigen Fremdenvorstellung — „Höhensonne" von Ludwig Fulda — gastierte auf Anstellung Fräulein Eva C h r i st a aus Regensburg in der Rolle der Angela. Die Partie ist für eine «Schauspielerin, die sich vorstellen will, nicht sehr dankbar und (darstellerisch) wenig repräsentativ — für den Referenten zu unbedeutend und zu zersplittert, um Wesentliches über die jeweilige Trägerin zu ermitteln. Es gibt hier keine eigentlich „große Szene", die wirkliche Anforderungen an schauspielerische Qualitäten stellt und von der Mittlerin mehr verlangt, als vorteilhaft auszusehen und gut xu sprechen. Die Angela ist vom Autor mit menschlichen Eigenschaften dürftig ausgestattet, ist eine Lustspielfigur in hergebrachtem Rahmen und konventionellen Stils; nicht viel herauszuholen. Wir sahen eine Salondame von sicherem Auftreten, distinguierter Erscheinung und diskreten schauspielerischen Umgangsformen, die einen geschmackvoll »usammengeftellten Toilettenwechsel vorführte und sich übrigens mit geläufigem Zuspiel ins Ensemble einfügte; das llangvolle, dunkelgefärbte Organ des Gastes ist uns angenehm in Erinnerung geblieben. der Regierung im neuen Reichstag nicht ganz einfach sein wird. Mit dem Schlagwort der großen Koalition ist es nicht getan, es muh auch ein Programm vorhanden fein, und wie sich — um nur das herauszugreifen — Zentrum und Sozialdemokraten über die Schulfrage verständigen sollen, das weiß vermutlich selbst heute Herr von Guerard nicht, trotz der sehr engen inoffiziellen Verbindungen, die er zur Sozialdemokratie unterhält. Die innerpolitische Zukunft bleibt uns also die große Sphinx. Wir wissen, daß der Wahlkampf unerbittlich ist, wie sich aber nachher die Gruppierungen vollziehen, wissen wir nicht. Möglich bleibt alles, möglich bleibt sogar, daß Zentrum und Deutschnationale sich wiederfinden. Allerdings nur, nachdem das Zentrum sich davon überzeugt hat, daß der Umweg über die Sozialdemokratie ungangbar ist. Oem Ende entgegen. Bei uns in Deutschland ist doch wirllich, wenigstens in der Politik, das Unwahrscheinliche das einzig Wahrscheinliche: Als das Zentrum die Koalition nicht rasch genug kündigen konnte, um aus der kompromittierenden Ehe mit den Deutschnationalen herauszukommen und sich nun herausstellte, daß der Reichstag ohne schwere Gefährdung nationaler Interessen nicht sofort aufgelöst werden konnte, da Hut niemand recht daran geglaubt, daß es möglich sein würde, das Rotprogramm durchzuberaten und fertigzustellen, das dann Hals über Kops aufgestellt werden mutzte. Schon Koalitionsregierungen haben nur eine beschränkte Autorität, weil sie zwischen Parteiprogrammen den Ausgleich schassen müssen; nun aber sollte eine Regierung, die theoretisch in der Luft hing, weil sie keine Parteien mehr hinter sich hatte, ein Arbeitspensum bewältigen, an dsn eine Mehrheitsregierung hätte scheitern können. Wären damals Wetten aufgelegt worden, dann würde die Quote, die für den erfolgreichen Aus- gang dieses Beginnes gezahlt wurde, nicht allzu hoch gewesen sein. Heute stehen wir nun vor der überraschenden Tatsache, daß das Experiment wirklich gelungen ist. Die Schwierigkeiten, die sich auf den verschiedensten Gebieten zeigten, sind so gut wie überwunden und wenn nicht im rechten Augenblick von einem bösen Zufall noch ein Stein in das parla.nentarische Stilleben hineingeworfen wird, dann kann der Reichstag Ende nächster Woche im Bewußtsein treuer Pflichterfüllung nach Haufe gehen. Der Etat wird, was aus Gründen des Auslandkredites und der Reparationsverpflichtungen nötig war, erledigt fein. Die Sozialrentner und kleinen Rentner 6c» kommen ihr Teil. Auch für die Auslanddeutschen ist geschehen, was im Rahmen der vorhandenen Mittel erreichbar war und selbst daS landwirtschaftliche Rotprogramm ist geschasst, das, wenn es auch nur einen Anfang darstellt, doch wenigstens die erforderlichen Mittel bietet, um einer unübersehbaren Agrarkrise entgegenzuwirken. Die Bilanz der letzten Woche ist also nicht unbefriedigend. Aber gerade angesichts dieses Ausgangs drängt sich doppelt die Frage auf, ob es notwendig war, im Ianuar den Konflikt um das Schulgesetz zu überspitzen und die Krise künstlich zu provozieren. Was inzwischen geschehen ist, beweist eigentlich, daß das Zentrum picht gut geführt war, als es den Bruch der Koalition beschleunigte. Denn das «Schulgesetz war doch nur ein Teil des Regierung-Programms, nicht einmal das Kernstück und bis zum Herbst hätte sich noch mancherlei erledigen lassen, was jetzt unter den Tisch fallen muh. Welche Folgen die vorzeitigen Wahlen auf finanzpolitischem Gebiet hüben, werden wir vielleicht erst im nächsten Iahr merfen, wenn der kommende Finanzminister das Kunststück fertig bringen soll, seinen Haushaltsplan ins Gleichgewicht zu bringen. Aber darüber zu reden, hat heute eigentlich keinen rechten Sinn mehr. Die Kugel, die einmal den Gewehrlauf verlassen hat, ist nicht mehr aufzuhalten. Deshalb ist es auch ein törichtes Gerede, wenn davon gemunkelt wird, daß in der letzten Zeit Versuche gemacht wurden, jetzt plötzlich die Reuwahlen doch auf den Herbst zu verschieben und zu diesem Zweck die aufgelöste Regierungsgemeinfchaft mit beschrankten Zielen zu rekonstruieren. Das wäre im Ianuar denkbar gewesen, heute ist der Zeitpunkt dafür verpaßt. Aber der vsychologrsche Boden auf dem derartige Versuche gewachsen sind, ist doch einer kurzen Untersuchung teert. Es zeigt sich eben wieder einmal, dah der deutsche Parlamentarismus zielbewuht ist nur in der Re- gation, daß die Parteileidenschasten stark arbeiten, solange es sich darum handelt, eine Regierung zu zerschlagen, die ihnen nicht mehr patzt; datz dann aber regelmäßig ein heftiger Katzeniammer einfeht, wenn sich die Folgen der eigenen Politik Herausstellen. Im Ianuar haben zumal die S o - zialdemokraten geglaubt, daß sie aus den Reuwahlen eine reiche Ernte mitbringen wurden, Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Bukarest, März 1928. Der Zwei-Frontenkrieg der liberalen Regierung des Herrn Dintila Bratianu — nach außen und nach innen — hat vorläufig zwei Ergebnisse gezeitigt: die bekannte «Senfet Riederlage in der ungarischen Optantenfrage und den Be- schlutz der Opposition, an den Sitzungen der Kammer nicht mehr teilzunehmen. Anlaß dazu gab die unbefriedigende Haltung der Regentschaft, die auf die in verschiedenen, großen DolkSvei^ammlungen der nationalen Bauernpartei formulierten Forderungen der Opposition nach sofortigem Rücktritt der Regtzrung mit Ausflüchten geantwortet und sich mu der Erklärung begnügt halte, sie wolle die Lage objektiv prüfen und ihren Standpunkt zu einem späteren Termin mitteilen. Damit