Nr. 147 Erste; Blaff 178. Jahrgang Montag, 25. Juni 1928 Cr|4«tai täflltd),eefcci Sonniaqs axl Vertag* ÖtUegtn: Clebcxer JemflienMÄtte» tie Bild tHt Schol< montis-BrjHciprets. 2 Reichsmark and 30 Xftd>iFfmwig ftr Träger» lohn, aad) bei Sid)ter» fd)»t«ew dnjelnerlhnnmeni infolge höherer (BeaxilL 5tm|prtd)an|d)16||e: II, M und 112 SwMjrffl fti Drohtnoch» riAteic 3ff)elqfr G letze«. DttWjetfloirto: gtewffirl a m Main 118M. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen druck »Ad Verlag: vrühl'sche Uidücrfitäts-Biidh nnb Steiiörideret 8. Lange in Siehrn. Sdmftleitung und Seschästrftele: Zchnlftrahe 7. 3»atz«e »an Injeiacn für die Iflgesnnmmrr bis zum Nachmittag vorher. Preis ibt | mm Höhe fir Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, ausmärt« 10 Neichspsenmg, für Ro» klameanzeigen von 7V mm Brette 35 Neichspsennig, Dlatzoorschnst 20*. mehr. Cbefrebakteer Dr. Friedr. Dill). Lange. Deraittroonlich tür Politik Dr. Fr. Witt) Vcnge für Feuilleton Dr Sy 2 bgrtot, für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil tturt Hillmnnn. sämtlich in Bietzen General Nobiles Rettung. ZmVrr-wriflung-kampf mit demPolareitz. Conbon, 23. 3unL (HL) Nach Meldungen ans Sloefpotin Hal das schwedische Berte ibigungsminl- fferium, eine drahtlose Nachricht von dem Führer der schwedischen hllssexpeditton für Nobile erhallen, wonach General Nobile gerettet ist nnb dl, Rettongsarbell sorigesetzt wird. Die HatienUdx (Sesandtschoft In Oslo teilt mit. daß sie eine Bestätigung der Meldung erhalten habe, wonach Nobile gerettet ist. Auch ein zweites Mitglied seiner Gruppe ist gerettet worden. Leide sind verletzt und belinden sich an Lord der „Citta dl Milano". Zur Rettung Nobiles durch ein schwedisches Jingboot bringt der Sonderberichterstatter bes „Montag" folgende Einzelheiten: Bor seiner Rettung hatte Nobile erneut nm Hilfe gerufen und berichtet, dasz das Eis, auf dem sich bas Coger befinbet, anfange nach Norden zu treiben. Gleichzeitig beginne es In schraubende nnb mahlende Bewegung zu kommen, die im Cause des Tages ständig zugenommen habe. Die schwedischen und italienischen Flugzeuge wollen versuchen, Nobiles Gefährten, die sich noch auf dem Els befinden, ebenfalls $ u retten. Man wird auch die unterwegs befindlichen hunde- gefpanne zu größter Eile an spornen, Nobile und seine Leute kämpften die ganze Nacht hindurch einen Berzwelslnngskampf gegen das Els. bas in heftiger Bewegung war. Schollen non Hunderten von Zentnern Gewicht wurden wie Spielbälle hin- und berge- schoben. Nobile wurde von einer Scholle das Bein gebrochen und deshalb er als erster geholt und an Lord des Schisse« Jnffl’ gebracht. Die Landung de« schwedischen Flugzeuges „U p p - land" ans dem in Bewegung befindlichen Ei« war ein Meisterstück der Fliegerkunst und mit der größten Gefahr verbunden, da der Startplatz sich ständig zu verändern drohte. Nach dem Start brr „Hpptanb" zu Nobiles Lager ist bas schwedifche hilssschiss ,.2uest" reeller nach Osten oorgebrungen nnb in der hinlopen-Straße vor Anker gegangen, wo Nobile In ärztliche Be- tjanblung genommen wurde. Sein Zustand Ist kritisch. Die ..Lltta dl Milano" meldet durch Funkfpmch, bah in der Nacht ein mit Skiern versehenes schwedisches Flugzeug unter schwierigen Umständen bei der Gruppe Nobile gelandet und mit dem General Nobile zurückflog. Ls brachte ihn noch der hinlopen-Strohe, von wo ihn ein fchree- bisches Wasserflugzeug noch der Borgo-Bag auf die „Lltta bi Milano" brachte. Das Flugzeug begab sich darauf Im Laufe des Tages von neuem zu der Gruppe der Schiffbrüchigen, um das Rrt- fnngsroerf svrtzusrtzen, aber bei der fdjroieriqen Landung schlug bas Flugzeug um. Der tapfere Pilot blieb glücklicherweise unverletzt. Die neuen Versuche mit dem Opelschen Naketenwagen. Vorbereitungen zum Start. Hannover, 23. 3uni. (SIL) Noch liegt bk Strecke, aus ber in wenigen Stunden der State tentoa gen ausprobiert werden soll, ruhig da. Fritz v. Opel, Ingenieur Sander und einige Ingenieure, die mit bem QIu»probieren de» Ra- ketenwagens zu tun haben, sind zur Stelle. Mannschatten ber Reichswehr legen die für die Lbberiche 3citmcffung e rforderiichen Draht- 1 et hingen neben dem Schienen kör per. Fritz non Opel und Reichsbahnvizepräsident Wagner labten mit einer Draisine die Versuchsstrecke ab die sich oom Burgwedeler Bahnhofs- iebäube 7 Kilometer in der Richtung nach eile buyiebt Etwa 1000 Meter ostwärts vom Bahnhofsgebäude ist der Startplatz. Die beiden Dagen. Mo zu der Beriuchssahrt bestimmt sind, sind schon eingetroffen. einer mit Stahlrößern, der andere mit Pneumatik versehen, wobei die Gummiräder eine Borrichtung erhalten haben, die da» Lausen auf den Schienen ermöglicht. Die Dagen sind primitiv gehalten, weil es sich zunächst ja nur um Versuchsfahrten handelt, von deren Ergebnis die weitere Bearbeitung deS Problems abhängt. Soeben trifft ein Radio- aut o mit Antennenmast ein und nimmt in der Mitte der Strecke Aufstellung, um die Versuchsfahrt bem Rundfunk und damit der breitesten Ocffentlicbfcit zu übermitteln. Zeih von Opel spricht. „Seine Mondfahrtphanlaiien" — „Nur Lchritl für Schritt vorwärls". Burgwedel, 23.Juni. (SU.) Die Vorbereitungen am Start waren beendet, als um 13.40 Uhr der Sonderzug aus Hannover eintraf. dem etwa 100 Personen entstiegen, unter ihnen Oberpräsident Rvske. Mit den Ankommenden zusammen begab sich Fritz von Opel auf die etwa 350 Meter vom Startplatz nach Telle zu gelegene in Höhe von 15 Metern über die Gleise führende Drücke, um hier noch einige Erläuterungen zu dem bevorstehenden Ereignis zu geben. Denn er das Dort ergreife, sagte Herr v. Opel, so geschehe daS. um Die Stabilisierung des französischen Franken. Annahme der Währungsgesehe in der pariser Kammer. Soeben hat bie französische Kammer die Gels tze angenommen, die Ministerpräsident Pom- carö zur Durchführung der Frantenstabllisie- nmg eingebracht bat Damit wird auch der letzte Eckpfeiler in der Konsolidierung der Weltwirtschaft errichtet: man darf es nur begrüben, dah es nun endlich zu diesem Schritte gekommen ist. Es dürfte aus diesem Grunde nicht uninteressant fein, noch einmal auf die Entwicklung der Stabilisierung der entwerteten Währungen hinzuweifen. Fast als erste der Mächte, die daran gingen, die GeSdverhällnisse wieder zu ordnen, schritt Deutschland zur Neuorganisation seiner Währung. Ss handelte sich für uns ja nicht nur darum, die Währung zu stabilisieren, sondern eine ganz neue Währung überhaupt au schaffen. Die Schwierigkeiten, die sich zur Durchführung dieses Schrittes ergaben, sind wohl allgemein noch bekannt und wenn man im Vergleich dazu einmal auf die Entwicklung der französischen Währungsverhältnisse blickt, so kann man wohl ohne weiteres feststellen, dah die deutsche Stabilisierung ein ganz unerhörtes Werk darstellt. Die Kämpfe, die es in Frankreich noch biS zum heutigen Sag gegeben hat und die Tatsache, dah sich selbst Poincari bis ganz zuletzt hartnäckig dagegen sträubte, den französischen Franken zu flabHifiercn, geben ein augenscheinliches ZeugmS dafür, welche Bedeutung her Tat der deutschen Stabilisierung beb- zumessen ist. Aber nicht nur diese beiden Staaten hatten ihre Stabilisierung durchzuführen. Mit zu den ersten der Länder, die diesen Schritt unternahmen, gehört auch die Tschechoslowakei, die in ziemlich kurzer Zeit und ohne grobe Schwierigkeiten die Stabilisierung durchfuhren konnte. Dann war es eigenllich lange Zell sehr ruhig um die Stabilisierung der verschiedenen Währungen. Erst In den letzten Jahren trat sie wieder in den Vordergrund, alS Polen nach großen Bemühungen die Stabilisierung des Zloty durchführen konnte der ober heute keinesfalls als sichere Währung angesehen werden kann. Erst jetzt folgten auch noch die anderen Mächte, so Oe st erreich, das an Stelle der Krone den Schilling zur Einheit erhob. Ungarn. da- sich seinen Pengö schuf, Belgien, daS den Belga zur Einheit machte, und schließlich schritt Italien vor einem reichlichen Vierteljahr zur Stabilisierung des Lire. Hier ist zu bemerken, dah Italien alS einziges der Länder, die zur Stabilisierung geschritten sind, keine Goldkernwährung schus, sondern für A uslandsgeschäste auch die 11m- wechslung der Banknoten in Gold gestattete. Beben den größeren Staaten haben auch die kleineren ihre Währung stabilisiert, so Litauen und Jugoslawien. In Rum ä n i c n wird zur Ze t der Kamps um die Stabilisierung des L-i au#gctragcn, wobei es allerdings fraglich .st wann es zur Durchführung die'es Schrittes lammen kann, fehlt es doch zunächst noch an dem stützenden Kapital. Abseits von den Maßnahmen die er Länder muß Buß land betrachtet werden. das sich seinen Goldrubel schuf, über dessen Stabilität man aber noch nichts sagen kann, da die russischen Verhältnisse eben noch keine allgemeine Anerkennung gestatten. Die Maßnahme Frankreichs zur ©tabilifierung deS Franken stellt also, wie der eben kurz gegebene ildxrrblid zeigt, tatsächlich den letzten Schritt in der Beilegung der unsicheren Geldverhältnifse in der Weltwirtschaft bar. Eine Dauersitzung der Kammer. Poinear4S Frankensteg. Paris, 24. 3ani. (TU.) Die Kammer nahm am Sonntagabend kurz vor 21 tthr nach zehn- stündiger Beratung das Stabilisierungsgesetz mit 45 gegen 22 Stimmen bei 472 abgegebenen Stimmen an. wie verlautet, entspricht der fturs des neuen Franken einer Parität von 124,21 für das pfunb Sterling und 25,52 für den Dollar. Die Somllagsfitzung der Kammer begann um 9 Uhr vvrmtttags. Lange vor Beginn der Sitzung waren die Publikumstribünen überfüllt, während am Seine-Ufer gegen hundert Polizeibeamte die Zugänge zur Kammer überwachten. Der Generalberichterstatter der Finanzkvmmis- sion. Ehappedelain, beschränkte sich im allgemeinen auf eine kurze Zusammenfassung des Regierungsentwurfes und der beigefügten Abkommen, der Generalberichlerstatter ging besonders auf das Abkommen zwischen dem Staat und der Bank von Frankreich ein, dah sich für den tzauShalt in einem Gewinn von 100 Millionen Franken auSwirke. Auf eine Zwischenbemerkung deS Sozialdemokraten Vincent Au - riol stellte Ministerpräsident Dvincarö fest, die französische ‘Regierung stehe im Gegensatz zu febr vielen Regierungen, die ohne Befragung ihrer Parlamente stabilisiert hätten, einer. Klagenden Beweis für ihre Achtung vor der national en Souveränität. Don den 14 zum Dort gemeldeten R-ebnem nahm zunächst der nationalfozia'i tische A o g a r o au den RegierungSenttDÜrfen (Stellung, ör gab der lieber Beugung Ausdruck, daß die Stabilisierung bereits 19 2 4, und zwar zu einem bedeutend günstigeren Kurse hätte durchgeführt werden können, erklärte jedoch die Zustimmung der radikalfozialissischen Gruppe zu den Gesetzen. Vincent A u r i o l betonte, daß der Sieg den Siegern so teuer gekommen sei wie den Besiegten. Das Gesetz fan tionicre die Kriegs- und Aachtriegspolitll der inbirelten Steuern und Anleihe. Die sozialistische Partei billige die technische Seite der Wähirnng. verlange aber nach der politischen Seite hin Wiedergutmachung der Ungcrttfctigleitcn. Für dieLin.srepublikanische Gruppe ging ber Abg. Pietri besonders auf bie Lage der ‘Rentner, die Preissteigerung und bie interalliierten Schulden ein. AlS der Redner fordert, man dürfe den Rentnern nicht alle Hoffnung auf Aufwertung nehmen. griff PoincarS mit den Dorten ein: ,($inc andere Regierung müßte dann die Der- sprechen halten, die gemacht werden könnten!" Der Haushalt 1929 werde sehr schwierig auszustellen fein. Den Rentnern auf dieser Tribüne Versprechungen zu machen, heiße die Oeffentlich- keit täuschen. Der Radikalfozialisl Lamoureux kündigte jedoch die (Einbringung eines Gesetzentwurfes über die Festlegung der Bilanzaufftellung der großen G e | e 11 f dj a f t e n an, damit die mächtigen Finanzinftitute nicht ihren Verpflichtungen gegenüber dem Fiskus entrinnen könnten. Der kommunistische Abgeordnete P i q u e in a l bezeichnete die Stabilisierung als das Ende einer Bankrott- undFolschmünzer Politik, für die Polncorck einen großen Teil der Verantwortung trage. Die Kommunisten würden gegen die Gesetze stimmen. Der Deputierte (Eoain von der Republikanisch- Demokratischen Union übte lebhafte Kritik an der Stabilisierung, die unweigerlich eine Anpos- sungskrife Hervorrufen würde. Der Stabilisie- rungskurs sei willkürlich gewählt, da der Pfundkurs höchstens 90 bis 100 Fran ?.i betrage. Im Gegensatz zur Regierung sieht der Redner eine Preis- fteigerung voraus Im Anschlüße hieran ent- spann sich eine Auseinandersetzung zwischen (Eoain und Poincarä über die Möglichkeit der Revalorisierung. Romens der unionistischen Grup» ? erklärte Franklin Bouillon aus Gründen nationaler Disziplin die Zustimmung zu dem Gesetz. Damit schloß bie allgemeine Aussprache unb öle Kammer trat in bie Einzelberatung ein. Dabei würben bie 13 Artikel beS Gesetzes unter Annahme verschiebener Zusatzanträge bn Durchschnitt mit einer Wehrhell von 435 gegen 135 Stimmen angenommen. Vach Derabschiebung durch bie Kammer ging ber Gesetzentwurf bem Senat zu, der sich infolge bet ausgedehnten KammerauSsprache von 10 aus 17 Uhr unb bann aus 21 ilffr vertagen mußte. Die Finanzkom- miffion beS Senats hatte vor bet Plenarsitzung ben Gesetzentwurf beraten unb ihn mit 19 zu 2 Stimmen bei einer Enthaltung angenommen. Mr Einigung des Liberalismus. Ein Ausruf der liberalen Vereinigung. Berlin, 23. Juni. (S il.) Die liberale Vereinigung veröffentlicht folgcnben Ausruf: „Die letzten Wahlen haben bem beutfepen liberalen Bürgertum eine ernste Lehre erteilt. Sie haben ihm gezeigt, waS ihm bevorsteht, wenn es den Kurs weiter verfolgt, ben eS bisher ein» geschlagen hat. Verharrt eS in feiner Zersplitterung, fo wirb eS mehr unb mehr aus bem Kreise ber politisch maßgebenden Faktoren ausgeschaltet. ES droht ihm daS Schicksal, aufgerieben zu werben unb je- ben Einfluß zu verlieren. dahin zu wirken, baß die Abenteuerlust, die sich in Verbindung mit dem in Frage kommenden Problem schon viel zu sehr ausgebreitet hätte, auf ein gesundes Maß sachlicher Anteilnahme zurückgesührt würbe. Diele, bie sich mit der Frage des RafctenantriebS nur oberflächlich beschäitigt bitten, glaubten, eS würbe ein Fchischlag werden. Aber bet Gang der Dinge selbst habe bewiesen, daß der richtige Weg eingeschlagen wurde. Das habe dann dazu geführt, baß die Skepsis schwand. Aber zu- ?leich habe sich ein geradezu grenzen- oset Optimismus breit gemacht. WaS ihn. Opel, betreffe, so sei er eindeutig abgerüd t von denjenigen, die sich in Monbf a hr t- Phantasien ergehen." .Wir stehen", so fuhr der Redner fort, .ganz auf bem Boden der Wirklich leit, wir wollen nur Schritt für Schritt vorwärts kommen. Es gilt, abzurücken von bem Lärm der Oesientlichkeit. weiter zu streben mit Sachlichkeit unb Geduld. Zur Durchführung dieser Wsicht haben toir unS gezwungen gesehen, mit Mitarbeitern zu brechen, die an ein sachliches Arbeiten nicht zu gewöhnen waren." Oer erste Start. 254 Stundenkilometer erreicht. Nach diesen Worten gab Fritz von Opel das Zeichen jum ersten Start Die elektrische Zündung erfolgte und sofort setzte sich der wagen In Bewegung. Die Antriebskraft der Raketen, die in einer Anzahl von zehn Stück in dem Batteriebehälter untergebrad)! waren, fnnltionierle ausgezeichnet. 