wurde der entfAloffenfc Wille Bratianus offenbar, die Zügel der Regierung nicht aus der Hand zu geben. Damit zeigt sich aber auch, dah die Regentschaft gegen den Willen der Liberalen nichts auszurichten vermag. Die Chancen des Oppositionsführers Dr. Iulius Maniu stehen im Augenblick recht schlecht. Etwas allzu voreilig hatte er versucht, aus der Genfer Riederlage in der Optantep- frage einen Strick für die liberale Regierung zu drehen. Auf der einen Seite schloß sich seine Partei den Lobsprüchen für Titulescu, die diesem von der rumänischen Kammer und Regierung für dessen Haltung in «Senf ausgesprochen wurden, widerspruchslos an, auf_ der anderen Seite benutzte er die für Rumänien ungünstige Entscheidung des Völkerbundrates, um den Abgang der Regierung zu verlangen. Der Widerspruch, der in diesen beiden Haltungen zum Ausdruck kommt, wird verständlich, wenn man bedenkt, datz der jetzige Auhenminister Ti- tulescu, trotzdem ec liberaler Parteigänger ist, auch bei der Opposition größtes, persönliches Ansehen genießt und von dieser, sofern sie cineS Tages an die Macht gelangen sollte, auch weiterhin als Außenminister gehalten werden möchte. Man weiß, dah Titulescu heute vielleicht der einzige rumänische Staatsmann ist, der im Ausland« Autorität und Kredit genießt. Und weil man dies weiß, möchte man ihn nicht gleichzeitig mit der Regierung stürzen. Ietzt verlangt man seine Rückkehr nach Bukarest. Aber Herr Titulescu, der sich von den Strapazen der Genfer Tagung wieder ein bißchen an der Riviera ausruht, hat schon seine Reisekoffer gepackt, um nach "Berlin ^Ursprüglich hätte er zuerst einen Abstecher nach London unternehmen sollen. Aber diese Absicht wurde endgültig fallen gelassen. Man fürchtet den Empfang durch die Rothermere- Gelisame Methoden. Es ist für die Politik dec deutsch-französischen Annäherung und des Ausgleichs durchaus wünschenswert, wenn sich die Völker gegenseitig kennenlernen und zu diesem Zweck Organe schaffen, die um Verständnis für die Geistesverfassung, die politischen und wirtschaftlichen Bedürfnisse und die kulturellen Vorzüge der einen Ration bei der andern werben. In diesem Sinne hat fast die gesamte Ocffentlichkeit in beiden Ländern z. B. die «Schaffung der beiden Monatsschriften „Revue d'Allemagne" in Paris und „Deutsch-Französische Rundschau" in Berlin begrüßt, die unter Wahrung des beiderseitigen nationalen Standpunktes ihren Lesern die Einrichtungen, Persönlichkeiten und Gedankengänge jeweils des Rachbarlandes in wertvollen Aussätzen aus beiden Lagern vertraut machen. Man sollte öeirfen, daß in diesem Stadium der gemeinsamen Verständigungsarbeit jene Art Propaganda als unzweckmäßig und töricht preisgegeben wäre, mit der man im Krieg und in den ersten Rachkriegsjahren die öffentliche Meinung des andern Landes zu vergiften und gegen die eigene Regierung aufzuwiegeln versuchte. Leider scheint man in Frankreich noch nicht zu dieser Erkenntnis gelangt zu fein. Denn seit einigen Monaten werden die deutschen Redaklio- nen mit einem Machwerk beglückt, das unter der prätentiösen Bezeichnung „Die Welt-Korrespondenz" in Paris verfaßt und gedruckt, in deutscher Sprache die deutschsprachige Presse Mitteleuropas zur Aufnahme kostenfreier oder ganz billig angebotener Artikel veranlassen will, die einer bestimmten Propaganda dienstbar sind. Wen die zahlreichen Druckfehler, das mangelhafte Deutsch und die französischen Autornamen, soweit fte sich nicht hinter Abkürzungen oder anonymen Zeichen verbergen, nicht hinreichend ab* schrecken, der merkt allerdings erst bei aufmerksamer ßeftüre, welchen Aufgaben diese „Korrespondenz" dient. Propaganda gegen den Anschluß. für ein Ostlocarno, für einzelne Staatsmänner der Kleinen Entente, gegen jeden nationalen Zug der deutschen Außenpolitik, die man ja offen nicht angreifen kann, ohne sich verdächtig zu machen. Dazwischen sind allerhand Belanglosigkeiten eingestreut; so findet man in der jüngsten Rümmer ganze sechs Zeilen über die ArMten des Sicherheitsausschusses, zu dem Zweck, Paul-Doncours „Verdienste" um die Schaffung dieses Ausschusses herauszustreichen und zu behaupten, sein Ziel sei: „durch die «Snt* Wicklung des Schiedsgerichtsverfahrens die Sicherheit zu gewährleisten und somit die fortschreitende Abrüstung zu ermöglichen". Ganz so naiv, derartige Rotizen zu übernehmen, sind freilich deutsche Blätter nicht. Aber es gehört ein gutes Matz Unverfrorenheit dazu, um derartige Dinge, ober auch einen Artikel des französischen Generals Rudant über die Sicherheitsbedürfnisse Dolens deutschen Zeitungen auch nur anzubieten, Die deutsche Krise, angeblich aus deutscher Feder, dahin zu kennzeichnen, daß sie eine europäische W a. H.“ spiele ,d‘«'/- Uhr: 2979D nen Falten. groben I W. ängvechMnch lloos/Zigarm- >eg 14Z am M. k botfW >el: ng in Poltfanter iM (Spiegel mit Wganiiim mit \i Seidenpolster; ic, 2 FeiMen, fdjen mit Ular- id)tr Echmherei, llglasauW und if, 1 Schreibtisch s andere. oru, orher erbeten. ib pünktlich. r II. T-M w proiefW! “'“'Idirn" »Sw* >SZs- A Sst-te» «im- sei, weil das Programm sämtlicher Parteien die Forderung nach raschester Räumung des Rhein- landes, nach „Regulierung" der deutschen Ostgrenzen und nach dem Anschluß Oesterreichs enthalte, und anderes mehr. Wir haben es wirklich nicht nötig, uns von verborgenen und verdächtigen Pariser Stellen aus mit deutsch geschriebenen Weisheiten über die Verhältnisse in Deutschland und Mitteleuropa belchren zu lassen. Ihri) wenn auch die Gefahr außerordentlich gering ist, daß irgendwelche deutschen Zeitungen auf ein solches Machwerk hereinsallen, das in gewisser Beziehung auf eine Linie mit den Publikationen der „Menschheit" gehört, so scheint uns doch eine öffentliche Verwahrung dagegen angebracht, daß man eine Derartig plumpe Propaganda von irgendwelchen interessierten Pariser Stellen aus auch nur versucht. Damit wird nicht nur den bei aller Rabulistil ziemlich offenkundigen Zielen der Veranstalter nicht genützt, sondern es wird auch ein Mißtrauen geweckt, das die ehrlichen Verständigungsanhänger zu beiden Seiten der Grenze diskreditiert. Oberheffen. Landkreis Gießen. I Mainzlar, 25. März. Dieser Tage fand die diesjährige Vrennholzversteigerung in unserem Gemeindewald statt. Zahlreich waren die Käufer auch aus dem benachbarten Staufenberg und Daubringen erschienen. Die Preise bewegten sich durchschnittlich auf der Höhe der vorjährigen. Es kosteten je 2 Raummeter Buchenscheitholz 36 Mk., Duchenknüppel 29 Mk., Eichenknüppel 18 Mk., Kiefern knüppel 25 Mk.. Buchen- und Eichenstvckholz durchschnittlich 6 bis 6 Mk. je nach Güte, Duchenreiser 5 Raummeter 25 Mk., Eichenreiser 16 Mk., während Kiefernreiser schon zu 4 und 5 Mk. zu haben waren. Das Laufgeld toitfb bis zum 1. Rovember zinslos gesturck>et. Aus dieser Tatsache heraus dürften sich zum Teil auch die hohen Preise erklären lassen. Das in den vorhergehenden Jahren an die Ortsbürger zur Verteilung gelangte Loshvlz wurde ebenfalls mitversteigert, dagegen will man die nutzungsberechtigten Ortsbürger wie in früheren Jahren wieder mit einem Geldbetrag für das Holz entschädigen. i—I ® a u b r i u gren . 25. März. Vorige Woche hielt in der hiesigen Fvrtbildungs- und Volksschule die Lehrerin Frl. Lene aus QKaing Vorträge über d i e Gefahren des Alkoholismus. Mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten die Kinder der erfahrenen Vockäm ,erin der Abstinenzbewegung. Fräulein Lene ist bereits 3'/i Jahr aus dem Schuldienst beurlaubt, um in Schulen und Vereinen durch Vorträge, Aussprachen und Beratungen gegen den Alkoholmißbrauch zu kämpfen. Allendorf a.d. Lkw., 25. März. Zu der im hiesigen Stadtwalde abgehaltenen N u tz u ti d B r e n n h o lz vre r st« igerung hatten sich auch aus den umliegenden Ortschaften wieder recht viele Kcmflustige eingefunden. Dementsprechend waren die Preise wieder hoch. Es kosteten Langholz und Ab- schnitte, Güteklasse N: Eichenstämme 1. Kl. 32 bis 35 Mk., 2. Kl. 44 bis 60 Mk., Buchenstämme 2. Kl. 20 Mk., 3. Kl. 35 Mk., 6. Kl. 36 Mk., Kirschenstämme 2. Kl. 35 Mk., Efchenstämme 1. Kl. 20 Mk., 2. Kl. 42 Mk., Lärchenstämme 2»-Kl. 29 Mk., Fichtenstämme la4H. 35 bis 45 Mk., Ib-Kl. 26 bis 30 Mk., 2s-Kl. 31 bis 41 Mk., 2b-Kl. 35 bis 38 Mk., 3a-Kl. 39 Mk., Derb- und Reisstangen, Fichten 1. Kl. 42 Mk., 2. Kl. 45 bis 49 Mk., 3. Kl. 11 bis 25 Mk., 4. Kl. 8 bis 19 Mk. pro Festmeter-, Buchennutzscheiter 11 bis 23 Mk., Eichennutzknüppel 15 bis 18 Mk. je Raummeter; Buchenfcheitholz 14 bis 15 Mk., Fichtenscheitholz 16 bis 17 Mk., Knüppel: buchene 9 bis 12 Mk., eichene 6 bis 8 Mk., fichtene 5 bis 6 Mk., Reisholz: buchene 1,80 bis 2,50 Mk., eichene 1,40 bis 1,80 Mk., fichtene 0,60 Mk., Stöcke: buchene 5 bis 8 Mk., eichene 4,60 Mk. pro Raummeter. s. Trais-Horloff, 25. März. Don einer ungenannten Spenderin wurde unserer Kirche eine Al tar- und K anzelbekleid ung in schwarzer Farbe mit Silberstickereien, die sie selbst ousgeführt hat, gestiftet. Da schwarz die Trauerfarbe ist, wird die neue Bekleidung nur an solchen Sonntagen aufgelegt werden, die nach alter Sitte als Buß- und Trauertage gelten, also in der Passionszeit vom Sonntag Jnvokavit Landung in Rustland. Von Robert Reumann. Das Schiff dreht sich langsam um Kap Datum in die Bucht und steuert die Reede an. Rord- östlich, in sehr klarer Luft und greller Rach- mittagssonne, liegen bewaldete Bergkulifsen; kahlere, seltsam regelmäßige Kegel schauen dahinter hervor, und darüber, schon in bläuliche Fernennebel gebettet, ein Leuchten von Gletschereis. Das ist der Kaukasus. Südlich davon ein Sattel, Sumpsland, Fluhland: das griechische Kolchis. Und weiter südlich, ansteigend, das zerrissene Hochland von Lasistan — Schauplatz jenes grauenhaften Hinschlachtens zahlloser armenischer Frauen, Kinder, Greife durch die regulären Truppen der erwachten Türkei. Inzwischen ist die Mole nähergeschwommen, sichtbar wird der llferboulevard einer russischen Provinzstadt, sichtbar werden gerade Zeilen nüchterner Häuser, sichtbar wird eine häßliche Kirche, ein Flaggenmast, die rote Fahne mit dem Hammer und der goldenen Sichel, sichtbar werden gelbe Armenier, sonnverbrannte griechische, dunkle türkische Lastträger mit nackten Oberkörpern, selten unter ihnen ein hellhäutiger Russe. Dann klirrt die Ankerkette, Trossen fallen an Land und werden belegt und die Brücke fällt hinaus auf die Steine des Kais der Stadt Batum, des großen Ausfuhrhafens für das russische Erdöl. lieber die Brücke kommt ein englischer Gentleman: der Agent. Mit ihm ein freundlicher, beleibter Herr ohne Kragen: der Seuchenarzt. Dann ein Genosse, der zum Marconisten hinaufsteigt und den Radioapparat versiegelt: im Hafen von Datum darf nicht gesendet und nicht empfangen werden. Dann zwei umgängliche Herren. Einer schlendert das Schiff entlang, blickt in die Kojen, in die Kombüse: der Zollkontroller, lind der andere geht zum Kapitän, trinkt artig ein Gläschen holländischen Genever und präsentiert dann die vorbereitete Quittung über das Hafengeld: vierhundert englische Pfund. Für ein Schiff mit 6500 Tonnen Laderaum. In englischer Originalvaluta; andere wird nicht in Zahlung genommen, lind dann kommen auch schon die ersten Moskitos "herüber. Wir sind gelandet. Die "Benzintanks des Schiffs sind aufnahme- bereit. Qlber es ist sieben Ahr geworden und zu bis Karfreitag, am Buß- und Dettag, Totensonntag und ähnlichen Feiertagen. Da auch die an gewöhnlichen Sonntagen benutzte Altar- und Kanzelbekleidung dringend der Erneuerung bedarf, wurde durch Kollekten und Spenden bereits eine Summe von ca. 100 Mk. hierfür aufgebracht. s. Utphe, 25. März. Die hiesige Dvllks - b ü cf) e re i wurde auch in diesem Winterhalbjahr, das naturgemäß für die landwirtschafttreibende Bevölkerung die Hauptlesezeit barstellt, sehr fleißig benutzt. Für die Reuanschaffung von Büchern hatte die Gemeindekasse 15 Mk. und die Kreiskasse 12 Mk. zur Verfügung gestellt. Infolgedessen konnte unter Hinzunahme der Mitgliederbeiträge eine ganze Reihe neuer Bände angefchafft werden. Insgesamt zählt die Bücherei nunmehr etwa 6 30 Bände. Die große Mehrzahl hiervon sind Romane und Erzählungen, jedoch find auch Werke aus verschiedenen Wissenschaften, sowie volkstümliche Kunstgaben (Blaue Bücher u. ä.) vertreten. An die Volksbücherei ist für die älteren Jahrgänge der Schule und für die Fortbildungsschule eine Schülerbücherei angegliedert. F Rodheim a. d. Horloff, 24. März. Gestern sand im hiesigen Gemeindewald eine Rutzholzversteigerung statt. Es hatten sich verhältnismäßig wenige Kaufliebhaber ein» gefunden, und dementsprechend toaren die Preise alä normal bis billig zu bezeichnen. Insgesamt kamen 50 Festmeter Stammholz zum Ausgebot. Es kosteten Cichenstämme 2. Klasse durchschnittlich 28 bis 36 Mk. je Festmeter; Eichenstämme 3. Kl. durchschnittlich 35 bis 40 Mk. je Festmeter, Eichenstämme 4. Kl. durchschnittlich 34 bis 37 Mk. je Festmeter. Fichtenstämme der la-Klasse kamen durchschnittlich etwa 3 Mk. das Stück, solche der lb-Klafse 3 bis 4 Mk. In der 23-Klasse kam das Feftmeter je nach Qualität 18 bis 30 Mark, in der 2b-Klasse 25 bis 33 Mk. Für Kiefernstämme der 2Z-Klafse wurden 27 bis 33 Mk. je Festmeter geboten, für solche der 2b-Klasse 30 bis 34 Mk. Der eine Stamm der 4b-Klasse von 1,21 Festmeter Inhalt kostete 59 Mk. P Steinheim. 