3 n ein Flammenmeer gehüllt flog der wagen vorwärts und ttoh der fast auf ber Stelle rinfeßenden ungeheuren Grichwindigkeit der Fortbewegung war die Fahrt zunäckffk von der Brücke aus gut zn verfolgen. Der wagen raste heran, von Rauchwolken umhüllt Ein Zittern erfüllte die Luft Als der wagen die Unterführung passiert hatte, war nichts mehr zu unterscheiden, nur eine gewaltige Rauchwolke sah man sich vor- märts wälzen. Noch etwa 200 Bieter ging die saufende Fahrt dann stiegen Feuergarben auf, nach links und rechts ausiprihend. Die Brems- rafeten hatten sich gelöst. Der wagen verlang- famte feine Fahrt und etwa 700 Bieter hinter der Brücke tarn er zum Stehen. Der Bersuch ist glänzend oerlaufen. 3n jeder Beziehung hat sich der wagen bewährt kutomatifche Bremse und Bremsra’ete haben tadellos jufammen- geroirft Gleich nach dem Start setzte sich ein f< o n - trollauto ans den Schienen in Bewegung, um das Ergebnis der Fahrt festzustellen: es fiel vollkommen befriedigend aus, unb die Loeberfche Zeitmessung, die mit Hundertstel Sekunden arbeitet, meldet als genau ermittelte Höchstgeschwindigkeit die nach Zurücklegung von 500 Bieter entwickelt wurde, 2 5 4 Stundenkilometer. Ein zweiter Start. Die Kahrt mit verstärkter Raketenbatterie mißglückt. Fritz von Opel begnügte sich damit, den glud* sichen Erfolg des Experiments zu konstatieren unb im Anschluß daran zu verkünden, daß nach kurzer Frist eine neue Probefahrt mit verstärkter Raketenbatterie erfolgen solle. Eme Draisine ho'te den Raketenwagen zur Abfahrtsstelle zurück, damit er aufs neue geladen werden konnte. Waren beim ersten Versuch zehn Raketen eingesetzt so beträgt ihre Zaht jetzt 29. also rund das Dreis a ederersten Ladung. Hm 16.21 ilhr verkündeten Startschüsse. daS alles bereit ist. zritz von Opel und Ingenieur Sander tarnen toieber auf bie Brücke. Das Ze.chen zum Start erfolgte. Unter Brausen und Zischen entloben sich um 16.27 Uhr die Raketen unb ber Wagen fetzt sich in Bewegung. Run steigen hrche Rauchsäulen in bie Luft. Feurige Garben ragen auf. Aber der Rale tenwagen kommt nicht. Staunende Fragen, verwundertes Verharren. Der Wagen ist nach etwa 20 Meter von den Schienen gesprungen unb rechts zur 6eite geschleudert worden. Er siegt an der Böschung in Trümmern. War bk Kratt der Raketen zu stark, um den Wagen auf d: Schienen zu belassen. man weih es nicht Opel begab sich sofort zum Wagen, um bie Ursache deS Fehlstarts sest- zustellen. Der Wagen ist schwer beschädigt, Menschenleben sind nicht )u Schaden gekommen. Feuerwehr und Schutzpolizei wurden zu Aus- räumungSarbeitcn hrrangezozen. Die Ur ache drS Fehlstart- liegt barm, dah der Wagen zu sehr beschleunigt wurde. Er hatte sich vorn gehoben unb kam dadurch von den Schienen ab. Das Ergebnis. Eine Unterredung mit Ingenieur Lander. Burgwedel. 23. Juni. (LU.) Ingenieur Sander von den Opelwerken, der den Versuchsfahrten der Raketenwagen beiwohnte, gewährte dem Vertreter der Telegraphen-Union eine Unterredung. Von dem ersten Start deS Rafctcntoagcn» ist Ingenieur Sander sehr befriedigt Die zweite Fahrt, de bekanntlich mißlungen ist, schilderte Ingenieur Sander in der Weile, daß er daraus hinwirs, die Leiter des Unternehmens hätten poh vornherein mit einem Mißlingen dieses Starts gerechnet Wenig bekannt ist nämlich. daß Die vorgesehene dritte Fahrt zu ber zweiten gestempelt wurde, well man. um Zeit zu sparen, schon mit dieser zweiten Fahrt H ö ch st- geschwindigkeiten für vch.enen'ahrzcuge erreichen wollte. Man rechnete mit 6—700 6hm- den-Kilometer Geschwindigkeit. Aus die em Grunde war der Ratetentoagen beim zweiten Start mit entsprechend erhöhter Rale enantriebs- fraft (29 Raketen) versehen. Man chatte die Absicht. eine sehr hohe Anfangsgeschwindigkeit herausholen zu wollen, um zu der genormten Rekordgeschwindigkeit zu kommen. Ingenieur Lander betonte: „Wir haben manche- hinzugelernt" Dir h er gewonnenen Erfahrungen sollen bem neuen Lagen zugute kommen, die. wie Herr v. Opel mitgeteilt hat, sofort in Angriff genommen werden sollen. Die Katze, bie man in ben zweiten Wagen gefetzt hatte, soll im Moment des Lieberschlagens bas Weite gesucht haben. Einer Bemannung des Versuchs wagens wirb man erst nähertreten, wenn auf Grund herabgeminderter Geschwindigkeit und der entsprechend verstärkten Sicherheitssaktoren absolute Gewähr für ein Gelingen des Rekordversuchs gegeben ist. Führende liberale Kreise haben diese Lehre verstanden. Sie sind entschlossen, sie zu beherzigen. Sie haben sich zusammengefunden, um das grobe JDert der Einigung des liberalen Bürgertums in Angriff zu nehmen. Ihnen schlrehen wir uns an. Wir rufen den deutschen Liberalismus zur Selbstbesinnung und Sammlung auf. Wir mahnen ihn an seine Verantwortung. wenn er sich selbst der Möglichkeit beraubt, dem Daterlande das zu sein, was er ihm sein kann. Wir verlangen und erwarten von den Parteien, die das Erb« des alten Liberalismus angetreten haben, daß sie alle äußeren und inneren Hemmungen überwinden, alle kleinlichen Bedenken zu» rück stellen und unverzüglich die Schritte tun, die zum Zusammenwirken aller liberalen Kräfte führen. Ungezählte deutsche Wanner und Frauen, die seht müde und mißmutig beiseite stehen, warten auf einen solchen Entschluß. Die Stunde ist gekommen, chn zu fassen." ch Auf dem auf den 1. 3uli 6.3. in den Plenarsitzungssaal des Reichstages einberusenen Liberalen Tage w rden u.a. Professor Dr. De r- gi u s, Heidelberg: Frau Dr. 3Ife v. HLlsen - Reicke, Ber.in, Geheimrat Dr. Kahl, Berlin, Katharina v. Kardorff (verw. v. Oheimb), Berlin: Geheimrat Professor Dr. Meinecke Berlin: Dr. Röll von der Rahmer, Berlin: RochuS v. Rh ein baden, Berlin: Geheimer Kommerzienrat Dr. Schmidt, Braunschweig, Oberregierungsrat Dr. Tiburtius, Vorstands- Mitglied des Einzelhandels, Berlin, und Dr. August Weber, Berlin, Ansprachen halten. Der amerikanische Kriegöächiungspakl Ein neuer Entwurf Kelloggs in Berlin überreicht. Berlin, 24. 3uni (WB.) Eine vom Botschafter der Deveinigten Staaten von Amerika, S h u r m a n , dem Auswärtigen Amt zu Händen des Staatssekretärs v. Schubert überreichte neue Kellogg-Rote über einen Kriegsverfemungspatt rekapituliert die Vorgeschichte des Entwurfs und erinnert an den Gegenentwurf, den die französisch« Regierung ihrerseits am 20. April dieses 3ahres den interessierten Mächten zugehen lieh. Die im französischen Degenentwurf enthaltenen Vorbehalte nehmen Bezug auf sechs hauptsächliche Punkte, nämlich auf das Recht der Verteidigung, auf die durch die Satzungen d«S Völkerbundes und durch di« Locarnoverträge den beteiligten Mächten auferlegten Verpflich- tungen.aufdieReutralltätsverträge, die Frankreicy mit gewissen Q aaten abgrschlos- sen Hai auf die Beziehungen zu einer Ration, die den Pakt bricht, sowie auf die unbegrenzte Vielseitigkeit des vorgeschlagenen amerikanischen Paktes, der grundsätzlich keine Ration von der Teilnahme ausschlnß. 3eder dieser sechs Punkte wird in der vorliegenden Rote nochmals gemäß der Kelloggschen Rede vom 26. April mit den Zielen des amerikanischen Paktentwurfs in Einklang gebracht, und es heißt sodann wörtlich: Die Regierungen von Großbritannien, Deutschland, Italien und Iapan haben jetzt auf die Roten meiner Regierung vom 13. April 1928 geantwortet, und die Regierungen der britischen Dominion und Indiens haben gleichfalls auf die Einladungen geantwortet, die auf Grund der von Seiner Majestät Regierung in Großbritannien gegebenen Anregung an sie gerichtet worden find. Keine dieser Regierungen hat eine abweichende Meinung hinsichtlich der vorstehend erwähnten Auslegung geäußert, und keine hat im entferntesten den Grundsatz ge- mihbilligt, der dem Vorschlag der Vereinigten Staaten für die Förderung des Weltfriedens zugrunde liegt. Ebensowenig ist eine bestimmte A 6- änderung des Wortlauts des vorgeschlagenen Paktentwurses angeregt worden, und meine Regierung bleibt ihrerseits überzeugt, daß keine Abänderung des Wortlauts notwendig ist, um die berechtigten Interessen irgendeiner Ration zu schützen. Um jedoch die Verhandlungen nicht durch starres Festhalten an der genauen Phraseologie deS Entwurfs zu verzögern, hat sich die Regierung der Vereinigten Staaten entschlossen, den 14 anderen Regierungen, die jetzt an diesen Verhandlungen beteiligt sind, einen revidier- l t«n Entwurf vorzulegen. Der Wortlaut dieses revidierten Entwurfs ist identisch mit demjenigen 5 des am 13. April 1928 von den Vereinigten Staaten vvrgeschlagenen Entwurfs mit der Ab- * weichung, daß die ersten drei Absätze der Präambel wie folgt geändert werden: „Durchdrungen von ihrer erhabenen Pflicht, die Wohlfahrt der Menschen zu fördern: in der lleber- zeugnng, daß die Zeit gekommen ist, einen offenen Verzicht auf den Krieg als Werkzeug nationaler Politik auszu- sprechen und die jetzt glücklicherweise zwischen ihren Völkern bestehenden friedlichen und freundschaftlichen Beziehungen dauernd aufrecht zu erhalten in der Ueberjcugung, daß jede Veränderung In ihren gegenseitigen Beziehungen nur durch friedliche Mittel angestrebt werden und nur da, Ergebnis eines friedlichen und geordneten Verfahrens fein sollte, und daß jede Signatarmacht, die in Zukunft danach strebt, ihre nationalen Interessen dadurch zu fördern, daß sie zum Kriege schreitet, dadurch der Vorteile, die dieser Vertrag gewährt, verlustig erklärt werden sollte." Die revidierte Präambel erkennt ausdrücklich an, daß. wenn in Zukunft ein Staat unter Verletzung des Vertrages zum Kriege schreitet, bbe anderen vertragschließenden Parteien dadurch diesem Staat gegenüber von ihren Berpstichtun- gen aus dem Vertrage entbunden sind. Sie sieht auch die Beteiligung aller Parteien der Locarno-Verträge vor und würde außerdem, wie schon gesagt, bereit sein, unter die ursprünglichen Signatarnrächte dW a 11 n“ erklärt, der amerikanische Staatssekretär habe zwar einen Schritt zur Versöhnung und der Verständigung getan, den französischen Vorbehalten sei noch nicht völlig nach- geLoinmen worden, so daß allgemeine Bespre- chunge-n, vielleicht in Gestalt einer nach Washington einzuberufenden Konferenz notwendig seien. Der „Temps" bemängelt die Bestimmung, wonach die französischen Vorbehalte über den Völlerbundspakt und über Sonderabkommen nicht in dem Vertrag aufgenommen werden sollen. Die Frage der UniDerfalität des Paktes habe nicht mehr die gleiche Bedeutung für Frankreich von dem Augenblick an, da alle Mächte, mit denen es Verträge habe, von Anfang an dem Vertrag teilnehmen könnten. Die Stunde des Vertragsabschlusses habe aber noch nicht geschlagen. Roch schärfer formuliert das „Echo de Paris" die Aufnahme der bereits erwähnten Bestimmung über das Außerkrafttreten des Vertrages in die Präambel. Alle sogenannten Zugeständnisse Kelloggs hätten keinen juristischen Wert. Ihrer Wacht und ihres Prestiges bewußt, versteifen sich die Vereinigten Staaten auf ihre Auffassung, die zum Siege kommen würde. Oie Aufnahme in England. London, 23.Juni. (TU.) Don den Sonntagblättern beschäftigt sich lediglich der „Ob ferner" mit dem Inhalt der neuen amerikanischen Note über den Abschluß eines Kriegsoerzichtpaktes, soweit er bisher verlautbart worden ist. Das Blatt erklärt, die Entsendung von Abschriften auch an die Tschechoslowakei, Polen und Belgien zeige, daß der amerikanische Staatssekretär den Vorschlag Ccham- berlains und Briands, alle Locarnomächte zu einer Besprechung des Vertrages einzuladen, angenommen habe. Kellogg habe dadurch die Aussichten für einen vollen (Erfolg nicht nur gefördert, sondern auch den Hauptoorbehalt Briands in seiner Note vom 26. Mörz aus dem Wege geräumt. Die Well stehe deshalb vor der Unterzeichnung eines Universal kriegsverzichtvertrages und damit vor dem größten Ereignis in der diplo- matischcn Geschichte. — Aehnlich schreibt der konservative ..Daily Telegraoh", der betont, daß Kellogg die von Sir Austen Chamberlain angeregte Kompromihmethode angenommen habe. „M o r» ningpost" sagt ironisch, der Kellogg-Pakt bedeute sogar noch weniger als die Völker- bundssotzung. Er spreche einen „freimütigen Kriegsverzicht" aus. verpflichte aber keinen der Unterzeichner zu irgendwelcher Verhol- tungs weife. Kunst und Wissenschaft. Die rheinischen Dichter in Frankfurt. Die rheinischen Dichter haben in diesem Iahre die Stadt Frankfurt a. M. als Ort ihrer alljährlichen Zusammenkunft gewählt. Die zahlreichen Freunde ihrer Kunst und die Stadt 5ranffurt selbst halten alles auf geboten, um ihnen den Aufenthalt so angenehm wie mögllch zu gestalten. Eine stilvollere Einlei.ung als den Empfang am Freitagabend in dem märchen- ha t schönen Pari des Freiherrn Albert v. Goldschmidt-Rothschild Halle man sich caum denken formen. Oin herrlicher Sommerabend trug das feine zur He>ung der Stimmung bei. Oberbürgermeister Dr. Landmann nahm hier bereits Gesegenhheii, die Gäste als Künder rheini'chen Geistes au's he.ztich le willkommen zu heißen. Den Dank für die rheini'chen Dichter stattete hie.auf Wilhelm Schäfer ab. Am Samstagmorgen fand ein Empfang im Römer statt, bei dem Stadkrat Dr. Michel die Dichter nochmals offiziell begrüßte, indem «r im Dichter die Persönlichkeit eierte. Herbert Eulen berg schildere in seiner Antwort red« in launigen Worten das schwere Los des Dichters Am Sonntagmorgen wurde im Schauspielhaus eine Matinee veranstaltet. Rudolf G. Dinding sprach den Prolog. Alsdann sprach 3 o - seph P.onten über ..Die Geltung und Bewertung der Wissenschaft und Kunst in der heutigen Zell". Durch eine weniger starke Hervorhebung des Wertes der Kunst und eine weniger starke Herabsetzung der Bedeutung der Wissenschaft hätten seine Ausführungen an Eindruck mir gewinnen können. Sehr gut war dagegen Ren 6 S ch i ck e l e, der es in seinem Dortrage über ..Erlebnis der Grenze" als Aufgabe der Menschheit, an der mi.zuarbellen auch die Dichter berufen feien, bezeichnete. Recht und Gerechtigkeit zu schaffen. Recht und Gerechtigkeit aller gegen alle, auch über die Grenzen hinweg, das fei das erstrebenswerte 3id des Menschen. Für fein mannhaftes Eintreten für diesen Gedanken wurde der Dichter vom Publikum mit reichem Beifall belohnt. Am Abend trafen sich die Dichter nochmals zu einem letzten Beisammensein in Homburg. Neue Schikanen der Rheinlandkommission. Verbot der Rundfunkübertragung von Koblenzer Denkmalreden. Wir haben mit Frankreich vor Iahr und Tag die LocanwVerträge abgeschlossen, haben daraufhin das Versprechen erhalten, daß von nun an im besetzten Gebiet manches sich zum Bessern wenden solle. In erster Linie war an einen Abbau der berüchtigten Ordonnanzen gedacht, die für die Besatzungsbehörden etwa das sind, was für uns die Reichsverfassung ist. Mit Hilfe dieser Ordonnanzen h tben sie vom Beginn der Rheinlandbesetzung an in den besetzten Zonen eine geradezu unglaublicheWillkür- Herrschaft errichtet. Welche Verhältnisse jen- seits^des Rheins herrschen, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß noch immer auf Grund dieser Ordonnanzen die Devöllerung gezwungen ist, ihre Wagen, Pferde und Automobile von Zeit zu Zell mustern zu lassen. Sie wird also