25. März. Unser Ortsdiener Heinrich Delle feierte dieser Tage sein 25jähriges Dienstjubiläum. Bürgermeister Schmidt überreichte im Beisein des Ortsvorstandes dem Jubilar namens der Gemeinde einen gepolsterten Rohrsessel und fand treffende Worte des Dankes und der Anerkennung für seine in Treue geleisteten Dienste. Der Gesangverein brachte dem Jubilar ein Ständchen, wobei der Dorfitzende Karl Decker "seine Verdienste um den Verein würdigte und ihn in Ansehung feiner über vierzigjährigen Zugehörigkeit zum Ehremnitglied des Vereins ernannte. Polizeidiener Veite ist mit einer klangvollen Stimme ausgestattet, er erfreut sich hier allgemeiner Beliebtheit und Achtung. — Bei der letzten Grundstücksversteigerung eines Ausmärkers wurden in Anbetracht der gedrückten Lage der Landwirtschaft sehr gute Preise erzielt. Ein Acker von 1621 qm Gröhe mit guten Bodenverhältnissen, aber etwas weiter Lage kam auf 1451 Mk., das Quadratmeter also 83 Pfennig ohne die Grunderwerbssteuer und Lieberschreibgebühren, die sich noch auf etwa 6 bis 7 Prozent belaufen. Minderwertiges Gelände wurde mit 30 bis 40 Pfennig je Quadratmeter bezahlt. Kreis Büdingen. △ Ridda, 25. März. Die Riddaer Bank A.-G. hielt jetzt ihre gut besuchte Hauptversammlung ab. Rach dem vom Rechner vorgetragenen Jahresbericht war das letzte Geschäftsjahr ein recht günstiges und ergab bei einem 11 msah von f a st 20 Millionen Mark einen Reingewinn von 99 7'2 Mark, wovon nach den üblichen Abschreibungen auf das Geschäftsgebäude und die Mobilien sowie Rücklagen für Reserve- und Aufwertungsfonds den Aktionären 10 P rre z. Dividende und dem Verein Krankenpflege 100 Mt., sowie der hiesigen Gewerbeschule 200 Mk. überwiesen werden konnten. Die Spareinlagen weisen einen beträchtlichen Zuwachs auf und belaufen sich auf 321 669 Mk. Im Konto-Kor- rentverkehr betrugen die Einlagen 259 223 Mk. Die Versammlung genehmigte die vorgelegte Bilanz und Vie Ueberschreibung von Aktien und wählte den bisherigen, bewährten Vorstand wieder. Der Vorsitzende widmete dem im vorigen Jahre in Gießen oerstorspät, mit dem Pumpen heute noch zu beginnen. In den Matrofenkajüten putzt man sich für den Landurlaub. Ein Herr ohne Hemdkragen kommt vom Kai auf das Schiff und wendet sich nach dem Maschinenraum. Don der Drücke ruft der Kapitän ihn an und fragt, was er wolle. Er klettert hinauf. Er heiße Bruckner, und er wolle die Matrosen besuchen. Sie einladen in sein Lokal. Für heute abend. Zu einem Dortrag. Worüber? Er sagt wörtlich und wendet sich dabei halb auch zu mir: „Sie wissen, meine Herren, es gibt eine kapitalistische Weltordnung und es gibt die Räte." Der Kapitän sagt: „Ich weih." Der Genosse: „Gestatten Sie, daß die Leute zu mir kommen?" Der Kapitän diplomatisch: „Wie die Leute ihren Landurlaub verwenden, ist ihre Sache." Der andere, etwas zu rasch: „So darf ich auch Sie einladen?" Der Kapitän muß leider an Bord bleiben. Aber der Zweite Offizier wird kommen. Dielleicht. Wenn er frei ist. Der Genosse: „Ich werde deutsch sprechen. Leider kann ich nicht holländisch." Ich: „Sie sind Deutscher?" „Ich bin Oesterreicher. Aus Linz." Herr Bruckner aus Linz, der Agitator der ^Bereinigten Räterepubliken im Matrosenviertel des georgischen Hafens Datum, empfiehlt sich höftich und geht zur Mannschaft hinüber. Don den Matrosen sind inzwischen drei, vier- sichtbar geworden, steif im Sonntagsstaat, mit frischen Hemden, mit Kappen, die Jacke schön gefaltet über den Arm gelegt. Sie spreizen die Deine, sie lachen kindlich und ungelenk tm Dvr- genuh abendlicher Vergnügung. Zwei rufen einen Gruß zum Kapitän hinauf, gehen schwerschuhig über die Drücke, gehen an einem Genossen vorüber, der hier auf Wache steht und verschwinden drüben in einer „Dar" (Hap, Prveflokaal en Dergunning. Distilleria). Ein dritter geht, schlendert langsam über den Kai davon. Dann der vierte. Da ereignet sich ein peinlicher Zwischenfall, und der Zufall toill es, daß ich ihn von Anfang verfolge. Dieser Vierte also schlendert eben an dem Mann vorüber, der da auf Wache steht — da gleitet aus seinem rechten Hosenbein ein hellblaues Wäschestück vor und wickelt sich ihm um den Schuh. Gleich mir hat auch der Russe den Vorfall bemerkt. Er bückt sich, et zieht — nein, es ist nicht anzunehmen, daß der Matrose ein hellblaues Trikothöschen trägt. Der Genosse Pfeift um Sukkurs Der andere Matrose, der denen srühern Direktor der Genossenschaft, Ludwig Hoffmann, einen herzlichen Nachruf und würdigte dessen vorzügliche Verdienste um die Bank in gebührender Weise. -s- Ridda, 25. März. Für die Muster-- ri.eg e am Reck, die der H e s sen g a u zum Deutschen Turnfest in Köln stellt, wurden bei der Auslese drei hiesige Turner mit ausgewählt: Anton Ries, Adolf Rathfchlag und Hans Rehn. Daß Ridda ein Fünftel Der Musterturner des Gaues 'stellen dort, ist ein beredtes Zeugnis für die Leistungsfähigkeit und das turnerische Können dieses kleinen Provinzvereins. D ad Salzhausen. 25. MArz. Auch in diesem Jahre und noch vor beginnender Kurzeit erfahren die Einrichtungen, die Heilzwecken dienen, w e sentliche Verbesserungen. Die veralteten Jnhalationsapparate werden durch neuzeitliche Vernebler ersetzt, wie sie auch in Dad-Rauheim mit gsttem Erfolg verwendet werden. Außerdem werden zwei neue Quarzlampen und eine Solluxlampe eingebaut, um die Behandlung mit ultravioletten Strahlen durchführen zu können. Der Gradierbau erhält eine neue Pumpe, ebenso die Sühwasseranlage. Ein weiterer Antrag, die sechzig Fremdenzimmer des Kurhauses mit Kalt- uüd Warmwasseranlage zu versehen, konnte vorläufig keine Berücksichtigung finden, doch hofft man für das kommende Jahr mit seiner Verwirklichung. = O r t e n'b e r g , 2cv. März. Der evangei. Frauenverein hielt dieser Tage seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Ortsgeistliche gab den Arbeits- und Kassenbericht über das abgelaufene Jahr. Obwohl Pfarrer K a h n, der nach Ostern die Gemeinde verläßt, um nach seinem neuen Wirkungskreis in Lich überzusiedeln, geböten hatte, von jeder A b - s ch i e d s f e i e r cchzusehen, ließ es sich der Frauenverein nach über 12jähriger gemeinsamer Arbeit nicht nehmen, am letzten Abend dieses Winters von seiner Vorsitzenden und dem Pfarrer Abschied zu nehmen. Der Hauptversammlung schloß sich deshalb eine schöne Feier an. Diese wurde mit dem Vortrag der 5. Symphon/e von Beethoven durch zwei ehemalige Konfirmandinnen (Frl. Ellen Dovid- f o h n und Else Vogel) eröffnet, ein Prolog (Verfasser Geheimrat Römheld -Ridda) wurde von Frau Oberamtsrichter Dr. And rare gesprochen. Die Ehrenvorsitzende des Vereins, I. D. PriN^essinErnftzuStolberg-Roßla, überreichte im Auftrage des Vereins als äußeres Zeichen des Dankes und der Treue ein prachtvolles Gemälde von Kunstmaler Karl Fries mit der altehrwürdigen Ortenbcrger Kirche und der Kinderschule, der Versammlungsstätte des Frauenvereins, worauf Pfarrer Kahn für seine Fväu, der langjährigen Vorsitzenden des Vereins, und für sich herzliche Worte des Dankes an die Versammelten richtete und dem Verein die Ziele feiner Arbeit erneut vor Augen stellte. Eine gemütliche Kaffeetafel schloß sich an. Frl. Göllner fang mit ihrer schönen Stimme bet- schiedene passende Lieder, die beiden jungen Mädchen spielten noch die Ouvertüre zur Oper Eg- mont; gemeinsame Lieder der Frauen und Mädchen erklangen, bis um 11 lUjr die Feier durch den Choral „Ach bleib mit deiner Gnade" ihr Ende erreichte. Kreis Schotten. V Gedern, 25. März. In diesen Tagen waren es 50 Jahre, daß der Landwirt Heinrich Hof IX. dahier als Holzhauer in den Dienst der fürstl. »stolb. For st Verwaltung eintrat. Infolge seiner treuen und gewissenhaften Dienste wurde er bald Holzhauer- meister, welche Stelle er nun schon seit Jahrzehnten begleitet. Als äußeres Zeichen der Anerkennung hierfür wurde dem Jubllat ein persönliches Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten v. Hindenburg in Form eines Diploms übersandt, während die fürstl. Verwaltung den wackeren Mann mit einer Geldspende erfreute. Mögen sich viele junge Leute die Gewissenhaftigkeit und Treue dieses Mannes zum Vorbild dienen lassen! Kreis Alsfeld. ck. V o rn u n t e r e n D o g e l s b e r g, 25. März. Bei der vom Forstamt Rieder-Ohmen in Mer - l a u abgehaltenen H o l z ver st e i ge? u n g wür- »MWWIII I ------ITIIIIITg—BBUHMBIlHHI—BIW schon glücklich drüben am Kai geht, beginnt zu laufen, wird angehalten, uns Schiff gebracht, visitiert. Ins Futter der Jacke, die er über dem 1 Arm trägt, hat er sechs Paar Damenstrümpfe genäht. Unb drei, vier Minuten später ist die Heine Drücke an Bord gezogen, sechs Zivilisten, kleine Metallschilder links.an der Brust und Gewehre mit aufgepflanzten Bajonetten am Rücken, stehen am Kai das Schiff entlang, und vier andere energische Herren sind an Bord gekommen und sprechen recht laut. Die Mannschaft hat sich am Dug zu versammeln. Die Offiziere haben in der Kapitänskajüte zu bleiben. Einer darf mit den Herren gehen. Sie durchsuchen das Schiff. Sie durchsuchen das Schiff vom Bug zum Heck und vom Kiel bis — buchstäblich — zur Laterne am Toppmast. Sie kriechen in den Wasserbehälter, in die Maschine. Der sie begleitende Zweite Steuermann macht sie ironisch aufmerksam auf die leeren Tanks, in denen Denzindampf steht. .Unb einer der vier Herren bindet sich eine Gasmaske vor und steigt hinunter, steigt 88mal hinunter in 38 Benzintanks, um sie nach Seidenstrümpfen zu visitieren. Die Untersuchung dauert zweieinhalb Stunden. Indes zwei der russischen Herren noch rasch die Leitungsröhren abklvpfen, ob dort nichts versteckt ist, bringen die beiden anderen die aufgebrachte Konterbande in die Kajüte. Es sind neun Paar halbseidener Strümpfe; sie mögen in London-Caftend jedes einen Schilling gekostet haben. Alnb sollen nun versteuert werden, je Paar mit einem englischen Pfund. Drei aPar lagen im Maschinenraum, in ein Scheuertuch eingeschlagen, oben auf dem Kompressor. Zwei Paar waren im kleinern Rettungsboot. Vier Paar hinten im Reservekompaß unter der Messinghülse. Uni) am Heck fand sich eine leere Pappschachtel für zwei Dutzend. Die mögen im Hafenwasser schwimmen, über Bord geworfen im letzten Augenblick. Der Kapitän geht nach vorn zu den Leuten. „Wem gehören die Strümpfe?" Keiner meldet sich. Der Kapitän: „Ich bezahle jetzt und ziehe es dann allen zusammen von der Löhnung ab. Die Russen quittieren, nehmen die Konterbande mit sich. Wir haben wieder Dewegungsfreihoft. Eine Viertelstunde später llopft es an der Kajütentür. Ein großer, schlanker Matrose mit gelbem Schopf. „Kapitän, das mit den Strümpfen ist meine Sache." „Esel. Kostet doch mehr als den folgende Preise erzielte Duchenscheit« l.Kl. 64 bis 75 Mk., 2. Kl. 45 bis 55 Mk.; Buchen- knüppel 45 bis 55 Mk.; Hainbuchenscheiter 50 bis 60 Mk.; Eichenscheiter 50 bis 60 Mk; Eichenknüppel 25 bis 36 Ml.; Buchenstöcke 30 bis 40 Mk.. alles je vier Raummeter; Buchenreisig 2 bis 4 Mk. je Rm.; Kiefernknüppel 4 bis 8Wk. je zwei Rm.; Eichenreisig 1 bis 2 Mk.; Kiefern- Rundscheiter 12 bis 16 Ml.; Fichten-Rundscheiter 10 bis 12 Mk. je ein Rm. -r. Ober^Ohmen, 25. Marz. Kirche, Pfark' haus, Schute, Lehrerwohnungen, die (reiben Freiherrlich Riedeselschen Verwaltungsgebäude urtb Forfthäikser, sowie das Kriegerdenkmal, sämtlich an dem mit reiner Ringstraße umgebenen Römer in der Dorfmitte gelegen, zeigen in ihrer verschiedenen Farbenpracht ein schmuckes Aeußere. Nur das Rathaus macht eine micht gerade rühmliche Ausnahme. Wie nun verlautet, soll es noch dieses Jahr e r - nre uert werden, damit fein Aeutzeres sich harmonisch dem Platze anpaßt. Dieser Beschluß ist um so begrüßenswerter, als sich selten ein Dors rühmen kann, eine so schöne Ortsmitte zu haben. Nach dieser Renovierung durfte das Gebäude gefällig auf kms Auge des Fremden wirken, genau so wie viele andere altertümliche Häuser unseres Dorfes ihrer Reize nicht entbehren. Kreis Lauterbach. Q Lauterbach, 24. März. Der Stadtvor - ft a n b beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Walz in der Hauptsache mit der Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für die E r w e i t e r u n g d e s st ä dt i - scheu Eie ft r iz i tö t s w e r k e s. Die Lieferung der Gleichrichter, Hochspannungsanlage und Schalt- täfel wurde den Siemens-Schuckertwerken zum Angebotspreis übertragen, die Vergebung der Diesel- mowrlieferung soll die Baukommission von sich aus vornehmen. — Die Betonarbeiten für die im Bau begriffene Freibadeanstalt wurden der Firma Franz Rössel übertragen. 