angeyalten, obwohl in Locarno der deutsch-französische Friede noch einmal verbrieft und besiegelt worden ist, sich in den Dienst der französischen Mobilmachungsmaßnahmen zu stellen. Was den Rheinländern aber das Leben noch besonders schwer macht, sind die täglichen und klein lichen Besatzungsschikanen. Bald wird dieser lüeg gesperrt, bald dort einer vor das Kriegsgericht geschleppt, well er es gewagt Hot, zwischen zwei auf dem Marsch befindlichen, aber oft räumlich sehr well voneinander entfernten Truppenteilen hindurchzu- gehen, dann wieder kommen plötzliche und überraschende Einquartierungen, wobei allerlei hochgeschraubte Ansprüche an die Quartiergeber gestellt werden: in der Nähe der Uebungsplätze wiederum kann der Landmann oft monatelang seinen Acker nicht betreten, weil er entweder zum Manöver- gelände gehört oder von den Geschoßgarben der französischen Maschinengewehre bestrichen wird. All diesen täglichen Aerger schluckt man aber hinunter in der Hoffnung, daß ja doch die Befreiungsstunde schlagen muß. Man hört infolgedessen wenig über diese Not der rheinstchen Bevölkerung. Dafür sorgen aber die Besatzungsbehörden in gewissen Zeitabstän- den dafür, daß die Welt sich ihrer erinnert In Koblenz sollte jetzt ein GorreS- Denkmal eingeweiht werden. Beabsichtigt war. die gehaltenen Festreden durch Rundfunk zu verbreiten. Was tut die Rheinlandkommis- sion? Sie verbietet einfach unter Berufung auf irgendeine Ordonnanz die Rundfunkübertragung. Ganz abgesehen davon, daß die Kommission weder das Recht besitzt, sich in diese rem innerdeutschen Angelegenheiten einzumischrn noch überhaupt ehre einschlägige Ordonnanz vorweifen kann, hat man es doch in Koblenz vvrgezogen, sich nicht mit den Befatzungsbehörden herumzu- schlagen, sondern einfach auf die drahtlose Verbreitung der Festreden zu verzichten. Die französischen Querköpfe, die hier offensichtlich einen Strell vom Zaune brechen und aus ihm zu Gunsten einer Aufrechterhaltung Der Besatzung Kapital schlagen wollten, sind in einen luftleeren Raum vorgestoßen. Sie haben zwar die Verbrelluug Der Roden durch Radio unterbinden können, aber gleichzeitig auch einen neuen Beweis Dafür geliefert, daß die Rheinlandkom- Mission nur Darauf sinnt, wie sie Unruhe in die Bevölkerung hineintragen und das Verhältnis zu den deutschen Behörden unter Spannung fetzen tonn. Aus aller Wett. Die Ursache deS Liegelsdorfer Eisenbahnunglücks. Rach Dem Bericht Der Leichsbahndirek- tion Rürnbe rg über die Ursache des Sie- gelsdorfer Eisenbahnunglücks ist daran weder die Gleisanlaae l stuld. noch können be- triebSdi nstliche Der.ehlungen oder Mangel festgeste»^ ~uu)eu- Rach Eintragungen in Den Zugmeldebüchern der Stationen mußte Der D 47 zwischen Burgfarnbach und Siegelsdorf bei 2 Minuten Fahrzeit eine Geschwindigkeit von 117 Kilometer per Stunde entwickelt haben, während nach technischer Berechnung die Höchstgeschwindigkeit nicht mehr als 97 Kilometer betragen haben tonn. Es muß jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit angenommen werden, daß sich der Zug schon in Der Strecke von Burgfarnbach— Siegels Dorf mit einer Geschwindigkeit bewegt hat. die Die für diese Strecke zugelassene Hähstgc- schwindigkett erheblich überstieg, und daß diese Geschwindigkeit auch vor und wahrend der Ausfahrt aus Siegelsdorf nicht ermäßigt wurde. Wenn der Zug die kritische Stelle mll mehr als 80 Kilometer Geschwindigkeit durchfahren hat, müssen starke Schwankungen in Der Lokomotive eingetreten fein, die sich wahrscheinlich so start steigerten, daß sich das Drehgestell Der Lokomotive über Die Schienen hob und dadurch die (Sntgleihmg herbeisührte. Zum Schluß kommt der Bericht jedoch zu Dem Befund, daß eine unbedingt sichere Beweisführung nach Lage der Sache heute überhaupt nicht mehr möglich ist. Eine neue Husentgkeisung. Die Rcichsöahndirektiou Stuttgart tritt mR: D-3ag 135 Friedrichshafen—Stuttgart ist Samstag nachmittag 1105 Uhr bei der Durchfahrt durch die Station Ummendorf ans bis jetzt unbekannter Ursache entgleist. Die Lokomotive ist umgeftirjL Sämtliche Wagen sind nach bet Entgleisung auf dem Dahndamm zum Stehen gekommen. Getötet wurde niemand. Lima fünfzehn Reisende find leicht verletzt warben, ebenso der Lokomotivführer. Die verietzuv- gen des Heizers find gefährlicher. Beide hauptgleisc sind gesperrt: der Verkehr wird durch Um steigen aufrechterhalten. Dk Reisenden der entgleisten Zuges sind mit Sonderzügen weiter betör- bett worden. Der Präsident der Reichrbahndirektion. Dr. Sigel, ist nach Eingang der Nachricht fo'ort an die Unfallstelle abgefahren. Die Untersuchung, heißt er in der amtlichen Mitteilung weiter, hat keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, daß die Entgleisung etwa auf den Zustand der Gleise oder der Fahrzeuge zurückzuführrn wäre, dagegen ist zu vermuten, daß der Zug mit jo großer Geschwindigkeit in die Uursahrweiche gegen Biberach eingefahren ist. ** Große Schadenfeuer durch Blitzschläge. In her Rächt zum Sonntag schlug der Blitz in ein städtisches Gebäude in Stuttgart ein, das von 18 Familien bewohnt war DaS Feuer griff im Dachstuhl so schnell um sich, daß die Kinder Der Dort wohnenden Familien nur unter großen. Anstrengungen gerettet werden konnten. Durch Wasserschäden find alle Wohnungen für längere Zeit unbrauchbar geworden. — In Wiblingen bei Stuttgart schlug der Blitz in einen Block aus drei zu- fammengebauten Wohnhäusern ein Trotz sofortigen Eingreifens der Feuerwehr ist das oberste Stockwerk der Gebäude nieDergebrannt und Der zweite Stock vollständig ausgebrannt. Dee Familien konnten nur mit Mühe Dai nackte Leben retten. Insgesammt find durch den Brand 21 Familien obdachlos geworden. Brandstiftung durch Sinder. 3n Hülzweilen (Saar) geriet durch frier Kiw- der im Alter von zwei bis vier Iahren, Die auf Dem HeuboDen mit Streichhölzern spielten und dabei das Dort lagernde Heu anzündeten, das Haus des Bergmann- •SxfiDeju in Brand. Eine im Rachbarbause wohnende Frau hörte das Geschrei der Kinder und lief in Das brennen De Haus, nm Die Kinder zu bergen, wobei sie sowohl wie chre eigenen Kinder erhebliche Brandwunden erlitten, während Die eigentlichen Urheber des Brandes unverletzt blieben. Die Frau wurde ins Kraickenhaus auch BSMingen gebracht. Ein anderer Bergmann, der sein zweijähriges Kind aus den Flammen rettete, muhte )td) mit dem Kinde im Arm an einem sechs Meter langen Seil zur Erde nieDeriafftn. wobei er ebenfalls Brandwunden erlitt Das Feuer konnte Dann gelöscht werden. Eröffnung De» Belchsmuseum» für Gesellschaft»- und wirlschafwkunde. In Düffeldorf fanD die feierliche Eröffnung des ReichSmuseumS für DesellschaftS» und Wnttfchaftskunde statt, welches eine Ergänzung Der Museen in München und Dresden bildet. Zu Der Feier hatten sich zahlreiche Vertreter fron Reichs-. Staats- und Kommunalbehörden. fron Industrie. Wirtschaft, Handel und Gewerbe, Kunst und Wissenschaft sowie der Arbeitnehmer» verbände eingefunden. Die Wetterlage. Sonnldg.denZ'r Juni l —o 0 *> vorn, /V28 r^n— " ■ ö o o Xer O ®wenento» onrfltr. <*naf» onemtg »mckii »Schn« ä 6ro*ee ne»'4 in r^fran "Lert ' 2orieä, ■pien. ® & ich rr*3“ Tfafi 6i mb de--. । tir fliiyCT ^>beuge 'chlühiich gutem Tet ®6 war «iw; cinfadM foiat der grübe tcutt. stu Stimmen lischt r» '-lntkjj ■d ‘ w er .erüer 1 auf’ LvLler S,.1« Vritkte "eudski 8leiH j«®61 N. C«U 1 ItlAi „"**«1 ^ttehs mlrt °n* W '^s°> m ,n £ Aus der Provinzkashauptsiadi Siebe», tat 25. Sind 1028 vertauschte Hollen. M Ut doch fonD?rbar. wie In unterer Zeit die Stey tat ®m% hnZ) Bei nr.nriter Hal kn TTü5e. sich in dem Ärm va verständigen. Zärtliche Blicke gingen hin und bet. Scher,« ttxrri man in da» Gespräch. laute« Kceischen beantwortete e« Tie Ober fchofsen durch die TH4rtif>ra klapperten mit Tellern und Taften ab mit Dem Seid. Zch trachtete ein paar Ge'vröchsbrocken zu rbalAen. Ach. welche Türitig cit sprach darau«! .rtda«fram frecher Witz, oder Sbo't über •rrH"n der durch den Baum ging K cter- Vnnen K'atlch au« aTen Uinbrt Jfmgen. Dicht cm Töcrl fiel, da« wert gewesen tolre. e« aufzu- Dicht ein Gedanke gewann die 5orm de« Botte«, dem man hätte Beachtung schenken " nnen. Und vsch waren auch gerei't? Leute da. Männer, denen sich schon da« Haar lichtete. 4 Ndjtigt VN der An rt tot. Da- um sich k kn ÄS6 6" MV JöW ai * rm. $toe wZ. »gebrannt JJ Die öa« nadle ßt, ° M den 3tad -den. Trauen, hie nicht mehr jung waren. Ich wandte mich rasch wieder fort. Wenn 'ich Oagrr.b leicht gebürdet e« ist ihr Recht, sich dem Schmetterling verwandt zu ftiplen Durch stille Strafen ging ich heim, verstimmt von dem. waS aus mich einaedrungen war. Bor mir gingen zwei junge Mädchen Und die eine 'agta: .0* gibt etwas über un«. vor Den wir uns beugen müssen. Die wir e« nennen, ist schtmßsich gleich. Aber leugnen kann e« mit gutem Gewißen feiner.. .** ®« war nicht sehe alücklich in Worte gefaßt, iraO Da« Mädchen dachte ®« redete schlicht und einfach ober es war selbständig gedacht und ge- formt Man fühlte betau«: Hier Ul ein Mensch Der grübelt Der nicht gedankenlos durchs Leben rennt sondern Den Stimmen ringsum und den Stimmen in sich selbst mit gebranntem Ohr lauscht »ich ein Bild von der Welt und ihren h filnbn. .dwch viv ft» ^Streichhöl, M3 Dort (aotrtii 8 M Stramm uladjfarfauk vch m tri fthtta Et - nmbit ftWt p « ch« eigarn ft» i erlitten. väsM 1 Srantri wucJa' s Krankochauj >erer Dergum fr )en SlammciT.- im '3rm a an -r Srde mätria Dimlrit dr M Verden. ns für WMfr ifunbt die s«Me tzri^- ir SefMasts- nb jes ei* fcgäumi nb Drtiben t*M riche Jettrrta do* Amlbehörden. non el md «Lewerbr. brr Irsteiwchv«' •-tss±5 t(I w«v<* sl o inKi uSsagt- fJ «'M 4zö »£ xSLx E Y^L Berborgenheiten zu schaffen tracht:t. Jt?in Mensch. Dem e« genügt, wenn er durch Arbeit verdient, was er braucht und ein wenig mehr, damit noch Oenab abfällt. Bertauschte Dollen l Dort da« oberflächlich Die 3eü vertändelnde Alter, hier Die grübelnde Jugend. Es gäbe billige örfl innigen Dafür, trenn man gerade eine Deutung linDn wollte. Aber solche Orflärungen treffen den Krm nicht Das Problem Ist Wohl auch ein alt-« Mc ischenvroblem. Trostdem rfl fchrint. al« ob bt einem Teil de« jungen Geschlechte« sich da« anbahnen wollte, was schon immer der Zeit Den Tbarafter gab. Bve hundert Jahren wie vor tausend. 11 nD es ist zu bot len. Dafi dieser Teil Der 3ugritD stark genug ist für die Aufgaben. Die feiner harren Cr. Dr. h. c. Karl Klmgspor Ser Schristgiestereibesiher Dr. h. a Ä a r l Klfngfpor m Otfenbach begeht beide seinen sechzig sten ®court«tag. Wir Bnnen und wollen an diesem Ereignis nicht ohne Erwähnung vvrübergehen, ist doch Herr Xarl Kling'por cm ebener Kind. Sohn des verstorbenen Tadat- fabrtfanfen Karl Kllngspor und Bruder de« Kammer «ieni at« und Beigeordneten Adolf Kling- tpor von hier, der heute da« väterliche Geschäft Der Da ter erwarb Die Audhardsche Schrift- ©ieferei In Oifenbach für die Söhne Karl und Wilhelm. 3m 3obre 18Ö8 übernahmen Die beiden Löhne Die Schnftgiederei selbständig. Wilhelm. Der inzwischen leider Den Folgen schwerer Krieg«- beschädigungen erlern ist. übernahm Den kaufmännischen THI, während der ältere Bruder Karl Den ihm bislang völlig fremden technischen und künstlerischen Teil leitete. Das wir ein Wagnis, aber eine glückliche Teilung. Der jüngere Bruder brachte die gründlichen tauimjitnifdben Scfahruo- aen au« dem väterlichen Geschäft nut. wahrend Der ältere sich mit Der ih n eigenen Energie in Die neue Materie systematisch Hinern arbeitete. OeraDe als bisher Auhenftehend»r ging er un- uoreingenomintn an Die Stiche heran und kam Haid zu ber Heberzeugung. dah mit dem ®nt- wersen und der Herstellung Der Schriften Der bisherige Weg. bei zu einem künstlerischen Tiefst and ge üfrrt Datte. verlassen werden muhte Das grundllche Studium Der alten Schrllten vor. ju und nach Äulenderg« Zeit muik ihn dazu führen, hah Da» Lchristgewerbe wieder durch Künstler. Schriftkünstler neu befruchtet werden mülle. Den ersten Bersuch machte er mit Dem verstorbenen Professor Eckmann, dessen neuartige, dem Dekorativen entsprungene Schriftsorm Der- immDcning und Aussehen erregte. DaS war Der Auftakt für Pie neue Marschroute. Der Bruch mit dem Allen Die Dann folgen den Schriften nach Entwürfen von Peter DehrenS, Otto Hupp. Waller Tiemann und last not least Die grobe Familie Der Eharalterschristen von Audolf Koch sind längst Qk'mcingut nicht nur üi Deutschland. sondern in der ganzen kultivierten Welt geworden. Ta« Hcrcni-sinden Der für das Entwerfen charaktcristtschcr und schöner Schrisren geeigneten Künstler, fowie 6er lange Weg vom ersten Entwurf bi« zu ocr für Den Schnitt endgültig fcftgclcgien 5orm sind mühsam, erfordern Sedukd und Feinfühligkeit für die Zorm Dost der mm Sech-igrährige politisch ein energischer c;ctiler und ein Kämpfer für Die Erhaltung ter deutschen Schrittsorm war find na- urentl.ch in Oer Heimat und in der Eelehrten- urD 3oauD4 bu garer j i 0 iastrig « n S r ft # N c ■ ». 3m «rohen H. rlaal statte sich dazu rote sehr stattliche Zeftgemernde vtr- fammrit. unter Der man Die Sern et er zahlreicher «etjoeben. Lngestariger der oerschmdrusten mirteu- ichasttichen M^pün« Unserer 2flnDe5uniwrfitdt und ILianner aus einer ganzen Reiste von Orten der Provinz Lberstefsen bemerken konnte. Der Vorsitzende des Geschichtsoereins, Gesteimerat Proseffor Dr. Lcstoghel t(ör*tz«n). entbot der tiefkerfaemihing herz.utzen Kdilommer.fltufi. besonders begruhte er Den Vertreter der Landesuni- perfnal, ce. Magnislzenz den Rektor. Professor Dr. Kosenberg. den Vertreter i r Stadt Gtehea. Oberburg..me.ster Dr. geller, und Den Vertreter unserer Major und Baiaillonssomnurndeur .Lüders. Weiter gab er schriflliche Glückwünsche zahlretcher Freunde tes Verein» bekannt. Darunter Grühe von dem früheren GrOhherzog, Dem Wfnifteriaftireftor Urffabt und Oromnpaldirek- tor Graes. Lodann gab der Redner einen Rückblick aus die halbstunderisährige Geschichte de» Verein», au dessen Gründung am 13. Juni 1878 durch eine «nzeige im „Siebener Lnzeiger" eingeladen worden war, und die bann auch am 15. Juni 1878 erfolgte Männer wie Dürfen, Garei», Sörfmann, Dramm, Irle u. a., also Falscher und Liebhaber sanden sich stier zu gemeinsamer Arbeit im Dienste Der Hrimatsorschung zusammen. Bei seinen weiteren Mitteilungen au» der vereinsgeschichtr, die in ihren chcwptzugen von Dr. ffl a l b r a d) am vorigen Frei- tag in einem Artikel im „Gießener Anzeiger" geschildert wurde, wie, (Be^eimerat Professor Dr. B e - staghel besonder» auf da, Museum hin und würdigte Dabei Die verdienstvolle Arbeit de, früheren Museumsdirektor, Professor Dr. ftramer, der sich vom Militär und zunächst Liebhaber zum anerkannten und vollgültigen Fachmann der Heimat- geschichtriorfchung entwickelte, in herzlüber Weife. Mit anerkennenden Dorten stob er das Abkommen mit dem verewigten Kommerzienrat Wilhelm Gail hervor, dessen Kunstsammlung dem Museum Des Verein, angeglieDert wurDe und Vesten hochherzige, Werk in Dem Warnen ,^)berhessifches Museum und (Baif'^e Sammlungen" sorllebt .'liidi her Stabt sie bühct für ihre Förderung Des Museum, herzliche Anerkennung. Der Dank des Vereins gelte Darüber hinaus aber uud) allen Denen, Die in Den verflossenen Jahrzehnten das Werk Des Dberhesstschen Geschichts- Vereins unterstützt. Den Verein ermutigt und gefördert hatten. Legen ihrer beionberen Verdienst Die vereinsfache feien vom Dberhesstschen Geschichts- verein au» Anlaß Der Jubiläumsfeier zu Ehren- Mitgliedern ernannt worden: Gest. Hofrat Profestor Dr. Haupt (Kietzen), Profestor Dr. □ a rf fFreitmrg), Professor Dr. R 0 e S ch e n (Cau- bach) unb Professor Dr. 