8 La u.tre rbach, 24. März. Die chesige Motorfeuerspritze wurde heute mittag zu einem Brand nach Heblvs gerufen; sie brauchte aber nicht in Tätigkeit zu treten, weil das Brandobjekt, dem Metzger Hauenstein gehörig, ein kleines Bauernhaus, vollständig isoliert stand und ein nreb teres Umsichgreifen des Feuers nicht zu befürchten war. Das mit Futtervorräten gefüllte Scheucr- chen brannte in s i ch z u sa m m e n , während das Wohnhaus zum größten Teil durch die einheimische Wchr gerrettet worden ist. Starkenburg. KommrmalpoliLischeü aus Darmstadt. * Darmstadt, 25. März. In der jüngsten Stadtverordnetensihung hielt Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g einen Vortrag über den Haushaltsplan der Stadt Darmstadt. In einem Rückblick auf das Jahr 1927 wird eine weitere Gesundung der privaten Wirtschaft, aber eine zunehmende Belastung der öffentlichen Gemeinwesen festgestellt. Die Voranschläge für 1927 und 1928 enthalten eine Steigerung der Wohlfahrts! ast en von zusammen mehr als eine Million Mark. Auch mit der W ob n un g sb a u t ä t i g tei t der Stadt sind erhebliche Zuschüsse verbunden. Der S t r a ße nb a h n v e r ke h r hat um 15 Prozent zugenommen (12 822 000 Beförderungsfälle). Die Städtische Sparkasse konnte ihre Spareinlage um 50 Prozent auf 12 600 000 Mack, ihren Scheck- und Kontok .rrenwerkehr um 15 Prozent auf 1 500 000 Mack erhöhen. Die Zahl der Erwerbslosen ist von 3275 am 1. Januar 1927 auf 2732 am 1. Januar 1928 gesunken. Der Rückgang der Erwerbslosenziffer ist aber nur scheinbar, da die ausgesteuerten Erwerbslosen der allgemeinen Fürsorge der Stadt anheimfallen. Die Zahl der vom Wohlfahrts- und Jugendamt unterstützten Personen betrug 1927 4426 und 1928 4722. Der V e r wöge n s st a n d der Stadt wurde vom Oberbürgermeister als gut bezeichnet. Es wird sich ein Fehlbetrag von etwa 1 500 000 Mark ergeben. Anschließend wurde das Wohnungsbauprogramm für 19 28 eingehend erörtert. In den Jahren 1921 bis 1927 hat die Stadtverwaltung 670 Wohnungen (hauptsächlich Kleinwohnungen) erbaut mit einem Kostenaufwand eine Monatslöhnung. Wozu?" Der Sange sagt: „ Für die Mädel" und lächelt kindlich. Es ist eine einfache und einleuchtende Transaktion, die sich diese Vlatrofen erdacht haben: man kauft in London Strümpfe um einen Schilling und lebt dafür in Datum in der Hafenkneipe für mehr als ein Pfund. „Du kannst gehen" Der Blonde geht nicht. Der Blonde bittet für die Mannschaft um Vorschuß. Für Landurlaub. Er sagte: „Jetzt müssen wir Geld haben." ilnb mit drei Stunden Verspätung tappen die sonntäglich gekleideten Jungen hinaus auf den Kai und in das lockende Geheimnis der Hasen- gassen, über denen nun schon die Rächt liegt. Von einem Kaffeehaus weht der Wind Musik herüber, spärliche Lichter wachen auf den spärlichen Schiffen, und auf Kap Datum schwenkt der Leuchtturm flammende Arme weit hinaus in die Dunkelheit. Hochschulnachrichten. Die a. o. Professoren für Psychiatrie an der Münchener Universität Dr. Franz Iahnel und Dr. Johannes Lange, Abteilungsleiter in der Seutjtoren Forschungsanstalt für Psychiatrie (Kaiser-Wrlhelm-Jnstitut) in München, sind zu wissenschaftlichen Mitgliedern der Kaiser-Wll- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften ernannt worden. Der Lehrstuhl für wirtschaftliche Staats- Wissenschaften an der Technischen Hochschule zu Dresden ist dem Honorarprofessor für Sozial Politik und Soziologie Dr. sc. pol. Ludwig Hey d c an der Universität Kiel angeboten worden. Zur Wiederbefetzung des Lehrstuhls der Mathematik an der Universität Kiel (an Stelle von Prof. O. Toeplitz) ist ein Ruf an Professor Dr. Adolf Frankel in Marburg ergangen. — Der durch den Weggang des Prof. W. Brecht nach München an der Universität Breslau erledigte Lehrstuhl der deutschen Philologie ist dem ordentlichen Professor Dr. phil. et jur. Paul M e rke r in Greifswald angeboten worden. — Der Lehrstuhl der Botanik an der Universität Breslau (an Stelle von Prof. P. Stack) ist dem ord. Professor Dr. Johannes Buder in Greifswald angeboten worden. — Der Ordinarius des öffentlichen Rechts an der Heidelberger Universität Geh. Hofrat Dr. jur. Richard Thoma hat einen Ruf an die Universität Bonn erhalten. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. 25. Mürz. Gemar - das Kul- heres in der Anzeige vom Samstag). Kreis Biedenkopf. XX 2v n 1) lyc i m a. d D i e bv r , In der llmlegungs|ad>e der lichen Forderungen von 80 bis 150 Mk. ein- gingen, wurde Karl F o r b a ch . HauS Ar. 183. übertragen Ebenso wurde hae Ami eines. Fl urhüters, für das neun Bewerbungen eingegangen waren, deren Forderungen pro Monat sich zwischen 70 und 120 Mk. bewegten, dem früheren Flurhüter Andreas Kämmerer übertragen. ~ Aus dem H ü t tenberg. 25. März. Nachdem sich nun wärmeres Wetter eingestellt hat. ist in den Gemeinden des Hüttonbrrgs mit der Frühj a hr^bc stellung begonnen worden. ch K l e-im -Rechtenbach, 25. März. Die Fischcrei der hiesigen Gemeinde wird infolge Todes des bisherigen Pächters, Lehrer Feldner von hier, neu verpachte!. Die Verpachtung findet am 30. März auf dem Vürgermeisterciamt zu Groß Rechtenbach öffentlich meistbietend auf einen sechs- fährigen Zeitraum statt Man beachte die Anzeige vom Samstag. O Hochelheim, 25. März. Die L i-* s ch e re i dar hiesigen Gemeinde war -bisher an Dr. med. Klemp, Plaue-Flöha (Sachsen), der früher in Hörnsheim ansässig war. verpachtet. Nachdem Dr. Klemp infolge seines Wegzuges von Hörnsheim um Befreiung von dem Pachtverträge gebeten und die Gemeindevertre- tung diesem Anträge stattgegeben hat. wird die Fischerei toiebcntm auf einen sechsjährigen Zeitraum neu verpachtet. Die Verpachtung findet am 30. März in der Gastwirtschaft „3um steinernen Haus" öffentlich meistbietend statt. (Aä- Berttner Börse. Berlin, 26. März. (WTD. Funkspruch.) In dem man die Samstagschlußkurse spricht (Farben ca. 243 und Glanzstof, 718), ist die Tendenz des heutigen Frühverlehrs abwartend. Geschäft konnte sich noch nicht entwickeln, da die Spekulation äußerste Zurückhaltung übt, zumal Anregungen nicht vorliegen. Am Devisenmarkt nennt man Paris 124,02. Mailand 92,40, Madrid 29,07, London gegen Kabel 4,88225 und die Reichsmark gegen Kabel 4,1820. kung RodHeim - D ieber hatte turamt Dillenburg dieser Tage die Interessenten von 6 700 000 Mark. Die Stadt muß zur Verzinsung des Baukapitais jährlich rund 245000 M ar l zuschichen. die aus dem Ertrag der Hauszinssteuer gedeckt werden. Für das Bauprograinm 1928 sollen rund 4 W LI - lionen Mark bereitgestellt werden, insbesondere sind 200Dreizrmmerwohnungen vorgesehen, deren Baulosten je Wohnung 13600 Mark betragen. Die Durchführung des Programms wird einer noch zu gründenden städtischen Wohnung sbnugvfellschäft übertragen. Dieser wird der gesamte Vnch- kriegsbesitz der Stadt an Bauten und Baugelände, im Zriedenswerte von rund neun Millionen Mark, übertragen. 50 Prozent dieses Wertes sollen belastet und das Geld wieder zum Bauen verwandt werden. Das Bauprogramm wurde einstimmig angenommen. Ebenso stimmte die Stadtverordnetenversammlung umfangreichen Erneuerungs arbeiten im städtischen Saalbau zu: die Kosten hierfür betragen 110 000 Mark. Preußen. Kreis Wetzlar. xvp. Odenhausen (Lahn). 25. März. Durch die Straß en sperre der Straße Gießen - Marburg bei Friedelhausen hvben wir durch Odenhausen einen starken Autoverkehr, für den die zum Teil enge u»d kurvenreiche Dorfstrahe schlecht geeignet ist. Was daher leicht vorauszusehen war, ist gestern bereits geschehen: daS erste Autounglück. Dor der Schule hatte ein Opelwagen eben einen abaehängten, steinbeladenen Wagen passiert und befand sich daher noch auf der linken Straßenseite, als um die vorliegende Kurve ein großer Wagen mit ziemlich starker Geschwindigkeit ankam, dem der Opelwagen nicht schnell genug ausweichen konnte. Infolgedessen prallten beide heftig zusammen. so daß an Dordyrräder-n und -Achsen ein erheblicher Materialschaden entstand. Die Insassen kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon. l. Wißmar, 25. Mäpz. Der G c m e inde - rat beschloß in seiner jüngsten Sitzung, unter Zuhilfencchme dvn Staatsmitteln die Sportplatzanlage selbst aUdsubaucu, eine Lösung, die im Hinblick auf die Zahlreichen Interessenten an einem Sportplatz avs gut bezeichnet werden kann. In Betracht tommen außer den Schulen noch sechs bis acht Vereine, denen bei einer finanziellen Beteiligung ein mehr oder minder umfangreiches Mitbestinunungsrecht hätte zugestanden werden müssen, wenn die Anlage unter ihrer Mithilfe entstehen würde. Konflikte mancherlei Art wären hierbei kaum zu vermeiden gewesen. Dagegen ist jetzt die völlige Unabhängigkeit der Gemeinde gewahrt. Den Vereinen wird der Platz gegen eine geringe Pacht zur Verfügung gestellt. Mit den Arbeiten soll bald begonnen werden. In der Gemeinde herrscht über die endgültige Sicherung des Sportplatzes Genugtuung. Regierungsassessor Molsen von der Kreisverwaltung wies im weiteren Verlaufe der Sitzung auf den Wert eines Kindergartens hin und versprach, falls die Gemeinde einen solchen Plan ins Auge fassen sollte, volle Unter- stühung durch die Kreisverwaltung. Das Amt eines Wegewärters, für das aus Ausschreibung hin zehn Bewerbungen mit monatSsä* 3d) dich?2°hn>e. Meres tat**1 rbach. SS inmrf 'fMnlage und LchA JJJWen 3um Sn. der Diesel- n®uli®n von sich aus nft alt wurden btr agen. [■ bi hiesige Soin. |Q9 Pi einem 'Brarib unichte aber nicht ch Tantrabjctt, dem Mch ® deines * itort1 lind ein wer 5 W 8» bdürd*n fltfUute Scheuer- lammen, wäbrenti sstn Tei! durch trie worben ist. aus DarmW. az. In bet jüngstoi tzunz hielt 0fer< ing einen Dvckq >Intt der Stal: ütfbiid mti das Jcht lunbung der privater wende Zrlchung im rstgesM. Die Vor- 1928 enthalten eine vhlsllhrtslaster eine Million Mark igsb au tätig leit Zuschüsse verbunden, rkehr hat M 15 '2080 AesördermgS' aus Bieber Hof-Haina, Fellingshausen, Vetzberg. Heuchelheim und Krofdorf eingeladen. Beide Versammlungen galten der nachträglichen Vorlage und Anerkennung der Vermessung und Schätzung, sowie der Besihstandsaufnahme und der Hutablösung. Etwaige Einwendungen können in den demnächst folgenden Wunschterminen vorgebracht werden. * H o I zh a u serung*» geiellidteff turn Abuhlulj der Haftpflicht- und Vollkatlo-Venidterung ieHjil wählen oder die Venidwvng durch uni 8tigert. Keine Zahlung vor Lieferung! Obige Prerte vergehen »ich einschließlich vollständige, Ausrüstung i AnUoer, eleltr. Lidifenlage. Horn, Sauglvll-Vierradbremie Citroen (Lizenz -Weafing- houie), 5 leche Bereifung, Stoßdämpfer vom und hinten, beleuchtete» Azme- furonbrett reit Zerfuhr, Kilometerzähler, Geschwindigkeitsmesser, Bonz nifand- necnier, Oeldrudunener, Amperemeter und allem Zubehör. Wollen Sie einen Citroen-Wagen auf 12 Monatsraten laufen, wenden Sie tick an den zuständigen Vertreter oder en die CITÄO6N»AUTOMOB1L A.cG., koln-poll Sondorbedingvngen und Teilzahlungsplan eol Anfrage. Für Droichlenkäule auf TeilzaMung wolle man Sonderengel>of einkolen. Unsere Sonderpreishife Nr. t, enthaltend eße unsere Fehrieuge, die fm Wege der Teilzahlung verlauft werden, iteht jedem Interessenten kostenlos zur Verfügung. «TBOtN-AlJIOMOBII. A.-GKÖLN-POU Otto Faber, Gießen, Mühlstraße 22 569 Dienstag, den 27. März 1928, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Treuen- weg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 3259D Zwei Kleiberschränke, ein Sofa, zwei Schreibtische, einen Eisschrank, zwei Nähmaschinen, zwei Büfetts, drei Warenschränke, eine Labenkasse, einen Winterpaletot, zwei Chaiselongues, einen Ka- stenwac en, vierzehn Paar Schneeschuhe, acht Paar Skistiefel, zwanzig Paar Herrenschuhe, 20 Paar Lebergamaschen, ein Küchenbüfett, eine Waschmaschine, ein Klavier, ein Oelgemälbe, einen Tru- meau, eine Korbgarnitur, bestehenb aus Tisch und zwei Sesseln, eine Stahlstanze, eine Kopierpresse; ferner bestimmt: eine trichterlose Sprechmaschine, einen Warenschrank, eine Labentheke, einen Spiegel, einen Kleiberschrank, einen Waschtisch, ein unb zwei Sessel. Gerichtsvollzieher kr. A. in Gießen, Iheringstr. 7, Telephon 1239. Brennholzversteigerung Aus den Waldungen der Stabt Ullendorf a. d. Lumda (Försterei I) soll am Mittwoch, dem 28. März 1928, von vormittags 9 Uhr ab nachstehendes Holz an Ort und Stelle versteigert werden: Forstort: Neuer Wald, Hahnenkamm, Platte und Hormelseck. Scheit rm: Buchen 215; Eichen 2. Knüppel rm: Buchen 229,5; Eichen 56. Reisig rm: Buchen 803, Eichen 37. Stöcke rm: Buchen 83,5; Eichen 2. Die Zusammenkunft ist vormittags 9 Uhr im Forstort Neuer Wald, Ecke Tristweg- Dürgermeisterschneise. 3253D Alleudorf a. d. Lumda, 24. März 1928. Hess. Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lda. Rein. Waschbütten pflanzentUbel Leiterwagen Schiebkarren Küferei Waase« und Gewichte aller Art empfiehlt u. stellt eichfähig her 02349 Karl Schmidt, Gießen, Neuenweg 42, Tel. 1075 Gommerkorn Bleichstr. 10.13264V BtennDoij tzauspäne empfiehlt Käserei ^somnmloro Ich warne hiermit jedermann, meiner Fran Kathr. Sehrt nnb meinem Sohn Karl Sehrt etwas aus meinem Namen au borgen, da ich für ntchiS auskoinme. Münster, 17.3.1928. Johann Heinrich Sehrl I. Garten erde kann ungefähren werben. 3067D Gebr. Kahl. Telephon 87. 3-4 Morgen gutes Laub sofort »u pachten gesucht. Schr. Ang. u. 02331 a. d. Gieß. Anzeiger. Die gegen Herrn öeimlMuWus aus Heuchelheim gemachten Aussagen nehme ich hiermit zurück. [02356 ilngnli Hörnet Heuchelheim. Anstellung findet energische Persönlichkeit mit guten llrngangsformen bei finanzkräf« tigern, vornehmem, alten Unternehmen. Besondere Berufslenntnisse nicht erforderlich. Bewerbungen mit ausführl. Lebenslauf v. nur gut berufen. Herren erb. unt. 02355 an den Gieß. Anzeiger. Wir suchen für einen unserer Beamten eine beschlagnahmefreie M Ml ZMVWß per alsbald. Evtl. Umzugsvergütung. Schriftliche Angebote an 32400 Smnmiwarensabnk Poppe 6- So. Gießen. U«MM»Wi Die Generalvertretung für unsere In bedeutenden Mengen gebrauchten Konsumartikel ist für den hiesigen Bezirk zu vergeben. Abnehmer sind Behörden, Industrie. Handel.Laden- geschäfte, Hotels usw. Für redegewandte, zielbewußte, an regelmäßige Reisetätigkeit gewöhnte Persönlichkeit bietet sich glänzende Existenz. 