'S o l f (Arantsurt a. MX 6c. Magnifizenz Der Ttcftor Prof. Dr. Aofew- berg überbrachte Dem GefchichtSverrin Me herq- lichsten IubiläumSglückwünsche Der LanDeSuni- versität. wobei er auf Me innige Verbundenhrit zwischen Der UniberiitSt und Dem Berein hin- wies. Die LanbesmuversitÜt sei in ihrer Arbeit Durch das Wirken De« GeschichtsVereins immer in hohem Matze befruchtet worben. Denn Die reichen Schätze Des Museums stellten eine wertvolle Lehrsammlung für Den Unterricht an Der LandeSur.ivcrsitäk bar. tote auch Die Universitätsbibliothek Durch Den Berein immer wertvolles und schätzenswertes Material gewinne. Bor allem aber bringe Der Zweck deS Vereins diesen in enge Bervunbenheit mit ber Universität, denn Die Arbeit Der GeschichtSwi fenfchafi an Der Universität fänDe ihren UrgrunD in der Heimat- gefchichtsf or chung. Die sich Der Verein zur Ausgabe gemacht habe. Auch für Die zweite Hälfte seine« ersten IahrhunbertS enrigen Schassen« Dürfe vch Der DeschlchtSverein der herzlichen Glückwünsche Der Lande« Universität versichert holten. Oberbürgermeister Dr. Keller sprach Dem Verein im Barnen Der Stadt Dietzen herzliche Dlückwünfche au«. Unsere Stadt blicke mit De- ruigtuunc auf Die Tätigkeit dr« Obrrhesiischen Drichichtsvereins. der sich im Bereiche feine« Wirken« auch um Die Dietzener EtaDtaeschicht«- sorschung grobe Berdienfte erworben yabe 3n dankbarer Anerkennung Dielet Leistungen habe die Stadtverordnetenvcriauunlung beschlos rn. dem Berein eint 3ubil5um«ga5c von 500 Mk. Darzu- bringrn. Die für toiffenscha tliche Arbeiten, vor allem auf Dem Debietc Der (Siebener Stabt- geschichte. Derwrnduna s in den solle. Die herzlichsten Wönfche Der Stadt Dietzen würben auch Die weitere Arbeit bc« Geschichtsverein« begleiten. Archivrat Herrmann (Darmstadt) beglückwünschte len Verein in» Auftrage De» verbände» Der Hessischen Geschichts- und Altertumsvereine, des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde hx Kastel und Der Historischen Kommission für Den fireistaat Hessen und für Hessen-Waldeck unb Marburg, wobei er dem V rken Des Berein, auch vom Standpunkte De* Fachmannes aus höchste Anerkennung zollte und tM, Wunsche Ausdruck gab. lag Der 'Berein ans f*ier bisherigen ersoigreichen Ar- beit »lauf bahn weitere gute FortschrÄe machen mäy. Der Vorsitzende, Gebeünerat Professor Dr Behaghel, dankte famllicheu Rednern tm Namen de, Geschichtsoereins für ihre freundlichen Wunsche, lasbefonbere sagte er Der Stadt Gießen für Die Jubiläums«ab« mannen Dank Hieraus feierte Geh. Ho fror Prof Dr Haupt (Oiefecn) den verdienstvollen Vorsitzendem des Berans, Den Gehe rn rat PreTs Jr. Lehaghel, antätztich seiner jährigen Wirksamkeü als Vor- sitzender Des Bereins, unb er beglückwünschte Den herein, daß er einen wichen Führer wie Geheime- rat Beh «. qhel an seiner Spitze habe. Der Ge- schichisocrein dnnkte seinem imermüdllchen Bor- itynben für die bisher geleistete wertvolle 2lrbeit uon ganzem Herz i und hoffe, dasi Geheimeral Behag h e l^noch viele Jahre in ।einer bewürben» nxrt en Frische unb Schassens kraft dem Verein al» Führer erhalten bleibe. Anschlietzenb hielt der Prioatdozent Dr. Adolf Bach, Dozent an der Pöbagogifchen Akademie w Bonn, einen Festvorirag über bas Thema „D i e Ortsnamen in ihrer Bedeutung für Die Siedlung,geschichtet In eingehenden Darlegungen, wobei sich der Redner auch mit Den An sichen anderer wissenschaftlicher Fachleute auf Dielen» Gebteie in grotzer ftw beschäftigte, verstand er auch Die Nichtfachleute von der hohen Bedeutung der Dcuuamtoioi |d)ung |ur die Siedtungsgk'chicht, Vi überzeugen ÄHrrbing» bleibt auf Diesem Gebiete noch sehr niet ui tun ubng. msbeionDere ist e» er- fnrbertich. Datz Mr Sprsialfarschung imD Dir auf Da» ÄUgrmeuu geeichte.< Far'chung eng inüeinanber arbeiten und Dabei die llnlerftünuna weitester strebe der geistig intirrffvrtee Mitbürger in Stadt und Land finden, denn au» der AusNärung de» Ursprung» der Ortsnamen können wichtige Rückschlüsse auf die gefamte Siedlungsgeichich-e und Damit auf die Volk»geschichte gezogen werden Mit Sanfrsmonen des Vorsitzenden an Den Festredner und an Die Versammlung sand Der Fsstakt gtgn 12 10 Uhr lein Ende. Trim Mittazri en br. .Oinbenhurg“. Da« sich Dem Festakt ansch'otz, wurDe von StuD.-Aat Dr. Decker eine kurze Ansprache gehalten. In Der er Die Beziehungen De« Drich-chGverein« zu Al«'eld berührte. Diese Beziehungen sind »wcierleiArt. Guunal habe sich DerBerein 'elnerzeU eifrig für Die Lrholtiorg Des allen Hat häufe» in Als'elD - einer Der bemerkenswertesten Zach- toer[bauten Oberhel'ens. Der sich neben Den bekannteren in Franken ruhig sehen lallen Darf eingesetzt mU Dem Erfolg. Dah Das Rathaus heute eine Zierde Der Stadt unb ber Provinz ist. Zum an Deren fei Die Inventarisierung De« AlSfelDer Stadtarchivs durch einen ©tobener belehrten erfolgt. Den jetzigen Direktor Der Uni- verfirätS-Bibliothek Prof Dr. 8bcL Bei dieser Gelegenheit sprach Der Redner, nachdem Gehe! wer at Behoghel das während deS Fest- alles schon aclan hatte, noch einmal fein Bedauern darüber eu6. dasi Direktor Obel. Der sich seit langen Jahren inSbefonDere al« Ocrau«- ijcber Der .Mitteilmtgen" um Die FörDerung des Berein« verdient gemacht hat. durch eine Erkrankung an Der Teilnahme an Dem Fest verhindert war. Am Rachrnittaa versammelte sich eine Anzahl Mitglieder und Freunde DeS Berein« zur Besichtigung der Universitäts-Bibliothek. Oberbib'.tothckar Pros. Dr Fritzsche — als Vertreter des erkrankten Direktor« Pros. Dr. Ebel, be« 2. Dorsiycmben beS Verein« — wies in einer kurzen Ansprache auf bie Verbindung De« Berein« mit Der Bibliothek hin. Die .Mitteilungen" de« Berein« werben an etwa 200 Bibliotheken unD GefchichtSvereine in Deutschland, in Europa unb Den anderen Kontinenten Dcrfanöt. AIS Gegengabe erhält dafür die UniversitätS-Bibliothel die Beröffentlichun- gen Dieter betreffenden Stellen und erfahrt dadurch eine ganz auherorbentliche Bereicherung ihrer Bestände. Prof. Fritzsche gab dann einen knappen Abrih Der Geschichte her Bibliothek. Bei einigen hervorragenden Persönlichkeiten. wie etwa dem Frhr. Renatus (lad von Senckenberg, verweilte Pros. F r i tz f che etwa« länger, um zum Schl uh noch 'einmal zu betonen, dah sich gerade bet Dem Geschichts- Verein unb ber Bibliothek btt erwünschte Wechselwirkung zwischen staatlicher Sütforge und privater Tätigkeit tm Interesse Der geschichtlichen Heimatforschung zeige. Dah sowohl Die Bibliothek wie Der GefchichtSderein in Dienst am ganzen Deutschen geistigen Leben stehen. — 3m An- schlich Daran sührte Prof. Fritzsche Die Besucher Durch Die einzelnen Räume Der Bibliothek, um einen kurzen Rückblick in da« Wesen einer Bibliothek zu geben. 3m Zeitschriftenzimmer hatte Ocr Schriftführer De« Berein«. Bibliothekar Dr Walbrach, eine Anzahl Geschichtowerke aus älterer Zeit aufgelegt, bie sich mit Hellen und tn8befonbere mit Giehen befchäftigen: ausierbem waren eine fehr wertvolle Hanbschrift unb eine 3nlunabel aus Dem Anfang beS 16. 3ahrhun- bertS, ein Faksimile-Druck Der Manessischen Handschrift. De» (lobet ArgenteuS au« Upsala unb weitere wertvolle Bücher für bie Besucher bereitgelegt worben. Zum Schluß erläuterte Prof. Fritzsche Den BibliothelSbau noch von außen unb wie« vor allem auf Da« Bücherhaus hin, do« sich in glücklicher Tarife Dem GefarntbilD ber Universität«-Bibliothek einfüge. ^u bem geselligen Beisammensein am Abend im »suchendurg" sanden sich bie Mitglieder ein, um den Darbietungen de, Alsfelder Fugendorche- st e r s unter Leitung bc, Oberreallehrers Dotter zu lauschen. Das Bemerkenswerteste bes reichhaltigen Programms waren die althessischen Musi.'ftürfe, die Herr Dotter nach Handschriften im hiesigen Uruocr- sitätsarchio und in der Landesbibliothek bearbeitet hat. Geheimerat Behagh « l dankte den Alsselder Gasten in launiger Weile auf» herzlichste und brachte ein Hoch auf sie au». Bei dieser Gelegenheit mag erwähnt werden, dah Herr Dotter für die Festschrift be, Vereins, die demnächst Den Mitgliedern zugestcllt wird eine Arbeit über bie Pflege ber Musik an der Universität und dem Pädagogium zu Gießen versaßt hat. Am SonnlagvormUtaa besuchte der Berein Da« Mukeum im alten Schloß. Pros. Helmke Der Direktor Der stäDtifchen Sammlungen, übernahm selber Die Führung durch die verschiedenen Räume. Die vorges^-ichlliche Abtei'ung im obersten Stockwerk todtbc zuerst besichtigt, wobei Pros. Helmke eingehende Erläuterungen gab bann ging es durch Die Kupsersiichsannnlltng, das Römerzimmer, die FayanLeabtri ung und bis zur Kapelle. Kein Teilnehmet wird das Museum ohne Gewinn verlas en haben und ohne Dank für die kreis siche Führung. Den 2ll»schluh De« Feite i bildet» ein Ausflug De« Vereins nach dem Schifirnberg am Sonntag- narfmnllac, wo Die Teilnehmer bei Kallec unb Kuchen einige netmügt? Stunhm rerbrachten. Ein langjähriges Wi.'glied. Herr Binbewalb- Gießen, bankte in einer kurzen Anfprache im Damen Der .Rehme-.den" De« beiden.Gebenden". Gchnrncrat Be Hag Hel und Prok. Dr. R a u ch. Geheimerat B e h a g h e l hat sich in Den 25 3a^- rcn. Da er Dorsitzender ist, stets mü besonderer Liebe der Ausflüge DeS Berein« angenommen, und Prot. Rauch ist feit langen Fahren Der bewährt? gefchichtsih-kunstgefchicht iche Führer in den vom Verein besuchten Orten getoe'en. 3nx gcrnzen Darf man von Der Fun'-zigjahrsrier bc« Overyes llchen Gefchichtsverern« ragm_ Daß sie zur Zufriebenheit aller Teilnehmer verlaufen ist. Möge das zweite S^alb; ahrhun bert Des Berein« ebensi glücklich vertäu,'en. wie Das erste. digung oortiege, ist «ngehenD zu b:gründen, der Beginn Des Leidens and lein bisheriger Bei laut zu schisirern. etwaige Zeugen unb die behandelnden Aerzte sind zu benennen. Anträge airi Rentenerhöhnng toeqen Verschlimmerung DeS Dienstbeschädi trnlridenS mü'fen glaubhaft gemacht werden. D. h. es muß dem Antrag erne Bescheinigung Des Arzte» oder Des Arbeitgebers. Der Kranken koste oder Der Orts- behvrDe bctgtfugi werden, in der die behauptete Dertchlmnnerun bestätigt w.rd. O^ne .Glnub- hafiMachnng- tft Da« Berioegungsan« nicht bt Der Log«, einen Besch-id zu erteilen. Die Bersorgungsb rechtigten können versichert 'ein. daß ihr» Antrag» sofort nach Eingang in Bearbeitung genommen und ro schnell Die Möglich durchgeführt werben. Da aber nun schon tast 10 3a6tr fd! Krieg c iDe verganten find, wird Die unerläßliche Brichatrung d r astigen Unterlagen. fnsbrtkmDeee Der meist nicht Dehn Berioegnngs- amt lagernden milllärifchen Papiere bei 71 eu» anträgen stet« längere Zeil beanspruchen. Sobald Die Unterlagen fdmt ih etngegangen 'inD er'otgt Die ärztliche Untersuchnng unb Die Bescheid» ertdlung. Taten für Ticnota Dor Dem Schwurgericht begann heute Die mit großer Spannung erwartete Schwur- gcrichtSoerhanblung gegen den früheren Obet- eifenbahnfriretär FrieDrich Wichmann Der cm 31. B^t: 1893 in Steißen lKreis Ottweiler) im eaargJnct ^oren tourte Der Qingeflagte ist ein schmaler hochoufg ivach euer Mensch mit blaffem Gesicht. Ktrz nach 9 Uhr betrat Da« Gericht mit Dem Ersatzrichter unD zw:i ErlaOgeschwo- renen Den Darhandlungssaa. Als Sachtertzänbige sinb erschienen Gerichtsarzt Prof. Dr. B o r - kastner. Prof. Ranke, PrivatDozent Dr. Walter Rief« und ber von ter Verteidigung gelater-e SanitätSrat Dr. Magnus H i r s ch f e l D. Der Borsitzente erwähnte zu Beginn brr Der- Handlung. Daß ci aus ZwcckmätzigkeitLgrünrerr Die Bemchmung De3 Sachverständigen Dr. Hirf chf clD anordne. Dem Angeklagten wirD -ui Last gelegt Daß er gemeinsam mit seiner Frau Mord in Drei Fällen begangen fyabz. Die Vernehmung Wichmanns, Der einen gefaßten Eindruck macht, erstreckte sich zunächst auf feine persönlichen Derhältnille. WUmR^ BITUMENWERKEgmaUNKA i w machMasse Keller feuchfe Wohnungen garanhertshubf rocken CMfik-i «t-d* Todes-Anzeige. Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 27. Juni, 15 Uhr, auf dem Alten Friedhof statt 6O73D 5075D 38. Juli, 28 ükr. 6076V 04743 Ab heute bl* einschließlich Mittwoch: Stellenangebote wefe Gießen, den 25. Juni 1926. 04753 6084D Barzahlung: 6J74D werben angekaust. O47G1 6070c LrV' Ein heiterer Zille-FiIm pnvatdozent Or. O. Behaghel und Frau Lotte geb. Snethlage Lehrer-. Schüler- nnd Studentenk&rten za 0.50 RM., Gastkarten zu 1 RM. an der Abendkasse (Gastkarten auch In der Musikalienhandlung von Ernst Challier). Dten-tag, den 26. Juni I. I.. nachmittag- 2 m>r. versteigere ich im Löwen, Reuenweg 28 dahier. zwangsweise gegen f Jetrt mm BedcnX ' Kidcmülirn ' alle Form. v. 50 Pf en RedceChabe Billigste Aaiwahl . Drittle »Interhon Krtnxplatx 10. J Am 17. Mai 1928 starb bei einer Auslandsreise in Colombo der in Hamburg-Wandsbeck wohnhafte Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rod- heim für Rj. 1928 liegt vom 26. Juni bi- einschl. 2. Inli L I. auf unserem Bureau zur Einsicht der Interestenten und etwaigen Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Llmlage beschlossen. zu der auch die RuSmärker bei- . Bernd Aldor Lissy Arna Fritz Kämpers Wolfgang Zllzer . . Hilde Marofl Tages verdienet von 10 R.-1H. n. mehr durch b. .vabrtk woss Albin Windiscb. LudwlgibnrgiSBttDflJ Oie Geburi eines Töchterchens zeigen hocherfreut an Schwimmableilong. TicnStag, 26. Juni, abends 8 Uhr: Beriommiong im Bayrische» €»of (Wflub). Um zahlreiches Erscheinen bittet •"•D der SchwleuwarL 1 Rauchtisch, 1 Grammophon, 1 runde- Tischchen, 1 weihe- Schränkchen, 1 Sofa, 1 Vertiko, 2 Korbsestcl, 1 Blumenkrippe, 1 Kleiderschrank, 2 Büfett-, 1 Büchergestell. 4 Warenschränke, 12 Paar Zugstiefel, 150 Paar Schlüpfer. 14 Pullover, 3 Tennisschläger, ICO Gummiblasen. 30 Paar Lederhandschuhe, 20 Paar Tennisschuhe, 25 Paar Sportstrümpse, 2 Schreibtische. 1 Bücherschrank. 1 gr. SiSschrank, 1 Nähmaschine, 1 Diwan, 1 Ausziehtisch. 1 Kommode, 3 Pferde. 4 Kühe, 4 Schweine, eine Sämaschine, 1 Mähmaschine. 3 Wagen, 1 Schreibmaschine. 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Die Verdingungsunterlagen sind, soweit vorrätig, bei dem unterzeichneten Architekten erhältlich, wo auch die Pläne eingesehen werden können. GröffnungStermin am Mittwoch, dem 4. Juli 1928, vormittag- 11 Uhr. Dietzen, den 22. Juni 1928. 6050D Fischer, Architekt B. D. R. Krauenhaare! Rur 3 Tage! Ankauf von auSgekäinmten ff rauen haaren. Gilt! — Auch Echnittbaare la Grubensand Putz- u. Maurersand ab Grube Marburger Straße frei Verwendungsstelle billigst K. Sier, Im Gartfeld 2 Telephon 1561 Telephon 1561 Lichtspielhaus Babnhofatrafee 34 in 8 Akten. Die große deutsche Besetzung: Martin Overbeck sen.............. Eugen Burg Martin Overbeck jun........ Gustav Fröhlich Tina Schaffner Renate Branscwetier Stadttheater Dienstag, den 26. 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Ang. u. 04/45 an den iMien. »n*. 