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Anträge nicht unter 20000.— M. auch von Maklern an [3242sl Bankgeschäft Hartwig Mamrotb & Co. iGeqrünbel 1827) Berlin, Hartenbergstr. 24 se 2ahr« n» Ich an eine* bl«»-«n92? Dt- Anl Ablös Schuld mit Auelol -Rechten Desgl. ohne Auslos-Rechten 7°/o Franks Hop.-Bk. Go dpi unkündbar bis >932 iVt°/o Rheinisch» Hop -Bank Lwu -Goidps AEG abg Borkrtegs-Ob- ltgarionen. ruckiablbar 1932 IVa Schwei, Bundesb.-Anl. 4°/0 Oefteretchische Goldne 1,20°/. Oeftert ich Silberne <7o Oesterreich dnheitl- Rte <°/o Ungarische Goldne 4°/« Ungarische Slaaisr. 6-1910 1'/,°/ desgl von 1913 4% Ungarische Kronenrte . 4°/u Türk. Follanleihc v 1911 4°/, Türk Bagdadbahr^Anl Serie I 4°/0 deSgl. Berit 11 4% Rumänen convert Rie VI,0 o Rumänen Goldanl. von 1913 Alla Deutsche Eisenbahn 4'/, Hamburg-Amerika Paket G Hamb -Südam Dampssch 8 Hansa Damvfschiff 6 Norddeutscher Lloyd 6 Allg Deutsche Eredtlanst. 10 Barm r Bankverein 10 Berliner Hanbelsacselllch. 12 Commerz- und Privat-Bk- 11 Tarmst. u Nanonaldaak 12 Deutsche Bank 10 Diskonto-Gesellschaft tat 10 Dresdner Bant 10 Muteldeuische Lredtlbank 9 Metallbau! .......8 Reich» bank ...... tu Frankfurt a. M Berlin Schluß- l'Uhr. Sdjiufpl Slnfanq Kurs Kurs Kurs Kur 24 3. 26.3. 24.3. | 26. 3. 87,25 — 87.5 51,8 52,1 52 52,1 14,4 14,65 14.5 14,6 — - - - — — - - — - - - * — — — — — — — — — .— — —- 25.1 — 25,2 25,3 25,13 — — — — — —» — — 1.6 1,65 12,4 12,5 12,4 12,6 — — 12,6 _ 12,4 — 12,7 — 5.1 — -*> — — — — — 148,75 148 148.75 149 — 209 d» —■ 233 — 149.5 148,5 148.5 147.75 142.25 — 141,5 141 145.25 — 144.5 144.65 250 — 251,25 250,5 173.5 172.65 173 172.65 234,5 234,5 234 233.5 161 5 161 161 161,5 156,5 156,5 156.65 156,5 158 — 157.5 157.25 205 206 205,5 206.5 125 124 184,5 - 186,25 — — 180 Frankfurt a. M Berlin Schluß- Kurs '-Uhr- Kur» Sch>uh> Anfang Kurs I Kur- Datum: 24 3. 26 3. 24. 3. 126 3. «.SS........7 Bergmann ........8 Elektr. Lieferungen - . . 10 Liebt und Kraft .... 10 gelten L Guilleaume - . 6 Des f- Elekrr Untern. . . 10 Hamb Elektr Werte . . 10 Rhein Elektr .... 8 Lchles. Elektr. - . . . lv Schurken ....... 7 CicmenS 4 HaULr ... 16 Tranradio 8 Labmever & Lo-....... BuberuS .... 0 Deutsche Erdöl..... .6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener f. *4 I 4 Harpener ... 8 Harsch Eisen • ........ 5 Ilse Bergbau . .......8 Klöitncrwerke ...... 5 Köln-Neuessen .....V /» N.anneSmanu f. % 8 4 ManS'elder. . 7 Dberfchles Eisend- Bedars 0 Oberschles KokSwerke . 0 Phöntr Bergbau f V« S 3 Rheinische Braunkohlen 10 Ryeinitahl 0 Riebeck Montan .....6 vereinigte Stahlw- t ’/• 3 3 Otavi Minen ... 1 sh Kali AscherSleden • 10 KaliWestcrrgel» 10 Kaliwerk Salzdetfurth 12 3 @ ssarden-Sudoürle 10 Dynamit Rodel ... o Scheid-anstatt . ..... .8 Goldschmidt . . . . . .5 Rutgers werke ........ o MetollaeielltchM....... 150.65 170 209 118 268 152,5 165 264 5 155 94.5 122 134-5 168.5 24.5 114.75 146,9 96 99,5 264.5 149 102 43.5 165,5 177 255 -42,5 190 105 98.75 172 150,25 211 266 149 266 121,5 132,25 167,75 j 145,75 99,5 265,5 150 138,5 101 176,25 -43 191 99 171 150.25 170.5 166 211.26 118.5 266 65 154 151 186.75 166.5 265 93.25 121.5 138.5 133.75 167.5 137.25 244.5 115 25 136 5 MG 25 113.65 97,5 93.65 99.65 265 149.65 140 101.75 43.75 -42,75 103.75 98,75 150.13 169 165 118 266.25 153 185 166 265,25 136 92.5 122.25 132.5 168.25 - 115.5 137 97.5 93,75 99.65 266,5 150,5 101,25 43,5 254.5 242,5 104 99,4 Frankfurt a. M Berlin Schlutz Kur» l-Uhr- Kur, Schtuh- Kurs Anfang Kur Datum: 24. 3. 26.3. | 24. 3. j 26. 3 Pbtlwv Holgnann . 12 144.25 _ 144.25 14? Heidelberger Cement . . Temenl Karlstadt 8 8 142 5 176 143 — Vanß & ftrcitaa 11 128.13 — — — SchullbetS Payeulxkrr. - 15 — — 330 331 5 Cftoxrtt . . . 12 — — 264 261.25 __ Bem berg ...... • 8 — _ 505 Zellfto» Waldbof. . - ■ 12 259.5 258.25 257,75 258 Zellstoss Aschaffrnbnra 10 167 — 166.5 Charlottenburger Wasser 7 — 118 — eflaner GaS 8 — — 177.75 177.25 Daimler MoTorrn. . . . . 0 87 88 75 88.75 Demag ..... . 0 — 47.5 _ Adlerwerir Kleve». . .. . 0 86,25 86,25 86 85,75 rtadw. roeut . .. . ll — — 235 Rat Automobil..... . 6 — — 88 75 _ Orcnstrtn A Koppel . . . — — 129.5 129,52 Linke Hoimonn , ., . C —* — — — Leonbard Tietz . . . . 6 - — 209.5 209 Bamag.■)' ffluni » » . . 0 25,25 — 25,75 — ftranff M-.ichtneu . » . . 0 72 — 73 — Griyner . . . . . 1 144,9 —- 145 —— Hevliaeniiaedt ..... . V 24,6 — — — IungdanS ..... . 6 90 — 90 —— Lechwerke . ..... . 8 117 117 — — Mamtraftwerke ..... . 8 119,95 - —- — Miaa ...... . 10 140 — 139.5 139,75 ‘Marin tatet . ...... 8 57 -- 56 PcterS Union ...... . 8 95 — 96 — tStta Roeder ..... . 10 132 — — _ Borgt & f>aeffnr» .... . 6 174 175 SUdd fvutcr ..... . 0 132 — 133 — Dan knoten. Berlta. 24 März 1 Geld Brrei Amerikanische Roten. . . 4,17 4,19 Belgische Roten ... . 58.18 58,42 Dänische Roten . . . . . 111,73 112,17 Englische Rote« . . . .. • » I 20.372 20.453 Devüenmartt Derlm—Frankfurt a. BL Berlin. 24 Mär; Geld "'"W ' französische 'Noten - - . . (Ti* 16,54 Holländische Noten .... 168.06 168,74 Italienische Noten...... 22,135 22,215 Norwegische Noten...... 111,28 111,73 Deutsch-Testerr-, 5100 Kronen 58,67 58,91 Rumänische Noten...... 2,58 2,60 Schwedische Noten...... 111,88 112,32 Schweizer Noten....... 80,36 80.68 Spanische Noten....... <0,20 70,48 Tschechoslowakische Noten . . 12,35 12,41 Ungarische Noten . . 72 75 73,05 Telegraphische Auszahlung. 24. März 26 Mär, Amtliche Noti rung Geld Brie' Amtliche Notierung Geld Briei Amst^Roir 168,34 168,68 168,28 168,62 Buen-Atrek 1,787 1,791 1.786 1.790 Brss.-Antw 58,265 58,385 58,27 58,39 brrttumia 111,53 111,75 111.49 111.71 Kopenhagen 111,99 112,21 111.97 112,19 Stoekbolm . 112,14 112,36 112,14 112,36 HelssngiorS. 10,52 10,54 10,518 10,538 Italien . 22,085 22,125 22,685 22.125 London. . . 20,398 20,438 20.393 20,133 Nennort . . Paris.... 1,1780 4,1860 4,1770 16,445 4,1850 16,443 16,,85 16,485 Schweiz . . 60,485 60,645 60,495 80,655 Spanien 70 18 70,32 70,13 70 27 Japan . . Nio de Ian 1,973 1,977 1,988 1,992 J. 502 0.504 U.501 0.503 Wien tu C*cft adgest ■>8,78 58,1*0 -*8,775 08,895 Prag 12,38 12,40 12,378 12.398 Belgrad 7.351 7,365 73,13 7,355 7,369 «ndapest - 72,99 72,97 73,11 Bulgarien 3,019 3,025 3,019 3.0-25 8'ssabon 16,48 16,52 17.68 17.73 Danna.. Konss.mliu. 81,50 81,66 81,54 81,70 2,121 2,125 2,116 2,120 Alden 5,494 4,181 6,506 5.594 5,606 Tanada 4.189 4,181 4,189 Ure oae . 4,326 4,334 4,326 20.918 4,334 20,958 Un . . . 20.923 20,962