3tflarrengelt6ende in ihren Werken, die Urteertc aller Zeitwerte sind. Gewiß bestehen noch grobe Gegensätze in der Meinung von den Lösungen. Aber an solchen Gegensätzen entzündet sich ber Eifer um die Lösungen seiber, unb eine Qlation, eine Epoche besah, wenn je. die Einheit ber Seele immer viel woniger durch das. waS sie fand. alS in dem, was sie suchte. Die Vermögensteuerveranlagung und Emheiisbewertung 1928. Don (BteuerinfpcHor Hrees, Gießen. II. Die Bestimmungen für die Bewertung derjenigen Gegenstände, die von Amts wegen vorgenommen wird, sind für die Einheitswertfeststellung 1928 hinsichtlich deS Grundvermögens wesentlich geändert. Die Bewertung des land- wirtschaftlichen. deS forstwittschaftliä-en unb des gärtnerischen Vermögens, des Betriebsvermögens sowie deS sonstigen Vermögens ist mit geringfügigen Aenderungen dieselbe wie früher. Die nachfolgenden Ausführungen können sich somit auf Die Bewertung des Grundvermögens beschränken. Ebenso wie in ben Durchführungsbestimmungen für 1925 wirb für 1928 bei der Bewertung von bebauten Grundstücken zwischen zwangSbewitt- schasteten und nicht zwangsbewittschafteten Grundstücken untertrieben. Als zwangsbewirtschaftete Grundstücke im Sinne ber Durchsührungsbest im- mungen gelten alle bebauten Grundstücke (auch Detriebsgrundstücke), die am 1. 3anuar 1928 ganz ober teilweise entweder dem Reichsmietengesetz, dem Gesetz über Mieterschutz unb MielcinigungS- ämter oder bem Wohnungsmangelge etz unterliegen. Der Ausgangspunkt für Die Bewertung derartiger Grundstücke blldet Der Wert, der bei ber letzten Einheitsbewertung als WehrbeitragS- wert zu Grunde gelegt worden ist Man hat demnach Die Dewertungsmethode für 1925 bei» weiht du. unb beine gute betörenbe Liebe gehört einem Reh. das Abend für Abend auS den Birkengehölzen des Waldes kommt, ein schönes einsames Reh. das über die Lichtung späht, wenn du an den Zäunen deines Gartens mit Hellem Kattunröckchen stehst. Du bist eS vielleicht, die mich sucht und die ich suche, weil du eine große kristallklare Seele hast, die alles Wunderbare, alles Einfache unb Seltsame ^begreift. Die ich suche, weil ich bis Sprache ber Seele aus dem Unendlichen acfrört habe. Sturmwinde im Winter, weiße Rächte im Sommer. ach dein Gesicht. Amaryllis, trägt sie unter den Wimpernbogen. Dor deinen Fenstern rauscht der Wald biS tief in Die Schluchten hinein, wunderbar verzauberter Wald mit Dunflen und scheuen Tierrudeln, deren Augen im Abendaufgang der Gestirne glänzen. Wenn du an mir vorübergehen würbest, leicht unb verschlossen, mit einem Lächeln, bas eine Dlutwelle ist, würde ich bas Rauschen der Wälder hören, bas Rauschen, das wie der große zeitlose Atem des Meeres ist. Zch würde die Erde noch an dir spüren, aus der du gewachsen bist, herrlich riechende und fruchtbare Erde. Du bist das Geheimnis der Ratur in einem Fleische. Erde und Gras, Meer unb Tier bist du, irbisch unb selbstverständlich wie die Rächt, ber Wind über ben Häusern und die Sprache des Waldes. Aber du kommst mir nie nahe, und ich werbe ohne beine erbfraften Umarmungen sterben müssen. Zch werbe niemals dich küssen unb nach bem ersten Kasse schon niederstürzen mit berauschtem Du wirst deine einsamen Rächte vergehen lassen wie das gelbe Licht deiner Trankerze vergeht. Der Morgen nimmt ben Honighaften Geruch deines aufgelösten Haares entgegen unb treibt ihn in bic Winbe. Da habe ich bich gespürt, meemafre Amaryllis, diesen Duft aus einem Kammerfenster, mitten in bet vernichtenden Stadt, unb mein Hetz Hieb stehen. Dreimal blieb mein Her; stehen wie eine Uhr. in die ein rätselhaftes Geheimnis gefahren ist. So fÖTuiteft du fein. Amaryllis. Tausendfach könntest du sein; beim du bist heimatlos wie die Erde, wie ber Wind, wie bas Spiel ber Sterne durch das Gesträuch. Werbe ich bich finden, namenlos Geliebte. Amaryllis. Geheimnisvolle? Rie werde ich dich finden. Die werde ich dich finden, wenn ich auch aus- bräche zur fdig-unfetigen Wanderung durch bk behalten, obwohl es an sich wünschenswert wäre, wenn man den WehrbeitragSwett als Grundlage für die Bewertung verlassen würde. Ze Doch schien der Weg noch nicht gangbar, Da auf bem GrunbftückSmarkt sich noch keine normalen Verhältnisse gebildet haben und der Wehrbei- tragswett eine unter normalen Verhältnissen gewonnene sichere Grundlage darstellt. Zur Ausgleichung von etwa noch oestehenden ganz krassen Ungleichmäßigkeiten kann der Wehr beitragswert neu ermittelt werden, unb zwar dann, wenn ber WehrbeitragSwert gleichartiger Grundstücke in derselben Gemeinde in offensichtlichem Mißverhältnis steht unb wenn außerdem ber neu ermittelte Wehrbeitragswert um mehr als 25 Prozent nach oben oder unten ab weicht. Die zwangsbewittschafteten bebauten Grundstücke werden eingeteilt In Villen, Geschäftsgrundstücke. Mittwohngrundstücke unb Grundstücke, Deren Erhaltung im öffentlichen Znteresfe liegt. Die Einteilung weicht von der früheren Regelung insoweit ab, alS an Stelle des Begriffs „«in* samllienhaus" ber Begriff „Villa" getreten ist. Die Aenberung war erforderlich, da unter Dem Begriff „Einfamilienhaus" auch jedes kleinere ArbeiterhauS fiel, obwohl eS keinen Villencharakter besaß, während anbererfeii« Villen, weil sie vom Eigentümer vermietet waren, wie Mietwohngrundstücke bewertet werben mußten. Landstriche b. über Gebirge hinweg und blühende Flußufer entlang. Rie werde ich deinen Mund berühren mit zitternder, glühender Lippe, nie werde ich Dir meine Handfläche an Die Stirne legen. Damit Du Den wilden, unruhigen Schlag meines Blutes spüren mögest. Rie werde ich dir die Geheimnisse meines Herzcns n einer liebrsseligen verschwärmten Rächt zuflüstern. $enn._ wenn ich dich fände. Amaryllis, würde ich unglücklich werden. Denn Ich verlöre die Sehn- sucht. ilnD ein Herz ohne Sehnsucht ist Alter. Zch aber bin jung, ich will dich suchen, Amaryllis. unter Hunderten und Tausenden in allen Städten will ich dich suchen, auf allen Gehöften, auf fahrenden Schiffen und einsamen 3nfeln... Hochschulnachnchten. Dr. Fritz Eichholtz in Elberfeld hat drn Ruf auf Den Lehrstuhl der Pharmakologie an der Uniterfität Königsberg angenommen. — Das durch die Emeritierung des Geheimen Regierungsrat G. Störring an Der Universität Bonn erledigt Ordinariat der Phlloso^»ie ist dem ord. Pivsessor Dr. Erich Decher in München angeboten worden. — Zum Rachfolger von Profcsior Paul Merker auf dem Lehrstuhl Der deutschen unb nordischen Philologie an ber Universität Greifswald wurde Professor Dr. 2. Magon aus Münster aus erleben. — Der Privatdvzent Dr iur. Erll Wolf in Heidel- b_c rg hat einen Rus als ordentlicher Professor für Strafrecht. Strofprozehrecht und Zivilprozeh- recht an die Universität Rostock als Rachfolger Dey r erstorben en Geh. IustizrateS Wachenfeld erhalten Der durch die Emeritierung des Geheimrats R Den etc an der Universität Hal- l e erledigte Lehrstuhl Der allgemeinen Pathologie und pathologischen Anawmle ist Dem ordentlichen Professor Dr. med. Walther Derb- linger in 3ena angeboten worden. — Dec Professor für experimentelle Physik an der Universität Earnbridge Sir Ernest Rutherford ist ton der Preußischen Akademie Der Wissenschaften zum korreipondierenden Mitglied ihrer vhyfikalifch-machematischen Klasse gewählt worden. Sprechstunden der Redaktion 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügte» Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. WehrbeitragSwert von mehr als 100 000 Mk. “ des Wehrbeitragswertes- Für die Zukunft ist die Zurechnung zu der Dillen- gruppe davon abhängig, ob das Grundstück nach Bauart und Einrichtung seiner Gebäude Dillencharakter aufweist. Die Entscheidung der Frage, ob ein Grundstück Dlllencharakter aufweift, richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen. Die Bewertungssätze haben gegenüber der bis« herigen Regelung eine teils stärkere, tells schwächere Erhöhung erfahren. Innerhalb der einzelnen Grundstücksgruppen hat eine größere Diffe- renzierung der Bewertungssätze stattgefunden. Durch inde Differenzierung dürfte von dem Weg allzugroher Schematisierung abgewichen sein. Es siird folgende Rorrnallähe vorgesehen a) Dillen: b) GeschäftSgrund st ücke Aabrikgrundstücke und Lagerhäuser mit 70 Prozent de« Wehrbeitragswertes; sonstige GeschöftSgrundstücke mit 80 Prozent des Wehr beitragswertes. c) Mietwohngrund st ücke (wenn sie der Raumfläche ihrer Gebäude nach überwiegend Wohnungen enthalten): Don 1 bis 2 Wohn-(Schlaf.-Räumen mit 45 Prozent des Wehrbeitragswertes: von 3 bis 4 Wohn-lSchlaf--Räumen mit 50 Prozent deS WehrbeitragswerteS: im übrigen mit 60 Prozent des Wehrbeitragswertes. Bei Geschäftsgrundstücken, die überwiegend eine neuzeitliche bzw. überwiegend ein« veraltete Einrichtung aufweisen, erhöht sich der Bewertungssatz um 5 Prozent bzw. ermäßigt er sich um 5 Prozent des WehrbeitragswerteS. Als Geschäflsgrurrdstücke aellen sowohl eigengewerblich und fremdgewerbttch genutzte, als auch von öffentlich-rechtlichen Körperschaften zu öffent- lichen Zwecken benutzte Grundstücke. In bestimmten Gemeinden, die von den Herren Präsidenten der LandeSsinanzämter im Benehmen mit den Landesregierungen zu bestimmen sind, können wegen guter, schlechter oder sehr schlechter Lage Zu- oder Abschläge in Höhe von 5 bis 10 Prozent gebildet werden. Entsprechende Verordnungen sind zu erwarten. Dient ein Grundstück mehreren Zwecken, z. B. tellweisc Geschäftszwecken, teilweise Mielwohnzwecken, so wirb jeder Teil für sich bewertet. Entfallen jedoch auf einen Teil nicht mehr als 20 Prozent der Iabresrohmiete, so wird dieser Teil dem anderen Teil hinzu gerechnet. Die nicht zwangsbewirtschafteten Grundstücke (das sind insbesondere solche Grundstücke, die nach dem 30. Iuni 1918 bezugsfertig geworden sind) sind mit dem Grtragswert jedoch nicht über den gemeinen Wert hinaus zu bewerten. Als Ertragswert gilt der achtzehnfache Betrag des nachhaltig zu erzielenden jährlichen Reinertrags. Bei nicht zwangsbewirtschafteten Grundstücken, die der Gebäude-Entschuldungssteuer (Sonder- steuer) unterliegen, sind di« Steuerlasten bei Errechnung des Reinertrags mit 60 Prozent der derzeitigen Höhe anzusetzen. Unbebaute Grundstücke sowie Grundstücke, die sich am l.Ianuar 1928 im Zustand der Bebauung befanden, sind mit dem aemeinen Wert zu bewerten. Hierzu »ählen insbesondere Bauplätze, Lagerplätze, Rohbauten usw. . Im Hinblick darauf, haß die aus den l.Ianuar 1928 festgestellten Einheitswerte wohl auch l für Landessteuerawecke zu Grunde gelegt werden, hat bei der diesiährigen Einheitsbewertung auch F eine Feststellung der Einheitswerte für solch« Betriebe und Grundstücke stattzusinden, bereu ’• Eigentümer nicht der Vermögenssteuer unterliegen. Durch das neue hessische Gewerbesteuergesetz ist bereits bestimmt, daß die auf den l.Ianuar 1928 fest gestellten Einheitswerte der ge- werblichen Betriebe als Grundlage für die Gewerbesteuer dienen. Oberheffen. Landkreis Gieren. : Reiskirchen, 24.Sunt Einem lange geheg- ten Wunsch der Ortseinwohner entsprechend, hat «ich jetz ein Arzt bei uns niedergelassen und seine Praxis schon begonnen. Bor einigen Zähren bereits hatte ein junger Arzt eine feste Wohnung hier gemietet, um von hier aus zu praktizieren. Damals scheiterte der Plan jedoch an der Zulassung zur Krankenkassenpraxis. Bei der zentralen Lage unfe» res Ortes und der großen Zahl der nahegelegenen Ortschaften darf angenommen werden, daß nicht nur hier, sondern auch bei den Einwohnern der umliegenden Dörfer die Niederlassung eines Arztes als willkommen empfunden werden wird. Queckborn. 24. Iuni. Seit einigen Tagen ist die Heuernte hier in vollem Gange: sie verspricht einen reichen Ertrag. Es ist aber sehr schwer, Arbeitskräfte zu gewinnen, da die Stcininbuftrie in der hiesigen Gegend die sonst freien Hände beschäftigt. Hm so mehr ist zu wünschen, daß die Witterung günstig bleibt, somit nicht noch durch Regenfälle die an sich harte Arbeit erschwert, und die Grnte bedroht wird. $ (ürünberg, 24. Juni. Die jüngste (9 c - meinderatssitzung bracht« u. a. folgendes - Ein Gesuch des Ludwig Herzberger um kostenlose Ablassung von Erdaushub von der Käswiese zu seinem Neubau wird vorläufig zurückgestellt, da diese Erde zur Auffüllung in der Theo-Koch-Straße benötigt wird. — Dem Stabszatzlmeister a. D. sta a s wird auf sein Gesuch um Räumung eines Grabens zwischen seinem Garten und dem Garten des Karl Keil erwidert, daß dieser Graben nicht Eigentum der Stadt ist und seitens der Stadt keine Veranlassung zur Räumung dieses Grabens besteht. — Die Entscheidung über die Beschwerde des Bauunternehmers Jaeger in Quedbom vom 14.3uni 1928 wird auf Antrag des Gemeinderats Großhaus einstimmig vorn Gemeinderat zuruckgestellt. Diese Angelegenheit soll auf die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung gestellt werden. — Eine Anzahl weiterer Punkte der Tagesordnung wurde in geheimer Sitzung beraten. 0 Münster bei Lich 24. Iuni. Nachdem der hiesige große Stein br uch („Steinet" genannt) eine Zeitlang stillgelegt war. hat man jetzt wieder mit der Arbeit in ihm begonnen. Es steht zu hoffen, daß mit der Zeit der Betrieb wieder in vollem Umfang ausgenommen werden kann, so daß die Arbeiter in nächster Nähe Verdienstmöglichkeit finden. 4 Lich, 24. Juni. Unter Beteiligung von rund 30 Mitgliedern unternahm der Zweigverein Lich des Vogelsberger-Höhen-Clubs gestern und heute eine wohlgelungene Wanderung an die Edertalsperre. Unter Führung des V. st. C.-Bruders Otto Pappe und des Iugend- worts Karl Wahl wurden die schönsten Punkte des Waldecker Ländchens, wie Herzhausen, Vöhl, Waldeck und steinfurt mit der Sperrmauer besucht. Die Rückfahrt führte über Bad Wildungen und Wabern. Kreis Badingen. Lpd. Büdingen, 23. Iuni. Der Gemeinderat befaßte sich in seiner jüngsten Sitzung u. a. mit der Errichtung einer Iugendher- berge auf dem sog. „Erlenkippel" und genehmigte den Bau. Das in Frage kommende Gelände wird bis zu 1000 Quadratmeter dem Verbände kostenlos überlassen. Mittel für die Zuführung der Wasser- und Gasleitung, sowie ein Rachlah von 20 Prozent auf den Kaufpreis deS erforderlichen Baubokes wurden bewilligt. Die Arbeiten sollen baldigst in Angriff genommen werden. Kreis Schotten. -s- Hartmannshain, 24. Iuni. Heute abend gegen 7 Uhr ereignete sich hier ein Verkehrsunfall. Ein Lauterbacher Personenauto. von Muschenheim kommend, stieß an der Straßenecke von Ruhl mit einem Bad-Rauheimer Verkehrsauto zusammen. Der Privatwagen wurde von dem OmnibuS zirka 20 Meter weit geschleift, bis es gelang, den Wagen zum Stehen zu bringen. Dis auf einige kleinere Verletzungen durch Glassplitter u. dgl. sind Personen glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Dagegen wurde baß Personenauto an feinem Vorderteil sehr stark demoliert, so daß es abgeschleppt werden mußte. Die Schuldfrage ist noch nicht ganz geklärt. Zweckmäßig wäre oie Anbringung von Warnungstafeln. Starkenburg. WSR. D a r m st a d t. 24. Iuni. Der statistische * Monatsbericht der Stadt Darmstadt ist in den mit 70 Prozent ___ ---- Wehrbeitraaswert von mehr als 60 000 biß 100 000 Mk. mit 75 Prozent des WehrbeitragS- wertes, jedoch nicht mehr als 70 000 Ml.', Wehrbeitragswert bis zu 60 000 Mk. mit 80 Prozent des WehrbeitragswerteS. jedoch nicht mehr als 45 000 Mk. Schmetterlinge. Don Joses Friedrich perfonig. Aus dem in nächster Zeit erscheinenden Roman Perkonigs »Bergsegen" teilen wir mit Erlaubnis des DolkSverbandes der Bücherfreunde einen Abschnitt mit. An verborgenen Plätzen feierten die Schmetterlinge ihre Ordensseste. die kaum jemals ein Mensch störte. Ueber einer erwärmten Wiesenfläche schwebten Wolken von Faltern, als habe sie der Himmel selber anSgesät, als müßten sie schon im nächsten Augenblick wieder zu Tautropfen werden, niederfallen und neuerlich in jenen Zustand rückver- wandelt sein, aus dein sie eine geheimnisvolle Laune emporscheuchte. Lebendigere Lust der Kreatur, an einer Stelle zusammengedrängt, war undenkbar. dichter beisammen konnten sich alle Farben der Schöpfung nimmer finden. Es schwirrte da Adel und Volk Admiral, Apollo. Schwalbenschwanz. Zitronenfalter neben Weißlingen und Blaufaltern. Ihre schlagenden und taumelnden Flügel füllten die Luft mit gelindem Rauschen, als würde Seide auSgebreitet oder riesele Wind durch Espenlaub. Mitten unter ihnen aber schwebte, ohne Flügelzucken. in fanften Bögen, daß königlich einsame Paar der Trauermäntel. Ihre dunklen Ränder glänzten wie blauschwarzer Samt. Felician schwindelte eS. denn solches Zaltcrspiel batte er an wärmsten Tagen und über windstillen Lehnen niemals gesehen. Und so sehr er auch hinblickte, die sichtbare Gnade der Wiese zu erspähen, er sand kein äußeres Zeichen ihrer sicherlich inneren Gewalt, die den Falterschwall über ihrem Bereich zu holdem Verweilen bannte. Graeve setzte sich am Rande des Wiesen- streifenS hin und wartete wohl über eine Stunde lang auf die Auflösung der merkwürdigen Schmet- terllngsgemeinde. aber ihr leidenschaftlicher Taumel sollte wohl vor dem Abend nicht enden. Er muhte schließlich die von keinem Windhauch berührte Waldinsel verlassen, ohne sich erklären zu können, warum der Braus der geflügelten Tiere hier so stürmisch wogte, ohne daß eß für ihn eine andere Lösung gab als .Es muß ein Wunder sein." Aber in seiner Grübelei kam er an eine Stelle, wo ihn dieser Hang zu Ienseitigem nicht mehr befriedigte. ES gelüstete ihn nach einer natürlichen, näheren Ursache. Und er begann zu enträtseln: ,Es wird an diesem Orte wahrscheinlich ein geheimer Zusammenhang zwischen Boden und Sonne bestehen. Vielleicht zieht nahe der Luft eine Metallader unter der Wiese und fängt die Sonne stärker als metallose Erde. Diesen wärmeren Hauch aber spüren die feinncrviaen Falter, die für Wärmeschwankungen wohl ein besonderes Organ besitzen." Der Zweifel mengte sich wieder ein. .Oder aber beruht die sonderbare Erscheinung doch auf einem unaufflärbaren Zusammenhang zwischen Tierseele und Erdenseele". Er berichtete am nächsten Tage dem Iäger von dem Ereignis, und der horchte auf. .Eine Wolke von Schmetterlingen, sagen Sie?" .Eine unheiliche Menge von bekannten und fremden Arten." .Das war gestern?" .Die Neugierde trieb mich auch heute hin. tdj fand keine Spur mehr von den Schmetterlingen.' .Admirale und Trauermäntel sind hier selten wie der Bilch." .Glauben Sie nicht an eine Srzader nahe der Oberfläche, an magnetische Ströme oder dergleichen?" ..Wer kann das wissen?" ... der Gläubige mühte sagen, es sei Gott in einer seiner tausend wandelbaren Gestalten gewesen... ilebrigen» gibt es hier in den Bergen eine Prophezeiung, &ab sich einmal die Zeichen mehren werden" .Wozu?" .Der Sinn ist dunkel. Ich habe eS auch schon halb und halb vergessen...“ letzten Monaten sehr wenig erfreulich gewesen. Er weist im Monat April 1928 eine Bevölkerungszahl der Stadt von insgesamt 89 310 Personen aus. gegen S9 670 Personen Ende $e- btuar. Die Bevölkerungszah l ist also vom ®nbe Februar bis 30. April um 336 Per- f o n c n gesunken. Bedenklicher ist aber die Tatsache, daß im Monat März die Anzahl der Gestorbenen die der Geborenen um 12 übersteigt. Im Monat Februar überstieg die Zahl der Geborenen die der Gestorbenen noch um 18. Auch dieser kleine Geburtenüberschuß ist. nach der be- völkerungspolit/chen Seite bin gesehen, völlig unzureichend und nicht in der Lage, ohne Zufluß von außen die Bevölkerungszahl von Darmstadt auf gleicher Höhe zu halten. Michelstadt, 24. Juni. Vor einigen Tagen war durch ein allgemeines Ausschreiben die Fahndung auf einen Scheck schwindler bekannt- gemacht worden, der durch Einzahlung kleinerer Beträge sich bei Banken und Sparkassen Scheckkonten eröffnen ließ und auf Grund der Scheckhefte Schwindeleien ausführte. Gestern wurde er mm hier bei dem gleichen Manöver verhaftet. Er soll auch bei verschiedenen Einbrüchen im Odenwald beteiligt fein. Rheinhessen. WSR. Mainz. 24. Iuni. Ein Seltener Fall von Redlichkei t konnte in den letzten Tagen hier fettgestellt werden. Wie der „Mainzer Anz." berichtet, verlor Ende der vergangenen Woche ein Banklehrling aus Weisenau bei Mainz in Mainz feine Aktentasche, in der sich ein Geldbetrag von 2000 Mark befand. In größter Bestürzung begab er sich zur Polizei, um den Verlust zur Anzeige zu bringen. Etwas später erschien auf dem Polizeirevier ein Herr, der die Tasche mit dem Inhalt brachte, die er a u f der Straße gefunden hatte. — Die Kriminalpolizei ist einer aus halbwüchsigen Burschen bestehenden Diebesbande auf die Spur gekommen, die schon feit längerer Zeit in Mainz und in der Umgebung Fahrraddieb- stähle ausgeführt hatte. Die Bande war auch noch sehr wählerisch, denn minderwertige Fahrräder wurden nach der Feststellung ihres geringen Wertes wieder irgendwo hingestelli. Die ausgesuchten Räder wurden umgearbeitet bzw. renoviert und dann an den Mann gebracht. Bis jetzt konnten schon fast ein Dutzend Fahrräder ermittelt und den Bestohlenen zurückgegeben werden. Lpd. Worms, 23. Juni. In der Stadtverord- neten-Sitzung wurde ein Antrag zum Beitritt der Stadt Worms zu dem zu gründenden Zweckoerband für den Bau einer elektrischen Bahn Bensheim — Lindenfels behandelt. Dem Antrag des Finanzausschusses wurde nach längerer Debatte beigestimmt dergestalt, daß die Stadt Worms dein Zweckverband b e i t r i 11 und die Garantie für die Verzinsung und Tilgung eines Kapialanteils von 100 000 Mark übernimmt. Preußen. Kreis Wetztar. L Groß-Rechtenbach, 24. Juni. Dieser Tage sand hier die Versteigerung des Heugrases auf den Gemeindewiesen statt. Insgesamt wurde das Gras von 35 Wiesengrundstücken verkauft. Ts wurden verhältnismäßig hohe Preise erzielt. Im Distrikt „Große Weide" wurden für Wiesengrundstücke in einer Größe von etwa 8/4 Morgen 32—49 Mk., im Distrikt „Bubenthal" für solche in Größe von etwa V4 Morgen 5—7 Mk. bezahlt. Die Dersteige- rungsergebnisse sind wesentlich höber als die vorjährigen, was daraus zurückzuführen ist, daß die diesjährige Heuernte im allgemeinen hinter der vorjährigen zurückbleibt und daher eine große Nachfrage nach Heugras entsteht. Kreis Marburg. WSR. Marburg. 23. Iuni. Gestern abend beging die Marburger Studentenschaft bei der auf der Höhe des Lahnberges gelegenen Bismarcksäule, von der die Flammen weithin ins Lahntal leuchteten, die Feier der Sonnenwende. Der Vorsitzende der Marburger Studentenschaft, cand. Jur. ®ierltd). betonte in feiner Ansprache, daß die diesmalige Feier die erste Veranstaltung der neugegrünbe- ten Allgemeinen Marburger Studentenschaft nach Auflösung der alten Organisationen sei. Rach dem Gesang des Liedes: ..Burschen heraus..." feierte der Rektor der Universität. Prof. Dr. Frhr. v. Soden, Bismarck als den Schmied deutscher Einheit. Ein imposanter Fackelzug. an dem lich über 3000 Studierende, darunter auch zum ersten Male viele Studentinnen beteiligten, bildete den Abschluß der Kundgebung, Franklins grauenvoller Rückmarsch. Don H. H. Houben. Wir entnehmen die nachfolgende Episode dem im Volksverband der Bücherfreunde «Wegweiser-Verlag. G. in. b. H.). Berlin- Charlottenburg, erschienenen neuen Werke „5> e r R u f des R o r d e n s" von H. H Houben, auf das wir bereits vor einiger Zeit in unfern Spalten aufmerksam gemacht haben. Das Buch gibt eine Schilderung des jahrhundertelangen Kampfes um den Rordpol. von den ersten bescheidenen Versuchen bis zu den Flügen von Byrd und Amundsen; obwohl in die wissenschaftlich gegründete Form nüchterner Tatsachenberichte gekleidet, Heft sich daS Danze wie ein spannender Roman und eine oft erschütternde Sntdeckergefchichte. Der Rückmarsch Franklins und feiner Gefährten ist eine der schrecklichsten Episoden in der Geschichte der Polarsorschung. Die kärglichen Mahlzeiten der letzten Wochen hatten die Kräfte der Mannschaft auf gerieben. Unter der schweren Last des Gepäcks brachen sie bald völlig zusammen. Gebet hatte an 100 Pfund zu schleppen: zwei trugen die beiden Kanus, die Offiziere ihr Gepäck selbst. Als hätte sich alles gegen sie verschworen, fetzte nun der Winter ein mit Ream. Schnee und Kälte. Brennholz wurde immer spärlicher: oft mußten unter dem Schnee Weidenzweige ausgegraben werden, um nur ein kümmerliches Feuer zu entfachen. Der Weg führte durch öde Steppe, dann wurde die Gegend bergig: Flußarme und Sümpfe verursachten Aufenthalt: die Uebersahri mit den Heinen Kanus, die nut drei Mann faßten, dauerte endlos lange; wagte man sich über das junge Eis. Io brachen die Leute ein. In Rebel, Sturm und Schneewehen glltten fle auf den vereisten Pfaden aus. Das größere TilffrctS. WSR. Roth. 24. 3uni. An der Grerye der Gemarkungen H ö r b ach und Roth fand ein Iäger ein geschossenes Reh. Er begab sich mit dem zuständigen Jagdaufseher an die Fundstelle. und beide konnten beobachten, wie ein S?unt> das Wild in ein Versteck schleppen wollte, in dem sich die Wilddiebe aufhielten. Die Diebe werden eine exemplarische Strafe zu gewärtigen haben. Maingan. Lpd. Frankfur a. M., 23.Juni. Am Sams- tagnachmittag um 1.30 Uhr wurde an der Allen- Brücke auf der Sachsenhäuser Seite ein 2 1 jährige r Student aus der Obcrmainstraße von einem Möbelwagen überfahren und auf der Stelle getötet. Der junge Mann hatte über- sehen, daß der Möbelwagen einen Anhänger hatte, in dessen Fahrtrichtung er beim Ueberschreiten direkt hineinlief. Kleine Strafkammer Gießen. * @ i e b e n , 22. Iuni. Um einige Amerikaner, die von Bad-Rauheim auS um 61/, Uhr in Frankfurt in die Over wollten, ecd&eitig dorthin zu bringen, fuhr ein Ehausfeur auf der stark ansteigenden Strecke zwischen Friedberg und Obcr- wöllstadt, wo dar Weg durch KanalilierungS- arbeiten und Lagerung von Baumaterial beiderseits eingeengt und deshalb gesperrt war, ohne Warnungssignale zu geben in sausendem Tempo dahin und überrannte kurz hinter dem Höhepunkt der Steigung eine Frau, die nicht unerheblich verletzt wurde. Das Amtsgericht Friedberg war auf Grund eines Sachverständigengutachtens zu einer Freisprechung gelangt; auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil aufgehoben und der Mrgeklagte zu einer Geldstrase von 200 M k. Derurteilt Strafmildernd wurde die bisherige Unbestraftheit deS Angeklagten berücksichtigt. Ein Auktionator und Taxator hatte auf dem Markt von Groh-Felda neben einem behördlich erlaubten Tischkegelspiel ein Würfelspiel veranstaltet und war deshalb — unter Berücksichtigung wegen wiederholter Vorstrafen wegen Glückspiels — zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er verfolgte hiergegen Berufung. In der heutigen Verhandlung stellte es sich heraus, daß er daS Würfelspiel dauernd betrieben hatte, um ein Gewerbe daraus zu machen. Da auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hatte, wurde er außer der Freiheits st rafe der gesetzlichen Vorschrift entsprechend noch mit einer Ge ldst rafe belegt, die auf 100 Mk. bemessen wurde. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 19. Iuni. Sin Kaufmann und seine Ehefrau, die früher in Gießen wohnten, jetzt aber nach Bad Homburg verzogen sind, hatten von einem Weinlieferanten in Frankfurt eine Sortimentskiste Weine und Liköre erhalten. GS wurde ihnen zur Last gelegt, daß fie den Erlös für die ihnen kommissionsweise überlassenen und von ihnen verkauften Flaschen nicht abgeführt, sondern für sich verbraucht hätten. Ferner hätten lle einen Teil der Ware für sich verbraucht. Die Hauptverhandlung ergab zwar dringende Verdachtsmomente, die jedoch zur Verurteilung nicht auSreichten. Die Eheleute wurden daher von der Anklage der Unterschlagung und Untreue freigesprochen. Buntes Allerlei. Oermann Stille f. In Berlin ist der Kommerzienrat Dr. jur. h. c. Hermann Stille, Inhaber der Verlagsbuchhandlung Georg Sttlke. Berlin, im Aller von 58 Iahren an den Folgen eines Schlaganfalles gestorben. Professor Karl Drescher f. In DreSlau ist der Germanist Universitäts- Professor Dr. Karl Drescher, als er das Stadtthcater verlassen wollte, von einem Herzschlage getroffen tödlich zusammen- gefunfen. Der Verstorbene war vor allem durch seine Herausgabe der Lutherschen Bibelübersetzung betannt geworden. Schicksal einer Flaschenpost. Am 22. Mai 1927 wurde von dem am 18. Mai von Bremerhaven auS in See gegangenen amerikanischen Dampfer ..Präsident Roosevelt" ans Freude über Lindbergh« gelun- Kanu ließ der Träger mit Absicht zerbrechen: seine Trümmer waren willkommenes Brennholz. Die Rälle und Kalte bei leerem Magen war nicht mehr auszuhalten. In wenig Tagen war die ganze Expedition wie In Auslosung begriffen. und hätten die Kanadier nur einigermaßen den Weg gekannt, sie würden sofort die Engländer verlassen und ihr Heil allein gesucht haben. Den Weg nach Fort Enterprise aber kannte Franklin selbst nicht, und keiner hatte geahnt, wie ungeheuer mühsam er fein würde. Schon am 6. September war die letzte Ration Pemmcka« verteilt worden. Die Erträgnisse der Iagd wurden von Tag au Tag kümmerlicher: die Leute konnten dem Wild nicht mehr folgen, kaum Dir Flinte noch heben. Tagelang gab eS nichts als „Tripe de röche“, eine Fl«hte, die sich alück- licherweise in Mengen unter dem Schnee sand, aber manche vertrugen diese Speise nü^t Die rasende Hungerqual überwand reden Widerwillen: ein Aas, das sich in einer Felsspalte fand, muhte alS Mahlzeit bienen. T.erskelette, die man unter dem Schnee herauSwühlte. wurden zerschlagen und daS verfaulte Mari auS dem Rückgrat gesogen, obgleich diese elle Slüffigfeit Lippen und Daumen zerfraß: Knoche irhousen. die Reste von WolfSmahlzeiten. wurden verbrannt und zu Euppenmebl zerrieben, dazu geröstetes Leder von den Schuhen: lieber barfuß laufen, solange man überhaupt noch einen Fuß vor den andern setzen tonnte! DaS Gepäck blieb am Wege liegen; sogar das Fischnetz hotten die Träger sortgeworsen. die Echwimmhölzer oerbtannt; kamen sie jetzt an ein Wasser, das von Fischen wimmelte, dann weinten sie vor Hunger angesichts deS UeberslusjeS. Am 22. September weigerten sich die Leute, das letzte Kanu weiter mit» Auschleppen: nun muhten sie bis an die Hüfte« im eiskalten Wasser durch Fluß und Sumpf waten, Schlassäcke, Zelt, Kochgerät auf Schuller« und Kops balancierend: dazu keine Möglichkeit, am hellen Feuer die steifgefrorenen Kleider z« trocknen und die erstarrten Glieder zu wärmen. Einer nach dem anderen brach zusammen . •« Sn _ eher M 'e aufÄNk ^nt Aw SääJs ! '811 AllkSn» .U0,r* “*«£& ntr®it6tn. ?»hh e"- : k 'n ä*Ä»Ä ejtettÄTZ nMÄ Eintet bttn L>shx, 1 fSl; qm! " M wurde Angeklagte zu.inn f- betutkilL Stroh e ^"beslrafcheit btt abr hatte auf ba 4?ltm f*- Wl cm Dürfrl. r ^halb — ujjjj. Erholter Dortzwe- ei Wochen 8t. ■ fct Verlobte hm. utigen DerhLnbüoiL er M DüMp c! em Sttottbt daraus wtSanivalt'chast 2r. ve er auher btr >e'ehlich«n "Lorlchn^ : Teldßrale k- res!«n wurde Gießen. Ein Äauhur r?) in Sieben rtf r, bürg den.-« fiib. eranten V fa-fluv. unb Lik nVA\v -legt, di« fk der. fc- msveiß- ibtüMtr Flaschen nicht oby- -aucht Men. $trr.t: er Mre für sich inbhmg cepad zwar Die jtM nur Tn- Sic Sheleuie tour* der Unterschiagung chen. Wertet ilfe t. nmerzimrat Dr. fr ibobcr der 'Berief >, Berlin, im > folgen eines €&■ rescher t- cinanist Lniver/M cher. ali er d» löte, von «in»' n E xsa^ war vor allm herschenIittl' worden. la|dM (i _,. von dem arn^ ssr*» iubbc rg^jg: IlommenesAreanM leerem W J* In venia $^tLnj. to »-“iX biet irden foftrrt einer Hp yL oe htc ^fXflb wuf immerlich«- rjflUin mehr Wnid)tf «£ ^ Schnee W '«er ^ ■[ nicht. ick ^W' '^'lsspaUe ffllf ’»■ B"S rKZ von 05 4hf4öS y**1 gener. non Qtmerifo noch Paris ein# Sta'dKWft auiflctoorkm 3uf Nm begebener untar zeichnete als ktiet bet Dentih Sie •au Ha tvanr oui Berlin. bet Dem -i-r-ix. et nee SoUatbettofl verlprach Jit bieten Tagen .i och dem d-.e Passagiere be# ..Präsident Ttoofe- oeir das Reiseintermezzo lecher längst verges- en haben, ttar tu 'Berlin ein Dom 8. Ulm 1928 tu« ©afft (TD a r of! o) b^ Leiter, 'eanzö'stch gefchrt«b^«r Brie’ ein, m bem eine Frau Der ae t. Iichaberin eines Wsbealeliers berichtet Tie habe die Flasche bei einem Spaziergang tr Quaillee cn der Küste gesunden. Die auNefebic Belohnung würbe bet Schre bet.n ju- □efonbt nrJ der Bitte, das betretende Schriit- ftüd zurückzugeben. 2m 30. Mai ging ein imeiter Briet von 6offi ab. der am 8. 3unl m Berlin eintraf — Den Ozeanvloaen wirb es ntcrefficren dah die Flaschenpost saft ein 3 a b r benbhate, ehe sie an btr marokkanischen Küste angespült ttmtbr Dtaauiatriir» Priefterjubllrium ftatbinal Fruhwirth» Der Kanzler dec römischen Kirche. Kardinal Andreas Frühwirth, begeht am 5.3uli das Fest bei diamantenen Priesterzubiläums Früh- wtrih wurde in St. Anna am Aigen (Steiermark, 1845 geboren Aach Absolvierung des humanistischen ®t)mnafium» trat er in den Dominikanerorden ein. 1868 erhielt Früh- imttb die Priefterweide. 1868 bi» 1870 verbrachte Frühw/rrh ün St. Lyomos-Kolleg der Minerva zu Aon» Aach seiner Rückkehr nach Droz 1870 wurde er zuerst Sudprior und dann Prior des dortigen Dvminikar»erku)sters. 1890 wurde er zum Provinzial btt österreichisch-ungarischen Orrcnt- Provinz und aus dem ®encrat!apitel des Ordens zu Lyon 1891 zum Ordensgenera l gewählt. 3m Jahre 1907 wurde ihm durch Kardinal Merry bei Bal bie Bischofsweihe erteilt und un selben Jahre erhielt er die Nuntiatur zu München 3m Dezember 1915 ernannte ihn Papst 'Benedill XV zum Kardinal. Seit November 1916 lebt Kardinal Frühwirth wiederum in Nom. Pius XI. ernannte ihn 1927 zum Kanzler der römischen Kirche. Reiseplant der deutschen Ozeanslieger. chaitptmann Köhl erklärte der Telegraphen. Union, bah die Flieger bei ihrem Besuch deutscher Stabte zunächst nach München und Stuttgart mit der „(Europa" «liegen mtrbtr 3" München werden i)cuptnuun Köhl und Freiherr oou )>une seid am Donnerstag. 2b. Juni, in der Tonhalle einen Vortrag über „Unser Fluu nach Amerika" halten. Der Flug nach Irland wird zunächst über Hamburg nach London gehen, wo die Flieger einer englischen Einladung Folge leisten werden Von London wollen Köhl und Freiherr von Hüne seid in direktem Flug nach Dublin starten Rach den Begrütziingsieierlichkeilen in Dublin gebt btr Bückstug nach Deutschland über Amsterdam nach bem Rheinland Jon hier planen die Flieger die Stadt toten zu besuchen. Den Abschluß der Lust reise wirb der Besuch der fteimatorte Köhls und Rreib v Hüneselds in Ulm an der Donau und in Königsberg bilden Vrrhasiung de» leipziger Babnräuber». Der Bahn räuber aus der Strecke Halle -Leipzig wurde als der 31 3ahre alte DLnner Paul Spiest ermittelt. 6r würbe bei einem erneuten Bertud) am 19. 3unt von ?ahnüberwachungO- beamten überrascht. Itritäxn Lötzschna unb Schleuditz bemerkten die 'Beamten. Vie ein Mann den sahrenden 3ug ai.sprang, oni Wagen öksneke und Güter herauswar?. 2fie her Räuber bemerk: dast er entbedt war verbuchte er eu sluchten wobei nach chm geschossen luib er im Rucken verletzt wurde. Äpicst hat. wie sest- steh' Mithelser. die aber noch nicht ermittelt werden konnten. Auch waren die Nach» sorlchungen nach dem D c r b l e i b der geraubten Güter bisher ohne Ersolg. Ltrohenumtausr mit Hindernissen. In Pari» wurde der Quai Saint Michel zu Ehren des chemckstgen URinifterpräflbenten Rens Diviani in „Quai Rens Vioiani" umgetauft Eine Anzahl von Ladeninhabern am Quai St. Michel bekundete ihre Unzusriebenheit mit der 'Jiamcnwnbcruna durch ostentatives Schließen ihrer Laden und durch Anbringung gelber heikel mit der Aufschrift „Quai St. Michel". Noch dem „Temps" hat sogar der Besitzer des .Hause», an dem das neue Straßenschild angebracht werden sollte, die Arbeiter an der Anbringung des Schildes gehindert. Stirnen, Sport und Spiel. 6:56.7. 2 W.«p.2>. »üffclborf 6:56.6. ®üflet- Männerturnverein Giehen beim Feldbergfest. (hkänzcndc Erfolgt lFcrvorraganbe (Srfolgc beim 75. Feldberg - f e st errang betriebener Männerturnverein. Die 4X75 Meier Turnerinnen- stasfel um den Brunhildeschilb. bet seither im Besitz bei Mainzer Turnvereins 1817 war wurde durch bie Turnerinnen Sspach. Amenb, Althaus und Bickelhaupt für den Männerturnverein ©leben in ber Zeit von 45.4 Sekunden auf ansteigender Dahn gewonnen. Sämtliche entsandten 6 Turnerinnen und 6 Turner kehrten sieg gekrönt zurück. Heber die Einzelsieg« wird noch Mitteilung erfolgen, ^ebenfalls bars ber MT.D. ©leben aus bie Leistungen seiner Turnerinnen unb Turner mit Recht stolz lein. Srantfurter ZubiläumS-Regatfa. Erster lag. Die am Samstag vormittag und nachmittag ausgetragenen Rennen nahmen b W?rms 6:4*<2. 3 Main- i,d>rn Rüttessdetm imb lihmr» entspann sich nn bitte* Rwmen brs TUillelN>xim mit einer halben Länge gewinnen konnte Preis von der iBerbermüble. Erster Einer. (Olvmpiaprüfung.) 1. front für ter R. V < Walter Flinich, 7.56,4. 2. Berliner R ö (Bocb- iden, 8 04.4 3 Ulmer R. E Donau sH Schä- teri 8 06.8 4 R B Wiking Lin, 7 Millionen Mart gegen 599. Der Rückgang Oer Lebensmittelemfuyr ist faifonmäfiig bebingi und in der Hauptfache auf die geringe Einfuhr von Brotgetreide zurück- zuführen. Die Iertigwarenaussuhr hat einen nur unbedeutenden Rückgang auszuweisen. Öm kennen, weil er dauernd verdeckt wurde. Dann aber war er plötzlich ganz deutlich zu sehen Dick griff in die Zweige der Busche, um seine Bewegung zu meistern ... ev war Tom Eawler. Dom Ringelreihen ermüdet, zogen die beiden Enakskinder Tom Eawler mit sich. Dann Hoden sie etwa» aus, das im (Brate log. Eine Kindertrompete und die kleine Lokomotive, die im Spielschrank gefehlt hatte. Sie hockten auf dem Boden nieder unb leigten Tom stolz ihre Schätze. Eawler gab sich den Anschein, als habe er noch nie etwas so Schönes gesehen, und dann zog er die Lokomotive auf und ließ sie über den Boden laufen. Die beiden Riesen starrten aus runden Augen, bann klatschten sie begeistert in die Hände Der eine stieß in die Trompete, die einen heiseren dünner. Ton von sich gab. Dann wandle sich Eawler ab, als könne er den Anblick nicht mehr ertragen, unb Dick sah, daß er dem Weinen nahe war. Es zuckte und flackerte in seinem Gesicht, unb er hielt die Oberlippe mit den Zähnen fest, damit sie sich nicht im Schluchzen Der ziehen sollte. Zn diesem Moment flog ihm Dicks Herz zu, und er hätte ihn am liebsten bei ber Hand genommen. Da plötzlich tönte vom Wald her ein Pfiff, unfl mit ben glücklich spielenden großen Kindern ging eine furchtbare Veränderung vor. Sie duckten sich, sie kauerten wie Sklaven am 8oben. Tom Eawler warf ihnen noch einen verzweifelten Blick zu. bann barg er sich im Schatten be» Felsen. Ein zweiter Pfiff durchfchnitt bie Tittle der Rocht. Zetzt (prangen die Riesen auf unb standen zitternd unb mit hängenden Armen. Staletti, gnomhast klein neben seinen Zöglingen, schälte sich aus dem Dunkel des Waldes. Er hielt eine schußbereite Pistole in der Hand. ..2H — do seid ihr ja, meine Kinder! Warum haltet ihr euch versteckt' Zch finde euch doch immer", * narrte Stalettis Stimme. Jammer’“ wiederholte er in hartem, eindringlichem Ion. Gr stand mit gekreuzten Armen vor Ihnen unb verließ sich auf nicht, als auf feinten stählerner» Blick, vor dem sie erschauerren. „Kommt!" tagte er, und seine Stimme schmeichelte und drohte. „Ihr sollt auch süße Milch und jafttaes Fleisch haben'" (Fortfetzung folgt.) * April betrug der Rückgang der Fertigworen- ausfuhr gegenüber dem März nicht weniger als rund 79 Mill. Mk. Diese Tendenz hat sich nicht fortgesetzt, denn der Anteil der Fertigwaren» ousfuhr an dem Rückgang der gesamten Aus' fuhr beträgt nur 6 Mill. Mk. Das Gesamtvolumen der Ausfuhr liegt mit 895 Millionen Mar! noch über dem des Monatsdurchschnitts 1927 in Höhe von 852 Mill. Mk. Allerdings nähert sich die Ausfuhr, die im Monat März den Rekordstand von 1 022 Mill. Mark erreicht hatte, allmählich dem durchschnittlichen Stande des Jahres 1927. Die geringere Ausfuhr von schweselsaurcm Ammoniak und Kalisalzen ist saisonmähig infolge des geringeren Bedarfs der ausländischen Landwirtschaft zu erklären. Daß die Koks- und Steinkohlenausfuhr zurückgegangen ist, muhte man nach den Erklärungen des Ruhrkohlensyndikats bezüglich der Einschränkung des Kohlenexporis in das sog. bestrittene Gebiet erwarten. Die Außenhandelsbilanz für den Monat Mai bietet mithin, insgesamt betrachtet, ein nicht ungünstiges Bild, welches durchaus mit der derzeitigen Konjunkturlage übereinstimmt. Erfreulich ist, bah die Fertigwarenausfuhr mit insgesamt 676 Mill. Mk. noch immer beträchtlich über der des Monatsdurchschnitts 1927 mit 629 Mill. Mk. liegt. Man kann Wohl damit rechnen, dah in den kommenden Monaten für den Fall einer Abnahme der Fertigwarenausfuhr diese nur geringen Ausmaßes sein wird, wenn nicht bei stärkerer Ausnutzung der Exportmöglichkeiten mit Rücksicht auf geringere Aufnahmefähigkeit des Inlandmarktes eine Steigerung ein- tritt. Was den Rückgang der Rohstoffeinfuhr an- belangt, so muß auch berücksichtigt werden, daß die abgelaufenen Monate des laufenden Jahres gerade in der Einfuhr der Rohstoffe Rekordzahlen auszuweisen haben, so dah schließlich sich eine gewisse Sättigung einstellen mußte. Von den Schlachtviehmärkien. Trotzdem man in der Beschickung der Märkte große Vorsicht halte walten lassen, entsprach die Nachfrage an den deutschen Schlachtviehmärkten in der Berichtswoche doch nicht den Erwartungen. Das Geschäft an den Frischfleischmärkten gestaltete sich nicht einheitlich. Nur der Hammelfleischkonsum weist eine weitere Steigerung auf. Die Zufuhren waren mit Ausnahme von Schafen, die mit 14 000 Stück (in der Vorwoche 10 500 Stück) erheblich zahlreicher angeboten waren, ganz allgemein wesentlich geringer. Großvieh erschien in 15 000 gegen 21 500, Kälber in 19100 gegen 20 300 und Schweine in 78 200 gegen 82 200 Stück auf dem Markt. Am Rindermarkt war der Geschäftsgang gegen die Vorwoche nur wenig verändert. Die Preise konnten sogar in einzelnen Klassen, vor allem bei Bullen, etwas anziehen. Auch Ochsen waren verschiedentlich recht knapp. Die Kälbermärkte verkehrten wesentlich ruhiger, als in den Vorwochen. Die Forderungen muhten durchweg etwas ermäßigt werden, wenn auch vereinzelt weitere Aufschläge um 1 bis 2 Pf. festzustellen waren. Schafe gingen im ganzen gut. Besonders die dankbaren Sorten fanden bald Käufer. Schweine hatten mittelmäßigen Geschäftsgang, doch wirkte sich hier der verminderte Auftrieb in teilweise erhöhten Forderungen aus, die auch zumeist bewilligt wurden. Preisbesserungen von 2 bis 3 Pf. waren keine Seltenheit. Besonders Fleischschweine waren leicht zu verkaufen, während Speckschweine wieder sehr langsam aus der Hand gingen. Cs wurden gewicht notiert in Pfennig per Rinder Kälber Pfund Lebend- Schafe Schweine Berlin 21-65 45-78 26-63 64-72 Bremen 25-66 40-78 38-68 50-73 Breslau 20-57 48-74 48-62 56-67 Chemnitz 22-64 55-79 52-60 57-70 Dortmund 30-66 50-88 48-60 62-77 Dresden 28-60 50-82 40-67 65-70 Düffeldorf 22-65 50-82 — 62-78 Elberfeld 25-68 55-82 — 58-76 Esten 27-65 43-115 45-58 63-74 FrankfurtM. 25-64 60-81 — 60-75 Hamburg 15-65 38-86 23-63 56-68 Hannover 25-63 48-87 45-60 58-68 Hufum — — — — Karlsruhe 18-62 56—84 — 55-71 Kaffe! 40-64 66-76 — 58-67 5Uel — — — — Köln 20-65 50-115 55-60 63-77 Leipzig 25-63 45-80 38-66 60-70 Magdeburg 32-62 40-120 40-60 55-69 Mannheim 18-63 54-80 45-50 54-70 München 22-60 63-85 — 48-73 Stettin 15-54 30-70 20-60 56-68 Stuttgart 15-61 56-79 — 47-67 Zwickau 15-52 60-75 46-60 60-67 * Die amtliche Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 20. 3uni berechnete Großhandelsinderzlffer des Statistischen Reichsamts ift gegenüber b:r Vorwoche um 0,1 v. H. auf 141.0 (141,2) zuruckgegangen. Von den Hauptgruppen haben sich die Indexziffern für Agrarstofle um 0,5 v. H auf 135 3 (136,0) und für Kolonialwaren um 0.1 v. H. auf 138,0 (138,2) gesenkt. Demgegenüber hat sich die Indexziffer für industrielle Fertigwaren um 0.2 v. H. auf 159,2 (158.9) erhöht. Die Indexziffer für industrielle Roh'toffe und Halbwaren hat gegenüber der Vorwoche keine Veränderung erfahren. * Stettiner Chamotte-Fabrik A.-G. vorm. Didier Stettin. Die G.-V. ge- schloß, eine Dividende von 5 Proz. zur Auszahlung zu bringen und das Grundkapital um 3,6 Mill, auf 18,215 Mill. Mark mit Dividenden- bcrechtigung ab 1. Ianuar 1928 zu erhöhen. Die Kapitalerhöhung dient zum Erwerb der Aktienmehrheit der auf dem gleichen Gebiet arbeitenden Scheidhauer L Giehing A.-G. in Bonn a. Rh., mit der die Gesellschaft schon bisher eng zusammengearbeitet hatte. Die Gesellschaft erhofft von dem Zusammengehen eine Stärkung der eigenen westlichen Werke. Zur Geschäftslage wurde berichtet, daß die ilmsähe im laufenden Iahre sich in der bisherigen Höhe gehalten haben; nur im Materialgeschäft macht sich das Fehlen von Aufträgen bemerfbar. Man glaube auch für das neue Geschäftsjahr ein zufriedenstellendes Ergebnis und eine Dividende in mindestens der gleichen Höhe wie im abgelaufenen Geschäftsjahr in Aussicht stellen zu können. * Betriebsergebnisse der Deutschen Luft-Hansa im Mai. Wie die Deutsche 2uft-S?anfa mitteilt, wurden im Mai 1928 im planmäßigen Luftverkehr befördert: 12 955 Passagiere, 100 758 Kilogramm Gepäck, 140 000 Kilogramm Fracht, 59 070 Kilogramm Poft und Zeitungen. Die Zahl der geflogenen Kilometer betrug 1 300 000 Kilometer. Demgegenüber betrugen die Zahlen im Mai 1927: Passagiere 411 343, Gepäck 91,644 Kilogramm, Fracht 95 406 Kilogramm, Post und Zeitungen 48 560 Kilogramm. • Diskonte r Mäßigung in Italien. Durch Erlaß des italienischen Finanzministeriums werden der Diskontsatz und der Zinsfuß für Darlehen bei der Bank von Italien mit Wirkung vom 25. d. M. von 6 auf 5Ve Proz. herabgesetzt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 25. Juni. Tendenz: schwach. — In der neuen Woche eröffnete die Börse in lustloser Haltung. Da die Frage der Regierungsbildung immer noch nicht gelöst ist und die schwache Haltung der Neuyorker Samstagsbörse eine größere Llnsicherheit hervorrief schritt die Spekulation zu Abgaben, die noch durch den bevorstehenden Ultimo vergrößert wurden. Die herauskommende Prämienware wurde nur schlecht aufgenommen. Besondere Schwierigkeiten werden zur Lieberwindung des Ultimos jedoch nicht erwartet, da der Geldmarkt weiter flüssig bleibt. Das Geschäft war sehr klein, und Umsätze kamen nur in einzelnen Werten zustande. Gegenüber den Samstagsschlußkursen waren Licht und Kraft mit minus 5 Prozent und Gesfürel mit minus 4 Prozent besonders start vernachlässigt. Schuckert und Siemens verloren je minus 1,5 Proz. AEG knapp behauptet. Am Chemiemarckt waren Farben mit minus 2,25 Proz. angeboten. Die Umsätze blieben sehr klein. Etwas Interesse bestand am Dauunter- nehrnungsmarkt noch für Wayß & Freytag mit plus 1 Prozent. Schifsahrtswerte waren bis 2,25 Prozent schwächer. Am Montanmarkt waren Mannesmann mit minus 3 Prozent und Rheinstahl mit minus 2,5 Prozent stärker angeboten. Meist kamen hier Umsätze kaum zustande. Am Markt der Autoaktien waren Adlerwerke mit minus 1,75 Prozent angeboten, Daimler dagegen knapp behauptet. Am Rentenmarit war das Geschäft ebenfalls klein. Ablösung ohne Option waren mit 18,4 Prozent angeboten. Ausländer gut behauptet. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr klein, die Kurse behaupteten sich jedoch im allgemein?r. recht gut. Der Satz für Tagesgeld wurde aus 5,75 Prozent erhöht, da sich größerer Bedarf bemerkbar machte. Am Devisenmarkt nannte man: Reichsmart gegen Dollar 4,1840, gegen Pfund 21,116, London Kabel 4,8785, Paris 124,10, Madrid 29,42, Mailand 92.75, Holland 12,1025. Berliner Börse. Berlin, 25. Iuni. (Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers.) Für die heutige Börse lagen befonöere Anregungen nicht vor. Neuyork vom Samstag war schwach, aber auch die herrschende vollkommene Geschäfts st a- g n a t Ion genügte schon, um das Kursniveau eher nach unten zu beeinflussen. Man vermeidet anscheinend. vor dem Liquidationstag noch neue Engagements einzugehen, zumal die Report- geldbeschafsung auf einige Schwierigkeiten zu stoßen scheint. Die Engagements sind zwar gegen den Medio sicherlich nicht größer geworden. Von verschiedenen Seiten hat man sich damals aber mit Tagesgeld zu behelfen gesucht, was jetzt über den Quartalsultimo nicht möglich ist. Bei der geringen ilmfat$tätiglcit bestimmen schon 6 Mille den Kurs. Es überwogen 1- bis 2pro- zentige Kursrückgänge. Kaliaktien lagen bis 5 Prozent niedriger, Bemberg minus 8 Proz., Glanzstoff minus 12 Prozent. Tietz minus 4 Prozent. Chade-Aktien minus 4.50 Mk. Deutsche Waffen lagen bemerkenswert widerstandsfähig. Deutsche Anleihen zur Schwäche neigend. Ausländer geschäftslos. Bosnier bis 0,5 Proz. niedriger. Der Pfandbriefmarkt verkehrte vernachlässigt. Geld ist, wenn auch nicht reichlich, vorhanden, die Sätze sind unverändert geblieben. Auch im Verlauf bleibt es vollkommen geschäftslos. Die Kurse sind, besonders bei den Haupt- werten, gut gehalten. Banken gaben um zirka 1 Prozent nach. Kaliwerte waren um weitere 1 bis 2 Prozent gedrückt. Die Suche nach Reportgeld hält an. Cs wird hier angeblich bis zu 9 Prozent geboten, ohne daß die Geldgeber bereit sind, allen Ansprüchen zu genügen. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 25. Iuni. Der Frankfurter Produktenmarkt eröffnete in der neuen Woche in stiller Haltung, die festeren Ausland- notierungen gaben jedoch eine kräftige Stütze, so daß sich die Preise gut behaupten konnten. Das Geschäft war sehr klein, da die Händler keine Llnternehmungslust zeigten. Es wurden notiert: Weizen 1 26,75 Mk.; Roggen 28,50; Hafer, inländischer 27,75- 28,25; Mais (gelb) für Futterzwecke 2425—24,50; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 36,75—37,25; Roggenmehl 38,75—39.25; Weizenkleie 14; Roggenkleie 16,50; Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 32 bis 60; Linsen je nach Qualität für Speisezwecke 50—95; Heu, süddeutsches, gut. gesund, trocken 9—9,50; Weizen- und Roggenstroh, draht- gepreßt 5; Weizen- und Roggenstrvh, gebündelt 4,50; Treber, getrocknet 17—18 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 25. Iuni. Auftrieb: 1464 Rinder (darunter 330 Ochsen, 88 Bullen, 647 Kühe, 372 Färsen), 578 Kälber, 43 Schafe, 5604 Schweine. Es wurden notiert: Rinder Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- werts: jüngere 60 bis 64, ältere 54 bis 59, sonstige vollfleischige: jüngere 50 bis 53. Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 52 bis 56; sow stige vollfleischige oder ausgemästete 49 bis 51. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 49 bis 53; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 43 bis 48; fleischige 38 bis 42; gering genährte 28 bis 37. Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, aus gemästete, höchsten Schlachtwerts 61 bis 64; voll- fleischige 57 bis 60; fleischige 51 bis 56. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 75 bis 78; mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 74; geringe Kälber 60 bis 69. S ch w e i n c : Fettschweine über 300 Psd. Lebendgewicht 64 bis 68; vollfleischige von etwa 240 bis 300 Psd. Lebendgewicht 66 bis 70; von etwa 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 68 bis 71; von etwa 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 68 bis 71; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 63 bis 68; Sauen 54 bis 58 Mark. — Der Markt, verlaus war: Rinder ruhig, nahezu ansoerfauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Schweine schlep- pend, Uebcrftanb. Schafe wegen des geringen Auftriebs nicht notiert. Bücheriisch. — Abriß der geistigen Entwicklung des Kindes. Bon Pros. K. Bühler. In Sammlung Wissenschaft und Bildung. 3. verbesserte Ausl. Geb. 1.80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der Verfasser hat es vorbildlich verstanden, auf knappem Raum in leichtverständlicher Art reiche Einblicke in das geistige und körperliche Werden des Kindes zu gewähren. Er verfolgt die ersten geistigen Regungen, die Entwicklung der Sprache und der Wahrnehmungen, des Zeichnens und Denkens und der Erinnerung und Phantasie des Kindes, schärst den Blick des Beobachtenden und lehrt ihn. vieles zu verstehen, was sonst als Einzelerscheinung unerklärt bleiben würde. 248 — Elisabeth Rüssel: Der normale Ehemann. Verlag illlftein, Berlin. Broschiert 3 Mark. — Biele Frauen werden in Mr. Wemyß. dem zwischen Zärtlichkeit und Brutalität. Kindereien und herrschsüchtigem Egoismus schwankenden Ehemann mit verständnisinnigem Schmunzeln oder Seufzen ihren eigenen .Haustyrannen" wiedererkennen. Der Figur einer alten Dame, einer sanften und überlegenen Frau und echten Menschenfreundin, hat die Verfasserin offenbar viel von ihrer eigenen Weisheit und Güte milgegeben. (255) — Hockey. Don Dr. A. Hirn. (Spvrtbibliv- thek.) In Leinenband 3,40 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. Der frühere Vorsitzende des Süddeutschen Hockeyverbandes und jetziger Leiter des Instituts für Leibesübungen der Universität Berlin gibt hier eine auf reiche praktische Erfahrung gestützte Einleitung zur Erlernung und richtigen Ausübung des Hockey- spiels, die diesem eleganten und gefälligen Sportzweig sicher neue Freunde erwerben wird. 118 — Schneeschuhlauf mit einem Anhang über Rodeln. Von Sportlehrer G. Stiller. (Bücherei für Leibesübungen.) Leinenband 2,80- Mark. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der als Kursusleiter und Sportlehrer bekannte Verfasser zeigt zunächst, was der Schifahrer alles braucht. Daß der Schi, dessen richtige Auswahl oft Schwierigkeit macht, allein nicht ausreicht, hat mancher erst in- tjsj Praxis gelernt. aber was hier über die Ausrüstung und vor allem die Behandlung der Ausrüstungs- gegenstände gesagt ist. wird auch manchem langjährigen Fahrer noch z>u Denken geben. Dann geht's ans lieben, baä ganz besondere Aufmerksamkeit erfordert, wie die Besprechung der Fehler zeigt. Gerade in dieser Art der Besprechung, die Falsches und Richtiges gegenübcrftellt und so jeden Schritt und jede Uebung bis ins kleinste erläutert, liegt der große Vorzug dieses Bändchens. 120 Kopernikus: Weltuntergang. Roman einer Menschheit. 240 Seiten, 8°. Verlag von Koehler & Ainelang, Leipzig. 241 Bodenübungen. Von Turn- und Sportlehrer S). E rn st. Zweite verbesserte Auflage. 62 Seiten mit 41 Abbildungen. Kart. 1.60 Mark. Das knapp und klar geschriebene Bändchen mit seiner Fülle außerordentlich instruktiver Abbildungen verdient die weiteste Verbreitung im Intereste der Belebung und Bereicherung des modernen Turnunterrichts. Jeder Turnlehrer wird bei der großen Zahl der sehr genau beschriebenen Hebungen, die nach Klassenstufen angeordnet und den Fähigkeiten der verschiedenen Altersstufen angemesten sind, manches Reue und viel Anregung finden. (Verlag Quelle & Meyer, Leipzig). 240 — G. Leow- Frän kel: „Vom tieferen Sinn des Krieges". (Otto Franke, Verlags» gesellschast m. b. H., Berlin-Birkenwerder Preis 1.75 Mk.) — Der Autor will, daß unser Volk sich wieder auf sich besinnt. Das heißt, er ruft auf Grund weltgeschichtlicher Daten, wie es die Schlachterfolge unserer Heermafsen sind, aur Grund von Vorkommnissen, Erlebnissen und Geschicken des grohdeutschen Bürgertums, während der Kampfeszeit die Erinnerung an die Kraft, den leuchtenden Heldenmut, die Opserfähigkeit der darbenden Massen wach. Seine moral-kulturelle. geschichtliche Volksbetrachtung gipfelt in der Erkenntnis, dah eine Weltnation, die selbst in Not und Qual solche Gedanken denkt, solche Taten vollbringt, solche Gefühle wachsen oder ausreifen läßt, wie sie der Krieg erzeugte, nicht zum Zusammenbruch, zum Tode verurteilt ist. 230 — O st preußische Köpfe. Unter dlesemL Titel wurden Artikel zu einem Buch zusammenH gefaßt, die In dem Unterhaltungsblatt der „Königsberger Allgemeinen Zeitung" In zwangloser Folge veröffentlicht wurden und in ihrer Gesamtheit eine Darstellung ostpreuhischer Kultur und Geistesgeschichte genannt werden dürfen Von Herzog Albrecht über Copernikus, Kant, Theodor von Schoen, um nur einige Namen herous;u- greifen, bis zu Schichau, Goltz-Pascha und Lor»i4 Corinth sehen wir eine Porträtgalerie grober Ostpreußen vor uns. die so recht versinnbildlich!, was das gemeinsame Vaterland Deutschland dem Osten an wertvollen und in die Ewigkeit wirkenden Kräften zu danken hat. Gerade in diesem Sinne wird das Buch dazu beitragen, die kulturelle Sendung Ostpreußens Heller und klarer vor der breitesten Oessentlichkeit herauSzustellen, (Verlag der Königsberger QlUgem. Ztg. Königsberg i. Pr.) 281 — Tag für Denkmalpflege undHei- m a t s ch u h, Mittelrheinische Studienfahrt für Denkmalpflege, Mainz 1927. Tagung-berickt nebst Beitragen zur Kunstgeschichte des Mainzer Domes und des Rheingaues. (Verlag Guido Hackebeil 21.®.. Berlin.) Eine unentbehrliche, mit feinem reichen Bildermaterial unerschöpfliche Fundgrube für die interessante Baugeschichte des altehrwürdigen Mainzer Doms. (Leinen 8.50 Mk ) Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Berlin Datum: Banfnolru. der zulMt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7 Prozent, LombardzinSfuh 8 Prozent. Srauhfurt a. M. 10 10 , 6 10 10 11 , 5 9 , 5 , 6 11 7 9 3 Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Jahr V-i . . 7.9 ... 8 . . Ish . . . 10 > • . 10 . . 15 Me tierflbau..... Rli'dncnvfrfc . . • • • ttöln-Neueslen. . . . . Mannesmann..... . . Cbrrldjlcf. Eisend. Bedarf £t>tdd)ld. Rot?tvrttc. . üibcintfd’c Braunkodlen. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt Telegraph ifche 2u«z«hl :3. 6. | ti 6. I 23. 6. , 25.6. . 5 . 6 5VS 10 Berlin Schuchs Anjana Aur» | Kur» LE.G....... Bergmann .... Veite. Lieferungen. Licht und Krag . . gelten 4 Guilleaume Ges. f. Elckir. Untern. Hamb, ttlcttr. Werte Rhein. Veite. . . . Schics. Eleklr. . . . Echuckcrt..... Siemen» 4 Hallte • Inm8r abio .... Labmever ... ft f. Vi I. i , . . . r> > . . . s Scheideanstalt. . «erallgelelllchaft. Nbeinftadl ... |. V. Rtebeck Montan . . . Bereinigte Gtablm. . Liaol Annen .... licll Aschersleben . . Äafi Westeregeln. . . Kaliwerk Saydetfurkh 3- G. Yarben-InvultUO Don^mit Nabel . . . Frankfurt a. M. Schluß' fturs I'Uhr- Kur, Frwibfuri a. M Berlin Schlaf,, flurs 1-Uhr- Aur» Schtuh Aur» Anfang Aur» Datum: 23.6. 25. 6. | 23. 6. ] 25. 6. Philipp Holzmann......7 150 148.25 151 148,25 Heidelberger üement .... 10 142 141,5 — — Zement Sarlsladl ...... 8 175 — — — 146 147 —• — LchuUhei» Pahcnhaser . . . 15 - - 352.5 351 C ft werke.........12 312,5 309,25 Ser. »lanjftoff......In - - 61,0 675 Bemb-rg.........14 — 627 618 Zeliswss Waldhof.....12 305 303 1C6.5 304 Hcnftoff Aschaffenburg ... 12 107,75 205,75 — 207 Lharlottenburger Dali« ... 7 — — 130 128 Tesiauer ift.r»...... . ft — — 214.6 212 5 Daimler Motoren ...... o 113 111,5 IM,5 111 Demag ..........0 * — 58,9 56.75 Adlerwerke ft lener ...... 6 109 108 iio 108 Ludw. Loewe..... • 10 — — 240 — ^al. Automobil . ...... 0 • 91 — 'I renNein * Kapvel ..... 5 — — Ul 118.75 reonhard Tie».......6 — — 305 800 Bamag-Megutn ....... 0 Franks. Maschinen ...... 6 23,5 77.5 — 78,5 — i-'rignn ...... 11 138.3 136 — Heylioenktaebt ....... 0 ^ungbarl. ......... 4 27,75 67,80 — 87.5 — Lechwcrke. .......ft — — — Mainlrairwerke ....... ft _ — — Miag. ......... 10 — — 148 148 Nckariulmer ....... ft 67 — 65.25 — Lerer« Unwn ....... ft 112 — 111.25 — Äebr. .............io - — — * tiolfll 4 Haesfner......ft 207 * — — Südd. Zucker........8 151.75 — IM - iMd -----FT77 öolländ>sche öioten...... 168,16 168,84 ^talieiitsche Noten ...... 21,96 22,04 Norwegische Noten...... 111,65 HZ,09 Deutsch-riesteer, ä 100 Jtronrn 58,79 59.03 Rumänische Roten...... 2,545 2,565 'schwedisch: ojoifn...... 111,88 112,27 Schweizer Roten....... 50,50 80,83 Spanische Roten..... . 69,16 69.44 Tschechoslowakische Noten . . 12.36 12.42 Ungarische Noten . . ... 72,70 73.00 Schlich. Aur» »'Uhr- Aur» Sd)iub Aur» Anfang Aur» Datum 23.6. 25.6. 23.6. | 25. 6. 6% »t. «etchranlethe v. 1927 . . Tl. llnl.-Ablüs.-Lchuld mit Aus- 87,25 51.35 — 87,5 — los.-Rechlen......... 51,3 51,5 51,5 18.1 TeSgl. ohne Auölos.-Rcchlc . . . 7% Franks. Hyv -Bk. Goldps. uu 18,675 18.4 18.8 kündbar bi« 1932....... 91 — • Ci% Rdctntlche Hyp.-Bant Ltgu- «itvldps............ 76,25 — — W.G.«. adg. Borkrtegls-Obligalton.. rackzoliwar 1933 ....... — — - - 4*lo Schweiz. Bundeöd.-Anl.. . . * — 4% Lcsterrcichische Äoldcle.. . . — 4.202Ö Lestcrr. LUberrie..... 4' ^ OcNcrreich. einhcill. Stic. . . — —- —• — 4% Ungarische Wolbrte...... 26 26 4% Ungarische >mn '9eld Bne' Lroemkairische Oiotn ..... 4.162 ns Belgische Noten ..... 4 Tüoiiche Renro........ 58.41 111,79 58,65 112,17 Englische 5Utax ........ 20.359 70.439 lir.H8 ssg Brill «i-- «****. s# , fS "!->! ’fctrt an! Vertin, ,«1. trte de, Mustragtel .Trage gegu> minist" marer Sri Sabinen '^treten, sm > vcu ipontety “1 n Sa '^>inUer als bn, -7